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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Jt 246.
d
Donnerstag, den 20. Oktober.
1910.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
ſelten achtet. Unſere Beamten ſind viel zu klug, um
ruſ=
ſiſche Zuſtände herbeizuſehnen.
lichen Ratſchlägen Gehör ſchenke, die ihm von außen
er=
teilt wurden. Man weiß aus ſicherer Quelle, daß die
ſpaniſche Militärpartei von einer neuen Kriegskampagne
träumt, deren Ziel die Beſitzergreifung von Tetuan iſt.
Es beſtätigt ſich, daß in Ceuta 18000 Mann und in
Me=
lilla 22000 Mann unter den Befehlen der Generäle
Al=
dane und Alfau vereinigt ſind. Sollte dieſer Feldzug
unternommen werden, dann würden derMaghzen nach einer
unzweideutigen Erklärung und Muley Hafid den
Hei=
ligen Kriegerklären. Dies würde eine große
Ge=
fahr für die europäiſchen Intereſſen in Marokko
bedeu=
ten. Man hoffe, daß die Rückſicht auf dieſe Intereſſen
und die Möglichkeit einer inneren Kriſis, ſowie
außer=
dem auch die Achtung vor der Algecirasakte die Spanier
veranlaſſen werde, ihr beunruhigendes Vorhaben
aufzu=
geben.
Deutſches Reich.
— Der deutſche Geſandte in Portugal,
Frhr. v. Bodmann, iſt in dieſen Tagen nach Liſſabon
zu=
rückgekehrt. Der Geſandte hat von der deutſchen Regierung
dahingehende Inſtruktionen erhalten, ſich mit den
divlo=
matiſchen Vertretern der übrigen Großmächte in
Verbin=
dung zu ſetzen, um gemeinſam mit ihnen vorzugehen. Die
Frage der Anerkennung der Republik Portugal iſt bisher
in den Kabinetten noch nicht ventiliert worden. Es iſt
auch nicht wahrſcheinlich, daß ſie, bevor König Manuel in
England eingetroffen iſt und Gelegenheit gehabt hat, ſich
ſelbſt authentiſch zu äußern, geregelt wird.
— Die Strafprozeßkommiſſion des
Reichstages trat am Dienstag nach längerer Pauſe in
die zweite Leſung der Juſtizgeſetze ein, und zwar zunächſt
der Novelle zum Gerichtsverfaſſungsgeſetze. Bei § 23
wurde die Beſtimmung über die Zuſtändigkeit der
Amts=
gerichte in Strafſachen durch die Hinzufügung der mit
Feſtungshaft bedrohten Vergehen vervollſtändigt Eine
längere Ausſprache entfeſſelte die Anregung der Regierung,
die Vorlage in § 23 Nr. 3 wieder herzuſtellen, wonach die
Zuziehung der Schöffen bei Uebertretungen und kleineren
Vergehen unterbleiben ſoll. Es wurde beſchloſſen, die
Zuziehung von Schöffen bei Uebertretungen fortfallen zu
laſſen, die Bettelei, Landſtreicherei, Arbeitsſchen und
ähn=
liche Fälle betreffen. Die Beratung ging ſodann auf die
Beſetzung der Strafkammern in der Berufungsinſtanz
über. Es wurde der Antrag geſtellt, die
Regierungsvor=
lage wieder herzuſtellen und den Beſchluß erſter Leſung,
wonach in den Strafkammern auch in der
Berufungs=
inſtanz Schöffen mitwirken ſollten, aufzuheben. Die
Re=
gierung erklärte, daß bei Aufrechterhaltung des Beſchluſſes
erſter Leſung die ganze Strafprozeßreform ſcheitern würde.
Bei den Beratungen der verbündeten Regierungen iſt nach
der Erklärung des bayeriſchen Vertreters nur Bayern für
die Zuziehung der Laien in der Berufungsinſtanz
gewe=
ſen. Die Regierungsvorlage wurde darauf mit 18 gegen
10 Stimmen wieder hergeſtellt.
— Die neue Militärvorlage. Die
Verhand=
lungen über die neue Militärvorlage zwiſchen dem
preu=
ßiſchen Kriegsminiſterium und dem Reichsſchatzamt ſtehen,
wie die Nationalzeitung hört, kurz vor dem Abſchluß. Die
neue Militärvorlage iſt ein Septennat. Sollte aber der
Reichstag in dieſer Hinſicht Schwierigkeiten machen, ſo
wird ſich die Heeresverwaltung auch mit einem
Quin=
quennat — wie es gegenwärtig geſetzlich eingeführt iſt —
begnügen. Die Neuanforderungen bewegen ſich in
mä=
ßigen Grenzen und ſollen auf ſieben Jahre verteilt
wer=
den. Neue Einnahmequellen für die zu erwartenden
mili=
täriſchen Mehrausgaben zu erſchließen, hat ſich als nicht
notwendig herausgeſtellt. Die Mehrausgaben werden aus
laufenden Mitteln gedeckt werden, beſonders wird damit
gerechnet, daß die Zuſchüſſe des Reiches für die Kolonien
im Laufe der nächſten Jahre immer geringer werden und
die auf dieſe Weiſe frei werdenden Summen für die
wei=
tere Ausgeſtaltung des Landheeres verwendet werden
können.
Der Entwurf eines
Verſicherungs=
geſetzes für Privatangeſtellte iſt nunmehr im
Reichsamt des Innern fertiggeſtellt. Es wird beabſichtigt,
ihn noch im Laufe dieſes Jahres mit Vertretern der
betei=
ligten Reichs= und preußiſchen Reſſorts zu beraten.
So=
bald das preußiſche Staatsminiſterium ſich ſchlüſſig
ge=
macht hat, wird der Entwurf veröffentlicht werden.
— Landtags=Erſatzwahlen in Sachſen.
Bei der Landtagserſatzwahl im Wahlkreiſe Plauen=Land
wurden abgegeben: für Landwirt Sammler (konſ.) 5414
Stimmen, für Poſtſekretär. Rauſch (nl.)=2149. Stimmen=und
Gloſſen zur Geſchichte des Tages.
Generalſtreik.
P.v. S. Der Generalſtreik der franzöſiſchen Eiſenbahn=
Angeſtellten iſt ſchnell im Sande verlaufen. Zu einem
Generalſtreik, der alle Bahnen lahmgelegt hätte, kam es
überhaupt nicht, und von den Streikenden kehrte ſchon nach
achtundvierzig Stunden ein großer Teil arbeitswillig und
reumütig auf ſeinen Poſten zurück. Der Reſt aber gab ſich
den Anſchein, nichts gelernt zu haben, führte den
Miß=
erfolg auf die ſchlechte Organiſation zurück und erwartete
von dem nächſten Generalſtreik ein beſſeres Gelingen. Auch
die deutſche Sozialdemokratie wird trotz dieſer neueſten
Erfahrung zweifellos an der Ueberzeugung feſthalten, der
Generalſtreik ſei das unwiderſtehliche Machtmittel, durch
das man den prompten Umſturz auf die allereinfachſte
Weiſe erzwingen könne, und unſere Sozialdemokraten
wer=
den nach wie vor mit Inbrunſt ſingen: „Alle Räder
ſtehen ſtill, wenn dein ſtarker Arm es will.”
Es gibt dem Inhaber einer ſchwieligen Fauſt ein ſo
hübſches Selbſtbewußtſein, wenn er in dem Wahn
erhal=
ten wird, ſie ſei die eigentliche treibende Kraft aller Dinge.
Aber der Generalſtreik der franzöſiſchen Eiſenbahn=
Ange=
ſſtellten lehrt gerade das Gegenteil. Je höher entwickelt
Induſtrie, Handel und Verkehr eines Landes ſind, je
bedrohlicher alſo ein Generalſtreik erſcheint, um ſo
unwirkſamer wird dieſe Waffe der Sozialdemokratie. In
Rußland während der Revolution konnte der Streik der
Eiſenbahn=Angeſtellten, der Poſt= und Telegraphenbeamten
den Verkehr für drei Wochen lahmlegen, in Frankreich nur
für drei Tage. Der Unterſchied iſt gerade ſo groß wie
die kulturelle Entwickelung der beiden Länder. In
Ruß=
land war es beinahe jedermann ganz gleichgültig, ob der
Eiſenbahnverkehr zwiſchen Moskau und Warſchau
fahr=
planmäßig ſtattfand oder ob er aufgehoben war, und ob
Briefe und Telegramme befördert wurden oder nicht, und
bis hinein in Kreiſe, die von revolutionären Gelüſten ganz
frei waren, ſympathiſierte man offen mit den Streikenden
und unterſtützte ſie durch Geldſammlungen. Nur, weil
man ſeine Schadenfreude an den Verlegenheiten hatte, in
die eine mißliebig gewordene Regierung durch den Streik
verſetzt wurde. In Frankreich fühlte ſich nach
vierund=
zwanzig Stunden jedermann durch die Unterbrechung des
Eiſenbahnverkehrs geſchädigt, und wer nicht ſeinen
eige=
nen revolutionären Geſinnungen Opfer bringen zu müſſen
glaubte, empfand es als eine Ungehörigkeit, daß Arme
plötzlich feierten und die Verkehrsverhältniſſe um ein
Jahrhundert zurückſchraubten, deren Arbeit dem ganzen
Lande und jedem einzelnen ſeiner Bewohner eine
Not=
wendigkeit iſt. Die ſtarken Arme aller Kulturnationen
arbeiten eben nicht freiwillig, ſondern im Dienſt einer
Pflicht, und wenn ſie plötzlich die Räder ſtillſtehen laſſen
wollen, ſo ſchädigen ſie nicht nur das ganze Werk, ſondern
vor allem ſich ſelbſt.
Es iſt ſehr wohl möglich, daß die deutſche
Sozial=
demokratie nicht Unrecht hat, wenn ſie für den Mißerfolg
der franzöſiſchen Eiſenbahn=Angeſtellten einen Mangel an
Diſziplin unter den franzöſiſchen Genoſſen verantwortlich
macht und ſich ſelbſt für beſſer organiſiert hält. Aber
deshalb ſind die Ausſichten eines Generalſtreiks für die
deutſche Sozialdemökratie noch nicht beſſere als für die
franzöſiſche. Denn die Regierungsgewalt der Republik
ruht trotz der Energie, die ſie in dieſem gefährlich
ſchei=
nenden Augenblick entwickelt hat, auf ziemlich morſcher
Baſis und iſt keiner Kraftenwickelung wie die deutſche
fähig. Vor allem aber könnte ein Generalſtreik der
deut=
ſchen Sozialdemokraten niemals auf die deutſchen
Eiſen=
bahnen übergreifen, — er würde alſo dieſer notwendigen
Unterſtützung entbehren. Denn unſere Bahnen ſind,
ſo=
weit ſie den Verkehr beeinfluſſen können, Staatsbahnen,
und ihre Angeſtellten ſind Staatsbeamte. Ein
Staats=
beamter, der in Deutſchland ſtreiken wollte, würde
vor=
läufig noch durch das Publikum zur Vernunft gebracht
werden, wenn er ſich nicht von ſelbſt ſagte, daß er die
Achtung, die er als Beamter vom Publikum fordert, durch
Gewiſſenſchaftigkeit und Treue gegen den Staat, dem er
dient, verdienen muß. Es beweiſt nichts dagegen, daß
die in Rußland ſtreikenden Angeſtellten der Eiſenbahn,
Poſt und Telegraphie auch Staatsbeamte waren. Tenn
der Tſchinownik, der Staatsbeamte, iſt in Rußland ein
Mann, den man unter Umſtänden fürchtet, den man aber
Verfaſſung für Elſaß=Lothringen.
— Wie die in dieſen Dingen bisher ſtets gut
unter=
richtete Nationalzeitung zu melden weiß, habe die
preu=
ßiſche Regierung den Regierungen der führenden
Bundes=
ſtaaten die Grundriſſe des Verfaſſungsentwurfes für
El=
ſaß=Lothringen mitgeteilt. Sobald die Verhandlungen
zwiſchen den Bundesſtaaten, woran nicht gezweifelt wird,
eine allſeitige Uebereinſtimmung ergeben haben, dürfte der
Entwurf in ungefähr drei Wochen in das Plenum des
Bundesrates gelangen. Ueber den Inhalt des
Ent=
wurfes weiß das genannte Blatt zu berichten, daß die
Reichslande ein Zweikammerſyſtem erhalten würden. Die
Erſte Kammer ſoll aus dem befeſtigten Grundbeſitz, aus
den erſten Bürgermeiſtern der größeren Städte und einer
Anzahl vom Kaiſer — ähnlich wie in Preußen — zu
be=
rufender Perſönlichkeiten gebildet werden. Die Zweite
Kammer ſoll aus allgemeinen Wahlen hervorgehen und
zwar ſoll die Abſtimmung eine geheime und direkte ſein
mit gleichzeitiger Einführung eines ſtark abgeſtuften
Plu=
ralwahlrechts. Hinſichtlich der Verwaltung des Landes
ſelbſt ſind Neuänderungen nicht geplant, insbeſondere
würde den Reichslanden ein Stimmrecht im Bundesrat
nicht gewährt werden
Dieſe letztere Maßnahme iſt, wie in einer
ausführ=
lichen Begründung mitgeteilt wird, hauptſächlich aus dem
Grunde erfolgt, weil dieſe Frage nur mit einer
gleich=
zeitigen Neuregelung des geſamten Stimmenverhältniſſes
im Bundesrat zu löſen geweſen wäre und dieſe Löſung
im gegenwärtigen Zeitpunkt als nicht opportun erſchienen
ſei. Ueberhaupt geht aus der Begründung hervor, daß
man ſeitens der Regierung bei der Neuregelung der
elſaß=
lothringiſchen Verfaſſung allen Fragen, die zu
Schwierig=
keiten Anlaß geben könnten, aus dem Wege gegangen iſt.
Dies hat man ſich in den Reichslanden zum Teil ſelbſt
zu=
zuſchreiben, denn manche in den letzten Monaten
vorge=
kommenen Ereigniſſe trugen gerade nicht dazu bei, einen
Beweis dafür zu erbringen, daß man in Elfaß=Lothringen
jetzt wirklich deutſch fühlt. Die vom ſogenannten „
Hou=
venir frangais” eingeleitete Bewegung hat Boden gefaßt
und unter dem ſehr friedlichen und dankenswerten Ziel
der Pflege von Gräbern gefallener Krieger haben ſich
poli=
tiſche Umtriebe abgeſpielt, gegen die ein ſchärferes
Ein=
ſchreiten hier und da vielleicht durchaus am Platze geweſen
wäre, denn Halbheiten in ſolchen Fällen ſind bisher immer
verderblich geweſen, ſie haben vielmehr die proteſtleriſche
Bewegung meiſt nur gefördert. Bei der Wahl der Mittel,
wie man die reichsländiſche Bevölkerung behandeln ſoll,
muß mit der größten Vorſicht, aber auch mit der
erforder=
lichen Energie vorgegangen werden.
Spanien und Marokko.
* In amtlichen Kreiſen Madrids behauptet man, daß
die Gerüchte, die im Ausland darüber umgehen, daß die
ſpaniſche Regierung von der marokkaniſchen
Geſandtſchaft eine außerordentlich hohe Summe als
Kriegsentſchädigung verlange, auf Uebertreibung
beruhen. In Wirklichkeit ſei dieſe Frage weder von der
marokkaniſchen Geſandtſchaft noch von dem Madrider
Ka=
binett bisher geprüft worden. Letzteres habe ſich darauf
beſchränkt, El Mokri die Höhe der außerordentlichen
Kredite mitzuteilen, um die die Regierung die Cortes für
die Land= und Seeſtreitkräfte in dem in Nordafrika
beſetz=
ten Gebiet erſuchte, es habe aber noch keine Beſprechung
ſtattgefunden, weder über dieſe Summe, noch über die
ein=
zelnen Poſten, aus denen ſie ſich zuſammenſetzt, ebenſowenig
über den Zahlungsmodus oder die Sicherheiten, die der
Maghzen gewähren ſolle. Der Maghzen ſcheint nach dem
Eindruck der amtlichen Stellen geneigt, in weſentlichen
Punkten, auf die aber die öffentliche Meinung in Spanien
kein Gewicht legt, nachzugeben, aber es ablehnen zu wollen,
der ſpaniſchen Regierung Sicherheit für die
Aufrechterhal=
tung der Ruhe in Ceuta und den benachbarten Gebieten
oder eine angemeſſene Geldentſchädigung für den Feldzug
bei Melilla zu bieten. In den Kreiſen der Politiker zeigt
man ſich trotzdem hinſichtlich eines endgültigen Erfolges
der Verhandlungen zuverſichtlich.
Der Petit Pariſien beſpricht die von der ſpaniſchen
Re=
gierung in den Verhandlungen mit El Mokri erhobenen
Forderungen und ſagt, es wäre zu wünſchen, daß
Spa=
nien ſeine Anſprüche mäßigt und den freund=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den=20. Oktober 1910.
Nummer 246.
für den Reiſenden und Parteiſekretär Meier (Soz.) 2153
Stimmen. Sammler iſt ſomit gewählt. Bei der
Land=
tagserſatzwahl im 5. Wahlkreiſe Leipzig wurden abgegeben
für Dr. Zöphel (nl.) 10774, Bammes (Soz.) 7745, Dr.
Brückner (konſ.) 1932 und Schnauß (deutſch=ſoz.) 1520
Stimmen. Dem nationalliberalen Kandidaten fehlen 400
Stimmen an der abſoluten Mehrheit, mithin iſt Stichwahl
zwiſchen Dr. Zöphel und Bammes erforderlich. Die
Na=
tionalliberalen gewannen gegen die Hauptwahl im Jahre
1909 rund 1000, die Konſervativen und Reformer verloren
2300, die Sozialdemokraten verloren 1100
Stimmen.
Oeſterreich=Ungarn.
In der Sitzung des Heeresausſchuſſes
der ungariſchen Delegation gedachte der
Kriegs=
miniſter am Schluß ſeiner Rede noch einmal der Folgen
der Annexionskriſe und erklärte, die Annerionskriſe habe
erſtens gelehrt, daß die Monarchie infolge ihrer Lage trotz
der Bündnispolitik noch immer mit einem Krieg nach
mehreren Fronten rechnen müſſe, und zweitens, daß die
Monarchie den Ausbau der Wehrmacht nicht mehr
auf=
ſchieben dürfe, wenn eben die Wehrmacht der Monarchie
eine Bürgſchaft dafür bieten ſolle, allen Eventualitäten
ſtets gewachſen zu ſein. Die nächſte Sitzung findet am 21.
Oktober ſtatt.
Im iſtriſchen Landtage kam es infolge der
Obſtruktion der ſlawiſchen Minderheit zu ſo erregten
Sze=
nen, daß die Sitzung unterbrochen werden mußte und nicht
wieder aufgenommen werden konnte. Infolgedeſſen ſchritt
der Vertreter der Regierung zur Schließung der Seſſion,
was den Abgeordneten ſchriftlich mitgeteilt wurde.
Frankreich.
Die türkiſche Anleihe. Nach einer ſichtlich vom
Quai d’ Orſay ſtammenden Zeitungsmeldung ſind die
zwi=
ſchen der franzöſiſchen Regierung und dem türkiſchen
Bot=
ſchafter in Paris geführten Verhandlungen über das
An=
leiheprojekt nunmehr abgeſchloſſen. Das betreffende
Ueber=
einkommen bedürfe nur noch der Zuſtimmung der Pforte.
In dem Vertrage werde u. a. beſtimmt, daß behufs
Bürg=
ſchaft für eine entſprechende Verwendung des
Anleihe=
betrages zwei von der franzöſiſchen Regierung beſtimmte
franzöſiſche Beamte wichtige Poſten in der türkiſchen
Finanzverwaltung einnehmen werden, und zwar der eine
als=Direktor der Finanzgebarung, der andere als Mitglied
des Konſtantinopeler Rechnungshofes. Betreffs der
Be=
ſtellungen im Auslande erhielt Frankreich die
Meiſtbegün=
ſtigungsklauſel, nach der bei Beſtellung von
Kriegsmate=
rial, Schiffen uſw. kein Land mit einer größeren Beſtellung
bedacht werden könnte als Frankreich. Der Anleihebetrag
iſt mit 150 Millionen feſtgeſetzt.
Das Ende des Eiſenbahnerſtreiks. Das
Streikkomitee der Eiſenbahner veröffentlicht einen Aufruf,
in dem es heißt, das Komitee erachte die bedingungsloſe
Wiederaufnahme der Arbeit für das Syndikat für
dien=
licher als trügeriſche, erniedrigende Verhandlungen. Das
Komitee wolle allein die volle Verantwortung tragen, falls
die Regierung eine Unterſuchng einleite. Die Forderungen
der Eiſenbahner würden erfüllt, weil die Eiſenbahner
ruhig und feſt geblieben ſeien. Der Aufruf wirft dem
Mi=
niſterpräſidenten Briand vor, er habe die Grundſätze der
Freiheit verletzt und Zwiſchenfälle abſichtlich aufgebauſcht.
Er endet mit der Verſicherung, die Eiſenbahner ſeien
be=
ſiegt, aber nicht entmutigt, und rüſteten zur Rache. Briand
empfing am Dienstag abend die parlamentariſche Gruppe,
die ſich anläßlich des Eiſenbahnerſtreiks gebildet und
er=
klärte, daß Verhandlungen zwiſchen ihm und den
parla=
mentariſchen Gruppen die Lage nur erſchweren könnten.
