Abonnementspreis
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
aus=
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 190.
Dienstag, den 16. Auguſt.
1910.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Zur Frage der, Erhöhung der Fleiſchpreiſe
ſchreibt die Deutſche Fleiſcherzeitung: „Eine ungeheure
Verſchärfung der Schlachtvieh= und Fleiſchnot droht
dem Deutſchen Reiche durch die beabſichtigte Sperrung
der Grenze für die Ausfuhr von Schlachtvieh und erkannt.
Fleiſch aus Oeſterreich. Die gänzliche Sperrung der
öſterreichiſchen Grenze für die Schlachtviehausfuhr
wäre ein furchtbarer Schlag für die deutſche
Fleiſchver=
ſorgung; mehr als 1000 Stück Ochſen wurden jede Woche
aus Oeſterreich nach Deutſchland eingeführt. Sehr hart
würden vor allem die Märkte von München,
Nürnberg=
a. M., Dresden, Köln und anderen ſüd= und weſtdeut=; mag er noch ſo beſcheiden ſein, beſtreiten können, und es
ſchen Plätzen betroffen werden. Man kann die
Trag=
weite einer ſolchen Maßnahme für München ermeſſen,
wenn man bedenkt, daß 64,51 v. H. aller dort
geſchlach=
teten Ochſen öſterreichiſcher Herkunft ſind. Die Vieh=
und Schlachthofdirektion in München erklärt, wie ſie
telephoniſch mitteilt, daß die Grenzſperre für
öſter=
reichiſches Rindvieh einen ganz gewaltigen Einfluß
auf die Münchener Fleiſchverſorgung ausüben würde.
Erſatz aus dem Deutſchen Reiche zu beziehen, würde
außerordentlich ſchwer ſein. Die unmittelbare Wirkung
wäre, daß die Ochſenpreiſe um 20 v. H. in die Höhe
aufbieten, um die Sperrung zu verhindern. In gleicher
Weiſe äußern ſich die Vieh= und Schlachthofdirektionen
von Nürnberg, Köln, Augsburg und Mainz.”
WWie aus Wien gemeldet wird, werden am
48. Auguſt, am Geburtstage des Kaiſers, alle Miniſter! Lippen gerungen haben, der durch Generationen gewöhnt
dort eintreffen, und es dürfte ein Miniſterrat
ſtatt=
finden, der ſich mit der Fleiſchfrage und der Möglichkeit
eines Ausfuhrverbotes befaſſen wird.
Selbſtverſtänd=
lich können Entſchließungen in dieſer Richtung nur im
Einvernehmen mit Ungarn gefaßt werden. Die
Schwierigkeiten ſind durch das Beſtehen der Handels= wie ihre Reiſeluſt ſie über alle Länder treibt, ſo wenig
Deutſchland ſowie in den meiſten übrigen Verträgen lich zu würdigen. Wenn aber einmal dieſe Ueberzeugung
haben ſich die Kontrahenten verpflichtet, den gegen= im engliſchen Volke ſich Bahn gebrochen hat, ſo wird man
ſeitigen Verkehr durch keinerlei Einfuhr=,
Ausfuhr=
nur aus Geſundheitspolizeirückſichten und in Beziehung
auf Kriegsbedürfniſſe unter außerordentlichen
Umſtän=
den als zuläſſig erklärt. Mit dieſer letzteren
Begrün=
dung wurde im Jahre 1904 die Erlaſſung des
Ausfuhr=
verbotes für Viehfutter motiviert, gegen dasſelbe iſt
damals von ſeiten der Schweiz Einſpruch erhoben
wor=
den. Es iſt die Frage, ob mit der gleichen Begründung
auch jetzt ein Verbot der Viehausfuhr erlaſſen werden
wird, und welche Stellung die auswärtigen
Vertrags=
ſtaaten dazu einnehmen würden.
Eine weitere Preiserhöhung des Fleiſches würde
ſicher einen bedeutenden Rückgang des Fleiſchkonſums
zur Folge haben, wie bei der letzten Fleiſchteuerung,
wodurch das Metzgergewerbe ſelbſt nicht am wenigſten
betroffen werden würde. Für das konſumierende macht und weiterhin ein vernehmliches Säbelraſſeln, wenn
Publikum aber liegt die Gefahr nahe, daß, wenn die
Fleiſchpreiſe erſt einmal geſteigert worden ſind, ein
Abſchlag ſpäter nicht wieder eintritt.
Beutſche und engliſche Kultur.
C In der Londoner Univerſität hielt kürzlich Lord
Courtney anläßlich der Anweſenheit von 70
deut=
ſchen Studenten in England eine Rede, die wegen
ihres Freimutes und ihrer Anerkennung deutſcher
Tüchtig=
keit auch gerade in Deutſchland die weitgehendſte
Beden=
tung verdient. Angeſichts des ſpäter von Profeſſor Sieper
zu erörternden Themas eines Einfluſſesengliſcher
Kulturauf Deutſchland warf er die Frage auf, ob
England viel an Deutſchland abzugeben habe, da es gerade
an Ideen ſo arm ſei, um dann aber doch im weiteren
Verlaufe ſeiner Ausführungen auf den „Weltmann”
Shakeſpeare zu kommen, ferner auf Walter Scott, Newton
und Darwin, die auf das deutſche Geiſtesleben zweifellos
von großem Einfluß geweſen ſeien.
Lord Courtney hätte dieſe Liſte großer engliſcher
Männer ruhig um ein bedeutendes vermehren können,
ohne ſich deshalb in den Verdacht, unbeſcheiden zu ſein,
bringen zu können. Tatſächlich weiß man in Deutſchland
ganz genau, wie außerordentlich viele Anregungen man
England auf allen Gebieten in der Literatur wie in der
Kunſt=und Philoſophie und beſonders im wirtſchaftlichen,
politiſchen und ſozialen Leben verdankt. Ganz abgeſehen
davon, daß die Engländer vor allem als ſeefahrende
Na=
tion unſer Vorbild geweſen ſind, dem wir noch heute
nacheifern. Wenn der Kampf des Tages, das, was
Deutſch=
land an geiſtigen Anregungen von England übernommen
hat, auch manchmal in den Hintergrund gedrängt hat, ſo
lebt es doch im Herzen aller Deutſchen und wird
rück=
haltlos von ihnen, beſonders auch im engeren Kreiſe, an=
Andererſeits kann dieſe Bereitwilligkeit, die Bedeutung
der zahlreichen, uns aus England gekommenen
Bildungs=
werte anzuerkennen, uns nicht darüber hinwegtäuſchen, daß
Deutſchland tatſächlich in der letzten Zeit aus eigener
Kraft große Fortſchritte gemacht hat und auf vielen
Ge=
bieten im Begriffe ſteht, England zu überflügeln. Kein
Fürth und Augsburg, in weiterer Reihe von Frankfurt: Deutſcher, der Deutſchland und England kennt, wird das,
wird ihm daher eine ſtolze Genugtuung ſein, ein
Aner=
kenntnis der deutſchen Erfolge aus dem Munde eines
ſo hervorragenden engliſchen Vertreters zu erhalten, wie
es Lord Courtney iſt, beſonders, da aus dem ſchlichten Ernſt
ſeiner Worte hervorgeht, daß es ſich bei dieſem
Anerkennt=
nis nicht um eine belangloſe Phraſe, ſondern um die
wirk=
liche Herzensmeinung eines beſorgten engliſchen Patrioten
handelt. Die Offenheit und Objektivität, mit der Lord
Courtney dieſes für ihn zweifellos ſchmerzliche
Zuge=
ſtändnis ausgeſprochen hat, ehrt ihn wie ſein Volk, dem er
gehen. Die deutſche Reichsregierung müßte alle Mittel dieſes Zugeſtändnis zumuten durfte, ganz
außerordent=
lich, und ſollte gerade uns Deutſchen ein leuchtendes
Bei=
ſpiel einer auf ſelbſtbewußter Tüchtigkeit beruhenden
weit=
gehenden Gerechtigkeit auch dem anderen gegenüber ſein.
Leicht mag ſich dem Engländer das Wort nicht von den
war, ſein Volk als das zweifellos erſte auf dem Weltrand
zu halten, eine Ueberzeugung, die ja heutigen Tages noch
felſenfeſt in der Mehrzahl der Engländer wurzelt, die bei
der Zähigkeit, mit der ſie an ihren heimiſchen Gebräuchen
feſthalten, trotzdem die Weltpolitik ihres Landes ebenſo
verträge ſehr groß. Im Handelsvertrag mit geeignet ſind, die guten Eigenſchaften anderer Völker
wirk=
bei ſeiner eminent praktiſchen Veranlagung ſicher darauf
oder Durchfuhrverbote zu hemmen. Ausnahmen ſind rechnen müſſen, daß es ſich nicht lange in theoretiſchen
Er=
wägungen ergehen, ſondern Schritte tun wird, um den
Vorſprung, den andere Völker erreicht haben, wieder
ein=
zuholen. Uns Deutſchen aber ſollte dieſes offene und in
ſeiner Beſcheidenheit doch ſtolze Wort eines Engländers
vorbildlich ſein und uns bei unſerer gegenwärtigen
wirt=
ſchaftlichen und kulturellen Aufwärtsbewegung vor einer
Selbſtüberhebung bewahren, die uns dereinſt
verhäng=
nisvoll werden könnte.
Türkei und Bulgarien.
** Die zwangsweiſe Entwaffnung der Mazedonier
durch die Türken, um endlich in Mazedonien die
Aufruhr=
herde auszurotten, hat in Bulgarien viel böſes Blut
ge=
auch in erſter Linie von Seiten der unverantwortlichen
Faktoren zur Folge gehabt, während die Regierung ſich
entſprechend der hergebrachten vorſichtigen und
gewiſſen=
haften Politik der Bulgaren mehr zurückhält. Immerhin
läßt ſich nicht leugnen, daß in weiten Kreiſen Bulgariens
die Neigung beſteht, es unter Umſtänden zu einem
be=
waffneten Konflikt mit der Türkei kommen zu laſſen und
womöglich eine europäiſche Intervention in Mazedonien
zu provozieren.
Man ſollte eigentlich annehmen, daß der Erfolg, den
Griechenland und Kreta mit dieſer Taktik erzielt haben,
die Bulgaren zu einer etwas größeren Zurückhaltung
be=
ſtimmen ſollte, denn die Lorbeeren, die die Griechen und
Kreter dabei gepflückt haben, ſind wahrlich wenig
begeh=
renswert, nachdem ſelbſt England, das mit ſeinen
Sym=
pathien doch wahrlich auf kretiſcher Seite ſteht, ſich genötigt
geſehen hat, die Hoheitsrechte der Türkei auf Kreta in
un=
zweideutiger Form anzuerkennen. Dieſelbe Erfahrung
dürfte Bulgarien aber auch in Mazedonien machen, da
augenſcheinlich keine der europäiſchen Großmächte
Nei=
gung bekundet, ſich an der mazedoniſchen Frage die
Fin=
ger zu verbrennen und der Bulgaren wegen ſich die
Feindſchaft der erſtarkten Türkei zuzuziehen. Dasſelbe
gilt von Rußland, das im eigenen Intereſſe freundliche
und gutnachbarliche Beziehungen zur Türkei wünſcht und
daher den Bulgaren wie den übrigen Balkan=Slawen
ver=
ſchiedentlich geraten hat, ihre Wünſche ſtets etwas einzu=
ſchränken. Beſonders bemerkenswert iſt nach dieſer Seite,
daß auch das Pariſer Journal des Débats in dasſelbe
Horn ſtößt, auf die wiederholten Ratſchläge Rußlands
zur Mäßigung hinweiſt und ankündigt, daß Rußland
ſolche Ratſchläge nötigenfalls wiederholen würde. Es
erſcheint zum mindeſten ſehr wahrſcheinlich, daß dieſe
Auslaſſung auf eine ruſſiſche Initiative zurückgeht, da
man ruſſiſcherſeits es vielleicht vermeiden möchte, den
ſtammverwandten Slawen einen derartigen Wink direkt
zukommen zu laſſen. Jedenfalls werden die Bulgaren
jetzt wiſſen, daß ſie bei derartigen Plänen auf keine
Un=
terſtützung von Seiten der Weſtmächte zu rechnen haben
und es infolgedeſſen hoffentlich verſuchen, mit den
Tür=
ken, die in Mazedonien nur ihre berechtigten ſtaatlichen
Befugniſſe ausüben, im Guten auszukommen.
Deutſches Reich.
— Zum Kaiſerbeſuch in Poſen erklärt die
„Köln. Ztg.” an leitender Stelle:
Der bevorſtehende Beſuch des Kaiſers in Poſen
gewinnt beſonderes Intereſſe dadurch, daß die
Ge=
rüchte über eine gewiſſe Aenderung des bisher
befolgten Kurſes in der Polenpolitik
nicht zum Schweigen kommen wollen und namentlich
von Blättern der Zentrumspartei genährt werden.
Bei verſchiedenen Anläſſen hat Bethmann in ſehr
be=
ſtimmter Weiſe zu erkennen gegeben, daß er nicht
gewillt iſt, von der bisher befolgten Politik
abzu=
gehen. Es hat ſich auch ſonſt nichts gezeigt, was in
überzeugender Weiſe auf eine Aenderung der an
maß=
gebenden Stellen herrſchenden Anſchauungen
hin=
deutete. Wenn man ſehr kühl und ruhig die ganze
durch die Polenfrage in Preußen entſtandene Lage
überblickt, ſo kann man nur zu dem Schluſſe kommen,
daß ein Umſchwung ſchon deshalb nicht zu erwarten
iſt, weil er, ſelbſt wenn an einzelnen Stellen Neigung
dazu vorhanden ſein ſollte, einfach nicht möglich iſt.
Diejenigen, die auf den Kaiſerbeſuch die Hoffnung
be=
gründen, daß bei ihm ein neuer Kurs angekündigt
werden könnte, werden ſich jedenkalls im Irrtum
be=
finden. Wir ſagen das nicht, weil uns etwa bekannt
wäre, was der Kaiſer bei der Einweihung des
Kaiſer=
ſchloſſes in ſeiner Rede lagen wird, ſondern weil das
nach den ganzen Verhältniſſen gar nicht anders
mög=
lich iſt. Es iſt in Zentrumsblättern darauf
hingewie=
ſen worden, daß im preußiſchen Landtage die polniſche
Fraktion für Erhöhung der Krondotation geſtimm
hat und daß in Poſen auch polniſche Stadtverordnete
die Ausſchmückungskoſten für den Kaiſerbeſuch
bewil=
ligt haben; beide Vorgänge ſind an ſich erfreulich. Es
iſt aber kleinlich, geradezu beleidigend für den Kaiſer,
wenn daraus die Hoffnung geſchöpft wird, daß der
Kaiſer gewiſſermaßen zur Belohnung für ihm
perſön=
lich zugute kommende Geldbewilligungen einen Kurs
einſchlagen könnte, der von dem abweicht, den er
bis=
her unter Zuſtimmung ſeiner verantwortlichen
Rat=
geber als im Intereſſe des Deutſchtums
not=
wendig anerkannt und in verſchiedenen Kundgebungen
und Regierungshandlungen feſtgelegt hat.
— Der Reiſe des Kronprinzen nach
Oſt=
aſien widmet das Organ der in Berlin lebenden
Japaner und Chineſen, die Monatsſchrift Japan und
China einen ſehr ſympathiſchen Artikel und bemerkt
u. a.: „Die Nachricht von dem Beſuch des deutſchen
Kronprinzen in unſerer Heimat hat uns Japaner und
auch die Chineſen mit großer Freude erfüllt. Wir
glauben verſichern zu können, daß der Kronprinz eine
glänzende Aufnahme finden wird. Wir Japaner
be=
zweifeln nicht, daß durch den Beſuch des deutſchen
Thronfolgers gewiſſe Mißverſtändniſſe zwiſchen
Deutſch=
land und Japan gänzlich beſeitigt werden. Der
Kronprinz wird überall in unſerer Heimat von der
Regierung und Bevölkerung mit größter Herzlichkeit
empfangen werden. Man wird ihm auch zu erkennen
geben, wie dankbar Japan dem Staate iſt, der ſein
Lehrmeiſter war und noch immer iſt.”
— Der türkiſche Finanzminiſter erklärte
einem Mitarbeiter des Berliner Tageblattes auf deſſen
Frage über den Zweck und das Reſultat
ſeiner Reiſe nach Berlin folgendes: Es war
mein Wunſch, die hervorragendſten Vertreter der
Finanzwelt kennen zu lernen und ſie für unſere Pläne
zu intereſſieren. Irgend eine beſtimmte Abmachung
ſtand nicht in meinem Programm für Berlin. Es
han=
delt ſich weder um eine weitere Anleihe, noch um die
Zulaſſung der in Paris abgeſchloſſenen Anleihe an der
Berliner Börſe. Auch mit dem Ankauf der beiden
Kriegsſchiffe hat meine Reiſe nichts zu tun. Dieſe
Angelegenheit beſchäftigte ausſchließlich die ottomaniſche
Botſchaft in Berlin. Ich bin mit dem Ausfall meiner
Reiſe nach Berlin ſehr zufrieden. Mit beſonderer
Freude erfüllt es mich, daß ich hier Gelegenheit hatte,
v. Kiderlen=Waechter zu begrüßen. Gern hätte ich auch
den Generaloberſten von der Goltz, der=augenblicklich
Nummer 190.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. Anguſt 1910.
Seite 2.
ja leider verreiſt iſt, hier geſehen. Wir rechnen immer
noch darauf, daß er dauernd in türkiſche Dienſte
über=
tritt. Der Interviewer fragte, es iſt Ihnen ohne
Zweifel bekannt, daß der Abſchluß der 150 Millionen=
Anleihe in Paris, der allgemein als ein großer Erfolg
der vttomaniſchen Regierung betrachtet wird, gewiſſe
Pariſer Kreiſe verſtimmte. Dſchavid Bey erwiderte:
Die franzöſiſche Regierung denkt beſtimmt nicht daran,
die Zulaſſung der neuen Anleihe zur Pariſer Börſe zu
verhindern.
— Zum Werftarbeiterausſtand meldet
die Berliner Morgenpoſt aus Hamburg: Nach den
vor=
liegenden Liſten der Arbeitgeber ſind insgeſamt 30820
Werftarbeiter teils durch den Ausſtand, teils durch die
Ausſperrung in Mitleidenſchaft gezogen. In Hamburg
wurden ausgeſchloſſen 9200 Arbeiter, in Stettin 6113,
in Bremen 2400, in Vegeſack 1600, in Geeſtemünde 1500,
in Kiel 5200, in Lübeck 1500, in Roſtock 800, in
Flens=
burg 2000. Ein kleiner Teil der Arbeiter ſchloß ſich aus
Sympathie den Ausgeſperrten an und trat in den
Ausſtand.
— Eine ſozialdemokratiſche
Partei=
verſammlung des Reichstagswahlkreiſes
Leipzig=Stadt nahm eine ſcharfe Reſolution gegen
die badiſche Parteifraktion an; ſie bezeichnete die
Bud=
getbewilligung als das ſchwerſte Attentat auf die
Partei=
einheit, als eine bewußte Herausforderung der Partei.
Der Magdeburger Parteitag wird aufgefordert, gegen
die Disziplinbrecher vorzugehen.
Ausland.
Frankreich und die Schweiz
Zum Antritt der Schweizer Reiſe des
Präſidenten Falliéres weiſt eine offiziöſe
Note des Petit Pariſien darauf hin, daß der Empfang
des franzöſiſchen Staatsoberhauptes in Bern mit einer
bei dem an Einfachheit gewöhnten Schweizer Volk
außergewöhnlichen Feierlichkeit erfolgen werde. Dem
Beſuche des Präſidenten Falliéres ſeien ähnliche
Be=
ſuche des Königs von Italien und des deutſchen
Kaiſers vorhergegangen, aber die beiden
Staats=
oberhäupter kamen nicht nach der eidgenöſſiſchen
Bun=
deshauptſtadt, und ihre Gegenwart auf Schweizer
Boden war durch beſondere Umſtände veranlaßt.
Frankreich überbringt durch ſeinen höchſten Magiſtrat
der Schweizer Nation den Ausdruck ſeiner brüderlichen
Gefühle. Dann iſt pathetiſch die Rede von der
leiden=
ſchaftlichen Freiheitsliebe der Schweizer, von den
Gipfeln ihrer ſchneebedeckten Berge, von denen nicht
nur die Flüſſe zu Tal ſtrömten, ſondern auch
Gerech=
tigkeit und Billigkeit. Seite an Seite würden
Frank=
reich und die Schweiz „ihre Schickſale verfolgen”.
Wie der Petit Pariſien meldet, wird der Miniſter
der öffentlichen Arbeiten, Millerand, ſeinen
Aufenthalt in der Schweiz dazu benutzen, um mit den
Bundesbehörden verſchiedene Fragen zu beſprechen, die
das Inkrafttreten der Konventionen über die
Zu=
fahrtsſtraßen zum Simplon bbetreffen. Außerdem
ſoll die geplante Einberufung einer Internationalen
Konferenz erörtert werden, die für die internationalen
Perſonentransporte eine ähnliche Geſetzgebung ſchaffen
will, wiesſiesbereits für Warentransporte beſteht.
Spanien.
Hiobspoſten aus Bilbao. Der Vertreter
des Daily Telegraph in San Sebaſtian telegraphiert,
daß alle Verſuche der Regierung, den Ausſtand in
Bilbao durch ein Uebereinkommen zwiſchen den
Ar=
beitern und den Grubenbeſitzern beizulegen,
fehlge=
ſchlagen ſeien. Es ſei für den Augenblick wenigſtens
keine Hoffnung auf eine Einigung vorhanden, da keine
der beiden Parteien Zugeſtändniſſe machen wolle. Unter
den Umſtänden fürchte man, daß unangenehme
Zwi=
ſchenfälle nicht ausbleiben werden, und die Regierung
treffe dementſprechende Vorſichtsmaßregeln. Das
Kanonenboot „Alvaro de Bazan”, das vor San
Sebaſtian lag, wurde nach Bilbao beordert, und die
Garniſon werde bedeutend verſtärkt werden. Ein
Infanterieregiment wurde am Samstag abend
noch aus San Sebaſtian nach Bilbao befördert, und
andere werden nachfolgen. Der Miniſter des Innern
erklärte in Madrid, er habe einen ſehr ſchlechten
Ein=
druck aus Bilbao mitgebracht. Nachmittags fand ein
Miniſterrat ſtatt, während deſſen der Miniſter
über ſeine Reiſe berichtete. Es wurde beſchloſſen, die
Meinung aller Grubenbeſitzer in Spanien über die
Streitfragen einzuholen und dann ein Geſetz zur
Regelung der Beziehungen zwiſchen Grubenbeſitzern
und Grubenarbeitern dem Parlament vorzulegen. Um
aber inzwiſchen den Ausſtand wenn irgend möglich zu
beſeitigen, wurde beſchloſſen, die Arbeitgeber und die
Arbeiter noch einmal aufzufordern, zu einer Einigung
zu kommen, und zwar auf der Grundlage, daß der
Ar=
beitstag vorläufig um eine halbe Stunde gekürzt
wer=
den ſolle, bis die Vorlage der Regierung dem
Parla=
ment vorgelegen habe.
Griechenland.
Anleihen für Marine= und
Militär=
zwecke. Während die Türkei bei Deutſchland
Schiffe kauft, verſchafft ſich Griechenland bei den
Weſt=
mächten den nervus rerum. In London verlautet, wie
man von dort berichtet, daß ſoeben Abmachungen für
ein Darlehen von zehn Millionen Pfund
Sterling mit großen Londoner und Pariſer
Bank=
häuſern zum Abſchluß gelangt ſeien. Zwei Millionen
davon ſind der griechiſchen Regierung bereits privatim
gegen Garantien vorgeſchoſſen worden und zwei
wei=
tere Millionen bleiben unemittiert, bis die Umſtände
die Emiſſion verlangen. Die übrigen ſechs Millionen
ſollen für Marine= und Militärzwecke ausgegeben
wer=
den und proviſoriſche Verträge ſind bereits mit
briti=
ſchen und franzöſiſchen Häuſern abgeſchloſſen worden.
Nicht weniger als 1½ Millionen ſollen den
Be=
feſtigungen des Piräus zugute kommen. Dieſes
kleine Anleihegeſchäft dürfte die Jungtürken in der
langſam gewonnenen Ueberzeugung beſtärken, daß die
einſt ſo hochgeſchätzte Freundſchaft der Weſtmächte eine
etwas zweifelhafte Sache iſt.
Türkei.
Die von Deutſchland angekauften zwei
Panzerſchiffe erhielten die Namen „Haireddin”
und „Barbaroſſa”.
* Ueber die Grafſchaft Kent als neues
Anbaugebiet der Zuckerrübe berichtet der
Standard Die Errichtung einer Raffinerie im
Gebiete von Tambridge=Wells iſt geſichert. Die
Ver=
handlungen zwiſchen den Zuckerrübenbauern und
Kapitaliſten nahmen einen ſchnellen Fortgang. Vierzig
Anbauverſuche hatten faſt durchweg einen guten Erfolg;
die erzielten Rüben übertreffen die deutſchen und
andere feſtländiſche Gewächſe an Größe und enthalten
durchſchnittlich etwa 18 Prozent Zucker, einen Satz, den
die ausländiſchen Rüben nicht erreichen. Das Mitglied
des Unterhauſes Courthope erklärte, er werde bis zum
nächſten Jahre im Oſten der Grafſchaft Suſſex eine
Rübenzuckerfabrik errichten.
* Brüſſel, 15. Aug. König Alfons von
Spanien iſt heute vormittag auf ſeiner Jacht „
Gi=
ralde” in Oſtende angekommen. Heute abend gab der
König ein Diner, an dem inkognito das in Oſtende
weilende Prinzenpaar Eitel Friedrich, ſowie die
Erz=
herzogin Friedrich von Oeſterreich teilnahmen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. Auguſt.
— Beſtätigung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben die am 21. Juli 1910 durch die
Stadt=
verordnetenverſammlung vollzogene Wiederwahl des
Kommerzienrats Ludwig Georgi in Gießen zum
unbe=
ſoldeten Beigeordneten der Provinzialhauptſtadt Gießen
beſtätigt.
— Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Oberlehrer am Wolfgang Ernſt=
Gymnaſium zu Büdingen Dr. Otto Schmidtgen zum
Oberlehrer am Realgymnaſium zu Mainz und den
evan=
geliſchen Pfarrer Friedrich Schmaltz in Beuern zum
Anſtaltsgeiſtlichen am Landeszuchthaus Marienſchloß
ernannt.
— Stellen=Uebertragung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Pfarrverwalter Wilhelm
Becker zu Lampertheim die evangeliſche Pfarrſtelle zu
Dexheim übertragen.
— Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem katholiſchen Pfarrer Joſeph
Kempf in Finthen die Krone zum Ritterkreuz 1. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen und dem
Ziegeleiarbeiter Georg Eſſinger 1. zu Nieder=Beerbach,
in Dienſten des Ziegeleibeſitzers Georg Philipp Muth zu
Hof Breitenloh, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der
Inſchrift „Für treue Arbeit” verliehen.
