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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 253.
Freitag, den 28. Oktober.
1910.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Deutſchland und die Türkei.
— Schon ſeit einigen Monaten macht ſich in der
Tür=
kei, wie ſchon mehrfach hervorgehoben, ein bedeutſamer
Umſchwung in der politiſchen Stellunge
nahme nach außen bemerkbar. Unter Abdul Hamid
war der deutſche Einfluß, wie erinnerlich, am Goldenen
Horn ziemlich maßgebend, ſehr zum großen Aerger
Eng=
lands, Frankreichs und Rußlands, und es hat nicht an
ſchweren Intrigen gefehlt, Deutſchland aus ſeiner
Stel=
lung zu verdrängen. Freilich kamen die anderen Mächte
keineswegs gar ſo ſchlecht weg, ſie hatten auch ihren
An=
teil an den Konzeſſionen und ſonſtigen Lieferungen, genau
wie Deutſchland, nur der Einfluß unſeres Botſchafters
dominierte. Als Abdul Hamid geſtürzt wurde und das
jungtürkiſche Regime kam, änderten ſich die Dinge, weil
man auf dieſer Seite in den Deutſchen die feſteſte Stütze
der Herrſchaft des bisherigen Sultans erblickte. Dazu
waren die Lockungen von anderer Seite zu große, und die
unerfahrenen Jungtürken glaubten namentlich den
eng=
liſchen Liebesbeteuerungen. Allerdings ſollte die
Ernüch=
terung nicht lange ausbleiben. Man mußte ſehen, daß
England und die ihm naheſtehenden Mächte von rein
egoiſtiſchen Motiven geleitet werden, und verſagten, als
es galt, der Türkei wirklich zu helfen. Insbeſondere hat
der Verlauf der jüngſten Anleihe den Türken die Augen
geöffnet; das franzöſiſche Spiel war zu durchſichtig, um
nicht auf ſeinen wahren Wert erkannt zu werden, denn
die franzöſiſchen Forderungen liefen einfach darauf
hin=
aus, gleichſam ſich in der türkiſchen Finanzverwaltung
einen maßgebenden Einfluß zu ſichern. Mitbeſtimmend
für dieſe Forderung war wohl auch die Abſicht, auf dieſe
Weiſe einen gewiſſen Einfluß auf die Reorganiſation des
Heeres und der Marine in der Türkei zu erreichen und
dem auf dieſem Gebiete beſonders dominierenden
Deutſchland Steine in den Weg zu werfen. Gerade dieſer
Umſtand war es, der die Franzoſen bewog, der türkiſchen
Anleihe Schwierigkeiten zu bereiten, weil man eben
Vor=
teile für Deutſchland verhindern wollte.
Dieſes Spiel hat aber gerade zu dem Gegenteil von
dem geführt, was franzöſiſcherſeits beabſichtigt war.
Schon als die Situation während der Verhandlungen ſich
zuſpitzte, erklärten ſich deutſche Banken bereit, der Türkei
einen beträchtlichen Vorſchuß zu leiſten, und jetzt, wo die
Verhandlungen definitiv geſcheitert ſind, ſpringt
Deutſch=
land in die Breſche. Dies hat begreiflichen Jubel in der
Türkei erweckt, wie man überhaupt aus der ganzen
Hal=
tung Deutſchlands erſehen hat, daß man hier einen
ehr=
lichen und aufrichtigen Freund gegenüber hat, der die
Türkei in der Stunde der Not tatkräftig unterſtützt. Der
Jubel iſt ſogar ſo groß, daß unter dem Vorſitz eines
an=
geſehenen Abgeordneten eine Proteſtverſammlung gegen
das Verhalten der Ententemächte gegenüber der Türkei
und auch Perſien ſtattfand, die, wie bekannt, in eine
rieſige Ovation für Deutſchland und ſeinen Kaiſer
aus=
klang. Dieſer Umſchwung der Stimmung iſt erfreulich
und es wäre dringend zu hoffen, daß er von der deutſchen
Diplomatie für unſere wirtſchaftliche Expanſion im Orient
energiſch ausgenützt würde. Auf der anderen Seite kann
man ſich allerdings nicht verhehlen, daß dieſe augenfällige
Stellungnahme zu Gunſten Deutſchlands an gewiſſen
Stellen wenig angenehm berühren wird; freilich muß uns
das herzlich gleichgültig laſſen, wir haben lediglich unſere
Intereſſen zu verfolgen, ohne Rückſicht auf die anderen,
die ja auch niemals nach uns fragen, wenn es gilt,
irgendwo Vorteile einzuheimſen. Wer anderen immer
nachläuft, wird ſchlecht behandelt. Dieſe Zeiten müſſen
für Deutſchland definitiv vorüber ſein, wir müſſen den
uns gebührenden Anteil fordern. Mag vielleicht die
jetzige, Deutſchland freundliche Stimmung in der Türkei
einen etwas metalliſchen Beiklang haben, ſo ſchadet das
auf dem Gebiete der Weltpolitik, wo man mit allen
Fak=
toren und poſitiven Tatſachen rechnen muß, nichts.
Zur Auflöſung der griechiſchen
National=
verſammlung.
*⁎* Die mit ſo vielen Erwartungen einberufene
Nationalverſammlung des Hellenenreiches hat ein
ziem=
lich unrühmliches Ende gefunden, denn ehe ſie noch
irgend=
welche erſprießliche Tätigkeit entfalten konnte, iſt ſie
auf=
gelöſt worden, weil die Ausſichten, die Regierung werde
ſich auf eine nur einigermaßen ſichere Wehrheit ſtützen
können, gar zu gering waren. Das Ergebnis der Wahlen
im Auguſt erregte von vornherein Bedenken, da man
ver=
muten mußte, daß die für abſehbare Zeit noch
unerreich=
baren nationalen Forderungen in den Vordergrund treten
und die Verſammlung ſich nicht darauf beſchränken würde,
lediglich die nicht grundlegenden Beſtimmungen der
Ver=
faſſung einer Reviſion zu unterziehen. Am 14. September
wurde dann das Parlament vom König mit einer
Thron=
rede eröffnet, aber ſchon am 16. kam es zu heftigen
Aus=
einanderſetzungen und Skandalſzenen mit Handgemenge,
weil ein großer Teil der Abgeordneten den Eid nicht
leiſten wollte. Militär mußte den Sitzungsſaal räumen,
was nicht gerade glückverheißend für die Wirkſamkeit der
neugewählten Körperſchaft war.
Man hatte auf das Eingreifen Venizelos in die
Ver=
handlungen gewiſſe Hoffnungen geſetzt, weil dieſer ſich
eines großen Einfluſſes erfreute. Als Venizelos am
18. September in Athen eintraf, wurde er von der
Volks=
menge ſtürmiſch begrüßt, und vom Balkon ſeines Hotels
entwickelte er in großen Zügen ſein Programm, beteuerte
ſeine Ergebenheit für das Königshaus und forderte zur
Einigkeit und Ruhe auf. Seinem Antrage entſprechend,
ſchob die Nationalverſammlung am folgenden Tage die
Entſcheidung über ihre geſetzgeberiſchen Befugniſſe hinaus
und erledigte die Frage der Vereidigung proviſoriſch. Es
handelte ſich hauptſächlich darum, ob die
Nationalver=
ſammlung den Charakter einer revidierenden Kammer,
welche die grundlegenden Beſtimmungen der Verfaſſung
nicht antaſten durfte, behalten oder den Charakter einer
konſtituierenden Kammer annehmen und ſich an jene
Ein=
ſchränkung nicht binden ſollte.
Zunächſt trat eine mehrwöchige Vertagung bis zum
10. Oktober ein, worauf die Präſidentenwahl ſtattfand, die
auf Konſtantin v. Hößlin fiel, den Kandidaten der Rhallis=
und Theotokis=Parteien. Alsbald trat das Kabinett
Dragumis zurück und Venizelos wurde mit der
Kabi=
nettsbildung beauftragt, die er auch durchführte.
Trotz=
dem Venizelos von der öffentlichen Meinung ſehr gut
aufgenommen worden war, entſtanden ihm im Parlament
derartige Schwierigkeiten, daß er ſeine Entlaſſung anbot,
die aber von der Krone nicht genehmigt wurde. Da
Veni=
zelos einſah, er werde auf die Dauer mit dieſem
Parla=
mente nicht auskommen, ſo machte er kurz entſchloſſen von
der ihm durch den König erteilten Ermächtigung Gebrauch
und löſte die Nationalverſammlung auf.
So verworren die Lage in Griechenland auch heute
iſt, ſo hat Venizelos doch dank der Sympathien, die er
im Volke genießt, einige Ausſicht, bei den Wahlen eine
feſte Mehrheit zu erhalten. Daß dem Lande Tage der
Kämpfe bevorſtehen, iſt ſicher.
Die Lage des frauzöſiſchen Kabinetts.
* Der Miniſterpräſident Briand empfing am
Mitt=
woch den Arbeitsminiſter Viviani und den Staatsſekretär
im Finanzminiſterium Rénault, die beide erklärten,
nicht zurücktreten zu wollen. Viviani erklärte
außerdem, daß er bis zum gegenwärtigen Augenblick keine
Einwendung gegen die Politik der Regierung zu machen
habe. Möglicherweiſe werden die Sozialiſten die
Ver=
tagung der Diskuſſion verlangen, bis die Regierung ſich
über die der Kammer zu unterbreitenden Vorlagen
ſchlüſſig geworden iſt. Einen ſolchen Antrag würde
Briand, wie verlautet, kategoriſch zurückweiſen.
Die Gerüchte über die im Miniſterium
herr=
ſchende Uneinigkeit veranlaßten mehrere
Kammer=
gruppen, über die Lage zu beraten. In der
ſozia=
liſtiſch=radikalen Gruppe bemühten ſich die Anhänger
Pelletans und Combes’, gegen das Kabinett Stimmung
zu machen. Mehrere Redner unterzogen die
Vergangen=
heit des Miniſterpräſidenten einer ſcharfen Kritik und
ſchlugen Reſolutionen vor, die ein
Mißtrauens=
votum gegen die Regierung enthielten. So beantragten
die Deputierten Rabier und Dumont, den
Miniſterpräſi=
denten zu erſuchen, die wegen des Streiks entlaſſenen
Be=
dienſteten der Staatsbahn wieder einzuſtellen und auch
für die Wiedereinſtellung der Eiſenbahner der übrigen
Bahnlinien einzutreten. Eine zweite, von Thalamas
vor=
geſchlagene Tagesordnung ſpricht dem Kabinett einen
un=
zweideutigen Tadel aus, und eine dritte, von Franklin=
Bouillon eingebrachte Tagesordnung erklärt, daß alle
Sabotage, der Antimilitarismus und alle
Gewalttätig=
keiten auf das ſchärfſte verurteilt werden müßten, daß
jedoch die Regierung, infolge ihrer Vergangenheit, keine
binreichende moraliſche Autorität beſitze, um die Schwie=
rigkeiten der gegenwärtigen Lage zu beſeitigen. Es kam
jedoch zu keiner Abſtimmung über dieſe Tagesordnung,
da die meiſten Mitglieder der Gruppe vorher die
Ver=
ſammlung verließen. Unter den regierungsfreundlichen
Radikalen herrſcht hierüber große Erregung und es heißt,
daß dieſe den Plan erwägen, eine eigene Gruppe zu
bil=
den, um bei der Abſtimmung freie Hand gegen das
Mini=
ſterium zu haben.
Deutſches Reich.
— Der Geſetzentwurf über die Schiffs
fahrtsabgaben iſt dem Reichstage zugegangen.
— Bemerkenswerte Begnadigung. Der
verantwortliche Redakteur der Schleswigſchen Grenzpoſt
war zu 500 Mark Geldſtrafe verurteilt worden, weil er
den Reichstagsabgeordneten Hanſſen als „Landesverräter”
bezeichnet hatte, wofür er den Beweis in ſtreng
juriſti=
ſchem Sinne weder führen konnte noch wollte. Durch
kaiſerlichen Gnadenakt iſt nunmehr in Anſehung des
illoyalen Verhaltens, das der Abgeordnete Hanſſen
ge=
genüber dem Deutſchen Reiche bewieſen hat, dieſe Strafe
auf 50 Mark herabgeſetzt worden. Hanſſen wird übrigens
bei den nächſten Wahlen nicht wieder kandidieren.
— Die „politiſche Maßregelung” in
Ba=
den. Die badiſche Regierung gibt in der mehrfach
er=
wähnten Angelegenheit der Verſetzung des
Oberamt=
manns Arnsperger in der Karlsruher Zeitung folgende
Erklärung ab:
„Die großherzogliche Regierung war und iſt der
An=
ſicht, daß bei den nächſten Reichstagswahlen zur
Verhü=
tung eines weiteren Anwachſens der ſozialdemokratiſchen
Vertretung ein Zuſammenſchluß der bürgerlichen
Par=
teien dringend erwünſcht iſt. Sie hat dieſe Anſchauung
wiederholt in der Karlsruher Zeitung hervortreten laſſen.
Oberamtmann Arnsperger hat in einer politiſchen
Ver=
ſammlung, deren Verlauf durch die Tagespreſſe der
Oef=
fentlichkeit mitgeteilt wurde, Stellung gegen dieſe
Au=
ſchauung genommen, indem er ein Zuſammengehen der
Nationalliberalen mit den Konſervativen für abſehbare
Zeit für ausgeſchloſſen bezeichnete und nach Hinweis auf
die Tätigkeit einiger (evangeliſcher) Geiſtlicher im Land.
bezirk Karlsruhe mit der Aufforderung ſchloß, keinesfalls
„mit Geiſtlichen und Junkern” zuſammenzugehen. Im
Landbezirk Karlsruhe ſind die Konſervativen, denen auch
die Mehrzahl der proteſtantiſchen Geiſtlichen zuzurechnen
iſt, zahlreich und bilden ein ſtaatserhaltendes Element
von beſonderer Bedeutung. Unter dieſen Umſtänden hat
die Regierung ein Verbleiben des Oberamtmanns
Arns=
perger in dieſem Bezirk nicht für tunlich erachtet, und hat
ſeine Verſetzung in einen anderen Bezirk herbeigeführt.
Dienſtliche Nachteile ſind damit für Oberamtmann
Arns=
perger nicht verbunden, im Gegenteil iſt er von der
Stel=
lung eines „den Amtsvorſtänden gleichgeſtellten zweiten
Beamten” in die ſelbſtändige Stellung eines
Amtsvor=
ſtandes und in den Beſitz einer Dienſtwohnung gelangt.
Die Stelle in Staufen iſt wegen der Annehmlichleiten des
Aufenthaltes eine der begehrteſten des Landes. Eine
Strafverſetzung liegt ſomit weder im beamtenrechtlichen
Sinne, noch in tatſächlicher Beziehung vor. Die
Entſchlie=
ßung der Regierung beruht auch weder auf einem Wechſel
ihrer Anſchauungen, noch auf Berliner Einflüſſen.”
Die Kölniſche Zeitung bemerkt hierzu: So klein das
Großherzogtum Baden der Bevölkerungszahl oder der
Fläche nach iſt, ſo reich iſt es an politiſchen
Ueberraſchun=
gen. Es war der Miniſter des Innern, Dr. Schenkel, der
in öffentlicher Sitzung der Zweiten Kammer erklärte er
wolle die Sozialdemokratie in der Kammer nicht miſſen.
Zwei Jahre ſpäter ſchloſſen die Nationalliberalen mit den
Sozialdemokraten den Großblock ab; man konnte damals
das ſeltene Schauſpiel erleben, daß Geheimräte,
Bürger=
meiſter und Reſerveoffiziere in öffentlichen
Verſamm=
lungen zur Wahl eines Sozialdemokraten aufforderten
und ſelbſt einen ſozialdemokratiſchen Wahlzettel abgaben.
Dasſelbe Schauſpiel wiederholte ſich vier Jahre ſpäter, im
Oktober v. J. Sozialdemokratiſche Führer, die ſonſt
jahr=
aus jahrein den Umſturz predigen, beteiligten ſich in
Baden am Leichenbegängnis des Großherzogs Friedrich I.
und ſcheuten ſich auch nicht bis auf den heutigen Tag vor
geſelligen Zuſammenkünften mit Prinzen und den nächſten
Ratgebern des Großherzogs. Ein badiſcher Biſchof tadelte
erſt vor wenigen Wochen die päpſtliche Enzyklika und ein
anderer katholiſcher Geiſtlicher kritiſierte öffentlich das
all=
mächtige Zentrum wegen ſeiner Haltung bei der
Reichs=
finanzreform. Am 15. Juli d. J. ſprach der Miniſter des
Innern nicht etwa in der Zweiten Kammer der
Land=
ſtände, ſondern in der Kammer der „allerdurchlauchtigſten
und hochgeehrteſten Herren” den geflügelt gewordenen
Satz, daß die Sozialdemokratie eine großartige
Bewe=
gung zur Befreiung des vierten Standes ſei, ohne daß
ihm deshalb der Träger der Krone oder das
verantwort=
liche Staatsminiſterium ein Haar gekrümmt hätte. Drei
Monate ſpäter — und das iſt die neueſte Ueberraſchung —
maßregelt dieſelbe Regierung einen Verwaltungsbeamten,
weil er in einer geſchloſſenen Verſammlung des
National=
liberalen Vereins vor einem Zuſammengehen mit den
Konſervativen und dem Zentrum gewarnt hatte.
Es wird dann allerdings zugegeben, daß es keine
eigentliche „Maßregelung” iſt, da der Oberamtmann, wie
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
Nummer 253.
man zu ſagen pflegt, die Treppe hinaufgefallen und zum
Amtsvorſtand in einem der ſchönſten und wohlhabendſten
Bezirke Badens befördert worden ſei.
— Ueber den Arbeitsmarkt im Monat
September berichtet das Reichs=Arbeitsblatt:
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im September hat ſich
im Vergleich zum Vormonat nicht unerheblich gebeſſert.
Ganz beſonders trifft dies für das Bekleidungsgewerbe
zu, in dem die mit dem September einſetzende
Herbſt=
ſaiſon ſtets größere Beſchäftigung bringt. Auf dem
Ruhr=
kohlenmarkt blieb die Lage im weſentlichen unverändert. Im
(Saar=Revier ließ der Abſatz immer noch ſehr zu wünſchen
ſübrig; im oberſchleſiſchen Kohlenbergbau ging die
Be=
ſchäftigung ſogar zurück. Im Braunkohlenbergbau brachte
der September im allgemeinen eine weitere Beſſerung.
IIn der Metall= und Maſchinen=Induſtrie hielt die
Beſ=
ſſerung an. In der Textil=Induſtrie geſtaltete ſich für die
Spinnereien der Geſchäftsgang etwas günſtiger, für die
übrigen Zweige kann von einer Aenderung kaum
geſpro=
chen werden. Die Beſchäftigung im Baugewerbe ließ etwas
nach. In der Bekleidungsinduſtrie gab es reichlich zu
tun.
Nach den Berichten der Krankenkaſſen hat ſich der
Be=
ſchäftigungsgrad im Laufe des September weiter
weſent=
lich gehoben. Es ergab ſich am 1. Oktober gegenüber dem
1. September eine Zunahme der verſicherungspflichtigen
Mitglieder abzüglich der Kranken um 61834 (— 30856
männliche, — 30 978 weibliche). Im September 1909
er=
gab ſich eine Zunahme von 38 168 Mitgliedern (X 14090
männliche, — 20078 weibliche). Gegenüber dem 1.
Ja=
nuar 1910 beträgt die Steigerung des
Beſchäftigungs=
grades der männlichen Perſonen 9 v. H., der weiblichen
5 v. H. Die Arbeitsloſenziffern der Fachverbände im
drit=
ten Vierteljahr 1910 zeigen eine Verbeſſerung gegen das
gleiche Vierteljahr des Vorjahres. Sie betrugen für Ende
Juli 1,9 v. H., für Ende Auguſt 1,7 v. H. und für Ende
September 1,8 v. H., gegen 2,5 v. H. bezw. 2,3 v. H. bezw.
2,1 v. H. im Vorjahre. Nach den Arbeitsnachweisziffern
hat ſich im Vergleich zum Vormonat wie beſonders zum
Vorjahre für die Männer die Lage nicht unweſentlich
ge=
beſſert. Für die Frauen traten im Vergleich mit denſelben
Zeiträumen kaum Unterſchiede hervor. Bei der
Geſamt=
zahl der berichtenden Arbeitsnachweiſe, für die
vergleich=
bare Zahlenangaben vorliegen, kamen im September 1910
auf 100 offene Stellen bei den männlichen Perſonen 145.
bei den weiblichen 87 Arbeitsgeſuche gegen 154 bezw. 87
im Auguſt 1910 und 168 bezw. 91 im September 1909.
Auf dem Berliner Arbeitsmarkt hat ſich die Geſamtlage
im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr ungemein
gün=
ſtig geſtaltet. In Schleswig=Holſtein geſtaltete ſich die
Lage im allgemeinen ungünſtiger, in Hamburg änderte ſie
ſich wenig.
In Heſſen, Heſſen=Naſſau und Waldeck erhielt der
Arbeitsmarkt eine kräftige Belebung. In Bayern
mel=
dete München eine kräftige Beſſerung, in Württemberg
und Baden änderte ſich die Arbeitsmarktlage nur wenig.
Die Einnahmen aus dem Güterverkehr deutſcher
Eiſen=
bahnen betrugen im September 152865949 Mark, d. i.
10 562780 Mark mehr als im gleichen Monat des
Vor=
jahres. Das bedeutet eine Mehreinnahme von 160 Mark
oder 5,74 v. H. auf 1 Kilometer.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Oeſterreich und Rumänien. Das Wiener
Fremdenblatt ſchreibt: Der Beſuch des rumäniſchen
Mini=
ſters in Wien war durch keine aktuelle politiſche Frage
ver=
anlaßt; er trug keinen politiſchen Charakter. Es konnte
jedoch bei dieſer Gelegenheit abermals konſtatiert werden,
daß die erfreulicherweiſe herzlichen Beziehungen zwiſchen
Oeſterreich=Ungarn und Rumänien andauern.
Die Sprachenfrage in Böhmen. Das Geſetz
über die Regelung des Sprachengebrauchs bei den
auto=
nomen Behörden Böhmens einſchließlich Prag wurde
Mittwoch vom Unterausſchuß der nationalen
Ausgleichs=
kommiſſion angenommen.
(Frankreich.
Der neue deutſche Botſchafter in Paris,
Freiherr v. Schön, der in Paris eingetroffen iſt,
wird in den nächſten Tagen Pichon beſuchen. Sein
Be=
glaubigungsſchreiben wird er dem Präſidenten der
Re=
publik erſt im Laufe des Novembers übergeben. In
fran=
zöſiſchen Regierungskreiſen bemerkt man zu der
bevor=
ſtehenden erſten Unterredung des neuen deutſchen
Botſchaf=
ters mit Pichon folgendes: Der mit den Abſichten der
lei=
tenden Berliner Kreiſe vertraute Botſchafter bringt gewiß
den redlichen Willen mit zur Beſeitigung etwaiger
Miß=
ſtände, die vorläufig nur die aſiatiſche Politik der
Groß=
mächte betreffen, aber leicht auf die europäiſche Politik
hinübergreifen könnten. Man glaubt, daß es der
Geſchick=
lichkeit des Herrn v. Schön gelingen wird, die Beziehungen
ſpeziell zwiſchen Frankreich und Deutſchland ſo zu
geſtal=
ten, wie es in der erſten Zeit nach der Ankunft Radolins
der Fall geweſen iſt.
England.
