Darmstädter Tagblatt 1910


08. August 1910

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173. Jahrgang
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N 183.
Montag, den 8. Auguſt.
1910.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Probleme der Weltpolitik.
VI.
Japan und Amerika.
DB. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts begannen
die kriegeriſchen Ereigniſſe, die ſich außerhalb Europas ab=
Horizont gewöhnten Europäer für den modernen Begriff
der Weltpolitik zu wecken. Wir in Deutſchland zumal,
die wir erſt vor kurzem in den neuen Rahmen des Deut=
ſchen
Reiches hineingewachſen waren und in der äußeren
Politik zunächſt nichts anderes kannten als das Streben
nach Erhaltung des europäiſchen Gleichgewichtes, wollten
uns zunächſt in den neuen Begriff der Weltpolitik nicht
Throne von dem Deutſchen Reich als Weltmacht, ſo ver=
banden
in falſchen geſchichtlichen Analogien die Hörer im
eigenen Lande damit ganz irrige Vorſtellungen von einem
Imperium im alten Sinne der einſeitigen Weltherrſchaft,
die zu erſtreben dem Deutſchen Reiche in der Tat abſolut
fern liegt. Sie hatten ſich noch nicht daran gewöhnt, mit
Weltteilen zu denken und zu begreifen, daß in einer Zeit,
in der alle räumlichen Entfernungen ganz anders zuſam=
menſchrumpfen
denn je zuvor, auf dem weiten Raume
der fünf Erdteile, deren ganzes Gebiet hineingezogen iſt
in dasſelbe weltgeſchichtliche Getriebe, eine Mehrzahl von
Weltmächten nebeneinander beſtehen kann, daß jede kul=
turell
vorwärts ſtrebende, mit ihrem produktiven Schaffen
und ihrem Konſum über den eigenen Boden hinauswach=
ſende
Macht ſich emporarbeiten kann zu einer weit umher
auf dem Weltmarkte intereſſierten Weltmacht, ohne deshalb
doch etwa eine eigentliche Weltherrſchaft erſtreben zu brau=
chen
oder auch nur zu dürfen!
Daß die Weltgeſchichte auch nach europäiſcher Auffaſ=
ſung
ſich nicht mehr erſchöpfen konnte in der Erhaltung
des europäiſchen Gleichgewichtes, ſondern daß die Be=
wohner
fremder Erdteile ihre vollwichtige Rolle in der
allgemeinen Weltgeſchichte ſpielen, das begann uns zu
dämmern im Verlaufe des japaniſch=chineſiſchen Krieges
von 1894/95 und deutlicher zu werden im amerikaniſch=
ſpaniſchen
Kriege von 1898. Es wurde uns vollends klar
gemacht durch die Ereigniſſe des ruſſiſch=japaniſchen Krie=
ges
. Heute iſt es jedem Politiker in Fleiſch und Blut über=
gegangen
, daß er neben den europäiſchen Mächten die
Vereinigten Staaten von Nordamerika und Japan in jede
weltpolitiſche Rechnung einzuſtellen hat. Unſer Horizont
iſt geweitet; und wie wir begriffen haben, daß jene Län=
der
keine geringere Berückſichtigung erheiſchen als die al=
ten
Großmächte, ſo werden wir uns auch mehr und mehr
daran gewöhnen, zu den Ländern, die in der zweiten
Machtkategorie ſtehen und im weltpolitiſchen Getriebe der
Zukunft auch die Rolle aufrückender Staaten zu ſpielen
in der Lage ſein könnten, neben europäiſchen auch aſiatiſche
und amerikaniſche Länder in Betracht zu ziehen.
Das Hauptaugenmerk aber richtet ſich außerhalb Euro=
pas
einſtweilen auf Japan und Nordamerika. Die In=
tereſſenſphären
dieſer beiden Länder nähern ſich einander
immer mehr; ihre Reibungsflächen vergrößern ſich immer
mehr, und vieles deutet darauf hin, daß die Zukunft ein
großes Austragen der Gegenſätze im Stillen Ozean brin=
gen
könnte. In dem ſcheinbar bevorſtehenden Beſitzkampfe
um den Stillen Ozean treten Amerikaner und Japaner
einander immer näher. Es iſt ſehr intereſſant zu beob=
achten
, bis zu welchem Grade das ſchon von dem erſten
Napoleon geprägte Wort vom Mittelmeer der Zukunft
ſich bewahrheitet. Die Randländer des europäiſch= afrika=
niſchen
Mittelmeeres ſind an politiſcher Bedeutung mehr
und mehr zurückgetreten hinter den Randländern des At=
lantiſchen
Ozeans; und nachdem die Randländer des Stil=
len
Ozeans zunächſt wirtſchaftlich zuſehends wichtiger ge=
worden
ſind, haben auch dieſe begonnen, in den Gang der
weltpolitiſchen Ereigniſſe entſcheidend einzugreifen.
Die oſtaſiatiſch=weſtamerikaniſchen Beziehungen wer=
den
wirtſchaftlich immer reger, aber zugleich politiſch im=
mer
geſpannter. Die ſtarke Vermehrung, die der japani=
ſchen
Handelsflotte im Verlaufe des oſtaſiatiſchen Krieges
wegen des Bedarfs an Transportſchiffen zuteil geworden
iſt, wurde im Frieden alsbald benutzt, um die regelmä=
ßigen
japaniſchen Schiffahrtslinien nach allen Seiten aus=
zudehnen
. Der geſamte chineſiſch=amerikaniſche Handel
ſoll unter die japaniſche Flagge gebracht werden; insbeſon=
dere
hat=Japan in neueſter Zeit ſeine Beziehungen zu

Südamerika gepflegt. Neue Linien ſind in den letzten
Jahren eröffnet worden, auf denen in öſtlicher Richtung
chineſiſche und japaniſche Auswanderer und Stückgut be=
fördert
werden, in weſtlicher Richtung Salpeter aus Chile,
Baumwolle und Wolle aus Peru. Die Japaner haben ſich
aber nicht mit den wirtſchaftlichen Beziehungen nach der
Weſtküſte von Südamerika genügt, ſondern vielmehr
auch nach den Ländern an der Oſtküſte neue Beziehungen
geſucht und in Süd=Braſilien ſowohl wie in Argentinien
ſpielten, das Verſtändnis der bis dahin an einen engeren Anſätze zur Koloniſation unternommen. Gerade dieſe
Auswanderung iſt es, die ſchon manchen amerikaniſch=
japaniſchen
Konflikt gezeitigt hat.
Nicht nur durch unſeren eigenen Inſelbeſitz im Stil=
len
Ozean, ſondern als Weltmacht überhaupt ſind wir leb=
haft
an dieſem Ringen intereſſiert wie ſchließlich jede
Weltmacht an dem möglichen Zuſammenſtoße anderer
Weltmächte. Auch, wie nicht noch einmal wiederholt zu
recht hineinfinden. Sprach der große Rhetor auf demf werden braucht, mit Rückſicht auf unſere Intereſſen am oſt=
aſiatiſchen
Markt, die dort einer einſeitigen japaniſchen
Vormacht= und Monopolſtellung zuwiderlaufen. Noch
näher erſcheint das meerbeherrſchende Albion an dieſem
Wettkampfe intereſſiert, obwohl oder weil es im Stillen
Ozean durchaus nicht mehr die uneingeſchränkte Rolle des
Meerbeherrſchers ſpielt. Die Konkurrenz Japans und die
Konkurrenz der Vereinigten Staaten iſt in England, wenn
man auch nicht offen darüber ſpricht, ſelbſtverſtändlich
nicht weniger gefürchtet als die Deutſchlands. Im Gegen=
teil
! Jene beiden Länder bedrohen viel unmittelbarer
engliſche Kolonial=Intereſſen; aber um ſich einſeitig mit
der Konkurrenz Deutſchlands beſchäftigen zu können, muß
man in England gerade wünſchen, daß Japan und Ame=
rika
einander nicht nur in Schach halten, ſondern womög=
lich
durch das Zukunſtsringen im Stillen Ozean einander
gegenſeitig ſchwere Wunden beibringen. Eben dieſe Sach=
lage
aber muß Deutſchland wiederum wünſchen laſſen,
daß die amerikaniſchen und japaniſchen Kräfte nicht bis
zur gegenſeitigen Vernichtung aufeinander prallen, von
der nur England den großen Vorteil haben würde, ſon=
dern
daß jene Wettbewerber ſtark genug bleiben, um eine
ausgeſprochene engliſche Vormachtſtellung nicht aufkommen
zu laſſen.
Das Syſtem des europäiſchen Gleichgewichtes, das
früher unſerer Diplomatie die Richtlinie gab, muß heute
erſetzt werden und wird im natürlichen Verlauf der
modernſten Geſchichte erſetzt durch ein internationales
Syſtem wechſelſeitig gebundener Kräfte auf dem ganzen
1 Erdball. Müſſen wir uns damit abfinden, daß die Ent=
faltung
der deutſchen Kräfte in gewiſſen Grenzen gehalten
wird durch die Bindung, die ſie von ſeiten Englands und
des Zweibundes erfährt, ſo kann es uns nur billig ſein,
wenn wiederum die Kräfte Englands durch Japan und
die Vereinigten Staaten, die Japans durch die Vereinig=
1 ten Staaten und China, die der Vereinigten Staaten
durch Japan und Rußland, die Rußlands durch Japan,
Oeſterreich=Ungarn und die Türkei, wie diejenigen Frank=
reichs
durch Deutſchland und vielleicht Nordafrika gebun=
den
werden. Dieſe wechſelſeitige Bindung verhindert den
nach allen Erfahrungen der Weltgeſchichte doch ſchließlich
immer nur vorübergehenden und zu ſchweren Kataſtrophen
auf der ganzen Linie führenden Aufſtieg einer einzelnen
Macht zu einſeitiger Weltherrſchaft. Und wenn ſie an=
dererſeits
alle Weltmächte dazu zwingt, dauernd ihre
militäriſchen Kräfte wach zu halten und weiter zu ent=
wickeln
, ſo dürfen wir darob nicht in ſchalen Weltfriedens=
Phantaſien und Abrüſtungs=Phantaſtereien hadern; denn
erhaltung mag ſie auch materiell ſchwere Opfer koſten
erhält die führenden Kulturnationen zugleich jung, phy=
ſiſch
und wirtſchaftlich ſtark und frei von degenerierender
Verweichlichung. Gerade das Beiſpiel der außerhalb neu
aufgekommenen und in wachſender Rüſtung einander ge=
genüberſtehenden
Weltmächte kann für das alte Europa
nur anfeuernd, belehrend und belebend wirken.
Art. Dix.

Kaiſer Wilhelm und der Jar.
** Die Nachrichten, daß in dieſem Jahre eine Begeg=
nung
zwiſchen unſerem Kaiſer und dem Zaren ſtattfinden
werde, haben nunmehr durch die amtliche Bekanntgabe
des bevorſtehenden Beſuchs der Zarenfamilie am heſſiſchen
Hofe eine gewiſſe Beſtätigung erhalten. Man nimmt mit
gutem Grunde an, daß dieſe Anweſenheit des Zaren auf
deutſchem Boden nicht ohne eine Zuſammenkunft der bei=
den
Herrſcher vorübergehen werde.

Es hatte den Anſchein, als ob dem Zaren=NikolaussII.
der Darmſtädter Hof das werden ſollte, was dem Vater,
Alexander III., der Kopenhagener Hof geweſen war: ein
Zufluchtsort zur Erholung von den Aufregungen undeder!
Bürde des Herrſcherberufs, ein Ort, wo der Kaiſer auf
einige Wochen die Regierungsſorgen vergeſſen konnte, wot
er nicht der mächtige Herrſcher, ſondern der Schwiegerſohn,
Schwager oder Onkel, wo=er lediglich Menſchewar. Aber
die großen Schwierigkeiten, denen Rußland ausgeſetzt
war, beſonders der Krieg mit Japan und ſodann die= ge=
fahrdrohenden
inneren Wirren trugen wohl die Schuld
daran, daß der Zar mit ſeiner Familie ſieben Jahreshin=
durch
der Heimat der Zarin, dem heſſiſchen Hofe, fernblieb.
Er weilte dort zuletzt im Herbſt 1903, und kurz vor ſeiner
Abreiſe machte er Kaiſer Wilhelm am 4. November in
Wiesbaden einen Beſuch, der am folgenden Tage vom Kaiſer
in Schloß Wolfsgarten erwidert wurde. Jener Begeg=
nung
, der auch die beiderſeitigen Leiter der auswärtigen
Angelegenheiten, Lamsdorff und Bülow, beiwohnten unddie
dieſen zu einem Gedankenaustauſche Anlaß gab, maß man
in politiſchen Kreiſen große Bedeutung bei, weil allerhand
Mißverſtändniſſe, die ſich zwiſchen Berlin und Petersburg
geltend gemacht hatten, als erledigt angeſehen werden
konnten.
Seit dem Jahre 1903 weilte der Zar, wie geſagt, nicht
am heſſiſchen Hofe, aber an Begegnungen mit unſerem
Kaiſer hat es trotzdem nicht gefehlt. Noch während des
ruſſiſch=japaniſchen Krieges fand eine ſolche im Juli 1905
in den finniſchen Schären ſtatt, die erſte, welche der Zar
ſeit dem Ausbruche des Krieges mit einem ausländiſchen
Herrſcher hatte. Im Auguſt 1907 erfolgte ſodann der Be=
ſuch
des Zaren vor Swinemünde, wo es zu bedeutſamen
deutſch=ruſſiſchen Freundſchaftskundgebungen kam. Bei=
nahe
zwei Jahre ſpäter, im Juni 1909, trafen ſich die
beiden Monarchen wiederum in den Schären, und als
der Zar bald darauf ſeine Reiſe nach Frankreich=und Eng=
land
erledigt hatte, wurde er auf der Rückkehr vom Kaiſer
anfangs Auguſt begrüßt, nachdem der Zar mit ſeiner
Familie auf der Hinfahrt nach Frankreich kurze Zeitzauf
der Beſitzung Hemmelmark des Prinzen Heinrichsvon
Preußen eingekehrt war. Man ſieht alſo, daß die beiden
Herrſcher in ſteter perſönlicher Verbindung miteinander
geblieben ſind, was auf die Beziehungen zwiſchen dem
Deutſchen Reiche und Rußland ſicherlich nicht ohne gün=
ſtige
Folgen war. Sollte gelegentlich der Anweſenheit=des
Zaren in Heſſen eine neue Begegnung ſtattfinden, ſo
kann das nur als eine weitere Betätigung der perſönlichen
Freundſchaft, die die Herrſcher zweier großer Reiche ver=
knüpft
, mit Befriedigung aufgenommen werden,

Die Mobiliſterung der Arbeiter diesſeits und
jenſeits der Maingrenze.
*§ Die zunehmende Induſtrialiſierung hat auch in
Deutſchland den Arbeiterſtand mobil gemacht und eine
Abwanderung vom flachen Lande in die Städte zur Folge
gehabt. In einzelnen Gegenden Deutſchlands hat dies
direkt zu einer Art Völkerwanderung geführt. Die ver=
mehrte
Arbeitsgelegenheit in den großen Induſtriezentren,
beſonders des Weſtens, hat eine unwiderſtehliche Anzieh=
ungskraft
auf die ländlichen Arbeiter des Oſtens ausgeübt
und zur Folge gehabt, daß große Beſtandteile dereöſtlichen
Provinzen man denke nur an die polniſchen Enklaven
im weſtfäliſchen Bergwerksrevier in mehr oder weniger
geſchloſſenen Gruppen dorthin übergeſiedelt ſind. Aber auch
nur dieſe beſtändige Anfeuerung zu militäriſcher Kraft= abgeſehen davon, kann man die Abwanderung auf großen
Strecken in Norddeutſchland beobachten, wie beſonders
das Wachstum der Rieſenſtädte Berlin, Hamburg,=Leipzig,
Breslau uſw. beweiſt, die ihren Zuzug nicht nur aus der
nächſten Umgebung, ſondern oft von weither erhalten.
Im Gegenſatze dazu iſt, wie die Feſtſchrift der würt=
tembergiſchen
Handelskammern zur Feier ihres 50jährigen
1 Beſtehens darlegt, der Charakter der Arbeiterwanderungen
in Süddeutſchland weſentlich anderer Art. Aller=
dings
iſt auch dort die arbeitende Bevölkerung mobiliſiert
worden, aber ein weitaus größerer Teil wandert nicht
über die nähere Umgebung bis zu 40 Kilometer im Um=
kreiſe
hinaus. Das hat zur Folge, daß ſich zahlreiche
kleinere Induſtriebezirke bilden, an Stelle der großen= In=
duſtriezentren
im Norden. Dieſe Erſcheinung iſt interſter
Linie begründet in der andersgearteten Induſtrie Süd=
deutſchlands
im Gegenſatz zu Norddeutſchland. Während
in Norddeutſchland zahlreiche Induſtrien, wie beſonders
die Kohlen= und Eiſeninduſtrie Weſtfalens, anfdas Vor=
kommen
von Erz=und Kohle, alſosan beſtimmtesStellen

[ ][  ][ ]

gebunden ſind, trägt die ſüddeutſche Induſtrie vielfach
einen Qualitätscharakter, der zwar das Entſtehen großer
induſtrieller Werke nicht verbietet, aber auch nicht unter
Umſtänden fordert Die Dezentraliſation der Induſtrie,
die man in Norddeutſchland mit vielen Mitteln künſtlich
anſtrebt, ergibt ſich in Süddeutſchland ſowohl aus dem
Charakter der Induſtrie, die vielfach Feininduſtrie iſt, wie
auch aus dem Charakter der Induſtriearbeiter, die im
Gegenſatze zu Norddeutſchland nicht völlig von der Scholle
losgelöſt ſind, ſondern an ihr und an der engeren Heimat
in ganz anderem Maße hängen, als die norddeutſchen
Wanderarbeiter und ausgelernten Arbeiter, und teilweiſe
ſogar durch ländlichen Kleinbeſitz mit der Scholle direkt
verbunden ſind, was in Norddeutſchland eigentlich nur
ausnahmsweiſe und als Ergebnis ſozialer Fürſorge der
Fall iſt. Dieſer bisher nur erſt wenig beachtete Unter=
ſchied
verdient ein ernſthaftes Studium ſchon wegen der
Möglichkeit, aus ihm Fingerzeige zu erhalten für eine all=
mähliche
Seßhaftmachung der fluktuierenden Arbeiter=
bewegung
in den norddeutſchen Induſtriezentren.
Deutſches Reich.
Die Meldung von einer bevorſtehenden Verſtän=
digung
zwiſchen Kaiſer Wilhelm und dem
Herzog von Cumberland mag dadurch entſtanden
ſein, daß in den letzten Tagen die beiden Schwiegerſöhne
des Herzogs, der Großherzog von Mecklenburg=
Schwerin und Prinz Max von Baden, mit
Kaiſer Franz Joſef in Iſchl eine Zuſammen=
kunft
hatten. Ob dieſe mit den Angelegenheiten des
Herzogs von Cumberland in Beziehung ſtand oder ob die
beiden Fürſten, welche am Gmundener Hofe zum Beſuch
weilen, nur dem Kaiſer ihre Aufwartung gemacht haben,
was ſehr nahe liegt, ſei dahingeſtellt, jedenfalls iſt der
Vorgang in der Oeffentlichkeit beachtet und entſprechend
der erwähnten Meldung ausgelegt worden.
Der oſtafrikaniſche Gouvernements=
rat
hat ſich bei ſeiner letzten Beratung auch mit der Frage
der Umwandlung der Hüttenſteuer in eine Kopfſteuer
beſchäftigt. Veranlaſſung hierzu war ein Antrag der
Herren von Horn=Majungu und Brauereibeſitzer Schulz=
Daresſalam, die an Stelle der bisherigen Hüttenſteuer
eine Kopfſteuer von 5 Rupien, die bis auf 1 Rupie herab=
geſetzt
werden dürfte, für jeden erwachſenen arbeitsfähigen
Mann verlangten, Seitens der Regierungsvertreter wurde
hervorgehoben, daß die Einführung der Kopfſteuer in wei=
terem
Umfange als bisher bereits vom Gouvernement in
Erwägung gezogen ſei, daß in 7 der 21 Bezirke, nämlich
in Mahenge, Iringa, Sſongea, Wilhelmsthal, Mpapua,
Kilimatinde, Udjidji bereits Kopfſteuer erhoben werde und
daß im Jahre 1910 ein beſonders lehrreicher Verſuch im
Bezirk Mohoro gemacht werden ſolle. Regierungsrat
Methner warnte indes vor allzu optimiſtiſchen Schätzungen
der finanziellen Wirkung, die wohl nicht mehr als 15 bis
25 v. H. ergeben werde. Jedenfalls ſei die Kopfſteuer ge=
rechter
als die Hütten= und Häuſerſteuer, doch bitte er
davon abzuſehen, die Verwaltung auf einen beſtimmten
Termin der Einführung feſtzulegen. Es ſei bereits ein
Erlaß unterwegs, der die Bezirksämter auffordere, über
die Durchführbarkeit der Kopfſteuer zu berichten. Die
Einführung der Kopfſteuer bereits im Jahre 1911 ſei
wünſchenswert, werde aber nicht in allen Bezirken möglich
ſein. Schließlich wurde die neue Verordnung in
folgender Form angenommen: An Stelle der
Hüttenſteuer iſt für ländliche Bezirke eine Kopfſteuer
von 3 Rupien für jeden erwachſenen arbeitsfähigen Mann
zuläſſig. In ſtädtiſchen Ortſchaften kann die Kopfſteuer
neben der Häuſer= und Hüttenſteuer erhoben werden.
Unter beſonderen Verhältniſſen kann die Kopfſteuer bis
auf 1 Rupie herabgeſetzt werden. Die Einführung der

Kopfſteuer, ebenſo die Herabſetzung des Steuerſatzes bedarf
der Genehmigung des Gouverneurs. Mit Genehmigung
des Gouverneurs kann in den einzelnen Bezirken den
Steuerpflichtigen mit mehreren Frauen für jede zweite
und weitere Frau ein Zuſchlag zur Kopfſteuer bis zu
3 Rupien auferlegt werden. Dieſer vom Gouvernement
gebilligte Beſchluß des Gouvernementsrates iſt durchaus
erfreulich.
Die bayeriſche Kammer der Abgeordneten
nahm das Finanzgeſetz, das eine Zuſtimmung zum ganzen
Budget bedeutet, gegen die Stimmen der Sozialdemo=
kraten
an.
Ausland.
Den Blättern zufolge hofft die Budgetkommiſſion
der franzöſiſchen Kammer auf Grund der Abſtriche, die ſie
an verſchiedenen Ausgabenbudgets vorgenommen hat oder
noch vorzunehmen gedenkt, das Budget für 1911 balan=
cieren
zu können, ohne daß es neuer Steuern bedarf und
ohne zu der neuen Einnahmequelle von 12 Millionen
Francs zu greifen, die der Finanzminiſter zur Staffelung
der Quittungsmarken in Ausſicht genommen hat.
Das Komitee für die in San Sebaſtian geplanten
Kundgebungen der ſpaniſchen Katholiken beſchloß, auf die
Kundgebungen zu verzichten. Die katholiſchen Zei=
tungen
werden das dieſen Beſchluß erklärende Manifeſt
veröffentlichen.
Nach in San Sebaſtian eingetroffenen Meldungen
ſind aus den umliegenden Provinzen zahlreiche Gruppen
von Katholiken zu Fuß nach dort unterwegs. Angeſichts
der in immer heftigerem und beleidigenderem Tone eintref=
fenden
Depeſchen hat Miniſterpräſident Canaleias be=
ſchloſſen
, die Abſender derſelben gerichtlich zu belangen.
Der Petit Pariſien ſchreibt: Anläßlich der gemel=
deten
Erregung der Bulgaren gegen die Türken wegen der
Entwaffnung der Mazedonier werde die Rückkehr des bul=
gariſchen
Miniſters des Aeußern Paprikow nach Sofia,
der gemäßigter ſei als ſein Stellvertreter Liaptſchew, eine
Detente erleichtern. Seine Rückkehr falle außerdem zu=
ſammen
mit der Reiſe des türkiſchen Miniſters des Innern
nach Mazedonien, der dort gewiſſe Mißſtände abſtellen
werde.
Privatbriefe aus Haifa ſprechen die Befürchtung
aus, daß infolge der Ermordung des deutſchen Koloniſten
Unger und der von der türkiſchen Regierung ergriffenen
Maßregeln gegen Verdächtige unter der einheimiſchen mo=
hammedaniſchen
Bevölkerung Unruhen gegen die
deutſchen Anſiedler ausbrechen könnten, denen die
dortigen Polizeikräfte nicht erfolgreich entgegentreten
könnten. Dazu komme, daß zweifellos von reaktionärer
Seite, die im ganzen Lande außerordentlich ſtark ſei, ge=
ſchürt
werde, um gegen die Beſtrafung der Mörder Ungers
durch Unruhen und Kundgebungen Einſpruch zu erheben.
Gerügt wird auch die mangelhafte Ueberwachung der ver=
hafteten
Eingeborenen, die ſtets mit den anderen in Ver=
bindung
ſtänden und ſie aufhetzten. Die wirklichen Mör=
der
Ungers ſollen noch nicht einmal verhaftet worden ſein.
Soviel bekannt iſt, wird der Zuſtand von dem deutſchen
Konſul Loytoed in Haifa weniger ſchwarz angeſehen.
Ein Extrablatt des Parlaments gibt auf Befehl der
perſiſchen Regierung bekannt, daß Sattar Khan,
Baghir Khan und die anderen Nationaliſtenführer, ſowie
Sipachdar und die Bachtiarenhäuptlinge ſich geeinigt
und durch einen Eid auf den Koran bekräftigt haben, daß
ſie ſich gegenſeitig alles Geſchehene verzeihen und vergeſ=
ſen
, die Verfaſſung ſchützen, die Geſetze befolgen, die Waf=
fen
niederlegen und beim Entwaffnen helfen werden. Völ=
lige
Uebereinſtimmung herrſche zwiſchen der Regierung
und ihnen.