Heſſiſches Staatsſchuldbuch. Ende Juli 1910
waren auf 1618 Konten 59717700 Mk. in das
Staatsſchuldbuch eingetragen, wovon 8855100 Mk. auf
die 4% ige, 30 627300 Mk. auf die 3½ %ige und
20 235 300 Mk. auf die 3%ige Buchſchuld entfallen. Der
Zugang im Monat Juli beträgt auf 50 Konten 991000
Mark. Die Erwerbung einer Schuldbuchforderung iſt
beſonders dadurch erleichtert, daß bis auf weiteres
3½ %ige und 4%ige Buchſchulden auch ohne
An=
ſchaffung von Staatsſchuldverſchreibungen gegen
Ein=
zahlung des jeweiligen Kurswertes nach dem Kursſtand
der Anleihen von 1909 eingetragen werden. Solche
Geldeinzahlungen können jederzeit beim
Staatsſchuld=
buchbureau oder bei der Staatsſchuldenkaſſe und der
Landeshypothekenbank in Darmſtadt, ferner bei den
heſſiſchen Lokalkaſſeſtellen außerhalb Darmſtadts, ſowie
außerhalb des Großherzogtums bei allen
Reichsbank=
anſtalten erfolgen. Die genannten Stellen nehmen auch
bares Geld zum Ankauf von heſſiſchen
Staatsſchuldver=
ſchreibungen an, die zum Eintrag in das
Staatsſchuld=
buch beſtimmt ſind. Jede weitere Auskunft erteilt das
Staatsſchuldbuchbureau in Darmſtadt.
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großh.
Heſſen ſind im Monat Juli l. J. 258 Rentengeſuche (245
Invaliden= und Krankenrentenanträge, ſowie 13
Alters=
rentenanträge) eingegangen. Unerledigt wurden in
den genannten Monat übernommen 343 Rentengeſuche,
ſo daß 601 Geſuche in Bearbeitung ſtanden. Es fanden
Erledigung: 221 durch Rentenbewilligung (196
Inva=
liden=, 11 Kranken= und 14 Altersrentengeſuche); 39
durch Ablehnung, weil unbegründet (37
Invaliden=
renten= und 2 Altersrentengeſuche), 23 durch andere
Weiſe — Zurücknahme uſw. — (20 Invaliden= und 3
Altersrentengeſuche), zuſammen 283, ſo daß 318 Geſuche
als unerledigt auf den Monat Auguſt übernommen
werden mußten. Ferner wurden im Monat Juli I. J.
240 Anträge auf Beitragserſtattung geſtellt, und zwar
193 infolge Heirat weiblicher Verſicherter (H.), und 47
infolge Todes verſicherter Perſonen (T.). Unerledigt
wurden in den genannten Monat übernommen 124
Er=
ſtattungsanträge, ſo daß zu bearbeiten waxen 364
Ge=
ſuche. Bewilligt wurden 262 Anträge (219 H., 43 T.),
abgelehnt wurden 16 Anträge (8 H., 7 T. und 1 U.).
Auf andere Art erledigt wurde 1 T.=
Erſtattungs=
anſpruch. Unerledigt blieben 85 Erſtattungsanträge
(64 H., 19 T. und 2 U.), die auf den Monat Auguſt
über=
nommen wurden. — In welchem Umfange die
Landes=
verſicherungsanſtalt Großh. Heſſen Heilverfahrenskoſten
für ihre Verſicherten übernimmt, ergibt ſich aus
nach=
ſtehenden Erläuterungen. Ende Juli 1910 waren in
den nachverzeichneten Anſtalten verſicherte Perſonen
untergebracht: 1. Ernſt Ludwig=Heilſtätte bei Sandbach
123, 2. Eleonoren=Heilſtätte bei Winterkaſten 61, 3.
Göttmannſche Heilanſtalt in Reichelsheim 33. 4. Dr.
Liebes Lungenheilanſtalt in Waldhof=Elgershauſen 5,
5. Bad Lippſpringe 67, 6. Kuranſtalt von Dr. Schmitt,
Lindenfels, 29, 7. Konitzkyſtift in Bad Nauheim (0,
8. Ernſt Ludwig=Heilanſtalt von Dr. Loſſen hier 6,
9. Klinik von Dr. Grein in Offenbach 10, 10.
Verſchie=
dene Anſtalten, wie Krankenhäuſer, Kliniken und
der=
gleichen mehr, 34, zuſammen 428.
* Die Unterrichtsanſtalten des Großherzogtums
Heſſen weiſen nach dem Stande vom Mai 1910 folgende
Beſuchsziffern auf (die Beſuchsziffern des
vorhergehen=
den Semeſters bezw. des Vorjahres in Klammern):
Landesuniverſität Gießen 1334 (1261) Studierende,
darunter 36 (37) Damen, 5 (5) Hoſpitantinnen, 137 (152)
Hörer, darunter 53 (59) Damen; Techniſche Hochſchule
Darmſtadt 1203 (1259) Studierende, darunter 3 (4)
Damen, 119 (148) Hörer, außerdem 42 (147) männliche
und 43 (128) weibliche Gäſte; Gymnaſien und
Progym=
naſien 2893 (2948) Schüler und 48 (43) Schülerinnen;
Realgymnaſien 1478 (1438) Schüler und 71 (68)
Schüle=
rinnen; Oberreal= und Realſchulen einſchließlich
Land=
wirtſchaftsſchule Groß=Umſtadt 6002 (5982) Schüler und
163 (130) Schülerinnen; Höhere Bürgerſchulen 1415
(1446) Schüler und 1201 (1213) Schülerinnen;
Vor=
ſchulen der höheren Lehranſtalten (einſchließlich der
höheren Bürgerſchulen) 1612 (1599) Schüler und 224:
(226) Schülerinnen: Höhere Mädchenſchulen 3250 (3275)
Schülerinnen; Lehrerſeminare 467 (480) Zöglinge:
Lehrerinnenſeminare der höheren Mädchenſchulen 163
(182) Schülerinnen; Volksſchullehrerinnenſeminar 138
(138) Schülerinnen: Präparandenanſtalten 244 (271)
Schüler; einfache Volksſchulen 100791 (99031 Schüler
und 101703 (100040) Schülerinnen; erweiterte
Volks=
ſchulen 2478 (2420) Schüler und 2592 (2600)
Schüle=
rinnen: Privatunterrichtsanſtalten 1137 (1107)
Schüler und 2528 (2478) Schülerinnen:
Taub=
ſtummenanſtalten Bensheim und Friedberg 53
(56) männliche und 48 (43) weibliche Zöglinge:
Blindenanſtalt Friedberg 24 (26) männliche und 10 (11).
weibliche Zöglinge.
Steads Charakterbild der Königin Mary.
Als Pendant zu dem vielbeſprochenen
Charakter=
bild König Georgs von England veröffentlicht der
be=
kannte Publiziſt Stead in ſeiner Review of Reviews
ein aus reichem Material geſchöpftes biographiſches
Porträt der Königin Mary, die er als „die Mutter auf
dem Thron” feiert. Die jetzige Königin von England
wurde als Tochter des Herzogs von Teck und ſeiner
Gemahlin, der Tochter des Herzogs von Cambridge,
am 26. Mai 1867 in Kenſington Palace geboren. Ihre
Mutter wußte bereits dem Kinde die hilfsbereite
Men=
ſchenfreundlichkeit einzuprägen, die ein
hervorſtechen=
der Charakterzug der Fürſtin geblieben iſt. Sie nahm
die kleine Mary mit bei ihren Beſuchen, die ſie in den
Wohnungen der Armen abſtattete, und lehrte ſie als
die ſchönſte Freude des eigenen Herzens die Linderung
der Not des Mitmenſchen. Dabei waren auch der
kleinen goldhaarigen Prinzeſſin, die bald der Liebling
des ganzen engliſchen Hofes wurde, alle Freuden der
Jugend vollauf gewährt. Sie erhielt eine Freiluft=
und Freilichterziehung, durfte auf ihrem
Lieblings=
pony frei herumgaloppieren, ſo daß ihre langen Haare
wie ein leuchtender Goldſchein um ſie flatterten. Sie
erhielt ſorgfältigen Unterricht und eine reiche geiſtige
Ausbildung. Das fließende Engliſch, Italieniſch,
Deutſch und Franzöſiſch, das die Königin ſpricht,
ver=
dankt ſie dieſer Jugenderziehung, die ſie auch in der
Literatur dieſer vier Sprachen heimiſch werden ließ.
Darum iſt ſie aber kein Blauſtrumpf geworden, ſondern
vielmehr eine tüchtige Strumpfſtrickerin, die in allen
Haushaltungsarbeiten wohl erfahren war. Von der
bereits herangewachſenen „Princeß May” wird erzählt,
daß ſie mittenein einer angeregten =Plauderei plötzlich
aufſtand und lächelnd zu dem Beſucher ſagte: „Ach,
verzeihen Sie, ich will mir nur meinen Strickſtrumpf
holen gehen, und dann wollen wir weiter plaudern.
Es gibt ſo viel zu tun, und da ſcheint mir’s unrecht,
wenn die Finger faul ſind.” Raſch kam ſie mit ihrem
Strickzeug zurück, und nun klapperten die Nadeln die
Begleitung zu ihren liebenswürdigen Worten. Die
Prinzeſſin hatte immer ſo viel zu tun, weil ſie an allen
philantropiſchen Bewegungen den regſten Anteil nahm
und bald warme Jacken zu ſtricken, bald Filzſchuhe für
die Jungen im Krüppelheim anzufertigen hatte. Als
Vorſitzende des „Vereins für Nadelarbeit” war ſie
un=
ermüdlich tätig; im Jahre 1900 brachte ſie allein 12 168
Kleidungsſtücke für Arme zuſammen, von denen ſie ſo
manche ſelbſt gearbeitet hatte. Groß war die Liebe der
Prinzeſſin zu Kindern; ſie veranſtaltete umfangreiche
Weihnachtsbeſcherungen und brachte ſelbſt, als
Chriſt=
kind verkleidet, den Kleinen ihre Gaben.
So großer Beliebtheit erfreute ſich „Princeß May”
in England, daß ſich vielfach Stimmen äußerten, die
auf ſie als die künftige Königin hinwieſen, und es
wurde freudig begrüßt, als der Herzog von Clarence,
der ältere Bruder des jetzigen Königs, um ihre Hand
anhielt. Eine tiefe Herzensneigung hatte ſchon als
Kinder den Prinzen Eddie und Princeß May
mitein=
ander verbunden. Doch der Tod machte dieſen ſchönen
Liebesbund zunichte: 1892 ſtarb plötzlich der Bräutigam,
und in tiefer Trauer ſtarrte die Prinzeſſin auf die
ver=
lorenen Träume ihrer Jugend. Ein tiefer Schatten
war auf ihr bisher ſo helles Leben gefallen, ſie ſuchte
Troſt in einer immer intenſiveren Beſchäftigung mit
den Werken der Menſchenliebe und ſchien ganz in der
Sorge für ihre Mitmenſchen aufgehen zu wollen. Doch
die Staatsraiſon wollte ihr dieſes Leben in ſtrenger
Zurückgezogenheit, dieſes Sichvergraben in ihren
Schmerz, nicht geſtatten. Nachdem ſie einmal von
Königin Viktoria, von Eduard VII. und von der
Volks=
meinung als die künftige Königin Englands bezeichnet
worden war, ſollte ſie nun mit dem zweitälteſten Sohne
Eduards, mit dem Herzog von York, vor den Altar
treten. Da brach ſie wohl in Tränen aus und rief,
wenn immer wieder dieſe Wünſche an ihr Ohr drangen:
„Wie grauſam! Warum ſoll ich nicht in meinem
Schmerz das Recht der Zurückgezogenheit haben, das
jedem anderen Mädchen im Privatleben zugeſtanden
wird?” Aber allmählich beruhigte ſie ſich; der neue
Bewerber trat ihrem Herzen nahe, und nach weniger
als einem Jahre hatte George die Stelle des
verſtor=
benen Bruders eingenommen.
Eine überaus glückliche Ehe folgte, in der ſich
Princeß May als ein wahres Muſterbild der Gattin
und Mutter erwies. Die hohe Kunſt, die ihre Mutter
bei ihrer Erziehung entfaltet hatte, zeigte ſie nun in
der Ausbildung, die ſie ihren eigenen Kindern zuteil
werden ließ. Am liebſten wäre ſie immerfort in dem
Kinderzimmer geweſen; aber da andere Pflichten
ge=
bieteriſch ihr Recht forderten, ſo beſtimmte ſie
wenig=
ſtens, daß ſie einen ganzen Tag in der Woche ſich nur
ihren Sprößlingen widmen wolle, an dem ſie nichts
anderes ſein würde als Mutter. Dann ging ſie mit
den Kindern aus, ſtreifte durch die freie Natur und
ſchickte am liebſten jede Wärterin fort. Einmal war
ſie mit dem vierjährigen Eduard ſo weit gegangen, daß
der Kleine müde wurde und ſie nun wohl eine Stunde
weit ihn auf dem Rücken nach Hauſe tragen mußte.
Ihre Erziehungsmethode hatte ſie nach dem deutſchen
Kindergartenſyſtem gebildet und ſie hat bei ihren fünf
Söhnen und ihrer Tochter die ſchönſten Erfolge
er=
zielt.
C. K. W. T.
Nummer 190.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. Augeſt 1910.
Seite 3.
m. An den neuen Schulgebäuden auf dem alten
Gaswerk wird fleißig gearbeitet. Die Turnhalle hat
ringsum eine gedeckte Wandelhalle erhalten, die auf
Steinſäulen ruht. Die neue höhere Töchterſchule iſt mit
Dachpappe gedeckt und erhält eben die Beſchieferung. Auf
dem neuen Oberrealſchulgebäude ſind die Zimmerleute
mit dem Aufſchlagen des Dachgebälkes beſchäfttig.
Vom Veteranen=Appell. Es ſei nachgetragen,
daß der 84jährige Oberſt Brentano ſeine ſchon 1870
von ihm befehligten Pioniere bei dem Parademarſch in
erſtaunlicher Friſche ſelbſt vorbeiführte.
Man ſchreibt uns weiter: Zu der 2. Kompagnie des
2. Leib=Jäger=Bataillons, die 90 Veteranen zählte, kam
gegen ½11 Uhr der 91. hinzu, es war dies ihr
Kom=
pagnie=Chef, Herr Oberſt Pennrich. Herr Oberſt
Pennrich war der einzige Offizier des 2. Leib=Jäger=
Bataillons, welcher den Veteranen=Appell mitfeierte,
und den die ganze Kompagnie umringte und aufs
herz=
lichſte willkommen hieß. Bei dem Abreiten der Front
durch Seine Königliche Hoheit den Großherzog ſtellte
ſich Herr Oberſt P. an die Spitze des 2. Jäger=
Ba=
taillons. Zum Vorbeimarſch baten die Veteranen
ihren Hauptmann, er möchte die Kompagnie Seiner
Königlichen Hoheit vorführen, welchem Wunſche gern
Folge geleiſtet wurde. Im Schützenhof, wo die drei
Jäger=Kompagnien ſpeiſten, blieben ſie noch lange mit
ihrem Oberſt in fröhlichſter Stimmung beiſammen.
— Hoflieferant. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog hat den Häfnermeiſter Thomas Philipp Ploch
dahier zum Hoflieferanten ernannt.
C. Im goldenen Kranz. Heute begeht Herr
Palais=
inſpektor i. P. Gg. Dochnahl das Feſt der goldenen
Hochzeit. Der 81jährige Jubilar — ſeine Ehegattin
iſt 75 Jahre alt — ſieht auf eine 59jährige
Berufs=
zeit zurück, wovon 37 auf den Dienſt des Großh.
Hauſes entfallen.
— Das Parkhotel an den Hirſchköpfen, das durch
Kauf in andere Hände gekommen iſt, wird zur Zeit
einer gründlichen Renovation und einem Umbau
unter=
zogen. Der Turm, welcher das Portal krönt, iſt zum
Teile abgebrochen, um anders gebaut zu werden; ebenſo
werden die beiden ſeitlichen Giebel anders hergerichtet.
Die dazu gehörige, an der Straße liegende lange ſchon
geſchloſſene Reſtauration wird zu einer Neben= oder
Dienerwohnung uſw. hergerichtet. Das Gebäude trägt
von nun an den Namen „Haus Hagenburg”.
— Saalbau. Auf das heutige Dienstags=Konzert
der vollzähligen Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts.
Nr. 61 im Städtiſchen Saalbau ſei hiermit nochmals
beſonders hingewieſen. Das Programm iſt ſehr
in=
tereſſant. (Siehe Anzeige.)
Schützenhof. Heute Dienstag abend konzertiert
die Kapelle des Großh. Art.=Korps unter Herrn Mickleys
Leitung. Das große Tongemälde Dreihundert Jahre
deutſchen Lebens, Hiſtoriſche Muſik vom Jahr 1600—1900,
ſowie großer Zapfenſtreich und Feſtreveille ſoll heute
vorgetragen werden. (S. Anzeige.)
— Ludwigshöhe. Am Mittwoch, den 17. Auguſt,
findet im Anſchluß an das üblige Kurkonzert großes
Abendkonzert mit Reunion ſtatt. Beide Konzerte
werden von der 6ler Kapelle unter Herrn Webers
Leitung ausgeführt. Vielfachen Wünſchen entſprechend
wird das Tongemälde „Deutſchlands Erinnerungen an
die ruhmreichen Kriegsjahre 1870/71 zur Aufführung
ge=
langen. Hieran wird ſich die Turmbeleuchtung
an=
ſchließen. Zum Schluß Heimmarſch mit klingendem Spiel.
Kellerbrand. Im Hinterbau des Hauſes
Rhein=
ſtraße 47 war geſtern vormittag in einem
Haushaltungs=
keller Feuer ausgebrochen, das ein Flaſchengeſtell,
Kiſten uſw. vernichtete. Der Brand konnte von der
Feuer=
wehr bald gelöſcht werden.
n. Dietzenbach, 15. Aug. Wieder einmal hat das
Automobil ein Opfer gefordert. Der 39 Jahre alte,
verheiratete Kaufmann und Landwirt Chriſtian Kern
von hier, der mit ſeinem Fahrrad auf der Landſtraße ins
Feld fuhr, begegnete zwei auf einer Probefahrt begriffenen
Automobilen der Frankfurter Adlerwerke. Dieſe folgten
ſich, wie Augenzeugen beobachteten, in ſo kurzem Abſtand,
daß der durch den erſten Wagen aufgewirbelte Staub, ſowie
das Geräuſch das Herannahen des hinterſten Automobils
verdeckte und auch anſcheinend deſſen Lenker
Entgegen=
kommendes nicht rechtzeitig erkennen ließ. Es war der
in Dienſten der Adlerwerke ſtehende 20jährige Chauffeur
Karl Oehler von Frankfurt a. M. Er überfuhr den glatt
am erſten Automobil vorübergekommenen Kern, der ihn
infolge der erwähnten Umſtände wohl nicht geſehen hatte,
und der Unglückliche (Vater von 3 kleinen Kindern) erlitt ſo
ſchwere Verletzungen, daß er am nächſten Tag ſtarb. Am
Samstag und heute fanden durch Gericht und
Staatsan=
waltſchaft Ermittlungen ſtatt, und es iſt gegen Oehler
Strafverfahren wegen fahrläſſiger Tötung eingeleitet.
K., ein allgemein geachteter Mann, galt als beſonnener,
ruhiger Fahrer; er und ſeine Hinterbliebenen werden
leb=
haft bedauert.
Mainz, 14. Aug. Der Kaiſer wird um 7,51 Uhr
vormittags Bahnhof Mainz=Süd durchfahren. Sobald
der Hofzug die alte Eiſenbahnbrücke erreicht, beginnt
das Fußart.=Regt. Nr. 3 mit der Abgabe der 33
Ehren=
ſchüſſe. Während der Anweſenheit des Kaiſers in
Mainz werden die Ehrenpoſten vor dem Großh.
Pa=
lais vom Inf.=Regt. 116 geſtellt. Nach beendigter
Truppenſchau werden ſich der Kaiſer und der
Groß=
herzog an der Spitze der Fahnenkompagnie nach dem
Großherzoglichen Palais begeben und dabei folgenden
Weg einſchlagen: Mainzer Straße, Mombacher Tor,
Mombacherſtraße, Wallſtraße, Aliceplatz, Bingerſtraße,
Große Bleiche. Die genannten Straßen werden von
11 Uhr ab für den Wagen=, Reiter=, Rad= und
Auto=
mobilverkehr geſperrt, bis die Allerhöchſten
Herr=
ſchaften die betreffenden Straßen paſſiert haben. Die
Fahnen der auswärtigen Truppen werden von dieſen
ſelbſt im Schloſſe nach der Abreiſe des Kaiſers
ab=
geholt.
B. Bingen, 15. Aug. Ein großer
militäri=
ſcher Transport iſt hier mit der Bahn
durchgekom=
men. Das in Koblenz garniſonierende 3. Telegraphen=
Bataillon ſowie das Fernſprechkommando, das ſich aus
Angehörigen ſämtlicher Truppengattungen zuſammenſetzt,
wurde mit ſämtlichen Kriegsfahrzeugen teils nach Erfurt,
Berlin, Köln und Frankfurt a. M. befördert. Es handelt
ſich um eine große Nachrichtenübung, bei der man feſtſtellen
will, welche Formation im Ernſtfalle am praktiſchſten ſein
wird. Auch die Kavallerie=Telegraphen=Abteilung, ſowie
der Kaiſer=Fernſprechtrupp, der in den kommenden
Kai=
ſermanövern zum erſten Male ſeine Verſuche praktiſch zur
Anwendung bringt, befindet ſich bei dem Transport. Die
oben angeführten Städte werden durch Artillerie belagert
werden. Sämtliche vier Telegraphen=Bataillone
betei=
ligen ſich an der Uebung. Auch die fahrbaren Stationen
der Funken=Telegraphen=Abteilung, die drahtlos arbeitet,
werden zur Verwendung gelangen.
Gießen, 14. Aug. In der Erpreſſergeſchichte
des Schreinergehilfen Heck wird von ſeinem Bruder dem
„Gieß. Anz.” geſchrieben: „Mein Bruder iſt kein Gauner,
ſondern ein geiſtig nicht normaler Menſch. Er
iſt nicht arbeitslos, ſondern ſteht bei mir in Arbeit.
Aller=
dings ließ ich ihm wegen ſeiner krankhaften Veranlagung
ziemlich viel freie Zeit, die er aber zum größten Teil zum
Leſen von Schundromanen benutzte. Mein Einfluß
ver=
mochte leider nicht, ihn von dieſen Büchern zurückzuhalten.
Im übrigen aber iſt mein Bruder ein harmloſer Menſch
und ſein „Bombenanſchlag” ſicherlich viel mehr ein
un=
überlegter Streich, als eine verbrecheriſche Abſicht.” Dieſe
Angaben werden von verſchiedenen Seiten beſtätigt, wie
denn auch das ganze Vorgehen des jungen Mannes ſchon
von vornherein den Schluß auf verminderte
Zurechnungs=
fähigkeit zuließ. — Einen plötzlichen Tod fand der
Kaſſierer vom ſtädtiſchen Gaswerk, der 61 Jahre alte
Ed=
mund Wetter. Auf dem Nachhauſeweg von einem
Spa=
ziergang hat der Tod den noch rüſtigen Mann plötzlich
er=
eilt. Wetter war Mitbegründer des Kaufmänniſchen
Ver=
eins, eine Zeitlang Sekretär der Handelskammer im
Ne=
benamt und ein langjähriger treuer Beamter der Stadt.
Friedberg, 15. Aug. Eine kleine Abnahme in
den heſſiſchen Lehrerbildungsanſtalten iſt
in dieſem Jahre zu verzeichnen. Die drei Seminare
haben gegenwärtig 465 Beſucher gegen 480 im vorigen
Jahre. Die drei Präparandenanſtalten ſind von 270
Zöglingen auf 244 zurückgegangen. Der pädagogiſche
Kurſus in Darmſtadt zählt 40 Zuhörer gegen 29 im
Jahre vorher.
Bad Nanheim, 15. Aug. Prinzeſſin
Friede=
rike von Hannover iſt mit Gefolge hier
ein=
getroffen und hat im Hotel „Metropole” Wohnung
ge=
nommen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Aug. Es darf
nun=
mehr als feſtſtehend betrachtet werden, daß die
Stadt=
gemeinde das alte Opernhaus käuflich erwerben
wird, und zwar zum Preiſe von 4½ Millionen Mark.
Der Fiskus hat danach ſeine urſprüngliche Forderung
erheblich ermäßigt. Wie an unterrichteter Stelle
ver=
lautet, ſind die Pläne für die ſpätere Reſtaurierung
des Gebäudes vom Geh. Baurat Dr. Ludwig
Hoff=
mann bereits fertiggeſtellt.— Das große Kunſtinſtitut
das unter dem Namen einer „Großen Oper in
Berlin” auf einem Terrain zwiſchen
Kurfürſten=
damm und Lietzenburger Straße errichtet werden
ſollte, wird, wie nunmehr feſtſteht, nicht zur
Ausführ=
ung gelangen. Der zweite Entwurf, der vor kurzem
den maßgebenden Berliner und Charlottenburger
Be=
hörden eingereicht worden iſt, hat die
Genehmig=
ung des Berliner Polizeipräſidenten nicht
gefun=
den. Die Gründe, die den Polizeipräſidenten
veran=
laßt haben, auch dem neuen Projekt ſeine Zuſtimmung
zu verſagen, ſind mannigfacher Natur. Erſtens
ent=
ſprach der Plan nicht den baupolizeilichen Vorſchriften,
und ferner führten verkehrspolizeiliche Rückſichten zur
Ablehnung. Wie von anderer Seite indeſſen verlautet,
iſt der Geſellſchaft noch kein amtlicher Beſcheid zu=
geſtellt worden. Erſt nachdem dieſe Benachrichtigung
eingegangen iſt, wird von der „Großen Oper” der
Be=
ſchluß gefaßt werden, ob noch ein drittes Projekt
ein=
gereicht oder das ganze Unternehmen fallen gelaſſen
werden ſoll. Es iſt jedoch anzunehmen, daß in
abſeh=
barer Zeit von einer nochmaligen Einreichung neuer
Pläne abgeſehen wird. — Auf ganz ungewöhnliche
Art hat eine Frau C. in der Nachodſtraße in
Wilmers=
dorf ihrem Leben ein Ende gemacht. Sie
riegelte ſich in dem Badezimmer ein und ließ die
Wanne voll Waſſer. Darauf ſtieg ſie in das Waſſer
hinein und drückte den Kopf ſo lange unter die
Ober=
fläche, bis der Tod eintrat. Als der Ehemann nach
Hauſe zurückkehrte, fand er ſeine Frau entſeelt in der
Badewanne.
Kaſſel, 15. Aug. Die Lokomotivfabrik von
Henſchel u. Sohn feierte geſtern ihr
hundertjäh=
riges Beſtehen und die Fertigſtellung der 10000.
Lokomotive. Henſchel hat aus dieſem Anlaß der Stadt
Kaſſel 250000 Mark zur Errichtung eines Schwimmbades,
ferner 30000 Mark für wohltätige Zwecke an Kaſſeler
Vereine und Anſtalten, 100000 Mark dem vaterländiſchen
Frauenverein, 100000 Mark dem Eiſenbahn=Töchterhort,
300000 Mark an Beamte und Arbeiter der Fabrik und
30000 Mark für die Witwen= und Waiſenkaſſe des Werkes
geſpendet. Der Inhaber der Fabrik, Kommerzienrat
Hen=
ſchel, wurde zum Geheimen Kommerzienrat ernannt und
auch einer ganzen Anzahl Beamten und Arbeiter wurden
Auszeichnungen verliehen.
München, 13. Aug. In der Münchener
Raub=
mordaffäre hat die Polizei das Signalement des als
Mordgehilfin in Betracht kommenen Dienſtmädchens
der=
art genau feſtſtellen können, daß mit ihrer Verhaftung
zu rechnen iſt.