Keine Flottenanleihe. Der erſte Lord der
Admiralität Mc. Kenna hat die South=Wales Daily
News ermächtigt, feſtzuſtellen, er wiſſe nichts von einer
Flottenanleihe, die die Regierung ins Auge gefaßt haben
ſolle und worauf der Preisrückgang der Konſols
zurück=
geführt wird.
Spanien.
In der Kammer proteſtierte Pablo Igleſia gegen
die Möglichkeit eines Krieges mit Marokko und gegen
die Zahl der in dieſem Jahre ausgehobenen Mannſchaften.
Canalejas wandte ſich in ſeiner Antwort gegen die
anti=
patriotiſche Kampagne, die bis in die Kaſernen getragen
werde, gegen eine Kampagne, die gegen einen von der
Regierung gar nicht geplanten Krieg geführt werde.
Da=
durch werde auf eine leere Fiktion hin Unruhe ins Land
gebracht. Canalejas fügte hinzu, die Nordafrika
betref=
fenden Fragen, die gegenwärtig Gegenſtand von
Unter=
handlungen ſeien, würden bis zum 15. November gelöſt
ſein.
Portugal.
Die Auslandsſchulden Portugals. Die
proviſoriſche Regierung hat ſich entſchloſſen, ſämtliche
Aus=
landsſchulden Portugals zurückzukaufen. Dieſe belaufen
ſich auf mehr als eine Milliarde und ſind durch die
Zoll=
einnahmen und das Tabak= und Zündholzmonopol
garan=
tiert. Die proviſoriſche Regierung wird zur Deckung der
Auslandsſchulden eine vierprozentige Anleihe aufnehmen,
die aus den monatlichen Einkünften getilgt werden ſoll,
um auch den minderbemittelten Bürgern zu geſtatten, an
den Fortſchritten der Nation teilzunehmen.
Türkei.
Die perſiſchen Wirren. Angeſichts der
Ent=
wickelung der perſiſchen Wirren wird erwogen, ob es
an=
gezeigt ſei, türliſche Truppen in annähernd gleicher
Stärke wie die Ruſſen und Engländer, in Perſien
ein=
rücken zu laſſen. Dabei wird zunächſt beabſichtigt, die
türkiſchen Staatsangehörigen zu ſchützen. Es wirkt aber
auch die Erwägung mit, daß das türkiſch=
mohammeda=
niſche Intereſſe eine Aufteilung Perſiens durch Rußland
und England nicht dulden dürfe.
Die türkiſch=griechiſchen Beziehungen.
Von griechiſcher Seite wird erklärt, Gryparis gewann aus
den Unterredungen mit dem Großweſir und dem Miniſter
des Aeußern den Eindruck, daß die türkiſch=griechiſchen
Beziehungen in ein Stadium der Beſſerung eingetreten
ſind,
China.
Die Konſtitutionskammer beſchloß faſt
ein=
ſtimmig, dem Throne eine Denkſchrift zu unterbreiten, in
der um möglichſt baldige Eröffnung des Parlaments
ge=
beten wird. Der Antrag, der ſich für die Eröffnung des
Parlaments in drei Jahren ausſprach, wurde abgelehnt.
Der Präſident verſprach, ſeinen perſönlichen Einfluß
gel=
tend zu machen, um den Thron zu überzeugen, daß die
ganze Welt der Bewegung für die Schaffung des
Par=
laments ſympathiſch gegenüberſtehe.
Südamerika.
Aufſtand in Uruguay. Den Blättern zufolge
bemächtigte ſich eine kleine Gruppe uruguayaniſcher
Auf=
ſtändiſcher eines uruguayaniſchen Grenzſtreifens an der
braſilianiſchen Grenze. Reiſende aus Montevideo
ver=
ſichern, daß mehrere Offiziere, die verdächtig ſind, die
revo=
lutionäre Bewegung zu begünſtigen, feſtgenommen
wur=
den. Die Regierung von Uruguay ergriff alle Maßregeln,
um die Ruhe im Lande aufrechtzuerhalten. Die
argen=
tiniſche Regierungstraf Beſtimmungen, um die Neutralität
ihres Gebietes zu ſichern. Die argentiniſchen Behörden
beſchlagnahmten zahlreiche, für die Revolutionäre in
Uru=
guay beſtimmte Waffen.
* Belgrad, 26. Okt. Der Zuſtand des
Kron=
prinzen iſt befriedigend. Am Kinn entwickelt ſich ein
Geſchwür.
Stadt und Land.
Darmſtadt. 28. Oktober.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Großher=
zog empfingen am Mittwoch den Kontre=Admiral z. D.
Weſtphal von Traiſa bei Darmſtadt, den Oberſt Krauſe
vom Stabe des Inf.=Regts. Prinz Carl (4. Großh.
Heſſ.) Nr. 118, den Oberſtl. Frhr. v. Preuſchen, Abt.=
Kommandeur im 1. Kurheſſ. Feldart.=Regt. Nr. 11, den
Hauptmann Frhr. v. Weitershauſen, Battr.=Chef im
2. Großh. Feldart.=Regt. Nr. 61, kommandiert zur
Dienſt=
leiſtung beim Kriegsminiſterium, den Hauptmann v. Hahn
Battr.=Chef im Großh. Art.=Korps, 1. Großh. Heſſ.
Feldart.=Regt. Nr. 25, den Oberleutnant Frhr. v. Fritſch
von demſ. Regiment, die Oberleutnants des Landw.=
Train Plate und Fritze, eingezogen zur Uebung beim
Großh. Train=Bat. Nr. 18, den Stabsarzt Dr. Biſchoff
vom Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den
Regierungsaſſeſſor Kilian, Vorſtand der Eiſenbahn=
Ver=
kehrs=Inſpektion, den Regierungsbaumeiſter Hoffmann,
Vorſtand der Eiſenbahn=Maſchinen=Inſpektion, beide in
Darmſtadt, den Profeſſor Dr. Pinder, Privatdozent an
der Techniſchen Hochſchule, den Forſtwart Seibert von
Biblis, den Bürgermeiſter Becker von Gonſenheim, den
Regierungsrat von Werner, den Kaufmann Kölb, den
Landgräfl. Forſt= und Güterdirektor Nies von
Philipps=
ruh bei Hanau, den Hauptlehrer an der Landes=
Baugewerkſchule Becker; zum Vortrag den
Staats=
miniſter Ewald, den Miniſter des Innern v. Hombergk
zu Vach, den Oberjägermeiſter Frhr. van der Hoop, den
Vorſtand des Kabinetts Geh. Rat Römheld, den
Ordens=
kanzler, Oberſt z. D. Frhr. Roeder v. Diersburg, den
Geh. Hofrat Werner, General=Direktor des Hoftheaters
und der Hofmuſik.
* Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Samstag, den 29. d. Mts.,
vor=
mittags im Reſidenzſchloß hier Audienzen erteilen, ſowie
Meldungen und Vorträge entgegennehmen.
* Vom Großh. Gendarmeriekorps. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den Oberſtleutnant
Ein Briefwechſel zwiſchen Kronprinz
Friedeich Wilhelm und Prinz Friedrich
Karl.
(2 Im November=Heft der Deutſchen Revue
(Stuttgart, Deutſche Verlagsanſtalt) wird aus dem in
Kürze erſcheinenden zweiten Bande des Werkes „Prinz
Friedrich Karl von Preußen” das Hauptmann W.
Foerſter (im Verlage der Deutſchen Verlags=Anſtalt)
herausgibt, ein Abſchnitt veröffentlicht. Er enthält
einen geſchichtlich wertvollen Briefwechſel zwiſchen dem
Kronprinzen Friedrich Wilhelm und dem Prinzen
Friedrich Karl. Letzterer wünſchte während der
Be=
lagerung von Metz dem Kronprinzen Glück zum
Ge=
burtstage und ſchrieb ihm bei dieſer Gelegenheit am
13. Oktober 1870 u. a. folgendes:
„Gebe Gott, daß es Dir gelinge, das ſo herrlich
Begonnene ſiegreich zu Ende zu führen und einen
Frieden zu erkämpfen, der durch gänzliche
Niederwerf=
ung Fränkreichs die Garantie der Dauer derartig
trägt, daß jeder Laie und jedes Kind ſie erkennen. Wir
ſind bald ſo weit . . . Wenn es mir gelingt, wie ich
zu=
verſichtlich hoffe, die Armee von Bazaine zur
Kapitu=
lation zu bringen, ſo hat Frankreich keine Armee
mehr. Mit dieſen Banden, die ihm noch bleiben,
wer=
den wir in kurzer Zeit fertig werden . . .
Nach=
dem Du einen Lorbeerkranz erworben, ſo dicht belaubt,
wie je einer geweſen, wünſche ich Dir in der Tat für
die Zukunft die Friedenspalme, und daß dieſe Dir
nimmer aus der Hand falle. Du wirſt wohl, wie ich,
fernere Kriege nicht mehr wünſchen; der jetzige aber
muß deshalb gründlichſt durchgefochten werden, und
Frankreich, von dem wir jetzt vielleicht erſt ein
Zwan=
zigſtel okkupieren, die Laſten und Strafen desſelben
auf das empfindlichſte fühlen lernen.
Der Kronprinz antwortete hierauf am 21. Oktober
aus Verſailles u. a.:
„Deine Anſicht teile ich auch, daß, wenn niemand
ſich zum Friedenſchließen finden läßt, wir durch
län=
gere Okkupation Frankreichs unſeren Vorteil wahren
ſöllten, um nach jeglicher Richtung hin die beiſpielloſen
Erfolge dieſes Feldzuges auszunutzen. Wir können
nicht genug tun, um dieſes Volk auf lange Zeit
un=
ſchädlich zu machen. Ebenſo ſind wir aber auch
anderer=
ſeits dem deutſchen Volke gegenüber verpflichtet, mit
einer vollendeten Tatſache über den Rhein
zurückzukeh=
ren, und muß die große Einigungsfrage fig und fertig
und unwiderruflich abgeſchloſſen ſein, ehe wir nach
Hauſe kommen Zu all dem gehört ein feſter Wille.
Was mich betrifft, ſo will ich, daß es erreicht werde
Wir müſſen wollen, dürfen keine Beſcheidenheit vor=
walten oder höfiſche oder gar verwandtſchaftliche
Rück=
ſichten beobachten, denn jetzt gilt es deutſch zu
handeln oder nie! Unſere Verluſte, namentlich
an ſo vielen braven Offizieren, ſchneiden mir ins Herz:
Doch ſind ſolche edle Opfer einer großen nationalen
Sache wert; wehe, wenn das Ende des Krieges
den=
ſelben nicht ebenbürtig wäre!”
Läßt die Antwort des Kronprinzen erkennen, wie
ſeine Seele von dem Gedanken an die nationale
Einig=
ung Deutſchlands erfüllt war, ſo legen beide Briefe
ein beredtes Zeugnis für die Energie der
Kriegführ=
ung ab, die den zwei Hohenzollern innewohnte; beide
Männer zeigen ſich durchdrungen von der
Notwendig=
keit der vollſtändigen militäriſchen Niederwerfung des
Gegners — des Vernichtungsprinzips, das den Kriegen
Wilhelms I. ihr Gepräge gegeben hat. Gleichzeitig iſt
der Brief des Prinzen Friedrich Karl bezeichnend für
die damals auf deutſcher Seite überwiegend vertretene
Auffaſſung, daß die Widerſtandskraft des Feindes nur
noch gering ſei. Man traute den Franzoſen die —
wie Foerſter ſich treffend ausdrückt — rieſenhaften und
allezeit bewundernswerten Anſtrengungen nicht zu, die
das republikaniſche Frankreich tatſächlich gemacht hat,
um den „Krieg bis aufs Meſſer” fortzuſetzen.
Parlamentariſche Stammtiſche.
*i Im Reichstagsgebäude am Königsplatze wird
emſig geſcheuert und geſäubert, nachdem die Maurer
und Tiſchler das Feld geräumt haben. Die
Reichs=
boten ſind in Sicht! Die Vorſichtigen unter
ihnen haben bereits wieder ihre Wohnung beſtellt;
ent=
weder in einem Berliner Hotel oder in einer Villa
der Vororte. Gar mancher begnügt ſich auch mit ein,
zwei möblierten Zimmern. Nur eine geringe Anzahl
unſerer Abgeordneten iſt in Berlin ſelbſt anſäſſig, ein
paar Liberale in guter Poſition, einige „Genoſſen” die
hier Parteifunktionen ausüben, ein Dutzend Rentiers
aus den anderen Gruppen, und noch einige wenige
Herren der Rechten, die ihren ſtändigen Winterſitz in
Berlin haben, um die Hoffeſtlichkeiten mitzumachen.
Die übrigen Volksvertreter ſind auf die
Gaſtfreund=
ſchaft der Reichshauptſtadt angewieſen.
Nach altem deutſchen Brauch wiſſen auch ſie die
Annehmlichkeit des abendlichen Stammtiſches zu
ſchätzen. Daß dabei die einzelnen Fraktionen ziemlich
unter ſich bleiben, liegt auf der Hand, ſonſt würde wohl
in angeregter Stunde manch Parteigeheimnis zu
un=
rechten Ohren kommen. Nicht in den glänzenden Cafés
der Friedrichſtadt findet man ſich nach der
überſtan=
denen Reichstagsſitzung zuſammen, auch nicht in den
vornehmen Reſtaurants des Highlife, nein, in ſoliden
bürgerlichen Weinlokalen und „echten”
Bierausſchän=
ken. Da wird weiter politiſiert und polemiſiert, bis
der „Ober” immer unruhiger nach der Wanduhr blickt,
die ſchon eine vorgerückte Stunde angibt. Die Führer
erſcheinen ſelten an dieſen Stammtiſchen. Sie
glau=
ben, daß eine gewiſſe Zurückhaltung ihre Würde noch
erhöht.
Der Hauptſitz der Zentrumsherren liegt im
Berliner Zentrum; es iſt ein Hotel, in dem faſt nur
Zentrumsabgeordnete wohnen. Hier findet ſich
all=
abendlich eine plaudernde Runde zuſammen. Gerade
im Zentrum, das die verſchiedenſten Berufs= und
Ge=
ſellſchaftsgruppen aufweiſt, iſt auch die Bildung kleiner
Kliquen am größten. Die Handwerker, die Arbeiter
haben ihren eigenen Tiſch, wo ſie zuſammenſitzen, und
die Führer und Mitglieder des hohen Adels. Däzu
kommt noch, daß die ſtark vertretenen Süddeutſchen
ihre eigenen Anſichten über Stammtiſchgemütlichkeit
mitbringen und verwirklichen. Dieſe Zerſplitterung
findet ſich bei den Nationalliberalen nicht, die
ja auch im weſentlichen der gleichen Bildungsſchicht
angehören. Die nationalliberale Fraktion traf ſich
bisher regelmäßig in einem bayeriſchen Bierlokal der
Potsdamer Straße, das jetzt in ein Warenhaus
um=
gewandelt worden iſt. Die Konſervativen haben
mehrere gewohnte Stätten, namentlich eine berühmte
alte Weinſtube Unter den Linden und ein Lokal in der
City, wo ſie in enger Verbindung mit den
Parteifreun=
den der preußiſchen Kammern ihren Schlummertrunk
genehmigen. Die Freiſinnigen haben die Fuſion
am Biertiſch noch nicht völlig vollzogen. Die
Stamm=
tiſchfreudigkeit fehlt gänzlich den
Sozialdemokra=
ten die vielleicht auch fürchten, in behaglicher
Stim=
mung am Biertiſch einen gar zu bürgerlichen Anblick
zu gewähren. Sie gehen ihre eigenen Wege oder ſuchen
in landsmannſchaftlichen Gruppen Kneipen im
heimat=
lichen Stile auf. Natürlich haben die einzelnen
Frak=
tionen und auch der Bundesrat im Reichstags=
Reſtaurant ebenfalls eigene Stammtiſche, die
frei=
lich nur tagsüber benützt werden. Die Tiſche ſind
im=
mer nur ſchwach beſetzt, da die Herren nicht alle auf
einmal den Sitzungsſaal verlaſſen dürfen, um ihren
Magen zu pflegen. Gar mancher muß ſogar in aller
Haſt ſein Eſſen hinunterwürgen, und dann ſtürzt er
auch ſchon, die Serviette noch in der Hand, davon, weil
man ihn eben als Redner aufgerufen hat. Andere
ſchlürfen in behaglicher Ruhe ihren Mokka und erheben
ſich nicht einmal, wenn der Reichskanzler ſpricht.
Die parlamentariſchen Stammtiſche nehmen alſo
keine Sonderſtellung ein. Auch an ihnen wird
gekanne=
gießert, und auch an ihnen gerät man ſich über
Nichtig=
keiten in die Haare .
Nummer 253.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
Seite 3.
Freiherrn v. Rotsmann auf ſein Geſuch von der
Stellung à la suite des Großherzoglichen
Gendarmerie=
korps enthoben.
* Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den außerordentlichen Profeſſor Dr. med.
et med. vet. Friedrich Gmeiner in Gießen zum
ordentlichen Profeſſor in dem veterinär=mediziniſchen
Kollegium der Landesuniverſität, ſowie den
Bureau=
vorſteher bei dem Kreisamte Schotten Johannes Hach
zum Bureauvorſteher bei dem Kreisamte Alsfeld und
den Kreisamtsgehilfen bei dem Kreisamte Bensheim Karl
Wingefeld zum Bureauvorſteher bei dem Kreisamte
Schotten ernannt.
* Prinz Heinich von Preußen beſuchte am Mittwoch
das Eulerſche flugtechniſche Unternehmen auf dem
Truppenübungsplatz. Er blieb etwa zwei Stunden dort
und orientierte ſich über die Fabrikation, die
flug=
techniſchen Details und über die Handhabung und
Steuerung der Euler=Flugmaſchine.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 28
vom 27. Ottober hat folgenden Inhalt: 1.
Bekannt=
machung, die Brennholztaxe für die Großherzoglichen
Domanialwäldungen für das Rechnungsjahr 1911
be=
treffend. 2. Dienſtnachrichten.
* Militärdienſtnachrichten. Fiſcher (Joſeph),
Ober=
kriegsgerichtsrat beim Generalkommando des XIV.
Armee=
korps, nach Frankfurt g. M. verſetzt und dem
komman=
dierenden General des XVIII. Armeekorps zugeordnet.
Praetorius, Oberzahlmeiſter im Inf.=Leib=Regt.
Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, der Charakter
als Rechnungsrat verliehen.
* Das Befinden von Finanzminiſter Braun hat ſich
auch in den letzten Tagen in erfreulicher Weiſe
ge=
beſſert.
Stiftung für die Großh. Gemäldegalerie. Wie
ſchon früher mitgeteilt worden, iſt Franz von Stucks
Ge=
mälde „Salome” auf der Ausſtellung des Deutſchen
Künſtlerbundes von einem Kunſtfreunde dem Großh.
Muſeum geſtiftet worden. Der hochherzige Stifter iſt, wie
wir jetzt erfahren, Herr Dr. Willy Merck.
*** König Chulalongkorn in Darmſtadt. Der jetzt
verſtorbene König Chulalongkorn von Siam machte
im Jahre 1897 als erſter Monarch eines
oſtaſiati=
ſchen Staates eine Rundreiſe durch Europa und kam
auf dieſer auch nach Darmſtadt, wo damals gerade
der Zar anweſend war. Das Darmſtädter Tagblatt
vom 8. Oktober 1897 berichtete darüber:
„Geſtern vormittag traf mit dem fahrplanmäßigen
Zuge um 11 Uhr 11 Minuten, aber mit einer
Verſpät=
ung von etwa einer Viertelſtunde, Se. Maj. der
Kö=
nig Chulalongkorn von Siam zu einem
mehrſtündigen Beſuche am Großherzoglichen Hofe hier
ein. Auf dem Bahnhofe waren zum Empfange Se.
Maj. der Kaiſer von Rußland und Se. Königl.
Hoheit der Großherzog im Zivilanzug erſchienen.
Nachdem der Zug, dem der Salonwagen des Königs
Chulalongkorn eingereiht war, eingefahren, eilte der
König, der ebenfalls ſchwarzen Zivilanzug und
Zylin=
der trug, Sr. Maj. dem Kaiſer entgegen und umarmte
und küßte ihn. Se. Königl. Hoheit begrüßte den hohen
Gaſt durch Händedruck. Danach ſtellte der König ſeinen
Sohn, den Prinzen Chaurawamſa, den beiden Hohen
Herren vor, worauf ſich dieſer ehrerbietigſt verneigte.
Im Gefolge der ſiameſiſchen Herrſchaften befand ſich ein
Adjutant Sr. Maj. in Uniform. In einem offenen
Zweiſpänner fuhren ſodann die Herrſchaften ins Neue
Palais. Se. Maj. der König hatte neben Sr. Maj. dem
Kaiſer, Prinz Chaurawamſa neben Sr. Königl. Hoheit
dem Großherzog Platz genommen. Vor dem Bahnhofe
hatte, trotzdem die Zeit der Ankunft des Königs nicht
bekannt geworden war, doch ein ziemlich zahlreiches
Publikum Aufſtellung genommen, für deſſen Grüße
der König freundlich dankte. Nachdem das Frühſtück
im Neuen Palais eingenommen war, reiſten um 2 Uhr
17 Minuten die ſiameſiſchen Herrſchaften wieder ab.
Se. Maj. der König Chulalongkorn, der jetzt im 45.
Lebensjahre ſteht, iſt ein kleiner Herr mit ſchwarzem
Schnurrbart, klugen Augen und ſehr freundlichem
Geſichtsausdruck und lebendigen Weſens. Das
Darm=
ſtädter Publikum wird es ſicher intereſſiert haben, die
ſiameſiſche Majeſtät, die ſich jetzt auf einer Reiſe durch
Europa befindet, auch einmal von Angeſicht geſehen zu
haben.”
L. Die Strafkammer hatte es mit folgenden
Haft=
ſachen geſtern zu tun: Der 17 Jahre alte Taglöhner
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Die „12. Jahres=Ausſtellung
Frank=
furter Künſtler” im Kunſtverein (
Junghof=
ſtraße Nr. 8) wird Samstag vormittag halb 12 Uhr
vor geladenem Publikum in feſtlicher Weiſe eröffnet
werden. An der Veranſtaltung beteiligen ſich dieſes
Mal wieder nach mehrjähriger Trennung ſämtliche
Frankfurter Künſtlergruppen. Dementſprechend zahlreich
war die Zahl der Anmeldungen, ſie übertrifft mit 437
Werken, eingeſandt von 212 Künſtlern, die aller
Vor=
jahre. Als Juroren und Hängekommiſſare fungieren
diesmal, durch das Vertrauen der Künſtlerſchaft
ge=
wählt, die Herren: Profeſſor F. Brütt, Andreas
Egers=
dörfer, Rudolf Gudden, Robert Hoffmann, Emil Hub,
Prof. E. Körner, Franz Krüger, Guſtav Schrägle,
Prof. A. Varneſi und Heinrich Werner. Für die
Intereſſen der Ausſtellung iſt übrigens ein Komitee
tätig, das ſich aus einer großen Zahl Frankfurter
Herren zuſammenſetzt, welche der heimiſchen Kunſt
nahe ſtehen. Als Führer durch die Ausſtellung wird,
wie in den Vorjahren, ein mit Illuſtrationen
ge=
ſchmückter Katalog erſcheinen. Für das Publikum
wird die Ausſtellung von Samstag nachmittag ab
ge=
öffnet und bis einſchließlich 27. November täglich zu
beſichtigen ſein.
