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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
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rgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
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werden angenommen in Darmſtadk.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
ſ 17.
Montag, den 1. Auguſt.
Inte
eis Puls
iler fen
M. 13.50
Talle
t M. 13.50
6
und 10. Golljacken
iter Preis
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
nhen.
Stickereien
Een halte
ergt.
40. Prei=.
indes
Probleme der Weltpolitik.
III.
Von Marokko bis Perſien.
DB. Dem Süden Europas vorgelagert, dehnt ſich
zwi=
ſſen Tanger und Teheran ein langer Streifen
moham=
ſjedaniſcher Länder, in denen die Politik der europäiſchen
ſſächte ausgedehnte Reibungsflächen findet — Länder, in
inen die deutſchen Intereſſen dahin gehen, die
Selbſtän=
ſigkeit der Marokkaner, der Türken, der Perſer und in
ſren ſelbſtändigen Gebieten die Politik der offenen Tür
ſthalten und getrieben zu ſehen, indeſſen andere europäiſche
ſſtaaten die Politik der Sondervorteile, der
Kolonial=
ſwerbung, der politiſchen Vormachtſtellung und der
Han=
ſls= und Verkehrs=Monopole treiben.
Nur vorübergehend hat die damals am Weltmarkt
ſſoch relativ wenig intereſſierte deutſche Politik in jenen
ſebieten ihrerſeits jene monopoliſtiſch=koloniſatoriſche
Po=
ſſtik anderer Staaten begünſtigt, und zwar zu einer Zeit,
Als Bismarck meinte, einen neuen deutſch=franzöſiſchen
ſrieg abwenden zu können, indem er Frankreich nicht nur
eie Hand in Nordafrika ließ, ſondern den
nordafrikani=
ſſchen Expanſionsdrang der Franzoſen geradezu als Ventil
ſfür ihren überquellenden nationalen Ehrgeiz benutzte. Aber
ſſſuch dieſe zeitweilige Begünſtigung franzöſiſcher Kolonial=
Aellitik in den nordafrikaniſchen Gefilden des Mohamme=
Aemismus’ hatte ihre beſtimmten und wohlberechneten
Acenzen. Wenn die Angliederung von Tunis an das
Achon 1830 von Frankreich in Beſitz genommene Algier auf
utſcher Seite keinen Widerſpruch, ſondern ſogar
Ermun=
erung fand, ſo waren auch die Nebenwirkungen dieſer
ranzöſiſchen Expanſionspolitik, nämlich die Verärgerung
Iraliens und der Türkei gegen Frankreich, der deutſchen
olitik keineswegs erwünſcht; wenn aber Frankreich
da=
mals von einem nordafrikaniſchen Kolonialreich träumte,
das im Süden vom Kongo, im Oſten vom Nil, im
Nor=
den und Weſten aber vom Meere begrenzt würde, ſo hatte
die deutſche Politik, obwohl ſie den Ehrgeiz der „großen
N ation” auf ſolche Zukunftsträume ablenkte, ſehr wohl
dse Sorge dafür im Auge, daß doch ſchließlich auch in
Nordafrika die franzöſiſchen Bäume nicht in den Himmel
wachſen würden!
Marokko bedeutete auf Moltkes weiſes Anraten von
jeher auch für Bismarck ein den Franzoſen geſetztes
moli me tangere”; und ſollten ſie dennoch verſuchen, ſich
die Zähne daran auszubeißen, ſo ſollte deutſche Schulung
des marokkaniſchen Militärs dafür ſorgen, daß der ihnen
hier bereitete Widerſtand ihre Kräfte lähme und die
Ge=
fahr ihrer politiſch=militäriſchen Beweglichkeit in Europa
emtſprechend verringere. An dieſer von Bismarck und
Moltke vorgezeichneten Politik hätten wir nur mit
grö=
herer Konſequenz feſthalten ſollen, zumal, nachdem durch
die Tanger=Reiſe des Kaiſers dieſe Karten einmal
aufge=
deckt waren.
Das nächſte Hauptſtück des oben bezeichneten
Länder=
ſtreifens bildet in Bezug auf internationale Reibungen
der breite, Europa und Afrika verbindende Gürtel
zwi=
ſchen dem Nil und dem Kaukaſus, der die große
Völker=
ſtraße zwiſchen Europa und dem ſüdlichen Aſien nebſt
Auſtralien und Ozeanien trägt — wohl der intereſſanteſte
Schauplatz internationalen Ringens inſofern, als er — ſo
recht angemeſſen unſerem Zeitalter des Verkehrs — zeigt,
wie weltpolitiſches Ringen ſich vollzieht unter Anwendung
verkehrspolitiſcher Waffen.
Dasrausgeprägteſte Intereſſe an dieſem Gebiet nimmt
England, weil es in der Beherrſchung der Verkehrsſtraßen
zwiſchen Europa und Indien eine Lebensfrage für das
britiſche Imperium ſieht. Daher die engliſche Politik am
Suezkanal, deſſen Bau es anfangs zu hintertreiben
trach=
tete,zund den es dann ſchließlich in engliſchen Beſitz zu
bringen gewußt! Je rückſichtsloſer aber England hier die
nunzgewonnene Monopolſtellung im Verkehr ausnutzt, die
Konkurrenten mit ungebührlich hohen Kanalabgaben
be=
laſtend, um ſo mehr richtet ſich das Intereſſe des
euro=
päiſchen Feſtlandes auf die Gewinnung anderer
Verkehrs=
ſtraßen in der gleichen Richtung. Ueberall aber, wo dieſe
Volitik ſich betätigt, ſehen wir ſofort den entſchiedenſten
britiſchen Widerſtand, der nur ſchwinden würde, wenn
nach dem Beiſpiel des Suezkanals auch auf jenen anderen
Straßen England das Monopol an ſich zu reißen
ver=
möchte. Das iſt der eigentliche Schlüſſel zur Löſung der
(Rätſel, die der=Kampf um die Bagdadbahn und das Vor=
gehen Englands an der Mündung des Euphrat und Tigris
aufgegeben!
Auch hier hat Deutſchland bewieſen, daß es für
den angeſtammten Herrn des Landes, die Türkei, die
Auf=
rechterhaltung ſeiner Selbſtändigkeit wünſcht, und daß es
ſeinerſeits kein einſeitiges Monopol erſtrebt; hat es doch
mit größter Bereitwilligkeit dem fremden Kapital die
Be=
teiligung an der Bagdadbahn zugeſagt. Demgegenüber
hat England den deutlichen Beweis erbracht, daß es für
ſein Teil wieder um das Monopol ringt, zu dem es auf
dem Wege über das Schiffahrtsmonopol in Meſopotamien
zu gelangen trachtete. Es genügte ihm auch nicht, im
Perſiſchen Golf den Verkehr an ſich zu reißen, ſondern es
will ganze Arbeit machen, indem es auch auf dem perſiſchen
Feſtlande den freien Wettbewerb ausſchließt: Wie
Eng=
land Frankreich in Marokko freie Hand gegeben, damit
es dem deutſchen Wettbewerb die offene Tür ſchließe, ſo
hat es in Perſien zu gleichen Zwecken ſich mit Rußland
vereinigt.
Die perſiſche Frage iſt durchaus kein iſoliertes Problem
für ſich — ſie gehört mitten hinein in alle die Vorgänge,
die wir zwiſchen Teheran und Tanger ſich abſpielen
ſehen; ſie gehört eng zuſammen mit dem Kampfe um die
Bagdadbahn, mit dem ganzen Komplex von Problemen
des nahen Orient und des nördlichen Afrika. Ueberall
zeigt ſich die Monopoliſierungs=Politik, zeigen ſich die
Vormachtgelüſte Frankreichs, Englands, Rußlands; und im
Gegenſatze dazu Deutſchland, das zugleich für die
Verkehrs=, Wirtſchafts= und politiſchen Intereſſen des
übrigen Europa die Politik des freien Wettbewerbs und
der Kulturerſchließung ohne monopoliſtiſche Tendenzen
führt!
Art. Dix.
Kaliberfragen.
s. Nachdem die engliſchen Jingos die Behauptung, daß
die deutſche Flotte für die engliſche ſchon allein wegen der
Tonnenzahl gefährlich ſei, nicht mehr aufrecht erhalten
können, haben ſie ſich auf die Kaliberfrage geworfen und
behaupten, daß die neuen deutſchen 34 Zentimeter=Geſchütze
den engliſchen an Feuerkraft bedeutend überlegen ſeien.
Dieſe Darſtellung iſt um ſo auffallender, als das größte
Kaliber der auf den deutſchen Kriegsſchiffen verwandten
Geſchütze nicht 34, ſondern nur 28 Zentimeter beträgt,
während die Engländer bereits ſeit den Schiffsbauten
des Jahres 1896 das 30,5 Zentimeter=Kaliber verwenden,
und gegenwärtig überhaupt noch nichts authentiſches
be=
kannt geworden iſt, daß man deutſcherſeits zu einem
ſchwe=
reren Kaliber überzugehen beabſichtigt. Der kürzlich
er=
ſchienene Nauticus berichtet z. B. darüber noch nichts.
Nachdem ſich jedoch die deutſche Flotte und zwar, wie der
Nauticus ausführt, hauptſächlich aus Gründen der
Spar=
ſamkeit, 14 Jahre lang mit einem weſentlich kleineren
Kaliber beholfen hat, als es die engliſche und viele andere
Flotten verwenden, iſt jetzt um ſo weniger anzunehmen,
daß man deutſcherſeits gleich den gewaltigen Sprung von
28 auf 34 oder gar noch mehr Zentimeter vornehmen
wird, weil die Konſtruktion eines derartig großen,
wirk=
lich brauchbaren Geſchützes noch ſehr viele koſtſpielige
Ver=
ſuche erfordern wird, und man bisher in der deutſchen
Marine gerade aus Sparſamkeitsrückſichten ſich an dem
Wettlauf in der Vergrößerung des Kalibers nicht
betei=
ligt hat.
Die Kaliberfrage iſt heute deshalb von großer
Be=
deutung, weil man nach den Ergebniſſen des
ruſſiſch=
japaniſchen Krieges in der hohen Durchſchlagskraft und
großen Wirkung des einzelnen Schuſſes das für eine
Seeſchlacht ausſchlaggebende Moment erblickt. Wenn
Deutſchland, obwohl unſere leitenden Marinekreiſe auf
demſelben Standpunkt ſtehen, ſich trotzdem eine gewiſſe
Zurückhaltung in der Kalibervergrößerung auferlegt hat,
ſo war das inſofern berechtigt, als gegenwärtig eine
der=
artige Ueberlegenheit des Geſchützes gegenüber ſelbſt den
ſchwerſten Panzern beſteht, daß ſelbſt die von uns
gebrauch=
ten 28 Zentimeter=Geſchoſſe bei den hauptſächlich in
Be=
tracht kommenden Feuerentfernungen ſicher jeden Panzer
durchſchlagen und ihre Leiſtungen demnach unter allen
Umſtänden genügen. Die geringere Wirkung des
einzel=
nen Schuſſes wird bis zum gewiſſen Grade dadurch
aus=
geglichen, daß unſere 28 Zentimeter=Geſchütze eine größere
Feuergeſchwindigkeit als die engliſchen 30,5 Zentimeter=
Geſchütze beſitzen. Außerdem ſpricht für das kleinere
Ka=
liber der Umſtand, daß unſere deutſchen 28 Zentimeter=
Geſchütze eine weit größere Lebensdauer haben, als die
enaliſchen, die im allgemeinen mit 60Schuß, alſo=nach 1
1910.
einem Feuergefechs von etwa einer Stunde, unbrauchbar
ſind, während die Lebensdauer unſerer Geſchütze 200 bis
240 Schüſſe beträgt.
Infolge der ſtärkeren Beanſpruchung des Rohres bei
den größeren Kalibern mußte man ſich ferner gewiſſe
Be=
ſchränkungen in der Raſanz der Flugbahn auferlegen, was
naturgemäß ungünſtig auf die Treffſicherheit einwirkte.
Doch haben die engliſchen Geſchütz=Konſtrukteure in den
14 Jahren, ſeitdem die engliſche Marine das 30,5
Zenti=
meter=Geſchütz führt, weſentliche Fortſchritte gemacht und
die Anfangsgeſchwindigkeit von 720 Meter bei den erſten
Geſchützen auf 914 Meter bei den für die St. Vincentklaſſe
beſtimmten und ferner die Mündungs=Energie von 250
Meter auf 16000 Meter geſteigert. Ein Geſchoß dieſer
modernſten engliſchen Geſchütze durchſchlägt auf 2700 Meter
Entfernung angeblich noch einen 43,2 Ztm. ſtarken engliſchen
Krupp=Panzer. Eine weitere Leiſtungsfähigkeit dieſer
Ge=
ſchütze erſcheint jedoch nach dem allgemeinen Urteil der
Sachverſtändigen ausgeſchloſſen, ſofern man ihre an ſich
ſchon kurze Lebensdauer nicht noch weiter herabſetzen will.
Für die Verſuche, die man beſonders in England
und in Amerika mit noch größeren Kalibern gemacht hat,
war einerſeits das Beſtreben maßgebend, eine größere
Sprengwirkung in einem Geſchoſſe zu vereinigen, und
zweitens eine größere Treffſicherheit zu erzielen. Ueber
dieſe Verſuche, die man in England mit den größeren
Kalibern angeſtellt hat, iſt nur ſehr wenig in die
Oeffent=
lichkeit gedrungen. Die erſten Schießverſuche auf dem
Schießplatze in Eskmeals befriedigten nicht, da die Rohre
ſich an der Mündung durchbogen, doch dürfte man in der
Zwiſchenzeit dieſe Fehler beſeitigt haben, wenigſtens
ver=
lautet jetzt, daß vier Schiffe des Bauprogramms 1909
dieſes Geſchütz bereits in der Hauptbatterie führen
wer=
den. Amerika hatte bereits, im Jahre 1908 Verſuche mit
einem 35,6 Zentimeter=Geſchütz, aber nur in der Küſten=
Artillerie gemacht, war aber, um eine größere Lebensdauer
der Geſchütze zu erzielen, genötigt geweſen, die
Anfangs=
geſchwindigkeit auf 655 Meter herabzuſetzen, was eine
Ver=
minderung der Durchſchlagsleiſtung der Geſchoſſe zur
Folge hatte. Gegenwärtig beabſichtigt man in Amerika die
1910 zu bewilligenden Linienſchiffe mit einem 35,6
Zen=
timeter=Geſchütz zu armieren, das allerdings bei einer
Hochſchußzahl von nur 100 Schuß eine
Anfangsgeſchwin=
digkeit von 792 Meter gegenüber 923 Meter bei den
frühe=
ren Geſchützen aufweiſt, während die Mündungs=Energie
von 16 260 Meter bei dem 30,5 Zentimeter=Geſchütz auf
20316 Meter geſteigert iſt. Das bedeutet unter allen
Umſtänden eine Verminderung der Raſanz und damit eine
geringere Treffſicherheit gegenüber den Leiſtungen der
30,5 Zentimeter=Geſchütze, und es iſt fraglich, ob die
grö=
ßere Mündungs=Energie oder die Tragweite der
größer=
kalibrigen Geſchütze dafür ein vollwertiges Aequivalent
iſt, da die Entſcheidungsſchlachten, auch in Zukunft, nicht
innerhalb derGrenzen derweiten, ſondern der mittleren und
nahen Entfernungen werden durchgefochten werden.
Selbſt=
verſtändlich hat man ſich auch in Deutſchland mit der
Frage der höheren Kaliber beſchäftigt, und zweifellos
werden bei Krupp ſchon ſeit längerer Zeit dahingehende
Verſuche gemacht worden ſein. Es erſcheint jedoch ſehr
zweifelhaft, ob man angeſichts der geringen Lebensdauer
dieſer größeren Geſchütze ſich deutſcherſeits bereits jetzt,zwo
die Frage dieſer Kaliber noch wenigegeklärt iſt, zusihrer
Einführung entſchließen wird, wenngleich man vielleicht
auch annehmen kann, daß die deutſchen
Mantelringkano=
nen den Drahtrohrkonſtruktionen der engliſchen
Kanonen=
fabriken überlegen ſind, und infolgedeſſen größerkalibrige
Kruppgeſchütze eine höhere Lebensdauer beſitzen dürften,
als gleich große engliſche Geſchütze.
*⁎* Die jetzt im Gange befindlichen Verhandlungen
zwiſchen den Vereinigten Staaten von Amerika und
Li=
beria rufen die Erinnerung daran wach, daß ſchon vor
Jahren Anzeichen dafür vorhanden waren, die große:
Re=
publik jenſeits des Atlantic beabſichtige, den europäiſchen
Mächten an der weſtafrikaniſchen Küſte Konkurrenz zu
machen. Und ſchon damals wies man darauf hin, daß
alles Land an der Küſte in feſten Händen ſei, daß aber ſicher
Liberia ſich bereit finden laſſen würde, den
Amerika=
nern durch Gewährung einer Kohlenſtation und ſonſtiger
Zugeſtändniſſe Gelegenheit zu geben, ihre politiſchen und
wirtſchaftlichen Intereſſen in Afrika zu wahren. In
Waſhington hätte man zu dieſem Zwecke,ganz gern die
Kanariſchen Inſeln als Beute aus’dem Feldzugemit
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Auguſt 1910.
Nummer 177.
Spanien eingeheimſt, aber Europa gab zu deutlich zu
ver=
ſtehen, daß dieſe wichtige Station auf dem Wege nach
Weſt= und Südafrika niemals in Yankeehände fallen
dürfe, und da die nordamerikaniſche Union es nicht mit
Europa verderben wollte und die Sicherung des Beſitzes
viele Umſtände gemacht haben würde, ſo wurden die
In=
ſeln Spanien gelaſſen, aber das Ziel, einen Stützpunkt
für den Handel Amerikas in Weſtafrika zu erlangen, gab
man in Waſhington nicht auf und man wird es, wie die
letzten Vorgänge zeigen, auch erreichen.
Die Handelsbeziehungen der Union mit Weſtafrika
ſind ſeit langen Jahren ſehr rege. Boſton bildet den
Hauptſitz für dieſen Handel, und von da aus werden
Pe=
troleum, Tabak, Bauholz, Baumwollwaren und andere
Produkte und Erzeugniſſe Amerikas nach Afrika geliefert,
während von dort hauptſächlich Häute bezogen werden.
Infolge der Einrichtung regelmäßiger Dampfſchiff=
Ver=
bindungen von Deutſchland, England, Frankreich und
Hol=
land nach Weſtafrika hatte aber der amerikaniſche Handel
große Einbuße erlitten, und die Union war gezwungen,
ebenfalls auf einen regelmäßigen Schiffsverkehr mit
Weſt=
afrika Bedacht zu nehmen. Noch mehr aber würden die
Intereſſen Amerikas gefördert werden, wenn dieſes einen
feſten Stützpunkt an der Küſte des ſchwarzen Erdteils
be=
ſäße, von wo aus es intenſiver als bisher am Wettbewerb
in Afrika teilnehmen könnte, welch' letzterem es ſeit
ge=
raumer Zeit viel Aufmerkſamkeit zuwendet. Man wird
ſich erinnern, daß die Vereinigten Staaten ſich vor einigen
Jahren ſehr ernſtlich um den Einfluß in Abeſſynien
be=
warben. Sie entſandten ihren Marſeiller Generalkonſul
nach Addis Abeba und erhielten vom Negus volle
Meiſt=
begünſtigung in Handel und Verkehr zugeſichert, ſodaß ſie
auch im Nordoſten Afrikas ſchon als Konkurrenten
Euro=
pas auftreten.
Man darf geſpannt ſein, was bei den Verhandlungen
zwiſchen Waſhington und Monrovia herauskommt. Ein
Protektorat über Liberia wird kaum
eingeſtan=
den werden, aber Amerika wird vielleicht, trotzdem die
Neger=Republik unter ſeine Fittiche nehmen und dabei
durch Verfolgung ſeiner wirtſchaftlichen Intereſſen
ſicher=
lich auf die Koſten kommen.
* Paris, 30. Juli. Bezüglich der Frage der
Protek=
tion der Vereinigten Staaten über die Republik Liberia
erklärt das Journal, daß die franzöſiſche Regierung für
eine ſolche Kombination nicht zu haben ſein könne.
Eine internationale Entente zu dem Zwecke, die Zukunft
Liberias wenn möglich ſicherzuſtellen, das ginge an, aber
ein amerikaniſches Protektorat ſei unbedingt unzuläſſig.
Deutſches Reich.
— Die rumäniſchen Blätter teilen mit, König Karol
habe eine Einladung an den deutſchen Kaiſer zur
Teilnahme an den Herbſtmanövern ergehen laſſen.
— Nachdem auf der Germaniawerft das
Unterſee=
boot U7 zu Waſſer gelaſſen worden iſt, ſchwimmen acht
deutſche Unterſeeboote. Davon) haben ſſechs,
U 1 bis 5 und U 9 bereits die Flagge gehißt und ihre
Tätigkeit begonnen. Im vergangenen Herbſt beteiligten
ſich vier Tauchboote an den Uebungen der verſtärkten
Hoch=
feeflotte. Man darf annehmen, daß ihre Zahl in dieſem
Jahre ſich verdoppeln wird. Zum Herbſt dieſes Jahres
ſoll die Zahl der verwendungsfähigen Boote auf 12
ge=
ſteigert werden. Eine beſondere Unterſeeboots=Abteilung
iſt jüngſt in Kiel gebildet. Es iſt jetzt das ſchwimmende
Material und ausreichendes Perſonal zur Bildung einer
kleinen Unterſeeboots=Flottille vorhanden. Daher ſoll auch
Wilhelmshaven binnen kurzem eine eigene
Unter=
ſeeboots=Flottille erhalten.
— Mehrere Blätter berichteten über einen angeblichen
neuen Grenz=Zwiſchenfall bei Myslowitz,
Amt=
lich wird dazu mitgeteilt, daß von einem Grenz=Zwiſchen=
Himmelserſcheinungen im Auguft.
A. C. Die nördliche Abweichung der Sonne vom
Aequator nimmt im Monat Auguſt ab von 18‟ 12'0.2” am
1. bis auf 8 53' 26."7 am 31. Damit vermindert ſich ihre
Mittagshöhe in Norddeutſchland (Parallel von 54?)
von 54.'2 auf 44.'9, in Mitteldeutſchland (Parallel von
51‟) von 57.‟2 auf 47.99 und in Süddeutſchland und
Nord=
öſterreich (Parallel von 48‟) von 60.'2 auf 50.'9. Die
Tageslänge erfährt dementſprechend eine Abnahme im
Norden von 15¾ auf 13¾ Stunden, im mittleren
Deutſch=
land von 15½ auf 13½ und im Süden von 15 auf 13½
Stunden.
Am 24. Auguſt, wenn die Sonne aus dem Zeichen
des „Löwen” in das der „Jungfrau” übertritt, erreicht die
am 23. Juli begonnene Periode der Hundstage ihr
Ende. Das Geſtirn, das ihr den Namen verliehen hat,
der Sirius oder Hundsſtern, Alpha im „Großen Hunde‟
gehört in unſeren Breiten zu den ſogenannten
Winter=
geſtirnen, denn es entfaltet vom Oktober bis in den März
ſeine Pracht und kulminiert am 31. Dezember um
Mitter=
nacht. Da ſeine Deklination — 16% 35.5, alſo ſüdlich iſt,
kann es ſich bei uns nie ſehr hoch erheben. In ſeiner
Hel=
ligkeit übertrifft Sirius ſämtliche Fixſterne des nördlichen
und ſüdlichen Himmels ſehr weſentlich.
Die Phaſen des Mondes ändern ſich im Auguſt
fol=
gendermaßen: Neumond am 5., um 7 Uhr 37 Min. vorm.,
Erſtes Viertel am 13., um 3 Uhr 1 Min. vorm., Vollmond
am 20., um 8 Uhr 14 Min. nachm., und Letztes Viertel am
27., um 3 Uhr 33 Min. nachm. Der Mond befindet ſich am
12. Auguſt, um 7 Uhr nachm. in Erdferne bei einem
Ab=
ſtande von 63.4 Erdhalbmeſſern und am 25. Auguſt, um
2 Uhr früh in Erdnähe bei einem Abſtande von 57.7
Erd=
halbmeſſern à 6378 Kilometer. Am 28. Auguſt bedeckt der
Mond den Fixſtern 4.2. Größe Tau im „Stier” der
Ein=
tritt erfolgt für Berlin um 3 Uhr 35.4 Min. vorm. und
der Austritt um 3 Uhr 50.8 Min. vorm.
