Darmstädter Tagblatt 1910


06. Oktober 1910

[  ][ ]

173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Abonnementspreis
monatl., 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk., aus=
wärts
nehmen die Poſtämter u. die Agen=
u
. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
ſchriebenen
Tagenwirdnicht übernommen.

Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
den Annoncen=Expeditionen. Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

N 234.

Donnerstag, den 6. Oktober.

1910.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Nevolution in Portugal.
** Die ſeit längerer Zeit aus Liſſabon gemeldeten
Anzeichen einer bevorſtehenden Revolution in Por=
tugal
haben ſich als richtig erwieſen. In Madrid ging
von einem deutſchen Schiff, das in Liſſabon ankert, aus
Santander die Meldung ein, wonach in Liſſabon
am Dienstag die Revolution ausgebrochen
iſt. Kriegsſchiffe bombardieren das Königspalais,
wo Revolutionäre republikaniſche Fahnen hißten.
Von anderer Seite wird gemeldet, daß der
König gefangen genommen worden ſei.
Mehrere Pariſer Blätter verbreiten die Nachricht,
wonach mittels Telefunken von einem in den portugieſi=
ſchen
Gewäſſern liegenden Schiff gemeldet ſei, daß am
Dienstag um 2 Uhr nachmittags das Bombardement des
Königspalais durch die Kriegsſchiffe begonnen habe. Ein
großer Teil der Armee und die ganze Marine ſei auf
ſeiten der Revolutionäre. Der Zugang zur Stadt ſei ab=
geſperrt
; es ſei aber unmöglich, nähere Einzelheiten zu
erlangen.
Andere Blätter erhalten aus London und Mailand
Gerüchte über den Ausbruch der Revolution. Der Daily
Mail wird aus London telegraphiert, daß der König
der Gefangene der Revolutionäre ſei, wäh=
rend
dem Figaro gemeldet wird, der König habe
Liſſabon verlaſſen. Der portugieſiſche Geſandte
in Paris, der um 3 Uhr morgens von einem Bericht=
erſtatter
verſtändigt wurde, erklärte, daß er keinerlei der=
artige
Mitteilung erhalten habe, und er hoffe, daß die=
ſelbe
unrichtig ſei. Er ſei überzeugt, daß die Armee mit
den Republikanern nicht zuſammengehe. Mehrfach wird
vermutet, daß die Ermordung des Irrenhausdirektors
und republikaniſchen Deputierten Lombarda durch einen
geiſteskranken Offizier die Republikaner beſtimmt hat, das
Signal zur Revolution zu geben.
Der in Paris weilende Führer der portugieſiſchen Re=
publikaner
Magelhäs Lima erklärte einem Mitarbei=
ter
des Matin: Die Revolution überraſcht uns nicht. Wir
haben ſie ſeit langem angekündigt. Wir hatten gehofft,
daß die Aenderung der Regierungsform ſich in Ruhe und
Ordnung lediglich durch die Wirkung des frei ausgedrück=
ten
Volkswillens vollziehen werde. Die Hartnäckigkeit
und Verblendung der Machthaber hat dies nicht erlaubt.
Bereits am 8. September hatten wir von einem Ge=
währsmanne
, der mit den politiſchen Verhältniſſen in Por=
tugal
genau vertraut und eben von dort zurückgekehrt war,
ein Stimmungsbild von der Lage in Portugal wie=
dergegeben
, in dem es hieß:
Nach den Wahlen iſt einige Ruhe in Portugal einge=
treten
. Aber dieſe Ruhe iſt nur ſcheinbar. Alle Anzeichen
ſprechen dafür, daß Portugal einer ſchweren Zeit
entgegengehd. Noch iſt es gelungen, eine peym:
blikaniſche Mehrheit im Parlamente zu verhindern. Aber
damit iſt nichts gewonnen. Die republikaniſche Partei
nimmt von Tag zu Tag an Macht und Anſehen zu und
macht kein Hehl daraus, daß ihr nächſtes und wichtigſtes
Ziel die Vertreibung der Dynaſtie, die Abſchaffung des
Königtums iſt. Die Bevölkerung der großen portugieſiſchen
Städte, namentlich die von Liſſabon und Oporto, iſt re=
publikaniſch
. Das beweiſt allein ſchon die Tatſache, daß
die Munizipalverwaltung dieſer Städte ausſchließlich aus
Republikanern beſteht. Die Führer der republikaniſchen
Partei gehören der Elite der Nation an. Man kann ſich
von der Ausbreitung des Republikanismus in Portugal
eine Vorſtellung machen, wenn man einmal mit eigenen
Augen geſehen hat, welche Popularität dieſe republikani=
ſchen
Größen beim Volke genießen, wie Jung und Alt
ihnen zujubelt, wo ſie ſich zeigen, und ſogar die Gendarmen
in den Straßen von Liſſabon ihnen den Gruß erweiſen.
Und man gewinnt einen Begriff von der Gefahr, in der
das Königtum ſchwebt, wenn man an den Straßenecken
fliegende Händler die Bilder der beiden Mörder, denen am
1. Februar 1908 König Dom Carlos I. und der Kron=
prinz
zum Opfer fielen. ungehindert von der Polizei an die
Vorübergehenden feilbieten ſieht.
Der junge König Dom Manoel iſt nicht beliebt.
Er iſt ſchwach, ängſtlich und beſitzt auch nicht die nötige
Reife des Geiſtes, um den Ernſt der Lage zu erkennen.
Hauptſächlich aber wirft man ihm vor, daß er blindlings
den Ratſchlägen ſeiner Mutter, der Königin Amélie,
folgt, die bekanntlich eine Prinzeſſin von Orleans und
wegen ihrer ſtreng klerikalen Geiſtesrichtung verhaßt iſt.
Die Republikaner erklären unverblümt, daß ſie unge=
fähr
ſo, wie es in Braſilien mit einem anderen Zweige
des Hauſes Braganza geſchah der Dynaſtie klarmachen
wollen, daß ihre Rolle ausgeſpielt iſt und ſie das Land
verlaſſen muß. Aber wenn die kleine reaktionäre und
klerikale Hofpartei, die ſich um die Königin=Mutter und
den König ſchart, dieſen zum Widerſtande verleitet. ſo

wird ſich die unabwendbare Revolution ſchwerlich auf ſo
unblutigem Wege vollziehen.
Von anderer Seite wurden damals alle dieſe Mel=
dungen
, die ſich jetzt bewahrheiten, für falſch oder über=
trieben
erklärt. Dasſelbe war aber auch vor der Ermor=
dung
des Königs geſchehen.

Holland und die Schiffahrtsabgaben.
Man ſchreibt Berliner Blättern aus dem Haag: In
deutſchen Blättern iſt die Nachricht verbreitet, zwiſchen
dem Miniſter des Aeußern van Swinderen und dem deut=
ſchen
Geſandten Baron Gevers habe am 29. v. Mts. eine
Konferenz ſtattgefunden, in deren Verlauf der Miniſter
die abſolute Unmöglichkeit eines etwaigen Nachgebens der
holländiſchen Regierung in der Frage der Schiffahrts=
abgaben
feſtgeſtellt hätte. Ueber den Inhalt dieſer Unter=
redung
ſoll Herr van Swinderen dem Vertreter eines
deutſchen Blattes unmittelbar darauf Mitteilungen ge=
macht
haben: Man wird gut tun, dieſe Nachricht trotz der
Beſtimmheit ihrer Angaben mit größter Vorſicht aufzu=
nehmen
. Denn es ſpricht jede Wahrſcheinlichkeit dagegen,
daß der holländiſche Miniſter eine derartige Mitteilung
gemacht hat. Einmal hat die niederländiſche Re=
gierung
bisher noch gar keinen Anlaß gehabt,
zu der Frage der Schiffahrtsabgaben irgendwie amtlich
Stellung zu nehmen, weil ja auch die Reichsregierung ge=
genwärtig
noch nicht in der Lage war, in irgend welche
internationalen Verhandlungen einzutreten, da der vom
Bundesrat angenommene Geſetzentwurf vom Reichstage
noch nicht verabſchiedet worden iſt. Ob er in der vom
Bundesrat beſchloſſenen Form angenommen wird, ſteht
zurzeit noch dahin. Wenn nun aber zwiſchen dem Mini=
ſter
van Swinderen und dem deutſchen diplomatiſchen
Vertreter eine rein private Ausſprache über die Angelegen=
heit
ſtattgefunden hätte, ſo wäre es im höchſten Grade
unwahrſcheinlich, daß der niederländiſche Staatsmann
einem Preſſevertreter derartige Mitteilungen gemacht ha=
ben
ſolle, die mit dem im diplomatiſchen Verkehr herkömm=
lichen
Brauch in denkbar ſchroffſtemGegenſatz ſtänden. Denn
eine ſolche Erklärung würde den Eindruck erwecken, als
ob damit auf den Gang der ſo nahe bevorſtehenden par=
lamentariſchen
Behandlung der Vorlage in Deutſchland
ein Einfluß ausgeübt werden ſollte. Hierdurch würde
aber in die ſpäteren Verhandlungen eine unnötige Schärfe
hineingetragen, die im Verkehr zwiſchen den Regierungen
zweier befreundeter Staaten durchaus unerwünſcht iſt.
Wie wenig übrigens gerade in dieſer Frage ein vorzei=
tiges
Unannehmbar angebracht iſt, hat das Schickſal
der Vorlage bei den Verhandlungen im Bundesrat be=
wieſen
, wo ſie bekanntlich trotz des anfänglich ſchärfſten
Gegenſatzes einzelner Bundesregierungen ſchließlich doch
einſtimmig angenommen wurde.

Der Wechſel im ruſſiſchen Miniſterium
des Auswärtigen.
C) Die Ernennung des Herrn v. Iswolski zum
ruſſiſchen Botſchafter in Paris an Stelle des verſtorbenen
Herrn v. Nelidow iſt nunmehr amtlich bekanntgegeben
worden, und es kann als ebenſo gewiß angeſehen werden,
daß ſein bisheriger Gehilfe, der Kammerherr und Wirk=
liche
Staatsrat S. Saſonow, ſein Nachfolger werden
wird. Es iſt nach der Anſicht maßgebender Berliner
Kreiſe, wie die N. G. C. ſchreibt, wahrſcheinlich, daß Herr
Saſonow als Leiter der auswärtigen Politik des Zaren=
reiches
nicht ganz in den gleichen Bahnen wandeln wird
wie ſein Vorgänger. Er wird vorausſichtlich bemüht ſein,
den national=ruſſiſchen Standpunkt mehr
als Herr v. Iswolski zur Geltung zu bringen. Es ſoll
damit nicht geſagt ſein, daß man von Herrn Saſonow
eine unbedingt deutſch=freundlichere Haltung als von
Herrn v. Iswolski zu erwarten haben wird. Aber er
wird, wenn beſtimmte Anzeichen nicht trügen, ohne Ruß=
lands
Bündnis mit Frankreich und die Entente mit Eng=
land
anzurühren, ſchwerlich den Weſtmächten gegenüber
eine ſo weitgehende Nachgiebigkeit und Gefälligkeit an den
Tag legen wie Herr v. Iswolski. Für das ruſſiſche
Kabinett bedeutet die Betrauung des Herrn Saſonow mit
dem Porteſeuille der auswärtigen Angelegenheiten eine
innerliche Stärkung und eine Vermehrung ſeiner Einheit=
lichkeit
. Denn Herr Saſonow iſt, wie man weiß, nicht nur
ein Freund, ſondern auch ein naher Verwandter des
Herrn Stolypin, des Miniſterpräſidenten. Herr Saſo=
now
und Herr Stolypin ſind Schwäger; ſie haben Schwe=

ſtern, Urenkelinnen des berühmten Feldmarſchalls Fürſten
Suworow, zu Frauen.
Herr Saſonow iſt noch verhältnismäßig jung, näm=
lich
45 Jahre alt. Er hat alſo eine ſehr ſchnelle und glän=
zende
Laufbahn zurückgelegt. Gleich nach Abſolvierung
des kaiſerlichen Lyzeums in St. Petersburg trat er in das
Miniſterium des Auswärtigen ein und wurde zunächſt
in deſſen Kanzlei beſchäftigt. Dann kam er als Botſchafts=
ſekretär
nach London. Den größten Teil ſeiner Karriere
hat er jedoch in Rom zugebracht, zuletzt, vom 18. April
1906 ab, als Miniſterreſident beim Vatikan. Im Juni
1909 wurde er an Stelle des als Botſchafter nach Konſtan=
tinopel
verſetzten Herrn v. Tſcharylow Gehilfe im
St. Petersburger Miniſterium der auswärtigen Angele=
genheiten
.
Deutſches Reich.
Zur Kronprinzenreiſe. Der Kronprinz
bereitet ſich, wie die N. G. C. mitteilt, ſeit längerer Zeit
in eingehendſter Weiſe auf ſeine große Fahrt nach Aſien
vor. Schon ſeit Anfang Juli läßt er ſich über die Ge=
biete
, die er auf ſeiner Reiſe berühren wird, regelmäßig
wiſſenſchaftliche Abendvorträge halten, die an der Hand
von Karten und Lichtbildern die Grundzüge der Geo=
graphie
der einzelnen Länder, ihr Klima, ihre Pflanzen=
und Tierwelt, die ethnographiſchen Verhältniſſe, die
hiſtoriſche Entwickelung, die großen Fragen wirtſchaft=
licher
, kolonialer und politiſcher Natur, die im fernen
Oſten vorliegen, ausführlich behandeln. Dieſe Vorträge,
die im Marmorpalais ſtattfinden, und an denen die Kron=
prinzeſſin
regelmäßig teilnimmt, ſind dem bekannten For=
ſchungsreiſenden
Dr. Georg Wegener übertragen, der ge=
genwärtig
in der Berliner Hochſchule lehrt und in Fach=
kreiſen
als einer der beſten Kenner Aſiens gilt.
Ueber die Reichswertzuwachsſteuer
finden zurzeit im Reichsſchatzamt erneute Beſprechungen
mit Sachverſtändigen ſtatt. Die Auswahl der Sachver=
ſtändigen
iſt unter tunlichſter Berückſichtigung der verſchie=
denen
Teile des Reiches getroffen worden.
In der Angelegenheit der auswärtigen
Journaliſten in Berlin, die während der Streik=
unruhen
in Moabit verletzt wurden, hatte der Vorſtand
des Vereins der ausländiſchen Preſſe in Berlin ſich am
1. Oktober mit einer Eingabe an den Reichskanzler ge=
wandt
. Dem Vorſtande ging im Auftrage des Reichs=
kanzlers
von dem Unterſtaatsſekretär Wahnſchaffe eine
Erwiderung zu, in der mitgeteilt wird, daß auch der
Reichskanzler die Erlebniſſe der betroffenen Herren be=
dauert
. Der Vorfall werde durch den Miniſter des In=
nern
geprüft, der dem Vorſtand von dem Ergebnis Mit=
teilung
machen werde. Beſondere Maßregeln zum Schutze
der Preſſevertreter unterlägen zur Zeit der Erörterung
beim Polizeipräſidenten, dem bereits Anregungen aus
journaliſtiſchen Kreiſen in dieſer Richtung zugegangen
ſeien. Er werde etwaige Vorſchläge des Vereins der aus=
ländiſchen
Preſſe gern entgegennehmen.
Die Ernennung des Unterſtaatsſekre=
tärs
im Kolonialamt Dr. Böhmer iſt, wie der
Berl. Lokalanzeiger gegenüber anders lautenden Darſtel=
lungen
erfährt, auf Vorſchlag des Staatsſekretärs im
Reichskolonialamt Dr. von Lindequiſt erfolgt. Der Kaiſer
hat alſo die Vorſchlagsliſte des Staatsſekretärs nicht ver=
worfen
. Herrn von Lindequiſt war es darum zu tun,
einen beſonders mit Kommunal= und Gewerbe= Angelegen=
heiten
genau vertrauten Herren auf jenen Poſten zu be=
kommen
. Die wenige Wochen vorher von Dr. Böhmer
bei der vierzigſten Gedenkfeier von Gravelotte gehaltene
Rede hatte ſelbſtverſtändlich mit ſeiner jetzigen Verufung
nichts zu tun. Dagegen iſt es keineswegs unwahrſchein=
lich
, daß der Statthalter Graf Wedel, bei ſeinem ſpäteren
Berliner Aufenthalt über Dr. Böhmer befragt, denſelben
als beſonders geeignet für den Reichsdienſt bezeichnet hat.
Friedensſchluß in der Metallindu=
ſtrie
? Die Einigungsverhandlungen zwiſchen den Ver=
tretern
des Geſamtverbandes der Metallinduſtriellen und
den Abgeordneten der Arbeiterorganiſationen wurden am
Dienstag nach einer kurzen Mittagspauſe fortgeſetzt und
gegen 6 Uhr abermals unterbrochen. Es ſoll den Vertre=
tern
der Arbeiterſchaft Gelegenheit gegeben werden, den
Organiſationsleitungen Bericht zu erſtatten und die Vor=
bereitungen
für die auf Mittwoch abend angeſetzten Ver=
ſammlungen
der organiſierten Werftarbeiter zu treffen.
Die in den Kommiſſionen am Dienstag getroffenen Ab=
machungen
werden noch geheim gehalten. Trotzdem ver=
lautet
auf das beſtimmteſte, daß eine mittlere Linie gefun=

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Nummer 234.

den worden iſt, auf der man ſich einigen könne. In der
auf Mittwoch abend 8 Uhr anberaumten letzten Verſamm=
lung
, in der eine Beſprechung der Kommiſſion ſtattfindet,
dürfte der endgültige Friedensſchluß erfolgen (?), der nicht
nur dem achtwöchigen Ausſtande der Werftarbeiter ein
Ende bereiten, ſondern auch einen Arbeitskampf verhin=
dern
würde, wie er noch niemals das deutſche Wirtſchafts=
leben
erſchüttert hat.
Der bisherige Chef der national=
liberalen
Partei Badens, Landgerichtsdirektor
Dr. Obkircher, iſt von der Leitung ſeiner Partei zurück=
getreten
.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
vom böhmiſchen Landtag. Die vom Land=
tage
gewählten nationalen Ausgleichskommiſſionen haben
ihre Beratungen begonnen. Es findet Generaldebatte
ſtatt. Insbeſondere kommen die nationale Teilung des
Landesausſchuſſes und die Bildung nationaler Kurien im
Landtage zur Erörterung. Die Stimmung iſt im allge=
meinen
günſtig.
Türkei.
Die Anleihe. Der Unterredung des franzöſiſchen
Botſchafters Bompard mit dem Großweſir wird eine große
Bedeutung für die Bedingungen der Kotierung der tür=
küiſchen
Anleihe an der Pariſer Börſe beigelegt, doch wird
hierüber ſtrengſtes Stillſchweigen beobachtet. Der Options=
termin
des von dem Finanzminiſter Dſchavid Bey mit
dem Crédit Mobilier abgeſchloſſenen Anleihevertrages ſoll
am 14. Oktober ablaufen. Yeni Gazetta erklärt die Mel=
dung
für unbegründet, nach der die Crédit Mobilier=
Gruppe bezüglich der türkiſchen Anleihe ſich mit der Otto=
manbank
verſtändigte.
Aegypten.
Abdankung des Khedive. Bezüglich der Ge=
rüchte
über die Abdankung des Khedive Abbas Hilmi er=
klärt
ein hervorragendes Mitglied der ägyptiſchen Natio=
nalpartei
im Paris Journal, daß die Abdankung tatſäch=
lich
entſchieden und nur noch eine Frage von wenigen
Tagen ſei. Dieſes Ereignis, das den größten Einfluß
auf die Geſchichte Aegyptens ausüben werde, ſei durch die
Haltung des Khedive unvermeidlich geworden, der ſtets
eine zweideutige Politik befolgt und ſowohl den ägyp=
tiſchen
Nationaliſten wie den Engländern und Türken
gegenüber ein Doppelſpiel getrieben habe. Die ägyptiſchen
Nationaliſten hoffen, daß Aegypten unter dem neuen
Khedive die langerſehnte Verfaſſung erhalten werde. Der
Erbprinz Abdul Mouneim ſtehe vollſtändig unter dem
Einfluß ſeiner von liberalen Ideen erfüllten Mutter.
China.
Ueber drohende Unruhen in China kommt
wieder einmal böſe Kunde. Eine fremdenfeindliche Bewe=
gung
ſoll ſich geltend machen. Wie aus Paris gemeldet
wird, beſtätigen Drahtmeldungen dem dortigen Auswär=
tigen
Amt dieſe Nachricht. Sie berichten von einer anti=
dynaſtiſchen
Agitation der Borer, die nach jahrelangem
Ruhen wieder von ſich hören laſſen und Fremde ſowie
Regierungsbeamte bedrängen. Infolge dieſer verſchärften
Lage haben ſämtliche auf Urlaub in Europa weilenden
franzöſiſchen Konſuln Anweiſung erhalten, dieſen abzu=
brechen
und ſich unverzüglich auf ihren Poſten nach China
zurückzubegeben. Vorläufig betrachten wir dieſe Alarm=
meldung
noch mit ſkeptiſchem Auge.
* Das belgiſche Königspaar in Wien. Bei
dem zu Ehren des Königs und der Königin der Belgier in
der Hofburg gegebenen Galadiner brachte Kaiſer
Franz Joſef in franzöſiſcher Sprache einen Trinkſpruch
aus, in dem er dem Königspaar für den Beſuch dankte,
den er als einen Freundſchaftsbeweis ſchätze, der nicht er=

Verſchollene Univerſitäten.
H.F. In Berlin rüſtet man ſich zu einer großen
akademiſchen Jubelfeier, zum hundertjährigen Grün=
dungsfeſt
der Friedrich Wilhelms=Univerſität, der größ=
ten
Hochſchule des Reiches, die faſt 10000 akademiſche
Bürger zählt. Zahlreich ſind die Stätten der Wiſſen=
ſchaft
im deutſchen Vaterlande, wo die akademiſche
Jugend zu ernſter Arbeit und frohem Studentenleben
vereinigt iſt, aber nicht minder groß iſt die Zahl der
alten deutſchen Univerſitäten, deren Ruhm verklungen
iſt. Ihre Dächer ſind gefallen und der Wind ſtreicht
durch die Hallen.
Zur Zeit der deutſchen Kleinſtaaterei legte jeder
Fürſt Gewicht darauf, eine eigene Hochſchule in ſeinem
Ländchen zu haben. So entſtanden viele Univerſitäten,
denen meiſt freilich keine lange Lebensdauer beſchieden
war. Auch die Kirche ließ ſich die Gründung von ge=
lehrten
Akademien gern angelegen ſein. Schon im 12.
Jahrhundert war im italieniſchen Bologna die erſte
Univerſität begründet worden. Die Pariſer Hoch=
ſchule
erſtand im Jahre 1213. Die erſte deutſche alma
mater wurde in Prag im Jahre 1348 eröffnet. Im
Jahre 1386 aber wurde die Heidelberger Univerſi=
tät
eingeweiht.
Damit trat Deutſchland in die Epoche der Hochſchul=
gründungen
ein. Insgeſamt 21 Univerſitäten ſind im
Reiche vorhanden. Die älteſten ſind: Heidelberg, Würz=
burg
, Leipzig, Roſtock, Greifswald die älteſte preu=
ßiſche
. Wie viele aber ſind aus dem Gedächtnis der
Menſchheit faſt entſchwunden!
Im alten heiligen Köln am Rhein taten ſich am
8. Januar 1389 zwei Dutzend Magiſter als Univerſitgs
zuſammen. Die meiſten waren aus Paris gekommen,
drei aus Prag. Sie waren Kanoniker kölniſcher Stif=
ter
. Den Unterricht erteilten ſie in Kirchen, Klöſtern
und Kreuzgängen. Die Hochſchule machte nie von ſich
reden. Als ſie im Jahre 1801 aufgehoben wurde, erlitt
die Wiſſenſchaft keinen Verluſt.
In der Blumenſtadt Erfurt wurde im Jahre 1392
eine Univerſität gegründet, die beſonders im fünfzehn=
ten
Jahrhundert blühte. Sollte der Umſtand, daß das
gute Naumburger Bier zollfrei eingeführt werden
durfte, zu dem ſtarken Beſuche beigetragen haben? Im

mangeln werde, dazu beizutragen, die ausgezeich=
neten
Beziehungen, die ſeit langem zwiſchen
Belgien und Oeſterreich=Ungarn beſtehen, noch
inniger zu geſtalten. Der Kaiſer ſchloß: Indem ich
Eurer Majeſtät das Regiment verleihe, deſſen verehrte In=
haber
weiland König Leopold II. und deſſen Vater, =
nig
Leopold I., waren, bitte ich Sie, dieſe Bekundung mei=
ner
aufrichtigen Freundſchaft als einen Beweis der Wert=
ſchätzung
entgegenzunehmen, die ich der Beſtändigkeit un=
ſerer
Beziehungen beimeſſe. Der König der Belgier
erwiderte darauf mit einem Trinkſpruch in franzöſiſcher
Sprache, in dem er für die Begrüßungsworte des Kaiſers
dankte und ſagte: Wir hegten den heißen Wunſch, in die=
ſer
ſchönen Hauptſtadt den erlauchten Monarchen begrüßen
zu können, dem alle Völker ſeiner Staaten ſeltene Liebe
entgegenbringen; denn ſie wiſſen, daß durch mehr als 60
Jahre all ſein Denken und jede Regung ſeines Herzens
von der Sorge für ihr Glück und Wohlergehen beſeelt
waren. Ebenſo lebhaft wünſchten wir Eure Majeſtät per=
ſönlich
unſere Glückwünſche zu dem freudigen Feſte darzu=
bringen
, das vor einigen Wochen unter den jubelnden
Kundgebungen Ihrer Untertanen gefeiert wurde, und dem
ſich alle auswärtigen Fürſten angeſchloſſen haben, deren
Blicke auf den Doyen der Herrſcher Europas mit Bewun=
derung
gerichtet ſind, als ein edles Vorbild aller Herrſcher=
tugenden
. Das belgiſche Volkwird ebenſo wie ich für die huld=
vollen
Worte Eurer Majeſtät ſehr dankbar ſein. Die
freundſchaftlichſten Beziehungen beſtehen
zwiſchen ihm und den Völkern der öſterreichiſch=ungariſchen
Monarchie, deren Geſchichte eine Zeitlang mit der ſeinen
verknüpft war. Ich brauche Eurer Majeſtät nicht die Ver=
ſicherung
zu geben, daß ich meine ganze Kraft darauf ver=
wenden
werde, dieſe Bande der gegenſeitigen Sympathie
und Freundſchaft noch enger zu geſtalten. An dem
Galadiner nahmen außer dem Kaiſer und dem belgiſchen
Königspaar ſämtliche Erzherzöge und Erzherzoginnen,
die oberſten Stagtswürdenträger, ſowie die Generalität
teil. Nach dem Diner wurde Cercle abgehalten, worauf
das belgiſche Königspaar zur Hofoper fuhr. Nach der Oper
gab Erzherzog Friedrich zu Ehren des belgiſchen Königs=
paares
eine Soirée.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Oktober.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Großherzog
mpfingen geſtern den Generalmajor v. Frangois, Kom=
mandeur
der 49. Inf.=Brig. (1. Großh. Heſſ.), den Ober=
ſtabsarzt
Dr. Ohlſen, Regts.=Arzt des Leib=Drag.=Regts.
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24, den Rittmeiſter Grafen
v. Rantzau, Adjutanten der 25. Kav.=Brig. (Großh. Heſſ.),
den Rittmeiſter Hoegner, Komp.=Chef im Großh. Heſſ.
Train=Bat. Nr. 18, den Hauptmann Buhtz, Komp.=Chef
im Inf.=Regt. Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116,
den Oberleutnant v. Gorriſſen im Garde=Drag.=Regt.
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23, den Profeſſor Biermann, Rektor
der Landesuniverſität Gießen, den Dr.=Ing. Hohenner,
o. Profeſſor für Geodäſie an der Techniſchen Hochſchule,
den Pfarrer Kahn von Undenheim, den Garniſonver=
waltungsdirektor
Schnelle, den Stiftspfarrer Freytag
von Lich, den Profeſſor Rouge, Oberlehrer in Michel=
ſtadt
, den Pfarrer Weck von Steinfurth bei Bad Nau=
heim
; zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den
Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern
von Hombergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts
Geh.=Rat Römheld, den Geh. Oberbaurat Profeſſor
Hofmann, den Geh. Hofrat Werner, Generaldirektor des
Hoftheaters und der Hofmuſik.
Pfarrperſonalien. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
haben dem Pfarrer Ernſt Siebeck zu Wirberg
die evangeliſche Pfarrſtelle zu Merlau, und dem Pfarrer
Wilhelm Roos zu Schornsheim die zweite evangeliſche
Pfarrſtelle zu Lampertheim übertragen.
Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Polizeirat Dr. Obſtfelder
zu Mainz die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen
des ihm von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer und König
von Preußen verliehenen Roten Adler=Ordens 4. Klaſſe
erteilt.
** An heſſiſche Ausſteller verliehene Preiſe der Brüſ=
ſeler
Weltausſtellung. Durch das Internationale Preis=
gericht
der Weltausſtellung Brüſſel 1910 ſind folgenden
heſſiſchen Ausſtellern Preiſe zuerkannt worden:
Gruppe I. Erziehung und Unterricht. Ehrendiplom:
Prof. Dr. Noack, Gießen. Silb. Medaille: Großh. Oberreal=
ſchule
Worms. Gruppe III. Buchgewerbe. Großer Preis:
Gandenbergerſche Maſchinenfabrik, Georg Goebel, Darm=
ſtadt
. Gebr. Klingſpor, Schriftgießerei, Offenbach.

Jahre 1510 nahm die Studentenſchaft an den politiſchen
Wirren in der Stadt lebhaften Anteil, bis die Bürger
das Kollegienhaus mit Kanonen beſchöſſen und die
ſtudentiſche Beſatzung in den Fluß trieben. Profeſſoren
und Studenten kehrten nun der Stadt den Rücken, aber
nicht allzu lange. Hier entſtanden auch die gegen die
Vertreter der alten Bildung gerichteten Epistoiae
obscurorum verorum. Die ungeſtümen ſtudentiſchen
Sitten fanden ihre Krönung in der Gründung eines
richtigen Bierreiches. Im Jahre 1816 war die Er=
furter
akademiſche Herrlichkeit zu Ende.
Die Univerſität Ingolſtadt wurde im Jahre
1472 ins Leben gerufen. Bayern, Rheinländer, Franken
und Sachſen trieben hier vor allem künſtleriſche und
theologiſche Studien. Auch in Ingolſtadt waren
Spielen, Raufen und Saufen mit allerlei wilden
ſtudentiſchen Aufſtänden an der Tagesordnung. Strenge
Spielverbote ſuchten dem Unweſen zu ſteuern. Im
Jahre 1486 wurde ein Student der Medizin zum Rektor
gewählt. Gegen Ende des ſechzehnten Jahrhunderts
kam es oft zu blutigen Tumulten zwiſchen der Studen=
tenſchaft
und dem Militär. Da verbot man das Fechten
und übte über die jungen Studenten unter achtzehn
Jahren ſtrenge Aufſicht. Auch kontrollierte man ihre
Hefte, um ihren Fleiß zu prüfen. Das Tragen von
Reiterkapuzen, Landsknechtsſtiefeln und langen Rauf=
degen
, das geradezu ausgeartet war, wurde verboten.
Die Studenten hatten ohnehin noch genug Vorrechte,
z. B. eine Zeitlang auch das kleine Weidwerk. Die
Depoſition, dieſe lächerlichen und rohen Aufnahme=
zeremonien
, wurden erſt 1747 unterſagt. Noch im Jahre
1698 gab es einen heftigen Streit, weil die Adeligen
für ſich allein das Recht beanſpruchten, Federbüſche zu
tragen. Im Jahre 1702 unterſagte ein Tumultmandat
jeden nächtlichen Skandal bei Strafe der Relegation.
Im Jahre 1735 aber rebellierten die Studenten vom
niederen Adel gegen die Bevorzugung der Grafen und
Barone. Im Jahre 1800 wurde die Univerſität nach
Landshut verlegt, von dort 1826 nach München.
Das ſromme Trier erhielt 1473 eine Univerſität,
die überhaupt nicht vom Humanismus beeinflußt
wurde. Sie verſchwand 1798 von der Bildfläche.
Das goldene Mainz wurde 1476 mit einer Unt=
verſität
bedacht, die, wie viele andere, 1798 den Nach=
wirkungen
der franzöſiſchen Revolution zum Opfer fiel.