* Zur Berufung Gregors nach Wien,
deren Vorverhandlungen ſo geheim gehalten wurden,
daß die vollzogene Tatſache ſowohl in Wien wie in
Berlin völlig überraſchte, wird noch folgendes
be=
kannt: Gregors Gehalt beträgt 45000 Kronen im
Jahre, vertragsmäßig auf zehn Jahre feſtgelegt. Wie
Gregor ſelbſt mitteilt, iſt die Vollmacht, die er erreicht
hat, beſonders inbezug auf Neuanſtellungen und
Neu=
beſetzungen, faſt unbegrenzt. Gregor wird mit dem
Starſyſtem an der Wiener Hofoper aufräumen und
ebenſo wie bei der Komiſchen Oper in Berlin nur auf
gute Enſemblebeſetzung ſehen. An Stelle
Weingart=
ners hofft er Mahler als Kapellmeiſter zu gewinnen.
* Zu einer Dichtergabefür die Roſegger=
Stiftung haben ſich 250 der erſten deutſchen Dichter
vereinigt. In der Form eines Buches, das im November
unter dem Titel „Der klingende Garten” erſcheint, wird
mit 400 Dichtungen eine Ausleſe zeitgenöſſiſcher deutſcher
Dichtungen gegeben werden. Das Autorhonorar ſoll der
Deutſchen Schutzſtiftung überlaſſen werden.
Peter Karl Freund von Mainz=Kaſtel, welcher wegen
Diebſtahls eine geringe Strafe und wegen
Brandſtif=
tung 6 Monate Gefängnis verbüßt hat, war aus der
Zwangserziehungsanſtalt in Klein=Zimmern entwichen
und bis an die holländiſche Grenze geraten; von dort
zog es ihn wieder nach der Heimat. Als er an der
Anſtalt vorbeikam, ſprach er angeblich mit einem
Zög=
ling, der mit ihm darin übereinſtimmte, daß ſolche
Inſtitute vernichtet werden müßten, ſie ſeien nur ein
Eingang ins Zuchthaus. Um der Anſtalt einen
Schabernack zu ſpielen, ſteckte er einen auf dem Felde
ſtehenden Heuhaufen in Brand. Er nahm an, dieſer
gehöre der Anſtalt. Der Haufen beſaß einen Wert von
150 Mark und brannte vollſtändig ab. Geſchädigt war
nicht das Stift, ſondern ein Landwirt von Klein=
Zimmern. Der Angeklagte, dem es auf die Strafe gar
nicht ankommt, der allein von der Erziehungsanſtalt
nichts mehr wiſſen will, wurde zu 1 Jahr
Gefäng=
nis verurteilt, 4 Wochen ſind durch die
Unterſuchungs=
haft verbüßt; er trat die Strafe an. — Ein Spezialiſt
im Stehlen von Fahrrädern iſt der 36 Jahre alte
Lud=
wig Wengert, der hier in der Moſerſtraße am
2. Auguſt ein daſelbſt abgeſtelltes Fahrrad wegnahm,
mit einer Nummerplatte, die er von einem früheren
Diebſtahl her beſaß, verſah und anderen Tages in
Büttelborn zum Verkauf anbot. Um ſein Eigentum
nachzuweiſen, legte er Papiere, die auf den Namen
Hörlein lauteten, vor, dieſe hatte er in der Satteltaſche
eines Rades gefunden, welches er in Koburg geſtohlen
hat. Gendarmen gegenüber legte er ſich auch den Namen
Hörlein bei. Er behauptet entſchieden, er habe das Rad
käuflich erworben. Das Gericht ſprach jedoch wegen
Diebſtahls 2 Jahre Zuchthaus und wegen
Füh=
rung eines falſchen Namens 3 Wochen Haft aus, letztere
ſind durch die Unterſuchungshaft verbüßt. Er fand ſich
mit ſeinem Los ab. — Der Schäfer Michael Boßler,
der ſeit dem Jahre 1869 zumeiſt nur das Gefängnis und
Zuchthaus wechſelt und zur Zeit 1 Jahr 3 Monate
Zuchthaus verbüßt, logierte ſich anfangs Januar in
Lorſch ein, erzählte, er ſei Schäfer, ſeine Herde käme
über den Odenwald. Einen kranken Hammel Cabe er
dabei, den er einſtellen müſſe. Das Tier wurde
unter=
gebracht und er wohnte zwei Tage im Gaſthof. In
dieſer Zeit wurden in der Gemarkung Bensheim und
Lorſch je ein Hammel aus einem Pferch geſtohlen. Der
Dieb war Boßler, der die Hammel, einen in Lorſch und
einen in Worms, für 22 Mark verkaufte. Er beſtreitet
beides ganz entſchieden und will zur kritiſchen Zeit in
der Gegend von Ravensburg geweſen ſein. Der Wirt
und die Käufer erkennen ihn jedoch beſtimmt wieder.
Das Gericht ſprach ihn daher ſchuldig und erhöhte die
1 Jahr 3 Monate auf 2 Jahre Zuchthaus.
* Preußiſche Klaſſenlotterie. Nach Schluß der
gegenwärtigen 223. Klaſſenlotterie gelangen in
je=
der Lotterie das große Los, die Prämie, ſowie
die Hauptgewinne von 200000 und 150000 Mark
z weimal z ur Auszah l ung, während
die Loſezahl nur von 300000 auf 380000 Stück, alſo noch
nicht um ein Viertel vermehrt worden iſt. Die
Möglich=
keit, das große Los, die Prämie und überhaupt höhere
Gewinne zu erhalten, iſt alſo nicht unerheblich geſtiegen.
Die Loſe tragen nicht die fortlaufenden Nummern von 1
bis 380000, ſondern werden künftig in zwei Abteilungen
mit der Bezeichnung I Nr. 1—190000 und II Nr. 1—190000
eingeteilt. Eine jede gezogene Nummer wird zweimal
aus=
gezahlt, einmal in der Abteilung I und gleichzeitig in der
Abteilung II. Wenn alſo z. B. ein Gewinn von 40000
Mark auf Nr. 95472 fällt, ſo kommen 40000 Mark auf
I Nr. 95472 und 40000 Mark auf II Nr. 95472 zur
Aus=
zahlung. Der Einſatzpreis für jede Klaſſe beträgt wie
bisher 40 Mark für ein ganzes Los, 20 Mark für ein
halbes, 10 Mark für ein Viertel=, 5 Mark für ein Achtellos.
Zehntelloſe fallen bei der neuen Lotterie weg. An Stelle
der wegfallenden Zehntelloſe treten Achtelloſe. Die
Spie=
ler, welche bisher ein ganzes, ein halbes, ein Viertel=, ein
Achtellos von den Nummern 1—174000 geſpielt haben,
er=
halten ihre bisherigen Nummern wieder. Bei der
voraus=
ſichtlich wieder ſehr ſtarken Nachfrage nach preußiſchen Loſen
iſt es aber dringend nötig, dem Lotterieeinnehmer ſo bald
wie möglich mitzuteilen, ob die bisherige Nummer weiter
gewünſcht wird. Durch die Umwandlung der Zehn=
Zehntel= in Acht=Achtelloſe fallen zwei bisherige
Zehntel=
ſpieler aus, denen dafür andere Losabſchnitte zur
Ver=
fügung geſtellt werden. Die Zuteilung der Acht=Achtelloſe,
welche an Stelle der bisherigen Zehn=Zehntelloſe treten,
* Truſt im Buchhandel? Zwölf der
bedeutend=
ſten deutſchen Kommiſſionsbuchhandlungen, darunter F.
Volckmar und K. F. Köhler in Leipzig, ſind laut Leipziger
Neueſten Nachrichten eine Intereſſengemeinſchaft
eingegan=
gen, die ſechs bis ſieben Zehntel des geſamten Umſatzes
im deutſchen Buchhandel umfaßt. Der Eintritt weiterer
buchhändleriſcher Firmen ſteht bevor. Damit iſt die
Schaffung eines gewaltigen Truſts im Buchhandel
nahe=
gerückt.
Kleines Feuilleton.
* Eine 4000 Jahre alte Wohnſtätte. Wie
dem Hann. Cour. aus Stockholm geſchrieben wird, wurde
in Alvaſtra (bei dem See Vättern in Mittelſchweden)
un=
längſt ein Pfahlbau entdeckt, der nicht nur der größte,
ſon=
dern auch der älteſte aller bisher bekannten Pfahlbaue iſt;
die Wohnſtätte hat das anſehnliche Alter von 4000 Jahren.
Das Areal dieſes Pfahldorfes, wie man es in dieſem
Falle bezeichnen muß, umfaßt 2000 Quadratmeter.
Hier=
von ſind bisher nur 175 Quadratmeter bloßgelegt
wor=
den. Außer Tierknochen wurden auch allerlei
Pflanzen=
reſte, Nußſchalen, Getreidekörner und getrocknete Aepfel
ans Licht gebracht. Am intereſſanteſten aber ſind die
gleichfalls aufgefundenen Hirſekörner; zurzeit gedeiht die
Hirſe nämlich nicht nördlicher als in Nordafrika und in
Südeuropa; damals wuchs ſie alſo auch in Schweden.
Die Tierwelt weiſt dieſelben Haustiere wie jetzt, überdies
aber zahlreiche Waldtiere auf, die ſich jetzt nicht mehr
fin=
den, u. a. die wilde Katze. Auch zahlreiche Grabſtätten
wurden in dem Pfahlbau gefunden; die darin befindlichen
Skelette weiſen auf faſt Rieſen hin. Die Urſache der
Er=
richtung jenes koloſſalen und ſchwer zugänglichen
Pfahl=
baues iſt jedenfalls die damals herrſchende Feindſchaft
zwiſchen der ſkandinaviſchen Bevölkerung und den
nicht=
ſkandinaviſchen Stämmen, die am Ufer der Oſtſee
wohn=
ten, geweſen.
* Verlobungsſteine. Was ein
Verlobungs=
ring iſt, weiß in Deutſchland und darüber hinaus
jeder=
mann, auch wird manchem bekannt ſein, daß in gewiſſen
frieſiſchen Gegenden der Bräutigam als Zeichen des
ge=
ſchloſſenen Verlöbniſſes nicht einen Ring, ſondern eine
ſeltene Münze überreicht. Aber von Verlobungsſteinen
wußte nän bis vor kurzem gar nichts, und erſt
der Leipziger Profeſſor Weule hat uns von ihnen,
ſowie die Zuteilung der Loſe, die an Stelle der
ausfallen=
den Stammloſe über 174000 treten, erfolgt nach der Reihe
der eingegangenen Beſtellungen mit der Maßgabe, daß
den bisherigen Spielern möglichſt ähnliche Nummern
zu=
geteilt werden ſollen. Die Verteilung der Loſe an die
ein=
zelnen Einnehmer iſt ſo erfolgt, daß kein
Lotterieeinneh=
mer dieſelbe Nummer in der Abteilung I und der
Abtei=
lung II erhalten hat. Beſtellungen auf neue Loſe zur
nächſten Lotterie werden ſchon jetzt angenommen und nach
der Reihe ihres Eingangs erledigt. Die Loſe zur 1. Klaſſe
224. Lotterie werden für die bisherigen Spieler in der
Zeit vom 9. bis 23. Dezember möglichſt aufbewahrt.
n. Eine Satzungsändsrung der Süddeutſchen
Eiſen=
bahngeſellſchaft (in der Generalverſammlung am 18.
September 1909 zuſtande gekommen) entbehrt bis jetzt
noch der in der Konzeſſionsurkunde vorgeſehenen
Ge=
nehmigung der Regierung. Deshalb hatte das
Amts=
gericht I die vom Vorſtand beantragte Eintragung der
Aenderung in das Handelsregiſter abgelehnt und auf
Beſchwerde war von der Kammer für Handelsſachen
des hieſigen Landgerichts der gleiche Standpunkt
ein=
genommen worden. Nunmehr hat jedoch das
Ober=
landesgericht der weiteren Beſchwerde ſtattgegeben und
jene Ablehnung, welche auf der analogen. Anwendung
des § 195 Abſ. 6 Handelsgeſetzbuchs beruht, als
un=
gerechtfertigt erklärt. Ein Analogon ſei nach dem
ſonſtigen‟ Inhalt des Geſetzes ausgeſchloſſen und der
Regiſterrichter könne deshalb den Eintrag nicht von
Vorlage der Genehmigung abhängig machen.
Unbe=
rührt bleibe allerdings die Frage, welchen Einfluß
jener Mangel in ſonſtiger rechtlicher Hinſicht
bezüg=
lich der Gültigkeit der Aenderung habe.
* Die Verkehrseinnahmen aus dem Perſonen= und
Güterverkehr betragen nach vorläufiger Feſtſtellung:
1. für die Eiſenbahndirektionsbezirke Frankfurt a. M.
und Mainz: a) im Monat September 1910 12370000
Mark oder gegen das Vorjahr mehr 221000 Mark
— 1,82 Prozent; b) in der Zeit vom Beginn des
Rech=
nungsjahres 71780000 Mark oder gegen das Vorjahr
mehr 3553000 Mark — 5,21 Prozent; 2. für die
Preu=
ßiſch=Heſſiſche Eiſenbahngemeinſchaft: a) im Monat
September 1910 176648000 Mark oder gegen das
Vor=
jahr mehr 13006000 Mark — 7,95 Prozent, b) in der
Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 1030 238000
Mark oder gegen das Vorjahr mehr 64350000 Mark
— 6,66 Prozent. (Darmſt. Ztg.)
nn. Zur Stadtverordnetenwahl. In der am
Mitt=
woch abend im Kaiſerſaal abgehaltenen
Vorſtands=
ſitzung des Darmſtädter Hausbeſitzervereins wurde die
vom Wahlausſchuß für die Stadtverordnetenwahlen
1910 aufgeſtellte Kandidatenliſte einſtimmig
abge=
lehnt und beſchloſſen, dem Ausſchuß zwei Kandidaten
aus den Reihen des Hausbeſitzerſtandes zu
präſen=
tieren. Angeſichts der außerordentlich ſtarken
Be=
laſtung des Grund und Bodens, der
Bodenreformbe=
ſtrebungen und der Gartenſtadtbewegung ſoll, dieſe
Forderung des Vereins mit allen Mitteln vertreten
eventuell ein ſelbſtändiges Vorgehen mit anderen
Pax=
teien in Ausſicht geſtellt werden. Ein Agitationsfonds
wurde bewilligt und eine achtgliederige
Wahlköm=
miſſion gebildet.
* Juſtizrat Dr. Mayer. Der Großh.
Oberlandes=
gerichtsſekretär, Herr Juſtizrat Dr. Mayer, iſt, wie ſchon
kurz mitgeteilt, im Alter von 55 Jahren im ſtädtiſchen
Krankenhauſe dahier verſtorben. Er wurde am 3. Januar
1855 zu Gießen geboren. Nachdem er ſich im Frühjahr
1876 der juriſtiſchen Fakultätsprüfung und im Herbſt 1878
der Staatsprüfung mit gutem Erfolg unterzogen hatte,
widmete er ſich dem Staatsdienſt und war vom 1. Mai
1880 ab an den Landgerichten zu Gießen und Darmſtadt,
ſowie am Oberlandesgericht als Hilfsgerichtsſchreiber
ver=
wendet. Am 25. Juli 1887 erfolgte ſeine Ernennung zum
Sekretär am Großh. Landgericht zu Darmſtadt und am
23. September 1903 wurde ihm als Nachfolger des Herrn
Juſtizrats Scharmann die Stelle des
Oberlandesgerichts=
ſekretärs übertragen. Am 16. Juli 1895 wurde ihm der
Charakter als Juſtizrat, am 25. November 1906 das
Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen verliehen. Herr Juſtizrat Dr. Mayer zog
ſich auf ſeiner Ferienreiſe im Auguſt d. J. infolge eines
Sturzes eine Nervenerſchütterung zu, die ihn nötigte, ein
Sanatorium aufzuſuchen. Da er nach Ablauf ſeines
Ur=
laubs noch keine Heilung gefunden hatte, wurde ihm
wei=
terer Urlaub bewilligt. Er beabſichtigte, ſich wiederum
einer Sanatoriumsbehandlung zu unterziehen, verſtarb
Namangahlu, wie ſie heißen, d. h. eigentlich „Mundſteine‟
erzählt. Bei den Makau, einem Negerſtamm in Oſtafrika,
gibt es dieſe ſeltſamen Symbole. Es handelt ſich um
klare, vom Waſſer abgeſchliffene Kieſel, deren ſchönſte ſich
im Bette des Rovumafluſſes finden. Liebt nun ein
Makua=
jüngling ein Mädchen und gedenkt er es zu heiraten, ſo
iſt es Ehrenſache für ihn, ihr ſolche Steine mitzubringen,
und die Schöne bewahrt ſie in Ermangelung anderer
Be=
hältniſſe im Munde, unter der Zunge auf. Iſt der
Jüng=
ling ſehr gelant, ſo hat ſie ein ganzes Neſt von ſolchen
haſelnußgroßen Steinen dauernd im Munde. Das mag
unbequem ſein, aber unbequemer iſt es ſicher noch, daß
die Beſitzerin der Mundſteine damit nicht renommieren
darf. Denn niemand darf die Verlobungskieſel ſehen, als
der Geliebte ſelber.
— Ein Elefant, der tauſend Leben
rettete. Die jüngſt gemeldete
Ueberſchwemmungs=
kataſtrophe am Ganges, der bei Sorori zahlreiche
in=
diſche Pilger zum Opfer gefallen ſind, würde ohne die
Klugheit eines Elefanten weit größeres Unglück
an=
gerichtet haben. Während Tauſende von Pilgern in
den heiligen Fluten badeten, ſtieg plötzlich das
Waſ=
ſer, und 200 der Frommen ertranken. Der Elefant
aber, der einem gewiſſen Jung Bahadur gehört, rettete
mehr als tauſend der Pilger aus dem Fluſſe. An
ſei=
nem Geſchirr wurden lange Seile befeſtigt, immer
wieder ſchwamm das wackere Tier in die Fluten
hin=
aus, und an den Seilen ließen ſich die bedrängten
Pil=
ger ans Ufer ziehen.
C Ein ſicheres Gefängnis. Ein
ſinn=
reiches Verfahren, um Ausbruchsverſuche aus
Straf=
anſtalten zu verhindern, iſt nun in dem Zuchthaus
von Dillon in den Vereinigten Staaten eingeführr
worden, nachdem ein ſchlimmer Verbrecher eine
auf=
ſehenerregende Flucht bewerkſtelligt hatte. Auf
Vor=
ſchlag eines kanadiſchen Technikers hat man die
Eiſen=
barren der Gefängnisfenſter mit der elektriſchen
Leit=
ung verbunden und in allen Zellen eine lakoniſche
Warnung angeſchlagen: „Wer die Fenſter berührt, tut
dies auf eigene Gefahr, da von dem Gitter ein Strom
von 2000 Volt ausgeht.‟ Das wäre aber geradezu eine
Verleitung zum Selbſtmord!
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
Nummer 253.
jedoch vorgeſtern plötzlich im hieſigen ſtädtiſchen
Kranken=
hauſe. Dem Verewigten, der lange Jahre in Darmſtadt
gelebt hat und eine in weiten Kreiſen bekannte
Perſön=
lichkeit war, iſt ein ehrenvolles Andenken geſichert. Er hat
in den von ihm bekleideten Aemtern ſtets Tüchtiges
ge=
leiſtet und ſich durch Pflichttreue ausgezeichnet.
— Ihr 91. Lebensjahr vollendet am nächſten
Samstag, den 29. Oktober, die Witwe Röder (
Alexander=
ſtraße 13.) Das alte Mütterchen hat auf der ganzen
Welt keinen Menſchen mehr, der ihr verwandtſchaftlich
näher ſteht, und ſie ernährt ſich noch immer durch ihrer
eigenen Hände Arbeit, ſo gut es ihre Augen zulaſſen (ſie
iſt Couvertenſtepperin); aber ihr Vertrauen auf den
lieben Gott und gute Menſchen hat ſie noch nie
ver=
laſſen, die ihrer gewiß auch für den bevorſtehenden
Winter gedenken werden.
*X* Der Vorſtand der Fortſchrittlichen Volkspartei
in Heſſen hat ſich dem Beſchluß vom vorigen Sonntag in
Mainz entſprechend jetzt an den Vorſitzenden des
Landes=
ausſchuſſes der Nationalliberalen Partei Heſſens, Herrn
Abg. Dr. Oſann, mit der Anfrage gewandt, ob die
Nationalliberale Partei zu näheren Verhandlungen über
die kommenden Reichstagswahlen im Sinne der Mainzer
Beſchlüſſe bereit ſei. Es wird deshalb demnächſt eine
außerordentliche Sitzung des Nationalliberalen
Landes=
ausſchuſſes einberufen werden, die ſich mit dieſer Anfrage
näher beſchäftigen ſoll.
* Backesgedenkſtein. Die Enthüllung des dem
langjährigen Obmann Rektor Backes vom
Landes=
lehrerverein auf dem hieſigen Friedhofe geſetzten
Ge=
denkſteines findet am Sonntag, den 13. November,
ſtatt.
K.-p. V Vortrag. Im letzten Sommer erregten
die Mitteilungen der Blätter über den in Berlin
tagenden „Weltkongreß für freies Chriſtentum”
leb=
haftes Intereſſe bei weiten Kreiſen. Es iſt gewiß
vie=
len erwünſcht, das Urteil eines Mannes darüber zu
hören, der, wie Pfarrer Werner in Frankfurt a. M.,
in chriſtlichen Kreiſen wie im öffentlichen Leben eine
höchſt angeſehene Stellung einnimmt. Derſelbe, als
geiſtvoller und volkstümlicher Redner weithin bekannt,
wird am Montag, den 31. Oktober, nachmittags 3 Uhr,
im Kaiſerſaal dahier einen Vortrag über dieſes Thema
halten. Freie Diskuſſion findet ſtatt. Der Eintritt
iſt für jedermann frei. (Siehe auch Anz.)
— Wiſſenſchaftliche Vorträge über religiöfe
Fragen. Auf den Freitag, den 28. d. M. abends im
Kaiſerſaal ſtattfindenden Vortrag des Herrn Geheimen
Kirchenrats Profeſſor D. Baldenſperger von Gießen
über Geſchichte und Mythus im
Urchriſten=
tum” ſei hierdurch nochmals hingewieſen.
* Jpachimſche Geſangſchule. Die ſeit vielen Jahren
hier beſtehende Joachimſche Geſangſchule, Parcusſtr. 9,
veranſtaltet am Montag, den 31. Oktober, im Saale zur
Loge, Sandſtraße 18, ihren jährlichen Vortragsabend.
Sämtliche Geſänge werden nur von Schülern der oberen
Klaſſe ausgeführt, deren Leiſtungen in hieſigen wie
auswärtigen Konzertſälen auf das Vorteilhafteſte
be=
kannt ſind.
— Odenwaldklub. Die Ortsgruppe
Darm=
ſtadt des Odenwaldklubs veranſtaltete am
Mittwoch im „Fürſtenſaal” einen Vortragsabend, der
außerordentlich ſtark beſucht war. Herr Beigeordneter
Mueller, der Redner des Abends, begrüßte die
ſtattliche Verſammlung mit einem Hinweis auf die
be=
ginnende Winterſaiſon des Odenwaldklubs. Dieſer
biete ſeinen Mitgliedern wenig Gelegenheit zu
Feſt=
lichkeiten, und die Veranſtaltung dieſes Abends habe
auch den Zweck, dem Ziele des Odenwaldklubs zu
dienen: die Freude am Wandern zu fördern. Wem es
verſagt ſei, an Wanderungen teilzunehmen, dem werde
in den Vorträgen ein gewiſſer Erſatz geboten, vor
allem gelte dies für die Frauen. Herr Beig. Mueller
teilte ſodann das Programm der übrigen
Vortrags=
abende dieſes Winters mit, zu denen namhafte Redner
gewonnen ſeien; den Abſchluß werde eine größere
Ver=
anſtaltung zum Beſten der Volksſchülerwanderungen
bilden. Dem Ehrenmitgliede des Klubs, Miniſter
Braun, wünſchte er baldige Geneſung, und den
Glück=
wünſchen hierzu ſchloß ſich die Verſammlung unter
leb=
haftem Beifall”an.