Die Regierung ſei entſchloſſen, die Verantwortung für die
notwendigen Entſcheidungen ſelbſt zu tragen, unbeſchadet
ihrer Bereitwilligkeit, ſie zu gegebener Stunde vor dem
geſamten Parlament zu verteidigen. Das Parlament
werde entſcheiden, ob der Miniſterpräſident recht oder
un=
recht gehabt habe, als er die Verhandlungen mit dem
Streikkomitee ablehnte. Das Perſonal der Eiſenbahnen
werde in Zukunft zu der Erkenntnis kommen, daß die
Re=
gierung ſeinen Angelegenheiten niemals teilnahmslos
ge=
genübergeſtanden hat.
England.
Die Ausrüſtung der Flotte. Der erſte Lord
der Admiralität, Me Kenna, ſagte in einer Rede, die er
in Blaenavon in Northmonmouth hielt: Wir dürfen nicht
zulaſſen, daß wir mit der Ausrüſtung unſerer Flotte oder
unſerer Heeresmacht ins Hintertreffen geraten. (Beifall.)
Ich weiß, daß die Forderung nach einer Hundertmillionen=
Anleihe von einer großen Anzahl Offizieren, Generalen
und Admiralen unterſchrieben wird. Ich ſtimme dieſer
Forderung nicht zu. Wir müſſen fortfahren, unſere
Be=
dürfniſſe aus ordentlichen Einnahmen zu decken, ſo lange
wir dazu imſtande ſind. Es wird das erſte Zeichen unſeres
Verfalles ſein, wenn wir unſere Flotte nicht mehr aus
unſeren jährlichen Einnahmen bezahlen können.
Griechenland.
Dasneue Miniſterium wird ſich wahrſcheinlich
folgendermaßen zuſammenſetzen: den Vorſitz, den Krieg
und interimiſtiſch die Marine übernimmt Venizelos, das
Innere Repulos, die Juſtiz Dimitrakopulos, die Finanzen
Koromilas, den öffentlichen Unterricht Alexandri. Kallergis
hat das Portefeuille des Aeußern abgelehnt. Man glaubt,
daß der griechiſche Geſandte in Konſtantinopel Gryparis
Miniſter des Aeußern wird. Das erſt jüngſt geſchaffene
Miniſterium für Handel wird Binachi, Obmann der
grie=
chiſchen Kolonie in Alexandrien, übernehmen.
England und Perſien.
Die engliſche Note über die Anarchie im Süden
Perſiens wurde der perſiſchenRegierung überreicht, nachdem
ſich die engliſche Regierung mit der ruſſiſchen ins
Einver=
nehmen geſetzt hatte. Beide Regierungen handelten im
gegenſeitigen Einverſtändnis. Von einer Teilung
Per=
ſiens könne keine Rede ſein; beide Regierungen ſeien
viel=
mehr entſchloſſen, die Politik der Nichtintervention, ſoweit
dies mit den Intereſſen und der Sicherheit der Fremden
vereinbar ſei, aufrecht zu erhalten. Daily News und
Daily Graphie fahren fort, die Politik Englands in
Per=
ſien zu bekämpfen Daily News meint, es ſei
unvermeid=
lich, daß die britiſche Okkupation permanent werde und
auch die ruſſiſche Okkupation permanent mache. Das
be=
deute eine Teilung, die das ſchlimmſte Unglück der
aus=
wärtigen Politik wäre. England und Rußland würden
unmittelbare Grenznachbarn und die Vernichtung der
per=
ſiſchen Unabhängigkeit werde das engliſche Preſtige in
der mohammedaniſchen Welt vernichten. Die Aufgabe
Englands ſei es nicht, Südperſien zu okkupieren, ſondern
der ruſſiſchen Okkupation in Nordperſien ein Ende zu
machen. Daily Graphie bezweifelt, daß der Zeitpunkt
geeignet ſei für ein perſiſches Abenteuer, das England
eine ſchwere Verantwortung aufbürden würde, während
es in Indien gäre, die Schwierigkeiten an der indiſchen
Nordweſtgrenze wüchſen und die europäiſche Lage die
größte Wachſamkeit und ein ſorgſames Haushalten mit
Englands Mitteln fordere. Die Lage in Südperſien könne
verbeſſert werden ohne das Riſiko eines
Eroberungs=
krieges.
Türkei.
Die Miniſterkriſe iſt behoben. Sicheren
Infor=
mationen zufolge gipfeln die Vorſchläge des
Kriegsmini=
ſters in einer ſelbſtändigen Finanzverwaltung des Kriegs=
und Marinereſſorts, ſowie in der Unabhängigkeit bei
Be=
ſtellungen. In dem Miniſterrat ſcheint der Kriegsminiſter
ſeinen intranſigenten Standpunkt aufgegeben zu haben.
Er machte bezüglich ſekundärer Punkte einige Konzeſſionen.
Nach längerer Beratung wurde beſchloſſen, die Vorſchläge
des Kriegsminiſters als Geſetzesnovelle der Kammer zu
unterbreiten. Inzwiſchen ſoll das Kriegsminiſterium dem
Geſetz über den Oberrechnungshof unterſtellt werden. Nach
dem Miniſterrate wurde den Journaliſten offiziell
mitge=
teilt, daß eine Verſtändigung angebahnt und die Gefahr
einer Kriſe behoben ſei.
Stellungnahme zum griechiſchen
Kabi=
nett Venizelos. Wie authentiſch verlautet, beſchloß
der Miniſterrat, welcher über die anläßlich der Bildung
des Kabinetts Venizelos gegenüber Griechenland zu
beob=
achtende Haltung beriet, die Beziehungen zu Griechenland
nicht abzubrechen und die Haltung nach dem Vorgehen des
Kabinetts Venizelos einzurichten. Dem türkiſchen
Ge=
ſandten in Athen wurde eine Verlängerung ſeines Urlaubs
gewährt.
— Vor der Kronprinzenfahrt. Die kurze
Zeit, die ihn noch von ſeiner Ausreiſe nach dem fernen
Oſten trennt, nutzt der Kronprinz, ſo ſchreibt die Neue
G. K., fleißig aus, um ſich gründlich auf ſie vorzuberei=
ten und den möglichſten Gewinn aus ihr zu ziehen.
Die wiſſenſchaftlichen Vorträge, welche, wie ſchon kurz
gemeldet, der bekannte Forſchungsreiſende Dr. Georg
Wegener dem kronprinzlichen Paare im
Marmor=
palais hält, nehmen ihren Fortgang. Die Vorträge
finden gewöhnlich im Arbeitszimmer des Kronprinzen
ſtatt, einem verhältnismäßig kleinem Raum, der mit
vielen Familienerinnerungen angefüllt und mit einer
allerliebſten marmornen Statuette des kleinen
Prin=
zen Wilhelm geſchmückt iſt. Nur der Kronprinz, die
Kronprinzeſſin und einige Herren und Damen ihres
Gefolges. Adjutanten und Hofdamen, nehmen daran
teil, um einen runden Tiſch ſitzend, auf dem Karten
und Atlanten ausgebreitet ſind. Jeder Vortrag iſt auf
die Dauer einer Stunde berechnet, doch wird dieſe Zeit
meiſt erheblich überſchritten, namentlich, weil der
Kron=
prinz es nicht an vielen Fragen fehlen läßt. Die
Vor=
träge werden dann durch Lichtbilder erläutert, für dier
ein an das Arbeitszimmer ſtoßender kleiner Saal
be=
nutzt wird. Inhalt und Stoff der Vorträge, denen die
Hörer mit der geſpannteſten Aufmerkſamkeit folgen,
iſt=
dem Reiſeplan des Kronprinzen entſprechend
angeord=
net; Indien macht den Anfang, dann folgen Siam und
Java, und China und Japan bilden den Beſchluß. Die
Verhältniſſe der einzelnen Länder werden ausführlicht
und ſyſtematiſch in geographiſcher und
ethnographiſch=
hiſtoriſcher Beziehung von der Vergangenheit bis zur
Gegenwart geſchildert, die großen Probleme der
Natio=
nalitäten und Raſſen erörtert; den wirtſchaftlichen
Fragen wird eingehende Aufmerkſamkeit zugewendet.
Mit der Literatur für den „fernen Oſten” macht der
Kronprinz ſich ebenfalls vertraut, eine kleine
ausge=
wählte Bibliothek wird ihn auf der Fahrt begleiten.
Das Reiſeprogramm iſt im weſentlichen
feſtge=
ſetzt, doch ſind einzelne Abänderungen ſelbſtverſtändlich
noch möglich. So iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß der
Aufenthalt auf Ceylon, für den vier Wochen in
Aus=
ſicht genommen waren, durch einen Beſuch Südindiens
unterbrochen werden wird. Größere Jagdexpeditionen
ſind für Ceylon, Siam, Java geplant, und der
Kron=
prinz, der ja ein leidenſchaftlicher Weidmann iſt, ſoll
auf Elefanten und Tiger zu Schuß gelangen. Die
Feſt=
legung der Reiſeroute iſt, wie man weiß, durch das
Auswärtige Amt geſchehen. Deſſen Vertreter, Geſandte
und Konſuln, vereinbarten an den einzelnen Orten
mit den inländiſchen Behörden das Nähere und
unter=
breiten dem Kronprinzen bei ſeiner Ankunft die
ge=
meinſamen Vorſchläge. Es dürfte eine Hauptaufgabe
des dem Kronprinzen beigegebenen Geſandten von
Treutler ſein, dann als Vermittler zu dienen.
Herr v. Treutler wird außerdem regelmäßigen Bericht
über den Verlauf der Reiſe nach Berlin erſtatten.
* Bremen, 18. Okt. Die Verwaltung der
Werft des Bremer Vulkan in Vegeſack iſt mit ihrer
Arbeiterſchaft zu einer vollen Verſtändigung gelangt.
Hier=
nach werden die Arbeiter der Werft bereits von heute ab
wieder eingeſtellt und am Donnerstag früh 6½ Uhr ſoll
der volle Betrieb wieder aufgenommen werden.
Stadt und Land.
Darmſtadt. 20. Oktober.
* Vom Hoflager in Friedberg. Die Darmſt. Ztg.
ſchreibt: „Die auch in einigen heſſiſchen Blättern
enthal=
tenen Nachrichten über ſchlechtes Befinden der
Zarin haben bei S. K. H. dem Großherzog höchſtes
Befremden hervorgerufen, da ſie den Tatſachen völlig
wi=
derſprechen. Die Nauheimer Kur hat ſich ganz als das
Richtige und dem Leiden der Zarin entſprechend
heraus=
geſtellt und iſt von gutem Erfolg. Alle Angaben von
ſee=
liſchen Depreſſionen oder von anderen Urſachen des
Lei=
dens Ihrer Majeſtät ſind vollſtändigaus der Luft
gegriffen.” (Wir hatten bereits im Montagsblatt die
betr. Meldungen „als jeder tatſächlichen Begründung”
ent=
behrend bezeichnet. D. R.)
Am Dienstag nachmittag ſpielten die Herrſchaften in
Bad Nauheim Tennis. Am Mittwoch wurde ein Ausflug
in Autos nach Romrod unternommen.
— Pfarrperſonalie. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den evangeliſchen Pfarrer und Dekan,
Kirchenrat Valentin Schrimpf zu Butzbach auf ſein
Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner langjährigen treu
geleiſteten Dienſte und unter Verleihung der Krone zum
Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen, mit Wirkung vom 1. November 1910, in
den Ruheſtand verſetzt.
— Titeländerungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben im Einvernehmen mit der Königl.
Preußiſchen Regierung zu beſtimmen geruht, daß bei den
Heſſiſchen Beamten der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahn=
gemeinſchaft die Amtsbezeichnung Eiſenbahn=
Bau=
inſpektor” und „Eiſenbahn=Bau= und Betriebsinſpektor”
künftig wegfällt und die Regierungsbaumeiſter auch nach
ihrer etatsmäßigen Anſtellung dieſe Amtsbezeichnung
weiter führen werden. Den bereits zu Bauinſpektoren
ernannten Beamten wird die Wahl gelaſſen, ob ſie ihre
bisherige Amtsbezeichnung beibehalten oder in Zukunft
die Amtsbezeichnung „Regierungsbaumeiſter” führen
wollen.
— Kreistagswahlen. Von dem durch die 100
Höchſt=
beſteuerten gewählten Drittel der 24 Abgeordneten des
Kreistags des Kreiſes Darmſtadt ſcheidet mit Ende des
Jahres die Hälfte, nämlich die für die Wahlperiode
Ein Beſuch im verlaſſenen Königsſchloß.
* Zwei Wochen ſind verſtrichen, ſeit König
Manuel ſein Königsſchloß in Liſſabon in haſtiger Flucht
verließ, aber noch immer liegt der langgeſtreckte, ſchöne
Bau in dumpfer Einſamkeit, und Todesſtille herrſcht
in den Räumen, wo vordem das Hofleben ſeinen Glanz
entfaltete und Uniformen glitzerten. Mit langſamen
Schritten gehen die Wachtpoſten, Marineſoldäten der
jüngſten Republik, auf und ab vor den Mauern, hinter
denen unberührt noch heute die Unordnung in den
Königsgemächern die Geſchichte von der Ueberraſchung
und eilfertigen Flucht des jungen Königs erzählt.
Dem engliſchen Korreſpondenten Percival
Phil=
lips iſt es vergönnt geweſen, dieſe Räume zu betreten,
die auf ſtrengen Befehl der Regierung unverändert
ge=
laſſen werden ſollen, bis ein Kommiſſar der Republik
ein Inventar der vorhandenen Gegenſtände
aufgenom=
men haben wird. Die einzige Granate, die innerhalb
des Königsſchloſſes explodierte, hat ſich durch die Wand
des Empfangszimmers ihre verheerende Bahn gegraben
und das ganze Gemach verwüſtet. Nur ein Haufen
Trümmer und Schutt iſt von dem Zimmer übrig. Auf
dem ſtaubbedeckten Teppich liegen die Scherben
zer=
ſtörter, koſtbarer Sévresvaſen, und die Glastüren des
Schrankes, der im Empfangszimmer ſteht, ſind
ge=
borſten und zerſplittert. Die Geſchoßteile haben die
Tür zum Muſikzimmer geſprengt und hier in der
Ein=
richtungsweitere Verheerungen angerichtet; auch im
benachbarten Billardzimmer zeugen noch Schutthaufen
und zerſtörte Gemälde von der Vernichtungskraft der
verhängnisvollen Granate. Nur die drei Elfenbeinkugeln
auf dem Billard liegen noch genau in der Stellung, in
der ſie der König nach der letzten Partie im Schloſſe
verlaſſen hatte. Eine kleine Granate drang ins
Muſik=
zimmer, durchbohrte ein Bild, aber das Geſchoß kam
nicht zur Exploſion. Im Thronſaal iſt kein Schaden
angerichtet, der Thronſeſſel iſt verhängt, Schutt und
Staub aus den Nachbarzimmern haben ſich auf den
Stoff gelegt. Dem Thron gegenüber leuchtet an der
Wand ein großes Staatsbildnis der Königin Amelie.
Die Privatgemächer des Königs liegen auf der anderen
Seite des Hofes; von dem einzigen Fenſter des
Schlaf=
zimmers ſieht man hinab auf die Fluten des Tajo.
Hier muß der König das Berſten des erſten Geſchoſſes
gehört haben und haſtig vom Lager aufgeſprungen ſein.
Alles im Zimmer iſt in beiſpielloſer Unordnung.
Die Bettücher ſind zurückgeworfen, und das
Nachtge=
wand des Königs liegt daneben. In einer Ecke des
Zimmers lehnt friedlich in ſeiner Scheide der Säbel
des Monarchen. Am Fußende des Bettes und auf einem
Stuhle liegen in wilder Unordnung allerlei
Uni=
formen, darunter eine Marineuniform; man hat ſie
wahrſcheinlich dem König gebracht, als er aufſprang,
aber er ſchob ſie beiſeite und zog die nnauffällige
Zivil=
kleidung vor. Auf dem Nachttiſch ſteht noch die kleine
Weckuhr in ihrem Ledergehäuſe, und daneben liegen
zwei oder drei vergeſſene Ringe. Auf dem Toilettetiſch
ſieht man ein halbgefülltes Zigarrenetui und unter dem
Tiſche ein Paket portugieſiſcher Zigaretten. An einem
Kleiderſtänder in der Ecke des Gemaches hängt des
Königs Zylinder und ſein Frack. . . .
Alles zeugt davon, daß die Flucht Hals über Kopf
geſchah, und daß in der Verwirrung niemand daran
dachte, perſönliche Gebrauchsgegenſtände mitzunehmen:
Es iſt leicht, ſich die Szene zu vergegenwärtigen. Neben
dem Schlafzimmer iſt ein kleiner Raum, in dem
an=
ſcheinend ein Kammerdiener ſchlief. Auch hier
bekun=
det die Unordnung des Bettes und der Garderobeſtücke
die Haſt, mit der man aufſprang. Auf dem Boden des
Zimmers liegen Uniformen umher; man ſieht es im
Geiſte vor ſich, wie der Inſaſſe des Raumes emporfuhr,
in wilder Eile ein paar Kleidungsſtücke überſtreifte,
zum König ſtürzte und dann zurückkehrte, um
ein paar Gegenſtände zur Flucht zuſammenzuraffen.
Im Arbeitszimmer des Königs liegt auf dem
Schreib=
tiſch noch ein Brief, den der König geſchrieben hatte;
er iſt mit Manuel unterzeichnet und ſollte wohl am
nächſten Morgen aufgegeben werden. Auf dem Tiſche
ſtehen zahlreiche Photographien, insbeſondere
Auf=
nahmen vom Leichenbegängnis König Eduards, dann
Bilder, die in Windfor aufgenommen ſind und Manuel
im Jagdkoſtüm darſtellen. Die Wände dieſes Zimmers
ſind mit Schränken verſtellt; hier ruhten in Schubladen
die ausländiſchen Ehrenzeichen des Königs. Einer der
Käſten ſteht halb offen, und über allerlei koſtbaren
Juwelen ſieht man hier den Hofenbandorden liegen.:
Nummer 246.
Darmſtädter Tagblatt. Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
Seite 3.
1905—1910 gewähten Herren Geh. Forſtrat Kart
Heine=
mann, Geh. Komm.=Rat Dr. L. Merck, Rentner
Wilh. Schwab, Komm.=Rat Karl Schenck, alle in
Darmſtadt, aus. Zur perſönlichen bezw. zur
Teil=
nahme durch Stellvertreter an der bevorſtehenden
Er=
gänzungswahl ſind berechtigt in Darmſtadt, mit
Beſſungen, 95 Perſonen und Körperſchaften, in
Eber=
ſtadt 1, in Pfungſtadt 3 und Traiſa 1.
* Vom Staatsſchuldbuch. In dem abgelaufenen
Vierteljahr beträgt der Zugang an Schuldbuchforderungen
auf 119 Konten = 1746900 Mk. Hiervon ſind durch
bare Geldeinzahlungen begründet worden 1038 300 Mk.
Ende September 1910 iſt der Stand der Buchſchuld auf
1651 Konten — 60 313 900 Mk.
L. Der Kreisausſchuß verhandelte geſtern öffentlich
über folgende zwei Wirtſchaftsgeſuche: 1. Valentin
Ganßmann von hier will in dem Hauſe
Moosberg=
ſtraße 70, in welchem ſeither Wilhelm Wolf eine
Wirt=
ſchaft betrieb, eine ſolche weiter führen. Die
Stadtver=
ordnetenverſammlung hat die Bedürfnisfrage bejaht,
das Polizeiamt kann ſich dieſer Anſicht jedoch nicht
anſchließen. Es handelt ſich dabei um ein ſeit 1902
beſtehendes Geſchäft, welches 5mal den Beſitzer wechſelte
und etwa 2 Jahre vollſtändig ſtill ſtand. Die Behörde
ſchließt daraus umſomehr, daß ein Bedürfnis nicht
vorliege, weil die dortige verkehrsarme Gegend an drei
in der Nachbarſchaft befindlichen Wirtſchaften deren
genug habe. Der Geſuchſteller iſt der Stiefvater des
Wolf und hofft, daß er das, was er für ſich und ſeine
Frau, zwei alte Leute, brauche, leicht herausſchlagen
könne, die letzten vier Monate ließen dies ſicher
er=
warten. Der Mietpreis beträgt 600 Mark. Der
Bier=
brauereibeſitzer Schönberger und der Hausbeſitzer,
Ge=
richtsvollzieher i. P. Hohenſtein, traten für Ganßmann,
deſſen Geſchäft eine Anzahl Stammgäſte eine gute
Zu=
kunft vorausſagten, ein; es verkehrten darin nur
„ſchöne Leute‟. Ganßmann bezieht als Zäpfer das
Bier für 24 Mark pro Hektoliter; damit ſeien die Koſten
der Wirtſchaft und Wohnung gedeckt. Die nachgeſuchte
Erlaubnis wurde erteilt. Der Geſuchſteller hat die
Koſten des Verfahrens zu zahlen.
