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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
et
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 186.
Donnerstag, den 11. Auguſt.
1910.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Die deutſche Kommunalbank.
Der Herausgeber des den geſamten
geldwirt=
ſchaftlichen Intereſſen der Städte und Gemeinden
dienen=
den Fachblattes Die Kommunalfinanzen, Geheimer
Regie=
rungsrat Dr. jur. Seidel=Berlin, veröffentlicht in der
demnächſt erſcheinenden Nummer der Grenzboten einen
Artikel über die deutſche Kommunalbank, der
auf eine vom Landrat Trüſtedt=Berent verfaßte
Denk=
ſchrift über den Gegenſtand zurückgeht. Der Gedanke an
eine derartige Kommunalbank iſt einmal entſtanden aus
dem Bedürfnis nach einer Organiſation und
Zentrali=
ſation des Kommunalkredits und zweitens aus den ſeit
15 Jahren von den deutſchen Sparkaſſen verfolgten
Be=
ſtrebungen nach Schaffung eines Zentralinſtituts für die
mannigfachen Zwecke des Geldausgleichs,
Uebertragbar=
keitsverkehrs und Giroverkehrs.
In Fluß gekommen iſt dieſe Frage durch die
eingehen=
den Verhandlungen auf dem Deutſchen Städtetag
in München im Jahre 1908 und weiterhin in Fluß
gehalten worden durch den Vorſtand des Deutſchen
Städte=
tages, der eine beſondere Kommiſſion zur weiteren
Bear=
beitung der auf dem Städtetage gemachten Vorſchläge
eingeſetzt hat. Ein von ihm eingeſetzter
geſchäftsführen=
der Ausſchuß tat weitere Schritte zum Ausbau des
Pla=
nes und lud zunächſt die vom Vorſtand des Deutſchen
Städtetages gewählte Kommiſſion zu einer gemeinſamen
Beratung ein. Um eine Zuſammenarbeit mit den Städten
zu ſichern, hat er erklärt, daß den Großſtädten, die im
Deutſchen Städtetage die Führung haben, auch in der
Frage der Einrichtung eines kommunalen Kreditinſtituts
die Führung überlaſſen bleiben müſſe, und will auch
fer=
ner das Einvernehmen mit den Städten nach
Möglich=
keit pflegen.
Die Kommunalbank iſt geplant als eine
Aktiengeſell=
ſchaft mit einem Grundkapital von 25 Mill. Mark, das
von deutſchen Städten, preußiſchen Kreiſen, preußiſchen
und außerpreußiſchen Kommunalverbänden und einigen
preußiſchen Provinzen übernommen werden ſoll. Das
Hauptgeſchäft ſoll darin beſtehen, daß ſie deutſchen
Kom=
munen Darlehen gewährt und dafür mündelſichere
Kom=
munal=Obligationen ausgibt. Das wichtigſte Nebengeſchäft
der Bank wäre der Verkehr mit den kommunalen
Spar=
kaſſen, wodurch eine größere Liquidität der Sparkaſſen
erzielt werden würde. Die Bank ſoll zwar der durch
ei=
nen Staatskommiſſar auszuübenden Staatsaufſicht
un=
terſtehen, andererſeits aber eine freie Schöpfung der
Selbſtverwaltung ſein, was auch vom preußiſchen
Mini=
ſterium des Innern bei den Verhandlungen ausdrücklich
zugeſtanden worden iſt. Wie notwendig ein derartiges
Inſtitut iſt, beweiſt der Umſtand, daß nach der ſoeben
veröffentlichten amtlichen Statiſtik der Geſamtbetrag der
kommunalen Schuldverſchreibungen in Deutſchland 300
Mill. Mark beträgt, der ſich auf nicht weniger als 237
Schuldner verteilt, was eine enorme Ausgaben erfordernde
Arbeitszerſplitterung zur Folge hat. Den größten
Vor=
teil von einem derartigen Inſtitut würden naturgemäß
die kleineren Kommunen haben, denen es bisher, wenn
überhaupt, ſo nur mit großen Opfern gelungen iſt,
Dar=
lehen auf dem Geldmarkte zu erhalten.
Der Verfaſſer der Denkſchrift äußert ſich über die Ziele
der Kommunalbank dahin, daß ſie den Kommunen die
ſichere Gewähr bietet, jederzeit Anleihen zu den nach Lage
des Geldmarktes beſtmöglichſten Bedingungen zu
er=
halten, daß ſie die materiellen Kreditbedingungen für ſie
verbeſſern und die Beſorgung von Bankgeſchäften für die
Kommunen und deren Anſtalten, beſonders die Sparkaſſen,
durch ein eigenes Inſtitut der Kommunen bewirke, deſſen
Gewinn ihnen wieder zufließt.
Holland und die deutſchen Schiffahrtsabgaben.
* In einem Leitartikel, der wohl die Anſichten
füh=
render holländiſcher Kreiſe widerſpiegelt, führt die Nieuwe
Rotterdamſche Courant von neuem aus, daß die in
Deutſchland vom Bundesrat genehmigte und im Herbſt
im Reichstag einzubringende Vorlage über die
Schiff=
fahrtsabgaben für Holland unannehmbar ſei.
Eine Mitwirkung Hollands ſei nur auf zweierlei Art
denkbar. Es könnte ſich dem neu zu errichtenden
Rhein=
ſtrombauverband anſchließen und als deſſen Mitglied die
nämliche Stimmenzahl wie Preußen erhalten. Aber ein
unabhängiger Staat könne einer Korporation nicht
bei=
treten, die mit Stimmenmehrheit über ſeine
Lebensinter=
eſſen entſcheide. Dabei könnten die Befugniſſe des
Rhein=
ſtrombauverbandes ſpäter erweitert werden und Holland
könnte dadurch immer mehr in eine unerwünſchte
poli=
tiſche Berührung mit deutſchen Angelegenheiten kommen.
Der zweite Fall wäre, daß Holland dem Verbande nicht
beiträte, aber das Minimum der Schiffahrtsabgaben
be=
willigte und ſich zu jedem Beſchluß des
Strombauver=
bandes ſeine Zuſtimmung vorbehielte. Dann könnte aber
jeder Beſchluß des Verbandes von Holland unwirkſam
gemacht werden, und damit wäre eine beſtändige Urſache
für Scherereien zwiſchen dem Haag und Berlin geſchaffen
worden. Jedesmal, wenn Holland einen Beſchluß nicht
billigte, und dies dürfte bei dem Intereſſenſtreit öfters der
Fall ſein, würde auf Holland ein Druck ausgeübt und das
Zuſtandekommen anderer mit den Schiffahrtsabgaben
nicht zuſammenhängender Angelegenheiten von der
Zu=
ſtimmung zu den beſagten Beſchlüſſen abhängig gemacht
werden. Zwiſchen Holland und Deutſchland wäre ſomit
dauernd ein Stein des Anſtoßes errichtet worden.
Darum lehne Holland lieber jetzt den deutſchen
An=
trag ab, damit ſich nicht ſtändige Unannehmlichkeiten
er=
geben. Wie man ſich Hollands Mitwirkung im
Rhein=
ſtrombauverbande auch denke, ſie ſei, abgeſehen von der
prinzipiellen Frage der Schiffahrtsabgaben, für Holland
durchaus unannehmbar.
Moderniſierungen bei der Eiſenbahn=Verwaltung.
* Die preußiſchen Behörden fangen an, ihren
Bureau=
betrieb zu moderniſieren. Was man bisher für ganz
un=
möglich gehalten hatte, iſt eingetreten, der preußiſche
Eiſenbahnminiſter hat ſoeben an die einzelnen
Eiſenbahn=
direktionen die Anfrage gerichtet, wie ſie ſich zur
Ein=
führung der Schreibmaſchine im Bureaubetrieb
und zur Anſtellung von „Tippfräulein” ſtellen. Manchem
Direktionschef kam die Sache vielleicht etwas verblüffend,
aber bei den Beratungen zeigt es ſich, daß unſere höheren
Eiſenbahnbeamten durchweg moderne Leute ſind, die
Mehrheit der Direktionen ſprach ſich für die Neuerung
aus, u. a. auch die Direktionen Frankfurt und
Mainz.
Es wird durch die Einführung der Schreibmaſchinen
in den Bureaus der Eiſenbahnverwaltung nicht nur viel
unnötige Arbeit und damit Zeit geſpart, es wird auch nach
und nach möglich ſein, eine Perſonalverminderung
ein=
treten zu laſſen. Heute werden alle Briefe, Ausarbeitungen
von Projekten, Berichte und was alles bei der Behörde
vorkommt, mit der Hand geſchrieben. Der Dezernent hat
keinen ſtenographiekundigen Gehilfen zur Verfügung, der
ſeine Gedanken niederſchreibt. In Zukunft wird ihm das
Tippfräulein oder der die Schreibmaſchine handhabende
Sekretär zur Verfügung ſtehen, vieles wird ſich in der
halben Zeit erledigen laſſen. So kann man ſagen,
daß die geplante Neuerung in den Kreiſen der höheren
Eiſenbahnbeamten allgemein begrüßt wird. Wie
ver=
lautet, wird die Neueinführung nicht mehr lange auf ſich
warten laſſen, die Verfügung des Miniſters darüber iſt
in abſehbarer Zeit zu erwarten.
Deutſches Reich.
— Die Nachwahl im
Reichstagswahl=
kreis Zſchopau=Marienberg iſt auf den 24.
Auguſt feſtgeſetzt. Seit Wochen ſchon kämpfen die
Par=
teien auf der ganzen Linie. Drei Kandidaten ringen um
das Erbe des verſtorbenen Reformers Oswald
Zimmer=
mann: der Kaufmann und Obſtgutpächter Kurt Fritzſche
kandidiert für die Deutſche Reformpartei, die
Fortſchritt=
liche Volkspartei hat den Landtagsabgeordneten
Land=
gerichtsrat Alfred Brodauf aufgeſtellt und die
Sozial=
demokratie den Pfarrer a. D. Paul Göhre, der ſchon 1907
Zimmermanns Gegenkandidat war und auch ſchon 1903
in dem Wahlkreis Mittweida gewählt worden war, infolge
der Angriffe gegen die „hergelaufenen Akademiker” auf
dem Dresdener Parteitage aber ſein Mandat niederlegte.
— Die Lage der deutſchen
Zündholz=
fabrikation iſt gegenwärtig eine überaus traurige
und die Ausſichten geben zu großen Beſorgniſſen Anlaß.
Wie aus der dem Hanſa=Bund zugegangenen Reſolution,
die auf der kürzlich ſtattgehabten Tagung des Vereins
deutſcher Zündholzfabrikanten gefaßt wurde, hervorgeht,
haben ſich die Fabrikanten gezwungen geſehen, eine
Ein=
ſchränkung der Produktion auf ein Drittel der ſonſt
nor=
malen vorzunehmen. Die hierdurch bedingte Erhöhung
der Preiſe von 2 Pfennigen für das Paket hat bis jetzt
nur in einem ganz geringen Umfange durchgeführt werden
können; an eine weitere Erhöhung iſt auch in abſehbarer
Zeit nicht zu denken. Durch dieſe prekäre Lage ſei eine
Anzahl Fabriken ſogar zur gänzlichen Einſtellung ihrer
Betriebe gezwungen worden. So ſei durch die
Reichs=
finanzreform ein blühender Induſtriezweig mit allen
Perſonen, die von ihm abhängen, teils vollſtändig
rui=
niert, teils in ſchwerſte Bedrängnis geraten.
— Der Bund der Induſtriellen hat in einet
Eingabe an den Staatsſekretär des Reichskolonialamts
der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß das
Reichskolonial=
amt auch die großen induſtriellen
Intereſſentenvertre=
tungen, beſonders aber auch den Bund der Induſtriellen
ſelbſt als Zentrale der Exportinduſtrie zur Entſendung
von Vertretern in den zu bildenden ſtändigen
wirtſchaft=
lichen Beirat für die Kolonialverwaltung
auffordern werde.
— Der bayeriſche Landtag iſt am Mittwoch
mittag, nachdem die Kammer der Reichsräte in einer
Frühſitzung noch einige Beſchlüſſe der
Abgeordneten=
kammer zum Etat des Finanzminiſteriums und dann
das Finanzgeſetz angenommen, und nachdem die
Ab=
geordnetenkammer die Beſchlüſſe der
Reichsratskam=
mer entgegengenommen hatte, mit dem üblichen
Ge=
ſchäftsbericht der Präſidenten der beiden Kammern
ge=
ſchloſſen worden.
Ausland.
Spanien und der Vatikan.
Der Matin meldet aus Madrid: Die Nachricht,
wo=
nach der Vatikan demnächſt die Beziehungen mit
der ſpaniſchen Regierung wieder aufnehmen
werde, erhält ſich. Man verſichert, daß die Antwort des
Vatikans auf die ſpaniſche Note mit größter Vorſicht
ab=
gefaßt wurde. Vor ihrem Abgange wurde ſie zweimal
durchgeſehen und verbeſſert und ſchließlich habe der Papſt
die Note perſönlich durchgeleſen und einige Stellen
ab=
geändert.
Miniſterpräſident Canalejas erklärte dem
Ma=
drider Vertreter des Petit Pariſien u. a., er erkenne an,
daß die Haltung der meiſten ſpaniſchen Biſchöfe
eine kluge geweſen ſei, nur einige, wie der Biſchof von
Vittoria, der ſich weigerte, ſeine Prieſter zur Ordnung
an=
zuhalten, hätten ihre Pflichten vergeſſen und in ihren
Pre=
digten zum Aufſtand angereizt. Dieſe ſollten erfahren,
daß ſie öffentliche Beamte ſeien, und daß ſie den Staat
reſpektieren müßten.
Die Kretafrage.
Der Pforte ſind nunmehr die Antworten aller
Kretamächte auf den letzten Schritt der Kandidaturen
Venizelos und der anderen Kreter für die griechiſche
Na=
tionalverſammlung zugegangen. Nach den
Informatio=
nen der Pforte erklären die Mächte neuerlich, daß ſie die
Teilnahme der Kreter an der Nationalverſammlung nicht
zulaſſen und gegen die Entſendung kretiſcher Delegierter
aktiv einſchreiten würden.
Bulgarien und die Türkei.
Wie das Journal des Débats auf Grund einer
An=
frage bei der türkiſchen Botſchaft in Paris mitteilt, hat
die türkiſche Botſchaft keine Mitteilung erhalten bezüglich
der gemeldeten kriegeriſchen Vorbereitungen
Bulgariens. Das Blatt fügt hinzu, aus dem Fehlen
jeglicher offizieller Beſtätigung dürfe man ſchließen, daß
die Nachricht von einer demnächſtigen Mobiliſierung
bulgariſcher Truppen unter dem Vorwande von Manövern
vollſtändig falſch iſt. Bulgarien wiſſe auch ganz
genau, daß die Türkei ſeit zwei Jahren bedeutende
militäriſche Maßregeln getroffen habe, um der
Eventua=
lität eines Angriffes ſeitens ſeiner Grenznachbarn zu
be=
gegnen. Ein Krieg zwiſchen der Türkei und Bulgarien
würde für letzteres eines der tollkühnſten Abenteuer ſein.
Außerdem würde Rußland, das ſchon wiederholt
Bul=
garien Mäßigung und Klugheit angeraten habe,
zweifel=
los von neuem verſuchen, gegebenenfalls die Miniſter des
Königs Ferdinand von beunruhigenden Plänen
abzu=
bringen, die man ihnen vielleicht mit Unrecht zuſchreibt.
— Der Petit Pariſien ſchreibt gegenüber den Gerüchten
von einem Konflikt zwiſchen der Türkei und Bulgarien:
Nach unſeren aus guten Quellen ſtammenden
Informatio=
nen iſt eine wirkliche Detente eingetreten. Einmal iſt
König Ferdinand nach Bulgarien zurückgekehrt und dieſer
hat bekanntlich immer in verſöhnlichem Sinne gewirkt.
Zweitens iſt das bulaariſche Volk für die nächſten fünf
Seile 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. Auguſt 1910.
Nummer 186.
Wochen mit der Ernte beſchäftigt, die gerade in dieſem
Jahre eine ausgezeichnete iſt. Außerdem hat der
bul=
gariſche Miniſter des Aeußern Paprikow, der am Freitag
die Leitung ſeines Reſſorts wieder übernommen hat, den
Vertretern der Mächte erklärt, daß nichts die gemeldeten
Befürchtungen rechtfertige.
In den Kreiſen der Pforte herrſcht die Meinung vor,
daß der türkiſch=bulgariſche Streit das akute Stadium
überſchritten hat, insbeſondere auch deshalb, weil, wie
verlautet, einige Großmächte auf die bulgariſche
Regie=
rung eingewirkt haben.
Montenegro.
Die Feſtlichkeiten anläßlich der Proklamierung
des Fürſtentums Montenegro zum
König=
reich werden, wie jetzt feſtſteht, folgenden Verlauf
neh=
men: Am 19. Auguſt wird die Nationalverſammlung in
feierlicher Sitzung den neuen Titel des Fürſten
prokla=
mieren. Alsdann wird die Skupſchtina dem Fürſten
da=
von offizielle Mitteilungen machen. Am 20. Auguſt
fin=
det ein Gottesdienſt in dem Ezernowitſch=Kloſter ſtatt, an
dem das diplomatiſche Korps und die Beamtenſchaft
teil=
nimmt. Hierauf folgt ein Empfang im neuen königlichen
Palaſt. Vom 21. bis 25. Auguſt finden
Volksbeluſtigun=
gen aller Art ſtatt. Inzwiſchen werden die verſchiedenen
auswärtigen Abordnungen eintreffen und empfangen
werden. Am 26. Auguſt trifft die italieniſche Abordnung
ein, der in Anbetracht der verwandtſchaftlichen
Beziehun=
gen der beiden Höfe beſondere Ehrungen zugedacht ſind.
Am 27. kommt das italieniſche Königspaar an. Im
Bei=
ſein ſeines Schwiegerſohnes, des Königs Viktor Emanuel,
und des Zaren Ferdinand von Bulgarien wird an dieſem
Tage der neue König Nikita eine Parade über ſeine
Truppen abnehmen.
Südafrika.
