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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedaff beigefügt.
N 256.
Dienstag, den 1. November.
1910.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Eine Neuregelung des Luftverkehrs
wird durch einen Erlaß der preußiſchen Miniſterien
des Innern und der öffentlichen Arbeiten angeſtrebt.
Der Erlaß enthält Anweiſungen, die als Grundlagen
für polizeiliche Verfügungen gelten ſollen. Es
iſt zunächſt nicht in Ausſicht genommen, dieſe
Anordnun=
gen in mit Strafvorſchriften ausgeſtatteten
Polizeiver=
fügungen zu faſſen, vielmehr ſoll verſucht werden, durch
einfache polizeiliche Verfügungen an die in Betracht
kom=
menden Vereine und Einzelperſonen den Grundſätzen zur
Geltung zu verhelfen. Die Regelung bezieht ſich ſowohl
auf Flugmaſchinen wie Lenkballons und Freiballons. Für
die Flugmaſchinen wird u. a. beſtimmt, daß Flugverſuche
von nicht mit einem Führer=Zeugnis ausgeſtatteten
Per=
ſonen außerhalb der eingefriedigten Flugplätze nur da
zu=
zulaſſen ſind, wo eine Gefährdung der öffentlichen
Sicher=
heit nicht zu befürchten iſt. Geprüfte Führer follen im
all=
gemeinen überall außerhalb der bewohnten Ortſchaften
ſaufſteigen dürfen; ein Verbot ſoll aber gegebenen Falles
erlaſſen werden können. Dagegen ſoll von einem
allgemei=
nen Verbot des Ueberfliegens bewohnter Ortſchaften
ab=
geſehen werden. Flüge über Befeſtigungen ſind auf jeden
Fall verboten. Ferner ſoll auch von einer beſonderen
Kennzeichnung von Flugmaſchinen Abſtand genommen
werden. Bezüglich der lenkbaren Luftſchiffe werden etwas
ſtrengere Beſtimmungen in Kraft treten. So ſollen die
Führer von Luftſchiffen, in dem Fahrgäſte mitgenommen
twerden, im Beſitze eines Zeugniſſes für Luftſchiff=Führer
ſein. Der Veranſtalter der Paſſagierfahrten hat unter
polizeilcher Kontrolle darüber Buch zu führen, wann und
wie die einzelnen Teile des Luftſchiffes einer Prüfung auf
ihre Brauchbarkeit und Zuverläſſigkeit unterworfen
wor=
den ſind. Ebenſo müſſen die Führer von Freiballons, in
denen Fahrgäſte mitgenommen werden, im Beſitze eines
Führerzeugniſſes ſein. Fahrgäſte dürfen im übrigen nur
dann mitgenommen werden, wenn ein Zeugnis darüber
beigebracht wird, daß der Freiballon hinſichtlich des
Ma=
terials und der Ausſtattung einer Prüfung mit einem von
der Landespolizeibehörde zu beſtimmenden Verein oder
Sachverſtändigen unterzogen worden iſt. Außerdem ſind
noch für Feſſelballons Beſtimmungen erlaſſen worden. Für
Ausländer gelten ſinngemäß dieſelben Beſtimmungen.
Eine ruſſiſche Stimme vor der Kaiſerbegegnung
in Potsdam.
* In den Petersburgſkija Wjedomoſti, dem Blatt des
Fürſten Uchtomski, ſpricht ein ruſſiſcher Diplomat folgende
Erwägung aus Anlaß der Kaiſerzuſammenkunft in
Pots=
dam aus: „Die Zuſammenkunft wird in ganz Rußland
mit tiefer Befriedigung aufgenommen werden. Welche
Fragen bei dieſer Gelegenheit berührt werden, welche
Fol=
gen die Zuſammenkunft haben wird, iſt ſchwer
vorauszu=
ſehen; doch läßt ſich folgendes annehmen: Europa
zer=
fällt gegenwärtig in zwei Lager. Auf einer Seite ſtehen
die Staaten des Dreibundes, auf der anderen Rußland,
Frankreich und England. Dieſe Ordnung der Dinge wird
auch nach der Zuſammenkunft fortbeſtehen, nur werden zu
dieſem Bau intimere Beziehungen zwiſchen
Rußland und Deutſchland treten. Dieſe
Annähe=
rung dürfte vor allem nicht nach Englands Geſchmack
ſein; ebenſo dürfte auch der an Größenwahn leidende
Graf Aehrenthal durch dieſe Annäherung nicht ſehr
be=
glückt werden, ſchließlich könnten ſich unſere Freunde, die
Franzoſen, merken, daß wir keinen Grund haben, ihrer
In=
tereſſen in Marokko wegen unſere Beziehungen mit
Deutſchland zu verderben. Die hiſtoriſche Bedeutung der
Zuſammenkunft in Potsdam wird gerade darin beſtehen,
daß ſie die beſtehenden Meinungsverſchiedenheiten
aus=
gleicht und alle verſchiedenen Teile durch einen
General=
nenner vereinigt. Die Tage von Potsdam werden
pracht=
volle Tage ſein, weil ſie den Frieden und die
Wieder=
geburt der vergeſſenen Kontinentalidee bedeuten. Jetzt
kann jeder Ruſſe, ſich bekreuzigend, ſagen: „Gott ſei
Dank, das politiſche Barometer ſteigt endlich auf ſchönes
Wetter!”
Das Vertrauensvotum für Briand.
* Das Vertrauensvotum, das das
franzö=
ſiſche Kabinett von der Kammer am Sonntag erhalten hat,
iſt geeignet, das größte Aufſehen zu erregen, und iſt ein
politiſches Ereignis. In einer Republik erhält
ein früher zur Sozialdemokratie gehöriger Miniſter, der
in Anknüpfung an den von ihm als revolutionär
bezeich=
neten Eiſenbahnerſtreik erklärte, es könne für eine
Regie=
rung Fälle geben, bei denen es im höheren
In=
tereſſe nötig werden könnte, zur
Ungeſetz=
lichkeit Zuflucht zu nehmen, ein
Vertrauens=
votum von nahezu 300 Stimmen! Man kann ſich die
Ver=
blüffung vorſtellen, nachdem noch große politiſche Blätter
am Sonntag der ſicheren Ueberzeugung Ausdruck gegeben
hatten, daß dieſe Aeußerung Briands ſeinen Sturz zur
Folge haben werde.
Briand war nahegelegt worden, in der Sonntags=
Sitzung ſeine Erklärung zu modifizieren; mit der ihm
eige=
nen Energie und im Vertrauen auf ſeine gute Sache hat
er aber nur geſagt, die Kammer wiſſe, daß die
Re=
gierung keinerlei Abſicht habe, die Geſetze zu verletzen und
auf eine Diktatur zuzuſteuern. Er habe nur ſagen wollen,
daß eine Regierung unter ungewöhnlichen Verhältniſſen
auch ungewöhnliche Maßregeln ergreifen müſſe, daß er
aber glücklich geweſen ſei, daß die beſtehenden Geſetze
ge=
nügten. Das iſt im Grunde nichts anderes, als was er am
Tage vorher geſagt hatte, und er hat nichts davon
zurückge=
nommen; und ein Redner nach ihm, der bedauerte, daß
Briand keinen verſöhnlichen Akzent gefunden habe, um
den Eindruck ſeiner „geſtrigen unſeligen Improviſation”
zu verwiſchen, hat dies noch ausdrücklich beſtätigt.
Was werden die politiſchen Doktrinäre dazu ſagen,
die die Republik als das Ideal einer Verfaſſung
bezeich=
nen, in der „Freiheit und Gleichheit” wie in keiner
an=
deren gewahrt werden? Was würde man wohl ſagen,
wenn ein Miniſter im deutſchen Reichstage eine ſolche
Er=
klärung abgeben würde, und was werden die
Sozialdemo=
kraten, die die Aufrechterhaltung der Ordnung bei den
Moabiter Straßenkrawallen ſchon als einen polizeilichen
Uebergriff haben darſtellen wollen, zu dieſen Aeußerungen
ihres ehemaligen Genoſſen und dem Beifallsbeſchluß der
republikaniſchen Kammer ſagen? — „Grau, teurer
Freund, iſt alle Theorie und grün des Lebens goldener
Baum.”
Die Mehrheit, die den Vertrauenspaſſus der von
der Regierung genehmigten Tagesordnung angenommen
hat, beſteht aus 72 Sozialiſtiſch=Radikalen, 77 Radikalen,
70 Mitgliedern der demokratiſchen Linken, 9 Unabhängigen
Sozialiſten, 71 Progreſſiſten (Gemäßigte Republikaner),
24 Mitgliedern der konſervativen Action Liberale und
3 Mitgliedern der Rechten. Die Oppoſition umfaßt: 75
Sozialiſtiſch=Radikale, 13 Radikale, 75 Geeinigte
Sozia=
liſten, 13 Unabhängige Sozialiſten, 3 Mitglieder der
Rech=
ten und 1 Wilden.
Die regierungsfreundlichen radikalen Blätter geben
ihrer Befriedigung über den Ausgang der Sitzung
leb=
haften Ausdruck.
Die Action ſchreibt: Die parlamentariſche
Schreckens=
herrſchaft iſt nunmehr zertreten. Die Anarchie, der
Anti=
patriotismus und die Sabotagepolitik ſind aus dem
Par=
lament vertrieben. — Die Petite République erklärt: Die
republikaniſche Mehrheit des Kabinetts iſt unerſchüttert
ge=
blieben. Der Miniſterpräſident, den man niederwerfen
wollte, geht aus dieſem Kampfe gefeſtigt hervor. Die
Gegner der Regierung aber ſind ſowohl durch ihre
Schlappe, wie durch ihre Zuſammenſetzung geſchwächt.
Der Radical meint: Die geſtrige Erklärung Briands hat
das durch ein falſch aufgefaßtes Wort entſtandene
Miß=
verſtändnis zerſtreut und die republikaniſche Mehrheit
be=
ruhigt. Das Parlament und die Nation haben ihm durch
das Vertrauensvotum die notwendige Autorſtät verliehen.
Möge er ſich auf der Höhe ſeiner Aufgabe zeigen.
Ebenſolche Genugtuung äußert die gemäßigte Preſſe.
Die République Frangaiſe ſchreibt: Die Ordnung hat
ge=
ſiegt, nicht infolge der Ueberzeugungskräfte der Redner,
ſondern ganz im Willen des Landes, das in Ruhe und
Sicherheit arbeiten und leben will. Der Figaro ſagt:
Briand hat von der Kammer die volſte Zuſtimmung und
volſtes Vertrauen zu ſeiner Politik tatträſtiger ſozialer
Verteidigung erhalten. Intereſſant iſt es, was der Figaro
vor der Abſtimmung geſchrieben hat: Iſt dieſes Wort
nicht eines wirklichen Regierungshauptes würdig? Iſt es
nicht eine von edler Vaterlandsliebe erfüllte Erklärung,
wenn der Miniſterpräſident ſagte, daß ſelbſt die
geſetz=
treueſte Regierung, falls der Feind einen allgemeinen
Aus=
ſtand und die Terroriſierung der Eiſenbahnbedienſteten
zu einem Angriffe benutzte, nicht zögern würde, behufs
Rettung des Landes zur Illegalität zu greifen? Die
große Mehrheit der Deputierten wird heute mit ruhiger
Ueberlegung in die Kammer zurückkehren. Das Land
würde es der Kammer niemals verzeihen, wenn ſie
inmit=
ten der gegenwärtigen Beunruhigung eine Miniſterlriſs
hervorrufen würde. — Der royaliſtiſche Gaulois ſagt: Ob
Briand will oder nicht, die Reaktion gegen die treibenden
Kräfte der Revolution iſt auf dem Wege. — Der Rappel,
das Organ der Combiſten, ſchrieb vor der Abſtimmung:
Welcher Größenwahn, welche perfiden Einflüſterungen,
welche verbrecheriſche Umgebung haben, dieſen an Den
Spitze der Regierung ſtehenden Mann dazu treiben
kön=
nen, ſich über die öffentlichen Freiheiten mit ſo
wüten=
dem Haſſe zu äußern! Kein einziger Anhänger der
Repu=
blik darf mehr auf Seiten dieſes Mannes ſtehen! Wir
wollen weder die Anarchie der Straße, noch die Anarchie
eines Miniſterpräſidenten. — Jaurés ſchrieb in der
Hu=
manité: Unter den Republikanern erhob ſich ein
einſtim=
miger Schrei der Entrüſtung gegen dieſen den Cäſar
ſpie=
lenden Harlekin. Briand wird heute verſuchen, das Wort
zu beſchönigen, mit dem er geſtern ſeine Abenteuxerpolitik
verriet. Aber alle Republikaner werden ihm nur mit dem
verachtungsvollen Schweigen der einfachen Tagesordnung
antworten. Nach der Abſtimmung ſagt der combiſtiſche
Rappel: Briand hat das Unbehagen, das ſeine Rede und
Haltung hervorgerufen hat, nicht zerſtreut. Die Richtung
ſeines Miniſteriums iſt gegenüber den in den letzten zehn
Jahren vollzogenen Fortſchritten eine konſervatide
gewor=
den. — Und Jaurés erklärt in der Humanité: Die
Ma=
jorität ſetzt ſich aus allen konſervativen und
rückſchritt=
lichen Elementen zuſammen. Das Miniſterium Briand
iſt eine Regierung der Rechten geworden. — Na alſo!
Deutſches Reich.
— Die Kaiſerrede in deutſcher Sprache.
Der Poſt wird von diplomatiſcher Seite geſchrieben: Seit
Bismarcks Zeit iſt für den deutſchen diplomatiſchen Dienſt
der Grundſatz der Gleichberechtigung der deutſchen Sprache
mit jeder anderen, namentlich auch der franzöſiſchen,
feſt=
geſtellt. Dementſprechend werden die Noten der Länder,
deren Sprache franzöſiſch iſt, in deutſcher Sprache
beant=
wortet. Die Engländer faſſen ihre Noten ſeit langer Zeit
in ihrer Sprache ab und folgegemäß antworten wir ihnen
ebenfalls deutſch. Alle übrigen Länder, die das
Fran=
zöſiſche als Mittelſprache wählen, alſo z. B. Rußland, die
Niederlande, Spanien uſw., erhalten von unſerer Seite
die Antwort gleichfalls im franzöſiſchen Idiom. Nur
in=
ſoweit wohnt der franzöſiſchen Sprache noch ein Vorzug
im diplomatiſchen Schriftverkehr ob. Den hier entwickelten
Grundſatz hat Kaiſer Wilhelm in ſeiner Rede an der
königlichen Tafel in Brüſſel befolgt.
— Die Reichstagserſatzwahl im
Wahl=
kreiſe Labiau=Wehlau wurde auf den 2.
Dezem=
ber feſtgeſetzt.
Zuſammenſchluß aller
Privatver=
ſicherungsverbände. Man ſchreibt uns: Am 28.
Oktober tagte in Berlin eine Sitzung von Vertretern von
Privatverſicherungsverbänden, zu welcher der Verband
Deutſcher Lebensverſicherungs=Geſellſchaften, der
Inter=
nationale Transportverſicherungsverband, der Verein
Deutſcher Viehverſicherungs=Geſellſchaften, die Vereinigung
der in Deutſchland arbeitenden Privatfeuerverſicherungs=
Geſellſchaften, der Einbruchdiebſtahlverſicherungsverband,
der Verband der in Deutſchland arbeitenden
Unfallverſiche=
rungs=Geſellſchaften und der Verband der Deutſchen
Hagel=
verſicherungs=Geſellſchaften auf Einladung des
General=
direktors der Bayeriſchen Verſicherungsbank, Kgl.
Regie=
rungsdirektors v. Raſp, Delegierte entſandt hatten. Die
Generalſekretäre der einzelnen Verbände nahmen an der
Sitzung ebenfalls teil. Es wurde erörtert, wie in Zukunft
gemeinſame, die Intereſſen aller Privatverſicherungs=
Geſellſchaften berührende Fragen zweckmäßig behandelt
werden dürften. Hierbei wurde einmütig feſtgeſtellt, daß
das private Verſicherungsweſen trotz ſeiner eminenten
Be=
deutung in wirtſchaftlicher und ſozialer Beziehung nicht
jene Beachtung in maßgebnden Kreiſen und im Publikum
beſitzt, deren es ſich nach ſeiner ganzen Vergangenheit
er=
freuen müßte. Um nun die einzelnen
Privatverſicherungs=
verbände einander näher zu bringen und gemeinſame
In=
tereſſen gemeinſam zu wahren, wurde beſchloſſen, einen
Verein der einzelnen Verſicherungsverbände ins Leben zu
rufen, dem die einzelnen Verbände als Mitglieder
beitre=
ten können. Zur Klärung einzelner Vorfragen, zum
Ent=
werfen einer Satzung wurde eine Kommiſſion niedergeſetzt,
der je ein Vertreter der erſchienenen und noch
einzuladen=
den Verbände angehört.
— Die Beſchäftigung ausländiſcher
Ar=
beiter. Die Tagung des Verbandes Deutſcher
Arbeits=
nachweiſe iſt beſonders wertvoll dadurch geworden, daß
ſie ins hellſte Licht rückte, wie wichtig und wie ſchwierig
die Frage der Beſchäftigung ausländiſcher Arbeiter iſt.
Weder unſere Landwirtſchaft, noch unſere Induſtrie
kön=
nen augenblicklich die ausländiſchen Arbeitskräfte
entbeh=
ren, die jetzt in einer Stärke von mehr als einer Million
durch ſie beſchäftigt werden. Allein die nationalen und
die ſozialen Schädigungen, die mit der Beſchäftigung
aus=
ländiſcher Arbeiter untrennhar verbunden ſind, drängen,
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. November 1910.
je länger je mehr, dahin, auf die Einſchränkung des
aus=
ländiſchen Arbeiterſtromes bedacht zu ſein. Die
Verhand=
lungen der Tagung des Verbandes Deutſcher
Arbeits=
nachweiſe laſſen klar erkennen, in welchem Grade die Frage
der ausländiſchen Arbeiter verkoppelt iſt mit dem Syſtem
der Wanderarbeit und dem Problem der Landflucht.
Gerade deshalb iſt die Löſung der Frage der
Beſchäf=
tigung ausländiſcher Arbeiter ſo verwickelt und ſo
ſchwie=
rig. Der Ausbau der Organiſation des Arbeitsnachweiſes
iſt gewiß ein Mittel, deſſen Anwendung vielfach zu beſſern
und zu helfen vermöchte. Allein es reicht gegenüber dem
geſamten Komplex reformbedürftiger ſozialer Zuſtände
nicht aus, um einen durchgreifenden Erfolg zu verſprechen.
Dieſer iſt nur dann möglich, wenn die großen Gebiete der
Heimats= und Wohlfahrtspflege, der inneren Koloniſation
der ländlichen Wohnungs= und Lohnfrage, der
Arbeits=
loſenverſicherung und der Förderung der Rückwanderung
ebenſo energiſch wie ausdauernd in Angriff genommen
werden. An Wichtigkeit für Staat und Volk ſteht eine
Reformarbeit ſolcher Art hinter den bedeutſamſten
öffent=
lichen Aufgaben nicht zurück. Es ſollte daher die
Ein=
ſetzung einer ſtaatlichen Immediatkommiſſion baldigſt in
Erwägung gezogen werden, damit in dem gebotenen
gro=
ßen Stil und in einheitlicher Aktion die Vorbereitung der
Maßregeln erfolgt, die endlich doch getroffen werden
müſſen, wenn Staat und Volk vor den ſchwerſten Schäden
bewahrt bleiben ſollen.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Eine Kriſe in Ungarn? In ungariſchen
Re=
gierungskreiſen wird erklärt, es gebe zur Stunde wohl keine
Regierungskriſe, doch könne ſie in den nächſten 24 Stunden
ausbrechen. Daß ſie nicht ſchon ausgebrochen ſei, könne
man darauf zurückführen, daß die ungariſche Regierung
trotz der bisherigen langwierigen Verhandlungen noch
nicht wiſſe, bis zu welcher Grenze das öſterreichiſche
Ka=
binett zu gehen geneigt ſei. Auf dieſe Frage müſſe das
öſterreichiſche Kabinett nun eine Antwort erteilen. Ungarn
ſei mit jeder Regelung zufrieden, welche die Frage der
Barzahlungen endgültig entſcheide und nicht von neueren
Verhandlungen beider Parlamente abhängig mache. Falls
eine ſolche Löſung unmöglich ſei, werde die Regierung
zurücktreten, da eine Niederlage in dieſer Frage ihr die
Löſung der militäriſchen Frage unmöglich machen würde.
Der Miniſterpräſident Graf Khuen=Hedervary iſt, nach
Wien abgereiſt.
Dauerſitzung des mähriſchen Landtages.
Die ſeit Donnerstag abend mit Unterbrechungen
an=
dauernde Sitzung des Landtages wurde Sonntag nacht
um 2 Uhr geſchloſſen. Die nächſte Sitzung findet am
Don=
nerstag ſtatt.
Frankreich.
Die deutſch=franzöſiſchen Beziehungen.
Der Temps ſchreibt: Die bei der Ueberreichung des
Be=
glaubigungsſchreibens des deutſchen Botſchafters
Frei=
herrn v. Schön gehaltenen Anſprachen drücken die in
Frank=
reich und Deutſchland vorherrſchende Meinung richtig aus.
Die Worte betreffend die Aufrechterhaltung der guten
Be=
ziehungen und die Entwicklung der gemeinſamen
Inter=
eſſen geben den den beiden Regierungen gemeinſamen Ge=
Nummer 256.
danken wieder, deſſen Einfachheit und Wirklichkeit man
entſprechend würdigen wird, und die danach angetan ſind,
den Kultus der beiden Völker für ihre Vergangenheit mit
der berechtigten Fürſorge für ihre Zukunft zu vereinigen.
