Kbonnemenkspreis
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
aus=
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
inren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 240.
Donnerstag, den 13. Oktober.
1910,
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Der neue Konflikt in der Werſtinduſtrie.
* Gegenüber den Erklärungen der Werften, den
Arbeitern ſei das Zugeſtändnis, daß die ſtehengebliebenen
Akkordüberſchüſſe auszuzahlen ſind, nicht gemacht worden,
Iwird von dem Deutſchen
Metallarbeiter=
verband, Verwaltungsſtelle Hamburg,
er=
klärt, es ſei von ſeiner Seite bei Unterzeichnung der
Ver=
tragsbedingungen ausdrücklich erklärt worden, die Arbeit
könne nur aufgenommen werden, wenn die
Wiederein=
ſtellung aller an dem Streik und den Ausſperrungen
be=
teiligten Arbeiter ohne Benutzung des Arbeitsnachweiſes
ſtattfinde und wenn die Sicherung ihrer Anteile an den
durch den Kampf unterbrochenen Akkorden erfolge. Dies
ſei unter Zuſtimmung protokolliert worden.
Den Werften kommt der neue Konflikt, der die
Abmachungen der Einigungskommiſſionen zerſtört,
viel=
leicht nicht ungelegen Die Beſchlüſſe der
Einigungskom=
miſſion, in der bekanntlich nicht die Werften und ihre
Arbeiter, ſondern die übergeordneten Verbände der
Metallinduſtriellen und Metallarbeiter unterhandelten,
haben die Werftbeſitzer nur nach langem Widerſtreben und
unter einem ſtarken moraliſchen Druck angenommen. Daß
der Miniſter des Innern zu der kritiſchen Zeit aber in
Hamburg weilte, war, wie es heißt, kein Zufall.
Jeden=
falls iſt es den Werften nicht unlieb, durch den neuen
Konflikt von den Verpflichtungen dieſes Abkommens
los=
zukommen, das ihnen „Herren, die die Erforderniſſe der
Werftbetriebe gar nicht kennen”, aufgezwungen haben.
Deshalb iſt das Vorgehen der Arbeiter eine große
Un=
klugheit und nur dadurch zu erklären, daß die
Ar=
beiterführer die Zügel zu verlieren
be=
ginnen. Die Lage iſt alſo recht ernſt und die Frage
iſt, ob die Unternehmer nunmehr doch noch zur
Maſſen=
ausſperrung in der geſamten deutſchen Metallinduſtrie
ſchreiten werden. In der ſtark beſuchten Verſammlung
der Werftarbeiter in Bremen am Dienstag wurden
nach längerer Debatte für die Wiederaufnahme der
Ar=
beit 521, gegen die Wiederaufnahme 1177 Stimmen
ab=
gegeben. (!) Da aber für die Weiterführung des Streiks
die Dreiviertelmajorität erforderlich iſt, dieſe jedoch nicht
ganz erreicht wurde, werden Verhandlungen mit den
Werften angeknüpft, um Garantien für die Auszahlung
der aufgelaufenen Akkordlöhne zu erhalten Von dem
Ausgang der Verhandlungen hängt es ab, ob die Arbeit
in den nächſten Tagen wieder aufgenommen werden wird.
Deutſchland und Portugal.
C Die Veränderung der Regierungsform eines
Staa=
tes ändert nichts an ſeinen völkerrechtlichen Pflichten und
Anſprüchen. Dies iſt ein allgemein anerkannter Satz des
Völkerrechts. Wenn alſo ein Staat, wie Portugal
ges jetzt getan hat, die Monarchie beſeitigt und an ihre
Stelle die Republik ſetzt, ſo hat er den übrigen geſitteten
Staaten gegenüber die Beſtimmungen des Völkerrechtes
zu wahren, indem er z. B. die Exterritorialität ihrer
Geſandten nicht antaſten darf und die mit ihnen
beſtehen=
den Verträge beobachten muß, kann aber auch ſelbſt in
allen ſolchen Beziehungen die gleichen Rechte geltend
machen. Und als erſtes und wichtigſtes Recht kann er
fordern, daß das neue Regierungsſyſtem, das er ſich
ge=
geben hat, von den übrigen Staaten anerkannt, genauer
geſagt: nicht beſtritten wird.
Die Nachrichten, die über den Gang der Ereigniſſe
aus Liſſabon vorliegen, laſſen kaum einen Zweifel daran
beſtehen, daß das Königtum in Portugal ausgeſpielt hat
und die Zukunft der Republik gehört Die Zukunft
— denn bisher iſt die Republik nur erklärt, aber noch nicht
zur praktiſchen Einführung gelangt. Es gibt vorderhand
nur eine proviſoriſche Regierung, deren
Auf=
gabe es nun ſein wird, dem Lande eine republikaniſche
Staatsform zu geben. Erſt nachdem dies geſchehen ſein
wird, erſt wenn eine republikaniſche Verfaſſung
angenom=
men oder doch wenigſtens in ihren Grundzügen beſchloſſen
ſein wird, erſt wenn an die Stelle der proviſoriſchen
Re=
gierung eine definitive, mit einem gewählten Präſidenten
der Republik an der Spitze und einem von ihm ernannten
Kabinett, vorhanden ſein wird — erſt dann wird man
ſagen können, daß die Umwandlung des Königreichs
Por=
tugal in die Republik Portugal im völkerrechtlichen Sinne
keine Tatſache geworden iſt Und erſt dann erwächſt den
übrigen Staaten die Pflicht, die Republik Portugal
anzu=
erkennen. Aus welchen Gründen die Umwandlung
er=
folgte, ob ſie mit geſetzmäßigen oder gewaltſamen Mitteln
erreicht wurde, das ſind interne Angelegenheiten
Por=
tugals, in die kein anderer Staat ſich einzumiſchen hat.
Vorausſetzung iſt dabei natürlich, daß die neue
Regie=
rung nicht nur auf dem Papiere ſteht, ſondern auch
wirk=
lich die Staatsgewalt in Händen hat und ausübt.
Daher wäre kein Grund dafür vorhanden, wenn hier
und da ſchon Stimmen laut würden, welche die Frage
aufwürfen, warum denn Deutſchland mit der
Aner=
kennung der portugieſiſchen Republik noch zögere. Es iſt,
völkerrechtlich geſprochen, noch gar keine republikaniſche
Regierung da, die Anerkennung verlangen und erhalten
könnte. In der Tat iſt denn auch noch an keine Macht
ein derartiges Verlangen geſtellt worden. Man darf, wie
bereits früher bemerkt, annehmen, daß alle oder doch die
meiſten Kulturſtaaten, die in geordneten und
regelmäßi=
gen Beziehungen zu Portugal ſtehen, die gleiche Haltung
zu beobachten entſchloſſen ſind: ſie werden, ſowie an die
Stelle der jetzigen proviſoriſchen Regierung eine
endgül=
tige getreten iſt, der neuen Republik ihre Anerkennung
nicht verſagen.
Gewiß herrſcht an den Höfen Europas Mitleid mit
dem Schickſale des Hauſes Braganza=Koburg, mit dem
ja faſt alle übrigen europäiſchen Dynaſtien mehr oder
weniger nahe verwandt ſind. Aber ſolche Sentiments
ſpielen in der Politik keine Rolle und werden der
Repu=
blik Portugal gewiß nicht den Eintritt in die
Gemein=
ſchaft der Kulturſtaaten erſchweren.
Das Verhältnis Deutſchlands zu
Por=
tugal war immer durchaus korrekt. Es fehlte faſt ganz
an Reibungspunkten, und wenn welche einmal vorkamen.
ſo lagen ſie nicht auf eigentlich politiſchem, ſondern auf
kommerziellem Gebiete Auch hier ſind ſie durch den
Han=
dels= und Schiffahrtsvertrag vom 30. November 1908, der
nach ziemlich heftigen Erörterungen im Reichstage am
21. Mai 1910 ratifiziert wurde, beſeitigt worden.
In=
zwiſchen ſind die Bedenken, die von deutſcher Seite gegen
einzelne Beſtimmungen dieſes Vertrages erhoben waren,
mehr und mehr verſtummt. Er hat, wie man es hoffte,
ſeine Nützlichkeit vor allem dadurch bewieſen, daß er
un=
gewiſſen Zuſtänden durch Aufſtellung feſter Normen zum
Vorteil beider Länder ein Ende bereitet hat, und vor
dieſer Nützlichkeit verſchwinden die Nachteile, die man an
ihm gefunden zu haben glaubte.
Eiſenbahner=Ausſtand in Frankreich.
— Aus Paris kommt die Nachricht, daß die
An=
geſtellten der Nordbahn in den Generglausſtand
getreten ſind, und es beſteht die Gefahr, daß ſich die
An=
gehörigen auch anderer Geſellſchaften ihnen anſchließen.
Von ſeiten der Eiſenbahner iſt ſchon mehrfach in den
letzten Monaten mit dem Generalſtreik gedroht worden,
man glaubte aber nicht ſo recht daran, ſondern war der
Anſicht, daß es ſich lediglich um die übliche Taktik handelt,
um die Forderungen durchzudrücken. Nunmehr aber iſt
es blutiger Ernſt geworden; auf den Nordbahnen, die den
wichtigſten Teil des Dienſtes nach dem Auslande, ſowohl
nach Deutſchland wie Belgien und England, bilden,
ver=
kehrt kein Zug mehr, die Regierung hat, um böſen
Zwi=
ſchenfällen vorzubeugen, ein ſofortiges Aufhören der
Zug=
beförderung angeordnet. Es iſt ein ſeltſamer Zufall, daß
jetzt an der Spitze der Geſchäfte ein Miniſter ſteht, der
ſelber gemäßigt ſozialiſtiſchen Anſchauungen
hul=
digt und jetzt in die Lage verſetzt wird, für
Aufrechterhal=
tung der Ruhe und Ordnung einzutreten, worauf er ſofort
— militäriſche Unterſtützung heranzog; zwiſchen
Theorie und Praxis iſt eben ein himmelweiter=
Unter=
ſchied. Man muß es der franzöſiſchen Regierung laſſen,
daß ſie ſofort mit größter Energie vorgegangen iſt, um
Zwiſchenfälle zu vermeiden. Der Nordbahnhof wurde
ſofort militäriſch beſetzt, auch auf einigen Strecken wurde
längs der Bahnlinie Militär aufgeſtellt. Auch öffentliche
Gebäude, Denkmäler u. dgl. erhielten militäriſche
Wacht=
poſten, weil man von den Streikenden ernſte
Ausſchrei=
tungen befürchtete.
Frankreich iſt zwar ſchon mehr als einmal von
der=
artigen großen Streiks heimgeſucht worden, die zum Teil
auch auf Wirtſchaftsgebieten böſe Folgen nach ſich zogen,
dieſer Streik aber könnte doch bei längerer Dauer dem
ge=
ſamten wirtſchaftlichen Leben mehr als ſchwere Wunden
ſchlagen und Frankreich bis in den innerſten Nerv treffen.
Wie hoch man die Gefahr einſchätzt, beweiſt auch der Um=
ſtand, daß die Regierung vor der Verhaftung der
Rädels=
führer nicht zurückſchrecken will, um ein Exempel zu
ſtatu=
ieren. Jeder andere Streik kann zwar ſehr ſchwerwiegend
ſein, jedoch trifft keiner ſo ſehr die geſamte Bevölkerung,
wie ein Ausſtand, der den Stillſtand des geſamten
Ver=
kehrs oder wenigſtens eines großen Teiles desſelben im
Gefolge hat. Handelt es ſich doch nicht bloß darum,
Rei=
ſende von Ort zu Ort zu bringen, ſondern, was noch weit
wichtiger iſt, durch das Ausbleiben von Nahrungsmitteln,
die auf der Bahn transportiert werden müſſen, werden
Zuſtände geſchaffen, welche die geſamte Bevölkerung auf
das ſchwerſte treffen. Es iſt auch bekannt, daß gerade die
Eiſenbahner in Frankreich die widerhaarigſten Leute ſind,
über welche die Organiſation eine verhältnismäßig
ge=
ringe Macht hat.
Daß alle Angeſtellten bei Ausgabe der Streikparole
ſofort mittaten, iſt begreiflich, etwas anderes aber wird
es ſein, ob die der Diſziplin wenig zugänglichen
Eiſen=
bahner auch folgen werden, wenn die Organiſationsleiter
nach Verhandlungen mit der Direktion zur Beendigung
des Streiks raten. Für die Regierung iſt dieſe Wendung
der Dinge überaus mißlich, denn dieſe ſchwere innere
Kriſe kann ſich leicht auch in politiſcher Hinſicht bemerkbar
machen. Man wird daher vorausſichtlich ſeitens des
Mi=
niſteriums alles tun, um eine baldige Beendigung
des Streiks herbeizuführen, ehe der Brand noch weiter
geht, und im Intereſſe des Wirtſchaftslebens Frankreichs
wie der politiſchen Ruhe unſeres weſtlichen Nachbarlandes
können auch wir in Deutſchland nur wünſchen, daß
even=
tuelle Bemühungen der franzöſiſchen Regierung nach dieſer
Richtung hin von Erfolg ſind.
Im franzöſiſchen Miniſterrat gaben der
Miniſterpräſident und Miniſter Millerand Erklärungen
über den Ausſtand bei der Nordbahn ab, der unerwartet
ausgebrochen ſei, nachdem die Eiſenbahner die
Vermitt=
lung der Regierung zwiſchen ihnen und den
Eiſenbahn=
geſellſchaften angenommen hätten, der jetzt mehr einen
politiſchen und revolutionären als einen
be=
rufsmäßigen Charakter annehme. Die Mehrheit des
Perſonals ſei gegen den Ausſtand, die Führer der
Bewe=
gung wollten aber durch Einſchüchterung ihre Genoſſen
mitreißen. Briand ſagte ferner, militäriſche
Maßnahmen ſeien bereits getroffen und
würden noch verſchärft, um vollſtändige
Freiheit in der Arbeit zu ſichern; zwei Akte der
Sabotage würden gerichtlich verfolgt. Das Amtsblatt
werde ein Dekret veröffentlichen, wonach die Eiſenbahnen
militäriſch organiſiert werden, insbeſondere werde die
Einberufung der Eiſenbahner, die unter militäriſcher
Kontrolle ſtehen, auf zwanzig Tage geſtattet. Die
Regie=
rung werde eventuell auf den Lokomotiven als Führer
und Heizer die Mannſchaften der Flotte
ver=
wenden können. Auch ſeien Maßnahmen getroffen, um
mit dem Poſtdienſt eine normale Verſorgung von Paris
mit Lebensmitteln zu ſichern.
Mit wenigen Ausnahmen billigt die Preſſe die
von der Regierung ergriffenen Maßnahmen, beſonders
die auf Grund des Geſetzes vom 28. Dezember1880 im
Amts=
blatt veröffentlichte Mobiliſierungsordre, durch
die das geſamte Perſonal und Material der Eiſenbahnen
zur Verfügung der Regierung geſtellt wird.
Bemerkens=
wert iſt, daß der den Erlaß begründende Bericht des
Kriegsminiſters vom 16. Juli d. J. datiert iſt, aus einer
Zeit alſo, wo die Eiſenbahner die erſten ernſten
Droh=
ungen mit dem Generalausſtand laut werden ließen Die
monarchiſtiſchen Blätter benutzen den Eiſenbahnerſtreik zu
heftigen Angriffen gegen die Republik und den
Parlamen=
tarismus. Die Aurore ſagt: Wenn es ſo weit gekommen
iſt, dann iſt das gegenwärtige Regime ſchuld daran,
wel=
ches die konſervativen Parteien bekämpft und die
Beruhi=
gung nach links ſucht, d. h. auf ſeiten der Unordnung, der
revolutionären Erpreſſung und der Sabotage. Dagegen
erklärt der nationaliſtiſche Eclair: Wir müſſen uns
voll=
ſtändig auf die Tatkraft der Regierung verlaſſen, die die
Abſicht hat, uns ohne Schwächen und ohne Hintergedanken
zu verteidigen. Wir werden ſie in ihrer ſchwierigen
Auf=
gabe nicht behindern.
Deuſches Reich.
* Von der neuen Heeresvorlage Wie die
N. G. C. erfährt, wird die in nächſter Zeit zu erwartende
neue Heeresvorlage eine Neuaufſtellung von
In=
fanterietruppenteilen beſtimmt nicht fordern. Dagegen iſt
die Erhöhung der Etatsſtärke einzelner
Infan=
terie=Regimenter zu erwarten. Es dürfte ſich dabei um
Truppenteile handeln, die in der Nähe der Grenzen ihren
Standort haben, gleichwohl aber bisher nicht auf den pro
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
Nummer 240.
Kompagnie um 25 Köpfe höheren Grenzetat gebracht
wor=
den ſind. Wahrſcheinlich folgt dann auch noch die
Ver=
ſtärkung ſämtlicher Infanterie=Regimenter bis zu der bei
Einführung der zweijährigen Dienſtzeit für unerläßlich
erachteten Kopfzahl. Man hat dieſe bereits vorhanden
geweſene Stärke ſeinerzeit notgedrungen aufgegeben, als
es ſich im Jahre 1897 darum handelte, aus den vierten
Halbbataillonen neue Regimenter zu bilden und dieſen
auf Koſten der älteren Truppenteile eine angemeſſene
Kopfſtärke zu geben. Kehrt man nun zu der im Jahre
1893 auch vom Reichstag für notwendig angeſehenen
Kopf=
ſtärke von 149 Mann pro Kompagnie zurück, ſo bedeutet
dies eine nicht unerhebliche Vermehrung der Infanterie,
die auf billigſte Art vorgenommen wird. Ihr gegenüber
iſt die Aufſtellung ganzer Bataillone weit koſtſpieliger, da
ſie u. a. auch eine Erhöhung des Etats an Offizieren und
Unteroffizieren mitbedingt. An dem einen wie an dem
andern herrſcht bekanntlich dauernd Mangel, während
um=
gekehrt über die zu geringe Kopfſtärke der Kompagnien
dauernd geklagt wird.
Wahlaufruf des Hanſabundes. Der
Hanſabund veröffentlicht einen Wahlaufruf an die
deut=
ſchen Kaufleute und Induſtriellen, an die Angeſtellten
und an die Angehörigen des gewerblichen Mittelſtandes.
In dieſem Flugblatte ſagt der Hanſabund folgendes:
Zum erſten Male werden die im Herbſt 1911
bevorſtehen=
den Wahlen zum deutſchen Reichstage im Zeichen des
Hanſabundes erfolgen Ihr Ausfall wird darüber
ent=
ſcheiden, ob man in Deutſchland fernerhin eine
ausſichts=
reiche Wirtſchaftspolitik im Intereſſe von Gewerbe, Handel
und Induſtrie in jedem Zweige der Geſetzgebung und
Verwaltung mißachten darf, oder ob die Vertreter der
werktätigen Arbeit in Stadt und Land ſtark genug ſind,
den gebührenden Anteil an der politiſchen Macht zu
er=
kämpfen und ſo eine gerechte Wirtſchaftspolitik
durchzu=
ſetzen. Eine gewaltige, ſchon jetzt zu beginnende Arbeit
ſteht bevor Die Verſtändigung der durch gewerbe=,
han=
del= und induſtriefreundliche Abgeordneten vertretenen
Wahlkreiſe iſt ſchon jetzt mit allem Nachdruck zu
bear=
beiten. Verſpätete Anſtrengungen ſind vergeblich, auch
wenn ſie verdoppelt und verdreifacht werden Da zu
die=
ſem Kampfe vor allem ſehr bedeutende Geldmittel
gehö=
ren, hat das Präſidium des Bundes beſchloſſen, ſchon jetzt
an die Bildung des Zentral=Wahlfonds für die nächſte
Reichstagswahl zu gehen. Dieſer Fonds, ſo heißt es in
dem Flugblatt, dient jeder einzelnen Partei und wird
deswegen keiner einzelnen Partei entzogen. Deshalb
richtet der Hanſabund an die Empfänger des Aufrufs
das dringende Erſuchen, dem Zentral=Wahlfonds für
1910/11 tunlichſt einen entſprechenden Beitrag zu
über=
mitteln, der für die deutſchen Kaufleute und Induſtriellen
auf eins von tauſend der jährlich aufgewendeten
Lohn=
ſumme, bei den Angehörigen des gewerblichen
Mittel=
ſtandes auf mindeſtens den doppelten Jahresbeitrag zum
Hanſabund und bei den Angeſtellten auf mindeſtens zwei
Mark bemeſſen wird.
Zum Schickſal des
Arbeitskammer=
geſetzes wird mitgeteilt, daß die Regierung eine
An=
zahl ihrer Bedenken gegen die Kommiſſionsbeſchlüſſe des
Reichstages fallen laſſen werde, jedoch ſei ſie nicht
ge=
willt, der Wählbarkeit der Arbeiterſekretäre zuzuſtimmen.
Konſervative, Reichspartei und Nationalliberale teilen
dieſen Standpunkt. Um nun das Scheitern der Vorlage
zu verhindern, wird ein Kompromiß vorgeſchlagen, nach
dem die Arbeiterſekretäre zwar bei den erſten Wahlen
auszuſchließen, aber bei allen ſpäteren Wahlen zuzulaſſen
wären, ſofern Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeder
Kam=
mer damit einverſtanden ſind. Ob freilich die Parteien
im Reichstage geneigt ſein werden, auf den Boden dieſer
Verſtändigung zu treten, bleibt abzuwarten.
Ausland.
Frankreich.
Eine Bankettrede des
Miniſterpräſi=
denten Briand. Das Komitee der republikaniſchen
Kaufleute und Induſtriellen veranſtaltete am Dienstag
abend in Paris ein Bankett, an dem 2500 Perſonen
teil=
nahmen, darunter ſämtliche Miniſter, die Präſidenten des
Senats und der Kammer, ſowie zahlreiche
Parlamen=
tarier. Der Miniſterpräſident Briand hielt dabei die
poli=
tiſche Rede, worin er auf die Kritik des radikalen
Partei=
tags antwortete Er führte aus, daß er den Radikalen
offen ſeine Ideen dargelegt habe, ohne ſie zu täuſchen.
Er verwahrt ſich gegen den Verdacht, die Geſchäfte der
Rechten zu beſorgen, und verlangt das volle Vertrauen
der Mehrheit für die Durchführung des Programms der
Regierung in ſchwieriger Zeit. Briand erzielte mit ſeiner
Rede einen außerordentlichen Erfolg, namentlich die
Sätze, in denen er erklärte: Die Republik kann nicht in der
Vergangenheit, ſie muß in der Zukunft leben, ſie muß
den Fortſchritt in der Ordnung, ſie muß Gerechtigkeit und
Freiheit für alle bedeuten, entfeſſelten ſtürmiſche Zurufe.
Spanien.
In der Deputiertenkammer erklärte der
Sozialiſt Igleſias, die Sozialiſten würden ſich einem
neuen kriegeriſchen Vorgehen Spaniens in Marokko mit
allen Mitteln widerſetzen. Miniſterpräſident Canalejas
antwortete, man müſſe den Weg gehen, den alle
ziviliſier=
ten Völker einſchlagen, und ſich bemühen, die Ziviliſation
ſelbſt mit Gewalt zu verbreiten.
Rußland
Der Miniſterrat beſchloß, in der Duma eine
Ge=
ſetzesvorlage über die Umgeſtaltung der Hauptverwaltung
für das Landwirtſchafts= und Ackerbauminiſterium
ein=
zubringen. Die Meldung der Blätter, Miniſterpräſident
Stolypin würde zum Beſuch des ruſſiſchen Kaiſers in
Friedberg eintreffen, iſt unbegründet.
Griechenland.
Das Kabinett Dragumis wird zurücktreten;
man glaubt allgemein, daß Venizelos die Neubildung
übernehmen werde.
Türkei.
Die Anleihe. Aus ſicherer Quelle verlautet, bei
den Beſprechungen mit dem türkiſchen Finanzminiſter habe
der franzöſiſche Botſchafter Bompard die Gewährung einer
größeren Anleihe, und zwar einer ſolchen von 15
Millio=
nen Pfund, in Ausſicht geſtellt.
China.
