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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
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werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bes
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
N 160.
Dienstag, den 12. Juli.
1910.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Der künftige Kurs.
* Unter dieſer Ueberſchrift wird den Münchener
Neue=
ſten Nachrichten aus Berlin geſchrieben: Einige Blätter,
z. B. in Dresden und Frankfurt a. M., laſſen ſich von hier
melden, es ſtehe eine Schwenkung der Regierung
im Reiche wie in Preußen nach links gegen die
Kon=
ſervativen bevor. Das würde ſich bei der Erneuerung der
Wahlreform zeigen. Wir können nur dringend davor
warnen, ſolchen Illuſionen Glauben zu ſchenken. Wie wir
beſtritten haben, daß der Reichskanzler und
Miniſterpräſi=
dent ſich als williges Werkzeug einer ſchwarz=blauen
Koa=
lition gebrauchen läßt, ſo halten wir die Meinung, er ſei
entſchloſſen, gegen die Konſervativen zu regieren, für ganz
falſch.
Schon als ihm in den ſchweren Kanalzeiten im
Som=
mer 1901 das Miniſterium des Innern angeboten wurde,
lehnte er es ab, weil damals die Möglichkeit eines ſcharfen
Feldzugs gegen die Konſervativen vorhanden war, den er
nicht führen wollte; und das Ausſcheiden
Rhein=
babens iſt ſicher nicht auf die Beſorgnis zurückzuführen,
Bethmann Hollweg ſei ein Gegner der
Konſervati=
ven geworden. Man verſteht den Reichskanzler und ſeing
Pläne überhaupt nur dann richtig, wenn man ſeiner
Ver=
ſicherung Glauben ſchenkt, daß er über den Parteien ſtehe,
keiner Partei zuliebe regieren und nur ſachliche Politik
treiben wolle, für die er die Unterſtützung der Parteien
zu finden hofft.
Das Regiment des Fürſten Bülow war in den
letz=
ten beiden Jahren im weſentlichen ein
parlamenta=
riſches. Als Reichskanzler ſtützte er ſich auf die
liberal=
konſervative Blockmehrheit. Mit ihr führte er die Geſchäfte,
auf ſie waren die politiſchen Vorlagen zugeſchnitten, mit
ihr wollte er die Finanzreform machen, und er ſtürzte, weil
dieſe Mehrheit zerbrach und die konſervativ=klerikale
Koa=
lition ſich gegen ihn wandte. Bethmann Hollweg hat an
hervorragender Stelle als Bülows Stellvertreter dieſe
Po=
litik mitgemacht. Es iſt möglich, daß ihn das Ende
ge=
ſchreckt und beſtimmt hat, in ſeiner eigenen Kanzlerſchaft
dieſe Spuren zu meiden. Denn in der Tat verſuchen die
Konſervativen und die Zentrumspartei im Reiche und in
Preußen nunmehr eine feſte parlamentariſche Mehrheit
aufzurichten, deren Vollzugsorgan die Regierung ſein
ſollte. Dieſem Zwange hat ſich Herr von Bethmann
Holl=
weg ſehr ſpät — manche meinen zu ſpät — erſt in letzter
Stunde durch den mit dem Namen v. Schorlemer
bezeich=
neten Vorſtoß im Herrenhauſe entzogen.
Der Sinn dieſer Wendung war und iſt, daß die
Re=
gierung führen will. Soll das gelingen — wir deuten
die Abſicht Bethmann Hollwegs ſo — ſo muß die
Regie=
rung in ſich einig und ſtark ſein, muß kräftige und tüchtige
Männer zählen, die ſich willig der Leitung des
Reichskanz=
lers und Miniſterpräſidenten fügen. Durch den Zwang
ſachlicher Arbeit wird man dann auch in den Parlamenten
die Parteien zu ſchaffenden Mehrheiten einigen können.
Gerade weil ſie dieſem Kalkül jedoch nicht trauen, ging
Dernburg auf dem linken Flügel und Rheinbaben auf
dem rechten, während Arnim, Moltke, Schön durch ſtärkere
Männer erſetzt worden ſind.
v. Bethmann Hollweg will weder gegen die
Konſervativen, noch gegen eine andere Partei,
ausgenom=
men die Sozialdemokraten, regieren. Er will aber ganz
gewiß keine liberale Politik treiben, ebenſowenig freilich
eine nach dem Herzen eines ſchwarz=blauen Blocks. Die
Schwierigkeiten ſeines Weges drängen ſich ihm ſicher ſelbſt
auf: Zur Zeit hat keine einzige Partei ſo rechtes
Ver=
trauen zu ihm. Das iſt nicht nur erklärlich, ſondern eine
Zurückhaltung iſt durchaus berechtigt. Eine Klärung
wird erſt dann eintreten, wenn Taten, d. h.
Geſetzesvor=
lagen kommen: Die neue Wahlreform in Preußen, das
neue Quinquennat für das Reichsheer, die elſaß=
lothrin=
giſche Verfaſſung und Wahlrechtsentwürfe. Dieſe
geſetz=
geberiſchen Aktionen ſind der Prüfſtein des neuen
Syſtems.
Die Novelle zum Arhebergeſetz,
die unlängſt unterzeichnet wurde, tritt am 9. September
1910 in Kraft. Aus dieſem Anlaß bringt die Deutſche
Juriſtenzeitung noch aus der Feder des kürzlich
verunglück=
ten Geh. Oberregierungsrats Dr. Dungs aus dem
Reichs=
juſtizamt eine ſehr klare praktiſche Darlegung der durch
die neue Regelung erzielten Vorteile. Es heißt da:
Die weitaus weſentlichſte Aenderung in dem neuen
Geſetz iſt der Schutz der Tonſetzer gegen die
Aus=
beutung durch die mechaniſche Muſikinduſtrie. Bisher
be=
ſtand hier, mit einer unbedeutenden Ausnahme, kein Schutz
gegen Wiedergabe. Die neue Uebereinkunft hat einen
ſol=
chen Schutz den Verbandsländern zur Pflicht gemacht,
frei=
lich dabei einen weitgehenden Vorbehalt zugunſten der
In=
duſtrie getroffen. Das neue Geſetz hat von dieſem
Vor=
behalt folgenden Gebrauch gemacht. Der Urheber hat ein
ausſchließliches Recht an der Muſik nur ſo lange, als er
nicht freiwillig einem andern die mechaniſche Verwertung
gegen Entgelt überlaſſe. Hat er das getan, ſo ſteht jedem
dritten ein Rechtsanſpruch (in der Praxis „
Zwangs=
lizenz” genannt) darauf zu, daß ihm der Tonſetzer
gleichfalls erlaube, das Muſikſtück mechaniſch zu verwerten,
und zwar auch für ganz andere Vorrichtungen als die, für
die der erſte Inhaber die Erlaubnis bekommen hat. Hat
alſo der Tonſetzer freiwillig nur geſtattet, die Muſik auf
einem Pianola wiederzugeben, ſo kann trotzdem jeder dritte
eine Zwangslizenz für das Orcheſtrion verlangen. Es ſoll
ein Monopol durch Einräumung ausſchließlicher Rechte
zugunſten ſehr großer, meiſt ausländiſcher Geſellſchaften
ausgeſchloſſen ſein. Darauf beruht folgende Vorſchrift:
Wer eine Zwangslizenz hat für jede Vorrichtung, die er
herſtellt, hat eine Gebühr an den Tonſetzer zu zahlen.
Dieſe Gebühr hat nicht die Höhe der bei der freiwilligen
Erlaubnis vereinbarten Vergütung, ſondern beſteht aus
einem angemeſſenen Betrag, den im Streitfalle der Richter
feſtzuſetzen hat. Gleiche Vorſchriften gelten für die zu den
Muſikſtücken gehörigen Texte, die jetzt gleichfalls, wenn
der Dichter einem Induſtriellen freiwillig die Wiedergabe
geſtattet hat, der Zwangslizenz unterworfen ſind. Auch
erſtreckt die Zwangslizenz ſich ohne weiteres auf die
Ver=
breitung und öffentliche Aufführung. Ferner iſt jetzt der
Verfaſſer eines Buches dagegen geſchützt, daß ein anderer
den Inhalt, insbeſondere einen Roman oder ein
Schau=
ſpiel, als Vorwurf einer kinematographiſchen
Darſtellung benutzt. Der Kinematograph iſt fortan auch
dagegen geſchützt, daß jemand ſein Werk in veränderter
1 Geſtaltung wiedergibt; Vorausſetzung dieſes Schutzes iſt,
daß das Originalwerk wegen der Anordnung des
Bühnen=
vorganges oder der Verbindung der dargeſtellten
Begeben=
heiten ſich als eigentümliche Schöpfung darſtellt. Die
übri=
gen Aenderungen ſind von geringerer Bedeutung.
Die Affäre Rochette,
die am Montag in der franzöſiſchen Kammer zur
Sprachegelangen ſollte, hat in parlamentariſchen Kreiſen eine
außerordentliche Erregung hervorgerufen. Man
befürch=
tet, daß der Ausbruch eines großen politiſchen
Skandals unvermeidlich geworden iſt. Faſt einmütig
herrſcht die Anſicht vor, daß der von mehreren Deputierten
geplante Antrag auf Einſetzung einer
Unterſuchungskom=
miſſion angenommen und dieſe Kommiſſion mit den
weit=
gehendſten gerichtlichen Befugniſſen ausgeſtattet werden
müſſe, damit über die Angelegenheit vollſtes Licht
verbrei=
ret werden könne. Wie verlautet, wird ſich die Regierung
dieſem Antrag keineswegs widerſetzen.
Der auf ſein Anſuchen zur Dispoſition geſtellte
Kabi=
nettsdirektor des Polizeipräfekten, Durand, erklärte einem
Berichterſtatter, er ſei überzeugt, daß es ihm ein Leichtes
ſein werde, ſeine vollſtändige Ehrenhaftigkeit und
Korrekt=
heit zu beweiſen. Wie es heißt, ſind die Gerüchte über
Durand dadurch entſtanden, daß er einen kleinen Anteil
an einem Bankhauſe beſitzt, das einige Tage vor der
Ver=
haftung Rochettes durch Baiſſeſpekulationen einen
beträcht=
lichen Gewinn eingeheimſt haben ſoll. In Kammerkreiſen
iſt das Gerücht verbreitet, daß die Brüder Clemenceau
ihre politiſchen Freunde gebeten hätten, eine Vertagung
der heutigen Interpellationsverhandlung zu beantragen,
ſalls der frühere Miniſterpräſident in die Debatte gezogen
werden ſollte. Durch dieſen Aufſchub ſoll es
Clemen=
ceau, der erſt am 17. Juli in Buenos Aires eintrifft, gemacht werden, eventuell telegraphiſch die gegen
ihn erhobenen Angriffe zurückzuweiſen. Die Action meint,
man müſſe ſich auf das entſchiedenſte gegen jeden
Ver=
ſchleppungsverſuch ausſprechen. Sie erklärt, Clemenceau
habe bereits bei ſeiner Abreiſe gewußt, daß ſeitens
Rochet=
tes bei der gegen dieſen durchgeführten
Gerichtsverhand=
lung ſchwere Anſchuldigungen gegen dieſen und den
Po=
lizeipräfekten Lepine erhoben werden würden.
Der Juſtizminiſter hat die Staatsanwaltſchaft
auf=
gefordert, eine Unterſuchung gegen jene Richter und
Beamten einzuleiten, die im=Verdachtesſtehen, von der im
März 1908 geplanten Verhaftung des Bankdirektors
Ro=
chette Kenntnis gehabt zu haben. Anzeichen weiſen darauf
hin, daß mehrere Richter ihre Kenntnis in eigennütziger
Weiſe ausnützten.
Deutſches Reich.
— Dem Vernehmen nach ſoll der
Reichshaus=
haltsetat für 1911 noch ſparſamer aufgeſtellt werden
wie der für 1910. Dieſe Tendenz ſoll in den Einzeletats
aller Aemter und Miniſterien zum Ausdruck kommen, aus
welchem Grunde auch die in der Preſſe angekündigte
Mehr=
forderung von 40 bis 50 Millionen Mark allein für den
Heeresetat ein Unding iſt. Alle Mehrforderungen der
Einzelreſſorts, die bis zum 1. Auguſt dem Reichsſchatzamt
ihre Etatsaufſtellungen einreichen ſollen, müſſen eine
ein=
gehende Begründung erfahren und nur die dringlichſten
Forderungen können berückſichtigt werden. Im ganzen
ge=
nommen kann man die Einnahmen des Reiches aus den
Steuer= und Zollerträgen uſw. nicht als günſtig
bezeich=
nen, und beſonders ungünſtig fällt für den neuen Etät ins
Gewicht, daß die immer noch nicht gedeckten
Matrikular=
umlagen für 1909 zum Teil Berückſichtigung finden
müſ=
ſen. Es kommt ferner die Reichsſchuldentilgung hinzu,
die durch das Etatsgeſetz von 1906 geregelt wurde.
Da=
nach ſollten vom Jahre 1908 ab mindeſtens ¾ v. H. des
vorhandenen Schuldbetrages getilgt werden, wobei eine
Abſetzung vom Anleiheſoll einer Tilgung gleichzuachten
war. Durch das neue Finanzgeſetz iſt die Schuldentilgung
ſo geregelt worden, daß die jetzt beſtehende Schuld mit
jährlich 1 v. H., neue Anleihen für werbende Zwecke mit
1,9 v. H. und für nichtwerbende Zwecke mit 3 v. H. getilgt
werden ſollen. Für den Etat 1910 ergab ſich hieraus eine
neueinzuſtellende Summe von rund 45 Millionen und für
1911 dürfte ein entſprechend höherer Betrag in Betracht
kommen. Abgeſehen hiervon, kommen u. a. noch die
Aus=
gaben hinzu, die bisher durch den Reichsinvalidenfonds
gedeckt wurden, und dann die ſteigenden Flotten= und
Hee=
resausgaben. Man kann daher mit Sicherheit damit
rech=
nen, daß außer den Neuausgaben, die auf Grund bereits
beſtehender Beſchlüſſe nicht zu umgehen ſind, weſentlich
hohe Neuforderungen im neuen Etat nicht enthalten ſein
werden.
— Der Erbprinz zu Hohenlohe=
Langen=
burg hat auf eine Anfrage der Berliner Abendpoſt fol=
1gendes geantwortet: Ich teile die Auffaſſung weiteſter
evangeliſcher Kreiſe über die Borromäus=Enzyklika. Mein
Brief an den Grafen Schwerin=Löwitz ſagte nicht, daß
die Niederlegung des Vizepräſidiums veranlaßt ſei durch
die Haltung des Reichstages in der Enzyklika=Frage, da
dieſer ja während der Vertagung überhaupt nicht in der
Lage war, dazu ſich zu äußern. Die deutlich zutage
getre=
tene Stellungnahme der Parteien zur Enzyklika hat mir
aber gezeigt, daß in der gegenwärtigen Zuſammenſetzung
des Präſidiums bei meinen früher mehrfach betonten
Ueberzeugungen für mich perſönlich kein Raum mehr ſei.
Von einer angeblich dem Prinzen zu Hohenlohe=
Langen=
burg naheſtehenden Seite gehen der Nationalzeitung
fol=
gende Mitteilungen zu: Der Erbprinz weilt gegenwärtig
in ſeinem Stammſchloß Langenburg. Von dort aus hat er
vor einigen Tagen den aufſehenerregenden Brief an den
Grafen Schwerin=Löwitz gerichtet. Zum letzten Male
weilte der Erbprinz vom 22. bis 24. Juni in Berlin, um
dem Johanniterordensfeſt in Sonnenburg beizuwohnen.
In ſeinen Freundeskreiſen war ſein Entſchluß, auf ſeine
Stellung als Vizepräſident zu verzichten, ſchon damals
bekannt. Erbprinz Hohenlohe wollte ſchon nach dem
be=
kannten Zwiſchenfall Oldenburg=Ledebour ſein Amt
nie=
derlegen und hat ſich nur auf Zureden ſeiner Freunde, die
es ihm als ſeine Pflicht darſtellten, auf ſeinem Poſten
auszuharren, bereit erklärt, nicht ſchon im Winter
zurück=
zutreten. Inzwiſchen ſind aber neuerlich Ereigniſſe zutage
getreten, die dem Prinzen ein längeres Ausharren auf
ſeinem Poſten unmöglich machen. Die Wirkung dieſer
Ereigniſſe iſt derartig, daß ſich der Prinz entſchloſſen hat,
ſich vollſtändig vom politiſchen Leben
zurückzu=
ziehen. Der Prinz wird bei den allgemeinen
Reichs=
tagswahlen im nächſten Jahre nicht mehr kandidieren. Er
wird auch in der kommenden letzten Tagung kaum oft im
Reichstag zu ſehen ſein, denn er beabſichtigt, den Winter
mit ſeiner Gemahlin auf dem Schloſſe de Fabronne bei
Nizza, das ſeiner Schwiegermutter, der Witwe des
ver=
ſtorbenen Herzogs Alfred von Koberg=Gotha gehört, zu
verbringen.
— Im Reichskolonialamt und bei der
Dia=
mantenregie iſt, Blättermeldungen zufolge, von privater
Seite 2
Nummer 160
Seite die Anzeige erſtattet worden, daß für mehr als
2 Millionen auf den Feldern von Südweſtafrika geſchürfte
Diamanten aus Lüberitzbucht
hinausgeſchmug=
gelt worden ſeien. Der Landesfiskus ſei auf dieſe
Weiſe um die ihm zuſtehende Zollgebühr im Betrage von
mehr als 700000 Mark betrogen worden. Auf eine
An=
frage im Reichskolonialamt wurde erwidert, im
Reichs=
kolonialamt ſei amtlich über einen ſolchen vermeintlichen
Millionenſchmuggel bisher nicht das mindeſte bekannt
ge=
worden und die Meldung ſei unwahrſcheinlich.
— Zur Ermittelung der Wünſche und Beſtrebungen
der deutſchen Geſchäftswelt in Bezug auf den neuen
ſchwediſchen Zolltarif veranſtaltet das
Reichs=
amt des Innern Zuſammenkünfte der mit den
Vorarbei=
ten für einen neuen Handelsvertrag mit Schweden
betrau=
ten Regierungsräte mit Vertretern wirtſchaftlicher Kreiſe.
Die Ausſichten auf das Zuſtandekommen eines erträglichen
Handelsabkommens mit Schweden haben ſich in neuerer
Zeit dadurch gebeſſert, daß letzteres mehrere Nummern
ſeines neuen Zolltarifs im Zollſatz ermäßigt und die
grundſätzliche Anſicht ausgeſprochen hat, daß es einen
höheren Zoll als den bisherigen Durchſchnittsſatz von
10 Prozent des Wertes nicht bezwecke. Auf dieſer
Grund=
lage wird eine Verſtändigung hoffentlich zu erzielen ſein.
Ausland.
— In voriger Woche wurde im Verlauf der Debatte
im engliſchen Unterhauſe von den irländiſchen
Nationali=
ſten die Aufmerkſamkeit auf das Bedürfnis
Ir=
lands für weitere Wohnungen für
landwirt=
ſchaftliche Arbeiter in Irland gelenkt und Birrell
gab in ſeiner Antwort die Erklärung ab, daß die
Regie=
rung beſchloſſen habe, 1 Million Lſtr. (20 Millionen Mark)
für dieſen Zweck zu bewilligen. Durch dieſes Vorgehen
wird ein Teil des Unrechtes, das ſich England in früherer
Zeit Irland gegenüber zuſchulden kommen ließ, gut
ge=
macht und es kann wirklich behauptet werden, daß
Eng=
land ſich bemüht, dem armen Mann in Irland nach beſten
Kräften am Emporkommen behilflich zu ſein. Im Jahre
1906 ſetzte Bryce, der damals Hauptſekretär für Irland
war, im Parlament ein Geſetz durch, das 4¼ Millionen
Lſtr. für Arbeiterwohnungen bewilligte, die auf jährliche
Abzahlung mit 3,5 Prozent Verzinſung abgegeben
wur=
den, und ſeit dieſer Zeit ſind 23000 Arbeiterhäuschen
er=
richtet worden. Dieſe Summe iſt, wie Birrell erklärte,
nunmehr faſt aufgebraucht, in 42 ländlichen Bezirken jedoch
müſſe noch für entſprechende Wohnungen geſorgt werden,
und zwar beträgt deren Anzahl 3582. Nachdem die
Regie=
rung über dieſe Frage beraten habe, ſei der Entſchluß
ge=
faßt worden, eine weitere Million Lſtr. zu denſelben
Be=
dingungen zu bewilligen, damit dieſer Plan endgültig
ausgeführt werden könne. Die Zuſtimmung der
geſetzgebe=
riſchen Körperſchaft zu dieſem Plane ſei jedoch notwendig
und er hoffe, daß die Vorlage keinerlei Widerſpruch erre
gen werde. J. Redmond, der Führer der Nationaliſten,
erkannte die Stimmung an, aus der heraus der
Haupt=
ſekretär die Bedürfniſſe Irlands befriedigen wolle. Nach
ſeiner Meinung freilich würde auch dieſe Million die
Frage des armen landwirtſchaftlichen Arbeiters in Irland
nicht beſeitigen, aber ſie bedeute doch einen großen Schritt
vorwärts zur endgültigen Erledigung.
— Am Sonntag fanden in zahlreichen Städten
Spa=
niens, beſonders in Madrid, Tarragona, Saragoſſa und
Toledo, antiklerikale Verſammlungen ſtatt.
In Barcelona wurde ebenfalls eine Kundgebung gegen
den Klerikalismus veranſtaltet, an der zahlreiche Frauen
teilnahmen. Die Teilnehmer übermittelten dem
Gouver=
neur eine Adreſſe, die die Unterſchriften von 22000 Frauen
trug.
Auf Anſuchen der Konſuln der vier Schutzmächte
Kretas haben dieſe beſchloſſen, ihre Seeſtreitkräfte
auf noch unbeſtimmte Zeit in den kretiſchen Gewäſſern zu
belaſſen, um nötigenfalls ohne Verzug ihren Willen zur
Geltung bringen zu können. Man hegt vor allem
Beſorg=
niſſe für die erſte Septemberwoche, wo die Wahlen für die
griechiſche Kammer ſtattfinden, da die Kreter ihre Abſicht
kundgegeben haben, Deputierte in die griechiſche Kammer
zu entſenden, was von der Türkei als Herausforderung
angeſehen wird. Die Mächte werden hauptſächlich dieſe
Provokation durch ihre Kriegsſchiffe zu verhindern ſuchen.
— Die Nowoje Wremja bezeichnet die Auffaſſung, daß
der ruſſiſch=japaniſche Vertrag nur die Folge der
Einmi=
ſchung Amerikas in die Mandſchurei=Angelegenheit ſei, für
falſch. Der Vertrag ſei nicht eine künſtliche diplomatiſche
Kombination, ſondern eine natürlich Folge der
Ent=
wickelung des fernen Oſtens. Die amerikaniſche
Einmi=
ſchung beſchleunigte nur den Gang der im Oktober 1909
begonnenen Verhandlungen.
— Aus Helſingfors wird gemeldet: Die
Verkün=
digung des Geſetzes über Finnland wurde ohne
Bewegung hingenommen. Die Bevölkerung iſt von einer
merkwürdigen Ruhe. Deshalb erwartet man überall
paſſi=
ven Widerſtand. Die Regierung hat die militäriſchen
Sicherungsmaßnahmen verſtärkt. Die Stadt Wiborg iſt
von ruſſiſchen Truppen überſchwemmt.
— Wie die Pariſer Blätter aus Marokko melden, hat
die Marokkaniſche Staatsbank die Bezahlung
gewiſſer Gläubiger verweigert, weil ſie angeblich keinen
Auftrag dazu habe. Der eigentliche Grund ſei der, daß
die Liquidationsanleihe zur Bezahlung der 93 Millionen
betragenden Schulden nicht ausreiche.
* Odde, 10. Juli. Der Kaiſer hielt heute
vormittag Gottesdienſt auf der „Hohenzollern” ab und
erledigte dann Geſchäfte. Nachmittags unternahm der
Kaiſer einen längeren Spaziergang in die nähere
Um=
gebung von Odde. Das Wetter iſt herrlich.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 12. Juli.
— Uebertragen wurde dem Lehrer Jakob Frank
zu Lampertheim, Kreis Bensheim, eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Neu=Iſenburg, Kreis Offenbach.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde der Lehrer
an der Volksſchule zu Mainz Franz Schader auf ſein
Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner mehr als 50jährigen
treuen Dienſte.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen den
31 Jahre alten Ernſt Schweitzer von Neu=Iſenburg,
einen rückfälligen Dieb, der, um ſeine Kaſſe
aufzu=
beſſern, während er in einer Blumenfärberei beſchäftigt
war, 107 Pfund Bleirohr ſtahl und auf einem
geliehe=
nen Schubkarren fortbrachte. Der Verſuch, die Ware
zu verwerten, mißlang. Er wandert wieder 1 Jahr
3 Monate hinter Schloß und Riegel und büßt die
bür=
gerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre ein. Demnächſt wird
gegen ihn auch ein Verfahren wegen Verleitung zum
Meineid eröffnet werden. Nach Mitteilung des
Vor=
ſitzenden ſoll er es nämlich unternommen haben, einen
Zeugen zu einer falſchen eidlichen Ausſage zu verleiten.