Von den Hauptplaneten treten im Auguſt nur
zwei auffallender hervor: Venus am Morgenhimmel
und Saturn am Abendhimmel; die übrigen ſind teils
verborgen, teils ſchwierig zu beobachten. Meerkur
bleibt unſichtbar, obwohl er am 30. Auguſt (Mitter=
ffall keine Rede ſein könne. Es handele ſich um eine
im Grenzfluſſe Przemſa ertrunkene, nicht erſchoſſene Frau,
deren Perſönlichkeit noch nicht feſtgeſtellt iſt. Der Leichnam
befindet ſich auf ruſſiſchem Gebiet, ſodaß die preußiſchen
Behörden keinen Anlaß hätten, einzuſchreiten. Die ruſſiſche
Behörde laſſe den Leichnam am Orte unbeachtet liegen.
— Der dem Abg. Baſſermann naheſtehende
Mannheimer Generalanzeiger kommt in einem längeren
Artikel nochmals auf die bekannte Eiſenbahnfahrt
des Reichskanzlers mit Baſſermann zurück
und erklärt, ſchon die Logik der inneren Situation führe
dazu, anzunehmen, daß es ſich bei der
Unter=
haltung um eine unverbindliche Ausſprache zwiſchen dem
Reichskanzler und Baſſermann gehandelt habe. Der
Reichs=
kanzler hat Baſſermann ſeine Abſichten dargelegt, die
ZZwecke des Revirements und dergleichen, ohne ſich etwa
über eine Wahlparole auszulaſſen oder den Führer der
Nationalliberalen im Sinne einer ſolchen beeinfluſſen zu
wollen, und Baſſermann wird den Reichskanzler darüber
unterrichtet haben, daß die nationalliberale Partei
wei=
terhin nationale und liberale Politik treiben werde, ohne
das Bedürfnis einer Anlehnung an die Sozialdemokratie
oder an die Koalition von Zentrum und Konſervativen
zu empfinden. Das Blatt erklärt weiter, im
gegenwär=
tigen Augenblick ſei für die nationalliberale Partei und
ihren Führer nicht der mindeſte Antrieb gegeben, ſich mit
ängſtlicher Nervoſität oder überhaſteter Sorge die Hände
gegenüber der Regierung oder irgend welchen
Kombinatio=
nen zu binden, „ſo eng iſt denn doch der politiſche
Geſichts=
kreis und ſo kurzſichtig iſt denn doch das politiſche
Urteils=
vermögen der nationalliberalen Partei und ihrer
Füh=
rung mit nichten.‟ Die nationalliberale Partei wird, wie
ſich das aus dem Zwange der Lage mit größter
Natürlich=
keit ergibt, eine Politik der freien Hand und der
unbehin=
derten Selbſtändigkeit nach allen Seiten hin treiben. Das
iſt das reapolitiſche Erfordernis einer Lage, die heute ſchon
in beſtimmte Richtung zu lenken weder die Regierung
noch irgend eine der Parteien oder eine Kombination in
der Hand haben. Die Partei habe die Verpflichtung, nach
allen Seiten für die kommenden Wahlen ſich einzurichten
und zu verhindern, daß in einem Wahlkreiſe ſich zwei
liberale Kandidaten gegenübertreten.
Ausland.
— Ein italieniſches Blatt meldet, daß nach Wien eine
Einladung ergangen ſei, ein Mitglied des öſterreichiſchen
Kaiſerhauſes zur Enthüllung des Viktor
Ema=
nuel=Denkmals zu entſenden; es ſei Ausſicht
vor=
handen, daß der Vatikan ſeine Einwendungen gegen ein
Erſcheinen des Erzherzogs Franz Ferdinand in Rom fallen
laſſen werde. Bei der Schärfe, mit der ſich die Kurie
ge=
gen Beſuche katholiſcher Souveräne in der Hauptſtadt
Ita=
liens ausſpricht, ſei an ein ſolches Entgegenkommen gerade
gegenüber dem Thronfolger ſchwer zu glauben. Die
Ga=
zetta di Torino bringt eine Korreſpondenz aus Wien, nach
der das öſterreichiſch=ungariſche Miniſterium des Aeußern
von der italieniſchen Regierung eine vertrauliche Note
er=
halten habe, in der das Erſuchen geſtellt wird, daß zu der
am 20. September des nächſten Jahres ſtattfindenden
feierlichen Enthüllung des Denkmals Viktor Emanuels II.
ein Mitglied des Kaiſerhauſes entſendet werde, um die
freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen Oeſterreich und
Italien zu bekunden. Eine ſolche Einladung ſei bereits
an Frankreich, Rußland und England ergangen, und es
werden ſich wahrſcheinlich Präſident Falliéres, der Prinz
von Wales und ein ruſſiſcher Großfürſt einfinden. Was
Oeſterreich=Ungarn betrifft, ſchreibt das Blatt, iſt die Sache
etwas erſchwert. Die klerikale Partei ſei dort zu mächtig
und die habsburgiſche Dynaſtie unterhalte zu alte und
innige Beziehungen mit dem Vatikan, als daß eine zu=
ſtimmende Antwort auf die Einladung nicht zahlreien
und lärmende Proteſte hervorrufen würde. Andererſeis
befürchte man in politiſchen und Hofkreiſen, daß eine Al
lehnung die beſtehende Mißſtimmung zwiſchen den beid=
Staaten verſchärfen würde. Der Kaiſer hätte nun durh
den päpſtlichen Nuntius das Terrain beim Vatikan ſo
dieren laſſen. Aber es ſcheint, daß bis jetzt ſowohl Pius —
als der Staatsſekretär Merry del Val eine entſchieden
ablehnende Haltung eingenommen haben.
Die Gazetta di Torino meldet weiter, Graf
Aehren=
thal habe mit dem Nuntius eine ſehr lange Unter
redung gehabt, in der er auf die höchſt wichtigen Intereſſer
hinwies, die Oeſterreich veranlaſſen, nicht die
Empfindliel=
keit Italiens zu berühren. Graf Aehrenthal hätte
beſon=
ders hervorgehoben, daß eine Ablehnung Oeſterreichs
Ito=
lien einen guten Grund bieten würde, den Dreibund 3
kündigen, ſodaß das politiſche Gleichgewicht in Europt
kompromittiert u. dadurch eine ernſte Gefahr für den
Weiter=
beſtand des Friedens heraufbeſchworen würde. Aus dieſen
Grunde werde der jetzt in Italien weilende Nuntius bein
Staatsſekretär Merry del Val intervenieren und es könn
als ſicher angenommen werden, daß der Vatikan ſein
volle Zuſtimmung zur Reiſe eines öſterreichiſchen
Erzherzogs nach Rom geben oder wenigſtens beide Auger
zudrücken wird. Für dieſen Fall hat der Kaiſer ſchon
beſtimmt, daß Erzherzog Franz Ferdinand ihn bei der
Enthüllung des Denkmals für den König Viktor Emanue
vertrete.
— Premierminiſter Asquith erklärte im engliſchen
Unterhauſe bezüglich der Veto=Konferenz, die
Ver=
treter der Regierung und der Oppoſition ſeien zwölfmal
zuſammengekommen und hätten mit Sorgfalt einen großen
Teil der ſtrittigen Materie in Erwägung gezogen. „
Ob=
ſchon wir bisher noch zu keinem Uebereinkommen gelang
ſind”, fuhr Asquith fort, „führten doch die Beſprechungen
zu ſolchen Fortſchritten, daß es nach unſer aller Meinung
nicht nur wünſchenswert, ſondern notwendig iſt, ſie
fort=
zuſetzen. Ich kann tatſächlich noch weitergehen und ſagen,
wir würden es für falſch halten, ſie in dieſem Stadium
abzubrechen. Es handelt ſich nicht um eine unbeſtimmte
Fortdauer der Beſprechungen. Wenn wir in den weiteren
Beratungen während der Parlamentspauſe zu der Anſicht
gelangen ſollten, daß keine Ausſicht auf eine Einigung
vorhanden iſt, die dem Parlament im Laufe der
gegen=
wärtigen Seſſion mitgeteilt werden könnte, werden wir
die Konferenz ſchließen.”
Im Laufe der der Vertagung des Hauſes
voraufgehen=
den Generaldiskuſſion kamen mehrere Redner auf die in
Marokko verübten Grauſamkeiten zu ſprechen. Die Redner
legten der Regierung nahe, in der Frage eine energiſchere:
Haltung einzunehmen und auch die franzöſiſche Regierung
auf die Dringlichkeit der Angelegenheit hinzuweiſen.
Mc Kinnon Wood erwiderte mit Bezug auf die Folterung
der Frau des Gouverneurs von Fez, daß die engliſchee
gierung der franzöſiſchen das Material über dieſen Fal
zur Verfügung geſtellt habe und ſie dafür gewonnen habe,
gemeinſam mit der engliſchen Regierung auf den Sultan
den ſtärkſten Druck auszuüben, um den ſcheußlichen
Grau=
ſamkeiten ein Ende zu bereiten. Er glaube, daß die
franzöſiſche Regierung in dieſem Beſtreben ebenſo eifrig
ſei, wie die engliſche. — Darauf vertagte ſich das
Haus bis zum 15. November. Zu einer formellen Sitzung
wird das Haus am 3. Auguſt zuſammentreten, um von
der königlichen Genehmigung der Aenderung der
Erklä=
rung bei der Thronbeſteigung Kenntnis, zu nehmen.
Das Reuterſche Bureau erfährt im Hinblick auf den
den indiſchen Truppen erteilten Befehl, ſich für
einen Vormarſch nach Tibet in Bereitſchaft zu
hal=
ten: Dieſe Maßregel ſei gänzlich vorbeugender Natur. Es
ſei im gegenwärtigen Stadium keine Rede von einer
en
niens
n bein
nacht zum 31.) in größte öſtliche Ausweichung von der
Sonne, 27 13', gelangt. Aus dieſem Grunde können
die bemerkenswerten Konjunktionen, in die dieſer
Planet am 5. und 6. Auguſt kommt, leider nicht
wahr=
genommen werden. Zuerſt findet am 5. Auguſt, um
5 Uhr vorm., eine Annäherung von Merkur und
Re=
gulus, dem Fixſtern 1. Größe im „Löwen” ſtatt,
wo=
bei Merkur nur 52’ nördlich von Regulus ſteht. Am
6. Auguſt, um 7 Uhr vorm., hat Merkur eine ſelten
nahe Konjunktion mit Mars, dem er ſich nördlich bis
auf den ſehr geringen Betrag von 5 nähert, ſodaß
beide einen optiſchen Doppelſtern bilden. Endlich
ckommt Merkur am gleichen Tage, nachmittags 2 Uhr,
mit dem Mond in Konjunktion, welcher Vorgang
natürlich erſt recht nicht zu ſehen iſt. — Venus
wandert als Morgenſtern um Mitte Auguſt aus dem
Sternbilde der „Zwillinge” in das des Krebſes und
iſt länger als eine Stunde vor Sonnenaufgang im
Oſten als hellglänzendes Geſtirn ſichtbar. Ihre
Ent=
fernung von der Erde vergrößert ſich von 1.40 auf 1.54
Erdbahnhalbmeſſer à 149.48 Millionen Kilometer; ihr
ſcheinbarer Durchmeſſer verkleinert ſich deshalb von
12.‟0 bis auf 10.‟9. Am 11. Auguſt, um 2 Uhr vorm.,
hat Venus mit Neptun Konjunktion, und zwar ſteht
ſie 28’ nördlich von dem fernſten Planeten. Nach
Auf=
gang des Morgenſternes befindet ſich der Neptun noch
faſt genau in der Verlängerung der Geraden, die den
Polarſtern mit der Venus verbindet, im Abſtande
einer knappen Vollmondbreite von dieſer. Neptun
kann aber als Sternchen 8. Größe wegen der ſchon
beginnenden Dämmerung nur in lichtſtarken
Inſtru=
menten beobachtet werden. In der Frühe des 3.
Auguſt bemerkt man die ſchmale, abnehmende Sichel
des Mondes, der um Mitternacht Konjunktion mit
Venus gehabt hat, nordöſtlich von dem hellen Planeten,
mit dieſem einen lohnenden Anblick gewährend. —
Mars, wegen ſeiner Sonnennähe nicht ſichtbar, hat
jetzt beinahe ſeine größte Entfernung von der Erde,
Ende dieſes Monats ſchon 2.65 Erdbahnhalbmeſſer,
er=
reicht, denn er befindet ſich im September in
Sonnen=
konjunktion. Seine (unſichtbare) Konjunktion mit
dem Merkur am 6. Auguſt haben wir ſchon oben
er=
wähnt; mit Regulus iſt er am 3. Auguſt, um 10 Uhr
unterliegen,
aber nicht
Nationen
vorm., und mit dem Monde am 6. Auguſt, um 2 Uhr
nachm., in Konjunktion. — Von den kleinen Planeten
oder Aſterolden, deren heute bereits mehr als 700
ent=
deckt ſind und die ihre Bahnen zwiſchen Mars und
Ju=
piter beſchreiben, ſind nur wenige für kleinere
Inſtru=
mente ſichtbar, im allgemeinen nur die zuerſt, vor
einem Jahrhundert, aufgefundenen Körper; faſt alle
übrigen ſind zu lichtſchwach. Am 27. Auguſt befindet
ſich nur der Aſteroid Pallas, der als zweiter
klei=
ner Planet am 28. März 1802 von Olbers entdeckt
wurde und 9. Größe iſt, in Oppoſition, er ſteht dann
bei Rektaſzenſion 21 h 52.0 m und Deklination — 70
P2.'0, alſo nahe nordweſtlich von den Sternen Theta
und Ny im „Pegaſus”, und um Mitternacht im
Süd=
meridian. — Jupiter bleibt nur noch kurze Zeit
im Sternenbilde der „Jungfrau” am weſtlichen
Abend=
bimmel über dem Horizont. Sein Erdabſtand
ver=
größert ſich von 5.87 auf 6.22 Erdbahnradien, und ſein
Scheibendurchmeſſer beträgt am 1. Auguſt 34."0. Am
9., abends 7 Uhr, hat der Mond mit ihm Konjunktion,
ſeine zunehmende Sichel zieht nördlich am Jupiter
vorüber. — Saturn, im „Widder” erhebt ſich
an=
fänglich um 11 Uhr, zuletzt aber ſchon um 9 Uhr abends
über dem öſtlichen Horizont und macht ſich rechts unten
von den beiden hellſten Widderſternen als Geſtirn 1.
Größe recht deutlich bemerkbar. Seine
Beobachtungs=
verhältniſſe werden in den nächſten Monaten
fort=
geſetzt günſtiger, da er erſt am 27. Oktober in
Oppo=
ſition gelangt. Saturn nähert ſich uns, oder beſſer
geſagt: wir nähern uns dem Saturn, und zwar von
9.17 auf 8.70 Erdbahnhalbmeſſer. Dadurch erfährt der
ſcheinbare Durchmeſſer des Planeten eine
Vergrößer=
ung von 17.%7 auf 18.‟7. Die Ringellipſe, die ſich noch
weiter öffnet, mißt Mitte Auguſt in ihrer großen Achſe
42."1 und in ihrer kleinen Achſe 13.‟1. Am 25. Auguſt,
um 7 Uhr abends (bevor der Aufgang erfolgt), kommt
der Mond mit Saturn in Konjunktion, bei der der
ab=
nehmende Mond 1½ Grad nördlich von dem Planeten
ſteht. — Uranus hält ſich noch immer im Sternbilde
des „Schützen” auf; er ſteht als Sternchen 5. Größe am
1. Auguſt bei Rektaſzenſion 19 h 38 m 4s und bei
Deklination — 22' 4' am 31. Auguſt bei Rektaſzenſion
19 h 33 m 58s und bei Deklination — 22' 13½, ſeine Py=
Nummer 177.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Auguſt 1910.
Seite 3.
tllichen Expedition oder auch nur von einer
Truppen=
fdrung über die Grenze. Die Maßregel ſei nicht auf den
fang poſitiv ernſter Nachrichten aus Tibet
zurückzu=
hren, ſie ſei nur dazu beſtimmt, im Einklang mit den
ſtchenden Verträgen den Schutz der engliſchen
Lndelsniederlaſſungen in Tibet zu ſichern.
Das Reuterſche Bureau meldet aus Simla: Die
Be=
hiltſtellung indiſcher Truppen für einen
Vor=
ſtiſſch nach Tibet erſtreckt ſich auf zwei Regimenter
Plärgs=Artillerie. In Gangtok, im Territorium Siklin,
wen bereits bedeutende Vorräte zuſammengebracht. Die
zuppen werden ſich bereit halten, die engliſchen
Handels=
ſeverlaſſungen von Gyangtſe und Yatung in Tibet zu
lüücen, ſobald dieſe angegriffen oder gefährdet werden ſoll=
. Sie würden ſich vollkommen neutral verhalten, wenn
neſiſche Truppen gegen Tibetaner kämpfen ſollten und
ſenden zurückgezogen werden, ſobald der Stand der Dinge
geſtattet.
— Prinz Jaime von Bourbon nimmt in einem
iämreiben an die klerikalen Senatoren und Deputierten
Apaniens auf deren gegen die Politik des Miniſterprä=
Hemten beim Nuntius eingelegten Proteſt Bezug
Un beglückwünſcht ſie zu ihrer Anhänglichkeit an den
ſaoſt. Der Prinz ſagt in ſeinem Schreiben: „Ich glaube,
Ur Tag iſt nicht mehr fern, wo die Anhänger der Ordnung
Spanien, ſowie die ſpaniſche Armee ſich unſerer Fahne
ſeeden anſchließen müſſen, um den Feinden der wirklichen
Freiheit eine große Schlacht zu liefern. Dann werde ich
lu der Ehrenſtellung gelangen, die mir durch die Geburt
ſſtr. efallen iſt.”
— Aus San Sebaſtian wird gemeldet: Bei einem
sankett, das zu Ehren des ſpaniſchen Miniſterpräſidenten
malejas vom hieſigen liberalen Komitee gegeben wurde,
rrte der Miniſterpräſident aus: Niemals hatte ich eine
ihrtliche Verantwortlichkeit und niemals war ich mehr
be=
eit, den Schwierigkeiten die Stirn zu bieten. Die liberale
Partei Spaniens liefert heute ihren letzten Kampf. Wir
llechnen auf die Armee, auf die Majorität der Kammern
und auf die Vernunft. Der von uns unternommene
ampf iſt nicht antireligiös, er iſt nur antiklerikal; er
Ralließt keine Verfolgung des alten Glaubens ein. Es
ſicht nicht an, wenn im 20. Jahrhundert bei uns keine
sewiſſensfreiheit beſteht. Armes Spanien! Wenn wir
irterliegen, ſo würde das ſein Verfall ſein. Spanien ſoll
ſüheer nicht untergehen, ſondern auf der Höhe der anderen
ationen ſtehen. Die Regierung, die die Verantwortung
hat, Spanien der Reaktion zu entreißen und die das
Ver=
ltrauen des Königs beſitzt, wird Spanien retten, trotz allem
und gegen Alle!
— Der bulgariſche Geſandte in Paris, General
Pa=
prrikow, wurde von einem Vertreter des Matin
inter=
vewt. Die Frage, ob Bulgarien ſeine auf den Rat der
Nächte ſeit den letzten Jahren befolgte türkenfreundliche
Molitik aufgeben wolle, beantwortete der General mit Nein.
Wulgarien wünſche ſeine friedliche Politik fortzuführen,
weil dieſe ſeinen Intereſſen günſtig ſei. Aber man dürfe
richt vergeſſen, daß es auch noch andere Intereſſen gäbe,
diie die erſteren weſentlich beherrſchen könnten. Die
türken=
freundlichen Gefühle könnten in Bulgarien gewiſſen
Schwankungen unterliegen. Die Verfolgungen oder die
chlechte Behandlung, über die ſich die Bulgaren in
Maze=
vonien beklagt hätten, könnten natürlich die politiſchen
Ge=
fühle der Bulgaren beeinfluſſen. Aber es wäre verfrüht,
naraus auf einen bewaffneten Konflikt ſchließen zu
wol=
ben. Bulgarien wünſche einen ſolchen nicht, lediglich um
wie Belohnung für ſeine militäriſchen Anſtrengungen zu
arnten. Es wird fortfahren, eine ſtarke Armee zu
unter=
igalten, weil es der Anſicht ſei, daß es dieſe Armee brauche,
um auf dem Balkan einen Frieden zu ſichern, der ebenſo
motwendig ſei für den inneren Frieden Bulgariens wie
für die Aufrechterhaltung ſeiner Stellung in Europa.
— Blättermeldungen zufolge hat die griechiſche
Regie=
rung Aufklärung über das im Tanin veröffentlichte
Inter=
view des türkiſchen Geſandten in Athen Naby=
Bey verlangt. (Der Geſandte hatte geäußert, er habe die
griechiſche Regierung wiederholt darauf aufmerkſam
ge=
macht, daß die Türkei im Falle der Aufnahme der kretiſchen
Delegierten in die griechiſche Nationalverſammlung einer
Kriegserklärung nicht ausweichen könne. D. Red.) —
Theotokis hat erklärt, es müſſe jede kretiſche
Kandi=
datur zur griechiſchen Nationalverſammlung vermieden
werden, um nicht die Unzufriedenheit der Schutzmächte zu
erregen. Theotokis wird Venizelos den Rat geben, auf
ſeine Kandidatur zu verzichten.
— Aus Marokko kommende Eingeborene berichten,
eine ſpaniſche Rekognoszierung=Abteilung von 400 bis
500 Reitern hätte am 17. Juli Manchica verlaſſen, um
nach dem Tal von Oned Kert vorzuſtoßen. Die
marokka=
niſchen Stämme bildeten ſofort eine Harka, beſtehend aus
Mannſchaften der Beni Bu Yahi, der Metalſa und der
Beni Said. Sie verſuchten, den Spaniern den Weg zu
verlegen. Es fand ein ſehr blutiger Kampf ſtatt. Die
Spanier hatten 30 Tote, unter ihnen einen Major; die
Marokkaner hatten ſechs Tote und eine große Anzahl
Ver=
wundete. Der Heilige Krieg wird gepredigt im
gan=
zen Riff. An der Spitze der Bewegung ſteht der berühmte
Marabut Ki Amezaine.
— Die Petersburger Telegraphen=Agentur meldet aus
Charbin: Die chineſiſche Regierung hat beſchloſſen, die
Ko=
loniſation in der Mandſchurei und in der
Mon=
golei zu verſtärken. Um in der Anſiedlung eine größere
Planmäßigkeit zu erzielen, hat der Prinzregent die
Mini=
ſterien des Innern, der Landwirtſchaft und der Kolonien
beauftragt, einen ausführlichen Anſiedelungsplan
auszu=
arbeiten. Als Anſiedler ſollen hauptſächlich die Einwohner
der durch Ueberſchwemmungen geſchädigten Südprovinzen
herbeigezogen werden.
* Wien, 29. Juli. Die Neue Freie Preſſe meldet
aus Iſchl: Der Chef des Generalſtabes Konrad von
Hoetzendorf wurde vom Kaiſer in Audienz empfangen, um
ibm über die Beratungen des Reichskriegsminiſteriums,
betreffend die eventuelle Verlegung oder Abſage der
Manö=
ver, Bericht zu erſtatten. Nachdem der Kaiſer den Bericht
entgegengenommen hatte, verfügte er die vollſtändige
Abſage der diesjährigen Kaiſermanöver.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 1. Auguſt.
* Vom Hofe. Der Erbgroßherzog und Prinz
Ludwig ſind wieder in Jagdſchloß Wolfsgarten
ange=
kommen. (Darmſt. Ztg.)
— Entlaſſung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Miniſterialreviſor bei der
Buch=
haltung Großh. Miniſteriums der Finanzen Philipp
Schill auf ſein Nachſuchen wegen Uebertritts in den
Reichsdienſt aus dem Staatsdienſte entlaſſen.
— Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Wirklichen Geheimerat
Dr. Dernburg Exzellenz in Grunewald=Berlin die
Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von
Sr. Königl. Hoheit dem Prinzen Luitpold von Bayern,
des Königreichs Bayern Verweſer, verliehenen
Groß=
kreuzes des Königlich Bayeriſchen Verdienſtordens des
Heiligen Michael, des ihm von Sr. Maj. dem König von
Sachſen verliehenen Großkreuzes des Albrechts=Ordens
mit goldenem Ordensſtern und des ihm von Sr. Königl.
