173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Abonnementspreis
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
aus=
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Inſerafe
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 198,
Donnerstag, den 25. Auguſt.
1910.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Eine Rede des deutſchen Kronprinzen.
* Bei der feierlichen Inveſtitur und Proklamation
als Rector Magnificentiſſimus der Univerſität
Königsberg hielt der deutſche Kronprinz
folgende Rede:
Eurer Magnifizenz danke ich verbindlich für die
gütigen Worte, die Sie namens der Albertus=
Univer=
ſität an mich gerichtet haben. Wie ich es als eine
be=
ſondere Ehrung angeſehen habe, als mir Rektor und
Konzil vor zwei Jahren die Würde eines
immerwäh=
renden Rector Magnificentiſſimus an der älteſten, von
einem Hohenzollern in preußiſchen Landen gegründeten
Hochſchule antrugen, ſo erfüllt es mich heute mit Stolz
und Freude, nunmehr auch perſönlich in ihren Kreis
eintreten und meine Zugehörigkeit zu dieſer
altehr=
würdigen Pflegeſtätte deutſcher Wiſſenſchaft und
Kul=
tur in ihren Räumen bekunden zu dürfen. Dabei
ſchweifen meine Gedanken mit Ihnen zurück zu meinen
Vorfahren, die vor mir dieſe Würde bekleidet haben
und die an ihrem Teil bemüht geweſen ſind, der treuen
Arbeit der Albertina Förderer zu ſein. Sie ſollen auch
mir als Rector Magnificentiſſimus zum Vorbilde
die=
nen. Dieſe feſtliche Stunde führt mir wieder die
ſchö=
nen beiden Jahre vor Augen, die ich als Student im
lieben alten Vonn verleben durfte, eine Zeit, an die ich
mit Freuden denke und der ich die Erkenntnis
ver=
danke, welche Summe von Geiſt und
Schaffensfreudig=
keit an einer deutſchen Hochſchule zum Heile für die
deutſche Jugend geleiſtet wird. In dieſen Jahren
glaube ich auch durchgefühlt zu haben, was wir, die
Jugend, aus gelehrtem Munde vor allem hören
möch=
ten und meine neue Würde gibt mir die vollkommene
Gelegenheit, der Dolmetſch dieſer Gedanken zu ſein:
Weiſen Sie uns die Wege, auf denen unſer deutſches
Volk wandeln ſoll, um die Stellung unter den Völkern
einnehmen zu können, die ihm, ſeinen geiſtigen und
phyſiſchen Kräften entſprechend, zu Recht zukommt.
Dabei iſt uns nicht damit allein gedient, die Schwächen
und Mängel unſeres Landes zu kennen, denn dieſe
Er=
kenntnis führt leicht zu Verdroſſenheit und
unfrucht=
barer Kritik, vielmehr ſehnen wir uns nach Betonung
unſeres deutſch=nationalen Volkstums im Gegenſatz zu
den internationaliſierenden Beſtrebungen, welche unſere
geſunde völkiſche Eigenart zu verwiſchen drohen. Seien
Sie verſichert, daß ich jederzeit die Entwicklung der
Univerſität mit größtem Intereſſe verfolgen und gern
Anteil nehmen werde an ihrem Gedeihen, deſſen Sie
ſich, ſo hoffe und wünſche ich in Zuverſicht, zum Segen
des Vaterlandes und insbeſondere ſeiner Oſtmark bis
in ferne Zeiten erfreuen mögen.
Vom fernen Oſten.
— Während man ſich augenblicklich lebhafter mit den
Vorgängen im näheren Orient im Hinblick auf die dort
noch immer nicht geklärte Lage beſchäftigt, hat ſich im
fer=
nen Oſten ein Ereignis vollzogen, das den Schlußſtein
einer zielbewußten und erfolgreichen Politik bildet. Die
Annektion Koreas iſt in dieſen Tagen vollzogen
worden. Sie iſt kein überraſchendes Ereignis, denn in
Wirklichkeit war ja Korea ſchon ſeit mehreren Jahren
ja=
paniſchen Beſitz, ähnlich wie niemand geglaubt hatte, daß
Oeſterreich=Ungarn die okkupierten Länder Bosnien und die
Herzegowina herausgeben würde. Immerhin kann eine
offiziell vollzogene Annektion von großer politiſcher
Be=
deutung ſein, wie man dies ja auch ſehr nachdrücklich bei der
eben erwähnten Angliederung zu beobachten Gelegenheit
hatte. Eine derartige Störung hat Japan allerdings
wohl kaum zu erwarten, die Mächte werden, wenn ſie
viel=
leicht auch nicht ihre Zuſtimmung äußern, ſo doch kaum
Einwendungen erheben.
Daß Korea jetzt ſein Schickſal ereilt hat, kann man
inſofern bedauern, als Japan auf dem oſtaſiatiſchen
Feſt=
lande damit immer weiter vorrückt und dadurch die
euro=
päiſchen Mitbewerber immer weiter in den Hintergrund
drängt; andererſeits aber kann dieſer Gang der Ereigniſſe
wiederum begrüßt werden, weil dadurch ein neues Land
einer fortſchrittlichen Kultur eröffnet wird. Korea beſaß
unter der bisherigen Dynaſtie faſt mittelalterliche
Ein=
richtungen, das ganze Land ſchien zu ſchlafen. Es war
daher kein Wunder, daß es bei dem erſten Anprall von
außen zuſammenbrechen werde und eine Ironie des Zufalls
will es, daß gerade derjenige Staat, der der Selbſtändigkeit
Koreas den Garaus machte, erſt vor wenigen Jahren für
deſſen Unabhängigkeit das Schwert gegen die Ruſſen
ge=
zogen hatte. In der Politik kennt man nun einmal keine
ſentimentalen Gefühle und Japan griff kurzer Hand zu,
als ihm der Augenblick günſtig zu ſein ſchien. Das
Pro=
tektorat Japans wurde erklärt und die Dynaſtie zu einem
Scheindaſein verurteilt; japaniſche Beamte und Militär
hielten ihren Einzug und beſtimmten die Geſchicke des
Landes.
Durch intenſive Arbeit nach allen Richtungen hin geht
Korea unter der neuen Herrſchaft bereits jetzt ſchon einer
ſchönen Blüte entgegen und die Japaner können ſich in
wirtſchaftlicher wie in ſtrategiſcher und politiſcher Hinſicht
kaum einen beſſeren Beſitz herbeiwünſchen. Es war ein
diplomatiſches Meiſterſtück, daß es gelang, Rußland zur
Zuſtimmung einer Annektion zu bewegen und damit einem
verhängnisvollen Konflikte von vornherein vorzubeugen.
Die Annektion hat Japan wohl auch auf das binnen kurzem
ablaufende Bündnis mit England beſchleunigt, weil man
ſich in Tokio ſagte, daß augenblicklich, ſo lange das
Bünd=
nis in Kraft iſt, England nicht nein ſagen könne, während
man ſpäter doch vielleicht ſcharfen Widerſpruch erfahren
würde. Einen Proteſt wird man möglicherweiſe aus
Gründen der Rivalität von Waſhington aus erheben,
wahrſcheinlich dürfte dieſer aber nur auf dem Papier
blei=
ben, da man ſich wohl hüten wird, eine energiſche Aktion
einzuleiten, wenn die übrigen Mächte ſich fern halten.
Auch von Seiten Deutſchlands ſtehen der Annektion keine
Bedenken entgegen, vorausgeſetzt, daß Japan ſich hütet,
unſere dortigen Rechte anzutaſten.
Der jetzt erfolgte offizielle Schritt bildet den Abſchluß
einer wichtigen Periode in der Entwickelung der
Verhält=
niſſe Oſtaſiens, indeſſen aller Wahrſcheinlichkeit nach nur
ein Ruhepunkt, denn es liegt auf der Hand, daß es mit
dieſem Stande der Dinge nicht ſein Bewenden haben
wird, ſondern daß weitere Dinge im Schoße der Zukunft
ſchlummern, bei denen ſicherlich Japan eine maßgebende
Rolle ſpielen wird.
Die Halbinſel Korea hat einen Flächeninhalt von
218 650 Quadratkilometer und nur etwa 10 Millionen
Ein=
wohner, das ſind zirka 45 auf 1 Quadratkilometer. (Im
deutſchen Reiche entfallen 112, in Japan 118 Einwohner
auf 1 Quadratkilometer). Japan hat einen Flächeninhalt
von 452 922 Quadratkilometer und 53½ Mill. Einwohner.
Die koreaniſche Dynaſtie Yi, deren 35ter der letzte Kaiſer
Itſchak war, regierte ſeit dem Jahre 1392.
Kreta und Griechenland:
* Der Vertreter des Temps in Lauſanne hat
Veni=
zelos, der gegenwärtig in der Schweiz weilt, aufgeſucht,
um ihn über die Lage von Kreta und Griechenland zu
interpellieren. Bezüglich Kretas beſchränkte ſich Venizelos
auf die Verſicherung, daß die Kreter im Vertrauen auf die
Gerechtigkeit und die Gewogenheit der Schutzmächte
be=
züglich der Zukunft ihres Landes beruhigt ſeien.
Bezüg=
lich der kretiſchen Kandidaturen zur griechiſchen
Nationalverſammlung erklärte Venizelos, er halte es für
einen Fehler, unter den gegenwärtigen Umſtänden den
Griechen vorzuſchlagen, Kreter zu wählen, die nicht das
griechiſche Indigenat beſitzen. Das ſei um ſo mehr
be=
dauerlich, als dieſe kollektiv aufgeſtellten Kandidaturen eine
beſonders unzeitige Manifeſtation bedeuteten. Sowohl in
Kreta wie in Griechenland gebe es viele, die dieſe, ſeine
Anſicht, teilen. Er perſönlich habe vor zwei Wochen bei
ſeiner Durchreiſe durch Athen denen, die ihm eine
Kan=
didatur anboten, formell erklärt, daß er, ſo lange wie er
in Kreta öffentliche Aemter bekleide, ein Mandat zum
griechiſchen Parlament nicht annehmen könne. Er habe
ferner erklärt, daß es ihm ſchwer, wenn nicht unmöglich
ſein würde, in dieſem Augenblick ſeine Verpflichtungen
in Kreta im Stiche zu laſſen. Wenn er trotzdem zu dem
Entſchluß kommen ſollte, in Kreta zu
demiſſionie=
ren,gſo könne es keine Schwierigekiten verurſachen, wenn
er ſeinen Sitz im griechiſchen Parlament einnehme, umſo
weniger, da ſeine Eigenſchaft als griechiſcher Bürger auch
in den Augen der ottomaniſchen Regierung unbeſtreitbar
ſei. Wenn ich mich, obgleich ich griechiſcher Bürger bin,
der Teilnahme an den griechiſchen Wahlen enthalte, ſo
ge=
ſchieht dies, weil ich in meiner Eigenſchaft als Chef der
kretiſchen Regierung es nicht an Willfährigkeit gegen die
Schutzmächte fehlen laſſen möchte. Dieſe Haltung
bedeutet=
jedoch nicht, daß ich oder meine Kollegen der Türkei das
Recht zuerkennen, ſich in Fragen dieſer Art einzumiſchen.
Venizelos fügte noch hinzu, es ſei nicht unwahrſcheinlich,
daß er bei ſpäteren Wahlen ein ihm angebotenes Mandat
zur griechiſchen Kammer annehmen würde, nachdem er
ſeine Aemter in Kreta niedergelegt habe.
Die türkiſche Regierung empfahl der
türki=
ſchen Preſſe, gegen die Wahl Venizelos zur
kreti=
ſchen Nationalverſammlung die öffentliche Meinung nicht
aufzureizen, weil die Pforte die Einhaltung der
Verſiche=
rungen der Kreta=Schutzmächte abwarten will, nach denen
die Wahl keinen Einfluß auf die Kretafrage ausüben und
Venizelos jede Verbindung mit Kreta abbrechen werde.
Deutſches Reich.
— Die Bevölkerung des Deutſchen
Rei=
ches. Das kürzlich erſchienene Statiſtiſche Jahrbuch für
das Deutſche Reich gibt die Bevölkerung, die das Reich
um Mitte d. J. gehabt hat, auf 64775000 Perſonen an.
Dieſe Zahl beruht auf einer bisherigen Schätzung auf
Grund der bisherigen Bevölkerungszunahme. Für Mitte
1909 iſt die Bevölkerung auf 63879000 geſchätzt, ſo daß
im Laufe des letzten Jahres eine Zunahme um 896000
Perſonen ſtattgefunden haben würde. Dieſe Zunahme
bleibt ein wenig zurück hinter der des voraufgegangenen
Jahres, die auf 899000 geſchätzt worden iſt. Für die
Jahre 1906, 1907 und 1908 konnte die Bevölkerung ſchon
mit größerer Sicherheit auf Grund der Zahlen über die
Geburten und Sterbefälle ſowie die Auswanderung
be=
rechnet werden; ſie betrug Mitte 1908 62980000, 1907
62083000 und 1906 61 177000, ſodaß von 1906 zu 1907
eine Zunahme um 906000 und von 1907 zu 1908 eine
ſolche um 897000 ſtattgefunden hat. Bei der letzten
Volkszählung vom 1. Dezember 1905 hatte das Reich
60 641 278 Einwohner, ſodaß in den ſeitdem verfloſſenen
4½ Jahren eine Zunahme um etwas mehr als 4
Mil=
lionen Einwohner ſtattgefunden haben wird. Die nächſte
am 1. Dezember ds. Js. ſtattfindende Volkszählung wird
vermutlich eine Einwohnerzahl von 65 Millionen ergeben,
d. i. rund 24 Millionen mehr, als Deutſchland bei der
Gründung des Reiches vor nahezu 40 Jahren hatte. In
Wirklichkeit iſt dieſe von Theoretikern als erwünſcht
be=
zeichnete ſtarke Vermehrung der Bevölkerung des Deutſchen
Reiches ein Unglück für uns.
— Der endgültige Finanzabſchluß für
das Jahr 1909 hat gegenüber dem Voranſchlage einen
Mehrertrag von rund 90 Millionen Mark ergeben. Es
wäre aber, ſo ſchreiben die Mitteilungen vom Hanſabund,
ein großer Irrtum, wenn man aus dieſer Tatſache
fol=
gern wollte, daß damit eine Geſundung der
Reichsfinan=
zen gewährleiſtet oder auch nur zu hoffen ſei. In den
90 Millionen ſind einmal die 29 Millionen enthalten, die
infolge anderweiter Regelung der Branntweinſteuer jetzt
der Reichskaſſe zufließen. Ferner haben die neuen
Steuer=
geſetze und die Zollerhöhungen aus der ſogenannten
Reichsfinanzreform des vorigen Jahres naturgemäß eine
ſtarke Voreinfuhr zur Folge gehabt, die zwar dem Jahre
1909 erhebliche Mehreinnahmen brachte, die aber
ſelbſtver=
ſtändlich die Erträge des Jahres 1910 entſprechend
ver=
mindert; drittens findet die Einnahmeſteigerung des
Jah=
res 1909 ihre Erklärung in den Erträgen der Nachſteuer
und Nachverzollung, die gleichfalls mit der letzten
Finanz=
reform im Zuſammenhang ſtehen. Dieſe aus den drei
genannten Gründen entſtandenen Mehreinnahmen machen
faſt den geſamten Betrag von 90 Millionen aus, die das
Jahr 1909 als Ueberſchuß aufweiſt. Das ſind aber in der
Tat keine dauernden Mehrerträge für das Reich, vielmehr
haben ſich in den erſten drei Monaten des laufenden
Jah=
res die Einnahmen an Zöllen und Steuern ſehr wenig
günſtig geſtellt.
— Im Werftarbeiterkampf haben,
Blätter=
meldungen zufolge, die vereinigten Werften entgegen einer
Anregung aus ihrer eigenen Mitte abgelehnt, die
Ver=
mittelung des Reichsamtes des Innern anzurufen bezw.
zurzeit anzunehmen. Die von der Metall=Induſtrie
ge=
planten weiteren Ausſperrungen ſind für Mitte
Septem=
ber in Ausſicht genommen. Sie ſollen etwa 55 Prozent
der deutſchen Arbeiterſchaft umfaſſen. Ein Teil der
Arbei=
ter der Ottenſener Maſchinenfabrik vormals J. Ahrens in
Altona hat ſich mit den Werftarbeitern ſolidariſch erklärt.
In der Fabrik werden u. a. auch Schiffsmaſchinen
herge=
ſtellt und die Arbeiter haben, ſoweit die Herſtellung von
Schiffsmaſchinen in Frage kommt, die Arbeit eingeſtellt.
— Zur Frage der Fleiſchteuerung gedenkt,
wie aus Berlin gemeldet wird, der Berliner Magiſtrat
vorläufig keine Stellung zu nehmen, da nach ſeiner Anſicht
ein irgendwie erhebliches Anziehen der Preiſe,
insbeſon=
dere für Schweinefleiſch, ſich nicht bemerkbar gemacht habe.
Im übrigen ſei ein ausreichender Viehbeſtand vorhanden.
Dieſelbe Anſicht teilt auch die preußiſche
Staats=
regierung; die ihr zugängigen Statiſtiken, die bis
Ende Juli reichen, legen dar, daß ſich gegenüber dem
gleichen Zeitraum im Vorjahr nur eine minimale
Steige=
rung pro Kopf der Bevölkerung gezeigt habe. Nach
Feſt=
ſtellungen aus den amtlichen Marktberichten über den
Großhandel in den Zentral=Markthallen ſind die
Engros=
preiſe für Rindfleiſch ſeit Anfang Januar d. J.
durch=
ſchnittlich um 10 Mark, für Hammelfleiſch um 8 Mark ge=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Auguſt 1910,
Nummer 198.
ſtiegen, für Kalbfleiſch hingegen um 9 Mark und für
Schweinefleiſch um 7 Mark gefallen.
Ausland.
Serbien und Montenegro.
Kronprinz Alexander, der über Fiume nach Cetinje
abreiſt, überbringt dem Fürſten Nikolaus ein
eigenhän=
diges Schreiben des Königs Peter, worin er den Fürſten
anläßlich deſſen 50jährigen Regierungsjubiläums
herz=
lichſt beglückwünſcht, ihn ſeiner unerſchütterlichen
Freund=
ſchaft verſichert und die Erhebung Montenegros zum
König=
reich in ſehr warmen Worten begrüßt. Dem Schreiben
ſind Dekrete beigelegt, durch die König Peter den Fürſten
Nikolaus zum General der ſerbiſchen Armee, den
Kronprin=
zen Danilo zum Oberſten, den Prinzen Mirko zum
Hauptmann der Infanterie und den Prinzen Peter zum
Artillerie=Leutnant ernennt. Der Fürſtin Milena verlieh
der König den Großkordon des Sava=Ordens in
Bril=
lanten.
Portugal.
Revolution? Telegramme aus Liſſabon berichten,
daß ſeit einigen Tagen große Aufregung inPortugal herrſche,
und zwar deshalb, weil verſchiedene Anzeichen darauf
hindeuten, daß eine Revolution unmittelbar bevorſtehe.
Die Vertreter der Londoner Blätter melden, es werde
amtlich zwar zugegeben, daß eine ernſte Verſchwörung
entdeckt worden ſei, deren Zweck es wäre, die Regierung
zu ſtürzen, aber es ſei unmöglich, zuverläſſige Nachrichten
und Einzelheiten erhalten zu können. Man glaube jedoch,
daß die klerikale Partei mit einem Teil der Armee und
der Flotte verſuchen wolle, eine Militärdiktatur einzuſetzen.
Die Regierung treffe die weitgehendſten
Vorſichtsmaß=
nahmen, und ſeit der Ermordung des Königs Carol ſei
nicht ſoviel Militär in Liſſabon zuſammengezogen geweſen
als gegenwärtig. Der König hat angeblich ſeit drei
Mo=
naten das Palais nicht verlaſſen.
Amerika.
Der Bürgerkrieg in Nicaragua. Ein
Tele=
gramm aus Managua beſagt, daß das Dekret Joſé
Eſtra=
das den General Juan Eſtrada als vorläufigen
Präſi=
denten anerkennt, aber hinzufügt, die endgültige
Präſiden=
tenwahl müſſe binnen ſechs Monaten ſtattfinden.
Vereinigte Staaten.
Die Reinigung des öffentlichen Lebens,
die Rooſevelt während ſeiner Präſidentſchaft einleitete
und neuerdings wieder betreibt, erſcheint als eine
drin=
gende Notwendigkeit, wenn man ſich vergegenwärtigt, wie
es bei Geſchäften mit dem Staat oft zugeht. Hierfür ein
Beiſpiel. Der Gouverneur des Staates New=York hat
einen Ausſchuß eingeſetzt, der unterſuchen ſoll, was bei
den Landkäufen dieſes Staates für die Erweiterung des
Adirondak=Waldreſervats vorgekommen iſt. Da hat ſich
herausgeſtellt, daß eine Gruppe von Geſchäftsleuten im
Jahre 1901 für 450000 Mark rund 8500 Hektar angekauft
hat. Aus den Wäldern ließ ſie dann für 110000 Mark
Holz ſchlagen, um darauf die Ländereien 1906 für
600000 Mark an den Staat zu verkaufen. Die Kommiſſion
deckte eine Reihe von Geſchäften dieſer Art auf. Nun
kom=
men deren bekanntlich in allen Ländern vor, und an ſich
böte dieſer Fall nichts Außerordentliches, wenn die
betei=
ligten Spekulanten nicht mit gewiſſen Beamten des New=
Yorker Staates im Einvernehmen geweſen wären, die
natürlich am Gewinn beteiligt wurden. Gegen ſolche
Machenſchaften richten ſich die gegenwärtigen
Reform=
beſtrebungen, die unter Rooſevelts Führung daneben auch
bezwecken, der allbekannten amerikaniſchen
Waldver=
wüſtung Einhalt zu tun.
*4
— Internationaler Sozialiſtenkongreß.
Ende dieſer Woche beginnen in Kopenhagen mit den
Ver=
handlungen der zweiten Internationalen ſozialiſtiſchen
Frauenkonferenz die Beratungen des Internationalen
Sozialiſtenkongreſſes, deſſen Verhandlungen man
ange=
ſichts der inneren Verhältniſſe der ſozialiſtiſchen
Landes=
organiſationen mit beſonderem Intereſſe entgegenſieht.
Der letzte Kongreß hat im Jahre 1907 in Stuttgart
und=
damit zum erſten Male auf deutſchem Boden getagt. Er
brachte damit die von Marx und Engels in London
ge=
gründete Internationale den deutſchen Parteigenoſſen in
greifbare Nähe und zeigte, daß auch in der internationalen
Organiſation der Sozialdemokratie manche tiefgehende
Meinungsverſchiedenheiten und ſchwerwiegende
Differen=
zen herrſchen. Auch in der Internationale tobt der Kampf
zwiſchen Reviſioniſten und Radikalen. Die Stuttgarter
Tagung hatte zur Verkleiſterung der vorhandenen Riſſe
einen großen Teil ſeiner Verhandlungen in geſchloſſene
Kommiſſionsſitzungen verlegt, zu denen nur die
appro=
bierten Vertreter der ſozialdemokratiſchen Preſſe Zutritt
hatten. Es wird ſich fragen, inwieweit man auch in
Ko=
penhagen mit dem Ausſchluß der Oeffentlichkeit gehen
wird, da hiervon das größere oder geringere Intereſſe der
Oeffentlichkeit an dem Kongreß abhängt. Dem Kongreß
haben die ſozialdemokratiſchen Organiſationen der
einzel=
nen Länder Berichte über ihre Tätigkeit ſeit dem letzten
internationalen Kongreß in Stuttgart erſtattet.
* Liſſabon 24. Aug. Prinz Friedrich
Leopold von Preußen traf geſtern ein, um dem
König die ihm von Kaiſer Wilhelm verliehenen
Inſig=
nien des Schwarzen Adlerordens zu überreichen; der
Prinz wurde auf dem Bahnhof vom König und dem
Prinzen Alfons, der in der Uniform ſeines preußiſchen
Regiments erſchienen war, empfangen. Nachdem der
Prinz in Begleitung des Königs die Front der
Ehren=
wache abgeſchritten hatte, begab er ſich im Wagen, von
einer Ehreneskorte geleitet, in das Palais von Belem.
Die feierliche Ueberreichung der Ordensinſignien
er=
folgt heute, abends findet ein Feſtmahl im Palais
Ne=
ceſſidades ſtatt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. Auguſt.
— Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen geſtern den Oberſt v. Lindequiſt,
Kommandeur des 1. Hannoverſchen Infanterie=Regiments
Nr. 74, den Geheimen Oberregierungsrat Gallo von
Mainz; zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den
Finanzminiſter Braun, den Miniſter des Innern v.
Hom=
bergk zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Römheld.
— Andienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Freitag, den 26. d. Mts.,
Audienzen erteilen, ſowie Meldungen und Vorträge
entgegennehmen. Am Samstag den 27. d. Mts.,
fallen Audienzen, Meldungen und Vorträge aus.
— Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben nachſtehenden Angehörigen des
Großh. Gendarmeriekorps die Erlaubnis zum Anlegen der
ihnen von Sr. Maj. dem Kaiſer und König aus Anlaß
der Truppenſchau in Mainz verliehenen Auszeichnungen
erteilt: dem Oberwachtmeiſter Weitzel für das Kreuz
des Allgemeinen Ehrenzeichens; den Wachtmeiſtern
Kaiſer, Heinrich und Langlitz für das
Allge=
meine Ehrenzeichen.
* Vom Hofe. Prinzeſſin Victoria zu
Schles=
wig=Holſtein iſt Dienstag nachmittag 4,18 Uhr in
Begleitung der Hofdame Miß Loch in Jagdſchloß
Wolfsgarten eingetroffen und hat daſelbſt Wohnung
genommen. (Darmſt. Ztg.)
— Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Peter Bergoint aus Rohrbach, Kreis Dieburg, die
dritte Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Brensbach,
in demſelben Kreiſe.
n. Die Ferienſtrafkammer hatte geſtern eine große
Anzahl einzelner Sachen abzuurteilen, in denen mit
einer einzigen Ausnahme die Angeklagten ſämtlich
ge=
ſtändig waren. Recht ſchwer lag der Fall des erſt 18
Jahre alten Geometergehilfen Ludwig Petri aus
Weiterſtadt, obwohl dieſer noch keine Vorſtrafe erlitten
hatte. Der junge Menſch, der aus achtbarer Familie
ſtammt, ſcheint zum Leichtſinn zu neigen und ſo vom
rechten Wege abgekommen zu ſein. Mehrmals hat er
unter Benutzung fälſchlich angefertigter Briefe
Betrü=
gereien verübt und bei der Firma Lautz, ſowie bei
Optiker Weingarten hier je ein Reißzeug, und zuletzt
im vorigen Monat bei Uhrmacher Adam in Bensheim
ſechs teils ſilberne, teils goldene Taſchenuhren und
Ketten ausgeſchwindelt. Er mißbrauchte in den von
ihm überbrachten Beſtellbriefen die Namen
verſchie=
dener ſelbſtändiger Geometer, verſetzte die Reißzeuge
und veräußerte die einen Wert von 450 Mark
darſtel=
lenden Uhren uſw. an einen hieſigen
Pfandvermitt=
ler, wodurch ſeine Ermittelung erfolgte. Der
erſt=
erwähnte Fall, in dem P.s Vater die Firma entſchädigt
hat, kam erſt nachträglich zur Kenntnis der Behörde,
und ſtand deshalb auch nicht zur Anklage. Den Fall
Adam konnte P. nicht leugnen, doch tut er dies
bezüg=
lich des im Dezember vor. Js. bei Weingarten
ausge=
ſchwindelten Reißzeugs mit der Behauptung, den von
ihm verſchenkten Pfandſchein hierüber von einem
Un=
bekannten gekauft zu haben. Das Gericht erachtete ihn
jedoch beider Urkundenfälſchungen nebſt Betrugs für
ſchuldig und verurteilte ihn zu ſechs Monaten
Gefängnis, ſowie wegen falſcher Namensangabe
bei der Verhaftung zu 3 Tagen Haft, abzüglich 1 Monat
Unterſuchungshaft. — Der 25jährige rückfällige Bäcker
Heinrich Ardmann von Offenbach tat in einer
dor=
tigen Wirtſchaft, als er allein war, einen Griff in die
Büfettkaſſe, wurde aber mit den geſtohlenen 15 Mark
ſofort abgefaßt. Er muß ſeine Verfehlung mit einem
Jahr Gefängnis büßen. — Auch der 22jährige
Schloſſer Ludwig Luft von hier befand ſich im
Rück=
falle, als er mehrere hieſige Wirte und Kellner um
Zechen im Geſamtbetrage von 5—6 Mark prellte. Das
Urteil lautete auf vier Monate Gefängnis,
abzüglich 1 Monat Unterſuchungshaft. — Angeblich in
der Angetrunkenheit verſchwand der 42jährige
Tag=
löhner Auguſt Very von Homburg v. d. H. aus ſeiner
Arbeitsſtelle in Langen und hieß dabei Kleidungsſtücke
des Arbeitgebers aus einem aufgebrochenen Schranke
mitgehen. Der erſt jetzt Geſtändige wurde zu vier
Monaten Gefängnis verurteilt.
