Darmstädter Tagblatt 1910


11. Oktober 1910

[  ][ ]

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173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.

Inſerafe
werden angenommen in Darmſtadt,
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ſowie von unſeren Agenturen und
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

1

238.

Dienstag, den 11. Oktober.

1910.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Die Angriffe gegen das Miniſterium Briand.
O Apaisement‟, Politik der weiſen Mäßigung, iſt
das Stichwort Briands, ſeit die Regierung in ſeinen
Händen liegt. Das ſoll heißen, daß die Republik nicht
mehr eine Barrikade ſein ſoll, auf deren beiden Seiten der
heftigſte Kampf tobt, ſondern daß nach vollendeter Tren=
nung
der Kirche vom Staat die Regierung als Regulator
zwiſchen Arbeit und Kapital den Ausbau der ſozialen
Republik bewerkſtelligen will. Die politiſche Gewalt ſoll
der ſozialen Intelligenz Platz machen. Dazu gehört eine
große Selbſtverleugnung der Parteien, vor allen Dingen
der Partei, die bisher das Ruder in der Hand hatte. Das
ſind die Radikalen und ſozialen Radikalen. Nachdem das
Land durch den Ausfall der Wahlen von 1910 ſeinen
Willen klar dahin ausgeſprochen hatte, daß es ſich nach
der Mäßigung ſehnt, waren die Radikalen in der
Kammer gezwungen, ſich der Politik des Miniſterpräſiden=
ren
anzuſchließen. Grollend taten ſie es, und ihr Führer
Berteaux ſtreckte nach einem mißglückten Angriff vor
Briand die Waffen Die Regierung hatte ihre Mehrheit!
Doch ein Teil der Rechten hatte ſich mit angeſchloſſen und
applaudierte Briand, und deshalb blieb er den Radikalen
verdächtig. Sie arbeiteten eifrig hinter den Kuliſſen und
ſie haben die Zeit während der Parlamentsferien gut be=
nutzt
. Zuerſt erhob ſich die Stimme des alten Senators
Combes, der, gefährdet in ſeiner Wahl, dafür die Zwei=
deutigkeit
der Politik Briands verantwortlich machte, die
es den Reaktionären ermögliche, unter der Maske der
Mäßigung das vollbrachte Werk der Trennung der
Kirche vom Staat zu bedrohen. Es folgten weitere An=
griffe
in der Dépéche de Toulouſe, die den Senator Bour=
geois
zu ihrem Vorkämpfer machte, ihren Kandidaten für
den nächſten Präſidentenpoſten.
Doch da kamen die Ereigniſſe Briand zur Hilfe. Die
Propheten des alten Blocks mit den Sozialiſten verſtumm=
ten
, als die Syndikaliſten in brutalſter Weiſe durch Fuß=
tritte
einen Arbeitswilligen in Hävre töteten. Dazu kam
der Mißerfolg der franzöſiſchen Sozialiſten auf dem Kon=
greß
in Kopenhagen. Kurzum, die Gegner des Kabinetts
Briand merkten, daß ſie kein Publikum mehr hinter ſich
hatten, und es trat eine kleine Kampfespauſe ein. Briand
hat Glück, ſagte man. Während er in aller Seelenruhe
auf ſeinem Landaufenthalt dem Angelſport oblag, haben
die Ereigniſſe für ihn gearbeitet. Doch das ſollte nicht
lange ſo bleiben. Die politiſche Phraſeologie um das
Apaisement ging weiter, und Vallé, der Präſident des
Exekutivkomitees der radikalen Partei, hat die Anſicht ſei=
ner
Anhänger dahin geäußert: Ja, auch wir wünſchen
ein Nachlaſſen des Kampfes, aber unter dem Schweigen
der Beſiegten, das heißt der Parteien der Rechten.
Man teilt alſo Frankreich in zwei Teile. Auf der
einen Seite die Reaktion, auf der anderen Seite die dem
Combismus ergebenen Beamten und die Arbeiter. Letz=
tere
ſind die wahre Republik; ſie müſſen die Reaktion ver=
nichten
. Warum? Weil gekämpft werden muß. Die Re=
gierung
, die zum Kampfe führt und überall Feinde an=
zeigt
, ſpielt ihre Rolle nach Anſicht dieſer Combiſten am
beſten. Wer Mäßigung predigt, iſt auf ſeiten der Reaktion.
Deshalb iſt der Bruch der ſozialen Radikalen mit der
demokratiſchen Vereinigung notwendig, die das Zuſam=
mengehen
mit den Revolutionären verweigert hat. Wir
ſind ſtets auf ſeiten eines Miniſteriums, das ausſchließlich
mit Republikanern arbeitet und eine Politik verfolgt, die
ſich die Parteien der Rechten nicht zu eigen machen kön=
nen
. Das iſt ein Ultimatum Vallés für das Miniſterium
und man erwartet die Antwort Briands am 12. Ok=
tober
bei dem Bankett des republikaniſchen Komitees für
Induſtrie und Handel, zu dem der Präſident Mascuraud
den Premierminiſter eingeladen hat.
Worte ſind genug gefallen, und es iſt ſicher, daß
Briand in einer ſchönen Rede die wahre republikaniſche
Idee gegenüber dem Jakobinismus der Combiſten ent=
wickeln
wird. Aber man will nun endlich etwas von
Briands Taten ſehen. Und wenn die Franzoſen ihrem
Miniſter gegenüber ſchon ſo lange Geduld bewieſen haben,
wie ſie es auf politiſchem Gebiet ſonſt nicht zu tun pflegen,
ſo iſt das geſchehen, weil ſie von der Politik das Maß=
haltens
ſchon etwas gekoſtet haben. Aber ſie wollen ſie
dauernd haben. Sie wollen die Worte in die Tat umge=
ſetzt
haben. Sie wollen, daß ſich die Regierung frei macht
von dem Einfluß einer Finanz=Oligarchie, die die

eigenen Intereſſen über die des Landes ſetzt. Und dazu
iſt es jetzt Zeit. Denn der letzte Angriff und die Kriegs=
erklärung
Vallés ſind kurz vor dem Zuſammentritt des
Kongreſſes der ſozialen Radikalen in Rouen erfolgt und
haben dadurch an Bedeutung gewonnen. Außerdem hat
der Konvent der vereinigten Freimaurerlogen von Frank=
reich
dem Miniſter ebenfalls den Fehdehandſchuh hinge=
worfen
. Der Konvent verlangt die Vereinigung der Links=
republikaner
, um die Vernichtung der Reaktion zu ermög=
lichen
. Briand iſt alſo an dem Scheidewege
angekommen, an dem ihm die Radikalen offen gegen=
übertreten
. Er hat ihnen klar zu machen verſucht, daß
Frankreich höhere Aufgaben hat, als ſich in nutzloſen poli=
tiſchen
Kämpfen aufzureiben. Und daß der Moment für
ſie gekommen iſt, eine Regierungspartei zu werden, wenn
ſie ſeinen Abſichten folgen. Der Radikalismus hat das
nicht verſtanden. Wird es dem Miniſter jetzt gelingen,
ſeine Gegner zu überzeugen oder zu bezwingen? Davon
hängt ſeine und Frankreichs nächſte politiſche Zukunft ab.
Wie aus Paris, 8. Oktober, gemeldet wird, hat der
in Rouen tagende Kongreß der Radikalen durch die voll=
zogene
Wahl des früheren Miniſterpräſidenten und Sena=
tors
Combes zum Obmann des Vollzugsausſchuſſes
der Partei dem Miniſterium Briand einen weiteren un=
zweideutigen
Beweis ſeiner Unzufriedenheit und ſeines
Mißtrauens gegeben. Die regierungsfreundliche radikale
Preſſe, ſowie die gemäßtigen republikaniſchen Blätter er=
klären
jedoch, daß dieſem gegen die Beruhigungspolitik
des Miniſteriums Briand gerichteten Beſchlußantrag der
radikalen Partei keine übermäßige Bedeutung beizumeſſen
ſei. Der Temps meint: Die republikaniſche Mehrheit der
Kammer wird ſchon in kurzem zeigen, wie wenig Wert
ſie auf die Willensmeinung dieſes Kongreſſes legt. Und
gerade die radikalen Deputierten ſelbſt werden den Beweis
dafür erbringen, indem ſie auch weiter für das Mini=
ſterium
Briand ſtimmen werden.

Die Anerkennung der Republik Portugal
durch die Mächte.
* Die Nachrichten über die angebliche Anerkennung
der portugieſiſchen Republik durch die Mächte, namentlich
durch England und Frankreich, bedürfen der Richtig=
ſtellung
. Bisher iſt eine ſolche Anerkennung noch von kei=
nem
einzigen Staate erfolgt, und es kann von ihr auch
nicht eher die Rede ſein, als bis die Republik regelrecht
durch die dazu berufenen Faktoren als die Regierungs=
form
des Landes ausgeſprochen ſein wird. Bisher hat
man es nur mit einer vorläufigen Regierung zu tun, und
eine ſolche wird nach diplomatiſchem Brauche niemals
vom Auslande anerkannt.
Die Kölniſche Zeitung bemerkt hierzu: Tat=
ſächlich
kann und wird es geſchehen, daß das Aus=
land
bei politiſchen Umwälzungen mit denjenigen
Kreiſen in Verbindung tritt, die de kacto die Regierungs=
gewalt
inne haben, wenn ſie ſie auch nicht de jure beſitzen.
So beſteht durchaus kein Widerſpruch darin, daß z. B. ge=
meldet
wird, der engliſche Geſandte in Liſſabon habe mit
der neuen Regierung Beſprechungen gehabt, während zu
gleicher Zeit König Manuel bei ſeiner Ankunft in Gibral=
tar
von den engliſchen Kriegsſchiffen mit dem Königsſalut
begrüßt wurde. Dementſprechend hat auch bisher keine
der europäiſchen Großmächte, und auch die Vereinigten
Staaten nicht, auf die Anzeige vom Regierungsantritt der
vorläufigen Regierung geantwortet, ſondern alle haben
dieſe Anzeige lediglich entgegengenommen. Der Verſuch,
einer oder der anderen Regierung eine für Portugal be=
ſonders
freundliche Priorität in der Anerkennung zuzu=
ſchreiben
, iſt alſo hinfällig. Was die jetzige Umwälzung
in Portugal anbelangt, ſo wird die Republik, wenn ſie
ſich hält und befeſtigt und die Sanktion der hierfür maß=
gebenden
nationalen Körperſchaften erhält, aller Vor=
ausſicht
nach von allen Mächten anerkannt
werden, da an keiner Stelle grundſätzliche Bedenken da=
gegen
vorliegen dürften, daß Portugal ſich diejenige Re=
gierungsform
gibt, die es für angemeſſen hält.
Gegenüber den umlaufenden irreführenden Gerüchten
über die Haltung Großbritanniens in bezug
auf die letzten Ereigniſſe in Liſſabon und gegenüber der
Unterſtellung, die britiſche Regierung verfolge eine Sonder=
politik
, erklärt Reuter, daß zwiſchen den Mächten
keine Meinungsverſchiedenheiten beſtehen
und daß kein Grund vorliege, daran zu zweifeln, daß die

Mächte in gegenſeitigem Einvernehmen handeln werden
in bezug auf das, was in Sachen der Anerkennung des
neuen Regimes zu geſchehen habe. Die Anerkennung
werde erfolgen, ſobald ſich ergeben habe, daß eine Regie=
grung
vorhanden ſei, die ſich auf die allgemeine Zu=
ſtimmung
des Volkes ſtütze. Bis dahin würden
die Vertreter der fremden Mächte in Liſſabon in inoffi=
zieller
Verbindung mit den dortigen Behörden
bleiben, um alle dringenden Fragen, die wegen der in Por=
tugal
lebenden Ausländer auftauchen ſollten, zu regeln.
Ein ſolcher inoffizieller Verkehr bedinge aber nicht notwen=
dig
die offizielle Anerkennung durch die
Mächte.

Deutſches Reich.
Zum Beſuch des deutſchen Kaiſer=
paares
in Brüſſel. Der Aufenthalt des deutſchen
Kaiſerpaares in Brüſſel wird drei Tage umfaſſen. Bei ſei=
ner
Ankunft auf dem Nordbahnhof wird es vom König
unter Anweſenheit zahlreicher Perſonen, darunter Mit=
glieder
der dortigen deutſchen Geſandtſchaft, empfangen
werden. Der deutſche Geſandte wird dem Kaiſerpaar bis
zur Grenze, wo die erſte Begrüßung ſtattfinden ſoll, ent=
gegenfahren
. Das Programm für den Beſuch des Kaiſer=
paares
ſieht unter anderem ein großes Galadiner zu 200
Gedecken im Schloſſe vor, ferner einen Beſuch des Palaſtes
zu Laeken und Beſichtigung der im dortigen Park befind=
lichen
bekannten Treibhäuſer. Dann ſind ferner ein Diner
bei der Gräfin von Flandern, ein offizieller Beſuch in der
Ausſtellung ſowie Empfang der deutſchen Kolonie ent=
weder
im Palaſte oder auf der deutſchen Geſandtſchaft
vorgeſehen. Ueber den Beſuch in Antwerpen verlautet bis
jetzt noch nichts Beſtimmtes.
Schutz deutſcher Untertanen in Por=
tugal
. Man ſchreibt uns: Nach einer Wiener Meldung
ſoll in einer Beſprechung des ſpaniſchen Miniſterpräſiden=
ten
Canalejas mit den Botſchaftern Deutſchlands, Eng=
lands
und Frankreichs der Vorſchlag vereinbart worden
ſein, England möge den Schutz der fremden Untertanen
in Portugal übernehmen und eventuelle Maßnahmen ver=
anlaſſen
. Dieſe Meldung entſpricht, ſoweit Deutſchland
in Frage kommt, nicht den Tatſachen. Die deutſche Regie=
rung
hat bisher keinen Anlaß gehabt, den Schutz deutſcher
Untertanen in Portugal in Erwägung zu ziehen, da bis
jetzt trotz der Staatsumwälzung Reichsdeutſche nicht ge=
fährdet
worden ſind. Jener Wiener Nachricht liegt alſo
wohl kaum mehr als eine Vermutung zu Grunde, die an
die raſch aufeinander folgenden Beſuche der drei Botſchaf=
ter
bei dem ſpaniſchen Miniſterpräſidenten angeknüpft
wurde. Daß die deutſche Regierung gegenüber den portu=
gieſiſchen
Vorgängen grundſätzlich dieſelbe Zurückhaltung
beobachtet, wie die übrigen Mächte, bedarf nicht beſonderer
Hervorhebung.
Eine Reichsverſuchsanſtalt für Luft=
ſchiffahrt
? Im Reichsamt des Innern finden, wie
man Berliner Blättern mitteilt, in der zweiten Hälfte die=
ſes
Monats Beratungen zwiſchen Vertretern der Reichs=
regierung
und der größeren Bundesſtaaten unter Hinzu=
ziehung
von Sachverſtändigen über die Frage der Errich=
tung
einer Reichsverſuchsanſtalt für Luftſchiffahrt ſtatt.
Dieſe Beratungen haben jedoch einen rein informatoriſchen
Charakter; ihr Zweck iſt alſo keineswegs ſchon die Errich=
tung
einer ſolchen Anſtalt. Es ſoll zunächſt vielmehr
eingehend geprüft werden, ob eine Reichsanſtalt zur För=
derung
der Luftſchiffahrt überhaupt erforderlich iſt. Gegen
eine ſolche ſprechen einmal die recht erheblichen Koſten
ihrer Einrichtung und Erhaltung, für die bei der gegen=
wärtigen
Finanzlage des Reiches Mittel im Rahmen des
Etats kaum verfügbar gemacht werden können. Außerdem
gehen an den maßgebenden Stellen die Anſchauungen
über die Notwendigkeit einer ſolchen Anſtalt auch noch
erheblich auseinander. Man iſt vielfach der Anſicht, daß
die beſtehenden techniſchen Hochſchulen durch entſprechende
Erweiterung ihrer Einrichtungen, oder durch Schaffung
einer beſonderen Abteilung für Luftſchiffahrt und Luft=
technik
mit erheblich geringeren Mitteln in der Lage =
ren
, das erſtrebte Ziel ſchneller zu erreichen. In dieſem
Fall würde die Aufgabe alſo den Einzelſtaaten überlaſſen
bleiben. Die Anregung zu einer Prüfung der ganzen
Frage iſt durch zwei Anträge in der letzten Reichstags=
ſeſſion
gegeben, in denen die Errichtung einer Reichsver=
ſuchsanſtalt
für Luftſchiffahrt in Friedrichshafen im Zu=
ſammenhang
mit den Unternehmungen des Grafen Zep=
pelin
gewünſcht wurde.

[ ][  ][ ]

Zur Beilegung des Werftarbeiter=
ſtreiks
. Drei große Werſtarbeiterverſammlungen in
Stettin nahmen am Sonntag grundſätzlich Stellung zu
den Hamburger Einigungsbeſchlüſſen der Seeſchiffswerf=
ten
. Nach ſtürmiſcher Debatte ſchritt man zur Abſtim=
mung
. Bei 3765 Stimmen ſtimmten 1810 für Wiederauf=
nahme
der Arbeit am Montag, für die Fortſetzung des
Streiks 1896, 53 Stimmen waren zerſplittert. Da aber
zur Fortſetzung des Streiks eine Dreiviertelmajorität er=
forderlich
iſt, ſo iſt mit dieſem Beſchluß der Streik been=
digt
. Am Montag iſt beſtimmt die Arbeit wieder auf=
genommen
worden. Aus Hamburg wird gemeldet: Die
Einſtellung der ausſtändigen Werftarbeiter vollzieht ſich
nicht ſo glatt, wie man erwartet hat, da die Werften vor=
läufig
nur einen gewiſſen Prozentſatz ſofort und den Reſt
nach und nach einſtellen wollen. Der größte Teil der Ar=
beiter
iſt zurückgekehrt. Man glaubt in beiden Lagern,
daß die Schwierigkeiten bald geregelt ſein werden. Die
Werftarbeiter in Kiel beſchloſſen, die Arbeit am Montag
früh nicht wieder aufzunehmen. Die einzelnen Gewerk=
ſchaften
ſind im Laufe des Vormittags zuſammengetreten,
um geſondert darüber abzuſtimmen, ob ſie die Zugeſtänd=
niſſe
der Werften für genügend erachten können. Die aus=
ſtändigen
Arbeiter auf der Weſerwerft in Bremen und in
der Norddeutſchen Armaturenfabrik nahmen die Arbeit
nicht auf.
Ausland.
Spanien.
Die Beziehungen Spaniens zum Va=
tikan
. In der Kammer ſprach der Miniſterpräſident Ca=
nalejas
über die Kundgebungen der Katholiken und der
Arbeiter. Es gäbe auf der Rechten und der Linken Ele=
mente
, die in einer Art vorgingen, die man als Auf=
reizung
zum Bürgerkrieg bezeichnen müſſe. Die Haltung
der Klerikalen ſei aufrühreriſch und ungeſetzlich. Cana=
lejas
ſprach dann über die Beziehungen Spaniens zu
dem Vatikan und ſetzte auseinander, daß die Nachgiebig=
keit
der öffentlichen Gewalten in Spanien gegenüber der
Kirche zu einer Aufſaugung des Staates durch die Kirche
geführt hätte. Der Klerikalismus habe die bürgerlichen
Freiheiten und die Gewiſſensfreiheit zerſtört. Die Regie=
rung
beabſichtige keineswegs die Beziehungen zu Rom
abzubrechen, ſie wolle dieſe vielmehr enger geſtalten. Außer
Cadenas Geſetzantrag werde die Regierung binnen kurzem
eine Geſetzesvorlage einbringen zur Regelung der recht=
lichen
Lage der religiöſen Genoſſenſchaften. Die von dem
früheren liberalen Miniſter Gaſſet beantragte Tagesord=
nung
, die der Regierung das Vertrauen ausſpricht, wurde
mit 147 Stimmen der Liberalen angenommen, die anderen
Parteien enthielten ſich der Abſtimmung.
Serbien und Bulgarien.
Die gegenwärtig zwiſchen Serbien und Bulgarien
ſtattfindenden Unterhandlungen bezwecken, wie die Poli=
tika
erfährt, zunächſt eine wirtſchaftliche Annäherung zwi=
ſchen
beiden Staaten herbeizuführen. Dies ſoll jedoch
diesmal nicht auf dem Vertragswege, ſondern durch die
Bildung beſonderer aus Landwirten und Kaufleuten zu=
ſammengeſetzten
Komitees erfolgen, die ſich nach dem Bei=
ſpiel
der holländiſchen und däniſchen Vereinigungen an der
Ausgeſtaltung der handelspolitiſchen Beziehungen betä=
tigen
werden.
Rußland.
Zu der finniſchen Frage gibt die Roſſija der
Hoffnung Ausdruck, daß die finniſchen Politiker bis zum
Zuſammentritt des neuen Landtages ihre alten Ent=
ſchließungen
einer Reviſion unterziehen und ihre heraus=
fordernde
Haltung aufgeben werden. Die Nowoje
Wremja ſagt, die Finnländer ſtraften ſich durch den gegen
die ruſſiſche Geſetzgebung gerichteten Schlag ſelbſt. Die
Birſchewija Wjedomoſti hoffen, daß die Finnländer den
Ernſt der Lage noch einmal würdigen werden, ehe ſie den
Rubikon überſchreiten. Der Rjetſch führt aus, die ruſ=
ſiſche
Regierung müſſe die finniſche Bevölkerung teilen
und ſich auf die gemäßigte Hälfte ſtützen.
Türkei.
Die Anleihe. Nach den neueſten Nachrichten der
Pforte werden die Verhandlungen wegen der Kotierung
der türkiſchen Anleihe an der Pariſer Börſe durch die tür=

kiſche Botſchaft fortgeſetzt. Die Ausſichten auf eine Ver=
ſtändigung
ſollen beſſer ſein als in der letzten Woche.
Perſien.
In den ſüdlichen Provinzen herrſcht Miß=
wirtſchaft
und Räuber=Unweſen. Die Unſicherheit in den
Straßen von Schiras iſt ſo groß, daß das indiſche Tele=
graphen
=Departement die notwendigen Reparaturen an
den Telegraphenlinien nicht ausführen laſſen kann, da der
Gouverneur keine Mannſchaften zum Schutze der Tele=
graphenarbeiter
zu ſtellen vermag.
China.
Die Gärung im Süden. Wie aus Hongkong
gemeldet wird, haben die engliſchen Marinebehörden in
Beſorgnis vor dem Ausbruch einer fremdenfeindlichen
Bewegung in Kanton vertrauliche Erkundigungen einge=
zogen
, um rechtzeitig Maßregeln zum Schutz der britiſchen

Untertanen ergreifen zu können.