Die Verhandlungen über Liberia werden zwiſchen
den Mächten fortgeſetzt. Weder ein amerikaniſches Pro=
tektorat
noch eine Einverleibung kommt in Frage. Es
wird an eine internationale Anleihe gedacht, an der alle
am liberiſchen Handel intereſſierten Staaten, alſo auch
Deutſchland, ſich beteiligen ſollen. Ueber die Einzelheiten
der Verhandlungen ſoll, ſo lange ſie nicht abgeſchloſſen
ſind, nichts veröffentlicht werden.

* Berlin, 5. Aug. Mit der letzten Poſt iſt ein amte
licher Bericht über das vorläufige Ergebnis der Un=
terſuchung
über die Ermordnungdes Kaufmanns
Bretſchneider=Süd=Kamerun eingegangen. Danach
verließ Bretſchneider am 9. Mai Abong=Mbang am oberen
Nyang, um durch das Makkagebiet nach den Ngelemen=
duka
= und Nanga=Eboko=Landſchaften, die von Dume aus
in nordweſtlicher Richtung liegen, zum Anwerben von
Arbeitern zu gehen. Am folgenden Tage bog er von der
großen Straße Dume-Akonolinga nach Norden ab, in der
Richtung auf Sef. Unterwegs wurde er von den Häupt=
lingen
vor den Makkas mehrfach gewarnt, ſetzte aber in
der Meinung, die Makkas würden ihm nichts tun, da er in
friedlicher Abſicht komme, den Marſch fort. Von der Ort=
ſchaft
Nangabetun ab begleiteten ihn bewaffnete Einge=
borene
, denen ſich beim Orte Sef Sef= und Wondo=Leute
anſchloſſen. Im Sumpfe zwiſchen Sef und Ngamba wur=
den
den Trägern die Laſten abgenommen, ein Träger wurde
getötet. Gleich hinter Ngamba begannen die Makka die
Karawane mit Speeren und Pfeilen zu beſchießen. Wäh=
rend
die Träger davonliefen, erhielt Bretſchneider einen
Pfeilſchuß in den Hals, der den ſofortigen Tod herbei=
führte
. Die Leiche wurde unter die an dem Ueberfall be=
teiligten
Häuptlinge verteilt. Von den Trägern meldeten
ſich nur zwei bei der Expeditionstruppe. Auf deren An=
gaben
und auf die Ausſagen mehrerer aufgegriffener
Makka=Weiber ſtützen ſich die vorläufigen Feſtſtellungen.
Dieſe Zeugen ſtimmen darin überein, daß Bretſchneider
ſich keine Uebergriffe gegenüber den Eingeborenen zu
Schulden kommen ließ. Die Motive der Tat bedürfen
noch der Aufklärung. An Ort und Stelle bei dem Dorfe
von Ngamba wurde von der Truppenabteilung nur ein
Koffer, eine Kiſte und ein Notizbuch des Ermordeten, ſo=
wie
ein an ihn gerichteter Brief gefunden.
* Paris, 6. Aug. Die Morgenblätter melden aus
Lorient: Der deutſche Kaiſer hat den beiden franzö=
ſiſchen
Marineſoldaten Pierre Daniel und Jean Lameur
die Medaille zum Roten Adlerorden bezw. zum königlichen
Kronenorden verliehen für die Dienſte, die die beiden Ge=
nannten
der deutſchen Geſandtſchaft in Paris während=
der
Ueberſchwemmungen geleiſtet haben.
* Stockholm, 5. Aug. Der internationale
Friedenskongreß hielt heute ſeine letzte Sitze
ung ab. Mohammed Farid Bey forderte den Kon=
greß
auf, ſeine Sympathie für Aegypten auszu=
ſprechen
und dafür zu ſorgen, daß die ägyptiſche Frage
auf das Programm des nächſten Kongreſſes geſetzt werder
Von polniſcher Seite wurde dagegen proteſtiert, daß die
polniſche Frage nicht auf das Programm des Kon=
greſſes
komme. Der Kongreß beſchloß ohne Begründungſ
die Entſcheidung der Frage dem Bureau in Bern zu über=
laſſen
. Ferner wurde der Beſchluß gefaßt, die Vereinig=
ten
Staaten von Amerika zu erſuchen, die Initiative zu
einer diplomatiſchen Konferenz zu ergreifen mit dem
Zwecke, die Unantaſtbarkeit des Privateigentums zur See=
zu
proklamieren.
Im Verlaufe der heutigen Schlußſitzung wurde eine
Reſolution angenommen, in der mit Freude die aufs
neue erwachte Arbeit zur Herbeiführung eines beſſeren Ver=
ſtändniſſes
zwiſchen Italien und Oeſterreich=
Ungarn konſtatiert wird. Der Kongreß beſchloß, der
Einladung Italiens, den nächſten internationalen Frie=
denskongreß
1911 in Rom abzuhalten, Folge zu leiſten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. Auguſt.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Großher=
zog
empfingen am Samstag: den Oberſt Jetter,
Direktor der 4. Artillerie=Depot=Direktion, den Oberſt
Neuhauß, Kommandeur des 5. Großh. Heſſ. Infanterie=
Regiments Nr. 168, den Hauptmann Domizlaff von
demſelben Regiment; den Oberleutn. von Krauſe vom
Fußartillerie=Regiment Nr. 8, die Oberlts. Baare vom

Das Schönbrunner Attentat
auf Napoleon.
C.W. Das Attentat des deutſchen Pfarrersſohnes
Friedrich Stepß, der am 12. Oktober 1809 einen Mord=
anſchlag
auf Napoleon im Schloßhof von Schönbrunn
unternahm, hat weitgehende politiſhe Folgen gehabt.
Die Tat machte auf den Franzoſenkaiſer ſolchen Ein=
druck
, daß er raſch Frieden ſchloß. Zugleich begann
von nun an eine ſyſtematiſche Verſolgung des Tugend=
bundes
und anderer deutſch=patriotiſcher Vereinigungen
durch die franzöſiſchen Behörden, während bis dahin
nur gelegentliche Beobachtungen der deutſchen Idco=
logen
ſtattgefunden hatten. Die Seele des Jünglings
jedoch, der den Dolch gegen die Bruſt des großen Kor=
ſen
zücken wollte, war bisher noch von einem pſycholo=
giſchen
Geheimnis umgeben; man wußte wenig von
ſeiner Entwicklung, von der Entſtehung des Planes in
ſeinem Geiſte, von den Motiven, die ihn dazu ge=
trieben
.
In einem Aufſatz der Grenzboten ſucht nun Pro=
feſſor
Theodor Bitterauf dieſes Rätſel auf Grund der
Akten des Kriegsgerichts zu löſen, die ſich im Pariſer
Nationalarchiv befinden. Beſonders die von dem In=
tendanten
von Erfurt, Derismes, im Auftrage des
Herzogs von Friaul vorgenommenen Unterſuchungen
werfen ein klares Bild auf die von Phantaſien und
Hirngeſpinſten umdunkelte Seele des Kaufmannslehr=
lings
, der ſich zum Retter Deutſchlands berufen glaubte.
Friedrich Stepß war Lehrling in der Nankinfabrik von
Rothſtein, Lentin & Cie. in Erfurt. Sein ſtilles, be=
ſcheidenes
Weſen erwarb ihm die Liebe ſeiner Prin=
zipale
und ſeiner Freunde; Sanftmut war in ihm mit
Einfalt gevaart, und er erſchien als ein guter, heiterer
Menſch, dem nichts Schlimmes zuzutrauen war. Als
Napoleon I. in Erſurt war, befand ſich Stepß unter
denjenigen, die ihm am begeiſtertſten zujubelten. Nach
dem Ausbruch des Krieges von 1809 hörte er aber in
Erfurt in den Cafés, Napoleon führe Krieg, um ſich
zum Herrn von Europa zu machen. Da ſchwand all der
Enthuſiasmus dahin, den er dem Kaiſer ſo lebhaft ent=
gegengebracht
hatte; ſeine Liebe verwandelte ſich in
Haß, undeer’faßte den Entſchluß, ihn im erſten günſti=

gen Augenblick ums Leben zu bringen. Nun bildete ſich
in ihm ein krankhafter Ehrgeiz und eine große Vor=
liebe
für das Militär heraus. Der Einfall der Fran=
zoſen
in Deutſchland dünkte ihm das größte Unglück
für die Welt, und er hoffte, nach dem Tode ihres Kai=
ſers
würden die Franzoſen aus Deutſchland vertrie=
ben
, die Völker wieder glücklich werden, und der Han=
del
werde wieder aufleben. Als er ſeinen Freunden
von dieſen Ideen erzählte, erklärten ſie ihn für einen
Narren oder für beinahe verrückt‟ Dieſe Ueber=
zeugung
wuchs noch, als ihnen Stepß von einer Viſion
erzählte, die ihn zum Helden von Deutſchland beſtimmte
Solche Träume waren ein Erbteil ſeiner Mutter; ſie
hatte ihn einmal im Traume ins Waſſer fallen ſehen,
ohne ihn retten zu können, und dieſe Erſcheinung hatte
ihr Herz oft bekümmert. Auch des weiteren hatte er
noch ſolche Viſionen; ſo erzählt er in ſeinem Abſchieds=
brief
an die Eltern, er habe Gott gebeten, ihm die Mit=
tel
zum Vollbringen ſeiner Tat zu gewähren; da ſei
ihm Gott in ſeiner Majeſtät erſchienen und habe mit
donnerähnlichen Worten zu ihm geſprochen: Gehe hin
und tue, was du dir vorgenommen haſt. Seinen
Freunden gegenüber zeigte er ſich, als ſie ihn von ſeinen
Phantaſien abzubringen ſuchten, in der letzten Zeit
ganz verſchloſſen, betrieb aber heimlich deſto eifriger
die Ausführung ſeines Planes.
Nachdem er ſich einen Paß, Geld und einen Wagen
verſchafft hatte, verließ er am 24. September Erfurt.
Am 7. Oktober kam er in Wien an. In den Cafés
ſtudierte er eifrig die Zeitungen und überzeugte ſich,
daß der Frieden, von deſſen baldigem Abſchluß er gehört
hatte, noch nicht geſchloſſen worden ſei und daß auch
wenig Ausſicht dafür vorhanden wäre. So erſchien ihm
die Ausführung ſeines Vorſatzes notwendig. Er wollte
ſich bei der Parade in Schönbrunn dem Kaiſer nähern
und ihn mit den Worten anſprechen: Werden wir
Frieden bekommen oder nicht? Wenn er keine oder
eine abſchlägige Antwort erhielt, wollte er ihm den
Dolch ins Herz ſtoßen, den er ſich gekauft und an der
Spitze hatte doppelt ſchärfen laſſen. Als Stepß am 12.
Oktober mittags den Schloßhof in Schönbrunn betrat,
war der Kaiſer eben die große Schloßtreppe hinabge=
ſtiegen
, an deren Ende verwundete Offiziere mit Bitt=
geſuchen
und neben der Garde, den Adjutanten uſw.

drei verwundete badiſche Soldaten warteten. Napoleon
blieb bei den drei Badenſern ſtehen, dann ließ er die
Truppen Bewegungen ausführen und ſprach mit Offi=
zieren
der Jäger zu Pferde, als Stepß bis auf zwei
Schritte in ſeine Nähe trat, ſauber gekleidet, in einem
neuen olivenfarbigen Ueberrock mit grünem Kragen
und grünen Aufſchlägen, einen franzöſiſchen Chapeau=
Claque mit der franzöſiſchen Kokarde auf dem Kopfe.
Napoleon bemerkte ihn nicht, aber Berthier hielt den
Vortretenden zurück; er glaubte, es mit einem Bitt=
ſteller
zu tun zu haben, weil Stepß die Hand in den
oben geöffneten Mantel hineingeſteckt hatte, als wolle
er eine Bittſchrift hervorziehen. Als der Jüngling ſich
losreißen wollte, rief der Marſchall den General Repp
herbei, der ihn den Gendarmen übergab. Nun fand
man bei ihm den großen Dolch, den er in einem mit
Bindfaden verſchnürten Bogen Papier wie in eine
Scheide geſteckt hatte. Als er verhört wurde, blieb der
Gefangene dabei, er wolle dem Kaiſer allein ſein Ge=
heimnis
mitteilen. Vor Napoleon geführt, geſtand er
in einer halbſtündigen Unterredung mit dem Kaiſer,
daß er ihn habe töten wollen. Auf die Frage des Herr=
ſchers
: Würden Sie es mir danken, wenn ich Sie be=
gnadigte
? verharrte Stepß bei ſeiner Abſicht: Ich
würde Sie dennoch zu töten ſuchen. Er war vollkom=
men
ruhig, ſein Puls zeigte keinerlei Erregung. Er
erklärte auch, ſeinen Plan ganz kaltblütig angelegt zu
haben. Die Strafe, die ihn treffe, kenne er wohl, er
erſehne die Nähe des Todes und erhoffe für den beab=
ſichtigten
Mord eine Belohnung vom höchſten Weſen,
weil er die Erde von einem Fürſten befreien wollte, der
die erſte Urſache des Krieges ſei.
Stepß wurde vom Kriegsgericht zum Tode verur=
teilt
, und am 16. Oktober 1809 in der Morgenfrühe er=
ſchoſſen
. Er ſtarb mit der feſten Zuverſicht, zum Him=
mel
einzugehen, da er ſein Gelübde gegen Gott erfüllt
habe. Napoleon wäre wohl durch dieſes Attentat nicht
ſo beunruhigt worden, wenn er gewußt hätte, daß er
einen Geiſteskranken vor ſich habe. Sowohl dieAn=
gaben
ſeines Vaters, als auch der Eindruck, den das
Kriegsgericht hatte, und die weiteren Nachforſchungen
Derismes ließen keinen Zweifel, daß Stepß in einem
Anfall von Schwachſinn gehandelt hatte.

armſti

Beſtan

in Bad
Pfeifer

Fiſcher
Verſe
nach
ſekretär
haven

lich 1.

[ ][  ][ ]

Nummer 183.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Anguſt 1910.

Seite3.

tzt
rt, daß die
n des Kon=

Afanterie=Regiment Nr. 74, Dous vom Grenadier
ſtegiment Nr. 1, Bartenwerſer von der 4. Ingenieur=
Ieiſpektion, von Stuckrad vom 2. Garde=Regiment zu
Fruß, Kaupiſch vom Fußartillerie=Regiment Nr. 6, Lieb=
ſeicht
vom Infanterie=Regiment Nr. 148, letztere ſieben
mmandiert von der Kriegsakademie zur Dienſt=
läſtung
beim Leib=Dragoner=Regiment (2. Großh.
keſſ.) Nr. 24; den Pfarrer D. Preuſchen von Hirſch=
hern
, den Dr. jur. Berolzheimer, Vorſitzender der
mternationalen Vereinigung für Rechts= und Wirt=
ſſchaftsphiloſophie
, von Berlin, den Hofrat Winter, den
Eiſenbahndirektor Schilling von Mainz, den Verlags=
brchhändler
Bielefeld von Leipzig, den Oberpoſtdirektor
Ailkau, den Kaiſerl. Regierungsrat und Großh.
Kammerjunker v. Werner von Berlin, den Profeſſor
- v. Hofmann von Weimar, den Pfarrer Joſt von
Pechtheim, den Profeſſor Pützer, den Kommerzienrat
H affner, Bürgermeiſterei=Beigeordneter von Mainz;
zum Vortrag den Geh. Staatsrat Krug von Nidda, den
Präſidenten des Oberkonſiſtoriums D. Nebel, den
Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmuſik,
Geh. Hofrat Werner, den Kabinettsſekretär Dr.
Wehner.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Kreisſchulinſpektor bei der
Kreisſchulkommiſſion Gießen, Schulrat Albert Klein=
ſchmidt
aus Anlaß ſeiner mit Wirkung vom 1. Ok=
ſober
d. J. an erfolgten Verſetzung in den Ruheſtand
das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen verliehen und dem praktiſchen Arzt
Sanitätsrat Dr. Heinrich Ludwig Müller zu Mainz die
Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von
Sr. Maj. dem Kaiſer von Oeſterreich ꝛc. verliehenen
Offizierkreuzes des Franz Joſeph=Ordens erteilt.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer an
der Gemeindeſchule zu Schornsheim, Kreis Oppenheim,
Heinrich Correll auf ſein Nachſuchen unter An=
erkennung
ſeiner langjährigen treuen Dienſte bis zur
Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit.
Militärdienſtnachrichten. Dr. Vollbrecht,
Gen.=Oberarzt und Div.=Arzt der 37. Div., in Ge=
nehmigung
ſeines Abſchiedsgeſuches mit der geſetzlichen
Penſion zur Disp. geſtellt. Dr. Eichel, Oberſtabs=
und Regts=,Arzt des Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115, zum Gen.=Oberarzt, vorläufig ohne
Patent, befördert und zum Div.=Arzt der 37. Diviſion
ernannt.
O Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdirektion
Darmſtadt. Verliehen aus Anlaß des Scheidens
aus dem Dienſte: Der Charakter als Ober=Poſtſekretär
den Poſtſekretären Mühlpforth in Darmſtadt und
Schröder in Mainz; das Heſſiſche Allgemeine Ehren=
zeichen
am Bande des Verdienſtordens Philipps des
Großmütigen dem Poſtagenten Curth in Staden.
Beſtanden: Die Poſtſekretärprüfung der Ober= Poſt=
aſſiſtent
Creter in Darmſtadt und die Poſtaſſiſtenten
Gelhar in Gießen und Hausmann in Seligenſtadt; die
Poſtaſſiſtentenprüfung: die Poſtgehilfen Schlegelmilch
in Bad Nauheim, Weber in Viernheim, Johann Daniel
Pfeifer in Mainz, Zürn in Hirſchhorn (Neckar), G.
Fiſcher II. in Darmſtadt und Steinacker in Butzbach.
Verſetzt: Der Poſtſekretär Sorg von Frankfurt (Main)
nach Darmſtadt unter Uebertragung einer Ober= Poſt=
ſekretärſtelle
, der Ober=Poſtaſſiſtent Weiskopf von Cux=
haven
nach Mainz, die Poſtaſſiſtenten Dicker aus Karls=
ruhe
(Baden) nach Darmſtadt, Walch von Mainz= Mom=
bach
nach Karlsruhe (Baden) und die Telegraphen=
gehilfen
Bäniſch von Mainz nach Spandau. Etats=
mäßig
angeſtellt: Die Poſtſekretäre Weinmann in
Mainz, Mohr in Lauterbach und die Telegraphengehilfin
Roſa Steidel in Bingen (Rhein). Angenommeu
als Telegraphengehilfinnen: Friedel und Hein in Mainz,
Reiß in Offenbach (Main), Bonarius, Sommer und
Dachſold in Darmſtadt. Freiwillig ausge=
ſchieden
: Telegraphenaſſiſtent Numrich die Tele=
graphengehilfinnen
E. Wedel und J. Mohr in Darm=
ſtadt
, H. Berg in Bad Nauheim und M. Bornmann in
Alsfeld. Geſtorben: Poſtgehilfe Friedrich Dex=
heimer
in Lollar.
n. Die Ferienſtrafkammer verurteilte am Sams=
tag
den 20jährigen Kaufmann Walter Jänicke von
Mainz wegen ſchweren Diebſtahls mit mildernden
Umſtänden zu 3 Monaten Gefängnis, abzüg=
lich
1 Monat Unterſuchungshaft. Der bisher unbe=
ſtrafte
junge Mann war durch Stellenloſigkeit in Be=
drängnis
geraten und beſaß nur noch 10 Pfennig, als
er in einer Wirtſchaft zu Raunheim einkehrte, zwei
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Vom Zarenpaar. Eine Freundin unſeres
Blattes ſtellt uns den Brief einer jungen Dame in
Riga zur Verfügung, dem wir folgendes entnehmen.
Die Dame berichtet über den Beſuch der Kaiſerlichen
Familie aus Anlaß der Enthüllung des Denkmals für
Peter den Großen. Es heißt in dem Brief: . . . Zur
Enthüllung kamen die Majeſtäten zum erſten Male
hierher. Die Vorbereitungen waren groß; erſt machte
ſich die ins ungezählte vermehrte Polizei an die Ar=
beit
, ſie arbeitete fieberhaft und tat ihr Beſtes, aber
es war meiſt verdreht, man muß nur den guten Willen
anerkennen. Es beſtand aber die Befürchtung, daß
jeder Verkehr aufhören würde und man in ſeinem
Hauſe eingeſperrt ſein werde. Dann gings ans
Schmücken, auch eine ungewohnte Tätigkeit. Endlich
war der 3. Juli da und wir begaben uns in den Dom,
den der Kaiſer nach der ruſſiſchen Kathedrale be=
ſuchen
ſollte. Mindeſtens drei Stunden früher waren
wir da und warteten in Geduld. Und dann kam er.
Geſehen habe ich ihn wohl kaum, aber gehört die ſchöne
deutſche Anſprache des erſten Geiſtlichen, den
Geſang des Domchors und das Spiel auf der ſchönen
Orgel. Der Kaiſer ſoll tief ergriffen geweſen ſein
und wiederholt geäußert haben, daß dieſer Empfang
am ſchönſten geweſen. Abends ſahen wir uns die
ſchöne Illumination an. Es herrſchte eine muſterhafte
Ordnung trotz der unendlich vielen Menſchen, die
durcheinander wogten. Den folgenden Tag waren wir
zeitig auf der Straße; es war der Hauptfeiertag und
wir hatten das Glück, eine ſo ggünſtige Stellung zu
finden, daß wir die Kaiſerin und drei Prin=
zeſſinnen
aus nächſter Nähe ſehen konnten auf der
Fahrt zum Denkmal. Die Kaiſerin ſah rei=
zend
aus; ſo lieblich und freundlich grüßte ſie das
jubelnde Volk und gar nicht leidend, nein, lebhafte
Farben hatte ſie. Es mag wohl von der Erregung
geweſen ſein. Nach einer halben Stunde etwa fuhr
ſie dann mit dem Kaiſer zurück, die Töchter in einem
zweiten Wagen. Den Thronfolger hatte man
nicht an Land gebracht, warum, iſt nicht bekannt ge=
worden
. Man erwartete es ſo glühend und vom Ufer
aus hatte man ihn an Bord ſpielen ſehen. Den Kai=
ſer
haben wir noch viele Male geſehen; am dritten
L. C.
Tagereiſte das= Zarenpaar wieder ab. . . .