Die Politik, die Anpaſſung an das beſtehende Syſtem der
Bündniſſe hat zwiſchen Paris und Berlin ihre notwendige
und hinreichende Arbeit getan. Europa kann darin trotz
der Geſetze des Wettbewerbes einen feſten und dauernden
Rahmen finden. Frankreich und Deutſchland nehmen
die=
ſen Rahmen ehrlich an. Diejenigen, welche Freiherrn von
Schön als Botſchaftsrat der heute von ihm geleiteten
Botſchaft am Werke geſehen haben, ſetzen volles Vertrauen
in ſeinen Scharfſinn, welcher, wie er ſtets bewieſen hat,
im Dienſte des gerechten Ausgleichs ſteht. Er iſt in Paris
ſehr willkommen und ſeine erſten amtlichen Handlungen
können den durch ſeine Ernennung hervorgerufenen guten
Eindruck nur beſtätigen.
Spanien.
Die marokkaniſche Frage. Der marokkaniſche
Geſandte und der Miniſter des Aeußern hatten eine
Unter=
redung. Es ſind Anzeichen vorhanden, die auf eine
bal=
dige Einigung in der Frage der Kriegsentſchädigung
ſchlie=
ßen laſſen. Der Geſandte ſcheint geneigt, die Vorſchläge
Spaniens wegen der Herrſchaft im Riff und der
Aufrecht=
erhaltung der Ruhe in der Umgegend von Ceuta
anzu=
nehmen.
Portugal.
Geſetzmacherei. Die vorläufige Regierung
kün=
digt Geſetz auf Geſetz an, anſtatt ſich auf das
Notwen=
digſte zu beſchränken und der verfaſſunggebenden
Ver=
ſammlung die Regelung des Staatsrechts und die
Ausar=
beitung von Geſetzen zu überlaſſen. In ihrer Anmaßung
und Ueberſtürzung kündigt ſie außer dem ſchon erwähnten
Preßgeſetz ein Geſetz über die Verſammlungsfreiheit und
ein ſolches über die Freiheit des Ausſtandes an, letzteres
mit Beſtimmungen zum Schutz der Arbeitswilligen, ſowie
eines über die Eheſcheidung mit der Maßgabe, daß
Ge=
ſchiedene eine neue Ehe erſt zwei Jahre nach der
Schei=
dung eingehen dürfen. Nochmals wird auch ein Geſetz
über die Trennung von Staat und Kirche angekündigt.
Dieſe Geſetzmacherei einer revolutionären Regierung, die
noch keine Beſtätigung durch die Wahlen erhalten hat,
be=
deutet nichts weiter als eine Diktatur, und die
Republi=
kaner handeln gegenwärtig genau wie der vor drei Jahren
von ihnen bekämpfte Diktator der Monarchie, Joao
Franco. Das einzige, was gegenwärtig erforderlich
ſcheint, iſt ein Wahlgeſetz. Ein ſolches wird auch
ange=
kündigt, es ſcheint aber nicht, daß die Machthaber es eilig
damit haben, und der Zuſammentritt der Cortes wird
ſchon bedenklich lange aufgeſchoben.
Verhaftung Francos. Der frühere
Miniſter=
präſident Joao Franco wurde verhaftet, jedoch gegen
Stellung einer Kaution bald wieder in Freiheit geſetzt.
Dem gerichtlichen Verfahren gegen Franco liegt die
Be=
ſchuldigung zugrunde, daß Franco während ſeiner
Dik=
tatur ſeine Amtsgewalt mißbraucht habe. Nach den
An=
gaben des Unterſuchungsrichters ſetzte Franco während
ſeiner Amtszeit als Miniſterpräſident 70 Dekrete in Kraft,
in denen die Vorſchriften über die geſetzgeberiſche Gewalt
abgeändert worden ſind. Durch den Erlaß der Dekrete habe
er die Ausübung von Landesgeſetzen verhindert, ferner habe
er die Schulden des Königs Carlos in Höhe von 465
Con=
tos mit Krongütern, nicht mit Gütern aus dem perſönlichen
Beſitz des Königs unter der Bezeichnung „Erhöhung der
Zivilliſte” beglichen. Franco beſtreitet die Kompetenz des
Unterſuchungsrichters. Der Richter ſetzte eine Kaution
in Höhe von einer Million Franken feſt, die ſofort
hin=
terlegt wurde. Als Franco das Tribunal verließ, kam
es zu feindlichen Kundgebungen der Menge. Die Ruhe
wurde bald wieder hergeſtellt.
Griechenland.
Das Kabinett Venizelos. Eine Athener
Meldung der Wiener Polit. Korreſp. beſagt, die
Erklä=
rungen der Parteien von Theotokis und Rhallis über die
Wahlenthaltung ſeien im Lande wirkungslos geblieben.
Als Hauptgrund dieſes Beſchluſſes gelte die Beſorgnis vor
einer ſtarken Wahlniederlage, da ſie nicht zweifeln
könn=
ten, den Einfluß auf die Bevölkerung verloren zu haben.
Nach zahlreich einlaufenden Telegrammen habe dieſe
Kundgebung nur zur Befeſtigung von Venizelos' Stellung
beigetragen. Die Anzeichen des bevorſtehenden
Zuſam=
menbruchs des bisherigen Kliquenweſens häuften ſich
ſo=
wohl in Athen als auf dem Lande. Die Regierung habe
durch ihre Maßnahmen Ruhe und Ordnung wirkſam
auf=
recht erhalten. Ueberall trete ein begeiſterter Aufſchwung
nationalen Geiſtes im Sinne der Wiedergeburt
Griechen=
lands durch innere Reformen zutage. Man fügt hinzu,
daß Venizelos namentlich auf die Fortſpinnung aller
äußeren Zwiſte, beſonders des kretiſchen, ehrlich verzichtet
habe und als Hauptaufgabe die innere Neugeſtaltung
Griechenlands betrachte.
Rußland.
Der Verweſer des Miniſteriums des
Aeußern Saſonow iſt am Sonntag abend in
Be=
gleitung des Kanzleidirektors Sawinski und des
Stations=
chefs von Clemm nach Darmſtadt abgereiſt.
Ching.
Die Anleihe. Das Edikt, welches die projektierte
fünfprozentige Anleihe im Betrage von 10 Millionen
Pfund, rückzahlbar in 45 Jahren, mit Emiſſionskurs von
95 Prozent genehmigen ſoll, iſt noch nicht veröffentlicht.
Zwei Millionen ſind für Unterſtützung der Induſtrie in
der Mandſchurei, der Ueberſchuß hauptſächlich für die
Währungsreform beſtimmt.
C) Die Fleiſchteuerung und das Geſetz
der funktionellen Anpaſſung. Aus den
Krei=
ſen der Deutſchen Naturwiſſenſchaftlichen Geſellſchaft wird
uns geſchrieben: In der Natur, der Zeitſchrift der
Deut=
ſchen Naturwiſſenſchaftlichen Geſellſchaft, beleuchtet R. H.
Francé den Zuſammenhang, der nach ſeiner Anſicht
zwi=
ſchen der Fleiſchteuerung und der Mißachtung des Geſetzes
der funktionellen Anpaſſung durch die deutſche
Landwirt=
ſchaft beſteht. Francé vergleicht die Rinderherden der
argentiniſchen Pampas mit den deutſchen Rindern: jene
leben in ununterbrochener Uebung aller Fähigkeiten ihres
Organismus bei jedem Wetter im Freien, dieſe werden
zeitlebens im Stalle, an der Kette, in einer Atmoſphäre
des Unrates, bei einſeitiger Stallfütterung gehalten.
Francé führt auf dieſe Behandlung der deutſchen Rinder
ihre vielfachen Erkrankungen an Tuberkuloſe, Klauenſeuche
uſw. zurück und ſchließt wörtlich: „Im größten Teile
Deutſchlands hat der Getreidebau, der die Aufhebnug der
Himmelserſcheinungen im November.
A. K. Immer tiefer ſinkt die Sonne zum Süden
herab, und mit ſchnellen Schritten nähert ſie ſich ihrem
tiefſten Stande im Jahre. Am 1. November beträgt
ihre ſüdliche Abweichung vom Aequator 14‟ 14? 0.‟3,
am 30. ſchon 21‟ 33½ 13.”0, ſodaß ſie bis zum
Winter=
ſolſtitium am 22. Dezember nur kaum noch 2 in ihrer
Südwärtsbewegung fortſchreitet. Um denſelben
Be=
trag nimmt im November die Mittagshöhe der
Sonne ab, nachher werden die täglichen Kreiſe des
Tagesgeſtirns nur noch wenig flacher — und zwar
beträgt die Mittagshöhe für den Parallel von 54‟ der
über die Elbe=, Trave= und Odermündung und über
Marienburg an der Nogat läuft, 21¾ Grad am 1. und
14½ Grad am 30. November, für den Parallel von 51½
der etwa die Städte Köln, Eiſenach, Weimar,
Dres=
den und Breslau verbindet, 24¾ Grad am 1. und 17½
Grad am 30., endlich für den Parallel von 48‟, unter
dem ungefähr die Orte Freiburg i. B., Tuttlingen,
Starnberg, Steyr und Baden bei Wien liegen, 27½
Grad am 1. und 20½ Grad am 30. November. Die
Tageslänge vermindert ſich in runden Zahlen in
Norddeutſchland von 9½ auf 8, in Mitteldeutſchland
von 9¾½ auf 84 und in Süddeutſchland, der Schweiz
und Oeſterreich von 10 auf 8¾ Stunden.
Der Mond zeigt im November folgenden
Geſtalt=
wechſel: Neumond am 2., um 2 Uhr 56 Min. vorm.,
Erſtes Viertel am 10., um 6 Uhr 29 Min. vorm.,
Voll=
mond am 17., um 1 Uhr 25 Min. vorm., und Letztes
Viertel am 23., um 7 Uhr 13 Min. nachm. Er befindet
ſich am 3. November, 7 Uhr nachm., in Erdferne bei
einem Abſtande von 63.7, am 17. November, 4 Uhr
vorm., in Erdnähe bei einem Abſtande von 55.9 und
am 30. November, 8 Uhr nachm., abermals in
Erd=
ferne bei einem Abſtande von 63.7 Erdhalbmeſſern
à 6378 Kilometer.
Im November ereignen ſich zwei Finſterniſſe, eine
partielle Sonnenfinſternis und eine totale
Mond=
finſternis, von denen nur die letzte, indeſſen unter
den allergünſtigſten Umſtänden, bei uns ſichtbar iſt.
Die partielle Sonnenfinſternis fällt in
die Nacht des 2. November, ihr Anfang findet ſtatt um
12 Uhr 51 Min., ihr Ende um 5 Uhr 26 Min. vorm.
Ihre Sichtbarkeitszone erſtreckt ſich vom nordöſtlichen
Aſien über Japan bis in das nordweſtliche Amerika
(Alaska). Die totale Mondfinſternis haben
wir in der Nacht vom 16. zum 17. November zu
er=
warten; ſie beginnt am 16. um 11 Uhr 44 Minuten
nachmittags und endigt am 17. um 2 Uhr 58 Minuten
vormittags. Ihre Totalität währt von 12 Uhr 55 Min.
bis 1 Uhr 47 Min. Sichtbar iſt dieſe Finſternis in
Europa, Afrika, faſt ganz Aſien, mit Ausnahme der
öſtlicher gelegenen Gebiete, im Indiſchen und
Atlan=
tiſchen=Ozean und in Amerika. (Nähere Mitteilungen
folgensnoch.)
In den Beobachtungsverhältniſſen der großen
Planeten, die ſich in den letzten Monaten meiſt in der
der Nähe der Sonne verborgen hielten, tritt im
No=
vember eine geringe Beſſerung ein. Merkur bleibt
unſichtbar, da er am 12., nachmittags 3 Uhr, in ſeine
obere Sonnenkonjunktion gelangt. Er hat am 1., um
11 Uhr vormittags, mit dem Monde und am 3., um
10 Uhr vormittags, mit Venus Konjunktion.
Venus kann aus dem gleichen Grunde nicht beobachtet
werden; ſie ſteht am 26., um 2 Uhr nachmittags, in
oberer Sonnenkonjunktion. Ihr Erdabſtand iſt um
dieſe Zeit gleich 1.71 Erdbahnhalbmeſſern à 149,48
Mil=
lionen Kilometer und ihr ſcheinbarer Durchmeſſer
gleich 9.8 Bogenſekunden — bei der unteren
Sonnen=
konjunktion am 12. Februar dieſes Jahres betrug ihr
Durchmeſſer 61.6 Bogenſekunden, alſo nahezu 6.3mal
ſo viel. Annäherungen erfährt Venus am 1., um 1 Uhr
nachmittags, an den Mond und am 3., wie ſchon
er=
wähnt, an Merkur. Zu beobachten ſind dieſe
Erſchein=
ungen alſo nicht. — Mars wandert am 20. November
aus dem Sternbilde der „Jungfrau” in das der „Wage‟
und wird nach Mitte des Monats am Morgenhimmel
im Oſten ſichtbar, iſt aber wegen ſeiner großen
Ent=
fernung noch ſehr lichtſchwach. Sein Abſtand beläuft
ſich am 1. noch auf 2.58 Erdbahnhalbmeſſer, nimmt aber
bis auf 2.46 dieſer Einheiten am Monatsſchluſſe ab.
Dadurch vergrößert ſich ſein Scheibendurchmeſſer von
8.‟6 auf 3.‟8. Konjunktionen hat Mars um
Mitter=
nacht vom 31. Oktober zum 1. November mit dem Mond
und am 4., um 3 Uhr nachmittags, mit Jupiter. Am
26. November weilt er in unmittelbarer Nähe des
Fix=
ſternes Alpha der „Wage” (Größe 2.7), ſein kleinſter
ſcheinbarer Abſtand von dieſem iſt nur 8
Bogenminu=
ten; wie man durch ein Fernrohr beobachten kann,
bewegt ſich Mars nördlich an dem Fixſtern vorüber. —
Jupiter tritt im Sternbilde der „Jungfrau”
an=
fänglich noch wenig in der Morgendämmerung hervor,
wird aber ſchnell von deren Strahlen frei und geht am
Monatsſchluß ſchon gegen drei Stunden vor der Sonne
auf. Seine Entfernung von der Erde verkleinert ſich
von 6.42 auf 6.23 Erdbahnhalbmeſſer, und ſein ſcheinbarer
Durchmeſſer wächſt von 31."1 auf 32.‟0. Konjunktionen
des Jupiter finden ſtatt am 1., um 4 Uhr morgens, mit
dem Monde, am 4., um 3 Uhr nachmittags, mit dem
Mars (ſiehe oben) und am 28., um 10 Uhr abends,
abermals mit dem Monde, wobei es faſt zur Bedeckung
kommt; in der Frühe des 29. November ſieht man die
abnehmende Mondſichel, bereits etwas nach Oſten hin
fortgerückt, noch ſehr nahe links von dem hell
ſtrahlen=
den Planeten. — Saturn, der im Oktober in
Oppo=
ſition geweſen iſt, bleibt im Sternbilde des „Widders”
anfänglich noch die ganze Nacht über dem Horizont,
geht aber ſtetig früher, zuletzt ſchon um 5 Uhr
mor=
gens, unter; er kulminiert Mitte November um 10¾a
Uhr abends, ſteht dann aber recht hoch im Süden. Da
ſich ſein Erdabſtand von 8.25 auf 8.44
Erdbahnhalbmeſ=
ſer vergrößert, verkleinert ſich der ſcheinbare Durch=
meſſer ſeiner Scheibe von 19."7 auf 19.‟3. Die Längen
der Achſen des Saturnringes ſind Mitte November:
große Achſe 45.‟2, kleine Achſe 12.‟7. Am 15.
Novem=
ber, 3 Uhr nachmittags, hat der Mond mit Saturn eine
ſehr nahe Konjunktion; man ſieht den nahezu vollen
Mond in der vorangehenden Nacht weſtlich (rechts)
und in der folgenden Nacht öſtlich (links) von dem
Planeten. — Uranus, im „Schützen”, befindet ſich
am 1. November bei Rektaſzenſion 19 h 34 m 2s und
—22 12½ er ſteht alſo ſehr tief am frühen Abend im
Südweſten. Seine Entfernung von uns vergrößert
ſich von 19.94 auf 20.38 Erdbahnradien, ſein
Scheiben=
durchmeſſer nimmt von 4.‟1 auf 4.%0 ab. — Neptun
hält ſich weiter in den „Zwillingen” auf, und zwar iſt
ſein Ort am 1. November Rektaſzenſion’7 h 32 m 46s
und Deklination —21‟ 5 er geht ſchon am ſpäten
Abend auf und kulminiert Mitte November um 4 Uhr
morgens in bedeutender Höhe über dem Horizont.
Sichtbar iſt er nur in ſtarken Inſtrumenten.
Den Fixſternhimmel ſehen wir im
Novem=
ber abends durch die Milchſtraße in zwei gleiche
Hälf=
ten geteilt; das ſternbeſäte Band ſteigt genau im Oſten
auf, erhebt ſich ſenkrecht bis zum Zenith und ſteigt
dann ebenſo regelmäßig zum Weſten herab. Ihr
öſt=
licher Zweig nimmt ſeinen Verlauf zwiſchen den
Bil=
dern des „Orions” und der „Zwillinge” über den
„Fuhrmann” mit der hellen Capella, und über den
„Perſeus” mit dem veränderlichen Sterne Algol und
dem prächtigen Doppelſternhaufen, den ſchon das bloße
Auge leicht erkennt, der ſich aber im lichtſtarken
Fern=
rohr als eines der ſchönſten Objekte erweiſt. Gerade
im Zenith breitet ſich das W der „Caſſiopeja” aus,
während im weſtlichen Zweige der Milchſtraße
ab=
wärts zunächſt der „Cpheus” dann der „Schwan” mit
Deneb und der „Adler” mit Atair als
Hauptkonſtella=
tionen hervortreten. Den ſich vom Südweſten zum
Nordoſten ſchwingenden Tierkreis bezeichnen die
Bil=
der „Steinbock” „Waſſermann” „Fiſche”, „Widder”,
„Stier” und „Zwillinge‟. Hoch im Süden, unterhalb
der „Caſſiopeja” glänzen die drei hellſten Sterne der
„Andromeda”: Alpha, Beta, Gamma, über deren
mit=
telſtem man ſchon mit freiem Auge das zarte
Wölk=
chen des wunderbaren großen Nebels wahrnimmt, den
uns die moderne Himmelsphotographie als ein
unend=
lich fernes ungeheueres Spiralſyſtem aus Millionen
von Sonnen vor das Auge gezaubert hat. Neben der
„Andromeda” im Südweſten ſteht der „Pegaſus” im
Südſüdoſten der „Walfiſch” im Südoſten der „
Eri=
danus” und im Oſten erheben ſich am ſpäten Abend
ſchon die ſogenanten Winterſternbilder, ihnen voran
der „Orion” mit ſeinen drei hellfunkelnden
Gürtel=
ſſternen. Den Norden ſchmückt das ausgedehnte
Stern=
bild des „Großen Bären” den Himmelspol darüber
das Bild des „Kleinen Bären” das der langgeſtreckte
„Drache” umſchlingt. Im Nordoſten endlich bemerken
wir den „Bootes” mit Arctur, daneben die „Krone‟,
und tief im Nordweſten den „Herkules”.
Nummer 256.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. November 1910.
Seite 3.
Gemeindeweiden mit ſich bringt, zur Stallzucht gedrängt
und damit die deutſche Viehwirtſchaft in eine Kriſis
ge=
bracht, die ſich noch viel mehr verſchärfen wird, bis
zu=
nehmende Belehrung auch hier mit der Rückkehr zur
Natur Heilung bringt.” — Dieſe Anſicht iſt aber nicht
neu!
* Belgrad, 30. Okt. Der Kronprinz verbrachte
die Nacht in ruhigem Schlaf. In den Lungen zeigt ſich
leichter, trockener Katarrh. Fieberfroſt iſt nicht mehr
vor=
handen. Die Rückenwunde iſt rein. Die Granulierung der
Milz zeigt die Tendenz, ſich auch weiter zu verringern.
* Buenos Aires, 29. Okt. Auf der
Inter=
nationalen Eiſenbahn= und
Verkehrsaus=
ſtellung in Buenos Aires 1910 ſind an deutſche
Ausſteller 72 große Preiſe, 34 Ehrendiplome, 38
gol=
dene Medaillen, 17 ſilberne, 5 bronzene und 2 ehrenvolle
Erwähnungen gefallen. Auf der Internationalen
Land=
wirtſchaftlichen Ausſtellung daſelbſt erhielten deutſche
Aus=
ſteller 40 größe Preiſe, 28 Ehrendiplome, 106 erſte Preiſe,
26 zweite und 3 dritte Preiſe, ſößßie fünf ehrenvolle
Er=
wähnungen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. November.
* Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden bis auf weiteres jeden Mittwoch und
Samstag vormittags Audienzen erteilen, ſowie Meldungen
und Vorträge entgegennehmen.
* Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Oberpfarrer Hermann
Bernbeck zu Michelſtadt aus Anlaß der Einweihung
der Kirche zu Michelſtadt das Ritterkreuz 1. Klaſſe des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen und dem
Weichenſteller 1. Klaſſe in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſen=
bahngemeinſchaft Jakob Herzbach zu Mainz aus
Anlaß ſeiner am 1. November d. J. erfolgenden
Ver=
ſetzung in den Ruheſtand das Allgemeine Ehrenzeichen
mit der Inſchrift „Für treue Dienſte” verliehen.
* Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Karl Klippel aus Wendelsheim, Kreis Alzey, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Nieder=Wieſen, in
demſelben Kreiſe.
* In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Gemeindeſchule zu Bad Nauheim Auguſt
Wagner auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte, vom 1. November 1910
an und ihm aus dieſem Anlaß das Silberne Kreuz des
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen mit derKrone
verliehen.
