Darmstädter Tagblatt 1910


25. Oktober 1910

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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk., aus=
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173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.

Inſerafe
werden angenommen in Darmſtadt
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ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurg
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

N 250.

Dienstag, den 25. Oktober.

1910.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Ein neues Nahrungsmittelgeſetz.
* Zu der Meldung, die Reichsregierung ſei mit den
Vorarbeiten zu einem Nahrungsmittelgeſetz beſchäftigt, er=
fahren
Berliner Blätter noch: Es handelt ſich nicht um den
Erlaß eines eigentlichen Nahrungsmittelgeſetzes oder um
eine Novelle zu dem jetzt geltenden Nahrungsmittelgeſetz
vom Jahre 1879, ſondern um Vorarbeiten zu einem Ge=
ſetzentwurf
für den Vollzug der Nahrungs=
mittelkontrolle
. Ueber dieſe Fragen ſchweben be=
reits
ſeit längerer Zeit Erwägungen an den zuſtändigen
Stellen. Die Erledigung der Frage iſt verzögert worden
durch die Einbringung und Verabſchiedung des Wein=
geſetzes
vom vorigen Jahre, weil man zunächſt über die
Wirkungen der für den Handel mit Wein eingeführten, ſehr
weitgehenden Kontrollvorſchriften Erfahrungen ſammeln
wollte. Nachdem dieſe nunmehr zur Verfügung ſtehen,
läßt ſich allerdings annehmen, daß äuch die Vorarbeiten
für eine geſetzliche Regelung des Vollzuges der allgemeinen
Nahrungsmittelkontrolle demnächſt weiter gefördert wer=
den
. Im Reichsgeſundheitsamt bevorſtehende Konferenzen
haben mit dieſer Frage einen gewiſſen, wenn auch nicht
direkten Zuſammenhang. Es wird dort in Beratungen
mit Sachverſtändigen eine Prüfung der von der Freien
Vereinigung der Nahrungsmittelchemiker aufgeſtellten Ver=
einbarungen
über die Nahrungsmittelkontrolle ſtattfinden.
Dieſe Vereinbarungen bilden heute, ohne einen amtlichen
Charakter zu haben, doch eine wertvolle materielle Grund=
lage
für die Bewertung von Nahrungsmitteln. Es dürfte
daher erwogen werden, ob und inwieweit dieſe Verein=
barungen
bei einer geſetzlichen Regelung des Vollzuges
der Nahrungsmittelkontrolle als Material zu verwerten
ſind.

Aeue Krifis in Griechenland?
* In der griechiſchen Kammer ſtellte in der Nacht=
ſitzung
zum Sonntag Venizelos nach lebhafter Dis=
kuſſion
die Vertrauensfrage. Die Rhalliſten und
Mavromichaliſten hatten den Saal verlaſſen, ſodaß nur
160 Deputierte anweſend waren und die Sitzung wegen
Beſchlußunfähigkeit aufgehoben werden
mußte. Nach der Sitzung erklärte Venizelos ſeinen Freun=
den
, er ſehe in dieſem Ausgange den Mangel an Ver=
trauen
und habe die Abſicht, zurückzutreten.
Der König erklärte Venizelos, das Nichtvorhanden=
ſein
einer beſchlußfähigen Zahl von Deputierten bedeute
keineswegs einen Mangel an Vertrauen und beſtand dar=
auf
, das Kabinett ſolle am Dienstag wieder in der Natio=
nalverſammlung
erſcheinen. Venizelos wollte ſeine Ant=
wort
ſpäter geben. Ein Zug von ungefähr
20000 Perſonen übergab in Anweſenheit des Königs dem
Kammerherrn eine Adreſſe, in der der Monarch gebe=
ten
wird, das Reformkabinett Venizelos zu unterſtützen.
Der König telephonierte aus Tatoi, daß er wünſche, Veni=
zelos
möchte die Gewalt behalten. Der Zug marſchierte
dann vor dem Hauſe Venizelos in Athen vorbei, der vom
Balkon eine Anſprache hielt, in der er erklärte, die
Machenſchaften der Reaktionäre würden ver=
eitelt
werden dank der Zuſammenarbeit von König und
Volk zur Verwirklichung des Reformprogramms. Die
Menge brachte Venizelos wiederholt Huldigungen dar.
Die Ruhe wurde nicht geſtört.
Ein türkiſcher Proteſt gegen die engliſcheruſſiſche
Aktion in Perſten.
* Am Sonntag nachmittag wurde im Theater in
Pera eine von der perſiſchen Kolonie veranſtaltete Pro=
teſtverſammlung
gegen die engliſch= ruſ=
ſiſche
Aktion in Perſien abgehalten. Zahlreiche
Türken, insbeſondere Offiziere, wohnten der Veranſtaltung
bei. Mehrere Redner, unter ihnen ein Tuneſier, appellier=
ten
an die Solidarität der mohammedaniſchen bezw. aſia=
tiſchen
Völker und betonten, daß eine Teilung Perſiens
für die Türkei verhängnisvoll ſein werde. Daher müſſe die
türkiſche Regierung mit allen Kräften, hauptſächlich durch
eine Annäherung an den Dreibund, ſich dagegen
wehren. Der Abgeordnete Ubei Dallah hob hervor, daß
Deutſchland an die Stelle Englands als Stützpunkt für
die Mohammedaner getreten ſei, und zählte die Dienſte
auf, die Deutſchland den Mohammedanern wiederholt ge=
leiſtet
habe. Er forderte die Verſammlung auf, an den

Kaiſer Wilhelm ein Telegramm zu richten,
in dem unter Berufung auf die früheren Dienſte die Hoff=
nung
ausgedrückt wird, daß er die Teilung Perſiens nicht
erlauben werde. Der Antrag wurde unter lautem Beifall
und dem Rufe: Es lebe Deutſchland! angenommen, wäh=
rend
gegen die Mächte der Tripleentente Pereatrufe aus=
geſtoßen
wurden.

Das Scheitern der fürkiſchen Anleihe.
* Eine offiziöſe franzöſiſche Note beſagt: Da die
Türkei die von der franzöſiſchen Regierung zum Schutze
der Intereſſen Frankreichs geſtellten Bedingungen abge=
lehnt
hat, ließ Miniſter Pichon Samstag abend den fran=
zöſiſchen
Botſchafter Bompard telegraphiſch verſtändigen,
daß die Verhandlungen abgebrochen ſind.
Mehrere mit dem Quai d’Orſay in Verbindung ſtehende
Blätter fügen hinzu, der türkiſche Finanzminiſter Dja=
vid
Bey ſoll die Abſicht haben, ſich an Finanziers
Mitteleuropas zu wenden. Dieſe Eventualität wird
von der Regierung ohne jede Bitterkeit ins Auge gefaßt.
Ueberdies wird betont, Frankreich müſſe trotz des Ab=
bruchs
der Anleiheverhandlungen nunmehr mit aller Ent=
ſchiedenheit
darauf beſtehen, daß die Pforte die Stellung
der in der Türkei lebenden Algerier und Tuneſier den
franzöſiſchen Forderungen gemäß anerkenne.
Die Pariſer Blätter billigen rückhaltlos die
von der franzöſiſchen Regierung in der Frage der türki=
ſchen
Anleihe beobachtete Haltung.
Der Temps ſchreibt: Frankreich hat nichts zu be=
dauern
. Es hat ſich in weiteſtgehender Weiſe verſöhn=
lich
und gefällig gezeigt, aber es hat pflichtgemäß
die gegenwärtigen und künftigen Intereſſen ſeiner Sparer
verteidigt. Das Vorgehen der Regierung iſt über alles
Lob erhaben, da durch dieſes mäßige Anleihegeſchäft von
150 Millionen ein gefährlicher Präzedenzfall
geſchaffen worden wäre, der Frankreich ſeiner Waffen zur
Verteidigung ſeiner Intereſſen in Zukunft beraubt hätte.
Für dieſe kluge und ehrliche Politik wird die öffentliche
Meinung dem Miniſterium dankbar ſein. Die Enttäu=
ſchung
der Finanzkreiſe, denen aus der Anleihe ein Ge=
winn
erwachſen wäre, wird aber eine lediglich vorüber=
gehende
ſein. Die Türkei wird an Frankreich wieder her=
antreten
. Das Journal des Debats meint, daß man
zweifellos verſuchen werde, die Anleihe heimlich in Paris
unterzubringen. Bankiers und Privatleute könnten ſelbſt=
verſtändlich
ihr Geld nach Belieben jedermann borgen,
aber das franzöſiſche Publikum müſſe darauf aufmerkſam
gemacht werden, daß die Weigerung der franzöſiſchen Re=
gierung
, die türtiſche Anleihe zur Kotierung zuzuluſſen,
eine endgültige ſei, und daß dieſe Weigerung auch für alle
Anleihegeſchäfte gelte, die etwa dazu beſtimmt wären, mit=
telbar
oder unmittelbar die geſcheiterte Anleihe zu er=
ſetzen

Deutſches Reich.
Dem Reichstage wird bei ſeinem Wieder=
zuſammentritt
am 22. November nur das Schiffahrts=
abgabengeſetz
vorgelegt werden, während der Etat mit
der Militärvorlage erſt zu Beginn des Dezember, die elſaß=
lothringiſche
Verfaſſungsvorlage und die Vorlage über die
Privatbeamtenverſicherung ihm erſt im Januar zugehen
werden. Vom Frühjahre harren der Erledigung noch zehn
Entwürfe: das Arbeitskammergeſetz, das Hausarbeits=
geſetz
, die Novelle zur Gewerbeordnung betreffs Lohn=
bücher
, das Reichsbeſteuerungsgeſetz, die neue Strafprozeß=
vordnung
, die Novelle zum Strafgeſetzbuch, die neue Fern=
ſprechgebührenordnung
, die Reichsverſicherungsordnung,
das Zuwachsſteuergeſetz und der Entwurf zur Errichtung
eines oberſten Kolonialgerichtshofes.
Die Reichstagskommiſſion für die
Reichsverſicherungsordnung gedenkt am Mitt=
woch
mit der erſten Leſung fertig zu werden, und wird
dann nach kurzer Pauſe in die zweite Beratung eintreten.
Da inzwiſchen über mehrere ſchwerwiegende Differenzen
unter den Abgeordneten ſowohl mit der Regierung wie mit
den Intereſſenten Beſprechungen ſtattgefunden haben, die
zu vorläufigen Ergebniſſen führten, iſt anzunehmen, daß
die zweite Leſung ſich in verhältnismäßig kurzer Zeit ab=
wickelt
. Jedenfalls hofft man im Schoße der Kommiſſion
beſtimmt, dem Reichstag nach den Weihnachtsferien das
Ergebnis der Ausſchußberatungen fertig vorlegen zu kön=
nen
, ſo daß mit der Verabſchiedung der Reichsverſiche=
rungsordnung
im Laufe der nächſten Seſſion mit Sicher=
heit
zu rechnen iſt.
Ergänzung der Reichsgewerbeord=
nung
. Der Hamburger Senat hat auf Anregung der
hanzurgiſchen Bürgerſchaft im Bundesrat den Antrag ge=
ſellt
, dahin zuwirken, daß in dem Titel2 der Reichsgewerbe=
ordnung
acht Beſtimmungen aufgenommen werden, die die

Säuberung der Schaukäſten und Schaufenſter von Schund=
literatur
, insbeſondere von ſolchen literariſchen Erzeug=
niſſen
ermöglichen, die durch die Art der Schilderung ver=
brecheriſcher
Vorgänge die Luſt an verbrecheriſchen Hand=
lungen
zu reizen geeignet ſind. Weitere Anträge im Bun=
desrat
hat ſich der Senat für die Verhandlungen über den
Entwurf des neuen Strafgeſetzbuches vorbehalten. Wie
die Hamburger Nachrichten hierzu mitteilen, iſt die An=
regung
im Bundesrat erfreulichem Verſtändnis begegnet.
Es kann nicht bezweifelt werden, daß der Bundesrat die
Auffaſſung der hamburgiſchen Regierung zu der ſeinigen
machen und zu einer dementſprechenden Vorlage gelangen
wird.
Die elſaß=lothringiſche Verfaſſungs=
reform
. Die Kölniſche Zeitung ſchreibt aus Berlin: Wie
wir hören, iſt die Angelegenheit der elſaß=lothringiſchen
Verfaſſungsreform nunmehr ſoweit gediehen, daß der Ent=
wurf
in den nächſten Wochen, vorbehaltlich der Zuſtim=
mung
des Kaiſers, dem Bundesrat übergeben werden kann.
Einzelne Bedenken. die in den letzten Tagen von Mitglie=
dern
der preußiſchen Regierung erhoben wurden, ſind be=
ſeitigt
worden.
Die Norddeutſche Allgemeine Zei=
tung
und der Hanſabund. Die ſcharfe Sprache,
in die der Hanſabund ſeinen Aufruf zur Bildung eines
Wahlfonds gekleidet hatte, war halbamtlich in der Nord=
deutſchen
Allgemeinen Zeitung getadelt worden. In der
Polemik, die ſich hierüber zwiſchen ihr und dem Präſiden=
ten
des Bundes entſponnen hat, ergreift die Regierung
jetzt abermals das Wort.

Man könne, heißt es in dieſer Auslaſſung, dem bevor=
ſtehenden
Wahlkampf nur mit geſteigerten Beſorgniſſen
entgegenſehen, wenn ſelbſt die Kreiſe des guten Bürger=
tums
es als normal betrachten, daß ihre Intereſſenber=
tretung
den Feldzug mit Waffen dieſes Kalibers eröffne.
Wir ſind aller Vorausſicht nach noch reichlich ein Jahr
von den Wahlen entfernt. Welche Berge von Verbitterung
und Verärgerung werden ſich auftürmen, wenn es das
ganze Jahr nicht nur in dieſer Tonart fortgehen ſoll, ſon=
dern
einer den anderen an Schärfe der Sprache zu über=
bieten
ſuchen wird? Ein Keil treibt hier notwendig den
endern. Es liegt angeſichts der tiefen Mißſtimmung, die
in unſerem Volke bereits vorhanden iſt, ein gemeinſames
Intereſſe der ſtaatserhaltenden Elemente vor, mäßigend
und warnend einzuwirken. Weiter wird ausgeführt, eine
Parteinahme zugunſten der Landwirtſchaft gegen die
Intereſſen der anderen Erwerbsſtände liege der Regierung
fern, die ihre Aufgabe nicht darin ſieht, Land gegen Stadt,
einen Erwerbsſtand gegen den anderen auszuſpielen, ſon=
dern
den auseinandergeriſſenen Gruppen unſeres Erwerbs=
lebens
die Gemeinſamkeit der nationalen und wirtſchaft=
lichen
Intereſſen zum Bewußtſein zu bringen und die an=
klagend
und abwehrend einander gegenüberſtehenden Par=
teien
endlich wieder zu fruchtbarer Arbeit zuſammenzufüh=
ren
. Wenn Handel und Induſtrie ſich für die notwendig
wiederkehrende Periode dieſes gemeinſamen Wirkens ſtär=
ken
wollen, ſo iſt dagegen natürlich nichts einzuwenden.
Darin ſehen wir vielmehr das Berechtigte auch in den Be=
ſtrebungen
des Hanſabundes. Aber auf dem Wege, der mit
den Wahlaufrufen betreten wird, iſt das Ziel nicht zu er=
reichen
. Man kommt weiter auseinander, anſtatt ſich zu
nähern; man erweitert die Gegenſätze, anſtatt die Kluſt zu
ſchließen.Die Nordd. Alg. Zig. ſchließt ihre Erörterungen

mit folgenden Worten:
Unſere Wirtſchaftspolitik, die eine Grundlage des
wirtſchaftlichen Aufchwunges Deutſchlands in Landwirt=
ſchaft
und Gewerbe geworden iſt, beruht auf der gemein=
ſamen
wirtſchaftlichen Arbeit dieſer Berufsſtände innerhalb
und außerhalb der Parlamente, die Fortſetzung dieſer Po=
litik
, die wir als eine Lebensfrage der Nation betrachten,
erfordert auch die Fortſetzung der gemeinſamen Arbeit.

Ausland.
England.
König Manuel iſt bei ſeiner Landung auf eng=
liſchem
Boden durchaus als König empfangen worden;
ſolange Großbritannien die Republik Portugal nicht an=
erkannt
hat, bleibt er ihm der Souverän dieſes Landes.
Das zeigen der geplante Beſuch des Königspaares und
die Begrüßung. Auch die Preſſe könnte das Eintreffen
Manuels nicht ausführlicher beſchreiben, wenn er noch auf
dem Thron ſäße, und verſchiedene Blätter ſchwingen ſich
ſogar zu Begrüßungsartikeln auf. Am intereſſanteſten iſt
der der Times, weil in ihm der tiefe Skeptizismus der
maßgebenden Kreiſe bezüglich der Haltbarkeit der heutigen
Zuſtände in Portugal recht unverblümt zum Ausdruck
kommt. Er ſchließt mit der Bemerkung, ein längerer Auf=
enthalt
in England möge Dom Manuel helfen, das Ideal
der Königstauglichkeit zu erreichen, nach dem er unter ſo
ungünſtigen Bedingungen geſtrebt habe. Denn noch iſt
nicht bewieſen, daß Portugal ohne einen König auskom=
men
kann. In Erwiderung einer engliſchen Anfrage, die
ſich auf das Eigentum König Manuels bezog, hat die pro=

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Oktober 1910.

Nummer 250.

pforiſche Reglerung der poringleſiſchen Republikt die Er=
klärung
abgegeben, daß nur der dem Staate gehörende
Beſitz eingezogen worden ſei, daß aber Manuels Privat=
eigentum
, beſonders die der Familie Braganza gehörigen
Schlöſſer, reſpektiert werden. Es wird ſchätzungsweiſe an=
gegeben
, daß der entthronte König nach Bezahlung ſämt=
licher
Schulden der königlichen Familie ein jährliches Ein=
kommen
von rund 400000 Mark beziehen wird.
Spanien.
Die Religionspolitik der Regierung.
Der Deputierte Senante interpellierte in der Kammer=
ſitzung
wegen der Religionspolitik der Regierung. Er
tadelte es, daß die Kundgebungen der Katholiken in Bilbao
und San Sebaſtian verhindert worden ſeien, und erklärte,
die Katholiken würden mit allen Kräften gegen die anti=
religiöſe
Politik des Kabinetts ankämpfen. Canalejas er=
klärte
in ſeiner Erwiderung, es ſei ſein Wille, allmählich
im Einvernehmen mit Rom zur Kultusfreiheit zu ge=
langen
.
Portugal.
Neue Dekrete. Am Dienstag werden Dekrete er=
laſſen
werden, durch die die theologiſche Fakultät der Uni=
verſität
Coimbra aufgelöſt, die akademiſche Gerichtsbarkeit
ſowie der Eid der Studierenden, Profeſſoren und Rektoren
abgeſchafft und freie Vorleſungen geſchaffen werden ſollen.
Unzufriedene Portugieſen Aus Liſſabon
erhält der Temps ſehr ernſte Mitteilungen über das Wach=
ſen
der Unzufriedenheit in der dortigen Garniſon. Die
Unteroffiziere und Soldaten des 1. Artillerie=Regiments,
des 16. Infanterie=Regiments, ſowie ein Teil der Marine=
foldaten
finden, daß ihr Anteil an der geglückten Revolu=
tion
von den gegenwärtigen Machthabern zu karg bemeſſen
wurde, und wollen den Zwangsurlaub von 4 Monaten
nicht annehmen. Außerdem bedeutet ihre Jagd nach zivil=
amtlichen
Stellungen eine große Verlegenheit für die Re=
gierung
. Das Miniſterium verzögert die Entlaſſung der
notoriſch antirepublikaniſch geſinnten Beamten, um ſie nicht
brotlos zu machen und ſo die Unzufriedenheit zu vergrö=
ßern
. Andererſeits verlangen jene Kandidaten, die ſich
während der Verſchwörung eifrig betätigt haben, ſofortige
Teilung aller Aemter und Würden. Dazu kommen erheb=
liche
Schwierigkeiten in der kirchlichen Frage. Danach iſt
alſo der baldige Sturz dieſer erſten proviſoriſchen Regie=
rung
und ihre Erſetzung durch eine den Katholiken freund=
lichere
zu erwarten.
Perſien.
Die Antwort auf die Note der britiſchen
Regierung. Wie das Reuterſche Bureau aus Teheran
meldet, überreichte die perſiſche Regierung heute dem eng=
liſchen
Geſandten ihre Antwort auf die Note der britiſchen
Regierung. Die Antwort entſpricht den bereits telegra=
phiſch
gemeldeten Grundzügen. Die Note weiſt auf die
dem neuen Regime zu verdankende Verbeſſerung der Ver=
hältniſſe
hin. Wenn die perſiſche Regierung auch ſelbſt eine
zehnprozentige Erhöhung der Zolleinnahmen im Zuſam=
menhang
mit der beabſichtigten Anleihe angeregt habe, ſo
könne ſie doch nicht die Anweſenheit britiſcher Offiziere im
Lande geſtatten. Die Note betont den allgemeinen Auf=
ſchwung
des Handels, und daher hätten die ausländiſchen
Kaufleute kein Recht, ſich zu beklagen.
Japan.
Kabinettskriſis. Ueber Amerika wird von
Tokio telegraphiert, daß das Kabinett Komura wahrſchein=
lich
werde zruücktreten müſſen, da die Oppoſition zu ſtark
geworden ſei. Wie der New York Herald erfährt, iſt man
in Japan ſehr beunruhigt über angebliche heftige Angriffe
der engliſchen Preſſe gegen die Politik Komuras, die zu
und gewiſſen antibritiſchen Zollmaßregeln geführt habe.
Die Heftigkeit der britiſchen Angriffe ſoll in Tokio den Collin=Offenbach; Ihrer Durchlaucht der Fürſtin
Eindruck erweckt haben, daß das engliſch=japaniſche Bünd= von Iſenburg=Birſtein (Kreis Gelnhauſen).
nis gefährdet ſei.

m
ſtitutionskammer prüfte die Frage der möglichſt baldigen
Eröffnung des Parlaments und beſchloß einſtimmig, bei
dem Throne in dieſem Sinne vorſtellig zu werden.
* Brüſſel, 22. Okt. Die taktloſen Angriffe
der Brüſſeler Sozialiſten gegen den deut=
ſchen
Kaiſer haben in der hieſigen Bevölkerung allge=
meine
Empörung hervorgerufen. Auch Kreiſe, die nichts
weniger als deutſchfreundlich ſind, und die aus ihrer Vor=
liebe
für Frankreich und aus ihrer demokratiſchen Geſin= ihr errichtete Stiftung ein dauerndes Gedenken ge=
nung
kein Hehl machen, die alſo nicht im Verdacht mon=
archiſcher
Voreingenommenheit ſtehen, haben ihrem Un= 16000 Mark und iſt der Stadt Darmſtadt übergeben
willen über das pöbelhafte Verhalten der Sozialiſten lau= für Angehörige des Großherzogtums Heſſen, welche ſich
ten Ausdruck gegeben. Um ſo auffallender und bedauer= dem Studium der Jurisprudenz oder Philologie auf
ralen Blättern bisher kein einziges ein Wort der Erwide= zwei Jahresſtipendien von je 250 Mark, und zwar
rung und Zurückweiſung gefunden hat. Das iſt ein neuer längſtens auf die Dauer von vier Jahren, zur Ver=
Beweis, wie wenig dieſe Blätter die Meinung der über= gebung. Bis jetzt haben 24 junge Leute aus allen
wiegenden Mehrheit des Volkes vertreten; denn man Teilen des Großherzogtums das Stipendium genoſſen.
würde dem liberalen Teil des belgiſchen Volkes unrecht
tun, wenn man glauben wollte, daß es die Angriffe auf
einen Mann, der in den nächſten Tagen ſein Gaſt ſein wird, gegangenem Aufrufe im Kaiſerſaale eine Verſammlung
billigte. Die klerikalen Blätter haben in dieſem Falle ge=ab, in welcher über die bevorſtehende Stadtverords
liſten ſcharf zurückgewieſen wurden. Das unqualifizierbare welches ſpeziell die Mietervereine an der Wahl zu
Weſen der letzteren hat nur die eine Folge gehabt, daß die nehmen hätten. Außer dem Anteile, den jeder Be=
gegenbringt
, wenn ſie auch nicht ſeine politiſchen Anſichten Sonderintereſſen vor: Förderung der Wohnungs= und
ſich bei den Sozialiſten dafür bedanken. Die taktloſen De= unwürdigen Kleinwohnungen, insbeſondere der ärme=
monſtrationen
der belgiſchen Sozialdemokraten gegen den ren Bevölkerung, Uebergang zur freien Bauweiſe in
heuchleriſchen Gründen der deutſchen Sozialdemokratie für
ihre Demonſtrationen gegen den Zaren zu halten hat. Man
ſieht, daß alle dieſe Demonſtrationen ſich lediglich gegen
die Vertreter der Monarchien als ſolche richten.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. Oktober.
* Audienzen. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
werden am Mittwoch, den 26. d. Mts., vor=
mittags
im Reſidenzſchloß hier Audienzen erteilen, ſowie
Meldungen und Vorträge entgegennehmen.
Uebertragen wurde dem Lehrer Franz Vetter
zu Udenheim, Kreis Oppenheim, die Lehrerſtelle an der
katholiſchen Schule zu Erbes=Büdesheim, Kreis Alzey.
Ernannt wurde Karl Hild in Darmſtadt zum
Schreibgehilfen bei dem Amtsgericht Darmſtadt I.
Verſetzt wurde der Steueraufſeher Schmalz zu
Groß=Gerau vom Tage des Dienſtantritts an in den
Aufſeherbezirk Büdingen.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen den
36 Jahre alten, auf eine längere Strafliſte blickenden
Taglöhner Philipp Auguſt Gilbert von Offenbach,
der ſich in bedrängter Lage befand; verſetzbare Möbel
hatte er nicht mehr und Beſchäftigung war keine zu
haben. In ſeiner Not lieh er ſich zwei Fahrräder, in=
dem
er ſich für den Gärtner des Bürgermeiſters aus=
gab
; das eine verſetzte er, das andere wurde ihm wie=
der
abgenommen. Seine Strafe beträgt 1 Jahr Ge=
fängnis
nebſt Verluſt der bürgerlichen Ehrenrechte
auf 5 Jahre. Er trat die Strafe an. Der 33 Jahre
alte Packer Hermann Matthias Schweitzer von
Frankfurt, ein wegen Eigentumsvergehens erheblich
vorbeſtrafter Mann, ſtahl im April und Mai in
Offenbach 6 Fahrräder, die er auf Grund gefälſchter
Einkaufsquittungen in Frankfurt unterbrachte. Er
beruft ſich gleichfalls auf Not, die raſche Häufung der
Diebſtähle läßt ſich jedoch mit dieſer nicht leicht er=
klären
. Das Gericht ſprach 1 Jahr 6 Monate Gefäng=
nis
unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte
auf 5 Jahre aus; 2 Monate ſind durch die Unterſuch=
ungshaft
verbüßt. Er trat die Strafe an.
* Verleihung der roten Kreuzmedaille. Anläßlich
des Geburtstages der Kaiſerin wurde verliehen: Die
rote Kreuzmedaille zweiter Klaſſe: Geh. Finanzrat Dr.
Ludwig Lauer=Darmſtadt; die rote Kreuzmedaille
der Verſtändigung mit Rußland, der Annektierung Koreas dritter Klaſſe: Großh. Kreisarzt Dr. Stigell= Oppen=
heim
; Geheimerat Beſt=Darmſtadt; Juwelier
* Eine Sitzung des Provinzialausſchuſſes der
Provinz Starkenburg findet am Samstag, den 29. Ok=