dort aufgeſtellte Sammelbüchſen aufbrach und ſich den
Inhalt der einen mit 91 Pfg. aneignete. Bei dem ihm
nachgeſchickten Polizeidiener legte er ſofort ein Ge=
ſtändnis
ab und gab das Geld heraus. Ebenfalls
milde wurde der 49jährige Taglöhner Johannes Seitz
von Haingrund i. O. angeſehen, der beim Umher=
treiben
drei Wirte in Höchſt i. O. und Etzengeſäß um
geringfügige Zechen von Getränken geprellt und ſich
in gleicher Richtung ſchon mehrfach betätigt hat. Er
kam wegen Rückfallbetrugs mit 4 Monaten Ge=
fängnis
davon. Die 33jährige Albert Wiſſer
Ehefrau von Lüttringhauſen, die bei ihrer Feſtnahme
wegen Umhertreibens durch falſche Namensangabe den
unrichtigen Eintrag im Gefangenenbuch veranlaßte,
erhielt für dieſe ſogen. intellektuelle Urkundenfälſch=
ung
6 Wochen Gefängnis.
* Die 8. Sitzung der Stadtverordneten= Verſamm=
lung
findet am Donnerstag, den 11. Auguſt, nachmit=
tags
3½ Uhr, ſtatt mit folgender Tagesordnung:
1. Mitteilungen. 2. Verwaltungsbericht für 1908. 3.
Geſuche um Befreiung von baulichen Beſtimmungen:
a) der Poſ. III des Nachtrages zum Ortsbauſtatut für
die Martinſtraße ſüdlich des Heerdweges vom 20. Mai
1901, b) des § 32 Abſ. 6 der Baupolizeiordnung. 4. Ge=
ſuch
einer Ausnahme von der Beſtimmung in § 5 des
Ortsbauſtatuts und um Befreiung von der Beſtim=
mung
in Art. 38 der Allgemeinen Bauordnung für
Errichtung eines Schuppens auf dem Grundſtück
Frankfurter Straße 85. 5. Geſuche um Geſtattung
einer Ausnahme von der Beſtimmung in § 5 des Orts=
bauſtatuts
für Errichtung von Neubauten in der
Gartenvorſtadt Dieburger Straße=Hohler Weg. 6. Ein=
wendungen
gegen den Bebauungsplan für den Ge=
markungsteil
zwiſchen Allee, dem neuen Hauptbahnhof,
dem neuen Güterbahnhof. Weiterſtädter Weg, Land=
wehrſtraße
und Feldbergſtraße. 7. Die Dienſträume
des 7. Polizeireviers. 8. Geländeaustauſch an der
Kranichſteiner Straße zwecks Umlegung eines ſtädt.
Grabens. 9. Organiſation der neuen höheren Knaben=
ſchule
(ob Realſchule oder Oberrealſchule). 10. Vor=
anſchlag
des Großh. Realgymnaſiums und der Großh.
Oberrealſchüle für 1911. 11. Ermietung einer Woh=
nung
für den Schuldiener der Stadtknabenſchule .
* Hanſa=Bund. Wie bereits mitgeteilt wurde, hat
die Bezirksgruppe Darmſtadt des Hanſa=
Bundes nach Anhörung der Vertretungen des orts=
anſäſſigen
Handwerks und Detailhandels ein Gut=
achten
über die Regelung des Submiſſions=
weſens
ausgearbeitet und der Zentrale des Hanſa=
Bundes in Berlin überreicht. Nun hat die Direktion
des Bundes der hieſigen Bezirksgruppe mitgeteilt, daß
ihre ſachverſtändigen Darlegungen bei den Vorarbei=
ten
der Zentrale eingehend berückſichtigt werden
ſollen. Die Denkſchrift des Hanſa=Bundes über das
Submiſſionsweſen und das ebenfalls in Bearbeitung
befindliche umfangreiche und groß angelegte Werk
Die öffentlich=rechtlichen Belaſtungen und Beſchränk=
ungen
von Gewerbe, Handel und Induſtrie dürften
noch in dieſem Herbſte der Oeffentlichkeit unterbreitet
werden.
D Städtiſche Straßenbahn. Die Fahrgeldeinnahme
vom Juli l. Js. betrug 35690,80 Mk. (die des gleichen
Monats des Vorjahres 35 265,42 Mk.). Die Einnahme
für den Wagenkilometer im Juli d. Js. betrug 35,16
Pfg. (im Juli des Vorjahres 33,49 Pfg.).
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 30. Juli I. J. männ=
lich
9389, weiblich 5951, zuſ. 15340, in Prozenten 61,21,
38,79; am 23. Juli I. J. männlich 9350, weiblich 5972,
zuſ. 15322, in Prozenten 61,03, 38,97. Der Kranken=
ſtand
betrug am 30. Juli l. J. männlich 406, weiblich
279, in Prozenten 4,32, 4,68: am 23. Juli l. J. männ=
lich
405, weiblich 268, in Prozenten 4,33, 4,48. An
Krankengeld wurde gezahlt in der Woche vom
25. Juli bis 30. Juli I. J. 4903,02 Mk., in der Woche
vom 18. Juli bis 23. Juli I. J. 4876,68 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 30. Juli
I. J. 21, am 23. Juli l. J. 13: Sterbefälle
kamen vor in der Woche vom 25. Juli bis 30. Juli
I. J. 2; vom 18. Juli bis 23. Juli I. J. 1.
* Einen Beſuch der Weltausſtellung zu Brüſſel
beabſichtigt der Ortsgewerbeverein in der
zweiten Hälfte des Monats Auguſt. Die Intereſſenten
ſeien dieſerhalb auf die Anzeige in der heutigen
Nummer hingewieſen.
Jeder Landbriefträger führt auf ſeinem Beſtell=
gang
ein Annahmebuch mit ſich, welches zur Eintragung

* Olbrich=Ausſtellung in Berlin. Die
königliche Akademie der Künſte in Berlin wird in
ihren Räumen am Pariſer Platz in der zweiten Hälfte
des Monats September zuſammen mit einer Skar=
bina
=Gedächtnis=Ausſtellung eine Ausſtellung von Ar=
beiten
des verſtorbenen Prof. Joſeph M. Olbrich ver=
anſtalten
. Um ein möglichſt vielſeitiges Bild von dem
künſtleriſchen Schaffen Olbrichs zu geben, ſollen in die
Ausſtellung ſowohl die vielen Handzeichnungen, die
ſich zur Reproduktion in einem großen Tafelwerk, zur=
zeit
im Beſitze der Firma Ernſt Wasmuth Akt.=Geſ.
Berlin, befinden, als auch kunſtgewerbliche Arbeiten,
Schmuckſachen, Möbel uſw., die nach Olbrichs Ent=
würfen
hergeſtellt ſind, aufgenommen werden. Beab=
ſichtigt
iſt, die Ausſtellung durch Einfügung des er=
wähnten
Prachtwerkes zu ergänzen, das insbeſondere
Olbrichs ausgeführte Bauten in muſtergültigen Außen=
und Innenaufnahmen auf insgeſamt 360 großen Folio=
tafeln
wiedergibt.
* Die 12. Jahres=Ausſtellung der Frank=
furter
Künſtler findet vom 30. Oktober bis einſchl.
27. November d. J. ſtatt. Das Programm der Veranſtal=
tung
, an welcher in dieſem Jahre ſämtliche dortigen Künſt=
lergruppen
ſich beteiligen, iſt durch den Kunſtverein, Jung=
hofſtraße
8, koſtenlos zu erhalten.
CK. Der Tod des engliſchen Meiſter=
zeichners
Linley Sambourne, der durch mehr
als 40 Jahre ein wichtiger Mitarbeiter des Punch
war, wird aus London berichtet. Sambournes hohe
Kunſt des Zeichnens iſt von berufenen Kritikern aufs
höchſte geprieſen worden. So ſagt z. B. der Kunſthiſto=
riker
Spielmann von ihm: Seine wundervolle Hand
kann wie die Giottos einen vollkommenen Kreis mit
der Feder ziehen; iſt wohl ſonſt noch ein Mann in
Europa oder in England, der dies könnte? Der große
Maler Watts hat einmal erklärt, er wollte gern ſeine
Jähigkeit im Malen opfern, wenn er dafür Sambour=
nes
Kraft des Zeichnens erwerben könnte. So ſchnell
ſkizziert und genial hingeworfen ſeine Skizzen im
Punch erſchienen, mit ſo unſäglicher Mühe, hingeben=
der
Aufmerkſamkeit und ſorgfältiger Liebe fürs
Kleinſte waren ſie entworfen. Sambourne war ein
unermüdlicher Beobachter der Natur, der keinen
Strich machte, ohne ihn vorher an der Wirklichkeit
kontrolliert zu haben. Um die höchſte Exaktheit der
Beobachtung durchzuführen, bediente er ſich hauptſäch=

der von ihm angenommenen Telegramme, Wert= und
Einſchreibſendungen Poſtanweiſungen, gewöhnlichen
Pakete, Nachnahmeſendungen und Zeitungsbeſtellungen,
ſowie der zur Frankierung der Sendungen, zur Be=
ſtellung
der Zeitungen und zur Beſchaffung von Wert=
zeichen
ihm übergegebenen Beträge dient. Ein gleiches
Annahmebuch führt jeder Inhaber einer Poſthilfſtelle
für die bei dieſer niedergelegten Wertſendungen ꝛc. Es
iſt zweckdienlich, daß die Aufgeber die Eintragung der
Sendungen ꝛc. in die bezeichneten Annahmebücher eigen=
händig
beſorgen oder ſich wenigſtens von der Buchung
durch den Landbriefträger oder den Poſthilfſtelleninhaber
überzeugen. Da dieſe Beſtimmungen noch immer nicht
ausreichend bekannt ſind, werden ſie erneut zur öffent=
lichen
Kenntnis gebracht.
* Beſitzwechſel. Das der Frau Adalbert Pfeiffer
Witwe gehörige Haus, Gervinusſtraße 61, ging durch
Kauf in anderen Beſitz über. Die Verkaufsverhand=
lungen
und der Abſchluß geſchahen durch das Immobilien=
bureau
von Hermann Marx.
Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G. m. b. H.,
am 31. Juli 1910. Aktiva. Kaſſa=Konto u. Guthaben
auf Reichsbank=Giro u. Poſtſcheck=Konto 71615 M. 62 Pf.
Coupons= u. Sorten=Konto 16944 M. 77 Pf. Bankverkehr=
Konto 689937 M. 26 Pf. Effekten=Konto 524357 M. 56 Pf.
Lombard=Konto 414026 M. 93 Pf. Wechſel= u. Deviſen=
Konto 292479 M. 07 Pf. Konto=Korrent=Konto 2971161 M.
85 Pf. Vorſchuß= u. Vorſchuß=Wechſel=Konto 721576 M.
76 Pf. Haus=Konto und Immobilien=Konto 285035 M.
98 Pf. Mobilien=Konto 2434 M. Pf. Schrankfächer=
Konto 1 M. Pf. Haus= u. Immobilien= Unterhaltungs=
koſten
=Konto 2303 M. 44 Pf. Verwaltungskoſten=Konto
34667 M. 08 Pf. Paſſiva. Geſchäftsanteil=Konto
1495723 M. 56 Pf. Reſervefonds=Konto I u. II 371023 M.
68 Pf. Delkredere=Konto 50000 M. Pf. Penſions= u.
Unterſtützungsfonds=Konto 154683 M. 08 Pf. Akzeptatio=
nen
= und Aval=Konto 57995 M. Pf. Sparkaſſen= und
Scheck=Konto 3748069 M. 86 Pf. Zinſen=Konto 141771 M.
69 Pf. Dividende=Konto 7274 M. 45 Pf. Umſchag im
Juli 1910 4920196 M. 48 Pf. Zahl der Mitglieder 1992.
Für Landwirte. Das Proviantamt Darmſtadt
teilt uns mit, daß es den Ankauf von Roggen, Heu und
Roggenlangſtroh fortſetzt und dafür die jeweiligen
Tagespreiſe zahlt. Alle Naturalien müſſen vollkommen
trocken und geſund, unverregnet und von ſonſt guter
magazinmäßiger Beſchaffenheit ſein.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
der vergangenen Woche: Butter ½ Kg. 1,30 M., in Par=
tien
1,20 M., Eier 78 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20 bis
22 Pf., Handkäſe 410 Pf., neue einheimiſche Kartoffeln
½ Kg. 57 Pf., Kumpf (10 Liter) 7080 Pf., Zentner
4,505,00 M., Obſt u. dgl. ½ Kg.: Aepfel 18 Pf., Birnen
20 Pf., Pflaumen 1015 Pf., Zwetſchen 20 Pf., Aprikoſen
35 Pf., Pfirſiche 4050 Pf., Reineclauden 2025 Pf.,
½ Ltr.: Himbeeren 25 Pf., Brombeeren 12 Pf., Salat,
Gemüſe: Kopfſalat 68 Pf., Endivien 510 Pf., Bündel
Radieschen 2 Pf., Rettiche 410 Pf., Schälgurken 5 bis
30 Pf., Gurken zum Einlegen 0,802,00 M., Meerrettich
1030 Pf., Rhabarber ½ Kg. 12 Pf., Zwiebeln ½ Kg.
810 Pf., Roterüben ½ Kg. 10 Pf., Paradiesäpfel ½ Kg.
25 Pf., Bündel Römiſch=Kohl, Schnittlauch uſw. 2 Pf.,
Bündel Karotten 67 Pf., Kernerbſen ½ Kg. 10 Pf.,
Wirſing 510 Pf., Kohlrabi 3 Pf., Blumenkohl 1050 Pf.,
Rotkraut 2040 Pf., Weißkraut 1520 Pf., Spinat ½ Kg.
20 Pf., Bohnen ½ Kg. 1015 Pf., Prinzeßbohnen ½ Kg.
25 Pf., Eierſchwämme ½ Kg. 18 Pf., Steinpilze ½ Kg.
30 Pf.; Geflügel, Wild: junge Gänſe 56 M., Enten
34 M., Hahnen u. Hühner 1,503,00 M., Tauben 60 Pf.,
Lapins 1 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal bis 1,20 M.,
Rheinfiſche zum Backen, Rotzungen 40 Pf., Kabeliau,
große Schellfiſche 35 Pf., kleine 20 Pf.; in den Fleiſch=
ſtänden
½ Kg.: Rindfleiſch 60 Pf., Hackfleiſch 70 Pf.,
Rindsfett 50 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.
§ Feſtgenommen. Am Samstag vormittag iſt hier
ein 17 Jahre altes Dienſtmädchen aus Rüdingshauſen
wegen Diebſtahls feſtgenommen worden.
§ Hundefang. Während des Monats Juli ſind
durch den hieſigen Polizei=Hundeaufſeher 41 Hunde
eingefangen wurden. Hiervon wurden 21 Hunde von
ihren Eigentümern wieder ausgelöſt, 7 Hunde ſind
verkauft worden und 13 Hunde mußten getötet werden.
Gießen, 5. Aug. Ein neuer Konflikt iſt der Stadt
mit der israelitiſchen Religionsgemeinde
erwachſen. Die Stadt hat nach vielen Verhandlungen
am Rodberg einen ſtädtiſchen Friedhof für die Bürger
aller Bekenntniſſe errichtet, den Juden dort

lich der Photographie. Faſt jeden Gegenſtand, den er
zeichnete, photographierte er vorher, und er hatte ſo
eine Sammlung von 12000 Photographien zuſammen=
gebracht
. Was er gab, war ſtets ein Stück Leben, feſt=
gehalten
mit einer ungewöhnlichen Schärfe des Blickes
und einer erſtaunlichen Sicherheit der Hand in der
Führung jeder Linie.
* Die Blätter melden aus Toulon: Wie der
Direktor der Lyoner Veterinärſchule, Profeſſor Ar=
loing
, auf dem Kongreß zur Förderung der Natur=
wiſſenſchaften
mitteilte, iſt es ihm gelungen, ein
Mittel zur Impfung der Rinder gegen Tuber=
kuloſe
zu finden.
Die Flugkraft der Brieftauben.
Man hat bisher angenommen, daß für den Flug der
Tauben die in großer Zahl vorhandenen Luftſäcke und
die mit ihnen in Verbindung ſtehenden hohlen Kno=
chen
von beſonderer Wichtigkeit wären. Aber die
Kleinheit dieſer Luftſäcke macht es unmöglich, anzu=
nehmen
, daß ſie für die Taube etwa die Eigenſchaft
eines Luftballons hätten; der winzige Auftrieb iſt
nämlich für die Taube ohne Belang, und auch die Ver=
ringerung
ihres ſpezifiſchen Gewichts kann höchſtens
bewirken, daß das Tier etwas langſamer ſinkt. Die
Taube kann nun auch durch die Luftſäcke in ihre Kno=
chen
Luft einpumpen. Da die Knochen aber ſtarr und
ſteif ſind, ſo wird durch die eingepumpte Luft nicht ein=
mal
das ſpezifiſche Gewicht geringer, vielmehr wird
die Taube in jedem Falle ſchwerer. Die Luftſäcke und
hohlen Knochen ſind alſo für den Flug direkt wertlos,
ja ſchädlich. Da aber in der Natur nichts zwecklos iſt.
ſo müſſen auch dieſe wunderbaren Einrichtungen ihre
Bedeutung haben. Nach einem Bericht der Umſchau
iſt nun Oelze zu folgender Löſung der Frage gekom=
men
: Wer einmal ſchnell in einem offenen Automo=
bil
gefahren iſt, hat bemerkt, wie ſchwer das Atmen
wird. Die Taube hat unter demſelben Uebelſtand zu
leiden, da in den oberen Luftſchichten faſt ſtets heftige
Windſtöße herrſchen. Durch die Luftſäcke und hohlen
Knochen kann aber die Taube eine größere Menge

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

Nummer 183

eine Leichenhalle erbaut und ein geſondertes Leichen=
feld
für deren Verſtorbenen geſchaffen, auf dem eine
90jährige Ruhe der beſtatteten Leichen gewährt wird.
Die orthodoxe israelitiſche Religionsgeſellſchaft hat
nun bei den Stadtverordneten beantragt, ihr zu ge=
ſtatten
, außerhalb des kommunalen Friedhofes in un=
mittelbarer
Nachbarſchaft desſelben einen eigenen kon=
feſſionellen
Friedhof anlegen zu dürfen, der durch eine
zu erbauende Verbindung ſo geſtaltet werden ſoll, daß
es möglich iſt, die ſtädtiſchen Einrichtungen für das
Beſtattungsweſen, Leichenkammer und Raum zur Ab=
haltung
von Leichenfeiern, auch für Beſtattungen auf
dem konfeſſionellen Friedhof zu benutzen. In der
Diskuſſion darüber ſprach man ſich energiſch gegen
dieſen konfeſſionellen Friedhof aus, weil dafür ein
Bedürfnis nicht anerkannt werden könne und weil
damit die ſchöne Errungenſchaft einer gemeinſamen
Ruheſtätte für alle Bürger der Stadt in Frage geſtellt
würde.
Friedberg, 6. Aug. Während der Anweſenheit des
Zaren im hieſigen Schloß ſoll an dem vorderen Burg=
tor
am Eingang von der Stadt ein Schlagbaum er=
richtet
werden. Das nördliche Burgtor bleibt während
der ganzen Anweſenheit des Zarenpaares geſchloſſen.
Der Hofmarſchall Freiherr v. Ungern=Sternberg über=
wacht
ſämtliche Arbeiten und wird vom 15. d. M. an
dauernd hier anweſend ſein, um die Einrichtung zu
überwachen. Sämtliche Kanalabflüſſe, die nach dem
Burgwall zu münden, ſowohl von Privathäuſern als
auch von den Schloßgebäuden, wurden einer genauen
Durchſicht unterzogen und ſollen ſämtlich mit ſtarken
Eiſengittern verſehen werden. Die Innenarbeiten,
ſoweit es ſich um Malerarbeit handelt, werden von der
Firma Wagner u. Schmidt, die äußeren von der Firma
Gebrüder Ferber hergeſtellt. Die Beleuchtungsanlage
wird durch die Firma Karl Frik eingerichtet. Was
Neuerungen anbetrifft, ſo wird die größte Aufmerk=
ſamkeit
dem Schloßgarten zugewendet. Im Schloß=
garten
ſoll ſich eine wahre Umwälzung vollziehen, die
neueſten Errungenſchaften auf dem Gebiete der Gärt=
nerei
ſollen hierbei Verwendung finden. An dem
alten Burgwall am ſüdlichen Eingangstor, wo ſich vor
alten Zeiten die Zugbrücke befand, war ſeither ein aus
Holzlatten hergeſtelltes Tor angebracht, es wird durch
ein eiſernes Staketentor erſetzt, um ein Eindringen
in den unteren Burgwall und von da in den Schloß=
garten
zu verhindern. In einem dem Großherzoglichen
Hauſe gehörigen Gebäude, das mit ſeiner Nord= und
Oſtſeite an den Schloßgarten angrenzt und ſeither von
einer Witwe bewohnt wurde, werden die zahlreichen
Detektivs untergebracht. (G. Anz.)
Oſthofen, 6. Aug. In vergangener Nacht brach in
der hieſigen Papierfabrik ein Schadenfeuer
aus. Ein Lagerſchuppen, welcher größere Beſtände
Rohmaterialien enthielt, wurde eingeäſchert. Gefahr für
die Fabrik ſelbſt beſtand dank der günſtigen Wind=
richtung
nicht. Der Betrieb erleidet keinerlei Störung.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. Aug. Am Todes=
tage
der Kaiſerin Friedrich ſtattete das
Kaiſerpaar der Ruheſtätte der Kaiſerin in Pots=
dam
einen Beſuch ab. Am Eingang zum Mauſoleum
erwartete Geheimrat Grimm die Majeſtäten mit zwei
Kränzen, von denen der eine, ein ſchlichter Lorbeer=
kranz
mit der Widmungsſchleife des Kaiſers, dem An=
denken
des Tages von Wörth beſtimmt war. Der
zweite Kranz, mit prächtigen Marſchall=Niel=Roſen und
lila Nelken geſchmückt, trug auf ſeiner breiten Atlas=
ſchleife
die Initialen beider Majeſtäten und war für
den Sarkophag der Kaiſerin Friedrich beſtimmt. Das
Kaiſerpaar, das kurz vor 11 Uhr eintraf, weilte etwa
zehn Minuten im ſtillen Gebet in der Kapelle, die in
würdiger Weiſe geſchmückt war. Auch der Kronprinz,
die Großherzogin=Witwe von Baden und Prinzeſſin
Margarete von Heſſen, ſowie das Füſilierregiment von
Gersdorff hatten Kränze überſandt. Vom Mauſoleum
begab ſich das Kaiſerpaar zu Fuß zur Villa Liegnitz,
um dem Prinzenpaar Auguſt Wilhelm einen Beſuch
abzuſtatten. Ein Prozeß gegen den Schrift=
ſteller
A. O. Weber ſollte unter dem Vorſitz des
Landgerichtsdirektors Crüger vor der 7. Ferienſtraf=
kammer
des Landgerichts I zur Verhandlung kommen.
A. O. Weber hat ſich in Gemeinſchaft mit dem Buch=
händler
Schildberger wegen Vergehens gegen § 184
Strafgeſetzbuches (Verbreitung unzüchtiger Schriften)
zu verantworten. Gegenſtand der Anklage bildet ein
kürzlich von Weber herausgegebenes Buch Das Buch
mit dem Feigenblatt das nach Anſicht der Anklage=
behörde
mehrere Stellen unzüchtigen Charakters ent=
hält
. Da ſich zwei der Beteiligten auf einer Sommer=
reiſe
befinden, mußte die Verhandlung vertagt werden.