Neuß, 15. Aug. Bei den Kirchweihfeſtlichkeiten in
Grimlinghauſen wurde ein Poliziſt, der zwei Leute,
die auf einer Dampffähre Revolverſchüſſe
abfeu=
erten, verhaften wollte, von dieſen durch Meſſerſtiche ſchwer
verletzt und ins Waſſer geworfen. Einen der Uebeltäter
zog der Poliziſt mit ſich in den Rhein. Während der
Poli=
ziſt gerettet wurde, ertrank der Verbrecher, ein 28jähriger
Mann aus Hamm.
C. Aus Vorarlberg, im Auguſt. Da unſer
mit Naturſchönheiten ſo reich geſegnetes Kronland
vorzugsweiſe von Angehörigen des Deutſchen
Rei=
ches beſucht wird, unter denen auch die Heſſen nicht
fehlen, ſo dürfte ein Bericht über den heurigen
Fremdenveerkehr willkommen ſein. Mehr noch
wie im Flachlande herrſchte hier unbeſtändige, meiſt
ſehr kühle Witterung, die den Touriſtenverkehr ſtark
beeinträchtigte. Aber auch die Zahl der Penſionsgäſte
war im allgemeinen geringer als ſonſt, mit
Aus=
nahme des Brandner Tals, deſſen großartige
Alpen=
natur allmählich ein internationales Publikum
an=
zieht. Dagegen hatte Schruns, die Perle des
Mon=
tafun, unter der Störung ſeiner Bahnverbindung mit
Bludenz ſchwer zu leiden. Aehnlich war es im
Bre=
genzerwald, der ſeit der Kataſtrophe vom 15. Juni nur
noch durch Poſtwagen von Dornbirn und Egg erreicht
werden kann. Bei dem Bau der Bahnlinie=Bregenz=
Bezau hatte man die Möglichkeit eines ſo
verheeren=
den Hochwaſſers nicht in Betracht gezogen und die
Folge war die Zerſtörung des Bahnkörpers auf etwa
10 Kilometer Länge. Einen gewiſſen Erſatz bietet dem
BBregenzerwald wieder die Anweſenheit des deutſchen
Kronprinzen in Hopfreben, wo ſich der hohe Herr
be=
kanntlich eine Villa erbaut hat. Für Mittelberg, das
in großartiger Gebirgsumrahmung 20 Kilometer von
dem bayeriſchen Oberſtdorf gelegen iſt, wirkt
befruch=
tend die Nähe dieſes letzteren, immer mehr in Mode
kommenden Kurorts, in dem zurzeit auch der heſſiſche
Staatsminiſter Ewald weilt. Wenn im allgemeinen
der Verkehr in unſerem Lande heuer noch ein
leid=
licher war, ſo dürfte dies den Oberammergauer
Spie=
len zuzuſchreiben ſein, deren Beſucher vielfach mit
dem religiöſen Genuß noch einen Naturgenuß in den
benachbarten Alpengebieten verbinden wollten.
Königsberg, 15. Aug. Die Privatklage des
Re=
gierungsrates a. D. Martin gegen die Königsberger
Hartungſche Zeitung wegen Beleidigung, begangen durch
den Ausſpruch: „Dreiſte Geſchichtsfälſchung” in einer
Be=
ſprechung des Martinſchen Buches „Deutſche Machthaber”
iſt koſtenpflichtig abgewieſen worden, da dem
inkriminier=
ten Ausſpruch, bei dieſer Art, Geſchichte zu machen, die
Berechtigung nicht habe abgeſprochen werden können.
Brüſſel, 15. Aug. Während der geſtrigen
Vor=
ſtellung in der Menagerie Boſtok in der Brüſſeler
Weltausſtellung wurde der Tierbändiger Tontalon
ſchwer verwundet. Er führte dem Publikum gerade ſeinen
Haupttrick vor, indem er einem rieſigen Berberlöwen ſeinen
Kopf in den geöffneten Rachen ſteckte. Schon oft hatte
Tom=
talon dieſes Wagnis ausgeführt, ohne daß ihm je etwas
geſchehen wäre. Geſtern nachmittag ſchnappte die Beſtie
bei dieſem Trick plötzlich zu und verwundete den
Tierbän=
diger an beiden Schläfen ſchwer. Des Publikums
bemäch=
tigte ſich eine große Aufregung.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Gymnaſiaſtinnen. Nach einer von Direktor
Dr. Güldner im letzten Heft der Zeitſchrift Die höhere
Mädchenſchule veröffentlichten Statiſtik iſt die Zahl der
Schülerinnen preußiſcher Studienanſtalten von 1909 auf
1910 von 1975 auf 2778 geſtiegen. Rechnet man die 150
Damen hinzu, die gegenwärtig die „Gymnaſialkurſe für
Frauen zu Berlin” beſuchen, ſo gelangt man zu dem
Er=
gebnis, daß zurzeit die ſtattliche Zahl von 2928 Mädchen
und Frauen in der Vorbereitung auf die Reifeprüfung
begriffen iſt. Die Untertertia beſuchen 826 (1909 682)
Schülerinnen, Obertertia 781 (325), Unterſekunda 430 (355),
Oberſekunda 341 (259), Unterprima 236 (158) und
Ober=
prima 164 (131). Von den 32 Studienanſtalten, auf die
ſich dieſe Schülerinnen verteilen, ſind acht Anſtalten bereits
fertig ausgebaut und zur Abhaltung der Reifeprüfung
berechtigt. 21 Anſtalten ſind noch in der Entwicklung
be=
griffen, aber bereits anerkannt, während drei weitere
der=
ſelben Art noch nicht die ſtaatliche Anerkennung erlangt
haben. Vier von den 32 ſind königliche Studienanſtalten,
die Auguſtaſchule und die Eliſabethenſchule in Berlin,
ſowie die Studienanſtalt der Luiſenſchule in Poſen und
die mit der höheren Mädchenſchule in Trier verbundene
Studienanſtalt, eine iſt ſtiſtiſch (die Cecilienſchule in
Biele=
feld), vier ſind privat (je eine in Münſter, Eſſen
Hildes=
heim und Bonn), die übrigen 23 ſind ſtädtiſch. Die
Mehr=
zahl (28 von 32) iſt nach dem Plan der realgymnaſialen
Studienanſtalten eingerichtet, zwei haben gymnaſialen und
ebenfalls zwei Oberrealſchulcharakter.
* Eine Anregung für die
Anſichtskar=
teninduſtrie wird im Auguſt=Heft der
Monats=
ſchrift Die Welt des Kaufmanns (Georg D. W.
Call=
wey, München) gegeben. Wir leſen da: „Bitte, keine
bangen Mienen! Ich habe nicht die Abſicht, eine jener
billigen Kapuzinaden gegen die „ſinnloſe
Anſichtskar=
tenwut” zu halten. Im Gegenteil, ich möchte einen
Vorſchlag zur Belebung, inneren Belebung, der
An=
ſichtskartenfabrikation machen. Es wird da ſicher
aller=
hand Nettes von ihr gemacht. Alte Stiche werden
reprodnziert. Ab und zu durchſucht man wohl auch die
Studienmappe eines Künſtlers und erwirbt ein paar
aparte Zeichnungen zur Vervielfältigung. Und auch
der Photograph, der ausgeſchickt wird, um „
Aufnah=
men” zu machen, bringt manches geglückte Bild mit.
Aber ſo in der Mehrzahl iſt es doch entſetzlich
lang=
weiliger Klitſch, der da in Lichtdruckkarten feilgeboten
wird. „Das Kurhaus” „Der Badeſtrand”, „Der T=Berg
von Norden” „Der TBerg von Süden”, „Das
Rat=
haus” „Das Kaiſer Wilhelm=Denkmal” Und ſo fort
in infinitum. Was wir ſo ſelten finden, das iſt die
Wiedergabe intimer Stimmungen, und der Touriſt, der
ſie genoß, muß ſich, wenn er für ſich oder ſeine daheim
gebliebenen Freunde ein Erinnerungszeichen ſucht, mit
dem Bilde eines jener „Wahrzeichen” begnügen. Dabei
eignen ſich gerade die monumentalen Anſichten zumeiſt
gar nicht für das beſcheidene Poſtkartenformat. Der
langgedehnte Strand der Meeresküſte wirkt kraftlos,
kleinlich in ſolchem Bildchen. Aber es könnte gut etwa
die hüpfenden Springwellen wiedergeben, die an einem
im Waſſer liegenden Felsblock emporſpritzen. Der Berg
erſcheint auf der Karte flach, die Wucht einer Wölbung
kommt auf ihr nicht zum Ausdruck. Aber die kleinen
maleriſchen Reize des Bergpfades ließen ſich wohl auf
ihr darſtellen.
Dieſe kleinen, intimen Reize werden auch von dem,
der eine Gegend mit der Kamera und dem Auftrage,
Anſichtskartenvorlagen zu beſchaffen, bereiſt, ſelten
oder nie geſehen. Er wird ſich vorwiegend an die
„Glanzpunkte” halten. Aber der Wanderer, der eben
gerade um jener Einzelſchönheiten willen durch die
Landſchaft ſtreift und der heute doch in ſo vielen
Fällen auch ſeine Dunkelkammer bei ſich führt, wird
mit ihr manch ſeinen Zug der Natur, den er
be=
lauſchte, feſthalten! Und darum: ihr
Anſichtskarten=
fabrikanten, erlaßt ein Preisausſchreiben für
Lieb=
haberphotographen. Ihr werdet in deren
Platten=
käſten eine ſolche Fülle reizvoller „Motive” finden, daß
ihr mühelos der alten Schablone entraten könnt. Der
Anſichskarten ſchreibende und ſammelnde’ Touriſt aber
wird es euch danken.
* Ein neuer Komet. Der von dem
Aſtrono=
men Mitcalf in Thunton in Amerika entdeckte neue
Komet iſt auf der Remeis=Sternwarte in Bamberg
Freitag abend trotz vieler Störungen durch Wolken
mit dem Heliometer geſehen worden. Sein Ort um
10,51 Uhr mitteleuropäiſcher Zeit beträgt in
Rekt=
aſzenſion 16 Stunden 8 Minuten 56 Sekunden und die
Deklination 15 Grad 2 Sekunden; er iſt nur mit
gro=
ßen Fernrohren ſichtbar, eine Bogenminute groß und
hat einen von der Sonne abgewendeten Schweifanſatz
und eine kernartige Verdichtung. Er bewegt ſich
lang=
ſam im Sternbilde des Herkules nahe dem Kopfe des
Drachen. Von der Treptow=Sternwarte erfährt man,
daß der Komet bei wolkenloſem Himmel allabendlich
durch das große Fernrohr ſichtbar iſt. Er erſcheint
vorläufig verhältnismäßig klein.
* Frankfurter Theater=Spielplan,
Opernhaus. Dienstag, 16. Aug.: Der
Trouba=
dour. Mittwoch, 17. Aug.: Die Meiſterſinger von
Nürn=
berg. Donnerstag, 18. Aug.: Der Wildſchütz. Freitag,
19. Aug.: Alda. Samstag, 20. Aug.: Joſeph und ſeine
Brüder. Sonntag, 21. Aug.: Figaros Hochzeit.
Mon=
ag, 22. Aug.: Ein Walzertraum. Dienstag, 23. Aug.:
Der Barbier von Sevilla. Mittwoch, 24. Aug.:
Tann=
häuſer.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. Auguſt 1910.
Nummer 190.
Petersburg, 14. Aug. Auf der Hafenzweiglinie der
Nikolaibahn in der Nähe von Petersburg fand infolge
falſcher Weichenſtellung ein Zuſammenſtoß
zweier Güterzüge mit einem rangierenden
Zuge ſtatt. Die zwei Züge fuhren ſich auf parallelen
Gleiſen einander entgegen. Ein dritter durchkreuzte
ihren Weg. 35 Wagen und zwei Lokomotiven ſtürzten
den Bahndamm hinab. Sieben Schaffner wurden
ver=
wundet.
New=York, 13. Aug. Bürgermeiſter Gaynor
iſt jetzt wieder in vollkommen guter Stimmung und viel
kräftiger. Die Lage der Kugel wurde beſtimmt feſtgeſtellt,
und die Aerzte ſind überzeugt, daß ſie leicht herausgezogen
werden kann. Wahrſcheinlich wird Gaynor noch einige
Wochen im Hoſpital bleiben müſſen.
New=York, 13. Aug. Hier wurde geſtern ein „
Finanz=
mann” verhaftet der ſich für wertloſe Papiere etwa
fünf Millionen Mark erſchwindelt hat. Seine
Opfer hat William T. Wintemute — ſo heißt der
Verhaf=
tete — zumeiſt unter Damen in England, Deutſchland und
Frankreich gefunden, die er durch Zuſendung von
Pro=
ſpekten, die ſeine Unternehmen in glänzenden Farben
ſchilderten, zu ködern wußte. Aus der Verſendung dieſer
Druckſachen, die als Mißbrauch der „Sternenpoſt”
aus=
gelegt wurde, haben ihm die amerikaniſchen Behörden, die
längſt auf ſein Treiben aufmerkſam geworden, ihm aber
anders nicht beikommen konnten, endlich den Strick gedreht.
Die von Wintemute verſandten finanziellen Proſpekte, von
denen mehrere Zentner beſchlagnahmt wurden, waren
wahre Meiſterwerke der Reklame= und Druckerkunſt. Die
erſte Seite in Buntdruck ausgeführt zeigt ſein Bild mit der
Unterſchrift: „Ich ſchaue Ihnen gerade ins Auge. Wenn
ich Ihnen ſage: tauſchen Sie für Ihre wertloſen Papiere
„Goldrun” ein, ſo drücken Sie ſich nicht, weichen Sie nicht
meinem Blick aus, ſondern ſchauen auch Sie mir gerade
ins Auge und ſagen Sie mir, weshalb Sie nicht für Ihre
wertloſen Papiere „Goldrun” zu zehn Zents per Aktie
haben wollen.‟ Die Behörden erklären, daß die in
Ari=
zona gelegene „Goldrun”=Mine nominell mit 24000000
Mark kapitaliſiert iſt. Wintemute behauptete, die Mine
liefere Quarz, das 3200 Mark per Tonne wert ſei; in
Wirk=
lichkeit iſt in der Mine, ſeit die Betriebsgebäude
abge=
brannt ſind, überhaupt kein Quarz mehr gefördert
wor=
den. Wintemute ſoll noch an mehreren ähnlichen
Schwin=
deleien beteiligt ſein, und viele Millionen Dollar „
ver=
dient” haben.
New=York, 13. Aug. Der bekannte
Fallſchirm=
künſtler Benjamin Prince fand auf dem Flugplatz zu
Asbury Park einen ſchrecklichen Tod. Als ſich Prince aus
einer Höhe von etwa 1900 Meter herabließ, ſah man
plötz=
lich, wie er aus dem Fallſchirm fiel. Er ſtürzte zur Erde.
wo er zerſchmettert wurde. Kurz ehe er den Boden
erreichte, ſtieß er an einen Baum, und die Wucht ſeines
Falles war ſo groß, daß ein rieſiger Aſt durch ſeinen
Körper glatt vom Baume abraſiert wurde. Eine große
Menſchenmenge beobachtete den Todesſturz.
New=York, 14. Aug. Die Städte Wallace, Taft,
Mul=
lan und Murray im Coeur d’Aléne=Diſtrikt des Staates
Idaho=ſind durch umfangreiche Waldbrände mit
Zer=
ſtörung bedroht. Die Stadt Taft iſt vollſtändig von
Flam=
men umgeben. Die Bewohner ſind geflüchtet. Nur ein
Drehen des Windes kann die Stadt vor dem Untergang
retten. In Wallace iſt bereits eine Anzahl von Häuſern
in den Außenbezirken ein Raub der Flammen geworden.
Die Bevölkerung iſt bemüht, dem Brande Einhalt zu tun.
Spokaue (Waſhington), 14. Aug. Der Waldbrand
in Nord=Idaho nimmt immer größere
Aus=
dehnungen an. Zur Bekämpfung des Feuers wurden
in aller Eile Truppenverſtärkungen abgeſchickt. Die
Ortſchaft Taft mit 200 Häuſern iſt den Flammen
preisgegeben. Ein Lebensmittelzug mit 35 Menſchen
wird vermißt. Eine Anzahl Perſonen, darunter
Frauen und Kinder, befinden ſich, von den Flammen
umgeben, in Squaworeek. Man befürchtet, daß es den
Rettungsmannſchaften nicht gelingen wird, rechtzeitig
Hilfe zu bringen.
Brand der Brüſſeler Weltausſtellung.
* Die Brüſſeler Weltausſtellung iſt in
der Nacht vom Sonntag zum Montag von einer
furcht=
aren Kataſtrophe betroffen worden. Gegen 9 Uhr
abends brach in der belgiſchen Abteilung der
Aus=
ſtellung ein Brand aus, der ſich ſehr raſch ausbreitete,
einen großen Teil der Ausſtellung zerſtörte und
enor=
men Schaden angerichtet hat. Wie groß der Schaden
iſt, wird ſich erſt ermeſſen laſſen, wenn ſichere
Nach=
richten über den Umfang des Feuers vorliegen; die
erſten Nachrichten ſtanden noch unter dem Eindruck
der furchtbaren Panik, die der Rieſenbrand
begreif=
licherweiſe hervorgerufen hat. Wie durch ein
Wun=
der ſind Menſchen bei dem Brande nicht ums Leben
gekommen. Wir laſſen nachſtehend die einzelnen
Meldungen über die furchtbare Kataſtrophe folgen:
* Brüſſel, 14. Aug. Seit 9 Uhr ſteht die
bel=
giſche Sektion in Flammen. Es iſt unmöglich,
im Augenblick zu ſehen, wie weit der Brand um ſich
gegriffen hat. Man glaubt, daß die große Halle am
Eingang links vollſtändig zerſtört iſt. Es iſt
nicht möglich, an die Brandſtätte heranzukommen. Ein
greller Feuerſchein breitete ſich über die Stadt aus. Die
ganze Stadt iſt in ſieberhafter Erregung.
* Brüſſel, 14. Aug. In der Weltausſtellung
brach gegen 9 Uhr abends in der belgiſchen Abteilung
Feuer aus, das ſich ſchnell verbreitete. Die große Halle
der Nationen iſt vollſtändig zerſtört. Die
Sek=
tionen Belgien, Frankreich und England beſtehen nicht
mehr. Sämtliche Schätze, darunter die große Juwelen=
Ausſtellung, ſind vollſtändig vernichtet. Auch Italien
geht ſoeben in Flammen auf. Die Ausſtellung der Stadt
Paris iſt ebenfalls verloren. Verbrannt ſind auch die
kleinen Ausſtellungen der Türkei, Perſiens, Oeſterreich=
Ungarns, Dänemarks, Japans uſw. Der Lunapark iſt
ebenfalls vernichtet, nur das Reſtaurant ſteht noch. Von
der geſamten Brüſſeler Weltausſtellung dürfte morgen
nichts mehr übrig ſein, als die deutſche
Aus=
ſtellung und Holland, ſowie einige kleinere
Pavillons, die durch die herrſchende Windrichtung vom
Feuer verſchont blieben. Es wird fraglich ſein, ob die
Ausſtellung überhaupt wird offen bleiben können.
* Brüſſel, 14. Aug. Der Brand in der
Weltausſtellung hat die große am Eingang
ge=
legene Haupt=Induſtriehalle, in der die
bel=
giſche Ausſtellung zum großen Teile untergebracht iſt,
vollſtändig zerſtört. Es iſt von der Halle nichts
als ein großer Trümmerhaufen übrig geblieben. Man
glaubt, daß auch die engliſche Abteilung, die ſich direkt
an die belgiſche anſchließt, vollſtändig vernichtet iſt und
daß die italieniſche und die öſterreichiſche Sektion, wenn
nicht zerſtört, ſo doch ſtark beſchädigt ſind. Der Brand
ſoll in dem in der Halle untergebrachten Poſtamt durch
Kurzſchluß entſtanden ſein. Das Feuer griff gegen
10 Uhr auf das Stadtviertel Alt=Brüſſel,
das links von dem Eingange gelegen iſt, über und zwar
dermaßen, daß dasſelbe faſt vollſtändig
vernich=
tet iſt. Nur das Hauptreſtaurant „Zum grünen
Hund” iſt unbeſchädigt geblieben. Die Feuerwehr
ſcheint vollſtändig machtlos zu ſein. Bis jetzt iſt nichts
bekannt, daß Verluſte an Menſchenleben zu beklagen
ſind. Die Gärten der Ausſtellung ſind von einer
un=
abſchätzbaren Menſchenmenge beſetzt. Man erzählt,
es ſei heute der beſte Tag der Ausſtellung geweſen, und
es ſollen ſich etwa 200000 Menſchen dort befunden
haben. Im Augenblick, als der Brand ausbrach, ſoll
das Stadtviertel Alt=Brüſſel buchſtäblich vollgepfropft
geweſen ’ſein.
* Brüſſel, 14. Aug. (Mitternacht.) Die
Feuers=
brunſt zerſtörte das Stadtviertel Alt=Brüſſel und
angeblich ſämtliche Pavillons der Avenue des Nations,
und jedenfalls die franzöſiſche Abteilung. Nur die
deutſche und die holländiſche Abteilung ſind unverſehrt.
* Brüſſel, 14. Aug. (Mitternacht.) Um halb 12
Uhr wechſelte der Wind plötzlich die Richtung und ſofort
war alles, was von dem Stadtviertel Alt=
Brüſſel noch übrig geblieben war, ein Raub der
Flammen gewörden. In wenigen Minuten war alles
vernichtet. Das Feuer griff auch auf die Avenue des
Nations über; das iſt die Hauptſtraße, die vom
Haupt=
eingang nach der belgiſchen Abteilung führt. Alle
Pa=
villons dieſer Avenue ſollen zerſtört ſein. Jedenfalls
iſt die franzöſiſche Ausſtellung vollſtändig vernichtet.
Auf dem Gelände herrſcht eine derartige Erregung und
ein derartiges Gewirr von Tauſenden von Menſchen,
daß es unmöglich iſt, an jemand heranzukommen, der
zuverläſſige Auskunft geben könnte. Extrablätter
mel=
den, daß die geſamte. Brüſſeler Garniſon konſigniert
iſt und ſich an dem Rettungswerk beteiligt. Außerdem
iſt zu bemerken, daß das geſamte Bureau der
Weltausſtellung vernichtet iſt. Sämtliche
Akten und Papiere, die in der Haupthalle untergebracht
waren, ſind vernichtet. Wenn ſich die Nachrichten, die
bis jetzt eingegangen ſind, beſtätigen, ſo kann man
dar=
aus ſchließen, daß die Weltausſtellung in Brüſſel 1910
ihr Ende erreicht hat. Die deutſche und die holländiſche
Abteilung, die völlig getrennt von den übrigen liegen,
ſind unverſehrt geblieben.
* Brüſſel, 14. Aug., 1 Uhr 15 Min. nachts. Um
halb 1 Uhr ſprengten Pioniere aus Antwerpen
die Brücke welche die beiden Teile der Ausſtellung
verbindet. In der Umgebung der Ausſtellung brennen
etwa 40 Häuſer. Die ſpaniſche Abteilung iſt gerettet;
dagegen ſind die däniſche, die norwegiſche, die
öſter=
reichiſche, die japaniſche und die chineſiſche vernichtet.
* Brüſſel, 15. Aug., 2 Uhr nachts. Nach
Erkun=
digungen iſt die linke Seite der
Weltausſtel=
lung bis zur Treppe, die zur deutſchen Abteilung
führt, vollſtändig vernichtet. Es ſind alſo die
Ausſtellungen Belgiens, Englands, ſowie Frankreichs
bis auf einen kleinen Teil zerſtört, diejenige Italiens
iſt ſtark beſchädigt. Man glaubt, daß die große
Maſchi=
nenhalle, in welcher die kleineren Länder untergebracht
ſind, ein Raub der Flammen werden wird, da das
Feuer noch wütet. Man erklärt, daß keine Perſonen
getötet, aber 20 verletzt wurden, berunter zwei ſchwer.
* Brüſſel, 15. Aug. Nach Meldungen aus den
Morgenblättern hat das Zerſtörungswerk in der
bel=
giſchen und engliſchen Abteilung, ſowie in
dem Stadtviertel Alt=Brüſſel 17 Häuſer
einge=
äſchert; ferner iſt die franzöſiſche Aasſtellung, der
Pa=
villon von Paris, und ein kleiner Teil der induſtriellen
Abteilung vernichtet. Die Abteilungen der kleineren
Staaten, vor allem die internationale Maſchinenhalle,
ſcheinen gerettet zu ſein, ſo daß das Feuer nicht ſo
gro=
ßes Gebiet ergriffen hat, als anfangs angenommen
wurde. Einige Berichte ſagen, daß das Feuer durch
Kurzſchluß in der belgiſchen Abteilung entſtanden ſei;
andere glauben nicht daran, da noch nach dem Ausbruch
des Brandes das elektriſche Licht brannte. Vielleicht
wird die Urſache niemals feſtgeſtellt werden können.
Im Stadtbezirk Alt=Brüſſel ſind wilde Tiere einer
Menagerie erſtickt. Das Ausſtellungskomitee beſchloß
noch nachts, die Ausſtellung nicht zu
ſchlie=
ßen; man wird ſchon vormittags Dispoſitionen
tref=
fen, um in irgend einer Form in kürzeſter Zeit Erſatz
für das Zerſtörungswerk zu ſchaffen. Viele
Ausſtel=
lungsgegenſtände konnten in Sicherheit gebracht werden.
* Brüſſel, 15. Aug. Brüſſel gleicht einer Stadt,
über die der Belagerungszuſtand verhängt iſt, ſo
er=
regt iſt die Bevölkerung. Faſt die geſamte
Pro=
vinz iſt nach Brüſſel gekommen. Die Verkehrsmittel
reichen nicht aus. Es iſt unmöglich, einen Wagen oder
ein Automobil zu bekommen. Findige Leute haben
Breaks und große Leiterwagen hergerichtet, um die
ungeheuren Maſſen von Schauluſtigen nach dem
Ausſtellungsplatze zu bringen.
H. B. Brüſſel, 15. Aug. Wie beſtimmt verlautet,
ſind bei dem Brande der Ausſtellung doch zwei
Per=
ſonen in der franzöſiſchen Abteilung
umgekom=
men. Ferner heißt es, ein Angeſtellter der
Aus=
ſtellung ſei bei dem Verſuch, Dokumente aus dem
Ge=
neralkommiſſariat zu retten, ebenfalls umgekommen.
Es war bisher jedoch unmöglich, eine Beſtätigung
hier=
über zu erhalten. Als Urſache der Kataſtrophe wird
Kurzſchluß bezeichnet, der am Eingange der belgiſchen
Abteilung in 20 Meter Höhe in einer Bogenlampe
ein=
trat. Die Löſchungsarbeiten wurden durch die in der
Ausſtellung anweſenden Menſchenmaſſen und durch
Waſſermangel ſtark gehemmt. Der Brand bot einen
ſchauerlichen Anblick. Ungeheuere Feuerſäulen erhoben
ſich zum Himmel. Ein Funkenregen ergoß ſich über
einen Teil der Neuſtadt und brachte zahlreiche Häuſer
in Gefahr. Das Lazarett, welches ſich in der Nähe der
Ausſtellung befindet, mußte geräumt werden.
Inner=
halb des Ausſtellungsterrains wurden 13 Wohnhäuſer
eingeäſchert. Der König, der ſich in Bayern aufhält,
wurde ſofort telegraphiſch benachrichtigt. Die
Ausſtel=
lung wird von einem ſtarken Polizei= und
Militärauf=
gebot bewacht, da ſich unter den Trümmern
Wertgegen=
ſtände von mehreren Millionen befinden. Etwa 30
Per=
ſonen erlitten bei der Kataſtrophe teils ſchwere, teils
leichte Verletzungen.