Darmſtadt, 11. Oktober.
* Andienzen. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
werden am Mittwoch, den 12. d. Mts., vor=
mittags
im Reſidenzſchloß hier Audienzen erteilen, ſowie
Meldungen und Vorträge entgegennehmen.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Gemeindeſchule zu Garbenteich, Kreis Gießen,
Heinrich Völſing auf ſein Nachſuchen, unter Aner=
kennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte, ferner der
Lehrer an der Gemeindeſchule zu Schwarz, Kreis
Alsfeld, Heinrich Walther auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, vom
1. November 1910 an.
** Hoher Beſuch. Ihre Kaiſerliche Hoheit die
Großfürſtin Eliſabeth (Großfürſtin Sergius)
von Rußland wird in dieſer Woche aus Rußland ein=
treffen
und auf Schloß Heiligenberg bei ährer
Schweſter, Ihrer Großh. Hoheit Prinzeſſin Ludwig von
Battenberg, Wohnung nehmen.
Eiſenbahnperſonalien. Im Namen der Großh.
Regierung in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemein=
ſchaft
vollzogene Ernennungen und Beförderungen: zum
Eiſenbahnaſſiſtenten der kommiſſariſche Eiſenbahnaſſiſtent
Krauſe zu Mainz; zu Vorſtehern die Praktikanten
Menger zu Berlin, Hill, Bezirk Breslau, die Eiſen=
bahnaſſiſtenten
Bernſtein, Bezirk Frankfurt a. M., und
Krimmel, Bezirk Breslau; zum Oberbahnmeiſter der
Bahnmeiſter 1. Klaſſe Sautier zu Mainz; zum Bahn=
meiſter
der Bahnmeiſterdiätar Keilig zu Weinheim;
zum Weichenſteller der Hilfsweichenſteller Hofmann
zu Ober=Ramſtadt; zum Lokomotivführer der Lokomotiv=
heizer
Berres zu Worms; zu Lokomotivheizern die
Hilfsheizer Weber zu Worms und Wedel zu Darm=
ſtadt
; zum Werkmeiſter der Werkführer Mersheimer
zu Darmſtadt; zum Werkführer der Werkführerdiätar
Hofmann zu Darmſtadt; zum Werkführerdiätar der
Hilfswerkführer Bender zu Mainz; zu Bahnwärtern
die Hilfsbahnwärter Schäfer zu Worms, Roth zu
Guſtavsburg, Schmahl zu Gonſenheim, Küchler zu
Worms und Müller IV. zu Guſtavsburg.
Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdirektion Darm=
ſtadt
. Verliehen aus Anlaß des Scheidens aus dem
Dienſte: der Rote Adlerorden 4. Klaſſe dem Poſtmeiſter,
Rechnungsrat Danzinger in Oſthofen; ferner: der Titel
Poſtſekretär dem Poſtverwalter Schäfer in Hungen, der
Titel Ober=Poſtaſſiſtent, den Poſtaſſiſtenten Frees in
Eberſtadt, Kellner in Mainz und Mäuſeler in Langen.
Verſetzt: Poſtdirektor Geyer von Mülhauſen (Elſaß)
nach Mainz; Ober=Poſtſekretär Feuerſtein von Alzey nach
Oſthofen als Poſtmeiſter; die Poſtſekretäre Bonarius von
Darmſtadt, Schönfelder von Offenbach und Volk von
Mainz nach Berlin, Eberhardt von Koburg nach Alzey
und Hinter von Mainz nach Neuwied die Ober= Poſtaſſi=
ſtenten
Görke von Darmſtadt und Reich von Berlin nach
Mainz, Simon von Michelſtadt nach Darmſtadt; die Poſt=
aſſiſtenten
Benz von Mainz nach Darmſtadt, Gerhard von
Frankfurt a. M. nach Worms, Grunenberg von Tilſit nach
Gießen, Hiller von Darmſtadt und Maus von Gießen nach
Frankfurt a. M., Seip von Mannheim nach Michelſtadt,
Stemmler von Lindenfels nach Proſtken, Theis von Mainz
nach Berlin, Worthmann von Alzey nach Mainz und
Werner von Bonndorf nach Offenbach; die Telegraphen=
aſſiſtenten
Barner, Gernert, Jochem und Rixins von
Mainz, ſowie Joſeph Schmidt von Worms nach Düſſeldorf,
Eich und Renth von Mainz nach Hamburg. Etats=
mäßig
angeſtellt: Poſtaſſiſtent Müller in Mainz.
Beſtanden: die Poſtſekretärprüfung der Poſtaſſiſtent
Maurer in Darmſtadt; die Telegraphenſekretärprüfung:
der Telegraphenaſſiſtent Ohly in Mainz. Angenom=
men
: als Poſtanwärter: Feldwebel Volz in Seligenſtadt,
als Telegraphengehilfinnen: Miſchler in Darmſtadt, Lang
in Worms, Sophie Hohmann in Friedberg und Salzig in
Mainz. Freiwillig ausgeſchieden: die Tele=

graphengehilfinnen Dexheimer und Kron in Worms, Marg.
Hohmann in Friedberg. Geſtorben: Ober= Poſt=
ſekretär
a. D., Rechnungsrat Grimm in Darmſtadt und
Ober=Telegraphenaſſiſtent Papſtein in Mainz.
L. Vor der Strafkammer bewahrheitete ſich geſtern
wieder der Satz Hitz iſt kein Witz. Der 32 Jahre
alte, noch nicht beſtrafte Sattler A. K. F. Simon Helf=
mann
von Bürgel ärgerte ſich, anſtatt den ſeltenen
Gaſt mit Freuden zu begrüßen, über den Sonnen=
ſtrahl
, der auf ſeinen Arbeitstiſch fiel, und rief: O,
du verfluchte Sonne‟. Der 19 Jahre alte Portefeuiller
Friedrich Hartung hörte den Ruf und wiederholte
ihn. Helfmann warf aus Aerger ſeine Arbeitsſchere
ihm nach, die ſein rechtes Bein traf und die Schlag=
ader
durchſchlug, ſodaß der Verletzte 10 Wochen im
Krankenhaus und 5 Wochen zu Hauſe krank lag. Er
iſt heute noch nicht erwerbsfähig und vielleicht dauernd
gelähmt, ſein Gewerbe wird er jedoch wieder ausüben
können. Die raſche Tat wurde mit 3 Monaten Ge=
fängnis
beſtraft.
Die 31 Jahre alte Anna Maria Klara Reb=
ſamen
war ſeit 5 Jahren in dem Metallwaren=
geſchäft
von Mösmer in Offenbach Kontoriſtin. Sie
ſtellte die Arbeitsliſte auf, bezog auf Grund derſelben
von Mösmer das Geld und lohnte die Arbeiter aus,.
Am 4. April entdeckte Mösmer, daß er von ihr be=
trogen
worden ſei und jagte ſie davon. Anſtatt froh zu
ſein, daß damit die Sache erledigt war, klagte die Reb=
ſamen
am Kaufmannsgericht wegen Entſchädigung.
Sie wurde abgewieſen und vor das Strafgericht ge=
ſtellt
. Es ergab ſich nämlich, daß ſie anfangs höhere
Beträge in die Liſte eingeſtellt und in Empfang ge=
nommen
, dann aber geringere ausgezahlt und damit
durch Fälſchungen die Liſte in Uebereinſtimmung ge=
bracht
hatte. Ihre Ausrede, Mösmer werde wohl, um
ſie hinein zu reiten, die Zahlen ſpäter geändert haben,
fand keinen Glauben, ſie wurde vielmehr wegen Be=
trugs
und Urkundenfälſchung zu 4 Monaten Ge=
fängnis
verurteilt. Nach dem Ausſcheiden des
Kaufmanns Philipp Joſeph Sinſel aus der Offen=
bacher
Lackfabrik Fritze u. Ko. war ein Fabrikations=
buch
verſchwunden, worauf man annahm, daß Sinſel=
es
mitgenommen habe, ein Beweis war jedoch nicht
zu erbringen, wohl aber kam ſpäter an den Tag, daß
der Lackierer Bergold, ein gutmütiger Mann, ſich
von Sinſel dazu hatte verleiten laſſen, ihm Rezepte
abzuſchreiben, welche dieſer an eine Konkurrenzfirma=
verkaufte
. Er tat es, weil der Anſtifter in Ausſicht
geſtellt hatte, daß er ſich demnächſt ſelbſtändig mache.
Bei dieſem fand man auch viele Briefmarken und=
Schreibmaterial, welche der Firma gehörten, vor.
Sinſel behauptet, er habe alles in der Aufregung mit=
gerafft
als er austrat. Für dieſen Fall hätte er die
Sachen aber ſpäter zurückgeben müſſen. Bergold
wurde wegen Verfehlung gegen das Geſetz betreffend
den unlauteren Wettbewerb zu 100 Mark Geld=
ſtrafe
, Sinſel wegen Anſtiftung dazu, ſowie Unter=
ſchlagung
zu 3 Monaten 2 Wochen Gefängnis
verurteilt.
Heſſiſcher Landesverein vom Roten Kreuz. Wie
ſeit zehn Jahren, wird der Heſſiſche Landes=
verein
vom Roten Kreuz in Verbindung mit
dem Alice=Frauenverein für Kranken=
pflege
auch in dieſem Winter wieder einen Lehr=
gang
für freiwillige Krankenpflege im
Kriege durch Herrn Leibarzt Dr. Happel veran=
ſtalten
, und zwar in der Weiſe, wie dies in den beiden
letzten Wintern mit beſtem Erfolg auf Grund der
amtlichen Beſtimmungen vom 2. Juli 1908 geſchah.
Dieſe erfordern einen theoretiſchen Unterricht
von 20 Doppelſtunden mit Schlußprüfung. Die Ge=
prüfte
erhält ein Ausweisbuch hierüber und kann im
Kriegsfalle für Verwaltungszwecke im Lazarett oder
zur Unterſtützung der Pflegeſchweſtern verwendet
werden. Zur vollen Ausbildung als Helferin ge=
hört
dann noch ein mindeſtens 46wöchiger prak=
tiſcher
Lehrgang in einem Krankenhaus, gleichfalls
mit Schlußprüfung. Hierneben will aber das Rote
Kreuz auch denjenigen dienen, die nicht in der Lage
ſind, dieſen erhöhten Forderungen zu entſprechen oder
überhaupt nicht an Tätigwerden im Kriegsfalle den=
ken
, aber doch wenigſtens im allgemeinen, im bürger=
lichen
Leben, insbeſondere im eigenen Haus, ver=
wendbare
Kenntnis und Fertigkeit in Krankenpflege
erwerben möchten. Es wird deshalb, wie es in den
beiden letzten Wintern geſchah, ſo eingerichtet werden,
daß am Unterricht der erſten Hälfte der Doppelſtunde
ſämtliche Hörerinnen teilnehmen, während die zweite
Hälfte, in der es ſich um Erweiterung und Vertiefung
des vorher vorgetragenen Lehrſtoffs handelt, weſent=
lich
für diejenigen beſtimmt iſt, welche ſich noch mehr,
insbeſondere zu Kriegshelferinnen, ausbilden wollen.
Dieſe Einrichtung hat ſich als ſehr zweckmäßig er=
wieſen
. Von den 60 bis 70 angemeldeten und den
erſten Teil der Doppelſtunde beſuchenden Hörerinnen
hat in jedem der beiden Winter etwa die Hälfte auch
den zweiten Teil beſucht und mit gutem Erfolg ſich
der theoretiſchen Prüfung unterzogen. Ein Teil von
ihnen erledigte alsdann noch einen 4wöchigen prak=
tiſchen
Lehrgang im Alicehoſpital dahier. Der nun=

Die Entthronten.
* Wie ein Treppenwitz der Weltgeſchichte erſcheint
es, daß kein Zeitalter den Zuſammenbruch ſo vieler
Throne ſah wie das unſrige, das doch den Begriff der
Legitimität das Wort ſtammt von Talleyrand erfand
und heiligte. Vor wenigen Tagen hieß Dom Manuel
noch König von Portugal und Algarbien diesſeits und
jenſeits des Meeres in Afrika, Herr von Guinea, durch Er=
oberung
, Schiffahrt und Handel von Aethiopien, Arabien,
Perſien und Indien, Allergläubigſte Majeſtät, und
jetzt tritt er in die Reihe der Entthronten, die, ohne heimat=
lichen
Boden unter den Füßen, die internationale Exiſtenz
vornehmer Grandſeigneurs führen.
Die Reihe dieſer Entthronten iſt ziemlich lang, die
Karte von Europa hat ſich im Laufe der letzten hundert
Jahre recht erheblich verändert. Das Haus Bourbon,
das einſt die Kronen von Frankreich, Spanien, Neapel und
Parma trug, herrſcht jetzt nur noch an den Ufern des Man=
zanares
. Aus Frankreich verbannt, reſidiert der Herzog
von Orleans, der nach der Meinung ſeiner Anhänger von
Rechts wegen König Philipp VII. heißen müßte, in Wood=
norton
, einem Landhauſe in der Nähe von London, wenn
er nicht gerade auf irgendeiner Jagdexpedition in fernen
Landen begriffen iſt. Der Graf von Caſerta, der
Bruder des letzten kinderloſen Königs Franz II. von
Neapel, hat ſich, von vielen Kindern und Enkeln umgeben,
in Cannes niedergelaſſen, proteſtiert noch immer gegen die
Uſurpierung ſeiner Rechte durch das Königreich Italien,
verfügt aber nicht über die Mittel, dieſem Proteſte, wie es
ſein Bruder noch dann und wann tat, irgendeinen prak=
tiſchen
Ausdruck zu geben. Und der Herzog von

Parma, der ebenfalls den nunmehr ſeit fünfzig Jahren
in Italien begründeten Stand der Dinge nicht anerkennt,
bewohnt das Schloß Schwarzau am Steinfelde in Nieder=
ſterreich
. Nicht weit davon hat Prinz Jaime von
Bourbon, der Herzog von Madrid, der nach Anſicht der
Karliſten Spaniens legitimer König iſt, ſeinen ſtändigen
Wohnſitz, im Schloſſe Frohsdorf, das einſt dem Grafen von
Chambord gehörte, aufgeſchlagen; er iſt aber noch häufiger
als dort in den eleganten Hotels und Reſtaurants von
Paris und der Riviera anzutreffen. Mit dem Wechſel der
Zeiten ſcheint ſich dagegen die ehemals in Toskana
regierende Linie des öſterreichiſchen Kaiſerhauſes abgefun=
den
zu haben, indem der älteſte Sohn und Erbe des 1908
zu Salzburg verſtorbenen Großherzogs Ferdinand IV den
großherzoglichen Titel nicht aufgenommen hat, ſondern
ſich damit begnügt, ſich einen Erzherzog zu nennen; er ſteht
als öſterreichiſcher Generalmajor und Kommandant der
5. Infanterie=Brigade in Linz.
Wie die Einigung Italiens, ſo koſtete auch die
Deutſchlands mehreren Fürſten die Krone. Der ehe=
malige
Kronprinz von Hannover, der ſich nach ſeiner
britiſchen Peerswürde Herzog von Cumberland, aber
auch Herzog zu Braunſchweig und Lüneburg ſeit dem
Tode des Herzogs Wilhelm nennt, verbringt den Winter
in Penzig bei Wien, den Sommer in Gmunden am
Traunſee; er hat ſich noch nicht entſchließen können,
ſeinen Frieden mit dem Deutſchen Reiche zu machen.
Die naſſauiſche Dynaſtie iſt von Wiesbaden
durch Erbfolge nach Luxemburg verpflanzt worden und
hat einen Strich unter das Geſchehene gezogen, und das
ehemals in Kaſſel regierende heſſiſche Fürſtenhaus iſt
zum Hauſe Hohenzollern, an das es 1866 die Krone ver=
lor
, ſogar in enge verwandtſchaftliche Verbindung ge=

treten. Die undankbare Rolle des Thronprätendenten
betont der Prinz Viktor Napoleon im Brüſſel
neuerdings etwas ſchärfer als früher, während der
Herzog Miguel von Braganza, der auf dem
Schloſſe Seebenſtein in Nieder=Oeſterreich lebende Chef
eines vertriebenen Zweiges des portugieſiſchen Königs=
hauſes
, ſich bisher mit der matten Erklärung begnügt
hat, daß er einem Rufe nach Portugal folgen, ſich aber
nicht ſelbſt dem Lande aufdrängen würde; in der Tat
iſt die Zahl der Miqueliſten in Portugal verſchwin=
dend
klein.
Die portugieſiſche Dynaſtie beſteht ſeit der
ſoeben vollzogenen Revolution aus drei Linien, die man
alle drei in die Kategorie der Entthronten rechnen kann.
Iſt doch auch noch die ehemalige Kronprinzeſſin Iſabella
von Braſilien am Leben, die Gemahlin des Grafen von
Eu. Da ihr älteſter Sohn, Prinz Peter von Orléans,
ſich ſtandesungleich verheiratet hat, iſt ihr vermeint=
liches
Anrecht auf die braſilianiſche Kaiſerwürde von
ihrem eweiten Sohne, dem Prinzen Louis, der, mit
einer Tochter des Grafen von Caſerta vermählt, in
Boulogne bei Paris ein ſehr friedliches Daſein führt,
übernommen werden. Die Zahl der entthronten Maje=
ſtäten
ſteigt durch die Umwandlung Portugals in eine
Republik auf fünf. Die vier anderen haben den Glanz
und die Herrlichkeit des Thrones auf ſehr verſchiedene
Weiſe und Dauer gekoſtet. Es ſind ein Mann und drei
Frauen: Sultan Abdul Hamid II., die franzö=
ſiſche
Kaiſerin Eugenie, die in geiſtiger Umnach=
tung
hindämmernde frühere Kaiſerin Charlotte
von Mexiko und die Königin Natalie von
Serbien, die Witwe Milans und Mutter Alexan=
ders
. .

[ ][  ][ ]

Nummer 238.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Oktober 1910.
Seite 3.

mehr bevorſtehende neue theoretiſche Lehrgang iſt
ſelbſtverſtändlich, wie ſeither, unentgeltlich und legt
den Hörerinnen überhaupt keinerlei Verpflichtungen
auf. Er wird wöchentlich zwei Doppelſtunden um=
ſaſſen
und vorausſichtlich am 29. November beginnen.
Eine entſprechende Aufforderung mit beſtimmter An=
gabe
von Beginn, Zeit und Ort des Lehrgangs, ſowie
bezüglich der Anmeldung wird in Kürze in den hieſi=
gen
Blättern erfolgen.
* Die nächſte Sitzung des Provinzialausſchuſſes
der Provinz Starkenburg findet am Samstag,
den 15. Oktober, vormittags 9½ Uhr, ſtatt.
Tagesordnung: 1. Beſchwerde der Karl Jakob
Nungeſſer Witwe zu Offenbach wegen Heranziehung zu
den Kanalkoſten in der Waldſtraße. 2. Kanaliſation
der Ortsſtraßen zu Viernheim; hier Beſchwerde des
Oekonomierats Ehatt zu Trier gegen den Beſchluß des
Gemeinderats zu Viernheim vom 23. Dezember 1909.
3. Der Dreſchplatz des Georg Martin Emmerich in
Groß=Umſtadt.
nn. Bezirksverſammlung der Ortsgewerbevereine
des Bezirksverbandes Darmſtadt. Im Gaſthaus zum
Mühltal in Eberſtadt fand am Sonntag nachmittag
eine ſtarkbeſuchte Verſammlung der Vertreter der
Ortsgewerbevereine von Darmſtadt, Arheilgen, Eber=
ſtadt
, Griesheim, Egelsbach, Nieder=Ramſtadt, Pfung=
ſtadt
und Erzhauſen ſtatt, zu der ſich auch die Mit=
glieder
des Eberſtädter Gewerbevereins zahlreich ein=
gefunden
hatten. Vor Beginn der Verhandlungen er=
folgte
eine gemeinſame Beſichtigung der in der Hand=
werkerſchule
Eberſtadt ausgeſtellten Zeichnungen und
Schülerarbeiten, die in zwei großen Sälen unterge=
bracht
waren. Zur Ausſtellung gebracht waren die
Arbeiten von drei Schulklaſſen aus dem Gebiete der
darſtell. Geometrie, Bankonſtruktion und Maſchinen=
zeichnen
, gefertigt nach den Grundſätzen der neuen
Zeichenmethode. Die Leiſtungen der Schüler und
Lehrer wurden hoch anerkannt und den Herren Tech=
nikern
Schäfer und Bach in Eberſtadt Dank und An=
erkennung
für ihre Lehrtätigkeit ausgeſprochen. Nach
herzlichen Begrüßungsworten des Vorſitzenden, Herrn
Hillgärtner, und des Vertreters des Eberſtädter
Gewerbevereins, Herrn Bauunternehmer Simon,
wurden die Verhandlungen um 4 Uhr eröffnet. Zur
Beratung ſtand die Beſprechung über die Mitarbeit
der Gewerbe= und Handwerkervereine an der Lehr=
lingsfürſorge
. Der Vorſitzende gab zunächſt ein Bild
aus der Zeit der Gründung der Arbeiterbildungsver=
eine
vor 1866. Schon damals ſei man beſtrebt geweſen,
die gewerbliche Jugend zuſammenzuſchließen, um Bil=
dung
und Fachkenntniſſe in ihren Reihen zu ver=
breiten
. Die politiſchen und ſozialen Verhältniſſe
Deutſchlands haben dieſe Beſtrebungen teilweiſe zer=
ſtört
und nur noch Teile davon übrig gelaſſen. Darm=
ſtadt
beſitze in dem Verein Feierabend eine ſolche
Gründung für Handwerkslehrlinge, deren Unter=
ſtützung
warm zu empfehlen ſei. Redner verkennt nicht
die Schwierigkeiten für die Schaffung gewerblicher
Jugendvereinigungen auf dem Lande, doch führe auch
hier Beharrlichkeit zum Ziel. Pflicht des Gewerbe=
und Handwerkerſtandes ſei es, unſere gewerbliche
Jugend vor der ſo rapid überhand nehmenden Ver=
rohung
von Sitte und Anſtand zu bewahren. Nur
durch eine tatkräftige Förderung der Lehrlingsfürſorge
in Stadt und Land ſei dieſes Ziel zu erreichen. An
der Beſprechung beteiligten ſich faſt alle Bezirksver=
treter
. Allenthalben wurden lebhafte Klagen geführt
über die Mißachtung der gewerblichen Traditionen
und über die Sittenverrohung der Handwerkslehrlinge.
Mit Entſchiedenheit müſſe dem Uebel entgegengetreten
werden. Die Gründung jugendlicher Handwerkerver=
einigungen
und die Beratung dieſer Frage in den
Ortsgewerbevereinen ſei warm zu empfehlen.
Auf Vorſchlag von Grund=Pfungſtadt wird fol=
gende
Reſolution angenommen: Der Bezirksver=
band
Darmſtadt ſpricht ſich für die Beteiligung der
einzelnen Gewerbevereine an der Lehrlingsfürſorge
aus und ſtellt es den Vereinen anheim, die Frage zu
beraten mit Berichterſtattung auf der nächſten Bezirks=
verſammlung
. Nachdem noch Griesheim als nächſter
Verſammlungsort beſtimmt war, wurden die Ver=
handlungen
um 7 Uhr geſchloſſen.
* Turn= und Spiel=Kurſus zur Ausbildung von Turn=
warten
und Vorturnern. Gleich der preußiſchen Regierung
hat auch die heſſiſche Staatsregierung einen 14tägigen
Ausbildungskurſus für Turnwarte und Vorturner heſſi=
ſcher
Staatsangehörigkeit geſchaffen. Dieſer Kurſus, der
in der Zeit vom 26. September bis 8. Oktober ſtattfand,
wurde unter der Leitung des Großh. Turninſpektors
Schulrat Schmuck, ſowie einiger Gau= und Bezirksturn=

Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, den 9. Oktober.
Die Walküre‟.
W-l. Dem erſten Akte der heutigen Wiederauf=
führung
von Richard Wagners Walküre fehlte es
oft an den hochdramatiſchen Akzenten. Sieglinde iſt
keine Elſa, und das Liebesduett in der Walküre iſt
auf einen ganz anderen Ton geſtimmt, als das in
Lohengrin Mit dieſer Einſchränkung im allgemeinen
verdienten die Einzelleiſtungen des Abends viel Lob.
Herr Becker ſang die Partie des Wehe waltenden
Wälſungen mit tonlicher Friſche und Ausdauer und
imponierender muſikaliſcher Beherrſchung und ſtellte
ſich den Herren Bolz und Goltz, die wir in voriger
Saiſon hier gehört haben, gleichwertig zur Seite. Frl.
Geyersbachs Sieglinde iſt von der mehrmaligen
Aufführung des Muſikdramas in voriger Saiſon her
aufs vorteilhafteſte bekannt. Eine Walküre von ſtatt=
licher
Erſcheinung war Frl. von Sughs Brünnhilde,
aber mehr ſanft und milde, als kühn und trotzig. Ge=
ſanglich
hat ſie unſere Erwartungen heute übertroffen;
der Todesverkündigung an Siegmund gereichte die
ruhige Tongebung zum Vorteil. In der großen,
herrlichen Abſchiedsſzene vom ſogenannten Siegvater
Wotan, den Herr Weber mit gewohnter Innigkeit
und Wärme des Tones ſang, legte ſie eine verſtändnis=
volle
Auffaſſung und Durchführung ihrer Aufgabe und
ein hohes Maß geſanglichen Könnens an den Tag. Den
Hunding ſang wieder Herr Stephani und die
Fricka Frl. Howard, die erfolgreich bemüht war, ihr
mildes Aeußere durch die Allüren einer herrſchſüchtigen
und ſtrengen Siegmutter zu korrigieren. Von den
Walküren hatten einige kaum das Militärmaß.
Die Aufführung, die von Herrn Hofkapellmeiſter
de Haan geleitet wurde, verdient als Ganzes
warmes Lob, von dem ein großer Teil auch
dem maßlos angeſtrengten Orcheſter zukommt, und
fand auch beim Publikum die gebührende Würdigung
und Anerkennung.

