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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 153.
Montag, den 4. Juli.
1910.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Der neue Botſchafter in Paris.
* Zum Rücktritt des Staatsſekretärs v. Schön wird
einer Berliner Korreſpondenz von parlamentariſcher
Seite geſchrieben: Der angekündigte Rücktritt des
Staats=
ſekretärs des Auswärtigen Amtes Frhrn. v. Schön kommt
nicht ganz unerwartet. In parlamentariſchen und
an=
deren politiſchen Kreiſen war angenommen worden, daß
dieſes Ereignis vor dem Herbſtzuſammentritt des
Reichs=
tages ſich vollziehen würde. Daß Frhr. v. Schön ſich von
ſeiner Stellung als Staatsſekretär in einem Augenblick
entfernen würde, in dem für ihn die Möglichkeit geboten
wäre, den Poſten des Pariſer Botſchafters zu erhalten,
wurde allerdings zu gleicher Zeit vorausgeſehen. In
den Kreiſen, die ſich eingehend mit unſerem
augenblick=
lichen Verhältnis zu Frankreich beſchäftigen, dürfte es
nicht gern geſehen werden, daß Herr von Schön ſeine
Wünſche auf Paris ſich erfüllen ſieht, wenn ihn auch
mancherlei Eigenſchaften, die aber außerhalb der
diplo=
matiſchen Kunſt liegen, für den Verkehr in den Pariſer
Salons geeignet ſcheinen laſſen.
Dafür iſt die Freude in Paris um ſo größer. In
Paris wird allgemein der Abgang des Fürſten Radolin
bedauert. Der Fürſt hatte ſich im Laufe der Jahre eine
große Beliebtheit in allen Kreiſen erworben. „Dieſes
Be=
dauern, verurſacht durch das Scheiden des Fürſten, wird
gemindert durch die Wahl ſeines Nachfolgers”, ſchreiben
die Débats. — Denn der Frhr. v. Schön erfreut ſich ſchon
ſeit langer Zeit einer großen Sympathie als beſonderer
Freund Frankreichs. Bezeichnend genug ſchreibt ein
Pa=
riſer Blatt: Die Vorwürfe, die Herrn v. Schön von der
pangermaniſchen Partei und den bis zum äußerſten
chauviniſtiſchen Franzoſenfreſſern gemacht worden ſind,
ſind für uns ein Grund mehr für ein
Ver=
trauen zu der Haltung, die der Nachfolger des Herrn
von Radolin einnehmen wird. Ohne übrigens auf
Schwierigkeiten zu ſtoßen, die letzterer zu gewiſſen Zeiten
zu löſen hatte, wird der neue Vertreter Deutſchlands,
wie wir hoffen, ſeiner verſöhnlichen Auffaſſung,
die er ſchon als Staatsſekretär bewieſen hat, freien Lauf
laſſen können. Die Aurore führt dies noch näher aus:
„Herrn v. Schön vor allem iſt zum Teil der Abſchluß der
Marokko=Affäre zuzuſchreiben, die Europa in Atem hielt,
und dies nicht tat, ohne während ſo langer Zeit eine
ge=
wiſſe Beängſtigung hervorzurufen. Herr v. Schön hat
uns gegenüber nie eine ſyſtematiſche Feindſeligkeit
ge=
zeigt. Alſo iſt er unſer Freund. Und wir wünſchen uns
ja auch nichts beſſeres.‟ Etwas nüchterner beurteilt der
Gil Blas, das zurzeit ſehr von Deutſchenhaß
über=
ſchäumende franzöſiſche Polenblatt, den Perſonenwechſel:
„Man wollte in der Berufung des Herrn v. Schön an die
Geſandtſchaft von Paris, ebenſo wie in der Ernennung
des Herrn von Kiderlen=Wächter in der Wilhelmſtraße
einen Beweis für die verſöhnlichen Abſichten Wilhelms II.
uns gegenüber erblicken. Wir glauben nicht, daß man ſo
weit gehen darf. Wir ſind ſehr froh, daß Herr v. Schön
nach Paris kommt, denn er iſt ein galanter Herr und
überdies, wie man ſagt, geiſtreich, was genügen wird,
um ihn bei uns gern geſehen zu machen. Jedoch ſind
wir überzeugt, daß trotz des guten Willens der
Bot=
ſchafter und der Miniſter die deutſch=franzöſiſchen
Be=
ziehungen gut bleiben, ſolange Deutſchland eben
In=
tereſſe daran hat, mit uns in gutem Einverſtändnis zu
bleiben.”
Schiffahrtsabgaben und Konzeſſionen.
* Die Deutſche Reichs=Korr. ſchreibt: Mit mildem
Zwange hat die preußiſche Regierung es im Laufe von
ſechs Monaten erreicht, daß ein Entwurf zur Einführung
von Schiffahrtsabgaben auf den freien Strömen im
Bun=
desrat einſtimmig angenommen wurde. Um dieſe
Ein=
ſtimmigkeit zu erzielen, mußten, wie es kürzlich in einer
offiziöſen Kundgebung hieß, „erhebliche Konzeſſionen”
ge=
macht werden. Leider erfährt man jetzt noch nicht mit
genügender Klarheit, wer ſich für berechtigt gehalten hat,
dieſe erheblichen Zugeſtändniſſe zu machen und wer mit
den dadurch entſtehenden Koſten bedacht werden ſoll. Es
iſt doch bekannt, daß mit den Regierungen von Sachſen,
Baden und Heſſen auch eine Anzahl kleinerer
Bundes=
ſtaaten (die thüringiſchen Staaten und Anhalt) nur mit
äußerſtem Widerſtreben der Vorlage zugeſtimmt hat.
Man vernahm ſchon früher mit einiger Verwunderung,
durch welche weitgehenden, zum Teil unerfüllbaren
Ver=
ſprechungen Bayern, Württemberg, Oldenburg und
Ham=
burg für die Schiffahrtsabgaben geworben wurden.
In=
zwiſchen haben wir auch in Erfahrung gebracht, daß den
kleineren mitteldeutſchen Bundesſtaaten, die urſprünglich
ſcharfe Gegner der Schiffahrtsabgaben waren,
außeror=
dentliche Zugeſtändniſſe im Tarifweſen gemacht ſeien
und daß ihnen, ſofern ſie von der Elbe durchſchnitten
werden, die Sorge um die Inſtandhaltung des Stromes
abgenommen werden ſolle. Preußen ſoll ſich bereit
er=
klärt haben, alle Koſten der Stromregulierung ſelbſt zu
übernehmen; es will ſelbſt ſolche Bundesſtaaten entlaſten,
die an ſich viel reicher ſind als Preußen. Das alles
mußte zugeſtanden werden, um zunächſt einmal die
not=
dürftigſte verfaſſungsmäßige Mehrheit im Bundesrate für
die Schiffahrtsabgaben zu erringen. Und hiernach
berück=
ſichtige man, welche Sonderkonzeſſionen an Sachſen,
Ba=
den und Heſſen, die für die Erhaltung der
Schiffahrts=
abgabenfreiheit doch mit anerkennenswertem Mute
ge=
kämpft haben, gemacht werden mußten, um ihren
Wider=
ſpruch niederzuhalten. Selbſtverſtändlich kann es ſich auch
hier nur darum handeln, daß ſich im weſentlichen das
Königreich Preußen für die Einlöſung der Verſprechungen
einſetzt.
Es wird deshalb ſorgfältigſt zu prüfen ſein, ob
Preußen jemals in der Lage ſein wird, die gegebenen
Verſprechungen einzulöſen, ohne ſeine
Fi=
nanzen aufs äußerſte zu gefährden! Es
macht dabei keinen Unterſchied, ob Preußen etwa auf dem
Wege des Eiſenbahntarifweſens hier und dort
Zugeſtänd=
niſſe macht und damit die Produktions= und
Exiſtenz=
bedingungen erheblich verſchiebt, oder ob es ſich auf weitere
Kanal= und Eiſenbahnbauten, deren Rentabilität
durch=
aus in Frage ſteht, feſtlegen will. Soll in der Tat, wie
von den Schiffahrtsintereſſenten befürchtet wird, die
Schiffahrt zu einer Magd der Eiſenbahn herabgewürdigt
werden, ſo würde ein heilſamer Wettbewerb im
Güter=
verkehrsweſen beſeitigt. Man erſieht hieraus, von wie
tiefgreifender Bedeutung die Einführung der
Schiff=
fahrtsabgaben für unſer ganzes Wirtſchaftsleben
gewor=
den iſt.
Nachſpiele zum Kampf im Baugewerbe.
C Man ſchreibt uns: Der Kampf im Baugewerbe,
der durch Schiedsſpruch beendet wurde, hat
bemerkens=
werte Nachſpiele. Die Unzufriedenheit mit der
Zuſtim=
mung der zentralen Inſtanzen der Arbeiterſchaft zu den
vorliegenden Abmachungen hat an verſchiedenen Orten
ſich ſo draſtiſch geäußert, daß das Maurerorgan in ſeiner
neueſten Nummer eine ganze Serie von
Beruhigungs=
artikeln veröffentlicht. Auch bekannte ſozialdemokratiſche
Parteiführer werden aufgeboten, um den örtlichen
Mau=
rer=Organiſationen die Billigung des Schiedsſpruches
ans Herz zu legen. Neben Bernſtein und Frohme ergreift
Bebel in höchſteigener Perſon als Friedensmahner das
Wort.
Das ſind außergewöhnliche Vorgänge, die beſondere
Gründe haben müſſen. Einer davon iſt vielleicht die dem
Zentralverbande der Maurer drohende Gefahr der
Ab=
ſplitterung Unzufriedener; hat man doch in einer
Hoch=
burg der ſozialdemokratiſchen Zentralverbände, wie
Leip=
zig es iſt, laut mit der Gründung von
Lokalorgani=
ſationen gedroht. Da die anarcho=ſozialiſtiſchen „
Lo=
kaliſten” in ihrem Organ und in Verſammlungen die
Ergebniſſe des Schiedsſpruches nach Kräften
herunter=
reißen, iſt nicht zu beſtreiten, daß die Mißſtimmung
vie=
ler Zentralverbändler über den Ausgang des
baugewerb=
lichen Kampfes dem Gedanken der lokalen Organiſation
neue Anhänger zuführen kann. Man irrt jedoch kaum
in der Annahme, wenn man das Hervortreten der
poli=
tiſchen Parteiführer in dieſer Gewerkſchaftsangelegenheit
auf politiſche Motive zurückführt. Die allgemeinen
Reichstagswahlen ſind nicht mehr fern; die
Par=
teil wünſcht deshalb nicht, daß die
Zahlungsfähig=
keit der „Genoſſen” durch Streiks beeinträchtigt werde
— daher laſſen ſich Parteiführer die Verhinderung von
Maurerſtreiks ſo ſehr angelegen ſein
Ein Nachſpiel anderer Art hat der Schiedsſpruch im
baugewerblichen Kampfe zwiſchen der Leitung des
Zim=
mererverbandes und den Vertrauensleuten des
Maurerverbandes zur Folge gehabt. Denn obwohl erſtere
ebenfalls vom Streik abrät, begründet ſie ihren Rat in
einer Weiſe, die bei dem Maurerverbande großes
Aufſehen hervorrufen muß. Sie macht nämlich nicht pur
geltend, daß die Zimmerer im Falle des Streiks auf eine
keineswegs niedergerungene, vielmehr bis an die Zähne
bewaffnete feindliche Front ſtoßen, ſondern auch im
Rücken angegriffen werden würden. Wie dies gemeint
iſt, ſetzt das Zimmererorgan eingehend auseinander.
Es erwähnt zunächſt, daß die bürgerliche „Bauwelt” in
ihrem Bericht über die Dresdener
Einigungsverhandlun=
gen über „radikale Anſchauung der Zimmerer”, leere
Kaſſen des Zimmererverbandes und eine von letzterem
unter drückenden Verpflichtungen aufgenommene Anleihe
geſchrieben habe; dann fährt das Zimmererorgan, nach
Dementierung der Angaben über Anleihe und leere Kaſſen,
u. a. wörtlich fort:
„Der Berichterſtatter der Bauwelt hat das . .. nicht
aus den Fingern ſaugen können. Es muß ihm
mitge=
teilt worden ſein, und zwar direkt oder indirekt von einer
Perſon, die in einem unſerer beiden Bruderverbände eine
einflußreiche Stellung einnimmt. Und dieſe Inſpiration
konnte keinen anderen Zweck haben, als die Abſicht, das
Unternehmertum gegen ein etwaiges partielles Vorgehen
der Zimmerer . .. bei den folgenden örtlichen
Verhand=
lungen ſcharf zu machen.”
Das Zimmererorgan ſtützt dieſe Anklage mit dem
Hinweiſe darauf, daß den Zimmerern in der
vertrau=
lichen, nicht belauſchbaren Dresdener Sitzung
Vorhaltun=
gen über radikale Anſchauung gemacht worden ſeien,
und daß Gauleiter der Maurer von der Anleihe uſw. ihren
Kollegen im Lande erzählen, die mit der Billigung des
Schiedsſpruches durch den Maurer=Verbandstag
unzu=
frieden ſeien. Dieſe Anklagen ſind nicht danach angetan,
die ohnehin vorhandenen Gegenſätze zwiſchen den beiden
Verbänden zu mildern, und können von den des
Rücken=
angriffs Beſchuldigten nicht ignoriert werden.
Der Verband der Baugeſchäfte von Berlin und den
Vororten hat jetzt eine ausführliche Broſchüre zur
Recht=
fertigung der Abſonderung Berlins von
der Bauarbeitgeberſache während der letzten
Ausſperrung erſcheinen laſſen. Der Grundgedanke der
Broſchüre beſteht darin, daß Berlin beſondere Wege
habe gehen müſſen, weil es dem Tarifgedanken aus
Ueber=
zeugung habe treu bleiben wollen. Die Ausſperrung ſei
als ein Werk derjenigen, hauptſächlich in Süddeutſchland
und Rheinland und Weſtfalen zu ſuchenden Drahtzieher
anzuſehen, die ſchon ſeit Jahren nach Gelegenheit geſucht
hätten, dem ihnen verhaßten Gedanken der
Tarif=
vereinbarung mit den Organiſationen der
Arbeit=
nehmer eine Niederlage zu bereiten und ihren „Herr im
Hauſe‟=Standpunkt auch da zur Geltung zu bringen, wo
er gar keinen Sinn habe. Daher ſeien auch die
For=
derungen der Arbeitgeber ſo hoch geſpannt worden, daß
von vornherein ihre Durchſetzung nur im Wege der
ein=
ſeitig oktroyierten Arbeitsordnung, niemals mit
Zuſtim=
mung der Arbeiterſchaft, denkbar geweſen ſei.
Deutſches Reich.
* Man ſchreibt uns: Auf Anregung des
Zentral=
verbandes der Handlungsgehilfen und
Gehil=
finnen haben 427 örtliche Kartelle der freien
Gewerk=
ſchaften, die über eine Million Arbeiter und Angeſtellte
vertreten, zur Reichsverſicherungsordnung,
und zwar insbeſondere zu dem Ausbau der Alters=,
In=
validen= und Hinterbliebenenverſicherung, Stellung
ge=
nommen. Die Erklärung, die von allen beteiligten
Ge=
werkſchaftskartellen gleichlautend abgegeben worden iſt,
be=
ſagt, daß die Kartelle für die Verbeſſerung der ſtaatlichen
Kranken= und Unfallverſicherung, ſowie für eine
ausrei=
chende Alters=, Invaliden=, Witwen= und
Waiſenverſicherung zugunſten aller Schichten
der Lohnarbeiterſchaft eintreten und auch die
diesbezüg=
lichen Beſtrebungen der Privatangeſtellten aufs
nachdrück=
lichſte unterſtützen. Dabei ſtellen ſich die
Gewerkſchafts=
kartelle auf den Standpunkt jenes Teiles der
Privatange=
ſtellten, der für ſich nicht ein Sondergeſetz, vielmehr eine
ausreichende Alters=, Invaliden=, Witwen= und
Waiſen=
verſicherung im Rahmen der Reichsverſicherungsordnung
durch höhere Leiſtungen in den jetzt beſtehenden
Lohn=
klaſſen und durch Errichtung höherer Lohn= und
Beitrags=
klaſſen fordert. Die Gewerkſchaftskartelle ſchließen ſich,
wie die Erklärung weiterhin ſagt, „dieſen Wünſchen an
und richten an die Geſetzgebung das dringende Erſuchen,
ſie in der Reichsverſicherungsordnung, und zwar ſo zu
erfüllen, daß die Berufsart an ſich nicht zum Anlaß
ge=
nommen werden darf, irgend eine Kategorie der
Ver=
ſicherten zu benachteiligen. Hinſichtlich der Feſilegung
des Invaliditätsbegriffes jedoch iſt diegbisherige=Tätig=,
Seite 2.