Die Daily Mail bringt intereſſante Zugeſtändniſſe
über die Lage in Südafrika. Es ſtänden ſich zwei
Parteien gegenüber, die eigentlich den gleichen politiſchen
Grundſätzen huldigten und doch in heftigem Widerſtreit
ſtünden. Bei oberflächlicher Betrachtung ſei man faſt in
allen ſüdafrikaniſchen Fragen einig. Und doch gähne der
Abgrund der nationalen Gegenſätze, die zu ſchweren
Wahlkämpfen führen würden. Es ſei unleugbare
Tat=
ſache, daß die Buren ihre Erfolge den Engländern
ver=
danken. Die britiſche Bevölkerung in Südafrika
über=
treffe die holländiſche, und General Botha wäre niemals
Miniſterpräſident geworden, wenn nicht ein Drittel der
britiſchen Stimmen für ihn anſtatt für die ſogenannte
britiſche Partei gewählt hätten. Der eigentliche Kampf
in den bevorſtehenden Wahlen drehe ſich um die
Unter=
ſtützung dieſes Drittels. Wenn das britiſche Volk in
Südafrika bewogen werden könnte, geſchloſſen „britiſch”
zu wählen, dann würde ſich General Botha im
Novem=
ber in einer Minderheit befinden und hätte ſeinen Platz
Dr. Jameſon zu überlaſſen. Und in dieſer ſonderbaren
politiſchen Lage liege die Gefahr einer Wiederbelebung der
Raſſengegenſätze.
* Die Studienreiſe deutſcher
Studen=
ten nach England iſt nun zur Tatſache geworden.
Die Beteiligung iſt größer als man erwarten konnte.
Mittwoch treffen die Studenten, denen ſich mehrere
Pro=
feſſoren angeſchloſſen haben, in London ein, wo nach den
Empfangsfeierlichkeiten Prof. Sieper=München den erſten
Vortrag hält. Er ſpricht im Londoner College über den
engliſchen Nationalcharakter. 14 Tage ſoll die Geſellſchaft
beiſammen bleiben, gemeinſam Oxford und Cambridge
beſuchen und dann ſich trennen, damit jeder ſeinen
Son=
derwünſchen und Studien nachzugehen vermag. Im
nächſten Jahre ſoll der Beſuch von den engliſchen
Studen=
ten erwidert werden.
* Eine intereſſante Berichtigung ſchickt
der bekannte Graf Hoensbroech der Kölniſchen
Volkszeitung. Dieſe hatte geſchrieben, Graf Hoensbroech
habe Herrn Lucanus „angeſonnen”, ihm einen
Landrats=
poſten zu übertragen. Lucanus habe erwidert, der Graf
müſſe an der Stelle, wo er aus dem Staatsdienſt
aus=
geſchieden ſei, auch wieder eintreten. Graf Hoensbroech
ſchreibt nun: „Demgegenüber erſuche ich Sie auf Grund
des § 11 des Preßgeſetzes, zu berichtigen, daß ein
Anſin=
nen auf einen Landratspoſten von mir nicht geſtellt
wor=
den iſt, ſondern daß der Vorſchlag für einen
Landrats=
poſten vom Kaiſer ausgegangen iſt.”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 11. Auguſt.
— Verleihung der Rettungsmedaille. Der
Tag=
löhner Jakob Bartmann II. in Mörlenbach hat am
7. Mai 1910 einen Menſchen vom Tode des Verbrennens
gerettet. Der Fuhrunternehmer Franz Höß in Mainz
hat am 14. Mai 1910 ein Mädchen vom Tode des
Er=
trinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür wurde beiden
von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog die
Rettungsmedaille verliehen.
*X‟ Abſchiedsfeier. Wie wir dieſer Tage meldeten,
iſt der Oberſtabs= und Regimentsarzt des Leibgarde=
Infanterie=Regiments Nr. 115, Herr Dr. Theo Eichel,
zum General=Oberarzt befördert und zum Diviſionsarzt
der 37. Diviſion (Allenſtein, Oſtpreußen) ernannt worden.
Durch dieſe Ernennung geht unſerer Stadt ein tüchtiger
Arzt verloren, der ſeit einer Reihe von Jahren hier durch
ſein hervorragendes ärztliches Können außerordentlich
ſegensreich gewirkt hat und ſich auch infolge ſeiner
vortreff=
lichen perſönlichen Eigenſchaften in den weiteſten Kreiſen
der Bürgerſchaft allgemeiner Sympathie und Hochachtung
erfreut. Dies kam auch bei einer kleinen Abſchiedsfeier
von Freunden und Kollegen, die Dienstag abend im
Lokal der Vereinigten Geſellſchaft ſtattfand, zum
Aus=
druck, wobei namentlich von Aerzten aus der
Um=
gegend das Scheiden des durch ſeine große chirurgiſche
Geſchicklichkeit und Gewiſſenhaftigkeit ausgezeichneten
Arztes im Intereſſe der Kollegen wie der zahlreichen
Patienten lebhaft bedauert und dem Scheidenden die
beſten Wünſche für ſeine zukünftige Wirkſamkeit
ausge=
ſprochen wurden.
Kriegsveteranen=Appell 1910. Wie das aktive
Heer die Kriegsveteranen ehrt, zeigt die große Zahl der
freiwillig gemeldeten Angehörigen der heſſiſchen
Regi=
menter, welche als Abordnungen erſcheinen. Vom
Regi=
ment in Gießen kommen allein 10 Offiziere, 16
Unter=
offiziere und 39 Mann, und ſo entſprechend auch von
den andern Regimentern.
E Manöverpoſtſendungen. Aus Anlaß der
bevor=
ſtehenden militäriſchen Herbſtübungen machen wir auf
die Wichtigkeit der Anwendung richtiger und
deut=
licher Aufſchriften bei den Manöver=
Poſt=
ſendungen aufmerkſam. Zur genauen Aufſchrift
ge=
hören: Familienname (möglichſt auch Vorname, unter
Umſtänden Ordnungsnummer), Dienſtgrad und
Truppen=
teil (Regiment, Bataillon, Kompagnie, Eskadron,
Ab=
teilung, Batterie, Kolonne uſw.) und der ſtändige
Garniſonsort, eintretendenfalls mit dem Zuſatz
„oder nachſenden‟ Die Angabe eines Marſchquartiers
als Beſtimmungsort empfiehlt ſich in der Regel nicht.
* Erhöhung der Fleiſchpreiſe. Statt des infolge
Aufhebung des Oktrois erwarteten Abſchlags iſt eine
Erhöhung der Fleiſchpreiſe, und zwar des
Ochſenfleiſches und des Rindfleiſches um je 4 Pfg. pro
Pfund erfolgt.
— Das heutige Donnerstags=Konzert im Saalbau=
Garten wird, wie ſchon erwähnt, durch die Mitwirkung
des Geſangvereins Liederzweig den Charakter einer
kleinen Silcher=Gedächtnisfeier tragen. Auch
das Programm der Kapelle wird dementſprechend
aus=
ſchließlich Werke deutſcher Komponiſten bringen und
ſomit das Konzert ſich als Ganzes zu einem Deutſchen
Abend geſtalten. (Vergl. Anzeige.)
— Schützenhof. Eine doppelte Abwechslung wird
in dem heutigen Konzert der Kapelle des Großh. Heſſ.
Art.=Regts. Nr. 61 dadurch geboten, indem der I. Teil
Artilleriemuſik, der II. Teil Janitſcharenmuſik (
Holzblas=
inſtrumente) und der III. Teil Streichmuſik enthält.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
S. Auerbach, 10. Aug. Bei der am 8. Auguſt erfolgten
Wahl eines Beigeordneten vereinigte der Rechner
der Ortskrankenkaſſe, Herr Glaſermeiſter W. Axt 186
Stimmen auf ſich, während der bisherige Beigeordnete
Herr Chr. Schmidt II. es nur auf 122 Stimmen brachte.
Erſterer iſt ſomit gewählt, da andere Kandidaten nicht
aufgeſtellt waren. 2 Stimmen waren zerſplittert. Von
453 ſtimmberechtigten Wählern übten 310 ihr Wahlrecht
aus.
Mörfelden, 10. Aug. Ein Unfall, der
glücklicher=
weiſe ohne Verletzungen an Menſchenleben ablief,
er=
eignete ſich auf einem Straßenübergang der hieſigen
Eiſenbahnſtrecke, indem ein Fuhrwerk von der
Loko=
motive erfaßt und zertrümmert wurde. Es kann evtl.
fahrläſſige Eiſenbahntransportgefährdung in Frage
kommen. Ob und welches fahrläſſige Verſchulden
vor=
liegt, muß die eingeleitete Unterſuchung ergeben. Durch
das zuſtändige Amtsgericht Groß=Gerau fand heute
Augenſcheinnahme uſw. ſtatt, und die Eiſenbahnbehörde
ſtellte gleichfalls den näheren Sachverhalt feſt.
Mainz, 9. Aug. Anläßlich der Truppenſchau
vor dem Kaiſer treffen der Großherzog und die
Großherzogin am Montag nachmittag hier im
Schloſſe ein. Erbgroßherzog Georg und Prinz Ludwig
werden nicht mit nach Mainz kommen. Das Gefolge der
Großherzoglichen Herrſchaften beſteht aus der
dienſttuen=
den Ehrendame Freiin von Bellersheim, dem Hofmarſchall
Major a. D. Frhrn. von Ungern=Sternberg, dem
Ober=
ſtallmeiſter Major a. D. Riedeſel Frhrn. zu Eiſenbach, dem
dienſttuenden Kammerherrn Dr. Frhrn. von Leonhardi,
dem Generaladjutanten Generalmajor Hahn und den
bei=
den Flügeladjutanten Rittmeiſter Frhrn. von Maſſenbach
und Oberleutnant von Schröder. Das Gefolge des
Kai=
ſers wir daus 10 bis 12 Herren beſtehen. — Bei der
Pa=
rade wird, wie in früheren Jahren, der Kaiſer ſein
116. Infanterie=Regiment, der Großherzog das 115.
Infanterie=Regiment, die Großherzogin das 117.
Infanterie=Regiment und Prinzeſſin Friedrich Karl
das 88. Infanterie=Regiment führen.
Für den Ueberlandflug während der
Truppen=
ſchau auf dem Großen Sand ſind lt. Tgbl. zur Stunde
noch nicht alle Schwierigkeiten beſeitigt. Es iſt
ſelbſtver=
ſtändlich, daß eine Landung der Flieger erſt nach der
gro=
ßen Gefechtsübung, für die der ganze Exerzierplatz mit
der Umgebung gebraucht wird, erfolgen könnte. In einer
Beſprechung mit den Veranſtaltern des Ueberlandfluges
ſtellte ihnen das Gouvernement den Teil des
Exerzier=
platzes jenſeits der Pappeln nach Budenheim und dem
Rhein zu zur Verfügung. Zum Landen der Flieger iſt
aber eine Grasnarbe notwendig, da beim Abgleiten die
Flugapparate ſich in den loſen Sand feſtfahren und
be=
ſchädigen könnten. Der Grasplatz wird aber für den
Pa=
rademarſch gebraucht und könnte erſt nach Beendigung
des Parademarſches für die Flieger in Betracht kommen.
Mainz, 10. Aug. Der Hotel= und Scheckſchwindler
„van Arenbergh” der zuerſt in Mainz auftrat, iſt
ſeiner Perſon nach feſtgeſtellt. Es iſt ein 50 Jahre alter,
aus Graz gebürtiger Richard Blumenthal, der als
Polizeiſekretär in Steyer wegen Unterſchlagung eine
Freiheitsſtrafe erlitt und deshalb den Doktortitel
ver=
lor. Blumenthal hat auch in Monte Carlo als
Hotel=
ſekretär Unterſchlagungen verübt. Ermittelt konnte der
Schwindler noch nicht werden. — Wir berichteten
kürz=
lich, daß einem Deutſch=Amerikaner auf einer
ausge=
dehnten Bierreiſe mit einem Ingelheimer Mädchen
200 Dollars abhanden gekommen waren. Jetzt
fand die Polizei das Geld unter dem Deckel der
Pfuhl=
grube bei den Eltern des Mädchens. Es iſt noch nicht
feſtgeſtellt, ob das Mädchen oder ſeine Angehörigen das
Geld geſtohlen haben. — In einer Wirtſchaft in der
Rheinſtraße machte ſich ein angeblicher Schiffsmann
da=
durch verdächtig, daß er mitt einem
Hundertmark=
ſchein prahlte. Er wurde auf erfolgte Anzeige am
Neutorbahnhof feſtgenommen, als er gerade nach Köln
abreiſen wollte. Der Verhaftete geſtand nach längerem
Leugnen ein, daß er einen am gleichen Tage in
Wies=
baden vorgekommenen Einbruchsdiebſtahl
ver=
übt habe, bei dem er außer dem Hundertmarkſchein noch
gemünztes Geld erbeutet hatte. (Tgbl.)
Worms, 10. Aug. Zur Ehrung der
Feldzugs=
teilnehmer aus den Jahren 1870/71, ſowie zum
Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für die
dem Vaterlande in jener Zeit geleiſteten Dienſte,
be=
ſchloß die Stadtverordnetenverſammlung, die Mittel
zur Verfügung zu ſtellen zur Teilnahme der 118er
Regimentskapelle bei dem am 14. d. M. zu Darmſtadt
ſtattfindenden Appell. Außerdem genehmigte die
Stadt=
verordnetenverſammlung, die Mittel zur Verfügung
zu ſtellen, daß denjenigen Kriegsteilnehmern. die nicht
dem Haſſiaverbande angehören, am 16. d. M. eine
Die Menagerie der Bühne.
Von Regiſſeur Otto Ewald.
Die Tierwelt ſpielt auf dem Theater eine größere
Rolle, als es bei oberflächlicher Betrachtung den
An=
ſchein hat. Es gibt faſt keine Gattung von
Vier=
füßlern, von Bewohnern der Luft und des Waſſers,
die nicht in irgend einer Weiſe auf den Brettern,
welche die Welt bedeuten, zur Verwendung käme,
manchmal künſtleriſche Wirkungen, manchmal aber
auch das gerade Gegenteil erzielend.
Hieraus folgt von ſelbſt die Frage, warum man
in letzterem Falle derartige, als „unſichere
Kantoni=
ſten” ſich erweiſende Mimen nicht lieber fortläßt?
Ja, das geht doch nur, wenn es ſich um ein
deko=
ratives Moment handelt, um Ausſtattungskniffe der
ſzeniſchen Wirkung. Laſſen aber die Herren Autoren
irgend welche Vertreter des Tierreichs faktiſch in die
Handlung eingreifen, ſei es direkt oder indirekt, ſo
muß der Regiſſeur wohl oder übel in den ſauren
Apfel beißen, ſich auch mit dieſer Sorte von
Schau=
ſpielern abzufinden.
Man kann ſie in mehrere Kategorien teilen:
zu=
nächſt in leibhaftige lebende Tiere und in die von
Menſchen imitierten. Altmeiſter Goethe, welcher
be=
kanntlich mit dem berüchtigten „Hunde des Aubry”
ſehr üble Erfahrungen gemacht hatte, bringt trotzdem
im erſten Teile ſeines „Fauſt” einen Pudel auf die
Bühne, deſſen komplizierte Aktion von Fauſt und
Wag=
ner beim Spaziergange genau beſchrieben wird. Es
fand ſich aber bis heute kein Dreſſeur, der einem
wirk=
lichen Pudel dieſe ſeine Rolle beigebracht hätte, und
ſo hilft man ſich auf allen Theatern damit, beſagten
Köter einfach zu ſtreichen, ohne es jedoch mit den auf
ihn bezüglichen Worten ebenſo machen zu können. Man
wird nicht behaupten, daß es in unſerer Zeit des
Büh=
nenrealismus naturwahr ſich ausnimmt, wenn Fauſt
an der Kuliſſe eine Bewegung markiert, um ihn
her=
nach bei ſeinem Eintritt in das Studierzimmer ſcheinz
bar hinter den Ofen ſpringen zu laſſen.
In dem Moſerſchen Schwank „Hektor” hat ein
An=
gehöriger des Hundegeſchlechts ſogar die Titelrolle.
Da er aber in einem Körbchen eingevackt auf die
Szene kommt, würde er nur dann ſtörend wirken,
wenn er ſeinem Penſum entgegen heraushüpfte.
Anders liegt die Sache in Meyerbeers Oper „
Di=
norah” Hier iſt die Rolle der lebenden Ziege von
inſchneidender Bedeutung, ſo zwar, daß — wie ich
mich aus meiner freilich recht fern liegenden
Jugend=
zeit erinnere — der Ballettmeiſter des Hoftheaters
meiner Vaterſtadt ſich wochenlang mit ihrer Dreſſur
abgemüht haben ſoll. Als mir dann ſpäter am
Stadt=
theater in Würzburg für das Memorieren der Partie
des Sackpfeifers Corentin in genanntem Werk nur
fünf Tage bewilligt wurden, war ich erſtaunt, zu hören,
daß die Ziege das Studium ihrer Aufgabe noch gar
nicht begonnen hatte. „Nun, das machen wir doch
jetzt ganz einfach,” ſagte der Regiſſeur auf meine
Frage. Und richtig: abends wurde die meckernde
Aktrice vor jedem Erſcheinen hinter den Kuliſſen auf
ein hohes Gerüſt geſchleppt und feſtgehalten, bis im
gegebenen Moment ihre Beſitzerin auf der anderen
Seite der Bühne ein großes Futterbündel ſchwenkte.
Hierauf freigegeben, lief ſie über die Berge weg dem
Ziele ihrer Sehnſucht zu. So konnte man ſie lenken,
wohin man wollte, denn man hatte ſie vorher hungern
laſſen, und ſie bekam ihr Spielhonorar auch erſt nach
Beendigung der ganzen Leiſtung — welches Mittel bei
anderen widerſpenſtigen Künſtlerinnen nicht gut
an=
wendbar ſcheint.
Bei einer reiſenden Geſellſchaft ſah ich einmal
das rührende Schauſpiel „Genoveva”, worin natürlich
der Hirſchkuh ein ehrenvoller Part zufiel. In
Er=
mangelung einer ſolchen hatte der Herr Direktor ſeine
große Bernhardinerhündin mit einem Gehörn verſehen,
und dieſer ſich ganz ſachgemäß benehmenden
Stellver=
treterin wurde nun der kleine Schmerzensreich als
Säugling untergeſchoben.
Wirkliche Pferde ſind ſchon ſeit langem auf den
Theatern als Mitwirkende in Tätigkeit. Schiller läßt
z. B. ſeinen Geßler im letzten Akt des „Tell” auf
einem Gaul angeritten kommen. „Weib, mach' Platz,
oder mein Roß geht über Dich hinweg” — ruft der
liebenswürdige Herr Landvogt der Bäuerin Armgart
zu. Die meiſten Bühnen ſchenken ſich aber das Pferd.
Man ändert dann den Satz in „Mein Fuß geht über
Dich hinweg” weil es nicht allzu ſelten iſt, daß beſagte
vierbeinige Komödianten allerhand Unheil anrichten.