warte des Mittelrheiniſchen Turnkreiſes an der hieſigen
Turnlehrerbildungsanſtalt abgehalten. Es beteiligten ſich
hierbei 26 Turnwarte, ſowie 4 Offiziere und 30 Unteroffi=
ziere
der heſſiſchen Regimenter. Letztere wurden beſon=
ders
in den deutſchen Turnſpielen ausgebildet. Nachdem
am Freitag nachmittag unter der Leitung von Gauver=
treter
Roth=Groß=Gerau und Bezirksturnwart Saum=
Beſſungen die Spielübungen mit Vorführungen von Wett=
ſpielen
auf dem Exerzierplatz beendet waren, folgte am
Samstag nachmittag ein Schlußturnen in der Turn=
lehrerbildungsanſtalt
. Als Vertreter der Regierung waren
anweſend der Vorſitzende der Schulabteilung Geheimerat
Süffert, Geh. Oberſchulrat Dr. Scheuermann,
Kreisſchulinſpektor Profeſſor Kiſſinger, als Vertreter
des Mittelrhein. Turnkreiſes Kreisturnwart Volze, Ver=
treter
der Lehrerſchaft und der hieſigen und auswärtigen
Turnvereine. Eingeleitet wurde die Turnſchau mit Marſch=,
Lauf=, Frei= und Stabübungen von den einfachſten Aus=
führungen
bis zu den ſchwierigſten Entwicklungen. Ganz
beſonders intereſſant waren die Hüpfübungen aus dem
Gebiete des Mädchenturnens, geleitet von Schulrat
Schmuck. Es folgten einige Gruppen ſchwieriger Keulen=
übungen
, ſowie ein Turnen am Barren, Pferd und den
Schwebekanten unter der Leitung der Gauturnwarte
Frey=Mainz und Hofferbert=Darmſtadt. Die
Vorführungen, die um 5 Uhr beendet waren, gaben den
Beweis, wie nützlich derartige Ausbildungskurſe für die
Entwickelung des Turnens an den Vereinen ſind, und das
auch der Vertreter der Regierung in ſeinem Schlußworte
würdigte, indem er die Hoffnung ausdrückte, daß dieſelben
eine ſtändige Einrichtung bleiben möchten. Am Abend ver=
ſammelten
ſich die Teilnehmer zu einem Abſchiedskommerſe
in der Turnhalle der Turngemeinde, welcher in der ſchön=
ſten
Weiſe verlief.
Verſammlung des Chriſtlichen Metallarbeiter= Ver=
bandes
(Zahlſtelle Darmſtadt). Man ſchreibt uns: Der
Vorſitzende der Ortsverwaltung Koll. Wesp eröffnete die
ſehr zahlreich beſuchte Verſammlung und hieß die An=
weſenden
herzlich willkommen. Die Tagesordnung lau=
tete
: Die Entſtehungsurſachen des Werftarbeiterſtreiks
und ſeine Lehren für die chriſtliche Arbeiterſchaft‟ Der
Referent, Gewerkſchaftsſekretär Scheerer, ſchilderte in
ſeinem 1½ſtündigen Referat die Lage der Werftarbeiter,
ſowie den Verlauf des Streiks; beſonders hob er hervor,
daß für die chriſtliche Arbeiterſchaft in dieſem Kampfe
Merkmale ſich gezeigt haben, die von wichtiger Bedeutung
für die chriſtlichen Gewerkſchaften ſind, denn durch Nicht=
anerkennung
des Chriſtlichen Metallarbeiter=Verbandes
von ſeiten des ſozialdemokratiſchen Metallarbeiter= Ver=
bandes
iſt der Kampf in ein anderes Stadium getreten,
d. h. die öffentliche Meinung, mit ihr die bürgerliche Preſſe,
ſchlug ſich jetzt auf die Seite der Arbeitgeber, denn hätten
die ſozialdemokratiſchen Verbände die anderen nichtſozial=
demokratiſchen
Gewerkſchaften anerkannt, ſo wäre der
Kampf ſchon lange zu Ende. Leider hat in dieſem Kampfe
die Machtfrage eine große Rolle geſpielt. Zum Schluß
führte er noch aus, daß dieſer Erſcheinung nur entgegen=
getreten
werden kann, wenn ſich jeder chriſtlich geſinnte Ar=
beiter
dem Chriſtlichen Metallarbeiter=Verbande anſchließt.
Reicher Beifall lohnte den Referenten für ſeine lehrreichen
Ausführungen. In der darauffolgenden Diskuſſion ver=
urteilten
alle Redner die anfangs eingeſchlagene Taktik der
ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaften, und die folgende Re=
ſolution
wurde einſtimmig angenommen: Die heu=
tige
ſeitens des Chriſtlichen Metallarbeiter=Verbandes in
Darmſtadt ſtattfindende, ſehr zahlreich beſuchte Verſamm=
lung
nimmt Kenntnis von dem Verlauf des Werftarbeiter=
ſtreiks
. Die Verſammlung bedauert im Intereſſe der All=
gemeinheit
wie auch des Gewerbes und vor allem
der Arbeiterſchaft die ſcharfe Zuſpitzung des
Kampfes der um anſtändige Lohn= und Arbeits=
verhältniſſe
ringenden Werftarbeiter. Aus dem=
ſelben
Grunde verurteilt die Verſammlung die anfäng=
liche
Haltung der ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaften, die
zum mindeſten die Möglichkeit einer früheren Beilegung
hinausgeſchoben hat. Die Verſammlung erklärt deshalb
als einzig wirkſames Mittel zur Verhütung derartiger Er=
ſchütterungen
des Wirtſchaftslebens die Stärkung der
chriſtlichen Organiſation und verpflichtet ſich, mit allen
geſetzlich erlaubten Mitteln an der Ausbreitung des Chriſt=
lichen
Metallarbeiter=Verbandes zu arbeiten und, ſoweit
dies noch nicht geſchehen, unverzüglich demſelben beizu=
treten
. In ſeinem Schlußwort forderte Kollege Wesp
in begeiſternder Rede alle Anweſenden auf, treu zur chriſt=
lich
=nationalen Arbeiterbewegung zu halten, und ſchloß die
ſo impoſant verlaufene Verſammlung mit einem Hoch auf
den Chriſtlichen Metallarbeiter=Verband.
Die erſte kirchenmuſikaliſche Abendfeier dieſes
Winters findet morgen, Mittwoch, den 12. Oktober,

abends 8 Uhr, in der Stadtkirche ſtatt. Wie im
vorigen Jahre, iſt auch jetzt wieder der Eintritt frei;
Programme werden unentgeltlich an den Türen ver=
teilt
. Das Programm enthält 4 Orgelſtücke von
Reger, Fr. Kiel und Buxtehude und 4 Lieder und
Arien von Haydn, Beethoven, Mendelsſohn und
Liſzt, geſungen von dem hier ſchon weiteren Kreiſen
durch ſeine prächtigen Stimmittel bekannten Baſſiſten
Herrn Ludwig Jung.
Martinsgemeinde. Auf Veranlaſſung der hohen
Kirchenbehörde iſt aus Teilen des Oſt= und des Weſtbezirks
der Martinsgemeinde ein dritter Bezirk, ein Nord=
bezirk
, gebildet worden, in welchem der nunmehr aus=
ſchließlich
der Martinsgemeinde zugeteilte Aſſiſtent, Herr
Pfarraſſiſtent Lautenſchläger, Wenckſtraße 42 wohn=
haft
, ſämtliche Amtshandlungen vollzieht, auch die Kinder
konfirmiert. Dieſer Nordbezirk wird umgrenzt nördlich
vom Rhönring, öſtlich von der Kranichſteiner=, ſüdlich von
der Liebfrauen= und weſtlich von der Eckhardtſtraße. Es
gehören zu ihm: der Rhönring, die Liebfrauen= und die
Neue Ireneſtraße bis zur Eckhardtſtraße, ſowie die zwi=
ſchen
Liebfrauenſtraße und Rhönring liegenden Teile der
Arheilger=, Pankratius= Heinheimer=, Lichtenberg= und
Taunusſtraße. Die Anmeldung zum Konfirman=
denunterricht
am nächſten Freitag, den 14. Oktober,
nachmittags von 47 Uhr, findet für den Oſtbezirk im
Martinsſtift, Müllerſtraße, ſtatt, für den Weſt= und den
Nordbezirk im neuen Gemeindehaus, Mollerſtraße 23.
** Der Darmſtädter Herbſtpferdemarkt nahm geſtern
vormittag ſeinen Anfang. Er iſt gut befahren: in den
Vereinsſtallungen ſind 108 Pferde eingeſtellt, auf dem
Marktplatz ſind 64 Pferde aufgeſtellt und zur Prämiierung
ſind 114 Pferde und Fohlen vorgeführt. Der Markt iſt im
ganzen mit 286 Pferden und Fohlen befahren. Bei der
um 9 Uhr vormittags begonnenen Prämiierung wur=
den
folgende Preiſe zuerkannt: 1. Für leichte Reitpferde:
Wilh. Eſſelborn=Mainz einen 2. Preis mit 30 Mk.; 2. Für
leichte Arbeitspferde: Gebr. Sommerfeld=Darmſtadt einen
1. Preis mit 50 Mk., Emil Strauß=Groß=Gerau einen
2. Preis mit 40 Mk., Bernh. Pullmann=Groß=Zimmern
einen 3. Preis mit 30 Mk.; 3. Für ſchwere Wagenpferde:
Gebr. Sommerfeld=Darmſtadt einen 1. Preis mit 50 Mk.,
Siegmund Nathan & Söhne=Ober=Ingelheim einen
2. Preis mit 40 Mk.; 4. Für leichte Wagenpferde: Gebr.
Sommerfeld=Darmſtadt einen 1. Preis mit 50 Mk.; 5. Für
gedeckte Stuten (Arbeitsſchlag): Konr. Huf=Gundernhauſen
einen 1. Preis mit 50 Mk., L. Ph. Eidmann=Groß=Umſtadt
und Gg. Bernh. Lautz II.=Groß=Umſtadt je einen 2. Preis
mit 40 Mk., L. Schönberger=Groß=Bieberau, Hrch. Ham=
mann
III.=Biebesheim und K. v. Willich=Illbach je einen
3. Preis mit 30 Mk., Hrch. Hild II.=Lengfeld, Gg. Bert=
Walbach, Wilh. Erzgräber I.=Arheilgen, Phil. Krichbaum=
Laudenau, Peter Petri I.=Berkach und Gg. Leonh. Schön=
berger
=Ueberau je eine Anerkennung mit 20 Mk.; 6. Für ge=
deckte
Stuten (Wagenſchlag): Peter Wilhelm=Dornheim
einen 1. Preis mit 50 Mk, Mart. Seipel=Leeheim und Jak.
Wilh. Hammann=Wolfskehlen je einen 2. Preis mit 40 Mk.,
Chriſtian Scheemel=Bickenbach, Gg. Caſtritius=Reinheim
und Friedr. Haumann=Brandau je einen 3. Preis mit
30 Mk., Ph. Dörr=Berkach, Konr. Gräff=Hähnlein, Wilh.
Hannemann=Geinsheim, Johs. Höhl Xl.=Griesheim, Ant.
Illert I.=Spachbrücken, Gg. Scherer VI.=Wallerſtädten und
Johs. Trautmann=Groß=Bieberau je eine Anerkennung mit
20 Mk.; 7. Zweijährige Fohlen (Arbeitsſchlag): Ludw.
Dörr III.=Leeheim einen 1. Preis mit 50 Mk., Gottfr.
Walter IV.=Lengfeld, Hrch. Hannemann VII.=Geinsheim
und L. Schönberger=Groß=Bieberau je einen 2. Preis mit
40 Mk., Jak. Dreieicher IV.=Gundernhauſen und Gg. Bernh.
Lautz II.=Groß=Umſtadt je einen 3. Preis mit 30 Mk., Karl
Breitwieſer V=Ober=Ramſtadt, Wilh. Nold=Wolfskehlen
und Friedr. Reinheimer XV.=Groß=Biebereau je eine An=
erkennung
mit 20 Mk.; Für zweijährige Fohlen ( Wagen=
ſchlag
): Peter Ruckelshauſen I.=Wallerſtädten einen
1. Preis mit 50 Mk., Matth. Burk=Berkach, Ch. L. Fried=
rich
I.=Wolfskehlen je einen 2. Preis mit 40 Mk., K. Ph.
Dörr=Dornheim, Ludw. Dörr III.=Leeheim und Joh. Gg.
Gaydoul=Hahn je einen 3. Preis mit 30 Mk., C. Gg. Dintel=
mann
=Spachbrücken, Konr. Gräff=Hähnlein. Hrch. Knöll=
Klein=Umſtadt, Ph. Merſchroth Xl.=Hahn, Daniel Ruckels=
hauſen
IV.=Wallerſtädten, Johs. Schaffner VI.=Goddelau,
Peter Völger VIII.=Arheilgen und Gg. Scherer VI.=
Wallerſtädten je eine Anerkennung mit 20 Mk.
Der Geſangverein Sängerluſt veranſtaltete
am Sonntage in den Räumen des Mathildenhöhſaales
ſeine Abendunterhaltung. Das ſorgfältig zuſammen=
geſtellte
Programm brachte mehrere wirkungsvolle
Chöre darunter Andreas Hofer bearbeitet von
C. Schiebold: Herbſtlied von O. Bartke, unter der vor=
trefflichen
Leitung des Dirigenten Muſikdirekters Bartke.
2

Vorträge.
* Die Reihe der Wintervorträge in der
Sektion Darmſtadt des D. u. Oe. Alpen=
vereins
wurde Freitag, den 7. Oktober, durch Herrn
Amtsrichter Dr. Mahr in dem Vereinszimmer bei
Sitte eröffnet, der in anſchaulicher, humorvoller Weiſe
über die Sonnigen Tage im Hüttengebiet ſprach, die
er mit zwei anderen Herren der Sektion in dieſem
Sommer gemeinſam genoſſen hatte. Die Tage waren
ernſter Bergarbeit gewidmet, Scheibler, Saumſpitze,
Faſelpfad, Küchelſpitze und Seekopf wurden in flotter
Kletterei bezwungen, während die Abende auf der
Darmſtädter Hütte in fröhlicher Weiſe bei dem Klang
der Zupfgeige verbracht wurden. Begleitet von den
Jodlern der Wirtſchafterin, Pepi Wolf, wanderten die
Herren von hier über das Kuchenjoch zur Konſtanzer
Hütte, von wo es den Patteriol zu erſteigen galt.
Leider mußte dieſe Tour wegen ſtarken Nebels aufge=
geben
werden. Sodann folgten Hochtouren bei Galtür
im Patznaune. Piz Buin zeigte Nebel und Neuſchnee.
Von Schruns im Montafon begaben ſich die Herren zur
Lindauer Hütte. Der Glanzpunkt der dortigen Be=
ſteigungen
bildete die Ueberkletterung der Druſenfluh.
Starker Schneefall bereitete den diesjährigen Hoch=
touren
ein raſches Ende. Reicher Beifall lohnte den
Redner für ſeine lebhaften Schilderungen. Lange noch
blieb man dieſen Abend bei Guitarrenklang in dem
gemütlichen Vereinszimmer zuſammen.

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
** Gottesdienſte und eigene Kirchen
für Taubſtumme. Im Anſchluß an den in der
Donnerstagsnummer über eine erſte Kirche für
Taubſtumme erſchienenen Artikel ſendet uns ein Geiſt=
licher
zur Berichtigung der Tatſachen nachfolgende
Zeilen, die er aus der Erinnerung ſeines 2½jährigen
Aufenthaltes in London ſchreibt: Schon längſt hat man
in beſonderen Gottesdienſten Rückſicht auf diejenigen
genommen, die aus irgend einem Grunde an der ge=
meindlichen
ſonntäglichen Erbauung nicht teilnehmen

konnten. Den Blinden hat man, während ſie ja ſonſt
dem Gottesdienſt folgen konnten, die Heilige Schrift
in beſonderem Druck verſchafft, damit ſie in ihrer Er=
bauung
in nichts verkürzt würden. Nur für die Taub=
ſtummen
iſt lange Zeit nichts geſchehen, ſie als Ge=
meinde
um das Gotteswort zu ſammeln. Was in den
letzten Jahren auch in unſerem Lande begonnen worden
iſt, von Zeit zu Zeit Gottesdienſte für ſie zu halten, und
was wir mit herzlicher Frende begrüßen, iſt bereits im
Jahre 1841 in London begonnen worden, nachdem die
erſten energiſchen Anfänge 1829 ſchon in Edinburgh
gemacht worden waren. Als man beſonders in London
die Arbeit durch einige Jahrzehnte getrieben hatte,
empfand man, daß man für ſie einen eigenen Stütz=
punkt
in einer nur für die Taubſtummen beſtimmten
Kirche brauchte. So kam es zur Erbauung der
Heilands=Kirche für Taube in der Oxford=Street in
London; ſie iſt tatſächlich das erſte Gebäude für Taub=
ſtummen
=Gottesdienſt. König Eduard VII. hat als
Prinz von Wales 1870 den Grundſtein dazu gelegt.
Eine Vereinigung hat damals das nötige Kapital auf=
gebracht
und bringt heute noch unter ſich und durch
Sammlungen die jährlichen Koſten auf, die ſich auf
60000 Mark belaufen. Wie wichtig die Arbeit iſt, ſagt
uns der bereits 30 Jahre an der Heilandskirche tätige
Geiſtliche, Rev. F. W. G. Gilby: Ganz abgeſehen von
den Segnungen der Arbeitsvermittlungen, der Unter=
ſtützung
in Notzeiten, beſonderen Vorträgen und der
Gemeinſchaft mit denen, die von ähnlichem Unglück be=
troffen
ſind, ſteht es feſt, daß die Erkenntnis Gottes, die
alle anderen Erkenntniſſe und Kenntniſſe weit über=
trifft
, den Taubſtummen ſo not tut wie den anderen,
wenn nicht noch mehr; meiſt muß erſt in den Veranſtal=
tungen
unſerer Kirche zum guten Teil gelehrt werden,
vas ihnen den Sinn des Lebens klar macht.
Ohne auf dieStreitfrage näher einzugehen, muß betont
werden, daß die Tauben praktiſch den Rat des Lehrers,
die Worte von den Lippen zu leſen, in den Wind
ſchlagen, und in der überwiegenden Mehrzahl vor=
ziehen
, die maleriſche Zeichenſprache und die ſchnelle
Fingerſprache zu gebrauchen. Dieſe Sprache iſt voll
Poeſie und Romantik. Sie iſt lebendig, der Ausdruck,

[ ][  ][ ]

Nummer 258.

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Oktober 1910

Frl. Kraft erntete durch ihre ſchönen Geſangsvorträge,
wie Elſas Traum aus Lohengrin u. a. m., reichen Bei=
fall
. Für den humoriſtiſchen Teil ſorgten die Mit=
glieder
Koch, Schramm, Schwinn und Breuer in einem
Quartett Gackeleia ſowie der bekannte Humoriſt
Mechler durch ſeine beliebten Vorträge. Den Schluß des
Programms bildete ein urkomiſches Geſamtſpiel: Zwiebel=
dufts
Ehe=Irrung von E. Meyſel, dargeſtellt von den
Herren Adam und Nötzold und Frau Dries. Der 1. Vor=
ſitzende
Herr Stamm brachte allen Mitwirkenden ſeinen
Dank dar und überrechte den Damen Bukette. Ein
flottes Tänzchen hielt die Teilnehmer bis in den frühen
Morgen zuſammen.
Auszeichnung. Die Firma E. Ekerts Nachf.
erhielt für ihre ausgeſtellten Gegenſtände auf der Welt=
ausſtellung
in Brüſſel die broncene Medaille.
Der Verband für Jugendfürſorge in der Stadt
Darmſtadt hält im Rathausſaale Freitag, 14. Oktober,
nachmittags, eine Sitzung ab. Die Tagesordnung
lautet: 1. Mitteilungen des Vorſitzenden über die Tagung
des Deutſchen Vereins für Armenpflege und Wohltätig=
keit
in Königsberg. 2. Beſprechung über verſchiedene
aktuelle Fragen in der Jugendfürſorgearbeit.
Orpheum. Heute, Dienstag, 11. Oktober, ge=
langt
durch das Oberbayeriſche Bauerntheater das
vieraktige Anzengruberſche Schauſpiel Der
ledige Hof neu einſtudiert zur Aufführung. Die=
ſes
Werk begann Anzengruber am 22. November 1876
und beendete es nach ſeinem Vorſatz noch im ſelben
Jahre (am 30. Dezember 1876). Es iſt durchweg im
Dialekt geſchrieben und handelt in der Hauptſache von
einem Bauernhof, der der einzigen Tochter zufällt, die
ſchließlich zu dem in ihren Dienſten ſtehenden Groß=
knecht
Zuneigung faßt, aber zeitig von deſſen Vor=
leben
Kunde erhält und den Entſchluß faßt, ledig zu
bleiben. Damit der Bauernhof nicht immer lediger
Hof bleibt, nimmt ſie das Kind des Großknechts als
Eigen und Erben auf. Die Hauptrollen liegen in
den Händen der Damen Anna Dengg (Agnes) und
Mirzl Meth (Thereſe), ſowie der Herren Joſeph Meth
(Leonhardt), Jak. Kirchner=Lang (Segner), Hans Wer=
ner
(Weldner). Die Vorſtellung beginnt präziſe 8¼
Uhr; Ende gegen 11 Uhr. (S. Anz.)
Das Münchener Oktoberfeſt im Hotel=
Reſtaurant Kölniſcher Hof erfreut ſich fortgeſetzt eines
guten Beſuches, wobei der gute Stoff ſeine Schuldigkeit
tut. Daß der Hauptanziehungspunkt wohl die ebenſo
hübſchen wie vornehmen Muſik= und Geſangsvorträge
des Strand=Damen=Orcheſters bilden, hat ſich ſchon bei
der früheren Anweſenheit der Künſtlerinnen gezeigt.
Allem Anſchein nach iſt ein weiterer guter Beſuch der
Veranſtaltung zu erwarten.
t. Die Konzerte des Oeſterr.=Ungar. Orcheſters
Rakoczi am Sonntag und geſtern abend im Kaiſer=
ſaal
waren gut beſucht. Die Einzelleiſtungen und das
Zuſammenſpiel der maleriſch koſtümierten, gut einge=
ſchulten
Orcheſtermitglieder waren durchaus lobens=
wert
, wie der reichlich geſpendete Beifall der Zuhörer
bewies. Insbeſondere zeigten ſich die Brüder Ur=
bany
als Meiſter auf ihren Inſtrumenten (Geige,
Fylophon und Cymbal). Der am Schluß von den Ge=
ſchwiſtern
Cuszon aufgeführte Serpentin= und Phan=
taſietanz
fand gleichfalls ſehr beifällige Aufnahme.
§ Selbſtmordverſuch, Ein Hausburſche aus Gießen
hat ſich am Samstag abend in einem Gartenhäuschen
in ſelbſtmörderiſcher Abſicht die linke Pulsader
durchſchnitten. Der Verletzte wurde durch die
Sanitätswache in das ſtädtiſche Krankenhaus verbracht.
§ Geiſteskrank. Am Samstag vormittag um
10½ Uhr wurde ein in der Rheinſtraße in Stellung be=
findliches
Dienſtmädchen plötzlich geiſtesgeſtört. Das=
ſelbe
mußte mittelſt Krankenautomobils in das ſtädtiſche
Krankenhaus verbracht werden.
Groß=Geran, 8. Okt. Ein Diebſtahl wurde
in der Schneiderſchen Oelfabrik dahier vorgeſtern
abend verſucht. Der aus dem Odenwald ſtammende
und in Darmſtadt wohnende, 24jährige Ph. Weber
wurde abends um 11½ Uhr von Gendarm Aßmus da=
hier
dabei betroffen, wie er ein Faß hinter genannter
Fabrik fortſchaffen wollte. Zur Rede geſtellt, ſagte er,
es handele ſich um eine Wette. Er ſolle das Faß nach
Darmſtadt und zurück rollen. In dem Faß waren
aber zirka 4 Zentner Kokosbutter, die aus der Fabrik
geſtohlen waren. Der Dieb gab anfangs einen fal=
ſchen
Namen an. Er wurde verhaftet. Aus bei ihm
vorgefundenen Notizen geht hervor, daß er ſchon
mehr ſolche Wetten gemacht hatte.
Auerbach, 9. Okt. Der Vorſtand des Verkehrs=
ausſchuſſes
der Bergſtraße hat die Mitglieder des=

