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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Anterhaltungsblatt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtade
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
it 250.
Freitag, den 4. November.
1910.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
für Oeſterreich aus den Verträgen zwiſchen dem
Nord=
deutſchen Bunde und Oeſterreich vom 22. Juni 1870
ſtatuierten Rechten der Abgabenfreiheit der
Elbeſchiff=
fahrt nicht vorgegriffen werden ſoll, die öſterreichiſche
In=
duſtrie erwartet aber von der Regierung, daß ſie auf dem
Standpunkte des unerſchütterlichen Feſthaltens an der
vertragsmäßig gewährleiſteten Abgabenfreiheit der
Elbe=
ſchiffahrt, den ſie unter der Zuſtimmung ſämtlicher
indu=
ſtriellen Kreiſe in Oeſterreich eingenommen hat, auch
wei=
ter unbedingt beharre und jedem Verſuch, an derſelben zu
rütteln, als welcher auch eine Belegung der deutſchen
Schiffe mit Schiffahrtsgebühren auf der Elbe zu
betrach=
ten wäre, entgegengetreten wird.
Das neue Kabinett Briand.
* Präſident Falliéres beauftragte Briand mit
der Neubildung des Kabinetts. Briand nahm
den Auftrag an.
Im Miniſterrate erinnerte Briand an die überaus
hef=
tigen Angriffe gegen ſeine Perſon und an die ſehr
be=
denklichen Debatten über ſeine Befugniſſe, um die
gegen=
wärtige Lage des Landes zu meiſtern. Man hätte ihm
ſogar unlautere Abſichten gegen die bürgerlichen
Freihei=
ten vorgeworfen, aber die Kammer habe ihm gegenüber
den Angriffen Gerechtigkeit widerfahren laſſen. Die
re=
publikaniſche Mehrheit habe der Regierung ihr Vertrauen
bezeugt. Nach einer ſolchen Debatte und in Vorausſicht
deſſen, was ſich noch ereignen könne, da die Verhältniſſe
grundverſchieden ſeien von denen, die bei der Bildung
ſeines Kabinetts beſtanden hätten, ſcheine ihm die beſte,
umfaſſendſte und ehrlichſte Deutung der republikaniſchen
Verfaſſung die zu ſein, dem Präſidenten der Republik das
Wort zu laſſen und ihm die Entlaſſung des Kabinetts
anzubieten. Die Miniſter ſtimmten Briand bei und
unter=
zeichneten das Entlaſſungsgeſuch.
Briand erſtattete am Mittwoch abend um 9 Uhr dem
Präſidenten der Republik Falliéres Bericht über die im Laufe
des Tages gepflogenen Verhandlungen zur Neubildung
des Kabinetts. Mehreren Blättern zufolge wurde
nach=
ſtehende Miniſterliſte als wahrſcheinlich angeſehen:
Prä=
ſidium und Inneres Briand, Juſtiz Monis, Aeußeres
Pichon, Finanzminiſter Klotz, Unterricht Raynaud,
Oeffentliche Arbeiten Millerand, Krieg General Brun,
Marine Admiral Boué de Lapeyrère, Handel Jean
Du=
puy, Ackerbau Laffere, Kolonien Noules, Arbeit und
ſoziale Fürſorge Puech. — Ein Mitglied des künftigen
Kabinetts erklärte einem Redakteur des Echo de Paris,
das Miniſterium werde eine radikale Färbung, jedoch ein
ausgeſprochen antirevolutionäres Programm haben.
Die geſamte Pariſer Preſſe beſchäftigt ſich eingehend
mit der Miniſterkriſe.
Die konſervativen Blätter erheben Einſpruch gegen
einen etwaigen Eintritt des Deputierten Laffere in das
neue Kabinett, da dieſer einer der hervorragendſten
Füh=
rer der Freimaurer ſei und unter dem Kabinett Combes
verſucht habe, das von dem damaligen Kriegsminiſter
André eingeführte Syſtem der Auskunftszettel” zu
ver=
teidigen. — Der combiſtiſche Rappel ſchreibt: Briand
ſpielt eine Komödie. Er will mit einer neuen Gruppe
auf der Parlamentstribüne erſcheinen Es iſt zweifelhaft,
ob er einen Erfolg haben wird. — Jaurss ertlärt in der
Humanité: Briand ſuchte nicht im Parlament die
erfor=
derliche Unterſtützung, er rief in ſeiner ſchwierigen Lage
den Präſidenten der Republik zur Hilfe. Aber er
kom=
promittierte dieſen, indem er dieſen in die Kriſe
hinein=
zieht. Das iſt ein beiſpielloſes Vorgehen. — Die radikale
Lanterne ſchreibt: Die Gemäßigten und die
Konſervati=
ven wollen auf die Politik Briands einen Druck ausüben.
Aber ſie beleidigen ihn, wenn ſie annehmen, daß er auf
ihre Anſchauungen eingehen könnte. Briand wird ſich
nach wie vor ausſchließlich auf die republikaniſche
Mehr=
heit ſtützen. — Die Petite Republiaue ſagt: Der „
Dir=
tator” hat jedenfalls eine merkwürdige Aufaſſung von
ſeiner „Diktatur” Briand hätte ſehr wohl ſein
Porte=
feuille behalten können. Hoffentlich werde dies jene
ängſt=
lichen Leute, die ſich am Samstag ſo beſorgt zeigten,
voll=
ſtändig beruhigen. — Der Temps ſchreibt anläßlich der
Kabinettskriſis: Welches Miniſterium auch immer ans
Ruder kommen wird, es wird vor allem die Aufgabe
haben, ein für allemal jenem Zuſtande ein Ende zu
machen, der ſelbſt den anſtändigen Eiſenbahnbedienſteten
geſtattet, ſich einem Ausſtand anzuſchließen, als ob das
eine ganz natürliche Sache wäre. Die Eiſenbahner wie
alle anderen Angeſtellten der öffentlichen Dienſtzweige
müſſen durch ein unzweideutiges Geſetz darauf
aufmerk=
ſam gemacht werden, daß jede verabredete Einſtellung der
Arbeit, ſelbſt wenn dabei keinerlei Gewalttäigkeiten
vor=
kommen, als ein Verbrechen gegen das Vaterland gelten
würde. — Siecle ſpricht ſich befriedigt darüber aus, daß
Lichon, dem es trotz manchen heillen Zwiſchenfalles
ge=
lungen ſei, die guten Beziehungen zu den anderen
Staa=
ten aufrecht zu erhalten, auch in dem neuen Kabinett an
der Spitze des Miniſteriums des Aeußern bleiben werde.
Deutſches Reich.
— Ein zweiter Ausſchuß zur Beratung
des materiellen Strafrechts wird, wie die
Deutſche Juriſtenzeitung erfährt, im Frühjahr 1911
zu=
ſammentreten. Der im Herbſt des vorigen Jahres
ver=
öffentlichte Vorentwurf wird den Beratungen dieſes
neuen Ausſchuſſes zugrunde gelegt werden. Im Anſchluß
an die reiche Kritik, die dieſer erſte Entwurf erfahren hat,
ſoll er einer genauen Durch= und Umarbeitung
unter=
zogen werden, um auf dieſe Weiſe zu einem endgültigen,
zur Vorlegung an die geſetzgebenden Körperſchaften
geeig=
neten Entwurf zu gelangen. Der neue Ausſchuß wird
aus praktiſchen Juriſten und akademiſchen Rechtslehrern
zuſammengeſetzt ſein. Auch Sachverſtändige auf dem
Ge=
biet der Pſychiatrie und des Gefängnisweſens werden
ihm angehören. Zum Vorſitzenden iſt der frühere
Mini=
ſterialdirektor Dr. Lucas auserſehen. In ſeinen Händen
hatte auch die Leitung der Beratungen zum erſten
Ent=
wurf gelegen.
— Die Strafprozeßkommiſſion des
Reichstags nahm die Abſtimmung über den § 155a
vor. Er betrifft das ſogenannte Legalitätsprinzip und
beſtimmt nach dem Beſchluß erſter Leſung, daß die
Staats=
anwaltſchaft gewiſſe Uebertretungen nicht zu verfolgen
braucht. Der Paragraph wird mit 16 gegen 11 Stimmen
aufrechterhalten und der Beſchluß erſter Leſung noch
dahin erweitert, daß die darin gemachte Vorausſetzung der
Zuſtimmung des Gerichts mit 18 gegen 9 Stimmen
geſtri=
chen wurde. Bezüglich der Vorunterſuchung gibt der
Ent=
wurf der Regierung der Staatsanwaltſchaft die
Befug=
nis, die Vorunterſuchung zu beantragen, „wenn ſie zur
weiteren Aufklärung erforderlich iſt‟. Dieſe Faſſung der
Regierungsvorlage wurde jetzt in zweiter Leſung entgegen
den Beſchlüſſen der erſten Leſung wiederhergeſtellt.
— Der Gouverneur von Samoa, Dr.
Solf, trat über Vancouver, von Samoa kommend, mit
ſeiner Familie an Bord des Schnelldampfers des
Nord=
deutſchen Lloyd Kaiſer Wilhelm II.” die Reiſe nach
Europa an. — Die Samoaniſche Zeitung meldet: Dr.
Solf zu Ehren wurden von der geſamten Bevölkerung
aller Nationalitäten herzliche Abſchiedsfeiern veranſtaltet,
bei denen zahlreiche Dankadreſſen, in denen ſeine
Ver=
dienſte während der zehnjährigen Verwaltung Samoas
zum Ausdruck kamen, überreicht wurden. In den Reden und
Adreſſen wird der Wunſch ausgeſprochen, Dr. Solf möge
nach Beendigung ſeines Erholungsurlaubs nach Samoa
zurückkehren, das unter ſeiner Verwaltung kräftig
em=
porgeblüht ſei und ſeiner auch künftig bedürfe.
— Die bayeriſche Regierung und der
Vatikan. Die bayeriſche Regierung hat, wie aus guter
Quelle verlautet, den Vatikan wiſſen laſſen, daß ſie nicht
in der Lage ſei, den letzten Forderungen der Kurie
zuzu=
ſtimmen, da dieſe direkt in die Rechte der bayeriſchen
Re=
gierung eingriff. In dem letzten Dekret hatte ſich der
Vatikan direkt über beſtehende Verträge, betreffend die
Anſtellung der Pfarrer durch die bayeriſche Regierung,
hinweggeſetzt. Der Vatikan würde durch dieſe
Neuver=
ordnungen die Anſtellung der Pfarrer von Bedingungen
im Sinne Roms abhängig machen, was die bayeriſche
Regierung nicht zugeben kann. Ebenſo würde der
Va=
tikan die bayeriſche theologiſche Fakultät ungebührlich
beeinfluſſen, wenn die Univerſitätstheologen durch einen
Eid, den der Vatikan ihnen auferlegen möchte, gebunden
würden.
— Die badiſchen Konſervativen. Der
er=
weiterte Landesausſchuß der konſervativen Partei Badens,
der in Karlsruhe ſeine diesjährige, ſehr zahlreich beſuchte
Herbſttagung abhielt, nahm mit Einſtimmigkeit eine
Ent=
ſchließung an, in der es heißt, daß der möglichſt baldige
Zuſammenſchluß aller bürgerlichen Ordnungsparteien
zum entſchloſſenen und ausdauernden Kampfe gegen die
Sozialdemokratie eine gebieteriſche patriotiſche Pflicht ſei.
Sollte es in allernächſter Zeit nicht gelingen, zu einer
Verſtändigung der bürgerlichen Parteien zu gelangen, ſo
müßte dieſes unſtreitig zu einem mit maßloſer
Verbitte=
rung geführten Reichstagswahlkampfe führen. Von
die=
ſer Verbitterung hätte aber einzig und allein wieder die
Sozialdemokratie großen Gewinn zu erwarten. Aus
dieſen Gründen halten es die badiſchen Konſervativen für
eine dringende Notwendigkeit, auf dem Wege der
Samm=
lungspolitik zielbewußt und entſchieden weiterzugehen,
erachten es als ihre Aufgabe und Pflicht, an die
verſchie=
denſten bürgerlichen Parteien Badens mit der Anregung
zum Zuſammenſchluß heranzutreten, und bitten und be=
Die Schiffahrtsabgaben.
— Man ſchreibt uns: Dem Reichstag iſt bereits
jetzt, lange vor Beginn der Tagung, der fertiggeſtellte
Entwurf über die Schiffahrtsabgaben
zuge=
gangen und man weiß, daß dieſe Vorlage auf die Wünſche
des preußiſchen Abgeordnetenhauſes zurückzuführen iſt,
wo man im Zuſammenhang mit den Kanalbauten auch
bei regulierten Binnengewäſſern Abgaben verlangt. Da
dieſe Forderung den Beſtimmungen der Reichsverfaſſung
widerſprach, war es notwendig, wenn man dieſen
Wün=
ſchen Rechnung tragen wollte, den betreffenden
Ver=
faſſungsparagraphen durch den Reichstag ändern zu laſſen;
dazu kam noch, daß mit einigen Nachbarländern
Ver=
träge über die Flußſchiffahrt vorlagen, die auf dem
Ver=
handlungswege gleichfalls geändert werden müſſen.
Es hat lange gedauert, ehe zwiſchen den
Bundes=
regierungen eine Einigung erzielt wurde, namentlich in
Süddeutſchland war man von den preußiſchen Wünſchen
herzlich wenig erbaut und noch weniger natürlich im
Aus=
lande. Im Bundesrat hat das Zünglein der Wage lange
hin und her geſchwankt, bis eine Einigung zuſtande kam,
nachdem ſich in dieſer Frage bereits recht ſchroffe
Gegen=
ſätze herausgebildet hatten. Es kam zu einem
Kom=
promiß, aus dem der jetzige Entwurf hervorgegangen iſt.
Insbeſondere iſt die Konzeſſion zu begrüßen, daß in den
§ 54 der Reichsverfaſſung eine Zuſatzbeſtimmung eingefügt
wird, welche geeignet iſt, eine gewiſſe Garantie dafür zu
bieten, daß nur ſolche Aufwendungen ganz oder
teil=
weiſe durch Schiffahrtsabgaben gedeckt werden dürfen,
die auch wirklich ganz beziehungsweiſe teilweiſe dem
Ver=
kehr dienen.
Im übrigen aber gibt der Entwurf doch zu einer
ganzen Reihe von Bedenken Anlaß und es wäre dringend
zu wünſchen, daß er im Reichstage eine gründliche
Revi=
ſion erfahre. So iſt beiſpielsweiſe nicht einzuſehen, daß
die ſogenannten Strombauverbände, für welchen Entwurf
die näheren Beſtimmungen getroffen ſind, durch Normen
tarifariſch gebunden werden ſollen. Solche Verbände, die
aus den Uferſtaaten gebildet werden, ſind aber nur für
Rhein, Weſer und Elbe vorgeſehen. Für die Oder uns
Weichſel behält ſich aber Preußen völlige Selbſtändigkeit
hinſichtlich der Feſtſetzung der Abgabenhöhe vor. Es mag
dazu rechtlich in der Lage ſein, gleichwohl aber wäre eine
geſetzliche Feſtlegung erwünſcht geweſen, daß die auf
dieſen beiden Flüſſen erhobenen Abgaben dieſelben Sätze
wie diejenigen bei anderen großen Flüſſen aufweiſen. Die
Abgaben ſelbſt, die in fünf Klaſſen eingeteilt ſind, ſind ja
äußerlich niedrig gehalten, gleichwohl aber bedeuten ſie
für einen längeren Waſſerweg eine ſehr erhebliche Abgabe,
die nicht geeignet ſein dürfte, den Verkehr zu heben.
Würden doch beiſpielsweiſe 1000 Tonnen Weizen auf eine
Strecke von 400 Kilometern nicht weniger wie 400 Mark
zu entrichten haben. Das würde eine weitere
Verteue=
rung der Lebensmittel herbeiführen und man würde auf
vielen Gebieten den ſchnelleren Eiſenbahnverkehr
vor=
ziehen. Auch hinſichtlich der Stromausſchüſſe iſt dafür
geſorgt, daß Preußen über Gebühr gut abſchneidet. In
den Ausſchüſſen führt Preußen den Vorſitz, und dies iſt
namentlich ſchon darum von Wichtigkeit, weil bei
Stim=
mengleichheit die Stimme des Vorſitzenden maßgebend iſt.
Dem Verwaltungsausſchuſſe iſt ein ſog. Strombeirat
aus Intereſſenten beigegeben, die Verteilung der
Mit=
glieder iſt aber ziemlich willkürlich; will man doch
bei=
ſpielsweiſe beim Elbe=Verband Hamburg von 12
Stim=
men des Verwaltungsausſchuſſes nur 3 und von den 23
Mitgliedern des Strombeirates nur 5 zuteilen, obwohl
doch gerade Hamburg hinſichtlich des Elbe=Verbandes von
der allergrößten Bedeutung iſt, denn ohne den Seehafen
Hamburg wäre die Binnenſchiffahrt auf der Elbe wohl
ziemlich unbedeutend. Noch eine Reihe anderer
Ungleich=
heiten ließen ſich anführen, die zeigen, daß der Entwurf
als ein idealer kaum betrachtet werden kann. Der
Reichs=
tag wird hoffentlich das Seinige tun.
Die öſterreichiſchen Induſtriellen rüſten
zum Kampfe gegen die
Schiffahrtsabga=
ben. Sie verſenden die nachſtehende Mitteilung:
Im Deutſchen Reichstag iſt ein Geſetzentwurf
einge=
bracht worden, durch den die Erhebung von
Schiffahrts=
abgaben auf den deutſchen Flüſſen eingeführt werden
ſoll. Der Geſetzentwurf enthält wohl den Paſſus, daß den
Seite 2
vollmächtigen ihre Parteileitung, die ihr nötig
erſcheinen=
den Schritte zu tun.
— Die Hamburger Bürgerſchaft
geneh=
migte den Antrag des Senats auf Einſetzung einer aus
ſechs Mitgliedern des Senats und zwölf Mitgliedern der
Bürgerſchaft zu bildenden Kommiſſion mit dem Auftrag,
die Notwendigkeit einer Vermehrung der
Staatseinnah=
men zu prüfen und auf Grund dieſer Prüfung ihre
An=
träge zu ſtellen.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. November 1910.
Nummer 259.
Frankreich.
Die Bildung des franzöſiſchen
Neger=
heeres macht raſche Fortſchritte. Oberſt Mangin, dem
die erſte Anregung zu dieſer Verſtärkung der franzöſiſchen
Landesverteidigung zu verdanken iſt, ſteht gegenwärtig an
der Spitze einer Miſſion, die alle weſtafrikaniſchen
Kolo=
nien bereiſt und einen Bericht darüber verfaſſen wird,
wie viel Anwerbungen dort gemacht werden können. Im
allgemeinen empfing die Miſſion den Eindruck, daß die
Rekrutierung nicht nur möglich, ſondern bei den meiſten
Negerſtämmen auch ſehr willkommen ſein werde.
Guig=
nard, der Verwalter von Franzöſiſch=Guinea, der an der
Miſſion Mangin teilnimmt, hat die Ueberzeugung
gewon=
nen, daß man allein in dieſer Kolonie 3220 Mann in
jedem Jahr ausheben könne. In vier Jahren würde man
alſo eine Truppe von 12880 Mann erhalten Da nun nach
dem Projekt Mangin dieſe ſchwarzen Soldaten für
fünf=
zehn Jahre verpflichtet werden ſollen, ſo würde man am
Ende der erſten fünfzehnjährigen Periode von Guineg
allein gegen 50000 Mann beziehen. Für die übrigen
Kolonien iſt die Rechnung noch nicht ſo weit
fortgeſchrit=
ten, aber die Miſſion hat bereits die Ueberzeugung
ge=
wonnen, daß Weſtafrika in vier Jahren eine Armee von
mindeſtens 200000 Mann liefern werde.
England.
Die deutſche und die engliſche Flotte.
Der Zivillord der Admiralität Lambert hielt in Wareham
(Grafſchaft Dorſet) eine Rede, in der er auf die
Haltloſig=
keit der Alarmnachricht über die deutſche Flotte hinwies
und zu dieſem Zwecke die deutſche und die britiſche Flotte
in bezug auf die Anzahl und die Typs der Schiffe, die
jährlichen Ausgaben und den Mannſchaftsetat verglich.
Er verwarf es in nachdrücklicher Weiſe, Schiffe zu bauen,
bevor ſie nötig ſeien, unter Hinweis auf den Fortſchritt
in der Schiffsbaukunde und der Armierung und erklärte
zum Schluſſe, der Zweimächteſtandard werde auch
ein=
ſchließlich Amerikas aufrechterhalten.
Spanien.
