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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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ſchriebenen Tagenwirdnichtübernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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werden angenommen in Darmſtadt,
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ſowie von unſeren Agenturen und
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 199.
Freitag, den 26. Auguſt.
1910.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Der ungelernte Arbeiter.
C) Ueber die Lohnarbeits= und Lebensverhältniſſe
un=
gelernter Fabrikarbeiter in Deutſchland veröffentlicht Dr.
Gerhard Keßler=Berlin an der Hand einer vom „
Ver=
bande der Fabrik=, Land= und Hilfsarbeiter und=
Arbeite=
rinnen Deutſchlands” im Herbſt 1909 veröffentlichten
Sta=
tiſtik einen Artikel in der neueſten Nummer der Sozialen
Praxis. Er ſtellt zunächſt feſt, daß heute für den
Durch=
ſchnitt der ungelernten Arbeiterſchaft der Zehnſtunden=
Arbeitstag bereits erreicht ſei, da nur 14,4 Prozent der
männlichen und 11,3 Prozent der weiblichen Mitglieder
länger arbeiten. Die durchſchnittliche Arbeitszeit betrug
für Männer 9,77, für Frauen 9,80 Stunden täglich, wobei
allerdings zu berückſichtigen iſt, daß die Statiſtik
vorwie=
gend den wirtſchaftlich beſſergeſtellten Teil dieſer Schicht
erfaßt hat. Die durchſchnittliche tägliche Arbeitszeit
ſchwankte zwiſchen 8,87 Stunden in einer chemiſchen
Fabrik in Baden und 12,47 Stunden in einer Ziegelei der
Provinz Brandenburg. Die allgemeine Erfahrung, daß
die größeren Städte erheblich kürzere Arbeitszeit haben
als die kleinen oder das Land, wird auch durch die
Sta=
tiſtik beſtätigt. Eine tägliche Arbeitszeit von mehr als
11 Stunden kommt heute für Fabrikarbeiter in keinem
Orte von mehr als 50000 Einwohnern mehr vor.
Arbeits=
zeiten von über 12 Stunden finden ſich nur in Orten mit
weniger als 10000 Einwohnern. Der durchſchnittliche
Wochenverdienſt für männliche Arbeiter ſchwankt zwiſchen
11,40 Mk. und 31 Mk., für weibliche von weniger als 8 Mk.,
bis etwa 20 Mark. Gerade bei den ungelernten Arbeitern
iſt der Unterſchied in der Entlohnung männlicher und
weiblicher Arbeitskräfte beſonders groß, da der
Wochen=
durchſchnittsverdienſt für die Männer mit 22,08 Mark faſt
doppelt ſo hoch iſt wie für die Frauen, wo er 11,54 Mark
beträgt. Nur 16 von 6052 in Betracht kommenden
weib=
lichen Arbeitern hatten einen Wochenlohn von über 20
Mark, und zwar entfallen die niedrigen Wochenlöhne im
allgemeinen auf die kleinen Städte und das Land, die
durchgehends niedrige Wochenlöhne aufweiſen. Die alte
Regel, daß Gebiete mit langen Arbeitszeiten zugleich die
Hauptſitze der ſchlechten Löhne ſind, wird alſo durchaus
beſtätigt. Auf Stunden umgerechnet ergibt ſich bei der
normalen täglichen Arbeitszeit von 10 Stunden ein
Stun=
denverdienſt von 35,50 Pfg., bei einer zwölfſtündigen
Ar=
beitszeit ein Stundenverdienſt von 26,31 Pfg. und bei
einer achtſtündigen Arbeitszeit von 55,73 Pfg., wobei zu
bemerken iſt, daß der ſtündliche Durchſchnittsverdienſt ſtetig
mit der Abnahme der täglichen Arbeitszeit ſteigt. Mit
einer Verkürzung der Arbeitszeit ſteigt aber nicht nur der
Stundenverdienſt, ſondern auch der Wochenverdienſt der
Arbeiterſchaft.
Der kommende Mann in Griechenland.
*⁎* Die Wahlen zur helleniſchen
Natio=
alverſammlung haben ein unvermutetes Reſultat
gezeitigt, deſſen Folgen ſich vorläufig noch nicht überſehen
laſſen, das aber für die innere und äußere Politik
Grie=
chenlands von weittragender Bedeutung werden kann. Wir
meinen die große Mehrheit, welche ſich auf den Führer
der kretiſchen Griechen, Venizelos, vereinigt hat und
bereits den Gedanken aufkommen läßt, in dieſem Manne
den künftigen Leiter der griechiſchen Regierung zu ſehen,
da die bisherigen Parteichefs bei den Wahlen im
Hinter=
treffen geblieben ſind.
Bekanntlich hatte die Aufſtellung kretiſcher
Kandidaten für die griechiſche Nationalverſammlung
auf der Hohen Pforte böſes Blut gemacht, weshalb die
Schutzmächte die Athener Regierung auf die Gefahr
hin=
wieſen, die dieſe Kandidaturen in ſich ſchlöſſen. Das
Kabinett Dragumis verſprach denn auch, dahin wirken zu
wollen, daß die kretiſchen Mandatsbewerber Verzicht
lei=
ſteten, was inſofern auch gelang, als die meiſten auf der
Inſel aufgeſtellten Kandidaten zurücktraten, aber doch viele
Stimmen erhielten. Nur Venizelos und Pologeorgis, der
Miniſter des Innern der kretiſchen Regierung, welcher
gleichfalls an den Freiheitskämpfen mit in erſter Reihe
teilgenommen hat, aber jetzt bei den griechiſchen Wahlen
unterlag, beharrten auf ihrer Kandidatur.
Durch die Abſicht Venizelos’, ſein Mandat ausüben
zu wollen, würden neue Konflikte heraufbeſchworen
wer=
den, wenn nicht anſcheinend am Goldenen Horn eine ver=
ſöhnlichere Stimmung herrſchte. Ob es richtig iſt, daß
man die Abſtammung Venizelos aus Piräus und ſeine
Geburt als helleniſcher Untertan als entſcheidend für die
Zuläſſigkeit ſeiner Wahl gelten laſſen will, muß erſt
abge=
wartet werden, jedenfalls hätte der Genannte, ſobald er
in die griechiſche Nationalverſammlung eintritt, ſeine
amt=
lichen Funktionen auf Kreta, wo er Präſident der
provi=
ſoriſchen Regierung iſt, zu löſen und ſich lediglich als
grie=
chiſcher Staatsbürger zu betrachten. Da er hierzu geneigt
ſein ſoll, ſo würde ſeiner politiſchen Karriere in
Griechen=
land nichts im Wege ſtehen, und man hätte ſomit dort
berechtigte Urſache, in Venizelos den „kommenden Mann”
zu ſehen.
Venizelos, an Jahren ein Fünfziger, iſt aus dem
Advokatenſtande hervorgegangen und war ſchon früh in
führender Stellung bei den kretiſchen Aufſtänden. Er gilt
als eine der intelligenteſten Perſönlichkeiten auf der
Inſel, führte 1897 eine Kompagnie der Inſurgenten und
leiſtete dem Oberſt Vaſſas wertvolle Dienſte. Vom Prinzen
Georg, als dieſer Oberkommiſſar Kretas wurde, ins
Mini=
ſterium berufen, übernahm er das Reſſort der Juſtiz und
zeigte großes Geſchick als Organiſator der kretiſchen
Rechtspflege. Indeſſen ſtellten ſich bald Differenzen mit
dem Prinzen Georg ein, weil Venizelos, entgegen den
damals von Athen aus geförderten Beſtrebungen nach
ſo=
fortiger Angliederung Kretas an Griechenland, für eine
ruhige Uebergangszeit war, aus Kreta ein Fürſtentum
unter türkiſcher Oberhoheit ſchaffen und abwarten wollte,
bis ſich der geeignete Moment für den Anſchluß fände. arbeit ab. So wurden bei der Werft Oſterholz=Scharmbeck
Davon wollte Prinz Georg nichts wiſſen, er entzog
Veni=
tionalpartei und organiſierte im Frühjahr 1905 einen
Auf=
ſtand, der dem Prinzen viele Verlegenheiten bereitete und
dieſem das Amt vollends vergällte.
Sollte der hochbegabte Venizelos, der auf Kreta eine
ſo große Rolle ſpielte, von 1906 bis 1908 als Präſident
des Revolutionskomitees fungierte und jetzt der Leiter der
kretiſchen Regierung iſt, in Griechenland zu maßgebendem
Einfluß gelangen, ſo darf man ſeinem Wirken mit
Span=
nung entgegenſehen. Freilich müßte auch er den
Verhält=
niſſen Rechnung tragen und ſich den Wünſchen der
Groß=
wiſſen wollen und vorläufig in einer etwas erweiterten
Autonomie Kretas das einzig Erreichbare erblicken.
Der türkiſche Miniſterrat beſchloß, in Kreta
energiſche Schritte zu unternehmen, falls Venizelos
und die anderen gewählten Kreter ohne Verzicht auf ihre
Aemter in der Regierung Kretas in die griechiſche
Natio=
nalverſammlung aufgenommen würden. Dagegen ſoll der
Miniſter des Aeußern den Botſchaftern der Kreta=
Schutz=
mächte erklärt haben, die Pforte werde keine weiteren
Schritte unternehmen, wenn Venizelos als Chef der
kre=
tiſchen Regierung demiſſioniere. Dem Echo de Paris
zu=
folge wäre der türkiſche Botſchafter Naum Paſcha bei
Pi=
chon während des Empfanges am Mittwoch dringend
da=
für eingetreten, daß die Mächte dem kretenſiſchen Führer
Venizelos nicht geſtatten mögen, der griechiſchen
National=
verſammlung anzugehören. Pichon habe angeblich
er=
widert, daß dieſe Angelegenheit in keiner Weiſe die Türkei
intereſſiere, daß Venizelos nicht von den Kretern, ſondern
von den Griechen gewählt worden ſei und daß derſelbe
griechiſcher Untertan ſei. Uebrigens habe Venizelos
wieder=
holt den Wunſch geäußert, ſeine Stellung in Kreta
auf=
zugeben und dieſelbe nur auf dringendes Erſuchen der
Konſuln behalten. Pichon habe hinzugefügt, daß die
Wahl Venizelos zur griechiſchen Nationalverſammlung
die Verſicherungen nicht beeinfluſſen werde, die die Mächte
der Türkei gegeben hätten.
Deuiſches Reich.
* Bei der Reichstagserſatzwahl in
Zſchopau=Marienberg wurde, wie bei der ſeit
An=
nahme der Reichsfinanzreform bekanntlich zum Ausdruck
gelangten allgemeinen Mißſtimmung und der Uneinigkeit
der bürgerlichen Parteien nicht anders erwartet worden
war, der ſozialdemokratiſche Kandidat gewählt, zumal der
Wahlkreis ſchon früher ſozialdemokratiſch vertreten war.
Aber das Reſultat iſt doch wider alles Erwarten ungünſtig 1
Fritzſche (Reformpartei) 4630, Brodauf (Freiſ.) 4717 und tillerie bewilligten Kredit dem Auslande aus rein tech=
Göhre (Soz.) 14831 Stimmen. Bei der Wahl im Jahre
1907 erhielt der von allen bürgerlichen Parteien
unter=
ſtützte Reformparteiler Zimmermann 14732 Stimmen,
während Göhre mit 11231 Stimmen in der Minderheit
blieb. Somit erhielten diesmal der ſozialdemokratiſche
Kandidat 3600 Stimmen mehr, die bürgerlichen Parteien
5300 Stimmen weniger, wobei allerdings mitberückſichtigt
werden muß, daß faſt 2000 Stimmen im ganzen weniger
abgegeben worden ſind als 1907. Dies iſt nunmehr das
achte Mandat, das den Sozialdemokraten nach dem
Sturze Bülows durch die konſervative Partei infolge der
Reichsfinanzreform zugefallen iſt.
— Verſchmelzung der antiſemitiſchen
Parteien? Wie die Natl. Korreſp. meldet, iſt es nicht
unwahrſcheinlich, daß nach dem kürzlich erfolgten Tode des
Führers der antiſemitiſchen Reformpartei, Abgeordneten
Zimmermann, zwiſchen dem und dem Abg. v. Liebermann,
dem Führer der antiſemitiſchen Wirtſchaftlichen
Vereini=
gung, dauernd ſcharfe Rivalität herrſchte, eine
Ver=
ſchmelzung der beiden Richtungen ſtattfinden wird.
Wahr=
ſcheinlich wird die Vereinigung dann wieder auf der
Grundlage ſtattfinden, wie ſie früher bereits einmal
vor=
handen war. Neben Herrn v. Liebermann dürfte ein
Re=
former Vorſitzender zu gleichen Rechten werden,
wahr=
ſcheinlich der Abgeordnete Werner.
— Der Werftarbeiterſtreik zieht, wie aus
Hamburg gemeldet wird, immer weitere Kreiſe. Da die
Werften verſuchen, ihre Arbeiten kleineren Werften zu
übertragen, lehnen die Arbeiter dieſer Werften die Streik=
200 Arbeiter ſofort entlaſſen, weil ſie ſolche Arbeit
ab=
zelos ſehr brüsk ſein Vertrauen, zieh ihn der Verräterei lehnten. Auch in anderen kleinen Werften haben zuſam=
und machte ſich ſo den einflußreichen Mann zum Gegner. men über 200 Mann aus denſelben Gründen die Arbeit
Dieſer trat gekränkt zurück, bildete eine oppoſitionelle Na= niedergelegt. Die Arbeitgeber lehnen jede Vermittlung ab.
Ausland.
Frankreich und Braſilien.
Zu der Havasdepeſche aus Rio de Janeiro, wonach
der Deputierte Albuquerque die Regierung aufgefordert
habe, ſich im Bedarfsfalle nur an Frankreich wegen der
Entſendung von Militärinſtrukteuren zu wenden, ſchreibt
der Matin, man habe in Frankreich mit einer gewiſſen
Ueberraſchung von der Entſcheidung der
braſiliani=
ſchen Regierung erfahren, Deutſchland um die
mächte fügen, die den Frieden am Balkan nicht geſtört Entſendung von Militärinſtrukteuren zu erſuchen. Mit
Rückſicht darauf, daß die ſchon ſeit mehreren Jahren im
Staate Sao Paulo mit der Organiſation der Polizei
be=
traute franzöſiſche Militärmiſſion bei der Regierung
die=
ſes Staates große Anerkennung gefunden hatte, habe man
mit Recht geglaubt, daß die braſilianiſche Regierung
Frankreich auch um die Entſendung von
Armeeinſtruk=
teuren erſuchen werde. Man habe für das gegenteilige,
wenig höfliche Vorgehen den neugewählten Präſidenten
Marſchall Hermes da Fonſeca verantwortlich gemacht, da
er ſeit ſeiner Ankunft in Europa von Deutſchland mit
Auf=
merkſamkeit überhäuft werde. Wir erfahren nun, bemerkt
das Blatt, daß Marſchall da Fonſeca, der vorgeſtern aus
Frankreich zu den deutſchen Manövern abgereiſt iſt, auf
Einladung der franzöſiſchen Regierung im nächſten Monat
auch den franzöſiſchen Manövern beiwohnen wird.
Spanien und der Vatikan
Wie aus San Sebaſtian gemeldet wird, hat der
Miniſterrat am Dienstag unter dem Vorſitz des Königs
ſich mit der Antwort des Vatikans auf die ſpaniſche
Note=
beſchäftigt. Der Temps meint, daß die Verhandlungen
zwiſchen Madrid und Rom lebhaft gefördert werden
dürf=
ten. Canalejas ſei entſchloſſen, an den Richtlinien ſeines
Programms feſtzuhalten.
Rußland.
Zwecks ſchleunigſter Wiederherſtellung
der ruſſiſchen Flotte und beſtmöglicher
Organi=
ſation des Schiffsbaues iſt ein Allerhöchſter Befehl erlaſſen
worden, daß die Mitglieder des Reichsrats, die Generale
Röhrberg und Rödiger und Geheimrat Dimitrijew die
wirtſchaftliche adminiſtrative Tätigkeit der
Hauptverwal=
tung des Schiffsbaues und die Lieferungen für die
Kron=
werften und Häfen zu prüfen und ihr Gutachten über die
Maßregeln zur Erreichung der genannten Ziele in kürzeſter
Friſt der Allerhöchſten Sanktion zu unterbreiten haben.
Anläßlich der in der Preſſe erſchienenen Nachricht, im
Auslande ſei von dem Artilleriereſſort eine
enorme Beſtellung gemacht worden, wird offiziell
mitgeteilt, daß von dem allgemeinen, ſeitens der
Geſetz=
für die bürgerlichen Parteien. Es erhielten nämlich gebung zur Anfertigung eines materiellen Teiles der
Ar=
niſchen Gründen lediglich eine Beſtellung übergeben wor=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Auguſt 1910.
