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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 255.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Der deutſche Kaiſertoaſt in Brüſſel.
* Der Brüſſeler Kaiſertoaſt in deutſcher
Sprache ruft lebhafte Kommentare hervor. Es geſchah
zum erſtenmal, daß ein offizieller Toaſt in einem
nicht=
deutſchen Lande in einer anderen als der franzöſiſchen
Sprache ausgebracht wird. Man erblickt vielfach darin
einen Vorſtoß des Kaiſers gegen die Geltung des
Fran=
zöſiſchen als internationaler Hofſprache. Hierzu wird den
Münch. Neueſt. Nachr. aus Antwerpen geſchrieben:
Gegenüber der Aufregung der franzöſiſchen Preſſe und
der ihr gleichgeſinnten belgiſchen Blätter über den in
deutſcher Sprache gehaltenen Trinkſpruch Kaiſer Wilhelms
verdient feſtgeſtellt zu werden, daß die vlämiſche Preſſe
Belgiens mit dieſem Entſchluſſe des deutſchen Kaiſers
ſehr zufrieden iſt. Hinter dieſer aber ſtehen mindeſtens
drei Fünftel der Bevölkerung Belgiens, welche durchaus
nichts von der franzöſiſchen Sprache wiſſen wollen. Erſt
kürzlich ſchrieb ein Führer der vlämiſchen Bewegung in
der Brüſſeler Zeitung Het Laatſte Niuws (Die letzten
Nachrichten):
„Wir Vlamen, die wir unſere niederdeutſche Sprache
unter ſchweren Kämpfen erhalten haben, erwarten von den
Reichsdeutſchen, wenn ſie zu uns kommen, daß ſie mit
uns nicht franzöſiſch, ſondern deutſch reden. Der gebildete
Hochdeutſche kann, wenn er ſich nur ein wenig Mühe gibt,
in vierzehn Tagen die Grundzüge der niederdeutſchen
Ver=
kehrsſprache lernen. Wenn er das nicht kann, ſo ſoll er
uns verſtändigen können. Wenn er jedoch zu uns
in das vlämiſche Belgien, zu dem auch Brüſſel gehört,
kommt und uns franzöſiſch anredet, ſo beleidigt er nicht
nur uns, ſondern er verſündigt ſich auch an ſeinem eigenen
Deutſchtum.”
In Antwerpen, das eine völlig niederdeutſche Stadt
iſt, haben die vlämiſchen Führer jahrelang darum bitten
müſſen, daß die dortige reichsdeutſche Kolonie bei
feſt=
lichen Anläſſen die feierlichen Anſprachen und
Trink=
ſprüche nicht mehr franzöſiſch, ſondern deutſch oder
vlä=
miſch halte. Alle dieſe Kreiſe hatten es immer tief
be=
dauert, daß König Leopold die vlämiſche niemals
als gleichberechtigte Sprache bei Hofe und in der
Regie=
rung anerkannt hatte, während König Albert ſchon
als Prinz die Sympathien der Vlamen dadurch gewann,
daß er bei jeder Gelegenheit zu den vlämiſchen Belgiern
in ihrer Sprache redete.
Um ſo peinlicher war die vlämiſche Bevölkerung
davon berührt, als vor ſechs Wochen das belgiſche
Königspaar dem holländiſchen Hofe ſeinen
Beſuch abſtattete und König Albert den
Trink=
ſpruch bei der Hoftafel in franzöſiſcher
Sprache ausbrachte und auch ſonſt während des
Be=
ſuches zumeiſt franzöſiſch ſprach. Dieſe Abſicht des Königs
war ſchon vorher dem holländiſchen Hofe bekanntgegeben
worden, wodurch ſich die Königin Wilhelmina beſtimmen
ließ, auch ihrerſeits franzöſiſch zu ſprechen, während ſich
doch beide Souveräne in der gemeinſamen niederdeutſchen
Sprache ſehr gut verſtändigen konnten.
Die Vlamen glaubten aus dieſem und ähnlichen
Vor=
gängen ſchließen zu ſollen, daß ſich am Brüſſeler Hofe in
neuerer Zeit wieder ein ſtärkerer franzöſiſcher Einfluß
gel=
tend mache, und dieſer Verſtimmung entſprangen die
hef=
tigen Verwahrungen, die der Allgemeine Niederdeutſche
Verband im vorigen Monat gegen den Beſuch der Pariſer
Stadtvertreter in Brüſſel und Lüttich veröffentlichte. Bei
dem Erſcheinen dieſer Herren, für die die Brüſſeler
Ge=
meindevertretung die überſchwenglichſten Ehrungen
vor=
bereitet hatte, ließ der genannte Verband an allen
Stra=
ßenecken Brüſſels Aufrufe anbringen, worin die vlämiſche
Bevölkerung aufgefordert wurde, ihre völkiſche Ehre nicht
vor denen fortzuwerfen, deren Ziel es ſei, in Belgien die
vlämiſche Sprache und Sitte auszurotten. Jedenfalls war
die Beſuchsreiſe der Pariſer Stadtväter eine
wohlberech=
nete Kundgebung gegen den deutſchen Einfluß und den
bevorſtehenden Beſuch des deutſchen Kaiſers.
Nach alledem wird man begreifen, mit welch großer
Befriedigung die Vlamen die Meldung aufnahmen, daß
Kaiſer Wilhelm an der Hoftafel des Brüſſeler
Kö=
nigsſchloſſes nicht franzöſiſch, ſondern deutſch
geſpro=
chen hat.
Montag, den 31. Oktober.
Die dentſch=fürkiſchen Anleiheverhandlungen.
* Aus maßgebenden Kreiſen der Berliner Hochfinanz
erfährt man, die deutſch=türkiſchen
Anleihe=
verhandlungen ſeien keineswiegs, wie von
an=
derer intereſſierter Seite behauptet wird, ins Stocken
ge=
kommen, ſondern ſie befinden ſich in beſtem Fluſſe und
man kann mit einiger Sicherheit vorausſagen, daß die
deutſch=öſterreichiſche Gruppe die Anleihe durchführen
wird. Die Verhandlungen ſollen namentlich wegen der
deutſchen Bedingungen ins Stocken geraten ſein.
Man hat in Deutſchland niemals daran gedacht,
erſchwe=
rende und mit dem eigentlichen Finanzgeſchäft nicht
zu=
ſammenhängende Nebenbedingungen irgend welcher Art
zu ſtellen.
Die Köln Ztg. ſchreibt zu der Angelegenheit aus
Berlin: Einzelne franzöſiſche Blätter machen unentwegt
ihrem Mißmut über das Scheitern der franzöſiſch=
türki=
ſchen Anleihe durch Angriffe auf Deutſchland Luft, und
das Echo de Paris will ſogar wiſſen, daß Deutſchland
durch ſeinen Botſchafter in Konſtantinopel die Türken zum
Widerſtand gegen die franzöſiſchen Bedingungen
aufge=
reizt hätte. Wenn die franzöſiſche Preſſe etwas
aufrich=
tiger und ihr Gedächtnis etwas beſſer wäre, ſo würde
ſie ſich daran erinnern, daß während des ganzen
Ver=
laufes der franzöſiſch=türkiſchen Verhandlungen auf
deut=
ſcher Seite immer der Wunſch auf ein Gelingen
ausge=
drückt wurde. Begründet war dies Verhalten durch die
Verhältniſſe des deutſchen Geldmarktes, dem ein
Ein=
ſpringen wegen ſeiner augenblicklichen Lage nicht ſehr
er=
wünſcht, wenn auch durchaus nicht unmöglich war. Als
die Türkei dann die Verhandlungen wegen der von ihr
uls unannehmbar betrachteten franzöſiſchen Bedingungen
abbrach, haben die deutſchen Banken ſich ſogleich auf
tür=
kiſches Befragen im Grundſatz bereit erklärt, der Pforte
das nötige Geld und zwar zunächſt in Form von
Schatz=
ſcheinen zu geben. Die Verhandlungen zwiſchen der die
Gruppe führenden Deutſchen Bank und der türkiſchen
Re=
gierung unterſcheiden ſich inſofern von den früheren, als
von deutſcher Seite für dieſes Geſchäft zwar
ſelbſtver=
ſtändlich die nötigen finanziellen Sicherheiten gefordert,
aber keine politiſchen, die Finanzverwaltung der Pforte
einengenden oder beeinträchtigenden Anſprüche erhoben
werden. Heute wird nun von mehreren Stellen
behaup=
tet, daß das deutſche Anleihegeſchäft auf Schwierigkeiten
geſtoßen ſei. Man hält das für nicht zutreffend und glaubt
vielmehr, daß der Abſchluß bald nach dem Eintreffen des
Direktors der Deutſchen Bank, Geheimrat Helfferich, in
Konſtantinopel erfolgen wird. Sollte das wider
Erwar=
ten nicht geſchehen, und ſollten etwa nachträglich die
Fran=
zoſen günſtigere Bedingungen ſtellen als die Deutſche
Bank und auch auf ihre früheren nach türkiſcher
Auffaſ=
ſung unannehmbaren politiſchen Forderungen verzichten,
ſo würde man in Deutſchland dies franzöſiſche Geſchäft
mit vollſter Ruhe aufnehmen und ähnliche Erregungen,
wie man ſie in Paris jetzt zur Schau trägt, nicht zeigen,
weil man ſie in Deutſchland nicht empfindet.
Mr. Haldane über die engliſche Wehrkraft.
** Der engliſche Kriegsminiſter Mr. Haldane hielt,
wie ſchon mitgeteilt, in Edinburgh eine bemerkenswerte
Rede vor der ſchottiſchen Abteilung der Geſellſchaft des
„Roten Kreuzes‟. Der Miniſter empfahl die Bildung
ei=
ner freiwilligen Hilfsabteilung und ſagte, daß alles von
der Bereitwilligkeit der Bürger abhänge. Wenn er ein
Deutſcher, ein Franzoſe oder ein Schweizer wäre, ſo würde
er energiſch für zwangsweiſe allgemeine Wehrpflicht
ein=
treten und der Grund dafür ſei, daß die Kräfte dieſer
Staaten auf die Ueberwältigung einer einzigen
Schwie=
rigkeit gerichtet ſeien, und zwar ihre Grenzen, die
Land=
grenzen ſeien, zu verteidigen. Kein Vergleich könne
zwi=
ſchen den Verhältniſſen der großbritanniſchen Inſeln und
den kontinentalen Ländern aufgeſtellt werden. Dazu
käme, daß Großbritannien gleichzeitig die Verantwortung
für ein großes überſeeiſches Weltreich hätte; infolgedeſſen
gäbe es kein anderes Land, das eine überſeeiſche Armee
beſäße, deren Stärke der engliſchen gleichkäme. In
kon=
tinentalen Ländern, die rieſige Heere für die Verteidigung
des eigenen Landes aufrecht erhalten müßten, ſei im
Ge=
genteil die Schwierigkeit, Freiwillige für den überſeeiſchen
Militärdienſt zu erhalten, recht bedeutend.
Außerdem müſſe Großbritannien eine mächtige Flotte
aufrecht erhalten, deren Mannſchaft, inkluſive Reſerve,
180000 Mann ſtark ſei. Dieſe Mannſchaft müßte auf der
Grundlage des freiwilligen Dienſtes erhalten werden. Die
1910.
Herrſchaft zur See ſei die Wurzel der nationalen Politik
Englands. Wenn er nicht der Meinung ſei, daß
Eng=
land die Herrſchaft zur See noch in Händen halte, und
auch in Zukunft in Händen halten würde, ſo würde er
ſeine Stellung auch nicht für einen einzigen Tag länger
bekleiden.
Die Herrſchaft zur See ſei die Grundlage der
eng=
liſchen Verteidigungspolitik. Da die Engländer keine große
Landgrenze zu verteidigen hätten, ſo brauchten ſie keine
große Armee, keine allgemeine Wehrpflicht. Sonſt würde
auch das Rekrutieren für die große überſeeiſche
Streit=
kraft unmöglich werden. Was England not täte, wäre
eine genügende Bürgerwehr, um eine angreifende Armee
zu zwingen, in einer ſolchen Stärke zu kommen, daß ſie
ein leichtes Ziel für die engliſche Flotte, die die Sce
be=
herrſche, werden würde und um den Feind, falls ein Teil
nach England entwiſcht ſein ſollte, durch große numeriſche
Uebermacht zu vernichten. Die engliſche Bürgerwehr
je=
doch müßte gut organiſiert ſein, denn ſei ſie dies nicht,
ſo könne ſie weder kämpfen noch ſich rühren.
Deutſches Reich.
— Der Reichstag wird zwar erſt in ein paar
Wochen eröffnet, aber ſchon jetzt ſind die Vorarbeiten für
die parlamentariſche Saiſon überall im Gange. Der
Reichstag wird vor Weihnachten nur etwa drei Wochen
zuſammenbleiben und die erſte Leſung des Etats
vor=
nehmen. Einige Tage werden Sturm bringen, da an
ihnen Interpellationen behandelt werden ſollen. Denn
die Sozialdemokraten bereiten eine Interpellation über
die Königsberger Kaiſerrede vor. Und die Freiſinnigen
werden womöglich den Kriegsminiſter über den Verkauf
des Tempelhofer Feldes interpellieren und nicht erſt auf
die Gelegenheit bei der Etatsberatung warten.
— Die Reichswertzuwachsſteuer. Der
Direktor des Zentralverbandes des ſtädtiſchen Haus= und
Grundbeſitzervereins Deutſchlands, Juſtizrat Dr.
Bau=
mert, iſt vom Reichsſchatzſekretär in Sachen der
Reichs=
zuwachsſteuer empfangen worden. Den dabei geäußerten
Wünſchen gegenüber, ſolchen Steuern den Vorzug zu geben,
die nicht allein den Hausbeſitz treffen, ſondern auch das
mobile Kapital mit erfaſſen, hob der Schatzſekretär hervor,
daß das Reich Geld brauche. Da der Reichstag
Beſitz=
ſteuern haben wolle und die Reichsregierung von der
Be=
willigung des Reichstags abhängig ſei, können von der
Reichsregierung eben nur ſolche Steuern vorgeſchlagen
werden, die Ausſicht auf Annahme haben. Der
Staats=
ſekretär entgegnete ferner, daß eine Zuwachsſteuer auf
das mobile Kapital in Deutſchland doch noch nicht als
möglich durchdacht ſei und die Annahme einer
Beſteue=
rung des Zuwachſes beim Erbfalle nach Lage der
poli=
tiſchen Verhältniſſe doch wohl ausgeſchloſſen erſcheine.
— Fortſchrittler und Nationalliberale.
Wie in Thüringen und in Heſſen beginnen jetzt auch in
Preußen Verabredungen für größere Bezirke zwiſchen den
beiden liberalen Parteien. Die Fortſchrittliche
Volkspar=
tei und die Nationalliberale Partei für die Provinz
Bran=
denburg haben nach dem Berliner Tageblatt für die
kom=
menden Reichstagswahlen ein Abkommen geſchloſſen, daß
beide Parteien in den einzelnen Wahlkreiſen keinerlei
Ge=
genkandidaten aufſtellen. Auf Grund dieſes
Uebereinkom=
mens ſeien die brandenburgiſchen Wahlkreiſe den beiden
Parteien zugeteilt worden. Der am 6. November im
Lehrervereinshauſe zu Berlin ſtattfindende
brandenbur=
giſche Parteitag der Fortſchrittlichen Volkspartei werde
zu den Einzelheiten dieſes Abkommens Stellung nehmen.
Ein Wahlkreis, in dem Freiſinnige und Nationalliberale
zuſammenarbeiten müſſen und der von den
Sozialdemo=
kraten ſchon als Beute beanſprucht wird, iſt Brandenburg=
Weſthavelland, wo 1907 mit knapper Mehrheit der Abg.
Dr. Görcke gewählt worden iſt. Ueber die Verhandlungen
in der Provinz Hannover ſchreibt der Hannoverſche
Cou=
rier: Wir erklären, daß es im Intereſſe der liberalen
Sache nicht ratſam erſcheint, die Preßerörterungen im
Augenblick fotzuführen, da die Verhandlungen als
end=
gültig abgebrochen zurzeit nicht angeſehen werden können.
Aus dieſem Grunde verzichten wir auch darauf, auf die
in den freiſinnigen Darſtellungen in mehreren Blättern
zutage getretenen Unrichtigkeiten einzugehen.
— Die badiſchen Konſervativen. Die
Stuttgarter konſervative Deutſche Reichspoſt erklärt die
Meldung des Karlsruher Tageblattes, daß die badiſchen
Konſervativen beſchloſſen hätten, bei den kommenden
Reichs=
tagswahlen mit dem Zentrum, das die Abgabe einiger Sitze
an die Konſervativen zugeſtanden habe, Hand in Hand zu
Nummer 255
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
gehen, in allen Teilen für vollkommen unrichtig und für
Unſinn. Sämtliche Beſchlüſſe des weiteren
Landesaus=
ſchuſſes der konſervativen Partei Badens würden in den
nächſten Tagen veröffentlicht.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Die deutſch=tſchechiſche
Verſtändigungs=
aktion. Infolge der in den Verhandlungen über den
nationalen Ausgleich aufgetauchten Schwierigkeiten wird
jetzt verſucht, zunächſt durch inoffizielle Verhandlungen eine
Vereinbarung zu erzielen. Es fand eine ſolche Sitzung
ſtatt, in der die Tſchechen die von ihnen gewünſchte
Faſſung der Landesordnung betreffend die nationalen
Kurien vorlegten. Von deutſcher Seite fanden jedoch die
tſchechiſchen Vorſchläge keine Annahme, ſie wurden
viel=
mehr mit der Zurückziehung der hinſichtlich des
Sprachen=
gebrauchs bei den autonomen Behörden bereits gemachten
Zugeſtändniſſe beantwortet. Infolge des vermittelnden
Eingreifens des Großgrundbeſitzes wurde der Abbruch der
Verhandlungen vermieden. Die inoffiziellen Beratungen
werden fortgeſetzt.
Bei den Neuwahlen in Kroatien verlor
die oppoſitionelle Koalitionspartei von 55 Mandaten 28.
Der Banus konnte keine feſte Mehrheit zuſtande bringen.
Die betreffenden Mandate verteilen ſich auf verſchiedene
Fraktionen, die jedoch zu einem Kompromiß mit der
Re=
gierung geneigt ſind. Der Banus ſelbſt wurde in Agram
mit großer Majorität gegen den oppoſitionellen
Kandi=
daten gewählt.
Frankreich.
Die Kammer ſetzte am Freitag die Beratung der
Interpellationen über den Eiſenbahnerſtreik fort. Briquet
(geeinigter Sozialiſt) behauptete, der Miniſterpräſident
Briand habe das Militärgeſetz zu Unrecht angewendet, die
Eiſenbahner fälſchlich angeklagt und den Verſuch zur
In=
ſurrektion gemacht. Briand erwiderte: Ich habe geſagt,
daß der Streik durch einige ſeiner Anſtifter einen
auf=
rühreriſchen, anarchiſtiſchen Charakter erhalten mußte.
So iſt es auch gekommen. Aber vom erſten Tage an habe
ich vor der öffentlichen Meinung die überwiegende
Mehr=
heit der Eiſenbahnangeſtellten in Schutz genommen. Sie
werden der Regierung noch Dank dafür wiſſen, daß ſie
von ihr daran gehindert wurden, ſich auf dieſe Bahn zu
begeben. Der Antrag auf Vertagung bis Donnerstag
wurde gegen die Stimmen der Sozialiſten, die Vertagung
auf Samstag nachmittag mit 250 gegen 155 Stimmen
ab=
gelehnt und die Kammer vertagte ſich ſchließlich auf
Samstag vormittag 9 Uhr. Die ſozialiſtiſch=radikale
Kammergruppe hielt abermals eine Verſammlung ab, um
ſich über ihre Haltung ſchlüſſig zu werden. Nach längerer
Debatte faßte die im übrigen nur ſehr ſchwach beſuchte
Verſammlung mit 25 gegen 14 Stimmen den Beſchluß,
am Ende der Interpellationsdebatte eine Tagesordnung
einzubringen, in der über den Eiſenbahnerſtreik das
Be=
dauern ausgeſprochen und die Regierung erſucht wird, die
Forderungen der Eiſenbahner einer Löſung
entgegenzu=
führen, die an der Sabotage unbeteiligten
Eiſenbahn=
bedienſteten wieder einzuſtellen und die Freiheit der
Syn=
dikate zu ſchützen. Der größte Teil der Radikalen und
der Republikaner der Linken dürfte die bereits unter den
Deputierten zirkulierende Tagesordnung annehmen, in der
der Regierung das Vertrauen ausgeſprochen und ihr Vor=
gehen, ſowie ihre Erklärungen gebilligt werden. Die
Wenn ſich im 17. oder 18. Jahrhundert ein junger
Prinz in der Welt umſehen ſollte, ſo ſchickte man ihn,
von Hofmeiſtern und Kavalieren begleitet, auf eine
Reiſe, deren Ziele die größten und ſchönſten Städte
Mitteleuropas zu ſein pflegten. Paris ſtand natürlich
obenan als die Reſidenz mächtiger und prachtliebender
Könige und als der Ort, wo die höfiſche Sitte und feine
Lebensart am vollendetſten entwickelt waren. Das
lebensfrohe Wien durfte nicht fehlen, und eine ganz
beſondere Anziehungskraft übte Venedig aus, die
Hei=
mat der ſchönen Künſte und der ſchönen Frauen.
Ern=
ſter veranlagte Fürſtenſöhne verſäumten auch nicht,
dem fleißigen Holland, ſeinen Häfen und ſeinen
Werk=
ſtätten, einen Beſuch abzuſtatten. Aber meiſt hatten
die Fahrten nur den Zweck, daß der junge Prinz,
namentlich wenn er in der Enge eines kleinen
deut=
ſchen Hofes aufgewachſen war, ſich den Blick etwas
wei=
ten und ſeinen Umgangsformen einen glatteren Schliff
geben ſollte. Und ſehr häufig waren die Fahrten, mit
heutigen Anſchauungen verglichen, ſchon deshalb nicht,
weil ſie mit Unbequemlichkeiten=und, vor allem, mit
hohen Koſten verbunden waren. Sie blieben etwas
Ungewöhnliches, — man ſprach noch viele Monate
nach=
her von der Fahrt, die der ruſſiſche Thronfolger Paul
mit ſeiner Gemahlin auf Geheiß ſeiner Mutter
Katha=
rina im Jahre 1781 als „Graf und Gräfin du Nord‟
quer durch Europa auf einer Strecke unternahm, die
heutzutage alljährlich ein halbes Dutzend ruſſiſche
Großfürſten in Expreßzügen durcheilen.
Erſt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts iſt
die Reiſeluſt der Fürſten erwacht.
Monarchenbegeg=
nungen, früher eine Seltenheit, wurden in das
In=
ventar der politiſchen Hilfsmittel aufgenommen und
das Beiſpiel reicher Handelsherren, ihre Söhne aus
dem alten Europa hinaus über die Meere in ferne
Länder von ganz anderer Kultur zu ſchicken, fand
Nach=
ahmung. Daß England den Anfang machte, iſt kein
Wunder. Denn ein britiſcher Prinz kann ſich ein Jahr
lang gemächlich im Schiff von Weltteil zu Weltteil
tra=
gen laſſen, ohne britiſchen Boden unter den Füßen zu
verlieren. Es ſind ziemlich genau 50 Jahre vergangen,
ſeitdem der Prinz von Wales, der ſpäter König
Eduard VII. heißen ſollte, im Jahre 1860 auf der „Hero”
in Plymouth nach Kanada und den Vereinigten
Staa=
ten von Nordamerika in See ging. Sein Vater, der
Prinz=Gemahl Albert, hatte ihn vorher aufs
gründ=
lichſte über die Geſchichte, die Geographie, die politiſchen
und wirtſchaftlichen Verhältniſſe der neuen Welt
unter=
richten laſſen und gab ihm in der Perſon des Herzogs
von Newcaſtle einen erfahrenen Mentor mit. Selbſt
regierungsfreundlichen radikalen Blätter erklären, das
Miniſterium werde nur eine ganz offene
Vertrauenstages=
ordnung annehmen. Es ſei Sache der republikaniſchen
Parteien, ſich über einen durchaus unzweideutigen
Wort=
laut zu einigen.
Bulgarien.
Eröffnung der Sobranje. König Ferdinand
eröffnete am Freitag die Sobranje mit einer in jeder
Be=
ziehung nüchtern gehaltenen Thronrede, deren Ton man
als Bürgſchaft für eine ruhige Politik des Königreiches,
wenigſtens für abſehbare Zeit, hinnehmen kann. Für die
Auffaſſung ſpricht der auf die auswärtigen Beziehungen
Bezug habende Satz, daß Bulgarien ſich in
ausgezeich=
neten Beziehungen mit allen Großmächten befindet.
Spanien.