Der Verſuch gelang ihm nicht. — Dem 26 Jahre alten
Schuhmacher Willi Möllinger in Offenbach, der
wegen Gewalttätigkeiten wiederholt Freiheitsſtrafen
erlitten, wurde es ſchwer gemacht, wieder ein
ordent=
licher Menſch zu werden. In der Nacht vom 20. zum
21. November v. J. ſtieß er etwa um 2 Uhr mit drei
Perſonen auf der Straße zuſammen. Daran reihte ſich
ſpäter ein Zuſammenſtöß, bei dem ein 19jähriger, ganz
unbeteiligter Mann von ihm einen Stich in den
Ober=
ſchenkel erhielt. Das dabei gebrauchte Schuſtermeſſer
wurde ihm abgenommen und er ſelbſt auf das Revier
verbracht. Dort erklärte er einem Anweſenden, er ſei
der erſte, den er kalt machen werde. Das
Schöffen=
gericht verurteilte ihn wegen Körperverletzung und
Be=
drohung zu 8 Monaten 1 Woche Gefängnis und zog die
Waffe ein. Das Urteil focht er mit Berufung an,
in=
dem er ſich auf Notwehr berief. Durch eine Reihe
Zeu=
gen wurde feſtgeſtellt, daß er vör der Tat mit dem
Meſſer in der Hand auf der Straße ſtand und der auf
ihn zukommenden Schar zurief: „Den Erſten, der
kommt, ſteche ich zuſammen‟ Da er als Meſſerheld
gefürchtet iſt, fielen mehrere ſofort über ihn her und
ſchlugen auf ihn drein; dabei wurde der junge Mann
gegen ſeinen Willen mit hineingezogen, er kam zu
Boden und bekam den Stich. Das Gericht mußte bei
dieſer Sachlage annehmen, daß Möllinger ſich nur
gegen einen Angriff gewehrt habe, ſprach ihn wegen
Körperverletzung frei und nur wegen Bedrohung 14
Tage Gefängnis aus. Nach Verkündigung des Urteils
forderte er auch ſein Schuſtermeſſer zurück
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen
ſind im Monat Juni l. J. 324 Rentengeſuche (307
Invaliden= und Krankenrentenanträge, ſowie 17
Alters=
rentenanträge) eingegangen. Unerledigt wurden in
den genannten Monat übernommen 383 Rentengeſuche,
ſo daß 707 Geſuche in Bearbeitung ſtanden. Es fanden
Erledigung: 295 durch Rentenbewilligung (267
Inva=
liden=, 16 Kranken= und 12 Altersrentengeſuche); 53
durch Ablehnung, weil unbegründet (49 Invalidenren=
ten= und 4 Altersrentengeſuche), 16 durch andere Weiſe
— Zurücknahme uſw. — (14 Invaliden= und 2
Alters=
rentengeſuche), zuſammen 364, ſo daß 343 Geſuche als
unerledigt auf den Monat Juli übernommen werden
mußten. Ferner wurden im Monat Juni I. J. 290
An=
träge auf Beitragserſtattung geſtellt, und zwar 250
in=
folge Heirat weiblicher Verſicherter (H.), 38 infolge
Todes verſicherter Perſonen (T.) und zwei wegen
Be=
zugs von Unfallrente (U.). Unerledigt wurden in den
genannten Monat übernommen 110 Erſtattungsanträge,
ſo daß zu bearbeiten waren 400 Geſuche. Bewilligt
wurden 254 Anträge (219 H., 32 T. und 3 U.), abgelehnt
wurden 22 Anträge (16 H., 6 T.). Unerledigt blieben
124 Erſtattungsanträge (98 H., 23 T. und 3 U.), die
auf den Monat Juli übernommen wurden. — In
wel=
chem Umfange die Landesverſicherungsanſtalt Großh.
Heſſen Heilverfahrenskoſten für ihre Verſicherten
über=
nimmt, ergibt ſich aus nachſtehenden Erläuterungen:
Ende Juni 1910 waren in den nachverzeichneten
Anſtalten verſicherte Perſonen untergebracht: 1. Ernſt=
Ludwig=Heilſtätte bei Sandbach 123, 2. Elevnoren=
Heil=
ſtätte bei Winterkaſten 63, 3. Göttmannſche Heilanſtalt
bei Reichelsheim 31, 4. Dr. Liebes Lungenheilanſtalt
in Waldhof=Elgershauſen 7, 5, Bad Lippſpringe 34, 6.
Kuranſtalt von Dr. Schmitt=Lindenfels 26, 7.
Konitzky=
ſtift in Bad Nauheim 53, 8. Bad Orb 16, 9. Ernſt
Lud=
wig=Heilanſtalt von Dr. Loſſen hier 7, 10. Klinik von
Dr. Grein in Offenbach 10, 11. Verſchiedene Anſtalten,
als Krankenhäuſer, Kliniken u. dergl. m. 22, Summa 392.
— Eine Sitzung des Provinzialausſchuſſes der
Provinz Starkenburg findet am Samstag, den 16. Juli,
vormittags 9½ Uhr, mit folgender Tagesordnung
ſtatt: 1. Beſchwerde bezw. Rekurs des Franz Peter
Maſſoth in Weiskirchen gegen einen Polizeibefehl.
2. Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch des Guſtav Werner in
Groß=Steinheim. 3. Wirtſchaftsbetrieb im Hauſe
Schloß=
gartenſtraße 20 in Offenbach. 4. Regelung des
gewerb=
lichen Lehrlingsweſens; hier: Strafantrag gegen
Glaſer=
meiſter Val. Bugert in Viernheim.
— Der Laudesverband evangeliſch=kirchlicher
Frauenvereine, dem bis jetzt gegen 60 Vereine mit
6000 Mitgliedern beigetreten ſind, gedenkt ſeine
dies=
jährige Jahresverſammlung am 7. September in
Darm=
ſtadt zu halten. Den Hauptgegenſtand der
Verhand=
lungen wird die Krüppelpflege bilden. Referenten ſind
die Herren Dr. Heid und Inſpektor Weimar in Nieder=
Ramſtadt, wo ſchon der Anfang mit einem Krüppelheim
gemacht iſt. Neben dem gegenwärtigen Stand der
Krüppelfürſorge wird beſonders auch die Frage
be=
handelt werden: „Was kann von ſeiten der
Frauen=
vereine vorbeugend und helfend in der Krüppelfürſorge
geſchehen ?”
— Der Kriegerverein Darmſtadt unternahm am
Sonntag unter ſehr ſtarker Beteiligung (ca. 400
Per=
ſonen) ſeinen diesjährigen Sommerausflug. Um 2 Uhr
wurde vom Kapellplatz abmarſchiert und es ging bei
ſehr hübſchem Wetter nach Roßdorf, wo bei Gaſtwirt
Günther Einkehr gehalten wurde. Hier entſpann ſich
ſehr bald bei Tanzen und Vorträgen ein fröhliches
Treiben. Zunächſt hielt der 2. Vorſitzende, Kamerad
Oberbürgermeiſter Schäfer eine kernige
Begrüßungs=
anſprache, die mit einem Hoch auf Kaiſer und
Groß=
herzog endigte. Nachdem noch den Kameraden von
Roßdorf, die der Einladung gefolgt waren, für ihr
Er=
ſcheinen gedankt worden war, wurde ein
Glückwunſch=
telegramm an den Kriegerverband in Herne in
Weſt=
pfalen zu ihrem Jubelfeſte abgeſandt.
— Heſſiſcher Fechtverein Waiſenſchutz. Wie ſtets, war
auch dieſes Mal das im Saalbau abgehaltene
Sommer=
feſt des Heſſiſchen Fechtvereins Waiſenſchutz äußerſt
zahl=
reich beſucht. Die Muſik ſtellte die Kapelle des Feldart.=
Regts. Nr. 61; der Männergeſangverein Konkordia (
Diri=
gent Herr Etzold) brachte verſchiedene Chöre mit
gewohn=
ter Präziſion zu Gehör und fand lebhaften Beifall. Auch
die Kapelle Weber trug das ihrige zum Gelingen des
Feſtes bei. Starken Beifall errang Herr Lemmer mit dem
Vortrag eines Piſton=Solos. Eine beſondere
Anziehungs=
kraft übte die Tombola aus, die durch die Freigebigkeit
vieler hieſiger Firmen ganz außerordentlich reich
ausge=
ſtattet war. Herr Koch begrüßte die Anweſenden und
machte beſonders auf die Tombola, ſowie auf den
Schieß=
ſtand aufmerkſam, bei dem auch ſchöne Preiſe zu gewinnen
waren. Herr Burggraf überreichte im Namen des
Vorſtandes des Fechtvereins dem Geſangverein Konkordia
für ſeine jederzeit bereite Hilfe ein ſchön eingerahmtes
Diplom und ernannte den Dirigenten, Herrn Etzold, zum
Oberfechtwart. Außerdem wurden folgende Beförderungen
bekanntgegeben: Zu Hauptfechtwarten: die Oberfechtwarte:
Ernſt Lehmann, Robert Ruppert und Heinrich Wenz; zu
Oberfechtwarten die Fechtwarte: Frau Luiſe Löſch, Artur
Anton, Richard Etzold, Wilhelm Fehrer und Kart
Rett=
berg; zu Fechtwarten: Frl. Katharina Kutſcher und Frl.
Eugenie Stiecher, ferner die Herren: Heinrich Bauer,
Sieg=
mund Guttmann, Wilhelm Klein, Guſtav Ludwig, Jakob
Maar, Georg Mechler, Leonhard Meß, Friedrich Müller,
Hermann Scharf, Jakob Schwinn, Eugen Thomaſius und
Fritz Wiemer. Lobende Anerkennungen erhielten: Wilh.
Caſtan, Ernſt Crämer, C. F. Erb (Inh. Louis Lebach),
Die Einkommen König Georgs.
Die Kommiſſion des britiſchen
Parla=
mentes, die es übernommen hat, das Einkommen
des neuen Königs von England feſtzuſetzen, hat ihre
Arbeiten vollendet. Der Entwurf, deſſen Annahme
völlig ſicher iſt, ſieht für König Georg die gleiche
Jahresſumme vor, die auch König Eduard bezogen hat,
insgeſamt 9 400000 Mk. Davon entfallen 2 516000 Mk.
auf die Gehälter, Löhne und Penſionen der Hofbeamten
und der Dienerſchaft, 400000 Mk. für feſtſtehende,
lau=
fende Ausgaben für die Inſtandhaltung der Paläſte,
264000 Mk. für königliche Almoſen, und 160000 Mk.
für unvorhergeſehene Ausgaben, ſodaß dem britiſchen
Königspaare zur freien Verfügung 2 200000 Mk. übrig
bleiben, denn die Koſten des Hofhaltes und die
Aus=
gaben für Repräſentationspflichten ſtehen mit 2 516000
Mark feſt und können nicht geändert werden.
Insgeſamt wendet die engliſche Nation für
die königliche Familie und die ferner ſtehenden
Mitglieder des königlichen Hauſes nach dem neuen
Ge=
ſetze 12680000 Mk. auf, 260000 Mk. mehr, als zu
Leb=
zeiten König Eduards. Aber dieſe Erhöhung kömmt
dem Königspaare nicht zugute, denn in der Summe
ſind die 1400000 Mk. inbegriffen, die der Witwe König
Eduards, der Königin Alexandra, von der Nation
an=
gewieſen werden. Gegenüber dieſer Mehrausgabe
fallen verſchiedene Renten aus, die bisher bezahlt
wur=
den. Als Prinz von Wales erhielt König Georg vom
Parlament eine Jahresrente von 400000 Mk. und ſeine
Gemahlin 200000 Mk., während der jetzige Prinz von
Wales vom Staate nichts erhält und ſich mit den
Ein=
künften des Herzogtums von Cornwall begnügen muß,
die immerhin im Jahre 1909 nicht weniger als 1740000
Mark betrugen. Im Geſetz iſt jedoch vorgeſehen, daß
dem Thronfolger bei einer künftigen Heirat eine Rente
für ſeine Gemahlin zur Verfügung geſtellt wird. Die
künftige Prinzeſſin von Wales wird von der britiſchen
Nation jährlich 200000 Mk. bekommen; ſollte ſie ihren
Gatten überleben und vor der Thronbeſteigung Witwe
werden ſo erhält ſie jährlich 600000 Mk.
Die Apanagen der übrigen Mitglieder
des britiſchen Königshauſes bleiben
unver=
ändert; der Herzog von Connaught bezieht ſeine 500000
Mark weiter, die Prinzeſſin Chriſtian von Schleswig=
Holſtein 120000 Mk., die Großherzogin von
Mecklen=
burg=Strelitz 60000 Mk. uſw. Seit dem letzten Geſetze
ſind nur zwei Apanagen durch das Ableben der
In=
haber erlöſchen: die 240000 Mk., die jährlich dem
Her=
zög von Cambridge überwieſen wurden, und die 160000
Mark, die die engliſche Natiön der verſtorbenen
Kaiſe=
rin Friedrich bis zu ihrem Lebensende zugewieſen
hatte. Die Kinder König Georgs ſind vom Staat
einſt=
weilen nicht bedacht; erſt mit vollendeter
Größjährig=
keit erhalten ſie ſtaatliche Apanagen, und zwar jeder
Prinz bis zu ſeiner Verheiratung 200000 Mk. im Jahr
und vom Tage ſeiner Eheſchließung ab 300000 Mk.
Die Töchter König Georgs erhalten bei ihrer Heirat
oder Großjährigkeit eine ſtändige Jahresrente von
120000 Mk. Aber dieſen Aufwendungen, die die
bri=
tiſche Nation für ihre Herrſcherfamilie macht, ſtehen
ſehr größe finanzielle Gegenleiſtungen gegenüber,
ſo=
daß das engliſche Volk für ſeinen König in Wirklichkeit
ſehr wenig aufzubringen hat. Denn der König von
England hat alle Einnahmen aus ſeinen Gütern und
aus den Krondomänen dem Parlament überwieſen.
Die Erträgniſſe ſind von Jahr zu Jahr gewachſen und
betrugen im Jahre 1909 nicht weniger als 10177397 Mk.
Dazu kommen noch kleinere Einnahmen aus verſchie=
denen Quellen; ſie betrugen in den letzten zehn Jahren
insgeſamt 8 410 377,60 Mk., alſo jährlich durchſchnittlich
841037 Mk. Der Staat empfängt alſo durch die
Ueber=
weiſung dieſer Einnahmen jährlich 11018 400 Mk. vom
König und gibt 12680000 Mk. für die geſamte
Herr=
ſcherfamilie nebſt Angehörigen aus, ſodaß die Nation
in Wirklichkeit nur 1661000 Mk. Zuſchuß für die
Königs=
familie aufzubringen hat.
Da die Ausgaben für Repräſentationszwecke und
die Koſten des Hofhaltes in den letzten Jahren durch
die Erhöhung der Preiſe erheblich zugenommen haben,
muß König Georg ſehr ſparſam wirtſchaften, wenn er
mit ſeiner Zivilliſte auskommen will. Es fehlt auch
in England nicht an Stimmen, die die dem König
aus=
geſetzten Beträge als viel zu niedrig bezeichnen und
für eine billige Erhöhung eintreten. Der König gibt
zudem für Wohltätigkeitszwecke viel mehr aus, als die
264000 Mk., die in dem Anſchlag dafür ausgeſetzt ſind.
Da er die Erträgniſſe ſeiner Güter dem Staate
über=
wieſen hat, verfügt er über keine Nebeneinnahmen.
Nur die Einkünfte aus dem Herzogtum von Lancaſter
ſtehen ihm zu; ſie betrugen ihm Jahre 1909 1 280000
Mark. Es iſt fraglich, ob dieſe Summe ausreichen
wird, um die unausbleibliche Unterbilanz
auszüglei=
chen. Der König von England iſt alſo weniger günſtig
geſtellt, wie die Monarchen anderer Großſtaaten. Er
bezieht etwa die Hälfte des Einkommens des deutſchen
Kaiſers und 6200000 Mk. weniger als der Kaiſer von
Oeſterreich.
Dieſe Tatſache wird für viele ebenſo neu ſein, wie
die, daß die engliſchen Prinzeſſinnen nach ihrer
Ver=
mählung ins Ausland vom engliſchen Staate noch
Apanagen beziehen und annehmen.
Nummer 160.
Grorg Frank (Zuh. Theodor Frank), Mar Guckenzeimer,
Großgärtnerei Henkel, Theodor Heyl, Gebr. Höslein (Inh.
Joſeph Schiller), Karl Jordan, Hoflieferant Hubert
Brin=
ger, Müller u. Rühle, Otto Nietſchmann (Inh. Sally
Liſ=
ſauer), Louis Noack (Inh. Adolf Riehl), Frau Katharina
Raab (vorm. Alice=Bazar), Karl Rittershaus, Ludwig
Schwab (Inh. Robert Blum), Ludwig Stritzinger und
der Männergeſangverein Konkordia. An der
Kinderpolo=
näſe nahmen etwa 150 Kinder teil. Den zweiten Teil des
Feſtes bildete ebenfalls ein Konzert mit ausgewähltem
Programm. Es folgte dann ein Tanz.
— Kaufmänniſcher Verein Darmſtadt. Man
ſchreibt uns: Das am Samstag abend auf dem heiligen
Kreuzberg abgehaltenen Sommerfeſt nahm einen
groß=
artigen Verlauf. Wenn Vorſtand und
Vergnügungs=
kommiſſion in Anbetracht der wochenlangen, ſchlechten
Witterung fürchteten, der Beſuch würde darunter leiden,
ſo wurden ſie angenehm enttäuſcht, denn die Säle und
Terraſſen waren überfüllt. Die frohe Feſtſtimmung, die
überall herrſchte, zeugte davon, daß die Teilnehmer durch
das Gebotene befriedigt waren. Der muſikaliſche Teil
des Feſtprogramms lag in den bewährten Händen des
Obermuſikmeiſter Hauske und die Kapelle entledigte
ſich glänzend ihrer Aufgabe. Auch die vom Männer=
Chor „Rheingold” vorgetragenen Chöre fanden
unge=
teilten Beifall. Ein von 2 Damen vorgetragenes Duett
wurde ſtark applaudiert. Den Tanz eröffnete eine weit
über hundert Paare zählende Lampion=Polonaiſe, die
im Garten ein prächtiges Bild bot. Erſt in früher
Morgenſtunde verließen die letzten Beſucher das gaſtliche
Haus Strohmenger.
* Die Sommer=Generalverſammlung des hieſigen
Konſumvereins fand, ſo ſchreibt man uns, am
Sonn=
tag ſtatt. Den Hauptgegenſtand der Tagesordnung
bildete die Beſprechung des diesjährigen
Reviſionsbe=
richtes, wozu der amtliche Reviſor, Herr Liebmann aus
Ludwigshafen, ſelbſt erſchienen war. Nach
eingehen=
der Beſprechung aller einzelnen Punkte wurde der
Verwaltung einſtimmig das Vertrauen der
Verſamm=
lung ausgeſprochen. — Der zweite Punkt war der
Halbjahrsbericht des Geſchäftsführers Herrn Kaindl,
aus dem wir entnehmen, daß die Genoſſenſchaft dieſes
Jahr etwa 400000 Mark im eigenen Laden und über
100000 Mark an Lieferantenumſatz erreichen wird, und
daß die Mitgliederzahl um etwa 400 zugenommen hat,
dem allerdings 150 Austritte, meiſt wegen Wegzuges,
gegenüberſtehen. Ein Antrag aus der Verſammlung,
die bisherige Rückvergütung von 4 Prozent diesmal
noch nicht zu erhöhen, wenn es auch die Finanzlage
geſtatte, ſondern zunächſt noch für Erhöhung der
Re=
ſerven Sorge zu tragen, wurde einſtimmig der
Ver=
waltung zur Berückſichtigung gegeben. Sodann
be=
ſchäftigte ſich die Verſammlung im Anſchluß an den
Geſchäftsbericht mit den Aeußerungen, die
Abgeord=
neter Dr. Oſann am 24. Juni über die Konſumvereine
in der Heſſiſchen Kammer getan hatte.
* Die Liedertafel Darmſtadt veranſtalt am 16. Juli
ein Sommerfeſt. (Näheres Anzeige.)
Saalban. Das heutige Dienstags=Konzert im
Städt. Saalbau findet bei ungünſtiger Witterung im großen
Saale ſtatt, und zwar hat Herr Muſikmeiſter Weber
hierfür ein Programm für Streichmuſik in Ausſicht
ge=
nommen, bei welchem Gelegenheit geboten iſt die
Leiſtungen der 6ler Kapelle auch in Streichmuſik bei
vollbeſetztem Orcheſter kennen zu lernen.
— Schützenhof. Heute, Dienstag, konzertiert die
Kapelle des Leibgarde=Regiments. Es findet
Streich=
muſik ſtatt. Herr Obermuſikmeiſter Hauske hat ein
ge=
ſchmackvolles Programm aufgeſtellt. (S. Anzeige.)
— Ludwigshöhe. Morgen, Mittwoch, findet auf
der Ludwigshöhe im Anſchluß an das Kurkonzert
großes Abendkonzert der Kapelle des Art.=Regts. Nr. 61,
verbunden mit Turmbeleuchtung und Reunion, ſtatt.
(Siehe Anzeige.)
— Verwendung alter Frachtbriefformulare. Es iſt
vielfach die Meinung verbreitet, daß ſeit Einführung
der neuen Frachtbriefe die früheren Formulare
wert=
los geworden ſeien; das iſt irrig. Es iſt vielmehr
ge=
ſtattet, die alten Beſtände aufzubrauchen, und zwar iſt
die Endfriſt dafür auf 31. Dezember 1911 feſtgeſetzt. —
Wer alſo Frachtbriefe einkaufen will, braucht nicht, wie
cs meiſtens geſchieht, darauf zu ſehen, daß es unbedingt
„neue” ſein müſſen, ſondern kann auch beruhigt die
früheren nehmen.
* Selbſtmord. Sonntag vormittag wurde von
Spa=
ziergängern im Kranichſteiner Park, nahe beim
Forſthaus Kranichſtein, an der Dörrwieſenſchneiſe,
etwa 500 Meter von dem Waldſaum entfernt, die Leiche
eines Erhängten gefunden. Der Tote gehörte
anſchei=
nend den beſſeren Arbeiterkreiſen an; er war gut ge= ſchlag gezeitigt hätten. Es müſſe allerdings ein Nachlaß
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 12. Juli 1910
Seite 3.
kleidet und trug wollenes Hemd. Da nahe bei jener
Stelle noch am Samstag nachmittag Waldarbeiter
be=
ſchäftigt waren, dürfte die Tat am Samstag abend oder
in der Nacht begangen worden ſein. Der
benachrich=
tigte Förſter verſtändigte ſofort: die Bürgermeiſterei
Arheilgen, zu deren Gemarkung jener Teil des Parks
gehört. Nachmittags wurde die Leiche abgeholt und
nach dem Leichenhauſe in Arheilgen gebracht.
Griesheim, 10. Juli. In der letzten
Gemeinde=
ratsſitzung wurde über die Errichtung einer
Ge=
meinde=Sparkaſſe beraten. Ueber denſelben
Gegenſtand war ſchon einmal beſchloſſen und ein
dahin=
gehender Antrag mit 9 gegen 6 Stimmen angenommen
worden. Der jetzigen zweiten Verhandlung wohnte
als Vertreter der Regierung Regierungsrat von
Wer=
ner bei. Die diesmalige Abſtimmung ergab, daß
6 Stimmen dafür, aber 7 Stimmen dagegen waren. Der
Antrag auf Errichtung einer Gemeinde=Sparkaſſe, die
wohl ein Konkurrenzunternehmen gegen die Groß=
Gerauer Bezirks=Sparkaſſe geworden wäre, iſt demnach
abgelehnt.
Mainz, 11. Juli. Geſtern nachmittag nahm der
Schutzmann Neumann vom erſten Polizeibezirk in der
Wirtſchaft von Wilhelmi auf der Rheinſtraße einen
ſehr elegant gekleideten Fremden feſt, der
ſich Johann Albert Stähler nennt. Der Mann wird
wiederholten Zechbetrugs und Diebſtahlverſuchs
be=
ſchuldigt. Er kam geſtern nachmittag an das
Selters=
waſſerhäuschen von Wolf auf dem Meßplatz, trank dort
ein Fläſchchen Waſſer und lief dann ohne zu bezahlen
fort. Später beſuchte er die Wirtſchaft von
Mühlber=
ger in der Rheinſtraße und verſchwand auch dort, ohne
bezahlt zu haben. In der Wirtſchaft von Wilhelmi
verſuchte er das gleiche Manöver und wollte außerdem
die Wirtſchaftskaſſe berauben, wurde jedoch dabei
er=
wiſcht und von dem Schutzmann verhaftet. Auf dem
Polizeibezirk gab er an, Engländer zu ſein. Als man
einen der Engliſch ſprechenden Schutzleute herbeiholte,
ſtellte ſich aber heraus, daß er kein Wort Engliſch
verſtand. In ſeinem Beſitz fand man einen Scheck der
Engliſchen Bank. Man vermutet, es mit einem
inter=
nationalen Schwindler zu tun zu haben.