* Seine Majeſtät der Kaiſer von Rußland haben
lt. „Darmſt. Ztg.” zum Beſten der örtlichen
Wohltätig=
keitsanſtalten und der ärmeren Bevölkerung Friedbergs
und Bad Nauheims 10000 Mark geſpendet und dieſen
Geldbetrag durch den Miniſter des Kaiſerlichen Hauſes
Baron Fréedericksz dem Herrn Staatsminiſter Ewald
zur Verteilung übermitteln laſſen.
L. Die geſtrige Strafkammerverhandlung erſcheint
als das Ende einer unglaublichen Hetze, welche ſeit
Weihnachten bis in die neueſte Zeit in Biblis gegen
den dortigen katholiſchen Geiſtlichen in Szene
geſetzt wurde. Dem Pfarrer war, um den letzten
Ver=
ſuch mit ihm zu machen, im Frühjahr 1907 der 1877 in
Offenbach geborene Joſeph Kriegsheim als Kaplan
zugeteilt worden. Vorher war letzterer in
Oberabt=
ſteinach, in Herbſtein und im Knabenkonvikt in
Die=
burg tätig geweſen; auch hatte er vorübergehend in
Würzburg neue Philologie ſtudiert und ſich im Kloſter
aufgehalten. Seine Beziehungen zu einer Dame mit
Namen Suſanna Reiſert hatten ein
Disziplinarver=
fahren zur Folge gehabt. Auch in Biblis wurden ſehr
bald Klagen über ſein Verhältnis zu der Lehrerin Frl.
Kühn laut, ſo daß dem Pfarrer nichts anderes übrig
blieb, als einmal bei der Witwe Kühn, der Mutter des
Mädchens, vorzuſprechen. Bei dieſer Gelegenheit
wur=
den ihm die Beſchwerden beſtätigt. Er nahm daher ein
kurzes Protokoll auf, welches die Mutter unterſchrieb.
Die Urkunde ſandte er nach Mainz an das Ordinariat.
Dort ſollte die Witwe vernommen werden; ſie zog es
jedoch vor, nicht hinzugehen, ſondern ihr Protokoll zu
widerrufen. Dieſer Schritt half nichts; neue
Beſchwer=
den wurden laut, und ſchließlich kam es zu einem
Dis=
ziplinarverfahren vor dem geiſtlichen Gerichtshof in
Mainz, welcher den Kaplan am 24. Dezember 1909
auf ein Jahr in ein Kapuzinerkloſter verwies. Als
Kriegsheim merkte, wie die Sache lief, ſoll er dem
Geiſtlichen Rache geſchworen und geſagt haben, ſein
Wegzug gehe über deſſen Leiche. Seine Drohung war
ernſt zu nehmen, denn als die Witwe Kühn verſicherte,
ſie habe ſich bei niemand beſchwert, als der Kaplan
wei=
nend verſicherte, er ſei unſchuldig, und in Mainz,
wo=
hin ſich Bibliſer Einwohner wandten, keine
Aufklär=
ung gegeben wurde, kam es in Biblis zu
Proteſtver=
ſammlungen und Kundgebungen zu Gunſten des
Kap=
lans gegen den Pfarrer. Letzterem wurden die
Fen=
ſterſcheiben eingeworfen und die ſtärkſten
Beleidigun=
gen zu Teil. Es wurde behauptet, er ſei ein Lügner,
er habe das Beichtgeheimnis verletzt, die Witwe Kühn
habe er unterſchreiben laſſen, was dieſe gar nicht
wußte. Unter den obwaltenden Verhältniſſen ſei er
nicht mehr imſtande, die Kommunion zu ſpenden; er
ſei kein Menſchenfreund. In ſeiner früheren Stelle in
Unterſchönmattenwag habe er die Leute ums Geld
ge=
bracht und einen alten Lehrer brotlos machen wollen;
als er dort wegzog, ſeien ſeine Möbel auf dem
Schin=
derkarren befördert worden. Mit einer Frau habe er
Dinge beſprochen, die man auf keine Schippe nehmen
könne uſw. Wegen dieſer Beleidigungen eines
Reli=
gionsdieners in Bezug auf ſeine Perſon und ſeinen
Beruf wurden angeklagt: Schneidermeiſter Valentin
Reis VIII., Rechner Georg Philipp Beickert, Privatier
Ludwig Peter Frühwein — dieſe ſollen fortgeſetzt
ge=
handelt haben; der Landwirt Martin Beckerle III.,
der Landwirt Valentin Ganßmann IV., der Landwirt
Heinrich Dölger III., der Schloſſer Georg Hebling, des
Johann Handwerk Ehefrau, der Gärtner Heinrich
Leu=
bert und der Landwirt Michgel Eigert II.; alle wollen
im beſten Glauben gehandelt und keine Beleidigung
des Pfarrers beabſichtigt haben. Mit dieſem würden
ſie, wenn ſich ihr Irrtum aufkläre, gern Frieden
ſchlie=
ßen. — Nach ihrer Vernehmung findet eine
Mittags=
pauſe ſtat.
Die Beweisaufnahme, in welche nachmittags
einge=
treten wurde, fand großenteils unter Ausſchluß der
Oef=
fentlichkeit ſtatt. Dann wurden Vergleichsverhandlungen
eingeleitet, die nach vieler Mühe zu dem Ergebnis führten,
daß die Angeklagten zugeben, an der Naſe herumgeführt
worden zu ſein, ſie nehmen ſämtliche gegen den
Pfarrer Thomas ausgeſprochenen
Belei=
digungen mit dem Ausdruck des
Bedau=
erns zurück. Sie übernehmen ſämtliche Koſten
ein=
ſchließlich der dem Pfarrer Thomas erwachſenen
notwen=
digen Auslagen; der Vergleich darf auf ihre Koſten im
Mainzer Journal veröffentlicht werden. Die Genehmigung
des Vergleichs durch das Ordinariat bleibt vorbehalten,
ebenſo bis zur Entſcheidung dieſer Behörde die
Zurück=
nahme des Strafantrags des Pfarrers Thomas.
* Eine Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz
Starkenburg findet am Samstag, den 5. November,
vor=
mittags 9½ Uhr, ſtatt Tagesordnung: 1. Beſchwerde
des Georg Ludwig Werle I. zu Viernheim wegen
Verwei=
gerung ſeines Losholzes. — 2. Geſuch des Jakob
Schnau=
ber von König um Erteilung einer Legitimationskarte.
3. Geſuch des Wilhelm Bolz in Schönberg um Erlaubnis
zum Betrieb eines Cafés. — 4. Die Aufnahme des
Fleiſch=
beſchauers Genazino, des Rechners Schäfer der Gemeinde=
Krankenverſicherung, ſowie der Hebammen Haller und
Maul von Eberſtadt in die Fürſorgekaſſe.
D Nachtrag zur Tagesordnung für die 12.
Sitz=
ung der Stadtverordneten=Verſammlung am 3.
No=
vember: 4. Vortrag und Uebergabe der
Bürger=
meiſterei=Vorlage über den neuen Stellenplan. 5.
Wirtſchaftsrechnung über die Errichtung eines
Hallen=
ſchwimmbades. 6. Erweiterung der
Berufsvormund=
ſchaft.
Von der Techniſchen Hochſchule. Dem Baurat
Walter Knapp wurde die venia legendi für
Eiſen=
konſtruktionen des Hochbaues ſowie Dr. Walter
Dammann die venia legendi für Kunſtgeſchichte an
der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt erteilt.
O Zur Stadtverordnetenwahl. Die kürzlich durch
einen Teil der hieſigen Preſſe gegangene Nachricht über
unrichtige Aufſtellung der Wählerliſte für die
Stadt=
verordnetenwahl entbehrt jeder tatſächlichen Unterlage.
(Wir hatten von der Meldung die von vornherein
un=
glaubwürdig erſchien, keine Notiz genommen. Die Red.)
* Wahlen zum Kaufmannsgericht. Die Wahl der
Arbeitgeber=Beiſitzer findet morgen, Mitt=
woch, den 2. November, von 11 Uhr vormittags bis
2 Uhr nachmittags und von 5 Uhr nachmittags bis
8 Uhr abends im Sitzungsſaal des Kaufmannsgerichts,
Waldſtraße 6, Zimmer 10, ſtatt. Im heutigen
An=
zeigenteil erſcheint ein gemeinſchaftlicher Wahlvorſchlag
der Vorſtände des Handelsvereins, Detailliſtenvereins,
Kaufmänniſchen Vereins und Kath. kaufm. Vereins
„Conſtantia” ſauf welchen die Wahlberechtigten
auf=
merkſam gemacht werden.
Heute, Dienstag, 1. November, findet die
Wahl der Gehilfen=Beiſitzer zum
Kaufmanns=
gericht ſtatt. Die Wahlzeit währt von 11 Uhr
vormit=
tags bis 2 Uhr nachmittags und von 5 Uhr nachmittags
bis 8 Uhr abends. Wahllokal: Sitzungsſaal des
Kauf=
mannsgerichts, Waldſtraße 6, Zimmer 10.
— Kriegerverein Darmſtadt. Wie in früheren
Jahren, ſo beginnt auch dieſesmal der Verein ſeine
Winterverſammlungen mit einem Lichtbildervortrag,
welcher von dem Kameraden Geiſt, der ja in dieſer
Beziehung immer hervorragendes geleiſtet hat, ausgeführt
wird. Um den Reſerviſten, welche zu dieſem Vortrag
eingeladen ſind, nach ihrer abgeleiſteten Militärdienſtzeit
einige vergnügte Stunden in älteren Kameradenkreiſen
zu bereiten, findet nach dem Vortrag ein kleiner Tanz
ſtatt. Die Feier findet im großen Saale der Turnhalle
am Woogsplatz ſtatt, woſelbſt auch nach Wiedereröffnung
des Wirtſchaftsbetriebs die regelmäßigen
Monatsver=
ſammlungen für die Zukunft abgehalten werden. (Näheres
ſiehe aus der Anzeige im heutigen Blatt.)
* Basler Frauen=Miſſion. Man ſchreibt uns: Der
Hilfsverein für die Basler Frauen=Miſſion wird in
Kürze ſeinen jährlichen Verkauf zum Beſten des
ge=
nannten Zweckes abhalten. Er findet wieder im
Ge=
meindehaus Kiesſtraße 17 ſtatt und iſt auf Donnerstag,
den 10. November, von 10½—6½ Uhr feſtgeſetzt. Die
zum Verkauf ausgebotenen nützlichen und praktiſchen
Gegenſtände, wie Armenſachen, Kinderkleidungsſtücke,
Spielſachen, Schürzen, Arbeitstaſchen uſw., laſſen ſich
vortrefflich zu Geſchenken für das herannahende
Weih=
nachtsfeſt verwenden. Ein Büfett mit Kuchen aller Art,
Tee, Kakao ſorgt für Erfriſchungen. Einige kurze
Nach=
richten aus der Frauen=Miſſion mögen intereſſieren: Die
jetzt draußenſtehenden 26 Schweſtern verteilen ſich auf
die verſchiedenen Arbeitszweige folgendermaßen: Schulen,
Anſtalten, Bibelfrauenarbeit 14, ärztliche Miſſion 9,
Induſtrie 3. Sie arbeiten in Indien, Kamerun,
Gold=
küſte und Südchina. Ihre Ausbildung erhalten ſie, da
dem Basler Miſſionshaus leider noch immer ein eigenes
Schweſternheim fehlt, im Bibelhaus von St. Chriſchena
und in der Miſſionsfrauenſchule der ſchottiſchen
Frei=
kirche zu Edinburg. Seit 1908 ſtand die Frauen=Miſſion,
was Ausgaben und Einnahmen anlangt, auf eigenen
Füßen. Sie bedurfte keines Zuſchuſſes aus der
Miſſions=
hauptkaſſe. Die Anforderungen an die Frauen=Miſſion
nehmen aber Jahr um Jahr zu. Möchte wachſende
Miſſionsliebe und Opferwilligkeit daheim ein weiteres
glückliches Aufblühen der Frauen=Miſſion draußen
er=
möglichen helfen. Unſer Miſſionsverkauf möchte an
ſeinem Teil hierzu beitragen.
— Der Chriſtliche Verein Junger Männer „
Wart=
burg” feierte am Sonntag ſein 9. Jahresfeſt, das
dank der guten Vorbereitungen in jeder Hinſicht
glän=
zend verlaufen und wohl gelungen iſt. Den Grund
legte ein Feſtgottesdienſt am Vormittag, in dem Herr
Pfarrer Correvon von Frankfurt a. M. in
hin=
reißender, die Herzen erwärmender Rede über 2. Tim.
1,12 ſprach. Das Vereinsorcheſter verſchönte den
Got=
tesdienſt durch das kunſtvoll vorgetragene „Wir treten
zum Beten‟. Die Nachmittagsverſammlung um 2½
Uhr war für die Mitglieder und Gäſte des Vereins
beſtimmt. Das innere Vereinsleben berührte hier die
Feſtanſprache des Herrn Pfarrer Müller von
Offen=
bach, Bundesvorſitzender des Ev. Heſſ.
Jünglings=
bundes. Der Poſaunenchor des Vereins, verſtärkt
durch einige Brudervereine, leiſtete Gutes. Ein
treff=
lich geſungenes Tenorſolo von Herrn Martin Beſt ſei
erwähnt. Die Verſammlung am Abend war der
Oef=
fentlichkeit gewidmet; der große Raum des „
Kaiſer=
ſaals” reichte kaum aus. Er war überfüllt von friſchen,
jungen Männern und deren Angehörigen, von
Freun=
den und Gäſten des Vereins. Das Vereinsorcheſter
leiſtete hier Vorzügliches unter ſeinem Muſikmeiſter,
Herrn Oberaſſiſtenten Zehfuß. Der Beirat begrüßte
die Verſammlung durch Herrn Profeſſor Kiſſner.
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, den 30. Oktober:
HHoffmanns Erzählungen”.
W-l. Die im Mai vorigen Jahres zum letzten
Male gegebene genial=phantaſtiſche Oper von
Offen=
bach „Hoffmanns Erzählungen” gelangte heute
in neuer Einſtudierung wieder zur Aufführung.
Be=
merkenswerterweiſe fand die Vorſtellung, wie in dem
Vorbericht ſchon mitgeteilt, vor ausverkauftem Hauſe
ſtatt; denn ein ſolches war an der Kaſſe angezeigt. Die
Aufführung erweckte ein ſtarkes Intereſſe, obwohl nicht
alles ſo gelang, wie man wohl gewünſcht hätte, da nicht
alle Rollen entſprechend beſetzt werden konnten.
Die Herren Weber, de Leeuwe, Schwarze und
Riechmann und Frl. Suchanek ſind uns in ihren
Rol=
len von der letzten Aufführung her ſchon bekannt.
Herr Weber zeichnete ſich durch charakteriſtiſche
Aus=
geſtaltung ſeiner drei Rollen und geſangliche
Tüchtig=
keit, die er zu einer prächtigen Geſamtleiſtung
ver=
einigte, vor allen aus, Herr Hacker, der den
Hoff=
mann ſang, war ſtimmlich ſehr gut disponiert und in
der Durchführung ſeiner Geſangspartie ſehr glücklich.
Herr de Leeuwe war als Vertreter der drei
komi=
ſchen Rollen ganz an ſeinem Platze und erntete mit
dem komiſchen Lied des 3. Aktes, das ganz aus dem
Rahmen der Oper herausfällt, aber ſehr wirkt, wenn
es ſo geſungen wird, wie es Herr de Leeuwe ſingt,
viele Anerkennung. Die erſte der drei Geliebten
Hoffmanns, die Gliederpuppe Olympia, mimte und
ſang Frl. Suchanek ſtilvoll, die zweite, Giulietta,
wurde durch Frl. von Sugh temperamentvoll dar=
geſtellt, der aber der Dialog noch Schwierigkeiten
be=
reitet, die dritte, Antonia, die bedeutendſte und
ſchwie=
rigſte der drei Partien, deren berufene Vertreterin Frl.
Geyersbach geweſen wäre, hatte Frau de Leeuwe
übernommen, die ſich ihrer darſtelleriſchen und
geſang=
lichen Aufgabe mit vielem Takt, muſikaliſchem
Ver=
ſtändnis und geſanglichem Können unterzog, wenn ihr
auch die ſehr hoch liegende Partie manche Klippe
ſchuf. Für Frl. Howard, die die Rolle des Niklaus
ſpielte, war es nicht von Vorteil, daß ſie ſehr wenig
zu ſingen hatte. Eine ſympathiſche Figur ſchuf Herr
Riechmann aus dem Muſiker Creſpel, recht gut war
auch Herr Schwarze als Spalanzani. Frl. Ritter,
die die Partie der Mutter Antonias ſang, fiel durch
ihre ſchönen ſtimmlichen Mittel und guten Vortrag
an=
genehm auf.
Das ſzeniſche Bild der Erſcheinung der Mutter im
3. Akt iſt aber einer Verbeſſerung bedürftig. Mit am
beſten gelangen die Chorſzenen in Lutters Keller.
Das Publikum nahm die Aufführung ſehr beifällig auf.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Die erſte Kinderleſehalle in
Ber=
lin. Man ſchreibt uns: Die erſte Kinderleſehalle iſt
von dem von Otto von Leixner gegründeten Volksbund
in der Markthalle am Arminiusplatz in Moabit
er=
öffnet worden. Der große Andrang der Kinder zeigt,
wie lebhaft das Bedürfnis nach derartigen
Einricht=
ungen iſt. Der Volksbund hat im Gegenſatz zu
ähn=
lichen Einrichtungen als den Grundgedanken der
Kin=
derleſehalle feſtgehalten, den Kindern lediglich
Ge=
legenheit zu bieten, gute Bücher zu leſen und gute
Bilder zu beſehen. Anfertigung von Schularbeiten
und Beſchäftigung durch Spiele iſt ausgeſchloſſen. Vom
Guten ſoll das Allerbeſte dargeboten werden, und zwar
in mehreren Exemplaren, ſodaß unter Umſtänden
mehrere Kinder gleichzeitig dasſelbe Buch bekommen
können. Als eiſerner Beſtand ſind zunächſt „Onkel
Toms Hütte”, „Sigismund Rüſtig”, „Robinſon”,
Mär=
chenbücher von Bechſtein, Reinick u. a., Guſtav Schwab=
„Sagen” u. e. a., an Bilderbüchern ſolche von Oskar
Pletſch, von Reinick, Fabeln von Hey=Spekter in den
beſten Ausgaben angeſchafft worden und ſind dauernd
allgemein begehrt. An der Hand von Berſuthsbüchern
wird dieſer Beſtand allmählich ergänzt und erweitert
werden. Eine ſorgfältige Beobachtung des
literari=
ſchen Geſchmacks der Kinder ſoll von Anfang an
durch=
geführt werden und die weiteren Wege weiſen. Die
Kinderleſehalle iſt vorläufig an vier Wochentagen,
Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag, von 4—7
Uhr nachmittags, geöffnet.
N. Die Einweihung der
Rieſenkraft=
quellen Süd=Schwedens. In der Geſchichte
der Dienſtbarmachung der Rieſenwaſſerkräfte
Schwe=
dens war der 29. Oktober ein bedeutungsvoller
Merk=
tag. An dieſem wurde nämlich der erſte große Teil
der mächtigen Kraftanlage der
Trollhättawaſ=
ſerfälle eingeweiht. Die Kraftanlage kann in ihrer
heute fertigen Geſtalt 40000 Pferdekräfte liefern;
hier=
zu kommen aber im Jahre 1911, nach Fertigſtellung des
zweiten Teils des „Ausbaues” der Trollhättafälle
noch weitere 40000 Pferdekräfte. Die vom nächſten
Jahre an im ganzen zur Verfügung ſtehenden 80000
Pferdekräfte des Trollhättawaſſerfalls bedeuten eine
ausgenützte Waſſermenge von 250 Kubikmeter in der
Sekunde. Dieſer Waſſermenge entſprechen die
Dimen=
ſionen des koloſſalen Kraftkanals und der dazu
ge=
hörigen Waſſerbauten. Es wird indeſſen auch bei den
vom nächſten Jahre an auszunützenden 250
Kubik=
metern Waſſer pro Sekunde noch nicht in der
Ent=
wickelung Halt gemacht werden. Der ſchwediſche Staat
disponiert nämlich über eine Geſamtwaſſermenge, die
zwiſchen 320 und 900 Kubikmeter in der Sekunde
wech=
ſelt, und wenn die Fälle nicht nur des Trollhättan,
ſondern auch Vargoens und Lilla Edets voll ausgebaut
ſind, und der große Binnenſee Wänern reguliert ſein
wird, werden 180000 Pferdekräfte durch die
Binnen=
gewäſſer dem ſchwediſchen Staate zur Verfügung ſtehen.
Den größten Teil der Kraft gibt die gewaltige
Waſſer=
maſſe des Götafluſſes. Es eröffnen ſich infolge der
Dienſtbarmachung der mächtigen Waſſerkräfte für
Schweden Zukunftsmöglichkeiten, die bis vor wenigen
Jahren noch ungeahnt waren. Jetzt ſchon hat das
Verteilungsnetz der elektriſchen Kraftanlage der
Troll=
hättafälle eine Geſamtlänge von 122 Kilometer.
Se=
kundärſtationen befinden ſich in Hakanſtorp, Skara,
Skoefde, Lilla Edet, Alingſas und Gothenburg. Ein
ſehr bedeutender Teil von Schweden wird alſo die
eminenten Vorteile der Waſſerkräfte des Trollhättan
mitgenießen; eine große Zahl mittel= und
ſüdſchwedi=
ſcher Städte wird vom Trollhättan ihr elektriſches
Licht und ihre elektriſche Kraft beziehen; ja, wenn der
zweite Teil der Anlage nächſtes Jahr fertiggeſtellt ſein
wird, iſt es nicht unwahrſcheinlich, daß ein Teil des
eventuellen Kraſtüberſchuſſes der Waſſermaſſen des
Götafluſſes nach — Kopenhagen „exportiert” werden
wird. Ein ſolcher weittragender Plan iſt wenigſtens
allen Ernſtes vom jetzigen Chef der
Trollhättakraft=
anlage, dem Oberingenieur Holmgren, entworfen
wor=
den. — Ein Zukunftsplan, der ebenfalls ernſtlich
er=
wogen wird, iſt die allmähliche Elektrifizierung der
ſämtlichen Eiſenbahnen Schwedens mittels der jetzt
zur Verfügung ſtehenden und noch dienſtbar zu
machen=
den Waſſerkräfte. . .