Nummer 199.
den ſei, welche weniger als 6 Prozent der angewieſenen
Geſamtſumme ausmacht, weil dieſe Beſtellung nicht zum
Termine in Rußland angefertigt werden konnte. Die
übrigen Beſtellungen wurden unter den ruſſiſchen Fabriken
verteilt.
Vereinigte Staaten.
Rooſevelt trat eine längere Redetour nach dem
Weſten an. Sein Reiſeprogramm ſchließt auch die
ſoge=
nannten Inſurgenten=Staaten des Weſtens ein, wo die
Republikaner den jetzigen Zolltarif wegen ſeiner
ſchutz=
zöllneriſchen Tendenz angreifen und ihn als eine
Ver=
letzung des Wahlverſprechens der republikaniſchen Partei
bezeichnen.
Japan.
Die Annexion Koreas. Auf Anregung des
Miniſters des Innern ſind alle japaniſchen Blätter dahin
übereingekommen, nichtautoriſierte Mitteilungen bezüglich
Koreas zu unterlaſſen bis zur Proklamierung der
Kon=
vention über die Annexion, welche für den 29. oder 30.
Auguſt erwartet wird. Der Wortlaut der Konvention
wurde den Vertretern der Mächte mitgeteilt. Nach dem,
was bisher feſtgeſtellt worden iſt, iſt die Konvention am
22. Auguſt unterzeichnet worden. Das Reuterſche Bureau
erfährt, die britiſche Regierung ſei von der beabſichtigten
Annexion Koreas in Kenntnis geſetzt worden, von ihrer
Seite ſei kein Einwand aus politiſchen Gründen
vorhan=
den. Man hat die kommerzielle Wirkung der
bevorſtehen=
den Aenderung in Erwägung gezogen, aber es läßt ſich
keine Erklärung über dieſe Wirkung abgeben, bevor die
Bedingungen, unter welchen die Annexion erfolgt,
bekannt=
gemacht ſind.
* Jubiläumsfeſtlichkeiten in
Monte=
negro. Der deutſche Geſandte von Pilgrim=
Baltazi übergab am Mittwoch vormittag in feierlicher
Audienz das Handſchreiben des deutſchen
Kaiſers an den Fürſten. Der Kaiſer gratuliert in
herzlichen Worten zur Doppelfeier, des Regierungs=
Jubiläums und der goldenen Hochzeit. An demſelben
Tage überreichten die Geſandten Oeſterreich=
Un=
garns, Frankreichs, Englands und Griechenlands dem
Fürſten Nikolaus in feierlichen Audienzen die
Glück=
wunſchſchreiben ihrer Souveräne. Mittwoch früh fand
in Anweſenheit der Könige Viktor Emanuel und
Fer=
dinand, des Fürſten Nikolaus, der Königin Helene,
der Fürſtin Milena, des Kronprinzen Boris, der
Mit=
glieder der fürſtlichen Familie und der Suiten, ſowie
des öſterreichiſch=ungariſchen Geſandten Freiherrn von
Gieſl und des öſterreichiſch=ungariſchen, des ruſſiſchen
und franzöſiſchen Militärattachees eine Militär=
Revue ſtatt, die unter der Teilnahme von 3000 Mann
glänzend verlief. Hierauf empfing der König von
Italien das diplomatiſche Korps und die italieniſche
Kolonie. Mittags war Familientafel in dem
Königlichen Palais; nachmittags fand ein
Garten=
feſt beim Erbprinzen Danilo ſtatt.
* Liſſabon, 24. Aug. Aus Anlaß der
Ueber=
reichung des Schwarzen Adlerordens an
König Manuel wurden zwiſchen dem Prinzen
Fried=
rich Leopold von Preußen und dem König herzliche
An=
ſprachen gewechſelt. Die Miniſter und das diplomatiſche
Korps wohnten der Feierlichkeit bei.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Auguſt.
* Vom Hofe. Prinz und Prinzeſſin Hermann
zu Stolberg=Wernigerode ſind am Mittwoch
nachmittag 5½ Uhr im Auto in Jagdſchloß
Wolfs=
garten eingetroffen und haben daſelbſt Wohnung
ge=
nommen. (Darmſt. Ztg.)
— Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den außerordentlichen Profeſſor in
Frei=
burg im Breisgau Dr. med. Karl v. Eicken zum
außer=
ordentlichen Profeſſor bei der mediziniſchen Fakultät der
Landes=Univerſität mit Wirkung vom 1. Oktober 1910 an
und den Finanzaſpiranten Hermann Rooſen aus
Oppenheim zum Bureauvorſteher bei der
Weinbau=
domänenverwaltung in Mainz ernannt.
— Uebertragen wurde dem Lehrer Johann
Diehl zu Gedern, Kreis Schotten, eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Ober=Schmitten, in demſelben
Kreiſe; dem Lehrer Friedrich Konrad Weſtphal zu
Wölfersheim, Kreis Friedberg, eine Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Wieſeck, Kreis Gießen.
* Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes.
Wir möchten das kunſtintereſſierte Publikum auch an
dieſer Stelle darauf hinweiſen, daß die Ausſtellung des
Deutſchen Künſtlerbundes, wie die heutige Anzeige
be=
kannt gibt, von jetzt ab Sonntag nachmittags gegen ein
ermäßigtes Eintrittsgeld von 50 Pfg.
ge=
öffnet iſt.
C Der Ludwigstag wurde geſtern in der Reſidenz
nach alter, ſchöner Sitte feſtlich begangen. Aus
An=
laß des Namenstages S. K. H. des Großherzogs
tru=
gen alle ſtaatlichen und ſtädtiſchen Gebäude
Flaggen=
ſchmuck, ebenſo das Denkmal Ludewigs I. — In der
Knabenarbeitsanſtalt herrſchte am
Nach=
mittag, wie ſchon ſeit vielen Jahren, Jubel und
Fröh=
lichkeit. Iſt doch für dieſe Anſtalt der Ludwigstag
allemal ein beſonderer Feſttag. Die Anſtalt bildete
wieder das Ziel ungezählter Beſucher, meiſt Eltern
und Geſchwiſtern der Knaben der Anſtalt, aber auch
ſonſt vieler Zuſchauer und Gewinnluſtiger. Die Feier
trug den ſchon ſeit 80 Jahren üblichen Charakter. An
250 Knaben nahmen an der Feier teil. Der Vorſteher
der Anſtalt, Herr Volz, hielt an die Kinder eine
warmempfundene patriotiſche Anſprache, in der er
darauf hinwies, daß die Feier in der
Knabenarbeits=
anſtalt das ſchönſte und älteſte Volksfeſt ſei, das trotz
aller Neuerungen, die die moderne Zeit gebracht, ſich
erhalten habe und ſtetig an Umfang und an Zahl der
Teilnehmer wachſe, In Dankbarkeit gedachte der
Red=
ner ſodann des Großherzogs Ludwig IV., des Fürſten
des beſſiſchen Volkes und Führers unſerer Truppen
im Kampfe 1870/71, und erinnerte dann an die jüngſt
vergangenen Tage des Veteranenappells, der alle die
Helden vor dem Großherzog Ernſt Ludwig vereinte;
Tage der Begeiſterung, die die Jugend ja miterlebt
hat, wenn ſie auch die Ereigniſſe der großen Zeit nur
aus den Geſchichtsbüchern kennt. Die Rede klang aus
in ein dreifaches Hoch auf das heſſiſche Fürſtenhaus.
Danach wurden die Knaben mit den üblichen großen
Brezeln und Kaffee bewirtet, ſpäter erhielten ſie Brot,
Wurſt und Limonade, das ihnen alles augenſcheinlich
trefflich mundete. Nach dem Geſang patriotiſcher
Lie=
der und der ſchön gelungenen Aufführung zweier
Reigen mit Geſang, die Herr Lehrer Braun
ein=
geübt hatte, begannen dann die frohen Spiele:
Sack=
laufen, Stangenklettern, Topfſchlagen, Wurſtſchnappen
und dergleichen herrliche Dinge mehr wurden geübt.
Auch das übliche Strohpreisflechten fehlte nicht, und
es war wieder eine Luſt, den flinken, wohlgeübten
Fingerchen zuzuſchauen. Zu der üblichen Verloſung
ſtanden 2300 Pflanzen zur Verfügung, und da jedes
Los gewann, waren ſie gar bald vergriffen.
D Unbeſtellbare Poſtſendungen. Wie wir erfahren
lagern bei der Ober=Poſtdirektion in Darmſtadt folgende
Sendungen, deren Abſender vielleicht zu unſeren Leſern
zählen, als unbeſtellbar: Poſtanweiſung über 5 Mk.
72 Pf. vom 3. 7. 09 aus Erbach (Odw.), Empfänger
un=
bekannt. Poſtanw. über 13. Mk. 50 Pf. vom 29. 9. 09
aus Heppenheim, Empfänger unbekannt. Nachnahme=
Poſtanw. über 2 Mk. 30 Pf. vom 21. 9. 09 aus
Ham=
burg 31, Empfänger unbekannt in Darmſtadt.
Einſchreib=
brief vom 22. 11. 09 aus Offenbach an M. Zimmermann
in Berlin=Pankow. Einſchreibmuſter vom 11. 11. 09 aus
Darmſtadt an J. L. Moſer in St. Louis.
Einſchreib=
brief vom 14. 12. 09 aus Offenbach an Martha Müller,
Adr. Adam Loffert, in Sterbfritz, Kr. Schlüchtern.
Ein=
ſchreibbrief vom 12. 2. 10 aus Darmſtadt an Frl. Decius
in Darmſtadt. Gew. Brief, Inhalt 1 Mk. in Freimarken,
vom 21. 11. 09 aus Offenbach an Frl. Antonie
Klein=
heuzer in Düſſeldorf. Gew. Brief, Inhalt 20=Markſchein,
vom 23. 1. 10 aus Darmſtadt an Frl. Erna Claußen in
Mainz. Die zur Empfangnahme der Gegenſtände
Be=
rechtigten müſſen ſich binnen 4 Wochen bei der Ober=
Poſtdirektion melden, widrigenfalls die
Poſtanweiſungs=
beträge und die in den Sendungen enthaltenen oder
durch Verſteigerung des Inhalts erlöſten Geldbeträge der
Poſtunterſtützungskaſſe überwieſen, die Briefe aber
ver=
nichtet werden.
m. Vom neuen Bahnhof. An der Eſchollbrücker
Uebergangsſtelle werden die letzten Planierungs= und
Böſchungsarbeiten eben ſertiggeſtellt. Bei den leichten
Sanbſchöpfarbeiten ſind neben einer großen Anzahl
fremdländiſcher Arbeiter auch zwölf Arbeiterinnen
be=
ſchäftigt. Alle Brücken ſüdlich der Griesheimer Brücke
ſind bis auf eine bereits dem Verkehr übergeben. Der
Gleiſebau iſt eingleiſig bis an die fünfte Brücke
heran=
gerückt. Eben wird die Unterlage des Fahrdammes
durch Schotterſteine hergeſtellt. Die Schotterſteine
wer=
den auf die Gleiſe in Haufen geworfen und das Gleiſe
mittelſt Hebewerk in die Höhe gebracht und dann
unterſtopft. Auf dem Perſonenbahnhof iſt der
Gleiſe=
bau tüchtig vorgeſchritten und die Anlage der vielen
Weichen vor der Einmündung in die Main=Neckarſtrecke
iſt ſehr kompliziert und erregt Erſtaunen. Auch am
Güterbahnhof wird fleißig am Geleiſebau
weiterge=
ſchafft. Die Fundamentierung des neuen
Bahnhofs=
gebäudes wird in Beton hergeſtellt. Ein Turmkran
hebt die Sandmaſſen herauf zur Weiterbeförderung. Es
iſt erſtaunlich, zu ſehen, wie der ſchwanke, durch
Stahl=
gitter hergeſtellte Turmkran die ſchweren Laſten leicht
befördert. Das an der Eſchollbrücker Planierungsſtelle
gewonnene Material wird zur Auffüllung des Weges
benutzt, der das Weſtende der Griesheimer Brücke mit
dem des Dornheimer Weges verbindet. Der Bagger
hat ſeine Rieſenarbeit vollendet und liegt ſüdlich der
Griesheimer Brücke.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 13. Auguſt l. J.
männ=
lich 9374, weiblich 5918, zuſ. 15 292, in Prozenten 61,30,
38,70; am 20. Auguſt l. J. männlich 9428, weiblich 5929,
zuſ. 15357, in Prozenten 61,39, 38,61. Der
Kranken=
ſtand betrug am 13. Auguſt l. J. männlich 416, weiblich
296, in Prozenten 4,43, 5,00; am 20. Auguſt l. J.
männ=
lich 437, weiblich 310, in Prozenten 4,63, 5,22. An
Krankengeld wurde gezahlt in der Woche vom
8. Auguſt bis 13. Auguſt l. J. 4639,60 Mk., in der Woche
vom 15. Auguſt bis 20. Auguſt I. J. 4750,65 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 20. Auguſt
I. J. — 24, am 13. Auguſt I. J. — 19; Sterbefälle
kamen vor in der Woche vom 8. Auguſt bis 13. Auguſt
I. J. — 2; vom 15. Auguſt bis 20. Auguſt I. J. = 1.
— Für Landwirte. Das Proviantamt Darmſtadt
teilt mit, daß es den Ankauf von Hafer neuer Ernte
aufgenommen hat und dafür die jeweiligen
Tages=
preiſe zahlt.
— Ludwigshöhe. Franz Schmidt, Kapellmeiſter
aus Hagenau i. Elſ., der Dirigent der 3. ſchleſiſchen
Dragonerkapelle, der auf der Ludwigshöhe am
28. Auguſt 2 Konzerte veranſtaltet, befindet ſich auf einer
großen Kunſtreiſe mit ſeiner Kapelle durch
Süddeutſch=
land. Im vorigen Jahre war Kapellmeiſter Schmidt
mit ſeiner Kapelle in München engagiert, wo er große
Erfolge erzielte. (Näh. ſ. Anzeige.)
gs. Unfall. Geſtern vormittag kurz nach 8 Uhr
ſtürzte ein Taglöhner aus Pfungſtadt von dem Gerüſt
eines Umbaues in der Ernſt=Ludwigſtraße und zog ſich
einen Rippenbruch, ſowie Kopfverletzungen zu. Durch
die Rettungswache wurde der Verunglückte mittels
Krankenautomobils nach dem ſtädtiſchen Krankenhaus
verbracht.
J. Griesheim, 25. Aug. Morgen Freitag findet hier
Gemeinderatswahl für 6 erledigte Sitze ſtatt.
Die=
ſelbe verſpricht ſchon deshalb intereſſant zu werden, als
eingeleitete Kompromißverſuche ſich zerſchlugen und
nun=
mehr drei Parteien mit eigenen Kandidaten auf den Plan
getreten ſind und zwar der Bund der Landwirte, der
Frei=
ſinn und die Sozialdemokratie.
Das Waldfener in Amerika.
* Seit zehn Jahren geben ſich die wenigen
Idealiſten in der republikaniſchen Partei der
Ver=
einigten Staaten, vor allen Dingen aber die Bankiers
und Wirtſchaftspolitiker die Mühe, die Bewegung für
die Erhaltung der natürlichen Hilfsquellen des
ame=
rikaniſchen Kontinents zu greifbaren Erfolgen zu
führen. Der Präſident Rooſevelt hat ſogar in einer
etwas naiven Anwandlung die kontinentalen
Groß=
ſtaaten zu einer Konferenz über dieſe Frage einladen
wollen, aber ſo wenig Ermunterung gefunden, daß
daraus nichts geworden iſt.
Das wichtigſte der Nationalaktiven, zu deren
Er=
haltung Schritte getan werden könnten, ja jetzt
un=
bedingt getan werden müßten, iſt der amerikaniſche
Wald. Eine rationelle Forſtwirtſchaft kennt man auf
dem ganzen amerikaniſchen Kontinent noch nicht.
Darum war es ſo komiſch, daß die klaſſiſchen Länder
planmäßiger Forſtwirtſchaft ſich von den Yankees
ſoll=
ten belehren laſſen, was in dieſer Beziehung zu
ge=
ſchehen habe. Nicht einmal gegen die ſeit Jahrzehnten
regelmäßig jeden Sommer wiederkehrenden
Wald=
brände iſt jemals irgend etwas Vernünftiges geſchehen.