Einführung der Verfaſſſung. Auf
Anre=
gung des Miniſters des Innern Prinzen von Su, ſo wird
aus Schanghai gemeldet, hat der Prinzregent einer
Pe=
tition der Mitglieder des Reichsausſchuſſes nachgegeben
und den Staatsrat aufgefordert, ihm Bericht darüber zu
erſtatten, ob der Erlaß der Verfaſſung ſtatt im Jahre 1916
ſchon im Jahre 1914 möglich ſein werde.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. Oktober.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Großherzog
empfingen geſtern den Major Mackenſen v. Aſtfeld,
Kommandeur des Weſtfäliſchen Ulanen=Regiments Nr. 5,
den Oberſtleutnant v. Hahn, Abteilungs=Kommandeur
im Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh. Heſſ. Feldartillerie=
Regiment Nr. 25, den Oberleutnaut v. Tümpling vom
2. Großh. Heſſ. Feldartillerie=Regiment Nr. 61,
komman=
diert zur Dienſtleiſtung beim Reichs=Kolonialamt, den
Rittmeiſter des Landwehr=Train I. Aufgebots
Fried=
mann, den Oberleutnant des Landwehr=Train I. Aufgebots
Gaßner, die Leutnants des Landwehr=Train I. Aufgebots
Schmitt und Bäumer, letztere vier kommandiert zur
Dienſtleiſtung beim Großh. Heſſ. Train=Bataillon Nr. 18,
den Schweizeriſchen Oberleutnant Real, kommandiert
zur Dienſtleiſtung beim Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh.
Heſſ.) Nr. 24, den Kammerherrn Frhrn. v. Oetinger, den
Geiſtl. Rat Dekan Heſch von Nieder=Olm, den Pfarrer
Schmaltz von Marienſchloß, den Profeſſor Sohn=Rethel,
den Weingutsbeſitzer Koch von Laubenheim, den Direktor
des Städtiſchen Gas=und Waſſerwerks in Gießen, Bergen,
den Rittmeiſter a. D. Lungershauſen, den Dr. Voltz, den
Profeſſor Pützer, den Oberpfarrer Bernbeck von
Michel=
ſtadt, den Geh. Schulrat Dr. Gerhard von Michelſtadt,
den Pfarrer Mayer von Dorn=Dürkheim. In beſonderer
Audienz den Großbrit. Geſchäftsträger Mr. Harford;
zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den
Finanz=
miniſter Braun, den Miniſter des Innern von Hombergk
zu Vach, den Oberſt z. D. Frhrn. Röder v. Diersburg,
den Ordenskanzler Oberſt z. D. Frhrn. Röder v. Diers”
burg, den Vorſtand des Kabinetts Geh. Rat Römheld.
* Vom Hofe. Die Herrſchaften begaben ſich
Dienstag nachmittag zum Tennisſpiel nach Bad
Nau=
heim. Die Kaiſerin und die Großherzogin
beſuchten den Tennisplatz ebenfalls. (Darmſt. Ztg.)
— Uebertragen wurde dem Lehrer Theodor
Zimmermann zu Wald=Amorbach, Kreis Erbach,
eine Lehrerſtelle an der evangeliſchen Schule zu
Lampert=
heim, Kreis Bensheim.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 27.
vom 12. Oktober hat folgenden Inhalt: 1. Oeffentliche
Anerkennung. 2. Bekanntmachung, die im Jahre 1908/09
approbierten Perſonen und die Nahrungsmittelchemiker,
denen ein Befähigungsnachweis erteilt worden iſt,
be=
treffend. 3. Bekanntmachung, die Organiſation der
Ver=
waltung der Staatsſchuld betreffend. 4. Ueberſicht der
von Großh. Miniſterium des Innern für das
Rechnungs=
jahr 1910 genehmigten Umlagen zur Beſtreitung von
Kommunalbedürfniſſen der israelitiſchen
Religions=
gemeinden des Kreiſes Dieburg. 5. Ordensverleihungen.
6. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder
Orden. 7. Namensveränderung. 8. Dienſtnachrichten.
L. Die Strafkammer fällte geſtern folgende,
prinzi=
piell wichtige Entſcheidung: Ein Landwirt von Bürgel
hatte auf ſeinem Feld Pfuhl abgeladen und war zur
Anzeige gebracht worden, weil er eine für die Stadt
Offenbach erlaſſene Verordnung übertreten habe. Bei
der Eingemeindung Bürgels im Jahre 1908 war
ver=
tragsmäßig vereinbart worden, daß alle für Offenbach
gültigen Polizeiverordnungen auch in Bürgel in
Kraft treten und die dort geltenden,
entgegenſtehen=
den Vorſchriften außer Kraft treten ſollen. Die
Bür=
germeiſterei war ermächtigt worden, zur
Durchführ=
ung dieſes Beſchluſſes das weiter Erforderliche zu
ver=
anlaſſen. Dieſe kam dem Auftrage in der Weiſe nach,
daß ſie eine ganze Reihe Verordnungen in einer
öffentlichen Bekanntmachung für Bürgel in Kraft
ſetzte. Unter dieſen befand ſich auch diejenige, welche
der Landwirt verletzt haben ſoll, indem ſie in einer
beſtimmten Nähe der Wohnungen die von ihm
vor=
genommene Handlung unterſagt. Er legte Einſpruch
ein und wurde vom Schöffengericht
frei=
geſprochen. Die gegen dieſes Urteil von der
6
Wie Epidemien entſtehen und vergehen.
Mediziniſche Skizze von Dr. med. Adolf Stark.
(Nachdruck verboten.)
B. Eines der intereſſanteſten und zugleich
rätſel=
hafteſten Kapitel der menſchlichen Geſchichte bildet jener
am Ausgang des Altertums und an der Schwelle des
Mittelalters liegende Zeitraum, der dadurch
charak=
teriſiert iſt, daß ein jäher, unbezwinglicher
Wander=
trieb ganze Völker zu ergreifen ſcheint. Nationen
ver=
laſſen den Boden, auf dem ſie, ſeit Jahrtauſenden
viel=
leicht, geſeſſen, werfen ſich auf die Nachbarn, die häufig
vom gleichen Triebe erfaßt, auch mit Weib und Kind
auswandern, und ſo geht es durch Jahrzehnte in
Europa zu, wie in einem Tümpel, deſſen Bewohner,
aufgeſcheucht aus ihrer trägen Ruhe, wild hin= und
herfahren, daß die ſtille Pfütze mit einem Schlage in
einen Hexenkeſſel verwandelt erſcheint.
Derartige Völkerwanderungen ſind aber kein
Vor=
zug des Herrn der Schöpfung, ſie finden ſich auch
viel=
fach im Tierreiche. Nicht jene regelmäßigen Züge
meine ich, welche infolge des Dranges nach Ernährung
und Fortpflanzung ſich alljährlich wiederholen, wie die
Wanderzüge der Vögel oder das Auftauchen der
Heringsſchwärme. Es gibt auch im Bereiche der
Tier=
welt echte Völkerwanderungen, deren Merkmal darin
beſteht, daß aus uns unbekannten Gründen das
Stamm=
land verlaſſen und fremde Gegenden aufgeſucht
wer=
den, um daſelbſt dauernd Wohnſitz zu nehmen. Das
bekannteſte Beiſpiel iſt der große Rattenzug am
Be=
ginn des achtzehnten Jahrhunderts, welcher die bis
dahin unbekannte Wander
den kleinſten der Tierwelt, den Bazillen,
vorzukom=
men. Natürlich können dieſe winzigen Lebeweſen nicht
ſelbſtändig wandern, ſie haften immer an Perſonen
oder Gegenſtänden, bisweilen auch an Tieren, aber in
Analogie mit den Maſſenwanderungen kommt es vor,
daß ſie ſich plötzlich über ganze Länder, ja, über den
ganzen Erdball verbreiten, daß aus den Endemien —
ſo nennt man Krankheiten, die in beſtimmten
Gegen=
den heimiſch ſind — Epidemien, ja, „Pandemien”
wer=
den. Ein klaſſiſches Beiſpiel hierfür bietet jene Seuche,
die jetzt wiederum drohend an unſere Tür pocht, die
Cholera.
Seit undenklichen Zeiten, jedenfalls ſchon ſo lange,
als die betreffenden Gegenden erforſcht ſind, ſaß die
Cholera in Indien, und zwar in einem eng
umſchrie=
benen Gebiete an den Ufern des Ganges und
Brahma=
putra. Aus unbekannten Gründen wurde die Endemie
plötzlich im Jahre 1816 zur Epidemie, die nur
lang=
ſam, aber ſicher, von Oſten nach Weſten ſchreitend, ſich
Europa näherte. 1818 war ganz Indien verſeucht, in
den nächſten Jahren rückte die Cholera über China und
Perſien bis nach Rußland vor, im Jahre 1830 betrat
ſie europäiſchen Boden, war 1831 in Deutſchland, 1832
in England und Frankreich und wurde im gleichen
Jahre durch Schiffe nach Amerika übertragen. Erſt im
Jahre 1838 erloſch die Seuche, worauf die Kulturwelt
durch 8 Jahre befreit aufatmen konnte, aber ſchon 1846
beginnt ein neuer Zug von Indien aus, der
Deutſch=
land 1848 erreichte. Es folgten dann noch eine Reihe
von weiteren Cholergepidemien, bis 1893 Europa
wie=
der cholerafrei zu ſein ſchien. Nun iſt die Seuche im
Vorjahre in Rußland aufgetreten und allem Anſcheine
nach hatten wir für die nächſte Zeit einen Beſuch des
unheimlichen Gaſtes auch bei uns zu erwarten.
Aller=
dings braucht uns dies nicht mit ſolchem Schrecken zu
erfüllen, wie vor 5 Jahrzehnten. Die ſanitären
Ein=
richtungen und die öffentliche Hygiene ſind bei uns ſo
vorgeſchritten, daß wir die begründete Hoffnung haben
können, den Ausbruch einer Seuche jederzeit
verhin=
dern und die unvermeidlichen eingeſchleppten Fälle ſo
iſolieren zu können, daß ſie vereinzelt bleiben und
nicht die Quellen ganzer Epidemien werden.
Ein ähnliches Verhalten wie die Cholera zeigen
übrigens eine ganze Reihe anderer Seuchen. So
drang auch die Peſt unſeligen Angedenkens vom Orient
her nach Europa ein, wo ſie ein halbes Jahrhundert
die Länder entvölkerte, und dieſe Eroberungszüge
wie=
derholten ſich durch viele Jahrhunderte. In Europa
ſcheint dieſe Krankheit, die, nebenbei geſagt, zurzeit
ge=
meinſam mit der Cholera in Rußland wütet, keinen
rechten Boden mehr zu finden. Im letzten
Jahrhun=
dert blieben alle in Europa auftretenden Fälle iſoliert.
Meiſt handelte es ſich um Matroſen — die Träger der
Peſt ſind häufig Schiffsratten — in Hafenſtädten. In
der Erinnerung aller dürften auch noch die Wiener
Peſtfälle haften, die durch das unvorſichtige Hantieren
eines Laboratoriumdieners mit Peſtbazillen ent=
ſtanden.
Ein Tröſtliches haben die abgelaufenen
Cholera=
epidemien noch gezeigt: Es ſcheint, als ob ihr Erreger,
der von Koch entdeckte Kommabazillus, in unſerem
Klima nicht ſo recht gedeihen könne. Darauf deutet
der Umſtand hin, daß die Seuchen meiſt ſchon nach
wenigen Wochen erloſchen und im ſchlimmſten Falle
3 bis 5 Prozent der Bevölkerung befielen. Zum Glück
iſt es alſo dieſem unheimlichen Gaſte bei uns nicht
recht wohl und er verſchmäht es, ſich hier dauernd
niederzulaſſen.
Leider kann man dies nicht von allen Seuchen
be=
haupten. Gar manches unheimliche Geſchenk aus dem
Orient hat ſich bei uns behaglich gefühlt und iſt, als
die eigentliche Epidemie längſt vorüber war, als ungern
geſehener Gaſt dauernd bei uns geblieben. So jenes
Geſchenk aus dem Orient und wahrſcheinlich durch die
Kreuzzüge mit eingeſchleppt, aber erſt am Ende des
15. Jahrhunderts — unter den Truppen Karl VIII.
bei der Belagerung von Neapel — zur Seuche
auf=
flammend und von da an in raſchem Zuge die ganze
Welt ſich unterwerfend. Freilich, wenn nicht alles
trügt, hat auch dieſe Geißel der Menſchheit ihre
Schrecken verloren und dürfte, wenn ſich das Ehrlichſche
Heilmittel bewährt, für die kommende Generation
ebenſo nur hiſtoriſches Intereſſe haben, wie für uns
die Lepra, welche als ausgeſtorben betrachtet werden
kann.
Denn auch Krankheiten ſterben; ſie erlöſchen,
nach=
dem ſie oft Jahrhunderte gewütet haben. Die eben
erwähnte Lepra, der Ausſatz, iſt ein Beiſpiel hierfür.
Dereinſt eine Geißel der Völker, kaum geringer, als
zeutzutage die Tuberkuloſe, iſt der Ausſatz jetzt ſo gut
wie verſchwunden. Nur im hohen Norden und in den
Tropen kommt er noch vor, in Europa ſelbſt iſt er
un=
bekannt und es ſcheint, als ob wir gegen dieſes Leiden
immun wären. Jedenfalls hat der Ausſatz als
Epi=
demie zu beſtehen aufgehört.
Woher kommt das? Wieſo können Epidemien
er=
löſchen? Das Naheliegendſte wäre, anzunehmen, daß
es der ärztlichen Kunſt gelungen ſei, die Krankheit zu
heilen oder durch geeignete Maßnahmen den Körper
für das Krankheitsgift unempfänglich zu machen. Das
letztere iſt der Fall bei der Impfung, durch welche den
einſt ſo gefürchteten Pocken der Boden entzogen wurde.
Ein anderer Grund, warum Epidemien erlöſchen,
kann der ſein, daß eben alle Menſchen die Krankheit
durchgemacht haben, reſpektive die Verſchonten von
Natur aus immun ſind, was häufig genug vorkommt.
So mag es in Enropa ausgeſehen haben, als anno 1348
bis 1350 der ſchwarze Tod ſeine grauſe Ernte hielt und
über 25 Millionen Opfer forderte, eine wahnſinnige
Zahl in dem damals ſchwach bevölkerten Erdteile. Auf
ähnliche Weiſe iſt es vielleicht zu erklären, daß gewiſſe
bei uns heimiſche Infektionskrankheiten nur als
Kinderkrankheiten auftreten, wie z. B. die Maſern.
Die Anſteckungsgefahr iſt eine ſo oft wiederkehrende,
daß eben die meiſten Menſchen ſchon als Kinder das
Leiden durchmachen. Wer als Kind verſchont bleibt, iſt
von Natur aus gefeit. Für dieſe Annahme ſpricht der
Umſtand, daß nicht nur bei uns ausnahmsweiſe
Er=
wachſene erkranken, ſondern daß in Gegenden, die
vom Weltverkehr abgeſchloſſen — maſernfrei waren, bei
Einſchleppung dieſer Krankheit nicht nur Kinder,
ſon=
dern ebenſo Erwachſene erkrankten.
Schließlich kann eine Epidemie erlöſchen, weil die
Menſchen es lernen, ſich gegen die Infektion zu ſchützen,
weil günſtige Witterungsverhältniſſe eintreten, oder
aber, weil der Giftſtoff die Kraft verliert. Es zeigt
ſich nämlich beinahe als Regel, daß bei allen Seuchen
die erſten Fälle die ſchwerſten ſind und allmählich
die Kraft des Krankheitsſtoffes abnimmt, um ſchließlich
ganz zu ſchwinden.
Nummer 240.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
Seite 3.
Staatsanwaltſchaft verfolgte Berufung wurde in der
zweiten Inſtanz verworfen. Beide Gerichte gingen
davon aus, daß die vertragsmäßige Einführung einer
Verordnung in Bürgel nicht genügte, daß vielmehr in
allen ſolchen Fällen die Einholung der Genehmigung
des Miniſteriums erforderlich geweſen wäre. — Der
48 Jahre alte Stellwärter Michael Hederlein, der
ſchon vielfach wegen Betrugs geſeſſen hat, ſpielte auf
der Guſtavsburg den Makler und erſchwindelte ſich in
zwei Fällen Geldbeträge. Er wurde zu 6 Monaten
Gefängnis verurteilt.
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt
Großherzog=
tum Heſſen ſind im Monat September I. J. 246
Ren=
tengeſuche (227 Invaliden= und Krankenrentenanträge,
ſowie 19 Altersrentenanträge) eingegangen.
Uner=
ledigt wurden in den genannten Monat übernommen
287 Rentengeſuche, ſodaß 533 Geſuche in Bearbeitung
ſtanden. Es fanden Erledigung: 223 durch
Renten=
bewilligung (193 Invaliden=, 17 Kranken= und 13
Altersrentengeſuche), 62 durch Ablehnung, weil
un=
begründet (59 Invalidenrenten= und 3
Altersrenten=
geſuche), 13 durch andere Weiſe — Zurücknahme uſw.
— (10 Invaliden= und 3 Altersrentengeſuche),
zuſam=
men 298, ſodaß 235 Geſuche als unerledigt auf den
Monat Oktober 1910 übernommen werden mußten.
Ferner wurden im Monat September I. J. 217
An=
träge auf Beitragserſtattung geſtellt, und zwar 177
in=
folge Heirat weiblicher Verſicherter (H.), 39 infolge
Todes verſicherter Perſonen (T.) und 1 wegen
Be=
zugs von Unfallrente (U.). Unerledigt wurden in den
genannten Monat übernommen 82 Erſtattungsanträge,
ſodaß zu bearbeiten waren 299 Geſuche. Bewilligt
wurden 211 Anträge (178 H. und 33 T.), abgelehnt
wurden 17 Anträge (7 H., 9 T. und 1 U.). Auf andere
Art erledigt wurde 1 H. und 1 T.=Erſtattungsanſpruch.
Unerledigt blieben 69 Erſtattungsanträge (50 H.,
18 T. und 1 U.), die auf den Monat Oktober
über=
nommen wurden. — In welchem Umfange die
Lan=
desverſicherungsanſtalt Großherzogtum Heſſen
Heil=
verfahrenskoſten für ihre Verſicherten übernimmt,
er=
gibt ſich aus nachſtehenden Erläuterungen. Ende
Sep=
tember 1910 waren in den nachbezeichneten Anſtalten
verſicherte Perſonen untergebracht: 1. Ernſt Ludwig=
Heilſtätte bei Sandbach 131, 2. Eleonoren=Heilſtätte bei
Winterkaſten 72, 3. Göttmannſche Heilanſtalt in
Rei=
chelsheim 33, 4. Dr. Liebes Lungenheilanſtalt in
Wald=
hof=Elgershauſen 19, 5. Bad Lippſpringe 27, 6.
Kur=
anſtalt von Dr. Schmitt, Lindenfels 28, 7.
Konitzky=
ſtift in Bad Nauheim 36, 8. Ernſt Ludwig=Heilanſtalt
von Dr. Loſſen hier 4, 9. Klinik von Dr. Grein in
Offenbach 5, 10. Verſchiedene Anſtalten, wie
Kranken=
häuſer, Kliniken und dergleichen mehr 21,
zuſam=
men 376.
* Der heſſiſche Oberlehrerverein hatte in der am
25. September in Frankfurt abgehaltenen
Generalver=
ſammlung einſtimmig folgende Reſolution gefaßt:
„Die außerordentliche Verſammlung des heſſiſchen
Oberlehrervereins billigt durchaus das Vorgehen des
Vorſtandes bei der Neubeſetzung der Stelle des
Vor=
ſitzenden der Schulabteilung und bedauert lebhäft die
Erfolgloſigkeit ſeiner im Intereſſe des heſſiſchen
Schul=
weſens unternommenen Schritte. Der heſſiſche
Ober=
lehrerverein ſteht mit der geſamten Oberlehrerſchaft
Deutſchlands auf dem Standpunkt, daß nur eine
fach=
männiſche Leitung eine gedeihliche Entwicklung des
Schulweſens verbürgen kann.‟ Dieſe Reſolution war
dem Miniſterium des Innern zugeſandt
wor=
den. Darauf iſt dem Vorſitzenden des
Oberlehrerver=
eins, Prof. Dr. Beck=Mainz, eine Antwort zugegangen,
die in den Blättern jetzt veröffentlicht wird. Sie
lautet: „Der Oberlehrerverein kann angeſichts der
Beſtimmung der Allerhöchſten Verordnungen vom
27. September 1899 über die Bildung der
Miniſterial=
abteilung für Schulangelegenheiten nicht darüber im
Zweifel geweſen ſein, daß ſich die Großherzogliche
Re=
gierung bei der Neubeſetzung der Stelle des
Vorſitzen=
den der genannten Abteilung auf dem Boden des
geltenden Rechts befunden hat und für die von ihr
ge=
troffene Wahl allein dem Träger der Krone
verant=
wortlich iſt. — Trotzdem hat der Oberlehrerverein
ge=
glaubt, in einer dazu einberufenen Verſammlung zu
jenem Regierungsakt Stellung nehmen und ſeiner
Unzufriedenheit mit der getroffenen Entſcheidung in
einer uns förmlich unterbreiteten „Reſolution”
Aus=
druck verleihen zu ſollen. Wir müſſen dieſes Vorgehen
als mit der dienſtlichen Stellung von Beamten
gegen=
über der Regierung unvereinbar mißbilligen und daher
auch die Entgegennahme der Reſolution
ablehnen. Wir bedauern hierbei, daß das Verg
halten des Vereins in dieſer Angelegenheit die bislang
beſtandenen guten Beziehungen der Schulverwaltung
zu dem Verein geſtört hat. gez. v. Hombergk.”
* Kunſtverein. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog
beſuchte geſtern mittag die Hans Unger=Ausſtellung in
der Kunſthalle am Rheintor. In Begleitung des
Groß=
herzogs befand, ſich Flügeladjutant Rittmeiſter Frhr.
v. Maſſenbach.
Darmſtädter Kunſtgewerbe auswärts. Es iſt
eine Tatſache, die im Intereſſe und zum Lobe des hei=
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 11. Oktober.
„Zar und Zimmermann”.
W-l. Die heutige Wiederaufführung von Lortzings
ewig junger Oper „Zar und Zimmermann” brachte
eine Ueberraſchung inſofern, als die Partie des Zaren
von Herrn Weber auf Herrn Semper
überge=
gangen war. Wir verſchließen uns der Einſicht nicht,
daß neu engagierte Kräfte auch genügend beſchäftigt
werden müſſen, zumal unſere Oper drei ſtimmbegabte
Vertreter des Baritonfaches beſitzt, aber da Herr Weber
ein repräſentativ, darſtelleriſch und geſanglich ganz
hervorragender Vertreter gerade dieſer Partie iſt, ſo
haben wir mit dem Publikum bedauert, daß ſie auf
einen anderen übergegangen war, und wir hoffen, daß
dieſer Uebergang kein dauernder ſein wird.
Es ſoll damit nicht etwa geſagt werden, daß Herr
Semper ein minderwertiger Vertreter dieſer Partie
iſt. Er gebietet über einen bedeutenden Fond
ſtimm=
licher Mittel, die ihm in lyriſch gearteten Partien eher
ſparſames Haushalten als verſchwenderiſches Ausgeben
zur Pflicht machen, und er verſteht zu ſingen, wenn
ſeinem Vortrage auch noch mehr tonliche Schattierung
und vereinzelt ruhigere Tongebung zu wünſchen bleibt.
Nur prädeſtinieren Perſönlichkeit und ſtimmliche
Be=
anlagung Herrn Weber mehr für dieſe Partie. Mit
dem Zarenlied erntete Herr Semper reichen Beifall, ſo
daß er den letzten Vers wiederholen mußte.
