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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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werden angenommen in Darmſtadt.
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ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
232.
Dienstag, den 4. Oktober.
1910.
Die heutige Nummer hat i8 Seiten.
Linanzen und Politik.
— Selten haben Finanzangelegenheiten die
inter=
mationale PPolitik in ſo hohem Maße berührt, wie
zwei Anleihefragen, die augenblicklich im
Vorder=
grunde des geſamten Intereſſes ſtehen. Auf der einen
Seite ſind es die türkiſchen Anleihebemühungen, auf der:
anderen Seite der Ausgang der ungariſchen Anleihe. In
beiden iſt es Frankreich geweſen, das durch ſein Zögern
Schwierigkeiten hervorgerufen hat, die leicht auch auf
poli=
tiſches Gebiet hinüberſchlagen können. In Frankreich hat
man ſeit einiger Zeit — und man wird dieſen Standpunkt
keinem Staate verdenken wollen — ſich dem Grundſatz
zu=
gewendet, auch Finanzfragen dem nationalen Intereſſef
unterzuordnen. In Wirklichkeit hat man dies ja auch
ſſchon früher getan, insbeſondere hätte ja Rußland von
Frankreich niemals Geld bekommen, wenn man nicht eben
aus politiſchen Gründen ſich den ruſſiſchen Pumpverſuchen
geneigt gezeigt hätte. Man hat dieſen Geſichtspunkt jetzt
eben nur ſtark in den Vordergrund gerückt, daß das der
ganzen Welt auffällig geworden iſt, und man hat dies in
der vollbewußten Abſicht getan, dadurch in politiſcher
Hin=
ſicht einen gewiſſen Druck auszuüben. Dieſes Verfahren
hat man nicht nur der Türkei gegenüber angewandt,
ſon=
dern auch Ungarn hat dieſe Tendenz bei ſeinen jüngſten:
Anleiheverſuchen erfahren müſſen.
Es iſt bekannt, daß man an der Seine hinſichtlich der
Erſchütterung des Dreibundes einſt große Hoffnungen auf
Ungarn geſetzt hat, und daß man aus dieſem Grunde alles
tat, um ſich den Magyaren gefällig zu erweiſen, und es
hat ſogar nicht an Verbrüderungsfeſten gefehlt. Als man
aber ſchließlich jenſeits der Vogeſen ſehen mußte, daß bei
den Ungarn trotz aller Freundſchaft in politiſcher Hinſicht
nichts zu holen ſei, iſt man etwas ernüchtert worden und
als jetzt der ungariſche Finanzminiſter bei Frankreich
an=
pochte, fand er eine verſchloſſene Tür. Es liegt nahe, den
Grund hierfür in der öſterreichiſchen Balkanpolitik zu
er=
blicken, und man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß
in dieſer Frage in der Hauptſache von ruſſiſcher Seite der
Draht hinter den Kuliſſen gezogen worden iſt, ein bißchen
Rache für die Annexion und das ruſſiſche Fiasko im
ſerbi=
iſchen Konflikt. Freilich ſollte man ſich in Frankreich nicht
lange ſeines Triumphes erfreuen, trotz mancher politiſcher
Differenzen ſprang Oeſterreich bei und zu allgemeiner
(Ueberraſchung ſekundierte auch in dieſer wirtſchaftlichen
Frage der deutſche Bundesgenoſſe. Darob macht man in
Frankreich etwas verdutzte Geſichter, einen ſolchen
Aus=
gang hatte man denn doch nicht erwartet.
Das Verhalten Frankreichs hat ſich als ein politiſcher
Schlag ins Waſſer erwieſen, ja im Gegenteil hat es nur
dazu beigetragen, die Feſtigkeit und den Nutzen des
inti=
men Verhältniſſes zwiſchen der Donaumonarchie und
Deutſchland ins hellſte Licht zu ſetzen. Zum größten
Leid=
weſen hat man ſogar aus authentiſchem Munde erfahren
müſſen, daß in dieſer finanziellen Unterſtützung ſeitens
Deutſchlands politiſche Motive mitunterlaufen. Der neue
Staatsſekretär des Auswärtigen, Herr von Kiderlen=
Wächter, der die bureaukratiſche Schablone noch nie geliebt
hat, hat aus ſeinem Herzen keine Mördergrube gemacht
und auf der Durchreiſe nach Bukareſt in einem Interview
ſehr deutlich zu verſtehen gegeben, daß dieſer Schritt mit
voller Abſicht getan worden ſei, und daß Frankreich bald
ſehen könne, daß die Herrſchaft des franzöſiſchen
Geld=
marktes doch nicht eine ſo unbedingte ſei, wie man in
Frankreich angenommen, und daß die Entziehung des
Ent=
gegenkommens von ſeiten Frankreichs die mit ſeiner
Po=
litik nicht harmoniſierenden Staaten nicht in Verlegenheit
zu bringen vermocht habe, daß vielmehr auch Deutſchland
im Verein mit Oeſterreich nicht nur den guten Willen,
ſon=
dern auch die nötigen Mittel beſitzt, um dort, wo es nötig
iſt, beizuſpringen. Das verdiene feſtgehalten zu werden,
und dies ſei es, was bei dem Zuſtandekommen der
unga=
riſchen Anleihe auch für die in Betracht kommenden
Staa=
ten von gewiß erfreulicher politiſcher Bedeutung ſei.
Durch den Ausgang dieſer Angelegenheit könnte das
Ver=
hältnis zwiſchen Deutſchland und der öſterreichiſch=
ungari=
ſchen Monarchie, wenn dies noch irgend möglich wäre, nur
an Innigkeit gewinnen, und ſo bedeute das
Zuſtandekom=
men der Anleihe einen Erfolg gerade derjenigen Kreiſe,
welche der franzöſiſche Geldmarkt in Verlegenheit bringen
zu könnensglaubte.
Das iſt eine ſehr entſchiedene Sprache, wie man ſie
lange, lange nicht von einem deutſchen Staatsmann gehört
hat. Irgend eine Provokation liegt darin keineswegs und
auf franzöſiſcher Seite gibt man zu erkennen, daß man im
Verlaufe der ganzen Affäre die energiſche Hand des neuen
Staatsſekretärs wahrnehmen könne. Der dem
Auswär=
tigen Amte naheſtehende Temps ſpricht die Anſicht aus,
daß die viel beachteten Erklärungen Kiderlen=Wächters
ſich vornehmlich gegen die Kabinette von London und
Petersburg gerichtet hätten, denen der Staatsſekretär des
Aeußern die geiſtige Urheberſchaft an dem Verſuche der
finanziellen Einſchränkung des Dreibundes und der mit
ihm befreundeten Mächte zuſchreibe. Das Blatt
fügt=
hinzu, daß Kiderlen=Wächter ſeine politiſche Eigenart in
dieſen Erklärungen ausreichend gekennzeichnet habe.
Man ſieht wieder einmal, daß eine energiſche Sprache
ſtets verſtanden und auch reſpektiert wird, während man
über ſanfte Worte zur Tagesordnung übergeht. Aus
die=
ſem kleinen Vorfall dürften unſere lieben Freunde erſehen,
daß jetzt ein anderer Geiſt ſeinen Einzug in der
Wilhelm=
ſtraße gehalten hat und dieſes Werk dürfte nicht ohne
Wirkung bleiben.
Die diplomatiſche Aktion für die engliſchen
Journaliſten.
C) Man ſchreibt uns: Ungenaue Mitteilungen über
die diplomatiſche Aktion, die wegen des polizeilichen
Vor=
gehens gegen die engliſch=amerikaniſchen Journaliſten
er=
folgte, ſind dahin richtig zu ſtellen, daß der amerikaniſche
; und der britiſche Botſchafter am Samstag morgen in dieſer
Angelegenheit dem Auswärtigen Amt Noten überſandt
ha=
ben. Darin wird das Erſuchen um Einleitung einer
Un=
terſuchung und um Mitteilung des Ergebniſſes der
Unter=
ſuchung ausgeſprochen. Schon ehe dieſe Noten dem
Aus=
wärtigen Amte vorlagen, iſt von zuſtändiger Seite verfügt
worden, eine Unterſuchung des Vorfalles einzuleiten.
Der Beſcheid des Berliner Polizeipräſidenten iſt alſo
noch nicht als endgültig anzuſehen, ſondern man wird erſt
das endgültige Ergebnis der eingeleiteten Unterſuchung
ab=
zuwarten haben. Die vier Berliner Mitarbeiter engliſcher
Blätter, die bei den Straßenſchlachten in Moabit den
Zu=
ſammenſtoß mit Poliziſten hatten, ſind ſehr entrüſtet über
die Antwort, die ſie auf ihre Beſchwerde von dem Berliner
Polizeipräſidenten erhalten haben und erklären, daß ſie ſich
dabei auf keinen Fall beruhigen, ſondern gegebenenfalls
den ganzen diplomatiſchen Apparat aufbieten werden, um
volle Genugtuung zu erhalten. Sie wiederholen, daß ſie
ſich nur auf die Anweiſung eines Polizeileutnants, daß
dort etwas zu ſehen ſei, nach der Turmſtraße begeben
hatten. An dem betreffenden Punkte herrſchte aber
voll=
ſtändige Ruhe, ſodaß für die Poliziſten nicht der geringſte
Anlaß zu raſchem Handeln vorlag.
Der Verein der ausländiſchen Preſſe hielt am Sonntag in
Berlin eine außerordentliche Generalverſammlung ab, in der
einſtimmig eine Reſolution angenommen wurde, in der
es zum Schluß heißt: Die Generalverſammlung, die ſich
mit ihren vier engliſchen und amerikaniſchen Kollegen
vollkommen ſolidariſch erklärt, legt gegen den von dem
Po=
lizeipräſidenten vertretenen Standpunkt entſchieden
Ver=
wahrung ein.
Deutſches Reich.
* Der Wiederbeginn der
Reichstagsver=
verhandlungen. Die offiziöſe Mitteilung, daß der
Reichstag ſeine Sitzungen am 22. November wieder
auf=
nehmen werde, beſtätigt die ſchon lautgewordenen
Ver=
mutungen, mit Rückſicht auf die noch in voller Arbeit
be=
findlichen Kommiſſionen zur Vorberatung der
Straf=
prozeßordnung und der Reichsverſicherungsordnung werde
die Wiedereröffnung des Plenums hinausgeſchoben
wer=
den. Der Reichstag hatte ſich am 11. Mai nur bis zum
8. November vertagt, doch hält man ſich nicht immer ſtreng
an den feſtgeſetzten Termin, da ja beſondere Umſtände oft
eine Verlegung bedingen und auch die Regierung einen
gewiſſen Spielraum für die Einberufung haben muß. So
hatte ſich der Reichstag am 14. Mai 1907 bis zum 19.
No=
vember vertagt, und er begann ſeine Arbeiten erſt am
22. November, und am 7. Mai 1908 vertagte er ſich bis
zum 20. Oktober, trat aber erſt am 4. November zuſammen.
Aus der offiziöſen Notiz geht hervor, daß die Regierung
Wert darauf legt, die Beratungen der
Verſicherungskom=
miſſion zu einem Abſchluß zu bringen, bevor die
Plenar=
verhandlungen des Reichstags wieder beginnen. Trotzdem
bleibt es noch ſehr ungewiß, ob dieſes umfangreiche Werk
in der laufenden Legislaturperiode zur Verabſchiedung
kommen kann.
— Eine Novelle zum
Reichsbeamten=
geſetz ſoll, wie verlautet, in der nächſten Tagung des
Reichstages eingebracht werden. Bei der Verabſchiedung
des Kolonialbeamtengeſetzes war von Vertretern aller
Parteien eine Reſolution gefaßt, durch welche die
Reichs=
regierung erſucht wurde, noch in dieſer Legislaturperiode
einen Geſetzentwurf vorzulegen, der das
Wiederaufnahme=
verfahren im Diſziplinarverfahren für Reichsbeamte im
Sinne der Strafprozeßordnung einführt. Dieſes
Wieder=
aufnahmeverfahren iſt durch das geltende Geſetz im
Diſzi=
plinarverfahren für Beamte ausgeſchloſſen, da ein anderes
Mittel als die Berufung nicht exiſtiert. Die
Reichsregie=
rung hat alſo ihre früheren Bedenken dem Wunſche des
Reichstages gegenüber fallen gelaſſen. Dieſe Bedenken
beruhten beſonders darauf, daß bei einem erfolgreichen
Wiederaufnahmeverfahren die Wiedereinſetzung eines
Be=
amten in ſeine frühere Stelle meiſt erhebliche
Schwierigkei=
ten finden wird, weil dieſe inzwiſchen faſt ſtets
anderwei=
tig beſetzt iſt. Eine Remedur durch Entſchädigung für den
erlittenen Verluſt an Gehalt oder durch eine
Wiederanſtel=
lung konnte jedoch die Reichsregierung auch ohne ein
ge=
ſetzlich feſtgelegtes Wiederaufnahmeverfahren eintreten
laſſen.
Der Handel Kameruns im Jahre
1909. Die Handelswerte Kameruns, die ſoeben amtlich
bekanntgegeben werden, haben im Jahre 1909 eine Höhe
von rund 33,5 Mill. Mark erreicht und hiermit das bisher
günſtigſte Jahr um rund 260000 Mark überholt. Von der
Geſamtſumme entfielen 17,7 Mill. Mark auf die Einfuhr,
15,7 Mill. Mark auf die Ausfuhr. Da im Jahre 1902
die Einfuhr 13,2 Mill. Mark betrug, die Ausfuhr bloß
6,2 Mill. Mark, ſo ſind innerhalb von acht Jahren die
Werte bei der Einfuhr um rund 33 Prozent, bei der
Aus=
fuhr um rund 150 Prozent und beim Geſamthandel um
rund 76 Prozent geſtiegen. Ein ins einzelne gehender
Vergleich, den das Amtsblatt für Kamerun zwiſchen der
Handelsentwicklung der beiden letzten Jahre zieht, läßt
er=
kennen, daß das günſtige Ergebnis von 1909 nur durch
die Einfuhr im Dualabezirk und durch die Ausfuhr im
Molundubezirk herbeigeführt worden iſt. In allen übrigen
Bezirken iſt weder bei der Einfuhr noch bei der Ausfuhr
die Höhe der Werte des Jahres 1907 wieder erreicht
wor=
den. Rio del Rey und Viktoria haben die im Jahre 1908
eingetretene Steigerung der Einfuhrziffern wieder
ver=
loren, Campo und Garua ſind noch weiter zurückgegangen.
— Die ſozialdemokratiſche Partei erläßt
einen Aufruf anläßlich der bevorſtehenden
Reichstags=
wahlen, in dem es u. a. heißt:
Neben dem Kampfe für die Eroberung des
allgemei=
nen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts in den
norddeutſchen Einzelſtaaten, gilt es Vorbereitungen zu
tref=
fen für die Reichstagswahlen, die zweifellos im Jahre
1911 ſtattſinden. Man nahm bisher an, dieſe Wahlen
würden im Herbſt 1911 vorgenommen werden. Wir haben
aber gute Gründe zu glauben, daß ſie viel früher
ſtattfin=
den. Die großen Geſetzentwürfe (Neugeſtaltung der
Reichsverſicherungsgeſetzgebung, Reviſion der
Strafprozeß=
ordnung) werden kaum im letzten Abſchnitt der Seſion
durch den Reichstag zu Ende beraten werden. Sie bilden
alſo kein Hindernis für eine baldige Auflöſung und
Neu=
wahl des Reichstages. Für die letztere ſprechen aber eine
ganze Anzahl Gründe aus der inneren und äußeren
Po=
litik des Reiches, die es den Regierenden wünſchenswert
erſcheinen laſſen, recht bald einen neuen Reichstag zu
er=
halten, der alsdann in fünſjähriger Tätigkeit ihre Wünſche
in bezug auf Militär= und Marinevorlagen, Steuergeſetze,
neue Zoll= und Handelsverträge befriedigen ſoll. Auf
kei=
nen Fall dürfen wir uns überrumpeln laſſen. Von heute ab
muß in jedem Reichstagswahlkreiſe die intenſivſte
Agi=
tations= und Organiſationsarbeit geleiſtet, müſſen
ununter=
brochen Geldmittel beſchafſt werden. Keine Anſtrengung
darf zu groß, kein Opfer zu ſchwer ſein. Selbſt in den uns
ſicheren Wahlkreiſen muß dieſe Arbeit aufs eifrigſte
betrie=
ben werden. Die Intereſſengegenſätze unter den
bürger=
lichen Parteien ſind weit geringer als zwiſchen irgend einer
bürgerlichen Partei und uns. Es wird daher auch bei den
nächſten Wahlen nichts unverſucht bleiben, um alle
bür=
gerlichen Parteien zu einem geſchloſſenen Vorgehen gegen
uns zu vereinigen. Bisher haben faſt alle Wahlen
bewie=
ſen, daß wir ſelbſt bei den engeren Wahlen von denen im
Stich gelaſſen wurden, denen wir in anderen Kreiſen
Wahlhilfe geleiſtet haben. Es müſſen alle Hebel in
Be=
wegung geſetzt werden, damit wir aus eigener Kraft
ſiegen.
Es wird dann weiter geſprochen von der „grollenden
Unzufriedenheit mit den beſtehenden Zuſtänden, die ſich
bis in die ſogenannten ſtaatstreuen Schichten eingefreſſen,
der unerträglichen Teuerung aller Lebensbedürfniſſe, der in
Deutſchland herrſchenden agrariſchen Wirtſchafts= und
Lie=
bespolitik, den aufreizenden Steuerlaſten” ꝛc. ꝛc. und auf=
Nummer 232.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Oktober 1910.
gefordert, „dieſes Anklagematerial geſchickt
auszunutzen”.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Eine Kundgebung der tſchechiſchen
Staatsrechtler. Das Exekutivkomitee der
tſchechi=
ſchen ſtaatsrechtlichen Fortſchrittspartei erläßt eine
Kund=
gebung, worin erklärt wird, daß die Deutſchen in
Böh=
menskeiner neuen Geſetze zu ihrem Schutze bedürfen. Die
bekannten Regierungsvorlagen und die Anträge der
Deut=
ſchen, die im böhmiſchen Landtag und im Reichstage
ein=
gebracht wurden, können nicht als Baſis für eine
Eini=
gung betrachtet werden, da ſie den Grundprinzipien des
tſchechiſchen =Programms widerſprechen. Wenn überhaupt
und in einer anderen Richtung über die Einigung zwiſchen
beiden Nationen verhandelt werden ſollte, müßte
bedin=
gungslos ein Junktim zwiſchen der Reviſion der Reichs=
und Länderverfaſſung, durch die den Ländern der
böhmi=
ſchen Krone als Ganzem auf Grund des tſchechiſchen
Staatsrechtes ſelbſtändige geſetzgeberiſche,
verwaltungs=
politiſche und finanzielle Autonomie auf dem Gebiete der
Exekutive gegeben wird, geſchaffen werden. Das
Exekutiv=
komitee erwartet von den Abgeordneten der Partei, daß
ſie, falls die Rechte des tſchechiſchen Volkes bedroht
wür=
den, ſofort die ſchärfſten Mittel im böhmiſchen Landtage
in=Anwendung bringen.
Die Angeſtellten der bosniſch=
herzego=
winiſchen Landesbahnen beſchloſſen, den
nor=
malen Dienſt auf ſämtlichen Linien wieder
aufzu=
nehmen. Die Landesregierung wird nunmehr ihre den
Aktionskomitees am 26. September mitgeteilten Zuſagen
verwirklichen und die ſonſtigen Wünſche der Eiſenbahner
in wohlwollende Erwägung ziehen.
Frankreich.
Der formelle Abſchluß der türkiſchen
Anleihe in Paris iſt zwar zur Stunde noch nicht erfolgt.
Es darf aber mit Sicherheit angenommen werden, daß
unter Zugeſtändniſſen auf beiden Seiten der Abſchluß mit
dem Credit Mobilier erfolgen wird, alſo mit dem
Bank=
inſtitut, mit dem der türkiſche Finanzminiſter von Anfang
an in Verhandlungen getreten war.
Spanien.
Canalejas hat im Kronrat die Vertrauensfrage
geſtellt, unter der Erklärung, daß er ſein liberales,
anti=
klerikales Programm ungeſchwächt durchzuführen gedenke
und der Erreichung des Zieles ſicher ſei. Der König ſicherte
abermals ſein volles Vertrauen zu.
Klerikale Kundgebungen. Zahlreiche
Katho=
liken, die am Sonntag früh der Meſſe in der Kirche
Virgen=
del Pilar in Madrid beiwohnten, zogen zu dem Palais
des Zivilgouverneurs. Während dieſer eine Abordnung
empfing, umringten die Manifeſtanten das Palais und
ſangen geiſtliche Lieder. Eine Gruppe von Republikanern
antwortetesmit der Marſeillaiſe. Es entſtand eine
Schlä=
gerei. Die Gendarmerie und die Polizei zerſtreute die
Manifeſtanten mit Säbelhieben. Auch in zahlreichen
Pro=
vinzſtädten ſind am Sonntag Proteſtkundgebungen gegen
die Politik der Regierung veranſtaltet worden, die überall
ausgenommen in den Provinzen von Valencia und
Sara=
goſſa, ruhig verlaufen ſind. In San Sebaſtian wurde von
etwa 30000 Katholiken eine Kundgebung veranſtaltet, bei
der zahlreiche Reden gehalten wurden, die ſcharfe Anklagen
gegen die Politik der Regierung enthielten. Die
Kund=
gebung verlief in vollkommener Ordnung. An den
Kund=
gebungen der Katholiken in Valencia beteiligten ſich
meh=
rere tauſend Perſonen. Dieſelben endeten mit
Stockſchlä=
gen und Revolverſchüſſen, wobei zwei Perſonen ernſtlich
verletzt wurden. Die Polizei ſtellte die Ruhe wieder her.
Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen.
Braſilien.
Die Finanzpolitik. Bei dem von Kaufleuten
und Induſtriellen in der Hauptſtadt am Sonntag abend
gegebenen Feſteſſen hielt der Finanzminiſter eine Rede,
in der er den Anweſenden für die ſeiner Finanzpolitik
ge=
währte Unterſtützung dankte. Sie habe die Produktion
erhöht, die Entwickelung des Handels und der Induſtrie
gefördert und das Nationalvermögen vergrößert, ſie
er=
mögliche ferner die Beſchleunigung der Amortiſation der
auswärtigen und die Konvertierung der anderen Schulden.
Der Wert der Ausfuhr ſei von 36 Millionen Pfund
Ster=
ling auf 63 Millionen Pfund Sterling im Jahre 1909
ge=
ſtiegen und habe in den erſten ſieben Monaten des
laufen=
den Finanzjahres bereits 31 Millionen PPfund Sterling
erreicht. Die Goldeinfuhr ſei im gleichen Zeitraum von
1 Million im Jahre 1902 bis auf faſt 9 Millionen Pfund
Sterling im Jahre 1909 geſtiegen.