Ein neuer Riffkrieg? Der Madrider
Korre=
ſpondent des Daily Telegraph rechnet mit der Möglichkeit,
daß die Forderung der Spanier von einer
Kriegsentſchä=
digung von 130000000 Francs für den marolkaniſchen
Feldzug zu einem zweiten kriegeriſchen Unternehmen im
Riff führen könne. Der Sultan läßt die Verhandlungen
in Madrid durch El Mokri führen, der jede
Verantwor=
tung für die Kriegskoſten in Abrede ſtellt. El Mokri
ſpielt außerdem Frankreich gegen Spanien aus, indem er
behauptet, daß Marokkos Einkünfte bereits der Republik
als Entſchädigung für die Wiederherſtellung geordneter
Zuſtände verpfändet ſeien. Die ſpaniſche Militärpartei
agitiert ſehr ſtark für eine neuerliche Expedition nach dem
Riff oder einem anderen Teile Marokkos, um den
ſpani=
ſchen Forderungen Reſpekt zu verſchaffen. Im Volk aber
iſt die Stimmung entſchieden gegen alle weiteren
mili=
täriſchen Abenteuer. Wenn irgend etwas geeignet wäre,
ſagt der Korreſpondent des Daily Telegraph, die ſpaniſche
Monarchie zu gefährden, ſo wäre es eine zweite
marokka=
niſche Bewegung.
Portugal.
Die Verfolgung Francos. Aus Liſſabon
wird dem Matin gemeldet, die Regierung ſtehe der gegen
Franco eingeleiteten gerichtlichen Verfolgung fern, konnte
ſie jedoch nicht verhindern. Die Verfolgung wäre auf
das Begehren eines Privatmannes zurückzuführen, der im
Jahre 1908, angeblich auf Veranlaſſung Francos, in das
Gefängnis geworfen wurde und nunmehr von dem ihm
zuſtehenden Rechte, Gebrauch mache, wonach jeder
Por=
tugieſe, der ſich durch ein Verbrechen, auch durch ein
poli=
tiſches, für geſchädigt erachte, das Recht habe, all dieſe
Perſonen vor Gericht zu belangen.
Einführung der Eheſcheidung. Das
portu=
gieſiſche Miniſterium wird demnächſt ein Dekret
veröffent=
lichen, das die Eheſcheidung nach franzöſiſchem Muſter in
die portugieſiſche Geſetzgebung einführt. Bisher war in
Portugal die Eheſcheidung unterſagt. Das Geſetz ſtellt
für die Eheſcheidung ähnliche Bedingungen auf, wie ſie
in Frankreich, Belgien und andern Staaten beſtehen.
Türkei.
Die Anleihe. Authentiſchen Nachrichten zufolge
iſt bei der Beſprechung des türkiſchen Finanzminiſters
mit dem Direktor der Deutſchen Bank Helfferich als Baſis
für die finanzielle Transaktion zwiſchen der Türkei und
den deutſchen Banken eine Kombination von kurzfriſtigem
Vorſchuß mit Anleihe feſtgeſtellt worden. Nunmehr wird
die Redalſion des Vertrages in Angriff genommen
werden.
* Belgrad, 2. Nov. Der Kronprinz wurde
bis Mitternacht durch Huſten beunruhigt; er ſchlief dann
aber ein und verblieb bis früh in ruhigem Schlaf. In
der Lunge beſtehen noch Erſcheinungen eines leichten
trockenen Bronchialkatarrhs. Der Zuſtand iſt nach dem
heutigen Bulletin dem bisherigen Krankheitsverlauf
ent=
ſprechend ein befriedigender.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. November.
* Vom Hofe. Anläßlich der Wiederkehr des
Tages der Thronbeſteigung des Kaiſer s
von Rußland fand geſtern vormittag in der
Ruſ=
ſiſchen Kapelle auf der Mathildenhöhe
Gottes=
dienſt ſtatt, dem das ruſſiſche Kaiſerpaar und die
Großfürſtin Sergius, Mitglieder der hieſigen ruſſiſchen
Geſandtſchaft und des ruſſiſchen Konſulats in
Frank=
furt ꝛc. beiwohnten. Zwei Stunden ſpäter war
Got=
tesdienſt für das Gefolge und ſonſtige Mitglieder der
ruſſiſchen Kolonie. Den Gottesdienſt hielt der
Erz=
prieſter Propſt Protopopoff aus Wiesbaden ab; auch
der Sängerchor wirkte mit. Nach dem Gottesdienſt
war Frühſtückstafel bei dem ruſſiſchen Geſandten
Herrn Baron von Knorring. Die höchſten
Herrſchaf=
ten wohnten nach dem Gottesdienſt der Feier der
Ein=
weihung des Mauſoleums auf der
Roſen=
höhe bei.
Der ſtellvertretende Miniſter des Aeußern
Saſo=
now wurde geſtern vormittag vom Zaren im
Jagd=
ſchloß Wolfsgarten empfangen. Später nahm er an
dem Frühſtück bei dem ruſſiſchen Geſandten Baron von
Knorring teil.
Die Abreiſe des Kaiſers von Rußland
nach Potsdam iſt geſtern abend in ſpäter Stunde
erfolgt. Die Zeit der Abfahrt wurde geheim gehalten.
Die Ankunft in Potsdam erfolgte heute früh. Im
Gefolge des Kaiſers von Rußland befinden ſich: der
Miniſter des Kaiſerlichen Hauſes Baron v. Fredericksz,
Generaladjutant Dediuline, Palaſtkommandant,
Gene=
ralleutnant à 1. s. von Moſſoloff, Generalleutnant
à 1. s. Tatiſcheff, Generalmajor à I. s. Fürſt Orloff
der ſtellvertretende Miniſter des Aeußern Saſonow
und Zeremonienmeiſter Savinsky.
— Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Provinzialdirektor der
Provinz Oberheſſen Dr. Uſinger zu Gießen die
Er=
laubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von
Sr. Maj. dem Kaiſer von Rußland verliehenen Sankt
Annen=Ordens 2. Klaſſe und dem Kurdirektor Freiherrn
von Starck zu Bad Nauheim die Erlaubnis zur
Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem
Kaiſer von Rußland verliehenen Stanislaus=Ordens
2. Klaſſe mit Stern erteilt, ſowie dem Notariatsgehilfen
Jakob Huber in Mainz aus Anlaß ſeines ſechzigjährigen
Dienſtjubiläums als Notariatsgehilfe das Silberne Kreuz
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
— Uebertragen haben Se. Königl. Hoheit der
Großherzog dem Pfarrer Heinrich Brill zu Ober=
Widdersheim die evangeliſche Pfarrſtelle zu Griesheim,
Dekanat Darmſtadt, und dem Pfarrer Bernhard
Rehwald zu Wörrſtadt, derzeit Vereinsgeiſtlicher des
Heſſiſchen Diakonievereins in Darmſtadt, die evangeliſche
Pfarrſtelle zu Heppenheim, Dekanat Zwingenberg.
— Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Reviſionsinſpektor bei dem Hauptſteueramt
Darmſtadt, Georg Bolbach zu Darmſtadt, zum
Haupt=
ſteueramtskontrolleur bei dieſem Amte.
* Militärdienſtnachricht. Ibe, Intend.=Sekretär
von der Intend. des XVIII. Armeekorps, zur Intend. des
VIII. Armeekorps zum 1. Dezember 1910 verſetzt.
* Großh. Hoftheater. Wie uns mitgeteilt wirb,
werden vom Sonntag ab die Allerhöchſten Herrſchaften
die Vorſtellungen im Hoftheater wieder regelmäßig
beſuchen.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen den
22 Jahre alten Hausburſchen Peter Seibel, der am
16. April bei einem hieſigen Trödler erſchienen war,
um unter Benutzung eines falſchen Namens einen
Pfandſchein zu verwerten, der auf ein geſtohlenes
Fahrrad ausgeſtellt war. Auch entwendete er aus dem
Koffer eines Kollegen Geld, ſowie eine Krawatte, die
er ganz ungeniert vor den Augen des Geprellten trug.
Er wurde zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt;
4 Wochen ſind durch die Unterſuchungshaft verbüßt.
Der Mitangeklagte Karl Schatz, der ihn zu dem
Be=
trug zum Nachteil des Trödlers angeſtiftet haben ſoll,
wurde freigeſprochen. — Die Dienſtmagd Hedwig
Wippermann von Hambruch, die wegen ihrer
Schwindeleien zurzeit 1 Jahr 6 Monate Gefängnis
verbüßt, bezog, obwohl ſie keinen Pfennig in der
Taſche hatte, unter einem ſchönen, aus einem Roman
entnommenen Namen in einem hieſigen Hotel ein
Zimmer und verzehrte 1,10 Mark, indem ſie ſich
Kaffee und Kuchen beſtens ſchmecken ließ. Sie
be=
hauptet, ein Herr habe ſie hinbeſtellt, als dieſer
aus=
geblieben ſei, habe ſie ſich, ohne dort zu nächtigen,
wie=
der entfernt. Wegen des Betrugs wurde die bereits
rechtskräftige Strafe um 1 Monat erhöht. — Der 19
Jahre alte, wegen Diebſtahls vorbeſtrafte Hauſierer
Otto Wilhelm Bühring von Halberſtadt trieb ſich
im Auguſt im Lande herum, indem er
Bergmanns=
lieder verkaufte. Am 26. kam er auch nach Lengfeld,
wo er dem Kaufmann Joſeph Lehmann aus
einem unverſchloſſenen Sekretär 475 Mark ſtahl. Er
behauptet zwar, er habe Lengfeld nie geſehen, ein
Zeuge erkennt in ihm aber beſtimmt den Mann wieder,
der ihm dort am Tage des Diebſtahls
Bergmanns=
lieder verkaufte. Am Tage nach der Tat wurde
Büh=
ring in Frankfurt verhaftet; er war im Beſitze
eini=
ger hundert Mark, über deren Erwerb er ſich nicht
ausweiſen konnte. Zuerſt wollte er das Geld verdient
haben, dann erklärte er, er habe es auf einer Bank
im Walde gefunden. Er wurde für ſchuldig erklärt
und zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt;
3 Monate ſind durch die Unterſuchungshaft verbüßt.
Der größte Teil des Geldes kann zurückgegeben
werden.
*X* Das Kriegsgericht der 25. Diviſion beſchäftigte
ſich mit einer groben Inſubordination, deren ſich der bei
dem Dragoner=Regiment Nr 23 hier dienende Johann
Adam Koppel aus Budenheim ſchuldig gemacht hat.
Er kam am 17. Oktober früh morgens aus Urlaub von
der Budenheimer Kirchweihe in die Kaſerne zurück und
ſtel in angetrunkenem Zuſtande geſtiefelt und geſpornt ins
Bett. Als ihn der dienſttuende Gefreite zum
ordnungs=
mäßigen Aufſtehen ermahnte, beleidigte er dieſen mit
Schimpfreden, vergriff ſich bei der hierdurch entſtehenden
Schlägerei tätlich an ihm und ſchimpfte den Gefreiten noch
weiter, als der Wachtmeiſter einſchritt. Da es ſich um einen
tätlichen Angriff auf einen Vorgeſetzten,
Achtungsver=
etzung, Beleidigung und Gehorſamsverweigerung vor
verſammelter Mannſchaft handelt, beträgt die
Mindeſt=
ſtrafe 1 Jahr Gefängnis und der Angeklagte wurde zu
1 Jahr 2 Wochen Gefängnis verurteilt. — Der
Taglöhner Balthaſar Ludwig Krummeck aus Mainz,
der Ende September zur Reſerve entlaſſen worden iſt und
vorher als Burſche eines Majors vom Infanterie=
Regi=
ment Nr. 116 in Gießen 16 Mark unterſchlagen hat,
er=
hielt hierfür 17 Tage Mittelarreſt. — Zwei
wei=
tere Anklagen betrafen Vergehen, die die inzwiſchen zum
Militär Eingezogenen vor ihrer Einſtellung verübt hatten.
Der Musketier Karl Beck aus Sprendlingen vom
Infan=
terie=Regiment Nr. 118 in Worms hatte am 4. September
in angetrunkenem Zuſtande ſich bei dem Wirt Brehm in
Langen ungehörig benommen; er wurde hinausgeworfen,
wobei er dem Wirt Fußtritte verſetzte. Er erhielt wegen
Hausfriedensbruchs und Mißhandlung 2 Wochen
Ge=
fängnis. — Der zur Militärbäckerei in Mainz
kom=
mandierte Alois Rieſelmeier aus Forſtheim im Elſaß
hatte ſich in ſeiner Heimat im März vorigen Jahres zum
Nachteil eines Kameraden 4,80 Mark angeeignet. Er muß
dies jetzt mit 1 Woche Gefängnis büßen.
Neue Bismarck=Briefe.
CK. Mit einigen bedeutſamen brieflichen
Aeußer=
ungen Bismarcks macht uns ein ſoeben erſchienenes
Buch bekannt, in dem „aus dem Leben des Wirkl. Geh.
Rats Otto Wehrmann” „Blätter der Erinnerung an
das Werden des Deutſchen Reiches” von ſeinem Sohn
zuſammengeſtellt werden. Die Laufbahn eines
her=
vorragenden preußiſchen Beamten zieht hier in
per=
ſönlichen Aufzeichnungen, Dokumenten und Briefen
an uns vorüber. Wehrmann, der Präſident des
Lan=
desökonomiekollegiums im Landwirtſchaftlichen
Mini=
ſterium geweſen war, wurde 1868 durch Bismarck zum
erſten vortragenden Rat im Staatsminiſterium
beför=
dert. Die Aufgabe dieſes Beamten war es, dem König
Immediatvorträge zu halten, und Bismarck legte
hohen Wert darauf, „daß ſein erſter Rat, welcher der
Beratung der Geſetze beiwohne, auch das Ohr des
Kö=
nigs habe und ihn (Bismarck) namentlich in ſeiner
Abweſenheit den anderen Miniſtern gegenüber
ver=
trete.”
Dieſe tatkräftige Stütze fand er nun an Wehrmann,
der ihm allerdings nur vier Jahre zur Seite ſtand,
weil ihn dann eine ſchwere Erkrankung zum
Aus=
ſcheiden aus dem Dienſte zwang. König Wilhelm
be=
grüßte den vortragenden Rat in ſeiner neuen Stellung
mit den freundlichen Worten: „Ich denke, daß wir eine
gute Ehe miteinander führen werden” und bei dem
Neujahrsempfang 1869 äußerte er: „Nun, unſere Ehe
geht ja gut” Bismarck wandte ſich in einigen
perſön=
licher gefärbten Briefen an Wehrmann, als ihn Ende
Auguſt 1869 zwei Konflikte in heftige Aufregung
ver=
ſetzten. Der eine beſtand in einer Differenz mit
Roon; der andere wurde durch die Gegnerſchaft des
Kabinettsrats Mühler hervorgerufen, der die
Anſtel=
lung des Geh. Poſtrates Heldberg als Oberpoſtdirektor
in Frankfurt a. M. beim König hintertreiben wollte.
Bismarck ſchreibt aus Varzin unterm 28. Auguſt 1869:
„Es thut mir leid, daß ich Roon entgegentreten muß,
um ſo mehr, als ſeine Reizbarkeit ſeit Jahr und Tag
ſehr zugenommen hat. Ich habe ihm geſtern einen 10
Seiten langen eigenhändigen Brief geſchrieben und
ihn beſchworen, den Abſchied nicht zu fordern, weil der
Schritt nur dazu führen würde, dem Könige Verdruß
und Sorgen zu bereiten. Die Sache hat mich etwas
alteriert und mir die geſtrige Nacht gekoſtet; um die
heutige Nacht bringt mich Mühler, der Cabinetsrath.
Ich bekam die Sache, als ich heut früh zur Hühnerjagd
fuhr, und beantwortete ſie zunächſt mit gallichtem
Er=
brechen aus dem Wagen. . . . Wahrlich, ich gehorche
bereitwillig, wenn der König befiehlt, aber mich mit
ſolchen Mühlerſchen Kindereien füttern zu laſſen, dazu
bin ich zu alt und dazu iſt mein Geſchäft zu
verant=
wortlich. Ich muß an mich halten, daß ich ſolche
In=
triguen nicht beim wahren Namen nenne, aus Achtung
vor der allerhöchſten Unterſchrift, die man dafür
er=
ſchlichen hat. . . . Wundern Sie ſich nicht, daß ich ſo
ausführlich mein Herz ausſchütte, ich muß es
wenig=
ſtens in Geſtalt von Tinte tun, ſonſt erſticke ich in
Galle, da ich mich hier mit Niemand über dieſe Art,
Politik zu treiben, ausſprechen kann.” Am
näch=
ſten Tage ſchreibt er: „Ich bin, wie ich nach der
gehab=
ten Gemütsbewegung ſchon geſtern fürchtete, die Nacht
ziemlich elend und ganz ſchlaflos geweſen, und mit
meiner Geſundheit um zwei Monat zurückgebracht.”
Auch am 2. September, als er Wehrmann neue
geſchäftliche Mitteilungen macht, iſt ſeine Gemütsruhe
noch nicht wieder hergeſtellt. Eine Reiſe nach Stettin
gibt er auf. „Meine Geſundheit hat ſeit Sonnabend
unter Mitwirkung des Umſchlages im Wetter einen
entſchiedenen Rückſchritt gemacht, und ich habe einen
Rheumatismus im Rücken, mit dem ich bei dieſem
Novemberwetter kaum reiſen, beſonders aber der Fluth
von Feſten, Menſchen und Geſchäften nicht
entgegen=
treten kann, ohne den Zweck meiner Zurückgezogenheit
für nächſten Winter ernſtlich zu gefährden. Die Aerzte
wollen mich durchaus noch nach Biarritz oder Wight
reſp. Torquai ſchicken; ich werde aber meine
Menſchen=
ſcheu ſchwerlich überwinden.”
Heinrich von Stein.‟)
„Die Kunſt als Kundgebung großer Seelen
ſtellt das Menſchliche ſeinem höchſten Sinne
(Heinrich von Stein.)
nach dar.”
Der Name des Dichters und Philoſophen
Hein=
rich von Stein iſt nur wenigen bekannt. Als er
im Juni des Jahres 1887 zu Berlin ganz plötzlich
ſtarb, war es nur der kleine Kreis der mit Richard
Wagners Geiſteswelt Vertrauten, die um den ſo jung
Dahingeſchiedenen trauerten als um einen der
Aus=
erleſenen, die beſtimmt ſind, zu führen. Seit der Zeit,
ſo will es faſt ſcheinen, iſt das Andenken Heinrich von
Steins mehr und mehr erloſchen. Seine Werke ſind
zum Teil aus dem Buchhandel verſchwunden. Und
doch iſt kaum einer mehr dazu berufen, vom deutſchen
Volke gekannt zu ſein, als gerade Heinrich von Stein,
der, ganz auf der Weltanſchauung Schopenhauers und
Wagners fußend, Werke ſchuf, die ihrer ethiſchen und
künſtleriſchen Bedeutung nach neben dem Größten
ſtehen, was die deutſche Literatur hervorgebracht hat.
Heinrich von Stein entſtammt einem alten
fränkiſchen, ſtreng proteſtantiſchen Adelsgeſchlechte.
Schon als Knabe von tiefem religiöſem Empfinden
durchglüht, entſchloß er ſich früh zum Studium der
Theologie. 1874 finden wir ihn auf der Univerſität
Heidelberg. Der Wahlſpruch, den der damals 17
jäh=
rige in ſein Tagebuch ſchrieb, lautet: „Wolle das
Große und Schöne, dann wird das Können nicht
fehlen.” Lieſt man die wenigen veröffentlichten Brief=
und Tagebuchſtellen aus jenen Jahren, dann ſtaunt
man über die geiſtige Reife und Gedankentiefe des
Jünglings, fühlt ſich hingeriſſen in die Zweifel und
Kämpfe, die ſein Gemüt bedrängen. 1875 verließ
Heinrich von Stein Heidelberg. Bereits durch Kuno
*) Im Hinblick auf den von dem Richard Wagner=
Verein am 8. November hier veranſtalteten Heinrich
von Stein=Abend dürfte obige Biographie
un=
ſeren Leſern gerade jetzt willkommen ſein. Die Red.
Nummer 259.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. November 1910.
Seite 3.
— Die ruſſiſchen Großfürſtinnen und Prinzeſſin
Heinrich von Preußen beehrten vorgeſtern und
geſtern das Geſchäft von Strauß & Mayer mit ihrem
Beſuche.
Kochkunſt=Ausſtellung 1910. Man ſchreibt uns:
Die Ausſtellungsarbeiten von den Mitgliedern des Klubs
der Köche ſind ſo zahlreich eingelaufen, daß ſchöne moderne
Platten das Auge entzücken werden. Sind doch unter den
Köchen unſerer Reſidenz namhafte Künſtler in ihrem
Be=
ruf. Während der Ausſtellungstage wird eine
Ausſtel=
lungsküche geführt, und zwar am erſten Tage deutſche,
franzöſiſche und engliſche Nationalküche und am zweiten
Tage wird öſterreichiſche, italieniſche und deutſche
Natio=
nalküche geführt. Der Reſtaurationsbetrieb findet in den
unteren Räumen des „Hotels zur Traube” ſtatt und
be=
währte Fachleute werden der Ausſtellungsküche vorſtehen.
