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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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werden angenommen in Darmſtadt.
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ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dieustags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
156.
Donnerstag, den 7.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Die Ausſichten der Reichsverſicherungsordnung.
* Den Münchener Neueſten Nachrichten wird von
ihrem Berliner Mitarbeiter geſchrieben: Seit langen
Wo=
chen berät eine Permanenzkommiſſion des Reichstags mit
heißem Bemühen den Entwurf der
Reichsverſicherungs=
ordnung; 28 Abgeordnete, der Staatsſekretär des Innern,
ein Miniſterialdirektor und eine ganze Schar von Räten
plagen ſich an dem Rieſenwerke ab und haben noch nicht
einmal zwei Bücher von den ſechs, die der Entwurf
ent=
hält, und eben nur den vierten Teil ſeiner mehr als 1700
Paragraphen durchberaten — wohlgemerkt in erſter Leſung.
Dabei haben ſich in mehreren höchſt wichtigen Punkten
ſcharfe Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen der Regierung
und der Kommiſſionsmehrheit ergeben; wir nennen nur
drei: die Umwandlung und Herabdrückung der
Verſiche=
rungsämter, die Streichung der Betriebskaſſen, die
Ab=
lehnung der Hälftelung der Beiträge und des Vorſtandes
in den Ortskrankenkaſſen. Schon iſt hie und da von ſeiten
der Regierung das Wort „unannehmbar” gefallen und
feſtgeſtellt worden, daß bei dieſer oder jener Aenderung
die Regierung kein Intereſſe mehr an der Vorlage habe.
Unter dieſen Umſtänden iſt es kein Wunder, daß
immer ſtärker die Anſicht auftritt, es ſei verlorene Mühe
mit der ganzen Arbeit, das Rieſenwerk werde doch nie
zuſtande kommen.
Dieſer Meinung treten wir auf das beſtimmteſte
ent=
gegen.
Was zunächſt den Umfangder Arbeit betrifft, der
einem Erfolg zur Klippe werden könnte, ſo iſt zu
beden=
ken, daß Buch 1 des Entwurfs, das die neue Organiſation
der Verfaſſung enthält, und Buch 2, die
Krankenverſiche=
rung, die ſchwierigſten Probleme und die ſchärfſten
Streit=
fragen enthalten. Die Unfallverſicherung, die
Invaliden=
verſicherung, auch ſogar die Hinterbliebenenfürſorge
wer=
den verhältnismäßig raſch erledigt werden können, da ſie
entweder nicht viel Neues bringen oder über die neuen
Vorſchläge grundſätzliche Einigkeit auf allen Seiten
be=
ſteht. Nur das letzte Buch über das Verfahren kann
wie=
der zu Weiterungen führen.
Gewiß haben ſich bis jetzt ſtarke Differenzen in den
Beratungen ergeben; aber einerſeits ſteht feſt, daß manche
Beſchlüſſe wieder aufgehoben werden — wie z. B. die
radikale Beſeitigung der Betriebskrankenkaſſen —,
anderer=
ſeits zeigen ſich offenbar Tendenzen zu Kompromiſſen
und Ausgleichen. Viel bemerkt wird, wie als eifrigſte
Mitarbeiter die Vertreter des Zentrums und der
Sozial=
demokraten ſich bemühen, dem Entwurf entſprechende
Ge=
ſtalt zu geben, während Konſervative und Nationalliberale
erſt in zweiter Linie ſtehen und die Fortſchrittspartei eine
ſtarke Neigung zur Kritik und Verneinung vorwalten läßt.
Es wäre voreilig, heute die beſtimmte Erwartung
eines baldigen und glücklichen Erfolges auszuſprechen.
Aber das können wir verſichern: Die Regierung und große
Parteien haben den ernſten Willen, das Werk in der
näch=
ſten Reichstagsſeſſion, der letzten vor den Neuwahlen,
zu=
ſtande zu bringen. Und die Chancen dafür ſind viel
grö=
ßer, als es auf den erſten Blick bei Betrachtung der
bis=
herigen Kommiſſionsberatungen ausſieht. Mitte Juli
hofft man mit der Krankenverſicherung fertig zu ſein, dann
ſoll eine längere Erholungspauſe eintreten, die auch zur
Fühlungnahme mit den maßgebenden Parteiinſtanzen
be=
nützt werden kann, und Anfang September ſpäteſtens
werden die Beratungen fortgeſetzt. Es iſt wohl möglich,
daß der Reichstag um die Jahreswende die abgeſchloſſene
Kommiſſionsarbeit zur zweiten Beratung erhält.
Am Montag, Dienstag und Mittwoch behandelte die
Kommiſſion die beſonders wichtige Aerztefrage und
die Stellung der Aerzte zu den Krankenkaſſen. Zu den
einſchlägigen §§ 370 uſw. liegen von faſt allen Fraktionen
Anträge vor. Als am weiteſtgehenden erſcheint der der
Fortſchrittlichen Volkspartei und der von einem Mitgliede
des Zentrums geſtellte. Danach ſoll die freie Arztwahl
die Regel bilden, das Kaſſenarztſyſtem die Ausnahme.
Die Nationalliberalen wollen das letztere Syſtem mit der
Maßgabe, daß für jedes weitere Tauſend Mitglieder einer
Kaſſe ein weiterer Arzt zur freien Wahl zur Verfügung
geſtellt wird. Die Konſervativen ſtellen ſich auf den Boden
der Regierungsvorlage, lehnen jedoch die freie Arztwahl
insbeſondere bei den Landkaſſen entſchieden ab.
Bei der Beratung führt Miniſterialdirektor Caspar
aus, daß, wenn bei der freien Arztwahl bisher eine
er=
hebliche Verteuerung nicht eingetreten ſei, ſo liege das
daran, daß ſie nur an günſtig gelegenen Orten
durchge=
führt worden ſei. Außerdem hätten die Kaſſen das Recht,
wenn die freie Arztwahl zu große Ausgaben verurſache,
zum Kaſſenarztſyſtem zurückzukehren. Zwei
Vertragsaus=
ſchüſſe ſeien vorgeſehen, um auch die Aerzte zur Geltung
kommen zu laſſen, die nicht für freie Arztwahl ſeien.
Redner wandte ſich gegen die von der Fortſchrittspartei
und dem Zentrumsmitgliede geſtellten Anträge, die
kei=
neswegs die beſtehenden Schwierigkeiten beſeitigen
wür=
den, wohl aber die Kaſſenverwaltung gänzlich binden. Der
Gedanke des nationalliberalen Antrags finde ſich bereits
im Geſetzentwurfe. — Staatsſekretär Delbrück hält die
freie Arztwahl in einer großen Anzahl von Fällen für
nützlich und zweckmäßig und wünſcht deren Durchführung,
wo ſie möglich iſt. Wo ſie durchgeführt werden ſolle,
müß=
ten die Kaſſenverwaltungen mit entſcheiden; geſetzlich
könne ſie nicht vorgeſchrieben werden. Der Entwurf ſtelle
das Kaſſenarztſyſtem mit dem beſprochenen theoretiſch
gleich. und zwar aus wirtſchaftlichen Gründen. Der Kampf
zwiſchen Kaſſen und Aerzten ſei ein wirtſchaftlicher: es
handle ſich um die Remunerierung. An vielen Orten
ſtän=
den die Kaſſen der Aerzteorganiſahtion wehrlos gegenüber.
Der Leipziger Verband habe die Vertragskommiſſionen als
Einrichtung der Standesvertretung betrachtet und weiter
ſeine Mitglieder auf Ehrenwort auf ſeine Forderungen
verpfichtet. Dadurch ſeien in unzuläſſiger Weiſe die
wirt=
ſchaftlichen Verhältniſſe vor das Forum der ärztlichen
Ehrengerichte gebracht worden. Die Entſcheidungen
muß=
ten ſo immer zugunſten des Leipziger Verbandes
aus=
fallen. Die Aerzte, welchen ein Bruch des Ehrenwortes
nachgewieſen werde, müßten beſtraft werden. Der
ge=
nannte Verband habe aber auch Aerzte, die ihm nicht
bei=
traten, boykottiert. Die Tendenz der Regierungsvorlage
gehe deshalb dahin, auch einen Schutz zu ſchaffen gegen
Terrorismus. Daß die Aerzte nicht der Gewerbeordnung
unterſtänden, ſei richtig. Der Leipziger Verband habe
aber eine Kampfesweiſe ſich angeeignet, die gleich ſei jener
der Arbeitergewerkſchaften. Dabei machte man ſich aber
noch das Ehrenwort und Ehrengericht zunutze. Trotzdem
hätten die Regierungen nicht die Schutzbeſtimmungen der
Gewerbeordnung übernommen. Es ſollten vielmehr
Strei=
tigkeiten durch freie, aus Beteiligten gebildete
Kommiſſio=
nen aus der Welt geſchafft werden. An den
vorgeſchlage=
nen Beſtimmungen ſolle feſtgehalten werden.
Juſtiz und Parlament.
* Unter dieſer Ueberſchrift behandelte in der
Deut=
ſchen Richter=Zeitung (Organ des deutſchen
Richter=
bundes) der Prof. Dr. Hans Reichel=Jena ein
Vorkommnis, das ſich kürzlich in der Zweiten Kammer
des ſächſiſchen Landtages abgeſpielt hat. In einem auf
politiſcher Grundlage angeſponnenen
Beleidigungs=
prozeß hatte das Gericht mehrere Zeugen unter
An=
drohung von Zwangshaft zur Ausſage darüber
ge=
zwungen, welchen Kandidaten ſie in der letzten
Reichs=
tagswahl gewählt haben. Dies führte zu einer
Inter=
pellation im Landtage, anläßlich deren der
Juſtiz=
miniſter betonte, das Gericht habe vollkommen korrekt
gehandelt. Den gleichen Standpunkt vertraten einige
dem Richterſtande angehörige Abgeordnete.
Zu dieſem Vorfall mimmt der erwähnte Aufſatz
grundſätzliche Stellung. Reichel bemerkt zunächſt, der
Richter habe geſetzmäßig gehandelt, denn das geltende
Recht ſehe ein Recht, das Zeugnis über Dinge des
Wahlgeheimniſſes zu verweigern, zurzeit nicht vor. Im
übrigen aber beſtreitet Reichel, daß überhaupt das
Parlament berufen und berechtigt ſei, die ſachliche
Stellungnahme eines Gerichts zum Gegenſtand
tadeln=
der Kritik zu machen. Ein ſolches Vorgehen ſei
geeig=
net, die Unabhängigkeit des Richters zu bedrohen und
die Autorität des Richterſpruches zu untergraben. „Wir
leben im Rechtsſtaat; das höchſte Palladium des
Rechtsſtaates aber iſt die Unabhängigkeit des Richters.
Dieſe Unabhängigkeit wahren wir dem Richter im
Ver=
hältnis zu ſeinem Vorgeſetzten. Selbſt der Miniſter
iſt außer Befugnis, in ein ſchwebendes gerichtliches
Verfahren durch Anweiſung, Vorhalt oder Rüge
ein=
zugreifen, und auch nachdem das Gericht geſprochen
hat, ſteht die Remedur eines falſchen Verfahrens oder
Spruches nur der richterlichen Oberinſtanz, nicht der
vorgeſetzten Behörde zu. Was hiernach von der
Regie=
rung unterlaſſen werden muß, das muß erſt recht
unterlaſſen werden vom Parlament. Auch die vom
Parlament geübte Kontrolle verſtößt gegen die
Forde=
rung der Unabhängigkeit und Unbeeinflußtheit des
Gerichts. Die Redefreiheit des Parlaments
wird folglich mißbraucht, wenn ſie zum Hebel
be=
nutzt wird, auf den Prozeßgang oder die Sachentſchei= 1
dung eines Gerichtes auch nur mittelbaren Einfluß
auszuüben; ja es überſchreitet ihre ſachlichen Grenzen
ſchon der Abgeordnete, der eine innerhalb formeller
Zuſtändigkeit erfolgende richterliche Handlung auch nur
einer ihre Autorität herabſetzenden öffentlichen Kritik
unterzieht.”
Die Sache iſt nicht ohne aktuelles Intereſſe, da
auch Interpellationen wegen des Allenſteiner Prozeſſes
im Reichstage angekündigt ſind.
Der ruſſiſch=japaniſche Vertrag.
*⁎* Das ſoeben zwiſchen Rußland und Japan abge.
ſchloſſene Uebereinkommen, deſſen wichtigſte Beſtimmungen
wir bereits mitteilten, beſeitigt die gegen Ende vorigen
Jahres lautgewordenen Befürchtungen, daß es bald
wie=
der zu einem ernſten ruſſiſch=japaniſchen Konflikte kommen
werde. Damals hatte ſchon ein offiziöſes Petersburger
Communiqué darauf hingewieſen, daß ſeit der
Beendi=
gung des letzten oſtaſiatiſchen Krieges beide Mächte eine
Reihe von Verträgen miteinander vereinbart hätten, die
bezweckten, jede Spur der Feindſchaft zu verwiſchen, welche
der Krieg hinterlaſſen habe; insbeſondere ſeien ſeit dem
Abkommen vom 30. Juli 1907 keinerlei bedrohliche
Rei=
bungen und Mißverſtändniſſe zu verzeichnen geweſen.
Dieſes letztgenannte Abkommen verpflichtete beide
Kontra=
henten, die territoriale Integrität des andern Teils zu
achten, ebenſo alle Rechte zu wahren, welche für den einen
oder den andern aus Verträgen oder Abkommen mit
China beſtehen, ſoweit dieſe Rechte nicht mit dem im
Frie=
den von Portsmouth aufgeſtellten Prinzip der
Gleichbe=
rechtigung kollidieren. Beide Vertragſchließende
erkann=
ten außerdem die Unabhängigkeit und Integrität Chinas
ſowie die Gleichberechtigung von Handel und Induſtrie
aller Nationen in China an und verpflichteten ſich, für die
Aufrechterhaltung und Verteidigung des status quo mit
allen zu Gebote ſtehenden friedlichen Mitteln einzutreten.
Bald darauf, im September 1907, fand auch die
Unter=
zeichnung des ruſſiſch=japaniſchen Handelsvertrags ſtatt,
der den mit anderen Staaten abgeſchloſſenen
Meiſtbegün=
ſtigungsabkommen entſprach und darüber hinaus nur
einige Vergünſtigungen enthielt, die ſich beide Reiche
zu=
ſicherten. Die feſte Dauer dieſes Vertrags iſt nur kurz,
denn jeder Teil hat das Recht, nach dem 4./7. Juli 1910
die Kündigung auszuſprechen, deren Wirkung ſodann nach
zwölf Monaten eintritt. Japan hatte wohl dieſe
Beſtim=
mung gewünſcht, weil es beabſichtigt, ſeine ſämtlichen
Verträge mit dem Auslande in nächſter Zeit zu kündigen
und auf Grund eines ſtark erhöhten Zolltarifs neue
abzu=
ſchließen.
Was nun das jetzt getroffene Uebereinkommen
zwi=
ſchen Japan und Rußland anbelangt, ſo iſt es vor allem
eine Bekräftigung des Vertrags vom Juli 1907 über die
Reſpektierung der gegenſeitigen Einflußſphäre in der
Mandſchurei, darüber hinaus bedeutet es aber den
Ab=
ſchluß eines Defenſivvertrags zur Abwehr aller Angriffe
gegen den heutigen starus quo in Oſtaſien. Korea wird
vollends der Willkür Japans ausgeliefert, der nördliche
Teil Chinas aber definitiv dem Einfluſſe der Pekinger
Regierung entzogen. Vor dem Völkerrechte kann dieſes
Schalten und Walten auf und mit chineſiſchem
Territo=
rium natürlich nicht beſtehen, es widerſpricht auch der
im=
mer wieder von Rußland wie von Japan abgegebenen
Verſicherung, die Souveränität und Integrität Chinas zu
achten, aber das Völkerrecht hat ja ſchon ſo oft vor der
Macht die Segel ſtreichen müſſen, und gegen die heiligſten
Verſicherungen iſt ſchon gefehlt worden, daß man von
Japan die ſtrikte Innehaltung nicht gut verlangen kann.
Die Integrität Chinas und Koreas hatte Japan früher
auf ſeine Fahne geſchrieben, jedoch gehört die
Unabhängig=
keit Koreas ſchon ſeit vier Jahren der Vergangenheit an,
und japaniſche Heißſporne empfahlen von jeher auch dem
Reiche der Mitte gegenüber eine „Macht vor Recht”=Politik,
ſo daß man ſich gar nicht zu wundern braucht, wenn man
in Tokio die Schwäche des von inneren Kriſen ſchwer
er=
ſchütterten chineſiſchen Reiches benutzt, um dieſem den
Fuß auf den Nacken zu ſetzen. Vielleicht enthält trotz
ſol=
cher Abſichten Japans der neue mit Rußland abgeſchloſſene
Vertrag wiederum die Verſicherung der Wahrung der
Souveränität Chinas, aber auch in Peking wird man
wiſſen, was davon zu halten iſt.
China wird ſich mit dem Gedanken vertraut machen
müſſen, auf ſeine volle Souveränität in der Mandſchurei
und eventuell auch in der Mongolei zu verzichten, denn
da die Produkte des japaniſchen Bodens nicht genügen,
um die immer mehr anwachſende Bevölkerung zu
ernäh=
ren, ſo iſt der Reichtum der Mandſchurei an Getreide uſw.
für Japan geradezu unentbehrlich, ebenſo hat dieſes
Ge=
biet als Abſatzmarkt für japaniſche Waren einen großen
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. Juli 1910.
Nummer 156
Wert, die denn auch die europäiſchen und amerikaniſchen
Fabrikate völlig verdrängen. Rußland wird durch die
Reſpektierung ſeiner Intereſſen in der Mongolei ſeitens
Japans entſchädigt, und ſo liegt denn bei dem Vertrage
zwiſchen Rußland und Japan der intereſſante Fall vor,
daß zwei Mächte ſich verſtändigen und gegenſeitig
ent=
ſchädigen ganz und gar auf Koſten eines dritten
Staa=
tes, der ſomit nicht als der tertius gaudens angeſprochen
werden kann.
Teutſches Reich.
— Die Erträgniſſe der letzten Reichsſteuern ſind
nach einer vorläufigen Zuſammenſtellung auch für den
Juni wieder erheblich hinter den Voranſchlägen
zurück=
geblieben. Der Minderertrag verteilt ſich auf faſt alle
Steuerarten.
— Wie die Karlsruher Zeitung meldet, hat der
Groß=
herzog von Baden dem Staatsſekretär a. D. Dernburg
das Großkreuz mit Eichenlaub des Ordens vom Zähringer
Löwen verliehen.
— Einem Berliner Mittagsblatt wird geſchrieben:
„Von offiziöſer Seite wird behauptet, der Reichskanzler
habe den nationalliberalen Herrn Dr. Lentze und den
frei=
konſervativen Freiherrn v. Schorlemer=Lieſer dem Kaiſer
zu Miniſtern vorgeſchlagen. In Wirklichkeit hat der
Kaiſer ſich dieſe beiden Miniſter vollſtändig ſelbſtändig
ausgeſucht, Schorlemer auf Grund ſeiner perſönlichen
Be=
kanntſchaft mit ihm und Dr. Lentze in Kiel auf Grund
von Empfehlungen der dort um den Kaiſer verſammelten
Mitglieder der Hochfinanz.”
— Die Zahnärzteſchaft hat gegen die
Reichs=
verſicherungsordnung Stellung genommen.
Man ſchreibt uns dazu: Infolge der
Kommiſſions=
beſchlüſſe des Reichstages betreffend die §§ 135 und 136
der Reichsverſicherungsordnung ſind in Frankfurt,
Bres=
lau, Karlsruhe, Barmen und vielen anderen Städten
Proteſtverſammlungen abgehalten worden. Die
Zahn=
ärzte proteſtierten energiſch gegen die
Kommiſſionsbe=
ſchlüſſe, da nach Geſetzwerdung derſelben die zahnärztliche
Hilfeleiſtung der Verſicherten auf das denkbar tiefſte
Niveau, nämlich durch Nichtapprobierte, herabgedrückt und
auch der ganze zahnärztliche Stand mit großer
Wahr=
ſcheinlichkeit zurückgehen würde. In ſämtlichen
Reſolu=
tionen kam die Mißachtung der den Krankenkaſſen
ange=
hörenden Bevölkerung zum Ausdruck. Weitere
Proteſtver=
ſammlungen ſind im Gange.