In den Einzelſtaaten haben die Legislaturen ſo viel
mit kleinen Korruptionsgeſchäftchen zu tun, daß ſie
dafür keine Zeit haben. Die Bundesregierung hat
aber kaum die geſetzliche Befugnis, etwas
Durch=
greifendes zu tun. Und ſo ſieht man denn mehr oder
minder dem Umſichgreifen ungeheurer Feuersbrünſte
du, die ſich derart zu einer amerikaniſchen Landplage
entwickeln, daß es überhaupt kaum mehr möglich iſt
in Amerika von einer ſoliden Verſicherungsgeſellſchaft
eine Feuerpolice auf Wälder zu erhalten. Wenn man
bedenkt, daß noch ein großer Teil der jüngeren
weſt=
lichen Städte hauptſächlich aus Holz gebaut iſt, wird
man erſt ermeſſen, was ein ſolcher Zuſtand für
Ge=
fahren mit ſich bringt, namentlich wenn eine längere
Periode der Dürre das ganze Land ausgedörrt hat.
Wie fürchterlich gleichgültig zum Beiſpiel die
Ver=
kehrspolizei, die vielleicht noch am meiſten ohne die
Inanſpruchnahme des Geſetzgebers zur Verhütung der
Brände beitragen könnte, der Gefahr gegenüberſteht,
geht daraus hervor, daß nicht einmal die Eiſenbahnen
überall angehalten werden, auf den endloſen
Prärie=
ſtrecken ihre Lokomotiven mit wirkſamen
Funken=
fängern zu verſehen.
Wer jemals von New=York nach San Franzisko
gefahren iſt, wird auf dem langen Wege durch die
weſt=
liche Prärie mit Erſtaunen geſehen haben, wie häufig
kleine Prärieparzellen von dem Funkenregen,
namentlich der mit Weichkohle geheizten Maſchinen,
angeſengt werden. Iſt die Prärie trocken und bläſt
einer der landläufigen Kontinentalwinde, von
Süd=
weſten nach Nordoſten, dann iſt gar nicht abzuſehen,
wohin ſo ein harmloſes Strohfeuerchen führen mag.
Wie häufig faßt dieſer Wind auch ein paar von den
glühenden Aſcheſtücken, die aus den ungeſiebten
Feuer=
käſten der amerikaniſchen Lokomotiven auf den
Schie=
nenweg fallen, und trägt ſie in wilden Roggen, der
hauptſächlich das Präriegras ausmacht. Die
Sou=
thern=Pacifie und die Union=Pacific=Railroad, beides
Harrimanbahnen, haben deshalb auch, die Union=
Pa=
cific wenigſtens auf ihrer weſtlichen Seite mit großen
Koſten Oelfeuerung eingeführt, bei der es keinen
Aſchenfall und keinen Funkenregen gibt. Die
Sou=
thern=Pacifie hat allein 3 Millionen Dollars für die
Röhrenleitung ausgegeben, die zur Verſorgung ihrer
Maſchinen auf der Strecke mit Petroleum dient. Die
rieſigen Waldungen in Texas und Neu=Mexiko, aus
deren Hölzern die Bahn eine ihrer lohnendſten
Frach=
ten zieht, ſind ein zu koſtbares Aktivum, als daß man
ſie der Feuersgefahr ausſetzen ſollte, in einer Gegend,
in der, wie überhaupt beim größten Teil des Weſtens
und Südens Städte, die eine Feuerwache oder auch
nur eine Feuerſpritze beſitzen, dies im Baedeker mit
einem Stern anführen oder es als eine beſondere
Attraktion für Zuzügler hervorheben.
Der einzig verſöhnende Zug an dieſen großen
amerikaniſchen Bränden iſt der wirklich
bewunderns=
werte Heroismus und die Gabe der Improviſation
von Rettungsaktionen, welche das amerikaniſche Volk
bei ſolchen Gelegenheiten niemals zu zeigen verfehlt.
Das leichtſinnige Umgehen mit dem Feuer wird bei
den Amerikanern erſt aufhören, wenn ſie als Nation
das Kindesalter verlaſſen haben.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Spielplan=Entwurf des Großh.
Hoftheaters. Sonntag, 4. Sept.: „Jüdin” (Recha:
Fräulein von Sugh, Eleazar: Herr Becker); Dienstag,
6. Sept.: „Richard II.” von Shakeſpeare; Mittwoch
7.: „Figaros Hochzeit‟: Donnerstag, 8.: „Tiefland‟.
Freitag, 9.: „Goetz von Berlichingen” (Georg: Frl.
Prevoſt); Sonntag, 11.: „Tannhäuſer” (Wolfram: Herr
Semper); Dienstag, 13.: „Freiſchütz” (Neu inſzeniert);
Mittwoch, 14.: „Renaiſſance‟; Donnerstag, 15.:
unbe=
ſtimmt; Freitag, 16.: „Des Meeres und der Liebe
Wel=
len”. Sonntag, 18. Sept., Feſtvorſtellung zur
Groß=
herzogin Geburtstag, zum erſten Male: „Brüderlein
fein” von Leo Fall und „Robins Ende” von Künecke.
Als 3. Novität folgt am 23. Sept.: „Gawän”, Myſterium
in fünf Akten von Eduard Stucken.
— Die arktiſche Expedition
Zeppe=
lins. Der Norddeutſche Lloyddampfer „Mainz”
der den Prinzen Heinrich und den Grafen Zeppelin
mit den übrigen Mitgliedern der arktiſchen
Stu=
dienreiſe an Bord hat, iſt am Mittwoch nachmittag
um 5 Uhr 39 Minuten, von Spitzbergen zurückkehrend,
im Kieler Hafen eingelaufen. Der Zweck
der Fahrt iſt vollkommen erreicht. Alle für
Land=
ungen mit Luftſchiffen auf Spitzbergen in Betracht
kommenden Plätze ſind genau unterſucht. Hierbei
wurden durch den Grafen Zeppelin ſelbſt wichtige
Verſuche mit vorher konſtruierten Verankerungen auf
dem Lande und auf dem Polareiſe gemacht. Zur
Feſt=
ſtellung der Fahrbedingungen von Luftſchiffen im
Polarſommer wurden eine Reihe aerologiſcher
Be=
obachtungen und tägliche meteorologiſche Meſſungen
ausgeführt. Auch wurde durch beſondere Methoden zu
verſchiedenen Malen die Nebelhöhe und die Nebeldicke
beſtimmt, wobei ſich gleichfalls günſtige Verhältniſſe
für den Luftſchiffahrtsbetrieb ergaben. Auch die
übri=
gen ozeanographiſchen, glacialen und optiſchen
Unter=
ſuchungen konnten zur vollſten Zufriedenheit
ſämt=
licher beteiligten Gelehrten ausgeführt werden;
ent=
ſprechende Veröffentlichungen befinden ſich in
Vor=
bereitung.
Die Studienreiſe hat die Ausführbarkeit
wiſſenſchaftlicher Luftſchiffahrten mit
Zeppelin=Luftſchiffen in den arktiſchen
Regionen ergeben. Unter den 30 auf
Spitz=
bergen und dem Polareiſe verbrachten Tagen waren
nur drei, an denen das Wetter für die Fahrt mit
Luft=
ſchiffen hinderlich geweſen wäre. Auf Spitzbergen
wurden geeignete Landungsplätze ermittelt. Nach den
ausgeführten Verſuchen wird die Verankerung der
Luftſchiffe auf dem Polareiſe leicht und in kurzer Zeit
mit der Beſatzung der Luftſchiffe auszuführen ſein.
Der Arbeitsausſchuß iſt hiernach von der
Ausführbar=
keit des Vorhabens, mit Zeppelin=Luftſchiffen in der
Arktis wiſſenſchaftliche Forſchungsfahrten zu
unter=
nehmen, überzeugt; er erblickt deshalb ſeine nächſte
Aufgabe darin, für die Ausbildung von Luftſchiffen
zu langen Fahrten über See von der nordiſchen
Zen=
tralſtation Hamburg aus zu wirken. Hier komit in
erſter Linie in Betracht die Erzielung höchſter
Be=
triebsſicherheit auf maſchinellem Gebiete, ſowie
Schul=
ung eines beſonderen Perſonals und Ausbildung
einer ſicheren Navigation. Mit ſo entwickelten
Luft=
ſchiffen wird alsdann der Arbeitsausſchuß mit aller
Energie an die Verwirklichung wiſſenſchaftlicher
Luft=
ſchiffahrten in der Arktis herantreten.
Nummer 199.
Seite 3.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Anguſt 1910.
Erbach, 24. Aug. Hier ſtarb nach längerem
ſchweren Leiden im Alter von 64 Jahren Herr
Hofbild=
ſchnitzer Philipp Willmann. Der Verſtorbene
nahm in ſeiner Eigenſchaft als Elfenbeinbildhauer eine
hervorragende Stellung in unſerem heimiſchen
Kunſt=
gewerbe ein. Schon in ſeiner Jugend zeigte er ſich
der=
artig talentiert, daß ihn Graf Eberhard zu Erbach an
der Kgl. Kunſtgewerbeſchule zu München ausbilden
ließ. Willmann beſuchte dieſe Anſtalt von 1870 bis 1872
mit ſchönſtem Erfolge und ging ſpäter zu ſeiner
weite=
ren Ausbildung noch nach Wien. Von 1873 an wirkte
er als ſelbſtändiger Meiſter hier in Erbach, außerdem
war er 25 Jahre lang Zeichenlehrer an der
Sonntags=
zeichenſchule, und noch weitere 8 Jahre in gleicher
Eigenſchaft an der Werktags=Zeichenſchule. Seine
künſtleriſchen Erzeugniſſe waren ſtets außerordentlich
geſucht.
Gammelsbach i. O., 24. Aug. Die herrliche Ruine
Freienſtein bleibt uns, dank der Opferwilligkeit
des Beſitzers, Grafen zu Erbach=Fürſtenau, wieder
er=
halten. Die diesjährigen Renovierungsarbeiten ſind
jetzt wieder beendet. Der ſeitliche Erker, der vor zwei
Jahren abgebrochen war, iſt wieder neu eingebaut. Die
mit breitem Riß verſehene Grundmauer iſt oben
beto=
niert, ausgebeſſert und durch eine gewaltige Hilfsmauer
geſtützt. An dem hinteren Teile der Burg hat man
keine Renovierungen vorgenommen. Er iſt dem
Zu=
ſammenbruch nahe. Durch das tief eindringende
Regen=
waſſer wird die Mauer immer mehr zerriſſen. In dem
vorderen Teile dieſer hiſtoriſchen Ruine wollte man
ein Zimmer für ein Odenwald=Muſeum einrichten,
welcher Plan aufgegeben wurde. Das Muſeum kam
dann nach Michelſtadt. Wie verlautet, ſollen im
näch=
ſten Jahre weitere Renovierungen vorgenommen
wer=
den. Die Burg Freienſtein iſt ein Anziehungspunkt für
viele Touriſten. Kein Beſucher unſeres idylliſchen
Tälchens verſäumt es, dieſem reizenden Baudenkmal
einen Beſuch abzuſtatten. (Erb. Krsbl.)
Schöllenbach i. Od., 25. Aug. Heute vormittag
ent=
gleiſte von dem Perſonenzug 718 die Lokomotive, der
Poſtwagen und ein Eilgutwagen. Verluſte an
Menſchen=
leben oder Verletzungen ſind zum Glück nicht zu beklagen.
Der Betrieb wird durch Umſteigen aufrecht erhalten und
die Störung dürfte in etwa ſechs Stunden beſeitigt ſein.
Lorſch, 25. Aug. Die Auffindung des freiwillig
aus dem Leben geſchiedenen Liebespaares erfolgte
in der Gewann Biengarten, in der Nähe des ſogenannten
Metzgerlöchls. Der junge Mann war Autolenker, hieß
Robert Kleiſer, war 22 Jahre alt und ſtammte aus
Triberg in Baden. Die Greta Schäfer, Tochter des
hie=
ſigen Zigarrenmachers Wendel Schäfer, war 18 Jahre alt.
Neben den Entſeelten lag das Buch des
Chauffeurverban=
des und ein beſonderes Blatt, worauf folgendes mit noch
ſicherer Hand geſchrieben ſtand: „Es ſchlug die zwölfte
Stunde, ich hatte den Entſchluß, ihr Leben mußte ſie laſſen,
es koſt’ ja nur ein Schuß. Robert. Mein Leben war für
ſie, mein einzig Gretchen. Vereint und im Banne der
Lei=
denſchaft ſind wir aus dem Leben geſchieden. Auf
Wieder=
ſehen!‟ Das Mädchen erhielt den tödlichen Schuß in die
linke Schläfe, während der junge Mann ſich wahrſcheinlich
durch den Mund ſchoß. Kleiſer war nach dem beiliegenden
Urlaubspaß zum Infanterie=Regiment 126 nach
Straß=
burg ausgehoben und ſchon einige Zeit hier. Er machte
einen etwas verſchloſſenen Eindruck.
Offenbach, 25. Aug. Seine große Aehnlichkeit mit
dem Raubmörder Dick aus Nürnberg, der dort eine
Kellnerin ermordet und beraubt hatte, ſollte dem
Ar=
beiter Georg Daucher, auf den die
Staatsanwalt=
ſchaft ein liebevolles Auge geworfen hatte, teuer zu
ſtehen kommen. Er wurde von hieſigen
Polizeibeam=
ten für den erwähnten Verbrecher gehalten und
ver=
haftet. Nach Rückſprache mit Nürnberg ſtellte ſich
jedoch der Irrtum heraus. Dagegen wurde ermittelt,
daß der Verhaftete ein vielfach vorbeſtrafter Betrüger
iſt, der wieder verſchiedene Straftaten auf dem
Kerb=
holze hat. So hat er ſich hier in einer Familie unter
der Vorſpiegelung einlogiert, er ſei Beamter eines
hieſigen Werkes und habe ein monatliches Einkommen
von 180 Mark. Außerdem pumpte er ſeine Wirtsfrau
noch an, die weder etwas von dieſem Gelde, noch vom
Logisgelde wieder zu ſehen bekam. Im „Lämmchen”
ſpielte er ſich geſtern als Kriminaliſt auf und gab an
einem Defraudanten, der ſich 40000 Mark angeeignet
habe, auf der Spur zu ſein. Eine Frauensperſon, die
er bei ſich führte, ſollte ihm bei der Auffindung des
Kleines Feuilleton.
nge. Bürgerlich geborene Königinnen.
Als dem Senator, Woiwoden und Befehlshaber der
Leibgarde des Fürſten Peter II. von Montenegro,
Peter Vukotie, am 22. April 1847 zu Cevo eine Tochter
geboren wurde, die in der heiligen Taufe Milena
Petrowna genannt wurde, konnte niemand ahnen, daß
dieſes Mädchen vom Schickſal beſtimmt war, einſt die
Krone einer Königin zu tragen. Sie iſt jetzt unter
den regierenden Königinnen Europas die einzige von
nichtfürſtlichem Blute. Man begegnet in der neueren
Geſchichte nicht vielen Frauen, die ihr Leben in einem
Bürgerhauſe begannen und in einem Königs= oder
Kaiſer=Palaſte beſchloſſen. Von viel einfacherer
Her=
kunft noch als die Königin Milena von Montenegro,
deren Enkel einſt auf einer ganzen Reihe von
Thro=
nen Europas ſitzen werden, war die Kaiſerin
Katha=
rina I. von Rußland, zu deren Nachkommen viele
europäiſche Sonveräne gehören. Sie war, ſo ſchreibt
Fürſt Peter Dolgorouky von ihr, die Tochter eines
armen livländiſchen Bauern. Erſt diente ſie als Magd
im Hauſe des lutheriſchen Pfarrers Glück, dann wurde
ſie die Frau eines ſchwediſchen Dragoners, bei der
Einnahme von Marienburg durch die Ruſſen gefangen
genommen, vom General Bauer zur Geliebten
ge=
wählt, von Bauer an den Feldmarſchall Grafen
Sche=
remetew, von Scheremetew an den Fürſten
Mentſchi=
kow und von Mentſchikow an den Zaren Peter den
Großen abgetreten, der ſie ſchließlich heiratete.