* Mancheſter, 2. Okt. Infolge der Verhandlungen
mit dem Generalkontrolleur des Handelsamts Asquith hat
das Syndikat der Baumwollarbeiter heute
den neuen Bedingungen zugeſtimmt, die morgen den
Ar=
beitgebern unterbreitet werden ſollen. Die Bedingungen
ſollen den Charakter eines Kompromiſſes tragen, jedoch
derart, daß die Arbeitgeber wenig Veranlaſſung haben
ſollen, die Ausſperrung fortzuſetzen. Nach
Be=
richten aus den Baumwollbezirken ſind geſtern früh 700
Baumwollſpinnereien geſchloſſen worden, etwa 150000
Arbeiter ſind dadurch beſchäftigungslos.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. Oktober.
* Vom Hoflager in Friedberg. Am 2. Oktober
unternahmen die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften mit Ihren Gäſten eine Ausfahrt nach
Hohenſolms, nahmen dort bei den Fürſtlich=Lichſchen
Herrſchaften das Mittageſſen und fuhren dann
nach Gießen weiter, wo das Schloß beſichtigt und im
botaniſchen Garten der Tee genommen wurde. Die
Rückkehr erfolgte gegen ½7 Uhr. — Zur Mittagstafel
am 3. Oktober waren geladen: Exzellenz von Iswolski,
ferner der Kaiſerlich Ruſſiſche Miniſterreſident Baron
von Knorring, Exzellenz,und Gemahlin. (Darmſt. Ztg.)
* Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Mittwoch, den 5. d. Mts.,
vor=
mittags im Reſidenzſchloß hier Audienzen erteilen, ſowie
Meldungen und Vorträge entgegennehmen.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Gemeindeſchule zu Volxheim, im Kreiſe Alzey,
Adam Vogel auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte, vom 1. November 1910
an und ihm aus dieſem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
— Uebertragen wurde dem Schulverwalter Heinrich
Joſeph Beckerle zu Ockenheim, Kreis Bingen, eine
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Lützel=
Wiebels=
bach, Kreis Erbach.
— Die ſchriftliche Staatsprüfung für den höheren
Finanzdienſt findet am 16. November d. J. von
vor=
mittags 8½ Uhr an und an den folgenden Tagen zu
Darmſtadt in einem noch näher zu bezeichnenden
Prüfungszimmer ſtatt. Geſuche um Zulaſſung zu dieſer
Prüfung ſind bei der Prüfungskommiſſion für den
höheren Finanzdienſt zu Darmſtadt bis zum 1. November
d. J. einzureichen.
* Pfarrer Dr. Karl Eigenbrodt, der am Samstag
hier ſtarb, war ein Darmſtädter Kind. Der evangeliſchen
Kirche unſeres Landes hat er 42 Jahre lang treu gedient.
Am 18. Mai 1862 als Pfarrvikar in Nieder=Modau in
den heſſiſchen Kirchendienſt eingetreten, wurde er 1864
Pfarrverwalter in Kaſtel=Koſtheim, 1871 Verwalter in
Ober=Moſſau, wo er am 6. Mai 1872 zur definitiven
Anſtellung kam. Im Jahre 1875 ging Eigenbrodt nach
Hähnlein und 1883 nach Auerbach a. d. B., an welchem
Orte er bis zu ſeiner am 1. Oktober 1904 erfolgten
Pen=
ſionierung in reichem Segen wirkte. Seitdem lebte er
in Darmſtadt, wo er ſich weiter mit Eifer den
Beſtrebun=
gen chriſtlicher Nächſtenliebe widmete. Gelegentlich ſeines
70 jährigen Geburtstages am 27. Juli vorigen Jahres
und der vor wenigen Wochen erfolgten Einweihung des
Eigenbrodt=Brunnens in Auerbach kam all die Liebe und
Anhänglichkeit, die ſich der Verſtorbene in ſeinem langen
Leben erworben, zu ergreifendem Ausdruck. Sein
An=
denken wird in Segen bleiben!
— Familienabend des Chorſängerverbandes. Der
am Samstag abend von dem Lokalverein Darmſtadt
des Allgemeinen Deutſchen Chorſängerverbandes im
feſtlich geſchmückten Mathildenhöhſaale veranſtaltete
Familienabend, verbunden mit einem
Wohl=
tätigkeitsfeſte hatte ſich ſeitens des
Darm=
ſtädter Publikums eines außerordentlich zahlreichen
Beſuches zu erfreuen. Die Künſtler des Hoftheaters
ſtellten ſich teilweiſe ſelbſt in den Dienſt des der
Wohl=
tätigkeit gewidmeten Abends. Der Vorſitzende des
Lokalkomitees, Herr Hoffänger Ungibauer, begrüßte
die zahlreichen Beſucher des Feſtes in herzlichen
Wor=
ten und erläuterte den Zweck und Nutzen des
Allge=
meinen Deutſchen Chorſängerverbandes. Eingeleitet
wurde der Abend durch einen prächtig geſungenen Chor
des Herrenchors des Großh. Hoftheaters unter der
Leitung des Herrn Chordirektors Heinz. Ihm folgte
ein „Buntes Theater”, in dem Herr Hofſchauſpieler
Lehrmann mit vortrefflichem Humor und Witz den
„Konferenzier” ſpielte. Kunſtgenüſſe erſten Ranges
boten die Opernſängerin Frau Ritter mit zwei Arien,
ſowie die Herren Opernſänger Jahn und Hugo Speiſer,
Auch das beliebte Mitglied des Schauſpiels, Herr
Jor=
dan, ſpendete ſein Scherflein durch zwei köſtliche
humo=
riſtiſche Darbietungen. Ein Herrenchor bildete den
Schluß des erſten Teils. In der nun folgenden Pauſe
wurden durch Damen des Hoftheaters Blumen= und
Tombolaloſe verkauft. Den zweiten Teil des Abends
bildeten Lichtbilder=Vorträge (Wilhelm Buſch in Wort
und Bild): „Herrn Rentner Knoops Reiſeabenteuer”,
die von Herrn Schauſpiel=Inſpektor Schnelting
vor=
trefflich rezitiert wurden und reichen Beifall errangen.
Ein kleines Tanzkränzchen, bei dem ſich die Alten
und die Jungen noch beſtens amüſierten, beſchloß den
ſchön verlaufenen Familienabend.
lr. Einen Blumentag zum Beſten ihrer
Wohlfahrts=
einrichtungen für die Kinder zu veranſtalten, iſt eine
längſt beſchloſſene Sache innerhalb der Ortsgruppe des
Allg. deutſchen Frauenvereins. In erſter
Linie ſoll das eventuelle Erträgnis dem Mädchenhort
Die deutſche Premidre des Flamländers.
Emile Verhaerens Tragödie „Das
Kloſter”.
Von Hermann Kienzl, Berlin.
Der Abend ging zur Neige und keine
Beifalls=
ſalven praſſelten. Bei der Art dieſer Dichtung wäre
das laute Geräuſch — auch des Jubels — nur ein
Be=
weis geweſen, daß die Lauſcher dem Dichter ferne
blie=
ben, Verhaeren hat uns zu ſtummer Andacht
gezwun=
gen. Nicht etwa deshalb, weil ſein Drama im Schatten
eines chriſtlichen Kloſters ſich abſpielt. Die Religion,
die es erfüllt, iſt nicht der geprägte Glaube einer
Kirche, iſt, ſo heiß auch Mönchsgebete zum Himmel der
Dogmen emporlodern, nur jener Gottesdienſt, den die
Dichter der Alten und der Neuen übten, ob ſie das
Fatum der Griechen oder den Monismus der
Natur=
wiſſenſchaft anerkannten: die ringende Gottesnatur
des Menſchen unter Schlacke und Gräuel zu erkennen.
Der Flamländer Emile Verhaeren, der „poete de
demain”, iſt ein ſehr ſtarker, ſeiner Kraft vertrauender
Dichter. Er ſchreibt ein Drama, deſſen Verſe
fremd=
artige Orgelklänge ſind, deſſen Worte um Dinge des
Kirchenglaubens ſtreiten, um Dinge, die in unſerer
Welt keinen Glauben mehr finden — und ſchlägt doch
unſer modernes Fühlen und Denken in Bann. Er
ſchreibt ein Drama, das von der roten Woge der Erotik
nicht beſpült wird, das nicht der Saum eines
Frauen=
kleides ſtreift — und erregt all unſere Furcht, all unſer
Mitleid. Er ſchreibt ein Drama, durch das nur die
Brüder des Kloſters, die Mönche, wandeln, Menſchen
der Zelle, in ihrem einförmigen Habit, mit dem Auge
kaum voneinander zu ſcheiden — und entfaltet in
die=
ſer Enge, unter dem Zwange einheitlicher Form, die
unendlichen Gegenſätze der Naturen, die weite Welt.
Er ſchreibt ein Drama, das aller hergebrachten
Er=
fahrungen ſpottet, die Spannungen verſchmäht, die
Ent=
hüllungen, ſo ein ökonomiſcher Kopf für den wirkſamen
Augenblick ſpart, wie im Leichtſinn vorausgibt, und
iſt ſo ſtark, des wohlerprobten Mittels entraten zu
können. Aus dem eigenen Weſen dieſes Dramas
wächſt unbeirrt deſſen eigentümliche Technik, Form und
Inhalt gebieten einander. Die erſtaunten Zuhörer
werden zum Gehorſam ergriffen, vergeſſen das
Wider=
ſtreben. Zog ſich auch der erſte Akt ſchleppend hin und
ermattete der dramatiſche Puls ein wenig im dritten,
ſo ging doch in keinem Augenblick unſerem denkenden
Herzen die Fühlung verloren. Im zweiten und dritten
Akt ſetzt ſich die ſeeliſche Kraft der Dichtung in ſolche
dynamiſche Wirkungen um, daß keiner ihr widerſteht.
Nur Mönche ſind die Perſonen des Dramas.
Die=
ſen Menſchen, die „im asketiſch ſtarren Traum lang
ver=
jährter Regeln eiſern verharren”, hat Verhaeren, der
leidenſachftliche Mann der Gegenwart, ſchon manches
* Emile Verhaeren, deſſen Tragödie „Das
Kloſter” in den Berliner Kammerſpielen aufgeführt
wurde, iſt für den=Nobelpreis vorgeſchlagen.
Gedicht geweiht. Es reizt ihn, das Unausrottbar=
Menſchliche in den Weltabgewandten zu entdecken. In
der „Kloſter”=Tragödie enthüllt er, wie unter den
Kutten die Leidenſchaften ſchwelen. Weltanſchauungen
ſtehen gegeneinander, jeder macht ſich aus Gott das
Ebenbild ſeiner ſelbſt. Ehrgeiz und Herrſchſucht bilden
Parteien, Kronprätendenten ſchmieden Ränke, der
Aber=
witz des Kaſtengeiſtes ſcheidet Adelige und Bürgerliche.
Alſo: fern der Welt, ein Spiegel der Welt Der
Prior des Kloſters iſt alt, die Begierde nach ſeinem
Erbe, ſeiner Macht ſchürt die böſen Eiferſüchte.
Das greiſe Oberhaupt hat ſich den Nachfolger längſt
gewählt. Der Mönch Dom Balthaſar iſt’s, ein Sproſſe
aus adeligem Geſchlecht, ein kraftvoller, ſtolzer, düſterer
Fanatiker, den die Brüder haſſen. Nur eines jungen
Mönches Liebe hängt an ihm. Wie ungleich das
Freun=
despaar: Dom Mare, der Jüngling, „ſanft und innig,
rein von Eifer und Sünde und jungfräulich wie ein
Opfer‟ — Dom Balthaſar von einem brennenden Feuer
ausgehöhlt. Iſt dieſe Glut der Gotteswahn der erſten
Chriſten? Nein, aus furchtbarer Schuld wüten die
Flammen. Balthaſar hat vor zehn Jahren ſeinen
Vater erſchlagen . .. und hat es gelitten, daß für ſeine
Tat ein Schuldloſer auf dem Schafott büßte.
Der Prior weiß es ſeit dem Tage, an dem Balthaſar,
vor den Erinnyen fliehend, an des Kloſters Pforte
ſchlug: hat ihm Abſolution erteilt, ihm den Frieden
des Kloſters geöffnet. Den Frieden? Ohnmächtig war
des Prieſters und des Papſtes Freiſpruch. Balthaſar
windet ſich in Qualen des Gewiſſens. Lechzt in
Ver=
wirrung nach Entfühnung.
Milde und groß dünkt des Priors Barmherzigkeit.
„Dein Verbrechen iſt tot, es zählt nicht mehr,” ſpricht
er zu dem Wimmernden. Wie trügeriſch dieſe Gnade!
Sie ſtammt von dem Machtbewußtſein des kirchlichen
Herrſchers, der ſich zu binden und zu löſen befugt fühlt.
Sie dient, wir entdecken es Schritt für Schritt, dem
Zwecke, Balthaſar, den Adelsſproſſen, für die Macht
der Kirche zu retten. Und ſie zerſplittert an der
un=
geheuren Leidenſchaft einer Reue. Nur Schwächlinge
fügen ſich dem Gerichte anderer, der kraftvolle Menſch
kennt einen einzigen Richter: den in der eigenen Bruſt,
die perſönliche Verantwortung. . .
Der Prior kann es nicht wehren, daß Balthaſar,
um ſich zu kaſteien, vor der Kloſtergemeinde ein
Buß=
geſtändnis ablegt. Dieſe Erniedrigung wird den
Stol=
zen, hofft der Prior, beruhigen, und die Hand des
Ge=
bieters wird ihn bewahren für die „größeren Zwecke‟
— Das herviſche Geſtändnis Balthaſurs iſt erhaben
ſchlicht. Ein weiſer Geiſt gab Verhaeren ein, hier die
einfachſten Worte zu wählen, die am unerhörteſten
wirken. Vor den verſammelten Mönchen beginnt
Balthaſar mit dem kurzen Satze: „Mein Vater iſt tot,
ich hab’ ihn erſchlagen.‟ Es iſt, als ginge in einem
ruhigen, ſorgloſen Augenblick die Welt unter.
Balthaſar, von Zorn und Entſetzen umſchnoben,
ge=
ſteht weiter: keine erhabene Leidenſchaft, nur Gier nach
Geld machte ihn zum Raubmörder. Bekennt: er habe
geſchwiegen, als ein Unſchuldiger dem Henker verfiel. —
Mancher möchte fragen: wie kann ſolche Glorienkraft
heldiſcher Reue in demſelben Menſchen wohnen, der
der elendſten Taten fähig war? Aber ein Menſch, in
dem die Flammen lodern, mag dem Unreinen ſo gut
gehören wie der Reinheit. Flammen des Himmels
und Flammen der Hölle miſchen ſich. Und der
Krimi=
naliſt kennt die Reaktion des Verbrechers nach der Tat.
Gegen den Sturm der Mönche hat den Sünder die
Hand des Priors abermals geſchützt. Auch dieſe Gnade
des Gerichts dringt nicht an Balthaſars Gewiſſen.
In Verzweiflung lechzt der Mönch nach
Selbſtvernicht=
ung. Was ſeine vom Zwang der Kirche geblendeten
Augen nicht ſehen, das ſagt ihm jetzt der junge Bruder
Marc, der herzbrechend um ihn leidet; und wieder iſt
das folgenſchwerſte Wort einfältig=einfach: „Mein
Bru=
der, hör’ du mußt dich ſelber dem Gericht ſtellen!‟ Das
Eis ſchmilzt, kühlende Tränen dringen aus den heißen
Augen Balthaſars:
„Ich bin der,
Der aus den dunkelnden Landen
Der Sünde und Schuld
Gerettet ward
Durch eines Kindes ſanfte Geduld.”
„Ite missa est.‟ Das Hochamt in der Kloſterkirche
iſt zu Ende. Der Prior beginnt auf der Kanzel die
Predigt. Da dringen heiſere Schreie hinter dem Gitter
an der Wand hervor, wo der Sünder büßt. Entſetzen
packt die Mönche und das Volk. „Ich habe gemordet,
meinen Vater gemordet” — ſo dröhnt es, und:
„Ich bin der Mönch Balthaſar,
Mein altes Verbrechen, das nie gebüßte
Hat wie ein Sturm meine Seele verwüſtet!”
Und:
„Ich will, daß die Welt in den Bann mich tut!
Ich will, daß mir jeder in’s Antlitz ſpeit!“
Wo iſt die Gnade der Kirche, die Barmherzigkeit
des Priors vor ſolcher Reue? Herunter reißen ſie den
Büßer, ſie treten und ſchlagen ihn, die Mönche und ihr
Abt, ihn, der mit ſeinem Bekenntnis das Kloſter und
den Heiland geſchändet habe. . . . Und ſie ſtoßen ihn
hinaus aus dem Burgfrieden, dem Henker in die Arme.
Dom Mare, der reine Tor, bleibt in der Kirche allein
zurück und betet:
„Aus der tiefſten Glut deiner Barmherzigkeit,
Mein GottHib’ Erbarmen
Mit meinen armen
Unſeligen Bruder Balthaſar!”
So hat der Dichter den erhört, erlöſt und erhöht,
der ſich ſelbſt richtete. Aus der Qual der Wirrungen
geht ein Menſchheitsleitgedanke von dieſer
dunkel=
ſchönen Dichtung aus.
In alle geheimen Schönheiten der Sprache
Ver=
haerens drang Stephan Zweig, der deutſche Nachdichter.
Und die Kammerſpiele des Deutſchen Theaters
bereite=
ten dem großen belgiſchen Dichter einen liebevollen
Einzug in der deutſchen Kunſthauptſtadt. Friedrich
Kayßlers Kraft der Verzweiflung gab dem Balthaſar
ein heroiſches Maß, und ein Jüngling=Schauſpieler,
Karl=Ebert, rührte innig als Dom Marc.
Seite 3
Nummer 23 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Oktober 1910.
zu Gute kommen, da dort die Nachfrage
unverhältnis=
mäßig groß iſt, im Verhältnis zu dem, was leider, trotz
aller Aufopferung der Beteiligten, mit den vorhandenen
Mitteln zurzeit geleiſtet werden kann. Selbſtredend
würde auch die Säuglingsberatungsſtelle des Vereins
bedacht werden. Daß die Mildtätigkeit von groß und
klein, von reich und arm, von vornehm und gering in
Darmſtadt gerade ſo wenig verſagen wird, wie ſie es
in all den andern Städten Deutſchlands und des
Aus=
lands zu dieſem guten Zweck nicht tat, wenn durch die
Jugend für die Jugend kleine und kleinſte Gaben
ge=
ſammelt werden, davon darf man ſchon jetzt überzeugt
ſein und deshalb mit Mut und Vertrauen an die nötigen
Vorarbeiten gehen.
* Ueber die Tätigkeit der Arbeitsnachweisſtelle
im ſtädtiſchen Hauſe Waldſtraße 6 (Telephon 371) werden
für den Monat September folgende Zahlen
mitge=
teilt: 551 offene Stellen, 914 Arbeitſuchende, 306
Ver=
mittelungen, darunter 159 Dienſtboten.
— Der Kirchengeſangverein der
Johannes=
gemeinde hat nach den üblichen Sommerferien ſeine
Tätigkeit wieder aufgenommen und mit den Proben für
die vielfachen Winteraufführungen begonnen. Unter
anderem wird genannter Verein, wie uns mitgeteilt
wird, das Weihnachtsoratorium von Schütz,
welches nach ſeiner Wiederauffindung von Privatdozent
Dr. A. Schering in Leipzig rekonſtruiert wurde, unter
Mitwirkung hervorragender Soliſten zur Aufführnng
bringen. Auf das Werk ſelbſt werden wir demnächſt
zurückkommen.
— Privilegierte Schützengeſellſchaft Darmſtadt. Am
Sonntag fand bei zahlreicher Beteiligung das in dieſem
Jahre neueingeführte Königsſchießen ſtatt. Nach
deſſen Schluß fanden ſich die Schützen mit ihren
Angehö=
rigen in den gaſtlichen Räumen des Schießhauſes zu einem
gemütlichen Zuſammenſein. Der 1. Schützenmeiſter, Herr
Schmitt jr., berichtete in beredten Worten über den
Ur=
ſprung und den Zweck des von dem Vorſitzenden der
Schießkommiſſion, Herrn Bierbach, arrangierten
Königs=
ſchießens. Herr Schmitt erwähnte beſonders die ganz
vor=
züglichen Schießleiſtungen und beglückwünſchte Herrn
Auguſt Gunſchmann, der als Schützenkönig mit einer
Geſamtringzahl von 498 auf allen Ständen als Sieger
unter ſehr ſtarker Konkurrenz hervorging. Zum Schluſſe
überreichte Herr Schmitt dem neuen Schützenkönig die
üb=
liche Ordensauszeichnung unter Kredenzung des
Ehren=
trunkes. Eine wertvolle Ehrenſcheibe, die im Anſchluß an
das Königsſchießen herausgeſchoſſen wurde, errang Herr
Karl Bierbach. Am 16. Oktober 1910 findet das beliebte
Sternſchießen ſtatt, das ſich ſicherlich den ſeitherigen
Ver=
anſtaltungen der rührigen Schützengeſellſchaft würdig
an=
ſchließen wird.
— Der Cercle francais beginnt ſeine
Verſamm=
lungen für Leſen und Konverſation Donnerstag, den
6. Oktober abends, im Palais=Reſtaurant. Zweck dieſes
Cercle iſt Gelegenheit zu bieten ſich im Franzöſiſchen
durch lehrreiche und unterhaltende Mittel auszubilden.
(Siehe Anzeige.)
— Vogelsberger Höhenklub. Begünſtigt von
herr=
lichem Wetter, nahm die Wanderung des hieſigen
Zweig=
vereins am Sonntag einen ſehr ſchönen Verlauf.
Nach=
dem ſich die Wanderer mit den nach Ueberwindung von
mancherlei Hinderniſſen ankommenden Teilnehmern
an dem gleichzeitig ſtattfindenden Familienausflug
vereinigt hatten, war bald Auerbach erreicht. Bei einem
kleinen Tänzchen verflogen raſch die Stunden und allzu
bald mußte zum Aufbruch gemahnt werden. Die
Teil=
nehmerliſte wies 50 Namen auf.