Hoheit dem Großherzog von Baden verliehenen
Groß=
kreuzes mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer
Löwen erteilt, ferner dem Bezirkskaſſier Rechnungsrat
Johannes Müller in Grünberg, aus Anlaß ſeiner
Ver=
ſetzung in den Ruheſtand, die Krone zum Ritterkreuz
2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen.
Von der Brandverſicherungskammer. Se.
Königl. Hoheit der Großherzog haben dem
vor=
tragenden Rat in der Abteilung für Steuerweſen des
Miniſteriums der Finanzen, Geheimen Oberfinanzrat
Dr. Franz Knell zu Darmſtadt die Nebenſtelle eines
Mitglieds und Rats bei der Brandverſicherungskammer
auf Widerruf übertragen.
— Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Gehilfen Balthaſar
Lauten=
ſchläger zu Darmſtadt zum Bureaugehilfen bei der
Zentralſtelle für die Landesſtatiſtik und den
Bezirkskaſſe=
aſſiſtenten der Bezirkskaſſe Mainz I Wilhelm
Frey=
mann zum Miniſterialreviſor bei der Buchhaltung des
Miniſteriums der Finanzen ernannt.
— Verſetzung in den Ruheſtand. Se. Königk.
Hoheit der Großherzog haben dem Werkmeiſter an
dem Arbeitshauſe zu Dieburg Heinrich Steiger, ferner
den Bezirkskaſſier Rechnungsrat Johannes Müller in
Grünberg, unter Anerkennung ſeiner langjährigen treu
geleiſteten Dienſte, vom 1. November d. Js. an auf ſein
Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt.
*X* Das Kriegsgericht der 25. Diviſion verurteilte
den Gardiſten Wilhelm Gauch vom Leib=Garde.=Inf.=
Regt. Nr. 115, der aus Germersheim ſtammt, wegen
Betrugs im Rückfall, Diebſtahl, unerlaubter
Entfern=
ung und falſchem Namensgebrauchs zu 4 Jahren
Zuchthaus, 150 Mark Geldſtrafe, 5jährigem
Ehr=
verluſt, Ausſtoßung aus dem Heere und 14 Tagen Haft.
Der Angeklagte hat ſchon während ſeiner ſeit Herbſt
vor. Js. beſtehenden Dienſtzeit drei Strafen wegen
unerlaubter Entfernung erlitten. Im März d. Js.
ging er wieder ohne Urlaub davon und zog bis zum
Mai in der Pfalz herum, indem er ſich durch
Betrü=
gereien und mehrere Diebſtähle Unterhaltsmittel,
ſo=
wie den Militärpaß eines Wirtes verſchaffte. Bei den
Schwindeleien ging er mit großer Frechheit vor und
wußte ſogar verſchiedene Geiſtliche zu prellen; einmal
fielen ihm 22 Mark in die Hände, ein anderes Mal
ſtellte er ſich einer Familie, deren Oberhaupt gerade
geſtorben war, als deſſen Neffen vor, kondolierte und
ſchwindelte ſich einen Geldbetrag aus. Als er durch
die Gendarmerie verhaftet wurde, bediente er ſich eines
falſchen Namens. — Weiter wurde der aus Gebweiler
im Elſaß gebürtige Musketier Albert Biſch vom Inf.=
Regt. Nr. 168 in Butzbach wegen unerlaubter
Entfern=
ung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.
Er hatte ſich des fraglichen Vergehens ſchuldig gemacht,
nachdem er im vorigen Sommer in ſeiner Heimat für
den Herbſt zum Inf.=Regt. Nr. 71 in Erfurt ausgehoben
und bis zur Stellung mit Urlaubspaß entlaſſen worden
war. Bald darauf entzweite er ſich mit ſeinem Vater,
verließ Gebweiler und nahm in Frankreich Arbeit, von
wo er erſt in voriger Woche zurückkehrte und ſich der
Behörde in Gebweiler meldete. Er war deshalb der
Fahnenflucht angeklagt; doch ſchenkte das Gericht ſeinen
Angaben, daß er ſich ſeiner Militärpflicht nicht dauernd
habe entziehen wollen, Glauben. Die ſeiner Zeit
er=
kaſſene Geſtellungsordre hatte ihm ſein Vater nicht
nachgeſandt. — Der Dragoner im Garde=Drag.=Regt.
Nr. 24 Karl Rentſch, der ſeit Herbſt vor. Js. dient,
eignete ſich verſchiedene eigene Montierungsſtücke und
dergleichen von Kameraden an und machte ſich während
der Unterſuchungshaft gegenüber dem
Gefängnisver=
walter der Gehorſamsverweigerung ſchuldig. Er
er=
hielt eine Gefängnisſtrafe von 4 Monaten.
* Die Gartenſtadt am Hohlen Weg. Man
ſchreibt uns: Die Entwickelung der
Garten=
ſtadt am Hohlen Weg nimmt erfreulichen
Fortgang. Jahrelang war die Sache ins Stocken
geraten, weil ſich die Grundbeſitzer über die Verlegung
ihrer Grundſtücke nicht einigen konnten. Um
bauwür=
dige Plätze zu erhalten, iſt aber eine ſolche Verlegung
notwendig (ſogen. Bereinigung), und die
Stadtverwalt=
ung, ſowohl wie das Miniſterium, können den
Bebau=
ungsplan erſt dann genehmigen, wenn die beteiligten
Grundbeſitzer einen Verlegungsplan mit ihrer
Ein=
verſtändniserklärung vorgelegt haben. Der rührigen
Tätigkeit des jetzigen Vorſtandes der Gartenvorſtadt=
Vereinigung (Vorſitzender iſt Architekt K. Stief) iſt
es endlich gelungen, faſt alle Beteiligten zu einer
Einigung zu bringen. Vor einigen Tagen iſt der
Ver=
legungsplan der Großh. Bürgermeiſterei eingereicht
vorden. Nach Genehmigung durch die
Stadtverordne=
tenverſammlung und das Großh. Miniſterium kann
dann eine ganze Anzahl von Baublöcken eröffnet
wer=
den, für welche ſchon Baugeſuche bei Großh.
Bürger=
meiſterei eingereicht ſind.
Es ſteht zu erwarten, daß demnächſt am Hohlen
Weg und an der Dieburger Straße eine rege
Bau=
ätigkeit einſetzen und dort ein Viertel entſtehen wird,
das in Bezug auf Schönheit und geſunde Lage alle
anderen Viertel unſerer Vaterſtadt übertreffen wird.
Fition iſt alſo ſehr ſüdlich. Er kulminiert am 1. um 11
Uhr und am 31. um 9 Uhr abends. — Neptun, in
den „Zwillingen”, gehört dem frühen Morgenhimmel
aan. Sein genauer Standort iſt am 1. Rektaſzenſion
V h 25 m 19s und Deklination — 21‟ 22'. Ueber ſeine
Konjunktion mit Venus am 11. Auguſt haben wir oben
ſchon näheres mitgeteilt.
Der Komet Halley, der ſich im Auguſt im
Sternbilde des „Bechers”, das ſüdlich an „Löwe” und
„Jungfrau” grenzt, in ſüdöſtlicher Richtung
weiterbe=
wegt, iſt nicht zu beobachten, da er in den Strahlen der
SSonne verborgen bleibt; erſt im September wird er
aus dieſen wieder am Morgenhimmel hervortreten,
in=
deſſen nur ſtärkeren Fernrohren zugänglich ſein.
Unter den Sternſchnuppenſchwärmen, deren der
Auguſt nicht weniger als 12 aufweiſt, nimmt der der
Perſerden in den Tagen vom 9. bis 14. die erſte
Stelle ein. Die Meteore dieſes Schwarmes ſtrahlen
rvorwiegend bei dem Sterne Gamma im „Perſeus” aus
rund haben am 10. Auguſt ihr Maximum. Schiaparelli
wies ihren Zuſammenhang mit dem Kometen 1862 III
nach.
Mit dem Verſchwinden der hellen Nächte gewinnt
auch der Fixſternhimmel wieder an Pracht, die
aber vom 13. bis 26. Auguſt teilweiſe durch das
Mond=
licht beeinträchtigt wird. Abends gegen 10 Uhr ſehen
wir das aus Millionen von fernen Sonnen gewobene
ſchimmernde Band der Milchſtraße vom Nordnordoſten
zum Südſüdweſten hoch über den Himmel ſich ziehen.
Im Norden wird ſie von dem Bilde des „Fuhrmanns”
mit der funkelnden Capella und im Nordoſten von dem
Bilde des „Perſeus” mit dem veränderlichen Sterne
Algol flankiert; darüber erblicken wir in ihr die
„Caſſiopeja” mit der hellen, einem W ähnelnden
Kon=
ſtellation, und unterhalb dieſer, nach Oſten zu, die
Sterne der „Andromeda” von denen der dem „Perſeus”
nahe Gamma zu den ſchönſten Doppelſternen des ganzen
Himmels gehört — er beſteht aus einer gelben Sonne
(3. Größe) und einer blauen Sonne (5. Größe), die 10‟
voneinander abſtehen und deren kleinerer (blauer)
Körper ſelbſt wieder ein ſehr enger (ſpektroſkopiſcher)
Doppelſtern iſt. Nahe dem Zenith gewahren wir den
„Schwan” mit Deneb und die „Leier” mit Wega, etwas
weiter nach Süden herab den „Adler” mit Atair, da=
neben die kleinen Sterne des „Delphin‟ Den flach zum
Südoſten herabgeneigten Tierkreis markieren von Weſten
zum Oſten die Bilder „Jungfrau”, „Wage”, „Skorpion”.
„Schütze”, „Steinbock”, „Waſſermann” „Fiſche” und
„Widder”. Gamma des „Widder” (der kleine Stern
rechts neben den beiden Hauptſternen) iſt ein leicht zu
trennender Doppelſtern, denn ſeine beiden Körper (4.
und 4.5. Größe) ſtehen 8” voneinander ab. Hoch im
Weſten ſtrahlen die Sterne des „Bootes” mit Aretur
und die der „Krone” tiefer im Nordweſten die feinen
Lichtpunkte des „Haares der Berenice” und darunter
am Horizont noch einige Sterne des „Löwen” Weiter
oben macht ſich das gewohnte Bild des „Großen Bären”
bemerklich, deſſen mittelſter Schwanzſtern, Mizar, das
am bequemſten aufzulöſende Binärſyſtem iſt; ſein
Hauptſtern iſt 2. und deſſen Begleiter 4. Größe, ihr
Abſtand 14‟. Uebrigens iſt hier der Hauptſtern
eben=
falls wieder doppelt und beſitzt eine vierfach größere
Maſſe als unſere Sonne; beide Sterne ſind 35 Millionen
Kilometer voneinander entfernt und umkreiſen ſich in
20.6 Tagen. Das merkwürdige dreifache Mizar=Syſtem,
mit dem ſogar der 11.5 entfernte Alcor (5. Größe) in
einem gewiſſen Zuſammenhange ſteht, bewegt ſich alſo
um einen gemeinſchaftlichen Schwerpunkt.
Vorträge.
C Der Heſſiſche Automobilklub, der die
Intereſſen ſeiner Mitglieder und des Automobilismus
überhaupt durch die von ihm veranſtalteten
intereſſan=
ten Polizeifahrten in eigenartiger und wirkſamer Weiſe
wahrt, veranſtaltete am Freitag einen
Vortrags=
abend, um die Mitglieder und ſonſtigen
Intereſſen=
ten mit den Wirkungen des neuen
Automobilhaft=
pflichtgeſetzes bekannt zu machen. Redner des Abends
war Herr Rechtsanwalt Sieger, der Rechtsbeiſtand
des Klubs, der nach kurzer Begrüßung des
Vorſitzen=
den, Aſſeſſor Zimmer, ſich über das neue Geſetz
ver=
breitete, das von außerordentlicher Wirkung und
Wich=
tigkeit für alle, nicht nur für Automobilfahrer, iſt. Das
Geſetz ſei der Notwendigkeit entſprungen, den immer
zahlreicher werdenden Unfällen, die mit der Zahl der
Autos wachſen, zu ſteuern. Maßgebend für die
Ge=
ſetzesbeſtimmungen war einerſeits ein erhöhter Schutz
des Publikums, andererſeits mußte vermieden werden,
durch eine Ueberſpannung den Automobilverkehr ſo zu
belaſten, daß ſeine Entwickelung gehemmt oder
geſchä=
digt werden kann. Der beſte Schutz gegen Autounfälle
ſei, 1. daß das Auto den Anforderungen entſpricht, die
im Intereſſe der öffentlichen Sicherheit geſtellt werden
müſſen, 2. daß der Führer eine gute und ſachgemäße
Ausbildung beſitzt. Dem trägt das Geſetz durch genaue
Vorſchriften Rechnung. Für die ſehr ſtrenge und harte
Haftpflicht waren im weſentlichen die analogen
Beſtimmungen der Eiſenbahnen maßgebend. Das
führte aber zu Härten, die umſoweniger berechtigt ſind,
als das Auto immer mehr aus einem Luxusfahrzeug
ein faſt unentbehrliches Verkehrsmittel wird. Das
Antofahren ſtellt an die Führer die größten
Anforder=
ungen. Das Geſetz macht den Beſitzer haftpflichtig,
wenn ein Unfall entſtand durch irgend einen techniſchen
Mangel, er iſt für den Schaden verantwortlich ohne
Rückſicht auf die Urſache. Der Geſchädigte iſt nicht
ver=
pflichtet, den Nachweis eines Verſchuldens zu
erbrin=
gen, vielmehr hat der Autobeſitzer die Pflicht, eventl.
zu beweiſen, daß er den Unfall nicht verſchuldet.
Jeden=
falls iſt jedem Autofahrer die Haftpflichtverſicherung
dringend zu empfehlen. Der Redner ging dann auf
verſchiedene wichtige Einzelheiten des Geſetzes ein.
Nicht haftbar iſt der Automobilhalter nur, wenn ein
Unbefugter ſein Auto benutzt oder wenn der
Beſchä=
digte ein Inſaſſe des Autos war. Die Haftpflicht
be=
ruht alſo auf dem Geſetz, nicht auf dem Verſchulden.
Haftbar bleibt der Automobilhalter, wenn er von der
Benutzung ſeines Autos durch Dritte Kenntnis hat,
auch ohne daß er die Erlaubnis gab und wenn er ſein
Auto nicht ſo gut verwahrt, daß die Benützung durch
Unbefugte ausgeſchloſſen iſt. In zweiter Linie haftet
der Führer, wenn er den Unfall verſchuldet. Die
Schadenerſatzvflicht beträgt bis 50000 Mark oder bis
3000 Mark Jahresrente bei Tötung eines Menſchen
und bis zur dreifachen Summe bei Tötung mehrerer
Menſchen, oder bis 10000 Mark bei Sachſchaden. Neben
die Haftpflicht tritt Beſtrafung. Wichtig in dieſen
Be=
ſtimmungen iſt, daß mit Gefängnis beſtraft wird, wer
einen Ueberfahrenen hilflos liegen läßt. Dem
Vor=
trag folgte eine angeregte Diskuſſion.
Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 24
vom 30. Juli 1910 hat folgenden Inhalt: 1.
Bekannt=
machung, ſummariſche Ueberſichten der Rechnungen der
Regierungsrat Mayſchen Schulunterſtützungsſtiftung für
1907 und 1908 betreffend. 2. Verzeichnis der Vorleſungen,
Uebungen und Praktika, welche im Winterſemeſter
1910/11 in den ſechs Fachabteilungen der
Großherzog=
lichen Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt abgebalten
werden.
— Das Dragoner=Regiment Nr. 23 iſt zu einer
großen Kavallerieübung nach dem in der nördlichen
Eiſel bei Elſenborn gelegenen
Kavallerieübungs=
platz ausgerückt. Mannſchaften und Pferde wurden in
Sonderzügen dorthin gebracht. Die Elſenborner
Ka=
vallerieübungen, die für einzelne Regimenter in
Ab=
ſtänden von je zwei Jahren gewöhnlich ſtattfinden
und ſich in der Regel auf einige Wochen erſtrecken,
ſtellen an Mannſchaften und Pferde beſonders große
Anforderungen und ſind im übrigen wegen der vielen
dort befindlichen Sümpfe nicht ohne Gefahr. Es
ge=
hört die größte Wachſamkeit und Vorſicht der
Kavalle=
riſten dazu, um den gefährlichen Sumpfwaſſern
aus=
zuweichen und nicht bis an den Hals einzubrechen. In
dieſem Jahre ſoll das Terrain noch weit ſchlechter
paſſierbar ſein als ſonſt. Das Regiment kehrt gegen
Mitte Auguſt von Elſenborn hierher zurück, um, wie
gemeldet, an der Truppenſchau vor dem Kaiſer
teil=
zunehmen, die vorausſichtlich am 19. Auguſt in Mainz
ſtattfindet.
Blindenkonzert. Auf das im Städtiſchen
Saal=
bau heute Montag abend ſtattfindende Konzert des
blinden Konzert= und Oratorienſängers Heinrich
Meyer (Tenor) wird nochmals hingewieſen.
Eine auffallende Erſcheinung. Ein zweiter
Be=
obachter klärt die „Erſcheinung” dahin auf, daß es
ſich wiederum, wie früher ſchon mehrfach, um einen —
Papierdrachen gehandelt hat, an deſſen Schwanzende
die Jungen ein Lampion befeſtigt hatten.
— Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G. m. b. H.,
am 30. Juni 1910. Aktiva. Kaſſa=Konto u. Guthaben
auf Reichsbank=Giro u. Poſtſcheck=Konto 73663 M. 99 Pf.
Coupons= u. Sorten=Konto 35307 M. 04 Pf. Bankverkehr=
Konto 720322 M. 51 Pf. Effekten=Konto 533891 M. 83 Pf.
Lombard=Konto 408147 M. 68 Pf. Wechſel= u. Deviſen=
Konto 290361 M. 59 Pf. Konto=Korrent=Konto 2879674 M.
56 Pf. Vorſchuß= u. Vorſchuß=Wechſel=Konto 741073 M.
06 Pf. Haus=Konto und Immobilien=Konto 285000 M.
— Pf. Mobilien=Konto 2383 M. — Pf. Schrankfächer=
Konto 1 M. — Pf. Haus= u. Immobilien=
Unterhaltungs=
koſten=Konto 1856 M. 27 Pf. Verwaltungskoſten=Konto
29611 M. 65 Pf. — Paſſiva. Geſchäftsanteil=Konto
1496267 M. 98 Pf. Reſervefonds=Konto I u. II 370675 M.
68 Pf. Delkredere=Konto 50000 M. — Pf. Penſions= u.
Unterſtützungsfonds=Konto 154683 M. 08 Pf.
Akzeptatio=
nen= und Aval=Konto 69305 M. 95 Pf. Sparkaſſen= und
Scheck=Konto 3719630 M. 52 Pf. Zinſen=Konto 132076 M.
52 Pf. Dividende=Konto 8354 M. 45 Pf. Umſchag im
Juni 1910 4485575 M. 77 Pf. Zahl der Mitglieder 1984.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
der vergangenen Woche: Butter ½ Kg. 1,30 M., in
Par=
tien 1,20 M., Eier 8—9 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20 Pf.,
Handkäſe 4—10 Pf., neue einheimiſche Kartoffeln
½ Kg. 4—5 Pf., Italiener 10 Pf., Malteſer 15 Pfg.,
Obſt u. dgl.: Pflaumen ½ Kg. 10—12 Pf., Sommeräpfel
½ Kg. 12—20 Pf., Birnen ½ Kg. 20—25 Pf.,
Walderd=
beeren ½ Ltr. 50 Pf., Heidelbeeren ½ Ltr. 12 Pf.,
Stachel=
beeren ½ Ltr. 10—12 Pf., Johannisbeeren ½ Kg. 20 Pf.,
Himbeeren ½ Ltr. 25 Pf., Aprikoſen, Pfirſiche ½ Kg.
30—45 Pf., Apfelſinen 6—7 Pf., Zitronen 6—10 Pf.,
Salat, Gemüſe u. dgl.: Kopfſalat 5—8 Pf., Bündel
Radieschen 2 Pf., Rettiche 5—10 Pf., Meerrettich 30 Pf.,
Rhabarber ½ Kg. 12 Pf., Bündel Roterüben 5—6 Pf.,
Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf., Perlzwiebeln ½ Kg. 30 Pf.,
Paradiesäpfel ½ Kg. 30 Pf., Schälgurken 5—25 Pf.,
Gurken zum Einlegen 100 Stück 0,80—2,00 M., Wirſing
5—10 Pf., Kohlrabi 3—5 Pf., Blumenkohl 10—60 Pf.,
Rotkraut 15—50 Pf., Weißkraut 30—35 Pf., Bündel
Römiſch=Kohl, Schnittlauch u. dgl. 2 Pf., Gelberüben
Bündel 3—5 Pf., Kernerbſen ½ Kg. 25 Pf., Bohnen
½ Kg. 10—20 Pf., Saubohnen ½ Kg. 20 Pf.,
Prinzeß=
bohnen ½ Kg. 25 Pf., Spinat ½ Kg. 20 Pf.,
Eier=
ſchwämme ½ Kg. 15 Pf., Steinpilze ½ Kg. 20 Pf.;
Geflügel, Wild: junge Gänſe 7—8 M., Enten 3 bis
4 M., Hahnen u. Hühner 1,50—3,50 M., Tauben 70 Pf.,
Lapins 0,80—1,00 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 1 M.,
Backfiſche 40 Pf., Rotzungen 50 Pf., Kabeljau, Seehecht,
große Schellfiſche 25 Pf., kleine 20 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 60—64 Pf., Hackfleiſch 70 Pf.,
Rindsfett 50 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.,
Schweine=
fleiſch 90 Pf., Blut= und Leberwurſt 64 Pf., Fleiſchwurſt
und Schwartenmagen 85 Pf.
Gernsheim, 29. Juli. Aus dem heute nachmittag
1 Uhr 37 Min. hier paſſierenden Mannheim-
Frank=
furter Zuge wurde eine Flaſche geworfen,
wo=
durch ein Fahrbeamter eines entgegenkommenden
Gü=
terzuges ſo ſchwer im Geſicht verletzt wurde, daß
er ſofort ärztliche Hilfe in Anſpruch nehmen mußte.
Der Täter blieb unermittelt.
Offenbach, 29. Juli. Unter dem Umſtande, daß in
der Stadtverordneten=Verſammlung
zur=
zeit ſechs Sitze erledigt ſind, hat die Arbeitsfähigkeit
der Stadtvertretung ſehr zu leiden. Die Körperſchaft
war geſtern innerhalb weniger Wochen zum
zweiten=
mal beſchlußunfähig. Die Verſammlung zählt
eben 16 Liberale, 11 Sozialiſten und 9 Zentrumsleute,
während die ſechs erwähnten Sitze durch Tod, Wegzug,
Amtsniederlegung und Wahl zum ſtädtiſchen Beamten
erledigt ſind. Am Schluſſe des Jahres ſcheiden ſechs
Nationalliberale, drei Zentrumsleute und ein
Sozial=
demokrat aus, ſo daß die Verſammlung noch 10
Sozial=
demokraten, 10 Nationalliberale und ſechs
Zentrums=
männer zählen wird. Im November ſind 15
Stadtver=
ordnete neu zu wählen. Bis zum 1. Januar 1913 wird
die Verſammlung dann 41 Köpfe zählen, da für einen
verſtorbenen Stadtverordneten aus Bürgel keine
Er=
ſatzwahl ſtattfinden darf. Die Vorbereitungen für die
Stadtverordnetenwahl werden im Stillen emſig
be=
trieben. Für die bürgerlichen Parteien dreht es ſich
darum, die Mehrheit zu behaupten. Es verlautet, daß
Zentrum und Nationalliberale wieder zuſammengehen,
da das Bürgertum nur bei geſchloſſenem Vorgehen
Ausſicht auf Erfolg hat. Der Ausfall der Wahl iſt
diesmal ungewiſſer als je, da die Wählerzahl durch die
Eingemeindung von Bürgel und durch die
unentgelt=
liche Verleihung des Ortsbürgerrechts gewaltig
ſtei=
gen wird. Sie wird, da ſie 1907 ſchon 10720 betrus,
mindeſtens auf 14000 geſtiegen ſein.