In dem Bericht vom Dienstag muß es in
der=
zweiten und dritten Zeile richtig heißen: Ehefrau des
Hilfsbauaufſehers Nicolay uſw.
— Verein der Detailliſten von Darmſtadt. In der
letzten Vorſtandsſitzung ſtand die bevorſtehende
Stadtverordnetenwahl zur Beratung. In der Erkenntnis,
daß der Kleinhandel eine ſeiner Bedeutung entſprechende
Vertretung in unſerem Stadtparlament zur Zeit nicht
be=
ſitzt, wurde beſchloſſen, daß der Verein zu der
bevor=
ſtehenden Wahl in geeigneter Weiſe Stellung nimmt. —
Ueber die in Ausſicht genommene Aenderung der
geſetz=
lichen Beſtimmungen über die Konkurrenzklauſel
berichtete Herr W. Kalbfuß. In der Hauptſache dreht
es ſich um eine Einſchränkung des Konkurrenzverbotes.
Neu iſt, daß dem Angeſtellten für das Eingehen des
Kon=
kurrenzverbotes nach ſeinem Austritt ſeitens des
Prin=
zipals eine Entſchädigung gewährt werden ſoll und zwar
für das erſte Jahr ein Viertel, für das zweite Jahr ein
Drittel, für das dritte Jahr die vollen zuletzt gewährten
vertragsmäßigen Leiſtungen. Auf die
Entſchädigungs=
ſumme kann der Prinzipal dasjenige anrechnen, was der
Angeſtellte während des Zeitraumes, für den die Rente
gezahlt wird, durch ſeine Tätigkeit anderweitig verdient
oder zu erwerben böswillig unterläßt. Die
Gehalts=
grenze, bei der das Konkurrenzverbot erſt eingegangen
werden kann, iſt auf 3000 Mark feſtgeſetzt. In der
Dis=
kuſſion wurde zum Ausdruck gebracht, daß die vorgeſehene
Aenderung bezw. eine Einſchränkung der
Konkuryenz=
klauſel im Intereſſe der Prinzipale des Kleinhandels nicht
liegt und daher gegen dieſe Vorſchläge Stellung zu nehmen
ſei. — Der Vorſitzende berichtete im weiteren Verlaufe der
Sitzung über die zur Zeit ſchwebenden Fälle
unlau=
teren Wettbewerbs und die in letzter Zeit
erlaſſe=
nen Urteile und vorgekommenen Beſtrafungen. Weiter
ka=
men noch verſchiedene Fragen interner Angelegenheit zur
Beſprechung und Beſchlußfaſſung.
— Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Zu dem
Vor=
bereitungskurſus für die Meiſterprüfung
im Handwerk in der Zeit vom 31. Auguſt bis zum
8. Oktober 1910 werden weitere Anmeldungen
noch angenommen. In dieſem Kurſe werden, worauf
wir erneut aufmerkſam machen, durchgeſprochen unter
anderem die rechtlichen Beſtimmungen der
Reichs=
gewerbeordnung, der Arbeiterverſicherungsgeſetzgebung
und der Gewerbegerichte. Außerdem wird ein
gründ=
licher Unterricht in Buchführung, Wechſellehre,
Scheck=
verkehr und Kalkulation erteilt. Die
Unterrichtsge=
bühr, welche im voraus zu entrichten iſt, beträgt 10
Mark.
* Straßenſperrungen. Das Großh. Polizeiamt
läßt auf die öffentliche Bekanntmachung im Darmſtädter
Tagblatt vom 24. d. Mts., wonach wegen Vornahme
von Straßenarbeiten für den zweigleiſigen Ausbau der
ſtädtiſchen elektriſchen Straßenbahn die Niederramſtädter
Straße zwiſchen Hochſtraße und Heinrichſtraße und die
Beſſunger= und Karlſtraße zwiſchen Niederſtraße und
Heinrichſtraße vom 25. Auguſt l. Js. an dem Fortgang
der Arbeiten entſprechend bis auf weiteres für den
Fuhr=
werks= und Radfahrverkehr ſtreckenweiſe geſperrt
werden, nochmals beſonders hinweiſen. Da durch dieſe
Abſperrungen größerer Verkehrsſtörungen nicht zu
ver=
meiden ſind, dürfte es ſich empfehlen, daß die in Frage
kommenden Anwohner und insbeſondere Geſchäftsleute
ihre Beſtellungen und Lieferungen, ſoweit ſie
Fuhrwerks=
verkehr erfordern, tunlichſt ſo einrichten, daß ſie in den
Zeiten, in denen Abſperrungen nicht ſtattfinden, Und
die von der örtlichen Bauleitung der ſtädtiſchen
Straßen=
bahn zu erfragen ſind, erledigt werden.
A Das Grummetgras von der Städtiſchen Pallaswieſe
iſt am Montag nachmittag unter zahlreicher Teilnahme
der Landwirte aus der Stadt und den umliegenden
Land=
orten verſteigert worden und brachte der Stadtkaſſe eine
Einnahme von 2460 Mark, oder knapp 20 Mark für den
Morgen. Eine Verſteigerung der Zwetſchen=Ernte
von den auf der Wieſe angepflanzten Zwetſchenbäumen
braucht in dieſem Jahre nicht ſtattzufinden, denn es ſind
keine Zwetſchen da.
* Saalbau. Das auf Dienstag, den 23. Auguſt,
angeſetzte Gaſtſpiel des Cornet à Piſton=Virtuoſen Herrn
L. Kümmel mußte wegen der ungünſtigen Witterung
ausfallen, und findet dafür heute im Städtiſchen
Saal=
bau ſtatt. Das für das Feſtkonzert (Ludwigsfeſt) ſchon
an und für ſich ſehr reichhaltige Programm wird durch
die Mitwirkung des bedeutenden Soliſten noch beſonders
gewinnen. Das Konzert findet bei jeder Witterung, bei
ungünſtiger Witterung im großen Saale des Städtiſchen
Saalbaues, ſtatt. (Siehe Anzeige.)
Vom Diamantenſchmuggel.
*⁎* Der bittere Wermutstropfen, der durch die
geſtrengen Zollreviſionen in den
Freuden=
becher des Reiſens fällt, iſt gerade in dieſen Wochen
von vielen wieder ſchmerzlich empfunden worden.
Ge=
wiß kann dem harmloſen Vergnügungstouriſten dieſe
unangenehme Prozedur als eine läſtige Förmalität
erſcheinen; die Zollbehörde, die das ganze Jahr
hin=
durch den erbitterten Kampf gegen die
Berufs=
ſchmuggler führen muß, weiß, wie notwendig dieſe
Unterſuchungen ſind, wie erſtaunliche Betrügereien
durch ſie ans Licht gezogen werden und welche
Sum=
men ſie dem Staate retten. Das Schmuggeln von
Seide, Tabak und anderen Fabrikaten iſt das
land=
läufige Vergehen, das den Zollbeamten alltäglich
be=
gegnet. Der Schmuggel von Diamanten aber
iſt das außergewöhnliche Ereignis, gleichſam die Krone
der vielgeübten Kunſt des „Schwärzens‟ Die
Dia=
mantenſchmuggler ſind deshalb die raffinierteſten und
gefährlichſten Betrüger, ihre Tricks am feinſten
aus=
geſonnen, am ſchwerſten aufzudecken. Um was für
Werte es ſich dabei nicht ſelten handelt, geht aus einem
Aufſehen erregenden Fall hervor, der vor einiger Zeit
in Deutſch=Südweſtafrika paſſierte.
Der ſüdweſtafrikaniſchen Diamantenregie würde
mitgeteilt, daß Diamanten im Werte von 2 Millionen
Mark aus Deutſch=Südweſtafrika herausgeſchmuggelt
worden ſeien, was für das Kolonialamt einen Verluſt
von 700000 Mark bedeutete. Man ſtellte feſt, daß die
Beſitzer der Diamanten ſie durch ein paar Damen
hatten wegbringen laſſen, die mit den in ihren
Klei=
dern verborgenen Diamanten von Lüderitz=Bucht nach
Kapſtadt reiſten. Als die Frauen in Kapſtadt
ver=
haftet wurden, waren die Steine nicht mehr in ihrem
Beſitz; ſie waren auf einem Dampfer ſchon nach
Eu=
ropa abgegangen. Auch ſonſt blüht der
Diamanten=
ſchmuggel in Südweſtafrika. Die große De Beers=
Diamantengeſellſchaft unterhält eine große Anzahl
von Privatdetektivs, die beſonders auf den Schmuggel
afrikaniſcher Diamanten nach England und Amerika
ein wachſames Auge haben. Das Hauptfeld für
Dia=
mantenſchmuggler ſind jedoch die Vereinigten Staaten,
in denen der Zoll auf koſtbare Steine ſehr hoch und
die Nachfrage außerordentlich groß iſt. Die
amerika=
niſchen Zollbehörden haben Diamanten ſchon in
Schuh=
ſohlen und Schuhabſätzen gefunden; jüngſt entdeckte
man bei einer Dame ein paar Korſetts, die bei
nähe=
rem Zuſehen ein ganzes kleines Diamantenbergwerk
enthielten. Auf der Innenſeite der Korſetts war eine
große Menge von ungeſchliffenen Steinen, die einen
ungeheuren Wert repräſentierten, ſo ſorgfältig
ein=
genäht, daß die Dame beim Tragen dieſer koſtbaren
Korſetts nicht die geringſte Unbequemlichkeit empfänd
und in nichts auffallen konnte.
Eines Tages wurde in New=York auch ein
Peli=
kan ausgeſchifft, der einem Reiſenden gehörte. Ein
zu Späßen aufgelegter Zollbeamter neckte das Tier
ein bißchen und machte ihm gewaltſam ſeinen größen
Schnabel auf; da fuhr er aber erſtaunt zurück, denn
aus dem Schnabel dieſes Märchenvogels leuchteten
ihm die koſtbarſten Juwelen entgegen, die viele
Tau=
ſend Pfund wert waren. Ein ander Mal wurde der
Zollbehörde vom Schiffe aus mitgeteilt, daß ein
Rei=
ſender ſich im Beſitze von ſelten ſchönen Edelſteinen
befinde und man daher ein ſcharfes Auge auf ihn
haben möge. Der junge Mann kam ganz harmlos an
Land und hatte einen kleinen Terrier bei ſich. Er
wurde auf das ſorgfältigſte unterſucht, aber man fand
nichts bei ihm, was hätte verzollt werden müſſen, und
ſo mußte man ihn denn mit ſeinem Hund ruhig ziehen
laſſen. Am nächſten Tage wurde der Terrier von
ſei=
nem Beſitzer erſchoſſen. Wie die Zollbeamten durch
eingehende Unterſuchungen nachher erwieſen, hatte
der junge Mann auf dem Schiffe ſeinen Hund zwei
Tage lang hungern laſſen; bevor New=York in Sicht
kam, warf er dem Tier einige Leckerbiſſen vor, in die
er ſeine Diamanten geſteckt hatte, und ließ von dem
Hunde die einzelnen Biſſen verſchlucken. So waren
die Diamanten in ſeinem Magen ſicher aufbewahrt
und entgingen der Wachſamkeit der Zollbehörde. Am
Tage nach ſeiner Ankunft erſchoß er den Hund und
kam ſo wieder zu ſeinen Diamanten. In anderer
Weiſe bediente ſich eine Dame eines Hundes beim
Schmuggeln, indem ſie ihm über ſein zottiges Fell
noch das Fell eines Hundes von ganz derſelben Art
zog, der entſprechend größer geweſen war. In dem
Zwiſchenraum, der zwiſchen den beiden Fellen blieb,
trug der Hund nun allerlei Gegenſtände vön hohem
Wert, die hätten verzollt werden müſſen, nach
Ame=
rika hinein, darunter mehrere Dutzend Diamanten.
Die Maskerade des Hundes war ſo geſchickt
durch=
geführt, daß die Zollbeamten verſchiedene Male vor.
der Schmugglerin getäuſcht wurden.
Nummer 198.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Anguſt 1910.
Seite 3.
S. Ludwigshöhe. Am heutigen Donnerstag
nach=
mittag findet auf der Ludwigshöhe ein großes Extra=
Militärkonzert der Kapelle des Artillerie=Regts. Nr. 61
unter Leitung des Muſikmeiſters Weber ſtatt. Mit dem
Konzert iſt anläßlich des Ludwigstages ein großes
Kinderfeſt verbunden, wobei der Jugend eine ganze Reihe
Ueberraſchungen harren. Die Kinder erhalten Preiſe
mancherlei Art in Form von Geſchenken uſw. Es ſind
außerdem eine große Kinder=Polonäſe und eine Reihe
Kinderſpiele geplant, zu welchen ebenfalls ſehr hübſche
Abzeichen verteilt werden. (S. Anz.)
* Schützenhof. Man ſchreibt uns: Heute
Donnerstag (Ludwigstag) nachmittag ſoll im
Schützenhof ein Kinderfeſt arrangiert werden.
Bei Konzert einer größeren Abteilung der
Kapelle des Leib=Dragoner=Regiments Nr. 24
fin=
den allerlei Spiele, wie Eierlauf, Topfſchlag,
Sack=
hüpfen ſtatt. Ein Reigen eröffnet das Feſt. Nach jedem
Spiele werden Preiſe verteilt. Bei ungünſtiger
Wit=
terung wird das Feſt im Saale abgehalten.
Anſchlie=
ßend hieran iſt großes Feſt=Konzert der Kapelle des
Leib=Dragoner=Regiments unter Herrn Rühlemanns
Leitung. (Siehe Anz.)
Offenbach, 24. Aug. Wir berichteten bereits von
einer Eingabe, die Techniker der Baupolizei gegen
ihren Chef, den Beigeordneten Walter, an
die Bürgermeiſterei gerichtet haben und in der eine
Anzahl Baugeſuche aufgezählt wurden, bei denen
Bei=
geordneter Walter amtswidrig verfahren ſei. Die
Staatsanwaltſchaft hat inzwiſchen die betreffenden
Akten beſchlagnahmt. Unſere Mitteilung vom
Mon=
tag können wir noch dahin ergänzen, daß, obwohl der
Bürgermeiſter, wie er geſtern im Verfaſſungsausſchuß
auf Befragen ſelbſt erklärte, die Anſchuldigungsſchrift
der Techniker an die Staatsanwaltſchaft zur
Erledig=
ung ſofort weitergegeben hat, die betreffenden
Tech=
niker trotzdem erneute Eingaben mit den gleichen
Be=
ſchuldigungen an die Staatsanwaltſchaft direkt
und an die vorgeſetzte Regierungsbehörde abgeſandt
haben. (Offenb. Zeitung.)
n. Lorſch, 24. Aug. Die Leichen eines
Liebes=
paares, das anſcheinend gemeinſchaftlich in den Tod
ge=
gangen war, wurden heute vormittag in dem
benach=
barten Walde aufgefunden. Sowohl das junge
Mäd=
chen, die 18jährige Margarete Schäfer von hier, als auch
der Mann, deſſen Perſönlichkeit noch nicht näher
feſtge=
ſtellt werden konnte, hatten Schußwunden im Kopfe.
Nach einem bei ihnen aufgefundenen Briefe beſteht an
dem Selbſtmord kein Zweifel. Am Abend vorher
waren beide noch lebend in der Nähe jener Stelle
ge=
ſehen worden, und die Tat dürfte nicht lange vor
Auf=
findung der Leichen geſchehen ſein. Die gerichtliche
Leichenſchau fand heute nachmittag ſtatt.
Bretzenheim, 23. Aug. Der 33jährige Tüncher Peter
Weyer von hier wurde ſeit Freitag voriger Woche
ver=
mißt. Geſtern wurde der Vermißte als Leiche bei
Bu=
denheim aus dem Rheine geländet. Ob Unglücksfall oder
Selbſtmord vorliegt, iſt bis jetzt noch nicht aufgeklärt.
Budenheim, 23. Aug. Auf der Eiſenbahnſtrecke
Bu=
denheim-Heidesheim hat ſich letzte Nacht ein Mann im
Alter von etwa 60 Jahren überfahren laſſen. Er trug
ſchwarzen Hut, weißes Hemd, graue Hoſe und Weſte, etwas
grünlichen, abgetragenen Rock und ſchwere Schnürſchuhe.
Da der Kopf zermalmt iſt, kann die Perſon nicht erkannt
werden.
Gießen, 24. Aug. Unſer Städtiſches
Elek=
trizitätswerk hat ſich in den letzten Jahren
außer=
ordentlich günſtig entwickelt. Die Erbauung der
elektriſchen Straßenbahn hatte auch eine
Er=
weiterung des Elektrizitätswerkes zur Folge, da die
be=
ſtehende Anlage den an ſie geſtellten Anforderungen nicht
genügen konnte. So wurde zur Entlaſtung der
vorhan=
denen Turbine, die bei Hochwaſſer in der Lahn nicht
darbeiten kann und der Dampfmaſchine von 450
Pferde=
ſtärken eine neue Dampfmaſchine von 600 Pferdeſtärken,
eine mit dieſer gekuppelte Dynamo=Maſchine und ein
wei=
terer Dampfkeſſel aufgeſtellt. Gleichzeitig hat die Stadt
eine Wagenhalle und ein Verwaltungsgebäude errichten
laſſen, das die Dienſträume für die Verwaltung des
Elek=
trizitätswerkes und der Straßenbahn, ſowie die
Dienſt=
wohnung für den Direktor desſelben enthält. Das
Ver=
waltungsgebäude ſoll in dieſem Herbſt in Benutzung
ge=
nommen werden.
Gießen, 24. Aug. Zu der geſtrigen Notiz über die
vier Gymnaſiaſten, die ſeit acht Tagen auf einer
Fuß=
wanderung waren, ohne Nachricht von ſich zu geben,
wird dem G. A. mitgeteilt, daß inzwiſchen eine Karte
angekommen iſt und ſomit kein Grund zu
Befürch=
tungen mehr vorliegt. — In letzter Zeit erhielten
meh=
rere Leute in Lauterbach und Maar Droh= und
Er=
preſſerbriefe, die in Gießen zur Poſt gegeben
waren. Der Briefſchreiber nannte ſich
Kriminalkom=
miſſar und gab an, es ſchwebe ein Strafverfahren gegen
den Betreffenden, das er unterdrücken wolle, wenn 300
bis 500 Mark unter Chiffre poſtlagernd eingeſandt
wür=
den. Falls das Geld nicht komme oder Anzeige
er=
ſtattet werden ſollte, würden die Beſitztümer in die
Luft geſprengt, auch mit dem Tode wurde gedroht.
Geſtern gelang es der hieſigen Polizei, den Erpreſſer
auf der Poſt abzufaſſen, als er nach einer poſtlagernden
Sendung frug. Es iſt der hier ſeit Januar dieſes
Jahres wohnhafte Taglöhner Johannes Stieler aus
Maar. Stieler war gleich geſtändig. Er hatte angeblich
keine Arbeit und wollte ſich auf die angegebene Weiſe
Geld verſchaffen.
Friedberg, 24. Aug. Die Ehrenwache für den
Zaren wird lt. Gieß. Anz. nicht mehr wie bei früheren
Fürſtenbeſuchen von dem Leibgarde=Regiment Nr. 115
ausgeübt, ſondern es ſind aus jedem der fünf heſſiſchen
Infanterie=Regimenter je 32 Mann nebſt je einem
Leutnant abkommandiert, die unter Befehl des
Haupt=
manns Schmitz (Offenbach) ſtehen. Die Via
trium=
phalis, die die Städt zwiſchen der Uſagaſſe und dem
Schloß errichten läßt, iſt faſt fertiggeſtellt. Der
Hof=
marſchall des Großherzogs iſt hierher übergeſiedelt.
Das großherzogliche Hoflager wird dem Vernehmen
nach am Samstag vormittag hierher verlegt werden;
die Ankunft des Zarenpaares iſt, wie
ver=
lautet, Anfang nächſter Woche zu erwarten.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 23. Aug. Die beiden
Paraden der Gardekorps in Berlin und
Pots=
dam finden am 1. und 2. September ſtatt. Daran
ſchlie=
ßen ſich dann die Manöver an. Die Nachricht, daß der
Zar von Rußland an ihnen auf Grund einer brieflichen
Einladung des Kaiſers teilnehmen werde, iſt falſch. Eine
Einladung des Kaiſers iſt nicht erfolgt. — Die
Ver=
giftung von vier Kindern in der Steglitzer
Straße 8 durch einen Stechapfel ſteht mit dem
botaniſchen Unterricht in keinem Zuſammenhang. Der
3. Realſchule ſind Stechäpfel erſt an dem auf den
be=
dauerlichen Vorfall folgenden Montag (22. Auguſt)
ge=
liefert worden. Der Stechapfel, den das Kind auf dem
Hofe fand, ſtammte aus dem alten Botaniſchen Garten.
Einige von den zahlreichen Knaben, die der Abbruch
des Zirkus Hatlé im alten Botaniſchen Garten am
Freitag zuſammengeführt hatte, entdeckten hinter dem
Wohnwagen des Zirkus Stechapfelſtanden, pflückten die
Früchte ab und gaben ſie denen, welche ſolche wünſchten,
ſo daß die giftigen Früchte alsbald auch in der
Pallas=
ſtraße zu finden waren. Einzelne dieſer Stechäpfel
wurden dann von Schülern der 3. Realſchule, die ſich
auf dem Wege zur Schule befanden, mitgebracht.
Da=
bei kam nun einer auf den unſeligen Gedanken, ſich
ſeines Stechapfels dadurch zu entledigen, daß er ihn
über die Mauer war. Uebrigens ſind glücklicherweiſe
alle vier Kinder jetzt wieder hergeſtellt. — Die
Hilfs=
arbeiter im Dachdeckergewerbe Berlins
und Umgegend haben den Streik proklamiert. Er ſoll
derart durchgeführt werden, daß immer gegen einzelne
Werkſtellen, namentlich wo die Verhältniſſe dazu günſtig
liegen, vorgegangen werden ſoll.
Homburg, 24. Aug. Wie der Taunus=Bote meldet,
wurde auf der Chauſſee von Wehrheim nach Uſingen
das Automobil eines hieſigen Automobilverleihers
an einer gefährlichen Kurve gegen einen Baum
ge=
ſchleudert und total zertrümmert. Die drei Inſaſſen,
ein Chauffeur und zwei Kurgäſte des
hieſi=
gen Bades, wurden herausgeſchleudert. Der Chauffeur
geriet unter das Automobil, ſo daß er ſehr ſchwere
Verletzungen erlitt. Die beiden Kurgäſte erlitten
leich=
tere Verletzungen.
Aſchaffenburg, 23. Aug. Heute nachmittag kurz nach
3 Uhr trug ſich beim Bau der Eiſenbahnbrücke der
Bach=
gaubahn ein folgenſchwerer Unfall zu. Ueber die
Brücke, die auf der Obernauer Seite fertig iſt, ſind
Gleiſe gelegt, auf denen die Rollwagen das
Stein=
material herbeiſchleppen. Auf der Nilkheimer Seite
ſteht vorerſt nur das Gerüſt, das nur mit Klammern
zuſammengehalten wird, während ein vorſichtiger
Unternehmer auch Seile mitverwendet. Als nun ein
mit Steinen hoch beladener Rollwagen auf dem Gleis,
das nur auf dem Gerüſt lag, dahin fuhr, brach dieſes
unter der ſchweren Laſt und ſtürzte mit mehreren
Arbeitern aus einer Höhe von zehn Metern in die
Tiefe. Der Polier Jakob Eckert aus Seckmauern
wurde ſo ſchwer verwundet, daß er noch auf dem
Trans=
port nach dem hieſigen Spital verſchied. Außerdem
trugen noch einige andere Arbeiter Verletzungen
da=
von. Der Unternehmer des Brückenbaues, ein Herr
aus Miltenberg, dürfte ſich vor Gericht zu verantworten
haben, da nach dem Urteile der Arbeiter ſelbſt die
Ge=
rüſte nicht feſt genug verbunden waren.
Halle a. S., 24. Aug. Der wohl noch nie dageweſene
Fall, daß ein ganzer Gerichtshof wegen
Befan=
genheit abgelehnt wird, ereignete ſich geſtern vor
der hieſigen Strafkammer. Ein Maurer, der ſich vor
kurzem an den Wahlrechts=Demonſtrationen beteiligt
hatte, war wegen Erregung eines Auflaufs angeklagt.
Sein Verteidiger, Rechtsanwalt Liebknecht aus Berlin,
beantragte zunächſt die Ablehnung des Vorſitzenden.
In der Begründung erhob er den Vorwurf, das hieſige
Landgericht habe überhaupt bei Wahlrechts=
Demonſtra=
tionsprozeſſen die Neigung gezeigt, unverhältnismäßig
hohe Strafen zu verhängen. In dieſem Ausſpruch
er=
blickte der Gerichtshof den Vorwurf grober
Rechtsbeug=
ung und nahm Liebknecht wegen Ungebühr vor Gericht
in die höchſtzuläſſige Ordnungsſtrafe von 100 Mark.
Nunmehr ſtellte Liebknecht den Antrag auf Ablehnung
des ganzen Gerichtshofes, da er entſchieden beſtreiten
müſſe, daß er den Vorwurf grober Rechtsbeugung
er=
hoben habe. Aber ſelbſt wenn er hies getan hätte, ſo
wäre darin noch keine Ungebühr vor Gericht zu
er=
blicken, da dies ſein gutes Recht als Verteidiger
ge=
weſen wäre. Da die Strafkammer in einer ſolchen
durchaus ſachlichen Vorbringung von Gründen bereits
eine Ungebühr vor Gericht zu ſehen müſſen meine, ſo
beweiſe ſie durch eine derartige Auffaſſung, daß ſie die
erforderliche Objektivität nicht beſitze, ſondern befangen
ſei. Er müſſe daher den ganzen Gerichtshof wegen
Be=
fangenheit ablehnen. Dem Gerichtshof blieb nichts
anderes übrig, als die Verhandlung zu vertagen.
Neuſtrelitz, 24. Aug. Eine gewaltige
Feuers=
brunſt hat einen großen Teil der Stadt Altſtrelitz in
Schutt und Aſche gelegt. Insgeſamt ſind 59 Gebäude
zer=
ſtört und 60 bis 70 Familien obdachlos geworden. Das
Feuer kam geſtern abend ½6 Uhr aus. Die Situation war
ſehr bedrohlich, da es an Waſſer mangelte. Perſonen ſind
nicht zu Schaden gekommen. Der Brandſchaden iſt
bedeu=
tend und nur teilweiſe durch Verſicherung gedeckt.