— Der Zitherklub „Edelweiß” hielt am Sonntag‟
im „Kaiſerſaal” ſein drittes Stiftungsfeſt. Die
vorge=
tragenen Stücke für Zither=Enſembles wurden ſehr
exakt zu Gehör gebracht, ebenſo die verſchiedenen Soli
ffür Zither. Beſonders lobend ſeien die
Geſangsnum=
mern des Doppelquartetts „Rheingold” erwähnt, die
ſtürmiſchen Beifall fanden. Eine Ueberraſchung brachte
die Euler=Flugmaſchine, welche die Tombolaloſe und
ein kleines Geſchenk für die Kinder brachte. Eine
hübſche Soloſzene von Fräulein Bonarius und
Herrn Fr. Görig, ſowie verſchiedene wohlgelungene
Couplets von Herrn Werner ſorgten für den humo=
riſtiſchen Teil. Ein flotter Tanz beſchloß die
wohlge=
lungene Feier.
C Im Orpheum hat die neue Saiſon
vielverſpre=
chend eingeſetzt. Die Direktion hat für Oktober die
Oberbayeriſchen Bauern=Schauſpieler
(Direktion Michl Dengg) engagiert, die vor zwei
Jahren hier mit ſo beiſpielloſem Erfolg gaſtierten. Es
wurde bisher eine neue Bauernpoſſe mit Geſang und
Tanz: „Im Herbſtmanöver” und die Bauernkomödie
„8 Muſikantendirndl” gegeben. Wir kommen auf die
Leiſtungen, die von dem zahlreichen Publikum
außer=
ordentlich ſympathiſch aufgenommen wurden, zurück.
Heute Dienstag, den 4. Oktober, gelangen zum
erſten Male zwei Werke: „Die Medaille”, ſowie „Erſter
Klaſſe” von Dr. Ludwig Thoma=München, dem
be=
kannten Satiriker und Mitarbeiter des
Simpliziſſi=
mus, zur Aufführung. Die beiden Stücke, welche einen
Theaterabend ausfüllen, ſind gänzlich neu für
Darm=
ſtadt und wurden von der Direktion des Orpheums
zur Aufführung für hier erworben. Der
Einſtudier=
ung wohnte Dr. Thoma ſelbſt bei und äußerte ſich über
die Darſtellung, daß ſolche auch von Berufsſchauſpielern
wohl kaum beſſer ſein könne. — Der Einakter „Erſter
Klaſſe” der erſt in dieſem Sommer geſchrieben wurde,
hatte gleich bei ſeiner Uraufführung im Bauerntheater
zu Tegernſee einen durchſchlagenden Erfolg und wird
bereits an mehreren Bühnen gegeben. In ihm bringt
Choma die Figur des Abgeordneten Filſer (bekannt
aus den Filſer=Briefen im Simpliziſſimus) durch
Michl Dengg auf die Bühne. — Es finden ab heute
zunächſt, vorausſichtlich vier, Thoma=Abende mit den
erwähnten Stücken ſtatt.
— Eine ungariſche Geigertruppe wird auf ihrer
Weltreiſe auch hier am Sonntag, den 9. Oktober, im
„Kaiſerſaal=Fürſtenſaal” gaſtieren. Große
Akwechſelung in Muſik, Solo= und Chorgeſang,
außer=
dem choreographiſche Genüſſe werden uns geboten.
Be=
zaubernd reich an Lichteffekten und Verwandlungen
iſt die Aufführung: „Ein Märchen aus 1000 und eine
Nacht‟ Die Landestrachten, beſonders die der Damen,
ſind ſchmuckvoll und volkstümlich. Die Truppe hielt
einen wahren Triumphzug durch die Schweiz, die
Nie=
derlande, Frankreich uſw.
§ Zimmerbrand. Am Samstag abend um 8½ Uhr
hat im Parterreſtock des Hauſes Waldſtraße 18 in einem
Arbeitszimmer ein Zimmerbrand ſtattgefunden, welcher
durch die Hausbewohner alsbald wieder gelöſcht wurde.
* Bensheim, 3. Okt. Wie verlautet, hat der
Kreisaus=
ſchuß Bensheim mit 13 gegen 5 Stimmen dem Bahnbau
Bensheim-Lindenfels durch die „Continental” zugeſtimmt.
Offenbach, 3. Okt. Der 1864 im Kreiſe Büdingen
ge=
borene Hauſierer und frühere Graveur Immhof hat ſich
heute morgen 8 Uhr in ſeiner Wohnung erſchoſſen, als der
von der Strafkammer zu Wiesbaden gegen ihn erlaſſene
Haftbefehl durch die hieſige Kriminalpolizei ausgeführt
werden ſollte. Er hatte in Verhindung mit dem
Anar=
chiſten Hofmann Silber, das von einem Diebſtahl in
Pforz=
heim herrührte, bei einer Frankfurter Firma verkauft. Als
er im Auguſt abermals für 600 Mark Silber anbot, kam
man dem Hehler auf die Spur; er verſteckte das geſtohlene
Gut in einem Buſch bei Nied a. M. und flüchtete. Ein
Genoſſe, der um den Diebſtahl wußte, holte dort die
Wa=
ren hervor, und als ihm Immhof und Hofmann die Beute
wieder abjagten, zeigte er ſie der Polizei an. Die beiden
wurden am 17. September vorläufig verhaftet, doch
Imm=
hof wieder auf freien Fuß geſetzt.
— Mainz, 2. Okt. Mainz ſtand heute im Zeichen
der „Blume der Barmherzigkeit‟ Die
ſin=
nige im Dienſte der Wohltätigkeit ſtehende
Ein=
richtung fand bei der Mainzer Bevölkerung den
herz=
lichſten Anklang. Ueber 400 junge Damen widmeten
ſich in den Straßen der Stadt und deren Umgebung
dem ebenſo ehrenvollen wie mühſamen Geſchäft des
Verkaufs ihrer in hübſchen Körbchen liegenden
Blu=
men. Zur Ehre der Mainzer ſei es indeſſen geſagt,
daß die jugendlichen Verkäuferinnen im Dienſte der
Barmherzigkeit keine große Ueberredungskunſt
ge=
brauchten, um ihre roten, weißen, blauen und lila
ge=
färbten Blümchen gegen 10 deutſche Reichspfennige zum
Beſten der Armen loszubringen. Es war ſchon in den
erſten Nachmittagsſtunden kaum noch ein Knopfloch
ohne das bekannte Röslein zu ſehen, und diejenigen,
die ein offenes Herz und ebenſo offenen Beutel hatten,
fügten bald Röslein an Röslein, ſo daß ſie in kurzer
Zeit einen ganzen mächtigen Kranz von Blumen, einen
richtigen Ehrenkranz, mit ſich herumtrugen. Wer als
Fremder ohne Roſe dem Bahnhof oder der Elektriſchen
entſtieg, konnte ſicher ſein, bald von einer ganzen
Sthar der reizenden Verkäuferinnen umringt zu ſein,
um als Spender der Barmherzigkeit das offizielle
Kennzeichen an der Bruſt zu tragen.
Worms, 3. Okt. Wie nachträglich bekannt wird,
ſtarb am Freitag früh das 10jährige Söhnchen eines in
der Kohlgaſſe Nr. 1 wohnenden Fabrikarbeiters unter
Vergiftungserſcheinungen. Der Knabe
klagte am Donnerstag abend über heftige
Magen=
ſchmerzen und gab an, mit anderen Kindern auf einem
Spaziergang eine Frucht von irgend einem Strauch
abgepflückt und gegeſſen zu haben. Die anderen
Kin=
der ſcheinen ohne Schaden davon gekommen zu ſein;
der Knabe aber mußte ſeine Unvorſichtigkeit mit dem
Tode büßen. Dieſer traurige Fall gibt wieder erneut
Veranlaſſung, die Kinder eindringlichſt vor dem
Ge=
nuß ihnen nicht bekannter Früchte zu warnen.
Schornsheim, 3. Okt. Eine kunſtgeſchichtlich
wichtige Entdeckung wurde kürzlich hier
ge=
macht. Bei Aufnahmen für die Denkmalspflege fand
Profeſſor Bronner=Mainz in der hieſigen katholiſchen
Kirche unter einer mehrfachen Tünchhülle ſchöne Wand=
und Gewölbemalereien, die mit vieler Mühe freigelegt
werden konnten. Der nun ſichtbare alte Wandſchmuck
beſteht hauptſächlich aus einer großen Anzahl von
Hei=
ligenfiguren, während von dem Deckengewölbe Engel
mit den Leidenswerkzeugen und Muſikinſtrumenten
herniederſchauen.
Friedberg, 3. Okt. Bei der Ankunft des Zuges
5 Uhr 7 Min. von Frankfurt wurde auf telegraphiſche
Weiſung hier ein Mann aus dem Zuge heraus
ver=
haftet der in Frankfurt einen Knaben entführt
haben ſollte. Der Mann wurde mit dem Kinde nach
dem Polizeibureau gebracht, jedoch ſofort wieder
frei=
gelaſſen, nachdem er nachgewieſen hatte, daß es ſich um
ſeinen eigenen Sohn handelte, den ſeine Frau, die
mit einem anderen Manne durchgebrannt war, ihm
entführt hatte. Trotzdem beſaß dieſe Frau die
Kühn=
heit, gegen den rechtmäßigen Vater einen Antrag zur
Verhaftung wegen Kindesentführung zu ſtellen.
Bad Nanheim, 3. Okt. Die Mitglieder des „
Kir=
chenchors des Zaren” welche bei ſeinen
perſön=
lichen Andachten in der Ruſſiſchen Kirche die
liturgi=
ſchen Geſänge ausführen, geben mit allerhöchſter
Er=
laubnis am Dienstag, den 4. Oktober, 8 Uhr abends,
im neuen Konzerthaus unter Leitung des Kaiſerlichen
Kapellmeiſters Bogdanow ein
Wohltätigkeits=
konzert. Der Ertrag fällt der Zentrale für
Säuglings= und Mutterſchutz in Heſſen
und der Kinderheilanſtalt Eliſabethhaus in Nauheim
zu. Das Programm zerfällt in zwei Teile: Acht
Kir=
chengeſänge, unter anderen Cherubin, Muſik von
Bach=
metew: Ruſſiſch=Griechiſches Glaubensbekenntnis,
Muſik von Gretſchaninow; Erſter Pſalm mit
Chorbe=
gleitung von Archangelsky, und in acht weltliche
Lie=
der, unter anderen: Ruſſiſches Volkslied von
Mu=
ſorgsky, zwei Lieder von Sokolow, Wolgalied von
Balakirew. Ein öffentliches Auftreten dieſer „Hof=
Vokalkapelle des Zaren=Männerquartett” von
außer=
gewöhnlich künſtleriſchen Qualitäten iſt nur mit
ſel=
tener Genehmigung des Zaren zuläſſig. Die Erträge
müſſen ſtets für wohltätige Zwecke verwandt werden.
Die Stellung dieſer Chorſänger als Hofbeamte iſt eine
lebenslängliche, pekuniär ſorgenfreie.
— Bad Salzhauſen, 3. Okt. Im Sommer 1910 waren
771 Kurgäſte und 87 Paſſanten, im ganzen 858
Per=
ſonen anweſend (1909 — 748); im ganzen wurden 8662
Bäder (1909 — 8104) abgegeben.
(*) Groß=Karben, 2. Okt. Eine Ackerbau= und
Obſtausſtellung, verbunden mit Tierſchau,
wurde geſtern auf der „Gehſpitz” zwiſchen Groß= und
Klein=Karben im Beiſein des Kreisrats Schliephacke=
Friedberg und zahlreicher Ausſteller durch
Landtags=
abgeordneten Breidenbach=Dorheim eröffnet.
(*) Södel, 2. Okt. Unſere ſtilgemäß renovierte
Kirche wurde feierlich eingeweiht. Als Vertreter der
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 2. Oktober.
„Alda‟.
W-l. Bei der heutigen Wiederaufführung der
viel=
gegebenen Verdiſchen Oper „Alda” waren mehrere
Partien neu beſetzt. Herr Becker, der auf die
Ver=
ſchönerung ſeiner Maske mehr Gewicht hätte legen
müſſen, führte die anſtrengende und hochliegende Partie
des Rhadamés mit Ausnahme einer vorübergehenden
Ermüdung im dritten Akte ſtimmlich befriedigend und
mit geſanglicher Ueberlegenheit durch. Im ganzen
machten die oberen Regionen, in denen ſich die
Par=
tien viel bewegen, ihm ſowohl als auch Fräulein von
Sugh heute merkbare Schwierigkeiten. Fräulein
Howard, die der Pharaonentochter Amneris eine
ſehr intereſſante und vornehme Verkörperung verlieh,
war geſangstechniſch ihrer Rivalin Alda überlegen und
ihr Vortrag iſt ausgeglichener und paſtoſer, woher es
denn kommt, daß auch ihr Organ oft größer erſcheint,
obgleich es im Grunde wohl nicht der Fall iſt. Der
Vortrag macht aber nicht bloß des Redners, ſondern
auch des Sängers Glück, und es iſt eine Wohltat, Frl.
Howard ſingen zu hören. Frl. von Sughs Alda war
eine achtunggebietende, wenn auch noch nicht ganz
aus=
geglichene Leiſtung. Die Unausgeglichenheit machte ſich
namentlich in tonlicher Beziehung bemerkbar; in der
mittleren Lage fehlt es dem Ton häufig an Plaſtik und
der erforderlich ſcheinenden Größe. Die kleine Partie
des Königs ſang Herr Hoff mit gutem Gelingen,
ob=
wohl ihm ausgeſprochen komiſche Partien beſſer liegen.
Herrn Stephanis Ramphis und Herrn
We=
bers Amonasro ſind als vorzügliche Leiſtungen
ge=
nügend bekannt. Die Partie der Prieſterin hinter der
Szene ſang — wie der Zettel beſagt — Frl. Kaiſer
mit tonlicher Energie und gutem Vortrag.
Inſzenier=
ung und Ausſtattung ſtanden auf gewohnter Höhe.
Konzerte.
Um. Die Reihe der dieswinterlichen Konzerte
be=
gann am Sonntag, den 2. Oktober mit der erſten der
vier Matineen, die uns die ausgezeichnete
Künſt=
lervereinigung der Herren Hofrat de Haan, Ernſt
Schmidt, Bornemann, Schwerley und Andrä
in einem abgerundeten Zyklus darbietet, der nur die
klaſſiſche Kammermuſik für Streichinſtrumente und
Klavier umfaßt und in ſeiner geſchickten
Zuſammen=
ſtellung der anſprechendſten Tonwerke deutſcher Meiſter
der Vergangenheit einen allgemeinen geſchichtlichen
Ueberblick über das Schaffen derſelben gewähren wird.
Vertraute Klänge des liebenswürdigen alten Haydn
erfreuten zunächſt das Ohr. Mit einem munter
tän=
zelnden und heiter lächelnden Motiv tritt uns im
Allegro con brio ſeines G=dur=Quartetts die in
an=
mutigen Phraſen im geraden Takt ſich bewegende
Melodie entgegen, um im zweiten Satz einem
ent=
zückenden friſchen Menuett Platz zu machen. Das
zwiſchen die Tanzformen eingeſchobene zart und
ge=
ſangvoll gehaltene Adagio sostenuto redet in ſeiner
einfachen Volksliedweiſe mit kindlicher Naivetät zu
Herz und Gemüt. Sebaſtian Bachs Violin=Sonate
zeigte uns den alten unerreichten Meiſter der
blühend=
ſten kontrapunktiſtiſchen Kunſt in höchſter Vollendung
mit warmem Empfinden nachgefühlt; ſehr gefällig und
allgemeiner verſtändlich ſind beſonders die beiden
letz=
ten Sätze, die feierlich=ernſt eine erhaben=ruhige
Stim=
mung ausdrücken.
Zum Schluß bot Dittersdorfs aus voller Freude
an der Natur heraus geſchaffenes Quartett, deſſen
lebensfreudige, kraftreiche Harmonien und wie eine
muntere frohlaunige Jagdmuſik anmutenden
Melo=
dien dem Muſiker und Forſtmeiſter ſicher in der freien,
ſchönen Natur gekommen ſein mögen, einen
vollkom=
menen Genuß, beſonders die auch in der Ausführung
wohlgelungene Nachahmung tiefer (Wald=)Horntöne,
die dem Celliſten ganz vortrefflich gelang, zeigt die
Gewandtheit des Tonſetzers, dem Streichquartett
viel=
ſeitige Klangfarben zu leihen.
Die Künſtlervereinigung, die mit der muſterhaften
Ausführung ſämtlicher Nummern eine angenehme
Vormittagsſtunde ausfüllte, hatte, wie ſich bereits jetzt
erkennen läßt, mit dem neueingetretenen Herrn eine
gediegene, für das exakte Zuſammenſpiel vorzügliche
Kraft gewonnen. Der hübſche Muſikvereinsſaal war
trotz des herrlichen Herbſttages gut beſucht. Mit froher
Erwartung ſieht man auch der 2. (Mozart gewidmeten)
Matinee im November entgegen.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
*. Der Fall Geßner. Durch das tragiſche
Ab=
leben der durch den wiederholten Treubruch ihres Mannes
zur Verzweiflung und in den Tod getriebenen Frau
Geß=
ner, die zwei kleine Kinder hinterläßt, iſt die
Aufmerkſam=
keit weiteſter Kreiſe auf die Affäre Geßner=Holthaus
ge=
lenkt worden, und aus einem Senſationsfall, der bisher
nur die Skandalchronik beſchäftigte, iſt ein ſchwerwiegender
Fall von ernſter Bedeutung geworden. Es ſind
hauptſäch=
lich zwei Geſichtspunkte, von denen aus betrachtet dieſer
Fall eine prinzipielle Bedeutung gewinnt. Zunächſt wird
er denjenigen, die gerne behaupten, daß ſich die Künſtler über
die allgemein gültige Sitte hinwegſetzen und einen
unſitt=
lichen Lebenswandel für ihre Perſon als etwas anderes
be=
trachten, als das, was er in Wirklichkeit und nach den
all=
gemeinen Geſetzen iſt, neue Unterlagen für ihre
Behaup=
tungen bieten. Und doch iſt dieſe Behauptung falſch. Es
gibt in Künſtlerkreiſen eben ſo viel ſittliche Menſchen,
ehrenhafte Charaktere und unanfechtbare Ehen, wie in
an=
deren Kreiſen, nur das iſt vielleicht wahr, daß die kraſſeſten
Fälle von Eheirrungen und ſolche, die am meiſten in die
Oeffentlichkeit gelangen, in Künſtlerkreiſen vorkommen.
Aber dieſe Fälle zu verallgemeinern, iſt unſtatthaft. Zum
anderen aber gibt der traurige Fall denen Recht, die
be=
haupten, daß der Ehefrau in unſerer Geſetzgebung zu
we=
nig Rechte eingeräumt ſeien. Es iſt mit dem allgemeinen
Rechtsempfinden nicht vereinbar, daß eine Ehefrau nicht
das Recht hat, bei den Gerichten zu beantragen und
durch=
zuſetzen, daß die Konkubine ihres Mannes aus dem Hauſe
entfernt werde und daß die rechtmäßige Ehefrau ihre nach
dem Geſetz und der Sitte ihr zuerkannten Rechte als Gattin
und Mutter an irgend eine in unſittlichem und
geſetz=
widrigem Verhältniſſe zu ihrem Ehemanne ſtehende
Li=
bertine abtreten muß, und daß ein unmoraliſcher Mann
das Recht hat, die Rechte ſeiner Frau und ſeiner Familie
mit Füßen zu treten. Das Konkubinat, um das es ſich
auch in dieſem Falle handelt, iſt nach den Geſetzen, wenn
wir recht unterrichtet ſind, nur dann ſtrafbar, wenn ein
öffentliches Aergernis vorliegt, aber ein ſolches zu
kon=
ſtatieren, iſt ſchwer, jedenfalls aber muß es erſt konſtatiert
werden. Der beleidigten Ehefrau ſteht zwar das Recht zu,
auf Eheſcheidung zu klagen, und das Geſetz hat dafür
ge=
ſorgt, daß eine Ehe zwiſchen dem Manne und ſeiner
Konkubine, wegen deren die Scheidung erfolgt iſt, nicht
tattfinden darf, aber die Scheidung iſt da, wo ſich Kinder
befinden, bekanntlich nicht ſo leicht. So bleibt die Frau
bei einem ſolchen Verhältnis der leidende Teil, und wenn
ſie aus Verzweiflung zum Revolver greift, ſo iſt das
be=
greiflich und ſie verdient unſer tiefſtes Mitleid, aber daß
ſie ſich denen zuliebe ſelbſt opfert, denen ſie ein Gegenſtand
des Aergerniſſes war und die aus ihrem Tode Vorteil
ziehen, widerſpricht dem allgemeinen Gerechtigkeitsgefühl.
Der Geſetzgeber kann den einzelnen Fall Geßner=
Holt=
haus ebenſowenig berückſichtigen, wie jeden anderen
Ehe=
bruchsfall, die Künſtler aber mögen daraus die Lehre
entnehmen, daß es in ihrem Intereſſe liegt, unlautere
und unſittliche Elemente, die geeignet ſind, den Stand zu
kompromittieren, aus ihren Kreiſen zu entfernen und zu
verleugnen. Dem Anſehen ihres Standes werden ſie
da=
durch den größten Dienſteerweiſen.
Nummer 232.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag,
den 4. Oktober 1910.
Kirchenbehörde wohnte Dekan Hainer=Hungen der
Feier bei, die durch den Friedberger Poſaunenchor ſehr
verſchönt wurde. Die Wiederherſtellung geſchah nach
Plänen des Denkmalpflegers Geh. Baurats Profeſſor
Walbe=Darmſtadt.
Weickartshain (Kreis Gießen), 3. Okt. Nachdem ſich
unſer Ortsvorſtand jahrelang ohne Erfolg bemüht hatte,
Abhilfe für die immer größer werdende Waſſerkalamität
zu ſchaffen, iſt es endlich gelungen, für die Gemeinde die
Erbauung einer modernen Hochdruck=
Waſſerlei=
tung zu ſichern und zwar durch Anſchluß an die bereits
ſeit zwei Jahren im Betrieb befindliche
Gruppenwaſſer=
verſorgung im Lumdatal, die ſog. Dieberggruppe. An
dieſe Gruppe ſind zur Zeit die Orte Reinhardshain,
Bel=
tershain, Bersrod, Lumda, Stangenrod im Kreis Gießen
und Lehnheim im Kreis Alsfeld angeſchloſſen. Die
Zu=
leitung nach unſerem Ort erfolgt von dem Ortsrohrnetz
von Lehnheim aus. Die Koſten der Waſſerleitung ſind
auf 43000 Mark veranſchlagt. Mit den
Ausführungs=
arbeiten iſt bereits begonnen worden.
(*) Alsfeld, 2. Okt. Herrliches Wetter begünſtigte
den Herbſtausflug und die außerordentliche
General=
verſammlung des Vogelsberger Höhenklubs.