Auch im übrigen gelang die Aufführung, die unter
der Regie — neuerdings heißt es „Spielleitung” ſtatt
„ſzeniſche Leitung” — des Herrn Riechmann ſtand,
gut. Herr Hoff ſang wieder den van Bett und legte
miſchen Kunſtgewerbes nicht oft genug erwähnt
wer=
den kann, daß die modernen Kunſtbeſtrebungen in
Darmſtadt, wie ſie ausgehen von der Künſtlerkolonie,
und feſte, fruchtbringende Heimſtatt fanden an
unſe=
rer Techniſchen Hochſchule, auf unſer Kunſtgewerbe
außerordentlich anregend und fruchtbar eingewirkt
haben. Nicht nur die Möbelinduſtrie, auch die
Klein=
kunſt und nicht zuletzt die Dekorationsmalerei haben
im Laufe des letzten Jahrzehnts ihren Ruf auch
außerhalb Darmſtadts und Heſſens feſtgegründet und
die Künſtler und Architekten wiſſen die Mithilfe des
Kunſtgewerbes an ihren Beſtrebungen wohl zu
ſchätzen. Schmeichelhaft und anerkennend für das ganze
Gewerbe iſt es, wenn hieſige Firmen auch, von
aus=
wärts zu Arbeiten herangezogen werden oder aus
Wettbewerben ſiegreich hervorgehen, was in letzter
Zeit erfreulicherweiſe wohl oft der Fall iſt. Auch jetzt
iſt wieder eine Arbeit vollendet worden, die den
leb=
haften Beifall der Auftraggeber und maßgebenden
Architekten und Künſtler fand. Es iſt das von
Re=
gierungsbaumeiſter Heuſch in Fulda erbaute
evange=
liſche Gemeindehaus dortſelbſt. Die Räume dieſes
Hauſes ſind mit Dekorationsmalereien geſchmückt, die
im Entwurf Originalität und künſtleriſchen Geſchmack
verraten und auch in der Neuheit der Technik
Beacht=
ung finden. Nach den uns vorliegenden farbigen
Entwürfen und Photographien iſt die Wirkung dieſer
Innenkunſt maleriſch reizvoll und von intimer
origi=
neller Wirkung. Die Technik entſpricht den alten
Freskomalereien, d. h. die Kaſeinfarben ſind direkt
auf den Verputz aufgetragen, teils in Laſuren, teils
in leichten Deckfarben, und zwar unter Vermeidung
der Schablone freihändig nach vorangegangener
Zeich=
nung. Die Wirkung ſtellt der künſtleriſchen
Begab=
ung des ausführenden Meiſters beredtes Zeugnis
aus, zumal die Malereien durchweg Originalentwürfe
ſind. Die Fuld. Ztg. ſchreibt über die Arbeiten u. a.:
„Von der Straße aus betritt man ein kleines Entree,
das reinſte Schmuckkäſtlein. Es macht mit ſeinen
kaſettierten Decken und ſeinen Wandmalereien einen
prickelnden, moſaikartigen Eindruck, der durch
Pati=
nierung noch erhöht wird. Dann gelangt man durch
einen kleinen, vorwiegend in Goldtönen gehaltenen
Vorplatz in die Garderobenhalle, die von zwei
Pfei=
lern getragen wird. Der Boden und der Fuß der
Pfeiler ſind Flieſenbelag, ein kräftig blaugrauer,
mehrfach getupfter und durchgezogener Sockel zieht
ſich den Wänden entlang, ebenſo das Treppenhaus
empor. Ein Abſchlußfries ſchließt hier kräftig und
ſtoffartig ab. Die Unterzüge ſind mit einer leichten,
gobe=
linartigen Malerei überzogen. Rechts von der
Garde=
robe liegen zwei Wirtſchaftszimmer, von denen das
kleinere auf weißem Grund luſtig bunt mit
Blumen=
girlanden bemalt iſt, während das größere in ruhigen,
dezenten Farben gehalten iſt. Im erſten Stock
be=
findet ſich der Hauptſaal mit Galerien, Nebenräumen
und Bühne. Derſelbe iſt in lichten graugrünen und
goldbraunen Tönen gehalten und mit farbigen,
origi=
nellen Ornamenten ausgeſchmückt. Das Holzwerk iſt
in ſämtlichen Räumen farbig laſiert, jedoch ſo, daß die
Struktur des Holzes immer noch ſichtbar iſt und
teil=
weiſe mit bunten Bordüren verziert. Bei allen
Räu=
men iſt das Hauptgewicht auf Stimmung, ſowie auf
originelle Ornamentierung gelegt. Es gereicht dieſer
Bau den ausführenden Künſtlern zu hoher Ehre.”
Die Arbeiten wurden ausgeführt von der Firma
Gebrüder Nover, hier. In gleicher Technik hat
die Firma die Balkhäuſer Kirche ausgemalt.
Dieſe Arbeit, die, dem Charakter des alten
Bauern=
kirchleins entſprechend, im Sinne und Stile
ange=
wandter Bauernkunſt ausgeführt wurde, fand u. a.
auch die lebhafte Anerkennung der Prinzeſſin Ludwig
von Battenberg.
— Wiſſenſchaftliche Vorträge über religiöſe Fragen
werden demnächſt von Profeſſoren der Landesuniverſität
im Kaiſerſaal gehalten werden, und zwar ſpricht am 21.
Oktober Herr Profeſſor D. Gunkel über „Die
babylo=
niſchen Mythen und das Alte Teſtament” am 28. Oktober
Herr Geh. Kirchenrat Profeſſor D. Baldenſperger
über „Geſchichte, Legende und Mythus im Urchriſtentum”
am 3. November Herr Geh. Kirchenrat Profeſſor D.
Krü=
ger über „Das Dogma und die Geſchichtsforſchung”, am
10. November Herr Profeſſor D. Eck über „Idee und
Per=
ſönlichkeit im Chriſtentum” am 14. November Herr
Pro=
feſſor D. Schian über „Geſchichte und Gegenwart im
Kampf um unſer kirchliches Leben” Dieſe Vorträge wollen
an ihrem Teil dem Bedürfnis zahlreicher Gebildeten in.
bezug auf wichtige Fragen des religiöſen Denkens aus
dem Munde berufener Forſcher auf Grund des
gegenwär=
tigen Standes der Wiſſenſchaft Anregung und Förderung
zu empfangen, Genüge leiſten. Jeder Vortrag behandelt
einen Ausſchnitt aus dem Forſchungsgebiet des
Vortra=
genden, doch ſchließen ſich die Vorträge in gemeinſamer
Erörterung der Bedeutung der
wiſſen=
ſchaftlichen Forſchung in Bibel und
Ge=
ſchichte der Kirche für das religiöſe Leben
der Gegenwart zu einer Einheit zuſammen. Jeder
Redner vertritt naturgemäß ſeine perſönliche Auffaſſung
einen neuen Beweis ſeiner ausgeſprochenen
Befähi=
gung für das Baß=Buffo=Fach ab; nur müßte Herr
Hoff noch darauf bedacht ſein, daß komiſche Pointen und
witzige Schlagworte im Dialog ſowohl als auch im
Geſang nachdrücklicher hervorgekehrt werden und nicht
verpuffen. Auch in der ſonſtigen Beſetzung war keine
Aenderung eingetreten. Herr de Leeuwe entfaltete
als Liebhaber und falſcher Zar viel echte und natürliche
Komik, Frl. Zeiller verkörperte die Marie ſehr
anziehend. Die mehr oder weniger komiſchen
Geſand=
ten der drei Mächte wären durch die Herren Hacker,
Stephani und Hönel gut vertreten.
Konzerte.
Mm. Mit ſeinem erſten Winterkonzert hatte der
Richard Wagner=Verein in ſeinem 165.
Vereins=
abend die Bekanntſchaft mit dem weitberühmten Leipziger
Profeſſor des Violoncells Herrn Julius Klengel
vermittelt. Ein edler ſingender Ton, hervorgebracht durch
eine ruhige Bogenführung, iſt ihm eigen und niemals
wird die muſikaliſche Schönheit durch Forcieren
beein=
trächtigt, ſondern Herr Prof. Klengel, dem es indes nicht
an Temperament fehlt, weiß die Modulationsfähigkeit
ſei=
nes Inſtrumentes in paſſenden Grenzen zu halten.
Beſon=
ders ſinnfällig machten ſich dieſe guten Eigenſchaften in
der erſten C=dur=Sonate von Beethoven bemerkbar, bei
deren Vortrag er von einer ſehr guten, intelligenten
Pia=
niſtin und mitempfindenden gewandten Begleiterin am
Bechſtein=Flügel unterſtützt wurde. Fräulein Ethel
Leginska, deren anmutige und liebenswürdig=
jugend=
liche Erſcheinung ſchon beim Heraustreten ſich die Herzen
aller Zuhörer im Fluge erobert hatte, rechtfertigte durch
ihr Können denn auch die ihr entgegengebrachten=Svm=
und Ueberzeugung, wie denn dieſe Vorträge keiner Partei
dienen ſollen. Zur Deckung der Koſten, bei Ueberſchuß
zum Beſten der Krankenpflege der evang. Stadtgemeinde,
wird ein Eintrittsgeld von 30 Pfg., für den reſervierten
Platz von 1 Mark erhoben. (Näheres ſ. Anzeigen).
C2) Heſſiſcher Staatsbaubeamtenverein. Am
nächſten Samstag findet in der Bauernſtube des
Rat=
hauſes zu Frankfurt a. M. der diesjährige ordentliche
Verbandstag der höheren heſſiſchen Staatsbaubeamten
ſtatt, auf dem als wichtigſter Punkt der Tagesordnung
auch die Neuorganiſation des heſſiſchen Bauweſens zur
Verhandlung kommt.
— Der Ortsgewerbeverein unternimmt am
kommen=
den Sonntag einen Familienausflug nach Weinheim zur
Beſichtigung der Wachenburg und der Ruine Windeck.
(Näheres ſiehe Anzeigeteil.)
— Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Die
Hofbuch=
handlung Johs. Waitz, Eliſabethenſtraße, zeigt für die
Zeit vom 10.—20. Oktober eine Sonderausſtellung von
Verlagswerken und Originalzeichnungen aus dem
Ver=
lage von Fritz Eckardt in Leipzig. Dieſe Ausſtellung
dürfte für viele von beſonderem Intereſſe ſein, da der
Verlag auf dem Gebiete der modernen Buchausſtattung
wirklich ſehr Schönes geleiſtet hat und auch auf der
Brüſſeler Weltausſtellung mit der ſilbernen Medaille
ausgezeichnet wurde. Beſondere Beachtung verdienen
die Originalzeichnungen von Franz Staſſen und
Franz Hein.
* Naturheilverein. Montag, den 17. Oktober, wird
Herr Profeſſor Dr. Paul Förſter, Friedenau=Berlin,
im Kaiſerſaal einen Vortrag halten über das Thema:
„Freiheit der Heilkunde und Kurpfuſcherei” Aus dem
intereſſanten Thema, das wohl bald auch den Reichstag
beſchäftigen wird und zu deſſen Löſung die Parteien
ſich gerüſtet haben, auf der einen Seite die Anhänger
der Heilkunſt, auf der anderen Seite die Vertreter der
Heilwiſſenſchaft, ſei nur auf einige Punkte
hinge=
wieſen, die der Redner, Vertreter der Naturheilkunde,
beſprechen wird: Was iſt Krankheit und wie kommt
man zur Geſundung? Iſt auch der Laie berufen, Wege
zur Geſundung zu finden? Welches Recht hat der
Menſch auf den eigenen Leib? Was iſt Kurpfuſcherei
und wen will die Schulmedizin treffen mit ihrem
Kampfe gegen die Kurpfuſcherei?
C. Zur Wetterlage. Nachdem zuletzt der 22.
Sep=
tember, und zwar eigentümlicherweiſe bei ſehr hohem
Barometerſtand, ein überaus kühler Regentag geweſen
war, iſt ſeitdem ein vollſtändiger Witterungsumſchlag
eingetreten. Dieſer zeigte ſich darin, daß die letzte
Septemberwoche und die erſte Dekade des Oktober
unter der nahezu ungeſtörten Herrſchaft eines
baro=
metriſchen Hochdruckgebietes über Mitteleuropa ſo gut
wie regenlos waren. Im Gegenſatz zu den viel zu
kühlen drei letzten Monaten zeigen die
Oktobertempera=
turen einen bedeutenden Ueberſchuß gegenüber dem
jahreszeitlichen Mittel. Möchte dieſe Wetterlage, die
namentlich für die Einbringung der Kartoffelernte von
größtem Vorteil iſt, noch weiter anhalten und uns ein
ſchöner Herbſt für die Enttäuſchungen des Sommers
einigermaßen entſchädigen!
St. Orphenm. Das oberbayeriſche Bauerntheater
bringt in Fortſetzung ſeines erfolgreichen Gaſtſpieles
eine Reihe Stücke von Anzengruber, die am
Dienstag abend eingeleitet wurde mit der
Aufführ=
ung des 4aktigen Schauſpiels „Der ledige Hof”.
Es iſt der Liebe Leid, das der Dichter hier in
treff=
lichem Volkston beſingt und in dem er, wie in den
meiſten ſeiner Bauernſtücke, auch der Religion und
inſonderheit dem Dorfpfarrer eine Rolle zuerteilt und
damit ein Stück Kultur zeichnet. Die Erbin des „
le=
digen Hofes” der nach dem Willen des Vaters, eines
wohl ſehr frommen Mannes, aber — nach dem
tief=
ſinnigen, überzeugenden Ausſpruch des alten Knechts
Matthias — eines „Heuochſen” der Kirche zufallen
ſoll, verliebt ſich in ihren ſtattlichen und fleißigen,
aber etwas leichtſinnigen Großknecht Leonhard. Der
Pfarrer, im Verein mit der fromm ergebenen
Kres=
zenz, hintertreibt aber die Verbindung, indem er der
Bäuerin Kunde davon gibt, daß der alten
Kamm=
leitnerin ledige Tochter Thereſe als Vater ihres
Kin=
des eben den Leonhard bezeichnet. Daß der Schatz ihr
das verſchwiegen, kann die Bäuerin nicht verzeihen.
In ihrer Verzweiflung und Scham ſchickt ſie den
Ge=
liebten trotz nahenden Unwetters über den See, in der
Abſicht, ihn für immer verſtummen zu machen.
Leon=
hards robuſte Kraft bewahrt die Bäuerin aber vor der
Todſünde, er kämpft ſich durch die Wellen. Verzeihen
kann ſie ihm trotzdem nicht. Er geht deshalb, um ein
anderer zu werden, nach Amerika und die Bäuerin
nimmt auf rührendes Bitten der Theres ſeinen Sohn
zu ſich, um ihn zum Erben des „ledigen Hofes” zu
machen. Das alles iſt von Anzengruber in friſcher,
natürlicher Schilderung gezeichnet, und wenn das
Stück auch nicht zu ſeinen beſten zählt, erwies es in
der vorzüglichen Darſtellung der Bauernkünſtler doch
ſeine Bühnenwirkſamkeit.
Es wurde wieder ganz vorzüglich geſpielt, in einer
Schlichtheit und Natürlichkeit, die die
Bauernſchauſpie=
ler den Berufskünſtlern weit voraus haben. Die bei=
pathien vollkommen. Die Zartheit und Klangſchönheit
ihres Anſchlags, der ſich auch nach der Seite des
Pia=
niſſimo hin von Künſtelei freihält, und die
Ausgeglichen=
heit ihrer ſoliden Technik fanden in der leicht und glatt
dahinfließenden Partita Nr 1 von Bach anerkennenswerte
Anwendung und ihr Vortrag unterſchied ſich von vielen
anderen Bach=Spielern ſehr vorteilhaft durch ein
groß=
zügigeres Auffaſſen der Formen, das dennoch auch im
Kleinen ſtets klar und durchſichtig blieb. Das Tempo
der Gigue, die übrigens glatt und perlend erklang, hätten
wir etwas belebter gewünſcht. Gar nicht endenwollenden
Beifall erzielte die elegante Pianiſtin mit dem Vortrag
der übrigen Klavierſtücke „Drei Intermezzi” aus op. 117
und 76 von Brahms, Arenßky, Rachmaninoff und der
zu=
gegebenen Campanella von Liſzt, die einen ſolchen
Bei=
fallsſturm entfeſſelten, daß ſich aus demſelben Frl. Ethel
Leginska nur durch eine weitere Zugabe retten konnte.
In der Sonate in D=dur von Locatelli=Piatti, einem
mit allen ſchwierigen Virtuoſenkünſten und hohen
Fla=
geolett=Tönen reichlich ausgeſtatteten guten Effektſtück,
konnte Herr Klengel in klangvollem großen Ton und
unfehlbarer Technik ſeine Meiſterſchaft zeigen. In der
Schlußnummer, Variationen über ein Rokoko=Thema in
A-dur von Tſchaikowsky, gelangte die ſeelenvolle
Aus=
druckstiefe des Inſtruments, das ſich zu gefühlvollem
Vor=
trag vor allen anderen ſo gut eignet, zu ihrem Recht, von
der kongenialen Partnerin am Klavier mit zartem
Mit=
empfinden begleitet. Beide Ausführende, die den vorgeſtrigen
Abend zu einem der edelſten Kunſtgenüſſe geſtalteten,
dürf=
ten noch lange in lebhafter Erinnerung der
Wagner=
gemeinde bleiben, deren Gunſt ſie ſich durch ihre Kunſt
in ſo reichem=Maße erworben haben.
Seite 4
Nummer 240.
*
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
den Hauptrollen lagen bei Anna Dengg (Agnes
Bernhofer), die ſowohl als Liebende wie als
Verzwei=
felte und Rächende die rechten Töne fand, und Joſeph
Meth, der den Großknecht Leonhard, den friſchen,
flotten Bauernburſchen, durchaus lebenswahr
verkör=
perte, in beſten Händen. Daneben machte Maria
Meth aus der nicht ſehr umfangreichen, aber
ſchwie=
rigen Rolle der Thereſe eine Kabinettsleiſtung. Hans
Werner (Pfarrer Segner), Michl Dengg (
Ma=
thias), dieſe beiden Hauptkräfte des Enſembles, ferner
Edi Hertl (Lehrer Waldner) und Roſa
Kirch=
ner=Lang (Kreszenz) ſpielten mit gewohnter
Rou=
tine und blieben ihren Aufgaben nichts ſchuldig. Auch
die übrigen kleineren Rollen waren gut verteilt. Die
Zither= und Gitarre=Vorträge des Virtuoſen=Terzetts:
Hans Reiter, Edi Kiem und Pauli Kiem,
er=
rangen nach wie vor rauſchenden Beifall.
* Ein merkwürdiges Schauſpiel bot ſich geſtern
abend bei Sonnenuntergang den Paſſanten der
Rhein=
ſtraße. Die im Weſten untergehende Sonne ſtand
ge=
rade in der Richtung der Rheinſtraße, und ihr
blut=
roter Schein ſpiegelte ſich in ſämtlichen Fenſtern des
Reſitzdenzſchloſſes wider, was den Anſchein gewährte, als
ob es durch ein Rieſenfeuer von innen erleuchtet ſei.
— Mainz, 11. Okt. Für das in hieſiger Stadt zu
errichtende Korpsbekleidungsamt iſt ein
Ge=
ländekomplex von rund 30000 Quadratmeter
erforder=
lich, welche ſeitens der Stadt der Heeresverwaltung zur
Verfügung geſtellt werden. Der Kaufpreis dürfte ſich
nach den geſtellten Forderungen auf zirka 10 Mark
prp Quadratmeter belaufen, ſo daß für Bodenerwerb
eine Geſamtausgabe von 300000 Mark erforderlich iſt.
So groß dieſe Summe an ſich auch iſt, ſo erwächſt doch
der Stadt durch die Erbauung des
Korpsbekleidungs=
amtes auch ein nicht zu unterſchätzender Vorteil. Für
das größe Unternehmen ſind etwa 600 bis 700 Beamten
und Arbeiter vorgeſehen, die einen für die Stadt reſp.
ihre Geſchäftswelt nicht zu unterſchätzenden
wirtſchaft=
lichen Faktor ausmachen. Daß das Amt trotz der
ſtarken Konkurrenz der Stadt Hanau doch noch hierher
verlegt wird, verdankt man neben der Initiative der
Bürgermeiſterei nicht zuletzt auch den eifrigen
Be=
mühungen des durch private Seite für die Sache
inter=
eſſierten früheren Herrn Provinzialdirektors Freiherrn
v. Gagern. Da das Amt an die Weſtfront in das
zwi=
ſchen dem Schlachthof und der Gaſtellſchen
Waggon=
fabrik gelegene, noch freie Gelände zu ſtehen kommen
wird, ſo iſt der Zeitpunkt nicht mehr fern, wo die Stadt
Mainz und der Stadtteil Mombach unmittelbar
zu=
ſammenhängen werden. Das Korpsbekleidungsamt
wird ſechs dreiſtöckige Gebäude umfaſſen, die ſämtlich
unterkellert werden. Die Platzfrage ſelbſt iſt noch nicht
genau entſchieden, doch kommen nur zwei Plätze in
Be=
tracht, von denen der eine rechts, der andere links der
Wiesbadener Bahnlinie zwiſchen der Mainzer
Land=
ſtraße und der verlängerten Rheinallee liegt.
B. Bingen, 11. Okt. Die Abhaltung von
Vieh=
märkten in Bingen iſt bis auf weiteres
unter=
ſagt worden. In 552 Gehöften und 227 Gemeinden
wurden unweit vom Kreiſe Alzey Sperrmaßregeln
verhängt wegen Maul= und Klauenſeuche. Aus dieſem
Grunde wurde der Viehmarkt aufgehoben.
B. Bingen, 11. Okt. Heute vormittag 11. Uhr
ſtürzte der 28 Jahre alte Zimmermann Heinrich
Remmet von hier, der bei dem Zimmermeiſter Joh.
Rauſch in Gaulsheim beſchäftigt war, von dem
Schul=
hausneubau aus einer Höhe von zwei Stockwerken
her=
unter. Remmet erlitt einen Schädelbruch, ſowie ſchwere
Verletzungen an den Armen und am Kopf. Der
Schwerverletzte wurde in das hieſige Hoſpital gebracht.
) Aus dem hohen Vogelsberg, 12. Okt. Im
November vorigen Jahres wurde dem Antrage der
Gemeinde Volkartshain auf Durchführung des
Feldbereinigungsverfahrens in der
eige=
nen Gemarkung und in fünf Gemarkungsteilen der
Nachbargemarkung Ober=Seemen, ſoweit dieſe im
Beſitze von Volkartshainer Eigentümern ſind, vom
Großh. Miniſterium des Innern ſtattgegeben, und
be=
reits in der letzten Woche konnte infolge der
Beſchleu=
nigung der Arbeiten die Prüfung des
allge=
meinen Meliorationsplanes durch Vertreter
der Landeskommiſſion für Feldbereinigungen vorge=
nommen werden. Der von der Vollzugskommiſſion
vorgelegte allgemeine Meliorationsplan fand im
weſentlichen die Zuſtimmung der Landeskommiſſion.
Volkartshain iſt die erſte Gemeinde im hohen
Vogels=
berg, die die Durchführung der Feldbereinigung in
ihrer Gemarkung in Angriff genommen hat; als zweite
Gemeinde iſt, ebenfalls ſchon vor längerer Zeit, die
Gemeinde Bermuthshain dieſem Beiſpiel gefolgt.