Ernſt Ludwig=Preſſe, Darmſtadt. Joſeph Scholz, Ver=
lagsbuchhandlung
, Mäinz (2 Preiſe). B. Schotts Söhne,
Muſikverlag, Mainz. Verlagsanſtalt Alexander Koch,
Darmſtadt. Peter Hobbing, Verlagsbuchhandlung, Darm=
ſtadt
. Wilhelm Weimer, Hofphotograph, Niederhauſen
(Odenwald). Silberne Medaille: Jakob Hilsdorf, Photo=
graph
, Bingen. Gruppe IV. Allgemeine Mechanik.
Großer Preis: Collet und Engelhardt, G. m. b. H.,
Offenbach. Mayer und Schmidt, Offenbach. Friedrich=
Schmaltz, G. m. b. H., Offenbach. Ehrendiplom: Hey=
ligenſtaedt
und Co., Werkzeugmaſchinenfabrik und Eiſen=
gießerei
, Gießen. Curd Nube, Maſchinenbau=Anſtalt,
Offenbach. Gruppe VII. Landwirtſchaft und landw.
Maſchinen. Silberne Medaille: Reichsverband deutſcher
landwirſchaftlicher Genoſſenſchaften in Darmſtadt.
Gruppe X. Nahrungsmittelinduſtrie. Großer Preis. Kollek=
tion
des Großh. Heſſ. Miniſteriums des Innern, Abtei=
lung
für Landwirtſchaft. Großh. Heſſ. Weinbaudomänen=
verwaltung
, Mainz. Großh. Heſſ. Wein= und Obſtbau=
ſchule
, Oppenheim. Stadt Bingen. Binger Winzerverein,
Bingen. A. Froweinſche Gutsverwaltung, Oppenheim.
Muſterweinberge W. Krug und Georg Wolf, Elsheim.
Muſterweinberge Altbürgermeiſter Schätzel, Ober= Ingel=
heim
. Muſterweinberge Bürgermeiſter Sieben, Zornheim.
Goldene Medaille: C. Lauteren Sohn, Hoflieferanten,
Mainz. Walters Druckerei, G. m. b. H., Mainz. Philipp
Hilge, Mainz. Gruppe XI. Metallurgie, Kunſtgewerbe
in Metall. Großer Preis: Albin Müller, Profeſſor,
Darmſtadt. Gruppe XII. Kunſtgewerbe und Raumkunſt.
Großer Preis: Großh. Keramiſche Manufaktur, Darm=
ſtadt
. Joſ. E. Schneckendorf, Darmſtadt. Ehrendiplom:
Mayer u. Schmidt, Maſch.=Fabrik, Offenbach. Bronz. Med.:
Kraus Nachf., Töpferwaren, Darmſtadt. Gruppe XIV.
Chemiſche Induſtrie, Papierfabrikation. Großer Preis:
Mayer und Schmidt, Maſchinenfabrik, Offenbach.
Gruppe XV Verſchiedene Induſtrien. Großer Preis:
S. Kgl. Hoheit der Großherzog von Heſſen und bei Rhein.
Ehrendiplom: Ernſt Riegel, Prof. Goldſchmied, Darm=
ſtadt
. Gruppe XVI. Volkswirtſchaft. Großer Preis:
Mayer und Schmidt, Maſchinenfabrik, Offenbach.
Gruppe XVII. Geſundheit und Wohltätigkeit. Ehren=
volle
Erwähnung: Peter Hobbing. Verlagsbuchhandlung,
Darmſtadt.
L. Der Kreisausſchuß verhandelte geſtern
in öffentlicher Sitzung unter dem Vorſitz des Regie=
rungsrats
v. Werner zuerſt über das Geſuch des
Anton Dieter von hier um Erteilung der Er=
laubnis
zum Betrieb einer Schankwirtſchaft im Hauſe
Kranichſteinerſtraße 28. Die Stadtverordneten= Verſamm=
lung
, ſowie das Polizeiamt haben die Bedürfnisfrage
verneint, gegen die Perſon des Geſuchſtellers und das
Lokal liegen keine Bedenken vor. Die Wirtſchaft beſteht
erſt ſeit dem Jahre 1904 und hat ſeitdem viermal den Be=
ſitzer
gewechſelt. Als Vertreter des Dieter benannte
Rechtsanwalt Dr. Oppenheimer eine Reihe Zeugen,
um darzutun, daß der Grund nicht in der Unrentabilität,
ſondern in anderen Umſtänden gelegen ſei. Einige frühere
Beſitzer beſtätigen dies. Zurzeit iſt das Lokal mit Woh=
nung
für jährlich 1000 Mark an eine Kamberger Brauerei
verpachtet. Der Vertreter des Polizeiamts, Regierungs=
aſſeſſor
Linkenheld, überließ die Entſcheidung dem
Kreisausſchuß, welcher die Erlaubnis erteilte. Dieter hat
die Koſten des Verfahrens zu zahlen.
Ein gleiches Geſuch hat Peter Foßhag für das
Haus Liebfrauenſtraße 103 eingereicht. Der Kreisausſchuß
hat in nichtöffentlicher Sitzung ſich ebenſo wie die Stadt=
verordneten
=Verſammlung und das Polizeiamt ablehnend
verhalten, weil nachweislich das Geſchäft nicht rentiere
und jetzt ſchon vier Wirtſchaften in der Nähe ſind. Der
Vertreter des Geſuchſtellers beantragte öffentliche Ver=
handlung
, es blieb jedoch bei der Verſagung. Foßhag
hat die Koſten, ſowie eine Gebühr von 3 Mark zu zahlen.
Adolf Kienzle von hier, welcher ſeit 3 Jahren
einen Kraftwagen führt, hat um einen neuen Führungs=
ſchein
für Kraftwagen nachgeſucht. Bei dem deshalb ein=
geleiteten
Verfahren ermittelte das Kreisgeſundheitsamt,
daß er über das geſetzlich zuläſſige Maß hinaus kurzſichtig
ſei. Der Geſuchſteller verſichert, daß er bisher keinen An=
ſtand
gehabt habe; dies beſtätigt auch ein Zeuge. Der
Schein wurde ihm erteilt, er hat die Koſten des Verfah=
rens
zu tragen.
Am 14. Juli d. J. fand in Eſchollbrücken eine
Bürgermeiſterwahl ſtatt, bei der der Beigeordnete
Adam Krämer 62, Friedrich Götz 61 und der Bürger=
meiſter
Leichtweiß 27 Stimmen erhielten. Andern
Tags erſchien Krämer auf der Bürgermeiſterei und er=
klärte
, daß er eine Wahl nicht annehme. Am 16. Juli er=

Wittenberg wurde 1502 als erſte Hochſchule
durch kaiſerliches Machtwort geſtiftet, bisher hatten die
Päpſte die Genehmigung erteilt. Auch hier gab es viel
Unzuträglichkeiten. 1512 wurde der Rektor von einem
relegierten Studenten erſtochen. Strenge Geſetze ſuch=
ten
den rauhen ſtudentiſchen Sitten einen Damm ent=
gegenzuſetzen
. Der Beſuch von Wein= und Bierhäuſern
wurde im Winter nur bis 9 Uhr, im Sommer nur bis
10 Uhr geſtattet. Das Duell wurde 1570 verboten. Die
üblichen Tänzereien, Poſſen und Mummereien wurden
unterſagt. Beſondere Geſetze wurden gegen das
Schuldenmachen und die Pluderhoſen erlaſſen. Kurz,
Wittenberg ſtand in keinem guten Rufe. Es galt das
Sprüchlein:
Welcher Student von Wittenberg kommt
mit geſundem Leib,
Von Leipzig und Tübingen ohne Weib,
Von Jena und Helmſtedt ungeſchlagen
Der kann von großem Glücke ſagen!
Wittenberg wurde 1815 mit Halle vereinigt.
Die Viadrina in Frankfurt a. O. war die letzte
Univerſität, die ihr Entſtehen 27. April 1506 der
einheitlichen Kirche verdankte. Der brandenburgiſche
Kurfürſt Joachim I. ſchenkte die Häuſer, die Kirche das
übrige. Jugendliche Studenten von wierzehn Jahren
waren hier ſehr zahlreich. Auch Beredſamkeit und
Dichtung wurden gelehrt. Hier ſchrieb Profeſſor Mus=
culus
1556 ſeine Schrift Vom Hoſenteufel. 1811
ſiedelte die Viadrina nach Breslau über
In Straßburg i. E. gab es ſchon 1538 akade=
miſche
Kurſe, die als Hochſchule galten. 1621 wurde
nochmals eine Univerſität gegründet, aus der ſchließlich
eine franzöſiſche Akademie wurde. Jetzt blüht in der
alten Münſterſtadt eine Reichsuniverſität.
Das bayeriſche Dillingen war der Hauptſitz der
Jeſuiten. Dieſe Univerſität beſtand von 1549 bis 1804.
Weit bedeutender war die Hochſchule in Helmſtedt,
die 1576 ins Leben trat. Sie galt lange Zeit als eine
der angeſehenſten Stätten der Wiſſenſchaft und wurde
beſonders von reichen Ausländern bevorzugt. Als aber
der kaiſerliche Feldherr Tilly im dreißigjährigen Kriege
1623 ins welfiſche Land fiel, ſank die Zahl der Studen=
ten
bis auf 175. Die Peſt unterſtützte die Kriegsfurie.
Die Studenten zogen fort oder nahmen Kxiegsdienſte.

[ ][  ][ ]

Nummer 234.

Seite 3.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

klärten 6 Wähler vor der Bürgermeiſterei, daß vor der
Wahl in ſämtlichen Wirtſchaften in unerhörter Weiſe zu=
gunſten
des Götz Freibier und anderes verabreicht worden
ſei; die Erklärung des Krämer ſei lediglich ein Machwerk
geweſen, um die Wähler zu uzen. Auch ſei die geſetzlich
vorgeſchriebene Bekanntmachungsfriſt nicht eingehalten
worden. Das Kreisamt beachtete die Erklärung des
Krämer nicht, ſondern ordnete eine Stichwahl zwiſchen
Krämer und Götz an. Dieſe fand am 1. Auguſt
ſtatt, dabei erhielt Götz 80, Krämer 76 Stimmen. Auch
gegen dieſe Wahl legten die Reklamanten beim Bürger=
meiſter
Einſpruch ein. Das Kreisamt ſah ſich jedoch
nicht veranlaßt, von Amts wegen die Wahl zu bean=
ſtanden
und überließ die Entſcheidung über den einge=
legten
Einſpruch dem Kreisausſchuß. Heute erſchienen
die Reklamanten, die jedoch zum Teil ſofort den
Widerſpruch fallen ließen, und nahezu 40 Zeugen. Vor
der Vernehmung erklärte der Vorſitzende, daß das
Geſetz vorſchreibe, daß Einſprüche gegen die
Wahl bei dem Vorſitzenden der Wahlkom=
miſſion
und nicht bei der Börgermeiſterei
vorzubringen ſeien. Der Vorſitzende war aber der Bei=
geordnete
Krämer geweſen. Der Bürgermeiſter Leicht=
weiß
hatte ſich den Reklamanten in einem Bericht an
das Kreisamt angeſchloſſen, der Bürgermeiſterei als
ſolcher ſteht aber ein Einſpruch nicht zu. Rechtsanwalt
Neuſchäffer beantragte, nach der Lage der Dinge
den Einſpruch formell zurückzuweiſen, weil eine
gültige Anfechtung nicht vorliege. Rechtsanwalt Dr.
Oſann widerſprach, weil nach der Erklärung des
Krämer, daß er als Beigeordneter und als Wahlkandi=
dat
zurücktrete, kein anderer Weg übrig blieb. Die
Entſcheidung des Kreisausſchuſſes lautete nach
längerer Beratung dahin, daß der von den Reklamanten
Leichtweiß und Vetter und von dem Bürgermeiſter ein=
gelegte
und aufrecht erhaltene Rekurs als formell unzu=
läſſig
zu verwerfen ſei. Die Reklamanten haben die
Koſten ſowie je eine Gebühr von 10 Mark unter Solidar=
haft
zu zahlen, die fünf zurückgetretenen Reklamanten
haben fünf Achtel der Zeugengebühren unter Solidar=
haft
zu zahlen. Die Zeugen wurden, da ihre Ver=
nehmung
nicht mehr nötig war, entlaſſen.
*X* Das Kriegsgericht der 25. Diviſion verurteilte
den beim Dragoner=Regiment Nr. 24 dienenden 25 Dragoner Heinrich Horchenröder aus
Gießen wegen eines im Manöver verübten Diebſtahls,
deſſen er geſtändig war, zu 4 Monaten Gefängnis
und Verſetzung in die zweite Klaſſe des Soldatenſtan=
des
. Der Angeklagte war am 27. September d. Js.
in Hartmannshain (Oberheſſen) bei der Witwe Luft
einquartiert und hatte ſich aus deren Wohnung ein
Portemonnaie mit 6 Mark Inhalt angeeignet, als die
Witwe das Zimmer für kurze Zeit verlaſſen hatte.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen den
33 Jahre alten ſtädtiſchen Arbeiter Emil Hofmann
von Offenbach, der eine Witwe mit zwei Kindern ge=
heiratet
hat. Letztere, im Alter von 15 und 13 Jah=
ren
, ſind einer Zwangserziehungsanſtalt überwieſen.
Wegen dieſer Tatſache wurde er vielfach verſpottet, ſo
daß er den Antrag ſtellte, ihm die Kinder zur Erzieh=
ung
zu überweiſen. Am 5. Auguſt war ihm vom
Amtsgericht amtlich mitgeteilt worden, daß ſein Geſuch
abgelehnt ſei. Trotzdem ſchrieb er an den Oberamts=
richter
einen Brief, in welchem er ſein Anſinnen wie=
derholte
und erklärte, wenn er nicht Recht bekomme,
werde ſich ein Drama abſpielen, wie noch keines da
war. Dieſe Wendung enthält eine Nötigung, die mit
fünf Tagen Gefängnis geahndet wird. Der Tag=
löhner
Guſtav Fliebe ſtieg in der Nacht vom 16.
zum 17. Juli in die Behauſung ſeines Dienſtherrn in
Klein=Auheim und ſtahl etwa 40 bis 50 Mark bares
Geld. Ein Mitbeteiligter hat ſich zeitig aus dem Staube
gemacht. Er wurde zu 9 Monaten Gefängnis
verurteilt. Der 56jährige vorbeſtrafte Küfer Georg
Völker ſchwindelte, als er weder Arbeit noch Geld
hätte, am 20. Oktober vorigen Jahres in Offenbach einer
Frau einen geringen Geldbetrag ab. Er büßt es mit
10 Monaten Gefängnis, von welchen 1 Monat
durch die Unterſuchungshaft verbüßt iſt. Der bürger=
lichen
Ehrenrechte geht er auf fünf Jahre verluſtig.
Geriebener war der Monteur Georg Daucher, deſſen
Vorſtrafenliſte mehrere Blätter füllt. Kaum aus dem
Zuchthaus entlaſſen, wußte dieſer in Offenbach einige
Perſonen dadurch einzunehmen, daß er von ſeiner
Heidelberger Studentenzeit, von ſeiner guten, auf zwei
Jahre ſicheren Stellung erzählte, worauf man ihm
gerne Wohnung und Darlehen gewährte. Er bezieht
nunmehr zwei Jahre im Zuchthaus Quartier,
Die Profeſſoren aber flohen zumeiſt nach Braun=
ſchweig
. 1626 zerſtreuten ſich die letzten Studenten
der alma Julia, die damals gerade fünfzig Jahre be=
ſtand
. Drei Jahre ſpäter wurde ſie wieder eröffnet, und
der weſtfäliſche Friede brachte ſie bald zu neuer Blüte.
1809 wurde auch ſie aus der Reihe der Hochſchulen ge=
ſtrichen
.
Herborn begann 1584 mit Univerſitätskurſen und
friſtete bis 1817 das akademiſche Daſein. Hier war ein
ſtrenges Verbot gegen die Studentenehen notwendig.
In Paderborn war ſchon 1585 ein Jeſuitenkollegium.
1614 wurde es Univerſität, aber ohne mediziniſche
Fakultät. 1819 ging die Univerſität ein. Hamburg
wies ſeit 1612 akademiſche Kurſe auf, die ſpäter in
höheren Schulen aufgingen. Die Univerſität Rinteln
ging 1621 aus einer Hochſchule zu Stadthagen vom
Jahre 1619 hervor. Eine beſondere Kleiderordnung
von 1796 verbot hier das Tragen der Pantalons, Knoten=
ſtöcke
und runden Hüte. 1809 verſchwand die Univerſi=
tät
. Die Univerſität Duisburg war 1564 von den
Hohenzollern geſchaffen worden und zur Vermittlung
der niederländiſchen und holländiſchen Bildung von
Bedeutung. 1802 trat ſie vom Schauplatze ab. Alt=
dorf
beſaß ſchon 1575 Gymnaſialkurſe, die 1623 zur
Univerſität erweitert wurden. Bemerkenswerterweiſe
gehörte dazu eine beſondere Komödienanſtalt. Jedes
Duell wurde mit drei Wochen Karzer beſtraft. Wer
dabei einen anderen tötete, galt als Totſchläger. Zum
Abendmahl zogen die Studenten in der erſten Hälfte
des achtzehnten Jahrhunderts in roten Mänteln und
Perücken. 1808 wurde die Univerſität mit Erlangen
vereinigt. Die Bamberger Univerſität hielt ſich von
1649 bis 1804, die in Fulda von 1734 bis 1803, und
die Stuttgarter von 1781 bis 1794.
Eine ganze Reihe von Univerſitäten hat alſo ihre
Tätigkeit eingeſtellt. Meiſt waren die politiſchen
Wirren um 1800 daran ſchuld. Die beſtehenden Uni=
verſitäten
genügen auch im allgemeinen dem Bedürfnis.
Allerdings wird auch hier und dort der Wunſch nach
einer neuen Univerſität laut. Hamburg hat da be=
ſondere
Abſichten. Vor allem aber iſt es die alte Kaiſer=
krönungsſtadt
Frankfurt a. M., die akademiſches
Leben in ihren Mauern haben möchte.

zahlt 300 Mark Geldſtrafe oder verbüßt dafür weitere
20 Tage; auch verliert er die bürgerlichen Ehrenrechte
auf zehn Jahre. Er trat die Strafe an. Die in
Offenbach wohnenden Taglöhner Anton Adler von
Frankfurt und Heinrich Roth von Langen verſchaff=
ten
ſich nachts in einer ſtädtiſchen Bauhütte Eingang
und nächtigten darin. Beim Weggang nahm Adler
einen Kittel mit. Letzterer, ein rückfälliger Dieb, wurde
wegen Diebſtahls und Hausfriedensbruchs zu ſechs
Monaten einer Woche, Roth wegen Hausfrie=
densbruchs
, unter Einbeziehung einer anderen Strafe,
zu drei Monaten einer Woche Gefängnis
verurteilt. Je ſechs Wochen ſind durch die Unterſuch=
ungshaft
verbüßt. Sie waren mit dem Beſcheid zu=
frieden
.
Vom Denkmal Ludwigs IV. auf dem Parade=
platz
. Wie man uns mitteilt, wurden die Koſten
der Bronzevaſen aus der dem Vorſitzenden
des Verkehrs=Vereins von den Herren Kom=
merzienräten
Karl und Wilhelm Opel zur Verſchönerung
der Stadt gemachten Spende beſtritten. Der Entwurf für
die Vaſen, die mit Blumen bepflanzt werden, iſt von Herrn
Bildhauer Joſ. E. Schneckendorf hier.
nn. Die Kreisgruppe Darmſtadt des Deutſchen
Flottenvereins hielt im Kaiſerſaal unter dem Vor=
ſitz
des Direktors Profeſſor Dr. Lauteſchläger=
Worms ihre Hauptverſammlung ab. Der von dem
Vorſitzenden für 1909 erſtattete Jahresbericht ergab
einen Mitgliederſtand von 1370, die ſich auf acht Orts=
gruppen
verteilen. Darmſtadt hat 909 Mitglieder. Die
Geſchäfte der Kreisgruppe wurden in zehn Vorſtands=
ſitzungen
erledigt und die Verbandszeitſchrift Die
Flotte allen Mitgliedern zugeſtellt. Mit den Orts=
gruppen
hat der Vorſtand einen regen Verkehr unter=
halten
und der Werbeausſchuß eine ſehr rege Tätig=
keit
entfaltet und dem Hauptverband zahlreiche Mit=
glieder
zugeführt. Für die Ortsgruppen Arheilgen
und Meſſel ſind vom Landesausſchuß Lichtbildervor=
träge
in Ausſicht geſtellt worden. Der Tätigkeit des
Flottenvereins iſt auch von der Heſſiſchen Handels=
kammer
ehrend gedacht worden. Im Laufe des Jah=
res
1909 wurden unter ſehr ſtarkem Beſuche acht Licht=
bildervorträge
abgehalten (in 1910 bereits neun Vor=
träge
), und der Volks=Leſehalle wurde eine Anzahl
Bücher überwieſen. Um das Intereſſe weiterer Kreiſe
für die deutſche Flotte zu fördern, wurden 1500 Roſ=
ſow
=Heftchen ausgegeben. Der von Herrn Stadtgeo=
meter
Fleckenſtein erſtattete Kaſſebericht ergibt an
Einnahmen 3957,60 Mark, an Ausgaben 3928,39 Mark.
Dem aus ſeinem Amte ſcheidenden Rechner, Miniſt.=
Reviſor Fink, wurde Dank und Entlaſtung ausge=
ſprochen
. Bei der Neuwahl des Vorſtandes legte der
langjährige Vorſitzende der Kreisgruppe, Herr Direk=
tor
Dr. Lauteſchläger, wegen Verſetzung nach Worms
ſein Amt nieder. Oberbürgermeiſter a. D. Schäfer
widmete dem Scheidenden warme Worte des Dankes
und der Anerkennung. An ſeine Stelle wurde Herr
Profeſſor Dr. Bauer= Darmſtadt einſtimmig ge=
wählt
. Als Vorſtandsmitglieder wurden gewählt:
Herr Admiral Weſtphal, Oberbürgermeiſter Schäfer,
Rat Sonne, Stadtgeometer Fleckenſtein, Hof= Buch=
druckereibeſitzer
Pfeiffer, Lehrer Page, Kaufmann Krä=
mer
und Dr. Kaßner. Das Amt des Schatzmeiſters
wurde Herrn Kaufmann Krämer übertragen. Nach=
dem
noch Herr Oberbürgermeiſte a. D. Schäfer dem
ſcheidenden Vorſitzenden warme Dankesworte für ſeine
achtjährige erſprießliche, ſegensreiche Tätigkeit in dem
Flottenverein ausgeſprochen, wurde die Hauptver=
ſammlung
geſchlöſſen.
Der Kriegerverein hält am nächſten Sonntag ſein
4. Uebungsſchießen auf den Militär=Schießſtänden ab. Die
Schießübungen haben im Verein großen Anklang gefun=
den
. Wir weiſen deshalb hier noch beſonders darauf
hin. (Siehe Anzeige).
Herbſtkonzert der Liedertafel. Man ſchreibt uns:
Unter gütiger Mitwirkung erſter Künſtler=Solokräfte findet
Samstag, den 22. ds. Mts. im Kaiſerſaal das Herbſt=
konzert
der Liedertafel ſtatt. Der 40jährigen
Jubelfeier der ruhmreichen Tage von 1870/71 gedenkend,
iſt das Programm ein durchgängig patriotiſches, deſſen
2. Abteilung das Werk Aus großer Zeit bildet:
Ein Zyklus von Geſängen für Tenor, Baritonſoli, Chor
und Orcheſter mit verbindender Deklamation; Dichtung
von Dr. Heinr. Unbeſcheid, Muſik von Th. Müller=
Reuter. Näheres iſt aus der Anzeige zu erſehen.
Verein für Vogel= und Geflügelzucht. Die
Oktober=Verſammlung wurde von dem Vorſitzenden

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Dr. med. vet. Der preußiſche Staatsanzeiger
veröffentlicht den folgenden Allerhöchſten Erlaß, be=
treffend
die Verleihung des Promotions=
rechts
an die Tierärztlichen Hochſchulen
in Preußen. Auf den Bericht vom 22. Auguſt d. J.
will Ich den Tierärztlichen Hochſchulen in Anerkennung
der wiſſenſchaftlichen Bedeutung, die ſie im Laufe der
Jahre, namentlich ſeit ihrer Umwandlung aus Tier=
arzneiſchulen
in Hochſchulen, erlangt haben, das Recht
einräumen, nach Maßgabe der in der Promotionsord=
nung
feſtgeſetzten Bedingungen approbierte Tierärzte,
ſowie Ausländer, die die tierärztliche Fachprüfung in
Deutſchland beſtanden haben, auf Grund einer Prüfung
zum doctor medicinae veterinariae (abgekürzte Schreib=
weiſe
: Dr. med. vet.) zu promovieren und die Würde
eines doctor medieinae veterinariae auch ehrenhalber
als ſeltene Auszeichnung an Männer zu verleihen, die
ſich um die Förderung der Veterinärwiſſenſchaft her=
vorragende
Verdienſte erworben haben. Stolp, den 5.
September 1910. Wilhelm. von Trott zu Solz. Frhr.
v. Schorlemer.
C.K. Eine Ausſtellung gegen die Schund=
literatur
. Die Ausſtellung gegen die Schundlite=
ratur
, die gegenwärtig von der Deutſchen Dich=
ter
=Gedächtnis=Stiftung in Hamburg im
Patriotiſchen Gebäude veranſtaltet wird, zerfällt, wie
aus Hamburg geſchrieben wird, in zwei Hauptgruppen:
typiſche Beiſpiele und Gegenbeiſpiele guter
volkstümlicher Literatur in billigen Ausgaben. Die
Gruppe der Beiſpiele, die grundſätzlich auf die eigent=
liche
Schundliteratur beſchränkt iſt, veranſchau=
licht
in zahlreichen Proben die beiden Hauptformen,
unter denen heute die Schundliteratur auftritt: Kol=
portageromane
in Fortſetzungen, deren Haupthelden
immer noch die unendlich edlen und tapferen Räuber=
hauptleute
Rinaldo Rinaldiniſchen Gepräges, ſind, und
die Sammlungen äußerlich in ſich abgeſchloſſener 10= und
20=Pfennighefte, die man nach der größten und verbrei=
tetſten
Sammlung als Nick=Carter=Hefte zu bezeichnen
pflegt. Verherrlichen jene den romantiſchen Verbrecher
aus verlorener eigener oder fremder Ehre, ſo ſchildern
dieſe das moderne Verbrechen und ſeine Verfölgung
durch den Allerweltsdetektiv. Geben ſich die beiden

mit der Mitteilung eröffnet, daß wiederum 5 Herren
dem Verein beigetreten ſeien. Der Geflügelzuchtver=
ein
Ober=Ramſtadt hat zu ſeiner Ausſtellung einge=
laden
und wurden die vorrätigen Anmeldebogen an
Intereſſenten abgegeben. Für die Ausſtellung wurde
die Stiftung eines Ehrenpreiſes gutgeheißen. Ein leb=
hafter
Meinungsaustauſch entſtand über die Fütter=
ung
der Hühner während der Mauſer, die dieſes Jahr
die Hühner beſonders ſtark mitnimmt. Es wurde in
erſter Linie empfohlen, möglichſt viel Grünfutter und
etwas gequellten Hafer, Leinſamen und Knochenſchrot
zu füttern und dem Trinkwaſſer einen kleinen Zuſatz
von übermanganſaurem Kali zu geben, überhaupt
während der Mauſer der Fütterung etwas mehr Sorg=
falt
zuzuwenden, wie ſonſt im allgemeinen üblich.
Auch der bei den jungen Enten dieſes Jahr beſonders
ſtark auftretende Starrkrampf wurde beſprochen und
große Vorſicht anempfohlen. Die für die Herbſtaus=
ſtellung
vom Vorſtande vorgelegten Beſtimmungen
wurden gutgeheißen und die verſchiedenen Kommiſ=
ſionen
beſtätigt. Wie alljährlich findet auch dieſes Jahr
wieder ein Bezug von Gänſen und Enten ſtatt, und
können Beſtellungen hierauf noch bis Ende dieſer
Woche bei dem Vorſitzenden gemacht werden. Die erſte
Sendung ſoll im Laufe der nächſten Woche hier eintref=
fen
. Mit der üblichen Verloſung von Hähnen und
Hühnern wurde die zahlreich beſuchte Verſammlung
geſchloſſen.
Die Akademiſchen Arbeiter=Unterrichtskurſe, die
bereits in das dritte Semeſter ihrer ſegensreichen
Tätigkeit treten, beginnen den Unterricht des Winter=
Semeſters 1910/11 am 24. Oktober, abends 8½ Uhr.
Der Lehrplan, der auch diesmal erweitert wurde, um=
faßt
jetzt drei Deutſchkurſe, drei Rechenkurſe, 1 Kurs
Deutſch=Schönſchreiben, einen Kurs Erdkunde; außerdem
ſind eine Reihe von Führungen und Vorträgen vor=
geſehen
, für die ſich Profeſſoren der Techniſchen Hoch=
ſchule
und bedeutende Kräfte unſerer Stadt in dan=
kenswerter
Weiſe zur Verfügung geſtellt haben.
(Dauerkarten für ſämtliche Führungen und Vorträge
50 Pfg., die einzelne Karte 10 Pfg.) Die Teilnehmer=
gebühr
für jeden ganzen Kurs 50 Pfg. Näheres
bringen die Zeitungen und Plakate.
Der Chriſtliche Verein Junger Männer Wart=
burg
in Darmſtadt gedenkt ſein neuntes Jahresfeſt
am Sonntag, 30. Oktober dieſes Jahres zu feiern. Es
wurde dafür folgendes Programm aufgeſtellt:Vormittags
10 Uhr Feſtgotesdienſt in der Martinskirche ( Feſtpre=
diger
Herr Pfarrer Correvon=Frankfurt a. M.). Nach=
mittags
2½ Uhr Verſammlung für Mitglieder und
Gäſte im Gemeindehauſe, Kiesſtraße Nr. 17 (Redner
Herr Pfarrer Müller=Offenbach, Präſes des Heſſiſchen
Evangeliſchen Jünglingsbundes). Abends punkt 7½
Uhr öffentliche Abendfeier im Kaiſerſaal ( Anſpra=
chen
, Muſik, Deklamationen, Jahresbericht.)
Sportverein Viktoria‟ Darmſtadt 1909/1910. Der
hieſige F.=K. Viktoria gegr. 1909, vereinigte ſich mit der
am 1. Mai1910 gegründeten Sportvereinigung Darmſtadt und
führt jetzt den Namen Sportverein Viktoria Darmſtadt
1909/1910. Der neu gegründete Verein iſt dem Verband
für Turn=Sport, Frankfurt a. M., als Mitglied Leigetreten.
Der Leicht=Athletik=Abteilung des jungen Vereins gelang
es ſchon bei den olympiſchen Spielen, veranſtaltet von dem
Sportklub Haſſia‟=Darmſtadt, von den fünf ausgeſetzten
Preiſen drei zu erringen und zwar Herrn W. Pröſer den
erſten Preis im 1000 Meter=Laufen, Herrn Ph. Ammann
den erſten Preis im 10 Kilometer=Gehen, Herrn Jakob
Stumpf den erſten Preis im 20 Kilometer=Gehen.
* Beſitzwechſel. Das bekannte Reſtaurant Café Wal=
desruh
bei Traiſa ging durch Kauf in den Beſitz des
Herrn Reſtaurateurs Theodor Marſchner, ſeither In=
haber
der Reſtauration Zum Landgrafen Georg hier,
käuflich über, der es nach erfolgter Renovierung wieder
eröffnet.
Obſt=, Gemüſe= und Kartoffelmarkt am 15.17.
Oktober, verbunden mit Prämiierung und Ausſtellung.
Es ſei wiederholt darauf aufmerkſam gemacht, daß der
Markt in dieſem Jahr nicht wie früher in der Stadt
Pfungſtadt ſondern im Schützenhof ſtattfindet.
Anmeldungen laufen fortgeſetzt ein, ſodaß der Markt
wie immer ſehr zahlreich beſchickt zu werden ſcheint.
Intereſſenten iſt alſo Gelegenheit geboten, den Winter=
bedarf
an gutem Obſt und Gemüſe uſw. in beſter Weiſe
zu decken, zumal die Händler aufs ſtrengſte gehalten
ſind, genau nach den ausgeſtellten Proben die Be=
ſtellungen
auszuführen.

Hauptformen der Schundliteratur gegenſeitig an Blöd=
ſinnigkeit
des Inhalts und Gemeinheit der Form kaum
etwas nach, ſo wird man doch die ſogen. Nick=Carter=
Sammlungen nicht allein wegen ihrer Erſcheinungs=
weiſe
in Einzelheften, ſondern vor allem auch wegen
der ſenſationellen Darſtellung des gemeinen Verbrecher=
tums
für die weitaus gefährlichere Art der Schundlite=
ratur
erklären müſſen. Mit der Einführung dieſer
Verbrecherliteratur, hauptſächlich aus England und
Amerika, hat auch erſt die heutige Hochflut der Schund=
literatur
in Deutſchland eingeſetzt. Die Folgen der
Schundliteratur ſind in der Ausſtellung durch
die Wiedergabe zahlreicher Zeitungsberichte über die
Verbrechen, vor allem jugendlicher Perſonen, veran=
ſchaulicht
, die aus der Schundliteratur den Antrieb zum
verbrecheriſchen Tun erhielten. Der Kampf gegen die
Schundliteratur durch Behörden, Schulen und private
Organiſationen iſt gleichfalls in Zeitungsnachrichten
zuſammengeſtellt. Den weitaus größten Raum nimmt
jedoch die Ausſtellung der poſitiven Gegenmit=
tel
gegen die Schundliteratur ein, in der alle
empfehlenswerten Sammlungen guter, volkstümlicher
Literatur, an ihrer Spitze die Hausbücherei und die
Volksbücher der Deutſchen Dichter=Gedächtnis= Stift=
ung
, vertreten ſind. Hier gewinnt man in der Tat den
Eindruck, daß es an geeignetem Erſatz für die Schund=
literatur
heute wahrlich nicht mehr fehlt. Wenn man
aber aus einer Gegenüberſtellung erſieht, daß von den
beiden bekannteſten Verlagsunternehmungen der Wies=
badener
Volksbücher und der Deutſchen Dichter= Ge=
dächtnis
=Stiftung zuſammen in ungefähr zehnjähriger
Tätigkeit erſt 7½ Millionen Bücher herausge=
bracht
worden ſind, während ein einziger Schundverlag
in einem Jahre allein 25 Millionen Hefte ver=
treibt
, ſo möchte man in der Tat wünſchen, daß die
Ausſtellung, die ja auch in anderen Städten gezeigt
werden ſoll, Vielen die Augen öffnet und die weiteſten
Kreiſe zur nachhaltigen Unterſtützung gemeinnütziger
Beſtrebungen veranlaßt.
* Kammerſänger Georg Lederer, der
langjährige Heldentenor des Leipziger und des Züricher
Stadttheaters, ein früheres Mitglied des Berliner
Opernhauſes, iſt in Schlachtenſee bei Berlin im Alter
von 67 Jahren geſtorben.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Nummer 234.

t. Otpheun. Einen auferordenlich intereſtanten
Abend bereiten die Bauernſchauſpieler unter Michl
Denggs Direktion ihren zahlreichen Beſuchern durch die
Aufführung zweier vorzüglicher ſatiriſcher Komödien des
geiſtvollen Ludwig Thoma, Zeitbilder, die ganz trefflich
die kulturellen und politiſchen Verhältniſſe in Bayern be=
leuchten
und perſiflieren, und die in ihrer ſchlichten, aber
ungemein lebenswahren Zeichnung der Charaktere und
der Verhältniſſe eines Meiſters Feder offenbaren. Da
iſt zunächſt die einaktige Komödie Die Medaille‟.
Der Bezirksamtmann Kranzeder gibt, weil es vom Mini=
ſterium
gern geſehen wird, daß er ſich bei der einflußreichen
Partei der Agrarier, der Bauern, populär mache, aus An=
laß
der Ordensverleihung an ſeinen Amtsdiener Neuſigl
ein Feſtmahl in ſeiner Wohnung, zu dem zum Schrecken
der Frau Bezirksamtmännin die einflußreichen Bauern=
parlamentarier
geladen werden, damit der Herr Regie=
rungsdirektor
, der ſein Erſcheinen ebenfalls zugeſagt, ſich
überzeuge, wie man ſich bemühe, im Sinne des Mini=
ſteriums
zu handeln. Köſtlich ſind die lärmenden Tiſch=
geſpräche
und die wiederholten fruchtloſen Verſuche des
Feſtgebers, auf den einflußreichen Parlamentarier, den
Metzgermeiſter Lampl, erzieheriſch einzuwirken. Immer
wieder lenkt er ab, ſpricht vom Kuhhandel und erzählt
zweideutige Witze. Schließlich gibt es Streit und natür=
lich
auch juſt in dem Moment, da der Herr Regierungs=
direktor
erſcheint Rauferei. Tableau! Noch ſchärfer,
beißender iſt die Satire in Erſte Klaſſe dem
neueſten Thomaſchen Bauernſchwank, deſſen Hauptperſon
die bekannte Simpliziſſimusfigur, der Abgeordnete Filſer,
iſt. Er ſteigt in ein Abteil erſter Klaſſe ein, in dem bereits
ein bayeriſcher Miniſterialrat und außer einem Hochzeits=
paar
ſo ein verflixter Preiß ſitzen. Hier wird dann der
Miniſterialrat der Leidtragende, der ſich zunächſt über den
ungeſchlachten Bauern und ſeine Unterhaltung mit dem
Spezi Gſottmaier mokiert, ſchimpft, und Beſchwerde führen
will, dann aber, als er vom Zugführer erfährt, wer der
einflußreiche Parlamentarier iſt, zuſammenklappt, ihn mit
außerordentlicher Höflichkeit behandelt, ſchließlich eigen=
händig
den Koffer und Eierkorb trägt. Natürlich zum
Gaudium der Mitreiſenden. Ein echt bayeriſches Kultur=
bild
.

