Darmstädter Tagblatt 1910


29. August 1910

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173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
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werden angenommen in Darmſtadt
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ſowie von unſeren Agenturen und
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.

Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

N 201.

Montag, den 29. Auguſt.

1910.

Die heutige Nummer hat 12 Seiten.

Die Königsberger Kaiſerrede
hat vielfach Ueberraſchungen hervorgerufen und die Kri=
tik
iſt nicht ausgeblieben. Man hatte geglaubt, daß der
Kaiſer ſich auch weiterhin Zurückhaltung auf innerpoli=
tiſchem
Gebiete auferlegen würde und faſt allgemein wird
die Rede als ein Rückfall in die anſcheinend überwundene
Epoche vor dem November des Jahres 1908 empfunden
und vielfach in dieſem Sinne erörtert.
Die Tägliche Rundſchau ſagt: Dieſe Rede
deutet auf Sturm. Sie wird in dieſen Tagen politiſcher
Verſtimmung und Verärgerung mehr als zu irgend einer
anderen Stunde brauſendes Aufſehen erregen. Sie wird
es umſomehr, als man gerade in dieſen Zeiten ſich ſo ſcharf
akzentuierter programmatiſcher Ausführungen aus dem
Munde des Kaiſers am wenigſten verſehen hätte. Seit den
Novembertagen haben wir mehr als einmal dankbar der
großen Zurückhaltung gedacht, die der Kaiſer ſeinem ſtar=
ken
redneriſchen Temperamente auferlegte. Umſomehr be=
danern
wir es, daß der Kaiſer ſich wieder ohne zwingen=
den
Anlaß in das Feuer der öffentlichen Kritik ſtellt und
auf den Gang unſerer inneren Politik in einem Sinne
einwirkt, der ihr nicht von Nutzen ſein kann. Man wird
der Kritik, die ſchon jetzt mit aller Schärfe einſetzt, auch
vom gut kaiſerlichen und monarchiſchen Standpunkte aus
nicht beſtreiten können, daß die Königsberger Rede alles
das, was in den kaiſerlichen Anſprachen früherer Jahre
oft weit und breit verſtimmt hat, wie in einem Brenn=
punkt
ſammelt und mit einer Schärfe ausſpricht, wie es
noch nie zuvor der Fall war. Gewiß iſt Kaiſer Wil=
helm
II. ein ſtreng konſtitutioneller Monarch und hat alle
Zeit durch die Tat bewieſen, daß er die verfaſſungsmäßigen
Rechte des Volkes aufs treueſte zu wahren und zu re=
ſpektieren
weiß; aber warum dann dieſes Betonen des
Königtums von Gottes Gnaden und aus eigenem Rechte,
das weit im Lande Mißverſtändniſſe hervoruſen nuß
und der antimonarchiſchen Agitation Nahrung gibt! Zu
den wahrlich ausreichenden Kämpfen und Ver=
ſtimmungen
dieſer Tage treten neue, denn die Kaiſerrede
wird wirken wie eine Kampfanſage. Für die guten Mon=
archiſten
entſteht eine Lage mit einem Zuge tragiſcher Zer=
riſſenheit
. Zweifellos wird auch der Reichstag ſich mit
dieſer Rede, die im übrigen beherzigenswerte Gedanken
enthält und vor allem auch wegen ihres Hinweiſes auf die
Lücke in unſerer Riſſung, auf die Apiatik, mit Dankbar=
keit
begrüßt werden könnte, beſchäftigen. Die nächſte
Frage aber iſt die: Iſt die Rede mit Zuſtimmung des
Reichskanzlers gehalten worden oder nicht und wie ſtellt
ſich Herr von Bethmann Hollweg zu der Anſicht des Kai=
ſers
, daß er ſich als Inſtrument des Herrn betrachte und
ohne Rückſicht auf Tagesanſichten und Meinungen ſeinen
Weg zu gehen habe?
Einzelne Teile der Rede finden auch in rechtsſtehenden
Blättern nicht volle Zuſtimmung.
Ein Blatt wie die freikonſervative Poſt ſchreibt:
Dieſe Rede wird ſicherlich wieder reichhaltigen Stoff zu
den mannigfaltigſten Betrachtungen bieten. Zunächſt muß
zugegeben werden, daß das, was Kaiſer Wilhelm über die
Krönung ſeines Großvaters ſagte, geſchichtlich richtig iſt,
daß es aber wohl der klaren, ſchlichten Auffaſſungsweiſe
des erſten deutſchen Kaiſers kaum entſprochen haben
dürfte, in ſeiner für uns heute in der Tat großen
Perſönlichkeit ein auserwähltes Inſtrument des Him=
mels
zu erblicken. Derartige Wortſchätze aus der Prunk=
rüſtkammer
des Mittelalters lagen der einfachen preußi=
ſchen
Soldatennatur Kaiſer Wilhelms I. durchaus fern.
Wenn Kaiſer Wilhelm wiederum hervorhebt, daß er ſeinen
Weg gehe ohne Rückſicht auf Tagesanſichten und Meinun=
gen
, ſich als Inſtrument des Himmels betrachtend, ſo er=
innert
dieſe etwas myſtiſche Wendung an ähnliche Gebilde
in Kaiſerreden aus früheren Tagen. Damals wurden
große Bedenken erhoben; ſie werden auch diesmal nicht
fehlen, aber ſchließlich darf man nicht vergeſſen, daß das
Wort geboren iſt in begeiſterter Stunde und keineswegs
ein Programm für die zukünftige Regierung unſeres Kai=
ſers
zu bedeuten braucht.
Die Voſſiſche Zeitung meint, daß die Rede viel=
fach
einiges Aufſehen erregen werde. Der in ihr enthal=
tene
Proteſt gegen den Abrüſtungsgedanken werde erho=
ben
in einem Augenblick, wo der Zar, der Urheber des
Friedensmanifeſtes, deutſchen Boden betrete. Das Blatt
weiſt in nicht mißzuverſtehender Abſicht darauf hin, daß
der Reichskanzler fern von Königsberg weilte und ſich be=
reits
am Sonntag in Poſen vom Kaiſer verabſchiedet
habe. Das Berliner Tageblatt bedauert, daß
der Kaiſer jede Rückſicht auf Tagesanſichten ablehne. Ge=
rade
jetzt könnte eine Mißachtung des Volkswillens zu
Konſequenzen führen, die beklagenswert ſein müßten.
Zuſtimmend äußert ſich die Germania, indem ſie ſagt,
daß die Rede manches Beherzigenswerte namentlich hin=
ſichtlich
der Erziehung enthalte. Trotz aller Ungbhängig=
keit
von Parlament und Volksverſammlung bleibe der
Kaiſer doch an die verfaſſungsmäßigen Rechte des Par=
laments
gebunden. Daß er ſich dabei an einen höheren
Willen gebunden glaubt, könne jeden Chriſten nur freuen.
Vollen Beifall findet die Kaiſerrede in der Deut=
ſchen
Tageszeitung. Das Blatt ſagt: In unſerer
Verfaſſung iſt für ein parlamentariſches Königtum kein
Platz. Das Gottesgnadentum bleibt der allein feſte Grund

aller Autorität. Wird dieſer Grund unterwühlt, ſo bricht
alles zuſammen. Im großen und ganzen wird jeder völ=
kiſch
empfindende Deutſche den kaiſerlichen Ausführungen
zuſtimmen, die eine wertvolle Ergänzung zur Kronprin=
zenrede
in Königsberg bilden. Der Reichsbote fin=
det
in den Worten vom Gottesgnadentum keine Prokla=
mation
eines Abſolutismus, wie er mit der konſtitutionel=
len
Verfaſſung in Preußen und im Reiche im Wider=
ſpruche
ſtehen würde, ſondern lediglich die Verſicherung,
daß der Kaiſer ſein Amt mit Gewiſſenhaſtigkeit gegen
Gott führte und ſich nicht nach den in den Volksmaſſen
hin und her ſchwankenden Tagesmeinungen und =anſichten
treiben laſſe. Darum müſſen alle, denen das Wohl des
Vaterlandes am Herzen liegt, in dem Kampf mit der de=
mokratiſchen
Flut dem Kaiſer zur Seite treten. Weder
Revolution von unten, noch Umſturz von oben, ſondern
klares, feſtes Fortſchreiten auf geſetzlichen Wegen mit dem
Blick auf das Wohl des Vaterlandes, das ſei unſere Pa=
role
.
Die Luftſchiffahrt im Dienſte edes franzöſiſchen
Heeres.
Der franzöſiſche Kriegsminiſter General Brun
kündigt an, daß in Zukunft alle Soldaten im Luft=
ſchifferdienſt
einen Extraſold beziehen werden,
und zwar wird die Gehaltszulage für Offiziere 1,25 Mark
pro Tag und für Unteroffiziere 3060 Pfg. pro Tag, je
nach dem Grad, betragen. Extraſold wird auch allen den wolle. Die Vereinigten Staaten, England, Frankreich
Militärluftſchiffern gezahlt werden, die Flüge ausführen,
und dieſe Entſchädigungen werden je nach der Art des
Fluges abgeſtuft werden: je größer die Gefahr iſt, die der
Flug mit ſich bringt, um ſo höher wird auch die Extra=
bezahlung
ſein. Es iſt eine ganze Skala für die beſonderen
gleichviel ob ſie als Piloten oder als Beobachter tätig
ſind, 4 Mark für jeden Flug erhalten, der nicht länger als
zwei Stunden dauert, andererſeits aber mindeſtens eine
Entfernung von 5 Kilometer zurücklegt. Für einen Flug
von 26 Stunden werden 12 Mark bezahlt, und für jeden
Flug von mehr als 6 Stunden Dauer 16 Mark. Für ſehr bedeutend.
Offiziere an Bord lenkbarer Luftſchiffe lautet die Skala
etwas anders. Wenn der Flug eine halbe Stunde bis
zwei Stunden dauert, ſo erhalten ſie jeder 4 Mark; dauert
er zwei bis ſechs Stunden, ſo erhalten ſie 8 Mark, und für
ſchaften vom gewöhnlichen Freiballon haben Anſpruch auf
Extraſold. Der Tarif für Offiziere ſchwankt hier von
2,508 Mark.
Der Kriegsminiſter erklärte ferner einem Berichterſtat=
ter
, daß die Aeroplane bei den großen Manö= gehend, daß eine völlige Sonntagsruhe in Kontoren und
der Flieger werde zwar ein Maſchinengewehr an Bord
haben, doch geſchehe dies nur, um die Offiziere daran zu
gewöhnen, dieſe Mehrbelaſtung mitzunehmen. Die Sold=
daten
werden vielleicht auch den Befehl erhalten, auf die
in Schußweite fliegenden Aeroplane Salven abzugeben,
weil man die Truppen daran gewöhnen müſſe, auf dieſe mehr dem Deutſchen Handelstag auf Anfrage mitgeteilt,
fliegenden Zielſcheiben zu ſchießen; aber man werde nie= daß über die geſetzliche Neuregelung der Sonntagsruhe im
mals vorausſetzen, daß ein Aeroplan einem Befeſtigungs=
werk
oder einem Truppenkörper Schaden zufügen könne.
Und wenn zwei feindlichen Parteien angehörende Aero=
plane
einander begegnen ſollten, dann werden ſie dem er= Seite, die feſtgeſtellt hat, wie ſich die Parteien zu einem
haltenen Befehl gemäß ausweichen müſſen, anſtatt vielleicht
eine Attacke zu markieren, die für beide gefährlich werden
könnte. Ich habe, bemerkte der Kriegsminiſter, alle
Vorſichtsmaßregeln getroffen, um das Leben der Flieger
nicht zu gefährden. Die Korpskommandeure werden ihnen mittlung ab. Sie ſagen, einem Schiedsgericht könnten ſie
keine Befehle geben, ſondern bloß ſagen, es wäre wün=
ſchenswert
, wenn ein Aviatiker dieſe oder jene Aufgabe er= die Unternehmer in dieſer Beziehung beim Bauarbeiter=
füllen
könnte. Jeder Führer der aus vier Aeroplanen ſtreik gemacht hätten. Da ſchon von privater Seite meh=
beſtehenden
Gruppe wird dann unter ſeiner eigenen Verant= rere Vermittlungsverſuche gemacht wurden, die aber ge=
wortlichkeit
und durchaus unabhängig zu entſcheiden ha= ſcheitert ſind, ſo hofft man nunmehr allgemein auf einen
ben, ob die Durchführung der Aufgabe tunlich ſei. Einige Vorſchlag von autoritativerer Seite; denn die Wunden,
Führer dieſer Aeroplane, wie Oberleutnant Fequant die der Streik ſchlägt, werden immer größer, und ein Teil
und Camerman, ſowie der Reſerveleutnant Paul=
han
werden eine beſonders heikle Miſſion erhalten. Sie reits nach England vergeben worden.
werden bei den Lenkballons zu bleiben und die höheren
Luftſchichten zu erforſchen haben, um feſtzuſtellen, ob ein
Aufſtieg der Lenkballons möglich iſt.

Die handelspolitiſchen Lolgen der Annektion
Koreas.
* Die Annektion Koreas durch Japan iſt nicht nur
von politiſcher, ſondern auch von handelspolitiſcher Wich=
tigkeit
und wird, wie zu vermuten iſt, zu manchen Aus=
einanderſetzungen
zwiſchen Japan und verſchiedenen Mäch=
ten
, die an Korea intereſſiert ſind, führen. Korea war

bisher ein Land der offenen Tür. Es hatte Handelsver=
träge
mit einer Reihe von Staaten. Die koreaniſchen
Einfuhrzölle richten ſich durchweg nach dem Werte der
Ware und betragen im Durchſchnitt 7½, in der niedrig=
ſten
und höchſten Spannung zwiſchen 5 und 20 Prozent.
In der Ausfuhr ſtellen ſich die Zölle auf 5 Prozent des
Wertes. In den Verträgen mit den meiſten Staaten ſind
verſchiedene Artikel, wie Gold= und Silberwaren, Münzen
und ſo weiter, von den Ausfuhrzöllen ausdrücklich ausge=
nommen
. Nun beſtehen zwiſchen Korea und einer Reihe
von Staaten Kapitulationen. Dieſe bedingen ſowohl, daß
fremde Staatsangehörige in Korea der Juſtiz des eigenen
Landes unterworfen ſind, als auch, daß Korea ſeine Zölle
ohne Zuſtimmung der fremden Mächte nicht über das ver=
tragsmäßig
feſtgeſetzte Maß hinaus erhöhen kann.
Nun, will Japan ſeinen Zolltarif, der für viele Ar=
tikel
das Doppelte und Dreifache der koreaniſchen Zölle
normiert, auf Korea ausdehnen und infolge der Annektion
auch die Kapitulationen beſeitigen. Japan hat einen
neuen Zolltarif ausgearbeitet und die Verträge gekündigt.
Im japaniſchen Parlament wurde erklärt, daß nicht mehr
die Abſicht beſtehe, mit fremden Staaten Verträge abzu=
ſchließen
, ſondern daß Japan ſeinen autonomen Zolltarif,
als einen Meiſtbegünſtigungstarif für die Mächte anwen=
und Belgien haben ein großes Intereſſe an dem Abſatz in
Korea, und da die Beſeitigung der Kapitulationen von
ihrer Zuſtimmung abhängt, nimmt man in dieſen Län=
dern
in den politiſchen Kreiſen an, daß die Zuſtimmung
nicht ohne weiteres erteilt werden wird. Die Ausdehnung
Einzelleiſtungen aufgeſtellt worden; alle Soldaten werden, des japaniſchen Zolltarifes auf Korea würde bedeuten,
daß dort keine andere Macht mehr in Konkurrenz gegen
Japan treten könnte, das heute unter den gleichen Bedin=
gungen
im Wettbewerb mit den anderen Ländern ſtand.
Korea bezieht faſt alle Induſtrieprodukte aus dem Aus=
land
und namentlich der Handelsverkehr mit Amerika war
Deuſches Reich.
Sonntagsruhe im Handelsgewerbe.
Vor einiger Zeit ging eine Mitteilung durch die Preſſe,
jeden Flug über 6 Stunden 16 Mark. Auch die Mann= daß ein Geſetzentwurf über die Neuregelung der Sonn=
tagsruhe
im Reiche vom Reichsamt des Innern vorbereitet
würde und dem Reichstag im kommenden Herbſt zugehen
werde. In der Mitteilung wurden genauere Angaben
über den Inhalt des Entwurfs gemacht, u. a. dahin
vern lediglich eine Beobachter=Rolle ſpielen werden. Je= Betrieben, die nicht mit einer offenen Verkaufsſtelle ver=
bunden
ſeien, eingeführt werden ſolle. Auch für offene
Verkaufsſtellen ſolle die Beſchäftigungszeit an Sonntagen
noch eingeſchränkt werden. Dieſe Nachrichten hatten weite
Kreiſe der Handels= und Gewerbetreibenden in ſtarke Un=
ruhe
verſetzt. Der Staatsſekretär des Innern hat nun=
Handelsgewerbe noch keine Entſchließungen getroffen
ſeien.
Zum Werftarbeiterſtreik wird von einer
Vermittlungsvorſchlage verhalten, der N. Hamb. Ztg. mit=
geteilt
, daß die Arbeitnehmer gern bereit ſind, auf einen
ſolchen Vorſchlag einzugehen, ohne daß ſie Vorbeding=
ungen
ſtellen. Die Arbeitgeber hingegen lehnen jede Ver=
ſich
nicht unterwerfen nach den ſchlechten Erfahrungen, die
der Aufträge, die den deutſchen Werften zufallen, ſind be=
Die Verhaftung der beiden der Spio=
nage
verdächtigen Engländer auf Borkum gibt
den engliſchen Blättern zu ziemlich ausführlichen Berichten
Anlaß, die zum Teil recht vorſichtig gefaßt ſind. Wenn
die Zeitungen vorläufig noch nicht an die Schuld ihrer
Landsleute glauben wollen, ſo kann man ihnen das nicht
verdenken, und auch für uns ſind die Verhafteten vorläufig
nur Angeſchuldigte. Allerdings erſcheinen ſie ſchwer be=
laſtet
. Nicht nur durch die Funde, die man bei ihnen ge=
macht
hat, ſondern vielleicht mehr noch durch die Weige=
rung
, Namen und Beruf anzugeben. Die Daily Mail
giht ihrem=Aerger durch alberne Ausfälle Ausdruck, wenn

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Seite 2

Nummer 201.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Auguſt 1910.