Hun=
dert Jahre ſpäter brachte Napoleon I. unter den
dyna=
ſtiſchen Verhältniſſen Europas eine völlige
Umwälz=
ung hervor. Seine Schweſter, Karoline Bonaparte,
wurde Königin von Neapel, und wehe jedem, der ihren
Rang mißachtet hätte! Zwei Töchter des reichen
Mar=
ſeiller Seidenfabrikanten Francois Clary aus ſeiner
zweiten Ehe mit Roſe Somis, Julie und Déſirée
Clary, wurden königliche Majeſtäten, Julie als
Ge=
mahlin von Joſeph Bonaparte erſt Königin von
Neapel, dann Königin von Spanien, Déſirée als
Ge=
mahlin Bernadottes Königin von Schweden und
Nor=
wegen. Julie Clary ſtarb freilich nicht als Königin;
nach dem Zuſammenbruche der neapolitaniſchen
Herr=
ſchaft hatte Joſeph Bonaparte den beſcheidenen Titel
eines „Grafen von Survilliers” angenommen. Déſirée
aber ſegnete 1860 im Stockholmer Schloſſe als greiſe
Königin=Mutter das Zeitliche; ſie war bis zuletzt im
flüchtigen Betrügers helfen. Am eigenen Leibe mußte
er jedoch bald darauf das Unangenehme einer
Ver=
haftung verſpüren. Hinter ſchwediſchen Gardinen hat
er jetzt Zeit, darüber nachzudenken, wie fatal und
folgenſchwer das Doppelgängertum unter
Ver=
brechern iſt. (Offb. Ztg.)
Mainz, 24. Aug. Einer Amerikanerin, die in
einem hieſigen Hotel wohnte, war eine goldene Uhr
ab=
handen gekommen. Die Kriminalpolizei nahm bei dem
Zimmermädchen eine Durchſuchung vor. Die Uhr
wurde bei ihr gefunden. Die Diebin kam in Haft.
Ein Dienſtmädchen hat in Kaſtel auf den Namen eines
Wirtes, bei dem ſie wohnte, eine Anzahl von Waren
eingekauft. Die Betrügerin wurde ebenfalls
ver=
haftet.
Mainz, 25. Aug. Die bei der Minenſprengung
am vergangenen Freitag betäubten Soldaten ſind alle
wiederhergeſtellt. Am Sonntag wurden ein
Hauptmann, zwei Leutnants und ein Sergeant aus dem
Spital entlaſſen, am Montag fünf Unteroffiziere und ein
Sergeant. Die übrigen folgen in den nächſten Tagen.
Nierſtein, 24. Aug. Heute vormittag ereignete ſich
an der hieſigen Fähre ein Automobilunfall. Das
Auto des Herrn Hagenbeck aus Hamburg erlitt
einen Achſenbruch; ebenſo verſagte vorübergehend die
Steuerung, und das Auto flog gegen einen
Petroleum=
wagen. Der Führer erlitt Verletzungen am Kopfe.
Wäre das Auto nur einen Viertelmeter weiter
ge=
fahren, ſo mußten die zwei Pferde vor dem Wagen
über=
fahren werden und ein größeres Unglück würde
unver=
meidlich geweſen ſein.
Gießen, 24. Aug. Der von den Studenten
Sturm=
fels und Martin Schmitt an das Miniſterium
gerich=
tete Antrag, die gegen ſie wegen Einberufung
einer politiſchen öffentlichen
Verſamm=
lung durch den Senat erkannten Strafen des
Ver=
weiſes und der Relegierung aufzuheben, iſt, wie nicht
anders zu erwarten war, abgewieſen worden. Die
Entſcheidung des Miniſteriums in Sachen Sturmfels
wird damit begründet, daß nach § 24 der Satzungen betr.
den Beſuch der Landes=Univerſität nur dann die
Be=
ſchwerde zuläſſig iſt, wenn der Senat auf die Strafe
der Ausſchließung erkannt hat. Die Reviſion in Sachen
Schmitt wird materiell für unbegründet erklärt und
rom Miniſterium weiter dazu bemerkt: Seine Strafe
iſt als eine durchaus angebrachte Sühne für einen
be=
harrlichen Verſtoß gegen die Disziplin anzuſehen.
Hieran vermag auch die Tatſache nichts zu ändern, daß
die Univerſität gegen den stud. phil. Rechtsanwalt Dr.
Meuſer nicht in gleicher Weiſe vorgegangen iſt wie
gegen Schmitt. Denn ganz abgeſehen davon, daß wir
keinen Anlaß haben, dem Senat der Hochſchule
vorzu=
ſchreiben, ob er im Einzelfalle von der ihm zuſtehenden
Disziplinarbefugnis Gebrauch machen ſoll oder nicht,
können wir die Art der Erledigung des Falles Meuſer
um ſo eher gutheißen, als eine Relegation dieſem
gegenüber eine Strafe überhaupt nicht geweſen ſein
würde und ſomit durchaus zwecklos geweſen wäre.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshanptſtadt, 24. Aug. In der
heuti=
gen Sitzung der Schuldeputation, der erſten nach den
Ferien, unter dem Vorſitz des Stadtſyndikus
Hirſe=
korn, berichtete Stadtſchulrat Dr. Fiſcher ausführlich
über die Angelegenheit des Rektors Bock.
Das Kollegium der Schuldeputation war auf Grund
dieſes Berichts der Meinung, daß ein abſchließendes
Urteil über den Rektor Bock ſich vielleicht erſt nach der
Gerichtsverhandlung bilden laſſe, daß im übrigen ſeit
dem erſten Auftauchen von Nachrichten über angebliche
Verfehlungen des Rektors Bock von der ſtädtiſchen
Schulverwaltung alles Erforderliche veranlaßt und
nichts verſäumt ſei, um Klarheit in dieſe traurige
An=
gelegenheit zu bringen. — Heute wurden ſechs von den
im Lunapark befindlichen Somalis wegen
Unbot=
mäßigkeit gegen die Polizei verhaftet. Sie hatten ſich
der beſtehenden Inſtruktion, nach welcher nur drei
von ihnen gleichzeitig in die Stadt beurlaubt werden
dürfen, nicht fügen wollen. — Der frühere Schankwirt
Karl Stoß iſt heute nacht aus dem Sonnenburger
Zuchthaus ausgebrochen. Seine zahlreichen
Straf=
taten, die er in Berlin und der näheren Umgegend
verübte, ſind noch in aller Gedächtnis, namentlich der
Rieſendiebſtahl, den er am 21. November 1908 auf
Schloß Trampe bei Eberswalde, dem Eigentum des
Denken und Fühlen Franzöſin geblieben und hatte im
hohen Norden nie die Sehnſucht nach ihrer ſonnigen
Heimat verloren. Die Gattin des erſten Königs von
Serbien, Milan I., hieß vor ihrer Heirat Natalie
Reſchko, aber ihr Vater beſaß als ruſſiſcher Oberſt den
erblichen Adel und, ſtreng genommen, gehört ſie alſo
nicht hierher. Am merkwürdigſten geſtaltete ſich das
Lebenslos der Gattin ihres Sohnes, der Königin
Draga, Tochter des Panta Lunjewitz und
ver=
witweten Frau Maſchin. Daß König Alexander I.
von Serbien dieſe übel beleumdete Bürgersfrau zu
ſich auf den Thron erhob, mußten er und ſie mit einem
furchtbaren Tode büßen.
* Idylliſches aus Cetinje. In Cetinje iſt
das neue montenegriniſche Parlament
zuſammengetre=
ten, um Montenegros Erhebung zum Königreich zu
proklamieren. Wird dieſes Ereignis die
patriarchali=
ſchen Sitten und Gewohnheiten des Fürſten Nikolaus
und ſeiner Familie irgendwie wandeln und ändern?
Ein Berichterſtatter des Piccolo, der gelegentlich der
Vermählung der Prinzeſſin Helene von Montenegro
mit dem damaligen Kronprinzen und jetzt regierenden
König von Italien in Cetinje weilte, erzählt allerlei
von dem idylliſchen Leben des montenegriniſchen Hofes
Es war an einem Sonntag, und es regnete in Strömen.
Der Berichterſtatter, der vom Fürſten empfangen
wer=
den ſollte, wartete im Erdgeſchoß des unſcheinbaren
Pa=
laſtes in einem Zimmer, deſſen nach der Vorhalle
füh=
rende Tür weit geöffnet war. Plötzlich ſtürzte, ganz
durchnäßt, aber trotzdem fröhlich lachend und ſcherzend,
eine ganze Schar junger Damen ins Haus. Die eine
von ihnen ſchloß raſch ihren Regenſchirm, rief den
an=
deren ein paar fidele Worte zu, ſtieß eine Tür auf und
verſchwand. Das war die künftige Königin von Italien,
die ſoeben aus der Kirche heimgekommen war. Fürſt
Nikolaus mußte in dieſen Tagen mehreren echt
natio=
nalen Banketten beiwohnen; wenn bei dieſen
Feſtmahl=
zeiten der traditionelle Hammel auf den Tiſch kam,
nahm der Fürſt ſein Dolchmeſſer aus dem Gürtel, um
as Tier zu zerlegen und jedem Gaſt ſein Stück
zuzu=
weiſen. Der Fürſt wirkte auch als oberſter
Gerichts=
hof, indem er ſich einmal wöchentlich unter eine große
Ulme ſetzte und die Klagen ſeiner Untertanen anhörte.
Zu Weihnachten ging der Fürſt wie der letzte ſeiner
Untertanen in den Wald, holte ſich einen
Weihnachts=
baum und trug ihn ſelbſt nach Hauſe. Die Fürſtin
Milena empfing ihren Gatten auf der Schwelle des
Hauſes mit den Worten: „Willkommen, o Weihnachts=
Grafen von der Schulenburg, ausführte, wo er für
über 100000 Mark Juwelen und Silber ſtahl. Dem
Berliner Kriminalkommiſſar von Tresckow II. gelang
es, den gefährlichen Einbrecher in Dresden am 5. Jan.
1909 zu ermitteln. Im ganzen wurden ihm über 30
ſchwere Einbruchsdiebſtähle nachgewieſen. St. wurde
von der Strafkammer des Landgerichts Eberswalde zu
zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Auf dem
Trans=
port von Dresden nach Berlin war der ſchwere
Ein=
brecher ſeinem Transporteur entflohen. Er wurde
aber bald dingfeſt gemacht. Jetzt iſt er aus dem
Zucht=
haus in Sonnenburg bei Küſtrin trotz aller
Vorſichts=
maßregeln wieder entflohen. Bisher konnte der
Flücht=
ling noch nicht ermittelt werden. Man glaubt, daß
ſeine Frau bei der Flucht die Hand im Spiele hatte. —
Von einem tragiſchen Schickſal iſt die Familie
Scalla in Charlottenburg betroffen worden. Wie noch
erinnerlich ſein dürfte, verübte im September 1909 der
Oberſekundaner Kurt Scalla gemeinſam mit einem
Freunde Selbſtinord, deſſen Beweggründe bis heute
noch nicht aufgeklärt ſind. Der Verluſt des Sohnes
untergrub den Geſundheitszuſtand der Mutter
der=
artig, daß ſie im Frühjahr dieſes Jahres völlig
zuſam=
menbrach und vor etwa einem Monat ihrem Leiden
erlag. Dieſen doppelten Schickſalsſchlag vermochte der
Gatte der Verſtorbenen nicht zu überwinden; ſeit dem
Tode ſeiner Frau kränkelte er und iſt nun ebenfalls
vor einigen Tagen verſtorben. Von der ganzen
Fa=
milie iſt nur noch eine 9jährige Tochter übrig
geblie=
ben, die von Verwandten aufgenommen worden iſt.
Straßburg, 25. Aug. Die Straßburger
Korreſpon=
denz ſchreibt vom 24. Auguſt: Am 11. Auguſt,
vormit=
tags 6 Uhr 40 Minuten, ſind auf der Strecke Straßburg=
Baſel zwiſchen Benfeld und Matzenheim bei dichtem
Nebel und dem Kreuzen zweier Züge ſechs
Rotten=
arbeiter durch Ueberfahren getötet worden.
Wie von den Zeitungen bereits gemeldet iſt, hatte der
den erkrankten Rottenführer vertretende Vorarbeiter
keine Sicherheitspoſten aufgeſtellt. In den
Unfallver=
hütungsvorſchriften iſt vorgeſchrieben, daß ſolche Poſten
bei Nebel aufzuſtellen ſind. Auch waren die Arbeiter
und Vorarbeiter hierüber jeden Monat, zuletzt am
4. Auguſt, in den Unterrichtsſtunden durch den
Bahn=
meiſter belehrt worden. Der Vorarbeiter iſt außerdem
noch kurz vor dem Unfall von einem überlebenden
Ar=
beiter darauf aufmerkſam gemacht worden, daß es nötig
ſei, die Poſten aufzuſtellen. Er hat es trotzdem
unter=
laſſen. Die Vermutung einer Zeitung, daß es bei der
Rotte an Signalhörnern gefehlt habe, iſt unzutreffend.
Köln, 25. Aug. Aus dem Pilgerzug von Kevelger
ſtieg auf Bahnhof Neuß eine Dame auf der verkehrten
Seite aus. Sie wurde von einem Güterzuge
er=
faßt und auf der Stelle getötet.
Dortmund, 24. Aug. Die anſteckende
Haar=
krankheit die ſeit einiger Zeit im ſüdlichen
Weſt=
falen auſtritt pflanzt ſich weiter fort und macht ſich
auch in einzelnen Gegenden des Münſterlandes in
empfindlichſter Weiſe bemerkbar. In Nordkirchen
mußten ſämtliche Knabenklaſſen der dortigen
Volks=
ſchule geſchloſſen werden. Die Krankheit tritt am
hef=
tigſten unter den 12—14jährigen Knaben auf. Der
Kreisarzt ordnete die Iſolierung der von der
Krank=
heit befallenen Knaben an.
Magdeburg, 25. Aug. Der Magiſtrat beantragte
bei der Stadtverordnetenverſammlung die Bewilligung
einer Ehrengabe von 20000 Mark für die
Kriegs=
invaliden.
Kiel, 24. Aug. Das Prinzenpaar Heinrich
von Preußen begab ſich heute abend nach Schloß
Hemmelmark. Graf Zeppelin iſt heute abend nach
Fried=
richshafen abgereiſt. Profeſſor Dr. Hergeſell und die
übri=
gen Expeditionsteilnehmer verließen ebenfalls Kiel.
Kattowitz, 25. Aug. In dem in Ruſſiſch=Polen
ge=
legenen Fabrikorte Schydlow wütet eine
Feuers=
brunſt, durch die 95 Häuſer in Aſche gelegt wurden.
Der Schaden iſt ſehr groß.
Scheveningen, 24. Aug. Im Konzertſaal des
Kur=
hauſes entſtand geſtern nacht dadurch eine heftige
Pa=
nik, daß ein nervöſer Herr kurz nach der Pauſe, als
er einen Brandgeruch aus der Küche ſpürte, „Feuer”
rief. Alles drängte im wilden Durcheinander nach den
Ausgängen. Die Ruhe des Dirigenten Dr. Kunwald
und ſeines Orcheſters verhütete größeres Unheil. Dr.
Kunwald dirigierte weiter, und das Orcheſter ſpielte.
Das Publikum brachte ſchließlich dem Dirigenten eine
ſtürmiſche Ovation dar.
baum!” und warf dann, wie es die Sitte will,
Getreide=
körner über den Baumſtamm
* Das Bad eines Millionärs. Ein
amü=
ſantes Geſchichtchen, für deſſen Wahrheit ſie ſich
ver=
bürgt, weiß die engliſche Geſellſchaftszeitſchrift
M. A. P. von einem Londoner Millionär zu erzählen.
Dieſer, ein Selfmademan und eine in London
wohl=
bekannte Perſönlichkeit, hatte ſich im vornehmen
Hyde=
parkviertel einen prunkvollen Palaſt gebaut. Von der
Koſtbarkeit der Einrichtung erzählte man ſich ſolche
Wunderdinge, daß ein Mitglied des königlichen Hauſes
ſich von der Wahrheit überzeugen wollte und ſeinen
Beſuch anmeldete. Der glückliche Beſitzer empfing den
hohen Gaſt aufs beſte und zeigte ihm alles, ſogar den
wundervollen Baderaum. In ihm war die
Voll=
kommenheit auf die Spitze getrieben. Koſtbarer
Mar=
mor deckte den Fußboden, über die Wände ringsum
zog ſich ein Paneel aus ſeltenen Steinen und zum
Bade hinab führte eine wundervolle Treppe mit einem
Geländer aus blitzendem Kriſtall. Der königliche Gaſt
kargte nicht mit ſeinem Beifall und der Millionär
wußte ſich vor Freude nicht zu faſſen. „Ja, nicht
wahr,” ſagte er ſtrahlend, „der Mann, der mir dieſen
Baderaum entwarf, verſtand ſeine Sache? Wöllen Sie
glauben, königliche Hoheit, daß ich mich jetzt
wahr=
haftig ſchon immer lange vorher auf den
Sonnabend=
abend freue?‟
* Können falſche Zähne beißen? Dieſe
nicht nur für Zahntechniker wichtige und intereſſante Frage
beſchäftigte ein Richterkollegium in Frankfurt a. M. Zwei
Frauen waren miteinander in einem Reſtaurant in Streit
geraten, ein Schutzmann wollte ſie trennen, aber die eine
wehrte ſich mit Zunge, Händen, Füßen und Nägeln, ſodaß
ſie zur Wache geführt werden mußte. Dem jedoch
wider=
ſetzte ſie ſich, indem ſie den Beamten in den Arm biß. Nun
ſtand ſie wegen Körperverletzung, Beamtenbeleidigung,
Widerſtand gegen die Staatsgewalt uſw. vor Gericht. Aber
ſie verteidigte ſich energiſch, ſie zeigte dem Gerichtshof die
Zähne und ſagte: „Ich habe falſche Zähne! Wie ſoll ich
damit den Mann ſo gefährlich gebiſſen haben!‟ Das
Ge=
richt hat aber als erwieſen feſtgeſtellt, daß die Frau mit
dem falſchen Gebiß dem Schutzmann die Uniform durchbiß
und den Arm verletzte, ſodaß bei der Verhandlung die
Wunde noch zu ſehen war. Sonſt geſteht keine Frau ein,
daß irgend ein Falſch an ihr ſei! Jene Frankfurterin tat
es, um einer verhältnismäßig geringen Strafe zu
ent=
gehen.