2. Karl Hofmann von hier will das Geſchäft in
der Liebfrauenſtraße 78 führen. Die
Stadtverordneten=
verſammlung und das Polizeiamt haben die
Bedürf=
nisfrage verneint, weil das ſeit dem 11. April 1904
be=
ſtehende Geſchäft ſchon 3mal den Beſitzer wechſelte. Im
letzten Jahre ſei es trotz Kellnerinnenbetrieb herzlich
ſchlecht gegangen. Der Geſuchſteller verſichert, daß er
keine Kellnerinnen beſchäftige, trotzdem habe ſich unter
ſeiner Leitung der Betrieb erheblich verbeſſert; ſo
werde es auch weiter gehen. Die Mainzer
Aktien=
brauerei, der Hauseigentümer, ſowie einige
Stamm=
gäſte treten für Hofmann ein. Der Vertreter des
Polizeiamts, Regierungsaſſeſſor Dr. Linkenheld, gab
nach Lage der Sache die Entſcheidung dem
Kreisaus=
ſchuß anheim. Dieſer erteilte die nachgeſuchte
Kon=
zeſſion unter Koſtenentſcheidung wie vorher.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen das
der Jagd ergebene Brüderpaar: den 32 Jahre alten
Balthaſar und den 23 Jahre alten Georg Guth
von Seligenſtadt. Beide liebten es, nach harter
Tag=
lohnarbeit in der Woche, Sonntags von früh bis zum
Abend die Gemarkung kreuz und quer zu durchſtreifen.
Die Warnung ihres Vaters, dies führe zu keinem
guten Ende, ſchlugen ſie in den Wind. Sie ſtanden im
Ruf, geriebene Wilderer zu ſein. Dem Jagdaufſeher
des Herrn Dr. Merck war es jedoch nicht möglich, ſie
bei der Tat zu erwiſchen. Dem Georg Guth konnte
nur einmal ein Flobert abgenommen werden, welches
Anfangs Auguſt durch ein neues erſetzt wurde. Auf
die Drohung des Jagdaufſehers, er fange ſie doch
ein=
mal, erwiderte der jüngere: „Wenn wir uns unter vier
Augen treffen, ſchieße ich Sie über den Haufen” Mehr
Erfolg hatte der Wachtmeiſter Müller, der mit einem
Begleiter am 28. Auguſt in Zivil vom Morgen bis zum
Abend das Paar beobachtete. Erſt zehn Minuten vor
6 Uhr fiel der erwartete Flobertſchuß. Sofort eilten
die Beamten herbei; ſie fanden aber nichts vor. Auf
die Weiſung, den Haſen herauszugeben, wußten die
Guths von einem ſolchen nichts. Später wurde der
eine Lampe jedoch gefunden; nun behaupteten ſie, ſie
hätten ihn totgeſchlagen. Auch dieſe Behauptung ward
entkräftet, denn auch die Waffe fand ſich vor. Nun
er=
zählten die Jäger, ſie hätten etwas auf dem Boden
lie=
gen ſehen, aber nicht gewußt, daß es ein Haſe ſei. Erſt
nach dem Schuß ſei ihnen dies klar geworden. Den
Beſitz der Waffen rechtfertigten ſie damit, daß ſie zu
Hauſe ſo viele Ratten hätten, daß dem Rindvieh die
Schwänze angenagt würden. Ein Mann, der in dem
Hauſe wohnt, hat in anderthalb Jahren nur einmal
wahrgenommen, daß Jagd auf Ratten gemacht wird.
Von dieſer Schießerei will der Vater der
Jagdlieb=
haber, dem das Haus noch gehört, nichts wiſſen. Das
Gericht erachtete ein gewerbsmäßiges Jagen nicht für
nachgewieſen, erkannte jedoch wegen eines
gemeinſchaft=
lich und zur Schonzeit begangenen Jagdvergehens auf
je vier Monate Gefängnis; je ſechs Wochen
ſind durch die Unterſuchungshaft verbüßt. Die bei der
Tat gebrauchte Waffe wird eingezogen. Die
Verurteil=
ten treten die Strafe an. — Der 23 Jahre alte
Fabrik=
arbeiter Karl Andreas Pfeffer von Offenbach ſtahl
nach und nach unter Anwendung eines falſchen
Schlüſ=
ſels einer Firma etwa 120 Mark, von welchen er einen
Teil in die Sparkaſſe einlegte; 90 Mark wurden wieder
zurückgegeben. Er bezog dafür fünf Monate
Ge=
fängnis. — Der 32jährige, beſtrafte Peter Klar
von Koſtheim betrog in ſeiner Eigenſchaft als
Werk=
ſchreiber die Brückenbaugeſellſchaft nach und nach um
etwa 300 Mark. Zur Verdeckung ſeines Vergehens
fälſchte er die Lohnliſten. Er wurde zu ſechs
Mona=
ten Gefängnis verurteilt. — Der Dreher Wilhelm
Franz Jung von Hanau ſtahl in Offenbach ein Paar
Stiefel im Werte von etwa 9 Mark. Er handelte im
wiederholten Rückfalle und wurde zu neun
Mona=
ten Gefängnis verurteilt.
* Freie Vereinigung Darmſtädter Künſtler. Wie
der Vorſtand der Freien Vereinigung Darmſtädter
Künſtler uns mitteilt, hat ſich die Vereinigung (
ge=
gründet 1898), deren Mitglieder in Heſſen lebende oder
aus Heſſen ſtammende bildende Künſtler ſind, durch
Zu=
wahl hervorragender, meiſt jüngerer Maler
weſent=
lich vergrößert und eine Neuorganiſation und
Erweiterung des Vorſtandes fand ſtatt. Der
Vor=
ſtand beſteht jetzt aus den Herren: Georg Altheim,
Maler, Darmſtadt (Schatzmeiſter); Profeſſor Dr. Karl
Bantzer, Maler, Dresden; Adolf Beyer, Maler,
Darm=
ſtadt (erſter Vorſitzender); Geheimer Hofrat Profeſſor
Eugen Bracht, Dresden; Profeſſor Otto Heinrich Engel,
Maler, Berlin; Profeſſor Richard Hoelſcher, Maler,
Darmſtadt (zweiter Vorſitzender); Profeſſor Ludwig
von Hofmann, Maler, Weimar; Karl Küſtner, Maler,
Guntersblum (Rheinheſſen); Otto Ubbelohde, Maler,
Goßfelden bei Marburg.
Für die wiſſenſchaftlichen Vorträge über
religiöſe Fragen, die von Profeſſoren der Gießener
Univerſität demnächſt gehalten werden, ſind Karten
außer an der Kaſſe und in der Hofbuchhandlung Waitz
auch im Verkehrsbureau zu haben.
* Alldeutſcher Verband. Nächſten Sonntag, den
23. d. Mts., findet zu Mainz ein Gautag des Rhein=
Main=Gaues des Alldeutſchen Verbandes
ſtatt. Die Verſammlung beginnt um 3 Uhr und wird
im „Mainzer Hofe” abgehalten. Herr Reallehrer
Grünſchlag von Mainz wird einen Bericht über die
allgemeine politiſche Lage erſtatten; über die
elſaß=
lothringiſche Frage wird Herr Polizeikommiſſar
Gropen=
gießer, der 37 Jahre im politiſchen Dienſte des
Grenz=
landes tätig war, ſprechen und Herr Baßler über die
Einwanderung fremder Volksteile in das Reich und die
völkiſchen Gefahren der neuen Reichsverſicherungs=
Ordnung.
— Verein für Verbreitung von Volksbildung. Der
Verein „Liedertafel” hat für den 19. November
ſeine Mitwirkung für einen Volksunterhaltungsabend
zugeſagt und ſich bereit erklärt, ſein großes
patrio=
tiſches Herbſtkonzert am nächſten Samstag, 22. Oktober,
zu einem echten und rechten Volksabend zu geſtalten.
Die Mitglieder erhalten an den bekannten Plätzen
Karten hierfür.
— Konzert in der Stadtkirche. Am Sonntag, den
30. Oktober, mittags 5 Uhr, findet in der Stadtkirche
das diesjährige Konzert zum Beſten der
Kinder=
gottesdienſte der Stadtgemeinde ſtatt. Ihre
Mitwirk=
ung haben in liebenswürdiger Weiſe bereits zugeſagt:
Freiin B. v. Bellersheim, Hofdame unſerer
Großherzogin (Violine), Frl. Lili Hickler (
Vio=
line) und Herr Hofopernſänger A. Stephani (Baß).
Karten und Programme ſind ſchon jetzt an den
üblichen Verkaufsſtellen zu bekommen. Näheres
dar=
über iſt in den nächſten Tagen aus den Zeitungen zu
erſehen.
Die Otioberverſammtung des Vereins für
Ge=
flügel= und Vogelzucht „Ornis” eröffnete der erſte
Vorſitzende, Herr Schömer, mit der Mitteilung, daß
ſeit dem 1. d. M. 6 neue Mitglieder aufgenommen
worden ſeien. Nach Bekanntgabe der Einläufe wurde
zunächſt, dem Antrage des Vorſtandes entſprechend,
die Stiftung eines Ehrenpreiſes für die vom 19. bis 21.
November in Pfungſtadt ſtattfindende „Starkenburger
Verbandsausſtellung” beſchloſſen. Alsdann wurden die
Kommiſſionen für die vom 5. bis 7.
Novem=
ber d. J. in der „Stadt Pfungſtadt” dahier
ſtattfindende Geflügel= und Vogel=
Ausſtel=
lung gewählt. Der erſte Vorſitzende teilte mit, daß
bereits 14 Ehrenpreiſe von verſchiedenen
Vereinsmit=
gliedern geſtiftet wurden. Nach Beratung weiterer,
die Ausſtellung betreffender Gegenſtände wurde die
übliche Verloſung vorgenommen.
C. Dienſtboten. Während hier noch vor zwei Jahren
die Nachfrage nach weiblichem Dienſtperſonal das
Ange=
bot erheblich überſtieg, iſt ſeit Jahresfriſt eine Aenderung
eingetreten und gegenwärtig überſteigt das
Ange=
bot namentlich jüngerer wenig geſchulter Dienſtmädchen
die Nachfrage ziemlich erheblich. So wenigſtens nach
den Veröffentlichungen der ſtädtiſchen
Vermittelungs=
ſtelle. Nur nach tüchtigen Köchinnen herrſcht fortgeſetzt
eifrige Nachfrage bei ungenügendem Angebot und werden
ſehr gute Löhne bewilligt.
— Weidmannsheil. Herr Leutnant Schneider
hier erlegte auf dem Jagdrevier des Herrn L. Beuer
hinter dem Einſiedel bei der am Montag daſelbſt
abge=
haltenen Treibjagd einen kapitalen Wildkater im
Gewicht von 15 Pfund.
— Aus der Beſſunger Bücherhalle (Beſſunger Straße
Nr. 48) wurden im Auguſt und September 276 und 367
Bücher entliehen; Zahl der Leſer ſeit 1. April 375.
Ge=
ſchenke gingen ein: Von Freifrau von Normann drei
Jahrgänge Zeitſchriften; von Frau Dr. Fehr ein
Mayers Konverſationslexikon; von Fräulein
Brum=
hard 97 Bände; von Herrn Regierungsrat Dr. Wüſt
13 Bände; von Herrn Geh. Rat Dr. Weber verſchiedene
Zeitſchriften. Den gütigen Gebern herzlichen Dank!
Anmeldungen weiterer Spenden von Büchern und
guten Zeitſchriften, ſowie Beitrittserklärungen zum
Verein für Verbreitung von Volksbildung (
Mindeſt=
beitrag 2 Mark) werden vom Vorſtand des Vereins,
ſo=
wie im Verkehrsbureau entgegen genommen.
Unent=
geltliche Bücherausgabe: Dienstags, Donnerstags und
Samstags, abends von halb 8 bis 9 Uhr.
Wolfskehlen, 19. Okt. Nachdem die hieſige
Bür=
germeiſterwahl durch das Kreisamt Groß=Gerau
beſtätigt war, hatten ſich die dagegen
Beſchwerde=
führenden nochmals an das Miniſterium des Innern
gewandt. Dieſes hat nun durch das Kreisamt die
Re=
klamanten aufgefordert, ihre in der Beſchwerdeſchrift
gegen die Perſon des Gewählten vorgebrachten Gründe
zu beweiſen. Gleichzeitig hat das Kreisamt bei dem
Amtsgericht Groß=Gerau die
Beleidigungs=
klage gegen die Beſchwerdeführer eingeleitet.
H. Dieburg, 19. Okt. Am 17. dieſes Monats fand
hier die Wahl von neun Gemeindevertretern ſtatt,
wo=
für 21 Kandidaten aufgeſtellt waren. Von 1078
Wahl=
berechtigten machten 818 von ihrem Stimmrecht
Ge=
brauch, eine hier noch nie erreichte Zahl. Infolge
die=
ſer außergewöhnlich großen Wahlbeteiligung konnte das
Reſultat der Abſtimmung erſt am Dienstag abend nach
8 Uhr verkündet werden. Es wurden gewählt mit
564 Stimmen Valt. Lämmermann, Inſpektor; mit
551 Stimmen Adam Enders V., Gaſtwirt; mit 477
Stimmen Andr. Rödler, Zimmermeiſter; mit 426
Stimmen Johs. Thomas X., Schmiedemeiſter; mit
404 Stimmen Gg. Kiefer Metzger und Wirt; mit
402 Stimmen Heinr. Friedrich, Kreisveterinärarzt:
mit 392 Stimmen Martin Deuter, Buchbinder; mit
385 Stimmen Heinr. Bonifer, Schuhmachermeiſter,
und mit 365 Stimmen Frz. Ad. Wolf,
Spezereihänd=
ler. Die übrigen Kandidaten erhielten zwiſchen 127
und 346 Stimmen.
Friedberg, 19. Okt. Die Unterſuchung wegen des
Bombenattentates führte den
Unterſuchungs=
richter, Geheimerat Wehner, in Begleitung eines
Ver=
treters der Staatsanwaltſchaft in St. Ingbert zur
Augenſcheinnahme. Die beiden Verbrecher Wingeß und
Werner waren in die dortige Pulverfabrik
eingedrun=
gen und hatten dabei eine eiſerne Tür zu einem unter
der Erde gelegenen Dynamitlager aufgebrochen.
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 18. Oktober.
Zum erſten Male:
„Der Arzt am Scheidewege‟.
Komödie in 5 Akten von Bernard Shaw.
W-l. Spannung war der Anfang und Enttäuſchung
und Verſtimmung das Ende des Abends. Der
Zynis=
mus iſt die Lebensanſchauung moraliſch bankerotter
Leute und iſt unfruchtbar und kunſtfeindlich. Eine
ver=
bitterte Satire verfehlt ihren Zweck. Eine lange
In=
haltsangabe des Stückes zu geben, deſſen Bezeichnung
als Komödie irreleitend iſt, iſt ebenſo undankbar wie
überflüſſig. Der Arzt Sir Colenſo Ridgeon, Spezialiſt
für Tuberkuloſekrankheiten, ſteht am Scheidewege, als
er ſich entſchließen ſoll, den ſchwindſüchtigen Maler
Dubedat, den Gatten der von ihm geliebten Frau, zu
retten. Er muß ſich entſcheiden, ob er ihn „töten” oder
retten will, in welchem Falle er aber auf den Beſitz
der geliebten Frau verzichten muß. Er entſcheidet ſich
für das erſtere und übergibt die Behandlung des
Mannes einem Kollegen, unter deſſen unkundigen
Händen er dem ſicheren Tode entgegengeführt werden
muß. Er wird aber um den Preis ſeines mit zyniſcher
Offenheit zugegebenen Mordes betrogen, da die Frau
einen anderen heiratet, er „hat alſo ohne Zweck
ge=
mordet”. . .
Die boshafte Satire auf die Aerzte wird dieſen
ebenſowenig ſchaden wie die Anſchauungen der
bürger=
lichen Geſellſchaft von Sitte und Geſetz, die in dem
Stücke verhöhnt werden, dadurch erſchüttert werden
können. Der Aerzteſtand ſteht zu hoch im allgemeinen
Anſehen, als daß er durch ein ſolches Pamphlet
herab=
gewürdigt werden könnte. Ob es in England anders
beſtellt iſt, wiſſen wir nicht. Immerhin wäre es
be=
greiflich, wenn ein Stand gegen eine ſo allgemeine
öffentliche Herabſetzung proteſtieren würde. Die
Be=
griffe von Lumperei und Ehrenhaftigkeit ſind ferner
zu feſt in dem allgemeinen Rechtsbewußtſein
begrün=
det, als daß man den ſkrupelloſen und unverſchämten
Snob Dubedat für das halten könnte, was ſeine Frau
in ihm zu erblicken vorgibt, und wenn der Verfaſſer
ſeiner Anſicht Geltung verſchaffen will, daß jede Moral
Unſinn ſei und den Beweis dafür erbringen will, daß
„moralloſe” Leute höher ſtehen als moraliſche, ſo iſt
ihm der Beweis des Gegenteils glänzend gelungen.
Das Stück ſpielt in einer erdachten und
konſtruier=
ten Welt, und keine von den Perſonen, die wie
Schach=
figuren hin= und hergeſchoben werden, kann uns
ihrer Handlungen und der unwahrſcheinlichen
Situa=
tionen intereſſieren. Das Intereſſe wird noch durch
die vielen Takt= und Geſchmackloſigkeiten und
Zynis=
men abgeſchwächt, die in der langen Sterbeſzene des
Drama iſt das Stück viel zu lang ausgedehnt und des=
und Verſtöße gegen den guten Geſchmack und die das
Intereſſe ertötenden Zynismen können die geiſtreichen
Pointen und Antitheſen des Dialogs, bei denen man
aber zu viele Abſicht merkt, nicht entſchädigen.
len, wenn man auch das Gefühl nicht los werden
kann aber auch an der Verſchrobenheit der Rollen ſelbſt
Erhebung in den Ritterſtand im erſten Akt mit einer
Jürgas. Man kann die Rolle vielleicht noch anders
Rolle und führte ſie konſequent und lobenswert durch.
übrigen Aerzte iſt mit Ausnahme der des Blenkinſop,
die Herr Knispel recht charakteriſtiſch darſtellte, nicht
Prevoſt ſehr hübſch, wenn auch unverſtändlich auf=
Reporters bei Herrn Holler in berufenen Händen. der Vorlage machen, denn ſie will die wiſſenſchaftlich
Herr Hacker, der die Regie führte, hatte für einen ausgebildete Naturheilkunde treffen.
ſtil= und geſchmackvollen ſzeniſchen Rahmen Sorge
ge=
tragen; die Inſzenierung war eigentlich das Hübſcheſte
an dem ganzen Stück.
— Man ſchreibt uns: Ueber das Thema „
Frei=
wegen der erkünſtelten und ausgeklügelten Motive heit der Heilkunde und Kurpfuſcherei”
hielt am Montag, den 17. Oktober, im
Naturheil=
verein Herr Prof. Dr. Förſter aus Berlin einen
Vortrag. Zu dieſem zeitgemäßen Vortrag hatten ſich
die Zuhörer nicht in der Menge eingefunden, wie es
Schwindſüchtigen ihren Höhepunkt erreichen. Als der Wichtigkeit des Themas entſprochen hätte, viele
mochten abgehalten ſein durch andere Veranſtaltungen
halb ermüdend und langweilig. Für alle dieſe Mängel desſelben Abends oder blieben fern aus
Teilnahmloſig=
keit gegenüber dem Laienelement, das nach wie vor für
unbefähigt und unberechtigt gehalten wird, in den
Fragen der Menſchheit mitzuſprechen. Andere mochten
die Frage vielleicht noch nicht für ſo brennend halten,weil
Die Künſtler gaben ſich viele Mühe mit ihren Rol= die erſte Vorlage des ſogenannten Kurpfuſchereigeſetzes
zurückgezogen wurde und eine zweite wahrſcheinlich
konnte, als ob manche Rollen falſch beſetzt ſeien; es mildere Faſſung noch erwartet wird. Jedenfalls aber
wären ſie alle befriedigt aus dem Vortrage nach Hauſe
liegen. Ungern vermißte man allerdings Herrn Wagner gegangen, denn um das Thema allſeitig zu beleuchten,
in dem Enſemble. Die Rolle des Dr. Ridgeon, deſſen hielt ſich der Redner nicht eng an den Begriff der
Kur=
pfuſchereivorlage, ſondern beleuchtete es im großen
unerträglichen Breite behandelt wird, ſpielte Herr Rahmen der Weltanſchauung, die nach Freiheit
ſtrebt: errungen iſt nach Kämpfen die Freiheit des
Ge=
ſpielen und kann auch noch mehr verderben. Für den wiſſens, die politiſche Freiheit, übrig bleibt noch zu
Charakter des Stückes iſt es ohne Belang. Jedenfalls erringen die Freiheit das Recht auf den eigenen Leib,
vertrat Herr Jürgas eine ſelbſtändige Auffaſſung der Beſeitigung des Impfzwanggeſetzes und Einführung
der Gewiſſensklauſel nach engliſchem Vorbild, die die
Ganz an ſeinem Platze war Herr Lehrmann als Eltern, die vor einem Richter die Erklärung abgeben,
Sir Patrick Cullen; aus den ſpleenigen Rollen der daß ſie aus gewiſſenhafter Ueberzeugung Impfgegner
ſind, von der Impfung ihrer Kinder befreit. Der
Vor=
tragende kam nicht als Feind der Aerzte, ſondern
viel zu machen. Sie wurden von den Herren Jor= achtete auch in ihnen die ehrliche Ueberzeugung,
ver=
dan, Heinz und Hacker geſpielt. Die Rolle des trat aber ſeine Ueberzeugung, daß dem Laienelement,
gefeierten Moralloſen, der, um mit dem Dichter zu wie bei Gericht, in Parlamenten, Erziehungsfragen, ſo
reden, „hinſchwindet wie das Abendrot” ſpielte Herr auch bei Angelegenheiten des Körpers das Recht zu=
Schneider ſehr gewandt, obgleich wir der Anſicht ſteht, mitzureden. Den Begriff Kurpfuſcher wandte er
ſind, daß mehr Perſönlichkeit dazu gehört, wenn man an nicht auf den, der abſeits vom Wege der ſtaatlichen
eben nicht beabſichtigt, die Rolle der Frau Jennifer! Heilkunde wandelt, ſondern der im Banne der
Autori=
ganz ins Lächerliche zu ziehen. Letztere ſpielte Frl. tät befangen iſt, probiert und Schaden ſtiftet aus
Leicht=
ſinn oder Unkenntnis. Unter den Heilkünſtlern,
aka=
geregt. Die alberne und deplazierte Rolle der Wirt= demiſchen oder nichtakademiſchen, ſoll freier Wettbewerb
ſchafterin Emmy lag bei Frau Rudolph, die des herrſchen. Aber Front muß man gegen die Anhänger
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
Seite 4.