ſie von dem plötzlichen Wiederaufleben der Spionentoll=
heit
ſpricht. Wenn irgend ein Land ſich von dieſer Krank=
heit
freigehalten hat, ſo iſt es Deutſchland, und wenn ein
Land nicht das Recht hat, uns mit ſolchen Vorwürfen zu
kommen, ſo iſt es England. Wie lange ſo bemerkt die
Kölniſche Zeitung ſehr richtig iſt es denn her, daß die
engliſche gelbe Preſſe wahre Orgien der Spionenfurcht
feierte, die engliſche Luft mit deutſchen Geſpenſterſchiffen,
London mit einer Armee von 30000 deutſchen Kellnern
bevölkerte und unter der Nordſee heimlich einen Tunnel
egen ließ! Wer ſelbſt ſolche Spionentollheiten beging,
der ſoll doch wirklich über andere nicht reden, die in ruhi=
gem
ernſten Gerichtsverfahren eine Unterſuchung gegen
Leute führen, die ſich zum mindeſten der Spionage drin=
gend
verdächtig gemacht haben. Bei dieſer Gelegenheit
darf man den Engländern vorhalten, daß die deutſche Ge=
ſetzgebung
ſehr viel weitherziger iſt als die ihrige. In
England genügt die bloße Tatſache, daß man in der Um=
gebung
von Feſtungswerken photographiert hat, zu einer
ſchweren Verurteilung, während bei uns für eine Verur=
teilung
wegen Spionage noch ganz andere Beweis=
momente
hinzutreten müſſen.
Ausland.
Spanien und der Vatikan.
Nach einer Meldung des Giornale d’Italia ließ der
päpſtliche Stuhl dem ſpaniſchen Geſchäftsträger Marquis
de Gonzales eine längere Note als Antwort auf die Note
der ſpaniſchen Regierung zugehen. Die Note beſchränke
ſich darauf, den Standpunkt des Vatikans gegenüber der
ſpaniſchen Regierung darzulegen. Die Angelegenheit bleibe
demnach unverändert. Marquis de Gonzales habe bei
dem Empfange des diplomatiſchen Korps dem Kardinal=
ſtaatsſekretär
Merry del Val mitgeteilt, daß er die Note
der ſpaniſchen Regierung überreicht habe.
Griechenland.
Die Wahlen. Nach den amtlichen Ergebniſſen aus
Attika wurden 24 Kandidaten der Volksparteien gewählt,
darunter Venizelos, 16 Vertreter der Vereinigten Partei
Rhallis und Theotokis, 4 Kreter und die ehemaligen Mi=
niſter
Lavidis und Skouzes. Man nimmt an, daß bisher
ungefähr 185 Mitglieder der Vereinigten Partei Rhallis
und Theotokis, 40 Anhänger von Mavromichalis und 135
Unabhängige gewählt ſind.
Vereinigte Staaten.
Rooſevelts politiſche Rundfahrt hat
ſich bereits nach den erſten Tagen zu einer Triumphfahrt
entwickelt. Das Volk ſtrömt ihm allenthalben zu und be=
grüßt
ihn als den Retter des Landes aus politiſcher Not
und Gefahr. Ich werde Euch helfen, wie ich es bereits
einmal getan habe. Dieſe Worte wurden auf einem
Frühſtück in Buffalo mit frenetiſchem Beifall begrüßt.
Rooſevelt führte dann weiterhin mit kurzen Worten ſein
politiſches Programm aus. Die Herrſchaft einer Partei
wird ſtets beſtehen. Doch muß es ehrlich zugehen. Wo
Unehrlichkeit herrſcht, kenne ich keine Rückſicht. Meine be=
ſondere
Aufgabe iſt es, die räudigen Schafe der eigenen
Partei ausfindig und unſchädlich zu machen. Hinter
Buffalo mußte der Zug Rooſevelts wiederholt auf klei=
neren
Stationen halten. Zahlreiche Menſchen drängten
ſich heran und wollten aus ſeinem Munde nochmals das
hören, was ſie bereits in den Zeitungen geleſen. Es
ſteht jetzt feſt, daß Rooſevelt mit allen Mitteln ſeiner
Volkstümlichkeit für die Wiederaufſtellung als
Präſidentſchaftskandidat kämpft. Das, was
er als eigene Politik bezeichnet hat, und während ſeiner

Präſidentſchaft mit zäher Energie durchzuſetzen verſuchte,
hat er von neuem zu ſeinem Programm gemacht. In
South=Bend (Indiana) erklärte Rooſevelt in einer Rede,
er werde den Korporationen=Pöbel zur Rechenſchaft zwin=
gen
und auf Ehrlichkeit beſtehen, ſelbſt wenn dadurch das
beſte Geſchäft des Landes ruiniert werden ſollte. Die
Evening Poſt will bereits wiſſen, daß das Jahr 1912
Rooſevelt wieder als Kandidaten um das höchſte Amt der
Vereinigten Staaten von Nordamerika ſehen wird.
Japan.
Petersburg, 26. Aug. Die Nowoje Wremja ver=
gleicht
die Angliederung Koreas durch Japan mit
Englands Kämpfen um die Normandie. Die Zukunft
werde zeigen, ob die Feſtſetzung Japans auf dem Feſt=
lande
mit dem Siege eines koreaniſchen Karl VII. oder
Ludwig XI. enden werde. Auch auf den Widerſpruch zwi=
ſchen
der japaniſchen Einverleibungspolitik und dem kürz=
lich
erſchienenen Jahresbericht Japans über Korea wird
hingewieſen. Die Birſchewija Wjedomoſti führt aus,
Rußland habe jetzt ſtatt der willenloſen Koreaner einen
ſtarken Nachbar; die Sicherheit ſeiner Beſitzungen hänge
ausſchließlich von der Entwicklung ſeiner Verteidigungs=
kräfte
ab.
Waſhington, 26. Aug. Das Staatsdepartement
kündigte an, es gedenke demnächſt das Abkommen über
die Einverleibung Koreas zu veröffentlichen. Es ver=
lautet
, Japan habe den Vereinigten Staaten die offene
Türe, ſowie das Recht zu amerikaniſchen Kapitalanlagen
in Korea eingeräumt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. Auguſt.
* Die Großherzogliche Familie iſt am Samstag
um 11 Uhr 10 Min. in drei Automobilen in Fried=
berg
angekommen und ſofort ins Schloß gefahren.
Schulen und Militär hatten Spalier gebildet. Eine große
Menſchenmenge begrüßte die Großherzogliche Familie
herzlich.
* Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
den Hauptlehrer an der Gewerbeſchule zu
Büdingen Hans Becker zum Hauptlehrer an der Landes=
baugewerkſchule
mit Wirkung vom 1. Oktober 1910 an.
* Johanniterorden. Der König von Preußen hat
den Rittmeiſter und Eskadr.=Chef im Leib=Drag.=Regt.
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24 Rogalla v. Bieberſtein
nach Prüfung desſelben durch das Kapitel und auf Vor=
ſchlag
des Herrenmeiſters Prinzen Eitel Friedrich von
Preußen zum Ehrenritter des Johanniterordens ernannt.
* Eine Sitzung des Provinzialausſchuſſes der
Provinz Starkenburg ſindet am Samstag, den 3. Sep=
tember
, vormittags 9½ Uhr, ſtatt. Tagesordnung:
1. Klage des Ortsarmenverbands Frankfurt a. M. gegen
den Ortsarmenverband König i. O. wegen Unterſtützung
der berufsloſen Jenny Oppenheimer von Ladenburg.
2. Geſuch des Johann Haas XII. zu Viernheim um Er=
laubnis
zum Betrieb einer Gaſtwirtſchaft. 3. Die Bürger=
meiſterwahl
in Schaafheim.
Die 9. Sitzung der Stadtverordneten= Ver=
ſammlung
wird am Donnerstag, den 1. September,
nachmittags 3½ Uhr, ſtattfinden: Tagesordnung:
1. Mitteilungen. 2. Geſuch um Geſtattung einer Aus=
nahme
von § 5 des Ortsbauſtatuts für ein Neben=
gebäude
auf dem Grundſtück des früheren Parkhotels.
3. Bebauungsplan für einen größeren Teil der Garten=
vorſtadt
am Hohlen Weg. 4. Aenderung des Bebauungs=
plans
der Lichtenbergſtraße zwiſchen Wenckſtraße und
Kranichſteiner Straße. 5. Anbringung eines Fenſters
an dem Hintergebäude der Hofreite Parcusſtraße 12
nach der ſtädtiſchen Hofreite Pallaswieſenſtraße 54.
6. Herſtellung des Wegs am Hauſe Glückert zwiſchen
Alexandra=Weg und Prinz=Chriſtians=Weg. 7. Abſchluß
der Oberrealſchulkaſſe für 1909. 8. Vermietung von
Wohnungen in derſtädtiſchen Hofreite Schwanenſtraße 25.
9. Erlaß einer Polizeiverordnung betreffend den Schutz

der neuen Munitionsmagazine bei Darmſtadt. 10. Er=
neuerung
und Umänderung der Waſſerwärmungsanlage
im Pfründnerhaus. 11. Umbau der Feuerwehrſtation
hinter der Stadtkirche. 12. Kreditnachforderung für
den Straßenkanal in der verlängerten Gutenberg=
ſtraße
. 13. Winterfahrplan der ſtädtiſchen Straßenbahn.
14. Winterfahrplan der Dampfſtraßenbahn.
(*) Vom Manöver. In allen Teilen Oberheſſens
ſind die Manövergäſte im bunten Rock eingetroffen,
und die meiſten Regimenter der 21. und 25. Diviſion
ſind jetzt in den verſchiedenſten Gegenden Oberheſſens
bis nach dem Fuldaerland vertreten. Die beiden Feld=
artillerieregimenter
Nr. 27 und 63 durchſtreifen ſeit
geſtern auf den Wegen nach dem Kreiſe Alsfeld die
Wetterau. Das Scharfſchießen der 63er fand heute
(Freitag) bei Melbach-Wölfersheim-Berſtadt ſtatt;
ein zahlreiches Publikum hatte ſich eingefunden. Mor=
gen
ſchießt im ſelben Gelände das Regiment Oranien
Nr. 27. Die Schußrichtung iſt von Rödchen nach Nor=
den
gegen die Höhen zwiſchen Rockenberg und Wohn=. Die 27er ſind heute in Friedberg und Umgegend
einquartiert, dagegen mußten die 63er bis Eichelsdorf,
Ruppertenrod, Großfelda und Ober=Ohmen marſchie=
ren
. Der Stab der 21. Feldartillerie=Brigade liegt bis
6. September in Laubach. Die Heſſiſche Feldartillerie=
Brigade (25er und 61er) iſt durchs Seemental über den
Vogelsberg gerückt und geſtern bei Lauterbach einge=
troffen
. Die 25er liegen in Friſchborn, Maar, Rimlos
und Lauterbach. Die weißen Dragoner Nr. 24 treffen
am 31. Auguſt in Herbſtein und Altenſchlirf ein. Die
Infanterie=Regimenter 117 und 118 üben bei Alsfeld;
die 117er liegen in Eudorf, Hopfgarten, Liederbach,
Elbenrod und Alsfeld (Stab); die 118er in Angenrod,
Leuſel, Schwabenrod, Vockenrod und Alsfeld (Stab).
Der Stab der 50. Infanterie=Brigade iſt in Altenburg.
In Romrod liegt die Maſchinengewehrabteilung. Das
Standquartier der 117er und 118er dauert bis 7. Sep=
tember
. Am Samstag haben die 117er Scharfſchießen
zwiſchen Brauerſchwend und Eifa am Homberg bei
Alsfeld. Die 41. Infanterie=Brigade (87er und 88er)
hat geſtern bei Birklar Quartier bezogen. Daſelbſt
ſind auch die Dragoner Nr. 6 und Ulanen Nr. 6 ein=
getroffen
. Das Regiment 168 erhält ein drittes Re=
ſervebataillon
und rückt erſt am 31. Auguſt nach Fulda.
Der kommandierende General des 18. Armeekorps iſt
gegenwärtig in Fulda. Große Proviantämter befinden
ſich bei Lauterbach, Alsfeld, Fulda, Gersfeld, Mücke.
Ausſtellung im Haus Chriſtianſen. In ſeinem
reizenden Künſtlerheim, dem Haus in Roſen auf der
Künſtlerkolonie, das verſchiedene Veränderungen bau=
licher
und dekorativer Art erfahren, hat Herr Pro=
feſſor
Chriſtianſen, der nach dreijährigem Auf=
enthalt
in Paris nach Darmſtadt zurückgekehrt iſt,
eine Ausſtellung von etwa 150 ſeiner Gemälde er=
öffnet
. Die Ausſtellung, auf die wir des Näheren
noch zurückkommen, wird zirka 8 Wochen geöffnet ſein.
* Akademiſche Arbeiterunterrichtskurſe. Der
Vorſtand der Akademiſchen Arbeiterunterrichts=
kurſe
für das Winterſemeſter 1910/11 ſetzt ſich
aus den folgenden Herren zuſammen: Vorſitzender:
Heinrich Lieſenbein, cand. arch., Martinſtr. 17 II,
Beiſitzer: Hans Kuball, cand. ing., Schriftführer:
Wilhelm Gravert, stud. arch., Material= und
Kaſſenwart: Martin Coßmann, stud. ing.
A Wochenmarktpreiſe aus der vergangenen Woche.
Butter ½ Kg. 1,30 M., in Partien 1,20 M., Eier 78 Pf.,
Schmierkäſe ½ Ltr. 20 Pf., Handkäſe 610 Pf., Kar=
toffeln
½ Kg. 45 Pf., Kumpf (10 Liter) 5060 Pf.,
Zentner 3,50 M., Obſt ½ Kg.: Aepfel 612 Pf., Birnen
1520 Pf., Zwetſchen 1618 Pf., Pfirſiche 50 Pf., Reine=
clauden
35 Pf., Mirabellen 35 Pf., Preiſelbeeren 28 Pf.,
Brombeeren ½ Ltr. 1011 Pf., Zitronen Stück 10 Pf.,
Salat, Gemüſe u. dgl.: Kopfſalat 5 Pf., Endivien
45 Pf., Bündel Radieschen, Römiſch=Kohl, Schnittlauch
u. dgl. 2 Pf., Rettiche 35 Pf., Schälgurken 312 Pf.,
Einleggurken 100 Stück 0,801,30 M., Meerrettich 30 bis
40 Pf., Rhabarber ½ Kg. 1012 Pf., Zwiebeln ½ Kg.
8 Pf., Roterüben ½ Kg. 68 Pf., Paradiesäpfel ½ Kg.
1215 Pf., Bündel Gelberüben 5 Pf., Kernerbſen ½ Kg.
325 Pf., Wirſing 410 Pf., Blumenkohl 1050 Pf., Rot=
kraut
3035 Pf., Weißkraut 620 Pf., Spinat ½ Kg.
15 Pf., Bohnen ½ Kg. 815 Pf., Eierſchwämme 11 Kg.
15 Pf., Prinzeßbohnen ½ Kg. 25 Pf.; junge Gänſe
56 M., Enten 34 M., Hahnen und Hühner 2,00 bis

Wie Rooſevelt das weiße Rhinozeros
jagte.
Unter den Jagdtrophäen, die Rooſevelt in dem
Wildparadies von Innerafrika ſich erworben hatte,
waren alle ſeltenen und gewaltigen Tiere vertreten,
nach denen nur ein Nimrods Herz ſich ſehnen mag:
Elefanten und Löwen, Nilpferde und Getier aller Art;
aber es fehlte ihm noch das weiße Rhinozeros, dies
ſeltenſte und wohl auch unbekannteſte unter dem gro=
ßen
Wild, das den ſchwarzen Erdteil bevölkert. Wie
Rooſevelt auszog, dieſen letzten Wunſch ſeiner Jäger=
ſehnſucht
zu befriedigen, das erzählt er mit einer Fülle
farbiger Einzelheiten in den Jagdſchilderungen, die
der Daily Telegraph veröffentlicht.
Er hatte von der belgiſchen Regierung die Erlaub=
nis
erhalten, im Lado, wo ſich das weiße Rhinozeros
noch findet, zu jagen, und ſchlug nun ſein Lager auf
mitten im Urwald, umwogt von Rieſengräſern, um=
geben
von der Menge unzähliger Tiere, die Leben
und Reiz in die eintönige Landſchaft bringen. Wo=
hin
das Auge fiel, konnte es die ſeltſamſten Vogel=
arten
erſchauen, und des Nachts ertönte ein exotiſches
Orcheſter, wie es nur die afrikaniſche Wildnis hervor=
bringen
kann, das aber dem Jäger wohllautender
klingt als die Muſik der Künſtlerkonzerte in den gro=
ßen
Städten; mit dem dumpfen Grunzen und
Plätſchern der Nilpferde vereinen ſich die ſchrillen
Trompetentöne der Elefanten und das heiſere Brüllen
der Löwen. Aber all die anderen Tiere, die Rooſevelt
zuerſt das Herz vor Entzücken hatten höher ſchlagen
laſſen, waren nun in ſeinem Geiſte zurückgedrängt
gegen das eine ſeltene Wild, das er erlegen wollte.
Es iſt ein geheimnisvolles, von allerlei Legenden um=
dämmertes
Tier, dieſes große Rhinozeros, das man
fälſchlicherweiſe lange das weiße genannt hat und das
man beſſer mit dem Epitheton ornans, mit dem vier=
eckigen
Maul bezeichnet. Es war früher zahlreich in
Südafrika, ſüdlich von Zambeſi, wo es nun, mit Aus=
nahme
von einem Dutzend Tieren oder etwas mehr,
ausgeſtorben iſt. Nördlich von Zambeſi war es und iſt
es ganz unbekannt; nur an dem linken Ufer des obe=
ren
Nils wurde es während der letzten 10 Jahre an
verſchiedenen Stellen gefunden; aber auch auf dieſem
engen Landſtreifen von etwa 200 engliſchen Meilen
tritt es nur ſelten auf.
Am Morgen, nachdem das Lager aufgeſchlagen
worden war, drängte es bereits die ungeduldigen

Jäger, die Spuren des ſeltenen Tieres zu ſuchen. Das
Rhinozeros verbringt den ganzen heißen Tag im
Schlaf und geht morgens oder abends, vielleicht auch
des Nachts, auf Nahrung aus. Im Gegenſatz zu dem
gewöhnlichen Rhinozeros frißt dieſes Nashorn mit
dem viereckigen Maul nur Gras. Rooſevelt und ſein
Sohn Kermit folgten, von ihren Büchſenträgern be=
gleitet
, mehreren Spuren, mühſam durchs hohe Gras
ſich hinwindend, auf dem von der Hitze ausgedörrten
Boden hinſpähend und von erbarmungsloſer Sonnen=
glut
gepeinigt. Da plötzlich taucht etwas auf, wie eine
große graue Maſſe ungewiß durchleuchtend durch den
dichten Gräſerwald: am Fuße eines Baumes liegt ein
Rhinozeros ſchlafend, ſchwerfällig auf der Seite wie
ein großes Schwein. Es hört ein Raſcheln, es hebt
ſich empor und bleibt auf den Vorderbeinen in ſitzen=
der
Stellung, die dicken Ohren nach vorn gewendet.
Rooſevelt feuert. Mit einem lauten Quieken richtet
es ſich auf, ſtürzt vor und fällt tot hin. Der Schuß
hat vier andere Nashörner geweckt. Eins bricht nach
der rechten Seite aus, drei andere laufen nach links,
Kermit ſchießt durch das Gras und verwundet einen
Bullen, der ſich aber weiterſchleppt und deſſen Leich=
nam
man erſt nach 10 Tagen auffindet. Unterdeſſen
ſchießt Rooſevelt ein Kalb, das er für ſeine Samm=
lungen
nicht entbehren kann. Das zuerſt erlegte Rhi=
nozeros
war eine ausgewachſene Kuh. Zum erſten
Male können nun die Jäger das Tier genau betrach=
ten
, von dem ſie ſo viel gehört haben.
Das weiße Rhinozeros unterſcheidet ſich von dem
gewöhnlichen dadurch, daß es größer iſt und im Ver=
hältnis
zu ſeiner Größe weniger lang. Auf dem
Rücken hat es über dem Widerriſt einen ſtark hervor=
ſtehenden
Höcker, der ſich im Nacken in einem noch grö=
ßeren
und noch ausgeſprocheneren zweiten Fleiſch=
höcker
fortſetzt. Der gewaltige, ungeſtalte Schädel
unterſcheidet ſich in ſeiner Größe und ſeinem eckig ge=
formten
Maul von dem eines gewöhnlichen Rhinoze=
ros
ſo, wie der Kopf eines Elchs von dem eines Wa=
piti
. An einem alten Bullen, der nachher erlegt
wurde, ließ ſich alles noch deutlicher erkennen. Wenn
ſo eine große Verſchiedenheit von dem allbekannten
Rhinozeros auffiel, ſo blieb dochrauch eine gewiſſe Ent=
täuſchung
nicht aus. Man hat das weißesRhinozeros
als viel größer und mit viel längerem Horn ge=
ſchildert
; Rooſevelt mußte feſtſtellen, daß die Unter=
ſchiede
in Größe und Form nicht ſo beträchtlich waren,
ja, daß beſonders große Exemplare des gewöhnlichen
Nashorns den kleineren Tieren dersſeltenen Art in

nichts nachſtanden. Trotzdem war der Unterſchied
auch den eingeborenen Oſtafrikanern, die Rooſevelt
begleiteten und die an die Exiſtenz eines ihnen unbe=
kannten
anderen Rhinozeroſſes überhaupt nicht ge=
glaubt
hatten, ſofort klar; ſie erkannten ſchon an dem
andersartigen Miſt der Tiere die Verſchiedenheit von
dem gewöhnlichen Rhinozeros und kamen dann gar
micht aus dem Staunen heraus über dieſe Nashörner,
die einen Höcker hatten, wie das Rindvieh ihrer Hei=
mat
und ein Maul, wie ein Nilpferd. Einige der von
Rooſevelt erlegten Tiere zeigten auch in der Färbung
ein helleres Grau, als das gewöhnliche Rhinozeros,
aber nicht ſo hell, um den Namen des weißen zu
rechtfertigen.
Nach der erſten, glücklich beendeten Jagd wurden
bald die Streifzüge wieder aufgenommen. Nachdem
Kermit einen Bullen erlegt hatte, war die Rhino=
zerosfamilie
vollſtändig, die im National=Muſeum zu
Waſhington aufgeſtellt werden ſollte. Rooſevelt lag
natürlich nichts daran, unter den noch vorhandenen
Tieren ein Blutbad anzurichten; er wollte nur einige
gute männliche und weibliche Exemplare ſchießen,
außer für das National=Muſeum noch ein Paar für
das Amerikaniſche Muſeum in New=York, außerdem
noch einen Kopf für die National Collection of
Heads und Hörner für den Direktor des Zoologiſchen
Gartens von Bronx=Park. Dies glückte ihm auch,
weniger glücklich aber waren ſeine und ſeines Sohnes
Verſuche, einige gute Photographien von den lebenden
Tieren aufzunehmen. So gingen ſie denn mit Ka=
mera
und Büchſe vorwärts. Aber die Kamera konnte
nicht ſo exakt arbeiten, wie das Gewehr. Die endlich
aufgeſpürten Rhinozeroſſe flohen davon, als ſie die
Jäger ſahen. Lange marſchierten ſie in glühender
Sonne auf dem brennenden Boden vorwärts, den
Spuren der Tiere folgend. Nach vielen Stunden,
nachdem Rooſevelt noch ein Tier geſchoſſen hatte, ſtie=
ßen
ſie auf ein Rhinozeros, das ſchlafend unter einem
Baume lag, die Beine angezogen, den Kopf flach auf
den Boden gelegt. Kermit ſuchte mit der Kamera
heranzuſchleichen, der Vater folgte mit der Flinte.
Beim Raſcheln des Graſes ſtand das Tier auf, ein
rieſiger Bulle mit großem Horn, und zeigte ſich mit
ſeinem gewaltigen Höcker, voll von der Sonne be=
ſchienen
. Kermit knipſte, aber das dichte Gras ver=
hinderte
die Aufnahme und ſo konnte Rooſevelt nur
das tote Tier mit der ſicheren Kugel feſthalten. Ex
ar 6 Fuß hoch und ſein Horn über 2 Fuß lang

[ ][  ][ ]

Nummer 201.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Angnſt 1910.