* Brüſſel, 15. Aug. Der Frankfurter Zeitung
geht noch ein Bericht über den Brand zu, dem wir
fol=
gendes entehmen: Am Abend war die Ausſtellung von
150000 Menſchen beſucht und die Einnahmen hatten
100000 Franken erreicht. Um 9 Uhr etwa züngelte hoch
oben am Bogen des hohen Portals an der Hauptfaſſade
der belgiſchen Ausſtellung in der Nähe der
Bureau=
räume der Direktion der Ausſtellung eine Flamme auf.
Es war augenſcheinlich ein elektriſcher Kurzſchluß
ein=
getreten.
Kurze Zeit darauf ſchoß der Brand hoch empor. Ein
ſtarker Wind trieb das Feuer weiter und im
Handum=
drehen flog die Flammenglut hinüber zum Flügel des
Direktionsgebäudes, wo man in aller Eile die Bücher
der Buchhalterei zu retten ſuchte. Jedoch das geſamte
Archiv, darunter auch die Dokumente der Jury, gingen
in Flammen auf. Vom Direktionsgebäude aus, das
ſich an die Hauptfaſſade der belgiſchen Ausſtellung
an=
ſchließt, ſtürmte das Feuer nach Alt=Brüſſel. Hier
drängte ſich die Menge zwiſchen den aus Pappe und
Holz aufgebauten Häuschen.
Im Vergnügungspark (Lunapark) waren
alle Schüttelapparate in vollem Betriebe. Die Berg=
und Talbahn war überfüllt, die Schaukeln vollgepfropft.
Die Gefahr raſte mit dem Feuer heran. Plötzlich
ver=
breitete ſich der tolle Ruf: „Die wilden Tiere der
Me=
nagerie von Boſtok brechen aus!” Alles drängte nach
den Ausgängen, und im Nu war Alt=Brüſſel geleert.
In die Pappmanern wurden Löcher geſchlagen, und
auch hier und da konnte die Menge ins Freie kommen.
Wenige Minuten darauf brannte die Abteilung
lichter=
loh. Um 10 Uhr brannte die Menagerie Boſtok.
Man gibt die Erlaubnis, die ungefährlichen Tiere zu
Kleines Feuilleton.
* Das Eiſerne Kreuz. Man ſchreibt uns
aus Leſerkreiſen: Zum Artikel in Nr. 188 „222 Eiſerne
Kreuze für ein Regiment” ſei geſtattet, zu bemerken,
daß noch mehrere Regimenter da ſind, die die Zahl
222 erreicht haben. Das Regiment 32, Standort
Mein=
ingen, hat nicht weniger als 301 Eiſerne Kreuze
er=
halten, und zwar: 3 erſter und 298 zweiter Klaſſe,
dar=
unter 9 am weißen Bande. Das Regiment nahm
ruhmvollen Anteil an den Schlachten und Gefechten
von: Wörth am 6. Auguſt 1870, Sedan am 1.
Septem=
ber 1870, Orleans am 11. Oktober 1870, Chateaudun am
18. Oktober 1870, Digny am 18. November 1870,
Bré=
toncelles am 21. November 1870, Poupry am 2.
Dezem=
ber 1870, Chäteau=Layes am 8. Dezember 1870,
Ville=
gouan am 9. Dezember 1870, Villegouan und Origny
am 10. Dezember 1870, Belléme am 8. und 9. Januar
1871, Beillé und Chanteloup am 10. und 11. Januar
1871, Couceboeufs am 12. Januar 1871 und Alencon
am 15. Januar 1871. Der Verluſt betrug 224 Tote und
560 Verwundete, darunter 38 Offiziere — 55 Prozent,
67 Unteroffiziere — 37 Prozent und 679 Mann = 24
Prozent. Außerdem an Gefangenen 143 Mann. Vom
Ausmarſch bis zur Rückkehr ab Bahnhof Landau
(Pfalz) bis Mitry (Paris) hat das Regiment 2218
Kilometer, ohne die Leiſtungen in den Schlachten und
Gefechten, zurückgelegt.
* Englands Schönheits=Königin. In
dem engliſchen Badeort Folkeſtone wurde dieſer Tage,
wie der Berl. Lok.=Anz. mitteilt, eine
Schönheitskon=
kurrenz abgehalten, zu der ſich etwa 40 junge
Mäd=
chen aus allen Teilen Großbritanniens eingefunden
hatten. Unter den zur engeren Wahl zugelaſſenen
Kandidatinnen befand ſich auch die reizende Miß Dolly
Carpenter, die im vergangenen Jahre den
Schön=
heitspreis davongetragen und ſpäter, bei einer inter=
nationalen Konkurrenz, nur durch eine Mehrheit von
vier Stimmen von Frankreichs Schönheitskönigin
ge=
ſchlagen wurde. Aus London allein meldeten ſich
fünfzehn Wettbewerberinnen, die allen Klaſſen
ent=
ſtammten, vom Fabrikmädchen bis zur wohlhabenden
Kaufmannstochter. Sogar eine Ariſtokratin, die im
vornehmſten Hotel Folkeſtones abſtieg und ſehr
ſelbſt=
bewußt und zuverſichtlich auftrat, wollte ihre
Schön=
heit von der öffentlichen Kritik beurteilen laſſen. Jede
Konkurrentin hatte am Kleid eine Nummer befeſtigt,
und das zahlreich verſammelte Publikum erhielt
Wahlzettel. Die meiſten Stimmen errang eine feſche,
ſtrahlend ſchöne Londonerin, Miß Mamie
Whita=
ker, deren Photographie im „Krönungsornat” am
nächſten Tage in den Tagesblättern erſcheien. Gleich
nach erfolgter Wahl wurde die junge Dame als
„Schönheitskönigin von England” proklamiert.
An=
getan mit einer Spitzenrobe im Werte von 1600 Mark
(dem erſten Schönheitspreis), einer ſterngezierten
Krone und einem langſchleppenden, hermelinbeſetzten
Purpurmantel, bot die junge Schöne einen
bezaubern=
den Anblick. Krone und Mantel bleiben für die Dauer
eines Jahres in ihrem Beſitz, und ſie hat das Recht,
ſich bei jeder Feſtlichkeit damit zu ſchmücken. Miß
Dolly Carpenter mußte ſich diesmal mit dem fünften
der zur Verteilung gelangenden Schönheitspreiſe
be=
gnügen. In der nächſten Woche wird „Königin
Ma=
mie” ſich bemühen, den Schönheitsruf der
Englände=
rinnen durch ihre Beteiligung an einer
internatio=
nalen Konkurrenz aufrecht zu erhalten. Sie und ihre
ſpeziellen Bewunderer hoffen, daß ſie über die
Schön=
heitsköniginnen anderer Länder triumphieren wird.
* Franzöſiſche Sherlocks. Zwei Zierden
der Pariſer Kriminalpolizei, die Herren Debiſhop und
Kalchas, verlaſſen nach 15jähriger Dienſtzeit die
Seine=
ſtadt und gehen nach London, wohin ſie mit
Tenoriſten=
gehältern für ein großes Detektiv=Inſtitut verpflichtet
worden ſind. Jeder von den beiden beherrſcht ein
hal=
bes Dutzend lebender Sprachen, jeder hat eine lange
Reihe internationaler Kriminaliſtenerfolge hinter ſich.
Debiſhop iſt Spezialiſt für Mörder, Juwelendiebe
uſw., Kalchas hat beſonders die Finanzſchwindler,
Hotelgauner und Kunſtfälſcher in ſein Poliziſtenherz
geſchloſſen. Die Pariſer Kriminalpolizei verliert die
beiden ſehr ungern, iſt aber doch ſtolz darauf, der
Hei=
mat des allweiſen Miſter Sherlock Holmes Erſatz
lie=
fern zu dürfen. Intereſſant iſt dabei, meint die
Bres=
lauer Morgenzeitung, daß London immer mehr ſeine
Privat=Detektiv=Inſtitute vergrößern muß, da das
offizielle Polizeibureau Scotland Yard offenbar für
die verzwickten Fälle der Millionenſtadt nicht mehr
ausreicht. Eine reale Illuſtration zu den
Phantaſie=
geſchichten Conan Doyles, deſſen Lieblingsheld
Hol=
mes ja auch faſt immer ſeine Amateur=Kunſt
gegen=
über den beamteten Verbrecherjägern von Scotland
Yard zum Siege führt!
* A. Wiener Hetz. Aus Wien ſchreibt man:
Einen Straßenauflauf verurſachten kürzlich auf dem
Stefansplatz zwei elegante junge Damen durch ihre
unterhalb der Knie eng zuſammengeſchnürten
Mode=
kleider, die nur eine hupfartige Fortbewegung
ge=
ſtatten. Innerhalb weniger Sekunden ſahen ſich die
beiden Damen von einer zahlreichen Menſchenmenge
umringt und verfolgt und mußten höhniſche Witze nur
ſo auf ſich niederpraſſeln laſſen. Die beiden Damen,
die ſich ſo unfreiwillig zum Mittelpunkt einer Art von
Volksbeluſtigung gemacht ſahen, flüchteten ſchließlich
in ein Haus, deſſen Tor der Portier hinter ihnen
ſchließen mußte. Die Menge aber blieb vor dem
Hauſe ſtehen, und ſechs Wachmänner vermochten kaum
ſo viel Raum zu ſchaffen, daß ein Auto vorbeifahren
konnte, in welches endlich die Damen mehr
hinein=
gehoben wurden, als einſtiegen. Unter dem
ſchallen=
den Hohngelächter der Menge ſauſte das Auto davon.
Nummer 190.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. Auguſt 1910.
Seite 5.
retten; Tiger, Löwen, Leoparden heulen in ihren
Kä=
figen. Gendarmen ſtehen bereit, um ſie beim
Ausbre=
chen zu erſchießen. In kurzer Zeit iſt dort alles
ver=
ſtummt. Alt=Brüſſel im Lunapark iſt nicht mehr
vor=
handen. Faſt keiner der vielen Pächter von
Wirtſchaf=
ten und Speiſegeſchäften iſt verſichert; wir ſehen
ein=
zelne, die verzweifelt ſind und weinen.
Die langgeſtreckte Faſſade der belgiſchen
Ab=
teilung ſteht nun ebenfalls in Flammen. Von da
raſt das Feuer weiter nach der anſchließenden engliſchen
Abteilung hinüber. Belgiens große Abteilung iſt
ver=
loren. Man ſſagt uns, die Millionenwerte der belgiſchen
Juwelier=Ausſtellung ſeien in feuerſicheren
Kaſſen=
ſchränken verpackt und deshalb gerettet. Es ſind
den=
noch große und unerſetzliche Werte verloren, ſo u. a.
die Sammlung alter Bilder, die eine Ausſtellerin
her=
geliehen hat.
In der engliſchen Abteilung iſt die
koſt=
bare Keramik und die auf Hunderttauſende zu
ſchä=
tzende Ausſtellung des alten Kunſtgewerbes unter die
verbrannten Koſtbarkeiten zu zählen. Mit
wahnſinni=
ger Eile ſucht man inzwiſchen in der franzöſiſchen
Ehrenhalle die nach vielen Millionen zu
bewer=
tende Ausſtellung der Juweliere zu retten. Militär
und Gendarmen ſchleppen die Schätze ins Freie. Eine
Menge von Ringen, Perlen und Schmuckgegenſtände
fallen bei der Eile auf den Raſen. Einige Ausſteller,
die zufällig anweſend ſind, raffen ſie mit den Händen
in die Mützen auf und liefern ſie ab. Auch die
franzö=
ſiſche Nahrungsmittelabteilung und das franzöſiſche
Reſtaurant brennen jetzt und ebenſo raſch verbreitet ſich
das Feuer auf die Ehrenhalle Frankreichs. Kurz nach
10 Uhr ſcheint die ganze Weltausſtellung
verloren. Die deutſche Mannſchaft hat ſchon bei
Beginn des Brandes die eigene Schlauchlinie
bereit=
gehalten. Oberingeniuer Fritzſche und das geſamte
Ingenieurperſonal iſt anweſend. Die Dächer werden
geſprengt. Da dreht der Wind ein Aufatmen
er=
leichtert alles. Dieſer Teil der Ausſtellung iſt jetzt
ge=
rettet. Nun endlich ſcheint die Feuerwehr das Feuer
beſchränkt zu haben.
Es iſt halb 2 Uhr nachts. Wir konſtatieren jetzt in
einem Umzuge, was verbrannt iſt, nämlich: Alt=
Brüſſel mit Ausnahme des Reſtaurants „Grüner
Hund” die belgiſche Halle, Poſt und Telegraph, die
Direktionsräume mit allen Schriften, ausgenommen
die Buchhaltung, die engliſche Abteilung und von der
Frankreichs die Ehrenhalle, die die Bijouterie enthielt;
außerdem die von der Ausſtellung eingeſchloſſene
Avenue de Solboſch mit ungefähr zehn verbrannten
und zehn weiteren ſtark beſchädigten Häuſern.
Gegen 2 Uhr erſcheinen Genietruppen aus
Antwerpen. Eine Brücke wird geſprengt und die
italie=
niſche Abteilung iſt gerettet. Doch die ganze Ausſtellung
der Ehrenhalle Italiens iſt ſchon im Freien
niederge=
legt und wird von Gendarmen und Soldaten bewacht.
Die ſchwere Induſtrie Frankreichs, die große Werte
darſtellt, iſt nur zum Teil beſchädigt. Die weiteren
Sei=
kenhallen Frankreichs ſcheinen, ſo weit wir feſtſtellen
konnten, unverſehrt.
* Brüſſel, 15. Aug. Die deutſche Abteilung
iſt vollſtändig intakt geblieben. Sofort,
nach=
dem der Brand ausgebrochen war, wurden alle
Löſch=
apparate der deutſchen Abteilung in Tätigkeit geſetzt, um
die Gebäude zu retten, denn die Feuergarben flogen auf
dem ganzen Ausſtellungsgelände umher. Der
Reichskom=
miſſar Geheimrat Albert war nicht anweſend, er war nach
England gereiſt. Die Rettungsarbeiten funktionierten
tadellos. Es beſtand übrigens nicht eine ernſte Gefahr für
die deutſche Abteilung, die etwa 400 Meter weit vom
Brandmeer entfernt lag und die außerdem durch eine
Treppe von dem vorderen Teil der Ausſtellung getrennt
iſt. Unverſehrt geblieben ſind auch die
Abtei=
lungen folgender Staaten: Monaco, Spanien, Kanada,
Braſilien, Dänemark, Rußland, die Schweiz, Oeſterreich=
Ungarn, Aegypten, Luxemburg, Türkei, Perſien, Japan,
China und Vereinigte Staaten von Nordamerika, ſowie
außerdem die große internationale Maſchinenhalle. Die
Archive der engliſchen Abteilung konnten gerettet werden.
Es iſt unrichtig, daß die ganze eine Seite des Avenue des
Nations zerſtört worden iſt. Der Pavillon der Stadt
Paris iſt ein Raub der Flammen geworden. Die
fran=
zöſiſche Sektion iſt ſtark beſchädigt. Die Abteilung für
Lebensmittel iſt faſt vollſtändig verloren. Auch der
Ehrenſalon der franzöſiſchen Abteilung iſt beſchädigt
wor=
den. Die Maſchinen Frankreichs ſind faſt vollſtändig
intakt. Man hat außerdem viele Biiouterien gerettet, die
von Gendarmen bewacht werden. Heute vormittag wurde
ein Dieb in dem Augenblick verhaftet, als er ſich Uhren
aneignen wollte. Die italieniſche Abteilung iſt von dem
Feuer nicht berührt worden, ſie wurde aber durch Waſſer
ſtark beſchädigt.
* Brüſſel, 15. Aug. Der materielle
Scha=
den, den der Brand verurſacht hat, iſt noch nicht
abzu=
ſehen. Er wird aber keineswegs unter 30 Millionen
Fran=
ken betragen. Der Schaden der einzelnen Ausſteller iſt,
auch wenn ſie verſichert ſind, ſehr groß, da die
Verſiche=
rungsgeſellſchaften die Ausſtellungsgegenſtände nur zu 50
Prozent ihres Wertes verſichert haben. In Alt=Brüſſel war
überhaupt kaum jemand verſichert, da die Häuſer nur aus
Stuck oder Brettern errichtet waren.
Schweres Eiſenbahnunglück.
* Bordeaux, 15. Aug. Der
Vergnügungs=
zug, der jeden Sonntag 8 Uhr vormittags von dem
Staatsbahnhof der Vorſtadt Baſtide nach Royan
abfährt und die 140 Kilometer betragende Strecke in
zwei Stunden zurücklegt, ſtieß heute vormittag ¾11
Uhr infolge falſcher Weichenſtellung auf dem Bahnhof
Saujon, wie bereits gemeldet, 9 Kilometer von Royan.
mit Eilzugsgeſchwindigkeit auf einen leeren
Güter=
zug. Der Zuſammenſtoß war furchtbar. Die ſechs
Güterwagen ſind vollſtändig ineinander gedrängt, drei
davon vollſtändig zermalmt. Aus den Trümmern
wur=
den 32 Leichen und bis jetzt 100 Verwundete
hervorgezogen. Drei von den letzteren ſtarben auf dem
Weg zum Lazarett. Der Lokomotivführer wurde weit
weggeſchleudert und ſchwer verletzt, der des Güterzuges
lag zermalmt unter der Maſchine.
* Saujon, 14. Aug. Bei dem
Eiſenbahn=
zuſammenſtoß ſind 36 Perſonen getötet und
mehr als 50 verletzt worden.
* Paris, 15. Aug. Präſident Falliéres iſt
durch die Kataſtrophe in Saujon tief erſchüttert. Er
wird zwar nach der Schweiz reiſen, aber alle Punkte
des Programms, welche den Charakter von
Vergnüg=
ungen tragen, ſollen in Fortfall kommen.
H. B. Paris, 15. Aug. Zu der Eiſenbahn=
Kataſtrophe auf der Station Saujon wird noch
be=
richtet: Das Unglück ereignete ſich folgendermaßen: Der
Güterzug Nr. 1512 ſollte auf ein Nebengleiſe gebrack
werden. Aus bisher noch nicht aufgeklärter=Urſache blieb
die Maſchine des Zuges, als ſie gerade auf das
Einſahris=
gleis gekommen war, ſtehen. Der Stationschef hatte, da
er annahm, daß der Perſonenzug noch nicht ſertig ſei, keine 26, 25:10. Unpl. Aſchanti (4.), Melitta, Amneſtie, Südpol,
Warnungsſignale nach Bordeaur gegeben. Plötzlich
brauſte der Perſonenzug heran. Er hatte ſeine
Geſchwin=
digkeit zwar etwas verlangſamt, der Zuſammenſtoß konnte
aber nicht mehr verhütet werden. Die Lokomotive des
Perſonenzuges wurde links aus dem Gleis geworfen und
ſtürzte den Bahndamm hinab. Der Packwagen und der
erſte Perſonenwagen türmten ſich aufeinander, während
der zweite Perſonenwagen, in dem ſich die Zöglinge des
Mädchen=Penſionats befanden, vollſtändig zerſplittert
wurde. Auch der dritte und vierte Perſonenwagen, die
ſich aufeinandertürmten, wurden ſchwer beſchädigt. Der
Zug hatte etwa 1200 Paſſagiere. Die Zahl der Toten
ein=
ſchließlich der auf dem Transport geſtorbenen beläuft ſich
auf 37, die der zumeiſt ſchwer verletzten auf 58. Eine
ganze Anzahl der Verletzten dürfte nicht mit dem Leben
davonkommen. Präſident Falliéres ſandte an den
Prä=
ſidenten des Departements ein Beileids=Telegramm. Der
Chef des Staatsbahnbetriebes, Dubois, iſt nicht unter den
Toten, ſondern nur leicht verletzt. Aus ſeiner Darſtellung
des Unglücksfalles geht hervor, daß die Schuld an den
Unglück den Stationschef von Saujon trifft, der nicht die
nötigen Vorſichtsmaßnahmen getroffen habe, um zu
ver=
hindern, daß der Perſonenzug auf den Güterzug, der noch
nicht aus dem Einfahrtsgleis des Perſonenzuges gebracht
war, auf dieſen geriet.
Luftſchiffahrt.
* Frankfurt a. M., 15. Aug. Der Aviatiker
Auguſt Euler, der, wie gemeldet, geſtern um 6 Uhr
44 Min. abends auf dem Truppenübungsplatze bei
Darmſtadt mit ſeinem Apparat aufgeſtiegen war,
lan=
dete um ½8 Uhr auf dem Gelände des Griesheimer
Exerzierplatzes bei Frankfurt. Folgende Aviatiker
haben zum Ueberlandflug des Fliegerbundes
ge=
meldet und ſind zum Teil ſchon hier
an=
weſend: v. Tiedemann (Sommer), v. Mumm (
Antoi=
nette), Lindpaintner (Sommer), Lochner (Euler),
Jeannin (Aviatik), Wiencziers (Antoinette), Euler
(Euler), Plochmann (Grade). Ferner werden noch
zwei Wrightpiloten ſtarten, deren Namen vorerſt nicht
bekannt ſind. Lochner und v. Tiedemann machten
mehrere Probeflüge.
* Stuttgart, 15. Aug. Als der ſeit längerer
Zeit mit einem Aeroplan manövrierende Aviatiker
Vollmoeller heute nachmittag aus einer Höhe
von etwa 60 Metern niederging, kam ſein Apparat mit
zu großer Schnelligkeit zur Erde. Dabei wurde ein
12jähriger Knabe ſo ſchwer verletzt, daß
er während ſeiner Ueberführung ins Cannſtatter
Krankenhaus in Vollmoellers Automobil ſeinen
Ver=
letzungen erlag.
Der letzte Tag der nationalen Berliner
Flugwoche war, ebenſo wie der erſte, vom Wetter
ſehr beeinträchtigt, ſo daß keine Flüge ſtattfinden
konnten. Regenböen fegten über den Flugplatz in
Johannisthal, auf dem ſich immerhin eine ſtattliche
Zuſchauerzahl eingefunden hatte. Ein großer Teil der
Apparate iſt bereits verpackt worden, um teilweiſe nach
Frankfurt a. M. zu dem Ueberlandflug Frankfurt=
Mannheim geſchafft zu werden. Vom vorletzten Tage
iſt noch nachzutragen, daß E. Jeannin ſich nach 8 Uhr
um den Zuſatz=Lanz=Preis bewarb und die
Bedingun=
gen einwandfrei erfüllte. Er gewann damit den erſten
Lanz=Zuſatz=Preis von 2000 Mark. Die offiziellen
Geſamtreſultate ſtehen, ebenſo wie die Verteilung der
Preiſe, noch aus. Kurz vor 8 Uhr ließ ſich der=Wright=
Pilot Engelhardt, gegen den wegen ſeines geſtrigen
Belaſtungsfluges ein Proteſt eingelegt worden war,
nochmals für den Belaſtungspreis auswiegen. Es
glückte ihm jedoch nicht, längere Zeit in der Luft zu
bleiben, vielmehr wurde er von dem noch immer
herr=
ſchenden ſieben Sekundenmeter ſtarken Wind zu Boden
niedergedrückt. Wiencziers, der mit ſeinem Antoinette=
Eindecker gleichfalls noch kurz vor Toresſchluß um den
Höhenpreis ſtarten wollte, kam nicht vom Boden frei,
ſo daß der Preis des Kriegsminiſters, um den ſich nur
Thelen bewarb, nicht zur Verteilung gelangen kann,
da nach den Propoſitionen mindeſtens zwei Bewerber
um den Preis erforderlich ſind und dieſer mißglückte
Verſuch von Wiencziers nicht gerechnet wird.
* Amiens, 15. Aug. Bei herrlichem Wetter ſind
heute früh in Douai die Flieger Aubrun, Leblanc
geſtiegen. Leblane landete nach einer Fahrt von
1 Stunde und 14 Minuten, Aubrun nach einer Fahrt
von 1 Stunde 28 Minuten wohlbehalten unter dem
Jubel der Menge auf dem Flugplatze Amiens.
sr. Ein neuer Höhenweltrekord wurde
von dem jungen amerikaniſchen Aviatiker A. Drexel
aufgeſtellt, der an dem Flugmeeting von Lamark (
Eng=
land) teilnimmt. Drexel ſtieg mit einem Blériot=
Ein=
decker gegen abend auf und war bald den Blicken der
Zuſchauer entſchwunden, da er in den Wolken
ver=
ſchwand. Schon glaubte man, daß dem Aviatiker ein
Unfall zugeſtoßen ſei, als auf dem Flugplatze aus dem
Orte Cebbinſhaw eine Depeſche von der glücklichen
Landung des Aviatikers eintraf. Drexel hatte eine
Höhe von nicht weniger als 2052 Meter erreicht und
damit alle bisherigen Rekorde geſchlagen. Die bisher
beſte Leiſtung hat der kürzlich abgeſtürzte Amerikaner
Brookins (Wright) mit 1904 Meter erreicht.
Sport.
Fußball. Die 1. Mannſchaft des F.=K. Olympia
1898 eröffnete am Sonntag die diesjährige Saiſon mit
einem Spiel gegen den Wiesbadener F.=V. auf deſſen Platz.
Die Einheimiſchen gewannen, wie man erwartet hatte,
zeitweiſe ganz überlegen ſpielend, mit 611 Toren. Der
Gegner trat mit nur 10 Mann an.
Am Sonntag ſpielte die erſte Mannſchaft des
Fuß=
ballklub „Union” gegen die gleiche Mannſchaft des
Fußballklub „Alemannia”=Eberſtadt; erſtere ſiegte mit
14:0 Toren.
Pk. Das Sommer=Meeting zu
Frank=
furt a. M. nahm am Sonntag bei prachtvollem Wetter
und einem Maſſenbeſuch ſeinen Anfang. Die
Hauptkon=
kurrenz, das Landgrafen=Rennen für Zweijährige, wurde
zwar nur von vier Pferden beſtritten, geſtaltete ſich aber
zu einer impoſanten Leiſtung von Mondſtein, der das
10000 Mark=Rennen in einem glänzenden Stil gewann.
D. Sands führte in ſchneller Fahrt vor Oreſt. Im Bogen
betrug ſein Vorſprung vor Oreſt ſechs Längen, nach zwei
Längen folgte Mondſtein vor Deſpot. In der Geraden
begann Sand zu ermüden und wurde noch vor Erreichen
der Diſtanz von Mondſtein und Deſpot paſſiert. Der
Gra=
ditzer ſiegte ſchon vor dem Ziele aufgepullt mit zwei
Län=
gen gegen Deſpot. Mondſtein hat nunmehr als nächſte
Aufgabe das Badener Zukunfts=Rennen vor ſich, wo er
auf die beſſere franzöſiſche Klaſſe ſtößt. Preis von
Wolf’sgarten. 7080 Meter, Diſtanz 1200 Meter:
1. Heren A. und G. Weinbergs Mönus (Ghülds), 2.
King I (Spear), 3. Kronos (Warne). Tot. 39:10. Pl. 19,
Roſella. Kampf, Kopf, 2 Lg. — Saalburg=
Handi=
cap. 5000 Mk. Diſtanz 1400 Meter: 1. Frhrn. S. A.
v. Oppenheims Kohinor (Bullock), 2. Forcemajeure
(Miller), 3. Palme (Childs). Tot. 46:10. Pl. 18, 18 110.
Unpl. Elſe II, Emſig II, Partitur. Kampf, Hals,
drei=
viertel Lg. — Landgrafen=Rennen. 13800 Mk.
Diſt. 1200 Meter: 1. Königl. Hauptgeſtüt Graditz’
Mond=
ſtein (Bullock), 2. Deſpot (Childs), 3. Oreſt (Schläfke).