Geſpielt wurde, wie wir es bei der trefflichen Bauern=
ſchauſpielertruppe
gewohnt ſind, in ungemein lebenswahrer
Weiſe. Beſonders brillierten Michl Dengg als Hahn=
rieder
und Filſer und Hans Werner als Gſottmaier
und Lampl. Das waren zwei prachtvolle Geſtalten voll
köſtlichſten Humors und Urwüchſigkeit. Edi Hertl ver=
körperte
die beiden Salonrollen, Aſſeſſor von Hinperl
und Kaufmann Stüve recht gewandt und glaubhaft und
löſte dadurch ſchwierige Aufgaben. Auch Joſefl Meth
als Miniſterialrat und Bezirksamtmann wurde ſeiner Auf=
gabe
vollauf gerecht. Ebenſo alle anderen Mitwirkenden,
von denen die meiſten uns ja alte gute Bekannte ſind,
wie Beni Glas, Marie Meth, Anna Dengg, Pauli
Kiem, Jakob Laing, Zenzi Späth u. a.
Für die Wirkſamkeit der beiden Stücke, die mit ſtür=
miſchem
Beifall aufgenommen wurden, ſpricht die Tat=
ſache
, daß ſie faſt ohne jede Handlung ſind und trotzdem
keinen Moment ermüden, vielmehr fortgeſetzt Beifall bei
offener Szene auslöſen. In der Pauſe erfreuten die
Streichmelodion=, Zither= und Gitarre=Vorträge des Vir=
tuoſenterzetts
: Hans Reiter, Edi Kiem und Pauli
Kiem.
Im Hotel Heß findet am Donnerstag ein Wiener
Walzer=Abend ſtatt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
Verbrannt iſt die 43 Jahre alte Frau des Poſt=
ſchaffners
Petri hierſelbſt, wohnhaft Feldbergſtr. 52.
Die Aermſte war ſchon längere Zeit nervenleidend und
hat anſcheinend in ihrem leidenden Zuſtande am Diens=
tag
nachmittag ihre Kleider mit Petroleum begoſſen und
dieſe in Brand geſteckt. Brennend lief ſie nach dem
Hof, wo ſie laut ſchreiend von den Hausleuten aufge=
halten
und wieder nach der Wohnung gebracht wurde.
Sie wurde dann durch die Rettungswache nach dem
ſtädtiſchen Krankenhauſe gebracht, wo die Unglückliche
infolge der furchtbaren Brandwunden unter großen
Schmerzen geſtern nach ½1 Uhr geſtorben iſt.
§ Selbſtmord. In der Nacht von Dienstag auf
Mittwoch kurz nach 11½ Uhr hat ſich eine Frau in ihrer
Wohnung mittelſt eines Revolverſchuſſes in die Herz=
gegend
getötet.
§ Sachbeſchädigung. Ein Gelegenheitsarbeiter
zertrümmerte in der Nacht von Dienstag auf
Mittwoch in der Wohnung ſeiner Eltern das ganze
Hausgerät, ſodaß polizeiliche Hilfe in Anſpruch ge=
nommen
werden mußte.

3 Tobſiuchtsanfal Ein in der Altſtadt wohnhaſter
Taglöhner bekam am Montag abend in ſeiner Wohnung
einen Tobſuchtsanfall. Der Mann mußte durch die
Sanitätswache mittelſt Krankenautomobil in das ſtäoliſche
Krankenhaus verbracht werden.
§ Hundefang. Während des Monats September
ſind durch den hieſigen Polizei=Hundeaufſeher 28 Hunde
eingefangen worden. Hiervon wurden 11 Hunde von=
ihren
Eigentümern wieder ausgelöſt, 3 Hunde ſind ver=
kauft
worden, 1 Hund wurde im Stall tot aufgefunden
und 13 Hunde mußten getötet werden.
Ingenheim, 4. Okt. Der Evangeliſche Kirchen=
geſangverein
veranſtaltete am Sonntag in der Krone‟
ſein viertes Volksliederkonzert, das auch von den
Nachbarorten gut beſucht war. Unter der Leitung ſei=
nes
verdienſtvollen Dirigenten, Herrn Lehrer
Weide, brachte er viele ernſte und heitere Chöre,
aufs feinſte ausgearbeitet, zum Vortrag, die reichen
Beifall fanden. Nicht weniger wurden die Soliſten
gefeiert. Frau Adler aus Frankfurt und unſere
neue Mitbürgerin Frau Nelſon, zwei vorzügliche
Liederſängerinnen, fanden von Frau Heyer aufs
beſte auf dem Klavier begleitet eine begeiſterte
Aufnahme, nicht weniger Herr Kammermuſiker
Rohde aus Darmſtadt, der ſeinem volltönenden In=
ſtrument
(Waldhorn) auch die zarteſten Weiſen zu ent=
locken
wußte. Eine reizende Abwechſelung boten die
drei Schweſtern Chriſtaller, die ſich zu ihren gut=Brandenburg, zur anderen Hälfte die Bauverwaltung
gewählten Liedern ſelbſt auf ihren Zupfgeigen beglei=
teten
und ebenfalls viel Beifall fanden. Vom Chor
und allen Soliſten wurden auf dringendes Verlangen
Zugaben geſpendet, ein Zeichen für die beifallsfreudige
Stimmung des hochbefriedigten Publikums.
Mainz, 5. Okt. Eine Klage gegen die Stadt
auf 22000 Mark Schadenserſatz hat eine Dame ange=
ſtrengt
, die beim Ausſteigen aus der Straßenbahn am
Schillerplatz geſtürzt war und ſich ſo ſchwere Verletzun=
gen
zugezogen hat, daß ſie wochenlang krank lag und ſich
auch jetzt nur mit Hilfe von Krücken fortbewegen kann.
Die Stadt wendete ein, daß die Verletzte an dem Sturz
ſelbſt die Schuld trage, während die Klägerin behaup=
tet
, nur dadurch geſtürzt zu ſein, daß der Wagen ſchon
losfuhr, bevor ſie völlig abgeſtiegen war. Gegenwärtig
ſchweben lt. M. Tgbl. Verhandlungen, um die Ange=
legenheit
auf dem Vergleichswege zu erledigen.
Worms, 5. Okt. Von einem bedauerlichen Un=
glücksfall
wurde Herr Betriebsingenieur
Schneider betroffen. Herr Schneider befand ſich
zur Beſichtigung des am Floßhafen neu erbauten
elektriſchen Kranens auf der Verladebrücke und war
im Begriff, nach unten zu ſteigen, wobei er ſich mit
der rechten Hand an dem auf der Brücke laufenden Betten geſchleudert.
Schienengleiſe feſthielt. In dem gleichen Augenblick
kam der Laufkran angefahren, überfuhr die rechte
Hand und drückte vier Finger dieſer Hand ab.
durch den an der Frankenthaler Straße poſtierten Bahn=
wärter
, etwa 400 Meter oberhalb des Wärterhauſes, auf
der Strecke Worms=Bobenheim, ein Mann als Leiche
aufgefunden, der ſich zweifellos von einem Eiſen=
bahnzug
hatte überfahren laſſen. Der Kopf iſt wie gemeldet, in ſeiner Wechſelſtube ermordet und be=
vom
Rumpfe vollſtändig getrennt, die Beine ſind ge= raubt aufgefunden wurde, feſtzuſtellen. Man fand
der am 2. April 1887 zu Worms geborene Heinrich
Krämer, Sohn des verſtorbenen Poſtſchaffners Leon=
tränkte
. Die Mutter befindet ſich im Irrenhaus. Der
junge Mann war von 1904 bis 1909 bei der hieſigen
Güterabfertigung als Schreibgehilfe beſchäftigt und
ſchied dort freiwillig aus, um der Aufforderung ſeines
Bruders, nach Buffalo zu kommen, zu entſprechen. Er ging eine gleichlautende Meldung ein. Außer dem
fand aber dort nicht, was er erwartete und war ge=
zwungen
, im Mai wieder nach Deutſchland zurückzu= Strafanſtalt in Garſten entlaſſen wurde, iſt jetzt auch
kehren. Es ſcheint, daß er ſich ſeitdem vergeblich um der Name des Komplizen in der Perſon eines gewiſſen
eine Stellung bemüht hat, und daß in letzterem Um= Karl Joſef Heß ſichergeſtellt.
ſtande der Grund zu dem Selbſtmord liegt. In der
Nähe des Leichnams war lt. Wormſ. Ztg. neben dem
Bahndamm ein Fahrrad niedergelegt.
Gießen, 2. Okt. In der Unterſuchungsſache gegen
den Bombenattentäter Werner ſind jetzt die
Akten an den Unterſuchungsrichter, Geh. Juſtizrat! geworfen, hielt ſich aber auf ſeinem Sitze feſt und ent=
Wehner, der die Vorunterſuchung führt, abgegeben wor=
den
. Die Vernehmung der Zeugen geſchieht im Juſtiz=
gebäude
in Gießen. Werners Stimmung hat ſich in= menſtoß zwiſchen zwei Zügen wurden 28 Per=
zwiſchen
geändert, er iſt weit ruhiger geworden undſonen getötet und 25 verletzt.

ſieht anſcheinend ſeiner Aburteilung mit Gelaſſenheit
entgegen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Okt. Die Abreiſe
des Kaiſerpaares nach Rominten iſt für kommen=
den
Donnerstag vormittag in Ausſicht genommen.
Auf Erſuchen der Wiener Polizeibehörde iſt hier
der Wiener Hof= und Gerichtsadvokat Dr. Eder, der
(Vertreter der Intereſſen des Prinzen Franz Joſef von
Braganza, wegen verſchiedener betrügeriſcher Mani=
pulationen
, bei denen es ſich um viele Hunderttauſende
von Kronen handelt, verhaftet worden. Bei der
Vorſtellung im Friedrich=Wilhelmſtädtiſchen
Schauſpielhauſe geriet während des zweiten
Aktes der Revolutionshochzeit plötzlich die Hutfeder
eines Schauſpielers in Brand dadurch, daß der
Schauſpieler einem brennenden Licht zu nahe kam.
Die anweſende Feuerwache beſeitigte die Gefahr ſofort.
Obgleich das Publikum den Vorfall bemerkte, be=
wahrte
es doch die Ruhe, ſo daß die Vorſtellung zu
Ende geführt werden konnte. In einem Lehrerin=
nenſeminar
erkrankten 90 Lehrerinnen nach dem
Genuß von Fiſchen. Dieſer Tage ſind 100000
Stück (50 Zentner) junge Aale in die Havel ober=
halb
von Spandau ausgeſetzt worden. Die Koſten
trägt zur Hälfte der Fiſcherei=Verein für die Provinz
als Beſitzerin eines Teils der Fiſchereien zuſammen
mit einer Anzahl von Intereſſenten. Die kleinen Aale=
ſind
25 bis 35 Zentimeter lang und werden von der
Elbe her bezogen, wo ſie im Ueberfluß vorhanden ſind.
Sie werden ſich nun über die ganze obere Havel ver=
teilen
und hoffentlich in längſtens fünf Jahren zu gro=
ßen
Aalen herangewachſen ſein. Selbſt wenn man
mit einem erheblichen Abgang rechnet, würden ſie dann
einen Wert von 50100000 Mark beſitzen, während die
für die Ausſetzung aufgewandten Koſten ſich nur auf
1250 Mark belaufen.
Frankfurt, 5. Okt. Geſtern mittag hatte ſich ein
vierjähriger Knabe namens Reidel in der Böttger=
ſtraße
an einen Milchwagen gehängt. Als er den Wa=
gen
fahren ließ, wurde er von einem nachfolgenden
Bierwagen erfaßt und überfahren. Die
Räder gingen ihm über den Kopf, ſo daß der Tod
ſofort eintrat.
Hamborch (Mecklenburg), 5. Okt. In der vorletz=
ten
Nacht wurden an einem Hauſe in der Nähe der
Schule zwei Dynamitpatronen zur Explo=
ſion
gebracht, wobei das Haus ſchwer beſchädigt wor=
den
iſt. Die Bewohner des Hauſes wurden aus ihren
Haag, 4. Okt. Heute begannen vor dem hieſigen
Gericht die Verhandlungen wegen der von Deutſch=
land
verlangten Auslieferung des angeblichen
Worms, 5. Okt. Heute nacht vor 12 Uhr wurde Grafen de la Ramé. Der Angeſchuldigte und
ſein Anwalt beſtanden ſelbſt auf der Auslieferung.
Das Gericht ſprach ſich für die Auslieferung aus.
Prag, 4. Okt. Der Berliner Polizei iſt es gelun=
gen
, den Mörder des Bankiers Kiſch, der,
brochen und der Körper ſtark zerfetzt. Nach den in neben der Leiche des ermordeten Bankiers ein Extra=
den
Taſchen gefundenen Papieren iſt der Selbſtmörder blatt des Prager Abendblattes, an welchem ſich der
Mörder ſeine blutbefleckten Hände abgewiſcht hatte.
Unter den zurückgebliebenen Blutflecken befanden ſich
hard Krämer von hier. Der Vater hat ſeinerzeit gleich= auch zwei ſcharfe Fingexabdrücke, die photographiert
falls Selbſtmord verübt, indem er ſich im Rheine er= und an ſämtliche Polizeibehörden Europas abgeſandt
wurden. Telegraphiſch lief nun von der Berliner
Sicherheitspolizei folgende Meldung ein: Mörder
identiſch mit Rudolf Hauſer, geb. am 2. Oktober
1877 zu Innsbruck. Auch von der Wiener Polizei
Namen des Mörders, der erſt vor kurzem aus der
New=York, 5. Okt. Als der Expräſident Rooſe=
velt
von einem Spazierritt nach ſeiner Villa in
Oſterbay zurückkehrte, fuhr ein Automobil von
hinten gegen ſein Pferd und ſchleuderte es in einen
Graben. Rooſevelt wurde auf den Hals des Tieres
kam ohne Verletzungen.
Gilleſpie (Illinois), 4. Okt. Bei einem Zuſam=

Kleines Feuilleton.
* Der verſchwundene Haupttreffer. Die
Brüſſeler Ausſtellung hat das Verdienſt, eine beſondere
Spezies, wenn nicht geſchaffen, ſo doch in ſelten ſchönen
Exemplaren gezüchtet zu haben; das ſind, ſo ſchreibt die
Köln. Ztg., die unrechtmäßigen Lotteriegewinner, bei
denen der Wunſch, den Haupttreffer zu erhalten, ſo ſtark
iſt, daß ſie die ſchmale Grenze zwiſchen Recht und Un=
recht
, die ſie in Gedanken wohl ſchon oft überſchritten
haben, nun auch in der Tat überſchreiten. Da wird in
Brüſſel die 5. oder 6. Serie der Ausſtellungslotterie
gezogen. Der Haupttreffer im Betrage von 200000
Franken fällt auf die Nummer 16353 n. 5. Niemand
meldet ſich trotz mehrfacher Aufforderung; es vergehen
Wochen, ohne daß jemand ſich als rechtmäßiger Inhaber
des glücklichen Loſes einſtellte. Sobald das bekannt
wird, verſucht eine Unmaſſe von Leuten darzutun, daß
ſie das fragliche Los beſaßen. Es ſei ihnen nur abhan=
den
gekommen, ſo meinen dieſe Biedermeier. Eine Fa=
milie
in der Provinz ſtörte den Todesſchlaf ihres ver=
ſtorbenen
Sohnes, indem ſie ſeinen Leichnam wieder
ausgraben läßt, weil ſie der feſten Ueberzeugung war,
der Tote ſei mit dem Gewinnlos in der Taſche begra=
ben
worden. Daß ſich dieſes nicht vorfand, ſo ſehr
man die Taſchen auch umkehrt und wendet, braucht kaum
erwähnt zu werden. Ein höherer Beamter des Ver=
kehrsminiſteriums
, zu deſſen Amtsbefugniſſen die
Ueberwachung der Ausſtellungslotterie die Loſe wer=
den
in allen Poſtämtern feilgeboten gehört, erhält
ſeit Wochen Briefe und Beſuche von ſolchen glücklich=
unglücklichen
Gewinnern. Da gibt es Leute, die nicht
davor zurückſchrecken, Freunde und Verwandte zu be=
ſchuldigen
, ſie hätten ihnen das Gewinnlos geſtohlen.
Ein beſonders Schlauer ſuchte ſich durch die Vorweiſung
eines halbverkohlten Loſes, auf dem von der Nummer
nur mehr die Zahl . . . 53 zu ſehen war, als Inhaber zu
legitimieren und hoffte allen Ernſtes die runde Summe
einſtreichen zu können. Dem Manne konnte geholfen
werden, allerdings auf andere Weiſe, als er ſich in
ſeiner Bauernſchlauheit vorſtellte. Es war ein Leichtes
nachzuweiſen, daß er nicht der Auserwählte und Lang=
geſuchte
war; denn ſein verkohlter Papierfetzen war
auf beiden Breitſeiten gezackt (von der Durchlochung),
während das Gewinnlos als letztes einer Reihe nur

oben gezackt ſein durfte. Wieder ein anderer, der ihm
an Naivität kaum nachſteht, erzählte eine rührende Ge=
ſchichte
, wie er ſeiner Nachbarin einen großen Dienſt
erwieſen und dieſe ihm aus Dankbarkeit dafür ſeine
Kleider ausgebürſtet habe. Ueber dieſem Vorgang ſei
im Zimmer Feuer entſtanden und ſein Rock, in dem er
das Los aufbewahrt habe, ſei verbrannt. Und der Gute
entfaltete mit ernſter Miene ein Paket, worin ein
Häuflein Aſche und verkohlter Stoff enthalten war.
Zu ſeiner großen Entrüſtung mußte er erfahren, daß
der Beſitznachweis doch nicht ganz ausreichend ſei. Und
ſolche Käuze melden ſich noch täglich. Alle hört ſie der
Beamte mit väterlichem Wohlwollen an und lieſt ihre
Briefe mit bewundernswerter Geduld. Der wirkliche
Gewinner iſt ahnungslos von dem Glücksfall, der ihn
betroffen hat, oder er iſt einer jener ſeltenen Weiſen,
die mit ſtoiſchem Gleichmut das Gold verſchmähen.
* Der Liebespaſtorvon Helgoland. Unter
dieſer Ueberſchrift leſen wir in der Voſſiſchen Zeitung:
In Reinbek (Kreis Stormarn) iſt plötzlich Paſtor
Schröder geſtorben, nachdem er ſeit dem 10. Juni 1885
auf Helgoland amtiert hatte. Am letzten Sonntag iſt
ſein Nachfolger Paſtor Hellwig in ſein Amt eingeführt
worden. Während jetzt die Stelle, die 6000 Mark ein=
bringt
, nur ſieben Bewerber gefunden hat, hatte Paſtor
Schröder damals die zehnfache Zahl Mitbewerber. Und
das war erklärlich, hatte doch der Paſtor als Liebes=
paſtor
goldene Tage durch die ſogenannten Fremden=
trauungen
, die erſt nach Einführung der Zivilehe auch
für Helgoland durch beſonderes Reichsgeſetz am 1.
Januar 1900 ihr Ende fanden. Wie die Kirchengemeinde
als ſolche für die ihr dadurch entzogenen Gebühren
entſchädigt wurde, aus denen ſeinerzeit ſämtliche Ge=
meindeabgaben
der Inſelbewohner beſtritten werden
konnten, ſo erhielt auch Paſtor Schröder außer ſeinem
Behalt eine jährliche Entſchädigung von 5000 Mark,
rie natürlich in Wegfall kommt. Durch ſeine Fremden=
trauungen
nach dem Muſter des Schmieds von Gretna
Green in Schottland war Paſtor Schröder weltbekannt,
denn ungezählte Verlobte aus allen Teilen der Welt
und nicht zum mindeſten aus Deutſchland traute er
ohne weitere Schwierigkeiten, und als Eheleute mit
dem Trauſchein in der Taſche verließen ſie die Inſel
wieder. Der Geiſtliche ſtellte an der Hand der vorge=
legten
Schriftſtücke feſt, daß der Trauuna ein kirchliches

oder materielles Hindernis nicht im Wege ſtand, die
Ehekandidaten legten in engliſcher Zeit vor dem Gou=
verneur
, in deutſcher vor dem Verweſer des Landrats=
amts
den vorgeſchriebenen Ledigkeitseid ab, worauf die
Diſpenſation vom Aufgebot erteilt und die kirchliche
Trauung, die damals allein rechtsgültige Form der
Eheſchließung, vollzogen wurde.
* Die kurioſe Verſteigerung einer gro=
ßen
Anzahl von rechten Stiefeln in München,
von der die Blätter kürzlich berichteten, er=
innert
an eine Geſchichte, die ſich um das
Jahr 1780 in England zugetragen haben ſoll. Dort
lag auf der Einfuhr däniſcher Handſchuhe ein ſo hoher
Zoll, daß er den Wert der Handſchuhe ſelbſt überſtieg.
Nun trug man aber damals in London faſt keine an=
deren
Handſchuhe, als däniſche. Der Kaufmann L.
wußte ſich auf folgende Art die Hälfte des Zolles zu er=
ſparen
. Er kaufte eine große Menge ſolcher Hand=
ſchuhe
im Auslande ein, packte in eine Kiſte lauter
rechte, in eine andere alle linken Handſchuhe. Eine der
Kiſten nahm er mit, gab die Anzahl der Handſchuhe in
Paaren richtig an und verſteuerte alles ordnungsge=
mäß
. Nach einigen Wochen kam auf einem Schiffe die
andere Kiſte nach, aber unter der Adreſſe eines Man=
nes
, der in ganz London nicht zu finden war. Die Kiſte
wurde nun von der Steuerbehörde beſchlagnahmt und
man beraumte einen Verſteigerungstermin für ſie an.
Er erſchienen natürlich viele Liebhaber; aber da ent=
deckte
man, daß unter den etlichen 1000 Handſchuhen
kein einziges Paar war: alle waren für eine Hand ge=
macht
, kein Menſch konnte ſie brauchen. Herr L., der
bei der Verſteigerung zugegen war, ſagte ſchließlich
lachend: Um des Spaßes willen biete ich eine Guinee
für die Kiſte. Man ſcherzte darüber und er bekam ſie.
So hatte er ſeine beiden Kiſten für den halben Zoll.
Vielleicht iſt in München etwas Aehnliches paſſiert?
* Eine niedliche Anekdote erzählt eine
amerikaniſche Juriſtenzeitung. In einer kleinen Stadt
der Vereinigten Staaten war ein angeſehener Bürger
wegen Ruheſtörung und Körperverletzung angeklagt
worden. Ein Arzt, der von der Verteidigung als
Zeuge aufgerufen war, wurde vom öffentlichen Anklä=
ger
einem ſcharfen Kreuzverhör unterworfen. Er leug=
nete
entrüſtet, zugunſten des Angeklagten voreinge=
nommen
zu ſein und erklärte, daß dieſer an Phala=

[ ][  ][ ]

Seite 3.

Nummer 234.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Los Angeles, 4. Okt. Es ſind Belohnungen
im Geſamtbetrage von 100000 Dollars ausgeſetzt
für die Ergreifung der Schuldigen an der Explo=
ſion
im Times= Gebäude. Die Polizei wurde
bedeutend verſtärkt. 17 Perſonen wurden bisher als
verdächtig verhaftet.

Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtlee und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Das Wohltätigkeitskonzert für
die Barmherzigen Schweſtern, auf das wir
jüngſt hingewieſen haben, findet am Montag, den 10.
Oktober, abends 7 Uhr, im ſtädtiſchen Saalban ſtatt.
Der Kartenverkauf hat bereits begonnen. Aus dem
reichhaltigen Programm ſei einiges erwähnt, das der
beſonderen Aufmerkſamkeit des Publikums wert iſt.
Das von v. Baußnern komponierte Quintett, wel=
ches
die Hofmuſik unter Leitung des Herrn Hofrat
de Haan ſpielen wird, wurde in Darmſtadt noch nie=
mals
aufgeführt. Ebenſo wird es mit Freuden be=
grüßt
werden, daß auch der rühmlichſt bekannte Kir=
chenmuſikmeiſter
und feinempfindende Komponiſt Herr
Profeſſor Arnold Mendelsſohn ſich unter den
Mitwirkenden befindet. Von den ſechs von ihm jüngſt
komponierten und bei Peters in Leipzig erſchienenen
Goetheliedern werden vier von Frau Schmidt=
Illing, die ſich im Muſikverein bei der Aufführung
von Händels Meſſias ſo vorteilhaft eingeführt hat,
zu Gehör gebracht werden. Der Autor ſelbſt wird
die Sängerin auf dem Flügel begleiten. Für das Ge=
lingen
der übrigen Stücke bietet uns die Leiſtungs=
fähigkeit
der Mitglieder unſerer Hofmuſik und ihres
Dirigenten volle Gewähr. Man verſäume nicht, ſich
beizeiten eine Karte für das Konzert zu beſorgen.

Kongreſſe und Verbandstage.
Die 15. Jahresverſammlung
der Heſſiſchen Miſſionskonferenz
wurde am 3. Oktober in Mainz abgehalten. Die
Vormittagsverhandlungen eröffnete nach einleitendem
Geſang Oberkonſiſtorialrat Euler mit einer An=
ſprache
über Jeſ. 40, 3 ff. Der Vorſitzende, Pfarrer
Leydhecker=Auerbach, begrüßte die Verſammlung
und gedachte in warmen Worten des heimgegangenen
Begründers der Konferenz, Dr. Max Riegers, an
deſſen Stelle Pfarrer Fiſcher=Groß=Bieberau in den
Vorſtand gewählt wurde, ſowie des durch Erkrankung
an der Teilnahme verhinderten Schriftführers, Pfr.
Römheld=Pfungſtadt. Sodann hielt Miſſionsinſpektor
D. Warneck einen Vortrag über: Das Gottesbe=
wußtſein
im Heidentum und ſeine Bedeutung für die
chriſtliche Miſſion‟ Die Welt=Miſſionskonferenz hat
auf Grund ſehr zuverläſſiger Erhebungen feſtgeſtellt,
daß das Chriſtentum ſich überall als den heidniſchen
Religionen überlegen erwieſen hat; das Chriſtentum
kann durch heidniſche Religionen nicht bereichert wer=
den
. Es iſt übereinſtimmende Erfahrung, daß Jeſus
für alle Völker paßt und allen Völkern genügt. In
der Ausſprache über den Vortrag, die von Direk=
tor
D. Eger=Friedberg eröffnet wurde, und an der ſich
außer ihm noch Pfarrer Liz. Dr. Berk=Weiſenau, Miſ=
ſionar
Michel=Bad Nauheim, Pfarrer Eßlinger= Auer=
bach
und Miſſionar Gſell=Frankfurt a. M. beteiligten,
wurden die Darlegungen des Vortrages durch Mit=
teilungen
von verſchiedenen Miſſionsfeldern beſtätigt,
auf die Schwierigkeit der dadurch der Miſſion erwach=
ſenden
Aufgabe hingewieſen, die Notwendigkeit eines
feſten Wahrheitsgehalts betont, von Synkretismus
gewarnt, zur unverminderten Pflege des Miſſions=
ſinnes
in den Gemeinden und zum Eintritt von Theo=
logen
in den Miſſionsdienſt aufgefordert. Der Re=
ferent
wies im Schlußwort darauf hin, wie Pau=
lus
einerſeits in ſehr zarter Weiſe an die Wahrheits=
momente
des Heidentums anknüpft, andererſeits aber
auch in ſehr derber Weiſe der heidniſchen Unwahrheit
entgegentritt. Es iſt nicht zu vergeſſen, daß die idealen
Züge gegenüber dem großen Ganzen des heidniſchen
Weſens verſchwindend gering ſind.
In der Nachmittagsverſammlung wurde nach Ver=
leſung
des Jahresberichts im Anſchluß an einen von
Pfarrer Fiſcher=Groß=Bieberau erſtatteten Bericht
der Stand der Arbeit für die ärztliche Miſſion
beſprochen. Das Ergebnis war die Aufforderung, die=
ſem
wichtigen Zweige der Miſſionsarbeit mehr Arbeit
als bisher zu widmen. Zur Frage der Begründ=
ung
eines Heſſiſchen Lehrerbundes zur

kroſis leide. Das Wort erregte Aufſehen in dem Ge=
richtshof
. Als der Arzt um eine Definition erſucht
wurde, erklärte er, daß es eine Art von chroniſchem
Leiden ſei, das den Charakter einer Entzündung trage
und gewiſſe kraniale Gewebe angreife Auf die Frage,
ob es die Geiſtestätigkeit beeinträchtigen könne, ſagte
der Arzt, er könne nicht als Sachverſtändiger reden,
jedoch habe er Leute gekannt, die an dieſer Krankheit
litten und die zum Teil tobſüchtig, zum Teil ſchwach=
ſinnig
geweſen ſeien, während andere jahrelang an die=
ſer
Krankheit gelitten hätten und keinerlei Abnormi=
täten
gezeigt hätten. Weiteres zu ſagen weigerte er
ſich und die Geſchworenen ſprachen den Angeklagten
frei, weil ſie ihn für geiſteskrank hielten. Wie grof
war die Ueberraſchung des öffentlichen Anklägers, als
er in einem Wörterbuch den Namen der geheimnis=
vollen
Krankheit nachſchlug und fand, daß Phalakroſis
Kahlköpfigkeit bedeutet.

Eine Roſenkur gegen Erkältungen.
Volle rote Roſen, beſonders die herrliche dunkle Art,
die als Duke of Edinburgh=Roſe bekannt iſt, ſind das
neueſte Heilmittel gegen Erkältung, das bei einer
intereſſanten Vorführung der ſoeben in der königlichen
Gartenbauhalle eröffneten Londoner Mediziniſchen
Ausſtellung angeprieſen wird. Man glaubt, in der
Duke of Edinburgh=Roſe ein ganz ausgezeichnetes
pflanzliches Antiſeptikum gefunden zu haben, das zu
kleinen aromatiſchen Pillen verarbeitet iſt. Läßt man
ein ſolches Roſenbonbon langſam im Munde zer=
gehen
, dann wird ein erbarmungsloſer Vernichtungs=
krieg
gegen die zahlloſen Bazillen eröffnet, die die
Urſache für Erkältungen bilden. Man hat Verſuche an=
geſtellt
, indem man die antiſeptiſche Roſe in Kulturen
von Diphtherie=, Schwindſuchts= und Typhusbazillen
brachte, und dieſe gefährlichen Feinde der Menſchheit
ſind durch die Roſe unſchädlich gemacht worden. Schon
das bloße Einatmen der Roſendüfte ſoll eine Erleichte=
rung
bei Erkältungen zur Folge haben. Außer dieſen
Paſtillen will man auch die Heilkraft der Roſe in einer
wohlſchmeckenden Marmelade aus Roſenblättern aus=
nützen
.

* Druckfehler. Der geplante Schauflug ko
nicht ſtattfinden, da der Luftſchiffer Maier an
Cholera aviatica erkrankt war. (Meggend. Blätte:

Pflege der dem Lehrerſtande beſonders naheliegenden 1
Zweige der Miſſionsarbeit und zur Weckung des Miſ=
ſionsſinnes
in Lehrerkreiſen berichtete der Vorſitzende
über das Ergebnis der bisherigen Verhandlungen. Die
Debatte ergab die Notwendigkeit, den Lehrer= Miſſions=
bund
als eine eigene Angelegenheit des Lehrerſtandes
dieſem zu überlaſſen und im übrigen auf möglichſt
zahlreiche Beteiligung an der allgemeinen Miſſions=
konferenz
hinzuarbeiten. Als Vertreter der Lehrer an
den höheren Lehranſtalten wies Profeſſor Werner=
Friedberg auf die Notwendigkeit einer guten Miſſions=
Wandkarte hin. Es ſoll darüber Erkundigung einge=
zogen
werden. Pfarrer Fiſcher=Groß=Bieberau wurde
zum Stellvertreter des beurlaubten Schriftführers der
Konferenz vorläufig auf ein Jahr gewählt. Nachdem
Pfarrer Ködding=Gelnhauſen noch an die Einrichtung
von Miſſionsſtudienkränzchen in den einzelnen Deka=
naten
erinnert und zum Eintritt in die Deutſche Kongo=
Liga aufgefordert hatte, wurde die Tagung geſchloſſen.