ſelben zur Hauptverſammlung am Samstag, den 22
Oktober, eingeladen. Wer für die Hebung, Vermehr=
ung
oder Verbeſſerung jeglichen Verkehrs an der
Bergſtraße Intereſſe hat, ſollte nicht verſäumen, dieſe
Verſammlung zu beſuchen.
A Beerfelden, 9. Okt. Die Beteiligung an der
geſtrigen Gemeinderatswahl war, wie gewöhnlich,
nicht ſonderlich lebhaft. Gewählt wurden die Herren:
Brauereibeſitzer W. H. Breimer mit 103, Bäcker
und Wirt J. Volk mit 72, Schneidermeiſter E.
Ihrig mit 87 Stimmen.
Mainz, 9. Okt. Geſtern nacht um 2 Uhr ſtieß in
der Gemarkung Gonſenheim eine Automobildroſchke
mit einem Krümperwagen des 6. Dragoner=Regiments
zuſammen; der Chauffeur erlitt ſchwere Verletzungen,
die Automobildroſchke ging in Trümmer. Das eine
Pferd des Krümperwagens war ſofort tot, das andere
wurde ſchwer verletzt. Der Kutſcher, ein Dragoner,
kam mit dem Schrecken davon. Nach Angabe des
Chauffeurs ſoll der Dragoner nicht auf der rechten
Seite gefahren ſein und auch keine Beleuchtung gehabt
haben.
Mainz, 10. Okt. Das Bekleidungsamt des
18. Armeekorps, um deſſen Niederlaſſung Mainz mit
Hanau in ſcharfem Wettbewerb ſtand, wird nun, wie der
Neueſte Anzeiger heute meldet, doch hierher kommen. In
der am Mittwoch ſtattfindenden geheimen Stadtverord=
netenſitzung
wird die Abtretung von Gelände an
die Heeresverwaltung beſchloſſen werden.
Mainz, 10. Okt. Auf der Ingelheimer Aue wurde
geſtern an einem Baume erhängt ein unbekannter
Mann im Alter von 50 bis 60 Jahren gefunden. Er
hat auf dem Arm die Buchſtaben E. M. eintätowiert.
Der Tote dürſte ſeiner Kleidung nach dem Schiffer=
ſtand
angehört haben. Papiere wurden bei der Leiche
nicht gefunden.
(*) Echzell, 9. Okt. Die landwirtſchaftliche
Ausſtellung im Gaſthaus Zur Traube beſtehend
aus den Abteilungen Ackerbauausſtellung, Obſtaus=
ſtellung
und Saatgutmarkt, war ſehr reich beſchickt. In
ſämtlichen Klaſſen der Ausſtellung hatten die Land=
wirte
der mittleren Wetterau ihr Beſtes zur Schau
gebracht, ſodaß die ganze Ausſtellung ein glänzendes
Bild von der hohen Entwickelung des Ackerbaues und
Obſtbaues der geſegneten Wetterau gab.
(*) Ilsdorf, 9. Okt. Heute; konnte die Ein=
weihung
des neuen Schulhauſes ſtatt=
finden
, das die beiden kleinen Gemeinden Solms=
Ilsdorf und Darmſtädtiſch=Ilsdorf gemeinſam erbaut
haben. Die beiden Gemeinden gehören ſogar ver=
ſchiedenen
Kreiſen an, Solms=Ilsdorf zu Schotten,
die andere zu Alsfeld. Die Schuljugend hatte unter
dieſen Umſtänden ſchwere Opfer zu bringen, mußte ſie
doch bei jeder Witterung, Sommer wie Winter, etwa
4 Stunden nach Flenſungen (Kreis Alsfeld), oder
Lardenbach (Kreis Schotten), zur Schule gehen. Den
Bauplatz ſtellte Landwirt Ludwig Horſt koſtenlos zur
Verfügung. Die Freude über das eigene Schulhaus
iſt groß. Es enthält einen Schulſaal und eine Wohn=
ung
. Die Stelle ſoll definiv beſetzt werden. Die
Schülerzahl beträgt 20.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. Okt. Ueber eine merk=
würdige
Schwindelaffäre berichten Berliner
Blätter: Im April dieſes Jahres meldete ſich beim
Magiſtrat von Brandenburg a. H. ein Dr. jur.
Thormann, der auf Grund ſeiner vorzüglichen
Zeugniſſe als Hilfsarbeiter angenommen wurde. Aus=
ſchlaggebend
für ſeine Einſtellung war ein von dem
Rixdorfer Oberbürgermeiſter Kaiſer perſönlich ausge=
ſtelltes
Zeugnis. Es wird dem Dr. jur. Thormann
darin beſcheinigt, daß er eine vorzügliche Kraft ſei.
Auch die übrigen Zeugniſſe, die Th. vorwies, waren
erſtklaſſig. Der etwa 26 Jahre alte Hilfsarbeiter führte
ſich in Brandenburg vorzüglich, die von ihm angefer=
tigten
Arbeiten waren tadellos, ſo daß er ſich bald in
den Kreiſen des Magiſtrats großen Anſehens erfreute.
Am Mittwoch dieſer Woche erhielt nun der Magiſtrat
von Brandenburg ein Schreiben der Berliner Staats=
anwaltſchaft
, in der er aufgefordert wurde, den Hilfs=
arbeiter
Thormann in Haft zu nehmen, da dieſer eine
Gefängnisſtrafe von einem Jahre wegen Unterſchla=
gung
zu verbüßen habe. Der Bürgermeiſter ließ ſich
nun den angeblichen Doktor kommen, machte ihn mit
dem Inhalt des Schreibens der Berliner Staatsanwalt=
ſchaft
bekannt und erklärte ihn für verhaftet. Thor=
mann
verlor nicht einen Augenblick die Ruhe, er er=
widerte
dem Bürgermeiſter, daß hier wohl ein Irrtum

der ſich in ſie legen läßt, entſchädigt in weitem Maße
für den Mangel, nicht hören zu können. Als Sohn
taubſtummer Eltern kann ich das bezeugen; und da
ich 30 Jahre lang unter den Tauben tätig bin, weiß ich,
daß man allgemein unter ihnen dieſe Ueberzeugung
teilt. Die Tauben führen ein Leben abſeits, in einem
Lande der Stille. Wenige, die hören, mühen ſich, dieſe
Kluft zu überbrücken. Alle Ehre denen, die es tun!
Nur wenn ſie unter ſich zuſammenkommen, können ſie
das Gefühl der Gemeinſchaft und gemeinſamer An=
betung
bekommen, das ſie brauchen. So ſpricht der
Geiſtliche über ſeine Tätigkeit und Ziele. Es war an
einem ſommerlichen Donnerstagabend, als der Schrei=
ber
aus ſeinem Gemeindebezirk im Südweſten durch
den Hyde Park ging, an der Marble Arch vorbei. um
den regelmäßig um 8 Uhr ſtattfindenden Gottesdienſt
der Heilandskirche zu beſuchen, über den vielleicht bei
anderer Gelegenheit mehr geſagt werden ſoll. Die
Kirche ſteht an der ſehr belebten Oxford=Street; gebaut
iſt ſie, nicht ohne architektoniſche Schönheit, aus Back=
ſteinen
und weißem Sandſtein. Es war dem Beſucher
eine eigenartige Freude, mit den Taubſtummen in
ihrem ſtillen Lande auf heiligem Boden zuſammen zu
kommen.
Ein Aufruf zur Errichtung eines
Erinnerungsmals für Alfred Meſſel
ergeht an die Freunde Alfred Meſſels und ſeiner
Kunſt. Im heſſiſchen Landesmuſeum zu
Darmſtadt ſoll Alfred Meſſels Büſte eine würdige
Stätte finden. Eine Büſte von erſter Künſtlerhand,
wert des großen Meiſters, gegeben von ſeinen Freun=
den
. ſeinen Verehrern, ſeinen Schülern, von allen, die
dem früh Verſtorbenen für das Viele danken, was er
ihnen als Menſch und Künſtler war, für die Stunden
höchſten Genuſſes, die er ihnen durch ſein Wirken und
Schaffen gab. Die Koſten ſollen aufgebracht werden
nicht durch öffentlichen Aufruf, ſondern durch ein per=
ſönliches
Anſchreiben. Die Beträge ſammelt die Bank
für Handel und Induſtrie in Darmſtadt. Unter=
ſchrieben
iſt der Aufruf von folgenden Herren: Prof.
Dr. Back, Darmſtadt, Direktor der Kunſt= und hiſto=
riſchen
Sammlungen des Landesmuſeums, Wirkl. Geh.
Oberregierungsrat Dr. Bode, Berlin, Miniſter Dr.

Braun, Darmſtadt, Juſtizrat von Brentano, Offen=
bach
, Prof. Hugo Eberhardt, Architekt, Offenbach,
Staatsminiſter Dr. Ewald, Darmſtadt, Geh. Oberbau=
rat
Hofmann, Darmſtadt, Geh. Baurat Dr. Ludwig
Hoffmann, Berlin, Miniſter von Hombergk zu Vach,
Darmſtadt, Rechtsanwalt Dr. Oſann, Darmſtadt,
Direktor Dr. Oſtermann von Roth, Darmſtadt, Geh.
Kabinettsrat Römheld, Direktor des Großh. Landes=
muſeums
, Darmſtadt, Prof. Gabriel von Seidl, Archi=
tekt
, München, Geheimer Kommerzienrat Dr. Eduard
Simon, Berlin, Felix Simon, Berlin, A. Wertheim,
Berlin.

* Neue Goldfunde in der Eifel erregen,
wie bereits gemeldet, Aufſehen. Es iſt zwar bekannt,
daß in der Eifel bereits vor längeren Jahren kleine
Goldfunde gemacht worden ſind, beſonders im Kreiſe
Malmedy. Man hat in den letzten Jahren die Schürf=
verſuche
ununterbrochen fortgeſetzt, ſo daß bereits 17
Mutungen mit rund 40 Millionen Quadratmeter
Flächeninhalt belegt worden ſind. Neuerdings hat man
ſehr erhebliche Funde in der Nähe der Ortſchaft Ivel=
dingen
an vier verſchiedenen Stellen gemacht, und zwar
zwiſchen einem Walde und einem Bache. Es iſt eine
Geſellſchaft gegründet worden, und weitere Kapitaliſten=
kreiſe
werden ſich ihr anſchließen, um auf maſchinelle
Weiſe die Goldwäſcherei zu betreiben.

Frankfurter Theater=Spielpla
1. Opernhaus. Dienstag, 11. Okt.: Die Afrikc
nerin Mittwoch, 12. Okt.: Der Graf von Luxem
burg‟. Donnerstag, 13. Okt.: Mignon Freitag
14. Okt.: Geſchloſſen. Samstag, 15. Okt.: Triſtan un
Iſolde‟. Sonntag, 16. Okt., 3½ Uhr: Der Zigeune
baron 7 Uhr: Liebelei Montag, 17. Okt.: D
geſchiedene Frau 2. Schauſpielhaus. Diens
tag, 11. Okt.: Roſe Berndt. Mittwoch, 12. Okt.: De
vierte Gebot‟ Donnerstag, 13. Okt.: Der Richt=
von
Zalamea. Freitag, 14. Okt.: Doktor Klaus
Samstag, 15. Okt.: Zum erſten Male (Uraufführung
Die törichte Jungfrau (La vierge kolle), Schauſpie
in 4 Akten von Heury Bataille. Sonntag, 16. Okt
3½ Uhr: Alt=Heidelberg. 7 Uhr: Die törichte Jung
frau. Montag, 17. Okt.: Die Räuber

vorliegen müſſe, und zwar eine Perſonenverwechſelung;
er habe gehört, daß die Staatsanwaltſchaft einen Thor=
mann
, der in Oſterode geboren ſei, ſuche. Er, Dr. jur.
Thormann, ſei aus Königsberg gebürtig. Der Bürger=
meiſter
hielt aber dennoch die Verhaftung aufrecht und
ließ Th. in das Amtsgerichtsgefängnis abführen. Die
Staatsanwaltſchaft ließ ſich aber durch dieſen Einwand
irreführen und ordnete die Haftentlaſſung Thormanns
an. Kaum erfreute ſich der Schwindler wieder der
goldenen Freiheit, ſo verduftete er. Die Wiederver=
haftung
konnte nicht mehr erfolgen. Anfangs dieſes
Jahres war Thormann Kreisſekretär in Niederbarnim
und beging während dieſer Zeit Unterſchlagungen in
Höhe von 4000 Mark. Thormann wurde wegen der
Verfehlungen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Von der ſofortigen Verhaftung des Verurteilten wurde
jedoch ſonderbarerweiſe Abſtand genommen. Und trotz=
ſeiner
Verurteilung gelang es Thormann, auf noch
nicht aufgeklärte Weiſe in Rirdorf informatoriſch in
der Armenverwaltung beſchäftigt zu werden. Während
dieſer Tätigkeit verwandelte er ſich zu einem Dr. juris.
Nach einigen Wochen Rixdorfer Tätigkeit erhielt er
das vorzügliche Zeugnis von dem Oberbürgermeiſter,
auf Grund deſſen er dann die Anſtellung in Branden=
burg
a. H. erhielt. Ein jugendlicher Verbrecher hat
geſtern abend einen unglaublich dreiſten Raub=
anfall
in der Wollankſtraße verübt. Der Hand=
lungsreiſende
Bergmann hatte in der erwähnten
Straße einen neuen Hut gekauft. Als er mit dieſem=
Hut auf dem Kopfe den Laden verließ, trat ein unbe=
kannter
, etwa 16 Jahre alter Burſche auf ihn zu und
bat ihn um etwas Feuer. Als ihm B. ſeine brennende
Zigarre zum Anzünden einer Zigarette hinhielt, ver=
ſetzte
ihm der Fremde einen ſo wuchtigen Fauſtſtoß vor
die Bruſt, daß B. zurücktaumelte. Im nächſten Augen=
blick
riß der freche Räuber dem B. den Hut vom Kopf
und lief mit der Beute fort. B. war im erſten Augen=
blick
nicht imſtande, den Räuber zu verfolgen. Der=
Stoß hatte ihm derartige Schmerzen verurſacht, daß es
ihm nicht möglich war, ſich von der Stelle zu bewegen=
Infolgedeſſen entkam der freche Dieb.
München, 9. Okt. Bei der letzten Carmen= Auf=
führung
hat ſich Caruſo in der Schlußſzene eine
nicht unbedeutende Knieverletzung zugezogen.
Bamberg, 9. Okt. In Gegenwart des Prinzen
Rupprecht von Bayern als Vertreter des Prinzregen=
ten
wurde heute mittag das Denkmal König
Ludwigs lI. enthüllt. Der Feier ſchloß ſich ein
von der Stadt gegebenes Feſtmahl an, ſowie ein Feſte
zug mit 200 Kriegervereinen als Huldigung für den
Prinzen.
Freiburg i. Br., 9. Okt. Unter Anweſenheit des
Großherzogspaares von Baden, des Prinzen Max von
Baden, der Großherzogin=Mutter von Luxemburg,
zahlreicher Leiter großer Bühnen und Preſſever=
tretern
iſt hier in feierlicher Weiſe die Einweih=
ung
des mit einem Aufwande von 4 Millionen Mark
errichteten neuen Stadttheaters vor ſich ge=
gangen
. Das in ſchönem Pfälzer Sandſtein aus=
geführte
Haus zeigt frei aufgefaßte Formen des Ba=
rock
. An den Seiten der hinter Rampen und Frei=
treppen
liegenden Front führen breite Treppen zu
jedem Rang empor. Selbſtverſtändlich iſt das Innere
mit allen Errungenſchaften der Bühnenkunſt aus=
geſtattet
. Der Zuſchaueraum enthält nur Sitzplätze
(für 1125 Zuſchauer) und verſenktes Orcheſter. Die
Bühne iſt 25 Meter breit, 20 Meter tief und 26 Meter
hoch.
Kadinen, 10. Okt. Der Kaiſer, die Kaiſerin
und die Prinzeſſin Viktoria Luiſe ſind heute vormittag
8¼ Uhr abgereiſt.
Breslan, 10. Okt. Nachts ſind aus der ſtädtiſchen
Irrenanſtalt in der Einbaumſtraße die zur Beobachtung
dort untergebrachten Einbrecher Meißner, Mandel,
Schimanski und Inde entflohen.
Elbing, 10. Okt. Ein Rekruten= Abſchieds=
ball
des Turnvereins Jahn nahm ein blutiges
Ende. Der Schmied Lankau, der aus dem Lokal ver=
wieſen
worden war, zog aus Rache darüber einen
Revolver und ſchoß blindlings unter die Anweſenden.
Einem Kellner wurden beide Beine durchſchöſſen, ein=
zehnjähriges
Mädchen erhielt einen ſchweren Schuß in
die Bruſt, eine dritte Perſon erhielt einen Streifſchuß.
Der Täter wurde verhaftet.
Schwientochlowitz, 10. Okt. Sonntag abend explo=
dierten
auf der Yalvahütte drei Gasregeneratoren.
Der Sachſchaden iſt erheblich. Perſonen wurden nicht
verletzt.
Paris, 9. Okt. Aus Breſt wird gemeldet: Von
mehreren Geſchützen und Maſchinen des Panzer=

Kleines Feuilleton.
Was die großen Männer fürchten.
Ein jeder hat im Leben Augenblicke kennen gelernt,
in denen die Furcht ſeine Bruſt umkrallte, Minuten,
ja vielleicht nur Sekunden, von denen man ſpäter doch
ſagen muß: Ich hatte Angſt. Dieſe Augenblicke der
Furcht haben mit einer beſonderen Feigheit nichts zu
ſchaffen. Nicht umſonſt fand der Marſchall Ney, der
ſeine perſönliche Tapferkeit in unzähligen Augenblicken
höchſter Gefahr bewieſen hatte, für den Menſchen, der
niemals in ſeinem Leben Furcht empfunden haben
wollte, eine verächtliche Bezeichnung. Wer niemals im
Leben die plötzliche Beklemmung gekannt hat, die mit
einer jäh auftauchenden Gefahr kommen mag und die=
von
dem Mutigen dann raſch und entſchloſſen nieder=
gekämpft
wird, der liefert damit nur den Beweis, daß
ſein Bewußtſein ſchwerfällig reagiert und die Un=
mittelbarkeit
einer Gefahr in ihrer Tragweite nicht
ſofort abzuſchätzen vermag. Das beſtätigt auch ein
Rückblick in die Geſchichte, die beweiſt, daß ſelbſt die
größten Genies der Menſchheit, ja ſogar die Männer
des Krieges und der Walſtatt, vor den Ueberfällen der
Angſt nicht ſicher waren. Vietor Margueritte, der im
Figaro der Pſychologie der Angſt einen feſſelnden Eſſay
widmet, weiſt darauf hin, daß ſelbſt Napoleon, der
große Schlachtenlenker, in den bangen Augenblicken
der Entſcheidung, in den Stunden der höchſten ſeeliſchen
Kraſtentfaltung immer wieder unter bangen Furchtzu=
ſtänden
litt, die ſeinen Körper im Angſtſchweiß er=
ſchauern
ließen. Ja, oft ſind es kleine Nichtigkeiten, die
die Heroen des Geiſtes und die Männer der Tat mit
einer Angſt erfüllen, die nicht ſelten faſt abergläubiſche
Charakterzüge annimmt. Wenn der große Cäſar den
Donner rollen hörte, übermannte ihn Furcht; haſtig be=
deckte
er ſeine Schultern mit einem Seehundsfell und
eilte in unterirdiſche Gewölbe, um ſich vor dem Donner
zu verbergen. Der Anblick eines Fiſches erfüllte den
Erasmus immer wieder mit namenloſem Entſetzen,
und Soaliger, der berühmte Philoſoph und Philologe,
wurde von Grauen geſchüttelt, wenn er den Duft
eines Blumenbuketts einatmete, ja, er verlor die, Be=
ſinnung
und ſank ohnmächtig zu Boden. Pascals

[ ][  ][ ]

kreuzers Edgar Quinet wurden kürzlich einzelne
wichtige Beſtandteile entwendet, die heute
in einem Haufen Kohlenſchlacken aufgefunden wurden.
Man glaubte zunächſt, daß es ſich um einen ſchweren
Fall von Sabotage handelte, doch ſcheint die Unter=
ſuchung
ergeben zu haben, daß nur ein von einem be=
trunkenen
Matroſen begangener Unfug vorliegt.
Plymonth, 9. Okt. Prinz Heinrich von
Preußen traf heute abend im Automobil von Lon=
don
ein und ſpeiſte bei dem oberkommandierenden
Admiral Sir Wilmot Fawkes. Der Prinz beabſich=
tigt
, morgen mit dem Dampfer des Norddeutſchen
Lloyd Kaiſer Wilhelm II. die Rückreiſe nach Deutſch=
land
anzutreten.
Barrow in Furneß, 9. Okt. Durch einen Brand
auf der hieſigen Werft von Vickers Sons and Maxim
wurden außer anderen Gebäuden auch die Schiffs=
maſchinenbureaus
mit vielen wertvollen Zeichnungen
tnd Plänen vernichtet. Der Schaden wird auf
20 bis 30000 Pfund Sterling geſchätzt.
New=York, 10. Okt. Nach einer Depeſche aus War=
rond
(Minneſota) äſcherten die Waldbrände auch
die Ortſchaften Pitt und Graceton ein; mehrere an=
dere
Städte ſind bedroht. Bisher ſind 75 Leichen von
Anſiedlern aufgefunden worden. Man glaubt, daß im
ganzen 300 Menſchen den Waldbränden zum Opfer
gefallen ſind.

Kongreſſe und Verbandstage.
9. Generalverſammlung des Bundes Deut=
ſcher
Frauenvereine.
Heidelberg, 8. Okt. In der geſtrigen 2. Abend=
verſammlung
des Bundes hielt Frl. Helene Simon=Berlin
einen Vortrag über Die Berufstätigkeit der Frau in Han=
del
und Gewerbe In der heutigen Vormittagsſitzung ver=
las
Frau Weber die Kundgebung zur Kaiſerrede. Das
Wort erhielt Frau Dr. H. Wegſcheider=Ziegler=
Bonn zu ihrem Vortrag über das Gemeindebeſtimmungs=
recht
. Sodann gelangte eine Reſolution zur Annahme
betr. die Ausdehnung des Alkoholismus in Deutſchland,
die eine der ſchwerſten Gefahren für Geſundheit, Sittlich=
keit
und Wohlſtand der Nation bedeute. Hiermit war die
Tagesordnug erſchöpft. Die dritte Sitzung der General=
ſammlung
wurde von Frau v. Forſter geleitet. Der engere
Vorſtand bittet die Verſammlung, ihn zu beauftragen, in
ſeiner jetzigen Zuſammenſetzung eine Dankadreſſe an die
verehrte zurücktretende Vorſitzende des Bundes, Frau
Marie Stritt=Dresden, zu richten. Dies wird an=
genommen
. Es lag ferner ein Dringlichkeitsantrag vor,
eine Kommiſſion zu wählen zur Sammlung eines Kapitals
für eine Marie Stritt=Stiftung. Dieſer Antrag wird eben=
falls
einſtimmig angenommen. In die Kommiſſion wer=
den
gewählt: Fräulein Drenkhan, Frau v. Forſter, Frau
Levy=Rathenau, Fräulein Paula Mueller und Fräulein
v. Welczeck. Die letzte Sitzung war Satzungsberatungen
gewidmet. Die Vorſtandswahl ergab die Wahl von Fräu=
lein
Dr. Gertrud Bäumer=Berlin zur 1. Vorſitzenden; in
den Vorſtand werden außerdem gewählt: Frau Alice
Bensheimer=Mannheim. Frau Helene v. Forſter=Nürnberg,
Fräulein Dr. Alice Salomon=Berlin, Frl. Anna Pappritz=
Berlin, Fräulein Martha Zietz=Berlin, Frau Dr. Eliſabeth
Altmann=Gottheiner=Mannheim.

