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173. Jahrgang
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
V 172.
Dienstag, den 26. Juli.
1910.
e
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Zur Lage in Spanien.
*⁎* Der Mordanſchlag gegen den früheren
Miniſter=
rüſidenten Maura iſt ein neuer Beweis für den Geiſt der
rflehnung wider die beſtehende geſellſchaftliche und
ſtaat=
iese Ordnung, der in Spanien herrſcht. Man muß ſich
ſſpandern, daß in dieſem Lande, wo die Bombenwerferei
ton ein beliebter Sport geworden zu ſein ſcheint, der
lüttentäter zum veralteten Revolver gegriffen hat, in deſſen
brauch er überdies nicht ſicher geweſen iſt — zum
Brücke Mauras, der wohl weiß, daß ſich ihn die Anarchiſten
ils Opfer auserſehen haben, weshalb ja auch die Polizei
Uhei ſeiner Ankunft in Barcelona beſondere
Vorſichtsmaß=
legeln getroffen hatte. Es war ſehr waghalſig von Maura,
ſrrade Barcelona zu paſſieren, wo ihm ſeine erbittertſten
segner, die Ferrer=Freunde, Rache geſchworen hatten und
Ao ohnehin ein Menſchenleben nicht viel gilt. An keinem
llrte der Welt ſind mehr Attentate verübt worden als in
der Hauptſtadt Kataloniens, nirgends hat ſich die
Propa=
gunda der Tat häufiger bemerkbar gemacht, als in dieſer
ſſaaniſchen Metropole am Mittelmeer, wo die Anarchiſten
fürr ihr lichtſcheues Treiben in dem alteingewurzelten Haß
aigen die kaſtiliſche Herrſchaft einen ſo günſtigen
Nähr=
boden finden. Und alle noch ſo ſtrengen Ueberwachungs=
Vorkehrungen werden es nicht verhindern können, daß der
Amarchismus von Barcelona aus ſein Weſen auch im
In=
nern des Landes, insbeſondere in Madrid, treibt und ſeine
Apfer fordert.
Es ſind gar viele Feinde, die im Kampfe gegen das
herrſchende Regime in Spanien ſtehen. Die Anarchiſten
nollen, wie überall, ſo auch in Spanien, mit brutaler
Ge=
walt den Umſturz aller menſchlichen Weltordnung
herbei=
führen, und blutige Spuren kennzeichnen ihren Weg.
Ziel=
bewußt ſind auch die Republikaner, die natürlich feige
An=
ſchläge aus dem Hinterhalt ſcheuen, frei und offen ihre
Ziele verfolgen, ſich an der Geſetzgebung des Landes
be=
teiligen und über einen fortgeſetzt wachſenden Anhang
verfügen. Daß hierin eine ernſte Gefahr für die Monarchie
legt, darüber kann man ſich in den leitenden Madrider
Kreiſen unmöglich im Zweifel befinden, aber es gibt kein
Mittel, der Ausbreitung der republikaniſchen Ideen
wirk=
ſam Einhalt zu tun. Und es muß eingeſtanden werden,
ſdaß dieſen Ideen gerade der intelligente Teil des Volkes
huldigt, der ſich der Schmach der klerikalen Herrſchaft
be=
wußt iſt, der den kulturellen und wirtſchaftlichen Tiefſtand,
kauf dem ſich Spanien befindet, bitter empfindet und deſſen
Beſtrebungen dahin gehen, das Land auf die Bahnen des
Fortſchritts zu lenken. In dieſer Beziehung hat von den
beiden abwechſelnd die Zügel der Regierung führenden
königstreuen Parteien, die konſervative und die liberale,
noch nichts Nennenswertes geleiſtet, alle Miniſterien haben
ſich darauf beſchränkt, in alter Weiſe fortzuwurſteln, und
ſelbſt der furchtbare Schlag, den Spanien mit dem Verluſt
ſeines Kolonialbeſitzes erlitt, iſt dem Lande zu einer
heil=
ſamen Lehre nicht geworden. Den geiſtigen Fortſchritt
des Volkes zu hemmen, liegt im Intereſſe des Klerus, und
deſſen überwältigenden Einfluß zu brechen, wäre deshalb
die Pflicht jeder Regierung geweſen. Aber erſt dem jetzt
am Ruder befindlichen Kabinett Canalejas blieb es
vor=
behalten, die einleitenden Schritte zur Befreiung des
Lan=
des von jenem unheilvollen Einfluſſe zu tun. Ob dieſe
freilich zu einem erſprießlichen Ziele führen, ſteht noch
keineswegs feſt, immer von neuem macht ſich der paſſive
Widerſtand maßgebender Kreiſe geltend.
Früher beſtand in Spanien noch die karliſtiſche
Ge=
fahr, von der jedoch heute nicht mehr die Rede ſein kann,
aber darum erſcheint die innere Lage des Landes nicht
weniger bedrohlich, und nur mit ernſter Sorge kann man
deſſen Zukunft entgegenſehen.
Die elſaß=lothringiſche Frage.
B. Da die Straßburger Poſt bekanntlich gute
Beziehun=
gen zu den Straßburger Regierungskreiſen unterhält,
wird man annehmen müſſen, daß ihre Angaben über den
Verfaſſungs= und Wahlrechts=Entwurf für das Reichsland,
die jetzt durch die Preſſe gehen, im allgemeinen den
Tat=
ſachen entſprechen, ohne deshalb in allen Punkten genau
zu ſein.
Was den Inhalt dieſer Pläne und den Geiſt, den ſie
atmen, betrifft, ſo bemerkt die Voſſ. Ztg. ſehr richtig, man
könnte faſt meinen, daß dieſes Werk noch ein Produkt der
liberalen Bülowſchen Block=Aera ſei. Doch gibt
das Blatt ſelbſt gerechterweiſe zu, daß dieſe naheliegende
Vermutung falſch ſei, und daß dieſer ſehr liberal
anmu=
tende Entwurf der Initiative des angeblich hoffnungslos
dem ſchwarz=blauen Block verſchriebenen Herrn v.
Beth=
mann Hollweg entſprungen iſt.
Man wird in dieſem Umſtand zweifellos einen neuen
Beweis dafür erkennen, daß Herr v. Bethmann
Holl=
weg nicht der verknöcherte Reaktionär iſt, als den ihn
beſonders die liberale Preſſe zu zeichnen liebt, weil ſie aus
parteitaktiſchen Gründen eines derartigen Popanzes für
ihre Leſer nicht glaubt entbehren zu dürfen. Andererſeits
aber ſollte dieſelbe Preſſe ſich beſcheiden und den Kanzler
bei der Durchführung einer Politik, die auf die Zuziehung
des Liberalismus gerichtet iſt, unterſtützen, ſtatt wie es
die Voſſ. Ztg. in einem Artikel „Zwei Seelen” tut, aus
dieſen liberalen Anwandlungen des Kanzlers zu folgern,
daß er nun notwendig auch wenigſtens dasſelbe
Wahl=
recht für Preußen einführen müſſe — als ob das in ſeiner
Macht ſtünde und nicht von ganz anderen Faktoren
ab=
hängig wäre, unter denen die Zerriſſenheit und die
Be=
gehrlichkeit des Linksliberalismus einer der traurigſten iſt.
Die Voſſ. Ztg. fällt damit in den Fehler des
Linkslibera=
lismus zurzeit der Block=Aera zurück, der ja bekanntlich
auch aus dem Umſtande, daß Fürſt Bülow als
Reichskanz=
ler gleichzeitig preußiſcher Miniſterpräſident ſei, die
Not=
wendigkeit der Uebertragung des Reichstagswahlrechtes
auf Preußen folgerte und mit dieſer Utopie den
Block=
gedanken ſo matt gehetzt hat, daß es für die Konfervativen
nachher ein verhältnismäßig leichtes Stück Arbeit war,
ihm den Gnadenſtoß zu geben.
Uebrigens hat Herr von Bethmann Hollweg zu der
Frage bereits ſelbſt Stellung genommen in ſeiner großen
Rede, mit der er im preußiſchen Abgeordnetenhauſe die
Wahlrechtsvorlage eingebracht hat. In dem hier in
Be=
tracht kommenden Teile war ſie durchaus geſtimmt auf
den Ton, „Eines ſchickt ſich nicht für alle” und bemühte
ſich nachzuweiſen, daß Preußen aus ſeiner ganzen
geſchicht=
lichen Entwickelung heraus und aus ſeiner Bedeutung für
das Deutſche Reich auch ein anderes Wahlrecht haben
müſſe als das Deutſche Reich und manche andere
Bundes=
ſtaaten, in denen die ſoziale Gliederung und Schichtung
eine andere iſt. Dieſelben Gründe laſſen ſich mutatis
mutandis aber auch auf den Verfaſſungs= und
Wahl=
rechts=Entwurf für die Reichslande anwenden, bei dem
Herr von Bethmann Hollweg ebenfalls auf die beſonderen
Umſtände des Reichslandes beſonders in der
Wahlrechts=
frage Rückſicht genommen hat und ſich deshalb zu einer
liberaleren Ausgeſtaltung des Wahlrechts entſchloſſen hat,
als er ſie für Preußen für möglich erachtete. Gewiß läßt
ſich an dem Entwurfe im einzelnen viel Kritik üben, und
bei der kritiſchen Veranlagung der Deutſchen wird es ja
daran auch nicht fehlen. Doch ſollte ſich gerade der
aus=
geſprochene Liberalismus davor hüten, dem Kanzler bei
einer derartigen liberalen Politik einerſeits Knüppel
zwi=
ſchen die Beine zu werfen, an denen es von anderer Seite
nicht fehlen wird, und ihm die Vertretung und
Fort=
ſetzung einer liberalen Politik dadurch zu erſchweren, daß
man mit dem geſinnungstüchtigen Wort „Alles oder
gar=
nichts” unerfüllbare Forderungen an ihn ſtellt.
Frucht=
bringend kann die Kritik vielmehr nur dann ſein, wenn
ſie ſachlich bleibt und derartige Parallelen vermeidet. Auch
dann noch wird ſie bei dem Verfaſſungs= und Wahlrechts=
Entwurf des Reichslandes ein genügendes Feld der
Be=
tätigung finden, und zwar ſowohl was den Wahlrechts=
Entwurf, wie auch was den Verfaſſungs=Entwurf
anbe=
trifft, der entſchieden bezüglich der Beſtimmung, daß Elſaß=
Lothringen im Bundesrat nur eine beratende Stimme
ha=
ben ſoll, der Verbeſſerung bedürftig und fähig iſt. Auch
bei den Beſtimmungen über die Zweite Kammer wird
man ſich zu fragen haben, ob bezüglich der Wahl
genü=
gende Kautelen gegen ein Ueberfluten durch die
Sozial=
demokratie in dem Entwurfe enthalten ſind.
Bei allen derartigen kritiſchen Erwägungen iſt jedoch
zu berückſichtigen, daß es ſich bei dieſen Mitteilungen um
eine vorzeitige Veröffentlichung eines noch im Werden
begriffenen Geſetzentwurfes handelt, aus dem ſich höchſtens
die Grundtendenz des kommenden Geſetzes erkennen läßt,
das aber ſicherlich in den Inſtanzen, die es noch zu
durch=
laufen hat, noch ſo viele Veränderungen erfahren wird,
daß es zurzeit ſich nicht empfiehlt, in eine Kritik über die
Einzelheiten einzutreten.
Die Strafrechtsreform.
Neben der Kommiſſion für die
Reichsverſiche=
rungsordnung hatte nach dem Reichstagsſchluß auch die
Strafrechts=Kommiſſion ihre Beratungen fortgeſetzt. Die
Materie, die man zu bewältigen hat, iſt eine ſehr wichtige,
und man möchte die Vorlage baldmöglichſt unter Dach und
Fach bringen, zumal durch ſie einige weſentliche
Erleich=
terungen geſchaffen werden und man zum Teil dem
moder=
nen Empfinden in höherem Maße entgegenkommen will.
Bei allem handelt es ſich aber noch immer nicht um die
große Strafrechts=Reform, die wegen der vorausſichtlich
grundlegenden Aenderungen der ſorgfältigſten Vorarbeit
bedarf. Im Reichsjuſtizamt wird an dem großen und
ſchwierigen Werke eifrigſt gearbeitet, und, wie verlautet,
ſoll man bereits recht weit vorwärts gekommen ſein.
Frei=
lich kann man einen derartigen Stoff mit ſeinen
weittra=
genden Folgen nicht überſtürzen, und es iſt daher ſchon
viel, wenn man erwarten darf, die Vorarbeiten mit
Ab=
ſchluß des Jahres 1911 beenden zu können, um dann in
einem Zeitraume von ungefähr anderthalb Jahren einen
neuen Entwurf für ein Strafgeſetzbuch fertig zu ſtellen.
Wie es heißt, ſoll dieſe Vorlage dem Reichstage im
Herbſt des Jahres 1913 zugehen, wo man wohl auch eine
ganze Reihe von Monaten notwendig haben wird, um
die Vorlage zu verabſchieden, ſodaß mindeſtens das Jahr
1915 herankommen dürfte, alſo noch eine fünfjährige Friſt,
bevor das neue Strafgeſetzbuch in Kraft getreten ſein wird.
Ein Vorentwurf, der gleichfalls eine mühſelige Arbeit
dar=
ſtellt, iſt bereits im vorigen Herbſt veröffentlicht worden,
um ihn der allgemeinen Kritik zu unterbreiten. Auf dieſer
Baſis wird jetzt im Reichsjuſtizamt unter der eigenen
Leitung des Staatsſekretärs Dr. Lisco rüſtig weiter
gear=
beitet, um die Normen für die neue Rechtſprechung auf dem
Gebiete der Strafrechtspflege feſtzuſtellen. Die Arbeiten
erſtrecken ſich jedoch nicht allein auf das eigentliche
Straf=
recht, ſondern auch der Strafvollzug, der ja mit dem
Straf=
prozeß eigentlich in innigem Zuſammenhange ſteht, ſoll
geſetzlich geregelt werden. Sowohl die Reform des
Straf=
rechts wie des Strafvollzuges ſoll von liberalen
Grund=
ſätzen ausgehen, und die auf beiden Seiten vorhandenen
Härten ſollen nach Möglichkeit Milderung erfahren. Vor
allen Dingen handelt es ſich um eine Neuordnung des
Strafrechts für Jugendliche, für die, wie es heißt, in faſt
allen Fällen die Gefängnisſtrafe beſeitigt wird. Man will
den Jugendgerichtshöfen, die ſich bisher durchaus bewährt
haben, weitere Geltung geben und ihre Befugniſſe weiter
ausgeſtalten. So ſehr auf der einen Seite Milderung
eintreten ſoll, indem namentlich die wiſſenſchaftlichen
For=
ſchungen auf dem Gebiete der Krankheitserſcheinungen
und der Vererbungs=Theorie große Berückſichtigung
fin=
den, will man auf der anderen Seite gegen die
Roheits=
delikte ſchärfer vorgehen, da dieſe immer mehr zunehmen=
und man glaubt, durch härtere Beſtrafung abſchreckend zu
wirken. Hiergegen wird man ſchwerlich etwas
einzuwen=
den haben, wie denn überhaupt die Reform nach allem,
was man hört, allenthalben ſympathiſch berühren wird.
Vor allem ſoll auch der Grundſatz aufgeſtellt werden,
daß nicht lediglich nach dem Buchſtaben des Geſetzes
ver=
fahren werden ſoll, indem namentlich die geſetzlich zuläſſige
Strafe für Vergehen, wo beſondere Milderungsgründe
vorliegen, überhaupt nicht zur Anwendung gebracht
wer=
den ſoll, falls der Richter das Gefühl hat, daß die Strafe
zu hart erſcheine, und im Leben ereignen ſich derartige
Dinge zu oft. In dieſem Falle bleibt nichts anderes
übrig, als ein ſog. Gnadengeſuch einzureichen, das oft auch
vom Gerichtshof befürwortet wird, weil er nach dem
Buch=
ſtaben des Geſetzes zu einer Verurteilung gelangen mußte.
Künftig wird hierin dem Ermeſſen des Richters ein
freierer Spielraum gelaſſen werden, und er kann alſo auf
Verweis oder bedingte Verurteilung erkennen. Eine
der=
artig humane Geſetzgebung kann nur allgemeine Billigung
finden.
Deutſches Reich.
— Ein Berliner Blatt teilt mit, daß die
vorneh=
men Frauen Petersburgs an einem eigenartigen
Geſchenk für Kaiſer Wilhelm arbeiten. Sie
wollen ihm nämlich ein koſtbares Seidenhemd mit
Goldſtickerei ſchenken, das eine getreue Kopie des Hemdes
ſein ſoll, das vor Jahrunderten dem berühmten
Koſaken=
hauptmann Paloputok von den Koſaken überreicht wurde.
Das Blatt legt dieſe Gabe dahin aus, daß ſie eine
Beloh=
nung darſtellen ſolle für die Haltung des Kaiſers während
des ruſſiſchen Revolution,
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Juli 1910.
Nummer 172,
Zu den Schmähungen ſozialdemokratiſcher
Blätter am hundertſten Todestag der Königin Luiſe
ſchreibt die Norddeutſche Allgemeine Zeitung:
Der hundertjährige Todestag der Königin Luiſe von
Preußen, dem in allen patriotiſchen Blättern
ſtimmungs=
volle Gedenkartikel gewidmet wurden, gab auch vielfach
den Anlaß zu Mahnungen mit Bezug auf gewiſſe
Erſchei=
nungen der Gegenwart. In der Preſſe der
Sozialdemo=
kratie zeigte ſich dagegen das traurige Beſtreben, das Bild
der hohen Frau zu verunglimpfen und zu beſchmutzen.
Kann man nun auch von dem waſchechten Genoſſen” nicht
verlangen, daß er in ſeiner mit niederen Inſtinkten
ange=
füllten Agitatorenſeele das rechte Verſtändnis für eine ſo
edle Herrſcherin wie die Gemahlin König Friedrich
Wil=
helms III. aufbringe, ſo wäre doch eine einigermaßen
ge=
rechte Behandlung der erlauchten Frau zu verlangen
gewe=
ſen, zumal die Königin Luiſe ſtets den regſten Sinn für
die Beſſerung des Loſes der Armen und Unterdrückten
zeigte und gerade über Vorurteile mit Bezug auf
Standes=
unterſchiede wahrhaft königlich erhaben war. Aber was
kommt es der Sozialdemokratie auf die Wahrheit an, wenn
es lediglich gilt, den Pöbelinſtinkten der irregeleiteten
Maſ=
ſen gröblich zu ſchmeicheln!
Zu der Oſtmarkenfahrt der Miniſter
Frhrn. von Schorlemer und Dr. Lentze wird
der Magdeburgiſchen Zeitung aus Berlin geſchrieben:
Die Reiſe galt nur der eigenen Belehrung, nicht etwa
einem beſonderen politiſchen Zweck, wie hier und da
ver=
mutet wurde, namentlich nicht etwa dem Plane, mit der
Enteignung vorzugehen. Wenn mit der Enteignung
pol=
niſchen Beſitzes Ernſt gemacht werden ſollte, wüßte man
ſchon wo anzufangen wäre, und es bedürfte dazu keiner
Bereiſung aber, wie es ſcheint, wird das Enteignungsgeſetz
überhaupt nicht zur Ausführung gelangen, wenigſtens nicht
unter der Reichskanzlerſchaft Bethmanns, und zwar aus
Gründen der auswärtigen Politik. Es iſt richtig, daß
Graf Aehrenthal ſich niemals in die innere deutſche und
preußiſche Politik eingemiſcht hat, wie ihm fälſchlich
wie=
derholt unterſtellt wurde, man verhehlt ſich bei uns auch
ohne Einwirkung von außen nicht, daß die Ausführung
des Enteignungsgeſetzes in der ſlawiſchen Bevölkerung
Oeſterreichs den größten Unwillen hervorrufen und dem
Beſtande des deutſch=öſterreichiſchen Bündniſſes nicht
för=
derlich ſein würde.
Ausland.