Seite 3.

2,50 M., Tauben 60 Pf., Rebhühner, junge 1,50 M.,
alte 1 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 1,20 M., Backfiſche
vom Rhein 40 Pf., Rotzungen 50 Pf., Kabeljau 30 Pf.,
Schellfiſche 1420 Pf.: in den Fleiſchſtänden ½ Kg.:
Rindfleiſch 6064 Pf., Hackfleiſch 70 Pf., Rindsfett 50 Pf.,
Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.
Gernsheim, 27. Aug. Opfer des Blitzes wur=
den
geſtern nachmittag dreiblühende Menſchen=
leben
. Die beiden Töchter des Nikolaus Wenzel III.
und eine Tochter des Joh. Kalter IV. waren im Feld
beſchäftigt und ſuchten unter einem Fruchthaufen vor
dem Regen, der zwiſchen 5 und 6 Uhr niederſtrömte,
Schutz. Ein Blitzſtrahl fuhr in den Strohhaufen und
ſetzte ihn in Brand. Als der Feldſchütz ſpäter nachſah,
fand er die drei verkohlten Leichen auf. Man bringt
den Familien in der ganzen Stadt die größte Teil=
nahme
entgegen.
Bensheim, 26. Aug. Schwerverletzt am rech=
ten
Arme wurde geſtern abend gegen 6 Uhr ein Soldat
des dort einquartierten Leibdragoner=Regiments
beim Tränken der Pferde am Brunnen auf der Straße
durch einen Hufſchlag. Nach Anlegung eines Not=
verbandes
wurde er mit einem Wagen in das Militär=
lazarett
nach Darmſtadt gebracht.
nn. Bechtheim, 27. Aug. Aus Anlaß der Einweih=
ung
der neu erbauten evangeliſchen Kirche hier=
ſelbſt
hat Herr Kommerzienrat J. Glückert= Darm=
ſtadt
zum ehrenden Andenken an ſeine verſtorbene
Mutter, eine geborene Bechtheimerin, der evangeli=
ſchen
Kirchengemeinde eine prachtvolle Kanzel im Ba=
rockſtil
aus Eichenholz mit reichem Schnitzwerk und
Vergoldung im Wert von 4000 Mark zum Geſchenk
gemacht und ſie auf ſeine Rechnung ſtellen laſſen.
Die reiche Zahl der Stifter von Geſchenken an die
Kirche (98) hat der evangeliſche Kirchenvorſtand zu
Bechtheim dadurch geehrt, daß er auf einer Votivtafel
unter Glas und Rahmen ein Namensverzeichnis der=
ſelben
im Schiff der Kirche aufhängen ließ. Die Aus=
führung
der Urkunde auf weißem Pergament und in
reich vergoldeter Kunſtſchrift war dem Hofkalligraph
J Göttmann=Darmſtadt übertragen.
Auerbach, 26. Aug. Die Alt=Adelphia, eine
Vereinigung der alten Herren der ſtud. Reformver=
bindung
Adelphia in Gießen, benutzte den Ludwigstag
zu einer Familienzuſammenkunft in den da=
zu
gut geeigneten Räumen des Bürgermeiſters Wei=
gold
(Gaſthaus zur Bergſtraße) in Auerbach. Zahl=
reich
hatten ſich die Mitglieder mit ihren Angehörigen
eingefunden, um alte Erinnerungen wachzurufen und
die Beziehungen zu den Aktiven zu pflegen, die ſich im
Schmucke des grün=weiß=goldenen Bandes eingeſtellt
hatten. Die Feier wurde durch den Vortrag des von
Lehrer Neff in Pfungſtadt komponierten Adelphenmar=
ſches
durch den Komponiſten und ſeine Tochter eröffnet.
Bei dem gemeinſamen Mahle gedachte Prof. Kiſſin=
ger
der Ideale der Adelphia. Seiner Rede folgte
das von Prof. Mendelsſohn=Darmſtadt kompo=
nierte
Farbenlied der Verbindung. Im Namen der
Aktiven ſprach der zweite Chargierte, Stud. Schömer.
Fröhliche Geſelligkeit hielt die Erſchienenen bis zum
Abgang der letzten Eiſenbahnzüge zuſammen.
n. Lorſch, 28. Aug. Der flüchtig gegangene und durch
die Staatsanwaltſchaft Darmſtadt verfolgte Werkführer
Konrad Koch von hier wurde geſtern in der Schweiz
verhaftet und zur Aburteilung ausgeliefert. Bis zum
1. Auguſt ds. Js. war er bei der hieſigen Fabrikfiliale der
Mannheimer Zigarrenfabrik Reiß und dann bei einer an=
deren
Firma beſchäftigt. Zum Nachteil der erſteren verübte
er Veruntreuungen, deren Geſamtbetrag ſich vorläufig auf
2600 Mark belaufen ſoll, und verdeckte dieſe Unterſchlagun=
gen
durch gefälſchte Belege (Steuerquittungen, Lohnliſten,
Rechnungen u. dergl.). Als ihm der Boden zu heiß wurde,
ließ er ſeine Frau nebſt 5 kleinen Kindern zurück und ver=
ſchwand
, ſchrieb aber dann an ſeine Angehörigen aus dem
neuen Aufenthaltsort in der Schweiz. Er iſt 34 Jahre alt.
Gammelsbach, 26. Aug. Schon vor 20 Jahren ſuchte
man hier nach Erz. Damals ſtellte man drei Fund=
ſtellen
in unmittelbarer Nähe der Burg Freienſtein
feſt. Dieſe Fundſtellen wurden im Jahre 1890 von der
heſſiſchen Bergbehörde amtlich aufgenommen. Später
ſtellte man die Nachgrabungen wohl aus finanziellen
Gründen wieder ein. Kürzlich erſchien nun wieder ein
Kaufmann aus Frankfurt, dem anſcheinend die Minen=
rechte
vom heſſiſchen Staate hierzu verliehen wurden,
mit einem Geologen, um die Fundpunkte wieder aus=
zuſuchen
. Die Erzproben fielen ſehr gut aus. Wie
verlautet, ſollen die Proben 60 Prozent Eiſen und

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Die neue Auguſtusbrücke zu Dres=
den
. Ein Bauwerk von gigantiſcher Schönheit, zur=
zeit
wohl das bedeutendſte in deutſchen Gauen, das
Jahrhunderte überdauern, Schiffahrt, Handel und
Wandel bis in fernſte Zeiten dienen und fördern ſoll,
iſt nunmehr, nach reichlich dreijähriger Bauzeit, voll=
endet
und ſoll in den nächſten Tagen dem öffentlichen
Verkehr übergeben werden: Die neue Auguſtusbrücke,
oder, wie ſie in Zukunft heißen wird: die König
Friedrich Auguſt=Brücke. Die Profeſſoren
Oberbaurat Klette und Architekt Konis, die Schöpfer
der neuen Brücke, haben ſich damit ein unvergäng=
liches
Denkmal geſetzt. Die Linie der neuen Bogen
iſt ſtraff und hat eine elaſtiſche Schwungkraft. Die
Unterſichten ſind in einer kaſſettenartigen Bearbeit=
ung
der Betonfläche, die Verkleidung der übrigen
Brücke von Sandſtein ausgeführt. Die Pfeiler ſind
durch ſeitliche Auskragung verſtärkt. Nach der Oſtſeite
haben die Pfeiler ſtarke Eisbrecher, während die Weſt=
ſeite
, ſtromabwärts, keine Eisbrecher zeigt. Weſent=
lich
iſt an der neuen Elbbrücke auch die Erhöhung der
Linienführung der ganzen Brücke, trotzdem die Steig=
ungsverhältniſſe
auf Altſtädter Seite weſentlich gün=
ſtiger
ſind. Man kann ſagen, daß durch die jetzige
günſtige Linienführung die neue Brücke ſich gegen die
alte für das Stadtbild vorteilhaft erweiſt und auch
durch die größeren Spannweiten, die ſchmäleren, lang=
geſtreckten
Pfeilergrundriſſe, die viel geringere Anzahl
der Bogen und Pfeiler iſt die neue Brücke von der
alten grundverſchieden im Charakter. Dagegen iſt
durch die größere Brückenweite, 18 ſtatt 11 Meter, und
die ſteinerne Brüſtung ſtatt der alten eiſernen einiger=
maßen
wieder zu erſetzen verſucht, was an Kraft ver=
loren
ging. Ganz zu erſetzen iſt aber der Eindruck der
alten Auguſtusbrücke dadurch keineswegs; auch die
ſtraffe Bogenform, die Ausladung der Pfeiler, kann
nicht an den majeſtätiſch ruhigen weltberühmten An=
blick
der alten Brücke erinnern, geſchweige denn den=
ſelben
erſetzen. Man muß ſich darüber abſolut keine
Illuſionen machen, daß mit der alten ſchönen 700 jähri=
gen
Auguſtusbrücke eine Brücke mit großer Eigenart
verſchwunden iſt, wie ſie nirgends beſtand, noch jemals
wieder beſtehen kann. Die Geſamtſumme des Brücken=
baues
iſt derzeit auf 5 420000 Mark veranſchlagt wor=

Mangan enthalten haben. In nächſter Zeit ſoll ein
1518 Meter langer Stollen gegraben werden, der zum
Erzlager führen dürfte. Das Urteil von Fachleuten
wird dann ausſchlaggebend dafür ſein, ob hier in näch=
ſter
Zeit ein großes Bergwerk entſteht, oder ob die
Nachgrabungen eingeſtellt werden. Auch auf der Höhe
von Rothenberg, etwa ¾ Stunden von den Gammels=
bacher
Fundſtellen, hat man vor Jahren ſolche feſtge=
ſtellt
, die ebenfalls amtlich aufgenommen wurden. (Erb.
Krsbl.)
Wald=Michelbach, 27. Aug. Das drei Jahre alte
Söhnchen des Michael Gärtner von Unter=Wald=
Michelbach ſtürzte geſtern beim Spielen mit anderen
Kindern in den dort vorbeifließenden Ulfenbach und
konnte nur noch als Leiche herausgezogen werden.
Gießen, 26. Aug. Man ſchreibt dem G. Anz. aus
Krofdorf: Nachdem zwiſchen der Bürgermeiſterei
unſeres Ortes und der ſtädtiſchen Verwaltung von
Gießen ein Vertrag wegen Lieferung von
elektriſchem Strom für Beleuchtungs= und Kraft=
zwecke
abgeſchloſſen war, hoffte man, daß die Aufſichts=
behörde
der Ausführung des Vertrages keine Schwie=
rigkeiten
in den Weg legen würde. Man hat aber die
Rechnung ohne den Partikularismus der Wetzlarer ge=
macht
. Man hatte nicht damit gerechnet, daß auch die
Buderusſchen Eiſenwerke, die die Stadt Wetzlar mit
Energie verſorgen wollen, im Anſchluß daran eine
Ueberlandzentrale einzurichten beabſichtigen und auch
auf Krofdorf und Umgebung als Abnehmer von Strom
ſtark rechnen. Wir erfahren, daß man in Wetzlar
von einflußreicher Seite aus unſerem Anſchluß nach
Gießen Schwierigkeiten macht, indem man auf das Bu=
deruswerk
hinweiſt. Man habe doch nicht nötig, das
Geld für elektriſchen Strom in das heſſiſche Aus=
land
zu tragen. Infolge dieſer Strömung in Wetz=
lar
zieht ſich die Genehmigung des Vertrages über
Gebühr lange hin, und es iſt fraglich, ob wir zum Win=
ter
noch auf das moderne Licht rechnen können. Daß
man überhaupt im einigen Deutſchland eine Nachbar=
ſtadt
als Ausland betrachtet, wenn es gilt, ein Privat=
unternehmen
gegenüber einem ſtädtiſchen Werk zu
unterſtützen, zeugt eigentlich von keiner ſehr großen
kommunalpolitiſchen Einſicht.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 27. Aug. In der Ange=
legenheit
des Generals v. Gagern ſoll der Kaiſer,
unabhängig von der militäramtlichen Unterſuchung,
auf Grund der ihm vorgelegten Prozeßberichte, perſön=
lich
eingegriffen haben. Das Militärkabinett hat im
Auftrage des Kaiſers die Perſonalakten des Generals
aus dem Kriegsminiſterium eingefordert, um ſie dem
oberſten Kriegsherrn vorzulegen. Ueber die an dem
Ehrengericht geübte Kritik, das nach Meinung einiger
Blätter früher hätte einſchreiten müſſen, ſchreibt ein
alter Ofizier einem hieſigen Blatte: Selbſtverſtänd=
lich
hätte das Ehrengericht eingegriffen, wenn ein Klä=
ger
dageweſen wäre. Es iſt aber für einen Dritten
eine ſehr heikle Sache, den Ankläger zu ſpielen. Sitt=
liche
Verfehlungen vollziehen ſich nicht in der Oeffent=
lichkeit
, ſo daß es dem Ankläger meiſt nicht möglich
ſein wird, Beweiſe für ſeine Behauptungen beizubrin=
gen
. Auf Gerüchte hin wird aber niemand den Ehren=
rat
zum Einſchreiten veranlaſſen, denn der Ankläger
trägt dabei ſeine Haut zu Markte. Auf den geſtern
abend nach 8 Uhr von Wien abgegangenen Berliner
Schnellzug wurde in dem Nusdorfer Gelände
(Tetſchen) ein Schuß abgefeuert. Die Kugel durchflog
ein Fenſter und ſauſte ſcharf am Kopf eines Paſſagiers
vorbei. Die Unterſuchung iſt eingeleitet. Der
flüchtige Zuchthäusler Karl Stoß, der,
wie berichtet, aus dem Zuchthaus zu Sonnenburg ent=
wichen
iſt, hat wenige Stunden, nachdem er die Frei=
heit
wiedergewonnen hatte, bereits einen neuen Streich
vollführt. Er iſt im Laufe des geſtrigen Tages nach
Kottbuss gewandert und hat dort in der vergan=
genen
Nacht in der Villa des Amtsgerichtsrats Korn
einen ſchweren Einbruch verübt, bei dem ihm 500 Mk
in barem Gelde, 200 Mark in Briefmarken und Sil=
bergeräte
im Werte von über 1000 Mark in die Hände
fielen. Die Tat wurde erſt heute früh entdeckt. Stoß
war, wie wir dem Berliner Tageblatt entnehmen,
rüher vier Jahre lang in der Villa des Amtsgerichts=
rats
Korn in Stellung und kannte daher die Oertlich=
keiten
ganz genau. Stoß wußte ganz genau, wo ſich die
Schlafzimmer der Familie des Amtsgerichtsrats be=

den, während ſich der Brückenbaufonds am 1. Januar
1906 auf 3 509000 Mark belief.
* Paris, 27. Aug. Der Leiter des hieſigen St.
Lazaire=Spitals, Dr. Emery, welcher den Geheimrat
Ehrlich in Frankfurt beſuchte und von demſelben
eine Anzahl Doſen des Präparats 606 erhalten
hat, erklärte einem Berichterſtatter, daß die Entdeckung
Ehrlichs einen großen Schritt vorwätrs bedeute in dem
Kampfe gegen die Lues.