Erbach, 29. Juli. Seit vorgeſtern wird der 26 Jahre
alte Jakob Krämer von Obermoſſau, ein Stummer,
vermißt. Krämer wurde mit einem Beſuch zum
Bahnhof geſchickt, ging aber nicht zum Bahnhof in
Er=
bach oder zu dem in Michelſtadt, welche beiden Wege
ihm bekannt ſind, ſondern zum Bahnhof Hetzbach, wo
er noch niemals in ſeinem Leben war. Seitdem wird
er vermißt. Geſehen wurde er am gleichen Tage noch
in der Marbach, in Ebersberg, Schönnen und hier in
Erbach. In der Nacht auf geſtern kam er nach
Haiſter=
bach, wo er auch noch in der Frühe des Donnerstag ſich
herumtrieb. Von da ab fehlen alle Anhaltspunkte über
ſeinen Verbleib.
Aus dem Odenwald, 29. Juli. Vor acht Jahren
wurde der hochbetagte Ratsſchreiber Beckenbach des
Odenwalddörfchens Heiligkreuzſteinach in ſeinem
Gar=
ten ermordet aufgefunden. Als der Tat verdächtig
war damals der zugezogene Einwohner Joſeph Sepp
verhaftet, aber mangels Beweiſen wieder auf freien
Fuß geſetzt worden. Geſtern früh iſt nun Sepp
aber=
mals verhaftet worden auf Grund der
Aus=
ſagen eines Bürgers, der, von Sepp beleidigt, dieſen
in Gegenwart von Zeugen auf dem Rathaus des
Mor=
des beſchuldigte. Er erklärte ſich bereit, ſeine Angaben
vor Gericht zu beſchwören.
— Mainz=Mombach, 29. Juli. Große Beunrulli
ung herrſcht hier wegen des Verſchwinde
zweier Kinder des Maurers Raber von hier.
Kinder, die im Alter von 3 und 7 Jahren ſtehen, re
ließen geſtern nachmittag das Elternhaus und kehrie
nicht wieder zurück. Die am ſpäten Abend angeſtellle
Nachforſchungen blieben erfolglos. Auch bis hei
nachmittag waren die Kleinen noch nicht zurückgeke=n
Die Polizei iſt von dem Verſchwinden der Kleinen
nachrichtigt und ſtellt eifrige Recherchen an.
— Worms, 29. Juli. Man ſchreibt uns: Im kle
nen Saale des „Feſthauſes” fand eine ſtark beſu=
Verſammlung des am Sonntag gegründee
„Deutſch=vaterländiſchen Arbeiterver
eins Worms” ſtatt. Bundesſekretär Hilbig=Mam
heim hielt einen Vortrag über die vaterländiſche
beiterbewegung. Der Verein, der in der Hauptſal
aus Maurern, Schreinern und Zimmerern beſtch
zählt bereits über 60 Mitglieder.
Worms, 30. Juli. Infolge Blutvergiftu
geſtorben iſt heute nacht ein 33 Jahre alter verheira
ter Schreinergehilfe von hier. Der Mann hatte ſich
voriger Woche bei der Arbeit eine unbedeutende
letzung am Fuße dadurch zugezogen, daß er in eirte
Nagel getreten war. Der Geringfügigkeit halber
achtete er die Wunde nicht, wie dies alltäglich vo
kommt; als ſich aber anfangs dieſer Woche
Schmers=
im Kreuz einſtellten, nahm er ärztliche Hilfe in An
ſpruch, worauf ſeine Einweiſung in das Städtiſhſ
Krankenhaus erfolgte. Nach kaum drei Tagen trat
reits der Tod ein. Der Verſtorbene hinterläßt auß
der Frau ſünf Kinder im Alter von anderthalb bis
Jahren in ſehr dürftigen Verhältniſſen.
— Ober=Saulheim, 29. Juli. Eine aufſehener
regende Verhaftung erfolgte in hieſiger Ge
meinde. Der Sohn des angeſehenen und reich
begüte=
ten Weinbergbeſitzers Windiſch wurde unter dem
Va=
dacht der Verleitung zum Meineid in zwei Fällen va
haftet und nach dem Unterſuchungsgefängnis in Mai
abgeführt. Die von dem Vater des Verhafteten ange
botene Kaution zwecks Haftentlaſſung ſeines Sohn
wurde von der Großh. Staatsanwaltſchaft abgelehot
Windiſch wird vorausſichtlich ſchon in der nächſt
Schwurgerichtsperiode im September zu Mainz abge
urteilt werden.
Gießen, 29. Juli. Die nationalliberale Partei B
abſichtigt, für die nächſte Reichstagswahl den
Landwini=
ſchaftsprofeſſor Dr. Giſevius von der hieſigen
Unn=
verſität als Kandidaten aufzuſtellen, und verhandett
mit dem Bunde der Landwirte und der Fortſchrittlich
Volkspartei wegen Unterſtützung dieſer Kandidatu
Die Fortſchrittliche Volkspartei des Wahlkreiſes hältſ
am nächſten Sonntag eine außerordentliche
Hauptve=
ſammlung ab, in der über die Stellungnahme de
Partei bei der nächſten Reichstagswahl beſchloſſen
wei=
den ſoll. Vorausſichtlich kommt es zu einer eigener
Kandidatur, da man bei einer Unterſtützung einer
aus=
geſprochen agrariſchen Kandidatur mit einem Link= der freiſinnigen Wählerſchaft in Stadt un
Land zu rechnen hat. (Frkf. Ztg.)
(*) Gießen, 29. Juli. Der lange Streit zw
ſchen Stadt= und Kirchengemeinde ſcheint jetzt dure
einen letzten Vergleich ſein Ende zu erreichen. E
handelt ſich nämlich um den Beſitz von Stadtkirchturm
und Friedhofskapelle. Das Uebereinkommen geht
da=
in, daß die alte Friedhofskapelle der Stadt, der Stadm
kirchturm der Kirchengemeinde gehören ſoll. DasOber:
konſiſtorium hat dem Vergleich zugeſtimmt.
Bad Nauheim, 29. Juli. Vorgeſtern abend fühn
der Müllersſohn Heinrich Kremer von Nieder=Mört
en von Friedberg über Bad Nauheim nach Hauſa
Kurz nach dem erſten Gradierbau kam ein Automo
il von Friedberg hinter ihm hergefahren, erfaßt:
den Unglücklichen und ſchleifte ihn eine Strecke weü
mit. Der Chauffeur ließ ihn in ſeinem Blute liege‟
ind fuhr ruhig in die Autogarage. Ein benachbarte
T.
hielt geſter
vorgeſtern
kunft des
Louis Ra
gem Verh
hilflich ge
zu welche
Gegenſatz
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mann,
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haftet
meldet:
ſuchte B
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Hamburg
das au
beſitzer
Wä
Gelde
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Ein Seher des 18. Jahrhunderts. Dr.
Kemmerich, der bekannte Münchener Kunſt= und
Kul=
turhiſtoriker, erzählt im Türmer (Herausgeber Frhr.
v. Grotthuß): Im 18. Jahrhundert erregte der
Elb=
fiſcher Chriſtian Hering aus Proſſen bei Königſtein
durch ſeine Prophezeiungen derartiges Aufſehen, daß
er während des Siebenjährigen Krieges wiederholt
nach Dresden gerufen wurde, um über die Zukunft
ausgefragt zu werden. Ja, er wurde ſogar darüber
gerichtlich verhört. Sein Beichtvater M. Süße ſchrieb
Herings Prophezeiungen nieder, verglich ſie mit der
Wirklichkeit und legte das Reſultat ſeiner
Unterſuch=
ungen in einem Werk nieder, das den etwas
lang=
atmigen Titel trägt: „Ob es noch heutzutage neue
Offenbarungen von wichtigen Revolutionen in der
Kirche, im Staate und von beſonderen Schickſalen
ein=
zelner Perſonen gebe, und was davon zu halten ſey?”
Dresden 1772. Die erſte Viſion hatte Hering, der als
ehrlicher, fleißiger Mann bezeichnet wird, der
keines=
wegs einer ſchwärmeriſchen Sekte angehörte und die
Gabe der Weisſagung von ſeinem Vater geerbt haben
ſoll, im Jahre 1744. Er ſah bei hellem Tage viele
Menſchen und ein großes Gewühl am Ufer der Elbe.
Darauf wurde ihm „von dem Herrn gezeigt”, daß ein
Held mit ſeinem feindlichen Heere nach Sachſen
kom=
men und nach blutigen Schlachten in Dresden
ein=
ziehen, bald darauf aber zum oberen Tore wieder
hin=
ausmarſchieren werde. Dieſe Viſion hatte der Fiſcher
alſo noch vor der Schlacht von Keſſelsdorf, als die
preußiſche Armee noch in Schleſien ſtand, und niemand
an eine Operation in Sachſen denken konnte. Da er
ſeine Viſion in Dresden meldete, wurde er im Hauſe
des Grafen Rex genau examiniert und beobachtet. Seine
nächſte Viſion hatte er erſt im Jahre 1756 wieder. Er
erzählte ſeinem Beichtvater unter Tränen, es laſſe ihm
keine Ruhe, er müſſe zu ſeinem gnädigen Landesherrn.
Mit einem Atteſt verſehen, eilte er nach Dresden, wo
er das Gehör eines Miniſters fand. Er entdeckte ihm,
der Herr habe ihn ſehen laſſen, daß nächſtens Sachſen
ein großes Ungewitter betreffen werde, doch werde es
nicht von langer Dauer ſein, ſondern ſich weiter ziehen.
Süd=Oſt (Oeſterreich) und Süd=Weſt (Frankreich)
wür=
den ſich gegen Nord=Weſt (Preußen) verbünden. Aber
Süd=Weſt werde gedemütigt werden und Süd=Oſt
nichts erreichen. Er zeigte auch vier Wochen vorher
den verhinderten Rückzug zwiſchen Pirna und
König=
ſtein an. Wohl ſeine frappanteſte beurkundete und
be=
zeugte Prophezeiung war die, daß er im Mai 1758
vie=
len Perſonen ſagte: er habe geſehen, daß auf dem
Schan=
dauer ſogenannten Kirchſtück am Elbufer geſchanzt und
zum Krippner Horn eine Schiffsbrücke geſchlagen
wor=
den ſei, über die fremde Truppen gegangen ſeien. Die
Erfüllung dieſer Viſion kam vom 14. bis 19. Augnſt.
Hering aber ſetzte nun hinzu: Jenſeits der Elbe wird
ſich noch ein größeres Heer zuſammenziehen und ſie
endlich paſſieren. Auch dieſe Prophezeiung erfüllte ſich
bald, als die große Daunſche Armee kam, von der man
damals noch nichts wußte. Als man ihm vom
Huber=
tusburger Frieden ſprach, ſagte er, der Herr habe ihm
ein Kind auf dem Throne gezeigt. Bald darauf kam
der minderjährige Kurfürſt Friedrich Chriſtian zur
Regierung. Eine große Teuerung ſah er zwei Jahre
voraus. Nach längerer Pauſe zeigte er wieder vom
ſpaniſchen Erbfolgekrieg Ereigniſſe an, die wirklich
ſpäter eintraſen. Hering prophezeite wachend in der
Ueberzeugung, nur das zu ſagen, was Gott ihm
be=
fohlen habe anzuzeigen. Ein nicht leichtgläubiger
Mann, der alles unterſuchte, Heringen, gab ſein Urteil
dahin ab, daß der Proſſener weder ein wirklicher
Pro=
phet noch ein Betrüger ſei, ſondern ein Mann mit ſehr
feinem Ahnungsvermögen. Er ſagt (N. Miscellanien,
2. Teil, S. 708), daß die Seelen mancher Menſchen einen
ſcharfen inneren Sinn vor der anderer voraus habe.
Das ſei gar nichts Uebernatürliches und laſſe ſich ohne
Geiſt der Weisſagung erklären.
ck. Ein Sturz aus 5000 Fuß Höhe. Faſt
alle Pioniere der Flugkunſt haben bei ihren erſten
Verſuchen Unfälle überwinden müſſen, ſind mehr als
einmal mit ihren Maſchinen geſtürzt und haben die
Senſation eines Falles am eigenen Leibe erfahren.
Doch keiner von ihnen wird ſich mit dem amerikaniſchen
Aviatiker Charles K. Hamilton meſſen können, der
ſich im Laufe der Jahre zu einem wahren Champion
des Stürzens entwickelt hat. Das Schickſal muß dieſem
kühnen Abenteurer der Lüfte beſonders günſtig geſinnt
ſein, denn von welcher Höhe er auch herabfiel, und wie
ſchwer auch die Verletzungen waren, das tragiſche
Schickſal eines Delagrange, eines Hauptmann Ferber,
eines Rolls oder Robl blieb ihm ſtets erſpart. Eine
amerikaniſche Zeitſchrift, die ſich mit dem Mißgeſchick
Hamiltons beſchäftigt, hat ausgerechnet, daß dieſer
Fallkünſtler in den letzten Jahren zuſammen nicht
weniger als 10645 Fuß abgeſtürzt iſt. Zweimal hat er
das Schlüſſelbein gebrochen, viermal die Fußgelenke,
einmal die Kniekehlen, dazu kommen noch zwei
Rippen=
brüche und ein Fingerbruch, aber von allen dieſen
ſchweren oder leichten Verletzungen hat Hamilton ſich
nach kürzerer oder längerer Zeit immer wieder erholt
und ſofort von neuem ſeine Flugverſuche
aufgenom=
men. Wie eine bizarre Lanne des Geſchickes mag es
anmuten, daß die ſchwerſten Verletzungen bei den
Stürzen aus verhältnismäßig geringen Höhen
ein=
traten, während er bei ſeinem größten Sturze, im
September 1905, als Hamilton mit einer Art
Lenk=
ballon experimentierte, ſo gut wie unverletzt blieb. Er
iſt wohl der einzige lebende Menſch, der ſich rühmen
kann, aus einer Höhe von rund 5000 Fuß
abge=
ſtürzt zu ſein.
„Prachtvolles Wetter begünſtigte die Vorführung
meines Lenkballons” ſo erzählt Hamilton von dieſem
Abenteuer, das ſich bei Paterſon in New=Jerſey
ereig=
nete. „Die Motoren arbeiteten vortrefflich, ich hatte
einige Kreiſe in der Luft beſchrieben, dann ſtieg ich
empor, ſtieg und ſtieg, bis ich etwa 5000 Fuß über den
Stadt ſchwebte. Nach einer Weile dachte ich an den
Abſtieg und war bereits um 600 Fuß gefallen, als ich
plötzlich eine Exploſion hörte und wußte: nun iſt alles
aus. Ich wußte, daß ich bei dem Sturze aus ſolchen
Höhe in Stücke zerſchmettert werden mußte, und idh
wußte auch, daß es nichts gab, gar nichts, was dieſe
Kataſtrophe aufhalten konnte. Mein ganzes Leben=,
alles, was ich getan, gedacht und gehofft hatte, zog mit
Blitzesſchnelle noch einmal durch mein Gehirn. Dazu
kam etwas Merkwürdigess das Gefühl des Fallens
war nicht einmal unangenehm. Aber es war ja auch
nicht das erſte Mal. Wenn nicht die Gewißheit geweſen
wäre, daß am Ende dieſes Abenteuers der Tod ſtand. wäre es eben nur ein aufregendes Abenteuer
ge=
weſen. Aber ich ſah das Ende vor mir und ſo wurde
das Ganze zu einem grauenvollen Erlebnis. Ich weiß
nicht, wieviel Sekunden ich fiel, vielleicht waren es 15 20, vielleicht mehr: mir ſchien es eine
Ewig=
keit. Tiefer und tiefer ſtürzte ich, ſchneller und
ſchneller=
wurde der Fall. Der Luftdruck war ſo ſtark, daß ich
nicht mehr atmen konnte. Plötzlich, als ich die
Stadt=
ſchon dicht unter mir ſah und dachte: nur noch eine=
Sekunde, da breitete ſich die Ballonhülle im Gerüſt aus=
und bildete eine Art Fallſchirm. Das war
nur=
ein Zufall, aber dieſer Zufall rettete mein Leben. Der=
Sturz konnte natürlich durch den Fallſchirm nicht
auf=
gehalten werden, aber ich verdanke ihm mein Leben=
Krachend ſauſte ich mit meiner Maſchine auf das
Dah=
eines Hotels und blieb bewußtlos liegen. Aber wie
es möglich war, wird mir immer ein Geheimnis
bleiben: fünf Minuten ſpäter kam ich wieder zu mir,
konnte aufſtehen, konnte ſogar gehen. Nichts war
ge=
brochen, aber die Erſchütterung war ſo groß geweſen,
daß ich drei Wochen im Krankenhauſe lag.” Trotz dieſes
einzigartigen Erlebniſſes erklärt Hamilton, daß das
Fallen kein unangenehmes Gefühl ſei. Wenn
er wüßte, daß er nach dem Sturze auf einer
Waſſer=
fläche „landen” würde, ſo könne ihm ein Sturz keine
Sorgen machen. „Viele Leute glauben, daß ein Menſch,
der aus großer Höhe herabſtürzt, bewußtlos iſt, ehe
er den Erdboden erreicht. Es mag ſein, daß ein
Herz=
ſchlag eintreten kann, aber ein geſunder Menſch ohne
Herzfehler iſt auch nach einem langen Sturze genau
noch ſo lebendig wie nach einem Sprunge von einem
Meter. Selbſtverſtändlich kann man während des
Sturzes nicht atmen, aber man vermag ja auch auf der
Erde eine Minute lang den Atem anzuhalten. Selbſt
Leute, die 3 Minuten unter Waſſer waren, ſind zum
Bewußtſein zurückzurufen. Es würde mir nichts daran
liegen, täglich einmal von der großen Brooklynbrücke
ins Waſſer hinabzufallen. Alles kommt darauf an, ſich
in dem Augenblick, in dem man die Waſſerfläche
er=
reichen muß, zuſammenzurollen, damit man wie eine
Art Kugel in die Fluten fällt. Das Fliegen iſt
wirk=
lich viel aufregender, wie das Fallen.
1nh M
[ ← ][ ][ → ]Nummer 177.
ſchnwärter, der die Hilferufe des Unglücklichen hörte,
lge herbei, wuſch den Mann ab und gab dem am
ſchhnhof ſtehenden Schutzmannspoſten Nachricht.
Die=
veranlaßte die ſofortige Ueberführung des Mannes
das Nauheimer Krankenhaus, wo er kurz nach der
irtlieferung ſtarb. Ein amerikaniſches
Auto=
mobil, das von einem jungen franzöſiſchen
Chauf=
ſter geleitet war, hatte das Unglück verurſacht. Geſtern
ekhmittag fand die Tatbeſtandsaufnahme durch die
Pmatsanwaltſchaft Gießen und das Amtsgericht Ba=
Atruheim an der Unglücksſtelle ſtatt. Aus der
Beweis=
ſPaffnahme ging hervor, daß der Verunglückte erſt vor=
Märiftsmäßig rechts, dann aber, nachdem er ſah, daß
ſſes Automobil ihm immer mehr auf die Ferſen kam,
itnks ausbog. Wer die Straßenverhältniſſe zwi=
Adeen Friedberg und Nauheim, auf der von Automobi=
Upen und ſonſtigen Fuhrwerken vielbefahrenen Straße,
Allenint, muß ſich wundern, daß bei der raſenden Schnel=
Ai keit, die beſonders die ausländiſchen Automobile in
Pler Nachtzeit einzuſchlagen pflegen, nicht ſchon öfters
Unglücksfälle vorgekommen ſind. Der junge Mann,
her durch den Leichtſinn eines Chauffeurs ſein Leben
oſſſen mußte, war der Vorſitzende des Nieder=Mörler
Purnvereins, Heinrich Kremer.
Lich, 29. Juli. Eine geſtern hier ſtattgefundene
erſammlung, an der der Provinzialdirektor, verſchie=
Darne Ingenieure und zahlreiche Bürgermeiſter und
Eeitereſſenten, insbeſondere in Betracht kommende
roßabnehmer, teilnahmen, befaßte ſich mit dem
Elek=
rizitätswerk Lißberg. Die Verſammlung
aar ſich darin einig, daß das Elektrizitätswerk bald
zuſtande kommen müſſe. Von verſchiedenen Seiten
Anrurde vorgeſchlagen, daß die Provinz die noch fehlen=
Aden 600000 Mark auch noch aufbringen möge.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 30. Juli. In ſpäter
Nachtſtunde wütete ein Großfeuer in der
Eiſen=
ſgreßerei von Rößemann u. Kühnemann in
Reinicken=
iorf. Das Modellhaus und die Tiſchlerei wurden zum
nggößten Teile eingeäſchert, während im Gießereihaus
ſillle brennbaren Gegenſtände der Vernichtung
verfie=
len. Der Kampf der Feuerwehr war durch
Waſſer=
hangel ſehr erſchwert. — Der Unterſuchungsrichter
Mhielt geſtern dem einen der Brüder Rademeier die
norgeſtern ermittelten neuen Tatſachen über die
Her=
hunft des zur Höllenmaſchine verwandten Rohres vor.
Louis Rademeier zögerte zunächſt, aber nach 2
ſtündi=
em Verhör geſtand er ein, ſeinem Bruder Albert
be=
ilflich geweſen zu ſein. Er will nicht gewußt haben,
ru welchem Zwecke dieſes verwendet werden ſollte. Im
Gegenſatz zu Louis Rademeier leugnet ſein Bruder
Albert nach wie vor. — Der Briefträger
Berg=
mann, der auf dem Berliner Poſtamt XVII 50000
Mark unterſchlagen hatte, iſt geſtern in Berlin
ver=
ſoaftet worden. Zu der Verhaftung wird noch
ge=
meldet: Da die Polizei die Bahnhöfe ſperren ließ, ver=
Luchte Bergmann, mittels Automobils zu entkommen.
Geſtern beſtellte er ein Automobil zur Fahrt nach
Hamburg nach einem Gaſthof. Dem Autobeſitzer fiel
das auf und er teilte ſeinen Verdacht dem
Gaſthofs=
beſitzer mit, der die Kriminalpolizei benachrichtigte.
Während Bergmann von ſeinem Zimmer abweſend
twar, wurde dieſes durchſucht. Von dem geſtohlenen
Belde fand man noch 48833,95 Mark vor; den Reſt
ver=
wwandte er, um ſich Kleidung, eine goldene Uhr und
Kette und einen goldenen Ring zu kaufen. Dieſe
Gegenſtände wurden ebenfalls gefunden. Als
Berg=
rmann zu Hauſe angekommen war, wurde an die Tür
ggeklopft, da angeblich ein Telegramm abzugeben
ſei. Sobald Bergmann die Tür öffnete, wurde
er verhaftet. — In der Stille der Sommernacht
hatte ſich ein junges Paar am Ufer des Lietzenſees
niedergelaſſen, und einem Spaziergänger fiel es auf,
daß die beiden ſich in großer Erregung unterhielten.
Ihre Worte ließen darauf ſchließen, daß von elterlicher
Seite der ehelichen Vereinigung des Paares
Schwie=
rigkeiten bereitet würden und daß die jungen Leute
ſich mit Selbſtmordgedanken trugen. Nach einiger Zeit
vernahm der Beobachter aus der Entfernung das
Auf=
ſchlagen eines ſchweren Körpers auf das Waſſer;
er eilte hinzu und bemerkte, daß das Mädchen über
den Waſſerrand hinweg verſchwunden und der junge
Mann im Begriff war, dem Beiſpiel zu folgen. „Kurz
entſchloſſen”, ſo heißt es in der dem Lokalanzeiger
zu=
gegangenen Schilderung des Vorfalles, „warf ich Rock
und Mantel ab, ſprang in die Fluten, und es gelang
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Auguſt 1910.
Seite 5.
mir, die bereits Ohnmächtige dem naſſen Element zu
entreißen, worauf ich ſie nebſt dem jungen Mann in
einem herbeigeſchafften Auto nach der Wohnung der
Mutter in der Mommſenſtraße brachte. Die Dame war
von Schrecken und Entſetzen erfaßt; nun aber hat die
Verzweiflungstat — ein glückliches Brautpaar
ge=
ſchaffen.”
Metz, 29. Juli. Vor zirka 3 Wochen wurde in
einem Tunnel in der Nähe von Avricourt die
Leiche eines Privatförſters aufgefunden. Man
nahm zuerſt an, daß der Mann vom Zuge geſtürzt
und überfahren worden ſei. Jetzt ſind in Avricourt
zwei franzöſiſche Arbeiter verhaftet worden, die
ſich durch größere Geldausgaben verdächtig gemacht
hatten. Sie geſtanden ein, den Förſter, der zum Zwecke
der Auslöhnung von Waldarbeitern eine größere
Summe erhoben hatte, beraubt und ermordet zu
haben. Um die gräßliche Tat zu verdecken, warfen ſie
die Leiche auf den Bahndamm. Die Verbrecher
wur=
den in das Straßburger Gefängnis abgeführt.
