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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 154.
Dienstag, den 5. Juli.
1910.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
— Ueber dem düſteren forenſiſchen Drama, das ſich
während der letzten Wochen in Allenſtein abſpielte, hat
ſich jetzt der Vorhang geſenkt, um hoffentlich nicht wieder
aufgezogen zu werden. Dies iſt der allgemeine Wunſch.
Einer jener großen Senſationsprozeſſe, wie ſie
leider in den letzten Jahren mehrfach zu verzeichnen
waren, hat durch nicht minder ſenſationelle Vorgänge ein
vorzeitiges Ende gefunden, ohne daß der Gerechtigkeit
Genüge geſchehen wäre. Gerechtigkeit? Ein alter
juri=
ſtiſcher Spruch lautet: Summum jus, summa injuria.
Wenn er jene Geltung hatte auch in dieſem Falle? Man
glaubte, den Prozeß mit aller Gewalt durchführen zu
müſſen, um ja nicht den Anſchein zu erwecken, als ob nicht
alle Staatsangehörige vor dem Geſetze gleich wären, und
gerade in dieſem Bemühen wurde man zu einſeitig, man
gab dem Prozeß eine über alles herkömmliche Maß
hin=
ausgehende Ausdehnung. Auf der einen Seite wurden
der „Frau Angeklagten” die weitgehendſten Freiheiten
gewährt, vielleicht ſogar zu weitgehende, während man
auf der anderen Seite in der Verhandlung auf das
aller=
ſchärfſte vorging. So mußte denn ein Ausgang kommen,
anormal wie das ganze Milieu, in dem ſich die Affäre
abgeſpielt hatte.
Es ſoll an dieſer Stelle gegen die Richter, die doch
nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen gehandelt haben, kein
Vorwurf erhoben werden, aber wie faſt in allen großen
Senſationsprozeſſen hat ſich auch diesmal auf das
deut=
lichſte gezeigt, wie reformbedürftig unſer ganzes
Strafprozeßweſen iſt. War eine derartig
weit=
ſchweifige Beweisführung wirklich notwendig? Mußte
man in die tiefſten Winkel des Schmutzes leuchten, wo
man von vornherein annehmen mußte, daß doch keine
Klarheit gewonnen werden könnte? Immer neue Punkte
wurden erörtert, die mit der eigentlichen Angelegenheit
kaum in irgendwelchem Zuſammenhang ſtanden, die man
aber heranholen zu müſſen glaubte, immer neue Zeugen
marſchierten auf, aber Weſentliches zum eigentlichen
Tat=
beſtande, die Sache, auf die es ankam, wußte auch nicht
ein Einziger zu bekunden. Bedauerlich war auch der
halbe Ausſchluß der Oeffentlichkeit. Entweder man ſoll
einen vollkommenen Ausſchluß der Oeffentlichkeit, auch
der Preſſe, beſtimmen oder gar keinen. Gewiß iſt ja das
Beſtreben des Vorſitzenden anzuerkennen, daß er auf dieſe
Weiſe zeigen wollte, daß man nicht hinter verſchloſſenen
Türen verhandle, um eine den beſſeren Kreiſen
entſtam=
mende Angeklagte nach Möglichkeit zu ſchonen. Aber auch
in dieſem Falle war die Berichterſtattung keine ſolche, wie
ſie im Hinblick auf den ganzen Stoff hätte ſein müſſen:
Gerade die peinlichſten Punkte wurden in ausführlichſter
Breite dargeſtellt, und da dieſe Berichte abgedruckt
wur=
den, waren auch Zeitungen, die ſich ſonſt mit derlei Dingen
nicht befaſſen, um nicht zurückzuſtehen, gezwungen,
gleich=
falls die Veröffentlichungen zu bringen. Wären aber die
Beſtimmungen über die Prozeßhandhabe andere, als
wir ſie heute beſitzen, dann wäre eine derartige
Bericht=
erſtattung kaum möglich, denn vieles, wgs heute vor
Ge=
richt weitſchweifig erörtert werden muß, könnte in das
Vorverfahren fallen, ohne zu nochmaliger Erörterung vor
dem Gerichtshof zu führen, und es ſind auch Maßnahmen
erforderlich, welche einer derartig abſchweifenden
Beweis=
führung Zügel anlegen. Auch der Inquiſition über
Vor=
gänge, die in der Hauptſache den ſeit Jahren
unbeſchol=
tenen Zeugen bloßſtellen könnten, muß endlich ein Riegel
vorgeſchoben werden.
Hoffentlich wird die Strafprozeßreform uns ein
Ver=
fahren bringen, das die jetzt ſo oft in Erſcheinung
getre=
tenen bedenklichen Schwächen und Unzulänglichkeiten
beſei=
tigt und jene Prozeſſe, wie wir ſie jetzt nachgerade genug
gehabt haben, in einer Weiſe zur Verhandlung bringt,
daß ihnen alles Pikante genommen wird und die
Sen=
ſation eben aufhört. Das iſt die Lehre, die der
Allen=
ſteiner Prozeß bringt. Auf das moraliſche Gebiet
überzugreifen, kann in dieſem Falle als überflüſſig
ange=
ſehen werden, denn die Hauptſchuldigen an dem
Allen=
ſteiner Drama waren kranke Perſonen und es wäre
darum auch mehr wie verfehlt, aus ihrem Gebaren
Verallgemeinerungen auf diejenigen Kreiſe
an=
zuſtellen, denen jene angehört haben.
Die dentſche und die ausländiſche
Sozial=
demokratie.
* Die Konſervative Korreſpondenz ſchreibt: Als
ge=
gen Ende des Jahres 1909 der ſchwediſche
General=
ſtreik nutzlos verpufft war, als wieder einmal der
Be=
weis geliefert war, daß Schiedsgerichte und
Einigungs=
ämter da zur Farce werden, wo nicht rein wirtſchaftliche
Fragen, ſondern politiſche Machtproben Arbeitgeber und
Arbeitnehmer gegenüberſtellen, führte die radikale deutſche
Preſſe dieſes klägliche Reſultat zurück auf die nicht
genü=
gende Unterſtützung der ſchwediſchen Genoſſen durch die
ausländiſchen Gewerkſchaften. Tag für Tag
forderte das offizielle Organ der deutſchen
Sozialdemokra=
tie die deutſche Arbeiterſchaft zu pekuniären
Bei=
hilfen auf und erreichte in der Tat, daß dieſelben Arbeiter,
die eine Seite weiter durch die Steuern der Finanzreform
völlig ausgepowert und auf die niedrigſte Lebensſtellung
herabgedrückt ſein ſollten, über 1½ Millionen Mark
für die Streikenden in Schweden aufbrachten,
während die internationale Sozialdemokratie dem Streik
mit zugeknöpften Taſchen gegenüberſtand, ja England und
Frankreich, die Vorbilder der gewerkſchaftlich organiſierten
Arbeiterſchaft, nur 36000 und 5000 Kronen aufbrachten.
Die Gewerkſchaften der anderen Länder treiben in der
Hauptſache Heimatpolitik, berauſchen ſich durch
Phraſen und beſchließen — Sympathiekundgebungen,
während die deutſchen Arbeiter ſich von einzelnen
ehr=
geizigen Strebern ſchröpfen laſſen. Die deutſche
Sozial=
demokkatie iſt eben ein von volksfremden Theoretikern
und Fanatikern für unſeren Boden eingepflanztes
Ge=
wächs; ſie ſetzt ſich darum in unheilbaren Widerſpruch zu
den wirklichen Tatſachen unſeres politiſchen Lebens und
unſerer nationalen Entwickelung und ſie iſt gleichzeitig
ehrfurchtslos, weil ſie geſchichtslos iſt.
Wenn ſich die engliſchen, franzöſiſchen, amerikaniſchen
oder ſchweizeriſchen uſw. Gewerkſchaften herbeilaſſen
wür=
den, der deutſchen Sozialdemokratie mit wirklicher Hilfe
im Klaſſenkampfe beizuſtehen, ſo geſchähe es nicht der
Idee der internationalen Solidarität zuliebe, ſondern nur
im Intereſſe des eigenen Landes, um durch die
Unter=
ſtützung deutſcher innerpolitiſcher Kriſen für die eigene
Machtſtellung Vorteile herauszuſchlagen und den
gefürch=
teten Gegner in der Auslandspolitik durch innere Kämpfe
zu ſchwächen. Was haben die ausländiſchen
Ar=
beiter denn beigeſteuert zu dem unſer Wirtſchaftsleben
zerrüttenden Kampf im Baugewerbe? Nichts,
gar nichts. Von den deutſchen Generalverbänden der
Metallarbeiter, Bergarbeiter, Maler und Holzarbeiter
ſo=
wie von den Gewerkſchaftskartellen in Berlin, Hamburg,
Leipzig, Dresden, Frankfurt a. M. und Hannover ſind
bis 11. Juni von den Arbeitern nicht weniger als
411000 Mark beigeſteuert worden, während das ganze
Ausland ſage und ſchreibe insgeſamt 500 Mark
aufgebracht hat. Selbſtverſtändlich erzählt nun die
Ge=
neralkommiſſion der Gewerkſchaften Deutſchlands, die
deutſche Sozialdemokratie ſei zu ſtolz und machtbewußt,
um um fremde Hilfe zu bitten.
Die Beiträge und Parteiſteuern der deutſchen
Ge=
noſſen laſſen die Staatsſteuern, die dieſe Arbeiter zahlen
könnten, weit, weit hinter ſich. Wie hoch dieſe Steuer
allein für die gewerkſchaftlich organiſierten Arbeiter iſt,
be=
weiſt der Umſtand, daß die deutſchen Gewerkſchaften im
Jahre 1907 bereits eine Jahreseinnahme von 57½
Mil=
lionen Mark hatten, rund 7 Millionen Mark mehr als die
ihnen an Zahl faſt gleichen engliſchen Gewerkſchaften. Das
bedeutet auf den Kopf der Organiſation eine
Jahres=
ſteuer von 24,67 Mark, wovon nur etwa 6 Mark oder
29,17 v. H. in Form von Unterſtützungen den Mitgliedern
wieder zugingen, während der Reſt für Streiks (31,65
v. H.) und Agitation und Verwaltung (36,85 v. H.)
ver=
braucht wurde. Im Gegenſatze dazu verwandten die
engliſchen Gewerkſchaften über zwei Drittel
ihrer Einnahmen, nämlich 67 v. H. für Unterſtützungen,
nur 6½ v. H. für Streiks und 26,9 v. H. für Agitation und
Verwaltung.
Keniſches Reich.
* Man ſchreibt uns: Die Generalkommiſſion
der ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaften
richtet an die organiſierten Arbeiter folgende
Bekannt=
machung: „Nachdem die Ausſperrung im
Bau=
gewerbe aufgehoben worden iſt, ſchließen wir hiermit
im Einverſtändnis mit den Vorſtänden der Bauarbeiter=
Organiſationen die Sammlung für die ausgeſperrten Ar=
beiter des Baugewerbes und erſuchen die Organiſationen
und Gewerkſchaftskartelle, die noch eingehenden Gelder
gemäß den Beſtimmungen der Reſolution des Kölner
Gewerkſchaftskongreſſes betr. Streikunterſtützung an den
Kaſſierer der Generalkommiſſion einzuſenden.” Nach dem
Beſchluß des Kölner Gewerkſchaftskongreſſes dürfen nur
die von der Generalkommiſſion ausgehenden und von
den einzelnen Verbandsleitungen veröffentlichten
Unter=
ſtützungs=Aufrufe Beachtung finden. Wenn alſo jetzt die
Generalkommiſſion im Einvernehmen mit den Vorſtänden
der Bauarbeiter=Organiſationen die Sammlung für die
Bauarbeiter ſchließt, ſo iſt dieſer Schritt ſehr geeignet, die
Streikluſt der unzufriedenen Leipziger uſw. Bauarbeiter
zu dämpfen.
— Die Reichszuwachsſteuer hat zum zweiten
Male den Vorſtand des Deutſchen Städtetages
eingehend beſchäftigt. Er hat beſchloſſen, mit Rückſicht auf
die weitere Verſchlechterung des Geſetzentwurfes durch die
Reichstagskommiſſion und wegen Nichtberückſichtigung
ſchwerwiegender Bedenken der Städte, wie ſie in der
Ein=
gabe vom 30. April geltend gemacht worden ſind, in einer
weiteren Eingabe an den Reichstag endgültig die
Ableh=
nung der Regierungsvorlage zu beantragen und dieſe
Eingabe auch der Reichsregierung zu übermitteln.
— Der Reichskanzler hat wegen Veröffentlichung des
Geſetzentwurfes über die Schiffahrtsabgaben in
der Köln. Ztg., wie er in der Bundesausſchußſitzung vom
18. Juni beſchloſſen worden war, eine
Diſziplinar=
unterſuchung gegen den ſchuldtragenden Beamten
verfügt. Die Veröffentlichung des Entwurfes ſtelle ſich
als grobe Indiskretion dar, nachdem der Bundesrat auf
den Antrag Preußens beſchloſſen hat, den Entwurf
vor=
läufig geheim zu halten. Sämtliche Mitglieder des
Bun=
desrats ſind befragt worden, ob ſie die Veröffentlichung
veranlaßt haben. Nach den bisherigen Feſtſtellungen iſt
die Veröffentlichung auf das Verſchulden eines
untergeord=
neten Beamten einer bundesſtaatlichen Geſandtſchaft
zu=
rückzuführen. Die Köln. Ztg. hat auf Anfrage erklärt, jede
Auskunft ablehnen zu müſſen. Den Kieler Neueſten
Nach=
richten zufolge wird das betreffende Geſetz im Reichstage
nach dem Wunſche der Regierung als erſte Vorlage zur
Beratung kommen. Der Reichskanzler wird ſich zuvor
mit den großen Parteien in Verbindung ſetzen, um ein
ſchnelles Zuſtandekommen des Geſetzes herbeizuführen.
Man hofft, die Zuſtimmung Oeſterreichs und Hollands
bis ſpäteſtens Frühjahr 1911 zu erlangen.
— Für die Reichstags=Erſatzwahl in
Zſchopau=Marienberg haben Freiſinnige und
Nationalliberale den freiſinnigen ſächſiſchen
Landtagsab=
geordneten Roch=Annaberg als gemeinſamen Kandidaten
aufgeſtellt.
— In Danzig fand in Anweſenheit des Großherzogs
von Oldenburg und ſeiner Tochter, der Prinzeſſin Eitel
Friedrich, der Stapellauf des neuen deutſchen
Linien=
ſchiffes ſtatt, das den Namen „Oldenburg” erhielt. Die
„Oldenburg” iſt nun das gewaltigſte Schiff
der deutſchen Flotte. Es hat 150 Meter Länge,
28 Meter Breite und nahezu 9 Meter Tiefgang und ein
Deplacement von nahezu 20 000 Tonnen. Das neue deutſche
Linienſchiff iſt erheblich größer als die bisherigen
Dreadnonghts. Die Maſchinen leiſten 25000
Pferde=
kräfte und entwickeln eine Geſchwindigkeit von 21
See=
meilen in der Stunde. Die Armierung koſtet 14½
Millio=
nen Mark. Die bisherigen ſtärkſten Geſchütze hatten
28=Zentimeter=Kaliber, die Geſchütze der „Oldenburg”
be=
ſitzen ein Kaliber von 30½ Zentimeter. Die
Geſamt=
armierung umfaßt 40 ſchwerkalibrige, beziehungsweiſe
großkalibrige Geſchütze. Die Bemannung wird 960 Mann
betragen. Die Geſamtkoſten dieſes Schiffes belaufen ſich
einſchließlich der Armierung auf 38 Millionen Mark. Das
Schiff iſt in der erſtaunlich kurzen Zeit von einem Jahre
fertiggeſtellt worden. Freilich bleibt jetzt noch der innere
Ausbau und der Einbau der Maſchinen und Keſſelanlagen
auszuführen.
Ausland.
— Die zehnſtündige Sitzung des
Budgetaus=
ſchuſſes des öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſes wurde
vollſtändig durch Obſtruktionsreden ausgefüllt. Die über
den Sonntag hinaus geplante Dauerſitzung fand nicht
ſtatt, nachdem mit den Südſlawen ein Kompromiß für die
Verhandlungen im Budgetausſchuß erzielt wurde. Die
nächſte Sitzung, in der die Generaldebatte über die
italie=
niſche Rechtsfakultät beendet werden ſollte, wurde auf
Montag angeſetzt,
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. Juli 1910.
Nummer 154.
— Die Kölniſche Zeitung meldet aus Kreta:
Veni=
zelos Vorſchlag, die Mohammedaner gemäß dem
Ver=
langen der Schutzmächte ohne Treueid zuzulaſſen, wurde
abgelehnt, womit auch der Gedanke des
Koalitionskomi=
tees hinfällt. Um erregte Sitzungen zu vermeiden, die eine
gefährliche Rückwirkung im Lande haben müßten,
beſchloſ=
ſen die Freunde von Venizelos, überhaupt nicht an den
Kammerſitzungen teilzunehmen, wodurch die Kammer
be=
ſchlußunfähig würde. In dieſem Falle würde, wie der
Korreſpondent der Kölniſchen Zeitung weiter erfährt,
Venizelos die Verantwortung auf ſich nehmen und den
Schutzmächten mitteilen, daß die kretiſche Regierung die
Forderung auf Zulaſſung der Muſelmanen ohne Treueid
annehme. Der jetzige regierende Ausſchuß würde dann
auf ſeinem Poſten bleiben, das bisherige Budget
verrin=
gert und die Kammer erſt dann einberufen werden, wenn
die Gemüter ſich beruhigt hätten, wobei die Abſchaffung
der Eidesleiſtung auch für die Chriſten in Ausſicht
genom=
men ſei. Die Radikalen verſichern, der Plan Venizelos'
ſei undurchführbar, da eine Anzahl Freunde von
Veni=
zelos zur Oppoſition übergegangen iſt. Die Oppoſition
werde den Rücktritt der Regierung erzwingen und den
Schutzmächten mitteilen, daß die Forderung der Zulaſſung
der Muſelmanen ohne Treueid unerfüllbar ſei. Der
Aus=
gang der jetzigen Kriſis iſt kaum vor Ende dieſer Woche
zu erwarten.
— Zu der antiklerikalen Bewegung in
Spanien wird aus Madrid, 3. Juli, mitgeteilt: Heute
nachmittag fand hier eine von den Republikanern und
Sozialiſten veranſtaltete antiklerikale
Demon=
ſtration ſtatt, an der ſich eine gewaltige
Menſchen=
menge, darunter auch viele Frauen aus allen Klaſſen der
Geſellſchaft, beteiligte. An der Spitze des Zuges, der
zwei Kilometer lang war, ſchritten alle liberalen,
repu=
blikaniſchen und ſozialiſtiſchen Führer, unter ihnen Moret,
Peroz Galdoz, Sol’y Ortega und andere. Auch aus der
Provinz werden ähnliche Kundgebungen gemeldet. Die
Ruhe wurde nirgends geſtört.
— Der Petersburger Korreſpondent des Matin
ver=
ſichert, daß er aus guter Quelle erfahren habe, daß der
ruſſiſch=japaniſche Vertrag wahrſcheinlich geſtern zwiſchen
Iswolski und dem Baron Motono unterzeichnet worden
ſei. Dieſer Vertrag wird die Transportbedingungen
regeln für den Eiſenbahnverkehr auf der chineſiſchen
Oſt=
bahn, ſowie auf den ſüdmandſchuriſchen Bahnen. Die
bei=
den Mächte garantieren ſich gegenſeitig die
Aufrechterhal=
tung des status quo im äußerſten Oſten.
— Der kanadiſche Finanzminiſter Fielding kam beim
großen kanadiſchen Jahresbankett auf die in der letzten
Zeit verbreiteten Gerüchte zu ſprechen, daß Kanada eine
Annexion durch die Vereinigten Staaten
wünſche. Er erklärte, daß in keinem Augenblick das
An=
hänglichkeitsgefühl an das Mutterland größer geweſen
ſei, als gerade jetzt. Die geſchichtliche Entwickelung der
Dominion weiſe keinesfalls auf eine enge Verbindung mit
Nordamerika hin. Gewiß hege ſie für die große ſüdlich
benachbarte Republik die größte Sympathie. Es iſt ihr
Beſtreben, wenn möglich, die beſten Beziehungen zu
Nord=
amerika zu pflegen und aufrecht zu erhalten. Doch beide
Länder müſſen im übrigen getrennt ihre Wege gehen.