Herr Beig. Mueller ging nun zu dem Thema
ſeines Vortrages über, das eine
Schweizer=
reiſe nach dem Linthtal und den Bergrieſen des
Kan=
tons Glarus bildete. Der Vortragende ſprach im
Ein=
gang ſeiner Rede die Befürchtung aus, daß es eigentlich
gewagt ſei, heute noch die Erlebniſſe einer
Schweizer=
reiſe in einem Vortrage darzubieten, denn was früher
ein Ereignis geweſen ſei, wäre heute etwas Alltägliches.
Das Reiſen ſei gegen früher verbilligt, ſelbſt bei der
Fahrkartenſteuer in allen Schichten der Bevölkerung
ſei die Luſt am Reiſen und Wandern geſtiegen.
Trotz=
dem die Schönheiten des deutſchen Mittelgebirges
er=
kannt wären, hätte der Beſuch der Schweiz, Norwegens
uſw. noch zugenommen. Aber wie viele, ſo frägte der
Redner mit Recht, kennen die Schweiz wirklich und den
Zauber der Hochgebirge? Doch nur die, die ihn
wirk=
lich erlebt haben, und das ſind nicht allzu viele. Herr
Beig. Mueller gab nun eine ausgezeichnete Schilderung
ſeiner Touren von dem Orte Linthtal aus nach den
umliegenden Bergen des Kantons Glarus. Der
Vor=
trag war durch vortreffliche Lichtbilder unterſtützt;
mehr noch feſſelten die Schilderungen von den
Fähr=
niſſen beim Wandern über die Glarniſchkette. Es
würde zu weit führen, auf Einzelheiten einzugehen.
Das Publikum zeigte ſich für das Gebotene
außer=
ordentlich dankbar, folgte dem Redner mit
geſpannte=
ſter Aufmerkſamkeßt und ſpendete zum Schluß
leb=
haft Beifall. Dem Dank für den Redner gab Profeſſor
Kiſſinger nochmals in Worten beſonders Ausdruck.
Die Ortsgruppe Offenbach des
Odenwald=
klubs wird nächſten Sonntag Darmſtadt beſuchen und
um 6,42 Uhr abends mit der Bahn eintreffen. Die
hieſigen Klubmitglieder werden ſich mit ihnen im Hotel
Merz (am Bahnhof) treffen.
— Herberge zur Heimat. Der rauhe Winter ſteht
vor der Tür. In vielen Betrieben wird die Arbeit
ver=
mindert, wenn nicht ganz eingeſtellt, und eine Menge
Arbeiter iſt gezwungen, auf die Wanderſchaft zu gehen,
um in anderen Gegenden Erwerb zu ſuchen. Wie wohl
tut es einem ſolchen frierenden und müden Wanderer,
wenn er abends in der Herberge zur Heimat
Unter=
kunft findet und in ein warmes Bett kommt. In der
hieſigen Herberge zur Heimat reichen die Betten leider
nicht mehr aus und bittet der Vorſtand daher
edel=
denkende Menſchen, denen es vergönnt iſt, im eigenen
behaglichen Heim nach vollbrachtem Tagewerk
auszu=
ruhen, mit beizutragen zur Linderung der Not der
armen Brüder von der Landſtraße und ihm bei der
Anſchaffung von Betten durch Gaben an Geld und
Bettwerk behilflich zu ſein. Der Hausvater der
Her=
berge zur Heimat, Herr Wilh. Huhn, Große
Ochſen=
gaſſe Nr. 8, iſt gerne bereit, gebrauchte Deckbetten,
Kiſſen und ſonſtiges Zubehör abholen zu laſſen.
§ Schutzmanusſchule. An der gemeinſamen
Schutz=
mannsſchule für das Großherzogtum Heſſen hat geſtern
vormittag der diesjährige Herbſtlehrgang dahier im
Polizeiamtsgebäude begonnen. Es iſt dies ſeit Beſtehen
der Schule der zwölfte Lehrgang. An dem Unterricht
nahmen 7 Schutzleute aus Mainz, 4 Schutzleute aus
Worms, 2 Schutzleute aus Darmſtadt, 2 Schutzleute aus
Offenbach und 1 Schutzmann aus Gießen, im ganzen
16 Mann, teil.
C. Erfindung. Herr Jakob Ackermann hier,
Nie=
derſtraße 15, hat kürzlich für eine Atmungsvorrichtung
für Luftſchiffer ein Patent erhalten. Dieſer Apparat
hat auch für Bergſteiger behufs Verhütung der
Berg=
krankheit Bedeutung.
C. Beſitzwechſel. Das den Erben des Oberſt von
Bouchenröder gehörige rund 21000 Quadratmeter
ent=
haltende Gut, Stadtallee 2, iſt zum Preiſe von 192000
Mark an den Fiskus übergegangen .
— Seltenes Jagdſtück. Ein weißgeſcheckter
Rehbock, welcher von Herrn Koch in Stockheim
er=
legt und im Atelier des Herrn Präparators Ernſt
Achen, Grafenſtr. 22, ausgeſtopft wurde, iſt
gegen=
wärtig im Schaufenſter der Waffenhandlung Gg. Link,
Grafenſtr., ausgeſtellt.
gs- Aufgefunden. Geſtern vormittag nach 7 Uhr
wurde von Streckenarbeitern der Süddeutſchen Eiſenbahn
in der Tanne unterhalb der Brücke der Griesheimer
Chauſſee ein 70jähriger, obdachloſer Mann aus
Beſſungen aufgefunden. Er hatte die ganze Nacht
dort gelegen und war völlig erſchöpft. Die
Rettungs=
wache brachte den Mann mittels Krankenautomobils
nach dem ſtädtiſchen Krankenhaus.
§ Fahrraddiebſtahl. Am Dienstag abend zwiſchen
7 und 8 Uhr iſt ein Fahrrad, welches auf kurze Zeit in
der Toreinfahrt des Hauſes Eſchollbrückerſtraße 6
auf=
geſtellt war, geſtohlen worden.
— Pfungſtadt, 27. Okt. Der Starkenburger
Geflü=
gelzüchter=Verband veranſtaltet am 19., 20. und 21.
No=
vember im großen Saale des „Darmſtädter Hof” ſeine
6. Verbandsausſtellung. Das Protektorat über
die Ausſtellung hat der Provinzialdirektor, Herr
Ge=
heimerat Fey in Darmſtadt, übernommen. Der
Land=
wirtſchaftskammer=Ausſchuß für Starkenburg hat für
die von ihm als leiſtungsfähig anerkannten
Nutz=
geflügelraſſen 150 Mark als Kammerpreiſe zur
Ver=
fügung geſtellt. Außerdem werden noch das
anteil=
mäßige Standgeld und eine große Anzahl wertvoller
Ehrenpreiſe vergeben.
S. Michelſtadt i. O., 27. Okt. Am 30. Oktober wird
die im Laufe des Sommers renoviexte
Stadt=
kirche in Michelſtadt eingeweiht. Daß die
Wie=
derherſtellungsarbeiten von ziemlichem Umfange waren,
erſieht man an der aufgewendeten Summe von 63000
Mark. Die Vergangenheit des Gotteshauſes wird von
Oberpfarrer Bernbeck von Michelſtadt in der „
Feſt=
ſchrift” eingehend geſchildert. An der Stelle, wo heute
die Kirche ſteht, errichteten einſt Kilian oder ſeine
Freunde und Schüler ein Holzkirchlein. Vor dieſem
zierte den Platz wohl ein heidniſches Heiligtum. In
der nördlichen Längswand der Kirche nach dem Chor
zu war nämlich ein auf vier Seiten mit Bildniſſen von
Gottheiten geſchmückter Opferſtein eingemauert, der
jetzt im Schloßhof in Erbach ſteht. Zu Eginhards Zeit
wurde dieſes Holzkirchlein wahrſcheinlich erweitert, da
es wohl zu klein war, und die alten Schriften des
Kloſters Fulda berichten aus dem Jahr 821: „
Einweih=
ung der Kirche zu Michlinſtadt im Odenwalde‟. Dieſe
Holzkirche wurde nach Anſicht der Altertums= und
Ge=
ſchichtsforſcher von Abt Gerboda von Lorſch im Jahre
960 durch einen Steinbau im romaniſchen Stil erſetzt.
Dieſe Kirche war der Jungfrau Maria geweiht. Als
die jetzige Kirche renoviert wurde, ſtieß man zwar auf
Mauerreſte der alten romaniſchen Kirche, die aber über
einſtige Größe und Ausdehnung derſelben keinerlei
beſtimmte Schlüſſe zuließen. In der alten Kirche
ſtanden zweiſellos mehrere Steinaltäre, zwei
Stein=
ſärge und verſchiedene Grabdenkmäler, die auch noch
in der jetzigen, gotiſchen Kirche zu finden ſind. Dieſe
wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts
er=
baut, wohl deshalb, weil die alte Kirche baufällig oder
zu klein war. Die Bauzeit für die neue Kirche erſtreckte
ſich auf mehrere Jahrzehnte, deshalb darf man wohl
annehmen, daß die neue Kirche über die alte gebaut
wurde, was damals öfter gemacht wurde. Tadurch war
es möglich, die Gottesdienſte ohne Unterbrechung im
alten Gebäude ſolange zu halten, bis das neue fertig
war. Die verſchiedenen Etappen im Bau der Kirche ſind
gekennzeichnet durch mehrfache Inſchriften. Nach dieſen
wurde im Jahre 1461 der erſte Stein des Chores gelegt.
Im Jahre 1475 geſchah die Erneuerung des
Haupt=
baues, und das Langhaus wurde 1490 vollendet. Der
Turm wurde 1507 begonnen, 1537 geſchah die Bedachung
desſelben. Die Kirche zeigte folgende Geſtalt: an das
Langhaus mit hohem Mittelſchiff und zwei
Seiten=
ſchiffen ſchließt ſich das ſtattliche Chor an, außer dem
Turm befinden ſich außen, links und rechts, noch zwei
Kapellenbauten. Die Form der Kirche folgt alſo dem
Baſilikalſyſtem.
Im Jahre 1490 wurde die Kirche eingeweiht. Die
Einrichtung entſprach dem damals allgemein üblichen
katholiſchen Kult. Das änderte ſich jedoch bald, da in
der Grafſchaft Erbach die Reformation früh Eingang
fand, die förmliche Erklärung für Luthers Lehre
er=
folgte im Jahre 1539; und 1544 wurden die katholiſchen
Meßgewänder, Bilder uſw. überall in der Grafſchaft
beſeitigt und im Schloſſe in Erbach aufbewahrt. Das
baufällige Chor wurde im Jahre 1543 renoviert. Die
Schäden, die der 30jährige Krieg 1622 der Kirche
zu=
fügte, wurden 1624 beſeitigt, worüber eine in der
Sakriſtei befindliche hölzerne Tafel Aufſchluß gibt. Mit
dem Wachstum des Kirchſpiels und der Gemeinde
Michelſtadt ſtellte ſich Raummangel im Gotteshauſe ein.
Im Jahre 1669 wurde deshalb mit dem Einbauen von
Emporen begonnen, dieſe wurden dann vermehrt und
erneuert gelegentlich der größeren
Renovierungs=
arbeiten in den Jahren 1747 und 1748. Größere
Aus=
beſſerungen an Turm und Dach brachte das Jahr 1865.
Ein Blitzſtrahl, der im Jahre 1892 in den Turm fuhr,
ohne jedoch Schaden anzurichten, veranlaßte im Jahre
1894 die Anbringung einer Blitzableitungsanlage.
Schon im Jahre 1856 war eine gründliche
Reno=
vierung der Kirche geplant; Verhandlungen zogen ſich
jahrelang hin, ohne ein greifbares Reſultat zu zeitigen.
Da regte Oberbibliothekar Profeſſor Dr. Liſt=
Straß=
burg den Gedanken einer Kirchbaulotterie an, deren
Ziehung im Auguſt 1897 ſtattfand. Die Frucht dieſes
Erträgniſſes war zunächſt die Verlegung der wertvollen
Bibliothek, die auf ein Gutachten des Denkmalpflegers
Profeſſor Wickop erfolgte. Zur Beratung der
wei=
teren Wiederherſtellung waren im Jahre 1909 Geh.
Oberkonſiſtorialrat Merck, Geh. Oberbaurat Profeſſor
Hofmann, Geh. Baurat Profeſſor Wickop und
Kirchen=
baumeiſter Profeſſor Pützer in Michelſtadt anweſend.
In einer im Oktober 1909 ſtattgehabten Verſammlung
hielt Profeſſor Pützer einen Vortrag über den vin
ihm aufgeſtellten Bauplan, deſſen Ausführung 63000
Mark Koſten verurſachte. Dieſes Projekt wurde zur
Ausführung angenommen und am 25. April 1910 mit
deſſen Ausführung begonnen. Profeſſor Pützer hatte
die Oberleitung, die lokale Leitung der Arbeiten führte
Kirchenbauaufſeher J. Meyer. Außer dem Ertrag der
Lotterie wurde die Bauſumme aufgebracht durch reiche
Stiftungen und eine Kapitalaufnahme. Die Renovation
beſeitigte die in die Nebenſchiffe und die Hochwände
gebauten Emporen und brachte Zentralheizung, eine
neue Orgel, ſchöne Gruppierung der Grabſteine,
kunſt=
volles Portal und geſchmackvolle Ausſchmückung der
Wände, bei welch letzterer frühere Malereien geſchickt
verwendet wurden. Durch zweckmäßiges Stellen der
Bänke und Vermehrung der Sitzplätze im Chor wurde
Erſatz geſchaffen für die mit den Emporen weggefallenen
Plätze. Die alte Orgel war in den Triumphbogen
ein=
gebaut, die neue iſt über dieſem angebracht.
t. Lindenfels 26. Okt. Geſtern mittag trafen die
Großfürſtin Sergius von Rußland, ſowie
die Prinzeſſin von Battenberg zu einem
Be=
ſuche in der Eleonorenheilſtätte bei Winterkaſten ein.
Unter Führung der Herren Dr. Sell und Verwalter
Bühler wurden die Einxichtungen der Anſtalt
be=
ſichtigt, über die ſich die hohen Herrſchaften lobend und
anerkennend ausſprachen. Gegen abend verließen ſie.
wieder die Anſtalt. — Im benachbarten Eulsbach
verſuchte ein Einbrecher die Kaſſe des
Gemeinde=
rechners, der ſich mit ſeiner Familie auf der
Linden=
felſer Kirchweih befand, zu „revidieren” Mit einem
Beil erbrach er die Kommode. Doch mußte er
unver=
richteter Sache wieder abziehen, da der Rechner die
Kaſſe mit 1500 Mark Inhalt vor ſeinem Weggange
anderweitig verwahrt hatte. — Auf eine zur Beſetzung
ausgeſchriebene hieſige evangeliſche Lehrerſtelle haben
ſich bloß 3 Bewerber gemeldet.
Reichelsheim i. O., 27. Okt. Bei den
Aufräumungs=
arbeiten des durch Brand zerſtörten Gaſthauſes zur
Ruine Rodenſtein wurde im Schutte eine große eiſerne.
Platte vorgefunden, die die Jahreszahl 1588 trägt.
Auf ihr iſt die bibliſche Erzählung „Vom goldenen
Kalb” plaſtiſch dargeſtellt. Darunter ſtehen die Worte:
„Exodus” „Das Volk ſetzte ſich zu eſſen und trinken,
ſtand auf zu ſpielen‟. Der Beſitzer gedenkt, den Fund
nicht zu veräußern, ſondern will ihn im Neubau
ein=
mauern laſſen.
Mainz, 26. Okt. In der heutigen Sitzung dee
Stadtverordneten wies der Beig. Berndt mit
Entſchiedenheit alle Anklagen gegen die
Polizei=
aſſiſtentin zurück. Nach eingehender
Unterſuch=
ung hätten ſich alle Anſchuldigungen als grundlos
er=
wieſen. Juſtizrat Stadtverordneter Dr. Horch glaubte
dagegen im Beſitz von Material zu ſein, das die
Miß=
griffe der Polizeiaſſiſtentin einwandfrei beſtätige. Nach
langer Debatte einigte man ſich dahin, das Material
dem Oberbürgermeiſter zur Prüfung und ſpäterer
Be=
richterſtattung an die Stadtverordneten=Verſammlung
zu überlaſſen.
Worms, 27. Okt. Eine
Gläubigerverſamm=
lung der Firma Molz u. Forbach fand heute
nach=
mittag im „Europäiſchen Hof” ſtatt. Die Aktiven
be=
laufen ſich auf 104822 Mark, deren Realiſationswert.
auf höchſtens 50000 Mark zu ſchätzen iſt. Die Paſſiva
betragen rund 300000 Mark. Abzüglich der Koſten.
eines Konkursverfahrens von 7—8000 Mark, Miete
7000 Mark, Gehälter 6000 Mark, Hypothekenzinſen 3000
Mark, aus laufenden Verträgen und ſonſtigen Un=.
koſten von etwa 1000 Mark würde ein Reſt von 25000
Mark, alſo etwa 8 Prozent für die Gläubiger bleiben.
Die Erklärung des Konkurſes wird deshalb allgemein
als unvermeidlich betrachtet.
Oſthofen, 26. Okt. Bei der heutigen
Schöffen=
gerichtsſitzung ereignete ſich beim Abführen von
verurteilten Zigeunern folgender Vorfall: Als
Wachtmeiſter Fiſcher mit zwei Zigeunern das
Amts=
gerichtsgebäude verließ, um dieſe in das Haftlokal.
ein=
zuliefern, entſprangen beide, der eine nach links,
der andere nach rechts. Auf wiederholtes Haltrufen.
blieb der Zigeuner Adam nicht ſtehen, worauf
Wacht=
meiſter Fiſcher einen Schuß abgab. Erſt hierauf ſank
er vor Schreck zuſammen und ließ ſich abführen. Der
Gefangenwärter Brehm eilte dem anderen Flüchtigen
nach, und es gelang ihm, nachdem der Zigeuner von
Paſſanten aufgefangen wurde, ihn in das Haftlokal
einzubringen. Das Geſchrei der anweſenden
Zigeuner=
weiber war unbeſchreiblich. Die Frau des
obengenann=
ten Adam, auf den geſchoſſen wurde, ſprang dem
Wacht=
meiſter Fiſcher ins Geſicht und konnte von dieſem nur
durch Fauſtſchläge und vorgehaltenem Revolver los=,
gebracht werden. Die Weiber wurden ſodann von=
Wachtmeiſter Schäfer über die Kreisgrenze trans=,
portiert.
Bermersheim, 26. Okt. Geſtern wurde das
Fuhr=
werk des Landwirts Wagner von hier auf dem
Uebergang zwiſchen Albig und Armsheim von dem;
Mainzer Zug um 12 Uhr überfahren. Der Wagen
wurde total zertrümmert. Eine Kuh kam mit heiler
Haut davon, während die andere abgeſchlachtet werden
mußte. Der Unfall ſoll durch Nichtſchließen der
Schranken herbeigeführt worden ſein.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 26. Okt. Berliner
Blät=
tern wird mitgeteilt, daß der Landgraf von
Heſ=
ſen mit Gefolge (Oberleutnant Riedeſel Freiherr zu
Eiſenbach und Hauptmann Freiherr Schenck zu
Schweinsberg) am 5. Nopember eine dreimonatige
Reiſe nach Kanada und den Vereinigten Staaten
be=
enden und auf dem Dampfer „Kaiſerin Auguſte
Vik=
toria” nach Deutſchland zurückkehren wird. Der
Land=
graf wurde ſeitens der kanadiſchen Regierung bei
ſei=
ner Ankunft in Quebee und an den Sitzen der
Vize=
gouverneure offiziell begrüßt. Kanada wurde auf den
Canadian Pacific Railway, die einen Salonwagen
zur Verfügung geſtellt hatte, bis Vancouver mit
län=
gerem Aufenthalt in den Rocky Mountains durchquert.
Die Rückreiſe erfolgt von Vancouver über Seattle,
Chicago, New=York. — In der Streitſache
Le=
bius gegen Karl May, in der es ſich um den
Le=
biusſchen Antrag auf Aufhebung der gegen ihn
erlaſſe=
nen einſtweiligen Verfügung handelt, nach der er
keinerlei ehrenkränkende Angriffe gegen May bringen
und ihn zum Beiſpiel nicht einen ehemaligen
Ver=
brecher nennen dürfe, hat die 3. Zivilkammer des
Landgerichts I geſtern die Entſcheidung verkündet. Sie
geht dahin, daß die einſtweilige Verfügung
aufzu=
heben ſei. Der Gerichtshof hat, wie der Vorſitzende.
zur Begründung ausführte, erwogen, daß an ſich zwar
ſchwere Beleidigungen in den von Lebius
veröffent=
lichten Artikeln vorhanden ſeien. Dieſe ſeien aber
ſchon längere Zeit im Schwange und Karl May habe
ſeit September 1909 nichts dagegen getan, ſondern ſich
erſt jetzt entſchloſſen, gegen die Beleidiaun im
Nummer 253.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
Seite 5.
Wege des Zivilprozeſſes vorzugehen. Deshalb liege
ein Fall von Dringlichkeit, der das ſchnelle Mittel der
einſtweiligen Verfügung rechtfertigen würde, nicht
vor. Die von Karl May angeſtrengte
Unterlaſſungs=
klage wird nunmehr in nächſter Woche die 7.
Zivil=
kammer des Landgerichts I beſchäftigen. — Ein
ſchweres Automobilunglück, bei dem zwei
Menſchen lebensgefährlich verletzt wurden, ereignete
ſich heute nachmittag in der dritten Stunde in
Wittenau. Dort fuhr ein Laſtautomobil der Firma
Gebrüder Stollwerck, von Berlin kommend, durch die
Hauptſtraße und wollte in die Oranienburger Straße
einbiegen. Doch nahm es die Kurve in zu ſchnellem
Tempo, kippte um und begrub den Chauffeur und den
Mitfahrer unter ſich. Beide wurden in
lebensgefähr=
lichem Zuſtande unter dem Kraftwagen hervorgeholt.
Der eine, Bruno Böhn, hatte einen Schädelbruch und
eine ſchwere Halsverletzung, der andere einen
Schä=
delbruch erlitten. Die beiden Verunglückten wurden
in einem Wagen des Verbandes für erſte Hilfe nach
dem Paul Gerhardſtift in der Müllerſtraße gebracht.
— Die Revolveraffäre in der Salzburger
Straße, die vor einigen Wochen in Berlin Aufſehen
erregte und in deren Mittelpunkt eine Wirtſchafterin
ſtand, hat jetzt einen tragiſchen Abſchluß gefunden.
Einer der Beteiligten, der bejahrte Rittmeiſter a. D.
von Eſchwege, hat aus Beſorgnis vor einem
gericht=
lichen Nachſpiel ſeinem Leben durch einen Schuß ins
Herz ein Ende geſetzt. — Nach einem
Beleidigungs=
prozeß feuerte heute der Arbeiter Richard Beck auf
ſeinen Prozeßgegner, Packer Sander, 5
Revolver=
ſchüſſe ab, von denen vier fehlgingen, während der
fünfte Sander im Geſicht verletzte. Beck flüchtete,
wurde aber von Paſſanten feſtgehalten und, nachdem
ihm Sanders Freunde eine gehörige Tracht Prügel
verabreicht hatten, der Polizei übergeben.