Wie weiter gemeldet wird, iſt der Brand angeblich
durch ſpielende Kinder verurſacht worden. 17
Wohn=
häuſer und 42 Nebengebäude ſind eingeäſchert, 70
Fa=
milien obdachlos. Der Schaden wird auf ¾ Millionen
Mark geſchätzt. Ein großer Teil der Einwohner war
zum Vogelſchießen ausgezogen. Die Löſcheinrichtungen
waren ſehr mangelhaft. Eine Spritze trug die
Jahres=
zahl 1738. Da Strelitz keine Waſſerleitung hat, mußte
das Waſſer aus einem flachen Graben geſchafft werden.
Nachts trafen 40 Mann der Neuſtrelitzer Garniſon zur
Hilfe ein, denen es nach langer Arbeit gelang, das
Feuer einzudämmen; als dies gelungen war, brach
nochmals ein Brand in der Schloßgaſſe aus, der aber
bald gelöſcht werden konnte.
Einden, 24. Aug. Nach den inzwiſchen gemachten
Feſt=
ſtellungen haben die zwei verhafteten Engländer
von Hamburg, wo ſie ſich trafen, mehrere Nordſee=Inſeln
beſucht. Mittels eines ganz vorzüglichen Apparates haben
ſie Aufnahmen gemacht. Im Beſitz der Verhafteten befand
ſich ſogar ein Buch zur Anwendung telegraphiſcher
Ge=
heimſchrift. Die Verhafteten gaben an, daß die gemachten
Aufnahmen und ſonſtigen Aufzeichnungen für eine
eng=
liſche illuſtrierte Zeitſchrift beſtimmt geweſen ſeien.
St. Moritz, 24. Aug. Zu dem
Juwelendieb=
ſtahl wird gemeldet, daß der Urheber des
Kirchendieb=
ſtahls in Vichy verhaftet werden konnte. Es iſt der 40
Jahre alte Italiener Catane, deſſen Frau in den
Dien=
ſten der beſtohlenen Frau Bacon geſtanden hat. C.
hatte ſeine ganze Beute auf freiem Felde bei Vichy
vergraben, wo die geraubten Juwelen im Werte von
225000 Francs und einige Banknoten unverſehrt
ge=
funden wurden. Man nimmt einſtweilen an, daß C.
mit einem Händler außerhalb Frankreichs in
Verbin=
dung ſtand, und daß er bis zu deſſen Ankunft nichts
weiter unternehmen wollte.
Kidderminſter, 24. Aug. Im hieſigen Rathauſe
wurde heute der Beginn des Anbaues der
Zucker=
rübe durch ein Diner gefeiert, an dem zweihundert
Landwirte teilnahmen. Der Bürgermeiſter hielt
hier=
bei eine Rede, in der er für das nächſte Jahr die
Er=
richtung einer Zuckerfabrik mit einem Kapital von
90000 Pfund ankündigte, für den Fall, daß 10000 Aeres
mit Zuckerrüben bepflanzt würden. Die Bauern
wür=
den für die Tonne ein Pfund bekommen und ſomit
ſchöne Gewinne erzielen. Die angeſtellten Verſuche ſeien
ſehr befriedigend ausgefallen. Von den Teilnehmern
an dem Eſſen verpflichteten ſich viele durch Unterſchrift
zum Anbau der Zuckerrübe.
Königsberger Kaiſertage.
* Königsberg i. Pr., 23. Aug. Der Kaüſer,
die Kaiſerin, die Prinzeſſin Viktoria Luiſe und
Prinz Oskar ſind mit Sonderzug um 5 Uhr 30 Minuten
auf dem Oſtbahnhofe eingetroffen. Auf dem Bahnhofe
fand großer militäriſcher Empfang ſtatt, an dem auch
der Kronprinz und die Kronprinzeſſin, Prinz und
Prin=
zeſſin Eitel Friedrich, Prinz Adalbert und Prinz Auguſt
Wilhelm teilnahmen. Die Ehrenkompagnie des
Grena=
dierregiments Nr. 3 erwies die militäriſchen
Ehrenbe=
zeugungen. Nach herzlicher Begrüßung der
Anweſen=
den und nachdem der Kaiſer die Front der
Ehrenkom=
pagnie abgeſchritten und einen Vorbeimarſch
entgegen=
genommen hatte, begaben ſich die Fürſtlichkeiten durch
das Fürſtenzimmer auf den Bahnhofsplatz, wo ſie von
einem vieltauſendköpfigen Publikum mit ſtürmiſchen
Zurufen begrüßt wurden. Die Kaiſerin, die
Kron=
prinzeſſin, Prinzeſſin Eitel Friedrich und Prinzeſſin
Viktoria Luiſe beſtiegen hier einen à la Daumont
ge=
fahrenen Wagen mit Spitzreitern. Der Kaiſer und die
Prinzen ſtiegen zu Pferde. Eine Schwadron des
Küraſſierregiments Nr. 3 gab das Geleite. Unter dem
Geläute der Glocken ſetzte ſich der Zug in Bewegung.
Auf dem Bahnhofsplatz und den Einzugsſtraßen bis
zum Schloſſe bildeten die Truppen Spalier.
Am Zugange zur Kaiſerſtraße unter den
Säulen=
hallen der Ehrenpforte hatten die ſtädtiſchen
Kör=
perſchaften Aufſtellung genommen. Vor ihnen zu
beiden Seiten der Einzugsſtraße Ehrenjungfrauen, auf
der Galerie des Bauwerks blumenſtreuende Kinder. —
Oberbürgermeiſter Dr. Koerte begrüßte die
Maje=
ſtäten mit einer Anſprache, in der er vor allem darauf
hinwies, daß der Vertrag über die Entfeſtigung
Königs=
bergs am 20. Auguſt förmlich vollzogen und damit die
Möglichkeit zu neuer glücklicher Entwicklung für die
alte, ehrwürdige Krönungsſtadt eröffnet worden ſei.
„Nicht leicht zwar ſind die Laſten, die das gewältige
Unternehmen der Stadtgemeinde auferlegt, aber wir
wußten doch, mit wie lebhaftem gnädigen Intereſſe Eure
Majeſtät dieſe ſchwerſte Lebensfrage unſerer
Verwal=
tung fortgeſetzt begleiteten.” Namens der verſammelten
Kleines Feuilleton.
CK. Einen Beſuch auf der Inſel der
ſterbenden Hunde ſchildert ein engliſcher
Korre=
ſpondent. Die unglücklichen Straßenhunde von
Kon=
ſtantinopel, die nun auf der Inſel Oxia im
Marmara=
meer ausgeſetzt ſind, ſollten nach einem Beſchluß der
Stadtbehörden vergiftet und raſch von ihren Leiden
be=
freit werden; auch eine ſchnelle Beerdigung der
Ka=
daver war angeordnet; aber leider iſt nichts derartiges
bisher geſchehen. Der Türke hält es für unmenſchlich,
einen Hund zu töten, aber gegen die Qualen der
lang=
ſam hinſiechenden Tiere iſt er völlig gleichgültig und
kümmert ſich nicht um das Schickſal der ausgeſetzten
Hunde. Ein furchtbares Bild des Elends und der
Ver=
zweiflung bot ſich auf der Inſel dar. Ueberall lagen
tote und ſterbende Tiere; von den bereits verendeten
Genoſſen nährten ſich die noch überlebenden. Um die
verweſenden Kadaver haben ſich ungeheuere Mengen
von Fliegen geſammelt, die ſogleich auch die ſich der
Inſel nahenden Menſchen bedecken und den Aufenthalt
faſt unmöglich machen. Unter dieſen Haufen
verenden=
der, verfaulender und zerfleiſchter Hunde waren aber
auch viele, die noch Kraft beſaßen und dem Tode zähen
Widerſtand leiſteten. Der Mangel an friſchem Waſſer
wird ſie freilich über kurz oder lang auch neben ihre
toten Genoſſen hinſtrecken. Etwa ein halbes Dutzend
Männer füttern die Hunde zweimal am Tage und zu
dieſem Zweck wird allwöchentlich Brot auf die Inſel
gebracht. Doch dieſe dürftige Ernährung kann nur ihre
Leiden verlängern, nicht das Ende abwehren. Die
Hunde ſind immer ruhiger geworden und ſcheinen in
dumpfer Verzweiflung zu verharren. Sie grüßten die
Beſucher beim Landen mit einem wehmütigen Wedeln
ihrer Schwänze und krochen winſelnd heran, wie wenn
ſie ſagen wollten: „Nehmt uns mit fort von dieſem
un=
wirtlichen Fleck.‟ Einige verſuchten, hinter dem
ab=
fahrenden Boote herzuſchwimmen, aber ſie mußten bald
davon abſtehen, da ſie ſchon zu ſchwach waren. Täglich
ſterben etwa 200 Hunde. Ein findiger Franzoſe hat auf
der Inſel eine Induſtrie eingerichtet; er zieht den
Ka=
davern die Haut ab und kocht ſie, um die Knochen zu
gewinnen; Haut und Knochen werden nach Europa
exportiert.
* Falſche Haare ſind jetzt ein ganz
beträcht=
licher Handelsartikel geworden, ſeitdem eine üppige
Fülle von Locken bei den Damen zur Mode geworden
iſt. Der Bedarf iſt ſo groß, daß man ſchon zu „
künſt=
lichen Haaren” aus allerhand Stoffen ſeine Zuflucht
nehmen muß, um wenigſtens die nötigen „
Unter=
lagen” billiger herſtellen zu können. Das gleiche
ge=
ſchah auch früher ſchon, man ſchaue ſich nur einmal die
Damen und Dämchen der Rokokozeit an mit ihren
weißgepuderten Haargebäuden. Die Sitte, falſches
Haar zu tragen, iſt zweifellos im 16. Jahrhundert in
Frankreich entſtanden, oder richtiger natürlich in
Paris. Schon dazumal mußte man aber das benötigte
Material von weit her holen, und wenn die Zöpfe der
Chineſen nicht geweſen wären, wer weiß, ob man dann
jemals an falſches Haar gedacht hätte. Die größte
Menge falſchen Haares kommt auch jetzt noch aus
China, ein ganzes Zehntel aber von dem Haare, das
in den Handel kommt, wird aus „ausgekämmtem”
Haar hergeſtellt, das von zahlreichen Hauſierern, die
Dörfer beſuchen und hier ihre Kundſchaft haben, als
Nebengeſchäft geſammelt wird.
* Ein ſonderbarer Wettſtreit. Um die
Zuſtände auf der Staatsbahn kennen zu lernen, haben
drei Journaliſten in Paris folgenden intereſſanten
Wettſtreit miteinander ausgefochten. Als
Abfahrts=
platz war die Station Asniéres, der bekannte
Pa=
riſer Vorort, auserſehen. Während nun der eine
Journaliſt von Asnieres aus in einem
Eiſenbahn=
zuge nach dem Lazarusbahnhofe fuhr, ging der zweite
dorthin zu Fuß, während der dritte einen Fiaker
be=
nutzte. Die ganze Strecke iſt 5 Kilometer lang und
die Bahnlinie zieht ſich faſt ununterbrochen neben der
Straße hin. Da ergab ſich nun folgendes: Der
Jour=
naliſt im Eiſenbahnzuge brauchte eine Stunde und
drei Minuten, derjenige, der zu Fuß ging, nur 42
Mi=
nuten und endlich der Mann im Fiaker gar nur 18
Minuten. Die furchtbare Bummelei auf den Linien
der Staatsbahn, insbeſondere den Vorortſtrecken,
wurde durch dieſes Experiment ſchlagend erwieſen.
Die Strecke gehört zu derſelben Bahnlinie, auf der
ſich kurz hintereinander die beiden furchtbaren
Kata=
ſtrophen ereigneten.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Auguſt 1910.
Nummer 198.
ſtädtiſchen Körperſchaften teilte der Oberbürgermeiſter
ſodann mit, daß zum Gedächtnis an die Förderung des
Vertrages durch den Kaiſer ein Denkſtein errichtet
werden ſoll, der „durch Inſchrift und künſtleriſchen
Schmuck der Bedeutung des Ereigniſſes für die
Ge=
ſchichte der Stadt und dem Dank der Bürgerſchaft gegen
ihren geliebten König und Landesherrn würdigen, die
Zeiten überdauernden Ausdruck verleiht”.
Der Kaiſer erwiderte auf die Anſprache des
Ober=
bürgermeiſters mit folgenden Worten: „Ich ſpreche
Ihnen in meinem Namen und im Namen Ihrer
Maje=
ſtät der Kaiſerin meinen herzlichſten Dank aus für die
Worte, mit denen Sie ſoeben den Geſinnungen der
Bürgerſchaft von Königsberg Ausdruck verliehen haben.
Ich beglückwünſche meine Haupt= und Reſidenzſtadt
Königsberg zu dem Vertrage, den ſie nunmehr
abge=
ſchloſſen hat. Es iſt mir eine große Freude, dazu
hilf=
reiche Hand haben leiſten zu können gegenüber den
Schwierigkeiten, die in einigen Stadien der
Verhand=
lungen auftauchten, denn es iſt nicht leicht, alles unter
einen Hut zu vereinigen. Ich glaube aber, daß der
Vertrag, wie er nunmehr abgeſchloſſen iſt, für die Stadt
von großem Nutzen ſein wird. Eingeengt durch den
Ring der Befeſtigungen, ſtrebt ſie nach Freiheit und
Entwickelung. Gebe Gott, daß der Stadt Königsberg
das Werk zum reichſten Segen gereichen möge, ich und
die Kaiſerin werden dieſem Werk und ſeinem weiteren
Fortſchreiten ſtets mit Intereſſe folgen und es zu
för=
dern beſtrebt ſein. Ihnen allen, meine Herren, ſpreche
ich meinen tief empfundenen Dank aus für den ſchönen
Empfang, den die Stadt uns bereitet hat, und bitte Sie,
der Dolmetſch dieſer Gefühle an die Bürgerſchaft zu
ſein. Nochmals herzlichſten Dank.”
Auf dem Schloßhofe übergab der Kaiſer die neulich
in Kaſſel geweihte Fahne des Pionierbataillons Fürſt
Radziwill mit einer Anſprache an den
Bataillonskom=
mandeunr. Hierauf war großer Zivilempfang.
Abends war die Stadt glänzend illuminiert.
Die Studenten machten eine Fackelkahnfahrt auf dem
Schloßteich. Der Kronprinz ſpeiſte abends bei dem
Offizierkorps ſeines Regiments, auch die Prinzen
Auguſt Wilhelm und Adalbert beſuchten ihre
Regi=
menter.
* Königsberg, 24. Aug. Zur großen
Pa=
rade des 1. Armeekorps auf dem Devauer
Exerzierplatz bei Königsberg begab ſich der Kaiſer im
Automobil um 9 Uhr 40 Minuten bis an die
Nordweſt=
ecke des Exerzierplatzes, woſelbſt zu Pferde geſtiegen
wurde. Die Kaiſerin mit der Prinzeſſin Viktoria
Luiſe hatte ſich ſchon um 9 Uhr 15 Minuten zu Wagen
hinausbegeben, geleitet von einer Eskadron Dragoner
des Regiments Prinz Albrecht von Preußen (
Littaui=
ſches) Nr. 1. Das Wetter iſt ſchön. Auf dem Wege
bil=
deten die Schulen der Stadt und des Landkreiſes
Kö=
nigsberg, ferner Gewerke, Innungen, Sportvereine,
Sanitätskolonnen und Kriegervereine Spalier. Auf
dem Paradefelde nahmen die Truppen des 1.
Armee=
korps unter dem Befehl des kvmmandierenden
Gene=
rals von Kluck in zwei Treffen Aufſtellung. Von hohen
Offizieren waren unter anderem bei der Parade
zu=
gegen: Der Chef des Generalſtabes Generaladjutant
und General der Infanterie von Moltke,
Kriegsmini=
ſter General der Infanterie von Heeringen, ein
vtto=
maniſcher General Generalſtabschef Izzet Paſcha, ein
ottomaniſcher Oberſtleutnant Djavid Bei, ein
ottoma=
niſcher Major Halil Bei, Generaloberſt Freiherr von
der Goltz, der Generalinſpekteur der Fußartillerie
General der Artillerie von Dulitz, der Chef des
In=
genieur= und Pionierkorps General der Infanterie
von Beſeler, der Inſpekteur der Jäger und Schützen
Generalmajor von Lariſch, der Inſpekteur der
Feld=
artillerie General der Artillerie von Schubert und der
türkiſche Militärattachee Enver Bei.
* Königsberg, 24. Aug. Um 9¾ Uhr nahm der
Kaiſer den Frontrapport aus den Händen des
kom=
mandierenden Generals entgegen. Alsdann begann das
Abreiten der Fronten. Mit dem Kaiſer ritten der
Kron=
prinz, die Prinzen, die Kronprinzeſſin und die Prinzeſſin
Eitel Friedrich. Im Wagen folgten die Kaiſerin mit der
Prinzeſſin Viktoria Luiſe, die Damen des Gefolges und
die Herren des Hauptquartiers. Von den Wällen der
Feſtung donnerte der Ehrenſalut von 33 Schuß. Hierauf
nahm der Kaiſer den Rapport der Kriegervereine entgegen
und ritt die Front der Vereine ab. Es folgten zwei
Vor=
beimärſche der Truppen. Jedesmal führte der Kaiſer ſein
Grenadier=Regiment der Kaiſerin vor, der Kronprinz und
die Prinzen defilierten mit den Regimentern, bei denen ſie
à la suite ſtehen. Nachdem der Kaiſer noch militäriſche
Meldungen entgegengenommen hatte, paſſierten die
Maje=
ſtäten mit der ganzen Suite die Fronten der
Sanitäts=
kolonnen. Unter Geleit einer Eskadron kehrte die Kaiſerin
im Wagen zur Stadt zurück. Der Kaiſer ritt an der
Spitze der Fahnenkompagnie und der Standarteneskadron
nach dem Schloß, mit ihm die Prinzenſöhne. Das
Kai=
ſerpaar, die Prinzen und die Prinzeſſinnen waren mehrfach
Gegenſtand ſtürmiſcher Ovationen.
* Königsberg, 24. Aug. Die Rückkehr des
Kaiſers und der Kaiſerin in die Stadt geſtaltete
ſich zu einer ununterbrochenen glänzenden Ovation für die
Majeſtäten. Kriegsveteranen von 1864/66 und 1870/71
bil=
deten Spalier. Auf dem Roßgärtnerplatz nahm der
Kaiſer, welcher die alten Krieger aufs freundlichſte
be=
grüßte, den Rapport der Kriegsveteranen aus den Händen
des Generalleutnants z. D. Grafen Eulenburg=Wicken
entgegen.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Augsburg, 24. Aug. Katholikentag.
In der heutigen dritten geſchloſſenen Verſammlung
erſchien auch der frühere Fürſt von Löwenſtein, jetzige
Pater Raimundus. Zu Beginn überbrachte ein
Geiſt=
licher aus Amerika eine Einladung zu einer
Ver=
ſammlung der deutſchen Katholiken in Amerika.
So=
dann wurde eine große Reihe von Anträgen über
ſo=
ziale Fragen und andere Gegenſtände erledigt,
dar=
unter auch ein Antrag auf Unterſtützung des
Deutſch=
tums im Auslande, ſpeziell in Rußland.
Luftſchiffahrt.
* Straßburg, 24. Aug. Heute vormittag um
9¾ Uhr erſchien ganz unerwartet der Luftkreuzer
„L 2 VI” über Straßburg, von dem Rheinhafen
her=
kommend. Nachdem er eine Schleifenfahrt über
Straß=
burg ausgeführt hatte, wobei er um den Münſterturm
fuhr, fuhr der Luftkreuzer wieder nach Baden=Baden.
* Baden=Baden, 24. Aug. Auf ſeiner
Rück=
fahrt von Straßburg kommend, traf „L 2 Vl” um 10
Uhr 30 Minuten vor der Halle in Baden=Oos ein, wo
er glatt landete. Zur Rückfahrt brauchte der
Luft=
kreuzer nur 30 Minuten. Auf der Hinfahrt hatte das
Luftſchiff mit ſtarken Winden zu kämpfen. Die zweite
Paſſagierfahrt wird das Rheintal entlang führen.
Heute nachmittag um 4 Uhr nimmt das Luftſchiff
„L 2 VI” an dem Blumenkorſo teil.
sr. Wurfverſuche aus dem Aerbplan.
Auf dem Flugplatz Berlin=Johannisthal unternahm
der Aviatiker Dorner als erſter Wurfverſuche aus dem
Flugzeug. Nachdem der Wind ſich endlich nach 7 Uhr
abends einigermaßen gelegt hatte, erhob ſich Dorner
in Begleitung des Dr. Huth, welcher eine Anzahl der
drei Kilogramm ſchweren Wurfgeſchoſſe mit ſich führte.
Beim erſten Verſuch fiel ein Wurfgeſchoß dicht vor, ein
zweites dicht hinter die markierte 8:10 Meter große
Fläche. Es fehlten indeſſen einige Meter an der
vor=
geſchriebenen Höhe von 200 Meter. Bei der zweiten
Wiederholung fiel ein Wurfgeſchoß mitten auf die
markierte Fläche, aber auch diesmal war die Höhe nicht
ganz ausreichend. Die einbrechende Dunkelheit
hin=
derte weitere Verſuche, die jedenfalls am nächſten
Sonntag fortgeſetzt werden.
sr. Zu dem Aeroplanwettflug über die
Alpen, der bekanntlich über den Simplon
hinweg=
führt und in der Zeit vom 18. bis 24. September
aus=
getragen werden ſoll, liegen bisher 13 Meldungen vor.
Es nannten: Labouchere (Antoinette), Culler (
Antoi=
nette), Ruchonnet (Antoinette), Chavez (Blériot),
Ca=
tannet (Blériot), Moollies (Blériot), Metrot (Voiſin),
Paul (Voiſin), Ravette (Voiſin), Jullerot (Farman),
Dickſon (Farman), Theurit (Farman) und Paulhan.
* Paris, 24. Aug. Wie die Frange militaire
mit=
teilt, werden die Lenkballons und Aeroplane,
die an den großen Manövern teilnehmen werden, in
Briot (Dep. Oiſe) inſtalliert werden; zwei Kilometer
von Briot entfernt, nämlich in Trandvillers, befindet
ſich das Hauptquartier der Manöverleitung, ſowie
das=
jenige des Generals Picard, des Kommandeurs des
zweiten Armeekorps.
* Paris, 24. Aug. Aus Cambray wird gemeldet:
Der Zuſtand des geſtürzten Aviatikers de Baeder,
der in den letzten Tagen befriedigend geweſen war, hat
ſich im Laufe des geſtrigen Tages bedeutend
verſchlim=
mert und gibt zu ernſten Befürchtungen Anlaß.
Sport.
* Athletik. Herr Edmund Otto, Mitglied des
Athleten=Vereins Darmſtadt konnte am Sonntag, den
21. ds. Mts., mit nicht weniger denn fünf erſten
Ehren=
preiſen von den in Alzey ſtattgefundenen Nationalen
Olympiſchen Spielen zurückkehren und zwar erhielt er:
Im Steinſtoßen, Kugelſtoßen, Diskuswerfen,
Speer=
werfen und Schleuderballwerfen jeweils den 1. Preis, im
Dauerſtemmen den 6. Preis.
sr. Lord Burgoyne Sieger im Badener
Zubunfts=Rennen. Wie zu erwarten war, iſt
auch das Zukunfts=Rennen, die berühmte
Zweijähri=
gen=Prüfung des internationalen Meetings, den
deut=
ſchen Pferden verloren gegangen. Der Graditzer
Mondſtein, in dem man die beſte Waffe der
deut=
ſchen Intereſſen vermutete, verſagte, dagegen lief der
Weinbergſche Hengſt Moenus ein
ausgezeich=
netes Rennen, da er erſt nach ſcharfem Kampf um einen
Hals gegen Lord Burgoyne unterlag. Die genauen
Reſultate waren: Jugend=Handikap; 7000 Mk., Diſtanz
1000 Meter: 1. — Herrn A. v. Schmieders Don Cäſar
(Miller) und 1. — Freiherrn H. von Reiſchachs La
Guigne (C. Aylin), 3. Old Girl (Warne). Tot. 0 (Don
(Cäſar), 76 (La Guigne):10; Pl. 12, 24, 14:10. Unpl.:
Salvator, Sprudel, Erato und Amneſtie. Tot. Rennen-
1½ Lg. — Preis vom Rhein; 6000 Mark, Diſtanz
1800 Meter: 1. Monſ. A. Calmans Orme du Mail
(Childs), 2. Sideslip (Shaw), 3. Compendium
(Curry). Sehr ſicher 2½—4 Lg. — Zukunfts=Rennen;
36 000 Mark, Diſtanz 1200 Meter: 1. Monſ. Ed. Blanes
Lord Burgoyne (G. Stern), 2. Moenus (Childs), 3.
La Boheme (V. Curry). Scharfer Kampf, Hals-1½—
2½ Lg. — Sandweier=Rennen; 6000 Mark, Diſtanz 1400
Meter: 1. Herrn R. Haniels Queenie (Sumpter), 2.
Götterbote (Miller), 3. Nihiliſt (C. Aylin). Leicht
¾—1½ Lg. — Oos=Handikap; Preis 12300 Mk., Diſtanz
1800 Meter: 1. Königl. Hauptgeſtüt Graditz’
Damas=
cener (Bullock), 2. Carthage III (Ryan), 3. Donner III
(Spear). Leicht 1½—1 Lg. — Yburg=Jagdrennen;
4200 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Monſ. Ch. Lienarts
La Core (A. Carter), 2. Trianon (Head). Zwei liefen.
Leicht, 2½ Lg.; Eventualquoten im Zukunfts=Rennen:
Lord Burgoyne 12:10, Mondſtein 42110, Vert Vert III
291110, La Boheme II 131110, Saint Geneſt 499110,
Moenus 275:10.
Handel und Verkehr.
H. Fran kfurt, 23. Aug. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkte war Landweizen reich=
Mühlen wenig kauften. Erſt nachdem aus Baden
grö=
ßere Aufträge eintrafen, entwickelte ſich lebhaftere
Nachfrage, ſo daß die Preiſe gut behauptet blieben. —
Landroggen wurde knapper angeboten und lag feſt. Für
beſſere Ware herrſchte Begehr und bewilligten Käufer
Preiſe über Notiz. Gerſte ruhig und gute Qualität ten in Miſſonla an. Man ſchlägt in die Wälder breite
nur ſehr mäßig offeriert. Hafer in guten Sorten
ge=
fragt und beſſer bezahlt. Mais und Fütterartikel
preishaltend. Die Forderungen für Mehl ſind
unver=
ändert.
ruhig. Verkäuker nachgiebig.