Die Kirchenpolitik der Regierung. In
ſei=
nen Ausführungen im Senat erklärte der
Miniſterpräſi=
dent Canalejas, er werde vor Jahresende dem Parlament
einen Abänderungentwurf zum Vereinsgeſetz vorlegen.
Vorher müſſe aber das Cadenasgeſetz angenommen
wer=
den. Für die ſpaniſche Kirche habe die kritiſche Stunde
geſchlagen. Der Augenblick ſei gekommen, das klerikale
Problem zu löſen. Wenn die liberale Partei das
Pro=
blem jetzt nicht löſe, werde ſie es niemals löſen. Die
Ab=
lehnung des Cadenasgeſetzes werde nicht allein auf ihn
zurückfallen, ſondern auch auf die liberale Partei und in
letzter Linie auf das Vaterland.
Portugal.
Neue Handelsverträge. Die Regierung
be=
abſichtigt, das Syſtem der handelspolitiſchen
Bezieh=
ungen mit dem Auslande zu ändern und über den
Ab=
ſchluß neuer Handelsverträge zu verhandeln. Auf die
Einfuhrartikel aus den Ländern, die den portugieſiſchen
Waren nicht das Meiſtbegünſtigungsrecht einräumen,
ſollen Zuſchlagzölle erhoben werden. Das Geſetz über die
Einführung dieſer Zuſchlagszölle ſoll erſt nach
Zuſammen=
tritt der konſtituierenden Verſammlung in Anwendung
gebracht werden. Zu dem gleichen Zeitpunkt werden die
bereits abgeſchloſſenen Handelsverträge zur Vorlage
ge=
langen.
Rußland.
Die Nachfolge des Herrn von Iswolski.
Bis zur Stunde iſt die amtliche Ernennung des
Kammer=
herrn und Wirklichen Staatsrates S. D. Saſonow zum
ruſſiſchen Miniſter der Auswärtigen Angelegenheiten nicht
erfolgt. Vorläufig nimmt Herr Saſonow noch die
Mini=
ſtergeſchäfte proviſoriſch wahr, doch kann ſeine offizielle
Ernennung jetzt täglich erwartet werden. Da Herr
Sa=
ſonow noch nicht Miniſter iſt, nimmt er, wie die N. G. C.
meldet, auf der Durchfahrt von St. Petersburg nach
Schloß Wolfsgarten nur kurzen Aufenthalt in Berlin,
ſteigt in der ruſſiſchen Botſchaft ab und tritt mit den
amtlichen Kreiſen des Deutſchen Reiches nicht in
Füh=
lung. Dann aber wird er im Gefolge des Zaren am
4. November vormittags in Potsdam eintreffen und hier
vom Zaren dem deutſchen Kaiſer als Nachfolger des
Herrn von Iswolski vorgeſtellt werden. Es iſt daher
anzunehmen, daß Herr Saſonow ſeine Ernennung zum
Miniſter vom Zaren ſelbſt erhalten wird, ſowie er in
Wolfsgarten eingetroffen ſein wird.
In der Dumaſitzung am Freitag erklärte
Dumapräſident Fürſt Wolkonsky es für unmöglich, dem
Wunſche der Linken zu entſprechen, der Sitzung
vorzuſchla=
gen, das Gedächtnis des erſten Dumapräſidenten Morum=
zew durch Erheben von den Sitzen zu ehren. Er
begrün=
dete dieſe Ablehnung damit, daß die Einſtimmigkeit der
Duma fehle. Die Rechte ſtimmte ihm zu, die Linke ging
hinaus und wohnte in der Dumakirche einer Totenmeſſe
für Morumzew bei.
Südamerika.
Unruhen in Uruguay. Nach einer
Blätter=
meldung aus Montevideo iſt die Lage in Uruguay ſehr
ernſt. Man befürchtet den Ausbruch einer Revolution,
der nur durch den Mangel an Pferden verzögert wird.
An den Grenzen finden Anſammlungen von bewaffneten
Revolutionären ſtatt; die meiſten Telegraphendrähte ſind
zerſchnitten. Die Bevölkerung iſt in großer Unruhe. Die
Regierung ſandte nach den Punkten, an denen es
erfor=
derlich iſt, Truppen. Mehrere Verhaftungen wurden
vor=
genommen. Die argentiniſchen Blätter legen den
Un=
ruhen in Uruguay erhebliche Bedeutung bei und melden:
Eine revolutionäre Abteilung, die von der braſilianiſchen
Grenze kommt und auf 3000 Mann geſchätzt wird, iſt in
Uruguay eingebrochen und ſteht im Begriff, die
Feind=
ſeligkeiten zu beginnen. Andere kleine Gruppen ſuchen
ſich mit dieſer Kolonne zu vereinigen. Es kam zu
ver=
ſchiedenen Scharmützeln. Nach der Meinung politiſcher
Kreiſe Uruguays hat die Bewegung lediglich den Zweck,
die Wahl Batele Yordonez zum Präſidenten der Republk
im März nächſten Jahres zu verhindern.
China.
Die Schaffung eines Parlaments. Dem
Staatsrat iſt durch ein Edikt der Auftrag erteilt worden,
die Denkſchrift der Konſtitutionskammer über die
Schaf=
fung eines Parlaments zuſammen mit dem
Provinzial=
landtage in Beratung zu ziehen und dem Thron in einer
allgemeinen Audienz hierüber Bericht zu erſtatten. Das
Volk ſieht dem Ausgange der Beratungen mit großen
Hoffnungen entgegen, da die Majorität des Staatsrates
die Denkſchrift ſicherlich unterſtützen wird.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 31. Oktober.
* Empfänge. S. Königl. Hoheit der Großherzog
empfingen am Samstag: den Major Freiherrn von
Schau=
roth vom Stabe des Garde=Dragoner=Regiments
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den Leutnant Freiherrn Röder
von Diersburg und den Leutnant von Guſtedt von
dem=
ſelben Regiment, den Rittmeiſter von Ahlefeld, Vorſtand
der Lehrſchmiede in Frankfurt a. M., den Oberleutnant
Riedeſel Freiherrn zu Eiſenbach (Ludwig) vom Leib=
Dragoner=Regiment (2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, den
Leut=
nant Zaepernick vom 2. Großh. Feldartillerie=Regiment
Nr. 61, den Kammerherrn Amtsrichter Dr. von Becker von
Homberg a. d. Ohm, den Kommerzienrat Trumpler von
Worms, den Stadtverordneten Kaufmann Th. Stemmer,
den Privatmann Otto Stockhauſen, den Gewerberat Falk,
Vorſitzender der Fleiſcherei=Berufsgenoſſenſchaft; zum
Vor=
trag: den Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach,
den Geheimerat Wilbrand, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld, den Hof= und Oberlandſtallmeiſter
von Willich gen. von Pöllnitz, den Geh. Hofrat Werner,
Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmuſik.
* Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Geheimerat Süffert zu
Darmſtadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen
des ihm von Sr. Maj. dem Kaiſer und König von
Preußen verliehenen Königlich Preußiſchen Kronen=Ordens
2. Klaſſe erteilt.
* Pfarrperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben der für den Reſt der im Jahr 1913
ab=
laufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des
evan=
geliſchen Pfarrers Wilhelm Hartmann zu Nieder=
Ingelheim zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats
den Wortlaut der Reden, die er zu halten haben würde,
bekam der Prinz fertig ausgearbeitet mit. Und er fand
Geſchmack am Aufenthalte in anderen Zonen. Wenige
Monarchen ſeines Alters ſahen ſo viel vom Erdball,
wie Eduard VII., der in ſeiner, freilich ſehr langen,
Thronfolgerperiode Aegypten und die Türkei, Indien
und Paläſtina aufſuchte und beinahe alle Hauptſtädte
Europas gründlich ſtudiert hatte. Die Kenntnis der
Menſchen und die großzügige Auffaſſung der Dinge,
durch die er nach ſeiner Thronbeſteigung überraſchte,
erwarb er nicht zum kleinſten Teil auf dieſen Fahrten.
Um ſeinen Söhnen, den Herzögen Albert von
Cla=
rence und Georg von York, frühzeitig die gleichen
Er=
fahrungen zugänglich zu machen, ließ er ſie, nachdem
ſie 13 und 12 Jahre alt geworden waren, auf der
Korvette „Bacchantin” drei Jahre lang durch die Meere
ziehen, nach Barbados und Trinidad, Ceylon und
Sin=
gapur, Jamaika und Südafrika, China und Japan.
Als ſie zurückkehrten, hatten ſie die Welt zweimal
um=
ſegelt. Sie mußten ihre Erlebniſſe und Eindrücke in
ein Tagebuch eintragen, das nachher, zwei große Bände
ſtark, veröffentlicht wurde. Da der junge Prinz Georg
für die Marine=Laufbahn beſtimmt war führte ihn
der Dienſt dann noch länger als zehn Jahre in die
Weite, bis er durch den Tod des Herzogs von Clarence
Thronfolger wurde. Aber in dieſer Eigenſchaft wurde
er 1901 von ſeinem inzwiſchen auf den Thron
gelang=
ten Vater beauftragt, das auſtraliſche Parlament zu
er=
öffnen und das „Commonwealth von Auſtralia” zu
proklamieren, und er war für die entſprechende
Auf=
gabe in Südafrika, die jetzt dem Herzog von Connaught
zufallen wird, auserſehen, als ſein Vater ſtarb und
ihm die Krone hinterließ. An Kenntnis der Länder
und Völker ſteht König Georg V dem König
Eduard VII. nicht nach; in allen wichtigeren britiſchen
Kolonien iſt er mindeſtens einmal geweſen.
Zar Alexander IIII. von Rußland hielt nicht viel
von ausländiſchem Weſen; ihm ſchien die Betonung
der ruſſiſchen Stammesart notwendiger. Trotzdem
ließ er ſich für den Plan gewinnen, ſeinen älteſten
Sohn, den Großfürſten=Thronfolger Nikolaus, um die
Erde zu ſenden. Am 4. November 1890 verließ der
Großfürſt das Schloß Gatſchina, am 16. Auguſt 1891
war er zurück. Die Reiſe war auf das ſorgfältigſte
vorbereitet worden. Nur ein kleines Gefolge, an
deſſen Spitze der weltkluge General Fürſt Bariatinsky
ſtand, ging mit. Der bekannte Forſcher Fürſt
Uch=
tomski und ein talentvoller Maler, Gritſenko, wurden
dem Großfürſten beigegeben, jener, um die Eindrücke
der Fahrt im Worte, dieſer, um ſie im Bilde
feſtzu=
halten. Von Trieſt aus ging es auf dem Kriegsſchiffe
„Erinnerung an Azow” zunächſt nach Athen, wo der
Prinz Georg von Griechenland ſich ſeinem Vetter
zu=
geſellte. Aegypten, Britiſch=Indien, Cochinchina,
Siam, China waren die einzelnen großen Etappen
der Fahrt, die ſchließlich in Japan ein vorſchnelles
Ende finden ſollte. In dem Städtchen Otzon ſtürzte
ſich ein Fanatiker, der zur japaniſchen Polizei gehörte,
plötzlich auf den Großfürſten, der in einem offenen,
von einem Träger gezogenen Rollwagen ſaß, und
ver=
ſuchte, ihn mit ſeinem Säbel zu treffen. Der Träger
wandte den Streich ab, ſtürzte dabei zu Boden,
ver=
mochte aber den Raſenden an den Beinen feſtzuhalten.
Gleichzeitig ſprang der Prinz Georg von
Griechen=
land, der in einem zweiten Wägelchen geſeſſen hatte,
hinzu und ſtreckte den Japaner mit einem wuchtigen
Stockhieb nieder. Das Attentat, ein Kennzeichen der
Volksſtimmung, die in Japan gegen Rußland
herauf=
zog, erweckte bedeutendes Aufſehen und hatte zur
Folge, daß Alexander III. ſeinem Sohne telegraphiſch
befahl, die Reiſe abzubrechen und auf dem kürzeſten
Wege, durch Sibirien, heimzukehren. Das Prachtwerk,
in dem Fürſt Uchtomski dieſe Thronfolgerfahrt des
jetzigen Zaren geſchildert hat, iſt übrigens in
ruſſi=
ſcher, deutſcher, engliſcher und franzöſiſcher Sprache
er=
ſchienen und ſehr koſtbar ausgeſtattet.
Auch über die Reiſe, die der Erzherzog=
Thron=
folger Franz Ferdinand von Oeſterreich=Eſte vom 15.
Dezember 1892 bis 28. Oktober 1893 um die Erde
unter=
nahm, kann man ſich aus einem ſtattlichen und
anſehn=
lichen Buche — von 1170 Seiten in zwei Bänden —
unterrichten, aber der Neffe und Erbe des Kaiſers
Franz Joſef I. hat dieſes Buch nicht ſchreiben laſſen,
ſondern ſelbſt geſchrieben. Und man tritt ſeinen
Thronfolger=Kollegen nicht zu nahe, wenn man
be=
hauptet, daß noch keiner von ihnen mit ſo guter
wiſſen=
ſchaftlicher Vorbildung, mit ſo offenem Blick, ſo
em=
pfänglichen Sinnen und ſo ernſtem Lerndrange
aus=
gezogen iſt, wie er, keiner, dem Geiſt und Gemüt ſo
reichen Gewinn heimgebracht hat. Die bunte Pracht
des Orients zieht in einer langen Reihe wechſelnder,
mit ſicherer und geſchickter Hand entworfener Bilder
in dieſem „Tagebuch meiner Reiſe um die Erde” an
uns vorüber, ſpannende Jagdabenteuer werden von
ſachkundigen Beobachtungen der tropiſchen Tier= und
Pflanzenwelt abgelöſt. Der Stil iſt äußerſt lebendig
und friſch, das Urteil unbefangen und zutreffend, der
Ton immer im beſten Sinne menſchlich=natürlich, ohne
eine Spur fürſtlicher Prätenſion. Das „Tagebuch”
des künftigen Kaiſers von Oeſterreich gibt weit mehr,
als man von ihm erwartet. Und es ließe ſich daraus
ein Leitfaden zuſammenſtellen über das Thema: Wie
können Thronfolger mit Nutzen reiſen?
Dr. A. V. W.
Nummer 255.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Seite 3.
Mainz die Beſtätigung erteilt und dem Pfarrverwalter
Friedrich Schott zu Neunkirchen die evangeliſche
Pfarr=
ſtelle daſelbſt übertragen.
* Der neue Präſident der „Haſſia”. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den Großh.
General=
major à la suite der Kavallerie Freiherrn von Heyl
zum erſten Präſidenten der Kriegerkameradſchaft „Haſſia‟
ernannt.
* Der zum Braſilianiſchen Generalkonſul für das
Deutſche Reich mit dem Amtsſitz in Hamburg ernannte
Sully Joſé de Souza, dem das Reichsexequatur
erteilt wurde, iſt zur Ausübung konſulariſcher
Ver=
richtungen im Großherzogtum zugelaſſen worden.
* Staatsſchuldbuch. Die am 15. November 1910
fälligen Zinſen der in das Heſſiſche
Staatsſchuld=
buch eingetragenen Forderungen werden bei allen in
Betracht kommenden Heſſiſchen Kaſſen und bei den
Reichsbankanſtalten vom 1. November ab gezahlt. Vom
gleichen Tage ab wird die Staatsſchuldenkaſſe die durch
die Poſt oder durch Gutſchrift auf Reichsbank=Girokonto
zu berichtigenden Schuldbuchzinſen überweiſen.
Im Miniſterium der Inſtiz ſind, wie die „Darmſt.
Ztg.” vernimmt, anläßlich des Ablebens des Herrn
Geheimerats Pückel Aenderungen in Ausſicht
ge=
nommen, die vorausſichtlich den Wegfall eines
aka=
demiſch gebildeten Beamten dieſes Miniſteriums zur
Folge haben werden. Die Aenderungen werden im
nächſten Hauptvoranſchlag zum Ausdruck kommen.
* Militäriſches Kommando. Als Schüleroffizier
des Winterkurſus 1910/11 zur Kavallerie=
Tele=
graphenſchule kommandiert wurde Lt. v. Mücke
vom Drag.=Regt. Nr. 24.
L. Die Provinzialausſchußſitzung, welche für den
Samstag vorgeſehen war, fiel aus, weil die wegen
Regelung der Pflaſterarbeiten in Griesheim, wegen
Heranziehung von Straßengeländeerwerbskoſten in
Lampertheim und wegen einer Wirtſchaft am Bahnhof
in Mörlenbach eingelegten Rekurſe zurückgenommen
worden ſind.
* Auszeichnung. In der Liſte der von franzöſiſchen
Zeitungen publizierten Dekorierten befindet ſich auch
der Name eines Darmſtädter Kindes, Herrn Ludwig
Hoffmann, Beſitzer des Weingutes Chanteloube in
der Dordogne, Sohn des verſtorbenen
Oberkonſiſtorial=
rats Hoffmann, der einen Orden als „Chevalier du
mérite agricole” für ſeine hervorragenden Leiſtungen im
Weinbau, den er nach deutſchen Grundſätzen betreibt,
nach zahlreichen früheren Auszeichnungen und
Prä=
miierungen erhalten hat.
D Vom Großh. Hoftheater. Herr Geh. Hofrat
Werner iſt von Sr. Königl. Hoheit dem
Groß=
herzog beauftragt worden, allen in den Vorſtellungen
„Gawän”, „Graf von Luxemburg” und „Der dunkle
Punkt” beſchäftigten Darſtellern ſeine außerordentliche
Zufriedenheit auszuſprechen. Se. Majeſtät der Kaiſer
von Rußland ſei von den Darbietungen geradezu
entzückt geweſen.
D Die 12. Sitzung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung findet am Donnerstag, den 3.
Novem=
ber, nachmittags um halb 4 Uhr ſtatt.
Tages=
ordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geſuch um
Be=
freiung von der Beſtimmung in § 1 Abſ. 1 des
Orts=
bauſtatuts für die Gartenvorſtadt „Dieburger Straße=
Hohler Weg” vom 12. Mai 1910, Aenderung der
Flucht=
linie an der. Ecke des Hohlen Wegs und der Straße
längs der Odenwaldbahn und Verkauf von
Straßen=
gelände. 3. Regulierung des Darmbachs nächſt dem
Gehaborner Hof.
Die Bürgermeiſter der Landgemeinden des
Kreiſes Darmſtadt ſind auf Donnerstag, den 3.
No=
vember zu einer Sitzung nach Darmſtadt geladen. Den
Vorſitz führt Provinzialdirektor Fey. Auf der
Tages=
ordnung ſtehen 1. Zuzüge in den Gemeinden,
Nieder=
laſſungsverhandlungen. 2. Erwerb und Verluſt des
Unterſtützungswohnſitzes. Erhebung von Anſprüchen
gegen Orts= und Landarmenverbände. 3.
Gemeinde=
rechnungsweſen. 4. Heimat= und Wohlfahrtspflege auf
dem Lande.
— Muſikverein. Wie nunmehr definitiv beſtimmt
worden iſt, findet die Sonderaufführung des Deutſchen
Requiems, die der Muſikverein am 10. November auf
Allerhöchſten Wunſch für das Zarenpaar und die übrigen
hohen Gäſte des Großherzogs veranſtaltet, in der
Stadtkirche ſtatt. Die Mitglieder des Muſikvereins
erhalten aber Vorkaufsrecht zu ermäßigten Preiſen,
worüber beſondere Mitteilung erfolgt. Der öffentliche
Kartenverkauf beginnt am Samstag, den 5. November,
in der Hofbuchhandlung von A. Bergſträßer.
— Im „Hotel zur Traube” iſt am Samstag
abgeſtie=
gen: Graf Belewsky mit Familie aus Baden=Baden.
Ihre Kaiſ. Hoheit die Großfürſtin Sergius und Ihre Kgl.
Hoheit Prinzeſſin Heinrich von Preußen ſtatteten der
Fa=
milie am Samstag mittag einen Beſuch ab und
verweil=
ten anderthalb Stunden im Hotel.
— Abſchiedsfeier. Freiherr Ernſt von
Wol=
zogen und ſeine Gemahlin, Elſa Laura von Wolzogen,
traten Samstag eine längere Gaſtſpielreiſe nach
Ame=
rika an. Aus dieſem Anlaß hatte ſich am Freitag abend
ein ſtattlicher Kreis von Verehrern des Künſtlerpaares,
unter denen namentlich die literariſche und künſtleriſche
Welt Darmſtadts vertreten war, im Hotel Heß zu einer
Abſchiedsfeier verſammelt, die einen vornehmen,
har=
moniſchen Verlauf nahm. Nach einem ſchönen
Klavier=
vortrag von Frl. Wilhelmine Heiß und einer von
Frau C. Bögel wirkungsvoll geſprochenen poetiſchen
Begrüßung feierte Profeſſor Dr. Nagel in überaus
feinſinnigen und zugleich humorvollen Worten das
ſcheidende Künſtlerpaar. Freiherr Ernſt von
Wol=
zogen dankte in einer packenden Anſprache, in der er
einen Ueberblick über ſein Leben und Wirken gab und
das Reſümee ſeiner künſtleriſchen Tätigkeit zog. Frau
Elſa Laura von Wolzogen ſpendete mehrere
ihrer entzückenden Lieder zur Laute. Eine reiche Fülle
ausgezeichneter künſtleriſcher Darbietungen folgte, ſo
von Baron Hans von Wolzogen, einem Sohne
des Dichters, den Hofopernſängern Stephani
und de Leeuwe, Frau Paula de Leeuwe, den
Hofſchauſpielern Wagner und Willy Loehr u. a.
In tiefempfundenen Schlußworten rief Chefredakteur
Hans R. Fiſcher, aus deſſen dankenswerter
Initia=
tive die wohlgelungene Feier erwachſen iſt, dem
ſchei=
denden Künſtlerpaare einen herzlichen Abſchiedsgruß
zur Amerikafahrt zu.
— Wiſſenſchaftliche Vorträge über religiöſe Fragen.
Den dritten Vortrag wird am Donnerstag, den
3. November, abends 8 Uhr, im Kaiſerſaal Herr Geh.
Kirchenrat Prof. D. Krüger, der Kirchenhiſtoriker
un=
ſerer Landesuniverſität, halten über das Thema: „Das
Dogma und die Geſchichtsforſchung” Trifft
Goethes Wort noch heute zu, daß „das eigentliche, einzige
und tiefſte Thema der Welt= und Menſchengeſchichte, dem
alle übrigen untergeordnet ſind, der Konflikt des
Glau=
bens und des Unglaubens iſt”, ſo iſt es von
außerordent=
lichem Reiz, gerade dieſes Thema durch die verſchiedenen
Epochen der Dogmengeſchichte zu verfolgen, aber auch zu
beobachten, wie in der Ausprägung der chriſtlichen
Gedan=
kenwelt die philoſophiſche Ausrüſtung, die
Weltanſchau=
ung und der geiſtige Horizont jeder Zeit hervortreten, eine
Beobachtung, die für die Wertung der Dogmen
natur=
gemäß von größter Bedeutung iſt. Karten für den
Vor=
trag zu 30 Pfg., für reſervierten Platz zu 1 Mark, ſind zu
haben in der Hofbuchhandlung Waitz, im Verkehrsbüro
und an der Kaſſe.
* Inbiläum. Am 28. d. M. waren es 25 Jahre,
daß Herr Heinrich Joſt in Dienſten der
Bier=
brauerei Wilhelm Rummel tätig iſt. Zur Feier des
Tages verſammelte ſich das Perſonal der Brauerei,
wobei Herr W. Rummel eine kurze Anſprache hielt
und Herrn Joſt ein Sparkaſſebuch mit einem
nam=
haften Geldbetrag überreichte. Auch von Seiten
ſei=
ner Vorgeſetzten und Mitarbeiter wurden ihm
Ge=
ſchenke und Ehrungen zuteil.
— Zur Stadtverordnetenwahl. Heute abend findet
auf Einladung des Bezirks=Vereins Johannisviertel
im „Frankfurter Hof” eine Verſammlung ſtatt, die
ſich mit dem Programm und der Kandidatenliſte der
Bezirks=Vereine beſchäftigen wird.
V. V. Proteſtkundgebung. Man ſchreibt uns: Wie
dies bereits in einer Anzahl anderer Städte geſchehen iſt,
wird auch hier eine vom Volksverein für das katholiſche
Deutſchland angeregte Proteſtkundgebung gegen die
An=
griffe des römiſchen Bürgermeiſters Nathan auf das
Papſttum ſtattfinden. In der am nächſten Freitag zu
dieſem Zwecke im Konkordiaſaale anberaumten
Ver=
ſammlung wird Dr. Meffert, eine der bedeutendſten
Kräfte der Gladbacher Zentrale, ſprechen. (S. Anzeige.
— Verein der Freundinnen junger Mädchen. Die
diesjährige Generalverſammlung kann wegen
Ab=
weſenheit verſchiedener Vorſtandsmitglieder erſt im
kommenden Frühjahr ſtattfinden.