tober, vormitags 9½, Uhr, mit folgender Tages=
Eröffnung des Parlaments‟. Die Kon= lordnung ſtatt: 1. Beſchwerde des Adam Feldmann I.
in Griesheim gegen einen Gemeinderatsbeſchluß wegen
Vergebung von Pflaſterarbeiten. 2. Beſchwerde der zu
Straßengeländeerwerbskoſten herangezogenen Anlieger
in der neuen Schul=, Friedrich=, Hohenzollern=, Bismarck=
Jakob=, Boxheimerhof=, Leopold=, Stein=, Poſt= und
Karlsſtraße in Lampertheim. 3. Geſuch des Georg
Rögner in Weinheim um Erlaubnis zum Betrieb einer
Gaſtwirtſchaft am Bahnhof in Mörlenbach.
Todesfall. Die laut Todesanzeige im geſtrigen
Tagblatt im hohen Alter von 83 Jahren verſtorbene
Frau Marie Günther geborene Beſt hat ſich
in unſerer Stadt durch eine ſchon im Jahre 1879 von
ſichert. Die Stiftung verfügt über ein Kapital von über
licher mag es daher erſcheinen, daß von den hieſigen libe= einer deutſchen Univerſität widmen. Es kommen ſtets
Darmſtädter Mieter=Verein. Man ſchreibt uns:
In voriger Woche hielt der Mieterverein nach vorher=
zeigt
, daß ſie mehr Anſtandsgefühl beſitzen als die oppo= netenwahl beraten wurde. Der Vorſitzende, Haupt=
ſitionelle
Preſſe, da von ihrer Seite die Angrifffe der Sozia=1 mann a. D. Kuſchel, referierte über das Intereſſe,
Sicherheitsmaßregeln beim Einzuge des Kaiſers, deſſen wohner an dem Wohle ſeiner Stadt oder ſeines Wohn=
Perſönlichkeit die Bevölkerung ein lebhaftes Intereſſe ent= ortes zu nehmen habe, lägen für die Mietervereine noch
durchaus teilt, ſehr verſtärkt ſind. Die Stadt Brüſſel mag Boden=Reform. Unſchädlichmachung aller menſchen=
deutſchen
Kaiſer beweiſen zugleich, was man von den 1 Siedelungen, Gartenſtädte. Erleichterungen gemein=
nützigen
Bauvereinen gegenüber. Verkehrswege nach
den Vororten zur Erſchließung neuer, billiger Wohn=
ſtätten
. Eingemeindungen. Alle Grundſtücksſpekulation
und der Bodenwucher ſind zu bekämpfen uſw. Aber
auch Männer ſeien zu wählen, die für alle Be=
dürfniſſe
der Bewohner, vor allem aber für
das Wohl der Stadt ein warmes Herz=
haben
und mit freiem Blick über Kleinlichkeiten er=
haben
, nicht am Alten hängend, ſondern Neuerungen
und Fortſchritten zugänglich auch vor Anträgen und
eigenen Initiativen nicht zurückbangen. Da unter den
14004 Wählern zirka 9000 Mieter ſich befinden, ſo
hätten dieſe auch das Recht und die Pflicht, für eine
ausgiebige Vertretung in den Stadtverordnetenkollegien
Sorge zu tragen und die Wahl ſelbſtändig auszuüben,
ohne einer anderen Korporation uſw. die Führung
abzutreten.
Großh. Landes=Wohnungsinſpektor Gretzſchel
ſprach ſodann in längerem Vortrage über kommunale
Wohnungspolitik. Ausgehend von den älteſten Zeiten,
wies Redner die Städtentwicklung im Wohnungsweſen,
alle gemachten Fehler und Verſäumniſſe eingehend
nach und zeigte, welche Maßnahmen im Hinblick auf die
Volksvermehrung und Städteausdehnung von den
Kommunalverwaltungen zu ergreifen ſind. Seine
Ausführungen gipfelten in der notwendigen Einrich=
tung
kommunaler Wohnungsämter, welche die Auf=
gaben
, die nicht nur in der Gegenwart, ſondern auch
für die Zukunft der Löſung harren, zu erfüllen hätten.
Die Wohnungsämter hätten alle die Fragen zu be=
arbeiten
, welche unter den Begriff kommunaler Woh=
nungspolitik
fallen und mit den Bauämtern uſw. Hand
in Hand zu gehen. Die alleinige Tätigkeit auf Feſt=
ſtellung
von Bebauungsplänen, Sorge für Be= und
Entwäſſerung, ohne Rückſicht auf wirtſchaftliche und
ſoziale Bedürfniſſe genüge nicht. Das Wohnbe=
dürfnis
müſſe entſcheidend ſein: 70 bis 90 Prozent
der Bewohner bedürfen nur Klein= und Mittelwohnun=
gen
. Einfluß auf die Bodenpreisbildung. Privatinter=
eſſen
dürfen in den Gemeindekollegien nicht platzgreifen.
Bauland müſſe in größeren Mengen vorhanden ſein
und in kommunalen Beſitz gebracht werden, um im
Angebot eine gewiſſe Konkurrenz zu ſchaffen. Hier
herrſche manchmal eine unbegreifliche Kurzſichtigkeit.
Gemeinnützige, nicht auf Spekulation gerich=
tete
Unternehmungen verdienten Entgegen=
kommen
; aber oft erleben wir das Gegenteil. Erleich=
terung
der Bauweiſe: Straßen, Kanäle, Mauerſtärken,
Treppenbreite und Zimmerhöhe. Genügen die Bau=
vorſchriften
den Bedürfniſſen, zumal der Kleinwoh=
nungsnot
? Wohnungsmarkt, Angebot und Nachfrage.
Wohnungsverhältniſſe, Belegung. Mietspreiſe. Zu=
ſtand
, in geſundheitlicher, ſittlicher und baulicher Be=
mrs

Der Mond.

(Zur totalen Mondfinſternis vom 17. November.)
Von Joſeph Lößer.
Im ſtillen, heitern Glanze
Tritt er ſo ſanft einher:
Wer iſt im Sternenkranze
So ſchön geſchmückt wie er?
Er lohnt des Tags Beſchwerde,
Schließt ſanft die Augen zu
Und winkt der müden Erde
Zur ſtillen Abendruh.
Hab Dank für alle Freuden,
Hab Dank für Deinen Mond,
Der Tages Laſt und Leiden
So reich, ſo freundlich lohnt
(Claudius.)

Wie ſchön zeichnet hier der Dichter die wohl=
tuende
, ſtimmungsvolle Wirkung des Mondlichtes, ſei=
nen
friedlichen Eindruck auf das Gemüt des Menſchen.
Ja, der Mond ſchmeichelt ſich ein in unſer Herz, wenn
er die Szenerie der Nacht magiſch und traumhaft be=
leuchtet
, ſein mildes Licht ſchwarze Schatten umflutet
und den einſamen Wanderer auf nächtlichem Pfade
geleitet. Ueber die Berge, über die Bäume ſchwebt
des Mondes heller Flimmer, durch den Wald ſenkt ſich
der Schimmer, drin erwachen zarte Träume. Und
die Liebenden, wie flüſtern ſie gerne von ſeinem hol=
den
, traulichen Bilde als ſtillem Begleiter ihres Em=
pfindens
und Schwärmens. Wie wird andererſeits
der Wechſel des Lichtes in den Phaſen des Mondes in
den herrlichen Verſen:
Romeo: Ich ſchwöre, Julia, bei dem heiligen Mond,
Der dieſer Bäume Wipfel ſilbern färbt,
Julia: O ſchwöre nicht beim Mond, dem wandelbaren,
Der immerfort in ſeiner Scheibe wechſelt,
Damit gleich wankend nicht Dein Lieben ſei
(Shakeſpeare: Romeo und Julia II, 2)
fein und ſinnig gedeutet.

In kirchlicher Hinſicht hat der Mond eine ganz be=
ſondere
Bedeutung. Oſtern wird auf den Sonntag ge=
feiert
, welcher dem auf Frühlingsanfang (21. März)
fallenden Vollmond oder dem erſten Vollmond nach
Frühlingsanfang folgt. Danach richten ſich ja auch die
übrigen beweglichen Feſte Karfreitag, Chriſti
Himmelfahrt, Pfingſten.
An den Mond knüpfte ſich in früheren Zeiten
aber auch mancherlei Aberglauben. Sein Lauf, Licht=
wechſel
, ſeine Verfinſterung ſollten die Urſache von
Krankheiten ſein, von Hautausſchlägen, Ohnmachten,
Epilepſie, Melancholie, Irrſinn uſw. Andererſeits war
man der Meinung, daß nur bei zunehmendem Mond=
licht
die Früchte zu ſäen, Haare und Nägel zu ſchnei=
den
ſeien, indem man allein dem wachſenden Mond
die Kraft zuſchrieb, Wachstum einzuleiten, neu her=
vorzubringen
und zu fördern. Von den Germanen
wurde der Mond in den frühen chriſtlichen Zeiten
noch allgemein abergläubiſch verehrt. Hrabanus Mau=
rus
, Biſchof von Mainz (geb. 776, geſt. 856), berichtet,
daß die Heſſen dem bedrängten Mond, nämlich wenn
er verfinſtert wurde, mit Schreien und Toben zu Hilfe
eilten, wie es viele Naturvölker heute noch tun.
Für den verſtändigen Menſchen aber hat die Forſch=
ung
über den Mond, den Begleiter unſerer Erde und
nächſten Nachbar im Weltenraum, ſo viel des Intereſſan=
ten
, Eigenartigen und Wiſſenswerten ergeben, daß es
ſich wohl lohnen dürfte, einiges davon dem verehrten
Leſer mitzuteilen und, wo angängig, in leicht faß=
barer
Weiſe zu erklären.
Wie groß zeigt ſich der prächtige, rotglühende Ball
des Mondes nahe dem Horizont gegenüber der hellen
Scheibe, mit der er uns bei hohem Himmelsſtande be=
grüßt
, und welch merkwürdige Täuſchung iſt damit
verbunden. Sein Durchmeſſer ergibt nämlich den glei=
chen
Sehwinkel, ob er tief oder hoch ſteht. Daß der
Mond im erſteren Fall dennoch als viel größere Scheibe
wahrgenommen wird, rührt wohl daher, daß das
Himmelsgewölbe nach dem Horizont hin weiter ent=
fernt
zu ſein ſcheint als über uns, demnach eine flache
Scheibe darſtellt und bei dieſer Form dem gleichen

Sehwinkel auf der Randgegend nahe dem Horizont
ein größeres Stück entſpricht als in der Höhe.
Der Mond ſchaut uns vom Himmel immer mit
demſelben Geſichte an; von ſeiner Rückſeite bekommen
wir nur wenig zu ſehen. Lediglich infolge gewiſſer
Schwankungen in der Stellung des Mondes kehren
abwechſelnd nächſte Teile der hinteren Scheibe ſich uns
zu, ſodaß im Laufe der Zeit etwa ½ ſeiner Oberfläche
ſichtbar werden, ¾ derſelben bleiben alſo immer un=
ſichtbar
. Selbſtverſtändlich iſt aber jeweils nur die
Hälfte des Mondes uns zugewendet.
Gewaltig erſcheint derſelbe als Erreger von Flut
und Ebbe, dem Pulsſchlag des Meeres; ſeine Anzieh=
ungskraft
bringt z. B. bei Bremerhaven und Wil=
helmshaven
eine Geſamtflut (Höhe der Flut über dem
Spiegel der Ebbe) von 3,5 Meter, bei Briſtol in Eng=
land
und im Golf von Bombay eine ſolche von 910
Meter hervor; in der Fundy=Bai von Kanada beträgt
ſie ſogar etwas über 21 Meter.
Von der phyſiſchen Beſchaffenheit des Mondes ſoll
hier nicht die Rede ſein, da eine ſolche Betrachtung
über den Rahmen dieſer Abhandkung hinausgehen
würde und für deren Zweck auch entbehrt werden
kann. Vorzugsweiſe ſoll uns der Vorgang bei einer
Mondfinſternis intereſſieren, da eine ſolche, und zwar
eine totale, demnächſt zu erwarten iſt. Hierzu iſt aber
erforderlich, vorerſt die Bewegung des Mondes und
ſeiner unmittelbar damit zuſammenhängenden Er=
ſcheinungen
kennen zu lernen.
II.
Die bekannte tägliche Bewegung des Mondes am
Himmel von Oſt nach Weſt, vom Aufgang bis Unter=
gang
, möge zunächſt ausgeſchaltet werden, da dieſelbe
ja nur eine ſcheinbare iſt, eine Folge der täglichen
Drehung der Erde um ihre Achſe in umgekehrter Richt=
ung
. Wirklich macht der Mond in 27 Tagen 7 Stun=
den
43 Minuten 27,3216 Tagen, ſideriſcher Monat
genannt, abgekürzt 27,32 Tage, in der Richtung von
Weſt nach Oſt einen vollen Umlauf um die Erde in
einer mittleren Entfernung von 384360 Kilometer;
letztere läuft in einem Jahre, richtiger in 365.24 Tagen,

[ ][  ][ ]

ziehung. Grundſtücksmarkt=Preisbewegung. Sachge=
mäße
Verwertung kommunalen Grundbeſitzes für ge=
meinnützige
Zwecke, Erbbaurecht. Förderung ſolider
Privatbautätigkeit. Förderung des Kleinwohnungs=
baues
gemeinnütziger Bauvereine durch Uebernahme
von Geſchäftsanteilen, Bürgſchaft für Darlehen
uſw. Sanierung aller ungeſunden Stadtteile uſw.
wurden eingehend erläutert. Aufgaben, die der Städte=
verwaltungen
harren, im Speziellen der Wohnungs=
ämter
. Der Vorſitzende gab im Anſchluß
ein zahlenmäßiges Bild von den Millionen an Werten,
die von der Terrainſpekulation gewonnen, von den
Millionen, die den Städten durch Verſäumnis auf dem
Grundſtücksmarkt verloren ſind, und mahnte zur
Rettung und Nachholung, was auf dieſem Gebiete noch
zu retten ſei. Zum Schluß wurde ein ſechsgliederiger
Wahlausſchuß gebildet, der ſich mit der Wahlkandidaten=
frage
zu beſchäftigen haben wird.
C. Wohltätigkeits=Baſar. Der am letzten Sonntag
im Konkordiaſaale zum Beſten des Baues einer katho=
liſchen
Kirche im Stadtteil Beſſungen abgehaltene Wohl=
tätigkeitsbaſar
erfreute ſich eines außerordentlich lebhaften
Beſuches. Das reichhaltige Programm begann mit einem
ſinnigen von Herrn Lehrer L. Schmitt verfaßten Pro=
log
, den ſeine Tochter in ausdrucksvoller Weiſe vortrug.
Der muſikaliſche Teil der Veranſtaltung ſetzte ſich zuſam=
men
aus Chören von Beethoven, Schumann und v. Wal=
den
, die der katholiſche Kirchengeſangverein St. Ludwig
unter Leitung des Herrn Muſikdirektors Klaſſert in
bekannter muſtergültiger Weiſe vortrug, ferner trefflichen
Leiſtungen aus Quartetten von Grim, Jüngſt und Zerlett
des Orthſchen Männerquartetts unter ſeinem Dirigenten
Herrn Grim, ſowie aus Liedern für Sopran, mit denen
Frl. L. Sturmfels in dankenswerter Weiſe für das ver=
hinderte
Frl. J. Bieger eintrat. Sämtliche Leiſtungen
ernteten lebhaften Beifall, der auch den hervorragenden
Darbietungen des Herrn J. Glückert=Mainz auf der Vio=
line
zu teil wurde. Ein allerliebſter Kinderreigen mit
origineller Klavierbegleitung, den Frl. E. Braun und
Herr F. Blumöhr leiteten, bot eine reizende Abwechslung.
Während der Pauſe entwickelte ſich an den reich ausge=
ſtatteten
Verkaufsſtänden ein buntes Treiben. Auch aus
Mainz und Frankfurt wirkten Damen mit. Beſonderer
Dank gebührt dem Damenkomitee mit ſeinen Hilfskräften,
an deſſen Spitze Frau Hauptmann v. Bothmer ſtand,
ſowie einer Anzahl hieſiger Firmen, die reiche Geſchenke
geſtiftet hatten. Das finanzielle Ergebnis des Abends
wird jedenfalls befriedigend ſein.
Wiſſenſchaftliche Vorträge über religiöſe Fragen.
Den zweiten Vortrag wird am Freitag, den 28. ds.
Mts., abends 8 Uhr, im Kaiſerſaal Herr Geh. Kirchenrat
Profeſſor D. Baldenſperger von Gießen über das
Thema Geſchichte und Mythus im Urchriſten=
tum
halten. Wer die Beunruhigung beobachtet hat, die
das Bekanntwerden der gänzlich haltloſen A. Drewsſchen
Beſtreitung der Geſchichtlichkeit der Perſon Jeſu in weiten
Kreiſen erregte, wird es als ein dringendes Bedürfnis
empfinden, daß der wirkliche Tatbeſtand, wie er ſich nach
den Quellen für die wichtigſte Epoche unſerer geſamten
Kulturentwicklung ergibt, von berufenen Forſchern vor der
Oeffentlichkeit vorurteilsfrei erörtert werde. Eintritts=
karten
in der Hofbuchhandlung Waitz, im Verkehrs=
bureau
und an der Kaſſe 30 PPfg., für reſervierten Platz
1 Mark. Karten für dieſen und die noch folgenden drei
Vorträge koſten 80 Pfg., für reſervierten Platz 2.50 Mark.
Vortrag. Heute abend findet im Feſtſagle der
Turngemeinde die einzige Vorleſung des berühmten
Dichters Ludwig Ganghofer aus eigenen Werken ſtatt.
Das Publikum wird erſucht, rechtzeitig zu erſcheinen,
da im Intereſſe der Zuhörer während der einzelnen
Vortragsſtücke kein Eintritt gewährt wird. Die Ein=
trittskarten
ſind nahezu ſämtlich vergriffen; die reſt=
lichen
Billette, ſowie eine Anzahl auf geäußerte drin=
gende
Wünſche zur Ausgabe gelangende Schülerkarten
ſind im Verkehrsbureau und an der Abendkaſſe er=
hältlich
.
Vortrag. Auf den heute abend 8 Uhr im Feier=
abend
ſtattfindenden Vortrag von Fräulein Gaebel= Mar=
burg
ſei nochmals aufmerkſam gemacht.
Der Darmſtädter Journaliſten= und Schriftſteller=
Verein hat für den Winter 1910/11 folgendes Vor=
tragsprogramm
aufgeſtellt: 25. Oktober: Dr. Lud=
wig
Ganghofer=München: Vorleſung aus eigenen neuen,
zum Teil noch ungedruckten Dichtungen. 8. November:
Frau Anna Bering=Locarno: Heinrich von Stein ( Vor=
trag
über den Dichter mit Vorleſung aus ſeinen Werken).
23. November: Hermann Bahr=Wien: Das künſtleriſche
in gleichem Sinne einmal um die Sonne, in einem
durchſchnittlichen Abſtand von 149000000 Kilometer
und wird dabei vom Mond, während er ſich in dieſer
365,24
mal ungefähr 13 mal, um die Erde
Zeit
27,32
bewegt, begleitet. Man merke, daß nach den vor=
ſtehenden
Entfernungszahlen die Erde von der Sonne
etwa 388 mal ſo weit abſteht, wie der Mond von der
Erde. Die hier in Rede ſtehenden Umläufe laſſen ſich
vielleicht durch folgende Bewegungsvorrichtung leichter
Halbmeſſer, die Mitte desſelben als Sonne, vor. Auf
dieſem Kreis befinde ſich ein Körperchen (die Erde
vorſtellend), das als Achſe eines Rades oder Rad=
kranzes
von viel kleinerem Halbmeſſer, etwa von
388
der Länge des Halbmeſſers des großen Kreiſes, gedacht
iſt. Nun bewege ſich das Körperchen auf letzterem ſo,
daß es jedesmal den 13. Teil des großen Kreiſes
zurücklegt, wenn der Radkranz ſich in gleicher Richt=
ung
einmal um dasſelbe herum dreht. Alsdann be=
ſchreibt
ein Punkt des Radkranzes bei einer ganzen
Drehung um ſeine Achſe eine Kurve, welche der Bahn
des Mondes während eines ſideriſchen Monats ent= über (nördlich), die andere unter (ſüdlich) der Erd=
ſpricht
. Dieſe Kurve ſtellt ſich als eine flach gebogene
Linie dar, welche zur Hälfte auf der einen, zur Hälfte
auf der anderen Seite des großen Kreiſes (der Erd=
bahn
) liegt. Sie erſcheint in unſerer Bewegungsvor=
richtung
, wenn das Körperchen dieſen Kreis ganz ſteigender Knoten der letztere, 180 davon entfernt,
zurückgelegt hat, 13 mal und ſtellt in dieſer Folge an=
nähernd
den Jahreslauf des Mondes vor an= den Namen Knotenlinie, ſie ſtellt den Durchſchnitt
nähernd, denn 13X27,32 Tage ſind erſt 355 Tage, es
fehlen zum Jahre alſo noch etwa 10 Tage, und in die=
ſer
Zeit führt der Mond noch einen Teil eines Um=
laufs
aus.
Der Einfachheit halber iſt bisher angenommen
worden, der Abſtand des Mondes von der Erde bleibe weniger, nämlich nur 27,21222, abgekürzt 27,21 Tage,
ſich gleich; tatſächlich ändert ſich derſelbe während eines
Umlaufs in beſtimmten Grenzen. Die Abſtände ent= Knotenlinie nicht feſt liegt, ſondern ſich langſam ſo
ſprechen nämlich den Entfernungen eines die Bahn
einer Ellipſe beſchreibenden Punktes (als Mondmittel= entgegen kommen. Die Knotenlinie führt alſo man
punkt zu denken) von einem ihrer Brennpunkte (Sitz
der Erde). Hierbei mißt die kürzeſte Entfernung des im Kreiſe entgegen der Richtung der Mondbahn aus,
Mondes von der Erde, ſeine Erdnähe, 363 280 Kilo=

Zung=Deſereicht, 1. Dezender: Geh. Hofrat Proſſor
Dr. Henry Thode=Heidelberg: Hans Thoma (mit Licht=
bildern
). 13. Dezember: Profeſſor Marzell Salzer= Ber=
lin
: Premieren=Abend. 19. Januar: Björn Björnſon=
Berlin: Nordiſcher Abend. 21. Februar: Dr. Michael
Georg Conrad=München: Bayreuth im Strome der Kul=
turentwickelung
.
* Konzert der Liedertafel. Am Samstag abend
veranſtaltete die Liedertafel unter der Leitung
ihres tüchtigen und bewährien Dirigenten, Herrn
Kammermuſikers Kugler, im Kaiſerſaal ihr Herbſt=
konzert
, bei dem die Herren Kammerſänger Georg
Weber, Hofſchauſpieler Haus Baumeiſter, Kon=
zertſänger
Franz Müller und die Kapelle des Großh.
Leibgarde=Inf.=Regts (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115 unter
Leitung des Herrn Obermuſikmeiſters Hugo Hauske
mitwirkten. Aus dem erſten Teil des Programms, das
mit der Ouvertüre zu Richard Wagners Rienzi er=
öffnet
wurde, ſind die Liedervorträge der Herren Franz
Müller und Kammerſänger Weber zu erwähnen.
Erſterer ſang das Solo in dem Lied Deutſcher Sieges=
geſang
für Tenorſolo und Chor von Heinr. Marſchner.
Letzterer ſang das Lied Kriegers Abſchied und Heim=
kehr
von Adolf Kugler. Beide Sänger ernteten
reichen Beifall. Den zweiten Teil des Programms
bildete das Tongemälde Aus großer Zeit ein
Zyklus von Geſängen für Tenor=, Baritonſolo,
Männerchor und Orcheſter mit verbindender Dekla=
mation
. Dichtung von Dr. H. Unbeſcheid. Muſik von
Th. Müller=Reuter. Das Baritonſolo hatte Herr
Kammerſänger Georg Weber übernommen, die beiden
Tenorſoli Herr Konzertſänger Franz Müller, während
Herr Hofſchauſpieler Baumeiſter den verbindenden
Text ſprach. Das Werk, das mit dem Kuglerſchen Chor
Das Lied vom Deutſchen Reich ſchloß, machte auf alle
Zuhörer einen tiefen Eindruck und fand lebhaften
Beifall. Ein Ball ſchloß ſich dem Konzert an.
* Der Geſangverein Liederzweig veranſtaltete
am Samstag abend im Saale der Turngemeinde ein
Konzert unter der umſichtigen und erfolgreichen
Leitung des Herrn Kammermuſikers Brückmann,
das ſich eines ſchönen Erfolges und eines überaus
zahlreichen Beſuches zu erfreuen hatte. Mitwirkende
waren Frau Henny Boldt (Sopran), Herr Hofopern=
ſänger
Albert Hoff (Baß), Herr Hoftheaterkapell=
meiſter
Karl Kittel (Klavier) und Herr Otto
Klinge (Violine). Der Verein trug mehrere volks=
tümliche
Chöre und den Chor Das Geiſterſchiff von
J. Wengert, und zwar ſämtlich zum erſten Male, ſehr
beifallswürdig vor. Auch die Soliſten ernteten für
ihre ſchön gelungenen Vorträge, die Herr Kapellmeiſter
Kittel auf dem Flügel begleitete, reichen Beifall. Herr
Hoff, das beliebte und ſtimmbegabte Mitglied unſerer
Oper, ſang vier Lieder für Baß, Herr O. Klinge, ein
ſein Inſtrument ſicher beherrſchender Geiger, ſpielte
Stücke von Vieuxtemps, Wieniawski und Hubay, und
Frau Boldt, die über eine wohlgeſchulte Stimme und
einen geſchmackvollen Vortrag gebietet, trug Lieder
von Strauß, Brahms und Bohm vor. Ein Ball ſchloß
ſich dem Konzert an.
Bürgerverein-Fechtklub. Am Samstag, den 22.
ds. Mts. veranſtalteten der Bürgerverein und
Darmſtädter Fechtklub in den Feſtſälen des
Hotel Heß ihren diesjährigen Familienabend. Ein
ſehr reichhaltiges und abwechslungsvolles Programm
var wohl die Urſache des beſonders ſtarken Beſuches,
und jeder Teilnehmer wird gern an den Abend zurück=
denken
. Inſtrumental=Vorträge wechſelten in bunter
Folge mit Geſangs= und Deklamations=Vorträgen ab,
Ernſtes mit Heiterem. Außer mehreren Vereinsmit=
gliedern
und deren Damen erfreuten Fräulein Eliſa=
beth
Suchanek und Herr Hugo Speiſer vom Großh. Hof=
theater
durch zahlreiche vorzügliche Geſangsvorträge,
Lieder, Operetten=Duette und reizende Wiener Lieder.
Herr Hofmuſiker Delp ſpielte den Viola=Part in zwei
Trios für Violine, Viola und Klavier von Haydn und
Mozart, ferner als Soliſt ein Andante aus dem Viola=
Konzert von Mozart mit prachtvollem Ton und vor=
züglicher
Phraſierung; auf der Geige mit glänzender
Technik Stücke von Ries=Hofmann, Drdla, Hubay und
Goſſek. Die Begleitung bei dieſen Nummern hatte
Herrn Delps 12jähriges Söhnchen Eberhard übernom=
men
, der hierbei, wie auch in einem Soloſtück Zigeu=
nerweiſen
von Schumann viel Begabung und vor=
zügliche
Schulung bewies. Ein melodramatiſcher Vor=
trag
des Herrn Gg. Joeckel (am Flügel und Harmonium
Fräulein E. und A. Müller) fand ſtarken Beifall und
große Wertſchätzung. Der ausgezeichnete Perzina=

meter, ſeine größte Entfernung, Erdferne, 405 430
Kilometer. Denkt man ſich dieſe wechſelnden Abſtände
zur Ellipſe feſtgelegt, alſo unter der Annahme, daß
ſich die Erde nicht fortbewege, ſondern ſtille ſtehe, ſo
mißt deren halbe große Achſe, übereinſtimmend mit
der mittleren Entfernung des Mondes von der Erde,
384 360 Kilometer; die Entfernung der Erde vom
Mittelpunkt der Ellipſe beträgt etwa=
hiervon
. Die
20