An der Berliner Getreidebörſe waren
Brotfrüchte matter auf mangelnde Kaufluſt. Der
Saa=
tenſtandsbericht Preußens, der ungünſtiger als im
Juli ausfiel, blieb ohne Eindruck, da man nicht anders
erwartet hatte: Ruſſiſche Angebote waren zahlreicher
und billiger. Für Hafer beſſerer Qualität zeigte ſich
Begehr.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
ameri=
kaniſchen Getreidemärkten (Chieago und
New==York) war Weizen ſchwankend, aber eher
ſchwä=
cher auf Berichte über größere Ankünfte im Innern
der Vereinigten Staaten und hoffnungsvollere
Ernte=
ausſichten in Rußland. Mais anfangs nachgebend auf
günſtige weſtliche Wettermeldungen, dann erholt
in=
folge Deckungen der Baiſſiers. Die ſichtbaren Weizen=ſidenten Taft entſandte der Gouverneur von
gangen. — In Kanada ermäßigten ſich die
Weizen=
vorräte in dieſer Woche von 3.72 Mill. Buſh. auf 2.67
Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
Norddeutſcher 20.50, Kurheſſiſcher 20.50, Rumäniſcher
22.00—23.00, Redwinter 22.50—23.75, Ruſſiſcher 23,00 bis
24.00, Laplata 22.50—23.75, Donauweizen 22.25—23,00,
Kanſas 22.50—23,75, Walla Walla 22.50—23.75; Rog=
gen, hieſiger, 15.00—15.10, Bayeriſcher (Pfälzer) 15.00 15.10, Ruſſiſcher — Amerikaniſcher —,
Rumäni=
ſcher —; Gerſte, Pfälzer, 16.50—17.50, hieſige und
Wetterauer 16.00—16,50, Riedgerſte 16.50—17.50,
Unga=
riſche 21.00—21.50, Fränkiſche 16.50—17.50, Ruſſiſche
Futtergerſte —; Hafer, hieſiger, 16.00—16.50, Bayris
ſcher 16.00—16.50, Ruſſiſcher —, Amerikaniſcher —
Rumäniſcher —; Mais mixed 14.75—15.00, Ruſſiſcher
15.50—16.00, Donaumais 15.20, Rumäniſcher 15.25,
Weißer Mais 15.25, Laplata 15.00; Weizenſchalen 9.50
bis 10.00, Weizenkleie 9.00—9.50, Roggenkleie 9.50 bis
10, Futtermehl 12.25—13.00, Biertreber, getrocknet, 12.25
bis 12.75; Weizenmehl, Baſis ab Mannheim,
hie=
ſiges Nr. 0 31.25—31.50, feinere Marken 31.75—32.00,
Nr. 1 29.50—30.00, feinere Marken 30.25—30.50, Nr. 2
28.50—29.00, feinere Marken 29.25—29.50, Nr. 3 26.50
bis 27.00, feinere Marken 27.25—27.50, Nr. 4 25.50 bis
25.75, feinere Marken 26.00—26,25; Roggenmehl,
hieſiges, Nr. 0 24.25—24.50, Nr. 1 23.25—23.50, Nr. 2
20,00—20,25.
Landwirtſchaftliches.
* Die Landwirte und Gemeinden in der Provinz
Starkenburg werden auf den auf dem
Pferdemarkt=
platz in Darmſtadt am Samstag, den 27. Auguſt
lfd. Js., vormittags 9 Uhr, beginnenden Faſelmarkt,
verbunden mit Prämiierung, aufmerkſam gemacht. Für
die Prämiierung ſtehen insgeſamt bis zu 240 Mark
zur Verfügung. Der Auftrieb zum Markt findet am
Markttage vormittags von 8—9 Uhr ſtatt.
Die diesjährige Roggenernte iſt erheblich
geringer ausgefallen, wie man im allgemeinen nach dem
Stand der Früchte im Anfang des Sommers angenommen
hat. Durch das anhaltende Regenwetter und das
ein=
getretene Lagern iſt die Ausbildung der Körner wenig
vollkommen. Es wird daher für manchen Landwirt
zweckmäßig ſein, ſich neues Saatgut zu beſchaffen. Die
Saatbauſtellen der Landwirtſchaftskammer ſind in
der Lage, von unſeren ertragsreichſten Roggenſorten
Saatgut zu liefern. Intereſſenten wenden ſich deshalb
empfehlenswerterweiſe in dieſer Beziehung an die
Landwirtſchaftskammer Darmſtadt,
Rhein=
ſtraße 34, die jede Auskunft erteilt.
Die Waldbrände in Nordamerika.
* New=York, 23. Aug. Die Waldbrände
wüten jetzt ſchon ſeit vier Wochen in den Staaten
Waſhington, Idaho, Montana, Oregon, Wyoming und
Kalifornien. Eine Woche nach Ausbruch des Feuers
ſandte die Regierung ein paar Tauſend Soldaten nach
den bedrohten Gegenden, die jedoch gegen dieſes
Feuer=
meer einfach ohnmächtig waren. Wenn trotzdem der
Brand ſich jetzt nur noch auf Idaho, Waſhington und
Montana beſchränkt, ſo iſt das mehr den dem Feuer
feindlichen Naturkräften und gewiſſen
Bodenverhält=
niſſen, als dem Eingriff von Menſchenhänden zu
ver=
danken. Noch aber wütet der feurige Feind in viele
Meilen breiter Linie durch die, drei eben genannten
Staaten und vernichtet alles, was ſich ihm entgegenſtellt
oder nicht ausweichen kann. Ortſchaften,
Schneide=
mühlen, Eiſenbahnen, Herben von Haustieren und Wild=
und Menſchen. Aus Chicago wird telegraphiert,
daß=
bisher 40 Anſiedelungen (die Städte oder Ortſchaften
genannt werden) in den vom Feuer ergriffenen Staaten
bereits in dem Glutmeer verſchwunden oder doch
hilf=
los verloren ſind. Nach der Richtung, die das Feuer
genommen hat, dürften noch Hunderte von
Quadrat=
meilen des ſchönſten Waldes in Flammen aufgehen.
Die Zahl der Menſchen, die umgekommen ſind, iſt
gegenwärtig noch nicht abzuſchätzen. Von 180 Perſonen
weiß man, daß ſie den Feuertod erlitten haben. Aber
die Zahl der Vermißten wächſt täglich. Zweihundert
Mann, die in Ibaho mit dem Löſchen beſchäftigt waren,
ſind ſpurlos verſchwunden. Nach einem Telegramm
aus Spokane in Waſhington iſt auch ein Paſſagierzug
der Northern Paeifiebahn mit allen ſeinen Paſſagieren
verbrannt. Der Zug war mit 42 Flüchtlingen und 19
Krankenſchweſtern von der brennenden Ortſchaft
Wallace abgefahren und ſcheint wenige Meilen gegen
Miſſonla zu von den Flammen umzingelt worden zu
ſein. Die ganze Strecke iſt jetzt von dem Glutmeer
„überſchwemmt‟ Durch das Sprengen ganzer Straßen
gelang es, einen kleinen Teil der Ortſchaft Wallace zu
retten. Die Gouverneure der drei Staaten haben an
Präſident Taft um dringende Hilfe telegraphiert, da die
4000 Mann (zur Hälfte Soldaten), die jetzt das Feuer
bekämpfen, ſo gut wie machtlos ſind, denn die Flammen
rücken mit einer Geſchwindigkeit von einer Meile die
Stunde vor.
Auf den Eiſenbahnlinien iſt jeder Verkehr
unmög=
lich. Unter den Ortſchaften, die bis zum letzten
Häus=
chen vernichtet wurden, und früher betriebsfreudige,
blühende Stätten waren, befinden ſich auch Avery und
lich vorhanden; aber es blieb anfangs ſtill, da die Hodreſſon. Auch die Stadt Thompſon, welche an der
Grenze des Staates Idaho liegt, iſt zur Hälfte
ver=
nichtet. Die vier Städte Belknap, White=Pine, Noyon
und Heron brennen noch und ſind ſehr bedroht. Im
Laufe des geſtrigen Tages kamen aus dieſer Gegend
über ein Dutzend Eiſenbahnzüge übervoll mit Gerette=
Straßen, gräbt metertiefe Gräben, um dem
Weiter=
greifen des wütenden Elementes vorzubeugen. Nach
dem offiziellen Bericht ſind in drei von dem Feuer
be=
troffenen Staaten über 25 Poſtbezirke verbrannt, und
Der Mannheimer Produktenmarkt iſt! weitere 200 Poſtbezirke ſtehen in großer Gefahr, zu
verbrennen. Auch einige indianiſche Reſernationen im
Staate Waſhington ſind mit verbrannt. Geſtern waren
vom Bitter=Bobt=Valley 25 Ortſchaften ſichtbar, welche
lichterloh brannten.
* Butte (Montana), 23. Aug. 600 Mann, welche
am 20. Auguſt zur Bekämpfung der Waldbrände
ausgerückt ſind, werden vermißt. Man befürchtet,
daß alle umgekommen ſind. Die Feuerſäule rückt der
mit Flüchtlingen überfüllten Ortſchaft Thompſon immer
näher.
* Spokane (Waſhington), 23. Aug. Faſt der
ge=
ſamte Waldbeſtand im bſtlichen Idaho ſteht in
Flammen. Man befürchtet, daß 300 Menſchen
um=
gekommen ſind.
* Spokane, 24. Aug. Auf Anregung des
Prä=
vorräte ſind in dieſer Woche vön 18.58 Millionen Buſh. Idaho die geſamte verfügbare Staatsmiliz zur
auf 22.36 Mill. Buſh. geſtiegen, aber die Maisvorräte Unterſtützung der Bundestruppen bei der Bekämpfung
von 3.02 Mill. Buſh. auf 2.67 Mill. Buſh. zurückge= der Waldbrände im nördlichen Idaho. Nach einem
an amtlicher Stelle in Wallace eingegangenen Bericht
wurden nördlich von Murray (Idaho) 56 Leichen
gefunden. Dreihundert Leute, von denen man fürchtet,
daß ſie umgekommen ſind, waren in den
Weimuts=
folgt: Weizen, hieſiger und Wetterauer, 20.50, kiefernwäldern Nordidahos beſchäftigt. Man hat keine
Nachricht von ihnen.
Nummer 198.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Auguſt 1910.
Seite 3a
Zum Beſuch der Zarenfamilie in Friedberg
wird uns aus Friedberg, 24. Auguſt, geſchrieben:
Es darf nunmehr als feſtſtehend betrachtet werden, daß
die Zarenfamilie am Montag öder Dienstag auf Schloß
Friedberg eintreffen wird. Die Großherzogliche
Familie wird, wie ſchon gemeldet, das Hoflager am
Samstag nach Schloß Friedberg verlegen. Ob die
An=
künft der ruſſiſchen Herrſchaften mit der Eiſenbahn
er=
folgen wird, oder ob ſie ſich von einer Zwiſchenſtation
mittels Automobils direkt ins Schloß begeben werden,
ſteht noch nicht feſt, doch gilt als ſicher, daß keinerlei
be=
hördlicher Feſtempfang ſtattfinden wird, ſondern nur
eine Begrüßung der hohen Gäſte durch die fürſtlichen
Verwandten erfolgt.
In der Stadt hat inzwiſchen die Ausſchmückung der
Straßen eifrige Fortſchritte gemacht. In der direkt zum
Schloſſe führenden Kaiſerſtraße iſt beim Rathauſe eine
mächtige Ehrenpforte errichtet worden, die mit Fahnen,
Girlanden und Emblemen reich geſchmückt iſt; bis zum
ſüdlichen Schloßtor ziehen ſich hohe Fahnenmaſten mit
Girlanden aus Tannengrün hin und von den Maſten
wehen bereits Hunderte von Fahnen in den deutſchen,
heſſiſchen und ruſſiſchen Farben. Auch die
Aus=
ſchmückung des Schloßhofes iſt nahezu vollendet. Die
Wände der Gebäude und die kaum mannshohen
Ein=
friedigungsmauern ſind mit Lorbeerbäumen, Palmen
und zahlloſen Blumen geſchmückt, die im Laufe der
letzten acht Tage aus der Großherzoglichen Hofgärtnerei
Darmſtadt herübergeſchafft wurden. Die
Ehrenkom=
pagnie für das Zarenpaar, die am nächſten Freitag hier
eintrifft, wird diesmal, wie ſchon gemeldet, aus allen
fünf heſſiſchen Infanterie=Regimentern unter dem
Kommando des dienſtälteſten Hauptmanns Schmitz (168.
Inf.=Regt.) zuſammengeſetzt ſein; die Stadt hat
bereit=
willigſt für die Unterbringung der Mannſchaften in
Maſſenquartieren Sorge getragen.
Den außerordentlich übertriebenen Nachrichten
inbetreff des Sicherheitsdienſtes aus Anlaß des
Zarenbeſuches gegenüber ſei bemerkt, daß die
eigent=
liche Schloßwache aus zehn Mann beſteht, die in dem
Häuschen des Pedells vom nahe gelegenen
Lehrer=
ſeminar untergebracht ſind. Sonſt ſind während des
Beſuchs nur eine Pfarrerswitwe mit ihren Kindern
und ein ruſſiſcher Student, der auf dem Schloßterrain
ſeit vielen Jahren bei einer Witwe wohnt,
ausquar=
tiert worden. Der angeblich zu errichtende „
mittel=
alterliche Schlagbaum” beſteht aus einem niedrigen
Holzgeſtell, das den Fußgängerverkehr frei läßt, aber
verhindern ſoll, daß unbefugte Fuhrwerke, namentlich
fremde Automobile, kurzweg in den Schloßhof
ein=
fahren, wie dies auch ſchon häufiger im Jagdſchloß
Wolfsgarten geſchehen iſt. Das „große eiſerne Gitter
mit Staketen, das angeblich errichtet werden ſollte,
beſteht aus einem Stacheldrahtzaun, der zum Schutze
gegen Obſtdiebſtähle angebracht wurde. Daß eine
An=
zahl Kriminalbeamte unter Leitung des Herrn
Polizei=
rats Krämer mit dem Sicherheitsdienſt betraut
wur=
den, iſt ſelbſtverſtändlich, doch genügen dafür die
heſſi=
ſchen Beamten vollſtändig und man hat natürlich
keinen Augenblick daran gedacht, auch franzöſiſche,
ruſſiſche, belgiſche, italieniſche und ſonſtige ausländiſche
Beamte heranzuziehen. Das ſind lediglich
Phantaſie=
geſpinſte eines Reporters.
Wie wir ſoeben noch aus zuverläſſiger Quelle
erfahren, wird die Ankunft des Zauenpaares am
Mon=
tag vormittag auf Schloß Friedberg erwartet.
Einſendung aus dem Publikum.
— Der Durchgang durch den Prinz Emilgarten
von der Niederſtraße nach der Heidelbergerſtraße und
umgekehrt war bisher geſtattet. Seit einigen Tagen iſt
nun das Tor an der Heidelbergerſtraße auch tagsüber
geſchlöſſen, ſodaß dieſer Durchgang unmöglich iſt, was
von vielen Bewohnern Beſſungens ſehr unangenehm
empfunden wird. Das Großh. Hofmarſchallamt würde
den Dank zahlreicher bisheriger Paſſanten des Gartens
ernten, wenn es anordnen wollte, daß der Durchgang
durch jenen Garten wieder, wie bisher, ermöglicht
würde.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Alfeld 24. Aug. Zu dem Brande, der in der
Nacht zum Dienstag auf dem Rittergut Heinß
ausge=
brochen iſt und drei Stallgebäude vernichtete, in denen
die Pferde zweier Eskadrons der Langenſalzaer
Jägerregiments untergebracht waren, wird von
zuſtän=
diger Seite weiter gemeldet: Verbrannt ſind acht Pferde,
ein weiteres mußte erſchoſſen werden; die übrigen
ver=
letzten Tiere trugen nur Fleiſchwunden davon, die
wieder heilen werden; außerdem ſind beträchtliche
Erntevorräte, die nicht verſichert waren, durch das
Feuer vernichtet worden. Die Leiche des vermißten
Jägers Helm, Sohn eines Gärtnereibeſitzers aus der
Nähe von Erfurt, wurde geſtern nachmittag unter den
Trümmern gefunden. Wie das Feuer entſtänden iſt,
läßt ſich noch nicht ermitteln.
* Sonnenburg, 24. Aug. Der Diener Stoß, der
wegen zahlreicher Einbrüche zu 10 Jahren Zuchthaus
verurteilt wurde, iſt geſtern nacht aus dem Zuchthaus
ausgebrochen.
* Brunsbüttelkoog, 24. Aug. Der Dampfer
„Mainz”, der mit dem Prinzen Heinrich von
Preußen, dem Grafen Zeppelin, Profeſſor
Her=
geſell und den anderen Mitgliedern der Zeppelin=
Expedition an Bord heute morgen hier angekommen
iſt, hat, nachdem ſich die Prinzeſſin Heinrich mit dem
Prinzen Waldemar an Bord begeben hatte, die Fahrt
durch den Kanal nach Kiel fortgeſetzt.
* Wien, 24. Aug. Auf einem Schleppſchiffe ere
krankte geſtern auf der Fahrt von Budapeſt nach
Wien unter choleraverdächtigen Umſtänden
ein Dienſtmädchen und ſtarb heute nacht im Franz
Joſefshöſpital. Zwei andere Perſonen ſollen ebenfalls
unter choleraverdächtigen Symptomen geſtorben ſein.
Das Reſultat der bakteriologiſchen Unterſuchung ſteht
noch aus.
* Iſchl, 24. Aug. Heute fand in Anweſenheit der
Erzherzöge und der Erzherzoginnen, ſowie zahlreicher
Mitglieder der Hochſchulen, Tauſenden von
Weid=
männern aus allen Teilen des Reiches, zahlreichen
Abordnungen von Schützenvereinen und anderen
Körperſchaften die feierliche Enthüllung des
von den Weidmännern der Monarchie anläßlich des
80. Geburtstages des Kaiſers errichteten
Stand=
bildes des Kaiſers ſtatt. Nachdem der
Präſi=
dent des Exekutivkomitees, Graf Wurmbrand=
Stup=
pach, in ſeiner Anſprache hervorgehoben hatte, daß die
Liebe zum Monarchen, von der alles, ohne Rückſicht auf
Rang, Stand und Nationalität durchdrungen ſei,
die=
ſes Standbild geſchaffen habe, vollzoa Erzherzog Franz
Salvator den Enthüllungsakt, wörauf er das
Denk=
mal dem Bürgermeiſter von Iſchl in Obhut gab.
Mittags fuhr der Kaiſer in Weidmannstracht zum
Feſtplatz im Laufener Wald, um das Standbild in
Augenſchein zu nehmen. Auf die Anſprache des
Prä=
ſidenten, Graf Wurmbrand, erwiderte der Kaiſer:
Freudig bewegt bin ich hierher gekommen, um das
Standbild in Augenſchein zu nehmen, das die
Weid=
männer Oeſterreichs als Zeichen der Treue,
Anhäng=
lichkeit und Liebe mir zum 80. Geburtsfeſte
dar=
gebracht haben. Das edle Weidwerk war immer eine
erquickende Erholung für mich, dem ich mich oft gern
hingab nach den Anſtrengungen der Arbeit, dem ich
auch immer meine Sympathie und Unterſtützung
be=
wahren werde. Ich danke Ihnen für die Huldigung
und bin auf das Tiefſte ergriffen. Herzlichen,
herz=
lichen Dank.
* London, 24. Aug. Einem Telegramm aus New=
York zufolge, iſt in Springfields auf Long=Island ein
Automobil mit fünf Perſonen von einem Zuge
total zertrümmert worden. Der Chauffeur und
zwei Kinder wurden getötet, zwei Damen wurden
ſo ſchwer verletzt, daß ihr Zuſtand hoffnungslos iſt. In
einem Wagen des Zuges wurden durch den
Zuſammen=
ſtoß ſechs Arbeiter verletzt. Der Bahnwärter wurde
verhaftet.
* Cetinje, 24. Aug. Bei dem Galadiner zu
Ehren des italieniſchen Königspaares brachte Fürſt
Nikolaus einen Trinkſpruch aus, in dem er
ſeine lebhafte Freude und ſeinen tiefen Dank dafür
ausſprach, daß das Königspaar nach Montenegro
ge=
kommen ſei. Alle Montenegriner verfolgten die
Köni=
gin mit Stolz auf dem Wege chriſtlicher Frömmigkeit
und Nächſtenliebe, wie ſie das weiſe Wirken des Königs
verfolgten, das beſtändig auf die Wohlfahrt des großen
Volkes gerichtet ſei, und deſſen wahre Intereſſen mit
denen Montenegros, ſowie überhaupt mit denen der
ziviliſierten Welt verbunden ſeien. Die großherzige
Für=
ſorge des Königs zum Vorteil des Gemeinwohles ſei
nicht der letzte unter den Rechtstiteln, auf Grund deren
er Anſpruch erheben könne auf die Anerkennung der
ganzen Welt. König Viktor Emanuel ſprach in ſeiner
Erwiderung ſeinen Dank aus für den herzlichen
Empfang und die wärmſten Glückwünſche für das
un=
getrübte Glück der Fürſtenfamilie. Dem tapferen
montenegriniſchen Volke wünſche er eine ſtets
ruhm=
volle Zukunft unter der Führung ſeines weiſen
Souve=
räns, der ihm noch lange erhalten bleiben möge.
— Berlin, 24. Aug. Der Briefträger Berge
mann, der am 28. Juli auf dem Poſtamt IV am
Schleſiſchen Bahnhofe zwei Geldbeutel mit 50000 Mark
Inhalt unterſchlagen hatte, ſtand heute vor der
Ferien=
ſtrafkammer des Landgerichts I. Er war in vollem
Um=
fange geſtändig. Der Staatsanwalt beantragte 2 Jahre
Gefängnis und 5 Jahre Ehrverluſt. Das Gericht
er=
kannte auf 2 Jahre Gefängnis und 5 Jahre
Ehr=
verluſt.
— Berlin, 24. Aug. Bei einer Meſſerſtecherei
in Wilhelmsruh wurde der Steinträger Otto
Noffke tödlich verwundet und iſt bereits geſtorben.
— Cannes, 24. Aug. In dem franzöſiſchen
Mittel=
meerhafen Nepoule kam es geſtern abend aus
gering=
fügigen Urſachen zwiſchen italieniſchen
Arbei=
tern und franzöſiſchen Dorfbewohnern zu
einem blutigen Zuſammenſtoß, der in ein Feuergefecht
ausartete; ein Italiener wurde durch einen Schuß in
die Bruſt getötet.
„Mutti noch mehr
Flammeri mit Pflaumen.”
Mond amin-jeichflamnert
ſerviert mit friſchen, gekochten Pflaumen.
Nahrhaft und erfriſchend.
Mondamin erhältlich ir 60. 30 und 15 Pfg.=Paketen:
K16545,58
Für alle Eltern wiſſenswert!
Hamburg, den 1. Febr. 1910. — Unſer 2½ Jahre
altes Töchterchen war ſtets matt und von ſchwächlichem
Ausſehen, auch fehlte dem Kinde jeder Trieb zum Spiel.
Verſchiedene mediziniſche Weine und ſonſtige
Kräftigungs=
mittel brachten keinen Erfolg. — Nach Verbrauch von
2 Paketen Ihres „Bioſon” jedoch iſt die Kleine körperlich
gekräftigt, hat beſſere Geſichtsfarbe und iſt tagsüber friſch
und vergnügt. Täglich früh und abends je 1 Teelöffel in
heißer Milch mit etwas Kakao und Zucker gekocht genügten
nach Verlauf von 10 Wochen zu dem vorangeführten guten
Reſultat. — Auch mein Mann trinkt täglich zur Auffriſchung
ſeiner Nerven eine Taſſe „Bioſon” und fühlt ſich ſeit deſſen
Gebrauch geſtärkt. Ich werde jederzeit bemüht ſein, Ihr
„Bioſon” zu empfehlen, wo es nur immer iſt. Hochachtend
Frau Eiſenb.=Aſſiſtent Littmann, Billhorner
Röhren=
damm 10. Unterſchrift beglaubigt: Georg Adolf Remé,
Notar. „Bioſon” iſt das beſte und billigſte
Kräftigungs=
mittel. Paket 3 Mk. in Apotheken, Drogerien. Verlangen
Sie von dem Bioſonwerk Frankfurt a. M. eine
Gratis=
probe und die Broſchüren.
(165650
Vorsicht bei der Wahl der Wohnungseinrichtung!
Echtheit des Materials, Gediegenheit der Ausführung
und Uebereinstimmung von Zweck und Form sind die
Gründerfordernisse moderner Einrichtungsgegenstände
geworden. — Eine zwanglose Besichtigung unserer
Ausstellung neuzeitlicher Wohhräume und unserer
mustergültigen, in vollem Betriebe stehenden
Fabrik-
anlage wird Sie davon überzeügen, daß Sie uns die
Lieferung Ihrer Einrichtung ohne Bedenken
änver-
trauen können. Verlangen Sie kostenlose Zusendüng
unseres Albums 1 Wohnliche Innenräümet. —
Möbel-
fabrik Gg. Ehrhardt & Söhne, Darmstadt,
Feldbergstrasse 36.
(15436a
HoTEHWDARMSTAETEi Hor
GRossEs
SPEISE-RHSTAURANT
(16578a
Kindermehl.
Krankenkost.
Jausendfäch bewährte
Nahrung bei:
Brechdurchfall,
Diarrhöe,
Darmkatarrh, etc.
Bei Kopfschmerz — Zitrovanille!
(31240,40
amiliennachrichten.
Todes-Anzeige.
Heute vormittag um 11½ Uhr verſtarb nach
kurzem Leiden mein lieber Gatte, unſer Vater,
Bruder und Schwager
(*20583
Herr Christian Wesp
Gaſtwirt.
Um ſtille Teilnahme bittet
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Margarethe Wesp Witwe.
Wixhauſen, den 24. Auguſt 1910.
Die Beerdigung findet ſtatt: Freitag, den
26. ds. Mts., nachmittags 3½ Uhr.
Die Beerdigung des
(16555
Herrn Georg Phil. Roß
Privatier
findet nicht, wie in der Todes=Anzeige
ange=
geben, von dem Trauerhauſe aus, ſondern
heute Donnerstag, den 25. Auguſt,
nach=
mittags 2 Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Krieger-Verein
Darmſtadt.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſer langjähriges Mitglied und Feldzugs=
(16564
kameraden
Herrn Georg Ph. Roß
Privatier
aus dieſem Leben abzurufen.
Die Beerdigung findet Dönnerstag, den
25. Auguſt, nachmittags 2 Uhr, vom Portal
des Friedhofs aus, ſtatt. Sammlung daſelbſt.
Zur Teilnahme an der Beerdigung
wer=
den die Kameraden von Lahr bis Probſt,
ſowie der VI. Bezirk erſucht.
Der Vorſtand des Kriegervereins
Darmſtadt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die
nord=
öſtliche Zyklone iſt nach Rußland abgezogen und hat
geſtern nur noch vereinzelt geringen Regen gebracht.
Heute früh herrſcht vielerorts bei kühler Witterung
Morgennebel. Ein neuer Randwirbel hat ſich über
Frankreich ausgebildet und bringt bei ſeinem Zuge
oſtwärts vorübergehend Regen.
Ausſichten in Heſſen am Donnerstag, den 25.
Auguſt: Zunächſt Regen, meiſt nur geringer, ſpäter
trocken, kühl.
Tageskalender.
Ludwigsfeſt um 3 Uhr in der Knaben=Arbeitsanſtalt.
Ritterſchießen der Priv. Schützen=Geſellſchaft um
½3 Uhr.
Konzert und Kinderfeſt um 4 Uhr auf der
Ludwigshöhe.
Kinderfeſt u. Konzert um 4 Uhr im „Schützenhof”
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Perkeo.”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 26. Auguſt.
Hofreite=Verſteigerung des Joh. Fried. Trautwein
(Schwanenſtr. 77) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Druck und Verlag: L. C. Wiltich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Htreeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Auguſt 1910.
Nummer 198.
Fur die Keisezen.
Bankfür Handelundlndustrie, Darmstadt
Landgraf Philipp-Anlage 6 und Wilhelminenstraße 14
Ausländisches Geld,
empfiehlt:
Kreditbriefe aller Art, Circular-Kreditbriefe (für die ganze Welt gültig),
Feuer- und diebessichere Gewölbe zur dauernden und vorübergehenden Aufnahme von Koffern,
Silbergeräten und sonstigen Wertobjekten jeden Umfangs (sog. geschlossene Depots):
Stahlkammer-Einrichtung (Safes) zur Aufbewahrung von Wertpapferen und Wertgegenständen
aller Art unter Mitverschluß des Besitzers.