— Hausſammlung für die heſſiſchen Fallſüchtigen.
Wie alljährlich, wird in den Monaten November und
Dezember die von der Regierung bewilligte
Haus=
ſammlung für die heſſiſchen Fallſüchtigen in unſerer
Stadt erhoben. Die Gaben ſind nunmehr ausſchließ=
lich für die unter dem Protektorat Ihrer Königlichen
Hoheit der Großherzogin ſtehende Landesanſtalt
in Nieder=Ramſtädt beſtimmt, da infolge der
Errichtung des großen, im September v. J. eröffneten
Männerbaues eine Verbringung von Kranken aus
unſerem Lande in die Betheler Anſtalt nicht mehr nötig
iſt. Die Zahl der Pfleglinge in unſerer Landesanſtalt
beläuft ſich jetzt auf 184, darunter allein aus
Darm=
ſtadt 28. Insgeſamt haben in den zehn Jahren des
Beſtehens unſerer Anſtalt 41 Darmſtädter in dieſer
Aufnahme gefunden. Die Fürſorge für die
Fallſüch=
tigen findet in unſerer Stadt viel Verſtändnis und
Teilnahme. So wird gewiß auch in dieſem Jahre, trotz
der ungünſtigen Zeitlage, die Bitte um Gaben bei
vielen einer freundlichen Aufnahme begegnen. Mit
der Sammlung iſt wieder der Bureaugehilfe Auguſt
Zinn, Kiesſtraße 45 II, wohnhaft, beauftragt.
St. Chryſanthemum=Ausſtellung. Wenn in Feld und
Wieſe der Blumenflor verblüht und höchſtens im
wohl=
gepflegten Ziergarten noch hin und wieder einige Blüten
ſich zeigen inmitten fallender welker Blätter, wenn die
Natur allmählich zum Schlaf ſich rüſtet vor dem neuen
Frühlingserwachen, dann gießt ſie all ihren Segen an
Farbenreizen noch einmal verſchwenderiſch aus über eine
fremdländiſche Schweſter unſerer Herbſtblumen, dann blüht
die Chryſantheme, die zierliche, farbenfrohe, ſtolze
Japa=
nerin, die nun heimiſch geworden iſt auch bei uns. Und
alljährlich um dieſe Zeit legt unſere Stadtgärtnerei,
die unter Garteninſpektor Stapels Leitung ſchon ſeit
Jahren der Pflege und Zucht dieſer reizvollen Blume mit
beſonderer Sorgfalt ſich widmet, Zeugnis ab von den
Zuchterfolgen des letzten Jahres. Auch jetzt wieder iſt
die Chryſanthemum=Ausſtellung dem Publikum
zugäng=
lich und alltäglich lenken viele Blumenfreunde ihre Schritte
zu den langgeſtreckten Treibhäuſern der Stadtgärtnerei.
Eine ungemein reizvolle Farbenſkala bietet ſich dem Auge
des Beſchauers, der das Kalthaus beſucht, wo die zarten
Florakinder dichtgedrängt ihre Schönheit zeigen und durch
Farben= und Formenreize einander zu überbieten ſcheinen.
Vom ſchneeigen Weiß und leuchtenden Rot zum matten
Lila und ſatten Grün und Blau ſind alle Farben, in
ver=
ſchiedenen Abtönungen vertreten, und der Farbe geſellt
ſich die Form der Blätter und der einzelnen
Blütenblätt=
chen, die oft ſo verſchieden voneinander ſind, daß es ſchwer
hält, ſie alle einer Klaſſe einzuordnen, zu. Da ſind
pracht=
volle lockige, blendend weiße Blüten in Größe eines
Kin=
derkopfes, und daneben kleine, hellgrüne und gelbe, auch
lila Sterne; krausblättrige und ſtrahlenförmige,
röhren=
breitblättrige Blüten. Aber alle ſind ſchön und
eigen=
artig. Mannigfaltig wie Form und Farbe ſind die
Namen der Blumen. Da iſt die ſchneeigweiße, runde
„Graphie” der an Farbenpracht und Größe nur von den
gelben Arten vielleicht die ihr in Form ähnliche „Tatjana”
gleichkommt, und die auch im Vorjahre ſchon eine der
ſchönſten war. Weiter fallen unter den gelben Blüten auf
die kleinere „Phoebus”, die ſchmalkrausblätterige „Mrs.
J. R. Thornycroft” und die „Mrs. Louis Remy”. Von
gelbroter Farbe iſt „Godfreys King”, und durch ihre
mattes Lila bis Roſa und durch die Eigenart ihrer
ſtrah=
lenförmigen Blütenblättchen feſſelt „Rayonnant”,
wäh=
rend zu den größten Blüten die rotgelbe „R. H. Felton”
gehört. Eine kleinere, aber ſehr ſchöne Blüte iſt „La
Triomphante”, und „Sybaris” fällt durch ihre grüne
Farbe auf. Weiter ſind vertreten „Mdlle. Marie Liger”
(roſa), W. R. Church” (grün), „Mdlle. Thereſe Mazier”
die weißgrüne „Davis” u. a. — Den Beſuchern iſt auch die
Beſichtigung der übrigen Gewächshäuſer geſtattet. Die
Ausſtellung dauert bis 8. November und iſt nachmittags
von 2 Uhr ab geöffnet.
— Allg. Deutſcher Frauenverein (Ortsgruppe
Darmſtadt). Auf verſchiedene Anfragen hin wird
mit=
geteilt, daß auch Nichtmitglieder des Vereins, die
In=
tereſſe daran nehmen, bei dem Referat, das Frau Liſe
Ramſpeck am Montag, 31. Oktober, im Hotel „Prinz
Karl” über die „9. Hauptverſammlung des Bundes
Deutſcher Frauenvereine” erſtattet, als Gäſte
will=
kommen ſind.
— Liedertafelkonzert. Nachträglich teilt man uns mit,
daß in dem Konzert der Liedertafel in letzter Stunde für
den verhinderten Harfeniſten das Perzina=
Harfen=
klavier eingeſchoben wurde. Das Inſtrument paßte ſich,
von Herrn Hauske jun. brillant geſpielt, ausgezeichnet
dem Orcheſter an und fand allgemein große
Aner=
kennung.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 22. Oktober l. J. männ=
Vorträge.
— Man ſchreibt uns: In der Reihe der
wiſſen=
ſchaftlichen Vorträge über religiöſe
Fragen ſprach am Freitag, den 28. d. M., Herr Geh.
Kirchenrat Profeſſor D. Baldenſperger aus
Gie=
ßen über „Geſchichte und Mythus im
Ur=
chriſtentum” vor vollbeſetztem Saale. Um die
Zu=
ſammenhänge zwiſchen der Drewsſchen Theorie von
der „Chriſtusmythe” mit der neueren Theologie
dar=
zulegen, entwarf der Redner zuerſt ein Bild von der
literar=kritiſchen und der religionsgeſchichtlichen
Ar=
beit der letzteren, aus dem ſich ergibt, daß die
Ver=
treter der Chriſtusmythe nur manche Ergebniſſe der
neueren theologiſchen Wiſſenſchaft auf die Spitze
ge=
trieben haben, ohne wirklich geſchichtlichen Sinn und
die unerläßliche Perſpektive für die Vorgänge einer
von der unſeren ſo gänzlich verſchiedenen
Geſchichts=
epoche zu beſitzen. Daher hätten die theologiſchen
For=
ſcher in ernſter Prüfung dieſe Theorie unbedingt
ab=
lehnen müſſen. Die Geſchichtlichkeit Jeſu könne nur
auf Koſten eines geſunden, realen Geſchichtsſinnes
ge=
leugnet werden. Auch nach Abzug aller kritiſch
un=
gewiſſen Einzelheiten blieben feſte, unerſchütterliche
Tatſachen des Lebens Jeſu zurück, in denen der Glaube
des Herzens Licht und Erköſungskraft wie nirgends
ſonſt finden könnte. Nachdem Redner auf ſolche feſte
Punkte im Leben Jeſu und auf das Verhältnis des
Paulus, dem der hiſtoriſche Chriſtus für ſein
Chriſtus=
bild unbedingte Vorausſetzung war, zu Jeſus noch
näher eingegangen war, legte er am Schluſſe ſeiner
hochintereſſanten Ausführungen dar, wie darin, daß
auch ſpäter noch antik=heidniſche religiöſe Gedanken
in das Chriſtentum einzuſtrömen ſuchten, jene
gewal=
tige religiöſe und ſittliche Ueberlegenheit des
Chriſten=
tums ſich dokumentieren konnte, die auch in unſerer
Beit noch unerſchütterlich feſtſtehe. Reicher Beifall
lohnte den Redner für ſeinen ungemein anregenden
Vortrag.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Ein ältheſſiſches Geſchütz auf der
Inſel Malta. Es iſt bekannt, daß die Feſtung
Rüſſelsheim eines der ſtärkſten Bollwerke Philipps
des Großmütigen war, ausgerüſtet mit den beſten
Ge=
ſchützen der damaligen Zeit, der „Nachtigall” dem
„Strauß”, dem „Hahn” und vielen anderen.
Jeder=
mann iſt auch das Schickſal dieſer guten Artillerie nach
dem Schmalkaldiſchen Kriege bekannt. Auch nicht ein
einziges Stück iſt auf unſere Zeit gekommen. Und
doch exiſtiert noch ein altheſſiſches Stück der Artillerie
der heſſiſchen Landgrafen außerhalb unſerer Heimat.
Die Kenntnis davon, ſowie eine Abbildung verdankt
man Ihrer Großherzoglichen Hoheit der Frau
Prin=
zeſſin Ludwig von Battenberg. Das alte Geſchütz,
aus der Feſtung Gießen ſtammend und zu der
Gat=
tung der großen Karthaunen gehörend, befindet ſich
heute auf der Inſel Malta in der Hauptſtadt La
Va=
letta. Es wurde durch Landgraf Ludwig V den
Ge=
treuen (1596—1626), im Jahre 1619 dem Großmeiſter
des Ritterordens der Johanniter, Alof de Vignacourt
(1601—1622), als Erinnerung an ſeinen Beſuch in
Malta überſandt. Das Geſchütz iſt aus Bronze
ge=
goſſen und mit einem Mundring verſehen. Auf dem
vorderen Teil des Laufes iſt in Relief das Bildnis
eines Elefanten zu ſehen und darüber der Name des
Geſchützes: Der Helffant. Auf der Mitte des Laufes
iſt eine lateiniſche Inſchrift eingegraben, deren
Ueber=
ſetzung ſo lautet:
Ludwig Landgraf von Heſſen, durchwandernd
Frank=
reichs Gefilde, Spaniens Königreich auch, dieſes
ge=
ſegnete Land,
War übers Meer nach Malta gekommen; empfangen
mit großen Ehren und auch überhäuft noch mit der
köſtlichen Gunſt,
Als er durchs Meer, durch Sizilien hin und Italiens
Fluren kehrt in die Heimat zurück, heil und ohne
Gefahr,
Dieſes Kriegsgeſchütz, der Ritterſchaft Maltas zum
Zeichen innigſten Dankesgefühls, treueſter
Freund=
ſchaft auch,
Sandt’ er von Gießen der Feſtung als Gabe. — Gar
bitterlich möge fühlen dieſes dein Feind, heiliger
Chriſt, ach gewähr’s.
Geſchehen im Jahre Chriſti 1619.
Der hintere Teil des Laufes zeigt das heſſiſche
Wappen mit dem Datum „1600%, darunter die
An=
fangsbuchſtaben des Geſchützherrn: L. L. Z. H. —
Lud=
wig, Landgraf zu Heſſen. (Ludwig IV., Landgraf zu
Heſſen=Marburg, geb. 1537, geſt. 1604). Ueber dem
Wappen ſtehen die Anfangsbuchſtaben der Deviſe des
Landgrafen: J. G. G. J. A. N. — Ich Getrau Gott In
Aller Not. Auf dem Schlußring hat ſich in den
Wor=
ten: „Gos mich Jacob Rotenberger” der Geſchützgießer
verewigt. Die Griffe am Laufe haben die Geſtalt von
Löwen. Hals und Verſchluß des Geſchützes ſind
ver=
ziert. Das Rohr des 42=Pfünders iſt nach engliſchem
Maß 11 Fuß 1 Zoll lang, das Kaliber 7,10 Zoll. Als
Malta zu Anfang des 19. Jahrhunderts in engliſchen
Beſitz überging, wurde das Geſchütz nach der
Artillerie=
ſchule zu Woolwich in England übergeführt, aber 1888
auf Anordnung des Gouverneurs von Malta,
Gene=
ral Sir Lintorn Simmons, nebſt anderen, früher dem
Johanniter=Orden gehörigen Geſchützen wieder nach
Malta verbracht. Schön wäre es, wenn dieſes Stück
Artillerie wieder in heſſiſchen Beſitz käme. Vielleicht
gelingt es irgend jemand, es von den Engländern
zurückzuerhalten.
— Vereinigung für ſtaatsbürgerliche
Erziehung. Der im September 1909 in Goslar
geſchaffene jüngſte Zweig der Beſtrebungen zur
Ge=
ſundung und Entwickelung unſeres öffentlichen Lebens
hat in dieſen Tagen ſeinen Sitz von Köln nach
Ber=
lin verlegt und hier eine Sitzung ſeines
geſchäfts=
führenden Ausſchuſſes abgehalten, in der das bisher
Geſchehene erörtert und der Tätigkeitsplan für die
nächſte Zukunft beſchloſſen wurde. Im vergangenen
erſten Geſchäftsjahr ſind zunächſt Sachverſtändige nach
Frankreich, Holland, Dänemark und der Schweiz
ent=
ſandt worden, um durch perſönliche Beobachtung den
dortigen Stand ſtaatsbürgerlicher Schulerziehung und
die auf dieſem Gebiete geſammelten Erfahrungen
feſt=
zuſtellen. Die hierüber erſtatteten Berichte werden
alsbald der Oeffentlichkeit zugängig gemacht werden.
Sie enthalten überaus lehrreichen, wertvollen Stoff
und vortreffliche Anregungen. Es ſind ferner
Preis=
ausſchreiben zur Erlangung methodiſcher Erörterungen
und praktiſcher Beiſpiele für die Geſtaltung der
ſtaats=
bürgerlichen Erziehung erlaſſen worden und
darauf=
hin 76 Arbeiten eingegangen, die jetzt von der Jury
geprüft werden. Die Verkündigung des Ergebniſſes
ſoll bis zum 15. April 1911 erfolgen. Inzwiſchen iſt
die Organiſation fortgeſchritten und der
Mitglieder=
ſtand weſentlich gewachſen. In Köln hat ſich ein Orts=
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Nummer 255.
lich 9416, weiblich 6072, zuſ. 15 488, in Prozenten 60,80,
39,20; am 15. Oktober I. J. männlich 9439, weiblich 6069,
zuſ. 15508, in Prozenten 61,26, 38,74. Der
Kranken=
ſtand betrug am 22. Oktober I. J. männlich 351, weiblich
266, in Prozenten 3,90, 4,38; am 15. Oktober l. J.
männ=
lich 348, weiblich 247, in Prozenten 3,68, 4,07. An
Krankengeld wurde gezahlt in der Woche vom
17. Okt. bis 22. Oktr. l. J. 4719,15 Mk., in der Woche
vom 10. Oktober bis 15. Oktober l. J. 4275,75 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 22. Oktober
I. J. — 23, am 15. Oktober I. J. — 18; Sterbefälle
kamen vor in der Woche vom 17. Oktober bis 22. Okt.
I. J. — 1; vom 10. Oktober bis 15. Oktober I. J. — 4.
X Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
der vergangenen Woche: Butter ½ Kg. 1,40 M., in
Par=
tien 1,30 M., Eier 7—8 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 18 bis
20 Pf., Handkäſe 6—10 Pf., Kartoffeln der Zentner
3,50—4 M., Kumpf (10 Liter) 60—70 Pf., ½ Kg. 5—6 Pf.,
Obſt u. dgl.: Aepfel der Zentner Goldparmänen 10 M.,
graue Reinetten, Kohläpfel 8—9 M., Schafnaſen 7 M.,
½ Kg. 7—15 Pf., Birnen ½ Kg. 7—12 Pf., Trauben
½ Kg. 40 Pf., Nüſſe 100 Stück 50 Pf., Zitronen 6—8 Pf.
Salat, Gemüſe: Kopfſalat, Endivien 4—5 Pf., Bündel
Radieschen 2—3 Pf., Rettiche 4—6 Pf., Meerrettich 20
bis 25 Pf., Rhabarber ½ Kg. 12 Pf., Zwiebeln,
Rote=
rüben ½ Kg. 8 Pf., Bündel Römiſch=Kohl, Schnittlauch
u. dgl. 2 Pf., Gelberüben ½ Kg. 4—5 Pf., Wirſing 5 bis
6 Pf., Grünkohl 4—5 Pf., Kohlrabi 3—4 Pf., Blumenkohl
10—50 Pf., Rotkraut 10—35 Pf., Weißkraut 8—15 Pf.,
Spinat ½ Kg. 12—15 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 25—30 Pf.,
Bohnen ½ Kg. 30 Pf., Eierſchwämme ½ Kg. 12 Pf.;
Geflügel und Wild: Gänſe ½ Kg. 85 Pf., Enten
3—4 M., Hahnen und Hühner 1,50—3,00 M., Tauben
65 Pf., junge Rebhühner 1,40 M., alte 1 M., Lapins 90 Pf.
bis 1 M., Haſen bis zu 3,60 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht,
Aal bis 1,20 M., Rheinbackfiſche 40 Pf., Rotzungen 50 Pf.,
Kabeljau 30 Pf., große Schellfiſche 30 Pf., kleine 18 bis
20 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch
60 Pf., Hackfleiſch 80 Pf., Rindsfett 50 Pf.,
Rindswürſt=
chen (Stuck) 15 Pf.
— Adreßbuch. Der Druckbogen Nr. 1 des 1911er
Adreßbuches, enthaltend Einwohnerregiſter — Abel,
Friedrich bis Bernhard, Carl — liegt im
Hauptmelde=
bureau, Hügelſtraße 31/33, Zimmer Nr. 13, während der
Bureauſtunden (8 bis 12 Uhr vormittags und 2 bis
6 Uhr nachmittags) bis zum 1. November zur Einſichts,
nahme offen.
— Orpheum. Heute, Montag, 31. Oktober, findet
die Abſchieds=Vorſtellung des
Oberbayeri=
ſchen Bauerntheaters ſtatt. Die Direktion ſah ſich
in=
ſolge der fortgeſetzt großen Nachfrage veranlaßt, aus
dieſem Anlaß nochmals die beiden Stücke von Ludwig
Thoma „1. Klaſſe” und „Die Medaille” anzuſetzen,
wozu bereits wieder zahlreiche Platzbeſtellungen aus
erſten Kreiſen der Reſidenz eingelaufen ſind. —
Mor=
gen, Dienstag, wird ſich erſtmalig das für die erſte
Hälfte des November verpflichtete hervorragende
Va=
rieté=Programm vorſtellen. (S. Anz.)
Vom Odenwald, 29. Okt. Die dieſes Jahr ſich
wie=
der ſehr zahlreich zeigenden Eichhörnchen haben
die an und für ſich geringe Nußernte in unſerem
Ge=
birge vielerorts faſt vollſtändig für ſich in Anſpruch
ge=
nommen. So hatte z. B. der Landwirt Vetter in
Mengelbach einen Nußbaum, von dem er ſich 2 bis 3
Zentner Nüſſe verſprach. Als der Mann zur Aberntung
ſchreiten wollte — andere Arbeiten hielten ihn einige
Tage zurück — waren nicht mehr als 2 bis 3 Pfund gute
Nüſſe auf dem Bgum. Die Eichhörnchen in dem nahen
Walde hatten alle Nüſſe in ihre Vorratskammern
verbracht.
n. Ober=Kainsbach, 29. Okt. Der Täter eines in
der Nacht zum Freitag in dem Gaſthaus zur Spreng
bei Ober=Kainsbach i. O. verübten frechen Einbruchs,
der 20 Jahre alte Taglöhner Martin Orio, konnte
ſich nicht lange ſeiner anſehnlichen Beute erfreuen.
Bereits am Samstag vormittag wurde er durch die
Darmſtädter Polizei feſtgenommen und nach
eingehen=
dem Verhör in Unterſuchungshaft gebracht. Durch
auf=
fälligen Geldaufwand hatte er die Aufmerkſamkeit auf
ſich gelenkt, und, obwohl er zuerſt ſein Heil im
Leugnen verſuchte, legte er, durch den Beſitz geſtohlener
Sachen und größerer, nicht zu rechtfertigender
Geld=
mittel überführt, dem Schutzmann ein Geſtändnis
ab. Von dem entwendeten, nahezu 3000 Mark
be=
tragenden Gelde fanden ſich nur noch etwa 800 Mark
bei ihm vor, dagegen war er im Beſitze einer ganzen
Anzahl eingekaufter Gegenſtände (Uhr, Schmuckſachen,
Kleidungsſtücke uſw.). Der leicht erlangte Mammon
ausſchuß von hervorragenden Vertretern aller
Schul=
gattungen gebildet, um die Problemfrage der
ſtaats=
bürgerlichen Schulerziehung dauernd wiſſenſchaftlich
zu behandeln. Außer den öffentlichen Vorträgen, die
vor den verſchiedenſten Lebens= und Berufskreiſen in
Bonn, Frankfurt a. M. und anderen Orten gehalten
wurden, will die Vereinigung nunmehr in die
grö=
ßere Oeffentlichkeit treten durch Veranſtaltung
vor=
bildlicher Behandlung wichtiger Fragen unſeres
öffentlichen Lebens, namentlich ſolcher, die jeweils im
Vordergrunde der allgemeinen Aufmerkſamkeit ſtehen.
* Wiesbaden, 29. Okt. Zu der Nachricht der
Frankf. Ztg. über Differenzen zwiſchen dem
General=
intendanten Grafen v. Hülſen und dem
Inten=
danten Dr. v. Mutzenbecher und einem
even=
tuellen Rücktritt des letzteren teilt dem Wiesb. Tgbl.
Graf von Hülſen mit, daß die Gerüchte vollſtändig aus
der Luft gegriffen ſeien und daß Herr von
Mutzen=
becher lediglich beſtrebt ſei, während ſeines Urlaubs
die Folgezuſtände ſeiner ſchweren Diphtherie durch
eine gründliche Kur dauernd zu beſeitigen.
* Spielplan des Großh. Hof=und
Natio=
naltheaters in Mannheim. Montag, 31. Okt.:
Tantris der Narr. Dienstag, 1. Nov.: Die
Kronpräten=
denten. Mittwoch, 2. Nov.: Fidelio. Donnerstag, 3. Nov.:
Der Antiquar — Liebelei. Freitag, 4. Nov.: Der Muſikant.
Samstag, 5. Nov.: Der Gwiſſenswurm. Sonntag, 6. Nov.:
2. Matinee: Fritz Reuter. — Zum erſten Male:
Zigeuner=
liebe.
Kleines Feuilleton.
* Die Rattenfänger von Suffolk. In
Suffolk zieht man energiſch gegen die Ratten zu Felde,
die nach Meinung bedeutender Aerzte die Peſt nach
England eingeſchleppt haben und dies nun mit dem
Tode büßen ſollen. Nicht mit der Flöte ſpielen die
Rattenfänger von Suffolk ihren Opfern zum
Todes=
tanze auf. Auch haben ſie weder den Reiz der
Roman=
tik, noch die unbezwingbare Macht über die holde
Weib=
lichkeit mit ihrem berühmten Vorgänger in Hameln
gemein. Es ſind ganz gewöhnliche „Cocknies” die
ihr Handwerk in den Kloaken Londons gelernt haben.
Bis jetzt hat der Countyrat von Suffolk ihrer zwanzia
war ihm anſcheinend zu Kopf geſtiegen, ſo daß er das
Geld mit vollen Händen hinauswarf und ſich auch in
Reden prahleriſch gebärdete. Er ſtammt aus Ober=
Kainsbach und machte ſchon im vorigen Jahre von ſich
reden, als er unter dem Verdachte eines damals in
jener Gegend verübten Mordes längere Zeit in
Unter=
ſuchungshaft war, dann aber mangels Beweiſes außer
Verfolgung geſetzt werden mußte. Ein Landwirt war
nachts auf der Landſtraße bei Nieder=Kainsbach mit
einer Baumſtütze erſchlagen worden, und der Verdacht
lenkte ſich auf Orio. Bis jetzt iſt der Täter jenes
ſchweren Verbrechens nicht ermittelt. Orio räumt ein,
daß er den Einbruch beim Gaſtwirt und
Gemeinde=
einnehmer Schwinn auf der Spreng verübt hat. Man
hatte erſt keinen Verdacht bezüglich ſeiner, bis er ſich
ſelbſt durch ſein Verhalten verriet. Wie der zur
Feſt=
ſtellung am Tatort verwendete, ſehr geſchickte
Polizei=
hund ausſpürte, hatte ſich O. vor dem Einbruch in
dem benachbarten Walde in Sehweite des Hauſes
auf=
gehalten und dort die Gelegenheit abgepaßt. Sofort
nach der Tat begab er ſich nach Darmſtadt; er
beabſich=
tigte anſcheinend, von hier das Weite zu ſuchen. Die
Verhaftung erfolgte durch die Schutzleute Schneider II.
und Gardt vom 2. Polizeirevier.