— Zur Erneuerung der einen Hälfte der Mandate
fan=
den die Wahlen zum franzöſiſchen Generalrat ſtatt, von
denen bis 3 Uhr morgens bekannt waren: Gewählt: 153
Konſervative und Liberale, 121 Progreſſiſten, Republikaner
der Linken, Radikale, Sozialiſtiſch=Radikale und
ſoziali=
ſtiſche Republikaner, zuſammen 645, und unifizierte
Sozia=
liſten 45; es ſind 63 Stichwahlen nötig. Unter den
Wieder=
gewählten befinden ſind Pichon, Doumer, Jonnart, Sarrien,
Dujardin=Beaumetz, Poincaré, Combes und Berteaux.
Am Montag 7 Uhr früh waren folgende Reſultate der
Generalrats=Wahlen bekannt. Gewählt ſind:
173 Konſervative, 150 Progreſſiſten, 811 Republikaner der
Linken (Radikale, Sozialiſtiſch=Radikale und ſchialiſtiſche
Republikaner), und 46 geeignete Sozialiſten. Stichwahlen
ſind 112 erforderlich. Bisher verlieren die Konſervativen
10 und die Progreſſiſten 23 Sitze, während die Radikalen
15, die geeinigten Sozialiſten 18 gewinnen.
Aus Algier wird gemeldet: Bei den Munizipal=
Wahlen ſiegte ſeit ſieben Jahren wieder zum erſten
Male die antiſemitiſche Partei mit bedeutender Mehrheit
über die gemeinſame Liſte der Gemäßigten und
Progreſſi=
ſten.
— Vor einigen Monaten wurde im Auftrage des
engliſchen Generalſtabes eine Ueberſetzung der deutſchen
Felddienſt=Ordnung ins Engliſche angefertigt und
den Truppenteilen überwieſen. Jetzt ſind nun an
maß=
gebender Stelle die Berichte eingegangen, die von den
Offi=
zieren in England über die Erfahrung abgeſtattet
wur=
den, die ſie mit den im engliſchen Heer angewändten
Be=
ſtimmungen der deutſchen Felddienſt=Ordnung gemacht
ha=
ben. Aus den Berichten geht hervor, daß auch nach
eng=
liſcher Anſicht die Vorſchriften der deutſchen
Felddienſt=Ordnung aufs beſte geeignet
ſind, nicht nur militäriſche Zucht zu pflegen, ſondern auch
den Soldaten zur Selbſtändigkeit im Handeln
und Denken zu erziehen. Bisher galt allgemein
die Auffaſſung, daß im deutſchen Heer der blinde
Gehor=
ſam allein maßgebend ſei, und daß es den Soldaten
ge=
radezu verboten ſei, ſelbſtändig ſelbſt in ſchwierigſten
Kriegslagen zu denken und zu handeln. Jedermann weiß
aber, daß nicht für Offiziere, ſondern auch für den
einfach=
ſten Soldaten das höchſte Ruhmesblatt darin beſteht, im
entſcheidenden Augenblick kurz zu überlegen und ſchnell zu
handeln. Dieſer Grundſatz hat ſchon in den Jahren 64, 66
und 70 Geltung gehabt und den deutſchen Waffen mit zum
Siege verholfen. Dieſer Geiſt, der nun auch dem deutſchen
Heere von der engliſchen Armeeleitung zuerkannt wird,
wird den engliſchen Soldaten als muſtergültig vor Augen
geführt. Es wird mit Recht darauf hingewieſen, daß es
weniger in der Schlacht darauf ankomme, keinerlei Fehler
zu machen, als mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele
entſchloſſen und mutig irgend etwas zu wollen. Auch den
Ofſizieren werden die Vorſchriften der „Deutſchen
Feld=
dienſt=Ordnung” als nachahmenswert hingeſtellt, da das
Verhalten der Soldaten ſich faſt ausſchließlich nach dem
Verhalten der Offiziere im Kampf richtet.
— Die Agence Telegraphique Bulgare meldet: Eine
in Sofia eingetroffene Gruppe mazedoniſcher Flüchtlinge
wurde zur Vorſicht in das Innere des Landes dirigiert,
wo ſie bald Arbeit finden können. Der Miniſter des
In=
nern erbat die Mitwirkung der mazedoniſchen Behörden,
um die Ueberwachung der Grenze zu verſtärken und jeden
Uebertritt verdächtiger Inſurgenten hintanzuhalten. Die
bulgariſche Regierung beauftragte ihren Geſandten in
Kon=
ſtantinopel, in freundſchaftlicher Weiſe die Aufmerkſamkeit
der Pforte auf die Gefahr zu lenken, die durch das
Vor=
gehen bei der Entwaffnung geſchaffen werde. Der
tür=
kiſchen Regierung ſtehe es frei, alle Maßnahmen im
In=
tereſſe des Landes zu treffen, doch ſollte ihre Anwendung
nicht von Gewalttätigkeiten gefolgt ſein, durch die die
Be=
völkerung in die Berge oder über die Grenze getrieben
und in Bulgarien große Aufregung hervorgerufen werde,
die gefährlich ſei für die Aufrechterhaltung guter
Beziehun=
gen zwiſchen der Türkei und Bulgarien, für die Bulgarien
ſo viele Beweiſe gegeben habe.
— Entgegen auswärts verbreiteten Nachrichten, daß
nach der Mongolei ruſſiſche Truppen entſandt
worden ſeien, wird von amtlicher Seite mitgeteilt, daß
nur eine Bedeckung von zwanzig Mann für den ruſſiſchen
Konſul nach Uljaſſutai entſandt worden iſt. Außerdem
findet an der ruſſiſch=mongoliſchen Grenze eine
Nachprü=
fung der Grenzzeichen durch ruſſiſche und chineſiſche
Aus=
ſchüſſe ſtatt, denen eine kleine Begleitmannſchaft
zuge=
teilt iſt.
Nach einer Waſhingtoner Meldung der Times
haben ſich in Sachen Nicaraguas neue
Schwierig=
keiten ergeben. Infolge der vom Präſidenten Madriz
über Bluefields verhängten Blockade wird ſaſt der
ganze Handel zwiſchen den Vereinigten Staaten und
Ni=
caragua durch norwegiſche Schiffe beſorgt. Die
norwe=
giſche Regierung hat daher ihren Staatsangehörigen von
der Blockade Kenntnis gegeben, die zwar von den
Ver=
einigten Staaten, weil ſie nicht effektiv ſei und nur durch
ein einziges, auf krummen Wegen vom Präſidenten
Ma=
driz erworbenes Kriegsſchiff betrieben werde, nicht
aner=
kannt wird, mittlerweile jedoch dem amerikaniſchen
Ge=
ſchäft lebhafte Beſorgnis wegen der möglichen
vollſtändi=
gen Stockung zu verurſachen ſcheint. Wie die Times hört,
teilt man übrigens in amerikaniſchen Regierungskreiſen
dieſe Unruhe nicht, ſondern glaubt, man irre ſich in
Nor=
wegen und überſchätze die der Schiffahrt drohende Gefahr
Außerdem erwarte man, daß, da es ſich um amerikaniſche
Waren handle, die in norwegiſchen Schiffen befördert
wer=
den, die amerikaniſchen Seeſtreitkräfte in Bluefields es
möglich finden würden, ſchützend einzuſchreiten.
Uebri=
gens habe dieſe neueſte Wendung nur dazu beigetragen,
die Entrüſtung gegen Madriz noch zu ſteigern, und wenn
auch die amerikaniſche Politik einſtweilen noch abwartend
bleibe, ſo fehle es doch nicht an Anzeichen, daß die Geduld
der Vereinigten Staaten auf die Dauer erſchöpft werden
könne.
Die Sun meldet aus Bluefields: Die Anhänger
Eſtradas ſchlugen die Truppen des Präſidenten
Ma=
driz am 21. Juli bei Acoyapa. Die Truppen von
Madriz flohen und ließen hunderte von Toten und
Ver=
wundeten zurück. Die Anhänger Eſtradas rücken nunmehr
gegen Managua vor.
* Berlin, 25. Juli. Marſchall da Fonſeca,
künftiger Präſident der braſilianiſchen Republik, begibt
heute nach Hamburg und von da nach Kiel; am
woch fährt er vorausſichtlich nach Berlin zurück.
* Molde, 25. Juli. Der Kaiſer hielt geſtern
mittag Gottesdienſt an Bord der „Hohenzollern” ab
beſichtigte die „Weſtfalen” Gegen abend unternahm
Kaiſer einen Ausflug nach der Höhe oberhalb Molde.
*⁎* Eine hiſtoriſche Erinnerung. Vor
Jahren, am 26. Juli 1860, hatten in Teplitz der damal
Prinzregent von Preußen und Kaiſer Franz Joſef
Begegnung, die auf Anregung des Königs Maximili
von Bayern zuſtande gekommen war und gleichſam ei
Ergänzung des ſechs Wochen vorher in Baden=Bad
ſtattgehabten Fürſtenkongreſſes ſein ſollte. Der Hauf
zweck, zwiſchen den beiden größten Bundesſtaaten ei
Einigung über die deutſche Frage herbeizuführen, wur
in Teplitz nicht erreicht. Wenn auch vorübergehend d
preußiſch=öſterreichiſche Verhältnis etwas an Schärfe vel
lor, ſo trieb doch alles weiter einer gewaltſamen Löſun
der deutſchen Frage zu, die denn auch ſechs Jahre ſpät
erfolgte. Kaiſer Franz Joſef aber iſt heute der tra
Freund und Alliierte Preußens und des Deutſchen Reich
deſſen wertvolle Bundesgenoſſenſchaft ihm inzwiſchen wil
tige Dienſte geleiſtet hat.
* Die engliſche Königsproklamatio
In London fand am Donnerstag, wie bereits mitgeteil
die formelle Proklamation der Krönung des Königs un
der Königin von England im Juni nächſten Jahres ſtaflt
Unter Beobachtung des altertümlichen Zeremoniells, da
noch aus dem Mittelalter ſtammt, wurde die Verkündigun
am St. James Palaſt, am Charing Croß, an der Temp
Bar und vor der königlichen Börſe abgegeben. Kurz vo
11 Uhr morgens beſetzte eine Abteilung der Leibgard
ſowie die Muſikkapelle der Gardegrenadiere den Schloß
hof des St. James=Palaſtes. Auf der Mauer des gegen
überliegenden Marlborough=Hauſes ſtanden der Brud
des verſtorbenen Königs Eduard, der Herzog voſ
Connaught, die Prinzeſſin Mary und Prin
George und ſahen mit Intereſſe auf das glänzende Bilhl
das ſich ihnen darbot. Auf dem Balkon der erſten Etag
traten fünf Staatstrompeter heraus und blieſen eine
Fan=
fare; darauf erſchien in ſeiner prunkenden Uniform de
Earl=Marſhall, Herzog von Norfolk, und nebei
ihm, alle in goldſtrotzender mittelalterlicher Tracht, die
Serjeants=at=Arms mit ihren goldenen Amtsſtäben, ſowi
Bluemantle Purſuivants, Rouge Croix Purſuivant, Por
cullis Purſuivant, Rouge Dragon Purſuivant, Yo
Herald, Windſor Herald, Richmond Herald, Somerſe
Herald und Norroy, King=of=arms. Alle Häupter wurden
entblößt, als Sir Alfred Scott=Gatty, der Garter
Prin=
cipal King=of=Arms, bis zur Brüſtung vortrat und mit
lauten, weithin ſchallenden Worten die Proklamation ver
las. Das Ableſen des länglichen Dokumentes nahm etwo
zehn Minuten in Anſpruch, und am Ende angekommen,
ſchwenkte er ſein Federbarett durch die Luft und rief laut
„God save the King!” ein Ruf, in den die dichtgedrängte
Zuſchauermenge begeiſtert einſtimmte. Sobald die
Zere=
monie beendet war, verließen die Teilnehmer den Balkon
und begaben ſich zu Pferde und im Wagen auf ihre Fahrt
durch die Stadt. Am Charing Croß wurde die
Prokla=
mation ein zweites Mal verleſen. Beſonders intereſſant
geſtaltete ſich jedoch die dritte Leſung an der Temple Bak=
Nach alter Gerechtſamkeit dürfen ſelbſt die Abgeſandten
des Königs die City von London nicht ohne ausdrückliche
Erlaubnis des Lord=Mayors betreten. Das alte Tor und
die alte Schranke, die einſt an der Temple Bar ſtanden,
ſind allerdings ſchon verſchwunden, aber an deren Stelle
wurde eine künſtliche Barriere gezogen, die durch eine
ſei=
dene Schnur, von einer Schutzmannskette gehalten, gebildet
wurde. Der Lord=Mayor ſelbſt war nicht anweſend, da.
er zu Beſuch in Antwerpen weilte, aber ſein Stellvertreter,
umgeben von Aldermen, Sherifs und Recorders und
an=
deren ſtädtiſchen Beamten, hatte ſich hinter der
Seiden=
ſchnur aufgeſtellt und ſah dem goldglänzenden Zuge, der
ſich näherte, entgegen. Zwiſchen zwei Trompetern kam der
Bluemantle Purſuivant bis an die Barriere herangetrabt
und forderte im Namen des Königs Einlaß, der ihm
natürlich gewährt wurde. Sämtliche Abgeordnete kamen
alsdann in die City hinein, und an der Ecke der
Chan=
cery Lane wurde die Leſung zum dritten Male
vorgenom=
men. Alsdann ging es weiter durch Fleet Street, Ludgate
Hill, bei St. Paul vorbei, über Cheapſide bis zur Royal
Exchange, wo die Proklamation unter großem Jubel des
Publikums zum vierten und letzten Male zur Verleſung
gelangte. Herolde und Purſuivants wurden alsdann im
Manſion Houſe bewirtet und ſomit wieder einmal ein
Stück überlieferten Mittelalters zum Abſchluß gebracht.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 26. Juli.
— Ernannt wurde Theodor Döring in Groß=
Gerau zum Schreibgehilfen bei dem Amtsgericht Groß=
Gerau.
Die erſten Rennen in Wiesbaden.
(Nachdruck verboten.)
Achtzig Prozent der deutſchen Großſtädte beſitzen
Rennbahnen; daß ſich der Weltkurort Wiesbaden bisher
nicht in dieſer Zahl befand, dafür gibt es nur die eine
Erklärung: man unterſchätzte hier die Bedeutung des
Rennſports für das Aufblühen des internationalen
Badelebens. Und man hat es am eigenen Leibe
ge=
ſpürt, wie ſchlimm es war, daß man dieſen wichtigen
Faktor vernachläſſigte. Die Finanzen der Badekaſſe
müſſen gründlich aufgebeſſert werden — und mit dieſer
Erkenntnis kam dann endlich bei den Stadtvätern der
Entſchluß, dem Rennklub alle Hilfe zur Erreichung
ſeines Zieles angedeihen zu laſſen. Seitdem der neue
Bürgermeiſter, Geh. Finanzrat Gläſſing aus
Darm=
ſtadt, die Rennſache in die Hand genommen hat,
ſeit=
dem iſt’s vorwärts gegangen und vollendet, was man in
ſieben Jahren vorbereitete.
Die Rennbahn bei Erbenheim, je 6
Kilo=
meter von Mainz und Wiesbaden entfernt, iſt nun
er=
öffnet worden. In der Geſchichte des Kurlebens
be=
ginnt ein neues Kapitel. Mit Hoffnungen auf einen
güldenen Regen beginnt es, mit Hoffnungen auf eine
Rieſenzahl von Kurgäſten! Das internationale Leben
und Treiben wird reicher werden, wird ſich entfalten
wie in Baden=Baden! Nur die Optimiſten gelten in
dieſen Tagen der Freude am Erreichten, deshalb auch
hier kein Widerſpruch, keine Mahnung zur beſonnenen
Kalkulation. Nur zur Warnung vor übertriebenen
Erwartungen der eine Hinweis auf die wenig
erfreu=
liche Tatſache, daß nämlich der geplante
Blumen=
korſo vor dem Kurhaus im Anſchluß an das
Eröff=
nungsrennen hat abgeſagt werden müſſen, weil ſich in
der Stadt der 243 Millionäre nicht einmal ſo wenig
Kröſuſſe zu einer Beteiligung entſchließen konnten. Es
ſind wohl auch für dieſe Herrſchaften ſchlechte Zeiten!
Man ſieht alſo, die Unternehmungsluſt und die
Begei=
ſterung ſind — gelinde geſagt — in die Sommerferien
gegangen.
Die erſten Rennen ſeit 40 Jahren! Damals gab es
nur wenige, die an ihrer Bedeutungsloſigkeit und dem
Mangel einer guten Bahn zu Grunde gingen. Die
jetzigen leitet der Berliner Hindernisverein,
eine Garantie für ihren Beſtand und ein gutes Urteil
der Bahn. Sie iſt in der Tat erſtklaſſig. Ihre
land=
ſchaftliche Lage ſchon iſt reizvoll. Die bewaldeten
Tau=
nusberge geben einen prachtvollen Rahmen, aus dem
die Oertchen Erbenheim und Nordenſtadt mit ihren
roten Dächern neugierig auftauchen. Drüben, für gute
Augen, ſchlängelt ſich der Rhein als ſilbernes Band
durch die Wieſen. Das Gelände iſt 188 Morgen groß
und macht beſonders durch die 30—40 Meter breite
Grenzanpflanzung mit Bäumen und Buſchwerk den
Eindruck eines Parkes. Es ſind vier Bahnen, die
Flach=
bahn, 2050 Meter lang und 20 Meter breit, die
Sand=
trainierbahn, 2000 Meter lang und 5 Meter breit, die
Grastrainierbahn, 1950 Meter lang und 10 Meter breit,
und die Hindernisbahn, 1900 Meter lang bei einer
Breite von 20 Meter. Die Tribünen ſind elegant in
Holz= und Eiſenbau und ſo praktiſch angelegt, daß man
von jedem Platze aus den Hufſchlag der Pferde
beob=
achten kann. Die Summe aller Preiſe beträgt 67000
Mark.
Ein Sommermeeting in der toten
Sai=
ſon! Doch wer wagt, gewinnt, und die Renntage
waren ein voller Erfolg, der gute Ausſichten für die
Zukunft verheißt. Das geſellſchaftliche Bild, das ſich
auf der Rennbahn bot, war ein glänzendes. Die reiche
Umgebung, Frankfurt, Mainz, Darmſtädt, Mannheim,
half mit allen Kräften der guten Wirkung nach. Eine
Toilettenſchau, wie ſie um dieſe Jahreszeit, die immer
die ſtille Saiſon bedeutet, ſonſt nicht hier zu ſehen iſt
entfaltete ſich mit Vornehmheit und Eleganz. Die
vielen Uniformen der Offiziere gaben dem Bilde Leben
und Farbe. Die Tribünen waren überfüllt, ein
inter=
nationales Treiben, wie man es nur zur Zeit der
Mai=
feſtſpiele und der Frühjahrsſaiſon beobachten kann,
entfaltete ſich; freilich fehlte der Sonne leuchtendes
Gold und die Schönheit eines echten Sommertages. Der
Regen unterbrach die einzelnen Rennen.
Sportlich verliefen ſie grandios, die Felder waren
durchweg gut beſetzt, es gab Abwechslung und
Ueber=
raſchungen genug. Man kannte nur wenige Pferde,
wenige Reiter nur, und die Chancen auf der neuen
Bahn doch gar nicht, trotzdem war die Wettluſt enorm.
Der Geldmangel, über den man in Wiesbaden nun
ſchon lange bitter klagt, war hier nicht zu beobachten.
Der Schluß des erſten Feſttages konnte leider des
Regens wegen nicht im geplanten Umfange durchgeführt
werden. Die Kurverwaltung arrangierte nämlich eine
große Feſtwoche, deren reiches Programm Garten=
und Blumenfeſte, künſtleriſche Konzerte, italieniſche
Nächte mit Undinentänzen mitten auf dem
Kurhaus=
weiher enthält. Das grandioſe Feuerwerk, das zu einem
wahrhaftigen Feuerzauber und Feuerſpuk zu werden
verſprach, und das in brillanter Weiſe die Feſtabende
einleiten ſollte, mußte der feuchten Witterung
halber=
ausfallen. — Die Hunderte, deren Ziel das Kurhaus
war, feierten deshalb ungeſtört mit aller Lebensluſt
und Lebensfreude bei altem Rheinwein und
ſchäumen=
dem Sekt die junge Wiesbadener Rennbahn und ihre
große Zukunft!