Nummer 153.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. Juli 1910.
keit des Verſicherten, ebenſo wie ſeine Ausbildung, Kräfte
und Fähigkeiten voll zu berückſichtigen.”
— Die Immediatkommiſſion zur Vorbereitung der
Verwaltungsreform in Preußen hat
Grund=
züge für eine vereinfachte Geſchäftsordnung der
Regie=
rungen aufgeſtellt. Die Grundzüge beſchäftigen ſich im
ganzen mit dem inneren Dienſt der Regierungen, den ſie
in allen Einzelheiten behandeln. Umfang und Oeffnung
der Eingänge, die Einteilung des Geſchäftsganges und
die Eintragungen ins Tagebuch werden einer
durchgrei=
fenden Aenderung unterworfen, ebenſo die Behandlung
der Friſten, die Beförderung der bearbeiteten Sachen, die
Regiſtratur der Sachen uſw.
— Die Nationalzeitung teilt über ihr
Weiter=
beſtehen mit: „Vor kurzem ging die Nachricht durch die
Preſſe, daß das Weiterbeſtehen der Nationalzeitung durch
das neuerliche Eingreiſen des Herrn Kommerzienrats
Bartling geſichert ſei. Dieſe Mitteilung iſt in dieſer Form
unzutreffend. Die Fortführung des Blattes iſt durch ein
neues Konſortium gewährleiſtet. In der bisherigen
Chefredaktion wird ſich keine Veränderung vollziehen.”
— Die bayeriſche Reichsratskammer
hat die bayeriſche Steuerreform en bloc einſtimmig
angenommen. Durch dieſe einſtimmige Annahme der
Reform ſoll die Abgeordnetenkammer veranlaßt werden,
den Beſchlüſſen des Reichsrats unverändert zuzuſtimmen.
Ausland.
— Die ungariſche Regierung legte dem
Abgeord=
netenhauſe mehrere Geſetzentwürfe vor, unter ihnen
ein Ermächtigungsgeſetz zur Beendigung des budgetloſen
Zuſtandes, durch das der Finanzminiſter ermächtigt wird,
den Staatshaushalt bis zum Ende des Jahres 1910 auf
der Grundlage des Staatshaushaltsgeſetzes für das Jahr
1909 zu führen, ferner die Rekrutierungsvorlage und den
Handelsvertrag mit Rumänien.
— In Beantwortung einer Anfrage des Sozialiſten
Rougier in der franzöſiſchen Kammer über die Meuterei
vom 23. Mai im Lager von Maſſillau wies der
Kriegs=
miniſter General Brun nach, daß kein Grund für die
Meuterei vorlag. Der Miniſter rechtfertigte die gegen die
Meuterer getroffenen Maßnahmen, lobte die Haltung der
aktiven Regimenter und erklärte, daß er die Diſziplin
auf=
recht erhalten werde. (Beifall.) Die Anfrage wurde dann
in eine Interpellation umgeändert, aber die
Dis=
kuſſion hierüber mit 381 gegen 132 Stimmen auf die
Ta=
gesordnung hinter die anderen Interpellationen geſetzt.
— Der Miniſter des Aeußern wendete ſich in der
Erſten Kammer der Niederlande gegen die Angriffe
des früheren Geſandten van Heeckeren und erklärte, was
das Nordſee=Abkommen anlange, könne er nur
auf ſeine frühere Verteidigung dieſes Vertrages verweiſen.
Es ſei unrichtig, was van Heeckeren über das
Zuſtande=
kommen dieſes Vertrages geſagt habe. Der Vorwurf van
Heeckerens, der Miniſter habe den Vertrag abgeſchloſſen,
ohne unterhandelt zu haben, ſei ein ſehr gewagter. Was
den angeblichen Brief des deutſchen Kaiſers an die
Kö=
nigin betreffe, ſo halte er die von ihm in der Sitzung der
Erſten Kammer am 10. Februar abgegebene Erklärung
in ihrem vollen Umfange aufrecht, mit dem Hinzufügen,
daß der frühere Miniſterpräſident Kuyper dieſe
Erklä=
rung als vollkommen richtig angenommen habe. Der
Miniſter tadelte das Vorgehen van Heeckerens, das ein
vollſtändig unbegründetes Mißtrauen gegen einen Staat
nähre, mit dem Holland die beſten Beziehungen
unter=
halte. Van Heeckeren ſagte, er halte jede Silbe aufrecht,
unterſtützte aber ſodann den Antrag, die Diskuſſion zu
vertagen, bis die Rede des Miniſters im Druck erſchienen
ſei. Der Miniſter nahm das Recht für ſich in Anſpruch,
die Diskuſſion für geſchloſſen zu erklären. Van Heeckeren
erklärte, er wolle die Wahrheit ſeiner Behauptungen unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit oder vor einer Kommiſſion
beweiſen. Die Kammer lehnte zum Schluß eine
Ver=
tagung der Diskuſſion ab und nahm einen Antrag, zur
Tagesordnung überzugehen, an, da die Kammer in
hin=
reichender Weiſe orientiert ſei.
* Karlsruhe, 1. Juli. Der Finanzminiſter
Hon=
ſell iſt heute abend geſtorben. Max Honſell war
1843 in Konſtanz geboren und hatte Ingenieurwiſſenſchäften
ſtudiert, 1872 wurde er Aſſeſſor bei der badiſchen
Ober=
direktion des Waſſer= und Straßenbaues und ſpäter
Di=
rektor dieſer Behörde. Von 1896—1906 war er Profeſſor
an der Karlsruher Techniſchen Hochſchule und hat ſich als
Waſſerbautechniker, insbeſondere durch die Oberrhein=
Regulierung bis Straßburg=Kehl einen Namen gemacht.
1902 wurde er in die Erſte Kammer und im Herbſt 1906
in ſchon vorgerücktem Lebensalter zur Leitung des
badi=
ſchen Finanzminiſteriums berufen. Politiſch gehörte er zur
nationalliberalen Partei.
* Wien, 1. Juli. Wie das W. K.=B. von
wohl=
informierter Seite erfährt, iſt an zuſtändiger Stelle der
in Petersburg verhaftete Baron von Ungern=
Sternberg bloß in ſeiner Eigenſchaft als
Korreſpon=
dent eines Korreſpondenzbureaus bekannt, und hat
zwi=
ſchen ihm und dem k. und k. Botſchafter in Petersburg
und dem k. und k. Militär=Attaché Graf Spanneechi
kein, wie immer gearteter, anderer Verkehr
beſtan=
den. Es iſt daher ganz unrichtig und vollſtändig aus
der Luft gegriffen, wenn man die Affäre Ungern=
Stern=
berg mit der momentanen Abweſenheit des k. und k.
Militär=Attachés von Petersburg in irgend einen
Zuſam=
menhang bringt. Demgegenüber muß authentiſch feſtgeſtellt
werden, daß Major Graf Spannecchi alljährlich um dieſe
Zeit Urlaub nimmt, und daß er ſeinen gegenwärtigen
normalen Urlaub ſchon vor einigen Monaten für Anfang
Juni erbeten und auch zu Beginn des vorigen Monats
angetreten hat.
* Lemberg, 1. Juli. Nach einer amtlichen
Dar=
ſtellung der Vorgänge in der Univerſität iſt,
wie durch eine Zeugenausſage feſtgeſtellt wurde, der erſte
Schuß auf Seiten der Ruthenen gefallen, worauf der
Ruthene Kocko am Kopf getroffen wurde. Die dann
ein=
dringenden Polizeimannſchaften trennten die Kämpfenden
und ſchloſſen einen großen Teil derſelben in den Hörſaal
ein, während die übrigen proviſoriſch vernommen
wur=
den; die Mehrzahl derſelben iſt aber in Freiheit geſetzt
worden. Die in den Saal eingeſchloſſenen Studenten
wurden in Unterſuchungshaft glenommen. Neun
Ver=
wundeten wurde durch die Rettungsgeſellſchaft die erſte
Hilfe zuteil; drei mußten ins Krankenhaus geſchafft
wer=
den; unter dieſen befindet ſich auch Kocko, der am Abend
geſtorben iſt. In dem Hörſaal, in dem die Studenten
ge=
fangen gehalten wurden, ſind 15 Browningpiſtolen
ge=
funden worden. — Im öſterreichiſchen
Abgeord=
netenhauſe brachten die rutheniſchen Abgeordneten
eine Interpellation ein, in der behauptet wird,
daß in Lemberg die polniſchen Studenten, die mit
Re=
volvern bewaffnet geweſen ſeien, auf die rutheniſchen
Studenten zwei Salven abgegeben hätten Durch die
Schüſſe ſeien ein Theologe getötet, ſechs polniſche und
rutheniſche Studenten, ſowie drei Univerſitätsdiener
da=
durch verletzt worden. Die Interpellanten behaupten
fer=
ner, daß die Behörden, trotzdem ſie von den drohenden
Vorbereitungen der polniſchen Studenten Kenntnis
ge=
habt haben, nichts zur Verhütung der blutigen
Ausſchrei=
tungen getan hätten. Endlich wird in der Interpellation
die Errichtung einer ſelbſtändigen rutheniſchen Univer=
ſität in Lemberg als einziges Mittel zur Herſtellung ge
ſunder Verhältniſſe in Galizien gefordert.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. Juli.
— Verſetzung in den Ruheſtand. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den evangeliſchen
Pfarrer Karl Ernſt Knodt zu Ober=Klingen auf ſein
Nachſuchen unter Anerkennung ſeiner treuen Dienſte in
den Ruheſtand verſetzt, desgleichen den Lehrer an der
Gemeindeſchule zu Heppenheim a. d. B. Albert Schütz
auf ſein Nachſuchen.
— Charakterverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem landgräflichen Forſt= und
Güterdirektor Karl Nies zu Hanau=Keſſelſtadt den
Charakter als Großherzoglich Heſſiſcher Oberförſter
ver=
liehen.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 22 vom
2. Juli hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung, die
Schiedsgerichte für Arbeiterverſicherung betreffend. 2.
Be=
kanntmachung, die Befugnis der Amtsſtellen zum
Abfer=
tigen von Eſſigſäure auf Begleitſchein betreffend. 3.
Be=
kanntmachung, die Aufbringung der Mittel der Großh.
Brandverſicherungsanſtalt für 1909 betreffend. 4.
Ueber=
ſicht der von dem Großh. Miniſterium des Innern für
das Rechnungsjahr 1910 (vom 1. April 1910 bis 31. März
1911) genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kom=
munalbedürfniſſe der Stadt Alzey. 5. Ordensverleihungen.
L. Der Provinzialausſchuß verhandelte am Samstag
in öffentlicher Sitzung folgende Sachen: 1. Der
Korb=
macher und Schirmflicker Johann Roſenberg in
Offenbach, der mit einem Wohnwagen umherzieht, hat
um die Erteilung eines Wandergewerbeſcheins für 1910
Wer reiſt mit Nutzen?
Saiſon=Plauderei von Robert Tornow.
E. Eine ſo einfache Frage, die obige, und doch ſo
ſchwer zu beantworten. Und vielleicht doch nicht ſo
ſchwer, wenn man gar nicht erſt verſucht, eine generelle
Antwort darauf zu geben. Die einzige, die für alle
Fälle zutrifft, könnte ja doch nur lauten: „Der reiſt mit
Nutzen, der auf Reiſen das findet, was er geſucht hat.”
Aber was ſuchen die Menſchen auf Reiſen? Ganz
un=
endlich Verſchiedenes!
Da iſt zuerſt die Mode, welche die Leute von Hauſe
forttreibt, oft unter den ſchwierigſten Verhältniſſen.
Mühſelig ſparen ſie ſich das Geld zuſammen, borgen es
ſich häufig ſogar und ziehen dann hinaus nach irgend
einem, ihnen als billig gerühmten Ort, wo es vielleicht
weder gute Luft noch landſchaftliche Schönheiten gibt.
wo ſie ſich dafür aber namenlos langweilen und unter
Unbequemlichkeiten und Entbehrungen leiden. Auch die
Ausflüge dort bereiten ihnen nicht das mindeſte
Ver=
gnügen, da ſie daheim mit minimalen Koſten und in
luſtiger Geſellſchaft viel ſchönere hätten machen können.
„Gott ſei Lob und Dank, es iſt überſtanden!” denken
ſie, erlöſt aufatmend, wenn die Zeit ihrer Villegiatur
vorüber iſt und ſie ſich wieder den heimiſchen Penaten
zukehren dürfen.
Haben dieſe Bedauernswerten auf ihrer
Sommer=
reiſe gefunden, was ſie ſuchten? Im Grunde doch ja,
denn ſie wünſchten nur der Mode zu genügen, und das
haben ſie getan; aber die gebrachten Opfer iſt die Sache
doch nicht wert geweſen.
Deſſenungeachtet trugen hieran weder die
verhält=
nismäßige Reizloſigkeit des Ortes, noch die
Unbequem=
lichkeiten des Aufenthaltes die Schuld, ſondern
ledig=
lich der Umſtand, daß die Reiſe nicht aus einem ſtarken
perſönlichen, gleichviel ob körperlichen oder geiſtigen
nachgeſucht, wie dies früher auch ſchon mit Erfolg
ge=
ſchehen war. Sein Geſuch wurde abgelehnt, weil er im
vorigen Jahre wegen Hausfriedensbruchs zu 1 Woche
Ge=
fängnis verurteilt worden iſt. Er verfolgte dagegen
Be=
ſchwerde, weil er des Scheines bedürfe, um ſeine ſtarke
Familie ernähren zu können und kein gewalttätiger
Menſch, vielmehr ohne ſeine Schuld in die Strafſache
ver=
wickelt worden ſei. Für den Schulbeſuch ſeiner Kinder
ſei geſorgt. Der Rekurs wurde als unbegründet
ver=
worfen und der Geſuchſteller zur Zahlung der Koſten,
ſowie einer Gebühr von 1 Mark verurteilt. — 2. Vier
Schreinermeiſter von Offenbach, die Särge herſtellen und
verkaufen, liefern dazu auf Verlangen auch Kiſſen,
Ta=
lare, Strümpfe, Schuhe und Häubchen zur Ausſtattung
der Leiche. Wegen dieſes Betriebes wurden ſie zwar nicht
als Kurzwarenhändler, wohl aber als Krämer zur
Ge=
werbeſteuer herangezogen. Sie legten dagegen Rekurs
ein und erfochten beim Kreisausſchuß ein obſiegendes
Ur=
teil, weil die Lieferung der genannten Gegenſtande
ledig=
lich als Beſtandteile des Sarggeſchäftes und nicht als
ein ſelbſtändiger Betrieb erſcheine. Die Stadt Offenbach
legte die Sache der höheren Inſtanz vor. Hier führte
Beigeordneter Rech aus, daß die Beſchwerdeführer
zuge=
ſtandenermäßen allein Talare in Offenbach verkaufen,
mit=
hin ſei anzunehmen, daß dieſe auch im Laden abgegeben
werden, wenn der Sarg nicht geliefert werde. Auf den
Umfang des Geſchäftes käme es nicht an. Die
Schreiner=
meiſter beharrten auf ihrem Widerſpruch und lehnten es
ab, als geprüfte Handwerksmeiſter unter die Krämer, die
im Land umherziehen, gerechnet zu werden. Die Stadt
Offenbach wurde abgewieſen; ſie hat die Koſten ſowie
eine Gebühr von 20 Mark zu zahlen. — 3. Georg Benedikt
Roßmann von Michelſtadt hat ſchön in den Jahren
1907 und 1908 um die Erlaubnis nachgeſucht, an der
Straße nach Weitengeſäß eine Gaſtwirtſchaft eröffnen zu
dürfen. Der Kreisausſchuß hat ſich beide Male ablehnend
verhalten, während der Provinzialausſchuß dem Geſuch
ſtattgab, weil die geplante Walderholungsſtätte nur zu
wünſchen ſei. Das Miniſterium war anderer Anſicht und
wies das Geſuch mangels eines Bedürfniſſes ab.
Hier=
durch nicht entmutigt, erſcheint Roßmann abermals mit
ſeinem Geſuch, das der Kreisausſchuß wiederum ablehnte,
weil bei der herrſchenden wirtſchaftlichen Depreſſion das
Bedürfnis für eine neue Wirtſchaft nicht ſtärker geworden
ſei. Rechtsanwalt Dr. Fulda legte dagegen Rekurs ein
und legte ein von einigen hundert Einwohnern von
Michelſtadt unterzeichnetes Schreiben vor, das ſich für den
Plan des Roßmann ausſpricht! Der Bürgermeiſter
Hieronymus von Michelſtadt trat warm für das Projekt
ein, das auch ein Kurgaſt empfiehlt, der ſich wochenlang
zur Erholung dort aufgehalten hat. Der Rekurs wurde
für begründet erklärt und die nachgeſuchte Erlaubnis
erteilt. Im oberen Stock dürfen nur drei Räume zu
Wirtſchaftszwecken verwendet werden; auch ſind alle
Räumlichkeiten den baupolizeilichen Vorſchriften
entſpre=
chend herzuſtellen.