ſturm des Windes dann einen Augenblick mit Atem
ausſetzen, ſodaß, ihr dadurch das Fliegen erleichtert
wird.
* Die Hochſchule der Droſchken=
kutſcher
. Schon mancher Bewohner der Großſtadt,
der in der Hetzjagd des modernen Lebens ſich einer
Droſchke oder einem Automobil anvertraut, um Zeit
zu ſparen und ſchneller zum Ziel zu kommen, hat bit=
tere
Enttäuſchungen ſammeln müſſen. Mit der raſchen
Entwickelung der Großſtädte hat das Wiſſen der Roſſe=
lenker
und der Chauffeure nicht immer gleichen Schritt
halten können, in dem Wirrwarr neuer Straßen=
namen
weiß mancher Kutſcher nicht mehr Beſcheid,
und die Zeit, die man zu ſparen gedächte, geht durch
Irrfahrten und allerlei Umwege verloren. Je größer
das Stadtgebiet, je größer ſind auch die Möglichkeiten
der Irrfahrten; in London bilden ſie eine nie ver=
ſiegende
Quelle bitterer Beſchwerden. Nun hat die
Londoner Automobildroſchkengeſellſchaft die Initiative
zu ſeinem Mittel ergriffen, das die Beſchwerden und
Klagen des Publikums gegenſtandslos machen ſoll.
Eine Art Hochſchule für Droſchkenkutſcher und Chauf=
feure
iſt erſtanden, eine Schule, in der mit Hilfe eines
großen Plänematerials von ſtadtkundigen Lehrern die
Topographie der britiſchen Millionenſtadt gelehrt wird.
Praktiſche Uebungen werden abgehalten, Aufgaben ge=
ſtellt
, und nur Schüler, die dieſes Examen gut beſtehen,
haben Ausſicht, von der Londoner Polizeibehörde den
Fahrſchein zu erlangen. Beſonders das Anwachſen
des Automobilverkehrs hat dieſe Maßnahme nötig ge=
macht
, denn mit der zunehmenden Nachfrage nach
Chauffeuren drängte ſich eine immer größer werdende
Zahl von Bewerbern heran, die zwar ein Fahrzeug
regieren können, aber das gewaltige Straßennetz Lon=
dons
nicht ſo kennen, wie ihr Beruf es erfordert. Die
Bewerber freilich klagen bitter über dieſe Erſchwer=
ung
und möchten ſich mit der Kenntnis der Haupt=
ſtraßen
und Hauptſtadtteile begnügen, aber die neue
Hochſchule der Droſchkenkutſcher bleibt den Beſchwer=
den
träger Gemüter gegenüber taub. Der Droſchken=
kutſcher
der Zukunft iſt ein vielwiſſender Mann, im
Reiche ſeiner Stadt eine geographiſche Autorität, ja

Ein neuer Termin wurde auf den 20. Auguſt feſtgeſetzt.
Der Einbruch in das Erbbegräbnis der
Familie von Arnim in der Kirche zu Blumberg
beſchäftigte geſtern die Ferienſtrafkammer. Einer der
beiden Angeklagten, ein Bauarbeiter, behauptete,
geiſteskrank zu ſein, und das Gericht beſchloß, gegen
ihn die Verhandlung auszuſetzen. Gegen den anderen,
einen Monteur, der erſt kurz vorher aus dem Zucht=
hauſe
gekommen war, lautete das Urteil auf fünf Jahre
Zuchthaus. Das altberühmte, mit einem kunſtvollen,
farbigen Moſaikfries geſchmückte Pringsheimſche
Haus in der Wilhelmſtraße iſt nach dem Berliner
Tageblatt an die Paläſtina=Bank verkauft worden.
Als der Gutsbeſitzer v. Kaphengſt auf dem Storkower=
wege
mit dem Inſpektor Baumann fuhr, kam ein Ge=
ſpann
, deſſen Pferd ſcheu geworden war, führerlos in
raſendem Galopp hinter ihnen her. Die beiden er=
kannten
die Gefahr für die vielen kleinen, auf der
Straße ſpielenden Kinder und ’ſprangen von dem
Wagen. Herr Kaphengſt wurde überfahren und
erlitt Verletzungen an Kopf und Beinen. Der Inſpek=
tor
ſchlug kopfüber an eine eiſerne Stange des Bahn=
überganges
. Trotzdem raffte ſich Herr v. Kaphengſt
auf und warf ſich dem durchgegangenen Pferde ent=
gegen
, wie er es auch ſo lange feſthielt, bis Lente her=
beieilten
und das Tier bändigten. An der Gerichts=
kaſſe
des Landgerichts Berlin I wurde geſtern ein
Schwindel nach Art desjenigen des Scheckſchwind=
lers
Konrad ausgeführt. Dort wollte ein Fränlein
eine Rechnung von 71. Mark bezahlen. Ein Mann
ohne Kopfbedeckung trat an das Mädchen heran, ſtellte
ſich ihm als Gerichtsbeamter vor und erbot ſich, die
Sache ſchnell zu beſorgen. Als ihm das Mädchen die
Rechnung und das Geld gegeben hatte, verſchwand er
durch eine Seitentüre. Vergebens wartete das Fräu=
lein
auf ſein Wiederkommen. Der Musketier R.
von der 4. Kompagnie des in Brandenburg garniſonie=
renden
Infanterie=Regiments Nr. 35 hatte ſich vor
etwa drei Wochen heimlich von ſeinem Truppenteil
entfernt und nach Friedrichshagen zu ſeinen Eltern
begeben, wo er ſich verborgen hielt. Geſtern verſuchte
nun R., ſich ſeiner Uniform zu entledigen und mietete
zu dieſem Zwecke in Treptow ein Ruderboot, zog
ſich in dem Fahrzeug um und legte die Uniformſtücke
am Ufer nieder. Dann fuhr er mit dem Kahn nach
dem Müggelſee. Hier wurde er von einem Poli=
zeibeamten
, der von der Fahrt Kenntnis erhalten hatte,
in einem Motorboot überholt und feſtgenommen.
Die Räubereien des Fürſorgezöglings Conrad
ſcheinen weiter Schule zu machen. Heute mittag nahm
ein Unbekannter, der ſich als Beamter der Zentral=
Viehmarkts=Wechſel=Bank ausgab, im Gebäude der
letzteren dem Hausdiener Bleck zweihundert
Mark ab, die dieſer bei der Bank auf einen Wechſel
einzahlen ſollte. Der Räuber verſchwand mit dem
Gelde, ohne daß bisher eine Spur von ihm gefunden
werden konnte.
Frankfurt, 5. Aug. Im hieſigen Unterſuchungsge=
fängnis
befinden ſich ſeit einigen Wochen ein Mann
und eine Frau, die der Falſchmünzerei verdäch=
tig
ſind. Es handelt ſich um einen Reiſenden und
deſſen Geliebte, die in der Schweiz Kaſſenſcheine fälſch=
ten
. Die Geliebte wurde, nachdem der Reiſende bereits
in Haft ſaß, längere Zeit ſpäter in Zürich verhaftet.
Das Paar befaßte ſich in der Schweiz mit der Anferti=
gung
von deutſchen Reichskaſſenſcheinen. Da nun gegen
den Reiſenden in Frankfurt noch verſchiedene andere
Straftaten ſchweben, wurde die Sache an die hieſige
Staatsanwaltſchaft abgegeben. Unlängſt traf auf dem
Zollamt eine beſchlagnahmte Druckmaſchine ein, deren
ſich das Münzfälſcherpaar bedient hat.
Sigmaringen, 6. Aug. Auf der Hohenzollernſchen
Nebenbahn Sigmaringen=Laucherthal ereignete ſich heute
ein Unglück. Die Pferde des Ziegeleibeſitzers Ott ſcheu=
ten
auf der Station Sigmaringen vor einem ankommenden
Zug und ſprangen auf das Gleis. Die beiden Inſaſſen
des Wagens, Ott ſen. und ſein 18jähriger Sohn, wurden
von dem Zuge überfahren. Ott ſen, wurde ſo ſchwer ver=
letzt
, daß er 10 Minuten ſpäter ſein Leben aus=
hauchte
. Seinem Sohne wurde der rechte Fuß abge=
fahren
und die linke Hand zerquetſcht. Auch eines der
Pferde hat ſchweren Schaden erlitten.
Prag, 5. Aug. Der Kaſſierer des Vereins der
örer für Architektur und Ingenieur=
weſen
iſt mit der Vereinskaſſe durchgegangen und
bereits in Amerika gelandet. Der Verein verhandelt
mit der Familie des Flüchtigen wegen Schadenserſatzes.
In der Kaſſe haben ſich 40000 Kronen befunden.
Bukareſt, 5. Aug. Der Hauptmann Grigoresco
in Botoſchani in Rumänien hatte einen Streit mit
dem Rechtsanwalt Scruneeſei, der ihn zum Duell
forderte. Der Hauptmann lehnte indeſſen ab und er=

faſt ein Gelehrter, der ſeine unwiſſenden Kollegen
durch ſeine topographiſche Bildung aus dem Felde
ſchlagen wird.
Kleines Feuilleton.
* Ich liebe dich in tauſend Sprachen.
Mit dem Eifer des echten Gelehrten, ſo weiß der Cor=
riere
della Sera zu berichten, arbeitet gegenwärtig ein
ſchwediſcher Sprachkundiger an einem Werke, das ge=
wiß
der Originalität nicht entbehrt. Er will die For=
mel
, mit der die einzelnen Völker der Welt ihren
Liebesgefühlen den erſten Ausdruck leihen, in allen
Sprachen des Erdballs zuſammenſtellen. Die Wiſſen=
ſchaft
des Ich liebe dich iſt kein leichter Beruf, denn
es gibt mehr als tauſend Sprachen, in denen dieſe
Worte geflüſtert, geſtöhnt und gejubelt werden. Der
Chineſe liſpelt Uo ugai ni der Armenier entladet
ſeine Leidenſchaft in den Worten Se ſirem es hez.
der Araber begnügt ſich mit einem kurzen Nehabbef
der Türke flüſtert Sidi ſeveiorum der Inder
Main ſym ka piſar karim Am ſchwerſten hat es
ſicherlich der Grönländer, der ſeine Liebesgefühle in
einem einzigen Wort von 15 Silben ausdrückt.
Wenn er nicht ſtottert, ſagt er Unifgraeerndlainaler=
fironajunguarriguak
! Die Liebe verlangt nicht nur
Gefühl, ſondern auch einen guten Atem und eine
leichte Zunge. .
* Der Indianer Im Berl. Lok.=Anz. plau=
dert
man: Als die Elektriſche an einer Droſchke vor=
überſauſte
, wandten ſich alle Köpfe nach dieſer. Der
Anblick war auch für Berlin merkwürdig; intereſſant
und ſchreckenerregend zugleich. Drinnen thronte ein
Indianer. Wir ſahen nur den Kopf, der den bekann=
ten
Kriegsſchmuck trug. Ein Zuckerhut war mit
aufrechtſtehenden Federn geſpickt; er balancierte auf
einem kleinen Barett. Das Geſicht war gemalt. In=
dianer
auf dem Kriegspfade in Berlin! Die Bleich=
geſichter
in der Elektriſchen erzitterten und tauſchten
ihre Mutmaßungen nur noch flüſternd aus. Einige
Minuten ſpäter überholte uns die Droſchke. Da der
Indianer Miene machte, auszuſteigen, verließen meh=

klärte den Rechtsanwalt nicht für ſatisfaktionsfähig,
worauf dieſer den Hauptmann auf der Straße mit
einer Hundepeitſche bearbeitete. Der Hauptmann zog
ſeinen Säbel und ſchlug dem Rechtsanwalt durch einen
wuchtigen Hieb den Kopf vom Rumpfe. (!) Die
Menge wollte den Offizier, der ſich mit dem Degen ver=
teidigte
, lynchen. Schließlich wurde er von der Polizei
verhaftet.
Paris, 6. Aug. Vor dem Pariſer Schwurgericht
fand geſtern der Prozeß gegen die Mörder aus der Rue=
d’Orchampt
ſtatt. Dort hatten 5 junge Apachen eine
alte Frau in entſetzlicher Weiſe ermordet. Als geſtern die
Türen des Juſtizpalaſtes aufgemacht wurden, ſtürzte eine
Bande von 200 bis 300 Apachen in den Saal, beſetzte
alle Plätze und trieb allerlei Unfug. Militär mußte her=
beigerufen
werden, um die Apachen aus dem Saal zu ent=
fernen
. Die beiden Haupttäter wurden zu lebenslänglicher
Zwangsarbeit, einer zu 15 und einer zu 1 Jahr Gefäng=
nis
verurteilt. Eine Frau wurde freigeſprochen.
Paris, 6. Aug. Der Petit Pariſien meldet, aus
Tonlon: Der engliſche Dampfer Gerente wurde
bei ſeiner Annäherung an Toulon von ſchlechtem
Wetter überraſcht. Er warf ſchließlich unweit Toulon
Anker an einer Stelle, wo von den Marinebehörden
ſchwimmende Torpedos gelegt worden waren,
Die Marinebehörde ſandte ſofort einen Schleppdampfer
aus, um den engliſchen Dampfer von der gefährlichen
Stelle zu entfernen.
(Paris, 6. Aug. Aus Rochefort ſur Mer wird ge=
meldet
: Hier wurden zwei Marineſoldaten ver=
haftet
unter der Anſchuldigung, in der Artillerie=
direktion
von Rochefort ſechs Verſchlußſtücke von Ge=
ſchützen
geſtohlen zu haben. Man vermutet, daß die
Verhafteten Mittäter haben.
London, 5. Aug. Morgen wird in Devonport der
neue Panzerkreuzer Lion vom Stapel laufen,
von dem behauptet wird, daß er machtvoller als irgend
ein Schlachtſchiff und faſt ſo ſchnell wie der ſchnellſte
Zerſtörer ſei. Das Deplacement des Lion beträgt
26 360 Tonnen. Das Schiff wird mit acht 13,5zölligen
Geſchützen armiert ſein, deren Geſchoſſe 1300 Pfund
wiegen. Die Geſchütze werden in vier Türmen alle auf
der Mittellinie des Decks Aufſtellung finden. Die
Geſchwindigkeit beträgt über 28 Knoten. Die Turbinen
entwickeln eine Pferdekraft von 70000.
Petersburg, 5. Aug. Das Artillerie= Lehr=
geſchwader
der baltiſchen Flotte hielt die
Häuſer des Villenortes Koppel bei Reval für
Zielſcheiben und eröffnete morgens das Feuer
auf ſie. Zwei Geſchoſſe ſchlugen in den Garten, ein
drittes in die Wand einer Villa direkt über dem Bett
des Beſitzers ein. Glücklicherweiſe hatte dieſer kurz
vorher das Bett verlaſſen. Auch an der Kirche wurden
durch einige Geſchoſſe Zerſtörungen angerichtet. Andere
fielen auf der zur Stadt führenden Allee nieder. Unter
den Einwohnern brach eine furchtbare Panik aus. Die
Regierung hat eine energiſche Unterſuchung einge=
leitet
.
San Francisco, 5. Aug. Nach hier eingetroffenen
Meldungen iſt der kanadiſche Pacifie=Dampfer Prin=
zeß
May auf der Fahrt von Vancouver nach den
Häfen von Alaska, heute früh an der Küſte von Alaska
geſunken. Nachrichten über das Schickſal der Be=
ſatzung
und der auf dem Dampfer befindlichen 150
Paſſagiere ſind nicht eingelaufen, doch glaubt man, daß
ſie gerettet ſind.
Kongreſſe und Verbandstage.
Internationale Kriminaliſtiſche Vereini=
gung
.
sh. Brüſſel, 4. Aug. In den fortgeſetzten Bera=
tungen
der Hauptverſammlung der Internationalen Kri=
minaliſtiſchen
Vereinigung beſchäftigte ſich der Kongreß
mit der Pſychologie der Zeugenausſage
Erſter Referent war der Direktor des Archivs für Pſycho=
logie
Prof. Claparede=Genf. Er ging aus von den
Gefahren, welche manche Zeugenausſagen bieten, die dem
gefährlichen Einfluß der Suggeſtion unterliegen. Man
muß eine Wiſſenſchaft der Zeugenausſage ſchaffen, und
wenn man das tun will, kommt man ganz von ſelbſt auf
den Weg des Experiments, um die Glaubwürdigkeit eines
Zeugen zu meſſen Man zählt die wahren und falſchen
Ausſagen eines Zeugen und bemißt danach ſeine Glaub=
würdigkeit
. Man hat gefunden, daß die größte Zahl der
Zeugenausſagen wertlos iſt, entweder wegen Unglaub=
vürdigkeit
oder wegen mangelnder Intelligenz des Zeu=
gen
. Auf dem Wege des Experiments wird man ſich auch
überzeugen können, daß wahrheitsliebende Menſchen oft
die ſchlechteſten Zeugen ſind. Schon die Methode der Aus=

rere Neugierige die Straßenbahn, Ach, du grundgüti=
ger
Himmel! Der vermeintliche Jrokeſe war ein
Fräulein, ein Mädchen echt berliniſcher Abkunft, das
in den heimiſchen Lauten mit dem Kutſcher verhan=
delte
! Als die Schöne auf den Asphalt trat, ſahen wir,
daß ſie ganz modern unten zugebunden war.
Das magere Figürchen war in Weiß gekleidet, an den
Beinen geſchnürt und der beſſeren Haltbarkeit wegen
mit einer lila Schärpe umwickelt. Das Geſicht war
gepudert und geſchminkt, auf dem Kopf aber ſchillerte
der Zuckerhut mit den aufrecht ſtehenden ſchillernden
Federn. Auf einem Maskenball läßt man ſich der=
gleichen
gefallen, aber auf der Straße! Wenn es eine
Zenſur für Damenmode gäbe, der Aufzug müßte ver=
boten
werden! . . . Ein Fachmann aus der Putz=
branche
, den ich interviewte, gab mir einige Erklär=
ungen
. Die neueſte Pariſer Mode ſteht der Zucker=
hutform
freundlich gegenüber, aber dieſe werde in
dezenteſter Weiſe von der genialen Modiſtin behan=
delt
. Was wir eben hier ſchaudernd erlebt haben, ſei
nur die Karikatur! Manche kleine Berliner Putz=
flöte
habe leider Gottes Impreſſionen. Dagegen wäre
nichts zu machen. Aber vor dem guten Geſchmack
können ſolche Entgleiſungen nicht beſtehen. Von Rechts
wegen müßte die Verfaſſerin dieſes Indianerſchmucks
eine Anklage erhalten, die ſie vor den Richterſtuhl der
Königin Mode führt!
* Die neue Thalia In einem Ort im
Wuppertal konſtituierte ſich ein neuer Theaterverein.
Theatervereine heißen bekanntlich mit Vorliebe
Thalia‟ Für dieſen Namen war auch viel Stim=
mung
; nur wollte es das Unglück, daß es in beſagtem
Orte ſchon einen Verein Thalia gab: Doch der
Menſch muß ſich zu helfen wiſſen. Man nannte den
neugegründeten Klub ſchöner und ſinngemäßer
Wupperthalia‟
* Beim Drogiſten. Dame (als noch mehrere
andere Kunden den Laden betreten): Parlez=vous
frangais? Chef: Qui, Madame! Dame (leiſe
zu ihrer Freundin): Ach, Beſte, wie heißt doch In=
ſektenpulver
auf franzöſiſch? (Megg. Bl.)

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Nummer 183.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

Seite 5.

