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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
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werden angenommen in Darmſtadt,
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
187.
Freitag, den 12. Auguſt.
1910.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Königreich Montenegro.
Am 14. Auguſt 1860 gelangte Nikita, der am
7. Oktober 1841 als Sohn des Woiwoden Mirko
Petro=
witſch geboren wurde, auf den Thron des Fürſtentums
Montenegro als Nachfolger ſeines kinderloſen Onkels
Danilo I., der am 13. Auguſt einem Meuchelmörder
zum Opfer gefallen iſt. Aus Anlaß des 50jährigen
Regierungsjubiläums ſind große Feſtlichkeiten
geplant, die ihren Höhepunkt darin finden werden, daß
ſich der Fürſt der Schwarzen Berge zum König
aus=
rufen wird.
Im Gegenſatz zu Ferdinand von Bulgarien, von
deſſen Erhebung zum Königreich ſeinerzeit die ganze
Welt überraſcht worden iſt, hat Fürſt Nikolaus ſich
vor=
her informiert, wie ſein Plan aufgenommen wird. Da
man nichts Gegenteiliges gehört hat,; ſcheinen die
Mächte, insbeſondere das benachbarte Oeſterreich, nichts
gegen die Abſichten Nikitas einzuwenden zu haben.
Ge=
rade mit Oeſterreich hat der Fürſt ſich nie gut zu ſtellen
gewußt, wobei zweifellos die traditionelle Freundſchaft
mit Rußland und der den orthodoxen Montenegrinern
tief ins Blut gegangene Gegenſatz gegen den im
weſentlich römiſch=katholiſchen Kaiſerſtaat, und endlich
auch die beharrlichen Annektionsgelüſte hinſichtlich
Bosniens und der Herzegowina maßgebend geweſen
ſind.
Es iſt nicht zu leugnen, daß Fürſt Nikita als Menſch
und Herrſcher mancherlei Vorzüge und große Verdienſte
um ſein Land beſitzt. Bereits kurze Zeit nach ſeinem
Regierungsantritt wußte er ſich der türkiſchen Angriffe
in jahrelangen Kämpfen ſiegreich zu erwehren. Das
Reſultat war, daß das Gebiet von Montenegro durch
den Berliner Vertrag verdoppelt wurde. Durch innere
Reformen auf allen Gebieten der Verwaltung, ferner
durch Schulen, Poſten und Telegraphen hat er auch im
Lande ſelbſt etwas geleiſtet und er iſt ſeinem Volke
ein Kulturträger geworden. Allerdings war von jeher
die Geldnot in Montenegro ſehr groß, ſo daß es ihm
nicht leicht wurde, ſeine Pläne durchzuſetzen.
Neuer=
dings hat Montenegro nach ruſſiſchem Muſter ſogar ein
Parlament erhalten, das aber noch dringend der
Ver=
beſſerung bedarf.
Das neue Balkan=Königreich wird naturgemäß
ebenſo eine kleine Rolle ſpielen, wie vordem das
Fürſtentum. Immerhin iſt es möglich, daß es dem,
Königreich eher gelingen wird, die Grenzen ſeines
Landes und ſeines Einfluſſes zu erweitern. Rußland
und ſpeziell der jeweilige Zar haben Montenegro ſtets
protegiert, indeſſen wird Oeſterreich=Ungarn dafür
ſorgen, daß die montenegriniſchen Bäume nicht in den
Himmel wachſen. Die Beziehungen zwiſchen Serbien
und Montenegro ſind trotz verwandtſchaftlicher
Be=
ziehungen nicht die beſten und werden durch die
Neu=
geſtaltung der Dinge vermutlich ſich noch mehr
zu=
ſpitzen. Deutſchland hat auf dem Balkan und ſpeziell in
Montenegro keine Intereſſen, die ein Königreich mehr
ſchädigen könnten, als ein Fürſtentum, deshalb wird
Fürſt Nikita an Berliner amtlicher Stelle auch nicht
auf Widerſtand ſtoßen.
Ueber die Vorgeſchichte der bevorſtehenden
Prokla=
mierung hat ſich der Fürſt vor einigen Tagen einem
Journaliſten gegenüber dahin ausgeſprochen, daß es
lächerlich wäre, daran zu denken, wegen der Erhebung
Montenegros zum Königreich könnten mit Italien
Differenzen entſtehen. Ebenſo nehme Oeſterreich=
Un=
garn eine freundſchaftliche Haltung ein. Die
Prokla=
mierung ſei weder der Ausdruck irgend welcher
Ambitionen, noch das Reſultat irgend welcher
Protek=
tion oder gar eines unberufenen Einfluſſes. Sie ſei
vielmehr die natürliche Folge der jahrhundertelangen
Freiheit Montenegros, ſeiner Vergangenheit, ſeiner
Opfer und der Anerkennung, die es als verläßliche
Stütze europäiſcher Kultur auf dem Balkan von jeher
geerntet habe. Dieſer Erklärung wird man allerdings
nur zum Teil zuſtimmen können, wie man auch Zweifel
in ſeine Verſicherungen ſetzen kann, daß König Peter
die Erhebung warm begrüße. Angeblich aus
Geſund=
heitsrückſichten läßt ſich der König bei den
Jubiläums=
feſtlichkeiten durch den Kronprinzen Alexander
ver=
treten, in Wirklichkeit aber wohl deshalb, weil man von
der Proklamierung Montenegros zum Königreich in
Serbien nicht ſehr entzückt iſt.
Fürſt Nikolaus gelangte als der von Danilo
adoptierte älteſte Sohn ſeines Bruders Mirko, Nikizza
Petrovich Njegos, zur Regierung, damals ein
neun=
zehnjähriger Jüngling. Mit dem Schwerte in der Hand
hat ſich der junge, am 7. Oktober 1841 geborene Fürſt
einſt die Achtung der Welt erobern müſſen. Im Jahre
1862 bereits ward er durch Parteinahme für die von
der Türkei abgefallene Herzegowina mit den Türken
in einen Krieg verwickelt, ward aber zum Frieden
ge=
zwungen und mußte ſich recht ſchwere
Friedensbedin=
gungen gefallen laſſen. Freilich gelang es dann ſeiner
perſönlichen Klugheit, ſich die Intervention der
Groß=
mächte zu gewinnen, die den Sultan zu Konzeſſionen
an Montenegro zwangen. So erhielt das Land im
Jahre 1866 den lange erſehnten Zugang zum Meere
durch Ueberlaſſung des Landſtreifens von Novoſella.
Im Jahre 1876 ward dann der Fürſt aufs neue mit der
Türkei in Krieg verwickelt, und hier zeigte er ſich mit
ſeinem 15000 Mann ſtarken Heere aufs tapferſte und
brachte den Türken empfindliche Niederlagen bei, ſo
daß die Großmächte im Berliner Vertrage vom 13. Juli
1878 Montenegros Unabhängigkeit feſtſetzen konnten.
Nunmehr, nachdem er ſeinem Lande eine
achtungge=
bietende Stellung erworben, war des Fürſten eifrigſtes
Bemühen, friedliche Beziehungen mit allen ſeinen
Nachbarn herzuſtellen. Er ſtattete ſogar im Jahre 1883
dem Sultan einen Beſuch in Konſtantinopel ab und
wurde dort mit großen Ehren empfangen und
aufge=
nommen.
Bereits im erſten Jahre ſeiner Regierung, am
8. Nbvember 1860, vermählte ſich der Fürſt mit Milena,
der Tochter des Senators und Chefs der Leibgarde,
Peter Wukotitſch, und dieſer Ehe entſproſſen zehn
Kin=
der, durch die Fürſt Nikolaus mit verſchiedenen
europä=
iſchen Fürſtenhäuſern in nahe Verwandtſchaft kam.
Während der 1871 geborene Erbprinz Danilo ſich mit
einer Tochter des Großherzogs von Mecklenburg=
Strelitz vermählte, iſt Fürſt Nikolaus durch ſeine
Töchter Schwiegervater des Königs von Italien und
des Königs von Serbien und mit dem ruſſiſchen
Kaiſer=
hauſe und dem Leuchtenbergiſchen Herzogshauſe
ver=
wandt.
Fürſt Nikolaus, der ſich ungemein für europäiſche
Kultur intereſſiert und ein hochgebildeter Mann iſt, hat
ſich auch als Dichter einen europäiſchen Namen gemacht.
Dramen von ihm, „Die Zarin des Balkans”, „
Wuka=
ſchin”, „Fürſt Arbanit”, wurden in verſchiedene
europä=
iſche Sprachen überſetzt, auch in Deutſchland gelangten
Dramen dieſes Dichters auf dem Fürſtenthrone zur
Aufführung. In ſeiner Lebensführung hält Fürſt
Nikolaus ſtreng an althergebrachten, patriarchaliſchen
Formen, ohne daß er den Anforderungen moderner
Kultur ſeine Sinne verſchließt. Das herzliche
Einver=
nehmen zwiſchen Fürſt und Volk iſt ein durchaus
muſtergültiges. Das Volk ehrt ihn als den Monarchen,
dem es viel zu danken hat.
Der ungariſche Miniſterpräſident über die
Weltlage.
* Der ungariſche Miniſterpräſident Graf Khuen=
Hedervary gab dem Spezialberichterſtatter des Matin
einige intereſſante Erklärungen über die Situation
auf dem Balkan und die allgemeine
poli=
tiſche Lage. Er glaubt, daß zwar früher oder ſpäter
Mazedonien und Albanien zur Unabhängigkeit
gelangen werden, allein der Zeitpunkt ſcheint noch fern.
Er glaube auch nicht an den bevorſtehenden
türkiſch=
bulgariſchen Konflikt. Weiter äußerte der
un=
gariſche Staatsmann: „Freilich kenne ich die kriegeriſche
Stimmung des bulgariſchen Volkes, ſeinen durch die
Rei=
bungen in Mazedonien ſtändig gereizten Patriotismus.
Aber die Konſtantinopeler Regierung wird nachgeben und
die Bulgaren Mazedoniens etwas milder behandeln. Ein
Rückſchlag eines Konfliktes auf Bosnien und die
Herze=
gowina iſt nicht zu befürchten. Die Herzogtümer ſind ſtolz
auf das Geſchenk des Parlamentarismus. An die
pan=
ſlawiſtiſche Gefahr glaubt man nur an den Univerſitäten.
Aus eigener Erfahrung kann ich verſichern, daß die
ſla=
wiſche Solidarität nicht ſo weit reicht, daß der eine ſich
für den andern dem Feuer ausſetzt. Großſerbien
iſt eine Utopie, die bei Oeſterreich=Ungarns Slawen wenig
Kredit genießt. Auf keinen Fall wird von ſeiten der
Slawen oder Mohammedaner Oeſterreich=Ungarns ein
Konflikt auf dem Balkan hervorgerufen werden.”
Der Befrager lenkte hierauf das Geſpräch auf die
innere Lage. Graf Khuen=Hedervary wies darauf
hin, daß heute in Ungarn völlige Ruhe herrſche, und daß
die einſichtigen Leute begriffen hätten, wie unſinnig es ſei,
bei jedem Anlaß über Oeſterreich herzufallen, mit dem
man doch leben müſſe. Die Zeit dieſer Donquichoterien
ſei vorüber. Dieſe Erklärungen befriedigten
augenſchein=
lich den Ausfrager, der auf ſeparatiſtiſche Geſinnungen
gerechnet hatte, nicht ſehr. „Es war alſo ein Traum, wenn
die Franzoſen hofften, Ungarn und die Tſchechen würden
ſich angeſichts der großen Entſcheidungskämpfe ihrer Liebe
zu Frankreich erinnern?” ſetzte der Korreſpondent den
Erklärungen Khuen=Hedervarys hinzu, der im Anſchluſſe
daran erzählte, daß Kaiſer Franz Joſef, ſeit die
ewige Sorge der ungariſchen Kriſe von ihm genommen
fei, ſich mit neuer Friſche den Staatsgeſchäften widme und
wie verjüngt erſcheine. Ueber die Ereigniſſe in
Spa=
nien äußerte der Graf ſein Erſtaunen. „Man kann bei
uns den Standpunkt der Kurie nicht verſtehen. Die
An=
ſprüche des ſpaniſchen Klerus ſind unſeren liberalen
Ge=
wohnheiten ſo völlig entgegengeſetzt. Unſere Regierung
ſubventioniert die Kirchen aller Bekenntniſſe mit der
glei=
chen Gerechtigkeit. Sie begünſtigt ſogar aus
Rechtsge=
fühl etwas die Proteſtanten und Iſraeliten auf Koſten
der Katholiken, deren Kirchenbeſitz reicher iſt. Was ſollen
wir alſo vom Größenwahn des ſpaniſchen Klerus halten?”
Deutſches Reich.
— Die Reiſe des deutſchen
Kaiſerpaa=
res nach Brüſſel wird im Oktober ſtattfinden. Wie
amtlich bekanntgegeben wird, verläßt das Kaiſerpaar am
16. Oktober Berlin und trifft am 17. Oktober zu
drei=
tägigem Beſuch des belgiſchen Königspaares in Brüſſel
ein. Ein offizieller Ausſtellungsbeſuch iſt in dem
Pro=
gramm vorgeſehen.
— Der diesjährige Allgemeine
Vertre=
tertag der nationalliberalen Partei findet
am 1. und 2. Oktober in Kaſſel ſtatt. Der erſte
Verhand=
lungstag am 1. Oktober dürfte der Nat. Korreſp. zuſolge
durch eine Ausſprache über die allgemeine politiſche Lage
an der Hand eines Referats des Abgeordneten
Baſſer=
mann Gelegenheit zu einer gründlichen Ausſprache bieten.
Der Tagung geht am 30. September eine Sitzung des
Zentralvorſtandes in Kaſſel voraus.
— Ueber Vorſpiele der
Reichstagswah=
len bringt die ſozialdemokratiſche Neue Zeit einen
an=
ſcheinend von Franz Mehring herrührenden Artikel, der
wie folgt ſchließt:
Es trifft durchaus zu, wenn die Arbeiterzeitung in
Dortmund ſchreibt: „Die Spekulation auf 120 Mandate
ſteht und fällt mit der Hoffnung auf die Mitläufer. Kein
Zurechnungsfähiger wird behaupten, daß die Dahl der
überzeugten Sozialdemokraten ſich ſeit 1907 verdreifacht
habe. Und hieraus erwächſt nun die ſchwere Gefahr, daß
wir aus Sehnſucht nach den 120 Mandaten uns verleiten
laſſen könnten, Taktik und Agitation auf die Gſewinnung
der Mitläufer einzuſtellen. Vor dieſer Gefahr kann
aller=
dings nicht dringend genug gewarnt werden. Je größer
die Zahl der Mitläufer bei den nächſten Wahlen ſein wird,
um ſo mehr wächſt die Ausſicht der Reaktion, den
ſozial=
demokratiſchen Wahlerfolg alsbald durch irgendwelche
reaktionäre Streiche wieder zu beſeitigen; hieraus erkläct
ſich die Bereitwilligkeit der reaktionären Propheten, den
roten Teufel, den ſie an die Wand malen, mit
parlamen=
tariſchen Mandaten zu überſchütten. Mehr noch als für
jeden früheren Wahlkampf ergibt ſich für die nächſten
Reichstagswahlen die Notwendigkeit, in der
Wahlagita=
tion die prinziviellen Ziele der Sozialdemokratie mit
rück=
ſichtsloſer Schärfe zu vertreten.”
Man ſieht, den zielbewußten Sozialdemokraten wird
bei den Wahlerfolgen ſchon bange; ſie befürchten, daß die
durch Mitläufer aus den bürgerlichen Parteien
herbei=
geführte Vermehrung ihrer Mandate Veranlaſſung zu
Konzeſſionen an dieſe geben und den „Reviſioniſten” und
Opportuniſten Waſſer auf ihre Mühlen treiben könne.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Eine Abordnung der Wiener und Kloſterneuburger
Fleiſcher=Genoſſenſchaften erſchien am
Diens=
tag im Handelsminiſterium und erſuchte um
Oeffnung der Erenzen für die Vieheinfuhr oder deren
Sperrung für die Viehausfuhr und Aufhebung der
Ver=
zehrungsſteuer, weil ſie bei dem zu geringen Viehauftrieb
und dem infolgedeſſen andauernden Steigen der
Vieb=
preiſe ſonſt im September die Fleiſchpreiſe abermals
er=
höhen müßten. In Vertretung des Handelsminiſters
er=
klärte der Sektionschef Riedl dieſe Forderungen
an=
geſichts des parlamentariſchen Uebergewichts der Agrarier
für unausführbar. Die einzige Maßnahme, die zur
Erleichterung des Fleiſchmarktes zu gewärtigen ſei, beſtehe
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Anguſt 1910.
Nummer 187.
in der Rumänien und Serbien gewährten Fleiſcheinfuhr,
deren Beginn im Herbſt bevorſteht. Die Abordnung begab
ſich ins Rathaus, um auch dort ihre Wünſche vorzutragen.
Der geſchäftsführende Vizebürgermeiſter Porzer erwiderte,
daß an die Aufhebung des ſtädtiſchen Zuſchlages zur
Verzehrungsſteuer ſo lange nicht zu denken ſei,
bis man einen Erſatz hierfür gefunden habe.
Spanien und der Vatikan
Der Vertreter der Daily News in San Sebaſtian
er=
fährt, daß eine Zuſammenkunft zwiſchen dem ſpaniſchen
Botſchafter am Vatikan Ojeda und dem päpſtlichen
Nun=
tius am ſpaniſchen Hofe in Saragoſſa herbeigeführt
wer=
den ſoll mit der Abſicht, einen modus virendi
zu=
ſtande zu bringen. Die Führer der Karliſtenpartei wollten
am geſtrigen Donnerstag eine Verſammlung in Hendaye
abhalten, die ſich aber, wie der genannte Berichterſtatter
beſtimmt wiſſen will, „nicht gegen die Dynaſtie” richten
ſollte.
Deutſchen Journaliſten gegenüber hat ſich der
ſpa=
niſche Miniſterpräſident wie folgt geäußert:
Die Regierung ſei darauf vorbereitet, jede karliſtiſche
Erhebung im Keime zu erſticken. Die Behauptung von
einem Einfluß der franzöſiſchen Antiklerikalen auf die
ſpa=
niſche Regierung ſei eine ſtupide Legende, ebenſo die
an=
gebliche Beeinfluſſung des Königs durch engliſche Kreiſe.
Der König ſei intelligent, fortſchrittlich geſinnt und allen
modernen Ideen zugänglich; er laſſe ſich nicht iſolieren,
wie es die klerikalen Elemente gern möchten. Auf die
Be=
merkung, das Ausland halte teilweiſe mit dem Vertrauen
an dem Erfolge der Regierung zurück, weil die liberale
Politik der Vergangenheit häufig geſcheitert ſei, erwiderte
Canalejas mit äußerſtem Nachdruck, er habe das abſolute
Vertrauen, die Schlacht zu gewinnen. Uebrigens
werde ſein Sturz nicht das Scheitern der liberalen Politik
bedeuten; er ſelbſt würde ſich dann an die Spitze aller
Ele=
mente der Linken ſtellen und ſein ganzes Trachten, ſelbſt
ſein Leben dem Kampfe widmen.
In wohl unterrichteten Kreiſen erklärt man auf das
beſtimmteſte, daß der Vatikan einzulenken gedenke. Er
will ſeine Anſprüche mäßigen, um die Wiederaufnahme der
Verhandlungen zu ermöglichen. Auch die ſpaniſche
Regie=
rung ſteht einer Wiederannäherung nicht feindlich
gegen=
über. Sie iſt bereit, in Verhandlungen wiedereinzutreten,
wird aber nicht einen Schritt von Canalejas’ Politik und
Plänen abweichen.
Der finniſche Landtag
wurde zum 14. September für zwei Monate
einberu=
fen zur Ausarbeitung der Grundlagen für die Wahl
fin=
niſcher Mitglieder zur Reichsduma und dem Reichsrat,
ſo=
wie für die Voliziehung dieſer Wahlen, ferner zur
Aus=
arbeitung eines Gutachtens über die rechtliche
Gleichſtel=
lung der in Finnland lebenden ruſſiſchen Untertanen mit
den finniſchen Bürgern, ſowie über die Zahlung von
Ent=
ſchädigungen anſtelle der perſönlichen Wehrpflicht.
Die Verſchwörung in Indien.