* Vom Poſtamt. Auf Verlangen wird neuerdings
ſeine Einlieferungsbeſcheinigung über
ge=
wöhnliche Pakete erteilt. Die Gebühr für dieſe
Beſchei=
nigung beträgt 10 Pfg. Ueber mehrere zu einer
Poſtpaket=
adreſſe gehörende Pakete wird eine gemeinſchaftliche
Ein=
lieferungsbeſcheinigung ausgeſtellt. Ferner kommen neue
Formulare für Poſtanweiſungen zur Verwendung. Dieſe
haben auch rechts einen 6,7 Zentimeter breiten Abſchnitt,
der als Poſteinlieferungsſchein dient und vom Abſender
auszufüllen iſt. Die neuen Formulare werden
ungeſtem=
pelt ſowie mit Zehn= und Zwanzigpfennigſtempel zu den
Preiſen wie bisher ausgegeben. Die bisherigen
Formu=
lare ohne zweiten Abſchnitt für die Einlieferung bleiben
daneben beſtehen, ſollen aber künftig nur dann verwendet
werden, wenn Poſtanweiſungen auf Grund von
Einlie=
ferungsbüchern oder Verzeichniſſen eingeliefert werden.
Bis auf weiteres können auch die alten Formulare für
einzelne Poſtanweiſungen benutzt werden.
* Ueber die Tätigkeit der Arbeitsnachweisſtelle im
ſtädtiſchen Hauſe Waldſtraße 6 (Telephon 371) werden
für den Monat Juni folgende Zahlen mitgeteilt: 460
offene Stellen, 1030 Arbeitſuchende, 269 Vermittelungen,
darunter 85 Dienſtboten.
* Ortsgewerbeverein. In der von dem
Ortsgewerbe=
verein am letzten Freitag abend abgehaltenen
Verſamm=
lung behufs Stellungnahme zu dem
Be=
bauungsplan am neuen Bahnhof waren etwa
50 Intereſſenten vertreten. Nach einer eingehenden
Be=
ſprechung der Materie ſtimmte man mit überwiegender
Mehrheit dem vorgelegten Plane zu. Sechs Intereſſenten
ſtimmten dagegen. Indeſſen war die durchſchlagende
An=
ſicht vertreten, daß der ſüdlich projektierte Baublock vor
dem Bahnhof entſchieden zu groß vorgeſehen und
offen=
ſichtlich ein Verkehrshindernis im Verlauf der Jahre
un=
ausbleiblich bilden würde. Ebenſo ſeien die Gründe für
die geplante Unterbrechung des Stirnwegs durchaus als
verfehlt zu bezeichnen. Eine nochmalige Prüfung bezw.
Abänderung dieſer beiden Anſtände dürfte daher im
all=
gemeinen Intereſſe geboten ſein.
Bedürfniſſe gemacht wurde. Wäre dies der Fall
ge=
weſen, dann würden die Leute aller Wahrſcheinlichkeit
nach ihre Rechnung bei der Reiſe gefunden haben, und
dann würden auch die Geldopfer nicht umſonſt gebracht
worden ſein.
Solcher Vedürfniſſe aber gibt es mannigfache.
Gut in der Hälfte ſind Geſundheitsrückſichten dabei
ausſchlaggebend. „Sie müſſen einige Wochen lang
aus=
ſpannen”, ſagt der Arzt zu dem durch Berufsarbeit und
vielleicht auch Vergnügungen müde und nervös
gewor=
denen Mann. „Nichtstun, Aufenthalt im Freien und
gute Pflege ſind eine dringende Notwendigkeit für Sie.”
Kann der Betreffende das nicht daheim ebenſo gut, ja
viel beſſer haben, als in einem elenden Dorf, wo man
kaum die nötigſten Nahrungsmittel zu kaufen bekommt,
oder unterwegs in überfüllten, heißen
Eiſenbahnwag=
gons und engen verräucherten Gaſthauszimmern? Nein
und tauſendmal nein, er kann es nicht haben, denn zu
Hauſe vermag er ſich nicht den ungezählten gewohnten
Anforderungen des täglichen Daſeins zu entziehen, er
vermag auch nicht ſeine Gedanken aus dem Kreiſe
los=
zumachen, in dem ſie ſich während des ganzen übrigen
Jahres müde gelaufen haben. Er muß in gänzlich
andere Umgebung kommen, völlig losgelöſt von ſeinem
ſonſtigen Daſein, um ſeine überſpannten Nerven zur
Ruhe zu bringen. Dann wirb ihm auch das Eſſen
wie=
der beſſer ſchmecken und bekommen, mag es noch ſo
ſchlecht ſein; dann wird er im härteſten Bett feſt und
ſanft ſchlafen — kurz, er wird ſich geiſtig und körperlich
erholen. Und es iſt auch ſicher anzunehmen, daß er ſich
nicht langweilt. Mit ſeinen beruhigten Nerven und
der dadurch erhöhten Aufnahmefähigkeit, nicht
abge=
zogen durch Alltagsſorgen, wird er ſehr raſch in die
Stimmung gelangen, ſich, mag ſein Ziel ſein, welches
es will, ſeiner Reiſe zu freuen. Er befindet ſich ja doch
in einem neuen Milieu, und darum kann er auch auf
Schritt und Tritt Intereſſantes entdecken, wenn er nur
den Willen und die Dispoſition dazu beſitzt. Hören wir
einmal die Schilderungen mit an, die einer der
fein=
ſinnigſten und geiſtreichſten Gelehrten ſeiner Zeit, der
zu Ende des rorigen Jahrhunderts verſtorbene
Königs=
berger Philoſoph Karl Roſenkranz, einſt im
Freundes=
kreiſe von einer kurzen Ferienreiſe in oſtpreußiſchen
Dörfern gab. Er ſagte:
„Allgemein lachte man mich aus —” ich bemerke,
daß ich ſelbſtverſtändlich ganz frei zitiere —, „als ich
von der Reiſeroute ſprach, die ich einzuſchlagen
beab=
ſichtigte. Man hielt mir vor, daß jene Dörfer jeglichen
Reizes entbehrten, und dennoch — was habe ich dort
nicht alles erlebt und geſehen! Gleich am erſten
Mor=
gen nach meiner Ankunft in einem winzigen,
weltver=
geſſenen Dörſchen hatte ich wunderbare, märchenſchöne
Eindrücke. Ich wandelte ziellos durch die
menſchen=
leeren, grasüberwachſenen Straßen des Ortes und
freute mich der Bilder, die in ihrer Anſpruchsloſigkeit
und idylliſchen Lieblichkeit an die Gemälde gewiſſer
holländiſcher Meiſter erinnerten. Welch’ feine
Farben=
kontraſte die durch Witterung und Alter
hervorgeru=
fenen Schattierungen auf den gelben Strohdächern
er=
gaben, wie maleriſch die weiße Entenſchar auf dem
grünen Dorfanger wirkte und welch’ ſanfte, friedliche
Poeſie das zwiſchen ſonnenüberſchienenen Wieſen ſich
ſchlängelnde Flüßchen atmete, das ich durch einen
altersgrauen Torbogen ſchimmern ſah! Aber da waren
Lichtreflexe und koloriſtiſche Effekte, die ich nicht recht
zu deuten verſtand und auf den Gemälden der vorer=
wähnten Meiſter noch nicht wahrgenommen zu haben
meinte. Das verdroß mich, weil ich mir ſagte, daß ich
doch noch einen weit größeren Genuß von den Dingen
haben würde, wenn meine künſtleriſche Bildung
voll=
kommener wäre, und feſt nahm ich mir vor, falls ich im
nächſten Jahre an dieſen Ort zurückkehren ſollte, zuvor
fleißig die niederländiſchen Meiſter zu ſtudieren.
In=
deſſen hatte der Himmel ſich unerwartet und plötzlich
Nummer 153.
* Der Verkehrsausſchuß der Bergſtraße hielt am
Dienstag, den 28. Juni, im Hotel Hufnagel in Seeheim
eine Ausſchußſitzung ab, die von den dazu berufenen
Ver=
tretern der Intereſſen der Hauptorte von Darmſtadt bis
Weinheim äußerſt zahlreich beſucht war. Die Sitzung
galt in der Hauptſache der inneren Organiſation und
Befeſtigung der Vereinigung, da die an den
Verkehrs=
ausſchuß herantretenden Aufgaben zur Hebung des
Frem=
denverkehrs und der Anſiedlung an der Bergſtraße
gebie=
teriſch einen feſten Zuſammenſchluß ſämtlicher Orte an
der Bergſtraße fordern. Die Eröffnungsanſprache des vor
drei Monaten neu gewählten erſten Vorſitzenden, Herrn
Rentner Sieben=Auerbach, zeigte das Bild einer
un=
gemein lebhaften Tätigkeit auf dem geſamten
Intereſſen=
gebiet des Verkehrsausſchuſſes und bewies zahlenmäßig
den reichen Erfolg, die die in dieſem Frühjahr
ſtatt=
gehabte Propaganda in Zeitungen uſw. zur Folge gehabt
hat. Herr Sieben entwickelte ein umfaſſendes Programm,
um die ſeitens der Gemeinden an der Bergſtraße
aufge=
wendeten Kapitalien nutzbar zu machen, d. h. die
Anſied=
lung zu fördern. Es gelangte ein Brief der
Eiſenbahn=
direktion Mainz zur Verleſung, wonach unſeren Wünſchen
nach Abänderung der abſurden Verſchlechterung des
Som=
merfahrplans im Laufe dieſes Sommers nicht entſprochen
werden kann, jedoch Abänderung für den Winter in
Aus=
ſicht geſtellt wird. Ferner gelangte ein Brief des Herrn
Oberbürgermeiſters von Darmſtadt in Angelegenheiten der
elektriſchen Bahn zur Verleſung, wonach die Sache
dem=
nächſt den Stadtverordneten zur definitiven
Stellung=
nahme vorgelegt werden ſoll. Wenn auch in der Sitzung
keine weltbewegenden Fragen zur Löſung kamen, ſo iſt
aber doch erreicht worden, daß wieder ein hell
auflodern=
des Intereſſe ſſir die Beſtrebungen des
Verkehrsaus=
ſchuſſes geweckt worden iſt. Die Beteiligten haben wohl
alle das Gefühl mit nach Hauſe genommen, daß der
Ver=
kehrsausſchuß dazu da iſt, die Intereſſenvertretung der
ganzen Gegend einzig und allein in die Hand zu nehmen,
und daß er dazu in der Lage iſt, hat die Sitzung
be=
wieſen.
— 50jähriges Geſchäftsjubiläum. Die Firma
Gg. Karp Hofuhrmacher, kann nunmehr auf die
erſten 50 Jahre ihres Beſtehens zurückblicken. Das
Geſchäft wurde am 1. Juli 1860 von dem Vater des
gegenwärtigen Inhabers gegründet und befand ſich
anfangs in der Schulſtraße, Ecke Schützenſtraße. Seit
dieſer Zeit iſt das Geſchäft ununterbrochen weiter
ge=
führt worden und im Beſitze der Familie geblieben. In
den 80er Jahren wurde das Geſchäft, das in ſtetem
Aufblühen ſich weiter entwickelte, nach der Ludwigſtraße
verlegt.
— Kaufmänniſcher Verein Darmſtadt. Das
dies=
jährige Sommerfeſt findet bei auserleſenem Programm
Samstag, den 9. Juli, auf dem heiligen Kreuzberg ſtatt.
(Näheres ſ. Anzeigen.)
— Die Johann Strauß=Kapelle berührt alljährlich
auf ihren ausgedehnten Kunſtreiſen auch Hamburg, in
welcher Stadt die Kapelle ſich der ganz beſonderen Gunſt
ſeitens der Preſſe und des Publikums erfreut. So
be=
richtet die Hamburger Zeitung über die Leiſtungen der
Kapelle wie folgt: Im Zentralſaal gab geſtern abend
Herr Johann Strauß mit ſeinem vollſtändigen Wiener
Orcheſter nach zweijähriger Pauſe wieder ein Konzert.
Bei ſeinem Eintreten wurde der famoſe geniale Dirigent
von den Anweſenden freudigſt begrüßt, welcher
Enthu=
ſiasmus ſich von Piece zu Piece ſteigerte. Die Kapelle,
durchwegs Künſtler, leiſtete Vorzügliches; insbeſondere
iſt die Reinheit und Weichheit des Tones, das Abſtufen
der Tonfülle vom ſtärkſten Forte zum leiſeſten Piano
und die große Ruhe und Sicherheit, mit der die
Künſtler=
ſchar alle die Schwierigkeiten überwindet, hervorzuheben.
Es war ein glattes, abgerundetes ſeelenvolles
Zuſammen=
ſpiel, woran den Hauptanteil der mehrfach mit Orden
ausgezeichnete Dirigent Johann Strauß hat, der mit
echt wieneriſcher Grazie und Eleganz ſeine Schar zum
Siege führt.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 25. Juni I. J.
männ=
lich 9160, weiblich 6050, zuſ. 15 210, in Prozenten 60,23,
39,77; am 18. Juni I. J. männlich 9101, weiblich 6042,
zuſ. 15143, in Prozenten 60,10, 39,90. Der
Kranken=
ſta nd betrug am 25. Juni l. J. männlich 377, weiblich
244, in Prozenten 4,11, 4,06; am 18. Juni l. J.
männ=
lich 392, weiblich 234, in Prozenten 4,30, 3,87. An
Krankengeld wurde gezahlt in der Woche vom
20. Juni bis 25. Juni l. J. 4299,35 Mk., in der Woche
vom 13. Juni bis 18. Juni I. J. 5001,95 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 25. Juni
I. J. — 29, am 18. Juni I. J. — 29: Sterbefälle
kamen vor in der Woche vom 20. Juni bis 25. Juni
I. J. — 1 vom 13. Juni bis 18. Juni l. J. — 1.
— Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Während
des Monats Juni wurde die Leſehalle im ganzen von
3257 (im Juni 1909 von 2972) Perſonen beſucht,
durch=
ſchnittlich an jedem Tage 108,5 Beſucher. Aus der
Bücherhalle nach Hauſe entliehen wurden im ganzen
Darmſtädter Tagblatt, Montagaden 4. Juli 1910.
Seite 3.
8232 (1909: 7558) Bände, darunter 3118 wiſſenſchaftliche
und belehrende Werke. Die Zahl der ſeit dem 1. April
d. Js. neu eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 2411. An
Büchergeſchenken gingen in dieſem Monat weiter ein:
von Frau Helene Chriſtaller in Jugenheim a. d. B. ein
von ihr verfaßtes Werk, von Frl. Kl. Eppert 5 Bde. und
3 Jahrg. Zeitſchrift, von Herrn Rentner Gehbauer
10 Jahrg. Zeitſchrift, von Frau Kaufmann Hipp
35 Jahrg. Zeitſchrift, von Frau Dr. Hüffel 14 Jahrg.
Zeitſchrift, von Herrn Sparkaſſenbuchhalter Keßler 1 von
ihm verfaßtes Werk, von Frl. Klink, Lehrerin, 6 Bde.,
von Herrn Lehrer Knell 1 Jahrg. Zeitſchrift, von Frl.
Ottilie Rady 1 Jahrg. Zeitſchrift, von Herrn
Haupt=
lehrer Schütz 1 Jahrg. Zeitſchrift, von Herrn Pianoforte=
Fabrikant Schweißgut 1 Jahrg. Zeitſchrift, von
Unge=
nannt 35 Bde. und 5 Jahrg. Zeitſchrift, desgl. 2 Bände.
Allen Gebern herzlichen Dank! Weitere Schenkungen
von Büchern, ſoweit ſolche nicht veraltet, ſind jederzeit
willkommen.
A Auf den Wochenmärkten ſind nun die erſten
einheimiſchen neuen Kartoffeln erſchienen und
wurden ſolche mit 10 Pf. das Pfund bezahlt. Daneben
ſind auch noch vorjährige da, welche der Zentner 4 M.,
der Kumpf (10 Liter) 60—70 Pf., ½ Kg. 4—6 Pf. koſten.
Italiener notieren mit 10 Pf., Malteſer mit 15 Pf. das
Pfund. Sonſt ſind an Durchſchnittspreiſen von den
Märkten der vergangenen Woche zu verzeichnen: Butter
Kg. 1,30 M., in Partien 1,20 M., Eier 6—7 Pf.,
Schmierkäſe ½ Ltr. 20 Pf., Handkäſe 4—10 Pf., Obſt,
Beeren u. dgl.: Kirſchen ½ Kg. 25—35 Pf.,
Walderd=
beeren ½ Kg. 45 Pf., Ananas ½ Kg. 40 Pf., Heidelbeeren
½ Ltr. 15 Pf., Stachelbeeren ½ Ltr. 14—15 Pf.,
Him=
beeren ½ Ltr. 40 Pf., Aprikoſen ½ Kg. 50 Pf., Zitronen,
Apfelſinen 6 Pf., Salat, Gemüſe u. dgl.: Kopfſalat
6—8 Pf., Bündel Radieschen 2 Pf., Rettiche 6—10 Pf.,
Rhabarber ½ Kg. 12 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf.,
Para=
diesäpfel ½ Kg. 50 Pf., Schälgurken 12—35 Pf., Wirſing
5—25 Pf., Kohlrabi 3—6 Pf., Blumenkohl 10—60 Pf.,
Rotkraut 40 Pf., Weißkraut 10—40 Pf., Saubohnen ½ Kg.