Tragung bietet Geſahren, weil dem Zeugen dadurch oſt
Ausſagen ſuggeriert werden, deren er ſich früher gar nicht
bewußt war. Die Zeugenausſagen der Kinder ſind im
Vergleich zu denen der Erwachſenen im allgemeinen nicht
w ſchlecht, wie man annimmt. Auch die Zeugenausſagen
der Frauen ſind gut und brauchbar, zumal wenn es ſich
um Dinge handelt, für die ſie ſich intereſſieren, wie Klei=
der
, Schmuckſachen uſw. Der Redner weiſt nach, daß eine
ganze Reihe von Beobachtungen derſelben Gegenſtände
Durch mehrere Zeugen verſchieden ausfallen können. Es
ommt ſogar vor, daß unter mehreren Zeugen übereinſtim=
enend
irrtümliche Angaben über einen Vorfall gemacht wer=
Den. Gleichwohl kommt der Redner zu dem Schluß, daß
Die Heranziehung von Pſychologen zu Zeugenausſagen
Em Intereſſe der praktiſchen Rechtspflege nicht zu empfeh=
Ten ſei.
Der Korreferent, Staatsanwalt Werner=Genf, hält
es für notwendig, daß die richterlichen Beamten nicht bloß
Juriſten ſeien; ſie müßten das praktiſche Leben und das
mnenſchliche Herz kennen. Wenn das der Fall iſt, werden
ſie auch die Kenntnis der Pſychologie richtig anwenden
können. Man darf aber nicht alle Ergebniſſe der pſycho=
logiſchen
Wiſſenſchaft ohne weiteres bei den Angeklagten
in Anwendung bringen, das würde nichts weiter bedeuten
als ein Wiederauflebenlaſſen der alten Tortur. Die Ge=
ſtändniſſe
dürfen nur durch einfache Frageſtellung erreicht
werden. Die Pſychologie bedeutet für den Richter ein neues
Hilfsmittel, das aber mit Vorſicht angewandt werden muß.
Der letzte Gegenſtand der Tagesordnung betraf die
Internationale Regelung der Ausliefe=
rungsfrage‟
Der Referent Prof. Garraud=Lyon
konſtatiert, daß man auf dem Wege zur Schaffung eines
internationalen Strafrechts ſei. Die Regelung der Aus=
lieferungsfrage
muß dabei zuerſt in Angriff genommen
werden. Die Auslieferung will der Redner nicht ausge=
dehnt
wiſſen auf das politiſche Verbrechen. Hier wäre es
aber vorher nötig, den Begriff politiſches Verbrechen
genau zu definieren. Auf keinen Fall dürften gemeine Ver=
brechen
, wie Diebſtahl und Brandſtiftung, die äus poli=
tiſchen
Motiven erfolgten, unter die Nichtauslieferung
fallen. Allgemein muß der Grundſatz gelten, daß der Aus=
gelieferte
nur wegen der Vergehen zu beſtrafen iſt, die ſeine
Auslieferung bedingten. Eine internationale Regelung der
Auslieferungsfrage wird immer dringender, denn auch das
Verbrechen wird immer mehr international. Von politi=
ſchen
Vergehen ſollten auf alle Fälle Verbrechen gegen das
menſchliche Leben ausgenommen werden, ſelbſt wenn dieſe
aus politiſchen Beweggründen erfolgen. Ferner muß jedem
Staate das Recht zugeſtanden werden, die Auslieferung
zu verweigern, wenn er die Verfolgung und Beſtraſung
des Verbrechers ſelbſt in die Hand nimmt. Die Ausfüh=
rungen
des Korreferenten Prof. Liepmann=Kiel beweg=
ten
ſich in ähnlicher Richtung. Geheimrat Prof. v. Liſzt
ſchlägt vor, die belgiſche Regierung möge die Initiative
ergreifen, um eine internationale Regelung der Ausliefe=
rungsfrage
in die Wege zu leiten. Die Verſammlung be=
ſchließt
, das Bureau zu beauftragen, dieſerhalb mit der Re=
gierung
eines der intereſſierten Länder in Verbindung zu
treten. Damit war die Tagesordnung erledigt und die
Verhandlungen wurden mit den üblichen Dankesreden
geſchloſſen.
Das Kaiſerpagr in Hannover.
* Hannover, 5. Aug. Der Kaiſer und die
Kaiſerin ſind um 6 Uhr 40 Min. auf dem hieſigen
Bahnhofe eingetroffen. Der Kaiſer trug die Uniform
des Königsulanen=Regiments, die Kaiſerin war in
Trauer. Auf dem Bahnſteig war der Polizeipräſident
anweſend. Die Majeſtäten begaben ſich, mit dem Ge=
folge
in Automobilen durch die geſchmückten Straßen
unter lebhaften Kundgebungen des Publikums bei ſehr
ſchönem Wetter zu dem Prinzeſſinnen=Denkmal, wel=
ches
der Kaiſer der Stadt Hannover zum Geſchenk ge=
macht
hat. Das Denkmal von Caſal, nach dem be=
kannten
Schadowſchen Original geſchaffen, fand ſeinen
Platz am Eilenrieder Park. Beim Denkmal waren
Oberpräſident Dr. v. Wentzel, Stadtdirektor Tramm
und der Vizebürgermeiſter anweſend. Die beiden letz=
teren
Herren ſprachen dem Kaiſer den Dank der Stadt für
das Geſchenk des Denkmals aus. Der Kaiſer und die
Kaiſerin beſichtigten das Kunſtwerk eingehend. Der
Kaiſer ſprach ſeine volle Befriedigung über die Auf=
ſtellung
und die gärtneriſchen Anlagen am Denkmal
aus. Unter lebhaften Kundgebungen des Publikums
fuhren die Majeſtäten nach dem Königlichen Schloſſe,
wo ſie Wohnung nahmen.
Heute abend hatte ſich in der Umgebung des
Schloſſes eine vieltauſendköpfige Menſchenmenge ver=
ſammelt
, welche patriotiſche Lieder ſang und die Maje=
ſtäten
, die ſich wiederholt an den Fenſtern des Schloſſes
zeigten, ſtürmiſch begrüßte. Anſtelle des Flügeladju=
tanten
Majors v. Neumann=Coſel iſt der Flügeladju=
tant
v. Dommes mit dem Kaiſer eingetroffen.
* Hannover, 6. Aug. Der Kaiſer begab ſich
heute vormittag im Automobil nach der Vahren=
walder
Heide, wo er um 8¾ Uhr zu Pferde ſtieg,
um das Königsulanen=Regiment zu beſichtigen. Das
Regiment hatte unter der Führung des Kommandeurs
v. Frankenberg und Ludwigsdorf in einer Linie Auf=
ſtellung
genommen. Anweſend waren die direkten
Vorgeſetzten mit dem kommandierenden General Em=
mich
und dem Generaloberſten v. Bock und Polach an
der Spitze. Die Kriegsſchule und die Offizierreitſchule
waren gleichfalls zugegen. Am Rande des Exerzier=
platzes
hatten Knabenſchulen mit Fahnen Aufſtellung
genommen. Der Kaiſer nahm nach Abreiten der Front
den Parademarſch in Zügen im Schritt entgegen. Es
folgte ein Exerzieren, wobei auch markierte Kavallerie
als Gegner verwendet wurde. Ein Parademarſch in
Eskadronfront im Trabe ſchloß die Uebung. Der
Kaiſer ſetzte ſich an die Spitze des Regiments und führte
es durch die Stadt nach den neuen Kaſernements. Auf
dem Wege hatten Mädchenſchulen, Vereine und zahl=
reiches
Publikum Spalier gebildet und begrüßten den
Kaiſer mit ſtürmiſchen Zurufen. Der Kaiſer traf mit
dem Regiment um 11 Uhr vor der Kaſerne ein, wo
er dieſes nochmals in Zugkolonnen defilieren ließ,
dem ſich zum Vorbeimarſch anſchloſſen das Feldartille=
rie
=Regiment Nr. 10 und das Hannoverſche Train=
bataillon
Nr. 10, beide Truppenteile zu Fuß. Vor
dem Portal der reich geſchmückten Kaſerne nahm der
Kaiſer eine Reihe militäriſcher Meldungen entgegen
und nahm dann das Frühſtück im Offizierskaſino ein.
* Hannover, 6. Aug. Die Kaiſerin mit
Gefolge beſuchte heute vormittag das erſte Vereins=
haus
der Säuglingsfürſorgeſtellen der
Vaterländiſchen Frauenzweigvereine in
der Oſterſtraße. An der Spitze des Vereinsvor=
ſtandes
begrüßte Frau Oberpräſident v. Wentzel Ihre
Majeſtät. Darauf begab ſich die Kaiſerin nach dem
Klementinenhaus, eine Kraréenpflegeanſtalt des Roten
Kreuzes, wo ſie von dem Vorſitzenden, Senator Dr.
Mertens, und der Oberin Prinzeſſin Eliſabeth von

Reuß, begrüßt wurde. Auf dem Wege wurde die hohe
Frau überall vom Publikum aufs herzlichſte begrüßt.
Die Kaiſerin nahm das Frühſtück in dem Königlichen
Schloſſe ein. Hierzu waren geladen: Prinz und Prin=
zeſſin
Friedrich und Prinz von Sachſen=Meiningen.
Sport.
Nationale Olympiſche Spiele.
nn. Die am geſtrigen Sonntag von dem Darm=
ſtädter
Sportklub 1905 auf dem Sportplatz an der
Windmühle veranſtalteten Nationalen Olympiſchen Spiele
hatten ſich einer regen Beteiligung der Sportfreunde zu
erfreuen und auch das Publikum hatte ſich ſehr zahlreich
eingefunden. Die Leitung der Wettkämpfe lag in den
Händen der Vertreter der deutſchen Sportbehörde, der
Herren Floßbarth und K. Gewinner und die
ſportlichen Leiſtungen waren ausgezeichnet. Ver=
treten
waren die Sportvereine von Offenbach, Kaſtel,
Frankfurt a. M., Worms, Höchſt a. M., Walldorf. Straß=
burg
i. E., Mombach, Langen, Mannheim, Biebrich,
Aſchaffenburg und Mainz. Die Wettkämpfe begannen um
11 Uhr vormittags und endeten um 9 Uhr abends. Es
erhielten Preiſe: I. 50 Meterlaufen für Junio=
ren
1. Rebenſchütz=Frankfurt, 2. Ph. Baader= Aſchaffen=
burg
. II. 100 Meterlaufen für Junioren
1. Willy Heſſer=Frankfurt a. M., 2. K. Rebenſchütz= Frank=
furt
a. M. III. Hochſprung (Rekord 1,80 Meter):
1. Hebermeier=Frankfurt a. M., 2. Aug. Behringer= Darm=
ſtadt
. IV. 100 Meterlaufen für Mitglieder
des Mittelrheingaues des V. S. F. V.: 1. H. Wen=
ſeler
=Worms, 2. Salomon=Mainz. V 100 Meterlau=
fen
für Schüler: 1. Korach=Frankfurt a. M., 2. Rühl=
Frankfurt a. M. VI. 100 Meterlaufen für Se=
nioren
: 1. Wenſeler=Worms, 2. Ph. Eminger= Frank=
furt
a. M. VII. Kugelſtoßen (Deutſcher Rekord
12,63 Meter): 1. Joſ. Otto=Darmſtadt, 2. Lud. Mulch=
Darmſtadt. VII. 400 Meter=Stafettenlaufen
(Wanderpreis des Frhrn. v Oetinger): 1. Turnſportver=
ein
Frankfurt a. M., 2. Fußballklub Kickers=Frankfurt a. M.
IX. Diskuswerfen (Deutſcher Rekord 39,06 Meter):
1. Joſ. Otto=Darmſtadt, 2. H. V. Müller=Frankfurt a. M.
X. 400 Meterlaufen für Senioren: 1. Hch. Wen=
ſeler
=Morms, 2. Salomon=Mainz. Xl. Stabhoch=
XII. 800 Met.=Vorgabelaufen: 1. J. Wickmann= Konferenz abgehalten.
Höchſt, 2. W. Gebhardt=Darmſtadt, 3. G. Merkel=Darmſtadt.
XIII. 3000 Metergehen (Deutſcher Rekord 12,55
Minuten): 1. Wilhelm Galm=Offenbach, 2. Ph. Dörz=
bacher
=Höchſt a. M., 3. W. Krüger=Darmſtadt. XIV. 1000
Meterlaufen für Junioren: 1. C. Kretzſchmar=
Frankfurt a. M., 2. K. Rauſchelbach=Langen, 3. Hans
Schröck=Darmſtadt, 4. Gg. Merkel=Darmſtadt. Die Preis=
verteilung
und ein gemütliches Zuſammenſein im Palais=
Reſtaurant beſchloß die Veranſtaltung.

sr. Das Internationale Schachmeiſter=
ſchafts
=Turnier ergab in der fünfzehnten Runde
die Siege von Teichmann über Salve, Spielmann über
Speyer, Alechin über Tartakower, Schlechter über
Niemzowitſch, Marſhall über John und Tarraſch über
Chomitmirski. Die Partie Yates=Fleiſchmann ergab
Remis, während die Partie Köhnlein=Leonard unbe=
endet
blieb. Von den Hängepartien gewann Duras
die ſeine gegen Alechin und Tarraſch ſeine gegen John.
Schlechter führt im Geſamtklaſſement mit 10½ Punkten
vor Niemzowitſch mit 9½, Duras und Spielmann mit
je 9 Punkten.
Luftſchiffahrt.
* Frankfurt, 6. Aug. Der vom Deutſchen
Fliegerbund veranſtaltete Ueberlandflug Frank=
fürt
-Mainz-Mannheim iſt kein ſogenanntes
aviatiſches Meeting, bei dem Schauflüge vor einem
großen Publikum vorgeführt werden. Man wird zwar
den Aufſtieg eines der konkurrierenden Flieger nach
Möglichkeit durch einen roten Korb ankündigen, aber
man wird ſelbſt dann, wenn man noch rechtzeitig auf
dem Startfeld, dem Griesheimer Exerzierplatz, ein=
trifft
, nur den Aufſtieg ſehen; in wenigen Minuten
wird der Flieger den Augen entrückt ſein. Auf dem
Startplatz werden ſieben Schuppen zur Unterbringung
der Apparate errichtet; das Feld wird durch ein Draht=
gitter
abgeſperrt, der Eintritt iſt nur gegen Karte ge=
ſtattet
. Als Flugſtrecke iſt die von der Natur gegebene
Linie zwiſchen Rhein und Main gedacht. An den End=
punkten
, auf dem Mainzer Sand und auf dem Mann=
heimer
Exerzierplatz, werden Drachen oder Pilotbal=
lons
als Richtlinien für die Flieger aufgelaſſen, die
nach Möglichkeit von Automobilen verfolgt werden
ſollen, in denen für den Fall einer ungünſtigen Land=
ung
Aerzte mitgeführt werden. Bis jetzt haben ſich,
wie berichtet, fünf Teilnehmer angemeldet.
* Metz, 6. Aug. Die Metzer Luftſchiffma=
növer
, die am Donnerstag zu Ende gegangen waren,
ſollen gemäß Beſchluß der Militärbehörde doch noch um
eine Woche verlängert werden. Mit der Gas=
füllung
des Groß iſt der 2 I nachgefüllt worden,
der Parſeval wird auch bis ſpäteſtens Dienstag wie=
der
für den Aufſtieg bereit ſein. Die Leitung des 2 I‟
wird Major Sperling, die des Parſeval Hauptmann
George übernehmen.
r Die Salonreiſe über den Ozean, die
der Amerikaner Wellmann mit ſeinem Lenkballon
plant, wird vorausſichtlich am 20. d. M. beginnen. Für
die Reiſe iſt der Lenkballon Amerika auserſehen, der
außer Wellmann und ſeinem Begleiter Varrimann noch
zwei Mechaniker, einen Telegraphiſten und einen
weiteren Herrn aufnehmen ſoll. Außerdem wird man
in der Gondel ein Rettungsboot und für 30 Tage
Proviant mitführen. Für die Ueberfahrt von New=
York bis zur engliſchen Küſte, womöglich bis nach Lon=
don
, ſind ſechs Tage in Ausſicht genommen. Die Fahrt
iſt vom Daily Telegraph und den New York Times
inſzeniert worden und nimmt nicht allzu großes ſport=
liches
Intereſſe in Anſpruch.
Arbeiterbewegungen.
II.B. Hamburg, 6. Aug. Die Zahl der ſtreiken=
den
Werftarbeiter Hamburgs betrug geſtern
abend 10000. Die Zahl der Arbeitswilligen iſt da=
gegen
ganz minimal und beſchränkt ſich tatſächlich auf
die Werftführer und die Lehrlinge. Die Schiffs=
werften
ſind dadurch zur vollſtändigen Einſtellung ihrer
Tätigkeit genötigt. Sie werden aber davon weniger
betroffen, weil für die Ablieferung der Handelsſchiffe
lange Lieferungsfriſten vorgeſehen ſind. In große
Ungelegenheiten kommen dagegen die Schiffswerften, I
die Marinebauten in Auftrag haben. Zurzeit ſind 7
Linienſchiffe, 3 Panzerkreuzer und 4 kleinere Kreuzer
in Hamburg, Kiel, Stettin und Danzig im Bau. Dieſe

Banten dirſten ſich verzigern. In der Hafengegend
fanden ſchon Zuſammenrottungen ſtreikender Werft=
arbeiter
ſtatt, die jeden Arbeitswilligen beläſtigen. Es=
iſt
auch ſchon mehrfach zu Tätlichkeiten gekommen, doch
konnte ein zahlreiches Polizeiaufgebot ernſte Ruhe=
ſtörungen
vermeiden.
* Hamburg, 6. Aug. Da infolge der Ablehnung
der von den Werftarbeiter=Organiſationen geſtellten
Forderungen die Arbeiter auf den Werften in Ham=
burg
in den Ausſtand getreten ſind, wurde in
der heute abgehaltenen Sitzung des Vereins Deutſcher
Seeſchiffswerften einſtimmig beſchloſſen, im Laufe der
nächſten Woche auf ſämtlichen Werften eine große
Betriebseinſchränkung eintreten zu laſſen.
I.B. Stettin, 6. Aug., In vier ſtark beſuch=
ten
, ruhig verlaufenen Verſammlungen nahmen geſtern
abend die Stettiner Werftarbeiter Stellung
zur Arbeitsniederlegung ihrer Hamburger Kollégen.
Es wurde eine gleichlautende Reſolution angenom=
men
, in der ſich die Stettiner Werftarbeiter mit dem
Vorgehen ihrer Hamburger Kollegen durchaus einver=
ſtanden
erklären und zum Ausdruck bringen, daß ſie
dem Beſchluß der Vorſtände der in Betracht kommen=
den
Gewerkſchaften mit Vertrauen entgegenſehen.
* Paris, 7. Aug. Aus Madrid wird gemeldet:
Die Regierung widmet ihre gauze Aufmerkſamkeit jetzt
dem Streik in Bilbav. Wenn die dortigen Ar=
beitgeber
ihre unnachgiebige Haltung beibehalten, dann
wird der Miniſter des Innern, der noch in Bilbao
weilt, nach Madrid zurückkehren, und der Miniſterrat
wird am Montag anßerordentliche Beſchlüſſe faſſen, um
den Streik abzuwenden, denn er kann eine Verlänger=
ung
der gegenwärtigen Lage nicht dulden, welche die
Exiſtenz der Arbeiter in ganz Spanien bedroht. Die
öffentliche Meinung mißbilligt die Haltung der Ar=
beitgeber
, und da die Regierung die öffentliche Mein=
ung
auf ihrer Seite hat, wird ſie wiſſen, ihre Entſcheid=
ungen
durchzuſetzen.
* Glasgow, 6. Aug. Obſchon die Ausſperre
ung im Schiffsbaugewerbe abgewendet iſt,
ſcheint eine neue Kriſis bevorzuſtehen. Die Ab=
ſtimmung
der vereinigten Werftarbeiter über die Lohn=
frage
iſt nunmehr nahezu beendet. Dem Vernehmen
nach weiſt die überwiegende Mehrheit der Arbeiter die
ſprung (Deutſcher Rekord 3,54 Meter): 1. Aug. Behrin= Vorſchläge der Arbeitgeber zurück. Ueber die ganze
ger 3,10 Meter, 2. Franz Oberndorfer=Walldorf 3.05 Meter. Frage wird wahrſcheinlich in 14 Tagen in Carlislereine
Landwirtſchaftliches.
* Gemeinſamer Obſtbaumbezug. Der
Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß beabſichtigt, im Herbſt
I. Js. einen gemeinſamen Bezug von Obſtbäumen in
ſortenechten und wüchſigen Exemplaren zu veranſtal=
ten
. Es ſind Mittel bereit geſtellt, um den Beſtellern
von Obſtbäumen (Hochſtämme, Halbſtämme, Buſch=
häume
und Pyramiden), ſoweit die betreffenden Mittel
ausreichen, einen Teil des Ankaufspreiſes, deſſen Höhe
noch ſpäter bekannt gegeben wird, nachzulaſſen. Wie=
derverkäufer
erhalten keinen Nachlaß. Der Landwirt=
ſchaftskammer
=Ausſchuß trägt außerdem die Ankaufs=,
Verpackungs= und Transportkoſten der Bäume.
Bei der Preisnachlaßgewährung finden nur die
hier unten angegebenen Sorten Berückſichtigung.
I. Hochſtämme. a) Aepfel: Winter=Goldparmäne.
Baumanns Reinette. Harberts Reinette. Schöner von
Boskoop. Großer Rheiniſcher Bohnapfel. Schafnaſe
(Frankfurter). Roter Eiſerapfel. Champagner= Rei=
nette
. Kaſſeler Reinette. Graue franz. Reinette.
Canada=Reinette. Spätblühender Taffetapfel. Par=
kers
Pepping. Boikenapfel. Ribſtons Pepping. b)
Birnen: Gute Luiſe von Avranches. Diels Bukter=
birne
. Herzogin von Angouleme. Beſtebirne. Großer
Katzenkopf. Clairgeaus Butterbirne. Mollebuſch.
Paſtorenbirne. Amanlis Butterbirne. e) Stein=
obſt
: Wangenheims Frühzwetſche. Anna Späth.
Napoleonskirſche. Hedelfinger Rieſenkirſche. Früheſte
der Mark. Aprikoſe von Nancy. Aprikoſe von Breda.
II. Buſchbäume: Landsberger Reinette. Reinette
von Blenheim. Ananas=Reinette. Clairgeaus Butter=
birne
. Gellerts Butterbirne. Gute Luiſe. Diels
Butterbirne. Klapps Liebling. Die Beſtellungen ſind
ſpäteſtens bis 25. Auguſt l. Js. an den Landwirtſchafts=
kammer
=Ausſchuß für die Provinz Starkenburg ( Bis=
marckſtraße
52) in Darmſtadt zu richten.

Vermiſchtes.
* Das Vorleſungsverzeichnis der
Handels=Hochſchule Mannheim für das
Winterſemeſter 1910/11 iſt erſchienen und kann vom
Sekretariat der Handels=Hochſchule (A. 4. 1) unent=
geltlich
bezogen werden. Der Unterrichtsplan zerfällt
in Handelswiſſenſchaften (Buchführung, Kaufmänniſche
Arithmetik, Politiſche Arithmetik, Handelsbetriebs=
lehre
, Handelsgeſchichte), Volkswirtſchaftslehre, Ver=
ſicherungsweſen
, Genoſſenſchaftsweſen, Rechtswiſſen=
ſchaft
, Naturwiſſenſchaften, Geographie, Technik und
Warenkunde, Sprachen, Stenographie, Allgemeine
wiſſenſchaftliche Ausbildung. An den Samstagen wer=
den
unter Führung der Herren Geh. Hofrat Profeſſor
Dr. Gothein und Diplom=Ingenieur Dr. Mertens
volkswirtſchaftliche Exkurſionen Beſichtigungen von
Fabriken, Gewerbebetrieben, landwirtſchaftliche Aus=
flüge
uſw. abgehalten werden. Ein Hauptgewicht bei
der Aufſtellung des Unterrichtsprogramms wurde auf
den Seminarbetrieb gelegt, der in geſonderten Räum=
lichkeiten
des Hauſes (A. 3 Nr. 6) abgehalten wird. Es
ſind vorgeſehen: ein Handelswiſſenſchaftliches Semi=
nar
, ein Buchhaltungs=Seminar, ein Handelspädago=
giſches
Seminar (zur Ausbildung von Handels=
lehrern
), 6 Stunden für Praktiſche Uebungen, zwei
volkswirtſchaftliche Seminare, ein verſicherungswiſſen=
ſchaftliches
Praktikum, praktiſche Uebungen zum
B. G.=B., ein juriſtiſches Seminar und verſchiedene
fremdſprachliche Seminare. Auch ſollen im Winter=
ſemeſter
1910/11 erſtmals einige gewerbliche Einzel=
vorträge
abgehalten werden, wozu führende Perſön=
lichkeiten
der Mannheim=Ludwigshafener Großkauf=
mannſchaft
ihre Unterſtützung zugeſagt haben. Nähe=
res
hierüber wird ſpäter bekannt gegeben werden.
Das Winterſemeſter beginnt am 24. Oktober 1910. An=
meldungen
werden vom 3. Oktober ab vom Sekreta=
rigt
der Handels=Hochſchule und der Quäſtur der Uni=
verſität
Heidelberg entgegengenommen. Wegen Aus=
kunſtserteilung
wende man ſich an den Studiendirektor
der Handels=Hochſchule Mannheim, Profeſſor Dr. Beh=
rend
(A. 4. 1).
* Ein evangeliſches Gemeindeblatt in
Deutſch=Oſtafrika. Seit Anfang dieſes Jahres
erſcheint ein im Auftrage der ſämtlichen in Deutſch= Oſt=
afrika
arbeitenden evangeliſchen Miſſionsgeſellſchaften
von dem Superintendenten der Berliner Miſſionsge=
ſellſchaft
, Klamroth, in Daresſalaam herausgegebenes
Blatt für die evangeliſchen Gemeinden der Kolonie

[ ][  ][ ]

Nummer 183.