— Von unterrichteter Seite wird geſchrieben: Im
Gegenſatze zu einer Poſener Nachricht kann feſtgeſtellt
wer=
den, daß eine Entſcheidung über die Beſetzung des
erzbiſchöflichen Stuhls von Poſen=Gneſen
noch nicht getroffen iſt. Die Ausſtreuung, ein deutſch= und
vermittelungsfreundlicher Pole ſei von der preußiſchen
Regierung als Erzbiſchof akzeptiert, ſtellt ſich demnach als
Stimmungsmache heraus. Es hat ſich auch an der
bis=
herigen Auffaſſung der Regierung, daß die Sedisvakanz
von der Regierung in aller Ruhe mitangeſehen werden
könne, nichts geändert.
Nach dem in der Budgetkommiſſion in der Erſten
badiſchen Kammer erſtatteten Bericht über die
Ver=
wendung der Kredite für den Eiſenbahnbau
aus der Finanzperiode 1908/09 ſind 24 Millionen Mark
nicht verbraucht worden. Davon werden 18 Millionen
auf das nächſte Budget übertragen, ſo daß 6 Millionen
wieder heimfallen. Alſo auch hier verbeſſert ſich das
Ge=
ſamtbild der Finanzlage.
— Den Kieler Neueſten Nachrichten zufolge ſind
zwi=
ſchen dem Bunde der Landwirte und den
Natio=
nalliberalen in Schleswig=Holſtein
Ver=
handlungen über eine gegenſeitige Unterſtützung bei den
nächſten Reichstagswahlen im Gange. Die Verhandlungen
ſind dem Abſchluß nahe, der ſehr bald erfolgen wird, da
der Provinzialausſchuß der nationalliberalen Partei
ein=
ſtimmig dieſe Taktik gutgeheißen hat.
Giovanni Schiaparelli und die
Mars=
kanäle.
* Der Name des genialen italieniſchen
Aſtrono=
men, deſſen Tod wir meldeten, war gerade in jüngſter
Zeit wieder, anläßlich der Erdnähe des Planeten
Mars, im Munde aller Aſtronomen, obwohl der
Fünf=
undſiebzigjährige ſchon ſeit zehn Jahren des
wohlver=
dienten Ruheſtandes genießt. Handelt es ſich doch
gegenwärtig um die Entſcheidung darüber, ob das, was
Schiaparelli in ſeinen bahnbrechenden Unterſuchungen
über die Rotation und die Topographie des Mars vor
mehreren Jahrzehnten unumſtößlich feſtgeſtellt zu
haben ſchien, nämlich die Exiſtenz der berühmten
Marskanäle, auf Wirklichkeit oder Täuſchung
be=
ruhe, ob wir mithin ein Recht haben, an dem Daſein
von Marsbewohnern als Erbauern ſolcher
Rie=
ſenkanalanlagen feſtzuhalten oder nicht.
Seine Unterſuchungen über die Oberfläche des
Mars begann er im Herbſt 1877. Damals kam der
Pla=
net Mars der Erde außerordentlich nahe, und
Schia=
parelli benutzte dieſe günſtige Gelegenheit, um die
Oberfläche des Mars genauer, als bis dahin geſchehen,
zu ſtudieren. Ihm ſtand zu dieſem Zweck ein nur
mä=
ßig großes Fernrohr zur Verfügung, aber die
Erd=
nähe des Planeten, die außerordentlich günſtigen
Luft=
verhältniſſe zu Mailand und der zufällige Umſtand,
daß jenes Fernrohr gerade in der Farbe des Mars
höchſt ſcharfe Bilder gewährte, zeitigten in
Verbind=
ung mit dem geübten Auge Schiaparellis Reſultate
überraſchender Art. Die meiſten früheren
Darſtellun=
gen der Marsoberfläche ſind Zuſammenſtellungen
ein=
zelner Beobachtungen, die nur ſchwer miteinander
ver=
gleichbar waren. Schiaparelli verfuhr zum erſten Male
ſyſtematiſch. Den neueſten Marsflecken gab er Namen,
die der alten Geographie und Mythologie entlehnt
ſind. Schon damals erkannte Schiaparelli auf der
Marsoberfläche das Vorhandenſein von ſchmalen,
dunklen Linien oder Meeresſtraßen, die er als Ka=
Ausland.
In der italieniſchen Kammer erklärten bei der
Be=
ratung des Budgets der Berichterſtatter und der
Schatz=
miniſter, daß das Rechnungsjahr 1909/10 mit einem
Ueberſchuß von 23 Millionen abgeſchloſſen habe und
daß die Annahme begründet ſei, auch das Rechnungsjahr
1910/11 werde mit einem Ueberſchuß abſchließen.
— Im franzöſiſchen Miniſterrate teilte der Miniſter
der Arbeiten und ſozialen Fürſorge, Viviani, mit, das
Geſetz über die Arbeiter=Ruhegehälter werde
erſt in der zweiten Hälfte des nächſten Jahres zur
An=
wendung gelangen können. Der hierfür in das Budget
für 1911 noch einzuſtellende Betrag beläuft ſich auf 45
Mil=
lionen; die für die Arbeiterpenſionen vorgeſehene
jähr=
liche Ausgabe wird mit 135 Millionen beziffert. Der
Fi=
nanzminiſter wird den jüngſt eingebrachten Budgetentwurf
dementſprechend ergänzen.
Auf Grund des Gutachtens einer vom Miniſter des
Aeußern eingeſetzten Kommiſſion gab der
Kriegs=
miniſter einen Erlaß heraus, wonach nunmehr auch
die in Frankreich anſäſſigen Ausländer, mit
Aus=
nahme der diplomatiſchen Beamten, und unter
Voraus=
ſetzung der Gegenſeitigkeit auch die Konſulatsbeamten der
militäriſchen Requiſition unterworfen ſind.
— Die mit der Feſtſetzung der Zivilliſte des
Königs betraute Kommiſſion des engliſchen
Unter=
hauſes hat für die königliche Familie mit Ausnahme der
Apanage des Prinzen von Wales 16750000 Francs
be=
willigt. Wenn der Prinz von Wales ſich verheiratet, ſo
wird für ſeine Gattin eine Jahresrevenue ausgeſetzt.
Für die Königin Mary iſt für den Fall des Ablebens des
Königs eine Jahrespenſion von 1750000 Francs, die
gleiche Summe, welche die Königin=Witwe Alexandra
er=
hält, bewilligt worden.
Im ſpaniſchen Senat kritiſierte der Biſchof von
Madrid ſcharf die Kirchen= und Schulpolitik
der Regierung. Canalejas erwiderte, es gäbe im
Leben Augenblicke, wo man einen entſcheidenden Schritt
tun müſſe; ſolch ein Augenblick ſei für Spanien
gekom=
men. Es gibt Leute, die mit meinem Sturz und einem
konſervativen Miniſterium rechnen. Was liegt daran?
Früher oder ſpäter muß Spanien dieſen entſcheidenden
Schritt tun. Man kann ein eifriger Katholik ſein, aber
auch ein moderner Menſch ohne Vorurteile und ohne
Un=
verſöhnlichkeit.
Die Agence Roumaine erklärt, es ſei nicht richtig,
daß Rumänien von der griechiſchen Regierung
unmittelbar nach dem Zwiſchenfall mit dem „
Im=
peratul Trajan” ſpontan die angebotene Genugtuung
an=
genommen habe. Die rumäniſche Regierung habe noch
keine Antwortnote Griechenlands auf die von ihr
geſtell=
ten Bedingungen erhalten und ſie behalte ſich ihre
Stel=
lungnahme bis nach dem Eintreffen der Antwortnote
vor.
— Der Morning Poſt wird aus Rom gemeldet, es
verlaute aus beſter Quelle, daß der Fürſt von
Montene=
gro nichts davon wiſſen wolle, ſein Fürſtentum zum
Königreich zu erheben. Der Vorſchlag ſei von einer
Großmacht ausgegangen, die den Fürſten für die verloren
gegangene Hoffnung auf den Beſitz der Herzegowina
da=
durch entſchädigen möchte. Oeſterreich=Ungarn unterſtütze
dieſen Plan, einerſeits um zwiſchen Montenegro und
Serbien Verſtimmung hervorzurufen (?) und andererſeits
um die Herzegowzen glauben zu machen, daß der Fürſt
von Montenegro ſie im Stiche gelaſſen habe. In
Mon=
tenegro ſelbſt ſei nur der Kronprinz für den Vorſchlag,
und ſollte er angenommen werden, ſo würde Italien im
Namen der Mächte dem Fürſten die Königskrone anbieten.
* London, 6. Juli. Der Botſchafter Wolff=
Metternich wohnte geſtern der 25. Jahresfeier des
Salon bei, deſſen Mitglieder ſich für Wiſſenſchaft,
Li=
teratur und Kunſt intereſſieren. Generalmajor Sir
Alfred Turner, welcher den Vorſitz führte, ſagte in
einem Trinkſpruch auf den deutſchen Kaiſer, daß die
Macht Deutſchlands auf die Förderung der
Intereſſen des Friedens und nicht des Krieges gerichtet
ſei. Deutſchland wünſche zur Erhaltung des Friedens
in freundſchaftlichen, brüderlichen Beziehungen mit
England zu leben, das Gerede über die
Abrüſtun=
gen ſei abſurd. Der Frieden beruhe auf der
Stärke der bewaffneten Macht. Der Botſchafter ſagte,
es ſei ſeine höchſt angenehme Pflicht, den Kaiſer von
der warmen Aufnahme des Trinkſpruches in
Kennt=
nis zu ſetzen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 7. Juli.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Bahn=
wärter in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahngemein=
ſchaft Johannes Küchler zu Mörfelden mit Wirkung
vom 1. Oktober 1910 an.
n. Strafkammer. Wie fragwürdig manche
Ge=
ſchäfte gegründet und betrieben werden, ergab ſich aus
einem geſtern abgeurteilten Konkursvergehen, das dem
28jährigen Schuhwarenhändler Franz
Obſt=
von Neu=Iſenburg wegen unterlaſſener Bilanzziehung
und mangelhafter Buchführung 14 Tage
Gefäng=
nis eintrug. Obwohl ihm kaufmänniſche Ausbildung
völlig mangelte und er vorher als Lageriſt in
Frank=
furt a. M. beſchäftigt war, gründete er vor etwa zwei
Jahren ein Ladengeſchäft in Neu=Iſenburg und
rich=
tete auch Filialen in Offenbach, Schwanheim und
Griesheim a. M. ein. Sein Jahresumſatz ſoll 20000
Mark betragen haben, doch geriet er bereits Ende
vorigen Jahres auf Antrag von Gläubigern in
Kon=
kurs. Deſſen Umſtände (große Warenbeſtellungen kurz
vorher, uſw.) waren ſo verdächtig, daß O. wegen
betrü=
geriſchen Bankrotts in Unterſuchungshaft genommen
wurde und erſt nach acht Wochen wieder die Freiheit
erlangte, aber außer Verfolgung geſetzt wurde. Das
Ergebnis des Konkurſes werden bei 12000 Mark
Maſſe=
beſtand und 36000 Mark bis jetzt anerkannter Schulden
23—28 Prozent für die Gläubiger ſein. Die für das
Konkursvergehen ausgeſprochene Gefängnisſtrafe wurde
als durch die Unterſuchungshaft verbüßt erachtet.
Weiter verhandelte man gegen zwei Offenbacher, 20 und=
21 Jahre alte, diebſtahlsrückfällige Arbeiter Karl
Krug und Friedrich Deſchner. Sie hatten einem
ihnen Aufnahme gewährenden Bekannten 40 Mark
ent=
wendet und durchgebracht. Kr. hatte jenen auch um
einen goldenen Ring und einen Pfandſchein beſtohlen,
auch bei ſeiner Feſtnahme heftigen Widerſtand geleiſtet.
Dem D. fiel die Mißhandlung eines Straßenpaſſanten
zur Laſt. Kr. wurde zu 2 Jahren, ſein Genoſſe zu
1 Jahr und 9 Monaten Gefängnis, beide zu je
5 Jahren Ehrverluſt verurteilt.
Perſonallnachrichten der Ober=Poſtdirektion
Darmſtadt. Verliehen wurde aus Anlaß des
Scheidens aus dem Dienſte: der Kronenorden dritter
Klaſſe dem Poſtdirektor Simmer in Bingen; der Rote
Adler=Orden vierter Klaſſe dem Ober=Poſtſekretär
Rechnungsrat Grimm in Darmſtadt und das
Preu=
ßiſche Allgemeine Ehrenzeichen dem Ober=Briefträger
Schröder in Mainz. Verliehen iſt ferner: der Titel
„Telegraphenſekretär” dem Ober=
Telegraphenaſſiſten=
ten Ehrhardt in Darmſtadt, der Titel „Ober=
Poſtaſſi=
ſtent” den Poſtaſſiſtenten Lantelme in Mainz, Müller
in Darmſtadt und Schulze in Offenbach — Verſetzt
wurden: Poſtrat Milkau von Straßburg (Elſ.) nach
Darmſtadt als Ober=Poſtdirektor, Poſtdirektor Traiſer
von Alzey nach Bingen, Ober=Poſtinſpektor König von
Danzig nach Alzey unter Ernennung zum
Poſtdirek=
tor, Poſtmeiſter Supp von Lauterbach nach Pfungſtadt,
die Poſtſekretäre Heß von Mainz nach Worms, Kiſſel
von Grevenbroich nach Lauterbach unter Uebertragung
der Poſtmeiſterſtelle und Rohr von Alzey nach Herne,
die Telegraphenſekretäre Enenkel von Bingen und
Becker von Siegburg nach Mainz, Ober=Poſtaſſiſtent
Nick von Worms nach Mainz, Poſtaſſiſtent Schäffer
von Bingen nach Büdingen. — Uebertragen
wurde: dem Telegraphenſekretär Kramer in
Darm=
ſtadt eine Bureaubeamtenſtelle 1. Klaſſe bei der Ober=
Poſtdirektion daſelbſt. — Etatsmäßig
ange=
ſtellt wurden: die Poſtaſſiſtenten Hieronymus in
Neu=Iſenburg und Ruppert in Groß=Gerau; die
Tele=
graphengehilfinnen Mandel in Darmſtadt, Dexheimer
und Rück in Worms, Goes in Offenbach, Baillet in
Mainz und Chriſtmann in Bingen. — Beſtanden
haben: die Poſtaſſiſtentenprüfung: die Poſtgehilfen
Geißler in Alsfeld, Hach in Mainz, Helmreich in
Mühlheim, Kreß in Nierſtein, Sator in Viernheim
und Ritzert in Nieder=Ingelheim; die
Telegraphen=
aſſiſtentenprüfung: die Telegraphengehilfen: Keller
und Krämer in Darmſtadt, Rockert in Gießen, Schu=
näle bezeichnete. Als Mars 1879 wieder in günſtige
Lage zur Erde kam, zeigten einzelne dieſer Kanäle
Verſchiedenheiten gegen 1877, die nicht ſämtlich als
lediglich optiſche gedeutet werden konnten. Die
Oppo=
ſition des Mars 1881 bis 1882 brachte noch weitere
Verſchiedenheiten, und Schiaparelli erkannte, daß von
den feineren Kanälen mehrere verdoppelt waren. Die
Länge der Linienpaare war 1000 bis 5000 Kilometer,
ihr Abſtand voneinander 350 bis 700 Kilometer. Das
ſind die berühmten Doppelkanäle des Mars,
die ſo viel Aufſehen erregt haben, und deren Urſprung
für einen künſtlichen zu halten, Schiaparelli zu
Zei=
ten nicht abgeneigt war, obgleich er ſich in dieſer
Be=
ziehung große Reſerve auferlegte.
Die Frage nach dem Weſen dieſer Bildungen iſt
auch heute noch nicht erledigt, einzelne Marsforſcher,
wie Lowell in Arizona, ſind feſt überzeugt, daß es ſich
dabei um Schöpfungen hochorganiſierter
Marsbewohner handelt, andere Aſtronomen, die
ruch an guten, ja an den größten vorhandenen
Inſtru=
menten beobachten, leugnen dagegen die Exiſtenz
die=
ſer Doppelkanäle. Schiaparelli blieb bis zu ſeinem
Tode von ihrem Vorhandenſein überzeugt.
Wenn auch, wie es wahrſcheinlich iſt, die
Entſcheid=
ung zuungunſten der Kanäle und ihrer problematiſchen
Schöpfer ausfallen wird, ſo kann das dem bleibenden
Werke des auf zwanzigjährigen Beobachtungen
beru=
henden großen Marswerkes Schiaparellis keinen
Ab=
bruch tun. Der Anſtoß, den es der Marsforſchung
ge=
geben, wird bis in ferne Zeiten fühlbar ſein.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Anläßlich der Zentenarfeier, die zur
Erinner=
ung an die Vereinigung des Fürſtentums Bayreuth
mit dem Königreich Bayern in Bayreuth ſtattfand,
wurde auch ein Feſtkonzert im Opernhauſe
unter Leitung von Siegfried Wagner
veran=
ſtaltet, bei dem Herr Ernſt Hein: Raven aus
Kaſſel die Solopartie in „Wittichs Sonnengeſang” aus
Siegfried Wagners „Banadietrich” ſang. Der
Bay=
reuther Anzeiger ſchreibt hierüber: Der zweite Soliſt
war Opernſänger Ernſt Heinz Raven aus Kaſſel, ein
noch junger Künſtler, der hier zum erſten Male gehört
wurde. Es iſt kein geringes Lob, daß er ſich neben
ſei=
ner Partnerin ſo gut behauptete. In „Wittichs
Son=
nengeſang” erfreute er durch ſein wohlgeſchultes,
metallreiches Organ, das das Orcheſter auch in dem
ſtärkſten Forte beherrſchte und ſeinen gemütvollen
Vortrag und fand bei dem Publikum die freudigſte
An=
erkennung.
* Frankfurt a. M., 6. Juli. Für die
ſtädtiſche Galerie wurde ein Gemälde von Max
Liebermann „Samſon und Dalila”, und das
Ge=
mälde „Déjeuner” von Claude Monet erworben.
* London, 4. Juli. Bei den Ausgrabungen
für den Neubau des Londoner Stadthauſes wurde ein
altes römiſches Boot entdeckt, das eine große
hiſtoriſche und archäologiſche Bedeutung beanſpruchen
darf. Es iſt ein einzigartiges Exemplar, wie es bis
jetzt in Großbritannien noch nicht gefunden wurde und
von bedeutend größerem Intereſſe als das Boot aus
der Zeit Königs Alfred, das vor einigen Jahren in
Walthamſtow entdeckt wurde, ſowie die Wickingboote,
die in verſchiedenen Teilen Englands ausgegraben
vurden. Das Boot iſt aus Eichenholz gebaut und erſt
teilweiſe freigelegt. Soweit wie bis jetzt geſchätzt wird,
iſt es etwa 50 Fuß lang und 16 Fuß breit.
Verſchie=
dene Gegenſtände wurden in ihm gefunden, darunter
Bruchteile römiſcher Töpferarbeiten, Knochen, eiſerne
Nägel, Glasknöpfe, mit Eiſenköpfen beſchlagene
San=
dalenſohlen, eine Münze von Tetrieus in Gallien
(268—273), eine Münze von Carauſius in Britannien
(286—293) und eine Münze von Allectus in
Britan=
nien (293—296). Die Fachleute des geologiſchen
Mu=
ſeums erklären, daß dieſe Gegenſtände den ſicherſten
Anhaltspunkt für das Alter des Bootes gäben, das
vermutlich Ende des dritten oder Anfang des vierten
Jahrhunderts gebaut wurde.