Beide haben andere Aufgaben zu löſen, andere Pflichten
zu erfüllen, und Kanada wird ſtets das bleiben, was es
war und was es iſt, engliſches Gebiet.
Zu dem franzöſiſchen Vordringen in
Marokko erfahren die Kieler Neueſten Nachrichten, daß der
deutſche Botſchafter in Paris angewieſen iſt,
über das vertragswidrige Vorgehen des franzöſiſchen
Ge=
nerals Moinier im Schauijagebiet einen amtlichen Bericht
einzufordern. Von der Erhebung eines formellen
Pro=
teſtes iſt keine Rede. — Demſelben Blatt zufolge haben
die Gebrüder Mannesmann eine neue Beſchwerde
bei der Reichsregierung eingebracht, in der ſie eine
Be=
ſchleunigung ihrer Rechtsanſprüche in Marokko erbitten.
* Ein Univerſitätsjubiläumstaler. Der
Bundesrat hat einem Antrag Preußens zugeſtimmt, daß
aus Anlaß der Jahrhundertfeier der Berliner Univerſität
ein Jubiläums=Dreimarkſtück geprägt werde. Es wird
be=
abſichtigt, die Gedenkmünze mit dem Doppelbildnis des
Gründers der Univerſität, Friedrich Wilhelms III., und
Kaiſer Wilhelms II. zu ſchmücken. Die Prägemenge iſt
auf 600000 Mark in Dreimarkſtücken bemeſſen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 5. Juli.
— Ernannt wurden die Schreibgehilfen Engelbert
Kiefer und Adam Dörr, beide in Worms, zu
Schreib=
gehilfen bei dem Amtsgericht Worms.
— Heſſiſch=Preußiſche Eiſenbahngemeinſchaft.
Ernennungen und Beförderungen (1. Juni
bis 1. Juli 1910): zum techniſchen Praktikanten der
tech=
niſche Bureauaſpirant 1. Klaſſe Caſſel zu Mainz; zum
techniſchen Bureaudiätar der techniſche Bureauaſpirant
2. Klaſſe Engel zu Mainz; zum Zugführer der
Pack=
meiſter Blum zu Darmſtadt; zum Maſchinenwärter der
Hilfsmaſchinenwärter Emig zu Boppard; zu
Weichen=
ſtellern 1. Klaſſe die Weichenſteller Friedrich zu
Biſchofsheim und Stroh zu Sprendlingen=Buchſchlag;
zum Eiſenbahnaſſiſtent der Telegraphiſt Bieger zu
Bingerbrück; zum Rottenführer der Hilfsrottenführer
Winter zu Kelſterbach; zu Weichenſtellern die
Hilfs=
weichenſteller Schmidt zu Zell=Kirchbrombach, Platz
zu Alzey, Wingenfeld zu Mainz, Hornung zu
Reinheim, Straub zu Worms und der Bahnwärter
Schmitt zu Mainz; zum Bahnwärter der
Hilfsweichen=
ſteller Daum zu Mainz; zu Werkführern die
Werk=
führerdiätare Barnewald und Pfenniger zu
Darmſtadt; zu Werkführerdiätaren die Hilfswerkführer
Dunkel zu Biſchofsheim und Hummel zu Darmſtadt.
** Vor dem Kriegsgericht gelangte geſtern eine
umfangreiche Anklage gegen den aus Seligenſtadt
ſtammenden Dragoner Wilhelm Voigt vom Drag.=
Regt. Nr. 23 wegen Fahnenflucht, Betruges
und Diebſtahls zur Verhandlung. Der Angeklagte
iſt im weſentlichen geſtändig, doch ſind zur näheren
Feſtſtellung etwa 30 Zeugen aufgeboten. Während
des größten Teils des vorigen Jahres hat er ſich als
Deſerteur überall in Deutſchland umhergetrieben und
nach der Ergreifung iſt er zweimal, das eine Mal
anfangs Februar aus dem Militärgefängnis hier, das
zweite Mal im Auguſt aus dem hieſigen
Garniſon=
lazarett, mit großer Kühnheit entſprungen. Zuletzt
wurde er in Frankfurt Mitte Dezember v. J. endgültig
dingfeſt gemacht; er hat aber inzwiſchen mehrere Male
durch Beeinfluſſung von Wachtpoſten und Beſchädigung
der Zelle verſucht, wiederum die Flucht zu ergreifen.
Er war im Herbſt 1908 bei dem erwähnten Regiment
eingeſtellt und deſertierte bereits anfangs Januar 1909.
Bis zum 19. Januar trieb er ſich in Uniform umher und
wußte ſogar mehrere Bezirkskommandos zu täuſchen,
ſo in Würzburg, Neuſtadt, Kaiſerslautern, Fulda und
Leipzig, unter der falſchen Vorſpiegelung, er ſei nach
Königsberg kommandiert, habe die Fahrkarte und ſein
Geld verloren, um Geld zu erſchwindeln, bis man ihn
in Sangerhauſen feſtnahm. Nach ſeiner Flucht verübte
er in Schweinfurt, wo er ſich als Sohn eines
Holz=
händlers ausgab, eine weitere Anzahl Schwindeleien
und wurde dann Ende Mai dort feſtgenommen. Im
Auguſt erfolgte die Flucht aus dem Garniſonlazarett
unter abenteuerlichen Umſtänden; er floh in
Unter=
kleidern und ſtahl in einem Nachbarhauſe ein Fahrrad
und eine ſchwarze Decke, in die er ſich einwickelte. In
dieſer Kleidung fuhr er bis in die Nähe ſeiner Eltern
und verſchaffte ſich nachts aus der elterlichen Wohnung
Zivilkleider. Seinen Lebensunterhalt beſtritt Voigt
teils durch Arbeit, teils aus dem Erlös von Diebſtählen.
Die Verhandlung dehnte ſich bis 2 Uhr nachmittags aus.
Der Angeklagte wurde zu einer Geſamtſtrafe von
3 Jahren Gefängnis, 4jährigem
Ehrver=
luſt und Ausſchließung aus dem Heere
verurteilt. Er erkannte die Strafe an.
L. Die Strafkammerverhandlung gegen die 15
Jahre alte Anna Margarethe Gottmann von
Offenbach wegen Diebſtahls, Diebſtahlverſuchs und
Nötigung lehrte, welche Wirkungen die moderne
Schundliteratur haben kann. Das geiſtig gut
veran=
lagte, aus ehrbarer Familie ſtammende Mädchen war
etwa ein Jahr als Lehrmädchen in einem
Modewaren=
geſchäft in Stellung. Es hatte ſich einen ſchönen Hut
Barnum, „der König des Humbugs”
Zu ſeinem hundertjährigen Geburtstage.
(1810 — 5. Juli — 1910.)
Von E. Elßholz.
(Nachdruck verboten.)
E. Phineas Taylor Barnum, der Mann, der
weltbe=
rühmt wurde, weil es ſein ſelbſtgewählter Beruf war,
Menſchen zu Berühmtheiten zu machen, Barnum, der
„König des Humbugs” wie er ſich ſelbſt nicht ungern
nennen hörte, erblickte heute vor einem Jahrhundert,
am 5. Juli 1810, zu Bethel im Staate Connecticut das
Licht der Welt.
Bei uns in Europa, vornehmlich auch in
Deutſch=
land, iſt man geneigt, beim Nennen dieſes Namens
ſpöttiſch zu lachen; in Amerika bringt man ihm und
ſeinem Wirken mehr ernſthaftes Verſtändnis entgegen,
und das Denkmal, das die Bewohner von Bridgeport,
wo er ſich am Abend ſeines Lebens anſäſſig machte, ihm
nach ſeinem Tode geſetzt haben, ward ſeinen Manen
aus ehrlicher Anerkennung ſeines Wirkens errichtet.
Daß Barnum ein Mann von ungewöhnlichen
Geiſtesgaben und großer Tatkraft war, iſt zweifellos;
daß er viel Gutes gewirkt hat, ſteht ebenſo feſt. Die
komiſche, ſchreiende, amerikaniſche Seite ſeines Wirkens
iſt freilich der Welt bekannter geworden.
„Ich habe mich niemals bemüht,” ſo ſagt er von ſich
ſelbſt, „meinen Nebenmenſchen ein gutes Beiſpiel zu
geben. Ich habe mich in die Welt zu ſchicken gewußt.
Wenn meine Tamtamſchläge hartnäckiger, meine
An=
noncen verwegener, meine Plakate übertriebener,
meine Fahnen patriotiſcher, meine Transparente
glän=
zender waren, als die meiner Konkurrenten, ſo war
das nicht die Folge davon, daß ich weniger Gewiſſen
hatte, ſondern mehr Geſchick und Tatkraft und außerdem
beſſere Grundlagen für meine Verſprechungen als
andere.”
Daran iſt wohl entſchieden etwas Wahres. Die
Art ſeines Geſchäftes, die nach deutſchen Begriffen
nicht ganz den Grundſätzen der Reellität und Ehrlich=
keit entſprechen würde, war nach amerikaniſcher Anſicht
durchaus nicht bedenklich.
Geht man von dieſer Vorausſetzung aus, ſo kommt
man zu einer gerechten Würdigung eines Mannes, der
jedenfalls wohl als der „größte Schauſteller” der Welt
eine intereſſante und kulturgeſchichtlich merkwürdige
Erſcheinung des 19. Jahrhunderts war.
Als Sohn eines Landwirts wuchs der Knabe auf
dem Lande auf, wurde aber durch den frühzeitigen Tod
ſeines Vaters mit fünfzehn Jahren auf eigene Füße
geſtellt. Wie er ſelbſt berichtet, folgte er dem Sarge des
Vaters in geliehenen Schuhen. Er wurde dann
Kauf=
mann, heiratete mit 19 Jahren, begründete mit 21
Jah=
ren eine Zeitung und kaufte dann 1835 ein kleines
Kurioſitäten=Kabinett, durch das er in das Fahrwaſſer
gelangte, auf dem fortan ſein Lebensſchiff eine ſo
glück=
begünſtigte Fahrt machen ſollte.
Bald darauf fand er nämlich irgendwo die angeblich
161 Jahre alte Amme Waſhingtons. Natürlich war
dieſe Negerin, die er für 1000 Dollars kaufte, weder ſo
alt, ſondern kaum halb ſo alt, noch hatte ſie den großen
amerikaniſchen Feldherrn geſäugt. Aber ſie zog die
patriotiſchen Amerikaner an, und Barnum hätte durch
die Alte Millionär werden können, wenn ſie nicht zu
bald geſtorben wäre.
So ging es ihm denn eine Zeitlang ſehr ſchlecht;
bald war er Manager bei anderen Unternehmungen,
bald hatte er ſein eigenes Schaugeſchäft. Dann kam er
wieder durch den Zwerg Tom Thumb, den er zu einer
Weltberühmtheit machte, in die Höhe. Er bereiſte mit
dieſem Zwerg, dem er der Reklame halber den Titel
„General” beilegte, auch Europa und gelangte durch
dieſe Miniatur=Sehenswürdigkeit zu ſolchem
Ver=
mögen, daß er zu größeren Unternehmungen ſchreiten
konnte.
In Europa hatte Barnum auch die Jenny Lind
ge=
hört. Die große Sängerin hatte es ihm angetan, und er
trug ihr das Anerbieten an, ſie auf einer Tournee durch
die Städte der Vereinigten Staaten zu führen. Natürlich
war es ein Entſchluß für die große Künſtlerin, ſich von
einem Manager führen zu laſſen, der vordem die Amme
Waſhingtons und den General Tom Thumb gezeigt hatte.
angeſchafft, zu deſſen Bezahlung es aus der
Laden=
kaſſe 10 Mark ſtahl. Anſtelle der Münze legte es
einen Zettel, unterſchrieben „Verein der Totengräber”
hinein, auf dem geſchrieben ſtand, daß, wenn die
Be=
ſtohlene eine Anzeige mache, dies ihr Tod ſei. Später
ſchrieb das Mädchen einen Brief, in dem es weitere
20 Mark verlangte, die an dem Fenſter ſo hinzulegen
waren, daß man ſie leicht wegnehmen konnte. Falls
es der Prinzipalin einfallen ſollte, ſich zu verſtecken
und aufzulauern, war ihr prophezeit, daß ſie am
näch=
ſten Sonntag tot ſei. Dieſes Schreiben ſchloß mit drei
Totenköpfen. Die Diebin wurde feſtgenommen und
zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt. — Der 50
Jahre alte Ofenſetzer Anton Study von Rottweil,
wohnhaft in Offenbach, wurde nach nicht öffentlich
ge=
führter Verhandlung wegen Sittlichkeitsverbrechens,
begangen mit ſeinen eigenen Töchtern, zu 1 Jahr 9
Monaten Zuchthaus verurteilt; 1 Monat iſt
durch die Unterſuchungshaft verbüßt. Die
bürger=
lichen Ehrenrechte wurden ihm auf 5 Jahre aberkannt.
Er trat die Strafe an. — Der 35 Jahre alte Schreiner
Otto Neſch von Stuttgart ſtahl in Offenbach ein paar
Schnürſtiefel im Werte von 12 Mark. Er wurde
wegen Diebſtahls im wiederholten Rückfalle zu 8
Mo=
naten Gefängnis verurteilt; auch hier iſt 1
Mo=
nat durch die Unterſuchungshaft verbüßt.
* Von der Techniſchen Hochſchule. Der o. Profeſſor
der Kunſtgeſchichte, Dr. Rudolf Kautzſch an der
Tech=
niſchen Hochſchule in Darmſtadt hat den Ruf an die
Uni=
verſität Breslau als Nachfolger von Richard Muther
an=
genommen.
D Das Großh. Landesmuſenm iſt Sonntags an 5,
Freitags an 3 und Mittwoch nachmittags an 2 Stunden
unentgeltlich, Dienstags, Donnerstags und Samstags
an je 2 Stunden gegen 1 Mark Eintrittsgeld geöffnet.
Das Muſeum wurde vom 1. April 1909 bis Ende März
1910 an 159 eintrittsfreien Tagen von 56152 Perſonen
beſucht, ſo daß auf einen Tag ein Beſuch von
durch=
ſchnittlich 353 Perſonen entfällt. In der gleichen Zeit
war das Muſeum an 149 Tagen gegen Eintrittsgeld
zugänglich. Es wurde an dieſen Tagen von 964
Per=
ſonen beſucht, ſo daß auf den einzelnen Tag im
Durch=
ſchnitt 6,05 Beſucher kommen. Die höchſte Beſuchsziffer
an eintrittsfreien Tagen war 1668, die Mindeſtziffer
24; an Tagen mit Eintrittsgeld war die Höchſtziffer 25,
die Mindeſtziffer 0. Das Muſeum wurde außerdem
während des abgelaufenen Geſchäftsjahres beſucht
a) von 89 Schulen und Schulklaſſen mit 3112 Schülern,
deren Führung 113 Lehrer übernommen hatten;
b) von vier Vereinen mit 421 Mitgliedern; e) von
zwei Vereinigungen und Verbänden mit 156
Teilneh=
mern. In ſechs Fällen wurde bei dem Beſuche durch
Vereine und Verbände außerhalb der öffentlichen
Stunden ein außerordentlicher Aufſichtsdienſt
einge=
richtet, deſſen Koſten die Verbände übernahmen.
Ein=
trittskarten zum Preiſe von 3 Mark für jede das
Lan=
desmuſeum außerhalb der öffentlichen Stunden
be=
ſuchende Perſon wurden 56 Stück verausgabt. Zu
wiſſenſchaftlichen oder künſtleriſchen Arbeiten ſind in
1909/10 43 Perſonen zugelaſſen worden.
D Städtiſche Straßenbahn. Die Fahrgeldeinnahme
vom Juni dieſes Jahres betrug 35 413,25 Mark, im Juni
vorigen Jahres 35834,90 Mark, die Einnahme für
den Wagenkilometer im Juni dieſes Jahres 35,88 Pfg., im
Juni des Vorjahres 35,58 Pfg.
— Veteranen=Appell 1910. Der Arbeitsausſchuß
hat an das Großh. Polizeiamt das Erſuchen gerichtet,
daß in Anbetracht des ſehr großen Verkehrs anläßlich
des Veteranen=Appells am Sonntag, den 14.
Auguſt, die Sonntagsruhe aufgehoben
und die Geſchäfte wie an Werktagen geöffnet bleiben
mögen.
— Der Sonderzug Frankfurt=Hamburg geht am
16. Juli Frankfurt ab: 8 Uhr 35 Min. vorm., Hamburg
an: 7 Uhr 7 Min. nachm.: Fahrkarten 2. Kl. zu 14 Mk.
30 Pfg., 3. Kl. zu 9 Mk. 70 Pfg. ſind gegen Frei=
Einſendung des Betrages von heute bis 14. Juli zu
beziehen vom Heſſiſchen Landesausſchuß des Deutſchen
Flottenvereins, Darmſtadt, Waldſtraße 4.
en. Die Sterbekaſſe heſſiſcher Lehrer, „Ludwig= und
Alice=Stiftung”, gibt eben ihren Jahresbericht für das
46. Vereinsjahr 1909 heraus. Nach einem ehrenden
Ge=
denken des verſtorbenen Ausſchußmitgliedes, Rektor Karl
Backes in Darmſtadt, entnehmen wir dem Berichte, daß
die Sterbekaſſe zu Beginn des Jahres 2576 Mitglieder
mit jährlich 36 126,40 Mark Beitrag zählte. Die
Mitglie=
derzunahme beträgt 95 und iſt die Geſamtzahl 2671 mit
38018,70 Mark Beitrag. Das verſicherte Sterbegeld hat
einen Zuwachs von 83000 Mark erfahren und erreichte
die Summe von 1651 200 Mark. An Sterbegeldern kamen
aber die Rieſenſummen, die der unternehmende Mann
ihr bot, ließen ſie das Anerbieten annehmen, und die
Tournee begann am 11. September 1849 mit einem
Kon=
zert in Caſtle=Garden unter den glänzendſten Auſpizien.
In 93 Konzerten hat Jenny Lind auf dieſer Tournee etwa
eine halbe Million Mark verdient, während freilich
Bar=
num das Dreifache einnahm.
Jetzt ſtand Barnum im Zenith ſeines Anſehens, er
hatte ein Rieſenvermögen erworben und konnte
unter=
nehmen, was er wollte. Eines freilich nicht:
Landſpeku=
lationen. Als er ſich in dieſe einließ, verlor er wieder
faſt ſein ganzes Vermögen. Aber auf ſeinem alten Gebiet
als „Showman” kam er immer wieder ſchnell in die
Höhe, obwohl er auch da durch Brandkataſtrophen
mehr=
mals Unglück hatte.
Im Jahre 1873 begründete er dann ſeinen Zirkus,
der das größte Unternehmen dieſer Art wurde und für
den er, als ſich bei ihm Alterserſcheinungen in der
Ge=
ſundheit bemerkbar machten, in James A. Bailey einen
Kompagnon annahm. Mit dieſem Zirkus, der auch ein
paarmal nach Europa kam, war jene berühmt gewordene
Sammlung merkwürdiger Mißgeburten vereinigt, die
wohl das Seltſamſte war, was je auf dieſem Gebiete
ge=
ſehen wurde: Frauen mit rieſigen Bärten,
zuſammen=
gewachſene Menſchen, Menſchen mit doppelten Köpfen,
ſolche ohne Arme und Beine, Rieſen und Zwerge, eine
Menſchenſammlung ſeltener Art. Das Unternehmen hat
ſich vor einigen Jahren aufgelöſt.
Bis ins hohe Alter hinein war Barnum unabläſſig
tätig; er ſchrieb auch Memoiren, wirkte in Bridgeport,
wo er einen prächtigen Landſitz ſich errichtete, auch in der
Stadtverwaltung, hielt auch Vorträge, ſo über
Enthalt=
ſamkeit von geiſtigen Getränken, und war im bürgerlichen
Leben ein geachteter und auch ſicherlich achtbarer Mann,
der an ſeiner Familie mit großer Liebe hing, der viel für
wohltätige Zwecke tat und der, als er am 6. April 1891
ſtarb, von Vielen lebhaft betrauert wurde.
Nummer 154.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. Juli 1910.