Seite 6e

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

unter dem Titel Pwani na Bara (d. h. Küſte und In=
land
). Es iſt in Suaheli geſchrieben und volkstümlich
gehalten. Das Blatt hat trotz der kurzen Zeit ſeines
Beſtehens bereits 700 Abonnenten gewonnen.
* Perennierender Reis? Nach Meldungen
franzöſiſcher Kolonialblätter iſt eine Entdeckung gemacht
worden, die, wenn ſie ſich beſtätigen ſollte, von geradezu
ungeheurer Tragweite ſein würde. Es handelt ſich um
die Auffindung einer perennierenden Reisart, die im Be=
zirk
Richard Toll der Kolonie Senegal weite Strecken be=
decken
ſoll. Der Entdecker iſt Profeſſor Ammann von der
höheren Schule für koloniale Landwirtſchaft, der im Auf=
trage
des Generalgouvernements von Franzöſiſch= Weſt=
afrika
im Jahre 1909 die Kolonie Senegal bereiſte. Früher
hatte mansangenommen, daß es ſich um wilden Reis
handle, der ſich durch ſeine ausgeſtreuten Samen ſelbſt
fortpflanze. Profeſſor Ammann ſtellte aber feſt, daß die
Wurzeln der Pflanze wirkliche Ryzomen ſind, die im Erd=
boden
eine Art Filz bilden und infolgedeſſen imſtande ſind,
ohne weitere Bearbeitung des Bodens alljährlich die
Pflanze zu erneuern und Frucht zu tragen. Muſter dieſer
Reisart ſind nach Paris geſandt und im Jardin colo=
nial
ausgeſät worden. Der perennierende Charakter die=
ſer
Pflanze ſoll auch hier in unzweifelhafter Weiſe feſtge=
ſtellt
worden ſein. Ausführliche Studien über die botani=
ſchen
Eigenſchaften dieſer Reisart, ſowie über ihren kom=
merziellen
Wert ſollen in Kürze erſcheinen. Sollten ſich
die Hoffnungen, die man an die Entdeckung dieſer Pflanze
knüpft, beſtätigen, ſo könnten mit Hilfe derſelben die Le=
bensverhältniſſe
der Eingeborenen in einem großen Teil
des tropiſchen Afrika bedeutend verbeſſert, insbeſondere
den vielfach periodiſch auftretenden Hungersnöten
leichter begegnet werden.

Literariſches.
* Dier diplomatiſche Urſprung des
Krieges von 1870/71, geſammelte Urkunden,
herausgegeben vom franzöſiſchen Miniſterium des Aus=
wärtigen
. Das bedeutende Werk, deſſen erſten Band
wir eingehend beſchrieben haben in Nr. 173 des Tgbl.
vom 27. Juli (Das amtliche franzöſiſche Werk über
den Urſprung des Krieges von 1870/71) erſcheint in
deutſcher Ueberſetzung bei der Verlagsan=
ſtalt
für Literatur und Kunſt, A.=G., in
Berlin NW. 23, Leſſingſtr. 40. Der erſte Band in
würdiger Ausſtattung iſt bereits erſchienen. Der Ur=
ſprung
des Krieges wird bis auf das Jahr 1863 zurück=
geführt
und erhalten wir ſomit gleichzeitig genaue
Kenntnis von den wirklichen diplomatiſchen Vorgängen
in den Jahren 1864 und 1866, ſo daß das Werk gleich=
ſam
eine kontrollierende Geſchichte des däniſchen
und öſterreichiſchen Krieges mit ſämtlichen
bisher der Oeffentlichkeit unbekannt gebliebenen
Details iſt. Wir werden nach Erſcheinen der weiteren
Bände nochmals eingehend auf das Werk zurück=
kommen
.
Auf gewundenen Wegen. Novelle von
Willy Pauly, Leipzig. Verlag für Literatur, Kunſt
und Muſik. Preis geh. 1,25 Mk., geb. 2 Mk. Von
Liebesluſt und=leid erzählt dieſe ſchlichte Geſchichte,
die nichts mit Problemkunſt und Seelentüftelei zu ſchaf=
fen
hat. Menſchliches und Allgemeinmenſchliches der
Novellengeſtalten wird durch trübe Stunden gebüßt,
aber ein glücklicher Ausgang beendet das Ganze. Ein
ſympathiſches Gemüt ſpricht aus dem Werkchen, das
manchen freundlichen Leſer gewinnen wird.
Was die Kindermode Neues bietet, erfährt jede
Mutter am beſten durch Bezug des Mitte Auguſt erſchei=
nenden
Favorit=Modenalbums das zum Preiſe
von 60 Pfg. erhältlich, neben einer großen Anzahl eleganter
und praktiſcher Toiletten für die Damenwelt die letzten Er=
ſcheinungen
auf dem Gebiete der Kindergarderobe bringt
und dadurch jede Mutter in den Stand ſetzt, ſich über die
neue Mode zu orientieren. Zu beziehen iſt das reich illu=
ſtrierte
Album durch die Internationale Schnittmanufaktur,
Dresden=N. 8, oder durch deren Agenturen.
Kleider machen Leute, ſagt ein bekanntes Sprich=
wort
. Doch kommt es ſicher dabei weniger auf den
Wert der Stoffe als auf die elegante Arbeit und den
Schick an. Wie man ſich auch mit geringen Mitteln
nach der neueſten Mode kleiden kann, das lehrt uns das
weltbekannte illuſtrierte Modenjournal Große Mo=
denwelt
mit bunter Fächervignette, Verlag von
John Henry Schwerin, Berlin W. 57. Jeder Nummer
dieſes monatlich zweimal erſcheinenden Journals liegt
der anerkannt muſtergültige Schnittbogen bei, außer=
dem
liefert der Verlag Extraſchnitte nach eingeſandtem
Körpermaß zu den eigenen minimalen Selbſtkoſten von
50 Pfg. pro Schnitt, ſo daß ſelbſt eine Anfängerin ſich
leicht alle ihre Koſtüme allein herſtellen kann. Ferner
bietet das Blatt Ueberraſchendes in ſeinen mit Recht ſo
beliebten Beilagen Unterhaltungsblatt, Handarbei=
ten
=Beilage, Neueſtes aus Paris, Praktiſches für
die Hausſchneiderei uſw. Große Modenwelt mit
bunter Fächervignette, Verlag von John Henry Schwe=
rin
, Berlin W. 35, nicht zu verwechſeln mit den
Blättern ähnlichen Stils! , iſt für nur 1 Mark vier=
teljährlich
zu beziehen von allen Buchhandlungen und
Poſtanſtalten. Gratis=Probenummern bei erſteren und
dem Verlage von John Henry Schwerin, Berlin W. 35.

Letzte Nachrichten.
(Wokffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 6. Aug. Der Nordd. Allg. Ztg. zufolge
tritt der Kronprinz vorausſichtlich im November
eine Studien= und Informationsreiſe nach
Oſtaſien an unter Berührung Indiens.
* Verlin, 6. Aug. Der Verkauf der Panzer=
ſchiffe
Kurfürſt Friedrich Wilhelm und Weißen=
burg
wurde geſtern perfekt. Der Kaufpreis beträgt
18 Millionen.
* Berlin, 6. Aug. Der Reichsanzeiger meldet:
Verliehen wurde: Der Rote Adlerorden erſter Klaſſe
dem lateiniſchen Patriarchen von Jeruſalem, Mon=
ſignore
Camaſſei, der Rote Adlerorden zweiter
Klaſſe dem Abteilungsdirektor der Generaldirektion
der indirekten Steuern in Konſtantinopel Mehmed
Nazim Bey, der Stern zum Kronenorden zweiter
Klaſſe dem türkiſchen Brigadegeneral Abdurrahim
Bey, der Kronenorden zweiter Klaſſe mit Stern dem
Weihbiſchof von Jeruſalem Monſignore Piccardo
und dem Kuſtos des Heiligen Landes Padre Razzoli
in Jeruſalem.
* Aſchaffenburg, 7. Aug. Der Gymnaſialprofeſſor
Dr. Philipp Madi aus Mainz verunglückte
heute gegen 11 Uhr vormitags mit ſeinem Automobil
bei Kilometerſtein 6,5 auf der Dieburger Gemarkung.
Er wurde ſo ſchwer verletzt, daß er nach zwei Stunden
verſtarb. Seine Frau erlitt ebenfalls Verletzungen.
* Köln, 6. Aug. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Berlin: Geſtern abend iſt hier der Vertrag über den An=
kauf
der beiden deutſchen Panzerſchiffe

Weißenburg und Kurfürſt Friedrich Wilhelm vom
türkiſchen Botſchafter amtlich unterzeichnet wor=
den
. Danach iſt das Geſchäft endgültig abgeſchloſſen.
* Köln, 6. Aug. Wie die Kölniſche Zeitung erfährt,
hat Prinz Heinrich der XXII. von Reuß, der nach
einer einjährigen Reiſe in Südweſt= Süd= und Oſtafrika
nächſten Monat wieder in Europa eintrifft, bei Morogoro,
unweit der Mittelbahn, Ländereien im Umfange von etwa
1000 Hektar angekauft, um eine Pflanzung mit vorwiegend
Kautſchuk anzulegen. Die Anſtalten zur Inſtandſetzung
ſind ſchon getroffen.
* Plauen im Vogtland, 7. Aug. Heute Nachmittag
verunglückte der Neuen Vogtländ. Ztg. zufolge am
Kapellenberg bei Schönburg das Automobil des
Direktors einer hieſigen Maſchinenfabrik, Frank. Die
Frau des Direktors ſowie der Chauffeur ſind tot. Die
Tochter des Direktors, ſowie zwei Herren, die an der
Fahrt als Gäſte teilnahmen, wurden ſchwer verletzt. Der
Direktor blieb unverletzt.
* Wilhelmshaven, 6. Aug. Der Verkauf alter
Kriegsſchiffe wird fortgeſetzt. In den letzten
Tagen wurde gemeldet, daß in Danzig der Verkauf
der früheren Kaiſerjacht Kaiſeradler (ehem. Hohen=
zollern
) ſtattgefunden habe. Nunmehr macht die hieſige
Kaiſerliche Werft bekannt, daß die alten Panzerkano=
nenboote
Weſpe Chamäleon und Salamander
verkauft werden ſollen. Dieſe Boote ſind aus den Liſten
der Kriegsſchiffe geſtrichen und ſtammten aus den
erſten Zeiten der deutſchen Marine (1876 bis 1880). Sie
hatten 1100 Tonnen Waſſerverdrängung und liefen
höchſtens. 8 Seemeilen in der Stunde. Gefechtswert
beſaßen ſie ſchon ſeit länger als zehn Jahren nicht mehr.
* Wien, 7. Aug. Wie das Wiener Corr.=Bureau
von zuſtändiger Stelle erfährt, iſt die von deutſchen
Blättern gebrachte Meldung über die Verfolgung
der deutſchen Segeljacht Niſida durch fünf
öſterreichiſche Torpedoboote und ihre Beſchlagnahme in
den Gewäſſern von Pola nicht zutreffend. Die
Jacht iſt vielmehr entſprechend den Hafenvorſchriften wie
jedes fremdländiſche Fahrzeug, das ſich in den Territorial=
gewäſſern
des Feſtungsgebiets aufhält, nur von einem
Torpedoboot beobachtet und ſpäter von den Zollorganen
viſitiert worden. Nachdem die Viſitation nichts An=
ſtößiges
ergeben hatte, konnte die Jacht ihre Reiſe
fortſetzen.
Salzburg, 6. Aug. In Anweſenheit des Erzher=
zogs
Eugen fand heute die feierliche Grundſteinlegung
des Mozarthauſes ſtatt.
* Paris, 7. Aug. Der Temps bringt eine längere
Erklärung des griechiſchen Miniſterpräſidenten Dra=
gomis
, in welcher ſich derſelbe zunächſt über die
Kandidatur Venizelos zur griechiſchen Depu=
tiertenkammer
äußert. Nach griechiſchem Geſetz, ſo
führte Dragomis aus, werden die Kandidaten von den
Wählergruppen aufgeſtellt. Dies Recht der Wähler iſt
unbegrenzt. Sie können aufſtellen, wen ſie wollen,
einen Franzoſen, einen Engländer oder gar einen
Eskimo. Wird ein ſolcher Kandidat gewählt, ſo wird
eb zwar als gewählter Deputierter proklamiert, aber
ein gewählter Kandidat wird erſt wirklicher De=
putierter
nach der Wahlprüfung. Dieſe
Prüfung erfolgt erſt, nachdem feſtgeſtellt worden iſt,
erſtens, ob der Gewählte griechiſcher Bürger iſt. und
wenn dies der Fall, ob er in keinem anderen Staate
ein Amt bekleidet. Venizelos iſt zwar griechiſcher
Bürger, aber er übt ſtaatliche Funktionen in Kreta
aus, welches nicht zu Griechenland gehört. Demgemäß
könnte Venizelos zwar als Kandidat aufgeſtellt wer=
den
, aber wenn er gewählt würde, könnte er ſein Man=
dat
erſt ausüben, nachdem er ſeine Würden und Aemter
in Kreta niedergelegt hätte. Man habe, ſo fährt Dra=
gomis
fort, von der Umwandlung der reviſioniſtiſchen
Kammer in eine konſtituierende Nationalverſammlung
geſprochen. Man dürfe hoffen, daß dies nicht eintreten
wird, und daß die reviſioniſtiſche Kammer nicht über
das Programm hinausgehen wird, das ihr von der
letzten Deputiertenkammer geſtellt worden iſt. So=
lange
ich an der Spitze der Regierung ſtehe, wird die
Regierung alle Anſtrengungen machen, um die Kammer
in den Grenzen des Programms zu halten, denn die
lmwandlung derſelben in eine konſtituante würde eine
revolutionäre Maßregel ſein, deren Tragweite nicht
abzuſehen wäre. Die reviſioniſtiſche Kammer wird zu
ihrer Aufgabe ſechs Wochen bis zwei Monate gebrau=
chen
, und wenn ſie ihre Aufgabe erfüllt hat, einer re=
gulären
Kammer Platz machen. Man hat auch von
iner Miniſterkriſis geſprochen. Sobald ſich die revi=
ſioniſtiſche
Kammer konſtituiert habe, werde die Re=
gierung
ihr Mandat niederlegen mit der Erklärung,
daß ſie ihr Mandat erledigt habe und es werde dann
Sache der reviſioniſtiſchen Kammer ſein, den Politiker
zu bezeichnen, der bei der Reviſion der Verfaſſung prä=
idieren
ſoll. Er (Dragomis) habe kein Verlangen,
ewig am Ruder zu bleiben.
* Paris, 7. Aug. Der auf der Rückreiſe in Paris
eingetroffene ſpaniſche Geſandte beim Vatikan, Ojeda,
erklärte einem Berichterſtatter des Matin gegenüber
bezüglich des Konfliktes mit dem Vatikan: Von einem
Abbruch der diplomatiſchen Beziehungen
oder von einem Abbruch der Verhandlungen iſt keine
Rede. Unſer Geſchäftsträger in Rom hat die Wei=
ung
, den Empfängen des diplomatiſchen Korps auch
am Dienstag beizuwohnen. Ich fahre morgen nach
San Sebaſtian, um mit dem Miniſter des Aeußern zu
konferieren und ſeine Inſtruktionen zu empfangen.
* Madrid, 6. Aug. Miniſterpräſident Canalejas
erklärte in einer Rede über die klerikale Agitation,
6000 Mann ſtänden angeblich bereit, um nach Bilbao
und San Sebaſtian zu marſchieren. Aber wenn die
Gegner der Regierung eine Erhebung verſuchen ſollten,
ſo habe dieſe 50000 Mann zur Verfügung,
welche man überall hinſenden könnte, wo ſie nötig ſeien.
* San Sebaſtian, 7. Aug. In vergangener Nacht
trafen zwei Schwadronen Gendarmen ein. Die Bahn=
höfe
ſind von Truppen beſetzt. 2000 Katholiken
ſind in der Stadt; ihre Haltung iſt friedlich. Der
Generalkapitän hatte eine Konferenz mit Canalejas, dem
er verſicherte, daß eine Störung der Ruhe nicht zu
befürchten ſei.
San Sebaſtian, 7. Aug. Die Organiſations=
ausſchüſſe
ließen an die Bevölkerung von Biscaya und
Navarra die Mitteilung gelangen, daß ſie von der ge=
planten
Kundgebung der Katholiken Abſtand
genommen haben, weil die Regierung die Transport=
mittel
mit Beſchlag belegt habe. Sie proteſtieren gegen
die Akte der Willkür und beklagen es, daß die Armee
dazu beſtimmt ſei, die Ordnung gegen die Katho=
liken
aufrecht zu erhalten, die das Heer liebten und
ſchließen mit der Aufforderung, die Katholiken ſollten
den Mut nicht ſinken laſſen. Als geſtern
abend eine Gruppe Manifeſtanten von einem
Balkon herab: Nieder mit Spanien! Es lebe
der Papſt! riefen, verſuchten etwa tauſend Per=
ſonen
das Haus zu ſtürmen. Der Gouverneur eilte an
der Spitze von Polizei= und Gendarmeriemannſchaften

herbei und ſtellte die Ruhe wieder her mehrere Perſonen
wurden verletzt, 44 verhaftet. Im Zentrum der Stadt
herrſcht Ruhe. Bei Hausſuchungen wurde eine Anzahl
Feuerwaffen gefunden und 132 Verhaftungen vor=
genommen
; gegen 3 Uhr morgens wurde die Gendarmerie
zurückgezogen.
* San Sebaſtian, 7. Aug. Vier Perſonen,
welche heute Morgen vor einem Café riefen: Es lebe
der Papſt! ſind verhaftet worden. Die Stadt iſt ruhig,
* Barcelona, 6. Aug. Geſtern Abend kam es zu
einem neuen Zuſammenſtoß zwiſchen Karliſten
und Radikalen. Die Kämpfenden wurden durch die
Polizei ausgetrieben.
* Granada, 7. Aug. Die im Bau begriffene Brücke
in der Ortſchaft Rubite iſt eingeſtürzt. Zwei Perſonen
wurden getötet und mehrere verletzt.
* Portsmonth, 6. Aug. Durch eine Petroleum=
exploſion
auf dem Unterſeebvot A I wurden zwei
Offiziere und vier Matroſen verwundet.
* Petersburg, 6. Aug. In den letzten 24 Stunden
ſind an der Cholera 102 Perſonen erkrankt und
29 geſtorben. Die Zahl der Erkrankten beträgt 719.
* Petersburg, 6. Aug. Prinzeſſin Maria von
Baden iſt heute abend nach dem Ausland abgereiſt.
* Konſtantinopel, 6. Aug. Der Jeni Gazetta
zufolge beſchloß die Regierung, um die Ordnung auf
Samos und den anderen Inſeln des Archipels dauernd
zu ſichern, das Panzerſchiff ar=i=tewfik nach
dem Archipel zu entſenden, wo ſich bereits eine Panzer=
korvette
und zwei Torpedoboote befinden.
* Winnipeg, 6. Aug. Der Sonderzug, in dem
ſich der Premierminiſter Laurie und der Eiſenbahn=
miniſter
Graham befanden, ſtieß bei einer Fahr=
geſchwindigkeit
von 60 Meilen in der Stunde in der
Nähe von Regina mit einem Güterzuge zuſammen,
Der Premierminiſter wurde am Knie verletzt und er=
litt
einen ſtarken Nervenſchok, und der Eiſenbahnmini=
ſter
eine Verrenkung des Knies. Andere Perſonen
kamen mit leichten Verletzungen davon. Ein Heizer
wurde getötet. Die Fortſetzung der Rundreiſe des
Premierminiſters ſcheint in Frage geſtellt.
* Teheran, 7. Aug. Die Stadt befindet ſich im
Kriegszuſtande, die offenen Plätze ſind von der
Polizei und Gendarmerie beſetzt; die Bachtiaren haben
das Parlamentsgebäude beſetzt und zur Ver=
teidigung
eingerichtet. Die Bevölkerung hat die Abliefe=
rung
der Waffen eingeſtellt, nachdem ſich herausgeſtellt
hat, daß die Fidei und Leute der Tapiſedepartei in
Polizei= oder Militäruniform auftreten. Die Fidei kon=
zentrieren
ſich unter der Führung Sattar Khans und
Baghir Khans.

Berlin, 6. Aug. Der Kaſſierer Becker von der
Filiale II des Verbandes der Lederarbeiter und Leder=
arbeiterinnen
Deutſchlands iſt ſpurlos verſchwun=
den
. Er verübte ſeit 1906 Unterſchlagungen.
Dortmund, 6. Aug. Einem Lehrling, der auf dem
Bahnpoſtamte 4000 Mark einzahlen wollte, wurden von
einem Polen 2000 Mark vom Zahlbrettentwen=
det
. Der Lehrling verlor jedoch die Geiſtesgegenwart
nicht und ſetzte dem Räuber nach, der mit Hilfe von Paſ=
ſanten
gefaßt wurde. Im Polizeigefängnis beging der
Räuber einen Selbſtmordverſuch, der aber noch rechtzeitig
entdeckt wurde.
Petersburg, 6. Aug. In einem vornehmen Gaſt=
hauſe
am Imatrafall erſchoß ſich der Graf Stanislaus
Potocki, nachdem er ſeine Gefährtin Korezka an der
Brücke erdolcht hatte, weil eine Heirat zwiſchen beiden un=
möglich
war.
Konſtantinopel, 6. Aug. In der kaiſerlichen
Fezfabrik wurden große Unterſchlagungen entdeckt.
Es ſoll ſich um 7½ Millionen Mark handeln. Der
frühere Direktor der Fabrik und mehrere Beamte wurden
dem Kriegsgericht überwieſen.

Bad Nauheim

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Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Ver=
luſte
ſagen wir Allen, insbeſondere Herrn Pfarrer
Waitz für die troſtreiche Grabrede unſeren tief=
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gefühlteſten Dank.
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von 107 Uhr).
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Crafenſtraße): Vorſtellungen von 311 Uhr.
Verſteigerungskalender.
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Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr in der
Ludwigshalle‟.
Pferde= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr im Großh.
Hofmarſtall.
Villa=Verſteigerung des Walter Möller um 3 Uhr
auf dem Amtsgericht Zwingenberg.