Nidda, 9. Juli. Vor dem Großh. Amtsgericht hier
fand heute in dem Konkursverfahren über das
Vermögen des Vorſchuß= und Kreditvereins
Ober=Mockſtadt, e. G. m. u. H., auf Antrag des
Kon=
kursverwalters und des Gläubiger=Ausſchuſſes eine
Gläubigerverſammlung ſtatt, in der der
Kon=
kursverwalter, Rechtsanwalt Sandmann=Hungen, Bericht
über den Stand des Konkursverfahrens und die zur
Ver=
waltung und Verwertung der Maſſe bisher ergriffenen
Maßnahmen erſtattete. Von der Verwaltung des
Kon=
kurſes ſei nichts verſäumt worden, was zur raſchen
För=
derung des Verfahrens habe beitragen können. Der
eben=
falls anweſende Kreisrat Boeckmann=Büdingen wies, der
Darmſt. Ztg. zufolge, darauf hin, daß an die Gläubiger
ein Rundſchreiben erlaſſen ſei, das in der
Unter=
ſchrift auch ſeinen Namen trage. Das Schreiben hat
fol=
genden Wortlaut: „Es iſt beabſichtigt, ein
Hilfskon=
ſortium zu bilden, das die Folgen des Konkurſes des
Vorſchuß= und Kreditvereins Ober=Mockſtadt durch eine
nicht in der Form der Wohltätigkeit, ſondern auf
geſchäft=
licher Grundlage beruhende Hilfsaktion mildern ſoll. Eine
derartige Regelung liegt auch im Intereſſe der Gläubiger,
für die die Forderung an die Konkursmaſſe gegenwärtig
eine vollkommen unwirtſchaftliche Anlage bedeutet. Das
Kapital iſt nicht greifbar und es trägt dem Gläubiger
wäh=
rend des Konkurſes keine Zinſen. Unſer Vorgehen iſt in
der Weiſe gedacht, die derzeit noch ausſtehenden
unkünd=
baren und unverzinslichen Forderungen durch Barzahlung
gegen entſprechenden Nachlaß zu erwerben. Bei der
vor=
ausſichtlich noch langen, mindeſtens auf 6 Jahre ſich
be=
meſſenden Dauer des Konkurſes erſcheint daher ein
Nach=
laß von 25 Prozent der noch ausſtehenden Forderungen
als durchaus gerechtfertigt und liegt auch durchaus im
Intereſſe der Gläubiger, die hierdurch den zweifachen
Vor=
teil genießen, daß ſie ſchon jetzt das freie Verfügungsrecht
über ihre Forderung erhalten und nicht das Riſiko einer
längeren Dauer des Konkurſes tragen.”
Kreisrat Boeckmann erläuterte eingehend, wie
man dazu gekommen ſei, dieſen Weg der
genoſſenſchaft=
lichen Selbſthilfe vorzuſchlagen. Aufmerkſam geworden
durch die Berichte in den Zeitungen und die erlaſſenen
Aufrufe für eine Hilfsaktion, habe ſich das Inſtitut für
Gemeinwohl in Frankfurt a. M. (Soziale Muſeum) dafür
intereſſiert, einen Vertreter nach Büdingen entſandt und
ſich Informationen eingeholt. Die Folge ſeien
Zuſammen=
künfte in Frankfurt a. M. und Beſprechungen über die
Art der Hilfe geweſen, die dann den vorliegenden Vor=
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Das größte Fernſprechamt der Welt,
Das ſeit Jahren im Bau begriffene, nunmehr
vollſtän=
dig fertiggeſtellte neue Fernſprechamt in
Ham=
burg wird das größte der Welt werden. Es iſt für
80000 Anſchlüſſe eingerichtet und in einem einzigen
Gebäude untergebracht. Augenblicklich beſtehen in
Hamburg allerdings nur 35000 Anſchlüſſe; man hat
alſo für die größtmöglichſte Erweiterung geſorgt. Auf
Grund eines internationalen Wettbewerbes wurde
ſeinerzeit der Bau des Rieſenamtes den Deutſchen
Telephonwerken in Berlin überwieſen, die ſich im
Be=
ſitze des Ausführungsrechtes des neuen „Verteiler”=
Prinzips befanden. Die Einrichtung iſt dann nach
amerikaniſchen Erfahrungen und ſonſtigen neueſten
elektrotechniſchen Errungenſchaften vervollkommnet
wor=
den, ſo daß ſich in Hamburg das gegenwärtig techniſch
vollendetſte Fernſprechamt befinden dürfte. Der
Be=
trieb beruht auf dem ſchon bewährten
Zentralbatterie=
ſyſtem, verbunden mit der erwähnten
Verteilereinrich=
tung. Durch dieſe Verbindung werden beſonders
deut=
liche Sprechverſtändigungen, eine große Vereinfachung
in der Herſtellung der Verbindungen, eine ſchnellere
Vermittlung der Verbindungen und eine beſchleunigte
Ermittlung von Fehlerquellen und Irrtümern erzielt.
Das Verteilerſyſtem beruht in einer Arbeitsteilung
derart, daß alle Anrufe vor der Beantwortung an eine
Stelle gelangen, von wo ſie gleichmäßig auf die
Ge=
ſamtzahl der Beamtinnen nach dem Grade ihrer
augen=
blicklichen Beſchäftigung verteilt werden. Jeder Anruf
bringt auf dem Verteilamt eine kleine Glühlampe zum
glühen; von hier aus führen die Verbindungsleitungen
nach jeder Beamtin des ſogen. Abfrageamts.
Beſon=
dere Glühlampen im Verteilamt laſſen erkennen,
welche Beamtin augenblicklich zur Entgegennahme
eines Anrufs verfügbar iſt. Das alte Klappenſyſtem
fällt alſo ganz weg. Es würde zu weit führen, die
techniſche Einrichtung des neuen Amts eingehender
darzulegen; genug, daß man damit das zurzeit
Voll=
kommenſte gewollt hat, das nun hoffentlich auchein der
Praxissſtandhält.
* Ganz Italien iſt durch den am Sonntag
ver=
öffentlichten Bericht der Kommiſſion, die mit der
Unterſuchung der ſtatiſtiſchen Verhältniſſe des
welt=
berühmten ſchiefen Turmes von Piſa
beauf=
tragt war, in große Erregung verſetzt worden. Die
Unterſuchung ergab, daß der Turm einer
ausreichen=
den Grundmauerung entbehrt. Die Neigung des
Tur=
mes hat ſeit 1829 um 20 Zentimeter zugenommen. Die
tragenden Grundpfeiler ſind auf der Seite der
Neig=
ung um 35 Zentimeter eingeſunken. Es beſteht alſo
kein Zweifel mehr darüber, daß der Turm nicht ſchief
gebaut iſt, ſondern ſich infolge ungünſtiger
Bodenver=
hältniſſe einſeitig geſenkt hat. Es ſollen zunächſt die
ſchweren Glocken entfernt werden.
— Der König von Kokos Islands. Auf
den Kokos Islands, den romantiſchen kleinen Korallen=
Inſeln, die 700 engliſche Meilen ſüdweſtlich von Java
einſam in der Weite des Indiſchen Ozeans liegen,
herrſcht Landestrauer: George Clunies Roß, der
König von Kokos Islands, iſt geſtorben. Fern von
ſeinem Reiche hat ihn der Tod hinweggerafft; er war
auf kurze Zeit nach England gekommen, und in Ventnor
auf der Inſel Wight ſchloß er die Augen auf immer.
Seine Lebensgeſchichte und die Geſchichte ſeiner
Vor=
fahren mutet faſt wie ein Märchen an, iſt doch die
Fa=
milie Roß unbeſchränkte Herrſcherin der Kokos=Inſeln.
Im Jahre 1825 kam der Großvater des jetzt
geſtorbe=
nen „Königs” nach den einſamen Inſeln, er überredete
einige ſchottiſche Freunde, ihm dorthin zu folgen; und
auf eigene Fauſt begann er das Land zu koloniſieren.
Er hatte ſo große Erfolge, daß 1857 die britiſche
Regie=
rung die Kokos=Inſeln annektierte. Schon vorher war
das Land der Roß’ berühmt geworden, denn hier war
es wo Darwin ſeine Studien vornahm, die zu ſeiner
Theorie von der Entſtehung von Korallen=Inſeln führte.
Als der erſte König der Roßdynaſtie ſtarb, übernahm
ſein Sohn die Regierung, und 1872 der Enkel, der nun
verſtorbene George Clunies Roß. Die Familie hatte
auf den Inſeln große Kokosplantagen angelegt, ein
reger Koprahandel mit Indien wurde begonnen, und
mit der Zeit wurden die Herrſcher der Kokos=Inſeln
reiche Leute. Aber die alten patriarchaliſchen Zuſtände
von 35 Prozen der Forderungen eintreien, Auſtabe des
Hilfskonſortiums bilde die Beſchaffung eines
Betriebskapi=
tals von etwa 250000 Mark und Bildung einer
Geſell=
ſchaft m. b. H. Für die Beſchaffung des Betriekskapitals
müßten Staat, Provinz und Kreis intereſſiert werden,
ebenfalls landwirtſchaftliche Genoſſenſchaften. Daß ſich auch
dem Sozialen Muſeum naheſtehende Frankfurter Herren
beteiligen würden, ſei zu erwarten. Er weiſe darauf hin,
daß die Ausſchüttung weiterer Prozente als
Abſchlags=
zahlung an die Gläubiger jetzt wohl langſamer gehen
werde, da man bisher die immerhin noch leiſtungsfähigſten
Schuldner heranziehen konnte, während man im weiteren
Verlaufe an die als etwas unſicherer anzuſehenden
Aus=
ſtände gehen müſſe. Nach ſeiner Ueberzeugung ſei die
von dem Hilfskonſortium vorgeſchlagene Sache gut, die
bei ihrer Annahme durch die Gläubiger das Verfahren
ſchnell weiterführe. Ausgeſchloſſen ſei es, daß etwa die
Frankfurter Herren ein Geſchäft machen wollten, vielmehr
liege das ehrliche Beſtreben vor, einen Weg zur Hilfe
vor=
zuſchlagen. — Auf eine Anfrage aus der Mitte der
Gläu=
biger, welches Reſultat das Prozeßverfahren gegen die
ehemaligen Aufſichtsrats= und Vorſtandsmitglieder der
Ober=Mockſtädter Kaſſe auf Erſatz des angerichteten
Scha=
dens erzielt habe, wurde mitgeteilt, daß der Direktor,
Alt=
bürgermeiſter Mickel=Ober=Mockſtadt, verurteilt worden
ſei zur Herausgabe des ihm beſchlagnahmten Vermögens
(etwa 12000 Mark), daß ferner der Rechner Hardt
frei=
willig ſein Vermögen herausgegeben habe. Gegen die
Aufſichtsratsmitglieder ſchwebe die Entſchädigungsklage
noch vor dem Landgericht Gießen. Der Vorſitzende des
Aufſichtsrats, Lehrer a. D. Nürnberger, früher in
Ranſtadt, ſei mit 20000 Mark eingeklagt, Kullmann
mit 15000 Mark uſw. — Inzwiſchen war auch Profeſſor
Dr. Stein=Frankfurt a. M., Direktor des Sozialen
Muſeums, eingetroffen, der in beredten Worten für die
Annahme des Vorſchlages eintrat, die Befürchtungen
zer=
ſtreute, daß etwa die Frankfurter ſich an Mockſtadt
berei=
chern wollten. Der jetzt geforderte Nachlaß von 25
Pro=
zent bedeute, da ſchon 25 Prozent der Forderungen
ausbe=
zahlt ſeien, etwa 18,5 Prozent der urſprünglichen
For=
derungen. — Damit war die Beſprechung über den von
dem Hilfskonſortium gemachten Vorſchlag zu Ende. Die
Gläubiger werden ſich innerhalb 8 Tagen ſchlüſſig zu
machen haben.
Gonterskirchen, 11. Juli. Zur
Typhusepide=
mie wird dem Gieß. Anz. geſchrieben: Wohl liegt
eine große Anzahl Typhuskranker danieder und
be=
läuft ſich die Zahl nunmehr nahe auf 60. In Villingen
iſt eine, in Ruppertsburg zwei und in Freienſeen iſt
eine Perſon erkrankt. Dieſe vier Leute ſind Arbeiter,
die hier ſeit Wochen tätig waren und Waſſer in
grö=
ßeren Mengen von demſelben Brannen getrunken
haben, wie die hier Befallenen. Es ſteht ziemlich
un=
trüglich feſt, daß die Epidemie vom Waſſer
des mittleren Dorfbrunnens herrührt. Bis
jetzt haben alle Erkrankten von dieſem Brunnen
Waſ=
ſer getrunken. Häuſer, die ihr Waſſer von anderen
Brunnen beziehen, ſind bis jetzt noch nicht heimgeſucht.
Daß ein Patient bereits ſtarb, hängt wohl damit
zu=
ſammen, daß er einen Diätfehler begangen hat. Vom
Kreisgeſundheitsamt und dem hier praktizierenden
Arzt iſt alles getan worden, um eine
Weiterverbreit=
ung der Seuche zu verhindern. Der Zuſtand der
mei=
ſten Kranken iſt ſo, daß weitere Todesfälle nicht zu
befürchten ſind, wenn die Anordnungen der Aerzte
befolgt werden. Leider iſt ein Teil von den
Bewoh=
nern nicht zu dem Glauben zu bringen, daß es
an=
ſteckende Krankheiten gibt und daß gar eine Anſteckung
durch einen Brunnen erfolgen könnte. Einige ältere
Dorfpolitiker ſchwören noch heute auf den „guten
Brunnen” und das „gute Waſſer” wenn ſie auch
vor=
ſichtigerweiſe keines davon trinken. Befürchtungen
wegen Verbreitung der Seuche nach anderen Orten
ſind nach dieſen Darlegungen nicht zu hegen.
A Nieder=Seemen (Kreis Schotten), 10. Juli.
Nach=
dem unſere Gemeinde mit größeren Opfern ein neues
Schulhaus erbaut hat, das demnächſt in Benutzung
genommen werden ſoll, beabſichtigt ſie nunmehr auch die
Waſſerverſorgungsfrage zu ordnen. Vor
ei=
niger Zeit hat der hieſige Ortsvorſtand in Gegenwart von
Vertretern des Großh. Kreisamts Schotten und der Großh.
Kultur=Inſpektion Gießen den Beſchluß gefaßt, die Quelle
des Gemeindelaufbrunnens zu ſchürfen. Mit den
Arbei=
ten iſt bereits begonnen worden. Falls das Schürf=
Ergeb=
nis günſtig ausfällt, ſoll die Waſſerleitung im nächſten
Jahre gebaut werden.
ſind nie geändert worden. Die 700 Malayen und
Ban=
tameſer, die auf den Inſeln in ſauberen Dörfern
hau=
ſen, erkennen ohne weiteres die Herrſchaft des „Königs”
an. Gemünztes Geld iſt in dieſem Märchenlande
un=
bekannt, nur die kleinen Pergamentſtreifen, die die
Unterſchrift des Oberhauptes des Hauſes Roß führen,
dienen als Scheidemünze. Verbrechen ſind ſo gut wie
unbekannt, und ohne Polizei oder Militär herrſcht in
dem kleinen Reiche Ordnung und Ruhe. Alljährlich
beſucht ein britiſcher Beamter aus Singapore einmal
die Inſeln, aber die Regierungsweiſe der Dynaſtie
Roß hat ſich ſo gut bewährt, daß Aenderungen nie
vor=
genommen werden. Intereſſant iſt, daß der höchſte
Punkt dieſes kleinen Königreiches nur acht Fuß über
dem Meeresſpiegel liegt. Der verſtorbene „König” hat
in ſeiner Jugend in Glasgow ſtudiert und das
Inge=
nieurexamen abgelegt, ehe er 1864 in das Reich ſeines
Vaters zurückkehrte. Seine Großmutter war eine
Engländerin, aber ſeine Mutter hatte malayiſches Blut
in den Adern. Er ſelbſt nahm eine Euraſierin zur
Frau. Auf der ganzen Inſel gibt es keine weißen
Frauen.
* Potsdam, 11. Juli. Der Aſtronom Geh.
Re=
gierungsrat Galle, der im Jahre 1846 den Planeten
Neptun entdeckte, iſt geſtern vormittag im Alter von
98 Jahren geſtorben. Galle war von 1851—95
Pro=
feſſor der Aſtronomie und der Direktor der Sternwarte
in Breslau. Er entdeckte auch drei neue Kometen.
* Spielplan des Frankfurter
Schau=
ſpielhauſes. Dienstag, 12. Juli: Zum erſten
Male: „Der große Name” Luſtſpiel in drei Akten von
Viktor Léon und Leo Feld. Mittwoch, 13 Juli: „Der
große Name‟ Donnerstag, 14. Juli: „Nathan der
Weiſe‟. Freitag, 15. Juli: „Der Raub der
Sabinerin=
nen”. Samstag, 16. Juli: „Der große Name”
Sonn=
tag, 17. Juli: „Der große Name”. Montag, 18. Juli:
„Der große Name‟ Dienstag, 19. Juli: „Der Richter
von Zalamea”. Mittwoch, 20. Juli: „Altheidelberg”.
Seite 4=
Nummer 160.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 12. Inli 1915.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 10. Juli. Der Magiſtrat
hat einer weiteren Ausdehnung der
Sonntags=
ruhe zugeſtimmt. Die Geſchäfte ſollen demnach in
Zukunft an Sonntagen nur noch von 7 bis 10 Uhr
ge=
öffnet ſein. Nur in den Geſchäften der Nahrungs=
und Genußmittelbranche, ſowie im Blumenhandel ſoll
es bei den bisherigen Beſtimmungen verbleiben. Die
Vororte ſollen befragt werden, ob ſie ein Ortsſtatut
mit gleichen Beſtimmungen einführen würden.
Vor=
läufig bleibt noch alles beim alten. — Das
Unterneh=
men der Großen Oper am Kurfürſtendamm iſt
finanziell völlig geſichert. Es hat ſich im Winter eine
Aktiengeſellſchaft konſtituiert, die bereits im März ein
Kapital von zwei Millionen Mark gezeichnet hat.
Hier=
von ſind 25 v. H. gleich darauf eingezahlt worden. Die
Verzögerung des Baubeginns liegt nicht an
finanziel=
len Schwierigkeiten, ſondern daran, daß das Berliner
Polizeipräſidium den urſprünglichen Bauplänen aus
Verkehrsrückſichten die Genehmigung verſagen zu
müſſen glaubte. Vor einigen Wochen ſind neue Pläne
eingereicht. Dieſe ſind zunächſt an das örtlich
zuſtän=
dige Charlottenburger Polizeipräſidium gegangen, das
ſie dem Berliner Präſidium übergibt. Dieſes hat das
Urteil zu fällen, da für jedes Theater mit mehr als
800 Plätzen die Landespolizei — in Groß=Berlin alſo
das mit landespolizeilicher Macht ausgeſtattete
Ber=
liner Polizeipräſidium — die Genehmigung zu erteilen
hat. — Seit Anfang Mai iſt in der Friedrichſtadt ein
Straßenräuber aufgetaucht, der infolge der
Kühnheit, mit der er am hellen Tage operiert, zum
Schrecken der Gegend geworden iſt. In den
verfloſ=
ſenen beiden Monaten hat er ungefähr 100 Räubereien
verübt; zuletzt nahm er, wie gemeldet, geſtern mittag
einem Geſchäftsjungen 5800 Mark ab, nachdem er am
2. Juli einem anderen Jungen 1000 Mark geraubt
hatte. Der Uebeltäter, den die Kriminalpolizei ſeit
Wochen vergebens ſucht, ſoll nach den
übereinſtimmen=
den Perſonalbeſchreibungen erſt etwa 16 Jahre alt
ſein. — Im Norden Berlins wurde geſtern abend die
in Dänemark geborene Nielſen, während ſie bei einem
Heizer Path auf dem Zimmer war, von ihrem früheren
Geliebten, dem ehemaligen Reiſenden Gg. Olszynski
aus Warſchau, durch einen Schuß in den Hals
er=
mordet. Path kam ſchwer betrunken auf die Polizei
und zeigte den Mord an. Der Mörder wurde heute
früh am Floraplatz im Tiergarten mit einer
Schuß=
wunde am Halſe aufgefunden und ſtarb auf dem
Trans=
port nach der Charitee. In ſeinem Beſitz befanden ſich
zwei Schußwaffen und genügend Bargeld, das eine
Reiſe ins Ausland geſtattet hätte. Olszynski iſt als
ein alter Verbrecher, obgleich er erſt 23 Jahre zählt,
der Kriminalpolizei gut bekannt geweſen.
Frankfurt, 11. Juli. Fürſt und Fürſtin Bülow
trafen geſtern nachmittag 5,50 Uhr von Rom hier ein und
reiſten um 6,33 Uhr nach Wiesbaden weiter. Von da geht
die Reiſe in einigen Tagen nach Berlin und
vorausſicht=
lich am 18. Juli nach Norderney.
Frankfurt, 11. Juli. Geſtern abend gegen 11 Uhr
wurde am Hauptbahnhof ein Straßenwagenwärter,
der zwei Wagen zuſammenkuppeln wollte und dabei
zwiſchen die Puffer geriet, zu Tode gequetſcht.
Heidelberg, 11. Juli. In der Ortſchaft Mülhauſen
Amt Wiesloch bei Heidelberg ereignete ſich geſtern
nachmit=
tag infolge des anhaltenden Regens der letzten Tage ein
Bergſturz. Eine Felswand ſtürzte in einer Länge von
50 Metern ab und begrub drei Wohnhäuſer mit
Stallun=
gen und Nebengebäuden unter ſich. Vier andere
Wohn=
häuſer ſind dem Einſturz nahe. Die Bewohner waren
rechtzeitig gewarnt worden. 5 Familien ſind obdachlos.
Der Großherzog und der Staatsminiſter von Bodman
verweilen an der Unfallſtelle. Der Schaden iſt ſehr groß.
Ueber den Bergſturz werden dem Heidelberger
Tag=
blatt noch folgende Einzelheiten mitgeteilt: In der
Kirchgaſſe, der von der Kataſtrophe heimgeſuchten Straße,
ſprudelt mitten in der Straße eine Quelle hervor,
die die eigentliche Urſache des Unglücks iſt. Bereits am
Dienstag der vergangenen Woche machte ſich am
Berg=
abhang ein etwa 20 Zentimeter breiter Riß bemerkbar,
der ſich im Laufe der Tage pro Stunde um 8 Zentimeter
erweiterte. Die Erdbewegung iſt darauf
zurückzufüh=
ren, daß die aus dem Berg kommende Quelle in ihrem
Laufe Kalkſchichten ablagerte, auf denen ſich dann der
Kleines Feuilleton.
* Die falſche Gräfin. Eine ungewöhnliches
Aufſehen erregende Grafengeſchichte beſchäftigte das
Reichs=
gericht. Die gräfliche Familie von Voß=Dölzig beſitzt zwei
Fideikommiſſe, das eine in Brandenburg, das andere in
Mecklenburg. Mit dem Brandenburger Fideikommiß iſt
für den jeweilgen Beſitzer der Grafentitel verknüpft. Der
am 14. Januar 1904 verſtorbene Graf von Voß war ein
jüngeres Mitglied der Familie und erhielt erſt mit dem
Tode ſeines Bruders das Brandenburger Fideikommiß.
Er heiratete dann die jetzige Gräfin von Voß, während
er vordem mit einer im Jahre 1870 verſtorbenen Frau
bürgerlichen Standes verheiratet geweſen iſt. Weil ſeine
Ehe kinderlos geblieben war, die mit einem Tiſchler
ver=
heiratete Schweſter ſeiner Frau aber vier Kinder hatte,
nahm er eins dieſer Kinder als Ziehkind an, um ed
dann als eigenes Kind auszugeben. Die intereſſante
Ver=
handlung des Falles, der in vielen Punkten an die ſo oft
erörterte Angelegenheit der Gräfin Kwilecka erinnert,
er=
gab, wie dem Berl. Lokalanzeiger berichtet wird, folgende
Einzelheiten: Graf Voß wollte als Vater des
angenom=
menen Kindes gelten. Er ließ in Galizien durch einen
katholiſchen Geiſtlichen einen Taufſchein fälſchen, drohte
ſeiner zweiten Frau mit Erſchießen, falls ſie nicht darüber
ſchweige, und behandelte das Ziehkind als ſein eigenes,
verlobte es ſpäter als Gräfin und verheiratete es als
Gräfin an den preußiſchen Gardeoffizier von Grone. Nach
ſeinem Tode ſchrieb die Gräfin von Voß an die Gräfin
von Grone, um ihr das bisherige Verhältnis darzuſtellen
und ihr auseinanderzuſetzen, daß alles geheim bleiben
könne, jedoch ſei jeder ſich ſelbſt der nächſte. Sie als die
echte Gräfin ſei die einzige Erbin des teſtamentlos
ver=
ſtorbenen Grafen von Voß=Dölzig. Sie habe deshalb
nicht den Willen, ihr Erbteil mit der Gräfin von Grone
zu teilen, und dieſe möge es deshalb nicht erſt zum
Pro=
zeſſe kommen laſſen. Nunmehr erhob aber von Grone
Klage gegen die Gräfin von Voß, indem er geltend
machte, daß er nur durch Betrug zu der Heirat der
an=
geblichen Tochter und Gräfin gekommen ſei und daß ihm
dafür der Graf von Voß hätte aufkommen müſſen,
wäh=
rend jetzt die noch lebende Gräfin von Voß ihn dafür
ent=
ſchädigen mü e. Er verlangte, genau ſo geſtellt zu
wer=
den, als wenn ſeine Frau eine geborene von Voß wäre.
Dadurch wäre ihm von vornherein ein Kapital von 85000
Mark zugefallen und außerdem ein Fideikommißkapital
von 175000 Mark. Etwa ein Jahr nach dem Tode des
Grafen von Voß iſt die unechte Gräfin zwar von einem
Boden vorwärts bewegte. Am Sonntag mittag nahm
die Situation einen bedrohlichen Charakter an, was die
Bewohner der unter dem Bergabhange liegenden fünf
Wohnhäuſer veranlaßte, ihre Wohnungen zu räumen.