Seite 3.
im ganzen 19750 Mark zur Auszahlung. Das Vermögen
der Sterbekaſſe ging um 34525,35 Mark hinauf, auf
*04 435,62 Mark. Aus Verträgen floſſen der Kaſſe
2617,44 Mark zu. Die Koſten der Verwaltung betrugen
11108,61 Mark. Es ſtarben 37 Mitglieder. Die
Sterbe=
kaſſe zahlt künſtig an die Hinterbliebenen pro 200 Mark
Sterbegeld noch 15 Mark Zuſchuß, der alſo die Höhe von
75 Mark erreichen kann. Den über 75 Jahre alten
Mit=
gliedern wird infolge des günſtigen Standes der Kaſſe
in den drei nächſten Jahren ein Drittel ihres
Jahresbei=
trags erlaſſen. Die Unterſtützungskaſſe hat
7438,08 Mark Einnahmen. Die Zuwendungen aus
Stif=
tungen, Sammlungen, Verträgen uſw. erreichten eine
Höhe von 3400 Mark. An Unterſtützungen wurden in 98
Fällen an ungefähr 90 Familien 4340 Mark bewilligt.
Außerdem wurden an alleinſtehende Lehrerstöchter 260
Mark ausbezahlt. Die Verwaltungskoſten betrugen
278,50 Mark. Der Nennwert des Vermögens ſtellte ſich
auf 60900 Mark. Die Militärdarlehenskaſſe
der Lehrer zahlte 12 Darlehen im Betrage von 5000 Mark
aus. Die geſamte Darlehensforderung betrug Ende 1909
— 9921,34 Mark. Das Vermögen beträgt 12000 Mark.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Eine
Schülerwanderung findet am Sonntag, den 10.
Juli durch den Lampertheimer, Lorſcher und
Jägersbur=
ger Wald ſtatt. (Näh. ſ. Anz.)
nn. Heſſiſche Baubeamte am Nord=Oſtſeekanal.
Infolge der Einſchränkungen, die das Staats= und
Ge=
meindebauweſen in der letzten Zeit erfahren hat und der
hierdurch hervorgerufenen verminderten Gelegenheit zur
praktiſchen Ausbildung der Baudienſt=Aſpiranten ſehen
ſich viele derſelben veranlaßt, ihre weitere Ausbildung
anderweitig zu fördern. So ſind dieſer Tage wieder die
Regierungsbauführer Rumpf und Mangold von
Darmſtadt, welche ſich im II. Ausbildungsabſchnitt
be=
finden, mit Genehmigung der Großh. Bauabteilung bei
dem Kaiſerlichen Kanalbauamt (Nord=Oſtſee=Kanal) in
Holtenau bei Kiel eingetreten.
— Der Klub der Köche Darmſtadts, welcher am
13. Juli abends, im Rummelbräu ſein Sommerfeſt
ab=
hält, hat ſein Progamm fertig geſtellt, und verſpricht
ſeinen Freunden und Gönnern einen genußreichen Abend.
Der Vorſtand hat nichts geſcheut, weder Mühe noch
Koſten, um das Feſt recht familiär zu feiern. Die
Muſik ſtellt die Artillerie=Kapelle 61 unter Webers
Leitung, auch hat der Geſangverein „Liederkranz” ſeine
Mitwirkung zugeſagt und wird einige ſchöne Chöre zu
Gehör bringen. Weiter ſind einige Ueberraſchungen
vorgeſehen. Der Kartenverſand hat begonnen. Von
1 Uhr ab werden Wagen und Autos am Platze ſein.
— Die Strauß=Konzert=Tournee durch Deutſchland
nimmt einen geradezu glänzenden Verlauf. Nachdem
die vortreffliche Wiener Kapelle fünf Gaſtkonzerte in
der Frankfurter Sportausſtellung mit
ſenſatio=
nellem Erfolg abſolvierte, iſt ſie ſofort zur Wiederkehr
unter glänzenden Bedingungen eingeladen worden. In
Mannheim wohnten dem Konzert über 4000
Per=
ſonen bei, und man ſagt, daß über 1000 Perſonen
zurück=
gewieſen werden mußten, weil die Polizei den großen
Nibelungenſaal geſperrt hatte. Auch in dem kleinen
Pforzheim wurde eine Beſuchsziffer von zirka 2000
Perſonen konſtatiert. Den Leiſtungen der Kapelle wurde
allenthalben ungeteilte Anerkennung und
Bewunde=
rung gezollt. Das heutige erſte Konzert in
Darm=
ſtadt dürfte ebenfalls ſehr zahlreich beſucht werden.
— Hundezuchtſport. Bei der am 3. ds. Mts. in
Nürn=
berg ſtattgefundenen Internationalen Ausſtellung von
Hunden aller Raſſen erhielten folgende Herren, Mitglieder
des Vereins der Hundeſreunde für
Darm=
ſtadt und Umgegend, für ihre ausgeſtellten Tiere
Preiſe: Herr Sobernheim für Dobermannpinſcher 5 erſte
und 1 Ehrenpreis, Herr Klippel=Griesheim für
Dober=
mannpinſcher 3 erſte und 3 Ehrenpreiſe, Herr Rechtsanwalt
Rohde für Airedale=Rüden 4 erſte und 1 Ehrenpreis.
— Hotel „Heß‟. Nachdem ſchon vor einigen
Tagen auf die Künſtler=Konzerte hingewieſen wurde,
wird heute mitgeteilt, daß für Mittwoch ein Soliſten=
Abend in Ausſicht genommen iſt. Herr Konzertmeiſter
Meier wird unter anderem auch Kubelik=Serenade von
Die Zeppelin=Expedition nach Spitzbergen.
Stö. Auf dem Lloyddampfer „Mainz” hat am
Sams=
tag vormittag die Vorexpedition, welche der ſpäteren
Erforſchung der Polargegenden vermittels des
Zeppe=
linſchen Luftſchiffs die Wege ebnen ſoll, von Kiel aus
die Reiſe nach Spitzbergen angetreten. Damit iſt ein
Unternehmen begonnen worden, das bei ſeinem
Be=
kanntwerden großes Aufſehen hervorrief und deſſen
Fortſchreiten in der ganzen wiſſenſchaftlichen Welt mit
Spannung verfolgt wird.
Der Plan, mit Hilfe des Zeppelin=Ballons die
ark=
tiſchen Regionen zu erforſchen und eventuell auch den
Nordpol zu erreichen, entſtand im Sommer 1909; er
fand unter dem Eindruck der Erfolge, welche die
deut=
ſche Luftſchiffahrt aufzuweiſen hatte, lauten Beifall, und
beſonders Kaiſer Wilhelm intereſſierte ſich für das
Unternehmen, welches er unter ſein Protektorat ſtellte
und das ſich „Deutſche Geſellſchaft zur Erforſchung des
Polargebietes” nannte. Auch Prinz Heinrich von
Preußen zeigte ihm ſofort Intereſſe, und in ſeiner
Gegenwart wurde im Oktober v. J. ein Komitee
ge=
gründet, das die Vorarbeiten durchführen ſollte.
Von vornherein war als Hauptzweck des
Unter=
nehmens nicht die Erreichung des Nordpols, die
wiſſen=
ſchaftlich weniger bedeutſam iſt, ſondern die Forſchung
in den unbekannten arktiſchen Gegenden hingeſtellt
worden. Einzelne Expeditionen ſollten von der
Croß=
bai aus die Regionen nördlich von Grönland und der
Franz=Joſephs=Bucht geographiſch, geophyſikaliſch und
in aerologiſcher Hinſicht erfaſſen, wobei Landungen des
Luftſchiffes, deſſen Fahrt nach Spitzbergen mit einer
oder mehreren Zwiſchenlandungen über Norwegen
ge=
plant iſt, auf dem Polareiſe nicht nur im Notfalle,
ſon=
dern als geophyſikaliſche Notwendigkeit direkt
beabſich=
tigt ſind.
Ein ſo wichtiges Unternehmen bedurfte natürlich
reiflichſter Vorbereitungen. Das unter dem Vorſitze
des Prinzen Heinrich gebildete Komitee legte Gewicht
darauf, daß zunächſt die Weiterentwicklung des
Zeppe=
linſchen Luftſchiffes für lange Fahrten, insbeſondere
über dem Meere, mit Nachdruck gefördert werde. Es
wurde deshalb der Entwurf eines entſprechend
ge=
bauten Luftſchiffes in Angriff genommen, das zu
Be=
ginn des Jahres 1911 Uebungsfahrten von einem
deutſchen Seehafen aus antreten kann. Damit hat ſich
jedoch die „Deutſche Geſellſchaft zur Erforſchung des
Polargebietes” nicht begnügt, ſie beſchloß die
Entſen=
dung einer Vorexpedition, welche die Grundlagen des
Unternehmens an Ort und Stelle erwägen und von
Spitzbergen aus Vorſtöße ins Polareis machen ſoll, um
die Bedingungen für den Betrieb von Luftſchiffen in
polaren Regionen feſtzuſtellen. Dieſe Vorexpedition iſt
es, welche am Samstag auf dem Dampfer „Mainz” mit
Drdla und Scene de Ballet von Beriot zum Vortrag
bringen. Ebenſo hat Herr Barthels (Cello) Berceuse
von Godard und La Cinquantaine von G. Marie im
Repertoire. Der rege Beſuch iſt der beſte Beweis, welcher
Beliebtheit ſich dieſe Konzerte erfreuen.
— Schützenhof. Heute, Dienstag, konzertiert die
Kapelle des Leibgarde=Regiments unter Herrn Hauskes
Leitung im Schützenhof. Es findet Streichmuſik ſtatt,
und zwar iſt ein Joh. Strauß=Abend vorgeſehen.
— Ludwigshöhe. Die Kapelle des Feld=Artillerie=
Regiments Nr. 61 wird Mittwoch, den 6. Juli, die
Kurkonzerte auf der Ludwigshöhe wieder ſelbſt
aus=
führen, nachdem die Uebungen des Regiments auf der
Senne beendet ſind.
§ Selbſtmordverſuch. Am Sonntag nachmittag
gegen 5 Uhr verſuchte ein in der Altſtadt wohnhafter
Taglöhner durch Einnehmen von Salzſäure einen
Selbſtmord zu begehen. Der Mann wurde durch die
Sanitätswache in das ſtädtiſche Krankenhaus verbracht.
Ss. Griesheim b. Darmſtadt, 4. Juli. Am geſtrigen
Sonntag fand im Gaſthaus „Zum Chauſſeehaus” eine
Kaninchenausſtellung mit Preisverteilung
ſtatt. Von den Ausſtellern wurde dem Vorſitzenden
des Vereins, Herrn Johs. Diefenbach, der erſte Preis
zuerkannt. Herr Philipp Diefenbach erhielt den
zwei=
ten Preis.
B. Von der Tromm, 3. Juli. Heute fand die
Ein=
weihung des neuerbauten Ireneturmes
unter großer Beteiligung von nah und fern und bei
einem für die gegenwärtigen traurigen
Wetterverhält=
niſſe immerhin erträglichen Wetter ſtatt; Regenſpritzer
ſtörten nur vereinzelt auf der Wanderung zum Turm
und während des Feſtes, die Sonne erinnerte uns ſogar
manchmal an ihre Exiſtenz, aber der Waldboden war
von den langen, fürchterlichen Regengüſſen der letzten
Zeit recht naß und kalt, ſo daß man nur in Mänteln
und frierend auf dem Feſtplatze in luftiger Höhe ſitzen
konnte. Gleichwohl hatten es ſich zahlreiche Sektionen
des Odenwaldklubs nicht nehmen laſſen, das Feſt der
drei Ortsgruppen, die den Bau unternommen hatten,
Waldmichelbach, Fürth und Rimbach, zu beſuchen;
Darmſtadt, Worms, Heppenheim erſchienen in
corpore, andere, darunter auch weiter entfernte, waren
durch Abordnungen vertreten. Die ſchweren
Regen=
güſſe der letzten Woche hatten die völlige
Fertig=
ſtellung des Bauwerks leider unmöglich gemacht. Der
Turm präſentiert ſich ſehr gefällig in Form und Farbe.
Bis zur Höhe des Steinbaues läuft rings um den Turm
ein Dach von roten Ziegeln, ſo daß man auch eine
ge=
deckte Unterkunft hat; aus dem Dach heraus erhebt ſich
der Holzbau, braun geſchindelt und mit kräftig betonten
inien. Erbauer des Turmes iſt Herr
Kreisſtraßen=
meiſter Knaups=Rimbach, ein Schüler Metzendorffs.
Die formvollendete, warmempfundene Weiherede hielt
Herr=Oberamtsrichter Wünzer. Er ſprach den Dank
der Bauverwaltung dem Erbauer und den Arbeitern
aus, weiter dem Zentralausſchuß des Odenwaldklubs
und einigen großen Sektionen (Darmſtadt, Worms) für
die Zuwendung namhafter Geldmittel zu dem Bau.
Er gedachte mit warmem Herzen und künſtleriſchem
Erſchauen der Schönheiten unſerer Heimat, über die der
Blick von dem neuen Turm weithin ſchweift, und voll
patriotiſchen Gefühls des Protektors des
Odenwald=
klubs, des Großherzogs Ernſt Ludwig, und der hohen
Patin des Turmes, der Prinzeſſin Heinrich von
Preußen, Prinzeſſin Irene von Heſſen. Auf deren
Namen taufte Herr Wünzer den Turm. Hierauf
ſprach der Vorſ. des Zentralausſchuſſes, Herr
Oberbür=
germeiſter Dr. Gläſſin g,und der Großh. Bürgermeiſter
von Zotzenbach, als „Territorialherr” des Turmes, der
auf Zotzenbacher Gemarkung ſteht, übernahm die
Schlüſſel.
Dann erfolgte die Beſteigung des Turmes
durch die erſchienenen Gäſte, und jeder war überraſcht
von der wunderbar ſchönen Ausſicht, die dieſer im
Her=
zen des Odenwaldes gelegene Punkt gewährt und die
am Tage der Turmweihe bei der reinen Luft beſonders
klar war. Dieſe einzig ſchöne Ausſicht haben wir im
letzten Herbſte eingehend bereits geſchildert und können
uns deshalb heute nicht wiederholen, dürfen aber jedem
Freunde des Wanderns und unſerer ſchönen Heimat
verſichern, daß es ſich ſehr wohl lohnt, einmal die
Schritte zur Tromm zu lenken. Am Nachmittag herrſchte
noch, jetzt auch unter Teilnahme der
Bevölker=
ung der Umgegend, auf dem Feſtplatze und
in der Wirtſchaft „Zur ſchönen Ausſicht” auf der Tromm
von Valentin Keil bei Muſik und Tanz und anderem,
auch „volkstümlichen” Beluſtigungen, frohes Treiben,
bis die Gäſte heimkehren mußten; in Waldmichelbach
und Fürth fand dann Fortſetzung und Schluß ſtatt.
Vor zwanzig Jahren, auch im Sommer, fand die
Ein=
weihung des alten hölzernen Turmes ſtatt, der
fünf=
zehn Jahre dem Wetter getrotzt; es wurde erzählt, daß
es damals bei der Einweihung geſchneit habe und es
ſei ſo kalt geweſen, daß man nur habe Schnaps trinken
können!
— Dreieichenhain, 4. Juli. Auf dem
Geſangswett=
ſtreit errang der Geſangverein „Frohſinn”=
Darm=
ſtadt unter Leitung ſeines verdienſtvollen Dirigenten
Herrn G. Gims, Großh. Hofmuſiker, in der zweiten
Klaſſe den 1. Preis mit 150 Mark in bar nebſt ſilbernem
Becher und Diplom, den Ehrenpreis, beſtehend in einer
ſilbernen Kanne nebſt Diplom. Im höhſten Ehrenſingen
den Fürſtenpreis Sr. Durchlaucht des Fürſten zu
Iſen=
burg=Birſtein, beſtehend in einem ſilbernen Pokal nebſt
Diplom.
Mainz, 3. Juli. Das Jubelfeſt des
Magde=
burgiſchen Dragoner=Regiments Nr. 6 nahm
heute ſeinen Anfang. Die Gäſte wurden durch die
Regi=
mentskapelle feierlich vom Bahnhof abgeholt. Ueber 600
frühere Mitglieder des Regiments ſind eingetroffen,
dar=
unter auch der Flügeladjutant des Kaiſers Exz. Graf
Dohna=Schlobitten, Generalleutnant z. D. Exz. Raabe, der
Vorſitzende des Hamburger Rennklubs Max Schinkel,
Dompropſt Graf Moltke, Mitglied des preußiſchen
Herren=
hauſes, ferner Vertreter der Städte Magdeburg,
Schmiede=
berg und Diedenhofen. Auch vier Veteranen ſind
gekom=
men, die dem Regiment zur Zeit ſeiner Begründung in
den Jahren 1858, 1859 und 1860 angehörten. Das
Reiter=
ſpiel wurde heute abend für die Gäſte wiederholt.
Mainz, 4. Juli. Herr Kriminalkommiſſär
Kind=
häuſer beobachtete am Samstag nachmittag am
Höſ=
chen einen Menſchen, der ihm verdächtig vorkam. Er
veranlaßte ſeine Verhaftung und es ſtellte ſich heraus,
daß es ſich um den 21jährigen früheren
Eiſenbahnge=
hilfen Dietz aus Mayen handelte, der am Freitag in
Wiesbaden einen größeren Zechbetrug verübt, dann
dort auf der Straße ein Fahrrad geſtohlen und es hier
auf dem Pfandhaus verſetzt hatte. Hier wohnte er
früher mehrere Wochen bei einer Familie, wo er mit
der Miete durchging. Dann verübte er in Mayen einen
Einbruch und ſtahl einen größeren Geldbetrag.
— Koſtheim, 3. Juli. Geſtern nachmittag hielt der
Aufſichtsrat der hieſigen Spar= und Kreditkaſſe eine
außerordentliche Sitzung ab, in der über die
Unter=
ſchlagungen des Gemeinderechners
Jun=
ker der früher auch die genannte Kaſſe als Rechner
führte, eingehend beraten wurde. Die bis jetzt feſtges
ſtellten Fehlbeträge ſollen bereits die Summe von
20000 Mark überſchritten haben, und weitere Mankos
dürften noch feſtgeſtellt werden. Doch dürften dieſe
Summen in erſter Linie die Gemeindekaſſe treffen. Ob
auch die Kreditkaſſe zu den Leidtragenden der
Junker=
ſchen Buchführung gehört, bleibt noch abzuwarten.
Jun=
ker ſelbſt ſitzt noch in Unterſuchungshaft.
Worms, 4. Juli. Der Oberſtabsarzt des hieſigen
Regiments, Herr Dr. Kämper, iſt in der Nacht zum
Sonntag an einem Schlaganfall geſtorben. Man
fand ihn geſtern früh als Leiche auf dem Fußboden
ſeines Arbeitszimmers in der Seidenbänderſtraße
lie=
gend. Der Verblichene wird nach ſeinem Heimatsort
Bramſche bei Osnabrück übergeführt.
Ober=Olm, 4. Juli. Eine hieſige Frau, die nachts
mit zwei Nachbarinnen in einen Garten einſtieg, um
Johannisbeeren zu holen, geriet mit dem rechten Fuß
in eine von dem Gartenbeſitzer geſtellte
Raubtier=
falle und erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß ſie in
ein Krankenhaus gebracht werden mußte.
dem Prinzen Heinrich von Preußen, dem Grafen
Zeppelin und einer Reihe wiſſenſchaftlicher Autoritäten
an Bord von Kiel abging. Von ihren Unterſuchungen
wird die definitive Entſcheidung über die
Inangriff=
nahme der Erforſchung der arktiſchen Gegenden mittels
des lenkbaren Luftſchiffes abhängig ſein.
Bei dem zielbewußten Vorgehen, der ſorgfältigen
Ausnutzung aller bisherigen Erfahrungen und bei der
Feſtſtellung der günſtigſten Vorbedingungen für den
Erfolg darf man das Vertrauen hegen, daß das im
vorigen Sommer geplante Unternehmen, welches durch
die jetzt ſtattgehabte Ausſendung der Vorexpedition
ſchon ſo weſentlich gefördert erſcheint, gelingt und für
den deutſchen Namen zu einem neuen Ruhmesblatt in
der Geſchichte der wiſſenſchaftlichen Forſchungen wird.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Berlin 2. Juli. Das Hohenzollern=
Muſeum, das der Erinnerung an die
hohenzollern=
ſchen Herrſcher von Brandenburg=Preußen und deren
Familien gewidmet iſt, hat zum 100. Todestage der
Königin Luiſe (19. Juli) in ſeinen Räumen eine
Sonderausſtellung von Bildniſſen der Königin Luiſe
und ihrer nächſten Verwandten veranſtaltet. Die in
zwei beſonderen Räumen aufgeſtellte Sammlung bietet
dem Beſchauer ein vollſtändiges Bild der anmutig
reiz=
vollen Erſcheinung der Königin Luiſe in zeitgenöſſiſchen
Kunſtſchöpfungen dar. Neben den aus königlicher
Schlöſſern bekannten Bildniſſen von Tiſchbein, Madame
Sigée, Le Brun, Böttner, Schröder iſt intereſſant das
erſt vor einigen Jahren durch die Veröffentlichung im
Hohenzollern=Handbuch bekannt gewordene Bildnis
von Alexander Macco aus dem Jahre 1800.