Büdingen, 12. Okt. Die Bibliothek des hieſigen
Gymnaſiums, das auf eine mehr als dreihundertjäyrige
Vergangenheit zurückblickt, birgt in ſich eine Anzahl
wertvoller Inkunabeln (Wiegendrucke,
Erſtlings=
drucke) und ſonſtiger Seltenheiten. Als vor einigen
Jahren auf Veranlaſſung der Direktion der Berliner
Hofbibliothek in ganz Deutſchland eine Aufnahme der
Wiegendrucke vorgenommen werden mußte, wurde man
auf die hier verborgenen Schätze aufmerkſam, und ein
Beamter der Darmſtädter Hofbibliothek unterwarf ſie
einer genaueren Beſichtigung. Beſondere
Aufmerkſam=
keit erregte ein in Eltville gedruckter Vocabularius,
von dem außer dem Büdinger Exemplar überhaupt
nur noch zwei bekannt ſind. Es wurde nun von der
Hofbibliothek an den hieſigen Gymnaſialdirektor
das Anſinnen geſtellt, ihr die wertvollſten Bücher, drei
an der Zahl, für die Summe von 4500 Mark zu
über=
laſſen. Man machte geltend, daß die fraglichen
Selten=
heiten für eine Gymnaſialbibliothek keinen rechten
Wert hätten; außerdem fehle es hier an einem
feuer=
ſicheren Aufbewahrungsort. So wenig man ſich hier an
maßgebender Stelle der Berechtigung dieſer Gründe
verſchloß, ſo ſchwer war es andererſeits, einen
Ent=
ſchluß zu faſſen, den ſpätere Generationen
wahrſchein=
lich lebhaft bedauert hätten. Erinnerte man ſich doch,
daß das Gymnaſium im Jahre 1860 ein Exemplar der
erſten Geſamtausgabe von Shakeſpeares Werken mit
miniſterieller Genehmigung für 1000 Gulden nach
London verkauft hatte, ein Werk, das heute das
Acht=
bis Zehnfache wert ſein würde. Nun warf die
Direk=
tion der Hofbibliothek die Frage auf, ob die Bücher der
hieſigen Anſtaltsbibliothek nicht Staatseigentum
ſeien, worüber das Großh. Miniſterium nach Belieben
verfügen könne. Indeſſen, ſo einfach liegen die
Ver=
hältniſſe nicht. Eine große Anzahl gerade der älteſten
und ſeltenſten Werke ſind Schenkungen Privater,
aus=
drücklich und ausſchließlich für das hieſige Gymnaſium
beſtimmt; beſonders zahlreich ſind die Schenkungen der
Iſenburger Grafen. Läßt es ſich nun auch von den
fraglichen, Inkunabeln vorerſt nicht beweiſen, daß ſie
zu den Schenkungen gehören, ſo iſt es doch in hohem
Grade wahrſcheinlich, da ſolche Raritäten ſeit
undenk=
lichen Zeiten ſicherlich überhaupt nicht im Buchhandel
geweſen ſind; jedenfalls iſt das Gegenteil, der Erwerb
aus Staatsmitteln, erſt recht nicht erweislich. So liegt
eine ziemlich ſchwierige Rechtsfrage vor, deren
Entſchei=
dung vorerſt dem Miniſterium der Juſtiz übertragen
worden iſt. (Gieß. Anz.)
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. Okt. Nach einer
Zeitungsmeldung ſoll wegen des
ſozialdemokra=
tiſchen Flugblattes, in dem zu den geſtrigen
Verſammlungen eingeladen wurde, wegen Beleidigung
der Polizei Anklage erhoben werden. In dem
Flug=
blatt wurde der wahre Hergang in plumpeſter Weiſe
gefälſcht. — Die Jagd nach den
Jubiläums=
talern der Berliner Univerſität ſetzte geſtern mitt
einem wahren Sturm auf die öffentlichen Kaſſen ein.
Zunächſt wurde die Königliche Münze beſtürmt, welche
2000 Stück „polierter” Jubiläumstaler hatte anfertigen
laſſen. Plakate mit entſprechender Inſchrift wieſen in
der erſten Etage die Quelle an, aus der der blanke
Silbexſtrom ſich ergießen ſollte. Aber ach! Die
„Polierten” waren ſchon verſagt, wer nicht „vornotiert”
war, mußte mit leeren Händen abziehen. Stoßweiſe
brachten die Briefträger Geſuche und Poſtanweiſungen,
die nicht mehr berückſichtigt werden konnten, die
ein=
geſandten Geldbeträge ließ man einfach zurückgehen.
Eine Nachprägung, von der ein Blatt zu melden wußte,
iſt in der Münze nicht bekannt, eine ſolche müßte ja
auch erſt vom Bundesrat angeordnet werden. Von den
600000 nicht polierten Jubiläumstalern haben nun auch
die Generalſtaatskaſſe im Finanzminiſterium, die
Uni=
verſitätskaſſe, die Reichshauptkaſſe uſw., anſehnliche
Poſten zur Verteilung erhalten. Doch auch an dieſen
Stellen war die Nachfrage geſtern lebhafter als das
Angebot. Die Generalſtaatskaſſe hat vorwiegend nur
die Provinzialkaſſen mit den Denkmünzen zu verſorgen
und die Univerſitätskaſſe hat ihren Vorrat bereits
er=
ſchöpft. — Der Bauunternehmer Karl Strew, der in
Steglitz baute und von einer hieſigen
Verſicherungs=
geſellſchaft 14000 Mark als Rate auf eine Hypothek
er=
halten hatte, iſt am Samstag mit 20000 Mark
flüchtig geworden. Am Samstag ſollten die
Hand=
werker ausgelohnt werden, als man von der Flucht
des St. erfuhr. Er hat ſich anſcheinend mit ſeiner
Ge=
liebten ins Ausland gewandt. Der Flüchtige iſt
ver=
heiratet und Vater mehrerer Kinder. Die Gläubiger
haben bei der Kriminalpolizei ſofort Anzeige erſtattet.
Frankfurt a. M., 12. Okt. Auf dem geſtern von
Wohltätigkeitsvereinen veranſtalteten
Margueri=
tentag, deſſen Ergebnis der Säuglingsfürſorge
zu=
gute kommen ſoll, wurden rund eine Million
Mar=
queriten verausgabt, dazu kommt noch eine große
An=
zahl von Poſtkarten. Die Blumenverkäuferinnen, die
ſich mit Luſt und Liebe der Sache widmeten, hatten
einen ſchweren Dienſt.
Frankfurt, 12. Okt. Die Landes=Obſt= und
Gartenbau=Ausſtellung in der Feſthalle
er=
freut ſich des regſten Beſuches. Nach dem erſten
Sonn=
tage war auch an den folgenden Wochentagen ein
außerordentlich guter Beſuch zu verzeichnen. Woran
aber der Ausſtellungsleitung noch mehr gelegen ſein
muß, das iſt das Urteil, welches das Publikum von dem
Beſuch mit nach Hauſe nimmt, und mit dieſem kann
man wohl zufrieden ſein. Man hört die helle Freude
darüber durchklingen, daß wir eine derartige Halle
be=
ſitzen, in der es erſt möglich wird, Raumwirkungen und
Perſpektiven zu ſchaffen, wie ſie die Gartenbau=
Aus=
ſtellung in beſonderem Maße auszeichnen. Es gibt auch
kaum einen ſchöneren Stoff zur Erzielung eines
groß=
zügigen Geſamtbildes, wie den Obſt= und Gartenbau.
Viel Lob wird auch den Gärten geſpendet, die vor der
Halle angelegt ſind. Am Donnerstag, den 13. Oktober,
wird ein Elitetag mit Militär=Doppelkonzerten
ver=
anſtaltet. In der Feſthalle und auch in den
Sonder=
gärten werden Militärkapellen ſpielen und ein großer
Teil der Ausſtellungsobjekte wird für dieſen Tag
er=
neuert. Der Eintrittspreis beträgt 1 Mark.
Leipzig, 11. Okt. Graf v. Civry und Kinder
hatten gegen den Herzog Ernſt Auguſt von
Cumberland und die verſtorbene Königin Carola
von Sachſen, jetzt vertreten durch den König von
Sachſen, Klage auf Feſtſtellung angeſtrengt, daß die
verſtorbene Gräfin Ciory eine natürliche
Tochter des Herzogs Karl von
Braun=
ſchweig ſei. Das Landgericht und Oberlandesgericht
in Braunſchweig haben dieſe Klage, wegen der
Unzu=
ſtändigkeit des Gerichts, gegen den Herzog von
Cumber=
land vorzugehen, da derſelbe nicht in Braunſchweig
wohnt, und wegen Verjährung abgewieſen. Gegen
das Oberlandesgerichtsurteil hatten die Erben des
Grafen Ciory Reviſion eingelegt. Dieſe wurde vom
Reichsgericht als unbegründet zurückgewieſen. Der
Wert des Streitgegenſtandes wurde insgeſamt mit den
Koſten auf 2 Millionen Mark feſtgeſetzt.
Zittan, 11. Okt. Zu dem entſetzlichen Unglück
auf der Straßenbahn, bei dem, wie berichtet,
durch die Unvorſichtigkeit des Bäckermeiſters Kaſper
zwei Perſonen ums Leben kamen, wird noch gemeldet:
Kaſper war Pächter einer größeren Jagd und benutzte
hierbei ein Drillinggewehr. Er glaubte bei der
Unter=
ſuchung des Gewehres, es ſei nicht geladen, und
han=
tierte in ſeinem Laden damit herum, wobei er den
Lauf auf die Straße gerichtet hielt. In dem Moment,
als ein Straßenbahnwagen vorbeifuhr, krachte ein
Schuß. Die Kugel traf, wie berichtet, zwei auf dem
Hinterperron ſtehende Perſonen, den Direktor Dr.
Goldberg und den Ratskopiſten Zwicker, und ging
beiden durch den Kopf. Während Goldberg, ſofort tot
war, lebte Zwicker noch einige Minuten. Der Täter
war über das Unheil, das er angerichtet hatte, ſo
auf=
geregt, daß er Selbſtmord verüben wollte. Der getötete
Direktor Dr. Goldberg ſtudierte an der Univerſität
Vorträge.
— Die Ortsgruppen des Allgem.
Deut=
ſchen Frauenvereins und des Deutſchen
Alkoholgegnerbundes veranſtalteten am
Dienstag einen Vortragsabend, bei dem Frl. v.
Blücher aus Dresden über das Thema „Die
Frauen und die Nüchternheitsbewegung”
ſprach. Nach kurzer Begrüßung der Erſchienenen durch
ſen Vorſitzenden des letzteren Vereins, Herrn
Poſt=
inſpektor Kraft, führte die Rednerin aus: Die Frau
gehöre heute nicht mehr bloß in die Küche, Kinder= und
Krankenſtube, heute verlange die Zeit von der Frau:
verſtändnisvolle, uneigennützige Mitarbeit an der
Höherentwickelung der Menſchheit! Die Verbindung
zwiſchen den beiden wichtigſten Wahrzeichen und die
beſte Frucht der uns neu beherrſchenden
Welkanſchau=
ung ſeien: die Frauen= und die
Enthaltſamkeitsbewe=
ung, die beide innig zuſammengehören, zumal die
Enthaltſamkeitsbewegung den wichtigſten Faktor zur
Höherentwickelung der Menſchheit bedeutet.
Hervor=
agende Phyſiologen, wie Profeſſor v. Bunge, Forel,
Kraeplin, ſind in ihren Unterſuchungen zu dem
Ergeb=
nis gekommen, daß der Alkohol weder nährt, noch
ſtärkt, ſondern nur ſchädigt, indem er den Organismus
des Körpers in Unordnung bringt und zerſtört und die
geiſtigen Regungen hemmt. Die geſundheitliche
Herab=
minderung führt auch eine moraliſche nach ſich. Dieſe
Alkoholgefahr betrifft aber, ſo fährt die Rednerin fort,
nicht nur den einzelnen und die Familie, ſondern in
hohem Maße den Staat und das Gemeinweſen, ſie
geißelt die einzelnen Völker ebenſo, wie ſie die
Fort=
ſchritte der ganzen Menſchheit hemmt und aufhält. Aus
dieſer Erkenntnis ſei die Enthaltſamkeitsbewegung
entſtanden. Auch in Deutſchland nimmt dieſe Bewegung
einen erfreulichen Aufſchwung. Das deutſche Volk gibt
jetzt jährlich 3¾ Milliarden für alkoholiſche Getränke
aus. Der Deutſche trinkt bei jeder Gelegenbeit, in
Freud und Leid, in Glück und Unglück, beim
Hochzeits=
mahl und Leichenbegängnis, beim Examen uſw., zu
jeder Zeit und an jedem Orte. Die deutſchen Frauen
ſollten teilnehmen an dem großen Befreiungskampfe
gegen den Deſpoten Alkohol. Hier iſt ein Schlachtfeld,
auf dem Mann und Frau Seite an Seite kämpfen
können. Die enge Kinderſtube, die ja den Frauen von
jeher zugewieſen ſei, müſſe ſich zur Erziehungsfrage
des kommenden Geſchlechts weiten. Mutterſchaft ſei
vielen Frauen verſagt, aber Mütterlichkeit, die könnten
alle üben zum Beſten aller nervöſen, überreizten,
blöd=
ſinnigen undſ chwächlichen Kinder, auch die ſchlechten
ittlichen und anderen ſchlimmen Eigenſchaften werden
zumeiſt dadurch verhindert werden. Vorbeugende
Liebe und Aufklärung über Schäden des Alkohols ſeien
das erſte Gebot der Enthaltſamkeitsbeſtrebungen.
Etwas ſchwerer als das erſte Gebot ſei das zweite
durch=
führbar: gutes Beiſpiel. Das verlangt Ueberwindung;
aber es wird auch guten Nutzen bringen, da die Kinder
am meiſten aus den Beiſpielen der Erwachſenen lernen.
Auch die öffentliche Trinkerfürſorge fordert die
Tätig=
keit der gebildeten tüchtigen Frauen. In Darmſtadt iſt
der Kampf gegen den Alkohol von dem Deutſchen
Alko=
holgegnerbunde aufgenommen worden, der politiſch und
religiös neutral iſt. Auskunft über dieſen Verein
er=
teilen gern Poſtinſpektor Kraft und Dr. med. Vidal.
Mit der Forderung der Mäßigkeit iſt nach Anſicht der
Rednerin in dieſem Kampfe nichts zu erreichen, da
Mäßigkeit ein ſehr wandelbarer und dehnbarer Begriff
iſt und alle Alkoholiker auf dem Wege der Mäßigkeit
zur Unmäßigkeit gelangt ſind. Der einzige Weg, der
zum Siege führt, die einzige Waffe, die den Tyrannen
aus dem Felde ſchlagen kann, iſt die
Enthaltſamkeits=
bewegung. Auf dem Gebiete der Bekämpfung des
Alkoholismus liegt, ſo führte die Rednerin zum Schluß
aus, ein ergiebiges Arbeitsfeld für die Frau, um zu
beweiſen, daß ſie tapfer und ſtark, würdig und reif iſt,
Seite an Seite mit den beſten Männern zu ringen um
die höchſten Güter des Lebens, für ſich ſelbſt und für
die anderen.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Der Niedergang des Romans in
England. Der engliſche Buchhandel kann in
die=
em Herbſte auf einen Rekord zurückblicken: in den
drei letzten Monaten ſind in England nicht weniger
als 5000 neue Bücher auf den Markt gebracht worden.
Das Publiſhers Cireular veröffentlicht eine
um=
faſſende ſtatiſtiſche Zuſammenſtellung, aus der eine
ſymptomatiſch bedeutſame Tatſache hervorgeht: der
Roman, der jahrelang in England der begehrteſte
Leſeſtoff war, iſt unaufhaltſam im Niedergang und
bereits heute in den Hintergrund gedrängt. Einer
der größten Londoner Verleger äußerte ſich darüber:
„Wir veröffentlichen weniger Romane aus dem
ein=
fachen Grunde, weil das Publikum, welches Romane
kauft, immer mehr abnimmt. Die meiſten Romane
wer=
den nur noch den Leihblibliotheken eninommen, deren
Abonnentenzahl in den letzten Jahren unaufhaltſam
geſtiegen iſt. Es iſt heute bereits eine Seltenheit,
wenn ein anerkannter Autor von feſtſtehendem Rufe
mit einem neuen Roman fünf Auflagen erzielt; der
Sirchſchnittsſchriftſteller, wie talentvoll er auch ſein
mag, verkauft kaum mehr als 1000 oder 1500
Exem=
plare; dann werden die Druckplatten nach Amerika
vergeben, und die Preiſe, die ſich dabei erzielen laſſen,
ſind ſo gering, daß der Verfaſſer damit kaum 60 Mark
verdient. Die einzigen Proſadichtungen, die heute
noch auf einen regeren Abſatz rechnen können, das
ſind die humoriſtiſchen Romane. Wirklich gute
humo=
riſtiſche Romane finden auch jetzt noch ihre Liebhaber.
Das Publikum will amüſiert werden und hat die
pſy=
chologiſchen Romane ſatt, die immer wieder ſexuelle
Probleme behandeln oder die „großen Probleme der
Menſchheit” zum Gegenſtand haben. Wer die
mo=
derne engliſche Literatur verfolgt, wird auch
beob=
achten, daß die Schriftſteller von dieſer Wandlung des
Geſchmackes nicht unberührt geblieben ſind und
leich=
teren, heiteren Stoffen ſich zuwenden.” An Stelle des
Romans ſteht heute die populär geſchriebene
hiſto=
riſche Biographie, die zudem mit Illuſtrationen und
Wiedergaben alter Manuſkripte und zeitgenöſſiſcher
Porträte verſehen iſt; ſie iſt es, die am meiſten gekauft
wird. Die engliſchen Büchererfolge der letzten Jahre
beſtätigen dies; Bücher, wie „Lord Byrons
Liebes=
affären”, „Die Erlebniſſe der Prinzeſſin Amelia‟
(der Tochter Georgs III.), „Der Sohn Ludwigs XVI.”
„Heinrich II., ſein Hof und ſeine Zeit” oder „Karl II.
und ſein Hof” haben die größten Erfolge erzielt.
Da=
bei ſind die Preiſe ſolcher biographiſch=hiſtoriſchen
Werke in England verhältnismäßig ſehr hoch,
der=
artige Bücher koſten gewöhnlich 10 sh. 6 d., wenn ſie
nicht noch teurer ſind.
* Das umfangreichſte Werk der
Welt=
literatur. Die chineſiſche Rieſenenzyklopädie, von
der ſoeben die oſtaſiatiſche Abteilung des Muſeums
für Völkerkunde in Berlin einen Großfolioband
er=
hielt, iſt wohl das umfangreichſte Werk der
Weltlite=
ratur. Von dem 1403—1424 regierenden Ming=Kaiſer
Yungloh veranlaßt und nach ihm benannt, ſollte die
Enzyklopädie die Geſamtliteratur auf literariſchem,
philoſophiſchem, geſchichtlichem und künſtleriſchem
Ge=
biete in Auszügen oder in vollſtändigen Abdrücken in
einem Geſamtwerke vereinigen. 2160 Mitarbeiter
waren hieran tätig und führten das Werk in drei
Jah=
ren zu Ende. Es umfaßt 22937 Bücher. Eine
Druck=
legung hätte unerſchwingliche Koſten erfordert und
wurde daher unterlaſſen. Nur zwei vollſtändige,
be=
reits früher zugrunde gegangene und eine
unvoll=
ſtändige Abſchrift wurden hergeſtellt. Von dieſer
wur=
den beim Brande des Han=lin=Kollegiums in Peking
nur wenige Bände gerettet, die nun zu den größten
Seltenheiten der chineſiſchen Literatur gehören,
Nummer 240,
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
Leipzig und war dann in verſchiedenen Städten an
Handelsſchulen tätig.
Zell a. d. Moſel, 12. Okt. Der Gegenbuchführer
der hieſigen Sparkaſſe wird ſeit geſtern vermißt.
Man ſpricht von Unterſchlagungen in Höhe von 25000
Mark. Der Flüchtige, genoß allſeitig größtes
Ver=
trauen.
Barſinghauſen, 11. Okt. Auf dem Bullerbachſchacht
des hieſigen königlichen Bergwerks wurden heute
nach=
mittag durch niedergehendes Geſtein etwa 20
Berg=
leute verſchüttet. Die Verſchütteten konnten bis
auf zwei, die wahrſcheinlich ihr Leben eingebüßt haben,
gerettet werden. Bis heute abend war es noch nicht
gelungen, die Leichen der beiden Vermißten zu bergen.
Bern, 12. Okt. In Urnäſch hatte ein junger Burſche
bei Waſſerleitungsarbeiten Dynamit geſtohlen;
als er ſeinen Raub daheim am offenen Herdfeuer
ſeinem Bruder zeigen wollte, erfolgte eine fürchterliche
Exploſion. Beide Brüder wurden auf der Stelle
getötet.
Paris, 11. Okt. Heute nachmittag fand die
Ein=
weihung des Denkmals zu Ehren der in den
Kämpfen bei Champigny vom 30. November bis 2.
De=
zember 1870 gefallenen Württemberger ſtatt.
Das Denkmal, ein Werk des Profeſſors Frend, beſteht
aus einem hohen, von einem Kreuz überragten
Obe=
lisken, der in deutſcher und franzöſiſcher Sprache die
Inſchrift: „Württemberg ſeinen tapferen Söhnen”
trägt. Unter Führung des Generals Greif war eine
Abordnung der württembergiſchen Kriegervereine
er=
ſchienen. Der der deutſchen Botſchaft als Attachee
an=
gehörige Rittmeiſter Franck dankte dem Maire von
Champigny und der franzöſiſchen Regierung für die
dem pietätvollen Werke gewährte Unterſtützung,
worauf er das Denkmal der Gemeinde übergab. Im
Namen des Denkmalsausſchuſſes überreichte Major von
Valois der Gemeindeverwaltung für die Schulen von
Champigny eine größere Geldſpende. Zum Schluß
be=
gab ſich die Abordnung zu dem in der Nähe gelegenen
franzöſiſchen Kriegerdenkmal, in deſſen Nähe auch
zahl=
reiche deutſche Soldaten begraben liegen, und legte dort
zwei Kränze für die gefallenen franzöſiſchen und
deut=
ſchen Kameraden nieder.
New=York, 11. Okt. Die Waldbrände haben
bereits dreizehn Ortſchaften zerſtört.
Santiago de Cuba, 11. Okt. Hier wurde ein
hef=
iges Erdbeben verſpürt, das große Aufregung
hervorrief.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Erſtes Sinfonie=Konzert der
Groß=
herzoglichen Hofmuſik. Zwei gewichtige
In=
ſtrumentalwerke, die „Sinfonia domestica” von Richard
Strauß und Beethovens unvergleichliche C-moll=
Sinfonie, ſind die Hauptbeſtandteile des 1. Hofmuſtk=
Konzertes, das nächſten Montag den Reigen der ſechs
Auf=
führungen im Hoftheater eröffnet. Ein auf nahezu 80
Künſtler verſtärktes Orcheſter ſorgt für eine beſonders
klanggeſättigte Wiedergabe der großen inſtrumentalen
Aufgaben des Abends. Hierzu geſellt ſich das Auftreten
einer ganz exquiſiten Geſangskünſtlerin, Frl. Birgit
Engell, die auf Grund ihrer=Stellung am Königlichen
Theater in Wiesbaden, mehr als Bühnenſängerin auch in
Darmſtadt bekannt, auf dem Konzertpodium nicht minder
glänzende Erfolge als im Theater zu verzeichnen hat.
So iſt ſie im vergangenen Frühjahr auf dem
Niederrheini=
ſchen Muſikfeſt in Köln Gegenſtand begeiſterter Ovationen
geweſen. Da auch den weiteren fünf Konzerten ſorgfältig
ausgewählte Programme zugrunde liegen und eine Reihe
weiterer bedeutender Soliſten gewonnen wurde, ſo darf
heute noch einmal das Abonnement auf ſämtliche
Veran=
ſtaltungen aufs angelegentlichſte empfohlen werden. Der
kommende Freitag iſt der letzte Termin für
Abonnements=
beſtellungen, die durch Herrn Kammermuſiker Diedrich,
Kiesſtraße 47, ihre Erledigung finden.
Das Berliner Univerſitätsjubiläum.
* Berlin, 11. Okt. Bei dem heutigen Feſtmahl
anläßlich der Hundertjahrfeier der Univerſität Berlin, an
dem Prinz Ruprecht von Bayern und Prinz Auguſt
Wil=
helm von Preußen teilnahmen, leitete der
Reichs=
kanzler die Reihe der Trinkſprüche mit einer Rede ein,
in der er ausführte: Tiefgründige geiſtige Arbeit iſt der
Todfeind aller Phraſe, nicht der Name, ſondern die
Lei=
ſtung, nicht Nachbeterei, ſondern ſelbſtändige Forſchung
haben der Berliner Univerſität einen Ehrenplatz in aller
Welt erworben. Sie ſollen nach dem kaiſerlichen Wunſche
auch die Loſung der Forſchungsinſtitute ſein, die der
heu=
tige Tag neu ins Leben rufen will. Aber weit über die
Grenzen Preußens und Deutſchlands weiſt unſere Feier
hinaus. Univerſal gerichtet, ſchlingt die Wiſſenſchaft ein
verſöhnendes Band um die Völker des Erdballs. Zeug=
nis dafür legt die großartige Teilnahme ab, mit der die
Univerſitäten und Inſtitute des Auslandes durch
glän=
zende Vertreter die Feſttage begleiten. Zeugnis dafür iſt
auch der beſondere Schutz, den der Kaiſer aller
internatio=
nalen Pflege der Wiſſenſchaften gerade an der Berliner
Univerſität bietet. So geleitet er, getreu dem Geiſt, der
ſie ſchuf, dieſe Univerſität in ihr zweites Säkulum. Möge
es ihr beſchieden ſein, der Zeiten Lauf zu überdauern, ſich
in der Kraft der Jugend ſtets erneuernd, wie das
heran=
wachſende Geſchlecht, das ihre Hörſäle füllt, möge ſie
weiter blühen und gedeihen unter dem Schutz und Schirm
unſeres Kaiſers und Königs, dieſes ſtets hilfsbereiten
Freundes aller Träger wiſſenſchaftlicher Arbeit.