20. Hauptverſammlung des Bundes
Deutſcher Bodenreformer.
Gotha, 4. Okt. In der heutigen zweiten
Hauptverſammlung des Bundes Deutſcher Boden=
reformer
ſtand die Reichswertzuwachsſteuer
zur Beratung. An erſter Stelle ſprach dann Arbeiter=
ſekretär
Abg. Behrens=Eſſen über die Stellung der
deutſchen Arbeiterſchaft zur Reichswertzuwachsſteuer.
Der Redner meinte, daß die Reichsfinanzreform trotz
mancher Mängel ein Werk von unermeßlicher Trag=
weite
ſei. Die Mängel hätten zu einer Verärgerung
des Volkes geführt, die den Vaterlandsfreund tief be=
trüben
müſſe: Und dennoch ſeien die Mängel vom
Standpunkte der Bodenreformer zu einer Quelle ge=
worden
, aus der in Form der Reichswertzuwachs=
ſteuer
und der damit verbundenen Reformideen ein
großer Segen für Volk und Vaterland entſtehen
könne. Die Reichswertzuwachsſteuer ſei eine wirt=
ſchaftliche
, ſoziale und kulturelle Tat, nicht nur eine
finanzielle, ihren vollen Wert werden erſt kommende
Geſchlechter zu würdigen wiſſen. Es gelte, von Reichs
wegen den erſten Schwertſtreich gegen die Zuwachs=
rente
zu führen. Die aufgeklärte Arbeiterſchaft for=
dert
die Zuwachsſteuer als den Anfang einer groß=
zügigen
Bodenreform von Reichs wegen. Sodann
ſprach Profeſſor Koeppe=Hamburg über die Stellung
der deutſchen Wiſſenſchaft zur Reichswertzuwachs=
ſteuer
. Der Gedanke dieſer Steuer iſt ein Produkt
der Wiſſenſchaft. Die Gemeinden haben dann den
erſten Schritt getan und konnten die Frucht ihrer
friedlichen Eroberung in Anſpruch nehmen. Aber nie=
mals
hätten die Gemeinden dieſe Kulturarbeit ver=
richten
können, wenn nicht das neugegründete Reich
in kraftvoller wirtſchaftlicher, politiſcher und kultu=
reller
Betätigung die ſtarken Grundlagen dafür ge=
ſchaffen
hätte. Der Entwurf der Kommiſſion, taugt
aber nichts, wir müſſen ein geſundes Reichswert=
zuwachsſteuergeſetz
fordern. Profeſſor Adolf Wag=
ner
=Berlin führte hierzu aus: Die Stellung der
Wiſſenſchaft zur Frage des Wertzuwachſes iſt durch=
aus
noch keine einheitliche. Wollte man aber warten,
bis die deutſche Wiſſenſchaft ſich einigt, dann könnte
man lange warten. (Heiterkeit.) Wenn die Wert=
zuwachsſteuer
richtig iſt, dann muß der größte öffent=
liche
Körper, das Reich, in erſter Linie Anſpruch dar=
auf
haben. Wir kommen bei der Fortbildung der
Reichsfinanzreform um die direkte Beſteuerung nicht
herum, ganz gleich, ob man nun Reichsvermögens=
oder
Reichseinkommenſteuer einführt. Um ſo mehr
kann eine Erbſchaftsſteuer als Erſatz in Betracht kom=
men
. Verſchiedene Redner beleuchteten dann die
Stellung der deutſchen Gemeinden, des deutſchen Han=
dels
, der deutſchen Landwirtſchaft, des gewerblichen
Mittelſtandes und der deutſchen Beamten zur Reichs=
wertzuwachsſteuer
, die von allen Rednern als eine
große, erſtrebenswerte Aufgabe hingeſtellt wurde. Nach
längerer Beſprechung der Referate wurde eine Re=
ſolution
angenommen, in der das tiefſte Bedauern
über den Ausgang des Kampfes um das Tempelhofer
Feld ausgeſprochen wird. An den Reichstag wird die
dringende Bitte gerichtet, dem vom Militärfiskus ge=
troffenen
Abkommen die Genehmigung zu verſagen.
Der Vorſitzende bemerkte hierzu, es ſei unerhört, daß
Kreis und Gemeinde ſich nicht geſcheut hätten, ſich mit=
der
Privatſpekulation zu vereinen. Am Abend ver=
anſtaltete
der Bund eine öffentliche Volksverſamm=
lung
in Mühlhauſen in Thüringen, womit die dies=
jährige
Tagung ihr Ende erreicht hatte.

Luftſchiffahrt.
Lr. Der Deutſche Luftſchiffertag in
Dresden, welcher in der Zeit vom 7. bis 9. Oktober
ſtattfindet, wird ein reiches Arbeitsprogramm zu be=
wältigen
haben. Es ſind zahlreiche intereſſante An=
träge
eingegangen, die teilweiſe ſicher zu ſehr leb=
haften
Debatten führen dürften. Welche Bedeutung
dieſem Luftſchiffertag beigelegt wird, geht ſchon dar=
aus
hervor, daß nicht weniger als 173 Delegierte an=
gemeldet
worden ſind, die zuſammen 234 Stimmen
haben und 59 Verbandsvereine mit zuſammen 54 596
Mitgliedern vertreten. Mit den wichtigſten Punkt
der Tagesordnung bildet die Wahl eines neuen Ver=
bandsvorſitzenden
, die ſich durch den Rücktritt des bis=
herigen
Vorſitzenden, Geheimerat Busley, notwendig
macht. Ferner ſieht man mit Spannung der Neuein=
teilung
der Sport=Kommiſſion des Verbandes ent=
gegen
. Während bisher nur eine Freiballon= Kom=
miſſion
und eine Motor=Flug=Kommiſſion vorhanden
war, ſoll künftighin innerhalb des Verbandes eine
Freiballon=Kommiſſion, eine Luftſchiff=Kommiſſion
und eine ſogenannte Flugzeug=Kommiſſion beſtehen.
Letztere ſoll lediglich die Intereſſen der Aviatik ver=
treten
, die bisher teilweiſe durch den Kaiſerlichen
Automobil=Klub und den Kaiſerlichen Aero=Klub, teil=
weiſe
durch den Deutſchen Luftſchiffer=Verband und
durch andere aviatiſche Vereine in Deutſchland wahr=
genommen
wurden. Mit Rückſicht auf die bisherigen
Verhältniſſe ſoll dann auch dieſe Flugzeug=Kommiſſion
aus Mitgliedern der verſchiedenen Intereſſenten=
Gruppen zuſammengeſetzt werden, und zwar iſt ge=
plant
, daß die Kommiſſionsmitglieder zu einem Drit=
tel
aus Mitgliedern des Kaiſerlichen Automobilklubs
und des Kaiſerlichen Aeroklubs, und einem weiteren
Drittel aus den übrigen Vereinen des Deutſchen Luft=
ſchifferverbandes
, zum letzten Drittel aus aktiven
Flugzeugführern gewählt werden. Ob dieſer vom
Vorſtande des Luftſchifferverbandes ausgehende Vor=
ſchlag
akzeptiert wird, iſt noch fraglich, da ſich ſpeziell
gegen die Aufnahme aktiver Aviatiker in dieſe Kom=
miſſion
Stimmen geltend gemacht haben. Von allge=
meinerem
Intereſſe iſt ferner noch, daß man eine be=
ſondere
Gruppe von Verbands=Ballonführern ſchaffen
will, während es bisher nur ſogenannte Vereins=Bal=

lonführer gab. Das Führerzeugnis ſeitens des Ver=
bandes
ſoll denjenigen Vereins=Ballonführern zuer=
kannt
werden, welche mindeſtens zwölf Fahrten und
von dieſen fünf ſelbſtändig als Führer gemacht haben.
Ein Aeroplanflug über die Pyre=
näen
, von San Sebaſtian nach Biarritz und zurück,
iſt von dem Aviatiker Tabuteau durchgeführt wor=
den
. Der Flieger war vor einigen Tagen bereits von
Biarritz nach San Sebaſtian geflogen und hat nun=
mehr
den Rückflug über die Pyrenäen glücklich beendet.
Er legte die Strecke in 38 Minuten zurück, wobei er
ſich ſtändig in zirka 800 Meter Höhe hielt.
* Paris, 5. Okt. Die Aviatiker Leon und Ro=
bert
Morane ſind heute morgen von Saint Cloud
abgeflogen, um Puy=de=Dome zu erreichen. Der Appa=
rat
ſtürzte bei Boiſſy=Saint=Leger, ſüdweſtlich von Pa=
ris
, zu Boden. Robert Morane erlitt einen Schädel=
bruch
, ſein Bruder einen Beinbruch,

Sport.
Schlittſchuhklub=Sportverein. ( Ver=
ſpätet
eingegangen.) Das interne Lawn=Tennis=
Turnier, welches in den Tagen vom 28. September
bis 2. Oktober auf dem Sportplatze am Böllenfalltor
ſtattfand, nahm, von ſchönem Herbſtwetter begünſtigt,
den beſten Verlauf. An allen Tagen hatte ſich auf
dem Sportplatze ein zahlreiches Publikum eingefun=
den
, welches dem Turniere bis zum Schluß das
größte Intereſſe widmete. Durchweg wurde ausge=
zeichnet
geſpielt, und es wäre des Lobes gar viel über
die einzelnen Spielerinnen und Spieler zu berichten.
Beſonders erfreulich war es zu ſehen, welch' bedeu=
tende
Fortſchritte die Jugend gemacht hat. Die Schluß=
runde
im Juniorenſpiel, die kurz vor der Preisver=
teilung
geſpielt und leider im dritten Satze mit 9: 9
wegen eintretender Dunkelheit abgebrochen wurde,
geſtaltete ſich zu einem der ſpannendſten Spiele im
ganzen Turniere. Den Haupterfolg hat ſich aber wie=
der
unſer trefflicher junger Spieler, Heinz Landmann,
mit vier erſten Preiſen errungen. Er nimmt ſchon
jetzt einen ehrenvollen Platz unter den beſten deutſchen
Spielern ein und wird ſicher in kurzer Zeit noch wei=
ter
vorrücken. Vorzüglich ſpielten auch unſere bekann=
ten
Spieler: Hermann, R. Koch, Morell und Lichten=
ſtein
. Unter den Damen zeichneten ſich beſonders aus:
Frl. Flinſch, Frl. Dexheimer, Miß Hetley, Frl. Maß
und Frl. E. Koch. Nach Beendigung der Spiele am
Sonntag abend gegen 6 Uhr hielt Herr Geh. Rat Pro=
feſſor
Koch eine kurze Anſprache, in der er die erfreu=
lichen
Fortſchritte, die der ſchöne Tennisſport in den
letzten Jahren bei uns gemacht hat, hervorhob und
dieſelben vornehmlich als Erfolg der vielfachen ſport=
lichen
Anregungen, die unſeren Spielern durch Tur=
niere
, Städtewettſpiele und Klubwettſpiele und durch
die Pflege eines echten ſportlichen Geiſtes zu Teil wer=
den
, anerkannte. Er richtete Worte des Dankes an
alle, die durch Preiſe oder ſonſtige Stiftungen das
Turnier gefördert, ferner an die große Zahl derer, die
in eifrigem Spiele ihre Kräfte gemeſſen haben, und
beſonders an den bewährten Leiter der Veranſtaltung,
Herrn Werner Landmann, dem es gelungen iſt, das
Turnier in ſo harmoniſcher Weiſe zum feſtgeſetzten
Termin zu Ende zu führen.
Meiſterſchaftsſpiel der Kl. a des F.=K.
Olympia‟=Darmſtadt gegen F.=K. Germa=
nia
=Ludwigshafen. Man ſchreibt uns: Die erſte
Mannſchaft des Fußballklubs Olympia‟=Darmſtadt weilte
am Sonntag in Ludwigshafen, um gegen den dortigen
F.=K. Germania das dritte Meiſterſchaftsſpiel der Kl. a
auszutragen. Germania=Ludwigshafen konnte in der
32. Minute den erſten Erfolg buchen. Trotz merklicher
Ueberlegenheit des F.=K. Olympia ging es mit 1:0 zu=
gunſten
Ludwigshafens in die Pauſe. Nach der Pauſe
ſah man Olympia ſtändig im Angriff. Blitzſchnelle
Durchbrüche und ſchönes Kombinationsſpiel ſchafften ge=
fährliche
Situationen vor dem Germanen=Tor. Ludwigs=
hafen
kam nicht mehr über die Mitte hinaus und wurde
allmählich vollſtändig eingeſchloſſen. Darmſtadt ſetzte
alles daran, um gleichzuziehen. Germania= Ludwigs=
hafen
konnte den verzweifelten Anſtrengungen Darmſtadts
nicht mehr Stand halten und fiel immer mehr ab. Olym=
pia
, nun immer zuverſichtlicher ſpielend, zog in der 78.
Minute durch ein Prachttor unter lebhaftem Beifall gleich.
Beim neuen Anſtoß ging Darmſtadt ſofort wieder zum
Angriff über. In der 86. Minute folgte ein ſchön einge=
leiteter
Angriff des Halbrechten. Ein ſcharfer Schuß und
Darmſtadt hatte nach heißem Kampfe die Führung über=
nommen
. Darmſtadt hat mit dieſem wohlverdienten Sieg
zwei weitere wertvolle Punkte für die Meiſterſchaftsſpiele
erworben.

Vermiſchtes.
* Zur Errichtung eines Denkmals für
Otto Lilienthal, den Vater der Fliegekunſt in
Broß=Lichterfelde, hat ſich ein Komitee gebildet, das
mit einem Aufruf zu tätiger Beihilfe ſich an die
Oeffentlichkeit wendet. Das dieſen Aufruf unterzeich=
nende
Komitee enthält zahlreiche wirkungsvolle
(Namen. Als Ehrenvorſitzender zeichnet Prinz Albert
zu Schleswig=Holſtein. Beiträge in jeder Höhe neh=
men
alle Filialen der Deutſchen und der Dresdener
Bank auf Konto Lilienthal=Denkmal entgegen.
C. K. Antike Schätze vom Meeresgrunde.
In der franzöſiſchen Akademie der Inſchriften hat der
Direktor der Altertümer in Tunis Bericht erſtattet über
die glücklichen Erfolge, die die unterſeeiſchen Ausgrabungen
bei Mahdia in dieſem Jahre gebracht haben. Bekannt=
lich
entdeckten Schwammfiſcher im Jahre 1907 nordöſtlich
vom Kap Afrika in einer Tiefe von 39 Meter die Ueber=
reſte
eines antiken Schiffes, das zu Beginn der chriſtlichen
Aera die Reiſe von Athen zur nordafrikaniſchen Küſte an=
trat
. Die ſofort begonnenen Nachforſchungen brachten
über Erwarten glückliche Funde, alte Kunſtwerke von
hohem Intereſſe, Vaſen, Kandelaber, Marmorgeräte und
Inſchriften. Die neuen Ausgrabungen geben den früheren
Funden an Bedeutung nichts nach. In erſter Linie wur=
den
fünf große Bronzeſtatuetten zutage gefördert,
die ſehr alt ſind und ſich vortrefflich erhalten haben. Ein
wundervolles Stück iſt ein tanzender und ſingender Eros,
der ſeinen Geſang mit der Laute begleitet. Sodann drei
Grotesken, zwei Frauen, die zum Klang von Klappern
tanzen, ein Spaßmacher, der mit wunderlichen Körperver=
renkungen
und wilden Grimaſſen vorwärts ſchleicht, und
endlich ein Satyr, ein prächtiges Werk von meiſterhafter
Kraft der Bewegung. Unter den weiteren Funden verdie=
nen
beſondere Aufmerkſamkeit die Statuette eines ſitzen=
den
Schauſpielers, ſodann eine Plakette, auf der Greife
dargeſtellt ſind, Bacchantenmasken, junge Satyrn, durch=
weg
ſchöne Bronzearbeiten. Die neuen Arbeiten haben
noch ein weiteres glückliches Reſultat gehabt: man hat die
fehlenden Fragmente der früher aufgefundenen Kunſt=
werke
zutage fördern können. Am wichtigſten iſt der linke

[ ][  ][ ]

Nummer 234.

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dönnerstag,eden 6. Oktober 1910.

Arm des großen Bronze=Eros, des beſten Stückes; es iſt
nun vollkommen beiſammen und ſcheint eine Replik einer
Statue von Praxiteles zu ſein, die von Kalliſtratus
erwähnt wird und von der bisher kein Exemplar gefunden
worden war. Die Entdeckungen dieſes Jahres wurden in
der Schlammſchicht gemacht, deren Höhe dem Inneren des
Schiffes entſpricht. Es ſcheint, daß das Fahrzeug auf der
Brücke eine Reihe Marmorſäulen geladen hatte, während
im Inneren die koſtbaren Kunſtwerke, meiſt Bronzeſtücke,
aufgeſtapelt worden waren.
C.K. Städte mit mehr als 1000000 Ein=
wöhnern
. In der Zahl der Städte, die mehr als
400000 Einwohner zählen, marſchiert China an der
Spitze mit nicht weniger als 52; freilich iſt bei der Un=
ſicherheit
der chineſiſchen Volkszählung die Zahl nicht
ganz ſicher, und es gibt eine andere Schätzung, nach
der es nur 23 wären. Von den übrigen Ländern der
Erde folgen mit Städten über 100000= Einwohner:
Vereinigte Staaten mit 46, Deutſchland mit 44, Groß=
britannien
und Irland mit 43, Indien mit 32, Ruß=
land
mit 20, Frankreich mit 14, Italien mit 11, Japan
mit 10, Oeſterreich=Ungarn mit 9, Türkei und Spa=
nien
mit je 7. Die anderen Länder haben weniger als
5 ſolcher Großſtädte.
Die Cholera.
* Paris, 5. Okt. Eine Note der Agence Havas be=
ſagt
: In Marſeille wurde bei drei Reiſenden, die zu
Schiff aus dem Orient eintrafen, Cholera feſtge=
ſtellt
. Die mit den Kranken in Berührung Gekommenen
wurden unverzüglich iſoliert und alle Desinfektionsmaß=
regeln
getroffen. Es handelt ſich einzig und allein um
eingeſchleppte Fälle, wie es diejenigen ſind, die kürzlich
aus verſchiedenen Gegenden Europas gemeldet wurden.
Die Stadt Marſeille kann demnach nicht als verſeucht be=
trachtet
werden. Die getroffenen Maßregeln ſind derart,
daß die Möglichkeit einer Verbreitung der Krankheit aus=
geſchloſſen
erſcheint.
* Rom, 5. Okt. In Neapel ſind in den letzten
24 Stunden 16 Erkrankungen und 5 Todesfälle an
CCholera vorgekommen, in der Provinz Neapel 15
Erkrankungen an Cholera. Aus Apulien wurden
Neuerkrankungen und Todesfälle nicht gemeldet.

Literariſches.
Der Stein der Weiſen deſſen 18. Heft
des 23. Jahrganges (A. Hartlebens Verlag in Wien
und Leipzig) eben jetzt zur Ausgabe gelangt iſt, zeigt
auch in dieſem ſeine große Reichhaltigkeit auf allen
Gebieten der Naturwiſſenſchaften und ſind unter den
vorzüglich geſchriebenen Abhandlungen beſonders her=
vorzuheben
: Die Bildung der Alpenſeen, Die Zeitung,
Paradiesvögel in Deutſch=Neuguinea, Phantaſtiſche
Schneegebilde, Penitentesfiguren, Büßerſchnee, Zäcken=
firn
, Die Krankheiten des Brotes, Biologiſche Natur=
muſeen
und Lebensgemeinſchaften, ein Artikel über
Gasmaſchinen, Panzerſchiffbau und die Wirkung der
Geſchoſſe auf den Panzer, Im Garten. Auch in dieſem
Hefte findet der Leſer eine Fülle der vortrefflichſten
Illuſtrationen, die auch den ſtrengſten Anforderungen
an Deutlichkeit und Schärfe voll und ganz entſprechen,
ſo daß allen Wünſchen Genüge geleiſtet erſcheint.
Roths illuſtrierter Führer Nr. 2.
Das Lahntal von der Lahnquelle bis zur Mündung
nebſt den Seitentälern in ihren unteren und mittleren
Stufen. 4. Aufl., bearbeitet von Heinrich Luerſſen.
Mit etwa 100 Illuſtrationen und 6 Plänen, 4 Kärtchen
und einer großen Ueberſichtskarte. Verlag von Emil
Roth in Gießen. Preis 2 Mk. Der gediegene Rothſche
Führer durch das Lahntal, der nun ſchon in vierter
Auflage vorliegt, iſt gegen die früheren Auflagen
weſentlich ergänzt und erweitert worden. Neue Wan=
derungen
ſind aufgenommen und die alten durchge=
ſehen
und, wo es notwendig war, berichtigt worden.
Die alten Vorzüge des Luerſſenſchen Führers ſind ge=
blieben
, nämlich die praktiſche Einteilung des Buches
und die überſichtliche Anordnung des Stoffes, die da=
Wandern ſehr erleichtert und zu einem wirklichen Ge=
nuß
macht. Der Führer läßt die noch lange nicht genug
gewürdigten Schönheiten des Lahntales im günſtigſten
Lichte erſcheinen und wird ihm ſicher viele neue
Freunde werben.
A. Hartlebens Volks=Atlas, enthaltend
86 Karten in 125 Kartenſeiten, nebſt 75 Spezialkarten
und Plänen. Mit Text und alphabetiſchem Namen=
regiſter
. Fünfte, vollſtändig umgearbeitete und er=
neuerte
Auflage. Groß=Folio=Format. Das Werk wird
komplett in 25 Lieferungen zu 50 Pfg., in Halbfranz=
band
gebunden 15 Mk. (Lieferungen 25.) (A. Hart=
lebens
Verlag in Wien.) Die fünfte Auflage von A.
Hartlebens Volks=Atlas erſcheint zunächſt in 25 Liefer=
ungen
und wird noch vor Abſchluß dieſes Jahres auch
in der kompletten Halbfranzband=Ausgabe vorliegen.
In welchem Hauſe wäre heute ein guter Atlas ent=
behrlich
? Jede Stunde bringt Fragen, die mit der Erd=
kunde
in Zuſammenhang ſtehen und die ſich jeder Ge=
bildete
beantworten muß. Wir können daher die An=
ſchaffung
dieſes beiſpiellos billigen, dabei einzig ſchönen
A. Hartlebens Volks=Atlas warm empfehlen.

Die Revolution in Portugal.
Darmſtadt, 5. Okt. Das Kaiſerliche Tele=
graphenamt
gibt bekannt, daß jede telegraphiſche
Verbindung von und nach Liſſabon unter=
brochen
iſt. Daher erklärt es ſich, daß die Nachrichten
über die Vorgänge in Liſſabon ſo langſam und ſpärlich
einlaufen.
H.B. Berlin, 5. Okt. Der Liſſaboner Kor=
reſpondent
des Berliner Lokalanz. ſendet ſeinem Blatt
folgendes Telegramm aus Cap Blanco: Ein großer
Teil des Heeres, beſonders die Artillerie, ſowie die
ganze Marine hat ſich gegen das Königshaus
erhoben. Die Kriegsſchiffe und die Forts hißten
die republikaniſche Flagge. Um 2 Uhr nach=
mittags
begann das Bombardement des Pa=
laſtes
durch die Kriegsſchiffe. Sämtliche
Zugänge zur Stadt ſind geſperrt, die Telegraphenleit=
ungen
abgeſchnitten, ſodaß ich auf einem Schiff Cap
Blanco erreichen mußte, um zu telegraphieren. Von
Bord des Schiffes aus ſieht man das Bombardement
des Palaſtes, der von vielen Geſchoſſen getrofſen iſt.
Der Ausgang des Kampfes ſcheint zunächſt zweifelhaft,
da noch unbekannt iſt, wie die Provinz ſich verhält. Um
1 Uhr hörte man heftiges Gewehrfeuer in den Stra=
ßen
. Der König ſoll gefangen genommen ſein. Ein=
zelheiten
darüber ſind noch nicht zu erfahren.
Paris, 5. Okt. Eine beim hieſigen portugieſi=
ſchen
Konſulat von privater Seite eingetroffene Mel=
dung
beſtätigt den Ausbruch der Revolution
in Liſſabon.

H. B. Paris, 5. Okt. Der Matin hat noch in der=
vergangenen
Nacht den augenblicklich in Paris wei=
lenden
republikaniſchen portugieſiſchen Kortes= Abge=
ordneten
Magelhaes Lima interviewt. Dieſer ſagte,
daß die Revolution ſeit langer Zeit vor=
bereitet
ſei und ſozuſagen in der Luft gelegen
habe. Es habe nur eines geringfügigen Anlaſſes be=
durft
, um den Ausbruch der offenen Revolution her=
beizuführen
. Dieſer Anlaß ſei durch die Ermordung
des republikaniſchen Abgeordneten von Bombardo ge=
geben
und das Volk habe in dieſer Bluttat eine kleri=
kale
Rache erblickt. Die Marine, die von jeher dem
Liberalismus ergeben ſei, habe ſich an die Spitze der
Bewegung geſtellt und die Armee ſei ihr gefolgt.
* London, 5. Okt. Ein hieſiges Blatt bringt
gleichfalls die Meldung von dem Ausbruche der
Revolution in Liſſabon. Alle Verkehrsver=
bindungen
ſind unterbrochen, die Telegraphendrähte
zerſchnitten. In Liſſabon ſollen ernſte Kämpfe ſtatt=
gefunden
haben. Armee und Flotte hätten für die Re=
volutionäre
Partei ergriffen. Der König ſei ge=
fangen
.
H.B. London, 5. Okt. Daily Mail veröffent=
licht
folgendes Telegramm: Der deutſche Dampfer
Parranga (der Name kann auch Illyria ſein), der
gegenwärtig in Santander vor Anker liegt, hat ein
drahtloſes Telegramm von dem Dampfer Cap Blanco‟
erhalten, welcher gegenwärtig vor Liſſabon kreuzt.
Dieſes Telegramm beſtätigt den Ausbruch der
Revolution und ebenſo, daß Kriegsſchiffe das
Königliche Schloß bombardiert und die Revolutionäre
die Königliche Standarte vom Palais niedergeholt und
die grüne Flagge der Republik gehißt
haben.
H. B. Cap Blanco, 5. Okt. Der einzige Weg,
Berichte weiter zu geben, iſt die drahtloſe Station
eines hier liegenden Dampfers. Die ſämtlichen
Verbindungen von Liſſabon ſind abge=
ſſchnitten
. Geſtern nachmittag 2 Uhr erfolgte die
Beſchießung des Königlichen Palaſtes durch die Kriegs=
ſchiffe
. Auf den Kriegsſchiffen, dem Arſenal und den
Forts am linken Tajo=Ufer wurde die rotgrüne
Flagge gehißt. Es entſpann ſich ein heftiger Kampf
beim Marine=Arſenal und beim Palaſt. Die Forts
waren mit Granaten daran beteiligt. Um 2,10 Uhr
ſank die königliche Flagge vom Maſt. Der Anlaß zur
Erhebung ſcheint in der Ermordung des republikani=
ſſchen
Abgeordneten von Liſſabon, Bombardo, durch
einen Infanterie=Leutnant zu ſuchen ſein, da man in
dieſem Verbrechen ein Werk der Reaktionäre gegen
die Republikaner erblickt. Die Erhebung ſcheint übri=
gens
nicht erſt geſtern ausgebrochen zu ſein, denn
ſchon am Montag erhielt ein Londoner Telegraphen=
Bureau aus einem in der Nähe von Liſſabon gelege=
nen
Ort die Meldung, daß alle Verbindungen mit der
Hauptſtadt unterbrochen ſeien. Die Revolution bringt
keine Ueberraſchung, weil die Eingeweihten wußten,
daß König Manuel von allen Parteien verlaſſen
und aufgegeben war. Auch iſt bekannt, daß die Kriegs=
flotte
ſeit einiger Zeit republikaniſch geſinnt iſt, wes=
halb
ſchon in der letzten Woche die Flotte von der Re=
gierung
weitab von Liſſabon geſchickt wurde.
* London, 5. Okt. Wie die Blätter aus Paris
melden, erhielt die dortige braſilianiſche Geſandtſchaft
die Nachricht, daß König Manuel ſich an Bord
des braſilianiſchen Kriegsſchiffes Sav
Paulo befindet.
Liſſabon, 5. Okt. Außer dem König Ma=
nuel
begab ſich auch die Königin=Mutter Ama=
lie
an Bord des braſilianiſchen Kriegsſchiffes Sao
Paulo‟. Es heißt, daß das Revolutionskomitee dieſe
Flucht ſtillſchweigend billigte. Mit dem heutigen Mittags=
zuge
verließen der portugieſiſche Geſandte und zahlreiche
Mitglieder der portugieſiſchen Kolonie Paris. Das
Bombardement des königlichen Palaſtes
war geſtern abend 9 Uhr beendet. Der König, die =
nigin
und deren Umgebung hielten ſich inzwiſchen in
den Kellerräumen auf. Von den königlichen Gebäuden
Liſſabons wurden außer dem Königspalaſt keine be=
ſchädigt
.
H. B. Paris, 5. Okt. Man erklärt ſich in hieſigen
Regierungskreiſen die Sperrung aller von Portugal
ausgehenden Telegramme damit, daß die
fremden Regierungen nur von vollzogenen Tatſachen
unterrichtet werden ſollen, ſo daß ihnen nur die An=
erkennung
der proviſoriſchen republikaniſchen Regie=
rung
übrig bleiben ſoll. Beachtenswert iſt eine jüngſt
von dem Deputierten Caſtro abgegebene Erklärung, daß
die künftige Republik Portugal für alle Verpflichtun=
gen
der Monarchie gegenüber auswärtigen Gläubigern
aufzukommen bereit ſei. Caſtro gilt für den Fall des
Gelingens der Revolution als Präſident einer provi=
ſoriſchen
Regierung, die aus den 14 republikaniſchen
Deputierten gebildet werden ſoll.
H.B. Madrid, 5. Okt. Privatmeldungen aus
Portugal zufolge dauern die Straßenkämpfe in
Liſſabon fort. Die Republikaner haben bereits ver=
ſchiedene
Kaſernen und Befeſtigungswerke eingenom=
men
. Der königliche Palaſt iſt umzingelt. An den
Overationen beteiligten ſich drei Kriegsſchiffe. Aus
der Provinz fehlen jegliche Nachrichten.
H.B. Liſſabon, 5. Okt. Mit Einbruch der
Dunkelheit entſandte das vor Liſſabon liegende bra=
ſilianiſche
Kriegsſchiff Sao Paulo eine
Dampfbarkaſſe vor den königlichen Palaſt, um
die königliche Familie aufzunehmen. Nach einigem
Sträuben willigten König Manuel und die Königin=
Mutter ein und begaben ſich durch das Spalier der treu=
gebliebenen
Truppen auf die Barkaſſe, die ſie an Bord
des Kriegsſchiffes Sao Paulo brachte.
* Gibraltar, 5. Okt. Die Kreuzer New=
caſtle
und Minerva ſind geſtern abend in See ge=
gangen
, um ſo ſchnell als möglich ſich nach Liſſabon
zu begeben.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 5. Okt. Wirkl. Geheimerat Profeſſor
von Leyden iſt geſtorben.
* Wien, 5. Okt. Der König der Belgier be=
ſuchte
heute vormittag abermals die Jagdausſtellung.
Gegen 11½ Uhr reiſten der König und die Königin nach
herzlicher Verabſchiedung von Kaiſer Franz Joſef und der
Erzherzogin Maria Annunciata, welche die fürſtlichen
Gäſte zum Bahnhof geleitet hatten, ab.
* Peſt, 5. Okt. Das Abgeordnetenhaus
wählte zu Mitgliedern der Delegation 27 Mitglieder
der Reaierungspartei, 4 von der Koſſuthpartei, 4 von

der Juſthpartei, 4 Kroaten und 1 Volksparteiler.
Außerdem gehören der Delegation 20 Mitglieder des
Magnatenhauſes an. Der Abgeordnete Polonyi be=
gründete
die Interpellation, betreffend die 500 Mil=
lionen
=Anleihe, wobei er die Anleihepolitik des Ka=
binetts
Wekerle verteidigte, das den franzöſiſchen
Markt habe gewinnen wollen und ſich in Ausfällen
gegen den Dreibund erging.
* Petersburg, 5. Okt. Zu der Meldung des Matin
über das Programm des Verweſers des Miniſteriums des
Auswärtigen Saſonow wird amtlich erklärt, Saſonow
habe den Korreſpondenten des Matin nicht empfangen
und weder ihm noch ſonſt jemand ſein Programm aus=
einandergeſetzt
.
* Gillespie (Illinois), 5. Okt. Nach weiteren Feſt=
ſtellungen
wurden bei dem geſtrigen Eiſenbahn=
unglück
37 Perſonen getötet.