Einige hieſige Firmen haben es ſich nicht nehmen laſſen,
ihre Spezialartikel auszuſtellen und vorzuführen, und
wie im vorigen Jahre, ſo wird auch in dieſem Jahre alles
Ausgeſtellte verloſt werden. Schluß der Ausſtellung iſt
am Samstag mittag um 2 Uhr, woſelbſt dann auch bis
um 5 Uhr die Gewinne abgeholt werden können. Am
Samstag abend 8½ Uhr findet das zwölfjährige
Stiftungsfeſt des Klubs der Köche ſtatt unter
Mit=
wirkung des Frl. Eichner von hier, des Geſangvereins
Liederkranz und der Kapelle Hauske im großen Saale des
„Hotels zur Traube‟.
— Muſikverein. In der Stadt wird in weiten
Krei=
ſen das Gerücht verbreitet, der Reinertrag des für die
ruſſiſchen Herrſchaften veranſtalteten Konzertes in der
Stadtkirche ſei für Wohltätigkeitsanſtalten des Auslandes
beſtimmt. Der Vorſtand weiſt dieſe Unterſtellung als
völ=
lig unwahr hiermit entſchieden zurück. Wenn
über=
haupt bei dieſer Veranſtaltung, die ſehr hohe Koſten
ver=
urſacht, ein Ueberſchuß erzielt wird, ſo iſt es
ſelbſtver=
ſtändlich, daß dieſer den Wohltätigkeitsanſtalten unſerer
Stadt zugewieſen wird.
— Das Tuberkuloſe=Wandermuſeum war in den
letz=
ten Wochen im Kreiſe Friedberg (Gambach, Bad Nauheim
und Vilbel) ausgeſtellt und von über 2200 Perſonen
be=
ſucht. Hieran angereiht haben ſich die Orte Gedern mit
900 und Laubach mit über 1200 Beſuchern, zuſammen im
Kreiſe Schotten 2100 Perſonen. Gegenwärtig befindet
ſich die Ausſtellung im Kreiſe Lauterbach, in dem die Orte
Schlitz und Herbſtein in Frage kommen. Demnächſt geht
ſie in den Kreis Gießen und von da auf einige Wochen
nach Kaſſel. Bis jetzt wurden insgeſamt 320000 Beſucher
gezählt.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Für
näch=
ſten Sonntag hat die hieſige Ortsgruppe einen Ausflug in
die nähere Umgebung Darmſtadts geplant; dieſer nimmt
um 8 Uhr vormittags am Böllenfalltor ſeinen Anfang.
Ueber den Bismarckturm, wo eine Viprtelſtunde Raſt
vorgeſehen iſt, geht es dann durch Nieder=Ramſtadt,
Wa=
ſchenbach nach Neutſch. Die Wanderung führt faſt immer
durch Wald, zumeiſt auf nichtmarkierten, herrlichen Wegen.
In Neutſch iſt Frühſtückspauſe vorgeſehen und nach
Ver=
lauf einer Stunde wird wieder aufgebrochen. Die
Wan=
derer gelangen nun über die Neutſcher Höhe nach dem
Stettbacher Tal, wo die Ortsgruppe Seeheim
entgegen=
kommen wird. Gegen 3 Uhr wird das Ziel, Seeheim,
erreicht und einige gemütliche Stunden werden zuſammen
mit der Ortsgruppe Seeheim im „Hotel Viktoria” (C.
Hufnagel) verbracht; dort wird auch das Eſſen
eingenom=
men. Die Heimfahrt nach Darmſtadt erfolgt um 8 Uhr.
Friſch auf zur Neutſcher Tour!
* Vortrag. Kommenden Samstag, den 5. November,
abends, ſpricht Parlamentsſtenograph Dahms=
Ber=
lin im Fürſtenſaale über das Thema „Gabelsberger= oder
Steno=Tachygraphie?‟ Der Vortrag verſpricht beſonders
intereſſant zu werden, da Herr Dahms Kenner von zirka
30 Stenographie=Syſtemen iſt. (Siehe Anzeige).
— Martinskirche. Zum 25jährigen Gedächtnis der
Einweihung der Martinskirche veranſtaltet der
Kir=
chenchor der Martinsgemeinde am Reformationsfeſt,
6. November 1910, abends 6 Uhr, eine liturgiſche
Feier mit nachfolgendem Programm: Orgel:
Phan=
taſie (nach H. Frankenberger, 1824—1885); Chor: „Gott
der Vater wohn’ uns bei”, von Eccard; „Sie iſt mir
lieb, die werte Magd” von M. Prätorius, † 1621;
„Wie lieblich ſind deine Wohnungen” (Pſalm 84, 1—2),
von Friedr. Riel; „Erweckt hat mir das Herz zu dir”
Harmonie von M. Prätorius, † 1621; „Der 43. Pſalm”,
von F. Mendelsſohn=Bartholdy; „Nun lob, mein’ Seel,
den Herren”, von J. S. Bach. Für die inaktiven
Mit=
glieder des Vereins ſind die beiden Emporen
reſer=
viert.
— Für das Feſt des Deutſchen Schulvereins wurde
ein origineller Gewinn von Hans Weyl geſtiftet, der
ſich verpflichtete, den Glücklichen, dem der Gewinn
zu=
fiel, unentgeltlich in Paſtell zu porträtieren.
— Die Mitglieder des Vereins für Verbreitung
von Volksbildung werden auf die ermäßigten Preiſe
zum Konzert des Sängerchores des Lehrervereins am
12. dieſes Monats aufmerkſam gemacht. Karten im
Verkehrsbureau. (Siehe auch Inſeratenteil.)
Vereinigte Bezirksvereine.
Stadtverord=
netenwahl. Heute abend findet im „Schützenhof”
eine große Wählerverſammlung ſtatt. (Näh. ſiehe Anz.)
m. Die elektriſchen Warnungslampen an der Kurve
der ſtädtiſchen Straßenbahn im Gebiet der Bismarck=
und Wendelſtadtſtraße haben die Aufmerkſamkeit der
Paſſanten in den letzten Tagen oft erregt. Wegen der
Enge der Verkehrsſtraße konnte um die Kurve ein
zweites Gleiſe nicht gelegt werden. Damit nun die
ſich begegnenden Wagen an der Kurve nicht anrennen,
ſind beiderſeits an den Eckmaſten zwei kleine Käſten
mit roten Scheiben angebracht worden. In den Käſten,
die in 3 Meter Höhe angebracht ſind, erglühen vor
Einlaufen der Wagen in die Kurve (6 elektriſche
Birnen und geben ſo dem entgegenkommenden Wagen
das rote Halteſignal. Die Glühbirnen ſind mit der
elektriſchen oberirdiſchen Leitung durch einen dritten
Draht verbunden. Der Bügel über den Wagen bringt
durch ſein Berühren mit dem dritten Leitungsdraht
automatiſch die elektriſchen Lampen zum Aufleuchten,
das ſo lange anhält, bis der Bügel den
Lichtleitungs=
draht in der Kurve verlaſſen hat. Der von der
Bis=
marckſtraße kommende Wagen läßt das
Warnungs=
ſignal in der Wendelſtadtſtraße aufleuchten und
um=
gekehrt.
— Die Stammtiſchgeſellſchaft Prinz Emil hält am
Samstag, den 5. November, im „Perkeo” ihre
Abend=
unterhaltung mit Ball ab. (Näh. ſiehe Anzeige.)
— Adreßbuch. Die Druckbogen Nr. 8 und 9 des
1911er Adreßbuches, enthaltend Einwohnerregiſter
— Karle, Kaver bis Lotz, Philipp — liegen im
Haupt=
meldebureau, Hügelſtraße 31/33, Zimmer Nr. 13,
wäh=
rend der Bureauſtunden (8 bis 12 Uhr vormittags und
2 bis 6 Uhr nachmittags) bis zum 8. November
vor=
mittags zur Einſichtnahme offen.
§ Diebſtahl. Am Mittwoch nachmittag zwiſchen
2 und 5 Uhr ſind aus einem Flur der Großh.
Tech=
niſchen Hochſchule ein Ueberzieher, ein Cape, und ein
Regenſchirm geſtohlen worden.
König, 2. Nov. Die Königin Wilhelmine
der Niederlande hat dem Geſangverein „
Lieder=
kranz”=König zu ſeinem 50jährigen Stiftungsfeſt,
ver=
bunden mit Geſangswettſtreit, als Ehrenpreis die
große ſilberne Medaille für Kunſt verliehen. Dieſer
Preis wird beim Singen um die Ehrenpreiſe auf dem
im Juni nächſten Jahres hier ſtattfindenden
Geſangs=
wettſtreit wohl heiß umſtritten werden. — Wie man
vernimmt, kommt ferner die Königin=Mutter
der Niederlande nächſten Freitag, den 4. November,
hierher, um bei dem Fürſten zu Erbach=Schönberg,
ihrem Verwandten, einen länger dauernden Beſuch
abzuſtatten.
M. Gimbsheim, 2. Nov. Im Rhein wurde geſtern
nachmittag von dem Fährmann Valentin Willius eine
männliche Leiche geländet. Sie war mit Hoſe und
Hemd bekleidet und hatte Halbſchuhe an.
Höchſtwahr=
ſcheinlich iſt es die Leiche des ſeit einiger Zeit
ver=
mißten Inhabers des Schirmgeſchäfts Molz u.
Fohr=
bach. Die Leiche wurde in dem Totenhauſe in
Gimbsheim aufgebahrt.
Mainz, 3. Nov. Eine prinzipielle
Entſchei=
dung über die Berechtigung zur
Stadtver=
ordnetenwahl fällte heute vormittag der
Provin=
zialausſchuß unter dem Vorſitz des Provinzialdirektors
Dr. Breidert. Bekanntlich handelt es ſich um die Frage,
ob ein dreijähriges Wohnen am Orte die
Wahlberech=
tigung zum Gemeinderat oder zur Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung nach der Novelle zum Geſetz über den
Unter=
ſtützungswohnſitz verleiht oder ob hierfür ein vierjähriges
Wohnen am Platze notwendig iſt. In einer Beſchwerde
gegen die Bretzenheimer Wählerliſten hat ſich der
Kreis=
ausſchuß für den dreijährigen Wohnſitz ausgeſprochen.
Auf die vom Vorſitzenden des Kreisausſchuſſes zur
Er=
zielung einer endgültigen Entſcheidung, hiergegen
einge=
legte Berufung verfügte heute der Provinzialausſchuß,
in Uebereinſtimmung mit dem der Provinz Starkenburg,
daß die Wählerliſten auf Grund des vierjährigen
Wohn=
ſitzes aufzuſtellen ſind.
Mainz, 2. Nov. Der 41jährige Taglöhner Adam
Lambert aus Budenheim kehrte am Montag abend
in einer Wirtſchaft auf der großen Bleiche ein und
machte dort für Eſſen und Trinken eine geſörige Zeche.
Als es ans Bezahlen ging, hatte er kein Geld, er ließ
ſich auch ruhig verhaften und erklärte, er habe die
Zech=
ſchuld nur gemacht, um ins neue
Provinzialge=
fängnis zu kommen, weil es dort ſo ſchön ſei.
(*) Gießen, 2. Nov. Eine
Maſchinengewehr=
kompagnie ſoll unſer Kaiſer Wilhelm=Regiment
erhalten, wie ſie ſchon die heſſiſchen Regimenter 115
und 118 haben. Die Kompagnie wird in der alten
Kaſerne untergebracht. In dem Kaſernenhof werden
gegenwärtig Hallen für die Fahrzeuge errichtet.
Gießen, 3. Nov. Die Großh. Staatsanwaltſchaft
zu Gießen hat das auf Antrag des Kaiſerlichen
Auto=
mobilklubs zu Berlin und des Heſſiſchen
Automobil=
klubs zu Darmſtadt eingeleitete Strafverfahren
gegen Köhler=Langsdorf wegen eines Artikels
über den Automobilunfug eingeſtellt; den Antrag der
Verfaſſer der „Zehn Gebote für Fuhrleute‟,
Finanz=
aſſeſſor Zimmer und Rechtsanwalt Sieger, Darmſtadt,
auf öffentliche Anklage wegen Beleidigung abgelehnt,
und die Letzteren auf den Weg der Privatklage
ver=
wieſen.
Gießen, 3. Nov. In einem Hauſe der Frankfurter
Straße erſchien geſtern nachmittag bei einer Familie
eine gut gekleidete Frauensperſon, gab ſich als
Ge=
heimpoliziſtin aus und wollte eine Durchſuchung
der Wohnung vornehmen. Als der Ehefrau dies
An=
ſinnen lachhaft erſchien, drohte ihr die Perſon mit
Ver=
haftung, jedoch ſchritt hier der Ehemann energiſch ein
und wies die Geheimpoliziſtin vor die Türe. Mehr
Entgegenkommen fand die Perſon bei einer anderen
Familie im gleichen Hauſe. Hier geſtattete Kan ihr
die Durchſicht ſämtlicher Räume, worauf ſie ſich
ent=
fernte.
Bad Nauheim, 3. Nov. Der langjährige Beſitzer
der hieſigen Sprudelapotheke, Apotheker Werner, iſt
heute geſtorben.
A Gedern (Kreis Schotten), 2. Nov. Am letzten
Freitag fand unter dem Vorſitz des Herrn Geh.
Re=
gierungsrats Schönfeld aus Schotten eine
Ver=
handlung mit dem hieſigen Ortsvorſtande über den
Anſchluß an das von der Provinz Oberheſſen zur
Aus=
führung geplante Gruppen=Elektrizitäts
werk bei Lißberg ſtatt, bei der Bürgermeiſter und
Landtagsabgeordneter Stöpler aus Lauterbach
nähe=
ren Aufſchluß über die projektierte Anlage gab. Wie
bekannt, ſollen zur Erzeugung der elektriſchen Energie
die Waſſerkräfte der Nidder und des Hillersbaches
aus=
genutzt werden und der elektriſche Strom von dem
Kraftwerk aus durch fünf Hochſpannungsfernlinien,
die für 15000 Volt Betriebsſpannung projektiert ſind,
weiter geleitet werden. Die Geſamtbaukoſten ſind zu
3 100000 Mark veranſchlagt, von denen 2500000 Mark
von der Provinz getragen werden, während der Reſt
durch die beteiligten Gemeinden aufgebracht werden
muß. Der Strom ſoll den Konſumenten für
Beleuch=
tung zu 40 Pfg. und zu Kraftzwecken zu 20 Pfg. pro
Kilowattſtunde abgegeben werden. Die Preiſe ſind ſo
niedrig gehalten, daß es beſonders den Landwirten
und kleinen Gewerbetreibenden möglich gemacht wird,
elektriſche Energie vorteilhaft in ihren Betrieben zu
benutzen. Wie wir hören, hat der hieſige Ortsvorſtand
noch keinen bindenden Beſchluß über den Anſchluß an
das Lißberger Werk gefaßt.
C) Nonnenroth (Kreis Gießen), 2. Nov. Am letzten
Sonntag wurde unſer neuerbautes Schulhaus
unter Beteiligung der Behörden ſowie der ganzen
Ein=
wohnerſchaft feierlich ſeiner Beſtimmung übergeben. Der
Neubau enthält außer den Unterrichtsräumen auch noch
eine hübſche Lehrerwohnung. Die Pläne ſind von dem
Großh. Kreisbau=Inſpektor Baurat Diehm in Gießen
ent=
worfen worden. Die Koſten waren zu 30000 Mark
ver=
anſchlagt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Nov. Die Norddeutſche
Allgemeine Zeitung widmet der Frage: „Iſt die
Geneh=
migung des Reichstages zum Verkauf des
Tempel=
hofer Feldes erforderlich?” eine längere juriſtiſche
Betrachtung, worin die Behauptung, daß die Veräußerung
von Grundeigentum des Reiches zu ihrer Rechtsgültigkeit
der Zuſtimmung der geſetzgebenden Körperſchaften bedürfe,
als zweifellos unzutreffend bezeichnet wird. Die
Nord=
deutſche betont zum Schluſſe: „Der Zweck dieſer
Aus=
führungen ſoll lediglich ſein, endgültig mit der Meinung
aufzuräumen, der Reichstag ſei in der Lage, den mit der
Gemeinde Tempelhof geſchloſſenen Vertrag rückgängig zu
machen und Berlin an die Stelle Tempelhofs zu ſetzen.
Pacta sunt servanda Der Reichstag kann die Gemeinde
Tempelhof ihrer wohlerworbenen Rechte nicht entkleiden.
Selbſtverſtändlich hat die Reichsverwaltung die politiſche
Verantwortung für den Verkauf des Tempelhofer Feldes,
ſo wie es geſchehen iſt, dem Reichstage gegenüber zu
über=
nehmen.‟ — Das Berliner Tageblatt ſchreibt: „Der am
9. November vor der dritten Strafkammer beginnende erſte
Moabiter Krawallprozeß richtet ſich gegen etwa
20 Perſonen, die aus Anlaß der Moabiter Krawalle
ver=
haftet wurden, und nun wegen Landfriedensbruchs,
Wi=
derſtandes gegen die Staatsgewalt oder
Beamtenbeleidi=
gung unter Anklage geſtellt worden ſind. In der
Ver=
handlung vor dem Schwurgericht, die am 17. November
beginnt, werden gleichfalls etwa 20 Perſonen auf der
An=
klagebank ſitzen. Wie wir hören, hat die
Staatsanwalt=
ſchaft geſtern den ſämtlichen Angeklagten einen
ergänzen=
den Schriftſatz zu dem urſprünglichen Anklageakt zugehen
laſſen, und zwar einen Schriftſatz, durch den beide
Pro=
zeſſe ein ganz beſonderes politiſches Gepräge erhalten. Es
wird in dieſem Nachtrag zur Anklage die Theſe aufgeſtellt,
daß die Moabiter Krawalle von der Sozialdemokratiſchen
Partei organiſiert worden ſeien. Der Beweis für dieſe
Auffaſſung wird unter anderem darin geſehen, daß in
Moabit dieſelben Rufe gehört wurden, wie bei den von der
Sozialdemokratiſchen Partei veranſtalteten Wahlrechts=
Ge
Fiſcher auf die Welt Kants und Schopenhauers
hin=
gewieſen, treibt es ihn immer leidenſchaftlicher zur
Philoſophie. In Berlin wird er Schüler Eugen
Düh=
rings, deſſen abſolut materialiſtiſche Weltanſchauung
ihm den feſten Boden zu verheißen ſcheint, den er ſich
erſehnt. Aber ſo viel Heinrich von Stein auch durch
Dührings Philoſophie an geiſtiger Klarheit gewinnt,
das, was er brauchte, findet er auch hier nicht. Ueber
den Konflikt zwiſchen Steins angeborener
metaphyſi=
ſcher und Dührings materialiſtiſcher Weltanſchauung,
der während der nächſten Jahre im Innern des jungen
Dichter=Philoſophen ſtreitet, legt ſein Werk „Die
Ideale des Materialismus” beredtes Zeugnis ab.
Erzählungen voll myſtiſch=romantiſcher Anklänge,
vor=
überhuſchende Stimmungen, Gedichte voll von
er=
greifender, ahnungsvoller Schönheit wechſeln ab mit
philoſophiſchen Abſchnitten, deren nüchterne
Trocken=
heit faſt geſucht erſcheint.
1879 lernte Heinrich von Stein in Rom Malvida
von Meyſenbug — die Verfaſſerin der „Memoiren”
und des „Lebensabends einer Idealiſtin” — kennen
und ſprach ihr gegenüber den Wunſch aus, die
Er=
ziehung eines Knaben zu übernehmen und nach ſeinen
Anſchauungen zu leiten. Bald darauf traf Fräulein
von Meyſenbug mit Richard Wagner zuſammen,
der für ſeinen Sohn Siegfried einen Hauslehrer
ſuchte, und niemand konnte geeigneter erſcheinen als
Heinrich von Stein. Malvida von Meyſenbug äußerte
ſich folgendermaßen über den jungen Freund: „Stein
war eine ſo edle, vom höchſten Adel der Geſinnung
durchdrungene Natur, daß er zunächſt ſchon das erſte
Erfordernis des Erziehers beſaß, durch ſein Beiſpiel
das Gute zu lehren.”
Im engen Zuſammenleben mit Richard Wagner
reifte Stein zu einer ſelbſtändigen, hochbedeutenden
Perſönlichkeit. Der Schritt von den „Idealen des
Materialismus” zu dem im Jahre 1887 erſcheinenden,
Richard Wagner gewidmeten Werke „Helden und
Welt” iſt ungeheuer groß. Alle Unſicherheit, alle
Un=
klarheit iſt abgetan, feſt und ſicher umriſſen zeichnet er
uns ſeine „Helden”, — den Helden, wie Schopenhauer
ihn verſteht: „Für den Philoſophen, der die ethiſche
Bedeutung der Handlungen zum Maßſtabe nimmt, iſt
die größte, wichtigſte und bedeutſamſte Erſcheinung,
welche die Welt aufzeigen kann, nicht der
Welterobe=
rer, ſondern der Weltüberwinder.”