Sie mußten dann etwa zwanzig Treppen hinabſteigen
und zwei ſchwere, wohlverwahrte Türen erbrechen, um
an den Sprengſtoff zu gelangen. Die ſchweren
Ein=
bruchswerkzeuge, die ſie dabei benutzten, wurden im
Walde dicht bei der Stadt gefunden.
C Aus Oberheſſen, 19. Okt. Die Arbeiten an dem
Provinzial=Gruppenwaſſerwerk, das die
Provinz Oberheſſen zur Zeit von dem außerordentlich
waſſerreichen Quellgebiet bei Inheiden aus
errich=
ten läßt, haben recht gute Fortſchritte gemacht. Die in
dem Quellengebiet bei der Riedmühle und dem
Gräf=
lich Wallderdorfſchen Gute Hof=Graß, in nächſter Nähe
der Station Treis=Horloff, im vorigen Herbſte
errich=
teten fünf Brunnen ergeben zuſammen 25000 bis 30000
Kubikmeter Waſſer täglich, von denen allein an die
Stadt Frankfurt a. M. 20000 Tages=Kubikmeter
abge=
geben werden. Das Maſchinenhaus wird in den
näch=
ſten Tagen im Rohbau vollendet werden; beſonders
ſchwierig waren die Fundamentierungsarbeiten in dem
ſumpfigen Baugrund, und die Herſtellung der
Maſchi=
nenfundamente. Der weitaus größte Teil der über 40
Kilometer langen Zuleitung iſt ſchon verlegt; ſo liegt
bereits der Rohrſtrang vom Quellengebiet bei
Aſſen=
heim und von Nieder=Wöllſtadt bis an die
preußiſch=
heſſiſche Landesgrenze bei Vilbel. Am Einlauf in den
Hochbehälter Heiligenſtock wird das von der Provinz
gelieferte Waſſer mittelſt ſelbſtregiſtrierender
Meßvor=
richtungen gemeſſen. Am 1. April 1912 ſoll das ganze
Werk fertiggeſtellt ſein, da vertraglich mit dieſem Tag
die Waſſerlieferung nach Frankfurt beginnen ſoll.
Reich und Ausland.
ſitäts=Jubiläumsmünzen werden noch heraus, ſowie aus mehreren Häuſern mit Flaſchen und
immer ſo ſtark begehrt, daß man faſt von einem Sturm
auf die königliche Münze reden kann. Dabei ſind, wie
gemeldet, die polierten Münzen längſt vergriffen.
Dem=
nach iſt jeder Verſuch, jetzt noch polierte Stücke, in der
nach den Jubiläumstalern iſt, beweiſt die Tatſache, daß
für die Münzen bereits 40—50 Mark geboten wurden,
ſteigen werden. — In der Nacht zum 28. Auguſt
dran=
gen auf dem Bahnhoſe Groß=Görſchenſtraße Depot, in dem ebenfalls Arbeitswillige beherbergt wur=
Räuber durch das Fenſter des Fahrkartenſchalters in den, mit einem Hagel von Steinen.
den Raum, in dem die Fahrkartenverkäuferin ſchlief.
Die Attentäter ſchlugen das Mädchen zu Boden, würgten
es, bis es beſinnungslos wurde, raubten etwa 800 Mk.
und entflohen. Jetzt ſind zwei Perſonen dem
Unterſuch=
ungsrichter eingeliefert worden, die unter dem drin= 1 untergegangen. Von der Beſatzung wurden vier
genden Verdacht der Täterſchaft ſtehen,
näm=
lich der 29jährige Schlächter Adam Kiewicz und der Oeſel als Leichen angetrieben; das Schickſal der übri=
23jährige Schlächter Berliner. Beide haben ſich in der
kritiſchen Zeit durch große Geldausgaben und allerlei
Redensarten verdächtig gemacht. — Durch umfangreiche und Brudermörder Denker von hier im hieſigen Zuchthauſe
Diebſtähle iſt die Fleiſchwarenfirma von Hefter
ſchwer geſchädigt worden. Der Inhaber erhielt
Mit=
teilungen von Angeſtellten, auf Grund deren er einige
ſeiner Geſellen überraſchte, als ſie bei einem Reſtau= Roſenörn hat Unterſchleife von 120000 Kronen
be=
rateur die geſtohlenen Waren vom eigenen Gefährtf gangen. Als er verhaftet werden ſollte, vergiftete er ſich.
der Firma veräußern wollten.
Frankfurt, 19. Okt. Von den
Garantiezeich=
nern der „Ila” hat die Ausſtellungsleitung infolge des
entſtandenen Defizits einen Teil der gezeichneten Beträge
einfordern müſſen, und es ſind ſchon über 200000 Mark
ein=
gezahlt worden. Verſchiedene Garantiezeichner weigern
ſich, die Beträge zu zahlen, ſodaß etwa noch
10000 Mark ausſtehen. Die durch ihren Liquidator,
Rechts=
anwalt Dr. Joſeph, vertretene Ausſtellung iſt nun, wie Albert überreichte ſodann den Leitern der einzelnen
der Frankf. Generalanzeiger mitteilt, gegen dieſe
Garan=
tiezeichner gerichtlich vorgegangen, um die noch
ausſtehende Summe zu erlangen. Unter den Klagen iſt
eine von beſonderem Intereſſe. Sie richtete ſich gegen den
Mark gezeichnet hatte und nun 1000 Mark an die Klägerin
bezahlen ſoll. Der Beklagte machte geltend, daß es ſein
„Ila‟ Rechnungslegung zu erhalten. Der Beklagte glaubte
rung nicht ordnungsmäßig geweſen war. Das Gericht
ent=
ſchied, daß der Anſpruch auf Rechnungslegung unbegründet verteilung hin.
ſei. Man könne nicht den Garantiezeichnern das Recht
ſchäftsführung notwendig war. Die Klägerin hätte das eine Keſſelexploſion vier Heizer get ötet.
Recht, die ganze Garantieſumme einzuziehen und wäre
nur verpflichtet, einen Teil wieder herauszugeben, wenn
Kleines Feuilleton.
* Italien im Zeichen der Cholera. Man
ſchreibt der „N. G. C.” aus Florenz: Die Italiener
machen nicht gern trübe Geſichter, ſie ſind wie die
Kinder, die, noch die Tränen an den Wimpern, ſchon
wieder lächeln. Aber in letzter Zeit iſt ihre Heiterkeit
ſtiller, ängſtlicher geworden. Kommt nicht auch eine
Plage nach der anderen über das blühende Land? Noch
iſt der Schaden, den das meſſiniſche Erdbeben brachte,
nicht verwunden, ein Jahr lang verminderte ſein
Schrecken den Fremdenverkehr aufs äußerſte — nun
ſperrt die Cholera das Land. Wieder bleiben die
Frem=
den fort, und die reifen Früchte, die der geſegnete,
durchſonnte Boden hervorbringt, verderben nutzlos.
Die Ausfuhr iſt gering und im Lande ſelbſt wagt nur
der geringſte Teil der Bevölkerung, Obſt und Gemüſe
zu verzehren. Wenn man jetzt die Obſtpreiſe hört,
glaubt man im Schlaraffenland zu ſein. Friſche Feigen
bekommt man, ſoviel man mag, für einen Soldo —
„ſie faulen ja doch” —, mit den letzten Trauben des
Jahres iſt es nicht viel anders, und grünen Salat,
Spinat und Roſenkohl kann man für Weniges
ein=
handeln. Und ebenſo — Blumen! Wenn die verliebten
Hochzeitsreiſenden aus dem Norden nicht kommen, wer
kauft dann die Blumen in dieſen unruhigen Tagen!
Roſen, Nelken, bunte Sternblumen — der beſcheidenſte
Bettler kann ſie ſich leiſten, und aus manchem
ausge=
riſſenen Knopfloch lugen Roſen, die wert wären, die
Bruſt der allerſchönſten Frauen zu ſchmücken. Das
ſcheint beinahe luſtig, aber es ſcheint nur ſo. Denn
die Fleiſchpreiſe ſteigen und ſteigen — ſoll doch das
Fleiſch das beſte Nahrungsmittel in Cholerazeiten
ſein —, Brot, Kaffee, Zucker, alles wird teurer, der
Verdienſt aber geringer als je. Die Weinernte war
ſchlecht — der Wein von 1910 wird ſauer ſein, wie die
ſorgenvollen Mienen, mit denen er von den
ſchwanken=
den Rebenranken geſchnitten ward, und auch das Oel
iſt teurer geworden, denn die Olive iſt eine der wenigen
Früchte, die man ausſenden konnte. Wo jetzt auft
der Straße zwei zuſammentreffen, um das übliche,
raſche: „Come sta?” zu wechſeln, da kommk nicht die
gewohnte, frohſchnelle Antwort: „Non 6’é male”
ſon=
dern man wiegt ernſthaft den Kopf und ſagt: „Was für
eine Zeit, was für eine Saiſon” Richtig ſchimpfen auf
etwas Unſichtbares wird der Italiener ja niemals,
ſich herausſtellen würde, daß die ganze Summe nicht
er=
forderlich war. Der Hotelier wurde alſo zur Zahlung des
eingeklagten Betrages verurteilt.
Frankfurt a. M., 18. Okt. Einem von der
Stadtver=
ordnetenverſammlung geäußerten Wunſch entſprechend
erklärte ſich der Magiſtrat bereit, die nächſten
Stadt=
verordnetenwahlen auf einen Sonntag
an=
zuberaumen. Die Sozialdemokraten blieben mit ihrem
Antrag, die Abhaltung der Stichwahlen ebenfalls an
einem Sonntag vorzunehmen, in der Minderheit.
Pirmaſens, 19. Okt. Anläßlich des hieſigen
Kirch=
weihfeſtes kam es am vergangenen Montag nachts
in mehreren Wirtſchaften zu ſchweren Schlägereien
und groben Ausſchreitungen, bei denen auch beteiligte
Perſonen verletzt wurden. Im Verlaufe einer
Schläge=
rei wurden von den Streitenden mehrere
Revol=
verſchüſſe abgefeuert und einer der Beteiligten an
der Bruſt ſchwer verletzt. Als die Polizei einſchritt,
wurde ſie von den Radaubrüdern mit Stühlen und
eiſernen Gegenſtänden beworfen. Die Polizei zog
blank, und einem der Streitenden wurden zwei Finger
durch einen Säbelhieb abgeſchlagen. Ein Schutzmann
wurde durch Stuhlhiebe am Kopfe erheblich verletzt;
es gelang der Polizei ſchließlich, die Haupträdelsführer
zu verhaften.
Bremen, 19. Okt. Vor den Depots der
Straßen=
bahn, wo die von Hamburg gekommenen
Arbeits=
willigen untergebracht ſind, iſt es geſtern abend
wieder zu blutigen Ausſchreitungen
gekom=
men. Eine nach vielen Hunderten zählende
Menſchen=
menge hatte bereits gegen 7 Uhr abends die Straßen
beſetzt. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung war ein
Aufgebot von hundert Schutzleuten herangezogen wor=
Aus der Reichshauptſtadt, 18. Okt. Die Univer= den. Als aus der johlenden und pfeifenden Menge
anderen Gegenſtänden auf die Beamten geworfen
wurde, ging die Schutzmannſchaft mit blanker Waffe
vor. Dieſe Ausfälle wiederholten ſich mehrfach und
dauerten bis 11 Uhr abends. Zahlreiche Perſonen
Münze zu erhalten, zwecklos. Wie groß die Nachfrage wurden ſchwer verletzt. Die Zahl der leichter
ver=
letzten dürfte etwa 50 betragen. Es wurden viele
Ver=
haftungen vorgenommen. Auch vor dem Depot in
und es iſt anzunehmen, daß ſie noch weiter im Preiſe Gröhelingen kam es zu einigen ſchweren
Ausſchreit=
ungen. Eine große Menſchenmenge bombardierte das
Hamburg, 18. Okt. Der der Reederei A. Kirſten
gehörige und ſeit geſtern früh hier überfällige
Dampfer „Valeria” von Petersburg kommend;
iſt wahrſcheinlich bei einem Sturm in der Oſtſee
mit Rettungsgürteln verſehene Leute auf der Inſel
gen zwölf iſt unbekannt.
Oldenburg, 19. Okt. Heute früh wurde der
Eltern=
hingerichtet.
Kopenhagen, 19. Okt. Der Leiter der
Hauptverkaufs=
ſtelle der löniglich däniſchen Porzellan=Manufaltur
1 Roſenörn genoß großes Anſehen Er war im Beſitz
zahl=
reicher ausländiſcher Orden, darunter des Roten
Adler=
ordens vierter Klaſſe.
Brüſſel, 18. Okt. Heute nachmittag fand im
Jubel=
park das Feſt der Preisverteilung der
Welt=
ausſtellung in Anweſenheit des K ön i gs und
der Königin ſtatt. Alle auf der Ausſtellung
vertre=
tenen Nationen defilierten vor dem Königspaar. König
Abteilungen die ihnen zugedachten Preiſe. Von
Deutſchland wurden prämiiert die Geheimräte Albert
und Ravené, ſowie Regierungsaſſeſſor Dr. Hanke. Ein
Feſtzug, Arbeit und Induſtrie darſtellend, durchzog die
Hotelier Franz Herrlein, der eine Garantieſumme von 5000 1 Halle und bildete den Schluß der prunkvollen Feier.
Der Präſident des Ausſtellungskomitees, Baron
Janſſen, begrüßte in ſeiner Anſprache das
Königs=
gutes Recht ſei, zuerſt, ehe er ſein Geld hergebe, von der paar und dankte den verſchiedenen Nationen für ihre
Beteiligung an der Weltausſtellung. Handelsminiſter
Grund zu der Annahme zu haben, daß die Geſchäftsfüh= Hubert ſtellte den großen Erfolg der Weltausſtellung
feſt und wies auf die ſymboliſche Bedeutung der Preis=
Paris, 19. Okt. Aus Marſeille wird gemeldet: An
gewähren, nachträglich jede Maßnahme der Klägerin nach 1 Bord des Poſtdampfers „Sankt Anna” wurden
wäh=
der Richtung zu prüfen, ob ſie zur ordnungsmäßigen Ge= rend der Fahrt von New=York nach Marſeille durch
New=York, 18. Okt. John Rockefeller hat dem
Rockefeller=Inſtitut für mediziniſche Forſch=
dazu iſt er viel zu abergläubiſch. Dann ſetzt man ſeinen
Weg fort, nicht allzu raſch, denn die Sonne brennt noch
heiß, man könnte glauben, daß der Sommer erſt
ange=
fangen habe. Und trotzalledem! So gedrückt die
Stim=
mung im allgemeinen iſt — ganz verſtummen Geſang
und Fröhlichkeit auch jetzt nicht, und wo man geht oder
ſteht, hört man aus irgend welcher Kehle den neueſten
Gaſſenhauer: „ — si fa Tamore, si fa Tamore!‟
* Caruſomanen. Am Dienstag vormittag um
½11 Uhr begann im königlichen Opernhauſe zu Berlin
der Kartenverkauf für die drei Caruſo=Gaſtſpiele. Seit
½6 Uhr morgens ſtanden ſchon hundert Menſchen vor dem
Opernhaus, von einem Aufgebot von Schutzleuten in
ge=
ordneten Reihen gehalten „immer an der Wand lang”. Im
Laufe des Vormittags wuchs die Menge auf mehr als
tauſend an, ſodaß die Leute in Reihen zu Vieren um das
ganze Opernhaus herumſtanden. Ganze Trupps von
„Blitzjungen‟ Dienern und Offiziersburſchen ſtanden
ne=
ben kunſtbegeiſterten jungen Mädchen, die, um ſich die Zeit
zu verkürzen, Romane laſen. Es fehlten auch nicht die
be=
rufsmäßigen Billetthändler. Viele werden vergeblich die
langen Stunden gewartet haben und enttäuſcht nach Hauſe
gegangen ſein; es wird ihnen nichts anderes übrig
blei=
ben, als Caruſo mit Hilfe des Grammophons zu hören.
* Den weiſen Frauen von Regensburg
iſt großes Heil widerfahren. Es hat nämlich die Fürſtin
Margarethe von Thurn und Taxis in Regensburg das
Protektorat über den dortigen Bezirks=Hebammenverein
übernommen und geſtattet, daß die Hebammen ihr
A.=Monogramm im Vereinsabzeichen führen dürfen. In
Anerkennung ihrer Verdienſte; denn ſiebenmal hat die
Fürſtin im Laufe von 15 Jahren bis jetzt die wohltuende
Hilfe der jetzt von ihr protegierten Damen in Anſpruch
genommen.
* Ein komiſches Heiratsinſerat findet ſich
in dem im Bayeriſchen Wald erſcheinenden Grafenauer
Anzeiger. Es lautet: „Heirat. Einfaches, nettes
Mäd=
chen, katholiſch, Mitte der dreißiger Jahre, gut und
häus=
lich verzogen, zimmerrein, Deutſchböhmin, wünſcht wegen
Mangel an Herrenbekanntſchaft mit einem beſſeren Herrn
zwecks Heirat in Korreſpondents zu treten. Brief unter
Glück” an Roſina Scheinoſt, Grafenau, Hs.=Nr. 71.‟ Aber
Roſina!
Nummer 246.
ungen geſten nachmitag einen weiteren Betrag von
3 620000 Dollars überwieſen. Die Geſamthöhe dieſer
einen Rockefeller=Stiftung beläuft ſich damit auf neun
Millionen Dollars oder rund 40 Millionen Mk.
Ins=
geſamt hat Rockefeller bisher nicht weniger als 120
Millionen Mark für wiſſenſchaftliche Zwecke geſpendet.
New=Orleans, 18. Okt. Das Geſchäftsviertel von
Saint Auguſtine (Florida) iſt von der Sturmflut
überraſcht worden. Der Dampfer „Mercator” der
Vaccaro=Linie iſt mit 60 Perſonen im Sturme
unter=
gegangen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Richard Wagner=Verein. Das
Pro=
gramm des heutigen Joän de Manén=Abends, für den
ſich fortgeſetzt ein ungewöhnlich lebhaftes Intereſſe
gel=
tend macht, weiſt außer Felix Mendelsſohns
Violin=
konzert eine Reihe von Solo=Nummern für Violine
auf, darunter Paganinis im Original vorgetragene
„I palpiti”. Pianiſt des Abends iſt ein Landsmann
Manéns, Herr J. Joachim Nin, Profeſſor an der
Schola Cantorum in Paris und an der Neuen
Uni=
verſität in Brüſſel, dem ein glänzender Ruf
voraus=
geht. Er, wie die Sängerin des Abends, Fräulein
Anna Klotz aus Dresden, treten bei dieſer Gelegenheit
in Darmſtadt zum erſtenmale auf. Die Künſtlerin, die
ſich um die Pflege der modernen Liedkunſt große
Ver=
dienſte erworben hat, ſingt, vom Komponiſten am
Klavier begleitet, fünf Lieder Manéns, zu der Ernſt
und Elſa Laura von Wolzogen die Texte gedichtet
haben.
Militäriſches.
B.C. Ableiſtung der Dienſtpflicht in
Kiautſchon. Für unternehmende junge Leute, die
ihre Welt= und Menſchenkenntnis erweitern und ſich
die deutſche Heimat einmal von draußen anſehen
wollen, bietet ſich eine günſtige Gelegenheit, ihren
Ge=
ſichtskreis zu vergrößern durch die Möglichkeit, ihrer
Dienſtpflicht in ſolchen Truppenteilen zu genügen,
die außerhalb der deutſchen Heimat ſtationiert ſind.
Unter anderen kommen hierfür auch die
Matroſen=
artillerieabteilung Kiautſchou und die
Marineinfan=
terie in Tſingtau in Betracht, zwei Truppenkörper,
die ſich aus dieſen Gründen vornehmlich aus
Drei=
bezw. Vierjährig=Freiwilligen rekrutieren.
Im Oktober jedes Jahres erfolgt die Einſtellung
der Rekruten: für die Stammabteilung der
Matroſen=
artillerieabteilung Kiautſchou in Kuxhaven und für
das III. Stammſeebataillon der Marineinfanterie in
Wilhelmshaven.
Nach der erſten infanteriſtiſchen Ausbildung, die
während der Wintermonate noch in der Heimat vor
ſich geht, wird im Januar die Ausreiſe nach Oſtaſien
angetreten. Ein großer Transportdampfer, für ſolche
Zwecke und die Fahrt durch die Tropen beſonders
aus=
gerüſtet, führt dieſe „Ablöſung” durch das Mittelmeer
über Colombo, Hongkong und Shanghai nach dem
oſt=
aſiatiſchen Schutzgebiet. In der blühenden und
ſtän=
dig an Bedeutung wachſenden deutſchen Siedelung
Tſingtau wird der Reſt der Dienſtzeit abſolviert. Die
wechſelnden Eindrücke der langen Reiſe, die tägliche
Berührung mit fremden Völkern und Kulturen, die
neuartige und moderne Organiſation unſeres
Schutz=
gebietes, alles das bietet den Angehörigen dieſer
Be=
ſatzungstruppen die von vielen heißerſehnte
Gelegen=
heit, ein Stück der weiten Welt kennen zu lernen und
mit reichen, mühelos erworbenen Kenntniſſen in die
alte Heimat zurückzukehren.