Tot. 13:10. Pl. 10, 10110. Sand. Kanter 2—3—4 Lg. —
Roſenberg=Jagd=Rennen. Ehrenpreis und 4000
Mk. Diſt. 4000 Meter: 1. Hrn. H. Wenckes Pariſienne
(Dr. Rieſe), 2. Sanswift (Lt. Loß), 3. Spes (Lt. v.
Tres=
kow). Tot. 2011. Pl. 12, 22, 14:10. Unpl. Enfant de
Miracle, Sklavin, Common Counci, Money Box.
Hand=
galopp 10—14 Lg. — Verloſungs=Handicap.
5000 Mk. Diſt. 1400 Meter: 1. Hrn. W. Sternbergs
Greyburn (Miller), 2. Tarpaulin (Warne), 3. Haſtig (
Cle=
minſon). Tot. 30110. Pl. 13, 17, 14:10. Unpl.
Bonbon=
niere, Blitz, Cromesqui, Sauce, Breslau II., Leicht
2 Lg. — Hohenzollern=Jagd=Rennen,
Ehren=
preis und 4500 Mk. Diſt. 400 Meter: Hrn. K. v. Tepper=
Laskis Calvello (Dr. Rieſe), 2. Tarpeja (Beſ.),
3. Sturm (Lt. Hagemann). Tot. 12110. Pl. 13,§28:10.
Unpl. Mandatar, Jodler, Kanter 2—/ Lg.
Pfu. Rennen in Magdeburg. Bernhardi=
Jagd=Rennen. Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz
4000 Meter: 1. Prinz A. Raxis’ Billy=Goat (Lt.=
Streſe=
mann), 2. Saint Mihiel (Dr. Voigt), 3. Concord (Lt.
Braune). Unpl. Mac Garvy, Jaccurnaſſy, Fighting
Pat (gef.). Leicht 1½—1 Lg. — Zuwachs=Hürden=
Ren=
nen. 3800 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Hrn. W.
Dodels Toy Fair (Roſak), 2. Parnaß=(Martin), 3.
Vil=
lagois (E. Francke). Unpl. Bolondora (4.), Segantini
(ausgebr.), Tithonogen (ausgebr.), Bertha ½—10 Lg.
— Altmärkiſches Jagd=Rennen. Ehrenpreis und 1600
Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Major v. Wuthenaus
Paul Heſton (Lt. Frhr. v. Wangenheim), 2. Cſendilla
(Lt. A. Nette), 3. Urahne (Rittm. v. Rabenau). Unpl.
Lord Orville (4.), Juhar, Dankwart, Lady, Cheerful.
Leicht 1½—Lg. Hals. — Kronprinzen=Preis.
Ehren=
preis und 52000 Mark, Diſtanz 5000 Meter: 1. Geſtüt
Brandwerders Doppelgänger (Lt. Braune), 2. Erberich
(Lt. v. Keller), 3. Flittergold (Lt. Streſemann). Unpl.
Turandot (4.), Sodar (5.), Erzherzogin (6.), Melton
Pet (7.), Lotus, Alvo, Palü, Nordpol (angeh.),
Beet=
hoven (gef.), Fairfax, Contento, Nickelkönig,
Münſter=
länder, Lindenwirtin (angeh.). Sicher 1—½—1 Lg. —
Auguſt=Steeplechaſe. Ehrenpreis und 7000 Mark, Diſt.
4500 Meter: 1. Major v. Wuthenaus Elektrizity II (Lt.
Frhr. v. Wangenheim), 2. Le Connetable II (Lt.
Braune), 3. Caſtle Brilliant (Beſ.). Unpl. Aliſtair,
Quarto, Islington, Beau, Diadem (gef.), Royal
Ex=
preß, Garballaught. Emma=Olivia. Leicht 2—10 Lg. —
Ein von Trainer Palmer eingelegter Proteſt gegen den
Sieger Elektrizity II wegen Kreuzens und
Behinder=
ung von Le Connetable II wurde zurückgewieſen.
Altengrabower Jagd=Rennen. Ehrenpreis und 1600
Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Lt. F. v. Zobeltitz’
Port=
man (Beſ.), 2. Grouſebox (Lt. A. Nette), 3. French Palm
(Beſ.). Unpl. Park, Keeper, Gaiska (gef.), Homanton,
Hermes. Kanter 15—20 Lg. — Jagd=Rennen der
Drei=
jährigen. 2000 Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Geſtüt
Brandwerders Arioviſt (Martin), 2. Cara (G.
Lom=
matzſch), 3. Renata (Roſak). Unpl. Jeſuite. Kopf!
bis Weile.
Rr. Radrennen in Mainz. Flieger=Derby:
1. Otto Meyer; 2. Stabe, Vorderrad; 3. Bettinger, ½
Lg.; 4. Carapezzi, 2 Lg. zurück. — Eröffnungsfahren:
1. Otto Meyer; 2. Stabe, ½ Lg.; 3. Bettinger, ½ Lg.
zu=
rück. — Punktefahren: 1. Rudel 17 Punkte, 2. Bettinger
und Stabe je 9 Punkte. — Tandemrennen: 1. Otto
Meyer-Bettinger; 2. Rudel-Stabe, 1½ Lg.; 3.
Cara=
pezzi-Niederau, 2 Lg. zurück. — Erſtes Verfolgungs=
Rennen: 1. Stabe-Rudel, 2. Bart-Wirth. Zweites
Verfolgungs=Rennen: 1. Otto Meyer-Bettinger, 2.
Rädlein-Heidenreich. — Ausſcheidungs= Rennen: 1.
Bettinger; 2. Rudel, 3 Lg.; 3. Stabe, 3 Lg. „zurück.—
Amateur=Hauptfahren: 1. Chriſtel Rhode; 2. Knappke,
2 Lg. zurück; 3. Leißler. — 10 Kilometer=Rennen hinter
Motoren für Amateure: 1. Dreſcher; 2. Keller, 2 Rd.
zurück; 3. Rhode, aufgegeben.
Breslau. 30 Kilometer. Vorgabefahren: 1. H.
und Legagneur zu der Fahrt nach Amiens auf= Przyrembel (400 Meter) 26:16,1; 2. Jahnke (400 Meter),
800 Meter zurück; 3. Scheuermann (mal), 835 Meter
zu=
rück; 4. Thomas (800), 1160 Meter zurück. — 50
Kilo=
meter, Vorgabefahren: 1. Przyrembel (800 Meter)
43:50; 2. Jahnke (800), 220 Meter zurück; 3. Thomas
(1600) 2800 Meter zurück; 4. Scheuermann, gab in der
40. Runde wegen Motordefektes auf. — Hauptfahren:
1. Peter, 2. Wegener 1½ Lg., 3. Techmer 1½ Lg. zurück.
Nichtplaziert: Kurzmeyer, Neugebauer. —
Prämien=
fahren: 1. Wegener, 2. Techmer, dichtauf, 3. Peter 1 Lg.
zurück.
Die Radrundfahrt um Köln über 231
Kilo=
meter wurde am Sonntag ausgefahren und ergab den
Sieg von Wittig= Berlin in 7 Stunden 54¾ Min.,
der die aus ſieben Fahrern beſtehende Spitzengruppe
im Endſpurt ſchlug. Die nächſten Plätze beſetzten: 2.
Eſſer=Köln, 3. Schmidt=Nürnberg, 4. Flöck=Köln, 5.
Koh=
nen=Köln, 6. Straſſer=München, 7. Heinzmann=Köln, 8.
Schallwig=Berlin, 7:58, 9. Baedorf=Köln, dichtauf, 10.
Schräger, 8:07. Der Favorit Tacke=Köln ſchied infolge
Raddefektes aus.
Radrennen in Hannover. Goldenes Rad
von Hannover. 100 Kilometer: 1. Guignard, 1 Std.
16 Min. 27,1 Sek.; 2. Dickentman, 2490 Meter; 3.
Salz=
mann, 5600 Meter; 4. Nat. Butler, 13000 Meter zurück.
Match Mayer-Rütt: 1. Lauf: 1. Henry Mayer, 2. Rütt,
1 Lg.; 2. Lauf: 1. Henry Mayer, 2. Rütt, 1 Lg.
Haupt=
fahren: 1. Oſtermeyer; 2. Kudela, 1 Lg.; 3.
Kendel=
bacher, 1 Lg. Preis von Linden. 1. Fr. Hofmann=
Ber=
lin; 2. Schwab, ½ Lg.; 3. Echterhoff, 3 Lg.
Prämien=
fahren. 1. Ganzevoort, 2. Kiehne=Magdeburg, ½ Lg.;
3. Schwab, weit zurück. Tandemfahren. 1. Henry
Mayer-Schwab; 2. Kendelbacher-Tadewald; 3.
Hof=
mann-Nowack.
Radrennen in Treptow. 60 Kilometer=
Rennen. 1. Lauf, 20 Kilometer: 1. Pawke 17122,2;
2. Miller, 430 Meter, 3. Wattereus, 1410 Meter, 4. Cuzin,
1650 Meter zurück. 2. Lauf, 20 Kilometer: 1. Miller
17:34,2; 2. Cuzin, 1020 Meter, 3. Wattereus, 1220 Meter,
4. Pawke, 1560 Meter zurück. 3. Lauf, 20 Kilometer:
1. Pawke 18114; 2. Cuzin, 540 Meter, 3. Wattereus, 560
Meter, 4. Miller, 610 Meter zurück. Geſamtklaſſement:
1. Miller 58,960 Kilometer; 2. Pawke 58,440 Kilometer;
3. Wattereus 56,830 Kilometer; 4. Cuzin 56,780
Kilo=
meter. Stunden=Mannſchaftsfahren: 1. Lorenz=Saldow
40 Kilometer; 2. W. Theis=Fr. Stellbrink, 1 Lg., 3.
Ha=
mann=von Natzmer, ¾ Lg., 4. Trinks=Abraham, ½=Lg.,
5. Sterba=Götze, 6. Schmittchen=Möller. Prämien
er=
hiekten: Stellbrink (1) und Lorenz (2). S Handikags
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. Auguſt 1910.
Nummer 190.
1. Zim (60 Meter Vorgabe), 2. Abraham (50 Meter),
3. Lorenz (mal).
Pariſer Prinzenparkbahn. Die Reſultate
waren: 10 Kilometer=Lauf: 1. Darragon, 8:04; 2.
La=
vallade, 1 Rd.; 3. Seres, 1½ Rd. zurück. 20 Kilometer=
Lauf: 1. Darragon, 17108; 2. Seres, ½ Rd.; 3. Lavallade,
50 Meter weiter zurück. 30 Kilometer=Lauf: 1.
Darra=
gon, 25:47,2; 2. Seres, 3½ Kilometer zurück; 3.
Laval=
lade, aufgegeben. Hauptfahren: 1. Quaiſſard, 2.
De=
voiſſoux, 3. Jacquard.
Ellegaard, Sieger im großen Preis
von Kopenhagen. In der däniſchen Hauptſtadt
feierte Ellegaard am Sonntag einen ſchönen Triumph.
Die drei Zwiſchenläufe ergaben den Sieg von
Elle=
gaard vor Meſſori, von Pouchois vor Arend und von
Comes vor Dörfflinger. Die drei Endläufe ſahen
dann jedesmal Ellegaard in Front und zwar im erſten
Lauf eine halbe Länge vor Comes und Pouchois, im
zweiten Lauf eine Länge vor Pouchois und Comes und
im dritten Lauf um eine Vorderradlänge vor Comes
und Pouchois. Den Kleinen Preis gewann Willy
Arend mit einer Länge gegen Nielſen und Johanſen,
während im Troſtfahren Hanſen vor Dörfflinger und
Meſſori ſiegreich blieb.
sr. Das Internationale
Heiligendam=
mer Lawn=Tennis=Turnier, dem noch die
Entſcheidungen der verſchiedenen Handikaps offen
ſtan=
den, iſt jetzt beendet. Das Herren=Einzelſpiel ohne
Vorgabe fiel an Uhl, während den zweiten Preis Dr.
Kleinecke erhielt. Im Damen=Einzelſpiel ſiegte
Grä=
fin Dohna (0) über Frl. Fuchs (—½) mit 611, 6:1, 6:1.
Das Herren=Doppelſpiel gewannen Uhl-Bonne (— 15)
gegen Otto-v. Parpart (—½) mit 670, 5.7, 6:3, und
im gemiſchten Doppelſpiel triumphierten Frau Popp-
Graf Voß (—½) über Gräfin Dohna-Marcotty (0)
mit 672, 6:4.
Die Reiſe des Präſidenten Fallieres
nach der Schweiz.
* Beſancon, 14. Aug. Präſident Fallieres,
begleitet von den Miniſtern Pichon und Trouillet, iſt
heute vormittag hier eingetroffen und von der
Bevöl=
kerung herzlich begrüßt worden. Falliéres wohnte der
Einweihung des Denkmals des Philoſophen Proudhon
bei. Auf einem darauf von der Stadtverwaltung
ge=
gebenen Bankett feierte Fallieres die unerſchütterliche
Feſtigkeit der Republik, die zur Größe Frankreichs
bei=
trage.
* Beſancon, 15. Aug. Präſident Falliéres
iſt heute vormittag nach der Schweiz abgereiſt. Der
Miniſter der öffentlichen Arbeiten, Millerand, der von
Pontarlier den Präſidenten nach Bern begleiten ſollte,
gab die Schweizer Reiſe auf und fährt nach Saujon.
Vermiſchtes.
— Zur Unterſtützung der Evangeliſchen
Bewegung in Oeſterreich kann jeder ohne
Geld=
opfer beitragen durch das Sammeln gebrauchter
Poſtwertzeichen. Verwendbar ſind alle Arten, auch
die gewöhnlichſten. Nur müſſen die Marken ſo
ausgeſchnit=
ten werden, daß der Stempel des Aufgabeortes deutlich
lesbar bleibt. Poſtkarten, Kartenbriefe, Briefumſchlige,
Streifbänder, denen das Wertzeichen eingedruckt iſt, mögen
unzerſchnitten eingeliefert werden, ebenſo die Umſchläge
von Dienſtbriefen mit dem Vermerk „frei laut Avers” und
Feldpoſtbriefe, auch Feldpoſtkarten, Anſichtspoſtkarten.
Be=
ſonders lohnend iſt es, die Poſtwertzeichen aus alten
Briefſchaften oder Akten herauszuſuchen. Alle vor 1875
verwendeten Marken werden am beſten mit dem ganzen
Briefumſchlag geliefert. Für Sammelzwecke ſind auch
neben ſolchen Marken Stempelmarken, Verſchlußmarken,
Siegel, Wappen willkommen. Alle dieſe Wertzeichen
mögen an P. Steckmann in Niebuſch (Schleſien) geſandt
werden. Wenn Frachtſendungen abgeſandt werden, iſt
vorherige Anmeldung und der Zuſatz „Station Naumburg
(Bober)” nötig. Nahezu 2000 Mark ſind auf dieſe Weiſe
für die Arbeit in Oeſterreich ſchon aufgebracht worden. —
Metalle dagegen (Schmuckſachen, Münzen, Staniol),
Zi=
garrenabfälle, unbrauchbare Gummiwaren uſw. möge man
an Ad. Gerwig in Halle (Saale), Thomaſiusſtraße 16,
ent=
behrliche Bücher und Zeitſchriften an Konſiſtorialrat Dr.
Hermens in Magdeburg=Cracau oder Lehrer Haſſelhoff
in Barmen=R. ſchicken.
) In welchem Monat ſterben die
mei=
ſten Meuſchen? Nach der Zuſammenſtellung vom
Jahre 1908 ſtarben in dieſem Jahre in Deutſchland
625 221 Perſonen männlichen und 571875 Perſonen
weiblichen Geſchlechts, das ſind zuſammen 1197096
verſtorbene Perſonen. Auf einen Tag kamen im
Durchſchnitt 3271 Verſtorbene. Die fünf Monate
Ja=
nuar, Februax, März, April und Auguſt (der Auguſt
wegen der hohen Säuglingsſterblichkeit) ſtanden über
dem Durchſchnitt, in den übrigen Monaten wurde der
Durchſchnitt nicht erreicht. Die größten
Schwankun=
gen wurden beobachtet zwiſchen dem September und
dem Februar; im September ſtarben im Durchſchnitt
an jedem Tage 2961,7 Perſonen, im Februar dagegen
3654,4, das Mehr im Februar gegenüber dem
Septem=
ber betrug 23,4 Prozent. Dem Februar ſehr nahe war
der März mit 3600,4 Todesfällen an jedem Tage, dann
folgte der Januar mit 3535,9 Todesfällen an einem
Tage. Dem günſtigſten Monat September kam der
Oktober mit 2995,6 Todesfällen am nächſten. Die
naß=
kalten Monate Januar, Februar und März bringen
ſonach die meiſten Krankheiten mit tödlichem
Aus=
gang.
6l. Der nüchterne Fohn Bull. Aus
London wird berichtet: Ein ſoeben veröffentlichtes
Blaubuch gibt einen intereſſanten Einblick in die
Wirkung, die die Erhöhung der Whiskypreiſe auf den
Alkoholverbrauch in England ausgeübt hat. Die
Sta=
tiſtik beweiſt, daß die Trunkſucht erheblich
zurückge=
gangen iſt. Noch im Jahre 1908 wurden in England
187803 Perſonen wegen Trunkſucht beſtraft; im
ver=
gangenen Jahre iſt die Zahl auf 169518 geſunken. Die
Abnahme beträgt alſo 18 285, faſt ein Zehntel.
Inter=
eſſant iſt ein Vergleich, wie die Vertenerung auf die
einzelnen Länder des Vereinigten Königreichs wirkte.
In England ſank die Zahl der Fälle von Trunkſucht
und Trunkenheit um 9,74 Prozent, in Schottland um
19 Prozent, in den ſchottiſchen Großſtädten um 27
Pro=
zent und in Irland um 8 Prozent. Die Zahl der
Er=
laubnisſcheine zum Ausſchank von Branntwein betrug
1909 94045, insgeſamt 1470 weniger als im Vorjahre.
Literariſches.
* Die Ausſtellung des Deutſchen
Künſt=
lerbundes Darmſtadt 4910 erfährt in dem
ſoeben erſchienenen Buche „Im Sonnenreich der
Kunſt” von Max Streeſe eine eingehende Beſprechung.
Beſonders ausführlich ſind die Neoimpreſſioniſten, die
Nacktmalerei uſw. behandelt. Weiter enthält das zirka
250 Seiten ſtarke Werkchen Beſprechungen der
Ausſtel=
lungen des Kunſtvereins für das Großherzogtum
Heſſen in der Kunſthalle am Rheintor 1909/10,
Beſprechun=
gen von Sonderausſtellungen meiſt Darmſtädter Künſtler,
Holzſchnittkunſt, Goldſchmiedekunſt, Atelier=Ausſtellungen,
Bau= und Raumkunſt, Keramik, Innenkunſt,
Ausſtellun=
gen von heſſiſchen Architekten, Friedhofs= und
Grabmal=
kunſt, ferner eingehende Beſprechungen von Arbeiten Prof.
Albin Müllers, der Bebauung der Mathildenhöhe, des
Muſikſaals im Neuen Palais uſw. uſw. und ſchließlich eine
Erinnerung an Joſef M. Olbrichs Heimgang, eine
kurze Würdigung ſeines Schaffens, die Beiſetzung, die
Totenfeier in der Ausſtellung 1908 und die Olbrich=
Ge=
dächtnis=Ausſtellung. Das Buch, in dem insgeſamt die
Werke von zirka 400 Künſtlern beſprochen ſind, iſt in den
Buchhandlungen und in der Ausſtellung des Deutſchen
Künſtlerbundes ſelbſt zu haben.
— Der Reichtum der Nationen. Von Adam
Smith. Nach der deutſchen Ueberſetzung von Max
Stirner herausgegeben von Dr. Heinrich Schmidt=
Jena. Volksausgabe. 2 Bände. Preis kartonniert 2 Mk.
Verlag von Alfred Kröner in Leipzig. Den Klaſſikern der
Philoſophie und Naturwiſſenſchaft, die bereits in Kröners
Volksausgabe erſchienen ſind, ſtellt ſich in den beiden
vor=
liegenden Bänden ein Klaſſiker der Staatswiſſenſchaften
würdig an die Seite. Adam Smiths Unterſuchungen über
den Reichtum der Nationen iſt das berühmteſte Buch der
Nationalökonomie. Es iſt, obwohl ſchon 1785 geſchrieben,
heute noch grundlegend für dieſe Wiſſenſchaft.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Kaſſel, 15. Aug. Anläßlich des hundertjährigen
Beſtehens der Firma Henſchel u. Sohn ſprach bei
dem heutigen Feſtakt in der großen Maſchinenhalle
Re=
gierungspräſident Graf von Bernſtorff die Glückwünſche
der Staatsregierung aus und gab eine Reihe von
Aus=
zeichnungen bekannt. Dem Mitinhaber
Kommerzien=
rat Karl Henſchel wurde der Titel „Geheimer
Kom=
merzienrat” verliehen; die Techniſche Hochſchule
Darmſtadt verlieh Karl Henſchel die Würde
eines Doktor=Ingenieurs.
* Hameln, 15. Aug. Geſtern nachmittag wollte die
29jährige Ehefrau des Schauſpielers Straus ihr
1½jähriges Kind, das auf der Chauſſee ſpielte, vor dem
Ueberfahrenwerden retten; ſie wurde dabei aber ſelbſt
überfahren und getötet. Das Kind blieb unverletzt.
* Auerbach i. V., 15. Aug. Am Sonntag früh gegen
3 Uhr beging, wie der Vogtländiſche Anzeiger meldet,
der 21jährige Max Schaedlich aus Rodewiſch an dem
Handarbeiter Joſeph Gruber aus Mühlgrün im Walde
an der Falkenſteinerſtraße einen
Raubmordver=
ſuch; er betäubte ihn durch Hammerſchläge, ſchleppte
ihn dann in den Straßengraben und verſetzte ihm
ſchließlich fünf Stiche. Der Täter, der erſt kürzlich
wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlaſſen
worden war, wurde verhaftet.
* Hamburg, 15. Aug. An Bord des von Smyrna
eingetroffenen Hamburgiſchen Dampfers „Babylon”
wurden peſtverdächtige Ratten gefunden. Das
Schiff wurde einer Ausgaſung mit dem
Rattentötungs=
apparat unterworfen. Die Weiterlöſchung wurde unter
den üblichen Vorſichtsmaßregeln geſtattet; Menſchen
ſind nicht erkrankt.
— Berlin, 15. Aug. Der Agent Gehl, der unter
dem Verdachte verhaftet worden war, einem
Land=
wirt die Brieftaſche mit 22000 Mark geſtohlen zu
haben, wurde wieder in Freiheit geſetzt, da ſich ſeine
vollkommene Schuldloſigkeit herausgeſtellt hatte.
— Kiel, 15. Aug. Heute morgen erfolgte in der
ſtädtiſchen Gasanſtalt bei der Reinigung eines
Gas=
reinigungsapparates eine Exploſion, bei der zwei
Arbeiter ſchwer und vier leicht verletzt wurden. Der
Materialſchaden iſt unbedeutend.
— Meſſina, 15. Aug. Der Paſſagierdampfer „Ozean”
der Peninſular= und Oriental=Linie iſt auf der Fahrt
von London nach Bombay bei Kap Faro auf der
Nord=
ſpitze Siziliens geſtrandet; Schleppdampfer gingen
zum Beiſtand ab.
Heminnanszug
der
223. Königlich Prenßiſchen Klaſſenlotteric.
2. Klaſſe. 2. Ziehungstag. 13. Auguſt 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 96 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 10000 Mk. 271329
1 Gewinn zu 5000 Mk. 207388
1 Gewinn zu 3000 Mk. 30049a
4 Gewinne zu 1000 Mk. 39861 60427 84391 292660
4 Gewinne zu 500 Mk. 189162 204577 215235
286070
15 Gewinne zu 400 Mk. 65272 78375 88654 115278
118660 172443 208038 248512 251052 254103 265014
283592 294966 298686 302523
27 Gewinne zu 300 Mk. 511 3362 4148 6129 11736
12205 86469 102842 111716 123992 132055 151621
165193 166531 170445 178286 193904 198944 206013
223307 234823 237592 260593 260848 261733 271636
296822
82 Gewinne zu 200 Mk. 11654 15061. 15700 19668
20268 2330a 25570 25688 26465 30166 35516 39596
46561 52982 54667 55423 60057 61599 61661 62569
64320 64620 72336 73956 76072 87460 92432 94591
96921 99622 104278 110783 116069 117155 118294
119081 120342 122043 122438 136025 139464 140684
141047 146161 146665 147294 153071 160263 163316
166320 170022 172332 177640 178664 162483 183973
185488 186242 198720 204082 206086 209967 210806
230453 233247 235645 236160 23628a 242165 246672
247410 260274 262102. 265784 268122 276377 282645
289396 293213 294295 297491 300166
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 60 000 Mk. 83300
1 Gewinn zu 15000 Mk. 130243
1 Gewinn zu 5000 Mk. 212900
1 Gewinn zu 3000 Mk. 191178
2 Gewinne zu 1000 Mk. 175562 203815 208964
3 Gewinne zu 500 Mk. 115592 190295 299546
11 Gewinne zu 400 Mk. 28759 80679 96945 163621
175756 176983 185686 215122 217540 225895 255516
22 Gewinne zu 300 Mk. 26504 34521 47586 78894
88795 99923 100072 107534 112834 123266 127977
148263 151947 152065 177352 190017 228546 237448
249860 254482 297595 300467
68 Gewinne zu 200 Mk. 31 9131 12829 16925
24114 31000 40967 a05ob aroos 51315 baro2 6obas
70933 74156 76753 79732 81743 86379 8675a 91577
98276 99941 101979 107995 111942 112285 115260
115984 124118 134839 140268 141144 142064 143220
1a4775 147167 148336 164139 174762 163468 190425
191940 200405 203871 203963 210517 213378 216652
216705 220406 225624 230410 234201 237505 237655
237723 244553 245370 253950 255977 257480 265396
266837 268198 279948 264924 286290 303345
Amtlicher Wetterbericht.
Oefſentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Unter
dem Einfluß eines geſtern über Weſtdeutſchland
lagern=
den Hochdruckgebietes iſt heiteres und warmes Wetter
eingetreten. Der im Weſten wieder aufgetauchte
Luft=
wirbel dringt jetzt, unter Bildung ſüdlicher
Randwir=
bel, oſtwärts vor und bringt vorübergehend Trübung
und Regen.
Ausſichten in Heſſen am Dienstag, den 16.
Aug.: Zeitweiſe wolkig, Strichregen und vereinzelt
Ge=
witter; warm, Südwind.
Tageskalender.
Vorſtellung im Zirkus Schumann um 8¼ Uhr.
Konzert um ½ 7 Uhr im Reſtaurant Schmitt (Bahnhof).
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Schützenhof”.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo.”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Craſenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 17. Auguſt.
Hofreiten=Verſteigerung des Gg. Gerlach (Kahlert=
Pfündnerhaus= und Viktoriaſtraße) um 10 Uhr auf
dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Hch. Geyer (
Nieder=
ſtraße 13) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerunn um 10 Uhr zu
Arheilgen (Zuſammenkunft am Rathaus daſelbſt).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Htreeſe;
für den Inſeratenteil: S. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honotarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht derückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Heesensrauflaschenbiere
sind hochfeine Qualitätsbiere.
(257a
AV 45
[ ← ][ ][ → ]Nummer 190.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. Auguſt 1910.
Seite-c.