Nur ein Jahr war es Heinrich von Stein
be=
ſchieden, in unmittelbarem Gedankenaustauſch mit
Richard Wagner zu ſtehen; wie ſtark aber der geiſtige
Zuſammenhang zwiſchen Lehrer und Schüler war, wie
viel Richard Wagner für die Zukunft von Steins
Genie erwartete, das zeigt ſein herrlicher Brief, mit
dem er Steins Gabe beantwortete. Er ſchrieb
ihm u. a.:
„Sehen und Schweigen: dies wären endlich die
Elemente einer würdigen Errettung aus dieſer Welt.
Nur wer aus ſolchem Schweigen ſeine Stimme erhebt,
darf endlich auch gehört werden. Sie, mein noch ſo
junger Freund, haben, wenigſtens vor mir, dieſen
Anſpruch ſich erworben. Die nichtigſten und
uninter=
eſſanteſten Weſen, wie anders erſcheinen ſie uns aber
plötzlich, wenn ein Shakeſpeare ſie wieder zu uns
ſprechen läßt: jetzt lauſchen wir dem albernſten ihrer
Worte, denen der Dichter einſt im Leben ſein
erhabe=
nes Schweigen entgegengeſetzt hatte. Hier ward
die=
ſes zur Offenbarung und die Welt, aus der wir jetzt
entrückt ſind, zu der wir kein Wort zu reden haben,
ie dünkt uns im Lächeln des Dichters erlöſt. — Und
dies iſt eben das Drama, welches keine Dichtungsart
iſt, ſondern das aus unſerem ſchwerwiegenden Innern
zurückgeworfene Spiegelbild der Welt.” „Sie hatten
die Geſchichte und ihre Vorgänge geſehen und konnten
ſie nun ſprechen laſſen, weil Sie nicht eigentlich die
Geſchichte, noch ſelbſt die Vorgänge, die uns ein
ewi=
ges Dunkel bleiben werden, ſondern die Perſonen,
die in ihrem Handeln und Leiden erſehenen Perſonen
ſprechen ließen. — Und hierdurch haben Ihre Szenen,
die man ihrer Ankündigung nach für bloße
Abhand=
lungen in dialogiſcher Form halten möchte, das wahre
dramatiſche Leben gewonnen, welches uns ſofort mit
der Freude des Sehens feſſelt. Sie behandeln keine
Abſtrakte: mit allem, was ſie umgibt, treten Ihre
Ge=
ſtalten lebendig, durchaus individuell und
unver=
wechſelbar auf uns zu — hier Katharina von Siena,
dort Luther — leibhaftig und vertraut alle wie dieſe
Doch bleibt es unverkennbar, daß die Luſt am
Dra=
matiſieren Sie nur beſtimmte, weil Ihnen
Unge=
heures am Herzen lag.”
Wohl lag Heinrich von Stein „Ungeheures” am
Herzen! Ihn beſchäftigte der Plan, ſeinen „Helden”
ein anderes Werk folgen zu laſſen: „Die Heiligen”.
Das Werk iſt unvollendet geblieben. Der
wunder=
volle Nachlaßband enthält neben einer Reihe von
No=
vellen und Aphorismen drei dramatiſche
Sze=
nen, die aus dem Leben der Heiligen entnommen
ſind: „Die beiden Einſiedler” (Paulus und Antonius),
„Tauler und der Waldenſer” und „Die heilige
Eliſa=
beth‟. Steins „Heilige Eliſabeth” iſt nicht nur das
umfangreichſte, ſie iſt auch das bedeutendſte ſeiner
Dramen. Wir werden durch das ganze Leben dieſer
edlen, holdſeligen, liebedurchglühten Perſönlichkeit
ge=
führt, von ihrer Kindheit auf der Wartburg bis zu
ihrem Tode in Marburg.
Marie Buchner.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. Nodember 1910.
Nummer 259.
manifeſtationen. Ferner wird auf einen Artikel des
Vor=
wärts verwieſen, in dem es hieß, daß die Polizei ſich an
die ſozialdemokratiſche Parteileitung hätte wenden ſollen,
und daß dann die Ruhe ſchneller als durch Säbelattacken
wieder hergeſtellt worden wäre. Die Verteidiger
beabſich=
tigen gegen die Behauptung, daß die Partei bei den
Moabiter Krawallen die Hand im Spiel gehabt, einen
umfangreichen Gegenbeweis zu führen. Da die Zahl der
geladenen oder zu ladenden Zeugen ohnehin bereits eine
ziemlich große iſt, ſo dürften die beiden Prozeſſe eine
län=
gere Reihe von Sitzungen in Anſpruch nehmen.‟ — In der
Angelegenheit des Berliner Frauenmordes hat
die Rirdorfer Kriminalpolizei jetzt eine Entdeckung
ge=
macht. Es handelt ſich bei der Toten wahrſcheinlich um
das 27 Jahre alte Dienſtmädchen Luiſe Groſſe, die aus
Roßleben gebürtig iſt.
Kaſſel, 3. Nov. Geſtern abend wurden zwiſchen Kaſſel
und Wilhelmshöhe an der Kreuzung der Main=Weſer=
Bahn die beiden Zimmerleute Sommerlade, Vater
und Sohn, aus Beſſe von einem von Wilhelmshöhe
kommenden Güterzug überfahren. Der Vater,
ein Mann von 50 Jahren, wurde ſofort getötet; der 33
Jahre alte Sohn ſo ſchwer verletzt, daß er kaum mit
dem Leben davonkommen dürfte.
Köln, 3. Nov. Der Bahnhofspolizei iſt es
gelun=
gen, zwei junge Burſchen, die ſeit längerer Zeit
die deutſch=franzöſiſchen D=Züge unſicher machten, zu
verhaften. Sie wurden dabei erwiſcht, als ſie die
reiche Beute in Sicherheit bringen wollten, die ſie einer
Ruſſin auf der Reiſe von Paris nach Köln entwendet
hatten. In den Koffern der internationalen Zugdiebe
fanden ſich außer Waffen Einbrecherwerkzeuge.
Köln, 2. Nov. Ein intereſſanter
Frei=
ſpruch wurde bezüglich des Buchhalters Hermann
Wolf aus Mülheim a. Rhein gefällt. Er war bei der
Firma Reifenrath u. Chriſt beſchäftigt, die
Bahn=
arbeiten der Strecken Köln=Kalk u. a. ausführt. Nach
vier Jahren wurde ein Kaſſendefizit von 6000
Mark feſtgeſtellt, das dadurch zuſtande kam, daß lange
Zeit Arbeiter in den Liſten geführt wurden, die nicht
mehr lebten oder aus der Gegend verzogen waren.
Wolf geſtand dieſe Fälſchungen ein, behauptete aber,
daß die Summen zum Schmieren von Beamten
ge=
braucht worden ſeien und nicht anders hätten gebucht
werden können. Die Namen wollte Wolf nicht nennen,
da es ſich um Beamte handele und er ſich unter
Um=
ſtänden ſelbſt ſtrafbar gemacht habe. Die Strafkammer
erkannte, wie geſagt, auf Freiſpruch.
Meran, 2. Nov. Heute begannen beim hieſigen
Be=
zirksgericht die auf vier Tage anberaumten
Verhand=
lungen, betreffend die früher ſchon von uns erwähnten
Schadenerſatzklagen, die eine Reihe von Gäſten
gegen den „Verein für Alpenhotels in Tirol”
einge=
bracht hat. Die unmittelbare Veranlaſſung war der
bekannte Brand am 15. Auguſt, der das
Karerſee=
hotel einäſcherte. Es kommen 26 Klagen mit der
Schadenerſatzforderung von rund 200000 Kronen zur
Verhandlung. Als Klagegrund wird in allen Fällen
geltend gemacht, daß einerſeits mangelhafte Bauart
und die Schindelbedachung die raſche Ausbreitung des
Brandes begünſtigten, anderſeits das Fehlen einer
Hotelfeuerwehr, geeigneter Feuerlöſchrequiſiten, dann
Waſſermangel, ungeeignete Hydranten das Eindämmen
und Löſchen erſchwerten. In mehreren Klagen wird
ſogar behauptet, das ganze Hotel wäre aus Holz
ge=
baut, und keine Hydranten wären vorhanden geweſen.
Nach dem bei dem erſten Termin am 28. September
gefaßten Gerichtsbeſchluß wurden alle Klagen
zuſam=
mengezogen. Die Entſcheidung wird ſich lediglich
darauf erſtrecken, ob überhaupt eine Erſatzpflicht der
beklagten Geſellſchaft vorliegt. Eine Entſcheidung
über die einzelnen ziffernmäßigen Klageanſprüche ſoll
vorläufig noch nicht getroffen werden.
Marſeille, 2. Nov. Unter der Mannſchaft des aus
Dakar eingetroffenen Poſtdampfers „Djolibah” brach
während der Fahrt eine Meuterei aus, wobei an
Bord des Schiffes beträchtlicher Schaden angerichtet
wurde. Die Verhaftung der Rädelsführer ſteht
un=
mittelbar bevor.
Kardiff, 3. Nov. Geſtern abend griffen die
aus=
ſtändigen Bergarbeiter zwei Züge mit
Ar=
beitswilligen, die zu den Bergwerken fuhren, an, und
warfen die Zugfenſter ein. Die
Arbeitswilli=
gen mußten fliehen und wurden von den
Ausſtän=
digen verfolgt, unter denen ſich viele Frauen befanden.
Auf beiden Seiten wurden zahlreiche Perſonen
ver=
letzt. Weiter griffen die Ausſtändigen auch die
Wohn=
ungen der Bergwerksbeamten an und warfen die
Fenſter ein. Die in den Gruben befindlichen Bergleute
weigern ſich, die Grube zu verlaſſen, aus Furcht vor
den Angriffen.
Stadtverordneten=Verſammlung.
Darmſtadt, 3. Nov.
Mitteilungen.
Der Verein ſtädtiſcher Arbeiter und
Be=
dienſteter hat zur Feier ſeines 10. Stiftungsfeſtes
eingeladen. — Die Beamten und Arbeiter des
Bahn=
hofs Kranichſtein hatten darum nachgeſucht, ihre
Kinder, die zurzeit die Volksſchule in Arheilgen beſuchen,
an dem Unterricht der hieſigen Volksſchulen
teilnehmen zu laſſen. Die beiden Schulvorſtände haben
zur Vermeidung von Berufungsfällen die Aufnahme der
Kinder in die hieſigen Stadtſchulen abgelehnt.
Der Aufnahme in die Mittelſchulen ſteht dagegen bei
Zahlung des entſprechenden Schulgeldes nichts im Wege.
Die Unterbringung der Kinder in den in Betracht
kom=
menden Stadtſchulen würde auch erhebliche
Schwierig=
keiten bereiten. Die Klaſſen ſind dort bereits derart
über=
füllt, daß die Kinder nur teilweiſe aufgenommen werden
könnten. Die Verſammlung ſtimmt dem Beſchluß der
Schulvorſtände zu. — Bei der Feſtſetzung der
Flucht=
linien für den Baublock 4a der
Garten=
vorſtadt „Dieburger Straße — Hohler Weg” war die
Anlage einer 5 Meter breiten Querſtraße zwiſchen
Block 4a und Block 4b vorgeſehen worden. Das Großh.
Miniſterium des Innern empfiehlt, wie Baurat Jäger
mitteilt, an Stelle dieſer Straße, die für größeren
Ver=
kehr doch nicht in Frage kommen würde, einen
Garten=
weg von 3 Meter Breite anzulegen. Der Hochbau=
Aus=
ſchuß hat ſich hiermit einverſtanden erklärt und auch die
Verſammlung hat gegen die Aenderung nichts
einzu=
wenden.
Stadtbaurat Steinberger bittet um
Befreiung von der Beſtimmung in § 1 Abſ. 1
des Ortsbauſtatuts
für die Gartenvorſtadt „Dieburger Straße-Hohler Weg”
für Errichtung eines Wohnauſes im Baublock 1 am
Hohlen Weg. Gleichzeitig ſucht er um Ueberlaſſung von
etwa 86 Quadratmeter ſtädtiſchen Straßengeländes zur
Vergrößerung des Bauplatzes nach. Der Hochbau=
Aus=
ſchuß hat das Geſuch und ebenſo die notwendig werdende
Aenderung der Baufluchtlinie an der Ecke des Hohlen
Wegs und der Straße längs der Bahn gutgeheißen.
Auch der Finanz=Ausſchuß iſt mit dem Verkauf des
ſtädti=
ſchen Straßengeländes einverſtanden. Nach einem Referat
des Stadtv. Rockel genehmigt die Verſammlung das
Geſuch.
Der Darmbach befindet ſich auf der Strecke von der
Darmſtädter Gemarkungsgrenze bis zum Gehaborner Hof
in einem derart verwilderten Zuſtande, daß die
Ufer=
grundſtücke der Verwüſtung durch Flutwaſſer ſehr ſtark
ausgeſetzt ſind und eine durchgreifende
Regulierung des Darmbachlaufs
nicht mehr hinausgeſchoben werden kann. Nach einem
von dem Tiefbauamt ausgearbeiteten, von Baurat
Jäger erläuterten Projekt ſoll das dermalige Bachbett
mit ſeinen vielen Krümmungen und verwilderten Ufern
aufgegeben und ein neues Bachbett möglichſt gradlinig
im gewachfenen Boden eingeſchnitten werden. Sohle und
Ufer des neuen Bettes ſollen mit Bruchſtein=
Trocken=
mauerwerk befeſtigt werden, um für die Ufergrundſtücke
einen dauernden Schutz zu ſchaffen. Die Geſamtkoſten
dieſes Projektes ſind auf 40000 Mark veranſchlagt, wovon
die Gemeinde Weiterſtadt den geſetzmäßigen Anteil zu
übernehmen hat. Die Strecke von der Riedbahn bis zum
Gehaborner Hof mit einem Koſtenaufwand von zirka
20000 Mark ſoll noch im laufenden Jahre zur Ausführung
gelangen und als Notſtandsarbeit vorgeſehen werden.
Die andere Strecke ſoll im nächſten Jahre ausgeführt
werden. Die Tiefbau=Deputation und der Finanz=
Aus=
ſchuß haben dem Projekt zugeſtimmt und die Bereitſtellung
der erforderlichen Mittel gutgeheißen. Nach kurzer
Aus=
ſprache ſtimmt die Verſammlung dem Projekt zu.
Einer vom Finanz=Ausſchuß gegebenen Anregung
folgend, legt der Oberbürgermeiſter der Stadtverordneten=
Verſammlung zur Genehmigung vor: 1. einen
Stellen=
plan für die geſamte Verwaltung der Stadt, 2.
Grund=
ſätze zur Regelung der Dienſt=, Beförderungs= und
Beſol=
dungsverhältniſſe des nicht angeſtellten Beamtenperſonals
nebſt Beſoldungsplan für dieſes Perſonal und 3. eine
Prüfungsordnung für Anwärter auf ſtädtiſche Bureau=
aſſiſtenten= und Kanzliſtenſtellen nebſt einer Ueberſicht über
den Prüfungsſtoff. Verſchiedene der Vorlage beigegebene
Tabellen zeigen die Wirkung der neuen Regelung im
ganzen und an einzelnen praktiſchen Beiſpielen. Sie
laſſen in ihren Ergebniſſen den Grundgedanken der
Vorlage:
Schaffung einer feſten Ordnung in der
Anſtellungsfrage und Verbilligung des
ſtädtiſchen Verwaltungsapparates
klar hervortreten. Gleichzeitig wird der
Stadtverord=
neten=Verſammlung ein Verzeichnis der den
Militär=
anwärtern in der Verwaltung der Stadt vorbehaltenen
Stellen zur Genehmigung unterbreitet.
Der Stellenplan enthält eine Aufzählung aller
für die Verwaltung der Stadt notwendigen Dienſtſtellen
nach Bezeichnung und Anzahl und getrennt nach
Be=
amten= und Gehilfenſtellen. Vergleichsweiſe iſt angegeben,
wie viele dieſer Dienſtſtellen nach bisherigen Grundſätzen
beſetzt worden ſind oder zu beſetzen geweſen wären und
in welcher Zahl ſie übergangsweiſe beſetzt werden ſollen.
Die unter 2. obenerwähnten Grundſätze geben in
Gemein=
ſchaft mit dem Beſoldungsplan und der
Prüfungsord=
nung den Inhalt des Gehilfendienſtvertrags wieder.
Die Grundſätze enthalten in geordnetem Aufbau
Beſtimmungen über die Annahme, Beförderung und
Be=
ſoldung des nicht angeſtellten Beamtenperſonals. Sie
ſind ſo allgemein gefaßt, daß ſich alle beſonderen
Verhält=
niſſe ohne Schwierigkeiten einpaſſen und regeln laſſen
werden.
Der Beſoldungsplan iſt nach dem Grundſatze
aufgeſtellt, daß Bedienſteten, die in gleicher Weiſe
vor=
gebildet und dienſtlich verwendet ſind, gleiche Bezahlung
in Abſtufungen nach dem Lebens=, teilweiſe auch nach dem
Dienſtalter zu gewähren iſt. Er ſieht gegen bisher teils
eine Einſchränkung und teils eine nicht erhebliche
Erwei=
terung vor. Die erſtere tritt ein für nicht geprüfte
Schreibgehilfen, deren künftige Bezüge denen im
Staats=
dienſt nachgebildet ſind. Eine Erweiterung im Aufrücken
für das anſtellungsfähige Gehilfenperſonal erſchien
ange=
zeigt zur beſſeren Abſtufung zwiſchen Gehilfenvergütung
und Beamtengehalt und Beſſerung der Verhältniſſe in der
Wartezeit bis zur Anſtellung, die von der letzten
Aufbeſſe=
rung ab jetzt ſchon mitunter 3 bis 4 Jahre gedauert hat
und demnächſt noch länger dauern kann.
Nach der Prüfungsordnung können ſich im
ſtädtiſchen Dienſt ſtehende Anwärter auf Bureauaſſiſtenten=
und Kanzliſtenſtellen nach freier Wahl entweder der
Bureauaſſiſtenten= oder der Kanzliſtenprüfung
unter=
ziehen, wenn ſie eine beſtimmte Vorbereitungszeit
zurück=
gelegt haben. Das Beſtehen der einen oder der anderen
Prüfung iſt Vorausſetzung für die ſpätere definitive
An=
ſtellung als Bureauaſſiſtent oder Kanzliſt. Wer keine der
Prüfungen ablegt, bleibt Schreibgehilfe und wird nur
unter Vorbehalt des Kündigungsrechtes beſchäftigt. Die
Prüfungsordnung wahrt die Möglichkeit, Anwärter, die
außerhalb der ſtädtiſchen Verwaltung mit Erfolg geprüft
worden ſind, von einer oder der anderen Prüfung zu
be=
freien. Die Prüfungen werden nach Bedarf im Frühjahr
jeden Jahres von einem dreigliederigen
Prüfungsaus=
ſchuß abgehalten.
Die obligatoriſche Einführung des Nachweiſes der
Fertigkeit im Stenographieren, für Anwärter auf
Kanzliſtenſtellen auch der Fertigkeit im
Maſchinen=
ſchreiben verdient hervorgehoben zu werden. Das
Verzeichnis der den Militäranwärtern
vorbehaltenen Stellen iſt auf der Grundlage
des im Entwurf vorliegenden Stellenplans und ſeiner
Anlagen und unter Berückſichtigung der von Reich und
Staat getroffenen
Militäranwärterverſorgungsvor=
ſchriften aufgeſtellt worden. Von der Vorlage kann
ge=
ſagt werden, daß ſie dem die neue Regelung der
Perſo=
nalverhältniſſe leitenden Gedanken: Schaffung eines
Syſtems und Erzielung von Erſparniſſen in allen
Teilen gerecht wird. Eine Anſtellung auf
Lebenszeit iſt in Zukunft beim Vorhandenſein der
ſonſt geforderten Vorausſetzungen nur möglich, wenn
eine planmäßige Beamtenſtelle offen iſt. Der
Stellen=
plan bildet alſo eine ſichere Grundlage für die
Ent=
ſchließung der Bürgermeiſterei und Stadtverordneten=
Verſammlung in Anſtellungsfragen. Nach eingehender
Prüfung der Verhältniſſe konnte die Stadtverwaltung
dem wirklichen Stellenbedürfnis gemäß und entſprechend
den von den einzelnen Stelleninhabern zu
verlangen=
den Kenntniſſen und Fähigkeiten, eine Reihe
Beamten=
ſtellen aufgeben oder in Hilfsſtellen umwandeln und
eine Anzahl ſeither mit höheren Gehältern ausge=
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Eine Erdbebenwarte auf dem
Tau=
nus. Eine ungenannte Gönnerin hat dem „
Phyſika=
liſchen Verein” in Frankfurt a. M. durch eine
be=
deutende finanzielle Unterſtützung die Ausführung
eines großartigen wiſſenſchaftlichen Unternehmens
er=
möglicht, nämlich die Errichtung eines mit den
modern=
ſten Hilfsmitteln ausgeſtatteten meteorologiſchen und
gerologiſchen Obſervatoriums auf dem Feldberg im
Taunus. Als erſte Gründung wird eine dauernde
Erdbebenwarte auf dem Gipfel des Feldberges
er=
richtet. Damit iſt dann die Grundlage gegeben, das
Inſtitut durch die Angliederung weiterer Disziplinen
zu erweitern, vor allen Dingen eines aerologiſchen
Obſervatoriums zum Studium der höheren
Luftſchich=
ten. Die letztere Gründung wird ſich dadurch ſchneller
verwirklichen laſſen, daß der Aufſichtsrat der Deutſchen
Luftſchiffahrtsgeſellſchaft, Aktien=Geſellſchaft, der
kürz=
lich in Frankfurt a. M. tagte, beſchloſſen hat, ſich an
der Gründung des gerologiſchen Obſervatoriums auf
dem Feldberge zu beteiligen, denn dieſes Inſtitut wird
in hervorragender Weiſe den Intereſſen des
Luftſchiff=
verkehrs in Weſtdeutſchland dienen.