Nürnberg, 29. Juli. Von dem fahrplanmäßig 11
Uhr 46 Minuten in Bamberg fälligen Schnellzug
Mün=
chen-Berlin D 39 riß ſich infolge Achſenbruchs,
300 Meter von der Station Kersbach, der letzte Wagen
erſter Klaſſe los, ſprang aus den Schienen und grub
ſich in die Erde feſt hinein. Eine Dame wurde
ver=
letzt. Der Zug ſetzte die Fahrt nach einſtündiger
Ver=
ſpätung fort.
Nürnberg, 30. Juli. Die Ferienſtrafkammer
verurteilte heute nach zweiwöchentlicher Verhandlung den
Bankier und chileniſchen Konſul Rudolf Birkner zu
1 Jahr Gefängnis und den Kaufmann Hermann Dürr
in Nürnberg, früher in Mannheim, zu 4 Monaten
Ge=
fängnis. Der Kaufmann Arno Otto Lorenz, früher in
Mannheim, jetzt in Nürnberg, wurde freigeſprochen.
Birk=
ner und Dürr hatten ſich des fortgeſetzten Betrugs bei der
Umwandlung der Nürnberger Metallwarenfabrik „Iſis”
G. m. b. H., in eine Aktiengeſellſchaft ſchuldig gemacht und
zwar durch Herausgabe eines unwahre Angaben
enthal=
tenden Expoſés an Aktien=Inhaber, durch Vorlegung
ge=
fälſchter Bilanzen und durch Pflege eines äußerſt
um=
fangreichen Reitwechſelverkehrs, welch' letzterer
tatſäch=
lichen Grundlagen entbehrte. Von der Anklage, auch
Ver=
gehen gegen die Gründungsvorſchriften verübt zu haben,
wurden ſämtliche Angeklagte freigeſprochen. Für den
Hauptangeklagten Birkner wurden auf die ihm zudiktierte
Strafe für die ſeit dem 7. Mai von ihm erlittene
Unter=
ſuchungshaft zwei Monate in Anrechnung gebracht. Den
beiden Verurteilten wurden die geſamten, ſehr
umfang=
reichen Koſten und alle erwachſenen Auslagen
aufge=
bürdet.
Ueberlingen, 29. Juli. Der Prozeß verſchiedener
katholiſcher Geiſtlichen des Bezirks Ueberlingen gegen
den Seeboten endigte heute mit dem Freiſpruch
des angeklagten Redakteurs Alt. Die Geiſtlichen haben
gegen das Urteil ſofort Berufung eingelegt.
Bekannt=
lich entſpann ſich der ganze Streit durch einen von den
Geiſtlichen erlaſſenen Proteſt gegen den liberalen
See=
boten, der mittelbar dem geſchäftlichen Vorteil des
kle=
rikalen Konkurrenzblattes diente, an dem eine Reihe
der klagenden Geiſtlichen auch finanziell beteiligt iſt.
Redakteur Alt hatte dieſe Tatſache zu wiederholten
hef=
tigen Angriffen auf die katholiſchen Geiſtlichen benutzt.
Fulda, 29. Juli. Geſtern nachmittag um 4 Uhr
ſchüt=
tete der Hüttner=Schuhmacher Egid Günther in Marbach
Petroleum auf einen Strohhaufen, legte ſich
dar=
auf, zündete die getränkte Maſſe an und vervrannte
bis auf die Knochen. Vorangegangen war dieſem
grauen=
haften Selbſtmord die Tötung der Frau Günthers, deren
Leiche heute im Keller gefunden wurde; ohne Zweifel iſt
Günther der Täter. Die Ehe, aus der ſechs Kinder
hervor=
gegangen waren, war nicht glücklich; es herrſchte Unfrieden
bis zu Tätlichkeiten; der Mann war ein Trinker.
Köln, 29. Juli. Zu der Bluttat in Köln=
Ehrenfeld wird weiter gemeldet: In der Wohnung
der Mörderin, die Wefers, nicht Weber, heißt, wurden
zwei Zettel gefunden, auf deren einem ſie von dem
ſchrecklichen Vorhaben Kenntnis gibt, während ſie auf
dem zweiten mitteilt, daß ſie die Tat vollbracht habe
und ſich ſelbſt das Leben nehmen werde. Unter dem
Kopfkiſſen der Mörderin wurde ein Geldbetrag
gefun=
den. Nach dem Befund ſcheint ſie die meiſten Opfer
durch Würgen am Halſe getötet zu haben. Das
ſechs=
jährige Mädchen dagegen wurde mit einem Strick um
den Hals erdroſſelt aufgefunden. Da das dreijährige
Kind Blutſpuren im Geſicht aufweiſt, wird angenom=
men, daß es wach geworden und ſich gewehrt hat.
— Brüſſel, 29. Juli. Heute vormittag wurden 40
deutſche Schulkinder in dem Prunkſaal der
Deutſchen Abteilung von dem Reichskommiſſar Geh.
Reg.=Rat Albert mit feierlicher Anſprache empfangen.
Der Reichskommiſſar wies auf den erzieheriſchen Wert
einer ſolchen Ausſtellung hin und ermahnte die Kinder,
hier im Auslande, gegenüber den Erzeugniſſen
deut=
ſchen Fleißes und deutſcher Kultur, doppelt ihres
Deutſchtums eingedenk zu ſein. Herr Rektor Pagel,
der bekannte Leiter des Vereins für Jugendfürſorge,
unter deſſen Führung dieſe erſte Wanderfahrt
deut=
ſcher Schulkinder ſteht, dankte in beredten Worten,
worauf die erhebende Feier mit den Klängen des
Lie=
des „Heil dir im Siegerkranz” und einem Hoch auf den
deutſchen Kaiſer ſchloß. Der lobenswerte Gedanke,
ſolche Wanderfahrten zu organiſieren und alljährlich
nach wechſelnden Zielen Kinder zu ſenden, ging von der
deutſchen Samantee=Geſellſchaft aus, die auch die
Mit=
tel allein zur Verfügung geſtellt hat.
Tromſoe, 30. Juli. Der ſchwediſche Dampfer
„Eulus”, der für eine Spitzbergenexpedition von
hun=
dert Teilnehmern des internationalen
Geologenkon=
greſſes in Stockholm gemietet worden iſt, iſt geſtern in
Narvik eingetroffen und abends nach Spitzbergen
abgegangen. Die Teilnehmer werden am 17. Auguſt
in Stockholm zurückerwartet.
London, 29. Juli. Einige Morßenblätter
gratu=
lieren heute der Flotte zu der „
triumphie=
renden Ueberwindung der
Schwierig=
keiten, die der geſtrige Nebel an der Südküſte
Eng=
lands heraufbeſchworen hatte”. Zugleich wird
mit=
geteilt, Admiral May habe bei Eintritt des Nebels
den Befehl gegeben, die Schiffe ſollten kein Riſiko
lau=
fen, ſondern da ankern, wo es ihnen am beſten ſcheine.
Das ſtimmt nun freilich nicht ganz mit der geſtern
ge=
meldeten Tatſache überein, daß die „Dreadnought” um
6 Uhr von Torquay abfuhr, um die „verlorene Flotte‟
zu ſuchen, und zwei Stunden ſpäter allein
zurück=
kehrte. Wenn die „Dreadnought” wieder in den Hafen
einfahren konnte, hätten es wohl auch andere Schiffe
gekonnt, wenn ſie ſolche auf der Suche angetroffen
hätte. Die Mehrzahl der Blätter hat übrigens die
ganze Geſchichte totgeſchwiegen. Tatſache iſt, daß, als
geſtern früh die Dämmerung hereinbrach und der
Nebel ſich gehoben hatte, nur etwa 30 von 70 bis 80
Schlachtſchiffen und Panzerkreuzern in der Bai vor
Anker lagen, die anderen lagen irgendwo anders an
der Küſte. Einige waren die ganze Nacht herumgeirrt
und hatten ſich mehr als fünfzig Meilen von der Küſte
entfernt. Es iſt ein wahres Wunder, daß kein Unglück
paſſiert iſt. In mehreren Fällen wurde das
aller=
dings nur mit knapper Not verhindert. So waren
ſich zwei Kreuzer in der Fahrt ſo nahe gekommen, daß
ſie bereits die Polſtermatten ausgehängt hatten, um
einen unvermeidlich ſcheinenden Zuſammenſtoß zu
lin=
dern. Der König, der auf der Jacht „Viktoria and
Albert” die Nacht verbrachte, teilte die Beſorgnis
Ad=
miral Mays und ließ fortwährend Nachricht von der
„Dreadnonght” über den Stand der Dinge einholen.
Heute morgen um 10 Uhr begab ſich der König wieder
an Bord der „Dreadnought” und fuhr mit der ganzen
Flotte in die See hinaus, wo auf eine Diſtanz von
9000 Yards das Scheibenſchießen begann. Auf der
„Dreadnought” kamen angeblich auf 39 Schüſſe 21
Treffer. Der König ſprach ſeine höchſte Zufriedenheit
aus und drückte den „Männern hinter den Kanonen”
die Hände. Später wurden verſchiedene Auffahrten
zur Schlacht mit ſchnellem Wechſel der Formation
ge=
übt, wie ſie den Bedingungen des modernen
See=
krieges entſprechen. (Lok.=Anz.)
New=York, 29. Juli. Der Kapitän des Dampfers
„Montroſe” telegraphiert, es ſei ſicher, daß
Crip=
pen und deſſen Begleiterin an Bord ſeien, letztere
in Mänerkleidung. Sie reiſen als Vater und Sohn
und ſind ſtets beiſammen. Sie halten ſich fern von
den anderen Paſſagieren und wiſſen augenſcheinlich
nicht, daß ſie entdeckt ſind, andere Paſſagiere auch nicht.
Crippen ſagte, er müſſe ſeinen Sohn wegen
geſchwäch=
ter Geſundheit nach Kalifornien bringen. — Der
Kaſ=
ſierer Wider von der Ruſſiſch=Chineſiſchen Bank, der
bekanntlich 700000 Dollars unterſchlagen hat, iſt
ver=
haftet worden.
Parlamentariſches.
* Die Abgeordneten Dr. Oſann und Senßfelder
aben folgende Anfrage an die Regierung gerichtet.
Welche Maßregeln gedenkt Großh. Staatsregierung zu er=
Kleines Feuilleton.
Die Renaiſſance der Pfeife. Die
Erhöhung der franzöſiſchen Tabakſteuer hat eine
uner=
wartete Folge gehabt: die Renaiſſance der ſo lang
ver=
achteten Pfeife. Auf den Straßen und in den
Reſtau=
rants und Cafés der Seineſtadt merkt man freilich
wenig davon, denn die Pfeifenraucher ſind ſchweigſame
Leute und ſcheuen fremde Geſellſchaft. Doch daheim, in
ihren vier Wänden, ſchieben ſie die Zigarrenkiſte und
die Zigarettenſchachtel beiſeite und greifen zu der
Großvaterpfeife, die bisher als eine überwundene alte
Mode wenig Ruhm genoß. Die Zahlen beweiſen es.
Alle Tabak= und Zigarrenhändler konſtatieren in ihren
Büchern, daß immer weniger Zigarren und Zigaretten
verkauft werden. Aber der Tabak in Paketen, der
Pfeifentabak, der vordem nur wenige Anhänger hatte,
wird überall geſucht, gekauft und findet einen
reißen=
den Abſatz, der von Tag zu Tag ſteigt. Die
Pfeifen=
händler ſchmunzeln und weiſen lächelnd auf ihr
Ver=
kaufsbuch: nie ſind in Paris ſo viel Pfeifen gekauft
worden, wie in den letzten Monaten. Der
Pfeifen=
tabak iſt billiger und beſſer, ſo erklären wie auf
Ver=
abredung die Kunden. Daheim aber, wo die Neugier
der Oeffentlichkeit keinen Zutritt mehr findet, mag
ſchönen Frauenlippen mancher Seufzer und manche
Klage entfliehen. Denn die Damenwelt will von den
Pfeifen nichts wiſſen, ihr Geruch haftet in den
Wohn=
ungen, haftet in den Kleidern, bräunt die
Mullgar=
dinen und Gazevorhänge und ſtiftet häusliches Leid.
Doch all das kann die neue Mode nicht mehr
aufhal=
ten: die Pfeife iſt wieder da und triumphiert aller
Orten.
** Die geſcheiterte Volkszählung.
Be=
kanntlich hatte die Zentralregierung in Peking den
Verſuch unternommen, eine allgemeine chineſiſche
Volkszählung zu veranſtalten, um die Menſchenzahl
dieſes ungeheueren Reiches wenigſtens ungefähr
feſt=
zuſtellen. Wie der Globus nach dem Oſtaſiatiſchen
Lloyd mitteilt, iſt dieſes Unternehmen nun völlig
ge=
ſcheitert. Das Volk fürchtete vor allem, daß die
Er=
gebniſſe der Zählung der Regierung die Grundlagen
für eine neue Beſteuerung liefern ſollten und
verwei=
gerte jede Auskunft. Daraufhin wurde eine Zählung
der Haushalte angeordnet, aber auch ſie konnte nur ſehr
mangelhaft durchgeführt werden. Da in einem
chine=
ſiſchen Hauſe häufig der Familienvater mit zahlreichen
verheirateten Söhnen und Schwiegertöchtern, mit
Enkeln und Urenkeln zuſammen lebt, ſo läßt ſich die
Größe eines ſolchen Haushalts numeriſch gar nicht
be=
rechnen. Zudem wurde die Familienzählung in einer
ganzen Reihe von Provinzen nur in den geöffneten
Handelsplätzen und den Hauptſtädten der
Regierungs=
bezirke vorgenommen; von vier Provinzen fehlen
überhaupt alle Zählungsergebniſſe. Da auch die
Be=
völkerung ohne feſten Wohnſitz, die ganze ungeheuere
Zahl der Bootsleute, der Kulis, Karrentreiber,
Bett=
ler uſw., nicht mitgezählt iſt, ſo darf die ganze
Zähl=
ung als ſo unzulänglich bezeichnet werden, daß die
von der Regierung veröffentlichten Zahlen kein auch
nur annähernd richtiges Ergebnis gewähren können.
CK. Humoriſtiſches aus den
Erinner=
ungen eines Arztes. In Paris ſind ſoeben die
Erinnerungen des Dr. Poumiés de la
Sibou=
tie erſchienen, des bekannten Pariſer Arztes, der vom
Anfang des 19. Jahrhunderts bis zum Jahre 1863 in
Paris ſeine Praxis ausübte; ſeine Aufzeichnungen, in
denen ſich von den Kindheitserinnerungen an die
Re=
volutionszeit bis zu den Tagen des zweiten
Kaiſer=
reiches die großen Ereigniſſe von Paris reizvoll
ſpie=
geln, enthalten mancherlei luſtige Anekdoten aus dem
Leben, wie der Beruf des Arztes ſie bisweilen mit ſich
bringt. Dr. Poumiés war mit dem berühmten
Derma=
tologen Alibert nahe befreundet; Alibert hatte eine
wahre Leidenſchaft für das, was er „ſchöne Fälle‟
nannte, für gräßliche Geſchwüre und Entſtellungen,
von denen jeder andere ſich mit einem gelinden
Schau=
der abgewandt hätte. Wenn er in ſeine Sprechſtunde
ging, ſo war das für ihn ein Augenblick höchſter
dra=
matiſcher Spannung: immer hoffte er, daß das
Schick=
ſal ihm günſtig ſein könnte und ihm irgend ein
beſon=
ders abſcheuliches Monſtrum zuführen möchte. Und
er erlebte viele „Freuden” denn täglich kamen oft 50
und 60 Leute in ſeine Sprechſtunde. Eines Tages
er=
ſchien auch ein armer Teufel, der an einer wirklich
furchtbaren Elephantiaſis litt und bejammernswert
ausſah. Alibert geriet in die größte Begeiſterung; daß
er den Klienten nicht in die Arme ſchloß, war ein Akt
bewundernswerter Selbſtbeherrſchung. Mit
ausgeſtreck=
ten Händen und vor Entzücken leuchtenden Augen eilte
er auf den Unglücklichen zu: „Herrlich,” rief er, „das
iſt wirklich herrlich.‟ Der arme Kranke war nicht wenig
verblüfft und eingeſchüchtert. Ganz ängſtlich und
zögernd fragte er: „Herr Doktor, wird man das heilen
können?” Aber Alibert hörte überhaupt nichts mehr.
„Nein,” rief er ein über das andere Mal, „das iſt
wirk=
lich herrlich, malen laſſe ich Sie, ja, gemalt müſſen Sie
werden!‟ Das Zwiegeſpräch ging weiter: „Ja, aber
Herr Doktor, glauben Sie, daß Heilung möglich iſt?”
„Malen laſſe ich Sie! Heilung? Gewiß, natürlich,
Malen werde ich Sie laſſen.” „Kann ich ein Bett in
Ihrer Klinik bekommen?‟ „Ein Bett? Aber zehn
ſollen Sie haben! Herrlich, herrlich, Sie müſſen gemalt
werden.”
Aber die Komik im mediziniſchen Berufe iſt nicht
immer unfreiwillig; gerade die Männer, die täglich den
Leiden der Menſchheit entgegentreten müſſen,
ent=
wickeln oft einen Humor, der vielleicht die Reaktion
auf manche tragiſche Eindrücke ihres Berufes ſein mag.
Talleyrands Arzt, Dr. Boudois=Lamothe, gehörte zu
den intimen Freunden ſeines Klienten, oft war er bei
Talleyrand zu Gaſt und amüſierte die Tiſchgeſellſchaft
durch ſeine geiſtreichen Einfälle. Aber wenn
Talley=
rand wirklich krank wurde, pflegte er ſich gern einem
anderen anzuvertrauen, denn er ſchien vor der
ärzt=
lichen Kunſt ſeines Freundes keinen allzu großen
Re=
ſpekt zu haben. Dann war Talleyrand für niemand zu
ſprechen. Eines Tages erſcheint Dr. Boudois=Lamothe
im Hauſe des Staatsmannes. Der Kammerdiener
er=
klärt ein wenig verlegen: „Ja, Herr Doktor, Sie müſſen
ſchon entſchuldigen, aber Monſeigneur iſt krank.”
„Krank?” antwortet der befreundete Mediziner, „wenn
ich das gewußt hätte. Entſchuldigen Sie mich bei ihm,
ich werde wiederkommen, wenn er kuriert iſt.”
* Ein Rechenſpiel. Nimm die Zahl deiner
lebenden Brüder und multipliziere ſie mit 2. Addiere 3.
Multipliziere das Reſultat mit 5. Addiere die Zahl
deiner lebenden Schweſtern. Multipliziere mit 10.
Zähle die Zahl deiner verſtorbenen Geſchwiſter hinzu
und ziehe 150 vom Reſultat ab. Die erſte Ziffer der
reſultierenden Zahl ergibt deine lebenden Brüder, die
mittlere deine lebenden Schweſtern und die letzte deine
verſtorbenen Geſchwiſter.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Auguſt 1910.
Nummer 172,
greſen, un die Waſſerſchäden, die jetzt in den
Ge=
markungen Aſtheim, Geinsheim, Ginsheim und den
be=
nachbarten Gemarkungen den größten Schaden verurſacht
haben, für die Zukunft zu verhüten?
Der Zweiten Kammer ging eine Regierungsvorlage,
betr. Geſetzentwurf: die Ausübung der
Stock=
holzberechtigungen betr., zu.
Der Abgeordnete Korell richtet folgende dringliche
Anfrage an die Regierung: Da es jetzt bereits fünf Wochen
regnet und die Hoffnung auf Umſchlag der Witterung noch
ſehr gering iſt, ſo drängt ſich die diesjährige Ernte immer
mehr zurück und ballt ſich immer mehr zuſammen. Nun
ſollen vom 20. Auguſt cr. ab längere Zeit größere
Einquartierungen einziehen und in den Gemarkungen
Uebungen abgehalten werden. Da aber die Ernte bis
dahin noch nicht unter Dach ſein kann, ſo iſt dies ein
Un=
ding und muß alles aufgeboten werden, den Anfang der
Uebungen um mindeſtens acht bis vierzehn Tage zu
ver=
ſchieben. Sollte dies nicht mehr möglich ſein, ſo müßten
die Vorübungen für dieſes Jahr auf einem Exerzierplatz
abgehalten oder gekürzt werden. Ich richte daher die
drin=
gende Bitte an Großh. Regierung, die nötigen Schritte zu
tun, und frage ergebenſt an:
1. Was iſt zu tun, um der landwirtſchaftlichen
Bevöl=
kerung auf dieſem Gebiete Rechnung zu tragen?
2. Iſt die Großh. Regierung bereit, ſofort die nötigen
Schritte zu tun und das hierzu weiter Erforderliche zu
veranlaſſen?
Luftſchiffahrt.
Fahrt des „P Vl”nach München.
* Bitterfeld, 30. Juli. Das Luftſchiff „P VI‟
iſt unter Führung des Oberleutnants Stelling
um 12 Uhr nachts zu einer Fahrt nach München
aufgeſtiegen. In der Gondel befinden ſich außer
dem Führer Hauptmann Andreß=München,
Regier=
ungsbaumeiſter Hackſtädter, Steuermann Thomſen und
zwei Monteure. Die Fahrt ſoll über Leipzig,
Alten=
burg, Hof und Bayreuth gehen.
* Leipzig, 31. Juli. Um Mitternacht hatte ſich
eine Anzahl Mitglieder des Magiſtrats, Vertreter der
Preſſe u. a. auf dem Rathausturm verſammelt,
wel=
cher durch Lichter und Magneſiumfackeln feſtlich
er=
leuchtet war. Um ¾2 Uhr erſchien „Parſeval VI‟
von Norden her und paſſierte in ſchneller Fahrt das
Zentrum der Stadt unter den Zurufen der Bewohner,
welche durch das Summen der Propeller auf das
Nahen des Luftſchiffes aufmerkſam gemacht worden
war. Um 2 Uhr entfernte ſich das Luftſchiff in
ſüd=
licher Richtung.
* Leipzig, 31. Juli. „P VI” landete heute
früh wegen eines Propellerdefekts bei
Lob=
ſtädt. Oberleutnant Stelling ſandte ein von 5
Uhr 10 datiertes Telegramm an die Luftfahrzeug=
Ge=
ſellſchaft Bitterfeld: „Bei Lobſtädt Zwiſchenlandung.
Draht am Flügelauge gebrochen. Reparatur an Bord
vorgenommen. An Bord iſt alles wohl. Fahrt wird
alsbald fortgeſetzt.”
* Lobſtädt, 31. Juli. „P VI” iſt um 7 Uhr 50
zur Weiterfahrt nach München
aufge=
ſtiegen.
* Altenburg, 31. Juli. „P VI” paſſierte
um 8 Uhr 15 in ruhiger Fahrt Altenburg und
ent=
ffernte ſich in ſüdlicher Richtung.
* Hof (Bayern), 31. Juli. Das Luftſchiff
„P VI‟, das um 9 Uhr Crimmitſchau, um 9 Uhr
15 Minuten Werdau um 10 Uhr Reichenbach
und um 10 Uhr 45 Plauen paſſierte, iſt um ½12 Uhr
hier ſichtbar geworden.
* Bitterfeld, 31. Juli. Die Ballonhalle hat
folgendes Telgramm erhalten: „Wegen ſchwerer
Ge=
witter gegen 2 Uhr bei Gold=Kronach, zwei Stunden
von Bayreuth, gelandet und verankert.”
* Bayreuth, 31. Juli. Nach 4 Uhr ſtieg das
Luftſchiff in Strullendorf zur Weiterfahrt nach
Bayreuth auf, wo es gegen 5 Uhr auf dem
Trup=
penübungsplatz glatt landete, wegen Gasnach= den hier eingetroffenen Inſpekteur der Verkehrstruppen,
füllung. Die Weiterfahrt erfolgt Montag
früh.
* Bayreuth, 31. Juli. Gegen 3 Uhr
nach=
mittags iſt „P Vl” in Strullendorf bei Gold=
Kronach glatt gelandet. Das Luftſchiff wurde
durch das herrſchende Gewitter von ſeinem
urſprüng=
lichen Kurs abgetrieben in der Richtung nach
Kulm=
bach und von dort wieder oſtwärts. Wie die Ober= um 1½ Uhr vor der Luftſchiffhalle.
fränkiſche Zeitung meldet, ſoll das Luftſchiff erſt
Diens=
tag die Fahrt nach München fortſetzen.