Druck und Verlag: L. C. Wiltich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Anzeigenteil: F. Kroſi, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht derückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

[ ][  ][ ]

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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

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Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

Nummer 183,

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[ ][  ][ ]

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Frau Jupp.
Erzählung von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
11)
Stillgeſeſſen!
Boſemb ritt ſeinem Eskadronschef, einem eleganten
Herrn mit ſorgſam gepflegten, blonden Schnurrbart, ent=
gegen
und meldete,
Mojen, zweite Schwadron!
Mojen, Herr Graf!
Während die Ulanen ſeinen Gruß erwiderten, drückte
Braf Welcken ſeinem Oberleutnant die Hand, dann ritt er
die Front ab, ſorgſam Mann und Pferd muſternd.
Herr Leutnant von Wangleben, führen Sie die
Schwadron nach Walbotten!
Zu Befehl, Herr Graf!
Kommen Sie, Boſemb, wir reiten voraus!
Der wunderte ſich nicht weiter darüber. Der Graf
hatte früher bei der Garde geſtanden, dann im General=
ſtab
. Blieb höchſtens zwei, drei Jahre hier, dann holte
er wieder die Hoſen mit den himbeerfarbenen, breiten
Streifen aus dem Schranke. Hatte überhaupt ein bischen
andere Auffaſſung vom Dienſte als die guten Leutchen
hier. Schüttelte alles ein wenig aus dem Handgelenk,
bimſte nicht wie toll, und doch war Zug in der zweiten
Schwadron. Im übrigen hatte der Kommandeur, der
durchaussnicht auf den= Mund gefallen war, Reſpekt vor

In ſchanſteiht ichtſo lechtan wie daſe eder den
langen Kühlingk.
Welcken ſah in ſeinen Leutnants nicht nur die Unter=
gebenen
im Dienſte, ſondern ſeine Vertrauensleute, hob
ſichtlich den Abſtand hervor zwiſchen dem alten braven
Wachmeiſter und dem leichtſinnigen Wangleben. Offizier
war eben Offizier, und wenn man einmal deutlich werden
mußte, ſo ließ ſich das viel eindrucksvoller unter vier
Augen ſagen und die Privatiſſima zwiſchen Wangieben
und ſeinem Eskadronschef gehörten nicht gerade zu den
Seltenheiten. Aber mit Boſemb war er immer vorzüglich
ausgekommen, bis auf ein einziges Mal, gleich am An=
fang
, da hatte der dicke, oſtpreußiſche Schädel in einer
dienſtlichen Angelegenheit andere Anſichten gehabt, und
ſie ſcharf verfochten. Energiſch hatte ihm Welcken ſeinen
Standpunkt klar gemacht und mit der Zeit hatte er ein=
geſehen
, daß ſein Rittmeiſter zum Ziele kam, er ſagte es
ihm eines Tages offen. Der Graf hatte gelacht: Ja, die
Leute denken nämlich auch heutzutage, es führen viele
Wege nach Rom, ich habe dieſen probiert, und mir ſcheint,
er iſt gangbar! Und dann hatten ſie ſich die Hände ge=
ſchüttelt
, die letzte Mißſtimmung war überwunden.
Als ſie fünfhundert Meter vor der Schwadron waren,
ließ der Graf ſein Pferd in Schritt fallen und ſah Bo=
ſemb
an.
Nun ſagen Sie mir nur, tras haben Sie denn dieſe
Nacht angeſtellt?
Alſo das wußte man ſchon, daß er in dem tollen Wet=

üer loigeriten warf üind ihe er unch ehne Eapbent
vorbringen konnte, fuhr ſein Rittmeiſter fort:
Den kleinen Wangleben würde ich ja nicht fragen!
Aber von Ihnen nimmt mich das Wunder!
Herr Graf ſind ganz gewiß auf einer falſchen Fährte!
Der wiegte den Kopf hin und her.
Möchte ich arg bezweifeln, denn ich beobachte Sie
ſchon ziemlich lange! Sehen Sie, lieber Boſemb, Sie
ſind ein tadelloſer Offizier und Menſch, die Leute ver=
göttern
Sie. Wenn ich heute zur Schwadron ſagte: Frei=
willige
vor, Euer Oberleutnant ſitzt dort in der Patſche,
wer haut ihn mit raus? Glauben Sie, ein einziger bliebe
zurück? Zur Attacke, Lanzen gefällt, marſch, marſch hurra,
mit blanken Augen! Aber eines fehlt Ihnen, und das iſt
jammerſchade der große Zug! Müſſen ſich freier
machen, kein ſo ſteifes Rückgrat haben, biegſamer ſein,
nicht im ſchlechten Sinne natürlich! Was Sie ſich in den
Kopf geſetzt, muß klappen! Aber das tuts eben im Leben
leider nicht immer. Man muß auch zur rechten Zeit die
Achſen zucken können! Nicht nur eine halbe Stunde lang!
Verſtehen Sie mich nun?
Faſt ängſtlich ſah Boſemb ſeinen Rittmeiſter an. Hatte
der ihn ſchneller durchſchaut als er ſich ſelbſt?
Der Graf ließ nicht locker.
Wie ſtehen Sie mit Frau Riſſen?
Da war die Frage, die er erwartet, vor der er ſich ge=
fürchtet
hatte. Und in ſeinem Innern löſte ſich eine Span=
nung
. Sein Rittmeiſter war ein Mann, mit dem man

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

Nummer 183,

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Nächſt Gott danke ich Ihnen für
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Händen, ſeit4 Jahren naſſe, freſſende
Flechte, gut bewährt hat.
Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe, be=
grüße
ich Sie
hochachtungsvoll
Wwe. H.
Bismark, 1./11. 1905.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und Haut=
jeiden
angewandt, iſt in Doſen à
Mk. 1.15 und Mk. 2.25 in den Apotheken
vorrätig; aber nur echt in Original=
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deutſch reden konnte, der ihm den Blick freier machte, freier
als ſein leiblicher Vater, der genau ein ſolcher Starrkopf
war wie ſein Sohn. Ein harter Kampf tobte in ihm.

ruhiger, denn ſonſt verfangen meine Argumente nicht,
das iſt’s ja, was ich Ihnen ſchon vorher zum Vorwurf
machte, Sie wollen mit dem Kopfe durch die Wand

Herr Leutnant von Wangleben
ſchwenken und abſitzen!
TI.

laſſen Sie ein=

Vor welchem Abgrund ich ſtehe, weiß ich erſt ſeit heute
Nacht!
Heraus mit allem, Boſemb!
Ein Befehl war es.
Da verſchwieg er nichts, wälzte ſich von den Tagen
in Cranz bis zur heutigen Nacht die Qual vom Herzen.
Stoßweiſe kamen ihm die Sätze aus dem Munde, und der
Graf ritt neben ihm mit ſtarrem Geſicht und ſagte kein
Wort.
Und der Schrei, der riß mir die Binde von den
Augen! Er wird mir zeitlebens in den Ohren gellen!
Jawohl, ich bin ein Lump, begehre meines beſten
Freundes Weib und weiß doch, würde ſie es, wär’s
mein Unglück! Die Kugel in die Schläfe iſt alles,
was mir übrig bleibt und ich bin doch ein Chriſt,
jawohl, das bin ich! Sie iſt mein Schickſal, mein
verhängnisvolles! Da hilft kein Paktieren, weiß
nicht mal, ob ſie nicht auch in dieſen letzten Tagen
nur mit mir geſpielt hat! Aber was nutzt das Grü=
beln
? Nein nichts, gar nichts! Alſo, Herr Graf,
ein gutes Wort noch an meinen Vater nicht wahr,
das beſorgen Sie und Frau Riſſen und den braven
Jupp geſchont, ſie ſollen ein zufriedenes Leben haben,
ſoweit das möglich iſt!
Mit großen Augen ſah Boſemb ſeinen Rittmeiſter
an. Langſam wandte der ihm den Kopf zu.
Steht alſo noch viel ſchlimmer, als ich vermutet
habe! Reden wir ſachlich, mein Lieber! Werden Sie

und dabei zum Lumpen werden!
Nein, ſchreit er auf, das will ich eben nicht!
Wer ſich wegen eines Weibes, dieſes Weibes, eine
Kugel durch den Kopf ſchießt, iſt ein feiger Lump!
Herr Graf!
Warum werden Sie denn wild, Boſemb? Sie ver=
wechſeln
Weib mit Spielzeug! Denn was anderes
iſt Frau Riſſen nicht, eines, das ſich der reiche Riſſen
leiſten kann, Sie nicht, und dafür danken Sie Gott!
Auch dem fröhlichen Jupp werden noch die Augen auf=
gehen
. Nun, er kann ihr Seitenſprünge leichter Art
geſtatten, wird ſchließlich auch lernen, ſeiner Frau die
Kandare anzulegen, mit ſeinem Temperament renkt
er ſo manches wieder ein. Aber Sie ſchwerblütiger
Oſtpreuße gingen dran zu Grunde, und daß Sie das
erkannt haben, iſt für den Anfang eine ganze Menge
wert. Glauben Sie wirklich, man würde nicht dahin=
terkommen
, warum Sie ſich eine Kugel in den Kopf
gejagt haben? Sie nützen wahrhaftig niemand damit,
aber Ihrem alten, gediegenen Vater werden Sie ſchnell
ſein Grab ſchaufeln laſſen. Und Riſſens? Bleiben die
fröhlichen Leute, ein anderer tritt an Ihre Stelle
that is all! Herrjeh, da ſind wir ja ſchon in Wal=
botten
! Der königliche Dienſt verlangt uns jetzt, und
heute abend kommen Sie zu mir, nach dem Eſſen wer=
den
wir noch einen mehrſtündigen Privatdiskurs mit=
einander
haben.
Die Schwadron war herangekommen,

Leiſe ſchlich Riſſen ins Schlafzimmer.
Jupp!
Biſt ja munter, Herzblatt!
Gleich ſteh’ ich auf.
Nein, ſchon' Dich nur, dieſe Nacht hat keine Er=
holung
gebracht.
Sie fiel in die Kiſſen zurück und lächelte.
Wie gut Du biſt!
Da beugt er ſich über ſie und drückt ihr einen Kuß
auf die Stirn.
Es klopft an die Tür des Ankleidezimmers, Jupp
ſpringt auf vom Bettrand.
Was iſt denn los?
Von draußen antwortet der Diener:
Der Herr Rittmeiſter Graf Welcken möchte den
Herrn Leutnant gleich mal ſprechen.
Führen Sie den Herrn Grafen in mein Arbeits=
zimmer
, ich komme gleich! Was er nur will, Aſta?
Ein ſeltener Gaſt!
Du wirſt ja ſehen, bleib’ nicht zu lange, Jupp, ich
möchte auch noch ein bißchen mit Dir plaudern!
Machſt ja ein hölliſch verſchmitztes Geſicht!
Geh’ nur und ſei nicht ſo neugierig!

(Schluß folgt.)

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[ ][  ][ ]

Nummer 183.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

Seite 11,

F
bis

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 2 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1 Doberman, 1 Boxer.
Die Hunde lönnen von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
g
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des Waſſerrohrnetzes in den
unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche in der Zeit von 10 Uhr abends
tis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung
iees Waſſers mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich vorher
mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 8. zu Dienstag, den 9. Auguſt I. Js.
werden geſpült:
Spülbezirk V.
Derſelbe wird umfaßt von der Frankfurter=Straße (Herrngartenſeite), Odenwald=
lahn
, Dieburger= und Alexanderſtraße und enthält Theaterplatz und Muſeum.
Mitgeſpült werden die außerhalb liegenden Straßenteile: Kranichſteiner=Straße,
Hohlerweg, Dieburger=Straße und Ringſtraße (äußere), zwiſchen Dieburger=Straße und
Seiterswieſenweg.
Spülbezirk VIII.
Derſelbe liegt ſüdlich der Heinrichsſtraße bis zur Wilhelminen=, Karls= u. Beſſunger=
Straße und öſtlich der Ludwigshöhſtraße.
Mitgeſpült werden die Straßen der Mathildenhöhe.
2. In der Nacht von Mittwoch, den 10. zu Donnerstag, den 11. Auguſt
1. Js. wird geſpült:
Spülbezirk Ix.
Derſelbe liegt weſtlich des Straßenzuges Ludwigshöhſtraße, Beſſunger=, Karls= u.
Wilhelminenſtraße und wird von der Heinrichs= und Eſchollbrücker=Straße begrenzt.
Außerdem findet in der Nacht von Donnerstag, den 11. zu Freitag, den
12. Auguſt I. Js., eine Druckrohrſpülung ſtatt.
Darmſtadt, den 27. Juli 1910.

Städtiſche Waſſerwerksverwaltung.
IJ. V.: Fehmer.

(15515so

Bekanntmachung.
Betreffend: Die Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus zu Darmſtadt.
Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 35 245 bis einſchließlich Nr. 67 794
werden hiermit aufgefordert, die Verſatzzeit der Pfänder von jetzt ab bis 31. Auguſt
I. Js. gegen Entrichtung der einfachen Verlängerungsgebühr, ſowie ferner vom
1. bis 10. September ds. Js. gegen Zahlung der doppelten Gebühr verlängern
zu laſſen.
Alle Pfänder, deren Verſatzzeit bis zum 10. September 1910 nicht verlängert
wurde, ſind bis längſtens Samstag, den 22. Oktober I. Js., vormittags 12 Uhr,
auszulöſen, widrigenfalls dieſelben von Montag, den 24. Oktober 1910 ab, ver=
ſteigert
werden.
(14365a
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Die ſtädtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul, Vorſteher.
Versteigerungs=Anzeige.
Montag, den 8. Auguſt l. Js., nachmittags 3½ Uhr,
verſteigert der Unterzeichnete im ſtädtiſchen Pfandlokale, Ludwigshöhſtraße Nr. 4
dahier, zwangsweiſe gegen ſofortige Barzahlung nachverzeichnete Pfänder:
4 Pianinos und 1 Flügel, 1 Herren= und 1 Damenſchreibtiſch, 1 vollſtändiges
Bett, 1 Plüſchgarnitur von grauer Farbe, 1 Spiegelſchrank, 1 großen Kleider=
ſchrank
, 2 Regulatoren, 1 großen Wandſpiegel, 1 Ladentheke von ca. 2 Meter
Länge, noch neu, 1 kleinen Kaſſeſchrank und 1 Bohrmaſchine. (15506so
Darmſtadt, 5. Auguſt 1910.
Dörr, ſtädt. Pfandmeiſter.

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die Gartenvorſtadt am Hohlen Weg
ſoll verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamt, Zimmer Nr. 7,
während der Dienſtſtunden zur Einſicht
offen. Auch werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
Angebote ſind bis
Mittwoch, den 17. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1910.
Tiefbauamt.
Keller.
(15544oi
Vergebung von Lnßſteigarbeiten.
Die Ausführung von ca. 500 qm Asphalt=
fußſteigbelag
in der Riedlingerſtraße ſoll
verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte Zim=
mer
Nr. 7, während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen. Auch werden dort die An=

gebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Samstag, den 13. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Eine Verſendung der Angebotſcheine
und Bedingungen nach auswärts findet
nicht ſtatt.
Darmſtadt, den 6. Auguſt 1910.
Tiefbauamt.
(15541oi
Keller.

Bekanntmachung.
Donnerstag, den 18. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Bäckermeiſter Karl Jockel Ehe=
leuten
dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm

V 6719/100 63 Grab= 1 Liebig=
garten

671//100 198 Hofreite ſtraße 55,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K44/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.

Darmſtadt, den 30. Juli 1910.

Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
I. V.: Ganß, (D15126,3
älteſter Gerichtsmann.
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meiſtbietend gegen bar folgende gebrauchte Gegenſtände:
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Werkzeugtiſche, Nachttiſche, 1 Küchenſchrank, Küchengeräte, 1 Backenſeſſel, 1 Näh=
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Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 6. Auguſt 1910.
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Steinkohlenbezugs=Geſellſchaft Friede‟.
Diejenigen Mitglieder, die mit ihren Zahlungen für 1910 noch im Rückſtand ſind,
erlauben wir darauf aufmerkſam zu machen, daß mit Ende Juli vier Ziele fällig
waren, die nunmehr zu bezahlen ſind. Schriftliche Mahnung erfolgt event. vom
15. Auguſt ab, auch für das 5. Ziel.
Gleichzeitig erſuchen wir, die Beſtellungen für den Herbſt= und Winterbedarf
baldgefl. veranlaſſen zu wollen, da der Bezug von Kohlen jedes Jahr von September
ab mit Schwierigkeiten verbunden iſt. Wohnungswechſel ſollte frühzeitig beim Rechner
angemeldet werden.
(15313mod
Die Zahlſtunden ſind feſtgeſetzt: An jedem Werktag vormittag von 8 bis 1 Uhr
und an den Nachmittagen des Montag, Mittwoch und Samstag von 3 bis 6 Uhr.
Darmſtadt, den 2. Auguſt 1910.
Der Vorstand.

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Montag bis Freitag 121 Uhr staatl. geprüfter Handelslehrer u.
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag gerichtlich beeidigt. Bücherrevisor.
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Nummer 183.

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

Vereinigte Kriegervereine Darmſtadtg,

Mittwoch, den 10. Auguſt 1910, abends 8 Uhr:
Gravelottefeier

im grossen Saale des Städtischen Saalbaues
unter gütiger Mitwirkung der Frau Käthe Enders-Kuhlmann, des Herm
Ernst Roth (Bariton), der Liedertafel‟‟ (Dirigent Kamerad Kammermuſiker
Adolf Kugler) und der Kapelle des Großh. Leibgarde=Infanterie=Regiments (1. Großh.
Heſſiſches) Nr. 115 unter Leitung des Obermuſikmeiſters Herrn Hugo Hauske,

Feſtanſprachen, Sologeſänge, Männerchöre und Lebende Bilderg

Zutritt haben nur die Ehrenmitglieder und Mitglieder der Vereinigten Krieger=
vereine
nebſt ihren Familienangehörigen, ſowie die geladenen Ehrengäſte.
Orden, Ehrenzeichen, ſowie Verbandsabzeichen ſind anzulegen.

15359do)

Die Vorſtände
der Vereinigten Kriegervereine Darmſtadtsg

Pfsgeurerbverein Barmsfadf

Zufolge verſchiedener Anregungen iſt in der zweiten Hälfte im Auguſt ein ge=
meinſamer
Beſuch der

ausstelung

beabſichtigt. Wir erſuchen unſere Mitglieder, die ſich daran zu beteiligen gedenken,
ihre Anmeldungen einſtweilen unverbindlich an Herrn Glaſermeiſter L. Werner,
Ludwigshöhſtraße 13½ (Telephon 1251), gelangen zu laſſen. Die Koſten werden ſich
(15567
für 6 Tage auf etwa 80 Mk. berechnen.
Der Vorstand.

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Kurſe vom 6. Auguſt 1910.

Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

Bf. Staatspapiere.
* Dſche. Reichsſchatzanw.
3½ Deutſche Reichsanl.
do.
& Preuß. Schatzanweiſg.
3½ do. Conſols .
8 do. do.
A=Bad. Staatsanleihe . .
do.
3½
do.
3.
4=Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,00
do.
3½
do.
3
Hamburger Staatsanl.
4 Heſſ.=Staatsanleihe . .
do.
2½½
do.
3
3 Sächſiſche Rente . . .
4* Württemberger v. 1907
do.
3½.
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
2¾ Griechen v. 1887
*½ Italiener Rente .
Oeſterr. Silberrente .
4 do. Goldrente.
4 do. einheitl. Rente
3½ Portug. unif. Serie I

In Proz.
100,40
93,20
24,00
100,40
93,10
84,00
101,60
93,80

91,90
83,10
101,30
101,40
91,40
80,90
83,40
102,10
92,70
101,00

do. unif. Ser. III
do. Spezial.
Rumänier v. 1903 .
do. v. 1890 . .
do. v. 1905.
Ruſſen v. 1880 5.

97,40
98,90
93,80
66,50
67,75
12,00
102,00
95,40
90,50
91.75

InProz.

4 Ruſſen v. 1902 . F. . 92,80
4½ do. v. 1905 .
3½ Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 84,50
4 Türk. Admin. v. 1903. 87,20
4 do. unifiz. v. 1903 94,70
4 Ungar. Goldrente . . 94,50
4 do. Staatsrente . 91,40
5 Argentinier.
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,00
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,40
4½
do.
99,40
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner . . 99,60
3
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,00
5 Gold=Mexikaner . . . 100,10

93,30
101,80
91,10

Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt

143½
4 Nordd. Lloyd . . . . 110,90
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,00

Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 117,50
4 Baltimore & Ohio . . 108,50
4 Gotthardbahn . ..

InProz.
3t.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 1595/
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,25
4 Pennſylvania R. R. 129,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 205,50
Werger=Brauerei
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 476,00
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.211,50
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. .197,60
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betrieb
.
. . . . 227,80
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Obligationen.
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4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,30
3½ do.
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4 do. ſteuerfrei . 98,50
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4
98,00
3
do. alte .
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,20
4
do.
-
20
do.
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Deutſche Vereinsbank
Diskonto=Geſellſchaft .
Dresdner Bank.
Mitteldeut. Kreditbk.
Nationalbk. f. Deutſchl
Pfälzer Bank.
Reichsbank .
Rhein. Kredit=Bank
Wiener Bank=Verein

167,90
130,70
53,40
127,75
186,50
158,75
119,40
123,50
101,30
143,00
139,20
137,75

Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
3½ do. S. 19. . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
3½ do. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
do,
3½

100,20
92,30

99,60
100,50
90,50
101,60
92,80
101,00
91,00

100,20
91,00
100,30
92.70

Inßczz.
Zf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . .
3½ do.
. 100,90
4 Frankfurt
96,00
3½ do.
100,30
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg
91,40
3½ do.
100,60
4: Karlsruhe
3½ do.
91,60
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
100,50
3½ do.
4 Mannheim
100,70
3½ do.
91,00
4 München
. 101,00
3½ Nauheim
92,00
4 Nürnberg .
. 100,20
3½ do.
4 Offenbach .
-
3½ do.
4 Wiesbaden
100,40
3½ do.
4 Worms . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 82,20

Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 134,25
5 Donau=Reg. fl. 100 148,50
Holl, Komm. 100 104,30

In Proz
Madrider Fs. 100 77,60
Meining. Pr.= Pfand=
briefe
.
135,90
Oeſterr. 1860er Loſe 174,00
Oldenburger . . . . . 124,30

2½ Raab=Grazer fl. 150

Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
ft. 7 37,00
Braunſchweiger Tlr. 20 206,80
Freiburger
Fs. 15 55,20
Mailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10 30,10
Meininger
fl. 7 36,50
Oeſterreicher v. 1864 100 560,00
do. v. 1858 100 461,00
Ungar. Staats 100 383,00
Venediger
Frs. 30 40,30)
Türkiſche
400 181,00

Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20 Franks=Stücke
Oeſterr. 20=Kronen .
Amerikaniſche Noten
Engliſche Noten . .
Franzöſiſche Noten . . .
Holländiſche Noten .
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten
Ruſſiſche Noten . .
Schweizer Noten .

20,39)
16,20;
16,90
4,19½
20,42
81,20
169,50
80,85
85,20

81,10

Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombard Zäf.85%

Eine 4= Zin

[ ][  ][ ]

Nummer 183.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

Seite 13.

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[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Mottag, den 8, Augeſt 1910.