Das war auch an der rechten Zeit, denn um ½2 Uhr
ſetzte ſich unter heftigem Getöſe der ganze Berg in
Be=
wegung, um im Augenblick die unten liegenden
An=
weſen in einen Trümmerhaufen zu verwandeln. Die
zerſtörten Gebäude befanden ſich ſamt und ſonders in
gutem baulichen Zuſtande. Faſt das geſamte Hab und
Gut der Betroffenen iſt unter den Trümmern
begra=
ben ſie konnten zum Teile nur retten, was ſie auf dem
Leibe trugen. Da Erſatzleiſtung durch irgend eine
Ver=
ſicherung angeſichts des Charakters des Unglücks
aus=
geſchloſſen iſt, ſind die Geſchädigten auf die Hilfe von
Staat und Gemeinden, namentlich aber auf die
Hilfs=
bereitſchaft der Mitmenſchen angewieſen.
Köln, 9. Juli. Beim Umbau eines Hauſes in
Sie=
gen wurden Falſchmünzerwerkzeuge und
falſche Talerſtücke aus dem Jahre 1810
gefunden. Die Staatsanwaltſchaft verlangte von dem
Hausbeſitzer die Auslieferung der Gegenſtände, was
verweigert wurde. Infolgedeſſen leitete die
Staatsan=
waltſchaft eine Anklage gegen Unbekannt ein, um auf
Grund des Urteils die Herausgabe der Fundſtücke zu
erzwingen. Die Strafkammer beſchloß, das
Verfah=
ren einzuſtellen, da ihr die Geſetze vor 100 Jahren, auf
Grund deren nur ein Urteil erfolgen könnte,
unbe=
kannt ſeien, zumal im Siegerlande verſchiedene Rechte
in Geltung waren.
Burg Gräfenſtein, 11. Juli. Beim Beſuch der Burg
Gräfenſtein bei Kaltenbach gelegentlich einer Wanderung
der Ortsgruppe Ludwigshafen und des Pfälzer
Waldver=
eins ſtürzte ein junger Mann aus Ludwigshafen
na=
mens Maurer, der den Turm der Burg beſtiegen hatte,
aus einer Höhe von 25 Metern herab. Maurer ſtarb
noch im Laufe des Nachmittags an den erlittenen
Ver=
letzungen.
Wien, 10. Juli. Der gerichtliche Senat des
Oberſt=
hofmarſchallamtes beſchäftigte ſich geſtern mit einem
An=
trage des Erzherzogs Joſef Ferdinand, ſeinen Onkel
Jo=
hann Orth, den ehemaligen Erzherzog Johann
Salva=
tor, offiziell für tot zu erklären. Nach öſterreichiſchem
Ge=
ſetz müßten 30 Jahre verfloſſen ſein, ehe ein Verſchollener
für tot erklärt wird; nach dem Ring=Theatergeſetz von 1883
kann jedoch der Beweis des Todes auch früher erbracht
werden. Dies machte ſich Erzherzog Joſef Ferdinand
zu=
nutze, um die Erbſchaft ſeines Onkels antreten zu können.
Das Oberſthofmarſchallamt gab dem Geſuch inſofern ſtatt,
als eine Friſt von ſechs Monaten angeordnet wurde,
in=
nerhalb der Gegenbeweiſe zuläſſig ſind. In der
Begrün=
dung wird ausgeführt, daß Orth im Juli 1890 von Buenos
Aires aus zu Schiff die Reiſe nach Kap Horn angetreten
habe. Alle Mannſchaften Orths, die er nach Buenos
Aires mitgenommen und dort entlaſſen hatte, ſind wieder
aufgetaucht, diejenigen ſeiner Leute jedoch, die mit ihm
die Reiſe von Buenos Aires nach Kap Horn machten,
ſämtlich ſpurlos verſchwunden. Johann Orth hatte ſich
vor ſeiner Abreiſe nach Südamerika mit Miß Milly
Stu=
bel in London vermählt. Zur Zeit, als er von Buenos
Aires aus weiter in See gehen wollte, herrſchten furchtbare
Stürme um Kap Horn. Alle ſeither verbreiteten Gerüchte
über den Verbleib Johann Orths erwieſen ſich als falſch.
Das Hamburger Seemannsamt hat auch ſchon im Jahre
1891 durch ein Urteil, das auf Begehren einer
Verſicherungs=
geſellſchaft zuſtande kam, den Dampfer „Margarethe”, das
Schiff Orths, für verſchollen erklärt.
St. Moritz, 9. Juli. Prinzeſſin Heinrich von
Preußen und Prinz Sigismund ſind, einem
Privattele=
gramm zufolge, mit Gefolge zum Sommeraufenthalt im
Hotel Caſpar abgeſtiegen.
Grindelwald, 10. Juli. Die Leichen der ſieben
bei der Berglihütte verunglückten
Bergſtei=
ger wurden geſtern abend hierher gebracht. Die
Ber=
gung, die durch 42 Bergführer vollzogen wurde, war
äußerſt ſchwierig und gefährlich, da den ganzen Tag
Lawinen niedergingen.
Madrid, 9. Juli. In Mondbar in der Provinz
Ali=
cante gab der vornehmſte Bankier des Ortes, Galliando,
ſeinen politiſchen und Geſchäftsfreunden ein Gaſtmahl.
Man war bereits beim Nachtiſch angelangt, als eine
furcht=
bare Exploſion erfolgte. Der Fußboden war durch
eine wahrſcheinlich im Keller verborgen gehaltene Bombe
Mitglied der gräflichen Familie adoptiert worden, jedoch
kann das an dem Erbrecht nichts mehr ändern. Das
Landgericht Landsberg a. W. erkannte den Anſpruch des
Klägers in gewiſſem Umfange als gerechtfertigt an. Es
erwog dabei, daß die jetzige Beklagte Gräfin von Voß
von den Fälſchungen gewußt habe und daß ſie es habe
ge=
ſchehen laſſen, daß die jetzige Gräfin von Grone als ihre
Tochter ausgegeben wurde. Außerdem erkannte das
Landgericht auf einen Eid für den Kläger, in dem dieſer
bekundet, daß er vor der Eheſchließung nichts anderes
gewußt habe, als daß er es mit der wirklichen Tochter
des Grafen von Voß=Dölzig zu tun habe. Die von der
Beklagten gegen das landgerichtliche Erkenntnis eingelegte
Berufung iſt vom Kammergericht zu Berlin für den Fall
der Eidesleiſtung zurückgewieſen worden. Das
Kammer=
gericht geht davon aus, daß der verſtorbene Graf von Voß
die als Gräfin angenommene Tochter ſeiner Schwägerin
als ſein Kind gelten laſſen wollte, daß er feſt damit
rech=
nete, die Fälſchung der Urkunde werde niemals bekannt
werden und daß er ſeiner angeblichen Tochter deshalb
auch genau dieſelben Zuwendungen machen wollte, als
wenn ſie ſein eigenes Kind wäre. Es ſei deshalb als
zu=
treffend zu erachten, daß die Gräfin von Grone nach dem
Wunſche des Grafen von Voß=Dölzig ſeine Erbin ſein
ſollte. In dieſer Beziehung liege eine Art vertraglichen
Uebereinkommens mit dem Kläger vor. Die von der
be=
klagten Gräfin von Voß beim Reichsgericht eingelegte
Berufung hate keinen Erfolg. Der vierte Zivilſenat des
höchſten Gerichtshofes erkannte auf Zurückweiſung der
Reviſion und beſtätigte ſomit das Urteil des Berliner
Kammergerichts.
** Schwalbe und Spinne. Zu dieſer
anſchei=
nend mit Intereſſe verfolgten Angelegenheit wird dem
Wiesb. Tagblatt geſchrieben, daß es ſich dabei wohl
nicht um Spinnen, ſondern um Wanzen handle. Zu
der Zeit, als in Wiesbaden noch Schwalbenneſter ſich
maſſenhaft an Häuſern, in Ställen und Scheunen
vor=
fanden, habe man die Beobachtung gemacht, daß die
Schwalben ganz unzweifelhaft große Verbreiter der
Wanzen ſeien. Namentlich die jungen Schwalben ſeien
mit ſolchem Ungeziefer behaftet geweſen, und weil
da=
durch nach Anſicht der Leute die Wohnungen hätten
ver=
ſeucht werden können, habe man vielfach die
Schwalben=
neſter entfernt. — Dagegen wird dem Blatt ein zweiter
Fall mitgeteilt, wonach ſich die Kreuzſpinnen als
Vam=
pire der Hausſchwalben erweiſen. Er habe ſich letzte
Woche auf dem Mauritiusplatze ereignet. Der
Hotel=
beſitzer B. ſtand mit einigen Gäſten plaudernd vor der
in Stücke geriſſen worden und die ganze Tafel flog bis
zur Decke. Als die Dienerſchaft aus dem benachbarten
Zimmer herbeieilte, fand ſie zwei der Tiſchgäſte mit
voll=
ſtändig zerſchmetterten Gliedern tot vor; der Hausherr
und zwölf andere Gäſte befanden ſich in einem furchtbaren
Zuſtande. Es ſteht noch nicht feſt, ob es ſich um einen
Akt der Privatrache oder um ein Attentat mit politiſchem
Hintergrunde handelt.
London, 11. Juli. Bei einer Vorſtellung zu
Co=
ventry erlitt Miß Sencer, eine Fallſchirm=
Künſtlerin, furchtbare Verletzungen. Die junge Dame
war mit einem Ballon aufgeſtiegen und ließ ſich aus
einer Höhe von etwa 1000 Fuß mit dem Fallſchirm
zur Erde nieder. Zum Entſetzen der Zuſchauer fiel
ſie auf das Dach einer Fahrradfabrik. Hier
verwickel=
ten ſich ihre Füße in die Telephondrähte, und ſie ſtürzte
kopfüber mit dem inzwiſchen zuſammengeklappten
Schirm aus einer Höhe von über 40 Fuß zur Erde. Als
man ſie aufhol, war ſie bewußtlos und blutüberſtrömt.
Man brachte ſie in einem Automobil nach dem Spital,
wo Verletzungen an Armen und Beinen, ſowie am
Rücken feſtgeſtellt wurden.
Aſchabad (Transkaſpien), 11. Juli. In der Nähe der
Station Kiſil=Arwat entgleiſte ein Eiſenbahnzug.
19 Perſonen ſind tödlich verunglückt, 31
ver=
wundet.
Kongreſſe und Verbandstage.
— Die XXI. Verſammlung des Heſſiſchen
Hauptvereins des Evangeliſchen Bundes,
die am Sonntag und Montag in Mainz tagte, begann
Sonntag vormittag mit einem Feſtgottesdienſte in der
Stadt und den Vororten, die ſämtlich überfüllt waren.
In der Stadthalle, in der für nachmittags ½4 Uhr eine
evangeliſche Volksverſammlung angekündigt
war, war ſchon um 2 Uhr kein Platz mehr zu erhalten;
Kopf an Kopf ſtanden 6000 Menſchen bis auf die Straßen
hinaus. Auch die Chriſtuskirche, die raſch zu einer
Pa=
rallelverſammlung geöffnet wurde, war im Laufe einer
halben Stunde überfüllt. Namens des Zentralvorſtandes
des Bundes begrüßte Pfarrer D. Waitz die
Verſamm=
lung und verlas unter jubelndem Beifall das an den
Großherzog gerichtete Huldigungstelegramm. Die
An=
ſprachen hatten zum Gegenſtand das Thema: „Was uns
Evangeliſche eint?‟ Es ſprachen Profeſſor D. Eck=Gießen
über evangeliſchen Glauben, Stadtpfarrer Klein=
Mann=
heim über evangeliſche Freiheit, Pfarrer D. Waitz=
Darm=
ſtadt über evangeliſches Leben. Folgende
Kundge=
bung gelangte zur einſtimmigen Annahme: „Die
Ge=
ſinnung, welche in der von der höchſten Autorität der
ka=
tholiſchen Kirche erlaſſenen Borromäus=Enzyklika
gegen=
über der Reformation und den Reformatoren, den
evan=
geliſchen Fürſten und Völkern zutage getreten iſt, veranlaßt
uns erneut zu geloben: Wir ſtehen feſt im evangeliſchen
Glauben, der durch Jeſus Chriſtus allein uns gegeben
wird. Wir halten feſt an der evangeliſchen Freiheit, die
ſich nur in Gott und dem Gewiſſen gebunden weiß. In
der Kraft dieſes Glaubens und dieſer Freiheit wollen wir
durch unſer Leben beweiſen, daß evangeliſche
Frömmig=
keit und evangeliſche Sittlichkeit keinen Vergleich zu
ſcheuen haben. Wir achten jede religiöſe Ueberzeugung
und bekämpfen die Unduldſamkeit als unchriſtlich und
va=
terlandsfeindlich. Wir wollen uns noch feſter
zuſammen=
ſchließen, um durch bewußte Pflege und Förderung
evan=
geliſchen Geiſtes und Lebens in unſerem Volke das
Ver=
antwortlichkeitsgefühl zu ſtärken gegenüber den Gütern
der Reformation und das Verſtändnis für dieſe Güter
immer mehr zu klären und zu vertiefen.‟ Eine für den
Proteſtfonds” veranſtaltete Sammlung ergab den reichſten
Ertrag.
Am Abend fanden im großen Saale des
Evangeli=
ſchen Vereinshauſes und in der Turnhalle zwei
Feſt=
verſammlungen ſtatt; auch hier mußten viele
Hun=
derte an den Türen wieder umkehren.
34. Gquturnfeſt des Main=Rhein=Gaues
dentſcher Turnerſchaft.
W. Unter dem Protektorat des Grafen Georg
Albrecht zu Erbach=Erbach begann am
Sams=
tag das 34. Gauturnfeſt des Main=Rhein=Gaues. Mit
dem Feſt hatte der Turnverein Erbach ſein 50=
Tür, als eine Schwalbe vom Dach herunterflatterte
und ſcheinbar ermattet auf dem Pflaſter liegen blieb.
Man hob das Tierchen auf und zog die Flügel, denn
es war am Sterben. Unterm rechten Flügel aber kroch
eine dicke Spinne hervor, welche alsbald totgetreten
wurde. Sie hatte ſich ſichtbar in den Körper der
Schwalbe eingebohrt und dieſer das Blut ausgeſogen,
ſo daß ſie an Entkräftung zugrunde ging. Daß die
Schwalben viel Ungeziefer in ihren Lehmneſtern
be=
herbergen, iſt auf dem Lande keine Neuigkeit, und aus
verſchiedenen Beobachtungen iſt bekannt, daß ſolche
Neſter an den Häuſern heruntergeſtoßen wurden, weil
die Schwalben — Wanzen hätten. — Der „
Wanzen=
glaube” der zur Poeſie der Schwalbe freilich wenig
paſſen will, ſcheint ſonach ziemlich verbreitet zu ſein.
CK. Weibliche Poliziſten. Der Stadtrat
von Baltimore hat beſchloſſen, dem Polizeikorps eine
beſondere Truppe weiblicher Poliziſten anzugliedern,
die ſich insbeſondere aus Mitgliedern des
Frauen=
ſtimmrechtklubs zuſammenſetzen ſoll. Die weiblichen
Poliziſten erhalten die beſondere Aufgabe, die
Beläſti=
gungen von Damen durch aufdringliche oder zärtliche
Herren zu verhindern. Liebespärchen, die ihre
Zu=
neigung auf der Straße bekunden, ſollen künftig
feſtge=
nommen und angewieſen werden, fortan ihren
Ge=
fühlen nur noch daheim freien Lauf zu laſſen.
* Sündige Eier gibt’s in der frommen
Pres=
byterianergemeinde Harrodsburg (Kentucky). Dort
fand jüngſt eine bedeutungsvolle Synode ſtatt, in der
allen Ernſtes beraten wurde, was mit den am Sonntag
gelegten Eiern zu geſchehen habe. Da es nicht möglich
ſchien, dem heidniſchen Hühnervolk dieſe Ungehörigkeit
abzugewöhnen, einigte man ſich dahin, daß der Erlös
aus dieſen fluchwürdigen Gaben der Natur kirchlichen
Zwecken zugewendet werden ſolle.
* Die poetiſche Parkvierwaltung. Man
ſchreibt der Frankf. Zeitung aus Schmiedeberg (Schleſien):
Auf einer Tafel im hieſigen Stadtpark befindet ſich
fol=
gende poetiſche Bekanntmachung:
Haſt du auf einer Bank geſeſſen,
Dein Butterbrot dabei gegeſſen,
So wirf’s Papier nicht achtlos fort
Da ſonſt verunziert wird der Ort.
Steck’s lieber ein, es kommt die Zeit,
Wo du es braucheſt anderweit —
Um ſtreng befolgte Innehaltung
Erſucht die hiefge Parkverwaltung,
Nummer 160.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 12. Juli 1910.
jähriges Jubiläum verbunden. Mittelſt Sonderzug
traf am Samstag der größte Teil der Turner ein; eine
ſtattliche Zahl, die geordnet in die Stadt
einmar=
ſchierte, um vor allem ihre Quartiere aufzuſuchen.
Eine Sitzung des Gauausſchuſſes mit
darauffol=
gender Kampfrichterſitzung eröffnete das Feſt. Um 9
Uhr bewegte ſich ein Fackelzug, an welchem die
Ver=
eine Erbachs teilnahmen, nach dem Feſtplatz. Dort
an=
gekommen, begann der Kommers, der namentlich im
Zeichen der goldenen Jubelfeier des Turnvereins
Er=
bach ſtand. Die Begrüßungsanſprache hielt der
Vor=
ſitzende des Turnvereins, Herr Fabrikant Kumpf,
der ein „Gut Heil” auf den Kaiſer und auf den
Groß=
herzog ausbrachte. Turneriſche Vorführungen am Reck,
ſowie Keulenübungen, beides von der Darmſtädter
Turnerſchaft, Fackelſchwingen und Pyramiden, von
der Mannſchaft des Turnvereins Erbach ausgeführt,
wechſelten mit Geſangsvorträgen der Erbacher
Geſang=
vereine und Muſikſtücken der Kapelle der 61er
Artil=
lerie, unter Muſikmeiſter Webers Leitung, ab.
Beſon=
ders zu erwähnen iſt die formvollendete Feſtrede des
Herrn Pfarrers Sell und die Ueberreichung einer
Fahnenſchleife durch Ehrenjungfrauen.
Der Feſtſonntag war von gutem Wetter begünſtigt.
Um 5 Uhr früh wurden die Turner durch Völlerſchüſſe
und Weckruf zuſammengerufen, und eine Stunde
ſpä=
ter traten 422 Turner (46 in der Oberſtufe und 376 in
der Unterſtufe) zum friedlichen Wettkampfe an. Die
Wettübungen beſtanden in je einer Pflichtübung
an Reck und Barren, zwei am Pferd, einer
Pflichtfrei=
übung, ſowie je einer gewählten Uebung an den drei
Geräten, einer Freiübung, den volkstümlichen
Uebun=
gen: Freihoch= und Freiweitſprung und Stemmen.
Das Wetturnen war zeitig beendet, ſo daß um 1 Uhr
die Aufſtellung des Feſtzuges erfolgen konnte. An
dem Zuge nahmen 68 Gauvereine, ſowie acht Erbacher
Vereine teil. — Um 10 Uhr vormittags fand ein
Feſt=
gottesdienſt ſtatt, an welchem ſich die Turnvereine mit
ihren Fahnen beteiligten; Herr Dekan Scriba hielt
die Feſtpredigt.
Nachdem der Feſtzug auf dem Feſtplatze
angekom=
men, traten 34 Vereine mit Muſterriegen an. Dann
turnte eine kombinierte Damen=Abteilung aus den
Damenriegen der Turngemeinde Darmſtadt, Tgde.
Beſſungen, Tv. Darmſtadt, Tv. Groß=Gerau unter
Leitung des Gauvertreters Roth. Hierauf folgten
die allgemeinen Feiübungen, an welchen 500 Turner
teilnahmen. Die Leitung hatte der Gauturnwart Herr
Maurer=Darmſtadt, in deſſen Händen auch die ganze
turneriſche Leitung des Feſtes lag. Nach Beendigung der
Freiübungen ſprach Herr Gauvertreter Roth den
Einwohnern von Erbach für die gaſtfreundliche
Auf=
nahme der Turner, den Behörden und dem Grafen zu
Erbach für die zuteil gewordene Unterſtützung den
herzlichſten Dank aus. Dem noch lebenden
Gründ=
ungsmitglied des Turnvereins Erbach, Herrn Joh.
Mader, überreichte der Gauvertreter im Auftrage
der Deutſchen Turnerſchaft einen Ehrenbrief. Herr
Bürgermeiſter Stegmüller dankte dem Main=
Rhein=Gau, daß er das bis jetzt ſchön verlaufene Feſt
in den Mauern der Stadt Erbach feierte.
Es folgte die Preisverteilung. In der
Oberſtufe errangen 44 Turner und in der
Unterſtufe 324 Turner den Eichenkranz. Die erſten
zehn Preiſe von jeder Stufe, ebenſo die Preiſe
der Darmſtädter Vereine folgen nachſtehend:
Ober=
ſtufe: 1. Preis Georg Grohe, Tgd.
Darm=
ſtadt, 131½ Punkte, 2. Preis Hch. Kunz, Tv. Arheilgen,
130 P., 3. Preis Hch. Böttcher, Tv. Pfungſtadt, 124 P.,
4. Preis Fritz Abromeit, Tv. Rüſſelsheim; Georg
Bernhard, Taſ. Darmſtadt, 122½ P., 5. Preis Jean
Rödler, Tv. Dieburg, 120 P., 6. Preis Wilh. Heil, Tgd.
Sprendlingen, 119 P., 7. Preis Georg Kirſch, Tad.
Sprendlingen, 118½ P., 8. Preis Wilh. Riedel, Tv.
Ober=Ramſtadt; Richard Werner, Tgſ. Darmſtadt, 118
P., 9. Preis Oskar Jaenſch, Tgd. Neu=Iſenburg, 117
P., 10. Preis Willi Ebert, Tv. Klingenberg, 115½ P.
Ferner erhielten die Darmſtädter Vereine: 1. Preis
Georg Grohe, Tad. D., 131½ Punkte, 4. Preis Georg
Bernhard, Taſ. D., 122½ P., 8. Preis Rich. Werner,
Taſ. D., 118 P., 11. Preis Wilh. Freidel, Taſ. D., 114½
P., 12. Preis Karl Nehrke, Tad. Beſſungen, 133½ P.,
13. Preis Theodor Ruk, Tad. D., 112½ P., 15. Preis
Karl Reith, Tgſ. D., 110½ P., 16. Preis Wilh.
Rein=
hard, Tad. D., 109½ P., 17. Preis Adam Tracht, Tgſ.
D., 109 P., 19. Preis Ludwig Schwarz, Taſ. D., 107½
P., 20. Preis Val. Schmidt, Tgd. D. 107 P., 21. Preis
Friedr. Schleckmann, Tad. B. und Jakob Jäger, Tad.
B., je 105½ P., 23. Preis Fritz Erbes, Tgd. B., 104 P.,
26. Preis Karl Schubkegel, Tgd. D 102 P., 28. Preis
Jakob Heil, Tad. B., 100½ P., 29. Preis Karl Schäfer,
Tgſ. D., 99½ P., 30. Preis Hch. Nies, Tv. D., 99 P.,
32. Preis Gg. Haber, Tv. D., 95½ P.
Unterſtufe: 1. Preis Hch. Diehl, Tgd. D., 138½
Punkte 2. Preis Adolf Müller, Tgſ. Griesheim, 135½
P., 3. Preis Ludwig Fenchel, Tgſ. Dietzenbach, 133½ P.,
4. Preis Wilh. Stork, Tgd. Sprendlingen, 133 P., 5.
Preis Ph. Brücher, Tv. Arheilgen und Wilhelm
Schmucker, Tad. Darmſtadt, je 132½ P., 6. Preis Wilh.
Diehl, Tad. Beſſungen, 132½ P., 7. Preis Hch. Allers,
Tgd. Darmſtadt, 132 P., 8. Preis Th. Matthes, Taſ.
Darmſtadt und Joſ. Remſpecher, Tv. Dieburg, je 131½
P., 9. Preis Hch. Widmaier, Tgd. Griesheim, 10. Preis
Georg Grün, Tgſ. Darmſtadt, 131 P. — Ebenſo
er=
hielten die Darmſtädter Vereine: 1. Preis Hch. Diehl,
Tgd. D., 138½ Punkte, 5. Preis W. Schmucker, Tad.
D., 132½ P., 6. Preis W. Diehl, Tad. B., 132½ P.,
7. Preis Hch. Allers, Tad. D., 132 P., 8. Preis Ph.
Matthes, Taſ. D., 131½ P., 10. Preis Gg. Grün, Tgſ.
D., 131 P., 12. Preis Franz Gill, Taſ. D., 130 P., 14.
Preis Robert Rühl, Tv. D., 128½ P., 18. Preis Rich.
Fiſcher, Tad. D., 126 P., 19. Preis Jak. Schmidt, Tv.