Bei der Verſammlung im „Deutſchen Kaiſer” waren
21 Zweigvereine mit 3208 Stimmen vertreten. Der
Vorſitzende, Oberamtsrichter Nispel, begrüßte und
eröffnete die Verſammlung. Als erſter Punkt der
Tagesordnung erfolgte die Aufnahme des neuen
Zweigvereins Hanau mit 60 Mitgliedern. Punkt 2
betraf als Hauptpunkt der Tagesordnung die
Erricht=
ung eines weiteren Klubhauſes auf dem
Hoherods=
kopf. Das Gebäude ſoll auf der Nordſeite ſo dicht als
möglich an den Wald kommen; die Südoſtſeite hat die
Front an die Oberwaldſtraße, ſo daß der nach Süden
gehende Teil des Platzes für ſpätere Erweiterungen
und eine Terraſſe frei bleibt. Die Geſamtkoſten des
ſchlüſſelfertigen Neubaues werden 15000 Mark nicht
überſteigen. Es erfolgte von der Verſammlung
An=
nahme des Projektes; im Frühjahr 1911 ſoll der
Neu=
bau in Angriff genommen werden. — Die
Geſchäfts=
ordnung des Wegebezeichnungsausſchuſſes wurde mit
einigen Abänderungen genehmigt. Punkt 4 betraf die
Entnahme von Geldern aus der Vereinskaſſe zur
Be=
ſtreitung der Koſten des Bismarckturms auf dem
Tauf=
ſtein. Es wurde beſchloſſen: Aus dem Guthaben des
Vogelsberger Höhenklubs in der Bezirksſparkaſſe
Schotten (zirka 3600 Mark) ſollen 3000 Mark zur
Tilg=
ung der Reſtſchuld entnommen werden. Um halb 4
Uhr waren die Verhandlungen beendet. An das
Feſt=
eſſen im „Deutſchen Kaiſer” ſchloß ſich um halb 6 Uhr
der Feſtkommers, den der Zweigverein Alsfeld zu
Ehren ſeiner Gäſte veranſtaltete.
Aus dem hohen Vogelsberg, 3. Okt. Am letzten
Mittwoch fand in Hartmannshain im Kreis Schotten eine
Sitzung der Kommiſſion für die Ausführung der
Hut=
weiden.=Meliorationen im Vogelsbergſtatt,
in der der Jahresbericht über die im Jahre 1909
ausge=
führten Meliorationen vorgelegt und Beſchlüſſe über die
Fortſetzung derſelben gefaßt wurden. Dieſe Hutweiden=
Meliorationen beſtehen hauptſächlich im Verebnen der
un=
ebenen Weideflächen, in der Beſeitigung der Steinmaſſen
von den Oedländereien, in der Drainierung verſumpfter
Flächen uſw. und kamen urſprünglich durch den
landwirt=
ſchaftlichen Provinziglverein Oberheſſen zur Ausführung,
bis dieſer ſie ſeit Errichtung der Landwirtſchaftskammer
einſtellte. Zur Fortſetzung der begonnenen Arbeiten wurde
nun vom Großherzoglichen Miniſterium des Innern
eine Kommiſſion eingeſetzt, zu der von ſeiten der
Regierung die Herren Geheime Regierungsrat
Schön=
feld in Schotten, Kreisrat von Bechtold in Lauterbach,
Oberforſtrat Dieſenbach in Darmſtadt und Kulturtechniker
Kunz in Lauterbach berufen wurden, während der
Land=
wirtſchaftskammer=Ausſchuß für Oberheſſen als weitere
Mitglieder die Herren Landtagsabgeordneter Korell zu
Angenrod, Bürgermeiſter Joſt zu Bermuthshain und
Guts=
beſitzer Cellarius zu Schotten entſandte. Der
Kommiſ=
ſionsſitzung wohnte Herr Miniſterialrat Hölzinger vom
Miniſterium für Landwirtſchaft, Handel und Gewerbe, bei.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Okt. Der heutige
Sonntag verlief in Moabit vollſtändig ruhig. Der
Verkehr war zwar ſtärker als ſonſt, weil viele
Neu=
gierige kamen, um ſich den Schauplatz der
Ausſchreitun=
gen anzuſehen. Nirgends kam es jedoch zu
Anſamm=
lungen oder Aufläufen, ſodaß bereits um 9 Uhr der
größte Teil der Schutzleute nach Hauſe entlaſſen
wer=
den konnte. Um 11 Uhr abends wurden dann die
üb=
rigen Schützleute bis auf ſtändige Polizei=Patrouillen
entlaſſen. Man hatte auch geſtern davon abgeſehen, die
Wirtſchaften in den gefährdeten Straßen früher
ſchlie=
ßen zu laſſen. Für heute ſind außer den ſtets in
Moabit ſtationierten Schutzleuten nur noch 40 Mann
als Verſtärkung herangezogen. Der Vorſtand des
Grundbeſitzervereins „Nordweſt” hielt eine
außer=
ordentliche Sitzung ab, in der man ſich mit den
Vor=
gängen der letzten Tage in Moabit beſchäftigte. Es
wurde beſchloſſen, den geſchädigten Mitgliedern des
Vereins in jeder Beziehung mit Rat und Tat zur Seite
zu ſtehen. An die Hauswirte der Roſtocker= und der
Beuſſelſtraße iſt ein Rundſchreiben mit einem
Frage=
bogen verſandt worden, wodurch die Anmeldung der
Schäden bei der zuſtändigen Gemeinde erleichtert
wer=
den ſoll. Mehrere Herren des Vorſtandes haben ſich
zur Auskunftserteilung und zur ſofortigen Hilfe zur
Verfügung geſtellt. Der Schaden, der der
Glasver=
ſicherung des Vereins erwächſt, beziffert ſich auf 4000
Mark, während auf die privaten Verſicherungs=
Geſell=
ſchaften ein doppelt ſo hoher Geſamtſchaden entfallen
dürfte. — Der Mord an der Arnholz bleibt
un=
gefühnt. Der im Dezember vorigen Jahres begangene
Mord an der Proſtituierten Anna Arnholz, der
ſeiner=
zeit die Kriminalpolizei Wochen hindurch in Tätigkeit
gehalten hatte, ſcheint ungefühnt bleiben zu ſollen, denn
der Verdacht, der gegen die Handelsfrau Luiſe Schreck,
geb. Zieder, und den Arbeiter Karl Hahn erhoben
wor=
den war, hat ſich nicht ſo verdichtet, daß dieſe beiden
Perſonen überführt werden konnten. Am 5. Dezember
vorigen Jahres wurde an der Michaelsbrücke in der
Nähe der ſtädtiſchen Gasanſtalt der bekleidete obere
Teil des Rumpfes einer weiblichen erwachſenen Perſon
von Schiffern aus der Spree gezogen. Später wurden
die Arme der Ermordeten auf dem Tempelhofer Felde
und dann noch weitere Leichenteile aufgefunden. Nach
tagelangen Bemühungen der Polizei gelang es, die
Perſönlichkeit der Ermordeten feſtzuſtellen. Jetzt ſind
ſowohl Frau Schreck als auch Hahn, der ſich zurzeit in
Strafhaft in Plötzenſee befindet, auf Antrag der
Staatsanwaltſchaft durch Beſchluß der Strafkammer
aus dem tatſächlichen Grunde des mangelnden
Be=
weiſes außer Verfolgung geſetzt worden. — Gegen die
Verhaftung des Kaufmanns Otto Sattler
hatten die Verteidiger Beſchwerde erhoben und
gleich=
zeitig die Haftentlaſſung gegen Stellung einer Kaution
von 10000 Mark beantragt. Die Strafkammer hat die
Beſchwerde zurückgewieſen.
Marburg (Bezirk Kaſſel), 3. Okt. Auf der
Kirch=
weih in Nieder=Walgern wurde ein Burſche
tot=
geſchlagen.
Dresden, 2. Okt. Den
Einweihungsfeier=
lichkeiten ging ein greller Mißton voran.
Ver=
brecherhände hatten in der geſtrigen Nacht die 72 Meter
lange und etwa 6 Meter breite Freitreppe des
Rat=
hauſes, die für die Auffahrt der Gäſte in Ausſicht
genommen war, über und über mit blauer
Ani=
linfarbe beſudelt. Offenbar kommen mehrere
Perſonen als Urheber dieſes Bubenſtreiches in Frage,
weil ein Farbenſtrich dicht über dem anderen ſich
be=
ſindet, ſo daß die ganze Sandſtein=Freitreppe wie ein
blauer Teppich ausſah. Seit den früheſten
Morgen=
ſtunden waren etwa zwanzig Aufwartefrauen mit der
Reinigung der Treppe beſchäftigt. Um ¾9 Uhr war es
ihnen nach mühevoller Arbeit gelungen, die Spuren
dieſes Bubenſtreiches zu beſeitigen.
Wien, 2. Okt. In Mürzzuſchlag fuhr heute ein
Automobil mit fünf Inſaſſen in voller Fahrt in
die geſchloſſenen Bahnſchranken hinein. Der Lenker
des Fahrzeuges, ein Fabrikbeſitzer aus Wien, und ein
Kaufmann aus Konſtantinopel wurden ſchwer, zwei
andere Inſaſſen leicht verletzt.
Wien, 3. Okt. In Ernſtbrunn ſtarb geſtern
Hein=
rich XXIV., Fürſt von Reuß=Köſtritz, im 55.
Lebensjahre. Heinrich XXIV. war das Haupt des
apanagierten öſterreichiſchen Zweigs von Reuß jüngerer
Linie.
Paris, 3. Okt. Das neue Geſchwader=
Unter=
ſeeboot „Archimede”, das kürzlich eine
Uebungs=
fahrt von 1056 Seemeilen, allerdings bei ſpiegelglatter
See, erfolgreich zurückgelegt hat, ſoll in den nächſten
Ta=
gen eine noch größere Fahrt, und zwar angeblich von
Cherbourg nach Toulon, oder ſogar von Cherbourg nach
New=York, unternehmen. Man will feſtſtellen, ob der
„Archimede” tatſächlich imſtande iſt, einem Geſchwader zu
folgen.
Paris, 3. Okt. Wie den Morgenblättern aus
Nizza gemeldet wird, wurde der Abbé Eſpert,
Pfar=
rer der Ortſchaft Tegomas, verhaftet deren
Be=
völkerung ſeit vier Jahren durch zahlreiche Ueberfälle
einer Räuberbande in Angſt und Schrecken verſetzt
wurde. Der Pfarrer ſteht unter dem ſeltſamen
Ver=
dachte, der Führer dieſer Bande zu ſein. Bei ſeinem
Verhör vor dem Unterſuchungsrichter Graſſer wies
Abbé Eſpet die gegen ihn erhobenen Beſchuldigungen
mit der größten Entſchiedenheit zurück.
Paris, 3. Okt. In Lyon ſtießen geſtern abend
zwei Straßenbahnzüge der nach Veuville führenden
Linie zuſammen. 25 Perſonen wurden
verwun=
det, darunter mehrere lebensgefährlich. Drei
Wa=
gen wurden vollſtändig zertrümmert.
Liſſabon, 1. Okt. In Barreiro wurden heute nacht
verſchiedene Kork= und Getreidelager von
ausſtändi=
gen Arbeitern der Korkinduſtrie in Brand geſteckt.
Zur Aufrechterhaltung der Ordnung ſind Truppen
nach Barreiro abgegangen. Im Hinblick auf die
Halt=
ung der Arbeiter der Korkinduſtrie wurde die Ausfuhr
von Kork in Platten bis auf weiteres verboten.
New=York, 2. Okt. Ein Dampfboot, das eine große
Anzahl Matroſen zur Flotte, die im Hudſonfluß vor
Anker liegt, zurückbrachte, iſt unterwegs geſunken.
Etwa 12 Matroſen ſollen ertrunken ſein, während
ungefähr 60 gerettet wurden.
New=York, 3. Okt. In einer amtlichen Erklärung
über das geſtrige Bootsunglück auf dem
Hud=
ſſonfluß wird die Zahl der ertrunkenen Matroſen
auf 29 geſchätzt. Es beſteht aber die Möglichkeit, daß=
18 andere Matroſen, die noch vermißt werden, ſich
ebenfalls in dem geſunkenen Dampfboot befanden.
New=York, 3. Okt. Der Eaſt River=Park erhielt bei
einer geſtern veranſtalteten offiziellen Feier unter
leb=
hafter Beteiligung der Bevölkerung den Namen Carl
Schurz=Park.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Die Soliſten der Hofmuſik=Kon=. Man ſchreibt uns: Für die älteren Freunde
der Sinfonie=Konzerte der Hofkapelle, die der
Auf=
ſtellung der Programme beſondere Aufmerkſamkeit
ſchenken, unterliegt es keinem Zweifel, daß hier ſeit
Jahren ein erfreulicher Wandlungsprozeß in
fortſchritt=
lichem Sinne ſich vollzogen hat, ſowohl bezüglich der
ſtärkeren Betonung der modernen Richtung als auch
in der Wahl der Soliſten. Hat dort der auf glänzende
Klangwirkungen berechnete Charakter großer
Inſtru=
mentalwerke zur zweimaligen Verſtärkung des
Orcheſters geführt, ſo iſt man auf der anderen Seite
zu einer Vereinfachung, die aber eine entſchiedene
Ver=
beſſerung darſtellt, geſchritten. Früher wurden zu faſt
jedem Konzert zwei Soliſten herangezogen, wobei aus
finanziellen Gründen vielfach auf die Auswahl
erſt=
klaſſiger Kräfte verzichtet werden mußte. Der ſeit
etlichen Jahren eingeführte Brauch, in der Regel nur
einen Soliſten zu bringen, ermöglicht die Auswahl
vorzüglichen Soliſtenmaterials und gibt der Hofkapelle
einen größeren Raum zur Betätigung ihrer
künſtle=
riſchen Eigenſchaften. Zur Mitwirkung ſind für der
kommenden Winter eine Reihe glänzender Vertreter
der betreffenden Kunſtgebiete vorgeſehen.
Geſangs=
ſoliſtiſch wirkt im erſten Konzert Frl. Birgit Engell,
bekannt durch ihre reizende Leiſtung als „Roſine” in
einer Hoftheater=Aufführung im Mai. Nicht weniger
vorteilhaft hat ſich letzten Winter in einem
Muſikver=
eins=Konzert der holländiſche Bariton van Hulſt, der
im ſechſten Hofmuſik=Konzert ſingen wird, hier
einge=
führt. Das Klavier kommt nur einmal, im vierten
Konzert, in Frage. Ed. Risler wird dieſem Abend
ſeine auserleſene Künſtlerſchaft leihen. Als Vertreter
der Violine und des Violoneells begegnen wir hier noch
unbekannten Größen. Von dem jugendlichen Geiger
Buſch ſagte im vergangenen Winter einmal Max Reger
zu einem Gießener Freunde: „In Köln iſt ſo ein
18jähriger L
„ der ſpielt mein Violinkonzert
auswendig.” Auch der jungen Pariſer Violiniſtin Eliſe
Plaifair und dem Amſterdamer Celliſten Gérard
Hekking geht ein ausgezeichneter Ruf voraus.
Eugen Marlows „Heiterer Abend”.
Man ſchreibt uns: Lachen, luſtiges Lachen ſteht in der
jetzigen haſtenden und wirren Zeit hoch im Preiſe — und
wem ſich Gelegenheit bietet, zu lachen, der lache. Ein
mouſſierendes Weltgebräu, von dem man recht oft
einen kräftigen Schluck nehmen ſollte, haben Trojan,
Thoma, Presber, Liliencron, Fulda, Roſegger, Buſch
uſw. zuſammengeſtellt, und eine ziemliche Anzahl
be=
deutender Künſtler bemühen ſich, dieſes Getränk der nach
Frohſinn dürſtenden Menſchheit zu ſervieren. In
den erſten Reihen dieſer Interpreten findet man
Eugen Marlow. Selten iſt ein Künſtler mit ſo
großer Freude und mit ſolchem Intereſſe aufgenommen
worden, wie er. Möge dies auch hier der Fall ſein.
Als ſich der Künſtler von ſeinen Freunden und
An=
hängern gelegentlich ſeiner letzten Vorſtellung im
Großh. Hoftheater verabſchiedete, rief er ihnen ein
„Auf Wiederſehen!” zu. Ein „Grüß Gott!” mit frohem
Lachen hofft er nun an ſeinem Ehrenabend am 6. Okt.
im Saal der „Traube” all denen wieder zurufen zu
P. Münchener Theater. Am 1. Oktober fand
im Kgl. Reſidenztheater die Uraufführung von Ernſt
Didrings Schauſpiel „Valuta” ſtatt. Nichts
kenn=
zeichnet den Unterſchied der Zeiten beſſer, als die
Auf=
faſſung des Geizes. Moliére machte ſeinen Harpagon
zu einer Luſtſpielfigur, der moderne Dichter ſieht den
Geizhals mit ſentimentalen Augen an und umkleidet
ihn mit einer Symbolik, die den ſo eindeutigen
Reg=
ungen eines kaltherzigen Pfennigfuchſers mehr
Per=
ſpektive geben ſoll. Wir gehen aber nicht mit.
Jeden=
falls iſt Didring an dieſer Aufgabe geſcheitert. Schade
um die Glanzleiſtung Höfers, der die Geſtalt des
alten Geizhalſes mit hundert feinen Zügen ausſtattete,
ſo daß die Schwächen der Charakterzeichnung teilweiſe
ganz verhüllt wurden. Es iſt nicht recht erſichtlich,
warum ſich unſere Hofbühne ſo ſehr gerade für dieſen
nordiſchen Autor begeiſtert und ſeine Stücke noch eher
bringt, als ſeine Heimatbühnen. Die Aufnahme war
kühl.
* Chriſtiania, 3. Okt. Amundſen ſchreibt aus
Madeira: Von Madeira geht die „Fram” ſüdwärts,
um in den antarktiſchen Gegenden an dem Kampf um
den Südpol teilzunehmen. Dies kommt vielleicht manchem
im erſten Angenblick als eine Veränderung des
urſprüng=
lichen Planes vor. Dies trifft jedoch nicht zu; es iſt nur
eine Erweiterung des Planes. Ich habe dies früher nicht
einmal denjenigen mitgeteilt, die mir bei der Ausrüſtung
der Expedition behilflich waren, da ich erſt ſehen wollte,
ob dies ausführbar ſei. Ich habe allein den Beſchluß
ge=
faßt und trage allein die Verantwortung. Welchen Kurs
die „Fram” nehmen wird, kann ich noch nicht beſtimmt
angeben. Ein Teil der Expeditions=Mitglieder wird an
Land geſetzt, der andere folgt zu Schiff, um
Meeresfor=
ſchungen vorzunehmen. Dieſe werden zuerſt Punta
Are=
nas anlaufen, von wo die erſte Nachricht über unſer
Ar=
beitsfeld und unſeren Plan geſandt wird. Die „Fram”
wird dann ihre Reiſe nach Buenos Aires fortſetzen, wo ſie
wahrſcheinlich im Juni 1911 ankommen wird. Im Februar
oder März 1912 kann man wahrſcheinlich wieder von der
Expedition hören, die dann nach San Francisco
fortge=
ſetzt wird, wo die letzten Vorbereitungen für die Expedition
durch das Nordpolarbaſſin getroffen werden.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
Opernhaus: Dienstag, 4. Oktober: Zweites Gaſtſpiel
von Enrico Caruſo: „Carmen” Mittwoch, 5. Oktober:
„Die geſchiedene Frau”. Donnerstag, 6. Oktober: „Don
Juan” Freitag, 7. Oktober: „Liebelei”. Samstag, 8.
Ok=
tober: „Der Prophet” Sonntag, 9. Oktober, nachmittags
3½ Uhr: „Die geſchiedene Frau”, abends 7 Uhr: „La
Bo=
hsme‟. Montag, 10. Oktober: „Die Fledermaus”
Schauſpielhaus: Dienstag, 4. Oktober: Das vierte
Gebot”. Mittwoch, 5. Oktober: „Medea‟. Donnerstag,
6. Oktober: „Der große Name” Freitag, 7. Oktober:
„Tantris der Narr” Samstag, 8. Oktober: „Bürgerlich
und romantiſch” Sonntag, 9. Oktober, nachmittags 3½
Uhr: „Der dunkle Punkt” abends 7 Uhr: „Medea”.
Mon=
tag, 10. Oktober: „Das vierte Gebot”.
Kleines Feuilleton.
— Die Technik des modernen
Geld=
ſchrankknackers. In England beſchäftigt man ſich
noch lebhaft mit dem jüngſten großen Einbruch in
Bir=
mingham, wo es den Verbrechern gelungen iſt, einen
au=
ßerordentlich ſtarken modernen Geldſchrank zu ſprengen
und mit einem Schatz von rund 800000 Mark in Gold und
Platin zu entweichen. Das Behältnis, das hier den
An=
griffen der Einbrecher erlegen iſt, war ein beſonders feſter
Geldſchrank, dem mit den alten Mitteln der
Einbruchs=
technik, mit Hammer, Feile und Stemmeiſen niemals
beizu=
kommen geweſen wäre. Aber die alte Zeit, wo der
Ein=
brecher mit ein paar Werkzeugen in der Taſche und einer
kleinen Diebeslaterne in der Hand auf Eroberungen
aus=
zog, iſt längſt vorüber. In dem ewigen Kampf zwiſchen
dem Einbrechertum und der Geldſchrank=Induſtrie ſind die
Diebe den mächtigen Fortſchritten der Fabrikation Schritt
um Schritt gefolgt und haben es gelernt, neue
Hinder=
niſſe mit neuen Waffen zu bekämpfen. Freilich, die
Lei=
ſtungen der modernen Geldſchrank=Induſtrie haben die
er=
folgreiche „Arbeit” erheblich erſchwert. Der moderne
Ein=
brecher muß von vornherein über ein anſtändiges
Betriebs=
kapital verfügen, wenn er ſein Ziel erreichen will; die
Zei=
ten, wo dem Dieh, der ſich für ein paar Mark Werkzeuge
kaufte, die Möglichkeit reicher Beute winkte, ſind vorüber.