Walther Müller=Waldenburg.
Nummer 172.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Juli 1910.
Seite 3.
II I. Meiſterprüſung und Lehrlingsanleitung. Mit
Ptug auf unſere früheren Mitteilungen weiſen wir
Prauf hin, daß am 31. Juli Meldeſchluß für die
Eiſterprüfung iſt. Nach dieſem Termin werden An=
Pidungen nicht mehr angenommen. Wer neue
Lehr=
ne in letzter Zeit angenommen hat, oder in nächſter
Pe annehmen will, ohne bereits das geſetzliche Recht
ir Anleiten von Lehrlingen zu hahen, und zu deſſen
Iwerbung daher noch in dieſem Jahre die Meiſter=
Piffung ablegen muß, tut gut, ſich ſofort anzumelden.
ſi nächſte Prüfung findet erſt wieder im Jahre 1911
t ſelben Zeit ſtatt. Wer aber Lehrlinge anleitet, ohne
ſhid dem neuen Geſetz hierzu das Recht zu haben,
ver=
ülr in eine Strafe bis zu 150 Mark (§ 148 R.G.O.).
„ Der Bierverbrauch in Darmſtadt. Wie überall, ſo
auch in unſerer Stadt der Bierverbrauch im ab=
Mlaufenen Jahre eine Folge der Bierſteuer und der
da=
tach hervorgerufenen Bewegungen, bedeutend
zurückge=
n gen. Während in dem Verwaltungsjahre rom 1. April.
s bis dahin 1909 von den hieſigen Bierbrauereien 28 506
Prppelzentner Malz verbraut wurden, fiel dieſe Ziffer im
ertraum vom 1. April 1909 bis dahin 1910 auf 22540
rppelzentner. Das iſt ein Rückgang von rund 6000
Arppelzentnern, alſo etwa 21 Prozent. Ein kleiner Teil
liges Rückganges iſt ja ausgeglichen durch die Zunahme
Pei von auswärts eingeführten Bieres, indem die Menge
ei: eingeführten Bieres von 45 300 Hektoliter auf 46 680
Ahestoliter, alſo um 1380 Hektoliter, geſtiegen iſt. Es iſt alſo
lin geringer Teil des Weniger=Erzeugniſſes der Darm= dürfen daher ſtolz ſein, daß Herr Havemann uns
wei=
äOter Brauereien durch Mehreinfuhr fremden Bieres ge=
Mlin, ganz beträchtliches und zeigt dasſelbe, wie die
viel=
erufene Reichsfinanzreform in alle wirtſchaftlichen Ver=
Maktniſſe tief eingegrifen hat.
— Gemälde=Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Im
ehhaufenſter der Hofktunſthandlung von Herm.
Sonn=
al ſind zurzeit zwei Aquarelle von Hermann
Ethlegel ausgeſtellt. Die Bilder zeigen das
be=
atinte Parkhotel in ſeiner jetzigen Form und nach
ein durch die Firma Scherer & Finke, Architekten, hier,
Mlzfolgenden Um= reſp. Neubau. Die vorzüglichen
ſſher Firma Scherer & Finke werden ſich allgemeiner
ümerkennung erfreuen.
— Großer Preis von Darmſtadt. In dem
rroßen Preis von Darmſtadt, über 2000 Meter, treffen
ſſſoſten geſcheut, einige der bedeutendſten Fahrer hier
Iin: Start zu bringen. Bei gutem Wetter wird das
hoch=
lintereſſante Programm ſeine Anziehungskraft nicht
boi rfehlen.
— Der Darmſtädter Vortragsverband hat, wie
aan uns mitteilt, für den Winter 1910/11 folgendes
iloortragsprogramm aufgeſtellt: 10. Oktober: Zweiter nicht ausreichten. Sie beſtätigen unter anderem die
Mais ſeinen Jugenderinnerungen („Lebenslauf eines
Optimiſten‟). 8. November: Frau Anna Bering=Locarno:
„Heinrich von Stein‟ (Vortrag über den Dichter mit
Toorleſung aus ſeinen Werken). 23. November: Hermann
Taahr=Wien: „Das künſtleriſche Jung=Oeſterreich”.
Il. Dezember: (in Gemeinſchaft mit dem Darmſtädter
Alkertsausſchuß der Richard Wagner=Stipendienſtiftung)
Geheimer Hofrat Dr. Henry Thode=Heidelberg: „Hans
Schoma” (mit Lichtbildern und muſikaliſchen Vorträgen). nach Dorndiel zu weiterging. Dort hat niemand ſein
Allt. Januar 1911: Biörn Biörnſon=Berlin: Zweiter
chordiſcher Abend (Rezitation nordiſcher Dichtungen).
2.: Februar 1911: Dr. Michgel Georg Conrad=München:
, Richard Wagner” (zur Feier von Wagners Todestag).
3.. März 1911: Max Bewer=Dresden: Bismarck=Abend
(zur Feier von Bismarcks Geburtstach),
infolge verſchiedener an ihn ergangener Anregungen in
der zweiten Hälfte des Monats Auguſt einen gemein=
Die Koſten werden für etwa 6 Tage einſchließlich der
§ in= und Rückfahrt rund 80 Mk. betragen. Zur
Ge=
werden die Intereſſenten gebeten, ihre Anmeldungen
ochne jegliche Verbindlichkeit alsbald an Herrn
Glaſer=
n eiſter Ludwig Werner, Ludwigshöhſtraße 13½
ge=
langen zu laſſen.
72) Ohly=Eiche. Einer der ſchönſten unter den in
un=
ſeren Wäldern erfreulicherweiſe noch in großer Zahl
vor=
handenen alten Bäumen, die prächtige Ohly=Eiche am
Leuweg, ſcheint dem Abſterben nahe, denn ſie hat in
täeſem Jahre kein Laub mehr angeſetzt.
tes Leibgarde=Regiments unter Herrn Obermuſikmeiſter
wauskes Leitung. Es iſt für den Abend Orcheſter= war damals der Wirtin nicht weiter aufgefallen; ſie
Muſik vorgeſehen. (Siehe Anzeige.)
Kaiſerſaal (Garten). Wie aus dem Anzeigenteil
erſichtlich, finden nun auch im Kaiſergarten regelmäßige
Konzerie ſtat, die der Kapelle des Garde=Dragoner=
Regiments unter Leitung ihres Dirigenten Herrn
Mittelſtädt, übertragen wurden. Bei ungünſtigem
Wekter Streichmuſik im Saal.
— Ludwigshöhe. Am nächſten Mittwoch, den
27. Juli, findet auf der Ludwigshöhe im Anſchluß an
das Kurkonzert Großes Sommerfeſt ſtatt. Außer
feenhafter Illumination findet in den Sälen auch die
wiederholt angeſetzte Réunion beſtimmt ſtatt. Zum
Schluß der Veranſtaltung unter Vorantritt der Muſik
gemeinſchaftlicher Heimgang nach Böllenfalltor und
Kaſtanienallee. (Näheres ſiehe Inſerat.)
— Griesheim, 24. Juli. Herr Jakob Klippel IV.
und ſeine Ehefrau Barbara geb. Schober feierten heute
Sonntag ihre ſilberne Hochzeit.
— Auerbach, 23. Juli.
Kammermuſikver=
ein Auerbach. Man ſchreibt uns: Die
Verhand=
lungen mit Herrn Konzertmeiſter Havemann=
Ham=
burg ſind nunmehr abgeſchloſſen und haben zum Erfolg
gehabt, daß Herr Konzertmeiſter Havemann im
kom=
menden Winter in unſeren Konzerten wieder
mitwir=
ken wird. Ebenſo hat Herr Hofkapellmeiſter Hofrat de
Haan= Darmſtadt ſeine Bereitwilligkeit verſichert, die
drei anderen Herren unſeres Quartetts zu unſeren
Konzerten beurlauben zu wollen. Es dürfte unſere
Mitglieder und Freunde gewiß intereſſieren, zu
erfah=
ren daß Herrn Havemann ſehr ehrenvolle Anträge
ge=
macht worden ſind zum Engagement nach Berlin. Wir
ter, treu bleibt, und wollen ihm dafür danken. Das
lelkkt. Immerhin iſt aber das vorliegende Minus noch materielle Intereſſe iſt es gewiß nicht, was ihn an die
Bergſtraße feſſelt, ſondern auch ſeinerſeits das Gefühl
der Dankbarkeit für ſeine Verehrer. Das erſte Konzert
wird am 1. oder 3. Oktober ſtattfinden; das zweite am
29. November, unter Mitwirkung des Hamburger
Pia=
niſten Herrn A. Hofmeier, wobei ein Flügel von der
Firma Steinway u. Sons=New=York geſtellt wird.
Auch die im vorigen Jahre hier ſo hoch gefeierte
Pia=
niſtin Frau Frieda Kwaſt=Hodapp=Berlin wird uns im
kommenden Winter die Ehre geben. Es ſtehen hehre
Genüſſe bevor; unſere Konzerte werden ganz auf der
lruarelle Schlegels, ſowie die beachtenswerte Leiſtung Höhe bleiben, die ſie ſich errungen haben. Erwähnt ſei
hierbei noch, daß die Heizverhältniſſe im Konzertſaal
eine Aenderung erfahren, ſo daß dieſelben nicht meht
als ſtörend empfunden werden können.
Heppenheim a. d. B., 25. Juli. Geſtern wurde der
lich einige der hervorragendſten Vertreter der Extra=Landwirt Franz Zipp II. in ſeiner Hofreite tot
auf=
aſſe. Der Radfahrer=Verein hat auch diesmal keine gefunden. Anſcheinend iſt er von der Treppe des
Nebenbaues herabgeſtürzt.
loſe Unterſuchung bezüglich des bekannten
Dorndie=
ler Raubmordfalles hat zwei Tatſachen
er=
geben, die vielleicht ſpäter noch bedeutungsvoll werden
können, wenn ſie auch eben zur Ermittlung des Täters
Albudwig Ganghofer=Abend: Vorleſungen des Dichters 1 anfängliche Vermutung, daß der Verbrecher, auf der reſultatlos. Da die Herren Gemeinderäte bei ihrer An=
Wanderſchaft oder dergleichen begriffen, von auswärts
kam und nach der Tat das Weite ſuchte. In dem etwa
eine Stunde von Dorndiel entfernten Raibach wurde
am Abend des 9. Mai dieſes Jahres (Vorabend des
Einbruchs) ein 30 bis 32 Jahre alter Fremder von
mittlerer Figur, blondem Haar und Schnurrbart,
dunk=
lem weichen Filzhut, ein Päckchen in der Hand tragend,
geſehen, der raſchen Schrittes den Ort paſſierte und
Eintreffen beobachtet, und er dürfte ſich hiernach bis
zur geeigneten Nachtſtunde in dem zwiſchenliegenden
Walde aufgehalten und dann Dorndiel betreten haben.
Ein auffälliges Zeichen an ihm war eine Brille mit
dunkler Einfaſſung (etwa Horn). Die ſorgfältigen
Nachforſchungen über den Verbleib dieſes Unbekann; ſchwand der Betrüger dann. Als der Hotelier den Scheck
— Der Ortsgewerbeverein Darmſtadt beabſichtigt ten waren umſonſt, was den Verdacht nach dieſer
dieſe Perſon nach der Tat (Nacht vom 9. auf den 10.
ſa men Beſuch der Weltausſtellung zu Brüſſel. 1 Mai) beobachtet haben. Ein weiterer Anhaltspunkt
ſpricht dafür, daß der Täter auf ſeiner Flucht die
Gegend von Klein=Umſtadt paſſierte und ſich nach
Alt=
rfinnung einer Ueberſicht über die eventuelle Beteiligung heim wandte. Das müßte in den frühen Morgenſtun= fälſcher, der im Juni in Wien zu 3 Jahren ſchweren
Ker=
den des 10. Mai geweſen ſein. Unter ſeiner Einbruchs=
Zweimarkſtück (mit den Bildniſſen Philipps des
Groß=
mütigen und Großherzogs Ernſt Ludwig, Jahreszahlen
1504 und 1904), das Bachmann ſeiner Zeit durch einen
Verwandten erhalten hatte. Solche Stücke werden
be=
kanntlich von jedem Beſitzer ſorgfältig zurückgehalten
und pflegen im Verkehr kaum vorzukommen. Nun iſt
ein gleiches Stück am 10. Mai in einer gegenüber der
— Schützenhof. Heute abend konzertiert die Kapelle Bahnſtation Altheim gelegenen Wirtſchaft verein= Buchführung zurückzuführen. Nun hat der
Gemeinde=
nahmt worden, wie ſich nachträglich feſtſtellen ließ. Es
erinnert ſich auch des betreffenden Gaſtes nicht mehr
und gab das Geldſtück tags darauf dem Kaſſier der
Braucrei Michel (Babenhauſen) in Zahlung. Erſt ſpä= 1
ter wurde dieies Moment ermitell. Es liegt die
An=
nahme nahe, daß der Raubmörder von Altheim,
das=
nur eine Stunde von Dorndiel entfernt iſt, die Bahn
zur weiteren Flucht benutzt hat und vorher in jenem
Lokal eingekehrt war. Mag auch ſeine Feſtſtellung
ziemlich ausſichtslos geweſen ſein, ſo wären doch neue
Spuren nicht unmöglich. — Das in Dorndiel
verbrei=
tete, einen dortigen Einwohner der Tat verdächtigende
und den Betreffenden ſchwer ſchädigende Gerede
ent=
behrt jeden Anhaltspunktes. Der dadurch grob
Be=
leidigte hat auch jetzt durch Erhebung von Privatklage
Schritte dagegen getan.
Offenbach, 25. Juli. Miniſter v. Breitenbach
hat verfügt, daß bei Bewerbern des bautechniſchen
Bu=
reaus und Bahnmeiſterdienſtes die von den
Bauge=
werkſchulen Bingen und Offenbach ausgeſtellten
Reife=
zeugniſſe den Reifezeugniſen der preußiſchen
Bau=
gewerkſchulen gleichzuſtellen ſind. Auch ſind die
Reifezeugniſſe der Maſchinenbauſchule in Offenbach
denjenigen der preußiſchen Maſchinenbauſchulen
gleich=
zuachten.
Offenbach, 25. Juli. Eine noch unaufgeklärte
Meſſeraffäre ereignetg ſich hier heute nacht.
Kurz nach 12 Uhr wurde einem patronillierenden
Schutzmann gemeldet, daß in dem Hofe des Hauſes
Bieberer Straße 55 ein Mann mit einer Stichwunde
liege. Er fand daſelbſt den Kutſcher Ambroſius
Stem=
mer mit einer tiefen, ſtark blutenden Stichwunde im
rechten Geſäßteile bewußtlos liegen. In ſeiner
Be=
gleitung befand ſich ſeine Schweſter, ſowie eine hieſige
Frau, die zufällig hinzugekommen war. Nach Angabe
der Schweſter wurde der Verletzte an der Ecke der
Bie=
berer= und Bismarckſtraße von einem unbekannten
Manne angerempelt und mit einem Stock geſchlagen.
Er wehrte den Angreifer ab und ſetzte dann ſeinen
Weg fort. Der Unbekannte folgte ihm aber nach und
in der Nähe der Kraftſtraße verſetzte er ihm plötzlich
einen Stich von hinten, worauf er entfloh. Die
Schwe=
ſter beſchreibt den Täter als etwa 1,70 Meter groß und
20 bis 24 Jahre alt, mit dunklem Anzug und gebogener
Naſe.
Bürſtadt, 24. Juli. Auf die Einladung des
Kreis=
amtes Bensheim zu einer Sitzung wegen der Wahl
ei=
nes Berufs=Bürgermeiſters waren acht
Ge=
meinderäte erſchienen, zwei hatten ihre Demiſſion gegeben,
fünf waren zu Hauſe geblieben. In den Wirtſchaften und
auf der Straße in Bürſtadt kam es zu
Streit=
reden und mehrfach zu Schlägereien. Einem
der zurücktretenden Gemeinderäte wurden faſt
ſämt=
u. Groß=Umſtadt, 26. Juli. Die im übrigen erfolg= 1 liche Fenſterſcheiben ſeines Wohnhauſes
einge=
ſchlagen. Gendarmerie aus der Umgegend mußte
in Anſpruch genommen werden. Beſonders junge
Leute, die überhaupt noch nicht wahlberechtigt ſind, finden
ſich unter den Demonſtranten. Die Verſammlung im
Kreisamtsgebäude war nicht beſchlußfähig, verlief daber
kunft in Bürſtadt keines freundlichen Empfanges ſicher
waren, baten ſie um Schutz und traten dann in Begleitung
von drei Gendarmen die Rückreiſe an. Unbeheligt
konnten ſie ſich in ihre Behauſung begeben. Im Laufe
des heutigen Tages trat wieder Ruhe ein und die
abkom=
mandierte Gendarmerie konnte zurückgezogen
wer=
den. (W. Ztg.)
Mainz, 25. Juli. Der Scheckſchwindler, der am
5. Juli in einem Hotel am Bahnhofsplatz abſtieg, hatte
ſich als „Ritter von Ahrenberg” angemeldet. Sein Eſſen
zahlte er jeden Tag, während er ſein Logis ſchuldig blieb.
Auf einen Scheck, der auf eine engliſche Bank lautete, zahlte
ihm der Hotelbeſitzer 400 Mark; mit dieſem Geld
ver=
auf der elſäſſiſchen Bank einlöſen wollte, telegraphierte
Richtung beſtätigt. Vielleicht melden ſich noch Zeugen, die dieſe erſt an die auswärtige Bank und hier wurde ihr die
Nachricht, daß ein gewiſſer Ahrenberg einmal ein Konto
bei der Bank gehabt. dieſes ſei aber längſt erhoben. Die
Polizei vermutet, daß der Gauner, der Wiener Dialekt
ge=
ſprochen, identiſch iſt mit einem internationalen
Scheck=
kers verurteilt wurde, aber bald darauf aus dem
Gefäng=
beute befand ſich nämlich ein völlig neues Jubiläums= 1 nis mit einem Genoſſen ausgebrochen iſt. — Der 88jährige
Schloſſer Becker von hier wurde wegen
Sittlichkeitsver=
gehen zur Anzeige gebracht.
Koſtheim bei Mainz, 25. Juli. Bekanntlich iſt der
bisherige Gemeinde=Einnehmer Junker wegen
Unter=
ſchlagungen in Höhe von 20 000 Mark in Unterſuchungshaft
genommen worden. Nach der Prüſung der Bücher ſind die
Verſehlungen Junkers hauptſächlich auf ſeine ſchlechte
rat unter zahlreichen Bewerbern, darunter Perſonen, die
das Finanz=Examen gemacht, den ortsanſäſſigen
Kauf=
mann Joſef Marſchall zum Gemeinde=Einnehmer gewählt.
Der Kreisausſchuß des Kreiſes Mainz hat dem
Gewähl=
ten aber die Genehmigung verſagt.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
C Das Programm der Cavour=Feier.
En ganz Italien rüſtet man ſich zu der großen
natio=
kalen Feier, mit der das italieniſche Volk die 100.