D., 125½ P., 22. Preis Alfred Kaſper, Tv. D., 124½
P., 31. Preis Hch. Müller, Tgd. D., 120½ P., 32. Preis
Kurt Rühl, Tv. D., Gg. Hölzel, Tad. D., je 120 P.,
33. Preis Adam Treidel, Tgd. D., 119½ P., 36. Preis
Fritz Gramm, Tgſ. D., 118 P., 38. Preis Adolf
Hall=
ſtein, Tgd. D., Franz Hedtler, Tv. D., 117 P., 42. Preis
Fritz Mohr, Tad. B., Ph. Meſſinger, Tgſ. D., 115½ P.,
43. Preis Adolf Rüffel, Tv. D., 115½ P., 44. Preis H.
Spörei, Tgd. B., Wilh. Pitzer, Tv. D., 115 P., 45. Preis
Ludwig Lied, Tgd. D., Chriſt. Weiland, Tgſ. D., Adam
Heid, Tgd. D., 114½ P., 46. Preis Fritz Hartmann,
Tgd. D., Albin Werner, Tv. D., 114 P., 47. Preis
Gg. Hofmann, Tad. B., 113½ P., 52. Preis Karl Stier,
Tgd. B., 112 P., 54. Preis Konrad Brommer, Tgd. D.,
111½ P., 58. Preis Johs Eiſenbarth, Taſ. D., 110½ P.,
60. Preis Hch. Weſp, Tv. D 109½ P., 64. Preis Hch.
Sauerwein, Tgd. D., 108½ P., 65. Preis Julius Egly,
Tgſ. D., 108½ P., 71. Preis Otto Jäger, Tgd. D., 107
P., 73. Preis Gg. Schneider, Taſ. D., 106½ P., 80.
Preis Fritz Hedtler, Tv. D., 104½ P., 81. Preis Karl
Biſchof, Tgd. D 104 P., 82. Preis Rud. Großmann,
Tgd. D., 103¾ P., 87. Preis Willy Rühl, Tv. D., 102½ I
P., 96. Preis=Ernſt Maaglam, Taſ. D., 99½ P., 99.
Seite 5.
Preis Hch. Karn, Tgd. D., 98½ P., 103. Preis Herm.
Helfmann, Tad. B., 97½ P., 107. Preis Wilhelm
Schmidt, Tgd. D., 96¾ P., 108. Preis Hch. Rühl, Tad.
B., 96½ P., 109. Preis Friedr. Seelbach, Tad. B., 96½
P., 111. Preis Karl Ruths, Tgd. D., 95½ P., 119. Preis
Gg. Weber, Tad. B., 93½ P., 120. Preis Jakob Heß,
Tv. D., 93½ P., 120. Preis Wilh. Daum, Tgd. D.,
91 P., 133 Preis Friedr. Freidel, Tgſ. D., 90 P., Joh.
Dietz, Tgd. B., 90 Punkte. — Am Abend fanden noch
Feſtbälle ſtatt,
Sport.
— Fußballklub „Viktoria‟ Darmſtadt
1909. Am Sonntag ſtand die erſte Mannſchaft des
Fußballklubs „Viktoria” der gleichen Mannſchaft des
Fußballklubs „Germania” Eſchollbrücken gegenüber. Das
Spiel endete 111 Tor.
Luftſchiffahrt.
— Fliegende Frauen. Der tragiſche Sturz
der Baronin de la Roche während ihres Fluges
bei Bétheny ſtellt den zahlreichen Kataſtrophen, die
be=
reits männliche Aviatiker erlitten haben, nun auch den
ſchweren Unfall einer Frau zur Seite. Die kühne
Fliegerin, deren bitteres Schickſal bei allen Freunden
des Flugſportes ſchmerzliche Teilnahme erweckt, war
die erſte Frau, die die ſelbſtändige Lenkung einer
Flug=
maſchine erlernt hatte. Es war Latham, der die
Ba=
ronin auf die Flugkunſt hinwies, unter ſeiner Leitung
und mit Hilfe Voiſins bildete ſie ſich zur Pilotin aus
und erregte durch ihre Kühnheit und Sicherheit die
Be=
wunderung der Aviatiker. Am 23. Oktober 1909
unter=
nahm ſie zum erſten Male allein einen Aufſtieg, flog
300 Meter, und bereits am folgenden Tage legte ſie
mit ihrem Voiſin=Zweidecker 6 Kilometer in den Lüften
zurück. Schon einmal erlitt die elegante, verwegene
Dame mit den ſchönen, leuchtenden Augen und dem
zarten, ovalen Geſicht während des Fluges ein
Miß=
geſchick, das nur dank dem glücklichen Zufall nicht mit
dem Tode endete. Es war während eines ihrer erſten
Aufſtiege. Mit der Geſchwindigkeit eines Expreßzuges
brauſte ſie mit ihrer Maſchine durch die Lüfte, als
plötzlich ein Windſtoß den Apparat erfaßte und in der
Richtung auf eine große Baumgruppe ſchleuderte. Zum
Ausweichen war es zu ſpät, um die Bäume zu
über=
fliegen, hatte ſie nicht die genügende Höhe, und ſo
ſauſte die Flugmaſchine zum Entſetzen der Zuſchauer
mit voller Wucht in die oberen Baumäſte, zerbrach und
ſtürzte dann zur Erde nieder. Die in der Nähe
an=
weſenden Aviatiker eilten atemlos herbei: niemand
erwartete etwas anderes, als die Baronin tot in ihrem
Blute aufzufinden. Aber an der Unglücksſtätte fanden
ſie eine lächelnde Dame, die ſich geſchickt aus den
Trüm=
mern der Maſchine hervorwand und ihre Kleidung
ordnete. „Wie töricht von mir,” meinte ſie dabei luſtig,
zaber ich habe das genau vorausgeſehen.”
Die Baronin de la Roche hatte in England eine
Rivalin, die ihr an Kühnheit und Gewandtheit kaum
nachſteht. Das iſt Miß Spencer=Kavanagh,
die erſt vor wenigen Monaten ihr praktiſches Studium
der Kunſt des Fliegens begonnen hat. In Pau
unter=
nahm ſie auf einem Bleriot=Eindecker ihre erſten Flüge,
bald lernte ſie den „großen Vogel” zu zähmen, und
heute verfügt ſie über genügend Erfahrung und
Ge=
ſchicklichkeit, um den Wettkampf mit ihren männlichen
Rivalen aufzunehmen. Wer Miß Kavanagh in ihrem geliſchen Gemeinden müſſen vor dem Untergang
Heim ſieht, glaubt kaum, daß dieſe zarte, hübſche, mäd= 1 gerettet werden. 6600 Kinder beſuchten im Dezember
vo=
auf dem Flugfelde mit einem kühlen Lächeln allen Ge= an nahezu 200 Orten werden mehr oder minder
regel=
fahren trotzt. Eine andere Fliegerin, die wohl ihren mäßige Gottesdienſte abgehalten, die evangeliſchen Spa=
Namen in kurzer Zeit berühmt machen wird, iſt die nier kämpfen augenblicklich mit Erfolg für
Gewiſſens=
junge Franzöſin Mlle. Dutrien; Großes erwartet freiheit. Wer hier an ſeinen Glaubensgenoſſen wohltun
ihre Verſuche auf den Flugplätzen beobachtet haben,
habung ihres Demoiſelle=Eindeckers vereinigt ſie mit an deſſen Bruder, Paſtor Heinr. Fliedner in Kaiſerswerth
Mut und Kühnheit eine kaltblütige Beſonnenheit und
Umſicht, um die mancher Aviatiker ſie beneiden kann. derung des Evangeliums in Spanien: Barmen: Herrn
* Frankfurt a. M., 9. Juli. Im Frankfurter C. H. Klein (Fa. C. F. Klein=Schlotter).
Rathauſe fand eine Aufſichtsratsſitzung der Deutſchen
Luftſchiffahrts=Aktiengeſellſchaft („Delag”)
unter dem Vorſitz von Oberbürgermeiſter Dr. Adickes und
„Delag” iſt, ſtatt. Nach der Erſtattung eines Berichts1 ungen. Seine Stellenvermittelung brachte in dieſem Jahre
über den Unfall der „Deutſchland” kam man all= u. a. wieder in Stellung im erſten Vierteljahr 1910 allein
gemein zu der Anſicht, daß weder einem der Luftſchiffer, von 787 ſtellenloſen Bewerbern 548 — 70 Prozent und im
noch dem Syſtem eine Schuld beizumeſſen ſei, daß viel= zweiten Vierteljahr von 824 ſolcher Bewerber 717 — 87
führt hätten. Den Sachſchaden trägt die „Delag”. Er kaſſe. Dieſe zahlt nach zweijähriger Mitgliedſchaft
Mo=
wird zwiſchen 120= und 150000 Mark betragen. natsrenten von 39 Mark an Ledige, von 45 Mark an
Ver=
lich Ende dieſes Sommers noch möglich werden. Infolge von ſechs Monaten gewährt wird. Die Frage nach der
inzwiſchen eingetretener techniſcher Verbeſſerungen wird Bedürftigkeit wird nicht geprüft. Der bar vorhandene
Re=
das neue Luftſchiff etwa 500 Kilo leichter ſein und dem= ſervefonds der Stellenloſenkaſſe des Verbandes beträgt
zufolge 5—6 Perſonen mehr an Bord nehmen können oder heute ſchon 180000 Mark.
dementſprechend mehr Betriebsmittel. Das Erſatzluftſchiff
wird von der Luftſchiffbau Zeppelin G. m. b. H. zu den thropiſches Unternehmen, das den unbemitteltenKlaſſen den
Selbſtkoſten geliefert. Die Abfaſſung einer genauen Be= Segen zahnärztlicher Pflege und Hilfe vermitteln wird,
triebsinſtruktion iſt beabſichtigt. Die Geſellſchaft will hat nun in London ſeine Pforten geöffnet; die Poor Mans
auch mit allen Mitteln dahin wirken, daß eine größere Dental Surgery, die ihre Operationsräume in der Shaf=
Zahl von Landungsſtellen in Deutſchland errichtet wird, tesbury Avenue errichtet hat. Die wohltätige Inſtitution
Das in Friedrichshafen liegende Luftſchiff „L. 2 VI‟ geht auf eine anonyme Stiftung zurück, in der 4 Millionen
ſoll während der Sommermonate zu Paſſagierfahrten der! Mark ausgeſetzt wurden, um den niederen Bevölkerungs=
„Delag” benutzt werden; Ankerplatz wird Baden=Baden klaſſen, die die gewöhnlichen Preiſe der Zahnärzte nicht
ſein. Das Gerücht, die Erſatz=„Deutſchland” käme erſchwingen können, die Möglichkeit einer guten
Behand=
nicht nach Düſſeldorf, wurde als vollkommen falſch be= lung der Zähne zu bieten. Einſtweilen ſind drei große
zeichnet. Düſſeldorf habe in der Erwartung, daß dort ein Operationsräume eingerichtet, in denen drei Zahnärzte
zu erbauende Luftſchiff wieder dorthin käme.
sr. Der Abſturz des öſterreichiſchen tere Stationen eingerichtet. Ein beſtimmter Preis für die
Aviatikers Cornelius Hintner wird von dem Behandlung iſt nicht vorgeſehen. Jeder Patient bezahlt
Truppenübungsplatz bei Paderborn gemeldet. Hintner, ſo gut er kann. Der Arbeiter z. B. gibt ſeinen Lohn an,
der einen Ueberlandflug nach Lippſpringe plante, und die Koſten der Behandlung werden nach der Höhe
ſei=
wurde noch auf dem Truppenübugsplatze ſelbſt durch nes Einkommens bemeſſen. Die Armen werden völlig
um=
böigen Wind mit ſeinem Apparat ſo heftig zu Boden! ſonſt behandelt, vorausgeſetzt, daß die Erkundigungen
be=
gedrückt, daß der Aeroplan vollſtändig in Trümmer friedigende Reſultate geben. Für dieſe koſtenloſe
Armen=
ging, während der Aviatiker ſelbſt glücklicherweiſe mit behandlung iſt ein beſonderer Fonds errichtet, der von der
leichten Quetſchungen davonkam.
Das Internationale Flugmeeting von gibt Tauſende von Leuten”, ſo äußerte ſich der Leiter des
Reims, das mit dem ſchweren Sturz der Baronin Unternehmens, „die unter Zahnſchmerzen leiden. Erſt
de la Roche einen ſo bedauerlichen Zwiſchenfall brachte, wenn der Schmerz kommt, erinnern ſie ſich der
Notwendig=
zeitigte am gleichen Tage ganz hervorragende Leiſtun= keit, ihr Gebiß zu pflegen, und meiſtens iſt es dann zu
gen, ſpeziell von Latham und Olieslagers. Letzterer ſpät. Sie bedürfen eines Zahnarztes. Aber neun von
erzielte über 150 Kilometer einen neuen Weltrekord, zehn vermögen ſich das nicht zu leiſten, aus dem einfachen
indem er die Diſtanz in 1:54:54 zurücklegte. Auch ein Grunde, weil ſie die Koſten für eine gewöhnliche
zahnärzt=
neuer Schnelligkeitsrekord wurde von ihm aufgeſtellt, liche Behandlung nicht aufbringen können. Für dieſe Leute
indem er 200 Kilometer in 2:35:18 durchflog. Im gan= iſt unſer Inſtitut beſtimmt, das einſtweilen einen Verſuch
zen legte der Blériot=Pilot 420 Kilometer zurück, ſo daß darſtellt.‟ Die Operationsräume ſind von 10=Uhr morgens
ihm der Totaldiſtanzpreis des Tages zufiel. Latham
verbeſſerte ebenfalls die frühere Rekordzeit für zwei
Stunden, indem er 147,750 Kilometer in dieſer Zeit
abſolvierte. Ein 10 Kilometer=Rekord wurde von
Le=
blanc auf Blériot aufgeſtellt, und zwar mit 6 Min=
33,3 Sekunden.
* Betheny, 10. Juli. Der Aviatiker
Olies=
lagers legte heute 392¾ Kilometer in 5 Stunden
31 Minuten 5 Sekunden zurück.
* Paris, 11. Juli. Auf dem Eiffelturme
wurden Verſuche mit einem von dem
Generalſtabs=
major Sazerao erfundenen Geſchütz zur
Bekämpf=
ung von Ballons vorgenommen, die
außer=
ordentlich günſtige Ergebniſſe geliefert haben ſollen.
Da das Geſchütz überaus leicht und ſehr wirkungsvoll
ſein ſoll, denke man daran, Aeroplane und Lenkballons
mit demſelben auszuſtatten.
* Brüſſel, 11. Juli. Der geſtern auf der
Flug=
ebene bei Gent abgeſtürzte Kinet iſt ſeinen
Ver=
letzungen erlegen.
* London, 11. Juli. Der Herzog von
Weſtminſter befand ſich bei einem geſtern in der
Nähe von Cowes mit einem Hydroplan
unternomme=
nen Aufſtieg in großer Gefahr. Der Herzog war mit
einem Freunde und zwei Mechanikern aufgeſtiegen.
Plötzlich ſtürzte, einen Kilometer vom Ufer entfernt,
der Apparat ins Meer. Trotz der am Apparat
befind=
lichen Vorrichtung kippte er um. In der Nähe
befind=
liche Jachten eilten herbei, und es gelang, den Herzog
und ſeine Begleiter zu retten. Die Flugmaſchine ſank
jedoch trotz aller Bemühungen in die Tiefe,
Hochwaſſer.
* Worms, 11. Juli. Der Rhein iſt von geſtern
auf heute um wiederum 5 Ztm. geſtiegen. Es beträgt
der Höchſtſtand heute 4,36 Meter. Nach den letzten
Tele=
grammen iſt noch langſames Steigen zu erwarten.
Die Pegel betragen heute: Maxau 471 Ztm., Stillſtand
ſeit 2 Uhr früh; Mannheim 742 Ztm., langſam ſteigend;
Kehl 490 Ztm., fällt. Auch vom Neckar wird aus
Wimpfen Fallen gemeldet.
* Mannheim, 11. Juli. Vom Oberlauf des
Rheins wird fallender Waſſerſtand
ge=
meldet. So fiel in der vergangenen Nacht der Rhein
bei Hüningen von 420 auf 406, hei Kehl von 523 auf 492,
bei Maxau dagegen ſtieg der Rhein von 722 auf 741 und
in Mannheim von 730 auf 742 Ztm. Der Neckar ſtieg
in Mannheim in der vergangenen Nacht von 721 auf
735 Zentimeter.
* Straßburg, 11. Juli. Die Straßburger Neueſten
Nachrichten melden: Nachdem der Rhein im Rücktreten
begriffen war, iſt derſelbe, wie aus Waldshut berichtet
wird, neuerdings im Steigen begriffen. Während der
Pegelſtand am Samstag noch 4,44 Meter war, iſt derſelbe
jetzt auf 4,85 Meter geſtiegen.
* Straßburg, 11. Juli. Von der
Hafenverwal=
tung der Stadt Straßburg wird mitgeteilt, daß die
Schiffahrt, infolge des Steigens des Rheines bis auf
weiteres geſchloſſen werden müſſe.
Vermiſchtes.
— Die in Spanien ſchon beſtehenden
evan=
chenhafte Erſcheinung die gleiche Frau iſt, die draußen rigen Jahres die ſpaniſchen evangeliſchen Volksſchulen;
man auch von Mlle. Abukaja, der die Fachleute, die 1 und das von dem Paſtor Fritz Fliedner gegründete
Evan=
geliſationswerk unterſtützen will, das von einem Defizit
eine glänzende Zukunft prophezeien, denn in der Hand= von 40000 Mark faſt erdrückt wird, der ſende ſeine Gabe
am Rhein oder an den Kaſſierer des Komitees zur För=
— Gegen Stellenloſigkeit und ihre
Folgen richtet mit bemerkenswertem Erfolge der
Ver=
in Anweſenheit des Direktors der Luftſchiffbau Zeppelin band Deutſcher Handlungsgehilfen zu
G. m. b. H., der übrigens auch Mitgeſchäftsführer der Leipzig (gegr. 1881, 95000 Mitglieder) ſeine
Bemüh=
mehr die widrigen Windverhältniſſe gemeinſam mit ſon= Prozent. Der ſoziale Wert dieſer ſo ſegensreichen
Ein=
ſtigen ungünſtigen Umſtänden die Kataſtrophe herbeige= richtung wird noch erhöht durch die Stellenloſen=
Der größte Teil des Geſtänges, die Gondeln und die Mo= heirgtete, zunächſt zwei Monate lang, dann ſteigend nach
toren ſind völlig wieder verwendungsfähig. Die Fertig= der Dauer der Mitgliedſchaft, bis nach fünfzehnjähriger
ſtellung des Erſatz=Luftſchiffes wird vorausſicht= Mitgliedſchaft 60 Mark bezw. 72 Mark Rente auf die Dauer
C. K. Zahnpflege für das Volk. Ein philan=
Luftkreuzer ſtationiert werde, eine Ballonhalle erbaut, es ihres Amtes walten. Ein Saal iſt angegliedert, in dem
ſei deshalb nicht mehr als recht und billig, daß das neu künſtliche Gebiſſe für die Armen angefertigt werden. Wenn
das Unternehmen genügend Zuſpruch findet, werden
wei=
engliſchen Wohltätigkeitsgeſellſchaft verwaltet wird. „Es
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 12. Juli 1910.
Nummer 160.
bis 8 Uhr abends ohne Unterbrechung allen Bedürftigen
geöffnet.
Literariſches.
— Gießener Studentiſches Taſchenbuch.
Das von der Gießener Freien Studentenſchaft
herausgege=
bene Studentiſche Taſchenbuch für das Sommerſemeſter
1910 iſt erſchienen. Das intereſſante Büchlein enthält u. a.
Beiträge der Herren Prof. Dr. Kinkel über akademiſche
Freiheit, Prof. Dr. Behaghel „Der Student und die
deutſche Sprache” uſw. Es unterrichtet ferner über die
Einrichtungen der Gießener Freien Studentenſchaft und
andere akademiſche Vereinigungen, ſowie über das
gei=
ſtige und geſellige Leben in den akademiſchen Kreiſen
Gießens.
— Kurzer Führer durch die Steiermark.
Im Verlage des „Landesverbandes für Fremdenverkehr
in Steiermark” Graz, Hauptplatz 3, iſt ein neuer Führer
mit einer ſorgfältig ausgeführten Landkarte von
Steier=
mark, geſchmückt mit 56 Bildern, erſchienen. Den Umſchlag
ziert ein ſchmuckes Steirerdirndl und der Ausblick auf die
gewaltige Reichenſteingruppe im Geſäuſe. Die einzelnen
Abſchnitte des geſchickt abgefaßten Büchleins bieten in
ge=
drängter Kürze dem Fremden alles Wiſſenswerte über die
grüne Mark. Dieſer Führer wird koſtenlos, lediglich
gegen Einſendung einer Briefmarke im Werte von 10 Heller
(10 Pfg.) für Portoſpeſen verſendet.
— Bei einem Reſümee der in dieſem Frühjahr und
Sommer lancierten Mode findet man, daß ein ebenſo
ſympathiſcher als lobenswerter Zug zur Einfachheit
ſpeziell die Wiener Toiletten charakteriſiert, und daß
Hand in Hand mit ihm eine vornehmere Art ſich zu
kleiden immer mehr und mehr um ſich greift. Sowohl
der Schnitt der Toiletten, als auch der Aufputz iſt
viel einfacher geworden, ſehr zum Vorteil der Trägerin,
deren Geſtalt in der neuen Toilette höchſt vorteilhaft
zur Geltung gelangt. Die Mode iſt individuell, und
wenn man ſich von ihren Uebertreibungen, wie da ſind,
um die Füße eng zuſammengeſchnürte Röcke, fern hält,
ſo zeigt das eben erſchienene Heft 19 der „Wiener
Mode” daß eine Fülle von reizenden Motiven und
Formen in ihr zu finden ſind, und es nur gilt, ſie
paſſend zu verwerten. Ganz beſonders intereſſant wird
auch eine in dieſem Blatt abgebildete Decke in Filet
antique für jene Frauen ſein, deren Vorliebe für
künſtleriſche Handarbeit in den Spalten der Wiener
Mode” immer wieder neue Nahrung findet. Der
Hand=
fertigkeitskurs für Kinder bringt diesmal allerlei
Käſtchen und Körbchen, das reich illuſtrierte Boudoir
einen intereſſant gehaltenen Unterhaltungsbeitrag.
— Das Bayeriſche Hochland mit dem
Algäu, das angrenzende Tirol und
Salz=
burg nebſt Salzkammergut. Von Th.
Traut=
wein. 14. Auflage, bearbeitet von Anton Edlinger und
Heinrich Heß. Mit 34 Karten und Plänen. Wien 1910,
A. Edlingers Verlag. Preis 4 Mark. Das vorliegende,
in allen Kreiſen der Alpenreiſenden als der „Kleine
Traut=
wein” bekannte ausgezeichnete Reiſehandbuch iſt ſoeben in
14. Auflage erſchienen, deren Ergänzung im Verein mit
dem Herausgeber wieder Herr Heinrich Heß, der bekannte
Alpiniſt und ausgezeichnete Schriftleiter der
Veröffent=
lichungen des D. u. Oe. Alpenvereins, beſorgt hat. Der
„Kleine Trautwein” darf für das Bayeriſche Hochland,
Nordtirol, Salzburg und Salzkammergut für jeden
Alpen=
wanderer, gleich ob Tal= oder Jochwanderer oder
Hoch=
touriſt, unbedenklich als der ausführlichſte und beſte
Füh=
rer bezeichnet werden.
Muſik.
Die „Neue Muſik=Zeitung” bringt in
Heft 17 eine längere Abhandlung ihres Redakteurs Oswald
Kühn gegen Hugo Riemann und die 7. Auflage ſeines
Muſiklexikons. Weiter bringt Kühn (Heft 18) in ſeinem
Bericht über das Züricher Tonkünſtlerfeſt eine ſcharfe Kritik
von Dr. Rudolf Louis (Münch. Neueſt. Nachr.) gegen den
zur Sprache. Aus dem übrigen Inhalt der letzten Hefte
er=
wähnen wir: Heft 17: Otto Urbach: Führer durch die
Kla=
vierliteratur (Alt=England, mit Muſikbeilage); ein
unbe=
kanntes Bild Glucks und ein Brief Klopſtocks an ihn;
M. Koch: Lichtblicke in die Myſterien der Harmonie; Reger=
Feſt in Dortmund: Wagners Zufluchtsſtätte in Magdala
bei Weimar (mit Bild). Heft 16: Maecklenburg: Aus der
Werkſtatt des Pianiſten; Fréderick Delius,
biographiſch=
kritiſcher Eſſay (Chop). Heft 18 iſt Schumann=Nicolai
ge=
widmet: Unbekannte Briefe Schumanns an Dr. Keferſtein
(Max Unger); Nicolai als Liederkomponiſt (mit
Muſikbei=
lage) von G. R. Kruſe; Nicolai und die Frezzolini von
A. Niggli. Zahlreiche Berichte, Beſprechungen,
Muſikbei=
lagen, eine Kunſtbeilage, als Gratisbeilagen 2 Bogen von
Batkas Muſikgeſchichte ergänzen den Inhalt dieſer
inter=
eſſanten, aktuellen Zeitſchrift aufs beſte. (Abonnement
2 Mark im Quartal.) Probenummern verſendet frei der
Verlag von Carl Grüninger in Stuttgart.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Homburg v. d. H., 11. Juli. Ein
internatio=
naler Hoteldieb hat in einem hieſigen Hotel, in dem
er ſeit zwei Tagen wohnte, die Zimmer der Fremden
ab=
geſucht und außer einem koſtbaren Reiſenezeſſaire 340 Mark
in bar und eine Broſche im Werte von zirka 3000 Mark
geſtohlen. Der Diebſtahl wurde erſt bemerkt, als der
Hochſtapler bereits abgereiſt war.