Nummer 156.
ler und Stauffer in Mainz. — Angenommen
wur=
den: als Poſtanwärter: Wachtmeiſter Keil in Alzes
und Vizewachtmeiſter Kadel in Mainz; als
Tele=
graphengehilfinnen: Klara Schultze in Worms, Weiß
n Jugenheim: als Poſtagent: Hermann Curth in
Sta=
den; als Poſtagentin: Margarete Brandt in Heßloch
und Eliſabeth Hattemer in Ockenheim. — In den
Ruheſtand treten: Wirklicher Geheimer Ober=
Poſtrat, Ober=Poſtdirektor Kobelt in Darmſtadt,
Poſt=
direktor Simmer in Bingen, Ober=Poſtſekretär,
Rech=
nungsrat Grimm und Ober=Poſtſekretär Weber in
Darmſtadt, die Poſtſekretäre Mühlpforth in Darmſtadt
Dund Schröder in Mainz. — Freiwillig
ausge=
ſchieden ſind: Poſtaſſiſtent Repp in Mainz; die
Telegraphengehilfinnen: Martin in Bensheim und
Döbert in Offenbach; die Poſtagenten: Curth in
Sta=
den und Hattemer in Ockenheim. — Geſtorben iſt:
Poſtdirektor Bernius in Mainz, Poſtagent Brandt in
Heßloch.
n. Falſche Zeugnisgebühranſprüche. Nur allzu oft
nehmen es Zeugen bei Geltendmachung von Vergütung
am Gericht uſw. nicht ſonderlich genau und erheben
fälſch=
licherweiſe höhere Forderungen für Auslagen,
Zeitver=
ſäumnis u. dgl. Es iſt dies ein gewagtes Beginnen und
ſetzt ſie der Strafverfolgung wegen Betrugs zum Nachteil
des Fiskus aus, da alle Tatbeſtandsmerkmale dieſes
Delikts gegeben ſind. So erhielt in der vorgeſtrigen Sitzung
des Schöffengerichtes der Taglöhner K., der bei einer
früheren Verhandlung, trotzdem er damals arbeitslos war,
als Zeuge ſich einige Mark Lohnvergütung und Fahrgeld
ausgeſchwindelt hatte, wegen Betrugs 6 Wochen
Ge=
fängnis.
— Künſtlerbund=Ausſtellung. Wie aus der
heuti=
gen Anzeige erſichtlich, genießen Vereine bei
ge=
meinſchaftlichem Beſuche der Ausſtellung in der Stärke
von mindeſtens zehn Perſonen einen Vorzugspreis,
in=
dem ſie ſtatt 1 Mark nur 50 Pfg. pro Kopf zahlen. In
entgegenkommender Weiſe geſtattet die
Ausſtellungs=
leitung, daß die Vereinsmitglieder bei
gemeinſchaft=
lichem Beſuch auch ihre Gattinnen für den
Vorzugs=
preis von 50 Pfg. pro Kopf in die Ausſtellung
ein=
führen.
— Jubiläum. Der Schriftſetzer Philipp Hieb,
ein Senior der Darmſtädter Buchdrucker, welcher
kürz=
lich auf eine 50jährige Berufstätigkeit zurückblicken
konnte, feierte ſein 35jähriges Geſchäftsjubiläum in
den Neuen Heſſiſchen Volksblättern. Aus dieſem
An=
laß wurde dem Jubilar in Anerkennung ſeiner
Ver=
dienſte ſeitens des Inhabers, Herrn v. Moers, ein
ſchönes Geſchenk überreicht mit dem Wunſche, daß
ihm noch lange die körperlichen und geiſtigen Kräfte
er=
halten bleiben mögen. Seitens der Kollegen und des
übrigen Geſchäftsperſonals wurde Herrn Hieb eine
Ehrung durch Ueberreichung eines Geſchenkes zuteil.
— Der Geſangverein „Melomanen” welchem Verein
der Jubilar über 20 Jahre angehört, erfreute ihn durch
ein Ständchen und Darbietung eines prächtigen
Blu=
menarrangements.
* Verband der Seifenfabrikanten. Die
ſech=
zehnte ordentliche Hauptverſammlung
des Verbandes der Seifenfabrikanten fand in den
Tagen von Montag, den 4., bis Donnerstag, den
7. Juli, hierſelbſt ſtatt. Die Tagung war, wohl infolge
des ſchlechten Wetters, nicht ſo ſtark beſucht, wie ſonſt,
es waren zirka 100 Teilnehmer erſchienen. Am
Mon=
tag fand Empfang und Begrüßung der Teilnehmer im
Saalbau ſtatt. Am Dienstag vormittag 10 Uhr
be=
gannen die geſchäftlichen Verhandlungen, denen als
Vertreter der Regierung die Herren Geh. Ober=
Regie=
rungsrat Dr. Wagner und Ober=Finanzrat
Weiſſen=
bruch, ferner Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
und als Vertreter der Handelskammer Herr Geh.
Kommerzienrat Merck beiwohnten. Die
Hauptver=
ſammlung begann mit Berichten über die
Fachlehr=
anſtalt des Verbandes, über den Verkehr mit
Behör=
den und erledigte einen Antrag, durch ganz
Deutſch=
land gleichmäßige Verkaufsbedingungen einzuführen.
Ingenieur Ernſt=Berlin ſprach über neuere
Kraft=
maſchinen unter beſonderer Berückſichtigung ihrer
Ver=
wendung in der Seifeninduſtrie. Nachmittags 3 Uhr
fand gemeinſchaftliches Feſteſſen im großen Saale
des ſtädtiſchen Saalbaues ſtatt. Am Mittwoch
folg=
ten vormittags Beſichtigungen der chemiſchen Fabrik
von E. Merck, des Schlachthofes, des ſtädtiſchen
Gas=
werkes, daran anreihend Beſichtigungen anderer
Fa=
briken, des neuen ſtädtiſchen Elektrizitätswerkes am
neuen Bahnhof und des Hallenſchwimmbades, ferner
Beſuch der Auſtellung des Deutſchen. Künſtlerbundes.
Nachmittags gings mit der elektriſchen Straßenbahn
bis Böllenfalltor, dann über die Marienhöhe auf die
Ludwigshöhe. Heute, Donnerstag, iſt vorgeſehen:
Aus=
flug nach Jugenheim, Gang über die Ruine
Frankenſtein auf herrlichen Waldwegen nach
Jugen=
heim.
* Strauß=Konzert. Das erſte Konzert der bekannten
Johann Strauß=Kapelle aus Wien fand am
Darmſtädter Tagbtatt, Donnerstag, den 7. Juli 1910.
Seite 3.
Dienstag im Saal des ſtädtiſchen Saalbaues ſtatt. Der
große Saal einſchließlich des Vorſaales und der Galerien
war ausverkauft, auch der Gartenſaal war noch mit
hinzu=
gezogen. Das Konzert war ein populäres Konzert im
beſten Sinne des Wortes. Das Programm enthielt außer
ausgewählten Stücken aus Operetten, Märſchen und
Straußſchen Walzern, von denen der Kußwalzer von
Johann Strauß den Vogel abſchoß, auch ernſtere
Num=
mern, z. B. Meditation von Bach für Violine und Harfe,
Menuett für Streichquartet von Boccherini uſw. Die
Wie=
ner Künſtler, an der Spitze ihr temperamentvoller Leiter,
der die Traditionen der Wiener Meiſter des
Dreiviertel=
taktes aufrecht erhält, faszinierten auch heute durch ihre
herzerfriſchende Kunſt das Publikum, das namentlich die
Wiener Walzer, die keine Kapelle ihnen nachmachen kann,
mit jubelndem Beifall aufnahm. Der nimmermüde
Diri=
gent zeigte ſich für den reichen Beifall ſehr erkenntlich und
gab auf 12 Nummern nicht weniger als 8 zu. Mehr kann
man nicht verlangen!
— Wunſch=Konzert. Man ſchreibt uns: Für das
achte Donnerstags=Konzert wurden ſeitens der
Kon=
zertbeſucher 448 Wünſche geäußert, die auf 160
verſchie=
dene Tonwerke entfielen. Es iſt dies Beweis dafür,
daß das Publikum mit unſerer ſehr reichen
Muſiklite=
ratur gut vertraut iſt und in größter Mehrheit
Inter=
eſſe für beſſere Muſik, beſonders Wagneriſche, kundgibt.
Es entfielen auf d’Alberts „Tiefland” 18 Stimmen,
„Meiſterſinger”= Vorſpiel 16, „Wotans Abſchied” 11,
„Tannhäuſer=Fantaſie” 8, „Peer Gynt” Suite von
Grieg 8, Ouvertüre zu „Rienzi”, „Bajazzo=Fantaſie‟,
„Geſchiedene Frau” und „Graf von Luxemburg=
Wal=
zer” je 7 Stimmen; es folgen „Lohengrin” und „
Car=
men” mit je 3 Stimmen. Die Beteiligung an dem
Aus=
ſchreiben war in anbetracht des durch das ungünſtige
Wetter verurſachten weniger zahlreichen Beſuches der
beiden letzten Konzerte ſichtlich beeinträchtigt. Das
voll=
ſtändige Programm iſt aus der Anzeige zu erſehen.
— Innere Miſſion. Bei der am 25. und 26.
Sep=
tember in Darmſtadt ſtattfindenden 46.
Jahres=
verſammlung des Landesvereins für Innere
Miſ=
ſion wird über das Thema verhandelt werden: „Innere
Miſſion und Gemeindearbeit” Als Referent iſt der
als Spezialiſt auf dieſem Gebiete bekannte Pfarrer
D. Grünberg in Straßburg gewonnen worden, der
bei ſeinem Referat namentlich auch die Innere Miſſion
auf dem Lande, die Dorfkirchenbewegung und den
Braunſchweiger Kongreß für Gemeindearbeit
berück=
ſichtigen wird. Für den Feſtgottesdienſt hat Herr Pfr.
Saul in Frankfurt die Predigt übernommen.
— Der Katholikenverein veranſtaltet am
kommen=
den Sonntag einen Spaziergang nach Reſtaurant
„Waldfriede‟. (Näheres ſ. Anzeige in heutiger Nummer.)
n. Warenhausdiebſtahl. Ein ebenſo eigenartiger wie
dreiſter Diebſtahl, der anſcheinend ſchon einige Zeit
hin=
durch verübt worden iſt, wurde in einem hieſigen großen
Geſchäft entdeckt. Aus dem fortgeſetzten Verſchwinden von
Waren hatte man bereits auf Diebe geſchloſſen, ohne jedoch
trotz ſorgfältiger Ueberwachung die Täterſchaft feſtſtellen
zu können. Man beobachtete am Tag und legte ſich Nächte
lang auf die Lauer, bis man jetzt Klarheit erlangte. Gegen
Morgen, als der beobachtende Geſchäftsführer gerade
ſei=
nen Poſten verlaſſen wollte, bemerkte er, daß die zwei
13= und 15=jährigen Kinder eines Hausinſaſſen vom Hof
her durch ein Kellerloch in die Geſchäftsräume eindrangen,
und er konnte ſie auf friſcher Tat als Diebe ertappen. Eine
ſofort vorgenommene Durchſuchung ſoll in der Wohnung
jener Familie Waren des fraglichen Geſchäfts im Werte
von mehreren hundert Mark zutage gefördert haben. Das
eingeleitete Strafverfahren muß nun ergeben, ob und
in=
wieweit auch die Eltern der Jugendlichen ſich ſchuldig
ge=
macht haben.
— Der Vogelsberger Höhenklub gibt für nächſten
Sonntag einen Familienausflug nach Nieder=Beerbach
durch Anzeige bekannt.
— Erbach i. O., 6. Juli. Vom 9.—11. Juli findet hier
das 34. Gaufeſt des Main=Rhein=Gaues und
das goldene Jubiläum des Turnvereins
Erbach i. O. ſtatt. Aus dieſem Anlaß iſt eine
Feſt=
ſchrift des Turnvereins, und zwar aus der berufenen
Feder des Herrn Archivrat Morneweg, erſchienen. Der
erſte Teil gibt eine Darſtellung der Geſchichte Erbachs,
der zweite Teil der Feſtſchrift beſchäftigt ſich mit der
Ge=
ſchichte des Turnvereins. In ſehr geſchickter Art hat der
Verfaſſer, Herr Ernſt Franz, die teils ſehr lückenhaften
Aufzeichnungen in den Akten durch die lebendige Chronik
zu ergänzen verſtanden. Durch Einfügung zweier
Kunft=
blätter, der Abbildung des Bergfrieds als Wahrzeichen
Erbachs (nach Aufnahme von Fachlehrer Schultz) und
einer Porträttafel der 10 Gründer des Vereins, ſowie
eini=
ger in den Text gedruckten Abbildungen von Erbach, nicht
zuletzt aber auch durch geſchmackvolle Ausſtattung, die von
der Firma Aug. Franz beſorgt wurde, präſentiert ſich die
Feſtſchrift als ein hübſches Andenken für die
Feſtteil=
nehmer.
t. Lindenfels, 5. Juli. Bis zum 4. Juli kamen
da=
hier 558 Kurgäſte zur Anmeldung. Es hat ſich trotz
der nun in verſchiedenen Städten begonnenen
Som=
merferien kein beſonders ſtarker Zugang von
Frem=
den bemerkbar gemacht. Noch ſind unſere Hotels nicht
voll beſetzt, was in früheren Jahren um dieſe Zeit
ſtets der Fall war. Hoffentlich bekommen wir recht
bald beſſeres Wetter!
Mainz, 6. Juli. Der 20jährige Anwaltsgehilfe
Georg Kurz, der hier in der Schießhausſtraße
wohnte und aus Eckelsheim bei Alzey ſtammte, hat
ſich geſtern abend an der Gemarkungsgrenze Mombach=
Budenheim durch einen Schuß in die Schläfe
ge=
tötet. In einem bei der Leiche gefundenen Brief
nimmt er Abſchied von ſeinen Eltern, ohne einen
Grund zu der Tat anzugeben.
Wackernheim, 5. Juli. Am Sonntag nachmittag
ging der Landwirt Jakob Weber ins Feld, um nach
ſeinen Reben zu ſehen. In der Nähe des etwas
ab=
gelegenen Hauſes des als Trunkenbold bekannten
Tag=
löhners Fritz Albert wurde der ahnungslos
dahin=
gehende Mann plötzlich von Albert überfallen, der 5
Schüſſe aus einem Revolver auf Weber
ab=
feuerte, von denen auch 3 trafen. Weber wurde
bald nach Hauſe gebracht, Albert entfloh zunächſt,
wurde aber im Laufe des Montag verhaftet. Weber
iſt ſehr ſchwer verletzt und man fürchtet für ſein Leben.
Wie man hört, iſt Albert, der ſchon erwachſene
Kin=
der hat, ein ſehr verkommener Menſch, der öfters in
der Nacht die Axt neben ſein Bett ſtellt und ähnliche
Dinge treibt, ſodaß ſeine Angehörigen aus dem Hauſe
fliehen. Man weiß nicht, daß Weber jemals dem
Trunkenbold Anlaß zur Feindſchaft gegeben hätte, es
ſcheint ſich alſo um die Tat eines am Säuferwahnſinn
Leidenden zu handeln.
C2 Alsfeld, 6. Juli. Die Arbeiten zur
Erweite=
rung unſeres Waſſerwerks und zur
Er=
bauung einer Hochdruckzone ſind jetzt nahezu
beendet, ſo daß das Waſſer zum erſten Male in das
Rohrnetz eingelaſſen werden konnte. Bekanntlich hat
die Stadt ein außerordentlich ergiebiges Quellengebiet
in der Gemarkung Ober=Breidenbach in der Nähe von
Strebendorf erworben. Die dort erſchürfte
Waſſer=
menge wird auf Jahre hinaus allen Anſprüchen unſerer
Einwohnerſchaft genügen können. Die Quellen liegen
ſo hoch, daß das Waſſer mit natürlichem Gefälle durch
eine etwa 11 Kilometer lange Zuleitung dem ebenfalls
neu errichteten ſtattlichen Hochdruckbehälter auf dem
ſogenannten „Kippelchen” zufließen kann. Dieſer
Hoch=
druckbehälter kann 300 Kubikmeter Waſſer aufſpeichern
und liegt etwa 40 Meter höher als der beſtehende
Niederdruckbehälter am Bahnhof. Die Baukoſten
ein=
ſchließlich des Quellenerwerbs waren nach dem
Pro=
jekt der Großh. Kulturinſpektion Gießen auf 114000
Mark veranſchlagt worden; es ſind jedoch bei der
Sub=
miſſion bedeutende Erſparniſſe gemacht worden, ſo daß
die Baukoſten weit unter dem Voranſchlag bleiben
werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 5. Juli. Die
Morgen=
poſt bringt die angeblich aus beſter Quelle ſtammende
Nachricht, daß mit dem Generalmuſikdirektor Dr.
Richard Strauß bezüglich der Uebernahme des
Hofoperndirektor=Poſtens in Wien
unter=
handelt würde. Der Korreſpondent des Depeſchen=
Bureaus Herold hatte heute eine Beſprechung mit dem
augenblicklichen Leiter der Berliner General=
Inten=
dantur der Königlichen Schauſpiele von Hülſen an
Bord der „Hohenzollern” da dieſer die Nordlandreiſe
mitmacht. Die General=Intendantur verſichert, daß
auch darüber, daß mit Richard Strauß irgendwelche
Unterhandlungen geführt worden ſind, abſolut nichts
bekannt iſt. Die General=Intendantur hält auch dieſe
Nachricht lediglich für eine willkürliche Kombination,
da doch zunächſt auch von Wien mit ihr darüber
ver=
handelt werden müßte, wenn irgendwelche Pläne
vor=
lägen. — 57 Millionen Paſſagiere beförderten im
Monat Mai die Berliner Verkehrsgeſellſchaften und
erzielten dadurch eine Einnahme von 5225451 Mark.
— Die Unterſuchung über den Leichenfund bei
Friedrichshagen ſcheint die Vermutung zu
be=
ſtätigen, daß ein Raubmord vorliegt.
Spandau, 5. Juli. Der bekannte
Hungerkünſt=
ler Ricardo Sacco hat ein auf 44 Tage und
Nächte berechnetes Hungerexperiment begonnen. Die
Einglaſung des Herrn Sacco in ſeinem Glashauſe im
Neuen Stadttheater erfolgte unter Beteiligung der
Freiwilligen Sanitätskolonne, die auch die
Ueber=
wachung übernommen hat. Im Jahre 1909 erreichte
Herr Sacco in Breslau mit 47 Tagen und Nächten
eine bisher unübertroffene Leiſtung. Während ſeiner
Hungerkur, die bis zum 15. Auguſt dauert, lebt Herr
Sacco nur von „Quelle Fürſtenbrunn” und Zigaretten.
Kleines Feuilleton.
* Die weibliche Mode — ſo ſchreibt der Berl.
Lokanlanzeiger — iſt immer graziös, was griesgrämige
Nörgler auch dagegen ſagen mögen. Eine hübſche Frau
kleidet alles, und die Krinoline, der Cul de Paris und
der Topfhut machten ſich anmutig, wenn eine anmutige
Dame ſie trug. Aber daß die Mode immer praktiſch
iſt, das läßt ſich weniger entſchieden verfechten. Die
taſchenloſen Röcke, die weiten Aermel, die zu engen
Röcke waren unbequem genug, und jetzt ſchießt eine
weibliche Modeneuheit den Vogel ab, die wir in den
Bildern vom Tage abgebildet ſahen, nämlich eine
Uhr, die am Bein befeſtigt wird. Das geht
nun denn doch nicht, denn das dreht ja einfach die ganze
Naturgeſchichte um. Eine Uhr iſt dazu da, daß man
nach ihr ſieht; und wenn man nun auch ſagen kann,
daß ein Frauenbein ebenfalls dazu da iſt, daß man
danach ſieht, ſo iſt es doch etwas ganz anderes. Denn
nach einer Uhr ſoll man viel aufmerkſamer hinſehen
als einem Frauenbein gegenüber geſtattet iſt, ſo daß
alſo beim Gebrauch einer ſo getragenen Uhr die
ſelt=
ſamſten Attitüden notwendig werden dürften. Was
ſoll die Dame machen, wenn ſie ſelbſt nach der Uhr
ſehen will? Das geht alles entſchieden zu weit und
läßt uns kommenden Modelaunen mit Bangigkeit
ent=
gegenſehen. Sicher wird es noch Mode, daß man das
Taſchentuch in den Schuhen trägt, den Siegelring am
Zehen und das Strumpfband in der Haartour.