Wiederkehr des Tages feſtlich begehen wird, an dem
Savour, der „Bismarck Italiens” der Schöpfer des
Königreichs, geboren ward. Die Feier gipfelt in den
großen Feſtlichkeiten, die am 10. Auguſt in Turin, der
Waterſtadt des großen Staatsmannes, ſtattfinden
wer=
den, und zu denen das Programm nunmehr feſtgeſtellt
iſt. König Viktor Emanuel, das geſamte
Staatsmini=
terium und faſt alle Volksvertreter werden der
Ge=
nächtnisfeier beiwohnen, die am Vormittag im großen
Saale der Mole Antonelliana ſtattfindet. Mittags wird
dann die Gedenktafel im Hofe des Palazzo Madama
anthüllt; daran ſchließt ſich eine Feſtverſammlung in
ver Aula, in der der Miniſterpräſident Luzzatti, der
Präſident des Senats, der Kammerpräſident und der
Bürgermeiſter von Turin ſprechen werden. Am Abend
rird die ganze Stadt illuminiert, und zwei mächtige
Scheinwerfer ſollen das Cavour=Denkmal in
ſchimmern=
den Glanz hüllen. An den folgenden Tagen werden
Die großen Volksfeiern ſtattfinden. Tauſende von
Piemonteſen, die in Mailand oder Toskang leben,
wer=
den in die Stadt Cavours kommen und hier
gemein=
ſam mit dem Zug der Schulkinder an der großen
Wall=
fahrt zum Hauſe des Nationalhelden teilnehmen. Das
Mailänder Feſtkomitee hatte urſprünglich beſchloſſen,
en Santena ein großes Cavpurdenkmal zu errichten, zu
deſſen Koſten alle Gemeinden Italiens beitragen
ſoll=
den. Da das Turiner Komitee aber bereits bei dem
Bildhauer=Pozzi eine große Bronzeſtatue in Arbeit
ge=
geben hatte, und vor allem wegen der Ausſage des
Teſtamentsvollſtreckers Cavours, Emilio Visconti=
Ve=
moſta, wurde dieſer Plan aufgegeben. Visvonti=Venoſta
erklärte, daß Cavour ſich vor ſeinem Tode dagegen
aus=
geſprochen habe, den Park des Familiengrabes durch
prunkvolle Denkmäler zu ſchmücken. In Santena wird
munmehr eine große landwirtſchaftliche Akademie ent=
ſtehen, die den Namen des Schöpfers des geeinigten
Italiens tragen ſoll.
CK. Eine japaniſche
Theaterausſtel=
lung in Paris. In Paris, im Pavillon de
Mar=
ſan, wird ein intereſſantes Unternehmen vorbereitet,
das demnächſt ſeine Pforten öffnen ſoll: eine japaniſche
Theaterausſtellung, die einen intereſſanten und
lehr=
reichen Ueberblick über die Entwickelungsgeſchichte der
Theaterkunſt im fernen Oſten bieten wird. Sie wird
von der Zentralunion der dekorativen Künſte”
veran=
ſtaltet, auf Anregung Sada Jaccos, der berühmten
ja=
paniſchen Tragödin, die nach Paris gekommen war, um
im franzöſiſchen Konſervatorium Anregungen für eine
japaniſche Theaterakademie zu ſammeln.
Vom Ballett zur Tragödie. Ida
Rubinſtein, die berühmte und ſchöne Tänzerin des
ruſſiſchen Balletts, die auch in der deutſchen
Reichs=
hauptſtadt erſt kürzlich bei dem ruſſiſchen Tanzgaſtſpiel
als Kleopatra auftrat und die gegenwärtig in Paris
gaſtiert, hat den Entſchluß gefaßt, zur Tragödie
überzu=
gehen. Sie zieht ſich endgültig vom Ballett zurück,
wird den Reſt des Sommers der Vorbereitung für
ihren neuen Beruf widmen und bereits im Winter vor
dem Pariſer Publikum als Tragödin debütieren, Wie
berichtet wird, hat ſie die Aufgabe übernommen, in
Paris die weibliche Hauptrolle in d’Annunzios neuem
Bühnenmyſterium „Das Martyrium des heiligen
Se=
baſtian” zu kreieren, und dann in Oskar Wildes „
Sa=
lome aufzutreten.
Kleines Feuilleton.
O Die Neger auf der Löwenjagd.
Rooſe=
velt gibt in einem afrikaniſchen Jagdbriefe, der im
Daily Telegraph veröffentlicht wird, eine lebendige,
farbenreiche Schilderung einer aufregenden
Löwen=
jagd, der er nur als Zeuge beiwohnen durfte: einer
Jagd, in der die kriegeriſchen: Nandis den weißen
Gäſten zeigen wollten, wie ſie allein mit dem Speere
den König der Tiere bekämpfen und erlegen. Die
Nandis ſind ein kühner, wagemutiger Stamm, der den
Maſſais nahe verwandt iſt. Kriege und Kämpfe waren
früher ihr Lieblingsberuf, aber nun, wo die engliſche
Verwaltung im Lande Frieden geſtiftet hat, iſt der
Kampf mit dem Löwen das einzige Gebiet, auf dem
dieſe tatendurſtigen Krieger Lorbeeren ernten können
und ihre jungen Männer Ruhm erwerben. Die
Nan=
dis hatten Rooſevelt und ſeine Gefährten gebeten,
unter keinen Umſtänden in den Verlauf der Jagd
ein=
zugreifen, ihr Kriegerſtolz empörte ſich dagegen, nur
als Treiber zu dienen; ſie ſelbſt wollten den Löwen
er=
legen. Als der Plan bekannt wurde, meldeten ſich
ſo=
fort nicht weniger als 800 Krieger des Stammes, keiner
wollte zurückbleiben, und es gab viel Kummer und=
Ent=
täuſchung, als der Häuptling die 60 Mann auswählte,
die an der Jagd teilnehmen durften.
Am Morgen brach die Karawane auf, Rooſevelt und
ſeine Freunde zu Pferde; ihre Aufgabe war es, ein
Entweichen des Löwen nach Kräften zu verhindern.
„Nach einer Stunde überholten wir die Nandis, die in
einer langen Linie in Zwiſchenräumen von 6—7 Meter
über die graſige Ebene zogen. Es waren prächtige
Wilde, hohe, jehnige Geſtalten, bei jeder Bewegung ſah
man das Spiel der Muskeln unter der dunkel
ſchim=
mernden Haut. Die Mienen zeigten Stolz,
Grauſam=
keit und Furchtloſigkeit, phantaſtiſcher Haarſchmuck
zierte das Haupt. Sie trugen Schilde mit wunderlichen
Zeichnungen, und jeder Mann hielt in der Rechten
den kurzen, wenig über ein Meter langen Speer mit
der langen, ſcharfgeſchliffenen Eiſenſpitze, die im
Son=
nenlicht glänzte. Der Holzſchaft ſchien nur wenige Zoll
lang zu ſein, das Ende des Schaftes war wiederum
aus Eiſen, aber die Männer wirbelten dieſe ſchweren
Waffen um die Köpfe, als ſeien es leichte Rohrſtöcke.”
In einer weiten felſigen Talmulde ſtieß man endlich
auf einen Löwen. Es war ein prachtvolles Tier mit
mächtiger ſchwarzbrauner Mähne, ein wundervolles
Exemplar, das mit einem zornigen Brüllen
kampf=
bereit die fremden Eindringlinge begrüßte. Mit ſeinen
Freunden ſtellte Rooſevelt das Raubtier. Dann kamen
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Juli 1910.
Nummer 152.
Worms, 25. Juli. Feſtgenommen wurde ein
in Pfeddersheim bedienſteter 25 Jahre alter
Fuhr=
knecht aus Rubenach bei Koblenz wegen
Unterſchlag=
ung. Er war von ſeinem Dienſtherrn mit etwa 20 M.
und einem Fuhrwerk nach hier geſchickt worden, um
in einer Brauerei Malztreber zu holen. Als er die
Malztreber geladen hatte, ſpannte er das Pferd aus,
ließ Wagen und Geſchirr in der Brauerei zurück und
ſtellte das Pferd in den Stall einer Wirtſchaft ein.
Später bot er das Pferd, das einen Wert von etwa
1000 Mark hat, um 200 Mark zum Kaufe an mit
dem Bemerken, ſein Dienſtherr ſei krank, und er habe
von dieſem Auftrag zum Verkaufe des Pferdes.
Unter=
deſſen konnte der Dienſtherr verſtändigt werden, ſo
daß ein Verkauf nicht zuſtande kam und der Mann
wie=
der in den Beſitz ſeiner Sachen gelangte, mit
Aus=
nahme des Geldes für die Malztreber, das der untreue
Knecht bereits für ſich verausgabt hatte.
Eich, 24. Juli. Ein Drohbrief wurde dieſer
Tage dem Adjunkten Schilling hier zugeſtellt, in
dem unter Androhung von Verbrechen eine größere
Geldſumme verlangt wird. Ob es ſich hier nur um
einen ſchlechten Scherz handelt, oder ob die Urheber
wirklich Verbrecher ſind, die auf dieſe Art nach
berühm=
ten Muſtern leicht zu Geld kommen wollen, iſt noch
nicht aufgeklärt.
Alsheim, 25. Juli. Da in hieſiger Gemarkung die
Weinbenge vier= bis fünfmal mit Bordelaiſer
Brühe behandelt und zweimal geſchwefelt wurden,
ſo iſt es den eifrigen Winzern auch bei dem
ungünſti=
gen Wetter gelungen, das Laubwerk und die Trauben
zu erhalten. Der Behang iſt gut; man ſieht einem die
Winzer zufriedenſtellenden Herbſt
ent=
gegen.
— Haßloch, 24. Juli. Der älteſte Einwohner
der hieſigen Gemeinde, Herr Mich. Schneider I.,
feierte am vorgeſtrigen Tage in ſeltener körperlicher
und geiſtiger Friſche ſeinen 90. Geburtstag im Kreiſe
ſeiner Kinder, Enkel und Urenkel. Nicht weniger als
5 Kinder, 33 Enkel und 41 Urenkel konnten an dieſem
Tage dem verehrten Ahnen ihre Glückwünſche
dar=
bringen. Mit ihm zählt alſo die große Familie
acht=
zig Köpfe. Herr Schneider gehörte über 50 Jahre
lang dem Ortsgericht an, und ſein Sohn ſteht der
Ge=
meinde Haßloch bereits über 21 Jahre lang als
Bür=
germeiſter vor.
Gießen, 24. Juli. Eine Entſchädigung für
unſchuldig verbüßte Unterſuchungshaft hat
der Gerichtshof dem wegen Meineids angeklagten und
jüngſt von den Geſchworenen freigeſprochenen ehemaligen
Rechtsanwalt Klarenar zugeſprochen.
Friedberg, 24. Juli. In der Konkursſache
des Bombenattentäters Wingeß hat der Ingenieur
Haentſch in Leipzig eine Forderung von 8100
Mark mit Ausſonderungsrecht zur Maſſe angemeldet.
Er begründete die verlangte Vorbefriedigung damit,
daß die bei dem Selbſtmörder vorgefundene Barſumme
aus Unterſchlagungen herrührte, die der Verbrecher, der
kurz vor der Tat in ſeinen Dienſten war, zum Nachteil
des Arbeitgebers begangen hat. Iſt dieſes richtig, dann
erhält die Stadt Friedberg keinen Pfennig.
A Ehringshauſen (Oberheſſen), 25. Juli. Die U
m=
änderungen und Erweiterungsarbeiten
an unſeren Bahnanlagen ſind im weſentlichen
beendet. Das Empfangsgebäude iſt bereits
fertig=
geſtellt. Für die Bahnhofserweiterung waren zur
Aufſchüttung eines Dammes große Erdbewegungen
erforderlich, eine bei dem felſigen Boden keineswegs
leichte Arbeit. Das Stationsgebäude iſt jetzt auch an
die vor kurzem fertiggeſtellte Gemeindewaſſerleitung
angeſchloſſen worden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 24. Juli. Guſt. Thölde,
der Begründer oder Mitbegründer des
Aſylver=
eins für Obdachloſe, der Vorſitzende des
Ber=
liner Grundſtück=Maklervereins und Senior der
Ber=
liner Grundſtück=Maklerſchaft, iſt Freitag abend um
11 Uhr im Alter von 91 Jahren in ſeiner Wohnung
Bülowſtraße 3 geſtorben wo er vor nun bald
einem Jahre ſeinen 90. Geburtstag beging. Sein Name
iſt eng verknüpft mit der Geſchichte des deutſchen
Ge=
noſſenſchaftsweſens. Nachdem ſich Thölde von allen
ſeinen öffentlichen Aemtern zurückgezogen, behielt er
ſich gleichſam als ſein Altenteil die Arbeit an der
Leit=
ung des Aſyls für Obdachloſe vor. — Die Sekte der
Mormonen oder, wie ſie ſich ſelbſt nennen, „die
Heiligen vom letzten Tage”, die in dieſen Tagen die
Reichshauptſtadt zum Schauplatz ihrer Propaganda
er=
koren hatten, haben durch die Polizei eine arge
Ent=
täuſchung erlebt, denn man hat ſie kurzerhand als
„läſtige Ausländer” ausgewieſen. Im Zentrum der
Stadt, in einer Gegend, die auch die Heilsarmee und
andere Sekten bei ihrer propagandiſtiſchen Tätigkeit
in Berlin bevorzugen, war eine Verſammlung geplant,
zu der ſich 150 Männer und 250 Frauen=und junge
Mädchen eingefunden hatten, um den Mormonenführer
Me. Kay, der aus Zürich, dem Sitz der europäiſchen
Zentrale der Mormonen, in Begleitung von 20
ameri=
kaniſchen „Apoſteln” nach Berlin herbeigeeilt war, zu
hören. Allein kaum hatte die Verſammlung gegen 9
Uhr begonnen, als ein ſtarkes Aufgebot von
Polizei=
beamten in den Saal drang, die Verſammlung für
aufgelöſt erklärte und erſt die Männer und dann die
Frauen den Saal räumen ließ. Me Kay und ſeine 20
Gefährten mußten die Nacht in Polizeigewahrſam
zu=
bringen und am anderen Tage nach Rotterdam
ab=
reiſen. Die Vielweiber=Sekte wird an der
Betätig=
ung ihrer an den Orient erinnernden Anſchauung über
das weibliche Geſchlecht alſo nicht bloß durch finanzielle
Hinderniſſe und das Verbot des nordamerikaniſchen
Kongreſſes gehindert, ſondern hat auch in der alten
Welt unter der „Verſtändnisloſigkeit” der hohen
Obrig=
keit bitter zu leiden. — Die Morgenblätter melden:
In der Nacht vom Samstag zum Sonntag ſtießen auf
der Havel bei Nedlitz die Paſſagierdampfer „
Sieges=
fürſt” und „Babelsberg” zuſammen. Der Anprall
war ſehr heftig. Der „Babelsberg”, auf dem eine große
Anzahl Mitglieder des Akademiſchen Turnvereins ſich
befanden, ſank 5 Minuten nach dem Zuſammenſtoß.
Trotz der nach der Kolliſion unter den Paſſagieren
ausbrechenden Panik konnten ſich alle Fahrgäſte nach
dem „Siegesfürſt” retten, obgleich auch auf dem Schiff
bereits 300 Perſonen ſich befanden. Menſchenleben
ſind nicht zu beklagen, nur der Maſchiniſt der „
Babels=
berg” erlitt leichte Verletzungen. — Ein 17jähriger
Zahntechnikerlehrling ſtahl ſeinem im Bade
weilenden Vater, einem Rentier aus dem Weſten
Ber=
lins, Brillanten im Werte von 60000 Mark. Drei ihm
bekannte Bardamen verſetzten ſie. — Unter dem
Ver=
dacht der Kautionsſchwindelei wurde der aus
kurzer Tätigkeit als Leiter des Friedrich=
Wilhelmſtäd=
tiſchen Schauſpielhauſes bekannte Direktor
Soen=
dermann verhaftet.
Frankfurt, 25. Juli. Sonntag nachmittag gegen
6 Uhr wurde der Schloſſer Karl Trödler aus Mainz
wegen Zechprellerei verhaftet und nach der Wache
des dritten Polizeireviers geſchafft. Während ſeine
Perſonalien feſtgeſtellt wurden, gab Trödler aus einem
Revolver einen Schuß auf den ihm am Tiſch
gegen=
überſitzenden Schutzmann Appel ab. Der Schuß ſtreifte
jedoch zwiſchen Kopf und Ohr vorbei und ging in die
Wand. Trödler hatte noch zirka 40 ſcharfe Patronen
bei ſich.
Frankfurt, 25. Juli. Mehrere Stunden dauerte die
Verhandlung gegen den Redakteur Dr. Max Quarck
und den Parteiſekretär Heinrich Wittich, die Einſpruch
gegen Strafbefehle über 6 bezw. 4 Wochen Haft erhoben
hatten. Sie ſollen am 13. März im Stadtwald auf dem
Aepfelweinhügel eine Verſammlung unter freiem
Himmel ohne die vorgeſchriebene Genehmigung der
Polizei gemeinſchaftlich veranſtaltet und geleitet haben.
Dr. Quarck ſchilderte den Sachverhalt. Es kam am 13. März
nach 23 Verſammlungen zu einem Zug über Goetheplatz
und Kaiſerſtraße nach der Wilhelmsbrücke zu, an dem
ſich gegen 10000 Perſonen beteiligten. Auf der Barriere
am Hippodrom brachte der Angeklagte ein Hoch auf das
freie Wahlrecht aus. Als Berittene in den Zug
hinein=
ſprengten, bewegte ſich dieſer weiter die Forſthausſtraße
entlang. Auf dem Aepfelweinhügel ſtand ein Klafter
Holz, Quarck und Wittich ſchwangen ſich hinauf und
hiel=
ten kurze Anſprachen. Der Zweck dieſer Schlußworte war
lediglich der, eine in geſetzlichem Rahmen ſich bewegende
Demonſtration ohne jeden Zuſammenſtoß zu beendigen.
Eine Verſammlung habe gar nicht ſtattgefunden. Der
Mit=
angeklagte Wittich ſchloß ſich dieſen Ausführungen an.
Staatsanwalt Becker hob hervor, daß er keine Anklage
wegen eines verbotenen Aufzugs erhoben habe, weil dies
nicht ſicher nachzuweiſen ſei. In der Verſammlung auf
dem Aepfelweinhügel liege jedoch eine planmäßige
Ver=
anſtaltung, um die Erlaubnis einzuholen war. Dr.
Sinz=
heimer, der Verteidiger der Angeklagten, beſtritt das
letz=
tere entſchieden. Es kam zu längeren Erörterungen
dar=
über, ob die Verſammlung am Aepfelweinhügel als
Ver=
ſammlung anzuſehen iſt, und über die Beteiligung der
Angeklagten an der Veranſtaltung dieſer angeblichen
Ver=
ſammlung. Die Beiden erklärten übereinſtimmend, daß
ſie nicht zu einem Zuge nach dem Aepfelweinhügel
aufge=
fordert haben. Der Zug nach dem Wald ſei überhaupt
nicht geplant geweſen. Von einer Vernehmung der
vor=
geladenen zehn Zeugen wurde abgeſehen. Staatsanwalt
Becker begründete eingehend ſeine Meinung, daß eine
Verſammlung ohne polizeiliche Genehmigung veranſtaltet
wurde, und beantragte, den Einſpruch gegen die erkannten
Haftſtrafen abzuweiſen. Das Urteil lautete gegen beide
Angeklagte auf Freiſprechung. (Frkf. Ztg.)