Frankfurt, 27. Okt. Ein ſchweres Ung,lück
ereignete ſich heute mittag gegen ½12 Uhr in der
Weidenbornſtraße. Dort ſtürzte der Neubau der
Firma Otto Sturm zuſammen. Der 26 Jahre alte
Arbeiter Otto Uſinger wurde von den herabſtürzenden
Geſteinsmaſſen erſchlagen. Vier weitere Arbeiter
wur=
den ſchwer, eine ganze Anzahl leichter verletzt. Da die
Treppe mit eingeſtürzt war, mußte die Feuerwehr
herbeigerufen werden, damit die noch auf den
ſtehen=
gebliebenen Mauern befindlichen Arbeiter mit der
pneumatiſchen Leiter herabgeholt werden konnten.
Oberurſel, 26. Okt. Ueber das Unglück, das ſich hier
zugetragen hat, wird weiter berichtet: Die Pferde
eines Kohlenfuhrwerks ſcheuten vor einem
Ochſengeſpann und rannten die ſteile Straße hinab auf
den Marktplatz, wo eine luſtige Menge die Kirchweihbuden
umſtand. Alles ſtürzte durcheinander, aber eine Gruppe
von Kindern konnte nicht mehr flüchten; die Tiere
rannten über ſie hinweg, wobei einer der Gäule zu
Fall kam und mehrere Kinder unter ſich begrub. Die
Ret=
tungsarbeiten geſtalteten ſich ſehr ſchwierig, da das
ge=
ſtürzte Tier um ſich ſchlug und dabei einen Helfer gegen
den Leib trat. Andere Kinder waren unter den Wagen
geraten, eines gegen einen Baum geſchleudert worden.
Als dann das Rettungswerk vollbracht war, zeigte es ſich,
daß das Unglück nicht ganz ſo groß war, als man zuerſt
annahm. Die beiden am ſchwerſten verletzten Kinder
waren nicht tot, ſondern nur bewußtlos ſie befinden
ſich in einem Frankfurter Krankenhaus und es beſteht
Hoffnung, ihr Leben zu erhalten, nachdem eine Operation
gut verlaufen iſt. Sieben Kinder haben die
mannigfach=
ſten Verletzungen davongetragen. Von der Familie eines
Bäckers befinden ſich vier Kinder unter den Verletzten.
Hamburg, 26. Okt. Die Kaffeehausbeſitzer
haben den Antrag der ſtreikenden Kaffeekellner, eine
Verſtändigung durch Vermittelung des
Gewerbe=
gerichts herbeizuführen, abgelehnt.
London, 26. Okt. Dr. Crippen hat beſchloſſen,
gegen das wider ihn ergangene Urteil Berufung
ein=
zulegen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ßehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Konzert in der Stadtkirche. Näheres
über das nächſten Sonntag, nachmittags 5 Uhr,
ſtattfin=
dende Konzert iſt aus dem Inſerat im heutigen Blatte
er=
ſichtlich. — Durch die Mitwirkung zweier Violinen iſt das
Programm beſonders anziehend und intereſſant
gewor=
den. Freiin B. v. Bellersheim trägt die Air von Bach,
Frl. L. Hickler drei kleinere Stücke von Rode und R.
Schu=
mann vor. Außerdem werden beide Damen zuſammen
zwei größere Stücke für 2 Violinen und Orgel zur
Auf=
führung bringen: Largo aus dem D-moll=Konzert von
J. S. Bach und die G=dur=Sonate ſeines zweiten Sohnes
Emanuel. Emauel Bach war von 1740—1767 der ſtändige
Begleiter am Klavier von Friedrich dem Großen. Herr
Stephani ſingt zwei Bachſche Arien: „An irdiſche Schätze‟
und „Großer Gott” aus zwei Kantaten. Auf der Orgel
gelangen zur Ausführung die G-moll=Fantaſie von S.
Bach, Paſſacaglio von Buxtehude und eine Schumannſche
Fuge über B-A-C-H.
* Balladenabend am 3. November. Der
Löwe=Interpret Karl Götz wird am 3. November
ds. Js. im Saale „Zur Traube” ein Konzert
ver=
anſtalten, das für die Freunde Löweſcher Balladenſänge
einen hohen Kunſtgenuß verſpricht. Handelt es ſich
bei dem Konzertbariton Karl Götz doch um einen
Künſt=
ler, der die feine und tiefe Kunſt der Löweſchen
Bal=
ladenkompoſitionen ſowohl nach der geſanglichen Seite
hin wie auch inhaltlich durch tiefempfundenen Vortrag
reſtlos erſchöpft. Herr Karl Götz hat ſich den Geſang
von Löwe=Balladen zum Spezialſtudium gewählt, und,
durchdrungen von der Größe der Kunſt dieſes
erfolg=
reichſten Balladenkomponiſten, die Aufgabe geſtellt, die
herrlichen, gefühlvollen Geſänge volkstümlich zu machen.
Er wird darum auch, neben bekannteren Dichtungen
ſolche bringen, die bisher wenig oder gar keinen
Ein=
gang in den Konzertſaal gefunden haben. Sicher iſt,
daß Götz einer der beſten, wenn nicht überhaupt der
beſte Löwe=Interpret iſt. In dem Balladenabend am
3. November wird Fräulein Leonie Born aus
Philadelphia mitwirken. Auch dieſer Künſtlerin geht
ein beſonders guter künſtleriſcher Ruf voran.
Fräu=
lein Leonie Born iſt eine Deutſche. Sie war längere
Zeit in Philadelphia als Kirchenſängerin beſchäftigt
und befindet ſich jetzt auf einer Konzerttournee durch
Deutſchland. Das Auftreten der Künſtlerin in
Leip=
zig, Berlin uſw. war von außerordentlichen Erfolgen
begleitet und die vorliegenden Kritiken rühmen
aus=
nahmslos ihr enormes Können.
Parlamentariſches.
** Der Finanzausſchuß der Zweiten
Kammer iſt vom Präſidenten, Abg. Reinhart, für
Dienstag, den 8. November und die folgenden Tage zur
Wiederaufnahme jeiner Beratungen einberufen worden.
Auf der Tagesordnung ſtehen 22 Beratungsgegenſtände,
darunter neben der wichtigen Regierungsvorlage betr. die
Tilgung der Staatsſchuld mehrere
Nebenbahn=
anträge der Abgeordneten Haas (Reinheim-
Reichels=
heim), Dr. Frenay (Gonſenheim-Finthen) und Ulrich
(Modautalbahn), ferner der Antrag Dr. Gläſſing, betr. die
Autonomie der Gemeinden, die Anträge Dr. Pagenſtecher
und Dr. Schmitt, betr. die Gemeindeſteuer der
Eiſenbahn=
beamten, Vorſtellung der Aktuare Diſtel u. a. betr.
Beſol=
dungsordnung, die Vorſtellung des Turnlehrers Völſing=
Darmſtadt um Gleichſtellung mit den Zeichenlehrern, die
Vorſtellung des Verbandes der Bureauangeſtellten uſw.
Deutſchlands zum Juſtizetat, die Vorſtellung der
Rechts=
anwalts= und Notariatsbureaubeamten, betr. Verwendung
im Staatsdienſt u. a. m.
Der fünfte Ausſchuß der Zweiten
Kam=
mer (Sonderausſchuß für die Verwaltungsgeſetzreviſion
iſt von ſeinem Präſidenten, Abg. Dr. Gläſſing, zur
Wiederaufnahme ſeiner Beratungen für Donnerstag, den
3. November, einberufen worden. Zur Beratung reſp. zur
Verleſung und Genehmigung werden zunächſt die Berichte
der Ausſchußreferenten für die Städteordnung (Abg. Dr.
Gläſſing) und die Landgemeindeordnung (Abgg. Stöpler
und Uebel) gelangen. Darauf ſoll auch in die Beratung
des dritten der vorliegenden Geſetzentwürfe zur Verwal
tungsgeſetzreviſion, der Verwaltungsrechtspflege
eingetre=
ten werden, über die Abg. Dr. Gutfleiſch das
Ausſchuß=
referat übernommen hat.
Der dritte (Petitions=) Ausſchuß der
Zwei=
ten Kammer hielt am Donnerstag vormittag unter dem
Vorſitz des Abg. Breidenbach eine Sitzung ab, und
erledigte einige Vorſtellungen. Inbetreff der Bittſchrift
der Witwe Paul I aus Nonnenroth bei Gießen wurde
be=
ſchloſſen, die Regierung zu erſuchen, der Witwe eine
ent=
ſprechende Unterſtützung zu gewähren. Bezüglich der
Vor=
ſtellung des Verbandes Heſſiſcher Privatarchtekten wegen
der von ſtaatlichen Baubeamten ausgeführten
Privat=
arbeiten liegt zunächſt erſt eine Rückäußerung des
Mini=
ſteriums der Finanzen zu der Angelegenheit vor. Der
Ausſchuß beſchloß, auch erſt die Antwort des in der Frage
ebenfalls intereſſierten Miniſteriums des Innern
abzu=
warten, bevor er ſich über die Vorſtellung ſelber ſchlüſſig
macht. Die Beratung über die Vorſtellung der
Steinbruch=
arbeiter zu Asbach, über die Abg. Pennrich zu referieren
hat, wurde bis zur nächſten Sitzung zurückgeſtellt.
*X* Zu dem Geſetzentwurf über die
Gemeindeumlagenreform, der demnächſt die
Erſte Kammer zu beſchäftigen haben wird, hatte jüngſt
der Heſſiſche Handelskammertag reſpektive der Vorort
Mainz in einer längeren Eingabe an die Kammer
Stellung genommen und darin beſonders die ſchon
früher geltend gemachten Abänderungsvorſchläge zu
Artikel 10 in Betreff der Gewerbeſteuerveranlagung
wiederholt. Soeben hat nun auch die Wormſer
Handelskammer eine Eingabe an die Erſte
Kam=
mer gerichtet, worin ſie für den Fall, daß über den
An=
trag des Handelskammertages zu Artikel 10 zwiſchen
den geſetzgebenden Faktoren keine Einigung erlangt
werden ſollte, einen anderen Vorſchlag macht, der bei
etwas veränderter Berückſichtigung des Kapital= und
Ertragswertes nach den der Eingabe beigefügten
ge=
naueren Berechnungen höhere Erträgniſſe an
Gewerbe=
ſteuer erbringt, als der Vorſchlag des
Handelskammer=
tages, ſonſt aber auf dem gleichen Prinzip aufgebaut
iſt, in Bezug auf Einſachheit der Berechnung aber nach
Meinung der Handelskammer jeden anderen Vorſchlag
weit übertrifft. Dieſer Eventualvorſchlag geht dahin,
die Gewerbeſteuer durch eine Kombination des halben
Kapitalwertes (§ 9) und des halben Ertragswertes zu
veranlagen, der ſich unter Anwendung der gleichen
oder einer ähnlichen Degreſſivſkala für kleinere
Be=
triebe ergibt. Durch die in dieſem Vorſchlag liegende
ſtärkere Berückſichtigung des Ertrags würde, wie ſich
aus den Berechnungen mit Gewißheit ergibt, in den
Fällen ein billiger Ausgleich erzielt, in denen bei der
Veranlagung nach der Regierungsvorlage der
Steuer=
betrag in einem Mißverhältnis zum Ertrag ſteht. Nach
Meinung der Handelskammer hat der Vorſchlag vor
allen bisherigen Vorſchlägen den Vorzug, daß die nach
ihm berechneten Steuerbeträge in einem ziemlich
gleichmäßigen Verhältnis zum Ertrage, der ſchließlich
doch die Quelle aller Steuerleiſtungen bleibe, ſtehen, ſo
zwar, daß der Steuerſatz von unten nach oben in
ſchwa=
cher Progreſſion ſteigt. — Die Handelskammer ſchlägt
weiter vor, entweder auf die Erhebung der minimalen
Steuerſätze von 10, 20, 30 und mehr Pfennigen ganz zu
verzichten, oder einen Minimalſteuerſatz
feſt=
zulegen der die Koſten der Veranlagung und
Er=
hebung deckt. Zum Schluß ſpricht ſich die Kammer noch
gegen die im Artikel 14 für ſämtliche Steuerpflichtige
vorgeſchriebene Deklarationspflicht aus, und ſchlägt
vor, wenigſtens für die Gewerbetreibenden, deren
Er=
trag unter 2600 Mark bleibt, nach dem Beiſpiel des
Geſetzes über die Einkommenſteuer einer
ſteueramt=
liche Einſchätzung der Gewerbeſteuer vorzuſehen.
Luftſchiffahrt.
sr. Magdeburger Flugmeeting. Das
offizielle Ergebnis des Meetings ſtellt ſich wie folgt:
Großer Flugpreis von Magdeburg: 1. Thelen, 2.
Grade, 3. Otto, 4. Mente, 5. Treitſchke. Höhenpreis:
1. Thelen (300 Meter), 2. Mente, 3. Otto.
Sonder=
preis: Jeannin (außer Konkurrenz). Nach
Ab=
bruch der Flugkonkurrenz traf der Lenkballon „
Parſe=
val V” von Bitterfeld über Magdeburg ein und
lan=
dete neben dem Flugplatze.
sr. Die Meldungen zum
Ueberland=
flug Bork=Johannisthal, der erſten
derarti=
gen Konkurrenz in der Umgebung der
Reichshaupt=
ſtadt, ſind wider Erwarten nur ſehr ſpärlich
einge=
gangen. Für den am 28. d. M. vom Verein Deutſcher
Flugtechniker ausgeſchriebenen Wettbewerb haben
ge=
meldet Grade (Grade=Eindecker), Dr. Hoos (Eindecker
Holzminden), Illner (Etrich=Eindecker), Thelen
(Wright) und Wiencziers (Blériot). Außerdem lag
noch eine Meldung des am Dienstag tödlich
verun=
glückten Wright=Piloten Mente vor, die nicht mehr in
Frage kommt. Ebenſo iſt es fraglich, ob Wiencziers
wird ſtarten können, da ſein Blöriot=Eindecker, mit
dem er ſich auf dem Luftweg von Johannisthal nach
Bork begeben wollte, beim Start beſchädigt wurde.
Wiencziers liegt bekanntlich mit einer
Aeroplan=
firma, bei der er früher angeſtellt war, in
Differen=
zen, die jetzt zu der Pfändung des Apparates geführt
haben. Zweifelhaft iſt auch der Start des
Oeſter=
reichers Illner, doch beſteht die Hoffnung, daß
wenig=
ſtens einer ſeiner Schüler an den Wettbewerben
teil=
nimmt, falls er ſelbſt nicht abkömmlich ſein ſollte.
Außer dem Preiſe des Vereins Deutſcher
Flugtech=
niker ſteht noch ein Ehrenpreis zur Verfügung, den
die Akademiſche Vereinigung für Luftſchiffahrt an der
Techniſchen Hochſchule zu Charlottenburg für den
Ueberlandflug Bork=Johannisthal geſtiftet hat.
* Halle, 26. Okt. Der Aviatiker Poulain,
bekannt durch ſeinen vierfachen Sieg im Dauerfliegen
von Johannisthal, unternahm heute um 4 Uhr einen
Ueberlandflug Halle=Leipzig. Kurz
hin=
ter Halle verlor der Aviatiker im Nebel den Weg und
irrte nun eine Stunde in der Luft herum. Endlich,
als ihm bereits das Benzin ausging, konnte er
un=
weit Schkeuditz landen. Er ſtieg dann wieder auf,
mußte aber wegen einbrechender Dunkelheit bei dem
gleichen Orte niedergehen. Morgen ſoll die Fahrt bis
zum Ziel fortgeſetzt werden.
* Leipzig, 27. Okt. Der Aviatiker Poulain,
der geſtern während eines Fluges von Halle nach
Leip=
zig bei Schkeuditz gelander war, iſt heute kurz vor
2 Uhr wieder aufgeſtiegen und landete einige Minuten
nach 2 Uhr glatt auf dem Leipziger
Truppenübungs=
platz Radefeld.
* Wien, 26. Okt. Das heute früh 9 Uhr in Peſt
aufgeſtiegene Militärluftſchiff „Parſeval” iſt um
2½ Uhr in Fiſchamend bei Wien glatt gelandet.
* Rom, 27. Okt. Auf dem Militär=Flugfelde zu
Centocello bei Rom iſt der Genieleutnant
Sa=
glietti, als er mit einem Aeroplan niedergehen wollte,
abgeſtürzt und auf dem Transport nach dem
Kranken=
hauſe geſtorben.
* Rom, 27. Okt. Wie über den Sturz
Sa=
gliettis weiter gemeldet wird, bemerkte der
Ver=
unglückte die ihm drohende Gefahr 15 Meter vom
Erdboden und verſuchte vergeblich, ſeinen Apparat
wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Als ihm dieſes
nicht gelang, verſuchte er, dicht über dem Erdboden
ab=
zuſpringen, aber der Aeroplan riß ihn um und fiel auf
ihn. Man fand Saglietti unter den Trümmern mit
dem Geſicht auf der Erde liegen.
* London, 26. Okt. Als das Luftſchiff der
Mor=
ning Poſt in einen Schuppen bei Alderſhot gebracht
wurde, ſtieß es gegen einen Tragebalken, der die Hülle
erfaßte und aufſchlitzte. Die Hülle fiel mit einem
Knall in ſich zuſammen. Niemand wurde verletzt. Das
Gerippe des Luftſchiffes ſelbſt iſt gering beſchädigt.
— Das internationale aviatiſche
Mee=
ting von Belmont Park in Amerika wurde bei
günſtigem Wetter fortgeſetzt. Latham (Antoinette)
ge=
wann das Stundenfliegen, bei dem er 22 Runden
(1 Runde — 2500 Meter) zurücklegte. Zweiter wurde
Mars (Curtiß), der 16 Runden durchfuhr. Intereſſante
Höhen= und Gleitflüge wurden von Johnſen, Hoxey
und Latham ausgeführt. Latham war in einer Höhe
von 3000 Fuß gezwungen, im Gleitfluge nieder zu
gehen, da ſein Benzinvorrat erſchöpft war. Er mußte
außerhalb des Flugplatzes landen und zerbrach dabei
das Fahrgeſtell ſeines Apparates. Beſonderes Aufſehen
erregte das Debüt von Orville Wright mit ſeiner
neuen Wright=Maſchine. Wright fuhr eine
Bahn=
runde in 86 Sekunden, was einer durchſchnittlichen
Stundengeſchwindigkeit von 106 Kilometer entſpricht.
Ein Ueberlandflug von 20 engliſchen Meilen wurde
von Radley (Blériot) glücklich beendet. Dem
nun=
mehr beginnenden Kampf um den aviatiſchen Bennett=
Pokal ſieht man allſeitig mit größter Spannung
ent=
gegen.
* Montreal, 26. Okt. Nach einer Meldung aus
Fort William (Provinz Quebec) iſt der
ver=
maßte Ballon „Amerika II” geſichtet worden.
* New=York, 26. Okt. Der Mitfahrer des
Bal=
lons „Düſſeldorf”, Pelkins, erhielt heute abend
von den Inſaſſen des Ballons „Amerika”
Haw=
ley und Poſt, folgendes aus Ambroiſe (Quebec)
da=
tiertes Telegramm: Wir ſind am Peribonkafluſſe,
nördlich vom Chilongaſee, am 19. gelandet. Alles
wohl. Wir kehren zurück.
* New=York, 27. Okt. Wie aus St. Ambroiſe
telegraphiert wird, erzählten die Inſaſſen des Ballons
„Amerika”, ſie hätten den Michiganſee und die
Wal=
dungen im nördlichen Quebec in ſchöner Fahrt
über=
flogen. Am 19. Oktober ſeien ſie aber in einen Sturm
geraten, der ſie gezwungen habe, auf einem
unbekann=
ten, 1500 Fuß hohen Berge zu landen. Die Luftſchiffer
verbrachten die Nacht in der Gondel und brachen am
folgenden Morgen zu Fuß auf, um in bewohnte
Gegenden zu kommen. Am vierten Tage trafen ſie
einige kanadiſche Jäger, die ſie in einem Kanoe nach
St. Ambroiſe überſetzten, wo ſie eintrafen, ohne ernſten
Schaden genommen zu haben.
* St. Louis, 26. Okt. Mitglieder des
Aus=
ſchuſſes für die Ballonwettfahrt ſagen, Poſt und
Haw=
ley hätten unzweifelhaft den Gordon=Bennett=
Pokal, ſowie den Entfernungspreis
ge=
wonnen.
* St. Louis, 27. Okt. Das Komitee der Gordon=
Bennettfahrt gibt die offiziellen Reſultate
bekannt: „Amerika” 1355 Meilen, „Düſſeldorf”
1236 Meilen, „Germania” 1190, HHelvetia” 850,
„Harburg” 795, „Azurea” 772, „Isle de France” 725,
„St. Louis” 550, „Condor” 410, „Million Population‟
315 Meilen.
Sport.
sr. Der ſechſte Spielabend des Billard=
Turniers Kerkau=Algner ergab folgenden
Stand: Kerkau 3000, Algner 2417 Points. Der
Rhein=
länder erzielte beſſere Leiſtungen als an den
vorheri=
gen Tagen und erreichte einen Durchſchnitt von 11,85
für freie Partie und 8,67 für Cadre. Im ganzen
er=
reichte Algner 289 Points gegen 500 von Kerkau, der
einen Durchſchnitt von 23,08 für freie Partie und 13,33
für Cadre buchen konnte.
Tennis=Turnier zu Paris=Neuilly gewann
F. W. Rahe=Roſtock das Herren=Einzelſpiel gegen
Ger=
mot 1—6, 6—4, 6—4, 6—4. Im gemiſchten Doppelſpiel
unterlag Rahe, der mit Mlle. J. Matthey ſpielte, in
der Schlußrunde gegen Laurentz=Mlle. Bunau Varilla
6—2, 4—6, 2—6, die vorher den Münchener Kleinſchroth
und Mlle. Broquedis als Partnerin beſiegt hatten.
Zur Stadtverordnetenwahl.
— Der Wahlausſchuß des Mieter=Vereins
ſtellte in ſeiner Sitzung am 26. ds. Mts. folgende Leitſätze
für die Stadtverordnetenwahl auf: Die zirka 9000
wahl=
berechtigten Mietsbewohner Darmſtadts ſtreben
eine ausgiebige Vertretung in dem Stadtverordneten=
Kollegium an. Sie ſollen daher bei der am 10.
Novem=
ber anberaumten Wahl von 18 Stadtverordneten Männern
ihre Stimme geben, „die befähigt und gewillt ſind, nicht
nur für alle ſtändigen kommunalen Aufgaben mit
Hin=
gabe einzutreten, ſondern auch mit neuer Kraft den
Fortſchritten und Bedürfniſſen der
Neu=
zeit gerecht werden.” Insbeſondere ſind folgende
Ge=
ſichtspunkte in den Vordergrund zu ſtellen:
1. Sparſamkeit im ſtädtiſchen Haushalte iſt
anzuſtre=
hen, jedoch deren Anwendung nicht auch konſequent auf
Seite Ge
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
Nummer 253.
ſolche Ausgaben auszudehnen, welche für Zwecke der
Volkswohlfahrt und des gedeihlichen Aufblühens der
Stadt notwendig ſind. Bei Bauten, auch von Straßen
und Kanälen uſw. ſind rationelle Herſtellungen
anzuſtre=
ben; koſtſpielige Proviſorien tunlichſt zu vermeiden.
2. Vorſichtige Steuerpolitik, bei durchaus notwendigen
nur im äußerſten Falle vorzunehmenden Erhöhungen der
Gemeindeſteuer, möglichſte Schonung des
kleinerenBürger=
ſtandes und minderbemittelter Exiſtenzen. Heranziehung
des großen Kapitals, Erſtrebung der Grundſtücks= und
Bodenbeſteuerung „nach dem gemeinen Wert”
3. Auskömmliche Beamtenbeſoldung und Arbeitslöhne
zur Erſtrebung größter Leiſtungsfreudigkeit.