Kleines Feuilleton.
* Das erſte Denkmal Kaiſer Wil=
helms
II. Der Bronzeguß des Reiterſtandbildes
des Kaiſers, welches Profeſſor L. Tuaillon für die
neue Kölner Rheinbrücke geſchaffen hat, iſt jetzt voll=
endet
und auf dem Hofe der Bildgießerei Aktiengeſell=
ſchaft
Gladenbeck in Friedrichshagen aufgeſtellt. Der
Kaiſer trägt die Küraſſieruniform mit dem Adlerhelm;
er reitet ſein Lieblingspferd in ſcharfer Gangart. Der
Guß ſoll demnächſt nach Köln gebracht werden, wo am
20. September die feierliche Enthüllung dieſes erſten
Denkmals, welches dem jetzigen Kaiſer geſetzt wird,
erfolgt.
* Der Poſten und der Prinz. Wir leſen
im Plöner Wochenblatt vom 25. Auguſt: Eine kleine
Epiſode aus dieſen Tagen der Einquartierung ſei hier
wiedergegeben, weil ſich in ihr der Charakter der han=
delnden
Perſonen, des Prinzen Joachim und eines
wackeren mecklenburgiſchen Artilleriſten, in recht ſym=
pathiſcher
Weiſe äußert. Prinz Joachim trat geſtern
vormittag auf der Reitbahn ohne Begleitung an den
dort bei den abfahrenden Geſchützen Poſten ſtehenden
Artilleriſten heran und bat dieſen, ihm einige Erklär=
ungen
zu geben. Der brave Mecklenburger, der nicht
ahnte, daß es der jüngſte Kaiſerſohn war, der ihn ſo
freundlich um Auskunft bat, erklärte nun bereit=
willigſt
alles das an den Geſchützen und an dem neuen
Beobachtungswagen der Batterie, was er erklären
durfte. Als der Prinz ſich dann dankend abwenden
und dem Poſten als Belohnung für die ſachkundige
Erläuterung ſeiner Waffe ein Geldſtück in die Hand
drücken wollte, bemerkte der wackere, ſeiner Pflicht
bewußte Artilleriſt freundlich, aber beſtimmt, er dürfe
im Dienſt nichts anehmen, wenn der Herx ihm aber

finden. Er nahm daher ſeinen Weg durch ein offen=
ſtehendes
Fenſter auf einem anderen Flügel des Hau=
ſes
. Auch vermied er es, alle Behältniſſe der Zimmer
aufzubrechen und beſchäftigte ſich nur mit denen, von
denen er wußte, daß ſie Wertſachen oder Geld enthiel=
ten
. Die Kottbuſer Polizei ergriff ſofort alle Maß=
regeln
, um den Verbrecher wieder hinter Schloß und
Riegel zu bringen. Sie benachrichtigte vor allem die
Berliner Polizei, da ſie annimmt, daß Stoß die Silber=
geräte
in Berlin zu verkaufen verſuchen wird. Die
Berliner Kriminalpolizei leitete gleichfalls alle
Schritte zur Verfolgung des Zuchthäuslers ein.
Geſtern abend wurde der Arbeiter Guſt. Schmiedicke
von dem wachhabenden Unteroffizier v. Visbahn von
der fünften Kompagnie des Alexanderregiments in den
Schießſtänden des zweiten Garderegiments ange=
ſchoſſen
und ſchwer verletzt in das Rudolf
Virchow=Krankenhaus gebracht. Grund: Nichtſtehen=
bleiben
auf mehrmaligen Haltruf. Vergangene Nacht
gegen 3 Uhr überfiel ein Unbekannter im Schal=
terraum
des Bahnhofes Groß=Görſchenſtraße eine
Kaſſiererin und würgte ſie bis zur Bewußtloſigkeit.
Der Täter raubte etwa 800 Mark. Eine Perſonenbe=
ſchreibung
des Täters kann nicht gegeben werden.
Frankfurt, 27. Aug. Als heute morgen der 26 Hilfsmonteur Jakob Kubach von hier am ſtädti=
ſchen
Elektrizitätswerk damit beſchäftigt war, die Ver=
dichtung
eines Kabels herauszunehmen, wurde er vom
Strome getroffen und ſofort getötet.
Nürnberg, 26. Aug. Das Staatsminiſterium des
Innern hat in einer Entſchließung dem Stadtmagiſtrat
mitgeteilt, daß der Betrieb des zu errichtenden Kre=
matoriums
nicht geſtattet und eventuell poli=
zeilich
eingeſtellt werde.
Baden=Baden, 27. Aug. Das Großherzogspaar
iſt heute vormittag 11,10 Uhr hier eingetroffen und wurde
von der Prinzeſſin Amalie von Fürſtenberg und dem
Oberbürgermeiſter Fieſer empfangen. Heute nachmittag
nach Beendigung der Rennen begibt ſich der Großherzog
nach Oos, um das Luftſchiff und die Luftſchiffhalle zu be=
ſichtigen
. Wegen des ſchlechten Wetters konnte heute noch
kein Aufſtieg unternommen werden.
Durlach, 27. Aug. Heute nacht wurde der ledige,
26 Jahre alte Fabrikarbeiter Ludwig Weickert im An=
ſchluß
an einen Wirtshausſtreit erſtochen. Der Täter
Auguſt Walter iſt verheiratet und Vater von ſechs un=
mündigen
Kindern.
Köln, 27. Aug. In der geſtrigen Sitzung bewilligte
die Kölner Stadtverordnetenverſammlung für diejeni=
gen
Kriegsveteranen, die kein höheres Einkom=
men
als 1200 Mark jährlich verſteuern, eine einmalige,
am 2. September zu zahlende Ehrengabe von je 15 Mk.
Im ganzen iſt dafür ein Betrag von 30000 Mark auf=
zuwenden
. Nach dem 2. September wird die Verwalt=
ung
eine weitere Vorlage über die dauernde Unterſtütz=
ung
der Veteranen machen.
Wien, 27. Aug. In Riedau (Oberöſterreich) wur=
den
der penſionierte Staatsbahnoberrevident Kattelen
und ſeine Frau unter dem Verdachte, Giftpillen
an eine Dame der guten Geſellſchaft geſandt zu haben,
verhaftet und dem Landgericht eingeliefert. Den
Pillen lag ein Schreiben bei, worin der Empfängerin
die Pillen als ein Mittel gegen ein körperliches Leiden
empfohlen wurden.
Brüſſel, 26. Aug. Zwei Wächter der deutſchen
Abteilung ſind unter dem Verdachte, an dem gemelde=
ten
Diebſtahl von Uhren beteiligt zu ſein, verhaftet
worden.
Des Moines (Jowa), 26. Aug. Acht Mann hielten
einen von Minneapolis abgegangenen Paſſagier=
zug
außerhalb der Stadt Nortwood dadurch auf, daß
ſie Flaggenſignale gaben. Sie richteten ihre Revolver
auf den Maſchiniſten und Heizer und begannen dann,
die Paſſagiere ihrer Wertſachen zu berauben.
Das übrige Zugperſonal war jedoch imſtande, ſich aus
einem Wagen Revolver zu beſchaffen und dadurch die
Lage umzudrehen. Fünf von den Räubern wurden
feſtgenommen und den Behörden von Nortwood über=
geben
.

Das Kaiſerpaar in Danzig.
* Danzig, 26. Aug. Um 5 Uhr 25 Min. lief der
kaiſerliche Sonderzug im hieſigen Hauptbahnhofe ein.
Der Kaiſer, in der Uniform des 2. Leib=Huſaren=
Regiments, ſowie die Kaiſerin und die Prinzeſſin
Viktoria Luiſe entſtiegen dem Zuge. Die Ehrenkom=
pagnie
des Grenadier=Regiments König Friedrich I.

wirklich etwas geben wolle, ſo möge er es auf die
Lafette des nächſten Geſchützes legen, von dort könne
er, der Soldat, es nach dem Dienſt ſich holen. Ebenſo
erfreut über das Pflichtgefühl, das der Artilleriſt als
Poſten bekundet, wie erheitert über die Offenheit und
Pfiffigkeit, die er gezeigt, handelte Prinz Joachim
nach ſeinem Rat und wandte ſich dann an einen Unter=
ſoffizier
, den er bat, dafür ſorgen zu wollen, daß der
Poſten das ihm zugedachte Geldgeſchenk auch erhalte:
Der hat es ſpäter dann auch bekommen.
* Einſeltſamer Kampf. In der Umgegend
von London hat ſich ein Villenbeſitzer einen umfang=
reichen
Hühnerhof eingerichtet, und ſein Dutzend Hähne
vollführen vom frühen Morgen bis zum ſpäten Abend
einen derartigen Lärm, daß der Nachbar ſich darüber
beſchwerte. Alle Reklamationen aber nützten nichts,
weshalb ſich der zweite Villenbeſitzer auf eine eigene
Art rächte. Er ſchaffte ſich nämlich ein mechaniſches
Klavier an und ließ vom frühen Morgen bis zum ſpä=
ten
Abend ununterbrochen die Ouvertüre zu Wilhelm
Tell ſpielen. Als das nichts nützte, kaufte er ſich einen
Phonographen und ließ zu gleicher Zeit ebenfalls vom
frühen Morgen bis zum ſpäten Abend ein und den=
ſelben
Gaſſenhauer ſingen. Aber das Mittel half doch
nichts; die Hähne krähten weiter und die Folge dieſes
Marterkonzertes war, daß beide Villenbeſitzer ihren
Landſitz verließen und nach London zurüchkehrten, wo
man die Geſchichte tüchtig belacht, weil es ſich um zwei
in der Londoner Ariſtokratie ſehr bekannte Perſönlich=
keiten
handelt.
CK. Schätze vom Meeresgrunde. Die Ar=
beiten
zur Hebung des ſpaniſchen Armada=Schiffes
Florencia in der Tobermory=Bai, die ſeit einiger
Zeit von neuem aufgenommen worden ſind, haben
außer einigen unbedeutenderen Gegenſtänden einen
Metallblock von etwa 80 Pfund zutage gefördert; man
glaubt, daß es Silber ſei, hat jedoch erſt eine Probe
nach London geſchickt, um den Fund genau unterſuchen
zu laſſen. Die Hauptmaſſe des in dem Schiff verſun=
kenen
Schatzes iſt bis jetzt noch nicht feſtgeſtellt.
* Nach und nach. Wie finden Sie das neue
Sittenſtück? Einfach ſkandalös. Nach dem erſten.
Akt habe ich meinen Mann nach Hauſe geſchickt, nach
dem zweiten meine Tochter und nach dem dritten bin
üch ſelbſt gegangen!

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Nummer 201.

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Auguſt 1910.

Nr. 5 erwies die militäriſchen Ehrenbezeugungen. Am
Bahnhofe hatten die hier ſchon vorher eingetroffenen
Fürſtlichkeiten ſich zur Begrüßung verſammelt. Auf
dem Bahnſteig war großer militäriſcher und Zivil=
empfang
. Nachdem die Majeſtäten die Anweſenden be=
grüßt
hatten, ſtieg der Kaiſer zu Pferde und übergab
auf dem Platze vor dem Bahnhofe die unlängſt in
Kaſſel geweihten Fahnen der Infanterie=Regimenter
Nr. 128, 129, 141 und 142 mit einer Anſprache an die
Oberſten der Regimenter. Die Kaiſerin beſtieg mit der
Kronprinzeſſin, der Prinzeſſin Eitel Friedrich und der
Prinzeſſin Viktoria Luiſe einen vierſpännigen, vom
Sattel gefahrenen Wagen. Der Kaiſer folgte dem Wagen,
hinter ihm die Prinzen.
Auf dem Platze vor dem Artushofe hatten die
ſtädtiſchen Behörden Aufſtellung genommen. Die
ſchönen, alten Häuſer des Platzes waren an den
Fenſtern und auf den Giebeldächern dicht mit Menſchen
beſetzt, ebenſo waren die Beiſchläge dicht gefüllt. Auf
dem Beiſchlage des Artushofes hatte auch der braſilia=
niſche
Marſchall da Fonſeca mit ſeiner Suite Platz ge=
funden
. Der Wagen der Kaiſerin hielt, der Kaiſer
ſchritt dem erſten Bürgermeiſter Scholz entgegen, hinter
ihm hielten die fünf Prinzen. In der Mitte Prinz
Eitel Friedrich, in der Leib=Garde=Huſarenuniform,
zur Rechten der Kronprinz als Paſewalker Küraſſier
und Prinz Auguſt Wilhelm in der Uniform des erſten
Garde=Regiments, zur Linken Prinz Adalbert in
Marineuniform und Prinz Oskar in der Uniform des
erſten Garde=Regiments. Der erſte Bürgermeiſter
Scholz hielt eine Anſprache, in welcher er den Dank
der Stadt für das Erſcheinen der kaiſerlichen Familic
ausſprach und darauf hinwies, daß nicht nur unter den
früheren Hohenzollern, ſondern auch beſonders unter
dem Beiſtande Kaiſer Wilhelms II. große Aufgaben
durchgeführt wurden. Der erſte Bürgermeiſter bot
darauf dem Kaiſer den Ehrentrunk in dem Becher an,
aus dem außer dem Kaiſer bereits König Friedrich
Wilhelm IV., Kaiſer Wilhelm I. und Kaiſer Friedrich III.
getrunken hatten. Der Kaiſer leerte den Pokal auf
das Wohl der Stadt und dankte in ſeiner Erwiderung
für den großartigen Empfang. Stürmiſche Hochrufe
erſchollen ringsum. Ehrenjungfrauen überreichten den
fürſtlichen Damen Blumenſträuße. An der Langen
Brücke ſtand eine Ehrenkompagnie vom Danziger In=
fanterieregiment
Nr. 128. Auf der Motlau waren bei
der Brücke die Danziger Rudervereine in Parade auf=
gefahren
. Eine Anzahl großer Dampfer, dicht mit
Menſchen beſetzt, hatte am anderen Ufer feſtgemacht.
Das Kaiſerpaar beſtieg hier bei der Brücke die bereit=
liegenden
Pinaſſen der Hohenzollern und begab ſich
an Bord der in der Werft liegenden Kaiſerjacht, wo es
Wohnung nahm.
Nach der Abendtafel an Bord der Hohen=
zollern
begab ſich das Kaiſerpaar und der geſamte
Hof in Automobilen nach der Techniſchen Hochſchule bei
Langfuhr, um dort dem großen Zapfenſtreich
der Kapellen des 17. Armeekorps beizuwohnen. Die
Langfuhrer Chauſſee entlang bildeten Truppen Spalier,
zuletzt bei der Hochſchule die Leibhuſaren=Brigade. An
der Haupttreppe wurde das Kaiſerpaar von dem Rektor,
dem Senat und dem kommandierenden General von
Mackenſen erwartet. Vertreter der Studentenſchaft
in Wichs und blanken Schlägern ſtanden am Portal.
Bald darauf erſchien der Kaiſer in der Leibhuſaren=
uniform
auf dem Balkon im Geſpräch mit v. Mackenſen.
Die Kaiſerin und der Hof folgten. Nach 9 Uhr begann
der Zapfenſtreich, dirigiert von dem Armee=Muſik= In=
ſpizienten
Grawert. Hoboiſten und Spielleute waren
von fackeltragenden Mannſchaften begleitet. Vorzüglich
war die Wiedergabe von Beethovens Leonoren= Ouver=
türe
Nr. 3 und der Auszug der Meiſterſinger aus
Wagners gleichnamiger Oper. Gegen 11 Uhr kehrten
die Fürſtlichkeiten an Bord der Hohenzollern zurück.
* Danzig, 27. Aug. Heute vormittag 10 Uhr
hielt der Kaiſer die große Parade über das 17.
Armeekorps, ſowie die Infanterie, Artillerie, das Lan=
dungskorps
der drei Flottenverbände auf dem großen
Exerzierplatz, nordweſtlich von Danzig=Langfuhr, ab.
Der Kaiſer begab ſich um 9 Uhr mit einem Automobil
nach dem Paradefelde, die Kaiſerin mit der Prinzeſſin
Viktoria Luiſe um 9 Uhr zu Wagen mit Geleiteskadron
vom 2. Leibhuſarenregiment, Königin Viktoria von
Preußen Nr. 2, ebendahin. Am Kleinhammer=Park
wurden die Pferde beſtiegen. Die Fürſtlichkeiten wurden
auf dem Wege zum Paradefelde von der zahlreichen
Menſchenmenge auf das herzlichſte begrüßt. Das Wetter
iſt ſehr ſchön. An der Parade nahm auch der Herzog
Albrecht von Württemberg teil, den Ehrendienſt bei
dieſem verſieht der Kommandant von Danzig, Gene=
ralleutnant
von Hinckeldey. Als Ordonnanzoffiziere
des Kaiſers fungierten: die Oberleutnants Ritgen vom
1 Leibhuſarenregiment Nr. 1, Ammon vom 2. Leib=
huſarenregiment
, Königin Viktoria von Preußen, als
Führer des Wagens der Kaiſerin Oberleutnant Dob=
ſchitzky
vom Grenadierregiment Friedrich I., 4. oſtpreu=
ßiſches
Nr. 5. Von höheren Offizieren waren
außer den ſchon bei der Königsberger Parade genann=
ten
anweſend: Der Chef des Marinekabinetts, der
Staatsſekretär des Reichsmarineamts, der Chef des
Admiralſtabes der Marine, Marſchall da Fonſeca, Dr.
Amarillo Vaſeoneeles, dieſe Herren auf allerhöchſte
Einladung, der Generalinſpekteur von Kleiſt, der Ge=
neralinſpekteur
der Infanterieſchulen, Generalmajor
von Wartenberg, der württembergiſche Militärbevoll=
mächtigte
Dorrer, der braſilianiſche Militärattaché Ober=
leutnant
Jullien.
* Danzig, 27. Aug. Das Paradefeld bei
Oliva entbehrt bei ſchönem Wetter nicht des male=
riſchen
Reizes; die ſanften Linien der Olivaer Hügel=
kette
ſchloſſen den Proſpekt und rückwärts ragten die
Schornſteine und Maſten unſerer Hochſeepanzer über
die Baumgruppen. General von Mackenſen, in der
Leibgarde=Huſarenuniform, kommandierte die Pa=
rade
. Die Truppen ſtanden in zwei Treffen. Auf
dem linken Flügel des erſten Treffens ſtand die Ma=
rine
in weißen Bluſen, blauen Mützen und braunen
Gamaſchen, etwa 3000 Mann. Das geſamte Landungs=
korps
der Hochſeeflotte ſtand unter dem Kommando
des Kontreadmirals Grapow. Es beſtand aus drei
Landungsdiviſionen vom erſten Geſchwader, vom zwei=
ten
Geſchwader und von den Kreuzern, deren jede
zwei Infanterie= und eine Artillerieabteilung hatten,
die Infanterieabteilungen zu je vier Kompagnien
(bei den Kreuzern drei), die Artillerieabteilungen zu
je zwei Kompagnien. Jede Kompagnie war von je
einem Schiff geſtellt, ſo die der erſten Abteilung von
den Panzern Weſtfalen, Naſſau, Hannover und
Schleſien
Der Kaiſer, in der Uniform des zweiten Leib=
huſaren
=Regiments Königin Viktoria von Preußen
Nr. 2 mit dem Feldmarſchallsſtab, beſtieg ſchon vor 10
Uhr ſeinen prächtigen Schimmel und begann das Ab=
reiten
der Fronten. Neben ihm ritt General von
Mackenſen. Es folgte die Kaiſerin zu Pferde
in der Uniform ihres Küraſſier=Regiments mit dem