Jede nähere Auskunft an unseren Schaltern!
(7170P
Zur Erlangung
eines
Makdt- Zurwartes
ſetzen wir einen Preis von 20.— Mk aus.
Näheres bei Oppenheimer
& Co., Schulſtraße 2. (16580
mit Sprungfedermatratze
1 Bettſtelle (2=ſchläfig), ein Sofa, ein
Sportwagen billig zu verkaufen (*20593
Mathildenplatz 12 bei Reiß.
DJrourff
Teppiche, Läufer, Stückware. z: :: Billigste Preise.
Ge=
spieltes
GokkardE
Rheinstr. 41
Fernruf 1271.
(16557a)
billig abzugeben
Gartenſtraße 9, part.
(*20590dd
s können noch einige Herren an gutem
& Mittagstiſch teilnehmen
(16538ds
Wendelſtadtſtraße 22 (Metzgerei).
Grafenſtraße 37, 1. St.,
Bei Gunkel, können noch einige Herren
an bürgerlichem Privat=Mittag= und
(*20532dfs
Abendtiſch teilnehmen.
15g
wünſcht engliſchen
Eine Engländerin Unterricht z. erteilen
Wilhelminenplatz 10, 1. Stock.
(3553a)
Suche Unterricht
im Violin= und Zitherſpielen an
An=
fänger zu erteilen. Offert. erbeten unter
M 98 an die Expedition ds. Bl. (*20562
berrealſchulabiturient, Teilnehmer am
pädagogiſchen Kurſus, erteilt
Nach=
hilfeunterricht. Gefl. Offerten erbeten
unter N 2 an die Exped. ds. Bl. (*20591dfs
Gegen
Nachtrügliche Bezumung
wird neueſte amerik,
Zuschneide-
methode, in und außer dem Hauſe, raſch
und billigſt gelernt. Auch brieflich. Für
gute Ausf. einer Probearbeit garan. Event.
Beſchäft. geb. Pädagogſtr. 2/II. (*20550
Damenrad
gut erhalten, m. Freilauf zu kaufen
geſucht. Angebote unter N 3 an die
Expedition ds. Blattes.
(*20592
Schoner biwan
modern, gut gemacht, wird billig abgegeben
*20602) Pankratiusſtr. 30½, 2. St.
Wann fährt ein
Möbelwagen leer
von Frankfurt oder Offenbach nach
Darmſtadt. — Offerten unter M 96 an
die Expedition ds. Bl.
(B16572
Die Korb= u. Stuhlflechterei
von Ludwig Schmidt, Rundeturmſtr. 2,
empfiehlt ſich in allen vorkommenden
Re=
paraturen bei billigſter Berechnung. Arbeit
wird abgeholt. Poſtkarte genügt. (*20575
in blinder Mann empfiehlt ſich im Flechten
E von Körben und Stühlen. (16575a
Gg. Treusch, Müllerſtr. 15.
Fmpf. mich im Reinigen, Ausbessern,
Auf-
bügeln u. Veränd. v. Herrenkleidern (*30422md
Gg. Schmelzer, Kiesſtr. 16, Seitenbau.
zum Waſchen und Bleichen große
Wäſche Stücke 10 Pfg., kleine Stücke
4 Pfg. J. Plößer I., Malchen. (16585diof
Während meiner
4=wöchigen Abweſenheit
haben folgende Herren meine Vertretung
freundlichſt übernommen: (16531df
Dr. Buchhold, San.=Rat,
Viktoria=
ſtraße 56,
Dr. Dietz, Wilhelmſtraße 2,
Dr. Göring, Mühlſtraße 64,
Dr. Gutenberg, Ludwigſtraße 10,
Dr. Hof, Roßdörferſtraße 19,
Dr. Holländer, Ludwigsplatz 6,
Dr. Schefers, San.=Rat,
Zimmer=
ſtraße 8,
Dr. Vidal, Stiftſtraße 11.
Dr. Kolb, San.=Rat.
Hr. Sekentn
ist wieder zurückgekehrt.
Von der Reise zurück
Zahnarzt Nieswandt
Wilhelminenſtraße 29, II. (16311a
Von der Reise zurück
iineim Bader
Großh. Hofdentist (18402imd
Wilhelminenstr. 33. Telef. 1540.
Tüchtige Witstente
für gutgehendes Bierlokal ſof. geſ. Off.
unt. M 83 an die Exp. ds. Bl. (*20517dfs
Gangbare Wirtſchaft
geſucht. — Offerten unter M 95 an die
Expedition ds. Bl.
(*20564
hauskleider 3 Mk., Hemdenbluſen 1,50
Mark, werden angefertigt (*20525ds
Müllerſtraße 15, 2. Stock.
hier fremd, ſucht
Jung. beſſ. Mädchen, die Bekannt=
ſchaft mit beſſ. jungen Mädchen.
M 82 an die Exped. ds. Bl.
Off. u.
(*20521
Aober
in guter Qualität, ſehr billig.
Extra=Anfertigungen
ohne Preis=Aufſchlag
Möbellager Paul Buss
Grosse Ochsengasse 12. (*20601
Eigene Schreinerei und Polſterei.
Obſtzüchterei Dippelshof
empfiehlt
(16583dfs
ſchöne ausgereifte
Frühkartoffeln
der ½ Ztr. 1 Mk. 25 Pf.
ſow. Lieferung v. See=
Tapezierarbeiten, gras=, Woll=, Capok=u.
Roßhaar=Matratzen in beſter und billigſter
Ausführung empfiehlt
(16196a
Wilhelm Hein, Kaupſtraße 25, I.
Schirmfabrik Schlüter,
Kirchſtraße 27
Reparaturen und Ueberziehen per
ſo=
fort, billig und gut.
(692a
Hei &C
Solider, ſtrebſamer Handwerker, mit
tadel=
loſer Vergangenheit, 36 Jahre, kath., 2500 M.
Vermögen, ſucht auf dieſem Wege ein
ein=
faches, tüchtiges Mädchen kennen zu lernen,
zwecks Heirat. Offerten unt. H. K. 720
hauptpostlagernd Mannheim. (I16419 77
(Ein großer, langhaariger, hellgelber,
deutſcher
Pinscher entlaufen
hört auf den Namen „Butz” gegen
Be=
lohnung abzugeben bei Herrn Rittmeiſter
Andrege, Hermannſtraße 41. (B16433
Jagdhund
Brauntiger, abhanden gekommen (*20534
Abzugeben Orangerie=Allee 6.
Woog, am 24. Auguſt 1910.
Waſſerhöhe am Pegel 3,86 m
Luftwärme 170 C
Waſſerwärme vormittags 7 Uhr 190 C
Woogspolizeiwache.
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Herrn Adolf
Rady, Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Amerika”, von New=York
kom=
mend, 23. Auguſt morg. in Hamburg.
Dampfer „Moltke” von Genua und Neapel
kommend, 22. Auguſt nachmittags in
New=York,,
Kurſe vom 24. Auguſt 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bl. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,20
3½ Deutſche Reichsanl. . 83,00
63,80
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,10
83,00
8½ do. Conſols
83,80
B do. do.
A Bad. Staatsanleihe . . 101,50
93,50
do.
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,50
91,70
do.
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,80
Heſſ. Staatsanleihe . . 100,80
91,00
do.
do.
79,80
Sächſiſche Renre . . . 83,20
Württemberger v. 1907 101,50
92,60
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,50
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,60
8¾/ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente . 97,30
A do. Goldrente . 99,00
do. einheitl. Rente 93,60
3 Portug. unif. Serie I 66,40
do. unif. Ser. III 68,10
do. Spezial . 11,90
5 Rumänier v. 1903 . . 101,80
do. v. 1890 . . 94,60
do. v. 1905 . . 90,30
A Ruſſen v. 1880 . . . . 91,10
*
Jf.
4 Ruſſen v. 1902 . 7
4½ do. v. 1905 .
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903
4 do. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente .
4 do. Staatsrente
5 Argentinier . . . . . .
do.
4½ Chile Gold=Anleihe
5 Chineſ. Staatsanleihe
4½
do.
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner . .
3
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904
5 Gold=Mexikaner . . .
InProz.
91,10
100,30
92,50
84,00
87,50
94,30
94,20
91,80
101,60
91,00
95,30
102,00
99,50
97,40
100,00
95,00
100,25
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
142,25
4 Nordd. Lloyd . . . . 109,20
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,40
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 —
4 Baltimore & Ohio . . 106,00
4 Gotthardbahn . . . . .
InProz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 159,25
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,75
4 Pennſylvania R. R. 130,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 207,50
76,30
Werger=Brauerei
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 480,25
Fabrik Griesheim .
.257,50
.515,00
Farbwerk Höchſt .
Verein chem. Fabriken
Mannheim
326,50
Lahmeyer .
120,25
Schuckert .
.167,90
Siemens & Halske
.251,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 433,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 234,75
Gelſenkirchen .
.212½
Harpener .
.197½
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb .
. . 235,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,60
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,50
91,80
3½ do.
4. Eliſabeth., ſteuerpfl. . 98,80
4 do. ſteuerfrei . 98,30
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,50
do.
4
97,60
do. alte .
3
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,40
4
do.
79,00
do.
57,50
27g
3 Raab=Oedenburger . . 74,40
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 90,00
4 Kronpr. Rudolfbahn . 98.10
In Pryz.
76,00
2¾/0 Livorneſer . .
Miſſouri=Pacific
Bagdadbahn Mk. 408 86,50
Anatoliſche Eiſenb..
5 Tehuantepec . . . . . 101,50
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ.
Darmſtädter Bank . .
Deutſche Bank .
Deutſche Vereinsban
Diskonto=Geſellſchaft .
Dresdner Bank
Mitteldeut. Kreditbk.
Nationalbk. f. Deutſchl.
Pfälzer Bank .
Reichsbank .
Rhein. Kredit=Bank
Wiener Bank=Vereit
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
3½ do. S. 19 . . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Banl
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917
do. (unk. 1914)
3½
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 1
3½ do,
169½
130,00
254,90
127,60
186,60
158,10
119,20
123,40
104,75
143,20
139,00
137,40
100,20
92,30
99,60
100,50
90,50
101,60
92,60
101,00
91,00
100,10
91,00
100,50
92,60
Inpe);
Bf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
3½ do.
100,80
4 Frankfurt .
96,10
3½ do.
4 Gießen
100,50
-
3½ do.
-
4 Heidelberg
-
3½ do.
-
4 Karlsruhe
3½ do.
91,60
-
4 Magdeburg
-
3½ do.
-
4 Mainz
-
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München
100,10
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg.
.100,20
3½ do.
-
4 Offenbach.
3½ do.
91,10
4 Wiesbaden .
102,40
3½ do.
4 Worms .
-
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . —
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 134,75
5 Donau=Reg. fl. 100 149,00
3 Holl, Komm. „ 100
In Proz
3 Madrider Fs. 100 77,90
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe.
.135,75
Oeſterr. 1860er Loſe 173,80
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150—
Unverzinsliche
Aulehensloſe.
Augsburger
Braunſchweiger
Freiburger
Mailänder
do,
Meininger
fl.
Tlr.
Fs.
Fs.
Fs.
fl.
20 206,00
15
45 —
10 31,00
7
Oeſterreicher v. 1864 „ 100
do. v. 1858 „ 100
Ungar. Staats „ 100 381,00
Venediger Frs. 30
Türkiſche
„ 400 179,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,39
20 Franks=Stücke
16,18
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,95
Amerikaniſche Noten . . . 4,19¼
Engliſche Noten . . . . . 20,45
Franzöſiſche Noten . . . . 81,00
Holländiſche Noten .
169,45
Italieniſche Noten . . . . 80,65
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,10
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,15
Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombard Z3f.
40
5½
Nummer 198.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Auguſt 1910.
Seite 7.
Gebrannter Katfes, miwrel gerisitet öigner foeieres. Koher Kafs, breaun u. grin.
Haushaltungs-Kaffees von 1.20—1.70 Mk., besonders feine Sorten Mk. 1.80, 1.90 2.-, 2.10, Dessert-Kaffees, empfiehlt stets frisch gebrannt
Grafenstrasse 25
erene r ererernet et
des Rabatt-Spar-Vereins.
(3095a
An wrrlasser,: Telephon 71.
Ue
Geee
Perf. Stenolypiſtin zu verändern.
Engl. u. Franz., Stenographie. Off. unt.
M 97 a. d. Expedition ds. Bl. (*20567dfs
in Stenographie, Ma=
Fräulein, ſchinenſchreiben, ſowie
kaufmänniſchem Rechnen bewandert, ſucht
Stellung. Gefl. Angebote unter M 27 an
die Expedition ds. Blattes.
(*20528
nimmt noch Kunden
Perfekte Büglerin an in u. außer dem
Hauſe. Karte genügt. Frl. Gerhard,
Arheilgerſtraße 48, parterre. (*20559dfm
ſucht Stelle als Näherin
Fräulein in Aenderungs=Atelier
für ſofort. — Offerten unter A. St.,
Eliſabethenſtraße 31, II.
(*20370id
*20440mds) Beſſere j. Schneiderin nimmt
Kunden an in und außer dem Hauſe
Schießhausſtraße 33, 1. Stock.
*2038) Laufdienſt 2 Stunden geſucht
Wendelſtadtſtraße 49, III., rechts.
reinlich,
Lauffrau, ſucht Stelle
Erbacherſtraße 5, I., Hinterh. (*20555
Junges Mädchen
welches bürgerlich kocht, letzter Stelle 2 Jahr
Haushalt ſelbſt geführt, gute Zeugniſſe hat,
ſucht Stelle z. 1. Sept. ev. ſpäter. Offerten
u. M. 45 an die Expedition. (*20401
*20588df) Jung. Mädch, ſucht leichte St.
als Stütze oder 1. Hausmädchen. Offerten
unter N 1 an die Expedition.
*20589) Perfektes Hausmädchen, das
auch kochen kann, ſucht zum 1. Okr. Stelle,
auch als Alleinmädchen hier od. auswärts.
Stellenbüro Schulz, Schulſtraße 3.
ſucht Stelle als
Junge Witwe Haushälterin.
Näh. zu erfr. Liebkrauenſtr. 77, III. (*20574
Mädchen, Hausarbeit kann,
weiches kochen u. alle
Landmädch., darunter Oberheſſinnen, ſowie
Kindermädchen ſuchen in Darmſtadt Stellen.
Frau Neßling, Ludwigſtr. 8. (*20563df
*20576) Stellen ſuchen: mehrere
Allein=
mädchen, welche etwas kochen k., u. 14 jähr.
Mädchen ſof in Privat= u. Geſchäftsh. durch
Frau Weißmantel
Arbeitsnachweis. Eliſabethenſtr. 37
Einfache Stutze
29 Jahre evang., wünſcht Stellung bei
ein=
zelnem älteren, gebildetem Herrn (Beamter
mit Kindern nicht ausgeſchloſſen) in
Darm=
ſtadt oder Umgebung. Offerten u. M 42
an die Exped. d. Bl.
(B16548
*20543) Junger Geſchäftsmann ſucht
Stellung als Kaſſierer oder ſonſtigen
Vertrauenspoſten. Kaut. kanngeſtellt werd.
Offerten unter M 89 an die Expedition.
*20600ds) Junger Mann, gedient, ſucht
Stellung als Bureaudiener, Portier,
Kaſ=
ſierer oder ſonſtigen Vertrauenspoſten.
Kaution kann geſtellt werden Offert. unt.
N7 an die Expedition ds. Bl.
Lehrstelle gesucht
für einen jungen 17=jähr. Mann (
Oberreal=
ſchüler) aus beſſerer Familie, in einem
Bankgeſchäft, kaufm. Bureau, od. ähnlicher
Branche, am hieſigen Platze. Off. erbitte
unt. Chiffre I1 92 an d. Exp. d. Bl. (*20551
Lehrling!
(*20565
Suche für meinen Sohn Stelle als
Schloſſer oder in ein elektriſches Werk.
Georg Petri, Mieſenwärter, Semd.
In der
Karlstrasse 102
und
Ludwigstrasse 18
erhalten Sie feinſte franzöſiſche
üße Tafel=Trauben
das Pfund für nur 30 Pfg.
Darmstädter Elergrosshandel
Tücht. Tischler, Polierer,
Klavier-
macher bei höchsten Löhnen
sofort gesucht.
Steinway & Sons, Hof-Pianofortefabrik,
Hamburg, Schanzenstr. 20124. (M16168
Herren u. Damen abſchreiben, verviel=
Für Darmstadt
wird von alter deutscher Lebensversicherungs-Gesellschaft ein gut
ein-
geführter, tüchtiger-
Goneral-Agent gesucht.
Auch Nichtfachleute finden Berücksichtigung. Gefl. Offerten unter J. C. 14338
an Rudolf Mosse, Berlin SW. erbeten.
(16553M
Sochfer
achtbarer hieſiger Familien werden als Lehrmädchen bei ſofortiger
Ver=
gütung angenommen.
(16577
Vorſtellung in Begleitung des Vaters oder der Mutter.
S. Wronker & Co., Darmstadt.
Sineg, tate
Dienstmädchen
am liebſten vom Lande, ſofort oder
zum 1. September geſucht. (16069t
Näheres Expedition.
M
Stellen ſinden: mädchen,Alleinmädchen
in Privat= und Geſchäftshäuſer. (*20388id
Stellenbüro Nösinger, Magdalenenſtr. 21.
*20547) Lauffrau oder Mädchen von
10 Uhr ab geſucht
Kranichſteinerſtraße 9.
Solides, reinlichesMädchen
in kleine Familie für 1. September geſucht
Frankfurterſtraße 18, II.
16235a)
16356t) Wegen Erkrankung des früheren
Mädchens wird ein fleißiges, ordentliches
Dienſtmädchen
per ſofort geſucht. Näheres zu erfragen in
der Expedition ds. Bl.
16550II) Eine der älteſten und
leiſtungsfähigſten
Deutschen Lebens-
Versicherungs-Gesellschaften
ſucht für die Provinz Starkenburg
einen ſtrebſamen Herrn als
Geuv. Verkädfern
von feinem Geſchäft der Kunſtbranche zum
ſofortigen Eintritt geſucht. Offerten mit
Gehaltsanſpr. u. M 86 an die Exped. (16533
Frau oder Mädchen
zum Ausbeſſern der Wäſche für jede Woche
geſucht Hügelſtraße 29, Laden. (16509a
320536) Schneiderin 3 halbe Tage geſ.
Fuhrmannſtr. 14, Hth., 1. St. r.
Lehrmädchen s
achtbarer Eltern, mit guter Schulbildung,
in mein Uhren= und Goldwarengeſchäft
für Laden, Lager u. Kontor bei ſofortiger
Vergütung und baldigem Eintritt geſucht
Gg. Karp, Ludwigsſtraße 20.
*20444md) Mädchen von morgens 8 Uhr
bis über mittag geſucht
Anngſtraße 59, 2. Stock.
16090a) Junges ſauberes Laufmädchen
tagsüber geſucht Wascherei Wolff, Sandſtr. 28.
*20529) Dienſtmädchen geſucht, per
1. September, Gehalt 25 Mk. —
Vorzu=
ſprechen 11 bis 2 Uhr Ludwigsplatz 2, I.
*20605) Köchinnen, Hausmädchen u.
Allein=
mädchen für Privat= u. Geſchäftsh. zum 1.
u. 15. Sept., 1 Laufmädchen für 2 Stdn.
vormittags geſucht. Stellenbur. Debus,
Karlſtraße 79, Telephon 1737.
*20483md) Solid., tücht. Mädchen zu zwei
Perſon. per 1. Okt. geſucht. Zu meld. vorm.
bis nachm. 3 Uhr Viktoriaſtraße 47, part.
Eine junge Frau
welche das Putzen und Waſchen verſteht
wird für 2—3 Stunden des Vormittags
(16458md
geſucht.
Venuleth, Wendelſtadtſtraße 23.
Suche in großer Anzahl:
Köchinnen, perfekte u. bürgerliche beſſ.
Haus=
mädchen, gutempf. Alleinmädchen, welche
kochen und nicht kochen, in Herrſchafts=.
Pri=
vat= und Geſchäftshäuſer für hier, ferner
nach auswärts: Alleinmädchen, welches
ſelbſtänd, kochen kann, in gute Stelle nach
Frankfurt, Monatslohn 32 Mk., Köchin
aufs Land bei Aſchaffenburg, Monatslohn
35 Mk., Kindermädchen zu zwei Kindern
nach Wiesbaden u. noch mehrere Mädchen
nach auswärts für ſofort und ſpäter durch
Stellenbur. Frau Dingeldein,
Schützen=
ſtraße 10½ Telephon 531. (*20594
*20557) Eine ſaubere Lauffrau 228
geſucht. morgens 8—½11 Uhr, mittags
zum Spülen Bleichſtraße 15, part.
*20522df) Ein Laufmädchen für Mittwoch
und Samstag nachmittag geſucht 2—3 Std.
Konfektion, Hügelſtraße 63.
Zuverlässig. Gehilfe
auf Anwaltsbureau, der auf Maschine
schreibt u. (Gabelsb.) stenographiert sofort
gesucht. Offerten mit Angabe der
seit-
herigen Tätigkeit u. Zeugnisabschriften
sowie Gehaltansorüchen u. M 84 an die
Expedition ds. Bl, erbeten.
(16537ds
einträgliche mit Gehalt, Reiſeſpeſen
u. Barproviſion ausgeſtattete Poſition.
Auch Richtfachleute mit guten
Bezie=
hungen, die ernſtlich gewillt ſind, ſich
eine neue, entwicklungsfähige
Lebens=
ſtellung zu verſchaffen, werden
berück=
ſichtigt, gewiſſenhaft ausgebildet und
dauernd tatkräftig unterſtützt.
Mel=
an Haasenstein & Vogler A.-G., an die Expedition.
Frankfurt a. M.
Gr. Versicherungs-Akt. Ges,
ſucht für Darmſtadt u. Umgeb. einen tücht.
Inſpektor gegen feſtes Gehalt, Proviſionen,
u. Gratifikationen anzuſtellen. Gefl. Offert.
u. M 80 an die Expedition.
(*20520
Eimizbeantter
gute Exiſtenz für Stellenſuchende.
Wir beabſichtigen, noch einige Platz=
Inſpektoren für unſere Volksverſicherungs=
Branche für Darmſtadt und Umgebung
an=
zuſtellen mit Gehalt und Barproviſion.
Herren, welche ſchon im Verſicherungsfach
tätig waren, oder ſich unter Leitung eines
bewährten Oberbeamten einzuarbeiten
be=
reit ſind, werden um gefl. Meldung gebeten
unter Beifügung eines Lebenslaufes u.
Re=
ferenzen u. M 88 a. d. Exp. (*20531
Mobeibranche:
Junger gewandter Mann (gelernter
Ta=
pezier bevorzugt), der befähigt iſt,
Kund=
ſchaft zu bedienen, für Stadt und Umgegend
bei feſtem Gehalt geſucht. Offerten mit
An=
ſprüchen unter N 8 an die Expd. (*20603
können in freier Zeit
fält. Blatt 50 Pfg Verlag d. „
Haus=
mutter, Berlin=Lichtenrade. (*20539ds
*20337idf) Sucheper ſof. gegen gute Bezahlg
tüchtigen Schneidergeh.
Hofferbert, Ahaſtraße 10.
16579dfs) Geſucht ein jüngerer
Dreher
ſowie ein jüngerer
Hobeler
zum alsbaldigen Eintritt.
Eisenwerk Eberstadt.
2 tüchtige Packer
finden dauernde Beſchäftigung bei (16453md
Vereinigte Mitteldeutsche Cigarrenfabriken
Geſellſchaft mit beſchr. Haftung, Luiſenſtr. 6.
16405imd) Ein kräftiger unverheirateter
Fuhrknecht geſucht.
Näheres in der Expedition ds. Bl.
Jg. Hausbursche
(Radfahrer), mit guten Zeugn. geſ. (16541
Haas & Bernhard, Rheinstrasse 19.
Fahrräder
und
(*20604
Nähmaschinen
werden gut und billig repariert.
Alles Zubehör am Lager.
Chr. Bebus, Mechaniker
Tel. 1737.
Karlſtraße 79.
Pote Sprungfederrahme, Strohmatratze
(für Mädchenbett), Teppich, 2 pol.
Eck=
tiſchchen wegen Umzug zu verkaufen
Schloßgartenſtraße 73, I.
I16473a)
Suche 2 gebr., gut erhaltene Füllöfen
zu kaufen (für 2= Zimmerwohnung,
Näheres bei Ofenſetzer Jährling, Roß=
(16571a
dörferſtraße 26.
Wegen Aufgabe der Zucht
5 weiße Brünner Tauben billig zu verk
Ernſt=Ludwigſtraße 29,
*20571)
Gesucht
gebrauchte Hundehütte für Collie
Soderſtraße 60.
*20577)
Zmmer
Studentenverbindung
dungen mitlückenloſem Lebenslauf und ſucht grösseres Lokal evtl. mit Neben=
Reſerenzen erbeten unter B 7580 zimmer auf Oktober. Off. unter MI 95
(*20556
mit Wohnung
Kleiner Ladenper ſofort zu
mieten geſucht. Off. mit Preisangabe unt.
16554M) Für eine Fabrik in der NäheL 75 an die Exped. ds. Bl. erb. (1656tod
von Darmſtadt wird per 1. Oktober Für eine kleine Familie, 3 Perſonen, wird
& eine 2. Zimmerw. oder 2 Zimmer mit
für Bureauarbeiten ein
Kab. in Mitte der Stadt oder
Johannes=
viertel zu mieten geſucht. Offert. mit Preis
u. M 38 an die Exped. ds. Bl. (16415ids
Janger Mahn
Für einen Sekundaner
wird zun 1. Otober eine Peuſion, am
gesucht.
liebſten unter männlicher Leitung, geſucht.
Stenographie und Maſchinenſchreiben Angebote nebſt Bedingungen werd. erb. an
erforderlich. Bewerber, welche in der Oel=die Exped. ds. Bl. unt. Mà 85. (16536df
und Seifen= oder Futtermittelbranche
Peſſ. Beamter ſucht 2 möbl. Zimmer per
Erfahrung beſitzen, bevorzugt.
Ausführliche Offerten unter P. 8. P. 302 ſofort. Offerten unter N 5 an die
(*20598
Expedition ds. Bl.
an die Expedition dieſes Blattes.
16549f!) Einige aufgeweckte unbeſcholtene
Möbl. Zimmer
Leute (nicht unter 22 Jahren) ſinden
m. Schreibtiſch geſ., ſep. Eing., mögl. Nähe
Rheinſtr. Off. u. N 6 a. d. Exped. (*20595
lohnende Stellung
chtung! Beſſ. Herr ſ. a. Heim i. ei.
bei reellem Unternehmen. Vierwöchige Probezeit
gegen eutſprechende Bezahlung. Angebote unter A estklurort a. d. B. Off. unt. 2 5
W 1048 an die Expedition dieſes Blattes. an die Expedition ds. Blattes. (*20606dfso
Nummer 198,
n folgenden dren Artikeln
zu ganz aussergewöhnlich billigen Preisen.
Stoffhandschuhe für Herbst
von 15, 22, 35, 48, 56, 62 Pfg. und höher
— Seidene Handschuhe
von 94 Pfg. und höher
Strümpfe in glatt und durchbrochen
von 30, 44, 65, 74, 96 Pfg. und höher
Rock-Volants
Mk. 1.90, 2.55, 3.20 und höher.
Beachten Sie, bitte, meine Schaufenster.
(16574)
Gg. Heckmann-Schmidt
Ludwigsstrasse 8.
Inh. F. Stephani
Telephon 1388.
Bringe meine
Prima I. Qualität, nicht zu fettes
Bammeinelich
in Empfehlung.
96 Pfg.
Keule (wie gewachſen).
96 Pfg.
Rücken (wie gewachſen) .