4. Gas=, Waſſer= und Elektrizitäts=Betriebe ſind zu
fördern und deren Rentabilität eventuell durch
Erleich=
terung und Steigerung des Verbrauchs ins Auge zu
faſſen.
5. Verkehrsmittel, insbeſondere nach den Vororten
und erforderlichenfalls Eingemeindungen behufs
Ermög=
lichung billiger Wohnſtätten.
6. Betreibung geſunder Wohnungspolitik, Förderung
des Kleinwohnungsbaues, Begünſtigung und
Erleichte=
rung privater Bautätigkeit, Förderung nicht auf
Speku=
lation gerichteter gemeinnütziger Bauvereine,
Erleichte=
rung der Siedelungen behufs Gewinnung und
Seßyaft=
machung wohlhabender Familien.
7. Bauvorſchriften unter Zugrundelegung des
Woh=
nungs=Bedürfniſſes.
8. Vermehrung des ſtädtiſchen Grundbeſitzes und
da=
mit Hebung der gewinnbringenden lebendigen Werte, bei
Bekämpfung der ungeſunden Boden= und
Grundſtücks=Spekulation, Uebergang zum
Erb=
baurecht.
9. Belebung von Handel und Gewerbe, beſonders
durch möglichſte Heranziehung leiſtungsfähiger Induſtrie.
10. Förderung des Handwerkerſtandes — Arbeit —
und Verkehr, unter anderem durch anderweite
Geſtalt=
ung des Submiſſionsweſens, als: „Teilung
umfang=
reicher Lieferungen und Leiſtungen in Loſe”, uſw.;
Armenweſen, Kontrolle und Aufſicht über die
Wohl=
fahrtseinrichtungen: Pfründnerhaus, Krankenhaus und
dergleichen ſtädtiſche Anſtalten; Teilnahme von Frauen
ſowohl bei Maßnahmen ſtädtiſcher Sozialpolitik als
auch im Armen= und Unterſtützungsweſen.
11. Pflege der Bildungsanſtalten, der höheren, der
Volks= und Fortbildungsſchulen; bei Schul=, Um= und
=Neubauten iſt die Anſicht praktiſcher
Schul=
männer zu hören, um deren Erfahrungen zu
ver=
werten.
12. Ausbau und Erweiterung rentabler und
ge=
meinnütziger Anſtalten.
Die von dem Ausſchuß zur Wiederwahl bezw.
Neu=
wahl aufgeſtellten Kandidaten ſollen, ſobald ſich
dieſel=
ben über die Annahme der Wahl erklärt haben, in
weiteren größeren Verſammlungen und durch die
Zeitungen öffentlich bekannt gegeben werden.
Vermiſchtes.
— Kaufmannsgerichtswahlen. Man
ſchreibt uns: Der Wahlfeldzug Winter 1910/11, der am
8. September in Mainz eingeſetzt hat, hat bis jetzt
fol=
gende Ergebniſſe gezeitigt. Wir ſetzen zu dem
Orts=
namen in Klammern die gegenwärtige Zahl der
Ge=
hilfenbeiſitzer, daneben die Zahl, die ſich auf Grund der
Erſatzwahl ergeben hat, und kürzen die Namen der
ver=
ſchiedenen Richtungen ab: DHV — Deutſchnationaler
Handlungsgehilfen=Verband, Lpz. — Verband Deutſcher
Handlungsgehilfen in Leipzig, 58er — Verein für
Handlungskommis von 1858, V. D. K. — Verein der
Deutſchen Kaufleute, ZV. — Zentralverband der
Hand=
lungsgehilfen und =gehilfinnen Deutſchlands. Mainz:
D5V. (4) 5. Lpz. (2) 2, ZV. (0) 1, andere (7)5;
Stoll=
berg=Zwönitz (neu): DHV. 2, Lpz. 2; Kaiſerslautern:
(von 9 Beiſitzern und 4 Erſatzbeiſitzern, zuſammen 13)
DHV. (1) 6, Lpz. (8) 5, 58er (2) 1, andere (2) 1; Guben:
DHV. (1) 2, Lpz. (3) 4, 58er (1) 0, andere (3) 2:
Flens=
burg: DHV. (3) 3, 58er (3) 3; Düſſeldorf: DHV. (12) 9,
Lpz. (0) 3, 58er (7) 7, ZV. (2) 1, andere (5) 6; St.
Ing=
bert (neu): D5V. —2; Erfurt: D.HV. (6) 8, Lpz. (8)-6,
58er (3) 3, V. D. K. (2) 0, andere (1)3: Bielefeld:
DHV. (3) 4, Lpz. (1) 1, 58er (2) 1; Eſſen=Land: DHV.
(7) 7 — dazu (0) 5 Kaufleute —, andere (2) 2;
Lud=
wigshafen: DHV. (8) 6, Lpz. (1) 2, 58er (1) 4, andere
(5) 3; Linden: DHV. (0) 3, Lpz. (3) 2, 58er (3) 2, ZV.
(0) 1, andere (2) 2; Staßfurt: DHV. (3) 1, Lpz. (0) 1,
58er (2) 3; Braunſchweig: DSV. (5) 5, Lpz. (2) 3, 58er
(2) 2, V. D. K. (1) 1, ZV. (1) 1, andere (1) 0; Kaſſel:
DSV. (1) 5, Lpz. (3) 2, 58er (3) 5, andere (5) 0. — Die
Zahl der Gehilfenbeiſitzer ſtellt ſich ſomit für DHV. auf
(54) 71, Lpz. (31) 33, 58er (29) 31, V. D. K. (3) 1, ZV.
(3)4, andere (33) 24; die Geſamtzahlen für alle
Kauf=
mannsgerichte betragen 1012 DHV., 523 Lpz., 265 58er,
115 V. D. K., 105 ZV. und 695 andere Gehilfenbeiſitzer,
Erſatzbeiſitzer nicht eingerechnet.
Das deutſche Kaiſerpaar in Brüſſel.
Der Beſuch im Rathauſe.
* Brüſſel, 26. Okt. Heute nachmittag ½4 Uhr
erſchienen der Kaiſer, die Kaiſerin, die Prinzeſſin
Viktoria Luiſe, der König =und die Königin
im Rathauſe, wo ſie von den Vertretern der Stadt
empfangen wurden. Im Hofe des Rathauſes war die
Bürgergarde aufgeſtellt; die Muſik ſpielte die deutſche
Hymne. Im großen Saale hatten ſich verſammelt: alle
Miniſter, das diplomatiſche Korps, die Kammer= und
Senatspräſidenten, die deutſche Geſandtſchaft und das
Koſſulat, alle mit Damen. Bürgermeiſter Max führte
die Herrſchaften unter Vorantritt der Stadtoffizianten
über die mit Blumen geſchmückte Treppe in den
Feſt=
ſaal. Der Bürgermeiſter begrüßte hierauf das
Kaiſerpaar namens der Bürgerſchaft, das dieſem allen
Bürgern gemeinſamen Hotel de Ville die Ehre ſeines
Beſuches erwieſen habe. Die Bevölkerung entbiete
durch ihre Erwählten dem Kaiſerpaar den
Willkommen=
gruß. Der Kaiſer vertrete ein Volk, das ſtets die Kunſt
gepflegt habe. Das Intereſſe, das es dem Stadthauſe
entgegenbringe, ſchmeichle dem patriotiſchen Stolz, denn
das Rathaus ſei ein koſtbares Gut, das von den
Vor=
fahren überkommen ſei, es ſymboliſiere das kommunale
Leben. Wenn der Reſpekt, den der Mann den Spuren
der alten Zeit ſchuldet, in Belgien begeiſterte
Vertei=
diger gefunden habe, ſo ſei auch feſtzuſtellen, daß der
gleiche Geiſt die alten deutſchen Städte beſeele, die ihren
Charakter und ihre Poeſie erhalten wollen. Der Hang
an der Vergangenheit ſei eine deutſche Tugend, die
Belgien ſchätze, doch dieſer Kultus der Tradition habe
in Deutſchland die Fortſchritte nicht aufgehalten. Mit
aufrichtiger Bewunderung ſehen wir Deutſchland,
trotzdem es nichts von ſeinem Idealismus aufgibt,
Be=
weiſe ſeiner Schaffenskraft geben und fortwährend
ſeine wiſſenſchaftlichen und erzieheriſchen Werke aus=
dehnen, dabei vergißt es nie, ſeine ſozialen
Inſtitu=
tionen auszubauen. Der Bürgermeiſter begrüßte
ſo=
dann die Kaiſerin und die Prinzeſſin Viktoria.
Nie=
mand verkenne, was die Kaiſerin auf dem Gebiete der
Wohltätigkeit in Deutſchland leiſte; ſie lindere Schmerz
und Entbehrung und habe ſich daher über die
Landes=
grenze hinaus Verehrung erworben, das auszuführen
ihm Freude bereite.
Hierauf antwortete Kaiſer Wilhelm mit einer
franzöſiſchen Anſprache. Die deutſche
Ueber=
ſetzung lautet folgendermaßen: Herr Bürgermeiſter!
Wir, die Kaiſerin und ich, danken Ihnen für die
liebens=
würdigen Worte, mit denen Sie uns willkommen
ge=
heißen haben. Wir danken ebenſo dieſer prächtigen
Hauptſtadt für den gaſtlichen Empfang, den ſie uns in
dieſem berühmten Gebäude, dieſem Kleinod der
Archi=
tektur und Schatzkammer hiſtoriſcher Erinnerungen, ſo
freundlich geboten hat. Ich freue mich, die Stadt
Brüſſel, den Mittelpunkt eines durch den ernſten und
arbeitſamen Sinn ſeiner Bevölkerung ausgezeichneten
Landes, begrüßen zu können, und als Bewunderer der
glänzenden Erfolge, welche die belgiſche Nation zu jeder
Zeit auf dem Gebiet des Handels und der Induſtrie
erzielt hat, beglückwünſche ich ſie von ganzem Herzen
zu dem Triumph, den ſie ſoeben in dem Erfolg der
Weltausſtellung davongetragen hat. Haben Sie die
Güte, Herr Bürgermeiſter, Ihren Mitbürgern mit den
Gefühlen unſerer tiefen Dankbarkeit, unſere wärmſten
Wünſche für die Wohlfahrt und eine glückliche Zukunft
Ihrer ſchönen Stadt zu übermitteln.
Hieran ſchloß ſich ein Konzert in einem Nebenſaal,
ausgeführt von Brüſſeler Künſtlern. Auf dem
Pro=
gramm waren Stücke von Gluck und Händel und Lieder
von Schumann und Richard Strauß. Nach Beſichtigung
der Prunkräume des Stadthauſes betraten die
Fürſt=
lichkeiten den Balkon nach der Grand Place hinaus.
Hier hatten etwa dreihundert Brüſſeler Vereine mit
ihren Bannern Aufſtellung genommen. Der Platz bot
einen unbeſchreiblichen Anblick. Die alten,
wunder=
vollen Gildhäuſer ringsum waren bis zum Dachfirſt
dicht mit Menſchen beſetzt. Die Herrſchaften wurden
bei ihrem Erſcheinen ſtürmiſch begrüßt. Eine Kapelle
ſpielte den „Sang an Aegir‟ Erneute Hoch==und
Hurrarufe, Händeklatſchen und Tücherſchwenken, das
ſich bei der Abfahrt des Kaiſerpaares wiederholte.
Abends war ein Diner bei der Gräfin von Flandern.
Beſuch der Weltausſtellung.
* Brüſſel, 27. Okt. Der Kaiſer, die Kaiſerin,
Prinzeſſin Viktoria Luiſe, ſowie der König und
die Königin beſuchten heute vormittag die
Weltaus=
ſtellung, wo ſie in Automobilen um 9,30 Uhr eintrafen.
Sie wurden in der deutſchen Abteilung empfangen vom
Reichskommiſſar Geh. Regierungsrat Albert und den Geh.
Kommerzienräten Goldberger und Ravené. Anweſend
waren ferner der Präſident der Ausſtellung Baron
Janſ=
ſen, der Herzog von Urſel, Geſandter von Flotow, Konſul
Bobrick und Bürgermeiſter Max. Die Kaiſerin wurde
ge=
führt von den Damen Albert, Ravené und Bobrick. Bei
dem langen Rundgange verweilte der Kaiſer beſonders
in der in Betrieb befindlichen Werkzeugmaſchinenhalle.
Hiernach wurde die belgiſche Abteilung beſichtigt und dann
das Haus der Stadt Brüſſel, wo die Spitzen=Induſtrie
beſonders intereſſierte. Die Herrſchaften unternahmen
darauf eine Rundfahrt durch und um Brüſſel in
Auto=
mobilen und begaben ſich dann über Tervueren nach Park
und Schloß Laeken, wo Frühſtückstafel ſtattfand. Die=
Herrſchaften wurden überall auf das herzlichſte begrüßt.
Erdbeben.
* Jugenheim, 27. Okt. Erdbebenwarte. Nach
auffallend langer Ruhe wurde geſtern kurz vor 5 Uhr
nachmittags eine mäßig ſtarke ſeismiſche Störung
auf=
gezeichnet, die mit einem Stoße in der Oſt=Weſt=
Komponente um 4 Uhr 46 Min. 46 Sek. begann. Das
Maximum wurde gegen 5 Uhr 50 Min. erreicht.
Wenige Minuten nach 5 Uhr gingen die Wellen in die
zurzeit ſtarke mikroſeismiſche Bodenunruhe über. Der
Herd des Bebens liegt wahrſcheinlich in Europa. — In
der Nacht vom 26. zum 27. Oktober war kurz nach 2 Uhr
eine ſchwache Störung, deren ſtärkſte Bewegung 2 Uhr
10 Min. auftrat. — Die ſtarke mikroſeismiſche
Boden=
unruhe dauert zurzeit fort.
Das Unwetter in Süditalien.
* Neapel, 26. Okt. Die Blätter bringen
er=
ſchreckende Einzelheiten über die
Un=
wetterkataſtrophe. Der obere Teil von Cetara
iſt von den Fluten überſchwemmt und von Felsſturz
getroffen. In Mattino ſpricht man von 300 Toten in
Cetara. Die Zahl der Verletzten beträgt etwa 20. Das
Meer birgt zahlreiche Tote und ſchwemmt von Zeit zu
Zeit Leichen ans Ufer. In Amalfi zählt man zwölf
Tote. In Minori waren 4 Tote und viele Verletzte.
In Majori, wo die Verwüſtung faſt ſo groß wie in
Cetara iſt, hat man 20 Leichen aus den Trümmern
ge=
borgen; man glaubt, daß noch weitere 30 Perſonen
um=
gekommen ſind.
* Caſamicciola, 26. Okt. Der König traf
von Neapel auf dem Torpedoboot „Orfeo” hier ein und
beſichtigte die verwüſteten Orte. Von Ischia wird er
heute abend nach Neapel zurückkehren.
* Neapel, 27. Okt. Der König Viktor
Emanuel und der Herzog von Aoſta haben mit
Gefolge auf dem Torpedoboot „Orfeo” die Fahrt nach
Cetara und den anderen von dem Unwetter
heimge=
ſuchten Orten angetreten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* München, 27. Okt. Der Großherzog von
Baden iſt heute früh 7½ Uhr aus Karlsruhe hier
eingetroffen. Nachmittags wird er nach Schloß
Hohen=
burg weiterreiſen.
* München, 27. Okt. Wegen Kindesmord wurde
vas Zimmermädchen Schoen verhaftet, das ihr lebendes
Kind ins Feuer geworfen hatte.
* Schwerin, 27. Okt. In Deven bei Klein=Plaſten
wurde ein 6jähriger Knabe von dem Arbeiter Burr aus
Möllenhagen ermordet. Der Täter iſt flüchtig.
* Wien, 27. Okt. Der Heeresausſchuß der
öſterreichiſch=ungariſchen Delegation
faßte, nachdem der Kriegsminiſter auf alle während
der Debatte vorgebrachten Anregungen und Anfragen
eingehend erwidert hatte und nach dem Schlußworte
des Berichterſtatters Koklowski den Beſchluß, in die
Spezialdebatte einzutreten. Nächſte Sitzung morgen.
* Liſſabon, 27. Okt. Die Regierung beharrt
bei der Anwendung des Geſetzes betr. die
Erhebung=
eines Zuſchlagszolles auf
Einfuhrarti=
kel aus ſolchen Ländern, die den portugieſiſchen Waren
nicht die Meiſtbegünſtigung einräumen, bis die kon=
ſtituierende Verſammlung der Neuregelung des
Zoll=
tarifes zugeſtimmt hat.
* Liſſabon, 27. Okt. Die proviſoriſche
Re=
gierung erklärte, daß die Kämpfe vom 3. bis zum
5. Oktober als Heldentaten betrachtet werden
ſollen. Die Soldaten, welche an der Revolution
teil=
genommen und ſich Disziplinloſigkeit zu ſchulden
kom=
men ließen, wurden begnadigt.
* Konſtantinopel, 27. Okt. Aus Bagdad, 24.
Oktober, wird gemeldet: Hier wurden 17
Erkrank=
ungen an Cholera feſtgeſtellt, von denen 15
töd=
lich verliefen. Im Innern des Wilajets kamen 19
Er=
krankungen vor, von denen 16 tödlich verliefen. — Wie
die Blätter melden, ſind auch unter den Truppen, die
an den Manövern in der Ebene von Tſchorlue
teil=
nahmen, einige Cholerafälle vorgekommen.
* Waſhington, 27. Okt. Das Staatsdepartement
erklärt mit Nachdruck, daß es in keiner Weiſe direkt an
den Kali=Verhandlungen mit Deutſchland
beteiligt ſei. Die Angelegenheit befinde ſich in den
Händen des Botſchafters Hill und des Herrn Davis, die
durch nichts behindert ſeien, außer durch ganz
allge=
meine Inſtruktionen. Das Departement habe keine
Forderungen nach Deutſchland übermittelt. Man
glaubt im Staatsdepartement an eine freundſchaftliche
Regelung der Angelegenheit.
* Viktoria (Britiſch Kolumbia), 27. Okt. Eine
Feuersbrunſt zerſtörte viele Gebäude im
Ge=
ſchäftsviertel. Der Schaden wird auf zwei Millionen
Dollars geſchätzt.
* Berlin, 27. Okt. Die Ankunft des Kaiſers
von Rußland in Potsdam erfolgt, wie ſchon bekannt,
Freitag, 4. November, vormittags. Nach dem feierlichen
Empfang findet ein Frühſtück im engſten Familienkreiſe
ſtatt. Abends iſt Feſtmahl, zu dem nach der Nat.=Ztg.
eine große Anzahl Einladungen ergeht. Am Samstag
früh fahren die beiden Monarchen zur Jagd, daran ſchließt
ſich ein Diner und abends erfolgt die Rückreiſe nach Schloß
Wolfsgarten.
H.B. Berlin, 27. Okt. Heute morgen 6¾ Uhr hat
in der Jungfernheide hinter den Schießſtänden des
2. Garde=Regiments ein Piſtolenduell
ſtattgefun=
den, das einen blutigen Ausgang nahm.
Ar=
beiter, die ſich um dieſe Zeit nach dem Artillerie=Depot
begaben, hörten raſch nacheinander zwei Schüſſe fallen
und ſahen, als ſie nach der Richtung eilten, in der
die Schüſſe gefallen waren, mehrere Herren in
ſchwar=
zen Röcken und Zylinderhüten auseinander eilen.
Einer der Duellanten lag mit entblößtem und
blutbe=
ſudeltem Oberkörper am Boden. Ein Arzt bemühte
ſich um den Gefallenen.
— Berlin, 27. Okt. Es iſt gelungen, eine beim
Ein=
bruch in der Oranienſtraße beteiligte Perſon zu
verhaften. Bei dem Diebſtahl waren Juwelen im
Werte von 40000 Mark geſtohlen worden. Man fand
ei=
nen großen Teil der Diebesbeute noch vor.
— Kaſſel, 27. Okt. Bei der Spar=und
Darlehns=
kaſſe in Selters (Weſterwald) wurde ein
Fehl=
betrag von 196000 Mark aufgedeckt.
Briefkaſten.
A Stammtiſch Preuſch. Die Grundlagen für
das Landtagswahlrecht ſind andere, wie für
das Reichstags= und Stadtverordnetenwahlrecht.
Wäh=
rend zum Reichstag alle Reichsangehörigen und zur
Stadtverorönetenverſammlung ebenfalls alle
Reichs=
angehörigen mit Ausnahme der Bayern wählen
können, iſt das Landtagswahlrecht an den Beſitz der
Eigenſchaft als heſſifcher Staatsbürger
ge=
knüpft. Dagegen iſt kein längerer Aufenthalt im
Großherzogtum nachzuweiſen. Es genügt, daß der
Be=
treffende vom 1. April d. J. an, in welchem die Wahl
ſtattfindet, zur Staatsſteuer zugezogen iſt und am
Wahltage das 25. Lebensjahr zurückgelegt hat. Bei der
in Ausſicht genommenen Reform des
Landtagswahl=
rechts ſoll — als Aequivalent gegen die Einführung
der direkten Wahl — allerdings ein mehrjähriger
Aufenthalt im Großherzogtum zur Bedingung des
Wahlrechts gemacht werden. Es iſt dies aber zurzeit
noch nicht Geſetz.
Amtlicher Wetterbericht.
Oefſentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Unter dem
Einfluß des über Oſteuropa lagernden Hochdruckgebiets
bleibt die Witterung meiſt trocken und nebelig. Doch
ſtrichweiſe fällt leichter Regen. Von der Biskaya und
Nordoſteuropa dringen langſam Tiefdruckgebiete vor,
die jedoch noch keinen Witterungsumſchlag
herbei=
führen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 28. Oktober:
Strichweiſe heiter, öſtliche Winde, nebelig, Temperatur
nicht verändert.
Eine wertvolle Eigenſchaft
der St. Georgsquelle Biskirchen a. d. Lahn iſt, daß
dieſelbe die Harnſalze, die ſich in den Gelenken
abge=
lagert haben, in kurzer Zeit löſt und durch den Urin
ausſcheidet. Dem Blute werden vermöge der
vorzüg=
lichen Zuſammenſetzung dieſer Quelle alle diejenigen
Beſtandteile zugeführt, die es braucht, um den geſamten
Organismus zu kräftigen und in ſeinen geſunden
Zuſtand zurückzuverſetzen. Ein kleiner Verſuch wird
zeigen, daß dies vollſtändig den Tatſachen entſpricht.
Preis für 25 Flaſchen Mk. 9.— (20941ff
„ 17.—
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inkl. Verpackung ab Station Stockhauſen a. d. Lahn.
Unſer heutiges Blatt enthält eine Beilage vom
Mainzer Warenhaus, Guggenheim & Marx,
(20952
Markt 7.
Nummer 253.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910
Seite 7.
Geſchäftliches.
Eine Bücherreihe von mehr als 20
Kilo=
meter, alſo ungefähr drei Meilen Länge würde man
erhalten, wenn man ſämtliche Bücher der Königlichen
Bibliothek in Berlin nebeneinander ſtellte. Ein Menſch
würde ungefähr 3000 Jahke brauchen, um alle dieſe
Bücher zu leſen. Aber wenn er auch ſämtliche Bücher
durchſtudieren könnte, ſo würde er daraus doch nichts
weſentlich Neues lernen für ſeine Geſundheit und ſein
Wohlergehen. Er würde darin zum Beiſpiel für ſeine
Lebensweiſe keinen beſſeren Rat finden als: regelmäßige
Körperbewegung in friſcher Luft, fleißiges Baden,
Mäßig=
keit im Eſſen und Trinken und namentlich auch ein
un=
ſchädliches tägliches Getränk, wie z. B. der bekannte
Kath=
reinerſche Malzkaffee, der die Nerven nicht angreift.