— Marie Stritt=Stiftung. Eine
Ehren=
gabe ſoll der langjährigen Vorſitzenden des Bundes
Deutſcher Frauenvereine, Frau Marie Stritt (
Dres=
den), von der deutſchen Frauenbewegung überreicht
werden. Es iſt beabſichtigt, ein größeres Kapital zu
ſammeln, deſſen Zinſen Frau Stritt zur freien
Ver=
fügung geſtellt werden ſollen, während das Kapital
ſelbſt als Vermächtnis unter der Bezeichnung „Marie
Stritt=Stiftung” dem Bunde Deutſcher Frauenvereine
zufallen ſoll.
Kleines Feuilleton.
* Ein Geſchenk des Kaiſers für
Nor=
wegen. Das Frithjof=Denkmal für Wangnäs am
Sognefjord, das der Kaiſer dem norwegiſchen Staate
zum Geſchenk beſtimmt hat, geht jetzt in der Werkſtatt
von Profeſſor Max Unger in Steglitz der Vollendung
entgegen. Der Entwurf, der vom Kaiſer zur
Aus=
führung beſtimmt wurde, ſtellt Frithjofs markige
Heldengeſtalt in männlicher Schönheit dar. Er trägt
die intereſſante Tracht altnordiſcher Recken, das
Pelz=
kleid und darüber den breiten Gürtel aus Leder, und
ſtützt ſich mit der Rechten auf ſein Schwert, deſſen
Knauf er umfaßt hält. Die Figur bildet eine feſſelnde
Silhouette, die ſich kräftig vom nordiſchen Himmel
abheben und der Geſtalt ſchon aus großer Entfernung
eine Wirkung ſichern wird. Erhält ſie doch eine Höhe
von nicht weniger als 10 Metern. Sie kommt auf
einen 6 Meter hohen Sockel zu ſtehen und dieſer
wie=
der auf eine Aufſchüttung, die 4½ Meter in der Höhe
mißt, einen natürlichen Hügel aus kräftig geformten
Felsblöcken. Dieſe einzigartigen Abmeſſungen
über=
ſteigen etwa die des Achilleus für Korfu mit ſeinen
6 Metern, die der Viktoria auf der Berliner
Sieges=
ſäule mit 8½ Metern bei weitem. Der Kaiſer ſelbſt
hat dieſe Verhältniſſe an Ort und Stelle ausgeprobt,
um das Denkmal in ſeiner großartigen Umgebung
und auf ſeinem hochgelegenen Platz bei Wangnäs nicht
verſinken zu laſſen. Es kommt hier ganz in die Nähe
der ſagenhaften Gräber Frithjofs und Ingeborgs, der
auch bei uns durch Tegner heimiſch gewordenen
Ge=
ſtalten nordiſcher Sage, zu ſtehen. Dieſe Gräber und
den Grund und Boden, auf dem die Anlage in
Wang=
näs zu ſtehen kommen wird, hat der Kaiſer für ſich
erworben. Er will die Stätten nach Aufſtellung des
Denkmals dem norwegiſchen Staate zum Geſchenk
machen. Die Enthüllung wird vorausſichtlich im
Som=
mer 1913 ſtattfinden.
— Liebesbriefe als Tapete. Einen
merk=
würdigen Zimmerſchmuck hat Mrs. May Dyke, die
junge Witwe eines amerikaniſchen Eiſenbahnbeamten
in Dakota, erſonnen: ſie hat ſich ihren Salon mit den
ungezählten Liebesbriefen tapezieren laſſen, die ihr in
den letzten Monaten zugegangen ſind. Die junge Witwe
beſitzt kein Vermögen, aber ſie iſt eine blendende
Schönheit, die unter ihrem Vorzug ſchwer zu leiden
hat. Als ſie nach dem Tode ihres Mannes den Antrag
eines Opfers ihrer Anmut ablehnte, wurde dieſer
Korb in Dakota Stadtgeſpräch; die Erzählung wirkte
ſuggeſtiv, es kamen neue Anträge, und ſchließlich
dran=
gen die Interviewer ein: acht Tage ſpäter war Mrs.
Dyke in ganz Amerika berühmt. Alles Sträuben blieb
umſonſt; die Zeitungen ließen nicht von ihrer Beute.
und in den letzten Wochen hat die junge Witwe über
1000 Heiratsanträge bekommen.
* Kühnheit der Raben. Einen neuen Beleg
für die Kühnheit, welche Raben oftmals bei ihren
räu=
beriſchen Angriffen auf andere Tiere an den Tag
legen, bringt ein Schleswiger Blatt, das folgende
Jagd=
geſchichte berichtet: Ein Jäger ſchoß einen Haſen
wund, den der Jagdhund alsbald faßte, um ihn ſeinem
Herrn zu bringen. Da erſchienen plötzlich mehrere
Raben, ſchoſſen auf den Hund los und traktierten ihn
mit Schnabelhieben, denen ſich der Hund durch die
Flucht zu entziehen ſuchte. Die ſchwarzen Räuber
ver=
folgten ihn aber und ſetzten ihm derart zu, daß er den
Haſen fallen ließ und heulend auf ſeinen Herrn
zu=
raſte, um bei ihm Deckung zu ſuchen. Bis auf fünfzehn
Schritt von dieſem begleitete ihn einer der geflügelten
Geſellen, fortwährend in der Luft auf den Kopf des
Hundes loshackend. Als ſich der Rabe dann
empor=
ſchwang, um Kehrt zu machen, traf ihn des Weidmanns
Schrot, und er mußte mit ſeinem Leben ſeinen
bewun=
dernswerten Mut bezahlen. Die übrigen Raben
hat=
ten inzwiſchen dem Haſen den Garaus gemacht und
ſchleppten ihn mühſam fort. Mit erſtaunlicher Kraft
hoben ſie ihn in geringe Höhe und trugen ihn jedesmal
10 bis 15 Schritte fort. Der Jäger verſuchte, ſeinen
Hund den Raben nachzuſchicken, doch dieſer verſagte
winſelnd den Gehorſam. Der Jäger ſchoß nun nach
den frechen Räubern. Nach dem erſten Fehlſchuß gaben
ſie ihre Beute aber noch nicht auf. Erſt als einen von
ihnen die Schrotkörner getötet und einem zweiten die
Federn bedenklich gelockert hatten, zog der letzte
kla=
gend von dannen.
* Ein merkwürdiges Staatsmonopol.
Das ſonderbarſte Geſchäft, das wohl je ein Staat
übernom=
men hat, betreibt gegenwärtig Perſien. Nach einem
Ge=
ſetze aus dem Anfange dieſes Jahres ſind vom 1.
Dſchu=
modi=ul=ula 1328 (1. Mai ds. Js.) alle in den
Schläch=
tereien Perſiens gewonnenen Därme, Gekröſe und
Roh=
darmſaiten als Naturalſteuer dem Staate abzuliefern. Wer
Därme und dergleichen kaufen will, muß dies durch
Ver=
mittelung der Finanzverwaltung tun. Der Staat hat
alſo ein Darmhandel=Monopol geſchaffen und dieſes iſt
jetzt, nachdem eine gewiſſe Uebergangszeit abgelaufen iſt,
voll in Kraft getreten. Was macht der Stagt mit den
Därmen?
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. November 1910.
Nummer 259.
ſtattete Dienſtſtellen zur Beſetzung mit geringer
beſol=
detem Perſonal in Ausſicht nehmen. Die für ſpäter
geplante Zuſammenlegung von Verwaltungen und der
hierdurch in abſehbarer Zeit bedingte Wegfall leitender
Stellungen tragen ganz beſonders zur Verbilligung des
ſtädtiſchen Verwaltungsapparates bei.‟ Wenn dieſe
Regelung nicht alsbald vollſtändig durchgeführt werden
kann, ſo hat dies ſeine Urſache in der notwendigen
Wahrung erworbener Rechte und der aus
Billigkeits=
gründen gebotenen Erfüllung berechtigter Erwartungen.
Es wurde ein Uebergang geſchaffen, wie er im
Stellen=
plan zum Ausdruck kommt. Er bringt den ſtädtiſchen
Kaſſen ſchon in nächſter Zeit weſentliche Erleichterungen
und leitet unter möglichſter Vermeidung von Härten
zu den Vorteilen der neuen Regelung über. So
ver=
mindert ſich beiſpielsweiſe die Zahl der Oberſekretär=
und Stadtſekretärſtellen nach völliger Durhführung
der neuen Ordnung um 15; ebenſo vermindert ſich die
Zahl der Bureauaſſiſtentenſtellen gegen bisher im
Uebergangsverhältnis um 43 und ſpäter um 51, welche
Zahl ſich alsdann durch den Zugang aus den gekürzten
Stadtſekretärſtellen um 15 auf 36 vermindert. Die
Kürzung der beſſer dotierten Stellen hat eine
Ver=
mehrung der mit geringeren Einkommen ausgeſtatteten
Stellen zur Folge. Die Kanzliſtenſtellen werden von
derzeit 8 übergangsweiſe auf 14 und demnächſt auf 20,
die Schreibgehilfenſtellen (ohne Anſtellung) von 32 auf
70 erhöht.
Schließlich ſei noch erwähnt, daß in dem
Stellen=
plan einige andere Amts= und Stellenbezeichnungen
eingeführt worden ſind. Sie entſprechen Anträgen der
betreffenden Verwaltungen und vorgetragenen
Wün=
ſchen der beteiligten Beamten. Die Bürgermeiſterei
hat geglaubt, den Anregungen, denen eine gewiſſe
Be=
rechtigung nicht abgeſprochen werden kann, Folge geben
zu ſollen, zumal ſie keine Gehaltsveränderungen
be=
dingen und ein Entgegenkommen der Verwaltung dem
dienſtlichen Intereſſe jedenfalls förderlich iſt. Nach dem
Vorgetragenen erſcheint die der Stadtverwaltung
ge=
ſtellte Aufgabe befriedigend gelöſt.
Die vorgeſchlagene Regelung bedeutet eine feſte
Ordnung der Anſtellungsfrage und bringt
den ſtädtiſchen Kaſſen in ſteigendem Maße
weſent=
liche Erſparniſſe.
Dieſe Vorlage iſt von Bureaudirekkor Daub
ausgearbeitet, der Dank der Bürgermeiſterei für die
mühevolle Arbeit findet lebhafte Unterſtützung aüs der
Verſammlung heraus. Da der Vortrag rein
informa=
toriſch war — die Vorlage hat dem Ausſchuß noch
nicht vorgelegen — findet keine Diskuſſion ſtatt.
Dem Danke des Kollegiums und der Stadt für die
gründliche und raſche Ausarbeitung des großzügigen
Planes verleiht Stadtv. Sames Ausdruck.
Bei dem Abſchluſſe der
Bauabrechnung für das
Hallen=
ſchwimmbad
hat ſich eine Ueberſchreitung des
bewillig=
ten Kredits von 900000 Mark um 68380,49 Mark
ergeben. Das Stadtbauamt hat dieſe eingehend
er=
läutert und begründet. Die Ueberſchreitung iſt in der
Hauptſache dadurch veranlaßt, daß der im Voranſchlag
für unvorhergeſehene Ausgaben eingeſtellte Betrag
(27052,45 Mark) in Anbetracht des Umfanges des
Bau=
werks zu gering gegriffen war. Es iſt im Baugewerbe
üblich, die unvorhergeſehenen Ausgaben mit 10
Pro=
zeit der geſamten Bauſumme zu veranſchlagen.
Außer=
dem ſind, dem Fortſchritte in der Badetechnik
ent=
ſprechend, eine Reihe, von Einrichtungen getroffen
worden, deren Notwendigkeit oder Zweckmäßigkeit erſt
während der Bauausführung ſich herausgeſtellt hat und
die, weil bei der Veranſchlagung nicht berückſichtigt, die
Bauſumme weſentlich erhöht haben. Dabei ſind dieſe
Ausgaben keineswegs für luxuriöſe Ausſtattung oder
Einrichtung verwendet worden. Auch eine Reihe von
anderen Städten, die in den letzten Jahren
Schwimm=
bäder errichtet haben, mußten mit einer Ueberſchreitung
der bewilligten Baukredite rechnen, was dort wie hier
ſeinen beſonderen Grund darin hat, daß für die
Er=
bauung von neuzeitlichen Schwimmbädern noch
die=
jenige praktiſche Erfahrung fehlt, die auf anderen
Ge=
bieten, z. B. des Schulhausbaues, reichlich vorhanden
iſt. Hochbau= und Finanz=Ausſchuß haben der
Nach=
bewilligung des Kredits zugeſtimmt und gleichzeitig
mit der Bewilligung eines weiteren Kredits von 5200
Mark für Herſtellung des nördlichen Pavillons an der
Vorderfront des Hallenſchwimmbades, über deſſen
Verwendung Beſtimmung vorbehalten bleibt, ſich
ein=
verſtanden erklärt.g Ref. Stadtv. Sames.)
Hierzu gibt Beig. Baurat Jäger noch einige
Er=
läuterungen techniſcher Art. Stadtv. Dr. Noellner
meint, die Ueberſchreitungen beim Bau ſeien wohl
entſchuldbar und findet ſie erklärlich, weil beim Bau
von Schwimmbädern eben noch die praktiſchen
Erfah=
rungen fehlten. Stadtv. Lehr bemängelt verſchiedene
Etatsüberſchreitungen. Stadtbaurat Buxbaum
ent=
gegnet in mehrfachen Ausführungen auf die Einwände
verſchiedener Redner und begründet die entſtandenen
Mehrforderungen auf Grund ſachlicher Darſtellungen.
Stadtv. Sames führte aus: Im allgemeinen darf zu
dieſen Mehrausgaben bemerkt werden: Die Erbauung
eines Hallenſchwimmbades in Anlage und Umfang des
Darmſtädter iſt kein gewöhnlicher Bauauftrag, deſſen
Koſten ſich ſelbſt bei normalen Verhältniſſen leicht
ziffern= und zahlenmäßig abſolut feſtſtellen laſſen;
ſon=
dern ein Bauweſen, bei deſſen praktiſcher
Verwendbar=
keit die Angaben und Ratſchläge einer ganzen Anzahl
nicht in ſtädtiſchen Dienſten ſtehender Fachmänner
maßgebend ſein mußten. Daß dann bei einem
Zu=
ſammenarbeiten ſo vieler außerhalb der ſtädtiſchen
Verwaltung ſtehender Faktoren die Koſten wie bei
normalem Bauweſen nicht ſo ſicher im voraus
ange=
geben werden können, iſt ſelbſtverſtändlich. Das
Bau=
weſen war mit 900000 Mark veranſchlagt, die ganze
Ueberſchreitung beträgt nur 8 Prozent, ein
verhältnis=
mäßig kleiner Betrag bei einem ſo monumentalen
Bauweſen. Es muß doch anerkannt werden, daß Herr
Baurat Buxbaum ein muſtergültiges Schwimmbad
erſtellt hat, das vornehm wirkt und außerordentlich
ge=
diegen und praktiſch im Betrieb iſt. Das Städtiſche
Hallenſchwimmbad hat in allen Fachzeitſchriften von
Fachmännern, mediziniſchen Kreiſen und allen denen,
die ſich mit Volkswohl und Volksgeſundheit befaſſen,
eine gute Aufnahme gefunden. Der Bau wird überall
als muſtergültig bezeichnet und anerkannt und gebührt
Herrn Baurat Buxbaum Anerkennung und Dank für
ſein hervorragendes Bauwerk. Die
Koſtenüberſchrei=
tung darf kein Grund dafür ſein, die Verdienſte des
Baurats Buxbaum in den Hintergrund zu ſtellen.
Nach weiteren Ausführungen der Stadtv.
Nod=
nagel, Schmeel und Dr.=Ing. Heyd wird der
Antrag des Referenten angenommen.
Berufsvormundſchaft.
Beig. Mueller führt aus: Auf Beſchluß der
Stadtverordneten=Verſammlung vom 9. Januar 1908
wurde vor nunmehr zwei Jahren in Darmſtadt die
Berufsvormundſchaft eingeführt, durch die alle unter
Vormundſchaft zu ſtellenden Armenpflegekinder und
alle unehelichen Kinder der Berufsvormundſchaft des
ſtädtiſchen Pflegeamts unterſtellt ſind. Es wurde
damals zur Vermeidung einer allzu ſtarken Belaſtung
der Stadt beſchloſſen, die Vormundſchaft zunächſt nur
bis zum Ablauf des zweiten Lebensjahres der Kinder
zu behalten. Man war auch der Anſicht, daß dieſe Zeit
ausreiche, um die rechtliche Vertretung des Mündels
in den Alimentationsprozeſſen uſw. durchzuführen und
dann das Kind wieder der Einzelvormundſchaft zu
unterſtellen. Die ganze Einrichtung hat ſich in der
kurzen Zeit ihres Beſtehens, wie dies auch von dem
Großh. Amtsgericht beſtätigt worden iſt, in jeder
Hin=
ſicht bewährt und als äußerſt ſegensreich erwieſen.
Zurzeit unterſtehen der Berufsvormundſchaft des
ſtädtiſchen Pflegeamts über 350 Mündel, für die bis jetzt
über 50000 Mark an Alimentationsgeldern beigebracht
werden konnten, ein Erfolg, der ſich auch bei der
ſtädtiſchen Armenkaſſe durch Abnahme der
Aufwendun=
gen für die Fürſorge armer Kinder bemerkbar macht.
Auf Anregung des Großh. Amtsgerichts iſt nun
in Ausſicht genommen, die Berufsvormundſchaft auch
nach dem zweiten Lebensjahre eines Mündels vorerſt
noch weiter zu behalten, wenn das vermögensrechtliche
Intereſſe des Kindes und die perſönliche Fürſorge den
weiteren Beiſtand durch den Berufsvormund
wün=
ſchenswert erſcheinen laſſen. Die Deputation für
Armen= und Pfründnerweſen und der Finanz=
Aus=
ſchuß haben ſich mit der Erweiterung der
Berufsvor=
mundſchaft in dieſem Sinne einverſtanden erklärt.
Die Verſammlung ſtimmt zu. Damit iſt die
Tages=
ordnung erſchöpft.
Zur Stadtverordnetenwahl.
* Man ſchreibt uns: Der Verein der
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei hat ſich mit dem
Wahlvorſchlag der vereinigten Bezirksvereine unter
der Vorausſetzung einverſtanden erklärt, daß auch die
nationalliberale Partei ihr Einverſtändnis damit
er=
klärt. Hiernach iſt die Möglichkeit gegeben, daß —
viel=
leicht von den Wahlzetteln kleinerer Korporationen
ab=
geſehen — die Kandidatenliſte der vereinigten
Bezirks=
vereine den einzigen Wahlvorſchlag von bürgerlicher
Seite darſtellt. Erfüllt ſich dieſe Vorausſicht nicht, dann
kann es eine heilloſe Verwirrung mit abſolut
unſiche=
rem Ausgang geben. Der Wahlvorſchlag der
vereinig=
ten Bezirksvereine enthält folgende Namen: a)
Bis=
herige Stadtverordnete: 1. Dr. Bender, Rechtsanwalt,
2. Bormet, Rechnungsrat, 3. Heydt, Dr.=Ingenieur, 4.
Hüfner, Werkmeiſter, 5. Dr. Kolb, Sanitätsrat, H. L.
Lautz, Brotfabrikant, 7. K. Müller,
Ortsgerichtsvor=
ſteher, 8. Nodnagel, Geh. Ober=Schulrat. b) Neue
Namen: 1. P. Aßmuth, Kaſſenbeamter, 2. Baſtian,
Re=
gierungsrat und Bankdirektor, 3. Grooß,
Eiſenbahn=
direktor, 4. Herbert, Ober=Telegraphenſekretär, 5. Dr.
Oſann, Rechtsanwalt, 6. Ramdohr, Apotheker, 7.
Schä=
fer, Architekt, 8. Dr. Vaubel, Chemiker, 9. Wagner,
Bauunternehmer, 10. L. Werner, Glaſermeiſter.