Mit dem Bau der Trollhätta=Kraftanlage wurde
erſt vor vier Jahren angefangen; die Rieſenarbeit iſt
alſo in verhältnismäßig kurzer Zeit vollendet worden.
Der Kraftkanal hat eine Länge von 1300 Meter und iſt
darauf eingerichtet, 250 Kubikmeter Waſſer pro
Se=
kunde durchzuführen. Das Verteilungsbaſſin
befin=
det ſich im Berge oberhalb Olidehala. Von hier aus
wird das Waſſer durch Tuben, die je einen Durch=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. November 1910.
Nummer 256.
Wenngleich der Verein durch manche Schwierigkeiten Hauſe im Grünen Weg aufgeſtellt war, geſtohlen worden.
ſich bis heute doch zu ſolcher Höhe emporgeſchwungen,
daß er an erſter Stelle aller ähnlichen Beſtrebungen
unſerer Stadt ſteht. Das zeigten die in bunter
Reihen=
folge vorgetragenen Stücke des ſchon erwähnten
eine kleine Aufführung und anderes. Der
Jahres=
bericht iſt im Druck erſchienen und im Sekretariat, die den geſamten Haushalt betreffen.
Karlſtraße 21, erhältlich. Der Vorſitzende des
Ver=
eins, Herr Pfarrer D. Dr. Diehl, ſchloß das ganze
und Gäſte.
— Feuerwehr. Sonntag abend verſammelte ſich
die Feuerwehr mit ihren Angehörigen zu einem
Fa=
kenheld — als Vertreter des Großh. Polizeiamts —
wurde den Feuerwehrleuten Franz Bernmann
und Gg. Roth das vom Großherzog geſtiftete
Ehren=
zeichen für 25jährige Dienſtzeit bei Freiwilligen
Feuer=
wehren feierlichſt überreicht. Es folgte ein Hoch auf
den Protektor der Feuerwehren, das lauten Widerhall
fand. Branddirektor Fiſcher widmete im Namen der
Fenerwehr den beiden Kameraden als Andenken an
dieſen Ehrentag je eine Taſchenuhr. 18
Feuerwehr=
leuten wurde für 20=, 15= und 10jährige Dienſtzeit je
ein Abzeichen nebſt Ehrenurkunde überreicht. Bei
fröh=
licher Stimmung und Tanz endigte die ſchöne und
wür=
dige Feier gegen 12 Uhr
Die ſtädtiſche Rechtsauskunftsſtelle Darmſtadt
Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 5) erteilt unentgeltlich Rat und
Auskunft. Sie iſt nach Möglichkeit bei der Verfolgung
be=
gründeter Rechtsanſprüche durch Anfertigung von
Schrift=
ſätzen behilflich. Die Rechtsauskunftsſtelle wurde im
ver=
floſſenen Vierteljahr von 688 Ratſuchenden (gegen 618 im
vorigen Vierteljahr) in Anſpruch genommen. Von dieſen
waren 124 Arbeitgeber (96 männliche und 28 weibliche),
468 Arbeitnehmer (319 männliche und 149 weibliche) und
96 ſonſtige Perſonen (20 männliche und 76 weibliche). An
Geſuchen, Eingaben, Klagen und anderen Schriftſätzen
wurden 138 angefertigt, Vergleichsverhandlungen fanden
in 43 Fällen ſtatt. Durch Vergleiche kamen insgeſamt zur
Auszahlung 350 Mark 70 Pfg. Die Inanſpruchnahme der
Rechtsauskunftsſtelle iſt eine ſtetig zunehmende. Im
1. Halbjahr des laufenden Geſchäftsjahres ſind an 1306
Perſonen gegen 880 Perſonen im 1. Halbjahr des vorigen
Geſchäftsjahres, ſomit an 426 Perſonen mehr, Auskünfte
erteilt worden.
— Adreßbuch. Die Druckbogen Nr. 2 und 3 des
1911er Adreßbuches, enthaltend Einwohnerregiſter
Bernhard, Friedrich bis Elſinger, Gottlieb — liegen im
Hauptmeldebureau, Hügelſtraße 31/33, Zimmer Nr. 13,
während der Bureauſtunden (von 8 bis 12 Uhr
vor=
mittags und von 2 bis 6 Uhr nachmittags) bis zum
3. November zur Einſichtnahme offen.
— Orpheum. Ein glänzendes und
abwechslungs=
reiches Varieté=Programm wird heute,
Diens=
tag, die erfolgreichen Gaſtſpiele der Oberbayern
ab=
löſen. Von beſonderem Intereſſe dürften die Barfuß=
Tanz=Idyllen der „3 nordiſchen Grazien”, ſowie die
Leiſtungen der muſikaliſchen Wunderkinder, 6
Ge=
ſchwiſter Colberg, mit ihrem „kleinſten Kapellmeiſter
der Welt”, ſein; ferner die Pariſer Schönheit Melle
Hero mit ihren Tableaux vivants, ſowie der brillante
Humoriſt am Flügel, Otto Röhr. Eine Reihe weiterer
erſtklaſſiger Kunſtkräfte wird den Spielplan
ange=
meſſen vervollſtändigen. (Siehe Anz.)
— Im Kölniſchen Hof findet vom 1. bis 30.
No=
vember täglich Konzert des Damenorcheſters Fortuna
ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeigg.)
§ Sachbeſchädigung. In der Nacht von Samstag
auf Sonntag wurde aus dem ſüdlichen eingezäunten
Teil der Bahnhofsanlage vor dem Hauptbahnhof eine
größere Anzahl Blumenſtöcke gewaltſam aus dem
Boden geriſſen und weggeworfen.
Sonntag entſtand in einer Wirtſchaft in der
Beſſunger=
ſtraße zwiſchen vier jungen Leuten eine Schlägerei. präſident Dr. Hangen, Oberſtaatsanwalt Dr. Buff, der
zweiter am Kopfe verletzt.
§ Diebſtähle. Am Samstag nachmittag gegen
7 Uhr iſt ein Fahrrad, welches kurze Zeit vor einem
meſſer von 4½ Meter haben, nach den großen Turbinen
geleitet. Das Maſchinenhaus iſt auf Betongrund
unmittelbar auf dem Felſen aufgeführt. Es iſt für
8 Turbinen eingerichtet, wovon die vier jetzt ſchon
auf=
geführt ſind. Jede Turbine hat einen Effekt von 10000
Pferdekräften. Die Spannung iſt 10—11000 Volt. In
einem beſonderen Gebäude geſchieht die
Transforma=
tion zunächſt auf 50 000 Volt. Sodann folgt die
Ver=
teilung teils mit niedriger Spannung an die
nächſt=
liegenden Konſumenten, teils mit hoher Spannung an
die weit weggelegenen Plätze, wo wiederum
Tkans=
formationsſtationen angelegt ſind. In dieſer
Ver=
bindung mag noch erwähnt werden, daß nach der
Re=
gulierung des Sees Wänern auch ein großer Kanal
ausſchließlich für den Verkehr errichtet werden wird;
durch dieſen mächtigen Verkehrskanal, wofür der
Reichstag 25 Millionen Mark veranſchlagt hat, wird
das ſchwediſche „Binnenmeer” Wänern ausländiſchen
Häfen erſchloſſen werden.
* Eine Kundgebung der
Studenten=
ſchaft wird für den 4. November d. J. vorbereitet.
An dieſem Tage ſollen gleichzeitig in faſt allen
deut=
ſchen Hochſchulſtädten große Akademikerverſammlungen
ſtattfinden mit dem Thema: „Die Rechtslage des
Stu=
dierenden. Reform der akademiſchen
Disziplinarvor=
ſchriften!” in denen durch eingehende Vorträge von
Akademikern und Parlamentariern die dringende
Not=
wendigkeit einer baldigen Reform der veralteten
Disziplinargeſetzgebung im Sinne des einſtimmigen
Beſchluſſes des Abgeordnetenhauſes beleuchtet
wer=
den ſoll.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 1. Nov.: „Carmen”.
Mittwoch, 2. Nov.: „Ein Walzertraum”. Donnerstag,
3. Nov.: „Lohengrin”. Freitag, 4. Nov.: Der Graf von
Luxemburg‟. Samstag, 5. Nov.: „Alda”. Sonntag,
6. Nov., 3½ Uhr: „Die geſchiedene Frau”. 7 Uhr: „Don
Juan”. Montag, 7. Nov.: „Die Geiſha‟. Dienstag,
8. Nov.: Zum erſten Male: „Suſannens Geheimnis‟
hierauf zum erſten Male: „Der Schleier der Pierrette‟
2. Schauſpielhaus. Dienstag, 1. Nov.: „Tantris
der Narr”. Mittwoch, 2. Nov.: „Die ſittliche
Forder=
ung‟ „Elektra‟ Donnerstag, 3. Nov.: Zur Feier der
25jährigen Wirkſamkeit des Herrn Georg Schwarz in
Frankfurt a. M. Neu einſtudiert: „Einer von unſere
Leut”. Poſſe mit Geſang in drei Aufzügen von D.
Kaliſch und O. F. Berg. Freitag, 4. Nov.: „Die törichte
Jungfrau”. Samstag, 5. Nov.: „Einer von unſere
Leut”. Sonntag, 6. Nov., 3½ Uhr: „Das vierte Gebot”;
Uhr: „Einer von unſere Leut”. Montag= 7. Nop.:
hindurch mußte ſeit ſeiner Gründungszeit, ſo hat er — Einem Landwirt aus Büttelborn wurde am Samstag
vormittag gegen 8½ Uhr auf dem Schillerplatz eine
Jacke entwendet.
Ss. Griesheim, 31. Okt. Dienstag, 1. November,
wird hier ein Haushaltungskurſus eröffnet=
Orcheſters, des Jugendchors, der Turnerriege; auch der, wie man hört, ſich einer zahlreichen Beteiligung
erfreuen ſoll. Derſelbe erſtreckt ſich auf alle Arbeiten,
K. B. Bensheim, 31. Okt. Um den ſich fortwährend
mehrenden bisherigen Nachfragen aus nah und fern
Feſt am ſpäten Abend mit kurzer Anſprache und herz= begegnen und entgegenkommen zu können, hat ſich die
lichem Dank an alle Mitwirkenden, Helfer, Freunde 1 in ſchnellem Emporblühen begriffene
Landhaus=
ſiedelung Schönberger Tal in Bensheim
ver=
anlaßt geſehen, eine Orientierungsſchrift erſcheinen zu
laſſen, die in Wort und Bild die Abſichten des
Grün=
milienfeſt im „Schützenhof‟. Durch Herrn Aſſeſſor Lin= ders, des Fabrikanten Heinrich Klein, ſowie die
Werke des leitenden Künſtlers, Profeſſor Heinrich
Metzendorf, zeigt. Das Heftchen, das der
Land=
hausſiedelung bereits viele Freunde warb, hat für die
ſich nach einem wohlfeilen Eigenhauſe umſehenden
Familien wie für den Fachmann im Baugewerbe
glei=
chen Wert und gleiches Intereſſe. Das Heftchen wird
unentgeltlich an Intereſſenten durch die Leitung der
Landhausſiedelung Schönberger Tal=Bensheim
ver=
ſandt und auch durch den hieſigen Verkehrsverein
ab=
gegeben.
3. Auerbach, 31. Okt. Am Samstag, 29. d. M.,
be=
ging der Bezirkslehrerverein Bensheim
hierſelbſt im „Gaſthaus zur Bergſtraße‟ (J. Weigold?
das Jubiläum ſeines 25jährigen Beſtehens in Form
einer Familienkonferenz, bei welcher die Damen Frl.
Anna und Paula Müller (Darmſtadt), ſowie die
Herren Georg Jöckel (Darmſtadt) und Gg. Meyer
(Bensheim) im muſikaliſchen Teile recht erfolgreich
mitwirkten. Der Obmann des Heſſiſchen
Landesleh=
rervereins Huff überbrachte die Grüße und
Glück=
wünſche genannten Verbandes an den Bezirksverein
Bensheim. Von den 22 Gründern des Vereins ſind
ſieben im Laufe der Jahre verſtorben. Herr Lehrer
Buxbaum (Bensheim), ein Mitbegründer und
eifri=
ger Förderer des Vereins, welcher an der Feier
per=
ſönlich teilnahm, wurde zum Ehrenvorſitzenden
er=
nannt.
t. Lindenfels, 29. Okt. In einer geſtern zu
Reichen=
bach ſtattgefundenen Verſammlung von Induſtriellen
und Intereſſenten des Bahnbaues Bensheim-
Lindenfels wurde in Gegenwart des Herrn
Kreis=
rats Eckſtein und des Vertreters der Eiſenbahnbau=
und=Betriebsgeſellſchaft „Kontinental” in Berlin,
Herrn Baurat Philippi, nochmals über die
Garantie=
leiſtungen der Induſtriellen verhandelt und dabei der
Beſchluß vom 28. vorigen Monats beſtätigt. Danach
ſollen die Garantiebeträge als Frachtzuſchläge nach
einem noch feſtzuſtellenden Staffeltarif erhoben
wer=
den. Zur ſchnellen Förderung des Unternehmens
wurde noch ein Garantiefonds von 3000 Mark von den
einzelnen Intereſſenten gezeichnet. Mit dem Bau der
Bahn ſoll ſpäteſtens am 1. April 1911 begonnen
werden.
M. Mainz, 29. Okt. Der Erhöhung der Weinpreiſe
wird angeſichts des heurigen ſchlechten Weinjahres eine
Preiserhöhung in der Sektbranche folgen.
Aus Berlin kommt die Nachricht, daß die deutſchen
Sektkellereien, insbeſondere die Mitglieder des „
Ver=
liche ſogenannten „Kartenpreiſe” um 25 Pfg. erhöht
werden.
neuen Stadttheaters fand ſich geſtern mittag
um 12 Uhr eine große Anzahl von Damen und Herren ner, die in den Geſchäften, in denen ſie angeſtellt waren,
zur Eröffnungsfeier ein. Es waren u. a.
an=
weſend Provinzialdirektor Geh. Rat Dr. Breidert, Ober= und die Beute dann auf Handwagen fortſchafften. Zu
bürgermeiſter Dr. Göttelmann, die Beigeordneten und
viele Stadtverordnete der Gouverneur General der
Kavallerie Graf von Schlieffen, der Stadtkommandant
§ Streitigkeiten. In der Nacht von Samstag auf Oberſt Ruville und viele andere Offitziere, Eiſen=
Hierbei wurde einer mit einem Meſſer geſtochen und ein frühere langjährige und verdiente Mainzer Theater= mittelung des Täters gezahlt werden.
leiter Hofrat Steinbach, Geh. Kommerzienrat Strecker,
die Leiter der Theater in Frankfurt, Wiesbaden,
Straßburg, Bonn Düſſeldorf und Eſſen, viele Mit= welche von Potsdam nach Berlin fuhr. Als das Auto=
„Die törichte Jungfrau”. Dienstag, 8. Nov.: „Einer
von unſere Leut”.
Kleines Feuilleton.
* Sanitätsrat Melchior Willim in
Breslau iſt, wie berichtet, im Alter von 56 Jahren
in=
folge eines Schlaganfalles geſtorben. Sanitätsrat
Wil=
lim, von Geburt Schleſier, der Sohn eines
hochgeach=
teten Arztes im Rybniker Kreiſe, hat ſeine
medizini=
ſchen Studien an der Breslauer Univerſität abſolviert
und ſich dann dort ebenfalls als Arzt niedergelaſſen.
Weniger bekannt war der Verſtorbene indeſſen durch
ſeine ärztliche Wirkſamkeit als durch ſeine Heirat mit
Prinzeſſin Paukine von Württemberg,
übrigens der einzigen Prinzeſſin aus regierendem
deutſchen Hauſe, die mit einem bürgerlich gebliebenen
Gatten vor den Altar trat. Die Verbindung des jungen
Arztes mit der Prinzeſſin hat ihren Roman: Die
Mutter der Prinzeſſin, Herzogin Mathilde von
Würt=
temberg, hatte ſich im Jahre 1878 in Behandlung bei
Geheimrat Biermer in Breslau begeben. Biermer
legte ſeinem Aſſiſtenten Dr. Willim die beſondere
Pflege der Patientin ans Herz, und ſo ergab ſich eine
häufige Begegnung des jungen Arztes mit der
Prin=
zeſſin, die zu einer tiefen gegenſeitigen Neigung des
Paares führte. Trotz aller energiſchen
Gegeneinwend=
ungen der Herzoglichen Familie blieb die junge
Prinzeſſin ſtandhaft, und ſo erfolgte die Eheſchließung
mit dem Breslauer Arzte im Jahre 1880. Vor der
Vermählung nahm ſie den Namen von Kirchbach an.
Die junge Gattin faßte ihren Beruf als Doktorsfrau
ſehr ernſthaft auf. Sie widmete ſich mit großer
Lei=
denſchaft ſozialen, hygieniſchen und wohltätigen
Be=
ſtrebungen. Ihre beſondere Vorliebe aber galt der
Politik, in der die Prinzeſſin durchaus demokratiſchen
Anſchanungen huldigte. Man ſah ihre charakteriſtiſche
Erſcheinung — Frau Dr. Willim war faſt immer in
ein wallendes, ſchwarzes Tuchkoſtüm gekleidet, ihr
kurzgeſchnittenes Haupthaar war von einem
Männer=
hut bedeckt und an den Füßen trug ſie gewöhnliche
Schaftſtiefel — ſehr häufig in demokratiſchen
Verſamm=
lungen, in deren Debatten ſie zuweilen eingriff. Eine
ſtarke Neigung verband Frau Dr. Willim Jahre
hin=
durch auch mit dem Theater, und bei gewiſſen
Premie=
ren im Lobetheater ſaß Frau Dr. Willim in der
vor=
derſten Reihe, um in demonſtrativer Weiſe ihrem
Bei=
ſall Ausdruck zu geben. Später iſt dieſe
Theaterleiden=
ſchaft etwas zurückgegangen.
* Der „Regimentsring” der Prinzeſſin
Viktoria Luiſe. Seit dem vorigen Jahre iſt die
alilder des Stabdlhenters, Vertreter der Preſſe uſw
Der ſtädtiſche Baumeiſter Baurat Gelius, ferner
Oberbürgermeiſter Dr. Göttelmann und Hofrat
Beh=
rens hielten Anſprachen. Abends fand
Eröffnungs=
vorſtellung ſtatt, in der „Ein Sommernachtstraum”
ge=
geben wurde.
— Nierſtein, 30. Okt. Der Gutsbeſitzer Wilms
machte die Wahrnehmung, daß allſonntäglich ſeine
reichbeladenen Obſtbäume, die er ihrer ſonſt geſchützten
Lage wegen nicht ſo früh aberntete, durch unbekannte
Diebe geleert wurden. Der Gutsbeſitzer verſteckte
ſich am Sonntag mit ſeinem photographiſchen Apparat
an einer Stelle, von der aus er das ganze Gut
über=
ſehen konnte und wartete auf die Ankunft der
Spitz=
buben. Richtig erſchienen auch zwei Männer die ſich
über einen reich beladenen Apfelbaum hermachten und
ihre Säcke mit den ſchönen Früchten füllten. Als ſie
ihm die vollen Geſichter zeigten, knipſte der
Guts=
beſitzer mit ſeinem Apparat und trat jetzt ruhig aus
ſeinem Verſteck hervor. Die Diebe, die von ihrer
„koſtenloſen” Aufnahme keine Ahnung hatten, flohen
jetzt unter Zurücklaſſung des Obſtes. Ihre Anzeige iſt
jedoch auf Grund der wohlgelungenen
Diebeskonter=
feis bereits erfolgt, und die Rechnung für die
Auf=
nahme des Apparates reſpektive die Abnahme des
Obſtes wird bald folgen.
(*) Gießen, 30. Okt. Eine zweite Gedenktafel
in Oberheſſen erhielt heute der beliebte
Volksſchrift=
ſteller Rud. Oeſer, der unter dem Namen O.
Glaub=
recht weithin bekannt iſt. Während das erſte
Gedenk=
zeichen an dem Veitsberger Schulhaus bei Saaſen im
September enthüllt wurde, wurde heute die gleiche
Feier in Lindheim i. d. Wetterau abgehalten. Der
Vorſitzende des Glaubrecht=Komitees in Gießen,
Pro=
feſſor Dr. Röschen ſprach in der Feſtrede über die
Be=
deutung und das Wirken Oeſers. Die Gedenktafel iſt
am Pfarrhaus angebracht, in welchem Pfarrer Oeſer
von 1838 bis 1859 wohnte.
Gießen, 31. Okt. Das neue ſtädtiſche Muſeum
für Völkerkunde wurde zum erſten Male dem
großen Publikum zugänglich gemacht. Den
Grund=
ſtock des Muſeums bildet eine umfaſſende Echenkung
von ethnographiſchen Gegenſtänden, die Geh.
Kom=
merzienrat Wilh. Gail ſeiner Vaterſtadt gemacht hat,
dazu kommen noch zahlreiche Schenkungen von
an=
deren Perſonen, ſo daß die Sammlungen des Muſeums
jetzt ſchon recht zahlreich ſind. Es iſt in dem der Stadt
gehörigen ſogen. neuen Schloß am Landgraf Philipp=
Platz untergebracht, einem ſtattlichen und
charakteriſti=
ſchen Holzfachwerkbau aus der Zeit Philipps des
Groß=
mütigen. Die Sammlung, die Gegenſtände aus faſt
allen überſeeiſchen Ländern enthält, iſt von dem
Kon=
ſervator A. von Schultze überſichtlich geordnet worden.