Mainz, 29. Okt. Als kürzlich von der hieſigen
Strafkammer ein Mann verurteilt werden ſollte,
der mit einer Bahnſteigkarte von Frankfurt hierher
ge=
fahren war, nannte ſich der Menſch Gottfried
Werner aus Zürich, gab aber gleichzeitig zu, daß das
ein falſcher Name ſei, den richtigen werde er nicht
nennen. Das hatte zur Folge, daß man ihn wieder
ins Unterſuchungsgefängnis zurückbrachte. Inzwiſchen
iſt ermittelt worden, daß es ſich um den 30 Jahre alten
Kaufmann Gottfried Weinmann aus Zürich handelt.
Er wurde geſtern zu vier Wochen Gefängnis verurteilt.
Seine Photographie iſt in den Fahndungsblättern
ver=
öffentlicht worden, da man vermutet, daß Weinmann,
der bei ſeiner Feſtnahme Revolver und Patronen bei
ſich trug, irgend etwas angeſtellt hat.
Gießen, 29. Okt. In der Angelegenheit des
Fried=
berger Attentats wurden im Laufe der
vergange=
nen Woche faſt tagtäglich ſowohl in Friedberg als auch in
Gießen Zeugen durch den die Unterſuchung führenden
Un=
terſuchungsrichter Landgerichtsrat Geh. Juſtizrat Wehner
vernommen. Die Unterſuchung erſtreckte ſich hauptſächlich
darauf, zu ermitteln, ob Werner dem Winges bei ſeiner
Flucht nach dem Bankraub behilflich war, reſp. ob er, um
Winges die Flucht zu erleichtern, auf Leute geſchoſſen hatte.
In dieſer Beziehung konnte jedoch nichts ermittelt
wer=
den, da von allen Zeugen feſtgeſtellt wurde, daß nur
Win=
ges allein bei ſeiner Flucht aus der Reichsbank auf ſeinen
Verfolger geſchoſſen hatte. Werner hat jetzt in ſeinen
Aus=
ſagen einen anderen Weg eingeſchlagen, da er alles in
Abrede ſtellt. Er wird ſich nun vor dem am 5. Dezember
zuſammentretenden Schwurgericht wegen des
ge=
meinſamen Dynamitdiebſtahls in St. Ingbert, wegen der
Bombenattentate in Frankfurt und Friedberg undwegen des
Friedberger Bankraubes zu verantworten haben. Er wird
wohl in allen Fällen überführt werden.
Aus der Reichshauptſtadt, 29. Okt. Die
Erricht=
ung eines dritten ſtändigen Zirkus für
Ber=
lin ſcheint, wie eine hieſige Korreſpondenz erfährt,
geſichert zu ſein. Wie verlautet, hat der bekannte
Zir=
kusdirektor Corty=Althoff bereits am Schiffbauerdamm
ein großes Terrain gepachtet, auf dem ſchon in
näch=
ſter Zeit eine Rieſenarena in maſſiver Ausführung
erbaut werden ſoll. Für dieſen Zweck ſind bereits
vier Millionen Mark von einer großen
Kapitaliſten=
gruppe gezeichnet worden. — Nach den bisherigen
Feſtſtellungen der Kriminalpolizei hat der
Leichen=
fund in der Spree am Schloß Bellevue zu keiner
Aufklärung geführt. Die ärztliche Unterſuchung führte
zu dem Ergebnis, daß wahrſcheinlich ein Giftmord oder
ein Mord durch Erſtickung vorliegt. Die einzige
Feſt=
ſtellung, die für den weiteren Verlauf der
polizei=
lichen Ermittelungen vielleicht von Belang ſein könnte,
iſt bis jetzt die Bekundung eines Ehepaares vom Halle=
Kor, deren 19jährige Tochter ſeit ſechs Wochen
ver=
ſchwunden iſt. — Eine jugendliche
Diebes=
bande, die ſeit Wochen in der Gegend zwiſchen
Köpe=
nick und Woltersdorf ihr Unweſen trieb, iſt jetzt
er=
mittelt und feſtgenommen worden. In der
vorgeſtri=
gen Nacht verſuchten die Diebe einen neuen Einbruch
bei dem Beſitzer G. Sie wurden überraſcht und
ent=
puppten ſich zum großen Erſtaunen der Bewohner als
unter einem „Oberrattenfänger” angeſtellt. Aber ſie
werden durch Freiwillige auf viele Hunderte verſtärkt.
Ihre Waffe iſt ein weißes Pulver, das aus
geheimnis=
vollen Ingredienzien zuſammengeſetzt iſt, denen keine
Ratte widerſtehen kann. Ein, zwei Tage wird das
Pulver ausgeſtreut, um möglichſt viele Ratten
anzu=
locken und ſicher zu ködern. Am dritten Tage aber
wird dem weißen Pulver ein Gift beigemiſcht, und am
folgenden Morgen iſt das Feld mit Rattenleichen
be=
ſät. Uebrigens ſterben noch immer zahlreiche Ratten
und auch Haſen und Kaninchen an der Krankheit, die
ſie auf die Menſchen übertragen haben ſollen.
Des=
halb iſt in allen Schulen in Suffolk County davor
ge=
warnt worden, die Leichen zu berühren. Freiwillige
Rattenfänger, die den Sport mit abgerichteten
Wie=
ſeln und Hunden trieben, mußten die Erfahrung
machen, daß dieſe auch der Peſt erlagen, die, wie
er=
wähnt, auch bereits Menſchenopfer gekoſtet hat. In
den Hafen von Orwell Hems können Schiffe (meiſt
Segler, die von allen Weltteilen dorthin kommen)
nur langſam mit der Flut einlaufen und müſſen dann
auf Leichtern entladen. Während dieſes vor ſich geht,
hat man beobachtet, daß unzählige Schiffsratten, der
langen Seereiſe müde, ans Land ſchwimmen, während
Landratten gleichfalls in großen Scharen namentlich
gern an Bord der Getreideſchiffe von Odeſſa klettern.
Um dieſem „Austauſch von Ratten” den die Behörden
für ſehr gefährlich halten, ein Ende zu machen, ſoll
ein beſonderer Feldzugsplan entworfen werden. Ganz
England wartet geſpannt auf das Neueſte vom
Schan=
platz dieſes Rattenkrieges, nach dem die Zeitungen ihre
Spezialkorreſpondenten entſandt haben.
* Der erſte blinde Paſſagier im
Luft=
ſchiff. Die Gattung der „blinden Paſſagiere” iſt um
eine neue Abart bereichert worden. Daß ſich blinde
Paſſagiere in Giſenbahnwagen, Dampfſchiffen und
ähn=
lichen Fahrzeugen verborgen und weite Strecken
zurückgelegt haben, iſt nichts Neues mehr und reizt
auch nicht mehr zur Nachahmung. Der moderne
Naſſauer wählt ſich ein „höheres Ziel”. Im Zeitalter
des Luftſchiffes und Aeroplans benutzt der blinde
Paſſagier den — Lenkballon! Das erſte Opfer ſeiner
Tätigkeit war der „P L VI” der am Mittwoch
nach=
mittag friſch gefüllt von Biesdorf nach Johannisthal
Schulknaben aus der Umgegend im Alter von 10 bis
15 Jahren. Die Jungen hatten ſich zu einer
wohl=
organiſierten Diebesbande vereinigt, die unter einem
„Häuptling”, einem 15jährigen Lehrling, ſtand. Die
jugendlichen Verbrecher arbeiteten in der Weiſe, daß
ſie am Tage die Gelegenheit zu Einbrüchen
ausbaldo=
werten und während der Ausführung der Diebſtähle
wohlausgebildete „Schmierenſteher” verwendeten. Die
hoffnungsvollen Burſchen werden vorausſichtlich in
Zwangserziehung gegeben werden.
Frankfurt, 29. Okt. Danny Gürtler iſt dem
Frankfurter Generalanzeiger zufolge nun von der
Irren=
anſtalt Eichberg im Rheingau, wohin er nach ſeiner
Ent=
laſſung aus der Strafhaft in Darmſtadt gebracht wurde,
in die pſychiatriſche Klinik nach Heidelberg übergeſiedelt.
Nach ſeiner Behauptung hat er in Eichberg einen
Nerven=
chok erhalten, von dem er auf Veranlaſſung ſeiner Frau in
Heidelberg Heilung ſuchen will.
Stiepel (Ruhr), 29. Okt. Durch Abſturz in einem
Aufbruch der Zeche „Karl Friedrich Erbſtollen” wurden
zwei Bergleute getötet.
— Aachen, 28. Okt. Vor dem Berliner
Oberver=
waltungsgericht findet heute die Verhandlung in einem
intereſſanten Wahlproteſt ſtatt, der ſich gegen
die im November v. J. ſtattgefundenen Wahlen zur
zweiten Abteilung der hieſigen
Stadtverordnetenver=
ſammlung richtete. Als damals die Wahlen im
ſchön=
ſten Gange waren, erſchien plötzlich der Luftkreuzer
„2 III” am Horizont und brachte eine
Unter=
brechung des Wahlgeſchäfts, die der
Wahlpro=
teſt an den Oberbürgermeiſter wie folgt ſchildert: „Am
letzten Wahltage gegen 12 Uhr mittags hatte
im Wahllokal im Verwaltungsgebäude des
Rat=
hauſes die Wählergruppe B zu wählen. Beim
Herannahen des Luftſchiffes „2 III” verließen
der Wahlvorſtand und ſämtliche Beiſitzer und ſonſtigen
Beteiligten das Wahllokal, um das Luftſchiff zu ſehen,
ſo daß ſich tatſächlich niemand im Wahllokal befand. Es
war dies ziemlich genau um die Mittagszeit, in welcher
Stunde erfahrungsgemäß die Wähler in größerer Zahl
ſich einzufinden pflegen. Es ſei ferner bemrekt, daß, als
nach dieſer gänzlichen Abweſenheit aller Beteiligten die
Herren ſich zum Teil wieder eingefunden hatten und
mehrere anweſende Wähler ihr Wahlrecht wegen
Ab=
weſenheit des Wahlvorſtandes nicht ausüben konnten,
der Vertreter des Oberbürgermeiſters vermißt und der
Sekretär ausgeſchickt wurde, ihn herbeizuholen. Auch
dies verurſachte eine längere Unterbrechung und es iſt
leicht möglich, daß wegen des dadurch verurſachten
Aufenthaltes verſchiedene Wähler auch zu dieſem
Zeit=
punkte noch ihr Wahlrecht nicht ausgeübt haben, indem
ſie nicht länger warten wollten und ſich entfernten.”
Der Bezirksausſchuß hat nun dieſem Proteſti
ſtattgegeben und die Wahlen der betreffenden
Stadt=
verordneten, die der Zentrumspartei angehören,
für=
ungültig erklärt. Bei dieſem Beſcheide
be=
ruhigte ſich aber nicht die
Stadtverordnetenverſamm=
lung. Sie beſchloß in ihrer Sitzung vom 12. März d. J.,
die Anberaumung der mündlichen Verhandlung vor
dem Bezirksausſchuß zu beantragen und zu der
Ver=
handlung einen Vertreter der
Stadtverordnetenver=
ſammlung zu entſenden. Die mündliche Verhandlung
brachte aber für die Beklagte, die
Stadtverordneten=
verſammlung, kein anderes Reſultat. Der
Bezirksaus=
ſchuß entſchied, daß die Wahlen für ungültig zu
er=
klären ſeien. In dem Urteil wurde zum Ausdruck
ge=
bracht, daß in den Unterbrechungen des Wahlaktes ein
Grund für die abſolute Nichtigkeit der Wahlen zu
er=
blicken ſei, alſo ein Grund, der die Wahlen ungültig
macht, auch ohne Rückſicht darauf, ob dadurch das
tat=
ſächliche Ergebnis der Wahlen beeinflußt worden
iſt=
oder nicht. Nunmehr hat die verklagte
Stadtverord=
netenverſammlung das letzte Rechtsmittel ergriffen
und die Entſcheidung des Oberverwaltungsgerichts
be=
antragt. In der Berufung wurde betont, daß die
Zeit, in welcher der Wahlvorſteher abweſend war, nur
eine relative Bedeutung habe. — Der Gerichtshof
be=
ſchloß nach kurzer Beratung, zunächſt Beweis darüber
zu erheben, wann die Publikation des Wahlergebniſſes
erfolgt iſt, um feſtzuſtellen, ob die Einſpruchsfriſt
ge=
wahrt ſei.
Dillenburg, 26. Okt. Ein ſchändlicher
Streich wurde hier verübt, indem in der Dill von
Haiger bis hierher durch Einfließenlaſſen einer Säure
ins Waſſer ſämtliche Fiſche vergiftet wurden.
Unzählige Fiſchleichen bedeckten das Waſſer. Die bei
Sechshelden gelegene Farbmühle erlitt eine
Betriebs=
ſtörung, weil Hunderte von toten Fiſchen vor dem
zurückgekommen war. Als am Donnerstag rachmittag
das Luftſchiff ſeine Paſſagierfahrt ausführte, an der 25
Perſonen teilnahmen, und ſich bereits in etwa hundert
Meter Höhe befand, bemerkte der Führer, Oberleutnant
Stelling, daß ſich die Leinwand, die über den
Benzin=
tank geſpannt iſt, auffällig hin und her bewegte. Ehe
man noch die Urſachen des merkwürdigen Vorganges
feſtſtellen konnte, kroch plötzlich ein Mann mit blauer
Schürze hinter dem Benzinbehälter vor und ſtellte ſich
dem Führer des Luftſchiffes mit den Worten vor: „
Ent=
ſchuldigen Sie, mein Name iſt Haſe. Nehmen Sie’s
nicht weiter übel, aber rausſchmeißen können Sie mir
jetzt nicht mehr.‟ Die Führer des „P L VI” waren
der=
ſelben Anſicht wie Haſe, der nun die reizvolle Fahrt
zuſammen mit den übrigen Paſſagieren bis zum Ende
genoß — allerdings etwas billiger! Nach der Landung
wurde feſtgeſtellt, daß Haſe ein Arbeiter iſt, der
ge=
legentlich auf dem Flugplatze beſchäftigt war. Die
Sehnſucht, einmal eine Ballonfahrt mitzumachen, hatte
ihn dazu getrieben, ſich lange vor der Abfahrt in die
Gondel einzuſchmuggeln. Die Luftverkehrs=Geſellſchaft
wird dafür Sorge tragen, daß Haſe keine Nachahmer
finden wird.
* Alles um 66 Pfennig. Eine Häuslerin,
Frau Marie Kahle, geb. Zeppelin, zu Lübz in
Mecklen=
burg, wurde vom Fiskus wegen 66 Pfg. rückſtändiger
Steuern gepfändet. Da ſie den Vollziehungsbeamten
beleidigt hatte, wurden ihr auch die Gerichtskoſten eines
Prozeſſes dafür aufgerechnet und für den Geſamtbetrag
ſollten ihre Habſeligkeiten verſteigert werden. Am Tage
des Termins verbarrikadierte ſich die Frau in ihrem
Häuschen, ſteckte das ganze Anweſen in Brand und
er=
hängte ſich. Die Feuerwehr hatte mit der Löſchung
große Mühe, und als ſie endlich in das Zimmer
ein=
drang, fand ſie bei dem zerſtörten Inventar den
ver=
kohlten Leichnam.
* Auch ein Erfolg. Aus München wird
berich=
tet, daß der diesjährige Darſteller des Johannes in
Ober=
ammergau als Chauffeur nach Amerika geht. Er wurde
während der Paſſionsſpiele von einem in Oberammergau
weilenden Millionär nach deſſen Heimat verpflichtet.
Nummer 255
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Seite 5.
Rechen hingen und den Zutritt des Waſſers zu dem
Triebwerk verhinderten.
Paris, 28. Okt. Heute abend wurde zur
Erinne=
rung an die Erſchießung Ferrers eine zahlreich
beſuchte Verſammlung abgehalten, der Soledad,
Villa=
franca und eine Anzahl Deputierter beiwohnten; die
Verſammlung verlief äußerſt ſtürmiſch, Einige hieſige
ſpaniſche Anarchiſten, die beſchloſſen hatten, den
früheren Marineminiſter Pelletan nicht zum Worte
kommen zu laſſen, unterbrachen Pelletan, als er das
Wort ergriff, durch den Ruf: Nieder mit den
Parla=
mentariern!, durch Singen der Internationale und
durch Pfeifen. Infolgedeſſen entſtand ein heftiger
Wort=
wechſel zwiſchen Pelletan und ſeinen Widerſachern. Als
dem früheren Miniſter andererſeits Beifall gezollt
wurde, kam es zu einem unbeſchreiblichen, lang
an=
dauernden Tumult, der Pelletan am Sprechen
verhinderte. Die Anarchiſten nahmen im Sturme die
Tribüne. Bei dem ſich nun entwickelnden
Handge=
menge wurden der Saal und die Bänke
voll=
ſtändig demoliert. Frauen wurden
herumge=
ſtoßen und zu Boden geworfen. Als die Anarchiſten
Herren der Räumlichkeit waren, wollten ſie die
Ver=
ſammlung fortſetzen, ſie wurden daran aber dadurch
gehindert, daß die Verwaltung das elektriſche Licht
ausſchalten ließ. Die Verſammlung ging dann ohne
neue Prügeleien auseinander.
Paris, 29. Okt. Die aus einem Eiſenbahnwaggon
geſtohlene Kiſte mit Melinit wurde geſtern in
der Nähe des Bahnhofs=Magazins gefunden. Man
vermutet, daß die Diebe befürchteten, die Kiſte könne
bei ihnen gefunden werden, und daß ſie deswegen
vor=
zogen, ſie zurückzubringen.
New=York, 28. Okt. Der ehemalige ſtädtiſche
Auf=
ſeher James Gallagher, der am 9. Auguſt im Hafen
von Hoboken das Revolverattentat auf den
New=Yorker Bürgermeiſter Gaynor,verübte, iſt von
den Sachverſtändigen für geiſteskrank bezeichnet
wor=
den. Die Diagnoſe lautete auf Altersblödſinn. Der
öffentliche Ankläger Garven will für den bevorſtehenden
Prozeß weitere Sachverſtändige berufen.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— 1. Kammermuſik=Abend des
Darm=
ſtädter Streichquartetts. Auch die ſchon im
zwölften Jahre hier verdienſtvoll wirkende Quartett=
Vereinigung der Herren Mehmel, Diedrich, Brückmann
und Weyns nimmt in ihrem erſten dieswinterlichen
Kon=
zert die Gelegenheit wahr, das Andenken des genialen,
viel zu früh der Kunſt entriſſenen Hugo Wolf, im
Hin=
blick auf ſeinen 50. Geburtstag, durch die Aufführung
ſei=
nes Streichquartetts zu ehren. Ein glücklicher Zufall fügt
es, daß die Vorführung des Kammermuſikwerks nur zwei
Tage ſpäter, als die von der hieſigen „Freien
literariſch=
künſtleriſchen Geſellſchaft” Samstag abend dargebotene
Hugo Wolf=Feier ſtattfindet und ſomit eine willkommene
Ergänzung dieſer Veranſtaltung darſtellt.
Zur Stadtverordnetenwahl.
— Am Freitag tagten die Vertreter von 8
Ge=
werbevereinen und Innungen, um auch
ihrerſeits zu den Stadtverordneten=
Kandidatenvor=
ſchlägen Stellung zu nehmen. Die eingehende
Aus=
ſprache gipfelte darin, daß Handwerk und Gewerbe bei
der Kandidatenwahl zum Stadtverordnetenkollegium
vollſtändig ignoriert und, wo irgend Vorſchläge
ge=
macht wurden, dieſe abgelehnt worden ſind. Aus
die=
ſen Gründen wurde beſchloſſen, eine feſte
Vereinig=
ung der Innungen und Gewerbevereine
zu gründen und im Laufe des Winters eine allgemeine
Verſammlung der Handwerker= und
Gewerbevereinig=
ung einzuberufen, um zu demnächſt in die
Erſchein=
ung tretenden Steuerfragen und anderem mehr
Stel=
lung zu nehmen. Als proviſoriſcher Vorſitzender
wurde Herr Hermann vom Gaſtwirteverein und
als Schriftführer Herr Kaufmann Schroth vom
Detailliſtenverein gewählt. Am nächſten Dienstag ſoll
eine Sitzung der Vertreter ſtattfinden, in welcher die
weiteren Schritte beſchloſſen werden. Als Kandidaten
wurden gewählt: 1. Herr Gaſtwirt Heppenheimer,
2. Herr Kaufmann Schroth, 3. Herr Schneidermeiſter
Siemenſen, 4. Herr Privatier Rockel.
Das Programm des Reichskanzlers und
der Etat.
* Berlin 29. Okt. In ihren Rückblicken ſchreibt
die Norddeutſche Allgemeine Zeitung unter
Bezugnahme auf die letzte Rede des Direktors des
Hanſabundes, den Führern des Hanſabundes
könnten Vorſchriften über ihre Agitationsweiſe
natür=
lich nur aus dem Hanſabunde heraus gemacht werden;
wohl aber ſei es ihr, der Norddeutſchen Allgemeinen
Zeitung, Recht und Pflicht, zu warnen, wo ihr eine
Schädigung der allgemeinen Intereſſen entgegentrete.
Sie kommt dann auf das Programm des
Reichs=
kanzlers zu ſprechen und erinnert daran, daß der
Abgeordnete Oldenburg=Januſchau kürzlich mit
be=
ſonderem Nachdruck die Notwendigkeit der ſcharfen
Bekämpfung der Sozialdemokratie
be=
tonte. Auch der Reichskanzler ſehe darin eine der
Hauptaufgaben der Regierung und der Parteien. Die
ernſten Symptome von Moabit und anderwärts
ſprä=
chen deutlich von dem Fortſchreiten der
revolutio=
nären Maſſenverhetzung, deren Uebermut
durch die Zwietracht der ſtaatserhaltenden Kräfte nur
erhöht werden könne. Den von Oldenburg erhobenen
Vorwurf, die Regierung zeigte in Moabit Schwäche,
weiſt das Blatt zurück.
Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung geht weiter
auf das Gebiet der Finanzpolitik über. Gelingt
es, einen guten Etat aufzuſtellen, der ſtreng ſparſam,
doch allen Anforderungen, namentlich der Wehrkraft,
gerecht wird, ſo iſt damit ein ſehr wichtiges Programm
durch die Tat verwirklicht. Der neue Etat wird
zei=
gen, daß man dem Ziele der Geſundung der
Reichs=
finanzen ein gutes Stück näher gekommen iſt. Dies
Reſultat rechtfertigt zugleich die Annahme der
Reichs=
finanzreform trotz ihrer Mängel durch die
Re=
gierung. Die Vorarbeiten zum Reichshaushaltsetat
für 1911 haben zu einem, dem Finanzplan 1909/1913
entſprechendem Ergebnis geführt. Die ungedeckten
Ma=
trikularbeiträge werden auf 80 Pfennig pro Kopf
er=
halten; trotzdem ſind die zur Fortentwicklung des
Heeres, der Marine, ſowie für Abbürdung des
Fehl=
betrages von 1910 erforderlichen Mittel in den
Aus=
gaben vorgeſehen. Dieſer Abſchluß war nicht ohne
Schwierigkeit zu erreichen. Die Geſamteinnahme für
1910 wird den ſehr vorſichtig bemeſſenen Voranſchlag
knapp erfüllen. So kann der Etat für 1911 die Zölle
und Steuern nicht allzu viel höher ſchätzen, als in dem
gegenwärtigen Etat. Zur Herſtellung des
Gleichge=
wichts müſſen auch die erhöhten Ueberſchüſſe der
Reichs=
betriebe und die zu erwartenden Einnahmen aus dem
dem Reichstage vorliegenden
Zuwachsſteuerge=
ſetz herangezogen werden. Die Erträgniſſe werden
auch herangezogen werden müſſen, um die Veteranen
über das jetzige Maß hinaus zu verſorgen.
Trotzdem der Etat für 1911 für die Ausführung
des Flottenplanes, die Erweiterung des Kaiſer
Wil=
helm=Kanals, die Erweiterung des Fernſprechnetzes
und für die Eiſenbahnen namhafte Beträge erfordert,
iſt es gelungen, den Anleihebetrag erheblich
niedriger zu halten, als 1910, und darin zeigt
ſich die wohltätige Wirkung der neueſten
Finanzgeſetz=
gebung. Dieſe Ergebniſſe ſeien nur durch weitgehendſte
Sparſamkeit errungen. Nach wie vor ſei die
Geſund=
ung der Reichsfinanzen eine der dringendſten
politi=
ſchen Aufgaben. Wer ſich um dieſes Ziel müht, der
wirkt nach einem Programm von überaus praktiſcher
Bedeutung.