Merkwür=
dig, weil über den Rahmen rein patriotiſcher Pietät
hinausgehend, iſt ein italieniſcher Kupferſtich, der die
Königin als Mannweib mit Pekeſche und Tſchacko
dar=
ſtellt. Galt ſie doch im Auslande als Beherrſcherin
ihres Mannes und Schürerin der Kriegsbegeiſterung!
Von intimem Reiz iſt auch eine Sammlung von
Brie=
fen an ihren Gemahl, darunter einer mit einer
necki=
ſchen Notiz ihrer Schweſter Friederike verſehen. Vom
Geheimen Staatsarchiv wurde der Jahrgang 1810 des
Tagebuches der Oberhofmeiſterin Gräfin Voß in der
höchſt unleſerlichen Originalhandſchrift zur Verfügung
geſtellt, und ſomit wird mit dem Gedächtnistag der
Königin auch eine wiſſenſchaftliche Ausbeute verknüpft
ſein.
* Zur „Pſyche” des Schönebeck=
Pro=
zeſſes. Bekanntlich hat ſich die verwitwete Frau
von Schönebeck nach kurzer Zeit mit dem Schriftſteller
A O. Weber wieder verheiratet. Die Blätter
beſchäf=
tigen ſich auch anläßlich des Allenſteiner Prozeſſes mit
dieſer vielen unerklärlich erſchienenen Tatſache. Die
Köln. Zeitung ſchreibt darüber: Herrn Webers Pſyche
iſt uns auch am Ende des Prozeſſes rätſelhaft
ge=
blieben. Nur eine Tatſache iſt bekannt geworden, die
vielleicht etwas Licht in das Dunkel bringt. Herr
Weber hat ſie, wie es ſcheint, der Oeffentlichkeit ſelbſt
zur Beurteilung unterbreitet. Herr Weber iſt
näm=
lich beteiligt an einer Verlagsanſtalt, dem
neugegrün=
deten „Weber=Haus G. m. b. H.” in Berlin. Dieſe
Verlagsanſtalt hat kurz vor Beginn des Prozeſſes den
deutſchen Buchhandel im Börſenblatt für den
deut=
ſchen Buchhandel durch folgende Anzeige auf ſich
auf=
merkſam gemacht:
Bisheriger Abſatz über 150000 Bände!
Geehrter Herr Kollege!
Wir bitten, die nachſtehenden ſatiriſchen Schriften
von
A. O. Weber
nicht auf Lager fehlen zu laſſen.
Durch ſeine Heirat mit der im
Vorder=
grund des Intereſſes ſtehenden Frau
v. Schönebeck, deren Prozeß demnächſt in
Allenſtein verhandelt wird, wird die
Nachfrage nach den Weberſchen Satiren
andauernd ſein.
Wir unterſtützen den Antrag durch eine
groß=
zügige Reklame und ſtellen Ihnen ſomit ein großes
Geſchäft in Ausſicht.
Die Weberſchen Satiren ſind keine Eintagsfliegen;
täglich iſt im Sortiment Nachfrage nach gut
pointier=
ten Vortragsſtücken, daher verkaufen ſich die
Bänd=
chen ſpielend leicht.
Wir empfehlen Ihnen den Bezug zu unſeren
gün=
ſtigen Parteiſätzen.
— Sie riskieren dabei nichts. —
Hochachtungsvoll
Weber=Haus G. m. b. H., Berlin NW. 52,
Thomaſius=
ſtraße 22.
* Der Beichtvater der Zarin. Eine der
einflußreichſten Perſönlichkeiten Rußlands, der
Beicht=
vater des Zaren und der Zarin, Otez Joann
Leontje=
witſch Jannnſchew iſt, wie ſchon gemeldet, vor
einigen Tagen geſtorben. Er hat am Petersburger
Hofe nicht nur durch den Einfluß, den er auf das
Kai=
ſerpaar ausübte, ſondern auch durch andere bedeutſame
Dienſte eine hervorragende Stellung eingenommen.
So war er zum Beiſpiel dazu auserſehen, die ehemalige
däniſche Prinzeſſin Dagmar, die jetzige Zarin=Witwe
Maria Feodorowna, die bei ihrer Verheiratung zum
orthodoxen Glauben übertrat, darauf vorzubereiten. Er
war auch ſpäterhin während der ganzen Zeit bis zu
ſeinem Tode ihr Beichtvater. Fernerhin hat er auch zu
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. Juli 1910.
Nummer 154.
Bad Nauheim, 3. Juli. Heute ſtarb hier der
Generaldirektor der norwegiſchen Eiſenbahnen, Sund,
aus Chriſtiania. — Der norwegiſche Juſtizminiſter
Hertzberg iſt zur Kur hier eingetroffen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Juli. Die 7.
Straf=
kammer des Landgerichts I hat nunmehr das
Hauptverfahren wegen Erpreſſung gegen den
Reichs=
tagsabgeordneten Bruhn, deſſen Bruder und
die Redakteure Weber und Sommer eröffnet und den
Angeſchuldigten dieſen Beſchluß zugeſtellt. Die Sache
wurde der 1. Strafkammer zur Hauptverhandlung
überwieſen, die unmittelbar nach den Gerichtsferien
ſtattfinden ſoll. — Ein Feuer, das weniger durch
ſeine Ausdehnung als durch ſeine Eigenart der
Ber=
liner Wehr zu ſchaffen machte, entſtand am Samstag
mittag auf dem Hofe des Grundſtücks Alte Jakobſtraße
139—143. Dort gerieten infolge von Fahrläſſigkeit die
Spirituoſenlager der Firma Maurer u. Bracht in
Brand; beim Ablöſchen wurden ſieben
Feuer=
wehrleute infolge der entſtehenden Alkohol=
Dämpfe bewußtlos und mußten dem Krankenhaus
zu=
geführt werden. Die Feuerwehrleute wurden ganz
allmählich von den Spiritusdämpfen betäubt und
fie=
len dann im Rauſch im Keller um. Es hätte gar nicht
viel gefehlt und die ganze Mannſchaft des Löſchzuges
wäre erkrankt. Rauch, Hitze und die Spiritusdämpfe
wirkten zuſammen, um faſt unmerklich jeden, der in
dem brennenden Keller ſich aufhielt, zu betäuben.
Der frühere hieſige Bankier Ludwig
Thalmeſſin=
ger, der ſeinerzeit Mitinhaber der Bankfirma Feiſt,
Thalmeſſinger u. Ko., und nach der Auflöſung dieſer
Firma Privatſpekulant war, hat ſich gemeinſam mit
ſeiner Frau das Leben genommen. Als
An=
laß zu dem Selbſtmord werden größere Verluſte an
der Börſe, namentlich in amerikaniſchen Werten,
an=
gegeben. Die Verluſte ſollen 400000 Mark betragen
und hauptſächlich aus Geſchäften an der Londoner
Börſe herrühren. — Eines der älteſten
Bier=
lokale in der Umgegend von Berlin geht
jetzt ein, das von Kreideweiß in Tempelhof. „Mutter
Kreideweiß” war in den ſiebziger Jahren,
hauptſäch=
lich ihrer großen „Schinkenſtullen” wegen, ſo bekannt,
daß ſogar Kaiſer Wilhelm I. und der damalige
Kron=
prinz Friedrich zu wiederholten Malen hier
einkehr=
ten und unter den prachtvollen alten Kaſtanien des
Gartens raſteten. Bismarck, Moltke und Roon
tran=
ken hier zuweilen eine Berliner Weiße. Jetzt hat
die alte Beſitzerin das Grundſtück an eine
Aktien=
geſellſchaft verkauft. Dieſe will hier einen modernen
Bierpalaſt mit Terraſſen und ſchönen Anlagen
er=
bauen.
Metz, 4. Juli. Der Abſchluß des geſtrigen Feſttages
anläßlich der Jubelfeier des 67. Infanterie=
Regiments bildete ein Fackelzug, der ſich mit etwa 500
Teilnehmern von der in bengaliſchem Lichte ſtrahlenden
Bismarckſäule aus den St. Quentinberg hinunterbewegte
und mit einem brillanten Feuerwerk über den ganzen Berg
abſchloß.
Rottweil, 4. Juli. Als geſtern abend in der
Wirt=
ſchaft „Zum Engel” zwei Arbeiter ſich als
Gedanken=
leſer und Tauſendkünſtler dem Publikum vorſtellten,
kam es zwiſchen ihnen und den Gäſten zu einem
Wortwechſel, dem die beiden Arbeiter ein
uner=
wartetes Ende dadurch bereiteten, daß ſie plötzlich ihre
Meſſer zogen und blindlings auf die zunächſtſitzenden
Gäſte, ruhige Bürger, losfuhren. Hierbei wurden
durch Meſſerſtiche in Hals und Kopf einige
Per=
ſonen zum Teil ſchwer verletzt und mußten ins
Kran=
kenhaus geſchafft werden. Der eine der Meſſerhelden
wurde ebenfalls mit Verwundungen ins Krankenhaus
geſchafft und der andere in Haft genommen.
Landau (Pfalz), 4. Juli. In der vergangenen Nacht
kamen mit der Bahn zwei reiſende Photographen
aus München hier an, um Nachtquartier zu nehmen.
Kaum waren ſie einige Schritte vom Bahnhof entfernt,
als ſie von zwei Radfahrern, die ihre Räder nicht
beleuch=
tet hatten, angerempelt wurden. Als der eine der
Photographen ſie zur Ordnung mahnte, ſtiegen die beiden
Radfahrer ab und fielen über die Reiſenden her. Der eine
Photograph, namens Anton Schwangert aus München,
23 Jahre alt, erhielt einen Stich in den Hals, der die
Schlagader traf und ſeinen ſofortigen Tod
herbei=
führte. Sein Kollege Alex Ertel, ebenfalls aus München,
erhielt einen Stich in das Geſicht, der die Naſe, Zunge
und Unterlippe bis zum Kinn durchdrang. Der Täter
wurde verhaftet. Es iſt der 20 Jahre alte Jakob König
aus Queichheim.
Nauen, 4. Juli. Im Laufe der Unterſuchung des
tödlichen Automobilunfalles bei Frieſack,
durch den der Chauffeur Stoter des Generalkonſuls von
Schwabach auf eigenartige Weiſe ums Leben kam, hat ſich
ergeben, daß der Tote — ob vor oder nach dem Malheur,
iſt noch nicht aufgeklärt — offenbar von Dieben
ausge=
plündert worden iſt. Die Jacke des Chauffeurs war
auf=
geknöpft und es fehlte die ſilberne Remontoiruhr Stoters,
ſowie eine Brieftaſche mit Geld auch das Portemonnaie
fand man nicht. Es iſt aber erwieſen, daß Stoter Uhr und
Geld bei ſich hatte. Auch zwei Reiſetaſchen, die er mit ſich
führte und in denen er ſeine eigene Garderobe aufbewahrte,
waren nicht mehr im Auto, als man das Unglück entdeckte.
Möglicherweiſe hat Stoter auf der Heimfahrt einen
Frem=
den mitgenommen, und dann wäre ein Raubanfall
nicht ausgeſchloſſen, oder aber er iſt, nachdem er bei dem
vermutlichen Zuſammenprall mit einem Baum den Tod
gefunden, ſpäter beraubt worden. Hoffentlich wird die
Unterſuchung dieſe Dinge aufklären. Die Leiche Stoters
iſt geſtern eingeſargt worden und wird heute nach ſeiner
Heimat Scharrnhauſen bei Stuttgart übergeführt werden.
Hamburg, 2. Juli. Demnächſt ſollen die Arbeiten
zur Eindeichung der Halligen begonnen
wer=
den, wofür der Staat 980000 Mark bewilligt hat. Durch
dieſe Arbeiten ſollen dem Meere 500 Hektar beſter
Marſchboden entzogen und kultiviert werden. Die
Ar=
beiten zur Befeſtigung der Inſel Borkum, für welche
der Staat 600000 Mark bewilligt hat, ſind jetzt beendet
worden.
Beuthen, 3. Juli. Eine wegen eines geringen
Ver=
gehens vor dem Schöffengericht angeklagte
Droſchken=
beſitzersfrau erklärte, nicht deutſch ſprechen zu
können und verlangte die Zuziehung eines polniſchen
Dolmetſchers. Da ſich im Laufe der Verhandlung
her=
ausſtellte, daß die Frau der deutſchen Sprache doch
mächtig war, wurde ſie wegen Ungebühr vor
Ge=
richt zu drei Tagen Haft verurteilt, die ſie ſofort
an=
treten mußte.
Peſt, 4. Juli. Geſtern nachmittag fuhren die beiden
Chauffeure Jannek und Finan des Beſitzers der größten
Peſter Automobilgarage in einem 80= bis 90=
Kilometer=
tempo von Alag nach Peſt. Sie ſtießen mit einem
Laſtwagen zuſammen. Das Automobil
wurde zertrümmert. Ein Chauffeur iſt getötet. Jannek
erlitt ſchwere Arm= und Rippenbrüche.
Mailand, 4. Juli. Der Aſtronom Schiaparelli
iſt geſtorben.
Paris, 2. Juli. Die durch ihre Finanzoperationen
bekannt gewordene Schweſter Candide wurde
gegen 50000 Fr. Kaution vorläufig in Freiheit geſetzt.
London, 4. Juli. Nach einer New=Yorker Depeſche
der Daily Mail iſt während der Ueberfahrt des der
Ham=
burg=Amerika=Linie gehörigen Dampfers „Amerika” ein
großer Diebſtahl auf dieſem Schiffe verübt worden.
Zwei amerikaniſchen Paſſagieren wurden für mehr als
20000 Mark Goldwaren geſtohlen. Die davon ſofort
ver=
ſtändigten Schiffsoffiziere nahmen eine eingehende
Unter=
ſuchung vor, doch waren alle Recherchen umſonſt. Man
glaubt, daß die Diebe unter dem Liftperſonal des Schiffes
zu ſuchen ſind.
Petersburg, 4. Juli. In Peterhof iſt geſtern nacht
das kaiſerliche Theater, das benachbarte
photo=
graphiſche Atelier von Nilow nebſt einer Anzahl Datſchen
niedergebrannt. Nach ſchwerer Arbeit gelang es der
Feuerwehr, den Brand zu bewältigen. Das dreiſtöckige
Gebäude iſt ganz niedergebrannt, ferner ein Flügel des
Hofverwaltungsgebäudes nebſt 6 Landhäuſern. Die
Ent=
ſtehungsurſache des Brandes iſt noch nicht feſtgeſtellt. Das
Theater blieb dieſen Sommer unbenutzt. Vermutlich iſt der
Brand auf die Unvorſichtigkeit eines Angeſtellten
zurückzu=
führen. Die Zarenfamilie iſt von Peterhof abweſend und
weilt augenblicklich in den Gewäſſern von Reval. Der
Schaden beträgt über eine Million Mark.
New=York, 2. Juli. Eine Doppeltragödie, in der
die „Schwarze Hand” ſchon wieder die führende
Rolle ſpielt, wird aus Brooklyn berichtet. Auguſtino
Piccolio lebte ſeit ſieben Jahren mit ſeiner jungen
Ge=
mahlin in Brooklyn. Er hatte es ſeit ſeiner
Einwan=
derung aus Italien mit unermüdlichem Fleiß zu
Wohl=
ſtand und Anſehen gebracht. Vor acht Tagen lauerte
man ihm auf der Straße auf. Ein Unbekannter gab
mehrere Schüſſe auf ihn ab. Schwerverletzt mußte
der Italiener ins Hoſpital gebracht werden. Jede
Hoff=
nung, ſein Leben zu erhalten, war vergebens. Die
Kunſt der Aerzte langte nur dazu, ihm durch
Darbiet=
ung von Betäubungsmitteln die Schmerzen ſeiner
letz=
ten Tage zu lindern. Vergangene Nacht nun wurde im
Hauſe des im Hoſpital auf dem Sterbebett Liegenden
eingebrochen, und die junge Gemahlin des Italieners
wurde im Bett überfallen, gewürgt und außerdem durch
mehrere Meſſerſtiche verſtümmelt. Als man ſie am
frühen Morgen in dem entſetzlichen Zuſtand vorfand,
hauchte ſie in Angeſicht der zur Hilfe gerufenen Aerzte
ihren Geiſt aus. Das Bewußtſein hatte ſie nicht wieder
erlangt. Zur ſelben Morgenſtunde aber verſchied im
Hoſpital ihr Gemahl. Auguſtino Piccolio hatte der
Po=
lizei keinerlei Mitteilung davon gemacht, daß, die
„Schwarze Hand” ihn längere Zeit hindurch ſchon
ver=
folgte. Erſt bei der Durchſicht ſeiner Hinterlaſſenſchaft
fand man Erpreſſerbriefe, in denen er und ſeine
Ge=
mahlin mit dem Tode bedroht werden. Dieſe Briefe
ſind von Mitgliedern der „Schwarzen Hand”
unter=
zeichnet.
New=York, 4. Juli. Die Hitzewelle, die ſeit
eini=
gen Tagen die Oſtſeite der Vereinigten Staaten
heimge=
ſucht hat, macht ſich ſeit geſtern von neuem bemerkbar und
hat bereits eine Anzahl Todesopfer gefordert, darunter
5 in Philadelphia und 3 in der Provinz. Die New=Yorker
Bevölkerung hat zum größten Teil die Stadt verlaſſen.
Der durch die Hitze angerichtete Schaden iſt ſehr groß.
Buenos=Aires, 4. Juli. Die Internationale
Ausſtellung für Hygiene, worauf auch
Deutſchland vertreten iſt, wurde in Gegenwart des
Präſidenten Fiqueroa Alcorta feierlich eröffnet.
Die Kieler Woche.
sr. (Eigener Bericht.) Die kleineren Klaſſen, die,
bis auf die 8=Meter=Klaſſe, lediglich in vier
Binnen=
regatten zwiſchen Holtenau und Friedrichsort in
Aktion traten, ließen gleichfalls eine bemerkenswerte
Ueberlegenheit der Auslands=Konſtruktionen
er=
kennen. In der reich beſetzten 8=Meter=Klaſſe
domi=
nierte anfangs der engliſche Neubau „Dezima” Auf
eine ununterbrochene Folge von vier Siegen trat
die=
ſes Mylne=Boot dann aber bei zunehmendem Wind
und Seegang gegen „Woge IV” zurück, die nach
Zeichnungen des engliſchen Konſtrukteurs W. Fife in
ieſem Jahre erbaut wurde. Gleich „Dezima” kehrte
dieſe Jacht von keiner Regatta ohne Preis zurück und
brachte es auf drei Siege. Von den deutſchen
Neu=
bauten dieſer Klaſſe war „Toni VII.” am
erfolgreich=
ſten und bewährte ſich ſelbſt bei ſchwererem Wetter
unter der bewährten Führung ihres Eigners A.
To=
ias überraſchend gut. Unter ſechs Preiſen gewann
der jetzigen Zarin ganz ungewöhnliche Beziehungen
gehabt. Denn gleicherweiſe wie bei der Zarin=Witwe,
wurde er im Jahre 1894 dazu auserſehen, die
Prinzeſ=
ſin Alix von Heſſen, die jetzige Kaiſerin Alexandra
Feo=
dorowna, zur Annahme des orthodoxen Glaubens
vor=
zubereiten, da auch dieſe bekanntlich bei ihrer
Verhei=
ratung zu dem griechiſch=katholiſchen Glauben übertrat.
Dadurch erlangte er einen bedeutenden Einfluß auf das
ganze kaiſerliche Haus, der noch dadurch erweitert
wurde, daß er von dem Zaren zum Beichtvater aller
Kinder des Zarenpaares auserſehen wurde. Otez
Jan=
nyſchew war, als er am 28. Juni dieſes Jahres ſtarb,
85 Jahre alt. Er wurde im April 1826 als Sohn eines
Geiſtlichen geboren. Im Jahre 1845 trat er in die
Pe=
tersburger geiſtliche Akademie ein, 1851 wurde er
Geiſt=
licher in der Kirche der ruſſiſchen Botſchaft in
Frank=
urt a. M. Dann wurde er im Jahre 1856 Profeſſor an
der Univerſität zu Petersburg, wo er Theologie,
Lo=
gik und Pſychologie lehrte. Im Jahre 1858 kam er als
Geiſtlicher an die ruſſiſche Kirche der Botſchaft in
Ber=
lin, wo er ein Jahr lang wirkte. Ein Jahr ſpäter
ſiedelte er nach Wiesbaden über, um dort eine
ähn=
liche Stellung wie in Berlin einzunehmen. Schon im
Jahre 1883 wurde er an den Hof nach Petersburg
ge=
rufen, wo er ſofort zum Beichtvater des Zaren und
der Zarin ernannt wurde. In dieſer Stellung blieb
er auch unter dem Nachfolger Alexanders III. bis an
ſein Lebensende.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
Schauſpielhaus. Dienstag, 5. Juli: Bürgerlich
und romantiſch. Mittwoch, 6. Juli: Der Richter von
Zalamea. Donnerstag, 7. Juli: Das Konzert.