Berlin, 5. Okt. Der frühere Direktor im
Reichsmarineamt, Wirkl. Geh. Rat Konſtantin Rich=
ter
, iſt heute nacht in ſeiner Wohnung in Potsdam=
im
Alter von 84 Jahren geſtorben.

m ganzen Leibe mit
behaftet, welche mich durch das
ewige Jucken Tag u. Nacht nicht in
Ruhe ließen. Nach ein. Einreibung
von kaum 14 Tagen mit Zucker’s
Ioohtol Patent=Medizinal=Seife waren
m. Flechten vollſt. verſchwunden. Ihre Seife iſt nicht 1.50 M.,
ſondern 100 M. wert. Sergeant M. à Stück 50 Pf. (15%ig)
u. 1.50 M. (35%ig, ſtärkſte Form). Dazugeh. Zuckvoh=Creme
75 Pf. u. 2 M. in ſämtl. Apoth., Drog. u. Parf. (19332E
Wei Wöchnerinnen und ſtillenden Frauen bildet
Kufeke eine ſehr gut ernährende, leicht verdau=
liche
Speiſe, die zu jeder Zeit gern genommen wird und
eine angenehme Abwechslung gegenüber der beliebten
Verabreichung von Hafergrütze darſtellt.
(19333)

Für den Kampf des Lebens!
Freudenſtadt, 13. April 1910. Ich teile Ihnen gerne
mit, daß ich mit Ihrem Bioſon ſehr zufrieden bin. Ich
wandte dasſelbe als Kräftigungsmittel nach zwei ſehr
ſchweren Krankheiten an, verbrauchte innerhalb 4 Monaten
1 Pakete, jeden Tag nahm ich 4 Taſſen zu mir. Schon
nach dem 2. Paket war der Erfolg überraſchend. Mein
Ausſehen beſſerte ſich und mein Körpergewicht nahm um
4 Pfund zu. Ueberhaupt hat ſich das Wohlbefinden ge=
hoben
. Vorher war ich immer müde und ſchläfrig, jetzt
hat ſich Energie und Kraft gehoben, welche allein den
Kampf des Lebens erträglich machen. Das Bioſon=
getränk
habe ich mit etwas Kakao, zirka ½ Bioſon und
Kakao, zubereitet, ſo es mir ausgezeichnet ſchmeckte.
Ich kann Ihnen nicht genug danken für Ihr Bioſon.
Ich werde mich bemühen, dasſelbe in Verwandten= und
Bekanntenkreiſen aufs Wärmſte zu empfehlen. Der Preis
iſt gegenüber anderen Präparaten mäßig zu nennen.
Hochachtungsvoll! Frau Dorothea Bäßler, Friedrich=
ſtraße
38. Unterſchrift beglaubigt: Bertram, Notar.
Bioſon iſt das beſte und billigſte Kräftigungsmittel.
Paket 3 Mk. in Apotheken, Drogerien. Verlangen Sie
von dem Bioſonwerk Frankfurt a. M. eine Gratisprobe
und die Broſchüren.
(19374D

AoTEneDAKiStbTER Her

GRosshs
SPHISE-RESTAURANT

Amtlicher Wetterbericht.
Oeſſentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Ueber dem
öſtlichſten Deutſchland hat ſich ein Tiefdruckgebiet ent=
wickelt
, ſodaß trotz der Nähe eines über England lagern=
den
Hochs Trübung eingetreten iſt. Bei nordweſtlichem
bis ſüdweſtlichem Winde iſt die Temperatur im Sin=
ken
begriffen, in Nord= und Oſtdeutſchland füllen ſtarke
Regen. Auch in Heſſen wird ſich der Einfluß der öſt=
lichen
Zyklone bemerkbar machen.
Ausſichten in Heſſen am Donnerstag, 6. Okt.:
Trüb, kühl, geringer Regen, friſcher Nordweſt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): Der Biberpelz
Gaſtſpiel des Oberbayr. Bauerntheaters um 8¼ Uhr
im Orpheum (Thoma=Abend).
Monatsverſammlung des Gartenbau=Vereins um
8 Uhr im Fürſtenſaal.
Oktoberfeſt um 5 Uhr im Kölniſchen Hof.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Perkeo.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10 Uhr ab).
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Crafenſtraße): Vorſtellungen von 311 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 7. Oktober.
Aecker=Verſteigerung des Martin Fuchs um 10 Uhr
auf dem Ortsgericht I.
Pferde=Verſteigerung um 10 Uhr in der Train=
Kaſerne (Eſchollbrückerſtraße).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

Nummer 234.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Seite 7.

reit eie eite eit eit

Khasch.
Anzüge
Paletots
Pyjacks
Ulster
Capes
Blusen
Mützen
Hüte
Sweaters

e ese asen useh e

für Mädchen und Knaben

Griginal Kieler Kleidung
Gestr. Stuttgarter Anzüge
zu Katalogpreisen.

enite geit eite ehint eit

(19379

Willy Schwah
Grösstes Spezialhaus vornehmer Herren- u. Kinder-Moden.

Ludwigsplatz
Ecke Schulstr.

Kleider
Kostüme
Mäntel
Jacken
Paletots
Capes
Blusen
Röcke
Mützen
Hüte
Sweaters
sen e en ee e

Täglich friſch eintreffend:
Holländer Schellfische
große mittel kleine
Cabliau, Heilbutt
im Ganzen und im Ausſchnitt
Rheinsalm Silbersalm
Lebende Hummer u. Krebse

Steinbutt
Rotzungen
Seezunge
Merlans
Stinte

Lebende Hechte
Karpfen
,
Schleien
32
Forellen
22
Barsche

3

2
. Cabhiau
24 pfündig
per Pfund 25 Pfg. ab Laden

Hummer
Kaviar
Fischkonserven

Neue
Räucherwaren
in größter Auswahl täglich friſch
empfiehlt (19388
udwig
Hosinger
nur untere
42 Elisabethenstrasse 42.

Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art, Geschäfts=
papiere
, Bücher und Akten
unter Garantie des Einſtampfens zahle
ſtets die höchſten Preiſe.
(126a
Lippmann May,
Teleph. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werden jederzeit prompt erledigt.

Aepfel.

verſchiedene Sorten (gebrochen),
zu verk. Kaupſtr. 30. (*24438mf

u. Aufpolieren von Möbel und
Beitzell Pianos. Ergänzen u. Aufarb.
aller Kunſtwerke. Feinſte Referenz. z. Dienſt.
E. Jansen, Bleich
(*24482mf

lutes Ackergelände, ca. 23 Morgen,
zur Anlage einer Gärtnerei zu kaufen
oder pachten geſucht. Offerten unter A 60
an die Expedition.
(*24626df

Sler

Wer leiht 300 Mark
e. Geſchäftsm. gegen Sicherh. u. gute Bürgſch.
Offerten unter A 61 an die Exn (*24639

Gelegenheitsgeschenke und Andenken!
:: Füllfederhalter, in jeder Lage zu tragen. 3:
Schreibtisch-Garnituren, Schmuckkasten, Bilderkasten
z: und Alben zum Einstecken und Kleben. 3:
Visitkarten :: Einladungen z: Familienanzeigen. (17432a
Arnold Rode, Ernst-Ludwigstrasse 18, Tel. 1507.

(vorm. Eduard G. Gerst)
Aktienkapital Mark 30000 000.
Reserven Mark 3 900 000.
Rheinstr. 24, Ecke Saalbaustr. Fernsprecher 64 und 2594.

Ausführung aller bankgeschäftlichen Transaktionen.

Annahme von verzinslichen Depositengeldern
Uebernahme von Nachlass- und Vermögensverwaltungen.

Stahlkammer

(18646a

Vermietung von Safes verschiedener Grössen unter
eigenem Verschluss der Mieter zu mässigen Preisen.

Total=Ausverkauf.
Rheinstrasse 31. Joh. Jac. Schenzer.
Wegzugshalber verkaufe mein großes Lager in
Handarbeiten, Schürzen, Normal= und Biber=Wäſche, Kleidchen, Kor=
ſetten
, Bänder, Spitzen, Handſchuhe, Strümpfe, Mode= und Babyartikel,
Hütchen, Häubchen, Hoſenträger, Krawatten, Kragen
zu bedeutend herabgesetzten Preisen. (19393a

Tier-Ausstopferei

Ernst Achen befindet ſich ſeit 1. Oktober
D
Grafenstrasse

(19123ids

werden vorteilhaft verwendet bei Entnahme solider Herren-
und Damenkleiderstoffen etc. Alte Seide zu Decken
und Portieren. Muster franko. Vertreter gesucht.
Harzer Textil-Fabrikate, Goslar 1 a. H.
I19382,15)
Beeruigungs Ceschaff

Telephon
1286

Georg Oesterling

Lanteſchläger=
ſtraße
10.

Frachtbriefe
nach neuestem Muster
sind in der Geschäftsstelle des Tagblatt zu haben.

ärtner=Karren, 2 rädr., gebr. od. neu
zu kaufen geſucht. Offerten mit Preis
unter W 96 an die Expedition. (*24407mf

Berlitz-Scheel
Grösstes Sprachinstitut
Wilhelminenstr. 19, II.
Im Oktober (19220md
Neue Anfängerkurse
für
Französisch-Englisch
in monatlichen Raten zahlbar.
Probestunden gratis.
Anmeldung jederzeit.

ründlicher Unterricht in Franzöſiſch
wird erteilt
(19234mds
Rheinſtraße 29, III.

17427a)

Stolze-Schrey’scher
Stenographenverein,
Unterricht, Fortbild.
Debattenschr. Uebung
Montag u. Donners-
tag
abends 8 Uhr.
Hessischer Hof
Wilhelminenstr. 1, I.

it Primareiſe adgegang. Ober=Realſch.
M erteilt Nachhilfeſtunden billigſt. Anfr.
unt. A 35 an die Exp. d. Bl. (*24540ds

erteilt gründl, iialien. Unterricht.
Itallener Mässige Preise Offerten unter
A 43 an die Expedition ds. Bl. (*24573fsoi

Französisch!
Gründl. Unterricht, Konvers., Korresp.,
von gesetzt. Herrn (Kaufmann) gesucht.
Vorkenntnisse vorhanden. Franzose
bevorzugt. Offerten mit Preis erb. unt.
(*24574
A 42 an die Exped. ds. Bl.

inſcht engliſchen
Eine Engländerin Unterricht z. erteilen

3553a)

Wilhelminenplatz 10, 1. Stock.

Mathematik
durch akadem. gebild. Lehrer. Vorbereit. für
alle Examina (Einj.= Finanz.=, Geom. I u. II,
Matur.=). Repet. für Hochſchüler. Verſicher=
ungsmathem
. Sorgfält. ſchnelle Förderg.
Mäß. Honor. Wittmannſtr. 30, I. (B19232

in Schmelzmalerei
Unterrlent wird erteit (9144mds
Rheinſtraße 29, 3. Stock.

Anna Rau
Gesangschule-Meth. Stockhausen
Annastrasse 55. (18660a

Klabiernnterricht
billigſt Rheinſtraße 29, III. (19233mds

Kochstunde.
Anmeldungen jederzeit. (18087a
Frl. J. Friedrich,
Frankfurterstrasse 74.

[ ][  ][ ]

Kinderbettstelle
weiß lackiert, 70X140cm,
mit doppelter Spiralfeder-
matratze
und doppelt ab-
schlagbaren
Seitenteilen

Kinderbettstelle
Pweiß lackiert, 70X140 cm;
mit Spiralfedermatratze u.
abschlagbaren Seitenteilen

für Kinderbetten

Seegras-
Matratzen

Kinderbettstelle
weiß lackiert, 70X140 cm,
mit Spiralfedermatratze u.
doppelt abschlagbaren Sei-
tenteilen

für Kinderbetten

Kinderbettstelle
weiß lackiert, 70X140 cm,
mit doppelter Spiralfeder-
matratze
und doppelt ab-
schlagbaren
Seitenteilen,
sowie mit Messingstangen
und Messingknöpfen

Kinder-
Deckbetten

Kinderbettstelle
weiß lackiert, 70X140 cm,
mit Spiralfedermatratze u.
doppelt abschlagb. Seiten-
teilen
, sowie mit Messing-
knöpfen

Kinderbettstelle
weiß lackiert, 70X140 cm,
mit doppelter Spiralfeder-
matratze
und doppelt ab-
schlagbaren
Seitenteilen,
sowie mit 2 Messingstäng.
und Knöpfen

Kissen

für Kinderbetten

Matratzen-
schoner

Kinderbettstelle
weiß lackiert, 70X140 cm,
mit Spiralfedermatratze u.
doppelt abschlagb. Seiten-
teilen

Kinderbettstelle
weiß lackiert, 70X140 cm,
mit doppelter Spiralfeder-
matratze
und doppelt ab-
schlagbaren
Seitenteilen,
sowie mit Messingstange
und Messingknöpfen

in Leinendrell für Kinder-
betten

von

Bettkolter

für Kinderbetten
Wolle
Baumwolle

Stepp-Decken
für Kinderbetten

Kinderbettstelle
weiß lackiert, 70X140cm,
mit doppelter Spiralfeder-
matratze
und doppelt ab-
schlagb
. Seitenteilen, sowie
mit 2 Messingstangen und
Knöpfen

Kinderbettstelle
weiß lackiert mit Spiral-
federmatratzen
u. doppelt
abschlagbaren Seitenteilen
sowie mit Messingknöpfen

von

Bettfedern
u. Daunen

in großer Auswahl.

Obenstehend die stets auf Lager führenden Modelle in Kinderbettstellen. Sämtliche Preise verstehen
sich einschließlich einer Vorhangstange. Ohne eine solche ist jede Bettstelle um 60 Pfg. billiger.

Lieferung kom-
pletter
Betten
ausgeschlagen,
mit Vorhang etc.
prompt u. billiglt

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Nummer 234.

[ ][  ][ ]

1. Beilage
3u234.

zum Darmſtädter
Donnerstag, 6. Oktober.

Tagblatt.
1910.

Hoflieferant
Ecke Marktpassage

Neue Herbstkostüme
und
Neue Herbstmäntel

Die Firma HERMANN BERGER ist als Spezialhaus für Damenmäntel und Kostüme und infolge der Selbstfabrikation der meisten von ihr geführten
Artikel, sowie durch direkten Bar-Einkauf in den grössten Fabriken in der Lage, alle Waren zu sehr billigen Preisen verkaufen zu können. Die
Firma legt besonderen Wert auf ausserordentliche Solidität ihrer Artikel und trägt bezüglich der Auswahl allen Geschmacksrichtungen Rechnung.

Spezialität:

Straussfedern

Reiher
Marabout-Boas
Strauss-Boas
Enorme Auswahl bis zum
feinsten Genre.
Hochmodern:
: Pleureusen :
(rehnäpfie Straussfelleru)
Einzelverkauf zu Engros-
Preisen und nur gegen bar.
Rud. Wolff
Bismarckstrasse 55
Straussfedern-Engroshaus

3 Nußbäume
Stamm von je 3 Meter Länge und 32 cm
mittl. Durchmeſſer, zu verkaufen (19140imd
Anzuſehen in
Griesheim, Pfungſtädterſtraße 49.

Solide Ausstattungen
sowie Einzel-Möbel in jeder Holzart
liefert zu äusserst billigen Preisen
unter Garantie das seit 1870 hier be-
stehende
, altrenommierte Möbel-
geschäft
von
(17386a

Telef. 465 J. Böttinger Hofstallstr. 6
Polster-Möbel und Betten
nur eigenes erstklassiges Fabrikat

Brautpaare versäumen daher nicht vor Einkauf unser
: grosses Lager ohne Kaufzwang zu besichtigen.

ist der ständig zunehmende Konsum. Machen Sie bitte
einen Versuch, und Sie werden finden, dass es eine bessere,
mildere und preiswertere Kernseife
nicht gibt. Ueberall erhältlich. August Jacobi, Darmstadt.

Pianino
mit klangvollem edlen Tone, ſchönes äußere,
ſofort billig zu verkaufen Eberſtadt, Kirch=
(19034sdsd
ſtraße 4.

Vornehmer Ceschmack
Enorme Auswahl
Billigste Preise
sind die Merkmale meiner
DWENIIIIE

O00

Auf Liebespfaden.
Roman von H. Ehrhardt.
(Nachdruck verboten.)
23)
Er zuckte zuſammen und ſchlug einen Moment die
Augen nieder. Auch ſie hatte eine Tote geweckt, und ihr
Schatten ſtellte ſich düſter mahnend vor ein neues Glück.
Eine Tote? Ja, war denn Helene Falk ſchon eine
Tote für ihn?
Haſſingen fragte ſichs in jähem Staunen, in einem
Gefühl von Angſt. Kann Mannesliebe ſo ſchnell ſterben?
Iſt Treue wirklich nur ein leerer Wahn?
Wenn Dir der Name Helene nicht gefällt, ſagte die
leicht ſchmeichelnde Frauenſtimme neben ihm, ſo kannſt
Du mich auch Lena nennen, das mag ich nämlich ſehr
gern.
Er griff dieſen Ausweg mit Begeiſterung auf. Ja,
Lena klang viel hübſcher, er würde ſie Lena nennen.
Um ihre Lippen lag ein leiſes, ſeltſames Lächeln, wäh=
rend
er ſo lebhaft redete. Das Lächeln beunruhigte ihn.
Schien es nicht zu ſagen: Warum erſt dieſe Erörterung
für dieſe eine Nacht? Sie neigte ſich ſchon dem Morgen
zu, der ſie aus der freien Welt des Karnevals zurück in
die Welt der ſtrengen Formen führen würde.
Vielleicht ſah er ſeine kleine Frau nie wieder. Es
war ſogar das Wahrſcheinliche, und er hatte von Anfang
an damit gerechnet.
Aber nun er ſo vor ihr ſaß und der Liebreiz ihres

Seſens in wehr nec as hre ſewerichen Snzter nit
einem geheimnisvollen Zauber umſpann, fühlte er ein gro=
ßes
Verlangen, ſie nicht einer Fata morgana gleich wieder
vor ſeinen Augen entſchwinden zu ſehen, ſondern wenig=
ſtens
ein feſt umriſſenes Bild ihrer Perſönlichkeit in ſeine
Erinnerung hinüber zu retten.
Er legte ſeine Hand auf ihre auf der Tiſchplatte
ruhende Linke, von der ſie den langen Handſchuh abgeſtreift,
und ſagte ernſter, als der Karnevalston der Nacht es eigent=
lich
geſtattete:
Sieh mal, Lena, ringsum ſind die Masken gefallen
nein, ſchüttele nicht den Kopf, ich verlange kein Gleiches
von Dir die meiſten Damen aus der Geſellſchaft ziehen
es vor, ihr Inkognito bis zum Schluß zu wahren aber
ich möchte ſo gern, daß Du bildlich geſprochen die Maske
fallen ließeſt , er zögerte ein wenig und ſein hübſches
Geſicht wurde ſehr rot, erzähle mir etwas aus Deinem Le=
ben
, Lena
Sie hob abwehrend die Rechte. Ein Lächeln umſpielte
ihren Mund, das ſcherzend begann und in Wehmut endete.
Nie ſollſt Du mich befragen! ſang ſie halblaut.
Ihre Finger bebten unter den ſeinen.
Es iſt nicht Neugier, ſagte er leiſe.
Aber es iſt Karneval heute! erwiderte ſie halb trotzig.
Ich bin ſo luſtig, und in meinem Leben war ſo viel Trau=
riges
, warum ſoll ich Dir traurige Geſchichten erzählen?
Ich möchte ſo gern alles vergeſſen, was hinter mir liegt
gar nicht mehr daran denken

Saſtend ſe hraß, ſch ſie mmitrich auf in=
ſchmale
, roſige Hand, die ſpielend den Stiel des Wein=
glaſes
umfaßt hatte der breite, goldene Ehereif wirkte
faſt unſchön an dem zarten Finger.
Auch der Blick des Mannes ruhte in zielbewußter
Ahnung auf dem ſchlichten Ringe, aber er war zu taktvoll,
weiter in ſie zu dringen. Alles in ihrem Weſen war ſo
ſonnig und heiter, es wäre ſchade geweſen, das gewalt=
ſam
zu verſcheuchen.
Eben lachte ſie hell auf wie ein Kind, das ſich über
ein neues Spielzeug freut der hübſche Artilleriſt
ſteuerte mit der Studentin auf ihren Tiſch zu. Sie hatte
die Maske abgelegt. Ihr ſchmales, pikantes Geſichtchen
ſah leicht verlegen drein, als ihr Kavalier ſie der ſchlan=
ken
, vornehm ausſehenden Dame zuführte.
Eine kleine Verkäuferin! taxierte die junge Frau. So=
gar
beſcheidenes Genre, die ſich in der Offiziersatmoſphäre
nicht recht wohl fühlt, aber doch ſtolz iſt, einen ſolchen er=
obert
zu haben.
Sie lächelte ihr freundlich zu und äußerte durch ein
beifälliges Kopfnicken dem kleinen Leutnant gegenüber ihre
Freude über ſeine Wahl.
Bald ſaßen die Vier heiter plaudernd beiſammen, der
Artilleriſt überbot ſich ſelbſt in treffenden, drolligen Aeuße=
rungen
über ſeine Mitmenſchen und über ſeine eigene Per=
ſon
, in ſeiner gewagten Art zuweilen die Grenze des Er=
laubten
ſtreifend, bei welcher Gelegenheit die junge Frau
jedes Mal unbefangen herzlich, aber gedämpft lachte, wäh=
rend
die Kleine nur verſchämt zu kichern wagte.

[ ][  ][ ]

Rabatt

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6, Oktober 1910.

Nummer 234g

Zeichen-Atelier
im Hause.

Den Eingang der modernsten Handarbeiten
in gezeichnet, angefangen und fertig gestickt,
erlaubt sich anzuzeigen

Rud. Nick Nkfla.
W. Nagel
Ernst-Ludwigstr. 16.
Mitglied des Rabatt-Sparvereins.
(19318)

Prima Parketts und
Linoleum=Wachs
gelb und weiß, in gar. rein. Terpentinöl,
à Ko. 1.20, von 5 Ko. à 1.10 liefert als
(17449II
Spezialität
Drogerie Bavaria, G. m. b. H., Frankfurt a. M.,
Neue Zeil 11a, Telephon 6024.
Lieferant erſter Hotels, Penſionen ꝛc.

Febr. Möbel u. Betten werd. fortwährend an= u.
verkauft bei I. lich, Alexanderſtr. 3. (5919a

Kranzbänderei
Dekorationen
Blumenspenden jeder Art.
LUDVIG WETCKER
Kunst- u. Handelsgärtner
Friedhof-AlIee 82.
Fernspr . 1201. (18389a

Billige
Glace- Damennandschune
in weiss und farbig
per Paar Mk. 1.50 und 1.80
Emil Daum, Wittmannstr. 26
Handschuh-Spezialgeschäft.

Sie fühlte ſich jedenfalls nicht ganz behaglich ihrer
maskierten Mitſchweſter gegenüber, außerdem prickelte ihr
die Tanzluſt in den zierlichen Füßchen, ſo huſchte ſie bald
wieder mit ihrem Begleiter davon.
Vorher hatte man noch in übermütiger Laune verab=
redet
, ſich am Roſenmontag in Mainz zu treffen, weil die
junge Frau das erſte Mal in ihrem Leben einen rheini=
ſchen
Karneval mitmachte und gern das echte Treiben eines
ſolchen kennen lernen wollte.
Wirſt Du Wort halten, Lena, und kommen? fragte
Hans Haſſingen, als ſie allein waren.
Sie nippte an ihrem Weinglaſe und dachte einen Mo=
ment
nach.
Ich glaube, es wäre beſſer für mich, ich würde wort=
brüchig
ich , ihre Augen blickten wie hilfeſuchend durch
den Spalt der Maske zu ihm hin, ich habe Angſt vor mir
ſelber ich empfinde zu impulſiv, zu leidenſchaftlich ich
kann ſo ſchwer eine Reihe von ſchönen Tagen ertragen, weil
ich immer zwiſchendurch von einer heißen Angſt befallen
werde, wie grau und trübe mein Leben wieder wird, wenn
ſie zerronnen iſt.
Der blonde Offizier fühlte ſich abermals wie von einer
Flutwelle gleichen Empfindens überſtrömt. Auch er kannte
ja kein ſorgloſes Genießen. Ueberall in den Ecken lauerte
das Geſpenſt der Armut und mahnte an die grauen Tage,
die unweigerlich den heiterſten Stunden folgten.
Ob ſie etwa auch mit pekuniären Sorgen zu kämpfen
batte!
Ihr Anzug war ſehr einfach, außer einer kleinen
Brillantſpange am Taillenausſchnitt trug ſie keinen

Schmuck, aber das war ſchließlich nicht maßgebend. Haſſin=
gen
hatte noch ſo wenig Gelegenheit gehabt, bei Frauen
Toilettenluxus zu ſehen, daß ihm jedes richtig abſchätzende
Arteil fehlte.
Aber was konnte ſie ſonſt bedrücken? Sie verriet es
ihm nicht, ſie hatte die ſentimentale Anwandlung ſchnell
überwunden und ihr feſtes Verſprechen gegeben, den Ro=
ſenmontag
mit ihm in Mainz zu verleben.
Um ſie herum begannen unterdes die Bande der Ord=
nung
ſich zu löſen, die Stimmen wurden lauter und erreg=
ter
, die Pärchen küßten ſich ungenierter, und ein Herr hielt
in einer Ecke eine Rede, die von wieherndem Gelächter
unterbrochen ward.
Dann trat eine Dame ins Zimmer, die der jungen
Frau ſchon im Saale unten durch ihre tiefe Dekolletage un=
angenehm
aufgefallen war, wie ſie gehört, eine weggejagte
Schauſpielerin, mit einem graufarbenen, ordinären Geſicht
und gelb gefärbtem Haar. Sie ſchien jemanden zu ſuchen
und wollte raſch an den Tiſchen vorbeiſchreiten, als ein
Herr ſich mit ausgebreiteten Armen in ihren Weg ſtellte.
Ob er ihr zu nahe gekommen oder ob ſie bloß zornig war,
daß er ſie aufhielt, blieb unaufgeklärt, jedenfalls verſetzte
ſie ihm einen Stoß gegen die Bruſt, daß er, ſchon nicht mehr
ganz ſicher auf den Füßen, taumelte und zurückfiel, im
Fallen ein Tiſchtuch ergreifend und mit ſich reißend. In
das Klirren zerbrechender Gläſer und Flaſchen miſchte ſich
das Gekreiſch erſchreckter Damen und zornige Ausrufe
ihrer Kavaliere. Die Urheberin dieſes Spektakels aber
rauſchte weiter, und Haſſingen ſah, daß es Meiſenberg
war, an deſſen Arm ſie ſich im Nebenzimmer hing.

Die junge Frau neben ihm hatte einen Zug von Hoch=
mut
und Ekel um den Mund.
Ich möchte gehen, ſagte ſie halblaut.
Er verſtand ihr Empfinden, ihm ſelbſt war es ent=
ſetzlich
peinlich geweſen, daß ſie Zeugin dieſer hier ſonſt
ſelten vorkommenden Szene geworden war.
Sie geſtatten mir doch, Sie nach Hauſe zu bringen,
gnädige Frau! ſagte er.
Dann wurde er glühend rot, da er ſich der Förmlich=
keit
ſeines Tons bewußt geworden.
Aber ſie ſchien es ganz in der Ordnung zu finden, der
weiteren, harmloſen Faſtnachtsſtimmung hatte die häßliche
Szene die Unbefangenheit geraubt.
Sie gingen ſchweigend die Treppe hinunter. Im Saal
war es ſchon faſt leer. Die Kapelle hatte ihr Spiel been=
det
, ein Teil der Lichter war ſchon gelöſcht, und in dem
trüben Dämmer ſahen die wenigen umherwandelnden Ge=
ſtalten
grau und ſchattenhaft aus.
Welke Blumen, Kleiderfetzen, geknickte Federn bedeck=
ten
den Parkettboden, ein Flitterplättchen glitzerte da und
dort auf wie ein letztes Aufflackern entſchwundenen
Glanzes.
Der ſchale Reſt! ſagte die ſchlanke Frau an Haſſingens
Seite, indem ſie mit dem Fächer über den verlaſſenen Saal
wies. Wie immer nach allem Schönen, und mit ihm kommt
der Ekel und das Entſetzen, daß in der Welt nichts in
Schönheit enden kann, daß alles Ende traurig und häß=
lich
iſt.
(Fortſetzung folgt.!

Gut erhalt. Damen=Wintermantel
für 5 Mk. zu verk. Näh. Exp. (*24305imd

zut erh. Kabinenkoffer u. Hut. zu kauf.
geſucht. Offerten unter W 94 an die
Expedition dieſes Blattes.
(*24412md

nur beste und
zuverlässige
Fabrikate!

Garantie!

Paul Wolf

Uhrmacher
20 Karl-Str. 20. (Telefon 1870.

(18907a

zum Waſchen und Glanzbügeln
Wäſche wird angenommen (23700idid
Dieburgerſtraße 5, Hinth., 1. Stock, links.

Kaiser-Kands

garantiert rein und leicht löslich,
billig, naßrhaft,
Gekömmlich, wofilschmeckend
Malk. 1.90 bis MMk, Z. 19 das ſund
Kalser Naffee Geschaft
G. m. b. H.
Europas grösster Kaffee-Rösterei-Betrieb.
Fabriken in Viersen, Dülken, Spandau, Breslau, Heilbronn, Basel.

Filialen in Darmstadt: Ernst-Ludwigstrasse 21, Schillerplatz 5, Wendelstadt-
strasse
22, Wittmannstrasse 2.
(19149ids
Niederlagen in der Umgegend durch unsere Firmenschilder kenntlich.

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh

Dorheſtast

N8 105.

Donnerstag, 6. Oktober.

1910.

Verloſung von Schuldverſchreibungen der Provinz Starkenburg.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplans der Provinz Starkenburg ſind heute
nachſtehende 3½ % igen Schuldverſchreibungen auf den Inhaber durch Verloſung zur
Rückzahlung am 1. Dezember 1910 berufen worden, nämlich:
Lit. A. Nr. 15, 117, 183, 249, 379 5 Stück à 1000 Mk.
B 97, 117, 235, 405, 446 5 à 500
4 à 200
C 219, 251, 375, 400,
Die Rückzahlung erfolgt bei der Bank für Handel und Induſtrie zu Darmſtadt
und bei der Provinzialkaſſe der Provinz Starkenburg daſelbſt.
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört mit dem obengenannten Ver=
falltag
auf.
19315
Darmſtadt, am 1. Oktober 1910.
Großherzogliche Provinzial=Direktion Starkenburg.
Fey.
Bekanntmachung.
Der Metzger Auguſt Sehl beabſichtigt, auf dem Grundſtück Flur 16 Nr. 138/10,
gelegen zu Eberſtadt, eine Schlächterei zu errichten.

Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes in
dem Darmſtädter Tagblatt (Amtsverkündigungsblatt) an gerechnet, auf dem Büro der
Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
bei Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt vorzubringen.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1910.
(19311
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Wir machen die Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes darauf aufmerkſam, daß
nach Art. 5 der Wieſenpolizeiordnung vom 5. November 1906 im Oktober ein Wieſen=
rundgang
vorzunehmen iſt.
Der Einſendung der Abſchriften der Einträge ſ. Art. 7 Abſ. 2 der Wieſen=
polizeiordnung
ſehen wir bis zum 15. November d. Js. entgegen.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1910.
19321
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 2 Dachshunde, 1 Dobermann. 2 Pinſcher, 1 Jagdhund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Neuer Zugang zum Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtraße.
Gemäß dem Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 14. Juli 1910 iſt
an der Südmauer des Friedhofs eine kleine eiſerne Tür angebracht worden. Zu ihrer
Benutzung werden unter dem ausdrücklichen Vorbehalt eines jederzeitigen Widerrufes
Schlüſſel gegen Zahlung einer einmaligen Gebühr von 5 Mk. an ſolche in Darm=
ſtadt
wohnhafte erwachſene Perſonen abgegeben, die auf dieſem Friedhofe einen
Erbbegräbnisplatz oder ein Reihengrab beſitzen.
Die Abgabe der Schlüſſel ſowie die Mitteilung der Bedingungen, unter denen
ſie geſchieht, erfolgt auf dem Bureau des Friedhofsverwalters, Herdweg Nr. 105.
An Sonn= und Feiertagen iſt die Türe nachmittags von 26 Uhr, im Winter
bis zum Eintritt der Dunkelheit für jedermann geöffnet.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
(19362
I. V: Mueller.

Vertilgung der Feldmäuſe.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 29. September und mit
Genehmigung Großherzoglichen Kreisamts vom 1. Oktober d. Js. ſollen die in der
Gemarkung in dieſem Jahre maſſenhaft auftretenden Feldmäuſe auf Koſten der Stadt
durch Legen von Gift vertilgt werden. Mit der Ausführung der Maßregel, ſoweit ſie
ſich auf die Feldgemarkung erſtreckt, iſt die ſtädtiſche Güterverwaltung mit Zuhilfe=
nahme
der Feldſchützen und einer Anzahl ſtädtiſcher Arbeiter beauftragt. An die Grund=
ſtücksbeſitzer
, namentlich an die Beſitzer der eingefriedigten Grundſtücke, richten wir das
Erſuchen, die Beauftragten bei der Ausführung unterſtützen zu wollen.
(19390dof
Darmſtadt, den 3. Oktober 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Ekert.

Lieferung von Lebensmittel.
Die für das Wirtſchaftsjahr 1910/1911 in der Küche der I. Abteilung Feldartil=
lerie
=Regiments Nr. 61 erforderlichen Kartoffeln, Gemüſe, Hülſenfrüchte und ſonſtigen
Beköſtigungsmittel, ausſchließlich Kaffee und Salz, ſowie Abgabe der Küchenabfälle
(Spülicht) ſollen vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen können täglich auf Zimmer 18 im Stabsgebäude der
Kaſerne am Beſſungerweg eingeſehen werden.
Schriftliche Angebote mit der Aufſchrift Lieferung von Lebensmittel und
Proben ſind bis zum 15. Oktober 1910 an die I. Abteilung des Feldartillerie=
Regiments Nr. 61 verſchloſſen einzureichen.
(19381df
Darmſtadt, im Oktober 1910.
Die Küchen=Verwaltung 1/61.

Bauarbeiten.
Die bei Errichtung einer höheren Knaben=
und Mädchenſchule an der Wendelſtadtſtraße
vorkommenden Wandplattenverkleidungen
(ca. 220 qm) ſowie die Anfertigung von 107
Eichenholzkloſettſitzen ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte Grafen=
ſtraße
Nr. 30, Zimmer 9 während der
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auchzdie Ange=
botsſcheine
abgegeben werden. (19386df
Angebote ſind bis
Freitag, den 14. Oktober 1910,
vormittags 10 Uhr
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Angebotsformulare werden nach auswärts
nicht verſandt.
Darmſtadt, am 4. Oktober 1910.
Stadtbauamt.
Buxbaum.

Lagazinmäßigen Roggen, Hafer und
M Stroh kauft zu den jeweiligen Tages=
preiſen

(19304
Proviantamt Darmſtadt.

Bekanntmachung.
Nach rechtskräftiger Beſtätigung des
Zwangsvergleichs, Abnahme der Schluß=
rechnung
und Abwickelung der Geſchäfte
des Konkursverwalters iſt das Konkurs=
verfahren
über das Vermögen des Zimmer=
meiſters
und Sägewerksbeſitzers Wilhelm
Mahr in Darmſtadt aufgehoben worden.
Der Gerichtsſchreiber (19306
Großh. Amtsgerichts Darmſtadt I.