Nummer 183;

Die Tiere und die Telegraphie.
C.K. Die Länge der Telegraphenleitungen der Erde
erreicht mehr als acht Millionen Kilometer, aber in
den unziviliſierten Ländern ward dieſer Sieg nicht
leicht erfochten, und groß war die Zahl der Gegner, die
emmer wieder die neuangelegten Leitungen zerſtörten
und zerſtören. Nicht nur die unziviliſierten Volks=
ſtämme
vernichteten in blindem Bandalismus das
kunſtvolle Netz von Drähten, auch die Tierwelt hat der
Ausbreitung der Telegraphie ſchwere Hinderniſſe ent=
gegengeſtellt
und iſt noch heute nicht ſelten die Urſache
ſchlimmer Störungen. Ein hartnäckiger Feind der
Telegraphie war vor allem der Elekant. Eine franzö=
ſiſche
Wochenſchrift, die dieſen Feinden der Elektrizität
einen Aufſatz widmet, erzählt, wie die mächtigen Dick=
häuter
immer wieder von neuem die Telegraphenſtan=
gen
mit ihrem Rüſſel aus der Erde riſſen und allerlei
Verwüſtungen anrichteten. Welchem Inſtinkte folgte
der Elefant dabei? War es der Haß gegen das Unge=
wöhnliche
? Das letzte Wort über den Menſchen wird
eines Tages geſprochen ſein ſo ſagt eine alte Hindu=
ſchrift
, doch nie das letzte Wort über den Elefanten.
Aber faſt noch ſchlimmer waren die Störungen, die in
Indien die Büffel den erſten Drahtleitungen zufügten.
Mit drohend geſenktem Haupte ſtürzten ſie gegen die
Pfoſten, und die Stange, die dem erſten Anſturm nicht
wich, fieledann ſicher dem zweiten zum Opfer. In Nord=
amerika
haben die Höhlenbewohner den Ingenieuren
und Elektrotechnikern manche Sorgen bereitet. Beſon=
ders
die Gürteltiere, die Wollhaſen und die Stinktiere,
die ſonſt gewöhnlich am Fuße der Bäume ihre Höhlen
graben, wählten die Telegraphenſtangen zu ihren Bau=
plätzen
, gruben hier ihre unterirdiſchen Gänge und
brachten mit der Zeit die Pfoſten zu Fall. Die Bären,
die in Norwegen die Telegraphie befehdeten, verfolgten
dabei verlockende Ziele: das Surren der Telegraphen=
drähte
ließ ſie glauben, daß die Telegraphenpfähle ein
Standquartier der Bienen ſeien. Die Sehnſucht nach
Honig ließ ſie ſtets neue Verwüſtungen anrichten. Aber
die zottigen Waldbewohner lernten aus ihren Ent=
täuſchungen
; die Zahl der Angriffe auf die Telegra=
phenleitungen
nahm ab, und ſchließlich verlor das
Surren der Drähte für Meiſter Petz ſeine Anziehungs=
kraft
. In Afrika und in Aſien benutzten die Affen die
Telegraphenleitungen als willkommenes Turngerät;
die Folge war, daß die Drähte riſſen oder ſich verwirr=
ten
, ſo daß die Strecken immer wieder abgeſucht wer=
den
mußten, um die Sünden der Affen wieder gut zu
machen. Am beſten haben ſich noch die Vögel mit die=
ſer
Erfindung des Menſchengeiſtes abgefunden; ſie
wählten die Drähte zum bequemen Standquartier, das
einen Rundblick nach allen Seiten geſtattet. Der Specht
freilichtglaubte im Anfange ſehr ſchlau zu ſein, als er
aus dem Surren der Drähte ſchloß, daß die Telegra=
phenſtangen
in ihrem Innern eine reiche Beute an In=
ſekten
beherbergen müßten. Mit ſeinem ſpitzen Schna=
belzbegann
er die Pfähle zu beklopfen; hämmerte tiefe,
oft ſieben bis acht Zentimeter breite Löcher in das
Holz, aber mit der Zeit lernte auch er die Fruchtloſig=
keit
dieſer Bemühungen einſehen, und ließ von der
Arbeit ab. Er hatte genug Schaden angerichtet; in
Amerika mußten Hunderte von Telegraphendrähten er=
ſetzt
werden, weil der Specht ſie ſo zerhämmert hatte,
daß ſie dem erſten Sturmwind zum Opfer fallen muß=
ten
. In der Welt der Inſekten hat man das Auftauchen
der Telegraphie offenbar mit Freude begrüßt. Die
Mauerbienen erkoren die Porzeklaniſolatoren zu ihren
Neſtern; in ſorgſamer Arbeit überzogen ſie das leuch=

tende Porzellan mit einer Kruſte von Staub, um da=
durch
die Brechung der Sonnenſtrahlen zu verhindern,
und bauten dann ihre Neſter. Eine beſondere Vorliebe
für die Telegraphendrähte zeigen die Spinnen, die oft
Hunderte von Metern lang die Leitung mit ihren
Netzen bekleiden. In Japan erreichen dieſe Spinn=
gewebe
bisweilen ſolche Ausdehnung, daß ſie den Strom
ableiten und den Depeſchenverkehr hindern. Darum
gehen dort beſondere Beamte in beſtimmten Zwiſchen=
räumen
die Strecken ab, um die Spinnennetze: abzu=
ſtreifen
; eine Syſiphusarbeit, denn wenige Tage ſpäter
haben doch die fleißigen Tiere die zerſtörten Fliegen=
fallen
wieder hergeſtellt und neue dazu gewoben. Nicht
nur auf dem Lande, auch in den Tiefen des Ozeans hat
die Telegraphie ihre Feinde. Da iſt vor allem der
Bohrwurm, der in die Kabel eindringt und in der
Kautſchukumhüllung eine willkommene Abwechſelung
gegen die eintönige Holznahrung ſieht. Schlimme Sto=
rungen
richtet oft der Sägefiſch an, der in den Tiefen
des Meeres wohl bisweilen mit dem Kabel zuſammen=
ſtößt
. Das Hindernis erbittert ihn dann ſo, daß er mit
ſeiner mächtigen Säge den Kabel angreift und dabei
die Leitung zerſtört. Die unterſeeiſchen Leitungen fol=
gen
nicht immer dem Meeresboden, ſondern ſind oft
von einer unterſeeiſchen Hügelwelle zur anderen ge=
ſpannt
. Das benutzen die Wale als ein bequemes Mit=
tel
, um ſich ihrer läſtigen Schmarotzer zu entledigen;
ſie reiben ſich an dem Kabel, bis die Muſcheln, Algen,
Schnecken uſw. abgeſtreift ſind. Aber dieſe unterſeeiſche
Toilette hat ihre Gefahren ſowohl für den Kabel, wie
für den Walfiſch. Es kommt vor, daß er ſich mit dem
Schwanze im Kabel verwickelt und ſich nicht wieder frei
machen kann. Sein Los iſt dann der Erſtickungstod.
Im Juli 1873 fand man bei Reparaturarbeiten einen
folchen Walfiſch, der ſich im Kabel wie in einer Schlinge
gefangen hatte, und ein ähnliches Phänomen beobach=
tete
man im Oktober 1889 an der braſilianiſchen Küſte.
Das Kabelſchiff Wiking das Reparaturarbeiten vor=
nahm
, unterſuchte den Kabel und ſchnitt ihn ſchließlich
an der Stelle, an der der Strom ſtockte, durch. Man
war nicht wenig erſtaunt, als unmittelbar darauf, wie
von ungeheuerer Gewalt emporgeſchnellt, der Leichnam
eines mächtigen Walſiſches an die Waſſeroberfläche kam.
Im Innern des großen Fiſches hatten ſich Gaſe gebil=
det
, die nicht entweichen konnten und nun den gewalti=
gen
Körper wie einen Schleuderball emportrieben. Bei
der Berührung mit der Luft platzte die Hülle mit einem
lauten Knall. Dabei verbreitete ſich ein ſo ſchlimmer
Geruch, daß man ſchleunigſt das Stück Kabel abſchnitt,
das dem Walfiſch zum Verderben geworden war.

Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 5. Aug. ( Börſenwochen=
bericht
.) Während der abgelaufenen Geſchäftswoche
iſt über eine recht feſte Stimmung zu berichten, wobei
auch der Verkehr an Ausdehnung gewann. Von New=
York wird zwar noch keine dauernde Erholung ge=
meldet
, indes dürfte dort ebenfalls mit ſteter Beſſer=
ung
zu rechnen ſein. Der Hauptimpuls zur Feſtigkeit
an den deutſchen Börſen ging vom Montanmarkt aus,
woſelbſt ſich ein ziemlich lebhaftes Geſchäft zu ſteigen=
den
Kurſen entwickeln konnte. Zunächſt ſtimulierten
die beiden Fuſionen Deutſch=Luxemburger=Dortmunder
Union, ſowie auf dem Elektrizitätsgebiet Bank für
elektriſche Unternehmungen=Lahmeyer. Nachdem ferner
die Verhandlungen mit der Luxemburger Gruppe
zum Beitritt in das deutſche Roheiſen=Syndikat keine
prinzipiellen Schwierigkeiten ergeben haben, dürfte
eine Einigung in den nächſten Tagen zu erwarten
ſein. Von den größeren gemiſchten rheiniſch=weſtfäli=

ſchen Werken iſt inzwiſchen auch der Bochumer Verein
mit einer Quote von 50000 Tonnen dem Syndikat beis
getreten. Dabei ſind die Ernteberichte weiter zufries
denſtellend, wenn auch aus einer Verſammlung der
ruſſiſchen Getreidehändler zu St. Petersburg verlaus
tet, daß die diesjährige Ernte Rußlands nach objektiver
Schätzung hinter der vorjährigen um zirka 30 Prozenk
zurückbleiben werde.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend
waren zunächſt deutſche Renten etwas mehr gefragt
während die ausländiſchen Staatsfonds im ganzen
ſchwächer ſchließen. Recht feſt waren nur 4prozentige
unifizierte Türken. Der Markt für Transportaktien
erfreute ſich regerer Beachtung; ſo ſind Schantungbahn
auf 136½, Prince Henri auf 142¾ geſtiegen; ferner
Lombarden belebter auf neue Gerüchte über Fort=
ſchritte
der Sanierungsaktion. Pennſylvania dekla=
rierten
wieder eine Quartalsdividende von 1½ Prog
zent, und deren Kurs ſchließt 128½.
Am Bankengebiet war man zuverſichtlicher ges
ſtimmt, nachdem ſich herausſtellt, daß die Folgen des
Bankkrachs im Weſten lange nicht ſo umfangreich ſind
als man anfangs angenommen hatte, denn nur zwei
unbedeutende Inſtitute ſind eingegangen. Auch Beis
liner Handelsgeſellſchaft ſchließen feſter (167½), d
nach dem offiziellen Kommuniqué die Verluſte in mäßis
gen Grenzen bleiben und das Jahresergebnis kaum
alteriert wird. Montanwerte waren ziemlich lebhaſt
auf die oben erwähnten Berichte, und namentlich Gel=
ſenkirchener
, Bochumer, Harpener, Phönix und Laurg=
hütte
ſteigend.
Am Kaſſainduſtriemarkt erfreuten ſich beſonders
Allgem. Elektrizitäts=Geſellſchaft, Lahmeyer, Siemens,
Schuckert und Felten u. Guilleaume lebhafter Kaufluſt,
Man erblickt in den verſchiedenen Annäherungen dies
ſer Geſellſchaften eine Gewähr für eine normale
Preisgeſtaltung. Chemiſche Aktien waren ebenfalls
wieder geſucht und höher. Eine Ausnahme machten
Kunſtſeide, die unerholt (131¾) ſchließen, und Neue
Photographiſche Geſellſchaft, welche auf 45 Prozent,
alſo um über 20 Prozent, zurückgingen. Man ſprach
bezüglich der letzteren gerüchtweiſe von Geldbedürfs
niſſen.
Der Kolonialmarkt war leblos. Aktien der Kolos
nialgeſellſchaft rückgängig bis etwa 1360; ferner notie=
ren
Otavi 148,25, Southweſtafrikan 184¾, Colmanskop
68½, Territories 9½ Schilling. In den Aktien der
Farbwerke Mühlheim a. M. war zeitweiſe mehr Um=
ſatz
zu 67½
Von Loſen notieren: Augsburger 38,75. Braun=
ſchweiger
206,80, Meininger 37,30, Finnländer 210,
Pappenheimer 75, Freiburger 58, Türkiſche 181,40,
Genua 220, Ungariſche 383 G., Mailänder 45=Fres.=L.
135, Mailänder 10=Fres.=L. 31.75, Venediger 40,75, in=
Reichsmark; Gothaer Prämie I 139, Gothaer Prämie II
115,25, Donau=Regulierung 152, Madrider 76,75, in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. 1918er Reichs 102,20,
3½proz. Reichs 93,10, 3proz. Reichs 84,20, 4proz. Heſſen
von 1899 100,80. 4proz. Heſſen von 1906 100,80 G., 4proz.
Heſſen von 1908709 101,55, 3½proz. Heſſen 91,50 G.,
3proz. Heſſen 80,75, 4proz. Darmſtädter 100,30 G., 3 ½=
proz
. Darmſtädter 91,50, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pf.
(S. 1820) 101.,60 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pf. (S.
911) 92,40 G., 4proz. Heſſ. Kom.=Pf. (S. 1012) 101,60 G.,
3½proz. Heſſ. Kom.=Pf. (S. 13) 92,80 G., 3½proz=
Heſſ. Kom.=Pf. (S. 4) 92,40 G., Darmſtädter Bank 130,70,
Südd. Eiſ.=Geſ. 120,30, Baltimore und Ohio 108½,
4½proz. Ruſſen 100,20, 4proz. 1880er Ruſſen 91,50,
4proz. 1902er Ruſſen 92,60, 3¼oproz. Ruſſen 90,30G,,
3½proz. Ruſſen 84,40, 3proz. Ruſſen 80,50, 4½proß.
Japaner 97,90, 4proz. Japaner 94, Privat=Diskonto
3¼ Prozent.

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[ ][  ][ ]

Nummer 183.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

Seite 15.

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[ ][  ]

von heute Montag

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 8. Auguſt 1910.

C 600

den 8. August bis Montag den

Nummer 183.

Wronker.

15. August.

An Wiederverkäufer geben wir nachstehende Waren nicht ab. Die Preise gelten nur soweit die Vorräte reichen.
Des zu erwartenden Andranges wegen bitten wir auch um den Besuch in den Vormittagsstunden. Der Versand
geschieht an diesen Tagen erst von 5 Mk. an

annnananannnnannannnnunganannannananannunannnannnnnnnaannannsnnnng
Anmmnanunnanunnnannnanunaunnnannnnannannnnann

Steingut
1 Satz Schüsseln, weiss, a4 St., Satz 15 Pf.
Metze für Salz und Mehl, gross . 50 Pf.
Spucknapf, hygienisch, m. Einsatz 45 Pf.
Teller, tief u. flach, glatt, 10 Stück 45 Pf.
Waschkrüge, weiss u. elfenb., St. 60 Pf.
Waschkrüge, bunt . . . Stück 75 Pf.
Waschbecken, gross, bunt Stück 85 Pf.
1 Posten Seifen- und Bürsten-
Stück 4 Pf.
schalen .
1 Posten Tassen mit Untertasse,
Stück 12 Pf.
weiss, gerippt
1Posten Tassen mit Untertasse,
Stück 14 Pf.
Zwiebelmuster
1 Posten Dessertteller, Zwiebel-
. Stück 8 Pf.
muster .
1 Posten Nachttöpfe (sehr preis-
wert
) . . . . . . . . Stück 48 Pf.
1 Posten Gemüseschüsseln, ge-
rippt
: Nr. 1 2
Stück: 18 22 32 Pf.

Porzellan, dekoriert
Ein grosser Posten Kompott-
Garnituren, 7-teilig . Stück 95 Pf.
Ein grosser Posten Milchtöpfe,
. 95 Pf.
6 Stück per Satz .
Kindergarnitur, 4-teilig, . . . 95 Pf.
. 2.95 M.
Kaffeeservice, 9-teilig
1.95 M.
Teeservice, 5-teilig
. . Stück 28Pf.
Kuchenteller
Tafelservice für 6 Personen, mod. 1050
Muster, 23-teilig, kompl. Service 15 M.
Grosse Posten Speiseteller, massiv, Zwie-
. . . . 23 18 cm
belmuster .
Stück 30 25 Pf.
Ein Posten Tassen mit Unter-
tassen
Rosendekor . Stück 28 Pf.
Ein Posten Milchkannen, Klee-
blattmuster
Satz 6 Stück 1.25 M.
Ein Posten Milchkannen, Rosen-
dekor
Satz 6 Stück . . 1.10 M.

Emaille
Löffelbleche, weiss . . Stück 95 Pf.
Löffelbleche, dekoriert Stück 1.25 M.
Fenstereimer mit Schrift Stück 85 Pf.
Zwiebelkasten mit Schrift Stück 75 Pf.
Wasserkessel, alle Grössen Stück 95 Pf.
Fleischtöpfe mit Deckel, 22 cm
Stück 95 Pf.
Kochtöpfe mit Deckel, 24 cm
Stück 95 Pf.
Handleuchter, modern . Stück 95 Pf.
Kinderbecher . . . . Stück 10 Pf.
Schöpf- u. Schaumlöffel Stück 25 Pf.
Sand, Seife, Soda-Garnitur
Stück 1.35 M.
Ringtöpfe Grösse 1
Stück 95 115 125
Ein Riesenposten Eimer, 28 cm
in allen Farben
Stück 85 Pf.

Holzwaren
Wäscheklammern, extra stark,
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Schock .
Aermelbretter, gepolstert
. 95, 75. 60, 32 Pf.
Stück .
Topfbrett mit Fleischklopfer, Kar-
toffelstösser
u. Schneidebrett . 95 Pf.
Küchenservierbrett, ca 54cm, mit
abwaschbarer Einlage . Stück 95 Pf.
Krauthobel . . . . . Stück 60 Pf.
Fleischbretter, ohne Rand
Grösse 1 2 3 4 5 6
Stück 28 35 42 48 58 78 Pf.
Nudelroller
. Stück 38 Pf.
Hackbretter mit Rand
4 5 6
Grösse 1
Stück 95 125 135 165 195 245 Pf.
10 Stück Kleiderbügel . . . 30 Pf.
Stück 95 Pf.
Ablaufbretter . . .
Leitern
Stück 95 Pf.
, ,

Porzellan, weiss
Ein Posten Handleuchter Stück 10 Pf.
EingrosserPost. Ragoutschüsseln
. . . 60 Pf.
Stück
Ein Posten Tassen mit Goldrand, St. 22 Pf.
Ein Posten Eierbecher mit Gold-
. 8Pf.
rand .
Ein Posten Bratenplatten, rund,
massiv
. Stück 65 Pf.
Ein grosser Posten Saucieren, alle
Formen . . . . . . . . . . 48 Pf.
Ein grosser Posten Schweden-
. . . . Stück 10Pf.
ständer
Ein grosser Posten Salatieren,
Satz 4-teilig . .
. . 75 Pf.
Ein Posten Speiseteller, Feston
mit Goldrand
. . Stück 35 Pf.
Ein Posten Dessertteller, Feston
mit Goldrand . . . . . Stück 25 Pf.
Ein Posten Wirtschaftsteller, tief
. . Stück 22 Pf.
und flach
Ein Posten Wirtschaftsdessert-
. . Stück 15 Pf.
teller .
Ein Dejeuner, 4teilig m. Goldrand
Stück 90 Pf.

Wirtschafts-Artikel
1 Seifen- u. Soda-Garnitur mit

. 48 Pf.
Konsole
1 Semmelkasten, fein lackiert . 75 Pf.
1 Kaffee- u. Zuckerbüchse mit
Konsole
. 95 Pf.
1 Sand-, Seif.- u. Sodagarnitur 95 Pf.
1 Bräter, rund, inoxydiert, m. Deckel 95 Pf.
1 Kasserolle mit Stiel, rein Alum. 95 Pf.
.65 Pf.
1 Küchenmerktafel .
1 Posten Putzschränke . . . . 95 Pf.

2 Plätteisen
zusammen 95 Pf.
1 Aermelbrett
1 grosser Posten verzinkte Koch-
töpfe
, ca. 15 cm Durchm., Stück 15 Pf.
Besteckhalter Famos‟, eine
prakt. Zierde f. d. Tisch, versilb. 2.50 M.
verhindert das Ausgleiten von
Besteck während des Herum-
reichens

11 Post. Fleischhackmaschinen
Marke Aal, mit 3 Messern 3.45 M.
11 Posten Fruchtpressen, Email 5.65 M.
1 Posten Bohnen-Schneidemaschinen
8 9 Messer
jetzt St. 1.20 1.60 1.80 2.60 2.90 M.
1FI. Kopfwasser, Elbeda‟.
hergestellt aus Hühnerei,
statt 2.50 1.35 M.
1 Blechkasten feiner Glyee-
rinsand
, wohlriechende Man-
delkleie
zur Pflege der Haut, 50 Pfg

26 28 30 32 34 cm 1.70 1.95 2.15 2.25 2.55 M. Ovale Wannen mit Fuss 32 36 40 44 48 52 56 cm 60 82 95 115 1 150 185 200 Pf. 60 65 70 )75 80 85 90 cm

Ein Waggon la silberweise
Verzinnte Waren
26 28 30 32 cm

Wasser-Eimer
55 70 75 90 Pf.
Kehricht-Eimer mit Scharnierdeckel

235 260 310 355 405 440 480 Pf.

GebrauchsArtikel
Rosshaarbodenbesen, garant.
.. Stück 95 Pf.
rein . . .
1 Tranchierbesteck . . Stück 95 Pf.
1 Brotmesser
1 Fleischmesser
1 Wurstmesser
1 Küchenmesser
1 Gemüseschneider, 10 Messer 90 Pf.
1 Butter- u. 1 Käsemesser
95 Pf.
und 1 Cabaret-Gabel
1 Liter 2 Liter
Buttermaschinen
1.75 2.25
1 Möbelklopfer
zusammen
1 Abstauber
95 pf.
1 Fenstertuch

Geschenkartikel
Brotkorb, vernickelt mit Majol.-
. Stück 95 Pf.
Einlage .
. Stück 95 Pf.
Tafelaufsatz
. Stück 2.95 M.
Stand-Uhr
Rauchservice Zeppelin‟
Stück 2.95 M.
Tisch-Schaufel und -Besen
vernickelt und versilbert Stück 95 Pf.
Rauchservice, 4-teilig, versilbert
Stück 95 Pf.
Sahnen-Service, Iris-Glas, gut
vernickelt . . . . . Stück 1.95 M.
Menagen, 5-teilig . . . Stück 1.95 M.
Stück 95 Pf.
Likör-Service, 7-teilig
Brotkorb, sechseckig, unigoldfarb.
Stück 95 Pf.
Cakesdosen . . . . . Stück 95 Pf.
Frühstücksmenage, 4-teil. Stück 95 Pf.
Obstschalen mit Fuss . . Stück 58 Pf.
Taubenschalen . . Stück 1.35, 95 Pf.
antikes Dekorationsstück.
Sblättr. Fächerpalme, eirca
115 cm hoch, im Korkkübel . 95 Pf.
Auf bes. Wunsch neu eingetroffen!
Werkzeugkasten, enthaltend
1 Zange, 1 Hammer, 1 Schrauben-
zieher
, 1 Kistchen sort. Nägel,
gutes Material, kompl. . . . . 95 Pf.

Tonnen-Garnitur
La Franca‟
6 große Tonnen, 6 kleine Tonnen,
2 Essig- und Oelkrüge . . . 1.95 M.
fein dekoriert. Grosser Zuckerstreuer
mit großer vernickelter Kapsel
.95 Pf.
imitiert Baccaratschliff Nachttischgarnitur
bestehend aus 1 Zündholz-
ständer
und 1 Leuchter
(kunstgewerblich poliertes
Ve.
Schwarzmetall) Ein Posten
gebeizter Holzwaren
wie: Hausapotheken, Konsolen
Handtuchhalter etc.
mit 25 Prozent Rabatt Waschgarnitur
Grossherzogin‟
neue Form
Steilig, dekoriert . . . 2.95 M. Gold-Algiertrauben . Pfa. 42 Pf.
Echt Brüsseler Treib-
haustrauben
. . Pfd. 1.25M. 1 Posten Reinleinen Gebild-Hand-
. . Meter 55 Pf.
tücher .
1 Posten Reinleinen Gerstenkorn
prachtv. glänz. Ausrüst., Mtr. 55 Pf.
1 Posten Grau Drell-Handtücher
rot-blau gestreift . . Meter 38 Pf. Im Parterre etwa
800 Reste und Abschnitte
von
Kleiderstoffen, Wäschestoffen,
Handtüchern etc. e J (338

Ludwigstraße 12.
DARMSTADT.
Ludwigstraße 12.