Die Nachrichten über die Verſchwörung in Indien
lauten ſehr ernſt. Es ſoll die größte Verſchwörung ſein,
die ſeit der Niederwerfung des Aufſtandes vor einem
halben Jahrhundert dort im Gange war, und die
Regie=
rung hat es für nötig befunden, die Geltung des
Ausnahmegeſetzes zu verlängern. Es iſt
be=
zeichnend, daß die meiſten gewählten Mitglieder
des Nationalrats gegen die Verlängerung geſtimmt haben.
Man hatte in der letzten Zeit geglaubt, daß die Gefahr
vorüber ſei; nun zeigt es ſich, daß der Kampf im Stillen
weiter vorbereitet worden iſt und daß das Netz alle Teile
des indiſchen Reiches umfaßte. Es gibt jetzt für England
tatſächlich eine indiſche Frage, deren Behandlung ſehr
ſchwierig iſt, und um ſo ſchwieriger, je mehr die bisher
getrennten Völker Indiens ſich zuſammenfinden. Dem
Reuterſchen Bureau wird aus Kalkutta gemeldet, daß die
Zahl der in Verbindung mit der Dacca=Verſchwörung
Verhafteten ſich auf 37 bis jetzt beläuft, von denen faſt alle
Bengalen ſind. Sieben davon ſind in Kalkutta ſelbſt
ver=
haftet worden, einer in Rangoon und die übrigen im
öſt=
lichen Bengalen. Die Polizeibehörden ſind in ihren
Be=
richten ſehr zurückhaltend und die bevorſtehenden
Unter=
ſuchungen werden unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit
ſtatt=
finden. Gerüchte ſind hier und in Dacca im Umlaufe,
Das neue Kaiſerſchloß in Poſen.
Mitten in den Streit des Tages, mitten in die
Er=
örterungen des Nationalitätenzwiſtes fällt der für die
Tage vom 19. bis 23. Auguſt feſtgeſetzte Beſuch
des Kaiſerpaares in Poſen zur
Einweih=
ung des neuen Königsſchloſſes. In
Er=
innerung des erhebenden Verlaufes der Kaiſertage von
1902, wo der Monarch die Entfeſtigung Poſens feierlich
verkündete und ſo erſt Vorausſetzung und Raum für
die heutige Ausdehnung des Stadtbildes ſchuf, ſind
auch diesmal die Erwartungen hochgeſpannt.
Welch ein gewaltiger Unterſchied zwiſchen dem
Poſen von damals und dem Poſen von heute mit
ſei=
nem viel ausgeprägten deutſchen Charakter! Ob und
inwieweit der Kaiſerbeſuch ſchwebenden ſchwierigen
Fragen die Wege der Löſung zeigen wird, kann heute
noch niemand ſagen, wenn auch gewiſſe Wirbungen in
politiſcher Beziehung kaum ausbleiben werden.
Gleich=
ſam am Eingangstore der Oſtmark erhebt ſich der
ro=
mantiſche Sandſteinbau der neuen Kaiſerpfalz — ein
Wahrzeichen der einigen, ſtarken Nation, ein
Warnungszeichen für die deutſchfeindlichen
Mächte. Hier am weſtlichen Eingang der Stadt, im
„Reſidenzviertel” ſind in den letzten Jahren die
Mo=
numentalbauten des Raiffeifenhauſes, des Chriſtlichen
Hoſpizes, der Königlichen Akademie, des neuen
Stadt=
theaters, des Anſiedelungspalaſtes und — gegenüber
dem Schloß — das Landſchafts= und
Oberpoſtdirek=
tionsgebäude erſtanden. Den künſtleriſchen
Mittel=
punkt dieſer in verſchiedenartigen Architekturen, aber
in gefälliger Harmonie gruppierten Denkmäler Neu=
Pofens bildet ohne Zweifel das ſie noch überragende
Schloß, =das=durchsſeinen maſſigen Aufbau ſo recht als
die beſagen, daß die Dokumente, die bis jetzt gefunden
ſind, beweiſen, daß eine große Verſchwörung im Gange
war, welche ſich über ganz Indien ausgebreitet hat. Es
wird allgemein angenommen, daß die Verhafteten
Mit=
glieder des Aniſalan Samiti ſind, der die hervorragendſte
Geſellſchaft der eingegangenen Nationalen Volontaire war.
In dem Khulna=Hochverratsprozeß, deſſen Verhandlungen
zurzeit ſtattfinden, iſt klar erwieſen worden, daß ähnliche
Samitis im Lande herumzogen und augenſcheinkich Geld
für die Armen ſammelten, das natürlich nicht für den
Zweck, für den es beſtimmt war, verwendet wurde. Die
Bedeutung der Dacca=Verhaftungen wird am beſten durch
die hervorragende Stellung, die die Angeſchuldigten
ein=
nehmen, beleuchtet.
China.
Die Morning Poſt meldet aus Schanghai: Der
Staatsrat erwog mit Rückſicht auf den ruſſiſch=
japa=
niſchen Vertrag Maßregeln, um die Integrität
der Mongolei ſicherzuſtellen und beſchloß, zwei
Di=
viſionen moderner Truppen dorthin zu verlegen und den
Unterricht nach chineſiſchem Syſtem zu reorganiſieren,
fer=
ner eine Eiſenbahn von Peking aus durch die Mongolei
zu bauen. Der Armeerat iſt mit der Ausarbeitung eines
Projektes für die Reorganiſation und Vermehrung
der chineſiſchen Armee beſchäftigt.
*
* Turin, 10. Aug. Die Gedächtnisfeier für
Cavoür in dem hiſtoriſchen Saale des piemonteſiſchen
Parlaments iſt überaus glänzend verlaufen. Der
Bürger=
meiſter von Turin, Senator Roſſi, begrüßte den König,
der mit der Herzogin von Aoſta und Genua erſchien, und
die anderen auswärtigen Perſönlichkeiten namens der
Stadt. Nachdem ſodann der Präſident der
Depntierten=
kammer Marcora und der Präſident des Senats
Man=
fredi patriotiſche Anſprachen gehalten hatten, ergriff der
Miniſterpräſident das Wort zu ſeiner Rede, die ebenſo
wie die Anſprachen der Vorredner einen tiefen Eindruck
machten. Hierauf überbrachte Bürgermeiſter Nathan der
Stadt Turin die Grüße Roms. In der Stadt herrſcht
große Begeiſterung. Der König war andauernd
Gegen=
ſtand der herzlichſten Kundgebungen. Heute abend folgt
ein Bankett und Beleuchtung der Stadt. Bei dem
Bür=
germeiſter von Turin ſind aus allen Teilen Italiens
zahl=
loſe Depeſchen eingelaufen. Der 100. Geburtstag Cavours
iſt in ganz Italien, insbeſondere in den großen Städten,
mit Umzügen, Verſammlungen uſw. feſtlich begangen
wor=
den. In Spezia wurde mit einer patriotiſchen Anſprache
des Admirals Moreno der Kiel zu dem großen Kreuzer
„Graf Cavour” gelegt.
* Petersburg, 10. Aug. Die „Gaſeta” meldet,
daß die Unterſuchung gegen Baron Ungern=
Sternberg wegen Hochverrats ſo gut wie abgeſchloſſen
ſei. Gegen Sternberg wird die Anklage auf Hochverrat
erhoben werden, auf dem die Todesſtrafe ſteht. Der
Pro=
zeß wird im Oktober vor dem Militärgericht zur
Verhand=
lung gelangen. Die ganze Angelegenheit ſoll inſofern für
den Angeklagten recht troſtlos liegen, als die Unterſuchung
den Verkauf von Geheimdokumenten an
eine fremde Macht ohne jeden Zweifel ergeben hat;
desgleichen daß Sternberg für dieſe Dienſte pekuniär
ent=
ſchädigt worden iſt. Wieviele Dokumente und welche
ver=
kauft worden ſind, kommt beim ruſſiſchen Recht nicht in
Betracht. Es fordert die Beſtrafung des Schuldigen, die
möglicherweiſe in dieſem Falle etwas abgeſchwächt werden
kann, immerhin aber ſein ganzes Leben zerſtören wird.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 12. Auguſt.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog traf Mittwoch vormittag 11,30 Uhr von
Romrod im Reſidenzſchloß ein und begab Sich hierauf
mit Ihrer Königl. Hoheit der Großherzogin mit
Auto nach Schloß Heiligenberg. Nachmittags trafen
auch der Erbgroßherzog und Prinz Ludwig
in Begleitung der Oberhofmeiſterin dort ein. Abends
erfolgte die Rückreiſe nach Jagdſchloß Wolfsgarten.
(Darmſt. Ztg.)
— Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Direktor des hygieniſchen
Inſtituts der Landesuniverſität Gießen Profeſſor Dr.
Neumann die Erlaubnis erteilt, den ihm von Sr. Maj.
dem König von Siam verliehenen Orden vom Weißen
Elefanten 4. Klaſſe annehmen und tragen zu dürfen.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben dem
prak=
tiſchen Arzt Profeſſor Dr. med. Groedel zu Bad
Nauheim die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen
des ihm von Sr. Maj. dem Kaiſer von Rußland
ver=
liehenen St. Stanislaus=Ordens 3. Klaſſe und des ihm
von Sr. Hoheit dem Fürſten von Montenegro verliehenen
Offizierkreuzes des Danilo=Ordens erteilt.
— Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Philipp Hofmann aus Heuchelheim, Kreis Gießen,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Lang=Göns,
in demſelben Kreiſe.
* Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 25,
enthält: 1. Vorleſungsverzeichnis der Großherzoglich
Heſſiſchen Ludwigs=Univerſität zu Gießen für das
Winter=
ſemeſter 1910/11. 2. Ordensverleihungen. 3. Zulaſſungen
zur Rechtsanwaltſchaft. 4. Dienſtentlaſſungen.
* Militärdienſtnachrichten. Graf zu Solms=
Wildenfels, Gen.=Lt. z. D., zuletzt von der Armee,
die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Garde=Kür.=
Regts. erteilt. Jaekel, Kanzleiſekretär, Intend.=Kanzliſt
von der Intend. des XVIII. Armeekorps, Herrmann,
Intend.=Kanzliſt von der Intend. des IV. Armeekorps, —
gegenſeitig verſetzt.
* Techniſche Hochſchule. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben den ordentlichen Profeſſor an
der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt Geh. Hofrat
Dr. Heinrich Schenck für die Zeit vom 1. September
1910 bis 31. Auguſt 1911 zum Rektor dieſer Hochſchule
ernannt.
— Heſſenabend in Metz. Die Herren des „
Heſſen=
abend” der in Metz ſeit langen Jahren jeden erſten
Donnerstag im Monat ſeine Zuſammenkunft hat, laden
alle Heſſen die aus Anlaß der 40jährigen
Gedenk=
feiern nach Metz kommen, und nicht wiſſen, wie ſie ihren
Abend verbringen ſollen, ein, ſich an den Abenden des
15., 16., 17. und 18. Auguſt im Hofbräu in der
Bankſtraße zu einer gemütlichen Zuſammenkunft:
alter Kriegskameraden und Landsleute einzufinden.
St. Zirkus Schumann. Wie ſchon mitgeteilt, hat der
Zirkus Schumann mit beſtem Erfolge ein auf 6 Tage
be=
rechnetes Gaſtſpiel auf dem Marienplatz hier
er=
öffnet. Der Zirkus leiſtet auf dem Gebiete
der edlen Reitkunſt und der Pferdedreſſuren geradezu
Hervorragendes. Ein „Spaniſch Bolero”, geritten von
Herren Ernſt und Oskar Schumann, leitete den Abend
ein und brachte ſchon in dieſer erſten Nummer
Ueber=
raſchungen. Selten ſahen wir zwei ſicherere und
ge=
wandtere Reiter wie dieſe beiden und nie zwei ſchönere
und beſſer zugerittene Pferde. Es war ganz erſtannlich,
wie die beiden Reiter nach wildeſtem Jagen ihre Pferde
faſt im Moment zügelten und ſo mehrfach Proben ihrer
unbedingten Herrſchaft über die Tiere und ihrer
glänzen=
den Reitkunſt ablegten. — Mehr noch offenbarte die
letz=
tere Herr Ernſt Schumann als Schulreiter, der eine
prachtvolle engliſche Vollblutſtute „Adrea” in allen
Gang=
arten der hohen Schule ritt und zwar in einer Weiſe, die
das Publikum wiederholt zu ſpontanen Beifallsſtürmen
hinriß. Der Reitkünſtler ritt nicht nur alle bekannten
Gangarten der hohen Schule, ſondern führte mehrere
völ=
lig neue ſchwierige Pas mit ſeinem edlen Tiere vor. —
Auch in dem Doppel=Jockei=Akt der Herren
Os=
kar und Erneſto brachten die beiden Reiter viel Neues
und frappierten hierbei durch eine ſonſt ungewohnte
Si=
cherheit, mit der ſie die ſchwierigſten Tricks in Eleganz
ausführten. — Dann mögen die Geſchwiſter Carré
genannt ſein, die in ihren „Pose=equestres” ebenfalls ganz
Neues und Schönes brachten. Sie ſtellten gewiſſermaßen
lebende Bilder auf dem galoppierenden Pferde und zwar,
da ſie hohe körperliche Vorzüge mit Eleganz und Kraft
einen, Bilder von großer Schönheit. Auch dieſen beiden
anmutigen Künſtlerinnen ſpendete das Publikum
rauſchen=
den Beifall. — Die Freihleits=Dreſſuren, in
denen man das brillante und ganz vorzüglich gepflegte
Pferdematerial bewundern konnte, werden von den
Herren Direktor M. Schumann und Ernſt Schumann
vorgeführt. Die Tiere ſind durchweg gut dreſſiert und
gehorchen — was beſonders ſympathiſch berührt — dem
leiſeſten Wink faſt ohne merkliche Peitſchenhilfe. Sowohl
die reizenden kleinen ſchottiſchen Ponys, deren eine ganze
Anzahl vorgeführt werden, als auch die größeren, von
de=
nen vor allem die 8 prachtvollen ungariſchen Füchſe
ge=
nannt ſeien, dann die 4 braunen Hengſte, die als
Lanca=
deure auftreten und das Soldatenpferd Abdullah, das
wie ein Rekrut exerziert, marſchiert, attakiert, ſchießt und
fechtet. — Mit Mlle. Duboy, der franzöſiſchen
Blitzrei=
terin und dem Springpferd, geritten von Herrn
Os=
kar, iſt die Reihe der Reitkünſtler und Pferdedreſſuren
dann erſchöpft.
Auf dem Gebiete der Parterre=Gymnaſtik bringen
The 3 Stars, Hand= und Kopf=Equilibriſten,
erſtklaſ=
ſige Künſtler, die faſt konkurrenzlos daſtehen dürften, viel
Neues und Gutes, Proben von unglaublicher Kraft und
Gewandtheit, und die Carl Eugen=Truppe, acht
Akrobaten, leiſten Hervorragendes im Springen, im
Stel=
len von Pyramiden und im Saltomortale. Auch das
den zweiten Teil des reichhaltigen Programms eröffnende
ſpaniſche Ballett, getanzt vom Corps de Ballett,
fand ſehr beifällige Aufnahme. Eine ganze Anzahl
Clowns und Auguſte, darunter der kleinſte Auguſt der
Welt, ein ſehr vornehmer Mann, der ſeinen Frack wohl
ein Dutzendmal den Abend wechſelt und der Clown
Boetti, der eine ganz reizende Nummer mit akroba=
eine trutzige deutſche Kaiſerpfalz erſcheint,
aber durch die feine Gliederung ſeiner Architektur
zu=
gleich die Wirbung des Anmutigen, rein
Künſtleri=
ſchen auslöſt.
Das Schloß iſt von 1905 bis 1910 nach den
Ent=
würfen des Geheimen Baurats Profeſſor Franz
Schwechten erbaut und bedeckt, etwa 600 Räume
ber=
gend, eine Fläche von 5700 Quadratmetern des
Ge=
ländes der niedergelegten Feſtungswerke. Was an
dem Bau zunächſt ins Auge fällt, ſind ſeine großen
Umriſſe. Die mächtigen Faſſaden werden durch
Gie=
bel= und Turmaufſätze wirkungsvoll abgeſtuft, an den
vorderen Ecken geben die Türme dem Ganzen ein
ge=
ſchloſſenes Gefüge. Den Kopf des Palaſtes bildet an
der Südweſtecke der 73 Meter hohe Turm, den der
preußiſche Adler krönt. In dem Turm befindet ſich
die Kapelle mit dem koſtbaren Moſaikenſchmuck des
(Profeſſors Auguſt Oetken, des Neuſchöpfers der
be=
rühmten Eliſabeth=Kemenate auf der Wartburg.
Unter der Schloßkapelle iſt die Durchfahrt für die
kai=
ſerliche Familie und ihre Gäſte. Sie ſtellt eine große
und reich ornamentierte Halle mit Marmor= und
Sandſteinverblendung dar. Am Ende der Durchfahrt
führt die Kaiſertreppe in das erſte Stockwerk zu den
Wohnräumen des Kaiſerpaares und zu den
Feſt=
räumen. Das Erdgeſchoß enthält Wirtſchaftsräume
und die Wohnungen der Gäſte, des Gefolges, des
Oberhofmarſchallamts ufw. Im erſten Stockwerk iſt
wor allem der glänzende, im öſtlichen Teile des
Schloſſes gelegene Feſtſaal, der die Bewunderung
der Beſchauer weckt. Er iſt bei ſeiner Rieſengröße in
den zweckmäßigſten Verhältniſſen gehalten. Seine
Fläche von 600 Quadratmetern iſt etwa 100
Quadrat=
meter größer als die des Weißen Saales im Berliner
Schloſſe. Im Hößenmaß geht der Saal durch zweitl
Stockwerke hindurch. Die Wände ſind mit Marmor
vertäfelt und zeigen reichen Schmuck an Reliefs und
Ornamenten. In der Raumverteilung und
Raum=
wirkung hat hier Meiſter Schwechten ſich ſelbſt
über=
troffen. Dem Feſtſal ſind mehrere Vor= und
Neben=
ſäle angegliedert. Durch ſie gelangt man in den
Speiſeſaal, deſſen Raumverhältniſſe ebenfalls aufs
glücklichſte verteilt ſind. Im zweiten Stockwerk liegen
die Wohnungen der kronprinzlichen Familie. Das
Dachgeſchoß darüber enthält wieder Vorrats= und
Lagerräume, ſowie noch einige Wohnungen für das
Hofperſonal. Der große Ehrenhof iſt im Süden dem
Mittelbau vorgelagert, deſſen Aeußeres mit
plaſti=
ſchem Schmuck von Profeſſor Riegelmann geziert
iſt. Beſonders wirkungsvoll iſt die Gartenfront des
Schloſſes durch die Fenſtergruppierung und den
Terraſſenbau. An ihr liegen die Wohngemächer des
Kaiſers mit dem Blick auf den ſchön angelegten
Schloß=
garten und die gegenüberliegende
Anſiedelungs=
kommiſſion. Der niedrig und in ſchlichten Formen
ge=
haltene Marſtallbau iſt auf der Nordoſtſeite des
Schloſſes an der Oberwallſtraße errichtet.
Heimiſcher Gewerbefleiß iſt an der Herſtellung des
koloſſalen Bauwerkes in nicht geringem Maße
betei=
ligt, und das wuchtige, granitene Polygonmauerwerk
der Außenfaſſade des Schloßunterbaues iſt aus
ſoge=
nannten Findlingsblöcken der Provinz Poſen
aufge=
baut. Eifrig rüſten bereits alle Hände zu einem
wür=
digen Empfang des Kaiſerpaares, deſſen Anweſenheit
ein denkwürdiges Ereignis in der Geſchichte der Stadt
Poſen und gleichzeitig zu einem Markſtein in der
Ent=
wickelung der Provinz und ihrer vielverzweigten
Ver=
hältniſſe werden dürfte.
K. B.
Nummer 187.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Auguſt 1910.
Seite 3
tiſchen und ballſpielenden Hunden bringt, ferner der
ele=
gant koſtümierte ſpaniſche Clown Pippo und ſchließlich
die Clowns Nelſon, Manolo, Theodor und
Si=
vard ſorgen für Unterhaltung während der Pauſen. Der
Beſuch des Zirkus darf auf Grund des Geſagten ſicher
empfohlen werden
— Gravelottefeier der vereinigten Kriegervereine.
Eine ſtark beſuchte und ſtimmungsvolle
Gravelotte=
feier begingen vorgeſtern die vereinigten Kriegervereine
im ſtädtiſchen Saalbau unter Mitwirkung der Frau
Käthe Enders=Kuhlmann, des Herrn Ernſt
Roth (Bariton), der Darmſtädter Liedertafel
(Leiter: Großh. Kammermuſiker Adolf Kugler), ſowie
der Kapelle des Großh. Leihgarde=Infanterie=
Regi=
ments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, unter Leitung des
Obermuſikmeiſters Hugo Hauske. Die
Klavierbe=
gleitung hatte Großh. Kammermuſiker A. Kugler
über=
nommen. Die Feier wurde mit Fanfaren auf
Herolds=
trompeten und Panken eröffnet, worauf dann die
Kapelle Hauske die Jubel=Ouvertüre von C. M. v.