Bekanntmachung.

Betr.: Konkursverfahren über den Nach=
laß
der zu Darmſtadt verſtorbenen
Bäckermeiſter Jakob Hindel Witwe,
Dorothea, geb. Kunz.
Zur Beſchlußfaſſung über Genehmigung
des Verkaufs des Anteils der Konkursmaſſe
an der Hofreite Fl. V Nr. 287 und 288
Karlſtraße 52 iſt Termin zur Gläubiger=
verſammlung
auf:
Freitag, den 28. Oktober 1910,
vormittags 9 Uhr,
vor dem Großh. Amtsgericht Darmſtadt I,
Mathildenplatz, Zimmer 201, anberaumt
worden.
(19340
Darmſtadt, den 3. Oktober 1910.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

Bekanntmachung.
Donnerstag, den 10. November I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die zur Konkursmaſſe der Georg Hell=
muth
Eheleute dahier gehörige Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 914¾/10 422 Hofreite Mühlſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K131/10
Darmſtadt, den 4. Oktober 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(D19330,7

Rechts=Auskunſter.
Beiſtand und Rat in Zahlungsſchwierig=
keiten
, Erledigung von Kauf=, Pacht=,
Schenkungs=, Miet= und Pfandverträgen,
Moratorien, Subhaſtationen, Unterſtützung
mit Rat in Eheſcheidungs=, Alimentations=,
Erbſchafts= und Vormundſchaftsſachen,
ebenſo bei Gütertrennungs=Verträgen. An=
fertigung
von Verträgen, Geſuchen, Rekla=
mationen
, Teſtamenten; Einleitung von
Klagen ꝛc. diskret und billig. (18840a
Albert Schmitt & Co.,
Alexanderſtraße 5, 1. Stock.

Goldparmänen, Boskoop,
Baumanns und Harberts
Renetten usw. (19389dod
Morneweg’ſche Obſtanl. Erbach (Odenw.)

Heyl &John, Manufakturwaren. (2731

Massagekuren
fachkundige Ausführung, mäßiges Honorar
Chr. Beh u. Frau Beh, ſpez. Kopf= u. Geſichts=
maſſage
, ärztl. gepr. Beckſtr. 55, II. (*24297ids

Dachdeckerarbeiten
werden gut und billig ausgeführt.
*24541ds) L. Christen, Kaupſtraße 45.
Rolle von 25 Pfg. an und

TapezierC ſonſt. Tapezierarb. zu den bill.
(*24697
Preiſ. Wilh. Eudemüller, Schützenſtr. 14. (*2

Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 6. Oktober 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 öffentlich zwangs=
weiſe
gegen Barzahlung
a) für beſtimmt:
1 Nähmaſchine, 1 Fahrrad, 2 Hobelbänke mit Werkzeug, 1 Partie
Zigarren, 1 Partie Konfetti und Knallerbſen ꝛc.;
b) vorausſichtlich:
5 Diwans, 4 Sofas, 2 Büfetts, 2 Pianinos, 2 Seſſel, 6 Vertikos, 3 Waſch=
tiſche
, 5 Schreibtiſche, 2 Kaſſen=, 2 Eis= und 3 Kleiderſchränke, 2 Landauer,
1 Pferd, 107 Herrenhüte, 13 Zylinderhüte, 3 Fl. Sekt, 1 Partie Weißwein,
2 vollſt. Ladeneinrichtungen, 1 Partie Geſchäftsbücher, Bilder, Bilderleiſten,
Leinen, Damaſttücher, 1 Lüſter, ein Kleidergeſtell, 2 Pfeilerſchränkchen ꝛc.;
c) um 5 Uhr, Pallaswieſenſtr. 61:
1 Partie Bretter, ca. 100 Stück.
Darmſtadt, den 5. Oktober 1910.
(19301
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.

Staatlich konzeſſionierte und beaufſichtigte
Hessische Handels-Lehranstalt
Einzige Anſtalt am Platze, die unter der Leitung eines ſtaatlich geprüften
Handelslehrers ſteht.
DARMSTADT am Ernst-Ludwigsplatz.
Rheinstrasse 1, I.
Zweck: Die Anſtalt bezweckt, nicht mehr ſchulpflichtigen jungen Leuten durch methodi=
ſchen
, für die Praxis bearbeiteten kaufmänniſchen Unterricht die Möglichkeit zu
geben, eine ſelbſtändige Stellung in einem Kontor zu bekleiden.
Art des Unterrichts: Derſelbe wird vornehmlich erteilt durch Ausarbeitung mehrerer,
dem wirklichen Geſchäftsleben nachgebildeter Geſchäftsgänge. Am Schluß der
Kurſe finden Prüfungen ſtatt.
Zur gefl. Beachtung: Schulmäßiger Klaſſenunterricht in kleinen Klaſſen bei
individueller Behandlung; auf Wunſch auch Einzelkurſe.
Lehrfächer: Je nach Wahl des Kurſus: Deutſche Sprache, einfache und doppelte
(italien. und amerik.) Buchführung, kaufm. Rechnen einſchl. Kontokorrentlehre,
Handelskorreſpondenz und Kontorpraxis, Wechſel= und Scheckkunde, Bank= und
Börſenkunde, Handelsbetriebslehre, Handelsgeographie, Kalligraphie, Stenographie
und Maſchinenſchreiben (6 Maſchinen); außerdem auf Wunſch: Franz. und engl.
Handelskorreſpondenz. Neu aufgenommen: Unterricht auf der Rechenmaſchine
(2 Maſchinen).
Dauer des Unterrichts: a) Für erwachſene Herren und Damen, je nach Wahl des
Kurſus, 36 Monate; b) für ältere Schüler und Schülerinnen mit entſprechenden
Vorkenntniſſen 6 Monate; e) für junge Leute im fortbildungsſchulpflichtigen
Alter 612 Monate, alles bei vollem Tagesunterricht. (Abendunterricht nur privat).
Es werden nur Schüler und Schülerinnen aufgenommen, welche die nötigen
Vorkenntniſſe durch ein befriedigendes Abgangszeugnis von einer Pflichtſchule
nachzuweiſen vermögen. Die Anſtalt vermittelt fleißigen Schülern koſtenlos den
Eintritt in kaufmänniſche Stellungen.
Das Winter=Semeſter beginnt Dienstag, den 4. Oktober, vorm. 8 Uhr.
(16747a
Proſpekte ſind in der Anſtalt, Rheinſtraße 1, I. erhältlich.
W. Siedersleben
Anmeldungen:

Montag bis Freitag von 121 Uhr
und nachmittags 35 Uhr.

ſtaatlich geprüfter Handelslehrer und
gerichtlich beeidigter Bücherreviſor.

Maischule vcn-Annd Deyer
Heinrichstrasse 56, II.
Der Unterricht hat wieder begonnen-
Anmeldungen vormittags.
(19283mds

Uilterriehr in Beichnen- u. Haien
in Oel, Aquarell, Paſtell, auf Porzellan ꝛc., ſowie Anfertigung von Oel= und
Paſtellporträts, auch nach Photographien, und Kopieren älterer Bilder.

19077a)

Antonie Zimmeriaan
63 Gervinusstrasse 63.

Leipziger Lebensversicherungs-Gesellschaft
auf Gegenseitigkeit (Alte Leipziger)
vormals Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig, errichtet 1830.
Versicherungsbestand 916 Millionen Mark
Vermögen 348 Millionen Mark
Neuabschlüsse 1909: 74 Millionen Mark
Deues, vorteilhaftestes Prämien- und Dioidendensystem
Unanfechtbarkeit Unverfallbarkeit Weltpolice.
Vertreter in Darmstadt: Georg Beyser, Bruchwiesenstrasse 4, Friedrich
Maercklin, Steinackerstrasse 19.
(1583a

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Nummer 234.

Euterneforere ie.
Tbotek-Isckat. Ausrahrungsstere relephon 461 2
(19200ido
Zuverläſſige Ausführung von=Aufträgen u. Arbeiten aller Art. Transportierung von Reiſekörben, Koffern, Möbelſtücken uſw. Verſtellen von Möbeln. Fahren von
Krankenwagen. Teppichklopfen. Uebernahme kleiner Zimmerumzüge. Verteilung von Plakaten, Proſpekten, Preisliſten uſw. Aushilfe für erkranktes Perſonal uſw.


Fraulein, in Geſchäften tätig war,
ſucht Stelle als Verkäuferin, Lageriſtin
oder dergleichen. Offerten unter A 56
(*24617ds
an die Expedition ds. Bl.

Erstklassige

Schneidern
für Jackenkleider und Mäntel ( Schneider=
arbeit
), auch ebenſo Geſellſchaftskleider
empfiehlt ſich den Herrſchaften und kommt
ins. Haus. Suchende war Direktriee und
garantiert für jede Arbeit. Offerten unter
(*24582
A 47 an die Exp. ds. Bl.

*24378id) Friſeuſe nimmtnoch einige Kun=
den
an bei billigem Preis. Prau Riesinger,
Mauerſtraße 8, 2. Stock.

z. tägl. Friſieren werden
Damen noch angenommen Kopf=
waſchen
inkl. Friſur Mk. 1.25 (18677a
Frau Schwinn

Alexanderſtraße 17.

nimmt noch
Zuverläſſige Schneiderin Kunden an
in u. auß. d. Hauſe Parcusſtr. 17½, III. (*24613

B19191) Beſſeres Mädchen ſucht Stelle
zu einzelnem Herrn od. älterem Ehepaar auf
15. Okt. Gute Zeugniſſe ſtehen zu Dienſten.
Näheres Moosbergſtraße 68, I., links.

*24563) Fran ſucht Laufdienſt für morg.
Waldſtraße 23, Htb., I. r.

*24567) Mädchen ſucht Stelle von 1 bis
5 Uhr nachmittags. Näheres Expedition.

*24593) Ticht. Frau ſ. halbe Tage Waſch.
u. Putzen Kranichſteinerſtraße 9, Manſ.

B19367) Säub. Frau ſucht 1 Stunde Lauf=
dienſt
Ludwigshöhſtraße 59, 2. St. links.

Tüchtiges Mädchen, gut. Empfehlung.,

52 Jahre alt, mit
ſucht ſofort Stelle zu einzelnem Herrn
oder zu Kindern. Als Monatslohn 15 Mk.
verlangt. Offerten erbeten unter A 51 an
die Expedition ds. Bl.
(*24587

Kinderfräulein Stütze
mit beſt. Zeugniſſen ſucht Stellung. Off. unt.
A 48 an die Exp. ds. Bl. erb. (*24584dod

ält. Mädchen, das kochen
Stellen ſuchen kann, m. mehrj. Z., 15jähr.

nettes Mädchen, ſchon ged., und ein 18jähr.
Mädchen. Näh.
Frau Frank, Schulſtr. 9,
*24612)

26 Jah., ſeither Schneiderin
Fräulein kann iedoch auch Friſieren,
wünſcht Stellung a. Jungfer, würde auch
nebenbei ein Kind beaufſichtigen. Offerten
u. T. B. 116 Mainz, hauptpoſtl. (*24558
*24578) Mehrere tüchtige Mädchen
ſuchen Stelle Stellenbureau Röse,
Karlſtraße 53, parterre.

*24583) Anſtändiges, ſauber. Mädchen
ſucht Laufdienſt von morgens bis nach dem
Spillen Mollerſtraße 1, 1. St.

*24614) Junge Frau ſucht Laufdienſt
Kleine Kaplaneigaſſe 3, 1. Stock.

*24605) Stelle ſuchen zum 15. Okt. u. 1. Nov.
1 beſſ. Hausmädch., das näh. (ſchneid.), büg.
u. ſerv. f 4 Hausmädch., d. koch.k., 3 jüng., gut
empf. Mädch., d. ſchon ged. Frau Elisabeth
Frank, Stellenbüro, Saalbauſtr. 33.

*24611) Fräulein ſucht Stelle als Haus=
hälterin
, am liebſten bei einz. Dame oder
Herrn. Gute Zeugn. vorhanden. Off. unt.
W86 an die Expedition ds. Bl.

*24629) Lauffrau ſucht von 10 Uhr ab
Laufdienſt Fr. Scheid, Dieburgerſtraße 32.
*24630) 24jähriges Mädchen, welches
kochen kann, ſucht Stelle
Stellenbureau Fr. Scheid, Dieburgerſtr. 32
*24631df) Junge beſſere Frau ſucht Be=
ſchäftigung
, geht auch in Geſchäft. Offert.
unter A 64 an die Exp. ds. Bl.
Bürgerliche Köchinnen,
Stellen ſuchen: 3 gewandte Hausmäd=
chen
, Bei= und Kaffee=Köchinnen, Zimmer=
mädchen
in Hotels, Alleinmädchen, welche
kochen, für ſof. u. ſpät. Frau Dingeldein,
Schützenſtraße 10½. Telephon 531. (*24632
19312) Gebild. j. Mädchen, in allen
Hausarb. erfahren, wünſcht ſ. i. Kochen
weiter auszubilden. Erteilt falls gewünſcht,
Unterr. i. Engl., Handarb., Zeichnen und
Malen. Eintritt 1. November. Gefl. Off.
unter A 39 an die Erped. ds. Blattes,
*24607ds) Tüchtiger, junger Kaufmann
mit pr. Zeugniſſen, 27½ Jahr alt, ſucht
1 November Stellung als Filialleiter oder
Geſchäftsführer in beſſerem Kolonialwaren=
Geſchäft. Off. unt. A 54 an die Exp. ds. Bl.

ede eurſten
*24581) Zum Beitragen v. Büchern,
Rechnungen ſchreiben ꝛc. empfiehlt
ſich ein älterer Kaufmann. Offerten
unter A 46 an die Expedition.

Junger tüchtig. Commis
ſſucht per ſofort oder ſpäter Stellung als
Kontoriſt, Expedient oder Fakturiſt. Gefl.
Offerten unter W 76 an die Exp. (19141imd

m. guten Zeugniſen
Junger Kaufmann ſucht Stellung.
Off.=u. A 53 an die Exved. ds. Bl. (*24606

2
frisch.
Donnerstag
la. Nordsee- Brat-
elenkoohe

(19305
Pfund 15 Pfg.
. Pfd. 20 Pfg.
Cabliau

Sehaue S Fangtaße
Kirchstrasse 10. Telephon 1363.
Magdalenenstrasse 23
Bessungerstrasse 86
Rossdörferstrasse 123
Elisabethenstrasse 36
Wenckstrasse 32.
Liebigstrasse 4

ul Stenenvernnter
Die durch das am 1. Oktober 1910 in Kraft getretene Geſetz vorgeſchriebenen
Formulare und Bücher
ſind zu haben in der

L. C. wittich ichen Bolbuchdrückerei
Darmſtadt.
Rheinſtraße 23
Telephon Nr. 1
rate Berteche Automobnrergehnehnute Molinr
cule
Käufeufz

Vom Ministerium ermächtigte Ausbildungsstätte für Führer von Kraft-
fahrzeugen
. Aeltestes Institut der Welt. Kostenloser Stellennachweis.
(315171,77
Prospekte frei.

Federbranche., Jg. Mann, 30er Jahre, rede=
gew
., gel. Zuſchneider, ſucht als ſolcher
Stelle in Lederhandl. und Maßgeſchäft,
könnte beim Verkauf mitwirk. u. Kundſch.
beſuch. Off. u. A 41 an die Exp. (*24571dsi

B19366) Jüngerer verheirateter Mann
ſucht Stelle als Kaſſierer od. and. Nebenbe=
ſchäftigung
abends nach 5 Uhr
Ludwigshöhſtraße 59, 2. St. links.

Für m. Sohn (Unterpr. e. Oberrealſch.) m.
einj. Tätigkeit i. Sped.= u. Schiffsmakler=
Geſch., ſehr gut empfohl., ſ. w. Ueberſiedelg. n.
hier Stellung im Kontor e. gr. Geſchäfts, a.
I. Export. Off. u. A 10 a. d. Exp. (*24455md

emee
Jg. Mann, ſucht Stellung
auf Büro. Exped. oder Lager. Off.
unter A 55 an die Exped. (*24610ds

ner n e e enenen enegnen
Monteur ſucht für ſofore Stelung. Ofſert.
unt. A. 40 an die Exped. ds. Blattes.

nehete e
tüchtiges Alleinmädchen geſucht.
Näheres ineder Expedition ds. Bl.

Für unſere Weizwaren=Abteilung ſuchen
wir eine angehende
Verkäuferin
Nur Damen aus der Branche belieben
ſchriftl. Offerten einzureichen (19314dso
Heyl & John
Ludwigstrasse 6.

in Metzgerei
Verkäuferin für ſehr gute
Stelle geſucht, ev. Metzgerstochter vom Lande,
wenn auch noch nicht in Stelle geweſen
Franks Stellenbüro, Karlſtr. 31. (19359
19302ds) Zum ſofortigen Eintritt
ſucht hieſiges Fabrikgeſchäft
gewandtes
Präuien
zur Annahme und Ausgabe von
Heimarbeit, ſowie zur Beaufſichtigung
der jüngeren Näherinnen im Hauſe.
Kenntniſſe im Maſchinennähen erw.
Gefl. Offerten mit Angabe der
ſeitherigen Tätigkeit unter A. 38 an
die Expedition dieſes Blattes erbeten.

Lehrmädchen (*24628
für feine Hand= u. Stickereiarbeit geſucht
L. Schmidt-Rauch, Wilhelminenſtr. 10.
aus achtbarer Fam.
Lehrmädchen für feines Leder=
warengeſchäft
ſofort geſucht
(*24634
Carl Sans, Schulſtraße 1.

Wir suchen
per sofort
tüchtige, ſelbſtändige
Schneiderm
zum Abändern von Konfektion. (18880a
Offerten mit Zeugnisabſchriſten erbitten
Gebr. Rothschiid
Markt 2.

19323a) Mädchen kann das Kleider=
machen
unentgeltl. erl. Grafenſtr. 35, III.
Suche ſofort (B19181
Mädchen
welches kochen kann u. alle Hausarbeit tut
von Isemann, Ohlyſtraße 29, I.
Zuverläfſiges, gut empfohlenes, kräftiges
Hausmädchen
das Liebe zu Kindern und ſchon gedient
hat, geſucht. Gutes Bügeln, etwas Nähen
erforderlich. Vorzuſtellen von 13 u. von
½ 7 bis ½ 8 Uhr abends.
Wilhelminenplatz 7.
19143imd)
19295a) Ordentl. ſauberes Laufmädchen
geſucht Waſcherei Wolff, Sandſtraße 28.
Stütze (ſelbſt kochend) oder Köchin,
auch für Hausarbeit, ſofort oder 15. Okt.
in kleinen, feinen Haushalt. Hoher Gehalt.
Dienſtmädchen vorhanden. Angebote unter
A 25 an die Exped. ds. Bl. (*24527mds
für ſofort oder 15. ein
Geſucht lüchtiges, gut empfohlenes
Mädchen, in Küche und Hausarbeit er=
fahren
. Zu ſpr. bis 11 und von 35 Uhr
19286a)
Soderſtraße 44.

*24410md) Jg. ſaub. Mädchen v. Lande
geſucht. Näh. Liebigſtr. 7 im Laden.
Jüngeres Mädchen
für den Haushalt ſofort geſucht (19280md
Frankfurterſtraße 36, 2. Stock.

*24505md) Jung. ſaub. gut empfohlenes
Mädchen für Haushalt und Laden geſucht
Saalbauſtraße 38, Laden.

*24526mds Brav. Mädch. für Hausarb.
(n. Koch.) ſof. od. 15. Okt. in kl. Haushalt.
Angeb. unter A 26 an die Exp. ds. Bl.

*24385ids) Tüchtiges Mädchen geſucht,
welches gut kochen kann und Hausarbeit
übernimmt. Guter Lohn und gute Be=
handlung
zugeſichert.
Näheres Fuchsſtraße 21, 1. Etage.

19326a) Zum ſofortigen Eintritt ein
tüchtiges Mädchen
geſucht E. Jacobi, Schützenſtr. 21, I.

B19368) Zu Reinigung meiner Bureau=
räume
wird für abends, ab 7 Uhr, eine
zuverläſſige Putzfrau
geſucht Jak. Nohl, Martinſtraße 24.

*24596) Junges braves Mädchen, tücht.
im Haushalt, für den ganzen Tag geſucht
Hochſtraße 26, 1. Stock.
ſandere
Mädchen
für leichte Hausarbeit tagsüber geſucht.
Vorzuſtellen zwiſchen 2 und 3 Uhr
19275d7)
Karlſtraße 65½, II.

[ ][  ][ ]

Nummer 234

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Seite 13.

Serugegegsgsggegegeggegsgeshgs

Pegeguregegstugeseseegesbetere

213) Für ſol. wird lüchtige, ſandere
Lauffrau geſucht Riedeſelſtraße 68, part.

ein Mädchen zum Milchaus=
Gesucht tragen für vormittags.
(*24543
Näheres in der Expedition.

*24546) Jg. Mädch. f. tagsüber z. Hausarb.
geſucht Waldſtraße 23, 3. Stock, links.

*24547) Solides Mädchen ſofort in kl.
Penſion geſucht Landwehrſtraße 6, part.

*24580) Mädchen mit guten Zeugniſſen
erhalten ſehr gute Stellen Stellenbureau
Röse, Karlſtraße 53, parterre.

19357a) Junge, unabhängige Frau oder
Mädchen auf einige Stunden tagsüber
geſucht. Näheres in der Expedition ds. Bl.

B19360) Für eine kleine Haushaltung
wird ein ordentliches, reinliches

welches die Hausarbeit gründlich verſteht,
gegen guten Lohn geſucht. Zu erfragen
Martinſtraße 24, 1.

*24601) Lauffrau oder Mädchen geſucht
Hoffmannſtraße 3, p.

v. einzelner Dame
Laufmädchen geſucht. Anfr. zw.
9 u. 12 Uhr Fuchsſtraße 18, II. (*24603

Flinkes jüngeres Laufmädchen
(*24643
nachmittags geſucht
Konditorei Hohenhoff, Luiſenplatz 4.

*24633) Mädch., welche koch. k., in gute
Privath. geſ. zum 15. Okt. Stellenbur. Schulz,
Nieder=Ramſtädterſtraße 51.

Wir ſuchenp. ſof. eine ordentliche

Carl Schürmann & Co.

12jährig. Kind
Für Geſchäftsgänge geſucht. (*24619
E. Hohmann, Eliſabethenſtraße 16.

Wir ſuchen für kleinere Touren einen

möglichſt aus der Materialwaren=, techn.,
oder Kolonialwarenbranche, welcher mit der
Kundſchaft Fühlung hat
(19219md
Vereinigte Zündholzfabriken
Reichenbach & Bessunger
Nieder-Ramstadt bei Darmstadt.

Junger Mann
mit flotter, ſauberer Handſchrift auf die
hieſige Generalagentur einer Feuerver=
ſicherungsgeſellſchaft
per ſofort geſucht.
Offerten unter A 13 an die Expedition
dieſes Blattes erbeten.
(19261md

übernimmt den Alleinverkauf eines für
jedes Haus gerne gekauften Patentartikel.
Näheres bei S. Schwaninger von 24 Uhr,
Hotel Stadt Friedberg. (*24417mdf
19307) Wir ſuchen zum ſofortigen Eintritt
einen jungen,
Motten Zeichner.
Angebote mit Gehaltsanſprüchen und
Zeugnisabſchriften an
Güldner-Motoren-Gesellschaft,

Kontorist
per alsbald geſucht. Bedingung, perfekt in
Stenographie und auf Schreibmaſchine,
ſowie Kenntniſſe in doppelter Buchführung.
Offerten unter A 32 an die Exp. (19309ds

Zeichner gesucht!
Zum Ausziehen von Studienzeichnungen
wird ein geübter, pünktlicher Zeichner geſucht.
Nur ſolche Herren wollen ſich melden, die
an ſauberes Arbeiten gewöhnt ſind. Off.
unter A 45 an die Exped.
(*24576df


zur Beſchriftung von
jechniker Bogen geſucht. (*24636
Offerten mit Anſpruch pro Stunde unter
A 63 an die Exp. ds. Bl.

ga Aufſeher, Vorſchnitter,
Werstellung Schachtmeiſter, Wiege=
meiſter
, Portier, Kaſſenbote, Jagdaufſeher,
Verwlt., Inſpektor, Diener, Gärtner, Kutſcher
uſw. ſucht, inſeriere im Centralblatt Der
Stellenbote‟ Heiligenſtadt, Thür. (*24559

findet mein einzig daſtehendes Unternehmen bereits Einführung
und ſoll jetzt auch die Allein=Vertretung für Darmſtadt u. Umg. an
einen ſtrebſamen Herrn auf Jahre hinaus vergeben werden. Die
Allein=Vertretung ſichert bei kleiner Mühe und vornehmer Tätig=
keit
ein jährlich ſehr hohes Einkommen und ſind beſondere Fach=
kenntniſſe
nicht erforderlich. Es findet nur ein Herr Berückſichtigung,
welchem an einer ſoliden Vertretung gelegen iſt und über mindeſtens
Mk. 1000 Barmittel verfügt. Gefl. Offerten unter L. O. 884
befördert Invalidendank Magdeburg.
(C19360,35

wird von gut eingeführter Firma (nicht Warengeschäft)
gegen hohe Bezüge
gesucht.
Fleissig., strebsam. Herr kann sich durch Uebernahme
der Vertretung angen. u. evtl. dauernde Stellung ver-
schaffen
. Bewerbungen erb. u. B. 7701 an Haasen-
stein
& Vogler A.-G. Frankfurt a. M. (19331H

Alte deutſche Verſicherungs=Aktien=Geſellſchaft (erſtklaſſiges Inſtitut, Ge=
ſchäftszweige
: Leben, Unfall ꝛc. ohne Volksverſ.)

zur ausſchließlichen Bearbeitung der größeren Städte im Reg.=Bez. Wiesbaden,
in Rheinheſſen-Starkenburg und in Unterfranken einen
tüchtigen Oberbeamten.
Die Poſition kann nur durch einen Fachmann ausgefüllt werden, der
über die erforderlichen Erfahrungen verfügt und der ſeine Qualifikation nach=
zuweiſen
in der Lage iſt.
Gewährt wird hohes Gehalt und Proviſionsanteil aus dem Geſchäfte
der ganzen Organiſation. Reichlich bemeſſene Reiſeſpeſen. Penſionsberechtigung.
Beſte Chancen für ſtets fortſchreitende Einkommensſteigerung. Diskretion
wird zugeſichert.
(19334MI
Offerten erbeten unt. L. A. 3191 an Rudolf Mosse, Berlin S. W.

für Darmſtadt evtl. ganz Heſſen gegen hohe Proviſion
geſucht von einem ſtaatlich ſubventionierten Reklame=Unternehmen.
Näheres durch C. Andelfinger & Co., München.

der ſich auf feine engl. Damenarbeit einarbeiten
guter Bezahlung geſucht

16 Ludwigstrasse 16.

will, bei
(*24555

für eine Modezeitung gegen feſte Tage=
(*24586
gelder und Proviſion geſucht.
Näheres Gasthaus zur Ludwigshalle, Ober=
gaſſe
12, von 911 und 47 Uhr.

19291a) Erſtklaſſige Rockarbeiter auf
Werkſtätte geſucht
Robert Waldherr, Markt 1, 2. St.


Suche Herrſchafts=Diener
Köchin u. Hausmädch. in ein Haus nach
ausw. u. für hier, ſow. meh. Alleinmädch.
Frau Weissmantel, (*24625
Arbeitsnachweis Eliſabethenſtraße 37,

Fleißiger reinlicher Hausburſcht
(Radfahrer) im Alter von 1820 Jahren,
per ſofort geſucht. Koſt und Wohnung im
Hauſe Hofkonditorei Schnitzler,
*24597do) Wilhelminenplatz 2.

aufhieſiges Anwalts=
Praver Junge bürogeſucht. Offerten
unter A 15 an die Exped. ds. Bl. (*24474md

Die beſte Haarpflege
iſt bekanntlich die

für Damen gegen Haar=
ausfall
und Schuppen=
bildung
, wenn dieſelbe
fachgemäß gehandhabt
wird. Die Kopfwäſche
kann zu jeder Jahres=
zeit
u. jeder Temperatur
vorgenommen werden,
da Erkältung ausgeſchloſſen, Kopfſchmerz
unmöglich iſt.
Mein Verfahren

vermittelſt meiner neuen
Central=Trocken-Anlage
iſt allgemein als beſtens anerkannt u. beliebt
Preis Mark 1.25 inkl. Friſur.
Damen=Friſieren 75 Pfg. (17871a
Kinder=Kopfwäſche 75 Pfg.
Spezialität: Pixavon-Waschungen-

Elisabethenstrasse 21.
NB. Anfertigung aller moderner
Haararbeiten zu billigſten Preiſen.

werden chik garniert u. um=
Hute gearbeitet, ſowie Hüte u. ſämt=
liche
Neuheiten der Saiſon halte ich in
ſchöner Auswahl ſtets am Lager (17916a
Johanna Wenz, Modes, Kirchſtraße 8, I

Die naturreinen

empfehlen hervorrag. Aerzte
bei Blutarmut, Bleichsucht,
Nervosität (Prof. Forel, Prof.
Eulenburg, Prof. Jordy, Dr. Gilbert,
Dr. Keferstein)
bei Herzkrankheiten, Rheu-
matismus
u. Gicht (Dr. Matzen,
Dr. Stoll-Nauheim, Dr. Kühne)
bei Magen-, Darm-, Leber-
und Nierenleiden (Prof. Bunge,
Prof. Winternitz)
bei allen akuten fieberhaften
Krankheiten (Dr. Järschky,
Prof. Bleuler, Dr. Albu, Dr.
Schilling.)
(5059
Verlangen Sie Sorten- und
Preisliste und aufklärende
Literatur von

Alexanderstrasse 4, I.
(Proben) auch Sendungen frei Haus.

[ ][  ][ ]

Seite 1.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910

Nummer 234.

SeeGeesssssessssssssessesesesssesseeesee
Raiser-Bier ein Produkt der Mainzer Aktienbierbrauerei.

fällt stets gleichmäßig aus in unerreichter Güte und Wohlgeschmack.
Es ist für jedermann ein Labsal.
Verlangen Sie ausdrücklich Kaiser’s Flaschenbiere‟
Kaiser’s Biergrosshandlunc

36
9eeseseseeeee
669

Viktoriastrasse 58.

Schutz-Marke

(18460a)

Telephon Nr. 129.

Frisch: Lebend:

Rheinſalm
Lachsforellen
Seezungen
Rotzungen
Steinbutt
Heilbutt
Merlan

Forellen
Hummer
Hechte
Karpfen
Aale
Austern

Ia. Nordsee-Schellfische
Ja. Nordsee-Cabliau
Back=Schellfische

Greichen

Nordsee-Krabben
Räucherwaren, Marinaden
Täglich friſchgebackene Fiſche

Hoflieferanten
Grafenſtraße 19.
Ludwigsplatz, gegenüber
Male: der Stadt Pfungstadt.
Telephon 40.
(19377

Darmstäcnter

Pferde-Lotterie
Ziehung am 12. Oktober
450 Gewinne i. W. v.

15000

Mk.

Hauptgewinne i. W. v.
4000, 2000Mk.
ferner 10 Pferde oder Fohlen
1. W. 7.
(18212a
5800 Mk.
sowie 438 Gewinne i. W. v.
20
3200 Mk.
Lose à 1 Mk. (Liste u. Porto 20 Pfg.)
durch L. F. Ohnacker, Darmstadt,
und allen bekannten Verkaufsstellen.
Geschmiedete Bügelstähle
flache u. halbrunde, in allen Größen
(19384a)
L. Hufnagel, waldstrasse 7.

5 Fenſter, 90: 190, werd. billig abgegeben
*24535) Gutenbergſtraße 66, part.

Alllte Roßhaarmatratzen zu kaufen geſ.
*24621)
Langegaſſe 18 (Laden).

Neue, gutgemalte

Oeigemälde
(Goldrahmen) im Preiſe von 6 bis 60 Mk.
ſind zu verkaufen. Weihnachtsgeſchenke
werden a. W. zurückgeſtellt.
Näheres Expedition.
*24635)

Sofg, 2 Seſſel, Spiegel,
Umbau Teppich, Tiſch, Vertiko,
Waſchkommode, Schrank, Nachttiſch, Pfeiler=
ſchrank
uſw. zu verkaufen
*24609dfs)
Schwanenſtraße 2, I.

Kaufe alte Zahngebiſſe per Zahn 25-30 Pfg.
19372a) G. Best, Ludwigshöhſtr. 60, I.

Damen=Fahrrad gegen
Vertausche photogr. Apparat. Of
unter A 57 an die Expedition. (*24615

Ser

10 Stück 58 Pfg.
Friſche große Eier
(Schale etwas angeſchmutzt)
10 Stück 68 Pfg.
Friſche große Sied=Eier
10 Stück 78 Pfg.
Friſche Land=Eier
10 Stück 83 Pfg.
Feinſte Trink=Eier
frischeste Land-Eier
10 Stück 95 Pfg.
25 Stück 2.35 Mk.
g per
Große Bitronen Stück 6 Pfg.

Feinſte Süßrahm=Tafelbutter
p. Pfd. ausgewogen 1.35
kurheſſiſche per Pfund 1.40
Feinſte Pflanzen=Butter
Kokos, Speiſefett, in Qualität von
keiner anderen Marke übertroffen
E
per Pfund nur 55 Pfg.
Pflanzen=Margarine
4
per Pfund 75 Pfg.
Eier=Margarine
welche aus den beſten Rohmaterialien
in Verbindung mit Milch, bzw. Sahne
und Eigelb hergeſtellt wird

per Pfund 5 Pfg.

Lieferung frei ins Haus!

armſtädter Eiergroßhandel

Mathias Rosenstock
(19320
Ludwigstrasse 18 und Karlstrasse 102
Telephon 490.