Dreiſpitz, ſowie der Kronprinz, gleichfalls als =
raſſier
. Dahinter, in einer reizenden Reitergruppe,
die Kronprinzeſſin, die Prinzeſſin Eitel
Friedrich in der Uniform ihres Dragoner= Regi=
ments
, ſowie Prinzeſſin Viktoria Luiſe in der
Uniform der Leibhuſaren mit der Feldmütze, Prinz
Eitel Friedrich in der roten Attila der Leib=
huſaren
, Prinz Adalbert in Marineuniform und
die Prinzen Auguſt Wilhelm und Oskar, ſo=
wie
Herzog Albrecht von Württemberg. An
der Suite ritten auch die türkiſchen und braſilianiſchen
Gäſte des Kaiſers. Nach dem Abreiten des zweiten
Treffens paſſierte der Kaiſer mit ſämtlichen Prinzen
und den fürſtlichen Damen die Kriegervereine, die in
der Zahl von 10000 Mann angetreten waren, eine
Gruppe Reſerve= und Landwehroffiziere und die
Kriegsſchule Danzig. Das Kaiſerpaar und das kaiſer=
liche
Haus wurden hierbei von den alten Kriegern
und dem Publikum auf der Tribüne ſtürmiſch begrüßt.
Unter den Zuſchauern befanden ſich zahlreiche Ma=
rineoffiziere
. Den erſten Vorbeimarſch machte die
Infanterie in Kompagniefronten, die berittenen Trup=
pen
in entſprechender Formation im Schritt. Die
Marine wurde bei ihrem Vorbeimarſch vom Publikum
ſympathiſch begrüßt, mit Händeklatſchen und Bravo=
rufen
. Die Mannſchaften kamen auch ſehr gut ge=
richtet
vorbei, ebenſo die von Matroſen gezogenen
zweiräderigen Maſchinengewehre. Auch die Ge=
ſchwaderkapelle
machte ihre Sache vorzüglich. Der
zweite Vorbeimarſch folgte bei der Infanterie in Re=
gimentskolonnen
. Beide Male führte der Kaiſer das
erſte Leibhuſaren=Regiment und die Prinzeſſin Vik=
toria
Luiſe das zweite Leibhuſaren=Regiment der Kai=
ſerin
wor, unter dem lauten Jubel und Hurra der Zu=
ſchauer
. Der Herzog Albrecht von Württemberg defi=
lierte
mit ſeinem Küraſſier=Regiment, General von
Mackenſen mit dem erſten Leibhuſaren=Regiment.
* Danzig, 27. Aug. Der Kaiſer nahm auf
dem Paradefelde noch militäriſche Meldungen entgegen.
Die Kaiſerin und die Prinzeſſintochter be=
gaben
ſich zu Wagen mit einer Eskorte auf die Werft.
Die abrückenden Truppen bildeten Spalier. Die Fahnen
und Standarten wurden bis zum Eingang der Lang=
fuhrer
Allee gebracht. Hier formierte ſich der Zug in
folgender Ordnung: voran der kaiſerliche Marſtall,
dem die Herren des Hauptquartiers folgten, dann die
Fahnenkompagnie vom Infanterie=Regiment Nr. 18
und die Standarten=Eskadron des Küraſſier=Regiments
Nr. 5. Ihnen folgte der Kaiſer mit gezogenem Degen,
neben ihm General v. Mackenſen und hinter ihm ſeine
fünf Söhne, denen die ganze Leibhuſarenbrigade folgte.
Die Feldzeichen wurden ſo zum Generalkommando ge=
leitet
. Dann ritt der Kaiſer weiter an der Spitze der
Huſaren zur Werft. Schulen bildeten Spalier, ferner
das Perſonal der techniſchen Inſtitute der kaiſerlichen
Werft. Der Kaiſer traf gegen 3 Uhr auf der Werft ein.
* Danzig, 27. Aug. Der geſamte Hof begab ſich
um 5 Uhr 30 Minuten nach Marienburg, wo im
Schloß Paradiner für das 17. Armeekorps ſtatt=
finden
ſoll.
* Marienburg, 27. Aug. Das Kaiſerpaar
wurde bei ſeiner Ankunft feſtlich empfangen. Die
Schulen bildeten vom Nogatbahnſteig bis nach Ma=
rienburg
Spalier. In der alten Burg hielten auf
den Höfen und Gängen Ordensritter mit Schild und
Lanze Wacht. Bei der Tafel ſaß der Kaiſer rechts von
der Kaiſerin. Gegenüber dem Kaiſerpaar ſaß der
kommandierende General von Mackenſen zwiſchen
dem braſilianiſchen Marſchall Hermes da Fonſeca und
dem ottomaniſchen General Izzet Paſcha. Das Mahl
fand in der Großen Gaſtkammer an langen Tafeln
ſtatt, die mit Tannengrün geſchmückt waren. Die
zahlreichen Lichter auf den aus Hirſchgeweihen ge=
wundenen
Kronleuchtern tauchten die weite Halle in
ein mild gedämpftes Licht. Das Deutſchordens= Regi=
ment
Nr. 152 ſtellte die Tafelmuſik. Bei dem Einzuge
des Hofes ertönte der feierliche Einzug der deutſchen
Ordensritter von Richard Strauß. Nach der Tafel
hielten die Majeſtäten im Großen Remter Cercle.
Bei der Paradetafel brachte der Kaiſer fol=
genden
Trinkſpruch aus: Mein Toaſt gilt heute
dem 17. Armeekorps, dem ich ſchon draußen und
ich wiederhole dies hier von ganzem Herzen mei=
nen
Glückwunſch ausgeſprochen habe zu der vorzüg=
lichen
Parade. Das Armeekorps hat heute im Ver=
ein
mit der Marine die Wehrmacht des Deutſchen
Reiches gewiſſermaßen verſinnbildlicht. Die Haltung
der Truppen auf der Parade gewährleiſtet mir, daß
ihre kriegsmäßige Ausbildung meinen Wünſchen ent=
ſpricht
. Ich werde Sie im Manöver wieder treffen
und ſpreche Ihnen im Voraus meinen herzlichſten
Dank aus für die Friedensarbeit, die Sie mit hin=
gebender
Arbeit und Aufopferung geleiſtet haben.
Sie können nur ſtolz auf das Reſultat ſein, die Zu=
friedenheit
Ihres Kriegsherrn haben Sie ſich er=
worben
. Das 17. Armeekorps Hurra! Hurra! Hurra!
Bei der Abfahrt des Kaiſerpaares aus
Marienburg um 9½ Uhr bildeten die Truppen mit
Fackeln Spalier von der Burg bis zur Halteſtelle. Das
Kaiſerpar fuhr im Sonderzug zur Werft und ging an
Bord der Hohenzollern.
* Danzig, 28. Aug. Die Kaiſerin beſuchte heute
vormittag das Diakoniſſenhaus, wo ſie vom Oberprä=
ſidenten
v. Jagow, der Oberin des alten erſten geiſt=
lichen
Hauſes und dem Lizentiaten v. Hülſen empfangen
wurde. Dabei wurden der Kaiſerin vorgeſtellt: die Vor=
ſtände
des Diakoniſſenhauſes, des evangeliſchen kirchlichen
Hilfsvereins für innere Miſſion und Frauenhilfe und des
vaterländiſchen Frauenvereins, des Provinzialverbandes
vom Roten Kreuz. Um 11½ Uhr wurde auf dem kleinen
Exerzierplatz an der Langfuhrer Allee Feldgottes=
dienſt
abgehalten. Es nahmen daran teil der Kaiſer
und die Kaiſerin und die geſamte hier anweſende kaiſer=
liche
Familie. Es war ein Feldaltar errichtet, vor wel=
chem
die Geiſtlichkeit Aufſtellung genommen hatte und
neben den die Feldzeichen gebracht worden waren. Für
den Hof war ein Purpurzelt aufgebaut. Von namhaften
Perſönlichkeiten ſeien genannt: der kommandierende Gene=
ral
des 17. Armeekorps General v. Mackenſen, General=
oberſt
von der Goltz, Kriegsminiſter v. Heeringen, ſowie
die türkiſchen und braſilianiſchen Gäſte des Kaiſers, die
zum Gottesdienſt befohlenen Regimenter hatten im offenen
Viereck dem Altar gegenüber Aufſtellung genommen. Nach
dem Geſang der Gemeinde Großer Gott wir loben Dich
und der Liturgie hielt der evangeliſche Militäroberpfarrer
des 17. Armeekorps, Geh. Konſiſtorialrat Witting, die Pre=
digt
. Das niederländiſche Dankgebet ſchloß die Feier.
Nach dem Gottesdienſt nahm der Kaiſer den Vor=
beimarſch
der anweſende Truppenteile in Kompagniekolon=
nen
entgegen. Um 12½ Uhr waren im großen Sitzungs=
ſaale
des Landeshauſes die Mitglieder des Provin=
zialausſchuſſes
und des Provinzialland=
tages
verſammelt. Um 12¾ Uhr erſchienen hier der
Kaiſer, die Kaiſerin, die Prinzeſſin Viktoria Luiſe, der

Kronprinz, die Prinzen Eitel Friedrich, Adalbert, Auguſt
Wilhelm und Oskar nebſt Gefolge. Die Fürſtlichkeiten
wurden empfangen von dem Vorſitzenden des Provinzial=
ausſchuſſes
, Grafen Finck v. Finckenſtein, dem Vorſitzenden
des Provinziallandtages, Grafen v. Keyſerlingk, und dem
Landeshauptmann Frhrn. Senfft v. Pilſach. Den fürſt=
lichen
Damen wurden Blumenſträuße überreicht. Hiernach
wurden die Majeſtäten in den Saal geleitet, wo Graf v.
Keyſerlingk in einer Anſprache im Namen der treuen Pro=
vinz
Weſtpreußen den Majeſtäten einen tiefempfundenen
begeiſterten Willkommengruß darbrachte. Die Weſtpreußen
ſeien ſich bewußt, wie viel ſie ihren Königen von den Zei=
ten
Friedrichs des Großen her verdankten. Heute ſpreche
er ſeinen beſonderen Dank aus für die Förderung von
Kulturwerken erſten Ranges, die Regulierung der Nogat
und für die Sicherung der Abſchlußarbeiten des Weichſel=
ſtromes
. Der Redner ſchloß mit einem erneuten Gelöbnis
der unwandelbaren Treue und bot dem Kaiſer den Ehren=
trunk
.
Der Kaiſer erwiderte: Im Namen Ihrer Majeſtät
der Kaiſerin, in meinem Namen und im Namen meiner
Kinder ſpreche ich dem weſtpreußiſchen Landtage für ſeine
Huldigung meinen herzlichſten Dank aus. Ich habe mich
ſehr gefreut, Ihr Haus hier aufzuſuchen und in Ihre Mitte
treten zu können. Das Wohlſein und die Entwickelung
der Provinz Weſtpreußen liegt mir ebenſo am Herzen wie
meinen Vorfahren, und es iſt mir eine Freude, in ihre
Fußſtapfen zu treten und die großen Werke der Provinz
in ihrer Entwickelung fördern zu helfen. Mögen die von
Ihnen erwähnten Arbeiten der Provinz um Segen gerei=
chen
. Ihnen aber, meine Herren, verſichere ich, daß die
Gefühle der Liebe und Treue, denen Sie ſo beredten Aus=
druck
verliehen haben, bei mir dieſelben warmen Empfin=
dungen
für die Provinz auslöſen, die ich ſtets für ſie ge=
habt
habe. Ich gratuliere Ihnen zu der Entwicklung, die
Ihre Landwirtſchaft genommen hat. Ich weiß genau,
daß ein intenſiver Betrieb hier eingeſetzt hat und daß auch
die Elektriſierung der Landwirtſchaft Fortſchritte macht.
Möge Gottes Segen auf der Provinz ruhen; an meiner
Hilfe wird es nicht fehlen.
Der Kaiſer trank auf das Wohl der Provinz. Die
Majeſtäten unterzeichneten eine Urkunde über ihren Beſuch
des Landhauſes und kehrten dann an Bord der Hohen=
zollern
zurück.
* Danzig, 28. Aug. Zur Frühſtückstafel
beim Kaiſerpaar an Bord der Hohenzollern um 1 Uhr
waren geladen: die Prinzen Adalbert, Auguſt Wilhelm
und Oskar, Herzog Albrecht von Württemberg mit Ge=
folge
, der Ehrendienſt und Fürſt von Fürſtenberg. Um
3 Uhr war in den Räumen des Oberpräſidiums
Damenempfang durch die Kaiſerin in Gegenwart
der Kronprinzeſſin und der Prinzeſſin Eitel Friedrich.
Es wurden empfangen die Damen der Spitzen der
Behörden, die Damen der höheren Militärs und die
Damen des landſäſſigen Adels. Heute abend ſpeiſen
der Kaiſer, die Kaſiſerin und die Prinzeſſin Viktoria
Luiſe bei dem Offizierkorps der Leibhuſarenbrigade
Der Kaiſer hat dem General Izzet Paſcha den=Roten
Adlerorden 1. Klaſſe verliehen.

Die Königsberger Kaiſerrede.
* Die Kritik der Königsberger Rede des Kaiſers haf
ſich in den weiter vorliegenden Preßſtimmen bedeutend
verſchärft, die großen Blätter geben die Kommentare zu
der Rede wieder, die mehrere Spalten füllen. Die Stellen
vom Gottesgnadentum und dem Inſtrument des Herrn
haben, wie die Preßſtimmen zeigen, die Zuſtimmung der
konſervativen Blätter gefunden. Aus den ſehr vorſichtigen
Aeußerungen der Blätter der Rechten und des Zentrums
gewinnt man aber den Eindruck, als ob auch ſie die Form
der Rede für nicht ganz unbedenklich halten, namentlich
wohl wegen der Auslegungn, die ſie auf der andern Seite
gefunden hat. Faſt durchweg findet man Hinweiſe auf
die Vorgänge im November vor zwei Jahren und auf den
Abſchluß, den dieſe damals durch die Erklärung des Für=
ſten
Bülow fanden. Der Grundton der Ausführungen
geht dahin, daß das, was damals vereinbart wurde, mit
der jetzigen Rede ſchwer in Einklang zu bringen ſei, und
s wird dem Bedauern darüber Ausdruck gegeben, daß von
neuem ein Gegenſatz zwiſchen Kaiſer und Volk geſchaffen
worden ſei. Was der Kaiſer mit dieſer Rede bezweckt
habe, bleibe ein Rätſel. Viele Blätter ſtellen ausdrücklich
die Frage, ob der Reichskanzler die Rede vorher gekannt
und gebilligt habe. Da ſie aber im Reichsanzeiger ver=
öffentlicht
worden iſt, glaubt man, daß der Reichskanzler
Kenntnis von ihrem Inhalt hatte und die Verantwortung
dafür übernehmen werde.
Iſt auch nicht zu leugnen, daß in den Kommentaren
zu der Rede manches in ſie hineingedeutet worden iſt, was
nicht aus ihr herausgeleſen werden ſollte, und iſt in der
Erregung und Beſtürzung anderes gewiß mißdeutet wor=
den
, ſo ſpiegeln dieſe Kommentare doch den Ernſt der Lage
wider, die durch dieſe neue Rede des Kaiſers geſchaffen
worden iſt, und es iſt zu befürchten, daß ſie zu neuen er=
regten
und unerquicklichen Debatten im Reichstag führen
wird.

Rußland und Finnland.
* Petersburg, 27. Aug. Im Miniſterrat wurde
heute die Geſetzesvorlage betreffend die Gleichbe=
rechtigung
von Ruſſen mit den finniſchen
Bürgern in Finnland gutgeheißen. Die Grund=
lagen
dieſer Vorlage ſind folgende: Den ruſſiſchen
Untertanen, welche nicht zur finniſchen Bürgerſchaft
gehören, werden in Finnland gleiche Rechte wie den
Einheimiſchen zuerkannt. Perſonen, welche die Bil=
dung
einer Reichsſchule genoſſen haben, werden in
ihren Rechten denjenigen Perſonen gleichgeſtellt, die
eine entſprechende finniſche Schule abſolviert haben.
Das Recht, den Poſten eines Geſchichtslehrers an allen
finniſchen Schulen einzunehmen, wird allen ruſſiſchen
Untertanen chriſtlicher Konfeſſion nach den gleichen
Grundſätzen wie den finnländiſchen Bürgern gewährt.
Beamte und im Privatdienſt ſtehende Perſonen, welche
dieſe Gleichberechtigung ruſſiſcher Untertanen abſichtlich
Hinderniſſe in den Weg legen, können nach den ruſſi=
ſchen
Geſetzen zur gerichtlichen Verantwortung gezogen
werden, bei der das betreffende Bezirksgericht zuſtän=
dig
ſein ſoll. In das Strafgeſetzbuch wird ein neuer
Paragraph aufgenommen werden, welcher für dieſt
Vergehen Geldſtrafen von 500 Rubel, Haft von einem
bis zu drei Monaten und Gefängnis von zwei Monaten
bis zu zwei Jahren unter Verluſt beſtimmter Recht=
vorſieht
. Die finnländiſchen Sondergeſetze für Juder
und Zigeuner bleiben bis zu ihrer Reviſion beſtehen.
Das neue Geſetz ſoll am 14. Januar 1911 in Kraft
treten.
* Petersburg, 28. Aug. Wie die offiziöſe
Roſſija mitteilt, billigte der Miniſterrat den Ge=
ſetzentwurf
über die Summe, welche das finniſche
Schatzamt an dasReichsſchatzamt bis zur Ausdehnung des
Militärdienſtes auf die finniſchen Bürger zahler

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Nummer 201.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Auguſt 1910.

Seite 5.

ſoll. Für 1911 macht dies zwölf Millionen, die Summe
ſteigt jährlich um eine Million bis 20 Millionen. Die
Zahlung hört auf, wenn die finniſchen Bürger zur
Wehrpflicht herangezogen werden ſollten.

Die Wahlen in Griechenland.
* Athen, 27. Aug. Nach einer Aufſtellung des
Blattes Athinai wurden in die Nationalver=
ſammlung
gewählt: 94 Theotokiſten, 64 Anhän=
ger
von Rhallis und 34 Anhänger von Mavromichalis,
die die Nationalverſammlung mit einem konſtituieren=
den
Charakter wollen, 13 Zaimiſten, 4 Kreter und 146
Unabhängige, d. h. Kandidaten, die außerhalb der
früheren Perſonenparteien aufgeſtellt ſind. Von dieſen
146 gelten 30 als theſſaliſche Agrarier und 36 als frei=
ſinnige
Anhänger der konſtituierenden Nationalver=
ſammlung
, 4 als Sozialiſten, 86 haben ſich nicht
darüber ausgeſprochen, ob ſie für eine reviſioniſtiſche
oder eine konſtituierende Nationalverſammlung ſind.

Luftſchiffahrt.
Wie uns mitgeteilt wird, haben die Folgen des
Sturzes Ellery v. Gorriſſen’s beim Ueberlandflug in
Frankfurt a. M. doch nachträglich Folgen gehabt. Nach=
dem
er ſich mehrere Tage nicht wohr gefühlt, trotzdem
aber eine Reiſe nach Hamburg angetreten hatte, mußte
er in eine Privatklinik transportiert werden. Ausſicht
auf baldige Beſſerung iſt vorhanden.
* Innsbruck, 27. Aug. Der Ballon Tirol.
Führer Fabrikant Andernach=Bonn, vom Niederrheini=
ſchen
Verein für Luftſchiffahrt, ſtieg heute in den erſten
Morgenſtunden auf. Es gelang ihm, die geſamten
Tiroler Alpen bis zur Poebene zu überflie=
gen
. Nach neunſtündiger Fahrt landete er in
Kärnthen, in der Nähe der Reichsgrenze.
Arnheim, 27. Aug. Der holländiſche Aviatiker
van Maasdyk iſt mit ſeinem Apparat abgeſtürzt
und fand dabei den Tod.
Le Havre, 27. Aug. Der Aviatiker Legag=
neux
ſtieß heute bei einem Fluge um den Geſamt=
diſtanzpreis
gegen einen Pylon, wobei der Apparat mit
dem linken Flügel hängen blieb und zur Erde ſtürzte.
Der Pilot wurde, aus verſchiedenen Wunden blutend,
unter den Trümmern des Apparats hervorgezogen und
fortgebracht. Wie die Aerzte feſtgeſtellt haben, hat
Legagneux ſchwere Verletzungen am Kopf erlitten.
Trotzdem hofft man, ihn in 14 Tagen wiederherzuſtellen.
sr. Das Internationale Aeroplan=
Meeting der Seinebucht zu Havre, Trouville und
Deauville, für das eine ſehr ſtattliche Zahl von erſt=
klaſſigen
Fliegern gemeldet hat, nahm ſeinen Anfang.
Den Preis für den beſten täglichen Dauerflug gewann
Mamet (Blériot), der 166 Kilometer zurücklegte. Barra
(Farman) flog 134 Kilometer, Molon (Blériot) 108
Kilometer und Simon (Blériot) 96 Kilometer. Den
Schnelligkeitspreis gewann Aubrun (Blériot), der 10
Kilometer in 7116 zurücklegte. Die Mehrzahl der ge=
meldeten
Apparate war noch nicht flugbereit.
Zum öſterreichiſchen Flugmeeting, das
für die Zeit vom 9. bis 16. Oktober angeſetzt iſt, ſtellte
der Wiener Stadtrat die Simmering=Heide zur Ver=
fügung
. Die Gemeinde Wien hat Preiſe in Höhe von
50000 Kronen geſtiftet.
Ein Aeroplan=Omnibus iſt von den Ge=
brüdern
Wright in Amerika gebaut worden. Der neue
Apparat der fliegenden Brüder iſt wieder ein Zwei=
decker
, der für die Aufnahme von fünf Perſonen be=
rechnet
iſt. In den nächſten Tagen ſollen die Probe=
fahrten
des neuen Fahrzeugs beginnen, von denen ſich
die Gebrüder Wright ſehr viel verſprechen.
Sport.
* Baden=Baden, 27. Aug. Heute kam der
Große Preis von Baden=Baden Goldpokal
des Großherzogs und 80000 Mark zum Austrag.
Erſter wurde Lubomirskis dunkelbrauner Hengſt
Kſiaze Pan Zweiter Baron Foys Carlopolis
Dritter v. Weinbergs Fervor‟ Im Großen Preis
von Baden wurde das ſiegende Pferd Kſiaze Pan von
dem Neger Winfield geritten. Der Beſuch der
Rennen war ungeheuer. Die Tribünen waren über=
füllt
. Um 3 Uhr 10 Min. erſchien das Großherzogs=
paar
im prächtigen Viererzug mit Spitzenreitern auf
der Rennbahn. Um 4 Uhr 15 Min. erſchien L. Z. VI
über den Tribünen und brachte dem Großherzogspaar
ſeine Huldigung dar.
Lt. Das Internationale Lawn=Tennis=
Turnier zu Homburg konnte nach einigen
durch Regen verurſachten Unterbrechungen fortgeſetzt
werden. Im Herren=Einzelſpiel um den Homburger
Pokal ſiegte Graf Salm über Steinway 10:8 2:6 611
und Froitzheim über Chames 611 611. In der vierten
Runde ſchlug H. Schomburgk v. Müller 672 12110 und
Froitzheim Karl Kreuzer 614 9.7. Im Damen= Einzel=
ſpiel
um den Dewar=Pokal erlitt Frau Dr. Nereshei=
mer
durch Fräulein Bjurſtedt eine Niederlage, da ſie
6:3 8:10 9:7 geſchlagen wurden. Im Herren= Doppel=
ſpiel
um den Stewards=Pokal ſind die Siege von
Froitzheim-O. Kreuzer über van Lennepp- Klein=
ſchrot
611 6:4 und H. und W. Schomburgk über Prinſep=
Lawrie 6:4 6:4 hervorzuheben.
*Homburg v. d. H., 28. Aug. Bei dem Inter=
nationalen
Lawntennis=Tournier gewann
im Herren=Einzelſpiel um den Homburger Pokal G.
Kleinſchroth=München gegen Herrn Schomburgk=Leipzig
mit 5/7, 6/4, 6/0, 6/3. Das Damen= und Herrendoppel=
ſpiel
gewann O. Kreuzer=Frankfurt a. M. und Fräulein
Matuch=Prag gegen Herrn von Lennep=Haag und Miß
Morton=London mit 2/6, 6/2, 6/1. Die Preisverteilung
wurde von dem Prinzen Albrecht von Schleswig=Holſtein
vorgenommen.
Rr. Vereinsmannſchaftsfahren des Gau
IX D. R.=B. Am Sonntag, den 11. September, mor=
gens
6 Uhr, findet auf der 100 Kilometer= Gaupreis=
fahrtenſtrecke
das Vierer=Vereinsmannſchaftsfahren
des Gau IX (Frankfurt a. M.) des Deutſchen Radfah=
rerbundes
ſtatt. Vier Fahrer bilden eine Mannſchaft,
zwei weitere können als Erſatzleute genannt werden.
Jeder Verein kann mehrere Mannſchaften ſtellen, je=
doch
wird nur die beſte Mannſchaft mit einem Ehren=
preis
ausgezeichnet; jede weitere Mannſchaft erhält
die Gauplakette, ſofern dieſelbe innerhalb vier Stun=
den
geſchloſſen durchs Ziel geht. Außer den Ehren=
preiſen
gelangen vier ſilberne Medaillen für die kür=
zeſte
Zeit zur Ausgabe. Start und Ziel iſt Kilometer=
ſtein
13,8 zwiſchen Mitteldick und Mörfelden. Meldun=
gen
ſind bis zum 5. September an den Gaufahrwart
Herrn Karl Schmitt, Darmſtadt, Schuchardſtraße Nr. 6,
einzureichen.
Landwirtſchaftliches.
Darnſtadt, 27. Aug. Der van Leudmirt=
ſchaftskammer
=Ausſchuß heute hier vermaltcie Faſel= blattes über erfolgloſe Einigungsverſuche im=Werft=