Dieſer Rat ſtammt nicht aus den Büchern, ſondern aus
der Praxis des Lebens.
(J20915,26
Statt beſonderer Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſeren innigſtgeliebten Bruder, Schwager
und Onkel
(20943
Herrn Friedrich Horn
nach ſchwerem Leiden, verſehen mit den hl.
Sterbeſakramenten, heute zu ſich in die
Ewig=
keit abzurufen.
Namens der Hinterbliebenen:
Jakob Horn,
Elisabeth Wachtel, geb. Horn.
Darmſtadt, Oberurſel, den 27. Okt. 1910.
Die Beerdigung findet Samstag, den 29. Okt.,
nachmittags 3½ Uhr, vom Sterbehaus,
Kirch=
ſtraße 14 aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Hierdurch die ſchmerzliche Mitteilung, daß
es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine
innigſtgeliebte Frau, unſere treubeſorgte Mutter,
Schweſter, Schwägerin, Schwiegermutter,
Groß=
mutter und Tante
(20926
Katharine Walther
geb. Herling
im Alter von 52 Jahren, nach ſchwerem, mit
großer Geduld ertragenem Leiden, zu ſich in
die Ewigkeit abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Jacob Walther,
Bürgermeiſter.
Malchen, den 27. Oktober 1910.
Die Beerdigung findet Samstag, nachmittags
3 Uhr, ſtatt.
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 28. Oktober 1910.
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr — Min.
Samstag, den 29. Oktober 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbat=
ausgang 5 Uhr 55 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 29. Oktober.
Vorabend 4 Uhr 40 Min. Morgens 8 Uhr — Min.
Nachmittags 4 Uhr — Min. Sabbatausgang 5 Uhr
55 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 30. Oktober,
an: Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 4 Uhr 45 Min.
NB. Mittwoch, den 2. Nov., und Donnerstag, den 3. Nov.:
Rausch Cha udesch Marcheschwon.
Die Beerdigung des
Justizrats
Herrn Dr. Max Mayer
ſindet Freitag, den 28. Oktober,
nachmittags 4 Uhr, vom Portal des
israelitiſchen Friedhofs aus, ſtatt.
(20909
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Vortrag von Geh. Kirchenrat Prof. D. Baldenſperger
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Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Ji. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
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1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
Mk 253.
Freitag, 28. Oktober.
1910.
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Sprichwort kann man vielleicht gut so abändern: „Zeige mir Kragen und Krawatte,
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Seite 10₰
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
Nummer 253.
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11
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Samstag, 29. Oktober
Grosses
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morgens Bratwurst, Wellfleisch m. Kraut
wozu freundlichſt einladet (*26557
Peter Hirsch
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g Ecke Arheilger-
Eitiings Bierhalle u. Liebtrauenstr.
Samstag, den 29. Oktober 1910
Motgol
wozu freundlichſt einladet
Mhhe
Anton Ettling.
Samstag, den 29. Oktober:
Morgens
Wellfleisch mit Kraut,
wozu freundlichſt einladet
(*26548
August Rädge,
Schwanenſtraße 49.
Apfelwein aus eigener Kelterei.
Arheilgen.
Gaſthaus z. Deutſchen Haus
Heute Freitag
bei Wilhelm Brücher.
(20934
Morgen Samstag
auf dem Markt
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0.80
Ragout
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Junge Hahnen Mk. 1.20 bis 2.00
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Mk. 1.30
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Gross-Zimmern.
(*26580
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Freilauf zu kaufen geſucht. Wo?
(*26581
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Dühnen.
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Nummer 253₰
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
den Schutz der Angeſtellten in offenen Verkaufsſtellen gegen
Geſundheitsgefähr=
dungen, insbeſondere die Einrichtung ausreichender Sitzgelegenheit betreffend.
Die Inhaber von offenen Verkaufsſtellen ſind zufolge §62 Abſ. 1 des
Handels=
geſetzbuches verpflichtet, die Geſchäftsräume ſo einzurichten und den Geſchäftsbetrieb ſo
zu regeln, daß die Angeſtellten gegen eine Gefährdung ihrer Geſundheit, ſoweit die
Natur des Betriebes es geſtattet, geſchützt ſind.
Zum Zwecke der Durchführung dieſes Grundſatzes hat der Bundesrat auf Grund
des § 139n der Gewerbeordnung folgende Beſtimmungen über die Einrichtung von
Sitzgelegenheit für Angeſtellte in offenen Verkaufsſtellen erlaſſen. (Bekanntmachung
des Reichskanzlers vom 28. November 1900):
„1. In denjenigen Räumen der offenen Verkaufsſtellen, in welchem die Kundſchaft
bedient wird, ſowie in den zu ſolchen Verkaufsſtellen gehörenden Schreibſtuben
(Kontoren) muß für die daſelbſt beſchäftigten Gehilfen und Lehrlinge eine nach
der Zahl dieſer Perſonen ausreichende geeignete Sitzgelegenheit vorhanden ſein.
Für die mit der Bedienung der Kundſchaft beſchäftigten Perſonen muß die
Sitzgelegenheit ſo eingerichtet ſein, daß ſie auch während kürzerer
Arbeitsunter=
brechung benutzt werden kann.
Die Benutzung der Sitzgelegenheit muß den bezeichneten Perſonen während
der Zeit, in welcher ſie durch ihre Beſchäftigung nicht daran gehindert ſind,
geſtattet werden.
2. Unberührt bleibt die Befugnis der zuſtändigen Behörden, im Wege der
Ver=
fügung für einzelne offene Verkaufsſtellen (§ 139 g der Gewerbeordnung) oder
durch allgemeine Anordnung für die offenen Verkaufsſtellen ihres Bezirks
(139 h Abſ. 2 a. a. O.) zu beſtimmen, welchen beſonderen Anforderungen die
Sitzgelegenheit in Rückſicht auf die Zahl der Perſonen, für welche ſie beſtimmt
iſt, ſowie hinſichtlich ihrer Lage und Beſchaffenheit genügen muß.”
Allgemeine Anordnungen zur Ausführung dieſer Bundesratsvorſchriften im Sinne
der Ziffer 2 ſind bis jetzt nicht erlaſſen.
Es iſt darum Sache der Polizeibehörde, im Einzelnen die zur Durchführung der
Bundesratsvorſchriften, ſowie überhaupt des § 62 Abſ. 1 des Handelsgeſetzbuchs
erfor=
derlichen Anordnungen zu erlaſſen.
Zu dieſem Zwecke werden wir eine zeitweilige Beſichtigung der offenen
Ver=
kaufsſtellen und der zu ſolchen gehörenden Schreibſtuben (Kontore) während der
Geſchäftsſtunden durch unſere Beamten vornehmen laſſen. Hierbei vorgefundene
Zuwiderhandlungen gegen die erwähnten Bundesratsvorſchriften würden gemäß § 147
Abſ. 1 Ziffer 4 der Gewerbeordnung Beſtrafung des verantwortlichen Geſchäftsinhabers
mit Geldſtrafe bis 300 Mark, im Unvermögensfalle mit Haft, zur Folge haben.
Darmſtadt, den 25. Oktober 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Kranzbühler.
(20809df
Bekanntmachung.
Betreffend: Polizeiverordnung über den Beſuch von Wirtshäuſern, öffentlichen
Tanz=
muſiken und Kinematographentheatern durch ſchulpflichtige Kinder.
Die nachſtehende Polizeiverordnung bringen wir hiermit erneut zur öffentlichen
Kenntnis.
Darmſtadt, den 25. Oktober 1910.
(20897
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Kranzbühler.
Polizeiverordnung,
betreffend den Beſuch von Wirtshäuſern, öffentlichen Tanzmuſiken und
Kinemato=
graphentheatern durch ſchulpflichtige Kinder.
Auf Grund des Artikels 78 der Kreis= und Provinzialordnung wird unter
Zu=
ſtimmung des Kreisausſchuſſes und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des
Innern vom 5. Juli 1909 zu Nr. M. d. J. I. 10322 für den Kreis Darmſtadt verordnet:
§ 1. Schulpflichtigen Kindern iſt der Beſuch von Wirtshäuſern, öffentlichen
Tanzlokalen und Kinematographentheatern ohne Begleitung eines Elternteils oder
der=
jenigen, die Elternſtelle vertreten, oder eines Lehrers, unterſagt.
§ 2. Den Wirten und deren Stellvertretern, ſowie den Beſitzern, Inhabern und
Leitern von Kinematographentheatern oder deren Stellvertretern iſt es verboten, den
nach § 1 unterſagten Beſuch oder Aufenthalt ſchulpflichtiger Kinder in ihren Unternehmen
zu geſtatten. Sie ſind verpflichtet, die in ihren Geſchäftsräumen verbotswidrig ſich
auf=
haltenden ſchulpflichtigen Kinder unverzüglich aus ihnen zu entfernen.
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen werden mit Gelöſtrafe
bis zu 30 Mk., die im Falle der Uneinbringlichkeit in Haftſtrafe umzuwandeln iſt, beſtraft.
§ 4. Vorſtehende Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung im
„Darmſtädter Tagblatt (Amtsverkündigungsblatt)” in Kraft. Vom gleichen Tage ab
iſt die Polizeiverordnung vom 2. Januar 1882, betreffend Verbot des Beſuchs von
Wirtshäuſern und öffentlichen Tanzlokalen von ſeiten ſchulpflichtiger Kinder, aufgehoben.
Darmſtadt, den 7. Juli 1909.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
gez.: J. V.: von Stark.
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abgegeben.
Angebote ſind bis
Samstag, den 5. November I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 25. Oktober 1910.
Tiefbauamt.
(20824df
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Darmſtadt, den 26. September 1910.
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Abenden von 7 bis 9 Uhr ſtatt. Das im
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trägt für Gewerbetreibende 12 Mk., für nicht
Gewerbetreibende 24 Mk. Anmeldungen,
ſchriftlich oder mündlich, werden bis zum
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Bekanntmachung.
Betreffend: Schutz der Waſſer=Zu= und=Ableitungen im Winter.
Vor Beginn des Winters machen wir die hieſige Einwohnerſchaft auf die Schäden
und Nachteile aufmerkſam, die durch Froſt an den Waſſer=Zu= und=Ableitungen in den
Häuſern entſtehen können, und empfehlen, nachſtehendes zu beachten:
Wenn Türen und Fenſter der Keller nicht gehörig geſchloſſen gehalten werden,
ſo iſt das Einfrieren der Waſſermeſſer zu erwarten. Dabei zerſpringt die Glasplatte
der Meſſer; außerdem wird das Gehäuſe des Meſſers zerſprengt und das Räderwerk
zerſtört. Türen und Fenſter der Keller ſind deshalb gut geſchloſſen zu halten.
Bei anhaltendem ſtrengen Froſt (—5‟ C.) wird es außerdem notwendig, die
Waſſermeſſer und die anderen Teile der Waſſerleitung durch Umhüllen mit lockerem
Stroh oder mit dicken Tüchern zu ſchützen und die Glasfenſter zu verhängen.
Wenn Waſſerleitungsröhren mindeſtens 1,30 Meter tief in die Erde verlegt ſind
oder wenn ſolche im Hauſe ausſchließlich durch geheizte Räume (Küchen) oder durch
Räume, die mit geheizten Räumen durch häufige Benutzung in Verbindung ſtehen
(abgeſchloſſene Flure, Kloſetträume), geleitet ſind, ſo iſt das Einfrieren der
Waſſer=
leitungen nicht zu erwarten; vorausgeſetzt wird, daß dieſe Räume nicht durch
dauerndes Oeffnen der Türen und Fenſter ſtark abgekühlt werden (Kloſetträume).
Sind alle oder einzelne Räume, in denen die Waſſerleitung liegt, längere Zeit ungeheizt,
ſo iſt es empfehlenswert, die Waſſerleitung für gewöhnlich abgeſperrt zu halten und täglich
ein= oder mehreremal die erforderlichen Waſſerquantitäten an die Hausbewohner abzugeben.
Das Abſperren der Leitungen ohne gleichzeitiges Entleeren der Rohren
ſt zwecklos. Beides ſoll gleichzeitig erfolgen, indem man den vor dem Waſſermeſſer
angebrachten Hauptabſperrhahn ſchließt und ſofort die im Hauſe befindlichen
Zapf=
hahnen und Kloſettventile für einen Augenblick öffnet. Geſchieht das, dann läuft das
in den Röhren befindliche Waſſer durch eine im Hauptabſperrhahn angebrachte
Oeffnung aus. Dieſes Waſſer, welches ſelbſt bei ſehr langen Leitungen nur wenige
Liter beträgt, fängt man in untergeſtellten Gefäßen auf, oder man läßt es, wenn die
Kellerſohle waſſerdurchläſſig iſt, ohne Nachteil in den Keller laufen.
Das Maß von Sorgfalt, welches man auf den Schutz der Waſſerleitungen gegen
Froſtſchäden aufwenden muß, hängt von der Strenge und von der Dauer der Kälte
ab. Hält die ſtrenge Kälte wochenlang an, dann durchfrieren die äußeren Mauern
derart, daß ſelbſt nach bereits eingetretener milderer Witterung die auf den
durch=
frorenen Mauern befeſtigten Waſſerleitungen noch nachträglich einfrieren können.
Sind alſo Waſſerleitungen auf Außenmauern befeſtigt, ſo iſt beſondere Vorſicht
und ſtarke Erwärmung der betreffenden Räume zu empfehlen. Beſondere
Auf=
merkſamkeit iſt auch auf Gartenleitungen zu richten. Man ſchließe und entleere
dieſelben vor Eintritt des Winters ſorgfältig.
Sind Waſſerleitungen eingefroren, ſo ſchaffe man ſofort Abhilfe, weil dann
das Auftauen noch raſch bewirkt werden kann und weil die Leitungen alsdann noch
keinen Schaden erlitten haben.
Läßt man das Auftauen anſtehen, ſo friert gewöhnlich die Leitung auf lange
Strecken zu. Das Auftauen wird dann ſehr ſchwierig und koſtſpielig, meiſtens leidet
auch die Leitung Not.
Behufs des Auftauens eingefrorener Leitungen wende man ſich ſofort an einen
zuverläſſigen Inſtallateur.
Iſt ein Waſſermeſſer eingefroren, ſo erſtatte man alsbald Meldung bei der ſtädt.
Waſſerwerksverwaltung. Iſt eine Waſſerleitung eingefroren, ſo iſt das der Beweis, daß
inbezug auf Schutz der Leitung etwas verſäumt worden iſt. Man beſeitige die Urſache
des Einfrierens, weil ſonſt die Störung immer wieder eintritt.
Sind Keller oder andere Räume durch ein Verſehen durchaus vereiſt, ſo nützt es
nichts, nachträglich nur die Fenſter zu ſchließen. Man ſtelle vielmehr Holzkohlenöfen
oder andere paſſende Heizvorrichtungen auf um die Mauern wieder zu durchwärmen.
Bei den Waſſerableitungen iſt die Aufmerkſamkeit beſonders den Kloſetts
zuzu=
wenden, da hier die unter den Sitzen befindlichen, mit Waſſer gefüllten Syphonrohre
und die Spülkaſten durch das Einfrieren häufig beſchädigt werden.
Bei Froſtwetter ſind daher die Aborträume gegen außen möglichſt geſchloſſen zu
halten, beſonders während der Nacht; auch kann die Beheizung der Aborte mittels
kleiner Petroleum= oder Gasöfen beſtens empfohlen werden.
Die Spülkaſten ſollen nach jedesmaliger Benützung der Kloſetts, unter
Abſtel=
lung des Waſſerzulaufes, vollſtändig entleert werden.
Bei Kloſetträumen, die der Einwirkung der Kälte beſonders ausgeſetzt find,
empfiehlt es ſich, zur Verhütung der Eisbildung die Kaſten unter den Sitzen mit Stroh
locker auszuſtopfen, die Spülkaſten mit Tüchern zu umhüllen und deren Anfüllung bei
ſtrenger Kälte ganz zu unterlaſſen. Häufiges Eingießen warmer Abwaſſer aus den
Haushaltungen in die Kloſetts trägt weſentlich zur Verhinderung der Eisbildung in
den Syphonrohren bei.
An den Außenſeiten der Gebäude angebrachte Küchenrohre ſind dem Einfrieren
und dadurch der Zerſtörung beſonders ausgeſetzt; es ſollte daher das Einſchütten von
Waſſer in ſolche Rohre bei ſtrenger Kälte ganz unterlaſſen, mindeſtens aber auf die
Tageszeit beſchränkt werden.
Auch die Hofſinkkaſten ſind bei anhaltend ſtrenger Kälte gegen das Einfrieren zu
ſchützen, am beſten durch Ueberdeckung mit einer mindeſtens 20 Zentimeter hohen
Erd=
ſchicht, da andernfalls durch die Eisbildung in den Sinkkaſten der Abfluß des Waſſers
unmöglich gemacht wird, ſodaß bei Eintritt von Tauwetter Ueberſchwemmungen der
Grundſtücke die Folge ſind.
Die in den Waſchküchen vorhandenen eiſernen Ablaufkaſten können bei ihrer
ge=
ringen Tiefe nur durch rechtzeitige Entleerung des Waſſers vor dem Einfrieren geſchützt
werden; die Kaſten ſind dann zur Verhütung der Entweichung von Kanalgaſen
mög=
lichſt luftdicht abzudecken.
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5
Auf Liebespfaden.
Roman von H. Ehrhardt.
(Nachdruck verboten.)
12)
Helenens Briefe weckten immer zwieſpältige Gefühle
in ihm. Sie beglückten ihn, aber ſie warfen doch jedes
Mal eine neue Laſt auf ſeine Seele. Während er die
Hin=
derniſſe zwiſchen ſich und ihr ſtändig wachſen ſah, wurde
ihr Vertrauen und ihre Zuverſicht immer ſtärker. Ihr
ganzes Sinnen und Trachten richtete ſich jetzt auf ein
Wie=
derſehen, das er ihr auf beſtändiges Bitten hin endlich
gelegentlich ſeiner Rückreiſe verſprochen hatte. Er wollte
eine Rheinfahrt bis Köln machen und von da aus über
Barmen nach dem Harz zurückfahren.
Auf einer kleinen Station kurz hinter Barmen wollte
er ausſteigen und mit dem nächſten Zug zwei Stunden
ſpäter weiterreiſen.
Nun lag für Helene das Daſein wieder im vollſten
Sonnenglanz einer ſchönen Hoffnung.
Und auch Haſſingen begann ſich auf dieſes Wiederſehen
zu freuen und es herbeizuſehnen.
Die Erinnerung an Lena von Rieding war verblaßt,
denn er hörte nie mehr von ihr.
Nur einmal wurde er an ſie erinnert, als er im
The=
ater an Meiſenbergs Seite die ſchwarzhaarige, zierliche
Frau ſah, für die Lena ſo viel Mitleid gezeigt hatte. Sie
ſchien ihre Warnung nicht mehr angebracht zu haben oder
vielleicht war ſie auch nicht beachtet worden.
Haſtigen vernid es dem Fae in areonet. er
konnte nicht dagegen ankämpfen, er verachtete nun
einmal ſolche Frauen, die ſich nicht ſtolz zu bewahren
wiſſen.
Wenige Tage ſpäter reiſte Meiſenberg ganz
plötz=
lich ab nach der Riviera, wie er behauptete, weil ſeinen
Nerven Wiesbaden nicht zuſage, und die arme,
ſchwarz=
haarige Schönheit hatte wieder einmal das Nachſehen.
Auch Leutnant Keßler, der um der rotblonden
Erika willen vierzehn Tage Nachurlaub genommen
hatte, wurde mitten aus dem Wiesbadener und aus
ſeinem Liebes=Frühling herausgeriſſen, entkam aber
„glücklicherweiſe” unverlobt, wie er noch aus dem
Coupé heraus mit Genugtuung konſtatierte. Das
Mädel tat ihm ja leid, aber ſeit die Mutter eines Tages
erklärt hatte, als Dritte im Bunde die Ehe ihrer
Toch=
ter verſchönen zu wollen, war Leutnant Keßler gegen
alle Heiratsgedanken gefeit geweſen.
Wie es ſchien, lebte das Schlettauſche Ehepaar
ſchon jetzt getrennt, die Tochter der Mutter, zwei
Söhne dem Vater.
Fräulein von Meppen ſah den luſtigen Neffen
be=
trübt abreiſen, aber ihr Salon war jetzt in der
be=
ginnenden Saiſon voller als je, und auch Haſſingen
ſuchte ihn an ſeinem letzten Sonntag auf und ertappte
ſich dabei, daß er zuweilen auf das leiſe Rauſchen und
das Geräuſch des leichten Trittes wartete, das vor
Wochen Lena van Riedings Kommen angekündigt
hatte.
Det Frnten ven Reoher nahn er miſdied ven
Mutter und Tochter Schlettau. Die Alte hatte eine
etwas krampfhafte Liebenswürdigkeit und forderte
ſcherzend einen Dank für ihre Empfehlung des „
Wun=
derdoktors”. Er küßte ihr höflich die Hand und hatte
das unbehagliche Gefühl, einem unſympathiſchen
Men=
ſchen Dank ſchuldig zu ſein, was ihn nicht gerade
er=
götzte. Die kleine Erika ſah blaß aus und hatte leicht
gerötete Augenlider, ſie war wohl doch nicht ſo
ober=
flächlich, wie es ſchien, ſondern trug ſchwer an dem
Abſchied von Leutnant Keßler.
Armes Ding! ſagte Haſſingen im ſtillen, und ſeine
Gedanken flogen zu Helene.
Dann nahte der Tag ſeiner Abreiſe.
Am Nachmittag vorher ging er ein letztes Mal zu
ſeinem Doktor, um pro korma nach ſeiner Schuldigkeit
zu fragen. Noch am Sonntag hatte die Exzellenz ihm
erzählt, daß ſie ſelber ſich durch einen ſilbernen
Bowlenkrug für die unentgeltliche Behandlung
revanchieren wolle, daß aber bei einem jungen
Leut=
nant ſolche Revanche von dem Doktor weder erwartes
noch gewünſcht würde.
Es koſtete Hans von Haſſingen all ſeine
Selbſtbe=
herrſchung, um ruhig zu erſcheinen, als Doktor
Barowsky ihm unbefangen lächelnd eine Rechnung
über 150 Mark überreichte.
Der Schlag war doppelt hart, weil er ihn
berektet traf.
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Seite 13.
Er hatte ſo viel Faſſung, ehrlich einzugeſtehen, daß
er die Summe im Moment nicht bei ſich habe, ſie aber
bis morgen früh zu beſchaffen hoffte.
Förmlich geiſtesabweſend ging er zum Poſtamt und
erbat von ſeinem Vater telegraphiſche Zuſendung des
Geldes.
Er beſaß ja nur ſo viel noch, daß es zur Heimreiſe
gereicht hätte.
Wer nie mit des Lebens gemeinſter Not gekämpft,
begreift nicht, was dieſer Schlag für Hans von
Haſſin=
gen bedeutete.
Er dachte gar nichts anderes. Er ſaß in ſeinem
Zimmer bei den gepackten Sachen und wartete auf den
Telegraphenboten und ſtellte ſich mit peinvoller
Deut=
lichkeit den Schreck der Seinen vor und wußte, daß er
dieſe 150 Mark Kurkoſten nie vom Regiment
zurück=
erhalten würde, da er ja die koſtenloſe Behandlung des
Oberſtabsarztes verſchmäht hatte. Selbſt das
Bewußt=
ſein der wiedergewonnenen Geſundheit vermochte ihn
nicht zu tröſten.