* Von dem hieſigen nationalliberalen Verein wird
uns mitgeteilt: Die Verhandlungen über die
Aufſtellung einer gemeinſamen Kandidatenliſte ſeitens
der vereinigten Bezirksvereine, der
nationallibe=
ralen Partei und freiſinnigen Volkspartei haben
ſich leider zerſchlagen. Die Vertreter der
natio=
nalliberalen Partei waren in dieſe Verhandlungen
mit dem aufrichtigen und ernſten Beſtreben
eingetre=
ten, wenn irgend angängig, eine Vereinigung der
bür=
gerlichen Elemente zuſtande zu bringen. Dem von den
vereinigten Bezirksvereinen vorgelegten Zettel
gegen=
über mußten ſich aber die Vertreter der nationalliberalen
Partei von vörnherein auf den Standpunkt ſtellen, daß
es durchaus unveranlaßt ſei, einem Mann, wie dem
Stadtverordneten Rockel, welcher an der Spitze der
Handwerkerorganiſation in Darmſtadt ſeit Jahren
ſteht und der der Stadtverordnetenverſammlung über
20 Jahre angehört, einfach den Laufpaß zu geben.
Weiter aber auch konnte man einen Akt ſolcher
politi=
ſcher Undankbarkeit gerade auf Seiten der
national=
liberalen Partei nicht billigen. Sodann mußten die
Vertreter der nationalliberalen Partei das gewiß nicht
unberechtigte und unbeſcheidene Verlangen ſtellen, daß
die ſeitherigen nationalliberalen Sitze auch
wie=
der von Nationalliberalen beſetzt werden ſollten. Es
war keinerlei Vermehrung dieſer
national=
liberalen Mandate begehrt, ſondern nur die Erhaltung
des Beſitzſtandes beanſprucht worden. Allein nach dem
Zettel der vereinigten Bezirksvereine war der
natio=
nalliberalen Partei ein Mandat weniger als
ſeit=
her und zwar gerade dasjenige des Herrn
Stadtver=
ordneten Rockel zugewieſen worden, dagegen waren
an Stelle der beiden wegen Todesfall ausſcheidenden
Mitglieder der freiſinnigen Volkspartei 4 Mitglieder
dieſer Partei getreten. Die nationalliberale Partei
erſuchte nun in den Verhandlungen wiederholt, daß
eines der Mitglieder der freiſinnigen Volkspartei
geſtrichen und durch ein nationalliberales Mitglied
erſetzt werden ſollte. Dabei hätte die nationalliberale
Partei lediglich ihren Beſitzſtand behalten, die
frei=
ſinnige Volkspartei dagegen ein Mandat mehr
be=
kommen als ſeither. Auch dieſer Vorſchlag ſcheiterte
trotz langer Bemühungen an der kategoriſchen
Erklär=
ung der Vertreter der vereinigten Bezirksvereine, daß
eine Aenderung des Zettels in dieſer Richtung nicht
vorgenommen werde. Wenn nun bei den vorgeſtrigen
Verhandlungen ſeitens der vereinigten Bezirksvereine
und der freiſinnigen Partei der Vorſchlag gemacht
wurde, Herrn Stadtverordneten Rockel auf die Liſte zu
übernehmen, ſo wurde daran die Bedingung geknüpft,
daß ein anderer nationalliberaler Name geſtrichen
werden müßte. Hierdurch wäre aber wieder der
ſeit=
herige Beſitzſtand der nationalliberalen Partei nicht
gewahrt, dagegen die freiſinnige Volkspartei um zwei
Sitze gegen ſeither vermehrt worden. Diß das nicht
die geeignete Grundlage war, zu einer Verſtändigung
zu kommen, bei welcher doch die nationalliberale
Par=
tei nicht das geringſte Entgegenkommen auf der
an=
deren Seite gefunden hat, iſt ſelbſtverſtändlich. Sie
beanſpruchte keine Vermehrung ihrer Mandate,
wollte vielmehr den ſeitherigen Stand aufrecht
erhal=
ten haben. Sie wäre bereit geweſen, der freiſinnigen
Volkspartei ein Mandat mehr als ſeither
zuzu=
beſtimmen, allein weiter zu gehen, konnte ſie nicht für
berechtigt erachten.
So iſt die nationalliberale Partei, nachdem ihre
Bemühungen um die Vereinigung keinen Erfolg
ge=
habt haben, gezwungen, ſelbſtändig in den Wahlkampf
einzutreten. Sie hat dabei das feſte Bewußtſein, alles
getan zu haben, was den Frieden herzuſtellen geeignet
Seite 5.
war, daß aber ihre Bemühungen an dem Widerſtande
der Bezirksvereine, welchen ſich die freiſinnige
Volks=
partei angeſchloſſen hat, geſcheitert ſind.
— In der am 1. November im Reſtaurant „Perkeo”
ſtattgefundenen Verſammlung der Techniſchen
Ver=
eine Darmſtadts wurde folgende Reſolution
ein=
ſtimmig angenommen: „Die Vertreter der verſchiedenen
Vereinigungen mittlerer Staats=, Kommunal= und Privat=
Techniker ſchlagen den auch von anderen Körperſchaften in
Vorſchlag gebrachten Architekten Herrn Friedrich
Münch als gemeinſamen Kandidaten zur
Stadtverord=
neten=Verſammlung vor und werden deſſen Wahl mit
allen Mitteln unterſtützen.
* Herr Jakob Schroth, Schulſtraße, bittet uns,
mit=
zuteilen, daß er die Kandidatur abgelehnt hat.
Kongreſſe und Verbandstage.
— Berlin, 3. Nov. In der heute hier zahlreich
von den Vertretern der maßgebenden deutſchen
Kaut=
ſchukwarenfabriken beſuchten Verſammlung wurde
die jetzige ſchwierige Lage der Gummiinduſtrie eingehend
beſprochen. Wenngleich der Preis für Paragummi ſeit
einigen Monaten einen Abſchlag erfahren hat, ſo muß
doch ausdrücklich darauf hingewieſen werden, daß der
heutige Preis noch immerhin zirka 100 Prozent höher iſt
als im Anfang des Jahres 1908. Für Mittelſorten iſt die
Differenz auch heute noch im Verhältnis eine höhere. Die
höchſten Marktpreiſe dieſes Frühjahrs, welche den
Fabri=
ken fortwährend als Grund für eine Ermäßigung der
Verkaufspreiſe der Fabrikate entgegengehalten werden,
haben in Wirklichkeit niemals als Baſis für die
Kalku=
lationen gedient, da ſonſt erheblich höhere Aufſchläge
hät=
ten erfolgen müſſen. Außerdem iſt zu berückſichtigen, daß
bei der Eigenart der Gummifabrikation jede Fabrik. heute
noch mit zu hohen Preiſen eingekauftem Rohmaterial
für die nächſte Zeit zu rechnen hat. Schwer in die
Wag=
ſchale fallen außerdem bei der jetzigen Kalkulation die
bedeutend geſtiegenen Preiſe für Baumwoll= und
Leinen=
gewebe Aus vorſtehenden Gründen wurde feſtgeſtellt,
daß die unklaren Verhältniſſe es gegenwärtig den Fabriken
nicht geſtatten, eine allgemeine Preisreduktion eintreten
reſp. die Preisaufſchläge fallen zu laſſen. Dementſprechend
wurde einſtimmig beſchloſſen.
Großfener.
* Mannheim 3. Nov. In den
Schreinerwerk=
ſtätten der Lanzſchen Fabrik iſt geſtern,
Diens=
tag, abends 8½ Uhr, Großfeuer ausgebrochen. Die
Bekämpfung des Feuers dauerte bis heute früh 4 Uhr.
Es verbrannten die Zentrifugenabteilungen, ein
lang=
geſtrecktes, zweiſtöckiges Gebäude, ſowie die
Abteil=
ung A., ein fünfſtöckiges maſſives Backſteingebäude von
25 Meter Höhe und über 100 Meter Länge. In dem
Gebäude befanden ſich fertige landwirtſchaftliche
Ma=
chinen, ſowie Futter=, Rübenſchneide= und
Dreſch=
maſchinen. Der Schaden läßt ſich bis jetzt noch nicht
genau feſtſtellen, dürfte jedoch ſehr beträchtlich ſein.
Das Feuer entſtand in der Garderobe des erſten
Stock=
werkes der Abteilung A. Die Entſtehungsurſache iſt
unbekannt. Um 11 Uhr ſtürzte das Gebäude der
Ab=
teilung A mit fürchterlichem Getöſe in ſich zuſammen.
Die Vorderfront des Gebäudes fiel auf die Straße.
Perſonen wurden nicht verletzt.
* Mannheim, 3. Nov. Das Feuer bei der
Maſchinenfabrik von Heinrich Lanz war geſtern abend
gegen halb 9 Uhr ausgebrochen. Es ging vom
ſoge=
nannten „Großen Bau” aus, wo in der Garderobe der
Betriebsſchloſſerei das Feuer entſtanden war. Infolge
des ſtarken Windes griff das Feuer raſch um ſich und
hatte bald die Modellſchreinerei, die Schloſſerei und den
Zentrifugenbau erfaßt. Bei der
Brandkata=
ſtrophe ſind, dem Mannh. General=Anz. zufolge,
bis auf die Umfaſſungsmauern abgebrannt: Der kleine
Maſchinenraum (Karlswerk), Keſſelhaus A, die
Modell=
ſchreinerei, die Schloſſerei und der Zentrifugenbau.
Bei dem Feuer erlitten von den Arbeitern und
Feuer=
wehrleuten 15 Perſonen mehr oder weniger ſchwere
Verletzungen.
Wie die Neue Badiſche Landeszeitung meldet, gibt
die Firma Heinrich Lanz durch Fabrikanſchlag bekannt,
daß in ſämtlichen Werkſtätten, die durch das Feuer
zer=
ſtört wurden, der Betrieb aufrecht erhalten wird. Alle
betroffenen Arbeiter werden alſo weiter beſchäftigt.
Das Programm für den Zaren=Beſuch.
* Berlin, 3. Nov. Zum Beſuch des
ruſſi=
ſuch des Zaren in Potsdam meldet der
Ber=
liner Lokalanzeiger folgende Einzelheiten: Der Zar
trifft am Freitag in der 10. Vormittagsſtunde in
Potsdam ein. Auf dem Bahnſteig des neuen
Kaiſer=
bahnhofs auf der Wildparkſtation wird die Leib=
Kom=
pagnie des 1. Garde=Regiments als Ehrenkompagnie
aufgeſtellt. Der Galawagen mit dem ruſſiſchen Kaiſer
wird von der Leib=Eskadron des Regiments Garde
du Corps eskortiert. Die Dauer des Aufenthalts
ſteht noch nicht endgültig feſt. Zur Spalierbildung
werden ſämtliche Infanterie=Regimenter der
Pots=
damer Garniſon herangezogen, und von Seiten der
Polizei wird ein umfangreicher Sicherheitsdienſt
ein=
gerichtet. Der Potsdamer Polizeipräſident übernimmt
mit ſeinen polizeilichen Hilfsorganen die Regelung
des Ordnungsdienſtes. Während der Ankunft und
der Begrüßung auf dem Bahnſteig wird bis zur
Ein=
kehr des deutſchen Hofes und des ruſſiſchen Kaiſers
ins Neue Palais der Zugang zur Wildparkſtation
ge=
ſperrt, und zwar von der Seite aus, die der
Einhol=
ungszug paſſiert. Am Freitag abend findet im Neuen
Palais zu Potsdam eine Galatafel ſtatt, an der
alle hier anweſenden Prinzen und Prinzeſſinnen des
kaiſerlichen Hauſes, die hauptſächlichſten deutſchen
Staatswürdenträger, darunter der Reichskanzler,
fer=
ner die Generalität und das Gefolge des ruſſiſchen
Kaiſers teilnehmen. Am Samstag nimmt der Zar
vorausſichtlich als Gaſt des Kaiſers an der erſten
Hof=
jagd im neuen Hofjagdrevier teil. So lange der
ruſſiſche Kaiſer ſich in Potsdam befindet, wird auch
das Perſonal der ruſſiſchen Botſchaft aus Berlin
dort=
ſelbſt Aufenthalt nehmen. Zu dieſem Zwecke ſind
große Räumlichkeiten des Potsdamer Palaſthotels auf
drei Tage gemietet. Außerdem werden in demſelben
Hotel noch einige Herren aus Petersburg erwartet.
Das Gefolge des ruſſiſchen Kaiſers wird teils im
Neuen Palais und teils im Potsdamer Stadtſchloſſe
Wohnung erhalten.
* Berlin, 1. Nov. Zum Beſuch des
ruſſi=
ſchen Kaiſers in Potsdam ſchreibt die Nordd.
Allg. Ztg.: Der Kaiſer von Rußland trifft am Freitag
zum Beſuch des Kaiſers und Königs in Potsdam ein.
Daß ein Wiederſehen zwiſchen den beiden verwandten
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. November 1910.
Nummer 259.
in iſenten derſten in Metiht ſand er ier
der Anweſenheit des ruſſiſchen Monarchen auf dem
deut=
ſchen Boden nicht zweifelhaft, und wir freuen uns ganz
beſonders daß Kaiſer Nikolaus uns Gelegenheit gibt, ihn
in der Reſidenzſtadt des Kaiſers Wilhelm zu begrüßen,
in deren Mauern ſchon ſo oft Fürſten aus dem Hauſe
Romanow als Gäſte der ihnen ſtets in Freundſchaft
ver=
bundenen hohenzollernſchen Herrſcherfamilie geweilt
ha=
ben. Dieſe Reiſe nach Potsdam iſt ein neuer Beweis der
herzlichen Geſinnung, die Kaiſer Nikolaus von der
Thron=
beſteigung an unſerem Monarchen entgegengebracht hat,
und mit Sr. Majeſtät rufen auch wir dem hohen Gaſt ein
aufrichtiges Willkommen zu und verbinden damit den
Ausdruck ehrerbietiger Wünſche für die Kaiſerin
Ale=
randra. Es entſpricht der bewährten deutſch=ruſſiſchen
Tradition, daß ſich die Herrſcher beider Reiche öfters
per=
ſönlich begegnen Dem Wohl ihrer Länder und dem
Frie=
den der Welt iſt dieſe Uebung ſtets förderlich geweſen.
Wir ſind überzeugt, daß auch von der bevorſtehenden
Monarchenzuſammenkunft keine anderen als für die
Ein=
tracht der beiden großen Nachbarmonarchien und damit
für den Frieden und die Ruhe Europas nützliche
Wir=
kungen ausgehen werden und wünſchen von Herzen dem
Beſuch des Kaiſers von Rußland in Potsdam einen
Ver=
lauf, wie er den aufrichtigen Wünſchen der beiden hohen
Herren, ſowie aller wahren Patrioten beider Länder
ent=
ſpricht.
Die Einweihung der Kapelle auf der
Roſenhöhe.
Der feierlich ernſte Bau inmitten des herrlichen,
Ruhe atmenden Parkes der Roſenhöhe iſt nunmehr
ſeiner Beſtimmung übergeben worden nachdem er
vorher die Weihe der Kirche erhalten. Nicht als
Grab=
ſtätte im Sinne dieſes Wortes, als Gotteshaus,
als Kirchlein, in dem die ſterblichen Ueberreſte ſeiner
hochſeligen Eltern und jung verſchiedenen Geſchwiſter
ihren letzten Schlaf tun ſollen, ſo wars der Wille des
Großherzogs, iſt der Bau, außen ſchmucklos und
ernſt, innen ein Schatzkäſtlein ruhe= und friedvoller
Pracht in altchriſtlicher Kunſt, geweiht worden. Nicht in
prunkender Feier, in ſchlichtem Gottesdienſt und im
engen Familienkreiſe. Nur — ein ſchöner
menſch=
licher Zug des Fürſten — die noch lebenden
Hof=
beamten und =Bedienten aus der Zeit des
Groß=
herzogs Ludwig IV. waren zu der Feier geladen, vom
Oberhofmarſchall bis herab zum Kutſcher und Diener.
Vielleicht geſchah das beſonders in Rückſicht auf die
Kaiſerin von Rußland, die in dieſer bedeutungsvollen
Stunde nur Menſchen ſah, die ihr als heſſiſcher Prinz
zeſſin ſchon nahe geſtanden und die wohl ſchöne und
liebe Kindheitserinnerungen weckten.
Der eigentlichen Feier der Einweihung des
Kirch=
leins ging um 10.15 Uhr Gottesdienſt voraus,
und zwar für die Ruſſiſchen Herrſchaften in der
Ruſſi=
ſchen Kapelle auf der Mathildenhöhe (darüber iſt au
anderer Stelle berichtet) und für das Großherzogspaar
und das Prinzenpaar Heinrich von Preußen in dem
neuen Gotteshauſe. Herr Oberhofprediger
Ehr=
hardt reichte den Hohen Herrſchaften hier das heilige
Abendmahl. Nach dem Gottesdienſt in der Ruſſiſchen
Kapelle beſuchten die Ruſſiſchen Herrſchaften das alte
Mauſoleum, woſelbſt an den Särgen des Prinzen und
der Prinzeſſin Karl von Heſſen, ſowie der beiden
Onkel der Zarin, der Prinzen Heinrich und Wilhelm,
goldene und ſilberne Lorbeerkränze niedergelegt
wur=
den. Im Auftrage ſeines Bruders, des deutſchen
Kaiſers, legte Prinz Heinrich von Preußen zwei
Kränze an den Sarkophagen des Großherzogs
Lud=
wig IV. und der Großherzogin Aliee nieder, die
Schleifen mit den Inſignien des Kaiſers trugen.
Um 10,45 Uhr fand dann die Einweihung der
neuen Grabkapelle ſtatt. Hierbei waren
an=
weſend der Kaiſer und die Kaiſerin von
Ruß=
land, ſämtliche Großfürſtinnen, ſowie der
Zarewitſch, der Großherzog und die
Groß=
herzogin mit dem Erbgroßherzog Georg und
dem Prinzen Ludwig, Prinz und Prinzeſſin
Hein=
rich von Preußen, Großfürſtin Sergius, die
in ihrer weißen Aebtiſſinnentracht erſchienen war,
Prinzeſin Ludwig von Battenberg mit
Prin=
zeſſin=Tochter Luiſe. Ferner waren, wie ſchon
er=
wähnt, ſämtliche früheren Hofchargen, an der Spitze
Oberhofmarſchall Exz. Frhr. Weſterweller von
Anthony mit Gemahlin, Freiin v. Grancy,
Ober=
ſtallmeiſter Frhr. Riedeſel v. Eiſenbach Exz.,
Ordenskanzler Frhr. Röder v. Diersburg, Geh.
Kabinettsrat Römheld mit Gemahlinnen erſchienen.
Auch die frühere Lehrerin der Zarin, Frl. Textor,
der Leibjäger Ludwigs IV., Gehrmann, und die
noch im Amt befindliche oder penſionierte
Diener=
ſchaft war anweſend.
Die Höchſten und Hohen Herrſchaften wurden am
Eingang von Oberhofprediger Ehrhardt empfangen
und in das Gotteshaus geleitet, woſelbſt die
Herr=
ſchaften ſich um die Sarkophage, die in den beiden
Seitenarmen des Kreuzbaues aufgeſtellt ſind,
grup=
pierken, während die übrigen Geladenen in dem
Ein=
gangsarm Aufſtellung nahmen. Oberhofprediger
Ehrhardt, der die Weihefeier leitete, nahm vor dem
herrlich mit weißen Lilien geſchmückten und mit dem
Kruzifir gekrönten Altar Aufſtellung, auf dem in
vier goldenen Leuchtern Kerzen brannten, die in dem
feierlichen Raum ein magiſches Licht verbreiteten, das
in dem vielfarbenen Glanz und Gold des Moſaiks
der Decke und Wände ſich tauſendfach brach. Es
herrſchte eine heilige, wunderbar weihevolle
Stim=
nung in dem Raume, als der Geiſtliche den feierlichen
Akt begann. Eine zweifache Weihe erfuhr die kleine
Kapelle. Der Geiſtliche weihte ſie mit dem Altar
zu=
nächſt als Gotteshaus zum Dienſte an Gottes Wort und
Sakrament. In tief empfundener Rede ſprach er nach
den Eingangsſprüchen von der Bedeutung des Baues
nach dem Wunſche und Willen ſeines Schöpfers. Dann
folgte Schriftleſung aus dem 24. Pfalm, worauf
Weihe=
gebete dieſen erſten Teil der Feier beſchloſſen.
Un=
mittelbar daran ſchloß ſich der zweite Teil der Feier,
in dem die nunmehr geweihte Kapelle auch als
Grab=
ſtätte für die Eltern und Geſchwiſter des Großherzogs
beſondere Weihe erhielt. Die Einſegnung der
Ent=
ſchlafenen, die hier nun ihre letzte Ruheſtätte
gefun=
den, beſchloß dieſen feierlichen Akt, worauf auch alle
Anweſenden den Segen empfingen. Hierauf legten
die Hohen Herrſchaften auch hier an den Sarkophagen
Kränze nieder.
Nach dem Weiheakt, der um 11,15 Uhr beendet
war, zogen die Hohen Herrſchaften, beſonders die
Zarin, viele der Anweſenden ins Geſpräch,
nament=
lich ihre frühere perſönliche Dienerſchaft.
Zu der Beſchreibung der Grabkapelle ſei noch
fol=
gendes nachgetragen: Das kleine Gotteshaus iſt ganz
in altchriſtlichem Zentralbauſtil auf dem Grundriß
des Kreuzes erbaut, nach dem Vorbild des aus dem 7.