So lange ich Regie führte, hielt ich ſie, wenn nur
an=
gängig, von der Szene fern, ohne leugnen zu wollen,
daß es den Effekt in der „Stummen von Portici”,
„Glöckchen des Eremiten”, „Templer und Jüdin”
„Rienzi” uſw. entſchieden ſteigert, wenn Maſaniello,
Belamy, Bois=Guilbert und Rienzi in den
betreffen=
den Auftritten hoch zu Roß erſcheinen. Aber das
Ge=
ſtampfe auf dem Holzboden, die häufige Ohnmacht des
Reiters, den Gaul nach Gefallen zu lenken, die
ängſt=
lichen Bewegungen oder gar das Davonlaufen der
Umſtehenden — die kein Kontrakt zwingen kann, ſich
die Zehen abtreten zu laſſen —, das alles wirkt doch
unmöglich ſtimmungsfördernd. Ja, wenn Paul Bulß
im „Glöckchen” ſeinen eigenen Gaul nach vorn
ſtür=
men ließ und dicht vor der Rampe mit glänzender
Virtuoſität parierte, ſo gab das allerdings ein
frap=
pantes Bild; aber wie dann, wenn — was zwar nicht
Bulß, ſondern einem anderen Sänger begegnete —
das Tier ſich bockend auf den Hinterfüßen erhob, der
Reiter hinabrutſchte und das Roß ins Orcheſter ſprang,
Pauken und Bäſſe zertrümmerte und, erſchreckt durch
den Lärm, zwiſchen den Pulten herumtrampelte,
ſo=
daß die Muſiker ſchleunigſt über die Brüſtung ins
Parkett flüchten mußten, — nun, dieſes Bild
geſtal=
tete ſich ohne Frage weniger erhaben. Aehnlich iſt es
nit den infolge des Lampenfiebers der Quadrupeden
öfters eintretenden unliebſamen Zwiſchenfällen, und
daß die Füße der Umſtehenden manchmal wirklich
ernſtlich gefährdet ſind, habe ich am eigenen Leibe
er=
fahren, als ich, den Bürger „Baroncelli” ſingend,
Rienzis Pferd führen mußte und letzteres einen mein
rechtes Pedal treffenden ſchwungvollen Seitentritt
machte. Und dennoch lief die Sache ziemlich
glimpf=
lich ab, weil der Attentäter mit Gummiſchuhen
ver=
ſehen war. Dieſe dämpfen die Gewalt und das
Ge=
töſe der Hufe wohl etwas, veranlaſſen aber das Tier
wegen des ungewohnten Gefühls auch dazu, bei jedem
Schritte die Beine ſo hoch zu heben, als ſolle ein
Eier=
tanz exekutiert werden.
Ebenfalls im „Rienzi” und zwar am Hoftheater
zu Kaſſel, geſchah es, daß man nach gewohnter Sitte
den Gaul vor dem Auftreten durch Zucker in gute
Stimmung zu bringen verſucht hatte. Als nun die
den „Adriano” ſingende Dame vor Rienzi
nieder=
kniete und wiederholt flehend die rechte Hand nach
ihm emporhob, ſtreckte ihr der Gaul, vermeinend, es
würde ihm wieder ein Stückchen Süßigkeit gereicht,
regelmäßig ſeine Schnauze in die Handfläche, was die
Feierlichkeit der Situation nicht eben erhöhte.
Ehrengabe von 5 Mark aus der Stadtkaſſe
aus=
gezahlt wird. In Betracht kommen jedoch nur in
Worms wohnende Perſonen, die ſich bis ſpäteſtens
Frei=
tag, den 12. d. M., nachmittags 6 Uhr, bei der Bürger
meiſterei melden und unter Vorlage der erforderlichen
Nachweiſe ihren Anſpruch auf die Ehrengabe geltend
machen.
Gau=Odernheim, 9. Aug. Beim Transport mehrerer
Kühe riß ſich zwiſchen hier und Biebelnheim eine los
dund rannte einem im freien Felde gelegenen
Brun=
nen zu. Der morſche Bretterbelag des Brunnens gab
nach und das Tier verſchwand in dem 52 Fuß tiefen
Loch. Nach vieler Mühe gelang es, die Kuh wieder an
die Oberfläche zu befördern; um allem vorzubeugen,
wurde ſie geſchlachtet.
Bingen, 9. Aug. Von einem belgiſchen Schiff iſt
gegenüber dem Getreideſpeicher hier ein etwa 6 Jahre
altes Mädchen über Bord geſtürzt. Das Kind iſt, ehe
Hilfe gebracht werden konnte, ertrunken.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 9. Aug. Seit einiger
Zeit treten wieder die ſogenannten
Wechſelfallen=
ſchwindler auf, die folgenden Trick anwenden:
Der Haupttäter betritt einen Geſchäftsladen, in dem
wovon er ſich vorher überzeugt hat, nur ein Verkäufer
meiſt Verkäuferin) tätig iſt. Hier fordert er ſich eine
Kleinigkeit für ein paar Pfennige und zahlt mit einem
Zehn= oder Zwanzigmarkſtück. Nachdem nun das
Wech=
ſelgeld vor ihm aufgezählt oder auch von ihm
einge=
ſtrichen iſt, erklärt er dem Verkäufer, daß er auch mit
kleinem Geld zahlen könne und erbittet das Goldſtück
zurück. In dem Augenblick nun, in dem der
Verkäu=
fer das Goldſtück auf das Wechſelbrett zurücklegt, um
ſich dafür das Wechſelgeld zurückgeben zu laſſen,
er=
ſcheint der Komplize, der vor dem Geſchäft beobachtend
geſtanden hatte, und macht eine größere Beſtellung mit
dem Bemerken, daß er es ſehr eilig habe. Dieſen
Mo=
ment benutzt der erſtere, um mit Wechſelgeld und
Goldſtück zu verſchwinden, indem er ſeinem Komplizen
die Deckung ſeiner Flucht überläßt für den Fall, daß
der Betrug gleich entdeckt wird. Aber ſelbſt wenn die
Täter gefaßt werden, iſt doch das Geld meiſt nicht mehr
bei ihnen zu finden, da es unauffällig bereits einem
Dritten zugeſteckt worden iſt. Die Polizei ermahnt
da=
her die Geſchäftsleute, beim Wechſeln eines größeren
Geldſtückes auf der Hut zu ſein. — Eine myſteriöſe
Affäre, die noch der Aufklärung bedarf, hat ſich
heute in den erſten Morgenſtunden in Charlottenburg
abgeſpielt. Während einer Automobilfahrt gab der im
Wagen ſitzende Schreiber Franz Vogt auf ſeinen neben
dem Chauffeur ſitzenden Freund Franz Ullrich und auf
den Chauffeur ſelbſt mehrere Revolverſchüſſe ab, durch
die beide ſchwer verletzt wurden. Gleich darauf beging
Vogt im Wagen Selbſtmord. — In der Nähe von
Sa=
dowa ſtieß heute abend um ½10 Uhr der
Perſonen=
dampfer „Kyffhäuſer” ſo heftig mit dem
Privatmotor=
boot „Agnes” zuſammen, daß das letztere ſofort
ſank. Eine in der Kajüte des Bootes befindliche Dame
kam ums Leben, während die anderen vier Inſaſſen,
zwei Damen und zwei Herren, gerettet werden
konn=
ten. Der Dampfer wurde am Vorderteil unerheblich
beſchädigt. Wen die Schuld an dem Unglück trifft,
konnte nicht feſtgeſtellt werden. Einesteils wird
be=
hauptet, daß eine Unvorſichtigkeit des Führers des
Motorbootes die Urſache des Zuſammenſtoßes geweſen
ſei, andererſeits wird behauptet, der Dampfer habe viel
zu ſtark ſeitlichen Kurs genommen.
Frankfurt, 10. Aug. Wie die Volksſtimme meldet,
hat die Staatsanwaltſchaft gegen Danny Gürtler
und Karl Waßmann, die vor einiger Zeit eine
Verſammlung in der Börſe veranſtalteten, ein Straf
verfahren wegen Beleidigung des Papſtes und
Ver=
ächtlichmachung der katholiſchen Kirche eingeleitet, und
das Landgericht hat dem Antrag ſtattgegeben.
München, 9. Aug. Der ruſſiſche Botſchafter
in Paris, Nelidow, beendete ſeinen Kuraufenthalt in
einem hieſigen Sanatorium und reiſte mit ſeiner Familie
heute abend 8 Uhr nach Paris ab.
München, 9. Aug. Der Infanteriſt Ludwig Fögerle,
der in der Nacht zum 8. Mai die Geſchäftsinhaberin
Ka=
tharina Hierer mit einem Bügeleiſen erſchlagen und
nach=
her ausgeraubt hat, wurde vom Kriegsgericht der 1.
Di=
viſion zum Tode, dauerndem Verluſt der Ehrenrechte
und Ausſchließung aus dem Heere verurteilt.
Kaiſerslautern, 9. Aug. In Landſtuhl wütete ſeit
6 Uhr im Sickingerbräu ein Großfeuer. Ein Teil des
Gebäudes brannte nieder. Das Feuer ſprang dann auf
die gegenüber liegenden Häuſer der Straße über und
ſetzte auch hier ſein Zerſtörungswerk fort. Der Schaden
iſt ſehr bedeutend.
Dresden, 9. Aug. In dem Schnellzug Zittau-
Bres=
lau wurden drei Damen in einem Frauenabteil von
Die=
ben erheblicher Summen beraubt. Dieſe verließen
den Zug auf der nächſten Station und entkamen.
Königsberg i. Pr., 9. Aug. Die Entfeſtigung
Königsbergs ſteht nach der Erledigung aller
Ver=
handlungen der Königsberger Hartungſchen Ztg. zufolge
bevor. Der Vertrag wird im September, ſpateſtens im
Oktober unterzeichnet. Der erſte Spatenſtich zur
Nieder=
legung der Wälle ſoll im Oktober erfolgen.
Guben, 10. Aug. Der wegen Raubmordes zum
Tode verurteilte Maler A. Senger aus Forſt wurde
heute früh hingerichtet. Senger hatte am 27. Aug.
1908 im Wald bei Pforten den früheren
Verſicherungs=
agenten Franke aus Berlin erſchoſſen und ihn ſeiner
Barſchaft beraubt. Ein Geſtändnis legte er nicht ab.
Paris, 10. Aug. Aus Toulon wird gemeldet: Das
Artillerie=Schulſchiff „Pothuaun führte geſtern
Schieß=
übungen aus bei der kleinen Inſel le Levant. Eine
Granate ſiel mitten in einen bewaldeten Hügel und
ſetzte dieſen in Brand. Infolge des heftigen Windes nahm
der Brand einen großen Umfang an. Die Uebung wurde
eingeſtellt und die Beſatzung zur Löſchung des Brandes
gelandet. Es handelte ſich um eine Schießübung mit
einem neuen Exploſionsgeſchoß.
London, 10. Aug. Nach einer amerikaniſchen
Mel=
dung iſt Porter Charlton, der ſeine Frau
er=
mordet und in den Comerſee geworfen hat, von der
Aerztekommiſſion für geiſteskrank erklärt
wor=
den und dürfte auf Lebenszeit in einem ſtaatlichen
Irrenhauſe untergebracht werden.
New=York, 8. Aug. In dem faſhionablen Seebad
Narranganſett Pier unweit Newport fand geſtern eine
ſenſationelle polizeiliche Aufhebung eines von
bekann=
ten Perſönlichkeiten der Geſellſchaft beſuchtenn
Spiel=
klubs ſtatt. Die Polizei hatte gegen dieſen äußerſt
erkluſiven Klub Verdacht geſchöpft und beſchloß eine
Ueberrumpelung. Dieſe wurde auf höchſt dramatiſche Art
in Szene geſetzt. Da man ernſtlichen Widerſtand von der
vornehmen Geſellſchaft darin befürchtete, ſtürzte eine ſtarke
Abteilung von Poliziſten mit vorgehaltenen geladenen
Revolvern in das Gebäude und hielt ſo die etwa dreißig
Herren, die beim Haſardſpiel begriffen waren, in Schach.
Alles ſind bekannte und eiſflußreiche Perſönlichkeiten der
Geſellſchaft, doch die Polizei nahm keine Rückſicht auf ihre
Stellung. Sie wurden trotz ihres Proteſtes mit
Hand=
ſchellen gefeſſelt und ſo unter nie dageweſenen
Auftritten zur Polizeiſtation geführt, wo ſie behufs
Straf=
verfolgung in Haft genommen wurden.
New=York, 9. Aug. Der Präſident von Chile Montt
iſt an Bord des Lloyddampfers „Kaiſer Wilhelm der
Große” nach Europa abgereiſt, wo er Bad Nauheim
zu beſuchen gedenkt.
Tokio, 9. Aug. Ganz außergewöhnlich ſtarke
Re=
gengüſſe verurſachten Ueberſchwemmungen
insbeſondere in der Provinz Shizuoka. Hunderte von
Häu=
ſer ſind unter Waſſer geſetzt. Eiſenbahnzüge wurden zur
Entgleiſung gebracht.
Kongreſſe und Verbandstage.
Zentralverband für Handel und Gewerbe,
— Barmen, 9. Aug. In den fortgeſetzten
Be=
ratungen der 23. Hauptverſammlung des Deutſchen
Zentralverbandes für Handel und Gewerbe ſprach
Stadtverordneter Richard Heinze (Leipzig) über das
Thema: „Großbanken als Gründer und Förderer der
Warenhäuſer” Für dieſe Geſchäfte ſei die Kreditfrage
eine Lebensfrage. Die Warenhäuſer ſeien aber in der
Lage, leicht Kredit zu bekommen, während manchem
tüchtigen Geſchäftsmanne durch die Schwierigkeit des
Krediterhaltens die Selbſtändigkeit unmöglich gemacht
werde. Leider ſeien die Bemühungen, die Warenhäuſer
nachdrücklich zu beſteuern, bisher ohne Erfolg geblie
ben. Ueber „Kaufmänniſche Lehre und
Fortbildungs=
ſchule” ſprach Stadtrat Seifert (Leipzig), der die
Not=
wendigkeit betonte, die Lehrlinge möglichſt gut
auszu=
bilden. Handelsſchuldirektor Kümmel beſprach als
Kor=
referent die „Art des kaufmänniſchen
Fortbildungs=
ſchulunterrichts” Redner empfahl die Einführung von
Handelsvorſchulen für Mädchen. Der nächſte Redner,
Sandquiſt (Magdeburg), beſchäftigte ſich mit „
Konſum=
vereinsweſen und Ausdehnung der Eigenproduktion”.
Zur „Stellungnahme gegen die Beamtenkonſumvereine‟
begründete Schnell (Kaſſel) einen Antrag, wonach für
die Gründung neuer Beamtenkonſumvereine der
Nach=
weis eines Bedürfniſſes gefordert und den Beamten
die Beteiligung an beſtehenden Konſumvereinen und
ähnlichen Genoſſenſchaften verboten werden ſoll.
Gene=
ralſekretär Gruhle (Leipzig) ſprach über die „
Umgeh=
ung der Einkommenſteuer durch die Konſumvereine‟
die den gewährten Rabatt vom Gewinn abzögen, und
ſo dieſe Beträge der Beſteuerung entzögen. Den
Ent=
wurf der Reichsverſicherungsordnung beſprach Rocke
(Leipzig). Redner wandte ſich gegen die Abſicht, den
Betriebskrankenkaſſen die Exiſtenz zu erſchweren und
ſprach ſich ferner für die Erhaltung der Hilfskaſſen aus.
Es ſei zu hoffen, daß die Reichstagskommiſſion zu einem
Beſchluſſe kommen werde, der die Intereſſen des
Klein=
handelsſtandes berückſichtigen werde. Es wurde
hier=
zu ein Antrag angenommen, in dem ausgeſprochen
wird, daß der Verband den auf Schaffung einer
Pen=
ſionsverſicherung der Privatangeſtellten gerichteten
Be=
ſtrebungen grundſätzlich ein wohlwollendes Verſtändnis
entgegenbringt, er lehnt es aber ab, zu den Einzelheiten
Stellung zu nehmen, ſolange nicht eine Vorlage der
Regierung veröffentlicht iſt.
Internationaler Freihandelskongreß.
* Antwerpen, 9. Aug. Hier iſt heute der
in=
ternationale Freihandelskongreß unter
dem Schirm des Cobdenklubs eröffnet worden. Den
Vorſitz führt der belgiſche Volkswirtſchaftler und Schöffe
der Stadt Antwerpen, Louis Strauß. Vertreten ſind
nichtamtlich 17 Länder, darunter Italien, Spanien,
Griechenland, die Türkei und Kuba. Von deutſcher
Seite ſind der Reichstagsabgeordnete Kaempf, der
frühere Reichstagsabgeordnete Max Brömel und die
Profeſſoren Brentano und Lotz zugegen. Der
Vor=
ſitzende Strauß gab in ſeiner Eröffnungsrede einen
ge=
ſchichtlichen Ueberblick über die Entwickelung des
Frei=
handels im Verlauf der Jahrhunderte. Von deutſcher
Seite ſprachen Mar Brömel, von franzöſiſcher der
Volkswirtſchaftler Yves Guyot. So intereſſant die
Themata ſind, die hier durch geiſtreiche
Volkswirtſchaft=
ler vertreten werden, ſo dürfte der Kongreß wegen der
Stellung, die die wirtſchaftlichen Großmächte der
grund=
legenden Frage gegenüber heute einnehmen, keine
prak=
tiſchen Ergebniſſe zeitigen und den Verhandlungen
kommt daher eine rein theoretiſche Bedeutung zu.
Lnftſchiffahrt.
sr. Der dritte Tag der Nationalen Ber=,
liner Flugwoche in Johannisthal brachte endlich
den erwünſchten Erfolg. Zwar wurden die Zuſchauer,
die etwas zahlreicher als an den vorhergegangenen
Tagen die Flugbahn umſäumten, auch am Dienstag
auf eine harte Probe geſtellt, dafür aber ſpäter um ſo
reichlicher entſchädigt. Der Wind, der nachmittags
immerhin noch in einer Stärke von 5 bis 6 Metern
wehte, legte ſich gegen 6 Uhr mehr und mehr. Als
Erſter wagte bei immer noch friſchem Winde um 5 Uhr
50 Min. Kapt. Engelhardt mit einem
Wright=
gpparat einen Flug, der aber nur über eine halbe
Bahnrunde ging. Der Apparat wurde dann vom Wind
zu Boden gedrückt, und als Engelhardt von neuem zu
ſtarten verſuchte, brach er beim Anlegen das Fahrgeſtell
entzwei und der Apparat mußte eingeſchleppt werden.