10—25 Pf., Bündel Römiſch=Kohl, Schnittlauch u. dgl.
2 Pf., Bündel Karotten 4 Pf., Spargel ½ Kg. 45 Pf.,
Kernerbſen ½ Kg. 20—25 Pf., Bohnen ½ Kg. 35 bis
40 Pf.; Geflügel: junge Gänſe 7—8 M., Enten 3 bis
4 M., Hahnen und Hühner 2,00—3,50 M., Tauben 70 Pf.;
Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 1 M., andere Rheinfiſche
40 Pf., Rotzungen 50 Pf., Maifiſch 30 Pf., Kabeljau,
See=
hecht, große Schellfiſche 25 Pf., kleine 18—20 Pf.; in den
Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 60—66 Pf.,
Hack=
fleiſch 60 Pf., Rindsfett 50 Pf., Rindswürſtchen (Stück)
15 Pf., Schweinefleiſch 90 Pf., Blut= und Leberwurſt
64 Pf., Fleiſchwurſt und Schwartenmagen 85 Pf.
§ Feſtgenommen. Am Samstag ſind hier
feſtge=
nommen worden: ein 44 Jahre alter Spengler aus Hering
wegen Sittlichkeitsverbrechen, ein 28 Jahre alter
Feilen=
hauer aus Ungarn wegen Sittlichkeitsvergehen, ein
24 Jahre alter Kellner aus Schwetz in Preußen wegen
Diebſtahl und ein 32 Jahre alter Hausburſche aus
Rügland in Bayern wegen Unterſchlagung.
Vom Odenwald, 1. Juli. In den bekannten
Luftkurorten, wo Mitte Juni ſchon zahlreiche
Kurfremde eingetroffen waren, iſt es bereits teilweiſe
leer geworden; denn bei dieſem Unwetter ziehen es die
Leute vor, wieder nach Hauſe zurückzukehren. Auch
ſolche, welche bis 1. Juli angemeldet waren, haben ſich
wieder bis auf weiteres abgemeldet, wodurch unſeren
Geſchäftsleuten große Verluſte erwachſen.
Groß=Steinheim, 1. Juli. Einen gllänzenden
Wahlſieg über die Sozialdemokratie erfochten bei
der Gemeinderatswahl die Kandidaten der bürgerlichen
Parteien. Von 517 Wahlberechtigten machten 451 von
ihrem Stimmrecht Gebrauch. Von den bürgerlichen
Kandidaten erhielten Oswald Spahn 310, Friedrich
Hoffmann 293 und Guſtav Jung 275 Stimmen, wogegen
die Sozialdemokraten nur folgende Stimmenzahl
er=
reichten: Johann Bußer 168, Jakob Daus II. 105 und
Johann Dörflein I. 103 Stimmen. Die drei
bürger=
lichen Kandidaten ſind ſomit auf die Dauer von neun
Jahren gewählt.
Klein=Kroßenburg, 1. Juli. Ein ebenſo
eigen=
artiger als folgenſchwerer Unfall ereignete ſich
in unſerer Gemeinde zum Nachteile des
Großkauf=
manns Koch aus Hanau. Das mit Spirituoſen uſw.
hochbeladene Kochſche Fuhrwerk hielt nämlich auf
offener Straße vor einem Geſchäftshauſe. Mutwillige
Kinder neckten und bewarfen die beiden Pferde in ihrem
jugendlichen Unverſtande ſo lange, bis die Tiere
ſcheu=
ten und ohne Führung in raſender Eile davonjagten.
An einer Straßenkurve rannte das Gefährt gegen ein
Haus, worauf infolge des gewaltigen Anpralls und des
Beharrungsvermögens faſt die ganze Ladung aus dem
Wagen und auf die erſchöpften Pferde geſchleudert
wurde. Sämtliche mit Spiritus gefüllten und zahlreiche
bereits entleerte Flaſchen gingen in Trümmer, ſo daß
die beiden wertvollen Frachtpferde förmlich in einen
mächtigen Haufen Glasſcherben eingehüllt wurden, an
vielen Körperteilen, namentlich an den Beinen und am
Halſe, bedeutende Verletzungen und erheblichen
Blut=
verluſt erlitten.
Mainz, 2. Juli. Geſtern nachmittag gegen 2 Uhr ſaß
der 27jährige Spengler Karl Pretzel von hier auf einer
Bank in der Mathildenſtraße. Plötzlich trank der junge
Mann in ſelbſtmörderiſcher Abſicht Lyſol. Unter
ent=
ſetzlichen Schmerzen warf ſich der Unglückliche auf den
Boden und wälzte ſich laut ſchreiend herum. Paſſanten
brachten ihn nach dem nahegelegenen Vinzenzhoſpital;
dort ſtarb er alsbald. Seine Eltern können ſich nicht
erklären, warum ihr Sohn freiwillig in den Tod
ge=
gangen iſt.
Worms, 2. Juli. Beim „Rheiniſchen Hof” iſt der
Rhein wieder über das Ufer getreten. Er iſt auf
433 Zentimeter geſtiegen, während der Höchſtſtand vor
14 Tagen 440 Zentimeter betrug.
Bingen, 2. Juli. Der Rhein ſtieg bis heute früh
6 Uhr weiter um 20 Zentimeter auf 4,12 Meter. Damit iſt
der letzte Höchſtſtand vom 22. Juni um 2 Zentimeter und
zum vierten Male der Hochwaſſerſtand von 4 Meter
über=
ſchritten. Das Waſſer ſteigt noch, auch die Witterung iſt
weiter regneriſch. Zu beiden Seiten des Rheins tritt in
dem Ufergelände, das nicht der direkten
Ueberſchwem=
mung ausgeſetzt iſt, Grundwaſſer zutage, mit gleich
ſchädi=
gender Wirkung für Feldfrüchte und Futtergewächſe. Gut
bewährt hat ſich bei dieſem Sommerhochwaſſer die von
der Gemeinde Mombach anfangs der 80er Jahre des
vori=
gen Jahrunderts erbaute Entwäſſerungsanlage.
Die Tag und Nacht in Betrieb geſetzte Maſchine hält ſo
ziemlich das ganze wertvolle Gemüſeglände, das, von
Dämmen eingeſchloſſen,, ſich längs der Bahn hinzieht,
vollſtändig waſſerfrei.
M. Nackenheim, 1. Juli. Die fortwährend
nieder=
gehenden Regenſchauer ſind dem Rebgelände nicht
günſtig. Das ſo notwendige Aufheften der Triebe und
das Beſpritzen mit Kupfer=Kalkbrühe kann deshalb nur
mit Unterbrechungen geſchehen. Auch iſt zu befürchten,
daß ſich bei fortgeſetzt naßkalter Witterung die
Laub=
gelbſucht wieder einſtellt und die Fruchtanſätze abfallen.
Die Beeren haben je nach Lage bereits eine anſehnliche
Größe erreicht und ſind in ihrer Entwickelung dem
vorjährigen Stand des Weinſtocks um ein
Monats=
drittel voraus. Doch iſt jetzt trockenes Wetter und viel
Sonnenſchein nötig, wenn ſich die Hoffnungen auf ein
gutes Weinjahr erfüllen ſollen.
(*) Friedberg, 1. Juli. Der Schutzverein für
entlaſſene Gefangene im Großherzogtum Heſſen
hielt heute im Hotel Trapp ſeine diesjährige
Haupt=
verſammlung ab. Den Vorſitz führte
Generalſtaats=
anwalt Dr. Preetorius aus Darmſtadt. Unter der
Verſammlung befanden ſich u. a. noch Geh.
Regierungs=
rat Dr. Kayſer, Domdekan Dr. Selbſt=Mainz, die
Ober=
ſtaatsanwälte von Darmſtadt, Mainz und Gießen und
Provinzialdirektor Fey=Darmſtadt. Der Vorſitzende
erſtattete den umfangreichen Jahresbericht. Der
Ver=
ein wurde auf Veranlaſſung der Staatsregierung 1842
gegründet. Von 850 Mitgliedern mit einem Beitrag
von 900 Mk. iſt der Verein auf 3500 Mitglieder
ange=
wachſen. Die Beiträge ſtiegen 1882 auf 1994 Mk., 1891
auf 3815 Mk., 1904 auf 5704 Mk. und 1909 auf 7142 Mk.
An Unterſtützungen an entlaſſene Gefangene wurden
1904 6200 Mk., 1909 8729 Mk. bezahlt, auf Starkenburg
entfielen 4017 Mk. (Kreis Darmſtadt 1304 Mk.,
Offen=
bach 1607 Mk.), auf Oberheſſen 1376 Mk. (Kreis Gießen
310 Mk., Friedberg 301 Mk.), auf Rheinheſſen 2692 Mk.
(Kreis Mainz 1709 Mk., Worms 528 Mk.). Die
vor=
jährige Verſammlung in Offenbach führte dem Verein
zahlreiche Mitglieder zu, ſodaß die Beiträge um 1300
Mark ſtiegen. Die Pfleglinge rekrutieren ſich aus den
großen Strafanſtalten zu Butzbach, Marienſchloß,
Wei=
berſtrafanſtalt Mainz. 1909 wurden unterſtützt kus
Butzbach 178, Marienſchloß 19, Mainz 54, Arreſthaus
Darmſtadt 22, Arbeitshaus Dieburg 6, Gießen 2,
Nicht=
heſſen 11. Von den Unterſtützten waren 156 evangeliſch,
136 katholiſch, 1 israelitiſch; unter 20 Jahren 44, 20 bis
30 Jahre 124, 30—40 Jahre 89, 40—50 Jahre 27, bis
60 Jahre 5, über 60 Jahre 5. Dieſes Jahr ſteht eine
große Verſchiebung des Strafvollzugs bevor. 50
Pro=
zent aller Delikte haben ihre Urſache im Alkoholgenuß,
66 Prozent der ſtrafbaren Handlungen ſind aus
Ge=
winnſucht begangen. Der Jahresbericht gibt ein klares
Vild über die edlen Ziele des Vereins. Die
Jahres=
rechnung für 1909 zeigt einen verzinslichen
Vermögens=
ſtand von 56013 Mk., das Geſamtvermögen iſt 60176
Mark. An Geſchenken gingen 1112,30 Mark ein.
Der Voranſchlag für 1911 ſieht als Einnahme
12000 Mk., als Ausgabe 11100 Mk. vor, darunter 8000
Mark für Unterſtützungen. Bei der Vorſtandswahl
wurden wiedergewählt: Geheimerat Dr. Breidert
Superintendent Peterſen. Dr. Selbſt, Dr. Kayſer,
Landgerichtspräſident Theobald, Oberbürgermeiſter
Köhler; neugewählt wurden Provinzialdirektor
Geheimerat Fey=Darmſtadt, Provinzialdirektor Dr.
mit Wolken bezogen, ein ſtarker Regenguß ſtand zu
er=
warten — kein Wunder nach der Hitze der letzten Tage.
Aber dennoch konnte ich mich nicht entſchließen, in
mein Quartier zurückzukehren, denn es war gar zu
ſchön, dies Schauſpiel des herannahenden Unwetters.
Doch die erſten Tropfen fielen ſchon, und um mich
wenigſtens etwas vor dem Naßwerden zu ſchützen, trat
ich in einen ſogenannten Viehgarten, in dem die
Kro=
nen der Bäume ſich zu einem verhältnismäßig dichten
Dach wölbten. Noch nie meinte ich Laub von ſolcher
Ueppigkeit geſehen zu haben. Das Vieh, das hier ſeinen
Luſtgarten hatte, in Verbindung mit dem ſumpfigen
Boden, ſorgte dafür, daß ein jegliches hier wucherte.
Die Neſſeln manneshoch, die Blätter der Bäume
rieſen=
groß, die Winden, welche ſich um die Stämme rankten,
voll blauer, weißer und roſa Blüten! Wahrhaftig, man
konnte glauben ſich in einem Urwald zu befinden! Und
dichter und dichter rauſchte der Regen herab, auf dem
Blätterdickicht ein einförmiges Geräuſch verurſachend,
das einzige, welches die tiefe Stille ringsumher
unter=
brach. Und ſo heiß war es, ſo ſeltſam drückend ſchwül,
wie — nun, wie es eben wohl in den Tropen ſein mag.
Ich habe wirklich einen Regen in einem tropiſchen
Ur=
wald erlebt. Allmählich wurde es ſchwächer und
ſchwä=
cher, nur einzelne Tropfen noch rieſelten herab, ſo daß
ich es wagen konnte, mein Blätterdickicht zu verlaſſen.
Nun will ich in mein Wirtshaus gehen und mein
zwei=
tes Frühſtück einnehmen; ich habe einen tüchtigen
Hunger, dachte ich, aber mitnichten! Da ſtand ein
Kirch=
lein, mit Schindeln gedeckt, ganz verträumt, nicht weit
vom weidenumrandeten Teich, ſeine geöffnete Tür lud
zum Eintreten ein — mußte ich der Einladung nicht
folgen? Wie beſcheiden und wie verwittert alles d’rin
war! Einfache fichtene Bänke, kleine, in Blei gefaßte,
teils zerbrochene Fenſterſcheiben, ein primitiver Altar
mit einem grob geſchnitzten Kruzifix darauf, ein paar
Epitaphien, die von Engeln gehalten wurden, und —
ich kam nicht weiter in meiner Beſichtigung, denn der
eine Engel feſſelte unwiderſtehlich meinen Blick. Welch
ein ſeltſames Geſicht! Lockend, lächelnd, von
Himmels=
ſehnſucht redend und doch ſo irdiſch wieder im Ausdruck;
faſt etwas von Spott und Koketterie war darin. Sicher
hatte ſich der Bildhauer, der es ſchuf, das Antlitz einer
geliebten Frau zum Vorbild genommen. Ein ganzer
Roman, der von dem Bildwerk und ſeinem Schöpfer
handelte, baute ſich in meiner Phantaſie auf, und gern
hätte ich gewußt, aus welcher Zeit der Engel ſtammte.
Aber o weh, wieder war meine ungenügende
Vorbild=
ung mir hinderlich. „Kunſtgeſchichte ſtudieren,
Kunſt=
geſchichte ſtudieren, bevor man auf Reiſen geht!” ſagte
ich mir. Vom Turm des Kirchleins ſchlug es elf. Jetzt
mußte ich zu meinem Wirtshaus eilen, denn ſonſt
be=
kam ich am Ende kein Frühſtück mehr. Nur einen Blick,
aber einen langen, warf ich im Vorübergehen auf den
Dorfteich, der jetzt von hellem Sonnenſchein überflutet
dalag und auf dem die Enten ſchwammen, die ich
vor=
hin bewundert hatte. Enten? Waren es wirklich
Enten und nicht Schwäne oder nicht vielleicht gar
ver=
zauberte Seejungfrauen? Die eine Ente, die hatte ſo
etwas Märchenhaftes, Stolzes und — nein, nein, fort
zu meinem „Roten Karpfen” — ſo hieß nämlich das
Wirtshaus —, am Nachmittage konnte ich ja
wieder=
kehren zum weidenumrahmten Schwanenſee. Ach, wie
mir das Frühſtück ſchmeckte, das meine Wirtin mir
ſervierte! Eierkuchen mit Speck und dicke Milch! So
was bekam ich in der Großſtadt ja gar nicht, da gab
es ganz andere Sachen, deren ich längſt müde war. Und
das —‟, ſo ſchloß der gelehrte Herr, „waren die
Erleb=
niſſe des erſten Vormittags meiner Reiſe durch ein paar
unbekannte oſtpreußiſche Dörfer. Ich hatte Motive
alter holländiſcher Meiſterbilder geſehen, einen Regen
im tropiſchen Urwald erlebt, den in Skulptur
verewig=
ten Roman eines Bildhauers nachgeträumt und
ver=
zauberte Seejungfrauen beim Baden beobachtet. Mehr
kann der Reiſende doch wirklich nicht verlangen. Nur
leider, leider — ich muß es wiederholen — war meine
Vorbildung zur vollen Aufnahme all’ dieſes Schönen
und Intereſſanten nicht genügend. Von jetzt ab werde
ich mich für meine Reiſen durch fleißiges Studium
ein=
ſchlägiger Schriften und Bilderwerke beſſer
vorbe=
reiten.”
Iſt der Königsberger Philoſoph mit Nutzen gereiſt?
Mir ſcheint — ja.