Jahrhundert ſtammenden Domes in Ravenna. In
dem öſtlichen Kreuzesarm iſt eine Apſis eingebaut,
in der der Altar ſteht. Decke und Wände ſind, wie die
meiſten Bauten aus jener Zeit, ganz in goldenem
und farbigem Glasmoſaik gehalten, der dem Raume
eine wunderbar ruhige, friedvolle Weiheſtimmung
verleiht. Die Moſaikgemälde ſtammen von Profeſſor
Nager=Venedig, die Sockel zu den Sarkophagen von
Profeſſor Varneſi=Frankfurt a. M. M. St.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 3. Nov. Die Anmeldungen auf
die fünfprozentige Tientſin-Pukow=
Staatseiſenbahn=Ergänzungsanleihe
ſind in ſo ſtarkem Maße eingegangen, daß die
Sub=
ſkription ſofort nach der Eröffnung wieder geſchloſſen
werden mußte, ſo daß ſich eine bedeutende Reduktion
der Zeichnungen vorausſehen läßt.
* Allenſtein, 3. Nov. Die Allenſteiner Zeitung meldet
aus Mohrungen: Auf einem Gute bei Mohrungen ſind
zwei dort beſchäftigte beurlaubte Soldaten des
Allen=
ſteiner Regiments Nr. 146 in einem mit Kohlendunſt
angefüllten Schlafraum, den ein mit ihnen ſchlafender
Schloſſerlehrling trotz Verbotes geheizt hatte, bewußtlos
aufgefunden worden. Beide Soldaten ſind an den
Fol=
gen der Kohlendunſtvergiſtung geſtorben.
* Prag, 3. Nov. In Lahewitz bei Königſaal iſt eine
mit 30 Perſonen beſetzte Fähre auf der angeſchwollenen
Moldau umgekippt, wobei drei Arbeiter einer
Mol=
dauer Zuckerfabrik ertranken. Die übrigen Inſaſſen
wur=
den gerettet.
* Genua, 3. Nov. Das deutſche
Kronprin=
zenpaar traf auf dem hieſigen Hauptbahnhofe um
10¾4 Uhr ein und begab ſich ſofort im Automobil an
Bord des Dampfers des Norddeutſchen Lloyd „Prinz
Ludwig”. Auf der Fahrt durch die Stadt wurde das
Kronprinzenpaar überall von der Bevölkerung
reſpekt=
voll begrüßt. Als der Dampfer „Prinz. Ludwig‟
um 12¾ Uhr vom Kai ablegte, brachten die Zuſchauer,
worunter ſich viele Deutſche befanden, Hurrarufe aus
und winkten dem hohen Paare Abſchiedsgrüße zu.
* Paris, 3. Nov. Monis und Laffere willigten im
Prinzip ein, in das neue Kabinett einzutreten.
Millerands Annahme iſt noch nicht endgültig.
Ray=
naulds Eintritt iſt ſehr wahrſcheinlich. André Heſſe ſoll
ein Unterſtaatsſekretariat erhalten.
* Liſſabon, 3. Nov. Der frühere Sultan von
Marokko, Abdul Aſis, iſt, von Sevilla kommend,
hier eingetroffen Er geht von hier zu Schiff nach
Antwernen und Brüſſel.
* Belgrad, 3. Nov. Der Kronprinz verbrachte
eine gute Nacht; heute früh iſt etwas Schweiß eingetreten.
Das ſubjektive Befinden des Patienten iſt ſehr gut,
Tem=
peratur 38,4.
— Innsbruck, 3. Nov. In Tirol herrſchte geſtern
Orkan mit Hagelſchlag und Gewitter. Bei
Kirch=
bichl wurde die Signalhütte der Südbahn fortgeriſſen
und vor einen Schnellzug geſchleudert, der jedoch noch
rechtzeitig aufgehalten werden konnte
Wetter.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 4. Nov.:
Weſtliche Winde, Regenfälle, in der Ebene etwas milder,
im Gebirge Schnee.
Der einen raſſigen Tee von hochfeiner Qualität und
Wedlem Arama licht. honſuche
SRNGROJEE
500 Gramm M. 3.50, 12.) Gramm 90 Pfg. Voll
u. doch weich im Geſchmack (nicht bitter), ſehr billig
im Gebrauch, kann Sang=Ho als vollkommenſte Miſch=
(21423M
ung engliſcher Art gelten.
Moriz Landau, Fernſpr. 116.
41850
Der heutigen Geſamtauflage liegt ein
Pro=
ſpekt von Carl Heintze=Straßburg i. Elſ. bei, betreffend
55. Geldlotterie des Rennvereins für Mitteldeutſchland
(21448
zu Gotha.
Hauswäsche
einer
Braut-Ausstattung
ausgestellt.
Kath. Raab
ALlCE-BAZAR.
(21426
Die Verlobung unserer Tochter Lisbeth
mit dem Oberlehrer an der Realschule in
Bremerhaven Herrn Rudolph Stier beehren
wir uns anzuzeigen.
Geestemünde, im Oktober 1910.
(21451
Adolf tom Möhlen und Frau
Emma, geb. Kastens.
Meine Verlobung mit Fräulein Lisbeth
tom Möhlen, Tochter des Fabrikbesitzers
Herrn Adolf tom Möhlen in Geestemünde
und seiner Gemahlin, Frau Emma, geb.
Kastens, beehre ich mich anzuzeigen.
Bremerhaven, im Oktober 1910. (21452
Rudolph Stier.
Todes-Anzeige.
Heute verſchied nach langem, ſchwerem Leiden
meine innigſtgeliebte Frau, unſere Schweſter,
Schwägerin und Tante
Juliana Hechler
im
geb. Schneider
Alter von 54 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jakob Hechler, Oberleitungsaufſeher.
Bickenbach, den 3. November 1910.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. ds. Mts.,
nachmittags 3½ Uhr vom Trauerhauſe in
Bicken=
bach aus ſtatt.
(*27238
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Der Arzt am
Scheideweg‟.
Vorſtell ung um 8½ Uhr im Orpheum.
Wählerverſammlung um 8½ Uhr im „Schützenhof”.
Proteſt verſammlung des Volksvereins für das kath.
Deutſchland um 8½ Uhr im „Konkordiaſaal”.
Monatsverſammlung des Militäranwärter=Vereins.
Konzert um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
Konzert um ½ 8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 5. November.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr
Stiftſtraße 9.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Ji. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
ForerebUr
Wegen zu grossen Andranges in den Nachmittagsstunden zu meinem Total-Ausverkauf wegen gänzlicher Aufgabe meines Geschäftes,
bitte ich ergebenst, möglichst die Morgenstunden zum Einkaufen zu wählen. — Von 12½ bis 2 Uhr geschlossen.
(21436
Darmstadt
Malker
us Lerch
Weisser Turm.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 259.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. November 1910.
Seite 7.
Roisor 210
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Wäſche Stücke 10 Pfg., kleine Stück 4 Pfg.
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Diwan=Vertiko
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Waſchſchränkchen, Nachtſchränkchen,
Bett=
ſtellen mit Matratzen, Flurſtänder, Bilder,
(*27222
alles neu, billig abzugeben
Gartenſtraße 20, parterre.
Zu verkaufen:
1 Herren=Wintermantel, mitttlere Figur,
1 vollſtändiger Anzug, 1 Jackett mit Weſte,
1 Damen=Winterjacke, 1 Kape, 1 Hänge=
(*27233fs
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3½ Deutſche Reichsanl. . (2,60
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3½
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3½
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4 Württemberger v. 1907 101,60
do.
3½
92,80
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1½ Griechen v. 1887 . . 47,00
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente . 96,70
do. Goldrente . . 82,25
do. einheitl. Rente 93,10
Portug. unf. Serie I 63,75
do. unif. Ser. III 66,20
do.
Spezial . 12,20
5 Rumänier v. 1903 . . 101,90 4 Angtol. Eiſenb. 60%
do. v. 1890 . . 94,40
do. v. 1905 ₰
4 Ruſſen=B. 1880 . . . . 91,804 Gotthardbahn
InProz.
3ſ.
4 Ruſſen v. 1902 . ℳs ₰ 92,50
4½ do. v. 1905 . . . . 100,20
3½ Schweden . . . . . . . 91,50
4 Serbier amort. v. 1895 82,40
4 Türk. Admin. v. 1903 88,25
4 do. unifiz. v. 1903 92,50
4 Ungar. Goldrente . . 93,40
4 do. Staatsrente . 91,60
5 Argentinier . . . . . . 100,50
91,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 94,00
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,75
98,00
do.
4½,
4½ Japaner . . . . . . . 97,30
5 Innere Mexikaner . . 99,90
67,70
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,00
5 Gold=Mexikaner . .
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=Paket=
144,60
fahrt .
4 Nordd. Lloyd . . . 107,75
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
Einz. Mk. 403 118,75
4 Baltimore & Ohio . . 110,25
In Proz.
Bf.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 1613)
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22,80
4 Pennſylvania R. R. 132,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 201,00
Werger=Brauerei
. 73,50
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 498,00
Fabrik Griesheim . . . . 280,00
Farbwerk Höchſt.
. . 540,00
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117,00
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.. . . 258,00
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Gelſenkirchen . . . . . . . 214,00
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.187,75
Phöniz, Bergb. u.
Hütten=
betrieb . .
. . . 243,00
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Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . .
Pfälzer Prt. . . . . . 100,50
3½, do.
92,50
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,50
do. ſteuerfrei
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,50
do.
98,10
do. alteg. 81,60
5 Oeſterr. Südbahn . .
do.
do.
57,10
3 Raab=Oedenburger . . 75,00
B7.
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4 Ruſſ. Südweſt. . . . .
4 Kronpr. Rndolfbahn
89,70
98,10
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4 Berliner Handelsgeſ. 168,00
4 Darmſtädter Bank .. 131,00
. 257,90
4 Deutſche Bank .
4. Deutſche Vereinsbank 126,80
4 Diskonto=Geſellſchaft . 192,25
163,00
4. Dresdner Bank.
4 Mitteldent. Kreditbk. 121,00
Nationalbk. f. Deutſchl. 130,00
.105,00
Pfälzer Bank.
.143,50
Reichsbank .
Rhein. Kredit=Bank . 138,90
Wiener Bank=Verei 139,70
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,00
½ do. S. 19. . . . . 92,00
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,40
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
do.
90,50
3½
4 Heff. Land.=Hyp.=Bk. 101,40
do.
3½
92,10
4 Meining. Hyp.=Bank 100,60
do.
90,80
4 Khein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,00
do. (unk. 1914) 90,70
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pl. 100,20
9,
34
92.10
oten
Bf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
3½ do.
. 101,00
4 Frankfurt .
96,00
3½ do.
4 Gießen .
91,80
3½ do.
. 95,60
4 Heidelberg
90,70
3½ do.
99,90
4 Karlsruhe
90,50
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
(er!
3½ do.
4 Mannheim .
3½ do.
4 München .
100,80
3½ Nauheim
90,80
4 Nürnberg.
. 100,50
3½, do.
4 Offenbach.
3½ do.
4 Wiesbaden .
.101,50
3½ do.
94,90
4 Worms.
99,50
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 80,90
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 162,20
3½ Cöln=Mindner „ 100 134,30
5 Donau=Reg. fl. 100 150,00
3 Holl. Komm. „.100
In Geo:
St.
3 Madrider Fs. 100 76,50
4 Meining. Pr.=Pfand=
.. 136,50
brieſe.
4 Oeſterr. 1860er Loſe 175,30
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
fl.
Braunſchweiger Tlr. 20 215,50
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45 —
do.
Fs. 10 —
Meininger
.
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 —
do. v. 1858 „ 100
Ungar. Staats „ 100 385,90
Venediger
Frs. 30 43,20
Türkiſche
„ 400 480,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . ℳ 20,42
20 Franks=Stücke . .. 16,16
Oeſterr. 20=Kronen.. . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . 4,19½
Engliſche Noten . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten . . . . 81,00
Holländiſche Noten . . . . 169,35
Italieniſche Noten . . . . 80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . . . .
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Nummer 259.
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Haufs Märchen
Tausend u. 1 Nacht
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Serie VII
ca. 250 Seiten stark
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erwachsene Knaben
und Mädchen
Stück 1.10 Mk.
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jeder Band Lenau — 1 Band
elegant gebunden Uhland — 1 Band
Kleist = 1 Band
Mk. 1.10 Chamisso= 1 Band Kochbuch
von Davidis
ca. 550 Seiten stark
mit IIlustrationen
Stück 95 Pfg. Führer
für Opern, Operetten
Schauspiele
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Stück 95 Pfg. Hauf — 2 Bände
Klassiker Fiebel = 2 Bände
jeder Band Lessing — 2 Bände
elegant gebunden Heine = 4 Bände
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Mk. 1.10 Rückert= 3 Bände 550
Wagner-Album
.Band 5 M.
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Schubert-Album ca. 225 Seiten, Band & M.
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Die geschiedene Frau für Klavier 15I.
Der fidele Bauer (Heinerle) 95 pf.
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Auf Liebespfaden.
Roman von H. Ehrhardt.
(Nachdruck verboten.)
48)
Sämtliche Offiziere wohnten in dem Kurhaukhotel
und es herrſchte große Aufregung in dem ſonſt ruhigen
Hauſe.
So viel ſchmucke Tänzer, das war ein Ereignis
für Schierke.
Eſpach und Hans ſuchten den Tanzſaal auf, in dem
bereits verheißungsvoll die Geigen geſtimmt wurden
und der Feſtordner, ein Major a. D., im feierlichen,
ſchwarzen Gehrock mit wehendem graumelierten
Voll=
bart, geſchäftig hin und her eilte, die Ankommenden
be=
grüßte, Bekanntſchaften vermittelte und mit dem
Kapellmeiſter der vom Bataillon zur Verfügung
ge=
ſtellten Muſikkapelle verhandelte.
Als die erſten Töne einer Polonäſe laut und
herausfordernd durch den mäßig großen Saal drangen,
füllte dieſer ſich überraſchend ſchnell.
Hans von Haſſingen hatte in einer Ecke einen
kleinen Tiſch mit vier Stühlen beſchlagnahmt und ſich
mit Eſpach daran niedergelaſſen.
Sie tanzten beide die Polonäſe nicht mit und
teil=
ten ihre Aufmerkſamkeit zwiſchen dem Eingang und
dem Bild, das ihnen der Saal mit den ſich
hindurch=
ſchlängelnden Paaren bot.
Es wer ein enderes Hilh aſs einſtmate in
wieh=
baden, Haſſingen fiel es unwillkürlich auf.
Der Saal war mit Eichenholz getäfelt und in
matten Farben ohne prunkvolle Goldverzierung
ge=
malt.
Der reiche Schmuck des ernſten Tannengrüns war
nur durch Fähnchen in den Landesfarben freundlicher
geſtaltet, es wehte ein kräftiger, würziger Duft,
vor=
läufig noch alle anderen Gerüche beſiegend, in der
heißen Luft, der an den Duft des Tannenwaldes
ge=
mahnte, auf dem die Mittagsſonne brütet.
Auch ſonſt herrſchte Natürlichkeit und Friſche vor,
viel weiße, ſchlichte Batiſtkleidchen und bunte Schärpen,
viel erſte Mädchenjugend mit glühenden Wangen und
erwartungsvollen Augen.
Als Lena von Rieding in der Tanzpauſe am
Ein=
gang des Saales erſchien, hatte ſie in dieſer Umgebung
für Haſſingen, der aufgeſprungen war und ihr
ent=
gegenging, einen ganz beſonderen Reiz, und auch
Leut=
nant Eſpach, der ſie mit begreiflicher Spannung
muſterte, ſagte ſich, daß dieſe ſchlanke, biegſame Geſtalt
im weißen Spitzenkleide, dieſes, ſchmale Geſicht mit
dem mattweißen Teint und den großen,
dunkelleuch=
tenden Augen ein eigenartiger beſtrickender Hauch
um=
floß, der die Frau immer aus der Menge der anderen
herausheben würde. Sie kam allein, war noch immer
ohne die Gardedame, deren Fehlen Frau von Schlettan
ihr ſo verdacht hatte. Die gemütliche Ecke fand ihren
vollen Beifall und Leutnant Eſpachs Bekanntſchaft
ſchien ſe edrich u fenen. Sie ſchieie ihin
ſeit=
mütig die Hand und meinte lächelnd, daß ſie ſich wohl
gegenſeitig durch Haſſingen ſchon vorher nicht fremd
geweſen ſeien.
Dann hielt ſie im Saale Umſchau und auch ihr
kamen Erinnerungen.
Die „Träume aus dem Süden”. Wie weich ſie
ſchmeichelten und lockten. Ihr Blick wurde träumeriſch,
aber der ſchmale Fuß im ſchwarzen Lackſchuh zuckte vor
Tanzluſt.
Da ſprang der blonde Offizier neben ihr auf und
verbeugte ſich, die Abſätze zuſammenklappend.
Darf ich bitten, gnädige Frau?
Sie neigte ſchweigend den Kopf und nahm ſeinen
Arm.
Er fühlte ein innerliches Erzittern und kam in
dem Moment eigentlich erſt ſo recht zum Bewußtſein
des Glückes, das ihm dieſe Frau ein zweites Mal in
den Weg geführt hatte. Ehe ſie den erſten Walzerſchritt
taten, ſagte Lena von Rieding, ſchelmiſch zu ihrem
Tänzer emporlächelnd:
Endlich!
Schon im Tanzen wiederholte er das Wort.
End=
lich! Aber in dem Ton des ſeinen lag ein ſolcher Klang
erfüllter Sehnſucht, daß der Frau die Röte der
Ver=
legenheit bis unter das krauſe Stirnhaar flog und die
dunklen Wimpern ſich in reizender Verwirrung ſenkten.
Er hatte ſeit langem keine Frau im Arme gehabt
und fühlte den Zauber, der von der ſchmiegſamen Ge=
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ſtalt ausging, doppelt intenſiv. Sie war eine
vorzüg=
liche Tänzerin und ließ ſich mühelos führen, daß er
kaum eine Anſtrengung empfand und ſie nur ungern
frei ließ, als ein leichtes Zögern ihres Fußes ihn dazu
mahnte.
Ihrem Platze zuſchreitend, machte er ihr ein
ehr=
liches Kompliment über ihr Tanzen.
Sie ſcheinen wirklich vollkommen zu ſein in allem,
gnädige Frau.
Oh, das ſcheint eben nur ſo, Herr von Haſſingen,
ich habe recht viele Fehler.
Ihr Lächeln war etwas matt. Sie ſah überhaupt
leidend aus, hatte noch ſchmälere Wangen bekommen
und war von der Bewegung des Tanzes blaß anſtatt
rot geworden.
Der junge Offizier hatte eine beſorgte Frage auf
den Lippen, unterdrückte ſie aber Eſpachs wegen, der
ihnen auf halbem Wege entgegenkam, um ſeinerſeits die
junge Frau zum Tanze zu führen.
Sie folgte ihm bereitwillig, und auf Haſſingen zu
ſtürzten mehrere ſeiner Kameraden mit neugierigen
Fragen und der Bitte, ſie der „entzückenden Frau”
vorzuſtellen.
So wenig ihm das auch paßte, er durfte ſich natürlich
nichts merken laſſen, denn es regnete ſchon genug
an=
zügliche, neckende, erſtaunte und neidiſche Bemerkungen.
Zurückkehrend, ſah Lena von Rieding ſich umringt
von Haſſingens Kameraden, die alle einen Tanz von
ihr begehrten und ſie mit bewundernden Blicken und
ſchmeicheshaften Aeußerungen überſchütteten.
Eine lähmende Angſt verdarb ihm die erſt ſo
zuver=
ſichtliche Stimmung, er mußte immerzu an den kleinen
Dresdener Artilleriſten denken, der ihm einſt bedauernd
geſagt, daß er für dieſe Frau zu wenig Temperament
habe. Sollte er wirklich nicht fähig dazu ſein, ſich
ihren Beſitz zu erringen? Ungeſtüm genug klopfte und
hämmerte ihm doch das Blut in den Schläfen und unter
dem blauen Tuch des Rockes. Sie oder keine! Es war
ihm ganz klar, daß, wenn er dieſe Frau nicht zu eigen
bekam, ſein Herz nie mehr mit der Stärke dies echten
Gefühls für ein Weib ſchlagen würde.
Wußte ſie eigentlich, was er litt, da er ſie mit den
anderen lachen und ſcherzen ſah?
Kaum, daß ſie flüchtig an den Tiſch trat, einen
Schluck Wein zu trinken, mit Eſpach, der auf ſeine
Bräutigamswürde pochend, nur den Zuſchauer ſpielte,
einige Worte wechſelte, gerade immer, wenn Hans
Haſſingen tanzte. Es war rein zum Verzweifeln.
Endlich hielt es ihn nicht länger. Er hörte auf zu
tanzen, keinen Blick von der weißen Frauengeſtalt
laſſend, die ſich ſo anmutig im Tanze wiegte.