Kurz vor 7 Uhr verſuchte dann der zweite Wright=Pilot
Keidel einen Start, mußte jedoch auch nach kurzem
Probeflug landen. Dann wurde es aber in allen
Schuppen lebendig und die längſt bereitſtehenden
Appa=
rate wurden herausgebracht. Um 7 Uhr ſtieg zunächſt
Behrend mit einem Apparat eigener Konſtruktion
zu einem Probeflug auf, den er aber über 7 Minuten
ausdehnte. Um 7 Uhr 13 Min. folgte Wienczieres mit
einem Antoinetteapparat und dann in kurzen Abſtänden
Brunhuber (Sommer), Keidel (Wright), Thelen
(Wright), Hein (Wright), Laitſch (Voiſin) und Dorner
mit einem Apparat eigener Konſtruktion. Letzterer
ſowie Wienczieres und Keidel führten Paſſagiere an
Bord und bewarben ſich außer den übrigen um den
täglichen Diſtanz=Preis, auch noch um den Paſſagier=
Preis. In verſchiedenen Höhenlagen flogen teilweiſe
ſieben Apparate um die Bahn und das Bild erinnerte
an die ſchönen Situationen der großen Internationalen
Veranſtaltung. Als Erſter landete Keidel nach einer
Flugzeit von 9 Min., dann ging Brunhuber nach 13
Min. nieder, während die übrigen noch immer die Bahn
umkreiſten. Die beſte Flugzeit erzielte Wienczieres
Fort alſo mit den Roſſen, wenn ſie nicht unbedingt
zur Handlung gehören. Nicht ſelten iſt das aber der
Fall. Man denke nur an „Grane” in Wagners „Ring
des Nibelungen‟ In der „Walküre” kann man ja
freilich ſeine Aktion, unbeſchadet des Verhältniſſes,
noch hinter die Kuliſſen verlegen, denn wo findet ſich
ſo leicht ein Exemplar ſeiner Gattung, welches, wie
vor Jahren das der Frau Vogl am Münchener
Hof=
theater, genügend Ruhe bewahrte, daß Brünhilde bei
der Todesverkündung nach Wagners Vorſchrift ſich an
ſeinen Hals zu lehnen vermöchte? Und was hat der
Regiſſeur, welcher Grane nicht ſo weit vortreten,
ſon=
dern nur ſein bemähntes Haupt aus der Seitenhöhle
herausſchauen läßt, gewonnen, wenn dann das edle
Tier — wie ich es in neuerer Zeit im
Prinzregenten=
theater zu München ſah — bei den an Sigmund
ge=
richteten todverkündenden Worten verſtändnisinnig
und beifällig mit dem Kopfe nickt, hernach trotz allen
Ziehens Brünhilde nicht folgen will und, als dieſe
ſchließlich allein den Felsweg hinaufſchreitet, plötzlich
quer über die Bühne auf die Gruppe Sigmunds und
Sieglindes losſtapft, ſodaß Brünhilde raſch umkehren,
ihren renitenten Grane holen und hinter ſich
her=
zerren muß? — Nein, lieber doch gar nicht ſichtbar
werden laſſen!
Anders aber in der „Götterdämmerung‟! Da muſ
Grane ſchon im erſten Aufzuge heran, denn
Brün=
hilde ſchenkt ihn Siegfried, der ihn mit ſich nimmt.
Später bringt Siegfried das Walkürenroß in ſeinem
Schifflein, es hierauf der Obhut Hagens überlaſſend.
Jeder Sänger iſt froh, den ſelten ruhig ſtehenden,
ewigen Kopfnicker baldmöglichſt wieder los zu
wer=
den. Die ſchwerſte Aufgabe jedoch ſtellt Wagner in
der letzten Szene Brünhilden. Sie ſoll ſich ſtürmiſch
auf Grane ſchwingen und ihn mit einem Satze in den
Scheiterhaufen ſpringen laſſen. Nicht überall hat man,
wie ſchon früher geſagt, eine Frau Vogl, die dieſe
Vorſchrift mit glänzender Bravour zur Ausführung
brachte. Die meiſten Brünhilden beſchränken ſich
dar=
auf, ihren Grane am Zügel zu faſſen und mit ihm,
ohne Brandwunden befürchten zu müſſen, hinter dem
Scheiterhaufen in der Kuliſſe zu verſchwinden. — Und
es geht auch ſo!
Wir kommen nun zu jener Klaſſe der
Bühnen=
menagerie, deren Vertreter zwar unentbehrlich ſind,
die aber nicht leibhaftig mitwirken, ſondern — ſchon
zur Vermeidung von Lebensgefahr, denn es befinden
ſich gar bösartige Beſtien darunter — entweder
ka=
ſchiert oder von Menſchen in Tierkoſtümen dargeſtellt
werden.
Unter die Kaſchierten zählen Hund und Katze in
„Alpenkönig und Menſchenfeind” deren Naturlaute
kundige Thebaner hinter der Szene nachahmen; ferner
der Dompfaff in Kneiſels gleichnamiger Poſſe, Frickas
Widdergeſpann in der „Walküre” der Schwan in
„Lohengrin”. Letzterer wurde in Suppés Parodie
„Lohengelb” zu einem Schafe metamorphoſiert, das aber
ebenfalls, wie ſein Schwankollege, voll Rührung den
Kopf bewegt, wenn der Ritter ihm die Abſchiedsworte
ſingt: „Nun ſei bedankt, mein liebes Schaf”. — Es
ge=
hören des weiteren zu genannter Kategorie die
Repti=
lien der Schlangengrotte in der „Reiſe um die Erde‟
wie auch die weit bejahrtere Schlunge in der „
Zauber=
flöte” die Tamino verfolgt und welcher von den drei
Damen der Königin der Nacht das Lebenslicht
ausge=
blaſen wird. Ich erinnere mich, dieſes Ungetüm in
meiner Knabenzeit am Hannoverſchen Hoftheater mit
vollendetem Realismus imitiert geſehen zu haben. Es
zerfiel, von den Speeren der Damen berührt, in vier
Stücke, die noch lange zappelnd ſich bewegten und, an
den Innenſeiten fein rötlich bemalt, den appetitlichen
Eindruck einer zerſchnittenen Rieſenzervelatwurſt
her=
vorbrachten.
Von den durch Menſchen nachgeahmten Tieren
muß zuerſt unſer angeblicher Urahn, der Affe, genannt
werden, für welchen man in längſt vergangener Zeit
ganze Stücke ſchrieb, als der Affendarſteller Kliſchnigg
die halbe Welt durchreiſte. In die Handlung
eingrei=
fende Faktoren ſind ferner der Elefant in der „Reiſe
um die Erde”, die Löwen in der „Zauberflöte” der
Wurm im „Rheingold” der Bär im „Siegfried” die
Eisbären im „Arteſiſchen Brunnen” Alle dieſe
Ge=
ſchöpfe haben nur pantomimiſch zu agieren, während
Goethe ſeine Meerkatzen im „Fauſt” redend einführt.
So macht es auch der Poſſendichter Raeder mit ſeinem
Hummer in „Flick und Flock” wie denn bekanntlich in
den Weihnachtsmärchen und Zauberſtücken der ganze
zoologiſche Heerbann für die dramatiſche Mittäterſchaft
mobil gemacht wird. — Als Sängerin figuriert
Gold=
narks „Heimchen am Herd”, als Sänger mit gewalti=
ger „Röhre” der Lindwurm Faſolt in Wagners „
Sieg=
fried‟. Eine reizende Fliege (der verkleidete Jupiter)
ſingt in Offenbachs „Orpheus” ein großes Duett mit
Euridyke, wogegen im „Sommernachtstraum” dem
Weber Zettel ein ſich ganz manierlich ausdrückender
Eſelskopf aufgezaubert wird.
Schließlich ſei noch jener ſchon eingangsſerwähnten
Gattung des Bühnengetiers gedacht, die, ebenfalls
lebend oder kaſchiert, nur dekorativen Zwecken dient.
Zur erſtgenannten Klaſſe gehört auch die am Schluß
des erſten Aktes im „Tannhäuſer” beliebte Hundemeute,
deren Gekläffe manchmal recht ſtörend wirkt. Letzteres
war auch an irgend einem Theater in dem
Studenten=
ſtück „Alt=Heidelberg” der Fall, wo beim Kommers die
Renommierköter mitmimten. Ein Spaßvogel hatte
einem davon heimlich eine Wurſt ſpendiert, was die
eiferſüchtigen Kollegen zu ſo geräuſchvoller Oppoſition
veranlaßte, daß die ganze Szene geworfen wurde.
Auch die beiden in Stegmeiers Poſſe „Rochus
Pumper=
nickel” und in der Oper „Der Bajazzo” mitwirkenden
Eſel dienen nur als Staffage und halten oft durch ihre
Bockbeinigkeit das ganze Perſonal in Atem.
Bei der zweiten Klaſſe iſt dieſe Eigenſchaft
natür=
lich ausgeſchloſſen. Da haben wir zum Beiſpiel die
„Freiſchütz”=Eule mit den glühenden Augen, welche in
der Wolfsſchlucht ganz präziſe mit den Flügeln ſchlägt;
da ſauſt an gleicher Stelle pünktlich die Menge Getier
des wilden Jägers geſpenſtiſch durch die Lüfte; da rennt
aufs Stichwort die tolle Sau feuerſpeiend über die
Szene, und all’ dieſer Zauber kann nur dadurch eine
Störung erleiden, daß die Theaterarbeiter nicht
auf=
paſſen oder — wie es unlängſt an einer hervorragenden
Bühne geſchah — der geiſterhaften Sau den
Schwär=
mer ſtatt an der Schnauze am entgegengeſetzten Ende
befeſtigten.
Man ſieht, die von der Menagerie des Theaters
dräuenden Gefahren lauern in allen Ecken und laſſen
es wahrlich dringend empfehlenswert erſcheinen, ſie
nur in homöopathiſchen Doſen und niemals ohne
zwingende Notwendigkeit heranzuziehen. Daß letztere
ohnehin öfters vorhanden, als für die ungetrübte
Sze=
nenwirkung von Segen iſt, haben unſere Darlegungen
wohl genügend bewieſen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. Augnſt 1910.
Nummer 186.
mit 41 Minuten, Thelen flog 39 Minuten, Dorner 29,
Hein und Laitſch je 27 Minuten, und Jeannin, der
ſpäter mit einem Farman=Aviatik=Apparat aufgeſtiegen
war, flog 10 Minuten. Den täglichen Diſtanz=Preis
ge=
wann damit Wienczieres und ebenſo den täglichen
Paſſagier=Preis. Um 8 Uhr flogen noch Dorner und
Thelen, landeten aber dann, als der offizielle Schluß
verkündet wurde.
* Augsburg, 10. Aug. Geſtern abend ſtieg der
Luftſchiff=Akrobat Thomik vom Volksfeſtplatze in
Lechhauſen mit einem Heißluftballon ohne Gondel auf;
er wurde nach Augsburg zu getrieben. Plötzlich
dran=
gen ſchwarze Rauchwolken aus dem Füllanſatz hervor
und der Ballon ſank. Der Luftſchiffer ſprang vom
Ballon auf das Dach des Damenſtiftes der Engliſchen
Fräulein, das unter der Wucht des auffallenden
Kör=
pers einbrach. Der Akrobat ſcheint aber keine
nennens=
werten Verletzungen erlitten zu haben; der Ballon
ging in Flammen auf.
sr. Internationale Aeroplan=
Rund=
fahrt durch Frankreich. Auf dem Fluge nach
Nancy mußte, wie ſchon gemeldet, Lindpaintner
wegen Motorſchadens 12 Kilometer vor Nancy
nieder=
gehen. Bei der Landung erlitt ſein Apparat einen
Bruch der Gleitkufe. Lindpaintner war ſo erſchöpft,
daß er ſich zur Ruhe begab. Seine Maſchine wurde
ſofort repariert. Da das Wetter nachmittags zu
un=
günſtig war, nahm Lindpaintner von einem Weiterfluge
Abſtand, ſein Apparat mußte mittels Automobil nach
Nancy geſchafft werden. Die offiziellen Ergebniſſe der
zweiten Etappe ſind folgende: Leblanc 2 Std. 19 Min.
49 Sek.; Aubrun 2:27:50; Legagneux 5:31:36.
* Paris, 10. Aug. Der Stand des Cirqui de I'Eſt
iſt nach Abſolvierung der zweiten Etappe folgender:
Erſter Leblanc auf Monoplan Blériot in einer
Ge=
ſamtzeit von 3 Std. 53 Min. 9 Sek. Zweiter Aubrun
auf Monoplan Blériot mit einer Geſamtzeit von 4 Std.
5 Min. 15 Sek. Dritter Lagagneux auf Biplan Farman
mit einer Geſamtzeit von 9 Std. 30. Min. 48 Sek.
Zum Zarenbeſuch in Friedberg.
* Das Fürſtenzimmer am Bahnhof in Friedberg und
die Anlagen werden ebenfalls für den Zarenbeſuch in
Stand geſetzt. Ebenſo wird die Beleuchtungsanlage
be=
deutend vergrößert, im eigentlichen Schloſſe ſowohl als
auch in den an das Schloß angrenzenden Nebengebäuden.
Da es im Schloſſe ſelbſt an einem Spielplatz fehlt, wird
der Schloßplatz eingefaßt und zu einem Spielplatz
umge=
wandelt. Auch werden für den Schloßgarten ſowohl als
auch für die Terraſſe drei Waggons lebender Blumen
noch im Laufe dieſer Woche in Friedberg eintreffen,
Handel und Verkehr.
H. Fran kfurt a. M., 9. Aug. (
Fruchk=
marktbericht.) Am Wochenmarkt war guter
Wei=
zen nur ſpärlich offeriert, ſo daß etwas höhere Preiſe
bewilligt wurden. Neuer Weizen iſt ganz vereinzelt
angeboten, da durch das ungünſtige Wetter das
Her=
einbringen der Ernte ſich verzögerte. Recht gute
Qua=
litäten Weizen kamen noch aus Pommern und
Meck=
lenburg, die zu zirka 20,50 Mark ſchlanke Aufnahme
fanden. Auch aus Rumänien lagen ſtärkere Angebote
vor. Neuer Roggen iſt reichlich offeriert und
weſent=
lich im Preiſe ermäßigt, doch zum Teil in feuchter
Be=
ſchaffenheit. Neue Gerſte ebenfalls viel angeboten,
aber in wenig ſchöner Ware. — Hafer war knapper
vor=
handen und anziehend, infolge regerer Kaufluſt. Mais
und Futterartikel preishaltend. Die Forderungen für
Mehl ſind unverändert.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt feſt;
der amerikaniſche Rückgang blieb einflußlos; die
bil=
ligeren Offerten von dort fanden ſchlanke Aufnahme.
Rußland iſt bisher nicht billiger wie ſeither, dagegen
Rumänien williger.
An der Berliner Produktenbörſe war
Weizen feſt, da das Regenwetter anhält und die
Wet=
terwarte weitere Regenfälle ankündigt. Hafer
ſchwä=
cher auf die wachſenden Zufuhren.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
ameri=
haniſchen Getreidemärkten (Chicago und
New=York) war Weizen auf größere Ankünfte im
In=
nern, ſowie auf Abgaben der Kommiſſionshäuſer
zeit=
weiſe niedriger; Schluß indes wieder feſter auf
Deck=
ungen der Baiſſiers und beſſere Nachfrage für Loko=
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Die Bayreuther Feſtſpiele werden im
nächſten Jahre wieder ſtattfinden, nachdem ihre Reihe
in dieſem Jahre durch eine Pauſe unterbrochen war.
Außer dem „Ring des Nibelungen” und „Parſifal” der
noch bis Schluß des Jahres 1913 Bayreuther Reſervat
bleibt, ſollen auch die „Meiſterſinger” zur Aufführung
gelangen.
* Ludwig Thomas neueſtes
Bühnen=
werk, der „Bauernſchwank in einem Akt: I. Klaſſe‟,
wird nun am Freitag, 12. Auguſt, in Egern durch das
Denggſche Bauerntheater ſeine Uraufführung erleben.
Aus der Ankündigung, die das Denggſche Theater ſchickt,
iſt zu entnehmen, daß die Handlung in einem Eilzug
ſpielt, der auf der Fahrt Roſenheim=München (Oſtbhf.)
nur in Trudering anhält. Ludwig Thoma leitet die
Proben. Das friedliche Egern am Tegernſee wird alſo
mitten in dieſem kühlen Sommer die Senſation einer
regelrechten Premiere erleben.
C. K. Zwei Meiſterwerke von Rembrandt
zum Verkauf . Aus London wird berichtet:
Uner=
wartet tauchen zwei hervorragende Meiſterwerke von
Rembrandts Hand auf dem Kunſtmarkte auf: die
Lon=
doner Kunſthändler Agnew haben von der Fürſtin von
Broglie die beiden Bilder in der Stille erſtanden und in
ihrer Londoner Galerie bereits zum Verkanfe ausgeſtellt.
Das eine Werk war bisher völlig unbekannt. Es iſt ein
Selbſtporträt oder ein Bildnis ſeines Bruders, mit
Schwert, Goldkette und federgeſchmücktem Barett. Allem
Anſchein nach iſt es um 1630 entſtanden, etwa um die
gleiche Zeit, wie das berühmte Selbſtporträt, das im
Mu=
ſeum im Haag hängt. Das zweite Bild iſt erheblich
grö=
ßer und ſtellt einen „Raub der Europa” dar. Es iſt ein
Gegenſtück zu dem „Raub der Proſerpina” des Berliner
Kaiſer Friedrich=Muſeums und wird auch von Bode in
ſeinem Rembrandtwerke bereits gewürdigt. Bis zum
Jahre 1737 konnte die Geſchichte des Bildes zurückverfolgt
werden; damals wurde es bei einer öffentlichen Auktion
für 480 Mark verkauft. Seitdem iſt es nur einmal wieder
an die Oeffentlichkeit gekommen, im Jahre 1865 beim
Verkaufe der Sammlung des Herzogs von Morny. Es
wurde für die Sammlung Broglie gekauft, wo es ſeitdem
geblieben war; da die Sammlung dem Publikum nicht
zu=
gänglich war, haben nur wenige Bevorzugte Gelegenheit
gehabt, das prachtvolle Werk zu ſehen. Es iſt im Jahre
ware in Kanſas City. Mais variierte entſprechend
dem Weizenpreis und ſchließt feſt, in Erwartung eines
hauſſelautenden Berichts der Regierung. Die
ſicht=
baren Weizenvorräte ſind dort in dieſer Woche von
12,38 Millionen Buſhels auf 14,80 Mill. Buſh. geſtiegen,
hingegen die Maisvorräte von 3,77 Millionen Buſhels
auf 3,71 Mill. Buſh. zurückgegangen. Nach dem
amt=
lichen Saatenſtandsbericht der Vereinigten Staaten
wird die Winterweizenernte auf 458 294000 Buſhels,
alſo gegen das Vorjahr 26 Millionen Buſhels mehr,
geſchätzt.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hief. und Wetterauer, 21.00 nominell,
Norddeutſcher 21.00 nominell, Kurheſſiſcher 21.00
nomi=
nell, Rumäniſcher 22.75—23.75, Redwinter 22.50—23.50,
Ruſſiſcher 22.75—24.00, Laplata 22.50—23.50,
Donau=
weizen 22.75—23.75, Kanſas 22.50—23.50, Walla Walla
22.50—23.50; Roggen, hieſiger, 14.50—14.75,
Bayeri=
ſcher (Pfälzer) 14.60—14.75, Ruſſiſcher —.—,
Amerikani=
ſcher ——, Rumäniſcher ——; Hafer, Pfälzer, 16.50
bis 17.25, Fränkiſche 16.50—17.25, hieſige und
Wetter=
auer 16.00—16.50, Riedgerſte 16.50—17.25, Ungariſche
16.75—17.25, Ruſſiſche Futtergerſte ——; Hafer, hieſ.,
16.00, Bayeriſcher —.—, Ruſſiſcher —.—, Amerikaniſcher
— Rumäniſcher —.—; Mais mixed 14.90—15.10,
Donaumais 14.80—15.00, Ruſſiſcher 14.90—15.10,
Rumä=
niſcher 14.80—14.90, Laplata 14.75—14.90, Weißer Mais
——, Weizenſchalen 9.50—10.00, Weizenkleie 9.00—9.50,
Roggenkleie 9.50—10.00, Futtermehl 12.25—13.75,
Bier=
treber, getrocknet, 12.25—12.75; Weizenmehl,
Ba=
ſis ab Mannheim, hieſiges Nr. 0 30.50 bis
30.75, feinere Marken 31.00—31.25, Nr. 1 29.50—30.00,
feinere Marken 30.25—30.50, Nr. 2 28.00—28.50, feinere
Marken 28.75—29.00, Nr. 3 26.50—27.00, feinere
Mar=
ken 27.25—27.50, Nr. 4 25.50—25.75, feinere Marken
26.00—26.25; Roggenmehl Nr. 0 23.25—23.50,
Nr. 1 22.25—22.75, Nr. 2 20.00—20.25.