Biedenkopf, 24. Juli. In der Grube Storch bei
Schöneberg bei Goſenbach verunglückte der jugendliche
Arbeiter Müller aus Burg dadurch, daß ihn die Trans=
die ſchwarzen Krieger dahergerannt, einer nach dem
anderen. Jeder, der kam, kauerte ſich etwa 60 Meter
von dem Löwen hinter ſeinen Schild. Sie bildeten
einen weiten Kreis um den Wüſtenkönig, der unwillig
den Kopf ſenkte, fauchend die Oberlippe hob und die
mächtigen Tatzen zeigte. Aber der Kreis wurde enger
und enger. Als er geſchloſſen war, erhoben ſich die
Speerträger und ſchritten vorwärts. Grimmig ſchaute
der Löwe umher, er ſuchte die Stelle, wo die Linie am
dünnſten war; und dann, mit Blitzesſchnelle, griff er
an. Die Krieger, denen der Angriff galt, ſtemmten ſich
feſt auf den Boden, um den Anprall zu empfangen, den
Speer wurfbereit in der Hand. Von der Seite ſtürzte
der Häuptling in den Kreis und ſchleuderte ſeine Waffe;
die ſcharfe Spitze drang tief in den Körper des
mäch=
tigen Tieres, der Löwe wandte ſich zur Seite und griff
nun den Vorderſten an. Der Krieger ſchleuderte ſeinen
Speer, er traf das Raubtier in die Flanken, ſo mächtig
war der Wurf, daß die Lanze den Löwen durchbohrte,
man ſah, wie die Spitze auf der anderen Seite des
Kör=
pers hervordrang. Aber nun war er da, der wütende
Leu, er ſchleuderte den Mann mit dem Schild zur Seite,
die furchtbare Tatze grub ſich tief in den Rücken des
Jägers. In dieſem Augenblick drang ein zweiter Speer
durch den Leib des Löwen, von allen Seiten waren die
Krieger herbeigeſtürzt: ſein Ende war gekommen. Noch
einen zweiten Mann packte die Beſtie mit ihren
mäch=
tigen Krallen, der Verwundete ſtieß mächtig zu, und
es gelang ihm, ſich der tödlichen Umarmung zu
entwin=
den. Das Ganze hatte kaum 10 Sekunden gedauert,
aber was für zehn Sekunden! Im Todeskampfe hatte
der Löwe einen Speer mit den Zähnen gepackt: die
ſtarke, dicke Klinge war nachher völlig verbogen. „Wir
bemühten uns ſofort um die beiden Verwundeten. Die
Behandlung ihrer Verletzungen mit antiſeptiſchen
Mit=
teln mußte qualvolle Schmerzen verurſachen; ich ſagte
den beiden, jeder von ihnen würde eine junge Kuh zum
Geſchenk erhalten. Die Nandis bewerten ihre Herden
faſt noch höher wie ihre Frauen. Bei meinem
Ver=
ſprechen ging ein breites Lächeln über die Mienen der
beiden Verletzten und ſie vergaßen ihre Schmerzen
vollkommen. Aber dann erhoben alle Krieger ihre
Schilder, in langſamem Tanzſchritt umkreiſten ſie den
gefällten Feind, aus ihren Kehlen kamen die
langge=
zogenen Töne des Siegesgeſanges, und ſchließlich endete
alles in einem wilden, ſtolzen Triumphgeheul.
— Ein Königsſohn als Poliziſt. Prinz
Kulery Uibero, der Sohn des Königs Behanzin,
des letzten Herrſchers von Dahomey, iſt in Paris die
Verühmtheit des Tages. In einer der letzten Nächte
verhaftete der ſchwarze Prinz einen der
gefürchtet=
ſten Apachen. Prinz Kulery Uibero, der 35 Jahre
alt iſt, hat 17 Jahre lang als Korporal in der
franzöſi=
ſchen Fremdenlegion Dienſt getan. Er wartet jetzt in
Paris auf ſeine wohlverdiente Penſionierung. Eines
Nachts wurde er auf der Straße von dem kürzlich aus
dem Zuchthauſe entlaſſenen Apachen Paurion beſchimpft.
Der Prinzkorporal, der ein ſchlanker, kräftiger Mann
von mehr als 6 Fuß Größe iſt, packte den Verbrecher
kurzweg an der Gurgel und ſchleuderte ihn zu Boden;
dann nahm er ihn unter den Arm und trug ihn ohne
weitere Umſtände zur Polizeiwache. Seine
Berühmt=
heit wird ihm hoffentlich in ſeiner
Penſionsangelegen=
heit zuſtatten kommen, denn es geht dem Prinzen
ſchlecht, er iſt völlig mittellos. Letzthin konnte man
ſehen, wie er ſchwere Zuckerkiſten auf einen Wagen lud,
um ſein Brot zu verdienen.
* Rettungskiſſen. Ein Segler macht
dar=
auf aufmerkſam, daß Kapok in Deutſchland ſchon ſeit
einiger Zeit zur Füllung von Rettungskiſſen und
Schwimmweſten benutzt wird. Es iſt ſehr weich, ſo daß
die Kiſſen gleichzeitig als Sitz= oder Kopfkiſſen verwändt
werden können. An Tragfähigkeit wird Kapok aber
wohl von dem jetzt viel benutzten Renntierhaar
übertroffen.
miſſion erfaßte und mehrmals herumſchleuderte.
Mann war ſofort tot.
Stuttgart, 25. Juli. Amtlich. In der Nachtzu
24. ds. Mts. iſt der Schnellzug Nr. 2, Friedrichſ
hafen=Ulm, bei der Ausfahrt von Bieberach, infol
Einſtellens einer unrichtigen Fahrſtraße, auf das neb
dem Betriebsgleis liegende, nach der nächſtfolgend
Station Warthauſen, noch nicht angeſchloſſene Bauglen
das künftige zweite Gleis, geraten. Das Zugperſon
hat die rechts aufgeſtellten Halteſignale nicht beach
und iſt auf dieſem Gleis bis in die Nähe der Statil
gefahren. Die Lokomotive ſetzte über den aufd
Gleis angebrachte Schwellenabſchluß weg und en
gleiſte ſamt dem Tender. Der Bahnpoſtwagenen
gleiſte mit einer Achſe. Die übrigen Wagen blieht
auf dem Gleis. Der Zug wurde als Sonderzug
Stuttgart weitergeführt. Perſonen ſind nicht verle
Der Betrieb auf der Bahnlinie wurde nicht geſtüg
Dagegen konnten die Züge auf der Schmalſpurbahl
linie Ochſenhauſen-Bieberach während einiger Stug
den nur zwiſchen Ochſenhauſen und Warthauſen
kehren.
Wr. Kreuznach, 24. Juli. Das 29. Mittelrhe
niſche Kreisturnfeſt wurde hier heutem
einer Vorfeier eröffnet. Der Feſtplatz auf der „Pfinaſ
wieſe” macht einen recht günſtigen Eindruck. Die
2000 Perſonen Raum bietende Feſthalle, das Eingangs
portal, die Wein= und Bierzelte uſw. ſind in einfache
anſprechender Architektur übereinſtimmend gebau
Nach einem Feſtzuge der Turn= und Geſangverein
durch die Stadt wurde der Nachmittag durch Keulen
übungen der drei Kreuznacher Turnvereine, Riegen
turnen der Muſterriegen für das Kreisturnfeſt, Z
lingsturnen, Mädchenturnen und Spiele ausgefülll
Abends gab es Konzert und turneriſche Vorführungen
in der Feſthalle und Tanz auf dem Feſtplatz. Fürds
Hauptfeſt am Sonntag verſpricht man ſich hier ein
rieſigen Beſuch.
Düſſeldorf, 24. Juli. Das hieſige Kriegsg
richt verurteilte geſtern den Ulanen Pißet von
zweiten Eskadron des Ulanenregiments Nr. 5 wegen
Verleumdung eines Vorgeſetzten zu 1 Jahr und
Monaten Gefängnis. Der Angeklagte hatte un
Hinzuziehung von Einzelheiten, die vollſtändig
der Luft gegriffen waren, behauptet, daß ein Untens
offizier die ihm unterſtellten Mannſchaften in
ſchlimmſten Weiſe mißhandle.
Apolda, 25. Juli. Kommerzienrat Müller,de
von 1887 bis 1890 den erſten weimariſchen Wahlkreis
Weimar=Apolda, im Reichstage als nationalliberale
Abgeordneter vertrat und lange Jahre Vizepräſiden
des weimariſchen Landtages, Präſident der Handels
kammer des Großherzogtums Sachſen, ſowie Inhalen
vieler anderer Ehrenämter war, iſt geſtern nach einem
aus Kairo eingetroffenen Telegramm auf der Rüch
reiſe im Orient geſtorben.
Hannover, 25. Juli. Als der Berliner Perſonen
zug in der vergangenen Nacht um 1 Uhr 38 Minuten
im hieſigen Bahnhofe einlief, bemerkte man die auf dem
Poſtwagen liegende Leiche eines Soldaten
des Magdeburgiſchen Huſarenregiments in Stendal
Die Leiche wies einen Beinbruch, Verletzungen im
ſicht und anſcheinend auch einen Bruch des
Rückenwil=
bels auf. Nach Lage der Sache iſt anzunehmen,daß
der Soldat, in deſſen Stiefeln der Name Fiſcher=Heinſ
verzeichnet iſt, irgendwo von der Brücke, die über den
Bahnkörper führt, von einem Dritten
h=
untergeſtürzt oder in der Dunkelheit gefallen
Möglich iſt auch, daß er als blinder Paſſagier verſuh
hat, ſich von der Brücke auf den Bremsbock zu begeben
und dabei heruntergeſtürzt iſt.
Kiel, 25. Juli. Auf der Kieler Förde ſind geſtelll
während der ſtürmiſchen Witterung beim Segeln vien
Perſonen ertrunken.
Maiburg, 24. Juli. Heute nacht gegen 12 Uhr
brach in der Schloßkaſerne in der mehren
Kompagnien des 15. Infanterie=Regiments unterges
bracht ſind, Großfeuer aus, das derart um ſich
griff, daß vom zweiten Stock aufwärts bis zum
Dach=
ſtuhl alles dem verheerenden Element zum Opfer fiel
Während des Brandes mußten von den Rettungsmann= unter der größten Lebensgefahr große Mun
tionsvorräte aus den oberen Räumen herabgeſchafft
werden. Viele Uniformen und Habſeligkeiten der in
Ernteurlaub befindlichen Soldaten ſind mit verbrannh
Die Entſtehungsurſache des Feuers iſt unbekannk=
Tromſoe, 25. Juli. Die arktiſche
Vorexpedi=
tion Zeppelin hat die Reiſe nach der grönländ
ſchen Küſte aufgegeben und wird nach dem Berline
Lokalanzeiger Mitte Auguſt nach Tromſoe zurüch
kehren.
Paris, 25. Juli. Aus Chalon ſur Saon
wird gemeldet: In dem Dorfe Marnay brach in dem
Augenblicke, wo die Generalratswahlen eröffnet wer
den ſollten, eine heftige Feuersbrunſt aus. Alle
Wähler eilten zur Brandſtätte, ſo daß die Wahlen nich
ſtattfinden konnten.
Paris, 25. Juli. Aus Nizza wird gemelden
Geſtern brach in dem Dorfe Luzerane Feuer aus
drei Kinder verbrannten in Abweſenheit der Eltern
aber auch die Mutter, die zur Rettung der Angehöre
gen herbeieilte, erlitt ſchwere Brandwunden.
New=York, 24. Juli. Auf dem in Southampton he
heimateten Dampfer „Momus” der ſich auf der
Reiſe von New=York nach New=Orleans befand, brac
am Freitag auf der Höhe von Florida Feuer aus
Das Schiff ſtoppte und bat mittels drahtloſer Tele
graphie um Hilfe. Darauf eilte das Schweſterſchiſſ
„Comus” an die Unfallſtelle und nahm 86 Paſſagier
des „Momus” an Bord. Das Feuer wurde gelöſcht=
Sonth Bend (Indiana), 25. Juli. Am Samsta
und geſtern abend verſuchten Ausſtändige, die
Wagen der Grand=Trunk=Railway zum Entgleiſen
zu bringen und zu verbrennen. Der Verkehr der
Per=
ſonenzüge iſt unterbrochen. Die Verwaltung der Grand=
Trunk=Railway bat den Gouverneur um die
Entſend=
ung von Truppen. Der Gouverneur ſchlug dies zwar
ab, übertrug aber den lokalen Behörden den Schutz
er Eiſenbahn.
Tokio, 24. Juli. Das Reuterſche Bureau meldel
aus Tokio: Der Dampfer „Tetſurei Maru” der
zwiſchen Kobe und Dalny verkehrt, iſt in der
vergan=
genen Nacht auf der Höhe von Tſchindo (Korea) mit
246 Paſſagieren untergegangen. 40 Perſonen
vurden gerettet. Kriegsſchiffe ſind abgegangen, um
nach den übrigen Paſſagieren zu ſuchen.
Fur
Kicht
Mnſene
E=Oberhaut
Kongreſſe und Verbandstage.
* Straßburg, 25. Juli. Die 5.
Jahresver=
ſammlung des Evangeliſchen Bundes
nahm in ihrer geſtrigen erſten, von über 1000 Perſonen
beſuchten Verſammlung nach einer Rede des Prof.
Lic. Niebergall=Heidelberg über das Thema: „Was
haben wir auf Grund des letzten Papſthandels als
R.=K.
Vornhei
urt
hmuck:
baden 654
Punkte, b)
774 Punkte,
Schulrei
Sechſer=
nkte,
Nummer 172.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Juli 1910.
Seite 5.
eu
Proteſtanten zu lernen und als Evangeliſche zu tun?,
folgende Reſolution einſtimmig an: „Die 5.
Landes=
verſammlung des Hauptvereins Elſaß des
Evangeli=
chen Bundes ſpricht ihr tiefſtes Bedauern aus über
Die Schmähungen, die das Oberhaupt der katholiſchen
Pirche im alten Geiſte unbelehrbarer Unverſöhnlich=
Peit in dem Borromäus=Rundſchreiben gegen die
Füh=
ber, Fürſten und Völker der Reformation
ausgeſpro=
hen hat; denn dadurch hat der Papſt nicht nur die
hei=
igſten Empfindungen aller echt Evangeliſchen verletzt,
ſondern auch den uns ſo nötigen Frieden mit unſeren
Matholiſchen Volksgenoſſen aufs ſchwerſte gefährdet.
Die Verſammlung bittet darum alle Evangeliſchen,
ch immer im Geiſte der Reformation zu ſtärken und
hr einigen, je mehr ſie von der römiſchen Seite
ver=
ſnnt und verdammt wird; denn das iſt allein die
ſſeichte Abwehr des alten böſen Feindes. Ebenſo bittet
lie aber, daß niemand von uns die katholiſchen
Volks=
enoſſen entgelten laſſen wird, was uns ihr kirchliches
Vberhaupt angetan hat, ſondern mit den Beſten unter
Uhnen nach wie vor Fühlung und Verſtändnis zu
ſt chen.
Luftſchiffahrt.
* Luzern, 24. Juli. Heute vormittag fand die
feier=
ſſlche Eröffnung der hieſigen Luftſchiff=
Station ſtatt. Zuerſt war ein Feſtakt in der Halle.
Der Präſident der Genoſſenſchaft „Aera”, Riedweg,
über=
gnb mit kurzer Anſprache den Schlüſſel an den Chef der
etation. Für die Compagnie Générale Transaérienne
ſ rach Deutſch de la Meurthe=Paris. Um 12,07 Uhr
er=
f lgte der erſte Aufſtieg der „Stadt Luzern I‟. Er dauerte
2 Minuten. Die erreichte Höhe betrug 250 Meter. Der
Aufſtieg verlief glatt. Hierauf war ein glänzendes
Ban=
krtt im Kurſaal. Stadtpräſident Heller ſprach namens der
Etadt Dank aus. Nachmittags gab es wieder mehrere
glatt verlaufene Aufſtiege und Kreuzfahrten über dem See
Miz0 Meter hoch mit Preßvertretern und Aeronauten, je
g bis 8 Perſonen. Dank der günſtigen Witterung verlief
dee Eröffnung ſehr günſtig. Eine vieltanſendköpfige
Nenge wohnte dem glänzenden Schauſpiel bei und
ver=
iflgte die Auf= und Abſtiege mit großer Begeiſterung. Von
Abekannten Aeronauten waren anweſend Oberſt Schaek=
Pern, von Deutſchland Direktor Colsmann u. a. Morgen
werden die Aufſtiege fortgeſetzt. Abends ſind Feſtlichkeiten,
Geebeleuchtung und Feuerwerk.
* Dünkirchen, 25. Juli. Drei Mitglieder des
hie=
ſgen Aeroklubs unternahmen geſtern einen Aufſtieg
tait dem Ballon „Ville de Dünkirch”. Das Wetter war
ſhlecht und ein ungünſtiger Wind trieb den Ballon nach
Pordweſten. Der Ballon ſtürzte ins Meer und
tie Inſaſſen erreichten mit großer Mühe und vollſtändig
nackt und entkräftet ſchwimmend das Land, wo ſie in einer
Pilla Aufnahme fanden. Den Ballon hofft man bei Ebbe
zut bergen.
Sport.
— Fußballklub „Viktoria=Darmſtad:
11909‟ Am Sonntag ſtand die erſte Mannſchaft des
ußballklubs „Alemannia”=Eberſtadt der zweiten
Mannſchaft des Fußballklubs „Viktoria”=Darmſtadt
tegenüber. „Viktoria” ſiegte mit 8:1 Toren.
— Sommerſportfeſt des Gau IX des
Deutſchen Radfahrer=Bundes. In der
Vorſtadt Bierſtadt der Weltbadeſtadt Wiesbaden
fand am Sonntag unter dem Arrangement des
Rad=
fahrerklubs Bierſtadt das Sommerſportfeſt des Gau IX geworfen.
es Deutſchen Radfahrer=Bundes ſtatt. Herr
Land=
gat Kammerherr von Heimburg hatte das Protekto= Bohnſack infolge der ſtürmiſchen See vier Fiſcher
welches zugleich das zehnjährige Stiftungsfeſt des
feſtgebenden Vereins bildete, durch einen Kommers im
Saalbau „Bären” eröffnet. Seitens der Bierſtadter
Bereine wurden die Glückwünſche dargebracht. Der herab und erſchlug eine Anzahl Frauen.
Gau IX veranſtaltete zugleich ſeine alljährliche
Wanderfahrt dorthin, an welcher ſich 18 Vereine
und eine größere Zahl Einzelfahrer und
Motorradfah=
ter beteiligten. Nachmittags bewegte ſich ein impoſanter 1 Springwelle ins Meer geriſſen; drei von ihnen er=
Preis= und Blumenkorſo durch die Straßen
Bierſtadts, anſchließend war auf dem Feſtplatz
Wett=
bewerb im Reigenfahren. Herr Aug. Stifft
über=
brachte hier die Glückwünſche des Gau IX und
über=
reichte einen ſilbernen Bannernagel, desgleichen die feld, der bekannte Ingenieur Feldmann, hatte im Jahre
Feſtjungfrauen. Die Preisverteilung ergab
nach=
ſtehendes Reſultat: 1. Bundesvereine: Gruppe
K: 1. Poſtradfahrerklub Frankfurt 10,2 Punkte, 2.
R.=K. Erbenheim 9,7 Punkte; Gruppe B: „Germania‟=
Frankfurt 9,54 Punkte, 2. R.=K. Wiesbaden 1904 7,84
Punkte, 3. Radtouren=Klub Wiesbaden 7,75 Punkte.
b. Nichtbundesvereine: 1. R.=V. Rüſſelsheim
9,42 Punkte, 2. R.=K. Dotzheim 9,15 Punkte, 3. R.=V.
Sonnenberg. 9,14 Punkte, 4. R.=K. Auringen 8,30 P., 5. Heft 25 der Zeitſchrift „Zur guten Stunde‟
Friſch Auf”=Erbenheim 7,52 Punkte. 3.
Blumen=
ſchmuck: a) Bundesvereine: Radtouren=Klub
Wies=
baden 6,54 Punkte, 2. R.=V. Wiesbaden 1904 6,25
Punkte; b) Nichtbundesvereine: 1. R.=Kl. Auringen Wetterhorn”, iſt mit vorzüglichen Illuſtrationen aus=
7,74 Punkte, 2. R.=K. Dotzheim 6,71 Punkte. Achter=
Schulreigen: Ehrengabe R.=V. Rüſſelsheim.
Punkte, 2. R.=K. Sonnenberg 3,85 Punkte.
* Homburg v. d. H., 25. Juli. Das Lawn=
Kennis=Turnier für aktive Offiziere des
deut=
ſchen Heeres und der Flotte hat heute vormittag be= 1908 nebſt Wechſelſtempelſteuergeſetz in der Faſſung vom
gonnen; es beteiligen ſich insgeſamt 27 Offiziere.