Frei=
tag, 8. Juli: Der Raub der Sabinerinnen.
Sams=
tag, 9. Juli: Bürgerlich und romantiſch. Sonntag,
10. Juli: Frau Warrens Gewerbe. Montag, 11. Juli:
Der Richter von Zalamea. Dienstag, 12. Juli: Zum
erſten Male: Der große Name. Luſtſpiel in 3 Akten
von Viktor Léon und Leo Feld.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
nal=Theaters in Mannheim. Dienstag, 5.
Juli: Madame Butterfly. Mittwoch, 6. Juli:
Wallen=
ſteins Tod. Donnerstag, 7. Juli: Carmen. Freitag, 8.
Juli: Robert und Bertram. Samstag, 9. Juli:
Feſt=
vorſtellung zur Feier des Geburtstages des
Großher=
zogs: Die Kronprätendenten. Sonntag, 10. Juli: Die
Meiſterſinger.
Kleines Feuilleton.
ma Holunderſekt. Die Blütezeit des
Holun=
ders, der in Darmſtadt und ſeinen herrlichen Waldungen
häufig wächſt, iſt da. Weithin leuchten die
weißgelb=
lichen Blüten durch die Landſchaft und bieten ſich uns
mit ihren heilkräftigen Eigenſchaften zum Gebrauche
an. Die geſammelten und dann an der Luft
getrock=
neten Blüten werden bei Erkältungen zu einem
ſchweiß=
treibenden Tee als Hausmittel mit etwas Zitronenſaft
mit gutem Erfolge angewendet. Aber nicht nur als
Heilmittel finden die Blüten Verwendung, ſondern
auch zur Herſtellung eines billigen, vortrefflich
mundenden Sektes können ſie gebraucht werden. Die
Trugdolden werden mit dem gemeinſamen Stile
ge=
pflückt. Man vermeide ein ſtarkes Schütteln, damit der
Blütenſtaub nicht abfällt. Die Zubereitung des
Holunderſektes iſt dann wie folgt: In eine große
Schüſſel gieße man ſieben Liter reines Brunnenwaſſer,
in welchem ein halbes Pfund Kandiszucker und ein
Pfund weißer Zucker aufgelöſt werden. Dieſe Miſchung
läßt man 3 bis 4 Tage offen ſtehen und rührt ſie
zwei=
bis dreimal täglich um. Die Blüten werden dann
heraus=
geholt und die Flüſſigkeit in Flaſchen gefüllt. Die
Flaſchen müſſen vollſtändig gefüllt und offen drei Tage
von der Sonne beſchienen werden. Eine Flaſche voll
benutzt man zum Nachfüllen der verdunſteten
Flüſſig=
keit. Durch die von der Sonne in der Flüſſigkeit
her=
vorgerufene Gärung werden ſchmutzige Beſtandteile in
den Flaſchen obenhin getrieben. Dieſen Schmutz ſchüttet
man ab, verkorkt die Flaſchen und bindet, ähnlich, wie
bei Champagnerflaſchen, den Kork feſt, weil ſonſt die
in der Flüſſigkeit ſteckende Kohlenſäure den Kork
heraustreibt und die Flaſche ausläuft. Im Keller
ge=
agert, iſt der Hollunderſekt nach einigen Tagen
trink=
fertig. Beim Ausſchenken ſei man vorſichtig, da der
Holunderſekt ſehr ſchäumt. In der heißen Zeit iſt
dieſes leicht zu bereitende, vorzügliche Getränk eine
vahre Labung und Erfriſchung.
** Die Haare im Erkennungsdienſt. Das
Studium und die Klaſſifizierung der Menſchenhaare iſt
der Gegenſtand der neuen Arbeiten und
Unterſuchun=
gen, denen zurzeit Bertillon, der unermüdliche
Krimi=
nalforſcher, ſeine Tatkraft widmet. Er hat ſich das Ziel
geſetzt, eine vollſtändige, bis in die feinſten Einzelheiten
ausgearbeitete Tabelle herzuſtellen, in der alle
Farb=
tönungen und Nüancen des Menſchenhaares ihren
Platz finden ſollen. Aus allen Teilen der Welt läßt er
ſich Haarproben kommen, eine gewaltige Menge von
Proben liegt bereits vor, aber auch ſie genügen noch
nicht dem Eifer des Forſchers und er bittet um weitere
Proben. Eine vollſtändige Palette der menſchlichen
Haarfarben iſt nach der Anſicht des Gelehrten eine
längſt empfundene Notwendigkeit für den
kriminaliſti=
ſchen Erkennungsdienſt. Wenn Verbrecher geſucht
werden, gab man bisher die Haarfarbe nur unbeſtimmt
und doppelſinnig an, denn die Farbtöne hatten keine
leichwertige, einheitliche Bedeutung und wechſelten je
nach der ſubjektiven Auffaſſung. Was in Sizilien helles
Haar genannt wird, gilt bereits in Skandinavien als
dunkel, uſw. Sobald Bertillon mit ſeinem Material
zufrieden iſt, wird er die einzelnen Haarproben
klaſſifi=
zieren und in ſeine Tabelle einordnen, die von dem
ichteſten Flachsweiß bis zum dunkelſten Schwarz alle
Nüancen umfaßt. Die Tabelle wird dann allen
Krimi=
nalbehörden der Welt mitgeteilt. Wenn dann ein
Ver=
brecher geſucht wird, ſo werden einfach die
Haarnum=
mern angegeben. Man ſchreibt z. B. „Haar von Nr.
27—32‟, und ſowohl die ſizilianiſche wie ſkandinaviſche
Polizei wird mit weitgehender Genauigkeit wiſſen,
welche Farbnüancen in Betracht kommen. Die
Ver=
brecher, die heute bereits Handſchuhe tragen, um keine
Fingerabdrücke zu hinterlaſſen, werden dann auf neue
Gegenmittel ſinnen müſſen und am beſten tun, ſich den
Kopf zu raſieren.
— Ein gefährlicher Biſchof. Von dem
Be=
ſuche der Königin von Dänemark auf Island weiß
eine engliſche Wochenſchrift eine amüſante kleine
Anek=
dote zu erzählen. Der würdige, greiſe Biſchof von
Js=
land hatte es übernommen, der hohen Frau alle
Sehens=
würdigkeiten des weltfernen Eilandes zu zeigen und
ihr zu erklären, wie das Volk von Island lebt und
arbeitet. Die Königin dankte dem wackeren
Gottes=
manne herzlich für ſeine Bemühungen, und als ſie
hörte, daß er eine große Familie habe, erkundigte ſie
ſich nach ſeinen Angehörigen und fragte ihn, wieviel
Kinder er habe. Ohne einen Augenblick zu zögern,
ant=
wortete der greiſe Herr kurz und bündig: „
Zweihun=
dert.‟ Die Königin wich unwillkürlich zurück und
blickte zweifelnd auf dieſen fruchtbaren Vater, der ruhig
und gelaſſen vor ihr ſtand, als ſei eine
Nachkommen=
ſchaft von 200 Kindern die ſelbſtverſtändlichſte Sache
der Welt. „200 Kinder!” rief die Königin. „Ja, ſagen
Sie nur, wie können Sie denn ſo viele erhalten?” „Das
macht keine Schwierigkeiten, Majeſtät,” erwiderte der
Biſchof, harmlos lächelnd, „im Sommer ſchicke ich ſie
hinaus auf die Weide und wenn der Winter kommt,
dann werden ſie geſchlachtet und verſpeiſt.‟ Die
Köni=
gin hatte nicht gewußt, daß das däniſche Wort für
Kin=
der faſt genau ſo klingt, wie der isländiſche Ausdruck
für Schafe. . . .
* Eine 600 Jahre alte Uhr. Im Dom von
Exeter iſt nun durch den Bürgermeiſter die alte
aſtro=
nomiſche Uhr feierlich wieder in Gang geſetzt worden,
die ſeit Jahrhunderten die Stunden der Andacht und
der kirchlichen Verrichtungen anzeigte. Der
ehrwür=
dige alte Zeitmeſſer, der jetzt auf einem mächtigen
Eichengeſtell in einer Seitenkapelle ſeinen neuen Platz
gefunden hat, iſt im Jahre 1317 hergeſtellt worden.
Urſprünglich ſtand er im Hauptſchiff. Die Uhr gilt als
die älteſte ihrer Art in England; vor dem Transport
an ihren neuen Standplatz wurde ſie von einem
her=
vorragenden Fachmann des Uhrmachergewerbes
ſorg=
ſam geprüft und repariert.
* Der Ehendoktor. Die Nachricht, daß
Staatsſekretär a. D. Dernburg von der Univerſität
Königsberg zum Ehrendoktor ernannt worden ſei,
brin=
gen die Konſtanzer Nachrichten in folgender Form:
Staatsſekretär a. D. Dernburg iſt von der juriſtiſchen
Fakultät der Univerſität Königsberg wegen ſeines hohen
Verdienſtes um die Stärkung des vaterländiſchen
Emp=
findens zum Ehendoktor ernannt worden.‟ Da wird
ſich Herr Dernburg jetzt wohl damit beſchäftigen, Ehen,
die auseinanderzugehen drohen, wieder zuſammenzus
leimen.
Nummer 154.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. Juli 1910
Seite 5.
ſie zum Schluß noch einen erſten. Das faſt
vollſtän=
dige Verſagen der übrigen Jachten, darunter der
Neu=
banten „Antwerpia” (Linton Hope), „Lilli X.‟ (G.
Barg), „Wildente” (W. von Hacht), „Hede II.‟ (J.
Anker), „Iſolde III.‟ (L. Scheel) iſt vorwiegend mehr
auf die geringeren Qualitäten der Mannſchaften als des
Bootmaterials zurückzuführen. In der ſchwach
beſetz=
ten 7=Meter=Klaſſe blieb die gleichfalls von A. Mylne
gezeichnete Berliner Jacht „Meluſine II.”
ungeſchla=
gen, da der Heidtmannſche Neubau „Maria Florie‟
verſagte und die vorzügliche „Kismet” ihr
Engage=
ment nicht erfüllte. Wechſelvoller war das
Sieger=
glück in der mit 13 Jachten beſetzten 6=Meter=Klaſſe,
in der auch mehrere Eintonner=Pokaljachten
mitkon=
kurrierten, darunter die Gewinnerin, die ſchwediſche,
von C. O. Siljegren konſtruierte „Agnes II.‟. Sie
vermochte ſich aber bei den Hafenregatten weniger
her=
vorzutun, fand vielmehr vor allen im engliſchen Neubau
„Gypletor” eine überlegene Gegnerin. Da „Gypletor”
von G. U. Laws als ausgeſprochenes Leichtwetterboot
konſtruiert ſein ſollte, mußten ihre vorzüglichen
Re=
ſultate bei der durchſchnittlich herrſchenden Windſtärke
ron 6—8 Meter um ſo mehr überraſchen. Es iſt
in=
des ein alter Erfahrungsſatz, daß gute
Leichtwetter=
boote auch bei ſchweren Wettern hervortreten und
nur bei Mittelpriſe verſagen. Die deutſche
Pokal=
jacht „Windſpiel” bildet allerdings eine Ausnahme
dieſer Regel. Sie konnte ſich trotz vorzüglicher
Führ=
ung bei friſchem Winde nur ſelten plazieren, vielmehr
haben auch die Regatten der Kieler Woche ergeben,
daß Deutſchland bei den Pokalregatten weit beſſer
durch „Aſter” vertreten geweſen wäre, die auch
ur=
ſprünglich auf Grund der Vergleichsfahrten zur
Ver=
teidigerin des Eintonner=Pokals in Ausſicht
genom=
men war. Wenn man ſich trotzdem für „Windſpiel”
entſchied, ſo iſt daraus niemandem ein Vorwurf zu
machen, denn die Witterungsverhältniſſe laſſen ſich
nun einmal nicht auf Wochen vorausſehen. Der gleich
„Windſpiel” von Ad. von Hacht erbaute „Harald IV.”
zählt dafür mit zu den erfolgreichſten Booten der
Klaſſe, und ihm gelang es wiederholt, gegen das große
ausländiſche Aufgebot erfolgreich abzuſchneiden. Die
übrigen Neubauten, ſowie das einzige ältere Boot
der Klaſſe, der Hamburger „Schelm”, traten gegen die
Leiſtungen der übrigen meiſt weit zurück. Während die
6=Meter=Schwertjacht „Ariadne II.” ſtets ohne
Kon=
kurrenz für ihren Klaſſenpreis ſchlecht und recht über
die Bahn ging, gab es in der kleinſten, 5=Meter=Klaſſe,
ſtets ſpannende Kämpfe zwiſchen den beiden
vorjähri=
gen deutſchen Booten „Nixe” und „Wum” und der
be=
reits im dritten Jahre ſegelnden engliſchen Jacht
„Elsbeth III.”, und es war intereſſant, zu beobachten,
wie die fünf Neubauten ſich vergeblich abmühten,
gegen dieſes Terzett anzukommen, das ſich faſt in alle
Preiſe teilte.
* Travemünde, 3. Juli. Bei der Regatta
des Norddeutſchen Regattavereins und
des Lübecker Jachtklubs in der Lübecker Bucht
erhiel=
ten in der „A I‟=Klaſſe „Weſtward” den erſten Preis
— der vom Lübecker Senat gegeben war —, und „
Ger=
mania” den zweiten Preis; „Meteor” wurde dritter,
„Hamburg” vierter. In der 15=Meter=Klaſſe wurde
„Sophie Eliſabeth” erſte; in der 12=Meter=Klaſſe
„Magda VIII.”, während „Schönhilde” zweite wurde;
in der 10=Meter=Klaſſe gewann „Iſa II.” den erſten
Preis, in der 9=Meter=Klaſſe „Ariadne II.” den erſten,
in der 8=Meter=Klaſſe „Woge IV.” den erſten und
„Toni VII.” den zweiten Preis.
* Kiel, 4. Juli. Heute früh 8 Uhr ſind die Kaiſerin
und Prinz Joachim eingetroffen. Auf dem
Bahn=
ſteig waren erſchienen der Kaiſer, die Prinzeſſin Heinrich,
Prinz Adalbert, der Kommandant der „Iduna” Kapitän
Karpf und Polizeipräſident v. Schroeter. Die Majeſtäten
und die Prinzen begaben ſich in die Villa des Prinzen
Adalbert, um das Frühſtück einzunehmen.
* Kiel, 4. Juli. Nach der Frühſtückstafel beim
Prinzen Adalbert kehrte der Kaiſer an Bord der
„Hohenzollern” zurück. Er nahm am Vormittag den
Vortrag des Chefs der Militärkabinetts und den des
Marinekabinetts, Vizeadmirals von Mueller
ent=
gegen. Die Kaiſerin ging an Bord ihrer Jacht „Iduna”.
Mittags ſpeiſte das Kaiſerpaar auf der „Iduna‟. Der
Kaiſer tritt heute nachmittag die Nordlandreiſe
an, an der teilnehmen: Generaladjutant General der
Kavallerie von Scholl, der Chef des Generalſtabs
General der Infanterie von Moltke, der Chef des
Militärkabinetts und der Chef des Marinekabinetts,
die Flügeladjutanten Oberſt von Chelius und
Fregattenkapitän von Bülow, Hausmarſchall
Frei=
herr v. Lyncker, Generalarzt Dr. Ilberg, Prinz
Albert zu Schleswig=Holſtein, Prinz Otto zu Sayn=
Wittgenſtein, Graf v. Schlitz genannt v. Goertz,
Ge=
neraladjutant Graf von Hülſen=Haeſeler, Geſandter
v. Treutler, Oberſt Dickhuth, Geheimer Regierungsrat
Profeſſor Dr. Gueßfeldt und Marinemaler Profeſſor
Stoewer.
Sport.
Fechtſport. Am Sonntag, den 3. d. Mts.,
ver=
anſtaltete der Fechtklub Cheruskia=Darmſtadt ein
Mann=
ſchaftsfechten in Florett und deutſchem Säbel. Es
wurden unter der Leitung des Herrn Fechtmeiſter
Kaiſer durchweg gute Reſultate erzielt. Im Florett
gingen die Herren Willi Schmitt, Kolath und
Ruppel, und im deutſchen Säbel die Herren
Caſtritius, Bühling und Schmitt als Sieger
hervor.
Pkr. Rrennen zu Breslau, den 3. Juli. 1.
Rennen. 1. Boulanger (Goff), 2. Sprottau (
Simp=
ſon), 3. Luzerne (Torke). Tot. 19110. Drei liefen. 2½
bis 6 Lg. — 2. Rennen. 1. Kirſchwaſſer (Beſitzer), 2.
Alfred Houſe (Lt. von Koſchützki), 3. Prellerei (Prinz
zu Schaumburg). Tot. 17110, Pl. 10, 10:10. Unpl.:
Toncſi. 3—8 Lg. — 3. Rennen. 1. Eſther (Torke), 2.
Abgott (Dittmar), 3. Star (Weber). Tot. 37110, Pl.
11, 12, 19110. Unpl.: Schloßherrin, Armbruſt,
Glim=
mer II., Rotkäppchen. ¾—2 Lg. — 4. Rennen. 1. Halte
(Weatherdon), 2. St. Frivol (Torke), 3. Arioviſt (
Ditt=
mar). Tot. 22110. Drei liefen. 4—5 Lg. — 5. Rennen.
1. Moſes (Graf Schweinitz), 2. Lindenwirtin (Beſitzer).
Tot. 24:10. Zwei liefen. 1 Lg. — 6. Rennen. 1. Scarf
Pin (Beſitzer), 2. Dardanelle (Beſitzer), 3. Fredi (
Be=
ſitzer). Tot. 24:10, Pl. 14, 17:10. Unpl.: Schwalbe.
3—2 Lg.
Rennen zu Dortmund, den 3. Juli. 1
Ren=
nen. 1. Fliege (Piplies), 2. Margiana (N. Kalff),
3. Pax (Gehrke). Tot. 89:10, Pl. 21, 14, 27110. Unpl.:
Bäuerin, Jap, Fax, Blumenhanne. 3½—6 Lg.
2 Rennen. 1. Goldgräber (Leiner), 2. Oſterhaſe (G
dicke), 3. Nattard (Bredereke). Tot. 21:10, Pl. 16,
22110. Unpl.: Brunswiga, Elfe. 1½—5 Lg. — 3.
Ren=
nen. 1. Sands (Wulffert), 2. Geiſenheimer (
Brede=
rekel, 3. Angelika (Piplies), Tot. 21310, Pk. 15, 19.10,
Unpl.: Spes, Knave of Hearts. 6—¾ Lg. — 4.
Ren=
nen. 1. Ruhm (Bredereke), 2. Fresco (Lange), 3.
Mar=
der (N. Kalff). Tot. 25:10, Pl. 14, 15:10. Unpl.: Helga,
Myrrha, Palü (gef.). 4—20 Lg. — 5. Rennen. 1.
Hoch=
meiſter (Martin), 2. Roi Negre (Gädicke), 3. Roſy
(Lange). Tot. 22:10, Pl. 13, 14:10. Unpl.: Caneton.
Job. — 6. Rennen. 1. Hoptie (Gädicke), 2. Joris
(Printen) 3. Höllenſohn (Piplies). Tot. 69110, Pl. 16,
13, 20:10. Unpl.: Sklavin, Barrikade, Kedes,
Theo=
dore (gef.). 5—15 Lg.
sr. Der Prix du Preſident de la
Re=
publique, ein mit einem Ehrenpreiſe des
Präſiden=
ten der Republik und 100000 Francs ausgeſtattetes
Rennen bildete am Sonntag das Ereignis des Meetings
zu Paris=Maiſons=Laffitte. Für die über 2500 Meter
führende Konkurrenz erſchienen 10 dreijährige und
ältere Pferde am Start. Sea Sick führte vor Marſa,
Overſight und Oſſian. Auf der den Tribünen
gegen=
überliegenden Seite hatte ſich Oſſian auf den zweiten
Platz geſchoben vor Marſa, Großpapa und Overſight.