markt war mit 25 Faſel beſchickt, von welchen 15 Faſel
angekört werden konnten. Bei der Prämiierung wur=
den
folgende Preiſe zuerkannt: II. Preiſe im Betrage
von je 20 Mark erhielten: Georg Kramer XII. in
Pfungſtadt, Jakob Bär II. in Pfungſtadt, Jakob Bar=
tel
II.=Hof Schönau und Jakob Friedrich Pfeffer I.
in Meſſel; III. Preiſe von je 10 Mk. erhielten: Jakob
Darmſtädter in Hahn, Georg Rupp I. in Goddelau,
Ludwig Link in Hahn, Adam Weicker in Hahn und
Wilhelm Oſterod in Wolfskehlen. Verkauft wurden
im ganzen zehn Faſel. Die Verkaufspreiſe bewegten
ſich zwiſchen 430 und 540 Mark.

Die Cholera.
* Wien, 26. Aug. Heute nachmittag fand aus
Anlaß der heute vormittag feſtgeſtellten Fälle von aſia=
tiſcher
Cholera eine Beſprechung von Vertre=
tern
der zuſtändigen Behörden ſtatt. Die
getroffenen Vorbeugungsmaßregeln wurden für voll=
kommen
ausreichend erklärt. Es ſei nicht der geringſte
Anlaß zur Beunruhigung vorhanden. Der Zuſtand
der an Cholera erkrankten Gabriele Hofmann hat ſich
weſentlich gebeſſert.
* Wien, 27. Aug. Wie das Fremdenblatt meldet,
ſtellte der Arzt bei der am 25. Auguſt erkrankten
55jährigen Arbeiterfrau Hänſel Cholera nostras
ſeſt. Die Frau iſt geſtern nachmittag geſtorben. Die
Obduktion, die im Laufe des heutigen Tages vorge=
nommen
wird, wird ein endgültiges Urteil ermöglichen.
Wie das Neue Wiener Tagblatt meldet, ſind noch zwei
andere Frauen als choleraverdächtig im Franz Joſef=
Spital eingeliefert worden, doch ſtellten ſich beide Fälle
als harmlos heraus.
* Wien, 27. Aug. Das Sanitäts= Departe=
ment
im Miniſterium des Innern veröffentlicht ein
Communigué, nach dem ſeit der bakteriologiſchen Feſt=
ſtellung
von Cholera in den Fällen Held und Hofmann
bis zum Abend des 27. Auguſt keinerlei Neuerkrankung
im Miniſterium des Innern angezeigt worden iſt. Bei
fünf internierten Perſonen iſt Choleraverdacht aus=
geſchloſſen
, ebenſo bei einem im 21. Wiener Bezirke vor=
gekommenen
verdächtigen Todesfalle.
* Rom, 27. Aug. In den letzten 24 Stunden ſind
in Barletta elf Erkrankungen und neun Todesfälle
an Cholera vorgekommen, in Andria ein choleraver=
dächtiger
Fall, in Spinazola zwei choleraverdächtige
Fälle, in Ruvo di Puglia ein choleraverdächtiger Fall,
bei dem der Erkrankte geſtorben iſt. In den übrigen
Gemeinden der Provinz Bari hat ſich kein neuer Fall
ereignet. In Cerignola wurden außer zwei choleraver=
dächtigen
Fällen ein Todesfall feſtgeſtellt, in Trinitapoli
drei Erkrankungen und zwei Todesfälle, in Margherita
di Savoi fünf Erkrankungen und drei Todesfälle, in
San Ferdinando di Puglia eine Erkrankung und zwei
Todesfälle.
* Brüſſel, 26. Aug. Wie das Journal de Bru=
xelles
meldet, enthält das morgen erſcheinende Amts=
blatt
eine Verfügung, durch welche die ſanitäre
Ueberwachung der mit der Eiſenbahn aus Ruß=
land
kommenden Reiſenden wieder in Kraft geſetzt
wird. Die Ueberwachung ruſſiſcher Reiſender, die in
Hotels Wohnung nehmen, wird ſich auf fünf Tage er=
ſtrecken
.
* Bukareſt, 26. Aug. Nach einer amtlichen Er=
klärung
ſind die von auswärtigen Blättern gebrachten
Meldungen über das Auftreten der Cholera an der
Moldau unzutreffend. Dank der militäriſchen Schutz=
maßregeln
an der Grenze hat ſich bisher kein Cholera=
fall
ereignet.
* Konſtantinopel, 28. Aug. Im Wilajet
Erzerum wurden acht neue Cholerafälle feſt=
geſtellt
, von denen fünf tödlich verliefen.
Vermiſchtes.
Die deutſchen Lebensverſicherungs=
geſellſchaften
im Jahre 1909. Von 43 deutſchen
Geſellſchaften wurden im Jahre 1909 insgeſamt 212 529
eigentliche Lebensverſicherungen über 1078 612672 Mark
neu abgeſchloſſen. In Abgang kamen dagegen 96801 Ver=
ſicherungen
über 452 742773 Mark, darunter 27296 über
122906 278 Mark durch den Tod und 12 187 über 65 267928
Mark durch Zahlbarwerden bei Lebzeiten der Verſicherten.
Der Geſamtbeſtand eigentlicher Lebensverſicherungen am
Schluſſe des letzten Jahres erhöhte ſich um 115 728 Policen
und 625869899 Mark Summe auf 2177889 Verſiche=
rungen
über 10 328 723 357 Mark. Hieran waren beteiligt
die vier bedeutendſten Gegenſeitigkeitsanſtalten: Gothaer
mit 1009 165 586 Mark, Stuttgarter mit 889 213 446 Mark,
Leipziger mit 868 478 710 Mark, Karlsruher mit 668 617368
Mark, zuſammen 3 435 475 110 Mark, und die vier Aktien=
geſellſchaften
Victoria mit 1018153 424 Mark, Germania
mit 772605808 Mark, Nordſtern mit 487646 529 Mark,
Concordia mit 330 490092 Mark, zuſammen 2608895853
Mark. Auf dieſe acht Anſtalten entfielen demnach mit
6044370 963 Mark faſt drei Fünftel (58½ Prozent) des ge=
ſamten
Lebensverſicherungsbeſtandes der 43 Geſellſchaften.
Von letzteren betreiben 31 darunter beſonders Victoria
und Friedrich Wilhelm außerdem die kleine (Volks=
und Sterbekaſſe=) Verſicherung mit geringen Summen, zu=
meiſt
ohne ärztliche Unterſuchung und mit wöchentlicher
Prämienzahlung: hierin wurden 1223344 Verſicherungen
über 275 475303 Mark neu abgeſchloſſen und am Schluſſe
des Berichtsjahres beſtanden 7767070 Verſicherungen über
1 403 873 244 Mark (durchſchnittlich 181 Mark). Von den
43 Geſellſchaften betreiben ſodann 39 auch die Verſicherung
nur auf den Lebensfall (Alters=, Ausſteuer=, Militärdienſt=
verſicherung
): hierin wurden 37288 Verſicherungen über
65 359906 Mark abgeſchloſſen, und Ende 1909 beſtanden
531 488 Verſicherungen über 866 100535 Mark. Der Ge=
ſamtbeſtand
an Kapitalverſicherungen bezifferte ſich ſomit
bei den 43 deutſchen Lebensverſicherungsanſtalten Ende
1909 auf 12 598 697136 Mark Summe.

Literariſches,
Die Eilſchrift. Ein neues Syſtem deutſcher
Stenographie. Von Dr. Anton Frey. Preis 2 Mark.
Jeder ernſte Stenograph will ohne übermäßige An=
ſtrengungen
und ohne großen Zeitaufwand die Meiſter=
ſchaft
erreichen. Dieſem Streben kommt die Eilſchrift
entgegen. Der Erfinder des neuen Syſtems, Dr. Anton
Frey, hat im Jahre 1905 ſein Werk zum erſten Male der
Oeffentlichkeit übergeben. Inzwiſchen wurde das Syſtem
auf Grund der in der Praxis gemachten Erfahrungen einer
genauen Prüfung unterzogen und manche Verbeſſerung
vorgenommen; als abgeklärtes, feſtgefügtes und vollſtän=
diges
Syſtem erſcheint die Eilſchrift im neuen Gewande.
Selbſtverlag von Dr. Anton Frey Alois Aue in Wien.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 27. Aug. Die Nachrichten eines Mittags=

arbeiterſtreik durch das Reichsamt des Innern
ſind unzutreffend. Solche Einigungsverſuche
fanden bisher im Reichsamt des Innern nicht ſtatt.
* Berlin, 27. Aug. Die vom Berliner Tageblatt
und nach ihm von anderen Blättern gebrachte Mitteilung,
daß das Verfahren gegen den Fürſten Eulen=
burg
von der Staatsanwaltſchaft auf zwei Jahre ſiſtiert
worden ſei und daß der Fürſt innerhalb dieſer Zeit von
allen gerichtsärztlichen Unterſuchungen verſchont bleiben
ſolle, daß ferner der Staatsanwalt dem Fürſten
auch kein Hindernis in den Weg legen würde,
wenn er eine Erholungsreiſe antreten wolle, iſt,
wie die Norddeutſche Allgemeine Zeitung meldet, nach
einer Mitteilung des erſten Staatsanwalts beim Land=
gericht
Berlin I, des Oberſtaatsanwalts Preuß unzu=
treffend
. Die angebliche zuverläſſige Quelle, ſo bemerkt
die Norddeutſche Allgemeine Zeitung, woraus die Nach=
richt
des Tageblattes ſtammt, mag zwar Einſicht in
die Gerichtsakten gehabt haben, ſie iſt jedoch weder über
die Abſichten der Staatsanwaltſchaft noch über deren
anderweitig verfügte Kontrollmaßnahmen unterrichtet.
* Berlin, 28. Aug. Geheimer Kommerzienrat Iſidor
Löwe iſt heute Nacht geſtorben.
* Berlin, 28. Aug. Heute früh verſtarb im Weſt=
ſanatorium
der Generalmajor, Traininſpektor Max
Bräuer. Der Verſtorbene wurde 1850 in Gladisgorpe
in Schleſien geboren.
* Metz, 27. Aug. In der Feſte Wagner bei
Verny ſind einige Fälle von ruhrartigen Er=
krankungen
unter den dortigen Truppen vorge=
kommen
. Die Mannſchaft wurde kaſerniert. Den
Zivilbehörden und den dort praktizierenden Aerzten
iſt nichts von Erkrankungen von Zivilperſonen bekannk.
Plauen, 28. Aug. Dem Vogtländiſchen Anzeiger
zufolge, wurde geſtern Abend der Weber Gerbeth, der
am 17. Auguſt in Untertriebel, Kreishauptmann=
ſchaft
Zwickau, ſeine 72jährige Stiefmutter ermordet
hatte, unweit Untertriebel verhaftet. Er geſtand die
Tat ein.
* Breslau, 27. Aug. Vor der hieſigen Straf=
kammer
fand heute vormittag die Verhandlung gegen
den Redakteur der hieſigen Volkswacht Rober;
Albert wegen Beleidigung der Breslauer Polizei in
ſeinem Artikel über die Biewald=Affäre ſtatt. Da dem
Hauptzeugen, Regierungsrat Froſt, kurz vor der Ver=
handlung
vom Regierungspräſidenten die Ausſage
wegen Gefährdung der Sicherheit des Staates ver=
boten
worden war, wurde die Verhandlung vertagt.
* Wien, 27. Aug. Geſtern wurde hier ein Ehepaar
namens Caſtellez verhaftet unter dem Ver=
dachte
, gegen das bei Graz wohnende Fräulein Mora=
wek
durch Ueberſendung von mit Sublimat gefüllten
Schokoladebonbons einen Giftmordanſchlag ver=
übt
zu haben. Heute geſtand Frau Caſtellez nach
längerem Leugnen, ſie habe der Morawek die Bonbons
geſchickt in der Abſicht, ſich der Rückzahlung eines Geld=
betrages
, den ſie dieſer ſchuldete, zu entziehen; ſie be=
hauptet
, der Mann hätte von dem Anſchlag keine
Keuntnis, ſie hätte ihn allein ausgeführt.
* Innsbruck, 27. Aug. Ueber die Unfälle, die
bei den Gebirgsübungen in Südtirol vorgekommen
ſein ſollen, wird authentiſch gemeldet, daß zwei Landes=
ſchützen
, die ſich plötzlich einer ſtarken feindlichen
Patrouille gegenüberſahen, bei dem Verſuch, zu ent=
kommen
, über einen Abhang ſtürzten. Einer davon
ſtarb in kurzer Zeit an einer ſchweren Kopfwunde: der
andere befindet ſich im Spital auf dem Wege der Beſſe=
rung
, jedoch nicht außer Lebensgefahr. Zwei Infante=
riſten
verſtauchten ſich den Fuß; ſonſt iſt kein Unfall
gemeldet worden. Das Gerücht, daß auch Offiziere
abgeſtürzt ſeien, iſt falſch. Die Urſache des Unfalles iſt
nur in der Ambition der verunglückten Soldaten zu
ſuchen, die der Gefangennahme durch die feindliche
Abteilung entrinnen wollten.
* Rom, 28. Aug. Der Miniſter des Aeußern,
Marquis di San Giuliano iſt in Begleitung
ſeines Kabinettschefs heute vormittag nach Salzburg
abgereiſt.
* Spezia, 28. Aug. Der Phyſiologe und Anthro=
pologe
Profeſſor Paola Mantegazza iſt heute morgen
in ſeiner Villa in San Terenzo geſtorben.
* London, 27. Aug. Crippen und Miß Le Neve
ſind hier eingetroffen und ins Gefängnis übergeführt
worden. Am Bahnhof weilte zur Zeit der Ankunft eine
große Menſchenmenge.
* Liſſabon, 27. Aug. Prinz Friedrich Leopold
von Preußen iſt heute vormittag abgereiſt. König
Manuel, die Miniſter und die Offiziere des vierten
Kavallerieregiments waren zum Abſchied auf dem
Bahnhofe erſchienen.
* Bilbao, 28. Aug. Geſtern verſuchte ein Trupp
Ausſtändiger, das Ausladen eines Eiſenbahn=
güterwagens
mit einer Ladung für Hochöfen zu ver=
hindern
. Polizei und Militär mußten die Waffe ge=
brauchen
, um die Ordnung wiederherzuſtellen.
* Petersburg, 28. Aug. Der Kaiſer ernannte
König Nikolaus von Montenegro zum Gene=
ralfeldmarſchall
der ruſſiſchen Armee, den Erbprinzen
Danilo zum ruſſiſchen Generalmajor, Prinz Mirko
zum Oberſtleutnant.
* Petersburg, 28. Aug. Die Kaiſerin=Witwe
hat an Bord der Jacht Polarſtern die Reiſe nach
Dänemark angetreten.
* Helſingfors, 27. Aug. Das Michael=Stadtviertel
wurde durch eine Feuersbrunſt in Aſche gelegt.
* Athen, 27. Aug. Der Kronprinz von
Griechenland trat auf dem Panzerſchiffe Phara‟
die Reiſe nach Montenegro an,
* Konſtantinopel, 28. Aug. Der Miniſterrat
beſchäftigte ſich in ſeiner heutigen Sitzung mit der
Kretafrage und beſchloß, wie verlautet, von der
definitiven Stellungnahme zu der Annahme der Wahl
durch Venizelos und der anderen Kreter das Ergeb=
nis
der Feſtſtellung der wirklichen Staatsangehörig=
keit
Venizelos abzuwarten, ſchon jetzt aber den Kreta=
mächten
zu eröffnen, daß die Pforte im Falle der Be=
ſtätigung
der Wahlen energiſch vorgehen werde. Einem
Gerüchte zufolge beabſichtigt die Pforte, den Eintritt
der Kreter in die griechiſche Nationalverſammlung
keineswegs zu dulden und die endgültige Löſung der
Kretafrage auf Grund der Autonomie im jetzigen
Augenblick als die geeignetſte zu verlangen. Der
Miniſterrat hat weiter beſchloſſen, das Memorandum
der griechiſchen Deputierten nicht anzunehmen, da die
Deputierten ſolche Beſchwerden nur der Kammer
unterbreiten dürfen. Der Miniſterrat hat endlich be=
ſchloſſen
, die morgen ſtattfindenden Wahlen der grie=
chiſchen
Gemeinden Konſtantinopels für die National=
verſammlung
des Patriarchats nicht zu verhindern,
aber die Gewählten verantwortlich zu machen reſpek=
tive
ihnen die Teilnahme an der Verſammlung zu
verwehren.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Auguſt 1910.

Nummer 201.