* Köln, 11. Juli. Die Kölniſche Zeitung meldet aus
Schanghai: Die in Laijang ausgebrochenen Unruhen
ſind, ſoweit ſich von hier aus überſehen läßt, nicht gegen die
Ausländer, ſondern gegen die chineſiſchen Beamten und
die Notabeln gerichtet, die durch den Ankauf der
Reis=
ernte die Hungersnot geſteigert haben. Der
Zuſammen=
hang der Aufſtändiſchen mit den „Roten Räubern” der
Mandſchurei, den Hunghutze, iſt unverkennbar; dieſe
er=
gänzen ſich zumeiſt aus den kriegeriſchen Bewohnern von
Nord=Schanghai. Die aus Schanghai ſtammenden „Roten
Räuber” haben ihren Stammesgenoſſen moderne Waffen
geliefert. Die chineſiſche Regierung verfolgt die
Angelegen=
heit mit allem Ernſte.
* Zell (Kanton Luzern), 11. Juli. Im Weiler Berg
wurde das Haus des Landwirtes Bättig durch einen
Erdrutſch verſchüttet. Zwei Frauen und zwei
Kinder wurden getötet; zwölf Stück Vieh ſind
umge=
kommen.
* New=York, 11. Juli. Die tropiſche Hitze hält
an. Im öſtlichen Landesteil ſind 23 Todesfälle und
zahl=
reiche Hitzſchläge geſtern vorgekommen.
* Mexiko, 11. Juli. Das Wahlkollegium wählte
Porfirio Diaz zum Präſidenten und Ramon
Corral zum Vizepräſidenten.
— Bochum, 11. Juli. Bisher ſind die ſeit
Donners=
tag auf der Zeche „Haſenwinkel” verſchütteten
bei=
den Brüder Neuhaus noch nicht geborgen worden. Am
Samstag vormittag hörte man Klopfzeichen der
Verſchüt=
teten und war denſelben ſchon ganz nahe, als plötzlich ein
gewaltiger Nachſturz erfolgte. Trotzdem wird die
Hoff=
nung, die Bergleute zu retten, noch nicht ganz aufgegeben.
H. B. Pillan, 11. Juli. Nach einer hier
eingetroffe=
nen Meldung iſt weſtlich der Fedderort=Tonne auf
54 Grad 58 Min. nördlicher und 18 Grad 49,6 Min.
öſtlicher Breite von Fiſchern der Untergang eines
großen Dampfers geſehen worden. Die
Fiſcher fuhren ſofort nach jener Stelle, konnten aber
weder Boote, noch jemand von der Beſaßung bemerken.
H.B. Venedig, 11. Juli. Am hellen Tage ſind
Diebe in eine am Canale Grande ſtehende Villa
ein=
gedrungen und haben einen ſchweren Geldſchrank
ge=
ſtohlen, in dem ſich 20000 Lire in bar und mindeſtens
dopeplt ſo viel in Wertpapieren befanden.
H.B. Petersburg, 11. Juli. Von diplomatiſcher
Seite verlautet, daß das ruſſiſch=japaniſche
Ab=
kommen noch nicht unterzeichnet iſt. Seine einzelnen
Punkte unterlagen noch der Umarbeitung. Der Text
wird erſt in zwei Monaten veröffentlicht werden und
dürfte ungefähr mit dem in der Nowoje Wremja
wiedergegebenen Wortlaut übereinſtimmen.
H.B. Riga, 11. Juli. Anläßlich des
bevor=
ſtehenden Zarenbeſuches in Riga rüſtet ſich die
Bevölkerung zum feierlichen Empfange. Die
Stadt=
verwaltung hat allein für Blumenſchmuck über 35000
Francs verausgabt. Eine hieſige israelitiſche
Depu=
tation erhielt die Erlaubnis, ſich dem Zaren
vorzu=
ſtellen. Dieſelbe wird auf ſilberner Schüſſel mit
hebräiſcher Inſchrift dem Zaren Salz und Brot
über=
reichen.
m Darmkanale des Säuglings entſtehen im
Som=
a mer durch unzweckmäßige Ernährung ſehr leicht
Krankheiten, welche man durch die Ernährung mit
„Kufeke” und Milch verhüten kann. „Kufeke‟
macht die Milch leichter verdaulich und ſchützt vor
(13999)f
Darmgärungen.
Hegen
2
Kudten„SteiderkabsS.
271M
Ontereſſant für jung verheiratete Frauen iſt, was
„Die Mutter”, Zeitſchrift für Verbreitung
an=
erkannter Geſundheits= und Erziehungslehren, über
Kindernährmittel ſchreibt: „Im allgemeinen wird für
die Aufklärung unerfahrener Mütter heute ſchon ſehr
viel getan, aber die große Maſſe der zu Gebote ſtehenden
Kindernährmittel iſt geeignet, ſelbſt bei beſter Abſicht
einen Fehlgriff zu machen, und da iſt es durchaus
an=
gebracht, erneut zu betonen, wie das natürlichſte und in
ſeinen Beſtandteilen gleichzeitig der Muttermilch am
nächſten kommende Präparat, nämlich das Hafermehl,
als Milchzuſatz ohne Frage am höchſten ſteht.
Aller=
dings darf dem Säuglingsmagen nur gut präpariertes
Hafermehl geboten werden, d. h. ſolches, in welchem die
Nährſtoffe leicht löslich gemacht worden ſind. Deshalb
iſt auch hier eine vorſichtige Auswahl am Platze. Die
erſte Stelle unter den Hafermehlen nimmt entſchieden das
Hohenloheſche ein. Bei Verdauungsſtörungen der
Säug=
linge wird auch Hohenloheſches Gerſtenmehl und Reismehl
ärztlicherſeits mit größtem Erfolg angewandt.” (14021H
Beſtellungen
auf das
„Darmſtädter Mgelate
werden in der Expedition, ſowie von allen
Poſtanſtalten entgegengenommen.
Statt Karten.
Jacob Simon, Lehrer
Clatre Simon, geb. Kneip
Vermählte.
Darmstadt, den 10. Juli 1910.
(13997
Geeee
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Flache
Randwirbel des nach Oſten abziehenden und dabei ſich
allmählich auflöſenden Tiefdruckgebietes haben auch
geſtern noch ſtrichweiſe, beſonders im Süden des
Groß=
herzogtums, geringen Regen gebracht, noch machte ſich
bereits unter dem Einfluß des von Norden nahenden
Hochs leichte Erwärmung bemerkbar. Ueber Nacht
beginnt es aufzuklären. Das aufheiternde Wetter bleibt
wegen des heranziehenden hohen Druckes von Beſtand.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 12. Juli:
Meiſt heiter, trocken, nach kühler Nacht tagsüber warm.
Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Schützenhof”.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 13. Juli.
Hofreite=Verſteigerung der Karoline Diehm (
Rhön=
ring 129) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Gg. Gerlach (
Kahlert=
ſtraße 8) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Joſef Goldbach (
Beck=
ſtraße 8) um 10½ Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
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von 6½ Uhr morgens bis 7½ Uhr abends mit
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſex
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Kurſe vom 11. Juli 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,50
3½ Deutſche Reichsanl. . 93,05
84,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 101,70.
93,50
3½ do. Conſols .
84,70
3. do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,50
do.
93,80
3½
85,40
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,50
92,00
do.
3½
do.
83,40
4 Hamburger Staatsanl. 101,70
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,40
do.
93,50
3½
do.
81,00
3. Sächſiſche Rente : . . 83,60
4 Württembergerv. 1907 101,90
92,80
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,25
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,80
3¾ Italiener Rente . . . 105,00
4½ Oeſterr. Silberrente . 97,90
do. Goldrente . . 99,25
do, einheitl. Rente 94,30
3 Portug. unif. Serie I 66,70
do. unif. Ser. III 68,10
do. Spezial. 12,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,80
do. v. 1890 . . 95,70
do. v. 1905 . „ 90,80
Ruſſen v. 1880 a. 4. 8 ₰ 92,00
InProz.
3f.
4 Ruſſen v. 1902 . F 4 ₰ 92,80
4½ do. v. 1905 . . . . 100,20
96,09
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,10
4 Türk. Admin. v. 1903. 87,60
do. unifiz. v. 1903 93,50
4 Ungar. Goldrente . . 95,20
do. Staatsrente . 92,20
5 Argentinier . . . . . . 101,50
91,10
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,90
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,10
98,75
do.
4½
97,90
4½ Japaner . .
5 Innere Mexikaner . . 100,10
3
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,50
5 Gold=Mexikaner
100,10
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=Paket=
140,75
fahrt .
108,50
4 Nordd. Lloyd
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 116½
Baltimore & Ohio . . 107,20
4 Gotthardbahn.
InProz.
3f.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 1577½
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,00
4 Pennſylvania R. R. 129,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 202,00
Werger=Brauerei
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 479,00
Fabrik Griesheim . . . . 258,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 495,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim.
. . . 325,00
Lahmeyer . .
112,30
Schuckert
156½
Siemens & Halske
. 236½
Adlerfahrradwerke Kleyer 411,00
Bochumer Bb. u. Guß . . 229,00
Gelſenkirchen .
.205,25
Harpener . .
. . . 189,40
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb . .
. 222,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. .
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,50
do.
91,70
3½.
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . —
do. ſteuerfrei . —
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,80
do.
do. alte
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,20
do.
78,90
29/10. do.
56,00
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Ruſſ. Südweſt.
4 Kronpr. Rudolfbahn , —
In Proz.
Bſ.
75,80
2¾/10 Livorneſer:
79,40
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Bagdadbahn Mk. 408 87,25
Anatoliſche Eiſenb. .
Tehuantepec . . . . . 101,90
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 169,50
Darmſtädter Bank . 130,20
251,00
Deutſche Bank.
Deutſche Vereinsbank 127,80
Diskonto=Geſellſchaft 186,30
157,10
Dresdner Bank.
Mitteldeut. Kreditbk. 119,60
Nationalbk. f. Deutſchl. 123,½
101,10
Pfälzer Bank.
144,20
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank . 139,00
4 Wiener Bank=Verein 136,50
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,20
do. S. 19. . . . . 92,30
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
do.
90,50
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
92,20
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
91,50
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)100,20
do. (unk. 1914) 91,00
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
da,
92,50af
3.40
InProz.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
91,50
3½ do.
4 Fränkfurt. g. 100,90
96,20
3½ do.
. 100,20
4 Gießen
91,00
3½ do.
100,00
Heidelberg
3½ do.
4 Karlsruhe
100,40
91,50
3½ do.
4 Magdeburg.
-
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
92,00
4 Mannheim
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3½ do.
4 München .
100,80
3½ Nauheim
92,00
4 Nürnberg.
101,10
z do.
4 Offenbach .
½ do.
4 Wiesbaden .
100,40
3½ do.
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3½ do.
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Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 134,50
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Hall. Komm. ℳ 100 105,00
In Proz.
Zf.
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=Pfand=
135,80
briefe.
Oeſterr. 1860er Löſe 173,00
125,00
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150 101,40
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger ſl. 7 40,10
Braunſchweiger Tlr. 20 208,80
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45 —
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Meininger
fl.
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do. v. 1858 „ 100 467,50
Ungar. Staats „100 383,80
Venediger
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 12. Juli 1910.
Nummer 160.
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reeller Bedienung die weitmöglichſten Vorteile zu gewähren.
Indem ich höflichſt bitte, ſich bei Bedarf meiner Firma gütigſt bedienen zu wollen, zeichne
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48)
Ohne von ſeinem Platze zu weichen, ſtand Martin
Fock, den Blick nach vorn, im Rücken den Kompaß, und
hob bald die rechte, bald die linke Hand. Henning
Breck=
woldt und Gert Heemſoth löſten ſich alle halben Stunden
am Ruder ab.
Sechsmal gab einer dem andern die glatten Speichen
in die Hand. Dann war der Sturm vorüber. Habbe
Frark nahm das Inſtrument und beſtimmte den
geogra=
phiſchen Ort. Das Schiff war kaum zehn Meilen
vor=
wärts gekommen. Dicht vor ihnen dampfte unbeſchädigt
die „Eider”.
Schiet! fluchte Martin Fock, übergab das Kommando
Habbe Frark und legte ſich ſchlafen.
Als die „Ollenhop” am nächſten Mittag vor Futſcheu
zu Anker ging, lag die „Eider” bereits da und hatte ihr
den ganzen Verdienſt weggefiſcht. Sie hatte weder die
Bordverſchanzung noch ein einziges Rettungsboot
ver=
loren.
Gert Heemſoth, der auch das Amt des Zimmermanns
verſah, zog auf dem Verdeck ein paar ſtarke Taue, zwei
an Backbord und zwei an Steuerbord, und die „Ollenhop”
war wieder ſeetüchtig. Harro Bruhus’ Arbeit hatten die
Agenten an Bord der „Eider” ſchon erledigt. Er zählte
ur ſchen aultse licd un die doianiſtahſ don deae
dreizehn nach Futſcheu beſtimmt waren, brauchte er ſich
nicht zu kümmern, die verſchwanden wie durch Zauberei.
Obgleich das Barometer noch immer im Fallen
be=
griffen war, ging Martin Fock doch ſofort wieder in See.
Er wollte den verhaßten Mitläufer abſchütteln, indem er
ihm entſchlüpfte. Und Jaſper Dunt folgte ihm diesmal
nicht, denn das Wetter war ihm noch nicht klar genug.
Dafür kam die „Ollenhop” noch vor Mitternacht, als ſie
in die Formoſa=Straße einbog, in einen neuen
Wirbel=
ſturm, der wohl heftiger, aber auch kürzer war als der
erſte. Und ſie hielt wieder ſtand, wenn auch die vier
Taue, die Gert Heemſoth auf dem Vordeck getrimmt hatte,
wie Zwirnsfäden zerriſſen.
Schon am Morgen war das Wetter wieder klar.
Am dritten Nachmittag aber, als die Inſeln vor
Amoi ſchon in Sicht waren, kam die „Eider” wieder hinter
ihnen auf und wollte als erſte in den Hafen laufen.
Hart Backbord das Ruder! ſchrie Martin Fock im
höchſten Zorn. Wir fahren zuerſt nach Formoſa hinüber.
Die „Ollenhop” fiel ſechs Striche vom Kurſe ab und
die „Eider”, die ſchon querab lag, machte ſofort dasſelbe
Manöver. Jaſper Dunt hielt ſich ſtreng an ſeine
Inſtruk=
tion. Außerdem gewährte ihm dieſer Kampf auch eine
innere Genugtuung, er wollte dem Gegner zeigen, daß er
ihm überlegen war.
Mit zitternden Fäuſten ſtand Martin Fock und ſah,
daß ſein Schachzug vergeblich geweſen war. Ta=koa, den
ſüdlichſten Hafen von Formoſa, hatte die „Ollenhop”
mer ſeier Ahung ſchan guechiel angehnſe 83 per
dort nicht viel zu holen geweſen; deshalb hatte er es bald
aus der Fahrt ausgeſchaltet.
Gegen Abend, als die „Eider” wieder etwas
zurück=
blieb, ſichtete Habbe Frark die zackigen Vulkanſpitzen der
Pescadores.
Halt drauf zu! rief Martin Fock finſter. Wir wollen
ihn ſchon los werden!
Und Habbe Frark gab Henning das Ruderkommando.
Die „Ollenhop” drehte noch weiter herum und lief nun
auf die Inſeln zu, die ſich allmählich im Glanze der
ſin=
kenden Sonne über den Horizont reckten.
Die „Eider” folgte auch diesmal.
Laß ihn! ſagte Martin Fock verächtlich. Da wagt er
uns nicht nachzukommen.
Dann ging er ins Ruderhaus und beugte ſich über die
Karte, um zwiſchen den zahlreichen Eilanden einen
geeig=
neten Durchgang zu ſuchen, auf dem ihm der Feind nicht
folgen konnte. Auch Habbe Frark ſtellte ſich dazu und
half ihm.
Haſt Du auch alle Riffe nachgetragen?
Das will ich meinen! erwiderte der Steuermann ſicher.
Wir gehen zwiſchen der erſten und zweiten durch,
ſprach der Kapitän und zeichnete mit der Bleifeder den
Kurs ein. Hier iſt ein langes Riff in vier Meter Tiefe.
Da kommen wir leicht hinüber. Und dann haben wir
ruhiges Waſſer. Hier, hinter der dritten, gehen wir zu
Anker. Da bleiben wir liegen. Da kann er uns nicht
ſehen!
Nummer 160.
Seite 10.
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Und dann? fragte Habbe Frark.
Morgen früh gehen wir nach Amoi zurück! erklärte
Martin Fock und legte den Stift hin. Mag er nach
For=
moſa fahren, dann ſind wir ihn los!
Wenn er aber auch nach Amoi zurückgeht?
Dann fahren wir nach Formoſa.
Wie ſollen wir denn wiſſen, wohin er fährt?
Das iſt mir egal! ſchrie der Kapitän wütend, weil er
gegen die Richtigkeit dieſes Einwurfes nichts vorbringen
konnte. Ich will den verdammten Kerl nicht mehr ſehen!
Dann traten ſie wieder auf die Brücke hinaus.
Noch immer lief die „Ollenhop” mit acht und einem
halben Knoten auf die Pescadores zu. Die erſte kleine
Inſel mit ſcharfkantigen Umriſſen war unbewohnt,
da=
gegen zeigten ſich auf der zweiten, größeren, die an
Back=
bordſeite lag und rundere Formen aufwies, mehrere
aus=
gebreitete Küſtendörfer, deren Bewohner ſich anſcheinend
mit Fiſchfang beſchäftigten, denn ein paar Boote und
Schrnken trieben ſich draußen herum.
Da iſt Brechwaſſer! rief Habbe Frark und zeigte
voraus.
Halbe Kraft! kommandierte der Kapitän.
Langſamer ſchob ſich die „Ollenhop” auf das
ſäbelför=
mige Riff zu. Glücklich kam ſie hinüber. Das Waſſer
wurde ruhiger.
Da iſt wieder Brechwaſſer! ſagte Habbe Frark nach ein
paar Minuten und wies nach Steuerbord.
Ein halber Strich Backbord! befahl Martin Fock, und
Henning drehte das Rad. Recht ſo!
Die „Eider” aber mußte vor dem Riff, das von einer
Inſel zur andern lief und keine Lücke aufwies, die
Ma=
ſchinen ſtoppen.
Eben ſank die Sonne glühend unter die Kimm.
Fall Anker! kommandierte Jaſper Dunt, und die
Ket=
ten rauſchten aus den Klüſen.
In dieſem Augenblicke berührte die „Ollenhop”, die
anderthalb Meilen vorgus war, mit dem Kiel ein Hin=
dernis, ſchob ſich gemächlich hinauf und legte ſich langſam
auf die Seite.
Volle Kraft rückwärts! brüllte Habbe Frark in die
Maſchine hinunter.
Aber es war ſchon zu ſpät. Die „Ollenhop” wollte
ſich endlich einmal von ihren langen Fahrten gründlich
ausruhen und rührte ſich nicht vom Fleck.
Martin Fock verlor den Kopf nicht.
Machen wir Waſſer? ſchrie er den Bootsmann an, der
mit dem Peilſtock auf das Deck lief.
Vorne nicht! ſchrie er zurück, nachdem er die Rohre
gemeſſen hatte. Und achtern auch nicht!
Nun wurden alle Räume genau unterſucht. Keine
eingedrückte Platte wurde entdeckt. Das Schiff war
unver=
ſehrt. Die genaue Lotung, die Habbe Frark vornahm,
er=
gab ein ſcharfes Korallenriff, das aus einer Tiefe von
dreißig Metern ſteif heraufwuchs und in den Annalen der
Nautik noch nicht verzeichnet worden war.
Wir werden mit der Flut wieder flott, ſprach Martin
Fock, der ſich inzwiſchen beruhigt hatte.
Haben ſchon Flut, erwiderte Habbe Frark, während
Harro Bruhus noch einmal durch die Bilgen kroch, um
ein Leck zu entdecken.
Mit einem Fluch ſtieg Martin Fock in den
Maſchinen=
raum, um mit dem Maſchiniſten Rückſprache zu nehmen.
Gefahr war vorläufig nicht vorhanden. Das Schiff lag
im ſtillen Waſſer, daß ihm auch ein Taifun nicht ſchädlich
werden konnte. Der Maſchiniſt riet, die Rettungsanſtalten
auf den folgenden Tag zu verſchieben. Denn die
Mann=
ſchaft war überanſtrengt. Und morgen ging es mit
fri=
ſchen Kräften um ſo ſchneller. Auch Martin Fock war
überarbeitet und konnte ſich nur mit Mühe auf den
Bei=
nen halten.
In der hereinbrechenden Dunkelheit löſten ſich von
der größeren Inſel einige graue Segel. Habbe Frark
be=
merkte ſie wohl, legte ihnen aber keine Bedeutung bei.
Aber das Boot, das von der „Eider” herüberſtieß, ſah er
nicht.
Harro Bruhus jedoch, der eben mit dem Kopf aus
der Achterluke auftauchte, ſichtete es ſofort.
Ihr könnt uns abſchleppen! ſchrie er Jaſper Dunt
entgegen, der im Stern ſaß und das Ruder führte.
Geht nicht! rief der zurück. Wir kommen nicht über
das Riff.
Dann ſcher' Dich zum Teufel! brüllte Martin Fock,
der eben aus dem Maſchinenraum kam und die letzten
Worte gehört hatte, mit wutverzerrtem Geſicht. Ich brauch'
Deine Hilfe nicht. Ich ſchlag! Dich zu Boden, wenn
Du=
hier an Bord kommſt!
Da drehte Jaſper Dunt das Ruder herum und ſtach
mit ſeiner Mannſchaft wieder in die Nächt hinaus. Einen
ſolchen Empfang hatte er nicht erwartet. Und trotzdem
härtete er ſein Herz nicht gegen Martin Fock und die
„Ollenhop”. Er wollte vielmehr am nächſten Morgen das
trennende Riff genau abloten laſſen. Vielleicht war es
doch möglich, die „Eider” mit entlaſteten Tanks hinüber
ins ruhige Waſſer zu bringen, um die „Ollenhop”
abzu=
ſchleppen.
Auf deren Deck wurde es bald ſtill. Alle ſchliefen.
Gert Heemſoth hatte die Wache übernommen und lehnte
an der Back. Solange ſeine Pfeife brannte, blieb er
nunter. Als ſie aber ausging, übermannte ihn die
Müdigkeit. Immer wieder riß er die Lider auf, immer
wieder fielen ſie ihm von ſelbſt zu. Es hatte ja gar
keine Gefahr! Die „Ollenhop” ruhte ſo friedlich auf
ihrer Steuerbordſeite, als wollte ſie ein kleines
Schläf=
chen tun. Viel ſicherer als vor Anker lag ſie
unbeſchä=
digt auf dem Korallenriff. Morgen früh wurden die
Tanks lenzgepumpt, dann kam ſie ſchon von ſelbſt
wie=
er in die Höhe.
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1910.
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Betreffend: Bekanntmachung, betreffend die Regelung des Verkehrs mit
Kraftfahr=
zeugen, vom 3. Februar 1910 (Reichsgeſetzblatt Nr. 5 von 1910).
Am 1. April d. Js. iſt eine neue Verordnung über den Verkehr mit
Kraft=
fahrzeugen in Kraft getreten.
Die Kraftfahrzeuge müſſen verkehrsſicher und insbeſondere ſo gebaut,
ein=
gerichtet und ausgerüſtet ſein daß Feuers= und Exploſionsgefahr ſowie jede
ver=
meidbare Beläſtigung von Perſonen und Gefährdung von Fuhrwerken durch
Geräuſch, Rauch, Dampf oder üblen Geruch ausgeſchloſſen iſt.
Die Radkränze dürfen keine Unebenheiten beſitzen, die geeignet ſind, die
Fahrbahn zu beſchädigen. Gleitſchutzvorrichtungen normaler Bauart (Stahlniete
auf der Reifendecke) ſind zuläſſig.
Jedes Fahrzeug muß verſehen ſein:
1. mit einer zuverläſſigen Lenkvorrichtung, die geſtattet, ſicher und raſch
auszu=
weichen; die zur Lenkung benutzten Wagenräder ſollen nach beiden Seiten
möglichſt weit einſchlagen, um kurz wenden zu können;
2. mit zwei von einander unabhängigen Bremseinrichtungen, von denen jede
auf die Wagenräder der gebremſten Achſe gleichmäßig einwirkt; mindeſtens
eine Bremseinrichtung muß unmittelbar auf die Hinterräder oder auf
Be=
ſtandteile, die mit dieſen Rädern feſt verbunden ſind, wirken; dieſe Bremſe
muß feſtſtellbar ſein. Jede Bremseinrichtung muß für ſich geeignet ſein, den
Lauf des Fahrzeugs ſofort zu hemmen und es auf die kürzeſte Entfernung
zum Stehen zu bringen;
8. mit einer zuverläſſigen Vorrichtung, die beim Befahren von Steigungen die
unbeabſichtigte Rückwärtsbewegung verhindert, ſofern nicht eine der Bremſen
dieſe Forderung erfüllt;
4. mit einer tieftönenden Huppe zum Abgeben von Warnungszeichen: falls die
Huppe mehrtönig iſt, müſſen die verſchiedenen Töne gleichzeitig anklingen;
5. nach eingetretener Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel mit mindeſtens zwei in
gleicher Höhe angebrachten, die ſeitliche Begrenzung des Fahrzeuges
anzeigen=
den, hellbrennenden Laternen mit farbloſem Glaſe, die den Lichtſchein derart
auf die Fahrbahn werfen, daß dieſe auf mindeſtens 20 Meter vor dem Fahrzeug
von dem Führer überſehen werden kann. Uebermäßig ſtark wirkende
Schein=
werfer dürfen nicht verwendet werdey.