Die deutſch=franzöſiſchen Beziehungen.
* Paris, 29. Okt. Präſident Falliéres
empfing heute nachmittag den deutſchen Botſchafter
von Schoen in offizieller Audienz. Bei der
Ueber=
reichung ſeines Beglaubigungsſchreibens richtete
Bot=
ſchafter von Schoen an den Präſidenten Falliéres
folgende Anſprache:
Herr Präſident! Indem ich Ihnen das Schreiben
überreiche, durch das der Kaiſer, mein erhabener
Sou=
verän, mich bei Ihnen als Botſchafter beglaubigt,
möge es mir zunächſt erlaubt ſein, Ihnen zu ſagen, wie
ſehr ich die Ehre der mir anvertrauten Miſſion
emp=
finde. Entſprechend beſtimmten Befehlen Sr. Majeſtät
hat dieſe Miſſion die Aufgabe, die guten
Bezieh=
ungen, die in glücklicher Weiſe zwiſchen Franks
reich und Deutſchland beſtehen, zu erhalten und
zu befeſtigen und die ſchon ſo zahlreichen
gemein=
ſamen Intereſſen beid er Länder zu
för=
dern. Ebenſo wie meine Vorgänger, deren
Mitarbei=
ter ich geweſen bin, werde ich nicht aufhören, alle meine
Beſtrebungen auf die Erreichung dieſer ſo
wünſchens=
werten Reſultate zu richten. Ich werde mich glücklich
ſchätzen, wenn ich in der Erfüllung meiner Aufgabe
da=
hin gelange, Ihr Vertrauen, Herr Präſident, ſowie die
Unterſtützung der Regierung und der Republik zu
ge=
winnen. Der Kaiſer beauftragte mich, bei Ihnen
der Dolmetſch der Gefühle der Achtung und Sympathie
zu ſein, die Se. Majeſtät in ſo hohem Grade für Ihre
Perſon empfindet, und Ihnen die Wünſche zu
übermit=
teln, die er für die Wohlfahrt Frankreichs
hegt. Ich habe die Ehre, Herr Präſident, meine
ehr=
erbietige Huldigung für den erſten Beamten der
Re=
publik hinzuzufügen.
Präſident Falliéres erwiderte mit folgenden
Worten:
Herr Botſchafter! Ich habe das große Vergnügen,
das Schreiben, das Sie als außerordentlichen
Botſchaf=
ter und bevollmächtigten Miniſter des deutſchen
Kai=
ſers beglaubigt, entgegenzunehmen und Sie
willkom=
men zu heißen. Die Wünſche für die
Aufrechter=
haltung und Befeſtigung der guten
Be=
ziehungen, die zwiſchen unſeren beiden Ländern
beſtehen, und für die Entwicklung ihrer gemeinſamen
Intereſſen, denen Sie ſoeben Ausdruck gegeben haben,
entſprechen den Intentionen der Regierung und der
Republik. Es war mir um ſo angenehmer, den
Aus=
druck dieſes Wunſches aus Ihrem Munde zu
verneh=
men, als diejenigen, die den Vorzug gehabt haben, Sie
während Ihres erſten Aufenthalts in Frankreich zu
kennen, die Geſinnungen nicht vergeſſen haben, welche
Sie ſtets an den Tag gelegt haben. Wie Ihr
hervor=
ragender Vorgänger, ſo werden Sie bei uns nur das
beharrliche Beſtreben finden, Ihnen die Aufgabe
zu erleichtern, deren Erfüllung Sie Ihre
Be=
mühungen widmen wollen. Als Kaiſer Wilhelm Sie
zum treuen Dolmetſcher ſeiner Gedanken erwählte,
konnte er nicht daran zweifeln, daß hier ein
ſympathi=
ſcher Empfang Ihrer harrte. Ich bin ganz beſonders
empfänglich für die Wünſche, die Se. Majeſtät mir
durch Sie hat übermitteln laſſen, ebenſo für die Form,
in welcher Sie Ihre Miſſion erfüllt haben. Ich würde
Ihnen dankbar ſein, wenn Sie Sr. Majeſtät mit
mei=
nen beſten Wünſchen meinen aufrichtigen Dank
aus=
drücken wollen.
Nach Beendigung des offiziellen Empfanges
ent=
wickelte ſich zwiſchen Falliéres und von Schoen ein ſehr
herzliches Geſpräch. Der neue Botſchafter wurde
ſo=
dann mit demſelben Zeremoniell in die Botſchaft
zu=
rückgeleitet, wie er in das Elyſée geleitet wurde.
Neue Straßenkrawalle in Berlin.
* Berlin, 30. Okt. Am Wedding, im Norden
Berlins, kam es, dem Lokalanzeiger zufolge, geſtern
abend zu ſchweren Ausſchreitungen, bei denen
die Polizei tätlich angegriffen und zahlreiche
Perſonen verletzt wurden. Die Urſache war eine
geringfügige. Einem Fleiſchergeſellen, der nicht zur
Arbeit gekommen war, wurde von ſeinem Chef erklärt,
der Tag könne ihm nicht bezahlt werden. Darauf
leg=
ten vierzehn Geſellen die Arbeit nieder. Abends
er=
folgten dann zahlreiche Angriffe auf das Geſchäft,
namentlich ſeitens halbwüchſiger Burſchen und Frauen.
Nachdem ein Dreizehnjähriger aus einem Revolver
geſchoſſen hatte, und ein Feuermelder zerſtört worden
war, ſammelte ſich, wie auf ein Kommando, eine nach
Tauſenden zählende Menge, aus welcher Steine auf
die Schutzleute geworfen wurden, weshalb ſich die
Beamten gezwungen ſahen, blank zu ziehen und
vorzugehen. Zahlreiche Tumultuanten wurden durch
Säbelhiebe verletzt. Schon war die Polizei
zurück=
gegangen, als ein Schuß aus der Menge das Zeichen
zu neuen Ausſchreitungen gab. Es wurde mit Steinen
und Bierflaſchen geworfen, auch die abgeriſſenen
Eiſen=
teile von Balkonen kamen als Wurfgeſchoſſe zur
Ver=
wendung. In verſchiedenen Straßen trat völlige
Dun=
kelheit ein, weil ſämtliche Laternen zertrümmert waren.
Erſt nachdem verſchiedene Haupttumultuanten
feſtge=
nommen waren, gelang es, die Ruhe einigermaßen
her=
zuſtellen.
Franzöſiſche Kammer.
* Paris, 29. Okt. Die Kammer ſetzte heute
nachmittag die Beſprechung der
Interpellatio=
nen über den Eiſenbahnerſtreik fort. Willm
(Geeinigter Sozialiſt) ſprach ſich tadelnd aus, daß die
verhafteten Mitglieder des Streikkomitees noch nicht
verhört wurden, dadurch werde das Geſetz verletzt.
Nachdem noch mehrere Redner der äußerſten Linken
Angriffe gegen die Regierung gerichtet hatten, erklärte
der Juſtizminiſter, alle Verhafteten ſeien ſich
der gegen ſie erhobenen=Beſchuldigungen bewußt.
Nie=
mandslei gerichtlich verfolgt worden, weil ersſch-am
Ausſtande beteiligte. Die Verhaftungen ſeien erfolgt
wegen der Angriffegauf Freiheit und
Ar=
beit und wegen der Sabotage. Der
Unterſuchungs=
richter zog erſt Erkundigungen ein und begann dann,
die Verhafteten zu verhören. Das Geſetz ſei alſo nicht
verletzt worden.
Im weiteren Verlauf der Sitzung kam es zwiſchen
Reinach und mehreren anderen Deputierten zu einem
Zwiſchenfall. Als dieſe ihm vorwarfen, er erhebe
gegen die Ungeſetzlichkeiten, deren Opfer die
Eiſenbah=
ner geworden ſeien, keinen Einſpruch, erwiderte
Rei=
nach, Ungeſetzlichkeiten ſeien nicht erwieſen, er warte
auf Beweiſe. Die Sozialiſten antworteten mit dem
Rufe: Nieder mit den Juden! Jaurés macht eine
An=
ſpielung auf den Fall Dreyfuß, für den Reinach
einge=
treten ſei. Miniſter Millerand proteſtiert
aber=
mals. Jaurés warf in heftigen Worten den Miniſtern
Viviani, Millerand und Briand vor, ſie hätten früher
den nordfranzöſiſchen Arbeitern verſprochen, ſie
woll=
ten mit ihnen für das Recht auf den Streik kämpfen.
Die Regierung habe nicht das Recht, die Eiſenbahner
einzuberufen, um einen Streik zu verhindern. — Der
Miniſterpräſident Briande erklärte in ſeiner
Er=
widerung von neuem, daß das ganze Kabinettſol
i=
dariſch ſei. Jaurés wolle einen jener großen
Sitz=
ungszwiſchenfälle benützen, welche Kabinette ſtürzen.
Man müſſe die Regierung kritiſieren, ſo wie ſie ſei,
nicht wie Jaurées ſie haben möchte. (Lebhafter
Bei=
fall.) Jaurés antwortete: Er glaube auch weiterhin
an die Demiſſion Vivianis. Man ſage, Viviani ſcheide
aus der Regierung, weil dieſe nicht gegen die
Eiſen=
bahngeſellſchaften auftreten konnte, da mehrere ihrer
Mitglieder Gefangene der Geſellſchaften ſeien. (Gr.
Tu=
mult.) Miniſterpräſident Briand warf dann unter
wiederholten ſtürmiſchen Unterbrechungen in heftigem
Tone Jaurés vor, die Regierung beleidigt zu haben
durch die Behauptung, der Miniſter ſei im Begriff,
zu=
rückzutreten, weil ſeine Kollegen Söldlinge des Geldes
und der Reaktion ſeien. Er forderte Jaurés auf, zu
ſagen, worauf er eine ſolche verletzende Behauptung
ſtütze. Jaurés, der, um ſich beſſer verſtändlich zu
machen, von der Bank herab antwortete, erklärte in
höchſter Erregung: Die Tatſache, daß kapitaliſtiſche
Blätter dem Miniſterpräſidenten ergeben ſeien, müſſe
den Rücktritt des Arbeitsminiſters Viviani
herbeifüh=
ren. — Darauf verlangte Viviani das Wort und
erklärte, er habe Jaurés geſtern in den Wandelgängen
angehört, aber nichts geſagt, was Jaurés zu dem
Schluß rechtfertigen könne; er (der Miniſter) habe ihm
zugeſtimmt. Viviani fuhr fort: Es ſei nicht gerecht,
den Miniſterpräſidenten allein für etwas
verantwort=
lich zu machen, für das das Miniſterium
ſoli=
dariſch verantwortlich ſei. Wenn ich, ſo fuhr der
Miniſter fort, mit Briand eine
Meinungsverſchieden=
heit gehabt hätte, ſo hätte ich ſie für mich behalten, weil!
es Augenblicke gibt, in denen ein Rücktritt Flucht
be=
deutet. Viviani fuhr fort: Daß, als er mit Jaurés
Propaganda trieb, Millerand nicht geduldet haben
würde, daß man Sabotage, Vaterlandsloſigkeit und
Anarchie verherrlichte.
Zum Schluß der Sitzung kam es zur
furchtba=
ren Tumultſzenen. Briand ſagte in ſeiner
Rede, mit welcher er die Angriffe Jaurés zurückweiſt:
Wenn die Regierung in dem Geſetz nicht das Mittel
gefunden hätte, um Herr der Landesgrenzen und der
Eiſenbahnen zu bleiben, ſo hätte ſie ſelbſt zu
Ungeſetz=
lichkeiten ihre Zuflucht genommen. Bei dieſen
Wor=
ten erhob ſich Beifall auf der Rechten und im Zentrum,
dagegen auf der äußerſten Linken, insbeſondere bei den
Sozialiſten ein ohrenbetäubender Lärm, welche riefen:
Diktatori! Demiſſion! Verräterei!, und ſchlugen dabei
mit den Pultdeckeln den Takt. Der ſozialiſtiſche
De=
putierte Colly wollte ſich auf die Tribüne
ſtür=
zen, um offenkundig Briand tätlich zu inſultieren.
Er wurde mit Mühe von Saaldienern und Kollegen
zurückgehalten. Die Sturmſzene dauerte 40 Minuten,
während deren Briand auf der Rednertribüne blieb
und für die Stenographen und ſeine dicht um ihn
ge=
ſcharten Anhänger ſeine Rede fortſetzte, in der er ſagte:
Es iſt nicht zweifelhaft, daß die Kammer einer Komödie
beiwohnt, die niemanden täuſchen kann. Ich
wieder=
hole, daß die Regierung in der Legalität geblieben iſt,
aber daß es Fälle gibt, wo es in höherem Intereſſe
not=
wendig ſein kann, zur Illegialität zu greifen. Das
Land, das in der Gefahr der Anarchie ſchwebte, wird
morgen ſagen, wer Unrecht gehabt hat. (Lärm auf der
äußerſten Linken.)
Die Sitzung wurde unter großer Unruhe und
großer Aufregung aufgehoben. Morgen
nachmit=
tag findet die nächſte Sitzung ſtatt behufs Beendigung
der Interpellationsdebatte. Briand verließ, umringt
von mehreren Miniſtern und Deputierten, den Saal.,
da man ſichtlich befürchtete, daß einige der
So=
zialiſten, welche ihn unaufhörlich weiter beſchimpften,
ſich an ihm vergreifen könnten.
* Paris 29. Okt. Sofort nach der Sitzung
ver=
einigten ſich 150 Deputierte aller Gruppen der
Linken und beſchloſſen, morgen die einfache
Tages=
ordnung zu beantragen mit der Erklärung, daß ſie
nicht mehr mit der Regierung weiter verhandeln
wollen.
* Paris, 30. Okt. Die Miniſter traten zu einem
Kabinettsrat zuſammen, in welchem beſchloſſen
wurde, daß Briand in der heutigen Nachmittagsſitzung
der Kammer die Erklärung abgeben ſolle, er würde eine
einfache Tagesordnung nicht zulaſſen, ſondern nur eine
Tagesordnung annehmen, die der Regierung
ihr Vertrauen ausſpricht.
* Paris, 30. Okt. Zum Schluß der Sitzung der
Kammer beſchloß eine Gruppe von 200
Abge=
ordneten, welche ſich aus allen Parteien der Linken
zuſammenſetzte und größtenteils die geeinigten
Sozia=
liſten umfaßte, einſtimmig, daß infolge der von Briand
von der Tribüne des Hauſes geſprochenen Worte die
einfache Tagesordnung die einzige Möglichkeit
ſei, die Debatte zu beenden. Außerdem kam may
da=
hin überein, daß, falls Briand nochmals ſprechen würde,
niemand antworten ſolle. Die einfache
Tages=
ordnung, die morgen eingebracht wird, ſoll die
Unter=
ſchrift von 200 Abgeordneten der verſchiedenen
Par=
teien der Linken erhalten haben.
* Paris, 30. Okt. Die Worte des
Miniſter=
präſidenten, die den Tumult hervorriefen: Wenn
die Regierung in dem Geſetz nicht die Mittel gefunden
hätte, Herrin der ganzen Eiſenbahnen zu bleiben, hätte
ſie auch zur Ungeſetzlichkeit ihre Zuflucht nehmen
müſ=
ſen, und ſie hätte es getan, drangen in dem Lärm, der
nun folgte, nicht bis zu den Journaliſten. Nach dem
amtlichen Protokoll wiederholte Briand, daß
die Regierung innerhalb der Grenzen des Geſetzes
geblieben ſei, daß es aber Fälle geben könne,
bei denen es im höheren Intereſſe nötig
werden könnte, zur Ungeſetzlichkeit die
Zuflucht zu nehmen. Morgen wird das Land,
das der Anarchie ausgeſetzt war, ſagen, wer Unrecht
Seite 6.
Darmſtädter Tägblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Nummer 253.
hat. Nach den heftigſten Angriffen geht man jetzt zur
Obſtruktion über. An der Wahrheit iſt es, zu ſagen,
ob man ſich behandeln laſſen will wie eine
Verſamm=
lung von Füchſen und ob morgen Männer der
Unord=
nung und der Gewalttat Herren dieſer Verſammlung
ſein werden. (Die Füchſe, von denen Briand nachher
ſpricht, ſind der franzöſiſche Ausdruch für
Streikbre=
cher.) Ich glaube, daß die Regierung das Land aus der
größten Gefahr gerettet hat, in welcher es ſich in den
letzten 20 Jahren befunden hat.
* Paris, 30. Okt. Die Nachmittagsſitzung der
Deputiertenkammer wurde in Gegenwart
ſämtlicher Miniſter bei überfüllten Tribünen eröffnet.
Kammerpräſident Briſſon verlaß mehrere
Tages=
ordnungen; diejenige, welche Raynaud namens der
demokratiſchen Linken einbrachte und welche der
Re=
gierung das Vertrauen ausſpricht, fand
be=
ſonderen Beifall. Landry (unabhängiger Sozialiſt)
billigt die geſtrigen Worte Briands. Dalimier (
ſozia=
liſtiſcher Radikaler) erklärte, ſich nicht auf Briands
Standpunkt ſtellen zu können. Briand beſtieg darauf
die Tribüne. (Lebhafte Bewegung.)
Paris, 30. Okt. Die Deputiertenkammer
hat die von der Regierung bekämpfte
ein=
fache Tagesordnung mit 384 gegen 155
Stimmen abgelehn t. Nach längerer
De=
batte wude die geſamte
Vertrauenstagesord=
nung für die Regierung mit 388 gegen 94
Stim=
men angenom men. Die nächſte Sitzung
fin=
det Donnerstag ſtatt.
Heſſiſcher Reiter=Verein.
St. Das Herbſtrennen des Heſſiſchen Reiter=
Vereins, das am geſtrigen Sonntag auf dem Griesheimer
Truppenübungsplatz zum Austrag gebracht wurde, war
trotz des zunächſt wenig angenehmen Wetters
ungewöhn=
lich zahlreich beſucht. Allerdings wurde der ſicher
er=
wartete Beſuch des Zaren in letzter Stunde abgeſagt.
Am Vormittag hatte es unaufhörlich geregnet, wodurch
die Bahn teilweiſe verbeſſert, zum Teil aber, da wo
Raſen in Frage kam, ſchlüpfrig und glatt geworden war.
Trotzdem verliefen die Rennen ohne nennenswerten
Un=
fall und zeitigten im einzelnen guten Sport und
mehr=
mals durch intereſſante Endkämpfe recht ſpannende
Mo=
mente. In der Jagdſpringkonkurrenz kam Leut.
Fre=
ſenius vom F.=A.=Regt. 61 auf „Quirinus” beim
Nehmen der Mauer zu Fall, überſchlug ſich und kam
unter ſeinem Pferde zu liegen. „Quirinus” benahm ſich
aber dabei ſo geſchickt, daß der ſehr gefährlich
aus=
ſehende Sturz für Roß und Reiter ohne erhebliche
Folgen blieb. Im Eröffnungsjagdrennen hatte Lt.
Freſenius auf „Stromboli v. Bandit a. d. Sorma” faſt
bis zum Einlauf die Führung, doch wurde ihm der
ſicher ſcheinende Sieg noch in der Graden entriſſen, weil
Stromboli das äußerſt ſcharfe Tempo nicht durchhielt.
Das ſportlich intereſſanteſte Weiterſtädter Jagdrennen
um den Ehrenpreis des Zaren brachte inſofern eine
Ueberraſchung, als gegen den das Rennen in überlegenem
Stil gewinnenden Lt. v. Waldenfels Proteſt
ein=
gelegt wurde, weil er eine Wendeflagge ausgelaſſen
hatte. Der heißbegehrte Preis fiel dadurch an Lt. von
Willich, der mit zwei erſten Preiſen am beſten
abſchnitt. Auch das den Beſchluß des Tages bildende
Jagdrennen brachte im Finis noch eine Ueberraſchung.
Der auf den dritten Platz, liegende Lt. Frhr. v. Hadeln
auf „Baro” holte in der Graden ſo mächtig auf, daß er
dem überlegen führenden Lt. v. Werner den ſicheren
Sieg um eine knappe Kopflänge entriß. Die einzelnen
Reſultate waren:
I. Eröffnungsjagdrennen. 3 Ehrenpreiſe,
Diſtanz 3500 Mtr. Erſter; Rittmeiſter von
Schmel=
zing, Gardedragoner=Regt. 23, auf 6j. br. St. Midgham
v. Ohittabob=Truton. Zweiter Lt. Frhr. v. Biegeleben,
Großh. Art.=Korps a. hellbr. St. „Verveine II‟ Dritter
Lt. Freſenius, F. A.=R. 61, auf 5j. br. St. „Stromboli”
II. Reitpferdrennen. 3 Ehrenpreiſe, 3000 Mtr.
Erſter: Lint. Willich gen. von Pöllnitz,
Leib=
drag.=Reg. 24, auf 6j. F. St. „Mäuschen”. Zweiter Herr
Paul Heyl=Frankfurt auf 6j. br. W. „Aſtronom”.
Dritter Lt. von Werneburg, Garde=Drag. 23, auf F. St.
„Kandza”
III. Jagdſpringkonkurrenz. 6 Ehrenpreiſe.
Zu ſpringen waren: Ein weißer Balken 1m, ein weißes
Koppelrick 1,10 m, eine rote Mauer 1,10 m, eine Hürde
1,20 m hoch, 1 m feſt mit Balken davor, ein Graben von
2,50 m mit kleiner Hürde davor, ein Gittertor 1 m hoch,
rechts und links Draht. Erſter: Lt. v. Grunelius,
Leib=Drag. 24, auf 6jähr. F.=W. „Z. II.‟ Zweiter: Lt.
v. Guſtedt, Garde=Drag. 23, auf R.=W. „Franzl”
Dritter: Lt. v. Moßner auf F.=St. „Blondine”. Vierter:
Oberſt v. Müller’s (Großh. Art.=Korps) 8jähr. F.=St.
„Lady”, Reiter: Lt. Frhr. v. Biegeleben. Fünfter: Lt.
v. Lekow, Garde=Drag. 23, 6jähr. R.=St. „Heideroſe‟.
Sechſter: Herr Paul Heyl auf „Aſtronom”
IV. Weiterſtädter Jagdrennen. Ehrenpreis
Sr. Maj. des Kaiſers von Rußland und zwei
weitere Ehrenpreiſe. Für Chargen= und geſtellte
Dienſt=
pferde. 2500 Mtr. Erſter: Ltnt. Frhr. v. Waldenfels
auf Ltnt. Hammachers R.=W. „Eugen” (disqualifiziert
wegen Auslaſſen einer Wendeflagge). Der Preis fällt
daher an Ltnt Willich gen. v. Pöllnitz Leib=Drag. 24,
a. 8j. F.=W. „Filou”. Zweiter Ltnt. v. Flotow. Leib=
Drag.=Regt. 24 auf R.=W. „Cacao‟. Dritter Ltnt. Gallo
Train=Bat. 18 auf F.=W. „Durchlaucht”
V. Jagd mit Auslauf. 4 Ehrenpreiſe, 4000
Meter. Erſter: Leut. Frhr. von Hadeln, F.=A.=R. 61,
a. 6j. br. W. „Baro”. Zweiter: Leut. von Werner,
Leibdrag. 24, 7i. ſchwbr. W. „Kenmore‟ Dritter: Leut.
von Werneburg, Garde=Drag. Regt. 23, a. F.=W. „Kandza”
Vierter: Leut. von Oppen, F.=A.=Rgt. 61, a. br. W.
„Remis”
Alsbald nach beendetem Rennen ließ der Aviatiker
Auguſt Euler ſeinen neuen Apparat aus der Halle
bringen und ſtieg unter dem brauſendem Beifall der
Rennbeſucher auf. Nach einem hübſchen Flug von
mehreren Runden landete er glatt vor ſeiner Halle.
Luftſchiffahrt.
* Kiel, 28. Okt. Infolge der ungünſtigen
Witte=
rung landete „P VI” heute abend gegen 7 Uhr bei
Bordesholm. Militär iſt zur Hilfeleiſtung
abge=
ſandt, um das Luftſchiff vor Unbilden der Witterung
zu ſichern. Die Weiterfahrt nach Kiel ſoll Samstag
vormittag angetreten werden.
* Kiel, 29. Okt. „Parſeval Vl”, welcher 11 Uhr
15 Min. in Bordesholm aufgeſtiegen war, erſchien kurz
nach 11 Uhr 30 Min. über der Stadt und landete nach
ſehr guter Fahrt um 11¾ Uhr vor der Halle auf dem
Sport= und Spielplatz,
* Kiel, 29. Okt. Nachdem „P VF auf dem großen
Sportplatz niedergegangen war, begrüßte Admiral von
Moltke an der Spitze des Vorſtandes des Vereins für
Motorluftſchiffahrt der Nordmark die Luftſchiffer,
insbe=
ſondere den Führer Oberleutnant Stelling. Unter
Muſik=
klängen wurde das Luftſchiff in die Halle eingeführt. Es
finden bis auf weiteres täglich Aufſtiege zu Fahrten in
die Provinz und nach Schleswig=Holſtein ſtatt.