Nun eine Pauſe! Ihr Tänzer war ein Fähnrich
von Haſſingens Kompagnie. Als er den Offizier auf
ſeine Dame zutreten ſah, gab er ſie im Gefühl des
Untergebenen gegen einen Vorgeſetzten, das oft bis in
den Ballſaal hineinſpielt, frei und verſchwand zu
Haſſingens ſtiller Genugtuung. Ohne weiteres nahm
er ihren Arm und zog ihn durch den ſeinen.
Wiſſen Sie, gnädige Frau, daß ich raſend bedauere,
mich heute nicht der Maskenfreiheit von einſt zu
er=
freuen.
Ihr glühendes Geſicht zeigte ein Paar fragende
Augenſterne.
Wieſo?
Er drückte den weichen Arm an ſich.
Dann würde ich mich heut revanchieren und dem
nächſten Herrn, der Sie mir zu entreißen wagt, ſagen:
Sie darf nicht tanzen, ſie iſt meine Frau”.
Ihr Blick ſenkte ſich, ſie neſtelte an den welkenden
weißen Fliederdolden, die ſie an der Bruſt trug, aber
ſie kämpfte ihre Verlegenheit raſch nieder und ſagte
ehrlich:
Sie haben ganz recht, ich tanze zu viel, mein Arzt
dürfte es gar nicht wiſſen, kommen Sie, führen Sie
mich hinaus, wir wollen doch lieber ein bißchen
mitein=
ander plaudern, wir haben uns ſicher eine Menge zu
erzählen.
Beglückt ſchritt er mit ihr durch die im Saal
promenierende Geſellſchaft, alles Bangen war
ver=
geſſen, ſobald er ſie neben ſich fühlte, ihre Stimme hörte.
Draußen entzog ſie ihm ihren Arm.
Es iſt zu heiß! motivierte ſie es lachend, als er
ein betrübtes Geſicht zog.
Eine Weile gingen ſie plaudernd im Veſtibül auf
und ab.
Sie ſprachen von Mensdorf, und Haſſingen drückte
ſeine Freude darüber aus, daß gerade die junge Frau
Beſitzerin des mütterlichen Stammgutes geworden,
(Schluß folgt.)
Nummer 259.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. November 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Den Fahrverkehr auf dem Luiſenplatz.
Zur Aufrechterhaltung eines geordneten Fahrverkehrs in den Straßen der Stadt
weiſen wir darauf hin, daß nach der Polizeiverordnung vom 20. Februar 1904, betreffend
den Verkehr von Fuhrwerken in der Haupt= und Reſidenzſtadt, alle Fahrzeuge, alſo
insbeſondere Wagen jeder Art, Automobile, Handkarren, Fahrräder uſw. ſtets die
rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten haben. Nach der anderen Seite der
Fahr=
bahn darf nur, wenn dort angehalten werden ſoll, und nicht früher als notwendig,
ab=
gebogen werden. Zuwiderhandlungen können mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk. oder mit
Haft bis zu 14 Tagen beſtraft werden.
Mit Rückſicht auf denſſtarken Verkehr auf dem Luiſenplatz iſt die
Schutz=
mannſchaft angewieſen worden, darauf zu wirken, daß alle Fahrzeuge, die die
Rhein=
ſtraße herauf= oder herunterfahren, ſtets rechts am Ludwigsdenkmal vorbeifahren
und auch hierbei die rechte Seite der betreffenden Fahrbahn einhalten.
Darmſtadt, den 1. November 1910.
(21373df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Mitglieder des Rabatt-
Spar-Vereins. Verweigerr 316 stets die Annahme von
Bar-Rabatt. Verlange 1 Sie dagegen bei allen Ihren
Einkäufen schwarz-weisse
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(20661a) sich schriftlich beim Vor-
stand, wenn Ihnen die
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freiwillig gegeben werden.
Bekanntmachung.
Freitag, den 18. November I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Hofchorſänger Friedrich
Ed=
mund Göllnitz dahier zugeſchriebene
Liegen=
ſchaft:
IV 3604/100 39) Hofreite
Kaup=
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K89/10
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 4. Oktober 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(D18408,7
Bekanntmachung.
Freitag, den 18. November I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Spezereihändler Georg
Fried=
rich Göbel Eheleuten dahier zuſtehende
Liegenſchaft:
qm
Flur
1
4 315¾/10 224 Hofreite Kaupſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K138/10
Darmſtadt, den 4. Oktober 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(D19407,7
Müller.
Samstag, den 5. November 1910,
vormittags 10 Uhr.
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Menn7
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und bürgerlichen Küche immer mehr verdrängen.
Palmin zum Kochen, Braten und Backen,
Palmona als Brotaufltrich.
Wie dieſe Palme
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. November 1910.
Nummer 259.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 259,
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. November 1910.
Seite 13.
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eingeführt iſt und ſich zur agitatoriſchen
proviſionsweiſen Tätigkeit und als
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herigen Tätigkeit und des Alters unter
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(21384dfs
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Die Temperatur ſank, ſo lange wir da waren,
nicht unter 0” war aber im wärmſten Stadium
ſogar 6 — Reaumur. Alles Eis, das wir ſahen, war
aus nördlichen Regionen angetrieben. Ganz hübſche
Blumen und Gräſer waren dem Erdboden entſproſſen;
ich habe mir zum Andenken etliche gepflückt. Während
unſerer Anweſenheit bot ſich uns auch noch der
An=
blick einer in Ausführung begriffenen, allerdings bis
zu unſerer Weiterfahrt erfolgloſen Jagd auf einen
Wal=
fiſch, den wir in der Bai wiederholt mit ſeinem
Rieſen=
körper auf der Oberfläche des Waſſers auftauchen und
Waſſerſtrahlen in die Höhe ſpritzen ſahen. Auf dem
kleinen Dampfboot, das unermüdlich den Bewegungen
des Fiſches in einiger Entfernung folgte, befindet ſich
vorne eine nach allen Richtungen hin leicht verſtellbare
kleine Kanone, aus welcher rieſige Harpunen mit
Widerhaken herausgeſchleudert werden. Iſt das Tier
getroffen und hat ſich die Harpune in den Körper
ein=
gebohrt, ſo wird es mit endloſen Seilen aus Eiſendraht
einfach im Meer nachgezogen, bis es, nach längerer
oder kürzerer Zeit, verendet iſt. Ich zweifle nicht, daß
die routinierten Jäger den Fiſch in jener Nacht doch
noch erwiſcht haben; wir konnten dies aufregende
Schauſpiel nicht länger abwarten, da wir an noch zwei
Punkten anzulegen hatten: der Green Harbour=Bai,
zur Beſichtigung einer Tranſiederei, und im Virgo=
Hafen, zur Beſichtigung der Station, von welcher aus
Andrée, der kühne Polarforſcher, ſeine „letzte, traurige
Fahrt” antrat. Die Tranſiederei war ebenfalls
außer=
ordentlich ſehenswert, aber — tu‟ Watte mit Eau de
Cologne in Deine Naſenflügel und wappne Dich mit
Standhaftigkeit. Der Geſtank iſt peſtilenzartig
wider=
wärtig, wenn auch kein eigentlicher Verweſungsgeruch.
Denn die Luft iſt in dieſem hohen Norden durchaus
bakterienfrei; es verweſt nichts! Wir ſahen demnächſt
in den verödeten Räumen der Andréeſchen und der
Wellmannſchen Station neben vielen noch intakten
Konſerven auch einen toten, aber nicht verweſten
Polar=
hund. Das arme Tier ſcheint bei irgend einer
Expe=
dition, bei der es mitgenommen war, ſich verlaufen,
den Anſchluß an das Schiff verfehlt zu haben und
dem=
nächſt qualvoll verhungert zu ſein. Für Muckſychen
wäre Spitzbergen kein geeigneter Aufenthaltsort; er
ſoll doch lieber in Darmſtadt bleiben. Um auf die
Tranſiederei zurückzukommen, ſo war ſtrickte Order,
die Stiefel ſofort, noch vor Wiederbetreten der
Schiffs=
räume, im Vorraum auszuziehen, auch die Kleider vor die
Kabine zu hängen, damit alles gereinigt und, während wir
zur Ruhe gingen, an die Luft gehängt werden könne.
Trotzdem iſt ein leichter Hauch von Trangeruch immer
noch an Bord. Vor den Gebäulichkeiten der Siederei,
die wir in den frühen Morgenſtunden, noch vor
Ar=
beitsbeginn, beſichtigten, lagen im Freien die Körper
von wohl 15 rieſigen ausgeweideten Walen; die neun,
welche uns begegnet waren, ſollten auch dorthin
ver=
bracht werden, waren aber zur Zeit unſeres Beſuches
noch nicht angelangt, da wir natürlich viel raſcher
fuhren. Aus den gewaltigen Körpern werden die
un=
geheueren Fettmaſſen herausgeſchnitten und mittelſt
maſchineller Vorrichtungen, die ich in der Fabrik ſah,
nach Auspreſſung durch Röhren filtriert, bis ſchließlich
die Flüſſigkeit, welche die Subſtanz des Lebertrans
bildet, in lange Kanäle einfließt, aus welchen ſie dann
in Fäſſer übergeführt wird. Die übrigen Körperteile
des Fiſches ſind wertlos; ſie werden am Strande den
Möven hingeworfen, die zu Tauſenden daran
herum=
picken, ſich um die beſſeren Stücke gegenſeitig verbeißen
und ſo allmählich, nach Wochen, den ganzen Fiſch, bis
auf das Gerippe, aufzehren. Wie geſagt, eigentlicher
Verweſungsgeruch tritt nicht ein, aber nach „Mille
Flora” riecht es doch auch nicht!
Ueberaus denkwürdig war die Erreichung des
ewigen Polareiſes unter 80'10' n. Br., alſo der Stelle,
wo ein Weiterkommen, infolge der ſich ſchon ſtauenden
Eismaſſen, mit Dampfſchiff ausgeſchloſſen iſt. Drei
Kanonenſchüſſe verkündeten den Paſſagieren, daß das
Ziel erreicht ſei. Die Muſik ſpielte „Gott erhalte
Franz, den Kaiſer” und die ungariſche
National=
hymne, dann aus Courtoiſie gegen die Gäſte der
be=
treffenden Nation die deutſche, franzöſiſche, engliſche,
amerikaniſche uſw. Nationalhymne, und, nach
aber=
maliger Löſung dreier Kanonenſchüſſe, Kommando zur
völligen Umkehr nach Süden, auf welcher Fahrt wir
uns zurzeit noch befinden. Dieſe Rückfahrt war
eben=
falls durch ein Ereignis ausgezeichnet, das in meinen
zahlreichen Reiſeerinnerungen einzig daſteht, das
Zu=
ſammentreffen der „Thalia” vom öſterreichiſchen Lloyd
mit der wohl doppelt ſo „großen”, aber gleichwohl bei
uns Rat erholenden „Oceana” von der Hamburg-
Amerika=Linie vorgeſtern, nachts halb 1 Uhr, bei
klar=
ſtem Sonnenſchein, inmitten zahlreicher im Meer
her=
umſchwimmender aus dem Norden heruntergetriebener
Eisberge! Jedes dieſer drei Momente für ſich allein
ſchon ein Schauſtück erſten Ranges, und nun gar in
dieſer Kombination!! Wir waren, wohl alle 160 Paſ=
ſagiere, zur Stelle, in Bewunderung der
unvergleich=
lich erſtrahlenden Mitternachtsſonne begriffen, als
plötzlich in dieſem ſonſt ſo vereinſamten Meer, faſt
geſpenſtiſch, am Horizont ein weißes Rieſenſchiff,
„Oceana”, auftauchte, das mit geradezu fabelhafter
Geſchwindigkeit auf uns zuſteuerte. Es hatte auch
Flaggenſignal mit der Bedeutung: „Wir wollen
Er=
kundigung einziehen”, gehißt. Zwar haben „Thalia”
ſowohl wie „Oceana” drahtloſe Telegraphieeinrichtung,
ſtanden auch ſchon ſeit Stunden in Verbindung; unſer
„drahtloſer Mann” hatte die Anfrage der „Oceana”
über die Eisverhältniſſe in Spitzbergen aufgenommen
und tadellos „detailliert” nach der Depeſche des
Kom=
mandanten, hinübertelegraphiert, die Depeſche war
drüben zwar angekommen, aber nicht verſtanden
worden, weil der dortige „drahtloſe Mann” plötzlich
er=
krankt und ſein Gehilfe, ein Neuling, nicht imſtande
war, ſie zu entziffern. So nahm man denn zu dem
primitivſten Mittel ſeine Zuflucht, auf Hör= und
Seh=
weite aneinander heranzukommen und mit
Schalltrich=
tern mündlich ſich zu verſtändigen. Man konnte die
Paſſagiere der „Oceana” gewiß 500, ganz genau
er=
kennen. Ungeheuerer Jubel und Tücherſchwenken
bei=
derſeits, Hiſſen der deutſchen und der öſterreichiſchen
Flagge. Später Spielen der beiderſeitigen
National=
hymnen und nun deutliche, für jeden Paſſagier
ver=
ſtändliche Frage und Antwort, zum Beiſpiel: „Iſt
Adventbai eisfrei?” „Ja, aber an dieſem oder jenem
Sund muß ſo und ſo viel Seemeilen Abſtand
genom=
men werden!” Am Schluſſe jeder Frage und Antwort
ein Zeichen, daß es verſtanden worden und man von
der Antwort befriedigt iſt; ein ſcharf akzentuiertes, im
ſchönſten preußiſchen Kommandojargon
hervorgeſchleu=
dertes „Danke!” Zum Schluß wird auf unſerem Schiff
„Die Wacht am Rhein” auf dem deutſchen der
Radetzky=
marſch von der Muſik geſpielt, dann wird beiderſeits
das Flaggenſignal „Wünſchen glückliche Fahrt!” gehißt,
und auf ſchrillen Kommandopfiff ſetzen ſich die
Rieſen=
ſchiffskörper nach entgegengeſetzten Richtungen in
Be=
wegung, um gegenſeitig nach weiterer Viertelſtunde am
hell erſtrahlenden Horizont aus dem Geſichtskreis zu
entſchwinden! —
Nach mehr als einem Dutzend großer
See=
fahrten habe ich zahlreiche Erinnerungen; eine
ſolche, die ſich an Großartigkeit dieſer an die Seite
ſtel=
len könnte, nicht!! Die „Oceana” iſt auf einer
Ver=
gnügungsfahrt ab Hamburg an den engliſch=ſchottiſchen
Häfen vorüber nach Island, von wo ſie jetzt kam,
Spitz=
bergen, und über Norwegen zurück, begriffen. Bei dem
Anblick des herrlichen Schiffes reifte bei mir bereits
der Gedanke, im nächſten Jahre, ſo Gott will, dieſe
Ver=
gnügungstour der „Oceana” mitzumachen, die mir, in
glücklicher Kombination, Neues und Wiederholung.
und Vertiefung der diesjährigen Eindrücke bringen
ſoll. Ich bin ſehr redſelig geworden und habe nun
ſchon die Bouillon und Sandwiches, die mir eben
ge=
reicht werden, herbeigeſchrieben. Auch iſt es
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Nummer 259.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. November 1910.
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4, November 1910.
Nummer 259.
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Samstag, den 5. November 1910,
abends 8½ Uhr,
im grossen Saal der Turnhalle am Woogsplatz
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des Kameraden Herrn Louis Geist
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Herbſt entlaſſenen Reſerviſten, für welche der Eintritt ebenfalls frei iſt, laden wir zu
dieſen intereſſanten Vorführungen zu zahlreichem Beſuch ein.
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Gäste sind willkommen.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
Vereinigte Bezirksvereme.
Freitag, den 4. November, abends 8½ Uhr,
findet im
grossen Saale des Schützenhofes
eine öffentliche
Wanterversammung
mit der Tagesordnung:
Stadtverordnetenwahl
ſtatt.
Jeder Wähler iſt eingeladen.
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Der Wahlausſchuß
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Schluss 12. November, 2 Uhr nachmittags.
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des Vereins „Ornise
vom 5. bis 7. November
in der „Stadt Pfungstadt‟.
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Die Gewinne werden ſofort ausgehändigt. Eröffnung: Samstag, 5. November,
12 Uhr mittags. Schluß: Montag, 6. November, 6 Uhr abends. Eintritt:
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tag: 30 Pfg., Sonntag und Montag: 20 Pfg. Kinder an den 3 Tagen 10 Pfg.
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Auf Allerhöchsten Wunsch:
Ausserordentliches Konzert
unter Leitung des Herrn Hefkapellmeiſters Hofrat W. de Haan
und unter Mitwirkung
der Konzertſängerin Frau Tilly Cahnbley=Hinken aus Würzburg,
des Konzertſängers Herrn H. C. van Oort aus Amſterdam,
ſowie der Grossherzoglichen Hofkapelle
Donnerstag, 10. November 1910
in der Stadtkirche.
Anfang 6¾/ Uhr.
Ende 8¼ Uhr.
(Kirchenöffnung um 6¼ Uhr).
Ein deutsches Requiem
für Soloſtimmen, Chor, Orcheſter und Orgel
von Johannes Brahms.
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von Samstag, 5. November an erhältlich in der Hofbuchhandlung
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Sämtliche Plätze sind numeriert.
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Eine öffentliche Hauptprobe findet nicht statt.
Der Vorstand.
Erangelischer Bund, Zweigverein Darmstadt.
Sonntag, 6. November 1910, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde (Woogsplatz 5):
Lutherfeien
mit Festrede des Herrn Reichstagsabgeordneten Bundesdirektors
Lic. Everling aus Halle a. d. S. über „Luther im Urteil des
Papstes und des deutsch-protestantischen Volkes”
Chorvor-
trägen der Kirchengesangvereine für die Stadtkirche und der
Petrus-
gemeinde, Ansprachen und gemeinsamen Gesängen.
Der Eintritt ist frei? Alle evangelischen Frauen und Männer sind herzlich
eingeladen.
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Der Vorstand.
Verein der Württemberger.
Sonntag, den 6. November, von nachmittags 4 Uhr ab,
im Perkeo, Alexanderstrasse
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Samstag, den 5. Novbr. 1910 in sämtlichen Räumen des Perkeo,
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„ unter gütiger Mitwirkung des Herrn Paul Buss (Bassist, Darmstadt)
u. a. Theater, humorist. Vorträge, Tombola.
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Eintritt 30 Pfg.
NB. Die Nachfeier findet am Sonntag, den 6. November 1910 in
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Freitag, den 4. ds. Mts.,
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Monats-Versammlung.
Sehr wichtige Tagesordnung. Sämtliche Kameraden wollen erſcheinen.
Der Vorstand.
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Sonntag, den 6. Novbr. ds. Js. findet die
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des neu renovierten Saales
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Freitag, 4. Nov.:
und folgende Tage das
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des hiesigen Militär-Vereins statt. (21400
Die Musik wird von einer Militärkapelle ausgeführt. Für gute Speisen
und Getränke ist bestens gesorgt.
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Preislagen, sowie reichhaltige Speisenkarte.
Kleine Abendplatten für Theaterbesucher.
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Morgens Wellfleiſch oder Würſtchen mit Kraut.
Abends Schlachtfest mit Konzert
unter gütiger Mitwirkung des Geſangvereins Doppel-Quartett Rheingold.
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Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, den 4. November 1910.
49. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement A 12.
Der Arzt am Scheideweg.
Komödie in 5 Akten von Bernard Shaw,
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
Hr. Lehrmann
. Hr. Jordan
. Hr. Knispel
. Frl. Prevoſt
Perſonen:
Sir Colenſo Ridgeon . . Hr. Jürgas
Sir Patrick Cullen
Sir Ralph Bloomfield
Be=
nington
Doktor Cutler Walpole Hr. Heinz
Doktor Blenkinſop
Doktor Loony Schutzmacher Hr. Hacker
Louis Dubedat, Maler. . Hr. Schneider
Jennifer, ſeine Frau
Redpenny, Aſſiſtent bei
. Hr. Semler
Ridgeon
Emmy, Wirtſchafterin bei
Ridgeon
. Fr. Rudolf
Minnie Tinwell, ein Stu=
Frl. Reick
benmädchen
Hr. Holler
Ein Reporter
Ein Schreiber
. Hr. Kroczak
Ein Kellner
. Hr. Schnelting
Nach dem 2. Akte findet eine längere
Pauſe ſtatt.
Krank: Frl. Geyersbach.
Beurlaubt: Oberregiſſeur Valdek.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1.—6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2.— Mk., Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. — Ende nach 9½ Uhr.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr für die Vorſtellungen:
Sonntag, 6. Nov. 50. Ab.=Vorſt. A 13.
„Samſon und Dalila‟. Große Preiſe.
Anfang 6½ Uhr.
Dienstag, 8. Nov. 51. Ab.=Vorſt. C 13.
„Alda” bezw. „Tannhäuſer”. Große
Preiſe. Anfang 6½ Uhr.
Mittwoch, 9. Nov. 52. Ab.=Vorſt. D 14.
„Taifun.” Große Preiſe. Anfang ? Uhr.