Weber ſpielte. Daran ſchloß ſich der Vortrag der drei
Chöre durch die Liedertafel: „An das Vaterland” von
Konr. Kreutzer; „Reiters Abſchied” von J. Kinkel, und
„Schwertlied” von C. My v. Weber. Oberbürgermeiſter
a. D. Schäfer hielt ſodann eine markige Anſprache
die in ein Hoch auf den Kaiſer und den Großherzog
ausklang. Die beiden Lieder für Bariton: „Der tote
Soldat” von Goltermann und „Kriegers Abſchied und
Heimkehr” von A. Kugler, die Ernſt Roth vortrug,
fanden wegen ihrer vortrefflichen Wiedergabe den
Beifall der Verſammelten. Nach einem
Orcheſtervor=
trag bot der Chor unter Begleitung des Orcheſters die
„Hymne” von Herzog Ernſt von Koburg, worauf dann
die mit vielem Beifall aufgenommene Feſtrede folgte
Die Rede auf das Vaterland hielt, wie hier bemerkt
ſei, Kamerad Bruchhäuſer, auch ſeine
Ausführun=
gen erweckten lebhaftes Intereſſe und Beifall. Der
Chor „Das Lied vom Deutſchen Reich” von A. Kugler
wurde ausgezeichnet vorgetragen. Im Mittelpunkte
der Veranſtaltung ſtanden lebende Bilder. Eine
Dich=
tung hierzu unter dem Titel „Aus großer Zeit” war
von Herrn Enders, Ehrenmitglied des Kriegervereins
Darmſtadt, verfaßt worden. Das Stellen der Bilder
und Vortrag der Dichtung wurde von Frau Käthe
Enders=Kuhlmann in vorzüglicher Weiſe
aus=
geführt. Die einzelnen Bilder waren: 1. Gruß der
Veteranen. 2. Der Abſchied. 3. Am Morgen vor der
Schlacht. 4. Eingreifen der Heſſiſchen Diviſion am
Bois de la Cuſſe in die Schlacht von Gravelotte. 5.
Er=
ſtürmung von Schloß Chambord. 6. Am Abend nach
der Schlacht. 7. Die Heimkehr. 8. Huldigung.
— Im Silberkranz. Sonntag, den 14. Auguſt,
feiert der Oberbahnaſſiſtent Herr Ferkinghoff mit
ſeiner Gemahlin das Feſt der ſilbernen Hochzeit.
— Ein Perzina=Harfen=Cembalo=Klavier wurde
von der Firma Karl Arnold, Pianofabrik, Ecke
Erbacherſtraße, für das Großh. Hoftheater
ge=
liefert.
Verband heſſ. ſtaatlicher Unterbeamten. Wegen
des bevorſtehenden Veteranen=Appells findet die
Quartal=
verſammlung nicht Samstag, den 13., ſondern Dienstag,
den 16. Auguſt, ſtatt.
§ Die vierte Automobildroſchke. Durch Großh.
Polizeiamt iſt nunmehr, den Verkehrsbedürfniſſen
ent=
ſprechend, eine weitere Automobildroſchke in hieſiger
Stadt zugelaſſen worden. Die Droſchke erhält
zu=
ſammen mit den drei bereits vorhandenen
Automobil=
droſchken ihre Aufſtellung bis auf weiteres abwechſelnd
am Louiſenplatz und an den Bahnhöfen.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 30. Juli l. J.
männ=
lich 9389, weiblich 5951, zuſ. 15340, in Prozenten 61,21,
38,79: am 6. Auguſt I. J. männlich 9406, weiblich 5915,
zuſ. 15321, in Prozenten 61,39, 38,61. Der
Kranken=
ſtand betrug am 30. Juli l. J. männlich 406, weiblich
279, in Prozenten 4,32, 4,68; am 6. Auguſt l. J.
männ=
lich 419, weiblich 282, in Prozenten 4,45, 4,82. An
Krankengeld wurde gezahlt in der Woche vom
25. Juli bis 30. Juli l. J. 4903,02 Mk., in der Woche
vom 1. Auguſt bis 6. Auguſt l. J. 4891,39 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 6. Auguſt
I. J. — 21, am 30. Juli l. J. — 21: Sterbefälle
kamen vor in der Woche vom 25. Juli bis 30. Juli
I. J. — 2; vom 1. Auguſt bis 6. Auguſt I. J. — 1.
— Das Meiſingerſche Tanzlehrinſtitut eröffnet
wie alljährlich ſeine Herbſt= und
Wintertanzlehrunter=
richtsſtunden und bringt ſie den Intereſſenten in
em=
pfehlende Erinnerung. (Siehe heutige Anzeige.)
§ Feſtgenommen. Ein 19 Jahre altes
Dienſt=
mädchen aus Münſter bei Dieburg iſt wegen Diebſtahl
hier feſtgenommen worden.
§ Kaminbrand. Am Mittwoch mittag gegen 12 Uhr
entſtand in einem Hauſe in der Heidelbergerſtraße ein
Kaminbrand, welcher durch die herbeigerufene
Feuer=
wehrwache alsbald gelöſcht wurde.
G
Ss. Griesheim, 10. Aug. Der Taglöhner Hofmann
von hier ſtürzte geſtern nachmittag von dem Neubau
der Möbelſchreinerei Müller ab und wurde in das
Hoſpital nach Darmſtadt verbracht.
Offenbach, 9. Aug. Die durch die Anlage des
Grundbuches notwendig gewordene Neuvermeſſung
der Gemarkung Offenbach war vom Großh.
Kataſter=
amt in Darmſtadt auf 80000 Mark veranſchlagt
worden. Auch ein Privatgeometer hatte dasſelbe
An=
gebot gemacht. Die Stadtverordnetenverſammlung
be=
ſchloß jedoch am 29. März 1906, die Arbeit in eigener
Regie auszuführen. Es wurde ein Kataſtergeometer
auf die Dauer von vier Jahren mit einem Gehalt von
4500 Mark vertraglich angeſtellt und ein Burean
ein=
gerichtet, in dem außer dem leitenden Kataſtergeometer
noch ſechs Geometer und fünf Geometergehilfen
beſchäf=
tigt ſind. Nach den im Rechenſchaftsbericht der
Bürger=
meiſterei für 1908 und im Voranſchlag für 1910
ent=
haltenen Erläuterungen werden ſich die Koſten am
Ende des Rechnungsjahres 1910 auf 179000 Mark
be=
laufen; das ſind rund 100000 Mark mehr, als
nach dem Voranſchlage des Großh. Kataſteramtes
ange=
nommen worden war. Da die Grundbeſitzer zum Rückerſatz
der Koſten verpflichtet ſind, iſt es begreiflich, daß ſie
über dieſen Regiebetrieb, der ihnen 100000 Mark
Mehr=
koſten verurſacht, höchſt ungehalten ſind und gern die
Gründe wiſſen möchten, die die Verwaltung und die
Stadtverordnetenverſammlung veranlaßt haben, die
Arbeit in eigener Regie ausführen zu laſſen. (G. A.)
— Bensheim, 11. Aug. In der hieſigen
Gewerbe=
ſchule iſt zur Zeit eine Ausſtellung der im letzten
Win=
ter gefertigten Schüleraubeiten ſämtlicher
Fach=
klaſſen, ſowie der Sonntags=Zeichenſchule veranſtaltet. Die
Ausſtellung gibt ein günſtiges Bild der Tätigkeit der
Schule, insbeſondere zeichnet ſich diesmal die Maler=
Fach=
klaſſe aus durch ſehr gediegene und einfache
Handwerks=
leiſtungen auf dem Gebiete der Flächendekoration und
einfacher Ornamentik in den verſchiedenen heute zur
An=
wendung kommenden Handwerks=Techniken. Die
Aus=
ſtellung, die nicht öffentlich, ſondern nur für den
Auf=
ſichtsrat der Schule und den einzelnen Intereſſenten
veran=
ſtaltet iſt, wird bis Anfangs September dauern.
In=
tereſſenten können durch den Hausmeiſter jederzeit
einge=
laſſen werden.
Mainz, 11. Aug. In einem hieſigen beſſeren
Re=
ſtaurant wurde geſtern auf Requiſition der
öſterreichi=
ſchen Behörde ein Kellner feſtgenommen, der
ſchon längere Zeit in dieſem Reſtaurant bedienſtet war.
Die Verhaftung des Kellners erfolgte wegen
Fahnen=
flucht, und es ſtellte ſich heraus, daß der Kellner
ehe=
mals Leutnant in einem öſterreichiſchen
Linien=
infanterieregiment geweſen iſt. Bei einer
Einberuf=
ung hatte er ſich nicht zu ſeinem Truppenteil geſtellt
und wurde deshalb wegen Fahnenflucht ſteckbrieflich
verfolgt. Der ehemalige Offizier hatte von hier aus
Briefe nach ſeiner Heimat geſendet, wodurch ſein
der=
zeitiger Aufenthaltsort ermittelt wurde.
Mainz, 11. Aug. Das Kreisamt gibt heute früh
bekannt, daß durch das Entgegenkommen der
Militär=
behörde den Schülern von Lehranſtalten die
Ge=
legenheit gegeben ſei, von bevorzugten Standorten aus
die am 16. Auguſt ſtattfindende Truppenſchau und
Ueberlandflüge ſich anzuſehen. Bedingung iſt,
daß die Zöglinge durch Lehrer geführt werden. Für
auswärtige Schüler dürfte es ſich empfehlen, wenn ſie
ſich gemeinſam durch Vermittelung ihrer Lehrer bis
ſpäteſtens Samstag an das Gouvernement Mainz
wenden.
Bingen, 11. Aug. Ein reger
Fremdenver=
kehr wird in der nächſten Zeit hier zu erwarten ſein.
Nächſter Tage wird das Korps „Haſſia” von Gießen in
einer Stärke von 200 Perſonen hier tagen. Am 12.
Auguſt trifft in Bingen eine Köln=Mülheimer
Reiſe=
geſellſchaft mit 500 Teilnehmern ein, die vier bis fünf
Tage hier verweilen werden. Vom 15. bis 17 d. M.
kommen die Mitglieder des Verbandes der
Kriegsfrei=
willigen von den Garderegimentern in Berlin mit 200
Teilnehmern. Darunter befinden ſich viele höhere
Offiziere. Der Verband wird eine Feier am
National=
denkmal auf dem Niederwald veranſtalten.
M. Bodenheim, 11. Aug. Die Weinberge der
hieſigen Gemarkung machen trotz der
vorausgegange=
nen anderthalbmonatigen Regenperiode einen
vor=
züglichen Eindruck. Durch intenſive, vor und
nach der Blüte eifrigſt vorgenommene Beſpritzung iſt
es der hieſigen Winzerſchaft gelungen, die gefürchtete
Perenoſpora faſt gänzlich fernzuhalten, ſo daß
Be=
laubung und Fruchtanſatz ein friſches, geſundes
Aus=
ſehen haben. Die Herbſtausſichten ſind deshalb hier,
zumal die Trauben bei der nunmehr eingetretenen
ſommerlichen Witterung in ihrer Entwicklung ſchnelle
Fortſchritte machen, im allgemeinen recht befriedigend.
Gießen, 11. Aug. Einer der reichſten hieſigen
Ein=
wohner erhielt dieſer Tage zwei Drohbriefe, in
denen ihm ein Bomenattentat angekündigt wurde, wenn
er nicht 200000 M. an einer beſtimmten Stelle im nahen
Walde niederlegte. Die Polizei veranlaßte den
Brief=
empfänger, das Geldniederlegen zu markieren, legte
ſich dabei auf die Lauer und faßte den arbeitsloſen
Schreiner Heck von Gießen ab, als er das Geld in
Empfang nehmen wollte.
Friedberg, 10. Aug. Der Bürgermeiſterei wurde
amt=
lich mitgeteilt, daß nicht nur der Großherzog und das
ruſſiſche Kaiſerpaar, ſondern für kurze Zeit auch
voraus=
ſichtlich der deutſche Kaiſer in Friedberg ſich aufhalten
werden.
C2 Aus dem Kreiſe Gießen, 11. Aug. Das vor zwei
Jahren in Betrieb genommene
Gruppenwaſſer=
werk im Lumdatal, die ſogen. Dieberggruppe,
ſoll nunmehr erweitert werden. Die Gruppe
be=
ſteht zurzeit aus den Orten Reinhardshain,
Belters=
hain, Bersrod, Lumda, Stangenrod im Kreis Gießen
und Lehnheim im Kreis Alsfeld, die von dem in der
Gemarkung Geilshauſen gelegenen Pumpwerk mit
Waſſer verſorgt werden. Die Maſchinenanlage beſteht
aus einer Sauggasanlage und den erforderlichen
Mo=
toren und Pumpen. Schon vor längerer Zeit hat der
Verbandsausſchuß beſchloſſen, auf ein Geſuch des
Orts=
vorſtandes der Gemeinde Weickartshain hin, dieſe an die
Gruppe als Verbandsmitglied anzuſchließen.
Weickarts=
hain iſt ſchon jahrelang auf der Suche nach Waſſer, da
im Orte ſelbſt eine große Waſſerkalamität herrſcht.
Eine im Kreis Schotten von Wohnfeld aus projektierte
Gruppenwaſſerleitung, zu der die Gemeinden Groß=
Eichen, Selnrod, Klein=Eichen, Lardenbach,
Weickarts=
hain zum Anſchluß vorgeſehen waren, kam nicht
zu=
ſtande, ſo daß Weickartshain Anſchluß an die
Dieberg=
gruppe ſuchte. Die Zuleitung erfolgt von Lehnheim
aus. Die Waſſerleitungsarbeiten ſind zurzeit
ausge=
ſchrieben und ſollen noch dieſen Monat in Angriff
ge=
nommen werden.
(*) Alsfeld, 10. Aug. In unſerem Kreiſe herrſcht
auf allen Gebieten der Tierzucht eine rege
züchte=
riſche Tätigkeit; der Beſtand der eingetragenen
Zucht=
tiere wird von keinem anderen Kreiſe erreicht.
Ins=
beſondere nimmt die Rindviehzucht eine
hervor=
ragende Stelle ein. Die Zahl der im Kreiſe gehaltenen
Rinder beträgt etwa 37000, alſo die höchſte Stückzahl
in den ſechs oberheſſiſchen Kreiſen. 670 Landwirte
ge=
hören mit rund 1700 eingetragenen Tieren
Zuchtver=
einen an. Die Pferdezucht iſt die umfangreichſte
in Oberheſſen; gegen 600 Stuten werden alljährlich
ge=
deckt, eine Zahl, die andere Kreiſe mehrfach übertrifft.
Der Kreis Alsfeld übt die Ziegenzucht von den
drei Vogelsberger Kreiſen Alsfeld, Lauterbach und
Schotten am ſtärkſten; der Kreisziegenzuchtverein ſetzte
1909 für rund 5000 Mark Zuchttiere ab. Die Tiere
blieben meiſt in Oberheſſen, doch ſind ſeit den letzten
Jahren auch zahlreiche Tiere nach den preußiſchen
Kreiſen Fulda, Hersfeld, Kaſſel, Ziegenhain, Hünfeld
und ins Thüringiſche verkauft worden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 10. Aug. Die
fortſchrei=
tende Unterſuchung gegen den Rektor Bock, der
wegen ſittlicher Verfehlungen gegen ſeine Schülerinnen
ſich in Haft befindet, legt immer deutlicher einen Sumpf
bloß, der unendlichen Schmutz in ſich birgt. Nicht nur
der Verführung ſchulpflichtiger Mädchen, ſondern auch
der Kuppelei hat ſich Rektor Bock ſeit Jahren gewidmet.
Die Affäre bekommt dadurch ein neues, noch häßlicheres
Geſicht. Konnte man ſich aus der Furcht der
Beteilig=
ten vor dem Gericht bisher noch leicht erklären, daß
es dem Muſterpädagogen gelang, ſein Treiben ſo lange
geheim zu halten, ſo muß man jetzt erſtaunt und
empört fragen: Wie war es möglich? Da kann man
der vorgeſetzten Behörde den Vorwurf nicht erſparen,
daß in dieſem Falle weder ihre Augen, noch ihre Ohren
ſcharf genug geweſen ſind. — Zu dem Prozeß May=
Lebius iſt von der vierten Ferienſtrafkammer des
Landgerichts III ein Gerichtsbeſchluß ergangen, der
dem Antrage des Verteidigers des wegen Beleidigung
verklagten Redakteurs Lebius, Rechtsanwalt Paul
Bredereck, ſtattgibt und die Ladung einer Anzahl
wich=
tiger, von der Partei des Beklagten genannter Zeugen
verfügt. Auch die Ladung einer großen Anzahl anderer
Zeugen hat das Gericht auf Antrag der Verteidigung
des Beklagten Lebius, der bekanntlich in erſter Inſtanz
freigeſprochen wurde, beſchloſſen. — Heute
verhaf=
tete die Polizei auf dem Schleſiſchen Bahnhof einen
27jährigen, aus Oſicha gebürtigen Landarbeiter namens
Kubuſchinski, der allem Anſcheine nach an einem
Raub=
mord beteiligt iſt, der im Juli in der Nähe von Deutſch=
Liſſa begangen wurde. Die Polizei glaubt jetzt, einer
Geſellſchaft von galiziſchen Raubmördern auf der Spur
zu ſein, auf deren Konto eine Reihe von Raubmorden
zu ſetzen iſt, die in letzter Zeit an volniſch=galiziſchen
Landarbeitern verübt wurden. — Ein eigenartiger
Theaterunfall ereignete ſich während der geſtrigen
Abendvorſtellung im Roſe=Theater. Als in der Pauſe
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Guſtav Mahlers Achte Symphonie iſt,
nach den ſoeben erſchienenen Proſpekten für die
Mün=
chener Uraufführung zu ſchließen, ein Werk von
ungewöhnlichen Dimenſionen. Jedenfalls bedeutet der
aufgebotene techniſche Apparat wohl einen Rekord für
Aufführung orcheſtraler Werke. Die von München
aus wiederholt angekündigte Mitwirkung von 1000
ausführenden Kräften ſcheint zum mindeſten erreicht,
wenn nicht gar überſchritten zu werden. Zu den zwei
gemiſchten Chören aus Wien und Leipzig, die beide in
einer Stärke von je 250 Sängern nach München reiſen
werden, tritt der von 350 Münchener Kindern gebildete
Knabenchor, ferner acht Soliſten, und endlich noch ein
Orcheſter von 148 Muſikern, für das der Ausdruck
„großes Orcheſter” als unzulänglich bezeichnet werden
und zum Beiſpiel das große Orcheſter des Münchener
Konzertvereins um zwei Drittel ſeines normalen
Standes verſtärkt werden muß. Die Beſetzung dieſes
Orcheſters iſt intereſſant. Es beſteht aus 24 erſten und
20 zweiten Geigen, 16 Bratſchen, 14 Celli, 12
Kontra=
bäſſen, 4 Harfen, Celeſta, Harmonium, 4 Mandolinen,
einer kleinen und vier großen Flöten, 4 Oboen,
Eng=
liſch=Horn, Es=Klarinette, 3 Klarinetten, Baßklarinette,
4 Fagotten, Kontrafagott, 8 Hörnern, 4 Trompeten, 4
Poſaunen, Baßtuba, 4 Pauken, der großen Trommel,
Becken, Triangel, Tamtam und tiefen Glocken; iſoliert
poſtiert ſind noch 4 Trompeten und 3 Poſaunen, und
endlich die große Orgel.
* Die frühere Kaiſerin Eugenie weilt
wieder einmal unter dem Namen „Gräfin de
Pierre=
fonds” in Paris. Sie hält ſich aus begreiflichen
Gründen während ihres Aufenthaltes in ihrer
ehe=
maligen Reſidenz ſtets in ſtrengſter Abgeſchloſſenheit.