Bei dem letzten Einbruch in Birmingham haben die
Geld=
ſchrankknacker über eine Ausrüſtung verfügt, die für ſich
allein ein Gewicht von nicht weniger als 20 Zentner hatte
und zum allerwenigſten 2000 Mark gekoſtet hat. Die
Ge=
ſellen mußten vorher die Nachbarräume mieten, ſtellten
hier eine Waſſerſtoffpumpe auf, und mit zwei Zylindern
Sauerſtoff, Azetylenlichtern, mit Kautſchukröhren,
Tele=
phon, elektriſchen Signalapparaten ausgerüſtet, begannen
ſie ihre Arbeit, bei der eine Fülle weiterer feiner
mechani=
ſcher Inſtrumente und eine intereſſante Sammlung
merk=
würdiger Schlüſſel Hilfe leiſten mußten. So gelang es
ihnen, ein zwei Zoll großes Loch durch die mächtigen
Stahlwände zu bohren. Ihre Arbeitsmethode beruht auf
der Erkenntnis, daß die Zuführung von Sauerſtoff auf
ein vorher erhitztes Metall ſtarke Schmelzwirkung ausübt,
wobei das Metall ſich ſelbſt verbrennt. Die Operation
iſt ſo einfach, daß ſie in wenigen Stunden zu Ende
ge=
führt werden kann. Die Stelle des Geldſchrankes, die
durchbrochen werden ſoll, wird zunächſt durch Beſtrahlung
mit Waſſerſtoff und Gas erhitzt. Iſt die Stelle bis zur
Weißglut gebracht, ſo erhält ſie eine ſcharfe Entladung von
Waſſerſtoff. Das bringt faſt ſofort die Entzündung des
Metalls hervor und führt zur Bildung von Eiſenoxyd. Der
Waſſerſtoffſtrom wird dann ſo verſtärkt, daß er ausreicht,
um dieſes Eiſenoxyd zu durchdringen. Damit iſt die
Oeff=
nung gewonnen. Vor einigen Jahren haben zwei
Ein=
brecher auf dieſe Weiſe in dem Londoner Poſtamt an der
Percyſtraße den großen Kaſſenſchrank bearbeitet; nach
kur=
zer Zeit fiel die ganze Tür heraus und der Weg zum
Gelde lag offen.
Nummer 382.
Darmſtädter =Tagblatt, Dienstag, den 4.Oktober 1910.
Seite 5.
können, damit er nicht des Spruches bittere Erfahrung
erkenne: sie tränsit gioria mundi.
— Jugenheim, 3. Okt. Man ſchreibt uns: Am
Samstag, den=8. Oktober, gibt Frl. Eliſe Poth,
Opern=
ſängerin und Schülerin des Herrn Dippel, Frankfurt, ein
Konzert im Saale des Hotel „Zur Krone” in
Jugen=
heim, zu dem Herr Hofopernſänger Spemann in
un=
eigennützigſter Weiſe ſeine Mitwirkung zugeſagt hat. Es
dürfte dieſes Konzert großes Intereſſe finden, umſomehr,
als das Konzert ein Richard Wagner=Abend iſt und Herr
Spemann mit ſeinen Glanznummern auf dem Programm
ſteht. Die Firma L. Schutter, G. Thies=N., Darmſtadt, hat den
Verkauf der Karten übernommen, und machen wir auf die
Anzeige in unſerem Blatte aufmerkſam.
Kongreſſe und Verbandstage.
Nationalliberaler Parteitag.
— Kaſſel, 2. Okt. Unter Beteiligung von etwa 1000
Delegierten aus ganz=Deutſchland trat hier der 12.
Natio=
nalliberale Parteitag zu ſeinen Beratungen zuſammen.
Den Vorſitz führte der Vizepräſident des
Abgeordneten=
hauſes, Geh. Juſtizrat Krauſe. Nach einem
Begrüßungs=
abend begann im Stadtparkſaale die erſte
Vertreterver=
ſammlung, auf der der Vorſitzende als Stichworte für die
Tagung „Duldung und Diſziplin” ausgab. Darauf
erſtat=
tete Reichstagsabg. Ernſt Baſſermann das Referat
über die innerpolitiſche Entwickelung im Reiche ſeit der
Verabſchiedung der Reichsfinanzreform. Er gab einleitend
einen Rückblick auf die Geſchichte der nationalliberalen
Partei und zog aus dieſem Rückblick die Lehre, daß nur
das einigende Band die Partei weiterbringen könne, und
dieſes einigende Band lönne nur das alte Programm der
Partei ſein. Die heutige unerquickliche Zeit hat nicht
im=
mer beſtanden. Es ging wie ein Aufatmen durch das
deutſche Volk, als Dernburg es wagte, den zunehmenden
Einfluß der Zentraumspartei zu bekämpfen. Bei der
Reichstagsauflöſung war es das Ziel Bülows, durch die
Sozialdemokraten deſſen Verbündeten, das Zentrum, mit
zu treffen. Der Block ging in Trümmer und heute ſtehen
wir wieder unter dem Einfluß einer tiefgehenden
Unzu=
friedenheit. Die Unzufriedenheit des Volkes geht über
die bürgerlichen PParteien hinweg der Sozialdemokratie zu.
Mit leicht hingeworfenen Redensarten wird man die Lage
nicht beſſern, man muß den Urſachen der Unzufriedenheit
nachforſchen Imsnächſten Reichstag wird die Zahl der
Sozialdemokraten ſicher über 100=betragen, das Zentrum
wird in alter Stärke zurückkehren „aber die Zahl der
kon=
ſervativen und liberalen Mandate wird erneut
eingd=
ſchränkt werden. Wenn die politiſchen Verhältniſſe ſich
ändern ſollen, dann iſt ein Syſtemwechſel notwendig. Den
Reichskanzler halte ich nach ſeinem Empfinden nicht für
einen reaktionären Mann. Ich weiß aber nicht, ob an
den leitenden Stellen die Schwierigkeiten der Lage in
vollem Umfange erkannt werden, und ob der feſte Wille
und die Energie vorhanden iſt, zu Taten zu kommen.
Wahl=
parolen ſind oft nur Schlagworte. Wir müſſen
zurückgrei=
fen auf die Periode Bülow, unter der wir zufrieden
wa=
ren, unter der die Siege über die Sozialdemokratie
er=
kämpft wurden. Die Frage der Stichwahlpolitik möchte ich
hier nicht verhandeln. Man wird erſt das Reſultat der
Hauptwahlen abwarten. Ueber unſer Verhältnis zu den
Sozialdemokraten iſt kein Parteimitglied im Unklaren:
niemals werden wir aufhören, die Sozialdemokratie als
Feind zu betrachten. Den Streit zwiſchen konſervativ und
nationalliberal ſind wir bereit zu beendigen, wenn der
Liberalismus in voller Gleichberechtigung an Geſetzgebung
und Verwaltung teilnimmt. Die alte Gegnerſchaft gegen
das Zentrum iſt bei uns nicht geringer geworden. Unſere
Stellung zu den Freiſinnigen iſt ein ſchweres Thema.
Nie=
mand denkt daran, eine große, programmatiſch geeinte
liberale Partei herzuſtellen. Alle Fragen des
Zuſammen=
gehens ſind taktiſcher, nicht programmatiſcher Natur. Von
einem Linksabmarſch der Nationalliberalen iſt keine Rede.
Wir unterſtützen die nationalen Forderungen, Wehrmacht
zu Lande und zu Waſſer, Kolonialpolitik, Oſtmarkenpolitik.
Wir ſind auch überzeugt, daß wir eine gemäßigte
Schutz=
zollgeſetzgebung brauchen. Das Heil einer Nation kann
nur gefördert werden, wenn dauernd die mittlere Linie
innegehalten wird. An dem beſtehenden
Reichstagswahl=
recht halten wir unentwegt feſt. Die nationalliberale
Par=
tei iſt nötig als eine Partei des maßvollen Fortſchritts.
Stehen wir feſt auf unſerer Tradition und arbeiten wir
weiter zum Wohle des Vaterlandes.
In der Debatte wurde wiederholt vor einem
Zu=
ſammengehen mit Zentrum und Sozialdemokratie
ge=
warnt, das ſüddeutſche Redner in taktiſchem Intereſſe nicht
als ſo bedenklich anſahen. Eine Reſolution wurde nicht
angenommen, der Vorſitzende konſtatierte als Reſultat der
Ausſprache: Die nationalliberale (Partei
bleibt, was ſie war.
Nach der zweiſtündigen Rede Baſſermanns kam es zu
Vertrauenskundgebungen von elementarer Gewalt. Die
tauſend Vertreter aus dem ganzen Reiche erhoben ſich von
C. K. Der Klub in der Wildnis. Das
Klub=
leben, das in England und in Amerika ſchon ſo manche
originelle Auswüchſe hervorbrachte, hat zu einer
eigen=
artigen neuen Gründung geführt. Der neue Klub, der in
ſeiner Art wohl einzig daſteht, liegt freilich etwas abſeits
von den großen Metropolen des geſellſchaftlichen Lebens,
denn weder in London, noch in New=York iſt ſein Sitz,
ſondern in= Ju Ja Kamiti, tief im Innern der britiſchen
Beſitzungen in Oſtafrika. Aber dafür iſt ſein Programm
und ſein Eigentum auch umfangreicher, als die aller
an=
deren Klubs der Welt. Die Gründer, ſo erzählt ein
Pa=
riſer Blatt, haben gewaltige Terrains, ja gewiſſermaßen
ein ganzes Territorium gekauft, wo neben kahler
Wüſten=
gegend mächtige Wälder ſich ausbreiten, Flüſſe ſtrömen
und Seeſpiegel glänzen. Hier werden die Mitglieder des
Klubs in ihren Mußeſtunden allen Arten von
Jagdver=
gnügen obliegen. Eine ganze Armee von Klubdienern,
Köchen, Reitknechten und Treibern iſt bereits engagiert.
Sie verſchlingen übrigens nicht allzu große
Gehaltsſum=
men, denn bis auf wenige Ausnahmen rekrutiert ſich das
Perſonal des Klubs aus Negern. Die Mitgliedſchaft iſt
leicht zu erwerben: man zahlt 4000 Mark und iſt auf
Le=
benszeit Angehöriger des Klubs in der Wildnis. Wer
dann in Ju Ja Kamiti hin und wieder das Verlangen
nach Geſelligkeit hat, fährt oder reitet ſchnell einmal nach
Nairobi, dem Sitz der Kolonialregierung, das vom
Klub=
haus etwa zwölf Meilen entfernt iſt.
* Der Bierkonſum auf dem Münchener
Oktoberfeſt. Nach fachmänniſcher Schätzung
wer=
den in den nunmehr abgelaufenen zwei Feſtwochen der
Zentenarfeier des Münchener Oktoberfeſtes 12000
Hek=
toliter Bier vertilgt ſein, das macht, die Maß zu
drei=
viertel Liter gerechnet, denn mehr wird grundſätzlich
nicht eingeſchenkt, 1600000 Liter Bier, und die 1200000
Maß Bier zu 45 Pfg. 530000 Mk. Was dazu gegeſſen
wurde an Würſtchen, Schinken,=Nudekn, Fiſchen, Ge=
den Sitzen und der Sturm der=Begeiſterung und des=
Bei=
falls durchbrauſte immer wieder von neuem den Saal.
Die zweite ordentliche
Vertreterverſamm=
lung ſtand wieder unter dem Vorſitze von Geheimrat
Krauſe. Landtagsabgeordneter Repmann (Baden)
ver=
wahrte ſich dagegen, daß ihn geſtern der Abgeordnete
Dr. Bäumer, wenn auch nur ſcherzhaft, als „
Partei=
genoſſe” bezeichnet habe. Landtagsabgeordneter Dr.
Schröder (Kaſſel) erſtattete ſodann ein Referat über
„Mitelſtandspolitik‟. Die Mittelſtandsfrage wird bei
den nächſten Reichstagswahlen eine ſehr wichtige Rolle
ſpielen. Wenn man fragt, welche Parteien
Mittel=
ſtandspolitik treiben, ſo nahm man früher an, daß das
bei den Konſervativen, dem Zentrum und den
Natio=
nalliberalen der Fall ſei. Den Freiſinn ſchaltete man
aus. Das iſt zunächſt nicht richtig, denn auch der
Frei=
ſinn treibt heute Mittelſtandspolitik. Der Unterſchied
iſt nur der, daß wir in einzelnen Fragen nur Fühlung Unfallverletzungen vor allem jene ſoziale Schäden
ver=
nach der Rechten und dem Zentrum haben, und daß der
Freiſinn in der Mitelſtandspolitik zuweilen ſeine
eigenen Wege geht. Es iſt aber richtig, daß alle
bür=
gerlichen Parteien ohne Ausnahme Mittelſtandspolitik
treiben. Die Sozialdemokratie natürlich nicht, denn
ſucht dann, welche Berufe zum Mittelſtand gehören,
und weiſt dann auf den Unterſchied zwiſchen dem
palten” und dem „neuen” Mittelſtand hin. Den
In=
tereſſen der Beamten werden wir ſtets unſere
Auf=
merkſamkeit zuwenden. Eine ſtarke Schädigung des
kleinen Kaufmannsſtandes erfolgt durch die
Waren=
häuſer, die die am wenigſten ſympathiſche Form des
modernen Wirtſchaftsbetriebes darſtellen. Bezüglich
des Handwerks ſtehen wir auf dem Standpunkte, daß
ihm durch das alte Zunftweſen nicht geholfen werden
ablehnend gegenüber. Auch beim Handwerk iſt die
wirtſchaftliche Frage eine Bildungsfrage; das Hand=
Sozialpolitik, er hat nur zu zahlen. Was nützen aber
alle Mittel, wenn man ſchließlich eine Politik treibt,
die eine völlig einſeitige iſt und unſeren
ſtädti=
mit die Reichsfinanzreform. Alle Verſuche, dem
Mittelſtand aufzuhelfen, nützen nichts, ſo lange nicht
in der allgemeinen Wirtſchaftspolitik ihm der nötige Schullokal.
Schutz und die gebührende Rückſicht zuteil wird. Wir
Nationalliberalen werden auch in Zukunft unſer
wir kämpfen damit zugleich gegen den Umſturz und
für das Wohlergehen des deutſchen Vaterlandes. (
Leb=
hafter Beifall.) Es wurde beſchloſſen, die Rede durch
den Druck vervielfältigen zu laſſen.
Der dritte Vorſitzende, Profeſſor Hebel=Kaſſel,
ſchlöß dann den Parteitag=mit einer Mahnung zur
öffentliche Volksverſammlungen ſtatt. Morgen machen
Militäriſches.
* Keine Abſchaffung der Küraſſiere ?
Wie den „Hamburger Nachrichten” aus Berlin
geſchrie=
ben wird, iſt eingeweihten Kreiſen von einem Plan der
Abſchaffung der Küraſſiere nichts bekannt. „Es wird
ja auch,” ſo heißt es dort, „gar kein ſachlicher Grund zu
der Abſchaffung der Küraſſiere vorliegen, da durch das
Wegfallen der Küraſſiere im Felddienſt und durch die
Einführung der feldgrauen Uniform die Küraſſiere
nicht ſichtbarer werden, als die andere Kavallerie.
Wenn man in der Größe der Küraſſiere und ihrer
Pferde den Grund zu ihrer Abſchaffung ſucht, ſo
befin=
det man ſich wohl auch damit im Irrtum, denn
ſchließ=
lich können Rekruten, die in ihrem Beruf in der
Land=
wirtſchaft von jung auf mit Pferden umgegangen ſind,
militäriſch keine beſſere Verwendung finden, als daß
man ſie auf das Pferd ſetzt. Ebenſo können auch Pferde
mittleren und ſchweren Schlages nicht beſſer verwandt
werden, als daß man die ſchweren Reiter darauf ſetzt.
Dieſe Verwendung von großen Reitern mit großen
und ſchweren Pferden nennt man die ſchwere
Kaval=
lerie. Zu ihr gehören neben den Küraſſieren auch die
Ulanen, für die die gleichen Aushebungsbeſtimmungen
gelten.
Vermiſchtes.
C.K. Schiffe mit Glasboden. Die
Ver=
wendung des Glaſes in den verſchiedenen Induſtrien
hat in den letzten Jahrzehnten eine gewaltige
Zu=
nahme erfahren, aber daß es im Schiffsbau und in
der Fiſcherei eine neue Rolle ſpielt, iſt jüngſten
Da=
tums. Die Kalifornier waren es, die in ihrem
Unker=
nehmungsgeiſt zuerſt den Verſuch machten, Schiffe mit
Glasböden zu bauen. Damit iſt verwirklicht, was
Jules Vernes Phantaſie vorausahnte, als er ſeine
„20000 Meilen unter dem Meere” ſchrieb; in dieſen
flügel uſw. geht ins Unermeßliche, und der Enzian als
Verdauungsſchnaps, iſt in Strömen gefloſſen. Die
Wirte der großen Buden mußten allabendlich ihre
Ein=
nahme an Scheidemünzen in Säcken verpackt mit
Wa=
gen oder Automobilen nach Hauſe ſchaffen. Das
Wet=
ter war, von drei Regentagen abgeſehen, das denkbar
herrlichſte, ſo daß man auch am Abend noch in den
Biergärten im Freien ſitzen konnte.
Pfarrer Dr. Karl Eigenbrodt=Auerbach 7.
Nun biſt auch Du dahingegangen,
Für den mein Herz in Liebe ſchlug?
Durch meine Seele geht ein Bangen,
Daß man Dich ſchon zu Grabe trug.
Bald decken Flieder und Zypreſſen
Mit grünen Zweigen Deine Gruft;
Was Du gewirkt, wird nie vergeſſen,
So lang noch Blüten geben Duft.
O, edler Freund aus alten Zeiten,
Wie war Dein Auerbach ſo ſchön,
Als vor uns bis zu fernſten Weiten
Der Frühling lag auf Tal und Höh’n!
Da jubelten aus Sonnenfunken
Die Vögel hell in Feld und Hain;
Ich kehrte froh, vom Glanze trunken,
Im trauten Pfarrhaus bei Dir ein.
Nun ſteh’n in Trauer Flur und Halde,
Die uns ein herbes Scheiden bot.
„Not Gottes”, du, im Kirchenwalde,
Ach, unſer treuer Freund iſt tot!
Darmſtadt, im Oktober=1910.
kalformiſchen Glasſhifſen kann der Reiſende, wie in
dem „Nautilus” Jules Vernes, während der Fahrt
beobachten, was ſich im Meere abſpielt.
Durchſchnitt=
lich vermag man bei klarem Wetter bis zu 10 Meter
unter dem Waſſerſpiegel zu ſehen. Aber die neue
Er=
findung hat auch ihre praktiſche Bedeutung. Wie ein
franzöſiſches Blatt zu erzählen weiß, haben Verſuche
gezeigt, daß eine ſtarke elektriſche Erleuchtung dieſer
durchſichtigen Schiffsböden auf die Fiſche eine große
Anziehungskraft ausübt. Die ſtummen
Waſſerbewoh=
ner drängen ſich zu der Lichtquelle, oft in dichten
Scharen, und werden eine leichte Beute der
aus=
geſetzten Fiſchnetze.
* Das Wirtshaus als Spit al. Die Wirtshäuſer
als Spitäler zu benützen, erſcheint uns als eine ganz
abſurde Idee, zeigen doch die Zahlen der neueren
Sta=
tiſtiken, daß es gerade das Wirtshaus iſt, das neben
ſurſacht, die dem Irrenhaus, dem Siechenhaus und dem
Gefängnis ein ſo großes Kontingent zuführen. Die
Wirtshäuſer ſind alſo Stätten, die eher Krankheiten
verurſachen, denn zur Krankheitspflege geeignet ſind.
Trotzdem gab es eine Zeit, wo die Gaſthäuſer geſetzlich
ſie will den Mittelſtand vernichten. Der Redner unter= dazu verpflichtet waren, als Spitäler zu dienen. Dem
„Gerichtswirt” dieſer eigenartigen Inſtitution des 16.
uund 17. Jahrhunderts, waren, wie in mancher anderen,
ſo auch nach dieſer Richtung recht merkwürdige Gebote
auferlegt. Er mußte zunächſt bei Geldſtrafe das ganze
Jahr über bewirten und ein Schild aushängen, ferner
geloben, jedem Gaſt, er ſei fremd oder heimiſch,
jeder=
zeit Speiſe und Trank zu geben — was damals oft
widerwillig geſchah — und ſchließlich ſein Wirtshaus
auch als Haftlokal für Perſonen von Stand zur
Ver=
fügung zu ſtellen, ſo lange die gegen dieſe geführten
kann. Dem großen Befähigungsnachweis ſtehen wir Unterſuchungen noch keine kriminellen Reſultate zutage
gefördert hatten. Auch Leute niederen Standes
wur=
den da untergebracht, wie z. B. in der Schweiz
Wirts=
werk muß zur Herſtellung von Qualitätsware über= häuſer noch am Ende des 18. Jahrhunderts
gelegent=
gehen. Der Mittelſtand hat keinen Vorteil von der 1 lich als Gefängniſſe dienten. Daß ſie auch als
Armen=
anſtalten benutzt wurden, mag damit zuſammenhängen,
daß ſie vielerorts aus Elendenherbergen, das heißt
Herbergen für fremde und unbemittelte Durchreiſende
ſchen Mittelſtand ungerecht behandelt. Ich meine da= entſtanden, ſodaß ſie durch dieſe Beſtimmung ihrem
urſprünglichen Zweck gleichſam wiedergegeben
wur=
den. Ferner war das Wirtshaus oft zugleich das
Am merkwürdigſten erſcheint es uns aber
heutzu=
tage, daß die Wirtshäuſer geradezu als Spitäler ver=
Beſtes hergeben für das Gedeihen des Mittelſtandes, wandt wurden. Die in einem Raufhandel Verletzten
hatten nur dann Anſpruch auf Arzt= und
Verpflegungs=
koſten, wenn ſie ſich in einem ſolchen öffentlichen
Wirts=
haus verpflegen ließen. Dieſe Verpflegung mag im
allgemeinen für die niederen Klaſſen relativ gut
ge=
weſen ſein, denn es mußten Knechte und Jungfrauen
zur Pflege der Verwundeten geſtellt werden, allein
Arbeit für die Partei. Am Nachmittage fanden zwei höheren Anſprüchen ſcheint dieſe Art von
Kranken=
pflege weniger genügt zu haben; denn ſelbſt in
größe=
die Delegierten einen Ausflug nach Hann.=Münden. ren Städten fühlten ſich Perſonen höheren Ranges im
Falle einer Erkrankung nicht beſonders „aufgehoben”.
So ſchrieb z. B. 1538 der kaiſerliche Geſändte de
Mar=
nols an den Rat von Luzern, er ſei ihm für die
Ge=
ſtattung einer Privatwohnung ſehr dankbar, da er
ſonſt „in einem Wirtzhuß” hätte liegen müſſen, da
kranken Perſonen „nit vil Liferung noch Underleibung
werden mag, vorab under ſo vil unruewigen,
entſeß=
lichen und überlegnen Volk, ſo da teglich uß und Ine
wandlent”.
Jedenfalls können wir uns heutzutage dieſe
Ver=
hältniſſe nicht mehr vorſtellen; wir würden ein
Gaſt=
haus, und ſei es auch ein gutes, am allerwenigſten für
geeignet halten, um darin Verwundete oder ſonſtige
Kranke unterzubringen. Es ſind eben dieſe
merkwür=
digen Zuſtände Entwicklungsſtadien in der
Verwend=
ung des öffentlichen Gebäudes par excellence für eine
Reihe verſchiedener Zwecke.