Eine durchaus tücht., zuverläſſige
Verkäuferin
fürGlas= u. Porzellanbranche,
Haus=
u. Küchengeräte ſucht per 1. Oktober
anderweit Stellung. Gefl. Offerten
mit Gehaltsangabe u. K 30 an die
Exped. ds. Bl. erb.
(15841
bogssessceee
perfekt in Stenographie und
Fräulein Maſchinenſchreiben (Adler), ſowie
ſonſtigen kaufm. Arbeiten, ſucht Stellg. auf
Büro, nimmt auch evtl. ſonftige paſſende
Stellung an. Gefl. Angebote unter K 12
an die Expedition ds. Bl. (*19518di
perſekt in Stenographie und
Fräulein, Maſchinenſchreiben, ſowie in
allen Kontorarbeiten beſtens bewandert,
ſucht per 1. Okt. a. c. dauernde Stellung.
Off. unt. G 65 an die Exp. d. Bl. (15093amelden Kaupſtraße 44, 1. Stock. (16020
perfekt in Stenographie
Fräulein, und Maſchinenſchreiben,
in allen Bureauarbeiten bewandert, ſucht z.
1. Okt. dauernde Stellung auf beſſerem
Bureau. Offert. unter K 94 an die
Expedition ds. Bl. erb.
(*1982
Fräulein
vertraut m. allen Fächern der Buchführung,
ſowie kaufm. Rechnen, Maſchinenſchr. und
paſſ. Stelle. Offert. u. K 90 a. d. Exped.
Tage in der Woche frei.
Klein, Magdalenenſtraße 3.
*19809im) Fräulein, welches gut Wäſche
ausbeſſert, ſowie auch Kleider, ſucht Arbeit
nur in beſſeren Häuſern. Offerten unter
A. St., Eliſabethenſtraße 31, II.
*19782) Tüchtige Büglerin empfiehlt ſich
außer dem Hauſe
Heinrichſtraße 68, Hinterh. II.
*19771ms) Erfahrene Fröbel-Erz.
be=
aufſichtigt Schularb., beſchäftigt nachmitt.
Kinder bei ſich im Hauſe. Gute Empfehl.
Näheres Expedition ds. Bl.
*19770) Unabh. Frauſucht Laufd., gehtauch
waſchen u. putzen Mühlſtraße28, Seitenb. I.
*19611) Fleißige Frau ſucht Wasche
Clemensſtraße 14, Manſarde.
Mädchen
im Kochen ausgebildet und das Hausarbeit
verſteht, ſucht zum 1. Sept. Stellung als
Köchin oder als Mädchen allein in fein.
Hauſe. Off. u. L 1 an die Expd. (*19851
*19840) Tücht. Frau ſucht halbe Tage
waſch. u. putzen Kranichſteinerſtr. 9, Manſ.
*19835) Mädchen ſucht Laufſtelle, abends
Laden oder Büro zu putzen
Kahlertſtraße 31, 1. Stock.
*19846) Ein tüchtiges, 21jähr. Mädchen
ſucht alsbald Stellung in kleinerem
Haus=
halt (nicht kochen). Offerten unter K 97
an die Expedition ds. Blattes.
*19791im) Tüchtiger Verkäufer ſucht
Reiseposten
oder gute Vertretung per ſofort. Gefl.
Offerten unter K 87 an die Exped.
Affein) Wanſche da ich doch
Kolonal=
warengeſchäfte beſuche, verſchiedene Putz-
und Scheuerartikel mitzunehmen.
Offerten unter K 82 an die Expedition
dieſes Blattes.
*19850im) Jg., gewiſſenhafter Kaufmann
ſucht für ſeine freie Zeit geeignete
Nebenbeſchäftigung
Anerb. u. K 98 an die Expedition ds. Bl.
*19342im) Ein in ſämtlichen Klagſachen
durchaus erfahrener verh. Mann, ſucht
Nebenbeſchäftigung
oder diesbezüg. ſchriftl. Arbeiten zu
über=
nehmen. Offert. u. K 95 an die Exped.
Junger Kontoriſt
Stenograph und Maſchinenſchreiber ſucht
Stellung auf Kontor oder Lager. Gefl.
Offerten unt. K 89 an die Exped. (*19823
*19815) Durchaus ehrlicher Mann ſucht
Vertrauensſtellung jeder Art. Kaution
kann event. geſtellt werden. Offerten unter
K 88 an die Expedition dieſes Blattes.
Fräulein
welches perfekt ſtenographiert und
ma=
ſchinenſchreibt, von hieſiger Fabrik per
1. Sept. oder ſpäter geſucht. Kenntniſſe
der engl. und franz. Sprache erwünſcht.
Offerten unter Angabe bish. Tätigkeit unter
K14 an die Exped. ds. Bl. erbeten. (15805doi
Sasssesooso6sses96s6666e
Durchaus tüchtige, branchekundige
Verkäuferinnen
für Kleiderſtoffe und Damenkonfektion
pr. 1. u. 15. Sept. geſucht. (16070
Gehaltsanſprüche und Photographie an
Nikolaus Lerch, Darmſtadt, erbeten.
66060
6ocee
*19805ids) Lehrmädchen für Putz
geſucht Hölgesſtraße 9, part.
Kistchenbekleberinnen
finden dauernde und lohnende Beſchäftigung
bei Vereinigten Mitteldeutschen
Zigarrenfabriken
Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung
Darmstadt
Luisenstraße 6. 15765a) Geſucht in kl. Haushalt ein
tüchtiges, anständ. Mädchen
ſod. Aushilfe ſofort od. 15. Hügelſtr. 7, 2 Tr.
zu ſpr. bis 11 Uhr u. nach. von 3—5 Uhr. *19751oim) Eine ſelbſtändige Köchin,
die auch Hausarbeit übernimmt (2 Mäd=
chen vorhanden), geſucht. Vorſtellen mit
Zeugniſſen von 9—11 und 2—4 Uhr.
Näheres in der Expedition ds. Bl. 16027a) Saub. Lauffrau von 8—10 Uhr
geſucht. Näheres Expedition. 1½, Stunde tägl.
Suche fleiß. Mädchen vormittags=
Ohne gute Empfehlungen unnütz; ſ. z. Einfaches Kinderfräulein,
das nähen und bügeln kann, zu einem acht=
jähr. Jungen geſucht. Frau Ludwig Hey=
mann, Offenbach, Frankfurterſtr. 56. (*19769im (*19834 *19795im) Reinliches Laufmädchen vor=
mittags 3 Stunden geſucht Hochſtr. 2, 2. St. *19814im) Ein durchaus perfektes, ſelbſt=
ſtändiges Alleinmädchen gegen guten Lohn
Stenogr., ſucht bis 1. Sept., ev. auch ſpäter,ſofort geſucht Hochſtraße 55, 2. Stock. Suche Köchinnen
*19830) Perfekte Büglerin hat noch paar mehrere Alleinmädchen, d. kochen k. und
verſchiedene andere Mädchen in g. Stellen
Frau Weissmantel, (*19844
Arbeitsnachweis — Eliſabethenſtraße 37. B16059) Fleißiges, williges Mädchen
für tagsüber geſucht Ludwigshöhſtr. 37. das ſervieren
Hausmädchen kann, geſucht.
*19821id) Darmſtädter Hof, Traiſa. *19825) Tüchtiges Mädchen tagsüber
in kleinen Haushalt geſucht
Kirchſtraße 12, III. links. B16051) Mädchen tagsüber ſofort geſucht
Herderſtraße 19, 1. Stock. Jüngeres, braves
Dienſtmädchen
am liebſten vom Lande, ſofort oder
zum 1. September geſucht. (16069t
Näheres Expedition. *19855) Mehrere Mädchen, welche kochen
und jüngere für Privat= und Geſchh. hier
u. auswärts ſof. und zum 1. Sept. geſucht.
Stellenbureau Schulz, Schulſtr. 3. *19847) Suche in großer Anzahl für hier
und auswärts, Köchinnen, Hausmädchen,
Alleinmädchen, welche kochen und nicht
kochen, Kinderfräulein, zwei Verkäuferinnen
in Schweinemetzgerei für ſofort und ſpäter.
Stellenbureau
Frau Dingeldein
Schützenſtraße 10½
Telefon 531. *19848) Schenkammen in feine Häuſer
geſucht durch Ammenvermittlung
Frau Dingeldein
Telefon 531.
Schützenſtraße 10½ 16041) Suche e. redegew. Herrn als
Vertreter
für hieſ. Gegend zum Verkauf e. tägl.
Bedarfsartikel direkt an Landwirte. Bei
entſprech. Leiſtung geg. eine Vergütung v.
10 Mk. tägl. Off. u. D. F. 145 bef.
Daube & Co., Frankfurt a. M. Ein Herr
gleich wo wohnh., ſofort geſucht z. Verkauf v.
Zigarren an Wirte, Händler ꝛc. Vergtg. ev.
250 Mk. pro Mt. oder hohe Proviſion
A. Rieck & Co., Hamburg. (16042 16040) Große, alte Feuer=Verſicherungs=
Aktien=Geſellſchaft will ihre
Hauptagentur
Darmstadt
mit beſtehendem Inkaſſo anderw. vergeben.
Es wird nur auf eine tätige Perſönlichkeit
reflektiert. Offerten erbet. u. D Nr. 1411
an Daube & Co., Frankfurt a. M. verlange
er Stellung sucht die
„Deutſche Vakanzenpoſt”
(144M
Eßlingen 143. koſtenlos Nebenverdienſt, Eriſtenz
Wer oder Verſandgeſchäft ſich verſch.
Mk
(10615a
will, ſchreibe ſofort an
H. Trepke, Kaiſerslautern. Stellung
als landw. Buchh., Sekret., Verwalt. erh.
jg. Leute nach 2—3 monatl. Ausbild. Bis=
her über 1100 Beamte gefordert. Proſpekte
(15603M
umſonſt.
Landw. Rechnungsbüro, Liegnitz
Goldbergerſtraße 60a. 1600) Einige aufgeweckte, unbeſcholtene
Leute (nicht unter 22 Jahren) finden
lohnende Stellung
bei reellem Unternehmen. Vierwöchige
Probezeit gegen entſprechende Bezahlung.
Angebote unter I 1020 an die Exped.
ds. Blattes.
geſucht
Landwehrſtraßte 19
für 1. 2. 3. klaſſ. Segel=
Schiffsjungen ſchiffe erh. ſeegemäße
Ausrüſtung und Auskunft. M. Grohne,
Altona, Breiteſtr. 46, III. Proſp. gr. (15697II
Tüchtige Arbeiter
finden am Bahnhofsneubau Darmſtadt
(Perronbauten) ſofort Beſchäftigung.
R. Schneider, G. m. b. H.
Darmstadt. (16009oim
Ein perfekter zuverläſſiger
Hrener
zum Eintritt per 1. Septbr.
geſucht.
(
Offerten unt. V 583 F. M. an Rudolf
Mosse, Mannheim.
(15990M
Hausbursche gesucht!
In meinem Hauſe iſt die Stelle eines
Hausburſchen und Packers alsbald zu
be=
ſetzen. Frühere Militärs mit guten
Füh=
rungsatteſten erhalten den Vorzug. Perſ.
Vorſtellung zwiſchen 9 und 10 Uhr vorm.
Joseph Stade, Ludwigstrasse 15.
N
Martinstrasse
iſt eine elegante Wohnung, enthaltend ſechs
Zimmer, Küche, Bad, Veranda, Gas und
elektriſches Licht, Fremdenzimmer,
Mädchen=
zimmer, Mitbenutzung der Waſchküche,
Bügelzimmer, Bleichplatz und Trockenboden,
auf 1. Oktober zu vermieten, eventuell auch
früher. — Näheres Martinſtraße 74 bei
C. W. Braun.
(B12908ids
Mauerstrasse 11, 2. Stock
ſch. 6=Zimmerwohnung, Balkon u. Veranda,
Mitgebrauch des Bleichplatzes und
Trocken=
bodens, per 15. Auguſt oder ſpäter zu
ver=
mieten. Näheres im 1. Stock. (14162ids
5 Zimme
Parcusstr. 1, Beletage,
5=Zimmerwohnung mit allem Zubehör per
1. Oktober zu vermieten. Zu erfragen bei
Bodenheimer, Rheinſtr. 26, Bur. (13285t
5-Zimmerwohnung
nebſt Küche, Speiſek., Mädchenzimmer
auf der Etage und Zubehör zu
ver=
mieten. Preis 750. Mark. Näheres
zwiſchen 2 und 5 Uhr
Friedrich=
ſtratze 21, 1. Stock.
(16024ms
11142t) Gartenſtraße 26, am
Herrn=
garten, ſchöne 4=Zimmerwohnung mit
ab=
geſchloſſenem Vorplatz, Gas und ſonſt.
Zu=
behör ſofort zu vermieten.
*id
Ballonplatz 3
neben der Infant.=Kaſerne, iſt der I. Stock,
4 Zimmer, Küche, Badezimmer und allem
Zubehör, per ſofort zu vermieten.
Beſich=
tigung jederzeit. Auskunft durch Tel. 308.
Roßdörferſtraße
4 Z. nebſt Zubehör, Mk. 550, ſofort zu verm
Auskunft Wendelſtadtſtr. 40, I. (12045ids
15079a) Mauerſtraße 14, 1. St., ſchöne
4=Zimmer=Wohnung, ganz neu renoviert,
per ſofort oder ſpäter zu vermieten.
Pallaswiesenstrasse 1
eine ſchöne 4=Zimmer=Wohnung ſofort zu
vermieten. Naheres parterre. (15608ids
B15779t) Ludwigshöhſtr. 55, 3=Zimm.=
Wohn. mit Zubehör zu 300 Mk. zu verm.
Heinheimerstrasse 76
ſchöne 3=Zimmerwohnung per 1. Oktober
(13588ids
zu vermieten.
11 Neue Niederstrasse 11
neuzeitliche 3=Zimmerwohnung, 1. Stock,
billig zu vermieten. (Weber.) (B14665ids
Stiftſtraße 41
eine 3=Zimmerwohnung im Hinterhaus,
monatlich 24 Mk., ſofort zu vermieten.
Näheres Vorderhaus parterre. (15807ids
15955a) Wenckſtraße 2, 2. Stock, ſchöne
3=Zimmerwohnung ſofort oder ſpäter zu
vermieten. Näheres im Laden.
*19829id) Mühlſtraße 25 3=
Zimmer=
wohnung, monatlich 32 Mk., gleich zu vm.
(Hinterhaus) neuzeitliche
Stiftſtraße 52 3= Zimmerwohnung mit
Gas u. reichlichem Zubehör. (*19832imd
*19779ids) Nieder=Ramſtädterſtr. 13,
2. Stock, Drei=Zimmerwohnung nebſt
Zu=
behör, neu hergerichtet, gleich beziehbar.
Kiesstrasse Nr. 5
eine ſchöne 2=Zimmerwohnung zum 1.
Sep=
tember zu verm. Näh. part. rechts. (15473t
15885ids) Fuhrmannſtraße 10, eine
2=Zimmerwohnung zu verm., Preis 21 Mk.
monatl. Näheres Val. Ganßert, Seitenbau.
*19833) Langegaſſe 18 eine freundliche
Wohnung, 2 Zimmer ꝛc., zu vermieten.
16025if) Kiesſtraße 77 eine 2=
Zimmer=
wohnung per 1. Okt., monatlich 20 Mark.
zwei Zimmer m.
Magdalenenſtraße 1 Küche u. Zubeh.
ſofort oder ſpäter. Näh. daſelbſt. (*19788
1 Zimmer mit Küche
an eine alleinſtehende Dame ſofort zu vm.
Näheres Mühlſtraße 72.
(14308ids
15636t) Schätzenstraße 6 freundliche
Manſardenwohnung für 2 Leute per ſofort
zu vermieten. Näheres daſelbſt im Laden.
15477ids) Fuhrmannſtr. 7 eine =freundl.
Wohnung, monatch 14 Mark.
*19787id) Hochſtraße 10 kleine Wohng,
zu vermieten, monatlich 17=Mark.
Griesheim
Darmſtädter Chauſſee 23, ganz nahe der
Straßenbahn, ſchöne 3= und 4=
Zimmer=
wohnung, 1. und 2.=Stock, mit Gas,
ab=
geſchl. Vorplatz, Kammern=u. ſ. Zubeh.,
ſowie Gartenanteil, per’ſof. zu vermieten.
(15184ids
Näheres daſelbſt.
15747id) Eliſabethenſtraße 17, Laden
per 1. Sept. zu vermieten.
Ecke Lauteſchläger= und
Friſeurladen Manerſtr. (prima Lage),
iſt baldigſt anderweitig zu=verm.
Gieg, Mauerſtr, 27, I. rechts.
Näh. bei
(16057a
1 große, helle geräumige
Werk=
ſtätte u. 1 großer Keller ſofort
zu vermieten. Näheres Erbacherſtraße 9,
(*19843
Hinterhaus parterre.
15784a) Erbacherſtr. 69, 3. St. rechts, in
freier Lage freundl. möbl. Zimmer zu verm.
12065t) Eliſabethenſtraße 31, 1. Stock,
möbl. Zimmer mit oder ohne Penſion.
13175t) Hügelſtraße 2, 2. Etage, ſchön
möbliertes Zimmer zu vermieten.
15185t) Ludwigſtraße 11, II., zweigſehr
ſchöne Zimmer, möbl. oder unmöbliert, evtl.
auch einzeln, an ſoliden Herrn zu vermieten.
Kiesſtraße 5,
ein ſchön möbliertes Zimmer ſofort, billig
zu vermieten. Näh. part. rechts. (15711t
15745a) Rheinſtr. 47, II. Hof, Seitenb.
r., III. bei Dörſam kann 1 Arbeiter ſofort
Schlafſtelle billig erhalten.
15793a) Luiſenſtr. 32, 2. St., bei Gg. Wedel,
einfach möbl. Zimmer mit Koſt.
15800a) Alexanderſtr. 4, 2. St., hübſch
möbl. Zimmer, auch Wohn= u. Schlafzim.,
freie Lage, ſep. Eingang, ſofort zu verm.
*19629soi) Heinheimerſtraße 22, III.,
zwei Arbeiter können ſaubere Schlafstelle
erhalten. Frau Merz.
*19749oi) Hölgesſtraße 9, 1. Stock, einf.
möbl. Zimmer evtl. mit Penſion zu verm.
15998t) Kiesſtraße 22, part., möbliert.
Zimmer zu vermieten.
*19745oim) Anſt. Arbeiter kann
Schlaf=
ſtelle erh. F. Katzenmeier, Alexanderſtr. 13.)
12515ids) Eliſabethenſtr. 23, II., m. Z. z. v.
15381ids) Hübſch möbl. Zimmer an
Beamten oder Kaufmann zu vermieten.
Hügelſtraße 4, 2. Stock.
B15623) Ecke Moosberg= u.
Kiesberg=
ſtraße ſchön möbliertes Eckzimmer.
Hölgesstrasse 1, 1. Stock,
ſchön möbl. Zimmer mit od. ohne Penſion
an beſſ. Herrn p. 1. Sept. zu vm. (15666imds
*19604sid) Liebigſtraße 63, II., gut möbl.
Zimmer zu vermieten.
*19669si) Ludwigsplatz 4, 2. Stock, gut
möbliertes Zimmer zu vermieten.
15923ids) Steinſtr. 8 mehrere möbl. ſchöne
Zimmer mit Gas, zuſ. oder getrennt, mit
oder ohne Küche zu vermieten.
*19671sid) Bleichſtraße 26, Gartenhaus
1. Stock, kleines freundl. Zimmer zu verm.
Schönes Heim
B15993) Bruchwieſenſtraße 14, Wohn=
und Schlafzimmer ſofort zu vermieten.
1. Stock, frdl.
Liebfrauenstr. 98, möbl. Zimmer
(ſeparat) an anſtänd. Herrn. (*19000mdfs
*19702sid) Luiſenplatz 1 möbl. Zimmer.
15777a) Ernſt=Ludwigſtr. 7, H., einf.
möbl. Zimmer ſof. zu vermieten.
15403if) Hofſtallſtr. 8, 1. St. l., ſch. möbl.
Zimmer zu vermieten.
*19783imdf) Waldſtraße 18, parterre,
möbliertes Zimmer mit ſep. Eingang.
(*19798im) Karlſtraße 32, Hinterhaus,
einfach möbliertes Zimmer, ſofort zu vm.
*19803imds) Bleichſtr. 36, 2. St., nahe
den Bahnhöfen, ſchön möbliertes Zimmer.
möbliert. Zimmer, auf,
Mauerſtr. 15 Wunſch mit Penſion.
§ Daſelbſt auch Zim. auf kurze Zeit. (*19812
*193 im) Landwehrſtraßte 17, 1. Stog,
ein ſchön möbl. Zimmer m. od. Penſ. ſof.
*19838) Waldſtraße 39, Nähe der
Neckarſtr., Vorderhaus part., ſch. möbl. Z.
16037a) Steinſtr. 24, 1. Et., einf. möbl.
Zimmer mit oder ohne Penſion.
*19816) Saalbauſtraße 8, I., nächſt der
Rheinſtraße, gut möbl. Zimmer zu verm.
Ze eä
2X3 Mtr., geſucht.
Zeichentilch, Offert. mit Preis unt.
L 3 an die Exvedition ds. Bl. (*19859
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. Auguſt 1910.
Nummer 190,
Wir hatten Gelegenheit, einen grossen Posten
Ienstererd. Huisschune
unter Preis einzukaufen und kommen diese Sachen zu riesig
billigen Preisen diese Woche zum Verkauf.
Ein überaus günstiges Angebot!
1 Posten
Chrom.-Chepr.-Schnürstiefel
mit Lackkappe, eleg. Facon . . Nur Mk.
1. Posten Box-Schnürstiefel
mit Lackkappe, Garantie für gute Haltbar-
Nur Mk.
keit
1. Posten Boxkalf-Schnürstiefel
äusserst solide Qualität,
(16019)
elegante Facon
Nur Mk.
1. Posten eleg. braune Schnürstiefel
glatt und Derby-Facon, mit und ohne
Lack-
kappe, durcheinander, alle Grössen, über-
. Nur Mk.
aus billig .
1 Posten elegante
schwarze Malbschnurschune
Derby-Facon, mit und ohne Lackkappe
Nur Mk.
3.75
3.75
Wir empfehlen Ihnen diese ganz besonders preiswerte Artikel auf Vorrat zu kaufen.
Markt
1
I. 5 15
Gebrbunf
Markt
zn 5 un
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Astrologe.
berühmteſter der Gegenwart, deutet
Ver=
gangenheit und Zukunft ſchriftlich nach
aſtrologiſchen Berechnungen unter Angabe
des Geburtsdatums, Tag und Jahr. Gibt
Auskunft über Ehe, Kinder, Prozeß,
Lot=
terie, Sterbefälle in der Familie,
Geſchäft=
liches, Erbſchaften und Veränderungen.
H. Bettermann, Köln
Eigelſtein 121. (16038
Ich Homime Sofert
und bezahle wegen dringendem Warenbedar
konkurrenzloſe höchſte Preiſe für abgelegte
Garderobe, Schuhe, alte Federbetten,
Zahngebiſſe ꝛc.
(16067
J. Wallach, Schlossgasse 10.
Telephon 1754.
2
Bleiner Küchenſchrank billig zu verkaufen
*19797im)
Hoffmannſtraße 2a.
billig zu verl. (19815
Straßenrenner Liebfrauenſtr. 77, III.
Ihlinder=Schreibpnlt nußb., bill. zu verk.
*19818) Soderſtraße 79, 2. Stock.
Dahrrad mit Freilauf für 30 Mk.
abzu=
geben , Wo? ſagt die Exped. (*19837
Morgen Klee mit Gras zu verkaufen
I½ *19820)
Schwanenſtraße 9.
nimmt noch einige Kunden
Friseusé an Karlſtr. 58. (*1978
Aufarbeiten von Polster-
Bekorationen, möbeln, Matratzen usw.
bei billigster Berechnung.
(*19857
Georg Dieter, Neue Irenestr 8 III
Eine luftige, verschließbare
Halle oder Scheune
oder größerer Stall mit Zement= od.
Bretter=
boden und ca. '300 qm Grundfläche in der
Nähe Rheinſtraße=Neckarſtraße oder des
Bahnhofs auf längere Zeit zu mieten
ge=
ſucht. Offerten mit Preisangabe unter
K 55 an die Expedition d. Bl. (15912soi
Nun oder Lanohaus
zum Alleinbewohnen, 6—7 Zimmer, nebſt
Zubehör; Garten, in geſchützter Lage der
Stadtgrenze und günſtiger
Straßenbahn=
verbindung zu mieten geſucht. Offert. u.
K 96 an die Expedition ds. Bl. (16063
zeräumige 3=Zimmerwohnung mit
Zu=
behör , möglichſt 1. Stock, bis 1. Okt.
oder ſpäter von ruhigen Leuten geſucht.
Angebote mit Preisangabe unter K 84
an die Exped. ds. Bl. erbeten. (*19792
Nutter und Tochter, welche wenig zu
M. Hauſe ſind, ſuchen im Mittelpunkte
der Stadt erſe 2—3=Zimmerwohnung.
Näheres in der Expedition. (*19784im
Für einen Oberſekundaner
des Realgymnaſiums wird für das
Winter=
ſemeſter Penſion in gutem Hauſe geſucht.
Offerten erbeten unter K 93 an die
Expedition d. Bl.
(16055
Prauiein U. Becker
iſt von der Reiſe zurück und hat die Leitung des (16012om
Fröbel’schen Kindergartens, Kiesstr. 36,
wieder übernommen. Anmeldungen möglichſt vormittags erbeten.
Fabrikanwesch M Sarmstaut
der elektrotechnischen Branche
mit neuzeitlich eingerichteten hellen großen Fabrik=, Hof= und Büro=Räumen ſowie
ſchönem Wohngebände und anſtoßend daran eine prachtvolle, mit allem Komfort der
Neuzeit eingerichtete Villa mit ſchönem Luſtgarten unter äußerſt günſtigen Bedingungen
zu verkaufen. — Die ſämtlichen offerierten Liegenſchaften werden infolge Auflöſung
der Fabrik — auch getrennt — abgegeben und bietet ſich für Liebhaber eine ſelten
günſtige Gelegenheit. — Selbſtkäufer erfahren Näheres durch das Immobilienbüro von
Hermann Marx, Darmstadt, 23½ III Grafenſtraße 23½ III. Telef. 1468. (P16050
Klleuid, Gichh, Heutaigte, Haut-, Geschechfs-
und Frauenkrankheiten, Ausfluss etc. werden von vielen
Spezialärzten durch heisse Schwefelbäder erfolgreich
Jäet.
geheilt. Spezialärzte verordnen für den
Hausgebrauch
weil diese
Ahes.
fast geruchlos sind und
keine Wannen und Wände angreifen
und wegen des billigen Preises auch in der
Kassenpraxis verordnet werden, als Ersatz für Aachen etc.
Thiopinol „Riedel‟ 1 Liter für ca. 20 Bäder Mk. 6.00, oder in Fl.
à 1 Vollbad oder 3 Sitzbäder Mk. 1.00. Käuflich in Apotheken u.
Bade-
anstalten oder von der Fabrik P. G. Riedel, chem. Laboratorium,
Cöln a. Rh. Engros für Darmstadt: Friedrich Schaefer. (12737MI
Rochen erachlenen:
Mllorizen uus meilem Kriegstügebach
von Georg Röder
weil. Leutnant im Grossherzogl. Hess. 4. Infanterie-Regiment.
Bearbeitet und herausgegeben von Dr. Karl Esselborn.
Preis 25 Pfg.
L. C. Wittich’sche Hofbuchdruckerei.
15863fsoi)
Im Sonnenreich der Kunst
von Max Streese. 1
(245 Seiten, broschiert 2.50, gebunden 3.50 Mk.)