Ihre Leidenſchaft für Paris iſt aber geblieben. Das
moderne==Paris mit ſeiner Aufregung und ſeinem
ſchwindelerregenden Verkehr gefällt ihr
außerordent=
lich. Um den Tuilerien nahe zu ſein, die in ihr teure
Erinnerungen wecken, ſteigt ſie ſtets in einem Hotel
ab, aus deſſen Fenſtern ſie den Garten ſehen kann, in
dem ehedem der „kleine Prinz” mit ſeinen
Spielgenoſ=
ſen ſich beluſtigte. In ihren Unterhaltungen ſpielt ſie
nie auf die Vergangenheit an und fordert, daß ihre
Umgebung die gleiche Zurückhaltung bewahre. Der
Kummer, die Verbannung und das Alter haben ſie
äußerſt feinfühlig gemacht, ſo daß ſie Eindrücken viel
zugänglicher iſt, als ehedem. Paris bleibt ihr
Lieb=
lingsaufenthalt. Sonſt verbringt ſie ihre Zeit zwiſchen
Farnborough, ihrer Villa am Kap Martin und
Aus=
flügen, die ſie an Bord ihrer Jacht „Cyrnos”
unter=
nimmt. „Paris”, erklärte ſie neulich, „iſt das
König=
reich derer, die keines mehr haben . . . .
* Zum Studium von Tierſeuchen in
Deutſch=Südweſtafrika entſendet das
Reichs=
kolonialamt den zu dieſem Zweck vom Reichsamt des
Innern beurlaubten Direktor der Veterinär=Abtlg. im
Reichsgeſundheitsamt, Geh. Reg.=Rat Prof. Oſtertag.
Dieſer wird mit dem am 17. Auguſt fälligen Dampfer
die Ausreiſe antreten und ſich an Ort und Stelle durch
Unterſuchungen über den Stand und die Bekämpfung
von Tierſeuchen, insbeſondere auch der in letzter Zeit
beobachteten Schafſeuchen, informieren. Außerdem ſoll
Oſtertag auf Grund der im Lande gewonnenen
Feſt=
ſtellungen Vorſchläge darüber machen, in welcher Weiſe
die wiſſenſchaftliche Erforſchung der Tierſeuchen durch
Schaffung geeigneter Organiſationen, vor allem durch
den Ausbau der beſtehenden bakteriologiſchen Station
am beſten geſichert wird. Auf Grund der geſammelten
Erfahrungen wird von Oſtertag alsbald nach ſeiner
Rückkehr ein für die eigenartigen Verhältniſſe der
Ko=
lonie beſonders geeigneter Bakteriologe ausgerüſtet
und ausgebildet werden.
Kleines Feuilleton.
nge. Der verſchwundene Sarg der
Köni=
gin Hortenſe. Wer je an den lieblichen Ufern des
Bodenſees weilte, hat es gewiß nicht verſäumt, dem
Schlößchen Arenenberg, das am Unterſee, auf dem
Ge=
biete des ſchweizeriſchen Kantons Thurgau liegt, einen
Beſuch abzuſtatten, — dieſem einfachen, anſpruchsloſen
Schlößchen, wo die Königin Hortenſe de Beauharnais
nach dem Sturze des erſten napoleoniſchen Kaiſerreichs
lebte, wo ihr Sohn, Napoleon III., ſeine Jugend
ver=
brachte und wo ſie 1837 ſtarb. Als er Kaiſer geworden
war, kaufte Napoleon III. das inzwiſchen in fremde
Hände geratene Schlößchen, von dem aus er ſeinen
Straßburger Putſch unternommen hatte, zurück und
ſchenkte es ſeiner Gemahlin, der ſchönen Eugenie, die
es nach ſeiner Entthronung und ſeinem Tode einige
Jahre lang bewohnte und es neuerdings ihrem Neffen,
dem Prinzen Viktor Napoleon, überlaſſen hat. Neben
dem Schlößchen ſteht eine kleine Kapelle. Hier wurde die
Königin Hortenſe nach ihrem Tode beigeſetzt.
Napo=
leon III., der zärtlich an ſeiner Mutter hing, hat die
Stelle, wo man ſie zur Ruhe beſtattete, mit einer
ſchö=
nen Marmorſtatue, einem Werke des Florentiner
Bildhauers Lorenzo Bartolini, ſchmücken laſſen. Von
denen, die die Kapelle betraten, war es aber wohl nur
den wenigſten bekannt, daß die Gebeine der Königin
Hortenſe ſich längſt nicht mehr hier befanden. So
er=
klärt es ſich, daß jetzt engliſche Touriſten die ſchreckliche
Entdeckung gemacht und der Preſſe ihres Landes
mit=
geteilt haben, daß der Sarg der ſchönen und
lebens=
frohen Königin Hortenſe ſei verſchwunden, offenbar
von frevelnden Händen geraubt und zerſtört. In
Wirk=
lichkeit ſind die ſterblichen Ueberreſte der Königin
Hor=
tenſe ſchon bald nach ihrem Tode, nämlich am Anfange
des Jahres 1838, von Arenenberg nach Frankreich
ge=
bracht und in der Kirche von Rueil an der Seite ihrer
Mutter, der Kaiſerin Joſephine, und von=deren=Vater.
Seite 4₰
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Auguſt 1910.
Nummer 187.
der eiſerne Vorhang geſchloſſen werden ſollte, geriet
die Souffleuſe in die offenſtehende Tür des Vorhanges
und wurde feſtgeklemmt. Die anweſende Feuerwache
eilte ſofort zu Hilfe und befreite die Verunglückte aus
ihrer unbequemen Lage. Sie kam mit leichten
Ab=
ſchürfungen davon. — Die Revolveraffäre im
Automobil hat ſich nun aufgeklärt. Der Schreiber
Fritz Vogt, der zuletzt bei einem Rechtsanwalt tätig
war, hatte in letzter Zeit einen liederlichen
Lebens=
wandel geführt und war immer mehr
heruntergekom=
men. Geſtern fuhr er, nachdem er ſich nach einem
Ausflug von ſeiner Braut verabſchiedet hatte, mit
ſeinem Freunde, der ſich zum Chauffeur ſetzen mußte,
im Automobil zum Reichskanzlerplatz und gab dort
drei Schüſſe auf ſich ab. Die erſten beiden gingen fehl
und trafen beinahe den Chauffeur, mit dem letzten
er=
reichte er dann ſeinen Zweck.
Wiesbaden, 11. Aug. Auf der Chauſſee nach Schloß
Platte ereignete ſich am Kilometerſtein 5,7 ein
ſchwe=
res Automobilunglück. Das Automobil des
hier zur Kur weilenden Rittmeiſters Frank aus Bonn
vermochte an dieſer Stelle die Straßenkurve nicht zu
nehmen. Der Wagen überſchlug ſich, ging total in
Trümmer, und die Inſaſſen, der Chauffeur Joſeph
Brunſoer und der Diener Arnold Repont, flogen in
weitem Bogen heraus. Der Chauffeur erlitt ſchwere
Kopfverletzungen und einen Bruch des rechten
Ober=
armes, während der Diener den rechten Unterſchenkel
brach. Beide kamen ins ſtädtiſche Krankenhaus.
St. Wendel, 11. Aug. Bei der hieſigen
Kreiskom=
munalkaſſe wurden Unterſchlagungen in
bedeu=
tender Höhe aufgedeckt. Der Kaſſenrendant Wilke iſt
verhaftet und dem Amtsgerichtsgefängnis zugeführt
worden. Die Verhaftung erregte großes Aufſehen.
Der Schaden wird aber vorausſichtlich durch die
Kau=
tion und das Vermögen Wilkes gedeckt.
Dortmund, 11. Aug. In dem Eiſen= und
Stahl=
werk Hoeſch zerſprang heute früh im
Drahtwalz=
werk ein Schwungrad. Durch die umherfliegenden
Radteile wurden die Arbeiter Ruppert und
Speuer=
mann getötet; fünf andere wurden verletzt,
dar=
unter einige ſchwer.
Nürnberg, 10. Aug. Die Ansbacher
Kreis=
regierung hat die Beſchwerde des Dichters Dr.
Otto Borngräber in Berlin gegen das polizeiliche
Ver=
bot der Aufführung ſeines Myſteriums „Die erſten
Menſchen” verworfen.
Karlsruhe, 11. Aug. Das
Wiederaufnahme=
verfahren gegen den zu lebenslänglichem
Zucht=
haus begnadigten ehemaligen Rechtsanwalt Karl
Hau iſt endgültig abgelehnt worden.
Sprottau, 11. Aug. Die Pferde eines
Milch=
wagens ſcheuten vor dem Automobil des Herzogs
Ernſt Günther zu Schleswig=Holſtein. Der Kutſcher
des Milchwagens wurde abgeworfen und erlitt eine
ſchwere Gehirnerſchütterung und andere Verletzungen
Der Herzog verließ das Automobil und ordnete die
Ueberführung des Verletzten nach dem
Kranken=
hauſe an.
Königsberg i. P., 10. Aug. Die verantwortlichen
Redakteure der ſozialdemokratiſchen Königsberger
Volkszeitung und Landboten, Marckwald und Linde,
wurden wegen Beleidigung der Prinzen des
königlichen Hauſes, begangen durch einen Leitartikel
über die Erhöhung der Zivilliſte, zu vier Monaten
bezw. ſechs Wochen Gefängnis verurteilt.
Rotterdam, 10. Aug. Der Schwimmer Eduard
Meyer aus Amſterdam durchquerte die Zuiderſee
ron Stavoren (Provinz Friesland) nach Enkhuijen
(Provinz Nordholland). Er brauchte für die Strecke
von ungefähr 20 Kilometern ſieben Stunden fünf
Mi=
nuten. Als man ihn wog, ſtellte ſich heraus, daß er
beinahe ſechs Kilogramman Gewicht abgenommen
hatte.
Bari, 10. Aug. Etwa 1000 Perſonen veranſtalteten
heute eine Kundgebung gegen die Erhöhung
der Wohnungsmieten. Sie durchzogen die
Straßen, bewarfen die Polizei mit Steinen und gaben
Revolverſchüſſe auf ſie ab, durch welche 15 Beamte
ver=
wundet wurden. Die Polizei ſchoß darauf auf die
Manifeſtanten, von denen 2 getötet und 12
ver=
wundet wurden. Militär ſtellte die Ruhe wieder her.
Paris, 11. Aug. Die Morgenblätter melden die
demnächſtige Verheiratung der Baronin
Vaughan, der morganatiſchen zweiten Gemahlin des
verſtorbenen Königs Leopold von Belgien, mit dem
Rentner Durieux in Neuilly. Das ſtandesamtliche
Aufgebot iſt bereits erfolgt.
Lyon, 10. Aug. Ein Falſchmünzer erſchoß
heute einen Polizeibeamten, der ihn verhaften wollte,
und entfloh darauf. Auf der Flucht verwundete er
eine vorübergehende Perſon und ſchoß noch auf einen
anderen Polizeibeamten, ohne ihn jedoch zu treffen.
Dieſer ſchoß hierauf auf den Täter und verwundete
ihn. Als der Falſchmünzer ſah, daß ſeine Feſtnahme
unvermeidlich war, ſchoß er ſich eine Kugel in den Kopf
und wurde in ein Krankenhaus geſchafft. Ein
Mit=
ſchuldiger wurde gleichfalls verhaftet.
London, 10. Aug. Ein ſenſationeller
Mord=
anfall wurde heute nachmittag in einem Abteil erſter
Klaſſe eines Londoner Stadtbahnzuges verübt. Ein
fünfzigjähriger Herr, Mr. Froſt, wurde in einem von
Baker Street nach Ruislip gehenden Zuge plötzlich von
einem jungen, ausländiſch ausſehenden Manne, welcher
allein mit ihm im Abteil war, angefallen. Mr. Froſt,
ein kräftiger Mann, ſetzte ſich zur Wehr, und es folgte
ein furchtbarer Kampf. Der Angefallene verſuchte, das
Notſignal zu ziehen, doch gelang ihm dies nicht. Das
Individuum feuerte hierauf mit einem Revolver auf
Froſt, und die Kugel zerſchmetterte dieſem die
Kinn=
backen. Der Zug ſollte fahrplanmäßig durch den
Bahnhof Swiß Cottage hindurchfahren, doch der dortige
Signalwächter bemerkte, daß die Türe eines Abteils
erſter Klaſſe offen war und brachte den Zug zum
Still=
ſtand, als er eben in den Tunnel einfuhr. Den
herbei=
eilenden Schaffnern bot ſich in dieſem Abteil ein
ſchrecklicher Anblick. Froſt lag blutüberſtrömt mit
zer=
ſetzten Händen und Kleidern am Boden. Er war noch
bei Bewußtſein, aber ſehr ſchwach. Der Täter war
ent=
ſprungen. Man ſchaffte den Verletzten ſofort in das
Friedenhamhoſpital zu Finchley, wo er lebensgefährlich
daniederliegt. Eine Abteilung Beamter durchſuchte
ſchleunigſt den Tunnel und ergriff am anderen Ende
einen jungen, halb betäubten Mann, welcher der von
dem Verletzten gegebenen Beſchreibung ſeines
An=
greifers entſprach. Dieſer wurde feſtgenommen, doch
konnte ſeine Identität noch nicht feſtgeſtellt werden.
Kongreſſe und Verbandstage.
Deutſcher Zentralverband für Handel
und Gewerbe.
— Barmen, 10. Aug. Im weiteren Verlauf der
Hauptverſammlung des Deutſchen Zentralverbandes
für Handel und Gewerbe wurde die Frage des
heim=
lichen Warenhandels erörtert. Der Berichterſtatter
Junckersdorf (Dresden) ſtellte folgenden Antrag: „Der
Zentralverband möge erneut und unausgeſetzt bei den
zuſtändigen Stellen vorſtellig werden, damit
geſetz=
geberiſche Maßnahmen in dem Sinne vorbereitet
wer=
den, daß die Auflegung einer Liſte der angemeldeten
Betriebe durch die berufenen Behörden zur Einſicht
für jedermann vorgeſchrieben wird und den
Beſtim=
mungen der Gewerbeordnung ein Zuſatz beigefügt
wird, wonach außer dem Familiennamen mit
minde=
ſtens einem ausgeſchriebenen Vornamen auch eine
Be=
zeichnung anzubringen iſt, aus der die Art des
Ge=
werbebetriebes unzweideutig hervorgeht.” Nach
länge=
rer Debatte, in der noch zahlreiche Einzelfälle zur
Sprache kamen, in denen der legitime Handel geſchädigt
wird, wurde der Autrag einſtimmig angenommen. Zur
Frage der ſtaatlichen Penſionsverſicherung der
Privat=
angeſtellten wurde folgende Reſolution angenohmen:
„Die Hauptverſammlung für Handel und Gewerbe
bringt den auf ſtaatliche Penſionsverſicherung
gerich=
teten Beſtrebungen der Handlungsgehilfenſchaft
grund=
ſätzlich wohlwollendes Verſtändnis entgegen, lehnt es
aber ab, zu Einzelbeiten Stellung zu nehmen, ſolange
nicht eine Vorlage der Regierung veröffentlicht iſt.
Zu dem Punkt der Tagesordnung: „Kampf gegen das
Sonderrabattunweſen”, lag ein Antrag des Vereins
gegen Unweſen im Handel und Gewerbe in Dresden
vor: „Die Hauptverſammlung des Zentralverbandes
wolle beſchließen, in eine nachdrückliche Bekämpfung
des Sonderrabattunweſens durch den Zentralverband
einzutreten und zu dieſem Zwecke a) die
Verbandsver=
eine zu veranlaſſen, die ihnen bekannt gewordenen
Fälle der Sonderrabattgewähr dem Verbandsvorſtand
zu melden, b) dieſe Fälle mit Namensnennung in der
Verbandszeitung und von Zeit zu Zeit in den
Tages=
zeitungen der betreffenden Orte zu veröffentlichen, e)
der Tagespreſſe von Zeit zu Zeit Artikel zugehen zu
laſſen, in denen das Publikum über den Verſtoß gegen
die guten Sitten, der im Sonderrabattgeben und
=nehmen liegt, aufgeklärt wird, d) Vorträge über
das=
ſelbe Thema zu veranſtalten, e) einen Fonds zu
bil=
den, aus dem die Koſten der Agitation gegen das
Son=
derrabattunweſen gedeckt werden können.” Der Antrag
wurde angenommen. Ein weiterer Antrag des
Ver=
eins der Kolonialwarenhändler von 1872 in Hamburg:
Der Zentralverband möge den Beſtrebungen, die das
Frauenwahlrecht für die Kaufmannsgerichte fordern,
dem Marquis Taſcher de la Pagerie, beigeſetzt worden.
Napolleon III. ließ die Kirche von Rueil, die aus dem
16. Jahrhundert ſtammt, reſtaurieren und für die
Särge ſeiner Mutter, ſeiner Großmutter und ſeines
Urgroßvaters ein Mauſoleum herſtellen. Nur ſelten
verirrt ein Fremder ſich hierher. Denn Rueil liegt
etwas abſeits von der großen Heerſtraße, 13 Kilometer
von Verſailles, und die amerikaniſchen Nabobs, die in
ihren Automobilen an dem ſtillen Städtchen
vorbei=
eilen, ahnen nichts davon, daß es ein Stück der
fran=
zöſiſchen Geſchichte in ſich ſchließt. . .
* Ein Automat für elektriſche
Stra=
ßenbeleuchtung. Für zehn Pfennige zwölf
Mi=
nuten Licht gibt es, dem Dresdener Anzeiger zufolge,
in dem Dorfe Zarkau bei Glogau. Dieſer Ort dürfte
das einzige deutſche Dorf ſein, das ſich einer
automa=
tiſchen elektriſchen Straßenbeleuchtung erfreut. Auf
der kurzen, etwa einen Kilometer betragenden
Wege=
ſtrecke von der Stadtgrenze bis in die Gemeinde
Zar=
kau ſind neun große Glühlampen aufgeſtellt worden,
die die ganze Wegeſtrecke ausreichend beleuchten. Dieſe
Lampen brennen auf Koſten der Gemeinde bis 10 Uhr
abends. Nach dieſer Zeit iſt aber jedermann in der
Lage, durch Einwurf eines Zehnpfennigſtückes in einen
der beiden Automaten, die an den Endmaſten
ange=
bracht ſind, den Strom auf zwölf Minuten wieder
ein=
zuſchalten. Dieſe Zeit genügt wohl in den meiſten
Fällen, um die fragliche Wegeſtrecke bequem
zurück=
zulegen. Das Prinzip der Anlage iſt dasſelbe wie bei
der automatiſchen Treppenbeleuchtung. Von dieſer
bis zur automatiſchen Straßenbeleuchtung war alſo
eigentlich nur noch ein kleiner Schritt. Der Automat
iſt in einem Eiſenkaſten untergebracht, über deſſen
Zweck ein weithin ſichtbares Schild belehrt: „Für 10
Pfennig 12 Minuten Licht!” Nach 10 Uhr abends wird
der Apparat durch eine kleine Lampe beleuchtet. Die
Brenndauer der Straßenlampen wird durch ein
elek=
triſch betriebenes Uhrwerk geregelt.
— Der „Autoſchnabel” Wie die Seefahrer
von altersher das Vorderteil ihrer Fahrzenge mit
einem prächtig verzierten, oft kunſtvoll geſchnitzten
Schiffsſchnabel ſchmückten, ſo verziert auch der
mo=
derne Automobiliſt die Spitze ſeines Wagens. Die
Königin=Mutter von Italien, Königin Margherita, hat
das Beiſpiel gegeben, als ſie ihr Auto mit einem
präch=
tig gearbeiteten Bronzevogel verſehen ließ, der mit
ausgebreiteten Schwingen vorwärts zu ſtreben ſcheint.
Die Mode hat ſich dieſer Anregung ſchnell bemächtigt.
Am Vorderteil der prächtigen Luxusautomobile der
reichen Pariſer ſieht man jetzt allerlei Geſtalten und
Figurinen, die als Schmuck dienen oder ſymboliſch
ge=
deutet werden mögen. Sie ſind das Zeichen der
Be=
ſitzer, gewiſſermaßen ihr Wappen. Hier iſt ein
präch=
tiger Adler, dort eine Taube, dort die Geſtalt eines
Diskuswerfers. Aber auch der Humor kommt bei
die=
ſer Ausſchmückung des Autos zu ſeinem Rechte. Vor
der Großen Oper in Paris ſah man in dieſen Tagen
inmitten der Armee von Autos einen Wagen, der am
Vorderteil die luſtige Geſtalt eines Schutzmannes
zeigte, der ſeinen Stock drohend erhoben hält. Der
kleine, bunte Wächter der Ordnung an der Spitze des
Motors hatte beim Publikum einen ehrlichen
Heiter=
keitserfolg und er nahm ſich vortrefflich aus gegen
ſei=
nen lebendigen, großen Kollegen, der mit finſteren
Blicken unmittelbar vor dem Auto auf der Straße
ſei=
nes Amtes waltete und den kleinen Bronzekollegen
bisweilen mit einem mißbilligenden Blicke ſtreifte.