H. Weinheim, 10. Okt. Heute tagte hier der unter
em Protektorat der Großherzogin=Witwe ſtehende Lan=
desverein
badiſcher Frauenvereine. An der
Tagesordnung nahm die Großherzogin Hilda teil. Als
Vertreterin des Heſſiſchen Alice= Frauenver=
eins
war Frau Sanitätsrat Dr. Maurer= Darmſtadt=
erſchienen
.

Luftſchiffahrt.
C Darmſtadt, 10. Oktober.
Auf dem Truppenübungsplatz unternahm der
Aviatiker Auguſt Euler heute in den Nachmit=
tagsſtunden
einen Aufſtieg mit dem Kommandanten
von Darmſtadt, Generalmajor von Randow.
Der Start begann am Nordoſtrande des Uebungs=
platzes
. Der Flug erſtreckte ſich bis an die Weſtgrenze
des Artillerieſchießplatzes, und von dort nach dem Wald=
gelände
am Oſtrand des Platzes. Zurückgelegt wurden
ſieben Kilometer. Vom Aeroplan aus waren die auf
dem Platze gerade übenden Kompagnien des Reſerve=
Regiments in ihren Stellungen klar zu
überſehen. Herr Generalmajor v. Randow ſprach
ſich über den Flug ſehr anerkennend aus.

Leben iſt eine Kette von Angſtzuſtänden, und Fried=
rich
II., der gewaltige Herrſcher und kühne Regent,
zitterte vor Unruhe und Beſorgnis, wenn er ein neues
Kleid anlegen mußte, das er noch nicht getragen. Wenn
Bernardin de Saint=Pierre an einem mit Waſſer ge=
füllten
Baſſin vorüberkam, bebte ſein Körper in Be=
klemmungen
der Furcht und des Entſetzens, und New=
ton
, Pierre Bayle und der geniale Meiſter der Geige
Paganini litten unter der gleichen Angſtvorſtellung.
Von Mozart iſt bekannt, daß er vor dem Klang einer
Trompete die Flucht ergriff, und Schopenhauer zitterte
an allen Gliedern, wenn er ein Raſiermeſſer vor ſich
ſah. Carlyle, deſſen Lebensinhalt die Schilderung
heldenhafter Perſönlichkeiten war, wagte es nicht, einen
Kramladen zu betreten, und Roſſini ſinkt vor Angſt
um, als er ſeinen Schatten ſieht. Schumann und Cho=
pin
, Alfred de Muſſet und Poe, ſie alle haben eine
bange Furcht vor dem Nebel, hinter dem eine über=
natürliche
Welt ſchlummern mag, und Doſtojewski iſt
ſein ganzes Leben lang das Opfer der Furcht vor
zirgend etwas Unerklärlichem, etwas Nichtbeſtehendem,
das ſich plötzlich vor ihm aufrichten könnte wie eine
wirkliche, abſcheuliche, grauenhafte Tatſache‟ Und
Maupaſſant, der ſpäter in geiſtiger Umnachtung ſein
tragiſches Ende ſinden ſollte, konnte es nicht ertragen,
eine offene Tür zu ſehen. Dann überfielen ihn Ge=
fühle
des Unbehagens, die unaufhaltſam zu banger
Furcht und rätſelhaftem Grauen ausmündeten: er
fürchtete, daß jeden Augenblick ein geheimnisvoller,
ungebetener Gaſt der Wahnſinn durch die offene
Tür eintreten und ſagen könnte: Hier bin ich.
CK. Wieviel Republiken gibt es? Dieſe
durch die Revolution und die Proklamierung der Re=
publik
in Portugal aktuell gewordene Frage beant=
wortet
der Gaulois mit einer kleinen Statiſtik. Europa
zählt nun im ganzen fünf Republiken, außer der jüng=
ſten
, Portugal, noch Frankreich, die Schweiz, Andora
und San Marino, die älteſte der heutigen Republiken,
da ſie ſeit den erſten Zeiten der chriſtlichen Aera exiſtiert.

sr. Auf dem Deutſchen Luftſchiffertag=
in
Dresden legte der bisherige Vorſitzende, Ge=
heimerat
Busley, ſein Amt nieder. Als erſter Vor=
ſitzender
wurde Generalleutnant von Nieber gewählt,
zum ſtellvertretenden Vorſitzenden Profeſſor Hergeſell,
zum zweiten ſtellvertretenden Vorſitzenden Profeſſor
Bambler. Zu Beiſitzern wurden gewählt: Graf Adal=
bert
von Sierſtorpff. Hauptmann von Abereron,
Hauptmann Hildebrandt und Hauptmann Kehler. Der
nächſte Luſtſchiffertag wird in Breslau abgehalten
werden. Die diesjährigen Verhandlungen, die am
Samstag und Sonntag ſtattfanden, führten teilweiſe
zu lebhaften Debatten.
sr. Der erſte Tag der Nationalen Ber=
liner
Flugwoche verlief recht günſtig, obwohl
nur ein kleiner Teil der gemeldeten 25 Aviatiker in
Wettbewerb traten. Auch der Beſuch war trotz des
ziemlich ungünſtigen Wetters ein außerordentlich be=
friedigender
. Unter den Zuſchauern bemerkte man
auch eine große Zahl von Offizieren des Kriegsmini=
ſteriums
und vom Generalſtab, u. a. auch den Inſpek=
teur
der Verkehrstruppen, Generalleutnant von
Lyncker. Noch bevor um 3 Uhr zum offiziellen Start
geläutet wurde, war Wiencziers mit ſeinem Blériot=
Apparat zu einem Probefluge aufgeſtiegen; als er
nach der Landung mit eigener Kraft zum Schuppen
zurückkehren wollte, kippte der Apparat an einer un=
ebenen
Stelle und erlitt Havarie, ſodaß Wiencziers
nicht mehr herauskommen konnte. Um 3 Uhr ſtartete
dann Lindpaintner (Sommer) zum Wettbewerbe
um den Großen Preis des Kriegsminiſteriums von
25000 Mark, ferner um den täglichen Dauer=Preis
des Kaiſerlichen Aero=Klubs und den Höhen=Preis.
Er blieb jedoch nur 24 Minuten in der Luft und er=
füllte
ſo nicht die Bedingungen für den Preis des
Kriegsminiſteriums, der bekanntlich vorſchreibt, daß
mindeſtens an der Hälfte aller Tage während der
ganzen Flugwoche ein Dauerflug von mindeſtens
einer Stunde ſtattfinden und dabei jedes Mal 300
Meter Höhe erreicht werden müſſen. Thelen ſtar=
tete
kurz vor Lindpaintner und bewarb ſich um den
gleichen Preis. Er blieb 36 Minuten in der Luft.
Während Lindpaintner und Thelen noch flogen, ſtar=
teten
Jeannin (Aviatik) und Frey (Farman).
Jeannin landete nach 9 Minuten, Frey ging bald nach
dem Start wieder nieder, um ſpäter nochmals zu einem
Höhenflug aufzuſteigen, bei dem er ſich bis zirka 300
Meter emporſchraubte. Bei der Landung hatte er in=
ſofern
Pech, als der Motor zu zeitig ausſetzte und der
Apparat ſeitlich mitten zwiſchen die Zuſchauer, die ſich
glücklicherweiſe in Sicherheit bringen konnten, auf
den Boden aufſchlug. Frey ſelbſt blieb unverletzt, der
Apparat erlitt leichte Beſchädigung. Lindpaint=
ner
ſtartete dann nochmals um dieſelben Preiſe, wie
bei dem erſten Verſuch und blieb 1 Stunde 17 Minu=
ten
in der Luft. Er erreichte gleichfalls zirka 300
Meter Höhe. Da der ihm zur Verfügung geſtellte
offizielle Baragraph indes 1380 Meter Höhe anzeigte,
bleibt die Frage offen, ob dieſer Flug um den Großen
Preis des Kriegsminiſteriums anerkannt werden
wird. Allerdings wäre der Fehler nicht hervor=
gerufen
worden, wenn die vorgeſehenen Höhenmeſſer
(Teolyten) zur Stelle geweſen wären. Ein von Lind=
paintner
mitgeführter Baragraph hatte 340 Meter
Höhe angezeigt. Wenn der Flug anerkannt wird, iſt
Lindpaintner der erſte, der die Bedingungen des Gro=
ßen
Preiſes gleich am erſten Tage erfüllte, denn alle
übrigen brachten es weder auf einen Stundenflug noch
eine Höhe von 300 Metern. Lindpaintner gewann mit
ſeinem Fluge auch den erſten täglichen Dauerpreis.
Der zweite Preis fiel an Mente (Wright) mit 54 Mi=
nuten
Flugleiſtung, die drittbeſte Leiſtung hatte
Brunnhuber (Albatros) zu verzeichnen. Kleinere
Flüge führten noch Dorner (Dorner), Khant (Grade),
Oelerich (Schulze=Herford) und Dr. Liſſauer aus.
* München, 10. Okt. Das Luftſchiff P VI"
hat heute vormittag 9 Uhr 30 Min. ſeine Fahrt nach
dem Norden, Bitterfeld und Berlin, angetreten.
* Landshut, 10. Okt. P VI hat um 10 Uhr
45 Min. Landshut überflogen mit Richtung gegen
Regensburg.
* Regensburg, 10. Okt. P VI iſt um 11 Uhr
50 Min. über Regensburg raſch dahingeflogen und hat
anſcheinend mit dem herrſchenden Oſtwind zu kämpfen.
Er flog nach Nordweſten weiter. Im Norden zeigt ſich
augenblicklich Regengewölk.
* Nürnberg, 10. Okt. Das Luftſchiff PVI
paſſierte, von Marktredwitz kommend, um 3 Uhr 55 Min.
Hof in der Richtung auf Plauen.

Sport.
Fußball. Am Sonntag ſpielte die erſte Mann=
ſchaft
des F.=K. Alemannia‟=Darmſtadt gegen die erſte

In Afrika gibt es nur einen einzigen Staat als Re=
publik
, Liberia, deſſen Bevölkerung ſich ganz aus Negern
zuſammenſetzt. Weder Aſien noch Auſtralien weiſen
Länder auf, die republikaniſche Staatsformen haben.
Dagegen ſind Nord= und Südamerika das gelobte Land
der Republiken. Es würde zu weit führen, dieſe alle
aufzuzählen; von der größten, den Vereinigten Staa=
ten
, bis zur kleinſten, Coſta Rica mit ſeinen nur 320000
Einwohnern, ſind es im ganzen 17. Alles in allem gibt
es alſo auf der Erde 23 Republiken, d. h. nur ein ver=
hältnismäßig
geringer Teil der 1500 Millionen Erd=
bewohner
lebt in Ländern dieſer Staatsform.
* Ein neues Syſtem, um die Gäſte eines
Hotels, die vom Beſucher verlangt werden, auszurufen,
iſt nach dem Boſton Courier in Chicago eingeführt
worden. Bisher durchwanderte ein Hotelpage Speiſe=
ſaal
, Leſe= und Rauchzimmer und rief den Namen des
Verlangten laut aus, jetzt aber befinden ſich in ver=
ſchiedenen
Teilen des Hotelgebäudes automatiſche Aus=
rufer
in Geſtalt von lautſprechenden Phonographen,
die von einer Zentralſtation aus in Bewegung geſetzt
werden können. 40 Apparate können zur ſelben Zeit
denſelben Namen hervorbringen und die Anzahl kann
durch Anſetzung eines Verſtärkers noch erhöht werden.
Der Apparat wurde in einer Halle, die 7000 Perſonen
faßte, ausprobiert und die von ihm ausgerufenen Na=
men
konnten bis in den entfernteſten Winkel hinein
deutlich verſtanden werden.
* Mönche als Bären In den Sonntags=
blättern
war zu leſen, daß bei den Angriffen auf das
portugieſiſche Jeſuitenkloſter Quelhaes eine Anzahl
als Bären verkleideter Mönche gefangen genommen
wurde. Während man anfangs glauben mußte, daß die
Mönche Bärenfelle angezogen hätten, um unerkannt zu
bleiben, ſtellte es ſich ſpäter heraus, daß man den
Blättern keinen Bären aufgebunden hatte, ſondern
daß ein komiſcher Schreibfehler vorlag, der aus
Bauern Bären gemacht hatte.

Mannſchaft des F.=K. Germania=Arheilgen. Das
Spiel endete zugunſten des F.=K. Germania= Arheil=
gen
mit 3:1 Toren.
Im dritten Meiſterſchaftsſpiel beſiegte am Sonn=
tag
der Darmſtädter Sportklub 1905 den Fußballklub
Wormatia=Worms mit 3:1 Toren.
* Mainz, 10. Okt. Das 100= Kilometer=
rennen
, das in drei Läufen gefahren wurde, bildete
den Hauptanziehungspunkt des geſtrigen Rennens.
Erſter Lauf: Erſter H. Ludwig=Frankfurt, zweiter
Würtz=Mainz, dritter Dubielczyk=Wiesbaden, vierter
Barth=Mainz. Zweiter Lauf: Erſter Ludwig= Frank=
furt
, zweiter Barth=Mainz, dritter Würtz=Mainz.
vierter Dubielczyk=Wiesbaden. Dritter Lauf: Erſter
Ludwig=Frankfurt, zweiter Dubielczyk=Wiesbaden,
dritter Barth und vierter Würtz.

Vom Hoflager in Friedberg.
* Am 6. und 7. d. Mts. ſpielten die Herrſchaf=
ten
nachmittags in Bad Nauheim Tennis. Am
8. Oktober waren zur Mittagstafel geladen: Fürſt
Uruſſow, ruſſiſcher Botſchafter in Wien, und der Kaiſerl.
Ruſſiſche Miniſter=Reſident Baron von Knorring Exz.
Nach Tiſch wurde eine Ausfahrt nach dem Kloſter
Arnsburg gemacht, wo der Tee genommen wurde. Die
Rückfahrt erfolgte über Lich, Garbenteich, Lang=Göns.
Am Sonntag, den 9. Oktober, begab ſich die Kaiſerlich=
Ruſſiſche Familie mit Ausnahme der Kaiſerin nach
Homburg, wohnte dort dem ruſſiſchen Gottesdienſte
an und fuhr hierauf nach Schloß Friedrichshof. Hier
nahmen die Herrſchaften zuſammen mit der Prinzeſſin
Heinrich von Preußen, die mit beiden Prinzen=Söhnen
von Friedberg eingetroffen war, das Mittageſſen bei
dem Prinzen und der Prinzeſſin Friedrich Karl von
Heſſen. Die Rückfahrt nach Friedberg erfolgte im Laufe
des Nachmittags.
Das Befinden der Großherzogin iſt in
fortſchreitender Beſſerung begriffen. (Darmſt. Ztg.)
* Bad Nauheim, 9. Okt. Prinzeſſin Vik=
toria
von Battenberg beſichtigte heute unter der
Führung von Bürgermeiſter Dr. Kayſer und des diri=
gierenden
Arztes Dr. Häberlin das ſtädtiſche Kranken=
haus
.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Zur Sprache der neuen Geſetzentwürfe.
Am letzten Freitag las man in dem Bericht über
eine Verſammlung des hieſigen Sprachvereins die Be=
hauptung
, die Entwürfe zur neuen Städte= und Land=
gemeindeordnung
hätten ein übleres Deutſch als die
jetzigen Geſetze. Ueber dieſen Tadel muß man ſich ſehr
wundern, denn die neuen Vorlagen enthalten eine
große Anzahl deutſcher Wörter, wo in den alten Ge=
ſetzen
Fremwörter ſtehen. So findet man: Anweiſ=
ung
(früher: Inſtruktion), Abſatz (Poſitio), Ver=
wahrung
(Proteſt), Ausmärker (Forenſe), Re=
gelung
(Regulierung), Einwendung (Rekurs),
Pflegſchaft (Kuratel), Wahlvorſteher ( Wahl=
kommiſſär
), Ortspolizei (Lokalpolizei), Ergeb=
nis
(Reſultat), Beſchwerde (Reklamation), Aen=
derung
(Modifikation), Hinterziehung ( De=
fraudation
), Sicherheit (Kaution), Gegenbuch
(Kontrollbuch), Sitzungsbuch (Protokollbuch),
Schriftführer (Protokollführer), Niederſchrift
(Protokoll), überwachen (kontrollieren), begrün=
den
(motivieren), einrichten (organiſieren), be=
ſonders
(ſpeziell), auftragsweiſe ( kommiſſa=
riſch
) und andere deutſche Wörter mehr. Allerdings
ſind eine Anzahl Fremdwörter beibehalten worden;
das ſind aber meiſt ſolche, wie Magiſtrat, Kapital, Hy=
pothek
, Kredit, Perſonal, Inſtanz, für die der Sprach=
verein
wohl ſchwerlich einen brauchbaren Erſatz liefern
kann. Es dürfte deshalb der Sprachverein zu unſerem
eingangs erwähnten Vorwurf keinen berechtigten
Grund gehabt haben.
Die Revolution in Portugal.
Zur Lage.
* London, 9. Okt. Wie Reuter erfährt, haben
weder das auswärtige Amt noch die portugieſiſche Ge=
ſandtſchaft
Depeſchen erhalten, daß in der Lage in
Portugal ſich etwas geändert hat. Die Depeſchen
aus Liſſabon von autoritativer Seite laſſen vielmehr
keinen Zweifel, daß man mit der neuen Lage der
Dinge ſich überall in Portugal einverſtanden erklärt
hat und daß eine Gegenbewegung nur ſehr wenig Aus=
ſicht
auf Erfolg haben würde.
* Liſſabon, 9. Okt. Die Ausweiſung der
Mönche hat allerorts begonnen. Die in den klöſter=
lichen
Erziehungsanſtalten untergebrachten Kinder
wurden ihren Eltern zurückgegeben. Unter den Aus=
gewieſenen
befindet ſich Kardinal Netto, ein Franzis=
kaner
. Der Erzbiſchof von Beja hat bereits das Land
verlaſſen. Nur wenige Kirchen in Liſſabon ſind heute
geöffnet.
* Liſſabon, 10. Okt. Geſtern abend herrſchte
an beſtimmten Punkten der Stadt eine gewiſſe Er=
regung
über die durch den Widerſtand der
Klöſter hervorgerufenen Zwiſchenfälle. In den
Hauptſtraßen, wo Kavallerieabteilungen patrouillier=
ten
, iſt die Erregung beſonders lebhaft. Vom Kloſter
Quelhaes wurde Lärm und Geſang gehört. Hier und
da fielen Gewehrſchüſſe. Matroſen und Zivilgardiſten,
die in der Nähe der Mercedeskapelle von Schüſſen
empfangen wurden, drangen in die Kapelle ein, ſuch=
ten
aber vergebens nach Mönchen, von denen man, wie
gemeldet wird, glaubt, daß ſie durch einen unterirdi=
ſchen
Gang entkommen ſind.
* Paris, 10. Okt. Aus Liſſabon wird ge=
meldet
: Als die Truppen in das Jeſuitenkloſter
Quelhaes eindrangen, waren ſämtliche Ordens=
brüder
verſchwunden. Man glaubt, daß ſie ſich durch
einen vier Kilometer langen unterirdiſchen Gang ge=
rettet
haben, der ihr Kloſter mit dem von Cameoli ver=
bindet
. Die Truppen und Feuerwehrleute verfolgten
die Mönche durch den unterirdiſchen Gang, deſſen Aus=
gang
jedoch durch eine eiſerne Türe abgeſchloſſen war,
die ſie nicht zu öffnen vermochten. Es heißt, daß ſolche
unterirdiſchen Gänge auch die anderen Klöſter mit
einander verbinden.
Die königliche Familie.
* Liſſabon, 10. Okt. Ueber die demnächſtigen
Bewegungen der königlichen Familie iſt
nichts genaues bekannt; jedenfalls kann aber als ſicher
gelten, daß, wenn König Manuel für einige Zeit
in Gibraltar bleibt, er dieſen Platz nicht zum Mittel=
vunkte
volitiſcher Beſtrebungen machen zu ſuchen dürkte.

[ ][  ][ ]

Seite G.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Oktober 1910.

Nummer 238.

* Paris, 10. Okt. Der Matin meldet, daß die
verſönlichen Einkünfte des Königs Ma=
nuel
ſehr unbedeutende ſeien. Der Herzog von
Oporto ſei ohne alle Geldmittel. Als er ſich einſchiffte,
zeigte er den Matroſen zwei Hundertfranksſcheine und
ſagte: Das iſt alles, was ich aus Portugal mitnehme
und alles, was ich beſitze. Die Königin Maria
Pia ſei vollſtändig vermögenslos und ſtark verſchul=
det
; dagegen iſt die Königin=Mutter Amelia als ge=
borene
Prinzeſſin von Orleans ſehr reich.
* Liſſabon, 10. Okt. Der Diario ſchreibt: Die
Königsfamilie ſchuldet dem Staate über
ſechzig Millionen, davon der junge König allein
zehn Millionen. Der König hat in Erwartung ſeines
Sturzes bereits vor vier Wochen die Zivilliſte für das
ganze laufende Jahr von der Staatskaſſe abheben
laſſen.
* London, 9. Okt. Der Herzog von Or=
leans
erklärte einem Berichterſtatter, er wiſſe nichts
von einem Beſuch ſeiner Schweſter, der Königin
Amelia, und ſeines Neffen, des Königs Manuel, in
Woodnorton; wenn ſie überhaupt kämen, würden ſie
jedenfalls jetzt nicht kommen.
Letzte Nachrichten
HI.B. Berlin 10. Okt. Das Reichspoſtamt
erläßt folgende Bekanntmachung: Der Telegra=
phenverkehr
mit Portugal iſt bis auf wei=
teres
unterbrochen. Bis zur Wiederherſtellung der
Telegraphenleitungen wird eine geraume Zeit vergehen.
Telegramme nach Portugal werden daher von den Ab=
ſendern
bis auf weiteres nur auf Gefahr des Auflie=
ferers
von den Poſtanſtalten entgegengenommen.
* Liſſabon, 10. Okt. Die Polizei traf Vor=
kehrungen
, um das Volk an dem Eindringen in
die bedeu tendſten Klöſter und Kirchen zu
verhindern. Der Trupp, dem es infolge zu geringer Po=
lizeimacht
gelang, in das Kloſter Quelhaes einzudringen,
beſtand aus einigen Fanatikern, die die Möbel und die
beſcheidenen Gipsſtatuen zertrümmerten, und ferner aus
Neugierigen und einigen Beutegierigen. Als nachts
Schüſſe aus dem Viertel der Santoskirche ertönten, hieß
es, ſie ſeien von Ordensleuten abgegeben worden, die ſich
in der Kirche verborgen hätten. Man mußte die bewaff=
nete
Macht herbeirufen, um die Kirche und die ihr benach=
barte
franzöſiſche Geſandtſchaft zu ſchützen. In der Stadt
und ihrer Umgebung dauern die Verhaftungen verkleideter
Ordensleute fort, die ſich auf der Flucht befinden.
* Liſſabon, 10. Okt. Ein engliſcher Kreuzer
und der amerikaniſche Kreuzer Desmoines ſind hier ein=
getroffen
.
* Gibraltar, 10. Okt. Der italieniſche Kreuzer
Regina Elena iſt hier eingetroffen; er wird die
Königin. Maria Pia und den Herzog von
Oporto an Bord nehmen, um ſie nach Italien zu
bringen. König Manuel und die Königin Amelia ent=
ſchloſſen
ſich nach England zu gehen.