Landwirtſchaftliches.
* Groß=Gerau, 10. Aug. Die Nachfrage am
letzten Ferkelmarkt war, jedenfalls in Hinſicht
auf die ungünſtige Kartoffelernte, ziemlich
zurückhal=
tend und konnten die aufgetriebenen 877 Tiere nicht
alle verkauft werden. Daher hatten auch die Preiſe
einen weiteren Rückgang erfahren und koſteten
Fer=
kel 8—13 Mark, Springer 15—19 Mark pro Stück.
Ein=
leger gelangten keine zum Verkauf. Am Montag, den
15. d. M., wird der nächſte Ferkelmarkt abgehalten.
Arbeiterbewegung.
* Kiel, 10. Aug. Die Germaniawerft, die
Roh=
walzwerke und die Werft Stocks u. Kolbe geben durch
Anſchlag in ihren Werken bekannt, daß infolge der
Arbeitseinſtellung der ſämtlichen Hamburger
Seeſchiffswerften am 13. Auguſt große
Betriebs=
einſchränkungen eintreten werden. Dieſe ſollen
erſt aufgehoben werden, ſobald die Differenzen in den
Hamburger Seeſchiffswerften beendet ſind.
* Bremen, 9. Aug. Eine heute abend vom
Verbande der Staatsarbeiter einberufene
Verſammlung erhob Proteſt gegen die Art der
Be=
handlung ihrer Anträge auf Verbeſſerung der Lohn=
und Arbeitsverhältniſſe in den Staatsbetrieben und
beſchloß, über ſämtliche Staatsbetriebe die Sperre
zu verhängen, alſo den Zuzug von ihnen fern zu
halten.
Angriffe auf Militärpoſten. — Spionage.
* Potsdam, 9. Aug. Ueber das Attentat auf
den Kanonier Szelag liegt folgende ausführliche
Meldung vor: Am Montag zwiſchen 8 und 10 Uhr ſtand
der Kanonier Szelag von der 1. Batterie des 2. Garde=
Feldartillerie=Regiments am Pulverhaus zwiſchen
Fahrland und Satzkorn Poſten. Gegen 9 Uhr 45 Min.
bemerkte er plötzlich in der Ecke des Fahrländer Sees
drei Männer, die ſich ihm näherten und ihm „Halt!”
zuriefen. Er rief darauf ebenfalls: „Halt, wer da? Ich
ſchieße!” und öffnete den Verſchluß ſeines Karabiners.
Jetzt warfen ſich die Männer ſchnell nieder; plötzlich
pfiff dem Poſten eine Kugel dicht am rechten Ohr
vor=
bei. Szelag erwiderte mit zwei Schüſſen, hatte aber
in der Dunkelheit kein ſicheres Ziel. Während der
Poſten ſich ſchnell nach der Klingel begab, um die etwa
1632 gemalt, trägt das Datum und die Signatur
„Rt. van Ryn”. Welchen Schatz die beiden Meiſterwerke
darſtellen, mag man ermeſſen, wenn man ſich erinnert, daß
Rembrandts „Polniſcher Reiter” erſt kürzlich für 1 200000
Mark von einem amerikaniſchen Sammler angekauft
wurde. In London gibt man der Befürchtung Ausdruck,
daß die beiden Bilder wiederum von Amerikanern
ent=
führt werden, und weiſt darauf hin, daß alles geſchehen
müſſe, um dieſe beiden Rembrandts der Alten Welt zu
erhalten.
Kleines Feuilleton.
* Der Jargon der Flieger. Mit der
Ent=
wicklung der Flugkunſt beginnt ſich, wie begreiflich,
auch ein eigener Jargon unter den Vertretern dieſes
neueſten Sportzweiges herauszubilden. Luigi Barzini
macht in einem Briefe an den Corriere aus
Mourme=
lon, dem Hauptpflegeplatz des Maſchinenfluges in
Frankreich, allerlei Mitteilungen über die wirklich
„aus der Luft gegriffenen” Bezeichnungen der Aviatiker
für täglich wiederkehrende Ereigniſſe des
Maſchi=
nenfluges. Wenn jemand „aus der Luft fällt”
und die Maſchine dabei beſchädigt wird, ſagt
man verſchleiernd: „er hat Holz gemacht”
iſt die Maſchine gänzlich zertrümmert, ſo heißt es: „er
hat Streichhölzer gemacht” und von einer Flugmaſchine
in dieſem zertrümmerten Zuſtande ſagt man: „ſie muß
mit Löffeln aufgeſammelt werden”, oder, wenn es noch
ſchlimmer iſt: „Löſchpapier her!”, als handele es ſich
um einen Tintenklex. Der Name Flugmaſchine kommt
nur einem Ein= oder Zweidecker zu, mit dem ſein
Be=
ſitzer oder Benutzer zufrieden iſt, ſonſt nennt man den
Flugapparat verächtlich eine „Kaffeemaſchine”, oder,
wenn ſeine Geſchwindigkeit erheblich hinter den
Er=
wartungen zurückbleibt, einen „Möbelwagen”.
* Ein ungebetener Gaſt im Luftballon.
Bei dem Aufſtieg der Luftſchifferin Käthe Paulus im
Berliner Lunapark ereignete ſich ein eigenartiger
Zwiſchenfall. Der Ballon war bereits völlig
ausge=
wogen und die drei Herren, welche die Fahrt
mit=
machen wollten, hatten bereits neben der Führerin in
der Gondel Platz genommen, während der Ballon noch
von etwa 30 Angeſtellten gehalten wurde; als das
Signal „Ballon los” ertönte, machte ſich einer der
An=
geſtellten, ein ehemaliger Artiſt, den Spaß, ſich am Korb
feſtzuhalten, der ihn mit in die Höhe nahm. Ein Schrez
200 Meter entfernte Wache zu alarmieren, näherte ſich
wiederum einer der drei Männer, auf den
Szelag=
nochmals ſchoß. Als zwei von der Wache entſandte
Kanoniere eintrafen, fanden dieſe trotz ſorgfältigſter
Abſuchung des Terrains nichts Verdächtiges vor. Zur
Vorſicht ließ der wachthabende Gefreite bis 3 Uhr früh
Doppelpoſten ſtehen. Als der Tag graute und alles
ruhig geblieben war, verſah Szelag von 3 Uhr wieder
allein den Poſtendienſt. Gegen 3 Uhr 30 näherte ſich
ihm wieder ein Mann. Er rief ihm dreimal „Halt,
wer da? Ich ſchieße!” zu und feuerte dann, als der
Betreffende noch weiter kam, auf ihn. In demſelben
Augenblick ſchoß der Unbekannte und traf den Poſten
am linken Unterarm, wodurch der Verletzte am
weiteren Gebrauch ſeines Karabiners behindert wurde.
Als der wachthabende Gefreite die beiden Schüſſe
ver=
nahm, ſchickte er die zwei noch im Wachtlokal
verfüg=
baren Kanoniere Szelag zu Hilfe, nach deren Eintreffen
Szelag ſich ins Wachtlokal begab, um dort zunächſt
not=
dürftig verbunden zu werden. Einer der nachgeſchickten
Kanoniere bemerkte wiederum ein verdächtiges
Ge=
räuſch, das ihn zur Abgabe eines Schuſſes veranlaßte;
ſofort fiel ein Gegenſchuß. Ein Abſuchen des Geländes
ergab wiederum nichts Verdächtiges, und trotz aller
ſorgfältigſten Bemühungen fand man keinerlei Spur.
Auch durch Polizeihunde wurde kein beſtimmter Anhalt
über den Verbleib der Täter gewonnen. Unter
Hinzu=
ziehung des Potsdamer Polizeikommiſſars und
meh=
rerer Kriminalbeamter war heute Lokaltermin zur
Ermittelung der Täter; Gipsabdrücke wurden von den
Fußſpuren genommen und Polizeihunde auf die Spur
geſetzt.
Die Militärbehörde hat eine anſehnliche Belohnung
ausgeſetzt für denjenigen, der etwa zweckdienliche
An=
gaben machen kann. Die hier geſchilderten Vorgänge
ſind um ſo auffälliger, als auch aus anderen Orten in
den letzten Tagen Meldungen von ähnlichen Angriffen
auf Militärpoſten eingegangen ſind. So wurden in der
Umgebung von Poſen verſchiedene Poſten angefallen,
und man vermutet, daß ausländiſche Spione es
dabei auf angeblich bisher geheim gehaltene
Geſchütz=
zünder abgeſehen hätten. Auch, auf dem
Truppen=
übungsplatze bei Sprottau iſt ein gleicher Ueberfall
vorgekommen.
Attentat auf den Bürgermeiſter von New=York.
* New=York, 9. Aug. Der Bürgermeiſter
Gay=
nor wurde, als er auf dem Lloyddampfer „Kaiſer
Wil=
helm der Große” nach Europa abreiſen wollte, durch
einen Revolverſchuß ſchwer verwundet;
der Täter iſt verhaftet. In dem Augenblick, wo das
Attentat erfolgte, ſtand Gaynor auf dem Oberdeck des
Dampfers mit mehreren Freunden. Die Kugel drang
in die linke Kopfſeite ein. Gaynor beabſichtigte, auf
einen Monat nach Nordeuropa zu reiſen.
* New=York, 9. Aug. Der Name des
Atten=
täters iſt Jules Gallagher. Er war Wächter des
ſtädtiſchen Hafenamtes und gibt als Grund an, der
Bürgermeiſter brachte ihn um ſein Brot. Ein
Lloyd=
beamter ſchlug den Angreifer nieder. Gaynor war
wegen ſeiner durchgreifenden Reformen wiederholt
Drohungen ausgeſetzt.
* New=York, 9. Aug. Bürgermeiſter Gaynor
wurde ins Krankenhaus gebracht. Sein Zuſtand iſt
ernſter, als zuerſt angenommen wurde. Es wurden
drei Schüſſe auf ihn abgegeben, von denen zwei
fehlten. Auch der neben Gaynor ſtehende Kommiſſar
Edwards wurde durch eine Revolverkugel leicht verletzt.
* New=York, 9. Aug. Eine neuere Meldung
über den Anſchlag auf Bürgermeiſter
Gay=
nor beſagt: Der Verbrecher näherte ſich Gaynor bis
auf fünf Fuß und feuerte. Der
Straßenreinigungs=
kommiſſar Edwards warf ſich ſofort auf den
An=
greifer. Während beide am Boden kämpften, feuerte
Gallagher weitere Schüſſe ab. Unter der Menge auf
dem Pier entſtand die größte Panik. Die Abfahrt des
Dampfers „Kaiſer Wilhelm der Große” verzögerte ſich
wegen des Anſchlages, bei dem auch der Präſident von
Chile, Montt, Augenzeuge war, um 25 Minuten.
H. B. New=York, 10. Aug. Das letzte, über das
Befinden des Bürgermeiſters Gaynor um 10 Uhr
abends veröffentlichte und von den Aerzten Dr. Brewer
und Dr. Steward unterzeichnete Bulletin beſtätigt, daß
der Bürgermeiſter ſich bei Bewußtſein befindet =und
keine unmittelbare Gefahr beſteht. Die Aerzte nehmen
an, daß ſich die Kugel in der Gurgel befindet.
aus allen Kehlen ertönte, und man befürchtete einen
Unglücksfall, doch bald löſte ſich die Spannung in lauten
Beifall, als der Akrobat begann, am Ankerſeil
hochzu=
klettern. Fräulein Paulus, durch Rufe von unten auf
den unerwarteten Beſuch aufmerkſam gemacht, gelang
es, als der Ballon ſchon eine Höhe von einigen hundert
Metern erreicht hatte, den Mann in die Gondel zu
ziehen.
* Ein „Zahnbürſtenklub‟. Die neueſte
Gründung, die die engliſche Metropole zu verzeichnen
hat, iſt ein „Zahnbürſtenklub‟ Die Mitglieder ſitzen
ioch auf den Bänken einer öffentlichen Schule in
Lon=
don. Dex Zweck iſt „reinen Mund zu halten‟. Die
Anregung dazu hat der ärztliche Beirat des „London
County Couneil, Dr. Kerr, gegeben. Auf ſeine
Ver=
anlaſſung hat die Oberlehrerin einer Schule eine große
Quantität von Zahnbürſten erworben, die an die
Kin=
der für 20 Pfg. pro Stück abgegeben werden. Der
Kauf=
preis kann auch in wöchentlichen Abzahlungen von ein
bis zwei Pfennigen entrichtet werden. Anderen Schulen
iſt die Nachahmung dieſes Planes empfohlen worden,
durch den man die Zahnpflege in den niedrigſten
Volks=
ſchichten einzuführen hofft. Den Kindern wird auch
nahegelegt, ihre Pfennige zu ſparen und ihren —
Eltern Zahnbürſten als Geburtstags= oder
Weihnachts=
geſchenke zu kaufen.
* Ein heiteres Intermezzo trug ſich am
Dienstag bei einer Verhandlung vor dem
Schöffen=
gericht in Wiesbaden zu. Die Beweisaufnahme war
bereits geſchloſſen, der Vertreter der Anklage hatte
gegen den Beſchuldigten, welchem die Strafakten
Tier=
quälerei vorwarfen, mangels hinreichenden Beweiſes
einen Freiſpruch beantragt, als der Vorſitzende zur
vollſtändigen Ergänzung der Verhandlung noch
ein=
mal die Vorſtrafen des Angeklagten verlas. Der arme
Sünder hielt aber die vorgeleſenen Strafen für das
von dem Gerichtshof in dem zur Anklage ſtehenden
Fall gefällte Urteil. Blaß vor Schrecken fiel er dem
Vorſitzenden ins Wort: „Woas, ſo vill, na do leg’ ich
Berufung ei‟.‟ Die Beſtürzung des Angeklagten ließ
ſich leicht erklären, da das Strafregiſter eine
anſehn=
liche Länge hatte. — Erſt als der Richter ihm die
Be=
wandtnis des Vortrags erklärte, atmete er erleichtert
auf. Der Vorfall rief große Heiterkeit im Auditorium
hervor.
Nummer 186.
Seite 5.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. Auguſt 1910.
* New=York, 10. Aug. Gaynor hat eine gute
Nacht verbracht. Es ſind keine Anzeichen ſeptiſcher
Ver=
giftung hervorgetreten.
Feuersbrünſte in Boſton.
* Köln, 10. Aug. Wie der Kölniſchen Zeitung
aus Boſton vom 9. d. M. gemeldet wird, brachen
dort geſtern abend gegen 7 Uhr zwei große
Feuersbrünſte aus, die eine im Hafenbezirk von
Süd=Boſton, die andere im Zentrum der Stadt. Die
erſte vernichtete die Hobslager und richtete einen
Scha=
den von einer Million Dollars an; auch an 50, meiſt
von Juden und Syriern bewohnte Mietskaſernen
wurden eingeäſchert. Der Feuerherd, der ein Gebiet
von einer engliſchen Quadratmeile umfaßt, wurde
durch Dynamitſprengungen eingeſchränkt. Aus Städten,
die 80 Kilometer weit entfernt liegen, iſt Hilfe zur
Löſchung des Feuers entſandt worden. Es iſt dies
das größte Feuer, das ſeit 1870 hier ausgekommen iſt.
* Boſton, 10. Aug. Die gemeldete Feuersbrunſt
richtete namentlich in den Lagern der Holzgroßhändler
bedeutenden Schaden an. Zehn Feuerwehrleute
wur=
den ſchwer verletzt.
Vermiſchtes.
— Stenographie. Man ſchreibt uns: Als eine
Vorbereitung für das Einheitsſyſtem muß
es angeſehen werden, daß im Großherzogtum
Baden kürzlich infolge einmütigen Beſchluſſes der
Regie=
rung und beider Kammern neben den bisher an den
Mittel=
ſchulen und im Juſtizdienſte allein zugelaſſenen älteren
Syſtemen Gabelsberger und Stolze=Schrey auch das
jüngſte, erſt 12 Jahre beſtehende Syſtem der
National=
ſtenographie zum freien Wettbewerb zugelaſſen
wor=
den iſt. Damit iſt Baden der erſte deutſche Staat, der dem
Vorgang großer Stadtverwaltungen (Frankfurt a. M.,
Düſſeldorf, Mainz uſw.) und der Rheiniſchen
Provinzial=
verwaltung folgt und ſeinen Beamten auch das größte
vokalſchreibende Syſtem freiſtellt. Dieſe Tat iſt um ſo
be=
merkenswerter, als ja nach dem Beſchluß der
Einigungs=
konferenz, der aus Vertretern der Stenographieſchulen
zu=
ſammengeſetzte Sachverſtändigenausſchuß, der die
Bear=
beitung des Einheitsſyſtems vornehmen ſoll, ganz
beſon=
derne Wert auf theoretiſche und praktiſche Lehrbarkeit der
größten Syſteme legen wird.
* Die Schädigung der Wälder durch
die Abgaſe der induſtriellen Werke. Eine
Reihe von intereſſanten Prozeſſen ſteht im Ruhr=
Induſtriebezirk bevor. Fachwiſſenſchaftliche
Prüfun=
gen haben ergeben, daß die Wälder, namentlich die
Eichenbeſtände, durch die Abgaſe der großen
indu=
ſtriellen Werke ſchwer geſchädigt werden. Viele
Wald=
beſitzer ſind deshalb dazu übergegangen,
widerſtands=
fähigere Bäume, wie Ahorn, Buchen, anzupflanzen.