* Wenn ſich zwei ſtreiten Der
be=
rühmte engliſche Aſtronom Sir David Gill, der auch
vor kurzem Ritter eines hohen deutſchen Ordens
ge=
worden iſt, erzählte folgende amüſante Geſchichte:
Eines Tages fiel ein Meteorſtein auf das Feld eines
Pachtgutes. Da derſelbe einen ſtattlichen Metallwert
repräſentierte, nahm ihn der Beſitzer des Landgutes
als ſein Eigentum in Anſpruch. Der Pächter
hin=
gegen machte geltend, der Meteorſtein habe ſich ja zur
Beit des Pachtvertrages noch nicht auf dem Grund und
Boden befunden und ſei daher ſein. Nun beanſpruchte
ihn der Beſitzer nach engliſchem Recht als Flugwild.
Der Pächter erhob gegen dieſe Auffaſſung Einſpruch,
da der Stein ja weder Flügel noch Federn habe.
Einen jähen Abſchluß erfuhr der Streit, als der
Zoll=
beamte auf der Bildfläche erſchien und von dem
Me=
teoriten Beſitz ergriff. Er begründete dies damit, daß
„er ein ohne Zahlung des für Eiſen feſtgeſetzten Zolles
in das Land eingeführter Artikel” ſei,
ablehnend gegenüberſtehen und der maßgebenden Stelle
eine dementſprechende Eingabe unterbreiten, wurde
durch Baumann (Hamburg) begründet. Auch dieſer
Antrag fand die Zuſtimmung der Verſammlung. Zum
Schluß behandelte der Verbandstag noch verſchiedene
interne Angelegenheiten.
Stadtverordneten=Verſammlung.
8. Sitzung.
Si. Darmſtadt, 11. Auguſt.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitzung mit folgenden
Mitteilungen:
Die Firma W. Kleber hier hat Einſpruch dagegen
erhoben, daß der Oktroiſatz für Schaumwein (20 Pfg. für
eine Flaſche) auch von Apfelweinſekt zur Erhebung gelangt.
Die Eingabe geht an die Bürgermeiſterei.
Gutspächter W. Schwarz bittet um Herabſetzung
der ihm angeſonnenen Verzinſung des Anlagekapitals für
die geplante Erbauung einer Feldſcheuer auf dem
Geha=
bornerhof.
Oktroi=Erheber i. P. Kröh bittet um Erhöhung
ſei=
ner Penſion.
Der mit Steinkohlenhändler Baumann
abgeſchloſ=
ſene Mietvertrag wegen des für die Hilfsſchule
ge=
mieteten Saales im Hauſe Waldſtraße 30 ſoll bis zum 30.
September 1911 verlängert werden, da der Neubau der
Hilfsſchule vorausſichtlich erſt bis dahin beziehbar ſein
wird. Die Verſammlung hat gegen die Verlängerung des
Vertrages nichts einzuwenden.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten. Zur
Beratung des
Verwaltungsberichts 1908
übernimmt Stadtv. Kalbfuß den Vorſitz. Der Bericht
wird nach dem Referat des Stadtv. Henrich
geneh=
migt und der Bürgermeiſterei mit dem Ausdruck des
Dan=
kes und der Anerkennung Entlaſtung erteilt.
Baudispensgeſuche.
Ein Geſuch des Maurermeiſters W. Ganß um
Be=
freiung von der Beſtimmung in Poſ. III des Nachtrags
zum Ortsbauſtatut für die Martinſtraße ſüdlich des
Heerd=
wegs vom 20. Mai 1901 für das Haus Martinſtraße 53
wird auf Antrag der Bürgermeiſterei und des
Hochbau=
ausſchuſſes zur Genehmigung empfohlen und von der
Ver=
ſammlung nach dem Referat des Stadtv. Wittmann
genehmigt.
Ein Geſuch des G. Gerbig um Befreiung von der
Beſtimmung in § 32 Abſ. 6 der Baupolizeiordnung
für=
einen Anbau in der Hofreite Neckarſtraße 24 wird von dem
Hochbau=Ausſchuß nicht befürwortet und dementſprechend
abgelehnt. Referent Stadtv. Wittmann.
Weißbinder G. Reininger bittet um Geſtattung
einer Ausnahme von der Beſtimmung in § 5 des
Ortsbau=
ſtatuts und des Art. 38 der Allgemeinen Bauordnung für
Errichtung eines Schuppens auf dem Grundſtück
Frank=
furter Straße 85. Der Hochbau=Ausſchuß befürwortet das
Geſuch gegen Ausſtellung des üblichen Reverſes. Die
Verſammlung genehmigt das Geſuch. Referent Stadtv.
Rockel.
Ingenieur E. Schenck, Rechnungsrat H. Freyer
und Architekt K. Stief haben um Geſtattung von
Aus=
nahmen von der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts
für die Errichtung von drei Neubauten in der Garten=
Vorſtadt Dieburger Straße-Hohler Weg nachgeſucht. Der
Hochbau=Ausſchuß ſchlägt vor, die Geſuche zunächſt nicht
zu genehmigen, da die Vorbedingungen des § 2 des
Orts=
bauſtatuts für die Garten=Vorſtadt vom 12. Mai 1910
nicht erfüllt ſind. Die Verſammlung beſchließt jedoch
nach langer Debatte, die Geſuche an den Ausſchuß
zu=
rückzuverweiſen. Referent Stadtv. Markwort.
Einwendungen gegen einen
Bebauungs=
plan.
Gegen den Bebauungsplan für den Gemarkungsteil
zwiſchen Allee, dem neuen Hauptbahnhof, dem neuen
Güterbahnhof, Weiterſtädter Weg, Landwehrſtraße und
Feldbergſtraße ſind von einer Reihe von Intereſſenten
Einwendungen erhoben worden, die nach eingehender
Prüfung durch das Stadtbauamt teils unbegründet, teils
Entſchädigungsfragen ſind, die erſt ſpäter bei
Durchfüh=
rung des Bebauungsplanes ihre Erledigung finden
kön=
nen. Der Hochbauausſchuß hat ſich auf Antrag der
Bür=
germeiſterei damit einverſtanden erklärt, daß die
Einwen=
dungen nach den Vorſchlägen des Stadtbauamts
behan=
delt werden. Die Verſammlung beſchließt demgemäß.
Re=
ferent Stadtv. Markwort.
Die Dienſträume des 7. Polizeireviers.
Die Stadtverordneten=Verſammlung hat bereits am
5. November 1908 beſchloſſen. an Stelle der zurzeit im
Schlachthof untergebrachten Nordſtation ein neues (7.)
Polizeirevier zu errichten, das den von der Schloßgarten=
und Pallaswieſenſtraße nach Norden zu zwiſchen
Pan=
kratiusſtraße und Gräfenhäuſer Weg gelegenen Stadtteil
umfaſſen ſoll. Die zunächſt in Ausſicht genommene
Er=
werbung eines geeigneten Privathauſes wurde mit
Rück=
ſicht auf die neben den Erwerbungskoſten entſtehenden
hohen Umbaukoſten wieder fallen gelaſſen. Die
Bürger=
meiſterei ſchlägt vor, einen Neubau zu errichten, und zwar
mit Zuſtimmung des Polizeiamts auf der Nordoſtecke des
Pfründerhausgartengeländes in der unteren
Schwanen=
ſtraße. Die Baukoſien ſind auf 35000 Mark veranſchlagt.
Der Hochbau= und Finanzausſchuß haben dem von dem
Stadtbauamt ausgearbeiteten Neubauprojekt zugeſtimmt.
Das gleiche tut die Verſammlung nach dem Referat des
Stadtv. Markwort.
Geländetauſch.
Herr Edler v. Oetinger hat darum nachgeſucht,
den ſein Beſitztum an der Kranichſteiner Straße
durch=
ziehenden ſtädtiſchen Flutgraben innerhalb des
Grund=
ſtücks zu verlegen. Da hierdurch eine Verbeſſerung für den
Abfluß des Waſſers erzielt wird, empfehlen die
Tiefbau=
deputation und der Finanzausſchuß den erforderlichen
Ge=
ländetauſch zur Genehmigung. Die Verſammlung ſtimmt
zu. Referent Stadtv. Gallus.
Realſchule oder Oberrealſchule.
Bei der Beſchlußfaſſung der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung über die Erbauung der beiden höheren Schulen
auf dem Gaswerksgelände wurde die Entſchließung
dar=
über, welchen Charakter die neue höhere Knabenſchule
er=
halten ſollte, ob den einer Oberrealſchule oder einer
Real=
ſchule, vorbehalten. Die Bürgermeiſterei hat nun
inzwi=
ſchen durch die Direktion der Oberrealſchule eine bezügliche
Abſtimmung der Eltern veraulaßt, bei der ſich 92 Prozent
für eine neunklaſſige Oberrealſchule ausgeſprochen haben.
Die Bürgermeiſterei hat ſeither ſtets den Standpunkt
ver=
reten, daß ſowohl nach der organiſatoriſchen wie nach der
finanziellen Seite die Errichtung einer Oberrealſchule im
Nummer 187.
darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Auguſt 1910.
Seite 5.
Iutereſe der Stadt liegt und daß nur hierdurch eine
Ent=
laſtung der beſtehenden Oberrealſchule zu erwarten iſt.
Auch das Großh. Miniſterium des Innern hat ſich dahin
ausgeſprochen, daß es der Errichtung einer zweiten
Ober=
realſchule, als der durch die gegebenen Verhältniſſe
drin=
gend geforderten Anſtalt, ſeine Zuſtimmung in beſtimmte
Ausſicht ſtellen könne, während es Bedenken tragen müſſe,
die Errichtung einer Realſchule zu genehmigen. Im Falle
der Einrichtung einer Oberrealſchule wurde auch die
Be=
willigung eines Staatszuſchuſſes in gleicher Weiſe wie bei
der beſtehenden Anſtalt, in Ausſicht geſtellt. Die
Bürger=
meiſterei ſtellt daher in Uebereinſtimmung mit dem Schul=
und dem Finanzausſchuß den Antrag, die neue
Kna=
benſchule als Oberrealſchule einzurichten.
Nach dem Referat’ des Stadtv. Nodnagel und nach
längeren Ausführungen der Stadtvv. Pickert und
Hen=
rich, die ſich gegen die Vorlage ausſprechen und für eine
Mittelſchule eintreten, und des Vorſitzenden, der die
Vor=
lage unter eingehender Darlegung der Verhältniſſe warm
befürwortet, weiter nach Ausführungen der Stadtvv.
Schupp, Saeng, Kalbfuß, Rockel, Schmeel
macht Stadt. Dr. Bender mit Recht darauf aufmerkſam,
daß alles, was die Herren heute vorgebracht, eigentlich gar
nicht hierher gehöre, und daß die Notwendigkeit der
Er=
richtung einer Oberrealſchule ſchon dadurch erwieſen iſt,
daß die beſtehende überfüllt iſt und zirka 92 Prozent der
Eltern ſich dafür ausgeſprochen haben. Danach wird der
Antrag der Bürgermeiſterei gegen 3 Stimmen
angenommen.
Voranſchläge.
Von Großh. Direktion des Realgymnaſiums
iſt der Entwurf des Voranſchlags für 1911 vorgelegt
wor=
den. Die Einnahmen an Schulgeld und aus Gebäuden
ſind veranſchlagt auf 127062 Mark, die perſönlichen
Aus=
gaben auf 212830 Mark und die ſachlichen Ausgaben,
ab=
züglich der Zinſen aus der Klunck= und Hublitz=Stiftung,
15810 Mark. Da die Stadt bekanntlich die ganzen
ſach=
lichen Koſten und die Hälfte der perſönlichen Ausgaben
nach Abzug der Einnahmen zu tragen hat, ſo berechnet
(212830—127062)
ſich der ſtädtiſche Zuſchuß auf 15810 Mk.
— 58694 Mark und zuzüglich des Beitrags der Stadt zum
Gehalt des katholiſchen Religionslehrers mit 475 Mark
auf zuſammen 59169 Mark, gegenüber 62308 Mark in
1910. Der Staatszuſchuß beträgt 42409 Mark. Schul=
und Finanzausſchuß haben ſich mit dem Entwurf
einver=
ſtanden erklärt. Der Voranſchlag wird genehmigt.
Ref.: Stadtv. Bormet.
In dem weiter vorliegenden Entwurf des
Voran=
ſchlags der Großh. Oberrealſchule für 1911
ſind erſtmalig die Koſten eingeſtellt, die durch den Betrieb
der neuen höheren Knabenſchule auf dem Gaswerksgelände
vorausſichtlich entſtehen. Die Einnahmen an Schulgeld
und aus Gebäuden ſind berechnet mit 103 710 Mark, die
perſönlichen Ausgaben auf 204786 Mark und die
ſach=
lichen Ausgaben abzüglich der Zinſen aus der
Stamm=
ſchen Stiftung auf 16675 Mark. Der ſtädtiſche Zuſchuß
berechnet ſich auf zuſammen 67688 Mark, der
Staatszu=
ſchuß auf 50063 Mark. Schul= und Finanzausſchuß haben
den Entwurf gutgeheißen. Nach längeren
Erörter=
ungen über den Schulbau uſw. wird beſchloſſen, die
Entſcheidung hierüber vorerſt auszuſetzen.
Schuldienerwohnung.
Für den Schuldiener der Stadtknabenſchule I ſoll mit
Zuſtimmung des Schul= und Finanz=Ausſchuſſes in
dem an die Schulhofreite angrenzenden Hauſe
Ballon=
platz 3 eine Wohnung gemietet werden, da in dem
Schulgebäude ſelbſt die erforderlichen Wohnräume
nicht zur Verfügung geſtellt werden können. Die
ſeit=
herige Schuldienerwohnung wird demnächſt als
Schul=
ſaal hergerichtet. Die Verſammlung erklärt ſich nach
dem Referat des Stadtv. Schmeel damit
einver=
ſtanden. Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.
Luftſchiffahrt.
* Frankfurt, 11. Aug. Auf dem Griesheimer
Exerzierplatz an der Mainzer Landſtraße hat jetzt das
Training für den erſten deutſchen
Ueberland=
flug, Frankfurt-Mainz-Mannheim,
be=
gonnen. Als Erſter erhob ſich heute früh 5 Uhr der
neue Eulerpilot Lochner, der frühere Automobiliſt,
und umkreiſte den Platz mehrere Male. Um 10 Uhr
erfolgte ein zweiter Aufſtieg, der bis 60 Meter Höhe
emporführte. In den nächſten Tagen werden wohl
auch die anderen Teilnehmer hier eintreffen und ſich
das Terrain aus der Aeroplan=Perſpektive beſehen.
Außer Lochner haben bis jetzt gemeldet: Jeannin,
Mumm, v. Gorriſſen, Tiedemann,
Win=
cziers und zwei Piloten der Berliner
Wrightgeſell=
ſchaft, deren Namen noch nicht bekannt ſind. Vielleicht worden.
beteiligt ſich auch Auguſt Euler an dem Flug. (Frkf.
Ztg.)
folge, anfangs Oktober zum deutſchen Luftſchiffer= Maſchinen= und Armaturenfabrik Bremen etwa 700,
tag in Dresden eintreffen. Die Meldung, er komme auf der Werft von Tecklenborg=Geeſtemünde etwa 800,
Ende dieſes Monats im Luftſchiff näch dort, iſt falſch.
Der König, der den Grafen in Dresden zu begrüßen auf der Werft von Rickmers=Bremerhaven etwa 280
wünſcht, wird bis zum 1. September in Tarvis bleiben. Mann ausgeſperrt. — Auf der Aktiengeſellſchaft
* Flugplatz Johannisthal, 10. Aug.
Wäh=
rend der heutigen Wettflüge ſtürztte der Aviatiker! ſie umfaßt 2400 Arbeiter.
Oskar Heim nach einem Flug von 12 Minuten
in=
folge Bruches der hinteren Steuerung mit ſeinem
Wrightapparat aus einer Höhe von 70 bis 80 Meter gebern einen Vergleichsvorſchlag gemacht, nach dem die
ab. Er wurde in bewußtloſem Zuſtande fortgeſchafft. Arbeitszeit täglich um eine halbe Stunde verkürzt
Der Apparat überſchlug ſich mehrere Male und wurde werden ſoll, bis durch die Cortes eine endgültige
Re=
zertrümmert.
Unfall des Aviatikers Heim wurde dadurch herbei= haben ihn abgelehnt.
geführt, daß in einer Höhe von 122 Meter der linke
Propeller brach und die hintere Steuerung zerriß. Da
der rechte Propeller weiter arbeitete, kippte der
Appa=
rat um und ſtürzte aus einer Höhe von 60 Metern ab.
Heim erlitt eine ſchwere Gehirnerſchütterung und überfuhr der hier um 6 Uhr 43 Min. fällige
Per=
ſchwere innere Verletzungen. Die übrigen Aviatikerſonenzug eine Rotte Streckenarbeiter.
machten eine Reihe von Flügen. Brunhuber flog mit
ſeinem Sommerapparat eine Stunde und 50 Min.
* Blackpool, 10. Aug. Graham White
unter=
nahm heute einen Uebungsflug, um die Verwendbar trefſen, der die Rotte auf den fälligen Zug nicht
auf=
keit des Aeroplans für die Beförderung militäriſcher merkſam gemacht haben ſoll, ebenſo ſoll das neblige
Depeſchen zu erweiſen. Er ſtieg in Blackpool auf und1 Wetter zum Unglück beigetragen haben. Die
Verun=
flog über Land nach den Baracken von Fleetwood, von glückten ſtanden ſchon lange Jahre im Bahndienſt.
wo er, mit neuen Depeſchen verſehen, über die
More=
cambe=Bai nach Parrow flog. Der ganze Flug dauerte 6 Uhr 45 Min. wurden bei Kilometer 24,1 der Strecke
119 Minuten. Ein anderer bemerkenswerter Flug, der Straßburg-Baſel, zwiſchen Hatzenheim und Renfeld,
65 Meilen weit bei nebligem Wetter über das Meer im Gemeindebezirk Sand, bei ſtarkem Nebel während
von Blackpool nach Rhos bei Llandudno führte und 93 der Begegnung der Perſonenzüge Nr. 206 und 291 von
Minuten in Anſpruch nahm, wurde von dem Aviatiker letzterem ſechs Rottenarbeiter überfahren und getötet.
Loraine ausgeführt.
sr. Ein Höhenflug von 1100 Meter wurde der Vorſchrift, nicht aus den Gleiſen heransgetreten,
von dem bisher unbekannten Aviatiker Wynmalen in ſondern in das Nebengleis hinübergetreten.
Mourmelon mit einem Farman=Doppeldecker ausge=
führt. Die bisher beſten Höhenflüge erzielten Brookins
(Bleriot) in Blackpool mit 1793 Meter, Olieslagers
(Bleriot) in Brüſſel mit 1720 Meter, Tych (Bleriot) in
Blackpool mit 1778 Meter, Latham (Antoinette) in
Reims mit 1384 Meter, Morane (Bleriot) in
Bourne=
mouth mit 1365 Meter, Paulhan (Farman) in Los
Angeles mit 1269 Meter und Weymann (Farman) in paar Worte bezüglich des Veteranen=Appells. Mein!
welcher Geſchwindigkeit Aviatiker aus ſchwindelnden hier bei meinen Verwandten auf. Die Kunde von
Höhen wieder zur Erde hinabgleiten. So brauchte
8 Minuten; noch überraſchender iſt die Leiſtung von
Chavez, der zum Abſtiege aus 1575 Meter nur 2
Mi=
nuten 45 Sekunden benötigte, was einer
Geſchwindig=
keit von 640 Meter pro Minute entſpricht.
* Paris, 11. Aug. Aus Bouy wird gemeldet:
eine Rekognoszierung der feindlichen Batterien vom
hieſigen Militärlager aus, die ungefähr zwei
Kilo=
meter entfernt waren. Die Rekognoszierung dauerte
etwa 25 Minuten und erfolgte in einer Höhe von
un=
gefähr 500 Metern. Heute wird ein wirkliches
Schie=
ßen gegen die feindlichen Batterien auf Grund der
Ergebniſſe der Rekognoszierung im Aeroplan
ſtatt=
finden. Es iſt dies die erſte Uebung dieſer Art.
* Paris, 11. Aug. Lindpaintner ging
ſechs Kilometer von Nancy entfernt auf einer Wieſe
bei Champignuelles nieder, fuhr dann wieder 1
Kilo=
meter weiter, aber das ſchlechte Funktionieren des
Motors zwang ihn aufs neue zum Landen.