** Lépines Anprobe. M. Lépine, der
popu=
re Polizeipräfekt von Paris, der Schrecken aller
triſer Diebe und Einbrecher, deſſen Amt es iſt, bei
en größeren Verbrechen oder Einbrüchen ſchleunigſt
m Tatort zu eilen, hat ſich ſelbſt übertroffen: bei dem
ingſten Verbrechen kam er nicht erſt nach der Tat,
war ſogar zugegen, als der Gaunertrick ausgeführt
urde. Der Pariſer Polizeipräfekt läßt bei einem eug=
liſchen Schneider arbeiten; der Künſtler der Kleidung
iſt ſehr ſtolz darauf, den Polizeigewaltigen zu ſeinen
Kunden zu zählen, und geſtern empfing er den Beſuch
Lépines, der gekommen war, um einen ſchönen grauen
Sommeranzug anzuprobieren. So erfreut war der
Schneider, daß er in ſeinem Eifer vergaß, von ſeinem
Schreibtiſch den Schlüſſel abzuziehen, als er mit Lépine
ins Anprobezimmer ging. Lépine iſt ein bequemer
Kunde, es iſt nicht ſchwer, für ihn zu arbeiten, und der
ſchöne graue Sommeranzug ſaß tadellos. Als man aus
dem Probezimmer herauskam, fehlte der Schlüſſel zum
Pult. Man rief ſofort einen Schloſſer, das Pult wurde
aufgebrochen, und es zeigte ſich, daß die geſamte
Bar=
ſchaft des Schneiders verſchwunden war. Selbſt die
Hoſenknöpfe waren nicht mehr da. Irgend ein witziger
Einbrecher hatte ſich ein Vergnügen daraus gemacht,
einmal in unmittelbarer Nachbarſchaft des
Polizeiprä=
fekten zu „arbeiten” und er hatte auch glücklich den
Schreibtiſch ausgeräumt, während im Nebenzimmer
Lépine mit Befriedigung den guten Sitz ſeines ſchönen
grauen Sommeranzugs muſterte. Der Schneider
er=
innerte ſich auch, daß unmittelbar hinter Lépine ein
glattraſierter, diſtinguiert ausſehender junger Herr
eintrat, der ſich ein Louisſtück wechſeln ließ und ſich
umſchaute und verſchwand. Aber die Anziehungskraft
des Polizeipräfekten war groß genug, um den
diſtin=
quierten Einbrecher wieder anzulocken: nur daß er
diesmal alles wegnahm.
CK. Eine ſeltſame Krankheit der
Roſen. Aus London wird berichtet: Die Roſenzüchter
haben in dieſem Jahre bei ihren Blumen eine
wunder=
liche Erſcheinung beobachtet, die bisher noch unbekannt
war und hauptſächlich bei den Kletterroſen auftrat. In
der Mitte des Blütenkelches bildete ſich ein grünes
Zentrum. In manchen Fällen wuchs dieſes eigenartige
Gebilde zu beträchtlicher Größe, ſetzte einen beſonderen
Stiel an und wuchs ſo gewiſſermaßen aus der Roſen=
blüte heraus. Die Roſenblätter bildeten dann eine
Art Halskrauſe zu der neuentſtandenen grünen Blume.
Eine genauere Unterſuchung hat dann gezeigt, daß
dieſer grüne Mittelpunkt der Roſenblüte aus einer
großen Anzahl kleiner Knoſpen zuſammengeſetzt iſt, die
immer grün bleiben und nicht zur Entfaltung kommen.
Man wollte die Erſcheinung anfangs auf einen Pilz,
dann auf gewiſſe Inſekten zurückführen, aber die
Mehrheit der Roſenzüchter iſt der Meinung, daß die
Erſcheinung auf den Mangel an genügender Sonne
und auf die beſondere Beſchaffenheit der Erde
zurück=
zuführen iſt. In der Tat hat ſich erwieſen, daß bei
ge=
eigneter Bodenbehandlung die Krankheit verſchwindet.
Eine entſprechende Düngung mit Kalk hat nach einem
gewiſſen Zeitraum die Roſenſtöcke völlig geheilt.
* Jeffries und Johnſon. Der Fauſtkampf
der beiden amerikaniſchen Weltmeiſter, der in Nevada
das Ereignis des Tages war und der mit dem Siege
des Negers Johnſon endete, war von dem
Bergwerks=
beſitzer Tex Rickard und einem anderen Sportsfreund
namens Jack Gleaſon arrangiert. Der Kampf ging um
einen Preis von 121000 Dollars (über 420000 Mark).
Nach den Beſtimmungen erhielt der Sieger Johnſon
60 Prozent des Preiſes, der Verlierer den Reſt. Um
auf ihre Koſten zu kommen, ließen Rickard und
Glea=
ſon eine Arena erbauen, die 30000 Perſonen faßt. Die
Billettpreiſe waren zuerſt auf 10 bis 100 Dollars
feſt=
geſetzt, wurden jedoch ſpäter auf 5 bis 50 Dollars
er=
mäßigt. Da ein großer Teil der Billette bereits von
Händlern aufgekauft worden war, ſo waren in den
etzten Tagen vor dem Kampfe enorme Preiſe für eine
Einlaßkarte gezahlt worden. Wie groß das Intereſſe
für den Kampf war, bewieſen die Billettbeſtellungen
us Auſtralien, China, Japan, Südamerika, England
und Frankreich. Kaum zu begreifen!
Seite 4.
Nummer 150.
darmſtädter Taßblatt, Donnerstag, den 7. Juli 1910.
Spandau, 6. Juli. Ein großes Schadenfeuer
ſuchte die Fabrikräume der Firma Orenſtein u. Koppel,
Hamburger Straße, heim. Die Wagenbauabteilung
wurde eingeäſchert. Der Brand entſtand in der
Weſt=
hälfte des Holzlagers, wo ſich für mehrere tauſend Mark
Holz befand. Beim Eintreffen der Spandauer
Feuer=
wehr ſtand die Stellmacherei in hellen Flammen und
die Flammen des Feuers ſprangen auf die
Wagenbau=
halle über. Der Schaden iſt durch Verſicherung gedeckt.
An den Löſcharbeiten beteiligten ſich außer der
Span=
dauer auch die Wehren Charlottenburgs und der
Um=
gegend. Der Betrieb kann in kurzem wieder voll
auf=
genommen werden.
Aachen, 6. Juli. Auf der Strecke der Bahnlinie
Aachen=Templerbend und Gemmenich ſtieß heute früh
kurz vor 7 Uhr ein aus Belgien kommender
Arbei=
terzug mit einem aus Holland kommenden
Arbeiter=
zuge zuſammen. Die Züge waren voll beſetzt. 5
Wagen des belgiſchen Zuges entgleiſten und ſtürzten
um, 19 Arbeiter wurden ſchwer, etwa 10 leichter
ver=
letzt. Die geſamte Feuerwehr von Aachen wurde
alarmiert und leiſtete die erſte Hilfe. Der Verkehr auf
der Strecke iſt zurzeit unterbrochen. Die freiwillige
Sanitätskolonne von Aachen ſowie die Spitzen der
Behörden ſind an der Unglücksſtelle.
Dresden, 5. Juli. Im König Albert=Hafen brach
in der 8. Abendſtunde ein großes Schadenfeuer
aus, das in kurzer Zeit einen Speicher, in dem ſich
Baumwolle, Jute und Oelvorräte befanden, vollſtändig
zerſtörte und ſchließlich einen zweiten Speicher ergriff.
Sämtliche Dresdener Löſchzüge waren angeſtrengt tätig,
um ein weiteres Umſichgreifen des Feuers zu
verhin=
dern. Bei dem Feuer iſt ein Feuerwehrmann,
obwohl er mit einer Rauchmaske verſehen war, in dem
Qualm erſtückt.
Einer ſpäteren Meldung zufolge gelang es nach
ſtundenlanger Arbeit, das Feuer auf ſeinen Herd zu
beſchränken. Der Schaden beziffert ſich auf 2 Millionen
und iſt durch Verſicherung gedeckt.
Wien, 5. Juli. Ueber die Schickſale des
Dampfers „Trieſte” der glücklich nach Bombay
gelangte, nachdem man ihn bereits für verloren
gehal=
ten hatte, berichten hieſige Blätter aus Bombay
Näheres. Wie die Paſſagiere des Dampfers erzählen,
brach die Schraubenwelle am 16. Juni 400 Meilen von
Aden. Die Schirmdächer wurden als Segel benützt.
Nachdem man ſo 900 Meilen geſegelt war, kam der
Dampfer „Lowther Range” in Sicht. Nach ſechs Tagen
heroiſcher Anſtrengung, wobei der zweite Ingenieur
des „Lowther Range” den Tod fand und mehrere
Matroſen verletzt wurden, gelang es, eine Stahltroſſe
anzuknüpfen, worauf das Schleppen begann. Inzwiſchen
wurden die Vorräte an Bord der „Trieſte” knapp und
die Ladung mußte geöffnet werden. Man nährte ſich
hauptſächlich von Makkaroni und Roſinen. Das
furcht=
bare Wetter hielt die ganze Zeit an. Fünfundzwanzig
Meilen von Bombay brach die Schlepptroſſe. Inzwiſchen
kam der ausfahrende Dampfer „China” in Sicht der
„Trieſte” und verſuchte, die Schleppung zu übernehmen,
aber ſowohl ſeine Taue als auch die der inzwiſchen
von Bombay requirierten Schlepper riſſen infolge der
ſtürmiſchen See, ſo daß die „Trieſte” in der Nähe von
Bombays Leuchtturm Anker werfen und die Ankunft
des größeren Bergungsdampfers „Bevon” aus Bombay
abwarten mußte, dem es endlich gelang, die „Trieſte‟
am 3. d. M. früh in den Hafen von Bombay zu bringen.
Peſt, 5. Juli. Ueber das Hagelwetter, das
in der verfloſſenen Woche die berühmte Weingegend
der Hegyalja, die Heimat des feurigen Tokaierweins,
vernichtet hat, liegen nunmehr die amtlichen Berichte
der an Ort und Stelle entſandten Regierungsorgane
vor. Das Tokai=Hegyaljaer Weingebiet hat einen
Umfang von 5000 Hektar. Vollſtändig vernichtet
iſt der Weinertrag auf einem Gebiete von 1150 Hektar,
50 bis 70 v. H. des erwarteten Weinertrags wurden
vernichtet auf einer Fläche von gleichfalls 1150 Hektar,
geringeren Schaden verurſachte der Hagelſchlag auf
850 Hektar und ganz unverſehrt blieben 1840 Hektar
Weinland. In dieſem Jahre war Ausſicht auf eine
beſonders gute Weinleſe vorhanden, ſie hätte vielleicht
auch die ausgezeichnete Weinleſe vom Jahre 1908
über=
troffen, wo es unmöglich war, die nötige Anzahl von
Fäſſern zur Unterbringung des Weines zu beſchaffen.
Es wird ſich infolgedeſſen in den minder und gar nicht
betroffenen Gegenden allein auch in dieſem Jahre,
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes
Darmſtadt 1910.
Landſchafts= und Genremaler.
Viel eher als in der Aktmalkunſt kann in der
modern gemalten Landſchaft die Farbe allein Schönheit
geben, die Zeichnung der Farbe untergeordnet werden.
Da, wo es ſich ausſchließlich um ein Stück Natur, um
einen Ausſchnitt, handelt, der dem Gemälde Inhalt
geben ſoll, iſt es auch dem Nichtkünſtler und dem
Nicht=
kunſtſachverſtändigen möglich, Farben zu ſehen, weil
hier die Umriſſe aus natürlichen Urſachen oft wechſeln,
mindeſtens aber ſchwanken, und durch die
verſchieden=
artige, ſtets wechſelnde Beleuchtung ein Verwiſchen der
Grundfarben eintritt, das den Reiz für das Auge
im=
mer wieder auf die Farbenmiſchungen verlegt und
ſel=
ten noch — etwa bei charakteriſtiſchen Gebirgszügen u.
dgl. — auf dierumriſſenen Szenen. Hier liegt ja auch die
Größe des auch dem Laien erkenntlichen Fortſchrittes,
den der Impreſſionismus gebracht hat gegenüber der
in tauſend Einzelheiten ſich verlierenden „alten” Schule.
Man malt die Natur, wie man ſie erſchaut; die Natur,
die ja ſelbſt auch nur mit Farben und Beleuchtungen
und in unbeſtimmten Formen ihre wechſelvollen
Bil=
der ſchafft. Man malt ſie, wenn der Sonne güldene
Strahlen in tauſendfachen Reflexen ein Farbenſpiel
zaubern, an dem das ſchönheitsſehnende Auge ſich
be=
rauſcht, und das in der Ekſtaſe Bilder von
leuchtend=
ſter Farbkraft erſtehen läßt; malt ſie in einem alle
Farben im Flimmern der Luft eines Julinachmittags
undefinierbar wiedergebenden Gemiſch; malt ſie, wenn
des Abends Dämmer einen grauen, durchſichtigen
Dunſtſchleier über die Farben wob; und man malt ſie,
wenn aus blendenden weiten Schneedecken nur wenig
Form und Zeichnung ſichtbar ſind. Man malt die
Farben.
Mit der Berechtigung zum Farbenmalen der Natur
aber erwerben die Maler auch das Recht, die Landſchaft
zu ſtiliſieren. Sie ſo zu malen, wie ſie ſie ſehen und
nicht nur ſehen, ſondern auch empfinden. In jedem
Maler muß ein Stück Philoſoph ſtecken, wenn er ſich
nicht im Handwerksmäßigen verlieren will. Er muß
inneres Empfinden in ſeinem Bilde ausdrücken
kön=
nen, wenn wir ihn verſtehen ſollen, wie der Dichter,
der nicht nur ſchildern darf, was er ſieht, ſondern was
er empfindet, und das in ſchöner poetiſcher Form.
Aber ſeltſam, obwohl in der Farbenmalerei der
Bildinhalt zurücktritt, ganz entbehrlich wird er nicht.
trotz des Hagelſchlags, der Weinertrag der normalen
Jahre in der Tokaier Hegyalja — 90000 Hektoliter —
erreichen laſſen. In einzelnen Gegenden ſind aber
nicht nur die diesjährige Weinleſe, ſondern vielfach
auch die Rebſtöcke vernichtet. Hier hat die
Re=
gierung eine Rettungsaktion eingeleitet, indem ſie den
Beſitzern zinsfreie Darlehen zur Wiederherſtellung
ihrer Weingärten gewährte. Der ganze an den
Wein=
gärten angerichtete Schaden dürfte ſich auf 10
Millio=
nen Kronen ſtellen. Ein Teil des Schadens trifft
reiche Großgrundbeſitzer, da die ariſtokratiſchen
Fami=
lien Ungarns von jeher Gewicht darauf gelegt haben,
in dieſer Gegend Weingärten zu beſitzen, um
zuver=
läſſigen echten Tokaierwein für ihren Tiſch zu haben.
Auch der Kaiſer beſitzt hier drei Weingärten: einen im
Umfang von 35 Hektar in Tarcal, einen von 17 Hektar
in Tolesva und einen von 15,5 Hektar in Tokai ſelbſt.
Die Weingärten, in welchen der Tokaierwein erzeugt
wird, befinden ſich nämlich nicht alle in Tokai ſelbſt,
ſondern auch in den umliegenden Ortſchaften. Sie
liegen auf den ſüdlichen Abhängen der kegelförmigen
Berge, die, zweifellos vulkaniſchen Urſprungs, ſich in
der Gegend zwiſchen Satoraljauihely und Tokai in
großer Zahl erheben.
Aaleſund, 5. Juli. Zu Ehren Kaiſer Wilhelms
wurde hier ein Denkſtein eingeweiht, der 7 Meter
hoch iſt, auf der Vorderſeite das Hohenzollernwappen
mit dem Porträtmedaillon des Kaiſers in Bronze zeigt
und die Inſchrift: „W. II. 1904” trägt. Die Stadt iſt
beflaggt.
Bukareſt, 5. Juli. Ueber das Befinden der
Königin meldet die Agence Roumaine: „Die
Köni=
gin befindet ſich bereits in Rekonvaleszenz. Die
Krank=
heitserſcheinungen ſind vollſtändig geſchwunden.
Nahr=
ungsaufnahme und Schlaf ſind befriedigend.”
Paris, 6. Juli. Aus St. Quentin wird
gemel=
det, daß ein 18jähriger Tiſchlergehilfe namens Detraux
geſtern nachmittag vor dem Polizeikommiſſar einen
Schutzmann durch Meſſerſtiche lebensgefährlich
ver=
letzte. Der Angreifer, der ſofort verhaftet wurde,
er=
klärte, er kenne den Schutzmann nicht, er habe nur den
kürzlich hingerichteten Liaboef rächen wollen.
Chamonix, 5. Juli. In einem beim Bahnhof
Val=
doreines gelegenen Schuppen, welcher bei dem Bau
der Bahnlinie Chamonix-Martigny zur
Aufbewahr=
ung von Sprengſtoffen gedient hatte, explodierte eine
Dynamitpatrone. Zwei der daſelbſt ſpielenden
Kinder wurden getötet, ein drittes lebensgefährlich
verletzt.
New=York, 5. Juli. Beim Abbrennen von
Feuer=
werk anläßlich des Unabhängigkeitsfeſtes ſind
geſtern im ganzen Lande 28 Perſonen getötet und 1758
verwundet worden.
New=York, 6. Juli. Die negerfeindliche
Be=
wegung in Amerika fordert infolge des Sieges
von Johnſon im Boxerkampf neuerdings zahlreiche
Opfer. Die ſchwerſten Unruhen zeigten ſich im Süden.
Tauſende von Weißen und Schwarzen wurden
verwun=
det. In New=York verſuchte die raſende Volksmenge,
den Neger Nelſon Furner durch Aufhängen an einen
Laternenpfahl (!) zu ermorden, doch wurde er von
Po=
liziſten gerettet; ein anderer Neger wurde dabei zu
Tode geprügelt. In jeder Straße ſtanden vier
Poli=
ziſten; dieſe verſtärkte Macht reichte aber nicht aus, um
die Ruhe aufrecht zu erhalten. Erſt mit dem
Aufgebot=
der geſamten Reſerven gelang es, in geſchloſſener
Pha=
lanx gegen die Menge vorzugehen, die von Steinen und
Revolvern, ſowie Stöcken reichlichen Gebrauch machte.
New=York, 6. Juli. Fortgeſetzt kommen aus dem
ganzen Lande Meldungen über Schlägereien zwiſchen
Weißen und Negern aus Anlaß des Sieges
John=
ſons über Jeffries im Boxer=Wettkampf.
Bis=
her ſind bereits 20 Tote und Hunderte von
Verwun=
deten zu verzeichnen. In Norfolk verfolgten 300
Ma=
troſen jeden Neger auf der Straße. Die Truppen
mußten ausrücken, die Gefängniſſe ſind überfüllt. Der
Polizeichef von Waſhington hat für den ganzen Diſtrikt
Columbien die kinematographiſche Vorführung des
Boxer=Wettkampfes zwiſchen Johnſon und Jeffries
unterſagt. Man hält dieſe Verfügung des
Waſhing=
toner Polizeichefs für weiſe, denn er will bei dem
ſtarken Raſſenhaß verhindern, daß ſich tumultuariſche
Szenen nach dieſen Vorführungen ereignen.