Ich ſagte vorhin, daß die Menſchen auf Reiſen ſehr
Verſchiedenes ſuchten. Außer Geſundheit, reſpektive
Erholung, kann es auch Abwechſelung ſein, ebenſo gut
kann der Wunſch, Abenteuer zu erleben und ihre
Kenntniſſe zu vermehren, ſie auf die Wanderſchaft
geſchickt haben — was den gelehrten Karl Roſenkranz
zu jener oſtpreußiſchen Tour veranlaßte, vermag ich
nicht zu ſagen, aber ſo viel ſteht feſt, daß er dabei alles
gefunden hat, was der Touriſt in der Ferne füglich
ſuchen kann. Nach ſeiner Anſicht freilich nicht ganz, da
— nun, da er ſich doch nicht genügend für den Zweck
vorbereitet hat. Nun, wir wollen zufrieden ſein, wenn
wir mit ſo viel Nutzen und Genuß reiſen wie er.
Drum, eifern wir ihm nach! Glücklich, wer in der
Lage iſt, himmelhohe Berge, weite Meere, träumende
Seen, Stätten ewiger höchſter Kunſt, Orte und
Gegen=
den, wo ein buntes Gemiſch aller Völker und Raſſen
ſich kreuzt, nach Belieben aufzuſuchen; aber weſſen
Geldbeutel ſo ſpärlich gefüllt iſt, daß er nur nach einem
beſcheidenen Dorfe im lieben Vaterlande ſeinen
Wan=
derſtab ſetzen darf, auch der kann auf Reiſen glücklich
ſein. Auch der kann dabei Geiſt und Herz mit Bildern
füllen, in denen er, wenn er ſpäter, auch nach langen,
langen Jahren noch „im ſtillen Heim, zur Winterszeit”
ſitzt, nur nachzublättern braucht, um unvergeßliche
Ein=
drücke noch einmal — nein, immer von neuem — zu
erleben.
Nummer 154
Seite 42.
Darmſtädter=Tähbihitt Montagnden Juli 1910.
Uſinger=Gießen und Oberſtaatsanwalt v.
Heſ=
ſert=Darmſtadt.
(*) Klein=Linden, 1. Juli. Wie gefährlich der
Ge=
nuß unreifen Obſtes iſt, zeigt der plötzliche Tod
des fünfjährigen Knaben Martin Ludwig. Das Kind
erkrankte geſtern ſehr ſchwer, die Eltern brachten es
ſofort in die Gießener Klinik, wo es ſchon nach einigen
Stunden ſtarb. Bei der Unterſuchung fand ſich, daß
der jähe Tod infolge Vergiftung durch unreife Aepfel
und Stachelbeeren eingetreten war.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Juli. Das
Oberver=
waltungsgericht hat die Wahl dreier
ſozialdemo=
kratiſcher Stadtverordneter in Rixdorf
für ungültig erklärt. — Eine Berliner Kommiſſion
weilte dieſer Tage in Eberbach zur Beſichtigung der
Kloſtergebäude. Nach Vorſchlag der Kommiſſion ſoll ein
Teil des Baues als Erholungsheim für Subalternbeamte,
der andere als Haushaltungsſchule Verwendung finden
und die Kirche in ihrer urſprünglichen Größe wieder
her=
geſtellt werden. — Die Leiche des Profeſſors Dr. Hugo
Erdmann, der, wie gemeldet, einem Bootsunfall auf
dem Müritzſee in Mecklenburg zum Opfer fiel und ſeit
vorletzten Samstag vermißt wurde, iſt heute
aufgefun=
den worden. Sie wurde bei dem Orte Bök angeſchwemmt.
— Der „alte‟ Heffter iſt geſtorben, das älteſte
Mit=
glied der Berliner Fleiſcher=Innung, im 83. Lebensjahre.
Auguſt Heffter war eine der volkstümlichſten
Perſönlich=
keiten Berlins. Für alle Feſtlichkeiten der Fleiſcher=
In=
nung ſtiftete er die Damenſpende. Der Freimaurer=Loge
der drei Weltkugeln ſchenkte er bei den Stiftungsfeſten
für jedes Mitglied eine Schlackwurſt. Die freien
Stun=
den, die ihm die Leitung des großen Geſchäftes übrig
ließ, widmete er dem Sammelſport. 1861 kam er nach
Berlin. Seine „bunten Schüſſeln” und „Heffterwürſtchen”
wurden bald vielbegehrt. Als er im Anfang der ſiebziger
Jahre dann den erſten wirklich modernen Laden in ſeinem
Neubau an der Leipziger Straße eröffnete, erregte er damit
großes Aufſehen. Ein Unglücksfall kam ihm noch zu
Hilfe. In ſeiner Verkaufshalle, die damals noch mit Gas
beleuchtet war, richtete eine Exploſion große Zerſtörungen
an. Dieſes Unglück wirkte wie die größte Reklame. Ganz
Berlin zog nach der Unglücksſtätte, und Heffter wurde ein
ſtadtbekannter Mann. Er hinterläßt ein Vermögen von
Millionen.
Marburg, 2. Juli. In Biedenkopf=Wingeshauſen
erſchoß ſich der Waldhüter Schäfer. Er hinterläßt
eine Frau und acht Kinder.
Amorbach, 1. Juli. Der im Bau begriffene
Aus=
ſichtsturm der hieſigen Sektion des Odenwaldklubs
und des Verſchönerungsvereins, welcher bereits eine
Höhe von 17 Metern erreicht hatte, ſtürzte in ſich
zuſammen. Der entſtandene Schaden iſt beträchtlich.
Menſchen wurden nicht verletzt.
Kiel, 2. Juli. Der Lloyddampfer „Mainz”
iſt heute morgen 10 Uhr 25 Min. mit den Teilnehmern
der Vorexpedition für die deutſche arktiſche Zeppelin=
Luftſchiff=Expedition von Kiel durch den Kaiſer
Wil=
helm=Kanal nach Spitzbergen abgegangen, nachdem kurz
vor 10 Uhr Prinz und Prinzeſſin Heinrich an Bord
gekommen waren. Die Prinzeſſin Heinrich begleitet
ihren Gemahl bis Brunsbüttel und kehrt dann nach
Kiel zurück.
Allenſtein, 2. Juli. Im Prozeß der Frau von
Schönebeck ſtellten die ärztlichen Gutachter heute
feſt, daß die Angeklagte nicht nur verhandlungsunfähig,
ſondern völlig geiſteskrank und auf Monate
hinaus verhandlungsunfähig ſei. Der erſte
Staats=
anwalt beantragte die vollſtändige Einſtellung
des Verfahrens gemäß § 303 der
Strafprozeßord=
nung unter Vorbehalt der Verteilung der Koſten. Der
Gerichtshof beſchloß die vorläufige Einſtellung des
Ver=
fahrens gemäß § 303 der Strafprozeßordnung, da die
Angeklagte nach der Tat in Geiſteskrankheit verfallen
ſei. Die Verteilung der Koſten wird vorbehalten.
Ueber den Haftbefehl hat der Gerichtshof abſichtlich
nichts beſchloſſen.
Kattowitz, 1. Juli. Graf Thiele=Winckler
erwarb für 17 Millionen Mark die in den Kreiſen
Lub=
linitz und Groß=Strehlitz gelegenen 106500 Morgen
großen Beſitzungen des Grafen Stolberg=Wernigerode.
Wien, 1. Juli. Wie das Neue Wiener Abendblatt
meldet, iſt im 5. Wiener Stadtbezirk das Haus
Leibniz=
ſtraße 5 eingeſtürzt. Die Baupolizei, die ſich nicht
denken kann, was den Einſturz des Hauſes verſchuldet
haben könnte, iſt der Anſicht, daß hier ein Verbrechen
vorliegt, zumal in der Nachbarſchaft verſchiedene
Per=
ſonen mit dem Einſturz zugleich einen dumpfen Knall
gehört haben wollen. Wieviel Menſchen unter den
Trümmern begraben liegen, konnte bisher noch nicht
feſtgeſtellt werden.
Paris, 1. Juli. In einem Wagenabteil erſter
Klaſſe eines Pariſer Vorortzuges wurde ein
Fräu=
lein Turet von ihrem Nachbar, der es auf ihre Ringe
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Herzog Adolf Friedrich von
Mecklen=
burg wird ſeine neue Forſchungsreiſe am 9. d. M.
von Hamburg aus antreten. Als Forſchungsgebiet ſind
die Grenzländer zwiſchen Deutſch=Kamerun,
Franzö=
ſiſch=Aequatorialafrika und Belgiſch=Kongo in Ausſicht
genommen. Es handelt ſich da vor allem um das große,
zum Teil faſt völlig unbekannte wald= und waſſerreiche
Gebiet der zahlreichen linken Nebenflüſſe des Kongo.
Auch ein Abſtecher nach dem Tſchadſee iſt geplant.
* Friedrich Holthaus in Berlin, einer der
Senioren der deutſchen Schauſpielkunſt und zweiter
Präſident der Genoſſenſchaft deutſcher
Bühnenangehöri=
ger, hat am Donnerstag ſeinen Abſchied von der Bühne
genommen. Er ſpielte im Friedrich=Wilhelmſtadttheater
den Dr. Mors in „Sherlock Holmes” Reicher Beifall
er=
tönte nach dem Ende des Stückes, und herzlichſt gefeiert,
konnte ſich Holthaus hinter den Vorhang zurückziehen.
Hier erwartete den Künſtler eine intime Feier, an der
ſämtliche Mitglieder des Enſembles teilnahmen.
Kleines Feuilleton.
* Schwalbe und Kreuzſpinne. Der Berl.
Lokalanzeiger ſchreibt: Ein kleines Tierdrama wird
uns von einem unſerer Leſer in nachſtehender Zuſchrift
geſchildert: „Geſtern nachmittag fiel vom Dache des
Hauſes Brunnenſtr. 46 eine Schwalbe herab und mir
vor die Füße. Ich nahm das Tierchen vom Boden auf,
um es zu pflegen und vielleicht zu retten. Während
ich es unterſuchte, kroch aus dem Gefieder eine
Kreuz=
ſpinne hervor, die erſichtlich voll Blut geſogen war.
Gleichzeitig bemerkte ich am Halſe der Schwalbe einen
kleinen kahlen Fleck. Ich tötete die Kreuzſpinne, und
hierbei zeigte ſich, daß ſie erſt vor kurzem der Schwalbe
Blut ausgeſogen haben mußte. Ich wandte nun meine
und Ohrgehänge abgeſehen zu haben ſchien, mit einem
Totſchläger bedroht. Ihre Hilferufe wurden im
Neben=
abteil gehört und die Alarmglocke in Bewegung geſetzt.
Als der Zug hielt, ſprang der Verbrecher auf das
Gleis und wurde von einem in entgegengeſetzter
Rich=
tung kommenden Zuge zermalmt. Der Mann iſt
wie an der Hand der bei der Leiche vorgefundenen
Papiere feſtgeſtellt wurde, ein Zahnarzt aus Varenne=
Saint=Maur namens Ballieux, der wegen ſeines
lieder=
lichen Lebenswandels ſchon ſeit langem einen ſchlechten
Leumund genießt.
* Chronik des Monats Juni. 1. Wahlen in
Un=
garn; Sieg der Regierungspartei. — 3. Dichter Julius
Wolff 7. — 4. Dem preußiſchen Abgeordnetenhauſe
gehen Interpellationen wegen der Enzyklika des
Pap=
ſtes zu. — 6. Abſchiedsgeſuch des Staatsſekretärs
Dern=
burg. — 8. Vermählung des Prinzen Friedrich
Wil=
helm von Preußen mit Prinzeſſin Agate von Ratibor und
Corvey. — 9. Interpellationen im preußiſchen
Abge=
ordnetenhauſe über die Enzyklika des Papſtes. —
Pro=
grammrede des Miniſterpräſidenten Briand vor der
neuen franzöſiſchen Kammer. — 10. Die Finnland=
Vor=
lage wird von der ruſſiſchen Duma angenommen. —
11. Rücktritt des ſerbiſchen Miniſteriums. —— 12.
Wol=
kenbruch im Ahrtal. 14. Der Papſt erklärt auf die
Be=
ſchwerde der preußiſchen Regierung ſein wahres Be
danern über die unbeabſichtigte Wirkung der
Borro=
mäus=Enzyklika. — 15. Eröffnung des erſten bosniſchen
Landtags. — Thronrede zur Eröffnung der ſpaniſchen
Cortes. — 16. Schluß des preußiſchen Landtags. — 17.
Reichstagswahl im Reichstagswahlkreis Uſedom=
Wol=
lin. — Im däniſchen Miniſterprozeß wird Chriſtenſen
freigeſprochen. — 18. Rücktritt des preußiſchen
Land=
wirtſchaitsm uſters v. Arnim und des Miniſters des
Innern v. Moltke; Nachfolger die Oberpräſidenten
Frhr. v. Schorlemer und v. Dallwitz. — Empfang
Rooſe=
velts bei ſeiner Rückkehr nach Amerika. —— 21. Prinzeſſin
Feodora zu Schleswig=Holſtein †. — Attentat in
Fried=
berg. — Die verwitwete Fürſtin zu Wied *. — 24. Das
bulgariſche Königspaar in Paris. — Stichwahl in
Friedberg=Büdingen. — 25. Hofrichter zu 20 Jahren
ſchweren Kerlers verurteilt. — Thronrede zur
Eröff=
nung des ungariſchen Reichstags. — Die
Zwangsvollſtreck=
ung des Haupimanns von Hellfeld gegen den ruſſiſchen
Fiskus für unzuläſſig erklärt. — 26. Neues Miniſterium
in Portugal unter Teixeira de Souza. — 28. Das
Düſſel=
dorfer Zeppelin=Luftſchiff „Deutſchland” verunglückt im
Teutoburger Walde. — Rücktritt des Staatsſekretärs
Frhrn. v. Schön, des Pariſer Botſchafters Fürſten
Rado=
lin und des preußiſchen Finanzminiſters Frhrn. von
Rheinbaben. Staatsſekretär wurde der Geſandte von
Kiderlen=Wächter aus Bukareſt, Botſchafter Herr von
Schön und Finanzminiſter der Magdeburger
Oberbür=
germeiſter Dr. Lentze. — 29. Einweihung des Rudolf
Virchow=Denkmals in Berlin. — Witwe Friedrich
Heb=
bels, Chriſtine, geb. Enghaus, †. — Verlagsbuchhändler
Geh. Kommerzienrat Spemann 7. — 30. Der Kaiſer
von Korea überträgt die Polizeigewalt an Japan.
An=
fang der Einverleibung.
Die Kieler Woche.
* Travemünde, 1. Jali. Ergebniſſe der
heu=
tigen Wettfahrt von Kiel nach Travemünde:
Windrichtung Weſt, Windſtärke 10 bis 12 Meter;
ſtrich=
weiſe Regen. A) 1. Klaſſe: „Weſtward” Erſter, (1.
Kai=
ſerpokal), „Germania” Zweiter, „Hamburg‟ Dritter,
„Meteor” nicht gezeitet. A) 2. Klaſſe: „Komet” Erſter
(2. Kaiſerpokal), „Cicely” nicht geſtartet. 15=Meter=
Klaſſe: „Sophie Eliſabeth‟ Erſter (Meteor=Pokal),
„Paula II” nicht geſtartet. 12=Meter=Klaſſe: „Magda 8”
Erſter, „Skeaf” Zweiter. 10=Meter=Klaſſe: „Elſa 3"
Erſter, „Orchis” nicht gezeitet. 9=Meter=Klaſſe: „
Kar=
neval” Erſter, „Nebo” nicht gezeitet. 8=Meter=Klaſſe:
„Dezima‟ Erſter, „Toni 7‟ Zweiter, „Wildente‟
Drit=
ter, „Hede 2” nicht geſtartet, „Woge 4” nicht gezeitet.
„Meteor” war um 4½ Uhr im Schlepptau eines
Tor=
pedoboots, gefolgt vom „Sleipner” hier einpaſſiert.
* Travemünde, 2. Juli. Der Kaiſer beſuchte
heute vormittag hier das auf der Reede liegende
Schul=
ſchiff „Prinzeſſin Eitel Friedrich” worauf er
mit dem Großherzog von Oldenburg etwa eine Stunde
verweilte. Zur Frühſtückstafel auf der „Hohenzollern”
waren geladen der Großherzog, der Bürgermeiſter von
Lübeck Dr. Eſchenburg, der Geſandte Graf Götzen und der
Gutsbeſitzer Hauswaldt.