Es wird von Intereſſe ſein, in der „Hiſtoriſchen
Abteilung” der Internationalen Hygiene=Ausſtellung
Dresden 1911 zu ſehen, wie ſich eben erſt allmählich,
unter großen Schwankungen, die vielſeitigen
Funktio=
nen des Wirtshauſes, wie ſie übrigens auch bei den
Tenodochien zu Beginn unſerer Zeitrechnung zu
beob=
achten waren, reinlich geſchieden haben. Erſt als man
für Gaſthaus, Siechenhaus, Armenhaus, Krankenhaus,
Schule, Gefängnis nicht mehr das eine öffentliche
Ge=
bäude für gut genug hielt, ſondern einſah, daß hier
eigene Organiſationen geſchaffen werden mußten,
konnte eine Hebung jedes einzelnen dieſer öffentlichen
„Unterkünfte” ſich vollziehen. Dieſe war natürlich am
wichtigſten da, wo es ſich um die Verpflegung Kranker
handelte.
Luftſchiffahrt.
* Trier, 3. Okt. Die Leiche des Aviatikers
Haas iſt am Samstag abend in das hieſige
Garniſon=
lazarett verbracht worden. Der Tod iſt nach ärztlicher
Begutachtung durch einen Schädelbruch herbeigeführt
worden. Aus dem Umſtande, daß zwei Stangen an
ihrem äußerſten Ende nur mit einem Taſchentuch feſt
zuſammengebunden waren, wird gefolgert, daß
viel=
leicht eigene Unvorſichtigkeit das Unglück mit
herbei=
geführt hat.
* Trier, 3. Okt. Den geſtrigen Schauflügen
wohnte eine große Menſchenmenge bei. Wegen des
ſtarken Windes konnte erſt gegen 4¾ Uhr ein Flug
unternommen werden. Um dieſe Zeit ſtieg Thelen
auf, flog 13 Minuten und gewann damit den Preis des
Prinzen Otto zu Schaumburg=Lippe von 1000 Mk. Um
5¾ Uhr ſtieg Thelen zum zweiten Male auf und blieb
9 Minuten in der Luft. Jeannin vollführte einen
Flug von fünf Minuten. Um 6 Uhr machte Thelen
einen Flug von 22 Minuten. Jenannin ſtieg um 6 Uhr
18 Minuten zu einem kurzen Fluge auf. Das
Er=
gebnis iſt, daß Thelen gleichzeitig auch den
Ehren=
preis des Statthalters von Elſaß=Lothringen
erwor=
ben hat. Nach der Entſcheidung des Preisgerichts hat
Jeannin den erſten Preis von 20000 Mark für den
Ferrflug erhalten. Bezüglich der Zuſprechung des
zweiten Preiſes hat das Preisgericht einſtimmig die
Leiſtungen von Thelen und Engelhardt in
An=
ſehung der Umſtände als gleich bewertet und beiden je
einen Betrag von 2000 Mark zuerkannt. Thelen hat
außerdem den Ehrenpreis der Stadt Trier erworben.
* Metz, 3. Okt. Außer den bereits gemeldeten
Preiſen erhielt Thelen noch den Ehrenpreis des
Luftſchifferkorps.
* Chemnitz, 3. Okt. Das Luftſchiff „P V"
iſt heute früh 7 Uhr 55 Min. zur Rückfahrt nach
Bitter=
feld aufgeſtiegen.
* Bitterseld, 3. Okt. „P V” von Chemnitz
kommend, iſt nach glücklicher Fahrt hier um 11½ Uhr
gelandet.
Av. Für den europäiſchen Aeroplan=
Karl Schäfer=
L=Rundflug 191d, für deſſen erſte=Etappe Paris-
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Oktober 1910.
Nummer 232.
Berlin die B. Z. am Mittag einen Preis von 100000
Mark ansſetzte, liegen bereits 54 Anmeldungen vor,
die zwar noch nicht als definitiv anzuſehen ſind, aber
doch beweiſen, welch außerordentliches Intereſſe der
Veranſtaltung ſchon jetzt entgegengebracht wird, obwohl
die Propoſitionen noch nicht feſtgelegt und
veröffent=
licht werden konnten. Von bekannteren Fliegern
er=
klärten ſich zur Teilnahme bereit: Blériot, Leblanc,
Henry und Maurice Farman, Legagneux, Gebrüder
Voiſin, Graham White, Sommer, Aubrun, Latham,
Weymann, Morane, van den Born, Paulhan,
Bielo=
vucci, Tyck, Cattaneo, und von deutſchen Fliegern:
Lindpaintner, Dorner, Emil Jeannin, Lochner,
The=
len, Grade und Fichtner.
* Wien, 3. Okt. Der Aviatiker Illner ſtieg
heute vormittag in der Simmeringer Heide auf, um ſich
um den von der Stadt Wien ausgeſetzten Preis von
20000 Kronen für den Ueberlandflug Wien=Horn=Wien,
eine Strecke von 160 Kilometern, zu bewerben. Illner
verirrte ſich im Nebel und landete bei Krems,
wobei der Aeroplan leicht beſchädigt wurde. Es iſt ihm
nicht gelungen, die Bedingungen des Wettfluges zu
erfüllen, nach welchem die Strecke Wien=Horn ohne
Zwiſchenlandung zurückzulegen iſt.
Sport.
— Fußball. Das am Sonntag zum Austrag
ge=
kommene zweite Meiſterſchaftsſpiel des Darmſtädter
Sport=
klubs 1905 gegen den Fußballklub Alemannia=Worms
endete mit einem Siege von 3:0 Toren zugunſten des
Darmſtädter Sportklubs 1905.
Am Sonntag ſpielte die 1. Mannſchaft des
Fußball=
klubs Alemannia=Darmſtadt gegen die 1. Mannſchaft des
Fußballklubs Phönix=Darmſtadt. Das Spiel endete
zu=
gunſten des Fußballklubs Alemannia=Darmſtadt mit 4:1
Toren.
Das Verbandsſpiel zwiſchen der 1. Mannſchaft des
Sportklubs Heſſen 1908=Darmſtadt und derjenigen des
Fußballklubs Boruſſia=Rüſſelsheim endete mit 4:0
zu=
gunſten Darmſtadts.
Literariſches.
— Die kommende Hutmode wird uns eine liebe alte
Bekannte bringen: die Schute der Biedermeierzeit!
Wie „Die Modenwelt” (F. Bruckmann A.=G.,
Berlin W. 35) ſich in einem intereſſanten Artikel aus
Paris berichten läßt, harrt ſie in den dortigen
elegan=
teſten Hutſalons, allerdings goch wohlbebſtet hinter
verſchloſſenen Türen, der Auferſtehung, und zwar
be=
reits in verſchiedenen Formen mit breiten
Binoeban=
dern und Innengarnitur. In der neueſten Nummer
veröffentlicht die Modenweit bereits einige Modelle,
welche die neueſten Formen zeigen. Von dem übrigen
Inhalte dieſes aktuellſten unſerer deutſchen
Moden=
blätter dürften auch die neuartigen Hochzeitstoiletten
das Intereſſe und Entzücken der Damenwelt erwecken.
— Die Engländer ſind bekannt durch ihre „
Maga=
zine” Monatsſchriften, die mit einem handlichen Format
eine Fülle von mannigfaltigſtem Material verbinden.
Das uns vorliegende, ſoeben erſchienene zweite Heft
des 27. Jahrganges der bekannten, bei der Deutſchen
Verlags=Anſtalt in Stuttgart erſcheinenden
Monats=
ſchrift „Arena” Oktav=Ausgabe von „Ueber Land und
Meer” läßt uns mit Freude feſtſtellen, daß wir in
Deutſchland den engliſchen Ausgaben nicht nachſtehen.
Die gediegene Ausſtattung dieſes neuen Arena=Heftes
macht es allein ſchon ſehenswert, die Fülle intereſſanter
Beiträge aber, ſowohl literariſchen wie populär=
wiſſen=
ſchaftlichen Charakters, und zwar von den beſten
deut=
ſchen Federn geſchrieben, machen dieſes Arena=Heft, das
ſich würdig ſeinen Vorgängern an die Seite ſtellt, zu
einer ganz beſonders beachtenswerten Erſcheinung
unter den deutſchen Monatsſchriften. Preis des Heftes
1 Mark, für die kleine Ausgabe der Zeitſchrift (ohne den
Roman und die Kunſtblätter) 80 Pfg.
Der Zwiebelfiſch. Eine kleine Zeitſchrift
für Geſchmack in Büchern und anderen Dingen.
Zwei=
ter Jahrgang, Heft 1. Hyperion=Verlag (Hans von
Weber), München 1910. — Preis 60 Pfg. Luxus=Ausg.
auf Engliſch. Alexandra 2,40 Mk. — Der zweite
Jahr=
gang dieſer raſch beliebt gewordenen Miniatur=
Zeit=
ſchrift tritt nun ſchon ſelbſtbewußter auf als der erſte
mit ſeinen rein typographiſchen Anfängen. Er hat ſein
Gebiet erweitert, gewinnt äußerlich zuſehends an
Um=
fang, inhaltlich an Gediegenheit und Mannigfaltigkeit
des Stoffes. Nur die Form iſt in den meiſten Artikeln
heiter und leicht geblieben wie in den früheren Heften.
Der Druck von Poeſchel u. Trepte in Leipzig in der
Tiemann=Hyperion=Antiqua iſt muſterhaft klar und
ſchön.
Ludwig Finckh: „Rapunzel”. („
Haus=
bücherei”, Band 35). Mit Bild Finckhs und Einleitung
von Martin Lang. 160 Seiten. Preis gebunden 1 Mk.
Verlag der Deutſchen Dichter=Gedächtnis=Stiftung in
Hamburg=Großborſtel. — Mit dieſem Buche gibt die
Deutſche Dichter=Gedächtnis=Stiftung zum erſten Male
einem lebenden Dichter in einem geſchloſſenen Bande
ihrer „Hausbücherei” das Wort. Dieſe Tat iſt umſo
freudiger zu begrüßen, als es ſich um Ludwig Finckh
handelt, der es, wie wenige unſerer jüngeren Dichter,
verdient, daß ſeine Werke auch ins Volk eindringen.
Weiſengrün Englands
wirtſchaft=
liche Zukunft. Hans Sachs=Verlag, Schmidt=
Bertſch & Haiſt, München=Leipzig. Preis 1 Mark.
Angeſichts ſo vieler Unglücksraben, welche die
deutſch=
engliſchen Beziehungen in der Zukunft nicht düſter
ge=
nug auszumalen vermögen, muß man einem Autor
aufrichtig Dank wiſſen, der ſo glaubhafte Gründe dafür
vorzubringen vermag, daß der vielgefürchtete
Imperia=
lismus, ſelbſt wenn er zur Wahrheit wird, den
politi=
ſchen Konflikt zwiſchen Deutſchland und England aus
wirtſchaftlichen Urſachen nicht wahrſcheinlich macht.
— Romantiſcher Kalender von Günther
Reuſchler. (Boll u. Pickhardt,
Verlagsbuchhand=
lung, Berlin. Preis 1,50 Mk.) Wie luſtig plätſcherndes
Waſſer, das aus jungem Quell ſchäumend und klingend
über die glatt geſchliffenen Steine hüpft, glasklar bis
zum Grund, ſo perlen die launigen Verſe dieſes
Roman=
tiſchen Kalenders. Von der Liebe plaudern ſie allc,
dieſe zwölf Monatsgedichte. Von der Liebe in
jeg=
licher Geſtalt und Faſſung. Die wohllautenden Verſe
in ihrer feinen, pointierten Art eignen ſich vorzüglich
zum Vortrage, und ihrer ergötzlichen Form wegen, die
wieder einmal auch die Geeignetheit unſerer ſo häufig
als unbiegſam geſchmähten deutſchen Sprache zu
klin=
gendem Wortſpiel aufs glänzendſte beweiſen, wie auch
ihres anſprechenden Inhaltes halber, iſt ihnen ein guter
Erfolg zu wünſchen.
Streifzüge eines Kreuzvergnügten
von Karlchen. Alſo betitelt ſich das neueſte Werk von
Karl Ettlinger in der Folge der jüngſt erſchienenen
luſtigen Bücher. Diesmal ſind es ausſchließlich
Ge=
dichte, und Heinrich Kley hat die luſtigen
Zeich=
nungen dazu geliefert. Manchmal gehen dieſe
Gedicht=
chen zwar bis hart an die Grenze, die meiſten aber ſind
wohl Dokumente deutſchen Humors, auch wenn ſie etwas
derb ſind. Selbſt den griesgrämigſten Hypochonder
wer=
den dieſe luſtigen, hin und wieder auch tiefen Ernſtes
nicht entbehrenden Stücke dieſes Buches erheitern und
erfreuen. Freude und Natürlichkeit, flüſſiger,
ſpru=
delnder Stil zeichnen die Gedichte aus, wie auch die
früheren Erſcheinungen von Karlchen. In Heinrich
Kley hat das Buch einen trefflichen Illuſtrator
gefun=
den. (Verlag Georg Müller, München, Joſephplatz 7.)
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Frankfurt a. M., 3. Okt. Das belgiſche
Königspaar traf heute früh im Orient=
Expreß=
zug hier ein und ſetzte nach kurzem Aufenthalt ſeine
Reiſe nach Wien fort, wo es heute nachmittag um
5,55 Uhr eintrifft.
* Metz, 3. Okt. Bei der geſtrigen
Bezirks=
tagsnachwahl erhielten Hüttendirektor Miethe
(Wilder) 1854 Stimmen, Bürgermeiſter Bertrand
(Lothringer Block) 2004 Stimmen und Reinhard (
So=
zialdemokrat) 509 Stimmen. Es iſt ſomit ein zweiter
Wahlgang erforderlich, der wahrſcheinlich am nächſten
Sonntag ſtattfindet.
* Greifswald, 3. Okt. In der letzten Nacht wurde der
in der Marienſtraße wohnende Fiſchhändler Held von einer
unbekannten Perſon überfallen und erſtochen. Man
glaubt, daß ein kürzlich aus dem Gefängnis in Greifswald
entlaſſener Sträfling der Täter iſt. Unterſuchung iſt
ein=
geleitet.
* Königsberg i. Pr., 3. Okt. Die feierliche
Ein=
weihung des maſuriſchen
Diakoniſſen=
mutterhauſes Bethanien hat heute in
Anweſen=
heit zahlreicher Ehrengäſte, unter denen ſich
Oberpräſi=
dent von Windheim mit Gemahlin befanden,
ſtatt=
gefunden. In Vertretung der Kaiſerin war Prinz
Joachim aus Rominten erſchienen, der namens der
Kaiſerin der neuen Anſtalt eine erfolgreiche
Entwickel=
ung und Gottes reichſten Segen wünſchte. Die
Kai=
ſerin widmete der Anſtalt ihr Bild und eine
Altar=
bibel.
* Königsberg i. Pr., 3. Okt. Der
Reichstagsabge=
ordnete Amtsrat Arendt, der konſervative Vertreter
des Wahlkreiſes Königsberg 2, Labiau=Wehlau, iſt
geſtern in Spannagel bei Pölken geſtorben.
* Chur, 3. Okt. Von dem 2350 Meter hohen
Montalin iſt geſtern der 17jährige wandernde
Tiſchlergeſelle Waltz aus Hamburg abgeſtürzt; die
Leiche wurde geborgen.
* Kopenhagen, 3. Okt. Die ordentliche
Par=
lamentsſeſſion wurde heute eröffnet.
* Konſtantinopel, 3. Okt. Nach Blättermeldungen iſt
es an der türkiſch=montenegriniſchen Grenze zu einem
ſechsſtündigen Feuergefecht gekommen. Die
Bewohner des auf türkiſchem Gebiet gelegenen Dorfes
Vetisca, die an dem Kampfe teilnahmen, flüchteten über
die Grenze nach Montenegro, um nicht zur Ablieferung der
Waffen gezwungen zu werden. Die Pforte erhob bei der
montenegriniſchen Regierung Einſpruch.
* New=York, 3. Okt. Ueber das Unglück auf
dem Hudſon wird weiter gemeldet: Es befanden ſich
90 Matroſen in dem Boot, von denen 61 gerettet
wurden. Das Boot geriet in die von vorüberfahrenden
Dampfern erregten Wellen. Die dunkle Nacht und die
bewegte See erſchwerten die Rettungsverſuche. Ein
junger Seeoffizier rettete 10 Mann, ein Matroſe
4 Mann, verlor aber dann die Kräfte und ertrank.
H. B. Berlin, 3. Okt. Die engliſchen
Journa=
liſten waren heute wegen ihres Moabiter
Ren=
kontres vom Polizeipräſidenten von Jagow nach dem
Polizeipräſidium gebeten worden, wo ſie lediglich über
den Vorfall vernommen wurden. Die Antwort auf
ihre Beſchwerde wird ihnen durch den Miniſter des
Innern zugehen.
— Deſſan, 3. Okt. Die bei einer
Pulverexplo=
ſion in der Silberhütte ſchwer verbrannten drei
Ar=
beiter ſind geſtorben.
— Köln, 3. Okt. In Kettenis ſtieß ein
Automo=
bil aus Aachen mit einem Laſtfuhrwerk zuſammen.
Fünf Perſonen wurden verwundet, beide Wagen
zer=
trümmert.
— Ilſenburg, 3. Okt. Beim Abſtieg vom
Ilſen=
ſtein ſtürzte der Verlagsbuchhändler Dr. phil. Ris
chard Dietze aus Berlin; er verſtarb bald darauf
im Ilſenburger Krankenhaus.
— Gleiwitz, 3. Okt. In Zabrze erſtach auf
offe=
ner Straße der Invalide Plaſſek aus Eiferſucht ſeine
Haushälterin und dann ſich ſelbſt.
— Brüſſel, 3. Okt. In den Glasbläſereien im
Kohlenzentrum iſt ein Streik ausgebrochen. 2000
Arbeiter ſind an dem Streik beteiligt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh:
Dus=
mitteleuropäiſche Hochdruckgebiet iſt oſtwärts nach
Ruß=
land gezogen; es brachte auch geſtern warme,
meiſt=
heitere Witterung. Die Nachmittagtemperaturen erhoben
ſich über 20 Gegen Abend begann beim Vorrücken der
weſtlichen Zyklone die Bewölkung zuzunehmen und
ſtrich=
wetſe trat geringer Regen ein. Da auch heute morgen
noch ein Randwirbel über dem Kanal lagert,
wird=
vorübergehend noch etwas Regen fallen, dann
aber=
wieder Aufheiterung eintreten.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 4. Okt.;
Vorübergehend etwas Regen, dann wieder Aufheiterung,
etwas kühler, windig.
Gicht vollſtändig geheilt.
Der Neſtor der deutſchen Irren=Aerzte, Herr Geh.
Med.=Rat Dr. L. in H. ſchreibt: „Ich verwende Ihre
St. Georgsquelle ſeit einigen Jahren für mich und
einige Patienten, da ich an chroniſchen
Verdauungs=
ſtörungen und Gicht leide. Ich habe es jedenfalls
außer der eingehaltenen Diät der St. Georgsquelle
mit zu verdanken, daß ich von meinem chroniſchen
Leiden, ſowie der Gicht vollſtändig geheilt
wurde. Ebenſo ſprechen mir meine Patienten das
größte Lob aus über die Heilwirkung der St.
Georgs=
quelle bei harnſaurer Diatheſe, womit ich die beſten
Erfolge erzielte. Nach ſolchen Erfolgen kann ich
aus eigener Wahrnehmung nach Pflicht und
Ge=
wiſſen atteſtieren, daß ich die St. Georgsquelle in
Biskirchen a. d. Lahn als eine hervorragende
Heil=
quelle allererſten Ranges bezeichnen muß.”
Preis für 25 Flaſchen Mk. 9.— (19165ff
„ 50
17.—
inkl. Verpackung ab Station Stockhauſen a. d. Lahn.
Jogurt-Zaros
eine erfriſchende, leicht bekömmliche,
darm=
reinigende Milchdelikateſſe
per Glas 30 Pfg.
(18767a
Anton Braunwarth
Marktpaſſage.
Telefon 971.
gs iſt eine bekannte Tatſache, daß ein wirklich guter
Malzkaffee Herzkranken, Magenleidenden, Nervöſen,
Blutarmen, Kindern und Frauen ſehr zu empfehlen iſt,
doch darf man eben nur den alle Vorzüge in ſich
ver=
bürgenden Kardinal=Malzkaffee in roter Packung nehmen;
denn nur der daraus hergeſtellte Kaffee iſt ein wirklich
gutes, geſundes, wohlſchmeckendes und ärztlich
em=
pfohlenes Getränk, was durchaus kaffeeähnlich ſchmeckt
und duftet. Wer noch keinen Verſuch machte, überzeuge
ſich ſofort, doch achte man genau auf den Namen
Kardinal und die rote Packung. Er iſt in faſt allen
Lebensmittelgeſchäften zu haben, woſelbſt auch
Gratis=
proben gern verabfolgt werden.
(C19162,66
11224a
Ein intereſſantes Preisrätſel, offen für jedermann,
mit Preiſen im Werte von M. 2500.—, von denen
die erſten drei Preiſe im Werte von zuſammen M. 875,—
in bar gezahlt werden, veröffentlicht ſoeben die
Zeit=
ſchrift für Grammophonkunſt „Die Stimme ſeines Herrn”.
Die Aufgabe des Preisausſchreibens iſt, die richtigen
Namen der vier Künſtler zu nennen, welche für
Gram=
mophon=Aufnahmen geſungen haben, die als zwei
doppel=
ſeitige 10‟ Platten erſcheinen, und zwar ohne Angabe
des Künſtlernamens auf dem Etikette der Platten. Die
Zeitſchrift iſt koſtenlos zu haben bei Muſikhaus Jäger,
Georgenſtraße 11, und J. Techel, Schillerplatz 3. (Siehe
Inſerat.)
(191690
Nummer 232.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Oktober 1910.
Seite 7.
Statt Karten.
(19197
Die glückliche Geburt eines kräftigen
Jungen
zeigen an
F. Lang u. Frau,
geb. Difloth.
Todes-Anzeige.
Samstag abend ½ 9 Uhr verſchied unſere
gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter
(B19178
und Urgroßmutter
Frau
Für die Hinterbliebenen:
Ludwig Uhrhan,
Beckerſtr. 2.
Darmſtadt, den 3. Oktober 1910.
Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag
2½ Uhr, vom Portale des Darmſtädter
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Geſtern nachmittag entſchlief ſanft an
Alters=
ſchwäche meine liebe Schweſter, unſere gute
Tante und Großtante
(19213
Frau Amalie Becker
geb. Posch
im Alter von beinahe 85 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau Emilie Becker, geb. Doſch.