Der Zweck der an den Kraftfahrzeugen anzubringenden Laternen iſt
ein doppelter. Einerſeits ſollen ſie im Intereſſe der allgemeinen
Verkehrs=
ſicherheit das Nahen des Fahrzeuges und dabei gleichzeitig deſſen Abmeſſungen
erkennen laſſen; anderſeits ſollen ſie im Intereſſe des Führers für eine
ausreichende Beleuchtung der Fahrbahn ſorgen. Soweit dieſem Zwecke nicht
durch zwei Laternen genügt werden kann — was in der Regel der Fall
ſein wird —, bedarf es der Anbringung weiterer Laternen. Der Forderung,
daß „die ſeitliche Begrenzung des Fahrzeuges” angezeigt werden muß, wird
entſprochen, wenn die Laternen ſoweit von der Mitte des Fahrzeuges
ent=
fernt angebracht ſind, als deſſen Bauart es geſtattet; es iſt nicht notwendig,
daß ſie ſelbſt die äußerſten Grenzen des Fahrzeuges bilden.
6, mit einer Vorrichtung, die verhindert, daß das Fahrzeug von Unbefugten in
Betrieb geſetzt werden kann.
Als Vorrichtungen, die dieſer Vorſchrift genügen, ſind beiſpielsweſiſe
anzuſehen:
Schloß zum Feſtſtellen des Schalthebels,
Kette zum Feſtlegen eines Wagenrads,
herausnehmbarer Kontakt der Zündleitung (bei Verbrennungsmaſchinen),
abnehmbarer Griff des Brennſtoffleitungsverſchluſſes,
herausnehmbarer Stromunterbrecher (bei elektriſch betriebenen
Fahr=
zeugen).
Auf Krafträder findet Nr. 3 keine Anwendung; Nr. 4 gilt mit der Maßgabe,
daß die Huppe hochtönend ſein muß. Für Kraftzweiräder gilt außerdem Nr. 5 mit
der Einſchränkung, daß eine Laterne der bezeichneten Art genügt.
Jeder Kraftwagen, deſſen Eigengewicht 350 Kilogramm überſteigt, muß ſo
eingerichtet ſein, daß er mittels der Maſchine oder des Motors vom Führerſitz aus
in Rückwärtsgang gebracht werden kann,
Die Griffe zur Bedienung der Maſchine oder des Motors und der im
Ab=
ſatz 1—3 angeführten Einrichtungen müſſen ſo angebracht ſein, daß der Führer ſie,
ohne ſein Augenmerk von der Fahrtrichtung abzulenken, leicht und auch im Dunkeln
ohne Verwechſelungsgefahr handhaben kann.
Jedes Kraftfahrzeug muß mit einem an einer ſichtbaren Stelle des
Fahr=
geſtells angebrachten Schilde verſehen ſein, das die Firma, die das Fahrgeſtell
her=
geſtellt hat, die Fabriknummer des Fahrgeſtells, die Anzahl der Pferdeſtärken der
Maſchine oder des Motors (bei ſteuerpflichtigen Fahrzeugen auch die nach der
Steuerformel berechnete Nutzleitung des Fahrzeugs) und das Eigengewicht des
betriebsfertigen Fahrzeuges ergibt.
Wenn ein Kraftfahrzeug in Betrieb genommen werden ſoll, hat der
Eigen=
tümer bei dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt die Zulaſſung des
Fahr=
zeugs ſchriftlich zu beantragen. Der Antrag muß enthalten:
1. Name und Wohnort des Eigentümers,
2. die Firma, die das Fahrgeſtell hergeſtellt hat, ſowie die Fabriknummer des
Fahrgeſtells,
3. die Beſtimmung des Fahrzeugs (Perſonen= oder Laſtfahrzeug),
4. die Art der Kraftquelle (Verbrennungsmaſchine, Dampfmaſchine, Elektromotor),
5. die Anzahl der Pferdeſtärken der Maſchine oder des Motors (bei
ſteuerpflich=
tigen Fahrzeugen auch die nach der Steuerformel berechnete Nutzleiſtung des
Fahrzeugs),
6. das Eigengewicht des betriebsfertigen Fahrzeugs,
7. die zuläſſige Belaſtung (in Kilogramm oder Perſonen einſchließlich Führer),
8. bei Fahrzeugen, deren Geſamtgewicht (einſchließlich Ladung) 5 Tonnen
über=
ſteigt, die Achsdrucke in beladenem Zuſtand.
Dem Antrage iſt das Gutachten eines von der höheren Verwaltungsbehörde
eines Bundesſtaats anerkannten Sachverſtändigen beizufügen, das die Richtigkeit
der Angaben unter Nr. 4—8, ſowie ferner beſtätigt, daß das Fahrzeug den nach der
Verordnung vom 3. Februar 1910 zu ſtellenden Anforderungen genügt. Hinſichtlich
der Nr. 5 kann das Gutachten des Sachverſtändigen durch eine Beſcheinigung der
Firma erſetzt werden, die die Maſchine oder den Motor hergeſtellt hat. Das
Gut=
achten hat der Antragſteller auf ſeine Koſten zu beſchaffen.
Die für die Zulaſſung der Kraftfahrzeuge vor dem 1. April 1910 erteilten
Be=
ſcheinigungen behalten bis auf weiteres Gültigkeit. Die Inhaber ſolcher
Beſchei=
nigungen haben das Recht, bei dem zuſtändigen Kreisamt die Ausſtellung einer
Zulaſſungsbeſcheinigung nach neuem Muſter zu beantragen.
Treten bei einem zum Verkehr auf öffentlichen Wegen und Plätzen bereits
zugelaſſenen Kraftfahrzeug Aenderungen ein, die eine Berichtigung der Liſte und
der Zulaſſungsbeſcheinigung erforderlich machen, ſo hat der Eigentümer unter Vor= Zum Zwecke der Abſtempelung des Kennzeichens wird die Vorführung des
Kraft=
legung der Zulaſſungsbeſcheinigung die Berichtigungen innerhalb 2 Wochen bei fahrzeuges angeordnet.
dem zuſtändigen Kreisamt zu beantragen. Bei Aenderung der Art der Kraftquelle,
bei Einban einer ſtärkeren Maſchine oder eines ſtärkeren Motors, einer in ihrer
Bauart oder Ueberſetzung veränderten Bremſe oder Lenkvorrichtung bedarf es einer
ernenten Zulaſſung, die der Eigentümer ſofort unter Beifügung eines Gutachtens
zu beautragen hat.
Verlegt der Eigentümer eines Kraftfahrzeugs ſeinen Wohnort in den Bezirk
einer anderen Verwaltungsbehörde, ſo hat er bei dieſer die erneute Zulaſſung des
Fahrzeugs zu beantragen; der Beifügung des Gutachtens eines Sachverſtändigen
bedarf es in dieſem Falle nicht, wenn die bisherige Zulaſſungsbeſcheinigung
vor=
gelegt wird. Bei Ausfertigung der neuen Zulaſſungsbeſcheinigung iſt die
bis=
herige einzuziehen.
Soll ein Kraftfahrzeug zum Verkehr auf öffentlichen Wegen und Plätzen nicht
Mitteilung zu machen und ihm die Zulaſungsbeſcheinigung, ſowie das Kennzeichen
abzuliefern. Das Kennzeichen iſt, ſofern es nicht amtlich ausgegeben iſt, nach
Ver=
nichtung des Dienſtſtempels zurückzugeben. Unterbleibt die Ablieferung, ſo hat
das Kreisamt die Zulaſſungsbeſcheinigung und das Kennzeichen einzuziehen oder,
ſoweir die Einziehung des Kennzeichens nicht zuläſſig iſt, den Dienſtſtempel auf
dieſem augenfällig zu vernichten. In gleicher Weiſe iſt auf Antrag der
Steuer=
behörde zu verfahren, wenn die Stenerkarte nicht rechtzeitig erneuert wird.
Geht ein zum Verkehr auf öffentlichen Wegen und Plätzen bereits
zugelaſſe=
nes Kraftfahrzeug auf einen anderen Eigentümer über ſo hat dieſer bei dem für
ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt die erneute Zulaſſung des Fahrzeugs zu be=
Wer auf öfentlichen
darf der Erlaubnis des zuſtändigen Kreisamts. Die Erlaubnis gilt für das ganze
Reich; ſie iſt zu erteilen, wenn der Nachſuchende ſeine Befähigung durch eine
Prüſ=
ung dargetan hat und nicht Tatſachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen,
daß er zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet iſt.
Perſonen unter 18 Jahren iſt das Führen von Kraftfahrzeugen, insbeſondere
auch von Krafträdern, nicht geſtattet. Ausnahmen können mit Zuſtimmung des
geſetzlichen Vertreters zugelaſſen werden.
Den Nachweis der Erlaubnis hat der Führer durch eine Beſcheinigung
(Führerſchein) zu erbringen.
Der Führer hat den Führerſchein, ſowie die Beſcheinigung über die
Zu=
laſſung des Kraftfahrzengs bei der Benutzung des Fahrzeugs auf öffentlichen
Wegen und Plätzen bei ſich zu führen und auf Verlangen den zuſtändigen Beamten
vorzuzeigen
Der Führer iſt zu beſonderer Vorſicht in Leitung und Bedienung ſeines
Fahrzeugs verpflichtet. Er darf von dem Fahrzeug nicht abſteigen, ſo lange es in
Bewegung iſt und darf ſich von ihm nicht entfernen, ſo lange die Maſchine oder der
Motor läuft; auch muß er, falls er ſich von dem Fahrzeug entfernt, die Vorrichtung
in Wirkſamkeit ſetzen, die verhindern ſoll, daß ein Unbefugter das Fahrzeug in,
Betrieb ſetzt.
Der Führer iſt insbeſondere verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß eine
nach der Beſchaffenheit des Kraftfahrzeugs vermeidbare Entwickelung von Geräuſch,
Rauch, Dampf oder üblem Geruch in keinem Falle eintritt.
Das Oeffnen etwa vorhandener Auspuffklappen iſt verboten.
Eine ſtarke Beläſtigung des Publikums, insbeſondere auch während der
Nacht, wird dadurch verurſacht, daß Führer von Kraftfahrzeugen auch beim
Halten des Fahrzeugs den Motor weiter laufen laſſen. Namentlich tritt
dieſer Uebelſtand in größeren Städten an den Halteplätzen von
Automobil=
droſchken und=Omnibuſſen in die Erſcheinung. Vorſtehende Vorſchrift
(„vermeidbare Entwickelung von Geräuſch”) bietet die Handhabe, dieſem
Mißbrauch wirkſam entgegenzutreten.
Die Erlaubnis zum Führen eines Kraftfahrzeugs erteilt das für den
Wohn=
ort der betreffenden Perſon oder für den Ort, wo ſie den Fahrdienſt erlernt hat,
zuſtändige Kreisamt. Der Antrag auf Erteilung der Erlaubnis iſt an die zuſtändige
Ortspolizeibehörde zu richten. Dem Antrag iſt beizufügen:
1. ein Geburtsſchein,
2. eine Photographie (Bruſtbild in Viſitformat, unaufgezogen),
3. ein Zeugnis eines beamteten Arztes (Kreisgeſundheitsamt) darüber, daß der
Antragſteller keine körperlichen Mängel hat, die ſeine Fähigkeit, ein
Kraft=
fahrzeug ſicher zu führen, beeinträchtigen können, insbeſondere Mängel
hin=
ſichtlich des Seh= und Hörvermögens,
4. ein Nachweis darüber, daß er den Fahrdienſt bei einer durch die zuſtändige
höhere Verwaltungsbehörde zur Ausbildung von Führern ermächtigten
Per=
ſon oder Stelle (Fahrſchule, Kraftfahrzeugfabrik) erlernt hat. Aus dem
Nach=
weis muß die Dauer der praktiſchen Ausbildung im Fahren erſichtlich ſein.
Die Ortspolizeibehörde hat zu prüfen, ob gegen den Antragſteller Tatſachen
vorliegen (z. B. ſchwere Eigentumsvergehen, Neigung zum Trunke oder zu
Aus=
ſchreitungen, insbeſondere zu Roheitsvergehen), die ihn als ungeeignet zum
Füh=
ren eines Kraftfahrzeuges erſcheinen laſſen; nach Vornahme der Prüfung legt ſie
unter Mitteilung des Ergebniſſes den Antrag mit ſeinen Anlagen dem Kreisamt
vor. Dieſes ſtellt zunächſt durch Anfrage bei der für das Deutſche Reich beſtehenden
Sammelſtelle für Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen (Polizeipräſidium
in Verkin) feſt, was etwa über den Antragſteller dort bekannt iſt. Ergeben die
Feſtſtellungen, daß er ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeuges iſt, ſo iſt ihm
die Erlaubnis zu verſagen. Andernfalls überſendet das Kreisamt den Antrag nebſt
Anlagen dem amtlich anerkannten Sachverſtändigen zur Vornahme der Prüfung
des Antragſtellers über ſeine Befähigung zum Führen eines Kraftfahrzeugs. Der
Antragſteller iſt hiervon in Kenntnis zu ſetzen:
Für Reichs= oder Staatsbeamte, die als Führer von Kraftfahrzeugen verwender
werden ſollen, kann der Antrag auf Erteilung der Erlaubnis zum Führen eines
Kraftfahrzeugs von der vorgeſetzten Behörde bei der Ortspolizeibehörde geſtellt
werden. Der Antrag muß die erforderlichen Angaben über den Perſonenſtand des
Prüflings enthalten und von den unter Nr. 2—4 bezeichneten Anlagen begleitet
ſein. Von einer Feſtſtellung, ob gegen den Prüfling Tatſachen vorliegen, die ihn
als ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeugs erſcheinen laſſen, hat die
Orts=
polizeibehörde in ſolchen Fällen abzuſehen.
Die Prüfungen erfolgen bei den durch die höheren Verwaltungsbehörden
amtlich anerkannten Sachverſtändigen.
Die Sachverſtändigen beſtimmen den Zeitpunkt für die Prüfung.
Der Prüfling hat ein Kraftfahrzeug der Betriebsart und Klaſſe für deſſen
Führung er den Nachweis der Befähigung erbringen will, für die Prüfung
bereit=
zuſtellen. Das Fahrzeug muß, wenn die Witterungs= und Wegeverhältniſſe dies
notwendig erſcheinen laſſen, mit einem oder mehreren Gleitſchutzreifen verſehen ſein.
Die vor dem 1. April 1910 erteilten Zeugniſſe zum Führen von
Kraftfahr=
zugen behalten bis zum 1. April 1911 Gültigkeit. Die Inhaber ſolcher Zeugniſſe
haben jedoch bis zum 1. Oktober 1910 die Erteilung eines neuen Führerſcheins bei
dem zuſtändigen Kreisamt zu beantragen.
Jedes auf öffentlichen Wegen und Plätzen verkehrende Kraftfahrzeug muß
das polizeiliche Kennzeichen tragen.
Bei Kraftwagen tritt in den Abmeſſungen und der Befeſtigungsweiſe
der Kennzeichen keine Aenderung ein.
Die von Kraftzweirädern vor dem 1. April 1910 geführten Kennzeichen,
die größere Abmeſſungen als die neueingeführten haben, können bis zum 1. April
1911 beibehalten werden. Sämtliche Kennzeichen — auch die ſeither
geführ=
ten — müſſen aber vom 1. April d. Js. ab an der Vorderſeite des
Kraftrades in der Fahrtrichtung an leicht ſichtbarer
Stelle=
angebracht werden und müſſen auf beiden Seiten beſchrieben
ſein.
Die neuen Kennzeichen, die nach dem 1. April d. Js. zugelegt und angebracht
werden, ſind in ſchwarzer Balkenſchrift auf weißem, ſchwarzgerandetem Grunde auf
eine rechteckige, an den Vorderecken leicht abgerundete Tafel aufzumalen, die mit
dem Fahrzeug durch Schrauben, Nieten oder Nägel feſt zu verbinden iſt. Die
Buch=
ſtaben, die römiſchen Ziffern und die Nummern müſſen in einer Reihe ſtehen und
durch einen wagerechten Strich von einander getrennt ſein. Die Abmeſſungen
be=
tragen: Randbreite mindeſtens 8 Millimeter. Schrifthöhe 60 Millimeter bei einer
Schriftſtärke von 10 Millimeter, Abſtand zwiſchen den einzelnen Zeichen und vom
Rande 12 Millimeter, Stärke des Trennungsſtriches 10 Millimeter, Länge des
Trennungsſtrichs 18 Milimeter, Höhe der Taſel ausſchließlich des Randes 55
Millimeter.
Die Kennzeichen müſſen mit dem Dienſtſtempel des Kreisamts verſehen ſein.”
Die Kennzeichen dürfen nicht zum Umklappen eingerichtet ſein; ſie dürfen
niemals verdeckt ſein und miſſen ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten werden. Der
untere Rand des vorderen Kennzeichens darf nicht weniger als 20 Zentimeter, der
des hinteren nicht weniger als 45 Zentimeter vom Erdboden entfernt ſein.
Während der Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel iſt das hintere Kennzeichen
ſo zu beleuchten, daß es deutlich erkennbar iſt. Die Beleuchtungsvorrichtung muß
ſo eingerichtet ſein, daß ſie das Kennzeichen von keiner Seite verdeckt und weder
vom Sitze des Führers noch vom Innern des Wagens aus abgeſtellt werden kann.
Bei Kraftzweirädern iſt das an der Vorderſeite angebrachte Kennzeichen
während der Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel ſo zu beleuchten, daß es von beiden
Seiten deutlich erkennbar iſt.
Muß ein mit dem Dienſtſtempel der Polizeibehörde verſehenes Kennzeichen
er=
mehr verwendet werden, ſo hat der Eigentümer dem zuſtändigen Kreisamt hiervon neuert werden, ſo iſt das Kraftfahrzeug wiederum vorzuführen; tritt die Notwendigkeit
der Erneuerung an einem Orte ein, von dem aus die Behörde, die die erſte Stempelung
des Kennzeichens vorgenommen hatte, ohne Zeitverluſt nicht erreicht werden kann, ſo iſt.
das Fahrzeug der nächſten Behörde vorzuführen, die alsdann das erneuerte Kennzeichen
mit dem Dienſtſtempel zu verſehen und, daß dies geſchehen, in der
Zulaſungsbeſchei=
nigung erſichtlich zu machen hat.
* Die Anbringung mehrerer verſchiedener Kennzeichen iſt unzuläſſig.
Das Reichsgeſetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909 enthäl”‟
die nachſtehend abgedruckten
Strafvorſchriften.
§ 21. Wer den zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den öffentlichen
Wegen oder Plätzen erlaſſenen polizeilichen Anordnungen über den Verkehr mit
Kraft=
fahrzeugen zuwiderhandelt, wird mit Geldſtrafe bis zu einhundertfünfzig Mark oder mit
Haft beſtraft.
Nummer 73.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
Dienstag, den 12. Juli 1910.
§ 22. Der Führer eines Kraftfahrzeuges, der nach einem Unfalle es unternimmt,
ſich der Feſtſtellung des Fahrzeuges und ſeiner Perſon durch die Flucht zu entziehen,
wird mit Geldſtrafe bis zu dreihundert Mark oder mit Gefängnis bis zu zwei Monaten
beſtraft. Er bleibt jedoch ſtraflos, wenn er ſpäteſtens am nächſtfolgenden Tage nach dem
Unfall Anzeige bei einer inländiſchen Polizeibehörde erſtattet und die Feſtſtellung
des Fahrzeuges und ſeiner Perſon bewirkt.
Verläßt der Führer des Kraftfahrzeuges eine bei dem Unfalle verletzte Perſon
vorſätzlich in bilfloſer Lage, ſo wird er mit Gefängnis bis zu 6 Monaten beſtraft.
Sind mildernde Umſtände vorhanden, ſo lann auf Geldſtrafe bis zu dreihundert
Mark erkannt werden.
§ 23. Mit Geldſtrafe bis zu dreihundert Mark oder mit Gefängnis bis zu zwei
Monaten wird beſtraft, wer auf öffentlichen Wegen oder Plätzen ein Kraftfahrzeug führt,
das nicht von der zuſtändigen Behörde zum Verkehre zugelaſſen iſt.
Die gleiche Strafe trifft den Halter eines nicht zum Verkehr zugelaſſenen
Kraft=
fahrzeuges, wenn er vorſätzlich oder fahrläſſig deſſen Gebrauch auf öffentlichen Wegen
oder Plätzen geſtattet.
§ 24. Mit Geldſtrafe bis zu dreihundert Mark oder mit Gefängnis bis zu zwei
Monaten wird beſtraft:
1. wer ein Kraftfahrzeug führt, ohne einen Führerſchein zu beſitzen;
2. wer ein Kraftfahrzeug führt, obwohl ihm die Fahrerlaubnis entzogen iſt;
3. wer nicht ſeinen Führerſchein der Behörde, die ihm die Fahrerlaubnis
ent=
zogen hat, auf ihr Verlangen abliefert.
Die gleiche Strafe trifft den Halter des Kraftfahrzeuges, wenn er vorſätzlich oder
fahrläſſig eine Perſon zur Führung des Fahrzeuges beſtellt oder ermächtigt, die ſich
nicht durch einen Führerſchein ausweiſen kann oder der die Fahrerlaubnis entzogen iſt.
§ 25. Wer in rechtswidriger Abſicht
1. ein Kraftfahrzeug, für welches von der Polizeibehörde ein Kennzeichen nicht
ausgegeben oder zugelaſſen worden iſt, mit einem Zeichen verſieht, welches
ge=
eignet iſt, den Anſchein der polizeilich angeordneten oder zugelaſſenen
Kenn=
zeichnung hervorzurufen,
2. ein Kraftfahrzeug mit einer anderen als der polizeilich für das Fahrzeug
aus=
gegebenen oder zugelaſſenen Kennzeichnung verſieht,
3. das an einem Kraftfahrzeuge gemäß polizeilicher Anordnung angebrachte
Kenn=
zeichen verändert, beſeitigt, verdeckt oder ſonſt in ſeiner Erkennbarkeit
beein=
trächtigt,
wird, ſofern nicht nach den Vorſchriften des Strafgeſetzbuches eine höhere Strafe verwirkt
iſt, mit Geldſtrafe bis zu fünfhundert Mark oder mit Gefängnis bis zu drei Monaten
beſtraft.
Die gleiche Strafe trifft Perſonen, welche auf öffentlichen Wegen oder Plätzen
von einem Kraftfahrzeuge Gebrauch machen, von dem ſie wiſſen, daß die Kennzeichnung
in der im Abſ. 1 unter Nr. 1—3 bezeichneten Art gefälſcht, verfälſcht oder unterdrückt
worden iſt.
Darmſtadt, den 2. April 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Betreffend: wie oben.
Darmſtadt, den 2. April 1910.
Das Großherzogliche Kreisamt Darmſtadt
an das Großherzogliche Polizeiamt Darmſtadt, ſowie die Großherzoglichen
Bürgermeiſtereien der Landgemeinden und die Gendarmerie des Kreiſes.
Auf vorſtehende Bekanntmachung machen wir nochmals beſonders aufmerkſam.
Die neue Verordnung iſt im Reichsgeſetzblatt Nr. 5 von 1910 abgedruckt. Die bei den
Ortspolizeibehörden einlaufenden Anträge auf Erteilung der Erlaubnis zum Führen
eines Kraftfahrzeuges ſind unter den in obiger Bekanntmachung angegebenen
Geſichts=
punkten genau zu prüfen und alsdann an uns einzureichen.
In den Anzeigen wegen Uebertretung der erlaſſenen Vorſchriften iſt nicht nur die
Nummer des Fahrzeuges anzugeben, ſondern auch zu bemerken, ob es ſich um ein
Kraftrad oder um ein anderes Kraftfahrzeug handelt.
Die Vorſchriften der Verordnung werden den Zweck, die Sicherheit des Verkehrs
auf öffentlichen Wegen und Plätzen in wirkſamer Weiſe zu fördern, nur dann erfüllen
können, wenn ihre Durchführung in allen Einzelheiten von den beteiligten Stellen,
ins=
beſondere von den polizeilichen Vollzugsbeamten mit vollſter Entſchiedenheit bewirkt
wird. Im übrigen wird aber auch der Tatſache Rechnung zu tragen ſein, daß ſich das
Kraftfahrzeug heute als vollberechtigtes Verkehrsmittel eingebürgert hat. Seine
Eigen=
art führt zu neuen Erſcheinungen im Straßenverkehre, die zu Gefahren für die
Verkehrs=
ſicherheit nicht nur dann führen, wenn die für den Verkehr der Kraftfahrzeuge
beſtehen=
den Vorſchriften nicht beachtet werden, ſondern auch dann, wenn die für den ſonſtigen
Fuhrwerksverkehr beſtehenden Vorſchriften unbefolgt bleiben. Aus dieſer Erwägung
heraus werden die zuſtändigen Polizeiorgane es ſich angelegen ſein laſſen müſſen, den
für dieſen Verkehr beſtehenden Vorſchriften in verſtärktem Maße Geltung zu verſchaffen.
J.V.: von Werner.
(6726a
Darmſtadt, am 8. Jui 1910.
Das Großherzogliche Kreisamt Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Wir machen darauf aufmerkſam, daß Anträge auf Erſatz unbrauchbar
ge=
wordener Dienſtſiegel uns zur Genehmigung vorzulegen ſind. Die Siegel werden
von hier aus in Aufrrag gegeben.
(13982
Fetz.
(13072a
Bekanntmachung.
Nachſtehend bringen wir die Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppen=
übungsplatz für die Zeit vom 5. bis 25. Juli ds. Js. zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 28. Juni 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt
ür die Zeit vom 5. bis 25. Juli 1910.
der Abſ
von ter
ſperrung
bis Die Abſperrung
erſtreckt ſich 12. Juli
13.