19

verſinnlichen: Man ſtelle ſich einen Kreis von großem! Erdnähe würde demnach mit etwa zg, die Erdferne mit
21
der mittleren Entfernung anzugeben ſein.
20
Der Durchmeſſer des Mondes erſcheint in ſeinem
mittleren Abſtand von der Erde unter einem Seh=
winkel
von 31'8; in Erdnähe beträgt der Sehwinkel
3251, in Erdferne 29'26. Die gewaltige Sonne in
ihrer ungefähr 388 mal größeren Entfernung zeigt
eine Scheibe, die kaum größer iſt als die des Mondes.
Die Ebene der Mondbahn fällt auch nicht mit der
Ebene der Erdbahn zuſammen, ſondern bildet einen,
wenn auch nur kleinen, Winkel von 5'8'40 mit der=
ſelben
, dergeſtalt, daß die eine Hälfte der Mondbahn
bahn liegt und der Mond in ſeinem Umlauf die Ebene
der letzteren einmal von Süd nach Nord (aufſteigend),
das andere Mal von Nord nach Süd (abſteigend)
durchſchreitet. Der erſtgedachte Punkt heißt auf=
abſteigender Knoten deren Verbindungslinie führt
der Ebenen der Mond= und Erdbahn dar. Hat der
Mond einen der Knotenpunkte erreicht, ſo dauert es
aber nicht wieder 27,32 Tage, bis er zu dem gleich=
namigen
Knotenpunkt zurückkehrt, ſondern 10. Tage
Drachenmonat genannt, was daher rührt, daß die
dreht, daß die Knotenpunkte dem Laufe des Mondes
denke ſie ſich in ihrer Mitte drehbar eine Bewegung
und zwar um eine Winkelgröße von 311 täglich, ſo=

Flügel und das MRit=Hdarmonium waren von der Firma
Karl Arnold, Ecke Erbacherſtraße, zur Verfügung ge=
ſtellt
. Nach Beendigung des Programms trat eine
längere Pauſe ein; von einem kalten Büfett winkten
andere, ebenfalls vorzügliche Genüſſe, und nun war
es am Hauſe Heß, Anerkennung und Dank entgegenzu=
nehmen
. Ein nachfolgender flotter Tanz hielt Jung
und Alt bis zum frühen Morgen zuſammen.
Kaufmannsgerichtswahl Darmſtadt. Die Wahl=
bewegung
für die bevorſtehende Kaufmannsgerichtswahl
iſt im Gange. Heute Dienstag, den 25. Oktober, abends
9 Uhr, veranſtaltet der deutſch=nationale Handlungs=
gehilfenverband
, Ortsgruppe Darmſtadt, eine öffentliche
Handlungsgehilfenverſammlung im Fürſtenſaal. Zum
Redner wurde der bekannte Führer der Deutſchnationalen
in Heſſen, Herr Gauvorſteher Schellin=Frankfurt a. M.,
gewonnen. Bei dem großen Intereſſe, welches der dies=
jährigen
Wahl entgegengebracht wird, iſt ein ſtarker Be=
ſuch
der Verſammlung zu erwarten.
Konzert. Man ſchreibt uns: Unter Muſikmeiſter
Alb. Mittelſtädts Leitung fand am Sonntag im
Kaiſerſaal das erſte der allſonntäglich ſtattfindenden
Militärkonzerte der Kapelle des Garde=Dragoner= Regi=
mentes
Nr. 23 ſtatt. Muſikmeiſter Mittelſtädt hatte ein
äußerſt genußreiches Programm für den Abend aufge=
ſtellt
, was von dem zahlreich erſchienenen Publikum
mit großem Beifall anerkannt wurde. Neben dem
brillant vorgetragenen Salonſtück In Elbflorenz
verdienen auch die Fylophon=Soli des Herrn Ebeling
beſondere Anerkennung. Das Publikum zeichnete die
Kapelle durch ſtarken Beifall aus, ſo daß ſich Herr
Muſikmeiſter Mittelſtädt zu verſchiedenen Zugaben ver=
ſtehen
mußte.
Kölniſcher Hof. Das Oktoberfeſt nach
Münchner Art im Kölniſchen Hof in der Bleich=
ſtraße
erfreut ſich fortgeſetzt eines guten Zuſpruches, da
der Stoff gut iſt und die Vorträge des Strand= Damen=
orcheſters
Jaedike vollen Beifall finden.
§ Ruheſtörung. Ein Kutſcher wurde am Samstag
abend wegen Ruheſtörung und Bedrohung ſeiner
Familie in Polizeigewahrſam genommen.
§ Brände. Am Sonntag vormittag gegen 7 Uhr
iſt im Hauſe Moosbergſtraße Nr. 12 ein Wechſel=
brand
ausgebrochen, welcher durch die herbeigerufene
Feuerwehrwache alsbald gelöſcht wurde. Am Sonntag
abend gegen 8 Uhr entſtand in einer Müllgrube in der
Hofreite Mathildenplatz 2 ein Brand, welcher durch
die herbeigerufene Feuerwehrwache ebenfalls alsbald
gelöſcht wurde.
S. Anerbach a. d. B., 23. Okt. Geſtern fand hierſelbſt
im Hotel zur Krone eine Hauptverſammlung
des Verkehrsausſchuſſes der Bergſtraße
ſtatt. Der Vorſitzende, Herr Rentner Sieben=Auerbach,
eröffnete die Verſammlung mit einer Anſprache, worin
er ausführte, daß unbedingt die Aufbringung größerer
Geldmittel erforderlich ſei, wobei in erſter Linie die
Gemeinden höhere Beiträge als bisher leiſten müßten.
Durch die Beteiligung an der Berliner Internatio=
nalen
Ausſtellung für Reiſe und Verkehr ſei es not=
wendig
, daß der Ausſchuß ſich bis zum äußerſten an=
ſtrenge
, zumal auch ſonſt unumgänglich größere Aus=
gaben
notwendig ſeien. Die Tagesordnung, welche acht
Punkte umfaßte, fand ordnungsgemäße Erledigung.
Die drei Herren des Vorſtandes, die Herren Rentner
Sieben=Auerbach (1. Vorſitzender), Lehrer Weide=
Jugenheim (Schriftführer) und Landtagsabgeordneter
Auler=Bensheim (Kaſſenwart) wurden durch Zuruf ein=
ſtimmig
wiedergewählt. Mehrere Anträge aus der
Mitte der Verſammlung fanden ſodann Erledigung.
Als Ort für die nächſte Hauptverſammlung wurde
Zwingenberg gewählt. Zur Beſeitigung, der
Schnakenplage wurden mehrere Vorſchläge gemacht, die
alle darauf hinausgingen, daß der Schnakenplage
energiſch entgegengetreten werden müſſe. Der von
Herrn Architekt Joſeph Stoll=Bensheim ausgeſtellte
Entwurf des Panoramas der Bergſtraße fand ein=
gehende
Beſichtigung und allgemeines Lob wegen ſeiner
wohlgelungenen Ausführung und ſorgfältigen Be=
rbeitung
unter Berückſichtigung aller Bergſtraßenorte.
Der Verfaſſer denkt ſich das Panorama als ein buch=
artiges
, zuſammenlegbares Geſamtbild von zehn An=
ſichten
, deren Rückſeiten den Text zu den einzelnen
Bildern aufnehmen. Die Aufnahmepunkte der einzel=
nen
Ortsdarſtellungen ſind ſehr glücklich gewählt. Auf
er Internationalen Ausſtellung für Reiſe und Ver=
kehr
, die im nächſten Jahre in Berlin ſtattfindet, wird
die Bergſtraße ſehr günſtig unter großer räumlicher
Entfaltung an bevorzugter Stelle vertreten ſein, auch

daß ſie in etwa 18 Jahren 219 Tagen einen vollen
Kreis (360%) beſchreibt und damit wieder in ihre ur=
ſprüngliche
Lage zurückkehrt.
Am Himmel ſtellt ſich der Lauf des Mondes um
die Erde innerhalb 27,32 Tagen als ein Kreis dar;
die jährliche, aber ſcheinbare Bahn der Sonne am
Himmel, das Abbild des wirklichen jährlichen Laufes
der Erde um die Sonne, zeigt ſich ebenfalls als Kreis.
Beide Kreisbahnen ſchneiden ſich unter dem bekannten
Neigungswinkel von 5'8'40 und haben die Erde zum
Zentrum. Sonne und Mond bewegen ſich hierbei, wie
auch aus dem Vorausgegangenen abzuleiten iſt, von
Weſt nach Oſt, aber mit ungleicher Geſchwindigkeit, er=
ſtere
langſam, letzterer weſentlich ſchneller. Eine ein=
fache
Rechnung ergibt die entſprechenden Winkelgrößen
oder Bogenmaße. Bei einem Umlauf am Himmel
durchſchreitet der Mond 360% in einem Tag alſo durch=
3600
13'11', abgekürzt 13. Die Sonne
ſchnittlich 27,32
3600
rund 10
legt in der gleichen Zeit nur 365,24
am Himmel zurück, ſodaß ſich der Mond im allgemeinen
mit etwa 13facher Geſchwindigkeit fortbewegt. Das
Himmelsgewölbe mit Sonne, Mond und Sternen
dreht ſich innerhalb 24 Stunden von Oſt nach Weſt,
ſcheinbar, als Folge der in umgekehrter Richtung ſtatt=
findenden
Achſendrehung (Rotation) der Erde. Dieſe
ſcheinbare tägliche Bewegung machen alſo Sonne und
Mond mit, unbeſchadet ihrer Kreisbahnen, die ſie in
entgegengeſetztem Sinne zurücklegen, die Sonne in
einem Jahr, der Mond in einem ſideriſchen Monat.
Ein Bild des bezüglichen Himmelsvorgangs beim
Mond mag folgendes Beiſpiel gehen: Geht derſelbe 15
Stunden nach ſeinem Aufgang unter, ſo iſt er in die=
ſer
Zeit etwa--X158 in ſeiner Bahn oſtwärts ge=
rückt
, was ſich dadurch zu erkennen gibt, daß ein Fix=
ſtern
, der beim Aufgang von ihm bedeckt wurde, nach
einiger Zeit über den Weſtrand des Mondes hervor=
tritt
, ſich mehr und mehr von demſelben entfernt und
ſchließlich in entſprechendem weſtlichem Abſtand vom
Mond früher untergeht als dieſer. Geht aber der
Mond unter, ſo befindet ſich der Fixſtern ſchon 8 unter
dem Horizont.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Oktober 1910.

Nummer 250.

wird ein großes Diorama der Bergſtraße zur Auf=
ſtellung
gelangen. Die Beſchickung der Ausſtellung
koſtet den heſſiſchen Verkehrsvereinen 15000 Mark, wo=
von
der Staat 10000 Mark trägt. Am Schluſſe der
Verſammlung wurde dem Vorſtande durch Herrn Bür=
germeiſter
Dr. Frenay=Bensheim noch für ſein erfolg=
reiches
und eifriges Wirken gedankt.
* Ingenheim, 24. Okt. Das bereits zweimal ver=
ſchobene
Konzert von Frl. Eliſe Poth und Herrn Hof=
opernſänger
H. Spemann im Hotel zur Krone in Jugen=
heim
ſoll nunmehr beſtimmt heute Dienstag abend
ſtattfinden. (Näh. ſiehe Anz.)
n. Hering i. O., 24. Okt. Wegen Entführung
einer Minderjährigen (eine Handlung, die
auch bei Einwilligung der Entführten ſtrafbar iſt)
wurde nunmehr der von hier geflüchtete Georg Saal
in Unterſuchungshaft genommen. Seine Verhaftung
erfolgte, als er auf der Rückreiſe von Havre in der
Grenzſtation Deutſch=Avricourt bei Metz eintraf, auf
Veranlaſſung der Staatsanwaltſchaft. Letztere hatte
bekanntlich in Verbindung mit dem Vormundſchafts=
gericht
durch telegraphiſche Requirierung des deutſchen
Konſuls in Havre die Einſchiffung des Mädchens ver=
hindert
, weshalb S., dem es auch an ausreichendem
Reiſegeld fehlte, die weitere Flucht aufgab.
Mainz, 24. Okt. Eine Interpellation über die
Polizeiaſſiſtentin wird vorausſichtlich die öffent=
liche
Stadtverordnetenverſammlung am nächſten Mitt=
woch
beſchäftigen. Gegen die Polizeiaſſiſtentin ſind in
einer hieſigen Zeitung ſchwere Beſchuldigungen über
angebliche Uebergriffe und Mißgriffe erhoben worden.
Dieſelben Behauptungen ſollen in der nächſten Stadt=
verordnetenverſammlung
wiederholt werden, worauf
der Vertreter der Bürgermeiſterei ausführlich zu ant=
worten
gedenkt. Die Bürgermeiſterei behauptet, daß
alle Anſchuldigungen gegen die Polizeiaſſiſtentin grund=
los
ſeien. (Tgbl.)
(*) Altenſtadt, 23. Okt. Die Einweihung
unſerer renovierten Kirche und der neuen
Orgel fand heute unter großer Beteiligung der hie=
ſigen
Einwohner und Vereine ſtatt. In dem um 1½
Uhr beginnenden Feſtgottesdienſt nahm Dekan Orth
von Nieder=Wöllſtadt die Weihe vor. Das Kirchen=
konzert
, das unter Mitwirkung des Kirchenchors und
Männergeſangvereins veranſtaltet wurde, leitete Lehrer
Storck. Muſikdirektor Stammler=Darmſtadt,
Orgelbauer Bechſtein=Groß=Umſtadt und Lehrer Bie=
denkopf
führten die neue Orgel konzertmäßig vor. Das
Gotteshaus erſcheint in ſeinem neuen Schmuck aufs
vorteilhafteſte. Aeußerſt intereſſant ſind die wieder=
aufgedeckten
und hergeſtellten bibliſchen Bilder in den
Feldern der Empore. Die beibehaltene Vorderanſicht
der Orgel zeigt ſehr ſchönes Schnitzwerk.
(*) Watzenborn=Steinberg, 23. Okt. Bei der geſt=
rigen
Bürgermeiſterwahl ſiegte der ſeitherige
Bürgermeiſter Hirz in Watzenborn mit nur 13 Stim=
men
Mehrheit; er hatte 213, ſein Gegner 200 Stimmen.
Die Erregung war groß, und als der Polizeidiener
das Ergebnis ausrief, wurde er überfallen, geſchlagen
und zu Boden geworfen. Heute weilte bereits die Gen=
darmerie
wegen dieſes Falles hier.
) Holzmühl (Kreis Lauterbach), 22. Okt. Unſere
Gemeinde folgt jetzt mit dem Bau einer Waſſer=
leitung
dem Beiſpiel unſerer Nachbargemeinden
Freienſteinau und Radmühl, die bereits im vorigen
Jahre ihre Waſſerverſorgung in moderner Weiſe ein=
gerichtet
haben. Die in Betracht kommende Quelle
liegt ſo hoch, daß das Waſſer mit natürlichem Druck dem
Ort zufließen kann. Die Schürfungs= und Faſſungs=
arbeiten
, die in dieſem Herbſte in Angriff genommen
wurden, ſind jetzt beendet und hatten ein günſtiges
Ergebnis. Ob allerdings Waſſer an die preußiſche Ge=
meinde
Ulmbach abgegeben werden kann, wie es der
hieſige Ortsvorſtand beabſichtigt, iſt fraglich. Mit dem
Bau der Waſſerleitung ſoll im nächſten Frühjahre be=
gonnen
werden. Das Projekt wird von der Großh.
Kulturinſpektion Gießen aufgeſtellt.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 23. Okt. Eine gemiſchte
Deputation der Berliner Gemeindebehör=
den
hat heute beſchloſſen, dem Magiſtrat und der
Stadtverordneten=Verſammlung zu empfehlen, 150000
Mark zu bewilligen als Fonds, aus dem alljährlich am
Tage von Sedan ortsanſäſſigen Veteranen aus den
glorreichen Kriegen der 60er und 70er Jahre eine Bei=
hilfe
von je 50 Mk. gezahlt werden ſoll. Es ſollen alle
Veteranen dieſe Beihilfe erhalten, die ſich vorher
beim Magiſtrat dazu melden. Vor der 1. Straf=
kammer
des Landgerichts I begann heute der Pro=
zeß
gegen die Wochenſchrift Die Wahrheit. Unter
der Anklage der Erpreſſung in 6 Fällen oder der Bei=

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Die Kaiſerpfalz von Ingelheim. Die
Ausgrabung der deutſchen Kaiſerpfalz
von Nieder=Ingelheim, die der Deutſche Ver=
ein
für Kunſtwiſſenſchaft im Intereſſe ſeines Denk=
mälerwerks
eingeleitet hat, führte jetzt zu intereſſanten
Ergebniſſen, die auf die karolingiſche Pfalz am Mittel=
rhein
ein ganz neues Licht werfen. Nachdem im vorigen
Jahre die Geſtalt der Baſilika, die bauliche Form der
Palaſtanlage zwiſchen Feſtſaal und Kirche feſtgeſtellt
worden war, war das Hauptergebnis der diesjährigen
Arbeitsperiode, die von dem Gießener Privatdozenten
Dr. Chriſtian Rauch geleitet war, die Aufdeckung eines
bisher gänzlich unbekannten Palaſtbezirkes auf dem
Saalplatz genannten freien Raum nördlich der Evan=
geliſchen
Kirche. Die ältere Anlage iſt hier durch zahl=
reich
auftretende Scherbenfunde, die zum Teil im
Mörtel der Fugen ſaßen, als karolingiſch erwieſen. In
ſchlammigem und naſſem Boden wurde nach Auspum=
pung
des Waſſers ein fließender Waſſerzulauf und
gleich darauf der Fußboden eines karolingiſchen Bades
erreicht. Beim Bau dieſer Badeanlage waren römiſche
Quadern verwendet. Der Boden des Bades iſt im
Wechſel von weißen und roten Sandſteinplatten belegt.
Stufen führten hinunter, unter ihnen fanden ſich früh=
karolingiſche
Scherben. Der Raum war mit Tuffkeil=
ſteinen
gewölbt und iſt nach dem 14. Jahrhundert ge=
waltſam
zerſtört worden. Durch dieſe Ausgrabung
hat ſich gezeigt, daß das Areal des eigentlichen Kaiſer=
palaſtes
erheblich größer war, als man bisher ver=
mutete
. Vielleicht war der Saalbrunnen das Zentrum
der ganzen Anlage. Hoffentlich finden ſich Mittel und
Wege zur Ausgrabung des ganzen Palaſtbezirkes dieſes
Kaiſerſitzes, der in einer der glanzvollſten Zeiten
unſerer nationalen Vergangenheit geſchaffen wurde.
* Ein amtlich getadeltes Stadttheater.
Dem Stadttheater in Zittau iſt, wie wir der D. T.=Ztg.
entnehmen, eine amtliche Rüge erteilt worden. Es
iſt der Direktion mitgeteilt worden, daß die volkstüm=
ligen
Vorſtellungen zu halben Preiſen Stücke von

hilfe dazu haben auf der Anklagebank Platz genommen
der Herausgeber der Wahrheit, Reichstagsabgeordneter
Wilhelm Bruhn, ſein Bruder Paul Bruhn, Redakteur
Rolf Sommer und Redakteur Otto Weber. Das Ge=
richt
beſchloß auf Antrag des Verteidigers, das Ver=
fahren
gegen Sommer wegen Verjährung einzuſtellen.
In der Nacht zum Sonntag wurde der Schutz=
mann
Kalka auf dem Büſchingplatz von Row=
dies
ſo bedrängt, daß er von ſeiner Browning=
Piſtole Gebrauch machen mußte. Dabei verletzte er
zwei ſeiner Bedränger ſchwer. Einer wurde von ſei=
nen
Komplizen unerkannt fortgeſchafft, der andere fand
Aufnahme im Krankenhaus Friedrichshain. Infolge
des ſchweren Zuſammenſtoßes wurden noch in der
Nacht 200 Verdächtige ſiſtiert, von denen acht als an
den Ausſchreitungen beteiligt wiedererkannt und ver=
haftet
wurden.
Frankfurt a. M., 24. Okt. Wie aus New=York mit=
geteilt
wird, hat der Verein Arion von Jerſey=City,
deſſen Mitglieder meiſt deutſch=amerikaniſche Geſchäftsleute
von New=York ſind, welche in der Nachbarſtadt Jerſey=City
wohnen beſchloſſen, anläßlich des 100jährigen Jubelfeſtes
der Leipziger Schlacht eine Reiſe durch Deutſch=
land
zu machen und bei dieſem Beſuch der alten Heimat
auch an dem 12. Deutſchen Turnfeſt in Leipzig teilzuneh=
men
. Sämtliche Mitglieder des Komitees haben bereits
das letzte Deutſche Turnfeſt in Frankfurt mitgemacht. Der
36tägige Aufenthalt in Deutſchland ſieht den Beſuch fol=
gender
Orte vor: Ankunft in Hamburg, Köln, Trier,
Moſelfahrt, Koblenz, Rheinfahrt, Rüdesheim, Wiesbaden,
Frankfurt und Umgebung (vier Tage), Darmſtadt,
Heidelberg, Konſtanz, Lindau, München, Nürnberg,
Rothenburg o. T., Würzburg, Leipzig (Turnfeſt vier
Tage), Dresden mit ſächſiſcher Schweiz, Berlin, Hamburg,
von wo die Rückfahrt angetreten wird. Zur Teilnahme
an der Fahrt haben ſich bereits 150 Perſonen gemeldet.
Heidelberg, 23. Okt. Die auf 3 Tage bemeſſene 25 Jubelfeier des Heidelberger Bach=
vereins
und des Akademiſchen Geſangver=
eins
nahm heute nachmittag vor ausverkauftem Hauſe
in dem großen Saale der Stadthalle unter Leitung des
Generalmuſikdirektors Profeſſor Wolfrum und unter
Mitwirkung erſter auswärtiger Künſtler im Beiſein
des Großherzogs, ſowie des Prinzenpaares Max von
Baden ihren Anfang mit der eindrucksvollen H-moll=
Meſſe von Bach. Am Abend fand ein Feſtmahl zu 350
Gedecken in der Stadthalle ſtatt. Der Großherzog, der
ſchon geſtern hier eingetroffen, wird bis Dienstag hier
bleiben, um den drei noch folgenden Konzerten bei=
wohnen
zu können.
Leipzig, 24. Okt. Bei dem geſtrigen Rennen in
Gegenwart des Königs um den Königspreis ſtürzte
Leutnant Menz von den 19. Huſaren in Grimma mit
ſeinem Pferde ſo unglücklich, daß er bewußtlos liegen
blieb. Außer einer ſchweren Gehirnerſchütterung erlitt
er auch ſchwere innere Verletzungen. Das Pferd mußte
erſchoſſen werden.
Bremerhaven, 24. Okt. Ein ſchweres Boots=
unglück
ereignete ſich geſtern auf der Weſer. Der
Gaſtwirt Feldmann hatte mit ſeiner 9jährigen Tochter
und drei Gäſten trotz des ſcharfen Windes eine Boots=
fahrt
unternommen. In der Nähe des Leuchtturmes
Hoheweg kenterte das Boot und alle Inſaſſen ſtürz=
ten
ins Waſſer. Ein zu Hilfe eilender Fiſchdampfer
konnte nur einen der mit den Wellen Kämpfenden,
einen Elektriker, retten, während der Gaſtwirt, ſeine
Tochter und zwei Matroſen ertranken.
Schwerin (Mecklenburg), 23. Okt. In der vergan=
genen
Nacht erſchoß der älteſte Sohn des Erbpächters
Boldt zu Wöbbelin ſeinen Vater und ſeinen jüngeren
Bruder in ihren Betten. Der Mörder erhängte ſich
dann im nahen Walde. Ihm ſollte wegen Leichtſinns
die Erbſchaft des Gehöftes genommen werden.
Gleiwitz, 24. Okt. Der kürzlich im Walde tot auf=
gefundene
Amtsrichter Siebe iſt, wie die Staatsan=
waltſchaft
bekannt macht, nicht durch eigene Fahrläſſig=
keit
, ſondern durch Mörderhand ums Leben ge=
kommen
. Die Sachverſtändigen=Unterſuchung ergab,
daß nicht der geringſte Anhalt dafür vorhanden iſt, daß
Siebe durch einen Nahſchuß getötet ſei. Die für die
Ermittelung des Mörders ausgeſetzte Belohnung
wurde auf 3000 Mark erhöht.
Prag, 24. Okt. Der Profeſſor für Violine, Lach=
ner
, der auch als Komponiſt einen Namen hat, hat ſich
erhängt. Er ſtand im 54. Lebensjahre und hatte erſt
vor drei Monaten geheiratet.
Rom, 24. Okt. In Caſtell Saſſo in der Provinz
Neapel ſtürmten mit Senſen und Sicheln bewaff=
nete
Landleute das Rathaus, verprügelten und
verletzten den Bürgermeiſter, den Gemeindeſekretär und
die beiden Ortspoliziſten. Herbeigerufene Karabinieri