Sie iſt unentgeltlich zu ſehen und wurde geſtern von
zahlreichen Beſuchern aller Stände aufgeſucht. Eine
beſondere Einweihungsfeier ſoll Ende November
ſtatt=
finden
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 30. Okt. Der
Polizei=
präſident v. Jagow hat nach ſeiner Rückkehr von der
Londoner und Brüſſeler Reiſe hervorgehoben, daß die
Londoner Fußgängertunnels keineswegs unerheblich
benützt werden. Er iſt der Anſicht, daß mittels ſolcher
bandes deutſcher Sektkellereien”, vorſchlagen daß ſämt= auch in Berlin die Situation des Fußgängers gebeſſert
werden könne. — Die Kriminalpolizei hat eine
Diebsgeſellſchaft hinter Schloß und Riegel ge=
Mainz, 31. Okt. In dem prächtigen Foyer unſeres ſetzt, die als Spezialität Kollidiebſtähle im
Konfektions=
viertel betrieben. Es handelt ſich um drei
Hausdie=
nachts die Sachen aus einem Fenſter herunterließen
den Diebſtählen wurden beſonders die jüdiſchen
Feier=
tage gewählt. — In Sachen des noch unaufgeklärten
Leichenfundes an der Lutherbrücke iſt die
aus=
geſetzte Belohnung von 1000 Mark auf 2000 Mark
er=
bahndirektionspräſident Dr. Michgelis, Landgerichts= höht worden. Und zwar ſollen 1000 Mark für die
Re=
kognoszierung der Leiche und 1000 Mark für die Er=
31. Okt. Ein Automobilunglück ereignete
ſich heute früh bei Beelitzhof mit einer Motordroſchke,
Tochter des Kaiſers, Prinzeſſin Viktoria Luiſe, zweiter
Chef des 2. Leibhuſaren=Regiments in Langfuhr bei
Danzig. Am Geburtstage der Kaiſerin wurde, der
Prinzeſſin der „Regimentsring” überſandt. Mit dieſem
hat es eine eigene Bewandtnis. Jeder Offizier, der
die ſilbergraue Attila ein Jahr trägt, erhält an
be=
ſtimmten Feſttagen, bei gen 1. Hufaren an der auf einer
Stiftung beruhenden Manſtein=Feier, bei den 2. am
Todestage der Kaiſerin Friedrich, dieſen Ring, einen
einfachen goldenen Reif mit einem Totenkopf, deſſer
Augen aus zwei kleinen Brillanten gebildet werden
Bei der Prinzeſſin wurde eine Ausnahme inſofern
ge=
macht, als ihr der Regimentsring am Geburtstage der
Kaiſerin überreicht wurde.
* Der ungewohnte Königstitel. Die
Titeländerung, die ſich vor einigen Wochen am
mon=
tenegriſchen Hofe vollzog, hat zu manchen unſchuldigen
Verſtößen gegen die Etikette Anlaß gegeben. Es kommt
faſt jeden Tag vor, daß der greiſe Nikita, der ſich jetzt
mit Stolz König nennen darf, wie früher einfach
„Fürſt: titunliert wird Der alte Herr pflegt, da er es
im allgemeinen mit dem höftſchen Formenweſen nicht
ſo genau nimmt, einen derartigen Lapſus gutmütig
lächelnd zu verzeihen und ſich damit zu tröſten, daß es
einſt einem anderen Balkanfürſten, der gleichfalls üler
Nacht König wurde, nicht viel beſſer erging. Eines
Abends, ſo erzählt De Frenzi im Giornale d’Italia,
teilte im Schloſſe zu Sofia Fürſt Ferdinand von
Bul=
garien ſeinen Getreuen unter dem Siegel der
Ver=
ſchwiegenheit mit, daß er die Abſicht habe, die
Unab=
hängigkeit Bulgariens zu proklamieren und das
Für=
ſtentum zum Range eines Königsreichs zu erheben.
Scherzend ermahnte er die anweſenden Herren, gut
aufzupaſſen, damit ſie, wenn das große Ereignis
ein=
getreten wäre, ſich nicht irrten. Wer ſich als
erſter=
einen Irrtum in der Anrede zuſchulden kommen laſſen
würde, ſollte durch eine Geldſtrafe auf ſeinen Fehler
aufmerkſam gemacht werden. Kurz darauf trat denn
auch das angekündigte Ereignis ein: Bulgarien wurde
ein auch der äußeren Form nach unabhängiger Staat,
und Ferdinand König. Zur Feier der
Verfaſſungs=
änderung ſollte in der Hauptkirche von Sofia ein
Hoch=
amt zelebriert werden, und Ferdinand wartete in
einem Saale des Konaks auf ſeine Gattin, um mit ihr
ins Gotteshaus zu fahren. Da er fand, daß ſie ein
bißchen zu lange ausblieb, wandte er ſich ungeduldig
an den Hofmarſchall und ſagte in Gegenwart des
gan=
zen Hofſtaates: „Melden Sie der Fürſtin, daß wir
bereit ſind!” Ob er die Geldſtrafe bezahlt hat, iſt nicht
bekannt geworden.
Nummer 256.
Seite 5.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. November 1910.
mobil mit raſender Geſchwindigkeit den Berg zwiſchen
* Kiel, 31. Okt. „Parſeval VI” iſt heute vor=
Die Krawalle in Berlin.
Wannſee und Beelitzhof herunterraſte, fuhr es durch
einen Drahtzaun und überſchlug ſich. Die ſechs
In=
ſaſſen wurden ſchwer verletzt und erhielten auf
dem Bahnhof Wannſee Notverbände. Sie begaben ſich
per Bahn nach Berlin. Der Chauffeur hat ſein
Auto=
mobil im Stich gelaſſen; ſein Pelzmantel und eine
Lederjoppe wurden am Steg des Ruderklubs Wannſee
gefunden. Er hat ſich offenbar ertränkt.
Marburg (Bezirk Kaſſel), 31. Okt. In Groß=Selheim
fiel der zweijährige Knabe des Landwirtes Müller in
einen offenſtehenden Jauchebehälter und fand den Tod
durch Erſticken.
Elberfeld, 29. Okt. Ein Ueberfall auf einen
Geldbriefträger wurde heute morgen in dem
Hauſe Neue Friedrichſtraße Nr. 14 ausgeführt. Vor
einigen Tagen hatten ſich dort zwei junge Leute
ein=
logiert, die geſtern abend eine an Meyer, Neue
Fried=
richſtraße 14 adreſſierte Poſtanweiſung über 10 Mark
aufgaben. Als der Geldbriefträger heute morgen gegen
9 Uhr das Zimmer der beiden betrat, wurde er von
den beiden Burſchen überfallen und am Halſe
ge=
würgt. Der Beamte ſetzte ſich zur Wehr und rief um
Hilfe. Infolgedeſſen ließen die beiden Burſchen, von
denen einer mit einem geladenen Revolver, der andere
mit einem Dolche bewaffnet war, von ihrem Opfer ab,
ſtürmten aus dem Zimmer und ergriffen die Flucht.
Bei der Verfolgung, an der ſich viele Vorübergehende
beteiligten, wurde der eine Attentäter in der
Friedrich=
ſtraße, der andere in der Düppeler Straße von
Poli=
zeibeamten feſtgenommen. Die beiden Burſchen
hatten beabſichtigt, den Briefträger zu feſſeln und mit
Aether zu betäuben. Man fand bei den Verhafteten
Aether, zwei falſche Bärte und Pfeffer. Sie hatten
den Anſchlag ſchon vor einigen Tagen geplant und auch
Geld auf der Poſt eingezahlt; der Ausführung waren
aber Hinderniſſe in den Weg getreten, ſo daß am
Frei=
tag zum zweiten Male der Verſuch gemacht wurde.
Der eine der Burſchen iſt der 20jährige Mechaniker
Kleuſer aus Barmen, der andere ein 25jähriger
Menſch mit Namen Magewirt aus Worms.
Der erſtere iſt geſtändig, der andere ſpielt den
Geiſtes=
kranken. In ſeinen Militärpapieren ſteht der
amt=
liche Vermerk, daß er wegen Geiſtesgeſtörtheit vor
einigen Jahren, als er fahnenflüchtig geworden war,
außer Verfolgung geſetzt wurde.
Danzig, 31. Okt. Der Regierungsbaumeiſter
Mei=
ſinger aus Darmſtadt wurde als Provinzial=
Baumeiſter in Danzig definitiv angeſtellt.
Palermo, 31. Okt. Mitten während der
Vorſtel=
lung feuerte geſtern in einem hieſigen Theater ein
Muſiker aufeeinen ſeiner Kollegen fünf
Revolver=
ſchüſſe ab. Im Publikum entſtand eine große
Panik. Mehrere Damen fielen in Ohnmacht. Der
Revolverſchießer wurde verhaftet, der von ihm ſchwer
verletzte Kollege in Pflege genommen.
Brüſſel, 30. Okt. Zu dem Brande in dem
Brüſſeler Ausſtellungs=Café „Kosmos”
wird noch berichtet: Es war ein Glück, daß das Feuer
ſofort bemerkt wurde. In wenigen Augenblicken war
die Feuerwehr zur Stelle. Inzwiſchen hatte das Feuer
bereits den größten Teil des Reſtaurants zerſtört und
die Bemühungen der Feuerwehr richteten ſich
vor=
nehmlich darauf, eine Ausdehnung des Feuers auf
andere Ausſtellungsgebäude zu verhindern.
Insbeſon=
dere war ein benachbarter Photograph gefährdet.
In=
deſſen gelang es, das Feuer auf ſeinen Herd zu
be=
ſchränken.
Lyon, 31. Okt. In der letzten Nacht hat ein
furcht=
bares Unwetter, begleitet von heftigem Gewitter, die
Umgebung von Lyon, ſowie faſt das geſamte Devartement
Ardeche heimgeſucht. Mehrere Häuſer wurden durch
Blitz=
ſchlag eingeäſchert, deren Bewohner ſich ins Freie flüchten
mußten, um ſich in Sicherheit zu bringen.
Parlamentariſches.
** Erſte Kammer. Der
Wahlrechts=
ausſchuß der Erſten Kammer trat am Freitag und
Samstag unter Vorſitz des Fürſten zu Leiningen zu
längeren Beratungen zuſammen. Die Freitag=Sitzung
dauerte bis 8 Uhr abends. An das vom
Ausſchuß=
berichterſtatter Geh. Juſtizrat Profeſſor Dr. Schmidt=
Gießen erſtattete Referat ſchloß ſich eine ausführliche
Beſprechung über die Vorlage und die darüber in der
Zweiten Kammer geführten Verhandlungen. Es wird
vorausſichtlich noch eine gemeinſame Beratung mit der
Regierung ſtattfinden, da von den Ausſchüſſen
endgül=
tige Beſchlüſſe über Regierungsvorlagen bekanntlich
erſt nach Anhörung der Regierung gefaßt werden.
* Berlin, 30. Okt. E in amtlicher
Po=
lizeibericht über die geſtrigen
Krawalle beſagt: Die Menſchenanſammlungen
anläß=
lich des Ausſtandes der Schlächtergeſellen der Firma
Mor=
genſtern, Schererſtraße Nr. 8, nahmen am geſtrigen Abend
nach Ladenſchluß einen großen Umfang an und arteten
ſchließlich in Landfriedensbruch und Aufruhr
aus. Während in der Geſchäftszeit nur der großen
Men=
ſchenmenge wegen die Schererſtraße geſperrt werden mußte
und beim Räumen der Straße noch keine Waffengewalt
angewendet zu werden brauchte, wurden kurz nach 11 Uhr,
als die größte Anzahl der Beamten auf der Wache des
107. Polizeireviers verſammelt war, die beiden Beamten
vor dem Morgenſternſchen Geſchäftslokal mit Steinen
an=
gegriffen und mußten in der Notwehr ihre Waffe
ge=
brauchen. Mit den vom Revier 107 ſofort wieder
her=
beigerufenen Beamten, etwa 70 und 8 berittenen
Schutz=
leuten, wurden jetzt die Reinickendorſer=, Wieſen=,
Kös=
liner= Max= und Adolfſtraße wiederholt mit der
blan=
ken Waffe geräumt. Während des Tumultes wurden
von den Exzedenten die Laternen der Kösliner Straße
und der Wieſenſtraße teils ausgedreht, teils mit Steinen
zertrümmert. Polizeioffiziere, die an dieſer Stelle Dienſt
hatten, wurden ſämtlich von Steinen getroffen, ohne daß
ſie ernſtlich verletzt wurden. Die Schutzmannſchaft wurde
ſogar mit Steinen beworfen, als ſie ruhig an der Ecke
Reinickendorfer Straße=Schererſtraße ſtand. Mehrere
Schaufenſterſcheiben wurden zertrümmert. Bluthunde,
Räuber und dergleichen wurde außer von den
Tumultuan=
ten auf der Straße auch aus den Häuſern gerufen. Ein
Schutzmann, der in Begleitung eines Kollegen eine
Ver=
käuferin des Morgenſternſchen Ladens nach der nächſten
Apotheke begleitete, aus der das Mädchen Verbandsſtoff
für einen verunglückten Schlächtergeſellen holen ſollte,
wurde von Rowdies mit Steinen beworfen und gab zwei
Schreckſchüſſe ab, ohne jemand zu treffen. Insgeſamt
wurden 14 Perſonen, darunter zwei Frauen, die
Blut=
hunde, Verbrecher uſw. gerufen hatten, ſiſtiert. In der
Reinickendorfer Straße wurde auf eine Abteilung ein
Schuß aus dem dahinterliegenden Gelände abgegeben. Alle
Aufforderungen an die Menge, ſich zu zerſtreuen, wurden
mit Johlen, Pfeifen und Schimpfreden beantwortet. Der
Befehl zum Waffengebrauch wurde erſt auf die gegen die
Schutzmannſchaft gerichteten Steinwürfe hin gegeben. Die
Beamten konnten erſt größtenteils morgens gegen 3,15 Uhr
entlaſſen werden. Daß man es bei, dieſen
Ausſchreitun=
gen auch wieder vielfach mit organiſierten
Ar=
beitern zu tun gehabt haben dürfte, geht wohl daraus
hervor, daß mehrfach die Arbeitermarſeillaiſe und andere
Arbeiterlieder geſungen wurden.
* Berlin, 31. Okt. Im Norden von Berlin und am
Wedding war es heute nacht ruhig. Kleinere
Anſamm=
lungen, die ſich wiederholt in der Umgebung der
Scherer=
ſtraße bildeten, wurden leicht zerſtreut, ohne daß die
Po=
lizei von der Waffe Gebrauch machte.
* Berlin, 31. Okt. Wegen der geſtrigen
Aus=
ſchreitungen am Wedding wurden hente
drei=
zehn Perſon der Staatsanwaltſchaft und eine
Per=
ſon dem Amtsanwalt vorgeführt.
* Berlin, 31. Okt. Zu einer ſchweren
Aus=
ſchreitung kam es letzte Nacht in der Umgebung des
am Nordbahnhofe gelegenen Exerzierplatzes. Zwei
Schutzmänner mußten ſich mit blanker Waffe der
An=
griffe einer Rotte junger Burſchen erwehren, von denen
einer, aus mehreren Wunden blutend, der
Rettungs=
wache zugeführt wurde.
Luftſchiffahrt.
* Kiel, 30. Okt. Der Verein für
Motorluft=
ſchiffahrt in der Nordmark veranſtaltete geſtern
abend im Hanſa=Hotel einen Begrüßungsabend zu
Ehren des Führers und der Beſatzung des „P. VI‟.
Vizeadmiral Graf v. Moltke feierte den Führer,
Oberleutnant Stelling, ſowie den
Regierungsbau=
meiſter Hackſtetter und hieß ſie und ihre Mitarbeiter
willkommen. Im Namen der Stadt Kiel begrüßte
Bürgermeiſter Lindemann die Luftſchiffer. Der Kaiſer
hat dem Oberleutnant Stelling telegraphiſch ſeinen
Dank und ſeine Anerkennung für die glücklich
ver=
laufene Fahrt von Berlin nach Kiel ausgedrückt.
* Kiel, 30. Okt. Das Luftſchiff „P VI” ſtieg
heute vormittag bei ungünſtiger Witterung mit
meh=
reren Paſſagieren auf und fuhr nach dem Hafen,
wo es von den Beſatzungen der Kriegsſchiffe mit
Hurrarufen begrüßt wurde und einige Zeit kreuzte.
Als ſich ſtarker Regen einſtellte, fuhr das Luftſchiff
nach der Halle zurück.
mittag 10 Uhr 45 Min. zu einer Fernfahrt nach
Neu=
münſter, Ploen, Malente=Gremsmühlen aufgeſtiegen.
In Neumünſter und Malente ſind Landungen in
Aus=
ſicht genommen.
* Neumünſter, 31. Okt. „P VI” iſt um 11 Uhr
30 Minuten über der Stadt erſchienen und nach einer
Schleifenfahrt von etwa 15 Minuten auf dem
Exer=
zierplatz ſicher gelandet. In der Gondel befand ſich
auch Prinz Waldemar von Preußen.
* Kiel, 31. Okt. Das Luftſchiff „P VI‟, das
nach Aufnahme neuer Paſſagiere um 12 Uhr 20
Mi=
nuten in Neumünſter aufgeſtiegen war, iſt um 1 Uhr
15 Minuten vor der Ballonhalle ſicher gelandet.
— Ein Aeroplan=Diſtanzflug Berlin=
Wien iſt für das Frühjahr 1911 in Ausſicht
genom=
men worden, und zwar ſoll dieſer Wettbewerb
aus=
ſchließlich für deutſche und öſterreichiſche Flieger und
vermutlich auch für deutſche und öſterreichiſche
Flug=
maſchinen reſerviert bleiben. Als Veranſtalter dieſes
Unternehmens werden der Kaiſerliche Automobilklub
in Berlin und der Oeſterreichiſche Automobilklub in
Wien genannt. Die Angelegenheit iſt aber über das
Stadium der Vorverhandlungen noch nicht
herausge=
kommen, dürfte aber wohl bald greifbare Geſtalt
an=
nehmen. Ein Wettbewerb auf der Strecke Berlin-
Wien würde gewiß ein populäres Ereignis werden, da
gerade auf dieſer Strecke auf faſt allen Gebieten des
Sports intereſſante Wettbewerbe ſtattgefunden haben;
ſo gab es zwiſchen Berlin und Wien Konkurrenzen für
Radfahrer, Diſtanz=Reiter, für Automobile und
Tra=
bergeſpanne uſw., und wenn jetzt dem jüngſten Sport
und Verkehrsmittel, dem Aeroplan, die Aufgabe
ge=
ſtellt wird, die Strecke zwiſchen den beiden Hauptſtädten
Deutſchlands und Oeſterreichs zu überwinden, ſo wird
es ſicher nicht an Unterſtützung und Beteiligung von
allen Seiten fehlen.
* Belmontpark, 29. Okt. Bei dem Wettfluge
um den Gordon Bennett=Becher iſt Graham
White Sieger geblieben. Die Windſtärke betrug
zu=
nächſt 20 Meilen die Stunde. Moiſant wurde von dem
Winde aus der Bahn getrieben.
* Belmontpark, 31. Okt. Die Teilnehmer
an der Flugwoche de Leſſeps, Graham White und
Moiſant flogen heute über Brooklyn hinweg nach
der Freiheitsſtatue vor dem Hafen New=Yorks,
umkreiſten dieſe und kehrten auf demſelben 16½ Meilen
langen Wege hierher zurück. de Leſſeps brauchte 44
Minuten 56 Sekunden, Graham White 35 Min. 21 Sek.
und Moiſant 34 Min. 38 Sek.
* New=York 31. Okt. Der Preis für den
Flug um die Freiheitsſtatue und den Hafen
von New=York wurde dem Aviatiker Moiſant
zuer=
kannt.
Sport.
* Fußball. Die am Sonntag ſtattgehabten drei
Meiſterſchaftsſpiele des „Darmſtädter Sportklubs 1905‟
wurden ſämtlich von dieſem gewonnen. Es ſiegten: die
erſte Mannſchaft gegen die gleiche der „Fußball=
Vereini=
gung Kaſtel” mit 1:0; die zweite Mannſchaft gegen
die=
jenige des Fußballklubs „Alemannia”=Worms mit 211 und
die dritte Mannſchaft gegen dieſelbe Mannſchaft des
Fuß=
ballklubs „Haſſia”=Mainz mit 6:2 Toren.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 31. Okt. Amtlich. Heute vormittas
11 Uhr wurde von einem Sonderzug der
Militär=
eiſenbahn zwiſchen Marienfelde und Mahlow der
Bahnpoſten, die Pioniere Wilhelm Philipp und
Jo=
hann Joſefiak von der dritten Kompagnie,
Betriebs=
abteilung der Eiſenbahnbrigade, überfahren.
Beide wurden ſofort getötet.
* Breslau, 31. Okt. Am Samstag wurde im
Borſigwerk ein Mann mit einem Schuß im
Oberſchenkel angetroffen, der einen
Alibi=
beweis nicht zu führen vermochte und angab, am 20.
Oktober, am Tage des Mordes an dem Amtsrichter
Siebe, im Walde auf Vögel geſchoſſen zu haben, dabei
vom Förſter ertappt und auf der Flucht von hinten
angeſchoſſen worden zu ſein. Die ärztliche Unterſuchung
ergab, daß die ſchon in der Heilung begriffene Wunde
durch einen Schuß von vorn entſtanden iſt; es beſteht
der Verdacht, daß der Ergriffene der Mörder des
Amtsrichters iſt.
* Wien, 31. Okt. Im Ausſchuſſe der
ungari=
ſchen Delegation für auswärtige
Angele=
genheiten unterbreitete Referent Graf Wickenburg
Kunſtverein.