Lind=
paintner will noch einen Verſuch machen, und dann
eventuell die Fahrt aufgeben.
* Nancy, 11. Aug. Für die 3. Etappe der
Flieger=
rundfahrt durch Oſtfrankreich ſind Leblane
um 5 Uhr 32 Min., Aubrun um 5 Uhr 45 Min. und
Lindpaintner um 5 Uhr 50 Min. aufgebrochen. Leblane
iſt als Erſter um 7 Uhr 30 Minuten in Meziöres
einge=
troffen.
Sport.
— Radrennen. Zu den auf dem Mainzer
Sportplatze am nächſten Sonntag und Montag
ſtattfindenden großen internationalen Radrennen haben
die beiden beſten Fahrer Walter Rütt und Otto Meyer
Carapezzi=Rom (Meiſterfahrer von Italien), Pawke=
Berlin, C. Rudel=Berlin, der Weltrekordmann Julius
Bettinger=Ludwigshafen, Heckel=Wiesbaden, Barth=
Mainz uſw., insgeſamt 25 der beſten deutſchen Fahrer.
In den Amateur=Rennen ſtartet u. a. Chr. Rode=Mainz,
in dem Dauerrennen u. a. Georg Dreſcher=Mainz.
Sr. Das Internationale Lawn=Tennis=
Turnier zu Heiligendamm, das durch das
Regenwetter ſehr beeinträchtigt wurde, iſt jetzt
bedeu=
geſehen. Im Herren=Doppelſpiel um den Pokal von
Heiligendamm ſiegte in der Schlußrunde Otto gegen
Vorgabe ſiegte Otto-Bergmann gegen Graf Salm- Bei einigen Stadtverwaltungen, z. B. Diedenhofen, wenn
Rahe nach einem außerordentlich ſcharfen Kampf mit
6:4, 1:6, 614, 4:6, 6:3. Das gemiſchte Doppelſpiel ohne
gegen Gräfin von der Schulenburg-Fred.
Das Internationale Lawn Tennis=
Turnier zu Oſtende ergab im Herren=Einzelſpiel
ohne Vorgabe den Sieg von Wilding, der Traſen= werden. Ein drittes Mittel, die Gründung von
Käufer=
als Partner gewann Wilding das Herren=Doppelſpiel da es an der entſprechenden Einheitlichkeit und Geſamt=
und mit Mlle. Traſenſter zuſammen das gemiſchte! beteiligung ſicher fehlen wird. In der ganzen Angelegen=
Doppelſpiel.
Militäriſches.
* Das erſte feldgraue Regiment. Das
am 1. Oktober d. J. neu zu errichtende ſächſiſche
Huſa=
renregiment Nr. 20 erhält für alle Friedenszwecke
die feldgraue Uniform. Nur die Stiefel werden
vor=
läufig ſchwarz ſein. Die neue Uniform beſteht aus
einer feldgrauen Attila mit dunkelgrüner
Verſchnür=
ung und feldgrauer Reithoſe. Die Knöpfe und Num= wird einſtimmig als der beſte Bürgermeiſter
bezeich=
mern ſind mattſilberfarbig gehalten, die Abzeichen an net, den New=York je gehabt hat. Die Lauterkeit ſeines
der Pelzmütze und der Mütze kornblumenblau.
Bando=
lier, Säbeltaſche, ſowie alle glänzenden Beſchläge am ſichtsloſigkeit gegen Korruption werden als die Ur=
Sattel= und Zaumzeug ſind weggefallen. Die Uniform ſachen der Erfolge in ſeiner Amtsführung geprieſen
ſieht trotz ihrer Einfachheit ſehr kleidſam und flott aus. und auch von den politiſchen Gegnern anerkannt. Gay=
Arbeiterbewegung.
allen Werften des Unterweſer=Gebietes die ange= Sein Wahlſpruch lautet, die Regierung ſei die beſte,
* Bremen, 11. Aug. Auf der Werft des
Bremer Vulkan in Vegeſack wurden heute
* Graf Zeppelin wird, Blättermeldungen zu= mittag etwa 900 Arbeiter, in der Norddeutſchen
auf der Werft Seebeck=Bremerhaven etwa 400 und
Weſer=Bremen erfolgt die Ausſperrung heute abend;
* Bilbao, 10. Aug. Der Miniſter des Innern
hat den ſtreikenden Arbeitern und den
Arbeit=
gelung der Arbeitszeit erfolgt ſei. Die Arbeitgeber
* Flugplatz Johannisthal, 10. Aug. Der! haben den Vorſchlag angenommen, die Arbeitnehmer
Schweres Eiſenbahnunglück.
* Hatzenheim i. Elſ., 11. Aug. Heute morgen
Sechs von ihnen wurden getötet. Sämtliche
Getöteten ſind verheiratet und hinterlaſſen eine große
Anzahl Kinder. Die Schuld ſoll den Vorarbeiter
* Kolmar, 11. Aug. Amtlich. Heute morgen
Wie man weiter erfährt, waren die Arbeiter, entgegen
Stimmen aus dem Publikum.
(Wright) in Atlantie City mit 1904 Meter, Chaves (Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die=Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Geſtatten Sie einem alten Veteranen, der 1866
und 1870/71 mitgemacht hat als heſſiſcher Soldat, ein
Mourmelon mit 1250 Meter. Intereſſant iſt es, mit Wohnſitz iſt zurzeit Dresden und halte ich mich eben
einem Appell iſt auch bis zu mir nach Dresden ge=
Brookins zu ſeinem Abſtieg aus 1904 Meter Höhe nur drungen und ich habe deshalb ſpeziell dieſen Zeitpunkt
gewählt, um neben Verwandtenbeſuch auch den Appell
mitmachen zu können. Nach ſo langer Zeit ſieht man
ſeine alten Kameraden, ſoweit ſie noch leben,
gern wieder, mit denen man Freud und
Leid zur Kriegszeit teilte. Leider kann ich den Appell
Zwei Leutnants unternahmen geſtern im Aeroplan! nicht mitmachen, da die Kriegerkameradſchaft Haſſia
nur denjenigen den Zutritt geſtattet, die Mitglieder
der Haſſia ſind. Ein bedauerlicher Beſchluß für
die=
jenigen, die außerhalb Heſſens wohnen. Bei einem
Appell hat eben alles anzutreten, ſoweit es anweſend
ſein kann. In dieſem Falle Ausnahmen zu machen,
iſt meiner Anſicht nach wenig kameradſchaftlich. Daß
die einzelnen Vergünſtigungen, Eſſen uſw., nur den
Mitgliedern der Haſſia zugute kommen, iſt
ſelbſtver=
ſtändlich. Aber Nichtmitglieder, alte Veteranen vom
Appell überhaupt auszuſchließen, iſt grauſam.
Vielleicht entſchließt ſich der Vorſtand doch noch in
letzter Stunde und läßt hierin eine Aenderung
ein=
treten; vielleicht dient dann dieſe Aenderung auch zu
Nutz und Frommen des Kriegervereinsweſens ſelbſt.
J. M.
— Alſo im Anſchluß an die Aufhebung des Oktrois
nicht Erniederung, ſondern Erhöhung der
Fleiſch=
preiſe! Die Gründe, die hierfür vorzugsweiſe geltend‟
gemacht werden, nämlich Schutzzoll, Grenzſperre u. hohe
Ein=
kaufspreiſe, ſind die ſeit Jahren vorgebrachten und ebenſo
ſo oft und ſo lange auch von anderer Seite in ihrer
Stich=
haltigkeit beſtrittenen Umſtände. Es würde den Rahmen
eines „Eingeſandts” weit überſchreiten, auf dieſe
Streit=
fragen im Einzelnen einzugehen und die übermäßigen
Fleiſchverkaufspreiſe als ſolche darzutun Es muß da auf
die mannigfachen Erörterungen an anderen Stellen einfach
gemeldet. Ferner ſtarten: Eugen Stabe=Berlin, Antonio verwieſen werden. Nach den Erfahrungen längerer Jahre
ſei nur kurz auf die einzig wirkſamen, ſozial gebotenen
Abhilfen zur Beſeitigung dieſer unerträglichen Not=
und Zwangslage hingewieſen. Entweder im Wege
der Geſetzgebung Wiedereinführung der in früheren
Zei=
ten beſtandenen amtlichen Taxen für die wichtigſten
Volksernährungsmittel, die nach der Lage des Marktes
natürlich der jeweiligen amtlichen Ueberwachung und
Abänderung unterliegen würden, oder, wozu es keiner
neuen Geſetze bedarf, Einrichtung von Schlächtereien und
tend gefördert und hat bereits einige Entſcheidungen Fleiſchverkaufsſtellen ſeitens der einzelnen Gemeinde
ſelbſt bezw. eines Verbandes einiger kleinerer Gemeinden.
Der letztere Weg iſt ſchon einige Male eingeſchlagen wor=
Graudy 6:0, 6:2, 622. Im Herren=Doppelſpiel ohne den, ſo namentlich vor Jahren ſeitens der Stadt Wien.
wir nicht irren, hat vor einigen Jahren der bloße
Ent=
ſchluß zu einer ſolchen Schutzmaßnahme ſchon genügt, um
Vorgabe gewann Frl. Rieck-Bergmann mit 775, 614 eine Abhilfe herbeizuführen. Einer Stadt muß die
Wohlfahrt der großen Geſamtheit ihrer
Bür=
ger höher ſtehen, als die Intereſſen eines kleinen Kreiſes.
Mühe und Verantwortung dürfen dabei nicht geſcheut
ſter 6:2, 6:2, 611 abfertigen konnte. Mit de Borman bünden, erſcheint nicht ausreichend und wirkſam genng,
heit führen nicht Klagen, politiſche Theorien
Bemän=
gelungen, Kritiken und Interpellationen, ſondern einzig
und allein Taten zum Ziele!
Das Attentat in New=York.
* New=York, 10. Aug. Bürgermeiſter
Gay=
nor iſt Gegenſtand der allgemeinen Teilnahme. Er
Charakters, die Sicherheit ſeines Urteils, die
Rück=
nor iſt 1851 als Sohn eines Farmers geboren. Er
wollte katholiſcher Prieſter werden, ſtudierte dann die
Rechte und war vor der Bürgermeiſterwahl Richter am
H. B. Bremen, 11. Aug. Nachdem heute auf Appellhof. Bürgermeiſter war er ſeit ſieben Monaten.
orgenommen worden ſind, die am wenigſten regiere. Die Wahl Gaynors im
vorigen November erfolgte unter eigentümlichen
Um=
ſtänden. Er hatte ſich von dem berüchtigten
demokra=
tiſchen Wahlverein Tammany Hall aufſtellen laſſen
und kam als der einzige von deſſen Kandidaten durch,
weil man wußte, daß er, einmal im Amte, dieſer
Kor=
ruptionsanſtalt nicht ergeben ſein würde. Dieſe
Er=
wartung hat er denn auch voll erfüllt.
* New=York, 10. Aug. Die Geheimpolizei
unterſucht die Angaben eines gewiſſen Perlmann,
der behauptet hat, ein Polizeibeamter habe in der
Trunkenheit geſtern erklärt, der Bürgermeiſter
Gay=
nor würde getötet werden.
* New=York, 11. Aug. Bürgermeiſter
Gay=
nor hat, neueſten Nachrichten zufolge, ſeine Familie
geſprochen und ſitzt zeitweiſe aufrecht im Bett. Es iſt
unwahrſcheinlich, daß die Aerzte die Kugelſplitter
ent=
fernen werden, vorausgeſetzt, daß keine Infektion
ein=
tritt. Um die Kugel zu entfernen, würde nötig ſein,
Blutgefäße zu zerſchneiden, eine Operation, der ſich die
Aerzte aufs heftigſte widerſetzen. Der geſamte
Ver=
kehr in der Nähe des Hoſpitals, in dem Gaynor liegt,
hat infolge polizeilichen Befehls aufgehört, um dem
Verwundeten Ruhe zu ſchaffen.
Eine Razzia in der Millionärs=Spielhölle.
CK. Die illuſtre Geſellſchaft der
amerikani=
ſchen Millionäre, die alljährlich in Newport,
dem ſommerlichen Rendezvousort der oberen
Vier=
hundert, zuſammentrifft, hat eine aufregende Stunde
hinter ſich. Die unnahbare Hochburg der
Dollarbela=
denen, die Räume des exkluſiven Narraganſett=Klub
bei Newport, die kein Sterblicher mit weniger als
eini=
gen 100000 Dollar Einkommen je beſuchen durfte, ſind,
wie ſchon gemeldet, von unerſchrockenen Poliziſten
geſtürmt worden; in den prunkvollen Spielſälen,
wo allnächtlich Vermögen verloren und gewonnen
wurden, ertönte ſtatt des lockenden Rufes des
Crou=
piers die befehlende Stimme eines Polizeibeamten.
Um Mitternacht fand die überraſchende Razzia ſtatt.
Ein junger Polizeibeamter, J. G. Croß, hatte im
Stil=
len den Plan zu dieſem Ueberfall vorbereitet; er wollte
die Uebertreter des Geſetzes in tlagranti ergreifen,
und darer die einflußreichen Verbindungen=der Millio=
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Auguſt 1910.
Nummer 187.
märe mit den hohen Behörden kannte, hielt er ſeine
Abſicht ſogar vor dem Polizeichef Caswell geheim. Mit
ſechs Schutzleuten erſchien er nach 12 Uhr vor dem
palaſtartigen Klubhauſe; im Nu war der Portier
überwältigt. Ehe die Klubangeſtellten Zeit fanden, ein
Warnungsſignal zu geben, waren die zwei Treppen,
die zu den Spielſälen führen, erklommen, die Türe
geöffnet und der Weg frei. Im Saale war das Spiel
im vollen Gange; die Banknoten kniſterten, die
Rou=
letteräder ſurrten, gegen 30 Herren und Damen,
aus=
nahmslos bekannte Führer der amerikaniſchen
Geſell=
ſchaft, ſaßen an den Tiſchen, die Goldhaufen vor ſich,
und verfolgten in verhaltener Erregung den Lauf des
Glücks. Die ſchwarzen Diener flohen ſchreiend vor
den Beamten, mit einem Schlage veränderte ſich das
Bild. Das aufgeregte Gelächter und das nervöſe
Ge=
plauder verſtummten, und Totenſtille herrſchte, als der
junge Beamte mit klarer Stimme erklärte: „Im Namen
des Geſetzes ſind Sie verhaftet. Ich bitte die Herren,
auf die rechte Seite des Saales zu gehen, die Damen
auf die linke.‟
Als die juwelengeſchmückten Spielerinnen ſahen,
daß es Ernſt wurde, kannte ihr Entſetzen keine
Gren=
zen. Weinen, Klagen und Verwünſchungen ertönten.
Einige Frauen werfen ſich vor dem Beamten auf die
Knie und flehen, ſie gehen zu laſſen. „Was wird mein
Mann ſagen, wenn er erfährt . . . ." „Haben Sie
Gnade . . . " Aber Croß blieb feſt. Er erklärte, alle
könnten ungeſtört nach Hauſe gehen, aber vorher
müß=
ten ſie ihren Namen angeben. Eine klägliche Komödie
beginnt. Die ſtolzen Sterne der amerikaniſchen
Ge=
ſellſchaft flüchten ſich hinter Lügen. Die erſte gibt
einen falſchen Namen an, und alle folgen dieſem
Bei=
ſpiel. Der junge Beamte ſagt kein Wort;
ſtillſchwei=
gend notiert er die angegebenen Namen und ſetzt ruhig
die wirklichen dahinter, denn ihm und ſeinen Gehilfen
ſind die meiſten bekannt. Das Geld und die
Spiel=
geräte werden beſchlagnahmt.
Aber inzwiſchen haben die gefährdeten Millionäre
— und das iſt das bezeichnendſte bei der Affäre
doch Mittel gefunden, ihre Beziehungen ſpielen zu
laſſen. Plötzlich erfolgt ein Szenenwechſel, den
nür ein genauer Kenner amerikaniſcher Verhältniſſe
begreifen kann. An der Spitze von zwölf Schutzleuten
erſcheint der Polizeichef Caswell und ſtellt den jungen
Beamten zur Rede. Ob er einen Haftbefehl beſäße?
Croß antwortet: „Nein, aber das Geſetz iſt gebrochen.”
Er weigert ſich, die beſchlagnahmten Spielgeräte
her=
auszugeben. Die Millionäre mit ihren Damen haben
ſich inzwiſchen ſchleunigſt in Sicherheit gebracht. Das
Drama endet mit einem Satirſpiel: der Polizeichef
verhaftet Croß wegen tätlicher Beleidigung
amerikaniſcher Bürger! Das beſchlagnahmte
Beweis=
material wird ſchleunigſt beiſeite geſchafft. Die
Mil=
lionäre haben den Schreck überſtanden und amüſieren
ſich jetzt über das Abenteuer. Die Namen der Spieler
werden geheim gehalten. Aber ſelbſt das ſcheint ſchon
überflüſſig. Eine der Damen, Mrs. J. L. Hannan, die
Gattin eines Stiefelkönigs, läßt ſich interviewen und
lacht herzlich über den fruchtloſen Eifer des jungen
Beamten. „Ach, nennen Sie das doch nicht eine Razzia.
Der arme kleine Mr. Croß iſt ſchlimm hereingefallen.
Er dachte, uns beim Spielen zu erwiſchen, und fand
uns in harmloſem Geplauder. Es war furchtbar
komiſch; wir haben uns alle köſtlich amüſiert.” Was
wird nun geſchehen? Die Kenner Amerikas lächeln
und ſchweigen. Aber die ſeltſame Befreiung der
Mil=
lionäre durch den Polizeichef hat vielleicht doch ihre
Folgen. Der Generalanwalt von Rhode Island hat
bereits erklärt, daß er das Rätſel nicht zu löſen
ver=
möge, warum der Polizeichef, der Croß hätte
unter=
ſtützen müſſen, ihn verhaftet hat. Und er erklärt, daß
er dies Myſterium erforſchen werde.
Vermiſchtes.
Gegen die Schnakenplage! Ein Leſer
ſchreibt der Wormſer Zeitung: Zu Nutz und Frommen
der durch die Schnaken Notleidenden teile ich mit, daß
ein leichtes Betupfen der den Stichen ausgeſetzten
Stellen mit Pyrothenmtinktur etwa 6 Stunden
lang vor Stichen vollſtändig ſchützt. Geſtern ging ich
derart gerüſtet durch Wieſen, aus denen bei jedem
Schritt Tauſende von Schnaken aufflogen, aber, in die
Nähe meines Geſichts gekommen, ſchleunigſt wieder
umkehrten. — Als ein ſehr gutes Mittel zur Linderung
der durch Schnakenſtiche verurſachten Schmerzen kann
auch die Dun=Salbe unſeres Mitbürgers Herrn
Hans Heiß empfohlen werden. — Der Kampf gegen die
Schnaken wird auch von Ernſt Leonhardt=Auerbach
in einer kleinen Schrift behandelt, auf die bereits
ver=
gangenes Jahr hingewieſen wurde. Die Schrift will
lediglich eine Zuſammenſtellung aller dem Verfaſſer zur
Kenntnis gekommenen Erfahrungen ſein. Ein
be=
währtes Mittel, die Wohnungen für die Nachtzeit von
den Plagegeiſtern zu reinigen, ſei empfohlen: Die
Kurſe vom 11. Auguſt 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. Iu Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,40
3½ Deutſche Reichsanl.. (3,20
83,90
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,60
3½ do. Conſols . . . . 93,20
84,00
B do. do.
A Bad. Staatsanleihe . . 101,50
do.
93,60
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,40
91,80
do.
8½
do.
83,10
B
4 Hamburger Staatsanl. 101,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,30
do.
8½
91,40
do.
80,70
3 Sächſiſche Rente . . . 83,40
4 Württembergerv. 1907 101,90
do.
92,75
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,20
¾ Griechen v. 1887 . . 48,30
3¾ Italiener Rente . . .
A½ Oeſterr. Silberrente 97,50
do. Goldrente . . 99,10
do, einheitl. Rente 94,00
3 Portug. unif. Serie I 66,30
do. unif. Ser. III 67,70
do. Spezial. 11,70
Rumänier v. 1903 . . 102,00
do. v. 1890 . . 95,30
do. v. 1905 . . 90,50
Ruſſen v. 1880 a. 1 ₰ : 91,10
InProz.
Ff.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,75
100,30
4½ do. v. 1905
93,40
3½ Schweden.
4 Serbier amort. v. 1895 84,30
4 Türk. Admin. v. 1903 87,50
4 do. unifiz. v. 1903 94,70
4 Ungar. Goldrente . . 94,70
4 do. Staatsrente . 91,90
5 Argentinier . . . . . . 102,90
4
do.