* Travemünde, 2. Juli. Der Kaiſer hat an
den Großherzog von Oldenburg aus Anlaß
des Stapellaufes in Danzig folgendes
Tele=
gramm gerichtet: „Herzlichen Dank für die Meldung über
den glücklichen Stapellauf meines neueſten Linienſchiffes,
deſſen Namen an die nahen Beziehungen der Marine zu
dem Großherzogtum Oldenburg erinnern ſoll. Mit
be=
ſonderer Genugtuung erfüllt es mich, daß eine die See
von Kindheit an liebende deutſche Fürſtentochter die
Taufe vollzogen und ein deutſcher Fürſt, der als
See=
mann ſein Schiff perſönlich zu führen verſteht, die Geleit=
Sorgfalt dem Vögelchen zu, allein es half nichts mehr,
die Schwalbe ſtarb nach einer halben Stunde. Es iſt
wohl anzunehmen, daß die Schwalbe durch die Spinne
vergiftet oder ſonſt derart verletzt wurde, daß ſie daran
zugrunde ging.‟ Der Verfaſſer der Zuſchrift befindet
ſich zweifellos in einem kleinen Irrtum. Die
Kreuz=
ſpinne iſt wohl giftig, aber ihr Biß an ſich hätte nicht
den Tod der Schwalbe herbeiführen können. Es iſt
vielmehr anzunehmen, daß die Schwalbe durch das Gift
der Kreuzſpinne betäubt worden und infolgedeſſen vom
Dach gefallen iſt. Beim Aufſchlagen auf den Boden
mag ſie ſich ſo ſchwer verletzt haben, daß ſie verendete.
Daß Vögel von Kreuzſpinnen angegriffen werden, iſt
ſelten. Etwas anderes iſt es bei der braſilianiſchen
Vogelſpinne, die ſyſtematiſch Vögel überfällt, ſich von
ihrem Blute nährt und ſie auf dieſe Weiſe tötet. In
unſeren Breiten kommt die Vogelſpinne jedoch nicht vor.
* „Heute koſtet das Bier nichts.‟ Das
Deutſche Reichs=Korreſpondenz=Blatt erzählt folgende
Anekdote, die den zwangloſen Verkehr des Kaiſers mit
den maßgebenden Herren der Hochfinanz illuſtrieren
oll: Bierabend beim Kaiſer. Geladen dieſelben Herren
der Hochfinanz, die ſich gelegentlich des letzten dieſer
zwangloſen Unterhaltungsabende im kaiſerlichen Schloß
auf perſönliche Anregung Wilhelms II. zu einer recht
namhaften Zeichnung für den Grafen Zeppelin und
ſein Werk bereit ſinden ließen. Der Kaiſer ſehr
auf=
geräumt, die Geheimen Kommerzienräte merklich ſtill.
Fragend ſieht ſich der Kaiſer um . . . und ein Lächeln
des Verſtehens überfliegt ſeine Züge: „Meine Herren,
heute koſtet das Bier nichts.”
* Geiſtesgegenwart. Der Dampfer „
Gre=
zian” mit Ladung von Philadelphia nach Boſton geriet
unterwegs in Brand. Als der Kapitän gegen
Mitter=
nacht erkannte, daß das Feuer nicht zu löſchen ſei, weckte
er die 80 Paſſagiere, verſammelte ſie an Deck und kün=
worte geſprochen hat. Es gibt mir dies willkommenen
Anlaß, in dankbarer Würdigung der großen Verdienſte
Eurer Königlichen Hoheit um meine Marine und im
beſonderen um die Entwickelung der Schiffsbautechnik
und die Heranbildung des Seemannsnachwuchſes, Eure
Königliche Hoheit zu bitten, die Stellung à la suite
mei=
ner Marine anzunehmen und damit die
Seeoffiziersuni=
form anzulegen. gez. Wilhelm I. R.‟
* Travemünde, 3. Juli. Der Kaiſer hielt
heute vormittag Gottesdienſt an Bord der „
Hohen=
zollern” ab. Um 11½ Uhr begann die Regatta des
Norddeutſchen Regatta=Vereins und des
Lübecker Jachtklubs auf der Lübecker Bucht bei
Regen und ſchwachem Wind. Um 11 Uhr ging die
„Hohenzollern” mit dem Kaiſer, vom Torpedoboot
„Sleipner” gefolgt, nach Kiel.
* Kiel, 3. Juli. Die „Hohenzollern” mit
dem Kaiſer an Bord und der „Sleipner” ſind
nach=
mittags 5½ Uhr, von Travemünde kommend, in den
hieſigen Hafen eingelaufen.
Sport.
* Frankfurt a. M., 3. Juli. Die
Rad=
rennen auf der Internationalen
Ausſtel=
lung für Sport und Spiel erfuhren durch den
Regen eine unangenehme Unterbrechung. Das
Stun=
denrennen mit Motorführung um den Preis vom
Main mußte nach der 49. Minute abgeläutet werden.
Erſter wurde Richard Scheuermann=Breslau 66,4
Kilometer, zweiter Jahnke=Berlin 600 Meter zurück,
dritter Hermann Przyrembel=Treptow, Tomy Hall=
London und Bruno Demke=Berlin weit zurück.
sr. Rütt in Paris ſiegreich. Auf der
Pa=
riſer Buffalobahn gelangte das mit großer Spannung
erwartete Match zwiſchen den zurzeit vier beſten
Fliegern Friol, Ellegaard. Dupre und Rütt
zum Austrag. Die einzelnen Läufe hatten folgendes
Ergebnis: 1. Lauf: Friol ſchlägt Dupre mit einer Länge,
2. Lauf: Rütt ſchlägt Ellegaard, 3. Lauf: Ellegaard
ſchlägt Dupre mit dreiviertel Längen, 4. Lauf: Rütt
und Friol totes Rennen, Friol wegen Behinderung
diſtanziert, 5. Lauf: Rütt ſchlägt Dupre mit einer
hal=
ben Länge, 6. Lauf: Ellegaard ſchlägt Friol, weit zurück.
Das 30 Kilometer=Dauerrennen gewann Lavalade in
25 Min., 37,1 Sek. mit 5½ Runden gegen Miquel und
Wills, der weit zurück endete.
At. Die Kaiſer Nikolaus=Tourenfahrt
hat mit der zweiten Etappe von Pſkow nach Witebsk
ihre Fortſetzung gefunden. Von den 45 geſtarteten
Wagen ſchieden bereits zwei aus, und zwar der Opel=
Wagen von Deringer und der Benz=Wagen von Haas;
Strafpunkte erhielten zwei weitere Benz=Wagen,
ſo=
wie die Protoswagen. Die Fahrt ging bei ſchönſtem
Wetter vor ſich, den Konkurrenten wurde überall ein
warmer Empfang bereitet.
Luftſchiffahrt.
D. F.G. Sturz des deutſchen Fliegers
von Gorriſſen in Warſchau. Die Leiſtungen
v. Gorriſſens in Warſchau, welche die der 9 anderen
Flieger bedeutend übertrafen, machten auf das
Pu=
blikum einen großen Eindruck, ſodaß der Vorſitzende
des dortigen Komitees, Fürſt Konſtantin Lubomirski,
ihn mit allen Mitteln zum Bleiben bis Sonntag
be=
wegen wollte. Leider hat ſeine ſo ausſichtsvolle
Betei=
ligung ſchon Mittwoch abend ein unfreiwilliges und
unglückliches Ende genommen. Als v. Gorriſſen um
7¼ Uhr ſtartete, ergriff eine heftige Boe den Apparat,
drückte denſelben auf die Seite in eine Vertiefung,
wobei der Apparat ſich vollkommen überſchlug und
ſchwer beſchädigt wurde. v. Gorriſſen ſelbſt kam leicht
verletzt unter den Trümmern hervor: Durch dieſen
Unglücksfall nicht abgeſchreckt und ſich keinen Moment
Erholung gönnend, fuhr v. Gorriſſen nach Mülhauſen
i. E., wo er bereits am 2. Juli eingetroffen iſt und an
der Flugwoche teilnimmt.
Vermiſchtes.
* Die Vermehrung der Loſe der
preu=
ßiſchen Klaſſenlotterie. Der preußiſche
Land=
tag wird ſich demnächſt mit dem Lotterievertrage
zwi=
ſchen Preußen und Elſaß=Lothringen zu beſchäftigen
haben. Wie verlautet, wird wegen des Beitritts von
Elſaß=Lothringen und um der regen Nachfrage nach
Lotterieloſen zu genügen, die Zahl der Loſe von 304000
auf 400000 erhöht werden. Dieſe 400000 Loſe ſollen auf
die Nummern 1 bis 200000 A und B lauten, ſo
daß jede gezogene Nummer doppelt ausgezahlt wird:
an den Inhaber des Loſes A und an den Inhaber des
Loſes B. Die Gründe, welche dafür ſprechen, die Zahl
der Nummern nicht auf 400000 zu erhöhen, ſind, wie es
heißt, folgende: Die Hauptziehung der preußiſchen
Klaſſenlotterie umfaßt zurzeit 26 Ziehungstage und
dehnt ſich einſchließlich der dazwiſchenliegenden Sonn=
digte ihnen an, er werde zurückfahren, Gefahr ſei nicht
vorhanden. Dann ließ er Klavier ſpielen und die
Paſſa=
giere tanzten über den Flammen, bis Philadelphia
er=
reicht war. Niemand iſt verletzt worden. Das Feuer
wurde ſpäter gelöſcht.
— Der Klub der „luſtigen alten Damen”
Ein neuer Damenklub iſt in Los Angeles in
Kalifor=
nien entſtanden, die „jüngſten‟ Damen der Stadt haben
ihn begründet. Die jüngſten Damen, nicht etwa an
Jahren, an Frohmut und an Heiterkeit der Seele.
Schon die Statuten unterſcheiden ſich von den
nüchter=
nen Paragraphen gewöhnlicher Vereinsordnungen,
denn da wird verkündet: „Fröhlichkeit führt zur ewigen
Jugend, das Leben iſt ewig, es gibt keinen ſogenannten
Tod. Glück und gute Verdauung müſſen Hand in Hand
gehen. Es iſt verboten, über Krankheit Unglück oder
Sorgen nachzugrübeln.” In den Klub werden nur
optimiſtiſche, lebensfreudige Damen aufgenommen, die
Gott, ſich und der Welt vertrauen und die — ihr 60.
Lebensjahr zurückgelegt haben. Erſt wenn ſie
bewie=
ſen haben, daß ſie auch in ſchweren Lebenslagen das
Gleichgewicht der Seele nicht verlieren und ihre
Hei=
terkeit bewahren, erſt dann werden ſie in den „Jolly
old ladies Elub” aufgenommen, in den Klub der
„luſtigen alten Damen” von Los Angeles.
* Pariert. Eine Dame machte eines
Vormit=
tags einen Beſuch bei einer Bekannten, ohne dieſe zu
Hauſe zu treffen. Das unerfahrene Dienſtmädchen
führte ſie trotzdem in den Salon, der noch nicht gereinigt
var. Auf dem Klavier lag noch Staub, und die
Be=
ſucherin ſchrieb mit dem Finger in denſelben „Schlumpe‟
Als die Damen am nächſten Tage zuſammentrafen,
ſagte die eine: „Ich war geſtern bei Ihnen.” — „Ich
weiß,” erwiderte ruhig die andere, „ich fand ja Ihre
Viſitenkarte auf dem Klavier.”
Nummer 153.
und Feiertage über 32 Tage aus. Bei einer
Ver=
mehrung der Gewinne um 40000 würde ſich die
Ziehungszeit über 43 Tage erſtrecken. Die jetzt
be=
endete Hauptziehung währte vom 7. Mai bis 7. Juni;
würde die Zahl der Gewinne um 40000 höher ſein, ſo
wäre erſt am 18. Juni Schluß der Ziehung. Die Liſte
könnte dann nicht vor dem 1. Juli erſcheinen, und da
etwa am 10. Juli wieder die erſte Klaſſe gezogen wird,
ſo würde die ganze Arbeit der Einnehmer,
Berech=
nung und Auszahlung der Gewinne fünfter Klaſſe,
Zuteilung der Loſe erſter Klaſſe, Schriftwechſel mit den
auswärtigen Spielern und Entſcheidung des
Einneh=
mers darüber, ob er übrige Loſe an die Direktion
zurück=
ſenden will, die dieſe wiederum anderen Einnehmern
überläßt, in ganz wenigen Tagen erfolgen müſſen.
— Internationale Induſtrie= und
Ge=
werbe=Ausſtellung Turin 1911. Die
An=
weſenheit der Turiner Kaufleute und Induſtriellen in
der Reichshauptſtadt und anderen Induſtrieſtädlen
Deutſchlands hat die Internationale Induſtrie= und
Gewerbe=Ausſtellung Turin 1911 von neuem in den
Vordergrund gerückt und weſentlich dazu beigetragen,
manchen bisher noch Ausſtellungsunluſtigen für die
Beſchickung der Ausſtellung zu intereſſieren. In den
ausländiſchen Induſtriekreiſen widmet man bereits
heute der Deutſchen Abteilung der Turiner Ausſtellung
beſondere Aufmerkſamkeit, da man mit Recht annimmt,
daß ſie infolge der ſtarken Teilnahme der deutſchen
Großinduſtrie dem deutſchen Markt, namentlich in den
ſüdeuropäiſchen und ſüdamerikaniſchen Staaten, neue
und wertvolle Abſatzgebiete erſchließt. Wie wir
hören, beabſichtigt das Deutſche Komitee, deshalb eine
Vergrößerung der ihm bisher zur Verfügung ſtehenden
Hallen eintreten zu laſſen, ſo daß ſelbſt bei einer noch
weitergehenden Beteiligung, der Deutſchen Induſtrie
genügend Raum geſichert iſt. Die italieniſche
Aus=
ſtellungsleitung beabſichtigt, einen „internationalen
Wettbewerb für Vervollkommnung der Straßenpflege‟
auszuſchreiben, bei welchem folgende Preiſe zur
Ver=
teilung kommen: ein Preis von 30000 Lire, ein Preis
von 10000 Lire, ein Preis von 5000 Lire, und ein
eder mehrere Preiſe von je 3000 Lire. — Für
Inter=
eſſenten erſcheint es wünſchenswert, ſich recht bald an
die Geſchäftsſtelle in Berlin, Luiſenſtr. 33, zu wenden,
die jede Auskunft erteilt.
Literariſches.
— Wer die führenden, dem Humor und der Satire
gewidmeten Blätter Deutſchlands aufmerkſam verfolgt
und ſie mit ähnlichen Publikationen des Auslandes
vergleicht, wird mit patriotiſcher Befriedigung
er=
kennen, daß unſere Nation auch auf dieſem Gebiete
von keiner anderen übertroffen wird. Ein allgemein
anerkannter Beleg hierfür ſind die in der Mitte des
vorigen Jahrhunderts gegründeten und heute noch in
urſprünglicher Friſche erſcheinenden „Münchner
Fliegenden Blätter” (Verlag von Braun und
Schneider in München. Preis pro Quartal 3,50 Mk.).
Durch und durch deutſch, hat dieſes älteſte humoriſtiſche
Blatt Deutſchlands die Quelle ſeines nie verſiegenden
Humors im Volke ſelbſt; wo Deutſche wohnen, finden
ſich Mitarbeiter der „Fliegenden”; überall, auch in den
entlegenſten Gegenden des Auslandes ſind ſie
ver=
breitet und beliebt. Frei von jeder zweifelhaften
Tendenz, pflegen ſie nur den gemütvollen Humor, und
neben dieſem klingen uns auch ernſte Weiſen entgegen.
Die allbekannten Künſtler der „Fliegenden Blätter”:
W. Caſpari, Th. Grätz, Prof. Ad., Hengeler, E. Kirchner,
Prof. C. v. Makr, Prof. A. Oberländer, E. Reinicke.
Prof. R. Reinicke, A. Röſeler, H. Schlittgen, Prof. F.
Simm, Prof. Herm. Vogel und wie ſie alle heißen, ſind
die würdigen Nachfolger all der deutſchen Meiſter, die
ſeit der Begründung des Blattes ihren Stift in den
Dienſt desſelben geſtellt haben. Wer in unſerer
nerven=
aufreibenden, haſtenden Zeit herzlich lachen ſowie
heitere und ernſte Kunſt genießen will, der ſollte nicht
verſäumen, den „Fliegenden Blättern” einen Platz am
häuslichen Herde einzuräumen.
Darmſtädter Taghlatt, Montag, den 4. Juli 1910.
Seite B.
Die Studentenkrawalle in Lemberg.