Nach einer ſoeben veröffentlichten
Bekanntmach=
ung der genannten Truppenteile ſind die
Beding=
ungen für die Aufnahme: Mindeſtgröße 1,65 Meter,
kräftige Konſtitution, geſunde Zähne, Alter 18 Jahre
und mehr. Jüngere Leute können nur bei beſonders
guter körperlicher Entwickelung aufgenommen werden.
Die Anmeldungen, bei denen infolge des ſtarken
An=
dranges Eile geboten iſt, ſind an das Kommando der
Stammabteilung der Matroſenartillerie Kiautſchou in
Kuxhaven bezw. an das Kommando des III.
Stamm=
ſeebataillons in Wilhelmshaven zu richten. Dieſen
Anmeldungen iſt ein vom Zivilvorſitzenden der
Erſatz=
kommiſſion ausgeſtellter Meldeſchein zum freiwilligen
Dienſteintritt auf drei bezw. vier Jahre beizufügen.
Für die beſonderen Teuerungsverhältniſſe in Tſingtau
wird den dienſtpflichtigen Militärperſonen außer
Löhnung und Verpflegung eine tägliche Zulage von
0,50 Mark gewährt.
Luftſchiffahrt.
Das Ende von Wellmanns Ozeanflug.
* Wie vorauszuſehen war und wie auch vielfach
vorausgeſagt worden, hat die abenteuerliche Fahrt des
amerikaniſchen Journaliſten Wellmann im
Lenk=
ballon über den Ozean ein ebenſo unrühmliches Ende
gefunden wie ſeine Nordpolexpeditionen. Er hat ſein
Ziel auch nicht annähernd erreicht und iſt recht froh,
mit ſeinen Begleitern gerettet worden zu ſein. Es
liegen über das Ende des Ozeanfluges folgende
Meld=
ungen vor:
* New=York, 18. Okt. Eine drahtloſe Meldung
des Dampfers „Trent” an die Aſſociated Preß beſagt:
Der Ballon „Amerika” telegraphierte „Trent”
um 4½ Uhr früh, die Mannſchaft wolle den
Ballon verlaſſen.” „Trent” wurde erſucht, dem
Ballon, der mit einer Geſchwindigkeit von 12 Meilen
dahinflog, zu folgen. Die Niederlaſſung von
Well=
manns Rettungsboot geſtaltete ſich ſehr ſchwierig. Nach
dreiſtündigem Manövrieren bei ſtarker Briſe wurden
Wellmann und ſeine Begleiter, von denen zwei leicht
verletzt wurden, an Bord des Dampfers „Trent”
ge=
bracht. Die Rettung erfolgte ungefähr 450 Meilen
ſüdlich von Sandy=Hook unter 35 Grad 43
Minuten nördlicher Breite und 68 Grad 18 Minuten
weſtlicher Länge. Der Dampfer „Trent” war geſtern
von den Bermudainſeln abgegangen. Als er die
Berg=
ung vornahm, war es halb 8 Uhr vormittags.
Well=
mann erklärte, er ſei ſo weit aus dem Kurs
ge=
trieben worden, daß er es nicht für ratſam gehalten
habe, weiter zu fahren. Er hatte in faſt dreimal 24
Stunden nur etwa 1000 Kilometer zurückgelegt, war
dabei etwa 600 Kilometer vom Kurs abgekommen, und
hat ſomit wenigſtens Rekorde der verſchiedenſten Art
aufgeſtellt, wenn ſchon der Diſtanzrekord
wahr=
ſcheinlich immer noch vom Grafen Zeppelin
ge=
halten wird.
Die Losmachung des Rettungsbootesdes
Ballons geſtaltete ſich ſchwierig und nahm viel Zeit in
Anſpruch. Der Equilibrator drohte mehrmals das Boot
umzuwerfen und riß ein kleines Loch in eine Seite
des Bootes. Der Telegraphiſt und ein Luftſchiffer
er=
hielten Stöße von dem Equilibrator.
Nummer 246.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910
Seite 5.
* London, 19. Okt. Der Daily Telegraph
em=
pfing geſtern kurz vor Mitternacht aus New=York ein
drahtloſes Telegramm Wellmanns vom
Dampfer „Trent” mit folgendem Inhalt: Nachdem wir
Sonntag vormittag Nantucket paſſiert hatten, ließen
wir uns, unſerer Berechnung nach, 140 Meilen
oſt=
nordöſtlicher Richtung mit abgeſtelltem Motor von
einer friſchen Briſe treiben. Unter 42 Grad
nörd=
licher Breite und 67 Grad weſtlicher Länge drehte der
Wind nach Nordweſten und hatte eine
Stunden=
geſchwindigkeit von 30 Meilen. Das Luftſchiff trieb
mit einer Geſchwindigkeit von 25 Meilen. Der
Equi=
librator, der auf den Wellen lag, zog heftig und
erſchütterte das Luftſchiff, das dadurch in rollende
Bewegung kam, welche das Luftſchiff vollſtändig
zu zertrümmern drohte. Es war eine
ſchreck=
liche Nacht, aber die ganze Beſatzung blieb ruhig.
Wir=
waren ſehr erſchöpft. Wir ſchliefen einer nach dem
an=
deren ein und waren darauf gefaßt, daß wir im Ozean
wieder erwachten. Da der Equilibrator das Luftſchiff
„Amerika” hinabzog, drohte er auch unſer einziges
Rettungsmittel, das Rettungsboot, fortzureißen. Wir
waren alle darüber einig, daß wir im Schiffe bleiben
wollten. Wir warfen Gaſolin aus, um das Luftſchiff
zu erleichtern. Um 3 Uhr morgens wurde der Befehl
gegeben, den Motor anzulaſſen, um Europa oder die
Azoren zu erreichen. Die Winde blieben zunächſt
günſtig, ſchlugen aber bald nach Nordoſt um. Es war
unmöglich, mit der verringerten Quantität Gaſolin
die Azoren zu erreichen. Man beſchloß alſo, zu
ver=
ſuchen, die Bermudainſeln zu erreichen. Mit einer
Stundengeſchwindigkeit von etwa 15 Meilen ließen
wir uns nach Südweſt treiben, bewahrten den Motor
und das Gaſolin für den Endkampf auf und waren
entſchloſſen, das Schiff ſo lange wie möglich zu halten.
Am Montag warfen wir wieder Gaſolin und
einen Teil der beſchädigten Maſchinen über Bord, um
in der Luft bleiben zu können. Während der kalten
Nacht ſahen wir ein, daß wir uns unmöglich noch die
Nacht in der Luft halten könnten.
Eine große Gefahr lag darin, daß der
Equi=
librator das Rettungsboot, das zu früher
Morgen=
ſtunde unter Schwierigkeiten bei ſtarkem Winde
aus=
geſetzt worden war, zerbrechen oder in den Grund
bohren könnte. An jenem Morgen hatten wir die
„Trent” in einer Entfernung von zwei Stunden
er=
blickt. Es war der einzige Weg unſerer Rettung, das
Boot am Morgen auszuſetzen und nicht erſt die Nacht
zu erwarten, wo kein Retter nahe ſein würde. Das
Manöver war geſchickt ausgeführt. Vaniman ließ
die „Amerika” bis dicht über den Meeresſpiegel
nie=
derſteigen. Simon ſetzte das Boot aus. Der
Equi=
librator ſchlug ſchräg dagegen und brachte es beinahe
zum Scheitern. Sobald die „Amerika” von der Laſt
des Bootes befreit war, erhob ſie ſich und
ver=
ſchwand bald in der Ferne. Man ſah dem
Verluſte des Schiffes mit wenig Bedauern zu, da es
doch unbrauchbar war. Wahrſcheinlich wird ein
größeres und ſtärkeres Schiff gebaut werden. Der
Equilibrator, der das Schiff aufhielt, in die Tiefe zog
und ſeine Lenkbarkeit verhinderte, war ein
verhäng=
nisvoller Irrtum dieſes Unternehmens. Es war ein
Verſuch, der der Mühe wert war. Wir haben tauſend
Meilen über dem offenen Meere durchflogen.
sr. Die offiziellen Reſultate der
Ber=
liner Flugwoche ergaben im allgemeinen die
be=
reits gemeldeten Preisträger. Im ganzen gelangten
73000 Mark zur Verteilung, von denen 25400 Mk. an
Lindpaintner, 17300 Mark an Wiencziers, 15000 Mark
an Brunnhuber, 5725 Mark an Thelen, 1500 Mark an
Heidenreich, und je 400 Mark an Mente und Otto
fie=
len. Lindpaintner gewann den großen Preis des
Kriegsminiſteriums von 25000 Mark und außerdem an
täglichen Dauer= und Zuſatzpreiſen 400 Mark. Die
einzelnen Konkurrenzen ergaben folgende Reſultate:
Großer Preis des Kriegsminiſteriums: 1.
Lindpaint=
ner, 25000 Mark; 2. Jeannin, 15000 Mark.
Belaſt=
ungspreis des Kriegsminiſteriums: 1. Brunnhuber,
5000 Mark; 2. Wiencziers, 3000 Mark. Paſſagierpreis:
1. Thelen, 1125 Mark; 2. Brunnhuber, 375 Mk.
Höhen=
peis: 1. Wieneziers, 4000 Mark und Ehrenpreis im
Werte von 1000 Mark. Preis des kürzeſten Anlaufes:
1. Thelen, 500 Mark. Bleichröder=Preis: 1.
Wiene=
ziers, 10000 Mark. Zuſatzpreis zum Lanz=Preis,
ge=
ſtiftet vom Kaiſerlichen Automobilklub: 1. Heidenreich,
1500 Mark. In die täglichen Dauer= und Zuſatzpreiſe
teilten ſich Lindpaintner, Menthe, Thelen,
Brunn=
huber, Wieneziers und Otto.
sr. Ein Freiballon=Match zwiſchen
Deutſchland und Dänemark wurde von
Ko=
penhagen aus ausgetragen. Es beteiligten ſich Ballon
„Clouth IV‟ Führer Graf Frederick Moltke, für
Däne=
mark und Ballon „Berlin” Führer Ingenieur Krebs,
für Deutſchland. Aſſeſſor Sticker=Berlin hatte einen
wertvollen Ehrenpreis ausgeſetzt. Sieger blieb der
Ballon „Berlin” der 550 Kilometer zurücklegte,
wäh=
rend Ballon „Clouth IV” bereits nach einer Fahrt von
255 Kilometer landete.
* Saint Louis, 18. Okt. Bisher iſt von den
zehn an der Internationalen Wettfahrt um
den Gordon=Bennetpreis beteiligten Ballons
nur ein amerikaniſcher Ballon gelandet. Die drei
deutſchen Ballons wurden zuletzt in der Nähe des
Michigan=Sees gelandet.
Sport.
sr. Bei dem Lawn=Tennis=Turnier zu
London ſind die beiden Einzelſpiele bereits
entſchie=
den. A. F. Wilding ſiegte in der Herrenmeiſterſchaft
von London gegen A. H. Lowe 6—2 6—1 6—3 und Miß
H. Lane in der Damenmeiſterſchaft gegen Mrs.
Edging=
ton 6—3 6—2. Die Entſcheidungen in der gemiſchten
und in der Herren=Doppelmeiſterſchaft ſtehen noch aus.
Streikausſchreitungen in Bremen.
* Bremen, 19. Okt. Ueber die
Ausſchrei=
tungen am geſtrigen Abend wird noch berichtet: Am
Dienstag um 5 Uhr nachmittags begannen größere
An=
ſammlungen in der Nähe des Depots Haferkamp. Gegen
6 Uhr wurde dieſes durch die Polizei geſäubert. Bis
gegen 7½ Uhr trat Ruhe ein. Um dieſe Zeit wurde am
Spielplatz in der Nordſtraße mit Steinen und Flaſchen
geworfen und einem Schutzmanne Pfeffer und einem
Polizeiwachtmeiſter ein Kranz in die Augen geworfen;
da die Menge eine drohende Haltung annahm, mußte
der Platz geſäubert werden; dabei fielen aus der
Menge einige Revolverſchüſſe. Unter Hinweis
darauf, daß die Beteiligten ſich des
Landfriedens=
bruches ſchuldig machten, wurde die Menge nochmals
aufgefordert, auseinander zu gehen. Als dieſer
Auf=
forderung keine=Folge geleiſtet wurde, wurde einge=
ſchritten. Es mußten zehn Wirtſchaften am Haferkamp,
in der Nord=, in der Schultze=Delitzſch= und in anderen
Straßen geſchloſſen werden. Die Menſchenmenge mußte
wiederholt zurückgedrängt werden. Beim dritten
Zurückdrängen über die Nordſtraße hinaus bis zur
Juteſpinnerei fielen wieder Revolverſchüſſe. Die
Straßenlaternen von der Hanſaſtraße bis zur
Jute=
ſpinnerei und in den Nebenſtraßen wurden durch
Steinwürfe zertrümmert; in verſchiedenen
Geſchäfts=
häuſern wurden die Fenſterſcheiben zerſchlagen. Beim
Zurückdrängen mußte von der Waffe Gebrauch gemacht
werden. Dadurch, daß die Nordſtraße von der
Hanſa=
ſtraße aufwärts vollſtändig in Dunkel eingehüllt war,
wurde das Einſchreiten der Beamten beſonders
er=
ſchwert. Viermal wurde die Feuerwehr von
Unbe=
fugten alarmiert. An mehreren Stellen wurden die
Feuermeldelaternen durch Steinwürfe zertrümmert.
Elf Verhaftungen wurden vorgenommen. Vier
ver=
etzte Zivilperſonen wurden mit Krankenwagen dem
Krankenhauſe zugeführt. Ein Schutzmann wurde an
der Wartburgſtraße durch einen Steinwurf am Kopfe
ſchwer verletzt und im Diakoniſſenhauſe verbunden.
Nachdem die Nordſtraße von der Menſchenmenge
ge=
ſäubert worden war, war die ganze Nordſtraße von der
Hanſaſtraße an mit fauſtgroßen Steinen überſät. Ein
Anwohner der Nordſtraße will geſehen haben, daß
Frauen und Kinder Steine von einem nahegelegenen
Umbau den Lärmmachern zugetragen haben.
Gegen Mitternacht war die Ruhe wieder hergeſtellt.
Auf der Polizeiwache IV meldeten ſich mehrere
Per=
ſonen, die durch Säbelhiebe Verletzungen erhalten
hatten. Gegen eine größere Anzahl von Perſonen
wurde Anzeige erſtattet, weil ſie den wiederholten
Aufforderungen der Beamten, weiter zu gehen, keine
Folge geleiſtet hatten. Die Arbeitswilligen wurden
heute morgen 5 Uhr ohne Zwiſchenfall zum
Straßen=
bahnhof geleitet.
Grubenunglück.
* Sarſtedt, 18. Okt. Seit heute früh 6 Uhr ſind
über 100 Rettungsmannſchaften abwechſelnd
un=
ermüdlich tätig, um die auf dem Schachte der Gewerkſchaft
Siegfried eingeſchloſſenen 14 Bergleute zu retten. Um
4 Uhr waren die Rettungsmannſchaften bis zur
Unglücks=
ſtelle vorgedrungen. Außer den bereits geborgenen wurde
noch eine zweite Leiche zutage gefördert. Es wird
befürch=
tet, daß ſämtliche noch eingeſchloſſenen Bergleute infolge
der Exploſion ihr Leben eingebüßt haben. Der Betrieb iſt
vorausſichtlich nicht geſtört.
* Groß=Gieſen, 19. Okt. Um 3 Uhr nachts iſt es
gelungen, ſämtliche Leichen bei der
Dynamiterplo=
ſion auf dem Schachte der Gewerkſchaft Siegfried zu
bergen. Das Unglück hat im ganzen 18 Opfer
ge=
fordert; 16 Bergleute, meiſt Schachthauer, und zwei der
Rettungsmannſchaften. Oberbergrat Müller und Bergrat
Richert leiteten ununterbrochen die ſchwierigen Rettungs=
und Bergungsarbeiten. Die behördliche Unterſuchung über
die Urſache des Unglücks wird im Laufe des Vormittags
fortgeſetzt.
* Groß=Gieſen, 19. Okt. Wie die Verwaltung
mitteilt, ergab die amtliche Unterſuchung, daß das Unglück
auf dem Siegfried durch die wahrſcheinlich durch
Ver=
ſchulden eines Hauers entſtandene Exploſion einer
Dynamitkiſte verurſacht wurde.
* Groß=Gieſen, 19. Okt. Nachdem die
behörd=
liche Unterſuchung ergeben hat, daß das Unglück auf
dem Schacht der Gewerkſchaft „Siegfried” durch die
Exploſion eines Kaſtens mit Dynamit erfolgt iſt und
weitere Gefahr nicht mehr beſteht, wurde der Schacht
wieder freigegeben, ſodaß der Betrieb in vollem
Umfang wieder aufgenommen werden kann. Entgegen
anderweitigen Meldungen wurde feſtgeſtellt, daß ſich
keine weiteren Leichen mehr im Schacht befinden. Die
genaue Urſache der Exploſion ließ ſich nicht ermitteln.
Da die Zeugen derſelben ſämtlich tot ſind, muß
in=
deſſen als wahrſcheinlich angenommen werden, daß die
Exploſion durch die Unvorſichtigkeit eines bei den
Sprengarbeiten mit tätig geweſenen Bergmannes
ver=
ſchuldet wurde.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Studentenbude.
Schon ſind die bunten Mützen wieder ſichtbar. Das
Leben an der Hochſchule beginnt wieder. — Die
Muſen=
ſöhne halten in Darmſtadts Mauern ihren Einzug, ſei
es daß ſie ihr Studium fortſetzen oder friſch von der
„Penne” in ihr erſtes Semeſter treten wollen. Bereits
haben Straßen geflaggt, aber nicht mit bunten
Far=
ben, ſondern mit Schildern, die die Aufſchrift tragen:
„Möbliertes Zimmer zu vermieten”. Jeder von dieſen
Leutchen möchte gern einen Muſenſohn beherbergen.
Aber dennoch, trotzdem die Lage ſo günſtig iſt, wird
doch manches Logis leer bleiben. Woran liegt das
wohl? Am Preiſe? Ich glaube kaum, trotzdem man
zugeben mag, daß manchmal auch der Preis das
Maß=
gebende war; aber ich glaube, es liegt vielleicht an
noch etwas anderem, und auf dieſen Punkt möchte ich
unſere verehrlichen Vermieterinnen und Vermieter
aufmerkſam machen. Folgen Sie einmal einem
Studio auf ſeiner „Budenſuche‟. — Zunächſt
äußer=
lich macht das Haus einen ganz netten Eindruck. Jetzt
geht es die Stiege hinauf. — Alles einfach, ſauber und
gediegen. Auch die Wirtin macht einen freundlichen
Eindruck. Und nun das Zimmer. Sehen wir uns
einmal den Raum genauer an; das Bett iſt ſauber,
der Schrank groß genug, um ſeine Kleider
aufzube=
wahren und andere Kleinigkeiten unterzubringen.
Der Tiſch aber! — der iſt zunächſt einmal bedeckt
mit einer großen, ſchweren Plüſchdecke; dieſe iſt nun
wieder bedeckt mit einem ſogenannten Tiſchläufer, und
auf dem Tiſchläufer, der gewöhnlich den Jugendſtil
nicht ganz verſtanden hat, prangt dann in drei Etagen
ein Tafelaufſatz mit Renaiſſancemotiven, in den
ein=
zelnen Schalen findet man Kragenknöpfchen und
Zuſtecknadeln, oft auch Viſitenkarten und
Straßen=
bahnbilletts. Gekrönt iſt das Ungetüm mit einem
Kelch, aus dem ein ſtolzes Makartbukett wächſt, das
man aber nicht ſchütteln darf, ſonſt ſtaubts. Will man
auf dem Tiſche was arbeiten, ſo müſſen zu dieſem
Zwecke ſorgfältige Vorbereitungen getroffen werden;
zunächſt ſtellt man nach den Anweiſungen der Wirtin
den Tafelaufſatz mit dem Bukett auf das Fenſterbrett,
dann legt man den Läufer auf die Sofaecke, faltet die
große, ſchwere Plüſchdecke zuſammen und gibt ihr
auf einem Stuhlſitz einen Platz. Nun kann man
ar=
beiten; allerdings auf einer ſchmutzigen Tiſchplatte,
deren Furniere aufgeſprungen ſind.
Das Sofa weiſt zwei Schäferſzenen mit
Rokoko=
muſtern auf und wird „geſchont” durch etwa fünf
ge=
bäkelte Deckchen. Will man ſich hinſetzen, ſo fallep
dieſe fünf gehäkelten Deckchen ſtets herunter. Neben
dem Sofa prangt — über Eck geſtellt — ein „
Verti=
kow” mit ſeinen Pofilleiſten, Hohlkehlen, Säulen und
Bronzebeſchlägen. Unter der Wucht von einer Maſſe
Nippesfiguren und japaniſchen Vaſen iſt es bisher
noch nicht zuſammengebrochen. Der größte Unſinn
aber hängt an der Wand und ſucht ſich in geradezu
auf=
dringlicher Weiſe von einer ſchreienden Tapete
abzu=
heben. Es ſind die Bilder, ja die Bilder! Sie
bil=
den ein Kapital für ſich in dem möblierten Zimmer.