91,00
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,80
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,20
4½
do.
4½ Japaner
. 97,50
5 Innere Mexikaner . . 99,70
3
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,30
5 Gold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
„ .
4 Nordd. Lloyd . . . .
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . .
142,80
111,00
121,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 118
4 Baltimore & Ohio . . 109,1
4 Gotthardbahn . . . . —
Mücke bekommt bei Sonnenuntergang einen
unwider=
ſtehlichen Drang, ins Freie zu gehen; wenn man dann
die Fenſter öffnet, ſo gehen die Mücken von ſelbſt
hinaus. Es iſt aber praktiſcher, wenn man dieſe
Neigung der Mücken benutzt, um ſie zu töten. Man
hält gegen Abend die Fenſter geſchloſſen, worauf ſich
dann die im Zimmer befindlichen Mücken, in dem
Be=
treben, hinauszufliegen, am Fenſter ſammeln und
dort leicht vernichtet werden können. Natürlich muß
dies regelmäßig geſchehen; die geeignetſte Zeit dafür
findet jeder durch die Uebung.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Bonn, 11. Aug. In einem hieſigen Hotel hat ſich
in vergangener Nacht, wie der Bonner General=
An=
zeiger meldet, ein junges Ehepaar aus Breslau
er=
ſchoſſen. Ueber die Urſache des Doppelſelbſtmordes
haben die jungen Leute nichts hinterlaſſen, dagegen das
Geld für das Begräbnis und zur Begleichung der
Hotelrechnung.
* Leichlingen, 11. Aug. Heute mittag ſind von den
zahlreichen, nahe des hieſigen Bergiſchen Sauerſtoff=
und Waſſerſtoffwerkes, das vornehmlich Gas für
Luft=
ballons erzeugt, befindlichen Behältern mehrere Behälter
explodiert und durch die Exploſion andere, in der
nächſten Nähe ſtehende Behälter mit umgeriſſen
wor=
den. Auch wurde in der Nachbarſchaft eine Anzahl
Fenſterſcheiben zertrümmert und Ziegel von den
Dächern herunter geworfen. Perſonen ſind nicht
ver=
letzt worden. Aus anderen Behältern, die ſämtlich
durch ein Rohr miteinander in Verbindung ſtehen,
ſtrömt jetzt das Gas aus und brennt. Feuerwehr= und
Polizeimannſchaften haben die Brandſtätte abgeſperrt.
Die Fabrik ſelbſt iſt unverſehrt. Brennende Keſſelſtücke
fielen in die Ballonhalle, haben dieſe ſelbſt aber nur
unbedeutend beſchädigt.
* Köln, 11. Aug. Der Kölniſchen Zeitung wird
aus Berlin telegraphiert: Bei Haifa haben
neuer=
dings wieder Unordnungen ſtattgefunden, unter
denen die deutſchen Koloniſten inſofern zu
leiden hatten, als Eingeborene Ueberfälle gegen
deut=
ſches Eigentum verſuchten; insbeſondere handelt es
ſich um den Verſuch, deutſches Vieh zu rauben. Es iſt
jedoch dabei zu keinem Blutvergießen gekommen.
Immerhin ſind dieſe Angriffe ein neuer Beweis
da=
für, daß die eingeborene Bevölkerung von Haifa ſich
in einer aufgeregten Stimmung befindet, der
gegen=
über Schutzmaßregeln ergriffen werden müſſen.
Die deutſche Regierung hat auch ſofort Anlaß
genom=
men, die Aufmerkſamkeit der türkiſchen
Regier=
ung nachdrücklich auf dieſe Vorgänge hinzuweiſen
und die Forderung zu ſtellen, daß Schutzmaßregeln
er=
griffen werden, die ihre Wiederholung unmöglich
machen und die Schuldigen der Beſtrafung zuführen.
Die Berechtigung dieſer Forderungen iſt von der
tür=
kiſchen Regierung anerkannt und es ſind entſprechende
Maßregeln in Ausſicht geſtellt worden.
* Luxemburg, 11. Aug. Das Luxemburger Wort
meldet aus Eſch an der Alzette: Das Gerüſt eines
Maſchinenhauſes bei den Neuanlagen der
Gelſen=
kirchener Bergwerks=Aktiengeſellſchaft iſt heute
nach=
mittag um 2 Uhr eingeſtürzt. Drei Arbeiter ſind
tot, drei wurden ſchwer verletzt.
* Kriſtiania, 11. Aug. Die vorläufigen
Ver=
handlungen über Spitzbergen, die ſeit dem
19. Juli zwiſchen den Delegierten der norwegiſchen,
ſchwediſchen und ruſſiſchen Regierung gepflogen
wer=
den, ſind abgeſchloſſen. Die Delegierten einigten ſich
über den Entwurf einer Konvention, der den
betref=
fenden Regierungen zugeſtellt wird.
* Madrid, 11. Aug. Der Miniſterpräſident
ſprach geſtern abend über eine Unterredung, die er am
Nachmittag mit dem ſpaniſchen Botſchafter beim
Va=
tikan gehabt hatte und erklärte, er glaube nicht, daß
dieſer nach Rom zurückkehre.
* Konſtantinopel, 11. Aug. Den Blättern zufolge
ſchloß der Finanzminiſter einen Vertrag von 6
Millionen Pfund mit einer Bankengruppe, welche aus
dem Credit=Mobiliäre und den Bankhäuſern Besnard
und Louis Dreyfuß beſteht, ab. Die Aufnahme
die=
ſer Anleihe wird als ein Schlag gegen die
Ottoman=
bank angeſehen. — Nach einer Meldung der Jeni
Gazette ſchloß die Pforte mit der Bank von Saloniki
einen Vertrag ab über einen Vorſchuß von einer
hal=
ben Million Pfund zu 5½ Prozent.
* Teheran, 11. Aug. Die perſiſche
Regier=
ung erklärte ſich bereit, ſämtliche Verluſte zu
er=
ſetzen, welche die ruſſiſchen Untertanen bei der am
vergangenen Sonntag durch die Bachtiaren erfolgten
Plünderung ihrer Häuſer erlitten haben.
H. B. Berlin, 11. Aug. Die Lohnbewegung unter
den Kanzliſten der dem Reichsamt des
Innern unterſtellten Behörden hat nunmehr einen
vorläufigen Abſchluß gefunden. Die Beamten haben
ſich bereit erklärt, einem Proviſorium bis 1. Oktober
d. J. zuzuſtimmen des Inhaltes, daß bis dahin die
Sätze der neuen Verordnung Anwendung finden ſollen.
Für die dann einzuführende definitive Regelung der
noch ſtrittigen Fragen wird ihnen in den wichtigſten
Punkten Entgegenkommen bewieſen werden.
— Berlin, 11. Aug. Bei einem
Patrouillen=
ritt iſt geſtern nachmittag unweit des Bahnhofes
Buckow der Mittenwalder Kleinbahn der Kanonier
Peperbaum vom zweiten Garde=Feldartillerie=Regiment
verunglückt; das Pferd ſcheute vor einem Zuge
ind warf den Peperbaum gegen einen Prellſtein, ſo
daß er einen ſchweren Schädelbruch und ſchwere innere
Verletzungen erlitt.
H. B. München, 11. Aug. Heute in der
Mittags=
ſtunde wurde in einer der belebteſten Gegenden, in der
Frauenhoferſtraße, eine etwa 40 Jahre alte Witwe
von einem unbekannten Täter ermordet und
be=
raubt. Die Tat wurde durch einen Kohlenträger
ntdeckt, der im Laufe des Vormittags wiederholt
ver=
geblich verſuchte, beſtellte Kohlen abzulieſern. Er
ver=
ſtändigte bei ſeinem letzten Verſuch die Polizei, die in
die Wohnung eindrang. Die Ermordete hatte für
geſtern Abend ein neues Dienſtmädchen erwartet, das
auch ankam. Nach allen Umſtänden iſt anzunéhmen,
aß das Dienſtmädchen geſtern abend den Mörder,
vermutlich ihren Liebhaber, in die Wohnung
einge=
laſſen hat. Das Mädchen gab geſtern an, 28 Jahre
alt=
zu ſein und aus Landshut zu ſtammen. Die Polizei
arbeitet mit größtem Eifer an der Ergreifung des
Täters.
H.B. Zürich, 11. Aug. Die letzten 48 Stunden
brachten wieder fürchterliche Unwetter in der Oſt=
und Zentralſchweiz. Starke Regengüſſe brachten am
oberen Zürich=See und am Fuße des Rigi wieder alle
Bäche zum Uebertritt aus den Ufern. Ueberall mußte
die Feuerwehr aufgeboten werden.
Cöpenick, Gutenbergſtr. 15, 11. Dez. 1909. Ich gebrauchte
3 Pakete Ihres „Bioſon” zur Hebung des Allgemeinbefindens
bei Nervoſität und Blutarmut. Ich ſah groß u. kräftig aus,
fühlte mich aber nach der kleinſten häuslichen Arbeit matt u.
erſchöpft u. wurde häufig von Naſenbluten heimgeſucht. —
Ihr „Bioſon”hat ausmir einen ganz anderen
Menſchenge=
macht; fühle mich ſeit dem Gebrauch desſelben kräftig u.
ar=
beitsfreudig; auch mein Ausſehen iſt ein ſtändig gutes und
das Naſenbluten hat ſich bis jetzt nicht mehr wiederholt.
Mit dem Geſchmack war ich ſehr zufrieden und habe ſogar
Vorteile für die Verdauung wahrgenommen, denn mein
vorher unregelmäßiger Stuhlgang wurde auf das
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trinken hin ein vollſtändig geordneter. Einigenmirbekannten
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habe ich ſchon oft gebacken und hat uns dasſelbe immer
gut geſchmeckt. In vorzüglicher Hochachtung E. W.,
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Heiter, trocken, bei Nordwind etwas kühler.
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Vorſtellung im Zirkus Schumann um 8¼ Uhr.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Reſtaurant „Zur Oper”.
Konzert um 8 Uhr im Perkeo.”
Konzert auf Schuls Felſenkeller.
Konzert um 4½ Uhr in der „Krone” zu Auerbach.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Craſenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wiltich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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4 Pennſylvania R. R. 130,
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156,80
4 Dresdner Bank.
4 Mitteldeut. Kreditbk. 119,20
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 123,75
101,30
4 Pfälzer Bank.
143,75
4 Reichsbank
4 Rhein. Kredit=Bank 139,30
Wiener Bank=Verein 137,75
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,20
31 do. S. 19. . . . . 92,30
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
do.
3½
90,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
3½
92,30
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
3½
do.
91,00
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
3½ do. (unk. 1914) 91,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
do,
3½
92,60
91,40
.100,60
91,60
InPc)).
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
. . 100,30
3½ do.
92,50
. 100,90
4 Frankfurt.
96,00
3½ do.
Gießen
. 100,30
3½ do.
4 Heidelberg
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
100,30
3½ do.
91,00
4 München
. 101,00
3½ Nauheim
92,00
4 Nürnberg.
100,20
3½ do.
4 Offenbach
99,40
3½ do.
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. 100,40
3½ do.
Worms . . . . . . . . —
3½ do.
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Nummer 187.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Auguſt 1910.
Seite 7.
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Nummer 187,
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Auguſt 1910.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 187.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Auguſt 1910.
Seite 11.
Wahl der Beiſitzer zum
Kaufmannsgericht.
Wir fordern hiermit alle männlichen
Handlungsgehilfen, deren Jahresgehalt mehr
als 2000 Mark bis 5000 Mark einſchließlich
beträgt, auf ſich
alsbald und ſpäteſtens bis zum 20. d. M.
unter Angabe ihrer Beſchäftigungszeit
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halb der letzten zwei Jahre, bei Großh.
Bürgermeiſterei Darmſtadt, Waldſtraße 6,
Zimmer 9, zu melden, damit ihre Aufnahme
bei Aufſtellung in die Wählerliſte für das
Kaufmannsgericht geſichert iſt.
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing. (15838fo
Bekanntmachung.
Freitag, den 9. September I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die zur Konkursmaſſe des Reinhard
Auguſt Klingelhöffer dahier gehörige
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
20 55¾/10 321 Hofreite
Pallaswie=
ſenſtraße (am
Groh=
berg),
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K82/10
Darmſtadt, den 27. Juli 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
I. V.: Ganß,
(D14970,3
älteſter Gerichtsmann.
Bekanntmachung.
Freitag, den 26. Auguſt I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die den Johann Friedrich Trautwein
Eheleuten dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 63929/100 233/0 Hofreite
Schwanen=
ſtraße Nr. 77,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K56/10
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 11. Auguſt 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß,
(D15835,4
älteſter Gerichtsmann.
Aufforderung.
Forderungen und Anſprüche an den
Nachlaß der Fräulein Marie Herbert,
Orangerieſtraße 12 dahier, wolle man gefl.
innerhalb einer Woche bei dem
unter=
zeichneten Nachlaßpfleger ſchriftlich
an=
melden.
(15749df
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1910.
Karl Dechert,
Landgraf Georg=Straße 8.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polzeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Spitzhunde, 1 Pinſcher, 1 Doberman.
Die Hunde lönnen von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tcc, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Vermeidung von Staubentwickelung bei Bauten.
Unter Bezugnahme auf unſere früheren Bekanntmachungen weiſen wir
wieder=
holt darauf hin, daß nach Maßgabe der beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen
(§ 366,8 Reichsſtrafgeſetzbuches, Artikel 112 u. 292 Polizeiſtrafgeſetzes) diejenigen Beſtrafung
zu gewärtigen haben, welche es unterlaſſen, bei Bauten, namentlich beim Abbruch von
Gebäuden und bei der Erneuerung des Verputzes alle Vorkehrungen zu treffen,
welche geeignet ſind, Gefahren für Vorübergehende und eine beläſtigende
Staub=
entwickelung zu verhindern. Insbeſondere iſt dafür Sorge zu tragen, daß
1. der Verputz und das Mauerwerk vor dem Abſchlagen und während dieſer
Arbeiten ausreichend benäßt wird, daß
2. Bauſchutt nicht auf die Erde abgeworfen, ſondern abgetragen oder in
Ge=
fäßen abgelaſſen und hierbei — ebenſo wie beim Aufladen auf Wagen und
Abfahren — ausreichend benäßt wird, daß
3. derartige Bauarbeiten, bei welchen eine Staubentwickelung nicht ganz zu
ver=
meiden iſt, nur in den frühen Morgenſtunden (vor 8 Uhr vormittags)
vorgenommen werden dürfen.
Die Schutzmannſchaft iſt mit Ueberwachung beauftragt.
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1910.
(15772df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung,
das Abladen von Schutt auf öffentliche Wege und Plätze, ſowie auf
Privatgrundſtücke betreffend.
I. Das Abladen von Schutt, Baugrund uſw. auf öffentliche Wege oder
Plätze iſt nur mit ſchriftlicher Erlaubnis des Tiefbauamts und nur an den in der
Erlaubniskarte bezeichneten Stellen zuläſſig.
Bei Zuwiderhandlungen wird die Beſtrafung des Schuldigen, ſowie die
Ent=
fernung des unrechtmäßig verbrachten Schuttes, Vaugrundes uſw. auf Koſten des
Verbringers veranlaßt werden.
II. Zum Abladen von Schutt auf Privatgrundſtücke iſt die Erlaubnis des
Grundeigentümers oder ſeines Vertreters erforderlich.
Eigentümer von Bauplätzen, die eine Erlaubnis zum Abladen von Schutt behufs
Auffüllens dieſer Plätze erteilen, haben dafür Sorge zu tragen, daß keine in Fäulnis
übergehenden Abfallſtoffe, die den Boden verunreinigen können, auf die Bauplätze
ver=
bracht werden.
In Fällen, in denen eine die Geſundheit gefährdende Verunreinigung des Bodens
durch Verbringung derartiger Abfallſtoffe auf Baugelände feſtgeſtellt wird, wird deren
Beſeitigung auf Koſten des Eigentümers angeordnet werden.
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1910.
(15771df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
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An die Einwohner Darmſtadts.
Vierzig Jahre ſind verfloſſen, ſeitdem die deutſchen Heere jene ruhmreichen Taten
vollbrachten, die zur Gründung des Deutſchen Reichs geführt haben.
G
Zur Feier dieſes Jubiläums wird am 14. Auguſt in unſerer Stadt ein Appell
abgehalten werden, an dem ſich die Männer beteiligen werden, die vor vierzig Jahren Eber’stadto ſtädterſtraße55,
dem Rufe des Vaterlandes gefolgt ſind.
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Dieſe Männer würdig zu empfangen, iſt eine Ehrenpflicht unſerer Stadt.
Wir richten daher an die Einwohnerſchaft das freundliche Erſuchen, durch reichen Zimmerwohnung mit allem Zubehör per
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Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Auguſt 1910.
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Der Pfarrer von Gamsegg.
Roman von Erich Ebenſtein.
(Nachdruck verboten.)
2)
Zweites Kapitel.
Stunde um Stunde verrann. Fröſtelnd und bleich
ſaßen Anne=Marie und Eva Hand in Hand am Fenſter
und horchten und warteten. Hinter ihnen ſtand der
eben zurückgekehrte Inſpektor flüſternd neben ſeiner
Frau. Er hatte ſich der Gruppe angeſchloſſen, die die
Landſtraße entlang ging. Bis Bruck waren ſie
ge=
gangen, rechts und links die Feldraine abſuchend —
vergebens.
Hermann hatte es übernommen, den Waldweg und
Steinbruch abzuſuchen. Er war noch nicht
zurückge=
kehrt. Allmählich kamen die ihn begleitenden Knechte
ſtill mit ihren Laternen in den Hof geſchlichen. Von
Franz Moosheimer, dem Beſitzer Gamseggs, war
nirgends eine Spur zu finden geweſen. Endlich —
ſchon breitete der Morgen ſein Licht ſilbergrau über die
Erde, und ein kühler Wind ſtrich über die betauten
Wälder — kehrte Hermann heim.
Umſonſt! ſagte er leiſe und ſank erſchöpft auf einen
Stuhl. Ich war am Steinbruch und darüber hinaus
— von Papa iſt keine Spur zu finden.
Nach minutenlangem Schweigen ſagte er:
So wie es Tag iſt, fahre ich in die Stadt, um die
Anzeige zu machen, und Tante Anne=Marie fiel haſtig
ein: Dann bitte, geh’ nachher in meine Wohnung und
ſage der Jungfer, ſie möge mir Kleider und Wäſche
herausſchicken, denn ſelbſtverſtändlich bleibe ich bei Euch
in Gamsegg, Ihr armen Kinder!
ir nte ie er er r e
Im Oſten wurde es röter, wie Flammen breitete es
ſich aus über den Himmel und glitt mit warmen
Reflexen über die fahlen, verſtörten Geſichter der
Be=
wohner des Gutes.
Plötzlich entſtand unten eine Bewegung unter den
Leuten im Hofe. Aus dem eine halbe Stunde
entfern=
ten, gegen die Stadt zu gelegenen Dorf Gamsegg kam
ein Trupp Männer und Frauen, die die Nachricht
brachten, daß man den Gutsherrn gefunden hätte. Kaum
zwanzig Minuten außerhalb der Stadt, auf dem
Wald=
weg, nahe am Gamsegger Steinbruch, liege er erſchoſſen,
ein Stück vom Weg abgezogen, mit Geſtrüpp bedeckt.
Zur Schule gehende Kinder hätten ihn entdeckt. Der
eine Gamsegger Gendarm halte nun Wache bei der
Leiche, der andere ſei nach Bruck geritten, um die
An=
zeige zu machen.
Als Hermann Moosheimer eine halbe Stunde
ſpäter an der Unglücksſtelle eintraf, war die
Gerichts=
kommiſſion bereits zur Stelle. Wachleute hielten die
Neugierigen zurück und bildeten einen Kordon um den
Tatort. In Begleitung der behördlichen Kommiſſion
befand ſich auch ein fremder Herr in mittleren Jahren
mit bartloſem Geſicht und hellem, ſcharfem Blick. Er
war ſehr elegant gekleidet und verhielt ſich während
der Amtshandlung völlig ſchweigend.
Später erfuhr Hermann, daß der Fremde einer
der=
gewiegteſten Kriminalbeamten Wiens ſei und Silas
Hempel heiße. Er hielt ſich gegenwärtig im Auftrage
ſeiner Vorgeſetzten in Bruck euf, um den Spuren einer
Falſchmünzerbande nachzugehen. Der Kommiſſion
hatte er ſich mr alnn anseſthlogen.