Nummer 199
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Auguſt 1910.
Paris, 25. Aug. Aus Boulogne wird gemeldet:
Das Fiſcherboot „Saint Pierre” aus Portel wurde
geſtern von dem holländiſchen Küſtendampfer „Ary
Scheffer” angerannt und buchſtäblich entzwei
ge=
ſchnitten. Von der aus 14 Fiſchern beſtehenden
Mann=
ſchaft des „Saint Pierre” ertranken ſieben.
Paris, 24. Aug. Aus Cherbourg wird gemeldet:
Das Unterſeeboot „Prairial”, welches
Lotungs=
übungen vornahm, ſtieß geſtern nachmittag mit einem
beladenen Schleppkahn zuſammen. Durch die
Geiſtesgegenwart des Kommandanten des
Unterſee=
bootes wurde eine Kataſtrophe verhütet. Das
Unter=
ſeeboot konnte ohne Hilfe das Arſenal aufſuchen; ſeine
Beſchädigungen erwieſen ſich nur als geringfügig
Paris, 24. Aug. Der Verfaſſer des auch in Deutſchland
bekannten Schauſpieles „Zaza”, Pierre Berton, wohnt
mit ſeiner zweiten Frau, ſeinem Sohn, ſeiner
Schwieger=
tochter und zwei Enkelkindern in einer Villa in der Nähe
von Angeres. Dieſer Tage nun machten ehemalige
Dienſt=
boten der Familie bei Gericht die Anzeige, die
Schwieger=
mutter habe verſucht, die Schwiegertochter zu
vergif=
ten. Das Gericht ſoll auch giftige Flüſſigkeiten
beſchlag=
nahmt haben, die die Schwiegermutter der Schwiegertochter
habe eingeben wollen. Letztere war auch aus der Villa
geflohen. Sie kehrte aber nach einigen Tagen auf
Drän=
gen ihres Gatten zurück. Man ergeht ſich nun in der
Preſſe in allerlei Kombinationen. Die junge Fran
Ber=
ton iſt eine geborene Amerikanerin, ſehr reich und ihrer
Schwiegermutter nicht beſonders ſympathiſch. Sie wollte
nach Amerika reiſen, um dort eine Erbſchaft zu
regulie=
ren, und ihre beiden Kinder mitnehmen. Die
Schwieger=
mutter ſoll aber an dem jüngſten der Kinder mit
beſon=
derer Liebe hängen und die Mutter aus dem Wege haben
räumen wollen, um das Kind ganz für ſich zu haben. Nach
der anderen Verſion ſoll die Schwiegermutter, das heißt
die Stiefſchwiegermutter, ſich aus Eiferſucht zu einer Tat
haben hinreißen laſſen, die ſie jetzt bereut. Die Pariſer
Zeitungen füllen ganze Spalten mit der Angelegenheit, da
es ſich um Perſonen handelt, die in der „Geſellſchaft” eine
große Rolle ſpielen.
London, 25. Aug. Wie hier verlautet, wird der
Prozeß gegen Crippen und Fräulein Leneve
vor dem Bowſtreet=Polizeigericht im Wege des Vor
verfahrens ſeinen Anfang nehmen und zwar ſchon
An=
fang September, da mehrere Zeugen ſobald wie möglich
nach Amerika zurückkehren möchten. Das Polizeigericht
wird bereits mit hunderten von Geſuchen um
Einlaß=
karten überhäuft, erklärt aber, daß keine Einlaßkarten
ausgegeben werden. Wo Crippen und ſeine Begleiterin
landen werden, wird ſtreng geheim gehalten. Man
glaubt, daß die Polizeibehörde hierzu einen Dampfer
chartern werde, der die Beiden auf hoher See vom
Megantie herunternehmen und ſie an irgend einem bis
jetzt noch unbekannten Hafen abſetzen wird.
Sydney, 24. Aug. Aus Penth (Weſtauſtralien) wird
gemeldet, daß ein in Dienſten der Firma Streeter &
Comp. ſtehender Perlfiſcher eine vollendet ſchöne
Perle im annähernden Gewicht von 90 Grains
ge=
funden hat. Der Fund ſoll einen Wert von etwa
120000 Mark repräſentieren. Die Perle ſoll in den
nächſten Tagen von dem Geſchäftsleiter der
erwähn=
ten Firma perſönlich nach London gebracht werden.
Kongreſſe und Verbandstage.
— Augsburg, 24. Aug. Die 3. geſchloſſene
Ver=
ſammlung des Deutſchen Katholikentages
wurde heute vormittag von dem Präſidenten,
Land=
gerichtsrat Marx=Düſſeldorf, in der Feſthalle eröffnet
und war wieder zahlreich beſucht. Die Verſammlung
beſchäftigte ſich zunächſt mit ſozialen Fragen, wozu eine
Reihe von Anträgen des ſozialen
Ausſchuſ=
ſes vorlagen. Generalſekretär Dr. Pieper erſtattete
zunächſt den Bericht dieſes Ausſchuſſes. Sein erſter
Antrag betrifft die religiös=ſittliche Hebung des
er=
werbstätigen Volkes. Er beſagt u. a.: 1. Grundlage
jeder chriſtlichen Erziehungsarbeit bleibt die Pflege des
religiöſen Lebens im Elternhauſe und zwar im engſten
Anſchluß an die Kirche. 2. Eine unentbehrliche Stütze
findet die Erziehungsarbeit der Eltern in der
konfeſſio=
nellen Volksſchule, deren Hauptaufgabe neben dem
Unterricht die Erziehung iſt. Für den konfeſſionellen
Charakter der Volksſchule müſſen daher die katholiſchen
Standesvereine mit allem Nachdruck eintreten. 3
Elternabende haben ſich als ein vorzügliches Mittel
be=
währt, die notwendige Verbindung zwiſchen Schule und
Elternhaus herzuſtellen. 4. Dem Ausbau und der
Ver=
breitung von Erziehungsſchriften müſſen die
katholi=
ſchen Standesvereine eine beſondere Aufmerkſamkeit
ſchenken. Ebenſo wichtig iſt, daß die Eltern in einer
kleinen Hausbibliothek jene Erziehungsſchriften
be=
ſitzen, welche in der Kirche oder in katholiſchen
Ver=
einen empfohlen und durch den katholiſchen Buchhandel
und die Kolportage eifrig verbreitet werden. 5. Die
katholiſchen Standesvereine ſollen ihre Mitglieder,
insbeſondere die jugendlichen, vor den ſittlichen
Ge=
fahren der modernen Vergnügungen bewahren, das
Verlangen nach Freude in die richtige Bahn lenken
durch Pflege edler Geſelligkeit und wahrer
Volksbild=
ung. 6. In der Erwägung, daß der Mutter der erſte
und entſcheidende Anteil an der Erziehung zufällt,
ſollen die weiblichen Standesvereine, die
Mütterver=
eine und Jungfrauen=Kongregationen nicht nur auf
die Pflege des religiöſen Lebens, ſondern auch auf die
Unterweiſung in der Jugenderziehung bedacht ſein und
zugleich mit der hauswirtſchaftlichen Schulung auch die
Erziehung für den Beruf als Gattin und Mutter
an=
ſtreben. 7. Da die katholiſchen Jugendvereine es als
ihre Hauptaufgabe betrachten, den Eltern eine Stütze
in der Erziehung ihrer ſchulentlaſſenen Söhne und
Töchter zu ſein, ſollen die Standesvereine durch
Agita=
tien, finanzielle Unterſtützung und praktiſche Mitarbeit
die männlichen und weiblichen Jugendvereine zu
för=
dern ſuchen.
In der Diskuſſion führte Lehrer Kriſch=Breslau
aus, daß die Handwerksmeiſter für die Erziehung des
heranwachſenden Nachwuchſes von der größten
Bedeut=
ung ſeien. Die Einführung des Religionsunterrichts
in den Fortbildungsſchulen ſei notwendig, da ſonſt die
ſittliche Hebung der jungen Handwerker in Frage
ge=
ſtellt ſei. Beſonders notwendig ſei aber die Gründung
neuer katholiſcher Meiſtervereine. In Schleſien fange
man jetzt ſchon an, interkonfeſſionelle Meiſtervereine
zu gründen; von denen ſei aber nichts zu erwarten.
mig angenommen.
In der öffentlichen Nachmittags=Verſammlung ſprach
zunächſt Dr. Bernhart aus München über das Thema
Bildungsaufgaben der deutſchen Katholiken‟. Er wandte
ſich ſcharf gegen den Monismus und andere derartige
Richtungen, ſowie gegen die Behauptung, als ſeien die
Katholiken nicht fähig zum Mitbewerb und Mitarbeiter
an der geiſtigen Kultur der Gegenwart. Der
Organiſatio=
nen ſeien genug, es komme alles nur darauf an, daß der
rechte Geiſt ſie erfülle und beſeele. Die Vereine für die
Geſellen und die ländliche Jugend müßten neben der
ſozia=
len Hilfe auch an edler Geſittung arbeiten. Der
Arbeiter=
verein müſſe ebenfalls ein Bildungsverein ſein. Weiter
forderte der Redner auf zur rührigen katholiſchen
Betä=
tigung in Literatur und Kunſt. Dann erhielt das Wort
Profeſſor Dr. Mausbach aus Münſter i. Weſtf. über
das Thema „Frauenbildung und Frauenſtudium‟. Er
führte aus, daß der Schwerpunkt des Lebens für die große
Mehrzahl der Frauen im Hauſe und in der Familie liege
und daß ſich demgemäß auch die Bildungsarbeit zunächſt
auf die tüchtige Ausrüſtung für den Stand der Ehe und
Mutterſchaft richten müſſe. Daneben ſolle das
Frauen=
ſtudium im engeren Sinne den Weg weiſen zur höheren
weiblichen Berufstätigkeit außerhalb der Familie.
Schließ=
lich ſprach noch der Nürnberger Graf Peſtalozza über
das Thema „Modernes Freidenkertum‟. Er wandte ſich
ſcharf gegen den Materialismus, der in Deutſchland im
19. Jahrhundert durch David Strauß und Häckel in Jena
vertreten worden ſei.
* Augsburg, 25. Aug. In der heutigen vier
ten geſchloſſenen Verſammlung fanden eine
Reihe von Anträgen über die Förderung der
chriſt=
lichen Bildung Annahme. Beſonderer Beifall wurde
dem Antrag auf Erhaltung der Konfeſſionsſchulen und
konfeſſionellen Lehrerbildungsanſtalten
entgegen=
gebracht. Weiter wurde die Gründung einer
beſon=
deren, die Schulfrage behandelnden Organiſation für
die Katholiken Deutſchlands angeregt. Dieſer Antrag
wurde einſtimmig angenommen. Zum Schluſſe wurde
das Zentralkomitee wiedergewählt.
Königsberger Kaiſertage.
** Königsberg, 24. Aug. Der Kaiſer
ver=
blieb heute nachmittag im königlichen Schloſſe. Die
Kaiſerin beſuchte im Laufe des Nachmittags das
Krankenhaus der Barmherzigkeit, wo ſie von dem
Vor=
ſtand empfangen wurde, dem u. a. angehören:
Ober=
präſident v. Windheim, Generalſuperintendent D.
Braun, Frau Rittergutsbeſitzer v. Hohenfeld und Frau
Oberpräſident Schlieckmann. Hierauf beſuchte die
Kaiſerin das katholiſche Eliſabeth=Krankenhaus, wo ſie
von dem Direktor Kuratus Schulz und der Oberin
Anakleta Hippler begrüßt wurde. Hier war auch der
Weihbiſchof Auguſtin aus Breslau anweſend.
Heute abend um 7 Uhr fand im Moskowiterſaale
des königlichen Schloſſes bei den Majeſtäten
Parade=
tafel für das 1. Armeekorps ſtatt. Der Kaiſer führte
die Kaiſerin zu Tiſch, Prinz Eitel Friedrich die
Kron=
prinzeſſin, der Kronprinz die Prinzeſſin Eitel Friedrich,
Prinz Adalbert die Prinzeſſin Viktoria Luiſe. Der
Kaiſer ſaß bei der Tafel rechts von der Kaiſerin, die
anweſenden Fürſtlichkeiten ſchloſſen ſich zu beiden Seiten
an. Gegenüber dem Kaiſerpaar nahm der komman.
dierende General, General der Infanterie v. Kluck,
Platz. Zur Rechten folgten zunächſt der Kaiſerlich
Ottomaniſche General Izzet Paſcha, Kriegsminiſter
v. Heeringen und Generalleutnant v. Weſternhagen:
links Generaloberſt Freiherr v. d. Goltz,
Generalleut=
nant Rauch und Generalleutnant Haſſe.
Bei dem Paradediner hielt der Kaiſer folgenden
Trinkſpruch: „Es ſind nunmehr 31 Jahre
ver=
floſſen, ſeit ich als junger Leutnant, im Jahre 1879,
meinen Vater begleitend, mein erſtes Kaiſermanöver
unter Kaiſer Wilhelm dem Großen gemacht, und das
war hier. Die ehrſurchtgebietende Geſtalt dés größen
Kaiſers, umkleidet vom Nimbus ſeiner Siege, das Reich
noch jung und eben in der Entwicklung begriffen. Die
eingehende und hohe Kenntnis meines Vaters von den
Traditionen der Regimenter dieſes Korps, von denen
ihm zumal das Regiment Kronprinz ſo außerordentlich
naheſtand, führte mich in die Geſchichte dieſer
Truppen=
teile ein. Bei der Parade war die heroiſche Geſtalt
meines Vaters die erſte, die vor ſeinen Grenadieren an
ſeinem kaiſerlichen Vater vorüberzog, und der
General=
feldmarſchall von Moltke leitete die ſpäteren Uebungen
Seitdem ſind die hohen Herren dahingegangen und ſind
für uns hiſtoriſche, heroiſche und von der Sage
um=
wobene Geſtalten geworden. Aber nicht dahingegangen
iſt der Geiſt, den dieſe Männer in die preußiſche Armee
und in das hieſige Korps eingepflanzt haben.
Hochge=
halten und gepflegt werden nach wie vor die alten
Traditionen von den Regimentern, die mit ihren
Wurzeln teilweiſe bis in die kurbrandenburgiſche
Ge=
ſchichte hinaufreichen. Das Armeekorps, welches ich
nochmals zu ſeiner vorzüglich gelungenen und ſchönen
Parade beglückwünſche, hat mir am heutigen Tage
ge=
zeigt, daß es ſeiner Tradition und ſeiner Geſchichte voll
bewußt ſei. Und bei dem Anblick ſeiner Reſerven und
der Kriegsveteranen, von denen an 14000 Mann hier
erſchienen waren, wird uns die Geſchichte der Leiſtungen
des Korps in den letzten Kriegen wieder deutlich vor
Augen geführt. Wenn ich im Frühjahr von meinem
Beſitz bei Metz die Felder durchſtreife, ſo komme ich an
den Gedenkſteinen der Regimenter vorüber, die ſich
dort unter den Augen des Prinzen Friedrich Karl
ge=
ſchlagen haben, und die Hammerſchläge taten für die
Baſis, auf der das Deutſche Reich aufgebaut werden
ſollte. So verbindet ſich die Vergangenheit und die
Gegenwart. Beide gewährleiſten uns den Ausblick für
die Zukunft. Das Armeekorps, das ich heute in ſo
tadelloſer Disziplin und vorzüglicher Paradehaltung
geſehen habe, gibt mir die Gewähr, daß, wenn es
not=
wendig iſt und ich den Appell an ſeine Waffen ſtelle,
es ſeine Pflicht tun wird, wie zuvor unter meinem
Großvater und ſeinen großen Führern. Das erſte
Armeekorps Hurra! Hurra! Hurra!”