Vermiſchtes.
C. K. Eine Statiſtik der Tierarten. Einen
intereſſanten Ueberblick über die gewaltigen Fortſchritte,
die die zoologiſche Wiſſenſchaft im Laufe des letzten Jahr=
hunderts
errungen hat, gibt die Statiſtik der heute bekann=
ten
Tierarten, die Prof. Shipley der Britiſchen Geſellſchaft
für den Fortſchritt der Wiſſenſchaften vorgelegt hat. Noch
im Jahre 1840 beſchränkte ſich die Zahl der erforſchten
Tiergattungen auf 73 588; bereits 1881 konnte die Zoologie
mit Stolz auf die Zahl von 311653 verſchiedener Tier=
gattungen
hinweiſen. Seitdem hat die Wiſſenſchaft im
Reiche der Fauna gewaltige neue Gebiete erobert. Wäh=
rend
man noch vor 50 Jahren nur 1200 Säugetiere kannte,
verzeichnet man heute 2300. Die Zahl der bekannten Vögel
iſt von 3600 auf 11000 gewachſen, die der Schlangen und
Reptilien von 543 auf 3400, die Zahl der Fiſche von 3500
auf 11000. In demſelben Zeitraum hat ſich die Ziffer der
erforſchten Molluskenarten von 11000 auf 33000 erhöht,
man kennt heute 7500 verſchiedene Schaltiere gegen 1290
vor 50 Jahren. Die ſpinnenartigen Tiere, die die For=
ſchung
regiſtriert, ſind von 1048 auf 3070 gewachſen, die
Tauſendfüßler von 400 auf 1300, die Inſekten von 49100
auf 220 150, die See=Igel und unterſeeiſchen Stacheltiere
von 230 auf 18043, die Würmer und Maden von 372 auf
6070, die Foraminiferen von 50 auf 400, die Protozoen
von 305 auf 3500.

Literariſches.
Der Heliograph, jenes optiſche Telegra=
pheninſtrument
, deſſen man ſich im Feldkriege bedient,
bietet für jeden Jungen ein hohes Intereſſe und ſein
Gebrauch bereitet ihm viel Vergnügen. Geſtattet es ihm
doch, ſich ſelbſt auf große Diſtanzen mit ſeinen Kame=
raden
in Korreſpondenz zu ſetzen. Wie man einen
ſolchen Apparat ſich ſelbſt aus Zigarrenkiſtenholz mit
Leichtigkeit herſtellen kann, das zeigen die Modellbogen
und die Anleitung der Sammlung Spiel und Arbeit
betitelt Heliograph (Verlag von Otto Maier, Ravens=
burg
. Preis 80 Pfg.). Wir möchten es unſeren Jungen
empfehlen, ſich der kleinen Mühe zu unterziehen, dieſen
Apparat ſich ſelbſt anzufertigen.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Okt. Der Reichskanzler iſt nach
Berlin zurückgekehrt.
* Straßburg i. Elſ., 10. Okt. Der Rheiniſche
Verein für Luftſchiffahrt veranſtaltet kommen=

den Donnerstag, den 13. Oktober, nachmittags 5 Uhr in der
Orangerie die Enthüllung eines Denkſteines
für die beiden Luftſchiffer Leutnants Foertſch und
Hummel, die am 13. Oktober 1908 bei einer Weitfahrt
anläßlich des Gordon Bennett=Fliegens in Berlin den
Tod in den Wellen der Nordſee gefunden haben.
* Eſſen (Ruhr), 10. Okt. Heute nacht entſtand in
Gladbeck zwiſchen Bergleuten bei Gelegenheit eines
Kindtauffeſtes ein Streit, bei dem ſich die Gegner mit
Meſſern bearbeiteten. Ein Mann wurde getötet; vier
wurden ſchwer verletzt. Die Täter wurden verhaftet.
* Braunſchweig, 10. Okt. Wie die Braunſchweigi=
ſche
Landeszeitung aus zuverläſſiger Quelle erfährt,
ſetzte der verſtorbene Geheime Kommerzienrat Dr.
Max Juedel eine große Anzahl von Vermächt=
niſſen
aus. Sein geſamtes übriges Vermögen iſt
der Stadt Braunſchweig als Univerſalerbin
vermacht mit der Beſtimmung, daß davon eine Stiftung
errichtet wird, die verſchiedenen guten Zwecken dienen
ſoll.
* Hamburg, 10. Okt. Zwiſchen der Hamburg-
Amerika=Linie und der Deutſchen Dampf=
ſchiffahrtsgeſellſchaft
Hanſa=Bremen wurde eine
Intereſſengemeinſchaft geſchloſſen, nach der die
Hanſa ab 1. Januar 1911 an den Frachtdampferlinien der
Hamburg-Amerika=Linie zwiſchen Europa und Oſtaſien
beteiligt wird, während die Hamburg-Amerika=Linie eine
Beteiligung an den Frachtdampferlinien der Hanſa zwi=
ſchen
Europa und Indien erhält. Die Leitung des geſam=
ten
Geſchäftes für den Verkehr mit Oſtaſien unterſteht der
Hamburg-Amerika=Linie, während die Leitung des ge=
meinſamen
Geſchäftes für den Verkehr mit Indien der
Hanſa unterſteht.
* Bremen, 10. Okt. Infolge des ſeit einigen Wochen
in Brake ausgebrochenen Werftarbeiterſtreiks
weigerten ſich heute die Arbeiter der Bremer Lager=
haus
=Geſellſchaft, den im hieſigen Hafen liegenden
griechiſchen Dampfer Eſtina zu löſchen, da die Lad=
ung
für Brake beſtimmt iſt. Infolgedeſſen wurden
hundert Arbeiter der Lagerhaus=Geſellſchaft ſofort ent=
laſſen
. Für heute abend wurde ſeitens der Hafen=
arbeiter
eine Verſammlung anberaumt, um zu der
Ausſperrung Stellung zu nehmen und gegebenenfalls
den Streik zu proklamieren.
* Kiel, 10. Okt. Die hieſigen Werftarbeiter
beſchloſſen mit 1370 gegen 1200 Stimmen, den Streik zu
beenden; ſie haben die Arbeit heute nachmittag wieder
aufgenommen oder werden ſie morgen früh aufnehmen.
* Stettin, 10. Okt. Die Werftarbeiter ſind
noch nicht wieder vollzählig eingeſtellt. Die
Einſtellung erfolgt nach Maßgabe der Betriebsverhält=
niſſe
.
* Zittan, 10. Okt. Als der Bäckermeiſter Kaſper
in der Weberſtraße heute mittag kurz nach 1 Uhr mit
ſeinem Jagdgewehr herumhantierte, entlud ſich
plötzlich die geladene Waffe. Die Kugel ging durch ein
Schaufenſter und traf zwei Herren, die auf der Platt=
form
eines die Straße paſſierenden Wagens der elek=
triſchen
Straßenbahn ſtanden. Beide fielen tödlich
getroffen vom Wagen. Die Kugel war den beiden
in den Kopf gegangen und hatte ihren ſofortigen
Tod herbeigeführt.
* Wien, 10. Okt. Staatsſekretär v. Kiderlen=
Waechter, der geſtern an einem Diner bei dem Gra=
fen
von Aehrenthal teilnahm, beſuchte heute vormittag
den deutſchen Botſchafter und hatte mit ihm eine
längere Unterredung. Die von deutſchen und öſter=
reichiſchen
Zeitungen veröffentlichten Meldungen über
Aeußerungen, die Staatsſekretär v. Kiderlen=Waechter
bei einem Diner in Bukareſt über Portugal getan
haben ſoll, beruhen auf freier Erfindung.
* Paris, 10. Okt. Die Kohlenträger der Nord=
bahn
hielten heute vormittag eine Verſammlung ab.
Der Ausſtand der Werkſtättenarbeiter dauert unver=
ändert
fort. Heute vormittag verkehrten die Züge
fahrplanmäßig. Am Nachmittag findet eine neue Ver=
ſammlung
ſtatt.
* London, 10. Okt. Prinz Heinrich von
Preußen trat von Plymouth aus die Rückreiſe
nach Deutſchland an.
* Konſtantinopel, 10. Okt. Sabah dementiert
die Meldungen, nach welchen die Pforte wegen des
Ankaufs von Kriegsſchiffen verhandele. Die
nach Europa abgereiſten drei Marineoffiziere ſollen
den Ankauf von Transportſchiffen beſorgen.
* Konſtantinopel, 10. Okt. Wie Sabah meldet, ſind
zu den türkiſchen Herbſtmanövern auch die
türkiſchen Militärattachees in Wien und Berlin ein=
geladen
; der letztere ſoll nicht mehr nach Berlin zurück=
kehren
.
* Konſtantinopel, 10. Okt. In den letzten 24 Stun=
den
iſt eine Perſon an Cholera geſtorben.
* Rio de Janeiro, 10. Okt. Hier geht das Gerücht,
im Staate Amazonas ſeien Unruhen ausge=
brochen
. Die der Regierung feindliche Partei habe,
unterſtützt von den Bundestruppen, den Gouverneur
abgeſetzt.

H.B. New=York, 10. Okt. Zu der großen
Brandkataſtrophe in Kanada wird noch aus
Ottawa gemeldet: Nach Telegrammen aus Fort
William ſind mehrere tauſend Perſonen ohne Obdach
infolge der Einäſcherung der Städte Beodette und
Spooner im Staate Minneſota, 320 Kilometer ſüdlich
von Fort William. Man befürchtet, daß einige hundert
der von Süden kommenden Koloniſten den Tod in
den Flammen gefunden haben, weil man weiß, daß ſie
ſich auf dem Wege nach Fort William befanden. Bis=

her iſt jedoch keiner von ihnen angekommen. Die Stadt
Rainy Riva (Miſſouri) iſt ebenfalls ein Raub der=
Flammen geworden. Zahlreiche Perſonen ſind ver=
brannt
. Man ſpricht von 20 Toten. Der angerichtete
Schaden beläuft ſich auf mehrere Millionen Dollar. Die
Reiſenden eines aus Fort William eingetroffenen
Zuges berichten, daß die ganze Strecke mit Leichen beſät
ſei. Die vor den Flammen flüchtenden Unglücklichen
folgten der Eiſenbahnſtrecke, wurden aber von beiden
Seiten durch dichten Rauch eingehüllt, in dem ſie er=
ſtickten
. Rettungszüge ſind nach dem vom Feuer heim=
geſuchten
Gebiet abgegangen.
II.B. Trinidad (Colorado), 10. Okt. In einer
Grube der Coal Fuel and Iron Company ereignete
ſich am Samstag eine ſchwere Exploſion, durch
die ein ganzer Schacht einſtürzte. Ungefähr hundert=
Grubenarbeiter ſind eingeſchloſſen. Man hofft jedoch,
daß ſie durch einen Nachbarſchacht ſich retten können.

Briefkaſten.
G. Ph. F. Als Haftpflichtige kommen in Betracht:
1. Der 13jährige Täter, wenn er nicht beweiſt, daß er
bei Begehung der ſchädigenden Handlung nicht die zur=
Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Ein=
ſicht
hatte (§ 828 Abſ. 2 B. G.=B.). 2. Vater und Lehrer
als Aufſichtspflichtige, wenn dieſe nicht nachweiſen,
daß ſie ihrer Aufſichtspflicht genügt haben oder daß
der Schaden auch bei gehöriger Aufſichtsführung ent=
ſtanden
ſein würde (§ 832). Kann der Erſatz des
Schadens von einem aufſichtspflichtigen Dritten
(Vater oder Lehrer) nicht verlangt werden, ſo hat der
Täter den Schaden inſoweit zu erſetzen, als die Billig=
keit
nach den Umſtänden, insbeſondere nach den Vers
hältniſſen der Beteiligten, eine Schadloshaltung er=
fordert
und ihm nicht die Mittel entzogen werden,
deren er zum ſtandesgemäßen Unterhalt, ſowie zur=
Erfüllung ſeiner geſetzlichen Unterhaltspflichten be=
darf
(§ 829). Die Frage, ob die geſetzlichen Beſtim=
mungen
Ihnen zu einem Erfolge verhelfen, iſt ohne
Kenntnis aller Einzelheiten nicht zu beantworten,

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Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Hoher Druck
beherrſcht Mittel= und Süd=Europa, während im Norden
Zyklonen vorüberziehen. Die Witterung Mitteldeutſch=
lands
ſteht ganz unter der Einwirkung des hohen Drucks,
ſodaß ruhiges und trockenes Herbſtwetter herrſcht. Süd=
liche
Randwirbel der Nord=Zyklone bringen allerdings
Bewölkung. Bei Verſtärkung des Hochdruckgebietes tritt
jetzt wieder zeitweiſe Aufheiterung ein.
Vorausſichtliche Witterung in Heſſen am Dienstag,
den 11. Oktober: Zeitweiſe heiter, Morgennebel, trocken,
mild.

Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe gute Schweſter, Schwägerin und
(19690
Tante
Frl. Kätha Netz
infolge eines Schlaganfalls plötzlich zu ſich
zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
J. d. N.:
Martin Müller.
Darmſtadt, Heidelberg, Minden i. W.,
am 9. Oktober 1910.
Die Beerdigung findet vom Sterbehaus,
Grüner Weg 9 aus, Dienstag, den 11. Okt.,
nachmittags 3 Uhr, ſtatt.

Kirchliche Nachrichten.
Johannesgemeinde. Die Anmeldungen zur
Konfirmation werden im Gemeindehauſe für die Knaben
Donnerstag, den 13., für die Mädchen Frei=
tag
, den 14. Oktober, jedesmal von 57 Uhr, ent=
gegengenommen
. Es wird gebeten, daß mit den Kindern
die Eltern oder deren Stellvertreter erſcheinen.
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Versöhnungsfest
Donnerstag, den 13. Oktober 1910.
Mittwoch, den 12. Oktober.
Vorabendgottesdienſt 5 Uhr 30 Min. Predigt
5 Uhr 45 Min.
Donnerstag, den 13. Oktober.
Beginn des Gottesdienſtes 7 Uhr 30 Min. Predigt
und Seelengedächtnisfeier 10 Uhr 45 Min. Nilah=
predigt
4 Uhr 30 Min. Bekenntnisgebet und Feſtes=
ausgang
6 Uhr 20 Min.
Freitag: Beginn des Sabbats 5 Uhr 15 Min.
Samstag: Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbat=
ausgang
6 Uhr 20 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Mittwoch, 12. Oktober.
Morgens 4 Uhr 30 Min. Mittags 2 Uhr Min.

Jaum Kippur
Faſtenanfang: 5 Uhr 35 Min.
Donnerstag, den 13. Oktober.
Vorabend 5 Uhr 45 Min. Morgens 6 Uhr Min.
Krias Hatauroh 10 Uhr 50 Min. Muſſaf 11 Uhr 30 Min.
Krias Hatauroh 3 Uhr Min. Minchah 3 Uhr 30 Min.
Nelloh 5 Uhr 15 Min. Schemaus 6 Uhr 20 Min.
Freitag, den 14. Oktober.
Morgens 6 Uhr 15 Min.
Samstag, den 15. Oktober.
Vorabend 5 Uhr Min. Morgens 8 Uhr Min.
Nachmittags 4 Uhr Min. Sabbatausgang 6 Uhr
20 Min.
Wochengottesdienſt: Morgens 6 Uhr 15 Min. Nach=
mittags
5 Uhr Min.

Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): Zar
und Zimmermann.
Gaſtſpiel des Oberbayr. Bauerntheaters um 8¼ Uhr
im Orpheum (Der ledige Hof‟).
Konzert von Profeſſor Klengel und Frl. Leginska um
8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard
Wagner=Verein).
Vortrag von Frl. v. Blücher um 8¼ Uhr im Fürſten=
ſaal
(Allg. d. Frauenverein und Alkoholgegnerbund).
Oktoberfeſt um 5 Uhr im Kölniſchen Hof.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß=
Konzert um 8 Uhr im Perkeo.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffner
von 10 Uhr ab).
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 311 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 12. Oktober.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr Runde=
turmſtraße
16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
Ludwigshalle‟

Beſtellungen
auf das
Darmſtädter Tagblatt=
werden
in der Expedition, ſowie von allen
Poſtanſtalten entgegengenommen.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: Ji. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Kurſe vom 10. Oktober 1910.
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3½ Deutſche Reichsanl.
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg.
3½ do. Conſols .
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . .
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. .
3
do.
3
do.
4 Hamburger Staatsanl.
4 Heſſ. Staatsanleihe . .
do.
3½
do.
3 Sächſiſche Rente
4 Württemberger v. 1907
3½
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . .
3¾ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente .
do. Goldrente . .
do. einheitl. Rent
Portug. unif. Serie I
do. unif. Ser. III
do.
Spezial
Rumänier v. 1903 . .
do. v. 1890 . .
do. v. 1905.
4 Ruſſen v. 1880 A.4.

InProz.
n Proz. Zf.
100,30 4 Ruſſen v. 1902 . F. 92,70
92,50 4½ do. v. 1905 . . . . 100,10
(3,50 3½ Schweden . . . . . . . 92,30
100,30 4 Serbier amort. v. 1895 83,00
99,804 Türk. Admin. v. 1903 86,40
83,404 do. unifiz. v. 1903 94,30
101,204 Ungar. Goldrente . . 93,80
93,30 4 do. Staatsrente . 91,80
83,10 15 Argentinier . . . . . . 101,00
do.
91,00
101,00
91,20 4½ Chile Gold=Anleihe .
81,70 5 Chineſ. Staatsanleihe 102,00
do.
99,50
101,20 14½
. . . 97,50
101,40 4½ Japaner
91,10 5 Innere Mexikaner . . 99,90
do.
80,40 3
83,10 4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,10
102,00 5 Gold=Mexikaner . . . 100,10
92,30
101,00 Aktien inländiſcher
46,70 Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt

. . . 143,00
97,00
98,40 4 Nordd. Lloyd . . . . 108,50
93,40 4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,00
66,00
67,00 Aktien ausländiſcher
12,50 Transportanſtalten.
102,00 4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 116,50
95,00
91,00 4 Baltimore & Ohio . . 109,10
91,80 4 Gotthardbahn . .

InProz.
8ſ.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 162½
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22½
4 Pennſylvania R. R. 130,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 204,50
. 74,00
Werger=Brauerei
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 492,00
Fabrik Griesheim . . . . 262,80
Farbwerk Höchſt
. 538,50
Verein chem. Fabriken
Mannheim
343,50
Lahmeyer .
116,50
Schuckert.
162,00
Siemens & Halske
.232,25
Adlerfahrradwerke Kleyer 450,80
Bochumer Bb. u. Guß . . 233,75
Gelſenkirchen . . . . . . . 219,00
Harpener . . .
. . 190,20
Phönix, Bergb. u. Hütten=
betrieb
. . .
. . 249,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,80
4 Pfälzer Prt. . . . . . 101,00
do.
3½
92,20
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,20
do. ſteuerfrei . 98,10
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
97,50
do. alte
5 Oeſterr. Südbahn . .
do.
80,50
do.
20/10
57,10
Raab=Oedenburger . .
4 Ruſſ. Südweſt.
90,40
4 Kronpr. Rudolfbahn

In Prot.
Bf.
240 Livorneſer . . . . . . 74,40
4 Miſſouri=Pacific
4 Bagdadbahn Mk. 408
5 Anatoliſche Eiſenb.. .
5 Tehnantepec . . . . . 102,00

Zf.

InProz.

Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ
4 Darmſtädter Bank

Deutſche Bank .
Deutſche Vereinsbank
Diskonto=Geſellſchaft
Dresdner Bank .
4 Mitteldeut. Kreditbk.
4 Nationalbk. f. Deutſchl
4 Pfälzer Bank . .
4 Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank
4 Wiener Bank=Verein
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Banl
S. 16 und 17
31 do. S. 19. . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk
do.
½
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
do. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
3½

166,60
131,40
256,75
126,75
189,90
162,30
120,50
127,80
105,00
144,00
138,75
140,90

100,00
92,00
99,40
100,50
90,50
101,40
92,10
100,60
91,00
100,00
90,50
100,30
92,10

91,50
95,00
100,20

Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . . . . .
3½ do.
4 Frankfurt . . . . . . . 100,90
3½ do.
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg . . . . .
3½ do.
4 Karlsruhe
* 100,10
3½ do.
-
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München
. 100,00
3½ Nauheim
90,80
4 Nürnberg.
100,00
3½ do.
4 Offenbach.

3½ do.
4 Wiesbaden .
* 100,90
3½ do.
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 79,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 161,80
3½ Cöln=Mindner 100 134,70
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl, Komm, 100

In Proz
3ſ.
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.= Pfand=
briefe
.
136,10
4 Oeſterr. 1860er Loſe 175,00
3 Oldenburger
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
fl.
Braunſchweiger Tlr. 20 212,00
Freiburger Fs. 15 57,50
Mailänder
Fs. 45
do,
Fs. 10 35,90
Meininger
fl.
Oeſterreicher v. 1864 100 553,00
do. v. 1858 100 445,00
Ungar. Staats
100
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
400 179,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,42
20 Franks=Stücke . . . . 16,17
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,95
Amerikaniſche Noten . . . 4,19½
Engliſche Noten . . . . 20,42
Franzöſiſche Noten . . . . 80,95
Holländiſche Noten . . . . 169,40
Italieniſche Noten . . . . 80,75
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,05
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 80,90
Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombard Zsf. 6%

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Oktober 1910.

Nummer 238.

Gardinen, Teppichen, Linoleum.
Tischdecken, Dekorationen etc.
beginnt heute Dienstag, vormittags 8 Uhr.
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Scheiben-Gardinen

weiß, créme und bunt
Serie II
Serie I

Tüll-Bettdecken

Serie III

250

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45

Pfg.

(65.

Pfg.

Rouleaux

zweiteilig, in weiß und créme

Serie I

Serie II

Serie III

Engl. Tüll-Vorhänge
in hübschen Dessins
nur gute Qualitäten, in hübschen Dessins
Serie II
Serie III
Serie I
Serie I Serie II Serie III Serie IV
4.50
2.00 m. 4.25 Mr. 6.50 Mk. 9.50 m.
1.95Mk. 2.90 M.

Mk.

Madras-Garnituren
Elegante Halbstores

mit reicher Bandarbeit
Serie II
Serie III
Serie I

farbig, 3teilig, 2 Flügel und 1 Lambrequin

Serie I

Serie II

Serie III

4.75Mk.
1.95 M. 2.90 Mk.
S,50n. 7.75n. 10.50m
2.75a. 5.75M. 9.75m.

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mit reicher Stickerei, 2 Chäles und 1 Lambrequin
Serie I Serie II Serie III
4.75Mk. 6.50M. 9.75 Mk.
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Cocos 1.05 1.35 1.75Mk.
36 55 95 Pfg.
Jute
Tapestry 1.85 2.40 3.00 Mk.