Die Fernfahrt des „M III‟.
* Gotha, 29. Juli. Nachdem im Laufe des
Vor=
mittags dem Luftſchiff „M III‟ die erforderlich
ge=
wordene Nachfüllung gegeben war, lag das Luftſchiff
ſeit mittag fertig zur Abfahrt in der Luftſchiffhalle.
Obwohl am weſtlichen Himmel ſeit langer Zeit ein
Ge=
witter ſtand, gab Major Groß punkt 4 Uhr das
Zei=
chen, das Schiff aus ser Halle zu befördern. Nach
einigen Manövern befahl er, das Luftſchiff loszulaſſen
und, als dies geſchehen war, hob ſich dasſelbe; dikap: 1. Bettinger, 2. Stabe, 3. Artur Thiem=Berlin.
nicht vom Erdboden. Obwohl alle vier Motoren VII. Tandemfahren: 1. Mayer=Bettinger,
kräftig arbeiteten, brachte man das Schiff nicht in die
Höhe; der Weſtwind trieb es vielmehr gegen den
Draht=
zaun, der den Luftſchiffhafen umfaßt. Dieſer Zaun
wurde niedergedrückt; dann trieb das Luftſchiff auf ein Packebuſch=Prem=Würzburg. IX. Motorrennen über
benachbartes Gehöft zu, wobei verſchiedene Zäune und 5000 Meter: 1. Hermann Heckel=Wiesbaden (Puſch),
Obſtbäume vernichtet wurden. In unmittelbarer Nähe 2. Joh. Wohn=Mainz (N.=S.=U.), 3. Otto Glöckler=
Frank=
der Gebäude blieb es ſchließlich zwiſchen einigen Bäu= furt (N.=S.=U.). Die Rennen verliefen, abgeſehen von
men ſtehen, ſo daß die ihm nacheilenden Militär= und
Zivilperſonen endlich in der Lage waren, es zu er= läutet und nochmals begonnen wurde, ohne Unfall.
faſſen. Es wurde in die Halle zurückgebracht und hier ** *Piarritz, 30. Juli. König Alfons hat auf
ergab ſich, daß weder dem Schiff noch einem ſeiner In= der heutigen internationalen Yachtwettfahrt mit ſeiner
ſaſſen etwas geſchehen war. Auch die Motoren ſind in Macht „Hispania”, die er ſelber ſteuerte, den Preis des
tadelloſer Ordnung. Major Groß führt das Mißge= Präſidenten der franzöſiſchen Republick gewonnen.
ſchick darauf zurück, daß infolge der Gewitterbildung
in den oberen Luftſchichten ein ſo ſtarker Druck nach
unten herrſchte, daß der Auftrieb des Luftſchiffes nicht
imſtande war, dieſes höher zu bringen. Major Groß
wird günſtiges Wetter abwarten, um dann ſofort nach
Tegel zurückzukehren; wenn irgend möglich, noch im
Laufe der nächſten Nacht. (Frkf. Ztg.)
tretenen ungünſtigen Wetters iſt der Aufſtieg desſtehen dieſes Kreiſes iſt, in Kreuznach. Die
„M III‟ unterblieben.
Erfurt abgefahren.
Erfurt um 9 Uhr 45 Minuten in ruhiger Fahrt paſ= der anläßlich ſeiner Turnfahrt nach dem Deutſchen
Turn=
ſiert und die Richtung nach Weimar eingeſchlagen. feſt in Frankfurt gegründete Pariſer
Turnver=
ſchiff „M III” paſſierte um 12 Uhr 40 die hieſige Bahnhof empfangen und mit Muſik in die Stadt ge=
Ballonhalle in der Richtung auf Berlin.
* Berlin, 31. Juli. Das Militärluft= mittags und das Kampfgericht um 3 Uhr nachmittags
ſchiff „M III‟ kamegegen ½4 Uhr in Sicht und fuhr, 1 die üblichen Sitzungen ab, um über turneriſche Ange=
nachdem es einige Zeit über dem Tegeler Schießplatz
gekreuzt hatte, in der Richtung auf Spandau weiter.
* Tegel, 31. Juli. Der Militärballon
„M III” iſt heute früh 6 Uhr vor der Luftſchiffhalle
glatt gelandet.
Zeppelins Nordpolfahrt.
N. Chriſtiania, 28. Juli. Der Aufſtieg
Zeppe=
lins iſt vorläufig auf den 12. Auguſt feſtgeſetzt worden;
vieles wird aber ſelbſtredend von den
Witterungsver=
hältniſſen abhängen. In ganz Skandinavien ſieht man
dem Start und dem Ausgang des kühnen
Unter=
nehmens mit ungeheurer Spannung entgegen. Die
Touriſtendampfer nach dem Nordkap und nach
Spitz=
bergen ſind dies Jahr überfüllt, — ja, es haben neue
Dampfer auf der arktiſchen Route in Betrieb geſetzt
werden müſſen, um allen Anſprüchen der „
ſpitzbergen=
luſtigen” Touriſten aller Länder nachkommen zu
können. Große Proviantdampfer ſind
ausge=
rüſtet worden, welche bei Spitzbergen liegen bleiben
ſollen, bis ſämtliche Touriſten die Gegend wieder
ver=
laſſen haben. Dieſer Tage gingen aus Tromſö
Mel=
dungen über eine überaus zeitige und mächtige
An=
ſammlung von Polareis in der Gegend um Spitzbergen
ein; das Eis aus dem hohen Norden ſcheint dies Jahr
Spitzbergen bedeutend früher und in viel reichlicherer
Weiſe zu erreichen wie ſonſt. Die Telegramme aus
Tromſö beſagen, daß die Möglichkeit einer
Ein=
ſchließung und völligen Abſperrung der
Touriſten=
dampfer durch die nahenden Eismaſſen keineswegs
aus=
geſchloſſen ſei! Obwohl dieſe Meldungen nicht
demen=
tiert worden ſind, nimmt die Zahl der
Spitzbergen=
reiſenden nicht ab. In den letzten Tagen haben ſich
mehrere nordiſche Künſtler und Dichter nach der fernen
Polargegend begeben, um dort Inſpirationen zu
be=
kommen und die ſeltenen Eindrücke künſtleriſch zu
ver=
werten. Unter den Spitzbergenreiſenden, die in der
allerletzten Zeit den Kurs nach jenen ungaſtlichen
Gegenden eingeſchlagen haben, befindet ſich der
be=
rühmte däniſche Novelliſt Johannes V. Jenſen. Dieſer
intereſſiert ſich lebhaft für die Luftſchiffahrt, und ſeine
Spezialität iſt es von jeher, techniſche Errungenſchaften
der modernen Zeit in ſeinen Werken zum Gegenſtand
einer erſchöpfenden Behandlung zu machen. Der
Dich=
ter bezeichnet ſelbſt ſeine Anweſenheit auf Spitzbergen
beim Start Zeppelins als das Hauptziel ſeiner Fahrt.
Av. Der Meldeſchluß zur Verliner
Flugwoche, die als nationale Konkurrenz in der
Zeit vom 7. bis 13. Auguſt auf dem Flugplatz
Johan=
nisthal abgehalten wird, ergab die Anmeldung von 14
Fliegern mit 25 Maſchinen; davon ſind 16 Doppeldecker
und 9 Eindecker. Im einzelnen werden ſich beteiligen:
Engelhardt (Wright) zwei Apparate, Thelen (Wright)
zwei Apparate, Keidel (Wright) zwei Apparate, Heim
(Wright) zwei Apparate und Schauenburg (Wright)
ein Apparat; E. Jeannin (Aviatik=Doppeldecker,
Sy=
ſtem Farman) zwei Apparate, Wiencziers (Antoinette=
Apparat) drei, Laitſch (Voiſin), Grade (zwei Maſchinen Vertreter von 27 Nationalbanken und ein Stellvertrete
eigener Konſtruktion), Plochmann (Grade), Oberleutn.
Huth (Führer Bruhnhuber) zwei Sommer, ein
Far=
man=Apparat, v. Goriſſen (Euler), Behrendt (zwei
Maſchinen eigener Konſtruktion) und Dorner (eigene
Konſtruktion). Sechs weitere Meldungen mußten
zu=
rückgewieſen werden, da die Anmeldenden noch nicht
die Pilotenzeugniſſe erworben haben.
* Berlin, 29. Juli. Einen Flug von einer
Stunde vollführte geſtern der Oberleutnant v.
Tie=
demann von den Gardeküraſſieren auf dem
Trup=
penübungsplatz Döberitz. Der Offizier, der bereits
mehrfach tüchtige aviatiſche Leiſtungen vollbracht hat,
ſteuerte in einer Höhe von 80 Metern ſeine Maſchine
über den hinterſten Schragen, Rinslake, den
Franzer=
buſch und überkreiſe dreimal das erſte und das dritte
Barderegiment, die dort übten.
* Metz, 30. Juli. Nachdem an den beiden
vergan=
genen Tagen eine Inſpektion der Luftſchiffe,
der Luftſchiffhalle und der Bedienungsmannſchaften durch
Generalleutnant v. Lyncker, ſtattgefunden hatte, ſtiegen
die Schiffe heute früh 6 Uhr wieder auf. Von einer Fahrt
die Schiffe landeten ſofort wieder. Gegen 10½ Uhr ſtiegen
der Stadt. Gegen 12½ Uhr erſchienen ſie in Kiellinie
wie=
der über Metz und landeten nach verſchiedenen Manövern ihre Vorzüge vor anderen Regierungsformen, 3. Die Ver=
Sport.
Rennbahn an der Heidelbergerſtraße.
1. Eröffnungsfahren: 1. Otto Meyer=
Lud=
wigshafen, 2. Eugen Stabe=Berlin, 3. Carlo Meſſori=Rom.
II. Großer Preis von Darmſtadt: 1. Eugen
Stabe, 2. Julius Bettinger, 3. Carlo Meſſori, 4. Otto
Meyer. III. Malfahren: 1. Otto Meyer, 2. Carlo
Meſſori, 3. Eugen Stabe. IV. Prämienfahren:
1. Meſſori, 2 Stabe, 3. Bettinger. V
Punktefah=
ren: 1. Otto Meyer, 2. Bettinger, 3. Stabe. VI. Han=
2. H. Packebuſch=Art. Thiem=Berlin. VIII.
Verfol=
gungsrennen: Meſſori=Stabe gewinnen gegen
leichten Stürzen im Motorrennen, das dieſerhalb abge=
29. Kreisturnfeſt des IX. Kreiſes (Mittelrhein)
deutſcher Turnerſchaft.
W. Kreuznach, 30. Juli.
Der Mittelrheinkreis ſammelte in dieſem Jahre
ſeine Turner zum 29. Kreisturnfeſt, das ein Jubi=
*=Gotha, 29. Juli. Wegen des plötzlich einge= läumsfeſt zur Erinnerung an das 50jährige Be=
Stadt iſt aufs prächtigſte geſchmückt, an keinem Gebäude
* Gotha, 30. Juli. Das Militärluftſchiff fehlen Flaggen oder ſonſtiger Feſtſchmuck. Die Vor=
„U'III” iſt um 8 Uhr 55 Minuten in der Richtung auf feier für das Feſt fand bereits vorigen Sonntag ſtatt,
während das eigentliche Feſt am heutigen Samstag
* Erfurt, 30. Juli. Das Luftſchiff „M III” hat ſeinen Anfang nahm. Um ½10 Uhr vormittags traf
* Bitterfeld, 31. Juli. Das Militärluft=ein ein, wurde von den Kreuznacher Turnern am
leitet. Der Kreisturnausſchuß hielt um 11 Uhr vor=
legenheiten für die Wettkämpfe zu beraten.
Darmſtädter Turner trafen zum größten
nach 6 Uhr in Kreuznach ein und wurden von
Empfangsausſchuß in die Stadt begleitet; Die Kay
unſerer 115er unter Meiſter Hauskes Leitung ſpie
die Darmſtädter in die Feſtſtadt. Die Quartiere
ſchön und alle in muſtergültiger Ordnung hergefte
Die Einteilung für die morgen früh beginnen
Wetturnen iſt wirklich muſtergültig. Dieſe wurde
Anweiſung des Kreisturnwarts Volze=Frank
a. M. durch den Ortsturnausſchuß getroffen.
In der ſchönen, architektoniſch erbauten Feſthalle, weld
für über 2000 Perſonen Platz bietet, fand Feſtkommer
ſtatt, der koloſſal beſucht war. Nach dem Feſtmarſch,
cher von Herrn Obermuſikmeiſter Hauske (115er) komponie
und vom Feſtausſchuß preisgekrönt wurde, hielt der Wo
ſitzende des Feſtausſchuſſes, Herr Beigeordneter Hau
mann a. D. Andreano, die Begrüßungsanſprache.
begrüßte beſonders den greiſen Vorſitzenden Geh. San
tätsrat Götz=Leipzig und übergab dann das 29. Mitie
rheiniſche Kreisturnfeſt dem Kreisausſchuß. Im Nann
desſelben übernahm der 1. Kreisvertreter Herr Schull
Schmuck=Darmſtadt das Feſt, dankte den Kreuznach
Turnern für die muſtergültige Vorbereitung und bemert
daß das Kreisfeſt ein bedeutungsvolles ſei, da der Krei
auf eine mehr als 50jährige Tätigkeit zurückblicken dar
Sein „Gut Heil!” galt dem Vaterland. Herr Bürgernit
ſter Schleicher begrüßte die Feſtgäſte im Namenda
Stadt und wünſchte dem Feſte einen guten Verlauf. Si
ter betrat der greiſe Vorſitzende der Deutſchen Turnerſcha
die Rednertribüne, von jubelnden „Gut Heil!”=Rufen ken
grüßt. Unter ſtürmiſchen, langanhaltenden Beifallsruf
wurde ſein „Gut Heil!” auf die Deutſche Turnerſchaft au
genommen.
Am Sonntag fanden früh von 6 Uhr der Dr
kampf, das Muſterriegen=Turnen und Wettſpiele ſtalſ
Nachmittags ½2 Uhr bewegte ſich ein ſtattlicher Feſtzu
an welchem über 5000 Turner teilnahmen, durch
Straßen Kreuznachs. Abends ſind turneriſche Auffül
rungen, Konzert und Sondervorführungen vorgeſehe
Landwirtſchaftliches.
* London, 29. Juli. Das Landwirtſchafts
miniſterium gibt bekannt, daß in Yorkſhire all
Tiere, die an der Maul= und Klauenſeuche e
krankt waren, jetzt geſchlachtet worden ſind. In de
Nachbarſchaft iſt bisher kein Seuchenfall entdeckt wor
den. Man hat Grund zu der Annahme, daß die Seuch
nicht weiter um ſich greifen wird.
Handel und Verkehr.
* New=York, 30. Juli. Die nationale
Vei=
einigung in New=York zur Regelung der
Umlaufi=
mittel iſt heute gegründet worden. An der
konſt=
tuierenden Verſammlung im Clearinghouſe nahmer
des Schatzamtes teil.
Vermiſchtes.
* Aufſätze über Gegenſtände der Bür
gerkunde. Das Präſidium der Haſſia fordert auf
unter den nachfolgenden Bedingungen ihm Aufſätze ein
zureichen, die geeignet ſind, im Sinne der Ausführungen
in der Einleitung des diesjährigen Rechenſchaftsberichtes
der Haſſia, als Vorträge in den Vereinen zu dienen. Eim
ſolcher Vortrag ſoll die Dauer von 35 bis 45 Minſlens
nicht überſchreiten. Die Behandlung des Stoffes muß
volkstümlich und auch für den gemeinen Mann gut
ver=
ſtändlich ſein. Statiſtiſches Material iſt auf ein möglichſt
geringes Maß zu beſchränken. Jeder Vortrag ſoll mit
kur=
zer Nutzanwendung im Sinne unſerer monarchiſch=
vater=
ländiſchen und kameradſchaftlichen Beſtrebungen ſchließen
Für die beſte Bearbeitung jedes Vortrags=Gegenſtandes
wird ein Preis von 50 Mark ausgeſetzt. Der Aufſatz wird
damit Eigentum des Verbandes. Die Arbeiten ſind bis
zum 1. September an den Schriftführer Dr. Vogt
einzu=
reichen. Die Zuteilung des Preiſes erfolgt durch den
ge=
wurde aber wegen des herrſchenden Nebels abgeſehen und ſchäftsführenden Vorſtand. Aufſätze, die nicht preisgekrönt
werden können, erhalten die Verfaſſer, unter Zuſicherung
ſtrengſter Diskretion, zurück. Vorerſt ſind Arbeiten über
ſie erneut auf und flogen weit hinaus in die Umgegend die nachſtehenden drei Gegenſtände erbeten: 1.
Notwen=
digkeit des Staates, 2. Die konſtitutionelle Monarchie und
faſſung des Deutſchen Reiches. Allen Bewerbern um dieſe
Preisaufgaben, auch Nichtheſſen, ſtellt das Präſidium der
Haſſia den Jahresbericht 1909 koſtenlos zur Verfügung.
Literariſches.
— Die Arbeiterfrage, ihre Bedeutung für
Gegenwart und Zukunft, von F. A. Lange. Neu
be=
arbeitet und herausgegeben von Dr. A. Grabowsky.
Volksausgabe. Kartoniert Preis 1 Mark. Alfred
Kröners Verlag in Leipzig. Unter den vielen
Darſtel=
lungen der Arbeiterfrage iſt dies Buch ganz einzig:
Lange bietet die von ſtürmiſcher Begeiſterung getragene
Tat eines Mannes, der zunächſt als Menſch, in aller
ſeiner liebevollen und gütigen Menſchlichkeit, ſich dem
ungeheueren Problem genähert hat. Was er bietet, ſind
die gewaltigen letzten Prinzipien und Triebkräfte der
Arbeiterfrage. Die Schrift enthält des großen
Philo=
ſophen tiefes Glaubensbekenntnis und begegnet in der
großen Arbeiterbewegung unſerer Tage einem
beſon=
ders aktuellem Intereſſe.
Frauenbriefe aller Zeiten. Heraus
gegeben von Bernhard Ihringer. Karl Krabbe
Ver=
lag Erich Gußmann in Stuttgart. Preis geh. 6 Mk.,
eleg. gebd. 7 Mk. — Der Reiz perſönlicher Mitteilung,
der nirgends beſtrickender ſich äußert als in den
un=
mittelbarſten Lebensdokumenten geiſtreicher Frauen,
waltet in dieſem Buche, das mehr als eine leicht
zu=
ſammengeſtellte Anthologie, eine Geſchichte der Frau in
Briefen, bieten will. Heilige und Nonnen, Fürſtinnen,
beutſche Bürgersfrauen, galante Damen aus
Frank=
reichs galanteſtem Jahrhundert — alles zieht vor unſern
Augen vorüber. Zwiſchen Anfang und Ende der Reihe
liegt mehr als ein Jahrtauſend, und doch reicht die erſte
der letzten die Hand; die einzelnen Töne fügen ſich von
ſelbſt zuſammen zu einem Geſamtbild von großartiger
Ausdehnung. Die hier vorliegende Sammlung dürfte
die vollſtändigſte in ihrer Art ſein, zugleich auch ein
Werk, das jedem gebildeten Menſchen nicht alltägliche
Anregungen zu geben vermag.
Darmſtadt, 1. Auguſt.
Ihre Königl. Hoheiten der Großherzog und die
Großherzogin ſind von England zurückgekehrt.
Die Großh. Herrſchaften trafen Sonntag vormittag um
10,22 Uhr in Mainz ein und fuhren von dort im
Auto=
mobil nach Wolfsgarten.
ſammmer 177.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Auguſt 1910..
Seite 7.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Potsdam, 30. Juli. Das Kronprinzenpaar
ſich heute abend zu einem längeren Aufenthalt nach
Kloß Hopfreben im Bregenzer Wald begeben.
Frankfurt a. M., 31. Juli. Geſtern abend zwi=
6 und 7 Uhr iſt zwiſchen der alten und der
Ober=
ilbrücke der ſechs Jahre alte Knabe Adam Fritz
meider im Main ertrunken.
Stuttgart, 30. Juli. Bei der heutigen
Erſatz=
i I im 2. württembergiſchen Reichstags=
Mlkreiſe Ludwigsburg=Cannſtatt=Marbach und
ſilelingen erhielten der Fabrikant Oettinger (natl.)
Redakteur und Landtagsabgeordneter Dr. Wolff
urernbund) 4930, und Redakteur und
Landtagsabge=
neter Keil (Soz.) 18705 Stimmen. Keil iſt ſomit
ſ einer Majorität von 4247 Stimmen gewählt.
rWahlkreis war früher durch den Nationalliberalen
L.=Hieber vertreten.
ſKöln, 31. Juli. (Amtliche Meldung.) Um8 Uhr 20 vorm.
Eigleiſte infolge unrichtiger Weichenſtellung ein
rswagen Paris=Berlin beim Umſetzen von Schnell=
D 31 Paris=Köln an D 31 Köln=Berlin. Perſonen
ſſiroen nicht verletzt. Der Materialſchaden iſt
unbe=
ſttend. Der Betrieb iſt nicht geſtört. Einige Züge
er=
lent Verſpätung.
* Elberfeld, 30. Juli. Dreihundertjahrfeier
ſir Stadt. Heute vormittag wurde im Rathaus über
ljehundert bedürftigen Veteranen vom Offiziersverein
ſparfeld eine geſammelte Ehrengabe überreicht. Als=
Inn erfolgte die Enthüllung des von. dem Pariſer
Aiiſſtler Bernhard Hoetger geſchaffenen Gerechtigkeits=
Aunnens, eines Geſchenkes des Geheimen
Kommerzien=
ites Freiherrn von der Heydt. Nachmittags wurde
ebenfalls von dem Genannten überlaſſene, von der
Aürgerſchaft hergerichtete Spielplatz der Stadt übergeben.
** Dortmund, 30. Juli. Infolge des Zuſammen=
Auches der Niederdeutſchen Bank wurde heute
Alter das Vermögen der Dortmunder Elektrizi=
Ats=Geſellſchaft m. b. H. das
Konkursver=
i ren eröffnet. Der Geſchäftsführer der Geſellſchaft
ein Schwager des verhafteten Direktors Ohm.
* Dresden, 30. Juli. (Amtlich.) Heute vormittag
ſſgen 11 Uhr entgleiſte auf dem Bahnhof Prieſtewitz
e Mokomotive eines Leipziger Schnellzuges ohne
erkenn=
ſire Urſache bei richtiger Weichenſtellung und zog einen
ſſerſſonenzug mit aus dem Geleiſe. Nach zwei Stunden
a die Strecke wieder frei. Verletzt iſt niemand.
* Braunſchweig, 30. Juli. Wie die „
Braun=
hwoeiger Landeszeitung” meldet, iſt, der Bildhauer
Mroefeſſor der techniſchen Hochſchule und Geheime
Hof=
iit Karl Echtermeyer im Alter von 65 Jahren am
lferzſchlag geſtorben.
Swinemünde, 30. Juli. Der Kaiſer iſt an Bord
„Hohenzollern” kurz nach 5 Uhr hier eingetroffen.
* Swinemünde, 31. Juli. Der Kaiſer hielt heute
Aormittag Gottesdienſt an Bord „Hohenzollern” ab.
i Nordlandgäſte des Kaiſers gehen heute von Bord
Kaiſerjacht.
* Wien, 30. Juli. Beim Tontaubenſchießen
der Internationalen Jagdausſtellung wurde Horſt
eldel=Halenſee Erſter. Er erhielt die Ehrengabe
e: Kaiſers und die goldene Weltmeiſterſchaftsmedaille,
Ureiter wurde Bartoſch=Wien, Dritter
Eilers=
ſeſſtock. Den großen Preis von Wien 10000 Kronen
ehfielt Kaſpar Doeltſch=Berlin.
* Hopfreben (Bregenzer Wald) 31. Juli. Der
Kron=
rinz und die Kronprinzeſſin des Deutſchen Reiches
nd heute zu dreiwöchigem Jagdaufenthalt hier
ein=
errroffen.
* Neuſatz, 30. Juli. In der Zementfabrik in
Zwecin (Slavonien) ereignete ſich heute vormittag
uss bisher unbekannter Urſache eine
Keſſelexplo=
iwn. Vier Arbeiter wurden getötet und mehrere
ver=
eist; einige werden noch vermißt.