* Königsberg, 24. Aug. Im Tiergarten wurde
heute nachmittag um 5 Uhr in Anweſenheit des
Rronprinzen und in Gegenwart zahlreicher
Ehrengäſte ein großer Veteranen=Appell
abgehalten. Ueber 7000 alte Krieger aus der ganzen
Provinz hatten, geſchmückt mit Ehrenzeichen und der
Kriegsdenkmünze, auf dem Sportplatze Aufſtellung
ge=
nommen. Der Kronprinz wurde bei ſeinem
Er=
ſcheinen durch die drei Ehrenpräſidenten Fürſt zu
Dohna=Schlobitten, Graf zu Eulenburg=Wicken und
Generalmajor z. D. Brauſewetter, ſowie von den
Herren des ausführenden Komitees begrüßt und nahm
den Rapport entgegen. Der Kronprinz richtete
ſo=
dann folgende Worte an die Veteranen: Der Kaiſer
ſendet Ihnen allen ſeine beſten Grüße. Ich freue mich
ſehr, daß Sie in ſo zahlreicher Anzahl hier erſchienen
ſind und damit Ihre Anhänglichkeit an Ihre alten
Regimenter und unſeren oberſten Kriegsherrn
doku=
mentiert haben. Ich fordere Sie auf, in den Ruf
einzuſtimmen: Seine Majeſtät, unſer allergnädigſter
Kaiſer, König und oberſter Kriegsherr hurra! Alle
Anweſenden ſtimmten begeiſtert in das Hurra ein.
Nachdem die Nationalhymne verklungen war, brachte
als rangälteſtes Mitglied der Veteranen Generaloberſt
Freiherr von der Goltz in einer markigen Anſprache
den Dank der Veterauen an den Kronprinzen zum
Ausdruck und ſchloß mit einem dreifachen Kuch auf den
Kronprinzen, an das ſich das Abſingen der „Wacht am
Rhein” ſchloß. Nunmehr hielten Militäroberpfarrer
Konſiſtorialrat Bock und der katholiſche
Diviſionspfar=
rer von Krzeſinski von hohem patriotiſchen Empfinden
durchdrungene Feſtreden. Nachdem gemeinſam „Nun
danket alle Gott” geſungen war, machte der Kronprinz
einen Rundgang durch die Aufſtellung der Veteranen,
wobei er ſich mit vielen von ihnen freundlich
unter=
hielt. Nachdem ſchließlich noch ein Veteran ein Hoch
auf den Kronprinzen ausgebracht hatte, verließ der
Kronprinz unter herzlichen Ovationen den Appellplatz,
* Königsberg, 25. Aug. Der Kaiſer hörte
heute morgen den Vortrag des Chefs des
Marinekabi=
netts. Um 11 Uhr vormittags beſuchte das Kaiſer=, der Kronprinz, die Prinzen Eitel Friedrich,
Auguſt Wilhelm, Adalbert und Oskar das
Kneiphöfi=
ſche Rathaus, wo ſie am Portal vom Oberbürgermeiſter
Körte, Stadtverordnetenvorſteher Krohne und den
anderen Herren der Stadtverwaltung empfangen
wur=
den. Die Kaiſerin nahm ein Bukett aus den
Hän=
den des Stadtverordnetenvorſtehers entgegen. Das
Kaiſerpaar wurde durch das ſchöne alte Veſtibül mit
alten eichengeſchnitzten Balluſtraden hinaufgeleitet zum
Magiſtrats=Sitzungsſaal, wo unter einem Baldachin
zwei Thronſeſſel aufgeſtellt waren. — Zugegen waren
unter anderem der Oberpräſident von Windheim, der
Fürſt zu Fürſtenberg, Polizeipräſident von Wehrs und
die ſtädtiſchen Körperſchaften. Der Oberbürgermeiſter
hielt eine Anſprache und bot dem Kaiſer einen
Ehren=
trunk dar. Der Kaiſer erwiderte mit einer Rede und
trank aus dem Pokal. Die Majeſtäten nahmen dann
die Vorſtellung der Anweſenden entgegen und trugen
ſich in das neu angelegte Goldene Buch im Zimmer
des Oberbürgermeiſters ein. Kurz vor 12 Uhr begaben
ſich die Fürſtlichkeiten nach dem Landeshaus.
* Königsberg, 25. Aug. Der Kaiſer erwiderte
uf die Anſprache des Oberbürgermeiſters
im Rathauſe: „Im Namen Ihrer Majeſtät der
Kaiſerin und Königin und in meinem Namen danke ich
Ihnen von Herzen für die erhebende Anſprache, in der
Sie uns in beredten Worten einen kurzen Abriß der
Geſchichte der Stadt Königsberg und ihrer Bürgerſchaft
gegeben haben. Ich ſehe mit Befriedigung daraus, daß
in den Reihen der Königsberger Bürgerſchaft die
Pflege der Tradition und der Geſchichte lebendig iſt.
Die Traditionen und die Geſchichte der Stadt ſind alt
und ehrwürdig, und vor allen Dingen innig mit
unſe=
rem Hauſe verknüpft. Es iſt mir eine beſondere Freude,
Ihnen allen, meine Herren, unſeren gemeinſamen Dank
ausſprechen zu können für die hervorragende Haltung
und den begeiſterten Empfang, den wir aller Orten hier
in der Stadt bei jung und alt gefunden haben. Es
zeigt ſich eben dabei, daß das Band zwiſchen den
Königs=
bergern und ihrem Königshauſe doch ein ganz
beſon=
deres iſt, das ſie vor anderen Städten der Monarchie
anszeichnet, und daß günſtige und innige Beziehungen
zwiſchen meinem Hauſe und der Stadt beſtehen, die ſich
nicht erläutern, nur fühlen laſſen. Wie der Herr
Ober=
bürgermeiſter ſchon erwähnt hat, iſt ſeitens meiner
Vor=
fahren wiederholt für das Wohl der Stadt eingegriffen
worden, und ſind der Stadt Vorteile daraus erwachſen.
Es iſt mir eine beſondere Freude, daß es auch mir
möglich geweſen iſt, dem langgehegten Wunſch der Stadt
auf Vergrößerung durch die Entfeſtigung entſprechen zu
können. Es iſt gewiß, das werden Sie begreifen, vom
militäriſchen Standpunkte immer ein gewiſſer
Ent=
ſchluß, wenn eine Grenzfeſte ihrer Wälle teilweiſe
ent=
kleidet werden ſoll. Ich habe aber doch die feſte
Zuver=
ſicht, daß mit Gottes Hilfe und der
Vortrefflichkeit=
meines Heeres, von der Sie eine Probe geſtern geſehen
haben, es auch fernerhin gelingt, den Frieden
aufrecht=
zu erhalten, und falls es uns doch einmal beſchieden iſt,
uns für unſere Exiſtenz ſchlagen zu müſſen, daß die
oſt=
preußiſchen Regimenter genügen werden, um Wall und
Gräben zu erſetzen. (Bravo!) Es wird durch die
Ent=
feſtigung Ihnen allen viel lohnende Arbeit erſtehen, und
Sie werden intereſſante Aufgaben zu bewältigen haben.
Möge die Bürgerſchaft opferbereit und opferfreudig ſein
und dem bewährten Führer ihrer ſtädtiſchen Arbeiten,
dem Oberbürgermeiſter, folgen, und mögen die
Hoff=
nungen, die Sie an die Erweiterung knüpfen, in
voll=
ſtem Maße in Erfüllung gehen, ſo daß um die alte
Stadt der reiche blühende Kranz der Neuſtadt ſich legen
und Königsberg zu einer der ſchönſten Städte der
Monarchie machen möge. In dieſer Hoffnung trinke ich
auf das Wohl der Stadt.”
* Königsberg, 25. Aug. Als das
Kaiſer=
paar und die fünf Prinzen beim Landeshauſe,
vorfuhren, wurden ſie von dem Vorſitzenden des
Pro=
vinziallandtages, Fürſten zu Dohna=
Schlo=
bitten, dem Vorſitzenden des Provinzialausſchuſſes,
Rittergutsbeſitzer v. Röben=Laggarben, und dem
Lan=
deshauptmann v. Berg empfangen und nach dem großen
Sitzungsſaal geleitet, wo die Vertreter der Provinz ſich
aufgeſtellt hatten. Fürſt zu Dohna=Schlobitten
begrüßte den Kaiſer und die Kaiſerin mit der
tief=
empfundenen Huldigung des Ausſchuſſes und des
Land=
tages der Provinz, dankte den Majeſtäten für ihr
Er=
ſcheinen und dafür, daß ſie ſich von den Prinzen hätten
begleiten laſſen. Darauf bot der Fürſt dem Kaiſer den
Ehrentrunk dar. Der Kaiſer erwiderte mit einer=
Rede und nahm den Ehrentrunk an. Das Kaiſerpaar
zog die anweſenden Herren ins Geſpräch und
unter=
zeichnete eine Urkunde über ihre Anweſenheit im
Landeshauſe. Der Kaiſer nahm das Frühſtück beim
kommandierenden General ein.
* Königsberg. 25. Aug. Der Kaiſer hat
außer dem Pionierbataillon Fürſt Radziwill (
oſt=
preußiſches) Nr. 1 allen Regimentern des 1. Korps,
die einen beſonderen Namen führen, die Büſten ihrer
Chefs verliehen. — Die Kronprinzeſſin
beſich=
tigte eingehend die Domkirche, wo ſie unangemeldet
eintraf, und fuhr dann nach Luiſenwahl, einem
Land=
hauſe auf Hufen, wo die königliche Familie in den
Jahren 1808/09 geweilt hat.
* Königsberg, 25. Aug. Die
Kronprinzeſ=
ſin beſuchte heute vormittag das ſtädtiſche Krankenhaus,
wo ſie vom Oberbürgermeiſter Koerte und dem
Bürger=
meiſter Kunkel empfangen wurde. Die Kronprinzeſſin
be=
ſuchte ferner das Stadtmiſſionshaus, die Prinzeſſin Eitel
Friedrich den Kinderhort.
Luftſchiffahrt.
* München, 24. Aug. Das Luftſchiff „P Vl”
hat heute nachmittag mit zwölf Perſonen, von denen
die Hälfte Paſſagiere waren, eine Fahrt nach dem
Ammerſee unternommen. Es landete glatt nach
zwei=
ſtündiger Fahrt kurz vor 6 Uhr in München.
— Vergnügungs=Luftſchiffahrten in
München. Nach Ueberſiedelung des neuen Parſeval=
Luftſchiffes „P 6” von Bitterfeld nach München und nach
wohlgelungenen Probefahrten konnte der öffentliche
Luft=
ſchiffverkehr in München nunmehr endgültig aufgenommen
werden. Es ſind bis Ende Oktober I. J. bei guter Witte=
Nummer 199.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Auguſt 1910.
Seite 5.
rung täglich ein bis zwei Ausflüge ſowohl in die nähere
Umgebung Münchens als auch in das Gebirge vorgeſehen.
Nähere Auskünfte erteilt bereitwilligſt unentgeltlich die
Amtliche Auskunftſtelle der Kgl. Bayeriſchen
Staatseiſen=
bahnen im Internationalen öffentlichen Verkehrsbureau in
Berlin, Unter den Linden 14.
* Oos, 25. Aug. Um 12,50 Uhr kam Graf
Zep=
pelin auf der Rückfahrt von ſeiner arktiſchen Expedition
hier durch und wurde von ſeinem Vetter, dem General
Zeppelin, begrüßt. „L 2 VI” paradierte vor dem
Bahnhof Oos. Bei der Abfahrt des Zuges wurde von
der Menge ein dreifaches Hoch auf den Grafen ausgebracht.
Von einer Begleitung des Zuges durch das Luftſchiff
mußte wegen des ſtarken Windes Abſtand genommen
werden.
* Paris, 25. Aug. Bezüglich des Gerüchtes, daß
in Amiens den an dem letzten Rundwettflug
durch Oſt=Frankreich beteiligten Fliegern in
verbrecheriſcher Abſicht ein mit ätzenden Säuren
ver=
miſchtes Oel abgeliefert worden ſei, das die Motoren
mehrerer Aeroplane verdorben häbe, wird dem Echo de
Paris gemeldet, die Unterſuchung des Oeles habe
er=
geben, daß es ſich keineswegs um ein verbrecheriſches
Vorgehen gehandelt habe. Man habe feſtgeſtellt, daß
das verwendete Rizinusöl, welches Schwefelſäure und
Ammoniak enthielt, ſich lediglich durch die große Hitze
zerſetzte und dadurch die bekannten Vorfälle
hervor=
gerufen habe.
sr. Zum Internationalen Flugmeeting
von Havre-Trouville das am Donnerstag
beginnen ſollte, ſind über 40 Nennungen abgegeben
wor=
den; unter anderem werden ſich die Sieger des
franzö=
ſiſchen Rundfluges Leblane und Aubrun beteiligen;
ferner von bekannteren Fliegern Latham, Wieneziers,
Kuller, Morane, de Leſſeps, Hanriot, Legagneux,
Bre=
guet. Die Preiſe belaufen ſich insgeſamt auf 265000
Franks, davon werden 35000 Fr. für den
Geſamt=
diſtanzpreis ausgeworfen, weitere 25000 Fr. für
den=
jenigen Konſtrukteur, deſſen Apparat die größte Diſtanz
zurücklegt, 25000 Fr. für den Höhenpreis, ebenſo
die=
ſelbe Summe für einen Weitpreis, 5000 Fr. für den
Paſſagierpreis und einen Offizierpreis, 5000 Fr. für
den Schnelligkeitspreis; 35000 Fr. für tägliche Preiſe
und 30000 Fr. für Flüge von Havre nach Trouville
und Deauville reſp. von Trouville und Deauville nach
Havre.
Sport.
sr. Das nationale Lawn=Tennis=
Tur=
nier in Braunſchweig ergab in der Meiſterſchaft
der Deutſchen in der Schlußrunde den Sieg von
Schomburgk über Uhl, ebenſo ſiegte Schomburgk in dem
Herren=Einzelſpiel um die Meiſterſchaft von
Braun=
ſchweig gegen den Grafen Salm. Das Herren=
Doppel=
ſpiel ohne Vorgabe um den Hanſa=Pokal gewann Graf
Salm=Uhl; der Pokal von Brunswyk fiel im
gemiſch=
ten Doppelſpiel an Fräulein Rieck=Schomburgk gegen
Frau Dr. Neresheimer=Uhl.
sr. Das Automobil=Bergrennen
Hei=
delberg-Königsſtuhl, das der Rheiniſche
Auto=
mobilklub in Mannheim für den 4. September
ausge=
ſchrieben hatte, wurde ſeitens des Badiſchen
Mini=
ſteriums nicht genehmigt. Da auch das klaſſiſche
Semmering=Rennen in dieſem Jahre verboten wurde,
wird ſich weder in Deutſchland noch in Oeſterreich für
die Induſtrie Gelegenheit bieten, ihre Wagen in einer
ernſten Prüfung auf die Probe zu ſtellen=
Handel und Verkehr.
* Verbeſſerungen der D=Zugwagen.
Wie den Mitteilungen des Königlichen Eiſenbahn=
Zentralamtes zu entnehmen iſt, ſind beim Bau der
D=Zugwagen folgende Aenderungen eingetreten:
1. Beſondere Kaſtenquerträger über den
Drehgeſtellen. Durch Verſuche iſt feſtgeſtellt worden,
daß die bisherigen mit dem Untergeſtell des
Kaſten=
gerippes eng verbundenen Querträger, mit denen der
Wagenkaſten auf dem Drehgeſtell ruhte die=
Erſchütter=
ungen und das Geräuſch der Drehgeſtelle zu ſehr auf
die Fußböden und die Wagenkaſten übertrugen. Es
iſt dies darauf zurückzuführen, daß die Querträger mit
den Diagonal= und inneren Langträgern des
Unter=
geſtelles und dem darüber befindlichen Fußboden
ver=
bunden ſind. Durch beſondere Querträger, die nur an
den beiden äußeren Langträgern mit dem Wagenkaſten
befeſtigt ſind und ſomit keine Berührung mit dem
Fußboden haben, iſt der bisherige Uebelſtand
weſent=
lich vermindert worden. Als zweckmäßigſte Form hat
ſich für den Querträger, beſonders zur Erzielung
eines leichten Gewichts und der erforderlichen
Halt=
barkeit die kaſtenförmige Ausbildung mit
Stahl=
blechen ergeben. Für die neuen D=Zugwagen iſt die
Verbeſſerung, durch die ein ruhigerer Gang erzielt
wird, bereits vorgeſchrieben.