90 Pfg.
Rücken (gerollt) . .
90 Pfg.
Schulter und Kamm
60 Pfg.
Ragout .
60 Pfg.
Braten (gerollt)
60 Pfg.
Bruſt .
gehackte K.=Koteletts à St. 20 Pfg.
zu jeder Zeit erhältlich (15761a
Metzgerei Egner
Inhaber: W. Falter
„Kirchſtraße 2. —
Früh-Kartoffeln
Kaiſerkrone u. Zwickauer
25 Pfd. 1 Mk., empfiehlt
Joh. Walter (15762a
Telefon 1598. Ecke Wieners- u. Rossdörferstr.
Frisch gepflückte
Preiſelbeeren
keine abgelagerte minderwertige Ware, per
Pfund 27 Pfg., inkl. Körbchen von 8 Pfd.
an, verſendet jedes Quantum unter
Nach=
nahme Gustav Schirm, Mannheim-
Neckarau. Poſtkarte genügt. (316381,77
* Komen „
Ia Hausbrand, ſtückreich, à Ztr. Mk. 1.13
Ia Nußkohlen II, dopp. geſ. u.
grußfrei .
Ia Nußkohlen III, dopp. geſ.
Unionbriketts .
16
bei Abnahme von mind. 25 Ztr. frei Keller
gegen Kaſſa, exkl. Oktroi. Offerten unter
K 24 an die Expedition ds. Bl. (B15831
friſch geleert, v. 200 bis
Weinfässer, 600 Liter, billig zu
ver=
kaufen Landwehrſtraße 7.
(15903a
Großer, ſehr ſchöner
Herren-Schreibtisch
in Eichenholz, mit reicher Bildhauerarbeit
für 225 Mk zu verk. Näh. Exped. (16213t
Leere Kiſten
und Verſandkartons abzugeben
B16324) Beſſungerſtraße 1, Laden.
Heyl&John, Manufakturwaren. (273a
Für altes Eiſen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art,
Ge=
ſchäftspapiere, Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens zahle ſtets
die höchſten Preiſe.
(B689
Alfred Haas,
Heerdweg 12.
Telephon 1410.
Aufträge werden jederzeit prompt erledigt.
Union Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Ein neuer Jahrgang beginnt ſoeben von:
Aus Buch Tur Elle
Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
46. Jahrgang
erſcheinende illuſtrierte Familienzeitſchrift!
Beſondere Vorzüge:
Große Reichhaltigkeit, ſorgfältig gewählter intereſſanter Inhalt, viele
pracht=
volle Illuſtrationen, außerordentliche Billigkeit.
Jährlich 28 Hefte. Preis für das Heft nur 30 Pfennig.
Blbllollen der Unternalung und des Wissens
Jährlich 13 elegant in Leinen gebundene, reich
illuſtrierte Bände zum Preiſe von nur je 75 Pfg.
In vielen Millionen von Bänden verbreitet, hat unſere „Bibliothek” ihre
Hauptaufgabe, jedem Bücherliebhaber Gelegenheit zu geben zur Anlegung einer
wirklich gediegenen. —dſte Unterhaltung und eine unerſchönfliche
flünd=
grübe des. Willens= zugleich bietenden
Privatbibliothek,
während ihres 34 jährigen Beſtehens ſtets aufs beſte erfüllt.
Beſtellungen nehmen Buch= und
Kolportage=
handlungen, Journalexpedition ꝛc. entgegen.
(C16000,51
armstädter Bettfedern-
Dämpf- u. Reinigungs-
Anstalt neust. Systems
Bleichstr. 1. Leonhard Menger. Tel. 1603
Dämpfen, Reinigen und Desinfizieren
aller Bettfedern. Lager in Federn, Daunen
u. Varchent in allen Preislagen. (691a
Steppdecken.
hübſche Muſter, z. von 4 Mk. a. gef.,
mod., ſog. Dannenmuſter, 9. 3 Mk. Jan.
Karlſtraße 42, Ga
690a)
Wabrkanwesch i Darmstaut
der elektrotechnischen Branche
mit neuzeitlich eingerichteten hellen großen Fabrik=, Hof= und Büro=Räumen ſowie
ſchönem Wohngebäude und anſtoßend daran eine prachtvolle, mit allem Komfort der
Neuzeit eingerichtete Villa mit ſchönem Luſtgarten unter äußerſt günſtigen Bedingungen
zu verkaufen. — Die ſämtlichen offerierten Liegenſchaften werden infolge Auflöſung
der Fabrik — auch getrennt — abgegeben und bietet ſich für Liebhaber eine ſelten
günſtige Gelegenheit. — Selbſtkäufer erfahren Näheres durch das Immobilienbüro von
Hermann Marx, Darmstadt, 23½ III Grafenſtraße 23½ III. Telef 1468. (P16050
Bitte zu beachten!
Besichtigen Sie ohne Kaufzwäng
die preiswürdigen Spezial-Modelle
meiner Pianos von Mk. 450 an, mehr-
Jährige Garantie, bequeme Zahlweise
— Eintausch. —
Alleinvertretung: Rud. Ibach Sohn,
Kais, Hofpianoforte-Fabrik
etc.
etc.
(14845a
GEoRG THIEs NACHF. , LEOP. ScHÜTTER,
Hoflieferant, Elisabethenstr. 12.
Luterhaltener eiſerner Ofen billig zu
ver=
kaufen Heinrichſtr. 93.
St. (*20412nd
habe ich mehrere
Wegen Umzug gut erhaltene
Betten, auch ſonſtige Möbel, zu verkaufen.
verlobte
kaufen am beſten ihre Schlafzimmer=
Einrichtung Saalbanſtraße 27
Meine neuen Modelle
in kompletten
8
beſtehend aus:
1 Büfett, zwei= bezw. dreiteilig
1 Anrichte
1 Auszugtiſch für 12 Perſonen
1 Diwan, 6 Lederſtühle
n verſchied. Tönen gebeizi bezw. geräuchert
zu Mark
500
bein. Met 4 75
zeichnen ſich durch ihre
eleganten Formen
und
praktischen Grössenverhältnisse
ganz beſonders aus.
(C6864,55
Infolge fachmänniſcher Beaufſichtigung
leiſte für jedes bei mir gekaufte Stück
weitgehendſte Garautie.
Teorg Schittr
Möbel und Dekorationen
Schlossgraben 13a
Telefon 891.
Gegr. 1879.
Achtung!
100 Stück geſchälte Gerüſtſtangen für
Weißbinder, Einfriedigungs=
Fichten=
ſtangen, Lärchenpfoſten, 1 Faßrollchen,
10 Zentner Tragkraſt, alles um einen billigen
Preis zu haben bei Georg Hach, Eber=
(16455mdf
ſtadt, Weingartenſtr. 10.
Usram-‟
Lampen
16, 25, 32 und 50 Kerzen
110 V.
Mk. 2.— ohne Steuer
zu beziehen durch
Gq. Keil
Elektr. Institut
17 Kirchstrasse 17
neben d. Stadtkirche
Telephon 769.
Pianmoss
gebrauchte von 200 Mk.
neue von 500 Mark an
(5Jahre Garantie) ſtets vorrätig (Teilzahlg.)
Georg Thies. Nachf. Leopold Schutter
Eliſabethenſtraße 12. (232a
Feine goldene
Herren-Uhrkette
für 30 Mk. zu verkaufen. (16443mdfs
Näheres in der Expedition ds. Bl.
Wer dort?
hier V. Schatz, Kleine Bachgaſſe 1. 8
Ich komme ſofort und zahle Ihnen für
getragene Kleider, Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbetten ſtets die höchſten
Preiſe. Telephon Nr. 1924. Poſtkarte genügt.
39₰7
die unter Haarausfall und Schuppenbildung
zu leiden haben, ſind die Erfolge, die bei
Gebrauch von Brenneſſel=Waſſer mit
Birkenzuſatz erzielt werden. Allein echt
bei: Gg. Frank, Eliſabethenſtraße 9,
Telephon 886. Spezialgeſchäft für Damen,
Shampooing nach engl. Syſtem, elektriſche
Haartrocken=Anlage. Anfertigung eleganter
Haararbeiten, Haarfärben und Haarbleichen
in jeder gewünſchten Nüance. (7866a
Zu erſtagen Alexanderſtr. 5, part. (16436imd (leichte Zahzungsbedingungenl. (B15882
[ ← ][ ][ → ]36 108.
Donnerstag, 25. Auguſt.
hergestellt in unseren Fenstern Ludwigsstraße, verbunden mit großen Sonderverkäufen.
Wir bitten um Besichtigung und das Urteil der geehrten Kundschaft. Die Fenster bleiben bis ½11 Uhr abends erleuchtet.
Fenster
Klöppelspitze Baumwolle Mtr. 10 Pfg. Klöppelspitze
Mtr. 12-15 Pfg.
Leinen, schmal
Klöppelspitze Baumwolle Mtr. 15 Pfg.
Klöppelspitze
Ntr. 28-45 Pfg.
Leinen, mittel
Klöppelspitze Baumwolle Mtr. 22 Pfg. Klöppelspitze
Mtr. 38-65 Pfg.
Leinen, breir
Klöppelspitze
Ntr. 35-45 Pfg.
Leinen, Handarbeit, schmal
Klöppelspitze
Mtr. 58-75 Pfg.
Leinen, Handarbeit, mittel
Klöppelspitze Ntr. 85-120-175pfg.
Leinen, Handarbeit, breit
Fenster 2.
Kragen für Herren. Leinendecke 45-55 Pfg.
mittelhoch in 10 neuen Formen
Kragen für Herren. Leinendecke 55-65 Pfg.
hoch in 10 neuen Formen
Kragen für Knaben
in 6 chiken, neuen Formen
25-35m
Pfg.
Manschetten 2 Knopf 45-55-65 Pfg.
Leinendecke, runde Ecken
Manschetten 2 Knopf 45-55-65 Pfg.
Leinendecke, spitze Ecken
Weiche Herrenkragen 50-65 Pfg.
für Sporthemden, weiß Piqué
0
Oberhemden
3.25-4.00 Mk.
glatte Brust, mittelfeiner Stoff
Oberhemden
4.50-5.50 Mk.
gestickte oder Faltenhrust, vorzüglicher Stoff
Oberhemden
5.75-6.75 M.
halbgestickte Piquébrust oder weiche abgesteppte
Fältchenbrust, hochvornehme Neuheit
Fenster 3.
Damen-Hemden
4eckig. Auschnitt, Eins. od. Languette
Damen-Hemden
Vorder- u. Achselschluß m. Languette
Durchweg
Damen-Beinkleider
Knie- od. Pumpfasson, Stickerei-Ansatz
95
Anstands-Röcke, Croisé
Pfg.
mit Volant und ausgenähten Bogen
Nacht-Jacken, Croisé
mit Zackenbesatz
Damen-Hemden
Eckiger Ausschnitt, Fältchen-Garnitur
Feston-Besatz
Damen-Hemden
Kretonne, in versch. Ausführung
Damen-Beinkleider
Renforcé mit Stickerei-Volant .
Anstands-Röcke, Piqué
Mit Volant und Schnurlanguette
Nacht-Jacken, Croisé
Umlegkrag., Hohlsaumlang., Fältchen
Durchweg
1.75
Mk.
Damen-Hemden
Vorder- und Achselschluß. Ringsum
Handfeston
Phantasie-Hemden
Reich garniert, 10 versch. Ausführg.
Damen-Beinkleider
Knie- od. Pümpfass., Fältch. u. Stick.
Anstands-Röcke, Croisé
mit rundem Gurt und Languette
Nacht-Jacken.
in verschied. Stoffen u. Ausführung.
Durchweg
Mk.
(16586
Exquisit feine Genres.
Danenhenten
3.50-4.50-5.50 Mk.
Damenhosen
Hohlsaum und Handarbeit.
Damenjacken
Von friſch eintreffenden Sendungen
empfehle:
Hordses Schentische
in allen Größen
Herdsee Kablad
Bratſchellfiſche
Ia. Rotzungen .. Schollen
Größte Schellfiſche
kopflos, per Pfund 35 Pfg.
Hochfeine Isländer
Matjes=Heringe
Stück 25 und 30 Pfg.
Gebackene Fischkoteletts
täglich friſch (C16569,11
Fiſch=
Fertig’8 handlung
Telefon 641.
Karlstrasse 47.
Neue Mobel
prima Arbeit unter Garantie, hochfein.
Schlafzimmer, Salonſchrank’ prachtv.
Diwaus, groß. Schreibtiſch, Bücherſchr.,
Diplomat, eich. Lederſtühle, Ottomane,
m. Decke, Spiegelſchr., Sofa m. 2 Seſſel,
f. Vertiko, Bilder, Trumeauſpieg., eich.
Flurgarderoben, pitch-pine=Küche,
Bett=
ſtellen, Matratzen, Kleiderſchr.,
Auszieh=
tiſch, Küchenſchr., all. außergewöhnl. z. vk.
*20561) Friedrichſtr. 36, part., Vordh.
verk.
Wertvolle Briefmarkenſamml.” Oft.
unter M 94 an die Exped. ds. Bl. (*20560
Möchste
Preiſe zahle ich für getragene Herren=
und Damenkleider, Stiefel und Wäſche.
Jeden Mittwoch hier. Off. unt. F 44 an
die Expd. ds. Bl.
(16542dsi
Billige Klavier- u. Violin-Noten
beſſere Unterhaltungsmuſik jeden Genres,
mit 50 pCt. und mehr Ermäßigung
*20535ds) Hoffmannſtr. 5½, 2. Stock.
G
ebr. Möbel u. Betten werd. fortwährend an= u.
verkauft bei J. Lich, Alexanderſtr. 3. (5919a
Henkel’s Bleich-Soda
achte man genau auf untenſtehende Packung und weiſe
Nachahmungen, da meiſtens minderwertig, energiſchzurück.
Bleich=Soda
Garantikd
chlorfrei.
Spartbedeutend Seife, macht die Wäſche
blendend weiß. Uebertrifft bei allen
Rei=
nigungszwecken die Soda durch raſchere
u. gründlichere Wirkung, macht
nament=
lich Metallſachen ſehr klar u. Holzſachen
ſehr weiß. Greift Hände u. Wäſche nicht
an. Löſt ſich in Waſſer ſehr raſch, ſollte
deshalb in keiner Haushaltung fehlen.
(E16046
Doeruigungs Teschuff
Telephon
1286
Georg Oesterling
Lauteſchläger=
ſtraße 10.
Wanzerrac, wie neu, mit Freilauf, ſehr EEein noch wenig gebrauchter Sitz= und
. billig zu verkaufen
(*20554 Liegewagen preiswert zu verkaufen
Roßdörferſtraße 23, part. Dieburgerſtraße 69, II., links. (*20553df
Piano=Gelegenheitskäufe.
1 Flügel Schiedmayer & Söhne Mk. 360
1 Flügel Schiedmayer
„ 1100
„ 310
1 Piano
350
1 Piano .
450
1 Piano .
460
1 Piano .
Mehrere Tafelklaviere, darunter Firmen
wie Lipp & Sohn, Schiedmayer Stuttgart von
80 Mk. an. Neue Pianos von 480 Mk. an.
Heinrich Arnold
Hofpianofortefabrik
Verkaufsräume u. Fabrik
nur Mühlstrasse 1 bis 3
direkt neben dem Militärlazarett.
5 Ehrendiplome und Medaillen auf ersten Ausstellungen
Achtung. Womn dein!
zu Jakob Friedel
mit beſſ. getrag. Herrenkleidern, weil er
die höchſten Preiſe zahlt für Schuhe,
Stiefel, Wäſche, alte Federbetten,
Zahn=
gebiſſe ꝛc. Gebrauche viele beſſere getragene
Kleider wegen großem Maſſen=Verſand nach
Rußland. Bitte nur ſich zu wend. an (16570a
Jakob Friedel, Schloßgaſſe 29.
4½ Ps. d. Diionmotor
für Wagen oder Station, waſſergekühlt,
verſchiedene Luftſchläuche u. Autoreifen.
(*20541
Gelegenheit billig.
Auto-Schäfer, Grafenſtraße 22.
Sofa mit 2 Seſ., 1 vv.
Zu verkaufen: und 4eckig. Tiſch,
Rohr=
ſtühle, Nachttiſch, 1 alt. Kanapee uſw., verſch.
Herrenkl., 1 f. neuer ſchw. Gehrockanz., 1 grauer
Sackanz. u. ſonſt. f. mittl. Stat., 1 Kuchen= u.
Bügelbrett Roßdörferſtr. 16, part. (16530df
Für Herrſchaften u. junge Leute.
Ich kaufe abgel. Kleider, Stiefel, Bettwerk,
alte Fahrräd., alte Zahngeb. Poſtk. genügt
16104a) M. Obstfeld, Kl. Bachgaſſe 7.
faſt neuer Frack (ſchwarzſeidenes Futter
1 mit Weſte), Mittelgröße, 1 Smoking=
An=
zug, 1 paar faſt neue Lack=Schnürſtiefel,
hoher Seidenhut, Zylinder billig zu verk.
Schloßgartenſtraße 73, I.
16474a)
Gratis verſ. Katalog über
wirklich gute Zucht=, Lege= und
Raſſehühner. M. Becker, Weidenau,
(75, Sieg. Tauſ. Anerk. (124490
Junge Hühner
zu verkaufen Neue Ireneſtraße 66, 1. St.
links, vormittags bis 1 Uhr. (16568df
Der Pfarrer von Gamsegg.
Roman von Erich Ebenſtein.
(Nachdruck verboten.)
13)
Bei dem Namen Friedberg fällt mir ein, daß Papa
vor etwa zwei Monaten erwähnte, er ſtände mit einem
Herrn in Friedberg in Korreſpondenz wegen Ankaufs
einer neuen Sämaſchine. Er erzählte uns, der Mann
habe eine ganz eigenartige Konſtruktion erfunden und
möchte ſeine Erfindung patentieren laſſen. Papa
in=
tereſſierte ſich ſehr für die Sache, er wolle ſich die
Ma=
ſchine mal anſehen. Ich ſprach heute mit meiner
Schwe=
ſter Eva darüber — auch ſie erinnert ſich aller
Einzel=
heiten.
Ein ganz guter Reiſevorwand. Wiſſen Sie
viel=
leicht, wie der Mann heißt?
Nein. Aber ich begreife wirklich nicht, warum Sie
jede natürliche Erklärung von der Hand weiſen und
mit Gewalt nach Spuren in einer Richtung ſuchen, die
ſicher gar nichts mit dem Verbrechen zu tun hat?
Das müſſen wir doch erſt abwarten!
Aber wozu braucht man das alles, da doch durch
die Ausſagen Stigls und den Fund der Mordwaffe
im Pfarrgarten des Pfarrers Schuld ſchon ſo gut wie
erwieſen iſt?
Mich intereſſiert das Motiv. Das möchte ich
feſt=
ſtellen!
Wenn Sie ſtatt deſſen doch lieber den armen
För=
ſter entlaſten wollten! Meine Hand lege ich dafür ins
Feuer, daß er unſchuldig iſt.
Hempel antwortete nicht. Er blickte nachdenklich
auf die Papierreſte, die vor ihm lagen, und die ſo viel
oder ſo wenig bedeuten konnten. Dann legte er ſie
vorſichtig in ſein Taſchenbuch.
Im ſelben Augenblick öffnete ſich die Tür, und
Eva trat ein. Sie ſah blaß aus und hatte verweinte
Augen.
Nun, Eva, iſt’s ſchon Zeit zum Abendeſſen? fragte
Hermann und ging ihr entgegen.
Ja, Hermann, ich wollte Dich eben rufen — auch
Herr von Saſſen iſt drüben, er kam vor einer halben
Stunde —
Gut, wir kommen gleich mit Dir hinüber. Doch
geſtatte, daß ich Dich zuvor mit meinem neuen Freunde,
Herrn Hempel, bekannt mache, der ſich zu ſeiner
Er=
holung für einige Wochen in Gamsegg niedergelaſſen
hat. Meine Schweſter Eva, fügte er, zu Hempel
ge=
wendet, hinzu.
Seien Sie willkommen bei uns! ſagte ſie einfach,
aber herzlich. Viel Frohſinn werden Sie leider jetzt
hier nicht finden!
Während ſie die Zimmerreihe durchſchritten, die
in den Speiſeſaal führte, legte Hermann den Arm um
Evas Taille und fragte leiſe:
Was hat’s denn wieder gegeben, Herz? Du haſt
geweint?
Eva ſenkte den Kopf wie ſchuldbewußt.
Verzeihe, Hermann, ich ſeh’s ja ein, wie töricht es
iſt — aber es tut mir ſo weh, mitanſehen zu müſſen —
Was denn? Daß Anne=Marie ſich freut, wenn
Saſſen kommt?
Eva nickte. Es iſt ſo kurz ſeit —
Aber — Kind. Er ſtrich ihr zärtlich über die
ſchmalen Wangen. Es iſt doch auch natürlich! Das
Leben fordert ſein Recht, Anne=Marie iſt jung, Saſſen
iſt ein ſo lieber, guter Menſch, daß man es begreifen
muß, wie ſeine Liebe ihr jetzt wohl tut und ſie vergeſſen
macht.
Sie traten in den Speiſeſaal, der hell erleuchtet
war. Hempel wurde Anne=Marie und Saſſen
vorge=
ſtellt, dann ſetzte man ſich zu Tiſch.
Immer wieder flog Hempels Blick in heimlicher
Bewunderung zu Anne=Marie hinüber. Was war das
für eine herrliche Frau! Groß, voll und doch ſo
wun=
derbar ebenmäßig gebaut.
Wahrlich, dieſe Frau hätte nicht den goldenen
Hin=
tergrund ihres großen Vermögens gebraucht, um
fas=
zinierend auf Männerherzen zu wirken. Man brauchte
bloß ihre weiche Stimme zu hören, die Anmut ihrer
Bewegungen zu erfaſſen oder einen Blick ihrer
tief=
dunklen, großen Augen aufzufangen, um zu begreifen,
wie leicht ſie einen Mann feſſeln konnte.
Und Arthur von Saſſen machte keinen Hehl aus
ſeiner Liebe. Er hatte nur Augen für ſie, er ſprach nur
für ſie.
Etwas männlich Würdevolles lag dabei in ſeinem
Weſen. Er erzählte von fremden Ländern, die er
durch=
reiſt, von intereſſanten Menſchen, die er kennen
ge=
lernt hatte, und alles, was er ſagte, war wie eine
Hul=
digung, die er zu den Füßen ſeiner Geliebten
nieder=
legte.
Obwohl er, der Trauer des Hauſes, in dem er Gaſt
war, Rechnung tragend, es ſtreng vermied, beitere
Dinge zu berühren, durchzog doch all ſeine
Erzählun=
gen eine gewiſſe harmloſe Freudigkeit, die auſteckend
wirkte und als man beim Nachtiſch angekommen war,
lag ſelbſt auf Evas Geſicht wieder ein Hauch ſüßen
Frohſiuns, wie er ihren Jahren entſprach.
Hempel aber geſtand ſich ein, daß er ſich kaum
je=
mals unter Menſchen ſo wohl und behaglich gefühlt
hatte, wie an dieſem Abend.
Als ſie gegen elf Uhr aufbrachen, ließ es Herr von
Saſſen nicht anders zu, Hempel mußte nit ihm in
ſeinem Wagen bis zum Dorf fahren.
Unterwegs ſagte Saſſen warm: Ich weiß nicht, wie
Sie darüber denken, mein Herr, aber was mich
be=
trifft, ſo ziehe ich ſolch einen ſtillen, ruhigen Abend im
Familienkreiſe den glänzenden Feſten der Welt vor!
Geld und Gut — das könnte ich leicht miſſen, aber ein
trautes Heim haben und ein liebes Weih darin, das
war, was ich mir allzeit vom Schickſal wünſchte!
Nun, ich glaube, Sie ſind jetzt auf dem beſten Wege
dazu! lächelte Hempel, und wäre ihm Saſſen nicht gleich
ſynathiſch geweſen, er hätte faſt eine Spur von Neid
empfunden, als er an Anne=Marie dabei dachte.
Saſſen ſeufzte leicht.
Ich hoffe es. Aber ich wäre meinem Glück wohl
ſchon näher, wenn nicht dieſer unſelige Trauerſall
da=
zwiſchen gekommen wäre, der uns nun zwingt, zu
warten. Haben Sie Frau von Portens Bruder
ge=
kannt?
Nein, ſagte Hempel, aber nach ſeinen Angehörigen
zu ſchließen, muß er wohl ein ſelten tüchtiger Mann
geweſen ſein.
Ja, das war er. Brav und tüchtig. Ein guter
Vater und —
Der Wagen hielt plötzlich, das Dorf war erreicht.
Hempel empfahl ſich und ſtieg aus.
Ein kalter Wind wehte über das Tal und rüttelte
an den alten, windſchiefen Häuſern des Dorfes, das
ſchon im tiefen Schlafe lag.
Hempel ſtand noch eine Weile einſam auf der
Landſtraße und blickte zurück nach der Anhöhe, auf der
das ſteilgiebelige Gamsegger Herrenhaus lag. Dann
ſchritt er raſch ſeiner Wohnung zu.
So war das Leben. Voller Kontraſte und ewig
wechſelnd. Vor wenigen Wochen hatten ſie aus dem
ſtolzen Gut den Herrn zu Grabe getragen, und wer
weiß, wie bald klangen die Gläſer zuſammen in
fröh=
lichem Hochzeitsjubel.
Schöne, wunderbare Anne=Marie! murmelte
Hem=
pel leiſe vor ſich hin. Ich wollt’, ich wäre dieſer
glück=
liche Saſſen!
(Fortſetzung folgt.)
in allen Preislagen, feinste engl.
Modelle, größte Auswahl (1158a
J. Donges & Wiest, Grafenstr. 26.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
(65bl.
Donnerstag, 25. Auguſt.
1910.
Bekanntmachung.
Indem wir nachſtehende Polizei=Verordnung veröffentlichen, bemerken wir,
daß die in der Polizei=Verordnung vom 3. November 1904 (Meldeordnung) enthaltenen
Vorſchriften über die gleiche Angelegenheit mit dem 1. September I. Js. außer
Wirk=
ſamkeit treten.
Darmſtadt, den 17. Auguſt 1910.
Großherzogliches Kreisamt.
Fey.
Polizei=Verordnung
für die Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt,
die Aufnahme von Fremden in Gaſtwirtſchaften, Fremdenpenſionen und Herbergen
betreffend.
Auf Grund der Artikel 81, 82 und 83 des Polizeiſtrafgeſetzes und des Artikel 78
der Kreis= und Provinzialordnung wird unter Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes und
mit Genehmigung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern, zu Nr. M. d. J. 12538
vom 6. Auguſt 1910 für die Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt folgendes
verordnet:
§ 1.
Jeder Gaſt= und Herbergswirt, ſowie jeder Inhaber einer Fremdenpenſion iſt
verpflichtet, alle bei ihm übernachtenden Fremden ohne Unterſchied des Standes und
ohne Rückſicht auf die Zeit, während der ein Fremder bei ihm wohnt, in ein Verzeichnis
(Fremdenbuch) einzutragen. Dieſes muß folgende Einteilung haben:
a) laufende Nummer nach Jahrgängen,
b) Namen,
c) Stand,
Muſt.
e) Begleitung des Fremden,
f) Tag der Ankunft,
6) Tag der Abreiſe
Das Fremdenbuch muß ferner mit fortlaufenden Seitenzahlen verſehen ſein und
darf nicht eher in Gebrauch genommen werden, als es von der Ortspolizeibehörde
abgeſtempelt und mit Vermerk über die Seitenzahl verſehen worden iſt.
Das Fremdenbuch iſt der Polizeibehörde oder ihren Beauftragten auf Erfordern
jederzeit vorzulegen.
§. 2.