Neuſatz, 30. Juli. Bei der Keſſelexploſion
n der Zementfabrik in Boecin ſind, wie nachträglich
feſt=
ze tellt wurde, 9 Arbeiter getötet und 4 ſchwer verletzt
viorden; ein Arbeiter wird vermißt.
Eger, 30. Juli. In einem Schlafwagen des
Ianzensbader Schnellzuges wurde heute früh ein totes
nind im Alter von ſieben Monaten in ruſſiſche Zeitungen
ingewickelt gefunden.
* Peſt, 30. Juli. Das Abgeordnetenhaus
verhandelte heute über die Vorlage betr. die 560
Milli=
lhy enanleihe. Finanzminiſter Lukäcs benutzte die
Ge=
legenheit, um den in einem Teil der auswärtigen
Preſſe erſchienenen anſcheinend ſyſtematiſchen Angriffen
lgeggen den ungariſchen Staatskredit entgegen=
Gutreten. Der Miniſter hob hervor, es habe wohl
Mlrgenblicke gegeben, in denen Ungarn gezwungen
ge=
weſen ſei, ſeine Ausgaben mit der größten Strenge
eimzuſchränken, um ſeinen Verpflichtungen gegenüber
dam Auslande gewiſſenhaft nachzukommen. Es ſei
laher niemals vorgekommen, daß auswärtiges Kapital
in ungariſchen Papieren auch nur einen Heller verloren
hättte, weil der ungariſche Staat zahlungsunfähig
ge=
bweſen ſei, oder ſeinen Verpflichtungen nicht habe
nach=
kummen wollen. (Lebhafte Zuſtimmung.) Der Miniſter
tnat hierauf der Behauptung entgegen, daß die Anleihe
ze Kriegsrüſtungen verwendet werden ſolle. Die
Ver=
wendung der Anleihe ſei in der Vorlage genau
um=
ſchorieben. Im übrigen ſei jedermann, der die Richtung
der auswärtigen Politik Ungarns kenne, vollkommen
davon überzeugt, daß es keinerlei aggreſſive Tendenzen
Uheege. Die Regierung verlange bezüglich des
Zeit=
zunktes der Aufnahme der Anleihe ſowie hinſichtlich
des Geldmarktes, worauf ſie aufgenommen werden
Aſllle, wie auch hinſichtlich des Anleihetypus die
weiteſt=
gehende Vollmacht. (Lebhafter Beifall.) Die Vorlage
m urde hierauf im allgemeinen wie in ihren
Einzel=
heiten mit überwiegender Majorität angenommen.
* Paris, 31. Juli. Der bekannte Schwimmer
Wolff hat heute morgen 6½ Uhr von Calais aus den
Vserſuch unternommen, den Kanal zu
überſchwim=
m en. Eine Depeſche von 10.40 Uhr meldet, daß der
Schwimmer in guter Haltung iſt und bereits 4 Meilen
von der Küſte entfernt ſei.
Paris, 31. Juli. Unter den Verleihungen der
Ehrenlegion anläßlich des diesjährigen
National=
fieſtes, die das „Journal Offizielle” morgen
veröffent=
lichen wird, iſt beſonders bemerkenswert die Verleihung
des Ritterkreuzes an den Pfarrer von Mars la Tour,
Faller, den Begründer des Muſeums von Mars la Tour,
in welchem er zahlreiche Erinnerungen an die Kämpfe
vom 16. bis 18. Auguſt geſammelt hat.
* Brüſſel, 30. Juli. Amtlich. Der Vorſitzende der
deutſchen Ausſtellungsjury, Unterſtaatsſekretär im
Reichs=
aimt des Innern, Dr. Richter iſt hier eingetroffen und
weim Reichskommiſſar Albert abgeſtiegen.
* Lille, 31. Juli. Heute morgen gegen 5 Uhr ging
ein gewaltiger Wolkenbruch über Lille nieder.
Das Waſſer drang in die Keller und in die
Parterre=
ſtockwerke ein. Beſonders wurde das Zentrum der
Stadt bedroht. Großer Schaden wurde angerichtet und
zahlreiche Waren vernichtet. Vielfach mußte die
Feuer=
wehr zur Hilfe geholt werden.
* Madrid, 30. Juli. Klerikale Blätter
mie=
teten Schiffe und ſtellten Eiſenbahntransportmaterial
bereit für eine Kundgebung am 7. Auguſt in San
Sebaſtian vor dem König. Es ſei möglich, daß die
Genehmigung hierzu verſagt wird. Der
Organiſa=
tionsausſchuß zu der für den 31. Juli geplanten und
von der Regierung unterſagten Kundgebung
ließ in Bilbao eine Kundgebung anſchlagen, durch
welche die Katholiken aufgefordert werden, auf alles
vorbereitet zu ſein und eifxig dafür zu wirken, daß
am 31. Juli Ergebensheitstelegramme an den Papſt
abgehen.
* San Sebaſtian, 30. Juli. Der König
unterzeich=
nete ein Dekret, in dem er die Ausgabe von 81
Millio=
nen Schatzbonds genehmigt.
* London, 30. Juli. Das Königspaar und die
Prinzeſſin Mary machten zum erſtenmal ſeit der
Thron=
beſteigung eine Fahrt durch die Stadt, allenthalben
leb=
haft begrüßt.
* Madrid, 31. Juli. Im geſtrigen Miniſterrat
machte der Miniſterpräſident Canalejas Mitteilung
von der Note, die er in Erwiderung auf die Note des
Vatikans dem ſpaniſchen Botſchafter de Ojeda
telegraphierte. Mit Rückſicht auf die fruchtloſen
Be=
mühungen zu einem Uebereinkommen zu gelangen,
werde er de Ojeda zur Entgegennahme der Inſtruktionen
nach Spanien berufen und den Botſchaftsrat als
Geſchäftsträger beim päpſtlichen Stuhl
akkre=
ditieren.
* Father Point (Prov. Quebec), 31. Juli. Der
Mörder Crippen und Miß Leneve wurden
ver=
haftet.
* Petersburg, 30. Juli. In den letzten 24
Stun=
den ſind an Cholera 83 Perſonen erkrankt, 28 ſind
geſtorben.
Petersburg, 31. Juli. Das
Militärbezirks=
gericht verurteilte geſtern im erſten
Intendantur=
reviſionsprozeß fünf Angeklagte, darunter zwei
Haupt=
leute, wegen Unterſchlagung zu drei Monaten Hauptwache
bis zu drei Jahren und ſechs Monaten Strafabteilung
und Verluſt der Ehrenrechte. Ein Angeklagter wurde
freigeſprochen.
* Konſtantinopel, 30. Juli. Der Pforte ſind die
Antworten Italiens und Frankreichs
zu=
gegangen auf ihre letzten Schritte bezüglich der
Kandi=
datur Venizelos für die Nationalverſammlung in
Athen. Von maßgebender Seite wird mitgeteilt, daß
die Kabinette beider Länder erklärt hätten, daß ihre
Konſuln in Canea ſowie auch ihre Geſandten in Athen
beauftragt worden ſeien, entſprechend dem Wunſche der
Pforte vorzugehen. Die Mächte hätten abermals
ver=
ſichert, daß ſie, wie früher, auch künftighin aktiv
vor=
gehen würden, um Uebertritte gegen die türkiſchen
Rechte zu verhindern.
* Konſtantinopel, 80. Juli. Der griechiſche
Ge=
ſandte Gryparis hatte heute nachmittag bei dem
Miniſter des Aeußern wegen des im Tanin
veröffent=
lichten Interviews Vorſtellungen erhoben und erklärt,
daß wegen einzelner Stellen, die als beleidigend für
den König der Hellenen befunden würden, die Stellung
Naby Beis am Atheniſchen Hofe ſchwierig geworden
ſei. Der Zwiſchenfall könnte nur durch ein formelles
Dementi beigelegt werden. Der Miniſter des Aeußern
erwiderte, er werde, bevor er einen Beſchluß faſſe, mit
Naby Bei Rückſprache nehmen.
* Konſtantinopel, 30. Juli. Die Blätter melden:
Geſtern ging ein Bataillon nach Samos ab. — Die
Pforte gab den Proteſtdepeſchen aus Samos nicht nach,
welche die Abſetzung des Fürſten Kopaſſis verlangen.
Der Fürſt verhängte den Belagerungszuſtand über
Karlövaſſi. Ein Kanonenboot und zwei Torpedoboote
wurden bereits nach Samos abgeſandt.
* Algier, 30. Juli. Der Generalgouverneur
erklärte, er wiſſe nicht, daß am 17. Juli bei Mar Chica
zwiſchen Spaniern und Mauren ein mörderiſcher Kampf
ſtattgefunden habe.
Iman, 30. Juli. Bei der Eiſenbahnkataſtrophe,
die ſich im Küſtengebiet ereignete, wurden vier Perſonen
getötet und vierzehn Güterwagen zertrümmert.
New=York, 30. Juli. Nach hierher gelangten
Mel=
dungen hat am Montag bei Ceiba in Honduras ein
Kampf zwiſchen Revolutionären und Regierungstruppen
ſtattgefunden, in dem 100 Mann getötet und 200
ver=
wundet worden ſind.
* Houſton (Texas), 30. Juli. In Slecum und
Anderſon ſind ernſte Raſſenkämpfe ausgebrochen. Zehn
Neger wurden getötet und drei Weiße ſchwer verwundet.
Die Unruhen, zu deren Unterdrückung Truppen abgeſandt
wurden, dauern fort.
* Paleſtine (Texas), 31. Juli. Bei den
Raſſen=
kämpfen in Anderſon wurden wenigſtens achtzehn
Neger getötet. Einige Depeſchen ſprechen von 30
Toten. Auch mehrere Weiße ſollen umgekommen ſein.
* Buenos Aires, 30. Juli. Präſident Alcorta
überſandte dem Parlament eine Botſchaft über eine
Ge=
ſetzesvorlage, die bezweckt, die Unternehmer zu
verpflich=
ten, Arbeiter im Falle von Krankheit oder Unfällen im
Betriebe zu entſchädigen.
— Rechede, 30. Juli. Das fünfjährige Söhnchen
eines Landmannes geriet unter einen
Ernte=
wagen. Der Vater, welcher das Kind retten wollte,
wurde überfahren. Vater und Kind ſind tot.
— Zwolle (Holland), 30. Juli. Ein Dampfer wollte
drei Paſſagiere abſetzen, die in einem Boot an Land
gerudert wurden. Das Boot ſchlug um, alle drei
er=
tranken.
— Paris, 30. Juli. In der Nähe des Kurortes
Thonon les Bains iſt der 21jährige Sohn des
Pariſer Arztes Berlion abgeſtürzt und mit
zerſchmetter=
tem Kopfe tot aufgefunden worden; der begleitende
Führer konnte ſich nur mit großer Mühe retten. — In
der Nähe von Thonon ſtürzten ferner zwei Schweizer,
19 und 21 Jahre alt, ab beim Edelweißſuchen. Der eine
iſt tot, der andere ſchwer verwundet.
— Etienne, 30. Juli. Der Schöffe Roſſilhol
wurde auf offener Straße von ſeiner Tante, die an
Verfolgungswahn leidet, durch einen tiefen
Meſſer=
ſtich ſchwer verletzt. Die Frau verſuchte ſich dannidurch
mehrere Meſſerſtiche zu töten. Roſſilhol iſt verſtorben:
die Mörderin iſt nicht tödlich verletzt.
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Ein neues großſtädtiſches
Unterneh=
men. Man ſchreibt uns: Die Reihe moderner
Eta=
bliſſements unſerer Stadt wird in Bälde durch ein
neues bereichert ſein, mit deſſen Ausführung heute
begonnen worden iſt. Auf dem in der Ernſt
Ludwigs=
ſtraße am Weißen Turm gelegenen Anweſen neben
ſeinem Geſchäftshaus läßt Herr Nikolaus Lerch ein
Kinematographentheater errichten, und dieſes Gebäude
dürfte nicht nur dem fraglichen Zweck in
muſtergülti=
ger Weiſe dienen, ſondern auch architektoniſch das
Stra=
ßenbild verſchönern. Dort, wo bisher der nach vorn
durch eine dichte, nicht gerade reizvolle Einfriedigung
geſchloſſene Garten des altbekannten Reſtaurants „Zur
alten Poſt” ſich befand, wird der einſtöckige, mit
fla=
chem Dach verſehene Bau ſeinen Platz erhalten und in
einer Frontbreite von etwa 9 Metern ſich 30 Meter in
die Tiefe des Grundſtücks erſtrecken. Die Straßenfront
bildet der über 8 Meter hohe Portikus, den ein auf
Säulen ruhendes Giebelfeld krönt. Zu beiden Seiten
des geräumigen (3 Meter tiefen) Veſtibüls iſt links die
Kaſſe, rechts in einer feuerſicher abzuſchließenden
Ab=
teilung der Projektionsapparat angeordnet, woran ſich
dann der nahezu 300 Quadratmeter große, für etwa
300 Plätze beſtimmte Zuſchauerraum anſchließt. Er
wird bis unter das Obergeſchoß des erwähnten
Re=
ſtaurationsgebäudes reichen und von letzterem, aus
bequem bewirtſchaftet werden können. Der durch Hrn.
Architekten Küchler gefertigte Entwurf trägt allen
Erforderniſſen harmoniſcher Außen= und
Innengeſtalt=
ung, behaglicher Bequemlichkeit und Sicherheit des
Publikums, ſowie den neueſten Errungenſchaften der
einſchlägigen Technik, nicht zum wenigſten der leichten
Zugänglichkeit, Rechnung. Bis zum Oktober dfs. Js.
hofft man den Bau fertigzuſtellen, ſo daß die
Betriebs=
eröffnung erfolgen kann. Der Kinematographenbeſitzer
Weber wird dort einziehen und nur beſte Leiſtungen
einwandfreier Art, in denen gediegene Unterhaltung
und Belehrung zu ihrem Rechte kommen, zu bringen
wiſſen. Es wird damit ein neues, zeitgemäßes
Unter=
nehmen geſchaffen, und an jener Stelle, wo früher die
Stadtmauer des alten Darmſtadts ſtand und zu Beginn
der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts die Ernſt=
Ludwigsſtraße eröffnet wurde, wird man modernſte
Darbietungen am Auge des Zuſchauers vorüberziehen
(15150
laſſen.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute morgen 6 Uhr iſt meine liebe Tochter,
unſere gute Schweſter, Schwägerin und Tante
Katharma Müller
im Alter von 24 Jahren ſanft entſchlafen.
Im Namen der tieſtrauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Müller,
Hoftheaterdekorationsmeiſter.
Darmſtadt, den 30. Juli 1910. (15144
Die Beerdigung findet Montag Nachmittag
4 Uhr, von der Leichenhalle des Darmſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.
Tageskalender.
Konzert des blinden Konzert= und Oratorienſängers
Meyer um 8½ Uhr im Saalbau.
Generalverſammlung der Vereinigten
Ortskranken=
kaſſe um 8½ Uhr im Gewerkſchaftshaus.
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der „Krone”.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Heſſiſchen Hof”.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 2. Auguſt.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr Grüner
Weg 29.
Patentſchriften=Auslegeſtelle in der Gewerbe=
Bibliothek, Neckarſtr. 3. Zeit der Benutzung: an allen
Wochentagen von 8½—12½ u. 2½—5½ Uhr (Samstag=
Mittag ausgenommen).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich fürsden politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: i. V.: Mar Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teils und Letzte Nachrichten:: Max Streeſe;
für den=Anzeigenteil: Ji. Kroſt,sſämtlich in Darmſtadt. —
Für denk redaktionellen =Teil beſtimmte Mitteilungen;ſind
an die „Redaktion des Tagblatts”zu adreſſieren. =Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werdensnicht
zurückgeſandt.
Um mit den Restbeständen der noch vorrätigen Sommer-Schuhwaren baldigst zu räumen,
werden von heute ab zu nachstehend ausserordentlich billigen Preisen abgegeben
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Boxleder-Schnürstiefel, 31/35.
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Frau Jupp.
Erzählung von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
V.
Schon am nächſten Tage war der Jupp bei Boſemb.
Ein ehrliches Wort, Fritz, können wir die alten
FFreunde bleiben?
Was ſind das für Redensarten, Jupp!
Nicht flunkern! Du biſt nicht zu unſerer Hochzeit
ge=
kommen, das iſt aufgefallen! Ich meine aber, wir ſollten
alle drei zu vergeſſen ſuchen, was geweſen iſt!
Natürlich!
Wenn Du ſo pomadig ſprichſt, iſt doch noch ein böſer
Reſt in Dir!
Ja, Jupp, — Gott ſei’s geklagt!
Und der muß fraus — zu unſer aller Beſten!
Mein’ ich auch, nur kannſt Du nicht verlangen, daß
das ſo plötzlich geſchieht.
Ich habe gar nicht zu verlangen, nur um Deinen
guten Willen möchte ich Dich bitten!
Und der iſt vorhanden!
Aſta läßt Dir vorſchlagen, Dich heute nachmittag mit
ihr unter vier Augen auszuſprechen!
Das möchte ich nicht!
Aber warum denn nicht?
Wozu Altes aufrühren, Jupp? Will man vergeſſen,
muß Vergangenes tot ſein!
e e e e ee
Ausſprache iſt doch unter ſolchen Umſtänden das
Allerver=
nünftigſte!
Alſo gut! Um welche Zeit?
Sagen wir vier Uhr, paßt Dir’s da?
Ja!
So ernſt hatten die beiden Freunde ſeit einem halben
Jahre oft geſprochen. Wenn von Aſta die Rede war,
ſtan=
den ſie ſich immer mit einer gewiſſen Reſerve gegenüber.
Sie drückten ſich kräftig die Hand, Jupp ging. Und
Boſemb trat hinter die Gardinen und ſah den Freund
quer über den Fahrdamm nach ſeiner Wohnung ſchreiten.
Zum Fenſter blickte ſeine Frau heraus und winkte ihm
mit dem Taſchentuch ein Willkommen zu. Das gab Fritz
Boſemb einen Stich durchs Herz. Er ärgerte ſich. Warum
hatte er zugeſagt? Das war ja heller Wahnſinn geweſen!
Wozu bedurfte es einer „Ausſprache‟? Den Buckel würde
ihm Aſta natürlich vollügen und er mußte tun, als glaube
er ihr, — um Jupps willen, der all ihre Redereien
begreif=
licherweiſe für bare Münze genommen hatte! Vor Wut
ſchlug er mit der Fauſt durch die Luft. Er war ein
bie=
derer, wahrheitsliebender Oſtpreuße, aber kein verlogener
Parkettmenſch mit ſchlechten Hintergedanken, und das wollte
er der Frau da drüben deutlich ſagen! Jawohl, das
wollte er. Und da wurde er ruhiger.
Gnädige Frau, Herr Oberleutnant Boſemb!
Ich laſſe bitten!
Noch einmal muſterte ſie ſich im Spiegel. In einem
raffiniert einfachen, aber koſtbaren Koſtüm von dunkler
Farbe trat ſie ihm entgegen und ſtreckte ihm beide Hände
entgegen.
Herr Boſemb, ich danke Ihnen, daß Sie unſerer Bitte
ſo ſchnell nachgekommen ſind!
Erſtaunt ſah er ſie an. Kamen ihr dieſe Worte von
Herzen? Faſt ſchien es ſo. Er küßte ihre Hand.
Gnädige Frau, Ihr Herr Gemahl iſt mein beſter
Freund, an meinem guten Willen ſoll es wahrhaftig nicht
fehlen, ein recht harmoniſches Verhältnis zwiſchen uns
herzuſtellen!
Er wunderte ſich über ſich ſelbſt, wie glatt und
ver=
bindlich ihm die Worte vom Munde gekommen waren.
Nehmen wir Platz und ſprechen wir uns in aller
Ruhe aus!
Wozu, gnädige Frau? Er wollte einen leichten Ton
anſchlagen. Die Vergangenheit iſt tot, es lebe die
Zu=
kunft!
Nein, nein, erſt müſſen wir reinen Tiſch zwiſchen uns
machen!
Er iſt bereits rein, gnädige Frau.
Mit großen Augen ſah ſie ihn an.
Sollte das vielleicht heißen, die Epiſode damals —
na ja — iſt für Sie ſo erledigt, als ob ſie nie geweſen
wäre?
Ganz gewiß!
Wie ein Peitſchenſchlag trafen ſie die beiden Worte.
Bitterböſe Gedanken formten ſich in ihrem=Hirn. Das=war
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ja die tollſte Schmach, die er ihr antun konnte! Einen
Augenblick preßte ſie die Lippen feſt aufeinander, dann
warf ſie den Kopf in den Nacken und ſah ihn mit einem
langen Blick an. Er hielt ihn aus, wußte, daß nun ein
ſtiller Kampf zwiſchen ihnen entbrennen würde, in dem
er Sieger bleiben mußte. Eine ſchwere Aufgabe, denn
Jupp war zu ſchonen. Auf die Dauer gab es doch kein
Glück hier, und dann durfte der Weg quer über den
Fahr=
damm für den rheiniſchen Jung nicht durch törichte
Beden=
ken geſperrt ſein. Ungefähr las ihm die junge Frau die
Gedanken von der Stirn ab. Schnell änderte ſie ihre
Taktik.
Wära ich eine recht eitle Evastochter, müßte ich
Ihnenſehr böſe ſein, aus Ihren Worten war eine
Be=
leidigung herauszuhören, Herr Boſemb!
Die mir natürlich vollkommen fern gelegen hat,
gnädige Frau!
Solche Mißverſtändniſſe dürfen nicht wieder
vor=
kommen! Deshalb muß ich offen ſprechen, und das
Recht werden Sie mir einräumen, weil mein Mann
Ihr Freund iſt!
Leicht verbeugte er ſich und ſchlug die Hacken
zu=
ſammen; leiſe klirrten die Sporen.
Alſo ehrlich! Ich habe damals ſehr gelitten!
Wahrhaftig! Und daß wir ſo Hals über Kopf
ab=
reiſten, war ja töricht, das ſehe ich jetzt ein! Aber
meine Mutter wünſchte es, und ich war ſo gebrochen,
daß mir alle Kraft zum Widerſtande fehlte. Es hat
Jahre, gedauert, bevor ich drüber weggekommen bin,
Jahre, Herr Boſemb, und — wenn mir mein Mann
nicht begegnet wäre, würde ich heute noch dieſelben
Empfindungen für Sie hegen, wie zu jener Zeit,
fügte ſie leiſe hinzu.
Das iſt gewiß ſehr ſchmeichelhaft für mich! Danken
wir alſo beide Gott, daß alles ſo gekommen iſt!
Sie merkte wohl, daß er ihr kein Wort glaubte,
aber ſie machte ſich keine Gedanken weiter darüber.
Vorläufig hatte ſie ihren Zweck erreicht. Sie konnte
ihrem Manne ſagen, der ſie zu dieſer Ausſprache
ge=
drängt: Der Frieden iſt bergeſtellt, wir ſind beide mit
unſerm Loſe ganz zufrieden, alſo lege nicht mehr die
Stirn in Falten, wenn das Geſpräch auf Fritz Boſemb
kommt!
Ein freundliches Lächeln um die Lippen, erhob
ſie ſich.
Nun darf ich wohl unſern Jupp rufen, er hat ſich
ein wenig aufs Ohr gelegt!
Aber ich will nicht ſtören, gnädige Frau.
Nun, den Tee werden Sie doch mit uns trinken!
Sehr freundlich!
Alſo einen Augenblick, bitte!
Sie rauſchte hinaus, er ſah ihr nach. Armer Jupp,
dachte er, was für eine Frau haſt Du Dir da auf den
Hals geladen, ſie kann ja nicht eine Minute bei der
Wahrheit bleiben, wird Dich einſpinnen in ein
raffi=
niertes Lügengewebe, und das vor Deinen Blicken zur
rechten Zeit zu zerreißen, wird meine harte
Freundes=
pflicht ſein!
Ziemlich lange ließ man ihn allein. Und als
end=
lich das junge Paar eintrat, rief der fröhliche Jupp:
Hübſch, daß Ihr einen ewigen Landfrieden
ge=
ſchloſſen habt, und nun kein Wort mehr davon! Aber
laß Dich umarmen, Fritze. So! — Und nun, kleine
Hausfrau, vergiß zum Tee den Kognak nicht, wir ſind
in Oſtpreußen!
VI.