Bochum, Duisburg, Haspe, Dresden, Birſtein,
den 2. Oktober 1910.
Die Beerdigung findet in Darmſtadt, von der
dortigen Friedhofskapelle aus, am Mittwoch,
den 5. Oktober, nachmittags um 4 Uhr, ſtatt.
Tiefgebeugt machen wir Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung,
dass nach Gottes unerforschlichem Beschluss mein innigstgeliebter Gatte, unser
guter Vater, Bruder, Schwiegervater, Schwager und Onkel
(19198.
Für die vielen Beweiſe wohltuender
Teil=
nahme bei dem Verluſte unſrer lieben Mutter und
Schweſter
(19214
Frau Auguste Klebe
geb. Wolff
ſagen herzlichſten Dank
Karl Klebe,
Elisabeth Klebe,
Julie Gonnermann, geb. Wolff,
Dorothee Timm, geb. Wolff,
Christine Wolff.
Eberſtadt,
Oktober 1910.
Darmſtadt,
Beſtellungen
auf das
„Darmſtädter Tagblatt”
werden in der Expedition, ſowie von allen
Poſtanſtalten entgegengenommen.
Großh. Landesmuſenm. Gehſer Sonn und
Feiertags von 10—1 Uhr und 2—4 Uhr, Freitags
von 10—1 Uhr, ſowie Mittwochs von 2—4 Uhr
eintrittsfrei; Dienstags, Donnerstags und Samstags
von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld.
Beſichtigung des Großh.
Reſidenzſchloſ=
ſes: Dienstags und Freitags von 3—4 Uhr,
Sonn=
tags von 11—1 Uhr. Eintrittskarten werden beim
Schloßinſpektor abgegeben: Einzelkarte 50 Pfg.,
Fa=
milienkarten (3 Perſonen) zu 1 Mk.
Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis Freitag
von 9—1 Uhr und nachmittags von 2—4 Uhr, Samstag
von 9—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: St. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Herr A. Grimm
sanft verschieden ist.
K. Rechnungsrat
Darmstadt, den 2. Oktober 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 4. Oktober, nachmittags um 4 Uhr, vom Sterbehause,
Nieder-Ramstädterstrasse 36 aus, stattz-¼ Stunde vorhersdie Einsegnung.
Kondolenzbesuche dankend verbeten.
Am Mittwoch, den 5. Oktober, und Donnerstag, den G. Oktober, sowie Samstag, den 8. Oktober,
vormittags 8¼ Uhr, finden in der Kapelle der Engl. Fräulein, Waldstrasse, Seelenmessen für
den Verstorbenen statt.
Todes-Anzeige.
Statt jeder besonderen Anzeige.
Heute früh entschlief sanft unser lieber unvergesslicher Water,
Schwieger-
vater, Grossvater und Urgrossvater
(19211
Sacos Gresser
Hofbuchbindermeister
infolge eines Schlaganfalles.
Darmstadt, Frankfurt a.-M., Bad-Kissingen, 3. Oktober 1910.
Familie Hofbuchbinder Alwin Gresser,
Rechnungsrat Otto Rothermel,
Oberamtsrichter Ludwig Gresser,
Hofgarteninspektor Friedr. Weigold,
Stadtbaumeister Heinrich Gresser,
HofjuweliereFriedrich Lenz.
Die Beerdigung findetsstatt:
am Mittwoch nachmittag 4 Uhr vom Friedlofsportale, aus.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines
lieben unvergesslichen Gatten, unseres guten-wohlwollenden Vaters, Grossvaters,
Schwiegervaters, Schwagers und Onkels
(B19185
Herrn Franz Werner
Bürgermeister a. D.
sagen wir Allen unseren tiefgefühltesten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Friederike Werner, geb. Schumacher.
Darmstadt, Weisenau-Mainz,-Giessen.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. B): „Der Freiſchütz”.
Gaſtſpiel des Oberbayr. Bauerntheaters um 8¼ Uhr
im Orpheum (Thoma=Abend).
Hauptverſammlung der Kreisgruppe Darmſtadt des
deutſchen Flottenvereins um 6 Uhr im „Kaiſerſaal”.
Oktoberfeſt um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
Konzert um ½ 8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo.”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes=(geöffnet
von 19 Uhr ab).
Gemälde=Ausſtellung im Haus Chriſtianſen auf
der Mathildenhöhe (geöffnet von 10—6 Uhr).
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 5. Oktober.
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Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
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dasſelbe auch fernerhin bewahren zu wollen, und zeichnen
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21)
Auf Liebespfaden.
Roman von H. Ehrhardt=
(Nachdruck verboten.)
IVIII.
Die blendend hell beleuchteten Treppen zum
Paulinen=
ſchlößchen hinauf huſchten trotz der vorgerückten Stunde —
es war gegen 10 Uhr — immer noch vermummte Geſtalten,
die teils zu Fuß kamen, teils aus geſchloſſenen Wagen
ſchlüpften, die Damen alle ſchon mit der bergenden Maske
vor dem Geſicht, die Herren nur in ſeltenen Fällen darauf
bedacht, ihr Inkognito zu wahren, höchſtens die Kapuze
eines Dominos über den Kopf gezogen.
Auch Hans von Haſſingen war in Eile zum nächſten
Maskenverleiher gegangen und trug, da er die Garderobe
betrat, einen ſchwarzſeidenen Domino über dem
Geſell=
ſchaftsanzug, deſſen Gehrock auch ſchon ein wenig in den
Nähten glänzte, denn zu einer tadelloſen Zivilgarderobe
reichte ſein Geldbeutel zu allerletzt. Eine direkte
Verle=
genheit überfiel ihn in dieſem Trubel hin und her
haſten=
der weiblicher Geſtalten, die vielfach auch nur Balltoilette
trugen, aber alle völlig unkenntlich wirkten und ihn mit
ihren ſchwarz und farbig verhüllten Geſichtern verwirrten.
Wenn er ſeine Dame nicht herausfand. Oder wenn er
ſie mit einer anderen verwechſelte?
Ob ſie nun wohl da war? Er zog die Uhr. Punkt
10 Uhr.
Unſchlüſſig ließ=er den Blick durch den Raum ſchweifen.
Da löſte ſich von der anderen Seite aus einem bunten
Damenſchwarm, der die Garderobenfrau umdrängte, eine
einzelne weiße Geſtalt.
Er meinte, daß er ſie trotz der verhüllenden ſchwarzen
Samtmaske unter Tauſenden erkannt hätte an dem
eige=
nen, nicht zu beſchreibenden Etwas, das ihre Erſcheinung
aus den anderen heraushob.
In einem tollen Freudengefühl, mit einem Schlage
hineingeriſſen in die ausgelaſſene Karnevalsluſt, die mit
Muſik und Jauchzen aus dem Tanzſaale bis hierher tönte,
breitete er ihr die Arme entgegen.
Und ſie warf ſich, ohne zu zögern, an ſeine Bruſt.
T love vou!
Sie ſtießen es beide zu gleicher Zeit hervor, lachend,
jubelnd, in einem ſcherzenden Ton den Ernſt der Worte
verbergend.
Dann gab er ſie wieder frei, und ſie hängte ſich
unbe=
fangen an ſeinen Arm.
Ich hatte ſolche Angſt, Du würdeſt Dir nur einen
Spaß mit mir erlaubt haben und nicht kommen! geſtand
ſie, von der Maskenfreiheit des Duzens ohne weiteres
Gebrauch machend.
Ich auch. Ich habe ſogar beſtimmt geglaubt, Du
würdeſt mich im Stich laſſen.
Um ſo ſchöner die Ueberraſchung! Nicht?
Durch die Spalte der Maske ſtrahlten ihre Augen
ihn an.
Sie drückten ſich enger aneinander und betraten
den Saal.
Ein betäubender Lärm empfing ſie, ſie wurden
ge=
drängt und geſtoßen, Scherzworte ſchwirrten um ihre
Ohren, eine Pfauenfeder fuhr kitzelnd an Haſſings
Naſe, lachend griff die ſchlanke Frau an ſeiner Seite
danach und knickte ſie, der Clown mit dem
weißgekalk=
ten Geſicht drohte ihr grinſend.
Sie war augenſcheinlich in ihrem Element. Alles
an ihr war Leben und Bewegung. Ihr roter Mund
ſtand keinen Augenblick ſtill, aber alles, was ſie
kunter=
bunt plauderte, zeugte von regem Verſtand und
Eigenart.
Komm, wir wollen die Polonäſe mittanzen.
Sie zog ihn durch die Reihe der Zuſchauer und
ſchloß ſich mit ihm den dahinſchreitenden Paaren an.
Wenn die verſchiedenen Touren ſie von ſeiner Seite
fortführten, folgte er ihr ſtets mit den Blicken und
ver=
glich ſie mit den anderen.
Keine erſchien ihm ſo reizend wie ſie, obgleich ſie
mit den pompöſen Toiletten vieler anderer und den
juwelengeſchmückten Schönheiten der Halbwelt gar
nicht konkurieren konnte in ihrem ſchlichten, weißen
Seidenkleide. Und wie zart, ja mädchenhaft hob ſich
Nacken und Hals aus dem roſenbegrenzten Ausſchnitt
der bluſigen Taille, wie zierlich war das Köpfchen
trotz der Rieſenroſe, die ſich an den hochgeſteckten
Haar=
knoten lehnte, wie graziös war ihre Bewegung, wenn
ſie raſch die Schleppe ihres Kleides hochnahm, wie
zu=
traulich ſchmiegte ſie ſich =rückkehrend wieder an
ſeinen Arml
Seite 10₰
Darm
ienstag, den 4, Oktober 1910.
latt,
Nummer 232,
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die dreniet ſant ſie unch der lehle Danr= Ver
vierzehn Tagen hat mich in genau demſelben Koſtüm
kein Menſch beachtet, und heut', wo ich ſchon einen
netten Kavalier habe, da möchten mich auf einmal alle
die, nach denen ich mir das letzte Mal vergebens die
Augen ausgeguckt habe.
Da wirſt Du mir wohl untreu werden! ſcherzte er,
aber eine wirkliche Angſt, ſie zu verlieren, war in ihm.
Weißt Du, ſpäter beim Tanzen, das darf ich nämlich
nicht meines ſchlimmen Knies wegen und Du — Dir
ſieht man’s ja an, wie leidenſchaftlich gern Du tanzeſt.
Ja, ich tanze raſend gern, geſtand ſie ehrlich.
Es tut mir ſchrecklich leid für Dich, daß Du an
einen Invaliden geraten biſt — aber warte, ich hoffe,
daß noch ein Bekannter von mir erſcheint und mich,
ſo bitter es mir auch ankommt, bei Dir vertritt.
Iſt er nett? forſchte ſie kindlich.
O, ein patentes Kerlchen, der Verzug aller Damen
— ich fürchte ſehr, Du wirſt Dich auch ſofort in ihn
verlieben. Siehſt Du, da iſt er ſchon.
Im Gewühl vor ihnen tauchte ein kleiner,
zier=
licher Herr auf, an dem alles tadellos korrekt und
ele=
gant war — der Frack nach neueſtem Schnitt mit einer
gelben Chryſantheme im Knopfloch des ſeidenen
Auf=
ſchlags, die blütenweiß leuchtende Hemdenbruſt über
der tiefausgeſchnittenen Weſte, aus der ein
gelbſeide=
nes Taſchentuch zipfelig hervorlugte, die weiße, vor
Neuheit glänzende Krawatte unter dem hohen
Steh=
kragen und darüber der Kopf, wie friſch aus dem Ei
gepellt, ein glatter, dunkler Offiziersſcheitel, ein blut=
junges, roſiges, bartloſes Geſicht, keck im Ausdruck, von
auffallend ſchönen, braunen Augen noch mehr belebt.
Das war der Dresdener Artilleriſt, den Hans von
Haſſingen in der „Heilmühle” kennen ſgelernt, jund
mit dem er ſich oberflächlich angefreundet hatte.
Nanu, wen haben Sie denn da aufgegabelt? fragte
er zwiſchen Neugier und Mißtrauen.
Er tat ſich als Großſtädter immer etwas darauf
zugute, die Weiber beſſer zu kennen als der Kamerad
aus der „kleinen Garniſon” und hatte bis dahin ſtets
darüber gewacht, daß Haſſingen nicht ohne ſeinen Rat
irgendwo anbandelte.
Dieſer lachte daher ſehr vergnügt und ſpitzbübiſch.
Ich habe mir eben während unſerer Trennung
eine kleine Frau angeſchafft. Warum kommen Sie ſo
ſpät?
Der hübſche Offizier ſtudierte die weiße
Frauen=
geſtalt von oben bis unten, aber die ſchwarze Maske
ſetzte ſeiner Muſterung das Ziel. Was dahinter ſteckte,
konnte niemand wiſſen.
Sag, biſt Du eigentlich hübſch? erkundigte er ſich
mit einem Ernſt, der verriet, daß er Humor hatte.
Sie zeigte ihm lachend eine tadelloſe weiße
Zahn=
reihe.
Du biſt frech, Kleiner. Was geht Dich das an, ob
ich hübſch bin?
Na, mich vielleicht nicht, aber meinen Freund.
Haſſingen freute ſich über das ganze Geſicht.
Ich war vorſichtig genug, mir meine kleine Frau
ſchon vor dem Maskenball anzuſehen — mir gefällt ſie.
Seh’ einer den Duckmäuſer!
Ehe der Artilleriſt ſich von ſeinem Erſtaunen
er=
holt hatte, wurde die Aufmerkſamkeit der jungen Frau
von ihm abgelenkt, denn ein Männerarm legte ſich in
den ihren und eine laute Stimme ſagte:
I love you.
Es war Leutnant von Meiſenberg, im ſchwarzen
Domino, über dem ſein hageres Geſicht totenblaß
leuch=
tete. Ein Bekannter hatte ihn mitgeſchleppt, trotzdem
er ſich ohne ſeine neueſte Flamme kein Amüſement von
dem Ball verſprochen.
Er ſchien aber nicht übel Luſt zu haben, ſich von
der Freundin tröſten zu laſſen, wenigſtens gab er ihren
Arm nicht mehr frei.
Hörſt Du den Walzer? Komm, wir wollen tanzen!
Weich und ſchmeichleriſch zogen die Klänge der
„Träume aus dem Süden” durch den lichtſtrahlenden,
feſtlich geſchmückten Saal.
Meiſenberg riß die ſchlanke Geſtalt ungeſtüm in
ſeine Arme und entführte ſie im Triumph in das bunte
Gewühl der Tanzenden.
An eine der Säulen gelehnt, blieb der junge
Offi=
zier etwas verſtimmt zurück. Der kleine Artilleriſt
ſtieß ihn in die Seite.
Die behalten Sie nicht, Haſſingen, ſo wie ich Sie
kenne, haben zu wenig Feuer für ſo ein
Raſſegeſchöpf=
chen. Sehen Sie, wie ſie tanzt, weiche, anmutige
Be=
wegungen und doch voll verhaltener Glut, ganz ſicher
Dame, das merkt man trotz des freien Tons ſofort, aber
ganz ſicher keine geſittete deutſche Hausfrau
Haſſingen hörte nur noch mit halbem Ohre hin.
(Fortſetzung folgt.)
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
„6 104.,
Diensing, 1. Driober.
1910.
Bekanntmachung.
Dem Ortsvorſtand Traiſa wurde die Erlaubnis erteilt, in der Gemarkung
Traiſa zur Vertilgung der Mäuſe Gift zu legen. Das Gift (Strychninhafer) muß gut
verdeckt gelegt werden, und zwar derart, daß ſonſtige Tiere, insbeſondere Vögel, nicht
in dasſelbe gelangen können.
Darmſtadt, den 28. September 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
19051oi)
Bekanntmachung.
Der Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt wurde die Erlaubnis erteilt, in der
Gemarkung Darmſtadt zur Vertilgung der Mäuſe Gift zu legen. Das Gift (
Strychnin=
weizen und Strychninhafer) muß gut verdeckt gelegt werden, und zwar ſo, daß ſonſtige
Tiere, insbeſondere Vögel. an dasſelbe nicht gelangen können.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1910.
(19148
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: v. Werner.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Dachshund, 1 Boxer. 1 Foxterrier, 1 Jagdhund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Oeffentliche Impftermine für den Stadtbezirk werden, ſo lange das Bedürfnis
dauert, jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in dem Schulhauſe in der
Rundeturm=
ſtraße abgehalten.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben
vorgenom=
menen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht
be=
nutzen will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahregſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50
Impf=
ungen vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau
noch=
mals gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die
natür=
lichen Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
(13276a
Runkelrüben=Verſteigerung.
Montag, den 3. Oktober I. Js., nachmittags 4 Uhr beginnend, wird die
Runkelrübenernte von dem ſtädtiſchen Gelände am Pfarrwieſenweg und von der
Pallaswieſe, ca. 22 Morgen, losweiſe an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend
ver=
ſteigert. Zuſammenkunft auf dem Pfarrwieſenweg am Darmbach.
Darmſtadt, den 29. September 1910.
(18901fsi
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
J. V: Ekert.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß die Ausführung der an die ſtädtiſche
Waſſerleitung anzuſchließenden Waſſerverſorgungs=Einrichtungen im Innern der
Gebände und Grundſtücke nur durch ſolche Inſtallateure erfolgen darf, die ſich bei
der unterzeichneten Verwaltung verpflichtet haben, alle vorkommenden einſchlägigen
Arbeiten auf Grund der Satzungen über Abgabe von Waſſer aus dem ſtädtiſchen
Waſſerwerk und unter gewiſſenhafter Beachtung der beſonders erlaſſenen Beſtimmungen
auszuführen.
Zurzeit ſind folgende Firmen berechtigt:
1. Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
2. Gebr. Becker Nachf., Grafenſtr. 27.
3. Heinrich Becker, Brandgaſſe 2.
4. L. Breitwieſer, N.=Ramſtädterſtr. 52.
5. Heinrich Brunner, Eliſabethenſtr. 3.
6. Karl Darmſtädter, Kiesbergſtr. 9.
7. Theodor Dilling, Kaſinoſtr. 27.
8. W. Eberhardt, N.=Ramſtädterſtr. 11.
9. Friedr. Ewald Nachf., Soderſtr. 54.
10. Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8½.
11. Gg. Aug. Fink, Lauteſchlägerſtr. 8.
12. Hch. Frick, Kahlertſtr. 31.
13. Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
14. Franz Geiger, Karlſtr. 36.
15. Wilh. Gelſius, Fuhrmannſtr. 6.
16. Jakob Glock. Langegaſſe 9.
17. Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
18. Philipp Handſchuh,
Schloßgarten=
ſtraße 37.
19. Ludw. Heppenheimer, Luiſenſtr. 2.
20. Wilhelm Heppenheimer, Kiesſtr. 80.
21. Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
22. Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.
23. Balthaſer Ittmann, Lauteſchlägerſtr. 42.
24. Heinrich Jung, Bleichſtr. 11.
25. Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
26. Karl Kämmerer, Marienplatz 10.
27. Adolf Kling, Rheinſtr. 17.
28. Albert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84.
30. Phil. Kraus Nachf., Karlſtr. 51.
31. Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
32. Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
33. Ludw. Luck, Lichtenbergſtr. 26.
34. Val. Marquardt u. Ph. Wamſer,
Dieburgerſtr. 54.
35. Ph. Maul, Eliſabethenſtr. 29.
36. Gg. Neumann, Heidelbergerſtr. 117.
37. Aug. Neumeyer Witwe, Große
Ochſengaſſe 90.
38. Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
39. Heinrich Pauli, Orangerieſtr. 7.
40. Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15.
41. Wilhelm Preußner, Bleichſtr. 40.
42. Karl Rockel Nachf., Schützenſtr. 4.
43. G. W. Roth, Moosbergſtr. 32 u. 97.
44. Jean Rühl, Saalbauſtr. 24.
45. Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
46. Friedrich Schiller, Tannenſtraße 7.
47. Franz Schulz, Karlſtr. 1041
48. Heinrich Schwarz, Hochſtr. 20.
49. Leonh. Sommer, Mühlſtr. 20.
50. Karl Tänzer, Marktplatz 7.
51. Mich. Vollrath, N.=Ramſtädterſtr. 51.
52. Hch. Waldſchmidt, Ludwigshöhſtr. 21.
53. Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
54. Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 2—
55. Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 46.
56. Karl Zahrt, Hofſtallſtr. 10.
29. Hugo Kötting, Liebfrauenſtraße 75.
Die ſämtlichen Firmen haben ihre Preis=Tarife auf dem Geſchäftszimmer der
unterzeichneten Verwaltung, „Waldſtraße 19‟, eingereicht, wo dieſelben von Intereſſenten
eingeſehen werden können.
(19146ism
Darmſtadt, den 1. Oktober 1910.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Beianitintachung.
Ein zur Zucht nicht mehr geeigneter Faſel=Ochs ſteht zum Verkauf. Kauf=
Angebote ſind bis Donnerstag, den 6. Oktober I. J., nachmittags 5 Uhr, ſchriftlich
bei uns einzureichen. Die Verkaufsbedingungen liegen täglich während der
Geſchäfts=
ſtunden bei uns zur Einſicht offen. Das Tier kann im Faſelſtall nachmittags zwiſchen
5 und 6 Uhr beſichtigt werden.
Arheilgen, den 29. September 1910.
(18950si
Großherzogliche Bürgermeiſterei daſelbſt.
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Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet beſtimmt ſtatt.
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12 Uhr, im Vorſtandszimmer der Alice=Schule, Friedrichſtraße 4.
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Seite 12.
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Aushilfſtelle Karlſtraße 65, II., im Hinterb.
*24302) Suche halbe Tage waſch. od. putzen,
od. für morg. Laufd. Blumenthalſtr. 34, III.
*24296) Jg. Frau ſucht Laufdienſt
Mühlſtraße 13, Hinterhaus.
*24287) Frau empfiehlt ſich für halbe Tage
zum Waſchen u. Putzen Mühlſtr. 28, Stb. I.
*24328is) Gehe waſchen u. putzen, auch
halbe Tage. Frau Simon, Soderſtr. 7, Htb. I.
*24330) Junge Frau ſucht morgens 2 Std.
Beſchäftigung. Näheres Kaupſtraße 1, I.
*24344) Unabhängige Frau ſucht Beſchäft.
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*24314) Frau ſucht Laufdienſt 1.2 Std. od.
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*24318) Saubere Frau ſucht Laufdienſt
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ſucht Aushilfe
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(*24366
*24359) Junges beſſeres Mädchen ſucht
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4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Eonſols . . . . 92,10
8 do. do.
82,80
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,30
3½
do.
93,40
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,40
8½
do.
91,40
3
do.
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3½
do.
90,90
3
do.
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4 Württemberger v. 1907 102,00
3½
do.