Im Gegenteil, faſt nur da, wo die Maler der
Farben=
landſchaft auch Inhalt geben, wo ſie formen und
geſtal=
ten neben und in der Farbe, faſt nur da ſtehen wir
unter dem Eindruck eines großen Kunſtwerkes. Da iſt
vor allem Karl Bantzers (Dresden=Strehlen)
gro=
ßes Familienbild. Ein Stück lachenden Frühlings
hat er auf die Leinwand gezaubert, mit grünen Matten
und blumigen Hängen. Ueberall friſche, zarte Natur
in froheſten Farben, darüber ein ſtrahlender Himmel
und Sonnenſchein. Und doch, was uns in dem Bilde
am meiſten anzieht und zur Bewunderung zwingt, das
ſind die reizend und in meiſterhafter Charakteriſtik
ge=
malten und in die Landſchaft hineinkomponierten
Figuren, die glückſtrahlende ſchöne junge Mutter mit
den blühenden Kindern, die ſelbſt ein Stück Frühling
verkörpern; iſt die innige Verbindung des Menſchen
mit der Natur, dies typiſch Deutſche in der Malerei, das
die Bilder der alten Meiſter ſo hoch über welſche Kunſt
erhob und das hier gleich meiſterhaft und doch ſo ganz
anders gegeben iſt. Rein techniſch betrachtet, iſt der
Mutter blumiges Gewand zu ſchwer geraten, es ſoll
wohl kaum Brokat ſein, wirkt aber ſo. Doch das
be=
einträchtigt das herrliche Gemälde nicht.
Und dann das farbenfreudige Bild von Max
Sle=
vogt: Sommermorgen, dieſe herrliche, vom goldenen
Sonnenlicht durchflutete blütenreiche Landſchaft mit der
ruhenden Frauengeſtalt. Das iſt ein Kunſtwerk, ebenfalls
typiſch für die moderne deutſche Malerei. Es mag
hier=
bei gleichzeitig das zweite Bild Slevogts: „Der
Piqueur” Erwähnung finden; ein Porträt, in dem der
Künſtler eine gewagte, durch das grelle Rot des
Reiter=
rockes beſtimmte koloriſtiſche Aufgabe in ganz
vorzüg=
licher Weiſe löſt. Auch das „Kriegsſchiff” iſt ein
inter=
eſſantes, wenn auch ſehr ſkizzenhaftes Gemälde.
Weiter mag das Künſtlerehepaar Alice und
Wilh. Trübner=Karlsruhe genannt ſein. Und
zwar hat Alice Trübner diesmal den Gatten künſtleriſch
„geſchlagen”. Ihr „Schloß Hemsbach” darf zweifellos
höher eingeſchätzt werden, als die beiden Bilder mit
gleichem Vorwurf, die Wilhelm Trübner ſandte, und
ihr Stilleben, übrigens echt weiblich arrangiert, iſt eine
koloriſtiſch hochintereſſante Arbeit. Die Karlsruher
Schule verleugnen freilich beide ebenſo wenig wie Hans
ſon Volkmann, der in ſeinen der oberheſſiſchen
Landſchaft entnommenen „Waldwieſen” und „Abend im
Felde” reife Arbeiten ſandte.
Von wunderſamem zarten Farbenreiz ſind die
bei=
den Bilder Schmolls von Eiſenwerth=Stutt=
Santiago de Chile, 5. Juli. Der Raubmörder
Beckert wurde erſchoſſen.
Luftſchiffahrt.
* Darmſtadt, 5. Juli. Herr Erich Lochner
aus Aachen flog heute abend um die Bedingungen
für den Erhalt des internationalen
Flugzeug=
führer=Patentes. Er umflog den Darmſtädter
Truppenübungsplatz neunmal mit drei glatten
Zwi=
ſchenlandungen. Die zurückgelegte Geſamtentfernung
betrug 35 Kilometer. Der Aviatiker erreichte Höhen
bis zu 100 Meter. Den Flügen wohnte eine große
Zahl von Offizieren bei. Herr Lochner machte
dieſe Flüge auf einer Euler=Flugmaſchine nach einer
Ausbildung in zehn Unterrichtsſtunden.
* Berlin, 5. Juli. Die Unterſuchungskommiſſion,
welche die Urſachen des Unfalles des „Z. II” bei
Weilburg feſtſtellen ſoll, hat bereits mehrere
Sitzungen abgehalten, wird aber zunächſt eine Pauſe in
ihren Beratungen eintreten laſſen, da das Material
noch nicht vollſtändig vorliegt. Man nimmt an, daß
die Kommiſſion erſt anfangs Auguſt wieder
zuſammen=
treten wird, um alsdann bald zu einem Abſchluß ihrer
Beratungen zu gelangen.
* Berlin, 6. Juli. Der Lokalanzeiger meldet:
Auf dem Truppen=Uebungsplatz Döberitz ſtieg heute der
Militär=Aeroplan auf und erreichte eine Höhe von
mehr als 30 Meter. Er machte den erſten Ueberlandflug
in Döberitz und landete genau an der Aufſtiegſtelle an der
Halle.
— Baden=Baden, 5. Juli. Am 15., 16. und
17. d. M. finden auf dem ſtädtiſchen Fluggelände
gegen=
über dem Bahnhof Baden=Oos große Schau= und
Wettflüge mit Farman=, Wright= und
Voiſinappa=
raten ſtatt. Außer dem berühmten Aviatiker Jeannin,
der in Berlin, München und kürzlich in Mülhauſen
mit ſeinem Farmanapparat die größten Erfolge
er=
zielte, werden jedenfalls noch Amerigo, Berend oder
Thielen, die ſich auch alle bald einen Namen als
Flie=
ger erworben haben, an den Schau= und Wettflügen
teilnehmen. Für die Wettflüge wurden verſchiedene
ſehr wertvolle Ehrenpreiſe geſtiftet, u. a. je einer
von der Stadt= und Kurverwaltung. Die Zugänge zu
dem Flugplatz befinden ſich in unmittelbarſter Nähe des
Bahnhofes Baden=Oos; jenſeits der Bahn, an der
Oos=
brücke, iſt der Eingang zum 1. und 2. Platz, während
der Eingang zum 3. und 4. Platz weiter oberhalb an
der Landſtraße nach Sandweier gelegen iſt. Die Preiſe
der vier Plätze betragen 5 Mark, 2,50 Mark, 1 Mark
und 50 Pfg. Auf dem 1. Platz befindet ſich eine gedeckte
Tribüne, für deren Benutzung ein einheitlicher
Zu=
ſchlagspreis von 2 Mark feſtgeſetzt iſt. Die Plätze ſind
ſo angeordnet, daß ſie die Flugbahn umſchließen, ſo daß
das feſſelnde Schauſpiel überall ſehr gut verfolgt
wer=
den kann, während man außerhalb des Fluggeländes
die Flüge, die ſich in keiner großen Höhe bewegen,
ins=
beſondere die intereſſanten Ab= und Anfahrten (
Gleit=
flüge) nicht verfolgen kann.
* Dresden, 6. Juli. Wie ſchon gemeldet wurde,
hat die Nachtfahrt des Militärluftſchiffes
„M. III” von Berlin nach Gotha bei Zeithain ein
vor=
zeitiges Ende gefunden. Man wollte mit dem von
Gotha nach Zeithain beorderten Gas die Nachfüllung
vornehmen und dann die Weiterfahrt nach Gotha
an=
treten. Allein das Wetter wurde immer ſchlimmer
und der Wind nahm zeitweiſe einen ſturmartigen
Cha=
rakter an. Infolge deſſen wurde das Luftſchiff in der
Mitte eingeknickt. Als am Horizont ſich überall
Ge=
witterbildungen zeigten, beſchloß man, den Ballon zu
entleeren. Man begann nachmittags ½6 Uhr mit der
Demontage, eine Stunde ſpäter war ſie beendet.
Die Gondel mit dem maſchinellen Inhalt und die
Stoffhülle wurden verpackt, um nach Berlin verladen
zu werden. Die Manövrierfähigkeit des Ballons hat
in keiner Weiſe gelitten, die Beſchädigungen ſind nur
ganz geringer Natur.
Die Berliner Morgenblätter melden dagegen, daß
der Ballon durch den heftigen Sturm nicht
uner=
hebliche Beſchädigungen erlitten habe. Die
Drahtſeile, die die Gondel mit dem Ballon verbanden,
riſſen infolge der heftigen Windſtöße und die ſtählernen
Verſteifungen zerbrachen. Der Ballon konnte nur mit
großer Mühe von zahlreichen Soldaten feſtgehalten
werden.
gart; beſonders das Bild „Am Springbrunnen”, das
zu den ſchönſten der ganzen Ausſtellung zu zählen iſt.
Dann kann eine ganze Anzahl Künſtler zuſammen
genannt werden, die alle modern gemalte Landſchaften
ſandten, die ſich nur unweſentlich in der Technik, mehr
allerdings in der Auffaſſung der Natur, die ſie faſt
durchweg ſtiliſieren, reizvolle Ausſchnitte nach Belieben
zuſammenfügen, unterſcheiden, und deren künſtleriſche
Bewertung nur um ein geringes ſchwankt. Da iſt
zu=
nächſt Guſtav Bechler=Maurach (Tirol) mit einer
großen Schneegebirgslandſchaft „Winterſtille”, in der
der Künſtler mit relativ wenig Mitteln gute
dekora=
tive Wirkung erzielte, aber deren perſpektiviſche
Durch=
arbeitung zu wünſchen übrig läßt. Dann Martin
Brandenburg=Berlin, der in ſeinem
phantaſti=
ſchen „Erwachen der Träume” eine Probe guten
Kom=
poſitionstalents, eine ins Große gehende
Farbendispo=
ſition verrät, wenngleich auch er Buntheit verſchmäht.
Weiterhin Ernſt Richard Dietze=Dresden, deſſen
beſte Bilder die im Ehrenſaal hängenden „Trüber
Tag” und „Zimmerplatz” ſind, die, abgeſehen von einer
gewiſſen Härte, Farbenſinn und zeichneriſches Können
verraten, während ſein „Porträt des Herrn R.” zum
Widerſpruch herausfordert, ſowohl im Kolorit wie in
der ſehr vernachläſſigten Zeichnung.
Nicht ſo lebhaft im Kolorit iſt Carlos Grethe=
Stuttgart, aber ſeine beiden Bilder, „Krevettenfiſcher”
und „Im Boot” ſind reife Werke von ſcharfer, gut
beob=
achteter Charakteriſtik. Auch er legt den Hauptwert
auf die Farbe, die aber hier als Ausdrucksmittel auch
genügt, um die trübe, nebelſchwangere Luft über den
Waſſern zu charakteriſieren. — Freudiger im Kolorit iſt
Artur Grimm=Karlsruhe, der eine Landſchaft aus
dem Odenwald in ſehr treffender Charakteriſtik ſandte.
Hingegen wirkt das ziemlich frei hineinkomponierte
Selbſtporträt gar zu deplaziert. Der Vorwurf iſt in
ieſer Form wohl originell, aber nicht gerade
nach=
ahmenswert. — Zwei individuell aufgefaßte
Land=
ſchaften, treffliche Gemälde von eigenartigem Reiz,
ſandte Theodor Hagen=Weimar (104 und 105),
namentlich „In den Feldern” iſt ein recht
ſtimmungs=
volles Bild. Auch die „Frühlingsſtimmung am Hafen”
von Ulrich Hübner=Travemünde (134) iſt gut
kom=
poniert und im Kolorit reizvoll. In dem „
Herbſt=
morgen” (136), der eine ziemlich flüchtige Arbeit zu
ſein ſcheint, erreicht er nicht die gleiche Höhe, dagegen
iſt das Bild „Alte Segelſchiffe” (135) gut gemalt. —
Einen an ſich nüchternen Vorwurf, „Das Innere einer
Brauerei” (137), hat Theodor Hummel=München
Seite 5.
Nummer 156.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstaß, den 7. Juli 1910
* Betheny, 5. Juli. Während der heute hier
ausgeführten Flüge ſchlug der Aviatiker Leblanc
den Weltrekord über 100 Kilometer, die er in einer
Stunde elf Minuten und elf Sekunden zurücklegte,
und Morane den Weltrekord über 20 Kilometer, die er
in 13 Minuten und acht Sekunden durchflog.
sr. Das Flugmeeting von Reims, das am
erſten Tage nach dem Todesſturz von Wachter
früh=
zeitig abgebrochen wurde, war am zweiten Tage wenig
vom Wetter begünſtigt; trotzdem verſuchten die meiſten
Aviatiker Flüge und gegen abend konnten die
Zu=
ſchauer gleichzeitig 18 Apparate in der Luft ſehen. Den
Geſchwindigkeitspreis des Tages gewann Morane
(Bleriot) in 6 Min. 48 Sek., den Dauerflugpreis Latham
(Antoinette) mit 105 Kilometer. Um den
Totaldiſtanz=
preis machten Latham (Antoinette) und Olieslagers
(Bleriot) totes Rennen mit je 105 Kilometer.
Sport.
* Bad Homburg, 5. Juli. Das Lawn=
Ten=
nis=Turnier für aktive Offiziere des
deut=
ſchen Heeres und der Flotte wird, wie bereits früher
ge=
meldet, am Montag, den 25. Juli und an den folgenden
Tagen auf den Lawn=Tennisplätzen im Homburger
Kur=
park abgehalten werden. Das Protektorat hat wieder
Prinz Friedrich Leopold von Preußen übernommen. Der
Turnierausſchuß beſteht aus dem militäriſchen Leiter
Ge=
neralleutnant Frhrn. v. König, dem Ehrenſchriftführer
Frhrn. v. Maltzahn und dem Oberſchiedsrichter,
Handicap=
pes= und Turnierleiter Ch. A. Voigt.
sr. Das Internationale Lawn=Tennis=
Turnier in Wimbledon um die engliſchen
Lawn=Tennis=Meiſterſchaften hat ſeinen Abſchluß
gefunden. Nachdem, wie berichtet, der Auſtralier A.
F. Wilding die Herren=Meiſterſchaft gegen den
vor=
jährigen Sieger A. W. Gore gewonnen hatte,
trium=
phierte er auch mit M. J. G. Ritchie als Partner in
der Herren=Doppelmeiſterſchaft, wo ſie in der
Heraus=
forderungsrunde die Sieger des Vorjahres A. W.
Gore-H. Roper=Barrett 611, 611, 6:2 ſchlugen. Die
Damen=Meiſterſchaft fiel an Mrs. Lambert=Chambers,
die mit S. N. Douſt ſich das gemiſchte Doppelſpiel
gegen R. B. Powels-Mrs. Sterry 6:2, 7:4 holte. In
der All=England=Plate, die im Vorjahre der Deutſche
O. Froitzheim gewann, ſicherte ſich A. H. Gobert den
Sieg über P. M. Dawſon 6:4, 6:4.
sr. Kaiſer Nikolaus=Fahrt. Die
Ge=
ſchwindigkeitsprüfung, die der Kiewer Automobil=Klub
über einen Werſt mit 800 Meter Anlauf organiſiert
hatte, wurde in zwei Kategorien entſchieden. In der
Kategorie für die Mitglieder des Kiewer Automobil=
Klubs waren außer zwei Benz=Wagen, welche von
Aſchoff und Kupper geſteuert wurden, ein weiterer
Benz=Wagen, der extra für dieſes Rennen nach Kiew
geſchickt war, ſowie zwei weitere ältere Wagen genannt.
Das ganze Rennen war ziemlich merkwürdig, da die
Zeiten nach keiner Formel berechnet wurden. Da der
Sekretär des Kiewer Automobil=Klubs den ſtärkſten
Wagen ſteuerte, ſo war das Rennen ſchon von
vorn=
herein entſchieden. Die von dem Kiewer Automobil=
Klub ausgeſetzten Preiſe mußten auf dieſe Weiſe
wie=
der in ſeinen Beſitz kommen. Die zweite Kategorie
umfaßte die an der Tourenfahrt teilnehmenden Wagen.
Trotz ſchlechter Straße und vierſtündigem Warten bei
35 Grad Hitze wurden von den deutſchen Fahrern recht
gute Zeiten erzielt. Vorausſichtlicher Sieger iſt Poege
auf Mercedes, Zweiter Henttey auf Benz und Dritter
Könſul Fritſch auf Mercedes.
Vermiſchtes.
— Das Syriſche Waiſenhaus in
Jeru=
falem iſt bekanntlich am Abend des 12. Juni von einer
Feuersbrunſt größtenteils zerſtört worden. Wenige
Wochen vorher hatte dieſe größte Miſſionsanſtalt des
Orients in Gegenwart des Prinzen Eitel Friedrich erſt
ihr 50jähriges Jubiläum gefeiert. Der Schaden wird
auf mindeſtens 150000 Mark geſchätzt. Hoffentlich
er=
üllt ſich der Wunſch des Kaiſers, dem er in ſeinem
Beileidstelegramm Ausdruck gab, daß es „der
Opfer=
willigkeit chriſtlicher Nächſtenliebe bald gelingen möge,
die großen Schäden zu beſeitigen und die Fortführung
des ſegensreichen Werkes im bisherigen Umfange zu
ſichern.‟ — Die Adreſſe des Vorſtands=Vorſitzenden iſt:
D. Ludwig Schneller in Köln (Marienburg),
Poſtſcheck=
konto 6874, Amt Köln.
Eine Sonderausſtellung von Arbeiten Profeſſor
Albin Müllers im Ernſt=Ludwighaus.
** Die Mittelhalle des Ernſt=Ludwigshauſes hat
ſeither unter ungünſtigen Lichtverhältniſſen gelitten.
Um dieſem Mangel abzuhelfen und dem größten und
künſtleriſch bedeutſamſten Raum des Ateliergebäudes
die ihm zukommende Verwendbarkeit zu verſchaffen,
iſt die Halle jüngſt mit einem Oberlicht verſehen
wor=
den. Der Erfolg iſt vortrefflich. Eine Flut von Licht
ſtrömt nun in den Hauptteil des Raumes und läßt die
phantaſie= und kraftvollen Bürckſchen Wandgemälde in
beſter Wirkung erſcheinen. So ſoll dieſer Raum —
ſeither ein Schmerzenskind — nun ein wichtiges
Mit=
tel der Kunſtförderung Sr. Kgl. Hoheit des
Großher=
zogs werden, indem er den Mitgliedern der
Künſtler=Kolonie zur Veranſtaltung
gemein=
ſchaftlicher oder geſonderter Ausſtellungen zur
Verfüg=
ung geſtellt wird.
Den Reigen eröffnet Profeſſor Albin Müller,
der ſein großes Projekt für die Bebauung des
Gelän=
des an der Nordſeite des Olbrichsweges vom
Lukas=
weg an, nördlich und öſtlich von dem ſtädtiſchen
Aus=
ſtellungsgebäude bis zum Fiedlerweg vorführt. Das
wichtigſte Anſchauungsmaterial bildet ein großes,
vor=
trefflich gearbeitetes Modell der ganzen großen
Häuſer=
flucht. Hierzu kommt eine reiche Fülle von
geometri=
ſchen und perſpektiviſchen Anſichten ſowie Grundriſſen.
Prof. A. Müller ſtellt mit dieſem Projekt ein Werk
vor uns hin, das als künſtleriſche Leiſtung höchſtes Lob
verdient. Er weiß ſich dem monumentalen Ernſt des
gegenüberliegenden Ausſtellungsgebäudes anzupaſſen
und dabei doch ſeine Eigenart ſowohl wie auch den
Charakter des reinen Wohnhauſes vortrefflich zu
wah=
ren. Auch iſt es ihm gelungen, das Ganze unter eine
einheitliche künſtleriſche Idee zu ſtellen und doch jedem
der 15 projektierten Häuſer eine individuelle
Ausge=
ſtaltung zu geben. Ohne uns auf weitere Einzelheiten
einzulaſſen, wollen wir hier nur noch auf den
ausge=
zeichneten oberen Abſchluß des Lukasweges, ſowie auf
die beiden reizvollen, in den Gebäudekörper
einſprin=
genden Gärten hinweiſen, von denen der eine
gegen=
über der Mitte des Ausſtellungsgebäudes, der andere
etwa gegenüber dem Haus Sutter angeordnet iſt. Die
geplanten Häuſer ſollen feine Mietwohnungen in allen
Größen enthalten. Möge es gelingen, das
vortreff=
liche Projekt bald zur Wirklichkeit werden zu laſſen.
Außer dieſem Bebauungsprojekt zeigt Albin Müller
noch eine ganze Reihe anderer Arbeiten, ſo zum
Bei=
ſpiel die Pläne und Modelle verſchiedener im Bau
be=
griffener Wohnhäuſer. Beſonderes Intereſſe
dürf=
ten auch die Entwürfe zu dem großen Muſikſaal,
der im Neuen Palais eingerichtet werden ſoll, erwecken.