verhafteten 24 von den Demonſtranten, die Steuer=
ermäßigung
haben wollten.
Havanna, 24. Okt. Die Zahl der bei dem
letzten Orkan umgekommenen Perſonen
ſoll ſich insgeſamt auf hundert belaufen.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Die Kammermuſik=Abende des Darm=
ſtädter
Streichquartetts nehmen nächſten Mon=
tag
, den 31. d. M., abends 8 Uhr, in der Traube ihren
Anfang. Zwei der größten Meiſter des Liedes, Hugo
Wolf und Franz Schubert, geben, diesmal als Schöpfer
von Kammermuſikwerken, dem erſten Abend die Sig=
natur
. Wolfs Streichquartett, das einzige derartige
Werk des genialen öſterreichiſchen Tondichters, wurde
von den Herren Mehmel und Genoſſen zum erſten
Male vor nicht ganz vier Jahren geſpielt. Es iſt im
20. Lebensjahre des Komponiſten entſtanden. Das
Manuſkript, welches Wolf in einem Wiener Trambahn=
wagen
liegen ließ, blieb viele Jahre lang verſchwun=
den
. Erſt kurz vor dem tragiſchen Ende ſeines
Schöpfers kam es wieder ans Tageslicht und wurde
dann in Wien am 3. Februar 1903 vom Prill=Quartett
aufgeführt. Von einer tiefernſten Stimmung getragen,
legt das Quartett mit ſeinem oft überreichen Inhalt
glänzendes Zeugnis ab von der außergewöhnlichen Be=
gabung
des jungen, nach höchſten Zielen ringenden
Geiſtes. Schuberts Oktett, für Darmſtadt Novität, iſt
im Jahre 1824, einer Zeit glücklichſten und erfolgreich=
ſten
Schaffens, entſtanden. Es iſt eines der erfindungs=
reichſten
und klangſchönſten Werke der Kammermuſik=
literatur
. Die eine durchaus führende Stellung ein=
nehmende
Klarinettenpartie vertritt anſtelle des durch
Unwohlſein verhinderten Herrn Boers der ausgezeich=
nete
erſte Soloklarinettiſt des Frankfurter Opernhaus=
Orcheſters, Herr Riechers.
Kongreſſe und Verbandstage.
Jungliberaler Parteitag.
Köln, 23. Okt. Der Reichsver=
band
der Vereine der nation al=
liberalen
Jugend hielt geſtern und
heute hierſelbſt ſeine 12. ordentliche Vertreterver=
ſammlung
ab, der Reichstagsabgeordneter Fuhrmann
als Vertreter des Parteivorſtandes und mehrere andere
Abgeordnete als Teilnehmer beiwohnten. Von Baſſer=
mann
lag ein ſehr beifällig aufgenommenes Begrüßungs=
telegramm
vor. Der Verbandsvorſitzende Rechtsanwalt
Dr. Fiſcher=Köln erinnerte in ſeiner Begrüßungsanſprache
daran, daß der Reichsverband nunmehr zehn Jahre be=
ſtehe
und daß durch den Anſchluß der badiſchen ſowie
zweier württembergiſchen Vereine die Geſamtzahl derſel=
ben
nunmehr 109 betrage. In der erſten öffentlichen Ver=
ſammlung
faßte Rechtsanwalt Dr. Fiſcher unter allge=
meinem
großen Beifall die Ergebniſſe des Kaſſeler Par=
teitages
zuſammen als einen vollen Erfolg der Baſſer=
mannſchen
Politik, an der feſtzuhalten und weiter mit=
zuarbeiten
der Reichsverband gern gewillt ſei, zumal in
Kaſſel die Gegner des Reichsverbandes weitaus in der
Minderheit geblieben ſeien und man die provinzielle
Selbſtändigkeit der Jungliberalen ſowie die Politik der
Duldung ihnen zugebilligt habe. Der Redner wandte ſich
dann lebhaft gegen den Vorwurf, daß die Jugendbewe=
gung
etwa der Sozialdemokratie nachlaufe und daß ſie
induſtriefeindlich ſei. Auch beſprach er die badiſche Frage
in dieſem Zuſammenhange und kam zu dem Schluß, daß
das, was in Baden geſchehen ſei, durchaus anerkannt wer=
den
müſſe und daß damit durchaus nicht geſagt ſei, daß
das von den Jungliberalen in Baden für richtig Erkannte
auf Preußen oder gar das Reich übertragen werden ſolle.
Energiſch forderte der Redner weiter die Aufrechterhal=
tung
des Reichstagswahlrechts und erörterte zum Schluß
die Forderungen des Tages, die er in der Wiederaufnahme
der Bülowſchen Politik erblickt. Solange die Regierung
nicht auf die nationalen Forderungen einlenke, müßten
die Nationalliberalen in der bisherigen Oppoſition ver=
harren
.
Nach längerer Ausſprache, an der ſich Delegierte aus
Frankfurt, Köln, Berlin, Breslau, Düſſeldorf, Karlsruhe
und Stuttgart beteiligten, wurde eine von Köln vorge=
legte
Reſolution angenommen, in der die von der
nationalliberalen Partei eingenommene Kampfſtellung ge=
genüber
dem ſchwarz=blauen Block begrüßt wird und die
Regierung aufgefordert wird, die dringenden Wünſche des
deutſchen Bürgertums nach einer ſeiner volkswirtſchaft=
lichen
und kulturellen Bedeutung entſprechenden gleich=
berechtigten
Teilnahme an der geſetzgebenden Staatsver=
waltung
ohne Bevorzugung und ohne Rückſicht auf ein=

bildendem oder künſtleriſchem Werte bringen ſollen.
Statt deſſen wurde an einem billigen Volksabend die
Groteske Gretchen aufgeführt, die der Stadtverord=
netenvorſteher
Prof. Naumann in öffentlicher Sitzung
eher als eine Zote bezeichnete. Die Direktion iſt ver=
anlaßt
worden, chierin Wandel eintreten zu laſſen.
Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 25. Oktober: Die Afrika=
nerin
. Mittwoch, 26. Oktober: Der Zigeunerbaron
Donnerstag, 27. Oktober: Liebelei Freitag, 28. Okto=
ber
: Geſchloſſen. Samstag, den 29. Oktober: Der Graf
von Luxemburg. Sonntag, 30. Oktober, nachmittags
3¼ Uhr: Mignon Abends 7 Uhr: Der Troubadour
Montag, 31. Oktober: Oberon‟ Dienstag, 1. November:
Carmen 2. Schauſpielhaus. Dienstag, 25.
Oktober: Neu einſtudiert: Elektra von Sophokles.
Vorher: Neu einſtudiert: Die ſittliche Forderung
Aus dem Einakter=Zyklus Die Befreiten von Otto Erich
Hartleben. Mittwoch, 26. Oktober: Frau Warrens Ge=
werbe‟
Donnerstag, 27. Oktober: Die törichte Jung=
frau
Freitag, 28. Oktober: Der Hüttenbeſitzer Sams=
tag
, 29. Oktober: Die ſittliche Forderung, Elektra
Sonntag, 30. Oktober, nachmittags 3½ Uhr: Der große
Name Abends 7 Uhr: Die ſittliche Forderung Elek=
tra‟
Montag, 31. Oktober: Alt=Heidelberg‟ Diens=
tag
, 1. November: Tantris der Narr.

Kleines Feuilleton.
* Die Redner des Deutſchen Reichs=
tages
. Das Sprechregiſter über die Reichstagsver=
handlungen
im letzten Seſſionsabſchnitte iſt im Reichs=
tage
jetzt ausgegeben worden und gibt Aufſchluß über
die Redetüchtigkeit der einzelnen Abgeordneten. Wäh=
rend
etwa 150 Abgeordnete niemals redneriſch hervor=
getreten
ſind, hat eine Reihe der bekannteren Abgeord=
neten
es zu ziemlich hohen Zahlen gebracht. Bemer=
kenswert
iſt, daß nicht immer die Führer der Parteien
das große Wort führen, denn Bebel, der allerdings
lange Zeit erkrankt war, ſprach nur achtmal, ſein Anti=

pode Herr von Normann nur ſechsmal. Die meiſten
Reden hielt, wie in allen Seſſionen, der Zentrums=
abgeordnete
Erzberger, der über faſt alle Gebiete
ſich ausließ; er brachte es auf 370 Reden, ſo daß er im
Durchſchnitt täglich zweimal ſprach, er hat faſt ſo oft
geſprochen, als die beiden nächſten Vielredner zu=
ſammen
, nämlich Dr. Müller=Meiningen (228 Reden)
und Gothein (150 Reden). Ueber 100 mal haben das
Wort ergriffen: Ledebour (142), Gröber (126), Gamp
(122), Dr. Görke (Brandenburg) (120), Werner (118),
Behrens (113), Baſſermann (110), Dr. Wiemer (106),
Dr. Semler (102). Es folgen Dr. Arning (97), Lieber=
mann
von Sonnenberg (87), Linz (Ztr.) und Dr. Mug=
dan
(82), Dr. Arendt (Maysfeld) (80), Dr. Junk ( Leip=
zig
) (74), Frhr. von Richthofen=Damsdorf (72), Dove
(72), Molkenbuhr (68), Lattmann (68), Dr. David (64),
Dr. Dröſcher (60), Kämpf (60). Die meiſten Vielredner
hat die nationalliberale Fraktion aufzuweiſen, es folgt
das Zentrum, das nach der Zahl der Reden dank Erz=
berger
überhaupt an der Spitze ſteht, am ſchweigſamſten
ſind die Konſervativen.
C.K. Die größten Vermögen Preußens.
Intereſſante Angaben über die größten Vermögen
Preußens finden ſich in dem neuen Buche Rudolf Mar=
tins
Unter dem Scheinwerfer (Schuſter und Löffler).
Die reichſte lebende Perſon in Preußen und in Deutſch=
land
überhaupt iſt Frau Berta Krupp von Bohlen und
Halbach, die im Jahre 1908 nach der Vermögensſteuer=
ſtatiſtik
ein Vermögen von 187 Millionen Mark ver=
ſteuerte
, während ſie im Jahre 1905 ſogar 214 Millionen
Mark verſteuert hatte. Die zweitreichſte Perſon iſt
Fürſt Henckel von Donnersmarck, der im Jahre 1908
über ein Vermögen von 177 Millionen Mark verfügte,
während er im Jahre 1905 nur 120 und im Jahre 1896
nur 62 Millionen Mark beſeſſen hatte. Die drittreichſte
Perſon Preußens iſt der Herzog von Ujeſt, der im
Jahre 1908 ein Vermögen von 151 Millionen Mark be=
ſaß
, während er im Jahre 1899 nur 54 Millionen Mark
ſein Eigen nennen konnte. An vierter Stelle in
Preußen kommt der Freiherr von Goldſchmidt= Roth=
ſchild
in Frankfurt a. M. mit 107 Millionen Mark, wäh=

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Oktober 1910.

Nummer 250.
ſeitige und überkommene Standesvorurteile beſonders in
Preußen zu erfüllen, da nur auf dieſem Wege das deutſche
Volk ſeinen öffentlichen Angelegenheiten zurückgewonnen
werden könne.
In der zweiten und letzten Sitzung beſchäftigte man
ſich mit der auswärtigen Politik Deutſchlands unter be=
ſonderer
Berückſichtigung der wirtſchaftlichen Fragen.
Hierzu ſprachen Chefredakteur Dr. Mehrmann=
Koblenz und Dr. Treſcher=Düſſeldorf. Dr. Mehrmann
verlangte vor allem nach einer Landverbindung zwiſchen
unſerem deutſchen Stammlande und maritimen und kolo=
nialen
Reichsgebieten, um der Gefahr einer Unterbrechung
unſerer Seeverbindungen vorzubeugen. Unſer politiſcher
Einfluß müſſe bis an den perſiſchen Golf ausgedehnt wer=
den
, um einerſeits Englands Konkurrenz zu begegnen und
uns andererſeits gemeinſam mit Oeſterreich=Ungarn und
der Türkei eine wirtſchaftliche Einheit zu ſchaffen. Der
zweite Redner ging mit unſerer Außenhandelspolitik ins
Gericht und verlangte mit Entſchiedenheit eine beſſere Ver=
tretung
unſerer wirtſchaftlichen Intereſſen durch das Aus=
wärtige
Amt. Nach längerer Debatte wurde einer Stutt=
garter
Reſolution zugeſtimmt, in der vor allem der
bei den Wirren in Paläſtina hervorgetretene Mangel an
ausreichendem Schutz der ſchwäbiſchen Landsleute beklagt
wird. Nach einem Schlußwort Dr. Fiſchers, der ebenfalls
ſehr energiſch für die Intereſſen der Auslandsdeutſchen
eintrat, wurde ein begeiſtertes Huldigungstelegramm an
Baſſermann abgeſchickt und hierauf der Verbandstag ge=
ſchloſſen
.

* Straßburg, 23. Okt. Der Andrang zum erſten
elſaß=lothringiſchen Zentrumstag war un=
gemein
ſtark. In der deutſchen Verſammlung, in der
Reichstagsabgeordneter Dr. Vonderſcheer den Vorſitz
führte, kam es zu einer ſtarken Betonung des Zuſammen=
gehens
der elſaß=lothringiſchen Zentrumspartei mit der
altdeutſchen Zentrumspartei. Es ſprachen unter anderen:
Reichstagsabgeordneter Hauß über die politiſche Lage in
Elſaß=Lothringen und die Verfaſſungsreform, wobei er
ausführte, daß auch das Zentrum für ein proportionales
Wahlſyſtem ſei, aber erſt müſſe das geheime direkte Wahl=
recht
für die Wahlen zur Zweiten Kammer bewilligt wer=
den
, worauf man verſuchen könne, es durch ein proportio=
nales
Syſtem zu verbeſſern. Profeſſor Spahn trat dann
für die Konfeſſionsſchulen ein und unterſtrich dabei kräf=
tig
die Notwendigkeit des Zuſammengehens mit der alt=
deutſchen
Zentrumspartei. Für den erkrankten Reichs=
tagsabgeordneten
Dr. Heim=Regensburg ſprang der
Reichstagsabgeordnete Will ein, der über die Mittel=
ſtandsfrage
ſprach.

Luftſchiffahrt.
* Johannisthal, 23. Okt. Das Luftſchiff
P VI unternahm heute mit dem Erbprinzen und der
Erbprinzeſſin von Sachſen=Meiningen bei böigem
Winde eine Rundfahrt über mehrere Ortſchaften und
landete nach 40 Minuten glatt vor der Luftſchiffhalle.
* Gotha, 24. Okt. Geſtern früh kurz nach 3 Uhr
ſtieg bei wenig günſtigem Wetter das Militär=
luftſchiff
M III in Tegel zu einer Fahrt nach
Gotha auf, wo es um ¾10 Uhr eintraf. Das Luftſchiff
kreuzte längere Zeit über der Stadt, um dann bei dem
Luftſchiffhafen zu landen. Die Mannſchaft, die das
Luftſchiff in die Halle brachte, ließ es dabei zu hoch lau=
fen
, wodurch die Ballonhülle durch eine an der Decke
hervorſtehende Schraube in einer Länge von 10 Me=
tern
aufgeriſſen wurde. Das Schiff, das bis Sonntag
hier bleiben und mehrere Fahrten ausführen ſollte,
muß nun verpackt und mit der Bahn zurückgeſchickt
werden.

Landwirtſchaftliches.
* Von der Provinzial=Jungviehweide
in Groß=Breitenbach. Am 30. September I. J.
fand der Abtrieb der Rinder, am 7. Oktober I. J. derjenige
der Fohlen von der genannten Weide ſtatt. Die abgelau=
fene
Weideperiode war in mehrfacher Hinſicht bemerkens=
wert
. Den Weidetieren (142 Rindern und 40 Fohlen)
ſtand dieſes Jahr eine gegenüber früher um 110 Morgen
vergrößerte Weidefläche zur Verfügung, im ganzen etwa
300 Morgen, außerdem wurde dieſes Jahr erſtmals die
früher übliche Heubeifütterung der Weidetiere weggelaſſen,
indem die letzteren lediglich auf das Weidefutter angewie=
ſen
waren, wie dies bekanntlich in Weidegegenden wäh=
rend
des Sommers allgemein üblich iſt. Nur in den
letzten 4 Wochen vor dem Abtrieb wurde etwas Heu bei=
gefüttert
. Auch hatten die Weidetiere vollſtändige Frei=
heit
, ſie waren weder angebunden, noch, wie früher, in
rend ſein verſtorbener Schwiegervater, Freiherr Willi
von Rothſchild, im Jahre 1899 nicht weniger als 266
Millionen Mark deklarierte. Das größke Vermögen
Berlins im Jahre 1908 gehörte dem Geheimen Kom=
merzienrat
Ernſt von Mendelsſohn=Bartholdy und be=
trug
43 Millionen Mark. Es ſtand aber erſt an der
ſiebzehnten Stelle. Die ſechzehn reichſten Perſonen
wohnen alſo nicht in Berlin. Selbſt die kleine Stadt
Kaſſel beſitzt in der Perſon des Geheimen Kommerzien=
rats
Henſchel, der im Jahre 1908 ein Vermögen von 46
Millionen Mark verſteuerte, einen Steuerzahler, der
alle Berliner Vermögen überragt.
* Der Bankier der Könige. Ein beträcht=
licher
Teil vom Privatvermögen des Königs Manuel
iſt der Firma Coutts anvertraut worden, dem be=
rühmten
Bankgeſchäft am Strand in London. So iſt
ein weiterer Königsname in das Hauptbuch dieſer
Firma gelangt, in dem die Namen aller Mitglieder
des britiſchen Königshauſes von Georg II. bis auf
Georg V. ſtehen. Noch ein anderer verbannter König,
Louis Philipp, übergab einſt ſein Vermögen Coutts.
Das gleiche taten der verſtorbene Schah von Perſien,
Kaiſer Friedrich III. und König Leopold von Belgien.
Auch abgeſehen von den gekrönten Häuptern zählen
die Coutts tauſende weltbekannte und reiche Leute zu
ihren Kunden. Bereits fangen die gewaltigen neuen
Geſchäftsräume der Bank am Strand an, ſich als zu
klein zu erweiſen, da z. B. ihre Schatzkammer aus=
ländiſche
Papiere im Werte von nicht weniger als vier
Milliarden enthält.
* Geſchäft iſt Geſchäft. In einem ärztlichen
Verein zu T. erregte kürzlich die Vorleſung folgender
an den Verein gerichteter Geſchäftsempfehlung große
Heiterkeit: Hiermit erlaube ich mir, die geehrten
Herren Aerzte zur Beſichtigung meines Lagers in
Grabſteinen und Denkmälern ergebenſt einzuladen.
Dieſelben ſind in modernem künſtleriſchem Geſchmack
ausgeführt und hoffe ich, daß Sie mich im Bedarfs
falle beehren werden. Indem ich Ihnen für freund
liche Förderung meines Unternehmens beſtens danke,
N. N.
zeichne ich Hochachtungsvollſt

Ställen untergebracht, ſondern ſich völlig ſelbſt überlaſſen.
In der reinen, ſauerſtoffreichen Bergluft, Wind und
Wetter ausgeſetzt, aber auch unter der wohltätigen Wir=
kung
des Sonnenlichtes, vermochten ſich die jungen Weide=
tiere
diesmal kräftiger zu entwickeln als ſonſt; die At=
mungsorgane
weiteten ſich, der Blick wurde lebhafter, die
Bewegungen ſicherer und energiſcher und, ſoweit die Tiere
von Haus aus geſund und entwickelungsfähig waren, das
Körpergewicht nahm zu. Mit geringen Ausnahmen war
dieſes Jahr bei allen Weidetieren eine erhebliche und den
früheren Durchſchnitt übertreffende Lebendgewichtzunahme
(zirka 80 Kilo pro Stück) zu konſtatieren. Die vorkom=
menden
Unterſchiede im bezüglichen Weideerfolg können
nicht immer der Weide zur Laſt gelegt werden, ſondern
ſind häufig eine Folge der verkehrten Aufzucht des jungen
Tieres. Vielfach kommen letztere erſtmals ins Freie, wenn
ſie zur Weide gebracht werden, der Wechſel in den Lebens=
bedingungen
iſt dann zu ſchroff, infolgedeſſen gehen die
betreffenden Tiere, ſtatt vorwärts, eher rückwärts.
Die jungen Rinder und Fohlen gehören ſchon in
den erſten Lebensmonaten hinaus ins Freie, damit
ſie ſich bewegen lernen und auch etwas abhärten. Viel=
fach
tritt jedoch der günſtige Einfluß des Weidens auf
die Entwickelung der Tiere erſt ſpäter hervor, wenn
dieſelben momentan von der Weide auch nicht fett in
den Stall zurückkehren. Innerlich kranke Tiere, be=
ſonders
ſtark von Tuberkuloſe befallene, ſind natür=
lich
den Einflüſſen des freien Weidelebens nicht ge=
wachſen
und unterliegen, wie dies in dieſem Jahre
bei einem Weiderind, das ſchließlich notgeſchlachtet
werden mußte, der Fall war. Die auf dieſe Weiſe
ausgemerzt werdenden Rinder bedeuten keinen Ver=
luſt
, da ſie zu einer Geſundung des deutſchen Vieh=
ſtandes
kaum beitragen. Im übrigen darf der Ge=
ſundheitszuſtand
der Weidetiere, abgeſehen von Durch=
fällen
während des langanhaltenden Regenwetters im
Juli, als ein guter bezeichnet werden. Unglücksfälle
waren dieſes Jahr relativ ſelten, ein Fohlen ging drei
Tage nach dem Auftrieb an innerer Krankheit ſchon
ein. Der Weide kann alſo dieſer Unfall nicht zur Laſt
gelegt werden. Außer weiblichen Rindern wurden in
dieſem Jahre erſtmals auch 9 Bullen im Alter von 8
bis 12 Monaten auf die Weide zugelaſſen; es war dies
ein Verſuch, der aber, wie ſich dies beim Auftrieb er=
geben
hat, ſehr gut ausfiel. Allerdings wurde den jungen
Bullen auf Koſten ihrer Beſitzer nebenher noch etwas
Kraftfutter gereicht.
Sport.
Am vergangenen Sonntag ſpielte die
erſte Mannſchaft des F.=K. Phönix‟=Darmſtadt gegen
die gleiche Mannſchaft des F.=K. Germania= Eſcholl=
brücken
und endete zugunſten des F.=K. Phönix mit
2;0 Toren.
* Berlin, 24. Okt. Auf der Grunewaldbahn
wurde geſtern zum Schluß der zweiten Saiſon in
Gegenwart des Kaiſers und ſeiner beiden jüngſten
Söhne das Oppenheim=Memorial gelaufen.
Wenige Minuten nach dem Eintreffen des Monarchen
errang den Sieg für das königlich=preußiſche Hauptge=
ſtüt
Graditz das Pferd Abendluft‟ Die Dotation be=
trug
30000 Mark.

Der Zarenbeſuch in Darmſtadt.
Geſtern vormittag meldete der Draht über die Ab=
fahrt
des Zarenpaares und ſeiner hohen Gaſtgeber und
die Verlegung des Hoflagers nach Jagdſchloß Wolfsgar=
ten
folgendes:
Friedberg, 24. Okt. Der Kaiſer und die Kai=
ſerin
von Rußland mit Familie ſowie der Großherzog und
die Großherzogin von Heſſen ſind heute vormittag 10,50
Uhr im Hofzuge von hier nach Schloß Wolfsgarten abge=
reiſt
. Auf dem Bahnhof hatten ſich das Offizierkorps und
die Spitzen der Behörden eingefunden, von denen ſich der
Zar und die Zarin herzlichſt verabſchiedeten. Unter den
Hurrarufen der Anweſenden ſetzte ſich der Zug in Be=
wegung
.
Um 11,50 Uhr traf der ruſſiſche Hofzug in Egels=
bach
ein, wo er 20 Minuten Aufenthalt hatte, in welcher
Zeit die Herrſchaften das Frühſtück einnahmen. Hier ver=
ließen
Großfürſtin Sergius, Prinz und Prinzeſſin
Heinrich von Preußen, ſowie Prinzeſſin Vik=
toria
den Zug, um ſich in Automobilen direkt nach
Darmſtadt zu begeben. Der Zarewitſch, ſowie die vier
Großfürſtinnen nebſt den beiden heſſiſchen Prinzen
fuhren mit Gefolge in Automobilen direkt nach Wolfs=
garten
, während der Zar, der Großherzog mit Ge=
mahlin
, ſowie die übrigen Herrſchaften mit dem Hofzug
um 12,10 Uhr direkt nach Darmſtadt weiter=
fuhren
. Um 12,25 Uhr traf der Hofzug in Darmſtadt
ein, wo zum Empfang der ruſſiſche Geſandte Baron von
Knorring anweſend war.
Die Abſicht, vor der Ueberſiedelung nach Wolfsgarten
nach Darmſtadt zu fahren, war ſtreng geheim gehalten
worden. Trotzdem hatte ſich ein ziemlich zahlreiches Pu=
blikum
am Bahnhof eingefunden. Der Aufenthalt in
Darmſtadt galt einzig dem Beſuch des neuerbauten
Mauſoleums auf der Roſenhöhe und der Gruft der
Prinzeſſin Eliſabeth. Während der Anweſenheit der hohen
Herrſchaften wurden die Särge der Hochſeligen Eltern des
Großherzogs, Großherzog Ludwigs IV und Großher=
zogin
Alice, ſowie der beiden früh verſtorbenen Geſchwi=
ſter
des Großherzogs, Prinz Friedrich Wilhelm (geſt.
29./5. 1873), Prinzeſſin Maria (geſt. 16//11. 1878) von dem
alten in das neuerbaute Mauſoleum, das nur
zur Aufnahme der Eltern und Geſchwiſter des Großher=
zogs
beſtimmt iſt, übergeführt. Prinzeſſin Eliſabeth hat
wenige Meter von dem neuen Mauſoleum eine eigene
Ruheſtatt gefunden, deren Hügel von einem prachtvollen
Grabmal gekrönt wird Die hohen Herrſchaften blieben
bis zur Beendigung der Ueberführung anweſend und be=
ſichtigten
die zum Teil noch unfertigen Marmorſarkophage.
An den Särgen und an der Gruft der Prinzeſſin Eliſabeth
wurden Kränze niedergelegt.
Die Abfahrt des Hofzuges nach Wolfsgarten war auf
1,40 Uhr feſtgeſetzt. Am Bahnhof harrte das beiderſeitige
Gefolge und nach und nach ſammelte ſich wieder eine erheb=
liche
Menſchenmenge an. Der Bahnhof war ſtreng abge=
ſperrt
. Um 2,10 Uhr kam dann die Meldung, daß die
hohen Herrſchaften nicht den Hofzug benutzen, ſondern in
Automobilen direkt nach Wolfsgarten fahren
würden. Die Ueberführung der ſchweren Särge hatte zu
viel Zeit in Anſpruch genommen. Der Hofzug fuhr als=
bald
leer aus der Bahnhofshalle.
Die feierliche Einweihung des neuen Mau=
ſoleums
wird in Anweſenheit der hohen Herrſchaften Ende
der nächſten Woche ſtattfinden. Der Tag iſt noch nicht
feſtgeſetzt. An der endgültigen Vollendung des Baues
wird noch gearbeitet.
An dem Mauſoleum wird ſchon über ſieben
Jahre gebaut. An der Innenausſtattung waren eine

Seite 5.