Hier ein Kreidebild von einer Nichte der Wirtin, als
ſie eingeſegnet wurde; dann ſeichte Oeldrucke:
Genre=
ſzenen, wo der Großvater wieder einmal Geburtstag
hat und ihm ſoundſoviele Familienmitglieder ſamt
Hund und Katze gratulieren; Landſchaften, wo der
Ve=
ſuv in den öligen Himmel hineinſpeit; oder
Alpen=
bilder, vollgeſtopft mit Kühen, Hirtenbuben,
Senn=
hütten, Kähnen, Wettertannen, Steinadlern, als
ſoll=
ten ſie eine Hölzelſche Anſchauungstafel erſetzen. Und
dabei ſind gutte Bilder doch ſo billig.
Wie iſt dies allem abzuhelfen? Stellt wirklich
der Student große Anſprüche an ein Zimmer?
Ich=
glaube das Gegenteil. Ein einfaches, luftiges, im
Winter gut heizbares Zimmer, ein ſauberes Bett, ein
Schrank, ein kleines Geſtell für Bücher, ein rechteckiger
Tiſch, zwei Stühle, ein einfaches Sofa oder eine
Chai=
ſelongue, keine Teppiche und die Fenſter frei von
un=
nötigen Vorhängen, das iſt das Notwendige. Durch
den Staub und Rauch würden die Teppiche und
Vor=
hänge dunkel gefärbt. Die Ausſchmückung der Bude
überlaſſe man dem Studenten lieber ſelber. Dann
glaube ich, wird ſich der Studio auch heimiſch in ſeiner
Bude fühlen. Achten Sie, liebe Leſer und Leſerinnen,
einmal hierauf, ich glaube, Sie werden dann beſſere
Erfahrungen machen.
L.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 19. Okt. Die Juſtizkommiſſion des
Reichstages ſetzte die zweite Beratung der Novelle
zum Gerichtsverfaſſungsgeſetz fort. § 118 wurde nach der
Regierungsvorlage wiederhergeſtellt. Hiernach können in
Zukunft Volksſchullehrer nur noch zum Amte eines
Schöf=
fen an den Jugendgerichten berufen werden. Die
Regie=
rung legte großen (Wert auf die Wiederherſtellung der
Vor=
lage, namentlich trat dafür der Vertreter des preußiſchen
Kultusminiſteriums ein.
* Mannheim, 19. Okt. Prinz Heinrich von
Preußen traf heute nachmittag um 3 Uhr hier ein
und nahm im Parkhotel Wohnung. Gleich nach
ſei=
ner Ankunft ſtattete Prinz Heinrich der Rheiniſchen
Gasmotorenfabrik Benz u. Ko. einen Beſuch ab. Der
Prinz gedenkt morgen früh wieder abzureiſen.
* Neuſtrelitz, 19. Okt. Der König von Sachſen
traf heute mittag auf dem hieſigen Bahnhof ein und wurde
von dem Großherzog empfangen.
* Paris, 19. Okt. Wie die Agence Havas meldet,
dauern die Verhandlungen über die türkiſche
An=
leihe mit Frankreich gleichzeitig in Paris und
Konſtantinopel fort. Sie ſcheinen jetzt auf beſtem
Wege zu ſein. Doch nimmt man in politiſchen
Krei=
ſen Frankreichs nicht an, daß die definitive
Entſcheid=
ung nahe bevorſtehe. Es gilt indeſſen als ausgemacht,
daß Frankreich bei Beſtellungen der Türkei das
Meiſt=
begünſtigungsrecht zugeſtanden wird.
* Belgrad, 19. Okt. Nach einem um 10 Uhr abends
über das Befinden des Kronprinzen
ausge=
gebenen Bulletin iſt das Allgemeinbefinden des
Patien=
ten unverändert. Puls 102, etwas kräftiger,
Tempe=
ratur 40, kein Huſten. Der Patient nimmt etwas
Waſſer.
* Piſa, 19. Okt. Die Königin=Witwe Maria
Pia iſt an Bord des Kreuzers „Regina Elena” in der
Nähe der königlichen Villa San Reſſore eingetroffen und
ſofort an Land gegangen.
* Plymouth, 19. Okt. Die Jacht „Victoria and
Albert” mit dem König Manuel und der Königin
Amélie an Bord iſt heute früh hier eingetroffen.
* London, 19. Okt. Nach einer Zeitungsmeldung aus
Teheran ſetzte die engliſche Regierung die
per=
ſiſche davon in Kenntnis, daß England für den Fall, daß
Perſien die Bedingungen der Note über den Zuſtand der
Handelswege nicht erfülle, die Verantwortung für die
Auf=
rechterhaltung der Ordnung auf der Straße Buſchir=Schiras
bis Iſpahan in der ruſſiſchen Zone ſelbſt übernehmen
werde.
* Athen, 19. Okt. Das Kabinett leiſtete den
Eid und übernahm die Geſchäfte.
* Savannah (Georgia), 19. Okt. Das
Sturm=
zentrum ſchreitet längs der Küſte fort. Die
Wind=
geſchwindigkeit erreichte bereits 100 Kilometer in der
Stunde. Die Stadt weiſt erhebliche Beſchädigungen
auf. Unter den Einwohnern brach eine Panik aus.
Man befürchtet eine Wiederholung der Schrecken
von 1893.
lausendfach bewährte
Nahrung bei:
Brechdurchfall,
Diarrhöe,
Kinder
Krankenkost. Darmkafarrh, etc.
Dankbare Freunde.
Nürnberg, 12. April 1910. Im November letzten
Jahres habe ich zur Auffriſchung meines überarbeiteten
Körpers und der Nerven „Bioſon” getrunken und war
damit wirklich ſehr zufrieden. Nach Verlauf von 6 Tagen
ſchon äußerte ſich die Wirkung durch regen Appetit und
geregelten Stuhlgang. Ich verbrauchte 2 Pakete und
konnte eine Gewichtszunahme von 4 Pfund feſtſtellen;
desgleichen befand ich mich bedeutend wohler als vor
dem Gebrauch, friſchere Lebenskraft und beſſeres
Aus=
ſehen machten ſich bemerkbar, denn der Magen forderte
eine Rechte und jede Speiſe mundete und bekam mir
gut, was vor Gebrauch des „Bioſon” nicht der Fall war.
Ein Freund von mir trinkt ebenfalls „Bioſon‟. Das
erſte Paket hat er auf meinen Rat hin genommen und
ſein Arzt hat ihm ein weiteres verordnet. Mein Freund
iſt ſo zufriedengeſtellt davon, daß er Ihr Präparat bei
allen Bekannten empfiehlt und mir nicht genug danken
konnte, daß ich ihn auf „Bioſon” aufmerkſam gemacht
habe. Sein Magen iſt jetzt wieder recht kräftig und er
hat gute Verdauung und dadurch auch geregelten
Stuhl=
gang bekommen, was ihm früher fehlte. Wir beide
werden uns durch Empfehlung Ihres Präparates Ihnen
dankbar zeigen. Mit aller Hochachtung! Martin Tratz,
Metallarbeiter, Gugelſtraße 42. Unterſchrift beglaubigt:
Geheimer Juſtizrat Göhl, Notar. „Bioſon” iſt das
beſte und billigſte Kräftigungsmittel. Paket 3 Mark in
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Seite 6.
Darmſtädter Tagblätt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
Nummer 246.
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orten und auf allen Gebieten Sozialpolitik getrieben
wird und die Frauen bringen einen geſunden friſchen
Zug in dieſe Bewegung. Ihr Loſungswort lautet „gut,
praktiſch und billig” und wie dieſes Problem bei
Wah=
rung einfacher Eleganz zu löſen iſt, zeigt das letzte
Heft der „Wiener Mode”, das in ſeinen Spalten all
den Bedürfniſſen Rechnung trägt, die der Herbſt in puneto
Toilette, ſei es Straßen=, Haus= oder Beſuchskleid,
Abend= oder Trauertoilette, an die fürſorglichen
Haus=
frauen ſtellt, die auch im Handarbeitsteil allerlei
prak=
tiſche, künſtleriſch ausgeführte Vorlagen finden und
vernünftige, der Saiſon entſprechende Winke für Haus
und Küche.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Iphigenie auf
Tauris”
Gaſtſpiel des Oberbayr. Bauerntheaters um 8¼ Uhr
im Orpheum („Medaille” und „I. Klaſſe‟).
Konzert des Violinvirtuoſen Joän de Manén um 8 Uhr
in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=
Verein).
Verſammlung des Darmſtädter Mieter=Vereins um
8½ Uhr im „Kaiſerſaal”.
Oktoberfeſt um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”.
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Graſenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 21. Oktober.
Hofreite=Verſteigerung des Bierbrauereibeſitzers
Georg Diehl (Heinheimerſtraße 77) um 10 Uhr auf dem
Ortsgericht I.
Familiennachrichten.
11224a
Geſchäftliches.
„Achtung! Gnom kommt!‟ Dieſe
geheimnis=
volle Anzeige bildete ſeit Wochen das Tagesgeſpräch. Was
iſt Gnom? Gnom iſt das neueſte trichterloſe Grammophon
im fein polierten Eichenkaſten, mit koniſchem Tonarm, 10"
Plattenteller und Motor, ähnlich dem bisherigen Lord Il=
Motor. In dem Kabinett iſt ein Holztrichter eingebaut,
in den durch ein neu konſtruiertes Knieſtück die
Schall=
wellen direkt geleitet werden. Ein Aluminiumgitter in
Verbindung mit dem beſonders konſtruierten Holztrichter
bewirkt eine Tonwiedergabe, deren Stärke und Klangfarbe
in Erſtaunen ſetzen muß. Warum der Name „Gnom”? Der
Apparat iſt der kleinſte, der Zwerg, verglichen mit den
bis=
herigen Typen. Das Wort „Gnom” bedeutet aber
gleich=
zeitig das Anormale, das Auffallende, Ungewöhnliche,
und dieſe Bedeutung war für die Wahl des Wortes
be=
ſtimmend. In Darmſtadt iſt dieſer Apparat bei dem
be=
kannten Muſikhaus Jäger, Georgenſtr. 11, zu beſichtigen
und zu haben.
Literariſches.
Die Teuerung und die Mode. Die
all=
gemeine Teuerung bringt es mit ſich, daß jetzt aller=
Todes-Anzeige.
Statt beſonderer Anzeige Verwandten,
Freunden und Bekannten hiermit die traurige
Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen
ge=
fallen hat, unſeren lieben treubeſorgten Gatten
und Vater
(B20363
Herrn Joh. Ernst Fink
Kanzleirat
nach ſchwerem Leiden in ein beſſeres Jenſeits
abzurufen.
Darmſtadt, den 18. Oktober 1910.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Freitag, den 21. d. M.,
nachmittags 3 Uhr, vom Eingang des
Darm=
ſtädter Friedhofs aus, ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
Krieger-Verein
Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer langjähriges Mitglied und I.
Schrift=
führer
(20384
Herrn Ernst Fink
Kanzleirat
nach kurzem ſchweren Leiden aus dieſem Leben
abzurufen.
Die Beerdigung findet Freitag, den
21. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Portal
des Darmſtädter Friedhofs aus, ſtatt.
Sammlung am Friedhof.
Zur Teilnahme an der Beerdigung
wer=
den ſämtliche Kameraden dringend eingeladen.
Der Vorſtand des Kriegervereins
Darmſtadt.
Dankſagung.
Für die Teilnahme an unſerem ſchweren
Ver=
luſte herzlichen Dank!
(20359
Namens der Hinterbliebenen:
Heribert Jordan,
Poſtinſpektor.
Darmſtadt, den 18. Oktober 1910.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſes
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Nummer 246.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
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Auf Liebespfaden.
Roman von H. Ehrhardt.
(Nachdruck verboten.)
35)
Es war doch ſchön! ſagte der junge Offizier leiſe.
Sie verſtand ihn und lächelte.
Sie ſehen, wie recht ich habe mit der Herde. Nur
einen ſympathiſchen Menſchen haben unter tauſend
frem=
den, wie köſtlich iſt ſolch ein Alleinſein, aber es iſt ſo
ſelten —
Ihre Augen wurden träumeriſch, weich, ſie ſenkte den
Kopf, daß der große Hut ihr Geſicht verſchattete.
Wie betäubend ſchwer und ſüß plötzlich die ſterbenden
Narziſſen dufteten! Die Unterhaltung ſtockte, es war ein
beklemmendes Schweigen.
Dem jungen Offizier klopften die Pulſe, die Stirn
fie=
berte ihm, über die kühl der friſche Nachthauch ſtrich.
Leutnant Keßler hatte dieſe Brandfackel in ſein Blut
geſchleudert.
Immer ſtreifte er verſtohlenen Blickes die roten, ſchön
geſchwungenen Lippen. Warum lächelte ſie ſo müde? Das
Lächeln hatte etwas Aufreizendes, Lockendes. Er mußte
ſie küſſen. Den ganzen Weg ſchon dachte er an nichts
an=
deres. Nur einmal! Es war ja Karnevalsrecht, das zu
nichts verpflichtete, nichts bedeutete. Auch keinen
Treu=
bruch gegen ſeine kleine Helene. Wie ſkrupellos waren
andere darin, junge Bräutigams, Ehemänner, wie oft
hatte er es im Manöver miterlebt, wenn da jeder Kuß
hätte eine Treuloſigkeit ſein ſollen, o wehl
Die Gartenpforte klirrte, ſie waren am Ziel.
Trotz der noch frühen Abendſtunde war die vornehme,
kleine Penſionsvilla ſchon verſchloſſen, das Licht gelöſcht.
Heute dauerte es ein Weilchen, ehe Hans von Haſſingen
das Schlüſſelloch fand, es kam davon, weil ſeine Hand
zitterte. Die junge Frau ſtand ſchweigend zur Seite. In
der Stille hörte man deutlich, daß ſie haſtig und gepreßt
atmete, als ob ſie etwas beängſtige. Einmal räuſperte ſie
ſich leicht.
Endlich drehte ſich der Schlüſſel knackend im Schloß,
die Tür öffnete ſich mit leiſe knarrendem Geräuſch.
Die junge Frau trat raſch auf die oberſte Stufe und
wollte wieder das elektriſche Licht entzünden, aber
Haſſingen hielt ihren ausgeſtreckten Arm feſt.
Was tun Sie, Hans? ſtammelte ſie, bemüht, einen
ſcherzenden Ton anzuſchlagen.
Von der Straße drüben fiel greller Lichtſchein über
ihr reizendes, erblaßtes Geſicht, aber die Augen, in denen
er ſich ſpiegelte, ſtrahlten warm und zärtlich.
Das gab dem Manne den Mut, den Arm um die
bieg=
ſame Taille zu legen, aber als er ſich zu den roten,
ver=
führeriſchen Lippen herabneigte, durchblitzte ihn im Fluge
einer Sekunde der Gedanke, die junge Frau könne ſeine
Kühnheit als Nichtachtung auffaſſen, und er fragte leiſe:
Darf ich, Lena?
Und ebenſo leiſe klang’s zurück.
Weil Karneval iſt, Hans, Roſenmontag.
Und ſie küßten ſich. Aber es war nicht der flüchtige
Kuß, der zu nichts verpflichtet, der nichts bedeutet, es war
ein langer, ſehnſüchtiger Kuß, einer von denen, die ewig
fortbrennen und auf ewig binden.
Ml.
Hans von Haſſingen erwachte am andern Morgen mit
ſchmerzendem Kopf und wirren Sinnen.
Er hatte einen regelrechten Kater, obgleich er, der
immer Mäßige, auch geſtern in Mainz viel weniger als
alle anderen getrunken hatte.
Seine Lippen waren vertrocknet, im Munde ein ekler,
pappiger Geſchmack, hinter der Stirn ein Gefühl von
Dumpfheit und Schmerz.
Es war wohl auch ein moraliſcher Jammer, der den
phyſiſchen verſtärkte. Auf dem Nachttiſch lag neben der
ſchäbigen Brieftaſche das noch in Neuheit glänzende
Porte=
monnaie, das er vor kurzem zu ſeinem Geburtstage von
„Muttern” erhalten hatte.
Es war ſeit geſtern um zwölf Mark leichter geworden,
neun Mark hatte allein die Zeche im „Kölner Hof”
betra=
gen, er hatte ſie ohne Wimperzucken bezahlt, die anderen
hatten es ſehr billig gefunden — er auch.
Für ihn waren es vier Theaterbeſuche weniger. Wie
alle Menſchen, die ihre Mittel peinlich genau einteilen
müſſen, rechnete er den verausgabten Betrag gleich in
Werte um. Und dieſe vier verlorenen Theaterabende
ſchie=
nen ihm ein zu hoher Preis für den Roſenmontag in
Mainz.
Als er’s gedacht, flog lichte Röte über ſeine Stirn.
Es war ein häßlicher Gedanke geweſen. Lena von
Rieding hatte ihn nicht verdient, hatte auch nicht verdient,
daß er, ihn denkend, zur Heuchelei ſtempelte, was geſtern
doch wahres Empfinden geweſen.
Bei der Fahrt nach Mainz, beim Bummel durch die
Straßen, allein mit=ihreim Trubel, der Meſſe=und auch
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
Nummer 246.
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Kerertreren en
einmal ſeiner kleinen Helene gedacht. Der Mißmut war
erſt gekommen, als die reizende Frau auch anderen
zu=
lächelte, war wieder geſchwunden im Moment des
Allein=
ſeins mit ihr. War er eiferſüchtig geweſen? Er ſagte
ſich’s ehrlich, daß es beinahe ſo ausſah. Oder war’s nur
verletzte Eitelkeit, geheimer Aerger, daß andere ſich Rechte
anmaßten an der Dame, die nach altem Brauch im
Kar=
neval nur einen zu ihrem Ritter ſchlagen durfte? Daß ſie
ihn dazu erwählt, hatte ſie ja oft genug gezeigt. Sie
bevorzugte ihn, jeder konnte es bemerken, aber es lag zu
viel Offenheit und Unbefangenheit in ihrer
Gunſtbezeu=
gung, um ſchwerwiegende Schlüſſe daraus zu ziehen.
Nur der Kuß gab dem jungen Offizier zu denken, dieſer
Kuß, deſſen Brennen er noch jetzt ſpürte, daß ſein Blut
aufwallte und ſein Herz raſcher pochte.
So küßt eine Lena von Rieding keinen Mann, der
ihr nur eine flüchtige Karnevalslanne iſt.
Aber was konnte er ihr anders ſein? Dieſer
ver=
wöhnten, eleganten, reichen Weltdame, er, der arme
Infanterie=Leutnant, der nichts hatte als ſeinen Degen
und ſein unbeflecktes Wappenſchild.
Der kleine Artilleriſt hatte ſo leichthin von einer
Möglichkeit geſprochen, vor der ihm ſchwindelte, die er
faſt angſtvoll von ſich abwies.
Seine arme kleine Helene mit ihrem felſenfeſten
Vertrauen und der unbewußten Leidenſchaftlichkeit
ihres Weſens. Wie durfte er nur daran denken, ihren
Platz in ſeinem Herzen oder auch nur an ſeiner Seite
könnte eine andere einnehmen. Sie würde es ja nicht
überleben, das arme Ding, jetzt noch nicht. Erſt
muß=
ten die Kräfte zermürbt werden im vergeblichen War=
ten, dann brach ein junges Herz lautlos und
unbe=
merkt, hatte nicht mehr das Aufbäumen, das vom
raſchen Entſchluß zur verzweifelten Tat die Brücke
ſchlägt.
Helene Falk fühlte ſich zu unglücklich und fremd
unter den Ihren, in deren geſchäftigem, dem Erwerb
nachhaſtenden Kreiſe ſie die Verträumte, Untätige war,
ſeit die Liebe zu Hans Haſſingen ihr jedes Intereſſe
an der übrigen Welt genommen hatte.
Schied er plötzlich aus dem Bereich ihrer
Zukunfts=
hoffnungen, ſo war ſie wohl dazu fähig, in der jungen
Kraft der Empörung aus dem Labyrinth des Lebens in
ein friedlicheres Reich zu flüchten. Dem Manne war
ja erſt aus ihren Briefen klar geworden, wie
leiden=
ſchaftlich dieſes junge Geſchöpf fühlte.
Es war ihm je nach ſeiner Stimmung beglückend
und beängſtigend erſchienen.
An dieſem Morgen, da er endlich durch Sturzbäder
kalten Waſſers etwas erfriſcht und auch ernüchtert mit
ſeiner Toilette ſo weit fertig war, daß er nach dem
Kaffee klingeln konnte, war er direkt erleichtert, zu
ſehen, daß ihm von dem Briefkuvert auf dem Tablett,
das die Unſchuld vom Lande täppiſch vor ihn auf den
Tiſch ſtellte, nicht Helenens feine, flüchtige Schriftzüge
entgegenſahen.
Es war ein Brief von ſeinem Onkel, die
endgül=
tige Mitteilung, daß er wegen des Verkaufs von
Mens=
dorf mit einem Agenten in Verbindung getreten war
und auch ſchon einige Käufer ſich meldeten, von denen
aber keiner bei den ſchlechten Zeiten den Preis zahlen
wollte, auf dem er beſtehen müſſe, wolle er nicht auf
ſeine alten Tage noch irgend wohin als Inſpektor gehen.