2 Sbut. 27. Aug. Derneue Miniſterreſident.
Vicomte Terouchi erklärt, es ſei der Wunſch des
Kaiſers von Japan, daß alle Anſtrengungen gemacht
würden, die Koreaner fühlen zu laſſen, daß in der
Annexion durch Japan keine Erniedrigung, ſondern
vielmehr eine Erlöſung liege. Die japaniſche Politik
würde auf die Förderung und Entwickelung der koreani=
ſchen
Hilfsquellen gerichtet ſein. Außerdem kann auf
Grund guter Informationen feſtgeſtellt werden, daß,
obwohl mit der Annexion die Handelsverträge mit den
fremden Mächten hinfällig würden, eine Aenderung
der Zollgeſetze für abſehbare Zeit nicht beab=
ſichtigt
ſei. Auch werden Ausländer in Korea die=
ſelben
Rechte genießen, wie im übrigen Japan.
** Bnenos Aires, 27. Aug. Infolge des Ablebens
des Dr. Galvez beauftragte der Präſident Aleorta den
Miniſter des Aeußern Larreta mit der Leitung des
Miniſteriums des Innern.
Ss. Griesheim, 26. Aug Für die heutige Ge=
meinderatswahl
waren von drei Parteien Kan=
didaten
zur Wahl aufgeſtellt, nachdem ein Kompromiß
der bürgerlichen Linken mit den Sozialdemokraten ge=
ſcheitert
war. Es waren 6 Gemeinderatsmitglieder zu
wählen, von denen als Sieger aus der Wahlurne hervor=
gingen
: 1. Georg Becker mit 474 Stimmen, 2. Ludwig
Becker III mit 430 Stimmen, 3. Peter Göbel mit 487
Stimmen, 14. Johs. Kiſſinger mit 414 S timmen, 5. Wilhelm
Maus mit 472 Stimmen, Peter Ritter V. 392Stimmen,
ausſchließlich nur Mitglieder der liberalen Partei. Einige
Stimmen waren zerſplittert.
*X Friedberg, 27. Aug. Dem Vernehmen nach iſt
die Ankunft des Zarenpaares auf Dienstag
verſchoben worden‟
Berlin, 27. Aug. Zu dem Raubanfall auf
die Fahrkartenverkäuferin Maria Möller wird ge=
meldet
, daß der Täter ſchon eine Stunde nach der Tat
verſuchte, einen Teil des Kleingeldes in einem Lokal
der Ebersſtraße los zu werden. Der anweſende Lehr=
ling
erklärte ſich dazu außerſtande; allem Anſchein
nach hatte der Burſche noch einen Komplizen, der
Schmiere geſtanden hat.
Brieſtaſten,
C. Z. 2. Der Arbeitgeber iſt verpflichtet, der
Steuerbehörde das Einkommen der Arbeitnehmer an=
zugeben
.

Geſchäftliches.
Auf dem Gebiete der Obſtverwertungsmaſchinen leiſtet
die Firma Ph. Mayfarth & Co. Frankfurt a. M.,
das Hervorragendſte. Die Mayfarthſchen Preſſen und
Mühlen ſind ſo weltberühmt, daß die Firma ſeit ihrem
nahezu 40jährigen Beſtehen nunmehr über 30000 Stück
geliefert hat. Dieſe enorme Verbreitung bürgt mehr als
Worte für Güte und Preiswürdigkeit. Ein Beſuch der
(16728
Arbeitsſtätte iſt empfehlenswert.

Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß es Gott dem All=
mächtigen
gefallen hat, meine gute Frau, unſere
treubeſorgte Mutter, Schwiegermutter, Groß=
mukter
, Schweſter und Tante (B16778
Wilhelmine Fritz
geb. Fischer
nach langem ſchweren Leiden in die Ewigkeit
abzurufen.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Valentin Fritz u. Kinder.
Familie Karl Dorsch.
Darmſtadt, den 28. Auguſt 1910.
Beſſungerſtraße 88½.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 30. Aug.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Darm=
ſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.

anklagung.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte unſeres
lieben Bruders
(*20873
Adolf Helfmann
ſagen wir Allen, beſonders ſeinen Herren Vor=
geſetzten
und Kollegen, herzlichen Dank.
Elisabeth Keller,
Mary Keller.
Darmſtadt, den 27. Auguſt 1910.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Gatten und
unſeres Vaters, Bruders, Schwagers und Onkels
HerrnChristian Wespll.
ſagen wir Allen, beſonders Herrn Pfarrer Zimmer=
mann
für ſeine troſtreichen Worte am Grabe,
herzlichen Dank.
(*20859
Die trauernden Hinterbliebenen:
Margareta Wesp nebst Familie.
Wixhauſen, den 27. Auguſt 1910.

telier für Kunst und
Grabmalkunst ſB65.

Wilh. Götze, Bildhauer, Vertreter d. Wiesbad. Gesellschaft
Darmstadt, Karlstrasse 94
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Modellen und Skizzen in jeder Preislage.

HOTEL-DARMSTADTER-HOF

GRossEs

Todes-Anzeige.
Freitag Abend 6 Uhr entſchlief ſanft in=
folge
eines Schlaganfalles unſere liebe

Schweſter und Tante

(16777

SPEISE-RESTAURANT

(16578a

lück im Unglück. Während bei dem Brande der
Brüſſeler Weltausſtellung einzelne Ausſteller ſchwere
Verluſte zu beklagen haben, ſind andere wiederum be=
ſonders
vom Glück begünſtigt geweſen. Beiſpielsweiſe
hatte die Liebig Geſellſchaft, die Herſtellerin des be=
kannten
Liebigſchen Fleiſch=Extraktes, zwei an ganz ver=
ſchiedenen
Stellen liegende Sonder=Ausſtellungen ver=
anſtaltet
, die beide vollſtändig unverſehrt geblieben ſind.
Wie wir hören, wird übrigens die Liebig Geſellſchaft in
zwei Abteilungen mit je einem Grand Prix ausgezeichnet
werden, ſie zählt alſo zu den wenigen, denen die höchſte
Auszeichnung doppelt zuerkannt werden wird. (C16764,57

Fräulein Elise Cahen
nach vollendetem 76. Lebensjahre.
Feuerbeſtattung in Heidelberg vorausſicht=
lich
am Dienstag.
Im Namen der Familie:
die Nichte:
Frau Pfarrer Mohr.

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Konzert um 8 Uhr im Perkeo.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
v. 10 Uhr abſ. Sonntags v. 1 Uhr ab Eintritt 50 Pfg.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 30. Auguſt.
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ſungerſtraße
88) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Grummetgras=Verſteigerung um 8 Uhr ( Zu=
ſammenkuuft
am Woogsdamm).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: B. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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[ ][  ][ ]

Nummer 201.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Auguſt 1910.

Seite 7.

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Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Auguſt 1910

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Der Pfarrer von Gamsegg.
Roman von Erich Ebenſtein.
(Nachdruck verboten.)
16)
Sie wandte ſich ab, trat ans Fenſter und preßte die
Lippen zuſammen, als könne ſie damit den Schmerz er=
würgen
, der ihr die Kehle ſchnürte. Du brauchſt ihn
nur anzuſehen, und er müßte kein Künſtler ſein
klangen ihr Hermanns Worte noch immer in den
Ohren, und eine Stimme in ihr antwortete: Du weißt’s
doch ſelbſt am beſten. Wie oft dich ſein Blick geſucht in
ſtummer Frage! Wie oft iſt ihm das Wort im Munde
jäh erſtorben, wenn Dein Auge auf ihm ruhte du
kannſt, du kannſt, wenn du nur willſt
Und plötzlich wallte ein ungeſtümes Auflehnen
gegen dieſe Selbſtopferung in ihr empor.
Hatte ſie nicht auch ein Recht auf Glück? Was hatte
ihr denn das Schickſal gegeben bis heute? Nichts
nichts.
Und konnte Eva, dieſes halbe Kind, wie Hermann
richtig ſagte, denn lieben, wie ſie ihn lieben würde?
Für Eva war Kobler der erſte Mann, den ſie näher
kennen gelernt hatte. Für ſie war er der einzige. Der
einzige, bei dem alle Sehnſucht in ihr ſchweigen würde
für immer, der einzige, bei dem ſie ſich geborgen fühlte.
Anne=Marie ſchritt ungeduldig im Zimmer auf und
nieder.
Nein. Sie wollte nicht verzichten. Sie wollte
kämpfen.

Da wurde die Tür aufgeriſſen und Eva ſtürzte er=
regt
herein.
Sie kommen, Anne=Marie, ſie kommen, ich höre
ſchon die Schlittenſchellen!
Haſt Du’s denn gar ſo eilig? ſagte Anne=Marie
und ſah Eva fragend an.
O ich freue mich ſo ſchrecklich auf die Schlitten=
partie
meinte Eva beſchämt und ſchlug die Augen
zu Boden unter dem ſeltſamen Blick, mit dem Anne=
Marie ſie anſah.
Nicht wahr, es iſt eigentlich nicht recht von mir
und ich begreif’s ja ſelber kaum, daß ich ſo ſo froh
ſein kann, trotz
Nun, ſagte Anne=Marie faſt kühl, Du brauchſt Dich
nicht zu entſchuldigen. Aber da Du eben hier biſt, Eva,
möchte ich Dich gleich um etwas bitten Sie wandte
kein Auge von dem jungen Mädchen und fuhr langſam
fort: Fahre Du heute mit Saſſen und überlaſſe mir
Herrn Kobler als Kavalier. Ja? Willſt Du?
Es war, als löſche eine unſichtbare Hand bei dieſen
Worten alles Strahlende aus Evas Antlitz. Ihre
Augen weiteten ſich.
Ich mit Herrn Saſſen? Ja, aber warum denn?
brachte ſie endlich mühſam heraus.
Weil ich es ſo wünſche zwingen kann ich Dich
natürlich nicht aber Du täteſt mir einen Gefallen.
Willſt. Du?
Eva ſah Anne=Marie noch immer ganz entſetzt an,
dann ſagte ſie leiſe: Ja, Anne=Marie.
Langſam wandte ſie ſich um und wollte gehen.

Ane Merie ries ſe gudct.
Eva Evchen!
Ihre Stimme klang ſeltſam weich, wie verſchleiert.
Eva wandte ſich wieder zu ihr.
Wird es Dir ſehr ſchwer, Kleine?
Da brach Eva plötzlich in Tränen aus und fiel ihr
ſtürmiſch um den Hals.
Ach, Anne=Marie Anne=Marie Du kannſt’s
ja nie begreifen und niemand kann’s wie lieb ich
ihn habe
Wie lieb Du ihn haſt wiederholte Anne=Marie
leiſe und ſchlang die Arme um Eva und ſagte plötzlich
laut: Nun, Kleine, beruhige Dich nur und fahre mit
ihm, heute und allzeit. Ich wollte Dich nur auf die
Probe ſtellen!
Anne=Marie! Liebſte! Beſte! Einzige! Weißt Du,
wie mir die Welt vorkommt heute? Wie ein unge=
heueres
, herrliches Märchenſchloß und
Ja, ja geh’ nur und begrüße einſtweilen Deinen
Märchenprinzen ich komme gleich nach
Anne=Marie aber trat vor den Spiegel. Ein frem=
der
Zug lag um ihren Mund. Sie verſuchte zu lächeln.
Langſam, mechaniſch richtete ſie ihr Haar zurecht und
ſuchte das Lächeln auf den Lippen feſtzuhalten.
Nur tapfer ſein dachte ſie dabei. Wollen iſt
alles
Dann ging ſie langſam hinüber in den Erkerſalon.
Nie hatte Hermann Moosheimer Anne=Marie ſo
lebhaft und gutgelaunt geſehen in Geſellſchaft, als bei
dieſer Schlittenpartie. Sie ſtrahlte förmlich vor Hei=

[ ][  ][ ]

Seite 10

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Auguſt 1910.

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terkeit und Saſſen war glückſelig. Man nahm den Tee
in einer kleinen Meierei nahe von Bruck, wo auch der
Unterſuchungsrichter eintraf.
Er wußte von der Partie und freute ſich auf ein
Wiederſehen mit Anne=Marie. Und als ſie ihn nun
freudig begrüßte und ihm voll Herzlichkeit beide Hände
entgegenſtreckte, ihn ihren lieben Freund nannte, der
noch gefehlt habe, um die Schönheit des Ausflugs zu
erhöhen, da ſtieg es dem guten Ewert ſchwindelnd zu
Kopf. Nach Gamsegg wollte er unter allen Umſtänden
mit, nachdem Anne=Marie ihn mit ſo liebem Blick ge=
fragt
hatte: Sie bleiben doch den Abend bei uns?
Als man aufbrach, entſtand ein kleiner Streit zwi=
ſchen
Ewert und Saſſen. Ewert wollte durchaus mit
Anne=Marie fahren und machte geltend, daß Saſſen ja
ſchon auf der Herfahrt das Glück gehabt hatte, ihr Part=
ner
zu ſein. Saſſen aber beſtand auf ſeinem Recht.
Endlich entſchied Anne=Marie ſelbſt den Streit, indem
ſie lächelnd zu Ewert ſagte: Geben Sie nach, Herr Un=
terſuchungsrichter
, Sie ſollen mich dafür zu Tiſch füh=
ren
diesmal aber hat Herr von Saſſen ältere Rechte.
Sie betonte die letzten Worte ſo auffallend, daß alle
ſie erſtaunt anſahen. Und während der Maler an Evas
Seite zuſammenzuckte und Anne=Marie einen halb
fragenden, halb erſchrockenen Blick zuwarf, leuchtete es
in Saſſens Geſicht triumphierend auf.
Es war ſchon dunkel, als man von der Meierei ab=
fuhr
. Anne=Marie und Saſſen waren im letzten Schlit=
ten
, im erſten ſaß Kobler mit Eva, im zweiten Ewert
mit Hermann.
Kein Lüftchen regte ſich. Kohlſchwarz hoben ſich die
umliegenden Wälder und die Pappelbäume längs der
Landſtraße von der weißen Talfläche ab, über die feine,
lichte Nebel wie Schleier gebreitet lagen.

Nichts als die eintönige Muſik der Schlittenſchellen
unterbrach die Stille.
Da ſagte Arthur von Saſſen plötzlich zu Anne=
Marie: Ich ertrag’s nicht länger! Ich will wiſſen, was
ich Ihnen bin. Vor zwei Monaten haben Sie mich
auf ſpäter vertröſtet heute müſſen Sie mir Antwort
geben Anne=Marie, war das Ihr Ernſt mit den
älteren Rechten oder ſpielen Sie nur mit mir?
Seine Stimme klang leidenſchaftlich.
Sie ſchloß die Augen halb. Dort über Hermanns
Schulter ſah ſie zwei Köpfe nahe aneinander der eine
zierlich und mädchenhaft, der andere kräftig und mann=
haft
. Sie glaubte das dunkle wellige Haar zu ſehen,
wie es ſich eigenwillig um die hochgewölbte Stirn legte.
Sie bildete ſich ein, das weiche, halb mitleidige, halb
zärtliche Lächeln zu ſehen, mit dem er niederblickte auf
das blonde Kind an ſeiner Seite. Nein nein ſie
wollte nichts ſehen
Anne=Marie!
Sie fuhr zuſammen. Dann ſagte ſie raſch: Ich habe
nie mit jemand geſpielt, der es ernſthaft meinte.
Saſſen ergriff ſtürmiſch ihre Hand.
Sie richtete ſich auf.
Laſſen Sie uns vernünftig miteinander reden, Herr
von Saſſen, wie es reifen Menſchen geziemt. Ja
ich habe mich entſchloſſen, Ihnen meine Hand zu reichen
ich willige auch in die Verlobung jetzt man wird
es zwar ſonderbar finden, ſo raſch nach dem traurigen
Ende meines Bruders, aber ich habe Gründe ich
will ja, ja ich willige in alles
Er merkte nicht, daß ſie mit Anſtrengung ſprach,
und ſah nicht, wie ſeltſam tot die Augen in dem weißen
Geſicht lagen, er hörte nur das eine, daß ſie nun end=

lich, endlich die Seine werden wollte, und ſtürmiſch riß
er ſie an ſich.
Anne=Marie Anne=Marie
Faſt heftig machte ſie ſich frei.
Nein ſo nicht. Vergiß nicht, daß in mir jetzt kein
Raum für Freude iſt habe Geduld bis das Trauer=
jahr
vorüber bis bis
Solange ſoll ich noch warten? Wir können doch in
aller Stille heiraten, ohne Prunk, ohne Aufſehen
Vielleicht ſie fuhr ſich über die Stirne, ja Du haſt
recht bald lieber bald ganz in der Stille und dann
fort auf Reiſen in die weite Welt
Der jähe Wechſel kam ihm doch ſeltſam vor.
Anne=Marie?
Da drückte ſie ſeine Hand und atmete tief auf.
Eines mußt Du mir verſprechen, Arthur Du ſollſt
Dich nicht ankaufen hier in der Gegend ja willſt Du?
Ich möchte nicht hier bleiben Gamsegg iſt mir unheim=
lich
ſeit Franz’ Tod verſprich mir das!
Nur das iſt es? Ach alles, alles, was Du willſt,
Anne=Marie mit Dir bis ans Ende der Welt
Gut. So ſind wir einig.
Sie ließ ihm ihre Hand und lehnte ſich zurück.
Wie kalt es iſt! murmelte ſie nach einer Weile er=
ſchauernd
. Er breitete den Pelz ganz über ſie bis unter
das Kinn und drückte einen heißen Kuß auf ihre eiſigen
Lippen. Dort iſt ſchon Gamsegg gleich ſind wir daheim.
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Nummer 201.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Auguſt 1910.

Seite 11.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 3 Spitzhunde, 3 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1 Doberman.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
lag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung,
die Dauer des Geſindedienſtverhältniſſes betreffend.
Nach den Beſtimmungen der Artikel 6 und 7 des Geſetzes, die Geſindeordnung
betreffend, vom 28. April 1877, in der Faſſung vom 3. Auguſt 1899 und des Ortsſtatuts
für die Stadt Darmſtadt vom 12. Februar 1900 gelten ſämtliche Dienſtbotenverträge,
für welche nicht ausdrücklich eine beſtimmte Dienſtdauer vereinbart oder aus den Um=
ſtänden
zweifellos zu entnehmen iſt, als auf die Dauer eines Kalendervierteljahrs
abgeſchloſſen.
Wird ein ſolcher Dienſtvertrag nicht vier Wochen vor dem Ablauf des
Kalendervierteljahres aufgekündigt, ſo iſt er ſtillſchweigend auf ein weiteres
Kalendervierteljahr als erneut anzuſehen.
Es ergibt ſich hieraus, daß in der Stadt Darmſtadt Dienſtbotenverträge nur
auf den 1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober aufgekündigt werden können,
und daß die Kündigung ſpäteſtens vier Wochen vor dem jeweiligen Termin er=
folgt
ſein muß, es ſei denn, daß ausdrücklich etwas anderes zwiſchen den Parteien
vereinbart oder mit Sicherheit aus den obwaltenden Umſtänden zu entnehmen iſt.
Das gilt auch dann, wenn der Lohn uach Monaten bemeſſen iſt, da der
von monatlicher Lohnzahlung handelnde Abſatz 4 des Art. 6 der Geſindeordnung mit=
den
übrigen Beſtimmungen des Art. 6 durch das erwähnte Ortsſtatut außer Kraft
geſetzt iſt.
Ebenſo macht es keinen Unterſchied, ob ein Dienſtverhältnis am Anfang
oder erſt im Laufe eines Kalendervierteljahrs eingegangen worden iſt, da ein
im Laufe des Kalendervierteljahres eingegangenes Dienſtverhältnis zunächſt bis zum
Ende des Kalendervierteljahres und dann in der oben bezeichneten Weiſe von Viertel=
jahr
zu Vierteljahr weiterläuft.
Das Kalendervierteljahr beginnt mit dem erſten Werktag eines Vierteljahres und
endigt mit dem Beginn des folgenden Kalendervierteljahres (Ortsſtatut vom 12. Februar
1900, Abſatz 2).
(16767oi
Darmſtadt, den 26. Auguſt 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Sedanfeier.
An die Einwohner Darmſtadts richten wir hiermit die Bitte, am 2. September,
dem Sedantage
durch reichen Schmuck der Häuſer darzutun, daß wir die Erinnerung an den großen
Tag und die Dankbarkeit gegen die tapferen Kämpfer von 1870/71 unauslöſchlich
bewahren.
(16736om
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.

Oktroi für Weine.