Andere haben Prozeſſe gegen die in Betracht
kom=
menden Induſtriewerke auf Schadenerſatz angeſtrengt.
Wie verlautet, beabſichtigt auch die Stadt Dortmund,
deren Wälder beſonders zu leiden haben, den
Klage=
weg zu beſchreiten, wenn dieſe Klagen einen für die
Kläger günſtigen Ausgang haben. Damit wären
Prä=
zedenzfälle von erheblicher Bedeutung geſchaffen.
— Franzöſiſche Univerſitätsſtatiſtik.
Ueber die Zahl der Studierenden an den franzöſiſchen
Univerſitäten macht eine neue Statiſtik intereſſante
Angaben. Am 15. Januar waren an den 16
Univerſi=
täten Frankreichs insgeſamt 40131 Studenten
imma=
trikuliert. An erſter Stelle ſtehen die Juriſten mit
16915; das mediziniſche Studium haben 9721 erwählt,
der Philologie widmeten ſich 6363 und den
Naturwiſſen=
ſchaften 6287. Deutſchland weiſt dagegen 54845
Stu=
denten auf; doch ſtehen hier die Philoſophen, Philologen
und Hiſtoriker mit 15475 an der Spitze. Den 9721
franzöſiſchen Medizinern ſtehen 9462 deutſche
gegen=
über, den 16915 franzöſiſchen Juriſten jedoch nur 11323,
da an den deutſchen Univerſitäten die Zahl der Juriſten
zurückgeht.
Literariſches.
— Jeder Krieg, auch der für unſere nationale
Ent=
wickelung ſo bedeutſame deutſch=franzöſiſche von 1870=
1871, kann von zwei verſchiedenen Seiten aus betrachtet
und gewürdigt werden. Man kann ſein Augenmerk
richten auf die „Haupt= und Staatsaktionen”, die in
ihm geſchahen und die, als Ganzes angeſehen, für die
eine Nation eine Entwickelung nach oben, für die
andere eine nach unten darſtellen. Man kann aber auch
den Blick nach dem lenken, was in einem Kriege von
denen, die vielleicht in einfachen Stellungen ihn
mit=
führen halfen, erlebt worden iſt: nach dem
Kriegs=
leben, wie es ſich in der Erinnerung des einzelnen
Mitkämpfers widerſpiegelt. Iſt die erſte
Betrachtungs=
weiſe für die Gewinnung eines geſchichtlichen
Geſamt=
bildes unentbehrlich, ſo darf die andere, namentlich um
ihrer Einzelheiten willen, nicht außer acht gelaſſen
wer=
den. Man veröffentlicht darum mit Recht nicht nur
„Generalſtabswerke” ſondern auch „
Kriegserinnerun=
gen”. Im Verlage der L. C. Wittichſchen
Hof=
buchdruckerei in Darmſtadt iſt ſoeben ein
Werkchen erſchienen, das zu der zweiten Art von
Kriegsbeſchreibungen gehört. Es betitelt ſich „
Noti=
zen aus meinem Kriegstagebuch”, hat den
Reſerveleutnant im vierten Heſſiſchen
Infanterieregi=
ment, ſpäteren Poſtſekretär Georg Röder († 1878)
zum Verfaſſer und handelt von Erlebniſſen aus dem
Kriege 1870/71. Das Schriftchen, das von Dr. Karl
Eſſelborn bearbeitet und herausgegeben iſt, bildet
eine wertvolle Gabe zu den Erinnerungsfeiern dieſes
Jahres. Der billige Preis — 25 Pfg. pro Exemplar —
macht es zur Maſſenverteilung beſonders geeignet.
Wir empfehlen es dazu aufs angelegentlichſte.
* Das Deutſche Rote Kreuz. (
Herausge=
geben von Profeſſor Dr. Kimmle.) Ein monumentales
Werk von hoher, kulturhiſtoriſcher Bedeutung iſt in
dieſen Tagen im Verlage von Boll & Pickardt, Berlin.
erſchienen, welches die Beachtung weiteſter Kreiſe auf
ſich ziehen muß, insbeſondere aber für alle Männer=
und Frauenvereine des Roten Kreuzes äußerſt
wert=
voll und geradezu nnentbehrlich iſt. Es handelt ſich
um das von dem verdienten Generalſekretär des
Zen=
tralkomitees der deutſchen Vereine vom Roten Kreuz
Profeſſor Dr. Kimmle unter Mitwirkung von
Ver=
einsmitgliedern in muſtergültiger Weiſe bearbeitete
prächtige Buch „Das Deutſche Rote Kreuz, Entſtehung,
Entwicklung und Leiſtungen der Vereinsorganiſationen
ſeit Abſchluß der Genfer Konvention i. J. 1864.”
Ein Sonderabdruck aus dieſem Werke: „Der
Landesverein vom Roten Kreuz im
Groß=
herzogtum Heſſen” verfaßt von A. Buchner
Oberkonſiſtorialpräſident a. D., liegt uns vor. In ihm
gibt Exz. Buchner eine ausführliche Darlegung der
Entwicklung und Tätigkeit des Heſſiſchen Roten Kreuzes
bis zur Gegenwart. Eine Anzahl Bilder, ſo die des
Prinzenpaares Karl von Heſſen, des
Großherzogpaa=
res, der vier Präſidenten: Oberſteuerrat Fabriecius,
Militäroberpfarrer Strack, Finanzminiſter Weber und
Exzellenz Buchner, ferner Gruppenaufnahmen uſw.
ſchmücken das Werkchen.
Darmſtadt, 11. Auguſt.
St. Der Zirkns Schumann, der zurzeit ein auf 6
Tage berechnetes Gaſtſpiel in Darmſtadt abſolviert,
hat dieſes geſtern abend in einer glänzenden
Er=
öffnungsvorſtellung begonnen, und zwar darf
konſta=
tiert werden, mit durchſchlagendem Erfolge. Der
Zir=
kus, der zweifellos zu den beſten und erſtklaſſigen
der=
artiger Unternehmungen gehört, verfügt über ein
ganz hervorragendes Pferdematerial und die
Leiſt=
ungen des Artiſten=Enſembles baſieren auf beſtem,
feſtgefügtem Können. Beſonderer Wert wird auf edle
Reitlunſt gelegt, und vieles, was der Zirkus auf
die=
ſem Gebiete bringt, iſt durchaus neu und originell.
Um aus dem reichhaltigen Programm nur eins
heraus=
zuheben, ſo das „Spaniſch Bolero” geritten von den
Herren Ernſt und Oskar Schumann, das den
Abend einleitete. Auch die Freiheitsdreſſuren ſind
ſehr gut und ebenſo die Leiſtungen auf gymnaſtiſchem
Gebiete. Und für humoriſtiſche Unterhaltung ſorgen
eine Anzahl Klowns, die ebenfalls neue und
inter=
eſſante Tricks bringen. Wir kommen des Näheren
auf die einzelnen Leiſtungen noch zurück.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 10. Aug. Der Lok.=Anz. meldet: Der
Angeſtellte der Rixdorfer Straßenreinigung Badanz
erhielt, als er auf einer Kehrmaſchine die Panierſtraße
entlang fuhr, einen Schuß in die rechte Wange. Die
Unterſuchung ergab, daß der Schuß aus der erſten
Etage des Hauſes Panierſtraße 29 kam. Der Täter
wurde feſtgenommen.
* Köln, 10. Aug. Der Kölniſchen Zeitung wird
aus Berlin telegraphiert: In der Angelegenheit des
ermordeten Deutſchen Unger in Haifa
haben eine Reihe von Verhaftungen ſtattgefunden;
u. a. iſt diejenige Perſon verhaftet worden, die man
zu den Hauptanſtiftern des Verbrechens zählt. Die
Unterſuchung geht weiter=
* Krefeld, 10. Aug. Ein von Homberg kommendes
Automobil fuhr in ſcharfer Fahrt gegen einen
Steinhaufen und zertrümmerte. Zwei Inſaſſen
wur=
den tödlich, zwei andere leichter verletzt.
* Emden, 10. Aug. Der Emdener Logger 107, der
der Neptun=Fiſcherei gehört, wurde in der Nacht zum
Montag von dem ſchwediſchen Dampfer „Annie” bei
der Doggerbank angerannt und zum Sinken
ge=
bracht. Das Schiff, das zehn Faden tief liegt, iſt
verloren. Die Mannſchaft wurde gerettet und in
Weſthartlepool gelandet.
* Wilhelmshaven, 10. Aug. Die Linienſchiffe
„Kurfürſt Friedrich Wilhelm” und „
Wei=
ßenburg” treten am 13. Auguſt die Ausreiſe nach
der Türkei an.
* Turin, 10. Aug. In Gegenwart des Königs, der
Herzöge von Aoſta und Genua, des geſamten
Miniſteri=
ums, der Präſidenten des Senats und der
Deputierten=
kammer, zahlreicher anderer Mitglieder des
Parla=
ments und vieler Deputationen von Gemeinden und
Vereinen aus ganz Italien, fand heute im großen Saal
der Mole Antonelliana eine Gedächtnisfeier für
den Grafen Cavour, geboren am 10. Auguſt 1810,
ſtatt. Der Deputierte Daneo hielt eine mit großem
Beifall aufgenommene Gedächtnisrede. In der feſtlich
geſchmückten Stadt herrſcht bewegtes Leben. Heute
nachmittag folgt eine zweite Gedächtnisfeier im alten
Saale des Palazzo Madonna, wobei der
Miniſterpräſi=
dent Luzzatti ſprechen wird.
* New=York, 10. Aug. Bei Capomay (New=Jerſey)
ſtieß ein Auto mit einem Schnellzug zuſammen.
Fünf Inſaſſen wurden getötet, darunter Fritz
Mergenthaler, der Sohn des Erfinders der
Setz=
maſchine.
* Teheran, 10. Aug. Die Baſare ſind geſchloſſen.
Eine Truppenabteilung wird nach dem Schah Abdul
Aſim entſendet, um den dorthin geflohenen Sergham
Sultaneh und ſeine Bachtiaren zu entwaffnen. Die in
den Atabekspark eingedrungenen Bachtiaren haben das
dortige Palais vollſtändig geplündert und einige in
der Nähe liegende Häuſer ruſſiſcher Untertanen
aus=
geraubt, darunter dasjenige des Erziehers des Schahs,
Smirnoff.
— Köpenick, 10. Aug. Heute nacht brach in der älten
Zichorienfabrik der Firma Reſach in der Lindenſtraße
ein Brand aus, der erſt nach längerer Zeit auf die
Brennerei beſchränkt werden konnte, die vollſtändig
vernichtet wurde. Der Schaden iſt beträchtlich, doch wird
keine Betriebsſtörung eintreten.
H. B. Hannover, 10. Aug. Zum Nachfolger des
verſtorbenen Präſidenten des Deutſchen Kriegerbundes
General der Infanterie v. Spitz iſt ſicherem
Verneh=
men nach General a. D. v. Fleck in Berlin auserſehen.
v. Fleck war zuletzt leitender Direktor der
Gewehr=
fabrik von Löwe und ſeit einiger Zeit Aufſichtsrat
dieſer Geſellſchaft. Vorher war er Oberſt und Bezirks=
Kommandeur des Landwehrbezirks Hannover.
— Bielefeld, 10. Aug. Nach Unterſchlagungen und
Wechſelfälſchungen in Höhe von mehreren
hundert=
tauſend Mark iſt der Kaufmann Fritz Heitman, der
Geſchäftsführer der Blackwede=Brocker=Dampfziegelei,
flüchtig geworden.
H. B. Peſt, 10. Aug. Blättermeldungen zufolge ſteht
in der ungariſchen Sozialdemokratie eine
Kriſis bevor. Die Fachorganiſationen ſeien mit der
Parteileitung unzufrieden und beabſichtigten, ſtrenge
Rechenſchaft zu fordern.
Paris, 10. Aug. Nach einer Meldung aus New=
York wurde der Herzog von Montpenſier, als
er unter der Führung eines Kriminalbeamten eine
Be=
ſichtigung des Verbrecherviertels vornahm, von
Apachen angegriffen; es wurden 20 Schüſſe
ge=
wechelt. Einer der Angreifer wurde tot zu Füßen des
Herzogs niedergeſtreckt.
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Dr. E. Molz u. Frau Julie, geb. Riſch.
Flörsheim a. M., 10. Auguſt 1910. (15808
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres guten Onkels, Herrn
Jacob Ochs
ſagen beſten Dank
(15783
Familie Hohlfeld.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem ſchweren Verluſte unſerer lieben Schweſter,
Schwägerin und Tante
(15774
Frau E. Keil Wwe.
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Dr. Diehl für die troſtreichen Worte, den Schweſtern
für die liebevolle Pflege und für die
Blumen=
ſpenden tiefgefühlten Dank.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
J. Matthes.
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Religiousgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Gedenkfeier anläßlich der Zuſammenkunft
der Veteranen von 1870/71.
Freitag, den 12. Auguſt 1910.
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 15 Min.
Samstag, den 13. Auguſt 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
8 Uhr 40 Min.
Beginn des Faſttages v. d. Zerſtörung Jeruſalems.
Sonntag, den 14. d. M.: Morgengottesdienſt 6 Uhr
45 Min. Abendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der ioraelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 13. Auguſt.
Vorabend 7 Uhr 10 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr — Min. Sabbatausgang 8 Uhr
40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 14. Auguſt, an:
Morgens 6 Uhr — Min. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
NB. Sonntag: Faſttag des 9. Aw.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die
all=
gemeine Wetterlage iſt endlich in eine Trockenperiode
bergegangen. Das ruſſiſche Tiefdruckgebiet iſt
abge=
zogen, während von Nordweſteuropa her ſich hoher
Druck ausbreitet. Heitere, trockene Witterung iſt überall
die Folge. Am Tage erheben ſich die Temperaturen
über 20 Es ſteht eine längere Trockenperiode bevor.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 11. Auguſt:
Heiter, trocken, mäßig warm.
Tageskalender.
Vorſtellung im Zirkus Schumann um 8¼ Uhr.
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Schützenhof”
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo.”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Crafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redattionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlanate Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. Auguſt 1910,
Nummer 186.
*19265id) Verkäuferin, welche längere
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Waſchen u. Putzen Gervinusſtraße 41, II.
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zu ſpr. bis 11 Uhr u. nach. von 3—5 Uhr.
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Annaſtraße 59, 2. Stock.
*19473df) Aeltere Herrſchaft ſucht
bürger=
liche Köchin, feine Herrſchaft mit einem
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Frau Nessling, Ludwigſtraße 8.
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Ein erſ. älteres Hausmädchen
geſucht. Eintritt nach Uebereinkunft
15778df)
Kölnischer Hof.
19180) Tüchtige Mädchen mit guten
Zeugn. erhalten recht gute Stellen durch
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das kochen
Ein älteres Mädchen, kann u. alle
Hausarbeit mit verſieht, wird zu einem
älteren alleinſtehenden Herrn geſucht.
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(*19489dsi
unt. K 3 die Exp. ds. Bl.
und empfehle tücht.
Suche Köchinnen,
Haus=
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(*19513
kochen, ſofort und ſpäter
Frau Weißmantel, Arbeitsnachweis
Eliſabethenſtraße 37.
Ein gut empfohlenes,
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vom 1. Sept. ab in einfachen Haushalt
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Martinſtraße 48.
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Schenkamme geſucht.
(*19520
Frau Dingeldein, Schützenſtr. 10½, Tel. 531.
Juße in geader Zuſaſt
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welche kochen, jüng. Mädchen für Herrſchafts=,
Privat= u. Geſchäftshäuſer, per 15. Auguſt,
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Heizer, Schloſſer, Techniker, Buchhalter, e
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6ogeeeseesoeeveeeees
2Reiſende für Privatkundſchaft
geſucht, höchſte Proviſion, vorzuſtellen
3—4 nachm. Soderſtr. 24, I., I. (*19459
koſtenlos Nebenverdienſt, Exiſtenz
Wer oder Verſandgeſchäft ſich verſch.
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will, ſchreibe ſofort an
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Woog, am 10. Auguſt 1910.
Waſſerhöhe am Pegel 3,82 m
Luftwärme 170 C
Waſſerwärme vormittags 7 Uhr 190C
Woogspolizeiwache.
Kurſe vom 10. Auguſt 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 93,00
84,10
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,30
93,00
8½ do. Conſols ..
84,00
B do. do.
A Bad. Staatsanleihe . . 101,40
*3,60
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,50
do.
91,90
83,10
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,50
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,30
do.
91,40
do.
80,75
3 Sächſiſche Rente . . . 83,40
4 Württembergerv. 1907 101,80
do.
92,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 48,30
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 97,70
do. Goldrente . . 99,10
do, einheitl. Rente 93,80
Portug. unif. Serie I 66,10
do. unif. Ser. III 67,80
do. Spezial. 11,70
Rumänier v. 1903 . . 102,00
do. v. 1890 . . 95,40
do. v. 1905 . . 90,50
Ruſſen v. 1880 ₰ . , 91,10
3f.
InProz.
100,40
93,30
4 Ruſſen v. 1902 . 7 . . 92,00
4½ do. v. 1905 .
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 84,50
4 Türk. Admin. v. 1903 87,50
4 do. unifiz. v. 1903 94,70
4 Ungar. Goldrente . . 95,00
4 do. Staatsrente 91,90
5 Argentinier . . . . . . 101,80
do.
91,00
4½ Chile Gold=Anleihe . 95,30
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,30
4½
do.
99,30
4½ Japaner .
. . .
5 Innere Mexikaner . . 99,70
3
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,00
5 Gold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
. . . . 143,90
4 Nordd. Lloyd . . . . 111,00
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 119,00
4 Baltimore & Ohio . . 109,10
4 Gotthardbahn . . . . —
InProz.
8f.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 159,50
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,50
4 Pennſylvania R. R. 130,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 205,50
Werger=Brauerei
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 476,50
.257,10
Fabrik Griesheim .
.488,50
Farbwerk Höchſt
Verein chem. Fabriken
Mannheim.
.324,50
Lahmeyer .
120,10
Schuckert .
.166,00
Siemens & Halske . .. 248,25
Adlerfahrradwerke Kleyer 434,00
Bochumer Bb. u. Guß . . 237,00
Gelſenkirchen . .
.212,80
Harpener .
. . 200,50
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb . . . . . . . . . 234,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,75
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,30
3½ do.
92,00
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
4 do. ſteuerfrei . —
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,40
4
do.
97,60
3
do. alte .
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,75
do.
4
79,00
do.
2910
57,20
3 Raab=Oedenburger . . 75,10
4 Ruſſ. Südweſt. .
-
4 Kronpr. Rudolfbahn .
In Proz.
Sſ.