* Lemberg, 2. Juli. Amtlicherſeits werden
die in den Wiener Blättern enthaltenen
Behauptun=
gen, daß während der geſtrigen Unruhen an der
Lemberger Univerſität es zu
Zuſammen=
ſtößen zwiſchen rutheniſchen Studenten und der
Poli=
gei gekommen ſei, daß die Studenten Revolverſchüſſe
gegen die Polizei abgefeuert hätten und die Polizei
die Studenten, die aus dem Univerſitätsgebäude
heraus wollten, zurückgedrängt hätte, als völlig aus
der Luft gegriffen bezeichnet. Ferner ſei es unrichtig,
daß die Krawalle auch nach dem Einſchreiten der
Poli=
eei fortgedauert und ſchließlich einen derart exzeſſiven
Charakter angenommen hätten, daß Militär requiriert
werden mußte. Zweihundert Demonſtranten wurden
in das Univerſitätsgebäude zurückgedrängt und die
Polizei brauchte überhaupt nicht die Waffe; ſie hatte
bloß gedroht, daß, wenn die Studenten ſchößen, auch
die Polizei ſchieße. Nach dem Eingreifen der
Polizei=
mannſchaften hörten die Krawalle ſofort auf. Auch
kein Militär wurde erwartet oder war requiriert; erſt
ſpäter wurde in der Straße eine Abteilung Soldaten
aufgeſtellt, um Ruheſtörungen zu verhüten. Die Stadt
iſt heute vollkommen ruhig. Die Univerſität iſt
einſt=
weilen geſchloſſen; es finden nur Prüfungen ſtatt. Der
gkademiſche Senat tritt heute, nach der Ankunft des
Rektors, Obmanns des Polenklubs, Glombinski,
zu=
ſammen, um die Disziplinarunterſuchung gegen die
geſtrigen Exzedenten zu beſchließen. Das Befinden
der Verletzten, deren Zahl jetzt mit 20 angegeben wird,
iſt verhältnismäßig günſtig, da es ſich hauptſächlich nur
um leichte Kopfwunden handelt, von Stockſchlägen
her=
rührend. Vier Studenten wurden ſchwerer verletzt.
Das Gerücht von zwei weiteren Todesfällen iſt
un=
beſtätigt.
* Lemberg, 2. Juli. Die amtlichen Erhebungen
ſtellten feſt, daß während der geſtrigen Vorgänge
an der Univerſität ſämtliche Schüſſe von den
Ruthenen abgefeuert wurden. Im Augenblicke
des Zuſammenſtoßes befanden ſich im
Univerſitäts=
gebäude gegen 40 Polen und über 300 Ruthenen. Alle
Ruthenen waren mit dicken Stöcken und Knüppeln
ge=
kommen. In dem Hörſaal, in dem die Ruthenen
vor=
läufig verwahrt wurden, ſind nach ihrem Weggange
Totſchläger, Jagdmeſſer, Revolver, Piſtolen und eine
Menge Stöcke gefunden worden. Insgeſamt wurden
1 27 Ruthenen verhaftet; die ſtrafrechtliche
Er=
hebung iſt eingeleitet. Bei zehn Verhafteten wurde
auf Grund von Zeugenausſagen tätliche Teilnahme
an den Vorgängen dargetan.
Spanien und der Vatikan.
* Madrid, 2. Juli. Senat. Miniſterpräſident
Canaleias führte aus: Die Regierung würde die
religiöſe Frage nicht angeſchnitten haben, wenn ſie
nicht geglaubt hätte, ſie auch löſen zu können. Das
Vorgehen der Regierung ſei nicht gegen die religiöſen
Gefühle des Volkes, ſondern lediglich gegen den
Kle=
rikalismus gerichtet. Er bedauere die öffentliche
Ein=
miſchung des ſpaniſchen Epiſkopates, nachdem
Verhand=
lungen mit dem päpſtlichen Stuhle eingeleitet worden
ſeien. Gleicherweiſe bedauere er die von ſpaniſchen
Damen — die in ihrem Katholizismus ſehr ſchlecht
be=
raten ſeien — eingeleitete Bewegung gegen die
Regier=
ung. Der Miniſterpräſident ſchloß mit der Erklärung,
er verlange Zurückhaltung von allen, namentlich vom
Epiſkopat.
* Madrid, 2. Juli. Der Entwurf der
Ant=
wort auf die königliche Botſchaft wird am Montag
in der Kammer beraten; er gibt insbeſondere der
Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung das gute
Ein=
vernehmen zwiſchen Staat und Papſt aufrecht
er=
halten und zugleich die Vorrechte der bürgerlichen
Macht und die rechtliche Stellung der Kirche und
Spa=
niens wahren werde. Der Entwurf weiſt auf die
Not=
wendigkeit hin, die religiöſen Orden unter das
Regle=
ment zu bringen, ohne ihre geiſtige Freiheit
anzu=
taſten, gibt dem Wunſche Ausdruck, daß die
Verhand=
lungen mit dem päpſtlichen Stuhl, betreffend die
Auf=
hebung der nicht unentbehrlichen Kongregationen,
einen ſchnellen Fortgang finden möchten, und
beglück=
wünſcht die Regierung, daß ſie die Freiheit des
Glau=
bens und die Ausübung des Kults verkündete.
* Madrid, 2. Juli. Die Antwort der
ſpa=
niſchen Regierung auf die letzte
Proteſt=
note des Vatiktns iſt heute abgegangen. In
derſelben, deren Verfaſſer der Miniſter des Aeußern
iſt, hält die Regierung ihre Entſchlüſſe aufrecht, gibt
aber noch eine ausführliche Begründung. Hierzu
er=
klärt Canalejas: Wir wollen ſehen, ob es uns gelingt,
den Vatikan zu überzeugen, andernfalls werden wir
es bedauern. Aber was können wir dann tun?
Darmſtadt, 4. Juli.
*X* Die akademiſchen Arbeiter=Unterrichtskurſe, die,
wie neuerdings in vielen Städten, ſeit dem vorigen Herbſt
auch an der hieſigen Techniſchen Hochſchule eingerichtet
worden ſind, haben ſich unter der Leitung der
ſozial=
wiſſenſchaftlichen Abteilung der Freien Studentenſchaft
einer regen Beteiligung ſeitens der Arbeiterſchaft zu
er=
freuen. Es werden in zwei verſchiedenen Lokalen
der=
artige Lehrkurſe in drei Stufen für Deutſch, für Rechnen
und Erdkunde erteilt. Um den Teilnehmern dieſer Kurſe
vor dem Abſchluß des Sommerſemeſters auch Gelegenheit
zu einem geſelligen Beiſammenſein zu geben, war für den
geſtrigen Sonntag ein Ausflug nach Alsbach und
ein Sommerfeſt daſelbſt arrangiert worden. Die
Fuß=
tour ging früh morgens über Eberſtadt und Seeheim nach
dem Alsbacher Schloß, woſelbſt Mittagsraſt gehalten
wurde. Am Nachmittag fand dann im Saal der „Krone”
zu Alsbach bei Kaffee und Kuchen eine wohlvorbereitete
lungen ſtatt. Der umſichtige Leiter des Ganzen, Herr
Studioſus Knoblauch, begrüßte die zahlreiche
Zu=
ner verſtärkt wurde, mit freundlichen Worten und legte
ſpäter auch Zweck und Weſen dieſer Unterrichtskurſe näher
dar. Für die Unterhaltung hatte ſich eine Anzahl jugend= Ehrenpflicht der Kammer, die Diskuſſion über die
Ar=
licher Kräfte vom „Wandervogel” zur Verfügung geſtellt, tikel zu Ende zu bringen. (Beifall). Es ſeien zwar
die in dankenswerter Weiſe ihre Kunſt zum Beſten gaben,
darunter Volkslieder für Mandoline und Guitarre und
einen von einer Schar junger Mädchen ſchon auf dem
jüngſten Feſt des „Wandervogel” im Saalbau
aufgeführ=
ten Tanzreigen. Von einigen Teilnehmern der Kurſe
wurde auch ein kleiner Scherz von Hans Sachs
vorge=
tragen und viel Heiterkeit erregten die humorvollen der Vorausſetzung ausgehe, daß ihre Urheber in ihrem
Skizzen des Schnellmalers Schmierinski.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 2. Juli. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt in ihrem Wochenrückblick: „Der
Rück=
tritt Rheinbabens von der Leitung des Finanz= ergreifen. Er wolle ein großes Kultur= und
Ziviliſati=
miniſteriums wird allgemein als ein Ereignis von onsproblem nicht mit einer politiſchen Vertrauensfräge
ſtarker politiſcher Bedeutung empfunden. Auf allen
Seiten kommt zum Ausdruck, daß mit dem Nachfolger
Miquels eine Perſönlichkeit von eigenartigem Gepräge,
ſtaatsmänniſcher Begabung und unermüdlicher
tenden Eigenſchaften und ſeinen Leiſtungen für den
preußiſchen Staat gerecht. Rheinbaben ließ es niemals
an ſich fehlen, wo es um große Entſcheidungen ging: in
bei der Reichsfinanzreform, in der Polenpolitik wie der
Bekämpfung der ſtaatsfeindlichen Beſtrebungen der
Sozialdemokratie hat er große ſtaatsmänniſche Kraft
auch über den Rahmen ſeines Reſſorts hinaus in den Etat des Innern und 4035036 Peſetas für den Unter=
Dienſt des Staates geſtellt. Bei der parteipolitiſchen richt beſtimmt ſind. Die Einnahmen weiſen ebenfalls
Bewertung des letzten Miniſterwechſels iſt die Preſſe eine Vermehrung auf, die ſich auf 81993846 Peſetas
weſentlich maßvoller geweſen, als bei der Beurteilung
der vorhergegangenen Veränderungen. Man erkannte liſchen Reformen beruht, unter denen die
Erbſchafts=
in der liberalen Preſſe wohl, daß das bisher benutzte ſteuer, der Stempel auf Börſenpapiere und die Erhöhung
Schema mit den Tatſachen in Widerſpruch ſteht, um
unverändert weiter angewandt werden zu können.
* Metz, 3. Juli. Aus Anlaß der heutigen Feier
des 50jährigen Jubiläums des 4.
Magde=
burgiſchen Infanterie=Regiments Nr. 67,
das ſeit 1887 hier garniſoniert, trägt die Stadt reichen
Flaggenſchmuck. Etwa 1000 ehemalige
Regiments=
angehörige, darunter über 100 Kriegsteilnehmer langten
abgelaſſenen Sonderzug auf dem hieſigen Bahnhof an.
Darunter befinden ſich Regimentsangehörige, Vereine
aus Berlin, Hannover und Magdeburg, Halle, aus dem entſtanden ſei. Die Regierung bereite außer der Aus=
Ruhrbezirk, Köln uſw. Von dem Bahnhof aus, wo ſich
eine Aborbnung des Regiments mit Fahne und 81000000 Peſetas einen Geſetzentwurf betreffend eine in
Muſik zum Empfang eingefunden hatte, bewegte
ſich der Feſtzug durch die Stadt zu den Denk= vor. Der Etat des Kriegsminiſteriums ſieht ein ſtändiges
mälern Kaiſer Friedrichs III. und Kaiſer Wilhelm I.,
wo nach einem Choralvortrag und nach entſprechenden im Vorjahr vor. Die Notwendigkeit dieſer Erhöhung
patriotiſchen Anſprachen Kränze niedergelegt und die ergab ſich in erſter Linie aus der Verſtärkung der
Weihe der Fahne des Soldatenvereins Lütgen=Dortmund
vorgenommen wurde. Nach einem Huldigungsakt nahm
der Zug ſeinen Weg nach Longeville, wo auf dem Hofe
ung ſtattfand, dann löſte ſich der Zug auf und die Teil: Schiffe zu verdoppeln, deren Heimatländer den Handel
nehmer verteilten ſich in ihre Quartiere.
der Zeppelinſchen Arktiſchen Varexpe=
Dr. Hergeſell, ſich auf dem Dampfer „Mainz” ein= geſamten Kabinetts überreichte. Der König nahm
geſchifft haben, begaben ſich Prinz und Prinzeſſin Hein= die Demiſſion an und beauftragte den früheren Miniſter
Expeditionsſchiffes. Bald darauf trat das Schiff durch 1 neuen Kabinetts.
den Kaiſer Wilhelm=Kanal die Fahrt nach Norden an.
Die Prinzeſſin begleitete ihren Gemahl bis
Bruns=
büttel.
* Kiel, 2. Juli. Bei der Abfahrt des
Lloyd=
dampfers „Mainz” war der Norddeutſche Lloyd
durch die Direktoren Bremermann und Petzel vertreten.
Frau Petzel überreichte der Prinzeſſin Heinrich von
Preu=
ßen ein Nelkenbukett. Um 10 Uhr warf die „Mainz” los,
dampfte langſam an den an der Föhrde liegenden
Ge=
ſchwadern vorbei und lief gegen 11 Uhr in die Holtenauer
Schleuſe ein.
* Kiel, 2. Juli. Der Reichsfiskus ſtrengte beim
Kieler Landgericht gegen den Magazindirektor a. D.
Heinrich, den Kaufmann Repenning jr. und die
Erben ſeines verſtorbenen Vaters Zivilprozeſſe auf Erſatz
von 24000 Mark für Oele an, die auf der kaiſerlichen
Werft in Kiel unterſchlagen worden ſind. Der Fiskus
leitet ſeine Anſprüche aus dem Geſtändnis des vor dem
großen Werftprozeß vom Schwurgericht verurteilten
Ma=
gazinaufſehers Kankowski her.
* Kiel, 3. Juli. In der vergangenen Nacht iſt die
Arbeitsſtätte der hieſigen Stadtmiſſion,
an=
ſcheinend infolge Brandſtiftung, niedergebrannt;
ein Miſſionsbruder iſt mitverbrannt.
*Hohenfinow, 3. Juli. Der Reichskanzler von
Bethmann=Hollweg und Unterſtaatsſekretär
Wahn=
ſchaffe ſind hier eingetroffen.
* Wien, 2. Juli. In einem Gärtnerhäuschen des
elften Bezirks brach heute nachmittag ein Brand aus,
bei dem zwei Knaben verbrannten; ein Knabe
wurde ſchwer verletzt. Der Brand iſt wahrſcheinlich durch
Spielen mit Zündhölzern entſtanden.
* Linz, 3. Juli. Heute ſtieß ein Sonderzug mit
dem hieſigen chriſtlich=deutſchen Sängerbund, der einen
Ausflug nach dem Königsſee beabſichtigte, an der
Station Frauenmarkt mit einer Vorſpannlokomotive
zuſammen. Die Maſchine, der Tender und ein
Perſonen=
wagen des Sonderzuges entgleiſten. Vier
Bahn=
beamte wurden ſchwer, drei Ausflügler leicht verletzt.
* Trieſt, 2. Juli. Ein heute vormittag bei der
Direktion des Lloyd eingetroffenes Telegramm meldet,
daß der Lloyddampfer „Trieſte” in Bombay
an=
gekommen iſt.
* Rom, 2. Juli. Die Kammer ſetzte in ihrer
heutigen Sitzung die am Dienstag begonnene Beratung
des Geſetzentwurfs betreffend den
Elementar=
unterricht fort, der bezweckt, durch Hebung der
Glementarſchule, Verſtärkung der Staatsauſſicht und
Erhöhung der Lehrergehälter das Analphabetentum
energiſch zu bekämpfen. In der bisherigen Debatte
wurde von einem katholiſchen Deputierten die Anſicht
verfochten, daß einige Beſtimmungen des Geſetzentwurfs
die Autonomie der Gemeinden beeinträchtigten, denen
man volle Freiheit laſſen müſſe, da ſie von ſelbſt und
zufriedenſtellend für den Elementarunterricht Sorge
trügen. Von einem Deputierten der äußerſten Linken
wurde dieſer Standpunkt lebhaft bekämpft. Im Laufe
der heutigen Debatte erklärte Unterrichtsminiſter
Cre=
daro, die Regierung wünſche, die weſentlichen Grund=
Feſtlichkeit mit Muſik, Geſang und ſzeniſchen Darſtel= lagen des Entwurfs erhalten zu ſehen, ſie ſei aber
ge=
neigt, bei der Einzelberatung der Artikel gewiſſe
Ab=
änderungen einzuführen, bei denen zum Teil die=
Wün=
hörerſchar, die noch durch geladene Gäſte und Ortsbewoh= ſche einiger Redner Berückſichtigung finden ſollen.
(Beifall.) Miniſterpräſident Luzzatti führte unter
lebhafter Aufmerkſamkeit des Hauſes aus, es ſei eine
1500 Petitionen eingebracht, die gegen den
Geſetzent=
wurf als Beeinträchtigung der Freiheit des Gewiſſens,
des Unterrichts und der Autonomie der Gemeinden
proteſtieren, aber er glaube der Mehrheit der Kammer,
die ja die nationale Souveränität repräſentiere, ſicher
zu ſein, wenn er dieſe Proteſte zurückweiſe, wobei er von
guten Glauben getäuſcht worden ſeien. (Andauernder,
lebhafter Beifall.) Der Miniſterpräſident wies auf die
Bedeutung, die der Tatſache zukomme, hin, daß niemand
in der Kammer — nicht einmal die katholiſchen
Depu=
tierten — es gewagt hätten, ſich dieſe Anklagen zu eigen
zu machen. Das Geſetz werde nach ſeiner Anſicht
ge=
nügen, das Analphabetentum zu beſeitigen; wenn nicht,
werde er ſicher nicht zögern, radikalere Maßnahmen zu
verquicken. Er beſchränke ſich deshalb darauf, das Haus
zu bitten, zur Diskuſſion der einzelnen Artikel
überzu=
gehen, ohne daß er die Vertrauensfrage ſtelle. (Beifall.)