ſel der Deutſche Rütt im erſten Zwiſchenlauf für die
Fliegermeiſterſchaft der Berufsfahrer eine halbe Länge
zwiſchen Friol=Frankreich und den Deutſchen Henry! Dieſe neue Auflage iſt beſonders durch die völlige Umar=
Mayer und Willy Arendt zum Austrag. Ob=
Deutſchen verließen daraufhin die Bahn, Jahre 1909 erfuhren, ſind ebenfalls berückſichtigt.
Vermiſchtes.
— Der „deutſche Gruß” auf dem Deutſchen
Tanzlehrer=Tag zu Halberſtadt. Man ſchreibt
uns: Die Genoſſenſchaft Deutſcher Tanzlehrer, als der
berufenen Lehrer des guten Tones und vernünftiger
Ma=
nierlichkeit war von dem Allgemeinen Verein für
Deut=
ſchen Gruß zu Darmſtadt um Stellungnahme zur Frage
des Grußes durch Anlegen der Hand an die Kopfbedeckung,
dem deutſchen Gruße, erſucht worden. Ballettmeiſter R.
Knoll=Hamburg, der Vorſitzende der Genoſſenſchaft,
be=
ſpricht zumſichſt einige Einwände gegen die jetzige
Gruß=
form, hält die Grußform für Geſchmackſache und befürchtet,
wie dies auch tatſächlich ſchon vorgekommen ſei, daß im
Anfange mißverſtändliche Auffaſſung nicht zu vermeiden
wäre, Der=Schriftführer Jürgen Schmidt, Redakteur des
Fachblates Der Tanzlehrer, ſpricht ſür den deutſchen
Gruß, u. a. ausführend: Es ſei erwünſcht, den
ſchwer=
fälligen Gruß durch Hutabnehmen durch eine leichtere,
moderne und gefälligere Grußform zu erſetzen, wie dies im
Auslande überall ſchon geſchehen. Um jedoch die im
Aus=
land zutage getretene vollkommene Willkür in der Wahl
der Grußform nicht auch auf Deutſchland übergreifen zu
laſſen und den unausbleiblichen Fortſchritt in geregelte
Bahnen zu lenken, ihm eine anſtändige Form zu geben,
halte er es für eine Pflicht der Tanzlehrer, tätig
einzugrei=
fen und als geeigneten Gruß das Anlegen der Hand, den
deutſchen Gruß, in ihren Lehrplan aufzunehmen. An der
lebhaften Debatte über dieſen Gegenſtand beteiligten ſich
u. a. Herr Hartmann=Fulda, der warm für den deutſchen
Gruß eintrat und auf die Mißſtände des Hutabnehmens
bei zahlreichem Bekanntenkreis und häufigen Begegnungen
1hinwies. Ebenſo ſprach Herr Mövis=Frankfurt für den
deutſchen Gruß, der natürlich in der geſälligen Form, wie
Offiziere Damen zu grüßen pflegen, auszuführen ſei. Die
Bedenken des Vorſitzenden, ob nicht mit Einführung des
deutſchen Grußes die Form der Kopfbedeckung geändert
werden müßte, wurden von einer Berliner Kollegin
zu=
rückgewieſen, mit dem Hinweis, daß auch viele Uniformen,
z. B. die Schutztruppen und Forſtbeamte Hüte tragen, die
ſich von der Form der Zivilhüte nicht unterſcheiden. Es
wurde folgende Reſolukion angenommen: „Der 19.
Deutſche Tanzlehrertag hält die
Beſtrebun=
gen des Vereins für Deutſchen Gruß für
zeitgemäß und beſchließt, den deutſchen
Gruß in ſeinen Lehrplan aufzunehmen.”
* Aus der neueſten Miſſions=Statiſtik.
Am Schluß des Jahres 1909 betrug die Zahl der von der
Rheiniſchen Miſſion in Afrika, Niederl. Indien,
China und Neuguinea geſammelten Heidenchriſten 144929;
faſt 15000 Heiden ſtehen noch im Taufunterricht. Ihr
er=
folgreichſtes Arbeitsfeld hat die Rheiniſche Miſſion in
Sumatra mit 93 936, und in Nias mit 10832 Chriſten.
Die Zahl der dortigen europäiſchen Miſſionare,
einſchließ=
lich der Laien, beträgt 181; neben ihnen arbeiten 20
Schwe=
ſtern, 29 ordinierte eingeborene Prediger und über 800
ein=
geborene Lehrer. Trockene Zahlen, aber ſie reden eine
be=
redte Sprache. Eine Fülle von Mühe und Arbeit, von
Freuden und Enttäuſchungen iſt in ihnen eingeſchloſſen.
Unwetter.
ungeheuren Kräften, die der am Freitag nacht über
Nürn=
berg hinweggegangene Orkan entfaltet hat, kann man
ſich machen, wenn man hört, daß der über fünfzig
Meter breite Rieſen=Portalkran der Firma Joh. Funk,
Marmorwerke=Nürnberg im Gewichte von 2000 Zentnern
unter Sprengung der Bremſen und teilweiſer Zerſtörung
des Fahrwerkes, 60 Meter weit getrieben wurde. Derſelbe
überrannte ſogar die Endpuffer, kippte und rammte ſich
in die Erde feſt.
* Trier, 25. Juli. Ueber das Unwetter am
von den anliegenden Höhen noch fortgeſetzt Einzelheiten
über die ſchrecklichen Verheerungen ein. Tauſende von
Bäumen wurden entwurzelt. In Platten ſtürzte der
Kirch=
turm ein; Güterwagen wurden umgeworfen. Der Schaden
in Oſonn, Monzelfeld und Platten wird auf über 100000
Mark geſchätzt. In Uerzig wurden das Schulhaus und
eine Fabrik völlig abgedeckt. In Weiskirchen deckte der
Sturm ebenfalls das Schulhaus ab und in Pfalzfeld wurde triebein.
ein zum Aufenthalt der Reiſenden dienendes Gebäude um=
* Danzig, 25. Juli. Geſtern nachmittag ſind bei
rat übernommen. Am Vorabend wurde das Feſt,ſertrunken, unter ihnen Vater und Sohn; zwei
andere Fiſcher, die gleichfalls ins Waſſer gefallen
waren, wurden gerettet.
* Rom, 25. Juli. In einer Fabrik zu Colombo
ſtürzte plötzlich während eines Unwetters der Fabrikkamin
* Mabrid, 25. Juli. In San Sebaſtian
wur=
den geſtern zehn am Ufer ſpielende Knaben von einer
tranken.
Literariſches.
— Der Erbauer der Schwebebahn Barmen-Elber=
1904 ein großartiges Werk begonnen, deſſen Vollendung
ihm jedoch nicht beſchieden war. Mit außerordentlicher
Kühnheit hatte er einen Perſonenaufzug auf das
Wet=
terhorn konſtruiert, der in 2 Sektionen zu den Höhen
Bornheim 9,21 Punkte; Gruppe C: 1. „Naſſovia” dieſes Bergrieſen führen ſoll. Die Verbindung
zwi=
ſchen der Station „Oberer Gletſcher” und „Engi” iſt
jetzt fertiggeſtellt. Es läßt ſich denken, wie ungeheuere
Schwierigkeiten die moderne Technik bei dieſem Bau
zu überwinden hatte. Ein hochintereſſanter Aufſatz in
(Deutſches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57,
Preis des Vierzehntagsheftes 40 Pfg.) aus der Feder
geſtattet und gibt eine erſchöpfende Beſchreibung dieſes
neuen, eigenartigen Beförderungsmittels in die Re=chen Rannacca erſchien ein angeblicher Polizei=
Sechſer=Schulreigen: 1. R.=K. Dotzheim 5,99 gionen des Hochgebirges. Dasſelbe Heft bringt
wie=
derum eine Fülle des beſten Leſe= und
Unterhaltungs=
ſtoffes.
— Wechſelordnung in der Faſſung vom 3. Juni
15. Juli 1909. Textausgabe mit Einleitung über das
Wechſelrecht ſamt Formularen, mit erläuternden Noten
* Brüſſel, 25. Juli. Nachdem geſtern in Brüſ= und Sachregiſter herausgegeben von Dr. Karl Gareis,
Geh. Juſtizrat und ord. Profeſſor der Rechte in München.
vor Comes und dem zwei Längen zurückbleibenden Achte, veränderte Auflage. 1910. C. H. Beckſche Verlags=
Schilling gewonnen hatte, kam der zweite Zwiſchenlauf buchhandlung, Oskar Beck, München. Preis 1,80 Mark.
beitung des auf die Wechſelſtempelſteuer bezüglichen Teiles
gleich Mayer mit guter Handbreite über das Band ge= in der Faſſung vom 15. Juli 1909 bemerkenswert.
Aen=
gangen war, wurde Friol als Sieger erklärt. Die 1 derungen, die das Bankgeſetz, das Münzgeſetz u. a. im
— Der in zwölfter Auflage vorliegende Führer
durch die Privat=Heilanſtalten, Sanatorien
und Erholungsſtätten von Dr. Paul Berger
iſt ein unentbehrliches Handbuch für Aerzte und Laien
ge=
worden. Das Buch, welches dem Leidenden nicht nur ein
Führer, ſondern auch ein Ratgeber und Helfer ſein wird, Dur Einmachzeit. Man ſchreibt uns: Seit einer Reihe
erſchien im Verlage von Hugo Steinitz, Berlin S.W. 68, I a) von Jahren iſt jetzt ſchon das mit Salicyl hergeſtellte
und koſtet 2 Mark.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
men der preußiſch=heſſiſchen
Staats=
eiſenbahnen im Perſonenverkehr ſind, wie die
Monaten Mai und Juni 1910 zuſammen gegen die 1 Seite uſw.
gleiche Zeit des Borſahres nicht um 13 Progen,
ſon=
dern um 8,1 Prozent geſtiegen.
* Berlin, 25. Juli. Der Staatsanzeiger meldet:
Der König ernannte den Rittmeiſter der Reſerve des
Garde=Küraſſierregiments, Graf Valentin Henckel
von Donnersmarck, zum Hofmarſchall und verlieh
ihm gleichzeitig die Kammerherrenwürde.
* Paris, 25. Juli. Bezüglich der Affäre
Ro=
chette hat der Matin an Clemenceau nach
Buenos Aires das telegraphiſche Erſuchen
ge=
richtet, die näheren Umſtände darzulegen, unter
denen am 23. März 1908 die Verhaftung
Rochettes erfolgte. Clemenceau antwortete
ge=
ſtern vormittag telegraphiſch: „Ich habe alles geſagt,
was ich weiß.” — Auch ein Vertreter des New=York
Herald hatte ſich drahtlich an Clemenceau gewendet,
indem er ihn gleichzeitig über die letzten Ereigniſſe in
der Affäre Rochette, ſowie über die Preſſekommentare
dazu unterrichtete. Clemenceau antwortete mit einer
Erklärung, daß niemals jemand mit ihm für oder
gegen Rochette geſprochen habe. Er habe ohne
Vorbe=
halt die unbedingte Wahrheit geſagt. Die einzige
Unterredung habe er mit dem Polizeipräfekten Lèpine
gehabt; dies habe aber nach ſeiner Anſicht höchſtens
fünf Minuten gewährt und durchaus nicht das
Ergeb=
nis gehabt, daß Rochette verhaftet werden ſollte. Denn
das war nicht unſere Sache. Das Ergebnis beſtand
lediglich darin, daß dem Gericht freier Lauf gelaſſen
werden ſollte, unbeirrt durch irgend welche
Beeinfluſ=
ſungen. — In privaten Unterredungen habe er
mehr=
fach der Regierung den Vorwurf machen hören, ſie
helfe gewiſſen Politikern, um das Vorgehen der Juſtiz
zu verhindern. Dieſe wiederholten Beſchuldigungen
hätten ihn zu einer Unterredung mit dem
Polizeiprä=
fekten Lépine veranlaßt.
* Paris, 25. Juli. Die aus Madrid über den
Zu=
ſtand des ehemaligen Miniſterpräſidenten Maura
eingelaufenen Nachrichten lauten befriedigend.
Am ſchwerſten iſt die Wunde am Bein. Aber einige
Tage der Ruhe werden zur vollſtändigen
Wiederher=
ſtellung Mauras genügen. — Der Vater und der
Bru=
der des Attentäters Roca, die bekanntlich verhaftet
worden waren, ſind wieder freigelaſſen worden.
* Konſtantinopel, 25. Juli. Den Blättern zufolge
begnadigte der Sultan anläßlich des
Verfaſſungs=
tages 300 kriegsgerichtlich Verurteilte, darunter Wür=
* Nürnberg, 24. Juli. Eine Vorſtellung von den denträger des alten Regimes. Der Sultan ſtiftete einen
neuen Orden, den Tugendorden. — Tanin erklärt
be=
züglich der Gerüchte über die Beteiligung der früheren
Großweſire Kiamil und Ferid an dem
Geheim=
komitee, daß die bisherige Unterſuchung kein auch
nur entferntes Anzeichen für eine ſolche Beteiligung
ergab.
* Konſtantinopel, 25. Juli. Der bulgariſche
Geſandte Sarafow lenkte in freundſchaftlicher
Weiſe die Aufmerkſamkeit der Pforte auf den Zuzug
mazedoniſch=bulgariſcher Flüchtlinge
vorigen Freitag abend laufen aus den Moſel=Orten und nach Bulgarien, der eine Folge der rückſichtslos
durch=
geführten Entwaffnung der mazedoniſchen
Bevölker=
ung ſei. Er erhielt die Zuſicherung, daß die Pforte
das Nötige veranlaſſen werde, damit der Auszug der
Bulgaren aus Mazedonien aufhöre.
** Lawrence (Maſſachuſetts), 25. Juli. Die
pacifi=
ſchen Baumwollfabriken, die etwa 7000 Arbeiter
beſchäftigten, ſtellten bis zum 1. Auguſt den Be=
* Tokio, 25. Juli. Das Unglück des „
Tet=
ſurei Maru” ereignete ſich während des Nebels;
als das Schiff ſank, gingen die Paſſagiere ohne jede
Panik von Bord auf ſechs Boote über. Der Kapitän
und der größere Teil der Beſatzung hatten keine
Zeit, ſich zu retten. Die ſechs Paſſagiere der
erſten und die 13 der zweiten Klaſſe befinden ſich unter
den Geretteten; man glaubt, daß die 105 Paſſagiere
dritter Klaſſe und die 59 Soldaten durch Kriegsſchiffe
gerettet wurden.
— Berlin, 25. Juli. Zu der Lichtenrader
Af=
färe meldete ſich eine Anzahl Zeugen, die für Albert
Rademeyer außerordentlich belaſtende Ausſagen
ge=
macht hat. Aus denſelben geht hervor, daß er der
eigent=
liche Urheber der Erpreſſerbriefe, wohl aber nicht des
Bom=
benattentates iſt.
— München, 25. Juli. Das nahezu 900 Jahre
alte Pfalzgrafenſchloß Neuenburg, das als
Ka=
ſernement des 15. Infanterie=Regiments diente, iſt in
ſeinem Nordbau vollſtändig ausgebrannt. Ein
Soldat wurde unter dem Verdacht der Brandſtiftung
verhaftet.
— Nürnberg, 25. Juli. In der fränkiſchen Schweiz
ſtürzte ein Automobil infolge eines Radbruches
um. Zwei Perſonen wurden ſchwer, die übrigen leicht
verletzt.
— Chemnitz, 25. Juli. Auf der Straße zwiſchen
Chemnitz und Zwickau erlitt das Automobil eines
Chemnitzer Unternehmers bei einer Kurve einen Defekt
von E. Trapp, betitelt „Der elektriſche Aufzug auf das und ſchlug um. Der Chauffeur wurde getötet, die
übri=
gen Inſaſſen leicht verletzt.
— Rom, 25. Juli. In dem ſizilianiſchen
Städt=
kommiſſär, der eine Ordre des Präfekten vorwies.
Mit ſieben Poliziſten durchzog er die Gegend und
er=
hob auf umliegenden Gütern größere Geldbeträge
zu mehreren tauſend Franken. Mit dem Geld iſt er
verſchwunden.
— Paris, 25. Juli. Der Kurſaal zu Cette wurde
geſtern während einer Vorſtellung völlig eingeäſchert.
Der Brand brach in der Garderobe aus und griff ſchnell
um ſich. Im Publikum herrſchte furchtbare Panik; es kam
aber niemand um.
— Paris, 25. Juli. Geſtern nachmittag
durchſchnit=
ten Unbekannte in der Nähe der Brücke von Pacg nicht
weniger als 63 Telephon= und
Telegraphen=
drähte. In der Nähe von St. Germain wurden 600
Meter Telephondrähte abgeſchnitten und davongetragen.
Petersburg, 25. Juli. Kyindſchi, der an
vielen Wohltätigkeits=Stiftungen für begabte
Künſt=
ler beteiligt war und zu dieſem Zwecke mehrere
Mil=
lionen geſtiftet hat, iſt im Alter von 68 Jahren
ge=
ſtorben.
und mehrfach im Auslande patentierte echte Pergament=
Papier im Handel. Nach den gemachten Erfahrungen
hat ſich dieſes Papier ganz vorzüglich bewährt und darf
man wohl ſagen, daß dieſes das Pergament=Papier der
Zukunft iſt, da dasſelbe, trotz der zu ſchätzenden Eigen=
* Berlin, 25. Juli. Die Betriebseinnah= ſchaft der Schimmelvermeidung, nicht teurer iſt wie das
gewöhnliche Pergament. Dem Fabrikanten ſtehen viele
Anerkennungen von Hausfrauen aller Stände, die das
Nordd. Allg. Ztg. berichtigend meldet, in den beiden Papier nach Gebrauchsanweiſung verwendeten, zur
(14798f
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Juli 1910.
Nummer 172.
S
Musik-
In strumente aller Frt
Geigen — Mandolinen — Guitarren
Blech-, Holz- u. Schlaginstrumente
Mund- und Ziehharmonikas
Ocarinas etc. — Saiten
Musikalien
Piano u.8
Ligenes
Karmonium
Reparatur-
Fieier
Lager
f. alle Instrum
Kauf-Miete
org Thies
Darmstadt
Elisab.-St. 12
Beſtellungen
auf das
„Darmſtädter Tagblatt”
werden in der Expedition, ſowie von allen
Poſtanſtalten entgegengenommen.
Bankſagung.
Für die freundlichen Beweiſe wohltuender
Teilnahme beim Hinſcheiden unſerer lieben
(14800
Schwägerin, Tante und Großtante
Fräulein Luise Frey
ſagen wir auf dieſem Wege herzlichſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt u. Lauterbach, 23. Juli 1910.
Todes-Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſern innigſtgeliebten Sohn und Bruder
heute morgen 1 Uhr nach zweitägigem ſchweren
Leiden im Alter von 7 Jahren 10 Monaten zu
ſich zu ruſen.
(14835
Darmſtadt, den 24. Juli 1910.
Im Namen der trauernden Eltern und
Geſchwiſter
der Vater: Peter Schweitzer,
Zimmermeiſter und Wirt.
Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag
4 Uhr, vom Sterbehauſe, Ecke Liebfrauen= und
Heinheimerſtraße aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Ableben meines lieben Gatten, unſeres
Vaters, Schwiegervaters, Großvaters und Onkels
Georg Himmler
ſagen wir hiermit Allen innigſten Dank. (14816
Namens der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelmine Himmier,
geb. Walter.
Darmſtadt, den 25. Juli 1910.
Dankſagung.
Für die liebevolle Teilnahme anläßlich des
Hinſcheidens unſerer lieben Mutter,
Schwieger=
mutter, Schweſter und Großmutter
(14790
Frau Luise Baur
ſagen wir innigſten Dank.
Heppenheim, Ems und Darmſtadt,
im Juli 1910.
Die trauernde Familie.
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe wärmſter Teilnahme
bei dem Ableben meines lieben, unvergeßlichen
(14808
Gatten
Saces Wilherm Mersheler
ſage Allen auf dieſem Wege meinen tiefgefühlten
innigſten Dank.