Bessere Dame
(Witwe mit Tochter) ſucht
möbl. Wohn- u. Schlafzim.
(part. ausgeſchl.) in nur anſtändigem Hauſe,
am liebſten bei älterem Ehepaar.
Gefl. Offerten unter K 19 an die Exp.
ds. Bl. baldigſt erbeten.
(*19544fsi
Löbl. Zimmer geſucht in ruh. Straße
M des Zentrums oder Südweſt. der
Stadt, möglichſt ſeparat, hell, von jung.
akad. Beamten. Offerten unter K 38 an
die Exvedition ds. Bl.
(*19858
Aus dem Inhalt:
Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes Darmstadt 1910.
Neo-Impressionismus. Hessische Sezession. Künstlerkolonie, Nacktmalerei,
Landschaftsmalerei, Porträtmalerei, Plastik etc. etc.
Ausstellungen in der Kunsthalle am Rheintor. Saison 1909/10.
Holzschnittkunst, Goldschmiedekunst, Bau= und-Raumkunst,
Archi=
tektur, Friedhofskunst, Grabmalkunst.
Professor Albin Müller.
(1593ot
Josef M. Olbrich’s Heimgang, Eine Erinnerung.
Me
Sge
Eillese 5
Zu haben in den Buchhandlungen.
welche zurückgezogen leben
Damen, wollen, finden freundl.
Aufnahme. Offerten unter K 20 an
die Expedition ds. Blantgr.
(B15833
Theaterabonnement
4 oder ½ Platz, Parterre, für die
Spiel=
zeit 1910/11 geſucht. Offerten unter K 64
an die Expedition ds. Bl. . (15939sid
Jährend meiner Abweſenheit werden
(*19824im
die Herren
Dr. Draudt, Viktoriaſtraße 42,
Dr. Langsdorf, Hügelſtraße 4,
Dr. Orth IV., Landwehrſtraße 12,
Dr. Schneider, Wenckſtraße 10,
Dr. Vidal, Stiftſtraße 11
die Güte haben, mich zu vertreten.
Dr. Wissmann.
Für Massagen im Hause
empfiehlt ſich (15786dsi
A. Anger, geprüfter Maſſeur,
Telephon 127.
„Marienbad”.
(
(*19735
in Gasherd zu verkaufen
Schäfer, Marktplatz 10.
Reelle Heirat!
Fräul. (Waiſe), 26 Jahre, mit 6000 Mk.
Vermögen, wünſcht ſich mit ſolidem Herrn,
Beamter bevorzugt, zu verheiraten. Off. u.
R 25 hauptpostlagernd Darmstadt. (*19841ids
Slddrsbeamrer
in mittl. Staatsſtellung, Eiſenbahn,
Jung=
geſelle, 46 Jahre alt, 4000 Mark Gehalt,
noch ſteig., 39000 Mk. Verm., nach
Ver=
heiratg. der Schweſter alleinſtehend, wünſcht
ſich paſſend zu verheiraten mit geb.
kath. Fräulein, mittelgr. bis 1,65 m, auch
ohne Verm., aber häuslich und einfach
er=
zogen, mit etwas beſſ. Schulbildg, hübſch.,
angenehm. Aeußere, tadelloſ. Ruf. Waiſe
bevorz. Angaben über Famil.=Verhält.,
Größe, Alter, Haarfarbe, Schulbildg. und
ob Waiſe, erbeten. Mögl. ſelbſtgeſchr. Offert.
mit Photographie unter D. F. 141 an
Daube & Co., Frankfurt a. M. (159870
Woog, am 15. Auguſt 1910.
Waſſerhöhe am Pegel 3,83 m
Luftwärme 160 C
Waſſerwärme vormittags 7 Uhr 190 C
Woogspolizeiwache.
Stift-Strasse
nahe der Mathildenhöhe, iſt ein
34-Zimmerhaus
mit Hofraum, für jeden Geſchäftsmann
geeignet, zum bill. Preis von Mk. 45000
ſofort unter günſtigen Bedingungen
zu verkaufen.
Selbſtkäufer erfahren näheres im
Im=
mobilienbüro von Hermann Marx,
Grafenſtraße 23½, Teleph. 1468. (*19325mfi
Annastrasse
modern eingerichtetes herrſchaftliches
Wohn=
haus, auch für 2 Familien geeignet, zu
verkaufen. Das Haus hat Zentralheizung,
Gas, elektr. Licht u. Telefon, meh. Balkons,
gedeckte Veranda und großen Obſtgarten.
Alles Näh. durch Herrn Seb. Eckler,
(B16045
Rheinſtraße, hier.
doppeltes 3= Zimmerhaus
Tauſche gegen kleinere Villa,
Bauplatz oder Terrain, hier oder
aus=
wärts. Offert. u. K 49 Exped. (*19621sids
Kandhaus
neu erbaut, bei Traiſa, am Walde gelegen,
6 Zimmer mit Zubehör, angelegter Garten,
Flächeninhalt 2400 qm, unter günſtigen
Be=
dingungen zu verkaufen.
(*19026fifi
Näh. Nieder=Ramſtädterſtr. 51, 1. Stock.
Gte
1000 Mark heit zu leihen
geſucht. Zins nach Uebereinkunft. Offerten
unter K 73 an die Exped. ds. Bl. (*19732oim
zu Umbau=
3—4000 Mk.
zwecken
gegen hypothek. Sicherheit ſof. geſucht. Off.
unt. K 85 an die Exp. ds. Bl. (*19800id
Wer würde einer beſſ. Perſon 100 Mk.
gegen monatliche Rückzahlung leihen.
Offert. u. K 92 an die Exped. (B16052
Peteilige mich, oder kaufe ein auskömml.
Geſchäft, mit Mk. 4—5000, einerlei in w.
Branche. Off. u. K 86 a. d. Exped. (*19776
Moderne Sprachen
Grammatik und Konversation.
:: Aller Art Uebersetzungen.::
Französisch, Italienisch, Spanisch,
Englisch, Holländisch u. s. w.
: Nationale Lehrer. ::
Neue Kurse beginnen im August.
Die Instituts-Direktion: (B15055
Professeur J. Berryer, Herderstr. 3.
Mis Halen Mackimm uns resumed
Iher lessons in English.
For terms etc. please apply
(*19836
Hochstrasse 41, II.
erteilt Unterricht
Oberprimaner in Mathematik und
neuen Sprachen. Preis nach Vereinbarung.
Off. unter K 74 an die Exped. (*19737oim
wünſcht engliſchen
Eine Engländerin Unterricht z. erteilen,
3553a)
Wilhelminenplatz 10, 1. Stock.
Gründl. Unterricht u. Kleidermachen
im Zuſchneiden
erteilt E. Greb, Ernſt=Ludwigſtraße 15, I,
(1391ga
im Hauſe Henkel.
(2428s
ter Tagblatt.
R8 190.
Dienstag, 16. Anguſt.
G
Billig abzugeben
gebraucht, aber gut erhalten
Schaufenſter-Rückwände
mit Verglaſung
Kontor-=Abſchluß
Geisgenhekskauf!
mit Kaſſe und Verglaſung
2 Tiſchlampen
für elektr. Licht (15894sid
Sohunoleriot
5 gewöhnliche Gasarme.
für Schul- und Turnkleider
Georg Rackur
Rheinstrasse 47.
des Körpers gehört vor allem ein
üppiges und wohlgepflegtes Haar.
Dieses erreicht man nur durch
Oderffeund
Das idealste Haarpflegemittel der
Neuzeit! Entfernt sofort jede Spur
von Schuppen und das lästige
Kopfjucken. Hergestellt nach
wissenschaftlichen Grundsätzen,
ärztl. begutachtet, garantiert
soda-
frei, farb- und geruchlos. In
Flaschen à 1.50, Monate
aus-
reichend und Beuteln à30 Pfg.
Nachahmungen sind wertlos!
In Darmstadt zu haben bei:
Georg Liebig & Co. Nachf.,
Luisenstrasse 4, Ludwig Netz,
Engel-Drogerie, Jacob Streb.
Drogerie.
(13759E
Chemische Fabrik E. Klämbt
Steglitz-Berlin 9.
den geehrten
Empfehle much Herrſchaften
für Ankauf von getragenen Kleidern,
Herrenanzügen, Bluſen, Stiefeln, bezahle
hohe Preiſe Flamm, Stiftſtr. 59, pt. (15763a
Einen ſchlagenden Beweis
vortrefflicher Wirkſamkeit
liefert
Kocks Wanzentinktur
nur echt mit der Feder
geſ. geſch.
Fl. 50 Pfg.
gegen Ungeziefer aller Art, durch große
Lieferungen in überſeeiſche Länder, welche
von den betreffenden Regierungen nach
er=
folgter Erprobung beſtellt wurden. (12044a
Nur echt zu haben in den Drogerien:
Gebrüder Vierheller, Schuſtergaſſe.
Anton Fischer, Frankfurterſtraße.
110 cm breit, kräftige Qualität 1.55
Gebrüder Neu
Telefon 1177
(16048)
Ludwigsplatz 9.
S
Bitte leſen!
Beim Einkauf von
Henkel's Bleich-Soda
achte man genau auf untenſtehende Packung und weiſeß
Nachahmungen, da meiſtens minderwertig, energiſchzurück.
Bleich=Soda
garantit?
Ghlarfre)
2
Spartbedeutend Seife, macht die Wäſche
blendend weiß. Uebertrifft bei allen Reis
nigungszwecken die Soda durch raſchere
u. gründlichere Wirkung, macht
nament=
lich Metallſachen ſehr klar u. Holzſachen
ſehr weiß. Greift Hände u. Wäſche nicht
an. Löſt ſich in Waſſer ſehr raſch, ſollte
deshalb in keiner Haushaltung fehlen.
(E16046
Küchenſchrank billig zu
verkaufen=
abzugeben (15309a
Georgenſtraße 3, II. Fichtenſtangen Arheilgerſtraße 12.
19733oim)
1910.
Meine neuen Modelle
in kompletten
beſtehend aus:
2=türigem Schrank
2 Bettſtellen
2. Nachtſchränke
1 Waſchkommode mit Marmor und
Spiegelaufſatz
2 Stühle und
1 Handtuchſtänder
zu Mark
jenv. Mar 180
zeichnen ſich durch ihre
eleganten Formen
und
praktischen Grössenverhältnisse
(C6694,55
ganz beſonders aus.
Infolge fachmänniſcher Beaufſichtigung
leiſte für jedes bei mir gekaufte Stück
weitgehendſte Garantie.
Georg Schm
Möbel und Dekorationen
Schlossgraben 13a
Gegr. 1879.
Telefon 891.
Stankenb
werden wegen vorgeschrittener Saison verkauft:
Gasherde, beſtes Syſtem,
2flammig, von 8.00 Mk. an.
Eisschränke
von 25.00 Mk. an.
Eismaschinen
von 6.00 Mk. an.
Beerenpressen von 5.50 Mk. an.
Gleichzeitig bringe mein großes Lager
in Emailwaren in empfehlende
Erinne=
rung. Garantie für jedes Stück. Ganze
Kücheneinrichtung inkl. Porzellan von
25 Mk. an.
(15938sid
Haus- und Küchenmagazin
4
„Martinsviertel=
Wenckstr. 2.
Telephon 1105.
2
Höchste
Preiſe zahle ich für getragene Herren=
und Damenkleider, Stiefel und Wäſche.
Jeden Mittwoch hier. Off. unt. F 44 an
die Expd. ds. Bl.
(15770dsi
Ein faſt noch neuer Kinder=Sitz= und
. Liegewagen preiswert abzugeben
*19693soi)
Rhönring 93, 3. Stock.
Der Pfarrer von Gamsegg.
Roman von Erich Ebenſtein.
(Nachdruck verboten.)
5)
Und wie lange ſoll Ihre Beſchützerrolle hier
währen? frug von Saſſen.
Solange man mich braucht.
Sein Ton war gereizt, und auch in Anne=Maries
Worten lag eine gewiſſe Schärfe. Etwas wie
Zurecht=
weiſung.
Eine Pauſe trat ein. Dann ſagte Herr von Saſſen:
Und ich? Darf ich Sie wenigſtens häufig ſehen?
Anne=Marie lächelte leicht.
Warum nicht? Wenn ich Sie auch bitten muß,
wenigſtens in der erſten Zeit nicht allzu oft zu kommen.
Eva iſt noch ſehr angegriffen — jeder Beſuch regt ſie
auf, und ich möchte ſie nicht viel allein laſſen. — Wie
ſteht es mit dem Ankauf der Gewerkſchaft? fragte
Anne=Marie jetzt, um das Thema zu ändern.
Die Verhandlungen ſchweben noch. Und dann
plötzlich, ehe ſie ſich deſſen verſah, ergriff er ſtürmiſch
ihre Hand.
Anne=Marie — flüſterte er leidenſchaftlich, Anne=
Marie — laſſen Sie mich nicht ſo gehen — Sie ſtehen
nun allein auf Erden — geben Sie mir wenigſtens
vor der Welt endlich das Recht, Ihr Beſchützer zu ſein!
Alles wird anders, leichter, beſſer, wenn Sie erſt meine
Braut ſind —!
Seine Augen hingen geſpannt, ja angſtvoll an
ihrem ſchönen Geſicht.
Verwundert und faſt erſchrocken ſtarrte Anne=
Marie ihn an. Dieſe plötzlich hervorbrechende
Leiden=
ſchaft verletzte ſie. Ihre Stimme klang kühl, als ſie
antwortete: Ich bin erſtaunt, Herr von Saſſen, daß
Sie nicht ſelber fühlen, wie unangebracht eine ſolche
Sprache jetzt iſt. Man verlobt ſich nicht an einem
friſchen Grabe
Anne=Marie!
Sie ſtand raſch auf.
Ich hoffe, Sie werden bei ruhiger Ueberlegung
ſelbſt fühlen, daß derartige Entſchließungen, wenn ſie
jemals gefaßt werden — einer viel, viel ſpäteren Zeit
vorbehalten bleiben müſſen.
Sein Geſicht wurde bleich. Einen Moment blitzte
es in den dunklen Augen auf wie Enttäuſchung, dann
faßte er ſich, verbeugte ſich tief vor Anne=Marie und
ſagte mit vollendeter Höflichkeit: Sie haben recht —
verzeihen Sie meine Worte und vergeſſen Sie
dieſel=
ben. Ich werde warten, ſolange Sie es befehlen.
Nachdenklich verließ Anne=Marie den Salon und
ſchritt hinüber nach dem Speiſeſaal, wo man bereits
für das Mittageſſen gedeckt hatte. Sie begriff ſelbſt
nicht, was es war, das ihr ſo ſchroffe, tadelnde Worte
auf die Lippen gezwungen hatte.
Schließlich war Saſſens Antrag ja nur der Liebe
entſprungen und dem an ſich ehlen Wunſch, ihr in
die=
ſen ſchweren Tagen ſchützend zur Seite zu ſtehen.
Warum hatte ſie ſeine Bitte als Kränkung empfunden?
Trotz dieſer Erwägungen konntesſie ein peinliches Ge=
fühl nicht los werden. Es war ihr, als ſei Arthur
von Saſſen ihr plötzlich fremd geworden.
Eva war noch nicht im Speiſeſaal. Aber Hermann
ging mit nachdenklich geſenktem Kopf dort auf und ab
und ſchien ihren Eintritt gar nicht zu bemerken.
Nun, Hermann, ſagte Anne=Marie freundlich, Du
biſt ja ganz verſunken in Gedanken! Gibt es etwas
Neues?
Er hob den Kopf, grüßte ſie haſtig und trat dann
ans Fenſter, durch deſſen Scheiben er verſtört
hinaus=
blickte.
Neues? Nein — nichts Beſonderes. Es iſt ja auch
an dem Alten übergenug!
Warſt Du in der Stadt?
Ja.
Und?
Alles beim alten. Sporrer iſt von Dollands Schuld
überzeugt, obwohl die Kugel, die Papas Tod
herbei=
geführt, abſolut nicht aus dem bei Dolland gefundenen
Revolver herrühren kann. Aber die anderen Beweiſe
ſind zu erdrückend — die Ausſagen der Schurfin, des
Anton Meiregger und der alten Reſi aus dem
Forſt=
haus, die behauptet, Dolland ſei völlig verſtört an jenem
Abend nach Hauſe gekommen und habe ſeitdem mit
keinem Menſchen geſprochen bis zu ſeiner Verhaftung,
a er ſich in ſein Zimmer eingeſchloſſen hatte
Und doch wußte er von dem Mord am anderen
Morgen!
Das iſt es ja eben! ſtöhnte Hermann gequält. Er
wußte darum. Ich ſelbſt habe es mit eigenen=Ohren
Bringe meine
Prima I. Qualität, nicht zu fettes
Sammeilelich
in Empfehlung.
96 Pfg.
Keule (wie gewachſen).
96 Pfg.
Rücken (wie gewachſen)
90 Pfg.
Rücken (gerollt) .
90 Pfg.
Schulter und Kamm
60 Pfg.
Ragout
60 Pfg.
Braten (gerollt)
60 Pfg.
Bruſt .
gehackte K.=Koteletts à St. 20 Pfg.
zu jeder Zeit erhältlich (15761a
Metzgerei Egner
Inhaber: W. Falter
Kirchſtraße 2.
Früh-Kartoffeln
Kaiſerkrone u. Zwickauer
25 Pfd. 1 Mk., empfiehlt
Joh. Walter (15762a
Telefon 1598. Ecke Wieners- u. Rossdörferstr.
Ueberrneiner
Kaiſerkrone
u. Zwickauer
in nur prima Ware
friſch eingetroffen (15843fsid
Gg. Korbus
Luiſenſtraße 36.
Telephon 1093.
ir zahlen
die höchſten Preiſe
für altes Eiſen u. Metalle,
Papier=
abfälle, Geſchäftsbücher und Akten,
unter Garantie des Einſtampfeus.
Alle Aufträge werden nur im Hauſe
abgeholt und finden prompteſte Erledigung.
M. Löb & Co.,
Liebigſtr. 30. (15830a) Teleph. 479.
Fahrrad
mit neuem Freilauf u. Gummi
zu verkaufen Gutenbergſtraße 58. (*19744oi
us Herrſchaftshäuſern gut erh. getrag.
Kleider uſw. kauft män am billigſten
Stiftſtraße 59, part. (16003a
Altertümer.
Kaufe zu den höchſten Preiſen engl. u.
und franzöſ. bunte Kupferſtiche (15174a
Antiquar Klein,
Rheinstrasse 31.
Ab 1. Oktob. cr. Frankfurt a. M.,
Kaiserstrasse 66.
Prachtv. Büfett
in hell Eiche, für 350 Mk. zu verkaufen.
(15518t
Näh. in der Exp. ds. Bl.
16065a)
I2r2
RESTEin jeder
Rellenzahl zu
aussergewöhnl.
billigen Preisen
Rheinstrasse 41, part.
Gekharde
Unsere Bureaux befinden sich jetzt nun-
Heidelbergerstrasse Nr. 1
(am Marienplatz) parterre. Telephon 359.
Gleichzeitig empfehlen wir uns zum Bezug aller Sorten (15213a
Kohlen — Koks - Briketts - Holz
in erstklassigen Qualitäten bei billigsten Sommerpreisen.
1En
„Glückauf
Darmstädter Kohlen-Verkaufs-Gesellschaft
mit beschränkter Haftung.
für Herren und Damen.
28.−
Touren-Anzüge
12.−
Touren-Hosen
Pelerinen .
11.—
ff. Kamelhaar 18.—
25.−
Aermel-Pelerinen
Damen-Costüme
Damen-Hüte
„ echt Pichler Veloui
Touren-Röcke
Rucksäcke
45.
24.−
11.50
Bozener Mäntel
für Damen u. Herren
Kinder-Pelerinen .
Hüte. .
18.−
7.25
2.—
Touren-Hemden
von 5.50 an.
Gamaschen
3.50
Aluminium-Artikel. (15849M
Alles in besten Oualitäten und grösster Auswahl.
früher 25 Neue Mainzerstr. 25 früher
Hoethestr.
Goethestr.
:: Frankfurt a. M. 35
Konzert-Pianino
in modernem Gehäuſe, noch neu, wird mit
Garantieſchein billig abgegeben. Anfragen
wolle man u. K76 bei d. Exp. hinterlegen. ((59750i
Mirabellen zum
Achtung! Einmachen, ſowie
ille feineren Früchte zum billigſten Preis.
Schäfer, Moosbergſtraße 70.
B15949)
Kaſſenſchrank
wegen Wegzug billig abzugeben. Off. unt.
L 173 an die Exped. ds. Bl. (C13469,34
Priſch geleerte Weinfässer von 200 bis
7 600 Liter billig zu verkaufen
15903a)
Landwehrſtraße 7.
(490n
Piano=Gelegenheitskäufe.
1 Flügel Schiedmayer & Söhne Mk. 360
1 Flügel Schiedmayer
1100
310
1 Piano . . .
350
1 Piano . . .
450
1 Piano . .
460
1 Piano .
Mehrere Tafelklaviere, darunter Firmen
wie Lipp & Sohn, Schiedmayer Stuttgart von
80 Mk. an. Neue Pianos von 480 Mk. an.
Heinrich Arnold
Hofpianofortefabrik
Verkaufsräume u. Fabrik
nur Mühlstrasse 1 bis 3
direkt neben dem Militärlazarett.
5 Ehrendiplome und Medaillen auf ersten Ausstellungen:
* Kenllen &
la Hausbrand, ſtückreich, à Ztr. Mk. 1.13.
la Nußkohlen II, dopp. geſ. u.
grußfrei . .
1.30
la Nußkohlen III, dopp. geſ. . „ 1.27
Unionbriketts . .
1.05
bei Abnahme von mind. 25 Ztr. frei Keller
gegen Kaſſa, exkl. Oktroi. Offerten unter
K 24 an die Expedition ds. Bl. (B15831
für Holz= oder Kohlen=
Badeoſen feuerung, große
Zinkbade=
wanne, 2 iriſche Zimmeröfen in Eiſen
u. Emaille, alles in gutem Zuſtande, billig
abzugeben Hügelſtr. 7, part. (15773dsi
(401a
iligſt
Leihgeschirre Wilh, Gastan, Kirchstr. 5.
Reineschnanenstichemenr!
Erfolgr. erprobt. Mittel gegen
Schnaken=
u. Mückenſtiche. Einziges radikales
Schutz=
mittel. Flaçon mit Gebrauchsanweiſung
Mk. 1.—. Porto 20 Pfg.
(15699Mf
Süddeutsches Versandhaus für Jagd und Sport,
Frankfurt a. M. 23, Mainkai 4.
Dampfreinigungs-
Anstalt für
Bettfedern und Daunen.
Gleichzeitig empfehle für
Neue Hüllen:
Drelle, Barchend
und Daunenköper.
I. Böttinger,
Hofſtallſtraße 6, n. d. Mathildenpl.,
Telephon 465.
Aelteſtes, beſteingerichtetes Geſchäft
dieſer Art am Platze.
Umarbeiten von Betten u. Polstermöbeln
gewiſſenhaft und reell in eigener
Werkſtätte. (12256a
gehört, wie er davon ſprach, ehe jemand anders noch
den Mord erwähnte. Und ſein Benehmen vor dem
Richter iſt auch ſo ſeltſam
Seltſam?
Ja, er leugnet nichts und gibt nichts zu. Er ſchweigt
auf alles, was man ihm vorhält. Warum? Warum
verteidigt er ſich nicht wenigſtens, wenn er
unſchul=
dig iſt?
Wenn! ſagte Anne=Marie leiſe. Aber vergiß nicht,
Hermann, daß niemand den armen Toten gehaßt hat
als Dolland, daß niemand ein ſo ſtarkes Intereſſe an
ſeinem Tode hatte! Dolland liebt ſein Kind
leiden=
ſchaftlich — vielleicht glaubte er, Marthas Glück zu
be=
gründen, indem er das einzige Hindernis aus dem
Wege räumte.
Hermann preßte die heiße Stirn an die Scheiben.
Und hat es nun ganz zerſtört für immer — ihres
und meines —
Anne=Marie trat zu ihm und legte die Hand auf
ſeine Schulter.
Armer Junge! ſagte ſie weich. Armer Junge —
Hermann fuhr ſich über die Stirn und ſagte
plötz=
lich, indem er die junge Frau ſcheu anblickte:
Anne=Marie — im Dorf unten geht die Rede, daß
nicht alle an Dollands Schuld glauben —
Ach, Du meinſt das Geſchwätz des Meßners Jakob
Stigl?
Ja — und —
Lieber Junge, baue darauf keine falſchen
Hoffnun=
gen! Stigl iſt ein kränklicher Menſch, deſſen Nerven
von Jugend an zerrüttet waren. Er leidet an
aller=
hand Wahnvorſtellungen und Einbildungen, auf ſeine
Worte iſt nichts zu geben.
Sie behaupten, er hätte das zweite G
— mi
melte Hermann. Und manches hätte er ſchon
vorher=
geſagt —
Das iſt albernes Gerede. Du wirſt doch nicht an
ſo etwas glauben, Hermann?
Hermann zuckte die Achſeln.
Das Vorhandenſein der Gabe des zweiten Geſichts
iſt in Weſtfalen und Schottland zweifellos feſtgeſtellt
und als erbliche Krankheit in zahlreichen Fällen
er=
wieſen. Stigls Mutter ſtammt aus Weſtfalen — warum
ſollte —
Und wenn Stigl wirklich etwas wüßte, ſei
über=
zeugt, er würde reden! So aber gefällt er ſich eben in
dunklen Andeutungen ohne Worte, und das
abergläu=
biſche Volk in Gamsegg glaubt daran!
Hermann ging einige Male ſtumm durch das
Zim=
mer. Dann blieb er plötzlich vor Anne=Marie ſtehen
und ſagte: Hältſt Du es für denkbar, Anne=Marie, daß
ein guter, edler Menſch, der immer ſanft und liebevoll
war, plötzlich zum Mörder wird?
Anne=Marie blickte betroffen auf.
Sanft? Liebevoll? War das Förſter Dolland
wirk=
lich?
Ich denke nicht an den Förſter.
Nicht? Anne=Maries Augen wurden immer größer.
Ja, an wen denn?
Das kann ich nicht ſagen.
Nun, Hermann — ich halte das ganz für
ausge=
ſchloſſen. Es müßten dann ganz geheimnisvolle Gründe
dafür vorhanden ſein, ſetzte ſie zögernd hinzu.
Hermann nickte.
Gründe — jawohl Gründe — aber alles iſt ja für
uns ſo dunkel! Wir wiſſen nicht einmal, wohin Papas
Reiſe ging, und welchen Zweck ſie hatte?
Ich denke, er war in Friedberg?
Ja — von dort ſchrieb er den Brief an uns, aber
das Ziel ſeiner Reiſe war es nicht, wie die Erhebungen
ergaben. Er fuhr mit der Poſt weiter bis an die
End=
ſtation. In der Nähe befindet ſich ein großer
Wall=
ahrtsort — dort verliert ſich ſeine Spur unter vielen
anderen Fremden. Ob er noch weiter reiſte oder dort
blieb, weiß niemand. Und weshalb ſagte er uns nicht,
wohin er eigentlich wolle, und weshalb er die Reiſe
eigentlich unternahm? Das alles iſt rätſelhaft
Haſt Du Papas Papiere noch nicht bekommen?
Viel=
leicht findet ſich darin ein Aufſchluß?
Nein. Die Papiere ſind vom Gericht beſchlagnahmt.