Ein grosser Posten
leicht angestaubte
Erbstüll-Gardinen und Stores

Tischdecken
Tuch, Filztuch, Plüsch und Perser, imit.
Serie III
Serie II
Serie I

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[ ][  ][ ]

Auf Liebespfaden.
Roman von H. Ehrhardt.
(Nachdruck verboten.)
27)
Leutnant Keßler ſchien keine Antwort erwartet zu
haben, das Thema war für ihn erledigt, nun nahm ihn
das Eſſen in Anſpruch und ein blondes Mädchen am
Nebentiſch, deſſen Haarreichtum ihm verdächtig erſchien
oder, wenn er echt war, bewunderungswürdig.
Als ſie ſich, magnetiſch angezogen, umwandte, rief er,
wie er ſpäter behauptete, im erſten Schreck nach einem
Kognak, denn ihr Geſicht war ſehr häßlich und mit braun=
roten
Sommerſproſſen bedeckt.
Man erlebt eben nur Enttäuſchungen! ſagte er mit
ſeinem reſignierten Augenaufſchlag.
Nach dem Eſſen verabredeten ſie für den Nachmittag
einen gemeinſamen Beſuch bei einer Tante Keßlers, einem
ſehr lebensluſtigen, alten Fräulein in beſcheidenen Ver=
hältniſſen
, aber von ſchier unverwüſtlicher Lebensluſt und
mit einem warmen Herzen für die Jugend.
Während der kleine Artilleriſt ſich in ſeinem Zimmer,
das auch ſchon nicht mehr im Bereich der Heilmühle lag,
aufs Bett warf, um die verſäumte Nachtruhe einzuholen,
ſaß Haſſingen in dem ſeinen auf dem grünen Plüſchſofa
vor dem runden Tiſch mit der Vaſe voll getrockneter Blu=
men
, die immer umfiel, die er jeden Tag beiſeite ſetzte,
und die ebenſo getreulich von der Unſchuld vom Lande‟
frühewieder hingeſtellt wurde, und ſchrieb einen Brief an

een ene erite eiet ent
weil er ſchon ſo ein dumpfes Schuldbewußtſein empfand,
wurde der Brief leidenſchaftlicher, ſehnſüchtiger als all
ſeine Vorgänger. Aber wenn er ihr auch von dem Beſuch
des Maskenballs erzählte, von der Bekanntſchaft Lena
von Riedings erwähnte er nichts. Er redete ſich ein, er wolle
das arme, kleine Ding nicht unnötig beunruhigen.
X.
Um fünf Uhr trat er in Fräulein von Meppens kleinen,
altväteriſch ausgeſtatteten Salon, von deſſen Wänden alte
Ahnenbilder ernſt und würdig oder ſchelmiſch und leicht=
ſinnig
auf die neue Generation blickten, der auch das alte
Fräulein mit ihrem roſigen, vollen Geſicht und ihren
ſchneeweißen Wellenſcheiteln ſich angepaßt hatte, denn ihre
Toilette war der neueſten Mode entſprechend, knapp um
die Hüften ſpannte ſich der ſchwarze Seidenrock und fiel
nach unten in weitem Bogen aus, die Taille zeigte eine
Spitzenpaſſe, durch die ihr einſt berühmt ſchöner Hals und
Nacken noch jetzt blendend weiß leuchtete. Wäre ſie weni=
ger
ſtark geweſen, ſie hätte trotz ihrer 60 Jahre noch mit
manch junger Frau konkurrieren können, ſo lebensluſtig
blitzten ihre bellblauen Augen, ſo amüſant verſtand ſie
plaudern, aber ihre Geſichtszüge waren ganz verſchwom=
men
, und die von jeher etwas zu kleine Naſe verſchwand
jetzt faſt zwiſchen den Fettpolſtern ihrer ſtark gepuderten
Wangen.
In ihrem Salon verkehrte die beſte Geſellſchaft. Sie
hatte überall Beziehungen, knüpfte unentwegt neue Be=

ericte en eier ehe enen
Sonntags gern ein Plauderſtündchen in dem kleinen
Salon verbrachten.
Heute fand Haſſingen neben dem kleinen Artilleriſten
noch zwei Damen vor, Mutter und Tochter, wie er zu
ſeiner Ueberraſchung bei der Vorſtellung erfuhr, die Mutter,
Exzellenz Schlettau, gute Figur, in etwas geſchmackloſer
rotlila Seidentoilette, mageres, regelmäßiges Geſicht, das
in der Jugend bildſchön geweſen ſein mußte, brennende,
dunkle, von bräunlichen Schatten umlagerte Augen (ſünz
dige Augen, wie der kleine Artilleriſt ihm zuraunte) und
unter einer ſcharf gebogenen Naſe ein boshafter Mund mit
ſchönen, wenn auch vielleicht falſchen Zähnen. Die Tochter,
klein und rundlich, mit zu langer Taille und zu kurzen
Beinen, ein Kokottengeſichtchen, die Augen dunkel wie die
der Mutter, aber kleiner und länglich geformt und von
ſchwarzen Brauen überwölbt, ein ſchmaler, brennend roter
Mund, ein keckes Stumpfnäschen und über der hohen
Stirn eine Fülle von tizianblondem Haar, das zu der
dunklen Augenpartie geradezu frappierte.
Echt iſt die Farbe ja nicht! konſtatierte der Artilleriſt
ſpäter, als er einen Moment mit Haſſingen abſeits ſtand.
Aber ſie hat den Farbenton recht gut getroffen, und das
läßt mich hoffen, daß ſie außer dieſer verworrenen Spitzen=
bluſe
noch etwas Geſchmackvolleres zum Anziehen hat.
Und er ging, zierlich, elegant, etwas ſteif, trotz des
Sachſen ein wenig zu ſehr preußiſcher Offizier, an die
kleine Exzellenzentochter heran, die Erika hieß und eben
erſt die Penſionshülle abgeſtreift hatte, aber ſchon ſehr ge=

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[ ][  ][ ]

Seite 10

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Oktober 1910.

Nummer 238.

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lich
Metallſachen ſehr klar u. Holzſachen
ſehr weiß. Greift Hände u. Wäſche nicht
an. Löſt ſich in Waſſer ſehr raſch, ſollte
deshalb in keiner Haushaltung fehlen.

Krer ente enen nente e ut r eien
Leutnant dauernd an ihre Seite feſſelte.
Hans Haſſingen war von der Mutter mit Beſchlag
belegt worden. Sie fragte ihn in der Art der befehls=
gewohnten
Frau nach ſeinen näheren Verhältniſſen, nach
ſeiner Garniſon, ſeinen Eltern, ſeinem Tun und Treiben
in Wiesbaden. Er antwortete offen und ehrlich, wie er’s
gewohnt war, mit der Beimiſchung von Befangenheit, die
ihn gut kleidete, und die ihm durchaus nichts Unſicheres,
nur etwas noch ſehr Jugendliches, Unverdorbenes gab.
Auf dem runden, mauriſchen Teetiſch ſummte der
kupferne Keſſel über dem blauen Spiritusflämmchen,
koſtbare, alte Taſſen mit reicher Goldverzierung an dem
perlmutterartig glänzenden Porzellan füllten ſich unter
den weißen, beringten, vollen Händen der alten Dame
mit dem angenehm duftenden, goldbraunen Trank. Eine
hohe Stehlampe mit plumpem Majolikakörper ver=
breitete
durch einen modernen Glühlichtbrenner helles
Licht im Umkreis des Teetiſches, aber weiterhin ver=
ſchwammen
Gegenſtände und Farben, nur eine Ampel
glimmte rot im kleinen, pflanzengeſchmückten Erker,
eine altdeutſche Laterne ſchankelte mit bunt funkelnden
Gläſeraugen über einer Truhenbank am rotbraunen
Kachelofen.
Gedämpftes Licht, matte Farbentöne, keine Diſſo=
nanzen
. Die Unterhaltung angeregt, aber nicht laut,
ein unterdrücktes Kichern des jungen Mädchens, ſonſt
der glatte, ruhig dahinfließende Plauderton vornehmer,
korrekter Menſchen.
Fräulein von Meppen blickte zuweilen, im Geſpräch
aufhorchend, durch den Spalt der mattfarbigen Portiere
ins ſpärlich erleuchtete Vorzimmer.

Weiß= u. Rotwein!
Das Beſte, was zum Preiſe von 70 Pfg.
pro Flaſche ohne Glas geboten werden
kann, bringe hiermit in empfehlende Erau
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Daun erdod ſe ſch enne e
digungswort. Ein leichter Tritt nahte, ſeidene Franen=
röcke
kniſterten, die Unterhaltung verſtummte unwill=
kürlich
, alle Blicke wandten ſich nach einer Richtung, ſo
merkte niemand, daß Hans von Haſſingen ſehr ver=
wirrt
ausſah, als er ſich gleich dem anderen Herrn
erhob.
Die ſchlanke Frau in gelber Seidenbluſe und gold=
braunem
Samtrock, die durch die Portiere raſch eintrat
und ſich mit der ruhigen Sicherheit der Weltdame Fräu=
lein
von Meppen zuwandte, verriet dagegen nichts von
Befangenheit, obgleich ſie von der Begegnung ebenfalls
überraſcht war.
Niemand fand es auffallend, daß Frau von Rieding
die beiden Offiziere kannte, war ſie doch auch mit
Schlettaus ſowie Fräulein von Meppen ſchon von der
Riviera her bekannt.
Eine ſo vielgereiſte Frau! Wie viel oberflächliche
Beziehungen mochte die da und dort geknüpft haben.
Sie ſchien ſich übrigens von der Ballnacht völlig er=
holt
zu haben, ihr Geſicht war von leichter Röte über=
haucht
, der müde Zug um ihren Mund verſchwunden.
An ihrer rechten Hand blitzte heute neben dem Ehe=
ring
ein Smaragd von wunderbarer Schönheit aus
einem Kranz kleiner Brillanten, ein ebenſolcher, nur
bedeutend größerer in gleicher Umrahmung, ſchloß den
auffallend hohen Kragen der ſchlichten Seidenbluſe.
Sie ſchien eine Vorliebe zu haben für hohe Hals=
kragen
und für Smaragden. Den Hut hatte ſie aufbe=
halten
, den Schleier jedoch ſchon draußen abgenommen.
Haſſingen ertappte ſich zuweilen dabei, daß er ſie
beobachtete und auf ihre Unterhaltung mit dem alten!

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e
liche Erzellenz ſprach für tanbe Ohren.
Sie merkte es nur zu raſch, und ein böſes Funkeln
trat in ihre dunklen, brennenden Augen.
Kennen Sie Frau von Rieding ſchon lange, Herr
von Haſſingen? fragte ſie ſcheinbar gleichgültig.
Der blonde Offizier zögerte. Sollte er lügen? Eine
ausweichende Antwort geben? Seine Ehrlichkeit
ſträubte ſich dagegen.
So ſagte er offen:
Ich lernte die gnädige Frau auf dem geſtrigen
Kurhausmaskenball kennen.
So, ſo!
Was hatte die Frau ſo boshaft zu lächeln? Warum
können Frauen wagen, wofür man einen Mann zur
Rechenſchaft zöge? Ob das ein Ausgleich war für Rechte,
die man ihnen verſagte?
Die brünette Frau hatte ſich befriedigt in ihren
niedrigen Seſſel zurückgelehnt, und als im Geſpräch
drüben eine Pauſe entſtand, rief ſie hinüber:
Ich höre eben, Sie waren geſtern auf dem Masken=
ball
, Liebſte, warum ſagten Sie uns früh kein Wort
davon, vielleicht wären wir mitgegangen.
Lena von Rieding wandte ſich ruhig um. Die
Maske der liebenswürdigen Weltdame lag undurch=
dringlich
auf ihrem Geſicht.
Es tut mir herzlich leid, Exzellenz, es war ein ganz
plötzlicher Entſchluß von mir, Sie wiſſen, ich liebe plötz=
liche
Entſchlüſſe.
(Fortſetzung=folat.)

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

106.

Dienstag, 1. Dtober.

1910.

Die dei Berechnung der Bieſerungen für die Arme zugrunde zu legenden Durch=
ſchnitsmarktpreiſe
im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat September 1910 für Hafer
16,60 Mk., für Heu 8,00 Mk., für Stroh 6,00 Mk. pro 100 Kilo betragen.
(19679

(1962oi
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung bringen wir zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 6. Oktober 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 11 bis 15. Oftober 1910.

Datum Tag Truppenteil Mer
der Abſ
von auer
ſperrung
bis Die Abſperrung
erſtreckt ſich 11. Oktbr.
13.
15. Dienstag
Donnerstag
Samstag Infanterie
Feldartillerie 1000 V.
100 N. 400 N.
400 N. Bis z. Landgraben
Ueber das ganze
Abſperrgelände.

Bekanntmachung.
Seitens der Armee=Konſervenfabrik zu Mainz iſt der Ankauf von Viktoriaerbſen,
weißen Speiſebohnen und Linſen aufgenommen worden.
Angebote ſind entweder an das nächſtgelegene Proviantamt oder direkt an die
Fabrik zu richten. Den Angeboten ſind ſtets Kochproben von mindeſtens ½ Liter beizufügen.
Die Preisforderung iſt entweder
a) frei Waggon Verladeſtation oder
b) frei Fabrikhof Mainz zu ſtellen.
Beim Verkauf frei Waggon Verladeſtation wird die Mitwirkung des nächſt=
gelegenen
Proviantamts in Anſpruch genommen. Es muß ſich dabei aber um die Ab=
nahme
von mindeſtens 10 Tonnen (200 Zentner) handeln, die beim Eintreffen des
abnehmenden Beamten ſo bereit geſtellt ſein müſſen, daß ſie unverzüglich übernommen
und verladen werden können. Soll die Abnahme auf beſonderen Wunſch des Ver=
käufers
an einem nicht mit Bahnſtation verſebenen Lagerorte erfolgen, ſo kann auch
dies geſchehen; der Verkäufer muß aber dann die Gefahr der Verſchlechterung, des
Unterganges uſw. der Frucht bis zur Verladeſtation in den Waggon tragen.
Beim Verkauf frei Fabrik Mainz iſt zu beachten, daß die Koſten für die Ab=
fuhr
der Frucht vom Hauptbahnhof Mainz nach der Fabrik 08 Pfg. für 100 kg betragen
und vom Verkäufer zu entrichten ſind. Einfuhrgebühr (Oktroß wird von der Stadt
Mainz für Hülſenfrüchte nicht mehr erhoben. Fracht und Abfuhrkoſten werden diesſeits
ausgelegt und bei der Abrechnung gekürzt.
Endlich werden den Landwirten auf Wunſch die Säcke für den Transport der
Früchte leihweiſe auf ihre Koſten überſand, vorausgeſetzt, daß ſie bereit ſind, für etwaige
Beſchädigungen und Verluſte aufzukommen.
Darmſtadt, am 6. Oktober 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
An die Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen, auf vorſtehende Bekanntmachung die Intereſſenten Ihrer
Gemeinden noch beſonders hinzuweiſen.
Darmſtadt, am 6. Oktober 1910.
(19678
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.
I. Nachdem die Maul= und Klauenſeuche in letzter Zeit wiederum eine größere
Verbreitung gefunden hat und namentlich auch in badiſchen Bezirken Heidelberg,
Schwetzingen und Weinheim aufgetreten iſt, beſteht für das Großherzogtum eine erhöhle
Gefahr der Seucheneinſchleppung. Um ihr zu begegnen, werden hiermit unter Auf=
hebung
der früheren Anordnungen folgende Anordnungen getroffen:
1. Auf Grund der Vorſchrift in § 56b Abſ. 3 der Reichsgewerbeordnung und des
§ 9 des Amtsblatts Nr. 8 Großh. Miniſteriums des Innern vom 3. Juli 1897
zu Nr. M. d. J. 15655, betr. Maßregeln zur Abwehr und Unterdrückung der
Maul= und Klauenſeuche, wird der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen
innerhalb des Kreiſes Darmſtadt vorläufig bis zum 30. November ds. Js.
verboten.
Auf Grund des § 8 des unter 1 bezeichneten Amtsblatts wird bis auf weiteres
vorgeſchrieben, daß die Führer von Schafherden, die durch den Kreis Darm=
ſtadt
durchgetrieben werden, mit dem Zeugnis eines beamteten Tierarztes ver=
ſehen
ſein müſſen, in dem das Freiſein der Herde von Maul= und Klauenſeuche
beſcheinigt iſt. Die Gültigkeitsdauer eines derartigen Zeugniſſes beträgt drei
Tage. Die Zeugniſſe ſind auf Verlangen dem Polizei= und ſonſtigen Aufſichts=
perſonal
in allen Fällen aber unaufgefordert der Bürgermeiſterei desjenigen

vorznzeigen, in deſſn Gemarlung die Herde zum Aufenhalt einge=
führt
wird.
3. Auf Grund des §6 des unter 1 bezeichneten Amtsblatts wird bis auf weiteres
angeordnet, daß Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine, welche aus zur
Zeit (Stand vom 8. Oktober 1910) verſeuchten Gebieten, nämlich aus den
preußiſchen Regierungsbezirken Königsberg, Gumbinnen, Allenſtein, Marien=
werder
, Berlin, Potsdam, Frankfurt a. O., Stettin, Köslin, Poſen, Bromberg,
Breslau, Liegnitz, Oppeln, Magdeburg, Merſeburg, Erfurt, Hannover, Hildes=
heim
, aus dem Königreich Sachſen, dem Großherzogtum Sachſen und nament=
flich
aus den badiſchen Bezirken Heidelberg, Schwetzingen. Weinheim in den
Kreis eingeführt oder auf Viehmärkten, insbeſondere auf Schlachtviehmärkten,
angekauft wurden und nicht zum Zwecke ſofortiger Schlachtung unmitelbar
in ein öffentliches oder Privatſchlachthaus übergeführt werden, an demienigen
Standorte, an dem ſie nach ihrer Einführung in den Kreis oder nach ihrer
Wegbringung vom Viehmarkte zuerſt eingeſtellt werden, mindeſtens 7 Tage
verbleiben müſſen und denſelben innerhalb der nächſten 14 Tage (nach Ablauf
der Ftägigen Quarantäne) nur verlaſſen dürfen, wenn ſie innerhalb jener Kon=
tumazzeit
nach dem Zeugnis des Kreisveterinärarztes keine ſeuchenverdächtigen
Erſcheinungen gezeigt haben. Die gleiche Anordnung gilt für Rindvieh, Schafe,
Ziegen und Schweine, die mit denen der Kontumaz unterſtehenden Tieren
während der Kontumazzeit zuſammen in einem Gehöfte untergebracht ſind.
Der Auftrieb von Klauenvieh aus den genannten verſeuchten Bezirken auf
einem Biehmarkt darf erſt ſtattfinden wenn die Tiere die vorgeſchriebene
Quarantäne in ſeuchefreiem Zuſtande überſtanden haben.
Alle Tiere, auf welche die obigen Vorſchriften anzuwenden ſind, müſſen
unverzüglich der Ortspolizeibehörde und von dieſer dem Kreisveterinäramt an=
gemeldet
werden.
Schlachtvieh darf von Händlern, die ausſchließlich mit ſolchem handeln, vor
der Verbringung auf einen Schlachtviehhof ohne Quarantänezwang in Gehöfte
eingeſtellt werden, wenn in dieſen anderes Vieh, insbeſondere Zucht= und
Nutzvieh, nicht eingeſtellt iſt oder verkehrt. Alle Tiere aber, die aus dem
Schlachtviehverkehr in andere Gehöfte als diejenigen verbracht werden, für die
die vorſtehende Ausnahme zugelaſſen iſt, unterliegen von da ab den Quaran=
täne
=Maßnahmen.
Die unmittelbare Ueberführung der der Qugrantäne unterſtellten Tiere in
ein öffentliches oder Privatſchlachthaus zum Zwecke ſofortiger Abſchlachtung
iſt auch vor Ablauf der Quarantänezeit zuläſſig.
II. In früheren Fällen konnte trotz der angeordneten Maßregeln der Weg der
Einſchleppung nicht feſtgeſtellt werden, ſo daß angenommen werden muß, dieſe ſei durch
Zwiſchenträger erfolgt, wobei der Verkehr der Biehhändler und Metzger in erſter Linie
in Betracht kommen dürſte. Wir nehmen daher Veranlaſſung, allgemein auf dieſe Ge=
fahr
aufmerkſam zu machen und raten den Landwirten dringend an, Viehhändlern und
Metzgern den Zutritt zu den Ställen nicht zu geſtatten.
*Darmſtadt, den 10. Oktober 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: v. Werner.
Darmſtadt, den 10. Oktober 1910.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Wir machen Sie auf vorſtehende Bekanntmachung beſonders aufmerkſam und
weiſen Sie an, die ortsübliche Veröffentlichung derſelben wiederholt zu veranlaſſen.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: v. Werner.
(19713id

Bekanntmachung.
Da die Maul= und Klauenſeuche in preußiſchen Regierungsbezieken, in dem
Königreich Sachſen und namentlich auch in Grenzbezirken des Großherzogtums Baden
feſtgeſtellt worden iſt, machen wir die Großh. Bürgermeiſtereien darauf aufmerkſam,
daß von einem etwaigen Seuchenausbruch oder auch nur von dem Verdacht eines
ſolchen das Großh. Kreisveterinäramt Darmſtadt ſofort telephoniſch in Kenntnis zu
ſetzen und das betreffende Gehöft ſofort zu ſperren iſt.
(19712
Darmſtadt, am 6. Oktober 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die Abhaltung der Viehmärkte zu Darmſtadt am 11. Oktober, 1. und 15. No=
vember
1910 wird auf Grund des § 28 des Reichsviehſeuchengeſetzes und der Ver=
fügung
des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 8. Oktober 1910 zu Nr. M.
d. J. II. 4995 wegen der beſtehenden Gefahr der Einſchleppung und Verbreitung der
Maul= und Klauenſeuche verboten.
(19721id
Darmſtadt, den 10. Oktober 1910.
Großh. Heſſiſches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.

Antihe Rachrichten des Groſherzagichen Polzeiants Darmſahdt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 5 Pinſcher, 1 Foxterrier 1 Boxer. 1 Pinſcher (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Oeffentliche Impftermine für den Stadtbezirk werden, ſo lange das Bedürfnis
dauert, jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in dem Schulhauſe in der Rundeturm=
ſtraße
abgehalten.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner, die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben vorgenom=
menen
Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht be=
nutzen
will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50 Impf=
ungen
vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen, bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau noch=
mals
gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen Kränk=
lichkeit
beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die natür=
lichen
Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
(13276a

Beraltnchung.
Montag, den 24. Oktober 1910, von nachmittags 2 Uhr ab,
beginnt die Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus, Kirchſtraße 9, dahier.
Es kommen zum Ausgebot:
Montag, 24. Oktober, von nachmittags 2 Uhr ab: Weißzeug und Kleidungsſtücke.
Dienstag, 25. Oktober, von nachmittags 2 Uhr ab: Gold, Silber, Brillanten,
Uhren und Ringe.
Mittwoch, 26. Oktober, von vormittags 9 Uhr ab: Photographiſche Apparate,
Muſikwerke, Geigen, Zithern, Operngläſer, Ferngläſer und Reißzeuge.
An demſelben Tage, von nachmittags 2 Uhr ab: Weißzeug und Kleidungsſtücke.

iee n erenerene e neee e
ſtücke.
An demſelben Tage von nachmittags 2 Uhr ab: Fahrräder, Nähmaſchinen, Regu=
lateure
, Wanduhren, Weißzeug und Kleidungsſtücke.
Freitag, 28. Oktober, von vormittags 9 Uhr ab und von nachmittags 2 Uhr ab:
Gold, Silber, Uhren, Ringe u. dal.
Montag, 31. Oktober, von nachmittags 2 Uhr ab: Weißzeug, Gold, Silber, Uhren,
Ringe ꝛc.
Nötigenfalls Fortſetzung der Verſteigerung: Dienstag, 1. November und
an den folgenden Nachmittagen von 2 Uhr at
Die zur Verſteigerung heranzuziehenden Pfänder ſind folgende: Nr. 35 245 bis
(19621soi
einſchließlich Nr. 67 794.
Die Verſteigerung findet gegen ſofortige Barzahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 7. Oktober 1910.
Die ſtädtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul, Vorſteher.

Verſteigerung.

Der zum Konkurs der Georg Hellmuth Eheleute gehörige
Nachlaß wird Mittwoch, den 12., und wenn nötig Donnerstag,
den 13. Oktober l. J., jeweils vormittags 9 und nachmittags
3 Uhr beginnend im Turnhauſe, Woogsplatz 3 (Kleiner Saal)
öffentlich gegen gleich bare Zahlung verſteigert.
Es kommen zum Ausgebot:
1 goldene Herrenzylinderuhr mit Kette, 1 gold. Damenuhr mit blauem
Emailledeckel und ächten Steinen, goldene Ringe, Broſchen, Ketten,
ſilberne Löffel und Gabeln ꝛc.
1 antike Kommode, 1 Pendule, 1 Säule mit Figur, Tiſche,
Schränke, Betten, Sofas, Waſch= und Nachttiſche mit Marmorplatten,
Teppiche, Bilder, Bücher, Lüſter u. Lampen, Kleider u. Weißzeug u. a. m.
Ferner: 1 große Partie Maskenanzüge aller Art, Masken=
und Kleiderſtoffe, Rohr= und Drahtpuppen ꝛc. ꝛc.
1 ganz neue Anſchlagmaſchine für Kon=
ditoreien
ꝛc.
Darmſtadt, den 7. Oktober 1910.
(19545soi
Der Konkursverwalter:
Karl Dechert.

zum
Lieferant geſucht Liefern
von Milch zum Wiederverkauf. Off. unt.
P 38 an die Exp. ds. Bl.
(*24994imf

unter 2 Stück die
1 Zughund, Wahl, iſt billig
abzugeben wegen Ueberfluß
(19649oi
Gg. Harsch, Hainſtadt i. O. bei Neuſtadt.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Oktober 1910.