Es fint uir ſchaer gaus, uich den Rehchauf m
trennen, mein Junge. Das wirſt Du mir vielleicht
nachfühlen können. Der Landmann verwächſt mit der
Scholle, die er bebaut, mit dem Hauſe, das ſchon ſeine
Eltern und Großeltern bewohnten, an dem er mit den
Wurzeln der Tradition und der Erinnerung hängt,
aber will ich nicht eines Tages gezwungen als
Bett=
ler von Haus und Hof gehen, ſo muß ich’s eben jetzt
überwinden.
Hans Haſſingen ließ ſein Frühſtück unberührt
ſtehen, ihm war der Appetit vergangen.
Er ſtierte vor ſich hin, und es war nicht mehr
He=
lenens rührendes Bild, das ihm lachend vor dem
inne=
ren Auge ſtand.
Das Familienbewußtſein hob in ſchmerzlicher
Em=
pörung das Haupt, als grolle es einem Treuloſen.
Wo war der Reichtum, der Glanz, den er den
Seinen hatte zurückerobern wollen? Das Stammgut
ſeiner mütterlichen Ahnen fiel in fremde Hände,
da=
heim ſchleppten die Eltern ihr ſorgenvolles Leben
wei=
ter, die junge Schweſter kränkelte. Und er, der hatte
Retter ſein wollen? Er lag in den Banden einer
Ge=
fühlsſchwärmerei, die ihm den Weg zur befreienden
Tat verſperrten.
Lena von Riedings Millionen lockten mit
teuf=
lichem Gleißen. Er wehrte ſich verzweifelt. Um dieſe
Frau werben mit der Liebe zu einer anderen im zäh
ausdauernden Herzen. Nie.
Die Sorgenfalte auf der Männerſtirn grub ſich tief,
ſehr tief, die kräftige Hand ballte ſich wie im Krampf.
Sie war ein ganzes Gefühl wert, die Frau, ein Schurke,
der ihr nur ein halbes anbot.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 246₰
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
Seite 11.
Vergebung
von ſchmiedeiſernen Röhren.
Die Anlieferung von ſchmiedeiſernen,
ſchwarzen und galvaniſierten Röhren ſoll
verdungen werden.
Angebote ſind bis
Mittwoch, den 26. Oktober, ds. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten Verwaltung,
Frank=
furterſtraße Nr. 29, I., Zimmer Nr. 3,
ver=
ſchloſſen und mit der Aufſchrift: „Angebot
auf ſchmiedeiſerne Röhren,” einzureichen,
woſelbſt auch die Verdingungsbedingungen
eingeſehen und die Angebotsſcheine in
Em=
pfang genommen werden können.
Nach auswärts werden die Bedingungen
nur gegen vorherige Einſendung von 50 Pfg.
in Briefmarken für die portofreie
Zuſen=
dung derſelben abgegeben. (19995sid
Darmſtadt, den 13. Oktober 1910.
Städtiſche Gaswerksverwaltung,
Betriebsleitung.
Friedrich.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 24. Novemher I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Bäckermeiſter Karl Jockel
Ehe=
leuten dahier gehörigen Grundſtücke:
Flur Nr.
27 93) 4796 qm Acker hinter der
27 94)
Methwieſe,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K116/10
Darmſtadt, den 18. Oktober 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt 1
Müller. (D20351,8
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 24. November 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Mathias Hees Eheleuten
dahier zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
XIV 7¾/10 219 Hofreite Schulſtraße
(Beſſungerſtr. 115),
XIV
*/10 289 Grabgarten daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1910.
Großherzogl. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
(D20352,8
Frantz.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 10. November I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zur Konkursmaſſe der Georg
Hell=
muth Eheleute dahier gehörige Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 914¾/10 422 Hofreite Mühlſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K131/10
Darmſtadt, den 4. Oktober 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (D19330,7
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß wird
hier=
durch zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
Ueber das Vermögen des Zimmermeiſters
Karl Lorenz in Darmſtadt, Rhönring 53,
wird heute, am 18. Oktober 1910,
vormit=
tags 11 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet,
da Architekt und Bauunternehmer Karl
Idé, hier, den Antrag auf
Konkurseröff=
nung geſtellt und glaubhaft gemacht hat,
daß ihm eine Forderung an Lorenz zuſteht
und dieſer zahlungsunfähig iſt.
Der Kaufmann Karl Dechert hier
wird zum Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
1. Dezember 1910 bei dem Gerichte
an=
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
auf
Freitag, den 11. November 1910,
vormittags 11½ Uhr,
Zimmer Nr. 219,
und zur Prüfung der angemeldeten
Forde=
rungen auf
Mittwoch, den 21. Dezember 1910,
vormittags 9 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, neues
Ge=
richtsgebäude, Zimmer Nr. 104, Termin
an=
beraumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 31. Oktober
(20336
1910 Anzeige zu machen.
Der Gerichtsſchreiber
Großh. Amtsgerichts I zu Darmſtadt.
Forderungen
an den Nachlaß der am 26. September
1910 dahier verſtorbenen
Frau Landgerichtsaſſeſſor
Raimund Götz Witwe,
Frankfurterſtraße 36, ſind, bei Meidung
der Nichtberſickſichtigung, bis zum 25. ds.
Mts. bei dem unterzeichneten Teſtaments=
(20340ds
vollſtrecker anzumelden.
Dr. Bopp, Rechtsanwalt,
Wilhelminenſtr. 14, I.
Zirka 25 Zentner Kornſtroh
(Flegeldruſch) iſt zu verkaufen Arheilgen,
(*25865dfs
Darmſtädterſtraße 49.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher, 2 Foxterrier, 1 Hofhund. 1 Kriegshund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
das Feuer= und Unfallmeldeweſen betreffend.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der zurzeit in hieſiger Stadt vorhandenen
Unfall= und Feuermeldeſtellen bringen wir hierdurch wiederholt zur öffentlichen
Kenntnis.
Dieſe ſind ſämtlich mit der Haupt=Polizeiwache im Polizeiamtsgebäude und der
Feuerwehrwache durch eine beſondere ſtädtiſche Fernſprechleitung verbunden und
jederzeit, auch während der Nachtzeit, zugänglich. Sie ſind durch Schilder und während
der Dunkelheit durch Laternen mit grunen (bei Polizeiwachen blauen) Scheiben und
entſprechender Inſchrift kenntlich gemacht.
Das Polizeiamt kann außerdem auch von jeder Fernſprechſtelle der Reichs=
Telegraphenverwaltung jederzeit, auch während der Nachtzeit, angerufen werden,
ebenſo die Feuerwehrwache in der Kirchſtraße (Telephon Nr. 1772).
Die Rettungswache der Freiwilligen Sanitätskolonne befindet ſich in
dem Hauſe Bismarckſtraße Nr. 28.
(20341
Darmſtadt, den 13. Oktober 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Kranzbühler.
Feuer= und Unfallmeldeſtellen in der Stadt Darmſtadt:
Im I. Polizei=Revier:
1. Alexanderſtr. 10 (Branddirektor Fiſcher).
2. Kirchſtraße 9 (Polizeiwache).
3. Kirchſtraße 11 (Feuerwehrwache).
4. Obergaſſe 42 (Bäckermeiſter Hch. Jäckel).
Im II. Polizei=Revier:
1. Alexanderſtraße 26 (Polizeiwache).
2. Arheilger Straße 43 (ſtädt. Faſelſtall).
3. Dieburger Straße 104 (Oktroi=
Erhebe=
ſtelle).
4. Kranichſteiner Straße 58 (Oktroi=
Erhebe=
ſtelle).
Im Nordbezirk:
5. Frankfurter Straße 59 (Oktroi=
Erhebe=
ſtelle).
6. Pallaswieſenſtraße 33 (Bäckermeiſter.
Sproß),
7. Schloßgartenſtr. 61 (Gendarmeriekaſerne).
Im III. Polizei=Revier:
1. Feldbergſtraße 19 (Bäckermeiſter Weiß).
2. Griesheimer Weg 25 (Gandenberger’ſche
Maſchinenfabrik).
3. Lagerhausſtraße 23 (Polizeiwache).
4. Pallaswieſenſtraße 121 (
Kolonialwaren=
handlung von Wilhelm Deeg).
Im IV. Polizei=Revier.
1. Bleichſtraße 13 (Hofbäcker Mainzer).
2. Heidelberger Straße 17 (Oktroi=
Erhebe=
ſtelle).
3. Hügelſtraße 31/33 (Polizeiamtswache).
4. Karlsſtraße 55 (Kolonialwarenhandlung
von Jean Chriſt).
5. Rheinſtraße 55 (Oktroi=Erhebeſtelle).
6. Saalbauſtraße 29 (
Kolonialwarenhand=
lung von Wilhelm Beck).
7. Waldſtraße 17 (Lohnkutſcher Fiſcher).
8. Waldſtraße 21 (Polizeiwache).
Im V. Polizei=Revier:
1. Heidelberger Straße 112 (Oktroi=
Erhebe=
ſtelle).
2. Karlsſtraße 98 (Bäckermeiſter Hofmann).
3. Klappacher Straße 90 (Oktroi=Erhebeſtelle).
4. Ludwigshöhſtraße 4 (Polizeiwache).
5. Schießhausſtraße 64 (
Kolonialwaren=
handlung Axt).
Im VI. Polizei=Revier:
Erbacher Straße 41 (Oktroi=Erhebeſtelle).
2. Hochſtraße 44 (Schuldienerwohnung der
Viktoriaſchule).
3. Im Geiſenſee 9 (Lehrer Heinrich Schäfer).
4. Nieder=Ramſtädter Straße 51 (
Polizei=
wache).
5. Soderſtr. 79 (Bäckermeiſter Heinrich Lepp).
Die Rechnung der kath. Kirche St. Ludwig zu Darmſtadt für 1909 liegt vor
heute an 8 Tage lang im Pfarrhauſe Wilhelminenplatz 9 zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 20. Oktober 1910.
20335)
Der Kirchenvorſtand.
Taubverſteigerung.
Mittwoch, den 26. Oktober, ½9 Uhr vormittags,
wird in Arheilgen (Brücher’ ſche Wirtſchaft) das Laub von den Wegen und
Schneiſen verſteigert.
(20367
Darmſtadt, den 19. Oktober 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 20. Oktober 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 öffentlich zwangsweiſe
gegen Barzahlung
a) für beſtimmt:
1 Gewehr, 1 Fahrrad, 1 Partie Zigarren:
b) vorausſichtlich:
12 Vertikos, 10 Diwans, 3 Sofas, 2 Pianinos, 2 Kaſſen=, 3 Spiegel=, 4 Kleider=,
2 Eis=, 3 Laden= und 2 Bücherſchränke, 12 Stühle, 5 Schreibtiſche, 4
Laden=
theken, 2 Kommoden, 1 Landauer, 3 Schweine, 1 Partie Geſchäftsbücher
Bilderleiſten, Bilder, Servietten, Leinen, Damaſttücher und 1 Partie
Weißwein pp.;
c) auf freiwilligen Antrag:
1 einſp. Federrolle (25 Zentner Tragkraft).
Darmſtadt, den 19. Oktober 1910.
(20345
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das
Vermögen des Friedrich Karl Julius
Fink in Ober=Ramſtadt iſt zur Abnahme
der Schlußrechnung des Verwalters, zur
Erhebung von Einwendungen gegen das
Schlußverzeichnis der bei der Verteilung
zu berückſichtigenden Forderungen — und
zur Beſchlußfaſſung der Gläubiger über die
nicht verwertbaren Vermögensſtücke — ſowie
zur Anhörung der Gläubiger über die
Er=
ſtattung der Auslagen und die Gewährung
einer Vergütung an die Mitglieder des
Gläubigerausſchuſſes, ſowie zur Prüfung
der nachträglich angemeldeten Forderungen
(20337
der Schlußtermin auf
Dienstag, den 15. November 1910,
vormittags 10 Uhr,
vor dem Großh. Amtsgericht II hierſelbſt
neues Gerichtsgebäude, Erdgeſchoß,
Zim=
mer 118, beſtimmt.
Darmſtadt, den 16. Oktober 1910.
Merkel,
Gerichtsſchreiber des Großh. AmtsgerichtsII.
Dünger=Verſteigerung.
Samstag, den 22. Oktober 1910,
wird auf dem Pferdemarktplatz —
Holzhof=
llee 32 — eine Partie Pferdedünger gegen
gleich bare Zahlung meiſtbietend verſteigert.
20382) Pferdemarkt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Es iſt eine Maſchiniſten= und
Heizer=
ſtelle am ſtädt. Elektrizitäts= u. Waſſer=
Werk Pfungſtadt neu zu beſetzen.
Bewerber wollen ſich bis längſtens den
28. ds. Mts. bei uns unter Vorlage von
Zeugnisabſchriften melden.
Fachkenntnis in der Elektrotechnik iſt
erwünſcht.
(20391df
Pfungſtadt, den 19. Oktober 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Lang.
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Gesuchl geneigt ſind, ſich am
gemein=
ſamen Ankauf eines Stundenplans
zu beteiligen. Näheres beim Pförtner
der Hochſchule.
(*25855
Stadtverordnetenwahl.
Vom 19. bis einſchließlich 26. Oktober 1910, vormittags von 8 bis 1 Uhr
und nachmittags von 3 bis 5 Uhr liegt die Liſte der in der Stadt Darmſtadt zur
Stadtverordnetenwahl ſtimmberechtigten, ſowie das Verzeichnis der zu dem
höchſtbe=
ſteuerten Dritteile der Wählbaren gehörigen Perſonen auf dem Stadthauſe,
Rhein=
ſtraße 16/18, Zimmer 16 (im Erdgeſchoß rechts) zu jedermanns Einſicht offen.
Innerhalb dieſer Friſt kann in dem bezeichneten Lokale jedes Mitglied der
Stadtge=
meinde Einſicht von dieſen Liſten nehmen und Einwendungen gegen dieſelben vorbringen.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
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Unterricht nachmittags. Honorar mäßig.
*25874)
Mühlſtraße 5, 2. Etage.
Die Tatſache, daß die Apotheken in Darmſtadt meine Dun=Präparate nicht
führen, hat begreiflicherweiſe Gerüchte aufkommen laſſen, die der Wahrheit nicht
ent=
ſprechen. Ich ſehe mich daher veranlaßt, den Inhalt eines Briefes zu veröffentlichen,
den mir der Inhaber einer dieſer Apotheken am 1. Februar 1909 zuſchickte, und der
jeden denkenden Leſer zur Genüge aufklären dürfte: „Sehr geehrter Herr Heiß! Infolge
eines Ausſchreibens des Vorſitzenden des Heſſiſchen Apothekervereins, in dem die
Apotheker Heſſens aufgefordert werden, die Dun=Präparate nicht mehr zu führen,
haben die Apotheker Darmſtadts in einer kürzlich ſtattgehabten Sitzung beſchloſſen,
vorn 1. März d. J. an Ihre Dun=Präparate nur noch auf ärztliche Rezepte zu
ver=
abfolgen. Infolgedeſſen iſt es von dieſem Zeitpunkt auch mir nicht mehr möglich,
die Ihnen zugehenden Beſtellungen zu expedieren . . . Das Ausſchreiben von ſeiten
des Heſſiſchen Apothekervereins iſt durch eine Ausſprache über die Dun=Präparate in
einer Mitte Dezember ſtattgehabten Sitzung des pharmazeutiſchen Zentralausſchuſſes
hervorgerufen worden. Hochachtungsvoll N. N.”
In der Briefkaſtennotiz einer hieſigen Zeitung (vom 14. X. 10) wird behauptet,
daß die Darmſtädter Apotheken infolge gemeinſchaftlichen Beſchluſſes, bezw.
Ueber=
einkunft des Apotheker= und Aerztevereins im Einverſtändnis mit der
Medizinal=
abteilung des Miniſteriums des Innern Dun=Präparate nicht mehr führen. Beide
nicht ganz miteinander übereinſtimmende Aeußerungen könnte man hinſichtlich der
Pharmazeuten, die auch Heilmittel fabrizieren, und beim Aerzteverein begreiflich finden.
Daß aber die hieſigen Apotheken jenem Beſchluß Folge leiſten, iſt unverſtändlich, da
die Dun=Präparate hier ſtark verkauft wurden= und werden und kein Geheimmittel
ſind, denn die Beſtandteile ſind auf ieder Schachtel und Büchſe angegeben. Aus
dieſen Beſtandteilen geht hervor, daß Dun keinerlei giftige Stoffe enthält, weshalb
nicht einzuſehen iſt, warum es nur auf ärztliche Verordnung hin verkauft werden ſoll.
(Selbſtverſtändlich wäre es nur freudig zu begrüßen, wenn ſich die Herren Aerzte
durch Verordnung meiner Dun=Präparate von deren Wirkung und Heilerfolgen
ſelbſt überzeugen wollten.) Dem Ausſchreiben des Vorſtandes des Heſſ. Apotheker=
Vereins haben denn auch nicht alle Apotheken Heſſens Folge geleiſtet, und werden
die Dun=Präparate in Apotheken zu Mainz, Worms, Bensheim, Zwingenberg,
Babenhauſen u. a. verkauft. In Frankfurt a. M. ſind meine Dun=Präparate in vielen
Apotheken zu haben.
In Darmſtadt können die Dun=Präparate nur durch Vermittelung der
Fabrik bezogen werden. Bei vorausgezahlten Beſtellungen von mindeſtens
3 Stück Dun=Präparate erfolgt die Sendung portofrei, und wird eine
Gratis=
probe Dun=Salbe verabreicht. Dun=Salbe Mk. 1.30, =Pillen 1.30, =Zäpfchen 2.—
Von der Bedeutung und Wirkung der Dun=Präparate kann ſich jedermann
durch Einſichtnahme meines neueſten Proſpekts mit 46 wahrheitsgemäßen Heilberichten
überzeugen. Weitere dankſagende Zuſchriften, von denen die intereſſanteſten hier
folgen mögen und Heilberichte ſtehen Intereſſenten jederzeit zur Verfügung.
„Als Krankenpflegerin mit faſt 30jähriger Dienſtzeit würde ich mich wohl hüten,
ein Heilmittel zu empfehlen, von deſſen Vorzügen und völliger Unſchädlichkeit ich
mich nicht zuvor überzeugt hätte. Ich habe vielfache Gelegenheit gehabt, zu ſehen und
zu hören, daß die Dun=Präparate mit nie verſagendem Erfolg bei offenen
Wunden, Katarrhen, Scharlach, Brandwunden, Rheumatismus, Iſchias,
Lungen= und Rippenfellentzündung, Blinddarm= und Bauchfellentzündung u. a.
angewandt wurden. Mir ſelbſt haben die Dun=Salbe und =Pillen gegen Rheuma
und Anſchwellung der Beine treffliche Dienſte geleiſtet, und bin ich überzeugt, daß
nur ſie allein mir das Leben gerettet haben, als ich kurz vor Weihnachten von einem
ſchweren Schleim=Schlaganfall getroffen worden war.
Darmſtadt, 3. Juni 1910.
Schweſter K. S.”
Mein Karl wurde Ende September von heftigem Fieber befallen. Da ſich
gleichzeitig rote Puſteln an den Füßen und Beinen zeigten, rief ich den Arzt, der
Scharlach feſtſtellte und Aufnahme ins Krankenhaus beantragte. Da er nichts
ver=
ſchrieben und wir uns wiederholt von der außerordentlichen Heilkraft der Dun=
Präparate überzeugt hatten, rieben wir den Kleinen am ganzen Körper mit Dun=Salbe
ein und behielten ihn zu Hauſe. Das Fieber ließ zuſehends nach und war Karl
bereits am 5. Tag fieberfrei und wieder ſo wohlauf, daß er gar zu gern ausgegangen
wäre. Wir ließen es aber nicht zu, da auch der Kreisarzt Scharlach feſtgeſtellt hatte
und 3 Tage ſpäter durch das Geſundheitsamt die Schließung meines Ladens verfügt
worden war. Noch bemerke ich, daß keins ſeiner 4 Geſchwiſter, denen wir in der
kritiſchen Zeit Dun=Pillen gegeben hatten, von dieſer Krankheit befallen wurde.
Darmſtadt, 9. November 1909.
Karl Beutke.
(Urſchrift dieſes, ſowie der vom Arzt unterzeichnete Krankenſchein, das Verbot des
Schulbeſuchs und Schließung des Ladens ſeitens Großh. Polizeiamtes können in der
Fabrik eingeſehen werden.)
Gerne teile ich Ihnen mit, daß mein kleiner Albert, als er kaum ½ Jahr alt
war, durch Behandlung mit Ihrer Dun=Salbe innerhalb 8 Tagen von Keuchhuſten
der ihn bereits 4 Wochen lang gequält hatte, befreit wurde. Auch bei Katarrhen,
Fieber und Brandwunden hat mir ihr Dun=Präparat vorzügliche Dienſte geleiſtet.
Darmſtadt, 15. Auguſt 1909.
Frau A. Melchior.
Herr Profeſſor Guillermo Alter in Buenos Aires ſchrieb am 18. Mai 1909. In
die Salbe ſind die Kranken einfach verrückt. Ich habe einige ſehr ſchöne Heilerfolge
mit der Salbe bei Knochentuberkuloſe, Flechten, Geſchwülſten und Fiſteln. Durch
die Pillen einen auffallenden Erfolg bei Nierenſteinen.
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Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
36. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement A 9.
Iphigenie auf Tauris.
Schauſpiel in 5 Akten von Goethe.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
Perſonen:
Iphigenie . .
Thoas, König der Taurier Hr. Heinz
. . Hr. Baumeiſter
Oreſt
Pylades . . . . . . . Hr. Weſtermann
Arkas . . . . . . . . Hr. Lehrmann
2
*„ Iphigenie . Frl. Frieda Eichelsheim,
als Gaſt.