150 Mark, o Gott, 150 Mark! Zuweilen ſtöhnte er
es leiſe vor ſich hin. Der Abend ſank hernieder, und
die Nacht kam, aber keine Geldſendung erſchien.
Er begab ſich endlich ohne Abendbrot zu Bett. Als
er die Brieftaſche auf den Nachttiſch legte, durchzuckte
ihn der Gedanke en Helene, an die morgige Abreiſe.
Die Rheinfahrl auf dem Dampfer mußte er
auf=
geben, er hatte doch jede Freude daran vekloren, er
würde um 11 Uhr mit der Bahn=fahren. Bis dahin
konnterer alles erledigt haben.
Gegen 9 Uhr kam am nächſten Morgen endlich das
Geld.
Da packte er zuerſt ſeine Sachen fix und fertig,
ſagte ſeiner Wirtin, daß er um 11 Uhr reiſe und
über=
brachte Doktor Barowsky perſönlich ſeine 150 Mark.
Sein junges Geſicht ſah ſtarr und hochmütig aus,
als er die acht Goldſtücke auf das grüne Tuch der
Schreibtiſchplatte legte und einige förmliche
Dankes=
worte ſprach.
Der Arzt trug wohl kaum die Schuld, aber es lag
doch eine bittere Ironie darin, daß die reiche
Hof=
marſchallin eine unentgeltliche Behandlung genoſſen
hatte und der arme Leutnant ſeine Kur ſo teuer
be=
zahlen mußte.
Gedankenvoll ſchritt er dann ein letztes Mal durchs
ſchöne Wiesbaden, über das der Frühling ſchon lichtes
Grün und bunte Blüten geſtreut hatte. Seine
Geſund=
heit hatte es ihm wohl zurückgegeben, aber was er
ſonſt noch unklar erhofft, war es ihm ſchuldig
ge=
blieben.
In ſeiner Wohnung angelangt, ſchickte er das
Mädchen nach einem Wagen. Mit der Meldung ſeines
Vorfahrens zugleich brachte ſie zwei Briefe mit. Er
öffnete ſie, wie ſie ihm gereicht wurden, der oberſte
war von ſeiner Schweſter, am geſtrigen Vormittag
ge=
ſchrieben.
Mensdorf iſt nun verkauft, an wen wiſſen wir
noch nicht. Mutter bekam einen Herzkrampf, als Onkel
es depeſchierte, ſie ſoll nach Nauheim, ſagt der
Sani=
tätsrat, aber ich glaube nicht, daß Onkel wird das Geld
geben können. Vater kann es nicht, er iſt in arger
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Geldnot, ſo wie noch nie, ſagt er, Hoffentlich gewinnt
er was.
Die ſchlanke Geſtalt des Mannes durchlief ein
Schwanken, ſo daß er ſich, die Zähne zuſammenbeißend,
auf die Tiſchplatte ſtützen mußte. Auch das noch! Die
Mutter war ſeit langem ſchon nicht recht wohl, er hatte
nie gedacht, daß es etwas Ernſtliches ſein könnte.
Freilich, der Verkauf von Mensdorf, der brach ihr
faſt das kranke Herz.
Er blickte unwillkürlich auf den zweiten Brief.
Die Handſchrift des Onkels.
Er riß ihn ſo haſtig auf, daß der Bogen mit entzwei
ging, er mußte die beiden Stücke zuſammenhalten.
Eine freudige Mitteilung, Mensdorf zwar
ver=
kauft, aber wenigſtens darf ich bis an mein Lebensende
da wohnen bleiben, eine Dame — Frau von Rieding —
Die Buchſtaben tanzten vor Haſſingens Augen, er
deckte die Hand über die brennenden Lider.
Lena von Rieding hatte Mensdorf gekauft, keine
Fremde würde auf dem lieben, alten Beſitz wohnen,
ſondern die reizende Frau, die plötzlich in all ihrer
Schönheit und Anmut, vom Glanz des Reichtums
um=
floſſen, lockend als gütige Fee vor dem Mutloſen,
Niedergedrückten ſtand und ihm und den Seinen die
rettende Hand bot.
Ein überwältigendes Glücksgefühl, eine
leiden=
ſchaftliche Dankbarkeit wallte in ihm auf und miſchten
ſich mit der Sorge um die kranke Mutter und der Laſt
der Geldnot zu einem Ganzen, in dem für Minuten
die ganße Welt um ihn verſank.
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Nummer 253.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
Seite 15.
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83,75
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92,40
½ do. Conſols .
83,90
do. do.
Bad. Staatsanleihe . .
92,30
do.
½
84,00
do.
Bayr. Eiſenbahnanl. . 100,90
91,40
do.
2
82,00
do.
Hamburger Staatsanl.
Heſſ. Staatsanleihe . . 101,00
91,10
do.
80,75
do.
Sächſiſche Rente . . . 83,30
Württemberger v. 1907 101,70
92,60
do.
½
Bulgaren=Tabak=Anl.
¾ Griechen v. 1887 . . 46,90
Italiener Rente . . .
½ Oeſterr. Silberrente . 96,90
do. Goldrente . . 98,25
do, einheitl. Rente 92,70
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do. unif. Ser. III
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Rumänier v. 1903 . . 102,50
do. v. 1890 . . 94,30
do, v. 1905 . . 91,00
Ruſſen v. 1830 ₰ . . . 91,80
InProz.
3).
92,20
4 Ruſſen v. 1902 . F5
4½ do. v. 1905 . . . . 100,20
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 82,10
4 Türk. Admin. v. 1903 86,00
4 do. unifiz. v. 1903 92,00
Ungar. Goldrente . . 93,40
do. Staatsrente . 91,70
5 Argentinier . . . . . .
91,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,90
99,00
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 97,40
5 Innere Mexikaner . . 99,70
68,00
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,20
5 Gold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=Paket=
144,00
fahrt .
. . 107,90
4 Nordd. Lloyd
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,40
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . .
4 Gotthardbahn . . . .
InProz.
31.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb.
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22,00
4 Pennſylvania R. R. 131,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 205,00
Werger=Brauerei
74,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 500,10
Fabrik Griesheim .
. 282,50
Farbwerk Höchſt . . . . . 544,30
Verein chem. Fabriken
Mannheim .
342,00
Lahmeyer
Schuckert
162,00
Siemens & Halske . . . 249,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 455,50
Bochumer Bb. u. Guß . .
Gelſenkirchen
Harpener .
191,00
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb .
. . . 258,70
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,70
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,30
do.
92,40
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,50
do. ſteuerfrei . 98,00
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,60
do.
98,00
do. alte . 81,70
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,00
do.
79,50
do.
56,70
Raab=Oedenburger . . 75,00
Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,30
4 Kronpr. Rudolfbahn . 97,80
In Pro:
Bt.
73,50
29/10 Livorneſer . . . . .
4 Miſſouri=Paciſic
79,90
4 Bagdadbahn Mk. 408
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec
. . 102,00
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 166,00
4 Darmſtädter Bank . 130,20
Deutſche Bank . 257,00
4 Deutſche Vereinsbank 126,70
Diskonto=Geſellſchaft 189,40
161,50
Dresdner Bank .
Mitteldeut. Kreditbk. 121,00
Nationalbk. f. Deutſchl. 126,10
104,90
Pfülzer Bank.
143,30
4 Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank 138,90
4 Wiener Bank=Verein 139,60
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,00
92,00
3½ do. S. 19.
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,40
4 Hamb.=Hypoth.=Bani 100,00
do.
90,50
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101, 40
do.
92,10
(*
4 Meining. Hyp.=Bank 99,30
do.
91,00
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,00
3½
do. (unk. 1914) 90, 17
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,20
3½
do,
92,10
InProz.
31.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . . . . .
91,00
3½ do.
101,30
4 Frankfurt .
95,00
3½ do.
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg
90,70
3½ do.
99,60
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4. Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München .
100,30
3½ Nauheim
90,80
4 Nürnberg.
100,00
3½ do.
4 Offenbach.
3½ do.
4 Wiesbaden
100,20
3½ do.
92,10
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 80,60
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 —
3½ Cöln=Mindner „ 100 134,20
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. „ 100
In Proz
Bt.
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=Pfand=
136,30
briefe. .
4 Oeſterr. 1860er Loſe 175,00
3 Oldenburger
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
fl.
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Freiburger
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Mailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10
Meininger
fl.
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 548,00
do. v. 1858 „ 100 425,00
Ungar. Staats „ 100 386,00
Venediger
Frs. 30 43,00
Türkiſche
„ 400 178,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,43½
20 Franks=Stücke .
16,17
Oeſterr. 20=Kronen . .
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Franzöſiſche Noten . . . . 81,10
Holländiſche Noten . . . . 169,20
Italieniſche Noten . . . 80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto . . . 50
Reichsbank=Lombard Zsf. 6%
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Herrn Adolf
Rady, Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Atlantic”, 25. Oktober
nachmit=
tags in New=Orleans.
Dampfer „Cleveland” von New=York
kom=
mend, 25. Oktober abends in Hamburg.
Dampfer „Pretoria‟, 25. Oktober morgens
von Baltimore nach Hamburg.
Lose?
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Gothaer
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Mürnberg. „
Stuttgart. „
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z. 5.—7. Nov.,
„ 8.−
. Dez.,
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„ 3. u. 4. Febr.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
Nummer 253.
Gegen viele Hautleiden, wie juck. Dermatoſen, Schuppen=
(Pforiaſis), Seborrhoea des
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(Freiwillige Verſicherung gegen Invalidität.)
Die Kenntnis der für weite Kreiſe der arbeitenden
Bevölkerung wichtigſten Beſtimmungen des
Invaliden=
verſicherungsgeſetzes iſt trotz deſſen 20jährigen Beſtehens
heute noch eine ſehr geringe. Wohl iſt im allgemeinen
ſo ziemlich bekannt, wer verpflichtet iſt, ſich gegen
Invalidität zu verſichern, nicht in dem Maße dagegen,
wer ſich freiwillig verſichern kann und was hierbei
zu beachten iſt. Und doch wäre gérade die Vertrautheit
mit den Beſtimmungen über dieſe Verſicherungsart für
alle wünſchenswert, die, ohne als unſelbſtändige
Ar=
beiter u. dergl. ihren Lebensunterhalt verdienen zu
müſſen, doch wirtſchaftlich nicht beſſer, oft ſogar noch
ſchlechter geſtellt ſind als dieſe. Wir meinen vor allem
die kleinen Gewerbtreibenden und
Hand=
werker. Die nachſtehenden Ausführungen ſollen der
Aufklärung hierüber gewidmet ſein.
Es gibt eine zweifache Art freiwilliger Verſicherung
gegen Invalidität: die ſogenannte
Weiterverſiche=
rung und die Selbſtverſicherung. Erſtere, und
die wichtigſte, kann nach den geltenden Beſtimmungen
zu jeder Zeit begonnen und auch jederzeit
wieder fortgeſetzt werden von allen Perſonen, die
irgend einmal früher zur Klebung von Marken
ver=
pflichtet waren und ſolche geklebt hatten. Dieſe
Perſonen haben, um in die Verſicherung wieder
einzu=
treten, in ihre letzte Quittungskarte, falls ſie noch
gül=
tig, d. h. noch nicht zwei Jahre ausgeſtellt iſt, Marken
irgendwelcher Klaſſe zu kleben; falls ihre alte Karte
aber nicht mehr Geltung hat, können ſie ſich dieſe bei
der örtlichen Invalidenverſicherungsſtelle (in
Darm=
ſtadt: Waldſtraße Nr. 6, ſonſt in der Regel beim
Ge=
meinderechner) aufrechnen und eine neue Karte
aus=
ſtellen laſſen, in welche alsdann die bei der Poſt
er=
hältlichen Invalidenverſicherungsmarken zu kleben
ſind. Die Quittungskarte hat zwei Jahre Gültigkeit
und muß dann rechtzeitig umgetauſcht werden.
Wäh=
rend dieſer zwei Jahre ſind von dem die
Weiter=
verſicherung betreibenden Verſicherten mindeſtens
20 Marken irgend einer Lohnklaſſe zu kleben, um die
Anwartſchaft auf Rente zu erhalten bezw. wieder zu
erwerben. Iſt die Anwartſchaft durch das Kleben von
weniger wie 20 Wochenmarken in zwei Jahren
ver=
loren gegangen, dann müſſen zu deren Wieder=
erlangung erneut und zwar 200 Marken geklebt werden
und innerhalb je zwei Jahren (Gültigkeitsdauer der
Quittungskarte) immer mindeſtens 20. Nach Erreichung
dieſer 200 Marken erlangen die früher geklebten
Mar=
ken wieder ihre Gültigkeit. Es empfiehlt ſich, zur
ſchnelleren Erlangung der Anwartſchaft (200 Marken)
allwöchentlich zu kleben und, falls nachher in dieſer
Weiſe nicht fortgefahren werden ſoll, in zwei Jahren
immer mindeſtens 20 Marken. Je mehr Marken
ge=
klebt werden und je höher die Verſicherungsklaſſe iſt,
um ſo höher wird ſelbſtverſtändlich einmal die Rente.
Dieſe ſelbſt wird gewährt, wenn der Verſicherte die
vor=
geſchriebene Wartezeit zurückgelegt hat und infolge
Alter, Krankheit, Gebrechen uſw. erwerbsunfähig
geworden iſt in dem Maße, daß er nicht mehr in der
Lage iſt, mindeſtens ein Drittel desjenigen zu
ver=
dienen, was körperlich und geiſtig geſunde Perſonen
derſelben Art und mit ähnlicher Ausbildung in
der=
ſelben Gegend durch Arbeit zu verdienen pflegen.
Die Wartezeit beträgt bei den
Weiterver=
ſicherten 200 Beitragswochen, wenn im ganzen 100
Beitragswochen nachgewieſen werden können,
welche auf Grund der Verſicherungspflicht
ge=
klebt worden ſind. Wer dieſe 100 Marken nicht
nachzu=
weiſen in der Lage iſt, kann Invalidenrente
nurnoch dann erlangen, wenn er mit
Pflicht=
marken und Marken auf Grund der
Berech=
tigung zur Selbſtverſicherung (ſiehe nächſten
Artikel) zuſammen 100 Marken nachweiſen kann; in
dieſem Falle beträgt die Wartezeit jedoch 500
Beitrags=
wochen. Bei wem die obengenannten Vorausſetzungen
nicht vorhanden ſind, der kann Invalidenrente
über=
haupt nicht erhalten; er hat nur Ausſicht auf
Alters=
rente nach Zurücklegung des 70. Lebensjahres,
voraus=
geſetzt, daß er die Anwartſchaft durch regelmäßiges
Kleben (mindeſtens 20 Marken in zwei Jahren) erhält
und dann 1200 Beitragswochen nachweiſen kann.
Im Hinblick auf die in Ausſicht ſtehende
Verſicherungsreform empfiehlt es ſich
dringend, daß alle Perſonen, die früher
als Gehilfen, Geſellen, Arbeiter uſw.
Marken kleben mußten und denen in
ſpä=
teren Jahren oder bei frühzeitig
ein=
tretender Invalidität eine Rente von
ein paarhundert Mark eine willkommene
vder nötige Aufbeſſerung ihrer
Einkom=
mensverhältniſſe bedeutet, ſo ſchnell
als irgend möglich ihre
Weiterverſiche=
rung betreiben. Denn der Entwurf zu
einer Reichsverſicherungsordnung bringt
mit ſovielen anderen Verſchlechterungen
auch die, daß die Verſicherung bei einmal
verlorener Anwartſchaft auf Rente (bei
unterlaſſener Klebung von mindeſtens
20 Marken in zwei Jahren) nur dann
wieder aufgenommen werden kann, wenn
der Betreffende eine
verſicherungs=
pflichtige Beſchäftigung ergreift, alſo in
abhängiger Stellung (Geſelle, Arbeiter
uſw.) wieder tätig iſt. Damit iſt aber den
ſelbſtändigen Handwerkern,
Gewerb=
treibenden uſw. die Möglichkeit zur
Weiterverſicherung genommen. Darum
beeile ſich jeder mit der
Weiterverſiche=
rung, der nach Vorſtehendem hierzu
be=
rechtigt iſt.
Literariſches.
— Emil Sandt: „Im Aether”. Roman. 320
Seiten. Mit farbigem Titel von H. R. Erdt. Vita,
Deutſches Verlagshaus, Berlin=Ch. Preis: Geheftet
4 Mk., geb. 5,50 Mk. Der Verfaſſer von „Cavete”, der
Freund Zeppelins, hat uns einen Aviatikerroman
ge=
ſchenkt. Während aber aus den Blättern des erſten
Buches die Schatten blutiger Ereigniſſe aufſteigen,
tönen aus dem neuen Werke die Kirchenglocken des
Friedens und der höchſten Menſchlichkeit. Mit
atem=
loſer Spannung folgt der Leſer den vielgeſtaltigen
Er=
eigniſſen dieſer Reiſe durch die Lüfte. Das
Zuſammen=
treffen mit einem franzöſiſchen Kriegsſchiffe, das eben
noch rechtzeitige Heranholen von Rettung für einen
im Sturm ſchwer beſchädigten Paſſagierdampfer, der
eigene Kampf mit den toddrohenden Wogen, das
Auf=
flammen der Ueberzeugung vom Gottesdaſein, die
An=
kunft in New=York, der Enthuſiasmus der Maſſen oder
ihre kaum zu zügelnde Feindſeligkeit — all das wird
mit hinreißender Darſtellungskunſt geſchildert.
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München 1910. Verlag der Handels= und
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zeitung von Julius Linck. Preis 75 Pfg. — Der
katholiſche Katechismus und die Borromäus=
Enzyk=
lika. Eine pädagogiſche Studie mit Anhang: Die
Ge=
ſchichte meiner Maßregelung von Oberlehrer Dr.
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bauwanderlehrer und Leiter des Obſtbauinſtituts der
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Hinſicht dem Kaffee und Tee vorzuziehen,
eignen ſich namentlich deshalb mehr
zum Genuß, weil ſtarker Kaffee und
Tee nach unmäßigem oder länger
fort=
geſetztem Genuß leicht Störungen des
Nervenſyſtems wie Kopfſchmerzen,
Herz=
klopfen und Schlafloſigkeit verurſachen.”
So heißt es in dem „
Geſundheits=
büchlein” bearbeitet im Kaiſerlichen
Ge=
ſundheitsamt. Daraus ergibt ſich für
die Hygiene des Alltags der kategoriſche
Imperativ: Frühſtücke Kakao! Die
be=
ſtändige Zunahme des Kakaoverbrauches
iſt bekannt und hocherfreulich. Wäre
nicht bei vielen Menſchen die liebe
Ge=
wohnheit Allherrſcherin, ſo würde der
Kaffee ſeine Rolle als Frühſtücksgetränk
längſt ausgeſpielt haben. Freilich kann
man nur ſtark entölten Kakao
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des Kakaotrinkens überdrüſſig zu werden.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 28. Oktober 1910.
Nummer 253₰
Dennen
des Hessischen Reitervereins
am Sonntag, den 30. Oktober 1910, nachmittags 2 Uhr,
auf dem Griesheimer Truppen=Uebungsplatz
(Zugang zum Rennplatz vom Barackenlager aus.
I. Eröffnungs-Jagdrennen.
(3 Ehrenpreiſe.)
II. Reitpferd-Rennen.
(3 Ehrenpreiſe.)
III. Jagdspring-Konkurrenz.
(3 Ehrenpreiſe. — Weitere Ehrenpreiſe je nach Beteiligung.)
IV. Weiterstädter Jagdrennen.
(Ehrenpreis Sr. Majeſtät des Kaiſers von Rußland und 2 weitere Ehrenpreiſe.)
V. Jagd mit Auslauf.
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Konzert und Restauration auf dem Rennplatz.
Gedeckte Tribüne.
Eintritts- und Mitgliedskarten sind sichtbar zu tragen.
Billettverkauf: 1. bei Herrn Hugo de Waal, Rheinſtraße Nr. 12½ 2. bei Herrn
W. Pfeil, Eliſabethenſtraße 5, 3. auf dem Geſchäftszimmer der 25. Kavallerie=
Brigade, Sandſtraße 42, und an den Kaſſen auf dem Rennplatze.
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Preiſe der Plätze: I. Tribüne (Zutritt zum Sattelplatz 3 Mk., II. Tribüne
1.50 Mk., Reſervierter Platz 50 Pfg., Wagen= und Reiterkarten 3 Mk.
Der Vorstand des Hessischen Reitervereins.
Ein Extrazug der Dampfſtraßenbahn fährt um 1.10 Uhr mittags vom
Schloß=
platz ab nach dem Griesheimer Lager.
Sonntag, 30. Oktober 1910, mittags 5 Uhr:
Konzert in der Stadtkirche
zum Besten der Kindergottesdienste der Stadtgemeinde.
Mitwirkende: Freiin B. von Bellersheim (Violine), Frl. Lili Hickler (Violine),
Hofopernsänger Stephani (Bass) und Stadtorganist Borngässer (Orgel)
Mreissosching
Rehrücken
von Mk. 6.—
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Programm: Stücke für 1 u. 2 Violinen, 2 Arien u. Orgelstücke von J. S. Bach,
Phil. Em. Bach, Buxtehude, Schumann.
Karten: Numerierte Plätze 2 Mk. u. 1 Mk., nicht num. 50 Pfg. im Vorverkauf
bei Waitz u. Thies (Elisabethenstr.), Schlapp (Schulstr.) u. im Verkehrsbüro, Am
Konzert-
tage nur bei Herrn Uhrmacher Kolb, nächst der Stadtkirche.
(20581sf
Gesangs=Aufführung
der Joachim’schen Gesangschule, Parcusstrasse 9,
Montag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr,
im Saale der „Loge‟, Sandstrasse 18.
Einlaßkarten zu 1 Mk. und zu 50 Pfg. und Programm ſind bei L. Schutter
(Thies Nachf.), in der Schule und abends an der Kaſſe erhältlich.
(20893fso
Flügel aus der Pianofortehandlung von L. Schutter.
Bezirksten Uans Johanhestiertel.
Mitglieder=Verſammlund
Montag, den 31. Oktober, abends 8½ Uhr,
im Sälchen des „Frankfurter Hof‟
Ecke der Frankfurter= und Landwehrſtraße.
Tagesordnung: Programm u. Kandidaten zur bevorſtehenden
Stadtverordneten=Wahl.
20938fo)
Um zahlreiches Erſcheinen wird erſucht.
Der Vorstand.
Kirchlich=poſtive Vereinigung für Heſſen.
Montag, den 31. Oktober, nachmittags 3 Uhr,
im Kaisersaal
Oeffentliche Versammlung.
Vortrag des Herrn Pfarrer Julius Werner
(20946
aus Frankfurt a. M. über:
7
„Der Weltkongreß für freies Chriſtentum.
Freie Diskuſſion. — Eintritt frei. — Gäſte willkommen.
estauration, ZurOper
empfiehlt guten Mittagstisch in verschiedenen
Preislagen, sowie reichhaltige Speisenkarte.
Kleine Abendplatten für Theaterbesucher.
Pilsener — Münchener — hiesiges Bier.
Neuzeitliche Räume. — Aufmerksame Bedienung
ensionau Täger
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An der Tanzstunde (ohne Herren) können noch einige
junge Mädchen aus guten Familien teilnehmen.
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Oeffentl. Vortrag
Samstag, den 29. Okt., abends 8½ Uhr
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von Darmstadt in der Zeit vom IIV.
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Redner: Stadtpfarrer Dr. D. Diehl.
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