II.
Von den Porträtiſten darf im übrigen Hermann
Meyer genannt werden, der beſonders in dem „Bildnis
Dr. Speiſer” mit Erfolg verſucht, eigene Wege zu gehen.
Die Art, wie er in kräftigen farbigen Flächen koloriert,
wirkt großzügig und das Bildnis iſt entſchieden auch
charakteriſtiſch. Von dieſem Künſtler ſtammen auch die
im Treppenhauſe aufgehängten Entwürfe zu Glas= reſp.
Fenſtergemälden. Dieſe Arbeiten fordern naturgemäß
vom Beſchauer einen beſondern Standpunkt, wenn ſie
ge=
recht gewürdigt werden ſollen. Die Skizzen und
Ent=
würfe können natürlich kein Bild von den vollendeten
Arbeiten geben, da die durchſchimmernden Farben im Glas
ganz anders wirken. Immerhin zeigen ſie in der
Farben=
dispoſition und in der Kompoſition, daß ihr Schöpfer ein
talentvoller Künſtler iſt. Einzelne andere im erſten Saale
hängende Entwürfe und Skizzen ſind hingegen auch als
ſolche unfertig, da ſie die Abſichten des Künſtlers nicht
offenbaren. So einzelne Meerſtücke von Paul
Burck=
hardt, während desſelben Künſtlers Wandgemälde=
Entwürfe für das Rathaus zu Rheinfelden von klarer
Farbendispoſition und guter dekorativer Wirkung ſind.
Die reifſten Bilder Burckhardts ſind jedoch zweifellos zwei
Landſchaften im Ehrenſaal, die gut aufgefaßt und trefflich
in der Stimmung ſind.
Paul Barths Bilder machen bis auf die
Oelpor=
träts und einige Landſchaften, die allenfalls als reife
Ar=
beiten anzuſprechen ſind, am meiſten den Eindruck des
Un=
reifen, Unfertigen. Der Künſtler ſchwimmt ganz im
fran=
zöſiſchen Fahrwaſſer. Das Verleugnen jeglicher
zeich=
neriſcher Exaktheit, bei dem Kinderbildnis u. a. auch des
notwendigſten Modellierens der natürlichen Formen, iſt
bedauerlich, da der Künſtler zweifellos eine eigene
Be=
gabung im Betonen durch kräftige, gut geſtimmte
Farben=
flächen verrät. Ein Beſtreben, das allerdings nicht
konſe=
quent durchgeführt iſt. Es wird oft durchbrochen, z. B.
durch zu harte Schattenwirkungen in den Geſichtern. In
dem „Stürmiſchen Tag” iſt die Stimmung gut und
glaub=
habt durch das treffliche harmoniſche Kolorit feſtgehalten.
Das Bild gehört mit zu den beſten der Kollektion.
Eſther Mangolds fünf Studienköpfe ſind recht gute
Zeichnungen, wenn ſie auch nicht über das Maß deſſen
hinausgehen, was man von einem Schüler, der eben die
Akademie verlaſſen, verlangen muß. Jedenfalls zeugen
ſie von guten zeichneriſchen Grundlagen, die der Künſtlerin
in den Oelporträts offenſichtlich zugute kommen. Sie
nimmt mit dieſen Bildern, in erſter Linie dem
Selbſtpor=
trät, eine gefeſtigte Stellung in der Kollektion ein.
Die Reihe der Basler Künſtler wäre damit erſchöpft.
Im Parterreraum hat der Darmſtädter Maler Hans
Weyl eine Kollektion Porträts ausgeſtellt, die meiſt
be=
kannte Darmſtädter Perſönlichkeiten darſtellen. Auch eine
charakteriſtiſche Zeichnung des Odenwalddichters Karl
Schäfer, eine flotte, ſichere Arbeit, iſt darunter und dann
in ſchwarzweiß noch ein Damenbildnis und ein hübſches
Selbſtporträt. Auch dieſes wirkt beſonders durch die
friſche, flotte Zeichnung. Von den Oelporträts dünkt uns
das beſte das des Ilapräſidenten. Aber auch die übrigen
Gemälde, namentlich das Bildnis des Geheimerats
Guter=
muth, ſind gute und reife Arbeiten, charakteriſtiſch
aufge=
faßt und ſachlich gemalt, wenn auch das Kolorit, etwas
lebhafter gehalten, einigen der Bildniſſe als Gemälde
ent=
ſchieden von Vorteil geweſen wäre.
Last not least ſei der Darmſtädter Maler Wilh.
Ba=
der genannt, der mit zwei ganz vorzüglichen Akten—
Adam und Eva — vertreten iſt. Im Kolorit zeigen dieſe
beiden ehrlichen und fleißigen Arbeiten, an die ſicher
unendlich mehr Mühen verwendet wurden, als an der
ge=
ſamten übrigen Kollektion, des Künſtlers Eigenart.
W. Bader iſt kein Naturaliſt. Aus allen ſeinen Bildern
ſpricht das Beſtreben, ſich zu einem eigenen individuellen
Stil durchzuringen. Und es iſt hochintereſſant, zu ſehen,
wie einzelne Partien, beſonders in der Landſchaft — man
ſehe daraufhin die Partie mit den Blumen in der Eva
an — ganz die Friſche, betont durch die lockere Technik,
den modernen Naturaliſten atmen, während andere
Par=
tien wieder ganz eigenes geben oder an die alte Schule
erinnern mit ihrem liebevollen Eingehen auf Einzelheiten
mit der überſorgfältigen Pinſelführung. Dadurch wird
aber erfreulicherweiſe die Friſche des Geſamteindrucks nicht
beeinträchtigt. Das verhindert die Lebendigkeit des
Ko=
lorits. Freilich im Einzelnen ließe ſich vielleicht manches
ſagen. So etwa, daß bei dem intenſiven Blau des
Him=
mels, bei der Beleuchtung der Landſchaft die Körper ſchwerlich
in dieſen Lichten erſcheinen dürften. Vielleicht darf auch
moniert werden, daß die Landſchaften der beiden Bilder,
die doch ſehr enge Beziehungen zueinander haben — Eva
bricht den Apfel, nach dem Adam ſchon die Hand ausſtreckt
— nicht übereinſtimmen. Allerdings iſt die
Selbſtändig=
keit des Adambildes dadurch gewahrt, daß der Arm nicht
frei ausgeſtreckt iſt, ſondern mit der geöffneten Hand auf
dem — nebenbei bemerkt, vorzüglich gemalten Felſen — ruht.
Aber das verſchwindet völlig hinter dem Geſamteindruck
der Bilder, die beherrſcht werden von dem Beſtreben,
Schönheit zu geben und durch die Schönheit intim
deko=
rativ zu wirken. Wie hervorragend iſt der Körper der Eva,
einer ideal ſchönen Frauengeſtalt von keuſcheſtem Eindruck,
gemalt, wie trefflich ſind dieſe weichen runden Glieder
mo=
delliert und plaſtiſch und lebendig herausgearbeitet.
Wahr=
lich, dieſes Weib ſcheint zu leben. Und aus der
Natür=
lichkeit und Vornehmheit der Bewegung des Oberkörpers,
Armes und Kopfes ſpricht zweifellos ein reifer Künſtler.
In Adam hat der Künſtler nicht die gleiche künſtleriſche
Höhe erreicht. Doch iſt auch dieſem Bilde hohe Qualität
nicht abzuſprechen. Sicher ſind dieſe beiden Bilder den
beſten zuzuzählen, die wir von Bader ſahen und ſie
über=
ragen an künſtleriſchem Wert die Basler um ein
Erheb=
liches.
Hofmaler H. R. Kröhs Landſchaft aus Oberbayern
wurde ſchon mehrfach genannt. Daß die liebevoll, alle
Details erſchöpfende Arbeit ſich in dieſer jungen modernen
undhypermodernen Geſellſchaft behauptet vermöge der
Friſche ihres Kolorits und des feinen Stimmungsgehalts,
M. St.
ſpricht ſicher für ihre künſtleriſche Qualität.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. November 1910.
Nummer 256.
einen Bericht. Dieſer zollt der diplomatiſchen Aktion
des Grafen von Aehrenthal während der Annexionskriſe
lebhafte Anerkennung. Die Aktion, die in erſter Reihe
eine friedliche Löſung zur Wahrung des Intereſſes und
des Preſtiges der Monarchie angeſtrebt habe, habe auch
vor einer Löſung mit den Waffen nicht zurückgeſchreckt und
die ihr geſteckten Ziele auf der ganzen Linie erreicht. Der
Bericht fährt fort: Beide Verbündete hielten ſich treu im
Rahmen des Bundesverhältniſſes. Die Unterſtützung
durch Deutſchland ſei mehr als eine Epiſode; wir können
daraus Vertrauen auch für mögliche künftige Fährlichkeiten
ſchöpfen. Der Bericht billigt, daß die auswärtige Politik
der Monarchie der Türkei gegenüber auf dem Standpunkte
ſympathiſchen Wohlwollens und der Nichteinmiſchung in
die inneren Angelegenheiten beharrt und an dem Prinzip,
die Entwickelung der Balkanſtaaten wohlwollend zu
för=
dern, unentwegt feſthält. Weiter billigt der Bericht die
Politik des Miniſters des Aeußern, das Verhältnis zu den
außerhalb des Dreibundes ſtehenden Staaten aufs
ſorg=
ſamſte zu pflegen, und fährt fort: Die Monarchie zeigte
während der Annexionskriſe Kraft in der diplomatiſchen
Führung, in der militäriſchen Bereitſchaft und
Ent=
ſchloſſenheit der Faktoren des öffentlichen Lebens und der
öffentlichen Meinung beider Staaten der Monarchie. Der
Ausſchuß genehmigte den Bericht, ſowie den Antrag des
Referenten, dem Miniſter des Aeußern für die erfolgreiche,
der Würde der Monarchie entſprechende Leitung der
aus=
wärtigen Angelegenheiten die wärmſte Anerkennung
aus=
zuſprechen.
* Leitmeritz, 31. Okt. Geſtern wurde in
Anweſen=
heit des Erzherzogs Karl Franz Joſeph in
Ver=
tretung des Kaiſers die neue Kaiſer Franz
Joſef=Brücke über die Elbe feierlich eingeweiht.
In Erwiderung auf die Anſprache des Bürgermeiſters
drückte der Erzherzog den Wunſch aus, daß die Brücke,
geſchaffen als Verbindung zwiſchen den Gauen, die
von beiden Volksſtämmen des Königreichs Böhmen
bewohnt werden, ein glückverheißendes Symbol für
die Ueberbrückung der Gegenſätze ſein möge, deren
Beſeitigung heute allen am Herzen liege.
* Peſt, 31. Okt. Das Ungariſche Korreſpondenzbureau
meldet aus Wien: Hedervary hatte geſtern eine
ein=
ſtündige Unterredung mit dem Miniſterpräſidenten
Frhrn. v. Bienerth, um in der Frage der Barzahlungen
eine Löſung zu ſuchen. Hedervary wurde ſodann vom
König in Audienz empfangen. Weder wurde in den
Be=
ratungen mit Bienerth, noch in der Audienz eine
Verein=
barung getroffen. Die Verhandlungen werden heute unter
Hinzuziehung des Finanzminiſters Lukacs fortgeſetzt.
* Cetinje, 31. Okt. Gegenüber den Meldungen
aus Saloniki über die Angriffe von
Monte=
negrinern auf türkiſche Grenzwachen, wird von
zuſtändiger Seite erklärt, daß alle Ruheſtörungen an
der Grenze türkiſcherſeits hervorgerufen wurden. Es
wird betont, daß Montenegro ſeinerſeits auf ſtrengſte
Ordnung an der Grenze halte und die aus der Türkei
kommenden Einwanderer entwaffne, ſowie daß die
täg=
lich bei der hieſigen türkiſchen Geſandtſchaft erhobenen
Proteſte erkolglos ſind.
* Kapſtadt, 31. Okt. Das Herzogspaar von
Connaught iſt mit ſeiner Tochter heute vormittag hier
eingetroffen.
* Teheran, 31. Okt. Die perſiſche Regierung
rich=
tete an den engliſchen Geſandten eine Note,
in welcher die unverzügliche Zurückziehung der 160
Matroſen gefordert wird, die der engliſche Kreuzer
„Fox” vor einigen Tagen in Lingeh landete, um die
Stadt gegen einen von einem bekannten Räuber der
Umgegend angedrohten Angriff zu ſchützen. Der
eng=
liſche Geſandte erwiderte, die Streitmacht würde
zurückgezogen, ſobald es die Umſtände geſtatten.
— Charlottenburg, 31. Okt. In ihrer Wohnung
in der Kantſtraße wurde eine Familie, beſtehend aus
Mutter und zwei erwachſenen Kindern, durch Gas
vergiftet aufgefunden; vermutlich liegt ein
Unfall vor; es ſcheint aber nicht ausgeſchloſſen, daß es
ſich um einen Selbſtmordverſuch handelt, da. die
Familie in finanzielle Bedrängnis geraten war. Die
Familienmitglieder konnten im Krankenhauſe ſämtlich
wieder zum Leben zurückgerufen werden.
H. Mannheim, 31. Okt. Der Bürgerausſchuß
ge=
nehmigte in ſeiner heutigen Nachmittagsſitzung die
ſtadträtliche Vorlage „Gründung einer
ober=
rheiniſchen Eiſenbahn=Aktien=
Geſell=
ſchaft mit dem Sitz in Mannheim”
Grün=
der der Geſellſchaft ſind: Stadt Mannheim, Süddeutſche
Eiſenbahngeſellſchaft in Darmſtadt, Neue Rheinau=
Aktien=Geſellſchaft, die rheiniſche Schuckert=Aktien=
Geſellſchaft für elektriſche Induſtrie und die
ſüd=
deutſche Diskonto=Geſellſchaft. Der Beitritt anderer
Gemeinden des Intereſſen=Gebietes iſt ausdrücklich
vorbehalten. Das Grundkapital beträgt 8 Millionen
Mark, wovon auf die Stadt Mannheim 51 Prozent,
auf die übrigen Gründer 49 Prozent fallen. Der
Zweck der Geſellſchaft iſt, die beſtehenden Vorortbahnen
zu elektriſieren und andere Vorortbahnen zu bauen.
— Wannſee, 31. Okt. Das Automobil des
Profeſſors Sonnenberg fuhr in der
Glienicker=
ſtraße, als es einem Betrunkenen auswich, einen ihm
in den Weg laufenden Mann an, der ſchwer verletzt
wurde. Der Chauffeur nahm den Verunglückten in
ſein Fahrzeug, hatte aber das Unglück, in der
Dunkel=
heit an einen Zaun zu fahren, ſo daß das Automobil
zertrümmert und der ſchon Verletzte
hinausge=
ſchleudert wurde; dieſer ſtarb auf den Wege nach dem
Krankenhauſe.
* Wannſee, 31. Okt. Der Chauffeur des
ver=
unglückten Automobils fand ſich wieder ein.
Nach=
dem er den ganzen Morgen und Vormittag im Grunewald
herumgeirrt war, kehrte er gegen 11 Uhr zurück, um ſeine
Kleidungsſtücke abzuholen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Flache
Teiltiefs haben geſtern allenthalben ſtarke Niederſchläge
gebracht. Bei öſtlichem Winde herrſchte heute überall
dichter Nebel. Da bei Island eine neue intenſive
Zyklone erſchienen iſt und oſtwärts vordringt, wird das
trübe regneriſche Wetter anhalten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 1. Nov.:
Niederſchläge, öſtliche, ſpäter ſüdöſtliche Winde, Temperatur
wenig verändert.
von Mk. 1,10 an
Henneverg=Seide per Meter
porto= u. zollfrei
in ſchwarz, weiß und farbig,
für jeden Bedarf. (K19111,30)
Verlangen Sie Muſter. G. Henneberg, Illrich
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute früh wurde unſere gute, liebe Mutter
(21226
und Großmutter
Gertrud Rauff
geb. Hildebrand
durch einen ſanften Tod von ihrem langen,
ſchweren Leiden erlöſt.
In tiefer Trauer:
Otto Rauff und Frau Anna, geb.
Bauer=
meiſter,
Hans Block und Frau Martha, geb. Rauff,
Dr. Georg Rauff und Frau Dolly, geb. Ball,
Ernſt Linke und Frau Helene, geb. Rauff,
Dr. Willy Rauff und Frau Agnes, geb.
Thomſen,
Dr. Paul Sckerl und Frau Elſe, geb. Rauff,
und neun Enkelkinder.
Berlin W., den 30. Oktober 1910.
Düſſeldorferſtr. 102.
Der heutigen Nummer liegt ein Proſpekt der
V. Jenger Geldlotterie zum Beſten einer
Feierabendſtätte für deutſche Dichter und Denker
bei, auf welchen hiermit aufmerkſam gemacht ſei. Loſe
dieſer Lotterie ſind durch das Generaldebit Guſtav
Seiffert, Lotteriebank G. m. b. H. in Eiſenach,
zu beziehen.
(21175D
Unſer heutiges Blatt enthält eine Beilage von
Garl Will Darmſtadt, Ernſt=Ludwigſtraße 7, betr.
Köſtritzer Schwarzbier.
(21214
Familiennachrichten.
Todes-Anzeige.
Heute Nachmittag 2½ Uhr verſchied im
52. Lebensjahre nach kurzem aber ſchwerem
Leiden unſer guter lieber Vetter und Onkel
Gustav Decius
Kaufmann.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Minchen Heinz.
Familie H. Seibel.
Darmſtadt, 31. Oktober 1910. (21227
Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag
3½ Uhr, vom Sterbehaus, Holzſtr. 26 aus, ſtatt.
Danksagung.
Für die zahlreichen Beweise
herz-
licher Teilnahme, die uns anlässlich
des Ablebens unserer lieben (21177
Frau
Karoline Reichenbach
zuteil geworden sind, sagen wir auf
diesem Wege aufrichtigen Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
1. November 1910.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme beim
Hinſcheiden unſeres lieben Bruders, Schwagers
und Onkels, ſagen wir Allen innigſten Dank.
Familien Horn und Wachtel.
Darmſtadt, Oktober 1910.
(21207
Dankſagung.
Für die bei dem Hinſcheiden meines
innig=
geliebten Gatten, unſeres Vaters und Schwagers
Herrn Heinrich Dieter
bewieſene Teilnahme ſagen herzlichſten Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 31. Oktober 1910. (21194
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meiner lieben, unvergeßlichen
Frau, unſerer Mutter, Schweſter, Schwägerin,
Schwiegermutter, Großmutter und Tante
Katharie Walther
geb. Herling
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Mar=
guth für ſeine troſtreiche Grabrede, dem
Unter=
offizier=Corps Regiment 115, ſowie für die
zahl=
reichen Blumenſpenden unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jacob Walther, Bürgermeiſter.
Malchen, den 31. Oktober 1910. (21193
Tageskalender.
hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): „Tiefland”.
orſtell ung um 8 Uhr im Orpheum.
Familienabend des Frauenvereins der
Johannes=
gemeinde um 8 Uhr im Gemeindehaus.
ſonatsverſammlung des deutſchen und öſterr.
Alpenvereins um 8½ Uhr im „Fürſtenſaal”.
onzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
onzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
konzert um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
lympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 2. November.
ofreiten=Verſteigerung des Gg. Gerlach (
Viktoria=
ſtraße 50 und 52) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Nobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr Rheinſtr. 23.
Nobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in dee
„Ludwigshalle‟
ferde=Verſteigerung um 9 Uhr in der Train=
Kaſerne (Eſchollbrückerſtraße).
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle, Louiſenſtr. 29.
Die Leſehalle iſt geöffnet an Wochentagen von
10—2 und von 6—9½ Uhr, Sonntags von 11—1 und
von 5—9 Uhr. Büche rausgabe findet ſtatt an jedem
Wochentage von ½11 bis ½1 Uhr und abends von
6 bis 9½ Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Nummer 256.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. November 1910.
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45)
Haſſingens Blick wurde noch finſterer.
Erlaube, daß ich die Fenſter ſchließe! ſagte er nach
der erſten Begrüßung des Freundes, der in der Litewka
ſeinen Lieblingsplatz in der Sofaecke einnahm. Meine
Augen können ſo viel Licht nicht vertragen, außerdem
habe ich Dir auch etwas mitzuteilen.
Hier hört uns kein Teufel! meinte Eſpach gelaſſen.
Aber bitte!
Haſſingen ſetzte ſich in den Schreibtiſchſtuhl, neben
dem er gerade ſtand. Ein kleines Bildchen lag, noch
unaufgezogen, auf der rotledernen Schreibmappe.
Er nahm es auf. Es ſtellte Lisbeth und Helene
dar, Arm in Arm.
Die blonde Braut ſtrahlend und blühend ſchön,
Helene mit ſo ſchwermütigen Augen in einem
Geſicht=
chen, deſſen rührende Bläſſe man ahnte, daß der Mann
leicht zuſammenzuckte und die Sorgenfalte auf der
Stirn ſich ſchärfer grub.
Ich habe es in Harzburg aufgenommen, erklärte
Eſpach. Du weißt natürlich, daß Helene dort iſt.
Es war nicht oft der Fall, daß Helene Falks Name
zwiſchen den Freunden genannt wurde, aber heute
fühlte Eſpach, daß der Freund ſich gegen ihn ausſprechen
wollte, und er wollte es ihm erleichtern.
Ja, ich weiß! ſagte der blonde Offizier. Sie quält
ja beſtändig, ich ſolle mal hinüberkommen, aber erſt
höre unter Diskretion, was mich zu Dir führt. Ich
habe heute einen Brief von einem wildfrenden Mann
erhalten, in dem er mich geradezu flehentlich bittet,
Helene Falk, wenn ich ſie wirklich liebte, frei zu geben,
weil dieſe Sache doch ausſichtslos —
Eſpach blickte ernſt, aber befriedigt auf, ohne ſich
weiter über die Einmiſchung des Fremden zu
wundern.