* Berlin, 12. Okt. Bei dem heutigen zweiten
Feſtakt in der Univerſität wurden nach der
Feſt=
rede von Profeſſor Lenz die Ehrenpromotionen
verkündet. Die juriſtiſche Fakultät hat u. a. zu
Ehrendoktoren ernannt: den Kaiſer, den Prinzen
Ru=
precht von Bayern, den Unterſtaatsſekretär im
Kultusmini=
ſterium Schwartzkopf und Oberbürgermeiſter Kirſchner=
Berlin, die theologiſche Fakultät: den
Kultus=
miniſter von Trott zu Solz und Miniſterialdirektor im
Kultusminiſterium Naumann, ſowie den
Oberkonſiſtorial=
rat Lahuſen, die mediziniſche Fakultät: den
Ober=
präſidenten Staatsminiſter Frhrn. v. Rheinbaben, den
Vizeoberzeremonienmeiſter von dem Kneſebeck, den Maler
Prof. Hans Thoma=Karlsruhe, den Muſiker Prof. Max
Reger=Leipzig und den Schriftſteller Wilhelm Raabe=
Braunſchweig, die philoſophiſche Fak u
l=
t ät: den Reichskanzler von Bethmann Hollweg,
Staatsſekretär Delbrück, Generaloberſt von
Schlief=
fen, Graf Schwerin=Löwitz, Meunier=Paris,
Groß=
fürſt Nikolai Michaelowitſch, Maler Graf Kalckreuth,
Engelbert Humperdinck, Frau Coſima Wagner als die
Veranſtalterin und Führerin der Bayreuther Feſtſpiele.
H. B. Berlin, 12. Okt. Wie von unterrichteter Seite
gemeldet wird, wird das im Rahmen der neuen
Stif=
tung zur Förderung der geiſtigen Beziehungen
Deutſch=
lands zum Auslande zu gründende chemiſch=phyſikaliſche
Inſtitut auf Dahlemer Gebiet errichtet werden.
Der Zar in Frankfurt.
* Frankfurt, 12. Okt. Der Frankf.
General=
anzeiger berichtet: Heute vormittag um 9 Uhr traf der
Großherzog von Heſſen in Begleitung des
Flügeladjutanten Rittmeiſters Frhrn. von Maſſenbach
im Automobil in Frankfurt ein und ſtieg im Engliſchen
Hof ab. Hier beſtellte er für 1 Uhr ein Lunch für vier
Perſonen und machte dabei die Mitteilung, daß ſich in
der Geſellſchaft der Zar befinden werde. Der
Groß=
herzog fuhr dann nach Darmſtadt weiter, wo er
Audienzen erteilte. Punkt 1 Uhr traf im Automobil
der Zar in ſtrengſtem Inkognito in Begleitung des
Flügeladjutanten Oberſt Drentelen vor dem Hotel ein.
Zehn Minuten ſpäter traf der Großherzog von Heſſen,
wieder in Begleitung des Flügeladjutanten von
Maſ=
ſenbach, ebenfalls vor dem Engliſchen Hof ein. Das
Luncheon wurde im Salon apart eingenommen. Die
Herrſchaften unterhielten ſich bei Tiſche ſehr lebhaft in
ruſſiſcher, engliſcher und deutſcher Sprache. Das Lunch
war um 2 Uhr beendet. Nachmittags wollten der Zar
und der Großherzog in der Stadt verſchiedene Einkäufe
machen. Die beiden Automobile waren in der
Zwi=
ſchenzeit in einer hieſigen Garage untergebracht.
Luftſchiffahrt.
sr. Der dritte Tag der Berliner
Flug=
woche verlief nicht weniger ſpannend, als die beiden
erſten Tage. Vor Beginn der allgemeinen
Konkurren=
zen bewarb ſich der Blériotpilot Wincziers um den
Bleichröder=Preis von 10000 Mark. Vorgeſchrieben iſt
hierfür, daß während der Flugwoche die Flugbahn in
Johannisthal (2500 Meter) freiſchwebend dreimal mit
zwei Zwiſchenlandungen zu umfliegen iſt. Die
Zwi=
ſchenlandungen haben eine Minute Dauer und müſſen
auf derſelben Stelle ausgeführt werden. Wincziers
legte die Strecke in der vorzüglichen Zeit von 7 Min.
27 Sek. zurück, während die bisher beſte Zeit von
Dor=
ner 10:8¾ betrug. Die mit dem kleinen
Blériotappa=
rat erzielte Leiſtung wird ſchwerlich noch überboten
werden. Um 3 Uhr ſtartete als Erſter
Lindpaint=
ner (Sommer), kurz darauf folgten Jeannin (
Avia=
tik) und Thelen; letzterer mit Aviatiker Eyring als
Paſſagier an Bord. Alle drei bewarben ſich um den
Großen Preis des Kriegsminiſteriums und den täglichen
Dauerpreis. Die beiden Erſtgenannten auch noch um
den Höhenpreis, Thelen dagegen um den
Paſſagier=
preis. Alle drei verließen wiederholt den Flugplatz
und zogen außerhalb weite Kreiſe in den
verſchieden=
ſten Höhen. Thelen brachte es bei ſeinem
Paſſagier=
flug auf eine Höhe von 400 Metern. Nachdem er eine
Stunde 40 Minuten geflogen war und ſich in
gerin=
gerer Höhe befand, ſtürzte der Apparat plötzlich ab
und überſchlug ſich. Thelen und ſein Paſſagier
er=
hoben ſich aber ſofort unverletzt, während der Apparat
faſt vollſtändig in Trümmer ging. Es ſtellte ſich
her=
aus, daß ein Zahn an den für die Kettenübertragung
beſtimmten Zahnrädern abgeſprungen und die Kette
geplatzt war. Ein Propeller ſetzte infolgedeſſen aus,
wäh=
der andere weiter arbeitete und den Sturz des
Appa=
rates verurfachte. Sowohl Lindpaintner wie
Jeannin blieben bis zum Schluß in der Luft und
gewannen mit 2: 20 bezw. 2: 19 die beiden täglichen
Dauerpreiſe. Wincziers brillierte mit einem famoſen
Höhenflug, bei dem er in weiten Kreiſen die
anſehn=
liche Höhe von 805 Meter ereichte und damit einen
neuen deutſchen Rekord aufſtellte. Nach den
offiziellen Aufzeichnungen des Barographen brachte
es Jeannin bei ſeinem Dauerflug zu einer Höhe von
730 Meter, doch dürften dieſe Angaben kaum richtig
ſein. In dem ſehr regen Wettbewerb um den kürzeſten
Anlauf erzielte Wincziers gleichfalls die beſte
Leiſt=
ung, da ſein Apparat bereits nach 38,44 Meter vom
Boden frei kam. An zweiter Stelle ſolgte der Grade=
Flieger Khant mit 39,97 Meter Anlauf. Brunhuber
(Albatros) flog mit dem Adjutanten des Großherzogs
von Mecklenburg, Oberſt v. Maltzan, an Bord, 55 Min.,
Otto (Aviatik), gleichfalls mit Paſſagier, 39 Minuten.
Außerdem konkurrierten noch Mente (Wright), Grade
(Grade), Dr. Liſſauer (Grade), Schwade (Schwade), von
Moßner (Wright), Oelerich (Schulze=Herford) und
Dorner (Dorner), ſo daß zeitweiſe acht Apparate
in der Luft waren.
* Bitterfeld, 12. Okt. Das Luftſchiff
„P VI” iſt um 11 Uhr 52 Min. hier abgefahren und
dürfte um 3 Uhr in Johannisthal eintreffen.
H.B. Berlin, 12. Okt. Heute nachmittag ¾4 Uhr
erſchien „P VI” in weſtlicher Richtung über dem
Flugplatz von Johannisthal. Die Flieger Jeannin
und Lindpaintner flogen ihm entgegen. Lindpaintner
kehrte bald zurück, doch Jeannin blieb verſchwunden.
Ein Automobil mit mehreren Monteuren machte ſich
auf den Weg, den verſchwundenen Aviatiker zu ſuchen.
Inzwiſchen kam „P VI” näher. Er hatte einen Defekt
an einem Propeller erlitten, weshalb der Ballon vom
Winde ſtark ſeitwärts gedrückt wurde. Es gelang ihm
jedoch, um 4 Uhr*15 Minuten auf dem Flugplatz
glück=
lich zu landen.
Vermiſchtes.
— Für Briefmarkenſammler. Die
letz=
ten Wochen haben eine beträchtliche Anzahl Neuheiten
gebracht, an denen vor allem der Erdteil Europa
be=
teiligt iſt. Von nicht weniger als drei Ländergebieten
ſind Jubiläumsmarken erſchienen. Von
Oeſter=
reich, Bosnien und der Herzegowina und
Montenegro. In dem Vordergrund des
Inter=
eſſes ſtehen die öſterreichiſchen Jubiläumsmarken, die
gleich den bosniſchen Jubiläumsmarken anläßlich des
80jährigen Geburtstages des Kaiſers Franz Joſef
verausgabt ſind. Leider werden nur wenige Sammler
imſtande ſein, ſich beſonders die öſterreichiſchen
Er=
innerungsmarken komplett zuzulegen, da die Auflage
unbegreiflicherweiſe viel zu niedrig bemeſſen und mit
Ausnahme der Werte zu 5 und 10 Heller binnen
weni=
gen Stunden ausverkauft war. Es wurden
ausgege=
ben: je 100 000 Stück Marken zu 1, 2, 3, 6, 12, 20, 25, 30
und 35 Heller, je 7000000 Stück Marken zu 5 Heller,
(je 7800000 Stück Marken zu 10 Heller, je 780000 Stück
Marken zu 25 Heller, je 70000 Stück Marken zu 50, 60
HHeller und 1 Krone, je 17000 Stück Marken zu 2 und
5 Kronen, je 11000 Stück Marken zu 10 Kronen,
ins=
geſamt für 1835000 Kronen. Wünſchenswert wäre es,
wenn das Handelsminiſterium einen Weiterdruck
die=
ſer Erinnerungswertzeichen veranlaßte. Es könnten
dadurch ſehr leicht weitere 2 Millionen Kronen
ver=
einnahmt und ein großer Teil der Sammler
zu=
friedengeſtellt werden. Montenegro, das jüngſte der
Königreiche, verausgabt eine Serie von 12 Marken,
die ſehr ſauber in Kupferſtich hergeſtellt, teils den
Kö=
nig und die Königin in Doppelporträt, teils den König
allein in verſchiedenen Darſtellungen und Altersſtufen
zeigen. Aus der Schweiz iſt zu melden eine Serie von
zweifarbig gedruckten Nachportomarken, von denen die
Werte 1, 3, 5, 10, 15, 20, 25 und 50 Centimes erſtmalig
auf der Internationalen Poſtwertzeichen=Ausſtellung
zu Bern, 3. bis 12. September 1910, an das Publikum
abgegeben wurden. Die amtliche Ingebrauchnahme
erfolgt je nach Aufbrauch der alten Beſtände.
Wei=
tere Marken=Neuheiten ſind gemeldet von Bulgarien,
Eritrea, Perſien, Columbien, Panama, Neufundland,
Venezuela. Wir werden nach deren Eintreffen
un=
ſeren Leſern nähere Mitteilung geben.
* Bananenkleider. Die Banane gehört zu
den Pflanzen, die von allen Gewächſen der Erde den
größten Nutzen gewähren. Jeder Teil der ganzen
Pflanze findet in irgend einer Weiſe Verwertung,
deren Vielſeitigkeit noch lange nicht abgeſchloſſen zu
ſein ſcheint. Jetzt, iſt aus der großen chineſiſchen Han=
Kleines Fenilleton.
— Rekords im Tanzen. Daß die Polen
eines der tanzfreudigſten Völker der Welt ſind, kann
man ſo recht auf einer polniſchen Hochzeit ſehen. Die
Sitte verlangt hier nämlich, daß die Jungvermählte
mit allen denen tanzen muß, die ſie dazu auffordern.
Dabei kommt es zu wahren Wettkämpfen im Gebrauch
der Beine, denn jeder Tänzer tut ſein Beſtes. Jeder,
der mit der jungen Frau getanzt hat, legt in ein
Be=
hältnis ein Silberſtück, ſodaß eine große Zahl von
Tänzern einen ganz hübſchen Zuſchuß für die neue
Ehe bedeutet. Welche Tanzleiſtungen da bisweilen
erreicht werden, zeigte eine Hochzeit in der polniſchen
Kolonie von St. Louis. Getreu den alten
Traditio=
nen tanzte hier die Braut mit allen Herren der
Hoch=
zeitsgeſellſchaft, und zwar 34 Stunden lang, zwar
nicht ununterbrochen, aber ohne ſich auszuruhen.
Einen Rekord im Tanzen aber hatte damit dieſe
aus=
dauernde Dame, die den Namen Mme. Fred Zapowa
führt, noch nicht vollbracht. Wie in einer franzöſiſchen
Zeitſchrift mitgeteilt wird, hat eine andere Polin faſt
ohne Aufhören drei Tage und drei Nächte hindurch
getanzt. Solche Orgien der Tanzfreude ſtehen aber
nicht vereinzelt da. Vor ein paar Tagen trat in einem
Pariſer Ballokal ein Italiener auf und bot 1000 Fres.
demjenigen, der länger tanzen würde, als er. Fünf
Wettbewerber nahmen die Herausforderung an und
drehten ſich im Wetteifer mit dem Italiener; aber ſie
mußten alle in völliger Erſchöpfung von der Walſtatt
weichen, während der beinſtarke Sohn Italiens 14
Stunden hindurch immerfort tanzte mit einer
Durch=
ſchnittsleiſtung von 18 Walzern in der Stunde. Solche
Wettbewerbe für Ausdauer im Tanzen haben öfters
in Paris ſtattgefunden. Bei einem der letzten be=
teiligten ſich 80 Paare, der Preis betrug 100 Fres.
Das ſiegreiche Paar tanzte ¾ Stunden, wobei aber
zu berückſichtigen iſt, daß ebenſo großer Wert auf die
korrekte und elegante Form des Tanzens als auf die
Dauer gelegt wurde. Bei einem anderen Wettbewerb
tanzten die Sieger 6¾ Stunden, ohne aufzuhören, und
erhielten dafür einen Preis von 50 Fres, der
aller=
dings zu der Größe ihres Triumphes in keinem
Ver=
hältnis ſtand.
** Ein ſeltſames Preisausſchreiben
hat die franzöſiſche Zeitſchrift La petit Corbillard
illu=
ſtré veranſtaltet; die Redakteure ſind auf den ein wenig
düſteren Einfall gekommen, eine Art „Wettbewerb der
Leichenfeiern” zu veranſtalten. Dabei wird den
Leſern die Frage vorgelegt: „Welches wird das ſchönſte
Leichenbegängnis ſein, das in der Zeit von heute bis
zum 1. Januar 1911 ſtattfindet?‟ Dieſer finſtere
galliſche Humor hat bei den Leſern des Blattes
un=
geteilten Beifall gefunden, denn nach tauſenden liefen
die Antworten ein, in denen man mit
Todesprophe=
zeiungen wetteiferte, um einen Preis zu erlangen.
Die Preiſe aber entſprechen wenigſtens dem
Wett=
bewerb; als erſter Preis figuriert ein Metallſarg, als
zweiter ein Eichenſarg, und als kleinere Preiſe ſind
allerlei Kränze und Trauerartikel ausgeſetzt. Wenn
die Prophezeiungen der Teilnehmer des Wettbewerbes
ſich erfüllen, wird die franzöſiſche Literatur in dieſem
Quartal trauern müſſen, denn nächſt dem Präſidenten
Falliéres, der als Todeskandidat die meiſten
Stim=
men erhalten hat, vereinen ſich die größte Zahl der
abgegebenen Prophezeiungen auf den Namen des
Dramatikers Briſſon und auf Jules Claretie. Aber
auch dem Papſt Pius verheißt man noch vor Neujahr
1911 ein prächtiges Leichenbegängnis er rangiert in
dieſer Hinſicht vor dem greiſen Expräſidenten Loubet,
für den immerhin noch eine große Konkurrentenzahl
ein baldiges ſchönes Begräbnis erhofft.
* Wieder ein Satzungeheuer. Das
Reichsgericht hat die Zahl ſeiner Seeſchlangenſätze
wieder um ein Exemplar vermehrt. In einem Urteil
vom 15. Juni 1910, III. 205. 09 heißt es: „So ſagen die
Motive, daß Schadenerſatz nicht nur den Perſonen zu
gewähren iſt, die zurzeit des tödlichen Unfalls
geſetz=
lich Unterhalt bereits von dem Getöteten fordern
konn=
ten, ſondern auch denen, die an ſich nach dem Geſetz
unterhaltsberechtigt waren, aber aus irgend einem
Grunde, z. B. weil noch ein eigenes Vermögen
vor=
handen, oder ein näherer Verwandter verpflichtet war,
Unterhalt noch nicht bezogen, ferner betonen die
Mo=
tive: Aus der Beſtimmung, daß dem
alimentations=
berechtigten Dritten inſoweit Schadenerſatz zu leiſten
iſt, als infolge der Tötung das Recht auf den
Unter=
halt erloſchen iſt, folgt, daß, wenn auf Grund des
Rechtsverhältniſſes, in welchem er zu dem Getöteten
zur Zeit der Beibringung der tödlichen Verletzungen
ſtand, zur Zeit des Todes ein geſetzlicher Anſpruch auf
Unterhaltung noch nicht zur Entſtehung gelangt war,
z. B. weil es an der Bedürftigkeit auf ſeiten des
Drit=
ten oder an der Leiſtungsfähigkeit auf ſeiten des
Ge=
töteten in ſolchen Fällen fehlte, in welchen der
Unter=
haltsanſpruch gegen den Getöteten von dem
Vorhan=
denſein dieſer Vorausſetzungen abhängig war, oder
weil dem Getöteten die Verpflichtung, den Dritten zu
unterhalten, geſetzlich nur ſubſidär oblag und der
zu=
nächſt Verpflichtete leiſtungsfähig iſt — der Schuldige
dem Dritten erſt von der Zeit an Schadenerſatz zu
leiſten hat, in welcher der Getötete, wenn er nicht
ge=
tötet worden wäre, zum Unterhalt des Dritten
ver=
pflichtet geweſen ſein würde.‟ Daraus ſoll nun ein
Menſch klug werden!
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
Nummer 240.
delsſtadt Tſchungking, die im Innern des Reiches am
Jangtſekiang liegt, auf dem Markt eine Ausſtellung
von Bananenkleidern, das heißt von allerhand
Ge=
wändern aus den Faſern der Banane, veranſtaltet
worden. Nach einem Bericht des dortigen engliſchen
Konſuls werden dieſe Kleider folgendermaßen
herge=
ſtellt: Der Stiel der Banane wird, wenn er ungefähr
ein Jahr alt geworden iſt, aufgerollt und über
Waſſer=
gefäßen gedämpft, bis er weich geworden iſt. Dann
wird die äußere Haut mit einem beſonders dazu
geeig=
neten Gerät leicht entfernt. Was übrig bleibt, enthält
die für die Gewebe in Frage kommenden Faſern, die
aber erſt nach ſorgſamer Trocknung gewonnen werden
können. Dann werden ſie zerſchnitten und in Fäden
gedreht, um zum Weben verwandt zu werden. Dieſe
Behandlung der Faſern iſt ſehr ähnlich derjenigen,
die in China auch für die bekannte Ramie (Chinagras)=
Faſer angewandt wird. Vorläufig befindet ſich dieſe
neue Verwertung der Banane noch in den Anfängen,
denn es ſind erſt wenige Kleidungsſtücke aus
Bananen=
faſern verfertigt worden, die außerdem noch recht
koſt=
ſpielig ſind. In Tſchungking wurde für eine Rolle
des Bananenſtoffes von 4½ Meter Länge und 1 Meter
Breite ein Preis von faſt 25 Mark gefordert.
Aller=
dings wird dem Stoff eine ganz ungeheuere
Dauer=
haftigkeit nachgerühmt, die, verbunden mit großer
Leichtigkeit, das Ideal für einen Sommeranzug
bedeu=
ten würde. Es iſt wohl auch anzunehmen, daß neue
Verbeſſerungen des Verfahrens eine erhebliche
Ver=
billigung der Ware herbeiführen würden, und
viel=
leicht wird es gar nicht mehr lange dauern, bis ſich ein
Modelöwe in Europa für ſeinen Sommeranzug
eben=
ſo einen Bananenrock anſchafft wie einen echten
Pa=
namahut.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zur Geſetzesſprache. (Erwiderung.)
Der verehrliche Einſender der Mitteilung in der
vorgeſtrigen Nummer dieſes Blattes hat gewiß Recht,
wenn er auf eine Menge Fremdwörter hinweiſt, die in
der neuen Städte= und
Landgemeindeord=
nung glücklich durch deutſche Wörter erſetzt ſind. Aber
die Bekämpfung der Fremdwörter iſt nur eine Seite
der Sprachpflege, die dem Sprachverein obliegt. Auch
reines Deutſch kann ſchlecht ſein, und jene Entwürfe
zeigen leider ſämtliche Fehler der Kanzleiſprache, die
Miniſter Dr. Braun am 2. März 1909 in der Zweiten
Kammer ſo ſcharf und witzig gegeißelt hat: langatmige
Satzgefüge, überflüſſige Satzglieder, umfangreiche
Bei=
fügungen, Bevorzugung der Leideform ſtatt der
Tat=
form, umſtändliche Wendungen ſtatt einfacher
Aus=
drücke, und vor allem die Hauptwörterkrankheit! Da
jedoch die Verhandlungen über den endgültigen
Wort=
laut noch fortdauern, ſo möge für heute als
Entgeg=
nung dieſer Hinweis genügen.
Grubenunglück.
* Hannover, 12. Okt. In einer Berichtigung
der geſtrigen Meldung teilt die Direktion der
könig=
lichen Kohllenbergwerke Barſinghauſen
mit, daß geſtern nachmittag 3 Uhr 23 Bergleute
durch Bruch der Geſteine von der Ausfahrt
abge=
ſchnitten worden ſind. Die Rettungsarbeiten
wur=
den ſofort eingeleitet. Heute früh gelang es, mit den
Eingeſchloſſenen, die friſche Wetter haben, ſich zu
ver=
ſtändigen und es beſteht die Hoffnung auf Rettung. Ob
bei dem Unglück jemand verletzt wurde, konnte bisher
nicht feſtgeſtellt werden.
* Hannover 12. Okt. Zu dem
Bergwerks=
unglück in Barſinghauſen wird weiter
ge=
meldet: Geſtern nachmittag 2 Uhr fuhr die 23 Mann
ſtarke Belegſchaft in den 60 Meter tiefen
Bullerbach=
ſchacht des königlichen Kohlenbergwerks ein. Als um
10 Uhr abends nach Beendigung der Schicht die Leute
nicht heimkehrten, eilten die Angehörigen voller Sorge
nach dem etwa dreiviertel Stunden van Barſinghauſen
entfernten, im Deiſter gelegenen Schacht und erfuhren
dort, daß um 3 Uhr nachmittags der 15 Meter lange,
6 Meter breite und 9 Meter hohe Füllort eingeſtürzt
ſei. Durch die Geſteinmaſſen iſt die Fährte
ver=
ſchüttet. Die Rettungsarbeiten wurden ſofort
auf=
genommen, geſtalten ſich aber ſehr ſchwierig, da das
hängende Gebirge ſtets nachſtürzt.
* Barſinghauſen, 12. Okt. Bis 11 Uhr
vor=
mittags hatten ſich die Rettungsmannſchaften
den eingeſchloſſenen Bergleuten, die ihren Rettern
entgegenarbeiten, bis auf zehn Meter genähert, doch
vor heute abend iſt an einen Erfolg der Arbeiten nicht
zu denken. Die Eingeſchloſſenen ſind mit Proviant
für einen Tag und mit friſchem Waſſer verſorgt.