Nach dem 3. Akte findet eine längere
Pauſe ſtatt.
Krank: Frl. Geyersbach.
Preiſe der Plätze:
(Kleine Preiſe)
Proſzeniumsloge 5 Mk., Fremdenloge 5 Mk.,
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Nummer 246.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
[ ← ][ ][ → ]Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
Nummer 246,
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
Nummer 246.
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*⁎** Vor einiger Zeit wurde von einem glücklichen
Kolonialwarenhändler aus Neuburg berichtet, (der auf
einer Auktion ein altes, unſcheinbares Bild für 24
Mark erwarb, das ſich ſpäter als ein Werk Raffaels
herausſtellte und einen mindeſtens 4000mal ſo großen
Wert repräſentierte. Aus dieſem Anlaß erzählt eine
engliſche Zeitſchrift allerlei Geſchichten von ſolchen
romantiſchen Bilderkäufen, die dem ahnungsloſen
Be=
ſitzer eines Stücks bemalter Leinwand goldene Berge
eingetragen haben. Einige ſchöne Arbeiten des
be=
rühmteſten und am höchſten bezahlten engliſchen
Mei=
ſters Gainsborough ſind auf ſolch eine abenteuerliche
Weiſe ans Licht gekommen. So verkaufte eine arme
Witwe einem Trödler eine ſchmutzige Leinwand in
einem jammervollen Zuſtande für wenige Schilling,
und dankte dem Manne noch mit Tränen der Freude
in den Augen für die geringe Summe, die er für dies
ſcheinbar wertloſe Zeug bezahlte. Der Trödler aber
ließ das Bild ſorgfältig reinigen und entdeckte nun zu
ſeinem eigenen, höchſten Erſtaunen, daß er da ein
ganz vorzüglich ſchönes Bild erworben habe, das ſich
ſpäter als ein echter Gainsborough herausſtellte. Er
verkaufte das Werk an einen Sammler für 70000 Mark.
Eine ganz ähnliche Geſchichte ereignete ſich mit
einem anderen Bild des engliſchen Rokokomeiſters, für
das der Händler 30 Schilling zahlte und deſſen Wert
dann auf 100000 Mark geſchätzt wurde. In der Rue
St. Lazare zu Paris erſchien bei einem Bilderhändler
ein Zimmermann, der eine große ſchmutzige Leinwand
zum Verkauf anbot und dafür die beſcheidene Summe
von 20 Francs forderte. „Das Zeug da wird ja nichts
wert ſein,” ſagte er, „es liegt bei mir ſchon lange
her=
um. Aber der Rahmen iſt gute Arbeit, und, wie ich
denke, wohl ein Goldſtück wert.” Der Händler brauchte
gerade einen Rahmen, bezahlte die 20 Francs, ſchnitt
das Bild heraus und ſtellte es in irgend eine Gee
ſeines Ladens beiſeite. Einige Wochen ſpäter ſtöberte
ein Kenner in den Ecken des mit Bildern vollgeſtopften
rmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober
beſah ſie ſich etwas näher bei Licht. Nachdem er den
fingerdicken Schmutz weggeklopft hatte, löſten ſich
all=
mählich die Linien der dargeſtellten Figuren aus dem
trüben Dunkel heraus, und nun ſtieß der Kenner einen
Schrei der Verwunderung aus: „Was iſt denn das?
Sie haben ja hier einen Schatz. Das iſt ja eine
wun=
derſchöne Kopie nach einem Werke Raffaels, dem
be=
rühmten „Adam und Eva” im Batikan.: Die Kunde
von dem merkwürdigen Funde verbreitete ſich raſch,
und nach wenigen Tagen hatte der Händler das Bild,
für das er 20 Franes gezahlt hatte, für 10000 Francs
verkauft. Von Raffaels Porträt der „ſchönen
Gärt=
nerin” wurde kürzlich eine Variante in einem Pariſer
Trödelladen entdeckt, die der glückliche Aufſpürer mit
44 Francs bezahlte und die etwa 2000mal ſo viel wert
iſt. Auf einer Auktion in Carnarvonſhire erſtand ein
Mann für 100 Mark ein Werk, das ihm durch die Kraft
ſeiner Farben auffiel. Er zeigte dann das Bild
ver=
ſchiedenen Sachverſtändigen, und es wurde feſtgeſtellt,
daß es ſich um einen echten Rubens handle, deſſen
Preis mit 140 000 Mark angeſetzt wurde. In einem
alten Trödelladen zu Barmouth fand ein Sammler
ein mit mächtigem Schwung hingeworfenes, von Sonne
erfülltes Seeſtück, das ihm durch ſeine Eigenart auffiel.
Er gab 25 Mark dafür, ließ die Eichentafel ordentlich
reinigen und befand ſich nun im Beſitz eines
vorzüg=
lichen Werkes von Turner, deſſen Wert auf wenigſtens
15 000 Mark geſchätzt wurde.
Noch merkwürdiger iſt die Geſchichte eines
kunſt=
liebenden Müßiggängers, der ſich viel in den
Antiqui=
täten= und Raritätenläden in den Gäßchen von Paris
herumtrieb. Einſt ſtöberte er unter allerlei
Trödel=
kram herum und zog plötzlich eine hübſche Studie in
roter Kreide hervor, für die er denn auch die Summe
von 50 Centimes anlegte. Die Skizze ſah ein guter
Freund von ihm, der ihn darauf aufmerkſam machte,
; daß die ganze Anordnung der Figuren mit Raffaels
„Disputa” ziemlich übereinſtimme. Man ging dem
weiter nach, und ſchließlich ſtellte ſich heraus, daß es
1 eine Originalzeichnung Raffaels für ſein
weltberühm=
tes Gemälde ſei, deren Wert ſich auf etwa 20 000 Francs
beziffern ließ. Auch beim Pfandleiher finden ſich
manchmal alte Meiſterwerke ein. Vor ein paar Jahren
lieh ein Pfandleiher in Eaſt Ham auf 7 alte Bilder die
Summe von 300 Mark und zwar etwa nicht auf die
Werke ſelbſt, ſondern auf die vergoldeten Rahmen,
i deren jeden er wenigſtens auf 50 Mark ſchätzte. Der
Pfandſchein verfiel, die Bilder wurden aus den
Rah=
men geſchnitten und die Prunkſtücke verkauft; die
rah=
menloſen Leinwandſtücke kamen auf irgend einen
Boden, ſtaubten und ſchmutzten nach mehr ein. Da
;verirrte ſich eines Tages ein Trödler unter dieſe
aus=
rangierten Sachen, um vielleicht mit ſeinem Adlerblick
noch etwas Brauchbares zu erſtehen. Er bringt die
Bilder herunter, reinigt ſie, legt ſie Sachverſtändigen
vor, und es ſtellt ſich heraus, daß es alles Werke von
guten alten Meiſtern waren, darunter ein Rubens und
ein Gainsborough, viele, viele Tauſende wert.
Die Fleiſchnok.
Ein Wort an die Hausfrauen.
Von H. Kaempffer.
(Nachdruck verboten.)
Wenn es eine Luſt zu leben ſein ſoll, ſo iſt es ſicher
keine Luſt, heute Hausfrau zu ſein. Die hohen
Fleiſch=
preiſe verbittern ihr das Leben! Und noch immer hört
ſie, daß die Preiſe „vorausſichtlich” weiter ſteigen
werden. Eine Prophezeiung, die noch ſtets mit
durch=
aus unerwünſchter Eile und Sicherheit eingetroffen iſt.
Aber „der Menſch lebt nicht vom Brot allein”, ja, die
Mehrzahl der Menſchen nicht einmal vom Gemüſe, und
deshalb ißt man nach wie vor Fleiſch und bezahlt
ſeufzend den hohen Preis. Oſt wird ja allerdings die
ſtärkere Heranziehung der billigen und „nahrhaften”
Hülſenfrüchte der fleiſchnotleidenden Menſchheit
emp=
fohlen, und noch immer erhält ſich mit großer
Hart=
näckigkeit die Sage, daß der ausgiebige Genuß von
Hülſenfrüchten dem menſchlichen Organismus
beſon=
ders zuträglich fei. Das iſt eine der vielen
landläufigen Redensarten, die auch durch den ſteten
Gebrauch nicht wahr werden. In ihrer witzigen Art
ſagen die Verfaſſer des „Appetit=Lexikons” von den
Hülſenfrüchten: „Hülſenfrüchte ſind Leute von Gewicht,
mit denen ohne Anſtoß nur ein ſturmfeſter Magen und
auf die Dauer nur eine ganz charakterloſe Zunge fertig
zu werden vermag. Dem ſtarken Stickſtoffgehalte, der
ſie an Nahrhaftigkeit dem Getreide überlegen und dem
Fleiſche nahezu oder völlig ebenbürtig macht, ſteht
nämlich eine ebenſo ſtarke Schwerverdaulichkeit und,
was ſchlimmer iſt, ein ebenſo ſtarker Geſchmack
gegen=
über, der keinem Menſchen zu jeder Zeit und keinem
auf die Dauer zuſagt.‟ Der große Nährſtoffgehalt der
Hülſenfrüchte iſt alſo eine rein theoretiſche Wahrheit,
und nur Holzſchläger und Leute mit ähnlich
beneidens=
wert kräftiger Körperkonſtitution werden eine
über=
wiegend aus Hülfenfrüchten beſtehende Nahrung auf
die Dauer vertragen können.
Wo iſt alſo der Mann, der die deutſche Hausfrau
durch eine rettende Tat vom Druck der Fleiſchteuerung
befreien kann? Der Miniſter, der die Grenzen für die
Vieheinfuhr aus dem Auslande öffnen läßt? Er „
er=
wägt”, aber ſolche Erwägungen führen meiſt dazu, im
Herzen der Hausfrau jene überaus unangenehmen
Empfindungen zu erwecken, die ſchon den ſeligen
Tantalus befielen, als die Götter in der bekannten
raffinierten Weiſe mit ihm ihr Spiel trieben.
Selbſt iſt die Frau! Mit dem Kopfe zu wirtſchaften,
nicht nur mit den Händen, das iſt die Kunſt, welche die
Hausfrau heute zur höchſten Vollkommenheit entwickeln
muß, wenn ſie den Fleiſchpreiſen Trotz bieten will. Iſt
ſie in dieſer Kunſt Meiſterin, ſo wird es ihr auch
ge=
lingen, ſelbſt mit einem Gemüſegericht jene
verſöhnlich=
heitere Stimmung bei ihren Tiſchgenoſſen auszulöſen,
die uns ſonſt nur angeſichts eines ſaftigen,
wohlge=
lungenen Bratens überkommt. Das iſt die Hausfrau,
welche bei der Wiſſenſchaft in die Schule gegangen iſt.
Die Beziehungen der Dame Wiſſenſchaft zur Küche
ſind viel intimere, als man gewöhnlich glaubt:
unbe=
wußt manchmal ordnet ſich die Hausfrau ihrer Leitung
unter, vielleicht auch einmal mit Widerſtreben, meiſt
iſt aber der Vorteil auf ihrer Seite. Beim Einkauf
ihres Töpfchens Liebig’s Fleiſch=Extrakt denkt ſie wohl
ſehr ſelten daran, welche Studien und Verſuche nötig
waren, um das Prodnkt ſo herzuſtellen, wie ſie es heuts
in die Hand bekommt. Die richtige Anwendung dieſes
Fleiſch=Extraktes — das iſt das Geheimnis der
ſpar=
ſamen Hausfrau! Mit ſeiner Hilfe macht ſie Gemüſe
und Hülſenfrüchte ſchmackhaft und bekömmlich und
er=
mäßigt damit die Ausgaben für das teure Fleiſch.
Eine kräftige Fleiſchbrühe, die beſte Vorbereiterin des
Magens für die weitere feſte Nahrung — wie einfach
iſt ſie mit Liebig’s Fleiſch=Extrakt herzuſtellen! Das
Rezept: Koche für 10 bis 20 Pfennige Marknochen
unter Beifügung von Suppenkräutern aus und füge
der durchgegoſſenen Brühe, je nach Menge, 5 bis 10 g
Liebig’s Fleiſch=Extrakt zu. Nudeln und andere Ein=
Literariſches.
— Die moderne Sportbewegung, die im
Vorder=
grunde des allgemeinen Intereſſes ſteht, hat in den
letzten Jahren immer weitere Kreiſe des Volkes für
ſich zu gewinnen gewußt und hat von den höchſten und
allerhöchſten Seiten die weitgehendſte Unterſtützung
erfahren, von dem Geſichtspunkte ausgehend, daß
neben der geiſtigen Vervollkommnung die bisher oft
vernachläſſigte körperliche Entwickelung mehr
ge=
fördert werden muß. Eine große Reihe von
Sport=
vereinen aller Art, denen die beſten Kreiſe der
Na=
tion angehören, hat ſich gebildet, und mit
Aufmerkſam=
keit verfolgt man alle Neuerſcheinungen auf dem
Ge=
biete der Leibesübungen. Den modernen Zielen der
Geſundheitspflege, die an erſter Stelle der Kräftigung
und Geſunderhaltung des menſchlichen Körpers
zu=
gewandt ſind, hat der unterzeichnete Verlag mit der
Herausgabe des zeitgemäßen zweibändigen Werkes
Hygiene des Sports, herausgegeben von
Do=
med. S. Weißbein, mit einem Vorwort von Geh.
Med.=Rat Prof. Dr. F. Kraus, Rechnung getragen.
Das Werk enthält einen allgemeinen und einen
ſpe=
ziellen Teil. Jener bildet den erſten, dieſer den
zwei=
ten Band. Das Werk, das die hervorragendſten
medi=
ziniſchen Kapazitäten zu ſeinen Mitarbeitern zählt
hat in der geſamten ſporttreibenden Welt und nicht
zuletzt auch in mediziniſchen Kreiſen berechtiges
Auf=
ſehen erregt, da in Deutſchland bis dato kein ähnlich
groß angelegtes Nachſchlagewerk exiſtiert. Bei dem
reichhaltigen Inhalt des neuen, vornehm illuſtrierten
Werkes und bei den hervorragendſten Autoritäten als
Mitarbeitern iſt eine weite Verbreitung zu erwarten,
Der Preis für beide Bände beträgt 10 Mk. für dier
broſchierte Ausgabe und 12 Mk. für die gebundene
Ausgabe. Sportverlag Grethlein u. Ko., Lezpzig.
— Uns liegt das neueſte, ſoeben erſchienene dritte
Arena=Heft vor. Es iſt ein wahres Vergnügen,
die ſchmucken Heſte dieſer bekannten Monatſchrift
(„Arena”, Oktavausgabe von „Ueber Land und Meer”
Deutſche Verlagsanſtalt, Stuttgart) in die Hand zu
nehmen. Ihr reichhaltiger, mannigfacher Inhalt, dier
vornehme Ausſtattung, die prächtigen Illuſtrationen
machen die „Arena” zu einem der beſten deutſchen
Fa=
milienblätter. Preis des Heftes 1 Mk., für die kleine
Ausgabe der Zeitſchrift (ohne den Roman und die
Kunſtblätter) 80 Pfg.
Im Verlag von Breitkopf u. Härtel=Leipzig
er=
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und das Zentrum, zugleich eine Darſtellung der
politiſchen Machtanſprüche der drei letzten Päpſte,
Pius IX., Leo XIII., Pius X. und der Anerkennung
dieſer Anſprüche durch das Zentrum. Volks=Ausgabe.
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Umſchlage. Preis: Geh. 1 Mk., geb. 1.,50 Mk. Die=
Volksausgabe bietet den gleichen Inhalt, wie die große
Ausgabe. Nur ein weniger ſtarkes Papier wurde
ver=
wendet, um das Werk zu einem billigeren Preiſe
ver=
kaufen und die Anſchaffung der breiten Volksmaſſe
er=
möglichen zu können.
lagen kann man natürlich ebenfalls hinzugeben. Dieſe
Suppe ſteht einer aus friſchem Ochſenfleiſch hergeſtellten
in keiner Weiſe nach, iſt jedoch nur ein Drittel ſo
teuer wie jene. Das genannte Präparat ſelbſt iſt nichts
anderes als reine eingedickte Bouillon ohne jeden
fremden Zuſatz, und darauf beruht ſeine
geſchmackver=
beſſernde, Appetit und Verdauung fördernde Wirkung
auf die Speiſen. Es iſt erſtaunlich, wie ſchon ein
ge=
ringer Zuſatz des Extraktes einer großen Schüſſel
Gemüſe kräftigen vollen Geſchmack verleiht, und wie
bleichſüchtige Suppen unter ſeinem Einfluß zu
kräf=
tigen Magenweckern erſtarken. Mit dieſen Vorzügen
vereinigt das Extrakt den, die Wirtſchaftskaſſe zu
ent=
laſten. Wie ſchon angedeutet, kann man häufig ein
knappes Fleiſchgericht durch ſchmackhaftes Gemüſe
ver=
gänzen, ebenſo kann man mit ſeiner Hilfe aus
Fleiſch=
reſten pikante Biſſen herſtellen, denen ſelbſt
Fein=
ſchmecker Anerkennung zollen müſſen. Daß auch
ſchwächliche Saucen und ähnliche Begleiterſcheinungen
des Bratens von ſeinen Dienſten im weiteſtgehenden
Maße profitieren können, iſt ja ſelbſtverſtändlich. Wenn
man die ſtets im Haushalt gebrauchte Bouillon aus
Liebig’s Fleiſch=Extrakt ſtatt aus friſchem Fleiſch
her=
ſtellt, ſieht die Rechnung beiſpielsweiſe ſo aus: 10 Pfund
Rindfleiſch koſten nach heutigen Preiſen mindeſtens
9 Mark, die daraus gewonnene Bouillon läßt ſich in
derſelben Güte aus ¼ Pfund Liebig’s Fleiſch=Extrakt
herſtellen, das 2,25 Mark koſtet: man erſpart alſo, wenn
man auf den Fleiſchkauf verzichtet, 6,75 Mark!
Die Beiſpiele und Rezepte ließen ſich ins
Unge=
meſſene vermehren, doch möge es der ſparſamen
Haus=
frau überlaſſen bleiben, die hier gegebenen in der,
Praxis auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Sie wird dann
bei einigem Geſchick und Nachdenken bald
herausfin=
den, daß ihr eine Hilfe in der Fleiſchteuerung bereits
erſtanden iſt, lange bevor an eine ſolche im heutigen
Sinne zu denken war. Juſtus von Liebig war es, der
geniale Chemiker und Menſchenfreund, deſſen
weitaus=
ſchauender Blick ſchon vor 50 Jahren erkannte, was den
fleiſcharmen Ländern nottut.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 20. Oktober 1910.
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Samstag, den 22. Oktober 1910, abends präzis 9 Uhr
im FESTSAAL DER TURNGEMEINDE (Woogsplatz)
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Mitwirkende: Frau HENNV BOLDT (Sopran), Herr Hofopernsänger
A. HOFF (Baß), Herr Hoftheaterkapellmeister KITTEL. (Klavier), Herr
O. KLINGE (Violine):: Leitung: Herr Kammermusiker BRUCKMANN
Fremdenkarten: Herren 1.— Mk., Damen 0,50 Mk.
Vorverkauf im Verkehrsbureau, Ernst-Ludwigspl.
Unsere Mitglieder, sowie Freunde und Gönner des Vereins, werden hiermit
freundlichst eingeladen, und ersuchen wir die Mitglieder, ihre
Personal-
karten vorzuzeigen.
DER VORSTAND.
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Samstag, den 22. Oktober 1910, abends
8¼4 Uhr, im „Kaisersaal‟ Grafenstrasse
unter Leitung des Herrn Kammermusikers Adolf Kugler, und gütiger
Mit-
wirkung der Herren: Kammersänger Georg Weber, Hofschauspieler Hans
Bau-
meister, Konzertsänger Franz Müller und der Kapelle des Leibgarde-Inf.-
Regts. (1. Grossh. Hess.) unt. Leitung d. Herrn Obermusikmeisters Augo Hauske.
Sessssssen PROGRAMM.
1. Abteilung.
1. Ouverture zu: „Cola Rienzi‟
2. „Deutscher Siegesgesang‟
Tenorsolo und Chor
Dichtung v. Gustav Schmidt. (Solo Herr Franz Müller)
3. „Sphärenklänge” symphonische
Dich-
tung für grosses Orchester
4. Lied f. Bariton:„KriegersAbschied
und Heimkehr‟
(Gesungen von Herrn Kammersänger G. Weber)
ineneen 2. Abteilung.
„Aus grosser Zeit‟
Ein Zyklus von Gesängen für Tenor-, Baritonsolo, Männerchor
und Orchester, mit verbindender Deklamation.
Dichtung von Dr. H. Unbescheid. — Musik von Th. Müller-Reuter.
Rich. Wagner.
Heinr. Marschner.
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Adolf Kugler.
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9. Im Biwak (Chor).
1. Am 19. Juli 1870 (Chor).
2. Der Schwur (Chor).
10. Sturmlied (Chor).
s 11. Siegeslied (Chor).
3. Zur Fahne (Baritonsolo u. Chor).
(Solo Herr Kammersänger Weber).
12. Weihnachtslied (Chor).
4. Abschied (Chor).
13. Kaiserlied (Tenorsolo und Chor).
Solo Herr Franz Müller.
5. Alldeutschiand (Chor).
6. Schlummerlied (Tenorsolo u. Chor) 14. Friedenslied (Chor).
Solo Herr Franz Müller
15. Das Lied vom Deutschen Reich (Chor).
7. Weckruf CChor).
Komponiert von Adolf Kugler.
8. Letzte Ruhe (Chor).
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