Zugleich im Namen der Familie
die trauernde Gattin:
Marie Hersheimer.
eite etetente
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die neue
Zyklone über dem weſtlichen Ozean iſt unter Verſtärkung
nach den britiſchen Inſeln gezogen. Nach
vorüber=
gehender Aufheiterung geſtern iſt es über Nacht wieder
trüb geworden und der Wind friſcht aus Süden auft
Der Wirbel dringt oſtwärts vor, ſodaß wieder Regen
eintritt.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag den 26. Juli
Regenfälle, ſtarker bis ſtürmiſcher Weſt, kühl.
Tageskalender.
Generalverſammlung der Krankenkaſſe für Beamte,
Kaufleute und Gewerbetreibende um 6 Uhr in der
Reſtauration „Zum Reichsadler” (Mauerſtraße).
Schülerwanderung nach Lengfeld (Zuſammenkunft
um 6¾ Uhr am Friedhof).
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Schützenhof”.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo.”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Crafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 27. Juli.
Hofreite=Verſteigerung des Friedr. Edm. Göllnitz
(Kaupſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Großh. Hofbibliothek, gebfnet Montag bis Freſtahtl
von 9—1 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr, Samstag
von 9—1 Uhr.
Gewerbe=Muſeum, Neckarſtraße 3. Täglich geöffnet
p. 11—12½ Uhr, Sonntags v. 11—1 Uhr. Eintritt frei
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuileton
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrigen
redaktionellen Teil= und LetzteeNachrichten: Max Streeſez
für den Anzeigenteil. Ji. Kroſk, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden:nicht
zurückgeſandt.
Preisermässigungen bis weit unter den Selbstkostenpreis bietet mein diesjähriger grosser
(1s
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Damen-Confection und Damen-Kleiderstoffen jeder Art.
S Aur noch einige Tagel Wilzolaus Lerch fur nuoch einige Tagel 25
IC. W. Braun
per 15
Kurſe vom 25. Juli 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,50
3½ Deutſche Reichsanl. . 23,10
84,10
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,50
93,20
3½ do. Eonfols .
84,10
3 do. do.
A Bad. Staatsanleihe . . 101,70
94,00
do.
3½
85,40
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,40
91,90
do.
3½
do.
83,50
4 Hamburger Staatsanl.
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,60
91,40
do.
3½
do.
80,70
3 Sächſiſche Rente . . . 83,40
4 Württembergerv. 1907 102,10
9280
do.
3½
H Bulgaren=Tabak=Anl. 101,00
u½, Griechen v. 1867 . . 48,40
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 97,50
4 do. Goldrente . . 99,50
do. einheitl. Rente 93,75
3 Portug. unif. Serie I 66,20
3 do. unif. Ser. III 67,70
3 do. Spezial. 11,60
5 Rumänier v. 1903 . . 102,00
do. v. 1890 ..
do. v. 1905 . . 90,50
4 Ruſſen v. 1880 ₰. 6. a., 91,50
InProz.
Zf.
4 Ruſſen v. 1902 . z . „ 92,25
4½ do. v. 1905 . . . . 100,20
3½ Schweden . . . . .
Serbier amort. v. 1895 84,90
Türk. Admin. v. 1903 87,10
do. uniſtz. v. 1903 94,20
Ungar. Goldrente . . 95,10
do. Staatsrente . 91,90
Argentinier . . . . . . 101,80
do.
91,40
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,00
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,00
do.
99,00
47.
4½ Japaner . . . .
. 97,90
Innere Mexikaner . .
do.
Gold=Mexikan. v. 1904
Gold=Mexikaner . . .
99,60
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . . 140,50
4 Nordd. Lloyd . . . . 109,10
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 116,75
4 Baltimore & Ohio . . 106,50
4 Getthardbahn . . . . 80
InProz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 157½
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,00
4 Pennſylvania R. R. 128,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 204,50
Werger=Brauerei
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 479,50
Fabril Griesheim . . . . 261,75
. . 492,00
Farbwerk Höchſt .
Verein chem. Fahrilen
322,00
Mannheim.
Lahmeper.
.111,30
Schuckert
.157%
Siemens & Halske . . . 237,20
Adlerfahrradwerke Kleyer 414,00
Bochumer Bb. u. Guß . . 228½
Gelſenkirchen .
..204,50
Harpener.
.189,00
Phönir, Vergb. u.
Hütten=
betrieb .
.. . 221,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 89,50
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,50
do.
91,75
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
4 do. ſteuerfrei . 98,10
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,00
do.
97,70
4
do. alte .
5
5 Oeſterr. Südbahn . . 98,90
do.
4
78,50
2%
do.
5610
3 Raab=Oedenburger . . 75,10
4 Ruſ. Südweſt.
90,30
4 Kronpr. Rudolfbahn . —
In Proz.
31.
20 Livorneſer . . . . . . 75,90
4 Miſſouri=Pacific . .
4 Bagdadbahn Mk. 408 86,80
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 101,90
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ.
4 Darmſtädter Bank 130,50
4 Deutſche Bank .
4 Deutſche Vereinsbank
Diskonto Geſelſchaſt
4 Dresdner Lank.
Mitteldeut. Kreditbk. 119,60
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 125,00
4 Pfälzer Bank . . . . . 101,40
Reichsbank .
Rhein. Kredit=Bank 139,00
4 Wiener Bank=Verein:
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 171
do. S. 19. . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
3½ do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917
do. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 1
do,
3½
166,70
251,50
127,60
185,40
156,50
143,50
137,60
100,20
92,30
99,60
100,50
90,50
101,60
2280
101,00
91,10
100,20
91,00
100,40
92,60
Eine
Zf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . . . . . 100,25
* 91,50
3½ do.
. 100,90
4 Frankfurt .
95,50
3½ do.
4 Gießen .
3½ do.
a 100,00
4 Heidelberg
3½ do.
100,60
4 Karlsruhe
3½ „ do.
91,50
—
4 Magdeburg.
-
3½ do.
-
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim .
* 100,20
3½ do.
4 München .
.. 101,00
3½ Nauheim
92,00
4 Nürnberg.
.100,60
3½ do.
4 Offenbach.
—
3½ do.
4 Wiesbaden .
.100,40
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 82,50
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner . 100 135,00
5 Donau=Reg. fl. 100 150,50
3 Hall. Komm. „ 100 106,00,
In Proz.
Zf.
3 Madrider Fs. 100 77,60
4 Meining. Pr.=Pfand=
.136,50
briefe.
4 Oeſterr. 1860er, Loſe 173,40
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
Braunſchweiger
Freiburger
Mailänder
do.
Meininger
20 200,00
15 5600
45 130,0
10
7 3750
Oeſterreicher v. 1864 , 100 462,00
do. v. 1958 , 100
Ungar. Staats „ 100 384,00
Frs. 30 42,50
Venediger
Türkiſche
„ 400 182,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,39
20 Franks=Stücke
16,22
Oeſterr. 20=Kronen:
16,90
Amerikaniſche Noten.
. 4,19½
Engliſche Noten .
20,42
Franzöſiſche Noten.
8125
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Juli 1910.
Nummer 172.
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§ 172.
Dienstag, 26. Jnli.
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des Haarbodens anerkannt worden, ſie befördert bei Herren einen vollen, kräftigen
Bartwuchs und verleiht ſchon nach kurzem Gebrauche ſowohl dem Kopf= als auch
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haar natürlichen Glanz und Fülle und bewahrt dieſelben vor frühzeitigem Ergrauen
bis in das höchſte Alter.
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ſelbſterfundenen Haarwuchs=Pomade ſein Haar dicht und lang erhalten. Kein anderes
Mittel beſitzt ſoviel Haarnahrſtoff als die Cſillag=Pomade, welche ſich mit allem Recht
einen Weltruf erworben hat, indem die Damen und Herren ſchon nach Benützung des
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IIn der Honnwendnacht.
Aus dem Tagebuch einer Einſamen
von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
Eva preßte ihren heißen Mund auf meine Hände.
Wie gut biſt Du, ſchluchzte ſie auf, und wie
erbärm=
lich haben wir gehandelt. Könnte ich doch zu Deinen
Füßen ſterben.
Leben ſollſt Du für ihn, flüſterte ich ihr zu, was ich
nicht gekonnt. Mit Deiner Liebe, mit Deiner Jugend,
nit Deiner Leidenſchaft führſt Du ihn andere Wege,
s ich, die Alltagsfrau, die kleinlich am Boden klebt,
während er ſich hinaufſchwingen will in das
ſonnen=
phe Heim, das ſeine glühende Phantaſie begehrt. Hüte
as heilige Feuer in Deiner Bruſt, Eva, daß es nicht
ur Aſche werde und Dein Herdfeuer nicht auch ſo
verglimmt wie das meine.”
Und dann war ich ſtill in mein Wohnzimmer
ge=
gangen, die Tür feſt verſchließend.
Die ganze Nacht ſaß ich am Fenſter. Die
Johannisfeuer verglühten auf den Bergen, und
roſenrot ſtieg der junge Morgen im Oſten auf. Ich
hatte keine Empfindung als die, daß ich geſtorben ſei,
wie mein Glück. Selbſt nicht das leiſe Weinen der
Kinder konnte mich aufrütteln. Wie im Traum hörte
ich, daß Ermann zu ihnen ging. Er wollte Abſchied
ron ihnen nehmen, Abſchied für immer, denn, das
ge=
lobte ich mir, nie, nie ſollte er ſie wiederſehen.
Und als der Morgen heraufſtieg in Glanz und
Duft, als die ſchwüle Johannisnacht, die mir mein
Glück genommen, verflogen war, da hörte ich das
Rollen eines Wagens. Ermann und Eva zogen dem
Glück, der Sonne entgegen.
In dieſer Nacht ſtarben Tauſende von Roſen in
unſerm Garten. Verblühte Roſenblätter flatterten
durch die Luft und ſäumten den Weg der beiden, die
hinauswanderten, das Glück zu ſuchen in der
Sonn=
wende.
Und die Jahre gingen und kommen. Die Kinder,
die vaterloſen, blühten auf unter meiner Pflege. Ich
mußte ihnen ja jetzt alles ſein. Mit Rieſenmut
be=
zwang ich meine Hinfälligkeit. Ich wollte geſund ſein,
ich wollte mich meinen Kindern erhalten.
Der Vater ſei weit gereiſt, hatte ich ihnen geſagt.
Zuerſt fragten ſie noch oft, wann er wiederkehrte, dann
verſtummte ihr Fragen, und ſchließlich ſchwiegen ſie
ganz, und ich wagte nicht, ſie zu erinnern.
Nach Trennung unſerer Ehe war Eva Ermanns
Weib geworden. Daß er glücklich war, ſchrankenlos
glücklich, erſah ich aus ſeinen Werken.
Das war ein Duft, ein Klang, daß ich mir
er=
ſchauernd ſagte, nein, er konnte nicht aushalten bei
Dir. Er mußte andere Bahnen ziehen, fernab von den
deinen.
Nie wieder war ich den beiden begegnet. Eva
hatte zuweilen mal verſucht, mir ein Wort zu
ſchrei=
ben, aber ich hatte ihre Briefe nie geleſen. Losgelöſt
ſollte ſie von mir ſein, die mir mein Alles genommen.
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Zuweilen las ich in den Zeitungen von der
ſtrah=
lend ſchönen Frau Ermann, die er in ſeinen
Märchen=
dichtungen verherrlichte. Ich ſah ſie im Geiſte wie
ein Feenkind durch ſein Haus huſchen, und ich konnte
lächeln, lächeln, daß es dort keinen Schatken gab, daß
mein Opfer nicht umſonſt gebracht war.
Dann hörte ich lange nichts von ihm. Sein
Dichter=
mund ſchien verſtummt.
Und wieder an einem Sonnwendtag, da flog
plötz=
lich ein Telegramm in meinen Schoß.
„Eva hoffnungslos erkrankt. Will Dich ſehen,
komm ſofort. Ich flehe Dich an.
Ermann.”
Mir verſagten die Knie. Zitternd ſank ich in einen
Stuhl. Das war faſt noch ſchwerer als der
Johannis=
tag vor fünf Jahren, da ich ihn verlor.
Dann aber raffte ich mich auf. Meine ſüße, kleine
Eva, das Weſen, für das ich ſo viel geopfert, und das
ich — ich fühlte es jetzt — noch immer liebte, war krank
zum Sterben?
In fieberhafter Haſt traf ich meine
Reiſevorberei=
tungen. Die Kinder waren bei Tante Kora, die ſeit
Jahren in meinem Hauſe lebte, gut verſorgt, ſo daß
ich ihretwegen unbeſorgt reiſen konnte.
Ermann empfing mich am Bahnhof. Er war bleich.
Verwildert hing ihm Bart und Haar um das Geſicht.
Ich danke Dir, daß Du gekommen biſt, Leni, ſagte
er ganz heiſer. Eva kann nicht ſterben ohne Deine
Verzeihung.
Iſt es denn ſo hoffnungslos? fragte ich. Sie wird
Seite 10
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 26. Juli 1910.
Nummer 172.
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leben, Ermann, ich will ſie Dir geſund pflegen, unſere
Eva, ich will.
Da ſtürzten heiße Tränen aus ſeinen Augen, und
meine Hände an ſeine Lippen preſſend, ſchluchzte er auf:
Du biſt ſo gut, Leni, aber es iſt vorhei!
Und dann ſtand ich im Krankenhaus an Evas
Lager.
Mit großen, fieberglänzenden Augen ſah ſie mich
an. Die Lockenpracht hing noch in ungebändigter Fülle
um das ſüße Geſicht, zart und blaß, wie das einer
welkenden Blume, und in den großen, dunkel
um=
ſchatteten Augen lauerte der Tod.
Nun kommſt Du doch zu mir am Tage der Toten,
flüſterte ſie, Du, Leni, der ich alles genommen. Weil
Du krank warſt, wandte er ſich von Dir. Er kann ja
keine kranken Menſchen ſehen. Und jetzt — ſie lachte
leiſe auf — bin ich auch krank, kränker als Du, Leni,
und er weicht mir aus, wie Dir. Der Arzt ſagt zwar,
ich würde wieder geſund werden. Glaubſt Du das auch?
Eine zweite Jugend würde über mich kommen, und ich
würde glücklich ſein an Ermanns Bruſt, glücklich wie
einſt, glaubſt Du das auch, Leni?
Ich nickte. Sprechen konnte ich nicht.
*Ich weiß es beſſer, flüſterte die Kranke. Nie, nie
wird es wieder ſo wie einſt. Ganz losgelöſt hat er ſich
innerlich von mir. Erſt dieſe flammende
Glückſelig=
keit, und dann nichts, als Sehnſucht nach Dir, Leni,
nach Dir und den Kindern. Meine Kraſt iſt daran
zerbrochen. Und dann kam die Krankheit, dieſe
ſchreck=
liche Krankheit, wo ich ihm nichts mehr ſein konnte,
und nun iſt das Ende da, das troſtloſe Ende.
Ich ſtreichelte Evas heiße Stirn.
Ich pflege Dich geſund, Eva, ſchmeichelte ich, Du
ſollſt, Du mußt glücklich ſein.
Da lächelte ſie und haſchte nach Ermanns Hand, der
jetzt an ihr Lager trat und zärtlich nach ihrem Befinden
fragte.
Mir iſt ſehr wohl, Ermann, kam es von ihren blaſſen
Lippen. Leni hat uns verziehen. Mit zerbrochenen
Flü=
geln ſind wir heimgekehrt von unſerem kühnen Fluge,
heimgekehrt in den heiligen Schutz ihrer Liebe.
Und ehe wir es hindern konnten, hatte ſie unſere
bei=
den Hände feſt ineinander gefügt.
Draußen ſank die Johannisnacht, und während die
Sonnwendfeuer flammten, ging ein Leben, ein heißes,
zuckendes Leben ſtill zur Ruh.
Evas erkaltende Hand umſchloß noch immer feſt
un=
ſere Hände, als längſt ihr letzter Hauch entflohen, längſt
ihr letzter Blick uns liebend umfaßt, in dem wie ein
hei=
liges Wunder die ſelbſtloſe, opferwillige Liebe leuchtete,
die ſie im Leben nie gekannt und die ihr nun in der
Todesſtunde kam, als ſie auf ewig von uns ſchied.
Wir haben ſie ſtill begraben und ich bin zu meinen
Kindern in mein kleines Reich zurückgekehrt.
Heute, da wieder der Tag ſich jährt, ſangen, ſich bei
den Händen haltend, die Kinder:
Wir tanzen unter Roſen
Den Ringelreihn.
Wir tanzen unter Roſen,
Es glüht der Wein.
Mit Sang und bunten Bändern
Im grünen Hag.
Die ganze Welt in Gluten,
Johannistag, Johannistag!
Da weinte ich bitterlich.
Der Tag verglomm, wie ſo viele andere auch. Die
Kinder ſchliefen längſt. Ich ſaß in meiner Stube und
blickte nach den Bergen, wo ſoeben die erſten
Sonnwend=
feuer aufflammten.
Aus dem Garten ſtieg der Duft der Roſen. Wie ſchwil
es war. Die Johanniswürmchen glühten, wie einſt, und
in der Luft webte es wie Geiſterhauch.
Ich faltete die Hände in dieſer ſtillen, zaubervollen
Nacht und trat auf die kleine Terraſſe, die in den Garte
führte. Ueber mir funkelten die Sterne.
Laß ihn glücklich werden, Herr, bat ich aus tiefſtel
Seele. Laß ſein Herz nicht verbluten an der Wunde, die
ihm das Schickſal ſchlug. Kein Glück für mich, doch alles
Glück für ihn.
Da hörte ich einen leiſen Schrei, ein qualvoll unter
drücktes Schluchzen, und ehe ich es noch faſſen konnte, lag
Ermann zu meinen Füßen. Erſchrocken wollte ich einen
Schritt zurücktreten, doch ſeine Hände umklammerten
meine Knie.
Stoße mich nicht zurück, Leni, bat er aufſtöhnend, wie
ich es tauſendmal verdient habe, halte, rette mich vor
Wahnſinn.
Geh, ſagte ich hart. Ich habe Dir verziehen, aber Du
täuſcheſt Dich, wenn Du meinſt, daß Du nur die Hand
auszuſtrecken brauchſt, um mich wieder an Dich zu reißen,
die Du einſt grauſam von Dir geſtoßen.
(Schluß folgt.)
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
ſe 70.
Diensiag, 26. Zuſ.
1910.
Bekanntmachung.
Wegen eingelaufener Beſchwerden machen wir auf Folgendes aufmerkſam:
Nach § 12 Abſ. 2 der Radfahr=Verordnung vom 6. Mai 1907 iſt das Radfahren
Fußwegen außerhalb der Ortſchaften nur geſtattet, wenn die Radfahrer den Fuß=
Pühern in angemeſſener Entfernung ausweichen und den Fußweg freimnachen können.
dieſen beiden Vorausſetzungen auf dem Fußpfad nach Traiſa (vom Schnittpunkt
liſ Schießhaus= und Nieder=Ramſtädter Straße an) von den Radfahrern nicht
ent=
ſtlüchen werden kann, ſo iſt auf Grund von § 12 Abſ. 2 der genannten Verordnung
Aiſſ Radfahren auf dieſem Fußwege, dem ſog. „Traiſaer Pfad”, verboten.
Zuwiderhandlungen werden mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu
Mlagen beſtraft.
Die Polizeiorgane ſind angewieſen, jede Zuwiderhandlung zur Anzeige zu bringen.
Darmſtadt, den 25. Juni 1910.
(13092a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Aushebungsgeſchäft im Kreiſe Darmſtadt pro 1910.
Es wird hierdurch zur Kenntnis der Intereſſenten gebracht, daß nach Anordnung
Großherzoglichen Ober=Erſatz=Kommiſſion im II. Bezirk der 49. Infanterie=Brigade
Aushebungsgeſchäft (Generalmuſterung) im Kreiſe Darmſtadt vom 27. Juli
5. Auguſt l. Js. im Hauſe der Turngemeinde, Woogsplatz 5 hier, ſtattfinden wird.
Es haben zu erſcheinen:
I. Mittwoch, den 27. Juli 1910, vormittags 7½ Uhr:
1. Die als dauernd untauglich bezeichneten Militärpflichtigen, ſoweit denſelben
ung zugegangen iſt.