* Flugplatz Johannisthal, 30. Okt. Der
Flie=
ger Wienczier, der in Bork zum Ueberlandflug nach
Johannisthal um 2 Uhr 14 Min. ſtartete, kam hier in
einer Höhe von etwa 250 Metern um 2 Uhr 55 Minuten
10 Sekunden an. Die Flugzeit betrug 41 Minuten
10 Sekunden. Grade, der in Bork um 2 Uhr 26 Min.
ſtartete, kam hier in einer Höhe von ungefähr 50 Metern
um 3 Uhr 19 Minuten 30 Sekunden an. Die Flugzeit
betrug 53 Minuten 30 Sekunden. Thelen, der in Bork
um 2 Uhr 34 Min. 30 Sek. ſtartete, kam hier in einer
Höhe von etwa 200 Metern an und landete 3 Uhr 30
Minuten. Die Flugzeit betrug 56 Minten 15 Sekunden.
Das Wetter war ſchön, faſt windſtill.
* Bitterfeld, 29. Okt. Der neue Lenkballon
Parſeval VII” machte heute Nachmitttag ſeine erſte
Probefahrt, die 20 Minuten dauerte und vollauf
befriedigte.
* Braunſchweig, 29. Okt. Nach einem
Tele=
gramm der Luftſchiffahrtsgeſellſchaft in Bitterfeld iſt
bei der heutigen Probefahrt des „P. VII‟, der morgen
die Fahrt nach Braunſchweig antreten ſollte, die
Kuppelung der hinteren Ventilatorwelle
ge=
brochen. Der Monteur wurde an der Hand ſchwer
verletzt. Die Fahrt nach Braunſchweig wurde, da die
Reparatur trotz größter Eile einige Tage in Anſpruch
nimmt, verſchoben.
* Velmontpark, 29. Okt. Bei Beginn des
heu=
tigen Wettfliegens um den Gordon Bennet=Pokal
fuhr Leblanc gegen einen Pfoſten und zerſchmetterte
ſein Flugzeug. Leblanc iſt unerheblich verletzt. Brockins
verlor die Herrſchaft über ſeine Whrigtmaſchine und
ſtürzte ab; er iſt ſchwer verwundet.
* Brüſſel, 28. Okt. Der Flieger Mahien iſt
heute abend auf einer Wieſe bei Braine=le=
Compte (Provinz Hennegau) niedergegangen,
da es infolge Eintretens der Dunkelheit unmöglich
war, die Fahrt nach Brüſſel fortzuſetzen.
* Etampes, 28. Okt. Der Flieger Tabuteau
flog von 8 Uhr 45 Min. morgens bis 2 Uhr 45 Min.
nachmittags über dem hieſigen Aerodrom und ſtellte
damit einen neuen Weltrekord für den
Dauer=
flug auf, ebenſo ſchlug er mit 465 Kilometer den
Welt=
rekord über Entfernung.
* London, 29. Okt. Wie die Blätter melden, iſt
das Luftſchiff „Clement Bayard” für die
eng=
liſche Armee für 18000 Pfund angekaut. Das
Kriegs=
miniſterium zahlt 12500 Pfund, der Reſt ſoll durch
Subſkription aufgebracht werden.
sr. Das Internationale Flugmeeting
von Belmont=Park konnte nur mit vereinzelten
Flügen fortgeſetzt werden, da ein heftiger Wind wehte.
Das amerikaniſche Ausſcheidungsrennen für den Bennett=
Preis wurde abgeſagt, ebenſo der ſenſationelle Flug zur
Freiheitsſtatue, an dem, wie gemeldet, ſämtliche Wright=
Piloten auf Veranlaſſung von Wilbur Wright die
Teil=
nahme verweigerten. Für das Ausſcheidungsrennen ſind
die Amerikaner Brookins (Wright), Hamilton (Hamilton),
Moiſſant (Blériot) und Frisdie (Courtiß) ſtartberechtigt.
Trotz des ſtarken Windes flog Latham (Antoinette)
14 Runden, während die Wright=Piloten Johnſon und
Hoxſey ein Höhenflug=Match austrugen. Infolge der
un=
günſtigen Windverhältniſſe konnten ſie nicht zum
Flug=
platz zurückkehren, ſondern Hoxſey landete 25 engliſche
Meilen vom Aerodrom entfernt, Johnſon ſogar 45
eng=
liſche Meilen bei Middle Island. Man hatte ſchon
befürchtet, daß die kühnen Aviatiker durch den Wind auf
das Meer hinausgetrieben ſeien.
Darmſtadt, 31. Oktober.
* Großh. Hoftheater. Die geſtrige Aufführung
der Offenbachſchen Oper Hoffmanns
Erzähl=
ungen” fand vor ausverkauftem Hauſe ſtatt. Der
Vorſtellung wohnten bei der Kaiſer von Rußland,
der Großherzog und die Großherzogin, Prinz
und Prinzeſſin Heinrich von Preußen,
Prinzeſſin Luiſe von Battenberg und die drei
älteſten Töchter des Zarenpaares deren
friſche und muntere Kindlichkeit allgemein auffiel. Die
Damen ſaßen in den beiden oberen, die Herren in der
unteren Seitenloge zur Rechten der Bühne. Die
Herrſchaften mit Gefolge waren in ſechs Automobilen
von Wolfsgarten gekommen. Bei der Anfahrt und
Abfahrt hatte an dem Theater ein zahlreiches Publikum
Aufſtellung genommen. Bei der Aufführung, auf die
wir noch zurückkommen werden, boten die Herren Weber
und Hacker beſanders gute Leiſtungen.
St. Wolf=Mörike=Feier. Die Freie literariſch=künſtler.
Geſellſchaft veranſtaltete Samstag abend im Feſtſaale der
Vereinigten Geſellſchaft zum Gedächtnis von Hugo Wolfs
50. Geburtstag einen Hugo Wolf=Mörike=Abend, der eine
zahlreiche Gemeinde von Freunden der beiden Meiſter des
Volkslieds angelockt hatte. Der Abend, über den, was
den geſanglich=muſikaliſchen Teil anbelangt, ein
unge=
wöhnlich günſtiger Stern leuchtete, trug das Gepräge einer
vornehmen künſtleriſchen Veranſtaltung. Herr
Univer=
ſitätsprofeſſor Dr. Richard Sternfeld aus Berlin hielt
eine warm empfundene Gedächtnisrede auf Hugo Wolf,
der in ſeinen Werken ewig fortleben wird im deutſchen
Volke. Einem Meiſter des Liedes ſei dieſe Stunde
ge=
weiht, deſſen Genius einem leuchtenden Sterne gleich
er=
ſchien, um nie unterzugehen, der gehegt und geehrt ward
an der Stelle, wo geehrt zu werden, auch eine wirkliche
Ehre ſei. Zu ſeinen beiſpielloſen Erfolgen habe Hugo
Wolf neben ſeiner Genialität in erſter Linie ſein
unum=
ſtößlicher Glaube an ſich ſelbſt, an ſein Apoſteltum
verhol=
fen, der ihn von ſich ſelbſt ſagen ließ, als er noch
unbe=
kannt war: das, was ich jetzt ſchreibe, iſt gut, iſt für die
Nachwelt, iſt unſterblich! Dieſes Selbſtbewußtſein war bei
keinem unſerer großen Geiſter ſtärker ausgebildet, als bei
Hugo Wolf. Und wie hat er dabei kämpfen müſſen.
Trefflich ſchilderte der Redner das in perſönlichen
Erin=
nerungen an Beziehungen, die ihn in Freundſchaft mit
dem Komponiſten verbanden. Wie ſchon der 15jährige,
da die Eltern ihm die Mittel zum Muſikſtudium
verſag=
ten, ſich dieſe ſelbſt in ſchwerem Arbeiten erwarb. Wie
er ſpäter Wagner kennen lernte und nach einer
Tann=
häuſer=Aufführung deſſen ſchwärmeriſcher Verehrer wurde.
Schilderte in treffenden Worten den geiſtvollen, einen
eige=
nen Stil ſich bildenden Muſik=Kritiker; dann, als ſein
Genius ihm eigenes ſchaffen ließ, ſein leuchtendes
Auf=
gehen am Himmel der Kunſt; erzählte von dem erſten Hugo
Wolf=Abend in Berlin, von dem erſten in Darmſtadt, den
Arnold Mendelsſohn veranſtaltet; von Hugo Wolfs
Indi=
vidualismus, von ſeiner Begeiſterung am eigenen
Schaf=
fen und von ſeinem Wirken und Kämpfen, bis ihm das=
grauſame Schickſal ein Ziel ſetzte gleich anderer Großen
wie Lenau, Nietzſche — bis er einging in die Nacht des
Wahnſinns, aus der er nicht mehr zum Licht empordringen
ſollte und erſt Erlöſung fand im Tode. Ueber 250 Lieder,
darunter 51 Goethelieder, 52 Mörikelieder, Spaniſche
und Italieniſche, ferner 2 Opern, Chorwerke uſw., waren
die Reſultate ſeines Schaffens.
Der zweite Teil des Abends brachte dann eine
Aus=
leſe aus dieſem Schaffen durch zwei Künſtler, die in ganz
hervorragender Weiſe befähigt waren, dem Komponiſten
Interpreten, ſeinen Werken Mittler zu ſein. Frau Lilly
Hafgren=Waag, Großh. Hofopernſängerin aus
Mannheim, die einen Sopran von wunderbarer Fülle
und Reinheit und von herrlichſtem ſüßeſten Wohlklange
ihr eigen nennt, ſang im Laufe des Abends folgende
Lie=
der von Mörike, Perlen Wolfſcher Tonkunſt: Der Knabe
und das Immlein, Begegnung, Zitronenfalter im April,
Elfenlied, Auf eine Chriſtblume, Nimmerſatte Liebe,
Erſtes Liebeslied eines Mädchens, Zum neuen Jahr.
Ihrem wunderbaren Stimmaterial geſellte die Künſtlerin
eine Innigkeit des Vortrages, die auch den Textgehalt der
Geſänge reſtlos erſchöpfte, ſodaß die künſtleriſch
höchſtqua=
lifizierten Darbietungen geradezu hinriſſen, bis der Bann
ſich in ſpontanem rauſchenden Beifall löſte. — Herr Heinr.
Reinhardt=Darmſtadt bereitete, trotzdem wir auch von
dieſem Sänger nur gutes gewohnt ſind, geradezu eine
Ueberraſchung. Er war ausgezeichnet disponiert und der
beſonders in den mittleren Lagen ungemein ſympathiſche
Weichklang ſeines prächtig gefärbten Baritons brachte die
Lieder bei bei verſtändnisinnigem Vortrag zu
tieſgehen=
der Wirkung und ließ den Künſtler gerade für Wolfſche
Lieder prädeſtiniert erſcheinen. HerrReinhardt ſang:
Schla=
fendes Jeſuskind, Der König bei der Krönung, Der
Ge=
neſene an die Hoffnung, Auf einer Wanderung. Beide
Künſtler mußten ſich zu Zugaben verſtehen. Herr Profeſſor
Dr. Sternfeld war ihnen am Flügel ein feinſinniger
Begleiter.
Heſſiſche Maler im Ausland. Auf der
Inter=
nationalen Kunſtausſtellung in Buenos=Aires erhielt
Geh. Hofrat Profeſſor Eugen Bracht eine goldene
Medaille. Die Profeſſoren Otto Heinrich Engel und
Karl Bantzer ſtanden infolge früher zuerkannter
erſter Preiſe außer Wettbewerb. Darmſtadt war ſehr
ehrenvoll durch ein hervorragendes Werk von
Pro=
feſſor Richard Hoelſcher vertreten. Für die große
Internationale Kunſtausſtellung in Rom 1911 hat der
mit der Organiſation der deutſchen Abteilung
beauf=
tragte Kommiſſar, Akademie=Direktor Profeſſor F.
Roeber in Düſſeldorf, das durch die Ausſtellung des
Deutſchen Künſtlerbundes bekannt gewordene Gemälde
„In der Ausſtellung” des Darmſtädter Malers Adolf
Beyer eingeladen.
A Schauturnen. Das von der Turngemeinde
Darmſtadt am Sonntag nachmittag im großen
Feſt=
ſaal des Turnhauſes abgehaltene Schauturnen
war außerordentlich ſtark beſucht und nahm einen
glän=
zenden Verlauf. Saal und Galerien waren dicht
be=
ſetzt und auch viele auswärtige Turngenoſſen hatten
ſich zu der Veranſtaltung eingefunden. Punkt 3 Uhr
erfolgte der Aufmarſch der Turner von etwa 100 Mann
unter den Klängen des Turnermarſches zu den
Stab=
übungen, die unter Oberturnwart Maurers Leitung
exakt und muſtergültig durchgeführt wurden. Ebenſo
fand ein Stufenturnen am Barren in drei
Abteilungen den Beifall aller Turnfreunde. Hieran
ſchloſſen ſich vortrefflich ausgeführte Frei= und
Ord=
nungsübungen der Zöglings=Riege unter der Leitung
von Turnwart Hofferberth, dem ein Stufenturnen an
drei bruſthohen Recks folgte. Den Glanzpunkt des
Schauturnens bildete das Turnen am
Sprung=
tiſch, wobei die vortreffliche Ausbildung der
Turn=
mannſchaft und die Eleganz der Uebungen
Bewunder=
ung erregten, die mit reichem Beifall ausgezeichnet
vurden. Ebenſo fanden die von der geſamten
Mann=
ſchaft geſtellten Pyramiden, ſowie das Riegenturnen
am Barren, Reck und Sprungpferd, ſowie Weit= und
Hochſprung allſeitige hohe Anerkennung und Beifall.
Den Schluß des Turnen bildete das neue Suchball=
und Achterſternſpiel, die in ihrem Verlauf große
Hei=
terkeit erregten und einen würdigen Abſchluß des ſchön
erlaufenen Schauturnens der Turngemeinde bildeten.
Am Abend fand noch eine gemütliche Veranſtaltung
im Turnhauſe ſtatt.
D. Wixhauſen, 29. Okt. Bei der heute erfolgten
Bürgermeiſterwahl wurde der feitherige
Bürger=
meiſter Georg Pfaff mit 273 Stimmen
wieder=
gewählt. Wahlberechtigt waren ca. 320, im ganzen
wurden 278 Stimmen abgegeben. Es iſt dies der beſte
Beweis, daß der Gewählte das größte Vertrauen in
unſerer Gemeinde genießt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 29. Okt. Die Juſtizkommiſſion des
Reichstages nahm einſtimmig zu § 147 der
Straf=
prozeß=Novelle folgende Beſtimmung an: Sobald ein
Antrag auf Eröffnung des Hauptverfahrens geſtellt wird,
darf dem Verteidiger die Einſicht aller dem Gerichte
vor=
gelegten Akten nicht verweigert werden.
* Danzig, 29. Okt. In Anweſenheit des
Juſtizmini=
ſtres Beſeler und anderer Herren des Juſtizminiſteriums
fand heute vormittag 10 Uhr die feierliche Einweihung
des neuen Juſtizgebäudes ſtatt, das mit einem
Koſtenaufwand von 2½ Millionen erbaut wurde und
an=
nähernd 600 Bureauräume und 14 große Sitzungsſäle
ent=
hält. Die Weiherede hielt Landgerichtspräſident Schwartz=
Danzig, worauf der Juſtizminiſter nach einer kurzen
An=
ſprache eine Reihe von Ordensauszeichnungen und Titeln
bekannt gab.
* Belgrad, 29. Okt. Im Befinden des
Kron=
prinzen iſt infolge aufgetretener Furunkuloſe inſofern
eine Verſchlechterung eingetreten, als der Patient
von leichtem Fieber befallen worden iſt. Das Fieber wurde
durch Eiterung der Wunde am Rücken, die ſich geſtern
ge=
öffnet hat, hervorgerufen. Die Operationswunde iſt heute
rein und verurſacht dem Kronprinzen leichte Schmerzen.
Eine zweite ungünſtige Erſcheinung iſt das Auftreten eines
leichten Huſtens und eines ſchwachen trockenen Katarrhs
der unteren Lunge.
* Belgrad, 29. Okt. Der Kronprinz verbrachte
den Tag ruhig. Die Nahrungsaufnahme iſt genügend,
das Allgemeinbefinden iſt unverändert.
* Brüſſel, 29. Okt., 10 Uhr 20. Min. Das Café
Kosmos auf dem Gelände der Weltausſtellung
ſteht in Flammen. Jede Gefahr der Ausbreitung
des Feuers iſt beſeitigt.
* Liſſabon, 30. Okt. Der frühere Miniſterpräſident
Franco iſt verhaftet worden.
* Montevideo, 29. Okt. Die Entlaſſung des
Miniſters des Aeußern, Bachini, wurde an
Nummer 255.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Seite 7.
genommen. Ginanzminiſter Dr. Mlas Bihal wurde
proviſoriſch mit der Führung des Auswärtigen Amtes
betraut.
— Berlin, 29. Okt. In einem Hauſe der
Oranien=
ſtraße erfolgte heute morgen eine Gasexploſion.
Durch den entſtandenen Brand gerieten vier Perſonen
in Lebensgefahr, die nur mit Mühe gerettet werden
konnten. Ein Laden brannte vollſtändig aus.
— Breslau, 29. Okt. Sanitätsrat Dr. Melchior
Willim, der ſich am 1. Mai 1880 mit der Prinzeſſin
Pauline von Württemberg vermählte, iſt im Alter von
57 Jahren infolge eines Schlaganfalles geſtorben.
H. B. Poſen, 29. Okt. Seit heute nacht ſteht die
Ze=
gieeſkiſche Maſchinenfabrik in
Flam=
men. Die Fabrik iſt eines der größten induſtriellen
Etabliſſements der ganzen Oſtmark. Das ganze
Ge=
bäude iſt bereits niedergebrannt. Der Schaden
bezif=
fert ſich bis jetzt auf mehrere Hunderttauſend.
H. B. Brüſſel, 29. Okt. Ueber die Ausſichten
einer Weltausſtellung in Berlin hat ſich
der Kaiſer bei ſeinem Beſuch der deutſchen Abteilung
in Brüſſel zu dem Reichskommiſſär Geheimrat Albert,
der ihn durch die Ausſtellung in Brüſſel führte, ſehr
eingehend ausgeſprochen. Der Kaiſer hat ſich dem
gro=
ßen Eindruck der deutſchen Vertretung nicht entziehen
können. Er hat ſich zu dem Grafen Eulenburg und
dem Herzog von Urſel dahin geäußert, welche
Bedeut=
ung es gehabt habe, daß Deutſchland als einziges Land
am Eröffnungstage ſeine Sektion fix und fertig habe
präſentieren können. Dies habe er den leitenden
Per=
ſönlichkeiten hoch angerechnet. Für eine
Weltausſtel=
lung in Berlin aber lägen die Verhältniſſe doch
weſent=
lich ſchwieriger, als in Brüſſel. Hier ſtänden wohl
weſentliche Bedenken und Fragen, zunächſt die
Platz=
frage, im Vordergrunde. Berlin habe kein nahe
ge=
legenes geeignetes Terrain. Man dürfe auch nicht
überſehen, daß in den letzten Jahren ſich die
Ausſtel=
lungen ſehr gedrängt hätten. Die Induſtrie habe daher
keine Neigung, ſich an einer Weltausſtellung zu
beteili=
gen. Dieſer ſei mehr gedient durch bedeutende Spezial=
Ausſtellungen.
H.B. Petersburg, 29. Okt. Die
Landesverteidig=
ungskommiſſion beſchloß den ſofortigen Bau von
zwei Feſtungen im Finniſchen
Meer=
buſen; die eine in der Nähe von Reval, die andere
auf einer Inſel in den Finniſchen Schären. Die erſtere
Feſtung ſoll mit 170 Geſchützen, darunter 20
zwölfzöl=
lige in Panzertürmen, ausgerüſtet werden. Die
Ge=
ſamtkoſten betragen 250 Millionen. Die Bauzeit iſt
auf drei Jahre berechnet. Zweck der Feſtungsbauten
iſt der Schutz von Petersburg wie des Finniſchen
Meer=
buſens, um ihn bei Kriegszeiten für Feinde abſperren
zu können.
bt im Menschenleben Augenblicke,
in denen man verzweifelt nach Hilfe Umſchau hält
und keinen Rat mehr findet. Namentlich dann,
wenn man ſchwer erkältet iſt und doch nicht Zeit
hat, ſich ins Bett zu legen. Aber dann kauft man
ſich einfach eine Schachtel Fays ächte Sodener
Mineral=Paſtillen, gebraucht ſie nach Vorſchrift
und wird geſund, ohne Arbeitsunterbrechung und
in der bequemſten Weiſe. Fays ächte Sodener
kauft man für 85 Pfg. in allen einſchlägigen
Ge=
ſchäften, achte jedoch ſtreng darauf, daß man
keine Nachahmung erhält.
(19986Mf
Verkaufs-
Stellen durch
dieses Plakat
kenntlich.
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Darmstadt.
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Vettreter: HAAS & BERNHARD, Darmstadt, Rheinstr.
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Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute Nacht verſchied ſanft nach kurzem,
ſchwerem Krankenlager mein lieber Gatte, unſer
guter Bruder, Schwager und Onkel (B21151
Herr Karl Wilhelm Ihm
Privatdiener
im Alter von 58 Jahren.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Marie Ihm, geb. Fischer.
Darmſtadt, den 30. Oktober 1910.
Die Beerdigung findet am Dienstag, 1. Nov.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofs aus, ſtatt. Die Einſegnung
daſelbſt unmittelbar zuvor.
Todes-Anzeige.
Heute erlöſte der Tod von langem ſchweren
(21148
Leiden
Frau
I
Emilie, geb. Lehrfeld.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt,
29. Oktober 1910.
Karlsruhe,
Todes-Anzeige.
Heute Mittag verſchied unſere
innigſtge=
liebte Mutter, Schwiegermutter, Schweſter,
(21150
Schwägerin und Tante
Frau
Johanna Lakowsky
geb. Guthmann.
Darmſtadt, 30. Oktober 1910.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 1. Nov.,
nachm. 3 Uhr, vom israel. Friedhof aus, ſtatt.
Für die uns bei dem
Hinschei-
den meines lieben Mannes erwiesene
so wohltuende Teilnahme spreche ich
hiermit, zugleich im Namen meiner
Kinder, meinen herzlichsten Dank
aus.
(21149
Marie Koelsch,
geb. Holl.
Darmstadt, 30. Oktober 1910.
Todes-Anzeige.
Heute früh 5½ Uhr entſchlief nach
länge=
rem Leiden unſer lieber, treubeſorgter Vater,
Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater
Herr
Christian Strassburger
Trompeter i. P.
im faſt vollendeten 84. Lebensjahre. (21147
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Adam Plösser und Frau,
geb. Strassburger.
Darmſtadt, Mainz,
Pfedders=
heim, den 29. Oktober=1910.
Die Beerdigung findet Montag, den 31.
Ok=
tober, nachmittags 3½ Uhr, vom Portale des
Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem Heimgang meines lieben Mannes,
un=
ſeres guten Vaters und Bruders
(21146
Herrn Ferdinand Schäfer
Lackierer
und für die zahlreichen Blumenſpenden, ſagen
wir Allen herzlichen Dank. Ganz beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Weißgerber für die
troſtreichen Worte, ſowie den Schweſtern des ſtädt.
Krankenhauſes für die liebevolle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Louiſe Schäfer Witwe.
Dankſagung.
Für die wohltuenden Beweiſe herzlicher
An=
teilnahme beim Hinſcheiden unſeres lieben
Vaters ſprechen wir unſeren innigſten Dank
(21128
aus.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Carl Pückel,
Amtsrichter.
Darmſtadt, Oktober 1910.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Taifun”.
Gaſtſpiel des Oberbayr. Bauerntheaters um 8¼ Uhr
im Orpheum („Die Medaille” und „I. Klaſſe‟).
Kammermuſikabend des Darmſtädter Streichquartetts
um 8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟
Vortrag von Pfarrer Werner um 3 Uhr im „
Kaiſer=
ſaal” (Kirchlich=poſitive Vereinigung).
Aufführung der Joachimſchen Geſangsſchule um 8 Uhr
im Saale der Loge (Sandſtraße).
Verſammlung des Bezirksvereins „Johannesviertel”.
um 8½ Uhr im „Frankfurter Hof”.
Verſammlung der Bewohner des Martinsviertels
um 9 Uhr im „Mathildenhöhſaal”.
Verſammlung der Handlungsgehilfen um 9 Uhr im
„Fürſtenſaal”.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Reſtaurant „Metropol”.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”.