An der Wende verſuchte Oſſian, trotz des tiefen Bodens,
dem Felde davonzulaufen, doch machten ſich Großpapa,
Overſight und Marſa zu ſeiner Verfolgung anf. In
der Geraden zeigte ſich Großpapa geſchlagen.
Over=
ſight und Marſa zogen an Oſſian vorbei und zwiſchen
den beiden Pferden entſpann ſich ein heftiger Kampf,
aus dem Monſ. Vanderbilts Overſight (O'Neill) nur
um einen Hals als Sieger hervorging, ¾ Länge hinter
Marſa endete Oſſian als Dritter vor Aveu und Sea
Sick. Tot. 20:10, Pl. 19, 25, 25:10.
Rr. Der Große Preis der Stadt Leipzig
kam am Sonntag zum Austrag. In dem über 100
Kilometer führenden Rennen übernahm Theile
zu=
nächſt die Führung, konnte dieſe aber nur bis zur
45. Runde behaupten. Dann ſetzte ſich Guignard
an die Spitze und gewann unangefochten in 1
Stunde 24 Minuten 25,4 Sekunden vier Runden vor
Theile; Huybrechts und Salzmann waren nicht ſchnell
genug und blieben 13 bezw. 30 Runden zurück. Das
Hauptfahren landete Stabe mit einer halben Länge
vor Peter und Wegener, während er im
Vorgabe=
fahren (10 Meter) nur den zweiten Platz hinter
Tech=
mer (20 Meter) und vor Conrad (15 Meter) beſetzte.
Im Prämienfahren ſiegte Pawke vor Schwab und
Birkholz.
Der Große Radfahrerpreis der Stadt
Paris nahm am Sonntag auf der ſtädtiſchen Bahn zu
Vincennes bei ungünſtigem Wetter, aber gutem Beſuch
ſeinen Anfang. Die Vorläufe brachten große
Ueber=
raſchungen, da Rütt von Fournous und Henry Mayer
von Comes geſchlagen wurden. Dagegen gewann
der Berliner Bader ſeinen Vorlauf. Rütt und Mayer
können jedoch noch am Hoffnungslauf teilnehmen, deſſen
Sieger ſich für die Zwiſchenläufe qualifiziert. Im
einzel=
nen gewannen ihre Vorläufe Friol, Ellegaard, Fournous,
Bader. Pouchois, Comes, Didier und Schilling. Das
50 Kilometer=Dauerrennen landete Seres mit 450 Meter
Vorſprung von Parent, Darragon und Bardonneau.
Rund durch Frankreich. Das alljährliche
große, ſich über vier Wochen erſtreckende
Rieſenſtraßen=
rennen Rund durch Frankreich nahm am Sonntag mit
der erſten Etappe von Paris nach Roubaix über 272
Kilometer ſeinen Anfang. Der erſte Tag endete mit
einer Ueberraſchung, da der Belgier Croupelandt
in 8 Stunden 59 Minuten vor Vanhouwaert, Lapize
und Faber ſiegte.
Luftſchiffahrt.
D. F. G. Flugwoche in Mülhauſen i. E.
Bis jetzt ſind in Mülhauſen als Flieger eingetroffen:
Jeanin auf Aviatik=Farman, v. Gorriſſen auf
Euler=Voiſin, Amerigo auf Aviatik=Farman,
The=
len auf Wright, Behrends auf Schulze=Herford
und Barrier auf Blériot.
Todesſturz bei dem aviatiſchen
Mee=
ting zu Reims. Mit einem tödlichen Unfall wurde
am Sonntag das aviatiſche Meeting von Reims
einge=
leitet. Der Antoinette=Pilot Wachter ſtürzte nach
mehreren gut gelungenen Flügen plötzlich infolge
Ver=
ſagens des Motors aus einer Höhe von 150 Metern zu
Boden und blieb mit zerſchmetterten Armen und Beinen
tot am Platze liegen.
Flugwoche in Warſchau. Trotz günſtigen
Wetters flogen am Donnerstag, den 30. Juni, nur
Ba=
ron de Caters, Thyck und Utoczkin. Während Baron
de Caters und Thyck nur einen Flug von je ungefähr
1 Minute zurücklegten, zeigte Utoczkin bedeutend beſſere
Leiſtungen. Mit ihm ſtieg Frau Direktor Woerner
aus Frankfurt a. M. auf und es flogen beide 20
Mi=
nuten lang und erreichten eine Höhe von 100 Metern.
Das aus allen Teilen Polens herbeigeſtrömte
Publi=
kum hatte den Aufſtieg einer Dame noch nicht mit
an=
geſehen, weshalb ſie derſelben große Ovationen dare
brachten.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Aus Roßdorf.
In Nr. 142 Ihres geſchätzten Blattes berichten
Sie unter anderem auch über die diesjährige, im
Gartenſaal des Städtiſchen Saalbaues ſtattgefundene
Hauptverſammlung des Ernſt=Ludwig=Vereins,
Heſſi=
ſcher Zentralverein für Errichtung billiger
Wohn=
ungen. Aus dieſem Bericht iſt erſichtlich, daß ſich auch
in Roßdorf eine gemeinnützige
Baugenoſ=
ſenſchaft gebildet hat. Da die erſte Anregung zu
derartig ſchönen Unternehmungen, die ohne
Spekula=
tionsabſichten und nur im Intereſſe des kleinen
Man=
nes tätig ſein wollen, von national geſinnten
Män=
nern ausgegangen iſt, erlaubt ſich Schreiber dieſes,
einiges über die Unterſtützung vorſtehender
Genoſſen=
ſchaft ſeitens der Behörden mitzuteilen.
Schon ſeit mehreren Jahren herrſcht in Roßdorf ein
auch ſtatiſtiſch feſtgeſtellter Wohnungsmangel, ſodaß es
ſelbſt dem fleißigſten und in jeder Beziehung anſtändigen
Familienvater ſchwer fällt, für ſich und ſeine Familie
eine geſunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnung
zu erhalten; war doch die Gemeinde gezwungen, ein
Gemeindehaus zum Preiſe von 17000 Mark zu bauen.
Sollten ſich dieſe mißlichen Verhältniſſe nicht bald
än=
dern, ſo ſteht es außer Zweifel, daß in nächſter Zeit
noch ein zweites erforderlich iſt. Der geneigte Leſer
wird ſich wohl ſelbſt fragen, wie iſt dies bei geordneten
Verhältniſſen einer Gemeinde möglich? Ich möchte
kurz nur eins erwähnen: Vor kurzer Zeit erklärte
mir ein mit den örtlichen Verhältniſſen ſehr vertrauter
Fachmann, daß er das neue Wohnhaus, das ein
Bau=
unternehmer einem Arbeiter verkauft hat, um 1500
Mark billiger gebaut und immer noch eine ſchöne
Summe Geld verdient hätte. Ich überlaſſe es jetzt1
jedem ehrlich denkenden Menſchen, zu nrüfen, mie1 wird Anfang Oktober erfolgen.
lange ein wertätiger Man bei den heutigen
ſchwie=
rigen Arbeitsverhältniſſen, bei den teuren
Lebens=
mittelpreiſen, wo noch Steuer, Eiſenbahnfahrgeld und
dergleichen in Abzug kommen, zu ſparen hat, bis er
die Summe von 1500 Mark erübrigt; meines
Er=
achtens reichen zehn Jahre nicht. Zudem iſt auch die
Preistreiberei beim Baugelände unter den
Bauunter=
nehmern ſelbſt nicht dazu geeignet, ein billiges
Wohn=
haus herſtellen zu können.
Angeſichts dieſer Verhältniſſe hat ſich hier eine
gemeinnützige Baugenoſſenſchaft nach den Grundſätzen
des Wohnungsfürſorgegeſetzes gebildet, was auch von
der Einwohnerſchaft mit Freuden begrüßt wurde, nur
von der Gemeindeverwaltung und den
Bauunterneh=
mern nicht. Es ſei hiermit allen denjenigen Perſonen,
die an dem Zuſtandekommen der Genoſſenſchaft
mit=
gewirkt haben, ſowie der Forſtbehörde für die
Ueber=
laſſung eines geeigneten Baugrundſtückes, und ganz
beſonders dem Herrn Landeswohnungsinſpektor
Gretz=
ſchel für ſeine unermüdliche Tätigkeit bei der
ſchö=
nen idealen Sache beſtens Dank geſagt. Wollte Gott,
daß es der Landesregierung vergönnt ſein möge, recht
viele derartige Männer, die ſich nicht ſcheuen, mit den
unterſten Volksſchichten in Verbindung zu treten und!
für deren Wohl und Zufriedenheit zu arbeiten, zu
fin=
den und auch recht lange zu erhalten. Leider ſtehtf
unſere Gemeindeverwaltung, insbeſondere der Herr
Bürgermeiſter, dieſer Sache nicht ſympathiſch
gegen=
über. Der Vorſitzende hält es deshalb für ſeine Pflicht=
und ſein Recht. mit der Sache an die Oeffentlichkeit zu
treten. Hat doch der Vertreter des Miniſteriums
er=
klärt, daß das Miniſterium in jeder Weiſe allen
ſozial=
politiſch gerechtfertigten Forderungen gern
entgegen=
kommt und anerkennt, daß die gemeinnützige
Wohn=
ungsfürſorge ſegensreich wirkt, und erſcheint es wohl
wünſchenswert, daß ſie auch durch die
Gemeindeverwal=
tungen gefördert werde. Da die Genoſſenſchaft dieſes
Jahr noch ſechs Häuſer errichten möchte, iſt die Hilfe
der zuſtändigen Behörden dringend erwünſcht.
Der Vorſitzende der gemeinnützigen Baugenoſſenſchaft
E. G. m. b. H. zu Roßdorf. Gg. Ph. M.
Darmſtadt, 5. Juli.
X Unfälle. Geſtern nachmittag wurde eine Frau
am alten Hoftheater von Krämpfen befallen;
ſie wurde durch die Rettungswache mittels
Kranken=
automobils nach ihrer Wohnung verbracht. — Geſtern
abend nach 6 Uhr geriet ein Arbeiter an einem
Kohlen=
lager an der Roſenhöhe mit der rechten Hand in die
Kuppelung eines Eiſenbahnwagens, ſo
daß er eine ſtarke Quetſchung davontrug. Der
Ver=
unglückte wurde nach Anlegung eines Notverbandes
durch die Rettungswache mittels Krankenautomobils
nach dem ſtädtiſchen Krankenhaus verbracht.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 4. Juli. Der Unterſtaatsſekretär des
Staatsminiſteriums, Dr. v. Günther, wurde zum
Oberpräſidenten von Schleſien ernannt.
* Berlin, 4. Juli. Der Staatsanzeiger ſchreibt: Frhr.
v. Rheinbaben wurde zum Oberpräſidenten der
Rheinprovinz ernannt.
* Berlin, 4. Juli. Der Reichsanzeiger
veröffent=
licht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers, in
wel=
cher beſtimmt wird: Nachdem die Cholera in den
an das ſchwarze Meer angrenzenden ruſſiſchen
Gou=
vernements erheblich an Ausdehnung zugenommen hat,
ſind die aus den ruſſiſchen Häfen des Schwarzen und
Aſowſchen Meeres nach deutſchen Häfen kommenden
Schiffe und deren Inſaſſen im Hinblick auf die Gefahr
der Choleraverſchleppung bis auf weiteres vor der
Zu=
laſſung zum freien Verkehr zu unterſuchen.
* Straßburg i. Elſ., 4. Juli. Zu der geſtrigen
Jubelfeier aus Anlaß des 50jährigen Beſtehens
des 11. Ulanenregiments war auch der Chef
desſelben, Generalfeldmarſchall Graf Haeſeler, hier
eingetroffen. Zu der Feier waren viele ehemalige
Regimentsangehörige aus Berlin, Hamburg,
Frank=
furt a. M. uſw. anweſend; abends fand ein
Feſtkom=
mers ſtatt, doch hatten die Veranſtaltungen unter dem
andauernden Regenwetter ſchwer zu leiden.
* Stuttgart, 4. Juli. Zu dem mit dem neunten
Deutſchen Stenographentag
Gabelsber=
ger zu Stuttgart verbundenen Wettſchreiben am 24.
Juli haben ſich insgeſamt 2038 Teilnehmer gemeldet,
eine Zahl, wie ſie noch niemals bei ſtenographiſchen
Wettſchreiben auch nur annähernd erreicht wurde. Um
den Diktatsſchwierigkeiten aus dem Wege zu gehen,
wurden die Wettſchreibenden in ſieben Sprechgruppen
eingeteilt. Gemeldet ſind für Gruppe 1: Alemannen
75—100, Gruppe 2: Bayern 291, Gruppe 3: Heſſen 390,
Gruppe 4: Norddeutſche 156, Gruppe 5: Pfälzer 394,
Gruppe 6: Sachſen 217, Gruppe 7: Schwaben 515
Per=
ſonen. Die Wettſchreiben umfaſſen Geſchwindigkeiten
von 120 bis 360 Silben.
* Erlangen, 4. Juli. Anläßlich der
Hundertjahr=
feier der hieſigen Univerſität ernannte die
mediziniſche Fakultät Profeſſor Kahl=Berlin und die
phild=
ſophiſche Fakultät Profeſſor Seeberg=Berlin und Majot
Parſeval=Berlin zu Ehrendoktoren.
* Stettin, 4. Juli. Geſtern abend 11 Uhr 15 Min.
ſtieß auf der Oder der Dampfer „Demmin” mit dem
Dampfer „Jaßnitz” zuſammen. Es entſtand eine große
Panik. Menſchenleben ſind nicht zu beklagen. Die
„Jaßnitz” wurde leck und mußte auf Grund geſetzt
wer=
den; „Demmin” ſetzte ſeine Fahrt nach Stettin fort.
*Saarburg i. L., 4. Juli. Die Parade zu
Pferde, die heute vormittag 10 Uhr auf dem Bühler
Exerzierplatze anläßlich der Jubelfeier des 11. Ulanen=
Regiments bei ſtrömendem Regen ſtattfand, wurde vom
Generalfeldmarſchall von Häſeler in Anweſenheit der
letz=
ten fünf Kommandeure des Regiments abgenommen.
* Madrid, 4. Juli. Nach Auflöſung einer klerie
kalen Verſammlung zog eine Gruppe von
De=
monſtranten an dem konſervativen Klub vorüber und
ſtieß, vor demſelben angelangt, Rufe gegen Maura aus.
Es kam zu einem Zuſammenſtoß zwiſchen den
Konſerva=
tiven und den Klerikalen, welcher die Polizei veranlaßte,
einzuſchreiten und mehrere Verhaftungen vorzunehmen.
* Madrid, 4. Juli. Die vom Finanzminiſter
angekün=
digte Anleihe von 1500 Millionen Peſetas
ſoll in zehn Jahresraten emittiert werden.
* Konſtantinopel, 4. Juli. Blättermeldungen zufolge
verhandelt der Türkiſche Flottenverein mit der
Schichauwerft wegen des Ankaufes eines fertigen
Pan=
zerſchiffes von 17000 Tonnen. — Die Blätter melden,
daß der Sultan dem Geſetz über die ſtrittigen Kirchen in
Mazedonien die Sanktion erteilt habe.
H. B. Berlin, 4. Juli. Die Verlegung des 3. Eiſens
bahn=Regiments von Schöneberg nach Hanau
Numme r 154.
Uh. Berlin, 4. Iukt. Graf Zeppekin hat aus
Anlaß der Havarie des Paſſagier=Luftſchiffes „
Deutſch=
land” einen offenen Brief an die deutſche Luftſchiffahrt=
Aktiengeſellſchaft gerichtet.
— Berlin, 4. Juli. Den erkrankten
Feuerwehr=
leuten, die ſich am Samstag bei dem Brande eines
Weinlagers durch alkoholiſche Dämpfe Vergiftungen
zuge=
zogen haben, geht es bereits beſſer. Man hofft, daß ſie
bald aus dem Krankenhaus entlaſſen werden können.
— Kiel, 4. Juli. Die Unterſuchung über den Brand
der Arbeitsſtätte der hieſigen Stadtmiſſion ergab,
daß der Brand gelegt worden und daß ihm ein
Raubanfall vorangegangen war. Der Stadtmiſſionar
hatte am Samstag ſein Gehalt bekommen, das
verſchwun=
den iſt. Der Täter hat offenbar den Miſſionar überfallen,
ihm ſein Geld geraubt und dann Feuer angelegt.
Ver=
mutlich wurde der Miſſionar von einer einſtürzenden Decke
erſchlagen. Heute früh wurde der Täter verhaftet,
der geſtern in der Trunkenheit einem anderen
Ar=
beiter die Tat eingeſtanden hat.
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Die Kunſtſchätze der Königlichen Gemälde=Galerie
in Dresden genießen bekanntlich einen Weltruf und
es iſt daher ſehr zu begrüßen, daß die Fabrikanten des
„Maizena” von den ſchönſten Gemälden dieſer Galerie
vorzügliche und vornehm wirkende Reproduktionen
an=
fertigen ließen und ſolche zugleich mit einem
geſchmack=
vollen Sammelalbum den Konſumenten von „Maizena”
überſenden. — Es lohnt ſich in der Tat, die Vorderſeiten
von drei Pfund=Paketen (6 halbe Pfd.) zu ſammeln und
an die Corn=Products=Company, Hamburg, portofrei
einzuſenden, wogegen 1 Serie (à 6 Bilder) koſtenfrei
überſandt wird. Das Sammelalbum wird gegen die
doppelte Anzahl Vorderſeiten oder 30 Pfg. in Bar (
Selbſt=
koſtenpreis) abgegeben. Schon die erſte Serie bringt
einige Perlen aus der Dresdener Gemälde=Sammlung,
ſo: Die Verſtoßung der Hagar, Betender Einſiedler,
das Chocoladenmädchen, die heilige Nacht von Carlo
(13506D
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6- Unſere Stadtauflage enthält eine Beilage vom
Evangeliſchen Bund, Zweigverein Darmſtadt. (13516
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Säug=
lingspflege, im alten Theater. Sprechſtunden:
Montags, Dienstags, Mittwochs und Freitags von
5½—6½ Uhr.
Statt beſonderer Anzeige.
Hiermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß
heute vormittag 9 Uhr mein innigſtgeliebter,
treu=
beſorgterGatte, unſer Vater, Bruder, Schwager
und Onkel
(13442
Herr Josef Weckbach
nach kurzem, ſchwerem Leiden im 56.
Lebens=
jahre ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Weckbach, geb. Glenz,
und Sohn:
Dr. ing. Franz Weckbach.
Darmſtadt, den 3. Juli 1910.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den
6. Juli, nachmittags 4 Uhr, vom Portale des
Friedhofes aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend abgelehnt.
Nach zweitägigem Krankenlager verſchied
heute mein treuer Mitarbeiter und Prokuriſt
Herr
Josef Weckbach.
Er hat beinahe 40 Jahre hindurch in
ſeltener Pflichterfüllung meinem Hauſe
un=
ſchätzbare Dienſte geleiſtet. Sein Andenken
wird bei uns ſtets in Ehren gehalten werden.
F. Schmitt,
Seifen-Fabrik, Darmstadt.
(13515
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte unſerer
innigſtgeliebten und treubeſorgten Mutter
Frau Charlotte Fiege Wwe.
geb. Pritzius
ſagen wir Allen, beſonders Herrn Pfarrer
Dingel=
dey für die troſtreichen Worte am Grabe, den
Schweſtern der Johannesgemeinde, welche uns zur
Seite geſtanden haben, ſowie für die zahlreichen
Blumenſpenden, unſeren tiefgefühlten Dank. (13438
Die tieftrauernden Kinder.
Meinter eteteihte
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Das
Tief=
druckgebiet über der Nordſee hat geſtern nur ſtrichweiſe
in unſerem Gebiet Regenböen gebracht. Bei lebhaftem
Südweſt dauerte die kühle Witterung an. Ueber Nacht
iſt es uuter dem Einfluß nördlicher Winde, die über
ganz Weſteuropa wehen, noch kühler geworden. Da der
hohe Druck über Weſteuropa nur langſam vorrückt und
der abziehende nördliche Luftwirbel ſich jetzt ſüdoſtwärts
wendet, hält das regneriſche Wetter an.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 5. Juli:
Immer noch Regen, kühl, windig. Später Regen
nach=
laſſend.
Tageskalender.