2. Einſteigetritte an den Vorbauen.
Die bisherigen beiden Trittſtufen zu den
Einſteige=
türen der D=Zugwagen waren zum Teil zu hoch und
zu ſteil angeordnet. Dieſer Uebelſtand hat ſich
be=
ſonders beim Ausſteigen geltend gemacht. Durch
An=
ordnung einer dritten Stufe, ſowie durch geringere
Neigung der Treppe iſt ein bequemeres Ein= und
Ausſteigen erreicht. Durch die Aenderung, die bei
neuen D=Zugwagen ſchon ausgeführt wird, hat ſich
eine Verſchmälerung der Vorbaue für nötig erwieſen,
ohne daß dadurch eine Beengung des inneren
Rau=
mes entſtanden iſt.
3. Abortanlagen. An den Enden der D=
Zug=
wagen waren bisher die Aborte an der Gangſeite
an=
geordnet, ſodaß ſie durch eingebaute Glasſcheiben nur
geringe Tagesbeleuchtung erhielten. Durch Verlegung
des Abortraumes nach der Außenſeite iſt dieſer
Uebel=
ſtand bei neuen Wagen beſeitigt.
Die Cholera in Italien.
* Rom, 24. Aug. In den letzten 24 Stunden iſt in
Carignola eine Erkrankung und ein Todesfall an
Cholera feſtgeſtellt worden; in Margherita Savoia
ein verdächtiger Fall, in Barletta ſieben Erkrankungen
und ſieben Todesfälle, von denen acht an den Vortagen
erkrankten. In Trani vier Erkrankungen und vier
Todesfälle, von denen zwei an den Vortagen
erkrank=
ten. In Andria zwei Erkrankungen und zwei
Todes=
fälle. In Canoſa di Puglia zwei verdächtige
Erkran=
kungen. In allen anderen Gemeinden der Provinzen
Bari und Foggia ereignete ſich kein neuer Fall. Dies
läßt hoffen, daß die Epidemie im Abnehmen iſt.
* Rom, 24. Aug. Der Unterſtaatsſekretär
des Innern hat ſich in das choleragefährliche Gebiet
begeben, um der Rettungsaktion die notwendige
Ein=
heitlichkeit zu ſichern. Es ſoll vor allem für geſundheits=
gemäße, ordentliche Küche Sorge getragen werden. Der
Unterſtaatsſekretär wird ſodann dem
Miniſterpräſiden=
ten über Maßnahmen, die notwendig ſind, Bericht
er=
ſtatten.
Die Waldbrände in Nordamerika.
* New=York, 25. Aug. In dem Brandgebiete hat
man die verkohlten Leichen von 20 Forſtbeamten
gefunden. Wie viele Opfer die Waldbrände gefordert
ha=
ben, läßt ſich noch gar nicht überſehen, da Hunderte von
Anſiedlern durch das Feuer abgeſchnitten und für Hilfe
unerreichbar ſind. Von überall her werden Vermißte
ge=
meldet. In Montana half Schneefall die brennenden
Wälder löſchen. Aus anderen Gegenden wird jedoch der
Ausbruch von neuen Bränden gemeldet.
H. B. New=York, 25. Aug. Nachdem geſtern in Weſt=
Montana und im nördlichen Idaho reichliche Regen=
und Schneefälle niedergegangen ſind, glaubt man
jetzt, daß das Schlimmſte vorüber iſt und es in den
näch=
ſten Tagen gelingen wird, den Waldbränden in dieſen
Gegenden Einhalt zu tun. In Kalifornien hingegen
be=
ſteht noch keine Ausſicht, dem Fortſchreiten des Feuers in
der Waldregion Schranken zu ſetzen. Von 12 Japanern,
die ſich in der Nähe von Avery an dem Rettungswerk
be=
teiligt hatten, kamen geſtern nur 2 in ermattetem Zuſtande
zurück, 10 ſind verbrannt. Auch 4 Negerſoldaten ſollen
dort verbrannt ſein.
* Spokane (Waſhington), 24. Aug. Ein heftiger
Schneefall, der heute in der Umgebung von Miſſula
niederging, hat erheblich zur Eindämmung des
Waldbran=
des beigetragen. Die von Avery (Idaho) abgegangene
Hilfsmannſchaft iſt an Rauchvergiftung zu Grunde
gegan=
gen. Man hat ihre Leichen völlig verkohlt aufgefunden.
Die Zahl der Opfer im Nordweſten beträgt insgeſamt 85.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 25. Aug. Heute mittag fand in der
Hed=
wigskirche der feierliche Trauergottesdienſt für
den verſtorbenen Präſidenten der Republik Chile, Pedro
Montt, unter großer Beteiligung ſtatt. Als Vertreter
des Kaiſers war der Gouverneur General v. Keſſel
er=
ſchienen.
* Berlin, 25. Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg.” teilt
mit: Der japaniſche Miniſter des Aeußern,
GGraf Komura, drückte dem kaiſerlichen
Geſchäfts=
träger in Tokio den aufrichtigen Dank der japaniſchen
Regierung für die deutſche Anteilnahme an der
Ueber=
ſchwemmungskataſtrophe in Japan aus.
* Fulda, 25. Aug. Bei der Biſchofskonferenz,
die heute vormittag mit einer Schlußandacht endete,
ſehlten der Kardinal Fiſcher und der Biſchof von
Osnabrück.
* Bremen, 25. Aug. Bei der Direktion des „
Nord=
deutſchen Lloyd” in Bremen ging vom
Prin=
zen Heinrich von Preußen nach der glücklichen
Wiederankunft des Lloyddampfers „Mainz” von der
Zeppelin=Expedition folgendes Telegramm ein: „Von
Herzen Dank und Anerkennung dem Lloyd für die
Stellung der „Mainz”, deren Kapitän, Offiziere und
Beſatzung in treueſter ſeemänniſcher Pflichterfüllung
der Expedition unſchätzbare Dienſte leiſteten. Glück,
Segen und Gedeihen dem Lloyd. Kiel, 24. Auguſt 1910.
Heinrich.”
* Bozen, 25. Aug. Am Tiroler Grenzbahnhof Grigno
wurde eine Cholerabaracke errichtet. Es wurde die
ſtrengſte Kontrolle der aus Italien kommenden Reiſenden
anbefohlen.
* Andermatt, 25. Aug. Am Pizzo rotondo iſt geſtern
der etwa 27 Jahre alte Apotheker Konſtantin Nöringer
aus Württemberg abgeſtürzt. Eine
Rettungs=
kolonne aus Realp fand die Leiche nachts und brachte
ſie nach Realp.
* Wien, 25. Aug. Der Schriftſteller Amand Freiherr
von Schweiger=Lerchenfeld iſt geſtern im Spital
der Barmherzigen Brüder geſtorben.
* Bilbao, 25. Aug. Bei einem Feuerwerk
explo=
dierte geſtern abend ein zu ſtark geladener
Feuerwerks=
körper; eine Perſon wurde getötet, während ſieben
Per=
ſonen verletzt wurden.
* Durand (Michigan), 25. Aug. Auf der Grand
Trunk Railway ereignete ſich in der vergangenen Nacht ein
Zuſammenſtoß, wobei 18 Reiſende des Schlafwagens
getötet und 20 verwundet wurden. Die Trümmer fingen
Feuer, ſo daß die Leichen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt
wurden.
H.B. Berlin, 25. Aug. Die Petersburger
Meld=
ung über die Berufung Berliner Aerzte
nach Schloß Friedberg iſt, wie der
General=
leutnant Moſſolow, der Chef der Kanzlei des ruſſiſchen
Hofminiſteriums, mitteilt, unrichtig. General
Moſſolow hat keinen Auftrag erhalten, Berliner oder
Pariſer Aerzte zur Reiſe nach Darmſtadt oder
Fried=
berg anfzufordern.
H. B. Berlin, 25. Aug. An der geſtrigen Börſe
ging das Gerücht, der amerikaniſche
Petroleum=
könig Rockefeller ſei ſchwer erkrankt. Das
Ge=
rücht hat ſich jedoch bis jetzt nicht beſtätigt. Ein
plötz=
liches Ableben des Petroleumkönigs könnte allerdings
die New=Yorker und die kontinentalen Börſen ſchwer
erſchüttern, denn ſeine Machtſphäre umſchließt
unge=
zählte Millionen. Man erinnert ſich noch lebhaft der
Kämpfe, die nach dem Tode des Eiſenbahnkönigs
Harri=
man um ſein Erbe ausgefochten wurden. Auch um
Rockefellers wirtſchaftliche und finanzielle
Hinterlaſſen=
ſchaft würde ein außerordentlich heftiger Streit
ent=
brennen, wenn man bedenkt, welche Intereſſen allein
in der amerikaniſchen und euröpäiſchen Petroleum=
Induſtrie auf dem Spiele ſtehen.
H.B. Cetinje, 25. Aug. Die feierliche
Prokla=
mierung Montenegros zum Königreich wird
nach den letzten Meldungen am 28. ds. Mts. erfolgen. Die
Vorbereitungen zur Proklamierung in Cetinje wie in den
verſchiedenen Ortſchaften des Landes ſind bereits in vollem
Gange.
II.B. Athen, 25. Aug. Das Wahlreſultat iſt
immer noch nicht definitiv bekannt. Es wird jedoch
be=
ſtätigt, daß die Majorität für die Volkspartei iſt.
Veni=
zelos hat ſeine baldige Ankunft in Athen telegraphiſch
angemeldet. Das gegenwärtige Kabinett wird
am Ruder bleiben bis zum Zuſammentritt der
Kam=
mer, aber dann wird vorausſichtlich Venizelos mit der
Bildung der Regierung beauftragt werden.
V„Schwarzwaldheim‟
Helanstat für-Lungenkranke.
SCHöMBERG bei Wildbad, württbg. Schwarzwald
Leit. Arzt: Dr. med. Bandelier, Spezialarzt f. Lungenkr.
Sommer- u. Winterk. — Mäß. Pr. Prosp. fr. (15251M
Todes-Anzeige.
Heute morgen entſchlief ſanft nach längerem
Leiden meine liebe Mutter
(16619
Clara Knappke
geb. Freiin v. Seydlitz-Kurzbach
im 76. Lebensjahre.
Paula Knappke.
Darmſtadt, Roßdörferſtr. 53, 25. Aug. 1910.
Auf beſonderen Wunſch der Entſchlafenen
findet die Einäſcherung zu Offenbach in der
Stille ſtatt und ſind Blumenſpenden dankend
verbeten.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem ſchmerzlichen Verluſt meiner lieben Mutter,
unſerer guten Schwiegermutter und Großmutter
Elisabethe Diehl Wwe.
geb. Seibert
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarraſſiſtent
Lautenſchläger für die troſtreichen Worte am
Grabe, allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten unſeren innigſten Dank.
(16605
Die trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Diehl u. Familie,
Gretchen Diehl Wwe. u. Sohn.
Darmſtadt, Mainz, den 24. Auguſt 1910.
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem unverhofften Hinſcheiden und dem
Be=
gräbnis meiner lieben unvergeßlichen Gattin,
unſerer guten Mutter, Tochter und Schweſter
Frau Auquste Diehl
geb. Baldes
ſagen wir auf dieſem Weg unſeren innigſten Dank.
Dank dem Herrn Pfarrer und den Schweſtern
vom Eliſabethenſtift, dem Herrn Militärpfarrer
Lic. Lang für die troſtreichen Worte am Grabe,
ſowie dem „Braun’ſchen Quartett” vom Großh.
Hoftheater für den ſchönen Trauergeſang und
allen, die den Sarg ſo überreich mit Blumen und
Kränzen ſchmückten.
(16623
In ſtillem Schmerz:
Heinrich Diehl und Familie.
Darmſtadt, den 25. Auguſt 1910.
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 26. Auguſt 1910.
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr — Min.
Samstag, den 27. Auguſt 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Sabbataus=
gang 8 Uhr 10 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 27. Auguſt.
Vorabend 6 Uhr 50 Min. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 5 Uhr — Min. Sabbatausgang 8 Uhr
10 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 28. Auguſt, an:
Morgens 6 Uhr — Min. Nachmittags 7 Uhr — Min.
NB. Donnerstag, 1. Sept., mittags 12 Uhr 40 Min.:
au
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Der weſtliche
Randwirbel iſt oſtwärts über Deutſchland gezogen und
hat im Weſten und Norden, auch in unſerem Bezirk, am
Abend und in der Nacht Regen gebracht. Der Wirbel liegt
heute früh über der Nordſee. Unter der Herrſchaft eines
ſüdlichen Hochdruckgebietes, das ſich nordwärts ausdehnt,
tritt jetzt trockenes Wetter ein.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 26. Auguſt:
Meiſt heiter, trocken, etwas wärmer.
Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Perkeo.”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 27. Auguſt.
Hofreite=Verſteigerung des Gg. Merz (
Pankratius=
ſtraße 1½) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Dünger=Verſteigerung um 9 Uhr in der Drag.=
Kaſerne (Regiment Nr. 24).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: S. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Augnſt 1910.
Nummer 199.
Während meiner
4=wöchigen Abweſenheit
haben folgende Herren meine Vertretung
freundlichſt übernommen: (16531df
Dr. Buchhold, San.=Rat,
Viktoria=
ſtraße 56,
Dr. Dietz, Wilhelmſtraße 2,
Dr. Göring, Mühlſtraße 64,
Dr. Gutenberg, Ludwigſtraße 10,
Dr. Hof, Roßdörferſtraße 19,
Dr. Holländer, Ludwigsplatz 6,
Dr. Schefers, San.=Rat,
Zimmer=
ſtraße 8,
Dr. Vidal, Stiftſtraße 11.
Dr. Kolb, San.=Rat.
Frauenarzt
Dr. Mächenhauer
auf 4 Wochen verreist
und wird vertreten von den Herren:
Dr. Dr. Blumenthal, Löb, San.=Rat
Dr. Schefers. (16594
Sanitätsrat
Dr. Häbicht
hat seine ärztliche Tätigkeit
wieder aufgenommen. (16593
(16215fd
Meile Wonnung
ist
Holtmannstr. Nr. 3
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4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,10
3½ Deutſche Reichsanl. . (2,90
63,75
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,20
92,90
3½ do. Conſols
83,80
B do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,50
93,50
do.
3½
86,00
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 100,90
do.
3½
91,70
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 101,30
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,60
do.
3½
91,00
do.
80,00
3 Sächſiſche Rente . . . 83,20
4 Württembergerv. 1907 101,60
do.
92,60
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,50
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,30
3¾/ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 97,50
4 do. Goldrente . . 98,90
4 do, einheitl. Rente 93,80
3 Portug. unif. Serie I 66,40
3 do. unif. Ser. III 68,20
do. Spezial. 11,70
Rumänier v. 1903 . . 102,00
do. v. 1890 . . 94,50
do. v. 1905 . . 100,30
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 91,20
3f.
4 Ruſſen v. 1902 . . . .
4½ do. v. 1905 . . .
3½ Schweden . . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903
4 do. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . . 94,25
4 do. Staatsrente
5 Argentinier .
do.
4½ Chile Gold=Anleihe .
5 Chineſ. Staatsanleihe
4½
do.
4½ Japaner . .
5 Innere Mexikaner .
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904
5 Gold=Mexikaner . . .
InProz.
91,75
100,30
92,50
83,90
87,50
94,70
91,80
.. 101,90
91,00
95,30
102,00
99,50
100,10
95,00
100,40
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . . 141,75
4 Nordd. Lloyd . . . 109,00
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,40
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 —
4 Baltimore & Ohio . . 105,75
4 Gotthardbahn . . . .
InProz.
3l.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 159,25
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,50
4 Pennſylvania R. R. 130,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 208,00
76,30
Werger=Brauerei
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 482,50
.257,90
Fabrik Griesheim .
.524,50
Farbwerk Höchſt .
Verein chem. Fabriken
326,50
Mannheim .
120,00
Lahmeyer .
Schuckert .
.168,25
Siemens & Halske . . . 252,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 435,00
Bochumer Bb. u. Guß . . 234,00
Gelſenkirchen .
.212,00
Harpener .
. . . . 196,50
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb
. . 234,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,80
4 Pfälzer Prt.
100,70
92,00
3½ do.
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . —
4 do. ſteuerfrei . 96,50
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,30
do.
4
97,60
do. alte .
3
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,20
do.
4
79,00
do.
20/1
57,40
3 Raab=Oedenburger . . 74,40
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 90,00
4 Kronpr. Rudolfbahn . 97,90
In Pr)
1.
75,90
2¾10 Livorneſer.