Oktoberfeſt um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Total-Ausverkauf
wegen gänzlicher Geschäftsaufgabe. Da ich in kürzester Zeit mit dem ganzen Lager vollständig räumen muss, sind die
Preise beispiellos bill
restellt,
2
sodass es im Interesse einer jeden Dame liegt, ihren Bedarf für Herbst und Winter, sowie für Weihnachten, bei dieser
überaus
ünstigen Gelegenheit
Die Lager enthalten noch ganz bedeutende Bestände von Herbst- und Winter-Neuheiten.
zu decken.
(21113
Weisser Turm.
Mmolus Lerch
Weisser Turm.
[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Nummer 255₰
unseren
zu besuchen
Guggenheim & Marx
Feilt Streft
Markt 7
Markt 7
Profelverlammlung
gegen die Angeiffe des römiſchen Bürgermeiſters
Nathan auf das Papſtum
Freitag, den 4. November, abends 8½ Uhr,
im „Konkordiaſaale‟, Waldſtraße 33.
(21105od
Redner: Herr Dr. Meffert
Gesangs=Aukfuhrung
der Joachim’schen Gesangschule, Parcusstrasse 9,
Montag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr,
im Saale der „Loge‟, Sandstrasse 18.
Einlaßkarten zu 1 Mk. und zu 50 Pfg. und Programm ſind bei L. Schutter
(Thies Nachf.), in der Schule und abends an der Kaſſe erhältlich.
(20893fso
Flügel aus der Pianofortehandlung von L. Schutter.
Zur ſatzungsgemäßen allgemeinen Verſammlun
der
von der Zentrale des Volksvereins in M.=Gladbach.
Zu dieſer Kundgebung der Liebe und Anhänglichkeit an den
hl. Vater werden alle Katholiken Darmſtadts dringend eingeladen
Der Volksverein für das katholiſche Deutſchland.
Bezirksverein Johannesvierten.
Mitglieder=Verſammlung
Montag, den 31. Oktober, abends 8½ Uhr,
im Sälchen des „Frankfurter Hof‟
Ecke der Frankfurter= und Landwehrſtraße.
Schiller=Stiftung
dahier lädt die Mitglieder auf
Donnerstag, den 10. November, abends 5 Uhr,
in das Lehrerzimmer des Ludwig Georg=Gymnaſiums ein.
Darmſtadt, 29. Oktober 1910.
Der Vorſtand:
Buchner.
(21106
Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein
Sektion Darmstadt (E. V. Gegründet 1870.)
Dienstag, den 1. November 1910, abends 8½ Uhr,
im Fürstensaal, Grafenstrasse 20:
2
Monats-Versammlung.
Tageserdnung.: Programm u. Kandidaten zur bevorſtehenden
Stadtverordneten=Bahl.
20938fo)
Um zahlreiches Erſcheinen wird erſucht.
Der Vorstand.
Darmstädter Streichquartett(Kll Jahr.)
Fr. Mehmel, A. Diedrich, Fr. Brückmann, A. Weyns.
Vortrag des Herrn cand. arch. W. Hüffell: „Besteigungen in der
Brenta-, Adamello- u. Ortler-Gruppe‟ Mit Vorführung von Lichtbildern.
Die Familienangehörigen der Mitglieder u. eingeführte Gäste sind willkommen.
Der Vorstand.
21104)
66
Weinstube „Lorele-
(20662a
Nieder-Ramstädterstrasse 14.
Neuer Besitzer: J. Simon, vorm. Hotel Felsberg.
I. Kammermusik-Abend
Montag, den 31. Oktober 8 Uhr (Ende ¾/10 Uhr)
im grossen Saale des Hotels „Zur Traube‟
Mitwirkende: Herr A. Riechers, 1. Solo-Klarinettist am Opernhaus in Frankfurt;
(Klay.) die Herren Hofmusiker O. Müller (Bass), G. Wendorf (Fagott) und
Kammer-
musiker U. Rohde (Horn).
Programm: H. Wolf, Streichquartett D-moll und Fr. Schubert, Oktett für
Streichquintett, Klarinette, Fagott und Horn op. 166, F-dur.
Karten bei G. Thies Nchfl. (L. Schutter), Hofmhdlg., Elisabethenstr. 12 und
an der Abendkasse.
Preise: Abonnement für 4 Abende: Sperrsitz M. 10.— Saal M. 6.—, (einzeln: M. 3.— u.
M. 2.—). Stud.- und Schüler-Abonnement: Sperrsitz M. 6.—, Saal M. 4.— (einzeln: M. 2.—
M. 1.50 und Galerie M. 1.—.
(21114
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mit Tablett (hochfein bemalt), einige alte Fayencekrüge,
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M. Many, Frankfurterstrasse 6, II.
Kunst- u. Antiquitäten-Handlung.
1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
39 25.
Montag, 31. Oktober.
1910.
Horkan
Ernst-Ludwigstraße 10
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Neue Manter ur Herbst u Willter
Die Firma HERMANN BERGER ist als Spezialhaus für Pamenmäntel und Kostüme und infolge der Selbstfabrikation der meisten von ihr geführten
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(2350h
Auf Liebespfaden.
Roman von H. Ehrhardt.
(Nachdruck verboten.)
14)
Ein Stückchen mußte ſie noch gehen, aber Hoffnung und
Seligkeit machten ihre Schritte leicht.
Rings um ſie ſproßte der Frühling. Ueber junger
Saat ſtrieg trillernd eine Lerche auf, von den Birken am
Rande des kleinen Wäldchens drüben am Berge wehten
grüne Schleier.
Sie ſah ſich ſchon dort mit ihrem Hans wandern, Arm
in Arm, Auge in Auge.
O, das Glück war gar nicht zu faſſen, daß jetzt der
Zug durch das Land brauſte, in dem der Geliebte ſaß, ſich
ihr von Minute zu Minute näherte. Die glänzenden
Schienengleiſe blitzten ſo freudig im Sonnenlicht, das
kleine rote Stationsgebäude ſah ſo freundlich drein, der
junge Stationsaſſiſtent ſchmunzelte ſo vergnügt, als ob ſie
alle teilnehmen wollten an dem Glück des Wiederſehens,
deſſen Zeugen ſie ſein würden.
Natürlich war die kleine Helene viel zu zeitig zur
Stelle und mußte ſich noch eine Viertelſtunde damit
be=
gnügen, nur im Geiſte mit ihrem Hans vereint zu
ſein, ſich vorzuſtellen, wie er ausſehen, was er ſagen,
ob er ihr vor allen Leuten einen Kuß geben würde.
Schließlich verſank ſie ſo in ihre Träumereien, daß
ſie bei dem langgezogenen Pfiff, dem Rollen des nahen=
den Zuges zuſammenſchrak und eine Art Lähmung
durch ihren jungen Körper ging.
Sie konnte keinen Schritt tun, ſondern ſtand, wo
ihr Wandern ſie gerade hingeführt, ein wenig abſeits,
mitten im grellen Sonnenſchein. Vor’ Aufregung war
jeder Blutstropfen aus ihrem Geſicht gewichen, ihre
Hände, um den Sonnenſchirm gekrampft, zitterten,
ihre dunkel bewimperten Augen blickten ſcheu, ſuchend,
voll verhaltener Seligkeit die lange Wagenreihe des
Bummelzuges entlang.
So ſtand ſie noch, als die dunklen Wagen mit ein
paar neugierigen Reiſenden an den Fenſtern, nach
kurzem Aufenthalt an ihr vorüberglitten, nur in ihren
Augen war jeder Glücksſchein ausgelöſcht.
Hans von Haſſingen war nicht gekommen.
Es war alles vorbei, das ſehnſüchtige Hoffen, die
jauchzende Glückſeligkeit. Sie war wieder die arme,
kleine Blume, die im Schatten ſtehen mußte. Noch
konnte ſie es nicht faſſen, noch irrten ihre bangen Augen
immer wieder über den Bahnſteig, als müſſe irgendwo
die wohlbekannte, hohe, ſchlanke Offiziersgeſtalt
auf=
tauchen, aber nur der hübſche Stationsaſſiſtent kam auf
ſie zu mit der Frage, ob ſie vergeblich auf jemanden
gewartet habe.
Da kam ſie zur Beſinnung und verließ, ohne dem
Neugierigen eine Antwort zu geben, den kleinen
Bahnhof.
Aber ſie nahm nicht den Weg, den ſie gekommen.
Ihr ſuchender Blick hatte auf einer kleinen Anhöhe
eine roh gezimmerte Holzbank bemerkt, von Schlehdorn=
gchiſch und erinenden Bitien angehen, Dant hinatf
ſchleppte ſie ſich mit ihrem Weh.
Noch barg ihr Herz daneben die ſchwache Hoffnung,
Hans Haſſingen könne vielleicht mit einem ſpäteren
Zuge kommen, und dann ſollte er ſich nicht getäuſcht
haben, er ſollte ſie noch hier finden.
Von der Bank aus hatte ſie den Blick auf den
ganzen Bahnſteig frei, nichts konnte ihr dort entgehen.
So ſaß ſie denn da und wartete.
Der laue Wind, der die grünen Birkenzweige
ſchaukelte, ſtrich ihr koſend um die blaſſen Wangen,
wehte ihr neckend weiße Blütenblättchen vom
Schleh=
dornbuſch in den Schoß, ſie merkte es nicht. Sie hörte
nur auf das dumpfe Rollen nahender Züge, ſtarrte nur
auf die wenigen Paſſagiere, die ſie ausluden, oder
folgte mit heißen Augen einem durchraſenden
Schnellzug.
Die Dämmerung ſank, es wurde kühler, ſie empfand
nichts davon. Sie hatte nicht die Energie, den
ver=
lorenen Poſten zu verlaſſen.
Sie hörte auch nicht den nahenden Schritt eines
Menſchenfußes und erſchrak kaum, als eine Hand ihre
Schulter berührte, ganz apathiſch hob ſie die erloſchenen
Augen.
Helene, liebe, kleine Helene! ſagte der Mann vor
ihr weich und innig. Ich bin beauftragt, Sie nach
Hauſe zu holen, ehe die Eltern anfangen, ſich zu
be=
ruhigen, Aenne ſchickt mich, ſie iſt in großer Sorge um
Sie —‟ Er ſagte nichts von der Angſt, die ihn ſelbſt
hierher getrieben, aber ſie lag noch auf ſeiner heißen
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Nummer 255.
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Stirn und ſeinen erregten Zügen, in denen es mächtig
arbeitete, als er, da Helene kein Zeichen von Bewegung
gab, entſchloſſen fortfuhr: Ich muß es Ihnen geſtehen,
Helene in ihrer Angſt hat Aenne mir Ihr Geheimnis
verraten, es iſt gut bei mir bewahrt, aber nun denken
Sie noch einmal, ich ſei der „Onkel” aus der
Kinder=
zeit und haben Sie Vertrauen zu mir, vielleicht kann
ich Ihnen helfen.
In des Mädchens Starrheit riſſen die warmen
Worte des Freundes eine Breſche, es quoll weich und
weh zugleich in ihr auf, die Erinnerung, wie alles
immer gut geworden in Paul Heineckes geſchickten
Händen, wie tröſtlich es geweſen war, wie beruhigend,
wenn er ihr Hilfe angeboten, und während die erſten
Tränen erlöſend in ihre Augen ſtiegen, ſchluchzte ſie
wie ein Kind auf:
Lieber Onkel Paul, er iſt nicht gekommen.
Er hatte ſich neben ſie geſetzt, und, an ſeine Schulter
gelehnt, weinte ſie ſich aus.
Der Mann aber durchkämpfte wohl keinen
ge=
ringeren Schmerz als ſie.
Er hing mit der ganzen Stärke ſeines ehrlichen
Herzens an dieſem jungen, kindlichen Geſchöpf, deſſen
troſtloſes Weinen einem anderen galt, dem
leicht=
ſinnigen Offizier, der ihr.törichtes Kinderherz mit dem
bunten Rock und ſchönen Worten verblendet haben
mochte, und der ihr nun ſo viel Weh bereitete.
Vitterkeit und Zorn ſtiegen in ihm auf, aber als
er ihnen, nachdem Helene ruhiger geworden, Worte
verleihen wollte, nahm das junge Mädchen in einer ſo
leidenſchaftlichen Art, wie er noch gar nicht an ihr
kannte, Partei für ihren Hans.
Nein, er war nicht leichtſinnig, er hatte ſie nicht
betört, er war auch heut ganz ſicher nicht ſchuld an der
Enttäuſchung, die ſie erlitten hatte.
Aber wenn auch, liebe, kleine Helene! fiel Paul
Heinecke ein, beſchwörend die kalten Mädchenhände
er=
faſſend. Heiraten kann er Sie ja doch nicht.
Doch! Wir warten bis zum Hauptmann. Wir
haben uns ja ſo lieb, ſo lieb!
Wie rührend zuverſichtlich das klang! Der Mann
wandte ſich ab, weil ihm die unmännliche Träne kam.
Helene aber war jetzt mitten drin in ihrem
Liebes=
rauſch. Sie erzählte dem nicht mehr Widerſprechenden
von Lisbeths Einladung nach Harzburg, und daß ſie
ihren Hans bei dieſer Gelegenheit wiederſehen müſſe
und ſollte ſie direkt nach B. deshalb fahren. Sie ſtürbe
ſonſt einfach vor Sehnſucht.
Paul Heinecke ſchwieg dazu, und das war, inſtinktiv
gewählt, der richtigſte Weg, ſich Helenens Vertrauen in
dieſer Angelegenheit von jetzt ab zu ſichern.
Seinem intelligenten Geſicht war anzumerken, daß
er ſehr genau zuhörte und ſcharf nachdachte, er war ein
heimlicher, aber ein ausdauernder Kämpfer.
Als ſie den Weg durch die Felder ſchritten, und
Helene doch im Rückerinnern den wehen Stich fühlte,
der eine ſchöne Hoffnung getötet, blinkte vor ihnen am
blaßgrauen Himmel der erſte Stern auf, die Venus, der
Stern der Liebe.
Sie ſahen ihn beide, und in beider Herzen
entzün=
dete er aus der Aſche der ſchmerzlichen Enttäuſchung ein
ſchwaches Flämmchen einer neuen Hoffnung.
XV.
Auch im Harz war, ein wenig ſpäter als im Weſten
Deutſchlands, im vollen Glanze ſeines ſonnengoldenen
blütenbeſtickten Gewandes der Frühling eingezogen.
Die kleine Garniſonſtadt lag in Grün und Weiß
gebettet, aus den Gärten duftete es betäubend nach
aufbrechendem Flieder.
Durch all dies Blühen und Duften ſchritt Leutnant
von Haſſingen mit düſteren Augen und feſt
zuſammen=
gepreßten Lippen.
Sein Knie war wieder einmal völlig geheilt, aber
er ſah trotzdem nicht gut aus.
Er war magerer geworden und hatte eigentümlich
geſchärfte Züge, wie fortdauernde Sorgen ſie zeichnen.
An dieſem heißen Frühlingstage ſah er zudem noch
ſehr erregt aus.
Vor einer kleinen Villa dicht am Waldrande des
Kaiſerberges zögerte er erſt einen Moment unſchlüſſig
und klingelte dann.
Im Oberſtock derſelben bewohnte Leutnant Eſpach
ſeit kurzem zwei Zimmer, während die anderen noch
auf den Einzug der jungen Frau Lisbeth bis nach dem
Manöver warten mußten.
Der Burſche öffnete. Ja, Herr Leutnant waren zu
Hauſe.
Haſſingen ſprang die Treppe in die Höh’ und
öffnete oben, ohne ein Herein abzuwarten, die Tür zu
Eſpachs Wohnzimmer.
Die Fenſter ſtanden weit offen. Im jungen
Buchenlaub ſpielte der warme Maiwind, und die
Sonne ſtreute goldene Flecken in das lichte Grün. Es
duftete nach feuchter, warmer Erde und nach
Früh=
lingsblumen.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 255
Seite 11.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2. Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des Waſſerrohrnetzes in
den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche in der Zeit von 10 Uhr abends
bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung
des Waſſers mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich vorher
mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 31. Oktober zu Dienstag, den
1. November 1. Js., werden geſpült:
die Spülbezirke I und II.
In dieſe Bezirke fallen alle Straßenzüge ſüdlich der Bismarckſtraße, weſtlich vom
Paradeplatz, nördlich des Teiles der Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigs=Platz und
Wilhelminenſtraße, weſtlich des Teiles der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Rheinſtraße
und Heinrichsſtraße, weſtlich vom Wilhelminenplatz, nördlich des Teiles der
Heinrichs=
ſtraße von der Wilhelminenſtraße bis zur Heidelberger=Straße, öſtlich des Teiles der
Heidelberger=Straße, zwiſchen Heinrichsſtraße und Eſchollbrücker=Straße, nördlich der
Eſchollbrücker=Straße, zwiſchen Heidelberger=Straße und Stadtallee, nördlich der Stadtallee
von der Eſchollbrücker=Straße bis zur Main=Neckar=Bahn und öſtlich der Main=Neckar=
Bahn zwiſchen Stadt=Allee und Bismarckſtraße.
Von den dieſe Spülbezirke umgrenzenden Straßen und Plätzen weroen mitgeſpült
die Bismarckſtraße, die oben angegebenen Teilſtrecken der Wilhelminenſtraße und der
Heinrichsſtraße und die Nordſeite der Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigsplatz und
Wilhelminenſtraße. Ferner wird noch mitgeſpült die Frankfurter=Straße, zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße.
2. In der Nacht von Mittwoch, den 2. zu Donnerstag, den 3. November I. Js
die Spülbezirke III und IV.
werden geſpült:
In den Spülbezirk III fallen ſämtliche Straßenzüge nördlich der
Bismarck=
ſtraße und weſtlich der Frankfurter=Straße, ſowie die Straßenzüge nördlich der
Holzhof=
allee und weſtlich der Main=Neckar=Bahn.
Von den dieſen Bezirk umſchließenden Straßen werden mitgeſpült die
Frank=
furter=Straße von der Kahlertſtraße aus in der Richtung nach Arheilgen und die
Holzhofallee.
In den Spülbezirk IV fallen die Straßenzüge öſtlich des Teiles der
Wil=
helminenſtraße, zwiſchen Heinriche= und Rheinſtraße, ſüdlich des Teiles der
Rhein=
ſtraße, zwiſchen Wilhelminenſtraße und Ernſt=Ludwigs=Platz, ſüdweſtlich vom Ernſt=
Ludwigs=Platz und Marktplatz, ſüdweſtlich und weſtlich der Kirchſtraße, weſtlich des
Teiles der Karlsſtraße, zwiſchen Kirchſtraße und Heinrichsſtraße und nördlich des Teiles
der Heinrichsſtraße, zwiſchen Karls= und Wilhelminenſtraße.
Von den dieſen Spülbezirk eingrenzenden Straßen und Plätzen werden mitgeſpült
die Kirchſtraße, die oben angegebenen Strecken der Karls= und Heinrichsſtraße, ſowie die
Südweſtſeite des Ernſt=Ludwigs= und des Marktplatzes und die Oſtſeite des
Wilhelminen=
platzes, ferner wird mit dieſem Bezirk geſpült die Kapellſtraße.
3. In der Nacht von Samstag, den 5. zu Sonntag, den 6. November I. Js.
die Spülbezirke VI und VII.
werden geſpült:
Dieſe Bezirke liegen einmal zwiſchen Dieburger= bezw. Alexanderſtraße und
Heinrichsſtraße und erſtrecken ſich ferner vom Parade=, Ernſt=Ludwigs= und Marktplatz,
ſowie der Kirch= und Karlsſtraße bis zum Woog und der Odenwaldbahn; ausgeſchloſſen
iſt die Mathildenhöhe, ſowie die Alexander= und Dieburger=Straße ſelbſt.
Darmſtadt, den 25. Oktober 1910.
(20960so
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 17. November 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Sekretär Wilhelm Pieper
und ſeiner Ehefrau Auguſte Katharine, geb.
Schmidt, dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 794¼/10 175 Hofreite
Heinrich=
ſtraße Nr. 70,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K95/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 28. Oktober 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(D21108,9
Müller.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 17. November 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Kaufmann Karl Henkelmann
Eheleuten dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
22 57582/1000 446 Hofreite Emilſtraße
Nr. 25,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K100/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 24. Oktober 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
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wer=
den am
am Mittwoch, den 2. November und
Donnerstag, den 3. November 1910,
von vormittags 9 Uhr ab,
etwa 160 überzählige Dienſtpferde
öffent=
lich meiſtbietend gegen Barzahlung ver=
(20671io
ſteigert.
Darmſtadt, den 24. Oktober 1910.
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Betreffend: Schutz der Waſſer=Zu= und=Ableitungen im Winter.
Vor Beginn des Winters machen wir die hieſige Einwohnerſchaft auf die Schäden
und Nachteile aufmerkſam, die durch Froſt an den Waſſer=Zu= und=Ableitungen in den
Häuſern entſtehen können, und empfehlen, nachſtehendes zu beachten:
Wenn Türen und Fenſter der Keller nicht gehörig geſchloſſen gehalten werden,
ſo iſt das Einfrieren der Waſſermeſſer zu erwarten. Dabei zerſpringt die Glasplatte
der Meſſer; außerdem wird das Gehäuſe des Meſſers zerſprengt und das Räderwerk
zerſtört. Türen und Fenſter der Keller ſind deshalb gut geſchloſſen zu halten.
Bei anhaltendem ſtrengen Froſt (—50 C.) wird es außerdem notwendig, die
Waſſermeſſer und die anderen Teile der Waſſerleitung durch Umhüllen mit lockerem
Stroh oder mit dicken Tüchern zu ſchützen und die Glasfenſter zu verhängen.
Wenn Waſſerleitungsröhren mindeſtens 1,30 Meter tief in die Erde verlegt ſind
oder wenn ſolche im Hauſe ausſchließlich durch geheizte Räume (Küchen) oder durch
Räume, die mit geheizten Räumen durch häufige Benutzung in Verbindung ſtehen
(abgeſchloſſene Flure, Kloſetträume), geleitet ſind, ſo iſt das Einfrieren der
Waſſer=
leitungen nicht zu erwarten; vorausgeſetzt wird, daß dieſe Räume nicht durch
dauerndes Oeffnen der Türen und Fenſter ſtark abgekühlt werden (Kloſetträume).
Sind alle oder einzelne Räume, in denen die Waſſerleitung liegt, längere Zeit ungeheizt,
ſo iſt es empfehlenswert, die Waſſerleitung für gewöhnlich abgeſperrt zu halten und täglich
ein= oder mehreremal die erforderlichen Waſſerquantitäten an die Hausbewohner abzugeben.
Das Abſperren der Leitungen ohne gleichzeitiges Entleeren der Röhren
iſt zwecklos. Beides ſoll gleichzeitig erfolgen, indem man den vor dem Waſſermeſſer
angebrachten Hauptabſperrhahn ſchließt und ſofort die im Hauſe befindlichen
Zapf=
hahnen und Kloſettventile für einen Augenblick öffnet. Geſchieht das, dann läuft das
in den Röhren befindliche Waſſer durch eine im Hauptabſperrhahn angebrachte
Oeffnung aus. Dieſes Waſſer, welches ſelbſt bei ſehr langen Leitungen nur wenige
Liter beträgt, fängt man in untergeſtellten Gefäßen auf, oder man läßt es, wenn die
Kellerſohle waſſerdurchläſſig iſt, ohne Nachteil in den Keller laufen.
Das Maß von Sorgfalt, welches man auf den Schutz der Waſſerleitungen gegen
Froſtſchäden aufwenden muß, hängt von der Strenge und von der Dauer der Kalte
ab. Hält die ſtrenge Kälte wochenlang an, dann durchfrieren die äußeren Mauern
derart, daß ſelbſt nach bereits eingetretener milderer Witterung die auf den
durch=
frorenen Mauern befeſtigten Waſſerleitungen noch nachträglich einfrieren können.
Sind alſo Waſſerleitungen auf Außenmauern befeſtigt, ſo iſt beſondere Vorſicht
und ſtarke Erwärmung der betreffenden Räume zu empfehlen. Beſondere
Auf=
merkſamkeit iſt auch auf Gartenleitungen zu richten. Man ſchließe und entleere
dieſelben vor Eintritt des Winters ſorgfältig.
Sind Waſſerleitungen eingefroren, ſo ſchaffe man ſofort Abhilfe, weil dann
das Auftauen noch raſch bewirkt werden kann und weil die Leitungen alsdann noch
keinen Schaden erlitten haben.
Läßt man das Auftauen anſtehen, ſo friert gewöhnlich die Leitung auf lange
Strecken zu. Das Auftauen wird dann ſehr ſchwierig und koſtſpielig, meiſtens leidet
auch die Leitung Not.
Behufs des Auftauens eingefrorener Leitungen wende man ſich ſofort an einen
zuverläſſigen Inſtallateur.