Neben den kolorierten geometriſchen und
perſpektivi=
ſchen Entwurfsbildern dieſes Raumes iſt bereits der
vollſtändige Teil einer Wand ausgeführt und zur
Schau geſtellt, ſo daß man ſich eine gute Vorſtellung von
der Wirkung des reich ausgeſtatteten Saales machen
kann. Das auf das ſorgfältigſte durchgearbeitete
Probe=
ſtück iſt von der Hofmöbelfabrik Julius Glückert
hergeſtellt worden; die Beleuchtungskörper dazu fertigte
die Firma Gasapparat= und Gußwerk, Mainz.
Von der Hofmöbelfabrik Ludwig Alter wurden
eine Serie Linkruſtapaneele und Inlaidlinoleum, das
die Delmenhorſter Linoleumfabrik nach Entwürfen
Profeſſor Albin Müllers anfertigte, beigeſteuert. Das
Leinenhaus Becker führt Damaſtleinen, bedruckte
Stoffe und Tiſchdecken vor; die Firma Hubert
Brin=
ger geſtickte Kiſſen. Die Silberwarenfabrik Koch und
Bergfeld=Bremen, die dauernd nach Entwürfen Albin
Müllers arbeitet, bringt durch die Juwelierfirmen
Vietor u. Rich. Müller ſilbernes Tafelgeſchirr zur
Ausſtellung. Mit einigen neuen Arbeiten ſind auch
wieder das Fürſtlich Stolbergſche Hüttenamt und die
Sächſiſchen Serpentinſteinwerke, deren Niederlage die
Firma Rittershaus führt, vertreten. Zwei
Por=
zellan=Service mit reichem Golddekor hat die
Porzel=
lanfabrik Ferdinand Selle in Burgau angefertigt, ein
Glasſervice die Kriſtallglasfabrik Benedikt v.
Poſchin=
ger in Zwiſelar.
Von der Weſterwälder
Steinzeugindu=
ſtrie, die bekanntlich vor Jahresfriſt ſich der künſtleriſchen
Führung Albin Müllers anvertraut hat, ſind bereits eine
große Anzahl neuer Modelle fertiggeſtellt worden, die die
Firmen Reinhold Merkelbach, Reinh. Hanke, Merkelbach
und Wick, S. P. Görz I., Marzi und Remy, J. W. Remy,
Joh. P. Thewalt, A. J. Thewalt, Werner und Müller in
Höhr und Grenzhauſen ausgeführt haben. Des weiteren
ſind noch Abbildungen von Grabmälern, die auf den
Fried=
höfen in Deſſau, Magdeburg und Halle errichtet werden,
zu finden. Ein von Bernh. Göbel=Freiberg i. S.
ange=
fertigter Schrank mit mechaniſcher Einrichtung, diverſe
Zeichnungen für Textilarbeiten, ſowie ein in der
Mel=
dorfer Muſeumsweberei gewebter Wandteppich
vervollſtän=
digen das Bild der Ausſtellung.
Zur Beſichtigung der Müllerſchen Arbeiten iſt die
Mittelhalle des Ernſt Ludwigshäuſes von Samstag, den
9. Juli ab, werktags von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr
abends unentgeltlich geöffnet.
Das ruſſiſch=japaniſche Abkommen.
* London, 6. Juli. Die Times bezeichnet den
Ab=
ſchluß des ruſſiſch=japaniſchen Abkommens
als einen Vorgang von tiefer Bedeutung in der
Welt=
politik. Da ſich der Vertrag auch auf die von beiden
Mächten mit China abgeſchloſſenen Vereinbarungen
be=
zieht, ſo ſei es klar, daß Rußland und Japan eine
defi=
nitive Regelung ihrer Beziehungen im fernen Oſten
er=
reichen wollen. Das Reſultat ſei eine dauernde Baſis und
der Friede in dieſem Teile der Welt. Das Abkommen
werde in Frankreich und England herzlichſt begrüßt. Da
die beiden Mächte des neuen Abkommens je mit einer der
Entente=Mächte alliiert ſeien, ſo erhalte die Entente
eor=
diale ein neues moraliſches Gewicht, und die
Beziehun=
gen unter allen vier Mächten verbeſſerten ſich. Das
Ab=
kommen ſei die letzte Phaſe der friedlichen Politik, die
zwiſchen den beiden Mächten ſeit dem Vertrage in
Ports=
mouth eingeſchlagen und nur gelegentlich durch
alarmi=
ſtiſche Gerüchte, die teils auf Unkenntnis, teils auf der
Malice intereſſierter Dritter beruhten, geſtört worden ſei.
Die Vorteile eines definitiven Abkommens wurden
Ruß=
land wie Japan klar gemacht durch den kürzlichen
ameri=
kaniſchen Vorſchlag, die Mandſchurei der Politik zu
ent=
ziehen. Vorfälle in anderen Teilen der Welt, wie in
Perſien, erinnerten daran, daß andere Leute andere Pläne
in China verfolgen mögen. Dieſe Erkenntnis
beſchleu=
nigte den Abſchluß des Vertrages. Letzterer werde ſehr
weitreichende Folgen haben, denn da nun die
letzte Möglichkeit einer Reibung im Oſten beſeitigt ſei, ſo
erhalte Rußland größere Freiheit und neue Autorität in
Europa. (Frankf. Ztg.)
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Buxeau.)
* Berlin, 6. Juli. Vizeadmiral von Uſedom
wurde von ſeiner Stellung als Oberwerftdirektor der
Kieler Werft enthoben und zur Allerhöchſten Verfügung
geſtellt. — Kapitän zur See Henkel, kommandiert zur
Dienſtleiſtung bei der Kieler Werft, wurde zum
Ober=
werftdirektor dieſer Werft ernannt.
* Frankfurt, 6. Juli. Heute nachmittag gegen 2½
Uhr erſchoß ſich im hieſigen Hauptbahnhof ein
jun=
ger Mann namens Alfred Klever; derſelbe war bereits
ſeit einiger Zeit beſchäftigungslos, worin wohl der
Grund der Tat zu ſuchen iſt.
* Peſt, 6. Juli. Abgeordnetenhaus. Der
Referent des Adreßausſchuſſes, Ludwig Lang, legte den
Entwurf für die Adreſſe zur Beantwortung der
Thron=
rede vor; in demſelben heißt es über die auswärtigen
Beziehungen: Mit inniger Genugtuung haben wir die
Erklärung Eurer Majeſtät über die auswärtige Politik
aufgenommen. Die Feſtigkeit des Dreibundes gereicht
der ungariſchen Nation zur größten Genugtuung und
bildet den größten Stolz, weil nächſt der Weisheit
Eurer Majeſtät Ungarn ſtets die ſtärkſte Stütze des
Dreibundes geweſen iſt.
* Paris, 6. Juli. Präſident Fallières nahm im
Bei=
ſein Loubets und aller Miniſter in den Tuilerien die
Einweihung des Denkmals Waldeck=
Rouſ=
ſeaus vor. Es wurden mehrere Anſprachen gehalten,
namentlich von Millerand, der ausführte, daß Waldeck=
Rouſſeau für das Wohl des Volkes gearbeitet habe und
von Briand, der in Waldeck=Rouſſeau den methodiſchen
Geſetzgeber feierte, deſſen Geſetzesvorlage ein vollkomme=
durch das Kolorit und die flotte Zeichnung recht
reiz=
voll darzuſtellen gewußt.
Als ein vom rein künſtleriſchen Standpunkt
hervor=
ragendes Werk möchte ich Karl Lambrechts=Weimar
„Birken im Schnee‟ (151) anſprechen. Dieſes Bild iſt bei
aller Schlichtheit und Sachlichkeit, bei allem Verzicht
auf koloriſtiſchen Reiz ein durchaus reifes Gemälde,
in dem die an das große Sterben in der Natur
mah=
nende Stimmung gut gegeben iſt. — Auch von den
Bil=
dern von R. Pietzſch=Wolfratshauſen bei München
(188 und 189), deſſen Kunſt erſt vor kurzem Gegenſtand
längerer Beſprechung an dieſer Stelle war, darf das
letztere geſagt werden.
Mehr aber noch von Leopold Graf v.
Kalck=
reuth, der in ſeinem „Heidegarten im Sommer” (142)
ein reizendes Garteninterieur; ſandte. Sowohl
zeich=
neriſch wie maleriſch verrät in dieſem Bilde ſich der
Meiſter. Wir möchten es höher einſchätzen als ſein
ſchon faſt berühmt gewordenes „Porträt Fräulein
Haſſe” (141), in dem die zu große Sachlichkeit trotz der
freundlichen Behandlung des Interieurs dem Bilde
Wärme und Reiz nimmt. Er verläßt in dieſem
Por=
trät auch rein techniſch die Wege und Ziele der
moder=
nen Malerei, die durch lockeres In= und
Nebeneinan=
derſetzen ungebrochener Farben der Natur
gleich=
zukommen ſucht und das Malen mit Schwarz
ver=
ſchmäht. Denn die Natur kennt kein Schwarz, ſie malt
ihre Schatten und Finſterniſſe mit anderen Farben.
So läßt das Bild kalt trotz der offenſichtlichen
Meiſter=
ſchaft in der Zeichnung, und als Typus für die moderne
Malerei kann das Gemälde nicht gelten. Auch in der
„Dämmerung” erreicht der Meiſter nicht die Höhe
ſei=
ner Farbenkunſt, wie ſie der Garten zeigt.
Hans von Heider=Stuttgart hat in ſeinem
„Wintermorgen, Algäu” (111) ein ganz ausgezeichnetes,
maleriſch reiz= und ſtimmungsvolles Gemälde geſandt,
und Rudolf Hellwag=Karlsruhe beweiſt, daß man
ſehr modern malen und doch fertige Bilder liefern
kann. Sein „Abend im Hyde=Park” und „Auf der
Themſe” (112, 113) ſind zwei vortrefflich kolorierte,
ſtimmungsvolle Gemälde, die trotz der ſehr lockeren
Technik durchgearbeitet und gezeichnet ſind. — Gleiches
darf geſagt werden von Franz Hoch=München, „
Land=
ſchaften im Frühling” (120), Robert Hoffmann=
Zehlendorf „Schwetzinger Park” (127), Ludwig von
Hofmann „Sorrentiner Küſte”, Paul Kayſer=
Blankeneſe, Fritz Mackenſen=Weimar, deſſen
MMutter und Kind” (158) ein ganz vortreffliches Bild
iſt, auch ſein „Trinkender Mann” iſt gut, C. Th.
Meyer=Baſel=München „Seeufer” Otto
Mo=
derſohn=Fiſcherhude bei Bremen „Herbſtſonne‟ (163);
dann beſonders von Ludwig Thoma, der in ſeiner
ſchönen „Florentiniſchen Landſchaft” leider nur eine
ältere Arbeit ſandte. Auch noch von den drei Bildern
Rudolf Siecks=München, die in Gouache gemalt
ſind (216—218), von Hans Olde=Weimar, von
Heinrich Otto=Düſſeldorf, von Karl Piepho=
München, von Robert Poetzelberger=Stuttgart,
von A. Schinnerer=Villa Romana bei Florenz,
deſſen beide Bilder (203, 204) trotz der ſehr lockeren
Technik maleriſch brillante Arbeiten ſind, von
Rudolf Schramm=Zittau=München, von Max
The dy=Weimar.
Zeichneriſch und maleriſch gut durchgearbeitet iſt
auch Karl Strathmanns=München „
Anziehen=
des Gewitter” (233). Und wenn hier auch auf zu viele
Einzelheiten großer Wert gelegt iſt, ſo leidet unter
dieſem Eingehen auf die Details doch nicht der
Geſamt=
eindruck des impoſanten Bildes. — Ebenſo von
Karl Vinnen=Kuxhaven, der die koloſſale
Land=
ſchaft „Schmelzender Schnee” (252) ſandte, die zwar
maleriſch nicht ganz einwandfrei iſt, weiter von Hans
Völker=Wiesbaden („Nebel” 254 und „Boote im
Hafen” 255) und von Fritz Voellmys=Barel
ſtim=
mungsvollem und charakteriſtiſchem „Fiſcherdorf am
Bodenſee” (256), von Gregor v. Bochmann=
Höſel bei Düſſeldorf „Auf der Landſtraße” ein flott
ge=
maltes und ſicher gezeichnetes Bildchen, darf das
konſta=
tiert werden. Bedingungsweiſe auch noch von J. V.
Ciſſarz=Stuttgart, der drei Bilder von zarteſter
Farbenpoeſie ſandte, die aber trotz der Zartheit des
Kolorits nicht des kernhaften Gehaltes entbehren.
Von den meiſten der noch nicht genannten Künſtler
aber muß wiederholt werden, was am Schluſſe der
vorangegangenen Betrachtung geſagt wurde, ſie ſandten
keine ausſtellungsreifen Bilder. Stiliſtiſche oder
male=
riſche Verſuche und Studien, die hin und wieder wohl
noch den Eindruck vollendeter Gemälde machen, die es
in Wirklichkeit aber nicht ſind. Vielleicht können als
ſolche noch einige paſſieren. Etwa Paul Bach=
Ber=
lin „Aus Hamburg” (5) und ein recht gut gemaltes
„Stilleben” (6). Ugi Battenberg=Frankfurt „Blick
über Dächer” (8), Julius Bergmann=Karlsruhe
„Kühe am Waldbach” und „Schwarz=weiße Kuh”.
Hans Brünner=Karlsruhe „Dörfen in der
Abend=
ſonne” (32), Martha Cuns=München „Pferde=
weide” (59), Ludwig Dill=Karlsruhe „Alte
Amper=
brücke” und „Winterland im Moor” (Tempera 65, 66),
Emil Feigerl=München „Douarnenez” (81), Fritz
Gärtner=Schloß Mallinckrodt bei Wetter a. d. R.
„Blütenbäume” (89), ein recht intereſſantes Bild,
Dora Hitz=Berlin „In den Bergen von Piſtoja”
(119), Paul Horſt=Schulze=Leipzig „
Sonnen=
ſtudie” (132), W. Jäger=Raspenau i. Böhm. „Schloß
Friedland” (139), Wilhelm Laage=Betzingen=
Reut=
lingen, deſſen „Sommermorgen” (149) ſicher höher zu
bewerten iſt als ſein etwas nüchternes Selbſtporträt,
W. L. Lehmann=München „Mittagsſtunde” in dem
beſonders das Charakteriſtiſche des
Hochſommer=
himmels feſtgehalten iſt, Helmuth Lieſegang=
Düſſeldorf „Alte Häuſer” Hermann Dummler=
Frankfurt mit ſeinen beiden ſchönen Aquarellen „
Wei=
den im Frühling” und „Frühlingswieſen”.
Vom Eindruck des Unfertigen, Flüchtig=
Skizzen=
haften aber kommt man nicht los bei den Bildern von
Rüdiger Berlit=Leipzig, Hans Burnitz=Frankfurt,
Maria Caspar=Filſer=München (die nebenbei
recht intereſſant koloriert ſind), Wilhelm Claus=
Dresden, E. Rich. Dreher=Rockau bei Dresden,
Eugen Feiks= München, Phil. Franck= Wannſee
bei Berlin, Wally Friedmann=Berlin, Ernſt
Gei=
ger=Bern, H. F. Hartmann=Bardowiek, Franz
Heckendorf=Steglitz, Kurt Hartmann=Berlin,
Otto Hettner=Florenz, deſſen an ſich nicht ſchlechtes
Kolorit ſich in Buntheit verliert, Arthur Illies=
Hamburg, Walter Köhler=Berlin, Auguſt Lüdecke=
München, Moritz Melzer=Berlin, Karl Moll=
Wien, Aug. Neu=Loſtau a. d. Elbe, Waldemar
Rös=
ler=Lichterfelde, Wilhelm Schocken=Berlin, Rud,
Siegmund= Weimar, Maria Slavona= Paris,
Eva Stort=Berlin und Heinr. v. Zügel=München,
der in ſeiner maleriſch nicht reizloſen Schweineherde
ein Vexierbild malte, hingegen iſt die „Mittasruhe‟
(269) ein künſtleriſch reikes Bild.
Im großen und ganzen aber iſt das Bild der
andſchaftsmalerei erfreulich. Ueberall herrſcht das
Streben, Licht, Luft und Sonne zu malen, in
Farben=
fröhlichkeit den Bildern freundlichen Stimmungsreiz
zu geben, die Düſterniſſe zu verſchmähen, an denen
das profane Leben ohnehin nicht arm iſt, ſodaß
wenig=
ſtens das Genießen der Kunſt zur Freude, zur Erheb=
M. St.
ung und zum Schönheitsgenuß wird.
meines
wegen Rückkauf des Geschäfts an Herrn Heinrich Bober.
Um mit dem vorhandenen Restbestand des Lagers gänzlich
zu räumen, gewähre auf alle Waren
Ludwigstrasse 3
(13743)
Seite 6.
Darmſtädter Tagbkakt, Donnerstag, den 7. Juli 1910.
Nummer 156.
ner Führer für die demokratiſche Zukunft darſtelle; Briand
betonte die Notwendigkeit, das republikaniſche
Friedens=
werk Waldeck=Rouſſeaus fortzuführen.
* Aachen, 6. Juli. Nach einer neueren amtlichen
Meldung wurden bei dem Zuſammenſtoß des von
Bleyberg kommenden Perſonenzuges 1114 mit dem
ausfahrenden holländiſchen Leerzug 5506 die beiden
Zug=
maſchinen und drei Wagen des Bleyberger Zuges ſtark
beſchädigt. Der Lokomotivführer des belgiſchen
Perſonen=
zuges und 22 Reiſende ſind teils ſchwer, teils leicht
verletzt, jedoch iſt keiner in Lebensgefahr. Die Verletzten
wurden von der Feuerwehr und Sanitätsmannſchaften in
das ſtädtiſche Luiſenhoſpital und das Marienhilfshoſpital
übergeführt.
Ueber die Urſache des Unglück s
wird von anderer Seite Folgendes bekannt: Der
belgiſche Zug kam mit verminderter
Geſchwindig=
keit und geſchloſſenen Bremſen heran bis an
die Unfallſtelle, eine Weiche, die er in dem Augenblick
paſ=
ſieren wollte, wo ein holländiſcher Leerzug die Weiche
er=
reicht hatte, um auf das Nebengleiſe überzuſetzen. Der
bel=
giſche Zug hatte das Vorſignal auf freie Fahrt
angetrof=
ſen und war dabei ſchnell weitergefahren und durch das
Hauptſignal, das auf Halt ſtand, überraſcht worden. Es
gelang dem Zugführer nicht mehr, bei dem ſtarken
Ge=
fälle und der Schlüpfrigkeit der Schienen den Zug zum
Stehen zu bringen. Dieſer rutſchte über das Signal
hinaus und der Zuſammenſtoß wurde unvermeidlich. Der
Unfall wäre vermieden worden, wenn nicht der
hollän=
diſche Zug 15 Minuten Verſpätung gehabt hätte. Nach
alledem ſcheint die Urſache des Zuſammenſtoßes die
Frei=
gabe der belgiſchen Strecke beim Vorſignal zu ſein,
nach=
dem für den holländiſchen Zug die Fahrt freigegeben
worden war, obwohl die Gleiſe ſich kreuzen. Der
Material=
ſchaden iſt bedeutend. Die Maſchine des belgiſchen Zuges
iſt erheblich beſchädigt, außerdem der Packwagen und ein
Perſonenwagen. Der holländiſche Zug iſt weniger
beſchä=
digt. Die Hilfeleiſtung wurde faſt ausſchließlich durch
die Aachener Berufsfeuerwehr beſorgt, die 5 Minuten nach
dem Unfall zur Stelle war und die Schwerverletzten
be=
freite. Am ſchwerſten verletzt iſt der Lokomotivführer des
holländiſchen Zuges, während der Maſchinenführer des
belgiſchen Zuges ſowie der Heizer unverletzt blieben.
— Kaſſel, 6. Juli. Bei einer Kahnpartie auf
der Lenne ſtürzten infolge Umkippens des Bootes vier
junge Mädchen ins Waſſer vor den Ausen der Eltern.