Die Fremden ſind verpflichtet, den Gaſt= oder Herbergswirten oder Inhabern
von Fremdenpenſionen die zur ordnungsmäßigen Führung des Fremdenbuchs
erforder=
liche Auskunft wahrheitsgemäß zu erteilen.
§ 3.
Die Gaſt= und Herbergswirte, ſowie die Inhaber von Fremdenpenſionen ſind
verpflichtet, täglich bis acht Uhr vormittags über alle in den letzten vierundswanzig
Stunden erfolgten Aufnahmen von Fremden der Ortspolizeibehörde durch Vorlage
eines Auszugs aus dem Fremdenbuche Meldung zu erſtatten. Von dieſer Vorſchrift
können von Großh. Kreisamt Darmſtadt Ausnahmen zugelaſſen werden.
§ 4.
Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften werden, ſoweit nicht andere
Strafbeſtimmungen anzuwenden ſind, mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark beſtraft.
§ 5.
Dieſe Polizeiverordnung tritt am 1. September 1910 in Kraft.
Darmſtadt, den 17. Auguſt 1910.
(16326sid
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Straßenſperre.
Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird der Hohle Weg zwiſchen
Ring=
ſtraße und dem Haus Nr. 40 vom 26. Auguſt bis zum 20. September ds. Js. für den
Fuhrwerksverkehr geſperrt.
(16576
Oktroi für Weine.
Der in der Stadtgemarkung hergeſtellte Wein und Obſtwein unterliegt der
Oktroiabgabe.
Die Wein= und Obſtweinproduzenten haben vor Beginn der Kelterung der
Oktroi=
verwaltung ſchriftlich oder mündlich Anzeige zu erſtatten unter gleichzeitiger Angabe, an
welchen Tagen die Kelterung begonnen und ſie beendet werden ſoll. Sie erhalten
hier=
über eine Beſcheinigung, die ſie im Kelterhauſe aufzubewahren und dem mit der
Auf=
ſicht beauftragten Oktroiperſonal auf Verlangen vorzuzeigen haben.
Die Kelterung wird durch das Oktroiperſonal überwacht, dem zu jeder Zeit
bereitwillig zu geſtatten iſt, die Menge des produzierten Moſtes ſowohl im Kelterhaus
als im Keller feſtzuſtellen. Solange dieſe Feſtſtellung nicht ſtattgefunden hat, darf
von dem gewonnenen Moſt nichts in Verbrauch genommen oder entfernt werden.
Nach beendigter Kelterung wird der Oktroi von dem hergeſtellten Moſt nach den
Sätzen des Oktroitarifs berechnet und erhoben. Hierbei werden von der durch die
Aufnahme ermittelten Geſamtmenge 5 Prozent für Hefe in Abzug gebracht.
Ausgenommen von den vorſtehenden Kontrolmahregein ſind dieſenigen
Wein=
händler im großen, denen die im § 2 der Bekanntmachung vom 30. November 1903,
betreffend den Oktroitarif, vorgeſehene Erleichterung für den Weingroßhandel
zu=
geſtanden iſt. Sie haben nach Anleitung der Verwaltung ein beſonderes Kelterregiſter
zu führen, in das die Menge des hergeſtellten Moſtes täglich gewiſſenhaft einzuſchreiben
iſt. Am Schluſſe der Kelterung haben ſie einen durch eigene Unterſchrift beglaubigten
Auszug aus dem Regiſter der Verwaltung zuzuſtellen, auf Grund deſſen die
Berech=
nung und Erhebung des Oktrois erfolgt.
Der Oktroiverwaltung ſteht das Recht zu, von dem oben vorgeſchriebenen
Kelter=
regiſter Einſicht zu nehmen.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen werden entweder nach § 15
des Oktroi=Reglements vom 24. Auguſt 1832 als Defraudation zur Strafe gezogen,
oder, falls der Betrag des defraudierten Oktrois nicht feſtgeſtellt werden kann, mit
Ordnungsſtrafen von 2 Mark bis 30 Mark geahndet.
Darmſtadt, den 20. Auguſt 1910.
(16566a
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V: Mueller.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 25. Auguſt 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung
a) für beſtimmt:
1 Ladenreal mit Unterſatz und Schiebtüren, 1 Ladentheke mit
Glas=
aufſatz, 2 große Reale, 2 kleine Reale, 1 Pult, 2 Wandtäfelungen für
Poſtkarten, 1 Papierſchneidmaſchine, 1 Fahrrad, 1 Revolver, 2 Dolche,
1 Taſchenlicht, 1 Partie Zigarren:
b) ferner vorausſichtlich:
2 Kaſſen=, 8 Kleider= und 2 Eisſchränke, 12 Vertikos, 2 Büfetts, 1 Pianino,
6 Diwans, 5 Sofas, 6 Waſchtiſche, 4 Kommoden, 3 Trumeaux, 5
Schreib=
tiſche, 2 Spiegelſchränke, 8 Spiegel, 20 Stühle, 6 Tiſche, 2 Nähmaſchinen,
3 Fahrräder, 1 Landauer, 1 Pferd, 1 Partie Geſchäftsbücher, Bilder,
Bilder=
leiſten, Servietten, Leinen, Damaſttiſchtücher, 107 Herrenhüte, 13 Zylinderhüte,
20 Miſtbeetfenſter, 1 Partie Weißwein und Spirituoſen, 1 Waſchmaſchine,
1 Dezimalwaage, 1 Kanarienvogel uſw.
Darmſtadt, den 24. Auguſt 1910.
(16534
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
E
„Merkur
33
Auskunftei und Inkasso-Institut für Handel und Gewerbe
Karl Bauer
Telephon 376
Büro: Rheinstrasse 12¾/
gegenüber der Hauptpost
Auskünfte und Einzug von Forderungen auf alle Plätze
— Zahlreiche Anerkennungen.
Auch solche Forderungen auf In- und Ausland wurden mit Erfolg
binnen kurzer Zeit eingezogen, die von anderen Instituten ergebnislos
behandelt wurden.
(15574a
Grösstes Institut in Hessen.
Staatl. konzess. und beaufsichtigte
Hessische Handelslehranstalt
Rheinstrasse 1
DARMSTADT
am Ernst-Ludwigsplatz
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruf.
Das Wintersemester beginnt Dienstag, den 4. Oktober, 8 Uhr.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
(14742a
Sprechstunden:
Wilh. Siederslebem
Montag bis Freitag 12—1 Uhr staatl. geprüfter Handelslehrer u.
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag gerichtlich beeidigt. Bücherrevisor.
3—5 Uhr.
Staatl. beaufsichtigte
Frivat-Handeisschule Darmstaut
Gegründet 1899. Leiter: Oskar Dierker, Mathildenplatz 7.
Handelslehrer u. Bücherrevisor.
für junge u. erwachsene Herren u. Damen
Beginn der Hauptkurse (Dauer 3, 4 u. 6 Monate) am Z. Oktober.
Lehrfächer: Buchführung (einf., dopp. u. amerikan. System), Deutsch, kaufm.
Rechnen, Waren-, Wechsel- und Effekten-Kunde — Kontorarbeiten —
Korrespondenz — Stenographie Gabelsberger (Dauer 15 Stunden) —
Maschinenschreiben usw.
Spezialkurse in Kalligraphie: Deutsch, Latein-, Rund- und Kanzleischrift.
Besondere Klassen und sewerbl. Fortbildungsschüler
(Unterrichtszeit wöchentlich zweimal 3 Stunden von 1—4 Uhr).
Anmeldungen rechtzeitig erbeten.
Meldeschluß für Fortbildungsschüler: 25. September.
(14560a
Meriten e enten e.
Sänglingsſterblichkeit.
Der von der Stadt mit der Firma
Chriſtoph Reich, Wienersſtraße 61, dahier
abgeſchloſſene Vertrag wegen Lieferung von
Säuglingsmilch iſt mit Wirkung vom
24. Auguſt ds. Js. aufgelöſt worden.
Verhandlungen wegen Beſchaffung eines
geigneten Erſatzes ſind im Gange. Die
Intereſſenten werden erſucht, ſich inzwiſchen
anderweit mit einwandfreier Milch zu
ver=
ſehen. Der von der Stadt ſeither für die
Bezahlung der Reichſchen Milch gewährte
Zuſchuß wird ihnen auf Anfordern in
unſerem Bureau, Waldſtraße 6, vergütet
werden.
(16539
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Mueller.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 15. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
leuten, zu Frankfurt a. M., im Grundbuch
der Gemarkung Darmſtadt zugeſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 9415/100 285 Hofreite Heinrichſtr.
Nr. 126,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K67/10
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht Neu eingetragen die Firma:
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (D16543,5
älteſter Gerichtsmann.
Grummetgras=Verſteigerung.
Montag, 29. Auguſt, nachmittags 5 Uhr,
von 10 Loſen der Wiener’ſchen Wieſen.
Be=
ginn am Garten Sensfelderweg. (*20545ds
Firmenschild
billig, 2½—1 Meter, maſſiv Eiſen (*20537ds
Hoffmannſtr. 5½, 2 Treppen.
ast-Auto, für ca. 100 Ztr. Tragkraft,
(*20540
bilig vertäuflich
Auto-Schäfer, Grafenſtraße 22.
Weißbinderarbeiten.
Die Erneuerung des Oelfarbenanſtrichs
der verſchalten Decken ꝛc. in der
Groß=
vieh= und Schweineſchlachthalle des
ſtädi=
ſchen Schlachthofes ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafen=
ſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9, während der
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auch die
An=
gebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Donnerstag, den 1. September 1910,
vormittags 10 Uhr
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 24. Auguſt 1910.
Stadtbauamt
Buxbaum.
(16581df
In unſer Handelsregiſter A wurden
fol=
a gende Einträge vollzogen:
Am 16. Auguſt 1910.
Aenderung hinſichtlich der Firma:
Ph. Lorz, Hoflieferant, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf Jakob
ſoll die den Karl Ludwig Hennemann Ehe=Epting, Kaufmann in Darmſtadt,
überge=
gangen.
Der Uebergang der in dem Betriebe des
Geſchäfts begründeten Verbindlichkeiten und
Forderungen iſt bei dem Erwerbe des
Ge=
ſchäfts durch Jakob Epting ausgeſchloſſen.
Die Firma iſt geändert in:
Ph. Lorz.
Am 18. Auguſt 1910.
Dr. Bachfeld & Co., Darmſtadt.
Inhaber: Dr. phil. Eugen Bachfeld,
Chemiker, Garl Suppes, Apotheker, Oskar
Mittelbach, Glasinſtrumentenmacher,
ſämt=
lich in Frankfurt a. M., Friedrich Techel,
Kaufmann in Darmſtadt.
Offene Handelsgeſellſchaft.
Die Geſellſchaft hat am 1. Juli 1910
begonnen.
Aenderung hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter Möbelinduſtrie
Allei=
niger Inhaber Philipp Feidel,
Möbel= und Polſterwarenfabrik,
(6535
Darmſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
PhilippFeidel, Darmſtädter Möbel=
Dekoration.
Darmſtadt den 20. Auguſt 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
empf. Brust Crämer,
Dwet guterhaltene Zimmertären preig=
I) wert zu verk. Mauerſtr. 15. (*20552Böſipflucker Ludwigsſtraße 7. (16448a
Mider Siſt u. iegelagen
mit Verdeck, wenig gebraucht, zu verkaufen.
Wo ? ſagt die Expedition ds. Bl. (*20527
ſegen Umzug zu verkaufen: 1 Gaslyra,
W1 dreiarmiger Lüſter für Gas, 2 Petrol.=
Hängelampen Schloßgartenſtr. 73, I. (16471a
billigſt Wüh. Castan,
(4723a
Porzellankitt Kirchſtraße 5.
Seite 122
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25. Augnſt 1910.
Nummer 198.
Tarngenleilde Darmstauf.
Sonntag, den 28. Auguſt:
Jamilien=Ausflug
mit Spiel und Tanz.
Abmarſch vorm. 7.30 Uhr von der Anlage am Friedhof ab nach
rundel
Nieder=Ramſtadt - Breiterſtein — Nieder=Modau —
Rodau -Rohrbach — Lichtenberg -Groß=Bieberau.
(Ruckſackverpflegung.) Gemeinſchaftlicher Mittagstiſch findet nicht ſtatt.
Zu recht zahlreicher Beteiligung ladet ein
(16592
Der Vorſtand.
Darmſtädter Konſum=, Spar= u. Produktions=Genoſſenſchaft
Eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftung.
Einladung
zur außerordentlichen Generalverſammlung
Sonntag, den 28. Auguſt 1910, nachmittags 3½ Uhr,
im Gewerkſchaftshaus, Bismarckſtraße 19.
Tagesordnung:
1. Bericht über Genoſſenſchaftstage von 1909 und 1910.
2. Vortrag des Herrn Prof. Dr. Staudinger über: „Genoſſenſchaftliche
Zeit= und Streitfragen auf wirtſchaftlichem Gebiet”.
3. Ergänzungswahlen zum Aufſichtsrat. Es ſind 4 Mitglieder zu wählen.
4. Verſchiedenes und event. Anträge.
Antrag: Verlegung des Jahresabſchluſſes vom 30. September auf den
30. Juni.
Legitimationskarten am Saaleingang vorzeigen.
Um zahlreichen und pünktlichen Beſuch bittet
(16369od
Der Aufſichtsrat: J. Jung.
Städtischer Saalbau.
Heute Donnerstag, den 25. Auguſt, abends 8 Uhr,
(zur Feier des Ludwigsfestes)
Grosses Fest-Konzert
der Kapelle des Grossh. Hess. Artillerie-Regiments Nr. 61
Leitung: Musikmeister M. Weber.
Gastspiel L. Kümmel.
(16532
Besonders gewählttes Programm.
Eintritt 50 Pfg., Studierende und Militär 30 Pfg., Dutzendkarten (Blocks) Mk. 4.
NB. Das Konzert findet Donnerstag bei jeder Witterung (bei ungünſtiger
Witterung im großen Saale) ſtatt.
Ladwigsnole
Ladwigstug!
Donnerstag, den 25. August 1910
Großes Kinder= u. Familienfeſt
Ein Jubeltag für unſere Jugend.
Feſt= und Spielleiter: Herr Eugen Samler (Auerbach).
Grosses Militärkonzert der Kapelle Weber
Kinderſpiele aller Art, Kinderpolonäſe mit Tanz
Wettſpiele mit Verteilung von Geſchenken!
Aufſteigen von Fallſchirm=Luftballons
Ueberraſchungen
(B16547
Anfang 4 Uhr
Eintritt 25 Pfg.
Kinder 15 Pfg.
SekuckenHorf
Donnerstag (Ludwigstag) nachmittags 4 Uhr
Grosses Kinderfest
Konzert einer grösseren Kapelle des Leib-Drag.-Regts. Nr. 24
Kinderpolonäse, Sackhüpfen, Eierlauf, Topflauf usw.
Nach jedem Spiel Preisverteilung.
Verschiedene Sorten Kuchen und Kaffee
Eintritt für jede Person 10 Pfg.
Hieran anschliessend:
eee
Fest-Konzert
der Kapelle des Leib-Dragoner-Regiments Nr. 24
Leitung: Obermusikmeister Rühlemann.
(*20579
Kiren weie mn Pessel
Sonntag, den 28. und Montag, den 29. Auguſt,
findet
Grosse Tanz-Musik
ſtatt, wozu höflichſt einladet
(*20397ds
H. Heberer II., Gastwirt.
tut erhaltenes Fahrrad mit Freilauf! Ein feines pol. neues Vertiko 55 M., ein
billig zu verkaufen
(*20578 guterhaltenes vollſt. Bett 45 M. zu ver=
Blumenthalſtraße 73, 1. Stock links.
dinder=Liegewagen mit verſtellbarem
Sitz für 8 Mk. zu verkaufen (*2057a
Liebfrauenſtraße 77, 3. Stock.
kaufen Bessungerstraße 116. (*20597
Aus Herrſchaftshäuſern gut erh. getrag.
Kleider uſw. kauft man am billigſten
Stiftſtraße 59, part. (16003a
Die Hofbürstenfabrik
befindet sich
(16573ms
nur Schulstrasse 6
im Hause des Herrn LANGE.
Zum 2. sepfember!
Stärker und ergreifender als ſeit Jahren tritt uns durch die vierzigjährige
Ge=
denkfeier in dieſen Tagen die Erinnerung an die unvergeßliche, glorreiche Zeit entgegen,
die uns den Sieg und die Gründung des Deutſchen Reiches brachte, und erregt in
jedem Vaterlandsfreund Gefühle der Erhebung und der Dankbarkeit.
Ernſte Pflicht erwächſt uns, dieſen unſeren Dauk für das von unſeren braven
Truppen damals Getane auch diesmal wieder dadurch zu betätigen, daß wir zum Beſten
unſerer Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen in der Zeit des 2. September in
Gotteshäuſern oder bei ſonſtigen Vereinigungen durch unſere Gaben dazu beitragen,
das Los der Opfer des damaligen Krieges auch weiterhin noch beſſer zu geſtalten, als
Reich und Staat allein es vermögen.
Wir bitten insbeſondere wie früher die evangeliſchen Pfarrämter und
Kirchen=
vorſtände, gemäß der ihnen von Großherzoglichem Oberkonſtiſtorium erteilten Erlaubnis,
bei den betreffenden Gottesdienſten Kollekten für jenen Zweck zu erheben.
Unſere Zweigvereine erſuchen wir, wie ſeither möglichſt für die Verbreitung
dieſer Anſprache und Durchführung unſerer Sammlung zu wirken, insbeſondere an
geeigneten Orten Sammelbüchſen aufzuſtellen.
Alle, welche uns demnächſt die Erträgniſſe von Sammlungen zu übermitteln
haben, bitten wir, dieſelben durch Poſteinzahlung an unſeren Schatzmeiſter, Herrn
I. Hauptſtaatskaſſedirektor Dexheimer, Neckarſtraße 13 dahier, einzuſenden.
Darmſtadt, den 18. Auguſt 1910,
am Tage von Gravelotte.
(16563
Der Heſſiſche Landesverein vom Roten Kreuz, als Landesverein
der Kaiſer=Wilhelm=Stiftung für deutſche Invaliden.
Der Vorſtand.
A. Buchner,
Dr. Weber,
Ober=Regierungsrat,
Oberkonſiſtorial=Präſident a. D.,
Wirkl. Geheimerat,
Schriftführer.
Vorſitzender.
Die unterm 19. Dezember 198 unter Nr. 230 auf das Leben des Herrn Geora
Aumüller, Kaufmann in Darmſtadt, ausgefertigte Lebensverſicherungs=Polize iſt
abhanden gekommen.
Wir bringen dies hiermit zur öffentlichen Kenntnis mit der Aufforderung, die
event. aus dieſer Polize von Dritten geltend zu machenden Anſprüche innerhalb
dreier Monate, vom Datum der Veröffentlichung ab gerechnet, bei uns anzumelden,
widrigenfalls dieſelben nach Ablauf dieſer Friſt als erloſchen gelten und die verloren
gegangene Polize von uns für kraftlos erklärt werden wird.
(16540
Berlin, den 23. Auguſt 1910.
Deutscher Anker,
Penſions= und Lebensverſicherungs=Aktien=Geſellſchaft in Berlin.
C. Schnell.
eisingersches Tünz- und Lanstanastenr-Anstitut
Darmstadt. — Heidelbergerstrasse 108½, II.
Meine Herbſttanzkurſe für Tanz= und Anſtandslehre beginnen, wie alljährlich,
(B15850
anfangs Auguſt und September.
Anmeldungen hierzu nehme in den Sprechſtunden, nachmittags von 7—9 Uhr
und Sonntags von 11—5 Uhr, gefl. entgegen. Verlangen Sie meine
Tanzlehrbeſtim=
mungen (Proſpekt) gratis und franko. Schriftliche Anmeldungen und Anfragen finden
ſofortige Beantwortung. Nachhilfekurſe und Erlernung der Francaiſe=Quadrille zu
jeder Zeit. Kurze Herrenkurſe für Studierende der Hochſchule, ſowie für alle
Zivil= und Militärperſonen. Eigenen Privatſaal in meiner Wohnung.
Friedrich Meisinger und Frau,
Privat= und Inſtituts=Tanzlehrer,
Mitglied der Frankfurter Tanzlehrer=Vereinigung.
Inhaber von Diplomen für Tanzlehrkunst und bester Rekerenzen.
Tapeten
Lincrusta, Leisten, Spannstoffe, Buntglas, Asphaltpapier,
Wachs-
tuche, Markttaschen, Aktenmappen, Gummistoffe, Kinder- u.
Frauen-
schürzen in Ledertuch bezieht man am billigsten und in bester
Qualität durch meine
(8633a
Miederlage
Ernst-Ludwigstr. 4, am weissen Turm. Telephon 486.
Reichhaltige Musterkarten werden auf Wunsch franko ins Haus gebracht.
Darmstädter Tapetchlabrik, Uillelm Enrhardt
Fabrik: Landwehrstr. 63.
(Einzige Tapetenfabrik in Hessen.)
Frachebrlele
nach neuestem Muster
sind in der Geschäftsstelle des Tagblatt zu haben.
2. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
„§ 198.
Donnerstag, 25. Anguſt.
1910.
6D
Martinstrasse
ſſt eine elegante Wohnung, enthaltend ſechs
Zimmer, Küche, Bad, Veranda, Gas und
elektriſches Licht, Fremdenzimmer,
Mädchen=
zimmer, Mitbenutzung der Waſchküche,
Bügelzimmer, Bleichplatz und Trockenboden,
auf 1. Oktober zu vermieten, eventuell auch
Früher. — Näheres Martinſtraße 74 bei
(B12908ids
C. W. Braun.
Mauerstrasse 11, 2. Stock,
ſch. 6=Zimmerwohnung, Balkon u. Veranda,
Mitgebrauch des Bleichplatzes und
Trocken=
bodens, per 1. Oktober ev. früher zu
ver=
mieten. Näheres im 1. Stock. (14162ids
Parcusstr. 1, Beletage,
5=Zimmerwohnung mit allem Zubehör per
1. Oktober zu vermieten. Zu erfragen bei
Bodenheimer, Rheinſtr. 26, Bur. (13285t
1 Zimmer
garten, ſchöne 4=Zimmerwohnung mit
ab=
geſchloſſenem Vorplatz, Gas und ſonſt.
Zu=
behör ſofort zu vermieten.
Wienersstrasse 65, 1. St.,
eine 4=Zimmerwohnung zu verm. (15135od
Pallaswiesenstrasse 1
eine ſchöne 4=Zimmer=Wohnung ſofort zu
vermieten. Näheres parterre. (15608ids
Oſtviertel.
4 Zimmer (2. Stock), 2 Zimmer (Manſarde)
nebſt Zubehör ſofort billig zu verm.
Aus=
kunft Wendelſtadtſtraße 40, 1. St. (16421ids
*20533dmm) Rhönring 105,
neuherge=
richtete 4=Zimmerwohnung per ſofort oder
ſpäter. Näheres parterre.
Karlſtraße 25
2. Stock, ſchöne 4=Zimmerwohnung
(B16546ms
zu vermieten.
11 Neue Niederstrasse 11
neuzeitliche 3=Zimmerwohnung, 1. Stock,
billig zu vermieten. (Weber.) (B14665ids
Heinheimerstrasse 76
ſchöne 3=Zimmerwohnung per 1. Oktober
(13588ids
zu vermieten.
*20316id) Ruthsſtraße 16 (Vorderhaus)
Manſardenwohnung, 3 Räume nebſt
Zu=
behör, zu monatl. Mk. 16.— ſofort zu verm.
Näheres Ruthsſtraße 16 (Laden).
B15779t) Ludwigshöhſtr. 55, 3=Zimm.=
Wohn. mit Zubehör zu 300 Mk. zu verm.
*20363imd) Stiftſtraße 52 (Hinterhaus)
frdl. 3=Zimmerwohng., neuztl., m. Gas und
reichl. Zubeh., zu verm. Näh. daſ. part.
Heidelbergerstrasse 108½
ſchöne 3=Zimmerwohnung ſofort zu verm.
(*20526dsid
mit Abſchluß.
16558a) Liebigſtraße 48, 1. St., ſchöne
3=Zimmerwohnung mit allem Zubeh.
ſo=
fort oder ſpäter zu vermieten.
16562od) Landwehrſtr. 43, Vorderh.,
3=Zimmerwohnung zu vermieten.
1 Zimmer
2= Zimmerwohnung zu verm., Preis 21 Mk.
monatl. Näheres Val. Ganßert, Seitenbau.
16480ids) Viktoriaſtraße 96 2=
Zimmer=
wohnung per 1. oder 15. September.
16487t) Fuhrmannſtraße 14, eine der
Neuzeit entſprechende 2=Zimmerwohnung
per 15. September zu vermieten. Näheres
im Laden.
*19328dsm) Wendelſtadtſtr. 49, part.,
2=Zimmerwohnung ſofort zu vermieten.
Mhte Zimmeree
Wohnung, monatch 14 Mark.
16560ds) Große Kaplaneigaſſe 37 zwei
Wohnungen zu vermieten.
Griesheim
Darmſtädter Chauſſee 23, ganz nahe der
Straßenbahn, ſchöne 3= und 4=
Zimmer=
wohnung, 1. und 2. Stock, mit Gas,
ab=
geſchl. Vorplatz, Kammern u. ſ. Zubeh.,
owie Gartenanteil, per ſof. zu vermieten.
(15184ids
Näheres daſelbſt.
Geriaht, lit Permſicdlertr. 8,
eine freundl. 3=Zimmerwohnung mit allem
Zubehör an ruhige Leute zu vermieten.
(16407a
Preis 180 Mark.
(*20570dsm
Eberstadt.
Schöne 3=Zimmerwohnung m. allem
Zu=
behör u. Gartenanteil n. der Straßenbahn
anderw. zu verm. Neue Darmſtädterſtr. 72.
Uimn Sohnenreich der Kalfst
enn von Max Streese.
(245 Seiten, broschiert 2.50, gebunden 3.50 Mk.)
Aus dem Inhalt:
Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes Darmstadt 1910.
Neo-Impressionismus. Hessische Sezession. Künstlerkolonie, Nacktmalerei,
Landschaffsmalerei, Porträtmalerei, Plastik etc. etc.
Ausstellungen in der Kunsthalle am Rheintor. Saison 1909/10.
Holzschnittkunst, Goldschmiedekunst, Bau= und Raumkunst,
Archi=
tektur, Friedhofskunst, Grabmalkunst.
Professor Albin Müller.
(1593ot
Sosef M. Olbrich’s Heimgang, Eine Erinnerung.
Zu haben in den Buchhandlungen, in der
Aus=
stellung u. in der Exped. des -Darmstädter Tagblattv.
Ernst-Ludwigstrasse 19
(14538a
Nach Antbau
großer, moderner Laden
Gang= und Winterſeite, 27 Meter Tiefe, 126 am Flächenraum mit drei großen
Schaufenſtern, Zentralheizung, Gas, elektr. Licht, eventl. mit Wohnung, per
15. November zu vermieten. Nähere Auskunft durch das Immobilienbüro
von Julius Kahn, Schulstrasse Nr. 15, Telephon Nr. 135, ſowie durch
die Firma Herz Hachenburger Sohn, Rheinstrasse 1, Teleph. Nr. 339.
15747id) Eliſabethenſtraße 17, Laden
per 1. Sept. zu vermieten.
Laden mit Wohnung
in beſter Lage Beſſungens, für jedes
Ge=
ſchäft geeignet auch als Filiale paſſend, zu
vermieten. Off. u. M 39 a. d. Exp. (B16426ids
e Zimmer
12515ids) Eliſabethenſtr. 23, II., m. Z. z. v.
15381ids) Hübſch möbl. Zimmer an
Beamten oder Kaufmann zu vermieten.