Reihe namhafter Künſtler, Größen der Bildhauer= und
Farbenkunſt Italiens und der Heimat beſchäftigt.
Rechts von dem zum Mauſoleum führenden Haupt=
wege
, eine Strecke vor demſelben inmitten der hohen
düſteren Tannen, hat es ſeinen Platz gefunden; ver=
ſteckt
faſt in dem rauſchenden dunklen Grün, wird es
erſt ſichtbar, wenn man ſich unmittelbar davon befindet.
Wie eine verkörperte ernſte Mahnung, wächſt es in
ſchweren, wuchtigen Formen aus dem Boden und dürfte
nach der völligen Fertigſtellung in ſeiner Einfachheit
und dem ungemein ernſten Eindruck von tiefgehender
Wirkung ſein, hervorgerufen nicht zum wenigſten durch
die Wahl des eigenartigen Baumaterials, deſſen graue
Färbung ſchon jetzt den Eindruck ehrwürdigen Alters
macht, von dem die neuen roten Ziegeldächer merklich
abſtechen. Bis zur Vollendung des Bauwerks dürfte
aber die Witterung die notwendige Farbenharmonie
hergeſtellt haben. Der neue Bau iſt in der Form eines
liegenden Kreuzes gehalten. Der längere Arm des=
ſelben
, an deſſen Fuß ſich der Eingang befindet, iſt etwa
12½ Meter lang, der Querraum etwa 10½ Meter. Die
einzelnen Arme des Kreuzbaues werden, nach außen
hin einzelne Bauwerke bildend, von roten, breitwinke=
ligen
Ziegeldächern überdeckt, die auf völlig ausge=
mauerten
Gewölben in Halbkugelform ruhen. Die
Schnittfläche beider Kreuzesarme krönt ein turmartiger
Aufbau, der, im Innern eine Halbkugel bildend, auf
den Bogen der Arme ruht, und ebenfalls mit einem
Ziegeldache verſehen iſt. Die Bauten der Kreuzarme
ſind etwa 5½ Meter, der Mittelbau ungefähr acht Meter
hoch. Das ganze Bauwerk ruht auf einem etwa zwei
Meter hohem gemauerten Sockel, der außen mit Erde
beigefüllt wird, ſo daß es den Anſchein erweckt, als ſei
der Bau auf den Hügel geſtellt. Dieſer Hügel iſt mit
gärtneriſchen Anlagen verſehen worden. Zum Eingang
führt eine Freitreppe. Die verwendeten Bauſteine wur=
den
beſonders hergeſtellt. Es iſt ein außerordentlich
hartes Geſtein: Baſaltlava, von grauer Farbe. Die
Steine wurden von den Preußiſch=Heſſiſchen Baſalt=
werken
in Keſſelbach (Oberheſſen) und dem heſſiſchen
Steinbruch Londorf b. Gießen geliefert.-Die Pläne zum
neuen Mauſoelum hat Herr Geheimer Oberbaurat
Hofmann entworfen; die Ausführung der Bau=
arbeiten
lag in den Händen des Herrn Architekten
H. Müller. Da die Bearbeitung der Steine eine lang=
wierige
Arbeit war, mußten öfters Pauſen in der
Arbeit eintreten.
Das monumentale Gewölbe iſt, wie ſchon geſagt,
dazu beſtimmt, den hohen Eltern und Geſchwiſtern
unſeres Großherzogs als letzte Ruheſtätte zu dienen.
Die Särge wurden in Grüften, die die beiden ſeitlichen
Kreuzarme enthalten, verſenkt. Prachtvolle Marmor=
Sarkophage werden die Ruheſtätten krönen. Die Sar=
kophage
wurden ebenfalls nach Entwürfen, die Se.
Königl. Hoheit im Verein mit ihm bekannten Künſt=
lern
fertigte, zum Teil von italieniſchen Künſtlern aus=
geführt
. Sie tragen die überlebensgroßen Figuren der
hohen Toten.
Die Figur des Grohßerzogs Ludwig IV. iſt eines
der letzten Werke, die Profeſſor Habich in Darmſtadt
vor ſeinem Weggange noch fertigſtellte. Die Geſtalt
Ludwigs IV iſt, in prächtigen weißen Marmor ge=
hauen
, ſprechend lebenswahr dargeſtellt. In der Uni=
form
ſeines Leibregiments, ohne Kopfbedeckung, die
Bruſt geſchmückt nur mit dem Komturkreuz 1. Klaſſe
des Verdienſtordens mit Schwertern und mit dem brei=
ten
Ordensband, die Hände über dem zwiſchen den
Füßen liegenden heſſiſchen Reiterſäbel übereinander=
geſchlagen
, ſcheint die Geſtalt friedlich zu ſchlafen. Der
weite Reitermantel, auf der Bruſt geöffnet, der lange
Kragen zu beiden Seiten in natürlichem Faltenwurf
herabhängend, umſchließt den Körper, der Pelzkragen
iſt hochgeſchlagen und dient dem Haupte, deſſen künſt=
leriſch
=techniſche Ausführung eine wunderbare iſt, als
Ruhekiſſen. Der Oberkörper liegt etwas erhöht, die
Erhöhung iſt am Kopfende geſtützt durch zwei trauernde
und weinende Engelsfiguren. Ein Lorbeerreis durch
den Säbelgriff geſchlungen, liegt auf der Bruſt des
Schlafenden.
M. St.

Darmſtadt, 25. Oktober.
* Das Befinden Sr. Exzellenz des Herrn Finanz=
miniſters
Braun iſt fortdauernd befriedigend. An den
erſten beiden Tagen wurden zahlreiche Erkundigungen
aus allen Kreiſen der Stadt nach dem Befinden des
Miniſters eingezogen. Herr Staatsminiſter Ewald,
der ſich am Sonntag perſönlich nach ſeinem Befinden
erkundigte, war am Sonntag in Friedberg und hat
Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog Bericht erſtattet.

* Offenbach, 24. Okt. Bei der heutigen Stadtver=
ordnetenwahl
ſiegten die Sozialdemokraten mit etwa
700 Stimmen Mehrheit.
Tetzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Heidelberg, 24. Okt. Prinz Rangſit von
Siam empfing geſtern abend anläßlich des Todes
ſeines königlichen Vaters die Beſuche des Großherzogs
von Baden, des Prinzen Wilhelm von Sachſen=Weimar
und des Oberbürgermeiſters Dr. Wilckens.
* Heidelberg, 24. Okt. Anläßlich der 25jährigen
Jubelfeier des Bachvereins wurde der General= Muſik=
direktor
, Profeſſor Dr. Wolfrum, von der hieſigen
theologiſchen Fakultät zum Ehrendoktor promo=
viert
. Bei dem geſtrigen Feſtmahl überreichte Prinz
Wilhelm von Sachſen=Weimar im Namen eines Ko=
mitees
opferwilliger Kunſtfreunde dem Vorſtand des
Bachvereins die Urkunde einer Spende von 10000
Mark als Bachvereins=Jubiläumsſtiftung‟
* Heidelberg, 24. Okt. Heute vormittag beſichtigte
der Großherzog das hieſige Hallenbad unter Führ=
ung
des Direktors Kuckuk, und die Ausgrabungen auf
dem Heiligen Berg unter Führung des Baurats Wip=
vermann
. Heute nachmittag erfolgt eine Beſichtigung
der Zuckerfabrik Waghäuſel und von dort die Weiter=
reiſe
nach Karlsruhe; morgen kehrt der Großherzog
nochmals hierher zurück, um den Bachvereinskonzerten
beizuwohnen.
* Oberurſel i. T., 24. Okt. Heute mittag kurz nach
12 Uhr rannten die ſcheu gewordenen Pferde
eines Fuhrwerks auf dem Marktplatz in eine Gruppe
aus der Schule heimkehrender Kinder. Acht Kinder
wurden verletzt, zwei derſelben ſchwer.
* Wien, 24. Okt. Der Heeresausſchuß der
Ungariſchen Delegation nahm das geſamte
Kriegsbudget an.
* Paris, 24. Okt. Die Agence Havas veröffentlicht
nachfolgende Note: Der franzöſiſche Botſchafter in Kon=
ſtantinopel
erhielt von ſeiner Regierung den Befehl, der
ottomaniſchen Regierung zu erklären, daß die Verhand=

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Oktober 1910.

Nummer 250.

lungen bezüglich der türkiſchen Anleihe
abgebrochen ſeien, da der ottomaniſche Miniſterrat
das zwiſchen dem franzöſiſchen Finanzminiſter Cochery und
dem türkiſchen Finanzrat in Paris getroffene Ueberein=
kommen
nicht ratifizierte.
Neapel, 24. Okt. In der vergangenen Nacht ſind
ſchwere Regengüſſe niedergegangen; ſie über=
ſchwemmten
die Ortſchaften am Veſuv weithin, ebenſo die
Straßen. Die Eiſenbahnverbindung von Torre del Creſo
iſt unterbrochen. Man meldet ſchwere Verwüſtungen und
Opfer an Menſchenleben. Polizei und Pioniere ſind nach
den betroffenen Ortſchaften abgegangen.
* Belgrad, 24. Okt. In allen Kirchen des Landes wur=
den
geſtern Bittgottesdienſte um die Geneſung
des Kronprinzen abgehalten. Dem Hochamte in der
hieſigen Kathedrale wohnten der König, die Prinzen
Georg und Paul, die Miniſter, die Spitzen der Behörden,
das Offizierkorps und ein großes Publikum bei. Die Beſ=
ſerung
im Befinden des Kronprinzen hält an; die Tem=
peratur
iſt heute früh nach einer gut verbrachten Nacht 37,5,
Puls 100 und Atmung 32. Infolge der entſchiedenen Beſ=
ſerung
im Befinden des Kronprinzen reiſte Profeſſor
Chvoſtek heute nach Wien ab.
* London, 24. Okt. Nach einer Blättermeldung
nehmen die Anleiheverhandlungen zwi=
ſchen
der perſiſchen Regierung und einem
britiſchen Finanzinſtitut, welches bedeutende
Intereſſen in Perſien beſitzt, einen günſtigen Fortgang.
Die Anleihe wird ungefähr 1¼ Millionen Pfund Ster=
ling
betragen und durch die Zölle der Südküſte ſicher=
geſtellt
werden.
* Athen, 24. Okt. Das Kabinett wird in der
heutigen Sitzung der Nationalverſammlung abermals
die Vertrauensfrage ſtellen.
* Tokio, 24. Okt. Miniſterpräſident Mar=
quis
Katſura erklärte auf einem Bankett: Das
einzige Neue im nächſten Budget werde die Zuwendung
von 70 Millionen Yen für die Vermehrung der Flotte
ſein; die Summe ſolle auf ſechs Jahre verteilt werden.
Der durch die Ueberſchwemmungen verurſachte Schaden
und die Koſten der Annexion Koreas würden das Bud=
get
nicht weſentlich beeinfluſſen. Es werde möglich
ſein, dieſes aufzuſtellen, ohne zu einer Anleihe Zu=
flucht
zu nehmen. Der Miniſter erklärte, der Plan,
Schatzkammerbonds im Betrage von 50 Millionen Yen
jährlich einzulöſen, ſei nicht geändert.
* Port Arthur, 24. Okt. In Gegenwart der Spitzen
der Behörden und chineſiſcher und europäiſcher Vertreter
feierte die japaniſche Kolonie geſtern die Eröffnung
des Handelshafens für alle Nationen.

München, 24. Okt. Von Wilderern wurde
der Fürſtlich Hohenzollernſche Forſtgehilfe Fürſt nie=
dergeſchoſſen
. Seine Frau wurde durch die Nach=
richt
ſo erſchreckt, daß ſie jetzt im Sterben liegt. Sie
hinterlaſſen 4 kleine Kinder.
München, 24. Okt. Die Tochter der Frau Koſima
Wagner, Frau Hofkapellmeiſter Iſolde Baidler,
wurde von einem Straßenbahnwagen überfahren
und erlitt außer einigen anderen leichten Verletzungen
einen Armbruch.
Düſſeldorf, 24. Okt. Bei einem Streit wurde
ein Ziviliſt von einem zur Uebung eingezogenen Re=
ſerviſten
mit dem Seitengewehr erſtochen. Der
Täter iſt verhaftet.
Bremen, 24. Okt. Durch Kentern eines Boo=
tes
auf der Weſermündung ſind geſtern der Gaſtwirt
Feldmann und ſein fünfjähriges Töchterchen, ſowie zwei
Fiſchdampfer=Matroſen ums Leben gekommen. Der
fünfte Inſaſſe wurde gerettet.
Thorn, 24. Okt. Auf der Chauſſee nach Leibitſch
ſprang das Pferd eines Bauernwagens in ein Automo=
bil
des Leiters der Berliner Automobilfabrik von Opel,
Dr. Ludwig Opel. Die Deichſel des Wagens verletzte den
Chauffeur ſchwer am Kopfe; Dr. Opel blieb unverletzt. Das
Pferd wurde getötet und das Automobil ſchwer beſchäd=
digt
. (Berl. Lokalanzeiger).
Paris, 24. Okt. Im Kammerpalaſt brach
geſtern Feuer aus, da die Zentralheizung ſchadhaft
geworden war. Der Brand war raſch gelöſcht. Man
hofft, die Schäden bis zum Zuſammentritt der Kammer
beſeitigt zu haben.
Paris, 24. Okt. Sieben Menſchengerippe
wurden geſtern in einem 350 Meter tiefen Schacht der
Kohlengrube von Monteau=les=Mines beim Erſchließen
eines verlaſſenen Stollens gefunden. Es ſind
Ueberreſte von Bergleuten, die vor 15 Jahren durch
ein Schlagwetter getötet, aber ſeither nicht geborgen
werden konnten.
London, 24. Okt. Auf dem Londoner Dampfer
Foreſt Moor wurde im Hafen von Hull der deutſche
Steward Friedrich Wemmelsdorff oder Wommelsdorf
vom zweiten Offizier Scott erſchoſſen. Ueber die
Urſache war nichts zu ermitteln. Der Täter wurde
verhaftet.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Das Hoch=
druckgebiet
über der Oſtſee beſteht fort, während ein
Tiefdruckgebiet über der Biskaya lagert. Daher wehen
in ganz Deutſchland öſtliche Winde, die zeitweiſe heiteres
trockenes Wetter bedingen. In der Nacht trat infolge
Ausſtrahlung ſtrichweiſe Reifbildung ein. Es iſt eine
Zunahme der nächtlichen Erkaltung in Ausſicht.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 25. Okt.:
Nachtfroſt, heiter, trocken, Oſtwind.

Kranke. Warme geschützte
Winterkur für Lage a. Südabhange d. Taunus.
Behagl. eingericht. Ll. Anstalt.
Spezialheilanstat. Centr
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Dr.M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt.
Sanatorium Hofheim im Taunus.

Rheumatiſches Leiden ganz beſeingt.
,
. Im Uebrigen bemerke ich Ihnen gerne, daß
mir die St. Georgsquelle in Biskirchen a. d. Lahn
die erhoffte Heilung gebracht hat, da nach Gebrauch
von dieſen 100 Flaſchen mein rheumatiſches Leiden
an einer Stelle große Zehe des rechten Fußes
ganz beſeitigt iſt, nachdem ich vorher faſt 34 Jahre
hindurch damit ſo behaftet war, daß ich mich ſchlecht
fortbewegen konnte und Tag und Nacht mit Schmer=
W. H. in St.
zen gequält wurde.
Preis für 25 Flaſchen Mk. 9. (20672II
17.
50
inkl. Verpackung ab Station Stockhauſen a.d. Lahn.

Ann ſei bedankt mein lieber Schwahahahan-
Sie ſehen, Direktor, es geht nicht. Heiſer bin ich
und ich ſinge nicht. So? Na, ich ſehe nur, daß
Sie unvernünftig ſind. Ein Künſtler, der nicht
ſofort ſeine Schachtel Fays ächte Sodener Mineral=
Paſtillen zur Hand hat, wenn er ein Indispoſition
fürchtet, müßte um eine Monatsgage geſtraft
werden. Laſſen Sie ſich mal ſchleunigſt Sodener
holen. Jetzt iſts zwei Uhr um acht ſingen Sie,
und es müßte mit dem Kuckuck zugehen, wenn dje
Sodener Ihre Stimmbänder nicht freikriegten?
Sodener koſten nur 85 Pfg. die Schachtel; man
weiſe aber Nachahmung zurück.
(20676M


ariser Neuwascherel

Ernst-Ludwigstr.
3
Pfg.
Jeder
Kragen

Ernst-Ludwigstr.
3
Pfg.
Jede
Manschette

Oberhemden 25 Pfg.
Vorhemden 12 Pfg.

Wäsche, welche Montags gebracht wird, kann
samstags abgeholt werden. An den übrigen Tagen
gebrachte Wäsche bedingt 8 Tage Lieferzeit. (20418m

HorEne DAxhstAbTEk Her
GRossEs
SPEISE-RESTAURANT

(16578a

Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): Die Jüdin
Gaſtſpiel des Oberbayr. Bauerntheaters um 8¼ Uhr
im Orpheum (Das vierte Gebot).
Ludwig Ganghofer=Abend um 8 Uhr in der Turn=
halle
am Woogsplatz (Vortragsverband).
Vortrag von Fräulein Gaebel um 8 Uhr im Feier=
abend
(Stiftſtraße).
Verſammlung des Bezirksvereins Altſtadt um 9 Uhr
in der Krone‟
Verſammlung der Handlungsgehilfen um 9 Uhr im
Fürſtenſaal.
Konzert von Hofopernſänger Spemann und Frl. Poth
um 8 Uhr im Hotel Zur Krone zu Jugenheim.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Perkeo
Oktoberfeſt um 5 Uhr im Kölniſchen Hof
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Crafenſtraße): Vorſtellungen von 311 Uhr.

Familiennachrichten.

e

Statt jeder besonderen Anzeige.
Die glückliche Geburt einer gesunden
Tochter
zeigen hocherfreut an
Ludwig Riedesel Freiherr zu Eisenbach,
Oberleutnant im Leib-Drag.-Regt. (2. Grossh.
Hess.) Nr. 24
und
Anneliese Riedesel Freifrau zu Eisen-
bach
, geb. Dewitz von Woyna.
Darmstadt, den 22. Oktober 1910.

(20670
r

Todes-Anzeige.
Heute früh 8¾ Uhr verſchied nach langem,
mit Geduld ertragenem ſchweren Leiden, mein
unvergeßlicher lieber Mann, unſer guter Vater,
Großvater, Schwiegervater und Bruder
Wilhelm Land
6
Schuhmachermeiſter
im beinahe vollendeten 71. Lebensjahre.
Darmſtadt, den 24. Oktober 1910.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. Ok=
tober
, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhauſe,
Landwehrſtraße 41 aus, ſtatt. (20717

Krieger-Verein
Darmſtadt.

Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer langjähriges Mitglied und Feldzugs=
kameraden

(20718
Herrn Julius Kölsch
Prokuriſt
aus dieſem Leben abzurufen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den
25. Oktober, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbe=
haus
, Mathildenſtraße 48 aus, ſtatt.
Sammlung am Sterbehaus.
Zur Teilnahme an der Beerdigung wer=
den
die Kameraden von Ackermann bis Duß=
mann
, ſowie der 6. Bezirk erſucht.
Der Vorſtand des Kriegervereins
Darmſtadt.

Dankſagung.

Für die vielen Beweiſe aufrichtiger und herz=
licher
Teilnahme, welche uns während der ſchweren
Krankheit und anläßlich des Todes meiner lieben
(20665
Schwägerin, unſerer guten Tante
Fräulein
Hedwig Brumhard
zuteil geworden ſind, ſagen wir auf dieſem Wege
unſeren herzlichſten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau lda Brumhard Wwe.
Darmſtadt, Bonn, 24. Oktober 1910.

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 26. Oktöber.
Hofreite=Verſteigerung des Gg. Friedrich Göbel
(Kaupſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Muſikwerke= Weißzeug= u. Kleidungsſtücke=
Verſteigerung um 9 u. 2 Uhr im ſtädt. Pfandhaus.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr Runde=
turmſtraße
16.
Ladeneinrichtung= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
(Zuſammenkunft Ecke Arheilger= und Fuhrmannſtr.).
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
Ludwigshalle‟.
Laub=Verſteigerung um ½9 Uhr bei Wirt Brücher
zu Arheilgen.

Beſtellungen
auf das
Darmſtädter Tagblatt=
werden
in der Expedition, ſowie von allen
Poſtanſtalten entgegengenommen.
Druck und Verlag: L. C. Witlich’ſche Hoſsuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otlo Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Nummer 250.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Oktober 1910.

Seite 7.


2

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Oefen und Waſchkeſſel geſetzt, geputzt und
ausgemauert, desgl. Dampfkeſſelanlagen
Kaspar Noll, Wendelſtadtſtr. 29, Stb.

Plinder Mann empf. ſich im Flechten v.
Körben u. Stühlen. Arbeit wird abgeh.
Poſtk. gen. Georg Treusch, Schloßg. 18. (20206a
(
7
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83,75
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
92,40
3½ do. Conſols . .
83,80
8 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe .
92,00
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,00
91,40
do.
3½
do.
82,10
4 Hamburger Staatsanl. 101,60
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,20
do.
91,10
3½
do.
80,50
83,10
Sächſiſche Rente .
4 Württembergerv. 1907 101,75
do.
92,60
3½
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1¾ Griechen v. 1887 . . 47,30
3¾ Italiener Rente . ..
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do. Goldrente . 98,30
do. einheitl. Rente 93,00
3 Portug. unif. Serie I 64,30
3 do. unif. Ser. III 66,70
3 do. Spezial. 12,30
5 Rumänier v. 1903 . . 102,40
4 do. v. 1890 . . 94,10
do. v. 1905 . . 99,50
4 Ruſſen.v. 1880 a. . . 91.99.


3f.
4 Ruſſen v. 1902 . . . .
4½ do. v. 1905 . . . .
3½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1953
do. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . .
4 do. Staatsrente .
5 Argentinier . . . . . .
do.
4½ Chile Gold=Anleihe .
5 Chineſ. Staatsanleihe:
do.
4½
.
4½ Japaner . . .
5 Innere Mexikaner . .
do.
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5 Gold=Mexikaner . .

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InProz.
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100, 10
94,10
82,90
86,30
94,30
93,60
102,10
98,90
94,00
102,00
92,10
97,00
99,75
95,40

InProz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161,50
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,50
4 Pennſylvania R. R. 132,00
Induſtrie=Aktien,
Mainzer Aktienbrauerei . 205,00
Werger=Brauerei
74,00
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 499,50
Fabrik Griesheim . . . . 273,70
Farbwerk Höchſt . . . . . 545,50
Verein chem. Fabriken
Mannheine . . .
. . . 342,50
Lahmeyer . . .
. . . . 117,00
Schuckert .
. . . . 162,00
Siemens & Halske . . . 248,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 456,25
Bochumer Bb. u. Guß . . 230,50
Gelſenkirchen . . . . . . . 217,75
Harpener . . . . . . . . . 189,75
Phönix, Bergb. u. Hütten=
betrieb
. .
. . . 253,70
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. .
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,80
do.
92,50
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,50
do. ſteuerfrei . 98,10
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
97,75
do. alte . 83,75
5 Oeſterr. Südbahn . . 89,40
do.
80,00
do.
56,70
Raab=Oedenburger . . 75,00
Ruſſ. Südweſt. . . . . 98,10
* Kronpr. Rudolfbahn , 89.70

In Prot.
S).
73,50
2¾/0 Livorneſer . . . . .
7970
4 Miſſouri=Pacific
4 Bagdadbahn Mk. 408 86,30
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec
.. . 102,00
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgef. 166,30
Darmſtädter Bank 130,20
Deutſche Bank 256,75
4 Deutſche Vereinsbank 127,00
Diskonto=Geſellſchaft 189,00
163,40
Dresdner Bank.
Mitteldeut. Kreditbk. 120,90
Nationalbk. f. Deutſchl. 127,30
104,75
Pfälzer Bank . .
143,70
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank 138,90
4 Wiener Bank=Verein 139,50

Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
do. S. 19. . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)1
do. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
3½
v9,

Bf.

InProz.

100,00
92,00
99,40
100,00
90,50
101,40
92,10
100,60
91,00
100,00
90,70
100,30
92.10.

Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
3½, do.
101,00
4 Frankfurt .
93,10
3½ do.
4 Gießen .
3½ do.
4 Heidelberg
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ ds.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim .
3½ do.
4 München .
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
3½ do.
4 Offenbach .
3½ do.
4 Wiesbaden . .
101,50
3½ do.
91,50
4 Worms . . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886 . 80,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 134,25
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Hall. Komm. 9100

90,70
99,60
91,00
99,70
90,40
100,00
90,80
100,00

In Proz
Bf.
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=Pfand=
. 135,90
briefe.
4 Oeſterr. 1860er Loſe 175,00
3 Oldenburger .
. 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,20
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
ſt.
Braunſchweiger Tlr. 20 214,00
Freiburger
Fs. 15 57,00
Mailänder
Fs. 45 142,00
do.
Fs. 10
Meininger
ſl.,
Oeſterreicher v. 1864 100
do. v. 1858 100 445,00
Ungar. Staats
100 386,00
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
400 179,40

Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,43½
20 Franks=Stücke . . . . 16,17
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16.90
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½
Engliſche Noten . . . . .20,43½
Franzöſiſche Noten . . . . 81,05
Holländiſche Noten . . . . 169,20
Italieniſche Noten . . . . 80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,80
Reichsbank=Diskonto .
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niert
oder mit Stickereieinsatz
Stück M.

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Auf Liebespfaden.
Roman von H. Ehrhardt.
(Nachdruck verboten.)
39)
Hans Haſſingen fühlte einen Moment in der Gegend
des Herzens eine Art krampfhaften Zuſammenziehens.
Die troſtloſen Augen taten ihm weh. Seine Hand glitt
langſam über das ſchimmernde Damaſttuch und umfaßte
die nervös ſpielenden, roſigen Finger.
Aber nun ſind Sie doch frei, Lena, ſagte er halblaut
tröſtend, und noch ſo jung! Jetzt hindert Sie nicht mehr
daran, Ihr Herz der Liebe zu öffnen bei einem Manne,
der Sie verſteht und liebt, endlich eine Heimat zu finden.
Oder hat eine ſchlimme Erfahrung Sie zur Ehefeindin
gemacht?
Sie ſchüttelte freimütig den Kopf.
Nein, ich bin auch darin ganz und gar Frau, ich
leugne nicht, daß ich allein in einer neuen Ehe mein
ruheloſes, glückloſes Leben für ewig zu begraben hoffe,
aber
Sie mußte abbrechen und kam mit der ihr eigenen
Sicherheit auf ein neues Thema, da der lautloſe Kell=
ner
ihnen ſoeben mit einiger Umſtändlichkeit den Nach=
ſtiſch
ſervierte, rotgoldene Orangen, wachsfarbene Tiro=
ler
Aepfel, blaßgelbe Knackmandeln, durch dunkle
Zweige von Traubenroſinen ſchimmernd, umrahmt von
fahlfarbenen Feigen und braunglänzenden Datteln.
Auch eine zweite Flaſche Pommery hatte er lautlos
entkorkt und füllte geſchickt die geleerten Gläſer.