Iſt ein Waſſermeſſer eingefroren, ſo erſtatte man alsbald Meldung bei der ſtädt.
Waſſerwerksverwaltung. Iſt eine Waſſerleitung eingefroren, ſo iſt das der Beweis, daß
inbezug auf Schutz der Leitung etwas verſäumt worden iſt. Man beſeitige die Urſache
des Einfrierens, weil ſonſt die Störung immer wieder eintritt.
Sind Keller oder andere Räume durch ein Verſehen durchaus vereiſt, ſo nützt es
nichts, nachträglich nur die Fenſter zu ſchließen. Man ſtelle vielmehr Holzkohlenöfen
oder andere paſſende Heizvorrichtungen auf um die Mauern wieder zu durchwärmen.
Bei den Waſſerableitungen iſt die Aufmerkſamkeit beſonders den Kloſetts
zuzu=
wenden, da hier die unter den Sitzen befindlichen, mit Waſſer gefüllten Syphonrohre
und die Spülkaſten durch das Einfrieren häufig beſchädigt werden.
Bei Froſtwetter ſind daher die Aborträume gegen außen möglichſt geſchloſſen zu
halten, beſonders während der Nacht; auch kann die Beheizung der Aborte mittels
kleiner Petroleum= oder Gasöfen beſtens empfohlen werden.
Die Spülkaſten ſollen nach jedesmaliger Benützung der Kloſetts, unter
Abſtel=
lung des Waſſerzulaufes, vollſtändig entleert werden.
Bei Kloſetträumen, die der Einwirkung der Kälte beſonders ausgeſetzt ſind,
empfiehlt es ſich, zur Verhütung der Eisbildung die Kaſten unter den Sitzen mit Stroh
locker auszuſtopfen, die Spülkaſten mit Tüchern zu umhüllen und deren Anfüllung bei
ſtrenger Kälte ganz zu unterlaſſen. Häufiges Eingießen warmer Abwaſſer aus den
Haushaltungen in die Kloſetts trägt weſentlich zur Verhinderung der Eisbildung in
den Syphonrohren bei.
An den Außenſeiten der Gebäude angebrachte Küchenrohre ſind dem Einfrieren
und dadurch der Zerſtörung beſonders ausgeſetzt; es ſollte daher das Einſchütten von
Waſſer in ſolche Rohre bei ſtrenger Kälte ganz unterlaſſen, mindeſtens aber auf die
Tageszeit beſchränkt werden.
Auch die Hofſinkkaſten ſind bei anhaltend ſtrenger Kälte gegen das Einfrieren zu
chützen, am beſten durch Ueberdeckung mit einer mindeſtens 20 Zentimeter hohen
Erd=
ſchicht, da andernfalls durch die Eisbildung in den Sinkkaſten der Abfluß des Waſſers
unmöglich gemacht wird, ſodaß bei Eintritt von Tauwetter Ueberſchwemmungen der
Grundſtücke die Folge ſind.
Die in den Waſchküchen vorhandenen eiſernen Ablaufkaſten können bei ihrer
ge=
ringen Tiefe nur durch rechtzeitige Entleerung des Waſſers vor dem Einfrieren geſchützt
werden; die Kaſten ſind dann zur Verhütung der Entweichung von Kanalgaſen
mög=
lichſt luftdicht abzudecken.
Darmſtadt, den 26. Oktober 1910.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910
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93,70
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Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,30
do.
91,30
½
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Heſſ. Staatsanleihe . . 92,10
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¾ Griechen v. 1887 . . 47,00
¾/ Italiener Rente . . . 102,40
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Rumänier v. 1903 . . 102,20
do. v. 1890 . . 94,50
do. v. 1905 . . 90,60
Ruſſen v. 1880 ₰. u. A.₰ 91,40
I
Sf.
4 Ruſſen v. 1902 . F
4½ do. v. 1905 . . . .
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903
4 do. umifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . .
do. Staatsrente .
InProt.
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100,20
92,40
82,50
86,40
92,50
94,40
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5 Argentinier . . . . . . 102,00
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4½ Chile Gold=Anleihe .
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,70
98,90
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 97,50
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Deutſche Bank .
Deutſche Vereinsbank 126,80
4 Diskonto=Geſellſchaft . 189,70
161,40
Dresdner Bank
Mitteldent. Kreditbk. 121,00
Nationalbk. f. Deutſchl. 127,80
. 105,00
Pfälzer Bank . .
143,20
Reichsbank .
4 Rhein. Kredit=Bank 138,90
4 Wiener Bank=Verein 139,75
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,00
do. S. 19. . . . . 92,00
3½
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,40
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,00
do.
90,50
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,40
do.
92,10
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 100,60
do.
91,00
4 Rhem. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,00
do. (unk. 1914) 90,70
ädd. Bd.=Kr.=Br.=Pf. 100,30
20
3½
InProz.
Bf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . ....
3½ do.
100,00
4 Frankfurt . . . .
95,00
3½ do.
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg
90,70
3½ do.
4 Karlsruhe
99,90
3½ do.
4. Magdeburg. . .
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
100,30
4 München .
90,80
3½ Nauheim
„ 100,00
4 Nürnberg.
3½ do.
4 Offenbach .
3½ do.
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91,90
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
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92.10.8 Holl., Komm. „ 100
In Proz
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3. Madrider Fs. 100 77,20
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. .
136,30
4 Oeſterr. 1860er Loſe 175,00
3 Oldenburger .
. . 124,50
2½ Raab=Grazer fl. 150 98,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
fl.
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Freiburger
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do,
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Meininger
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Oeſterreicher v. 1864 „ 100 552,00
do. v. 1858 „ 100 445,00
Ungar. Staats
100 338,00
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Seite 15.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Nummer 255.
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Dreifach gelegtes Waschtüll-Jabot
mit Valencienne, lang . . . . 1.10ℳ
Hübsches Wasserfall-Jabot mit
Krawatte und Stehkragen . .1.15ℳ
Elegantes Tüllspitzen-Jabot, lang
und reich garniert . . . . . 1.25 ℳ
Elegantes Spitzen-Jabot, reich
garniert, mit Perlmutterknöpfen
verziert . . . . . . . . . 1.25 ℳ
Hochfeinstes Stickerei-Jabot mit
feinster St. Gallener Spitze . . 1.50 ℳ
Feinstes Tüllspitzen-Jabot, reich
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Feinstes Jabot aus Point d’esprit-
Tüll, mit feinster Spachtelspitze
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in allen Modefarben. . . . .9.50ℳ
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ℳ 45.00. 35.-, 26.00, 23.50
Marabouts und Straussfederboas
6.50 ℳ
Marabouts, unibraun, 3-reihig . .
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schwarz, 3-reihig, in versch. Ausführ. 8.50 ℳ
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wird. Ich fange daher mit ganz billigen Preislagen an, die früher ausschliessliche Domäne der
nur billige Waren führenden Geschäfte gewesen war. Auch hierin bringe ich
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volleres, bei gleich billigen Preisen, dabei vernachlässige ich meine guten, feinen und
feinsten Artikel durchaus nicht und biete alles zu möglichst niedrigem Preise. Ich bitte
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Montag, den 31. Oktober 1910.
45. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement A 11.
Zum erſten Male:
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Schauſpiel in 4 Akten von Melchior Lengyel.
Spielleitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
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Toyu Yoshikawa
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Dr. Sheikwa Omayi . . Hr. Jürgas
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Charles Renard=Bninsky,
Schriftſteller .
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Staatsanwalt . . . . . Hr. Hacker
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Pauſe ſtatt.
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Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1.—6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2.— Mk., Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr — Ende gegen 10 Uhr.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr für die Vorſtellungen:
Dienstag, 1. Nov. 46. Ab.=Vorſt. B 12.
„Tiefland.” Gr. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Mittwoch, 2. Nov. 47. Ab.=Vorſt. C 12.
Zum erſten Male wiederholt: „Taifun”.
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Donnerstag, 3. Nov. 48. Ab.=Vorſt. D 13.
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Die Erhebung der 2. Rate des
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geldes für die Spielzeit 1910/11 findet
Dienstag, den 1. bis Donnerstag, den
3. Nov. 1910, nachmittags von 3—5 Uhr, ſtatt.
— Zahlſtelle: Veſtibüle im Hof=Theater. —
Die Abonnenten werden freundlichſt gebeten,
die erhaltenen Zettel bei der Zahlung zur
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2. Beilage zum Dar
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und den Aufdruck
haben: gültig bis
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Der vorläufige Schlusstermin, bis zu welchem die alten Marken
noch eingelöst werden, ist der 1. Dezember 1910. Sollte es sich
dann zeigen, dass noch eine grössere Anzahl alter Marken im
Um-
lauf ist, so werden wir dafür sorgen, dass auch diese noch eingelöst
werden können.
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befürchten, dass seine
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ken nicht eingelöst werden.
Wir richten bei dieser Gelegenheit die Bitte an
unsere Kundschaft, bei allen Einkäufen die Mitglieder des
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zu lassen, sondern stets schwarz-weisse
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 31. Oktober 1910.
Nummer 255.
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H. Frankfurt a. M., 29. Okt. (
Börſen=
wochenbericht.) Die Beſorgniſſe einer weiteren
Geldverteuerung ſind nicht in Erfüllung gegangen.
Obwohl tägliches Geld noch lebhaft gefragt war, zeigte
ſich Schiebungsgeld, nach der frühzeitigen und
um=
faſſenden Deckunge des Bedarfs für die
Ultimoliqui=
dation, ſehr reichlich vorhanden und bis zu 5 Prozent
angeboten. Weſentlich beeinflußt dabei die Beſſerung
der Status der deutſchen Reichsbank, wo ſich die
Steuer=
pflicht von 202 Millionen Mark am 15. Oktober auf
90 Millionen Mark verringerte. Auch lauten die
Nach=
richten aus den Vereinigten Staaten fortdauernd
gün=
ſtig und ſo konnten unſere Börſen während der ganzen
Geſchäftswoche in feſter Stimmung verkehren. Paris
übte anfangs, infolge der geſcheiterten türkiſchen
Fi=
nanzverhandlungen, einen ſtärkeren Druck auf türkiſche
Werte aus, doch erfolglos; denn Deutſchland nahm die
angebotene billigere Ware ſchlank auf und bewirkte
wieder anſehnliche Erholung dieſer Fonds.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend,
lagen zunächſt deutſche Renten ſtiller, aber bei gut
be=
haupteten Preiſen. Von den ausländiſchen
Staats=
fonds wurden die griechiſchen, auf die unſichere
inner=
politiſche Lage ins Weichen gebracht, während die
üb=
rigen Gattungen geringere Veränderungen aufweiſen.
Am Markt für Transportaktien waren Lombarden
(Südbahn) feſter, trotzdem bekannt wurde, daß der
ſiebenprozentige Tarifzuſchlag, nicht, wie beantragt, bis
zum Jahre 1917, ſondern vorerſt auf ein Jahr von der
Regierung zugeſtanden werden ſoll. Schiffahrtsaktien
waren zeitweiſe abgeſchwächt auf Gerüchte vom
Krank=
ſein Ballins, doch erfolgte ſchließlich wieder eine
Kurs=
erhöhung, da verlautete, daß es ſich nur um eine leichte
Influenza handele. Recht feſt waren ferner Süddeutſche
Eiſenbahn=Geſellſchaft und Prince Henri; letztere bis
150 ſteigend auf den Aufſchwung der luxemburgiſchen
Schwerinduſtrie, die natürlich dieſem Eiſenbahn=
Unter=
nehmen ſehr zuſtatten kommen wird. Am
Banken=
gebiet ſind die Kursvariationen ohne Belang.
Hin=
gegen war der Montanmarkt lebhafter und zur
Feſtig=
keit geſtimmt. Im Vordergrunde ſtanden Phönix und
Deutſch=Luxemburger, wobei auf günſtige
Betriebs=
berichte hingewieſen wird. Auch Kohlenpapiere blieben
gut behauptet und zum Teil beſſer. Die Dortmunder
Rede des preußiſchen Handelsminiſters, der auf die
ſchwierige Arbeiterfrage und die Erneuerung des
Koh=
lenſyndikats hingewieſen hatte, blieb einflußlos.
„Am Kaſſainduſtriemarkt war ebenfalls reger
Ver=
kehr vorhanden, aber die Tendenz nicht einheitlich.
Kleyer konnten auf 458½ avancieren und Chemiſche
Fabrik Griesheim auf 282½ ſteigen; hingegen ſind
Holzverkohlung nach einer Avance bis 262½ wieder
auf 249,90 zurückgegangen, da man ſich nur geringe
Hoffnungen auf ein günſtiges Bezugsrecht macht.
Kunſt=
ſeide bewegten ſich zwiſchen 107 und 109½. Neue
Photo=
graphiſche Geſellſchaft erreichten 55, ohne daß größere
Umſätze ſtattfanden. Kalker Brauerei erzielten eine
bedeutende Erholung auf die Ausſicht eines
befrie=
digenden Abſchluſſes und in der Hoffnung, daß die
Brauinduſtrie das Schlimmſte überwunden hat, wie
die einzelnen Geſchäftsberichte ſagen. Die Brauerei
Binding=Frankfurt a. M. verteilt wieder, wie im
Vor=
jahre, 9 Prozent Dividende. Erwähnenswert iſt noch
die Beſſerung der Diamantaktien an der Londoner
Börſe, während der Kurs der Engliſchen Konſols nur
mäßig erholt iſt (79/). Privat=Diskonto 4/ Prozent
(in Berlin 4¾ Prozent).
Von Loſen notieren: Augsburger 37,25,
Braun=
ſchweiger 212, Meininger 37,10, Finnländer 319,80,
Pappenheimer 68, Freiburger 57,10, Ungariſche 386,
Genua 215 G., Türkiſche 179,80, Mailänder 45=Fres.=L.
135,50, Mailänder 10=Fres.=L. 32,60, Venediger 43,30,
in Reichsmark; Gothaer Prämie I 138,80, Gothaer
Prämie II 116,40, Donau=Regulierung 150 G., Madrider
77,15, in Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis
1918 unkündbar) 101,90, 3½proz. Reichs 92,55, 3proz.
Reichs 83,80, 4proz. Heſſen von 1899 101 G., 4proz.
Heſſen von 1906 101,30 G., 4proz. Heſſen von 1908/09
101,30 G., 3½proz. Heſſen 91,10 G., 3proz. Heſſen 80,70,
4proz. Darmſtädter 99,90 G., 3½proz. Darmſtädter 91,10,
Darmſtädter Bank 130,75, Südd. Eiſ.=Geſ. 122,20 G.,
4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—20) 101,40 G.,
3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pföbr. (Serie 9—11) 91,70 G.,
4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12) 101,40 G.,
3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3) 92,10 G.,
3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 91,70 G.,
Baltimore und Ohio 111, 4½proz. Ruſſen 100,20, 4proz.
1880er Ruſſen 91,50, 4proz. 1902er Ruſſen 92,10, 3/oproz.
Ruſſen 90, 3½proz. Ruſſen 84,50, 3proz. Ruſſen 80,
A½proz. Japaner 97,50, 4proz. Japaner 92,80, 4½proz.
1905er Portugieſ. 84,50, 3proz. Portugieſ. (Beira=Baixa)
78,90, 3proz. Portugieſ. I 64,25, 3proz. Portugieſ. III
67, Spezial=Portugieſ. 11,80, Portugieſ. Eiſ.=Prior. I.
Rang 93,70, Portugieſ. Eiſ.=Prior. II. Rang
4proz. Stadt Liſſabon 81.
Literariſches.
— Die erſten Nummern der neuen
künſtleriſch=
belletriſtiſchen Zeitſchrift Licht und Schatten,
Herausgeber Hanns von Gumppenberg, ſind erſchienen.
Sie ſtellt ſich dar als ein Zentralorgan für
Schwarz=
weißkunſt wie auch für intenſive dichteriſche Kleinkunſt,
namentlich für die Kunſt der knappen, dichteriſch
wert=
vollen Novellette und des lyriſchen Gedichtes. Trotz
vornehmer Ausſtattung und Anwendung der beſten
modernen Reproduktionsverfahren iſt der Preis der
Zeitſchrift ſo gering bemeſſen, daß ſie den weiteſten
Kreiſen zugänglich ſein wird. Wenngleich alle
Partei=
tendenz, alles Tagespolitiſche und Witzblattmäßige
ausgeſchloſſen bleibt, pflegt die Wochenſchrift doch in
Wort und Bild neben dem Ernſthaften Humor und
Satire allgemeinerer Art mit gleicher Liebe, wie auch
neben der realiſtiſchen Produktion Phantaſtik, groteske
Laune und verſchiedenſte Stiliſierung durchaus zur
Geltung gelangen ſoll, ſofern ſie künſtleriſch wertvoll
iſt. Beſonders zu erwähnen iſt auch der
Inſeraten=
anhang, der eine ausgeſprochen künſtleriſche, dabei
neu=
artige und beſonders wirkſame Geſtaltung erfahren
hat; er will zeigen, daß auch dieſer Teil einer
Zeit=
ſchrift bei geſchmackvoller Behandlung ſehr wohl einen
äſthetiſchen Eindruck machen kann. Die künſtleriſche
Leitung des Inſeratenteils hat der bekannte
Buchkünſt=
ler Dr. Emil Preetorius übernommen. Die
Zeit=
ſchrift erſcheint allwöchentlich am Freitag. Der Preis
der einzelnen Nummer beträgt nur 20 Pfg.
Lehrbuch des Tiefbaues.
Herausge=
geben von Karl Eſſelborn. 4. vermehrte Auflage.
Zwei Bände, jeder einzeln käuflich, mit 2394
Abbil=
dungen. Erſter Band: Erdbau. Stütz=, Futter=,
Kai= und Staumauern. Grundbau. Straßenbalt.
Eiſenbahnbau. Tunnelbau. Vermeſſungskunde.
Be=
arbeitet von O. Eggert, H. Wegele, L. v. Willmann.
Zweiter Band: Brückenbau. Waſſerverſorgung
und Entwäſſerung der Städte. Kanal= und Flußbau.
Seebau. Landwirtſchaftlicher Waſſerbau. Bearbeitet
von O. Franzius, Th. Landsberg, E. Sonne, J. Spöttle,
Ph. Völker. Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann,
1910. Preis des erſten Bandes 18 Mark, in Leinen geb.
20 Mark. Preis des zweiten Bandes 20 Mark, in
Leinen geb. 22 Mark. — Das Lehrbuch des Tiefbaues,
das wenige Jahre nach ſeinem erſten Erſcheinen bereits
in vierter Auflage vorliegt, hat ſeinen wohlverdienten
Ruf auch in der neuen, durch die drei Kapitel:
Ver=
meſſungskunde, Seebau und Landwirtſchaftlicher
Waſſerbau vermehrten Auflage bewährt. „Die Fülle
des Gebotenen iſt” — wie das Zentralblatt der
Bau=
verwaltung bemerkte — „überraſchend groß.‟ Dem
Herausgeber und den Verfaſſern iſt es gelungen, alles
Wichtige aus dem ganzen umfangreichen Gebiet des
Tiefbaues zuſammenzufaſſen. Dabei ermöglicht ein
äußerſt ausführliches Sachregiſter ein ſofortiges
Auf=
finden des gewünſchten Gegenſtandes und gibt ein
an=
ſchauliches Bild von der Fülle von Arbeit und
Sorg=
falt, die beim Zuſtandekommen dieſes Werkes nötig
war. Die Abbildungen, deren Zahl faſt 2400 beträgt,
ſind geradezu muſterhaft, und mit Recht konnte die
Zeitſchrift des Vereins deutſcher Ingenieure von dem
vorliegenden Lehrbuch ſagen: „Das Werk, hinſichtlich
des Druckes und der Abbildungen vorzüglich
ausge=
ſtattet, iſt nicht nur ein ausgezeichnetes Lehrbuch, ſon=
dern auch als Nachſchlagebuch ein wertvöller Schatz in
der Hand eines jeden Technikers.”
Kirchliche Anzeigen.
Katholiſche Gemeinden
St. Ludwigsgemeinde. Kapelle der Barmherzigen Hchweſtern
(Eingang Nieder=Ramſtädterſtr. 30): Montag, den 31. Okt.,
nachm. um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit
zur hl. Beichte. — Abends um ½7 Uhr:
Roſenkranz=
andacht.
Dienstag, den 1. November 1910
Allerheiligen
Vorm. von ½6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte.
— Um 6 Uhr: erſte hl. Meſſe und Roſenkranzandacht. —
Um 7 Uhr: Austeilung der heil. Kommunion. — Um
8 Uhr: hl. Meſſe. — Um ½10 Uhr: Hochamt mit Predigt.
— Um 11 Uhr: letzte heil. Meſſe. — Nachm. um 3 Uhr:
Vesper; nach Beendigung der Vesper Gelegenheit zur hl.
Beichte. — Um 4 Uhr: Verſammlung im Mädchenheim.
— Um 6 Uhr: Armenſeelenandacht mit Predigt.
Kapelle der Engliſchen Fträulein: Montag, nachm. um
4 Uhr und abends um 3 Uhr: Gelegenheit zur heil.
Beichte. — Dienstag, vormittags um ½6 Uhr:
Gelegen=
heit zur hl. Beichte. — Um 6 Uhr und um ½ 7 Uhr:
Aus=
teilung der hl. Kommunion. — Um 7 Uhr: hl. Meſſe.
Militärgemeinde: Dienstag, vormittags um 8 Uhr:
In dem Exerzierhaus auf dem Exezierplatz Singmeſſe
mit Predigt.
St. Eliſabethenkirche: Montag, den 31. Oktober,
nach=
mittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit
zur hl. Beichte.
Dienstag, den 1. November 1910
Allerheiligen
Vormittags von ¾6 Uhr an: Gelegenheit zur heil.
Beichte. — Um ½7 Uhr: Frühmeſſe. — Um 8 Uhr: hl.
Meſſe. — Um ½10 Uhr: Hochamt und Predigt. —
Nach=
mittags um 2 Uhr: Vesper. — Abends um 8 Uhr:
Aller=
ſeelenfeier. Predigt des Herrn Oberlehrer Sartorius=
Mainz.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Montag, den 31.
Ok=
tober, nachmittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegenheit zur hl. Beichte.
Dienstag, den 1. November 1910
Feſt Allerheiligen
Vorm. um 6 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte.
Um 7 Uhr: hl. Meſſe. — Um 9 Uhr: Amt mit Predigt.
— Nachmittags um ½3 Uhr: Feierliche Vesper,
Armen=
ſeelenandacht mit Predigt und Gelegenheit zur hl. Beichte.
Kapelle zu Eberſtadt: Montag, den 31. Oktober, abends
um 5 Uhr: Beichte.
Dienstag, den 1. November 1910
Allerheiligen
Vorm. um 6 Uhr: Beichte. — Um ½ 7 Uhr:
Aus=
teilung der hl. Kommunion. — Um 9¼ Uhr: Hochamt
mit Predigt. — Nachmittags um 1½ Uhr: Chriſtenlehre
und Andacht.
Kapelle zu Pſungſtadt: Dienstag (Allerheiligen),
den 1. November, vormittags um ½8 Uhr: Amt mit
Predigt. Vorher Beichtgelegenheit.
Mittwoch, den 2. November 1910
Allerſeelen
St. Ludwigsgemeinde. Kapelle der Barmherzigen Schweſtern
(Eingang Nieder=Ramſtädterſtr. 30): Vorm. von ½ 6 Uhr
an: Gelegenheit zur hl. Beichte. — Um 6 Uhr: hl. Meſſe
und Roſenkranzandacht. — Um 7 Uhr: Austeilung der
hl. Kommunion. — Um 9 Uhr: Seelenamt für die
Ab=
geſtorbenen der Gemeinde. — Nachmittags um 3 Uhr:
Auf dem Darmſtädter Friedhof Gebete für die
Abgeſtor=
benen. — Von Mittwoch bis Samstag, abends um
½7 Uhr: Armenſeelenandacht. — Donnerstag, nachm. um
5 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte.
Kapelle der Engliſchen Fräulein: Vorm. um 7 Uhr:
heil. Meſſe. — Freitag, vorm. um 9 Uhr: Segenamt zu
Ehren des Herzens Jeſu.
St. Martinskapelle zu Beſſungen: Dienstag, den 1. Nov.,
nachmittags um 4 Uhr und abends um 8 Uhr:
Gelegen=
heit zur hi. Beichte.
Mittwoch, den 2. November 1910
Alkerſeelen
Vormittags um 6 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte.
— Um 7 Uhr: Seelenamt. — Die ganze Woche hindurch
iſt um 6 Uhr abends Armenſeelenandacht.
Kapelle zu Eberſtadt: Vormittags um 6 Uhr: Beichte.
— Um ½7 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. — Um
9¼ Uhr: Hochamt und Predigt. — Nachmittags um
½2 Uhr: Andacht. — Während der Woche vormittags
um ¾7 Uhr: hl. Meſſe.
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