Vortrag von A. Schalies um 8½ Uhr im „Kaiſerſaal”.
Johann Strauß=Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Schützenhof”.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 6. Juli.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr im
Parkhotel.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: F. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
Seite 6.
Davmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. Juli 1910.
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Seite 8
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. Juli 1910.
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42)
Ladung und Paſſagiere unterſtanden Harro Bruhus,
weil er den Betrieb genau kannte. Auch hatte er ſich im
Laufe der Jahre einen genügenden Vorrat von chineſiſchen
Silben geſammelt und konnte ſich mit den Kulis ganz gut
verſtändigen. War einer gar zu harthörig, dann warf er
ihm ein paar engliſche Brocken an den Kopf. Und half
auch das nichts, dann fluchte er auf gut mecklenburgiſch.
Darin wurde er von Gert Heemſoth, dem Bootsmann,
unterſtützt, einem alten Chinafahrer, der aber aus dem
Lübſchen ſtammte. Er hatte ſtets ein Tauende in der
Hand, wenn er ſich unter den gelben Paſſagieren bewegte.
Henning Breckwoldt aber ſtand in dem kleinen
Ruder=
haus vor dem neuen Kompaß und ließ unaufhörlich die
blanken Speichen des Ruderrades zwiſchen ſeinen Fingern
hin und her laufen. Denn die „Ollenhop” ſprang gern aus
dem Kurs und gierte ſtark, beſonders wenn ſie gegen den
Monſun angehen ſollte. Aber Henning paßte ſcharf auf,
daß das Kielwaſſer ſchnurgerade blieb.
Guſchi Heggbloom aber hatte er noch immer nicht
vergeſſen.
Harro Bruhus trat auf die Brücke und ſchmauchte
ſeinen Bröſel. Viel von ſeinem teuern Tabak bekam er
nicht zu riechen, der ſteife Wind riß ihm den Rauch ſchon
zwiſchen den Zähnen heraus und warf ihn kurzerhand
über Bord. Er ſtellte ſich zu Habbe Frark, der geradeaus
ſchaute und ſich nicht um ihn kümmerte.
Wir kommen heute überhaupt nicht vom Fleck,
ſpottete der dicke Mecklenburger leiſe, um den Kapitän
nicht zu wecken, der in ſeiner Kammer bei offenem
Fenſter auf dem Sofa lag und ſchlief.
Haſt Du Deine Ladepapiere ſchon fertig? ſprach
Habbe Frark ruhig.
Ach was! erwiderte ärgerlich der andere. Was
braucht Gorch Holmquiſt Konnoſſemente? Der ſoll ſich
freuen, wenn er ſeine Wechſel regelmäßig kriegt.
Früher ſind wir immer ohne Papiere gefahren. Und
es iſt auch gegangen.
Aber wie, meinte Habbe Frark achſelzuckend, und
holte einen friſchen Priem aus der Weſtentaſche.
Kümmer' Dich um Deinen eigenen Kram! knurrte
Harro Bruhus und machte Kehrt.
Du auch! rief ihm der hagere Emdner nach und
griff zum Glas, um den Horizont abzuſuchen.
Harro Bruhus verzog ſich in ſeine Kammer, um
die Papiere doch noch in Ordnung zu bringen.
Denn mit Martin Fock war nicht zu ſpaßen.
Be=
merkte er eine Unordnung, dann ging die Wut ſofort
mit ihm durch. Sonſt war er der gemütlichſte Kapitän
unter der Sonne. So etwas wie Standesunterſchiede
uno Rangſtufen gab es auf der „Ollenhop” nicht. Und
trotzdem litt der Reſpekt nicht.
Nach einer halben Stunde nahm Habbe Frark
wieder das Glas zur Hand, ſchaute angeſtrengt hiu=
durch, viſierte flüchtig über den Kompaß, trat zurück
und ſtreckte ſeinen ſchmalen Kopf durch das offene
Fenſter.
Die Ladronen ſind in Sicht!
So? rief Martin Fock mit verſchlafener Stimme.
Endlich! Was peilt der Kahn?
Drei Strich!
Laß ihn laufen! befahl der Kapitän und legte ſich
auf die andere Seite. Weck’ mich, wenn ſie querab ſind.
Und die brave „Ollenhop” dampfte auf die zackigen
Ladroneninſeln zu, auf den vorgeſchobenen Wachtpoſten
der breiten Perlflußmündung. Je näher das Land
heranrückte, um ſo mehr legte ſich der Wind. Das
Schiff lief ruhiger und nahm bald keine Brecher mehr
über die Back.
Nun wagten ſich die gelben Paſſagiere wieder aufs
eiſerne Vordeck, das die glühende Mittagsſonne im
Augenblick trocken geleckt hatte. Sie ſteckten kleine
Kohlenfeuerchen an, ſtellten die breiten Waſſerpfannen
darauf und dämpften auf engen Bambusgitterchen den
Reis, den ſie in kopfgroßen Säcken mitführten. Fünf,
ſechs Kulis ſaßen immer um eine Kochſtelle herum und
ſchwatzten, wobei ſie ſcharf auf das Quellen der weißen
Körner achteten. Je ruhiger das Schiff lief, um ſo
lauter und aufgeregter wurden ſie. Bei der Verteilung
der Reisrationen gab es an einer Ecke Streit, der ſich
mit Blitzesſchnelle über das ganze Deck ausbreitete und
in eine tolle Schlägerei ausartete. Sie gingen mit
Fäuſten aufeinander los, riſſen ſich an den Zöpfen,
kratzten und biſſen ſich, daß Blut floß, nahmen endlich
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die ſchweren Pfannen zu Hilfe und ſchlugen ſich damit
über die kurzgeſchorenen Schädel. In der raſenden
Eile, mit der ſie übereinander herfielen, konnte es zu
keiner Parteibildung kommen.
Gert Heemſoth, der graue, handfeſte Bootsmann,
war längſt mitten unter ihnen und hieb nach allen
Seiten mit ſeinem Tauende drein, ohne die Wütenden
auseinander treiben zu können. Habbe Frark kümmerte
ſich nicht darum. Das gehörte nicht zur Navigation.
Es ſchien ihm ſogar Spaß zu machen. Und wenn bei
dieſer allgemeinen Walkerei wirklich ein paar liegen
blieben! Von der Raſſe gab es genug!
Da aber ſchob Harro Bruhus, den der ſteigende
Tumult von den Ladepapieren aufgeſcheucht hatte,
ſeinen umfangreichen Leib durch die ſchmale
Kammer=
tür. Mit grimmigem Lächeln, wie ein Feldherr,
über=
ſah er von der Brücke aus das Schlachtfeld.
Pumpe anſetzen! kommandierte er durch das
Sprachrohr in die Maſchine hinunter.
Sofort meldete ſich von unten her das ſcharfe
Schnappen der Druckventile.
Der Bootsmann, der den Befehl gehört hatte,
ent=
wand ſich dem raſenden Knäuel und ſchraubte den
Schlauch an. Und ſchon ſchoß ein weißer, ziſchender
Strahl unter die Kämpfer. Mit lauten, jammernden
„Ei”=Rufen ſtoben ſie auseinander und verkrochen ſich.
Ein kalter Seewaſſerguß war ungefähr das
Ent=
ſetzlichſte, was man ihnen antun konnte. Bittend hoben
ſie die Hände hoch und winſelten.
Aber der Bootsmann ließ nicht eher von ſeinem
friedenſtiftenden Tun, bis das Deck blank war wie ein
Spiegel.
Was iſt denn da wieder los? rief Martin Fock
zornig, daß er aus dem Schlafe geriſſen worden war,
und trat heraus.
Großes Taufen! grinſte Harro Bruhus und wies
auf Gert Heemſoth, den tapferen Bootsmann, der eben
die letzten Kulis hinter dem Ankerſpill wegſpritzte.
Die Bande! lachte Martin Fock. Kaum riechen ſie
Land, juckt ihnen das Fell. Haben ſie nun genug?
Scheint ſo! gab der dicke Mecklenburger zurück und
ließ die Pumpe wieder abſetzen. Haben ſich alle ins
Zwiſchendeck verkrochen.
Wieviel ſind’s?
Hab’ ſie noch nicht genau gezählt.
Willſt wohl warten, bis ſie von Bord ſind? wies
ihn der Kapitän heftig zurecht, und ſein Geſicht
ver=
finſterte ſich.
Dieſes Zeichen kannte Harro Bruhus zur Genüge,
dann war das Donnerwetter nicht mehr weit, und er
verzog ſich.
Ladronen querab! meldete Habbe Frark.
Schon gepeilt?
Vier Meilen.
Können wir mittag Macao haben.
Gleich darauf erſchien Harro Bruhus auf der
Brücke.
Dreihundertſiebzehn Stück genau! meldete er.
Sechs zu viel! rechnete Martin Fock ſtirnrunzelnd
nach. Kommt mir keiner von Bord, bis die fehlenden
vierundzwanzig Dollar da ſind!
Kurz nach mittag tauchte Macao vor ihnen auf, die
Stadt der Portugieſen, der Kirchen und der
Spiel=
häuſer.
Da die „Ollenhop” nur drei Meter Tiefgang hatte
konnte ſie in dem inneren, kleinen, ſchlammigen
Hafen=
becken feſtmachen, während die größeren Dampfer weit
draußen bleiben mußten.
Dreiundfünfzig der Paſſagiere wollten ausſteigen.
Doch Harro Brrhus ließ ſie nicht eher von Bord, bis
ſie die vierundzwanzig fehlenden Dollars eingeſammelt
hatten.
Dabei wäre es um ein Haar wieder zu einer
Prügelei gekommen. Doch der drohende
Spritzen=
ſchlauch, den Gert Heemſoth in den derben Fäuſten
hielt, dämpfte die Raufluſt.
Dann erſchienen die chineſiſchen Agenten, die Gorch
Holmquiſts Geſchäfte hier draußen beſorgten. Nur in
Canton und in Schanghai hatte er europäiſche
Ver=
treter. Sie ſuchten ſich mit Harro Bruhus zu
verſtän=
digen und brachten Ladung und Paſſagiere für Canton.
Zuletzt kam einer mit vier großen, friſchen
Kür=
biſſen. Sie waren aber ausgehöhlt und enthielten
Opium. Die wollte der Schlaue aus dem Freihafen
Macao nach Canton hinaufſchmuggeln mit Hilfe der
„Ollenhop”, die dazu beſonders geeignet war, weil ſie
infolge ihrer Kleinheit ganz dicht an die große Stadt
herankommen konnte. Er ſelbſt wünſchte den
Trans=
port nicht zu begleiten, das war ihm zu gefährlich.
Wurde er erwiſcht, ging’s ihm ohne Gnade an den
Kragen. Er machte Harro Bruhus, der die
Landungs=
planke bewachte, klar, daß die vier Kürbiſſe in Canton
abgeholt werden würden. Der aber ließ ihn erſt eine
Viertelſtunde bitten und betteln, ehe er ſich gegen den
zehnfachen Frachtpreis entſchloß, dieſe Ware an Bord
zu nehmen.
Da iſt wieder einer mit Kürbiſſen! rief er zu
Martin Fock nach der Brücke hinauf.
Geht uns nichts an, was drin iſt! verſetzte der mit
Gleichmut. Wir übernehmen keine Verantwortung.
Glücklich über dieſe Auskunft, verſtaute der Chineſe
ſeine Schätze in dem einen Rettungsboot, ſeinem alten
Verſteck, erlegte die hohe Fracht und verduftete.
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Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
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Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die geſetzlichen
Ferien bei dem Provinzial=Ausſchuß der Provinz Starkenburg mit dem 21. Juli
beginnen und am 1. September ds. Js. endigen.
Während dieſer Ferien, welche auf den Lauf der geſetzlichen Friſten ohne
Ein=
fluß ſind, können nur ſchleunige Sachen in öffentlicher Sitzung zur Verhandlung kommen.
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Der Provinzial=Ausſchuß der Provinz Starkenburg.
Fey.
(13450
Bekanntmachung.
Wir machen die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes darauf
aufmerkſam, daß nach Artikel 5 der Wieſenpolizeiordnung vom 5. November
1906 in der erſten Hälfte dieſes Monats ein Wieſenrundgang vorzunehmen iſt.
Der Einſendung der Abſchriften der Einträge — ſ. Art. 7 Abſ. 2 der
Wieſen=
polizeiordnung — ſehen wir bis zum 1. Auguſt ds. Js. entgegen.
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Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
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Großherzogliches Minſterium des Innern hat dem Verband Deutſcher
Beamten=
vereine im Einverſtändnis mit der Königlich Preußiſchen Regierung geſtattet, auch
während der Zeit des Vertriebs der Loſe zur erſten Klaſſe einer Königlich Preußiſchen
Klaſſenlotterie ſeine Loſe in Heſſen anzukündigen, auszugeben und zu vertreiben.
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Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am
1. 4. 5. Juli l. Js. von 7 Vorm. bis 79 abends
„ 60
„100 „
11. 12. 14.
„120
„ 70
18. 19. 21. Juli
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26. 28. 29.
„ 70 abends
n „. „ 70
2. 4. 5. Auguſt „ „ „
8. 9.
„ „ „ „ 120 Mittags „ 70
11. 12.
70 Vorm.
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Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nord=nordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich
„ Süden: Forſthaus-Steinacker-Steinhügel ausſchließlich
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milcheswieſe-
Sau=
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wird während des Schießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln
ab=
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten (Polizei=
Verord=
nung Kreisamt Darmſtadt 25. IX. 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20. IX. 1909).
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tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Störungen der Ruhe und Ordnung durch Muſizieren betreffend.
Anhaltendes Muſizieren, insbeſondere Klavierſpielen, Singen, Spielenlaſſen
von mechaniſchen Muſikautomaten (Grammophonen und dergleichen) im Freien
oder bei offenen Fenſtern bildet meiſt eine erhebliche Beläſtigung der Nachbarſchaft
und erfüllt häufig den Tatbeſtand des § 360 Ziffer 11 des Reichsſtrafgeſetzbuchs (
unge=
bührliche Erregung ruheſtörenden Lärms oder Verübung groben Unfugs).
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, gegebenenfalls einzuſchreiten. (13419oi
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Oeffentliche Impftermine für den Stadtbezirk werden, ſo lange das Bedürfnis
dauert, jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in dem Schulhauſe in der
Rundeturm=
ſtraße abgehalten.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner, die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben
vorgenom=
menen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht
be=
nutzen will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50
Impf=
ungen vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen, bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau
noch=
mals gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die
natür=
lichen Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
(13276a
J. V.: Schmitt.
Versteigerung.
Mittwoch, den 6. Juli, von vormittags 9 Uhr ab,
verſteigere ich im Parkhotel das durch Eingehen des Geſchäftsbetriebes
daſelbſt freiwerdende Inventar, event. wird dasſelbe auch vorher aus
der Hand verkauft, u. zwar an gen. Tage die geſamte Einrichtung von
etwa 20 Fremdenzimmern, wie Betten, Schränke, Tiſche,
Vor=
hänge uſw., nebſt dazu gehörigem Weißzeug. Außerdem Teile
der Küchen= u. Wirtſchaftsgeräte, als Porzellan, Kupfer, Beſtecke,
Tiſchdecken, Gläſer, Geſchirr= u. Eisſchränke, Waagen, dopp.
Gläſerſchwenktiſch, 2 Fahrradgeſtelle, Schlauchhaſpel, Tiſche,
Furnier= u. Wienerſtühle.
Der Reſt des Saal= und Garteninventars gelangt acht Tage ſpäter
(*15948fi
zum Verkauf.
Ernst Wolff, Amtsger.=Caxator.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 6. Juli 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (Obergaſſe) öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
ca. 5 Mille Zigarren, 15 Flaſchen Weißwein, 1 Ladentheke, 1 Pianino,
1 Fernrohr, Papier= und Schnittwaren, ſowie Hausmobilien durch alle
Rubriken u. a. m.
Hieran anſchließend freiwillig auf Grund Vermieterpfandrechts ebendaſelbſt
gleich=
falls gegen Barzahlung:
1 Sack Reismehl (ca. 200 Pfund), 2 Tonnen Natron, 1 Sofa, 1
Waſch=
tiſch mit Marmorplatte, 1 Nachttiſch, 1 Gasherd und 1 Schleifſtein.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände findet beſtimmt ſtatt.
(13513
Darmſtadt, den 4. Juli 1910.
Reichert,
Stellvertreter des Großh. Gerichtsvollziehers Kapp
in Darmſtadt, Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 6. Juli 1910, vorm. 9 Uhr u. nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Parkhotel, Dieburgerſtraße 241, auf freiwilligen Antrag an den
Meiſtbietenden gegen bare Zahlung:
die ganze Einrichtung von etwa 20 Frembenzimmern, beſtehend in kompletten
Betten, Sofas, Tiſchen, Waſchkommoden, Kleiderſchränken, Nachttiſchen, Stühlen,
Teppichen, Vorlagen u. Vorhängen, 75 Meter Läuferſtoff ꝛc., ſodann ſämtliche
Bettwäſche als Bettücher, Deckbett= und Kopfkiſſenbezüge uſw.
Sämtliche Wirtſchaftsgerätſchaften und Möbel kommen Mittwoch, den 13. Juli
I. Js. nach nochmaliger Bekanntmachung zum Ausgebot.
Darmſtadt, den 2. Juli 1910.
(13193si
arnst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
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Die Beiträge zur Invalidenverſicherung
für diejenigen Verſicherten, die einer der
hier beſtehenden Orts=, Betriebs= oder
In=
nungskrankenkaſſen nicht angehören (
Dienſt=
boten, Mitglieder eingeſchriebener
Hilfs=
kaſſen uſw.) für das II. Vierteljahr 1910
ſind, bei Vermeidung des
Beitreibungs=
verfahrens, alsbald an unſere Kaſſe,
Wald=
ſtraße Nr. 6, zu entrichten.
Arbeitgeber, die es unterlaſſen, die
Verſicherungsbeiträge bis zu dem oben
bezeichneten Zeitpunkte abzuführen,
kön=
nen nach § 176 des
Invalidenverſiche=
rungsgeſetzes mit Geldſtrafe bis zu
300 Mark belegt werden. (13482id
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.
Vergebung des Magazingbedarfs des
ſtädtiſchen Gaswerks für das
Geſchäfts=
jahr 1910.
Die Anlieferung nachſtehend näher
ver=
zeichneter Materialien ſoll verdungen
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den, und zwar:
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und Formſtücke,
„ II Mannesmann=Stahlmuffenröhren
und Formſtücke,
„ III Verbindungsſtücke aus
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barem Guß.
IV Meſſinggegenſtände.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 12. Juli 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten Verwaltung,
Frank=
furterſtraße 29, I., Zimmer Nr. 3, verſchloſſen
und mit entſprechender Aufſchrift verſehen,
einzureichen, woſelbſt auch die
Verdingungs=
bedingungen eingeſehen und die
Angebots=
ſcheine in Empfang genommen werden
können.
(13379oid
Nach auswärts werden die Bedingungen
und Angebotsſcheine nur gegen vorherige
Einſendung von 50 Pfg. in Briefmarken
abgegeben.
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Städtiſche Gaswerksverwaltung, Betriebsleitung
J. V.: Kalbfuß.
Fuhrleiſtungen.
Die Anfuhr von Schienen, Weichen uſw.
vom Güterbahnhof Main=Neckar=Bahn nach
verſchiedenen Ablageſtellen ſoll verdungen
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen im techniſchen Büro der
unterzeich=
neten Verwaltung während der
Dienſt=
ſtunden zur Einſicht offen. Auch werden
dort die Angebolſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, den 14. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 4. Juli 1910. (13440im
Städtiſche Straßenbahn=Verwaltung.
Grundbauarbeiten.
Die Grundbauarbeiten für den
zwei=
gleiſigen Ausbau einiger Strecken der
elek=
triſchen Straßenbahn ſollen verdungen
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen im techniſchen Buro der
unterzeich=
neten Verwaltung während der
Dienſt=
ſtunden zur Einſicht offen. Auch werden
dort die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, den 14. Inni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 4. Juli 1910. (13441im
Städtiſche Straßenbahn=Verwaltung.
Bekanntmachung.
Das Konkursverfahren über das
Ver=
mögen der Odenwälder Kammfabrik, vorm.
Heinrich Rochholz, Inhaber Bernhard
San=
der zu Ober=Ramſtadt, wird Mangels
Vor=
handenſeins einer den Koſten des
Verfah=
rens entſprechenden Konkursmaſſe einge=
(13487
ſtellt.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliches Amtsgericht II.