Nummer 238.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 12. Oktober 1910, vormittags 10 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe) verſchiedene Möbel,
darunter:
Betten, Sofas, Vertikos, Spiegelſchränke, 1 Büfett, Kleiderſchränke, 1 Chaiſe=
longue
, Diwans, ferner Ladentheke, Ladenſchränke, 1 Ladenkontrollkaſſe,
Wirtstiſche und Stühle, verſchiedene Pferde, Coupees, Landauer, 1 Poſt=
kartenſtänder
, eine Partie Geſchäftsbücher, Kunſtblätter, Bilderleiſten, Anſichts=
karten
, 15 Dutzend Servietten, 1 Fingerring (Dublee), 1 Hund (Bernhardiner)
und eine Partie Wein und Zigarren
(19726
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet beſtimmt ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Georgenſtraße 11, I.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 12. Oktober 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale Zur Ludwigshalle (Obergaſſe) öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Mehrere Mille Zigarren, mehrere Flaſchen beſſeren Wein, 1 Partie Stoffe,
1 große Partie Herrenhüte, 1 Pianino, 1 Grammophon mit Platten und
Geſtell, Holzbearbeitungsmaſchinen, 1 Kaſſenſchrank, Papier= und Schnitt=
waren
, Geſchäftsbücher, Oelgemälde, 1 Warenſchrank, 1 Büfett, 1 Trumeau
mit Spiegel, 1 Vertikow, 1 Diwan, 1 Ausziehtiſch, 1 Sofa, 1 Kleiderſchrank,
1 Füllofen, 3 junge Schweine u. a. m.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände findet vorausſichtlich
beſtimmt ſtatt.
(19725
Darmſtadt, den 10. Oktober 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.

Freihändiger Möbel-Verkauf.
Von Dienstag, den 11. bis 13. Oktober 1910, den ganzen
Tag geöffnet, verkaufe ich freihändig zu Auktionspreiſen:
Vollſtänd. eiſ. und hölz. Betten, Bettſtellen und einz. Betteile, Kleiderſchränke,
Tiſche, Stühle, Seſſel, Waſch= und Nachttiſche, Vertikos, Diwan mit und ohne
Seſſel, Sofa, Spiegel, Garderobeſtänder, Regulat.=Uhren, Eisſchränke, Ofen=
ſchirm
, Gas= und Petroleumlampen, ſowie Lüſter, 2 Badewannen mit Ofen,
1 kompl. Wirtſchaftsbüfett, 2 Reſtaurationsſchränke und vieles Ungenannte
im Auktionssaal, Magdalenenstrasse 7.
Johannes Krummeck, Auktionator und Taxator,
Wohnung: Grafenstrasse 4.
(19734
Uebernahme von Verſteigerungen.

In unſer Handels=Regiſter B wurde heute
eingetragen hinſichtlich der Firma:
Bank für Handel und Induſtrie,
Darmſtadt.
Dem Bankbeamten Arthur Rehfeld und
dem Bankbeamten Kurt Lentz, beide in
Berlin, iſt Prokura für die Niederlaſſungen
in Berlin und Darmſtadt erteilt. (19672
Darmſtadt, den 1. Oktober 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

En unſer Handels=Regiſter B wurde heute
3 eingetragen hinſichtlich der Firma:
Holzbau Syſtem Meltzer
Geſellſchaft mit beſchränkter Haf=
tung
, Darmſtadt.
Der Geſchäftsführer, Ingenieur Guſtav
le Bell, iſt ausgeſchieden; an ſeiner Stelle
iſt der Ingenieur und Chemiker Dr. Karl
Diery in Darmſtadt zum Geſchäftsführer
(19671
beſtellt.
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Unterrichtsgegenſtände ſind: Hand= und Maſchinennähen, Flicken und Stopfen,
en, Bügeln, Kochen, hauswirtſchaftliches Rechnen und Deutſch.
Außerdem findet für vorgeſchrittene Schülerinnen ein Kurſus im Anfertigen von
leidern ſtatt.
Das Schulgeld beträgt:
a) für hieſige Schülerinnen monatlich eine Mark,
drei Mark.
b) für auswärtige Schülerinnen
In beſonderen Fällen kann es hieſigen Schülerinnen erlaſſen werden.
Anmeldungen für alle Abteilungen werden Donnerstag, den 13. d. Mts.,

Darmſtadt, den 7. Otober 1910.

Der Vorſtand:
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Unterrichtskurſe: Handnähen und Anfangsunterricht im Maſchinennähen.
Naſchinennähen und Wäſchezuſchneiden. Schneidern, Bluſenkurſus, Bügeln, Flicken,
eißſticken und Stopfen, Buntſticken, Freihandzeichnen, Spitzenklöppeln, Spindelgipüre,
holzbrandmalerei und Kerbſchnitt.
Anmeldungen werden entgegengenommen Samstag, den 8. Oktober, Diens=
ig
, den 11. Oktober, und Samstag, den 15. Oktober, vormittags von 10 bis
2 Uhr, im Vorſtandszimmer der Alice=Schule, Friedrichſtraße 4.
Die Kurſe zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen u. Handels=
urſus
beginnen im Frühjahr.
(19150isi
Der Vorstand.

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[ ][  ][ ]

Nummer 238.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Oktober 1910.

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Achtung
11
Achtung!
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Es ist richtig, dass der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband am 10. Oktober eine
allgemeine Ladenschluss-Ueberwachung im ganzen Reiche zur Durchführung brachte, um sein reich-
haltiges
Material für seine Forderung nach Einführung von Handelsinspektoren noch weiter zu ergänzen.
Die unterzeichnete Ortsgruppe des Verbandes nahm aber von dieser Sonder-Ueberwachung
am 10. Oktober Abstand, da sie zahlreiches Material über Uebertretung des 8 Uhr-Ladenschlusses
und der Sonntagsruhe zur Verfügung hat, sodass die Einführung von Handelsinspektoren auch für
Darmstädter Verhältnisse wohl begründet ist.
Wenn der Verein der Detaillisten, der Handelsverein und Rabatt-Sparverein, sowie die hie-
sige
Ortsgruppe des Verbandes deutscher Detailgeschäfte der Textilbranche es für weise und ratsam
halten, den Ueberwachungsbeschluss des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes seinen Mit-
gliedern
und allen anderen Ladengeschäfts-Inhabern in Form einer Warnung bekannt zu geben, dann
lässt dies für uns den ganz selbstverständlichen Schluss zu, dass diese Warnung eine Notwendigkeit ist.
Deutschnationaler
Handlungsgehilfen-Verband

Ortsgruppe Darmstadt.

(19715


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[ ][  ][ ]

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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Oktober 1910.

Nummer 238,

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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Oktober 1910.

Nummer 238.

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Pfr. Rennen zu Frankfurt a. M. Die ſchöne
Bahn im Stadtwäldchen war am Sonntag trotz des trü=
ben
Herbſtwetters auf allen Plätzen überfüllt. Von
den beiden Hauptkonkurrenzen bildete der nur von
drei Pferden beſtrittene Frankfurter Gold=Pokal eine
zahme Affäre. Der vor Cola Rienzi und Letizia füh=
rende
Erlkönig verſuchte, ſeinen Gegnern fortzulaufen
und erlangte zieka ſechs Längen Vorſprung. Im Ein=
laufbogen
wurde Erlkönig wieder eingeholt und war
gleich darauf geſchlagen. Letizia zog in der Diſtanz
leicht an Cola Rienzi vorbei. Weſentlich ſpannender
verlief das von elf Pferden beſtrittene Frankfurter
Handikap. Sideslip führte ein ſchnelles Rennen vor
Peerleß Pride of Weil und Theſſala, während Groß=
herzog
den Beſchluß hinter Herrenmeiſter und Aſtrue
bildete. 1400 Meter vor dem Ziele hatten Pride
Weil und Theſſala die Spitze vor Sideslip. Porcelaine
wurde dort angeritten und kam zu Fall. Im letzten
Bogen zog Pride of Weil dem Felde davon und ge=
wann
leicht mit zwei Längen gegen Burwood, der in
der Geraden an Großherzog undTheſſala vorbeiging.
Die einzelnen Reſultate waren:
Niederwald=Rennen; 10200 Mark, Diſtanz 1400
Meter: 1. Königliches Hauptgeſtüt Graditz’ Loki ( Bul=
lock
), 2. Papyrus (Weatherdon), 3. Donara (Child).
Tot. 17110, Platz 13, 25:10. Unplaziert: Maruſchka.
Leicht, 1½2½ Lg. Frankfurter Handikap; 1500 Mk.,
Diſtanz 3200 Meter: 1. Königl. Württemberg. Privat=
Geſtüt Weils Pride of Weil (Spear), 2. Burwood
(R. Francke), 3. Großherzog (Childs). Tot. 61110,
Platz 32, 31, 23:10. Unplaziert: Herrenmeiſter (4.), Si=
deslip
(5.), Theſſala (6.), Roi negre, Edelmann, Aſtruc,
Peerleß, Porcelaine (gef.). Sehr leicht, Hals Lg.
Louiſe=Rennen; 5000 Mark, Diſtanz 1400 Meter:
1. Herrn H. Suermondts Wagner (Spear), 2. Lo=
belia
(Bullock), 3. Patrize (Hughes). Tot. 67110, Platz
20, 15:10. Unpl.: Fälſcher. Sicher, 1½ Lg. Frank=
furter
Gold=Pokal; 15000 Mark, Diſtanz 2000 Meter:
1. Herren A. und C. v. Weinbergs Letizia (Childs),
2. Cola Rienzi (Cleminſon), 3. Erlkönig (Sumpter).
Tot. 20110; drei liefen. Sehr leicht, 43 Lg. Ver=
gleichs
=Rennen; 7800 Mk., Diſtanz 1400 Meter: 1. Hrn.
P. Pakheiſers Sand (Spear), 2. Amneſtie (Hughes),
3. Heil dir Licht (Blades). Tot. 14:10, Pl. 11, 16:10.
Unplaziert: Donatello. Ueberlegen, 45 Lg. Preis
von Donaueſchingen; Ehrenpreis und 4000 Mark,
Diſtanz 4500 Meter: 1. Hrn. A. Schwankes Chateau=
vert
(Leutn. Frhr. Zorn von Bulach), 2. Nickel=
könig
(Leutn. von Moßner), 3. Pomerol (Leutn. von
Raven). Tot. 57:10, Platz 26, 25:10. Unpl.: Comrade,
Athol, Volant. Ueberlegen 64 Lg.
sr. Schulze=Dresden gewinnt den Ber=
liner
Gepäckmarſch. Zum ſechſten Male fand
am Sonntag der vom Sportklub Komet veranſtaltete
Armee=Gepäckmarſch über 50 Kilometer ſtatt. Noch in
keinem Jahre hatte dieſe Konkurrenz eine derartige
Beteiligung aufzuweiſen wie diesmal, ſtellten ſich doch
nicht weniger als 215 Geher, darunter etwa 60 Solda=
ten
, dem Starter, der das Rieſenfeld kurz vor halb 10

Uhr abließ. Emmerich Rath=Prag, der Sieger der letz=
ten
Jahre, ſowie der Berliner Hermann Müller hiel=
ten
ſich wohl im Vordertreffen, erreichten aber nie die
Spitze. Die Marſchreſultate waren: 1. Alb. Schulze=
Dresden, 6 Stunden 23 Minuten 29½ Sek.; 2. L. Kry=
ſtek
=Athen 97 in 6:33:02; 3. Unteroffizier Frank (Garde=
Grenadierregiment V. Spandau), 6134:19; 4. Musketier
Obſt (Infanterie=Regiment 20, Wittenberg), 6:36:02;
. Grenadier Dickmann (Garde=Grenadierregiment
Spandau); 6. Worthy=Meteor; 7. Reiche=Marathon.
8. Buſſian=Marcomannia; 9. Unteroffizier Fritſche
(Alexander=Garde=Grenadierregiment); 10. O. Klein=
Heros. Insgeſamt erreichten 93 Geher innerhalb der
auf acht Stunden angeſetzten Maximalzeit das Ziel.
sr. Um die Weltmeiſterſchaft im Schach=
ſpiel
wird am 1. November in Berlin ein Match
zwiſchen dem derzeitigen Weltmeiſter Dr. Emanuel
Lasker und Janowski ſtattfinden. Ueber die Zahl der
Partien und die ſonſtigen näheren Bedingungen ver=
lautete
bisher nichts.

Vermiſchtes.
Aenderungen in König Georgs Haushalt. In
ſeinem Beſtreben, die Organiſation der Hofdienerſchaft
den Lebensgewohnheiten des neuen Herrſcherpaares an=
zupaſſen
, ſtößt König Georg auf weitaus größere Schwie=
rigkeiten
, als ſeinerzeit ſein Vater bei der Thranbe=
ſteigung
. König Eduard penſionierte damals den gan=
zen
Hofſtaat der Königin Viktoria und brachte ſeine
Dienerſchaft aus dem Marlborough=Houſe in den
Bſuckingham=Palaſt mit. König Georg konnte dieſem
Beiſpiel nicht folgen, weil er eine geringere Diener=
ſchaft
hielt, als ſein Vater in ſeiner Thronfolgerzeit;
er hat zwar alle Bedienten in den Königspalaſt mit=
genommen
, aber ihre Zahl reicht nicht entfernt aus, um
den Anforderungen des königlichen Hofhaltes zu ge=
nügen
. Der König hat daraufhin beſchloſſen, einen Teil
der alten Dienerſchaft ſeines Vaters zu behalten. Schon
die Auswahl, ſo weiß die engliſche Geſellſchaftszeit=
ſchrift
M. A. P. zu berichten, gab in der königlichen Ge=
ſindeſtube
Anlaß zu Unſtimmigkeiten. Dazu kommt
noch, daß König Georg ſich perſönlich um die Organi=
ſation
des Dienſtes bekümmert und eine Reihe teuer
bezahlter Sinekuren abgeſchafft hat. Die Bedienſteten,
die nicht penſioniert wurden, ſind mit dem neuen Re=
gime
nicht recht zufrieden, denn die alten Tage unbe=
ſchränkter
Bequemlichkeiten ſind zu Ende, und ſolche
Aenderungen haben natürlich nie den Beifall der=
jenigen
, die nun nicht mehr allein ihren Lohn einſtrei=
chen
ſondern auch Dienſt tun ſollen. König Eduards
Hofhalt beſchäftigte eine große Zahl von Kammerdie=
nern
, die keine beſondere Aufgabe hatten; nur hin und
wieder wurden ſie zum perſönlichen Dienſt befohlen,
d. h. ſie mußten ſich in den Korridoren aufhalten, um
eventuell die Mitglieder des Königshauſes zu verſtän=
digen
, die der König zu ſehen wünſchte. Die Zahl die=
ſer
Lakaien iſt nun vermindert; früher gab es viele
unter ihnen, die weitaus den größten Teil des Jahres
überhaupt nicht im Palaſt zubrachten, ſondern bequem
zu Hauſe ſaßen und nur hin und wieder einmal auf einen
Tag zum Dienſt befohlen wurden. Noch bitterer trifft
dieſe etwas verwöhnten Herren der Entſchluß des
Königs, jährlich längere Zeit in Windſor zu wohnen,
denn die Lakaien finden das Leben in Windfor ſehr
langweilig und ſind lieber in London, wo ſie auch weni=
ger
zu tun haben. Nun iſt verfügt, daß alle jene Die=
ner
, für die im Buckingham=Palaſt keine Verwendung
iſt, nach Windſor überſiedeln. Dabei ſind dies nur die
Präliminarien der Aenderungen, die König Georg
treffen will, wenn er erſt einen genaueren Einblick in

das Getriebe des Hofhaltes ſich verſchafft hat. Einen
großen Teil der weiblichen Hofbedienten hat Königin
Alexandra engagiert, die auch ihre alte Dienerſchaft aus
Sandringham vollſtändig beibehalten hat. Königin
Alexandra hat ihre Dienerinnen ins Königsſchloß mit=
genommen
, aber eine Anzahl neuer Kräfte mußte doch
angeſtellt werden. Der Thronfolger ſoll einſtweilen
keinen eigenen Hofhalt erhalten. In Windfor iſt dem
Prinzen von Wales zwar eine Zimmerflucht reſerviert,
aber ſeine perſönliche Dienerſchaft beſchränkt ſich auf
den Kammerdiener, der ſeit Jahren bei dem jungen
Prinzen ſein Amt innehat.

Gewinnanszug
der
223. Käniglich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
4. Klaſſe. 2. Ziehungstag. 8. Oktober 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 192 Mk. gezogen:
1. Gewinn zu 40 000 Mk. 272275
1 Gewinn zu 15000 Mk. 88105.
2 Gewinne zu 10000 Mk. 44225 121403s
2 Gewinne zu 5000 Mk. 91918 105925
6 Gewinne zu 3000 Mk. 4251 14963 133676 177380
199530 269275
15 Gewinne zu 1000 Mk. 3309 16295 16366 35607
67117 84079 128229 146616 147442 152932 175036
190329 199632 210439 216949
24 Gewinne zu 500 Mk. 63734 72726 87197 90318
110963 113531 137716 145802 146923 147850 182901
184681. 189222 211206 221993 225268 234214 242004
252026 284278 291428. 292229 292243 300175
78 Gewinne zu 400 Mk. 288 1158 12664 12948
18254 28311. 28806 31777 39695 44323 47576 54715
54808 65623 56354 59784 60628 63206 68003 72191
76237 76305 78315 82071 86172 87715 93152 102409
106432 112558 115470 116541 117381. 121918 132643
139721: 142908 144908 145452 151887 153672 154771.
158908 163257 163900 173549 175677 177909 185673
187899 191542. 194851.à 200298 200537 201392 203362
204839 209693 212307§ 215172 221274 222265 222573.
230767 238482 242723 243355 246814 247835 251441
255120 264967 272080 281210 282904 283049 297441.
300244
In der Nachmittags=Ziehung, wurden Gewinne
über 192 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 100000 Mk. 101310
1 Gewinn zu 20000 Mk. à 270527a
1 Gewinn zu 10000 Mk. 81461
4 Gewinne zu 5000 Mk. 9023 94900 1357901294562
4 Gewinne zu 3000 Mk. ½, 36478 1.06272 * 112054
244039
13 Gewinne zu 1000 Mk. 4052 54733 62751 74874.
93925 103180 131053½ 131417 147133 § 175989 288223
243044 282257
26 Gewinne zu 500 Mk. 8415 10748 50325 57533
77206 78066 114558 123704 126679 130912 155786
200750 209038 214618 220342 230985 233884 241181
249884 252608 253824 261647 262504; 266616 279975
302231.
675 Gewinne zu 400 Mk. 4333 5955 6327 13178
15727 19058 25304 29195 40651. 50194 61539 63052
69131 75883 79369 83309 85916 86890 91714 92269
94766 96233 100973 104345 108037 108672 111362
111780 113710 117132 120836 122861. 123820 141243
143685 146018 157777 169106 169667 172916 173507
174603 175190 176213 178881 181816 190526 201602
203569 211404 223853 227616 227955 229142 230351
232515 241996 244885 262505 268087 270668 270950
263562 283712 286698 294310 301745

Nachdruck verboten.
Gesunde Nerven
geben Arbeitsfreudigkeit, Energie, Erfolge in Beruf
und Leben. Beginnen die Nerven zu verſagen, ſo ent=
ſchwinden
Wohlergehen und Wohlbefinden bald, um
der Untätigkeit, Sorgen oder gar Schlimmerem Platz
zu machen. Auf Schwäche und Defekte der Nerven
ſind auch die meiſten körperlichen Leiden zurückzufüh=
ren
. Man achte deshalb bei der Körperpflege vor
allem auf Kräftigung ſeiner Nerven! Die normale
Lebensfunktion des Nervenſyſtems wird hervor=
gerufen
durch eine eigentümliche, in den Nerven ent=
haltene
Subſtanz: Lecithin oder auch direkt Ner=
venſubſtanz
genannt. In den Nerven der an fort=
ſchreitender
Entkräftung Leidenden kann man mikro=
ſkopiſch
auch einen fortſchreitenden Schwund dieſer
Nervenſubſtanz nachweiſen, und umgekehrt, hat man,
ſobald Schwachen und Zurückgebliebenen die fehlende,
bezw. geſchwundene Nervenſubſtanz in geeigneter
Form zugeführt wurde, ſtets eine auffallende Beſſer=
ung
des Allgemeinbefindens wahrgenommen, mit der
in gleichem Maße ein mikroſkopiſch nachweisbares An=
wachſen
dieſer Nervenſubſtanz in den einzelnen Ner=
ven
einherging. Kräft und Geſundheit der Nerven
ſind alſo abhängig von ihrem Reingehalt an Nerven=
ſubſtanz
. In der Tat ſtellt die Ernährung der Nerven

bei allen Schwächezuſtänden mit Leeithin einen der
glücklichſten Erfolge der modernen Wiſſenſchaft dar.
Längere Zeit ſchien zwar die Gewinnung von Nerven=
ſubſtanz
(Leeithin) im großen zur allgemeinen An=
wendung
ſehr ſchwierig, ja unmöglich.
Seitdem es aber Profeſſor Dr. Habermann und
Dr. Ehrenfeld gelungen iſt, ein wirklich phyſiologiſch
reines Leeithin (Nervenſubſtanz aus Eidotter) nach einem
patentamtlich geſchützten Verfahren und zu mäßigen
Preiſe herzuſtellen, das nur für Biveitin verwendet
wird, ſind auch alle bisher fehlgeſchlagenen Verſuche
mit älteren, weniger geläuterten Leeithinpräparaten
auf das glänzendſte überwunden; die günſtigen, aus
den Werkſtätten phyſiologiſcher Forſchung gemeldeten.
Erfolge mehren ſich in ungeahnter Weiſe, und jeder
hat Gelegenheit, ſie an ſich nun durch Anwendung mit
Biveitin ſelbſt kennen zu lernen. Die Ergänzung der
täglichen Nahrung des körperlich oder geiſtig Schwa=
chen
durch einige Kaffeelöffel Biocitin bewirkt bald in
den meiſten Fällen Wiedererlangung bezw. Steigerung
ſeiner früheren Nervenſpannkraft. Energie und Ge=
ſundheit
erwecken ihm wieder neue Hoffnung und
neue Freude an Beruf und Tätigkeit.
Wenn jemals ein Kräftigungs= und Nährpräparat
uneingeſchränktes Vertrauen verdient, ſo iſt es Bioei=
tin
! Weit entfernt, irgendwie ein Medikament vor=
ſtellen
zu wollen, iſt es vielmehr lediglich aus den
leichteſt verdaulich und chemiſch unangetaſteten, un=
veränderten
Wertanteilen von Eidotter und

Milch hergeſtellt (die ſchwer verdaulichen ſind daraus
entfernt), und beſitzt von dieſem als wirkſamſten
Hauptbeſtand 10 Prozent nach dem patentierten Ver=
fahren
von Prof. Dr. Habermann und Dr. Ehrenfeld
hergeſtellte Nervenſubſtanz.

Querſchnitt eines ge= Querſchnitt eines degener. Nervenbündels: ein großer
ſunden Nerven=
Teil derNervenſaſern iſt vollſtändig zugrunde gegangen
bündels
durch Mangel an geeigneter Stoffzufuhr (reines Lecithin)

Biocitin iſt unſtreitig das ver=
trauenswerte
Mittel zur Hebung de
Geiſtes= und Körperkraft, zur Stärkun
der Nerven, Geſundheit und Lebens=
energie
für jedermann, den Säugling
den Greis, den Leidenden und Ueber
anſtrengten.
Bivcitin iſt in allen Apotheken und Drogenhand=
lungen
erhältlich. Ausführliche Broſchüre und
ſchmacksmuſter ſendet koſtenfrei die Biocitinfabrik
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[ ][  ][ ]

Nummer 238.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 11. Oktober 1910.

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