Das neue Bartpflegmittel
Struwwelin
albt dem Barte jede Form, ohne zu kiehen, ohne Vemeiter und oöhne Barbinde, ber=
geſtellt
von C. D. Wunderlich, Hoflieferant, Fürnberg, zu Mk. 1. und 2. per Fl. bei
A. Walchner Nachf., Hofl., Ecke Eliſabethen= und Luiſenſtraße.
(K18119,29

Dekorationsblumen, Laube
Pflanzen, Früchte aller Art.
Herbstlaubzweige
in naturgetreuer Ausführung, von unbegrenzter Haltbarkeit
in riesiger Auswahl.
Naturpräparierte Pflanzen, Palmen, Adiantum u. a.
sehen lebenden täuschend ähnlich, werden in jeder gewünschten
Grösse zusammengestellt.
mit Duft wie lebend, aus Pflanzen-
Japan-Nelken mark gefertigt, Stück v. 20 Pf. an.
Immortellen-Hängebäumchen
mit Kübel, früher 1.20 Mk., jetzt 50 Pfennig.
Blumenmaterial
Seiden- und Creppapier, Laube, Staubfäden, Kelche, Draht
Kautschuk etc., zum Selbstanfertigen.
Pflanzen für weisse Blumentische.
Aeltere Pflanzen-Jardinieren werden neu hergerichtet.
Gg. Schubkegel
Telephon 1227.
Ludwigsplatz 1.
Spezialhaus für Kunstblumen und Federn. (18911a

Meine Wohnung befindet sich von heute ab
Heinrichstrasse 78, parterre.
19303)
Alexandrine Decker.

Enitgshalber in berianiſen grote alet
ſofort oder
U Chaiſelongue
(*24602dsi 80100 Liter Vollmilch
ſpäter geſ.
Inſelſtraße 22, 2. Stock.Offert. u. A 52 an die Exped. (*24600dfs

Sehr. Gewin
Architekt. 19383a
Wohnung u. Bureau seit 1. Okt.
Hoffmannstrasse 19.
Zurückgekehrt
Dr. Lorenz
Spezialarzt für Ohren-, Nasen-, Halskrankheiten
Wilhelminenstr. 17, I. (*24342id

Lr. kennel
Mathildenſtraße 38
von der Reise zurück!
Von der Reiſe zurück
Dr. Kocks
Spezialarzt für Haut= u. Harnleider
Friedrichſtraße 19. (19317dfo
Spezial-Atelier
fürkünstliche Haararbeiten
stets Eingang von Neuhieten
Ernst-Ludwigstr. 22,
Ernst Köhler, Entresol.
Telefon 1682.
(19322a

Mehrere große
Säulen-Oefen
(für Wirte) billigſt per ſofort zu verkaufen
19371dfs) Näheres Aeußere Ringſtraße 98.

utes vollſt. Bett, auch geteilt, kl. Tiſchchen
zu verkaufen Soderſtr. 6½, I. (*24618

Eine gebr. kleinere Dezimalwage 2ül
zu kaufen geſucht. Offerten unt. A 62
an die Expedition ds. Bl.
(*24638

=Eimer, =Füller,
Kohlell Kaſten, =Löffel.
19376dsi) L. Hufnagel, Waldſtraße 7.

Ein ſchöner Laden in Mitte der Stadt
C für Lebensmittelbranche geſucht.
Offerten unter A 59 an die Expedition
dieſes Blattes.
(*24623ds

Zu mieten gesucht
Haus zum Alleinbewohnen od. 2 Etagen
part. u. 1. Stock von 1214 Zimmern mit
Garten im ſüdöſtlichen Stadteil zum 1. April
1911 auf mehrere Jahre. Angebote unter
A 27 an die Expedition. (19296mdf

eine mod. 3=Zimmerwohnung
Gesucht mit Speiſekammer u. Balkon,
möglichſt im Zentr. der Stadt, per 1. April
1911. Manſarde ausgeſchloſſen.
Offerten mit Preisangabe unter A 30
an die Expedition ds. Bl.
(*24537ds

Kinderloses Ehepaar
ſucht 34=Zimmerwohnung, möglichſt mit
Bad, in ſchöner Lage. Offert. unter A 37
an die Expedition ds. Bl.
(*24552

Gesucht sofort
Drei=Zimmerwohnung in Beſſungen, in
autem Hauſe. Offerten unter A 1 an die
Expedition dieſes Blattes.
(*24422md

Gunger Mann, Schüler der Baugewerk=
J ſchule, ſucht zum 1. Oktober gut möbl.
Zimmer mit voller Penſion in beſſ. Hauſe.
Offerten mit Preisangabe nach Rheydt,
Bz. Düſſeldorf. Fr. Wilhelmſtr. 153. (19336df
ucht für Mitte Oktober,
Student Nähe der Hochſchule, in
guter Lage, zwei Zimmer mit guter
Penſion. Offerten unter A 31 an die
Expedition ds. Bl.
(*24544

Weſſ. Handw. von auswärts ſucht zur
B9. Oktober
(19310
einf. möbl. Zimmer
m. ſehr g. Penſion. Offerten m. Pr. unter
W. M0204 hauptpoſtlagernd Aachen,
Aohn= u. Schlafzimmer in ſchöner Lage,
2 womöglich mit ſep. Eingang, geſucht.
Offert. u. A 50 an die Exped. (*24589

[ ][  ][ ]

Nummer 234.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Seite 15.

Unter hohem Protektorat Ihrer Durchiaucht der Fürstin Marie zu Erbach-Schönberg, Prinzessin von Battenberg.
MonFn. Schmtt MRäuehne für Fenkalst

Seeerctnsssssssssassssssse
Sesseeeeee
zugleich Gesangs-Schule für Konzert, Oper und Haus.
Gegründet 1851.
Fernsprecher 1026.
Elisabethenstrasse 36.
Vollständige Ausbildung in allen Fächern der Musik. Kunst-, Dilettanten- u. Vorschule.
Seminar. Klavier. Sämtliche Streich- und Blasinstrumente. Gesang. Streichorchester.
Klavierensemble auf 610 Klavieren. Theorie. Komposition. Kammermusik. Italienisch.
Deklamation und Mimik. Korrepetition. Ostern und Herbst: Beginn von Kursen für
Ausbildungsschüler und Anfänger. Hospitanten an Deklamation, Italienisch und
Streichorchester, Vorträge über Musikgeschichte.
Das Wintersemester beginnt in der Gesangschule: Montag, den 3. Oktober in der Instrumentenschule:
Donnerstag, den 13. Oktober‟. Prospekte kostenfrei durch die Direktion, die Musikalienhandlungen und das
Verkehrsbüro. Anmeldungen vormittags‟ in der Akademie, Elisabethenstrasse 36.
Die Direktion: Wilhelm Schmitt. Willy Hutter.
(18896a

Witwen- und Waisenfonds der Grossherzoglichen Hofmusik.
Mit Allerhöchster Genehmigung

191

sechs Sinfonie-Konzerte
zum Besten des Witwen= und Waisenfonds der Grossh. Hofmusik
im Grossherzoglichen Hoftheater.
I. Konzert: Montag, den 17. Oktober 1910
IV. Konzert: Montag, den 9. Januar 1911
(mit verſtärktem Orcheſter).
Soliſtiſche Mitw.: Herr Edouard Risler aus Paris.
F. Volbach
Soliſtiſche Mitw. Fräulein Birgit Engell, Königl. Hofopern=1 1. Sinfonie (H-moll op. 33)
ſängerin in Wiesbaden.
2. Konzert für Klavier und Orcheſter (C-moll) W. A. Mozart
1. Ouvertüre zur Weihe des Hauſes . . . L. v. Beethoven 1 3. Sinfoniſche Variationen für Klavier und
2. Arie mit Orcheſterbegleitung.
Caeſar Franck
Orcheſter
Rich. Strauß
3. Sinfonia domeſtica . . .
4. Ouvertüre Le baruffe chiozotte‟ . . . L. Sinigaglia
Rob. Schumann
4. Lieder mit Klavierbegleitung .
V. Konzert: Montag, den 6. Februar 1911
Hugo Wolff
L. v. Beethoven Soliſtiſche Mitw.: Fräulein Elſie Playfair (Violine) aus Paris.
5. Sinfonie (Nr. 5 C-moll)
F. Mendelsſohn
II. Konzert: Montag, den 7. November 1910 1. Ouvertüre Die Hebriden
2. Konzert G-moll für Violine und Orcheſter M. Bruch
Soliſtiſche Mitw.: Herr Adolf Buſch aus Köln (Violine).
Walter Lampe
Joh. Brahms 3 Serenade für Blasinſtrumente
1. Tragiſche Ouvertüre
H. Berlioz
Joh. Brahms 4. Réverie caprice 1 für Violine
2. Konzert für Violine und Orcheſter
Rondo capriecioso und Orcheſter . C. Saint=Saéns
3. Variationen über ein alt=franzöſiſches Lied
5. Sinfonie (B-dur Nr. 4) . .
L. v. Beethoven
W. Braunfels
für Orcheſter
J. S. Bach
4. Ciaconne für Violine allein .
VI. Konzert: Montag, den 6. März 1911
W. A. Mozart
5. Sinfonie (C-dur) . . . . .
(mit verſtärktem Orcheſter).
III. Konzert: Montag, den 5. Dezember 1910 1 Soliſtiſche Mitw.: Herr Carel von Hulſt, Hofopernſänger
Soliſtiſche Mitw.: Herr Gérard Hekking Denancy ( Violon=
in
Berlin.
cell) aus Amſterdam.
1. Sinfonie für Orcheſter, Orgel und Klavier
Guſt. Cords
1. Gudrun (Sinfoniſche Dichtung) .
zu vier Händen
C. Saint=Saéns
2. Konzert für Violoncell und Orcheſter . . Ed. Lalo
Petrus Klage für Bariton und Orcheſter Brandt Buys
3. Soloſtücke für Violoncell
3. Lieder mit Klavierbegleitung.
4. Sinfonie (Nr. 5 E-moll)
P. Tſchaikowsky 4. Sinfonie (Nr. 1 C-moll)
Johs. Brahms

Abonnement.

Schriftliche Beſtellungen ſind zu richten an:
Kammermusiker A. Diedrich, Kiesstrasse 47, part.
und werden daſelbſt Abonnements bis Freitag, den 14. Oktober (drei Tage vor dem 1. Konzert), angenommen.

Preise der Konzerte im Abonnement.

Proſzeniumsloge
Balkonloge und Fremdenloge
I. Rang
II. Rang
Sperrſitz
Parterre
I. Galerie
II. Galerie

Mk. 28.,
25.,
20.-,
9.
17.
10.

Tagespreis
für jedes einzelne Konzert.
Mk. 5.50
5.
4.
2.-
3.50
2.20
1.
0.60

Vom 10. bis inkl. 15. Oktober können die Abonnementskurten gegen Entrichtung des Betrages abgeholt werden in der
Pianoforte= und Muſikalienhandlung von Gg. Thies Nachf. (Leopold Schutter), Hoflieferant, Eliſabethenſtraße 12.
(Daſelbſt ſind auch Hauptprobekarten à Mk. 1.50 zu haben.
(19963
Die nicht abgeholten Karten ſind am 1. Konzerttage (17. Oktober) nur an der Hoftheatertageskaſſe erhältlich.

Z
Donnerstag
Roter
Gtess
Wiener-Walzer-Abend.

Restauration

Für altbekanntes, gutgehendes Geſchäft
in Beſſungen werden zum 1. Januar ge=
eignete
Uebernehmer geſucht. Näheres
durch Brauerei z. Hanauer Hof. (*24512md

Cjähr. blonde Wienerin, mit vorl. 50 000
20 Mark Mitgift, ſpät. bedeut. Erbe, einzige
Tochter e. Großinduſtriellen, feſch u. ſchön,
wünſcht Neigungsheirat. Nur ernſte Bew.,
wenn auch ohne Verm., wollen ſchreiben an
L. Schlesinger, Berlin 18. (18794a

finden diskrete Aufnahme be
Damen Frau Maul, Hebamme, Eberstad
bei Darmstadt, Georgenstr. 19. (18388a

Goldene Damenuhr verloren
zwiſchen Seitersweg, Judenpfad u. Scheft=
heimerweg
. Gegen Belohnung abzugeben
Lukasweg 19, 2. Stock.
(*24498mdf

Entflogen
ein zahmer Kolkrabe. Wiederbringer
gute Belohnung
(*24410md
Wilhelmſtraße 17.

Vorderplatz Balkonloge (C.) rechts
ſofort abzugeben bis Ende Januar. Näh.
Expedition ds. Bl.
(*24329imd

Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Herrn Adolf
Rady, Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Dampfer Bosnia, 2. Oktober morgens
in Baltimore.
Dampfer Moltke von Genua kommend,
3. Oktober abends in New=York.

Richard Wagner-Verein Darmstadt.

Dienstag, den 11, Oktober 1910, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde:
AoRE12F
von Herrn Professor Julius Klengel aus Leipzig (Violoncello) und Fräulein
Ethel Leginska aus London (Klavier).
Programm: Werke für Violoncello und Klavier von Locatelli, Bach, Beethoven,
Brahms, Rachmaninoff, Arensky und Tschaikowsky
Der Bechstein-Konzertflügel ist aus dem Lager der Firma Hoflieferant
A. W. Zimmermann (Ludwig Schweisgut) hier.
Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz zu 5 M., Saal zu 3 M., Vor-
saal
zu 1.50 M. und Galerie zu 1.50 M.; Studentenkarten zu 1 M. und Schüler-
karten
zu 50 Pfg. bei Georg Thies Nachfolger, im Verkehrsbureau und abends an der Kasse.
Beitrittserklärungen für das laufende Vereinsjahr, welche noch vor dem obigen
Konzerte erfolgen, berechtigen zum freien Besuche desselben. Der Beitrag für
(19387
den Rest des Jahres (8 Konzerte und Vorträge) beträgt 10 M.
Der Vorstand.

Joachim-=Gesangschule
Parcusstrasse Nr. 9
für Oper, Konzert und Haus, nebst einer Theater-Chorgesangschule.
Einstudierung von Oper- und Konzertpartien, Lieder.
(17266a

B0 Operngläcer
in allen Ausführungen, beste Fabrikate,
vorzügliche Optik, grösste Auswahl
von 6.50 bis 60 Mark, mit Stiel 20 bis 75 Mark.
L. Borné, Hof-Uhrmacher und Optiker
25 Ernst-Ludwigstrasse 25. (17817a

Mnkantgr. 2

ORPHEUN

Gastsplel-MichlWDenggrs
Oberbayr. Bauerntheater

d Heute
Donnerstag, 6. Okt.
GMlorgen
Freitag, 7. Okt.

Choma=Abende

Komödie in 1 Akt v. Ludwig Thoma
Hierauf:
Novität?

Klasse

Bauernschwank (19385
in 1 Akt von Ludwig Thoma
Spielleiter Jes. Meth.
Die Handlung spielt in einem
Eilzugs-Kupee I. Klasse
Ort: Ober-Bavern.

Sahes

extra Ausleſe, als Stärkungswein für
Kinder und Kranke ärztlich empfohlen, per
Flaſche ohne Glas 90 Pfg.
(18361a
Georg Roth, vieburgerstr. 9.

rzeiße u. farhige ſeid. Bluſen, ſchwarz.
Jackenkoſtüm (kurz. Faſſ.), 2 Herbſt=
mäntel
, Größe 4042, ſpottbillig zu ver=
kaufen
Saalbauſtr. 26, I. (*24525mfs

Seſtreiür (ülterlum. Ruhbaun, mit
reicher innerlicher Ausſtattung, ſteht
wegen Platzmangel billig zu verkaufen
Lauteschlägerstraße 7, 1. Stock links.
Bis 3 Uhr nachmittags einzuſehen. (*24643ds

wegen Auf=
1000 Ansichtskarten gabe des
Artikels ſpottbillig abzugeben
*24641) Karlstraße 79, parterre.

Gelbe Orpington-Hühner
(*24640
1910 abzugeben Karlſtraße 79.

Foxterrier-Rüde
ca. 1 Jahr alt, zu kaufen geſucht. Angeb.
unter A 44 an die Exped. ds. Bl. (*24575

üte w. ſchön u. billig garniert, Altes verw.
19328a) Eliſabethenſtraße 49, Hth.

(2t32s
Hüte werden chie garntert
L. Leußler, Mühlſtr. 20, bei W. Kläden.

Großherzogliches Hoftheater
Donnerstag, den 6. Oktober 1910.
27. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement D 7.
Zum erſten Male wiederholt:
Der Biberpelz.
Eine Diebskomödie in 4 Akten
von Gerhart Hauptmann.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
Perſonen:
von Wehrhahn, Amtsvor=

ſteher.
Krieger, Rentier .
Doktor Fleiſcher .
Deſſen Junge . . . .
Motes
.,
Frau Motes.
Frau Wolff, Waſchfrau
Julius Wolff, ihr Mann
Leontine, 1 ihre
Adelheid, 1 Töchter .
Wulkow, Schiffer .
Glaſenapp, Amtsſchreiber
Mitteldorf, Amtsdiener

. Hr. Jürgas
.Hr. Jordan
Hr. Schneider
ErnaJungkurth
Hr. Hacker
.Frl. Heumann
. Fr. Rudolph
Hr. Heinz
Frl. Grünberg
. Frl. Gothe
. Hr. Lehrmann
.Hr. Holler
. Hr. Wagner

Nach dem 2. Akte findet eine längere
Pauſe ſtatt.

Preiſe der Plätze:
Proſzeniumslage 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2. Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4. Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. Ende vor 9½ Uhr.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Freitag, 7. Oit. Außer Abonnement.
Schüler= und Volks=Vorſtellung zu ermäß.
Preiſen: Götz von Berlichingen.
Anfang 7 Uhr. Vergl. beſondere Anzeige.
Sonntag, 9. Okt. 28. Ab.=Vorſtell. A. 7.
Die Walküre. Große Preiſe. An=
fang
6 Uhr.
Montag, 10. Okt. 29. Ab.=Vorſt. B 8.
Neu einſtudiert: Die Kinder der
Exzellenz. Kleine Preiſe. Anf. 7 Uhr.

Aus dem Spielplan.
Dienstag, 11. Okt. 30. Ab.=Vorſt. C 8.
Zar und Zimmermann. Kleine
Preiſe. Anfang 7 Uhr.

[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Nummer 234.

in der Preislage:

Soeder
Damen- und Herrenstiefel
16
1
1

00 Moderne und praktische Formeno0
Erste Fabrikate der deutschen Schuhindustrie.
Für jedes Paar Garantie.

Schuh-Haus
I Mearien Soeder
12 Ludwigstrasse 12.

Beachten Sie unsere Auslage.

(17333a

Meine neuen Modelle
in kompletten
Speisezimmern
beſtehend aus:
1 Büfett, zwei= bezw. dreiteilig
1 Anrichte
1 Auszugtiſch für. 12 Perſonen
1 Diwan, 6 Lederſtühle
n verſchied. Tönen gebeizt bezw. geräuchert

500

zu Mark

ien Mast 275
zeichnen ſich durch ihre
eleganten Formen
und
praktischen Grössenverhältnisse
ganz beſonders aus.
(C6864,55
Infolge fachmänniſcher Beaufſichtigung
leiſte fur jedes bei mir gekaufte Stück
weitgehendſte Garantie.

Georg Schittt
Möbel und Dekorationen
Schlossgraben 13a
Telefon 891.
Gegr. 1879.

die höchſten Preiſe für gut er=
Zahlé haltene Herren=Kleider, Schuhe,
(18763a
Stiefel, Zahngebiſſe.
Leonhard Hotz, Kl. Ochſengaſſe 16 (Laden).
Zwei Kohlenbadeöfen und eine Wanne,
gut erhalten, zu kaufen geſucht. Offert
mit Preis an Philipp Müller, Maurer=
(*24457mds
meiſter in Sandbach i. Od.
9262mdf

Fahrrad

faſt neu, mit Torpedofreilauf, billig abzu=
geben
. Anfragen unter A 12 an die Exped.

Alte Briefmarken
P. Messerschmitt
kauft
darmſtadt, Ludwigſtr. 18.
14161a)

die unter Haarausfall und Schuppenbildung
zu leiden haben, ſind die Erfolge, die bei
Gebrauch von Brenneſſel=Waſſer mit
Birkenzuſatz erzielt werden. Allein echt
bei: Gg. Frank, Eliſabethenſtraße 9,
Telephon 886. Spezialgeſchäft für Damen,
Shampooing nach engl. Syſtem, elektriſche
Haartrocken=Anlage. Anfertigung eleganter
Haararbeiten, Haarfärben und Haarbleichen
in jeder gewünſchten Nüance. (7866a

Lästige Gesichtshaare
werden auf ſicherem Wege ſchmerzlos mittels
Elektrolyſe entfernt, beſter Erfolg zugeſichert
Frau Charlotte Strecker
Masseuse
Hügelſtr. 2 (18934a) Ecke Karlſtr

aller Systeme
inallen Preislagen
Kohlenkasten
Kohlenfüller
Ofenschirme
Ofenvorsetzer
Kohlenlöffel
Stocheisen etc.

(18750a)

Kataloge werden
kostenlos versand.

Ich bitte um gefällige
Besichtigung meiner
Ausstellungs-Räume.

Dahos Scheld
Kirchstrasse 6 Telephon 32 u. 1291. Kirchstrasse 6
Deten
Linerusta, Leisten, Spannstoffe, Buntglas, Asphaltpapier, Wachs-
tuche
, Markttaschen, Aktenmappen, Gummistoffe, Kinder- u. Frauen-
schürzen
in Ledertuch bezieht man am billigsten und in bester
Qualität durch meine
(8633a

Ernst-Ludwigstr. 4, am weissen Turm. Telephon 486.
Reichhaltige Musterkarten werden auf Wunsch franko ins Haus gebracht.
Darmstädter Tapetekabrk, Milhorm Earharue
Fabrik: Landwehrstr. 63. (Einzige Tapetenfabrik in Hessen.)

Pianos zu vermieten.
A. W. Zimmermann, Marienplatz.
Fernsprecher 881. 269a

Steppdecken
hübſche Muſter, w. von 4 Mk. a. gef.,
mod., ſog. Daunenmuſter, v. 3 Mk. kan.
Karlſtraße 41. Seitenhau.
690a)

Weinfäſſer
friſch geleert, von 200600 Liter, 1 faſt n.
eich. Schrotleiter und Weinflaſchen billig
zu verkaufen Landwehrſtr. 7, pt. (19308dso

Prima Masthammelfleisch (Brust)
per Pfund 56 Pfg.
Spezialität:
f. gehackte Kalbskoteletts
à Stück 20 Pfg. (13332a
bei Louis Hein, Hofmeizger
Schustergasse 19 Telephon 278.

Für altes Eiſen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art, Ge=
ſchäftspapiere
, Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens zahle ſtets
die höchſten Preiſe.
(B689
Alfred Haas,
Heerdweg 12.
Telephon 1410.
Aufträge werden jederzeit prompt erledigt.

Fleisch und veget. Kos!
zu 65 u. 50 Pf. im Abonn.

Ausschant des berihmton
Wormser Weinmostal

Kein Trinkzwang.
REFORM-RESTAURATT
MAAETSIA
4 Alexanderstrasse 4, I. Stock.

feinſte Sorten, ſowie
Wirtſchaftsäpfel
für Herbſt= und Winterbedarf, empfiehlt
Kaisermühle, Eberſtadt.
Kaufliebhaber ſind zur gefl. Beſichtigung
eingeladen.
(18866t
Gebr. guterh. Waſchbütte
zu kaufen geſucht. Gefl. Offert. mit Preis
unter A 58 an die Expedition. (*24450dfs

14 Kaſſenſchränke
gebraucht und neu, aller Größen, um=
gehend
zu verkaufen
(C17448,35
Corell & Co., Frankfurt a. M.,
Alte Mainzerſtraße 90 (im Hof).

Kl. Bufett
nußb. Spiegelſchr., feine Diwans, Ottomane,
Salonſchr., Sofa m. Seſſel, Schreibtiſch,
Bücherſchr., eich. Lederſtühle, prachtv. Ver=
tiko
, Trumeauſpiegel, Flurgarderoben, mod.
Küche, Kleiderſchr., Bilder, Bettſt., Matratz.,
Küchenſchr., alles neu, prima Arbeit, ſehr
bill. zu verkaufen
(*24566
Friedrichſtraße 36, Vordh., pt.

Günſtige Gelegenheit.
Verſchiedene ſchöne Oelgemälde, ein
Pianino mit vorzügl. Ton, Nußbaum=
holz
, ein prachtvolles Büfett und hoch=
feiner
Herrenſchreibtiſch und Ver=
ſchiedenes
ſehr preiswert zu verkaufen.
(19113imdf
Näheres Exped.
armstädter Bettfedern-
Dämpf- u. Reinigungs-
Anstalt neust. Systems
Bleichstr. 1. Leonhard Menger. Tel. 1603
Dampfen, Reinigen und Desinfizieren
aller Bettfedern. Lager in Federn, Daunen
u. Barchent in allen Preislagen. (691a

[ ][  ][ ]

2. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.

38234.

Donnerstag, 6. Oktober.

1910.

MeM

Umelue Ume Täme

I

(

jahl

(ElLLEH

M

M

Mäle

Illiine ſat

E

Darmstädter Mosendsri

gesellschaft mit beschränkter Haftung

Darmstadt
Heidelbergerstr. 129

Frankfurt a. M.
Kaiser-Wilhelm-Passage

Erstklassige Ausführung von Wohnräumen
in neuzeitlichem u. historischem Geschmack.

Reichhaltige sehenswerte Ausstellung von Einrichtungen in allen Preislagen.

Franko Lieferung! .: Dauernde Garantie!

Um frrtümern vorzubeugen, machen wir ausdrücklich darauf aufmerksam, dass die in unserem früheren Filial-
Lokale, Rheinstrasse 39, befindliche Möbelhandlung, sowie auch deren Inhaber, in keinerlei Beziehungen
(17466a
zu unserem Geschäfte stehen.

S

Uhe

Teleph. 627, Ecke Riedlinger- u. Soderstrasse. Teleph. 627.
Ich empfehle für dieſe Woche
(*24624
Sämtliche Fluss- u. Seefische
täglich eintreffend in blutfriſcher Ware. Ferner ſämtliche
Räucherwaren u. Marinaden (Fischkonserven)
Gebackene Fische.
Busgbauglgtge a g0 afgbasgs ar ae gfua ug an%na0a aaafaag MIanng g2aegge

Mercedes-Schuhe
Schuhgeschäft Markt I.

Es ist eine Freude, unsere
Schuhe zu sehen. Vollbefrie-
digt
werden Sie sein, wenn
Sie dieselben probiert haben.

ALLE FASSONs

16

Große Auswahl billiger Kinder-, Damen- und Herrenstiefel.
:: Hausschuhe :: Filz- und Lederpantoffel. ::
euamd
5ngg MTggeea%ITIITTSIII

Achtung!


Türk. Tabakſpezialgeſchäft und Zigarettenfabrik
Osman Pascha‟

befindet ſich nicht mehr Schulſtraße Nr. 3, ſondern
Nr. 7 Karlstrasse Nr. 7
vis-ä-vis des alten Gymnasiums, Ecke Hügelstrasse. (*24249od

everheseische Warsthane.
Wegen Hausumbau befindet ſich mein Geſchäft
schustergasse 16

Feinste Qualität!
19337df)

Feinste Qualität!
Jacobi.

Ernst-Ludwigstrasse 19
(14538a
nach Umbau
großer, moderner Laden
H
Gang= und Winterſeite, 27 Meter Tiefe, 126 qm Flächenraum mit drei großen
Schaufenſtern, Zentralheizung, Gas, elektr. Licht, eventl. mit Wohnung, per
15. November zu vermieten. Nähere Auskunſt durch das Immobilienbüro
von Julius Kahn, Schulstrasse Nr. 15, Telephon Nr. 135, ſowie durch
die Firma Herz Hachenburger Sohn, Rheinstrass1 , Teleph. Nr. 339.

Georg Maurer
Moderne Schneiderei für Civil, Uniformen und Damenkostümen
jetzt Ecke Grafen- und Waldstrasse 11.
Tafel= und Wirtschafts=
Hepfel
offeriere in beſter, ausgeſuchter Qualität und ſtehe mit Preisverzeichnis gern zu
Dienſten. Das Obſt wird ſorgfältigſt in Körben verpackt und geſchieht Lieferung frei
Darmſtadt. Beſichtigung erbeten.
(19391a
W. Hildebrand II., Wiesenmühlen, Eberstadt b. D.

Schilder

(5367a

in Emaille u. Porzellan liefert ſchnell und
billigſt L. Kapfenberger, Eliſabethenſtr. 39.

Riebhuhnfarbige Ftaliener und 1 Stamm
Br Plymonth=Rocks zu verkaufen. Reine
Raſſen. Echte Winterieger (*24564ds
Tranichſteinerſtraße 42.

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Dannerstag, den 6. Miober 1916.

Nummer


Was uns die Herbſt= und Wintermode beſchert.

Die Mode trägt in oteſer Saiſon einen Januskopf.
Streng und ernſt ſind die Züge der einen Seite, finſter
der Blick, als hielte er ſtrenges Gericht über die ſündige
Menſchheit. Wie freundlich lacht dagegen das andere
Geſicht! Da iſt alles Daſeinsfreude und Frohſinn
und voll Schelmerei ſcheinen die Augen zu ſagen:
Kehr dich nicht an das böſe Geſicht da drüben!
Das iſt die Mode des Buntfarbenen, die uns ſelbſt
die trübſeligſten Wintertage heiter und fröhlich machen
will und ſich nicht an die ſchwarze Mode kehrt, die
ſich viel zu erhaben und vornehm dünkt, um die
Konkurrenz auch nur eines Blickes zu würdigen. Denn
die eleganten ſchwarzen Seiden= und Sammetmäntel,
die ſchwarzen Koſtüme und Toiletten mit ihrem Pelz=
beſatz
verkörpern ſo recht das Seriös=
Vornehme der heutigen Mode, wenn auch
die lebensluſtige Jugend ſich lieber dem
Farbigen zuwendet. Aber die Mode weiß
auch hier zu vermitteln, ja ſie weiß voller
Schläue ſogar die beiden Extreme oft an
einem Stoff friedlich zu vereinigen, ſo
daß z. B. beim satin Janus die Innenſeite
des ſchwarzen Seidenſtoffes bunt erglänzt.
Dieſe Zweiſeitigkeit gilt für die neuen
Koſtüm= und Mäntelſtoffe als latest fashion
und ſie iſt inſofern praktiſch, als dadurch
das Futter erſpart wird und die farbige
Innenſeite den Ausputz ergibt. Außerdem
zeichnen ſich die neuen Gewebe vielfach
durch Noppen, Schleifen, karierte oder
Streifenmuſter aus, was beſonders den
modernen Straßenkleidern zu Gute kommt,
deren ziemlich glatte und ſchlichte Form
recht gut eine Aufmunterung verträgt.
Geradezu von oft brillanten Effekten aber
ſind die modernen Seidenſtoffe und Sammete,
die ſowohl gemuſtert wie glatt für die
elegante Toilette beſtimmt ſind und ſtets
mit einem zweiten Material zuſammen=
geſtellt
werden. Indiſche Kaſchmirmuſter
und türkiſche Deſſins ſpielen noch immer
eine Rolle, andrerſeits hält die Mode
aber auch ruhigere Töne bereit. Als
Modefarben wären braun, grau und vor
allem ſchwarz=weiß (in Streiſen) zu nennen,
ebenſo gelten diskrete Schattierungen in pflaumenvlau,
grün und lila als modern. Als letzte Neuheit tritt
ein ins Schwarze ſpielendes Dunkelblau, Rabenflügelblau
benannt, auf, ſehr beliebt ſind ferner Verbindungen
von blau und grün, lila und ſchwarz. Betreffs der
Formen ſind die Grundzüge der Herbſt= und Winter=
mode
ſo ziemlich dieſelben geblieben wie im Sommer.
Wir haben noch die ſchlanke Silhouette, die höchſtens
einen etwas größeren Taillenumfang erlaubt, dafür
aber mehr Hüftenloſigkeit erſtrebt, ſo daß ſie ſich wieder
mehr dem Schönheitsideal der Empiremode zuneigt.
(Für dieſe ſcheint in Paris wieder eine neue Aera
anbrechen zu wollen, da die Modelle eines großen
Hauſes alle die verkürzte Taillenlinie aufweiſen.) Wir

haben ferner noch den der Taille angeſchnittenen
Aermel, der zum Leidweſen aller Schmächtigen und
Schmalſchultrigen, für die er ſo unvorteilhaft wie nür
möglich iſt, jede andere Aermelform ſo ziemlich verdrängt
hat und last not least den engen Rock in fuß=
freier
Länge, der die Grenze zum Backfiſchkleid immer
wieder verwiſcht. Hier hat jedoch die Mode diesmal
die Kandare weniger ſtraff angezogen, ſo daß die
ſeither trippelnden Frauen wieder etwas größere
Schritte machen dürfen. Die Sprungriemenkleider
gaben eben zuviel Stoff zum Lachen und welche Frau
gäbe ſich gern der Lächerlichkeit preis? In derben
winterlichen Stoffen präſentieren ſich die Rockformen
meiſt glatt oder mit eingeſetzten Faltenbahnen, über

Modell Nr. 74510.

Modell Nr. 4526.