Berg=
rat Schlößer weilt an der Unfallſtelle.
Der Ausſtand der franzöſiſchen Eiſenbahn=
Bedienſteten.
* Paris, 12. Okt. Für die Ueberwachung
der Nordbahn=Linien werden gegenwärtig 1500
Mann verwendet, die unter den Befehl eines
Brigade=
generals geſtellt wurden. Das Miniſterium der
öffent=
lichen Arbeiten, das um Mitternacht von dem
Aus=
ſtandsbeſchluß der Weſtbahn=Bedienſteten benachrichtigt
worden war, hat Maßnahmen getroffen, um den
Ver=
kehr, wenn auch in ſehr beſchränktem Maße, aufrecht
erhalten zu können. Für die Elektrizitätsſtation der
Weſtbahn wurden 46 Genieſoldaten requiriert. Die
telegraphiſchen Verbindungen zwiſchen Verſailles und
dem St. Lazare=Bahnhof ſind unterbrochen.
* Paris, 12. Okt. Der Präſident der
Republik hat infolge des Eiſenbahnerſtreiks ſeinen
Ferienaufenthalt auf ſeinem Landgute Louipillon
abgebrochen und iſt geſtern abend mittels Sonderzuges
von Bordegux nach Paris abgereiſt, wo er heute
eintrifft.
* Paris, 12. Okt. Auch heute werden wieder
ver=
ſchiedene „Sabotage”=Akte gemeldet. In der
Nähe der belgiſchen Grenze ſollen auf eine Strecke von
zweihundert Metern die Schienen
herausge=
riſſen worden ſein. Bei den Eiſenwerken von
Mentataire an der Nordbahn wurden fünfzig
Tele=
graphen= und zwei Signaldrähte zerſchnitten. In Creil
wurde ein Heizer verhaftet, der ſeine Lokomotive auf
der Fahrt verließ und auf der Strecke ſtehen ließ.
Zahlreiche Fremde haben angeſichts des drohenden
Ge=
ſamtausſtandes ihre Abreiſe beſchleunigt. Zwei
trans=
atlantiſche Züge, die erſt heute nach Havre abgehen
ſollten, wurden vom Staatsbahnhof St. Lazare bereits
geſtern abend 9 Uhr 20 Min. abgelaſſen.
* Paris, 11. Okt. Da die Züge der
Nord=
bahmsbei Tergnier liegen bleiben, iſt zwiſchen Erque=
linnes und Lüttich ein belgiſcher Hilfsdienſt
organi=
ſiert worden. Reiſende von Brüſſel nach Paris
erhal=
ten Fahrkarten nur bis St. Quentin. Der Eilzug
Paris=Köln verkehrte bis nachmittags noch
fahrplan=
mäßig. Aus Pontoiſe, Chantilly und Trepork ſind
Züge hier angekommen. Nachmittags iſt ein Zug
vom Nordbahnhof nach Lille abgegangen. Da das
Be=
leuchtungsperſonal keinen Dienſt tut, iſt der
Nordbahn=
hof in Dunkel gehüllt. Von Tourcoing, Arras und
Lille gehen die Züge fahrplanmäßig ab, aber in Paris
kommen keine an. In Hagebrouck beſchloſſen die
Eiſen=
bahnangeſtellten den Ausſtand. Bei Arras wurden elf
Telegraphenſtangen umgeſägt und 35 Leitungen
zer=
ſchnitten.
* Paris, 11. Okt. Da auch der Verkehr auf
der Gürtelbahn eingeſtellt iſt, ſo ſind die
im nördlichen Weichbild der Stadt wohnhaften Arbeiter
und Angeſtellten genötigt, faſt ausſchließlich die
Stra=
ßenbahn zu benutzen. Dabei kam es wiederholt zu
ſehr erregten Auftritten und Streitigkeiten.
* Paris, 11. Okt. Der Streikausſchuß des
natio=
nalen Eiſenbahner=Syndikates beſchloß, an die
Eiſen=
bahner aller Linien zu appellieren, damit der
Ge=
ſamtausſtand unverzüglich verwirklicht
werde,
* Paris, 11. Okt. Durch eine Bekanntmachung
im Amtsblatt werden 1369 Oberbeamte und 27860
Unterbeamte vom Perſonal der Nordbahn=Geſellſchaft
für 21 Tage zu den Fahnen einberufen.
* Paris, 12. Okt. Heute früh war der
Aus=
ſtand auf der Nordbahn vollſtändig. Auf
dem Oſtbahnhofe ſtreiken nur wenige, auf dem
Bahn=
hof Montparnaſſe niemand, dagegen auf dem Bahnhof
Saint Lazare zahlreiche Angeſtellte. Hier iſt der
Dienſt beträchtlich geſtört. Auf dem Orleans= und
Lyoner Bahnhof herrſcht vollkommene Ruhe; der Dienſt
verläuft normal.
* Paris, 12. Okt. Achttauſend Angeſtellte der
ſtaatlichen Weſtbahngeſellſchaft entſchieden
ſich in der geſtrigen Abendverſammlung für den
Ge=
neralſtreik bis zur vollſtändigen Befriedigung
ihrer Forderungen. Es wurde beſchloſſen, auch bei
ihren noch in Dienſt befindlichen Kameraden dahin zu
wirken, daß ſie ebenfalls im Stadtgebiet die Arbeit
ein=
ſtellen. Man rechnet auf Unterſtützung auch in der
Provinz.
II. B. Paris, 12. Okt. Die ganze Strecke der
Nord=
bahn entlang häufen ſich die Fälle von
Zerſtörun=
gen. An der nahen belgiſchen Grenze wurden gegen
200 Meter Schienen losgeſchraubt. Von überall werden
Durchſchneidungen der Telegraphendrähte und
Beſchädi=
gungen der Weichen und Signalvorrichtungen gemeldet.
Die Regierung hat den Staatsanwaltſchaften einen
neuen, von der amtlichen Mitteilung als äußerſt energiſch
bezeichneten Runderlaß zugehen laſſen, der es ihnen zur
Pflicht macht, gegen die Verüber derartiger
Sachbeſchä=
digungen mit größter Strenge vorzugehen.
* Paris, 12. Okt. Nach Feſtſtellung des
Mini=
ſteriums der öffentlichen Arbeiten erfolgte bis 10.30 Uhr
auf dem Bahnhof Montparnaſſe keine
Arbeitsein=
ſtellung. In den Werkſtätten von Batignolles fehlt
kein Arbeiter. Der telegraphiſche Verkehr iſt wieder
hergeſtellt. Der Ausſtand auf der ſtaatlichen Oſtbahn
ſcheint auf das Weichbild der Stadt beſchränkt zu ſein,
doch verließen mehrere Maſchiniſten und Beamte die
Arbeit.
H. B. Paris, 12. Okt. Die Blätter aller
Parteirichtungen mit Ausnahme der ſäußerſten
Linken brandmarken die Urheber des Ausſtandes, den ſie
für ein Verbrechen am Vaterlande erklären. In der
öf=
fentlichen Meinung iſt man einig in der
Verurtei=
lung einer Bewegung, die ohne Not die
Lebens=
intereſſen Frankreichs aufs Spiel ſetzt. Die
Verantwor=
tung wird in erſter Linie dem Parlament zugeſchoben, das
aus Wahlintereſſen leichtſinnige Verſprechungen gab und
in der Arbeiterſchaft unerfüllbare Hoffnungen erweckte.
Die Revolution in Portugal.
Das neue Regiment.
* Liſſabon, 10. Okt. Der Vertreter des Berl.
Lo=
kalanzeigers hatte heute eine Unterredung mit dem Miniſter
des Innern, den er über die Prieſterverfolgungen und die
Abſichten der Regierung gegenüber dem Eigentum des
Königs befragte. Der Miniſter ſagte: „Die
Verfolgun=
gen ſind durch die Jeſuiten provoziert, um die Republik
in den Augen Europas herabzuſetzen Wie alle
Ordens=
brüder, ſind die Jeſuiten Feinde der Republik. Sie
wer=
den ausgewieſen werden, nicht durch Dekret der
republika=
niſchen Regierung, ſondern durch Anwendung eines alten
Geſetzes der Monarchie. Die Republik hat keine Feinde in
Portugal, und wir ſind imſtande, die Ordnung aufrecht
zu erhalten. Wir werden ſie aufrecht erhalten, das kann
ich Ihnen namens der Regierung und als Miniſter des
Innern ſagen. Was den König betrifft, ſo ſage ich Ihnen,
daß wir gerecht ſein werden, daß wir aber hier ſind, um
das Intereſſe der Nation zu wahren. Was dem König
gehört, wird ihm bleiben, aber die Schlöſſer, die der
Na=
tion gehören, werden auch der Nation verbleiben; ſie
wer=
den teils zu Muſeen, teils zu Schulen eingerichtet werden.
In allen Schlöſſern werden wir eine Inventur aufnehmen
und öffentlich mitteilen, was wir darin gefunden haben,
um es dem König wiederzugeben. Wenn der König noch
Schulden an die Nation hat, wird er ſie bezahlen müſſen;
im anderen Falle erhält er ſein Eigentum zurück.” — Der
Miniſter ſpricht und handelt mit großer Energie.
* Liſſabon, 11. Okt. Der Miniſter des Aeußern
Bernardo Machado erklärte in einer Unterredung mit
dem Vertreter des Reuterſchen Bureaus: Europa werde
einſehen, daß die Republik auf feſten Grundlagen
er=
richtet ſei. Die Republik werde von der Bevölkerung
will=
kommen geheißen. Die republikaniſche Organiſation ſei
eine ſolche, daß die Regierung Reformen mit der
Gewiß=
heit des Erfolges unternehmen könne. Die. Regierung
werde nicht unterlaſſen, Heer und Flotte als die heroiſchen
Begründer der Republik zu reorganiſieren.
* Liſſabon, 11. Okt. Alle auf dem Tajo
liegen=
den ausländiſchen Schiffe ſind völlig in Sicherheit. Die
Gerüchte über eine Verſchwörung gegen die fremden
und die portugieſiſchen Kriegsſchiffe ſind
unbegrün=
det. Trotzdem hat die Regierung alle erforderlichen
Vor=
ſichtsmaßregeln getroffen Die Regierung beabſichtigt
einen Erlaß über die Einführung der allgemeinen
Wehr=
pflicht. Die Zivilbehörden nehmen Beſitz von den
Gebäu=
den der Kongregationen; ſie nehmen Inventar auf und
legen dann die Siegel an. Die monarchiſtiſchen
Zeitun=
gen erſcheinen wieder; ihre Sprache iſt gemäßigt. Einige
anerkennen die Republik. Die Polizei und die
Munizipal=
garde wurde nach den alten Grundſätzen neugebildet.
Zahlreiche Munizipalgardiſten, die bei der Revolution das
Königstum verteidigt hatten, wurden wieder eingeſtellt.
Die höheren Offiziersſtellen der auf dem Tajo liegenden
Kriegsſchiffe wurden neu beſetzt.
Letzte Nachrichten.
* Liſſabon, 11. Okt. Joſé Relvas tritt
an=
ſtelle von Brazilio Telles als Finanzminiſter.
Die braſilianiſche Regierung erkannte die Republik an.
* London, 11 Okt. Wie dem Reuterſchen Bureau
aus Gibraltar gemeldet wird, hat König Georg den
Befehl gegeben, daß die königliche Jacht „Victoria and
Albert” nach Gibraltar geht, um den König Manuel
und die Königin Amelia an Bord zu nehmen.
* Rom, 11 Okt. Wie die Zeitungen melden, gab die
Regierung Anweiſung, alle geſetzmäßigen Maßnahmen zur
Anwendung zu bringen, um die vertriebenen
portu=
gieſiſchen Kongregationen zu verhindern, ſich
in Italien niederzulaſſen.
Literariſches.
— Diehl, Wilhelm, Der gefangene
Pfarrer, eine geſchichtliche Erzählung
aus der Zeit des dreißigjährigen
Krie=
ges. Darmſtadt. Selbſtverlag des Verfaſſers. 1910.
280 S., 1 Tafel, 8‟. Geb. 3 Mark. Ein eigenartiges
Buch: Wilhelm Diehl iſt unter die Romanſchriftſteller
gegangen. In ſeine Studierſtube, die bisher nur der
Wahrheit offen ſtand, iſt die Dichtung eingezogen. Und
zwar ſieghaft!
Der Verfaſſer hat ſelbſt ein ahnendes
Verſtänd=
nis für das Seltſame ſeines Debuts in einem vordem
noch nie betretenen Reich. Er kennt ſeine Kritiker,
die „abgünſtigen”, wie die wohlwollenden. Sein Vors= erzählt davon. Es fließt noch aus der ſpitzen
Feder des im Notfall auch kampffreudigen Autors.
Mit ganz anderem Stift iſt die Erzählung ſelbſt
ge=
ſchrieben. Sie berichtet von den leid= und
wechſel=
vollen Schickſalen des Roßdorfer Pfarrers Magiſter
Hermann Schipper in heſſiſchen Landen zur Zeit des
30jährigen Krieges. In ihrem Titel greift ſie den
Namen auf, unter dem der unerſchrockene Mann noch
lange Jahre in der bewundernden Erinnerung der
Bauern fortgelebt hat: „Der gefangene Pfarrer”.
Wohl zum erſten Male ſteht nicht alles in den
Quellen, in Akten und Chroniken, wie ſonſt in den
Schriften des exakten Gelehrten Diehl. Hinter der
Veröffentlichung des Büchleins ſtanden, nach ſeinen
Worten, ſtarke Mächte, „unter Schmerzen und
finan=
ziellen Opfern” reifte es heran.
Solch manchem weltfremd erſcheinendes
Be=
ginnen verdient Beachtung, Nachachtung, wenn
man=
bedenkt, wie oft nur der klingende Erfolg zur
Ar=
beit treibt. Der Geiſt jener „ſtarken Mächte” beſeelt
das Buch. Es bringt in erlaubtem Maß
zurecht=
geſtutzte Ereigniſſe in gefälliger Form und kräftiger
Sprache. Es zeugt von gründlichem Wiſſen, warmem
Empfinden und kühnem Wollen. Die Leichtigkeit, mit
der der Stoff gewandt geſtaltet iſt, hat ſelbſt die „
gün=
ſtigen” Freunde Diehls überraſcht. Er hat uns ſchon
mancherlei erzählt: von Schullehrern, Organiſten
und=
proſaiſchen Verordnungen. Diesmal kommt er
ppe=
tiſch und zeigt, daß er auch andere Regiſter ziehen
kann. Freilich kein Roman im Sinne und nach den
Wünſchen der breiten Leſermaſſe unſerer Tage iſt ſein
„Gefangener Pfarrer” Keine Herzens= und
Liebes=
konflikte, nicht einmal die unvermeidliche Eheirrung
und dergleichen Zier= und Zugſtücke moderner
Roman=
technik mehr. Von Frauen iſt außer der Prachtgeſtalt
von Schippers bravem Weib nicht die Rede. Aber
Menſchen ziehen an uns vorüber, zum Teil aus recht
hartem Holz geſchnitzt, Kinder ihrer Zeit, Zeugen einer
leidensreichen Epoche unſerer vaterländiſchen
Ge=
ſchichte. Neben den Durklängen von Glaube und
Hoffnung meiſtert der Verfaſſer die Weiſe der Liebe
und Treue in zu Herzen gehendem Moll.
Von dem religiöſen und theologiſchen Einſchlag
des Buches mögen Berufenere berichten. Es hat noch
andere Werte, die noch heute im Umlauf ſind. Man
kann es getroſt auf jeden Weihnachtstiſch legen. Die
Erzählung iſt unterhaltend, ſpannend: vor allem für
die weiteren Kreiſe der Freunde der heſſiſchen
Ge=
chichte und Volkskunde höchſt belehrend und anregend.
Auch der fröhliche Humor und harmloſe Spott kommt
darin vollauf zu ſeinem Recht. Es iſt eine prächtige
Bereicherung für Schüler= und Volksbibliotheken.
Diehl will „Hunger nach Hiſtorie” ſtillen. Auch
in ſeinem „Gefangenen Pfarrer” iſt’s ihm gelungen:
er bringt eine treffliche geiſtige „Eſſensſpeis” gut
ge=
kocht, auf heſſiſche Art, ſchön angerichtet und leicht
ver=
daulich.
„Hiſtoriſche‟ Erzählungen haben grundſätzliche
Gegner. Auch diesmal werden ſie nicht fehlen. Aber
ſie werden nicht verhindern können, daß das ſchöne
Büchlein ſeinen Weg findet zu allen denen, die ſich
gerne und liebevoll in die Vorzeit ihres Heimatlandes
verſenken und dabei nicht immer nur nach den kritiſch
prüfenden, nüchternen Unterſuchungen greifen.
Es wird wirken!
Dr. K. Bader, Darmſtadt.
— In der von der Verlagsbuchhandlung B. G.
Teubner in Leipzig herausgegebenen Sammlung
wiſſenſchaftlich=gemeinverſtändlicher Darſtellungen aus
allen Gebieten des Wiſſens „Aus Natur und
Geiſteswelt” (Preis jeden Bandes geh. 1 Mark,
geb. 1,25 Mark), ſind ferner erſchienen: Band 15:
Ver=
kehrsentwicklung in Deutſchland 1800 bis
1900 (fortgeführt bis zur Gegenwart). Sechs
volks=
tümliche Vorträge über Deutſchlands Eiſenbahnen und
Binnenwaſſerſtraßen, ihre Entwicklung und
Verwalt=
ung, ſowie ihre Bedeutung für die heutige
Volkswirt=
ſchaft, von Profeſſor Dr. Walther Lotz. Dritte,
ver=
beſſerte Auflage. — Bd. 32: Bau und Tätigkeit
des menſſchlichen Körpers. Von Dr. H. Sachs,
Privatdozent an der Univerſität und Nervenarzt in
Breslau. Dritte, verbeſſerte Auflage. Mit 37
Abbild=
ungen. — Bd. 40: Die Grundbegriffe der
modernen Naturlehre. Von Profeſſor Dr. F.
Auerbach. — Bd. 46: Die Gleichniſſe Jeſu,
Zu=
gleich eine Anleitung zu einem quellenmäßigen
Ver=
ſtändnis der Evangelien. Von Liz. Dr. Heinrich
Wei=
nel, Profeſſor an der Univerſität Jena. Dritte,
ver=
beſſerte Auflage. — Bd. 48: Vom Nervenſyſtem,
ſeinem Bau und ſeiner Bedeutung für Leib und Seele
im geſunden und kranken Zuſtande. Von Dr. R.
Zan=
der, v. Profeſſor an der Univerſität Königsberg. Zweite,
verbeſſerte Auflage. Mit 27 Abbildungen. — Bd. 213:
Pſychologie des Kindes. Von Dr. Robert
Gaupp, Profeſſor an der Univerſität Tübingen. Zweite,
verbeſſerte Auflage. Mit 18 Abbildungen. — Bd. 291:
Das Waſſer. Experimentalvorträge von Dr. O.
Anſelmino, Privatdozent an der Univerſität
Greifs=
mald.. Mit 44 Figuren.
Nummer 240.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
Seite 7.
Lexikon für Photographie und
Re=
roduktionstechnik. Von Profeſſor G. H.
Em=
nerich, Direktor der Lehr= und Verſuchsanſtalt für
Photographie, Chemigraphie, Lichtdruck und Gravüre
zu München. (A. Hartlebens Verlag in Wien.)
Voll=
ſtändig in zwei Halbbänden à 5 Mk. oder in 20
Liefe=
rungen zu 50 Pfg., oder komplett gebunden in
Halb=
franz zu 12,50 Mk. In der ſo reichhaltigen
Fachlite=
ratur der Photographie hat wohl mancher ſchon ein
Werk vermißt, das in lexikaliſcher Anordnung das
Ge=
ſamtgebiet der Lichtbildkunſt behandelt. Ein ſolches
findet er in dem von Profeſſor Emmerich
herausgege=
benen und bearbeiteten, der Hartlebenſchen Sammlung
techniſcher Lexika einverleibten Buche, deſſen
Schluß=
lieferungen uns nun vorliegen. Dem reich
illuſtrier=
ten Werk, das rund 1000 Seiten umfaßt, ſind 36 meiſt
doppelſeitige Tafeln beigegeben.
— Hans von Kahlenberg: „Ahasvera‟
Roman. 312 Seiten. Vita, Deutſches Verlagshaus,
Berlin=Ch. Preis: geheftet 3,50 Mark, gebunden 4,50
Mark. Hans von Kahlenberg hat nach dem heiteren
Intermezzo ſeines „Spielzeug” wieder ein Kampfbuch
geſchrieben. Der Titel Ahasvera verrät die
Verdoppe=
lung eines Themas, deſſen problematiſche Tiefe von
jeher nachdenkliche Köpfe beſchäftigte: es iſt das Thema
des Judentums, des modernen Judentums, das in
ſeiner notwendigen Anpaſſung, Verbindung und in
ſeinem gleichzeitigen Widerſpruch mit der anderen Raſſe,
mit der Landesreligion ſeinen letzten Kampf ausficht.
„Ahasvera” iſt entſchieden das reifſte Werk Kahlenbergs.
Formvollendet in der knappen Sprache, ſicher in dem
konſequenten Aufbau der ſtets feſſelnden Handlung,
lebenswahr und lebenſprühend in der
Charakterzeich=
nung, die mit ſorgfältigſter pſychologiſcher Vertiefung
durchgeführt iſt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Aachen, 12. Okt. Bei den Ausgrabungsarbeiten
in Münſter hat man geſtern nachmittag den Sarg
mit den Gebeinen des Kaiſers Otto III.
gefunden; daneben lagen eine Menge Münzen, meiſt
franzöſiſchen Urſprungs.
* Dortmund, 12. Okt. Im Konkurs des früheren
Stadtrats Maiweg wurde von dem
Konkursver=
walter der Niederdeutſchen Bank eine
Regreß=
forderung in Höhe von 55 Millionen Mark
gel=
tend gemacht. Der Konkursverwalter wird gegen die
ſämtlichen Mitglieder des Aufſichtsrats Forderungen
in dieſer Höhe erheben.
* Bremen, 12. Okt. Nachdem die ausſtändigen
Hafenarbeiter der Lagerhausgeſellſchaft geſtern
abend beſchloſſen hatten, die Arbeit wieder
aufzuneh=
men, wurde heute morgen die Arbeit an allen Stellen,
einſchließlich der Getreidearbeiter, wieder
aufge=
nommen.
* Stendal, 12. Okt. In der vergangenen Nacht
wurde von bisher nicht ermittelten Tätern in die
hie=
ſige Jakobikirche eingebrochen; die Diebe
er=
brachen die Behälter, in denen ſich die Sakramente und
der Abendmahlswein befinden, ſowie mehrere
Sammel=
büchſen, erbeuteten jedoch nur wenige Mark.
* Flensburg, 12. Okt. Der Ausſtand in den
hieſigen Schiffswerften iſt wieder
voll=
ſtändig, da die wiedereingeſtellten 50 Prozent der
Arbeiter die Arbeit abermals niederlegten, weil die
andere Hälfte heute nicht mit der Arbeit beginnen ſollte.
* Athen, 12. Okt. Das Miniſterium iſt
zu=
rückgetreten.
— München, 12. Okt. In Lauff bei Bamberg wurde
heute nacht die althiſtoriſche, erſt vor wenigen Jahren
renovierte Kunigunden=Kapelle, in der die Gemahlin
Kaiſer Heinrichs II. beſtattet liegt, durch
Brandſtif=
tung völlig vernichtet.
— Hamburg, 12. Okt. Die Werftarbeiter
verharren im Ausſtand; eine Einigung wurde
bisher nicht erzielt.
H. B. Wien, 12. Okt. Heute nachmittag 3 Uhr erfolgte
die Eröffnung der ungariſchen Delegation und
um 4 Uhr wurde die öſterreichiſche Delegation eröffnet.
Die Kriegsverwaltung wird im Budget 326 Millionen
für die ordentlichen und 5 Millionen für die
außerordent=
lichen Erforderniſſe ſowie 8 Millionen für die
außerordent=
lichen Erforderniſſe der Truppen in Bosnien und der
Herzegowina beanſpruchen, im ganzen einen Mehrbetrag
von 12 Millionen.