Sonderbarerweiſe fehlte Papas Notizbuch, das er immer
bei ſich trug. Aber etwas anderes fand ſich unter den
Papieren, das Zeugnis ablegt von Papas edler
Ge=
ſinnung
Was iſt es?
Eine Schenkungsurkunde über die Wieſe, um
deret=
willen er mit Pfarrer Dolland den Prozeß führte. Du
weißt, der Pfarrer behauptete auf Grund alter
Ur=
kunden, daß die Wieſe Kirchengut ſei.
Er tat dies im Namen des Stiftes, zu dem die
Pfarre gehört. Dolland ſelbſt war, wie ich aus ſeinem
eigenen Munde weiß, die Freundſchaft mit Papa viel
zu wertvoll, als daß er ſie um eines Grundſtücks willen
aufs Spiel geſetzt hätte. Er hätte den Prozeß von ſich
aus nie angeſtrengt, mußte aber natürlich den
Wei=
ſungen ſeiner Vorgeſetzten gehorchen.
(Fortſetzung folgt.)
Kinderwagen
in allen Preislagen, feinste engl.
Modelle, größte Auswahl (11566g
J. Donges & Wiest, Grafenstr. 26
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
0 87.
Dienstag, 16. Auguſt.
1910.
Jahradhändler Joſep) Wie ſt zu Darmſtadt, Grafenſtraße 20, ſt zur Ausbit
dung von Führern von Kraftfahrzeugen zugelaſſen worden.
(16029
Der Gemeindevorſtand von Dieburg beabſichtigt, mit der vom 24. bis 26.
Sep=
tember 1910 zu Dieburg ſtattfindenden landwirtſchaftlichen Bezirksausſtellung mit
Tier=
ſchau, veranſtaltet vom Landwirtſchaftskammerausſchuß für die Provinz Starkenburg,
eine Verloſung von landwirtſchaftlichen Zuchttieren, landwirtſchaftlichen Maſchinen,
hauswirtſchaftlichen Maſchinen und Geräten ſowie von Gebrauchsgegenſtänden zu
verbinden.
Das Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur
Ver=
anſtaltung dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 6000 Loſe zu 1 Mk.
das Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60% des Bruttoerlöſes aus dem
Verkaufe der Loſe, abzüglich des Reichsſtempels, zum Ankauf von Gewinngegenſtänden
zu verwenden ſind.
Der Vertrieb der Loſe in der Provinz Starkenburg wurde geſtattet. (16031
Bekanntmachung.
Der Phyſikaliſche Verein zu Frankfurt a. M veranſtaltet auch in dieſem Herbſt
an ſeiner Elektrotechniſchen Lehranſtalt einen Kurſus über Anlage und Prüfung von
Blitzableitern, welcher namentlich dazu dienen ſoll, die beteiligten Beamten und
Berufs=
kreiſe mit den dafür maßgebenden Geſichtspunkten vertraut zu machen.
Der Unterricht findet in der Woche von Montag, den 12. bis Samstag, den
17. September, täglich vormittags von 10 bis 12 und nachmittags von 3 bis 5 Uhr
ſtatt, ſodaß es den in den Nachbarſtädten und Ortſchaften wohnenden Intereſſenten
ermöglicht iſt, ohne allzu große Zeitopfer an dem Kurſus teilzunehmen.
Das Honorar für die Teilnahme beträgt 30 Mark.
Intereſſenten, welche an dem Kurſus teilzunehmen beabſichtigen, empfehlen wir,
ſich alsbald bei dem Vorſtand des Phyſikaliſchen Vereins zu Frankfurt a. M. anzumelden.
Darmſtadt, den 11. Auguſt 1910.
(16028
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Bekanntmachung.
Wie die Königl. Preuß. und Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion Mainz mitteilt, iſt
die Zahl der auf den Nebenbahnen ihres Bezirkes überfahrenen Fuhrwerke im letzten
Jahre größer geweſen, als im Vorjahre. Außerdem ſind noch eine Anzahl Fälle
vor=
gekommen, in denen nur durch ganz beſondere Aufmerkſamkeit und Entſchloſſenheit der
Vokomotivführer ein Ueberfahren von Fuhrwerken verhütet worden iſt. Die meiſten
Unfälle ſind dadurch entſtanden, daß die Wagenführer entweder verſuchten, noch vor
dem Zuge, deſſen Geſchwindigkeit ſie unterſchätzten, über den Ueberweg zu kommen
ſoder daß ſie, wemn ſie nicht geſchlaſen haben, mit Begleitern plaudernd oder in
Plan=
wagen ſitzend, ſich überhaupt nicht darum gekümmert haben, ob ſich dem Ueberwege
ein Zug näherte
Mit Rückſicht hierauf bringen wir wiederholt zur öffentlichen Kenntnis, daß die
Bahnordnung für die Nebeneiſenbahnen Deutſchlands vom 5. Juli 1892 eine Bewachung
der in Schienenhöhe liegenden Wegübergänge, d. h. die Anbringung von Schranken nur
in Ausnahmefällen vorſieht. Zur Vermeidung von Unglücksfällen iſt es erforderlich,
daß die Fuhrwerksbeſitzer und Wagenführer beim Befahren ſolcher Bahnübergänge es
an der erforderlichen Vorſicht nicht fehlen laſſen, insbeſondere daß ſie die durch Läuten
und Peifen gegebenen Signale der Lokomotiven genau beachten.
Die Beteiligten werden deshalb wiederholt auf die Gefahren hingewieſen, diel
durch unaufmerkſames Befahren von Uebergängen erwachſen können.
Darmſtadt, den 11. Auguſt 1910.”
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
An die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung wollen Sie in Ihrer Gemeinde ortsüblich
ver=
öffentlichen.
Darmſtadt, den 11. Auguſt 1910.
(16030
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
(157ia
Bekanntmachung.
Nachſtehend bringen wir die Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppen=
übungsplatz für die Zeit vom 12. bis 24. Auguſt d. Js. zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 8. Auguſt 1910.
Zuſammenſtellung
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 12. bis 24. Auauſt 1910.
Datum
17. Aug.
18.
20.
24.
der Abſperrung
von auer
bis Mittwoch
Donnerstag
Sonnabend
Mittwoch Infanterie und
Kavallerie 300
Die Abſperrung
erſtreckt ſich
Bis z. Landgraben
En unſer Handelsregiſter, Abteilung B,
Diſt heute unter Nr. 77 die Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung unter der Firma:
Techniſche Verlagsgeſellſchaft mit
beſchränkter Haftung,
und mit dem Sitz in Darmſtadt, eintragen
worden:
Gegenſtand des Unternehmens iſt:
Die Herausgabe, Herſtellung und
Ver=
trieb von buchhändleriſchen techniſchen
Ver=
lagswerken, ſowie der Erwerb, bezw. die
Beteiligung an ähnlichen oder gleichartigen
Unternehmungen.
Das Stammkapital beträgt: 51500 Mk.
Geſchäftsführer ſind:
Wilhelm Franck, Oberingenieur in
Cannſtatt,
Max Schröder, Kaufmann in
Darm=
ſtadt.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am 27. Juni
1910 bezw. am 8. Auguſt 1910 feſtgeſtellt.
Jeder der Geſchäftsführer iſt für ſich allein
zur Vertretung der Geſellſchaft befugt.
Von den Geſellſchaftern bringen ein:
1. Verlagsbuchhändler Dr. Guſtav
Schü=
ler in Frankfurt a. M. ſein
Verlags=
recht, ſowie ſeinen Anteil am
Urheber=
recht der zu Darmſtadt erſcheinenden
Zeitſchrift „Die Luftſchiffhalle‟, ſowie
die Beſtände für unerledigte
Inſe=
ratenaufträge für dieſe Zeitſchrift.
2. Oberingenieur Wilhelm Franck in
Cannſtatt ſeine Forderung für die
ſeitherige Redaktionsleitung, ſowie
ſeinen Anteil an dem Urheberrecht
der unter 1. genannten Zeitſchrift
„Die Luſtſchiffhalle”.
3. Kaufmann Martin Mahlmann in
Darmſtadt ſeinen Anteil an der
vor=
handenen Bureaueinrichtung und den
Utenilien, ſowie den vorhandenen
Druckſachen, ſowie an dem
Urheber=
rechte.
4. Kaufmann Max Schröder in
Darm=
ſtadt ſeinen Anteil an der
vorhande=
nen Bureaueinrichtung und den
Uten=
ſilien, ſowie den vorhandenen
Druck=
ſachen, ſowie an dem Urheberrechte,
wofür den Genannten unter
Ord.=Nr. 1 29000 Mark,
2 2000
3 2000
4 2000
auf ſeine Stammeinlage angerechnet
werden.
*(16032
Oeffentliche Bekanntmachungen der
Ge=
ſellſchaft erfolgen durch den Deutſchen
Reichs=Anzeiger.
Darmſtadt, den 12. Auguſt 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handels=Regiſter B wurde heute
eingetragen hinſichtlich der Firma
Bau= und Verwaltungsgeſellſchaft,
Geſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung, Darmſtadt,
(16033
Der Sitz der Geſellſchaft iſt von
Darm=
ſtadt nach Frankfurt a. Main verlegt.
Darmſtadt den 12. Auguſt 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
Dienstag, den 13. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Eierhändler Nikolaus
Gött=
mann Eheleuten dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
qm
Flur Nr.
IV 373 143 Hofreite
Fuhrmanns=
gaſſe,
257 Grabgarten daſelbſt,
IV 374
in unſerm Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K106/10
Darmſtadt, den 30. Juli 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (D15176,4
älteſter Gerichtsmann.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 2 Pinſcher. 1 Pinſcher (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 17. I. M., nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (Obergaſſe) öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Mehrere Mille Zigarren, verſchiedene Flaſchen Kognak und Südweine,
Pavier= und Schnittwaren 10 Stäbe Vilderrahmen, 1 Warenſchrank, 1
Geigen=
ſchrank, 1 Ladentheke mit Pult, 3 Tafelklaviere, 1 Büfett, 1 Eisſchrank, 1
Plüſch=
garnitur, 1 Spiegelſchrank, 1 Diwan, 1 Vertiko, 1 Trumegux, 1 Kommode,
1 Küchenſchrank, 1 Waſchtiſch mit Marmorplatte, 1 Spiegel, 1 Porzellanfigur
und verſchiedene andere Hausmobilen.
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
16064)
Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 17. d. M., vormittags 10 Uhr, werden in
Arheilgen an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend gegen
Bar=
zahlung folgende Pfänder verſteigert:
1 Zinkbadewanne, 1 Badeofen, 1 Waſchkommode, 1 Weißzeugſchränkchen,
1 Kleiderſchrank, 1 Regulator, 1 Weckeruhr, 1 Nähmaſchine, 1 Nähtiſch.
Zuſammenkunft der Steigerer am Rathauſe zu Arheilgen.
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1910.
(16068
Koch, ſtellv. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 28, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 17. Auguſt 1910, vormittags 10 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Reſtauration zur Roſenhöhe)
verſchie=
dene Möbel, darunter
Betten, Waſchkommoden, Nachtſchränkchen Diwans, Spiegelſchränke, Sofas,
Vertikos, Schreibtiſche, Kleiderſchränke, Büfetts, Oelgemälde, ferner
Waren=
ſchränke, Ladentheken, Regale, Kaſſenſchrank, Waſchmaſchine, Heftmaſchine,
Papierſchneidmaſchine, Stanzmaſchine, Fahrrad, Eisſchrank. Dezimalwage,
verſchiedene Wirtstiſche und Stühle, 1 Wirtsbüfett, 1 zehnſ. Break, Landauer,
Coupees, Pferde, 1 Handkarren, 1 Partie Anſichtskarten, Kunſtblätter,
Ge=
ſchäftsbücher, Bilderleiſten, 2 Hunde (Bernhardiner und Boxer), Kaffee,
18 Carton Anſichtskarten, 1 Bettſtelle, 1 Warenſchrank und 1 Partie
Zigarren und Zigaretten
(16062
verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet beſtimmt ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.
Bekanntmachung.
Wir beabſichtigen, einen zur ferneren Zucht nicht mehr brauchbaren Faſelochſen,
ſowie einen Fafeleber im Wege des öffentlichen Angebots zu veräußern.
Die Verkaufsbedingungen liegen täglich bis zum Samstag, den 20. ds. Mts.,
im Geſchäftslokal der unterfertigten Stelle zur Einſicht der Intereſſenten offen. Es
haben Angebote bis zu dem vorgenannten Termin nachmittags 5 Uhr ſchriftlich zu
erfolgen.
Die Tiere können während der Abendfütterung täglich zwiſchen 5 und 7 Uhr im
Faſelſtall, bezw. in der Hofreite Obere Mühlſtraße Nr. 24 beſichtigt werden. (16066
Arheilgen, den 15. Auguſt 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Arheilgen.
Benz.
faſt neue Sitzbadewanne (Zinh und
1 Hängezuglämpe preiswert zu verk.
Arheilgerſtraße 69, 1. St.
(*19790)
p eine Kücheneinrichtung,
Umzugshalbet Teppich, Schreibtiſch
und and. Möbelſtücke billig abzugeben
Saalbauſtraße 40, 2. St.
*19802)
2 Glas=Aquarien
32X28X37 u. 42X27X28 m. Inhalt à 4 Mk.
zu verk. vorm. Kiesbergſtr. 56, I. (*19772im
verſchließbar
Futterkiste zukaufen geſ.
Offerten unter L. 2 an die Exp. (*19853im
Bekanntmachung.
Dienstag, den 30. Auguſt 1910,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die der Adolf Theiß Ehefrau, Marie
geb. Laulher dahier zugeſchriebenen
Liegen=
ſchaften:
Flur
Nr.
qm
I 239 778 Hofreite Schulſtraße
(Beſſungerſtraße881
240 98 Grasgarten, daſelbſt,
I 241 556 Grabgarten, daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteigerung
wird auch dann erfolgen. falls ein der
Schätzung entſprechendes Gebot nicht
ein=
gelegt wird und andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz.
(D16044,4
Aufforderung!
Forderungen und Anſprüche an den
Nachlaß des Studenten Erwin Bernhardt
Hilgendorf dahier wolle man gefl.
inner=
halb einer Woche bei dem unterzeichneten
Nachlaßpfleger ſchriftlich anmelden.
Darmſtadt, den 15. Auguſt 1910.
Karl Dechert,
16021) Landgraf Georgſtraße 8, II.
Nünger=Verkauf.
Am Mittwoch, den 17. Auguſt 1910,
von 9½ Uhr vormittags ab,
wird auf dem hinteren Hofe der alten
Kavallerie=Kaſerne in Darmſtadt die
Ma=
tratzenſtreu von einer Eskadron öffentlich
(16049
meiſtbietend verſteigert.
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſiſches) Nr. 23.
Durch meinen Leſezirkel gelaufene
Zeitschriften
e rtengtnshut blen deite
ab. Näheres zu erfragen bei (16034imd
Johs. Waitz
Hof-, Buch- und Kunsthandlung
Telephon 786. Elisabethenstr. 16.
Ganze oder Teile künſtlicher
Grbiſſe Rauft.
ſpeziell G. Horn, aus Cöln (gegr. 1894).
Nur Donnerstag, den 18. Aug. hier, Hotel
Prinz Heinrich, 1. Et., Zim. Nr. 1. (*19781im
Iotorrad
m. Magnetzündung, beſte Marke, neueſtes
Modell, federnde Vorder=Radgabel, ertra
ſtarker Pneumatik, tadellos laufend, wenig
gebraucht, billig zu verk. Beſichtigung tägl.
*18975
nach 6 Uhr abds. Liebfrauenſtr. 46, I. r.
Ein gut erhaltenes, vollſtändiges Bett
zu kaufen geſucht. Offerten mit Preis
unter K 91 an die Expedition. (*19828
Vorzügliches Herrenrad, wie neu,
mit Gebirgsreifen u. ſämtl. Zubehör
(*19831
ſofort billig zu verkaufen
Liebfrauenſtraße 59, II.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 16. Auguſt 1910.
Nummer 190.
Frische
Areiser
beeren
eingetroffen
(16022
per
Pfund 10 Pfg.
Schude & Fungraße
Darmstadt
in allen Filialen.
F
Infolge Grosseinkaufs und ganz besonders
günstiger Abschlüsse bin ich in der Lage
meiner werten Kundschaft beim Einkauf von
Buxkin-, Cheviot- und
Kammgarn-Stoffen
für Herren- und Knaben-Anzüge, einzelne Hosen etc. geeignet
ganz besondere Vorteile
zu bieten.
Für Damen-Kostüme:: Kinder-Anzüge etc.
offeriere blau und schwarz Kammgarn-Cheviot
reine Wolle, 140 cm breit, elegante schwere Ware
per Meter Mk. 4.—.
(16035id
Muster gerne zu Diensten.
(*19945
Achtung!
Friſche Fichtelgebirgs=
Preiselbeeren
Pfd. 20 Pfg., empfiehlt
Ed. Türtmann
Grafenſtraße 19. Telefon 1425
Joh. Walter
Wienersſtraße 65. Telefon 1595.
Heute, den 16. ds. Mts., trifft auf
dem Marktplatz, Eingang zum „Schiller=
Eck, eine große Sendung
Preiselbeeren
ein, per Pfd. 20 Pfg., das Maß 45 Pfg.
Döderlein.
*19801)
Gelbe und rote
Frühkartoffel
(16054ifo
ſowie Aepfel zu Gelee.
Abzugeben Kranichſteinerſtraße 65.
Darmstadt
Gut erhaltene Kleiderſchränke, Waſch= u.
Nachtſchränke, Kommoden, Vertiko,
Diwan, Chaiſelongue, Betten, einzelne
Betteile, Pfeilerſchränke, Tiſche, Stühle,
Spiegel, ſchwarzpol. Trumeauſpiegel,
3=flamm. Gaslüſter und verſch. andere
billig abzugeben
(*19796
Alexanderſtraße 3, Vorderhaus part. 15977)
Neue Mober
prima Arbeit unter Garantie, hochfein.
Schlafzimmer, Salonſchrank, prachtv.
Diwans, groß. Schreibtiſch, Bücherſchr.,
Diplomat, eich. Lederſtühle, Ottomane,
m. Decke, Spiegelſchr., Sofa m. 2 Seſſel,
f. Vertiko, Bilder, Trumeauſpieg., eich.
Flurgarderoben, pitch-pine-Küche,
Bett=
ſtellen, Matratzen, Kleiderſchr.,
Auszieh=
tiſch, Küchenſchr., all. außergewöhnl., z. vk.
(*19810id) Friedrichſtr. 36, part., Vordh.
Philipp Hess
Schillerplatz 5.
Ih
Dir ebſäheige Btaotorroronetenibaht.
Der Vorſtand des Darmſtädter Mietervereins
macht hierdurch die vorläufige Mitteilung, daß er zeitgerecht eine Einladung an
alle Mieter Darmstadts, ohne Rückſicht auf Parteiſtellung ꝛc. ergehen laſſen wird,
zur Beratung über die Beteiligung an der diesjährigen Stadtverordneten=Wahl, bezw.
der hierfür aufzuſtellenden Kandidaten. Die Frage wird ihrer Wichtigkeit entſprechend
ſtreng im Auge behalten.
Der Vorstand.
Kriegsveteranen-Appell 1910.
Die Rechnungen über Arbeiten und Lieferungen für den
Kriegs=
veteranen=Appell ſind — bei Meidung der Nichtberückſichtigung
bis längſtens den 20. Auguſt I. J. an die betr. Beſteller
einzu=
reichen.
Der Arbeits-Ausschuß.
Städtischer Saalbau.
Dienstag, den 16. Auguſt, abends 8 Uhr,
Gunstigiurbrautiodte:
Wegzugshalber
Kompl. Küche, Nähmaſchine,
Ausziehtiſch, Lederſtühle,
Schrank, Diwan mit Umbau,
Vorhänge uſw. alles neu,
ſpott=
billig, ſofort zu verkaufen
*19813) Eliſabethenſtr. 9, II.
Dampfsparmotor
3—4 Pferdekräfte, neu,
Ausſtel=
lungsmaſchine, komplett,
be=
triebsfertig, extra billig
abzu=
geben. Zu beſichtigen:
Darm-
stadt, Neckarstr. 3. Hess.
Handw. Zentral-Genossen-
(*19774im
schaft.
Verlobre
Grosses Militär=Konzert
kaufen am beſten ihre Schlafzimmer=
Einrichtung Saalbanſtraße 27
(leichte Zahlungsbedingungen). (B15882
Guterh. blau. Prinzeßkleid, grauer Paletot
u. brauner, chicker Faltenrock, billig zu
verk. mittelg. Fig., zu beſ. von 1—2, abends
8 Uhr an Liebigſtraße 8, II. (*19820
Gebrauchte noch gut erhaltene
Schreib=
maschine zu kaufen geſucht.
An=
gebote unter K 83 an die Expedition ds.
(*19780
Bl. erbeten.
mit Bratofen und
Größerer Gasherd kupf. Waſſerſchiff
zu verkaufen. Näh. Expedition. (16056imd
Eine Partie Konservengläser mit
Deckel und Gummiring zu verkaufen
*19786) Ernſt=Ludwigſtraße 1, III.
Kmzugshalber zu verkaufen: 1 voll
ſtändiges Bett, 1
Petroleumzug=
lampe, 1 Tiſch und 1 Aquarium.
Pankratiusſtraße 4, III.
*19789)
gebr. Bettſtellen mit Sprungmatratzen,
1 Kommode, 1 Waſchtiſch bill. abzug.
Ludwigshöhſtraße 27.
*19794)
Achtung! Wohin denn?
(15621a
Jakob Friedel
mit beſſ. getrag. Herrenkleidern, weil er
die höchſten Preiſe zahlt für Schuhe,
Stiefel, Wäſche, alte Federbetten,
Zahn=
gebiſſe ꝛc. Gebrauche viele beſſere getragene
Kleider wegen großen Maſſen=Verſand nach
Rußland. Bitte nur ſich zu wenden an
Jakob Friedel, Schloßgaſſe 29.
per Stück v. 10 Pfg. an,
Goldfiſche ſonſt. einh. Zierfiſche
und Lanbfröſche billigſt, all. frei ins Haus,
ſchöne Aquarien ſpottbillig
(*19793
Liebfrauenſtraße 78, Hinterh. 3. St.
Pinſcher, 5 Wochen alt, ſchön gezeichnet,
4 ſind billig zu verkaufen
(*19804
Stiftſtraße 55, 1. Stock.
Eeidekde
jed. Arterhalten gratis Proſpekt über elektriſche
Kuren im eign. Hauſe. Beſt. bill. Apparat
Rd. Brandt, Frankfurt a. M.
Großer Hirſchgraben 8. (16047
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Herrn Adolf
Rady, Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Graf Walderſee‟, 12. Auguſt
7 Uhr morgens in New=York.
Dampfer „König Wilhelm II.”, von dem
La Plata kommend, 12. Auguſt nachm.
in=Hamburg.
vollzählige Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61. Leitung: M. Weber.
Hochinteressantes Programm.
(16023
I. Teil: Artilleriemusik. II. Teil: Inkanteriemusik. III. Teil: Streichmusik.
Eintritt 50 Pfg., Studierende und Militär 30 Pfg., Familienkarten (Blocks) Mk. 4.
NB. Dienstag, den 23. Auguſt, auf vielfachen Wunſch:
Réunion.
Spiegelschrank, einfür.
Diplomatenſchreibtiſch, 1 Kleiderſchrank,
Chaiſelongue, Trumeauſpiegel, Auszieh= u.
Steatiſch, Flurgarderobe, 2 Paar Gardinen
u. Vitragen, alles neu, ſpottbillig abzugeb.
*19852) Gartenſtraße 20, parterre.
Schmtzchhol.
Heute Dienstag, abends 8 Uhr,
EGrosses Fiitur Ronzerr K19 Mk., Diwan faſt neu, 28 Mk., prachtv.
der Kapelle des Grossherzoglichen Artillerie-Korps. (*19854 Mark, franz. Bettſtelle mit Rahmen 16 Mk.,
Leitung: Herr Obermusikmeister Mickley.
Restadrahr Schmntr Graner Stengels)l-1osoe
vis-ä-vis den Bahnhöfen
Heute Dienstag abend, ab 6½ Uhr,
Iillnar-Streich-Garten-Konzert. 19807ids) Rückertſtraße 26, 1. St.
Es gelangt zum Ausſchank ff. Bier der bayeriſchen Aktienbrauerei Aſchaffenburg
hell und dunkel, vorzügliche Weine und anerkannt gute Küche.
(*19849
Kein Bieraufschlag.
Bei ungünſtiger Witterung findet das Konzert im Saal und Gartenhalle ſtatt.
Hierzu ladet ergebenſt ein
D. O.
Programm 10 Pfg. berechtigt zum freien Eintritt.
Wer dort?
hier V. Schatz, Kleine Bachgaſſe 1.
Ich komme ſofort und zahle Ihnen für
getragene Kleider, Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbetten ſtets die höchſten
Preiſe. Telephon Nr. 1924. Poſtkarte genügt.
ofa
2
Muſchelbettſtelle mit Sprungrahmen 36
Waſchkommode 16 Mk.
Seltenes Angebot: Nußb. poliertes
Schlafzimmer, innen Eichen mit
Spiegel=
ſchrank 300 Mk., nußb. pol. Büfett, eleg.
Diwan, moderne Küche, enorm billig
Karlſtraße 30.
Waſchtiſch, Nachtiſch, Kleiderſtock,
1 Nähtiſch, Küchentiſch u.
Pfeilerſchränk=
chen, Petroleumofen zu verkaufen (*19808
Lauteſchlägerſtraße 12, parterre.
zut erhalt. Sofa preiswert abzugeben
echtes Grammophon mit 11 Platten,
11 Tiſch, 4 Rohrſtühle, gut erhalten,
bill. zu verk. Ludwigshöhſtr. 9, Mſd. (*19736oim
Getragene Herren=
und Damenkleider,
Ich Raufe:
Schuhe, Wäſche.
Zahle die höchſt. Preiſe. Poſtk. gen. (*19765oi
Schnitzer, Trödler, Schloßgaſſe 11.
Rolle
Tapezieren 30 Pfg.
Nammerbacherher G.Dieter, Neue Ireneſtr. 8, III. (*19856im
Post Neckargemünd. Haltestelle der Lokalzüge.
Unſtreitig ſchönſter u. beliebteſter Ausflugsort Heidelbergs. Prachtv.
Lage am Rande des Waldes. Durch Neubau bedeutend vergrößert.
Reſtauration, Penſion von 4—6 Mark pro Tag inkl. Zimmer.
(9895M)
Telephon Nr. 99.
Der Beſitzer: Julius Ebert.
Tapeten u. A. Stützer Nachf.
in grösster Auswahl Schützenstrasse.
Zum Aufpolieren und Reparieren von
* Möbeln empfiehlt ſich Ad. Giegerich
(*18713di
Neugaſſe 1.
Junge belg. Riesenhasen
zu verkaufen Wendelſtadtſtr. 32. . (*19817a
Tapezier- und Polsterarbeiten
ſowie Aufmachen von Vorhängen wird gut
und billig ausgeführt. P. Frieſe,
Viktoria=
ſtraße 26, nächſt der Schule.
(16026a
Korb- und Stuhlflechterei
Ludwig Schmidt
2 Rundeturmſtr. 2
empfiehlt ſich in allen vorkommenden
Re=
paraturen bei prompter und billigſter
Berechnung. Arbeit wird abgeholt.
Poſt=
karte genügt.
(*19777.
Empfehle mich im Verändern, Reparieren,
Reinigen und Aufbügeln von Herren-
und Damenkleidern. Uebernehme
Aufträge nach all. Teil. d. Stadt. Poſtk.
ge=
nügt. L. Willmann, Neckarſtr. 22. (*19775.