Modell Nr. 4518.

die oft ein der Vorder= und Hinterbahn angeſchnittener
Riegel oder Spange greift, die den Eindruck des
Zuſammenhaltens bewirkt. Die glatten Formen haben
meiſt eine breite Randblende, die vielfach der Vorder=
bahn
angeſchnitten iſt, die Pliſſeeröcke ſind zur Wahrung
modegerechter Schlankheit ziemlich tief abgeſteppt. Für
weiche, leichte Gewebe, wie ſie die Geſellſchaftstoilette
verlangt, iſt die in Kniehöhe leicht eingezogene Rock=
form
typiſch, die auf die verſchiedenſte Art variiert
wird. Bei unſerem eleganten Nachmittagskleide Nr. 4526
aus weiß und lila gemuſterter Libertyſeide, die mit
dunkellila Tuch zuſammengeſtellt war, iſt der Rock
z. B. in Kniehöhe leicht faltig durch eine ſchmale
Blende zuſammengenommen, unter der eine zweite

breite Blende ſichtbar wird, die der ſchmalen Vörder=
bahn
angeſchnitten iſt. Bemerkenswert an der leicht
bluſigen Taille, der der ſchlanke Aermel angeſchnitten
ift, iſt das breite Latzteil, das ſcheinbar durch Knöpfe
feſtgehalten wird. An dem zweiten Modell, Nr. 4518,
das den Typ des modernen herbſtlichen Straßen=
kleides
verkörpert und aus blaugrünkariertem, ſehr
ſtarkfädigem Cheviot gefertigt war, iſt der glatte,
dreiteilige Rock ziemlich eng und ſchlank geſchnitten,
wobei der ſeitliche Schluß durch ſchwarze Seidenknöpfe
betont wurde. Die breite ſchwarze Randblende=
harmoniert
mit dem ſeidenen Schalkragen der glatten
Taille, an der gleichfalls der ſchlanke Kimonoärmel
licht fehlt. Als drittes Beiſpiel für die Vielgeſtaltigkeit der
heurigen Rockmode mag das ſchöne Sammet=
koſtüm
Nr. 4510 gelten, deſſen ſchwarzer
Velvet mit gleichfarbigem Tuch und Seide
kombiniert war. Hier wird der ſchlank=
fallende
Rock durch eine kurze Tunika
vervollſtändigt, deren Beſatz in einer ſich=
auch
am Rockrande wiederholenden Tuch=
blende
beſteht. Die Taille iſt beſonders
für volle Figuren kleidſam, ihren kurzen,
der Paſſe angeſchnittenen Aermel vervoll=
ſtändigt
ein enger Unterärmel aus Tuch.
Der breite, miederartige Faltengürtel beſteht
aus Seide, das in Querfältchen abgeſteppte
Mittelteil aus Tuch. Die Tunika iſt
übrigens noch immer eine ſo beliebte
Modeform, daß wir ihr in verſchiedenen
Variationen auch an den letztmodernen
Geſellſchaftstoiletten begegnen, die nach Art
der Prinzeßkleider zuſammenhängend gear=
beitet
ſind. In Gazeſtoffen fällt ſie hier
gereiht und in Kniehöhe durch eine geſtickte
Blende faltig zuſammengenommen über das
ſeidene Unterkleid, während ſie ſich in Spitze,
Perl= oder Flitterſtoff vielfach als glattes
Ueberkleid präſentiert, das gern durch Schlitze
unterbrochen wird. Bei dieſen eleganten
Abendkleidern, die ſich alle auf der Prinzeß=
grundform
aufbauen, macht ſich wieder viel=
fach
eine Hinneigung zur leicht verkürzten
Taille bemerkbar, gleichviel ob ſie nun
bluſig oder glatt gearbeitet ſind. An
ihnen entfaltet ſich aller Glanz und aller Luxus, deſſen
die Mode von heute fähig iſt (und das iſt nicht wenig)
und auch die Schleppe, zwar noch ziemlich beſcheiden, macht
ſich wieder bemerkbar. Mit ihrem Perlenregen, dem Gold=und
Silbergefunkel ihrer pompöſen Brokatſtoffe zaubern ſie uns
ein Märchen aus Tauſend und einer Nacht hervor, deſſen
Proſa nur die Gatten und Väter kennen lernen wenn
es heißt, in die Taſchen zu greifen und zu zahlen! M. H.

*) Bearbeitet und mit Abbildungen verſehen von der
Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden=N.
Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmuſterbuch à 60 Pf.
daſelbſt erhältlich.

Gut erhalt. Nähmaschine
u kaufen geſucht. Offerten unter A 36
(*24551
in die Expedition ds. Bl.

FfaſRähmaſchine, iadelos erh.,preisw.,
ſowie einige doppelſ., wenig geſpielte
Grammophonpl., Stück 1 Mk., abzug. Näh.
Dieburgerſtr. 5, Htb. part. I.
(*24542

abreiſehal=
Herrenrad billig verkäufl.
Gut erhaltene Möbel
ber billig
*24531) Dieburgerſtraße 2, 1. Stock. zu verkaufen Gutenbergſtr. 19, III. (*24570dsi

(19316)

Geschenkt bekommen Sie
neben abgebildete und noch viele andere hübsche
Gegenstände, wenn Sie
Gentner’s Schuheréme Nigrin‟
Gentner’s Seifenpulver Schneekönig‟
Gentner’s Sauerstoffwaschpulver Joffa‟
Gentner’s Metallputzpomade Pascha‟
Gentner’s flüssige Metallpolitur Gentol‟
Hauszpotheke, dunkel Eiche.
in Ihrem Haushalt verwenden.
(8536f
Alleiniger Fabrikant: Carl Gentner, Fabrik chem.-techn. Produkte, Göppingen.

Hachfwachsmiter
Eredtor)
Das von Herrn M. Mehl aus Mühlhausen i. Els, erfundene
Creator‟ nimmt unstreitbar den ersten Rang aller bis
jetzt im Gebrauch befindlichen Haarpflegemittel ein.
Creator ist von den höchsten Herrschaften bis zum
einfachsten Arbeiter Deutschlands begutachtet. Creator‟
ist nur echt mit Bildnis von Herrn und Frau Mehl mit
den längsten Haaren der Welt.
Preis per Flasche Mk. 3.
Alleinverkauf für Darmstadt u. Umgebung
bei
Louis Hermes. Hoffriseur,

Frau Mehl mit den Luisenstrasse 2
Längsten Haaren derg
Walt,

(17836a)

Luisenstrasse 2.

Teppiche, Läufer, Stückware : Billigste Preise.
Rheinstr. 41
ückhard t ration.
(18569a)

[ ][  ][ ]

Nummer 234.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Seite 19.

Sebrannter Kaffee, natreſ gerielet einer Reierei. Koßer Kafs, hram u. gein
Haushaltungs-Kaffees von 1.201.70 Mk., besonders feine Sorten Mk. 1.80, 1.90 2.-, 2.10, Dessert-Kaffees, empfiehlt stets frisch gebrannt
Grafenstrasse 25 1 Stets erhallen die die schwars=weisen Marken
(3095a
D. Grrasser! Telephon 71. des Rabatt-Spar-Vereins.

Betten=Spezial=Geschäft.

115
Prämiiert
Darmstadt 1876
mit der
Preis-Medaille.
Wir empfehlen unser Lager in:
Schlafzimmer-Einrichtungen,
Bettstellen in Holz und Eisen, Patent-Spiralmatratzen,
Rosshaar-, Woll- und Seegrasmatratzen,
Deckbetten, Kissen etc. etc.
Wir sind in der Fertigstellung sämtlicher Matratzen und Bettbezüge deshalb ganz besonders leistungs-
fähig
, da wir mit der Bettwarenbranche auch wirklich vertraut sind und jedem Wunsche Rechnung zu
(176a
tragen imstande sind.
Mothnagel & Weiler
Marktplatz Nr. 4.
Hoflieferanten Sr. Königl. Hoheit des Grossherzogs

Martinstrasse 72
iſt eine elegante Wohnung, enthaltend ſechs
Zimmer, Küche, Bad, Veranda, Gas und
elektriſches Licht, Fremdenzimmer Mädchen=
zimmer
, Mitbenutzung der Waſchküche,
Bügelzimmer, Bleichplatz und Trockenboden,
per ſofort zu vermieten. Näheres
Martinſtr. 74 bei C. W. Braun. (B12908ids

Parcusstr. 1, Beletage,
5=Zimmerwohnung mit allem Zubehör per
ſofort zu vermieten. Zu erfragen bei
Bodenheimer, Rheinſtr. 26, Bur. (13235t
17933a) Soderſtr. 52 eine ſchöne Woh=
nung
, 5 Zimmer, Eckhaus, 1. Stock, per
ſofort zu vermieten. Preis Mk. 550.
19350ms) Heidelbergerſtr. 46, 2. Stock,
5 Zimmerwohnung zu verm.
19349ms) Schloßgartenſtr. 11, 1. und
2. Stock, 5=Zimmerwohnung zu verm.
19348ms) Dieburgerſtraße 72, 2. Stock,
5=Zimmerwohnung zu vermieten.

Pallaswiesenstrasse 1
eine ſchöne 4=Zimmer=Wohnung ſofort zu
vermieten. Näheres parterre. (15608ids

Wienerstrase 65, 1. 8t.,
eine 4=Zimmerwohnung zu verm. (15135ods
19355ms) Ludwigshöhſtr. 25, 2. Stock,
4=Zimmerwohnung zu vermieten.
19347ms) Alexanderſtraße 5, Seitenbau
2. Stock, 4=Zimmerwohnung zu verm.
Felehene t. . Star,
große 4=Zimmerwohn., 1 Zimmer im Dach=
ſtock
, Badez., Gas, groß. Balkon nach dem
Garten u. all. Zubeh. per ſof. (19361dsms

ete genetenete et .
3. Zimmerwohnung zu vermieten.
18062ms) Pankratiusſtraße 69 ſchöne
Parterre=Wohnung mit 3 Zimmern u. Zu=
behör
per ſofort zu vermieten. Pr. 27 Mk.
pro Monat. Zu erfragen dortſelbſt bei
Dauth oder Landwehrſtr. 33.

Kiesſtraße 18
hübſche Drei=Zimmerwohnung. Näheres
Soderſtraße 6½
(17390ids
ſchöne 3=Zimmer=
Fuhrmannſtraße 12 wohnung zu ver=
mieten
. Näh. daſ. im Laden. (18319ids
Nieder-Ramstädterstr. 31
1 ſchöne 3=Zimmerwohnung im Hinterbau
ſofort zu vermieten. Näheres bei Bäcker
Wenner.
(17853t
18225t) Mathildenplatz 5, Hinterhaus,
eine 3=Zimmerwohnung zu vermieten.
*24471md) Gutenbergſtr. 56 ſch. 3=Z.=W.,
nach Garten gelegen, ſofort preiswert.
3=Zimmerwohn.
Gr. Ochſengaſe 39
zu vermieten.
Preis 17 Mark.
(*24426md
19258t) Kranichſteinerſtraße 22 3=
Zimmerwohnungen wegzugsh. per 1. Nov.
zu vermieten.
*24560) Grafenſtraße 16, I., 3= Zimmer=
wohnung
neu hergerichtet, 27 Mk. monatl.
19343ms) Ahaſtraße 12, Vorder= und
Hinterh., 3=Zimmerwohnungen zu verm.
19344ms) Neue Ireneſtr. 57, 1. u. 2. St.,
3=Zimmerwohnungen zu vermieten.
19345ms) Landwehrſtraße 26 3= Zimmer=
wohnung
zu vermieten.
19346ms) Liebfrauenſtr. 129, Erdgeſch.,
3. Zimmerwohnung zu vermieten.
19354ms) Riegerplatz 7, 1. Stock, Drei=
Zimmerwohnung zu vermieten.

1 Zimmer
große 2= Zimmerwohnung mit allem Zu=
behör
, per 1. November Näh. part.
19175id) Arheilgerſtr. 69 kleine Zwei=
Zimmerwohnung ſofort zu vermieten.
*24273odi) Liebigſtr. 71 2 große Zimmer
mit Küche und Zubehör zu vermieten.
*24538ds) Fuhrmannſtraße 8, I., ſchöne
2=Zimmerwohnung m. all. Zubehör zu vm.
*24562) Grafenſtraße 16, Stb., kleine
2=Zimmerwohnung 10 Mark monatlich.
*24590ds) Lauteſchlägerſtr. 36 e. 2=Zim.=
Wohn. im Vorderh. u. eine im Hinterh.
19352ms) Landwehrſtraße 26 2= Zimmer=
wohnung
zu vermieten.

Zimmer
für 6 Mark monatlich ſchönes, großes un=
möbliertes
Zimmer zu vermieten.
19353ms) Woogsplatz 6, Erdgeſchoß,
1 Zimmer mit Nebenr. zu vermieten.
18899t) Ein großes unmöbl. Zimmer.
Näh. Dieburgerſtraße 69, 2. Stock.

eien et, amearie.
gegen etwas Hilfe im Haushalt an ältere
alleinſtehende Frau abzugeben. Offerten
unter A. 29 an die Erpedition. (*24529md
Katſtraßte 1.
ſchöne Manſarde zu vermieten. (19324a
*24599) Dieburgerſtraße 41 kleine Woh=
nung
für 10 Mk. zu vermieten.

Lauteschlägerstrasse 18,
ſchöner Laden mit oder ohne Wohnung
(16950ids
zu vermieten.

Mehee
oder Lagerraum, 16 Mk. monatlich.

Steinstrasse 14
herrſchaftliche Stallung für 2 Pferde und
Remiſe. Dieſelbe wird auch für Auto=
Garage oder zum Aufbewahren von
(18895a
Möbeln vermietet.
Näheres Steinſtraße 14, 1. St.
Wilhelminenplatz 12.
Obergaſſe 4.

3 Zimmer
Rückertſtraße 13 mit Kabinet ver
(B17882oids
ſofort zu vermieten.
15747id) Eliſabethenſtraße 17, Laden
per ſofort zu vermieten.
15381ids) Hübſch möbl. Zimmer an
Beamten oder Kaufmann zu vermieten.
Hügelſtraße 4, 2. Stock.
Hölgesstrasse 1, I. Stock,
ſchön möbl. Zimmer mit od. ohne Penſion
an beſſ. Herrn p. ſofort zu vm. (15666ids

16290ids) Neckarſtraße 16, Gartenhau,
gut möbl. Wohn= u. Schlafz. m. Schreibtiſch.
Seitenbau, ein möbl. Zim=
Schutzenſtr. 18, mer zu verm. (16422ids
17838ids) Marienplatz 5, part., gut möbl.
Wohn= u. Schlafzimmer ſofort zu beziehen.
12515ids) Eliſabethenſtr. 23, II., m. Z. z. v.
28 Mk. pro Monat
fein möbl. Wohn= u. Schlafzim., ſep. Eing.
Eliſabethenſtraße 44, 1. St. (17832ids
18230ids) Alexanderſtraße 19 (Laden)
ſchön möbl. Zimmer per ſofort zu verm.
B18305ids) Karlſtraße 65, Stb., 2. St. I.
ſchön möbl. Zimmer ſofort bilig zu verm.
18639ids) Waldſtr. 50, I., Nähe Bahnhof,
möbl. Zimmer per ſofort zu vermieten.
*24045sid) Pfründnerhausſtr. 8, 1. St.,
möbliertes Wohn= und Schlafzim. zu vm.
18227ids) Hügelſtraße 32, part., möbl.
Zimmer zu vermieten.
19000ids) Mauerſtraße 28, II., 2 gut
möbl. Zimmer an beſſ. Herrn zu verm.
*24170sid) Landwehrſtraße 2, II., am
Herrngarten, ſchön möbl. Zimmer zu verm.
Frankfarterstrasse 58, II.
gut möbl. Zimmer mit Gas. (18317ids
19022ids) Soderſtr. 6½, I., Kapellplatz,
eleg. Zimmer an beſſ. Herrn zu verm.
*24174sid) Wendelſtadtſtr. 30, II. Stock
links, möbliertes Zimmer mit bürgerlicher
Koſt billig zu vermieten.
B17943t) Mathildenſtr. 29, Ecke Hoff=
mannſtraße
, 2. St., gut möbliertes, geräum.
Zimmer in ruh. Halſe zu verm.
*24317ids) Bleichſtr. 26, Gartenhaus I.,
ſchön möbl. Zimmer zu vermieten.
19155a) Eliſabethenſtr. 35, II., Htb. I.
b. Paus, gut möbl. Zimmer ſofort billig.
*24340ids) Gartenſtr. 18, part., 2 ſchön
möbl. Zimmer auf ſofort zu vermieten.
*24341idsi) Waldſtraße 32, Stb. r., II.,
ſchön möbl. Zimmer ſofort zu vermieten.
19189ids) Waldſtraße 24, gut möbl.
Wohn= und Schlafzimmer, ſep., zu verm.
Näheres part.
17066t) Friedrichſtraße 22, part., fein
möbl. Wohn= und Schlafzimmer, evtl. auch
einzeln, ſofort zu vermieten.

Heidelbergerstr. 1, 1. St.,
am Marienplatz, fein möbliertes
Wohn= u. Schlafzimmer mit Balk.
(19110od
ſofort zu vermieten.
andeh Vitoriatr. 24 geu mnobl. Zimm
18107t) Mühlſtr. 58, 3. St., Kapellplatz,
gut möbliertes Zimmer zu vermieten. p.
18159t) Luiſenſtraße 6, III., ſchön möbl.
Zimmer ſofort zu vermieten.
18248t) Saalbauſtr. 16 möbl. Wohn= u.
Schlafzimmer zu verm. Näheres parterre.
18640t) Grafenſtraße 2, parterre, gut
möbl. Zimmer.
18582t) Niederramſtädterſtr. 15, II.,
gut möbl. Zimmer mit Penſion ſofort
18515t) Obere Hügelſtr. 19, Ecke Schützen=
ſtraße
, ſchön möbl. Zimmer mit Schreibtiſch
und ſep. Aufgang zu vermieten.
18638t) Grafenſtr. 22, neuer Htb., I.,
möbl. Z. mit od. ohne Klavier p. ſof. od. ſpäter.
18659a) Waldſtraße 55, part., gut möbl.
Wohn= und Schlafzimmer per ſofort
zu verm. Bad, ſowie Telephon daſelbſt.
18838t) Eliſabethenſtraße 62, II. St.,
gut möbl. Zim. an beſſ. Herrn zu verm.
18839t) Grafenſtr. 370, I., ſchön möbl.
Zimmer zu verm.
18933a) Landgraf Philipp=Anlage 62,
parterre, 2 elegant möblierte Zimmer
ſofort zu vermieten.
*23701idid) Dieburgerſtr. 5, Hth. 1. St.
links, möbl. Zimmer zu vermieten.

176) Schön möbl. Zimmer. Näh.
Grafenſtraße 37c, I. im Zigarrenladen.
Salon mit
Heidelbergerſtraße 29, I., Schlafzim.
und Frühſtück für 45 Mk., auch mit Pen=
ſion
für 70 Mk. zu vermieten. (B19102t
1. Stock, ſchön
Liebfrauenstr. 98, möbl. Zimmer
(ſeparat) an anſtänd. Herrn. (*21100mdfso
19174ids) Kranichſteinerſtraße 39, II.,
möbl. Zimmer mit Gas, Schreibtiſch und
Bücherſchrank, mit oder ohne Penſion.
Heinrichstrasse 93, II.,
2 ſehr gut möbl. Zimmer, großes Wohn=
zimmer
u. Schlafzimmer, Gaslicht, Schreib=
tiſch
, auch für 2 Perſonen, eventl. Bad, in
gutem Hauſe.
(19173t
*24315imd) Ludwigſtraße 17, 2. Stock.,
möbl. helles Wohn= u. Schlafzimmer, event.
auch einzeln, billig zu vermieten
19246t) Frankfurterſtraße 24, parterre,
ſchön möbl. Wohn= und Schlafzimmer evtl.
mit Klavier in gutem Hauſe zu vermieten.
freundl. möbl.
Casinostr. 26, II., Zim. zu verm.
(19256t
Preis mit Kaffee 20 Mark.
ſeines Zimmer mit
Piktoriaſtraße 27 ſeparat. Eingang zu
vermieten. Näheres parterre
(19249t
*24468mds) Schloßgartenſtr. 55, II.,
möbl. Zimmer event. mit Penſion, zu verm.
19265ids) Marktplatz 12, 3. Stock, ein
möbl. Zimmer erhalten 2 ſaubere Arbeiter
oder Mädchen mit Koſt.
*24414mdf) Wenckſtr. 7, I. Etage, ſchön
möbliertes Zimmer mit ſeparatem Eingang
per ſofort zu vermieten.
*24402mdf) Heerdweg 39, I., großes
gut möbl. Zimmer, freie Ausſicht z. verm.
19223a) Bleichſtraße 45, I., ſchön möbl.
Zim. m. od. ohne Penſ. an 1 auch2 Herren.
*24492mdf) Viktoriaplatz 12 fein möbl.
Wohn= und Schlaſzimmer zu vermieten.
*24488mds) Neckarſtraße 24, 2. Stock
rechts, gut möbl. Wohn= u. Schlafzimmer
mit Klavier zu vermieten.
*24493mds) Eliſabethenſtr. 29, Seitenb.
2. St., freundl. möbl. Zimmer ſof. zu verm.
*24506md) Wienersſtraße 47, 2. Stock,
ein ſchönes gr. möbl. Zimmer billig zu verm.
*24443md) Karlſtr. 53, III., möbl. Zim.
Schulstrasse 4,
möbliertes Zimmer zu vermieten. Näheres
im Laden der Konditorei daſelbſt. (19338ms
*24532ds) Seitersweg 12, I., herrlich
gel. ſonnig., ged. möbl. Zimmer mit Früh=
ſtück
und Bed., ſofort oder ſpäter zu verm.
*24536dso)Bleichſtraße3 8, Nähe Bahnhof,
fein möbliertes Wohn= und Schlafzimmer
*24554ds) Magdalenenſtr. 11, I., beſſ.
möbliertes hübſch., groß. Zimmer ſep. Eingang,
Gasbeleuchtung ſofort zu vermieten.
*24556dfe) Marktplatz 7, I., gut möbl.
Zimmer mit Penſion ſofort
19329a) Marktpl. 7, I., möbl. Zimmer z. vm.
19339od) Gutenbergſtr. 40, part., gut
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer in ruh. Hauſe.
*24598soim) Mühlſtr. 10 g. möbl. Z. z. vm.
19370od) Rheinſtraße 8, 3. St., gut möbl.
Wohn= u. Schlafzimmer, 25 Mk., event. m.
2 Beten, an beſſ.Dame od. Herrn zu verm.
*24595ds) Nied.=Ramſtädterſtr. 37, II.,
ein ſchön möbl. Zimmer an anſt. Herrn
oder Fräulein billig zu vermieten.
*24585df) Bleichſtraße 37, 2. St. links,
gut möbl. Zimmer zu vermieten.
*24608df) Beckſtraße 78 zwei ungenierte
Zimmer, mit oder ohne Möbel, per ſofort
zu vermieten.
2. St., für Kauf=
Rheinſtraße 19, mann od. Beamt.
gut möbl. Zimmer zu verm. (*24616dfs
*24627dso) Hügelſtraße 65½, 1. Etage,
elegant möbl. Herren= und Schlafzim. mit
elektr. Licht ꝛc. zu vrmieten.

19342ms) Schloßgartenſtr. 11, Erdgeſch.,
als Vereinslokal zu vermieten.

Wegen Aufgabe emnes Haushaltes
ſind Möbel, Bettwerku. alle Arten Haushalts=
u
. Küchengerätſchaften billig zu verkaufen
Einzuſehen von 9½1 Uhr Wenck=
ſtraße
27, Gartenhaus.
(*24588df

Uer

Redarkeartiktet, Honest. reielen
m. Benpichl. viel. Aerste u. Prof. gratig u. 1r.
MI. Unger, Gummiwarenfabrint
BerlinTW: Friedrichstrase, gics..

Achtung für Pferdebesitzer
eine Pferdeſchere, Maſchine. Hauptner, faſt
neu, billig zu verk. Seeſtraße 3. (B19365

Ein kleines Plattöſchen zu verkaufen
E*24534ds)
Beckſtraße 70.
5 Strohmatratzen faſt neu, bill. zu verk.
(2
*24594)
Riegerplatz 7, Laden.

Schöner Collie, ſchott. Schäferhündin, bill.
zu verk. Ludwigspl. 1, pt. (*24592ds

(Hobermann=Rüde 1½ Jah., als Hofhund
geeignet, ſehr wachſam, billig zu verk
*24579df)
Heinrichſtraße 70, I.

röpfertauben 3 weiße, 1 rote u. 2 blaue
I. engliſche Kröpfer ſind zu verkaufen
*24591)
Kranichſteinerſtraße 44.

Gratis verſ. Katalog u
wirklich gute Zucht=, Lege= u
Raſſehühner. M. Becker, Weide
475, Sieg. Tauſ. Anerk. (1244

[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 6. Oktober 1910.

Nummer 234.

Beirügen sie Ihren Magen nicht. Das Beste ist für ihn gerade gut genug.
Maturweine auer Preislagen in grösster Auswahl bei Wilhelm Kleber

(12329a

ge Mathildenplatz18
Darmstadt.

Von friſch eintreffenden Sendungen
empfehle in hochfeinſter Ware:
Holländer und Nordsee-
Schelläische
Nordsee-Kabeljau
Seehecht im Ausschnitt
Heilbutt
Rotzungen per Pfd. 60 Pfg.
50
Schollen
30
Goldbarsch
Seelachs
30
Grosse lsl. Schellfische
58 pfünder
ahne Kopf Pfd. 35 Pfg.
Kabeljau mit Kopf
3-5pfünder Pfd. 35 Pfg.
Portians-Schellfische
Pfund 25 Pfg. (C19373,12
Täglich friſchgebackene Fiſche
Räucherwaren und Marinaden
täglich friſch eintreffend
Fischhandl.,

Fertig

Karlstrasse 47
Telephon 641.

Edelgraureinetten
garant. gepflücktes, haltbares, feinſtes Tafel=
(*24572dfs
obſt, Ztr. 8 Mk. frei Keller
Philipp Mertz, Frankenhauſen,
Poſt Nieder=Modau.

Aur eafelapfel
können Beſtellungen
u. Kochäpfel abgegeben u. Muſter
(19319
angeſehen werden
Bismarckſtraße 68, parterre.
zu verkaufen. (*24565df
1 Schrank
äheres Expedition.

(183090

echte Briefmarken, wor. 210 ver=
ſchiedene
, enth. Mexiko, Chile, Türk.,
Ceyl., Argent., Auſtral., Span., Bul=
gar
., Madag., Aeg., Japan, China,
Coſtarica, Réunion
ꝛc. ꝛe nur 1 Mark
Porto 20 Pfg. extra. Preisliſte gratis.
Paul Siegert, Hamburg 74.
d. gut erhalt. Kinderwagen billig zu
Mverkaufen. Näh. in der Exp. (*24548

1 hell eich. Schlafzimmer
komplett (1 Bett), elegant, faſt neu,
1 lackierter Schrank, 1 Nachttiſch
wegzugshalber billig abzugeben
*24545)
Wendelſtadtſtraße 8, part.
Doppelter Kamin=Aufſatz, 2½ m hoch,
zu verk. Soderſtraße 6½. (*24557

Lüneburger (19325a
Scheiben=Honia
von köſtlichem Geſchmack, friſch ein=
getroffen
und in jedem Quantum
billigſt zu haben bei
Fr. Beckenhaub
Medizinal-Drogerie
Schulſtraße und Wilhelminenſtr. 11.

eich e eigen eaſtehente eite enerentent
verpflichtet, allen Freunden und Gönnern, welche so namhaft durch
Beisteuerung zur Verlosung, sowie durch Barbeträge unserer Verbandskasse
Zuwendungen machten, unseren herzl, Dank auszusprechen. Dank auch unseren
verehrl. Vorgesetzten für die gütige Rücksichtnahme, sowie allen Herrschaften,
welche in künstl. Weise unsern Abend verherrlichten.
Lokal-Verband Darmstadt des allgem. Deutschen Chorsänger-Verbandes
I. Auftr.: Ad. Braun.
(*24604

Kriegerverem Darmstaat.
4. Vereins=Scheiben=Schießzen
Sonntag, den 9. Oktober 1910, nachmittags 3 Uhr
auf Stand 5 der Militär=Schießſtände
Eingang: Wixhäuſer Hausſchneiſe, Griesheimer Chauſſee.
gleich links unterhalb Baſſin.
Zu recht zahlreicher Beteiligung werden die Kameraden eingeladen.
Der Vorstand des Kriegervereins Darmstadt.
19358)

Deutscher und Oesterreichischer
Alpenverein. Sektion Darmstadt.
(E. V. Gegründet 1870.)
Freitag, den 7. Oktober 1910, abends 8½ Uhr,
im Vereinslokale der Restauration Sitte, Karlstrasse 15:
Monats-Versammlung.
Vortrag des Herrn Amtsrichter Dr. W. Mahr:
Sonnige Tage im Hüttengebiet.
Bitte um baldgefällige, möglichst genaue Angabe Ihrer diesjährigen
(19313
Touren und Bergbesteigungen mit Höhenangabe.
Der Vorstand.

Restadranr Hedte Waldesran
vor Traisa.
Seitherigen verehrlichen Beſuchern des Café Waldesruh, werten Nach=
barſchaft
, Freunden und Gönnern zur gefälligen Notiz, daß wir das obengenannta
(19327a
Beſitztum käuflich erworben und wieder eröffnet haben.
Indem wir für das uns ſchon ſeit einer Reihe von Jahren bewieſene Vertrauen
beſtens dankeſi, bitten wir, dasſelbe auch auf unſer neues Unternehmen zu übertragen.
Wir empfehlen außer reichhaltiger Auswahl in
gut zubereiteten Speisen einen vorzüglichen Kakkee, Tee,
Rakao und Chokolade, täglich krischen, selbstgebackenen
Ruchen in diverser Auswahl, Milch usw., gut gepflegten
Weinen, prima Apfelwein, hochkeines Flaschenbier (hell
und dunkel) aus der Brauerei W. Rummel, Darmstadt.
Indem wir noch aufmerkſame, zuvorkommende Bedienung zuſichern, zeichnen
Hochachtungsvoll
Theodor Marschner und Frau.

Morddeutscher Lloyd-Bremen
Schnell- und Postdampfer-Verbindungen nach allen Weltteilen

Bremen-Hew-Vork, zweimal wöchentlich direkt
oder über Southampton-Cherbourg
Bremen-Baltimore 1 Bremen-Philadelphia
Bremen-Galveston
Bremen-Canadn
Genua-New-Vork Bremen-Cuba

Bremen-Brasilien
Bremen-La-Plata
Reichspostdampfer-Lnien
Bremen-Ost-Asien
Bremen-Australien

Nähere Auskunft erteilen Norddeutscher Llovd Bremen oder dessen Agenturen. In
Darmsted:: Anton Fischer, Adler-Drogerie, Frankfurterstr. 12114. In Dieburg: Karl Reh.

Der Ofen der Zukunft,
weil billigste Feuerung der Gegenwart, ist der
Küppersbusch-Dauerbrenner

Braunkohlen-
Briketts
Curh Deutzcht Reichpatente gechitt.
Garantie fürtadellosen Brand
und völlige Geruchlosigkeit.

Winter-Aepfel
Alle Sorten Koch= und Tafeläpfel
per Pfund 8 und 10 Pfg.
Winter=Koch= u. Eßbirnen per Pfd. 10 Pfg.
Falläpfel 5 Pfg.
*24577ds)
Hohler Weg 66.

10 ſchädelechte
Hirschgeweihe
darunter Sender
verk. zuſ. 20 Mk. Nachn. M. Penkert,
Wohlhauſen i. Vogtl.
(19341a

Habe im Auftrage zu verkaufen:
Altertümliche Schränke, Truhen, Tiſche,
Stühle u. a. m., darunter ſeltene Stücke.
Beſichtigung jederzeit geſtattet.
18334a)
Grafenſtraße 4, part.

Versicherungsbureau
Julius Kahn

Schulstr. 15.

Telefon 135.

Versicherungen aller Zweige wie:
Leben = Unfall
Haftpflicht, Feuer, Einbruch
etc. Vertreter an allen Plätzen
gegen hohe Provision gesucht.
Beleihung von Erbschaften
Immobilien
Wohnungsnachweis
Hypotheken-Vermittlung.

Einfamilienhaus
herrſchaftlich eingerichtet, 12 Zimmer, Glas=
veranda
, offene Veranda, viel Nebenraum,
Stallung, Remiſe und Burſchenzimmer, in
feinſter Lage zwiſchen Heinrich= und Anna=
ſtraße
, iſt wegen längerer Abweſenheit des
Beſitzers ſofort preiswert zu verkaufen.
Nähere Auskunft, auch wegen Beſichtigung,
erteilt das Immobilienbureau von Julius
Kahn, Schulſtr. 15, Telephon 135. (13100a

Angebot.

2.

Ein Landhaus für 8500 Mark
iſt ſofort unter ſehr günſtigen Be=
dingungen
zu verkaufen.
Anzahlung 1000 Mk. Reſt kann
bei dem Verkäufer ſtehen bleiben zu
4 0 Reflektanten wollen Offerten
unter T 95 an die Expedition ds.
Blattes einreichen.
(18183a
Seedeagaseeet

Wohnhaus

1X3 und 3X4 Zimmer, im ſüdl. Stadtteile
zu 5½ % rentierend, aus freier Hand zu
verkaufen oder gegen Bauplatz zu ver=
tauſchen
. Gefl. Anfragen unter P 20 an
die Expedition ds. Blattes.
(B19927

Bauplatz
in ſehr guter Lage mit reellem Bau=
kapital
zu verkaufen. Offerten unter
W 27 an die Expedition dieſes
Blattes.
(18879fid

ferdem Sie den
Sondergrosgeit
mit Gutachten.

Lieterung durch jede Eisenhandlung

F. Küppersbusch &. Söhne, A.-G., Gelsenkirchen II.

Tapezier- u. Polsterarbeiten

in beſter Ausführung, empfiehlt (17849a
W. Hein. Kaunſtraße 25, I.

(C17201,35

Damen

erhalten guten Mittags- u. Abendtisch
von 60 Pfg. an
Alexanderſtraße 4, I.

Kleines Haus mit Hinterbau
f. Werkſtätte geeignet, weſtlich d. Wilhelminen=
ſtraße
zwiſchen Kahlert= u. Hügelſtraße, zu
kaufen geſucht. Offerten unter A 49 an
die Expedition dieſes Blattes. (19364somf

Mk. 3500.
gegen la Sicherheit von pünktlichem Zins=
zahler
, am liebſten vom Selbſtgeber, ſofort
aufzunehmen geſucht. Offerten unter W89
an die Expedition ds. Bl.
(*24372ids
Herzliche Bitte!
Welch edeldenkende Dame od. Herr leiht
Fräul. in ſich. Stellung ſof. 100150 Mk.
zur Wiederherſtellung der erkrankten Mutter.
Pünktliche monatliche Rückzahlung zugeſich.
Freundl. Angeb. nur von Selbſtgeber unt.
G. L. 25 hauptpostl. Darmstadt.
(*24553
ürde einer beſſeren Perſönlichkeit
Wer 150 Mk. gegen monatliche Rück=
zahlung
nebſt Zinſen leihen. Offert. unter
A 33 an die Exp. ds. Bl.
(*24550