Das iſt längſt meine Anſicht, Hans, Du mußt ein
Ende machen.
Haſſingen ſtrich ſich über die feuchte Stirn und
ſtöhnte auf.
Ein Ende machen! Das ſagt ſich ſo leicht, Walter,
ich will’s ja ſelber gern und bin ſchon ſeit langem
bemüht, ihr die Hoffnung zu nehmen, die ich ihr in
einer beſinnungsloſen Stunde gab — aber Du ſollteſt
ihre Briefe leſen, dieſe herzzerreißenden Briefe.
Immer die Bitte: Nur jetzt noch nicht, nur noch ein
letztes Wiederſehen —
So fahr” doch mal mit nach Harzburg hinüber,
Hans!
Der wehrte geängſtigt ab.
Ich bin feig, weiß Gott, ich fürchte mich vor ihrem
Anblick, und ich kenne mich, ich würde hart bei einer
Rührſzene, weil ich um keinen Preis mehr weich
wer=
den darf. Zu einem verſöhnlichen Schluß ſoll es doch
zwiſchen uns kommen.
Das wird es auch, Hans, davon bin ich=feſt über=
Leuigt dieſer vilhſtunde Rann er d begret en die
kleine Helene iſt, wird ſie auch zu tröſten wiſſen, und
Du — Du wirſt die Deiner Schilderung nach reizende
Frau von Rieding heiraten.
Haſſingen ſpielte nervös mit der kleinen
Photo=
graphie.
Ich weiß gar nicht, wo ſie ſich aufhält, Walter, alſo
liegt dieſe Möglichkeit in ſehr weiter Ferne. Ihr
Viel=
liebchengeſchenk kam vor drei Wochen aus Berlin,
geſtern ſchreibt mir mein Onkel zufällig, die Beſitzerin
von Mensdorf befände ſich wieder einmal auf Reiſen,
ruhelos wie ſtets.
Aber Du liebſt ſie, Hans? fiel Walter Eſpach
ruhig ein.
Eine kleine Pauſe.
Der blonde Offizier war rot geworden=
Die Antwort erlaß mir, Walter, die hab’ ich mir
bis zur Stunde ſelbſt noch nicht gegeben. Kann es
auch nicht, ehe ich Helene nicht aus meinem Leben
ge=
ſtrichen habe. Ich würde dann vielleicht zwei Frauen
untren ſein, und das geht mir wider die Natur. Aber
jetzt ſag’ mir, was ſoll ich dem Manne, er machte eine
Bewegung nach der Stelle, wo der Brief in der neuen
Krokodilledertaſche mit dem aufgeſetzten, maſſiv
golde=
nen Monogramm, dem Geſchenk Lena von Riedings,
ruhte, anworten?
Walter Eſpach ſann eine Weile nach.
Schreibe ihm vor allen Dingen, wie Du mit Helene
geſtanden, wie poetiſch, wie rein Eure Liebe geweſen
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. November 1910.
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über Euer Verhältnis denkt, doch viel Wert für ihn
und für Helenens Glück haben. Sei ſo ehrlich gegen
ihn, wie Du immer biſt, mein Junge, ſchreib” ihm,
was Du mir geſagt haſt, und im übrigen denke an die
Trennung von dem Mädchen, ich halte nichts von der
Schonung, der raſche Schnitt iſt die beſte Heilung.
Hans Haſſingen erhob ſich ſchwerfällig. Er hatte
das Bild noch in der Hand, jetzt legte er es, einen letzten
Blick darauf werfend, auf den Schreibtiſch.
Schwer iſt’s doch, Walter, o Gott, ſehr ſchwer.
Lache mich aus, Du biſt im Recht, das Herz, das ſchon
zu einer anderen hinſtrebt, kann ſich von der alten
Liebe nur mit Schmerz löſen. Glaube mir, hätte ich
Helene heiraten können, nie wäre mir eine andere
Fran gefährlich geworden.
Walter Eſpach war neben ihn getreten.
Glaub’ ich Dir gern, Hans, und auch, daß Dir
das Scheiden von Helene weh tut, aber es iſt hohe Zeit,
auch für Dich, daß es kommt, Du reibſt Dich auf in
dieſem Hin und Her, dieſem nutzloſen Kämpfen.
Walter Eſpach wußte am beſten zu beurteilen, was
der blonde Kamerad in dieſem Jahre voll Krankheit,
Geldſorgen und innerem Zwieſpalt gelitten hatte.
Als er allein war, ging er noch eine Zeitlang im
Zimmer auf und ab, wie immer, wenn er irgend einen
Entſchluß faſſen wollte.
Er ſah ein, daß ſeine Freundespflicht ihm gebot,
bei dem Punkt für Haſſingen einzuſpringen, wo deſſen
Energie verſagte.
Wenn er am Sonntag nach Harzburg hinüberfuhr,
wollte er mit Helene Falk ſprechen.
Es begünſtigte ſeinen Plan, daß Lisbeth ihn
dies=
mal allein am Bahnhof erwartete. Helene und Frau
Schäffer waren in die Kirche gegangen.
Sie ſah brillant aus, blühend in Geſundheit, die
nach einem alten Satz ſchon an ſich Schönheit iſt, und
ſtrahlend vor Glück.
Das Vorhaben Walters weckte zuerſt ihren
Wider=
ſpruch, ſie hing mit großer Liebe an der armen, kleinen
Helene, und der Gedanke, daß ihr Bräutigam es
über=
nehmen wolle, ihr den letzten, tödlichen Stoß zu
ver=
ſetzen, war ihr entſetzlich.
Aber ſie war nicht umſonſt auch die vernünftige
Lisbeth, die ruhigen Erwägungen zugänglich war, und
Walter Eſpach wußte ihr klar zu machen, daß es viel
beſſer ſei, ſie erhielte den Stoß durch einen Fremden,
als durch den Geliebten ſelbſt, und daß der Zeitpunkt
dazu günſtig gewählt ſei, nicht nur weil die arme
Kleine dann einen Troſt an der Freundin habe, ſondern
auch der Gefahr entgehe, ſich erſt ihren Eltern zu
ver=
raten.
Beſonders das letztere leuchtete Lisbeth ein, und ſie
verſprach dem Verlobten ihre Unterſtützung.
Helene Falk erlitt, als ſie aus der Kirche
zurück=
kehrte, eine herbe Enttäuſchung.
Sie hatte ſo inbrünſtig zu Gott gefleht, um ein
Wiederſehen mit dem Geliebten, daß ihr Kinderglaube
ihr Zuverſicht ins Herz geraunt und ein törichtes
Hoffen. Sie hatte viel gelitten in den letzten Wochen,
ſeit die Briefe ihres Hans immer ſeltener und kürzer
geworden waren und er für ſein Ausbleiben damals
nur eine ſehr unklare, flüchtige Ausrede und
Ent=
ſchuldigung gefunden hatte.
Nach Tiſch zog Frau Schäffer ſich in ihr Zimmer
zurück, und die drei jungen Leute gingen in den kleinen
Garten hinter dem großen Logierhauſe, das zu Anfang
der Saiſon noch ſchwach beſetzt war.
Er ſtand in der größten Ueppigkeit ſeiner
Vege=
tation, die Fliederbüſche konnten die Laſt ihrer lila
Blütendolden kaum tragen.
Sie waren erſt einige Minuten in den
verſchlunge=
nen Wegen langſam einhergewandert, das Brautpaar
Arm in Arm in der kindiſchen Art verliebter Menſchen
miteinander plaudernd, Helene in tiefe Gedanken
ver=
ſunken daneben, da erklärte Lisbeth plötzlich, Walter
ſolle ihnen einen Roman vorleſen, den er ſelbſt ihr
neulich geſchenkt hatte, und ging, ihn zu holen. Sie
ließ ſich ſonſt gern ſolche Wege von ihrem Bräutigam
abnehmen, und da dieſer heute nicht einmal den
Ver=
ſuch machte, ihr ſeine Dienſte anzubieten oder ſie zu
begleiten, ſo ſchöpfte Helene ſofort Verdacht und fühlte,
daß Walter Eſpach ein Alleinſein mit ihr ſuchte. Das
konnte nur ſein, weil er eine Botſchaft von Haſſingen
für ſie hatte. Sie wurde rot und wieder blaß vor
er=
wartungsvoller Aufregung, dachte an ihr Gebet in der
Kirche, und ob Gott vielleicht doch einen Teil desſelben
erhört hatte.
(Fortſetzung folgt.)
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
6 II.
Dienstag, 1. Nobenber.
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Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf § 12, Ziffer 4 des Stellenvermittlergeſetzes vom 2. Juni 1910,
wonach ein Stellenvermittier, der die amtlich feſtgeſetzte Tare überſchreitet oder ſich,
außer den taxmäßigen Gebühren, Vergütungen anderer Art von dem Arbeitnehmer oder
dem Arbeitgeber gewähren oder verſprechen läßt, mit Geldſtrafe bis zu 600 Mk. oder
mit Haft beſtraft wird, bringen wir nachſtehend den ſeit dem 1. Oktober d. Is in
Geltung befindlichen Gebührentarif für gewerbsmäßige Stellenvermittler im Kreiſe
Darmſtadt wiederholt zur Kenntnisnahme..
Darmſtadt, den 31. Oktober 1916.
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für gewerbsmäßige Stellenvermittler im Kreiſe Darmſtadt,
gültig vom 1. Oktober 1910 ab,
feſtgeſetzt nach Anhörung des Trägers des öffentlichen Arbeitsnachweiſes, der Vertreter
der Stellenvermittler, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer:
Gewerbliche und landwirtſchaftliche Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter.
(ſöweit nicht unter II und III gehörig):
1) bei Monatslohn bis 15 Mk. und freier Station oder bei Monatslohn bis 60 Mk. 2 Mk.
über 15—25
„ über 60—70 „ 3.
2)
25—40
3) „
„ 70—85 „ 4.
„ 85
2 „ 40
4) „
5 „
II.
Perſonal im Haushalt:
1) bei Monatslohn bis 15 Mk. und freier Station
2 Mk.
vön über 15 Mk. — 25 Mk. und freier Station . . . . . 3 „
2) „
Ee
ſc) bei Monatslohn von über 20 Mart — 40 Mark und freier Stalion
4)
. . . 5 „
„ 40
5) Aushilfsperſonal (Servier=, Lauf=, Putz=, Koch=, Waſchfrauen, Näherinnen,
Büglerinnen uſw.) für jeden Vermittlungsfall. .
.. . . . . 0,20 Mk
III.
Perſonal im Gaſtwirtsgewerbe:
1) Oberkellner, Küchenchefs und Hotelportiers
7 Mk.
2) Köche und Köchinnen :
3) Kellner
.:
:
. 4 „
4) Büffetiers, Büffetdamen und Zäpfer . . . . . . . . . . . . . . . . 4 .
5) Hoteldiener
..,,.. . .., „ . . . . „ 4
6) Kellnerinnen
. ,. ........
7) Hausburſchen und ſonſtiges männliches Perſonal . . . . . . . . . . . 2
8) Sonſtiges weibliches Perſonal ..
.. .. . . . . . . . 2
9) Aushilfen . . .
..... . . . 0.20„
IV.
Krankenwärter und Ammen:
1) Krankenwärter a) für 1 Monat und länger . .
5 Mk.
b) für 14 Tage bis zu 1 Monat
2
c) für kürzere Zeit als 14 Tage
.:
2) Ammen .
. . 15 „
Haben beide Teile die Tätigkeit des Stellenvermittlers in Anſpruch genommen,
ſo iſt die Gebühr je zur Hälfte von dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer zu
zahlen; eine entgegenſtehende Vereinbarung zu Ungunſten des Arbeitnehmers iſt nichtig.
Eine Gebühr darf nur erhoben werden, wenn der Vertrag infolge der Tätigkeit
des Vermittlers zuſtande kommt.
Darmſtadt, den 28. September 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(21205
ete ehecher er etengſen echenen eumner.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Kaunlan für die Lichtenbergſtraße und Millerſtraße.
Zufolge Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 29. September d. Js.
ſoll die prolektierte Lichtenbergſtraße zwiſchen Wenckſtraße und Kranichſteiner Straße
aufgehoben und die Millerſtraße bis zur Wenckſtraße fortgeführt werden. Der
hier=
über aufgeſtellte Plan liegt in der Zeit vom 2. bis einſchließlich 17. November d. Js.
auf dem Stadtbauamte, Grafenſtraße Nr. 30, in den Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
Einwendungen gegen dieſen Plan ſind während obiger Friſt ſchriftlich oder
münd=
lich zu Protokoll bei Meidung des Ausſchluſſes bei dem Stadtbauamte vorzubringen.
Darmſtadt, den 28. Oktober 1910.
(21160im
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Jaeger.
Bekanntmachung.
Der Voranſchlag der israelitiſchen Religionsgemeinde Darmſtadt für die Zeit
vom 1. April 1911 bis Ende März 1912 liegt vom 2. November 1910 ab acht Tage
lang in dem Gemeindebureau, Friedrichſtraße Nr. 2, während der Amtsſtunden
vor=
mittags von 9—12 Uhr zur Einſicht offen.
Etwaige Einwendungen ſind innerhalb der angegebenen Friſt ſchriftlich bei dem
unterzeichneten Vorſtande einzureichen.
Darmſtadt, 31. Oktober 1910.
(21208
Der Vorſtand der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Bekanntmachung.
Der Voranſchlag der Gemeinde Weiterſtadt für 1911 liegt vom 3. November
I. Js. an acht Tage lang zur Einſicht der, Intereſſenten und Entgegennahme von
Ein=
wendungen auf dem Büro der Bürgermeiſterei offen.
(21152
Weiterſtadt, den 1. November 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Weiterſtadt.
Becker.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, 2. November 1910, vormittags 9 Uhr beginnend,
und Donnerstag, 3. November, vormittags 9 Uhr beginnend,
werden im Hause Rheinstrasse 28 in Darmſtadt auf freiwilliges Anſtehen wegen
Geſchäftsaufgabe die Einrichtung und das Inventar eines großen und feinen Cafés, als:
1 Büfett, 1 Vierpreſſion mit Leitung, ſämtl. Silber, beſtehend in
Zucker=
aufſätzen, Kuchenſtänder, Kuchenkörbe, Tarifſtänder, Teekannen,
Zucker=
teller, Spielteller, Menagen, ferner Porzellan, Kupfergeſchirr, Küchen=
und Bettwäſche, 1 große Partie Tiſche mit Marmorplatten, große
Spiegel, Sofas, 7 Kronleuchter, Wandleuchter, Garderobehalter, 1 kompl.
Konditorei mit Ofen, 1 kompl. Kaffeeherd, 2 Gasbadeöfen, 2
Eis=
maſchinen, 1 elektr. Ventilator, 2 elektr. Windflügel, Schirmhalter,
Zeitungsregale, Brockhaus’ Lexikon, Gartenmöbel, 10 Epheukaſten,
diverſe Möbel und noch mehr weiter die geſamte Einrichtung eines
Billardzimmers, namentlich 4 Billards (vor etwa einem Jahr neu
ange=
ſchafft, Fabrikat Einbeck), nebſt allen Bällen, ſämtl. Queuesſtänder,
Queueſchrank, Queues und Billardbeleuchtungen, ſowie Sofas und eine
große Anzahl Stühle
durch den Unterzeichneten gegen Barzahlung verſteigert. Die Verſteigerung findet
be=
ſtimmt ſtatt und kommt die Einrichtung des Billardzimmers Donnerstag vormittag
zum Ausgebot.
(21175
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 2. November 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” (Obergaſſe) öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
ca. 1500 Zigarren, eine Partie Stoffe, eine Partie Herrenhüte, Papier=
und Schnittwaren, 4 Rollen, 1 Fahrrad, Holzbearbeitungsmaſchinen, 1
Pia=
nino, 1 Polyphon. 1 Warenſchranf 1 Ladentheke, 3 Stab Bilderleiſten,
1 Draht= und 1 Wollmatratze, 1 vollſtändiges Bett, 2 Stühle, 1 Tiſchdecke,
1 Diwan, mehrere Vertikos, 1 Sofa, 1 Seſſel, 1 Spiegelſchrank, 1
Waſch=
kommode, 1 Waſchtiſch, 1 Schreibtiſch, 1 Kleiderſchrank, 1 Kommode, 1
Vor=
platzgeſtell, 1 Eisſchrank, 1 Büfett, 1 Gasherd, 1 Schirmſtänder, 1
Petro=
leumlüſter, 6 Stühle mit Lederſitz u. a. m.
(21206
Die in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände kommen beſtimmt zur Verſteigerung.
Darmſtadt, den 31. Oktober 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
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Preihändiger Möbel- Verkauf
Von Dienstag, 1. bis 3. November 1910,
den ganzen Tag geöffnet, verkaufe wegen Wegzug zu Auktionspreiſen:
1 kompl. Bett, Bettſtellen, 2tür. Kleiderſchränke, 3 Vertikos, Waſchkommode,
runde u. viereckige Tiſche, Stühle, Seſſel, Schlafdiwan, 1 Sofa und 3 Stühle,
gevolſtert, Goldſpiegel, Petroleum= und Gaslampen, 2 Regulat=Uhren, 1
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wanne und 1 Waſchmaſchine mit Ofen, 2 Reſtaurationsſchränke, 1 großer
Kaſſenſchrank und vieles Ungenannte
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Johannes Krummeck, Anktionator und Taxator,
Wohnung: Grafenstrasse 4. —
Uebernahme von Verſteigerungen.
Die im Verkaufsbezirk der Ober=Poſt=
2 direktion in Frankfurt (Main), zu dem
die Ober=Poſtdirektionsbezirke Darmſtadt,
Frankfurt (Main), Karlsruhe (Baden),
Kon=
ſtanz, Metz und Straßburg (Elſ) gehören,
vorhandenen Telegraphenaltmaterialien
(ausgeſonderte Drähte und alte Metalle)
ſollen im Wege der öffentlichen Anbietung
— Termin am 10. November, 9 Uhr
vor=
mittags — verkauft werden. (2118336
Die Anbietungsbedingungen und
Ver=
zeichniſſe der zum Verkaufe geſtellten
Alt=
materialien können von der Kanzlei der
Ober=Poſtdirektion Frankfurt gegen
Ein=
ſendung des Frankierungsbetrages (
Doppel=
brieß oder unfrankiert bezogen werden.
Frankfurt a. M., 28. Oktober 1910.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.
Unentgeltl. ärztl.
Beratungs=
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(Allgemeiner deutſcher Frauenverein).
Von Dienstag, den 1. November
ab befindet ſich die Beratungsſtelle
im Hauſe der Großherzogl. Zentrale
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Gegenſtänden aller Art. Die Sachen
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Mühlſtr. 26 entgegen. Philipp Scholl, Tanzlehrer.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. November 1910.
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Ein alter Muſiker, im Leben vom
Glück begünſtigt, findet durch ein
Geſchenk an die einſt Geliebte in
ſeinen alten Tagen das Glück ſeiner
Jugendzeit wieder.
2. Lehmann im Löwenkäfig.
Humoriſtiſcher Schlager mit großem
Lacherfolg.
z. Geschütz-Uebungen der
Hochintereſſanteſ
engl. Marine. Militärbilder.
4. TraumeinesVerzweifelten
Aeußerſt ſpannender
Verwandlungsfilm.
5. Die Sächsische Schweiz
Wundervolle Aufnahme der
wild=
romantiſchen Gegenden des
Erz=
gebirges, es wird dieſer Film von
allen Freunden der Natur mit
warmer Freude begrüßt werden.
6. Ich richte nicht.
Feſſelndes Drama aus dem
täg=
lichen Leben eines
Steinbruch=
arbeiters, welcher in der Nacht zwei
unvorſichtige Knaben vom ſicheren
Tode errettet.
7. Triumph der Intelligenz
Humoriſtiſche Vorkommniſſe, die
großes Gelächter hervorrufen.
8
Einlage.
Dieſes reichhaltige Programm wird
gewiß den Beifall des verehrl.
Pu=
blikums finden, und kann nur
em=
pfohlen werden.
*26908)
Die Direktion.
ufträge in Porträts werden von geübt,
Kunſtmaler unt. Garantie für künſtl.
Ausführ. b. mäß. Berechn. angen. Off. unt.
G 20 an die Expedition ds. Bl. (*26877
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G
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erhalten guten Mittags- u. Abendtisch
von 60 Pfg. an Alexanderſtraße 4, I.
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Mauerſtraße 15. lichen Mittags=
und Abendtiſch können noch einige
(*26460doi
Herren teilnehmen.
n gutem bürgerlichen Mitagstiſch
können ſich noch einige Herren beteiligen.
Pr. 60 Pfg., Abendtiſch 40 Pfg.
*26771oi)
Hochſtraße 4, 1. Stock.
Kaarmannsgerrents Wanten.
Gemeinschaftlicher Wahlvorschlag
zu der am
Mittwoch, den 2. November ds. Js. ſtattfindenden
Wahl der Arbeitgeber=Beisitzer
1. Ludwig Fischer, Kaufmann
2. Friedrich Klockow, Kaufmann
3. Wilhelm Kölb, Kaufmann
4. August Jacobi, Fabrikant
5. Karl Malzi, Weinhändler
6. Josef Plaut, Kaufmann
7. Adolf Kahn, Kaufmann
8. Friedrich Becker, Kaufmann
9. Philipp Stein, Volksbankdirektor
10. Ludwig Heissner, Fabrikant.
Wahllokal: Sitzungsſaal des Kaufmanngerichtes,
Waldſtr. 6, Zimmer 10.
Wahlzeit: 11 Uhr vorm. bis 2 Uhr nachm. und 5 Uhr nachm. bis 8 Uhr abends.
Wir erſuchen unſere Mitglieder ſowie die ſonſtigen Wahlberechtigten um rege
Beteiligung.
Die Vorſtände des
Handelsvereins
Detailliſtenvereins
Kaufmäntiſchen Vereins
Kathol. kaufm. Vereins „Conſtantia‟
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hochbeinig, langer Kopf und langer Schwanz.