— Rom, 12. Okt. Gelegentlich der Anweſenheit
des Kardinals Agliardi kam es vor dem Dom in
Albano zu einer gewaltigen Schlägerei zwiſchen
Klerikalen und Liberalen; die Haupträdelsführer der
letzteren wurden verhaftet.
Beſſere Magentätigkeit!
Danzig, 11. April 1910. Hierdurch teile ich Ihnen
mit, daß ich „Bioſon” zur Kräftigung meiner Nerven
ge=
braucht habe. Ich habe 4 Pakete verbraucht und nahm
täglich morgens und abends 2 große Kaffeelöffel voll in
Milch gekocht. Zunächſt beſſerte ſich der Appetit, der ſich
außerordentlich ſteigerte; ich bekam oft richtigen Hunger
und mein Magen verdaute alle Speiſen beſſer als zuvor.
Ich fühlte mich infolgedeſſen auch bald bedeutend wohler
und ich kann ſagen, daß „Bioſon” eine wirklich gute
Kraftnahrung für Körper und Nerven iſt, weshalb ich
das Präparat jedermann empfehlen werde. Der
Ge=
ſchmack des „Bioſon” iſt ſehr gut; es ſchmeckt mit Milch
wie Schokolade. Hochachtungsvoll! Emil Wannhoff,
Katergaſſe 1a. Unterſchrift beglaubigt: Lewinski,
Notar. „Bioſon” iſt das beſte und billigſte
Kräftigungs=
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Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Beim
Anrücken des weſtlichen Tiefdruckgebietes hat über Nacht
die Bewölkung wieder zugenommen und es ſind geringe
Regen ſtrichweiſe gefallen. In ganz Deutſchland herrſcht
bei ſüdlicher bis ſüdöſtlicher Luftſtrömung ungewöhnlich
mildes Wetter. Die Zyklone über der Nordſee zieht
oſt=
wärts weiter und bringt eine Winddrehung nach
Nord=
weſt und damit Abkühlung, die ſich heute morgen bereits
über die britiſchen Inſeln und das nordweſtliche Meer
ausgebreitet hat.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 13. Okt.:
Regenfälle, Winddrehung nach Weſt, Abkühlung, windig.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei der
Beerdigung meiner lieben Frau, unſerer
Groß=
mutter, Schwiegermutter, Schweſter und Tante
Frau
geb. Gerhardt
ſpreche ich hiermit Allen, insbeſondere Herrn
Pfarrer Flöel für die troſtreiche Grabrede, meinen
und meiner Angehörigen herzlichſten Dank aus.
Darmſtadt, den 12. Oktober 1910. (B19851
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
P. Simmermacher, Privatier.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): „Prima=Ballerina”.
Haſtſpiel des Oberbayr. Bauerntheaters um 8¼ Uhr
im Orpheum („Der Fleck auf der Ehr‟).
Vortrag von Pfarrer Dr. Dieckmann um 4 Uhr
Mühl=
ſtraße 24 (Kirchlich=poſitive Vereinigung).
Oktoberfeſt um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo.”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10 Uhr ab).
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 14. Oktober.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr
Fuhr=
mannſtraße 7.
Ackergeräte= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr zu
Eberſtadt, Heidelbergerſtraße 7.
Ebenſo wie in unſerer Expedition
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werden Inſerate, ſowie Abonnements=
Beſtellungen jederzeit entgegengenommen:
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bei Heinrich Blösser.
Dieburgerſtraße 9
bei Georg Roth,
Kiesſtraße 34
bei Guido Kneip,
in Arheilgen
bei Frau H. Anthes X., Waldſtraße,
in Eberſtadt
bei Ludw. Pritsch, Weingartenſtraße 4,
in Erfelden
bei Jak. Ludw. Petri, Schuhm., Neugaſſe,
in Eſchollbrücken
bei Ludw. Roth, Makler,
in Griesheim
bei Peter Jackelen, Darmſt. Chauſſee 27,
in Groß=Zimmern
bei Georg Schröbel,
in Hahn
bei Polizeidiener Caspari.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max
Streeſez=
für den Inſeratenteil: F. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht.
zurückgeſandt.
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen des
Schmiede=
meiſters und Wagenbauers Jacob Geibel
Dritter in Pfungſtadt (Heſſen) wird heute,
am 12. Oktober 1910, vormittags 104 Uhr,
das Konkursverfahren eröffnet.
Der Amtsgerichtstaxator Ernſt Wolff
in Darmſtadt, Mühlſtraße 62, wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
1. November 1910 bei dem Gerichte
an=
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falles über die in § 120 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forde=
rungen auf:
Samstag, den 12. November 1910,
vormittags 10 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer
104, Neues Gerichtsgebäude am
Mathilden=
vlatz 12, Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 1. November
1910 Anzeige zu machen. (19899
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29)
Nachdem das einfache Abendbrot verzehrt war und
die drei wieder im Salon zuſammenſaßen, begann das
alte Fräulein:
Alſo die Feindſchaft der beiden Frauen intereſſiert
Sie beide? Ich glaube, ſie iſt nur einſeitig, Frau von
Rieding iſt innerlich viel zu hochmütig, ſie zu erwidern,
ſie iſt eine weltkluge Frau und hütet ſich, den Menſchen
wirklich richtige Angriffspunkte zu geben, deshalb ſagt
ſie ſich auch: „Was kümmert mich die Bosheit dieſer
Frau? Ich habe ſie nicht zu fürchten.” Sie weiß ſicher
gar nicht, warum ſie eigentlich angefeindet wird, aber
ich ahne es. Unbeteiligte ſehen oft ſchärfer als die,
welche mitten in den Ereigniſſen ſtehen. In Bordighera
tauchte damals ein Prinz von W. auf, ein Bruder des
regierenden Herzogs, es ſollte ganz zufällig ſein, aber
mir ſchien’s, als ſei er der noch immer genug
verführe=
riſchen Exzellenz nachgereiſt —, die erſten Tage ſah man
ſie immer zuſammen, er war ein häßlicher Menſch, ſehr
brünett, tiefliegende Augen, die ſehr weich und ſehr
hart blicken konnten, dazu eine ſehnige Sportsmanfigur,
war auch auf allen Rennplätzen zu Hauſe und lag
tage=
lang mit einer Segeljacht auf dem Meere — ich mochte
ihn nicht — ich mag die Männer nicht, denen man
anſieht, daß ſie die Frauen lieben und — verachten. Er
kümmerte ſich auch nicht um meine weißen Haare, aber
als Frau von Rieding von ihrem Manne auf einer
Automobilfahrt, die über ihre Kräfte ging, in
Bor=
dighera zur Erholung zurückgelaſſen wurde, war mein
Prinz, ſo weit ich es beurteilen konnte, Feuer und
Flamme für ſie. Sie war damals noch viel reizender,
als ſie jetzt iſt, der Tod ihres Mannes muß ihr doch
ſehr nahe gegangen ſein, obgleich die Ehe mir ſehr kühl
und modern vorkam — ich war dabei, als ſie ſich von
ihm verabſchiedete, ehe er weiterfuhr — ein formeller
Handkuß — ſie blickte ihm nicht mal nach. Mit dem
Prinzen verkehrte ſie in der unbefangenen,
kamerad=
ſchaftlichen Art der vielgereiſten, vornehmen Frau, der
auch eine Herzogskrone nicht imponieren konnte — ſie
ritt mit ihm und Frau von Schlettau, ſie ſpielten zu
dreien Tennis — nur aufs Meer mußte die Exzellenz
ſie, wie ich eben vermute, zähneknirſchend allein laſſen,
da ſie an einer unüberwindlichen Neigung zur
See=
krankheit litt. Ich bin überzeugt, ſie hätte ruhig als
Mäuschen mitſegeln können, Frau von Riedins hat den
Mann vielleicht ſehr geliebt, aber ſeine Geliebte war
ſie ganz ſicher nicht.
Der kleine Artilleriſt kniff, wie immer, wenn er
etwas bezweifelte, das linke Auge zu und zog eine
ſchreckliche Grimaſſe.
Biſt Du deſſen wirklich ſo ſicher, Tantchen?
Die alte Dame ſetzte eine geringſchätzige Miene auf.
Lieber Walter, ich kenne mein Geſchlecht beſſer wie
Du, eine Lena von Rieding würde wohl den Mut ge=
habt haben, den Skandal einer Scheidung auf ſich zu
nehmen, um einem anderen Manne angehören zu
können, aber ſeine Geliebte werden — nie.
Sie hat einen großen Stein bei Dir im Brette,
Tantchen.
Was wurde denn nun aus der Geſchichte, gnädiges
Fräulein? fiel Haſſingen etwas nervös ein, denn dieſe
Auseinanderſetzung ſchien ihm ganz überflüſſig.
Das „Tantchen” lächelte beluſtigt.
Ja, das Ende weiß ich leider nicht, da ich vierzehn
Tage früher als die Hauptbeteiligten abreiſen mußte.
Dieſe dummen Rundreiſehefte — damals hab’ ich das
meine beſonders verwünſcht. Die ganze Tragödie mit
dem Sturz Herrn von Riedings paſſierte ja noch zu der
Zeit, als die junge Frau an der Riviera war — ich habe
Frau von Schlettau um die Geſchichte befragt und hörte
da zu meinem Staunen, daß ſie eher wie Frau von
Rieding, alſo noch vor der Kataſtrophe, abgereiſt ſei —
Und ob der Prinz mit ihr reiſte oder bei ſeiner
neuen Liebe blieb, verriet ſie Dir wohl nicht?
Oh! Fräulein von Meppen ſtreckte abwehrend die
beiden flachen Hände aus. Ich werde mich hüten, in
ein Weſpenneſt zu ſtechen, das muß ich mal ſehr geſchickt
und harmlos anſtellen — taktlos bin ich nie geweſen,
und ich habe das Gefühl einer Taktloſigkeit, wenn ich
den Namen des Prinzen vor dieſen beiden Frauen
erwähne.
Dann kam das Geſpräch noch auf die pekunfären
Verhältniſſe des Hofmarſchalls, auf die kleine,
rot=
blonde Erika.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
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Mach’ ihr die Cour, mein Junge, aber denke nicht
ans Heiraten! warnte das „Tantchen” gutmütig. Sie
ſtammt aus keiner guten Ehe, ſolche Töchter werden
ſchlechte Frauen. Der Hofmarſchall iſt ein Ehrenmann
vom Scheitel bis zur Sohle, wie mein alter Geheimrat
mir erzählt — die Frau verdankt es nur ſeinem guten
Namen und einer unbegreiflichen Nachſicht der
Geſell=
ſchaft, daß man ſie noch empfängt — ich bin keine ſtrenge
Sittenrichterin — aber wer Treue ſchwört, ſoll nicht
Treue brechen. Deshalb iſt mir Frau von Rieding,
die ſicher eben ſo viel umworben wurde als die
Schlettau, ſo ſympathiſch, und ich wünſche ihr von
Herzen ein Glück — kein neues Glück, wie man ſonſt
gedankenlos ſagt — ſie hat ſicher mit ihrem Manne
keins verloren.
Auch heute hatte Hans von Haſſingen, ehe er endlich
die Ruhe des Schlafes fand, ſo viele Gedanken zu
be=
wältigen, daß der Kopf ihm ſchwer ward und die
Stirn heiß.
Vier Wochen hatte er ſich in Wiesbaden
gelang=
weilt, und nun ſtand er plötzlich mit einem Sprunge
mitten drin in einer ihm vertrauten und doch fremden
Welt.
Es waren Menſchen ſeiner Kreiſe, aber wie weit
gähnte die Kluft zwiſchen ihnen und denen, die in der
kleinen Harzſtadt ſein Leben beeinflußten, ſein Denken
beſchäftigten. Wie furchtbar ſpießbürgerlich erſchien ihm
auf einmal alles, was er dort zurückgelaſſen hatte, wie
armſelig und kleinlich. Ein Stich zuckte ihm durchs
Herz, dachte er an das Milien, in dem ſeine kleine
Helene hoffend auf das Wunder harrte, das den
retten=
den Prinzen in ihr Aſchenbrödeldaſein ſandte.
Dabei fiel ihm der Prinz ein, der wirkliche Prinz,
dem Lena Riedings goldbraune Augen in Liebe gelächelt
haben ſollten. Sie mußte ſehr ſchön ſein mit ſolchem
Lächeln. Aber ein widriges Mißtrauen kroch ihn an,
ob ſie nicht doch vielleicht einſt die ſündige Leidenſchaft
über die eheliche Treue geſetzt hatte, und Helene Falks
Bild hob ſich rein, licht und keuſch aus dem Chaos der
Bilder, die ſich ihm aufdrängten. Sie ſtand turmhoch
über all dieſen müden, kühlen Weltdamen. Aber auf
den Roſenmontag in Mainz freute er ſich doch.
XTI.
Und der Roſenmontag kam. Es war ein
Frühlings=
tag, ſo blau leuchtete der Himmel, ſo golden ſtrahlte die
Sonne, ſo lau wehte die Luft.
Selbſt der ſchmutzige, verräucherte Bahnhof erſchien
heute weniger häßlich als ſonſt, da er ein Schandfleck
des eleganten Wiesbadens war.
Die Geleiſe zogen als ſilberne Schlangen ins Land
hinaus, der ſchwarze Körper der Lokomotive glänzte
feſtlich. Menſchengewühl, heiter ſtrahlende Geſichter,
ein Durcheinander von Rufen und Lachen, vereinzelte
Masken, ſchon knallte eine Pritſche, eine Papierſchlange
ziſchte über die Köpfe der Drängenden hinweg, das
Vorſpiel des Karnevalstreibens, von dem das
Straßen=
leben Wiesbadens merkwürdigerweiſe faſt gar nichts
merken ließ.
Hans von Haſſingen ſtand etwas abſeits im grauen
Zivilanzug und vertragenen Lodenhut, den Mantel über
dem Arm. Seine blaugrauen Augen blickten, ſchon jetzt
von der Leichtlebigkeit dieſer zum Vergnügen eilenden
Menge angeſteckt, froh und erwartungsvoll nach dem
Eingang zum Bahnſteig.
Zwei Minuten vor der Abfahrtszeit des Zuges
er=
ſchien ſie in der ſicheren Ruhe der Vielgereiſten.
Auch in ihren goldbraunen Augen leuchtete
Karne=
valsfreude, ihr unverſchleiertes Geſicht ſah jung und
reizend aus. Ein raſches, kameradſchaftliches Begrüßen,
dann ſprang ſie leichtfüßig in ein leeres Abteil, er
folgte ſchwerfällig.
Die Tür krachte hinter ihnen zu.
Die junge Frau rümpfte das feine Näschen.
Stick=
luft und Rauchgeruch erfüllten den kleinen Raum, dazu
drückende Hitze.
Bitte, bald ein Fenſter auf, lieber Herr von
Haſſingen, ich muß Luft haben und Sonne — es iſt gut,
daß wir nicht weit zu fahren brauchen, mir iſt dieſer
Coupégeruch ſo zum Ekel — wir hätten einen Wagen
nehmen ſollen — ſchade, daß gute Ideen ſo oft zu
ſpät kommen — es wäre eine ſchöne Fahrt geweſen,
denn ich glaube wirklich, es wird Frühling.
Sie war an das geöffnete Fenſter getreten und ſchaute
hinaus.
Scheinbar lag das Land noch kahl, winterlich, aber
hier und da tauchten doch lenzverheißend ſchüchtern
ſproſ=
ſende Saaten auf, ein friſchgrüner Wiefenteppich.
Auf=
geworfene Ackerſchollen glänzten fettig, kleine Bächlein
rie=
ſelten in geſchäftiger Eile.
Wie ein goldenes Band blinkte der Rheinſtrom auf.
Die Taunusberge begrenzten in anmutiger Wellenlinie den
Blick.
Lena von Rieding ſog mit leicht geöffneten Lippen
den friſchen, feuchten Lufthauch ein. Ihr goldbraunes
Haar, das ſie wie ſtets zur Straßentoilette am Hinterkopf
in loſen Puffen aufgeſteckt hatte, flatterte im Winde.
Sie trat zurück und ſetzte ſich in die Polſter, wobei
ſie die ſchwarze Tuchjacke öffnete und die Arme unter
der=
ſelben im Rücken kreuzte.
Wieder funkelte der Smaragd am hohen Kragen einer
diesmal weißen, reich mit dünnen Spitzeneinſätzen
gar=
nierten Seidenbluſe.
(Fortſetzung folgt.)
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
e6 107.
1910.
Donterstag, 19. Stiober.
Bekanntmachung.
Betreffend den Handel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein.
Die nachſtehende Bekanntmachung der Großh. Hauptſteuerämter Darmſtadt und
Offenbach vom 21. April 1903 bringen wir hiermit zur Kenntnis der Beteiligten.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachunge
Die im Regierungsblatt Nr. 34 von 1901 erſchienene Bekanntmachung der Großh.
Miniſterien des Innern und der Finanzen bringen wir mit dem Anfügen zur Kenntnis
der Beteiligten, daß Zuwiderhandlungen gegen die nachſtehenden Beſtimmungen, ſofern
nicht die Strafe der Defraudation verwirkt iſt, nach § 43e Abſatz 2 des Geſetzes betr.
die Beſteuerung des Branntweins vom 24. Juni 1887 bezw. vom 7. Juli 1902 mit einer
Geldſtrafe bis zu Einhundertfünfzig Mark oder mit Haft beſtraft werden.
Gleichzeitig wird bekannt gemacht, daß durch den Bundesratsbeſchluß vom
18. September 1902 an Stelle der Worte in Ziffer 3 und 5a der nachſtehenden
Beſtimmungen, „deſſen Stärke weniger als 80 Gewichtsprozent beträgt” die Worte zu
ſetzen ſind: „in welchem das Alkoholometer eine Stärke von weniger als 80
Gewichts=
prozent anzeigt” und an Stelle der Worte in Ziffer 4 und 5b „und Geruch” die Worte:
„Geruch oder Farbe” zu ſetzen ſind.
Darmſtadt und Offenbach, den 21. April 1903.
Großh. Hauptſteneramt Darmſtadt. Großh. Hauptſteneramt Offenbach.
Dr. Würth.
Dr. Heil.
Bekanntmachung,
n Bandel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein betreffend.
Vom 1. April 1901.
Nachdem an den durch Bekanntmachung vom 18. März 1896 (Reg.=Blatt Seite 31)
veröffentlichten „Beſtimmungen über den Handel mit denaturiertem Branntwein infolge
der vom Bundesrat erlaſſenen endgültigen Branntweinſteuer=Ausführungsbeſtimmungen
einige Aenderungen eingetreten ſind, wird der nunmehr gültige Worklaut dieſer
Be=
ſtimmungen nachſtehend mit dem Anfügen zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß als
Hebeſtellen, bei welchen der Handel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein
anzu=
melden iſt, nur die Hauptſteuerämter und Steuerämter in Betracht kommen.
Darmſtadt, den 1. April 1901.
Großherzogliches Miniſterium
Großherzogliches Miniſterium
der Finanzen.
des Innern.
gez.: Gnauth.
gez.: Rothe.
gez.: Ueberle.
Beſtimmungen
über den Handel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein.
1. Auf den Handel mit vollſtändig denaturiertem Branntwein findet § 23 der
Gewerbeordnung keine Anwendung.
2. Wer mit vollſtändig denaturiertem Branntwein handeln will, hat dies vor
Eröffnung des Handels der Hebeſtelle und der Ortspolizeibehörde unter Bezeichnung
der Verkaufsſtelle anzumelden. Die Hebeſtelle trägt die Anmeldung in ein Verzeichnis
ein und erteilt über die Anmeldung eine Beſcheinigung, ohne welche mit dem Handel
nicht begonnen werden darf. Die Beſcheinigung iſt in der Verkaufsſtelle aufzubewahren
und den Beamten auf Verlangen vorzuzeigen. Liegen Thatſachen vor, welche die
Unzu=
verläſſigkeit des Gewerbetreibenden in Bezug auf den Handel mit denaturiertem
Brannt=
wein wahrſcheinlich machen, ſo hat die Hebeſtelle vor Erteilung der Beſcheinigung an
das Hauptamt zu berichten.
3. Denaturierter Branntwein, deſſen Stärke weniger als 80 Gewichtsprozent
be=
trägt, oder der in unerlaubter Weiſe (Ziffer 4) behandelt iſt, darf nicht verkauft oder
feilgehalten werden.
4. Es iſt verboten, aus denaturiertem Branntwein das Denaturierungsmittel
ganz oder teilweiſe auszuſcheiden oder dem denaturierten Branntwein Stoffe
beizu=
fügen, durch welche die Wirkſamkeit des Denaturierungsmittels in Bezug auf Geſchmack
und Geruch vermindert wird.
5. In den Verkaufsräumen iſt an einer in die Augen fallenden Stelle und in
deutlicher Druckſchrift eine Bekanntmachung auszuhängen, wonach es verboten iſt:
a) denaturierten Branntwein, deſſen Stärke weniger als 80 Gewichtsprozent
be=
trägt, zu verkaufen oder feilzuhalten:
b) aus denaturiertem Branntwein das Denaturierungsmittel ganz oder teilweiſe
auszuſcheiden oder dem denaturierten Branntwein Stoffe beizufügen, durch
welche die Wirkſamkeit des Denaturierungsmittels in bezug auf Geſchmack und
Geruch vermindert wird, oder ſolchen Branntwein zu verkaufen oder feilzuhalten.
6. Das Hauptamt kann die Erteilung der Beſcheinigung verſagen oder die
Fort=
ſetzung des Handels mit denaturiertem Branntwein unterſagen, wenn Tatſachen
vor=
liegen welche die Unzuverläſſigkeit des Gewerbetreibenden in bezug auf dieſen
Gewerbe=
betrieb wahrſcheinlich machen. Von der Entſcheidung iſt der Ortspolizeibehörde
Mit=
teilung zu machen.
7. Die Beamten der Steuerverwaltung ſind befugt, die Gewerbe= und
Geſchäfts=
räume, in denen die Lagerung, die Verwendung oder der Verkauf denaturierten
Brannt=
weins ſtattfindet, während des Betriebs oder der Offenhaltung des Geſchäfts zu jeder
Zeit, ſonſt von morgens 6 bis abends 9 Uhr, zu betreten, die Vorräte an denaturiertem
und undenaturiertem Branntwein zu revidieren und Proben davon zu entnehmen. Auf
Verlangen iſt dem Beſitzer für entnommene Probe Entſchädigung in Höhe des üblichen
Kaufpreiſes zu leiſten.
8. Die Beteiligten ſind verpflichtet, auf Anfordern den Beſtand an denaturiertem
und undenaturiertem Branntwein, ſowie an Denaturierungsmitteln anzugeben und
vor=
zuzeigen, ſowie den Steuerbeamten über den Gewerbs= oder Geſchäftsbetrieb Auskunft
zu ertelen. Die Oberbeamten der Steuerverwaltung ſind berechtigt, die Enkaufs=,
Lager=, Fabrikations= und Verkaufsbücher während der Geſchäftsſtunden einzuſehen.
9. Die in Ziffer 7 bezeichneten Befugniſſe ſtehen für den Handel mit vollſtändig
(19844
denaturiertem Branntwein auch den Beamten der Polizeiverwaltung zu.
Bekanntmachung.
I. Nachdem die Maul= und Klauenſeuche in letzter Zeit wiederum eine größere
Verbreitung gefunden hat und namentlich auch in badiſchen Bezirken Heidelberg,
Schwetzingen und Weinheim aufgetreten iſt, beſteht für das Großherzogtum eine erhöhte
Gefahr der Seucheneinſchleppung. Um ihr zu begegnen, werden hiermit unter
Auf=
hebung der früheren Anordnungen folgende Anordnungen getroffen:
4. Auf Grund der Vorſchrift in § 56b Abſ. 3 der Reichsgewerbeordnung und des
§ 9 des Amtsblatts Nr. 9 Großb Miniſteriums des Innern vom 3. Juli 1897
zu Nr. M. d. J. 15655, betr. Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung der
Maul= und Klauenſeuche, wird der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen
innerhalb des Kreiſes Darmſtadt vorläufig bis zum 30. November ds. Js
verboten.