75,90
2¾/10 Livorneſer . .
4 Miſſouri=Pacific .
Bagdadbahn Mk. 408 86,90
5 Anatoliſche Eiſenb.. .
5 Tehuantepee . . . . .
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 169,10
Darmſtädter Bank . 130,90
252,50
Deutſche Bank .
4 Deutſche Vereinsbank 127,70
4 Diskonto=Geſellſchaft 188,75
158,90
4 Dresdner Bank.
Mitteldeut. Kreditbk. 119,20
Nationalbk. f. Deutſchl. 124,00
101,30
Pfälzer Bank .
143,20
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank . 139,30
4 Wiener Bank=Verein 137,50
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,20
31
do. S. 19. . . . . 92,80
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Banl 100,50
do.
90,50
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4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
3½
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4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
91,00
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
3½
do. (unk. 1914) 91,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
3½
do
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Städte=
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4 Darmſtadt .
3½ do.
4 Frankfurt .
3½ do.
4 Gießen
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4 Heidelberg
3½ do.
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3½ do.
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3½ do.
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3½ do.
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3½ do.
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3½ do.
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101,00
96,00
100,30
91,40
100,60
91,60
100,30
91,00
„ 101,00
92,00
100,30
99,60
90,80
.100,40
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Verzinsliche
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4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 134,50
5 Donau=Reg. fl. 100 150, 10
3 Holl. Komm. „ 100 106,40
In Proz
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe.
. 135,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,20
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Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
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Franzöſiſche Noten . . . . 81,20
Holländiſche Noten . . . . 169,40
Italieniſche Noten . . . 80,65
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Nummer 186.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. Auguſt 1910.
Seite 7.
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1910.
Programm:
Samstag, den 13. Auguſt, abends 8 Uhr: Begrüßungsfeier in
ſämtlichen Räumen des Saalbaues.
Sonntag, den 14. Auguſt, vormittags 8 Uhr:
Militärgottes=
dienſte in der evangeliſchen Stadtkirche, für Katholiken im
Exerzierhauſe auf dem Exerzierplatz.
Vormittags 11 Uhr: Parade auf dem Exerzierplatz und
Vorbeimarſch vor Ihren Königlichen Hoheiten dem
Groß=
herzog und der Großherzogin.
Die Aufſtellung muß um 10.45 Uhr vollendet ſein. Der
Zutritt in den abgeſperrten Platz iſt nur gegen Vorzeigung
der Eintrittskarten zuläſſig.
Hierauf Zug der Veteranen durch die Rheinſtraße nach den
Denkmälern auf dem Paradeplatz.
Nachmittags 1 Uhr: Feſteſſen in 29 Sälen der Stadt.
4 Uhr: Gartenkonzert im Saalbau.
Montag, den 15. Auguſt: Das Großh. Muſeum und das ſtädt.
Muſeum ſind für die Kriegsteilnehmer unentgeltlich geöffnet.
15750)
Der Arbeitsausſchuß.
Städtischer Saalbau.
Am 11. Auguſt 1910, 8 Uhr abends,
XIll. Donnerstags-Konzert
des vollſtänd. Muſikkorps des Leibgarde=Regts. Leitung: Obermuſikmeiſter H. Hauske.
Unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins „Liederzweig‟
unter dem Protektorat Ihrer Röniglichen Hoheit der Grossherzogin Eleonore
Dirigent: Herr Kammermuſiker Fr. Brückmann.
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(geſt. 26. Auguſt 1860).
Eintrittspreis 50 Pfg., für Studierende und Militär 30 Pfg., Dutzendkarten
à 4 Mk. zu haben in den bekannten Verkaufsſtellen.
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Grosses Milntar-EAtra-Konzert
der Kapelle des Grossh. Art.-Regts. Nr. 61.
I. Teil: Artilleriemusik. II. Teil: Janitscharenmusik.
III. Teil: Streichmusik.
Leitung: Herr Muſikmeiſter M. Weber.
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Darmſtadt, unter Leitung ihres Dirigenten
Herrn Obermusikmeister Rühlemann.
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Abends 8¼ Uhr.
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ausser Galerie, halbe Preise.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. Anguſt 1910.
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Der Pfarrer von Gamsegg
Roman von Erich=Ebenſtein.
(Nachdruck verboten.)
Erſtes Kapitel.
In den Hof des Gutes Gamsegg fuhr ein Wagen, in
dem eine Dame ſaß. Es war ein kühler Oktoberabend,
und das waldige Tal, an deſſen Eingang das Gut Franz
Moosheimers lag, war ſchon in blaue Dämmerſchatten
gehüllt. Ein kühler Wind wehte von den Bergen nieder
und ließ die Dame, die anſcheinend völlig teilnahmslos
im Wagen ſaß, leicht zuſammenſchauern. Als aber unter
der Haustür nun ein junges Mädchen erſchien und auf den
eben angekommenen Wagen mit den Worten zulief:
Endlich, Tante Anne=Marie, biſt Du da! Ich fürchtete
ſchon, Du kämſt auch nicht — da ſprang ſie fröhlich heraus,
umarmte das junge Mädchen, ihre Nichte Eva, herzlich
und ſagte: Alſo bin ich gottlob doch nicht die letzte! Wer
fehlt denn noch?
Eigentlich alle! — Nur der Inſpektor Milden mit
ſei=
ner Frau iſt ſchon hier — beide in höchſtem Staat.
Und da willſt Du mir Vorwürfe machen? lachte Anne=
Marie von Porten und verſetzte ihrer Nichte einen leichten
Schlag auf die Wange.
Beide traten in das Haus.
Eva ſchmiegte ſich zärtlich an die um kaum fünf Jahre
ältere Tante.
Weil ich ſolche Sehnſucht hatte nach Dir — und weil
mir ſo bang war allein —
Ater Milens nd doaß ſchon diet
Ach die! Er ſtöbert in den Ställen herum und ſie gibt
der Wirtſchafterin gute Ratſchläge — Du weißt ja, das
kann ſie nicht laſſen!
Aber Papa iſt doch ſicher ſchon von ſeiner Reiſe zurück?
Nein. Und das iſt’s ja eben, was mich ſo ängſtigt,
Tante. Siehſt Du, er ſchrieb von Friedberg aus, daß er
beſtimmt heute mittag in Bruck ankäme, und wir ſollten
ihm ſein Pferd in den „Roten Krebs” ſchicken, wo er
ge=
wöhnlich abſteigt.
So, ſo! — Aber ſag’ mal, Kleine, was machte denn
Papa eigentlich in Friedberg? Er war ſo zugeknöpft, als
er mich vor der Abreiſe in der Stadt beſuchte —
Auch wir wiſſen nichts darüber. Er ſagte nur, daß er
in Geſchäften hin müſſe und wohl drei bis vier Tage
aus=
bleiben werde.
Und wie kam denn dieſe feſtliche Einladung für heute
abend zuſtande? Ich war ganz überraſcht, Papa iſt doch
ſonſt kein Freund von feierlichen Geburtstagsfeiern, und
daß er dazu gar mich —
Aber Anne=Marie! Eva ließ das feierliche „Tante‟
meiſt weg im vertrauten Verkehr. Du weißt doch, wie
gern er Dich hat!
Ach, Kleine — Anne=Marie blickte verſonnen vor ſich
hin. Manchmal in der letzten Zeit kam’s mir gar nicht ſo
vor! Und ich bildete mir ein, es ſtünde etwas Fremdes
zwiſchen ihm und mir —
Aber, Tantchen! Wenn Du ihn nur geſehen hätteſt
neulich, als Du verſprachſt, ganz zu uns nach Gamsegg
bernehniehent eiſeigwie en lnd unrer, und mie
ſeit Mamas Tod habe ich ihn ſo froh geſehen!
Anne=Marie nickte.
Ja, er war mir immer ein guter, treuer Bruder — ich
weiß es. Nur ſeit ich mit dem Gedanken umgehe, wieder
zu heiraten — und doch muß er zugeben, daß Saſſen ein
lieber Menſch iſt, und im Grunde hatte er ja auch nichts
dagegen?
Gewiß nicht! Er wünſcht doch nur Dein Glück?
Ja — aber Männer, auch die beſten, ſind manchmal ſo
komiſch — weißt Du, was ich glaube?
Nun?
Eiferſüchtig iſt er ein bißchen, obwohl’s ja Unſinn iſt!
Alle, die ihm naheſtehen, ſollen keinen anderen lieb haben
als ihn. Darum ärgert er ſich im Stillen über Saſſens
Bewerbung und will auch von Marta Dolland nichts
wiſſen —
Nein, Anne=Marie, da tuſt Du Papa doch unrecht!
Gegen Marta Dolland hat er gar nichts. Mein Bruder
Hermann ſoll ſie nur nicht heiraten wegen des alten
Dolland. Den kann Papa allerdings nicht leiden, weil er
ſo unverträglich iſt — na, Du weißt’s ja — die Beiden
hatten immer etwas gegeneinander! Und in letzter Zeit,
ſeit Papa mit dem Pfarrer den Streit um die Wieſe hatte
und Pfarrer Dolland ſo feſt zu ſeinem Bruder hielt und
für die Heirat Hermanns mit ſeiner Nichte eintrat, hat ſich
die Feindſchaft noch verſchlimmert. Aber das wird nun
alles beſſer werden, denn Papa hat den Prozeß gewonnen,
und es ſcheint, daß er=ſich mit= Herrn Pfarrer Dolland ver=
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. Auguſt 1910.
Nummer 186₰
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laſſen.
Den Pfarrer Dolland? frage die Tante erſtaunt,
Ja. Und er ſchrieb, wir ſollten alles auſbieten, um
ihn zum Kommen zu veranlaſſen, es läge ihm viel daran,
ſich mit ihm auszuſöhnen, und er hätte auch eine Neuigkeit
für ihn bereit.
Hm — und wird der Pfarrer kommen?
Selbſtverſtändlich!
Dann wird’s ja recht intereſſant werden heute abend.
Auf die Neuigkeit bin ich wirklich geſpannt.
In dieſem Augenblick trat Evas Bruder ins Zimmer.
Guten Abend, Eva! Guten Abend, Tante! — Komme
ich ſchon zu ſpät? Iſt Papa ſchon da? fragte er, die beiden
Damen begrüßend.
Nein, denke nur — noch immer nicht!
Sonderbar. Wenn er noch ſo langſam reitet, braucht
er doch nur eine Stunde von Bruck nach Gamsega,
und der Perſonenzug kommt um vier Uhr an. Jetzt iſt
es ſchon ſechs.
Er wird mit einem ſpäteren Zuge kommen oder hat
ſich am Steinbruch bei den Arbeitern aufgehalten,
meinte Anne=Marie, Hermann ſchüttelte den Kopf.
Papa iſt ſonſt ſo pünktlich! Und vollends, wenn er
weiß, daß Gäſte ihn erwarten. — Der Herr Pfarrer iſt
doch ſchon hier?
Nein, bis jetzt nur Mildens.
Sie gingen alle drei hinüber in den Speiſeſaal, wo
ſich bald darauf auch das Mildenſche Ehepaar einfand.
Thaddäus Milden war Inſpektor auf dem Vorwerk,
das zu Gamsegg gehörte, ſeine Frau, ehemals
Wirt=
ſchaftsfräulein auf dem Gute, ging, ebenſo wie ihr
Gatte, mit Leib und Seele in der Wirtſchaft auf. Beide
waren der Familie Moosheimer ſehr ergeben und
fühlten ſich jedesmal hoch geehrt, wenn ſie nach Gamsegg
geladen wurden.
Man wartete noch immer. Die Tafel, mit Blumen
und Silber feſtlich geſchmückt, ſtand gedeckt, und die
an=
fangs lebhafte Unterhaltung der Wartenden ſtockte
all=
mählich und machte einer gewiſſen Beklommenheit Platz.
Endlich entſchloß ſich Hermann, den Pfarrer
per=
ſönlich abzuholen. In einer halben Stunde konnte er
zurück ſein.
Es war bereits dunkel geworden, als ſich aus der
Ferne das Rollen eines raſch fahrenden Wagens
ver=
nehmen ließ. Alle atmeten erleichtert auf.
Der Wagen fuhr in den Hof. Hermann und der
Pfarrer Dolland ſtiegen aus.
Iſt Papa zurück? war Hermanns erſte Frage. Als
man verneinte, ſagte er: Und unſeren guten Herrn
Pfarrer hätte ich beinahe auch nicht gebracht — ſo wollte
um keinen Preis mitkommen, und es koſtete mich viel,
ihn endlich dazu zu bewegen!
Und warum? fragte Anne=Marie betroffen.
Ich bin nicht in Feſtesſtimmung, antwortete der
Pfarrer, es gibt Stunden, in denen man am beſten mit
ſich allein bleibt — indeſſen unſer junger Freund gab
mir keine Ruhe —
Und tat ſehr recht daran! fiel Anne=Marie ein.
Wenn man traurig geſtimmt und einſam iſt, dann ſoll
man erſt recht zu Freunden flüchten; mit ihnen trägt
ſich alles leichter.
Nicht alles, ſagte der Pfarrer leiſe und betrat den
hell erleuchteten Speiſeſaal.
Eva, die an ſeiner Seite ſchritt, erſchrak, als das
Licht nun voll auf ſein Geſicht fiel. Er ſah blaß und
faſt verſtört aus.
Kaum hatte man Platz genommen, als vom Hofe her
laute Hufſchläge ertönten.
Der Papa! rief Eva freudig und ſprang auf, um
zur Tür zu eilen. Auch die anderen erhoben ſich, nur
Pfarrer Dolland blieb ſitzen und ſtarrte regungslos vor
ſich hin.
Ehe indes jemand die Türe erreicht hatte, öffnete
ſich dieſe, und ein Diener ſtürzte ſchreckensbleich herein.
Das Pferd des gnädigen Herrn — ein Unglück —
war alles, was er über ſeine bebenden Lippen zu
brin=
gen vermochte.
Hermann ſtürzte, von Eva gefolgt, nach der Treppe.
Unten hatte ein Knecht das reiterloſe Pferd zum
Stehen gebracht. Mit fliegenden Flanken und
ſchaum=
bedeckt ſtand es zitternd da. Ein Blick genügte, um
feſt=
zuſtellen, daß das Tier ſich ſtundenlang auf freiem
Felde herumgetrieben haben mußte, ehe es den
Heim=
weg gefunden.
Hermann war der erſte, der ſeine Faſſung
wieder=
gewann. Schon nach wenigen Minuten verließ er mit
einigen zuverläſſigen Knechten den Hof, um den
Ver=
unglückten aufzuſuchen.
Als Eva mit ihrer Tante ſich in den Speiſeſaal
zurückbegab, war der Stuhl des Pfarrers Dolland leer.
Niemand hatte ihn gehen ſehen. Er hatte die
allge=
meine Verwirrung offenbar benutzt, um ſich ohne Gruß,
ſtillſchweigend zu entfernen.
Sie achtete nicht darauf. Was kümmerte ſie in
dieſem Augenblicke Pfarrer Dolland?
Ihr Herz ſchlug zum Zerſpringen; angſtvoll horchte
ſie hinaus in die ſchweigende Nacht, die gleich einem
ſchweren, dunklen Fittich über dem Tale lag.
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
2 86.
Donnerstag, 11. Auguſt.
1910.
En die Schulvertände de reſe uid dieberſlinde der rinetſchutn,
Wir beauftragen Sie, den 25. Auguſt in der ſeither üblichen Weiſe in Ihren
Schulen feiern zu laſſen.
(15780
Darmſtadt, den 6. Auguſt 1910.
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Der Ziegenzuchtverein Hähnlein beabſichtigt mit dem am 23. Auguſt ds. Js.
zu Hähnlein abzuhaltenden Prämiierungsziegenmarkte eine Verloſung von Ziegen,
Ziegenlämmern und Hausgerätſchaften zu verbinden. Großh. Miniſterium des Innern
hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur Veranſtaltung dieſer Verloſung unter der
Be=
dingung erteilt, daß bis zu 8000 Loſe zu 0,50 Mark das Stück ausgegeben werden
dürfen und mindeſtens 60 Prozent des nach Abzug der Reichsſtempelabgabe
verbleiben=
den Bruttoerlöſes aus dem Verkaufe der Loſe zum Ankauf von Gewinngegenſtänden
zu verwenden ſind. Der Vertrieb der Loſe iſt in der Provinz Starkenburg geſtattet.
(19784a
Bekanntmachung.
Nachſtehend bringen wir die Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppen=”
übungsplatz für die Zeit vom 12. bis 24. Auguſt d. Js. zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 8. Auguſt 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.; von Werner.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 12. bis 24. Auguſt 1910.
Tag Truppenteil der Abſt
von Dauer
ſperrung
bis Die Abſperrung
erſtreckt ſich 12. Aug.
13.
17.
18.
20.
24. Freitag
Sonnabend
Mittwoch
Donnerstag
Sonnabend
Mittwoch Inſanterie
Feldartillerie
Infanterie und
Kavallerie 6 V.
1000 V.
1000 T
600 B. 15 N.
200 N.
300
00 N. Dis g. Landgraben
Ueber das ganze
Abſperrgelände
(Bis z. Landgraben
Anrliche Rachrichten des Groſherzenichen Palheiamte Darnſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 2 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe; hier Ausnahmen für den
14. Auguſt 1910
Mit Rückſicht auf den bei Gelegenheit des Veteranen=Appells am 14. Auguſt l. J.
zu erwartenden geſteigerten Geſchäftsverkehr beſtimmen wir hiermit ausnahmsweiſe
und mit beſonderer Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern den 14. Auguſt
I. Js. als Ausnahmeſonntag im Sinne des § 105b Abſ. 2 der Reichsgewerbeordnung
und laſſen für die offenen Verkaufsſtellen der nachfolgenden Handelsgewerbszweige
folgende Verkaufs= und Beſchäftigungszeiten zu:
1. der Bäcker und Konditoren von 5 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags;
2. der Metzger= und Fleiſchwarenhändler von 6 vormittags bis 5 Uhr
nach=
mittags;
3. der Händler mit Tabak, Zigarren und Rauchutenſilien von 11 Uhr vormittags
bis 5 Uhr nachmittags;
4. der Händler mit Ordensdekorationen, Feſtabzeichen und dergl. von 11 Uhr
vormittags bis 5 Uhr nachmittags:
5. der Händler mit Papierwaren und Anſichtskarten von 11 Uhr vormittags
bis 5 Uhr nachmittags.
Hinſichtlich der vorſtehend nicht aufgeführten Handelsgewerbszweige bewendet
es bei den Vorſchriften der Bekanntmachung des Großh. Kreisamts Darmſtadt vom
27. Dezember 1907, die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe im Bezirk der Haupt= und
Reſidenzſtadt Darmſtadt betreffend.