92,60
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1% Griechen v. 1887 . . 47,00
3¾ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 96,80
do. Goldrente.
do. einheitl. Rente
Portug. unif. Serie I.
do. unif. Ser. III
do.
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6980
1320
do. v. 1890 . . 94,90
do. v. 1905 ₰
Ruſſen v. 1880 a u. à ₰ 92.25
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4½ do. v. 1905 . . . . 100,20
3½ Schweden . . . . . . . 92,00
4 Serbier amort. v. 1895 83,90
4 Türk. Admin. v. 1903 88,50
4 do. unifiz. v. 1903 94,10
4 Ungar. Goldrente . . 93,80
4 do. Staatsrente . 91,80
5 Argentinier . . . . . . 102,00
do.
91,00
4½ Chile Gold=Anleihe . 94,00
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,80
do.
4½
99,60
4½ Japaner . . . . . . 97,50
5 Innere Mexikaner . . 99,90
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,25
5 Gold=Mexikaner .
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4 Hamb.=Amerika=
Paket=
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4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,60
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 108,00
4 Gotthardbahn . . .
InProz.
5t
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 162½
4 Heſt. Südbhn. (Lomb.) 22,50
4 Pennſylvania R. R. 129,75
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Mainzer Aktienbrauerei . 205,00
Werger=Brauerei
. . 73,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 488,75
Fabrik Griesheim . . . . 262,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 535,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim .
Lahmeyer . .
117,00
Schuckert .
.... . 161,350
Siemens & Halske . . . 252,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 443,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 234,50
Gelſenkirchen .
.. . 221,75
Harpener . . . . . . . . . 189,50
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betrieb . . . . . . . . . 247,50
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Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ., . 90,00
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do.
92,30
3½
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do.
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do.
80,00
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. Deutſche Bank .
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4 Diskonto=Geſellſchaft.
Dresdner Bank.
Mitteldeut. Kreditbk. 1
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Pfälzer Bank . .
4 Reichsbank.
4 Rhein. Kredit=Bank
4 Wiener Bank=Verein 1
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4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
do. S. 19 . . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
3½g
4 Meining. Hyp.=Bank
do,
4 Rhein. Hypoth.=Bank
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4 Südd. Bd.=Kr.=Bl.=Pf.1
3½
29₰
165,30
130,30
256,10
126,80
189,50
161,75
120,20
126,60
105,00
14500
139,10
140,80
100,00
92,00
99,50
100,50
90,50
101,40
92,30.
101,00
„ 91,50
100,00
90,50
100,30
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3½ do.
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3½ do.
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3½ do.
4 Heidelberg
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2½, do.
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3½ do.
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3½ do.
4 Mannheim .
3½ do.
4 München .
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
3½ do.
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3. Hall. Komm. „ 100 105,20
InP.5)
Bf.
3. Madrider Fs. 100 73,00
4 Meining. Pr.=Pfand‟
.. 136,10
briefe. . ..
4 Oeſterr. 1860er Loſe 175,50
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,80
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
Braunſchweiger Tlr.
Freiburger
Fs.
Mailänder
Fs.
do.
Fs.
Meininger
ſl.
Oeſterreicher v. 1864 „
do. v. 1858 „
Ungar. Staats „
Benediger Frs.
Türkiſche
,
. 20 212,00
. 15
45
10 34,00
. 7 37,50
100 550,00
100 445,00
„100 385,00
30.
400 181,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20 Franks=Stücke .
Deſter. 20 Kronen.::
Amerikaniſche Noten . . .
Engliſche Noten . . . .
Franzöſiſche Noten . . . .
Holländiſche Noten . . . .
Italieniſche Noten . . . .
Oeſterr.=Ungariſche Noten
Ruſſiſche Noten . . . . ..
Schweizer Noten . . . . .
20,42
1617
16.50
4,18½
20,42
80,95
169,30
.85,05
80,75
Reichsbank=Diskonto .
Rrichsbank=Lombard Zäf. 6½
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Oktober 1910
Nummer 232.
Kreuzbrunnen, Ferdinandsbrunnen:
Fettsucht, Haemorrhoiden, Magenleiden,
Chron. Darmträgheit, Frauenleiden.
A. Matürliohes
Rudoffsquelle: Giohtwasser.
Gicht, Chron. Katarrhe
der Harnwege, Nieren-
und Blasenſeiden.
Marienbader
echtes Brunnen-Salz,
Brunnen-Pastillen.
Broschüren durch Mineralwasser-
Verzendung.
Haupt-L
depotz Friedrich Schaefer
Großh. Hoflieferant, Darmstadt, Ludwigspl. 7
Seite
Die Fabrikate der Firma J. Neuhusen, Berlin, erfreuen sich bei allen Billard-Spielern der grössten Beliebtheit.
So erhielten kürzlich ausser vielen andern Herr J. Schottenhamel, Café Odeon, München, 18 Neuhusens Billards, J.
Schotten-
hamel, Café Odeon, Karlsruhe, 6 Billards.
(19204
Abgeschlossener, bestventilierter Billardraum.
Bürger-Verein -. Darmstädter Fecht-Cluh.
Samstag, den 22. Oktober, 8½ Uhr,
Familien=Abend mit Tanz
unter Mitwirkung erster Künstler
in den Festsälen des „Hotel Hess‟,
(19100ois
un
um
an
Gartenbau-Verein Darmstadt.
1. Donnerstag, 6. Oktober 1910, 8 Uhr abends: Monats-Versammlung
im Fürſtenſaal (Grafenſtraße). Tagesordnung: a) Verſchiedene Mitteilungen, b) Vortrag
von Frau Sanitätsrat Dr Hüffel über das Thema: „Aus der Geſchichte des Vereins2
2. Mittwoch, 12. Oktober 1910: Besuch der Landes-Obst- und
Garten-
bau-Ausstellung zu Frankfurt (Main). Abfahrt von Darmſtadt 11.58 Uhr vorm.
Der Vorstand.
19159)
Darmstädter Zuerklas
Gegründet 1879
KONZERT
anlässlich des XKNl. Stiftungsfestes
Samstag, den 8. Oktober d. J., abends
8½ Uhr, im Städtischen Saalbau
unter gütiger Mitwirkung der Damen Frl. Mathilde Heissner (Gesang),
Frl. Wilhelmine Heissner (Klavier), Frl. Hildegard Morian (Spinett)
und der Herren Kammermusiker Fr. Mehmel (Violine) u. A. Diedrich
(Violine) — Leitung: Kammermusiker P. Dern.
*
BALL
Eintrittskarten: Numerierter Platz 1.50 M., nichtnumerierter Platz 1 M.,
Familienkarten (3 Personen) 2.50 M., sind in der
Hofmusikalien-
handlung G. Thies Nachfolger, Elisabethenstrasse 12, sowie abends
an der Kasse erhältlich.
(18977sif
Mittwoch, den 5. Oktober 1910,
Metzelſuppe
2
Dienstag, den 4. Oktober, abends
Bratwurstschmaus
Feinſtes Lagerbier in Zapf
Flaschenbier-Versand.
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Brauerei Erbacherhof
Gabriel Grohe. Karlstrasse 10.
Konzertsaal Perkeo, Alexanderstrasse 12 u. 14
Vom 15. bis 30. September, allabendlich 8 Uhr
(17910a
das grosse Variété- und
Glücksterne.
Theater-Programm der
Sehlen u. F. - Heiel „zur Krone
5
Samstag, den 8. Oktober,
KONZERT. Richard Wagner-Abend
gegeben von Opernſängerin Frl. Elise Poth
unter gütiger Mitwirkung von
Herrn Hofopernsänger H. Spemann.
Programm: Gebet: Rienzi, Schmiedelieder: Siegfried, Gralserzählung:
Lohen=
grin, geſungen von Herrn H. Spemann, Arie: „Dich teure Halle‟ Tannhäuſer,
Elſas Traum: Lohengrin, Lieder: Schmerzen, Träume, geſungen von Frl. E. Poth,
Zwiegeſang Walküre: „Winterſtürme wichen dem Wonnemond”, geſungen von Frl.
E. Poth und Herrn H. Spemann.
(19122if
Preiſe der Plätze: Sperrſitz Mk. 3.—, numerierter Platz Mk. 2.—, unnumerierter
Platz Mk. 1.—.
Anfang 8 Uhr. Kaſſeöffnung ½8 Uhr.
Billets im Vorverkauf bei Herrn L. Schutter, G. Thies Nachf., Darmſtadt,
Eliſabethenſtraße.
Jede Hausfrau erzielt
bedeutende Ersparnis
durch Verwendung meiner Tafel=Margarine, an Stelle der teuren
Butter
unvergleichlichſte Qualität, ſelbſt als Brotaufſtrich von feinſter Butter nicht zu unterſcheiden,
per Pfund 88 Pfennige.
Verſand unter Nachnahme oder gegen Voreinſendung des Betrags. Probeſendung
von 3 Pfund. Von 5 Pfund an franko.
(18730)f
Bei Beſtellung genügt die Bezeichnung Nr. 1.
Jos. Huber, Eiergrosshandlung,
Frankfurt a. M., Holzgraben 11.
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Gteures Pianino z. k. geſ. Näh. Exp. (*24291 Ezu verk. N. Sandberaſtr. 59, II. (B19192
2. Beilage
zum Darmſtädter Tagblatt.
N5 232.
Dienstag, 4. Oktober.
1910.
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(*24288
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 4. Oktober 1910.
Nummer 232.
„Warm zu empfeln iſt der Gebrauch von Zukers
Pa=
tent=Medizinal=Seife bei Rauhigkeit und Schuppungen
der Haut, bei leichter Ichthyoſis, ganz beſonders bei
Un=
reinheiten derſ., wenn Miteſſer u. deren Folgezuſtände,
Knötchen, Puſteln uſw. das bekannte
unſch. Geſichtsbild hervorr.” So urteilt
H. Dr. med. W. üb. Zucker’s Patent=
Me=
ydizinal=Seife, à Stck. 50 Pf. (15%ig) u.
I okob.50 M. (35½ig, ſtärkſte Form). Dazugeh.
Zuckooh=Creme 75 Pf. u. 2 M. i. ſamtl. Apoth., Drog. u. Parf.
19167E
Sport.
Pfr. Das Münchener Oktober=Meeting,
das früher in dem im Vorjahre eingegangenen
Bayern=Preis ſeinen Höhepunkt erreichte, nahm am
Sonntag ſeinen Anfang. Die Hauptkonkurrenz des
erſten Tages bildete der mit 10000 Mark ausgeſtattete
Subſkriptions=Preis, der durch den leichten Sieg von
Porcelaine mit einer Ueberraſchung endete.
Einen ſeltenen Erfolg hatte der bekannte
Herrenreiter Dr. Rieſe am Sonntag bei den
Ren=
nen zu Kiel zu verzeichnen, da er alle vier
Konkur=
renzen des Programms gewann. Dr. Rieſe ſteht
nun=
mehr mit 51 Siegesritten bei weitem an der Spitze
der erfolgreichen Herrenreiter und iſt auf dem beſten
Wege, den im Vorjahre von Leutnant Raven mit 63
Siegen aufgeſtellten deutſchen Rekord zu überbieten.
Orient im Peſter St. Leger geſchlagen.
Der Graditzer Orient,s der bei ſeinem einzigen
Auf=
treten als Zweijähriger mit einem leichten Siege im
Graf Hugo Henckel=Memorial zu Wien ſo glänzend
debütierte, hat bei ſeinen beiden diesjährigen
Ver=
ſuchen in Oeſterreich=Ungarn völlig verſagt. Im
Wie=
ner Derby paſſierte er als letzter das Ziel und jetzt,
im Peſter St. Leger, wo man ſicher eine Korrektur
dieſer Form erwartete, endete er auf dem gleichen
Platze. Für die deutſche Zucht iſt dieſes Reſultat ein
äußerſt betrübendes. Fand doch der Bona Viſta=Sohn
im eigenen Lande keinen nur einigermaßen
eben=
bürtigen Gegner mehr, und um ſo überraſchender
kommt ſein neuerliches Verſagen gegen die guten
Pferde des Nachbarlandes.
Rr. Der Große Preis von Europa
bil=
dete am Sonntag die Hauptkonkurrenz der Radrennen
zu Leipzig. Das über 100 Kilometer führende
Ren=
nen geſtaltete ſich zu einem ſcharfen Kampf zwiſchen
Guignard und Theile, die während des ganzen
Ren=
nens in einer Runde lagen. Zum Schluß verſuchte
Theile den führenden Guignard zu erreichen, vermochte
aber trotz aller Anſtrengungen nur bis zu 20 Meter
zu dem Franzoſen aufzulaufen. Guignard gewann
das 100 Kilometer=Rennen in der deutſchen
Wettfahr=
rekordzeit von 1 Stunde 14 Minuten 45,2 Sekunden.
Walthour beſetzte 12 Runden zurück den dritten Platz,
während Dickentmann infolge mehrerer
Maſchinen=
defekte 27 Runden zurück blieb. Das Hauptfahren
ge=
wann Schürmann gegen Wegener und Schwab. Im
Vorgabefahren ſiegte Lorenz gegen Rudel und Lüdicke
und das Prämienfahren holte ſich Rudel gegen
Schür=
mann und Techmer.
In Dresden wurde der Große Herbſt=Preis,
ein Dauerrennen über 15, 20 und 25 Kilometer
ent=
ſchieden. In allen drei Läufen beſetzte der Berliner
Janke den erſten Platz vor Demke, der jedesmal
zwei=
ter wurde. Das Geſamtreſultat war: 1. Janke 60,000
Kilometer, 2. Demke 59,110 Kilometer, 3. Thomas=
Breslau 54,850 Kilometer, 4. Mauß=Köln 52,180
Kilo=
meter. Für das über 2000 Meter führende Elbtal=
Rennen waren die Flieger Henry Mayer, Otto Meyer.
Rütt und Arend verpflichtet worden, die im Endlauf
in der angegebenen Reihenfolge das Ziel paſſierten.
Henry Mayer eine halbe Länge vor Otto Meyer, Rütt
Handbreite zurück vor Arend. Im Tandemfahren über
2000 Meter ſiegte das Paar Rütt=Otto Meyer mit
zwei Längen gegen Ganzevoort=Kendelbacher und
Henry Mayer=Althoff. Im Vorgabefahren ſiegte
Ro=
ſenberger (290 Meter) gegen Kiehne (240 Meter) und
Roſenfeld (270 Meter), während Rütt (20 Meter)
vier=
ter wurde. Arend und Henry Mayer hatten
auf=
gegeben.
Radrennen in Frankfurt a. M. Im
Vor=
dergrund des Tages ſtanden die beiden Dauerrennen,
die Hugo Przyrembel gewann. In dem 50 Kilometer=
Rennen gelang es ihm, den Weltrekord über 30
Kilometer, den Scheuermann mit 21:19,2 hielt, auf
21:11,3 herabzudrücken. Auch über 50 Kilometer ſtellte
er einen neuen Rekord auf mit 34:32,2 und verbeſſerte
damit den von Linart in München aufgeſtellten
Re=
kord von 35:05. In den Fliegerrennen dominierte
Stabe, der das Hauptfahren ſowie das Prämienrennen
jedesmal ſicher vor Oſtermeyer nach Hauſe fuhr. Die
Reſultate waren: Kleiner Herbſt=Preis, 30 Kilometer:
1. Hugo Przyrembel 21:20,2; 2. Weiß 2450 Meter, 3.
Adolf Schulze 2500 Meter, 4. Cuzin=Paris 2630 Meter,
5. van Neck 3100 Meter zurück. — Großer Hürdenpreis,
50 Kilometer: 1. Hugo Przyrembel 34:32,2; 2. van
Neck 4120 Meter, 3. Schulze 5560 Meter, 4. Cuzin 6010
Meter, 5. Weiß weit zurück. — Hauptfahren: 1. Stabe=
Berlin, 2. Oſtermeyer dichtauf, 3. Fritz Stellbrink. —
Prämienfahren: 1. Stabe, 2. Oſtermeyer Radlänge,
3. Fr. Stellbrink eine halbe Radlänge zurück. —
Vor=
gabefahren: 1. Nikoleißig 120 Meter; 2. Höſchler, 140
Meter, ½ Lg.; 3. Stabe (Mal) z½½. Lg.
Vermiſchtes.
— Amerikaniſches Studentinnenleben. Von der
Le=
bensweiſe der Töchter Amerikas, die ſich dem akademiſchen
Studium gewidmet haben, berichtet die Revue Univerſitaire
charakteriſtiſche Einzelheiten. Der größte Teil der
Studen=
tinnen wohnt in der Univerſität; neben dem Studium
ſtehen, wie auch bei den männlichen Studierenden, der
Sport und die körperliche Ausbildung im Vordergrund.
Aber dieſe Eigenart des amerikaniſchen Univerſitätslebens
bringt bei den jungen Damen keineswegs ein unweibliches,
burſchikoſes Weſen hervor, im Gegenteil, ſelbſt in den
Augenblicken der Freiheit und im ungezwungenen
Zu=
ſammenſein bleiben ſie Damen. In einigen großen
Uni=
verſitäten führen die Studentinnen ein Leben, um das
manche weisheitsbefliſſene Europäerin die jungen
Ameri=
kanerinnen beneiden könnte. Die Univerſitäten beſitzen
ge=
wöhnlich große Gärten und Parks; im Grün verſtreut ſind
kleine Häuſer errichtet, und in dieſen reizenden Villen hat
jede Studentin ihr eigenes Zimmer. Die Mahlzeiten
wer=
den natürlich gemeinſam eingenommen; die Räume und
Säle, die den geſelligen Zuſammenkünften, den Mahlzeiten
und der abendlichen Unterhaltung dienen, ſind mit
beſon=
derer Liebe ausgeſtattet und laſſen an Gemütlichkeit und
Wohnlichkeit nichts zu wünſchen übrig. Faſt allabendlich
endet die Unterhaltung mit einem Tanze. Am Tage aber,
wenn das Studienpenſum erledigt iſt, drängt die
amerika=
niſche Studentin ins Freie; große Sportwettkämpfe oder
ländliche Feſte werden veranſtaltet. Dann ſieht man unter
ſchattigen Bäumen, auf grünen Wieſen oder an den Ufern
maleriſcher Seen Tauſende von jungen Mädchen vereinigt,
um in fröhlicher Feier ihre Jugend zu genießen und von
dem Ernſt der Arbeit auszuruhen. Jede Fakultät wählt
dann eine beſondere Blume, einen beſonderen Wahlſpruch
oder ein beſonderes Lied zur Deviſe, und ſo ſpiegelt ſich die
Organiſation der Lehrarbeit ſelbſt noch im heiteren Spiel.
Im Rahmen der Univerſität werden gerne Klubs und
Ver=
eine gegründet, die politiſche, volkswirtſchaftliche oder
künſt=
leriſche Ziele verfolgen.
In allen dieſen Organiſationen überraſcht das Walten
eines geſunden, praktiſchen Sinnes, der das Angenehme
ohne das Nützliche verſchmäht und beide harmoniſch zu
verbinden weiß. Da iſt die „Conſumers League”, die
not=
leidende Arbeiter unterſtützt, da iſt die „Shakeſpeare=
Geſell=
ſchaft” oder die „Agora” die politiſche Ziele verfolgt. Auch
ſprachliche Studien haben zur Bildung von Vereinigungen
geführt, die meiſten Univerſitäten haben ihre „Alliance
frangaiſe” und ihren „Deutſchen Verein‟ Die
Studen=
tinnen des College von Wellesley, das eine halbe Stunde
von Boſton entfernt iſt, kommen oft in die Stadt, um
Ein=
käufe zu machen oder in den Muſeen Belehrung und
Er=
bauung zu ſuchen. Jeden Samstag trifft ein Extrazug ein,
der eine Schar von Studentinnen nach Boſton bringt:
ele=
gant, außerordentlich elegant gekleidete junge Damen.
Selbſtändigkeit und Abhängigkeit ſind ſcharf gegeneinander
abgehoben, denn die Studentinnen haben an den meiſten
Univerſitäten eine ſtrenge Organiſation durchgeführt, eine
Art Selbſtregierung geſchaffen, das ſogenannte „Student
Government” Es beſteht aus einer Präſidentin, einer
Vize=
präſidentin, einer Sekretärin und einem ausführenden
Komitee, die alle von den Studentinnen gewählt ſind. Und
unter den Töchtern der alma mater gibt es keine, die ſich
dieſer ſtrengen Regierung entzieht. Die Aufſicht iſt ſehr
ſcharf, ſie beſchränkt ſich nicht auf die Geſamtheit, ſondern
verfolgt auch das Leben der Einzelnen; ja ſogar auf den
Spaziergängen und Ausflügen iſt jede Studentin ſich
be=
wußt, daß das=Auge des „Student Government” wacht,
Literariſches.
Der Schnelltouriſt. Führungen durch
Deutſchlands Städte. Heft 5: Süd=Weſt=Deutſchland
(Elſaß=Lothringen, Rheinpfalz, Rheinheſſen, Heſſen=
Starkenburg und Baden). Verlag von Walter Seifert,
Stuttgart. Preis hübſch kartoniert 1 Mark. — Mit
dieſem neuen Unternehmen wird einem wirklichen
Be=
dürfnis in beſter Weiſe entſprochen. Die vielen
Reiſen=
den, die ſich eine Stadt nur ein wenig anſehen wollen,
werden ſich den Schnelltouriſten gern zum
Reiſebe=
gleiter wählen, der ſie am Bahnhof empfängt, ihnen die
Hauptſehenswürdigkeiten zeigt und ſie zum Bahnhof
zurückbringt. Plan und Text berückſichtigen nur das
für den Fremden Wichtige.
Der Pariſer Phyſiker Lucien Bull hat einen
intereſſanten Apparat konſtruiert, der die Schläge des
Herzens auf einem abrollenden Papierſtreifen
photo=
graphiert und regiſtriert. Eingehend wird dieſe
inter=
eſſante Vorrichtung im neueſten zweiten Heft des
illuſtrierten Zeitſchrift „Zur Guten Stunde‟
(Deutſches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57.
Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) von einem
Fach=
mann beſchrieben und die dort beigedruckten
Illuſtrati=
onen zeigen mit überraſchender Deutlichkeit den
Unter=
ſchied zwiſchen den Herzſchlägen geſunder und kranker
Menſchen. Auch ſonſt enthält das neue Heft eine Fülle
von unterhaltenden und belehrenden Aufſätzen: vor
allem zwei ſpannend geſchriebene Romane: „Der
Stall=
baron” von Hanna Brandenfels und „Königsliebchen”
von Guſtav Klitſcher, ferner Novellen, Gedichte, farbige
und ſchwarze Kunſtblätter und die beiden, ſtets
wert=
volles Material bringenden Beilagen „Erfindungen
und Entdeckungen” und „Für unſere Frauen”.
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