Drei konnten gerettet werden, das vierte ertrank.
— Pillau, 6. Juli. Der Dampfer „Hans Wogatzki”
von Riga nach Elbing unterwegs, iſt geſunken. Zwei
Leute der Beſatzung, der Steuermann und ein
Deck=
mann ſind ertrunken.
— New=York, 6. Juli. Infolge der noch immer
an=
haltenden großen Hitze in der Stadt New=York und
in den Städten des Staates ſind insgeſamt 171
Per=
ſonen der Hitze erlegen.
Ziumer wieder neues Lob!
Sömmerda i. Th., 15. November 1909. Ich habe in
letzter Zeit 10 Pfd. Bioſon an bedürftige Schwache und
Kranke der hieſigen Gemeinde verteilt und faſt in allen
Fällen eine Steigerung der Kräfte und Arbeitsfreudigkeit
wahrnehmen können, in 2 Fällen ſogar eine ſo auffallende
Beſſerung, daß es mich mit großer Freude erfüllt und
ich in Kürze davon berichten möchte. — In dem einen
Falle handelt es ſich um eine 36jährige Frau, die durch
Unterernährung und allgemeine Blutarmut ſchon ſeit
Jahren an einem nervös rheumatiſchen Uebel leidet, das
ſie oft ans Bett feſſelte und beim mühſamen
Gehen=
ganz von ihrem Stock abhängig machte. Nachdem ſie
vorſchriftsmäßig 2 Pfd. „Bioſon” genommen hat, iſt ihr
blaſſes Ausſehen einer geſunderen Geſichtsfarbe gewichen,
die Gelenkſchmerzen haben ſo bedeutend nachgelaſſen und die
Kräfte ſind ſo gehoben, daß Patientin ſchon den Stock beim
Gehen entbehren kann. Sie nimmt jetzt „Bioſon” weiter
und empfiehlt es freudeſtrahlend jedem Leidenden. — Im
2. Falle kam ein lungenkranker Arbeiter von 29 Jahren in
Frage; er nahm ebenfalls 2 Pfd. „Bioſon” und hat während
dem Verbrauch dieſes Quantums 5 Pfd. zugenommen, ſein
Gang iſt elaſtiſcher, ſein Ausſehen friſcher, Appetit und
Lebensfreude haben ſich zuſehends eingeſtellt. Vor einigen
Tagen bat er mich unter Tränen, ihm noch mehr von dieſem
Kräftigungsmittel zu beſorgen, weil er nach den bisherigen
Erfolgen ſeine ganze Hoffnung darauf ſtellt.
Hochachtungs=
voll! Gemeindeſchweſter Berta Heider Unterſchrift
beglaubigt: Hugo Dietze, Notar. Bioſon iſt das
beſte u. billigſte Kräftigungsmittel. Paket 3 Mk. in
Apo=
theken, Drogerien. Verlangen Sie von dem Bioſonwerk
Frankfurt a. M. eine Gratisprobe u. die Broſchüren. (13710D
Dür die Reiſe mit Säuglingen iſt als zweckmäßigſte
** Nahrung „Kufeke” zu empfehlen. Es iſt leicht
zu=
zubereiten, lange haltbar, macht die Kuhmilch leichter
verdaulich und ſchützt vor den gefürchteten
Darm=
erkrankungen.
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Sonderfahrten nach Paris und London, jede mit
Einſchluß Brüſſels und der Weltausſtellung,
veran=
ſtaltet auch in dieſem Monat das bekannte Reiſebureau
L. Lyſſenhop & Co., Mainz. (Näheres ſiehe Inſerat
(13698fl
im heutigen Blatt.
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 8. Juli 1910.
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 9. Juli 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt 9 Uhr
20 Min. Sabbatausgang 9 Uhr 35 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 9. Juli.
Vorabend 7 Uhr 45 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr — Min. Sabbatausgang 9 Uhr
35 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 10. Juli, an:
Morgens 6 Uhr — Min. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
NB. Donnerstag, den 7., und Freitag, den 8. Juli:
Rausch Chaudesch Tamus.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Geſtern Abend entſchlief ſanft meine liebe
(13744
Mutter
Frad Prelobbel Fonner
Auguste, gob. Duig.
Darmſtadt, am 6. Juli 1910.
In tiefer Trauer;
Elisabeth Fenner.
Einſegnung: Freitag, den 8. Juli,
nach=
mittags 3 Uhr, im Eliſabethenſtift;
Beerdigung: eine halbe Stunde ſpäter auf
dem Darmſtädter Friedhof.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die
Wetter=
lage hat ſich nicht weſentlich geändert. Tiefer Druck
be=
herrſcht immer noch unſern Bezirk, ſodaß wir auch für
morgen Regenfälle zu erwarten haben. Der hohe Druck
im Weſten weicht zurück.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 7. Juli:
Trüb, Regenfälle, kühl.
Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
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Nummer 156,
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. Juli 1910.
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am Sonntag, den 10. Juli, nachmittags punkt 3 Uhr,
— im Saale des Gewerkſchaftshauſes, Bismarckſtraße 19. —
Tages=Ordnung:
1. Bericht des Aufſichtsrats und des Vorſtandes, § 42 des Statuts.
2. Wahl von 5 Aufſichtsratsmitgliedern.
3. Berichterſtattung über Genoſſenſchaftstage.
4. Vortrag über Konzentrationsbeſtrebungen auf wirtſchaftl. Gebiete.
5. Anträge § 35 des Statuts.
Die Legitimationskarte iſt am Saaleingang vorzuzeigen.
Die Abſtimmung erfolgt durch Hochheben der Legitimationskarte.
Kein Trinkzwang!
Mitglieder, welche Anträge zu ſtellen beabſichtigen, müſſen dieſe ſchriftlich auf
dem Kontor, Schloßgartenplatz 6, bis ſpäteſtens den 6. Juli, abends 6 Uhr,
ein=
reichen, § 35 Abſatz 2 des Statuts.
(13165fd
Der Aufſichtsrat: J. Jung.
Kriegerverein Darmſtadt.
Familienausſug mit Musik
Sonntag, den 10. Juli 1910.
Gang durch den Wald nach Roßdorf, Einkehr bei Gaſtwirt
Günther, hier Konzert, Tanz und Spiele für Kinder.
Abmarſch pünktlich um 2 Uhr nachmittags vom Kapellplatz aus.
Samm=
lung ¼ Stunde daſelbſt vorher. Bei ungünſtigem Wetter Abfahrt mit der Bahn,
und zwar Hauptbahnhof 3 Uhr 5 Min., Roſenhöhe 3 Uhr 16 Min.
(13731ds
Die Zeit der Rückfahrt wird in Roßdorf bekannt gegeben.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
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liefern, andernfalls Anzeige erfolgt. (*16713
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Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. Juli 1910.
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besonderem Programm.
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Sonntag, den 10. Juli 1910
durch den Lampertheimer, Lorscher, Jägersburger Wald.
Zuſammenkunft ¾ 7 Uhr am Bahnhof.
Abfahrt 705 Uhr nach Lampertheim.
Rückkunft 62 Uhr von Zwingenberg.
Marſchzeit 6 Stunden. Koſten 1 Mark. Unterwegs wird nicht
eingekehrt.
Führer: Lehramtsaſſeſſor Dr. Heinemann.
Die Wanderung findet bei regneriſchem Wetter nicht ſtatt.
Anmeldungen bis Donnerstag Abend an die Herren Profeſſor Dr. Roller,
Oberlehrer Dr. Köser, Aſſeſſor Dern und den Führer.
(1372
Der Vorstand.
Katholikenverein.
Sonntag, den 10. Juli:
Spaziergang nach Restaurant „Waldfriede‟.
Abmarſch: 3 Uhr nachmittags von der Kaſtanienallee-Landskronſtraße aus
oder Abfahrt: 34 Luiſenplatz.
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Der Spaziergang findet bei jeder Witterung ſtatt.
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Leitung: Obermuſikmeiſter Rühlemann.
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Von abends 8 Uhr an: Réunion.
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Schiessen mit Zimmerstutzen. Ab 4 Uhr nachm.:
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Militärdoppelkonzerte. Auf der Schaubühne nachm. 4 Uhr:
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Fortsetzung der Ringkämpfe. Bei günstiger Witterung:
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Samstag, den 9. Jui, wie am Donnerstag den 7. Juli. Ab 4 Uhr
nachm.: Militärdoppelkonzerte. Auf der Schaubühne nachm. 4 Uhr:
Athletische Ringkämpfe. Massenübungen. Musterriegen.
Abends ½9 Uhr: Fortsetzung der athletischen Vorführungen. Bei
günstiger Witterung: Blütenzauber und Lichterfest in Tokio.
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44)
Gert Hemſoth und Harro Bruhus kamen viel ſpäter
heim.
Am nächſten Morgen ging Martin Fock noch einmal
an Land, um die Wohnungen zu beſichtigen, die der
Agent für ihn aufgeſchrieben hatte. Aber keine ſagte ihm
zu. Und er hätte Ewe gerade ſehr gern in Kanton
unter=
gebracht, weil er es auf ſeiner Fahrt zweimal berührte.
Singapore war zu heiß. Alſo blieb Schanghai übrig.
Schon am folgenden Mittag ſtach die „Ollenhop” mit
voller Ladung wieder in See. Zuerſt legten ſie in
Hong=
kong an, wo ſie ihre Vorräte auffüllten und wieder eine
ganze Anzahl Opiumkürbiſſe an Bord bekamen. Dann
liefen ſie gemächlich nach Norden zu. Keinen der größeren
Orte an der hafenreichen Küſte überſprangen ſie
Swa=
tou, Amoi, Futſcheu, Namkwan, Wenſcheu, Ningpo und
Hangtſchou. Ueberall ſetzten ſie Ladung ab, das Landen
der Kürbiſſe ging ohne jede Verantwortlichkeit vor ſich.
Nach drei Wochen erreichten ſie endlich die Höhe von
Schanghai, den nördlichſten Punkt der Fahrt. Sie
lenk=
ten in die Jang=tſe=Mündung ein als die Leuchtfeuer
aufblinkten, fuhren den Wuſung hinauf und machten etwa
eine halbe Stunde ſpäter nicht weit vom Zollhauſe am
Kai feſt.
Henning wurde ſoſort zum deutſchen Poſtamt
ge=
ſchickt, das ganz in der Nähe lag, kam aber ohne Briefe
zurück, denn es war ſchon geſchloſſen.
Da liegt die „Eider” ſprach Habbe Frark, der nun
vorläufig nichts mehr zu navigieren hatte, und wies auf
den großen Dampfer, der dicht vor der „Ollenhop” lag.
Wahrhaftig! rief Martin Fock verblüfft und las im
ſchwachen Schein der Uferlampen die dreizehn Buchſtaben
auf dem hohen Heck des Vordermannes. „Eider
Ham=
burg”. Iſt ſie doch ſchon da?
Was für ein Kunſtſtück bei glatter Fahrt, verſetzte
Habbe Frark, der nicht ſo leicht aus ſeiner Ruhe kam.
Ich will doch mal ſehen, was Franz Müſſigbrot
macht, meinte Martin Fock nach einer Weile und ging an
Bord des Nachbarſchiffes, das dunkel und wie
ausgeſtor=
ben dalag.
Wo iſt der Kapitän? fragte er den erſten Matroſen,
der ihm in die Hände lief.
In ſeiner Kammer! ſchrie der grob zurück und wies
nach der Brücke.
Martin Fock kannte das Schiff ganz genau und ſtieg
im Finſtern die Treppe hinauf. Die Kapitänskammer
ſtand offen und war erleuchtet, doch Franz Müſſigbrot war
nicht drin. Aber auch im Ruderhauſe brannte ein
ſchwa=
ches Lämpchen.
Da ſtand ein großer, breiter Mann am Pult und
rechnete. Franz Müſſigbrot war es nicht. Sein Geſicht
lag im tiefen Schatten, nur auf das Papier, das er unter
den Händen hatte, fiel das Licht.
Wo iſt der Kapitän? fragte Martin Fock laut und
vernehmlich.
Der Mann hob erſtaunt den Kopf, daß ſein Geſicht
voll beleuchtet wurde.
Der Kapitän bin ich, erwiderte er ruhig und ſuchte in
der Dunkelheit den Rufer.
Aber es kam keine Antwort. Als Martin Fock den
neuen Kapitän der „Eider” erkannt hatte, war ihm ſofort
ein würgender Ball in die Kehle geſtiegen, daß er kein
Wort herausbringen konnte. Hier alſo traf er den Kerl
wieder!
Die alte Wut packte ihn und er ballte die Fäuſte.
Nun trat Jaſper Dunt heraus und erſchrak
unwillkür=
lich, als er unvermutet auf Martin Fock ſtieß. Da er
ſei=
ner Schwäche nicht ſofort Herr werden konnte, lächelte er
unſicher.
Das iſt gut! ſprach er und verſuchte vergeblich, ſeiner
Stimme die alte Ruhelage zurückzugewinnen. Das iſt
gut, daß Du zu mir kommſt. Dann brauche ich nicht zu
Dir. Ich habe Dir Grüße von Deiner Frau zu beſtellen.
Sie hat ſich bei mir beklagt, daß Du ihr ſo wenig ſchreibſt.
Bei Dir? wollte Martin Fock ſchreien, aber er brachte
keinen Ton über die Lippen. Sprachlos ſtarrte er ihn an,
und die Wut ſchoß ihm jäh zu Kopfe.
Ja! fuhr Jaſper fort, ohne ſein Lächeln, das der
an=
dere für Hohn nahm, aufgeben zu können. Du ſollſt ihr
auch bald das Telegramm ſchicken. Du wirſt ſchon wiſſen,
was drin ſtehen ſoll.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. Juli 1910.
Nummer 156.
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Mit einem röchelnden Laut ſtürzte er ſich auf den
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Du Kerl! ſtöhnte er und ſuchte ihn am Halſe zu packen.
Du haſt doch was mit ihr gehabt! Du haſt ſie mir
ab=
ſpenſtig gemacht!
Jaſper hatte gar nicht die Zeit, ſich zu rechtfertigen, er
wehrte den Raſenden ab und hatte einen ſchweren Stand.
Wieder wie damals vor Geſche Surdorfs Häuschen hielten
ſich die beiden gepackt und rangen in der Dunkelheit Bruſt
an Bruſt. Und Ewe war nicht da, ſie zu trennen. Der
damals unterbrochene Kampf wurde jetzt zu Ende
ge=
führt. Jaſper, der ſich wieder auf die Verteidigung
be=
ſchränkte, wurde bald von Martin Fock, der jede
Beſin=
nung verloren hatte, an das Geländer der Brücke gedrängt.
Du Schuft! keuchte er. Du haſt ſie mir geſtohlen! Du
mußt über Bord! Ueber Bord mit Dir!
Du biſt verrückt! ſchrie Jaſper und ſtrebte mit aller
Macht vom Geländer weg.
Und jetzt, wo er alle Kraft einſetzte, fühlte er, daß er
der Stärkere war. Es gelang ihm, den Gegner zu Fall
zu bringen. Ehe er ſich wieder aufraffen konnte, hatte
Jaſper das Feld geräumt.
Nun ſchäumte Martin Fock erſt recht vor Zorn. Er
trat ein paar Türen ein, fand den Feind aber nicht. Da
zog er fluchend ab.
Als er wieder auf der „Ollenhop” eintraf, flogen ſeine
Hände vor Erregung. Und er mußte trinken, um ſich zu
betäuben.
Am nächſten Morgen erwachte er. Seine heiße Wut
war erloſchen. Aber eine böſe, ſcharfe Falte brütete zwi=
er e e
an Ewe dachte er noch, an Ewe, die ihn betrogen hatte . ..
Als ihm Henning Breckwoldt die Poſt brachte,
mu=
ſterte er drei Briefe aus, zerriß ſie, ohne ſie geleſen zu
ha=
ben, und ſchob ſie an den Tiſchrand.
Schmeiß ſie über Bord! befahl er Henning, und der
gehorchte.
Es waren Ewes Briefe geweſen.
Dann begann die Löſcharbeit.
XVI.
Nur der kleine Karl war ſchuld daran, daß es ſo
kam.
Als die beiden Kirſchbäume über Frau Breckwoldts
Häuschen wieder Knoſpen trieben, ſetzte er den erſten Fuß
an, und als die weißen Blüten ſich auftaten, lief er ſchon
quer über den Weſterberg.
Guſchi war ſtolz auf den kleinen Mann und berichtete
es Frau Dora Fedderſen.
Du darfſt ihn nächſten Sonntag mitbringen, ſprach
ſie freundlich, denn der Verdacht, daß Guſchi etwas mit
dem Maler hatte, war nahe am Einſchlafen, das
erfolg=
loſe Horchen an den Türen betrieb ſie lange nicht mehr
mit der alten Ausdauer.
Am Sonntag erſchien Guſchi zeitiger in dem kleinen
Häuschen am Weſterberg und geriet zunächſt mit ihrer
Mutter zuſammen, die den kleinen Karl durchaus nicht
hergeben wollte. Jürgen mußte erſt ein Machtwort
ſprechen.
Der kleine Karl bekam ein rotes Kleidchen an,
worüber er ſich freute, und wurde von Frau Karoline, die
einen wahren Narren an ihm gefreſſen hatte, noch einmal
liebevoll mit Milch und Kartoffeln gefüttert, was ibm
eir mnie en une ener er er en
auch der Grund, weshalb er die großmütterliche Liebe
geringer ſchätzte als die mütterliche.
Guſchi nahm ihn dann auf den Arm und ging mit
ihm auf die Wedeler Chauſſee. An der Gartenpforte
ſtellte ſie ihn auf die Beine. Frau Dora ſtand in der
Haustür und klatſchte in die Hände. Dann lockte ſie ihn
mit einem Stück Kuchen. Der Kleine wackelte heran und
lief ſchnurſtracks in Frau Doras Arme. Guſchi wurde
ordentlich eiferſüchtig. Frau Dora fand den Jungen
ſo=
fort ſüß und reizend. Beſonders die braunen Locken
und die großen braunen Augen machten tiefen Eindruck
auf ihr leicht empfängliches, kinderloſes Witwenherz.
Kurt Egloff war bei Geſterlings zu Tiſch geladen,
Sonntags wurde da immer zeitiger gegeſſen, und der
kleine Karl mußte ihn beim Kaffee vertreten. Kuchen
konnte er immer eſſen. Er wollte überhaupt nicht mehr
von Frau Doras Arm herunter. Guſchi kam ſich ſehr
über=
ſlüſſig vor. Höchſtens, daß er einmal vor Freude „Guſchi!”
ſchrie und ſie von ſeinem Kuchen abbeißen ließ. Nach
dem Kaffee ging Frau Dora, die ihn feſt an der Hand
hielt, in den Garten, zeigte ihm die kleinen „Piep=piep=
Vögelchen”, die auf den Bäumen herumſprangen, und die
bunten „Tuck=tuck=Hennen”, die im Hühnerhofe ſcharrten,
die gelben „Kuh=Buhmen” und die weißen Narziſſen, die
auf dem weiten Grasplatze wuchſen, und die „Hüh=hüh=
Pferde”, die draußen auf der Chauſſee vorbeitrabten.
(Fortſetzung folgt.)
in allen Preislagen, feinste engl.
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J. Donges & Wiest, Grafenstr. 26
Nummer 156
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. Juli 1910.
Zahlungs=Aufforderung.
Die Beiträge zur Invalidenverſicherung
für diejenigen Verſicherten, die einer der
hier beſtehenden Orts=, Betriebs= oder
In=
nungskrankenkaſſen nicht angehören (
Dienſt=
boten, Mitglieder eingeſchriebener
Hilfs=
kaſſen uſw.) für das II. Vierteljahr 1910
ſind, bei Vermeidung des
Beitreibungs=
verfahrens, alsbald an unſere Kaſſe,
Wald=
ſtraße Nr. 6, zu entrichten.