Die Erhebungen, die geraume Zeit in Anſpruch
nahmen, da ſich an Ort und Stelle eine Reihe von
Zeugen meldete, ergaben folgendes:
Der Gutsbeſitzer Franz Moosheimer war mit dem
Zug um vier Uhr fünf Minuten in Bruck angekommen,
hatte auf dem Bahnhof mit verſchiedenen Bekannten
geſprochen und ſich alsdann mit Forſtmeiſter Panze, mit
dem er befreundet war, in den „Roten Krebs” begeben.
Sowohl Panze als auch der Wirt aus dem „Krebs”
waren, als ſich am Morgen die Nachricht von dem Tode
Moosheimers wie ein Lauffeuer in dem kleinen
Städt=
chen verbreitete, mit anderen Neugierigen in den Wald
hinausgeeilt.
Beide gaben übereinſtimmend an, daß Moosheimer
in beſter Stimmung geweſen und wiederholt erwähnt
habe, er ſei mit dem Erfolg ſeiner Reiſe
außerordent=
lich zufrieden, bringe Neuigkeiten mit, die allſeitig
er=
freuen und nur eine Perſon betrüben würden, doch
hoffe er, auch dieſe bald zu tröſten.
Worin dieſe Neuigkeiten beſtünden, und welches
überhaupt der Zweck ſeiner Reiſe geweſen ſei, darüber
habe er nichts weiter verlauten laſſen. Nach kurzem
Aufenthalt im „Roten Krebs” ſei er, da er es eilig
hatte, fortgeritten, weil er daheim eigentlich ſchon am
Mittag erwartet worden ſei. Er habe in Graz den Zug
verpaßt und konnte daher erſt den nächſten Zug
be=
nutzen.
Am Eingang der Waldſtraße hatten ihn zwei
Wegarbeiter, die dort beſchäftigt waren, in raſchem
Tempp vorüberreiten ſehen. Kurge Zeit nachher hätten
ſie raſch hintereinauder zuun Scüße ſallen hören, aber
g
Nummer 187.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Auguſt 1910.
Seite 13,
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jagt werde. Sonſt hatten ſie niemand vorübergehen
ſehen.
Auch die Arbeiter des Steinbruchs hatten die beiden
Schüſſe gehört, und zwar ganz in der Nähe, da aber kurz
vorher Förſter Dolland an ihnen vorüber ging, waren
auch ſie der Meinung, daß es ſich um Schüſſe auf Wild
gehandelt hätte.
Der Kommiſſär fragte den einen Arbeiter, ob ſie
den Förſter auch zurückgehen geſehen hätten und um
welche Zeit?
Nein — zurückgehen hatte ihn niemand ſehen. Ob
ſonſt vielleicht vor= oder nachher jemand
vorüberge=
kommen ſei? Die Arbeiter verſicherten auf das
be=
ſtimmteſte, daß in der Zeit von vier bis ſechs Uhr
niemand außer Förſter Dolland am Steinbruch
vorbei=
gekommen ſei.
Gibt es vom Steinbruch noch einen anderen Weg
nach der Förſterei? fragte der Kommiſſär.
Nein. Man müßte denn gegen das Gebirge hinauf,
ſteigen, bis man den Fußſteig erreicht, der vom
Karer=
joch nach Gamsegg führt. Dieſer Steig führt auch an
der Förſterei vorüber.
Unter den Neugierigen, die aus dem Dorfe
Gamsegg herbeigekommen waren, entſtand jetzt eine
unruhige Bewegung.
Sag’s nur, Schurfin — Du mußt es ſagen — hörte
man einige Leute rufen, die bemüht waren, eine alte
Bauersfrau vorzuſchieben, die ſich aus allen Kräften
dagegen wehrte.
Der Kommiſſär wurde aufmerkſam.
Was gibt es denn dort? fragte er, und ein Bauer
antwortete: Die Schurfin weiß was, Herr Kommiſſär,
und will’s nicht ſagen!
Im Auftrage des Kommiſſärs wurde die Brigitte
Schurf vorgeführt. Er gab viel auf die erſten
unmittel=
baren Zeugnisausſagen, die noch frei von jeder
Beein=
fluſſung waren. In dieſem Falle entwickelte Kommiſſär
Sporer aber noch einen ganz beſonderen Eiſer, denn er
war ein Freund des Ermordeten.
Darum ging er der Schurfin, welche in Gamsegg
ein kleines Häuschen beſaß und ſich durch den Verkauf
von Kräutern, Beeren und Schwämmen ernährte, ſcharf
zuleibe.
Alſo, Schurfin — was wiſſen Sie?
Die Alte knixte verlegen und ſtammelte: Nix, Herr
Kommiſſär, bitte.
Halten Sie uns nicht unnötig auf. Der Mann
dort hat doch geſagt
Ja, rief der Bauer laut herüber, ſie hat uns
er=
zählt, daß ſie auf dem Karerjochſteig geſtern den Förſter
Dolland geſehen hat.
Nun alſo! ſagte der Kommiſſär vorwurfsvoll zur
Alten. Warum ſagen Sie denn das nicht gleich?
Die Frau wurde immer ängſtlicher.
Ich bitt’, ich kann doch nichts dafür, ſagte ſie
weiner=
lich, ich habe doch ganz ruhig Schwämme geſucht, am
Karerjochſteig ſind nämlich immer noch welche, wenn
ſonſt auch nirgends mehr welche wachſen — weil halt
dort —
Schon gut. Das gehört nicht hierher. Was haben
Sie dort alſo geſehen?
Nichts=Schlechtes — gewiß nicht — der Weg iſt doch
frei für jeden, und der Herr Förſter war ja nicht der
einzige.
Wen haben Sie noch geſehen?
Zuerſt kamrein=Herr — ich hockte ein Stück weiter
drin im Gebüſch und ſuchte nach Schwämmen, da ging
er vorüber —
Wer war es? Kannten Sie ihn?
Er hatte den Hut ganz im Geſicht und den
Rock=
kragen hinaufgeſchlagen, denn der Wind wehte ſcharf
vom Joch herunter — ich war faſt hundert Schritt
entfernt.
War er eilig?
Gar nicht. Er ging ganz ruhig, die Hände in den.
Taſchen —
Wer kam nach ihm?
Der Herr Pfarrer Dolland. Ich erkanntesihneam
Talar.
Wieviel Uhr war es da?
Die Alte lachte verlegen. Uhr hab’ ich halt keine!
Aber fünf wird’s ſchon vorüber geweſen ſein.
Haben Sie die Schüſſe auch gehört?
Ja — das war ein wenig früher.
Können Sie genauere Angaben machen?
Na — eine halbe Stunde ſchon gut!
Wann kam der Förſter vorüber?
Kurz nach dem Herrn Pfarrer. Ich bin da ganz
neben dem Weg geſtanden und hab’ ihn noch gegrüßt.
Und er?
Er hat mich gar nicht geſehen —
Iſt Ihnen etwas an ihm aufgefallen?
* Die Alte ſchwieg.
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Seite 14.
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Nummer 187.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 12. Auguſt 1910.
Seite 15.
Vermiſchtes.
* Mit vier Schilling nach Oberammergau. Daß
das engliſche und amerikaniſche Publikum das größte
Kontingent zu den Gäſten der Paſſionsſpiele in
Ober=
ammergau ſtellt, iſt bekannt. Die Welt ſtellt ſich dieſe
gewöhnlich als Nabobs vor, die in ihren Autos
an=
kommen, oder unter der Führung von Reiſeagenturen
die erſten Hotels beſchlagnahmen und neben den
gei=
ſtigen Genüſſen der Paſſion ſich alles zukommen laſſen,
was gut und teuer iſt. Es müſſen darunter aber anch
zuweilen ganz andere Gäſte ſein, wenn anders eine
Geſchichte wahr iſt, die Londoner Zeitungen berichten
und die kurios genug klingt. Ein junger amerikaniſcher
Student namens Harvey Leeb ſoll eine Wetze gemacht
haben, mit nur vier Schilling Barſchaft in der Taſche
von Philadelphia in den Vereinigten Staaten nach
Oberammergau zu gehen; wie er ſich unterwegs
durch=
bringe, blieb dabei ſeinem eigenen Witz überlaſſen.
Harvey Leeb, der ruſſiſcher Abkunft ſein ſoll, iſt ganz
arm; er hat ſeinem Vater in ſeinem Geſchäft geholfen
und ſich dabei noch ſelbſt das Studiengeld für
Univerſi=
tätsſtudien verdient. Eines Tages kam im Kreiſe
ſeiner Studiengenoſſen die Nede auf religiöſe
Myſterienſpiele, auf moderne und alte Schauſpiele und
auch auf Oberammergau. Man ſprach von der weiten
Reiſe dorthin und deren Koſten; da erklärte der junge
Darvey Leeb, er würde, wenn es darauf ankäme, die
Reiſe, ſofort und mit dem, was er in der Taſche hätte,
antreten. Man ſchloß eine Wette darauf ab, und die
Studenten ſchoſſen hundert Dollar zuſammen, die ihm,
wenn er Oberammergau glücklich erreiche, als Gewinn
zufallen ſollten. Leeb ſeinerſeits nahm eine Reviſion
ſeiner offenbar niemals ſehr ſchweren Taſchen vor und
ließ feſtſtellen, daß er gerade 99 Cents (nach engliſchem
Gelde 4 Schilling) bei ſich habe. Mit dieſen und einem
alten Zweirad, das ſchon ſieben Jahre Dienſte geleiſtet
hat, machte er ſich dann auch ſogleich von Philadelphia
aus auf den Weg.
Er radelte zunächſt nach Baltimore, um dort ein
Schiff zu ſuchen, das ihn erſt einmal über den „großen
Teich” brächte. Da die großen Lurusdampfer noch
immer keine Gratis=Paſſagiere aufnehmen, mußte ſich
unſer Abenteurer zu einer anderen Art der
Beförde=
rung entſchließen. Er verdingte ſich als Viehfütterer
auf einem Schiff, das mit Vieh von Baltimore nach
Liverpool ging. Leeb erzählte nachher, der Dienſt ſei
auch tatſächlich eine „Viechsarbeit” geweſen, fünfzehn
Stunden täglich und bei einer ſchauderhaften
Ver=
öſtigung. Allein, was tut man nicht für
Oberammer=
gau? Obendrein behauptet Leeb, er habe die
Ent=
deckung gemacht, daß von den neun Viehtreibern des
Schiffes nicht weniger als acht wie er Studenten
ge=
weſen feien, die ſich ſo ihr Paſſagegeld über den Ozean
verdienten. In Liverpool angekommen, beſtieg Leeb
wieder ſein ehrwürdiges Zweirad und radelte gen
London, ſich unterwegs ein Zehrgeld durch gelegentliche
Arbeit verdienend, oder auch in Heuſchobern
über=
nachtend. Das ſchlechte Wetter, das die gewöhnlichen
Reiſenden ſeit drei Monaten moleſtiert, war für dieſen
Touriſten offenbar gänzlich ohne Belang. In London
angekommen, befand ſich Leeb in ziemlich prekärer
Lage; er hatte ſeinen letzten Pfennig ausgegeben, und
wußte nicht aus noch ein. Nachdem er in einem Aſyl
übernachtet hatte, fiel er zu ſeinem Glück Journaliſten
in die Hände, die ſich gierig des willkommenen Stoffes
bemichtinten und ihm weiterhalſen, Er konnte ſo nach
Frankreich überſetzen, wo er ſich vermutlich in dieſem
Augenblick noch aufhält, und die ihm liebgewordene
Beſchäftigung der Vichtreiberei auf Grund akademiſcher
Bildung wieder aufgenommen hat. Seine Aufgabe
wird, wenn er noch das kleine Stück Süddeutſchland
überwunden hat, bald gelöſt ſein, und jedenfalls kann
man das Ganze einen ſtarken Beweis von Energie
nennen. Energie dürfte auch dem altersgrauen
Zwei=
rad nicht abzuſprechen ſein, das nach dieſer Reiſe einen
Ehrenplatz in einem Muſeum unter Glas und Rahmen
verdient hat. Für Leeb erhebt ſich dann das Problem
der Rückkehx, nachdem er noch zuvor das ebenſo
inter=
eſſante Problem gelöſt haben muß, in Oberammergau
ohne Geld auszukommen.
2 Seltſäme Gelübde. Als im 15. Jahrhundert die
Ritter König Eduards III. von England nach Frankreich
zogen, um die Feindſeligkeiten gegen die Franzoſen zu
er=
öffnen, da leiſtete eine große Zahl der geharniſchten
Kämp=
fer einen feltenen Eid: ſie verbanden ſich das eine Auge
mit einem roten Tuche und ſchworen, dieſe Binde nicht
eher zu entfernen, ehe ſie nicht durch Taten der Tapferkeit
die Feinde gezüchtigt und geſchlagen hätten. Aber die
Zeit der ſeltſamen Gelübde iſt mit dem Mittelalter nicht
verſchwunden, auch das 19. Jahrhundert, ja ſogar das 20.
können ähnliche Fälle verzeichnen. Wenn auch die meiſten
aus ernſten Anläſſen heraus entſtehen, ſo entbehren ſie doch
nicht der Komik und eines heiteren Beigeſchmackes. Der
Adriatico erzählt von einem Gichtkranken, der in Lourdes
Heilung ſuchte und vorher das Gelübde ablegte, im Falle
der Befreiung von ſeinen Leiden eine große Reiſe zu
unter=
nehmen, bei der er ein leeres Faß vor ſich herrollen wollte.
Insbeſondere ſind es Seeleute, die in Stunden der Gefahr
wunderliche Eide leiſten. Während eines furchtbaren
Stur=
mes ſchwor ein normanniſcher Seemann, von Cherbourg
nach einer mehrere Stunden entfernten Kapelle eine
Wall=
fahrt zu unternehmen, bei der er eine tüchtige Handvoll
harter Bohnen in ſeine Stiefel ſchütten wollte. Der Sturm
ging vorüber, die Barke kam glücklich nach Cherbourg und
ſeinem Verſprechen getreu machte ſich der wackere Seemann
alsbald auf die Wanderung. Aber die Sache war
ſchwe=
rer, als er ſich vorgeſtellt hatte, er hatte kaum einen
Kilo=
meter zurückgelegt, als er ſich vor Schmerzen nicht mehr
weiterſchleppen konnte und ſchleunigſt in das erſte beſte
Wirtshaus ging. Dort trank er ſeinen Schoppen und ließ
ſich die harten, unbequemen Bohnen einfach kochen. Die
weichgekochten Bohnen ſchüttete er in ſeine Stiefel und
nahm vergnügt ſeine Walfſahrt wieder auf, die er dann
auch glücklich zu Ende führte. Sehr häufig ſind auch die
Gelübde ewigen Schweigens. Als im Jahre 1840 Miß
Karoline Brewer aus Leeds durch einen Wortwechſel mit
ihrem Bräutigam auseinander kam, ſchwor die verlaſſene
Braut, nie mehr mit einem Menſchen ein Wort zu ſprechen.
Und ſie hielt Wort, obgleich ſie noch 35 Jahre lang lebte:
nie mehr hat jemand eine Silbe aus ihrem Munde gehört.
Einen ähnlichen Schwur leiſteten zwei andere
Englände=
rinnen. Es waren drei Schweſtern, die zuſammenlebten,
zwei von ihnen zankten ſich eines Tages ſehr heftig und
gelobten dann, nie mehr miteinander zu ſprechen. Das
Gelübde wurde innegehalten, die Beiden ſchwiegen fortan.
Selbſt als die eine der Schweſtern auf dem Totenbette lag
und die andere der Sterbenden liebevoll beide Arme
ent=
gegenſtreckte, da blieben ihre Lippen aufeinander gepreßt
und kein letztes Abſchiedswort entfloh ihrem Munde.
Literariſches.
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Be=
deutung Ernſt Willkomms, des einſt viel geleſenen
Romanſchriftſtellers, liegt vorzugsweiſe auf
kulturge=
ſchichtlichem Gebiete. Ueberall, wo er in kleineren
Er=
zählungen und Novellen Stoffe verwertet, die er als
Jüngling und Mann bei ſeinen Streifereien durch
Böh=
men, die Lauſitz, am Meere uſw. im innigen Kontakte!
mit dem Volke zumeiſt erlauſchte oder ſelbſt erlebte,
bleibt er noch heute der Sittenſchilderer par excellence.
Etwas Geheimnisvolles, Uebernatürliches und
Grauen=
haftes haftet faſt allen dieſen entzückenden Geſchichten
an, die vor allem den unbedingten Charakter ſittlicher
Reinheit tragen.
Ver Kampf gegen die Infektionskrankheiten.
Böſe Gnomen, die mit vergifteten Pfeilen aus dem
Hinterhalt auf ahnungsloſe Menſchen ſchießen oder ſich
zur Nachtzeit an den Schläfer heranſchleichen und ihm
das Blut aus den Adern ſaugen: — das ungefähr war
die Vorſtellung des Mittelalters und Altertums von
dem Woſen der Infektionskrankheiten. Zwar wiſſen
wir heute, daß es keine böſen Geiſter gibt, die die
Ge=
ſundheit der Menſchen bedrohen; aber wenn wir auch
an die Macht einer böſen Gottheit nicht mehr glauben,
die Sache iſt dieſelbe wie früher: „Den Böſen ſind wir
los, die Böſen ſind geblieben.”
Ein Heer kleinſter, allerkleinſter, für das
unbe=
waffnete Auge völlig unſichtbarer Lebeweſen, die
ſoge=
nannten Baktorien, bedroht unſere Geſundheit auf
Schritt und Tritt. In der Luft, die wir atmen, in
unſeren Kleidern, auf unſerer Haut, in unſeren
Nahr=
ungsmitteln ſind ſie in ungeheurer Menge verbreitet,
und wir nehmen ſie tagtäglich auf alle mögliche Weiſe
in uns auf.
Naturgemäß iſt die Haupteingangspforte für die
Bakterien die Mundhöhle, die mit ihren zahlreichen
Winkeln und Falten und ihrer dauernden Feuchtigkeit
und Wärme einen geradezu idealen Nährboden für
ſie bietet.
Wenndes nun auch dem völlig geſunden
Organis=
mus möglich iſt, ſich eine Zeitlang der Bakterien zu
erwehren, ſo vermag dagegen der Körper bei einer auch
noch ſo geringfügigen Schwächung der Geſundheit den
Kampf nicht mehr erfolgreich aufzunehmen.
Aber wie in der Sage die guten Feen den
Men=
ſchen vor den böſen Gnomen ſchützten, ſo findet er
jetzt in den Mitteln, welche die moderne Wiſſenſchaft.
zur Vernichtung der Bakterien aufgefunden hat, einen
ſtarken Bundesgenoſſen im Kampfe gegen dieſe kleinen
Lebeweſen.
Eines der allerwichtigſten Mittel dieſer Art ſind
die Formamint=Tabletten. Die Formamint=Tabletten
vernichten die giftigſten Krankheitserreger, z. B. die
Diphtherie=, die Typhus=, die Influenza=Bazillen uſw.
in allerkürzeſter Zeit. In der Mundhöhle ſcheiden die
Formamint=Tabletten ganz allmählich ein
keimtöten=
des Mittel ab, welches mit dem Speichel alle Winkel
und Falten derſelben durchdringt und überall die
Bak=
terien unſchädlich macht.
Daher bieten die Formamint=Tabletten einen
vor=
züglichen Schutz gegen alle die drohenden
Anſteckungs=
gefahren, denen wir jederzeit und überall auf der
Straße, auf der Eiſenbahn, im Bureau uſw. ausgeſetzt
ſind. Formamint=Tabletten haben einen ſehr
ange=
nehmen Geſchmack und ſind völlig unſchädlich, ſo daß
ſie ſelbſt Kindern ohne Bedenken gegeben werden
können.
Die günſtigen Erfolge, die mit Formamint=
Tabletten erzielt worden ſind, werden von mehr als
10000 Aerzten, unter denen ſich die bedeutendſten
Pro=
feſſoren befinden, in wiſſenſchaftlichen
Veröffentlichun=
gen, brieflichen und mündlichen Mitteilungen
be=
ſtätigt.
Gerade in der jetzigen Reiſezeit iſt ein Schutz gegen
die drohende Anſteckungsgefahr beſonders geboten.
Schon wiederholt hat man die ungehenre Menge von
Bakterien, die ſich in dem Staube der Eiſenbahn=
Coupés trotz aller hygieniſchen Maßnahmen immer noch
findet, nachweiſen können.
Eine neue Veröffentlichung über die große
Ver=
breitung der Bakterien in der Eiſenbahn, auf der!
Straße uſw. und über ihre wirkſame Bekämpfung und
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