Für die ſchöne, luſtige Frau Riſſen ſchwärmte das
ganze Städtchen, ſoweit es unverheiratet war und zur
haute voleé gehörte. Auf dem Tennismatz, bei deu
Spazierritten hatte ſie immer eine Schar von
Traban=
ten um ſich. Allgemein wurde ſie „Alergnädiaſte Frau
Jupp!” genannt, und das gab ihr viel Spaß. Faſt
kein Abend verging, an dem die kleine Villa keine
Gäſte ſah. Mitgenommen à la fortune du pot. Jupp
lachte über den Trubel, er hatte es gern, einen
fröh=
lichen Kreis um ſich zu ſehen, und wenn die Sitzung
anfing, allzu dauerhaft zu werden, nahm er ſich kein
Blatt vor den Mund.
Herrſchaften, der königliche Dienſt beginnt beis
zeiten; machen wir Schluß für heute!
Einer der Standhafteſten war Jupps Rittmeiſter=
Der gemütliche Holſten hob gern in Freundeskreiſen
einen ordentlichen Schoppen, riß ſeine Witze, beteuerte,
daß er rieſig froh= ſei, ſeinen Erdenſpaziergang als
Junggeſelle fortzuſetzen, aber im übrigen ſich gern von
ner hübſchen Frau die Leviten leſeu laſſe, doch die
ſeien in dieſer Ecke ziemlich ſeltene Exemplare.
Die Gattin des Etatsmäßigen fand natürlich die
Wirtſchaft im „Hotel Jupp” greulich, begriff den jungen
Ehemann nicht, ſchob die Unterlippe vor und ſagte mit
dem Bruſtton der Ueberzeugung:
Für ein ſolches Leben haben wir altpreußiſchen
Familien, Gott ſei dank, gar kein Verſtändnis! Der
Kommandeur muß doch dafür ſorgen, daß ſich dieſe
hergeſchneiten jungen Leutchen nicht allzu breit machen!
Aber der ſagte gar nichts. Im Gegenteil! Die
Herren fuhren nicht mehr ſo oft ohne Urlaub nach
Königsberg, die Schulden im Kaſino zeigten eine
merk=
liche Abnahme, und der Leutnant Riſſen war ein ſehr
pflichteifriger Offizier, nach dem Manöver wollte er
ihn zu ſeinem Adjutanten machen.
(Fortſetzung folgt)
in allen Preislagen, feinste engl.
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Mnderoägenost, Grtr2
ummer 177.
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Wil=
ſränenſtraße 34) fallen wegen baulicher
Panderungen bis 15. Auguſt d. J. aus.
Durmſtadt, den 28. Juli 1910.
Psherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing. (15123oi
heäßbinder=u. Stukkatenrarbeiten.
Die bei Errichtung der Turnhallen für
beiden Schulhausneubauten auf dem
n: Gaswerksgrundſtück vorkommenden
Eikateur= und Weißbinderarbeiten ſollen
leeben werden.
Liebeitsbeſchreibungen und Bedingungen
m bei dem unterzeichneten Amte,
Grafen=
ſrh e Nr. 30, Zimmer Nr. 9, während der
Eenſtſtunden offen, woſelbſt auch die
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prtsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Montag, den 8. Auguſt 1910,
vormittags 10 Uhr,
Unterzeichneter Stelle einzureichen.
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Licht= und Kraftanlagen.
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ſen Elektrizitätswerks angeſchloſſen
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ſi ſollen, ſowie alle Erweiterungen, Ver=
Kierungen und Reparaturen ſolcher
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gen nur von Elektrotechnikern ausgeführt
ſenden dürfen, die von Großherzoglicher
ſſürgermeiſterei eine ſchriftliche Erlaubnis
ſſerzu erhalten und ſich verpflichtet haben,
i dieſe Einrichtungen unter
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gung und gewiſſenhafter Beachtung der
erfür erlaſſenen beſonderen Vorſchriften
ſzuführen.
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S. Ackermann, Arheilger Struße 82.
W. Gelfius, Fuhrmannſtraße 6.
Georg Keil, Kirchſtraße 17.
Theodor Korfmann, Taunusſtraße 1.
Louis Lange, Hoflieferant, Schulſtr. 6.
Ernſt Lorey, Karlſtraße 56.
Jakob Nohl, Hoflieferant,
Wilhelminen=
ſtraße 10.
Willy Schoeller, Rheinſtraße 9.
Auguſt Wilk, Hoflieferant,
Schuchard=
ſtraße 12.
tidt. Elektrizitätswerksverwaltung Darmſtadt.
Meyer.
Bekanntmachung.
Montag, den 12. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſolll die dem Hofchorſänger Friedrich Edmund
höllnitz dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 594¾/100 295 Bauplatz
Liebfrauen=
ſtraße,
n unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K109/10
Darmſtadt, den 30. Juli 1910.
Crroßherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß,
(D15133,4
älteſter Gerichtsmann.
west Laufe
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 1. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſelll die den Sekretär Wilhelm Pieper
Ehe=
tauten dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 794¼/10 175 Hofreite
Heinrich=
ſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K95/10
Darmſtadt, den 30. Juli 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
I. V.: Ganß, (D15127,3
älteſter Gerichtsmann.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 18. Auguſt I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Bäckermeiſter Karl Jockel
Ehe=
lguten dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
V 6719/100 63 Grab=
Liebig=
garten
V 6717/100 198 Hofreite ſtraße 55,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K44/10
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
emtgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſtreigerung auch dann erfolgen, wenn das
(ingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
errreicht.
Darmſtadt, den 30. Juli 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (D15126,3
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Auguſt 1910.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Doberman. 1 Pinſcher (zugelaufen)
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des Waſſerrohrnetzes in
den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche in der Zeit von 10 Uhr abends
bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung
des Waſſers mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich vorher
mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 1. zu Dienstag, den 2. Auguſt l. Js.,
die Spülbezirke I und II.
werden geſpült:
In dieſe Bezirke fallen alle Straßenzüge ſüdlich der Bismarckſtraße, weſtlich vom
Paradeplatz, nördlich des Teiles der Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigs=Platz und
Wilhelminenſtraße, weſtlich des Teiles der Wilhelminenſtraße, zwiſchen Rheinſtraße
und Heinrichsſtraße, weſtlich vom Wilhelminenplatz, nördlich des Teiles der
Heinrichs=
ſtraße von der Wilhelminenſtraße bis zur Heidelberger=Straße, öſtlich des Teiles, der
Heidelberger=Straße, zwiſchen Heinrichsſtraße und Eſchollbrücker=Straße, nördlich der
Eſchollbrücker=Straße, zwiſchen Heidelberger=Straße und Stadtallee, nördlich der Stadtallee
von der Eſchollbrücker=Straße bis zur Main=Neckar=Bahn und öſtlich der Main=Neckar=
Bahn zwiſchen Stadt=Allee und Bismarckſtraße.
Von den dieſe Spülbezirke umgrenzenden Straßen und Plätzen werden mitgeſpült
die Bismarckſtraße, die oben angegebenen Teilſtrecken der Wilhelminenſtraße und der
Heinrichsſtraße und die Nordſeite der Rheinſtraße, zwiſchen Ernſt=Ludwigsplatz und
Wilhelminenſtraße. Ferner wird noch mitgeſpült die Frankfurter=Straße, zwiſchen
Bis=
marck= und Kahlertſtraße.
2. In der Nacht von Mittwoch, den 3. zu Donnerstag, den 4. Auguſt I. Js.
die Spülbezirke III und IV.
werden geſpült:
In den Spülbezirk III fallen ſämtliche Straßenzüge nördlich der
Bismarck=
ſtraße und weſtlich der Frankfurter=Straße, ſowie die Straßenzüge nördlich der
Holzhof=
allee und weſtlich der Main=Neckar=Bahn.
Von den dieſen Bezirk umſchließenden Straßen werden migeſpült die
Frank=
furter=Straße von der Kahlertſtraße aus in der Richtung nach Arheilgen und die
Holzhofallee.
In den Spülbezirk IV fallen die Straßenzüge öſtlich des Teiles der
Wil=
helminenſtraße, zwiſchen Heinrichs= und Rheinſtraße, ſüdlich des Teiles der
Rhein=
ſtraße, zwiſchen Wilhelminenſtraße und Ernſt=Ludwigs=Platz, ſüdweſtlich vom Ernſt=
Ludwigs=Platz und Marktplatz, ſüdweſtlich und weſtlich der Kirchſtraße, weſtlich des
Teiles der Karlsſtraße, zwiſchen Kirchſtraße und Heinrichsſtraße und nördlich des Teiles
der Heinrichsſtraße, zwiſchen Karls= und Wilhelminenſtraße.
Von den dieſen Spülbezirk eingrenzenden Straßen und Plätzen werden mitgeſpült
die Kirchſtraße, die oben angegebenen Strecken der Karls= und Heinrichsſtraße, ſowie die
Südweſtſeite des Ernſt=Ludwigs= und des Marktplatzes und die Oſtſeite des
Wilhelminen=
platzes, ferner wird mit dieſem Bezirk geſpült die Kapellſtraße.
3. In der Nacht von Samstag, den 6. zu Sonntag, den 7. Auguſt I. Js.
die Spülbezirke VI und VII.
werden geſpült:
Dieſe Bezirke liegen einmal zwiſchen Dieburger= bezw. Alexanderſtraße und
Heinrichsſtraße und erſtrecken ſich ferner vom Parade=, Ernſt=Ludwigs= und Marktplatz,
ſowie der Kirch= und Karlsſtraße bis zum Woog und der Odenwaldbahn; ausgeſchloſſen
iſt die Mathildenhöhe, ſowie die Alexander= und Dieburger=Straße ſelbſt.
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Darmſtadt, den 27. Juli 1910.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 1. Auguſt 1910.
Nummer 177,
Gibt es für Kinder im Wachstum — und auch
für Erwachſene — wohl etwas Beſſeres als
Mondam-Michpudding
mit gedämpften Früchten? Friſches Obſt, gedämpft
oder geſchmort, iſt ſehr zuträglich; der Mondamin=
Pudding gibt Speiſennährwert und macht daraus
eine delikate Mahlzeit.
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Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 30. Juli. (
Börſen=
wochenbericht.) Die Konkurseröffnung über die
Niederdeutſche Bank hat endlich volle Klarheit gebracht.
Das Aktienkapital iſt ganz verloren und die
Gläu=
biger werden ebenfalls empfindlich gekürzt infolge der
Mißwirtſchaft, durch überhohes Kreditgeben und
Be=
teiligung an vielen unrentablen Geſellſchaften. An
den Börſen hat die Bekanntmachung keinen Eindruck
gemacht, da die leitenden Banken größtenteils gedeckt
ſind und das Inſtitut ſelbſt ſeit längerer Zeit nicht
mehr das volle Vertrauen genoß. Sollen doch in
Dort=
mund, dem Hauptſitze der Bank, nur geringe Verluſte
entſtehen. Dank der gebeſſerten Situation in New=
York und dem befriedigenden Kupfermarkt konnten die
Börſen wieder mehr an Lebhaftigkeit gewinnen. Die
Spekulation zeigte ſich rühriger, wodurch eine größere
Feſtigkeit die Oberhand gewann und alle Gebiete mit
Kurserhöhungen ſchließen. Der Geldmarkt bleibt
ebenfalls recht flüſſig und der Status der Reichsbank
ſtellt ſich faſt unverändert gegen das Vorjahr, trotzdem
in den letzten Tagen eine ſtärkere Inanſpruchnahme
erfolgte. Zu den Einzelheiten des Verkehrs
über=
gehend, ſind von den deutſchen Renten nur die 3
prozen=
tigen Gattungen um Bruchteile niedriger. Dagegen
verdient Beachtung für die langſam ſich vollziehende
Hebung der deutſchen Staatsfonds die Nachricht, daß
die Eintragungen in das preußiſche Staatsſchuldbuch
eineberhebliche Vermehrung erfahren haben.
Ausländiſche Staatspapiere blieben vernachläſſigt,
ſelbſt Ruſſen lagen ſtiller. Am Markt für
Transport=
aktien war zeitweiſe ziemlich lebhafter Umſatz” ſo
konnten Baltimore und Ohio, Hamburger Paket,
Norddeutſcher Lloyd und Schantungbahn anſehnlich
avancieren, aber auch Lombarden ſind höher auf die
günſtigeren Wochenausweiſe und die Meldung von der
bevorſtehenden Ernennung des angeſehenen und als
ſehr tüchtig geltenden öſterreichiſchen Sektionschefs
Dr. von Weber zum Generaldirektor der Südbahn.
Der Bankenmarkt ſchließt faſt durchweg mit
Kurs=
beſſerungen gegen den Wochenbeginn, nur Berliner
Handelsgeſellſchaft waren zeitweiſe ſtärker offeriert,
da das Inſtitut ein großes Engagement bei der
zu=
ſammengebrochenen Bank beſitzt.
Am Montangebiet herrſchte eine zuverſichtliche
Stimmung, trotzdem ein Erfolg bei den
Verhandlun=
gen wegen Errichtung von Verbänden in der
Eiſen=
induſtrie noch immer nicht geſichert iſt. Dafür
ſtimu=
flierten die günſtigen Einnahmeziffern bei der
Harpe=
ner Bergbaugeſellſchaft und die Dividenden=
Taxatio=
nen bei Deutſch=Luxemburgern, welche über 10
Pro=
zent hinausgehen. Auch bezüglich Bochumer, deren
Bilanzſitzung heute ſtattfindet, hört man von einem
12prozentigen Ergebnis. Der Kohlenmarkt war
ziem=
flich günſtig disponiert auf beſſere Nachrichten aus
Cardiff und einer von der Eſſener Montan=Börſe
be=
richteten wachſenden Nachfrage nach Hausbrandkohlen.
Am Kaſſainduſtriegebiet erfreuten ſich
Elektrizi=
tätsaktien regſter Kaufluſt zu ſteigenden Kurſen;
ins=
beſondere waren Allgemeine Elektrizitätsgeſellſchaft
und Siemens, ſowie Schuckert viel beachtet,
anſchei=
nend auf vergrößerte Tätigkeit in dieſer Induſtrie.
Dekdtierch
aller Damen-
und
Herren-Stoffe
Hingegen lagen Kunſtſeide recht ſchwach und ſtark
ſchwankend (bis 131½); ebenſo waren Neue
Photo=
graphiſche Geſellſchaft gedrückt (66). Von
Kolonial=
werten notieren Otavi 145 und South=Weſt=
Afri=
kan 184. Privatdiskont 3½ Prozent (in Berlin 3
Prozent).
Von Loſen notieren: Augsburger 386,
Braun=
ſchweiger 206,75, Meininger 371, Finnländer 190,
Pap=
penheimer 65, Freiburger 55, Türkiſche 182, Genuaer
220, Ungariſche 383,50, Mailänder 45=Fr.=Loſe 133,
Ve=
nediger 42,50, Mailänder 10=Fr.=Loſe 30 in
Reichs=
mark; Gothaer Prämie I 140B, Gothaer Prämie II
115,70, Donau=Regulierung 149, Madrider 77,30 in
Prozent; ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1818
un=
kündb.) 102, 3½proz. Reichs 93, 3proz. Reichs 84,10,
4proz. Heſſen von 1899 101P 4proz. Heſſen von 1906
100,60, 4proz. Heſſen von 1908/1909 101,30, 3½proz.
Heſſen 91,50, 3proz. Heſſen 80,70, 4proz. Darmſtädter
100,306, 3½proz. Darmſtädter 91,506, 4proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—20) 101,606, 3½proz. Heſſ.
Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11) 92,406, 4proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12) 101,406, 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3) 92,806, 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 92,406, Darmſtädter Bank
130,70, Südd. Eiſ.=Geſ. 120,606, Baltimore und Ohio
108½, 4½proz. Ruſſen 100,20, 4proz. 1902er Ruſſen
91,70, 4proz. 1880er Ruſſen 92,50, 3/oproz. Ruſſen 90G,
3½proz. Ruſſen 88,25, 3proz. Ruſſen 81½G, 4½pros.
Japaner 97,75, 4proz. Japaner 93,106.
Vermiſchtes.
ck. Der Schwimmgürtel der Zukunft. Eine
bedeut=
ſame Entdeckung, die gerade in dieſen Tagen, in denen
eine Reihe von Menſchenleben den Fluten beim Baden
und Segeln zum Opfer gefallen ſind, beſonderes
In=
tereſſe beanſprucht, iſt in London der Gegenſtand
prak=
tiſcher Verſuche geweſen, die zu verblüffenden Erfolgen
geführt haben. Die Spaziergänger, die in der Nähe
von Laleham am Themſeufer dahinſchlenderten, wurden
Zeugen eines aufregenden Schauſpiels. Von einem
der am Ufer liegenden Hausboote ſtieß ein mit zwei
Herren bemanntes kleines Boot ab und ruderte in die
Mitte des Stromes. Plötzlich ſah man, wie einer der
beiden Ruderer im Boote aufſtand. Dieſer Anblick, der
ſo oft den tragiſchen Bootsunfällen auf Flüſſen und
Seen voraufgeht, beunruhigte das Publikum, alles
ſtarrte geſpannt auf den Fluß. Im nächſten Augenblick
ſah man, wie das Boot zu ſchaukeln begann, und
wenige Sekunden ſpäter kenterte das kleine Fahrzeug
und die Inſaſſen ſtürzten in die Fluten. Am Ufer
ent=
ſtand eine ungeheuere Erregung. Niemand ahnte, daß
es ſich hier nur um einen Verſuch mit einem neuen
Rettungsmittel handelte, und niemand ſah auch, daß
bei dem Umſchlagen des Bootes zwei kleine Kiſſen mit
ins Waſſer fielen, die vorher auf den Ruderbänken
ge=
legen hatten. Erſt als die beiden „Verunglückten” mit
aller Kraft auf die Kiſſen zuſchwammen, wurde man
aufmerkſam. Was ſollten einfache Ruderkiſſen nützen?
Aber mit Verwunderung ſah man, wie die beiden
Schwimmer im Augenblick, in dem ſie die kleinen Kiſſen
erreichten, vollkommen in Sicherheit waren. Das
Ge=
wicht der Menſchenkörper ſchien auf ſie gar keinen
Ein=
fluß zu haben. Ihre Schwimmkraft war ſo groß, daß
ſie die Männer, die die Kiſſen gegen die Bruſt gedrückt
hatten, über Waſſer hielten. Erſt ſpäter erfuhr man,
was dies aufregende Schauſpiel eigentlich zu bedeuten
habe. Es waren die erſten Verſuche, die mit dem
Schwimmgürtel der Zukunft veranſtaltet wurden.
Durch Zufall war man darauf aufmerkſam geworden,
daß eine beſondere Art oſtindiſcher Baumwolle, die den
Fachleuten als Kapok bekannt iſt, im Waſſer eine
verblüffende Schwimmkraft entwickelt. Die leichte
Faſer, die in der Farbe noch bleicher als Flachs und
leichter als Schwandaunen iſt, wächſt nur in tropiſchen
Ländern, insbeſondere auf Java. Experimente
zeig=
ten, daß dieſe Faſern im Waſſer im Stande ſind, das
Mehrfache ihres eigenen Gewichtes zu tragen. Eine
halbe Unze Kapok kann einen ein Pfund ſchweren
Gegenſtand über Waſſer halten. Ein mittelgroßer
Mann wiegt im Waſſer gegen 15 Pfund; um nicht zu
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ertrinken, genügt ein Pfund und etwa 10 Unzen
ſer eigenartigen Baumwolle. Die kleinen Ruderkiſſe
die mit Kapokfaſern gefüllt waren, reichten
vollkomm=
aus, um die beiden Männer über Waſſer zu halten
iſt anzunehmen, daß mit dieſer Entdeckung die bisha
üblichen Schwimmgürtel aus Kork, die wegen ihre
Größe hinderlich ſind und im Augenblick der Geſas
meiſtens fehlen, durch Kapok verdrängt werden.
Reihe engliſcher Schiffsgeſellſchaften haben das nei
Rettungsmittel bereits eingeführt. Es beſteht die
ſicht, die Bootsverleihanſtalten anzuhalten, jedes Bog
mit einem Kapokkiſſen zu verſehen, um ſo die zah
reichen Unfälle, die ſich beſonders im Sommer u
Sonntags ereignen, gefahrlos zu machen. Sogar
mit Kapok gefütterte Weſte, die dadurch kaum ſchweret
wird wie eine gewöhnliche Weſte, reicht aus, um
Träger ſicher vor der Gefahr des Ertrinkens zuh
wahren.
C. K. Ruſſiſche Kulturſtatiſtik. Im Auftrag un
unter der Aufſicht des ruſſiſchen Miniſteriumsde
Innern findet gegenwärtig in Petersburg eine Büchen
ausſtellung ſtatt, die einen intereſſanten Ueberblick übes
das Bücher= und Zeitungsweſen Rußlands gibt um
zugleich zeigt, wie in den breiteren Volksſchichten geiſtig
Intereſſen ſich entwickeln und ſtetig wachſen. Im ver
gangenen Jahre ſind von ruſſiſchen Verlegern 2783 Werh
mehr als im Jahre 1908 veröffentlicht worden; iſg
geſamt wurden 26638 Werke ausgegeben in einer Auf
lage von zuſammen 101 466 908 Exemplaren, der Verkauſ
hat nahezu 30 Millionen Rubel eingetragen. Unter den
Werken, die in ruſſiſcher Sprache erſchienen, nehmem
die billigen Volksausgaben durchaus die erſte Stelle ein
Das ſind Bücher, die ſich vor allem an die breite Maſſes
der Landbevölkerung wenden, an die Bauern, die tre
an den alten Traditionen hängen, und in erſter Linigs
alte ſlawiſche Märchen und Legenden, alte Volkslied
und Volksdichtungen leſen, in denen ſich das ruſſiſche
Leben und die Geſchichte des Zarenreiches ſpiegeln. In
den größeren Städten dagegen werden die Ueberſetzungen
aus fremden Literaturen bevorzugt, hauptſächlich
Aben=
teuer= und Detektivromane vom Genre der Sherlock
Holmes=Erzählungen. Unter den Volksſchriften ſtehen
die Werke religiöſen Inhalts oder religiöſer Tendenz an
zweiter Stelle; es wurden 1150 Bücher und Broſchüren
dieſer Richtung ausgegeben. Sieübertreffen aber bei weitem
die Verbreitung der ruſſiſchen Romane und der
ein=
heimiſchen Theaterſtücke, denn die Zahl der erſchienenen
ruſſiſchen Romane betrug 931 Werke und die
Theater=
literatur 487 Bücher. Nationale Gedenktage wie das
Gogol=Jubiläum und der Jahrestag der Schlacht von
Pultawa gaben Anlaß zu zahlreichen Publikationen,
Auch das Zeitungs= und Zeitſchriftenweſen läßt ein
kraftvoll aufwärts ſteigende Entwicklung beobachten,
Insgeſamt erſcheinen in Rußland heute 2173 Zeit
ſchriften; 1643 davon werden in ruſſiſcher Sprache
redi=
giert, 218 in polniſcher und 69 in deutſcher Sprache.
Die franzöſiſche Preſſe in Rußland hal
Schritt um Schritt an Boden verloren. Es erſcheinen
nur noch 4 Zeitſchriften und eine Zeitung, das Journal
de St. Petersbourg, in franzöſiſcher Sprache; und ſelbſt
dieſe Tageszeitung hat nur 250 Abonnenten. Dem
Rückgang der franzöſiſchen Zeitſchriftenliteratur ſteht der
Aufſchwung der deutſchen Preſſe in Rußland
gegenüber; nicht nur in den polniſchen Gegenden beſitzen
die deutſchen Gemeinden beſondere Preßorgane, auch in
allen größeren Städten, in Petersburg, Moskau, Odeſſca,
Tiflis uſw. erſcheinen deutſche Blätter, von den baltiſchen
Provinzen ganz abgeſehen. Unter den ruſſiſchen Zeitungen
hat das Kopekenblatt, die „Kopélka”, mit einer Aufſgge
von 160000 Exemplaren, die größte Verbreitung. hr
folgen die Börſenzeitung” mit 142 600, die Moskaus
„Rußkoie Slowo” mit 131030. Das bedeutendſte jüdiſche
Blatt „Unſer Leben” erſcheint in einer Auflage von=
53000 Exemplaren. Der „Warſchauer Kurier” verzeichnet
33000, die „Nowoje Wremja” 66 500, der „Retſch” das
Organ der Oppoſitionspartei, 38000 und die „Rußkoie
Znamya” 4900 Exemplare. Der Dorfbote, der als
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zielles Organ ausgegeben wird, erſcheint mit einer
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[ ← ][ ]Seite 16.
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