2. Auf Grund des §8 des unter 1 bezeichneten Amtsblatts wird bis auf weiteres
vorgeſchrieben, daß die Führer von Schafherden, die durch den Kreis
Darm=
ſtadt durchgetrieben werden, mit dem Zeugnis eines beamteten Tierarztes
ver=
ſehen ſein müſſen, in dem das Freiſein der Herde von Maul= und Klauenſeuche
beſcheinigt iſt. Die Gültigkeitsdauer eines derartigen Zeugniſſes beträgt drei
Tage. Die Zeugniſſe ſind auf Verlangen dem Polizei= und ſonſtigen
Aufſichts=
perſonal in allen Fällen aber unaufgefordert der Bürgermeiſterei desjenigen
Ortes vorzuzeigen, in deſſen Gemarkung die Herde zum Aufenthalt
einge=
führt wird.
3. Auf Grund des §6 des unter 1 bezeichneten Amtsblatts wird bis auf weiteres
angeordnet, daß Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine, welche aus zur
Zeit (Stand vom 8. Oktober 1910) verſeuchten Gebieten, nämlich aus den
preußiſchen Regierungsbezirken Königsberg, Gumbinnen, Allenſtein,
Marien=
werder, Berlin, Potsdam, Frankfurt a. O. Stettin, Köslin, Poſen, Bromberg,
Breslau, Liegnitz, Oppeln, Magdeburg, Merſeburg, Erfurt, Hannover,
Hildes=
heim, aus dem Königreich Sachſen, dem Großherzogtum Sachſen und
nament=
lich aus den badiſchen Bezirken Heidelberg, Schwetzingen. Weinheim in den
Kreis eingeführt oder auf Viehmärkten, insbeſondere auf Schlachtviehmärkten,
angekauft wurden und nicht zum Zwecke ſofortiger Schlachtung unmittelbar
in ein öffentliches oder Privatſchlachthaus übergeführt werden, an demienigen
Standorte, an dem ſie nach ihrer Einführung in den Kreis oder nach ihrer
Wegbringung vom Viehmarkte zuerſt eingeſtellt werden, mindeſtens 7 Tage
verbleiben müſſen und denſelben innerhalb der nächſten 14 Tage (nach Ablauf
der Ftägigen Quarantäne) nur verlaſſen dürfen, wenn ſie innerhalb jener
Kon=
tumazzeit nach dem Zeugnis des Kreisveterinärarztes keine ſeuchenverdächtigen
Erſcheinungen gezeigt haben. Die gleiche Anordnung gilt für Rindvieh, Schafe,
Ziegen und Schweine, die mit denen der Kontumaz unterſtehenden Tieren
während der Kontumazzeit zuſammen in einem Gehöfte untergebracht ſind.
Der Auftrieb von Klauenvieh aus den genannten verſeuchten Bezirken auf
einem Viehmarkt darf erſt ſtattfinden wenn die Tiere die vorgeſchriebene
Quarantäne in ſeuchefreiem Zuſtande überſtanden haben.
Alle Tiere, auf welche die obigen Vorſchriften anzuwenden ſind, müſſen
unverzüglich der Ortspolizeibehörde und von dieſer dem Kreisveterinäramt
an=
gemeldet werden.
Schlachtvieh darf von Händlern, die ausſchließlich mit ſolchem handeln, vor
der Verbringung auf einen Schlachtviehhof ohne Quarantänezwang in Gehöfte
eingeſtelt werden, wenn in dieſen anderes Vieh, insbeſondere Zucht= und
Nutzvieh, nicht eingeſtellt iſt oder verkehrt. Alle Tiere aber, die aus dem
Schlachtviehverkehr in andere Gehöfte als dieſenigen verbracht werden, für die
die vorſtehende Ausnahme zugelaſſen iſt, unterliegen von da ab den
Quaran=
täne=Mahnahmen.
Die unmittelbare Ueberführung der der Quarantäne unterſtellten Tiere in
ein öffentliches oder Privatſchlachthaus zum Zwecke ſofortiger Abſchlachtung
iſt auch vor Ablauf der Quarantänezeit zuläſſig.
II. In früheren Fällen konnte trotz der angeordneten Maßregeln der Weg der
Einſchleppung nicht feſtgeſtellt werden, ſo daß angenommen werden muß, dieſe ſei durch
Zwiſchenträger erfolgt, wobei der Verkehr der Viehhändler und Metzger in erſter Linie
in Betracht kommen dürfte. Wir nehmen daher Veranlaſſung, allgemein auf dieſe
Ge=
fahr aufmerkſam zu machen und raten den Landwirten dringend an, Viehhändlern und
Metzgern den Zutrit zu den Ställen nicht zu geſtatten.
Darmſtadt, den 10. Oktober 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: v. Werner.
Darmſtadt, den 10. Oktober 1910.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir machen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung beſonders aufmerkſgm und
weiſen Sie an, die ortsübliche Veröffentlichung derſelben wiederholt zu veranlaſſen.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(19713id
9. B.: v. Werner.
Bekanntmachung.
Die Abhaltung der Viehmärkte zu Darmſtadt am 11. Oktober, 1. und 15.
No=
vember 1910 wird auf Grund des § 28 des Reichsviehſeuchengeſetzes und der
Ver=
fügung des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 8. Oktober 1910 zu Nr. M.
d. J. II. 4995 wegen der beſtehenden Gefahr der Einſchleppung und Verbreitung de
(19721id
Maul= und Klauenſeuche verboten.
Darmſtadt, den 10. Oktober 1910.
Großh. Heſſiſches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher, 1 Foxterrier.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Zur Verhütung von Unglücksfällen ſehen wir uns wiederholt veranlaßt, die
Eigentümer und Führer von Fuhrwerken jeder Art auf die geltenden
Beſtim=
mungen über die Beleuchtung der Fuhrwerke nach Eintritt der Dunkelheit, ſowie
über Einhalten der rechten Straßenſeite und Fahren in gemäßigter
Geſchwin=
digkeit hinzuweiſen.
Die Schutzmannſchaft iſt zur ſtrengen Ueberwachung und gegebenenfalls
Anzeige=
erhebung angewieſen.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1910.
(19752md
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 14. Oktober ds. Js., vormittags 10 Uhr,
werden auf freiwilligen Antrag des Adam Knieß III. in Eberſtadt in deſſen
Be=
hauſung, Heidelbergerſtr. 7, wegen Aufgabe des Fuhrwerks folgende Gegenſtände
verſteigert:
2 Wagen, 4 Pflüge, 1 Egge, 1 Pfuhlfaß, Ketten, 2 Paar Steinleitern, 1 Paar
Holzleitern, 1 Paar Kaſtenleitern, ca. 30 Kiefern=Bord, ca. 20 m Buchen=
Scheitholz und mehrere Gegenſtände.
Eberſtadt, am 10. Oktober 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Eberſtadt.
(19827mdf
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Freitag, den 14. Oktober I. Js., vormittags 10 Uhr,
verſteigere ich Fuhrmannſtraße Nr. 7 den Nachlaß der Frau Marie Schmidt,
und zwar:
2 vollſtändige Betten, 1 Bettſtelle mit Matratze, 2
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1 Nachttiſch, Tiſche, Stühle, Spiegel, Bilder und ſonſtige
kleine Möbelſtücke, 1 Küchenſchrank, Küchenmöbel,
Küchen=
geſchirr und ſonſtiger Hausrat.
(19834
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen Barzahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 13. Oktober 1910.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator.
Bekanntmachung.
Die Lieferung des Bedarfs an Viktualien, Milch, Gemüſe, Kartoffeln,
Back=
waren, ſowie die Abgabe des Spülichts und der Speiſereſte ſoll für die Zeit vom
1. November 1910 bis 31. Oktober 1911 vergeben werden.
Schriftliche Angebote ſind bis zum 17. ds. Mts., 12 Uhr mittags, verſiegelt und
mit entſprechender Aufſchrift verſehen, auf dem Bataillons=Geſchäftszimmer im neuen
Wirtſchaftsbau abzugeben.
(19797md
Die Lieferungsbedingungen können in der Küche eingeſehen werden.
Der Zuſchlag wird ſeitens des Bataillons ſchriftlich mitgeteilt.
Küchenverwaltung II. Bataillons Leibg.=Inf.=Regts. Nr. 115.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
Nummer 240,
Offenlage der Urliſte für
Schöffen oder Geſchworenen.
Die von uns aufgeſtellte Urliſte
der=
jenigen Perſonen, die zu dem Amte
eines Schöffen oder Geſchworenen
be=
rufen werden können, liegt von Montag,
den 10. Oktober ds. Js. an, eine Woche
lang während der gewöhnlichen
Geſchäfts=
ſtunden im Stadthauſe, Rheinſtraße 18,
Zimmer Nr. 21, offen. In der angegebenen
Zeit kann jedermann die Liſte einſehen und
gegen die Richtigkeit oder Vollſtändigkeit
derſelben ſchriftlich oder durch bei uns
ab=
zugebendes Protokoll Einſprache erheben.
Darmſtadt, den 8. Oktober 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing. (19541sod
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 27. Oktober I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Joſef Goldbach Eheleuten
da=
hier zugeſchriebene Liegenſchaft:
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Flur Nr.
II 1035/10 213 Hofreite Beckſtraße,
65 Grabgarten daſ.,
1
1035¾/10
II 1035¾/100 65 Grabgarten mit
Gartenhaus,
II 10359/100 41 Grasgarten daſ.,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K43/10
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch daun erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 12. September 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(D17821,6
Müller.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Ginſtern zum Eindecken u. dergl. wer=
(19848a
den abgegeben.
Anmeldung bei Herrn Forſtwart
Ahl=
heim hier, Kahlertſtraße Nr. 12.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Stabsordonnanz Unteroffzier Bruno
Paul Guſtav Schindler der 5.
Eska=
dron Dragoner=Regiments Nr. 23, geboren
am 6. Dezember 1887 zu Liegnitz, Kreis
Liegnitz (Preußen) hat ſich am 7. ds. Mts.
nachmittags aus der Garniſon entfernt.
Derſelbe iſt bekleidet mit ſchwarzem
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Um Verhaftung wird erſucht.
Dragoner=Regiment Nr. 23.
von der Schulenburg,
Oberſtleutnant u. Regimentskommandeur.
Bekanntmachung.
Im Konkurs über den Nachlaß des
Friedrich Karl Julius Fink von Ober=
Ramſtadt betragen die Teilungsmaſſe
7582 Mk. 13 Pfg. Die zu
berückſichtigen=
den nicht bevorrechtigten Forderungen
19,679 Mk. 62 Pfg. Verwaltungsrechnung
und Schlußverzeichnis liegen auf der
Ge=
richtsſchreiberei Großh. Amtsgerichts II offen.
Darmſtadt, 12. Oktober 1910. (19888
Reibstein, Konkursverwalter.
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keiten, Erledigung von Kauf=, Pacht=,
Schenkungs=, Miet= und Pfandverträgen,
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Erbſchafts= und Vormundſchaftsſachen,
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
Nummer 240.
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Sport.
sr. Das Frankfurter Oktober=Meeting
erreichte am Dienstag mit der ſenſationellen
Nie=
derlage von Fervor im Wäldchens=Rennen
ſei=
nen Abſchluß. Das mit 13500 Mark ausgeſtattete
Rennen wurde von ſechs Pferden beſtritten. Walter
Stolzing konnte ſein chancenvolles Engagement wegen
einer Indispoſition nicht erfüllen. Die Weinbergſche
Stute Letizia führte vor Lockung, ihrem Stallgefährten
Fervor und Mikado III, während Blauer Dunſt den
Beſchluß hinter Adjunkt bildete. Im erſten Bogen
vergrößerte Letizia ihren Vorſprung auf vier Längen
vor Lockung; etwa zwei Längen zurück galoppierten
Mikado III und Fervor auf gleicher Höhe. Letizia
kam noch mit knapper Führung bis in den Einlauf, wo
ſie geſchlagen war. Fervor verſuchte vergebens, mit
Lockung aufzuſchließen, die vielmehr nach einiger
Auf=
forderung ſehr ſicher mit ¾ Längen gewann. Der
Weinbergſche Stall entſchädigte ſich durch einen leichten
Sieg von Erato im Jugend=Handikap. Triſtan brach
Ende der gegenüberliegenden Seite in den
Innen=
raum weg.
Die Reſultate waren: Preis von Graditz; 7080
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn P. Pakheiſers
Star (Spear), 2. Regina Caſtra (A. Schläfke). Tot.
18:10. Zwei liefen. Leicht, 2½ Lg. — Jugend=Handikap;
8000 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn v.
Wein=
bergs Erato (Bullock), 2. Gaudeamus (A. Schläfke),
3. Queenborough (Sumpter). Tot. 35:10, Platz 18, 20,
10:10. Unpl.: Ocean (4.), Triſtan, Leibhuſar, Salvator,
Budiſſin. Leicht, 2½—2½—1 Lg. — Wäldchens=Rennen;
13500 Mark, Diſtanz 2000 Meter: 1. Königl.
Haupt=
geſtüt Graditz’ Lockung (Bullock), 2. Fervor (Childs),
3. Adjunkt (Miller). Tot. 55.10, Platz 18, 15:10. Unpl.:
Mikado III (4.), Blauer Dunſt, Letizia. Sehr ſicher,
¾—2—1 Lg. — Preis von Sachſenhauſen, Ehrenpreis
und 4000 Meter: 1. Dr. K. Reinshagens
Aſchenbrö=
del II (Leutn. Schönborn), 2. Bijou (Beſitzer), 3.
Mi=
randa (Leutn. Freiherr Cl. Zorn von Bulach). Tot.
36:10, Platz 17, 15:10. Unpl.: Paddy, Saint Antonius.
Ueberlegen, 12—3 Lg. — Entſchädigungs=Rennen; 8000
Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn H. Mertens
Ma=
tiacum (Warne), 2. Vanitas (Bullock), 3. Mixed=
Pickles (Cleminſon). Tot. 23:10, Platz 14, 19110. Unpl.:
Eiſenkönig, Felix eſto, Plutarch. Ueberlegen, ¾—2
Lg. — Abſchieds=Handikap; 6000 Mark, Diſtanz 1400
Meter: 1. Herrn Balduins Major Fife (
Weather=
don), 2. Merry Widow (Thorngreen), 3. Witch
Fin=
der (Spear). Tot. 34:10, Platz 17, 106, 22:10. Unpl.;
Queenie, Lovely, Grace, Iriſh Lad, Diabolo II,
Glo=
rioſus, Haddington, Bröſen. Verhalten, 2½—1 Lg.
Vermiſchtes=
CK. Die Aſymmetrie des menſchlichen Körpers.
In der Pariſer Akademie der Wiſſenſchaften wurden
in der Sitzung vom 3. Oktober die Reſultate einer
ausführlichen Arbeit bekannt gegeben, die Paul
Go=
eege
bin der normalen Apmmetrte der oberen und unteren
Extremitäten des Menſchen widmet. Seit mehr als
zehn Jahren beſchäftigt ſich der Gelehrte mit dieſer
Frage, die er auf Grund eines umfangreichen
ſtatiſti=
ſchen Materials nach ihrer Geſetzmäßigkeit zu
beant=
worten ſucht. Danach ſind im Alter von 13 Jahren der
rechte Oberarm und Unterarm länger und ſtärker als
der linke Ober= und Unterarm. Dagegen übertreffen
der linke Schenkel und das linke Bein den rechten
Schenkel und das rechte Bein an Stärke; es beſteht alſo
eine wechſelweiſe Aſymmetrie. Dieſe Aſymmetrie
nimmt vom 15. bis zum 18. Jahre immer mehr zu. Sie
iſt zu erklären aus den verſchiedenen Funktionen
die=
ſer Körperteile, denn der Menſch iſt faſt immer
Rechts=
händer, wodurch die ſtärkere Ausbildung des rechten
Armes erklärt wird; andererſeits verrichtet während
des Gehens die linke untere Extremität eine größere
Arbeit als die rechte, woher die ſtärkere Ausbildung
des linken Beins ſich erklärt. Bei Linkshändern iſt
die umgekehrte Entwickelung zu konſtatieren. Godin
erklärt es für vorteilhaft, bei Kindern und in den
Ent=
wickelungsjahren Begriffenen die Tätigkeit beider
Hände auszubilden, um damit der von der Natur
vor=
geſehenen Aſymmetrie zu begegnen. Ganz läßt ſich
jedoch dieſe Ungleichmäßigkeit der Entwickelung nicht
ausgleichen, denn auf Grund der Vererbung ſind
ſchon bei den Neugeborenen die Knochen der rechten
oberen Extremität beſſer entwickelt als die
entſprechen=
den Knochen der linken Seite.
* Die Gemſen in der Schweiz. Die Deutſche
Alpenzeitung, München, ſchreibt: Im Anſchluß an die
Meldung, daß der Kanton Graubünden für dieſen
Herbſt die Gemsjagd gänzlich verboten hat,
beſchäfti=
gen ſich ſchweizeriſche Blätter lebhaft mit der Frage
der Schonung und Erhaltung des Gemswildes in
un=
ſeren Alpen. Die Schätzungen über die Zahl der
noch vorhandenen Gemſen ſchwanken zwiſchen
12000 und 20000 Stück. Am zahlreichſten und am
beſten kontrolliert iſt dieſes Wild in den
Schonbezir=
ken, den ſogenannten Freibergen. So ſoll der große
Glarner Freiberg am Kärpfſtock, zwiſchen Sernf= und
Linttal, mindeſtens 12000 Gemſen beherbergen. Man
kann hier noch Rudel bis zu 100 Stück beobachten.
Wo die Jagd erlaubt iſt, ſind die Grattiere natürlich
viel ſpärlicher und ſeltener zu ſehen, beſonders da an
manchen Orten auch außerhalb der Jagdzeit viel
ge=
wildert wird. Sachverſtändige ſchätzen die Zahl der
Winterfelle — die alle von gewilderten Gemſen
her=
rühren müſſen — und alljährlich in den Handel oder
in Verarbeitung bei Gerbereien oder Kürſchnern
ge=
langen, auf über 1000. Beſonders viel ſoll im Berner
Oberland gewildert werden. Ein vom Kanton
Grau=
bünden eingeſetzter Ausſchuß zur Hebung des
Wild=
ſtandes bezeichnet einen Beſtand von fünf Gemſen auf
den Quadratkilometer als normal und bei beſonderer
Berückſichtigung der land= und forſtwirtſchaftlichen
Verhältniſſe zuläſſig. Danach vermöchte das
ſchweize=
riſche Alpengebiet einen Gemſenbeſtand von
an=
nähernd 80000 Stück zu beherbergen, ohne daß
da=
durch die Land= und Forſtwirtſchaft merklich geſchädigt
würden.
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Abfahrt 115 Uhr, an Weinheim 1 Uhr. Von da Spaziergang durch das
Birkenauer Tal nach der Fuchsmühle — Wachenburg — Windeck — Weinheim.
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kehr dortſelbſt in den „Vier Jahreszeiten” zum gemütlichen Zuſammenſein. Rückfahrt
(19832ds
812 Uhr. Preis der Sonntagsfahrkarte 1.55 Mk.
Um zahlreiche Beteiligung mit den Familienangehörigen wird gebeten.
Der Vorſtand.
VereinfürVerbreitung vonVolksbildung.
Freitag, den 14. Oktober 1910, abends 8¼ Uhr, im Kaiſerſaal
Vortrag von Herrn Dr. C. Heine
Regiſſeur am Schauſpielhaus Frankfurt a. M.:
„Wie ſollen wir Theatervorſtellungen genießen?”
Der Vortrag iſt zugänglich für jedermann. Karten 30 Pf. für Mitglieder
und angeſchloſſene Vereine 20 Pf., am Verkehrsbüro.
(19563sd
Verein für naturgemäße Lebens- und Heilweise
.,
.,
(Haturheilverein) zu Darmstadt.
.,
,,
(Eingetragener Verein.)
Am Montag, den 17. Oktober, abends 8¼ Uhr,
wird Herr Profeſſor Dr. Paul Förster, Friedenau=
:: Berlin im „Kaiſerſaal” (Grafenſtraße) einen
öffentlichen Vortrag für Damen und Herren
halten über das Thema:
„Freiheit der Heilkunde und Kurpfuſcherei”
Eintritt für Nichtmitglieder 30 Pfg. Für unſere Mitglieder mit Familie und
für neu eintretende Mitglieder iſt der Eintritt frei.
Die Mitglieder der Gewerkſchaften zahlen 10 Pfennig.
Wir bitten um recht zahlreichen Beſuch dieſes ſehr zeitgemäßen Vortrages des
vorzüglichen Redners.
(19845do)
Der Vorſtand.
Mittwoch, den 19. Oktober, abends 8½ Uhr,
im Städtischen Saalbau
Grosser
Lichtspiel-Vortrag
für Damen
über Pflege und Erhaltung der Schönheit.
Praktiſcher Anſchauungsunterricht
in prachtvollen lebenden Bildern ::
Wie beſeitigt man Korpulenz, wie Magerkeit? (Neueſte
Forſchungs=
ergebniſſe.) Wie erzielt man eine reine, ſchöne Haut und üppigen
Haarwuchs? Wie erhält man ſich jung?
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—Eintritt 50 Pfg. — 1 Mk. — 2 Mk.
Schriftliche Anfragen werden im Vortrage bereitwilligſt beantwortet.
Prima
Junges Dammelfleisch!
(Bruſt) zum Kochen per Pfd. 60 Pfg.
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zum Braten per Pfd. 80 Pfg.
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in den Festsälen des „Hotel Hess‟.
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Stenographen-Vereinigung „Ganelsnerger
Samstag, 15. Oktober, abends 8½ Uhr im Kaisersaal:
2 2
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bestehend in: Konzert, Theater und Ball.
Nachfeier: Sonntag, 16. Oktober, nachmittags, in Arheilgen,
Gasthaus zum Schwanen (Erzgräber). (19894
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täglich Konzert
Salon-
Bürger-Keller
Damen-Orchester.
4
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Oberbayr. Bauerntheater
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Donnerstag, 13. Okt.
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Der Fleck auf der Ehr‟
Volksstück mit Gesäng und Tanz
in 3 Akten
von Ludwig Anzengruber.
Freitag, 14. Okt.: Aus d. Art geschlagen
Samstag, 15. Okt.: Der Fleck auf d. Ehr.
Sonntag, 16. Oktoker: Nachmittags 4 Uhr
Volks-Vorstellung: Der Vize-Kooperator.
Sonntag, 16. Okt.: Aus d. Art geschlagen.
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Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
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Operette in 3 Akten von Dr. Otto Schwartz.
Muſikaliſche Leitung: Kapellmeiſter Kittel.
Spielleitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
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Tänzerin der Kgl.
Hof=
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Roderich, Graf Stieglitz
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von Stiegenſteig
Ulrike von Schmettau,
Hof=
dame .
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Leutnant
Hr. Hans Hacker
Der Müller von Sansſouci Hr. Schwarze
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Peter, ſein Sohn
Karoline, ſein Mündel . . Frl. Grünberg
Lautenſack, Wachtmeiſter . Hr. Riechmann
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Frau Wolff, Garderobiére Fr. Hartig
Biedermann, Inſpizient . Hr. Holler
Ein alter Diener . . . . Hr. Feder
Nach dem 1. und 2. Akte findet je eine
längere Pauſe ſtatt.
Krank gemeldet: Frl. Oſter.
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Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2.— Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. — Ende gegen 10 Uhr.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Freitag, 14. Okt. Außer Abonnement.
Schüler= und Volks=Vorſtellung zu
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mäßigten Preiſen: „Das Nachtlager
in Granada”. Anfang 7 Uhr. (Vergl.
beſondere Anzeige.)
Sonntag, 16. Okt. 33. Ab.=Vorſt. B 9.
„Carmen.” Gr. Preiſe. Anf. 6½ Uhr.
Dienstag, 18. Okt. 34. Ab.=Vorſt. C 9.
Zum erſten Male: „Der Arzt am
Scheideweg”. Komödie in 5 Akten von
Bernard Shaw. Gr. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Mittwoch, 19. Okt. 35. Ab.=Vorſt. D 9.
„Derfliegende Holländer.” Große
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Anmeldungen auf Neu=Abonnement
beginnend mit den Vorſtellungen A 1
B 12, C 12 und D 12 werden ſchon jetzt
von der Hoftheater=Hauptkaſſe entgegen
genommen. Kaſſeſtunden an allen Wochen
tagen, vormittags von 10—12½ Uhr.