Oben in der Muſikloge ſpielten die Zigeuner eine
weiche, ſchwermütige Melodie, nachdem ſie ſich bis jetzt
mit ihren Weiſen der oberflächlichen Genußſtimmung
ihrer Zuhörer angepaßt hatten, daß man ihr Spiel
kaum mit bewußtem Sinn erfaßt, ſondern als einen
Teil des Ganzen, als eine harmoniſche Abrundung der
vielfachen, zuſammenklingenden Geräuſche aufgenom=
men
hatte.
Nun klang den beiden jungen Menſchen an dem
kleinen Tiſchchen die traurige Melodie wie ein Sehn=
ſuchtsruf
nach der Heimat, nach einem anderen Glück
als dem flüchtigen einer Souperſtunde.
Lena von Rieding griff nach ihrem Glaſe.
Wollen wir auf das Wohl Ihrer Eltern, überhaupt
auf das Glück der Familie Haſſingen=Mensdorf an=
ſtoßen
, Hans?
Ihm ſtieg wahrhaftig ein feuchter Schimmer in die
graublauen Augen. Die zuſammengepreßte Kehle
brachte nur einen gemurmelten Dank hervor.
Ihm ſtieg atemberaubend die Vorſtellung auf von
dem Freudentaumel der Seinen, wenn er ihnen mor=
gen
ſeine Verlobung mit Lena von Rieding melden
könnte. Wie aus weiter Ferne hörte er ihre Stimme:
Haben Sie nicht ein Bild Ihrer Eltern bei ſich,
Hans?
Ebenſo mechaniſch zog er die abgeſchabte Brieftaſche.
Erſt als er ſie öffnete, wurde er auf einmal ganz
nüchtern.
Wie mit Flammenſchrift leuchteten die flüchtigen
Buchſtaben auf der Rückſeite von Helenens Bild ihm

eigerent öiren eiteicten dens ſine wnig fren
beien.
Er hatte das kleine Bild ſeit dem Abend des Mas=
kenballs
nicht mehr betrachtet und es damals nur loſe
wieder in die Taſche gelegt.
Nun ſchob er es äußerlich ruhig in ein Seitenfach
und nahm aus dem zweiten die Photographie der Sei=
nen
, ſie der jungen Frau neben ſich hinreichend.
Sein Blick ſtreifte ſie dabei. Auch ſie ſah ihn an,
heimlich forſchend, mißtrauiſch, oder bildete er ſich das
nur ein in dem niederdrückenden Gefühl, das ihm das
Blut ſtocken machte, die Glieder ſchwer wie Blei.
Das goldbraune Haupt neigte ſich ſehr tief über
das kleine Bild.
Sie betrachtete es lange.
Wie ernſt Ihr Vater ausſieht, wie gut Ihre Mut=
ter
, wie lieblich Ihre Schweſter! ſagte ſie leiſe, und ihr
Geſicht überflog der weiche Zug, der es ſo jung werden
ließ. Die Drei müſſen ganz beſtimmt noch einmal
glücklich werden.
Ja, wenn’s eine Gerechtigkeit gäbe, müßten ſie’s
werden! meinte Haſſingen, das Bild wieder in ſeiner
Brieftaſche bergend. Ich hab’ ſogar lange Zeit in der
kühnen Zuverſicht geſchwelgt, ich würde der Glückbrin=
ger
für meine Familie ſein Er ſtockte, und als er
die goldbraunen Frauenaugen groß und ruhig auf ſich
gerichtet ſah, ſtieg aus Scham und Schmerz, die in ihm
wühlten, befreiend der verzweifelte Entſchluß empor
und trieb ihm die Worte auf die Lippen: Warum ſoll=
ich’s
nicht ausſprechen? Ich habe, wie jeder arme.

[ ][  ][ ]

Seite 10.

D
r Tagblatt,
den 25. Oktober 1910.

Nummer 250.

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Leutnant auf die gute Partie gehofft, keiner der Meinen
hat es je vor mir erwähnt, aber ſie dachten es alle, und
wenn ich jetzt etwa den Abſchied nehmen muß, ſo be=
klagen
meine Eltern nicht ſo ſehr den Verluſt der zwei=
felhaften
Offizierskarriere für mich, als den der Hei=
ratschance
, die ſich nun einmal an den bunten Rock
knüpft, der noch immer, trotz aller Angriffe und Ver=
leumdungen
, hoch genug im Wert ſteht bei reichen Par=
venüstöchtern
und törichten kleinen Goldfiſchen.
Eine kleine Pauſe. Unter Lena von Riedings
ſchlanken Fingern krachte die gelbliche Schale einer
Knackmandel. Sie löſte den Kern daraus und ſchob
ihn zwiſchen die roten Lippen. Dann erſt hob ſie die
Lider. Sie blickte ernſt, aber unbefangen.
Warum haben Sie dieſe Heiratschance nicht recht=
zeitig
ausgenutzt, Hans? Es hat Ihnen doch ſicher nicht
an Gelegenheit dazu gefehlt.
Wie ruhig ſie das ſagte, ſo als ob es ſich um einen
Gelegenheitskauf handelte, den er ſich hatte entgehen
laſſen. Nein, die Frau fühlte ganz ſicher nicht mehr
für ihn wie die Teilnahme einer Schweſter, die könig=
liche
Laune der verwöhnten Weltdame, die ſich darin
gefällt, dem armen Infanterieoffizier, den ein Zufall
ihr in den Weg geführt hatte, einen Strahl der Sonne
zu ſpenden, deren voller Glanz ſonſt über ganz anderen
Höhen leuchtete.
Dieſe Erkenntnis wirkte beruhigend auf ihn, ſie
erleichterte ihm das Geſtändnis, das ihm auf dem Her=
zen
brannte, ſeit die kleine Helene ihn ſchüchtern ge=

mahnt hatte mit der ewigen Treue, die ſie ihm halten
wollte, und die ſie von ihm erſehnte.
Er atmete tief auf, als müſſe er Kraft ſchöpfen zu
dem Kommenden.
Seine Augen irrten ab, ſchweiften über die weißen
Wände des Saales, an denen das Licht goldig hernie=
derrieſelte
, gedämpft durch den feinen, bläulichen
Schleier des Tabaksrauches, über die Tiſche mit den
zerknüllten Servietten, den blitzenden Gläſern mit
dem rubinroten und grünlich=goldenen Inhalt, über
die erhitzten Geſichter, in denen glänzende oder trun=
ken
matte Augen lebhaft wanderten oder verträumt
ſtarrten, er hörte das feine Geklirr von Porzellan und
Glas, die plaudernden und lachenden Stimmen, die
prickelnde Zigeunermuſik, und es kam ihm= ſo abſurd
vor, ſo lächerlich tragiſch, inmitten dieſer genießenden
Oberflächlichkeit aus den Tiefen ſeines Herzens ein
Gefühl herauszuheben, das nur für Mondſcheinnächte
im Buchenwald geſchaffen ſchien. Trotzdem wollte er
nicht mehr zurück. Der Trotz der Verzweiflung trieb
ihn vorwärts.
Ich hatte wohl Gglegenheit, die reiche Heirgt zu
machen! ſagte er, und ſeine Stimme klang leicht ge=
preßt
. Aber ich kranke an der Liebe des armen Leut=
nants
zu dem armen Mädchen, das ich nicht heiraten
kann und doch nicht aufgeben will.
Nun war’s geſagt, die Laſt abgewälzt. Verſtohlen
ſuchte ſein unruhiger Blick das Antlitz der jungen Frau.

Er hätte ſie ſchon, während er ſprach, ruhig anſehen
können.
Eine Lena von Rieding verriet ſich nicht ſo leicht,
auch wenn eine geliebte Hand ihr den Todesſtoß ver=
ſetzt
hätte. Die Stirn war gſatt und faltenlos, das
goldbraune Auge klar und ruhig, der Mund feſt ge=
ſchloſſen
, ein wenig herb, wie ſtets, wenn ihre Züge
unbewegt waren. Mit gedämpfter, aber ganz feſter
Stimme ſagte ſie:
Das iſt allerdings ein ganz beſonderes Verhängnis
für Sie, Hans, deſſen Löſung nicht ſo einfach ſein dürfte.
Sie tun mir leid, dieſe Verſchärfung der Konflikte wäre
nicht nötig geweſen aber glauben Sie ja nicht, daß
Sie mir deshalb kleiner erſcheinen, weil Sie für ein
großes Gefühl einen ausſichtsloſen Kampf kämpfen.
Ich will ſogar mit Ihnen anſtoßen auf das Wunder,
das kommen ſoll, uum Ihrer Liebe zum Ziel zu ver=
helfen
.
Sie ſind ſo gut, Lena!
Ueberſchätzen Sie mich nicht, mein Freund!
Sie lehnte ſich zurück, und ein rätſelhaftes Lächeln
umſpielte ihre roten Lippen, während ſie ihm aufmerk=
ſam
zuſah, wie er die Sektflaſche aus den klirrenden
Eisſtückchen hob und die Gläſer vollgoß.
Immer mit demſelben Lächeln nahm ſie ihr Glas
und näherte es dem ſeinen.
Auf Ihre Liebe, Hans!
(Fortſetzung fylgt.)

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

79 100,

Dienstag, 29, Stober.

1910.

Bekanntmachung.
Wir veröffentlichen nachſtehend einen Auszug aus den, für den Straßen=
verkehr
beſtehenden Beſtimmungen.
Wir erſuchen bei dieſem Anlaſſe außerdem dringend:
1. daß alle, auf den öffentlichen Verkehrsſtraßen fahrenden Fuhrwerke und
Fahrzeuge die rechte Seite der Fahrbahn möglichſt einhalten,
2. daß beim Ueberholen das überholende Fuhrwerk oder Fahrzeug in aus=
reichender
Entfernung das Zeichen abgibt, und daß die Fuhrwerke die
überholt werden ſollen, ſtets ſofort genügend nach der rechten Seite
ausweichen. Bei dem Ueberholen beladener Fuhrwerke muß namentlich
auch darauf geachtet werden, daß das überholende Fuhrwerk oder Fahrzeug
das Zeichen für das Vorbeifahren möglichſt früh abgibt und ſoweit nötig
öfter wiederholt, da bei beladenen Fuhrwerken das Ausweichen langſam
von ſtatten geht. Alle Fuhrwerke und Fahrzeuge haben bei Ertönen des
Zeichens des überholenden Fuhrwerks oder Fahrzeuges ſtets ſofort die
rechte Seite der Fahrbahn einzunehmen, falls ſie ſich nicht bereits auf
dieſer Seite befinden und haben dem nachkommenden Fuhrwerk oder Fahr=
zeug
genügenden Raum zum Vorüberfahren ohne Verzug zu geben.
Darmſtadt, den 21. Oktober 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
A. Vorſchriften über die Beſchaffenheit der Fahrzenge, die
Pflichten der Führer von Fahrzeugen, die Geſchwindigkeiten
beim Fahren ꝛc.
I. Beſtimmungen des Reichsſtrafgeſetzbuchs.
§ 366. Mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen
wird beſtraft:
2. wer in Städten oder Dörfern übermäßig ſchnell fährt oder reitet, oder auf
öffentlichen Straßen oder Plätzen der Städte oder Dörfer mit gemeiner
Gefahr Pferde einfährt oder zureitet:
3. wer auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder Waſſerſtraßen das Vorbei=
fahren
anderer mutwillig verhindert;
4. wer in Städten mit Schlitten ohne feſte Deichſel oder ohne Geläute oder
Schelle fährt;
5. wer Tiere in Städten oder Dörfern, auf öffentlichen Wegen, Straßen oder
Plätzen, oder an anderen Orten, wo ſie durch Ausreißen, Schlagen oder auf
andere Weiſe Schaden anrichten können, mit Vernachläſſigung der erforder=
lichen
Sicherheitsmaßregeln ſtehen läßt oder führt.

II. Ausführungsbeſtimmungen des heſſiſchen Polizeiſtrafgeſetzes zu § 366 des
Reichsſtrafgeſetzbuchs.
Art. 262. Jeder Fuhrmann, d. h. jeder Leiter eines Fuhrwerks, muß ſich bei
dem Gebrauche desſelben ſo verhalten, daß er ſeine Pferde oder ſonſtigen Zugtiere
jederzeit in ſeiner Gewalt hat und immer imſtande iſt, ſie gehörig zu leiten.
Art. 263. Den Fuhrleuten iſt das Jagen mit angeſpannten Pferden innerhalb
der Orte unterſagt. Beim Zuſammentreffen mit anderen Zugtieren und Fuhr=
werken
, wie beim Wenden um die Straßenecken, ferner auf den größeren Brücken
und überhaupt auf allen Brücken, auf welchen das desfallſige Verbot durch beſon=
deren
Anſchlag bekannt gemacht iſt, darf nicht ſchneller als in kurzem Trabe oder
Schritte gefahren werden. Auf Schiffbrücken oder Hängebrücken darf nur im
Schritt gefahren oder geritten werden. Ebenſo dürfen Pferde auf Straßen inner=
halb
der Orte nicht anders als in kurzem Trabe, in kurzem Galopp oder Schritt
geritten werden.
Art. 264. In engen Ortsſtraßen, desgleichen beim Bergabfahren auf ſteilen
Ortsſtraßen, ſowie beim Ein= und Ausfahren in oder aus Höfen oder Häuſern
und an Orten, wo die Paſſage durch den Zuſammenfluß von Menſchen verengt
wird, darf niemand anders als im Schritt fahren oder reiten.
Art. 268. Mit dem Eintritte der Nacht muß jedes ausgeſpannte Fuhrwerk
von der Straße entfernt werden. Sollte dieſes ausnahmsweiſe nicht möglich ſein,
ſo muß während der Nacht die Wagendeichſel des Fuhrwerks aufgezogen oder,
wenn ſie nicht aufgezogen werden kann, ſo verwahrt werden, daß ſich niemand durch
das Anſtoßen an dieſelbe beſchädigen kann; außerdem muß bei dem Fuhrwerke eine
das letztere beleuchtende Laterne unterhalten werden.
Art. 271. Hinſichtlich des Ausweichens der Fuhrwerke und Reiter ſind
folgende Beſtimmungen zu beachten:
1. Alle Fuhrwerke, beſetzte oder leere Chaiſen, beladene oder leere Wagen, welche
ſich auf öffentlichen Wegen begegnen, müſen, inſofern es die Beſchaffenheit
und Breite der letzteren geſtatten, einander zeitig zur Hälfte
rechts ausweichen, d. h. rechts auf die Seite ſoweit einlenken,
daß für das andere Fuhrwerk die Hälfte der Fahrbahn
frei bleibt.
2. Geſtattet die Beſchaffenheit des Weges das Ausweichen nicht, ſo muß
derjenige Leiter eines Fuhrwerks, welcher den ihm entgegenkommenden
Wagen zuerſt bemerken kann, an einem ſchicklichen Orte ſo lange mit ſeinem
Fuhrwerke halten, bis das andere Fuhrwerk vorübergefahren iſt. Fuhrleute
haben ſich daher auf ſolchen Wegen durch Rufen oder Klatſchen mit der
Peitſche, die Poſtillons mit dem Horne Zeichen zu geben.
3. Namentlich finden die Vorſchriften unter 2 bei Hohlwegen Anwendung. Kommen
aber gleichwohl zwei Fuhrwerke in einem Hohlwege zuſammen, wo ein
Ausweichen nicht möglich iſt, ſo muß dasjenige von beiden zurückfahren, für
welches dies, weil es das leichtere iſt, oder weil es dem Anfange des Hohl=
weges
ſich am nächſten befindet, mit den wenigſten Schwierigkeiten verknüpft
iſt. Erlaubt die Beſchaffenheit des Hohlweges, daß ein Fuhrwerk auf den
Rain gehoben werden kann, ſo muß ſolches mit dem leichteren vorgenommen
werden, um das ſchwerere vorüber zu laſſen, wobei die Fuhrwerke ſich wechſel=
ſeitig
zu unterſtützen verbunden ſind.
4. Viehherden, welche in Hohlwegen oder auf anderen Wegen, wo ſie nicht aus=
weichen
können, mit Fuhrwerken zuſammentreffen, müſſen von ihrem Führer
zurückgetrieben werden.
5. Bei dem Vorbeifahren nach einerlei Richtung, welches
überhaupt nur dann, wenn der Weg das Ausweichen ge=
ſtattet
, zuläſſig iſt und nur mit der gehörigen Vorſicht
geſchehen darf, muß der Leiter des zurückbleibenden Wagens auf die
rechte Seite ſo ausweichen und langſam fahren, daß das
andere Fuhrwerk auf der anderen Seite vorbeifahren und auf die Mitte der
Fahrbahn gelangen kann. Das Vorbeifahren im Jagen und das Wettfahren
iſt ganz unterſagt und das Vorbeifahren von ſchwer geladenem Fuhrwerk
nach einerlei Richtung nur im Schritt geſtattet.
6. Wenn ſich Fuhrwerke auf ſteilen Wegen, an deren einer Seite ein Abhang
ſich befindet, begegnen, ſo hat das hinauffahrende, es mag beladen ſein oder
nicht, gegen den Abhang hin auszuweichen; wenn aber auf beiden Seiten
ein Abhang ſich befindet, ſo iſt dasjenige zu beobachten, was unter 1 dieſes
Artikels vorgeſchrieben iſt.

III. Beſtimmungen der heſſiſchen Verordnung vom 6. Mai 1907,
den Radfahrverkehr betreffend.
§ 4. Jeder Radfahrer iſt zur gehörigen Vorſicht bei der Leitung ſeines Fahr=
ades
verpflichtet.
Auf den Haltruf oder das Haltzeichen eines als ſolchen kenntlichen Polizei=
eamten
hat jeder Radfahrer ſofort anzuhalten. Zur Kenntlichmachung eines
olizeibeamten iſt auch das Tragen einer Dienſtmütze ausreichend.
§ 5. Die Fahrgeſchwindigkeit iſt jederzeit ſo einzurichten, daß Unfälle und
Verkehrsſtörungen vermieden werden.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile darf nur mit mäßiger Geſchwindigkeit

efahren werden.
Auf unüberſichtlichen Wegen, insbeſondere nach Eintritt der Dunkelheit oder
ei ſtarkem Nebel, beim Einbiegen aus einer Straße in die andere, bei Straßen=
reuzungen
, bei ſcharfen Straßenkrümmungen, bei der Ausfahrt aus Grundſtücken,
ie an öffentlichen Wegen liegen, und bei der Einfahrt in ſolche Grundſtücke, ferner
eim Paſſieren enger Brücken und Tore, ſowie ſchmaler oder abſchüſſiger Wege,
owie da, wo die Wirkſamkeit der Hemmvorrichtungen durch die Schlüpfrigkeit des
eges in Frage geſtellt iſt, endlich überall da, wo ein lebhafter Verkehr ſtattfindet,
nuß langſam und ſo vorſichtig gefahren werden, daß das Fahrrad nötigenfalls auf
er Stelle zum Halten gebracht werden kann. In allen dieſen Fällen, ſowie bei
edem Bergabfahren iſt es verboten, beide Hände gleichzeitig von der Lenkſtange
der die Füße von den Pedalen zu nehmen.

§ 6. überholende, in der Fahri=
richtung
ſtehende oder die Fahrtrichtung kreuzende Menſchen, insbeſondere die
Führer von Fuhrwerken, Reiter, Viehtreiber uſw. durch deutlich hörbares Glocken=
zeichen
rechtzeitig auf das Nahen des Fahrrades aufmerkſam zu machen.
Auch an unüberſichtlichen Stellen (§ 5 Abſ. 3) iſt das Glockenzeichen zu geben.
Das Abgeben des Glockenzeichens iſt ſofort einzuſtellen, wenn Tiere dadurch
unruhig oder ſcheu werden.
Zweckloſes oder beläſtigendes Klingeln iſt zu unterlaſſen. Der Gebrauch
von Signalpfeifen, Huppen und beſtändig tönenden Glocken (Schlittenglocken
u. dergl.), ſowie von ſogenannten Radlaufglocken iſt unterſagt.
Merkt der Radfahrer, daß ein Tier vor dem Fahrrade ſcheut, oder daß ſonſt
durch das Vorbeifahren mit dem Fahrrade Menſchen oder Tiere in Gefahr gebracht
werden, ſo hat er langſam zu fahren und erforderlichenfalls ſofort abzuſteigen.
§ 7. Das Einbiegen in eine andere Straße hat nach rechts in kurzer
Wendung, nach links in weitem Bogen zu geſchehen.
§ 8. Der Radfahrer hat bei der Fahrt die rechte Seite der Fahrbahn einzu=
halten
und entgegenkommenden Fuhrwerken, Kraftfahrzeugen, Reitern, Radfahrern,
Fußgängern, Viehtransporten oder dergleichen rechtzeitig und genügend nach rechts
auszuweichen oder, falls dies die Umſtände oder die Oertlichkeit nicht geſtatten, ſo
lange abzuſteigen, bis die Bahn frei iſt.
Auf Fahrwegen haben entgegenkommende Fuhrwerke, Kraftfahrzeuge uſw.
dem Radfahrer ſo viel Platz frei zu laſſen, daß er auf der Fahrſtraße ohne Gefahr
rechts ausweichen kann.
§ 9. Das Vorbeifahren an eingeholten Fuhrwerken, Kraftfahrzeugen,
Reitern, Radfahrern, Fußgängern, Viehtransporten oder dergl. hat auf der linken
Seite zu erfolgen.
Auf Fahrwegen haben die zu überholenden Fuhrwerke, Kraftfahrzeuge uſw.
auf das gegebene Glockenzeichen ſo viel Platz frei zu laſſen, daß der Radfahrer
auf der Fahrſtraße ohne Gefahr vorbeifahren kann.
An unüberſichtlichen Stellen (§ 5 Abſ. 3), ſowie überall, wo die Fahrbahn
durch Fuhrwerke, Kraftfahrzeuge uſw. verengt iſt, iſt das Ueberholen verboten.
§ 10. Bei Benutzung der Bankette und Fußwege (§ 12 Abſ. 1 und 2) darf
der Verkehr der Fußgänger nicht geſtört werden. Das Bankett hat der Radfahrer
bei Annäherung an Fußgänger rechtzeitig zu verlaſſen, ſofern dies aber nicht
möglich iſt, hat er abzuſteigen.
§ 11. Das Umkreiſen von Fuhrwerken, Menſchen und Tieren und ähnliche
Bewegungen, die geeignet ſind, Menſchen oder Eigentum zu gefährden, den Verkehr
zu ſtören oder Tiere ſchen zu machen, ſind verboten.
§ 12. Das Radfahren iſt nur auf den für Fuhrwerke beſtimmten Wegen und
Plätzen geſtattet. Außerhalb der geſchloſſenen Ortſchaften darf das Fähren mit
Zweirädern auch auf den neben den Fahrwegen hinführenden, nicht erhöhten
Banketten ſtattfinden.
Das Radfahren auf ſolchen Fußwegen, die das Ausweichen geſtatten, iſt
außerhalb der Ortſchaft unter der Vorausſetzung zuläſſig, daß die Radfahrer
ſtets den Fußgängern in angemeſſener Entfernung ausweichen, den Fußweg frei=
laſſen
und nötigenfalls abſteigen.

IV. Polizei=Verordnung des Kreisamts Darmſtadt vom 17. Dezember 1908.
betreffend: Das Radfahren auf öffentlichen Wegen im Kreiſe Darmſtadt.
§ 1. Das Radfahren iſt verboten:
I. in der Gemarkung Darmſtadt:
a) auf dem Fußſteige längs der Nieder=Ramſtädter Straße bis zum
Böllenfalltor,
b) auf dem nördlichen Fußſteige der Eſchollbrücker Straße zwiſchen
Main=Neckarbahn und Beſſunger Weg;
II. in der Gemarkung Eberſtadt auf dem ſüdlichen Fußſteige der Mühltal=
ſtraße
vom Ortsausgang bis zum Felſenkeller.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden nach
§ 36, Ziſſer 10 des R.= Str.=G.=B. mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haſt
bis zu 14 Tagen beſtraft.

V. Beſtimmungen der Verordnung des Bundesrats vom 3. Februar 1910
über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen.
Beſondere Pflichten des Führers.
§ 15. Der Führer hat den Führerſchein (§ 14 Abſ. 3) ſowie die Beſcheinigung
über die Zulaſſung des Kraftfahrzeuges (§ 6 Abſ. 2) bei der Benutzung des Fahr=
zeuges
auf bffentlichen Wegen und Plätzen bei ſich zu führen und auf Verlangen
den zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
§ 16. Der Führer iſt dafür verantwortlich, daß das Kraftfahrzeug mit den
nach dieſer Verordnung vorgeſchriebenen Vermerken und polizeilichen Kennzeichen
verſehen iſt, daß das Kennzeichen in vorgeſchriebener Weiſe beleuchtet iſt, daß die
zuläſſige Belaſtung nicht überſchritten wird und daß das Fahrzeug ſich in verkehrs=
ſicherem
Zuſtande (§§ 3, 4) befindet; er hat ſich vor der Fahrt von dem Zuſtande
des Fahrzeuges zu überzeugen.
§ 17. Der Führer iſt zu beſonderer Vorſicht in Leitung und Bedienung
ſeines Fahrzeuges verpflichtet. Er darf von dem Fahrzeuge nicht abſteigen, ſo lange
es in Bewegung iſt, und darf ſich von ihm nicht entfernen, ſo lange die Maſchine
oder der Motor läuft; auch muß er, falls er ſich von dem Fahrzeuge entfernt, die
Vorrichtung (§ 4 Abſ. 1 Nr. 6) in Wirkſamkeit ſetzen, die verhindern ſoll, daß ein
Unbefugter das Fahrzeug in Betrieb ſetzt.
Der Führer iſt verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß eine nach der
Beſchaffenheit des Kraftfahrzeuges (§ 3 Abſ. 1) vermeidbare Entwickelung von
Geräuſch, Rauch, Dampf oder üblem Geruch in keinem Falle eintritt.
Das Oeffnen etwa vorhandener Auspuffklappen iſt verboten.
§ 18. Die Fahrgeſchwindigkeit iſt jederzeit ſo einzurichten, daß Unfälle und
Verkehrsſtörungen vermieden werden und daß der Führer in der Lage bleibt, unter
allen Umſtänden ſeinen Verpflichtungen Genüge zu leiſten.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile darf die Fahrgeſchwindigkeit von 15 Kilo=
meter
in der Stunde nicht überſchritten werden. Bei Kraftfahrzeugen von mehr
als 5,5 Tonnen Geſamtgewicht beträgt die überhaupt zuläſſige Höchſtgeſchwindigkeit
12 Kilometer in der Stunde; ſie kann vorbehaltlich der Vorſchrift in Satz 1
bis auf 16 Kilometer geſteigert werden, wenn wenigſtens die Triebräder mit Gummi
bereift ſind. Die höhere Verwaltungsbehörde kann höhere Fahrgeſchwindigkeit
zulafſen. Auf unüberſichtlichen Wegen, insbeſondere nach Eintritt der Dunkelheit
oder bei ſtarkem Nebel, beim Einbiegen aus einer Straße in die andere, bei
Straßenkreuzungen, bei Straßeneinmündungen, ſcharfen Straßenkrümmungen,
bei der Ausfahrt aus Grundſtücken, die an öffentlichen Wegen liegen,
und bei der Einfahrt in ſolche Grundſtücke, bei der Annäherung an
Eiſenbahnübergänge in Schienenhöhe, ferner beim Paſſieren enger Brücken und
Tore, ſowie ſchmaler oder abſchüſſiger Wege, ſowie da, wo die Wirkſamkeit der
Bremſen durch die Schlüpfrigkeit des Weges in Frage geſtellt iſt, endlich überall
da, wo ein lebhafter Verkehr herrſcht, muß langſam und ſo vorſichtig gefahren
werden, daß das Fahrzeug ſofort zum Halten gebracht werden kann.
§ 19. Der Führer hat entgegenkommende, zu überholende, in der Fahrt=
richtung
ſtehende oder die Fahrtrichtung kreuzende Menſchen, ſowie die Führer von
Fuhrwerken, Reiter, Radfahrer, Viehtreiber uſw. durch deutlich hörbares War=
nungszeichen
rechtzeitig auf das Nahen des Kraftfahrzeuges aufmerkſam zu machen;
auf die Notwendigkeit, das Warnungszeichen abzugeben, iſt in beſonderem Maße
an unüberſichtlichen Stellen (§ 18 Abſ. 3) zu achten.