Arbeitgeber, die es unterlaſſen, die
Verſicherungsbeiträge bis zu dem oben
bezeichneten Zeitpunkte abzuführen,
kön=
nen nach § 176 des
Invalidenverſiche=
rungsgeſetzes mit Geldſtrafe bis zu
300 Mark belegt werden. (13482id
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.
Vergebung des Magazinsbedarfs des
ſtädtiſchen Gaswerks für das
Geſchäfts=
jahr 1910.
Die Anlieferung nachſtehend näher
ver=
zeichneter Materialien ſoll verdungen
wer=
den, und zwar:
Los I Gußeiſerne Normal=Muffenröhren
und Formſtücke,
II Mannesmann=Stahlmuffenröhren
und Formſtücke,
„ III Verbindungsſtücke aus
ſchmied=
barem Guß.
IV Meſſinggegenſtände.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 12. Juli 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten Verwaltung,
Frank=
furterſtraße 29, I., Zimmer Nr. 3, verſchloſſen
und mit entſprechender Aufſchrift verſehen,
einzureichen, woſelbſt auch die
Verdingungs=
bedingungen eingeſehen und die
Angebots=
ſcheine in Empfang genommen werden
können.
(13379oid
Nach auswärts werden die Bedingungen
und Angebotsſcheine nur gegen vorherige
Einſendung von 50 Pfg. in Briefmarken
abgegeben.
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Städtiſche Gaswerksverwaltung, Betriebsleitung
J. V.: Kalbfuß.
Bekanntmachung.
In unſer Handelsregiſter A wurde heute
eingetragen:
Firma: Chriſtian Steinmetz in
Pfungſtadt.
Inhaber: Chriſtian SteinmetzIII.,
daſelbſt.
(13733
Angegebener Geſchäftszweig:
Dampf=
ziegelei.
Darmſtadt, den 4. Juli 1910.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 11. Auguſt I. Js.
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Karl Henkelmann Eheleuten
dahier zuſtehende Hofreite:
Flur Nr. qm
22 5758¾/1000 446 Emilſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K115/10
werden.
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(D13695,2
Freitag, den 29. Juli 1910,
vormittags 10 Uhr,
in der Materialienbaracke auf dem
Exerzier=
platz vor dem Rheintor Verkauf alter
wollener Decken, Eiſen, Blei, Zink, Meſſing
ꝛc. meiſtbietend. Bedingungen werden vor
dem Termin bekannt gegeben. (13676
Garniſonverwaltung Darmſtadt.
er Neudruck unſerer
Miet=
verträge iſt erſchienen und
werden dieſelben in der
Geſchäfts=
ſtelle Wilhelminenſtraße 19,
1. Stock abgegeben. (12888a
Der Vorſtand
desDarmſtädter Hausbeſitzer=Verein E. V.
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und bezahle weg. Warenbedarf
konkurrenz=
loſe höchſte Preiſe für getragene Kleider,
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Telephon 892.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
lag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Seite 11.
Bekanntmachung.
Da in letzter Zeit wiederholt über Beläſtigungen des Publikums durch Ball=
und andere Spiele auf der Straße Beſchwerde geführt worden iſt, ſehen wir uns
veranlaßt, darauf hinzuweiſen, daß nach Art. 292 des Polizeiſtrafgeſetzbuches und
§ 366,7 des Reichsſtrafgeſetzbuches derjenige mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk. oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft wird, der auf Straßen oder öffentlichen Plätzen
mit Steinen oder anderen Gegenſtänden wirft, wodurch Menſchen beſchädigt oder
verunreinigt werden können. Unter dieſen Tatbeſtand fallen insbeſondere auch Spiele
mit Hartgummibällen.
Iſt die mit Strafe bedrohte Handlung von Kindern begangen worden, ſo werden,
nach Art. 44 des Polizeiſtrafgeſetzbuches die Eltern oder andere aufſichtspflichtige
Perſonen, die es an der erforderlichen Aufſicht haben fehlen laſſen, beim erſten
Fall polizeilich verwarnt, im Wiederholungsfalle mit Geldſtrafe bis zu einem
Drittel der auf die Uebertretung ſelbſt angedrohten Strafe belegt.
Bei eintretenden Körperverletzungen können außerdem nach §§ 823 ff., 832 des
Bürgerlichen Geſetzbuches für den Täter und aufſichtspflichtige dritte Perſonen
(Eltern uſw.), weitgehende zivilrechtliche Schadenerſatzverpflichtungen entſtehen.
Darmſtadt, den 2. Juli 1910.
(13535md
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung.
Die hauptſächlich unter der Schuljugend vielfach verbreitete, nicht ſcharf genug zu
verurteilende Unſitte, Gebäude, Einfriedigungen ꝛc., namentlich ſolche mit friſchem
Anſtrich, durch Beſchmieren mit Kreide, Schmutz uſw. zu verunreinigen, hat in letzter
Zeit wieder überhand genommen.
Wir ſehen uns daher veranlaßt, vor ſolchen Ausſchreitungen erneut eindringlichſt
zu warnen, ſowie an Lehrer, Eltern, Vormünder uſw. das dringende Erſuchen zu richten,
die ihrer Obhut unterſtellten Kinder mit allen ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln von
derartigem Unfug abzuhalten.
Das Aufſichtsperſonal iſt angewieſen, die Schuldigen im Betretungsfalle
unnach=
ſichtlich zur Anzeige zu bringen, im Falle der Strafunmündigkeit der betreffenden
Kin=
der aber die Beſtrafung ihrer Eltern, Vormünder uſw. nach § 44 des Polizeiſtrafgeſetzes
herbeizuführen.
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
(13536md
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
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2 Ausziehtiſche, 3 Wagen, 2 Landauer, 1 Kaſſeſchrank, 107 Herrenhüte,
13 Zylinderhüte, eine Partie Geſchäftsbücher und Bilderleiſten, eine Partie
Falzziegel und Schieferſteine und verſchiedene andere Gegenſtände.
b) ferner auf freiwilligen Antrag:
2 Kleiderſchränke, 2 Kommoden, 5 Bettſtellen, 1 Sattelſchrank,
2 Spiegel, 5 Stühle, 2 Seſſel, verſchiedene Tiſche, 1 Waſchmaſchine,
5 Gaslampen und verſchiedene kleinere Gegenſtände.
(13678
Darmſtadt, den 6. Juli 1910.
Koch, Gerichtsvollzieher=Stellvertreter.
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Für die hieſigen Gemeinde=Gebäude ſind für das Rechnungsjahr 1910/11 ca.
800 Zentner Nußkohlen I oder II in Submiſſion zu vergeben.
Die Lieferungsbedingungen liegen vom 4. bis einſchließlich 11. Juli l. J. während
der Geſchäftsſtunden bei unterfertigter Stelle zur Einſicht offen; daſelbſt ſind die
An=
gebote ſchriftlich und verſchloſſen bis zum 11. Juli l. J., abends 6 Uhr, einzureichen.
(13380od
Arheilgen, den 1. Juli 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei daſelbſt.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. Juli 1910.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. Juli 1910.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7; Juli 1910.
Nummer 156.
Ferienerholung und Toilettezwang.
nge. Da wir uns glücklicherweiſe immer noch den
berechtigten Anſprüchen unſerer Kinder unterordnen,
iſt in Deutſchland die Zeit der Sommerferien auch
zugleich die Erholungszeit der Erwachſenen geworden.
Ferienbeginn bedeutet Ausſpannung für Kleine und
Große, — jede Familie, deren Mittel es nur
einiger=
maßen erlauben, ſucht die Sommerfriſche auf oder geht
auf Reiſen. Das letztere gilt nämlich noch immer als
Erholung. Trotzdem ſich ſehr darüber ſtreiten ließe, ob
es, beſonders in der Reiſezeit, wirklich eine ſolche iſt.
Die Unbequemlichkeiten einer Reiſe, die man früher
fürchtete, ſind allerdings überwunden. Man durchfliegt
die Welt im Eiſenbahnwagen und findet in vielen
Hotels mehr Komfort, als ſelbſt wohlhabende Leute zu
Hauſe ſich leiſten können. Amerikaniſche
Vergnügungs=
reiſende haben dafür geſorgt, daß ein vielfach
protzen=
hafter Luxus alle Anſprüche befriedigt, die der
Ver=
wöhnteſte ſtellen darf. Die Amerikaner aber ſind auch
ſchuld daran, daß manche Bequemlichkeit des Reiſens
aufgehört hat. Wer ſich früher auf Reiſen ein wenig
oder ſogar recht erheblich in ſeiner Kleidung gehen ließ,
brauchte ſich=nicht zu entſchuldigen, — man wußte, er
lebte aus dem Koffer, und jeder Reiſende ſuchte ſich mit
ſo wenig Gepäck wie möglich zu beſchweren. Die
Eng=
länder, die in Schwärmen den Kontinent überfielen und
von uns als die eigentlichen Vergnügungsreiſenden
angeſehen wurden, bevor die Amerikaner an Reiſen
dachten, gingen in der Anſpruchsloſigkeit der
Reiſe=
toiletten mit gutem Beiſpiel voran. Man ſah ſie mit
Reiſemützen in den Straßen der Städte, mit
ſtaub=
grauem Anzug in den Theatern. Der rote Bädeker in
der Hand legitimierte ſie, und wenn ein Engländer in
Knieſtrümpfen und Sportanzug in eine deutſche
be=
frackte Abendgeſellſchaft geriet, behandelte man ihn wie
einen jungen Lord, wenn er noch ſo ſchlechte Manieren
hatte.
Als wir ſelbſt zu reiſen begannen, waren uns die
engliſchen Reiſenden lange, vielleicht zu lange, die
Vor=
bilder. Wir hielten ſie für ungeheuer praktiſch und
kopierten ſie, und manche von uns, die in Knieſtrümpfen,
Sportanzug und Reiſemütze Italien durchqueren, bilden
ſich noch heute ein, für reiſende Engländer gehalten zu
werden. Den Amerikanern fehlte, als ſie zu reiſen
anfingen, das Selbſtbewußtſein der Engländer,
promi=
nente Perſönlichkeiten zu bleiben, auch wenn ſie auf
alle Aeußerlichkeiten der Bequemlichkeit halber
ver=
zichteten. Sie kopierten zwar auch den Engländer, aber
nicht, wie er ſich auf Reiſen zu geben pflegte ſondern
wie er zu Hauſe zu leben gewöhnt war. Und da ſie
wußten, daß nur Geld ihnen auf dem Kontinent eine
Stellung machen konnte, und Geld danach gemeſſen
wird, wieviel man ausgibt oder wieviel Reichtum man
zur Schau ſtellt, ſo ſteigerten ſie die engliſche
Gewohn=
heit, ſich zum Abend feſtlich zu kleiden, auf Reiſen zu
einem Toilettenluxus, der die Pariſer Schneider reich
gemacht hat. Sie brachten es dahin, daß man heute
nicht mehr, wie früher, den belächelt, der mit vielen
Koffern reiſt, weil er ſich praktiſch nicht einzurichten
wußte und unnötige Dinge mit ſich führte, ſondern den,
der nur mit einem Koffer reiſt und nicht für alle
Mög=
lichkeiten gerüſtet iſt. Früher fühlte ſich der Reiſende
allein und allem geſellſchaftlichen Zwange entronnen,
— für viele bedeutete gerade das die Erholung und die
beſte Annehmlichkeit der Reiſe.
Heute laufen die meiſten Vergnügungs= und
Er=
holungsreiſenden dem geſellſchaftlichen Zwang geradezu
in den Rachen, — dem Zwang der internationalen Ge=
ſellſchaft, die die faſhionablen Kurorte und Hotels
be=
völkert. Wer ſich hineinbegibt, muß ſich ihren Geſetzen
fügen und in ſeinen Koffern mehr Toiletten mit ſich
führen, als er zu Hauſe vielleicht während einer geſellig
verlebten Winterſaiſon nötig hatte. Nicht um der
Ge=
ſellſchaft willen, ſondern um ſeiner ſelbſt willen. Man
mag noch ſo ſehr über Aeußerlichkeiten erhaben ſein —
ein angenehmes Gefühl iſt es nicht, in einem feſtlichen
Raum unter feſtlich gekleideten Leuten in ſehr
beſchei=
dener oder der Gelegenheit nicht angepaßter
Gewan=
dung zu ſitzen und einen Fleck in dem glänzenden Bilde
dieſes luxuriös übertriebenen Reiſelebens zu bilden.
Wer dieſem Toilettenzwang ſich nicht fügen mag oder
wer ſich beſcheidener einrichten muß, tut gut, die
Zentral=
punkte internationalen Reiſelebens zu meiden oder
kleinere Hotels zu bevorzugen, in denen ihm allerdings
das hübſche Bild, das die Speiſeſäle und Teeräume der
internationalen Karawanſereien unſtreitig bieten,
ent=
geht, in denen er aber auch nicht das Gefühl haben muß,
den Geſamteindruck des Bildes zu ſtören. Es gibt ja
immer noch Orte und Häuſer, in denen man für ſich
leben kann und nicht den Gewohnheiten des
inter=
nationalen Reiſepublikums Rechnung tragen muß.
Vermiſchtes.
* Ein Diamantengeſchenk für die engliſche
Königin. Die Regierung und Bevölkerung der neuen
Union von Südafrika hat zur Erinnerung an die
Ver=
einigung der Kolonien der engliſchen Königin ſechs
Diamanten, als Halsband zuſammengeſtellt, als
Ge=
ſchenk durch den Kommiſſar Sir Richard Solomon
über=
reichen laſſen. Die beiden größten Steine von reinſtem
Waſſer wiegen 92 und 62 Karat, drei andere wiegen
etwa je 10 Karat und alle fünf ſind als Pendant
ver=
arbeitet worden. Der ſechſte Diamant iſt in einen Ring
gefaßt. Das Reuterſche Bureau erinnert daran, daß am
9. November 1907 die Kolonie Transvaal König
Eduard VII. den berühmten Cullinan=Diamanten
über=
reichte, der etwa 3000 Karat wog und dreimal ſo groß
war wie der größte Diamant, der je zuvor gefunden
wurde. Der Stein wurde der Amſterdamer
Diamanten=
ſchleiferei von Aſcher & Co. überſandt, damit ſie zwei
Diamanten daraus ſchliff, von denen der eine 516½ und
der andere 309 Karat wiegt und die ſich jetzt beide unter
den engliſchen Kronjuwelen befinden. Nach
Vollen=
dung des Auftrages blieben in den Händen der Firma
als ihr Eigentum einige Stücke des ungeſchliffenen
Cullinan=Steines zurück, aus denen ſie ſechs prächtige
Diamanten ſchliff und dieſe ſechs Steine ſind es, die
nunmehr der Königin überreicht wurden. Die Steine
wurden vor einem Monat von der Transvaal=Regierung
zurückgekauft, damit Teile des berühmten hiſtoriſchen
Cullinan=Diamanten nicht in fremde Hände fallen
und der ganze Stein Eigentum der engliſchen Krone
bleiben ſoll.
** Dienſtboten in der guten alten Zeit.
Freund=
liche Bilder ſind es, die H. de Gallier in der
zwei=
ten ſeiner Abhandlungen entwirft, die er über das
Be=
dientenweſen der guten alten Zeit in der Revue
ver=
öffentlicht. Ein idylliſches Verhältnis verband auch
den Grandſeigneur des 17. Jahrhunderts mit ſeinem
Lakaien. Bezeichnend für den Ton, der da herrſchte,
iſt die Geſchichte von einem alten Diener des
Regen=
ten, Haguet, den ſein leichtlebiger Herr eines Tages
aufforderte, mit in das Zimmer zu kommen, wo er
mit galanten Damen und Lebemännern ſoupierte.
Ha=
guet erwiderte entrüſtet: „Hier, Monſieur, hört mein
Dienſt auf. Ich gehe nicht in ſo ſchlechte Geſellſchaft
und ich bin ſehr betrübt, Sie darin zu ſehen.‟ Der
Re=
gent war nicht etwa beleidigt, ſondern lachte aus
vol=
lem Herzen. So viel Treue und Anhänglichkeit gab
den Dienern der alten Zeit das Recht, gegen ihre
Herren manchmal etwas tyranniſch zu ſein, denn ſie
waren bereit, ihr Gut und Blut für ſie einzuſetzen.
Viele rührende Geſchichten werden in den
Me=
moiren und Briefen des 18. Jahrhunderts davon
er=
zählt, wie ſich Diener für ihre Herren aufopferten.
Der Kammerdiener des Chevalier de Saint=Louis
bettelte in den Straßen von Paris, „um ſeinen Herrn
zu ernähren, der ſein Gut im Dienſte des Königs
ver=
zehrt hat.” Der ruinierten Herzogin von Choiſeul bot
ein Lakai ſeine Erſparniſſe mit den ſchlichten Worten
an: „Dreißig Jahre hindurch bin ich in Ihrem Dienſt
geweſen, Frau Herzogin, und ich konnte dabei dies
gut zuſammenbringen. Nehmen Sie es, es gehört
Ihnen.” Auch ihr Leben ſetzten die Diener für ihre
Herren ein, und ſie bewährten ſich glänzend, als in der
Revolution der allgemeine Zuſammenbruch des Adels
erfolgte. Viele Lakaien haben damals durch
Aufopfer=
ung aller ihrer Kräfte ihre Herren vor den
Jakobi=
nern gerettet; manche haben ſich ſtatt ihrer in die
Ge=
fängniſſe ſchleppen laſſen, und in dieſer Zeit der
all=
gemeinen ſittlichen Verwirrung und des
grenzenloſe=
ſten Haſſes gegen die Ariſtokratie ſind nur ganz wenige
Denunziationen von Dienern nachzuweiſen, die ihre
Herren verrieten. Freilich gab es auch ſchlechte
Ele=
mente unter dem Lakaienvolk, und Stehlen war eine
nicht ſeltene Eigenſchaft der Bedienten.
Aber die ſehr ſtrengen Geſetze, die jeden Diebſtahl
eines Untergebenen ahndeten, kamen doch nur ſelten
zur Anwendung. Die Herren ließen ihren
dienſt=
baren Geiſtern mancherlei durchgehen, und viele
tröſte=
ten ſich mit der reſignierten Lebensphiloſophie, mit der
der Abbe de Loiſenon ſich einen Sarg aus Blei machen
ließ und dann zu ſeinem Kammerdiener ſagte: „Das
iſt nun mein letzter Rock. Ich hoffe, Du wirſt keine
Luſt kriegen, mir den auch noch zu ſtehlen.‟ Die
Spitzbuben waren in der Minderzahl; ſie kamen aus
jenen Elementen, die nur zufällig in den Dienſt der
großen Herren traten. Der größte Teil der
Diener=
ſchaft ergänzte ſich aus jenen anſtändigen Kreiſen, die
ſchon durch Generationen unter dem direkten Schutz
beſtimmter Herren ſtanden. Der Sohn folgte dem
Vater in dem Dienſt bei dem angeſtammten
Grand=
ſeigneur, der wieder nach Kräften für ſeine
Unter=
gebenen und deren Familien ſorgte. Dieſe Protektion
der hohen Herren verlieh den Bedienten bisweilen
große Rechte, ſodaß es ihnen gelang, bedeutende
Ver=
mögen zu ſammeln.
Auch die Gunſt der Frauen hat manchen Lakaien
hoch hinauf geführt auf der Stufenleiter der ſozialen
Stellung, denn die hochadeligen Damen blieben nicht
immer ſpröde gegen ihre Untergebenen. Croſa, der
Großvater der Herzogin von Choiſeul, war ein
ein=
facher Diener geweſen; eine ganze Reihe von
beden=
tenden Bankiers hatte ihre Laufbahn als Lakai
be=
gonnen. Sehr hoch ſtieg ein früherer Kammerdiener
im Hauſe Miramont, Peyreux, der reich wurde, den
Titel eines Grafen von Moras erhielt und ein
herr=
liches Palais in der Rue de Varenne erbaute.
Koch Lavarenne wurde Staatsrat unter Ludwig XIII.,
der Kammerdiener des Herrn Chanvallon aber, der
be=
rühmte Roſe, wurde gar Sekretär Ludwigs XIV.,
Mitglied der Akademie, die rechte Hand des
Sonnen=
königs und eine der einflußreichſten Perſönlichkeiten
des Reiches.
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