14.
15.
16.
18.
19.
20.
21.
22
23.
25. Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Sonnabend
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Sonnabend
Montag Feldartillerie Ueber das ganze
Abſperrgelände
Bekanntmachung.
Auf Grund der Polizeiverordnung vom 12. Februar 1908 wird folgendes zur
öffentlichen Kenntnis gebracht:
Die Kreisſtraße von Eberſtadt nach Pfungſtadt vom Ortspflaſterende Eberſtad,
ab bis zur Sandbachbrücke gegen Pfungſtadt zu, mit den auf dieſe Strecke aufſtoßenden
Querwegen (letztere dicht an der Kreisſtraße) iſt wegen Ausführung von Kleinpflaſter
von Freitag, den 15. d. Mts., ab auf ca. 3 Wochen für ſamtliches Fuhrwerk
Automobile, Motorräder ꝛc. geſperrt.
Der Durchgangsverkehr hat den aufgeſtellten Tafeln entſprechend von Darmſtadt
über das Eſchollbrücker Kreuz nach Pfungſtadt oder von Darmſtadt über Eſchollbrücken
nach Hahn bezw. umgekehrt zu erfolgen. Nach Maßgabe des Fortſchreitens der
Pflaſter=
arbeiten wird die betreffende Teilſtrecke jeweils ſofort dem öffentlichen Verkehr übergeben.
Zuwiderhandlungen gegen vorſtehende Anordnungen ſind nach §2 der genannten
Polizeiverordnung ſtrafbar.
Darmſtadt, den 2. Juli 1910.
(13800a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur Kenntnis der Intereſſenten gebracht, daß die Haupt=
Orts=
durchfahrt Ober=Ramſtadt und zwar von der Aliceſtraße bis zur Brückengaſſe behufs
Umpflaſterung der Fahrbahn von Montag, den 11. Juli, ab auf ca. 8 Tage für
Fuhrwerke, Automobile und Motorräder geſperrt iſt. Der Durchgangsverkehr erfolgt
durch die Poſtſtraße, Bauſtraße und Brückengaſſe.
Darmſtadt, den 5. Juli 1910.
(13789si
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Oeffentliche Impftermine für den Stadtbezirk werden, ſo lange das Bedürfnis
dauert, jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in dem Schulhauſe in der
Rundeturm=
ſtraße abgehalten.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner, die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben
vorgenom=
menen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht
be=
nutzen will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50
Impf=
ungen vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen, bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau
noch=
mals gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die
natür=
lichen Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
(13276a
J. V.: Schmitt.
Bekanntmachung.
Während der vom 15. Juli bis 15. Sept.
d. J. dauernden Gerichtsferien werden nur
in den durch das Geſetz bezeichneten
Ferien=
ſachen Termine abgehalten u. Entſcheidungen
erlaſſen. Die Bearbeitung der ſämtlichen
Angelegenheiten der freiwilligen
Gerichts=
barkeit (insbeſondere Vormundſchafts= und
Nachlaßſachen) unterbleibt, ſoweit das
Bedürfnis einer Beſchleunigung darin nicht
vorhanden iſt.
Die für den Verkehr des Publikums mit
dem Richter beſtimmten Gerichtstage
finden jeweils Dienstags ſtatt.
In Grundbuchſachen werden die
Dienſt=
ſtunden zur Entgegennahme mündlicher
Anträge und Erklärungen auf folgende
Tage beſchränkt:
Dienstag, 19. Juli,
9. Auguſt,
23. Auguſt,
6. September.
Da während der Feriendauer infolge
Be=
urlaubungen jeweils nur ein Teil des
regel=
mäßigen Gerichtsperſonals anweſend ſein
wird, wird dem Publikum anempfohlen, die
Beurkundung ſolcher Rechtsgeſchäfte, die
einen größeren Zeitaufwand erfordert, erſt
nach den Ferien zu beantragen, ſoweit nach
der Natur des Geſchäfts eine Beſchleunigung
nicht geboten erſcheint.
(14026
Darmſtadt, den 6. Juli 1910.
Großh. Amtsgericht II.
Die Pläne über die Herſtellung
unter=
irdiſcher Telegraphenlinien in
Darm=
ſtadt liegen bei dem Kaiſerlichen
Tele=
graphenamt in Darmſtadt von heute ab
4 Wochen aus.
(13980
Darmſtadt, 9. Juli 1910.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.
Elegantes, blaues, langes
Jackenkleid und Bluse
für mittlere Figur und Maß=Anzug für
mittlere Figur billig zu verkaufen (*17030
Nieder=Ramſtädterſtr. 75, Garten links.
(Dahrrad mit Freilauf wegzugshalber zu
* jedem annehmbaren Preiſe zu verk.
Schuknechtſtraße 58, 1. Stock.
*17061)
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 13. Juli 1910, nachmittags 3 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtr. 16 (Roſenhöhe) verſchiedene Möbel, darunter:
Betten, Waſchkommoden, Nachtſchränkchen, Diwans, Sekretäre, Kleiderſchränke,
Kommode, Vertikos, Pianinos, Büfetts, Schreibtiſche, ferner verſchiedene Laden=
und Warenſchränke, Ladentheken, Ladenkontrolikaſſe, Eisſchränke, 1 Partie
Zeichen=, Löſch= und Packpapier, Bilderleiſten, Anſichtskarten, Schreibhefte,
Geſchäftsbücher, 1 lithographiſche Druckpreſſe, 1 Grammophon, verſchiedene
Landauer, Coupees, Gigs, Pferde, 1 Hund (Bernhardiner) und 1 Partie
Zigarren
zwangsweiſe, ferner auf freiwilligen Antrag
1 Jagdgewehr mit Patronen, 2 Scheibenbüchſen mit Patronen,
Aquarien=
gläſer und 1 noch neues Damenfahrrad
durch den Unterzeichneten gegen bar verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet ſicher ſtatt.
(14024
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 13. Juli 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle‟ (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) beſtimmt:
ca. 5 Mille Zigarren, 15 Flaſchen Weißwein, 7 verſchiedene Geigen.
b) vorausſichtlich:
Hausmobilien durch alle Rubriken, darunter ein Schlafzimmer (Mahagoni),
beſtehend in 2 vollſtändigen Vetten, großem Spiegelſchrank, 2
Nacht=
tiſchen mit Marmor, Waſchtiſch mit Marmor, 1 Chaiſelongue, 1 Tiſch
und 2 Stühlen. Ferner ein Herrenzimmer, beſtehend in Schreibtiſch mit
Seſſel, Trumeau mit Spiegel, Bücherſchrank, Sofa mit Umbau,
Aus=
ziehtiſch mit 3 Stühlen, Serviertiſch, Spieltiſch und Standuhr; ein
Wohnzimmer, beſtehend in Büfett, Kredenze, Bücherſchrank, Tiſch,
Schreibtiſch, Sofa mit Umbau und Standuhr; ein Schlafzimmer,
be=
ſtehend in 2 Bettſtellen, Spiegelſchrank, Waſchkommode mit Marmor
und Spiegel, 2 Nachttiſche, Truhe und 2 Stühle; ſodann 1 großer und
4 kleine Teppiche, 1 Läufer, 2 Paneelbretter, 1 großer Spiegel, ſowie
ein Trumeau mit Spiegel (ſämtliche bis hierher aufgeführten
Möbel=
ſtücke ſind neu). Weiter: 1 Herrenſchreibtiſch, 1 Trumeau mit Spiegel,
1 Vorplatzgeſtell und 1 Diwan.
(14020
Hieran anſchließend auf freiwilligen Antrag:
1 Kleiderſchrank, 1 Diwan, 1 Schleifſtein u. a. m.
Darmſtadt, am 11. Juli 1910.
Reichert,
Stellvertreter des Gerichtsvollziehers Kapp zu Darmſtadt.
Der Ferienkursus
für Schüler der Sexta, Quinta und Quarta
beginnt am Montag, den 18. Juli, morgens 9 Uhr.
Anmeldungen von 9—11 Uhr vormittags, Gartenſtraße 18.
(13761a
G. Huth, staati. gepr. Privatl.
Nummer 160.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 12. Juli 1910.
Seite 13.
Elisabethenstrasse 3436.
Darmstadt
Zimmerstrasse 24.
Ab Montag, den 11. Juli a. c.
Grosser
Ieitur-Aust
Erste Woche: Gardinen u. Vorhänge.
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(14012
Ooittar-Gertauf!
Die angeſetzte Verſteigerung des Garten= und Saal=Inventars.
im Parkhotel findet nicht ſtatt, hingegen werden die
vorhan=
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Ge=
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nach neuestem Muster
sind in der Geschäftsstelle des Tagblatt zu haben.
Die geehrten Geſellſchafter der
Steinkohlenbezugs-Gesellschaft „Friede‟
werden hiermit zur diesjährigen
Hauptversammlung
auf Mittwoch, den 20. Juli, abends 8½ Uhr, in den
Kaiſer=
ſaal, Grafenſtraße 18, höflichſt eingeladen.
Tagesordnung: Bericht des Vorſtandes, Rechnungsablage und Neuwahl des
Vorſtandes.
Die Jahresrechnung liegt vom Montag, den 18. Juli, ab zur Einſichtnahme
der Mitglieder bei dem Vereinsrechner offen.
(14023ism
Der Vorſtand.
Ludwigshöhe.
Mittwoch, den 13. Juli, nachmittags 4 Uhr,
Kur-Konzert
Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61. Leitung: M. Weber.
Im Anschluss daran abends 8 Uhr
Grosses Abend=Konzert
obiger Kapelle
mit Turmbeleuchtung und Réunion.
Zum Schluss Heimmarsch mit Musik.
(B13991
Eintritt 25 Pfg.
10 Karten Mk. 1.50.?
Schutzenhof.
Heute, Dienstag, den 12. Juli, abends 8 Uhr:
Grosses Militär-Streich-Konzert
einer grösseren Kapelle vom Musikkorps des Leibgarde-Regts.
Leitung: Obermuſikmeiſter Hauske.
Bei günſtiger Witterung:
(14027
Illumination des Gartens.
Liedertaiel Darmstadt.
69. Vereinsjahr.
Samstag, den 16. Juli 1910, abends 8½ Uhr,
im Kaisergarten, sowie sämtlichen Räumen des Kaisersaals
Sommernachtsfest.
I. Teil: KONZERT
der Kapelle des Leibgarde-Regiments Nr. 115, sowie Chorvorträge,
II. Teil: BAL L.
Karten im Vorverkauf à 30 Pfg. ſind bei dem I. Vorſitzenden, Herrn W. Lehrbach
(Schillerplatz), zu haben. An der Abendkaſſe 50 Pfg.
(3975f
Anmeldungen zur Mitgliedſchaft, welche zum freien Beſuch des Feſtes berechtigen,
ſind bis längſtens den 14. Juli an den I. Vorſitzenden einzureichen.
Der Vorstand.
Briefmarken-Sammlung
größere, tadellos erhalten, ſowie ſeltene
Marken kaufe zu hohen Preiſen.
Offerten unter „Professor” an die
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*17037) Frau Wilding. Lichtenbergſtr. 80,III.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 12. Juli 1910.
Nummer 160.
Ständiges Preisausschreiben der A.T. G.
Wanderran ten dedtscherSchuikiider
Unser diesjähriges Preisausschreiben (Fahrt deutscher Schulkinder zur Brüsseler
Weltausstellung) ist unter regster Beteiligung geschlossen worden. — Unsere
Saman lee Gutscheine bleiben für unser nächstes Preisausschreiben in Kraft.
Das glückliche Gelingen der Fahrt nach Brüssel ist gesichert, dadurch, daß dieselbe geleitet
wird durch Herrn Rektor Franz Pagel, Berlin, Begründer und Herausgeber der Zeitschrift
„Jugendfürsorge‟, Vorsitzender des deutschen Zentralvereins für die
schulentlassene Jugend und Vorsitzender der Jugendfürsorge-Zen-
Geman
amen
trale der Preußischen Rektorenschaft. Herr Rektor Pagel führt
Ag
Ee
persönlich die Oberaufsicht und wird unterstützt von Lehrern
und Lehrerinnen, die außer einem Arzt ebenfalls stets persönlich
an unseren Wanderfahrten teilnehmen. Das Ziel der
Wander-
fahrten wird alljährlich im Monat Oktober, bekannt gegeben.
Allgemeine Teeimport Gesellschaft (A. T. G.) G. m. b. H., Berlin SO. 36.
Junges ſanb. Mädchen
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oder Delikateſſengeſchäft. Offert. unt. C95
an die Expedition.
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nimmt auch Wäſche zum Bügeln an
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Ein Fräulein und Putzen, Marie Held,
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*16981oi) Eine reinliche Frau nimmt noch
einige Kunden im Waſchen an
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Kunden an, halbe und ganze Tage
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ſucht Stelle in einem guten, bürgerlichen
Haushalt, bei guter Behandlung. — Zu
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geht auch in Geſch. oder als Zweitmädchen.
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waſchen u. putzen Pankratiusſtr. 67, II. lks.
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niſſen ſucht Stelle z. 15. Juli in kl. Haushalt.
Stellenbureau Debus, Karlſtr. 79, Tel. 1737.
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Dieburgerſtraße 42, Seitenbau, 1. Stock.
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ſucht vorm. von 7 bis 10 Uhr Laufdienſt
Dieburgerſtraße 18, Hinterh., 1. St., links.
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w. d. Ferien, evtl. Vorbereit. oder Nachhilfe.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 12. Juli 1910.
Seite 15.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 12. Juli 1910.
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Expedition ds. Bl.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 12. Juli 1910.
Nummer —95.
Sport.
* Deutſch=Akademiſches Olympia 1910.
Anläßlich des 100jährigen Beſtehens der Univerſität
Berlin fand dortſelbſt das 2. Deutſche Akademiſche
Olympia ſtatt. Bei den hierbei ausgetragenen
Wett=
kämpfen errang Wilhelm Loos, A. Tv. „
Alemän=
nia‟=Darmſtadt, im Sechskampf, beſtehend aus 150
Me=
ter=Lauf, Stabhochſprung, Dreiſprung,
Schleuderball=
weitwerfen, Steinſtoßen und einer Freiübung, den
6. Sieg.
Rd. Das Goldene Rad von Mainz, ein
Dauerrennen für Amateure, wurde von Dreſcher=
Mainz gewonnen. Die beiden erſten Läufe beendete
er als erſter, während er im dritten Lauf infolge
Mo=
tordefektes weit zurück blieb.
Radrennen zu Breslau. 30 Kilometer: 1.
Jahnke 27:25,3. 2. Thomas 395 Meter, 3. Luycken 2400
Meter, 4. Schön 2800 Meter zurück. 50 Kilometer:
1. Thomas 47117,2, 2. Jahnke 600 Meter, 3. Luycken
8600 Meter, 4. Schön 6000 Meter zurück.
Die Meiſterſchaft des Deutſchen
Rad=
fahrer=Bundes über 1000 Meter kam am
Sonn=
tag im Sportpark Steglitz bei gutem Beſuch zum
Aus=
trag. Für den Endlauf hatten ſich Herzog=Leipzig,
Gericke=Berlin und der vorjährige Sieger Neumer=
Dresden qualifiziert. Nach abwechſelnder Führung
trat Neumer 200 Meter vor dem Ziel an und
ge=
wann leicht mit zwei Längen gegen Herzog, dem nach
einer weiteren halben Länge Gericke folgte. Im
Ger=
mania=Jubiläums=Preis ſiegte R.=V. „Saxonia”=
Leip=
zig gegen Berliner R.=K. „Konkordia” und den
vor=
jährigen Sieger „Zugvogel”=Berlin.
Friol Sieger im Pariſer Rennfahrer=
Grand=Prix. Auf der Pariſer Munizipal=
Renn=
bahn zu Vincennes wurde am Sonntag das Grand=
Prix=Meeting beendet. Im erſten Zwiſchenlauf ſiegte
Friol leicht vor Didier und dem Berliner Bader, und
ebenſo leicht gewann Rütt mit zwei Längen gegen
Co=
mes und Fournous. Der dritte Zwiſchenlauf brachte
eine Ueberraſchung, da Ellegaard durch den in der
letzten Kurve geſtürzten Pouchois behindert wurde
und Schilling einen leichten Sieg mit drei Längen
überlaſſen mußte. Friol, Rütt und Schilling traten
dann zum Endlauf an. Rütt, der auf Warten fuhr,
ließ ſich von Friol überraſchen. Der Franzoſe lief
dem Felde davon und gewann leicht mit drei Längen
gegen Rütt, der Schilling um eine weitere Länge auf
den dritten Platz verwies. Den Großen Preis der
Amateure gewann der Engländer Bailey, der
Welt=
meiſter von 1909, mit einer Länge vor Texier und
De=
mangel. Der Finanz=Preis, ein Tandemrennen,
brachte Ellegaard=Pouchois einen überlegenen Sieg
vor Friol=Didier und Fournous=Martin. Meyer=
Rütt waren in ihrem Vorlauf durch Reifenſchaden
ausgeſchieden.
Lt. M. J. G. Ritchie gewann in dem jetzt
be=
endeten Lawn=Tennis=Turnier zu Epſom das Herren=
Einzelſpiel gegen G. A. Thomas 6—3, 6—4. Der
letz=
tere ſiegte mit Mrs. Sterry als Partnerin im
gemiſch=
ten Doppelſpiel über Ambroſe=Miß Flemmich 6—2,
6—4, während das Damen=Einzelſpiel an Miß Coles
fiel, die Miß Leader in der Schlußrunde 6—3, 6—2
ſchlug.
Pfr. Die Rennen zu Dortmund, die als
Hauptkonkurrenz den mit 20000 Mark ausgeſtatteten
Großen Preis brachten, hatten trotz des bedeckten
Him=
mels einen Rieſenbeſuch zu verzeichnen. In dem
über 4600 Meter führenden Jagd=Rennen erſchienen
ſieben Pferde am Ablauf, von denen Roi Negre
zu=
nächſt ſtehen blieb. Der Hengſt wurde dann
ausſichts=
los nachgeritten und ſchließlich angehalten.
Counter=
feit führte zunächſt vor Comrade, Eceington und
Ruhm, Edfu bildete den Beſchluß. Bis zum
Tri=
bünenſprung blieb dieſe Reihenfolge unverändert.
Beim Einbiegen in die Diagonale lag Ruhm an der
Spitze vor Counterfeit, Edfu und Helga, während
Eceington angehalten wurde. Beim zweiten Nehmen
des Tribünenſprunges hatte ſich Ruhm bereits einen
Vorſprung von vier Längen geſichert. Helga ſchob ſich
auf der Eiſenbahnſeite nach vorn, war aber bald mit
allen Kräften zu Ende und mußte Ruhm mit 20
Län=
gen Vorſprung einen leichten Sieg überlaſſen.
An=
verthalb Längen hinter Helga beſetzte Comrade den
dritten Platz vor Edfu. Leider ereignete ſich auch ein
ſchwerer Unfall, da ſich Jockei Sherlock bei
einem Sturz mit Plus im Tribünen=Jagd=Rennen
mehrere Rippen und das rechte Schlüſſelbein brach.
Die Eventualquoten im Großen Preis waren: Stall=
Mecklenburg 44:10, Helga 22:10, Roi Negre 27:10,
Comrade 113:10, Counterfeit 158:10 und Eceington
199:10. Der Totaliſator=Umſatz betrug 175000 Mark.
Pfr. Rennen zu Hoppegarten. Tuki=
Ren=
nen. 3800 Mark, Diſtanz 1000 Meter. 1. Graf
Seid=
litz Sandrecukis Kronos (Warne), 2. Don Ceſar (O.
Müller), 3. Salvator (Spear). Tot. 94:10, Pl. 33, 35,
33:10. Unpl.: Ordner (4.), Gigerl, Sorbus, Salambo,
Paria, Leib=Huſar, Prinzipal, Savoy the firſt. Sicher
Hals-2 Lg. — Ard Patrick=Rennen. 13000 Mark,
Di=
ſtanz 2000 Meter. 1. Königl. Hauptgeſtüt Graditz!
Lockung (Bullock), 2. Cola Rienzi (Cleminſon), 3.
Ra=
dium (Shurgold). Tot. 20:10, Pl. 16, 37110. Unpl.:
Laps (4.), Sagitta, Conto lorv. Scharfer Kampf,
Kopf-½—½ Lg. — Percunos=Rennen. 3800 Mark,
Diſtanz 1100 Meter. 1. Freiherrn S. A. von
Oppen=
heims Mahalla (Sumpter), 2. Orion (Warne), 3.
Alpenfex (Miller). Tot. 63:10, Pl. 22, 27, 51:10.
Unpl.: Prärie (4.), Sachſa, Moſel, Delaware, Kaſtanie,
Jadwiga, Roly Poly, Landbote. Ueberlegen 2½—1½
Lg. — Juli=Verkaufs=Rennen. 3800 Mark, Diſtanz
1800 Meter. 1. Herrn J. Beutlers Queckſilber
(Jentzſch), 2. Maharaja (Warne), 3. Wanderburſch
(Streit). Tot. 43:10, Pl. 15, 14, 20:10. Unpl.: Arnulf,
Visnagor, Suſo, Gibraltar. Gegenwehr. Kopf-2 Lg.
— Galtee More=Rennen. 16000 Mark, Diſtanz 1000
Meter. 1. Königl. Hauptgeſt. Graditz’ Gründer (
Bul=
lock), 2. Lichtenſtein (Oleinik), 3. Oreſt (Shurgold).
Tot. 16:10, Pl. 15, 24:10. Unpl.: Hesperide (4.),
Horri=
doh. Ueberlegen ½—2½—½ Lg. — Almania=Handicap,
3800 Mark, Diſtanz 1400 Meter. 1. Herrn A. Wagners
Wiederum (Jentzſch), 2. Herbert (R. Francke), 3.
Nau=
ſikaa (Nitzſche). Tot. 68:10, Pl. 17, 24, 20:10. Unpl.:
Mainau II. (4.), Govi, Boulanger, Ria, Glorioſus
(gef.), Leicht 2—1½ Lg. — Oſtbahn=Handicap. 5000
Mark, Diſtanz 1600 Meter. 1. Mr. Rays Lord Mayor
(Warne), 2. Pakt (Childs), 3. Oos (Yeomans). Tot.
48:10, Pl. 15, 19, 41:10. Unpl.: Wanderfalke, Onorio=
Rangsdorf, Klara, Julius Zäſar, Queenie, Kampf=
Kopf—1 Lg.
Gewinnausiug
der
223. Kötiglich Preußiſchen Kläſſenlötterie.
ſ. 1. Klaſſe. 2. Ziehungstag. 9. Juli 1910.
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.) . (Nachdruck verboten.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über.60 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 20000 Mk. 174602
1 Gewinnizu 10000 Mk. 66889
Gewinn zu 3000 Mk. 18478a
3 Gewinne zu 10004Mk. 99561. 282695 288148
1 Gewinn zu 600 Mk.§ 150199
4 Gewinne zu 400 Mk. 28706 38662 191069 268631
— 11, Gewinne zu 300 Mk. * 13443 — 18940 q37057 86391.
1206627 177370% 219947 227127 245511 283665 296574
* 25Gewinne zu 200=Mk. 1600 6024 10941 12273
17851 65126½ 100277 110606 122625 122872 141961
141980 142836 148653 * 173890 194630 218784 218870
236698 1 247906 258009 261482 265749 266530 288766
* 85 Gewinne zu 100 Mk.‟ 7439 9682 12520 18437
18683 18820 22269r 22714 26125 40738 41012 42038
42474 à 43090 45397 747126 à50645 59381. 61617 6442a
68074469709 83950 84347 86852 92421z 98338 498676
100507 105006 108388 I117280119334 (1207194121611
122186 124164 5124781 125654 126966 127087 128107
129945 138529 139241½ 143198 148081 1510125151237
152666 157965 159165 164547 177040 181421*181443
188623 189663 192164 192645 205298 216716 217292
228942 229280 235379 236500 240259 246009 246200
247089 250695 262343 252694 5 255105 256784 257259
258451. 268926 266086 268698 275551 286198 286492
303975
Inider Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
50 Mk.sgezogen:
13 Gewinne zu 500 Mk. 111342 191882 226340
* 4 Gewinne zu 400 Mk. 4296 114231 205990à225563
§ 14 Gewinne zu 300= Mk. 15912 25849 53018g59009
77594 99782 109869 117556 125303 127637 163453
181909 183970 258160
* 35 Gewinne zu 200 Mk. 8443 20214 31405 35348
37971. 50436 52248 64486 64497 62529 78085 90785
91157 100049 100301 124192 130066 (181108 138292
143849 154954 171554 173209 199875 201032 205925
221815à 228360₰ 234666 242378 260812 272936 27767).
281900 283002
843 Gewinne zu 100= Mk.§§ 3137 6918 7431 9798
*10999½ 11270 K17484 (17834 22454 22555 24713-2933a
38427 45030 46136 52477 54216 161127 64267 70183
70845 75737 83539 85350 .88860 88967 96060 96307)
96845 97928 104433 105502 106174 108184 109215
109972 113674 *114605y118393 128985 130446 132077
134777 148473 151529 157529 173069 175343 180132
388857 189612 194342 198670200565½202393 203557
216014 216694 223123 223133 233261. 234364 237198
238472 239175 239524 246676 249996 253816 266819
357171. 264121 266902 268852 273689 279148 282272
263936 286891 287173 289050 295869 298273 203660
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Die karze Rochzer
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Man verlange ausdrücklich MAGdls Suppen mit dem „Kreuzſtern.”
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