Auf öffentlichen Straßen und Plätzen dürfen am 14. Auguſt l. Js.
feilge=
halten werden:
1. Fruchteis von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags;
2. Obſt, Blumen, Backwaren und ſonſtige Lebensmittel während des ganzen
Tages, außer der Zeit von 9 bis 11 Uhr vormittags;
3. Zigarren, Tabak und Rauchutenſilien, Feſtabzeichen und Erinnerungen,
An=
ſichtskarten von 11 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags. (15720md
Darmſtadt, den 8. Auguſt 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Kranzbühler.
Bekauntmachung.
Betreffend: Die Vermeidung von Staubentwickelung bei Bauten.
Unter Bezugnahme auf unſere früheren Bekanntmachungen weiſen wir
wieder=
holt darauf hin, daß nach Maßgabe der beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen
(8366,8 Reichsſtrafgeſetzbuches, Artikel 112 u. 292 Polizeiſtrafgeſetzes) diejenigen Beſtrafung
zu gewärtigen haben, welche es unterlaſſen, bei Bauten, namentlich beim Abbruch von
Gebänden und bei der Erneuerung des Verputzes alle Vorkehrungen zu treffen,
welche geeignet ſind, Gefahren für Vorübergehende und eine beläſtigende
Staub=
entwickelung zu verhindern. Insbeſondere iſt dafür Sorge zu tragen, daß
1. der Verputz und das Mauerwerk vor dem Abſchlagen und während dieſer
Arbeiten ausreichend benäßt wird, daß
2. Bauſchutt nicht auf die Erde abgeworfen, ſondern abgetragen oder in
Ge=
fäßen abgelaſſen und hierbei — ebenſo wie beim Aufladen auf Wagen und
Abfahren — ausreichend benäßt wird, daß
3. derartige Bauarbeiten, bei welchen eine Staubentwickelung nicht ganz zu
ver=
meiden iſt, nur in den frühen Morgenſtunden (vor 8 Uhr vormittags)
vorgenommen werden dürfen.
Die Schutzmannſchaft iſt mit Ueberwachung beauftragt.
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1910.
(15772df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung,
das Abladen von Schutt auf öffentliche Wege und Plätze, ſowie auf
Privatgrundſtücke betreffend.
I. Das Abladen von Schutt, Baugrund uſw. auf öffentliche Wege oder
Plätze iſt nur mit ſchriftlicher Erlaubnis des Tiefbauamts und nur an den in der
Erlaubniskarte bezeichneten Stellen zuläſſig.
Bei Zuwiderhandlungen wird die Beſtrafung des Schuldigen, ſowie die
Ent=
fernung des unrechtmäßig verbrachten Schuttes, Baugrundes uſw. auf Koſten des
Verbringers veranlaßt werden.
II. Zum Abladen von Schutt auf Privatgrundſtücke iſt die Erlaubnis des
Grundeigentümers oder ſeines Vertreters erforderlich.
Eigentümer von Bauplätzen, die eine Erlaubnis zum Abladen von Schutt behufs
Aufüillens dieſer Plätze erteilen, haben dafür Sorge zu tragen, daß keine in Fäulnis
übergehenden Abfallſtoffe, die den Boden verunreinigen können, auf die Bauplätze
ver=
bracht werden.
In Fällen, in denen eine die Geſundheit gefährdende Verunreinigung des Bodens
durch Verbringung derartiger Abfallſtoffe auf Bangelände feſtgeſtellt wird, wird deren
Beſeitinung auf Koſten des Eigentümers angeordnet werden.
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1910.
(15771df
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
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Hessische Handelslehranstalt
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I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruf.
Das Wintersemester beginnt Dienstag, den 4. Oktober, 8 Uhr.
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Sprechstunden:
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Montag bis Freitag 12—1 Uhr staatl. geprüfter Handelslehrer u.
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag gerichtlich beeidigt. Bücherrevisor.
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Anbau des Dachſtocks in dem Neubau der
Landesbaugewerkſchule in Darmſtadt.
Auf Grund des Miniſterialerlaſſes vom 16. Juni 1893 ſollen die nachſtehenden
Arbeiten und Lieferungen auf dem Wege des öffentlichen Wettbewerbes vergeben
werden:
1. Maurerarbeiten (ca. 222 qm Fachwerkswände, 360 qm Staakung).
2. Zimmerarbeiten (ca. 17,90 cbm Holz zu liefern und 637 lfd. m abzubinden,
395 am Deckenſchalung).
3. Weißbinderarbeiten (ca. 395 qm Deckenputz, 732 qm Wandputz, 160 qm
Bimdielwände, Oel=, Kalk= und Leimfarbenanſtriche
und dergl.).
4. Schreinerarbeiten (ca. 408 qm Riemenfußböden, 8 Türen, ca. 228 lfd. m Sockel,
Verkleidungen und dergl.).
Die Verdingungsunkerlagen und Zeichnungen liegen vom Donnerstag, den
11. Auguſt ab, bei unterzeichnetem Amte, Paradeplatz 4b, während der
Dienſt=
ſtunden zur Einſicht offen. Auch werden daſelbſt die Angebotsformulare — ſoweit
der Vorrat reicht — gegen Erſtattung der Selbſtkoſten abgegeben. Eröffnung der
An=
gebote am Montag, den 29. Auguſt, vormittags 10 Uhr.
(15768P
Darmſtadt, den 9. Auguſt 1910.
Großherzogliches Hochbauamt.
J. V.: Reuling.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 11. Auguſt 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
a) für beſtimmt:
1 Vertiko, 1 Fahrrad, 1 großes Bild, 7 Bände Lügers Lexikon,
2 Gaslüſter, 1 Schaufenſterlüſter, 1 vollſtändige Erkereinrichtung,
paſſend für ein Wäſchegeſchäft, 1 Hnterweiterungsapparat.
b) ferner vorausſichtlich:
8 Vertikos, 6 Diwans, 4 Sofas, 6 Schreibtiſche, 2 Pianinos, 4 Kleider=,
2 Spiegel= und 2 Glasſchränke, 2 Landauer, 1 Pferd, 6 Tiſche, 4 Waſchtiſche,
133 Herrenhüte, 13 Zylinderhüte, 3 Kommoden, 20 Miſtbeetfenſter, eine Partie
Bilder, Geſchäftsbücher, Bilderleiſten, Leinen, Drell, 3 Warenſchränke, 1 Spiegel,
3 Regulateure, 1 Schuppen, 1 Hühnerſtall und verſchiedene andere Gegenſtände.
c) auf freiwilligen Antrag:
Eine hochfeine Plüſchgarnitur, beſtehend aus 1 Sofa und 4 Seſſeln
(gut erhalten), 1 eiſerner Operationsſtuhl.
d) ferner zwangsweiſe an Ort und Stelle um 5 Uhr
für beſtimmt:
2 Diwans, 1 Schreibſekretär, 1 Kommode, 1 Vertiko, 1 Kleiderſchrauk,
1 Tiſch, 4 Stühle, 1 Etagere, 1 Spiegel, 1 Drehſtuhl, 1 Wanduhr,
1 Nähmaſchiue uſw.
e) vorausſichtlich zwangsweiſe an Ort und Stelle um 5 Uhr:
Eine Partie Falzziegel und Schieferſteine.
(15776
Zuſammenkunft Rundeturmſtraße 16.
Darmſtadt, den 10. Auguſt 1910.
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
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Karl Bauer
Büro: Rheinstrasse 12¾/
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gegenüber der Hauptpost
Auskünfte und Einzug von Forderungen auf alle Plätze
— Zahlreiche Anerkennungen.
Auch solche Forderungen auf In- und Ausland wurden mit Erfolg
binnen kurzer Zeit eingezogen, die von anderen Instituten ergebnislos
(15574a
behandelt wurden.
Grösstes Institut in Hessen.
Steiniahlenbeng= Grſelſchaſt „Kricde:
Diejenigen Mitglieder, die mit ihren Zahlungen für 1910 noch im Rückſtand ſind,
erlauben wir darauf aufmerkſam zu machen, daß mit Ende Juli vier Ziele fällig
waren, die nunmehr zu bezahlen ſind. — Schriftliche Mahnung erfolgt event. vom
15. Auguſt ab, auch für das 5. Ziel.
Gleichzeitig erſuchen wir, die Beſtellungen für den Herbſt= und Winterbedarf
baldgefl. veranlaſſen zu wollen, da der Bezug von Kohlen jedes Jahr von September
ab mit Schwierigkeiten verbunden iſt. Wohnungswechſel ſollte frühzeitig beim Rechner
(15313mod
angemeldet werden.
Die Zahlſtunden ſind feſtgeſetzt: An jedem Werktag vormittag von 8 bis 1 Uhr
und an den Nachmittagen des Montag, Mittwoch und Samstag von 3 bis 6 Uhr.
Darmſtadt, den 2. Auguſt 1910.
Der Vorstand.
Schirmfabrik Schlüter,
Kirchſtraße 27
Reparaturen und Ueberziehen per ſo=
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fort, billig und gut.
Enterhatens einticger
für Obſtwein und Einmachfäſſer geeignet,
bilig abzugeben
B15654) Gebr. Wenglein, Steinackerſtr. 1,
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11. Anguſt 1910.
Nummer 186.
Hafer=Verſteigerung.
Donnerstag, 11. I. Mts.,
nachmit=
tags 3½ Uhr, wird die Haferernte von
etwa 5 Morgen des ſtädtiſchen
Grundbe=
ſitzes an der Gräfenhäuſer Straße losweiſe
an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend
verſteigert. Zuſammenkunft auf der
Grä=
fenhäuſer Straße an der
Darmbach=
brücke.
Hieran anſchließend gelangt um 5 Uhr
die Haferernte von dem ſtädtiſchen
Grund=
ſtück an der Nieder=Ramſtädter Straße,
zunächſt der Villa Treuenau (N.=R. Str. 160)
zirka 1 Morgen gleichfalls an Ort und
Stelle zum Ausgebot. Zuſammenkunft da=
(15617imd
ſelbſt.
Darmſtadt, den 8. Auguſt 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger.
Rolladenlieferung.
Die bei Errichtung einer höheren Knaben=
und Mädchenſchule vorkommende
Rolladen=
lieferung (ca. 68 am) ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafen=
ſtraße Nr. 30, ,Zimmer Nr. 9, während der
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auch die
An=
gebotsſcheine abgegeben werden.
Verdingungsunterlagen werden nach
aus=
wärts nicht verſandt.
Angebote ſind bis
Mittwoch, den 17. Auguſt 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 5. Auguſt 1910.
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Aufforderung.
Forderungen und Anſprüche an den
Nachlaß der Fräulein Marie Herbert,
Orangerieſtraße 12 dahier, wolle man gefl.
innerhalb einer Woche bei dem
unter=
zeichneten Nachlaßpfleger ſchriftlich an=
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melden.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 11, Auguſt 1910.
Nummer 186.
Die Mauern der Bahnhöfe haben ſelten ſo viel
gebräunte und friſche Geſichter auf einmal geſehen, als
wenn die Ferien zu Ende ſind und alle die Wandervögel
dem heimatlichen Neſte wieder zuflattern. Bergſtock und
Ruckſack haben nun wieder ein Jahr Ruhe und in
dunkler Schrankecke träumen buntfarbige Fähnchen und
zierliche Hamen von den kleinen und großen
Sand=
hoſen, von Strandburgen und luſtig im Waſſer plätſchernder
Füßchen. Die Hausfrau und Mutter aber hat ihre
Sorgen. Denn die verſchoſſenen und abgetragenen Kleider,
Höschen und Jacken, die mehr als gut die nähere
Bekanntſchaft mit Raſen, Waſſer, Steinen und Sonne
verraten, können ſich höchſtens noch in der
intimſten Häuslichkeit ſehen laſſen. Da
heißts ſich zu=Neuanſchaffungen zu bequemen,
bei denen bereits auf die kühlere Jahreszeit
Rückſicht genommen werden muß. Für die
Buben tritt an Stelle der weißen
Matroſen=
oder farbigen Sportbluſen die Cheviotbluſe
oder die Joppe aus engliſchem Stoff, bei
den Mädchen iſt’s das praktiſche
Cheviot=
oder elegantere Kaſchmirkleid, das als Erſatz
für die ad acta gelegten Waſch= und
Woll=
muſſelinkleider dient. Die ſommerlichen
Gewebe, Batiſt, Mull, Voile, und vor allem
gefärbte Shantungs aber bleiben für das
Feſtkleid zu Recht beſtehen, bei dem die
letzteren durch ihre diskrete Eleganz eine
beſondere Rolle ſpielen. Die Kindermode
der neuen Saiſon ſteht dies Mal ſtark unter
dem Einfluß der Mode der Erwachſenen.
Ob dies gerade für das Kindliche, das doch
an den Kindern den größten Reiz bedeutet,
beſonders vorteilhaft iſt, mag dahingeſtellt
bleiben. Was an den neuen Modellen
beſonders auffällt, iſt das immer
wieder=
kehrende Motiv der tiefverlegten Gürtelung,
der wir an den Mänteln wie an den Kleidern
begegnen. Sie entſpricht hier der durch eine
in Kniehöhe angebrachte Blende oder
Reih=
durchzug erzielten Einengung der modernen
Damenröcke, die dadurch ein bequemes
Ausſchreiten zur Unmöglichkeit machen. Bei
den kurzen Kinderkleidern iſt’s die tiefſitzende Schärpe oder
ein Beſatzteil, das die modegerechte Funktion verſieht,
wenigſtens die Bewegungsfreiheit der Oberſchenkel etwas
einzuſchränken. An den Taillen finden wir den der Paſſe
angeſchnittenen Aermel wieder, der alle Abſtufungen von
halber bis zu voller Länge durchläuft, und ſogar von den
Kleinen im Hängerchen getragen wird. Die Röcke der
größeren Mädchen ſind in zweidrittel Länge eingezogen
und durch eine Blende abgeſchloſſen, die meiſt aus
abſtechendem Stoff beſteht. Alſo: tout comme chez
maman! Schließlich muß die Mode aber doch ſo etwas
wie Gewiſſensbiſſe bekommen haben, daß ſie durch dieſes
Kopieren den Zorn der Mutter heraufbeſchwören könnte
Kinder=Moden.‟)
— und das Reſultat dieſer Reue waren einige wirklich
lindliche Kinderkleider, nicht gerade von übermäßiger
Grazie, aber doch immerhin kindliche Formen.
Reprä=
ſentiert wird dieſer Genre durch unſer Modell Nr. 5197,
deſſen Pliſſeefalten oberhalb der Knie ein gürtelartiges,
mit Band durchzogenes Teil zuſammenhält, das dem
breiten, die vordere und Rückenmitte deckenden Beſatzteil
angeſchnitten iſt. Statt der Pliſſeefalten können dieſe
Kleidchen auch mit Reihfalten gearbeitet werden, wodurch
ſieweniger ſteif, aber auch weniger ſchlank wirken. Einfacher
ſind die auch von größeren Mädchen getragenen
hänger=
artigen Formen, die mit zackiger Paſſe, in Reihfalten
Modell Nr. 65206.
Modell Nr. 5197.
Modell Nr. 5199.
herabfallen und ſehrtief unten durch eineSchärpe abgebunden
werden, um derunteren Partie möglichſt wenig Spielraum zu
gewähren. Bei einer Variation dieſer Form fiel das untere
kurze Rockteil in zwei gereihte Volants aus, eine weitere hatte
in der vorderen und Rückenmitte ein breites ſtolaartiges
Beſatzteil, das bis über die Schärpe reichte und in einer Spitze
auslief. Für kräftige Kinder, für die das ſchlanke Prinzeßkleid
am vorteilhafteſten iſt, bringt die Mode prinzeßartige glatte
Formen, denen entweder unten von der durchgehenden
Vorderbahn ab ein breiter Pliſſeefaltenvolant angeſetzt iſt,
oder die mit einem Ueberkleide gearbeitet ſind, das glatt
herabfallend und ſeitlich ſchließend, ſich auf den dem
Futter=
leibchen angeſetzten hohen Pliſſeevolant legt. Dieſe Kleider,
die auch mit angeſchnittenem Halbärmel auftauchen, ſin
übrigens der Verwendung von zweierlei Stoff, für di
ſparſame Mütter eine beſondere Vorliebe haben, inſofer
recht günſtig, als der breite Volant gern aus einem abſtechen
den Stoff genommen wird, was die hübſche Wirkung eines
ſolchen Kleides nur erhöht. Eine allerliebſte Neuheit für klein
Mädchen ſind ferner die bulgariſchen Bluſenkleidchen aus
weißembosniſchemoderSiebleinen, an deſſen Stelleaber auch
Voile treten kann. Oben und in Taillengegend paſſenartig
eingereiht, werden ſie durch breite buntfarbige Kreuz= und
Strichſtichſtickereien verziert, die beſonders auf dem bluſigen
Aermel als viereckige Ornamente recht wirkungsvoll ſind.
Den Typ des neueſten Bluſenkleides für
grö=
ßere Mädchen und Backfiſche aber vertritt unſen
hochmodernes Modell Nr. 5199, das aus
bedrucktem zartroſa Voile, mit gleichfarbigem
Shantung zuſammengeſtellt war, aus dem die
Paſſe ſamt den angeſchnittenen Aermeln und
die breite Rockblende beſtanden. Die Taille
hat Rückenſchluß und iſt wie der Rock oben
und unten eingereiht. Auch die
Pierrot=
krauſe aus pliſſiertem gelblichen Tüll fehlt
an dieſem Modell nicht und ebenſo der
ſchwarze Libertygürtel, der den oberen!
Abſchluß des Rockes bildet. Die Mode
bevorzugt eben auch in der Kinderkleidung
die ſtarken, oft ſchroffen Kontraſte, das
beweiſt das häufige Erſcheinen der ſchwarzen
Schärpen, Blenden, Soutachierungen und
ſtoffbezogenen Knöpfe. Zum Schluſſe ſei
noch der Kindermäntel gedacht, die in dieſer
Saiſon ein ganz apartes Gepräge tragen.
Gibt ſich doch auch an ihnen die Vorliebe
für tiefverlegte Gürtel und Gürtelimitationen
kund. Das hübſche Sackmäntelchen, das
wir als Beiſpiel hier anführen, war aus
bronzebraunem Sammet gefertigt und durch
einen braunen Lackledergürtel mit großer
Schnalle zuſammengehalten. Seitlich
ſchlie=
ßend, zeigt es die Ränder mit breiten
braunen Seidenblenden beſetzt, die auch
den bluſigen Aermel abſchließen. Die
Mäntel der größeren Mädchen ſind durch
engliſche Nähte etwas ſchlanker gehalten, aber auch mit
Seitenſchluß und Gürtel gearbeitet, nur daß dieſer an
den Nähten durch die Mantelbahnen hindurchgeleitet
wird, wodurch ſie ihre glatte Form behalten. Man ſieht,
die Mode gibt dem kleinen Volk mit vollen Händen,
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