2. Die zum Landſturm I. Aufgebots vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
II. Donnerstag, den 28. Juli 1910, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die zum Landſturm 1. Aufgebots vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
III. Freitag, den 29. Juli 1910, vormittags 7½ Uhr:
1. Ferner die zum Landſturm vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
2. Die zur Erſatz=Reſerve vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
IV. Samstag, den 30. Juli 1910, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die zur Erſatz=Reſerve vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
V. Montag, den 1. Anguſt 1910, vormitags 7½, Uhr:
1. Ferner die zur Erſatz=Reſerve vorgeſchlagenen Militärpflichtigen.
2. Die für brauchbar erklärten Leute des Jahrgangs 1908.
VI. Dienstag, den 2. Auguſt 1910, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die für brauchbar erklärten Leute: a) des Jahrgangs 1908, b) des
Jahrgangs 1909.
VII. Mittwoch, den 3. Auguſt 1910, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die für brauchbar erklärten Leute: a) des Jahrgangs 1909, b) des
Jahrgangs 1910 bis einſchließlich Los=Nr. 300.
VIII. Donnerstag, den 4. Augnſt 1910, vormittags 7½ Uhr:
Ferner die für brauchbar erklärten Leute: a) des Jahrgangs 1910, b) die
Ueberzähligen früherer Jahrgänge.
I. Freitag, den 5. Auguſt 1910, vormittags 7½ Uhr:
Diejenigen von den Truppenteilen bei der Meldung zum Dienſtankritt als
un=
tauglich abgewieſenen Leute, welche Berechtigung zum einjährig freiwilligen
Militär=
dienſt beſitzen und ſich im Kreiſe Darmſtadt dauernd aufhalten und rechtzeitig vorher
bei mir angemeldet haben.
Im übrigen wird auf die jedem Militärpflichtigen ſpeziell zugegangene Ladung
verwieſen.
Alle Militärpflichtigen ꝛc. haben pünktlich zu den angegebenen Zeiten zu erſcheinen
und ihre Loſungsſcheine, bezw. ſonſtige Militärpapiere vorzulegen.
Diejenigen, welche ohne genügenden Entſchuldigungsgrund ſich vor der Ober=
Erſatz=Kommiſſion nicht ſtellen, oder zu ſpät kommen, werden mit Geldſtrafe bis zu
30 Mark oder Haft bis zu 3 Tagen beſtraft. Auch können dieſelben unter Umſtänden
„vorweg” oder als „unſichere Dienſtpflichtige” ſofort eingeſtellt werden.
Die von der Erſatz=Kommiſſion wegen zeitiger Untauglichkeit „Zurückgeſtellten”
haben vor der Ober=Erſatz=Kommiſſion nicht zu erſcheinen.
Schließlich wird noch darauf hingewieſen, daß alle diejenigen Angehörigen von
Militärpflichtigen, welche auf Grund ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältniſſe
die Befreiung ihrer Söhne vom Miltärdienſt in Antragfgebracht haben, ſich der Ober=
Erſatz=Kommiſſion an den Tagen vorzuſtellen haben, an welchen ihre Söhne bei der
Aushebung erſcheinen.
Darmſtadt, den 14. Juli 1910.
(14252a
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
Dr. Reinhart, Reg.=Rat.
Bekanntmachung.
Las 1. und 2. Ziel der Gemeinde=
Itrn für das Rechnungsjahr 1910 iſt,
Vermeidung der Mahnung, bis Ende
lliſts Monats an den Werktagen,
vor=
ſtags von 8. bis 12½ Uhr, hierher zu
richten.
Im Intereſſe raſcheſter Abfertigung an
Zahlſchaltern wird gebeten, die
Gel=
abgezählt bereit zu halten. (14210a
Larmſtadt, den 11. Juli 1910.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Bekanntmachung.
Idas Konkursverfahren über das Ver=
Uillin der offenen Handelsgeſelſchaft
varia=Drogerie (Kaufleute Hans
Wa=
brenner und Veit Kötzner, perſönlich
illtinde Geſellſchafter) zu Darmſtadt, wird,
liſlhisem der in dem Vergleichstermine vom
3 uni 1910. angenommene
Zwangsver=
ſelſch durch rechtskräftigen Beſchluß vom
Ailck en Tage beſtätigt iſt, hierdurch auf=
(14789
oden.
Darmſtadt, den 21. Juli 1910.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Villa=Verſtergerung.
IllAm 9. Auguſt 1910, nachmittags
ühr, wird auf Antrag des Walter
ühöller hier das dieſem gehörige
willen=
ſtiliche Landhaus nebſt 2514 am Obſt=
Gemüſegarten in Zwingenberg,
Darm=
ſdierſtraße Nr. 27, in dem
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Awieſen iſt ortsgerichtlich geſchätzt zu
(Bim) Mark. Anzahlung bei Uebergabe
0 Mark. Einſicht kann jederzeit
genom=
ſmn werden.
(14792a
2 wingenberg, den 22. Juli. 1910.
Großh. Amtsgericht.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 4 Pinſcher. 1 Pinſcher (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Oeffentliche Impftermine für den Stadtbezirk werden, ſo lange das Bedürfnis
dauert, jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in dem Schulhauſe in der
Rundeturm=
ſtraße abgehalten.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner die impfpflichtige Kinder haben zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben
vorgenom=
menen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht
be=
nutzen will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſehzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50
Impf=
ungen vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen, bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau
noch=
mals gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die
natür=
lichen Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblattz Dienstag, den 26, Juli 1910.
Nummer 172.
Sport.
— Reſultat der
Zuverläſſigkeits=
zeitfahrt Darmſtadt — Groß=Gerau —
Mörfel=
den — Frankfurt — Langen — Darmſtadt: 1. Hermann
Knop (Meiſterfahrer Darmſtädter Straßenfahrer) 2
Stunden 2 Minuten, 2. Heinrich Reichard 2 Stunden
10 Minuten, 3. Karl Pfannſchmidt 2 Stunden 11
Mi=
nuten, 4. Karl Marloff 2 Stunden 13 Minnten, 5. Jean
Schmidt 2 Stunden 16 Minuten 30 Sekunden. (
Sämt=
lich Mitglieder des R.=K. „Flieger”.) Das Rennen
verlief ohne jeden Unfall.
Rr. Die Meiſterſchaft von
Mittel=
deutſchland, die die Vereinigung Deutſcher
Stra=
ßenrennfahrer auf der Strecke Berlin-Hannover-
Berlin zum Austrag brachte, endete mit einem Siege
des Berliner Wittig. 20 Minuten ſpäter paſſierten
drei weitere Konkurrenten das Ziel. Ritter=
Reichen=
bach ſicherte ſich im Spurt mit zwei Längen Vorſprung
den zweiten Platz vor Schönweiß=Nürnberg und Meck=
Düſſeldorf. — Das ebenfalls von der Vereinigung
Deutſcher Straßenrennfahrer veranſtaltete Rennen
für Amateure nahm Sonntag früh um 6 Uhr 25
Mi=
nuten ſeinen Anfang und führte von Berlin nach
Magdeburg und zurück über 272 Kilometer. Sieger
blieb der Berliner Franke nach einer Fahrzeit von
10 Stunden 55 Minuten vor Hertzog=Magdeburg
11:04:00, dem eine halbe Länge zurück Gralow als
Dritter vor Glaß=Berlin folgte. Es ſtarteten 53
Fahrer.
Rund durch Frankreich. Die 11. Etappe
der franzöſiſchen Straßenfernfahrt führte die
Teil=
nehmer von Bayonne nach Bordeaur über 200
Kilo=
meter. Wie gemeldet wird, war das Rennen reich an
Zwiſchenfällen, da die Straßen mit Nägeln beſtreut
waren, wodurch etwa 25 Teilnehmer Reifendefekte
er=
litten. Als Erſter ging Erupeland in 8 Stunden 12
Minuten durchs Ziel, wurde aber wegen Behinderung
des Italieners Azzini auf den vierten Platz
diſtan=
ziert. Sieger wurde Erneſt Paul in 8:12,1. — Die
nächſten Plätze beſetzten Cruchon, Azzini, Crupeland,
Leon Georget, Albini, Lapize, Garrigou, Paulmier
und Faber.
sr. Die Radweltmeiſterſchaften 1910.
Die Kämpfe um die Radweltmeiſterſchaften nahmen am
Samstag mit den Rennen der Verufsfahrer ihren
Fortgang. Die Vorläufe für die Flieger=
Weltmeiſter=
ſchaft gewannen Ponchots, Frivl, Schilling, Elleggard,
und die Deutſchen Rütt, Arend, Otto Meyer, Henry
Meyer. — Im Hoffnungslauf ſiegte Comes. Für die
100 Kilometer=Meiſterſchaft wurden zwei der fünf
Vorläufe ausgefahren, die überraſchenderweiſe das
Ausſcheiden der franzöſiſchen Meiſterfahrer Seres und
Darragon brachten. Im erſten Lauf über 50
Kilo=
meter ſiegte Leon Vanderſtuyft in 38 Min. 45,1 Sek.
vor Manera (Belgien), 6400 Meter zurück. Seres gab
in der 43. Runde auf. Im zweiten Lauf über 50
Kilo=
meter ſregte Walthour in 39 Min. 18,1 Sek.; Jahnke
(Deutſchland) 3900 Meter, Darragon (Frankreich) 6000
Meter zurück. Arthur Vanderſtuyft gab in der 84
Runde auf. Die neu geſchaffene Motorrad=
Weltmei=
ſterſchaft über 5 Kilometer gewann Andre (Belgien)
mit 500 Meter Vorſprung von Delaplace (Frankreich).
sr. Rennen zu Wiesbaden, den 23. Juli.
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Klarenthal; Ehrenpreis und 2500 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Herrn A. Schwankes Chateauvert (Leutn.
v. Moßner), 2. Billy Goat (Leutn. Streſemann), 3.
Sakramento (Leutn. Braune). Tot. 76:10, Pl. 18, 15,
16:10; Unpl.: Phryne II, Gay Paris, More Scotch,
Viſegrad, Scryne, Bolted. Leicht 10—2 Lg. — Preis
von Erbenheim: 3000 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1.
Herrn K. von Tepper=Laskis Sternberg (A. Baſtian),
2. Diana (Birghan), 3. Sturm (Roſack). Tot. 11:10;
Pl. 10, 11:10. Unpl.: Eiſen. Sicher 1½ La.-Weile. —
Wiesbadener Handikap; 5000 Mark, Diſtanz 1600
Meter: 1. Herrn Pakheiſers Adler Spear), 2.
Dia=
bolo II (Yeomans), 3. Merveille (Matz), Tot. 39:10,
Pl. 21, 18:10. Unpl.: Saint Antonius, Bröſen. Leicht
*—1 Lg — Preis von Sonnenberg; Ehrenpreis und
4000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn R. Mollys
Granton (Leutn. von Moßner), ZZip (Rittmeiſter
Fürſt Wrede), 3. Proud Spirit (Leutn. Braune) und
Slogiton (Herr Schulze=Hein). Tot. 53:10, Pl. 18,
14.10. Unpl.: Sizoun, Hochheimer. Ueberlegen 4 Lg.—
Weile. — Preis von Hohenſtein; 3000 Mark, Diſtanz
2700 Meter: 1. Herrn P. Botz’ Blondel (Gädicke), 2.
Tölz (Charvat). Tot. 20110, Pl. 13, 12110. Unpl.:
Manolesko (gef.), Goldgräber (gef.). Sicher 1½ Lg.—
Weile.
Zweiter Tag: Preis von Oranien; 3000 Mark,
Diſtanz 2700 Meter: 1. Herrn C. Baumanns
Mano=
lesko (Buſch), 2. Sparhans (Fritſche), 3. Redleap
(Charvat). Tot. 212:10, Pl. 47, 15:10. Unpl.: Kneißel,
Blumenhanne. Ueberlegen 4—3 Lg. — Frankfurter
Jagdrennen: Ehrenpreis und 2500 Mark, Diſtanz 3000
Meter: 1. Prinz A. Taxis Billy Goad (Leutn.
Streſe=
mann), 2. Common Concil (Leutn. Hagemann), 3.
Saint Hugo (Herr Leibbrand). Tot. 30:10, Pl. 14, 24,
27110. Unpl.: Dependence, Pikhaderra (gef.), Mir,
Red Dot (angeh.), Bolted. — Rheingau=Jagdrennen;
4000 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Frhrn. E. von
Buddenbrocks Ritterſchlag (Baſtian), 2. Sodar (
Char=
vat), 3. Barrikade 1 (Leiner). Tot. 21110, Pl. 14,
21:10. Unpl.: Leibfuchs. Sicher ¾—8 Lg. — Preis
der Stadt Wiesbaden; Ehrenpreis und 10000 Mark,
Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn J. Kiehners Kaſſaba
(Leutn. Zorn von Bulach), 2. Granton (Herr
Leib=
brand), 3. Lord Rosmead (Dr. Rieſe). Tot. 47:10, Pl.
17, 25, 19.10. Unpl.: Alvo (4.), Gay Paris, Diadem,
Litle Tich, Auchovy, Wire Puller. Ueberlegen, 6 Jg.
— Rabengrund=Jagdrennen; 3000 Mark, Diſtanz 3500
Meter: 1. Herrn H. Hoeſchs Bolzen (Charvat), 2. Flora
(Buſch), 3. Hofnarr (Hoffmann). Tot. 18:10, Pl. 14,
18:10. Unpl.: Viridis II. Ueberlegen 4 Lg.-Weile.
— Preis der Platte; Ehrenpreis und 3000 Mk., Diſtanz
2400 Meter: 1. Graf E. Bylandts Counterfeit (Dr.
Rieſe), 2. Thilde (Leutn. Streſemann), 3. Mantime
(Herr Leibbrand). Tot. 28.10, Pl. 14, 15, 28:10. Unpl.;
Enfant de Mirakle, Poete, Le Guide, Mimiague,
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Rennen zu Grunewald. Preis von
Münchehofe. 5000 Mark, Diſtanz 1200 Meter. 1. Da.
Thomſens Reichsritter (Liſter), 2. Sprudel (Sumpter),
3. Fichte (Spear). Tot. 83:10, Pl. 20, 15, 19110. Unpl.;
Landbote (4.), Harzburgerin, Horridoh, Prärie,
Deko=
ration. Sehr leicht 2—½ Lg. — Preis von Fahrland.
3000 Mark, Diſtanz 3500 Meter. 1. Lt. Graf A.
Hohenaus Süßkirſche (Johnſon), 2. Escamillo (W.
Winkler), 3. Lylander (Sandmann). Tot. 46:10, Pf.
23, 20.10. Unpl.: Alpha (gef.), Imker (am Stark
ſtehen geblieben), Glimmer (angeh.). Leicht 4—1 Lg.
— Graditz=Rennen. 10 000 Mark, Diſtanz 1600 Meter.
1. Herrn P. Pakheiſers Elſe II. (Spear), 2.
Großher=
zog (Childs), 3. Cola Rienzi (Jentzſch). Tot. 35:10,
Pl. 14, 16.10. Unpl.: Flieger (4.), Nihiliſt, Oben
hinaus. Leicht 1 Lg. bis Kopf bis 4 Lg. — Preis von
Bonn. Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 3500
Me=
ter. 1. Lt. F. von Zobeltitzs Portman (Lt. Graf=
Schmettow), 2. Moncias Lamb (Lt. von Sydow), 3.
Fighting Pat (Lt. von Hohberg, 3. Ul). Tot. 60310,
Pl. 16, 13, 14:10. Unpl.: Red Orange (4.), Arthur
Playfair, Martha, Rokoko (ausgebr.), Annies Joy.
Kampf 2—7 Lg. — Flieger=Handicap. 6855 Mark,
Di=
ſtanz 1200 Meter. 1. Herren M. und M. Klönnies
Radium (Shurgold), 2. Dinas (Liſter), 3. Pakt (Childs).
Tot. 47.10, Pl. 15, 14, 13:10. Unpl.: Heimat (4.)
Schlußnote, Giſela, Partitur. Sicher 1½—1—½ Lg.
Preis von Römerhof. 5000 Mark, Diſtanz 1800
Meter. 1. Herrn G. von Lippas Monſalvat (
Gagel=
mann), 2. Queckſilber (O. Teichmann), 3. Kikeriki II.
(Holoubek). Tot. 44:10, Pl. 18, 12110. Unpl.: Nogi.
Sicher 1—2½ Lg. — Calvello=Preis 6000 Mark, Diſtanz
2400 Meter. 1. Herrn F. Föſtens Saville (
Sand=
mann), 2. Flottweg (Naſh), 3. Sieglinde (Weißhaupt).
Tot. 90:10, Pl. 59, 22:10. Unpl.: Findling, Peter
Moor. Sicher 1—3 Lg.
Rennen zu Doberan. Paul Friedrich=
Ren=
nen. Ehrenpreis und 5500 Mark, Diſtanz 2000 Meter,
1. Königl. Hauptgeſtüt Graditz’ Lanze (Bullock), 2. Stör
(Raſtenberger), 3. Capella (Cleminſon). Tot. 17:10,
Drei liefen Leicht 1½1 Lg. — Erinnerungs=
Ren=
nen. 3000 Mark, Diſtanz 950 Meter. 1. Herrn A. von
Köppens Haubenlerche (Yeomans), 2. Favoriton (
Ra=
ſtenberger), 3. Salambo (M. Aylin). Tot. 17.10, Pl.,
11, 10110. Unpl.: Jolanthe, Sultan. Leicht 1½—½ La=
— Alexandrinen=Rennen. Ehrenpreis und 2000 Mark,
Diſtanz 2000 Meter. 1. Geſtüt Brandwerders
Stern=
ſchnuppe (Lt. Graf Bethuſy=Huc), 2. Forma (Lt. P.
Barthels.) Tot. 14:10. Zwei liefen. Kanter, 5 Lg. —
Graf Pleſſen=Rennen. 5000 Mark, Diſtanz 2200
Me=
ter. 1. Herrn O. Teislands Lockenkopf (A. Schläfke),
2. Broadway (Cleminſon), 3. Wanderfalke (Bullock).
Tot. 26:10, Pl. 19, 39:10. Unpl.: Probus, Premier,
Emma Olivia. Leicht 1—2 Lg. — Offizier=Hürden=
Rennen. Ehrenpreis und 2000 Mark, Diſtanz 2600
Meter. 1. Hauptmann R. von Spiekermanns
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genta (Lt. P. Barthels II.), 2. Lawine (Lt. Graf
Bet=
huſy=Huc). Tot. 21:10. Zwei liefen. Leicht 5 Lg.
sh. Das Internationale
Meiſter=
ſchafts=Schachturnier in Hamburg” wurde
mit der 5. Runde fortgeſetzt. Es ſiegten Tartakower
(Oeſterreich) gegen Jakob (Deutſchland), Fleiſchmann
(Ungaru) gegen Speyer (Holland), John (Deutſchland)
gegen Leonhardt (Deutſchland) und Duras (Prag)
gegen Niemzowitſch (Rußland). Remis ergaben die
Partien Marſhall (Amerika) gegen Schlechter (
Oeſter=
reich), Chotomirski (Rußland) gegen Alechin (
Ruß=
land), Spielmann (Deutſchland) gegen Teichmann
(Deutſchland) und Salwe (Rußland) gegen Dr.
Tar=
raſch. Unbeendet blieb die Partie Köhnlein (
Deutſch=
land) gegen Yates (England). Schlechter behält nach
wie vor die Führung mit 4½ Punkten. Mit je 3
Punkten folgen Duras, Niemzowitſch, Marſhall und
Salwe.
uiser Rkeidusfourektamft
Die
ca. 3000 Kilometer
Petersburg, Kiew, Moskau, Petersburg
wurde überlegen auf
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