Gegen Belohnung abzugeben
Heidelberger=
ſtraße 41.
(*26892
Entlaufen eine
schwarz-
rote Dobermann-Hündin.
Vor Ankauf wird gewarnt. Abzugeben bei
Georg Fink, Pfungſtadt.
(*26883.
Goldner Brillantring
(2 gr. Steine)
verloren
am 30. ds. Mts. zwiſchen 12—1 Uhr in der
Kranichſteinerſtraße. Der ehrliche Finder
wird gebeten, denſelben auf dem Polizei=
Revier, Alexanderſtraße, gegen hohe Be=
(*26834
lohnung abzugeben.
Goldner Klemmer
verloren Herrengarten, Weg von der
Hochſchule zum Amtsgericht. Abzugeben
gegen Belohnung Wenckſtr. 9, I. (*26865.
Aetaner Derehete. SZcte. Mhrer.,
OKrRLen
Sedsmde Dientag, I. November:
E-Variété-Premiere ad
Glänzende
(3wehuts
Les Pandos
gymnast. athletischer Akt
Miss Tedy Woodson
Tänzerin, mit dress. Hunden
Anny Kora, Soubrette
nordische
frazien
Barfuß-Tanz-ldyllen
Der Biograph
Lebende Riesenphotographien
3
Geschwister
CoEbekC
Gr. musikal. Akt mit dem kleinsten
Kapellmeister der Welt.
Mile.
Hero
Tableaux vivants.
SOtto Röhr
Der brillante Humorist am Flügel.
Jack Sterzell)
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etc. etc.
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Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 1. November 1910.
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Abonnement B 12.
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Sebaſtiano, ein reicher
,
Grundbeſitzer .
Tommaſo, der Aelteſte der
,
Gemeinde .
Moruccio, Mühlknecht . . Hr.
Marta,
,
Pepa,
(2
Hr. Weber
Antonia,
Roſalia,
Nuri,
Pedro, ein Hirte
Nando, ein Hirte
((25
G
Hr.
Frl.
Frl.
Frl.
Frl.
Frl.
Hr.
Hr.
Stephani
Hönel
Geyersbach
Nicklas=
Kempner
Kaiſer
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(1.—6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2.— Mk., Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
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6 Uhr an.
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von 11—1 Uhr für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 2. Nov. 47.' Ab.=Vorſt. C 12.
Zum erſten Male wiederholt: „Taifun”.
Große Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 3. Nov. 48. Ab.=Vorſt. D 13.
„DerBajazzo”, hierauf. „Brüderlein.
fein‟ Große Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Freitag, 4. Nov. 49. Ab.=Vorſt. A. 12.
„Der Arzt am Scheideweg.‟ Große
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Sonntag, 6. Nov. 50. Ab.=Vorſt. A 13.
Neu einſtudiert: „Samſon und
Da=
lila‟. Große Preiſe. Anfang 6½ Uhr.
Die Erhebung der 2. Rate des
Abonnements=
geldes für die Spielzeit 1910/11 findet
Dienstag, den 1. bis Donnerstag, den
3. Nov. 1910, nachmittags von 3—5 Uhr, ſtatt.
— Zahlſtelle: Veſtibüle im Hof=Theater. —
Die Abonnenten werden freundlichſt gebeten,
die erhaltenen Zettel bei der Zahlung zur
Quittierung=vorlegen zu wollen.
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Nummer 256.
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. November 1910.
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N5 256.
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1910.
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Herbſt entlaſſenen Reſerviſten, für welche der Eintritt ebenfalls frei iſt, laden wir zu
dieſen intereſſanten Vorführungen zu zahlreichem Beſuch ein.
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Gäste sind willkommen.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
Die Monatsverſammlung am Mittwoch, den 2. November, fällt aus.
Verein für Verbreitung von Volksbildung
und Landes-Gewerbeverein.
Vorträge des Herrn Dr. Kienzle, Kuſtos am Landes=Muſeum,
über
Stilformen
am 3., 10. und 17. November, abends 8 Uhr,
im Vortragsſaal der Zentralſtelle für die Gewerbe, Neckarſtraße 3.
Eintritt frei.
Oeffentlicher Vortrag:
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Mittwoch, den 2. November 1910, abends 8½ Uhr,
Darmstadt, „Fürstensaal‟, Grafenstr. 20.
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18e
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 1. November 1910.
Nummer 256.
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tent=Medizinal=Seife bei Rauhigkeit und Schuppungen
der Haut, bei leichter Ichthyoſis, ganz beſonders bei
Un=
reinheiten derſ., wenn Miteſſer u. deren Folgezuſtände,
Knötchen, Puſteln uſw. das bekannte
unſch. Geſichtsbild hervorr.” So urteilt
H. Dr. med. W. üb. Zucker’s Patent=
Me=
gdizinal=Seife, à Stck. 50 Pf. (15%ig) u.
I 1okot1.5o M. (35%ig, ſtärkſteForm). Dazugeh.
Zuckvoh=Creme75 Pf. u. 2 M. i. ſämtl. Apoth., Drog. u. Parf.
19167E
Exzentriſche Hochzeitsfeiern.
— Unter den amerikaniſchen Geiſtlichen und
Stan=
desbeamten macht ſich eine ſtetig wachſende Bewegung
geltend, die der immer mehr zunehmenden Neigung
der Amerikaner, ihre Eheſchließungen jeden Ernſtes zu
entkleiden, einen Riegel vorſchieben will. In den
letz=
ten Jahren haben ſich die Fälle gehäuft, in denen allein
Senſationsbedürfnis und Freude an wunderlichen
Exzentrizitäten die Form der Eheſchließungen
beſtimm=
ten; nun haben eine Reihe von Geiſtlichen erklärt, daß
ſie künftig ihre Mitwirkung an ſolchen grotesken
Ze=
remonien verweigern wollen.
In Milwaukee hat man Hochzeitsfeiern ohne
wei=
teres in den Dienſt der Reklame geſtellt. Der Beſitzer
der größten Rollſchuhbahn hatte einen Preis von 200
Mark für jedes Ehepaar ausgeſetzt, das ſich auf
Roll=
ſchuhen in ſeinem Etabliſſement trauen läßt, und
ſei=
nem Beiſpiele folgte raſch ein Möbelhändler, der jedem
Paare eine komplette Schlafzimmereinrichtung ſtiftete.
Es fehlt natürlich nicht an ärmeren Brautleuten, die
der Verſuchung nicht widerſtehen können und für das
Schlafzimmer und den Geldpreis gern die Komik der
Situation hinnehmen. Ein Herr W. Me Grath und
Miß Hattie Baldwin machten den Anfang, und
Tau=
ſende von Leuten ſtrömten in die Rollſchuhbahn, um
die ungewöhnliche Hochzeit zu ſehen. In der Mitte
der Fläche war ein Tiſch und ein Stuhl für den
Stan=
desbeamten aufgeſtellt, und bald gewahrte man auch
den Friedensrichter Burke, der auf Rollſchulen
daher=
gelaufen kam, um am Tiſche ſeines Amtes zu walten.
Die Muſik intonierte den Hochzeitsmarſch von
Men=
delsſohn, und auf Rollſchuhen zog das Brautpaar mit
Zeugen und Ehrengeleit über die Bahn, machte vor
dem Tiſche Halt, die Ehe wurde von dem Beamten
ausgeſprochen, und die Rollſchuhbahn konnte an dieſem
Tage eine Rekordeinnahmeziffer aufweiſen. Aehnlicher
Art waren die Gründe, die C. W. Houſe und Miß
Flora J. Wood veranlaßten, ſich in der großen
Land=
wirtſchaftlichen Ausſtellung in New=York trauen zu
laſſen. Die Ausſteller ſtifteten allerlei Gegenſtände
für das Paar, eine Sammlung wurde veranſtaltet, und
natürlich ſtrömten Tauſende von Beſuchern in die
Aus=
ſtellung, um Zeugen des ungewöhnlichen Schauſpiels
zu werden.
Aber nicht immer iſt es Hoffnung auf Gewinn und
ſkrupelloſe Reklame findiger amerikaniſcher
Geſchäfts=
leute, die für ſolche exzentriſchen Hochzeitsfeiern
ver=
antwortlich ſind. In den meiſten Fällen iſt die Luſt
am Verblüffenden und Ungewöhnlichen der Urſprung
ſolcher Schauſpiele. In Boſton ließ ſich vor einiger
Die Bakterien= und Epidemiegefahr
im Herbſt.
Es iſt allgemein bekannt, daß die Häufigkeit
ge=
wiſſer Erkrankungen im Zuſammenhang mit der
Jahreszeit ſteht. Das Herbſtwetter iſt beſonders
geeig=
net, die Atmungsorgane anzugreifen und Hals und
Rachen, zumal bei Kindern und zu Krankheit
Neigen=
den, für den erfolgreichen Angriff der Bakterien der
ſogenannten Erkältungskrankheiten vorzubereiten. Bei
vielen Tauſenden von Menſchen iſt deshalb der deutſche
Herbſt und Winter gefürchtet, und viele, die mit den
nötigen Glücksgütern geſegnet ſind, verlaſſen aus
Furcht vor den Unbilden des Wetters die Heimat, um
im ſchönen Süden den Gefahren für ihre Geſundheit
zu entgehen. Der rauhen Herbſttage mag Goethe
gedacht haben, als er die Worte ſprach:
„O, wie fühl’ ich in Rom mich ſo froh,
gedenk’ ich der Zeiten,
Da mich ein graulicher Tag droben im
Norden umfing.”
Sturm und Näſſe in gefährlicher Abwechſlung ſind
die Grundurſachen des ungünſtigen
Geſundheitszuſtan=
s im Herbſt. Epidemien von Influenza, Scharlach,
taſern, Schnupfen, Katarrhen aller Art dringen faſt
jedes Haus. Die Erreger dieſer Krankheiten, die
hakterien, werden von einem Zimmer ins andere, durch
Ille Etagen, von Haus zu Haus verſchleppt. Da heißt
Zeit ein Brautpaar im Löwenkäfig trauen; der
Geiſt=
liche freilich blieb draußen und waltete durch die
Git=
terſtäbe hindurch ſeines Amtes. Mrs. Ola Petermann
aus Lexington hatte es ſich als Braut in den Kopf
ge=
ſetzt, inmitten eines Fluſſes getraut zu werden, und
zwar nicht etwa in einem Boot, ſondern in einem Wagen,
Sie fuhr von der einen Seite des Stromes in die
Wel=
len, der Bräutigam von der anderen Seite, und in der
Mitte des Fluſſes, an einer ſeichten Stelle, erwartete
ſie, ebenfalls in einem Wagen, der Standesbeamte und
vollzog dann die Trauung. In Memphis, Tenneſſee,
wurden am 15. Juli Miß A. M. Hall und W. H. Buckner
auf offener Straße vor dem Standesamt getraut. Die
beiden ſtanden aufrecht in einer Droſchke, ein
Dienſt=
mann und ein Zeitungsjunge fungierten als Zeugen.
Noch moderner empfanden Miß Daiſy Cent und Mr.
Guy Weelock aus Maywood in Illinois: ſie heirateten
im Automobil. Der Rev. Hiram Brown aus der
be=
nachbarten Methodiſtenkirche erklärte ſich bereit, die
Zeremonie während der Fahrt vorzunehmen; er ward
im Automobil abgeholt, und während das Fahrzeug
im wildeſten Tempo die Landſtraße hinabraſte, vollzog
der Geiſtliche im Auto die Trauung.
Aber die ſchnellſte Trauung haben doch Claude
C. Buckner und Miß Ida Scheid gehabt, die ſich
kürz=
lich in Springfield trauen ließen, und auf ihren
Re=
kord nicht wenig ſtolz ſind. Als ſie zum Standesams
gingen, trafen ſie auf der Treppe vor dem Hauſe den
Friedensrichter Hubbard, der im Begriff war,
auszu=
gehen. Das Brautpaar behauptete, keine drei Minuten
warten zu können, und der Beamte konnte ſeinen Gang
nicht aufſchieben. Beide wieſen ihre Papiere vor, der
Beamte warf einen Blick darauf und murmelte dann
haſtig: „Hände faſſen, Mann und Frau, zwei Dollar!”
Die zwei Dollar wurden bezahlt, ſchon verſchwand der
Friedensrichter um die Ecke, und der Ehebund war
rechtskräftig geſchloſſen.
Sport.
Rr. Das Straßenrennen Rund um
Rheinheſſen, das am Sonntag mit dem Start in
Mainz zum Austrag kam, ſah von 49 gemeldeten
Fah=
rern 41 am Start, darunter eine Reihe der
bekannte=
ſten Straßenfahrer. Ein vormittags
niedergegange=
ner Regen hatte die Wege aufgeweicht, ſodaß keine
guten Zeiten erzielt werden konnten. Sieger des
über 150 Kilometer langen Rennens blieb in Klaſſe
A Hoppner=Luckenwalde in 5 Stunden 58
Minu=
ten, 2. Wittig=Groß=Lichterfelde 6112, 3. Marx=
Ber=
lin 6114, 4. Schnapel 6:26, 5. H. Ludwig=Soſſenheim
6:36. Schönweis und Zeeh ſtarteten nicht. In Klaſſe
B ſiegte Zipfel=Höchſt a. M. in 6:26.
In Hannover kamen am Sonntag die letzten
Radrennen dieſer Saiſon zum Austrag. Die
Haupt=
konkurrenz, ein Match Arend=Henry Mayer=
Oſter=
meier, kam leider nicht zur Entſcheidung, da
Oſter=
meier infolge Krankheit dem Start fern blieb und
Arend ſich außerdem weigerte, mit Henry Mayer das
Match allein auszufechten. Das Eröffnungsfahren
und die kurze Fliegermeiſterſchaft von Hannover ſah
dann Willy Arend vor Henry Mayer als Sieger, in
letzterem Rennen jedoch nur infolge eines kurz vor
dem Ziele ſich ereigneten Maſchinenſchadens.
Literariſches.
— Cooper, J. F., Lederſtrumpf=Erzählungen in
5 Bdn. (Der Wildtöter. Der letzte der Mohikaner.
Der Pfadfinder. Die Anſiedler. Die Prärie.) =
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biegſamen Orignal=Leinenbänden 10 Mk., einzeln jeder
Band 2 Mk. Leipzig, Max Heſſes Verlag. Von der
neuen Zoozmannſchen Ueberſetzung liegen die 2 erſten
Bände vor, und es iſt wohl nicht zu viel behauptet,
wenn wir ſagen, daß Zoozmann ſeine Aufgabe ſo
vor=
trefflich gelöſt hat, daß ſich die Ueberſſetzung wie ein
Original lieſt und den vollen Reiz der urſprünglichen
Form der Cooperſchen Romane bewahrt. Beſonders
iſt hervorzuheben, daß der Ueberſetzer es vermieden
hat, Kürzungen von Belang vorzunehmen, ſo daß uns
die volle Würdigung dſieſer in ihrer Art klaſſiſchen
Schöpf=
ungen ermöglicht wird. Cooper erfreut ſich einer
ſol=
chen Beliebtheit und Volkstümlichkeit in Deutſchland,
wie kaum ein anderer Dichter des Auslands, Dickens
vielleicht ausgenommen, und ſo iſt zu erwärten, daß
dieſe neue, äußerſt geſchmackvoll und gut ausgeſtattete
Ausgabe eine weite Verbreitung finden wird. Weitere
Bände ſollen in Kürze erſcheinen.
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es nicht nur ärztliche Hilfe zur rechten Zeit ſchaffen,
nachdem die Krankheit ausgebrochen iſt, ſondern es iſt
von ungeheurer Wichtigkeit, Vorbeugung und Schutz
gegen die Erkrankung zu ſuchen.
Das Heer der Bakterien dringt in den menſchlichen
Körper durch die Mund= und Rachenhöhle und die
oberen Luftwege ein. Deshalb gewährt nur ein ſolches
Mittel einen wirkſamen Schutz, das bereits an dieſer
Eintrittsſtelle ſeine Desinfektionsfähigkeit entfaltet.
Solch ein Mittel iſt das Formamint.
Das Formamint iſt wegen ſeiner vortrefflichen
Wirkung und überaus leichten Anwendbarkeit in
über=
raſchend kurzer Zeit in den weiteſten Kreiſen als
vor=
beugendes Desinfektionsmittel des Mundes und
Rachens beliebt geworden. Faſt in jeder Familie, die
die Mahnung und den Rat des Hausarztes beachtet,
wird Formamint zur Desinfektion von Mund und
Rachen und zum Schutz der Geſunden gegen Anſteckung
vorrätig gehalten und angewandt. Und wie
wiſſen=
ſchaftlich nachgewieſen iſt, mit vollem Recht! Denn die
Gefahren der anſteckenden Krankheiten, deren Erreger
die Mundhöhle als Eingangspforte zum Körper
be=
nutzen, weiſen darauf hin, zu gewiſſen Zeiten ein
Des=
infektionsmittel des Mundes zu gebrauchen, das
allge=
mein, für Erwachſene und für Kinder, anwendbar iſt.
Dieſe Desinfektion ſollte bereits ſtattfinden, bevor eine
Krankheit erkennbar wird; ſie ſtellt gewiſſermaßen die
zur Vollkommenheit ausgebildete Sauberkeit und
Körperpflege dar. Eine ſolche Desinfektion wurde erſt
durch die Erfindung des Formamints ermöglicht, deſſen
wirkſamer Beſtandteil zwar ſchon als
Vernichtungs=
mittel der Krankheitskeime bekannt war, aber erſt ſeit
der Auffindung der eigenartigen chemiſchen Verbindung
des Formamints in bequemer und angenehmer Form
angewandt werden kann. Formamint läßt nämlich
ſeinen wirkſamen desinfizierenden Beſtandteil
allmäh=
lich zur Wirkung kommen, ſo daß die keimtötende
Fähigkeit langdauernd anhält.
Seine ſo ungemein wertvolle Eigenſchaft,
Bak=
terienanſiedlungen im Munde aufzuhalten und dadurch
Infektionen im Keime zu erſticken, iſt von namhaften
Vertretern der ärztlichen Wiſſenſchaft auf Grund
ſorg=
fältiger Verſuche anerkannt worden. In zahlreichen
wiſſenſchaftlichen Arbeiten bezeugen dieſe
Sachverſtän=
digen die hervorragende Bedeutung des Formamints
als eines Desinfektions=Mittels zur Vorbeugung von
Anſteckungen bei Kindern und Erwachſenen. Der
Speichel erhält durch die Löſung der Formamint=
Tabletten im Munde eine ſtark bakterienhemmende
Kraft. Unſtreitig ſtellt das Formamint eine der
wich=
tigſten Errungenſchaften der Neuzeit dar und gehört
wegen ſeiner vielſeitigen Verwendbarkeit im Kampfe
gegen die Infektionskrankheiten zu den Mitteln, denen
ein ehrenvoller Platz ſicher iſt.
Literatur über das Formamint ſowie zahlreiche
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braut seit länger als 200 Jahren die Fürstliche Brauerei Köstritz. Es
ist ein Gesundheitsbier,
das die Forderungen der ärztlichen Wissenschaft bestens erfüllt und auch den
Wünschen der Alkoholgegner nach Möglichkeit gerecht wird dadurch, daß es
mit viel Extraktiv- und Mineralstoffen, viel Pbosphor- und Rohlensäure
und wenig Alkobol
alles das darbietet, was zur lebhaften Blutbildung und zum Körperaufbau
dient. Sein Geschmack und Geruch ist so aromatisch und sein Genuß so
angenehm und durststillend, daß es mit Fug und Recht als
ein freffliches Nahrungs= und Genußmittel
bezeichnet werden kann. Seit alten Zeiten wird es daher ständig von
ärztlichen Autoritäten für all die Leidenden empfohlen, die einer intensiven
Ernährung bedürfen, so
für Blutarme und Bleichsüchtige,
für Wöchnerinnen und stillende Mütter,
für Abgearbeitete, Iervöſe und Schwächliche
ja vielfach hat man gerade das „Köstritzer Schwarzbier” wegen seiner,
die Milchabsonderung anregenden Wirkung bezeichnet als
„das vorzüglichste Ammenbier‟.
Ges. geschützt 119 174.
Kunstanstelf C. Warnecke, Halle 75.
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ſich nicht vorherſagen, man darf nichr zu hochgeſchruubte
Erwartungen in ſolche Fahrten und deren Einwirkung
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ſation” nicht bloß auf das Zerſtören, ſondern auch auf das
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In zahlreichen Anstalten, in denen man sonst das Bier plelfach meldet,
wird gerade das „Köstritzer Schwarzbier” zur Hebung des Körpergewichtes
und der Kräfte, zur Erzeugung vollerer Formen wegen seiner
appetlt=
anregenden Wirkung und seiner Wohlbekömmlichkelt, so
seit altersher in Krankenhäusern,
in der Neuzeit in Sanatorien und in Lungenheilstätten
verwandt.
Jede Familie, die neben dem Wohlgeschmack die gesundheltliche
Förderung durch ein intensiv wirkendes und dabel wirklich erquickendes,
labendes, billiges Nahrungs- und Genußmittel wünscht, lege sich zu das
echte Köstritzer Schwarzbier
aus der
Fürstlichen Brauerei Köstritz.
Gegründet 1696. Telephon Nr. 27.
Telephon Nr. 27.
Man verlange etikettierte Flaschen, da Nachahmungen vorhanden sind.
dec Etikett muß
fürstliche Wappen tragen.
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Königlicher und Großherzoglicher Hoflieferant
Telephon Nr. 118 7 Ernst=Ludwigstraße 7 . Telephon Nr. 118
Allein-Verkauf von
Köstritzer Schwarzbier
Münchner Spatenbräu
Fürstenbergbräu
Tafelgetränk Sr. Majestät des Kaisers
Versand im Faß, Flaſchen und Automaten.
von