Miſſouri=Pacific
Bagdadbahn Mk. 408 86,50
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,00
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ
Darmſtädter Bank
Deutſche Bank
Deutſche Vereinsbank
Diskonto=Geſellſchaft.
Dresdner Bank.
Mitteldeut. Kreditbk.
Nationalbk. f. Deutſchl.
Pfälzer Bank .
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank
Wiener Bank=Verein
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
3½ do. S. 19. . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Banl
(unk. 1917)
3½ do. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
o,
3½.
169,00
130,40
255,00
127,60
186,50
158,20
119,30
123,50
104,75
143,30
139,00
137,40
100,20
92,30
99,60
00,50
90,50
01,60
92,60
101,00
91,00
100,10
91,00
100,50
92,60
Inp:).
Bf.
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100,90
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96,10
3½ do.
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. 100,50
3½ do.
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3½ do.
90,80
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3½ do.
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4 Magdeburg
-
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
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90,00
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-
3½ do.
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3½ do.
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3½ Cöln=Mindner „ 100 134,50
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3 Holl. Komm. „ 100 105,40
Bf.
In Pro)
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4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe.
. . . 135,70
4 Oeſterr. 1860er Loſe 173,80
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150 99,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
Braunſchweiger
Freiburger
Mailänder
do.
Meininger
Tlr.
Fs.
7s.
Fs.
20 206,00
15
45 110,00
10 30,80
ſt. 7 —
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 —
do. v. 1858 „ 100 —
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Anguſt 1910.
Nummer 199.
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Der Pfarrer von Gamsegg.
Roman von Erich Ebenſtein.
(Nachdruck verboten.)
Neuntes Kapitel.
Ueber Nacht war der Winter gekommen. Auf
milde, klare Herbſttage folgten frühe Regenſchauer,
von wilden Stürmen und froſtigen Nächten begleitet.
Auf den kahlen Bäumen wuchs langſam ein
ſchim=
mernd weißes Kriſtallgewand und über die Teiche
brei=
teten ſich eiſige Decken.
Dann fing es an zu ſchneien. Ruhig, ſanft, in
großen Flocken, Tag um Tag. Es wurde ſtill im Tal.
Wald und Berge ſchliefen unter einer ſtetig
wachſen=
den weißen Laſt, das Wagengeraſſel verſtummte, denn
der Schnee ließ keinen Wagen mehr durch,
Schnee=
mauern türmten ſich zu beiden Seiten der Straße, und
die Gamsegger Häuſer duckten ſich förmlich und
ver=
ſchwanden faſt unter den Rieſenhauben, die ihnen der
Himmel aufſtülpte. Hier und da krachte ein
gebroche=
ner Aſt zu Boden unter ſeiner überſchweren Laſt, oder
ein beſonders kühn aufragendes Dach warf eine kleine
Schneelawine ab.
In den Häuſern brannten luſtige Feuer, alt und
jung ſaß darum verſammelt und ſpann oder hülſte
Maiskolben aus, während der Duft von Bratäpfeln
die Stuben durchzog und draußen die Winterſtürme
ihr eintöniges Lied dazu ſangen.
Mit Mühe und Not wurde die Landſtraße für
Schlitten fahrbar gemacht. Der Fußpfad vom Dorf
zum Herrenhaus war ganz in Schnee begraben, und
wenn Silas Hempel einen Beſuch oben abſtatten wollte,
mußte er in hohen Stiefeln mühſam die Straße
empor=
wandern.
Und er machte den Weg jetzt faſt täglich. Eine
magiſche Gewalt, der er ſich widerſtandslos überließ,
zog ihn immer wieder in Anne=Maries Nähe, obwohl
er genau wußte, daß ihr Herz für einen anderen ſchlug.
Ihm genügte, wenn er mit Hermann Moosheimer
ſtundenlang Schach ſpielen konnte, Anne=Marie ſaß dann
mit Eva plaudernd im Zimmer, oder ihre weiche
Stimme klang aus dem anſtoßenden Gemach zu ihm
herüber.
So auch heute.
Hempel war ziemlich früh am Nachmittag
gekom=
men, zu Hermanns beſonderer Freude, der ein
leiden=
ſchaftlicher Schachſpieler war, und nun ſaßen ſie wieder
ganz vertieft in das Spiel im Rauchzimmer.
Nebenan lag ein kleiner Erkerſalon, von deſſen
Fenſtern aus man einen weiten Ueberblick über das
Tal genoß. Auf der etwas erhöhten Eſtrade des Erkers
ſaßen Eva und Anne=Marie plaudernd beieinander.
Die Tür ins Nebenzimmer war nur angelehnt, und
Hempels ſcharfes Ohr hörte faſt alles, was drinnen
ge=
ſprochen wurde.
Ja, ſiehſt Du, Kind, begann jetzt Anne=Marie
wie=
der nach einer längeren Pauſe, während der ſie beide
ſtumm dem Tanz der Schneeflocken zugeſehen hatten,
wir ſind eben ganz verſchiedene Naturen. Du findeſt
es entzückend gemütlich, ſo zwiſchen den Bergen
ein=
geſchneit zu werden, wo die Welt ſo klein und eng
wird, als ſei ſie ringsum mit weißen Tüchern
ver=
hängt. Und mich packt es dann immer wie raſende
Ungeduld —
Aber worüber denn, Anne=Marie?
Ja, das weiß ich ſelber nicht. Ueber die Enge, das
Stillſitzen — ich möchte dann Flügel haben und mich
auf leichten Schwingen heben in die unendliche Weite
der Ferne — ans Meer, wo es keine Grenzen gibt,
nur Sonne und Freiheit. — Du weißt, meine Mutter
war eine Italienerin. Das muß es wohl ſein!
Wieder entſtand eine kleine Pauſe. Dann, als
Eva ſchwieg, fuhr Anne=Marie fort: Früher, als mein
Mann noch lebte, empfand ich dieſen Drang nach
Frei=
heit beſonders ſtark. So ein Winter, der die Menſchen,
zuſammendrängt, Menſchen, die ſich innerlich fremd
ſind, das iſt grauenhaft! Da dacht” ich manchmal: Ach,
wäre ich frei — frei wie der Vogel, könnte fort und
brauchte nach keinem Menſchen zu fragen und auf
nie=
mand zu hören, als auf meine eigene Seele —
Nun biſt Du’s ja! Und doch —
Ja, ja, ich weiß, was Du ſagen willſt, Eva — und
doch ſchielſt Du wie ein kleiner, recht törichter Vogel
wieder nach einem neuen Käfig — aber es iſt ſo
ſelt=
ſam, ſiehſt Du —
Was, Anne=Marie?
Daß man ſich ſo wenig klar iſt über ſich ſelbſt! Nun
könnte ich ja ſeit mehr als einem Jahre auf Reiſen
gehen — warum tat ich’s nicht? Warum fliebe ich nicht
Nummer 199,
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Auguſt 1910.
Seite 10.
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lang=
ſam wieder das Netz überwirft?
Das werde ich Dir ſagen, Anne=Marie, ſagte Eva
warm, weil Du liebſt. Und weil die Liebe ſchließlich
doch das Beſte für uns Franen iſt!
Nein, nein, wehrte Anne=Marie faſt heftig ab, das
iſt’s nicht. Mit der Liebe — da würde ich ſchon fertig,
ich bin eine kühle Natur und gar nicht ſo blind, wie
Du glaubſt, wenn ich auch zugebe, daß Saſſen ein ſehr
netter Menſch iſt. Ich fühle doch auch ganz genau, daß
er im Grunde ſeines Herzens eine ſehr herriſche Natur
iſt, viel mehr Tyrann als Sklave, ſo nachgiebig er ſich
jetzt auch zeigt. Nein, nein, das iſt’s nicht.
Was alſo dann?
Ja, wenn ich dieſes Gefühl nur ſelber klar begriffe!
Da iſt ſo eine dumme Angſt in mir — eine Stimme,
die ſagt: Und wenn Du nun ganz allein irgendwo am
Meere ſäßeſt und könnteſt tun, was Du wollteſt —
dann wäreſt Du auch nicht glücklich. Und würdeſt Dich
ſehnen, immer weiter ſehnen nach — ja wonach? Das
eben weiß ich nicht —
Anne=Marie, ſagte Eva leiſe, ſoll ich Dir’s ſagen?
Nach dem Geborgenſein ſehnſt Du Dich. Nach dem
ſſicheren, liebewarmen Platz, an dem Du geborgen biſt
iund gefeit vor aller Sehnſucht, wo Du wahrhaft daheim
biſt. Nach dem Platz an einem treuen Herzen, das
Dich verſteht und liebt, ohne Dir Zwang anzutun. Und
wenn Du das Gefühl des Geborgenſeins bei Saſſen
nicht haſt, dann binde Dich nicht, denn dann liebſt Du
ihn auch nicht.
Liebe, dumme, kleine Weisheit! murmelte Anne=
Marie zärtlich, während ihre Stimme leicht vibrierte,
und dann ſchwieg ſie.
Silas Hempel machte einen ungeſchickten Zug um
den anderen, bis Hermann endlich rief:
Matt!
Matt? Ja, ja — natürlich, ſagte Hempel, wie aus
einem Traum erwachend, und ſtand auf. Ich bin nie
ein guter Schachſpieler geweſen — auf gewiſſe Dinge
verſtehe ich mich eben recht ſchlecht —
In dieſem Augenblicke hörte man von unten
her=
auf das Geklingel von Schlittenſchellen, und gleich
dar=
auf kamen Anne=Marie und Eva aus dem
Neben=
zimmer.
Gäſte, Hermann, ſagte ſie, Herr von Saſſen und
noch zwei Herren.
Wenige Minuten ſpäter ſtellte Arthur von Saſſen
ſeine Begleiter vor: Herr Unterſuchungsrichter Ewert
— den Sie, lieber Herr Moosheimer und Herr
Hem=
pel, ja bereits kennen, und Herr Alexander Kobler
Landſchaftsmaler.
Ewert küßte Anne=Marie die Hand.
Ich rufe Ihre Gnade an, Gnädigſte, ſagte er
leb=
haft, für unſer Eindringen hier. Nie hätte ich mir
ge=
ſtattet, ſo sans kacon in ein fremdes Haus zu fallen
— noch dazu mit einem Fremden — aber Herr von
Saſſen ſchwor, alle Schuld auf ſich zu nehmen, und
er=
zählte uns ſo viel Liebenswürdiges von den
Herrſchaf=
ten auf Gamsegg, daß ich mich entſchloß, Ihre
Gaſt=
freundſchaft in Anſpruch zu nehmen.
Der Herr Unterſuchungsrichter hatte in Gamsegg
unten zu tun, fügte Saſſen hinzu, und als er wieder
heimfahren wollte, blieb ſein Schlitten im Schnee
ſtecken, und die Deichſel brach. Da erlaubte ich mir,
die beiden Herren hierher einzuladen.
Woran Sie nur ſehr recht taten, ſagte Hermann,
beiden Herren die Hand reichend, und ich bin hocher
freut, die Bekanntſchaft eines Mannes zu machen, den
wir alle längſt verehren, und der in dieſen Räumen
kein Fremder mehr iſt — Er wies auf ein großes Bild
an der Wand, eine Sturmlandſchaft darſtellend,
präch=
tig gemalt, grandios in der Kompoſition.
Der Landſchaftsmaler lächelte erfreut.
So findet man alſo unverhofft ſeine Kinder
wie=
der, ſagte er heiter, und wenn Sie uns nun noch gütigſt
verzeihen wollen, gnädige Frau, dann habe ich alle
Urſache, dem Zufall ganz beſonders dankbar zu ſein.
Er richtete zwei ſonnige, braune Augen auf Anne=
Marie, die ihm lächelnd die Hand entgegenſtreckte.
Wozu ſo viele Entſchuldigungen? Wer zu uns
kommt, iſt von Herzen gerne geſehen und jetzt doppelt
willkommen in der Abgeſchiedenheit des Winters!
Eva entfernte ſich für kurze Zeit, um dem Mädchen
Aufträge wegen des Abendeſſens zu geben, dann ſetzte
ſie ſich ſtill in den Hintergrund neben Hempel, der ſich
ebenfalls ſchweigend verhielt.
Deſto lebhafter war Ewert.
Er war förmlich fasziniert von Anne=Maries
Schönheit und machte ihr die liebenswürdigſten
Kom=
plimente, ohne ſich um Saſſen zu kümmern, der
ver=
gebens ſuchte, ſeinen Aerger darüber zu verbergen.
Hermann unterhielt ſich mit Kobler, deſſen Augen
mit dem Ausdruck tiefinneren Erſtaunens an Anne=
Marie hingen, die alle Huldigungen gelaſſen
entgegen=
nahm wie eine Königin, die daran gewöhnt iſt.
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Nummer 199.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 26. Auguſt 1910.
Seite 11.
Maßnahmen zur Verminderung der
Sänglingsſterblichkeit.
Der von der Stadt mit der Firma
Chriſtoph Reich, Wienersſtraße 61, dahier
abgeſchloſſene Vertrag wegen Lieferung von
Säuglingsmilch iſt mit Wirkung vom
24. Auguſt ds. Js. aufgelöſt worden.
Verhandlungen wegen Beſchaffung eines
geeigneten Erſatzes ſind im Gange. Die
Intereſſenten werden erſucht, ſich inzwiſchen
anderweit mit einwandfreier Milch zu
ver=
ſehen. Der von der Stadt ſeither für die
Bezahlung der Reich’ſchen Milch gewährte
Zuſchuß wird ihnen auf Anfordern in
unſerem Bureau, Waldſtraße 6, vergütet
werden.
(16539
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.
Offenlage von Stenerhebregiſtern.
Die Gemeinde= und Kirchenſteuer=
Nach=
trags=Hebregiſter Nr. 53 und 54 der
Ge=
meinde Darmſtadt für 1909 liegen zur
Ein=
ſicht eines jeden Intereſſenten vom 25. ds.
Mts. an acht Tage lang auf dem Bureau
der Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, offen.
Beſchwerden gegen die Beitragspflicht
oder gegen das angenommene
Beitrags=
verhältnis müſſen binnen der erſten vier
Wochen nach Ablauf der Offenlegungsfriſt
(ſchriftlich oder mündlich) bei
Großherzog=
lichem Kreisamt vorgebracht werden. Später
vorgebrachte Beſchwerden finden keine
Be=
rückſichtigung.
Darmſtadt, den 20. Auguſt 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Egenolf. (16604
Weißbinderarbeiten.
Die Erneuerung des Oelfarbenanſtrichs
der verſchalten Decken ꝛc. in der
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vieh= und Schweineſchlachthalle des
ſtädi=
ſchen Schlachthofes ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafen=
ſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9, während der
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auch die
An=
gebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Donnerstag, den 1. September 1910,
vormittags 10 Uhr
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 24. Auguſt 1910.
Stadtbauamt
Buxbaum.
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Bekanntmachung.
Freitag, den 9. September I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die zur Konkursmaſſe des Reinhard
Auguſt Klingelhöffer dahier gehörige
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
20 55¾/10 3621 Hofreite
Pallaswie=
ſenſtraße (am
Groh=
berg),
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K82/10
Darmſtadt, den 27. Juli 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (D14970,3
älteſter Gerichtsmann.
Bekanntmachung
Freitag, den 7. Oktober I. Js.
vormittags 10 Uhr,
ſollen die zum Nachlaß der Martin Fuchs
Eheleuten dahier gehörigen Grundſtücke:
Flur Nr. qm
20 20 18371 Acker am Groh=
744
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berg,
1287
20
22
1875 Acker im tiefen See,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K145/09
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganßt, (D16596,5
älteſter Gerichtsmann.
Verkauf von Matratzenſtren.
Am Samstag, den 27. Auguſt,
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Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
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Dienstag, den 30. I. Mts., vormittags 8 Uhr beginnend, wird das
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gras von der früher Kaus’ſchen Wieſe an der Beckſtraße, von der Alten und Neuen
Nachtweide und den Loſen 68—76 der Beſſunger Viehweide uſw., ſodann
Mittwoch, den 31. I. Mts., vormittags 8 Uhr beginnend, das Heugras von
den übrigen Loſen der Viehweide, den Breit=, Speck= und Blümwieſen, ſowie von den
Wieſen öſtlich und weſtlich des Odenwaldbahndammes an Ort und Stelle öffentlich
meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft: Dienstag am Woogsdamm, alsdann hinter dem Schießhaus;
Mittwoch an der Kreuzung des Kirchen= u. Böllenfalltorwegs.
Vor der Verſteigerung des Grummets von den Beſſunger Wieſen am
Dienstag gelangt zuerſt die Nußernte von den Bäumen an der Nieder=
Ramſtädter Straße zum Ausgebot.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1910.
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