Deht warne
hiermit jedermann, meinem Sohne Valentin
etwas zu leihen noch zu borgen, da ich
(B13499
für nichts mehr hafte.
Adam Kartscher.
Jung. braungetig. Hund zugelaufen
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Nummer 154.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. Juli 1910.
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Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
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3½ Deutſche Reichsanl. . 93,00
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3½ do. Conſols . . . . 93,10
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3do. do.
4 Bad.=Staatsanleihe . . 101,70
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3½
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3½
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3
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3½
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A Württemberger v. 1907 102,00
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3½
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5 Bulgaren=Tabak=Anl. 100,90
1½ Griechen v. 1887 . . 47,50
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente . 97,80
A do. Goldrente . . 99,40
4 do. einheitl. Rente
3 Portug. unif. Serie I 66,90
3 do. unif. Ser. III 67,70
3 do. Spezial. 11,30
5 Rumänier v. 1903 . . 101,60
4—- do. v. 1890 . . 95,50
A do. v. 1905 . . 90,60
A Ruſſen v. 1880 . . . . 91.70
InProz.
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4 Ruſſen v. 1902 . . . . 92,40
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4½ do. v. 1905 . .
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3½ Schweden. .
4 Serbier amort. v. 1895 85,20
4 Türk. Admin. v. 1903 87,60
4 do. unifiz. v. 1903 93,50
4 Ungar. Goldrente . . 95,40
4 do. Staatsrente 92,50
5 Argentinier . . . . . . 101,20
90,80
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,20
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,70
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 97,80
5 Innere Mexikaner . . 99,50
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3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,50
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,70
3½ do.
91,70
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . —
4 do. ſteuerfrei . 98,80
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,20
do.
4
98,00
do. alte .
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,20
do.
4
79.00
do.
2*/1g.
55,90
3 Raab=Oedenburger . . —
4 Ruſſ. Südweſt. . . . 90,20
4 Kronpr. Rudolfbahr . 98.90
In Proz.
Bf.
. 75,90
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4 Miſſouri=Paciſic . .
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,60
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,00
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 171,75
Darmſtädter Bank 130,30
251,40
4 Deutſche Bank
4 Deutſche Vereinsbank 127,90
4 Diskonto=Geſellſchaft . 186,80
158,30
4 Dresdner Bank
4 Mitteldeut. Kreditbk. 119,60
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 123,75
.101,20
4 Pfälzer Bank.
144,60
4 Reichsbank
4 Rhein. Kredit=Bank . 139,40
4 Wiener Bank=Verein 136,20
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,20
do. S. 19 . . . . . 92,30
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
3050
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
92,20
3½g
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
3½
91,10
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
3½ do. (unk. 1914) 91,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
do,
3½
92,60
InProz.
Zf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
. .
91,50
3½ do.
.100,90
4 Frankfurt . .
96,30
3½, do.
4 Gießen
3½ do.
4 Heidelberg
.100,00
3½ do.
4 Karlsruhe
.100,40
3½ do.
91,50
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
91,20
4 Mannheim .
.100,60
3½ do.
4 München .
.101,00
3½ Nauheim.
92,00
4 Nürnberg.
. 100,30
3½ do.
4 Offenbach .
3½ do.
4 Wiesbaden .
. 103,00
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. .
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 167,10
3½ Cöln=Mindner „ 100 135,50
5 Donau=Reg. fl. 100 147,00
3 Holl. Komm. „ 100 104,10
In Proz.
Bf.
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=Pfand=
.135,80
brieſe. . . .
Oeſterr. 1860er Loſe 173,50
3 Oldenburger .
.. 124,50
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
fl. 7 38,10
Braunſchweiger Tlr. 20 209,80
Freiburger Fs. 15 58,50
Mailänder
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Fs. 10 —
Meininger
fl. 7 39,00
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do. v. 1858 , 100
Ungar. Staats „ 100 385,00
Venediger
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Türkiſche
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. Juli 1910.
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. Juli 1910.
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Seite 18.
Schwedenfahrt.
Von Paul Lindenberg.
(Nachdruck verboten.)
II.
Lebwohl Stockholm, du ſchönheitsreiches, ſtolzes,
gaſtliches, von neuem haſt du dir die Herzen derer
ge=
wonnen, die dich ſchon gekannt, und haſt dir die jener
erobert, die deinen Boden zum erſten Male betreten,
du lockendes Capua des Nordens! Und treue Freunde
ließen wir zurück in deinen Mauern unter unſeren
ſchwediſchen Kollegen, die uns die dort verlebten Tage
zu ſo erinnerungsvollen geſtaltet; treue Freunde,
un=
ermüdlich liebenswürdig und kenntnisreich, begleiten
uns auf unſerer weiteren Fahrt.
Zunächſt gehts durch Upland, eine blühende
Provinz, mit weithin ſich ausdehnenden
Getreidefel=
dern, mit alten Ortſchaften, aus der Mitte der roten
Bauernhäuschen altersgraue Kirchlein ſich erhebend,
mit einer fleißigen, ſteifnackigen Bevölkerung, die mit
zäher Energie dem ſandigen Boden die Früchte
abge=
winnt. Hiſtoriſches Gebiet iſt’s, durch das die
beque=
men Wagen unſeres Zuges rollen. Die Saat zu großen
geſchichtlichen Bewegungen und Umwälzungen ward
hier ausgeſtreut. Zahlloſe Runenſteine künden von
verſunkener heidniſcher Zeit, Troßz und Krait
bewahr=
ten ſich die Nachkommen der Wikinger; hatten doch bis
in das Mittelalter hinein die Bauern von Upland in
erſter Linie das Recht, die Könige Schwedens zu
wäh=
len; einer der gewaltigſten der neueren Zeit, Guſtav
Waſa, fand bei ihnen treue Hilfe.
An ſeinem marmornen Grabmal ſtanden wir im
Dom zu Upſala. Auch aus dem ſteinernen Bilde,
das den Gewaltigen im Greiſenalter darſtellt, ſpricht
zu uns das Bezwingende und Hoheitsvolle ſeiner
Er=
ſcheinung, ſeines Weſens. Hoch über ſeiner Ruheſtätte
wölben ſich die gotiſchen Hallen des Gotteshauſes in
feierlichem Schweigen; man wünſchte, daß auch dem
Aeußeren des Baues die einſtige Geſtaltung bewahrt
geblieben wäre; in wenig erfreulicher Weiſe ward di
Wiederherſtellung durchgeführt. Auch ſonſt iſt in
Up=
ſala nicht viel Denkwürdiges zu finden, wie man es
ſeiner geſchichtlichen Bedeutung nach vermuten ſollte:
doch halt, ein köſtliches Stück wird hier wie das ſeltenſte
Heiligtum aufbewahrt und gehütet; in einem vor uns
geöffneten Schrein der Univerſitätsbibliothek: die vom
Biſchof Ulfilas um das Jahr 500 verfaßte gotiſche
Ueberſetzung der 4 Evangelien, 187 große
Pergament=
blätter, mit goldener und üilberner Schrift auf rotem
Grund, das einzige auf uns gelangte, übrigens
vor=
züglich erhalten gebliebene Mannſkript in dieſer
Sprache.
Unter den ſonſtigen Gebäuden der Stadt vermag
nur das rötlich leuchtende, feſtungsſchwere, auf einer
Anhöhe liegende Schloß, das Guſtav Waſa angelegt,
zu feſſeln. Seine hallenden Gänge und Gemächer, durch
die wir ſchritten, da uns hier der Landeshauptmann
einen freundlichen Empfang bereitet, haben viel
Düſte=
res und Gewalttätiges geſehen. — Graf Sture ward in
einem der Zimmer auf König Eriks TlV. Geheiß
er=
mordet und Königin Chriſtina legte in dem Saale, in
welchem unſerer gaſtliche Bewirtung harrte, ihre Krone
nieder. Etwas Kaltes, Abweiſendes haben die Räume,
deſto gefälliger der Blick von dem Balkon auf die
frucht=
baren Gefilde, aus deren wogenden Kornfeldern ein
uraltes Kirchlein mit niedrigem, ſtumpfen Turm, ſowie
vier Hügel emporragen; Alt=Upfala, die
ein=
ſtige Reſidenz der früheſten ſchwediſchen Könige und
der ausdauerndſte Sitz des Heidentums. In kurzem
ſtanden wir auf einem dieſer Hügel, von denen drei
Odin, Thor und Frega gewidmet geweſen und von
deren viertem einſt die Könige zum Volke geſprochen,
zuletzt Guſtav Waſa zu den Bauern von Upland. Auf
dieſem lauſchten wir den Worten des Reichsantiquars
Proſeſſors Dr. Oskar Montelius, unſeres prächtigen,
gelehrten Reiſebegleiters, dem die Folianten= und die
Muſeumsluft nichts von ſeiner Friſche und Fröhlichkeit
genommen und deſſen echtes, kerniges Weſen der
Altersjahre ſpottet. Wie an anderen hiſtoriſchen
Stät=
ten gab er uns auch hier ein eindrucksvolles Bild
da=
von, wie es einſt geweſen, und berichtete von den
blu=
tigen Opfern, die man noch vor 900 Jahren an dieſer
Stätte den Göttern gebracht, und von den Funden, die
die Nachgrabungen ergeben. Neben Waffen
ent=
deckte man ſehr ſchöne und koſtbare Schmuckſachen,
ein=
heimiſche Arbeit, gefertigt aus dem Gold, das die
byzan=
tiniſchen Kaiſer den Wikingern als Tribut, ihre
Raub=
züge zu unterlaſſen, und den Väringern, jenen treuen,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 5. Juli 1910.
kanpferpraben nordiſchen Mämnern, aus denen ſie ihre
Leibwache gebildet, als Sold gegeben. Und dann
krei=
ſten die methgefüllten Büffelhörner, und hell über die
jetzt ſo friedlichen Gefilde hin erſcholl das dreifache Hoch
auf unſeren feinſinnigen, erquickend Ernſt und Humor
verbindenden Erklärer, der ſich unſere Herzen vom
erſten Augenblick an erobert.
Nach Frau Sagas Sprache jene große, bezwingende
der Natur! Welch ein Abend in Elfkarleb! Durch
dichten, ſchweigenden Nadelwald führten uns flinke
Gefährte. Näher und näher drang an unſer Ohr ein
dumpfes Brauſen und Branden, die Muſikklänge der
heimiſchen Weiſen übertönend, mit denen wir am
hüb=
ſchen, von einem umſichtigen Sachſen geleiteten
Tou=
riſtenhotel begrüßt wurden. Auf der Terraſſe des
letz=
teren ſtehend, unter uralten Eichen, hat man den
über=
wältigenden Blick auf die ungeheuren
Waſſermaſ=
ſen, die mit donnerndem Branden in einer Länge von
80 und einer Höhe von 16 Metern herabſchießen, den
Giſcht mit flimmerndem Waſſerſtaub emporwerfend zu
den hoheitsvollen Föhren, die mit dunklem Rahmen das
lichte, wunderbar ſchöne Bild umſchließen. Eine kleine,
bewaldete Inſel trennt die beiden Fälle, deren Wogen
nach dem Sturz noch über rieſige Felsblöcke
hinweg=
toben und ſich erſt allmählich im Bette des Dalelf
be=
ruhigen, in welchem die Lachſe, deren roſiges Fleiſch
täglich mehrmals unſere Tafelfreuden bereichert,
ſtrom=
an zu ſchwimmen ſuchen wobei ſie meiſt ihr Geſchick
er=
eilt und ſie alsbald auf dem Lande liegen, zuweilen
koloſſale Burſchen von 70 und mehr Kilogramm
Ge=
wicht.
Wie ſchön ſaß es ſich unter den Laubkronen am
rauſchenden Waſſer bei Sang und Klang und kühlem
Vier. Mit goldiger Scheibe ſtand der Vollmond am
Himmel, der überhaupt nicht mehr dunkelt, denn kaum
daß die letzten ſchmalen roſigen Sonnenſtreifen im
Weſten verſchwunden, taucht im Oſten das feurige
Ge=
ſtirn wieder auf. O dieſe ſtillen, hellen Nächte, wie
nehmen ſie uns in ihren geheimnisvollen Bann, wie
laſſen ſie uns die Stunden vergeſſen, die ſonſt dem
Schlummer gewidmet, wie halten ſie Augen und Herzen
wach — — aber nehmt die Herzen in acht, ihr Männer
aus dem deutſchen Norden, ſchön und hold ſind
Schwe=
dens franke Töchter, die uns mit goldſchimmerndem,
blondem Haar und leuchtenden blauen Augen die
Far=
ben ihres Landes verkörpern und die ſo leis und innig
lachen können, daß der Zauber wohl erklärlich iſt, dem
ſchon von altersher, manch' deutſcher Mann erlegen!
Zumal in Dalekarlien, das wir während
mehrerer Tage kennen gelernt. Hier ſcheint der
Puls=
ſchlag des ſchwediſchen Volkes am lebhafteſten zu ſein;
von hier ans ging die Wiedergeburt des Reiches unter
der heldenhaften Führung Guſtav Waſas aus, dieſer
Teil ſchenkte Schweden eine Reihe ſeiner
bedeutend=
ſten Söhne und ſeine ſchönſten Töchter, deren ſchlanke
Geſtalten in der ſo mannigfachen bunten nationalen
Tracht berückend zur Geltung gelangen. Ueberhaupt
vereint ſich in dieſer Provinz das Maleriſche und
An=
mutige mit dem Hiſtoriſchen und Modernen, letzteres
ausgedrückt durch umfaſſende induſtrielle Anlagen und
durch die auf Bildung und Gejundheitspflege Rückſicht
nehmenden ſorgſamen Einrichtungen der Städte. So
regſam entwickelt aber auch die Induſtrie iſt, ſie
ver=
unziert nur in den ſeltenſten Fällen die Landſchaft;
aus Wäldern und Seen und Seen und Wäldern
gebil=
det, gelegentlich begrenzt von den Fluten der Oſtſee.
Nirgends Fabrikorte mit qualmenden Schloten und
einförmigen Arbeiterhäuſern, mit Ruß und Rauch; die
rieſigen Eiſenwerke liegen verſteckt in dichtem Grün
und die Fabriken an den Waſſerläufen zu Füßen der
brandenden Kaskaden, die nimmermüde Helfer beim
induſtriellen Aufſchwung Schwedens ſind, denn mit
Recht wurde in einer Rede hervorgehoben, daß die
Zu=
kunft des Landes an ſeinen Waſſerfällen liegt.
Letztere liefern ja auch die Kräfte, um die
raſſeln=
den Räder der von uns beſuchten größten ſchwediſchen
Papierfabrik, in Bvarasfeden zu treiben, und
bringen ganze Wälder zu Tal. Denn die im Inneren
gefällten und behauenen, mit beſtimmten Zeichen
ver=
ſehenen Stämme werden den Flüſſen anvertraut undz
an beſtimmten Stellen durch von der Natur oder
Men=
ſchenhand gebildete Hemmniſſe in ungeheuerer Menge
geſammelt. Intereſſant war’s, zu beobachten, wie bei
dem eben genannten Ort tauſende und abertauſende
jener Baumrieſen von den Wogen erfaßt und in die
brauſenden Strudel geriſſen wurden. Als ob ſie ſich
aus der feuchten Umarmung befreien wollten, richteten
ſich viele hoch auf, überſchlugen ſich, bäumten ſich überein=
Nummer 154.
ehe e eftuneg nihte temner ne min
und ſammelten ſich gehorſam weit unten im Fluſſe, um
von dort aus verwertet zu werden, zum Teil binnen
24 Stunden ſchon als Papier verarbeitet, dann zum
Feuern oder als Stützen für alle Gruben Europas
ver=
wendet. Wie groß der Reichtum des Landes an
Wald=
ungen iſt, mag daraus hervorgehen, daß die
Aktienge=
ſellſchaft Stora Koppabergs Bergslags über
Waldun=
gen verfügt, die an Flächeninhalt dem Herzogtum
Braunſchweig gleichkommeen, und wie ſich die Anlagen
rentieren, beweiſt die Tatſache, daß das urſprüngliche
Kapital der obigen Papierfabrik, die gleichfalls der
eben=
genannten Geſellſchaft gehört, von 12 Millionen
Kro=
nen heute einen Wert von 50 Millionen vertritt.
Es ward vorhin ſchon der Städte gedacht, die nicht
den Stempel der ſchaffensvollen induſtriellen
Nachbar=
ſchaft tragen. Wie ſauber und einladend ſieht Gefle,
das 32000 Einwohner zählt, aus, wie groß uund prächtig
ſind die Parkanlagen, wie muſtergültig das ſtädtiſche
Bad — welch Beiſpiel könnte es für Deutſchland geben!
— wie vorzüglich die Volksſchulen, dieſe im unteren
Geſchoß für die Kinder umfangreiche Bäder, auch ſolche
mit Dampf und trockener Hitze und blitzende
Haushalt=
ungsſchulen bergend. Auch Falun, mit ſeinen 12000
Bewohnern, zeigt in nichts, daß ſich unter ſeiner
Bo=
denfläche die größten Kupfergruben der Erde erſtrecken.
Gleich einem freundlichen deutſchen Landſtädtchen
be=
grüßt uns der Ort mit ſeinem herrlichen Park und den
ſchmucken Villen, unter denen diejenige der Dichterin
Selma Lagerlöf — der Marie von Ebner=Eſchenbach
Schwedens — uns am meiſten intereſſiert.
Freilich, wenn wir das Stadtgebiet verlaſſen, dann
merken wir gleich, wodurch Falun blühend und bekannt
geworden. Da türmen ſich ganze Gebirge von dunklen
Schlackenhaufen auf. ragen Förderwerke in die Höhe
und gähnen koloſſale Erdeinſtürze und von dunklen
Hallen überwölbte Schächte. Einſt war dieſes
Kupfer=
bergwerk eine Goldgrube, denn es wurden jährlich
über 25000 Zentner zutage gebracht, das iſt längſt
vor=
bei; heute werden im Jahre 60000 Tons gebrochen,
zum geringſten Teile nur Kupfererz, meiſt
Schwefel=
ties.
Von der Ausdehnung dieſes ungeheueren Reiches
unter der Erde erhielten wir einen kleinen Begriff.
In bergmänniſcher Vermumerung, das flackernde
Gru=
benlicht in der Hand, ging es 150 Meter tief hinunter —
bis zur tiefſten Sohle ſind es noch weitere 700 Meter —
auf endloſen Treppen und durch endloſe Gänge, ſchmal
und niedrig, mit Senkungen und Biegungen, auf
glitſchrigen Bohlen, daß oft genug die ſchemenhaft
da=
hingleitenden Vordermänner ihr: „Achtung, Kopf!”
ertönen ließen und der Ruf dumpf weiterhallte. Nun
plötzlich glühte es auf und atmeten wir auf, eine große
Halle umfing uns, der „Allmänner freden”; hunderte
von Lichtern funkelten gleich Sternen von den
Wän=
den, ergreifend erklangen, von der Bergmannskapelle
geſpielt, uns die Weiſen der „Wacht am Rhein” als
Willkommen entgegen. Und dann ließ man ſich nieder
an der mit ſchneeigen Linnen bedeckten und mit
duſten=
den Blumen geſchmückten langen feſtlichen Taſel zum
lecker bereiteten Mahle. Wie die Wichtelmännchen
huſch=
ten niedliche Mädels in grauen Pumphöschen und=
Wämſern, mit roten phrygiſchen Mützen auf dem
blon=
den Haar, umher, reichten die Schüſſeln mit vielerlei
Gerichten und füllten die Pokale mit perlendem Sekt.
Hell klangen die Gläſer zuſammen beim Hoch
auf=
unſern Kaiſer und mächtig, und tief bewegend, ertönte
der alte, mutige Trutzgeſang des „Deutſchland,
Deutſch=
land über alles!“
Gut, daß es nicht den langen, mühſeligen Weg=zu
Fuß zurückging, ſondern uns diesmal eine Aufzug=
be=
förderte an das Tageslicht. Wirklich, trotz ſpäter
Stunde an das Tageslicht! Denn um dieſe
mitter=
nächtliche Zeit war’s ja noch taghell — auch dies etwas
Märchenhaftes in dieſem Märchenlande! Und da konntel
man natürlich noch nicht ans Schlafengehen denken,
ſondern ſaß noch lange im feucht=fröhlichen Kreiſe
bei=
ſammen, bei Studentenliedern und Skol und Proſt,
und ein Schmollis ward gefeiert der deutſch=ſchwediſchen
Freundſchaft, zu der die aufgehende Sonne ihren alut.
vollen Segen ſpendete!
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