Das Abgeben von Warnungszeichen iſt ſofort einzuſtellen, wenn Pferde oder
andere Tiere dadurch unruhig oder ſchen werden.
Innerhalb geſchloſſener Ortsteile ſind Warnungszeichen mit der im § 4 Abſ. 1
Nr. 4 vorgeſchriebenen Huppe abzugeben. Außerhalb geſchloſſener Ortsteile kann
das Warnungszeichen auch mit einer ?

Slanalinſtrumeit darf aud gurch eine andete, im u. füthrt Peſgrhert. Werſon
angewendet werden. Das Abgeben langgezogener Warnungsſignale, die Aehnlich=
keit
mit Feuerſignalen haben, ſowie die Verwendung anderer Signalinſtrumente
iſt nicht ſtatthaft.
§ 20. Merkt der Führer, daß ein Pferd oder ein anderes Tier vor dem
Kraftfahrzeuge ſcheut, oder daß ſonſt durch das Vorbeifahren mit dem Kraftfahr=
zeuge
Menſchen oder Tiere in Gefahr gebracht werden, ſo hat er langſam zu fahren,
ſowie erforderlichenfalls anzuhalten und die Maſchine oder den Motor außer
Tätigkeit zu ſetzen. Auf den Haltruf oder das Haltzeichen eines als ſolcher keunt=
lichen
Polizeibeamten hat der Führer ſofort anzuhalten. Zur Kenntlichmachung
eines Polizeibeamten iſt auch das Tragen einer Dienſtmütze ausreichend.
§ 21. Beim Einbiegen in eine andere Straße iſt nach rechts in kurzer
Wendung, nach links in weitem Bogen zu fahren. Dieſe Vorſchrift gilt entſprechend
für das Durchfahren von ſcharfen oder unüberſichtlichen Wegekrümmungen.

[ ][  ][ ]

Nummer 109.

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

Dienstag, den 25. Oktober 1910.

Der Führer hat entgegenkommenden Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern,
Radfahrern, Viehtransporten oder dergleichen rechtzeitig und genügend nach rechts
auszuweichen oder, falls dies die Umſtände oder die Oertlichkeit nicht geſtatten,
ſo lange anzuhalten, bis die Bahn frei iſt.
Das Vorbeifahren an eingeholten Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern,
Radfahrern, Viehtransporten oder dergleichen hat auf der linken Seite zu erfolgen.
Benutzung öffentlicher Wege und Plätze durch Kraftfahrzeuge.
§ 22. Das Fahren mit Kraftfahrzeugen iſt nur auf Fahrwegen geſtattet. Auf
Radfahrwegen und auf Fußwegen, die für Fahrräder freigegeben ſind, iſt der Ver=
kehr
mit Kraftzweirädern mit beſonderer polizeilicher Genehmigung zuläſſig.
§ 23. Die Polizeibehörden können durch allgemeine polizeiliche Vorſchriften
oder durch beſondere, für den einzelnen Fall getroffene polizeiliche Anordnungen,
ſoweit der Zuſtand der Wege oder die Eigenart des Verkehrs es erfordert, den
Verkehr mit Kraftfahrzeugen überhaupt oder mit einzelnen Arten auf beſtimmten
Wegen, Plätzen und Brücken verbieten oder beſchränken. Für Wegeſtrecken, die
dem Durchgangsverkehre dienen, ſteht dieſe Befugnis den Landeszentralbehörden
zu; ſie können die Befugnis auf die höheren Verwaltungsbehörden übertragen.
Polizeiliche Vorſchriften oder Anordnungen für den Verkehr mit Kraftfahr=
zeugen
, durch die wegen des Zuſtandes der Wege oder der Eigenart des Verkehrs
eine Höchſtgeſchwindigkeit von weniger als 15 Kilometer in der Stunde feſtgeſetzt
wird, dürfen nur für ſolche Kraftfahrzeuge erlaſſen werden, deren Geſamtgewicht
5,5 Tonnen überſteigt. Zuſtändig ſind die höheren Verwaltungsbehörden.
Dieſe können auch Vorſchriften oder Anordnungen erlaſſen, durch die, ab=
geſehen
von dem Falle des Abſ. 1, der Verkehr mit Kraftfahrzeugen für beſtimmte
Oertlichkeiten mit Rückſicht auf deren beſondere Verhältniſſe verboten oder be=
ſchränkt
wird.
§ 24. Das Wettfahren und die Veranſtaltung von Wettfahrten auf öffent=
lichen
Wegen und Plätzen ſind verboten.
Für Zuverläſſigkeitsfahrten und ähnliche Veranſtaltungen zu Prüfungs=
zwecken
iſt die Genehmigung der zuſtändigen Behörde erforderlich; ſoweit mit
ihnen Geſchwindigkeitsprüfungen verbunden ſind, iſt die Genehmigung der Landes=
zentralbehörde
erforderlich, die im Einzelfalle die Bedingungen feſtſetzt.
VI. Strafvorſchriften des Reichsgeſetzes vom 3. Mai 1909, betreffend den Verkehr
mit Kraftfahrzengen.
§ 21. Wer den zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den öffent=
lichen
Wegen oder Plätzen erlaſſenen polizeilichen Anordnungen über den Verkehr
mit Kraftfahrzeugen zuwiderhandelt, wird mit Geldſtrafe bis zu 150 Mark oder
mit Haft beſtraft.
§ 22. Der Führer eines Kraftfahrzeuges, der nach einem Unfalle (§ 7) es
unternimmt, ſich der Feſtſtellung des Fahrzeuges und ſeiner Perſon durch die
Flucht zu entziehen, wird mit Geldſtrafe bis zu 300 Mark oder mit Gefängnis
bis zu 2 Monaten beſtraft. Er bleibt jedoch ſtraflos, wenn er ſpäteſtens am nächſt=
folgenden
Tage nach dem Unfall Anzeige bei einer inländiſchen Polizeibehörde
erſtattet und die Feſtſtellung des Fahrzeuges und ſeiner Perſon bewirkt.
Verläßt der Führer des Kraftfahrzeuges eine bei dem Unfalle verletzte
Perſon vorſätzlich in hilfloſer Lage, ſo wird er mit Gefängnis bis zu 6 Monaten
veſtraft. Sind mildernde Umſtände vorhanden, ſo kann auf Geldſtrafe bis zu
300 Mark erkannt werden.
§ 23. Mit Geldſtrafe bis zu 300 Mark oder mit Gefängnis bis zu 2 Monaten
wird beſtraft, wer auf öffentlichen Wegen oder Plätzen ein Kraftfahrzeug führt, das
nicht von der zuſtändigen Behörde zum Verkehr zugelaſſen iſt.
Die gleiche Strafe trifft den Halter eines nicht zum Verkehr zugelaſſenen
Kraftfahrzeuges, wenn er vorſätzlich oder fahrläſſig deſſen Gebrauch auf öffentlichen
Wegen oder Plätzen geſtattet.
§ 24. Mit Geldſtrafe bis zu 300 Mark oder mit Gefängnis bis zu 2 Monaten
wird beſtraft:
1. wer ein Kraftfahrzeug führt, ohne einen Führerſchein zu beſitzen;
2. wer ein Kraftfahrzeug führt, obwohl ihm die Fahrerlaubnis entzogen iſt;
3. wer nicht ſeinen Führerſchein der Behörde, die ihm die Fahrerlaubnis ent=
zogen
hat, auf ihr Verlangen abliefert.
Die gleiche Strafe trifft den Halter des Kraftfahrzeuges, wenn er vorſätzlich
oder fahrläſſig eine Perſon zur Führung des Fahrzeuges beſtellt oder ermächtigt,
die ſich nicht durch einen Führerſchein ausweiſen kann oder der die Fahrerlaubnis
entzogen iſt.
§ 25. Wer in rechtswidriger Abſicht
1. ein Kraftfahrzeug, für welches von der Polizeibehörde ein Kennzeichen nicht
ausgegeben oder zugelaſſen worden iſt, mit einem Zeichen verſieht, welches
geeignet iſt, den Anſchein der polizeilich angeordneten oder zugelaſſenen Kenn=
zeichen
hervorrufen;
2. ein Kraftfahrzeug mit einer anderen als der polizeilich für das Fahrzeug aus=
gegebenen
oder zugelaſſenen Kennzeichen verſieht;
3. das an einem Kraftfahrzeugnis gemäß polizeilicher Anordnung angebrachte
Kennzeichen verändert, beſeitigt, verdeckt oder ſonſt in ſeiner Erkennbarkeit
beeinträchtigt,
wird, ſofern nicht nach den Vorſchriften des Strafgeſetzbuches eine höhere Strafe
verwirkt iſt, mit Geldſtrafen bis zu 500 Mark oder mit Gefängnis bis zu 3 Monaten
beſtraft.
Die gleiche Strafe trifft Perſonen, welche auf öffentlichen Wegen oder Plätzen
von einem Kraftfahrzeuge Gebrauch machen, von dem ſie wiſſen, daß die Kennzeich=
nung
in der im Abſ. 1 unter Nr. 13 bezeichneten Art gefälſcht, verfälſcht oder
unterdrückt worden iſt.
B. Vorſchriften über die Beleuchtung der Fahrzeuge und
gefährlichen Stellen bei Nachtzeiten.
I. Vorſchriften des Polizeiſtrafgeſetzes über die Beleuchtung von Gegenſtänden
ſowie von Oeffnungen in den Straßen zur Nachtzeit.
Art. 277. Wenn es nicht vermieden werden kann, Gegenſtände, durch welche
die freie Paſſage auf den Straßen gehemmt wird, während der Nacht auf ſolchen

ſtehen oder liegen zu laſſen, ſo muß auf Staats= und Provinzialſtraßen, ſowie da,
wo es durch Polizeireglements oder polizeiliche Anordnungen beſonders vorge=
ſchrieben
iſt, bei dieſen Gegenſtänden eine, die letzteren auf der Straße beleuchtende
Laterne unterhalten werden. Zuwiderhandlungen werden mit 35 kr. bis 3 fl. beſtraft.
Art. 278. Eine Strafe von 35 kr. bis 3 fl. trifft diejenigen, welche unterlaſſen,
in die Straße gemachte Oeffnungen, die vor Eintritt der Nacht nicht wieder ent=
fernt
werden können, zu beleuchten oder gehörig zu bedecken, oder welche auf die
Straßen gehende Falltüren offen laſſen.
II. Polizeiverordnung für den Kreis Darmſtadt über die Beleuchtung der Fuhrwerke
zur Nachtzeit vom 19. Juni 1890.
§ 1. Alle auf den innerhalb des Kreiſes Darmſtadt belegenen Staats= und
Kreisſtraßen, ſowie den in die Straßenzüge fallenden Ortsdurchfahrten nach Ein=
tritt
der Dunkelheit verkehrenden Fuhrwerke müſſen mit einer, an gut ſichtbarer
Stelle angebrachten, brennenden Laterne verſehen ſein. Perſonenfuhrwerke, welche
auf den erwähnten Straßen während der genannten Zeit verkehren, müſſen durch
zwei hell brennende Laternen, welche zu beiden Seiten des Bockes anzubringen
ſind, beleuchtet ſein.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Beſtimmungen unterliegen der Be=
ſtrafung
nach § 366 des Reichsſtrafgeſetzbuches (Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
Haft bis zu 14 Tagen).
III. Heſſiſche Verordnung, den Radjahrverkehr betr., vom 6. Mai 1907.
§ 2. Jedes Fahrrad muß verſehen ſein:
3. Während der Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel mit einer hell brennenden
Laterne mit farbloſen Gläſern, die den Lichtſchein nach vorn auf die Fahrbahn wirft.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung
und gegen die darin vorbehaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen An=
ordnungen
werden in Gemäßheit des § 366 Nr. 10 des R.=St.=G.=B. mit Geldſtrafe
bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
IV. Verordnung des Bundesrats vom 3. Februar 1910 über den Verkehr mit
Kraftfahrzeugen.
§ 4. Jedes Fahrzeug muß verſehen ſein:
nach eingetretener Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel mit mindeſtens zwei in
gleicher Höhe angebrachten, die ſeitliche Begrenzung des Fahrzeuges anzeigenden,
hellbrennenden Laternen mit farbloſem Glaſe, die den Lichtſchein deraxt auf die
Fahrbahn werfen, daß dieſe auf mindeſtens 20 Meter vor dem Fahrzeug von dem
Führer überſehen werden kann. Uebermäßig ſtark wirkende Scheinwerfer dürfen
nicht verwendet werden.
Für Krafträder gilt dies mit der Einſchränkung, daß eine Laterne der be=
zeichneten
Art genügt.
Während der Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel iſt das hintere Kennzeichen
ſo zu beleuchten, daß es deutlich erkennbar iſt. Die Beleuchtungsvorrichtung muß=
ſo
eingerichtet ſein, daß ſie das Kennzeichen von keiner Seite verdeckt und weder
vom Sitze des Führers noch vom Innern des Wagens aus abgeſtellt werden kann.
Bei Kraftzweirädern iſt das an der Vorderſeite angebrachte Kennzeichen
während der Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel ſo zu beleuchten, daß es von beiden
Seiten deutlich erkennbar iſt.

An die Herren Bürgermeiſter der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir laden Sie und im Falle Ihrer Verhinderung die Herren Beigeordneten ein,
ſich zur Beſprechung nachſtehender Angelegenheiten am
Donnerstag, den 3. November 1910, nachmittags 3½ Uhr,
im Sitzungsſaale des Regierungsgebäudes, Neckarſtraße dahier, einzufinden.
1. Zuzüge in die Gemeinden. Niederlaſſungsverhandlungen.
2. Erwerb und Verluſt des Unterſtützungswohnſitzes. Erhebung von Anſprüchen
gegen Orts= und Landarmenverbände.
3. Gemeinderechnungsweſen.
4. Heimat= und Wohlfahrtspflege auf dem Lande.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1910.
(20650
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.
Der nächſte Obſtmarkt der Zentrale für Obſtverwertung zu Frankfurt a. M.
findet am Donnerstag, den 27. Oktober d. Js. von 9 Uhr vormittags bis 4 Uhr
nachmittags in der ſtädtiſchen Halle 4 an der Börneſtraße (Ecke Battonnſtraße) in
Frankfurt a. M. ſtatt.
Auf Erſuchen der genannten Zentralſtelle machen wir auf dieſe Veranſtaltung
aufmerkſam. Die Zentralſtelle legt beſonders Gewicht u. A. auch darauf, daß die
Obſtproduzenten die in der Marktordnung und in der Anleitung zur Beſchickung der
Obſtmärkte in Frankfurt gegebenen Vorſchriften beachten, namentlich wird vorſchrifts=
mäßige
Verpackung des Obſtes gewünſcht. Die Marktordnung und die Anleitung können
von der Geſchäftsſtelle, Frankfurt a. M., Battonnſtraße 48 bezogen werden. Auch
können ſolche bei den Herrn Vorſitzenden der lokalen Gartenbauvereine eingeſehen werden.
Die Zentralſtelle weißt noch beſonders darauf hin, daß gelegentlich des nächſten
Marktes eine Prämiierung für gutes Sortieren und gntes Verpacken ſtattfinden ſoll,
und daß für jede dieſer Bewerbungen mehrere Preiſe zur Verfügung ſtehen.
Darmſtadt, den 22. Oktober 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(20657

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Foxterrier.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Bei Vornahme der Volkszählung am 1. Dezember 1910 iſt eine große An=
zahl
von Zählern erforderlich, deren Aufgabe im Weſentlichen darin beſtehen wird,
daß ſie die Zählformulare am 30. November lfd. Js. in die Häuſer verteilen und am
1. Dezember lfd. Js. unter Kontrolle der ordnungsmäßigen Ausfüllung wieder ein=
ſammeln
.
Es würde der Abwicklung des Zählgeſchäfts ſehr förderlich ſein, und mit
Dank angenommen werden, wenn hieſige ſtadtkundige Einwohner freiwillig als
Zähler zur unentgeltlichen Vornahme des bezeichneten Geſchäfts ſich zur Ver=
fügung
ſtellen würden.
Anmeldungen bitten wir bis ſpäteſtens zum 10. November lfd. Js. ſchriftlich
oder mündlich an uns gelangen zu laſſen.
(20486soi
Darmſtadt, den 20. Oktober 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Oeffentliche Impftermine für den Stadtbezirk werden, ſo lange das Bedürfnis
dauert, jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in dem Schulhauſe in der Rundeturm=
ſtraße
abgehalten.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner, die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben vorgenom=
menen
Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht be=
nutzen
will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50 Impf=
ungen
vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen, bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau noch=
mals
gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen Kränk=

lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die natür=
lichen
Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
(13276a

Büddeutſche Eiſenbahn=Geſellſchaft.
Für die Strecke der Darmſtädter Straßenbahnen Darmſtadt Schloß oder Mathilden=
platz
-Ludwigshöhe werden mit ſofortiger Gültigkeit 6tägige Arbeiter=Wochenkarten
zum Preiſe von 90 Pfg. eingeführt.
Darmſtadt, am 22. Oktober 1910.
(20658
Die Direktion.

Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Ginſtern zum Eindecken u. dergl. wer=
(19848a
den abgegeben.
Anmeldung bei Herrn Forſtwart Ahl=
heim
hier, Kahlertſtraße Nr. 12.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
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Pferde=Verſteigerung.
Auf dem Hofe der Trainkaſerne zu
Darmſtadt, Eſchollbrückerſtraße Nr. 24, wer=
den
am
am Mittwoch, den 2. November und
Donnerstag, den 3. November 1910,
von vormittags 9 Uhr ab,
etwa 160 überzählige Dienſtpferde öffent=
lich
meiſtbietend gegen Barzahlung ver=
ſteigert
.
(20671io
Darmſtadt, den 24. Oktober 1910.
Train=Bataillon Nr. 18.

Adler=Autb, Phaeton, vollſtänd.

u5 PS, 4Cyl., Dopp., nur einige Male gefahren, mit reichl.
Zubehör, wird zu 4000 Mk. abgegeben. Off.
u. Chiff. D 75 an die Exped. (*25876dsi

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Oktober 1910.

Seite 13

Nummer 250.

Bekanntmach ung.
Am 1. und 2. November 1910 findet im Sitzungsſaal des Kaufmannsgerichts,
Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 10, die Wahl der je zur Hälfte aus den Kaufleuten
und Handlungsgehilfen zu entnehmenden 20 Beiſitzer für das Kaufmannsgericht
Darmſtadt ſtatt, und zwar am erſten Tage für die Handlungsgehilfen, am andern für
die Kaufleute, jedesmal in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags
und von 5 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends.
Zu dieſen Wahlen werden die Stimmberechtigten hiermit eingeladen unter dem
Hinweiſe auf folgende Vorſchriften:
I. Wahlfähigkeit oder paſſives Wahlrecht.
Zu Mitgliedern eines Kaufmannsgerichts ſollen nur berufen werden: Deutſche,
männlichen Geſchlechts, welche das 30. Lebensjahr vollendet, in dem der Wahl voran=
gegangenen
Jahre für ſich oder ihre Familie Armenunterſtützung aus öffentlichen
Mitteln nicht empfangen oder die empfangene Unterſtützung erſtattet haben, in den
Bezirk des Gerichts ſeit mindeſtens 2 Jahren ihre Handelsniederlaſſung haben oder
beſchäftigt ſind und nicht zu den Perſonen gehören:
1. welche die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter infolge ſtrafgericht=
licher
Verurteilung verloren haben,
2. gegen welche das Hauptverfahren wegen eines Verbrechens oder Vergehens
eröffnet iſt, das die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte oder der Fähig=
keit
zur Bekleidung öffentlicher Aemter zur Folge haben kann,
3, welche infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über ihr Vermögen
beſchränkt ſind. Die Beiſitzer müſſen zur Hälfte aus den Kaufleuten, welche
mindeſtens einen Handlungsgehilfen oder Handelslehrling regelmäßig das ganze
Jahr hindurch oder zu gewiſſen Zeiten des Jahres beſchäftigen, zur Hälfte aus
den Handlungsgehilfen entnommen werden.
Den Kaufleuten ſtehen geſetzlich gleich die Mitglieder des Vorſtandes einer Aktien=
geſellſchaft
oder eingetragenen Genoſſenſchaft oder einer als Kaufmann geltenden
juriſtiſchen Perſon, ſowie die Geſchäftsführer einer Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung.
II. Wahlberechtigung oder aktives Wahlrecht.
Zur Teilnahme an den Wahlen ſind nur berechtigt: Deutſche, männlichen
Geſchlechts, die das 25. Lebensjahr vollendet und in dem Bezirk des Kaufmanns=
gerichts
ihre Handelsniederlaſſung haben oder beſchäftigt ſind, in die von Großh.
Bürgermeiſterei endgültig feſtgeſtellten Wählerliſten eingetragen ſind und nicht zu den
oben unter 1, 2 und 3 bezeichneten Perſonen gehören.
III. Wählerliſten.
Die Wählerliſten liegen in der Zeit vom 4. bis 10. Oktober 1910 einſchließ=
lich
, von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags, bei Großh. Bürgermeiſterei in
dem Bureau, Waldſtraße 6, Zimmer Nr. 2, zur Einſicht offen.
Innerhalb der Offenlegungsfriſt können ſeitens der Beteiligten bei Großh. Bürger=
meiſterei
Einwendungen gegen die Richtigkeit und Vollſtändigkeit der Wählerliſten vor=
gebracht
werden. Wer ſeine nachträgliche Aufnahme in die Liſten verlangt, hat die die
Stimmberechtigung nachweiſenden Beſcheinigungen vorzulegen. Als Beſcheinigungen
genügen für die Kaufleute: Geburtsſchein und ein Auszug aus dem Handels=, Ge=
noſſenſchafts
= oder Geſellſchafsregiſter oder ein Zeugnis des Großh. Polizeiamts, aus
dem die Stimmberechtigung hervorgeht; für die Handlungsgehilfen: Zeugnis des
Arbeitgebers oder des Großh. Polizeiamts, aus dem die Stimmberechtigung hervorgeht.
Die Anerkennung anderer Nachweiſe iſt nicht ausgeſchloſſen.
Formulare zu dieſen Zeugniſſen werden von Großh. Bürgermeiſterei und dem
Großh. Polizeiamt unentgeltlich verabfolgt.
Nach Ablauf der erwähnten Friſt ſind Einwendungen nicht mehr zuläſſig.
Ueber die innerhalb der Friſt erhobenen Einwendungen entſcheidet Großh. Bürger=
meiſterei
, vorbehältlich der Berufung an den Kreisausſchuß, welche binnen einer Friſt
von drei Tagen, von der Bekanntmachung der Entſcheidung an gerechnet, bei der Bürger=
meiſterei
angezeigt und bei dieſer oder dem Kreisausſchuß gerechtfertigt werden muß.
Die Wahlhandlung iſt öffentlich. Während derſelben muß der Wahlausſchuß in
beſchlußfähiger Zahl anweſend ſein. Jeder Abſtimmende übergibt perſönlich ſeinen mit
den Namen derjenigen, welche er zu wählen beabſichtigt, handſchriftlich oder im Wege
der Vervielfältigung ausgefüllten Stimmzettel ohne Namensunterſchrift und ſo zuſam=
mengefaltet
, daß die auf ihm verzeichneten Namen verdeckt ſind, einem Mitglied des
Wahlausſchuſſes, welches denſelben uneröffnet in die Wahlurne legt. Die Abgabe des
Stimmzettels wird in der Wählerliſte angemerkt.
Enthält ein Stimmzettel mehr Namen, als für eine Vorſchlagsliſte zugelaſſen
ſind, ſo kommen nur die der Reihe nach zuerſt aufgeführten in Betracht.
Ungültig ſind Stimmzettel:
1. welche nicht von weißem Papier oder mit einem äußeren Kennzeichen ver=
ſehen
ſind,

2. welche oder inſoweit ſie keinen lesbaren Namen enthalten,
3. inſoweit darin die Perſon eines Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen iſt,
4. inſoweit darin Namen von überhaupt oder für die betreffende Kategorie nicht
wählbaren Perſonen verzeichnet ſind,

5. welche einen Proteſt oder Vorbehalt enthalten.
Inſoweit die zu 2, 3, 4 und 5 bezeichneten Vorausſetzungen der Ungültigkeit ſich
nur auf einzelne Namen beziehen, gelten bezüglich der anderen Namen die außerdem
auf dem Stimmzettel noch angegebenen Namen.

IV. Aufforderung zur Einreichung der Vorſchlagsliſten.
Die Wahl der Beiſitzer iſt unmittelbar und geheim; ſie findet nach den Grund=
ſätzen
der Verhältniswahl ſtatt derart, daß neben den Mehrheitsgruppen auch die
Minderheitsgruppen entſprechend ihrer Zahl vertreten ſind. Es ergeht hiermit die
Aufforderung an die Wähler, Wahlvorſchlagsliſten, getrennt für Kaufleute und
Handlungsgehilfen, bis ſpäteſtens drei Wochen vor dem Wahltage bei dem Vor=
ſitzenden
des Ausſchuſſes im Stadthauſe einzureichen. Verſpätet eingereichte Vor=
ſchlagsliſten
werden zurückgewieſen.
Jede Vorſchlagsliſte darf höchſtens ſoviel Namen enthalten, als Beiſitzer von der
betreffenden Gattung zu wählen ſind, z. Z. je 10 Namen; die dieſe Zahl überſchießenden
Namen werden geſtrichen; es gelten hiernach nur die erſten zehn auf der Liſte ſtehenden
Namen. Ferner muß jede Vorſchlagsliſte von mindeſtens 20 Wahlberechtigten
unterzeichnet ſein und hat die Benennung eines für weitere Verhandlungen be=
vollmächtigten
Vertreters der Unterzeichner zu enthalten, ſowie die vollſtändigen
Vor= und Familiennamen, das Gewerbe und die Wohnung oder Beſchäftigungs=
ſtelle
der Unterzeichner und der vorgeſchlagenen Perſonen. Liſten, welche den vor=
bezeichneten
Erforderniſſen nicht entſprechen, ſind ungültig, ſofern nicht der Mangel
innerhalb der Einreichungsfriſt beſeitigt wird.
Die rechtzeitig eingereichten und gültigen Vorſchlagsliſten werden nach erfolgter
Prüfung vierzehn Tage vor der Wahl in ortsüblicher Weiſe veröffentlicht.
Darmſtadt, den 13. September 1910.
(18082a

Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.