Der in der Stadtgemarkung hergeſtellte Wein und Obſtwein unterliegt der
Oktroiabgabe.
Die Wein= und Obſtweinproduzenten haben vor Beginn der Kelterung der Oktroi=
verwaltung
ſchriftlich oder mündlich Anzeige zu erſtatten unter gleichzeitiger Angabe, an
welchen Tagen die Kelterung begonnen und ſie beendet werden ſoll. Sie erhalten hier=
über
eine Beſcheinigung, die ſie im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit der Auf=
ſicht
beauftragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen haben.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem zu jeder Zeit
bereitwillig zu geſtatten iſt, die Menge des produzierten Moſtes ſowohl im Kelterhaus
als im Keller feſtzuſtellen. Solange dieſe Feſtſtellung nicht ſtattgefunden hat, darf
von dem gewonnenen Moſt nichts in Verbrauch genommen oder entfernt werden.
Nach beendigter Kelterung wird der Oktroi von dem hergeſtellten Moſt nach den
Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhoben. Hierbei werden von der durch die
Aufnahme ermittelten Geſamtmenge 5 Prozent für Hefe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrollmaßregeln ſind diejenigen Wein=
händler
im großen, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom 30. November 1903,
betreffend den Oktroitarif, vorgeſehene Erleichterung für den Weingroßhandel zu=
geſtanden
iſt. Sie haben nach Anleitung der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter
zu führen, in das die Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft einzuſchreiben
iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen durch eigene Unterſchrift beglaubigten
Auszug aus dem Regiſter der Verwaltung zuzuſtellen, auf Grund deſſen die Berech=
nung
und Erhebung des Oktrois erfolgt.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben vorgeſchriebenen Kelter=
regiſter
Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden entweder nach § 15
des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als Defraudation zur Strafe gezogen,
oder, falls der Betrag des defraudierten Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit
Ordnungsſtrafen von 2 Mark bis 30 Mark geahndet.
Darmſtadt, den 20. Auguſt 1910.
(16566a
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V: Mueller.

Lieferungs=Vergebung.
Für Großh. Provinzialarreſthaus Darmſtadt ſollen vergeben werden:
I. Für die Zeit vom 15. Oktober 1910 bis 1. Oktober 1911 die Lieferung von
etwa: 1200 Kilo weißen Bohnen, 1500 Kilo Erbſen, geſpaltenen, 1200 Kilo
Linſen, 30000 Kilo guten Speiſekartoffeln;
II. für die Zeit vom 1. November 1910 bis 31. März 1911 die Lieferung von
etwa: 2500 Kilo Roggenmehl und 500 Kilo Weizenmehl.
Bei Kartoffeln ſind in den Angeboten die Namen der Sorten anzugeben, die
geliefert würden.
Es wird auf den Erlaß der Großh. Miniſterien vom 16. Juli 1893, das Ver=
dingungsweſen
betreffend, verwieſen.
Die Lieferungsbedingungen liegen am 5. und 6. September 1910, vormit=
tags
von 8 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr, in dem Dienſtzimmer
des Großh. Oekonomen, Rundeturmſtraße 8, zur Einſicht offen.
Angebote und Muſter ſind verſchloſſen und voneinander getrennt bis
Dienstag, 20. September 1910, vormittags 10 Uhr,
auf dem genannten Dienſtzimmer niederzulegen. Zu dieſer Zeit finde ebendaſelbſt die
(16768oi
Eröffnung der Angebote ſtatt.
Zuſchlagsfriſt: 14 Tage vom 26. September 1910 ab.
Darmſtadt, 26. Auguſt 1910.
Der Großherzogliche Oberſtaatsanwalt:
v. Heſſert.

Bekanntmachung.
(Domanialwald.)
Die Braunshardter Hausſchneiſe iſt vom Dornheimerweg bis zur Falltor=
ſchneiſe
ab 1. September bis 1. Oktober Ifd. Js. wegen Neubau der Darmbach=
brücke
(am Pflanzgarten) für jeden Verkehr geſperrt; letzterer kann über den Geha=
borner
Hof erfolgen.
(16775a
Darmſtadt, den 26. Auguſt 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Bekanntmachung.
Die Rechnung der israelitiſchen Religionsgemeinde Darmſtadt, für die Zeit
vom 1. April 1909 bis 31. März 1910 liegt vom 29. ds. Mts. ab acht Tage lang auf
unſerem Gemeindebureau, Friedrichſtraße 2, während der Amtsſtunden, vormittags
von 912 Uhr, zur Einſicht offen.
Etwaige Einwendungen ſind innerhalb der Offenlegungsfriſt ſchriftlich bei dem
(16734
unterzeichneten Vorſtande einzureichen.
Darmſtadt, 25. Auguſt 1910.
Der Vorſtand der israelitiſchen Religionsgemeinde.

Obſtverſteigerung.
Mittwoch, den 31. Auguſt, vormittags 10 Uhr beginnend,
wird das der Gemeinde Traiſa gehörige Obſt an der Kreisſtraße Emmelinenhütte nach
Traiſa abteilungsweiſe an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert.
(16773
Traiſa, den 27. Auguſt 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei;Traiſa.
Walter.

7. Vorbereitungskurſus für die theoretiſche Meiſterprüfung im Handwerk.
Nach dem Reichsgeſetz vom 30. Mai 1908 (ſog. kleiner Befähigungsnachweis)
dürfen bekanntlich im allgemeinen nur noch ſolche Perſonen Lehrlinge anleiten, welche
die Meiſterprüfung beſtanden haben.
Vielſeitigen Wünſchen entſprechend, beabſichtigen wir daher zur Vorbereitung auf
den theoretiſchen Teil der Meiſterprüfung einen Kurſus in Buchführung, Wechſel=
lehre
, Scheckverkehr, Gewerbe=Verſicherungs= und Genoſſenſchaftsgeſetzgebung
abzuhalten.
Derſelbe wird bei genügender Teilnahme am 31. Auguſt beginnen und am
8, Oktober endigen. Als Unterrichtszeit ſind die Mittwoch= und Samstag= Nachmit=
tage
von 2 bis 5 Uhr vorgeſehen.
Anmeldungen werden auf der Handwerkskammer zu Darmſtadt, Georgen=
ſtraße
9, bis ſpäteſtens 29. I. Mts. entgegengenommen. Die Teilnehmergebühr mit
10 Mark iſt im Voraus zu entrichten.
(16224a
Der Vorſtand des Ortsgewerbevereins Darmſtadt.

Staatlich konzeſſionierte und beaufſichtigte
Hessische Handels-Lenranstaft
Einzige Anſtalt am Platze, die unter der Leitung eines ſtaatlich geprüften
Handelslehrers ſteht.
DARMSTADT am Ernst-Ludwigsplatz.
Rheinstrasse 1, I.
Zweck: Die Anſtalt bezweckt, nicht mehr ſchulpflichtigen jungen Leuten durch methodi=
ſchen
, für die Praxis bearbeiteten kaufmänniſchen Unterricht die Möglichkeit zu
geben, eine ſelbſtändige Stellung in einem Kontor zu bekleiden.
Art des Unterrichts: Derſelbe wird vornehmlich erteilt durch Ausarbeitung mehrerer,
dem wirklichen Geſchäftsleben nachgebildeter Geſchäftsgänge. Am Schluß der
Kurſe finden Prüfungen ſtatt.
Zur gefl. Beachtung: Schulmäßiger Klaſſenunterricht in kleinen Klaſſen bei
individueller Behandlung; auf Wunſch auch Einzelkurſe.
Lehrfächer: Je nach Wahl des Kurſus: Deutſche Sprache, einfache und doppelte
(italien. und amerik.) Buchführung, kaufm. Rechnen einſchl. Kontokorrentlehre,
Handelskorreſpondenz und Kontorpraxis, Wechſel= und Scheckkunde, Bank= und
Börſenkunde, Handelsbetriebslehre, Handelsgeographie, Kalligraphie, Stenographie
und Maſchinenſchreiben (6 Maſchinen); außerdem auf Wunſch: Franz. und engl.
Handelskorreſpondenz. Neu aufgenommen: Unterricht auf der Rechenmaſchine
(2 Maſchinen).
Dauer des Unterrichts: a) Für erwachſene Herren und Damen, je nach Wahl des
Kurſus, 36 Monate; b) für ältere Schüler und Schülerinnen mit entſprechenden
Vorkenntniſſen 6 Monate; e) für junge Leute im fortbildungsſchulpflichtigen
Alter 612 Monate, alles bei vollem Tagesunterricht. (Abendunterricht nur privat).
Es werden nur Schüler und Schülerinnen aufgenommen, welche die nötigen
Vorkenntniſſe durch ein befriedigendes Abgangszeugnis von einer Pflichtſchule
nachzuweiſen vermögen. Die Anſtalt vermittelt fleißigen Schülern koſtenlos den
Eintritt in kaufmänniſche Stellungen.
Das Winter=Semeſter beginnt Dienstag, den 4. Oktober, vorm. 8 Uhr.
Proſpekte ſind in der Anſtalt, Rheinſtraße 1, I. erhältlich.
(16747a
W. Siedersleben
Anmeldungen:

Montag bis Freitag von 121 Uhr
und nachmittags 35 Uhr.

ſtaatlich geprüfter Handelslehrer und
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Auch solche Forderungen auf In- und Ausland wurden mit Erfolg.
binnen kurzer Zeit eingezogen, die von anderen Instituten ergebnislos
behandelt wurden.
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Grösstes Institut in Hessen.

Belannimachung.
Montag, den 10. Oktober I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Stukkateur Georg Gerlach
Eheleuten dahier zugeſchriebenen Immo=
bilien
:
qm
Flur Nr.
V 59911/1000 339 Hofreite Viktorta=
ſtraße
,
V 59915/1000 252 Hofreite daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K120/10
werden.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (D16741,5
älteſter Gerichtsmann.

Oeffentliche Bekanntmachung.
Auf Antrag der Erben iſt durch Be=
ſchluß
vom Heutigen bezüglich des Nach=
laſſes
des am 25. März l. Js. verſtorbenen
Lehrers Johannes Peter Hartleb von
Darmſtadt die Nachlaßverwaltung ange=
ordnet
und der Kaufmann Karl Dechert
Darmſtadt zum Nachlaßverwalter beſtellt
(16756
worden.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Wein- u. Mostiass
gebraucht, ſehr gut, von 6001200 Liter
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August Kunkel
Mainz=Mombach. (16776oim

Srehamtmaghung.
Montag, den 12. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Hofchorſänger Friedrich Edmund
Göllnitz dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 594¾/100 295 Bauplatz Liebfrauen=
ſtraße
,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K109/10
Darmſtadt, den 30. Juli 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß,
(D15133,4
älteſter Gerichtsmann.

Bekanntmachung.
Donnerstag, den 1. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Sekretär Wilhelm Pieper Ehe=
leuten
dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 794/0 175 Hofreite Heinrich=
ſtraße
,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K95/10
werden.
Darmſtadt, den 30. Juli 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (D15127,3
älteſter Gerichtsmann.

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[ ][  ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 29. Auguſt 1910

Nummer 201.

Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 27. Aug. ( Börſen=
wochenbericht
.) Wie alljährlich im Herbſt, be=
ginnen
die Anſprüche an den Geldmarkt ſtärker zu
verden, daher war ſeither die Zurückhaltung ſeitens
der Spekulation wegen des herannahenden Ultimo be=
merkbar
. Nun hat ſich doch Geld für Schiebungszwecke
reichlicher gezeigt, ſo daß die Prolongationsſätze zwi=
ſchen
3½ und 4¼ Prozent leicht bewerkſtelligt werden
konnten. In der Sitzung des Zentralausſchuſſes der
Reichsbank wies der Präſident Havenſtein ebenfalls auf
die bedeutenden Anſprüche an das Inſtitut hin. Es ſei
anzunehmen, daß Ende des Monats die Bank in die
Steuerpflicht kommen werde. Sollte die Bank von
England ihren Diskont erhöhen, ſo wird die Deutſche
Reichsbank doch verſuchen, mit einer Erhöhung ihres
Satzes vorläufig zurückzuhalten. Gleichzeitig erklärte
der Präſident, daß die Bank an der Niederdeutſchen
Bank nichts verliere. Die Börſe bekundete während der
ganzen Woche eine recht gute Haltung, wobei das
Hauptintereſſe wieder für Elektrizitäts= und einzelne
Induſtriewerte vorherrſchend war und in welchen ein
ſehr lebhaftes Geſchäft ſich entwickelte. An der New=
Yorker Börſe fanden wieder größere Transaktionen
a la baisse ſtatt und wurde dabei eine Krankheit Rocke=
fellers
(des angeſehenſten Großinduſtriellen Amerikas)
ins Treffen geführt. Ob ſich das Unwohlſein bewahr=
heitet
, darüber liegt bisher nichts Beſtimmtes vor;
jedenfalls wurde man drüben deshalb ängſtlich und
war matt. Später erfolgte dort eine kleine Erholung
auf die Feſtigkeit am Kupfermarkte, da die vielbe=
ſprochene
Produktionseinſchränkung um 15 Prozent nun
tatſächlich zuſtande gekommen ſei. Unſere Märkte, die
durch die Bewegungen der früheren Monate hinreichend
zur Vorſicht gemahnt ſind, verhielten ſich den Meldun=
gen
Amerikas gegenüber nur beobachtend und intereſſe=
los
. Die günſtige Stimmung in Deutſchland konnte
auch deshalb die Oberhand behalten, weil die Induſtrie
ſichtlich an fortdauernder Ausdehnung gewinnt; auch am
Montangebiet hört man von vorteilhaften Dividenden
verſchiedener Geſellſchaften.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend, fin=
den
wir bei Deutſchen Renten eine kleine Abſchwächung,
anſcheinend im Hinblick auf den Saatenſtandsbericht,
der auf allen Gebieten, mit Ausnahme von Zuckerrüben
und Wieſen, eine Verſchlechterung aufweiſt. Auslän=
diſche
Staatsfonds lagen ſtiller, aber feſt, beſonders
Balkanwerte auf die gegenwärtige politiſche Kon=
ſtellation
.
Von Transportaktien ſind Schantung am bevor=
zugteſten
geweſen und konnten bis über 139 avancieren,
ferner notieren Prince Henri und Oeſterreichiſche
Bahnen höher. Während bei den Oeſterr. Staatsbahnen
die Tariferhöhungen ſſchon ſeit dem Beginne des Jah=

res gelten und bis zum Ende Juli zu einer Steige=
rung
der Einnahmen um 36 Millionen Kronen führten,
war bei der Südbahn (Lombarden) in den erſten
Monaten nicht der gleiche Einfluß der Tariferhöhungen
zu bemerken. Nunmehr zeigen ſich auch bei dieſer Ge=
ſellſchaft
die Wirkungen der Tariferhöhungen. Beſſer
laſſen ſich heuer die Getreidetransporte aus Ungarn
an. Ebenſo iſt auch der Tranſitverkehr zwiſchen Italien
und Deutſchland, bei dem hauptſächlich Lebensmittel in
Betracht kommen, lebhafter geworden. Auch die Holz=
transporte
haben einen größeren Umfang angenommen
und der Güterverkehr iſt im allgemeinen befriedigend.
Ueberraſchend gut ſtellt ſich der Perſonenverkehr, auf
den die ungünſtige Witterung einen kaum merklichen
Einfluß ausgeübt hat.
Der Bankenmarkt war feſt geſtimmt, namentlich
für Deutſche Bank, deren Halbjahrsabſchluß ſehr günſtig
ſein ſoll. Montanaktien ſchließen ohne weſentliche Ver=
änderung
und zum Teil feſter auf die freundlichere
Beurteilung der induſtriellen Lage.
Am Kaſſainduſtriemarkte ſtiegen Höchſter Farb=
werke
auf 525, Kleyer auf 443, Allg. Elektr.=Geſ. bis
286, Felten u. Guilleaume bis 166, Holzverkohlung auf
248½ u. a. m. Kunſtſeide hingegen blieben ſchwächer
(116). Kaliaktien waren weiter recht feſt. Am Kolonial=
markte
ſind Anteile der Kolonialgeſellſchaft für Süd=
weſtafrika
bis 1230 zurückgegangen, wobei die Gründe
über dieſen Preisfall nicht zu erfahren waren. Otavi
ſchließen 145. Hingegen ſind die Shares der South=
African=Territories auf annähernd 16 erholt. Man
ſprach gerüchtweiſe von Kupferfunden im Gebiete dieſer
Geſellſchaft.
Von Loſen notieren: Augsburger 37,20, Braun=
ſchweiger
206 B., Finnländer 300, Freiburger 54,20,
Genua 215, Mailänder 45 Fres.=L. 123, Mailänder
10 Fres.=L. 30,60, Meininger 37,50, Pappenheimer. 71,25,
Türkiſche 179,20, Ungariſche 381, Venediger 41,20, alles
in Reichsmark: Gothaer Prämie I 135,50, Gothaer
Prämie II 115,10, Donau=Regulierung 150 B., Madri=
der
78, alles in Prozent, Ferner ſchließen: 4proz.
Reichs (bis 1918 unkündbar) 102,05, 3½proz. Reichs
92,85, 3proz. Reichs 83,65, 4proz. Heſſen von 1899
100,80 G., 4proz. Heſſen von 1906 100,80, 4proz. Heſſen
von 1908/09 101,50, 3½proz. Heſſen 90,75, 3proz. Heſſen
80 P., 4proz. Darmſtädter 100,40, 3½proz. Darmſtädter
91,60 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 1820)
101,60 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 911)
92,20 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 1012)
101,60 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 13)
92,60 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4)
92,20 G., Darmſtädter Bank 130,45, Südd. Eiſ.=Geſ. 122,50,
Baltimore und Ohio 105½, 4½proz. Ruſſen 100,40 B.,
4proz. 1880er Ruſſen 91,30 G., 4proz. 1902er Ruſſen 91,70,
3/oproz. Ruſſen 89,20, 3½proz. Ruſſen 84, 3proz. Ruſſen
80,25, 4½proz. Japaner 97,40, 4proz. Japanex 92,95.
Privatdiskont 3¾ Prozent (in Berlin 3½ Prozent).

Literariſches.
C Das Weib und andere Novellen von M.
Arzybaſchew, deutſch von Dr. Adolf Heß. (Berlin S.W.,
Hugo Steinitz, Verlag, Charlottenſtr. 2.) Morgen=
ſchatten
und andere Novellen des gleichen Dichters
und Ueberſetzers. In dieſen zwei Büchern gibt der Ver=
lag
Werke eines modernen ruſſiſchen Dichters heraus, der
wohl zu den eindrucksvollſten Kennern und Schilderern
der ruſſiſchen Volksſeele und innerpolitiſchen Verhältniſſe
zählt. In einer Sprache, die in ihrer Realiſtik an Maxim
Gorki, dieſen wohl hin und wieder noch übertreffend, er=
innert
, malt er Bilder von einer Lebendigkeit und Wahr=
haftigkeit
, die unwillkürlich packen und erſchüttern, trotz=
dem
ſie bar aller Phantaſtik ſind. In unerbittlicher Wahr=
heitscharakteriſtik
ſchildert der Dichter ſeine Perſonen, daß
ſie wie in Fleiſch und Blut lebenswahr vor dem Leſer
erſtehen. Die Ueberſetzung iſt ganz vortrefflich.
Friedrich Hebbels Demetrius. Vollendet
von Otto Harnack. (Cottaſche Handbibliothek, Nr. 161.)
Verlag der J. G. Cottaſchen Buchhandlung Nachſolger,
Stuttgart und Berlin. Preis geheftet 50 Pfg. Goethe
und Werther. Briefe Goethes, meiſtens aus ſeiner
Jugendzeit, mit erläuternden Dokumenten herausgegeben
von A. Keſtner. Mit 2 Bildniſſen und 3 Fakſimiles.
3. Auflage. Mit einem ergänzenden Anhange. (Cottaſche
Handbibliothek, Nr. 162.) Verlag der J. G. Cottaſchen
Buchhandlung, Nachfolger, Stuttgart und Berlin. Preis
geheftet 80 Pfg., hübſch gebunden 1,30 Mark. Die beiden
neueſten Bände der Cottaſchen Handbibliothek ſind bezeich=
nend
für den Charakter dieſes eigenartigen, ſich immer
größere Beliebtheit in weiten Kreiſen erwerbenden Un=
ternehmens
. Die klaſſiſche, die nachklaſſiſche und die aller=
neueſte
Produktion finden in dieſer ſchlicht, aber würdig
und ſolid ausgeſtatteten Sammlung ſorgſame Pflege.
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tiſcher
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von über 100 der gebräuchlichſten Heilpflanzen, eine
genaue Anleitung zum Sammeln und Trocknen der Pflan=
zen
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mittel
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Unterricht nachmittags.
Honorar mäßig.
Näheres Mühlſtr. 5, 2. Etage. (*20877