Hügelſtraße 4, 2. Stock.
15923ids) Steinſtr. 8 mehrere möbl. ſchöne
Zimmer mit Gas, zuſ. oder getrennt, mit
oder ohne Küche zu vermieten. Näh. part.
16290ids) Neckarſtraße 16, Gartenbau,
gut möbl. Wohn= u. Schlafz. m. Schreibtiſch.
15777a) Ernſt=Ludwigſtr. 7, H., einf.
möbl. Zimmer ſof. zu vermieten.
e
gegenüber dem Palaisgarten, am 1.
September zu vermieten. Ecke Hügel=
und Zimmerſtr. 11, part. (*20251sid
hahriche) Blelcſtr. 15, 2 een
möbl. Zimmer, ſer., mit 1 oder 2 Beiten,
Nähe vom Bahnhof, ſofort zu vermieten.
1. Stock, frdl.
Liebfrauenstr. 98, möbl. Zimmer
(ſeparat) an anſtänd. Herrn. (*19000mdfs
12065t) Eliſabethenſtraße 31, 1. Stock,
möbl. Zimmer mit oder ohne Penſion.
16037a) Steinſtr. 24, 1. Et., einf. möbl.
Zimmer mit oder ohne Penſion.
16246a) Marktpl. 7, 1. St., möbl. Zim
Kiesſtraße 5
ein ſchön möbl. Zimmer, per Woche 3 Mk.,
ſofort zu verm. Näh. part. rechts. (15711t
16329t) Gartenſtraße 26, I., freundl.
möbl. Zimmer, mit oder ohne Penſion, per
1. September. Näheres parterre.
gut möbliertes
Waldſtraße 18, part., ſepar. Zimmer
zum 1. September zu verm. (*20285oimd
B16395t) Heidelbergerſtr. 29 Koſt und
Wohnung für 10 Mk. pro Woche zu verm
Hölgesstrasse 1, I. Stock,
ſchön möbl. Zimmer mit od. ohne Penſion
an beſſ. Herrn p. 1. Sept. zu vm. (15666imds
Seitenbau, ein möbl. Zim=
Schützenſtr. 18, mer zu verm. (16422ids
B16427t) Heidelbergerſtraße 29, I.
ſchön möbliertes Zimmer mit Penſion für
Mk. 50.— zu vermieten.
*20478mds) Grafenſtr. 20, 1. St. links,
gut möbl. Zimmer an ruh. Herrn zu verm.
12801ds) Magdalenenſtr. 4, 1. St.,
ein=
fach möbl. Zimmer ſofort zu vermieten.
Karlſtraße 29, part.
möbl. Zimmer ſofort bill. zu verm. (*20518
*20232sds) Bleichſtr. 26, Gartenhaus,
I., ſchön möbl. Zimmer zu vermieten.
16384ids) Mathildenplatz 11 einf. möbl.
Zimmer mit Penſion zu vermieten.
16375od) Pankratiusſtr. 26, 1. Stock,
groß. möbl. Zimmer zu verm.
*20523) Lauteſchlägerſtr. 26, Rückgeb.,
I. r., freundl. möbliertes Zimmer mit ſep.
Eingang zu vermieten.
*20524dso) Grafenſtraße 8, 3. Stock,
möbliertes Zimmer mit 1 oder 2 Betten
evtl. mit Wohnzimmer zu vermieten.
Grafenstrasse 37
bei Gunkel, ein möbl. Zimmer mit auch
ohne Penſion ſof. zu verm. (*20530dfs
16559a) Wendelſtadtſtraße 22, part.,
ſchönes, einfach möbl. Zimmer ſof. zu verm.
*20586ds) Grafenſtraße 27 großes gut
möbl. Zimmer per ſofort zu verm. Fiſcher.
*20580dsm) Ahaſtraße 22, II. freundl.,
gut möbl. Zimmer billig z. verm. Eiſenmann.
*20568ds) Nieder=Ramſtädterſtr. 25, I.
infach möbliertes Zimmer zu vermieten.
Keſchäftsfräulein findet gemütl. Zimmer
zu billigem Preis Eliſabethenſtraße 58,
*20585dsi
Seitenbau, 1. Stock.
Seitenes Angebot!
Hochfein. Schlafzimmer
nußb. poliert mit Intarſien,
kompl. Spiegelſchrank, 130 cm br., alles
innen eichen, mit la Patentmatratzen,
zteilige la Wollmatratzen, Deckbetten und
Kiſſen zuſ. 550 Mk. 1 hochfeine
moderne Küche, kompl ſtatt 152 Mk.
jetzt 135 Mk. Sonſtige Möbel= u.
Polſter=
waren konkurrenzlos billig.
(*20581
Mathilden-
Möbelgeschäft
platz 8.
Diplomat,
Schreibtisch nußb. pol.,
Kleiderſchrank, 2türig, 32 Mk.,
Trumeau=
ſpiegel 36 Mk., Chaifelongue mit Beug
35 Mk. Diwan 45 Mk. Stegtiſch 18 Mk.,
Flurſtänder 18 Mk., Waſchſchrank 17 Mk.
Bilder u. Vitragen, alles neu, abzugeben
Gartenſtraße 20, part.
(*20582
und Ottomane preis=
Neuer Diwan wert zu verkaufen
*20584df)
Müllerſtraße 21, I. I.
14=k., m. Sprung=
Remontoir-Ahr, deckel, billig zu
(*20587
verkaufen Karlſtraße 65½.
Meren
Wohnhaus
1X3 und 3X4 Zimmer, im ſüdl. Stadtteile
zu 5½ % rentierend, aus freier Hand zu
verkaufen oder gegen Bauplatz zu
ver=
tauſchen. Gefl. Anfragen unter P 20 an
die Expedition ds. Blattes. (B10927
En guter Geſchäftslage Darmſtadts
ein Haus, 3X4=Zimmerwohnung nebſt
Wirtſchaft, Familienverhältniſſehalber zu
verkaufen. Offerten unter Höhe der
An=
zahlung hauptpoſtlagernd Darmſtadt I
unter A 25.
(B16193
Einfamilienhaus.
von 6 bis 7 Zimmern in guter Lage mit
Garten gegen Barzahlung zu kaufen
ge=
ſucht. Uebernahme Frühjahr 1911 (evtl.
Neubau). Offerten unter M 59 an die
Expedition ds. Blattes. (*20441mdf
Einfamilienhaus
herrſchaftlich eingerichtet, 12 Zimmer,
Glas=
veranda, offene Veranda, viel Nebenraum,
Stallung, Remiſe und Burſchenzimmer, in
feinſter Lage zwiſchen Heinrich= und
Anna=
ſtraße, iſt wegen längerer Abweſenheit des
Beſitzers ſofort preiswert zu verkaufen.
Nähere Auskunft, auch wegen Beſichtigung,
erteilt das Immobilienbureau von Julius
Kahn, Schulſtr. 15, Telephon 135. (13100a
Haus mit Geſchäft
der Lebensmittelbranche verbunden mit
Holz= und Kohlen=Verkauf unter günſtigen
Bedingungen zu verkaufen. Kleine
An=
zahlung. — Gefl. ſchriftliche Anfragen unt.
M 87 an die Expedition. (16556a
Große
Hofreite
mit mehreren Gebäuden in beſter
Lage, für jedes Großgeſchäft
ge=
eignet, ſofort zu verkaufen.
Offerten unter M 99 an die
Expedition ds. Bl. (*20572ds
Kaufgesuch!
Für ernſtl. Käufer wird
Haus mit gutem Geschäft
geſucht. Angebote nur vom Beſitzer unter
O. 7603 an Haaſenſtein & Vogler, A.=
G., Frankfurt a. M.
(16551ff
Suche Haus
mit gutgeh. Kolonialwarengeschäft
bei kleiner Anzahlung zu kaufen evtl. tauſche
mein im Mittelpunkt der Stadt gelegenes
Zinshaus. Offert. u. M 62 Exped. (*20454md
Günſtiger Verkauf!
20 Minuten von Darmſtadt iſt ein
gut=
gebautes Landhaus unter Garantie mit
5 Zimmern, 1 K., 1 Bad, Kloſetts,
Hinter=
bau und großen Garten, ſogleich für den
Preis von 8350 Mark zu verkaufen.
An=
zahlung 1500 Mark. Ernſte Reflektanten
möchten Offerten alsbald unter L. 27 an
die Expedition d. Bl. einreichen. (16130a
Haus Tausche
0
Schönes modernes 4=Zimmerhaus mit
Badezimmer und allem Zubehör, 5 pCt.
verzinslich, in guter Lage hier, iſt gegen
(*20544
ein kleineres neues Haus in
Eberſtadt
in Tanſch zu verkaufen. Verkaufspreis
35 000 Mk., Belaſtung 26800 Mk. Näh. durch
B. Baer, Immobiliengeſchäft,
Telephon 1145.
Landwehrſtr. 18.
25—28000 Mk.
II. Hypothek auf la Geſchäftshaus, Mitte
der Stadt, mit mehreren Läden, bis 1. Okt.
oder auch ſpäter geſucht. — Offerten unter
II 68 an die Expedition ds. Bl. (*20477md
Das Ei des Columbus!
Wer will ſich mit 1 bis 2 Tauſend Mark
beteiligen? Das „Ei des Columbus” iſt
ſehr ſinnreich, trotzdem billig und einfach
herzuſtellen, und hebt ein längſtempfundenes
Uebel, betreff. die Toiletten, auf einmal auf,
wird deshalb beſtimmt von allen Damen
mit Freuden begrüßt werden, daher ein
ſicherer großer Abſatz. Patentamtlich
an=
gemeldet. Gefl. Offerten unter N 4 an
die Expedition ds. Blattes. (*20599
Getragene Herren=
und Damenkleider,
Heh Rauie:Schuhe, Wäſche.
Zahle die höchſt. Preiſe. Poſtk. gen. (*20596df
J. Schnitzer, Trödler, Schloßgaſſe 26.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 25, Augnſt 1910.
Nummer 198a
Biaienspenden
G —jeglicherArt — für
Darmstadt u.
Umgebung
liefert pünktlich u. in
tadeloser Ausführung
G.nt.
urbsscharmer erteliſer B. H.
Tlerzun Darmstadt. (
11224a.
Aus der Geſchichte der Alpenblumen.
7) Alpenroſen und Edelweiß, dieſe holben Symbole
der Alpen und des Alpenſports, die ſo mancher in vollem
Strauß von ſeinen Wanderungen und Ferienfahrten jetzt
mit nach Hauſe bringt, ſind eigentlich gar keine
einge=
borenen Sprößlinge der ewigen Berge, ſondern Kinder
einer heißeren Konne, die ſich freilch ſeit uralten Zeiten
ein Heimatsrecht auf den ſtolzen Felſenhöhen erworben
haben. Dieſe farben= und formenſchönen Kinder Floras
haben eine eigenartige ehrwürdige Geſchichte, können dem
Bergſteiger, der ſie pflückt, aus grauen Vorzeiten der
Menſchheit erzählen und werden dem, der etwas mehr
von ihrem Urſprung und ihren Schickſalen weiß, einen
neuen Reiz offenbaren. Aus dieſer Geſchichte der
Alpen=
blumen erfahren wir wertvolle Aufſchlüſſe in der vor
kur=
zem erſchienenen Monographie des Edelweißes von Dr.
E. M. Kronfeld.
Alpenroſe ſowohl wie Edelweiß ſind die
fortdauern=
den Zeugen einer verſunkenen Welt, Reſte der dem
Auf=
treten des Menſchen vorausgegangenen Tertiärzeit in
un=
ſeren Alpen. Die Flora dieſer prähiſtoriſchen Epoche iſt
durch foſſile Funde erhalten. Es herrſchte damals in den
Tälern Mittel=Europas und am Mittelländiſchen Meer
eine tropiſche Vegetation, wie ſie jetzt in Oſtaſien und im
wärmeren Nordamerika vorkommt. Auch auf den höchſten
Bergen Europas muß ein verhältnismäßig mildes Klima
geweſen ſein, und als dann die Flora der Tertiärzeit durch
die folgende Eiszeit zum größten Teil vernichtet wurde,
erhielten ſich auf den hohen Gipfeln einige urſprüngliche
Arten, während die meiſten Blumen der Tertiärzeit nach
den tropiſchen Gebieten Aſiens verdrängt wurden. Nicht
weniger als vier Fünftel unſerer gegenwärtigen
Alpen=
pflanzen ſind dieſer Gruppe von tertiären, einer heißeren
Erd=Epoche entſtammenden Arten beizuzählen. Sie
ha=
ben ſich gleichſam ins Gebirge geflüchtet und dort in
ſicherer Hut der Höhen die Revolutionen überdauert, die
die Täler durch die Jahrtauſende heimſuchten. So kommt
es, daß ſich gerade in Aſien ein außerordentlicher
Reich=
tum jener Pflanzenarten entfaltet, die auch für die Alpen
charakteriſtiſch ſind. Das kühle Edelweiß, dies Sinnbild
der Alpengipfel, iſt ebenſo ein Kind des heißen Zentral=
Aſiens wie die Alpenroſe, deren verwandte Rhododendren=
Arten in größter Mannigfaltigkeit von Kleinaſien bis
Oſt=
aſien vorkommen.
Eine aſiatiſche Pflanze iſt das Edelweiß und ſteht in
der europäiſchen Flora, was ſein Ausſehen anlangt, ganz
vereinzelt da. Das aus langen lufthaltigen Haaren
ge=
bildete Filzkleid der Pflanze iſt nicht etwa ein
Schutzmit=
tel gegen Kälte, ſondern bewahrt das Edelweiß wie
an=
dere Steppenpflanzen gegen den Sonnenbrand, d. h. gegen
die Gefahr jäher Austrocknung, ähnlich wie ſich der
Be=
duine in weiße Wollſtoffe hüllt. Für die warme Heimat
des Edelweißes ſpricht auch der Umſtand, das es um ſo
häufiger wird, je weiter wir in unſeren Alpen nach Süden
kommen, und daß es unſeren Winter ohne Schutzdecke in
den Gärten nicht verträgt. Nicht viel anders verhält es
ſich mit der Alpenroſe, die ebenfalls als der letzte Ausläufer
einer in der gegenwärtigen Schöpfungs=Epoche weſentlich
weiter öſtlich gedeihenden Gattung iſt. Daß früher auch
die orientaliſchen Alpenroſen im Alpengebiet vorkamen,
geht aus einem wichtigen Funde hervor, den Proſeſſor
Wettſtein gemacht hat. Er wies nämlich in der foſſilen
Flora der unter dem Namen der Höttinger Breccie
be=
kannten Ablagerungen am Talgehänge nördlich von
Innsbruck jene pontiſche Alpenroſe nach, die ſo vielfach
in unſeren Gärten kultiviert wird und die jetzt noch wild,
ſowohl in der Waldregion der pontiſchen Gebirge und des
Kaukaſus, wie auf begrenztem Areal im ſüdlichen
Spa=
nien vorkommt. Dieſe Verbreitung der pontiſchen
Alpen=
roſe war bis zu ihrem Nachweis in der Höttinger Breccie
ganz unerklärlich. Nun aber iſt feſtgeſtellt, raß zur Zeit
der Bildung der Breccie die pontiſche Alpenroſe in den
Gebirgen Mitteleuropas verbreitet war und die heutigen
Fundorte der Pflanze nur noch als die letzten Reſte des
ehemaligen Verbreitungsbezirkes anzuſehen ſind.
Ueber=
haupt muß damals, wie auch andere Pflanzenfunde
er=
weiſen, ſich an den Talhängen nördlich von Innsbruck
eine von der heutigen Flora vollkommen abweichende ſich
befunden haben, die ihr Analogon in der heutigen Flora
der Waldregion der pontiſchen Gebirge hat. Als das in
der Tertiärzeit herrſchende milde Klima von der rauhen
Kälte der Eiszeit abgelöſt wurde, mußte auch die Haupt
maſſe der alpinen Tertiärflora vernichtet werden.
Ein=
zelne Arten, wie Alpenroſe und Edelweiß überdauerten
die Eiszeit, andere erhielten ſich am Rande der Gebirge,
bis wieder milderes Klima eintrat. Daher kommt es, daß
ſich gerade am Rande der Alpen merkwürdige Arten aus
dem Tertiär erhalten haben, die früher für
pflanzengeo=
graphiſche Rätſel galten. Ein Beiſpiel dafür iſt die
Kö=
nigsblume auf dem Lorenziberge bei Laibach, die ihren
Namen einem Beſuche des Königs Friedrich Auguſt von
Sachſen verdankt, der ihretwegen 1838 eigens eine Reiſe
nach Krain unternahm. Nicht geringere Berühmtheit hat
die nur auf den Alpenmatten in der Umgegend des
Gart=
nerkofels in Kärnten blühende Wulfenia carinthiaca
er=
langt, deren nächſte Verwandte erſt in Albanien, Syrien
und Afghaniſtan vorkommen. Ja, einige unverkennbar
alpine Pflanzen kommen in Mitteleuropa ſeit der Zeit,
da ſie die Vergletſcherung von den Bergen herabtrieb, auf
Hügeln und in der Ebene vor. In nächſter Nähe Wiens
gedeihen Primula Auricula, Saixfraga Aizoen,
Cala=
mintha alpina und Roſa alpina auf den Felſen des
Wie=
ner Waldes. Kottwitz bei Breslau, der Harz, das
Schwen=
dinmoos in Oberſchwaben, Friedingen im Schwäbiſchen
Jura ſind als ähnliche Inſeln von Alpenpflanzen
be=
rühmt. An all dieſen Stätten ſind „vergängliche”
Blu=
nen die dauernden Zeugen uralter Zeit geblieben.
Früher glaubte man, daß die alpine Flora die größte
Verwandtſchaft mit der arktiſchen Pflanzenwelt habe, aber
dies arktiſche Element in der heutigen Alpenflora beträgt
doch nur ein Fünftel des ganzen Beſtandes. Da die
Hochgebirge Skandinaviens ebenſo wie die Alpen die
Ver=
gletſcherung der Eiszeit mitmachten, ſtiegen aus dem
Nor=
den Bergpflanzen in die deutſech Ebene hinab. Ein Teil
von ihnen machte dann die Wiederbeſiedelung der Alpen
nach der Eiszeit mit, aber die aus den wärmeren
Erd=
ſtrichen vorkommenden Arten waren doch bedeutend
zahl=
reicher als die Nordlandspflanzen. Dieſe Bergſteiger aus
der heißen Zone machen daher den ſchönſten und wichtigſten
Teil der Alpenflora aus.
Vermiſchtes.
nge. Das Ende des Berliner Zimmers. Es iſt eine
ſchlimme Zeit für die Berliner Hauseigentümer. Mehr
als 4000 Wohnungen ſtehen leer. Trotzdem iſt nichts
von einer Verringerung der Bautätigkeit und
der Bauluſt zu ſpüren. Namentlich im
weſt=
lichſten Teile des Berliner Weſtens, nach dem
Grunewald zu, wachſen die Straßen und die Plätze mit
unheimlicher Schnelligkeit gleichſam aus der Erde
her=
aus. Wo vor wenig Jahren noch ödes, von
Bretter=
zäunen umſäumtes Gelände war, wo der Fuß im
Sande verſank, reiht ſich jetzt ein ſchmuckes, ſtattliches
Haus an das andere an. Es ſind viel zu viele für die
Nachfrage. An jeder Tür faſt hängen die Mietzettel
und locken mit der Verſicherung, daß „aller
Komfort=
der Neuzeit” vorhanden iſt. Dazu gehören als
Selbſt=
verſtändlichkeiten warmes Waſſer, Zentralheizung,
Fahrſtuhl und elektriſches Licht, aber auch
Vakuum=
reiniger, Mülltrichter, eingemauerter Geldſchrank und
Dachgarten für Sonnenbäder. Dieſe modernen Häuſer
ſind denen des alten Berlin unzweifelhaft an
Bequem=
lichkeit und auch in geſundheitlicher Hinſicht bei weitem
überlegen. Sie ſparen weniger mit Luft, Licht und
Raum. Und ſie haben endgültig mit der alten,
gehei=
ligten Ueberlieferung gebrochen, daß eine Berliner
Wohnung notwendigerweiſe auch ein ſogenanntes
„Berliner Zimmer” haben muß. Der Leſer weiß,
was man unter einem Berliner Zimmer zu verſtehen
hat. Es iſt der Raum, der den vorderen, an der Straße
liegenden Teil der Wohnung mit den rückwärts, am
Hofe liegenden Schlaf= und Wirtſchaftsräumen
verbin=
det. Das richtige Berliner Zimmer hat nur ein
ſchma=
les, im einſpringenden Winkel des Hofes angebrachtes
Fenſter. Es iſt alſo immer in trübes Dämmerlicht
ge=
taucht. Wir haben alle, ſo plaudert ein Berliner
Mit=
arbeiter der N. G. C., als Kinder an manchem nebligen!
Herbſt= und Wintertag jede Mahlzeit, Frühſtück,
Mit=
tag= und Abendbrot, im Berliner Zimmer bei
Gas=
oder Petroleumlicht eingenommen. Denn das Berliner=
Zimmer wird ſtets als Speiſezimmer verwendet.
Und=
eigentümlicherweiſe liebt der Berliner es, das Düſter
des Berliner Zimmers noch durch recht dunkle Möbel,
Vorhänge und Tapeten zu ſteigern.
Die ſchönen neuen Häuſer draußen in Berlin W.
und WW. ſind meiſt nach dem Zweihöfe=Syſtem gebaut,
Am erſten, beſonders lichten Hofe liegt nur das
Eß=
zimmer, durch ein breites, hohes, zwei= oder dreiteiliges
Fenſter oft der hellſte Raum der ganzen Wohnung. Es
hat ſeinen unfreundlichen, beinahe unheimlichen
Cha=
rakter verloren. Und unſere „Innenarchitekten”
fan=
gen an, das Eßzimmer mit leichten, gefälligen Möbeln
zu verſehen und ihm auch auf ſolche Weiſe ein
ein=
ladenderes Ausſehen zu verleihen, als es zur Zeit
unſerer Eltern und Großeltern hatte. Wir leben ja
heutigen Tages ſo aufreibend haſtig und ſchnell, daß
wir die kurzen Augenblicke der Erholung am Tage —
und das ſind doch die Mahlzeiten — in einer Umgebung
verbringen ſollen, die uns von den Gedanken und
Sor=
gen des Alltags loslöſt, uns froh und heiter ſtimmt.
Das tat das melancholiſche Berliner Zimmer nicht.
Und darum ſei ſein Ende geprieſen. . . „
Mkaur Doumfen Warfel
sind die besten!
Aurgen-aaf!
(K16544,34
Nur echt mit der Schutzmarke „Kreuzstern‟
5 Pf. für½½ Liter.
Grossherzl. Hess. Hoflieferank
Piatc Sm
Ma aheiniger hiosiger eteslung
Bechstein. Blüthner, Berdux.
Grotrian-Steinweg Nachf.
Steinway z. Sons-Tfürmer,
Mannborg-Harmoniums.
Preise von M. 85.- bis N. 3000 bar u. Raten. Reelle Garanfie.
Überalf Anerkennung.
Vermiefung Eintsusch Stinmen u Revarieren.
Preisustrn kosfanſos und frei.
AW. ZIMMERMHN
Fernspr. 381.DARMSTADT. Marlenplatz. geye.
ich Aohme Sotert
und bezahle wegen dringendem Warenbedarf
konkurrenzloſe höchſte Preiſe für abgelegte
Garderobe, Schuhe, alte Federbetten,
Zahngebiſſe ꝛc.
(16432a
J. Wallach, Schlossgasse 10.
Telephon 1754.
Sofa, Schrank, Betten, Tiſche, Stühle,
Kommode, alles tadellos erh., weg.
Platz=
mangel bill. zu verk. Stiftſtr. 52, pt. (*20362imd
Schoner Landefen zu verkaufen
Näheres Roßdörferſtraße 61. (*20345imd
Ein guterhaltener Sekretär zu kaufen
geſucht. Offerten unter M 90 an die
Expedition ds. Bl.
(*20548
Aufruf
2
für Lumpen à kg 6 Pfg.
Zahle Zahle auch die höchſt. Preiſe
fur Alt=Eiſen, Metalle. Po nare genügt.
H. Langnas, Eckhardtſtraße 3.
Telephon 1574.
Jagdgewehr und Pürschbüchsen
Wesp, Großh. Hoflieferant,
Grafenstraße 18 (im Kaisersaal).
Wenn Sie irgend eine Waffe kaufen wollen, dann
ver-
säumen Sie nicht, in ihrem eigenen Interesse, sich mein
grosses Lager darin anzusehen, ohne Kaufzwang, oder
Spezial-Preisliste zu verlangen.
*:
*:
Sie kaufen nirgends besser und
billiger wie bei mir!
Centralfeuer-Doppelflinten
schon von Mk. 33.00 an
Centralfeuer-Drillinge
115.00 „
Selbstspanner-Drillinge
„ 235.00 „
Feine Jagdgewehre mit und ohne Ejektoren
Feine Selbstspanner-Drillinge u. Pürschbüchsen
*:
zu konkurrenzlos billigen Preisen.
*:
In Scheiben-Büchsen empfehle ich:
Büchels Original-Meister-Büchsen und Pistolen
unübertroffen dastehend — zu Original-Fabrikpreisen,
*:
sowie andere erstklassige Fabrikate.
*:
Eigene Büchsenmacher-Werkstätte unter Leitung eines staatlich
geprüften Büchsenmachermeisters.
(4495a
Scheibenbüchsen und Pistolen
Soeben erschienen:
9hlorizen- uus Meinem Kriegstügebuch
von Georg Röder
weil. Leutnant im Grossherzogl. Hess. 4. Infanterie-Regiment.
Bearbeitet und herausgegeben von Dr. Karl Esselborn.
Preis 25 Pfg.
15863fsoi)
L. C. Wittich’sche Hofbuchdruckerei.
Jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
treffen regelrecht
Ia. Fichtelgebirgs-
Preiselbeeren
ein. Durch perſönlichen Einkauf bin ich in
der Lage, nur ſchöne ausgereifte Ware zum
Verſand zu bringen und empfehle zum
billigſten Tagespreis.
. Ecke Wieners=
Joh. Walthel und
Roßdörfer-
straße. — Telephon 1598. (16449a
Prima Speisekartoffeln
per Ztr. Mk. 3.—. Ahaſtr. 12, pt. (*20549
Badeeinrichtung
1 kupferner Ofen mit Wanne (Ventilverſchl.)
preiswert abzug. Schloßgartenſtr. 73, I. (16475a
Ein vollſtänd. gutes Bett mit Sprungr.
und Roßhaarmatratze, 1 Kommode,
1 Waſchkommode zu verk. Rheinſtr. 39,
Seitenbau. Einzuſehen 11—1 Uhr. (*20558dfs
Alte Briefmarken
kauft
P. Messerschmitt
14161a) Darmſtadt, Ludwigſtr. 18.
Opel-Darraque, 18 Ps.
ſpottbillig, auch als Geſchäftsauto. (*20542
Auto-Schäfer, Grafenſtraße 22.
den gehrten
Empfehle mich Herrſchaften
für Ankauf von getragenen Kleidern,
Herrenanzügen, Bluſen, Stiefeln, bezahle
hohe Preiſe Flamm, Stiftſtr. 59, pt. (15763a
Kaum getragene Normal=Herrenhemden,
Unterhoſen, Jacken, Kragen und
Man=
ſchetten billigſt Schloßgartenſtr. 73, I. (16472a
Ltwa 100 Zent. unverregnetes prima
Wieſenheu zu verkaufen.
Wo? ſagt die Exp. ds. Bl.
(*20569
Ein Pony
lammfromm, zugfeſt, zu verkaufen. Tauſche
auch größeres Pferd Adam Appel,
Ge=
flügelhandlung, Pfungſtadt.
(*20566