J. V.: Jaeger.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 26. Oktober 1910, vormittags 11 Uhr,
verſteigere ich an Ort und Stelle zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Zwei Ladeneinrichtungen, die eine beſtehend aus 3 Theken mit Schub=
laden
, 1 großen Warenreal mit 2 Glastüren und Umbau, 1 Real mit
Schubladen und Umbau, 1 Geſtell mit Schiebtüren, 1 Glasſchrank,
2 kleinen Schränkchen, 1 Stehpult, 3 Waagen und 4 Gaslampen.
Die andere beſtehend in: 1 Ladentheke, 7 verſchiedenen Realen,
teilweiſe mit Kaſten, 1 Schrotleiter, 1 Faßlager, verſchiedene Geſtelle,
1 Weinſchrank und 1 Tiſch.
Zuſammenkunft der Steigerer Ecke Arheilger= und Fuhrmannſtraße.
Ferner an demſelben Tage, nachmittags 3 Uhr,
im Verſteigerungslokale Zur Ludwigshalle (Obergaſſe) öffentlich zwangsweiſe
gegen Barzahlung:
Mehrere Mille Zigarren, 105 Flaſchen Rotwein, 50 Flaſchen Madeira,
24 Flaſchen Samos, eine große Partie Filzhüte, Herrenkragen, Spazier=
ſtöcke
, verſchiedene Oelgemälde, 30 Bände Jugendſchriften, Geſangbücher,
1 Pianino, 1 Büfett, 1 Bücherſchrank, 1 Sekretär, 1 Diwan, 1 Inſtru=
mentenſchrank
, 1 zweitüriger Kleiderſchrank, 1 Kommode, 1 Vertiko, 2 Aus=
ziehtiſche
, 1 Waſchkommode, 1 Sofaumbau, 1 Wagenlaterne, 6 Oelbehälter
(20705
mit Meßglas u. a. m.
Die in Fettdruck aufgeführten Sachen kommen vorausſichtlich beſtimmt zur
Verſteigerung.
Darmſtadt, den 24. Oktober 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.

Sapezieren, Rolle 30 Pfg., Aufarbeiten
von Polſtermöbeln werden gut u. ſauber
ausgeführt. Heinrich Schmidt, Tapezier=
u
. Volſterwerkſtätte, Mathildenpl. 6. (25904dsi

Aufpolieren von Möbeln
Spezialität: uſw., ſowie alle vorkom=
menden
Schreinerarbeiten.
(237a
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 26. Oktober 1910, vormittags 10 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Betten, Waſchkommode, Spiegelſchränke, Vertiko,
Diwans, Bilder, Tiſche, Pianinos, Schreibtiſche, Galerieſchränke, 1 Näh=
maſchine
, Wirtstiſche und Stühle, ferner 1 Ladenkaſſe, verſchiedene Laden=
ſchränke
, Ladentheke und Regale, 1 Partie Geſchäftsbücher, Anſichtskarten,
Bilderleiſten, einige Landauer, Coupees, Pferde, 1 Partie Ziegel, Gerüſtſtangen
und Dielen, 1 Hund (Boxer), 1 Anzug und mehrere Mille Zigarren
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet beſtimmt ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
20709)
Georgenſtraße 11.

Schuchardstr. 13.
Telephon 476.
HANSA
Allgemeines Handels-Institut
Heinrich Moeller
Postscheck-Konto Nr. 100 Frankfurt a. M. Bank-Konto: Bank für Hande
und industrie.

Geschäftskreis

nach Massgabe der für die einzelnen Geschäftszweige geltenden Bestimmungen bei
besten modernen technischen Einrichtungen:

Auskunftsabteilung:
erteilt anerkannt die zuverlässigsten und
promptesten Kreditauskünfte auf alle
Plätze der Welt.

Inkassoabieilung:
Inkasso von Wechseln, Schecks, Coupons,
Hypothekzinsen, Mieten, kaufmänn. For-
derungen
auf das In- und Ausland.

Allgemeine Abteilung:
Ankauf von Forderungen und Wechseln. Beleihung von Wertpapieren, Hypo-
theken
, Lebensversicherungspolicen, Warenlombard. Kommissionsweise Ausführung
des An- und Verkaufs von Wertpapieren etc.
(13514a

Wahrnehmung von Gläubigerinteressen.
Finanzierungen.

Konkursverfahren.
Ueber den Nachlaß des Landwirts
Philipp Adam Dickler in Eich bei Pfung=
ſtadt
wird heute, am 22. Oktober 1910,
vormittags 9¾ Uhr, das Konkursverfahren
eröffnet.
Der Gerichtsvollzieher i. P. Reibſtein
in Darmſtadt wird zum Konkursverwalter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
9. November 1910 bei dem Gerichte an=
zumelden
.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 120 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten Forde=
rungen
auf:
Freitag, den 18. November 1910,
vormittags 9 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, neues
Gerichtsgebäude, Erdgeſchoß, Termin an=
beraumt
.
Allen Perſonen, welche eine zur Kon=
kursmaſſe
gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den Gemein=
ſchuldner
zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 9. November
1910 Anzeige zu machen.
(20656
Großh. Amtsgericht Darmſtadt II.

Cn unſer Handels=Regiſter, Abteilung B,
J iſt heute unter Nr. 80 die Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung unter der Firma:
Ph. Ullrich, Geſellſchaft mit be=
ſchränkter
Haftung,
und mit dem Sitz in Darmſtadt, eingetra
gen worden.
Gegenſtand des Unternehmens iſt der
Erwerb und die Fortführung des zu Darm=
ſtadt
unter der Firma Ph. Ullrich beſtehen=
den
Fabrikationsgeſchäftes.
Das Stammkapital beträgt: 75000 Mk.
Geſchäftsführer ſind: Philipp Ullrich,
Fabrikant in Darmſtadt, Otto Hannes,
Kaufmann in Darmſtadt, Friedrich Rumpe,
Kaufmann in Berlin.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am 4. Okto=
ber
1910 feſtgeſtellt.
Die Dauer der Geſellſchaft iſt auf die
Zeit bis zum 30. Juni 1920 feſtgeſetzt. Wird
nicht ſpäteſtens ein Jahr vorher die Auf=
löſung
der Geſellſchaft nochmals ausdrück=
lich
beſchloſſen, ſo ſoll der Vertrag vom
1. Juli 1920 ab auf unbeſtimmte Zeit
weiterlaufen.
(20653
Die Geſellſchaft ſoll einen oder mehrere
Geſchäftsführer haben. Sind mehrere Ge=
ſchäftsführer
beſtellt, iſt jeder berechtigt,
die Geſellſchaft allein zu vertreten. Oeffent=
liche
Bekanntmachungen der Geſellſchaft
erfolgen durch den Deutſchen Reichsanzeiger=
Darmſtadt, den 18. Oktober 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

En unſer Handelsregiſter, Abteilung 4,
I wurden folgende Einträge vollzogen:
Am 8. Oktober 1910.
Gelöſcht die Firma:
Ph. Ullrich, Darmſtadt.
Die Prokura des Otto Hannes in Darm
ſtadt iſt erloſchen.
Am 15. Oktober 1910.
Aenderung hinſichtlich der Firma:
Gg. Wilh. Weidig, Hoflieferant,
Nachf. Oskar Matzelt, Darmſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
Gg. Wilh. Weidig Nachf., Oskar
& Ernſt Matzelt.
Am 19. Oktober 1910.
Hinſichtlich der Firma:
Georg Engelhard, Darmſtadt.
Geſchäft und Firma iſt auf Kaufmann
Georg Engelhard Witwe, Hedwig, geb.
Walter, in Darmſtadt, übergegangen.
Die Prokura der Georg Engelhard Ehe=
frau
, Hedwig, geb. Walter, in Darmſtadt,
iſt erloſchen.
(20655
Darmſtadt, den 20. Oktober 1910.
Großherzogliches Amtsgericht Darmſtadt I.

En unſer Handels=Regiſter Abteilung B
I) wurde heute hinſichtlich der Firma:
Aktien=Maſchinen=Bauanſtalt vor=
mals
Venuleth & Ellenberger,
Darmſtadt,
eingetragen:
Nach dem Beſchluß der Generalverſamm=
lung
vom 17. Oktober 1910 ſoll das Grund=
kapital
um 200000 Mark herabgeſetzt
(20654
werden.
Darmſtadt, den 20. Oktober 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Die Anſtalt für Epileptiſche zu
Nieder=Ramſtadt und deren Brocken=
ſammlung
bittet um gütige Zuwendung
von abgängigen Kleidern u. gebrauchten
Gegenſtänden aller Art. Die Sachen wer=
den
nach Beſtellung jederzeit gern im Hauſe
abgeholt.
(19675iiii
Nieder=Ramſtadt, Telephon 572 (Amt
Darmſtadt).
Weimar, Pfr., Inſpektor.
Kut erhaltener Kinderwagen Gblau, Sitz=
Lieg) preiswert zu verkaufen (*26245is
Liebfrauenſtraße 35, 1. Stock.

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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Oktober 1910.

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Nummer 250.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Oktober 1910

Seite 15.

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Oktober 1910.

Nummer 250.

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Dienstag, 25. Oktober.

1910.

Darmstädter Streichquartett (Kil. Jahr
Fr. Mehmel, A. Diedrich, Fr. Brückmann, A. Weyns.
Vier Kammermusik-Abende
zim grossen Saale des Hotels Zur Traube‟
I. Montag, 31. Oktober, Mitwirk.: Herr A. Riechers (Klarinette), Frank-
furt
, die Herren Hofmusiker O. Müller (Bass), G. Wendorf (Fagott) und Kammer-
musiker
U. Rohde (Horn). Prog.: H. Wolf, Streichquartett D-moll und Schubert,
Oktett für Streichquintett, Klar., Fag. und Horn op. 166, G-dur.
HI. Montag, 28. oder Mittwoch, 30. November, Mitwirk.: Die Herren
Chr. G. Eckel (Klavier) aus Frankkurt a. M. und Kammermusiker P. Uhlmann ( Vio-
line
. Progr.: Jos. Suk, Streichquartett op. 11, B-dur, Brahms, Son. f. Vel. und Kla-
vier
op. 99, F-dur und Beethoven, Streichquintett op. 29, C-dur.
III. Montag, 16. Januar: Klassiker-Abend. Progr.: Streichquartette
v. Haydn, op. 64, Nr. 6, Es-dur, Mozart, Köchel-Verz. Nr. 499, D-dur und Beethoven,
op. 18. Nr. 4, C-moll.
IV. Montag, 20. Februar, Mitwirk.: Die Herren Fred. M. Voss (Klavier)
aus Mainz, Kammermusiker P. Uhlmann (Viol.) und C. Andrä (Vel.). Progr.: Mir.
Weber, Streichquartett H-moll, Giov. Sgambati, Klavierquintett op. 5, B-dur und
L. Boccherini, Streichsextett in F-moll.
Karten bei G. Thies Nachf. (L. Schutter), Hofmhdlg., Elisabethenstr. 12.
Preise: Abonnement: Sperrsitz M. 10., Saal M. 6., (einzeln: Sperrsitz M. 3.,
Saal M. 2.). Stud.- und Schüler-Abonnement: Sperrsitz M. 6., Saal M. 4. (einzeln:
M. 2., M. 1.50 und Galerie M. 1.
(20685

Richard wagner-verein Darmstadt.
Donnerstag, den 27. Okt. 1910, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde (Woogsplatz 5):
Franz Schubert-Abend
von Herrn Klaviervirtuosen
Artur Schnabel

Jugenheim a. B. Hotel Zur Krone.
Bestimmt! Meute Dienstag, 25. Oktober: Bestimmt!
KONZERT. Richard Wagner-Abend
gegeben von Opernſängerin Frl. Elise Poth
unter gütiger Mitwirkung von
Herrn Hofopernsänger H. Spemann.

Verenn der ennenſtadt.
Inrstreder-Versahmtang
am Mittwoch, den 26. Oktober, 8½ Uhr abends:
Grüner Saal Kaisersaal Grafenstrasse.
Tagesordnung:
(20649
Besprechung der Stadtratwahlen.
Der Vorstand.
J. A.: Ad. Reuter, Schriftführer.

Kaufmannsgerichiswan Darmstaar lele
Handlungsgehilfen!
Wähler zum Kaufmannsgericht!
Heute, Dienstag, den 25. Oktober 1910, abends 9 Uhr:
Oeffentliche
Handtungsgehuſenverſammlung
im Fürſtenſaale, Grafenſtraße.
Tagesordnung:
Die bevorſtehende Kaufmannsgerichtswahl.
Redner: Herr Gauvorſteher Julius Schellin aus Frankfurt.
Der Wahl=Ausſchuß des
Beutſchnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes
Ortsgruppe Darmſtadt.
(20652

und Frau Kammersängerin
Inerese Scnnabel-bent
aus Berlin.
Der Bechstein-Konzertflügel ist aus dem Lager der Firma Hoflieferant A. W.
Zimmermann (Ludwig Schweissgut).
(20688
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz zu 5 M., Saal zu 3 M., und
Galerie zu 1.50 M.; Studentenkarten zu 1 M. und Schülerkarten zu 50 Pfg. bei
Georg Thies Nachfolger, im Verkehrsbureau und abends an der Kasse. Beitrittser-
klärungen
für das laufende Vereinsjahr, welche noch vor dem obigen Konzerte
erfolgen, berechtigen zum freien Besuche desselben. Der Beitrag für den Rest
des Jahres (6 Konzerte und Vorträge) beträgt 8 M. Jedes Mitglied hät das Recht,
an der im Januar stattfindenden Verlosung der von dem Verein angekauften
Eintrittskarten (zu 20 M.) zu den Bayreuther Bühnenfestspielen des
Der Vorstand.
Sommers 1911 teilzunehmen.

Mittwoch, den 26. Oktober:
Metzelſuppe
Dienstag, 25. Oktober, abends: Bratwurstschmaus.
Feinstes Erbacherhof-Bräu.
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Grohe, strasse10.

Programm: Gebet: Rienzi, Schmiedelieder: Siegfried, Gralserzählung: Lohen‟
grin, geſungen von Herrn H. Spemann, Arie: Dich teure Halle‟, Tannhäuſer,
Elſas Traum: Lohengrin, Lieder: Schmerzen, Träume, geſungen von Frl. E. Poth,
Zwiegeſang Walküre: Winterſtürme wichen dem Wonnemond, geſungen von Frl.
E. Poth und Herrn H. Spemann.
Preiſe der Plätze: Sperrſitz Mk. 3., numerierter Platz Mk. 2., unnümerierter
Platz Mk. 1..
Anfang 8 Uhr. Kaſſeöffnung ½8 Uhr.
Billetts im Vorverkauf bei Herrn L. Schatter, G. Thies Nachf., Darmſtadt,
Eliſabethenſtraße.
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[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Oktober 1910.

Nummer 250.


goseier

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Sport.
sr. Deutſcher Sieg im Wiener Auſtria=
Preis. Nach den mancherlei diesjährigen Fehl=
ſchlägen
bei Expeditionen ins Ausland hat endlich die
deutſche Zucht wieder einen vollen Erfolg zu verzeich=
nen
. Der Wiener Auſtria=Preis, der ſchon ſo manches
deutſche Pferd unter ſeinen Bewerbern geſehen hat, iſt
von Freiherrn S. A. v. Oppenheims Danilo II,
wie ſchon gemeldet, in ſchönem Stil gewonnen worden.
Was den Erfolg des von dem engliſchen Champion
Jockei D. Maher geſteuerten Zweijährigen noch erhöht,
iſt die Tatſache, daß es dem Caius=Sohn gelang, den
Graditzer Orient, den diesjährigen deutſchen Derby=
ſieger
, um Längen auf den dritten Platz zu verweiſen.
Zwiſchen beide ſchob ſich die ruſſiſche Zweijährige Lira
des Fürſten L. Lubomirski. Die öſterreichiſchen Vertre=
ter
verſagten völlig. Es iſt dies ſeit Erſtehen des Ren=
nens
im Jahre 1890 der ſechſte Sieg deutſcher Farben
in dem 100000 Kronen=Rennen, wovon drei auf den
Oppenheimſchen Rennſtall entfallen. 1896 ſiegte Frei=
herrn
Ed. von Oppenheims Saphir, der ein Jahr ſpä=
ter
auch das öſterreichiſche Derby gewann; 1898 ſeine
Stallgefährtin Maſha, 1900 Herrn W. Naumanns Na=
mouna
und 1907/1908 die Feſta=Produkte der Herren
v. Weinberg: Fabula und Fas ut. Im Vorjahr wurde
der Graditzer Stoßvogel nur Dritter. Ueber den Ver=
lauf
des 1300 Meter=Rennens berichtet man uns:
Schönes Wetter begünſtigte am Sonntag die Entſcheid=
ung
des großen ſportlichen Ereigniſſes in der Freu=
denau
, die auf allen Plätzen den gewohnten Maſſen=
beſuch
zeigte. Deutſche Sportsmen waren zahlreich
erſchienen; unter anderem bemerkte man Freiherrn
S. A. von Oppenheim, Herzog von Ratibor, Fürſt
Hohenlohe=Oehringen, Graf Sierſtorpff und Herrn E.
S. Fürſtenberg. Danilo II befeſtigte vor dem Rennen
ſeine Favoritenſtellung immer mehr und ſtartete zu
dem kurzen Odds von 1½11. Dagegen verlängerte ſich
der Kurs von Orient auf 511, 1011 wurde gegen Lira
gelegt. Gut ausgerichtet entließ der Starter nach kur=
zem
Aufenthalt das Zwölferfeld. Puſſy übernahm zu=
nächſt
die Führung, wurde aber bald von Gourmand
abgelöſt. Figaro galoppierte als Zweiter vor dem gut=
geſchloſſenen
Felde, an deſſen Ende Danilo II auf der
Innenſeite lag. Auf halbem Wege begann Danilo ſei=
nen
Platz zu verbeſſern. Während Gourmande in der
Diſtanz zurückfiel, ſicherte ſich Lira dort die Spitze und
ſah ſchon wie die Siegerin aus, als Jockei Maher Da=
nilo
mit einem mächtigen Vorſtoß auf der Innenſeite
aufbrachte und die ruſſiſche Stute ſehr ſicher mit zwei
Längen ſchlug. Der Graditzer Orient beſetzte nach
einem vergeblichen Vorſtoß in der Diſtanz vier Längen
zurück den dritten Platz, anderthalb Längen vor dem im
toten Rennen einkommenden Puſſy und Kapanyel.
Arnfried war Sechſter. Der Sieg von Danilo II, der

die Strecke in 1 Minute 21,8 Sekunden zurücklegte,
wurde ſehr beifällig aufgenommen und Reiter und
Pferd bei der Rückkehr zur Wage große Ovationen dar=
gebracht
.
sr. Schlußrennen im Grunewald. Die
zweite an Erfolgen ſo reiche Saiſon auf der Grune=
wald
=Bahn hat am Sonntag einen ſchönen Abſchluß
gefunden. Da vor der Hauptkonkurrenz, dem mit
30000 Mark ausgeſtatteten Oppenheim=Memorial, auf
das Erſcheinen des Kaiſers gewartet wurde, ſo ver=
zögerte
ſich der Start um eine halbe Stunde und die
Jockeis mußten während der Parade vor den Tribünen
von ihren Pferden wieder abſteigen. Kaum hatte ſich
dann das Quartett zum Ablaufpfoſten begeben, als der
Kaiſer in Begleitung ſeiner beiden jüngſten Söhne
in der Hofloge erſchien. Gleich darauf fiel die Flagge.
Die Graditzerin Abendluft erſchien ſofort in Front, zu=
nächſt
gefolgt von Force majeure, die aber bald auf
den letzten Platz zurückfiel. Bis zum Einlaufsbogen
galoppierten Signorina und Levante in kngppem Ab=
ſtand
hinter Abendluft, die in ganz überlegener Halt=
ung
als Erſte in die Gerade kam. Dort waren beide
bald geſchlagen, dagegen unternahm Letizia einen ſchö=
nen
Vorſtoß, ohne jedoch die im Handgalopp gewin=
nende
Abendluft irgendwie gefährden zu können.
In der Diſtanz rückte auch Force majeure wieder auf,
vermochte jedoch Letizia das zweite Geld nicht zu neh=
men
. Der Kaiſer, ſichtlich erfreut über den Sieg ſeiner
Farben, wohnte auch noch der Entſcheidung des nächſten
Rennens bei und überreichte Leutn. v. Zobeltitz,
ſowie Dr. Rieſe den Siegern in den beiden Herren=
reiten
, mit anerkennenden Worten die Ehrenpreiſe.
Die übrigen ſehr ſtark beſtrittenen Konkurrenzen brach=
ten
manche Ueberraſchung. Norton Con gewann den
Preis von Wilhelmsruh ſehr ſicher gegen Prinzipalin
und Favoritin, die bis zur Diſtanz geführt hatte, und
Prinz Kuckuck holte ſich den Preis von Neuſtadt nach
Kampf gegen Oranier und Pakt, deſſen Reiter Shur=
gold
unmittelbar nach Paſſieren des Zieles infolge
Rutſchen des Sattels vom Pferde fiel. Shurgold blieb
bewußtlos liegen, erholte ſich aber bald wieder völlig.
Rennen zu Köln. Oktober=Jagdrennen; Ehren=
preis
und 4200 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Herrn
H. Weſtens Myrrha (Leutn. Braune), 2. Suhogo (Leutn.
Schönborn), 3. Chryſanteme (Herr Chrambach). Un=
plaziert
: Baby II. Sehr leicht, 26 Lg. Rheiniſches
Hürdenrennen; 7500 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1.
Herrn Balduins Nona (H. Hoffmann), 2. Flott weg
(Naſh), 3. Sternſchnuppe (Printen). Unpl.: Waterloo,
Inga, Eſt (gef.). Kampf, ¾Kopf. Preis von
Zieverich; 3500 Mark, Diſtanz 3800 Meter: 1. Herrn W.
Dodels Avignon (Leutn. Braune), 2. Lisnagarvey
(Leutn. v. Moßner), 3. Gatherley (Leutn. Graf Beißel
von Gymnich). Unpl.: Kispiczi. Sicher, 15. Lg.
Verloſungs=Hürdenrennen; 6500 Mark, Diſtanz 2900
Meter: 1. Herrn H. Hinſchs Mukden II (Matouſch),
2. Galicia (Th. Baſtian), 3. Nelka (Wortmann). Unpl.:
Blumenhanne. Sehr leicht, 24 Lg. Nordpol= Jagd=
rennen
; 7500 Mark, Diſtanz 5200 Meter: 1. Monſ. J.
Deloches Bayonet (Salmon), 2. Eceington (Wulfert),
3. Theodore und 3. Aſchenbrödel II. Unpl.: Nickel=
könig
, Edfu. Sehr leicht, 52 Lg. Hunters= Flach=
rennen
; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 2200 Me=
ter
: 1. Hrn. A. Hungers Tarpaulin II (Lt. Braune),
2. Miſter Whiſtler (Herr Chrambach), 3. Blazing Star
(Leutn. von Moßner). Unpl.: On Guard (4.), Babil=
lärde
II, Goldrock. Kampf, ½1 Lg.
sr. Radrennen in Mainz. Die Sonntags=
Rennen in Mainz, die als Hauptkonkurrenzen die Aus=

tragung der Meiſterſchaften von Heſſen für Armateure
und Berufsfahrer aufwieſen, brachten in der 25 Kilo=
meter
=Meiſterſchaft der Berufsfahrer einen gefährliche
ausſehenden Sturz. Haeckel, der Schrittmacher von
Wannemacher, ging kurz nach dem fünften Kilometer=
in
die Kurve hoch hinaus, um den hinter ihm fahren=
den
Wuertz nicht vorbei zu laſſen. Da deſſen Schritt=
macher
Theime nicht mehr ganz abzuſtoppen vermochte,
fuhr er Wannemacher an, ſo daß beide zu Fall kamen.
Der in dritter Poſition liegende Barth ſtürzte dann
mit ſeinem Schrittmacher Lange über beide hinweg.
Wie ſich aber ſpäter herausſtellte, haben alle Geſtürzten,
abgeſehen von dem Materialſchaden, keine erheblichen
Verletzungen davongetragen. Das Rennen wurde dann=
abgeläutet
. Die Reſultate der übrigen Konkurrenzen
waren: Meiſterſchaft von Heſſen für Amateure, 10 Kilo=
meter
: 1. Barth=Mainz, 2. Leiß=Mainz, 3. Grünewald.
25 Kilometer: 1. Dreſcher=Mainz, 25:40; 2. Keller,
7 Runden zurück; 3. Kerz=Bodenheim, 8 Runden zurück.
Meiſterſchaft von Heſſen für Berufsfahrer, 10 Kilo=
meter
: 1. Rode=Mainz, 2. Leißler=Frankfurt a. M.,
3. Werner=Mainz. Hauptfahren: 1. Otto Meyer,
Bettinger, 3. Leiß. Tandemfahren: 1. Otto Meyer=
Bettinger, 2. Wuertz=Leiß, 3. Barth=Grünewald.
Die Chemnitzer Schlußrennen am Sonn=
tag
brachten leider im Schrittmacherrennen einen be=
dauerlichen
Unglücksfall. Der Schrittmacher Bach=
mann
geriet in der letzten Runde zu hoch in die
Kurve, verlor die Herrſchaft über ſeine Maſchine und
durchfuhr die Barriere. Während zwei Zuſchauer leich=
tere
Verletzungen erlitten, ſchlug ſich Bachmann ſämt=
liche
Zähne aus und erlitt noch einen Bruch des rechten
Oberarmes, ſo daß ſeine Ueberführung in das Chem=
nitzer
Krankenhaus notwendig wurde. Die Hauptkon=
kurrenz
, das über 100 Kilometer führende Goldene
Rad, ſah ſofort nach dem Start den Amerikaner Wal=
thour
an der Spitze, der ſich dieſelbe auch während des
ganzen Rennens nicht nehmen ließ, um ſo mehr, als
Theile und Stellbrink, der zeitweiſe der ſchnellſte Mann
im Felde war, unter Defekten zu leiden hatten.
Walthour beendete das Rennen in 1 Std. 9 Min. 42 Sek.
und verbeſſerte damit den bisherigen Weltrekord von
1113:27 ganz bedeutend. Zweiter wurde Theile, 1850
Meter, Dritter Stellbrink, 5750 Meter, und Vierter
Ryſer, 10000 Meter zurück, der gänzlich verſagte. Das
Schrittmacherrennen ſah Nachtmann in 6 Min. 9 Sek.
über 10 Kilometer als Sieger, 2. Helbig, 3. Slotweg.
Radrennen in Düſſeldorf. Eröffnungs=
Rennen: 1. Arend, 2. Rütt ½ Länge zurück, 3 Chr.
Müller. Heinrich Heine=Preis: 1. Rütt, 2. Arend Hand=
breite
zurück, 3. Chr. Müller, 4. Höſchler. Tandem=
Rennen: 1. Rütt-Arend, 2. Reul-Niederau, 3. Chr.
Müller-Kaltwaſſer. Verfolgungs=Rennen: 1. Rütt-
Arend-Chr. Müller, 2. Niederau-Reul-Höſchler.
Dauerrennen mit Motorführung. Erſter Lauf, 20 Kilo=
meter
: 1. Tommy Hall, 16 Minuten 45 Sekunden; 2.
Schelling, 19,400 Kilometer: 3. Le Bon, 18,000 Kilo=
meter
; 4. Eſſer, 17,480 Kilometer. Zweiter Lauf, 20
Kilometer: 1. Tommy Hall, 16:48; 2. Schelling, 18,500
Kilometer; 3. Le Bon, 18,200 Kilometer; 4. Eſſer, 14,585
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20 Kilometer: 1. Scheuermann, 1718,4; 2. Demke. Zwei=
ter
Lauf; 30 Kilometer, nach 20 Kilometer abgebrochen:
1. Scheuermann, 16145; 2. Demke, aufgegeben. Haupt=
fahren
: 1. Wegener, 2. Fr. Stellbrink ½ Lg., 3. Lorenz
1 Lg., 4. Hamann, 5. Theis. Prämienfahren: 1. Lo=
renz
, 2. F. Stellbrink, 3. Wegener. Verfolgungsfahren.
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Nummer 250.

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Seite 20

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