Die Kammer nahm ſodann in namentlicher Abſtimmung
Schaffensluſt aus dem Amte ſcheidet. Auch die politi= mit 375 gegen 22 Stimmen die vom
Miniſter=
ſchen Gegner Rheinbabens werden jetzt ſeinen bedeu= präſidenten vorgeſchlagene Tagesordnung an und ging
dann zur Einzelberatung der Artikel über.
* Madrid, 2. Juli. Heute nachmittag wurde in der
Kammer der Budgetentwurf eingebracht, der an
der finanziellen Vertretung der Flottenintereſſen, wie Ausgaben 1045865026 und an Einnahmen 1131 456216
Peſetas vorſieht. Die Ausgaben erfuhren eine
Ver=
mehrung um 51425315 Peſetas, von denen 30711128
Peſetas auf den Kriegsetat, 5961 616 Peſetas für den
beläuft und auf dem Mehrertrag an Steuern und
fiska=
der Tabakſteuer zu nennen ſind. — Ein gleichfalls heute
eingebrachter zweiter Geſetzentwurf ſieht außerordentliche
Kredite für den Feldzug von Melilla vor und ebenſo
den Bau eines Geſchwaders; er ermächtigt die
Re=
gierung, zur Beſtreitung dieſer Ausgaben dreiprozentige
Schatzanweiſungen auszugeben.
* Madrid, 2. Juli. Bei Einbringung des Budgets
erklärte der Finanzminiſter in der Kammer, der
Feld=
gegen Mittag mit dem geſtern abend von Magdeburg zug von Melilla habe im Rechnungsjahr 1909
außer=
ordentliche Koſten in Höhe von 53829000 Peſetas
ver=
urſacht, wodurch im Budget ein Defizit von 35332000 Peſetas
gabe von 3 proz. Schatzanweiſungen im Betrage von
zehn Jahren zu amortiſierende Anleihe von 1500000000 Peſ.
Truppenkontingent von 115692 Mann gegen 80000 Mann
afrikaniſchen Garniſonen.
Liſſabon, 3. Juli. In einem amtlichen Dekret
wird bekanntgegeben, daß die Regierung ermächtigt iſt,
der reichgeſchmückten Kaſerne des Regiments die Begrüß= die Zollgebühr en für diejenigen ausländiſchen
und die Schiffahrt Portugals unterſchiedlich behandeln.
* Kiel, 2. Juli. Nachdem ſämtliche Teilnehmer an! Dieſe Vorſchrift ſoll am 1. Januar 1911 in Kraft treten.
* Kopenhagen, 2. Juli. Der König empfing den
dition, unter ihnen Graf Zeppelin und Profeſſor Miniſterpräſidenten Zahle, der die Demiſſion des
rich von Preußen heute vormittag 10 Uhr an Bord des des Innern Klaus Berntſen mit der Bildung des
Seite (6.
Darmſtädter Taghlatt, Montag, den 4. Inli 1910.
Nummer 153.
2 London, 3. Zut. Der engtliche Viteraturhtſtorter
Frederik James Furnivall iſt geſtorben.
Athen, 3. Juli. Der griechiſch=rumäniſche
Zwiſchenfall iſt nunmehr entgültig erledigt, da von
Rumänien die Genugtuung, welche die griechiſche
Regie=
rung dem italieniſchen Geſandten in Athen gegeben hat,
angenommen wurde.
* Tſchernigow, 2. Juli. Bei dem internationalen
Automobilrennen iſt der an der Spitze gehende
Motor=
wagen des Flügenladjutanten Swetſchin in vollem Gange
eine Böſchung hinabgeſtürzt. Die Maſchine iſt
zerſtört. Swetſchin wurde leicht, ſein Chauffeur ſchwer
verletzt.
* Konſtantinopel, 2. Juli. In der geſtern
ſtattge=
habten gemeinſamen Sitzung der Synode des
Laienrates und des ökumeniſchen
Patriar=
chats teilte der Vertreter des Kultusminiſters mit,
der Miniſterrat beſtehe auf der Genehmigung des
Ge=
ſetzes betreffend die ſtrittigen Kirchen in Mazedonien.
Die Regierung empfehle daher dem Patriarchat, die
erregten Gemüter der Griechen zu beruhigen. Der
Patriarch drückte ſein Bedauern über den Standpunkt
der Regierung aus und erklärte, die Erregung der
Griechen ſei begreiflich, da der Großweſir die
Vermit=
telung einer Audienz für den Patriarchen verweigerte.
Die Proteſtmemonrandien des Patriarchats ſind abends
der kaiſerlichen Kanzlei übermittelt worden.
* New=York, 2 Juli. Infolge Hitzſchlages ſind
geſtern vier, in Philadelphia ſechs, in Pittsburg vier,
in Chicago vier und in Detroit ein Mann geſtorben;
auch aus anderen Orten werden Todesfälle infolge von
Hitzſchlägen gemeldet.
Waſhington, 3. Juli. Die ſüdöſtlichen Bahnen
erzielten eine proviſoriſche Einigung mit dem
Bahn=
perſonal, wodurch der befürchtete Ausſtand verhütet wird.
* Beverly, 2. Juli. Präſident Taft hatte eine
längere Unterredung mit dem Präſidenten der
Inter=
ſtate Commerce=Commiſſion, Knapp, über
die Ausführung des neuen Eiſenbahntarifgeſetzes.
Nach der Unterredung wurde bekannt gegeben, daß die
erhöhte Autorität, die das Geſetz der Inſterſtate
Com=
merce=Commiſſion verleiht, nicht willkürlich angewandt
oder dazu benutzt werden ſoll, die Eiſenbahnen an der
Ausübung der geſetzmäßigen Geſchäftstätigkeit zu
hin=
dern. Die Kommiſſion ſoll nicht verſuchen, endgültige
Frachtſätze feſtzuſetzen, und die Berechtigung,
Fracht=
ſätze aufzuheben, ſoll nur da zur Anwendung kommen,
wo durch Unterſuchung feſtgeſtellt wurde, daß die
Frachtſätze übermäßig hoch ſind. Von maßgebender
Stelle wird hierzu erklärt, daß die Kommiſſion nichts
tun wird, was die Intereſſen derjenigen, die ihr Geld
in Eiſenbahnwerten angelegt haben, verletzen könnte.
Es iſt die Rede davon geweſen, daß möglicherweiſe die
europäiſchen Kapitaliſten, welche in amerikaniſchen
Eiſenbahnwerten Anlagen gemacht haben, in Angſt
verſetzt würden und aus einem Kursſturz der Aktien
Verlegenheiten entſtehen könnten zu Zeiten, wo die
Ernte verfrachtet wird. Präſident Taft ſieht in der
Lage nichts, was einen ſolchen Standpunkt
rechtferti=
gen könnte. Er iſt der Anſicht, daß das Geſetz in den
Händen einer vorſichtigen Körperſchaft iſt und wünſcht,
daß der Charakter der Vorſicht aufrecht erhalten wird.
Die Kommiſſion will nicht den Eiſenbahnen auch nur
die geringſten Schwierigkeiten bereiten und es werde
nichts geſchehen, was das Gedeihen der Eiſenbahnen,
ſo lange ſie das Geſetz erfüllen, bedrohen könnte.
— Eberswalde, 2. Juli. Als der Gutsbeſitzer Retz
aus Dannewitz bei Eberswalde ſeinen Schwager zum
Raßnhof Eberswalde fahren wollte, ſchenten die
Pferde vor einem Automobil. Das Geſpann fuhr gegen
einen Telegraphenmaſt. Retz wurde aus dem Wagen
geſchleudert und brach das Genick. — Vor kurzem
war ſein Zwillingsbruder von einem Blitzſchlag
ge=
tötet worden.
* Allenſtein, 1. Juli. Der Beſchluß im Prozeß
Schönebeck, den der Vorſitzende verlas, lautete:
Ueber die Schuldfrage haben wir heute nicht zu ſprechen.
Deswegen weiſt auch der Gerichtshof die Ausführungen
des Verteidigers inſofern zurück, als er ſich nicht der
An=
ſicht anſchließen kann, daß die Angeklagte ſchon früher
geiſteskrank war. Die Gutachten waren noch nicht
abge=
ſchloſſen. Dagegen hat der Gerichtshof aus dem heutigen
Gutachten die volle Ueberzeugung gewonnen, daß die
An=
geklagte nach der Tat in Geiſteskrankheit verfallen iſt. Der
Gerichtshof hat daher folgenden Beſchluß gefaßt: Das
Verfahren gegen Frau Antonie Weber, geborene Lüders,
verwitwet geweſen v. Schönebeck wegen Anſtiftung zum
Morde wird gemäß § 203 der Strafprozeßordnung
vor=
läufig eingeſtllt, da die Angeklagte nach der Tat in
Gei=
ſteskrankheit verfallen iſt. Die Entſcheidung über die
Koſten bleibt vorbehalten. Es iſt eine Zeitlang
zweifel=
haft geweſen, ob man § 203 auch anwenden kann auf eine
Hauptverhandlung, aber es iſt ſtillſchweigend anerkannt
worden, daß eine derartige Einſtellung des Verfahrens
auch in der Hauptverhandlung erfolgen kann. Daraus
rechtfertigt ſich der Beſchluß des Gerichtshofes. Ueber den
Haftbefehl hat der Gerichtshof abſichtlich keine
Entſchei=
dung getroffen.
— New=York, 2. Juli. Ein italieniſcher Kaufmann
in Brooklyn war vor einer Woche auf offener Straße
überfallen und ſchwer verwundet worden; die
Angreifer entkamen. Am Donnerstag abend wurde die
Frau des Kaufmanns in ihrer Wohnung ermordet;
zu gleicher Zeit verſtarb ihr Mann im Hoſpital. Es
handelt ſich wiederum um eine Tat der Schwarzen
Hand.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Todes-Anzeide.
Heute abend 8 Uhr entschlief sanft nach
Mann, unser guter, treubesorgter Vater
längerem Leiden mein lieber
(13437
Herr Geheime Oberfinanzrat i. P.
Sohanes brkte
im 77. Lebensjahre.
Darmstadt,
den 2. Juli 1910.
Meta Bittel, geb. Meletta,
Dr. Franz Bittel, Gerichtsassessor,
Mina Bittel,
Aennie Schmitt, geb. Bittel,
Elisabeth Bittel, geb. Prinz,
Fritz Schmitt, Fabrikant,
nebst 4 Enkelkindern.
Die Einsegnung findet statt am Montag Nachmittag 5 Uhr im Sterbehause, Riedeselstrasse 54,
die Einäscherung im Krematorium Mainz am Dienstag Nachmittag 4 Uhr.
Heute Nachmittag 4½ Uhr entſchlief nach
langem, mit unendlicher Geduld getragenem
Leiden, verſehen mit den heiligen
Sterbe=
ſakramenten, unſer heißgeliebter Sohn u. Bruder
Oscar
im dreizehnten Lebensjahre.
Darmſtadt, den 2. Juli 1910.
Oscar von Hutier
Generalmajor u. Kommandeur d. 74. Inf.=Brigade
Marie von Hutier
geb. von Miller zu Aichholz
Marion von Hutier
Irmgard von Hutier
Die Beerdigung findet am 5. Juli, nachmittags
4 Uhr, vom Trauerhauſe aus, auf dem
Darm=
ſtädter Friedhofe ſtatt, die Einſegnung ¾ Stunde
vorber im Trauerhauſe.
Die heiligen Seelenmeſſen werden in der
St. Martins=Kapelle am Mittwoch, den 6. Juli
und Donnerstag, den 7. Juli um 6½ Uhr
morgens und am Freitag, den 8. Juli um
8½ Uhr vormittags geleſen. (13436
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden meiner lieben Frau, unſerer guten
Mutter, Tante, Schwiegermutter und Großmutter
Kath. Uhrig
geb. Kisseberth
ſagen wir allen denen, die der Heimgegangenen
die letzte Ehre erwieſen, für die Blumenſpenden,
dem Herrn Pfarrer Dingeldey für die tröſtende
Grabrede, insbeſondere aber den Schweſtern
der Johannesgemeinde für die hingebende
auf=
opfernde Pflege, auf dieſem Wege unſern
aller=
innigſten Dank.
(13435
Darmſtadt, 2. Juli 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Konrad Uhrig, Zugführer i. P.
und Kinder nebſt Enkel.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Dahinſcheiden unſerer lieben Mutter,
Schwiegermutter und Großmutter danken herzlichſt
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme an dem ſchweren Verluſt, der uns betroffen,
ſprechen wir unſern herzlichſten Dank aus.
Professor Dr. Schlamp
und Frau, geb. Schneider.
13387)
Familie Philipp Schmidt,
Familie Georg Koch.
Darmſtadt, den 2. Juli 1910.
(B13400
Gewerbe=Bibliothek u.
Vorbilderſamm=
lung. Der Leſeſaal iſt geöffnet: an allen
Wochen=
tagen von 8½—12½ u. 2½—5½ Uhr (Samstag=Mittag
ausgenommen). — Leſeabende: Dienstags und
Frei=
tags, abends von 8—10 Uhr.
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle,
Louiſen=
ſtraße 20. Die Leſehalle iſt geöffnet an
Wochen=
tagen von 10—2 und von 6—9 Uhr, Sonntags von
11—1 und von 6—9 Uhr. Bücherausgabe findet
ſtatt an jedem Wochentage von ½11 bis ½1 Uhr und
abends von 6 bis 9½ Uhr.
Meetene
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der „Kronel.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
Aquarien= und Terrarien=Ausſtellung im
„Mathildenhöhſaal” (geöffnet von 9—8 Uhr).
Hochzeitsturm. Turmzimmer und
Ausſtellungs=
räume , täglich geöffnet von 9—12 und 3—6 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Si. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
(12
Preisermässigungen bis weit unter den Selbstkostenpreis
bietet mein diesjähriger grosser
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 153.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. Juli 1910.
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Markt 2.
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Das Baldner’ſche Anweſen,
Friedrich=
ſtraße 36, gegenüber d. Darmſtädter Bank,
wird wegen Aters und Krankheit der
Be=
ſitzerin dem Verkauf ausgeſetzt und kann
nach, Wunſch übernommen werden.
Dasſelbe beſteht aus einem 3½ſtöckigen
6=Zimmerhaus mit 3 ſtöckig. Seitenbau,
Einfahrt, großem Hof und Garten, und
eignet ſich auch zu jed. größeren
Geſchäfts=
betrieb. Der Geſamtflächengehalt des
Be=
ſitzes beträgt über 700 qm. Der ſehr billige,
aber feſte Verkaufspreis beträgt Mk. 80000.
Ernſten Reflektanten erteilt weiteren
Auf=
ſchluß Rechtsanwalt Dr. jur. Hugo Bender,
Kaſinoſtraße 8, ſowie das Immobilien=
Geſchäft des Bankbeamten Sebastian Eckler,
Rheinſtraße 9, Telephon 243. (11095a
Herrschaftliches Anwesen
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 153.
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Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Dachshund (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Störungen der Ruhe und Ordnung durch Muſizieren betreffend.
Anhaltendes Muſizieren, insbeſondere Klavierſpielen, Singen, Spielenlaſſen
von mechaniſchen Muſikautomaten (Grammophonen und dergleichen) im Freien
oder bei offenen Fenſtern bildet meiſt eine erhebliche Beläſtigung der Nachbarſchaft
und erfüllt häufig den Tatbeſtand des § 360 Ziffer 11 des Reichsſtrafgeſetzbuchs (
unge=
bührliche Erregung ruheſtörenden Lärms oder Verübung groben Unfugs).
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, gegebenenfalls einzuſchreiten. (13419oi
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung.
Es wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß die Ausführung der an die ſtädtiſche
Waſſerleitung anzuſchließenden Waſſerverſorgungs=Einrichtungen im Innern der
Gebäude und Grundſtücke nur durch ſolche Inſtallateure erfolgen darf, die ſich bei
der unterzeichneten Verwaltung verpflichtet haben, alle vorkommenden einſchlägigen
Arbeiten auf Grund der Satzungen über Abgabe von Waſſer aus dem ſtädtiſchen
Waſſerwerk und unter gewiſſenhafter Beachtung der beſonders erlaſſenen Beſtimmungen
auszuführen.
Zurzeit ſind folgende Firmen berechtigt:
1. Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
130. Phil. Kraus Nachf., Karlſtr. 51.
2. Gebr. Becker Nachf., Grafenſtr. 27. 131. Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
3. Heinrich Becker, Brandgaſſe 2.
32. Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
4. L. Breitwieſer, N.=Ramſtädterſtr. 52. 133. Ludw. Luck, Lichtenbergſtr. 26.
5. Heinrich Brunner, Eliſabethenſtr. 33. 34. Val. Marquardt u. Ph. Wamſer,
6. Karl Darmſtädter, Kiesbergſtr. 9.
Dieburgerſtr. 54.
7. Theodor Dilling, Kaſinoſtr. 27.
135. Ph. Maul, Eliſabethenſtr. 29.
8. W. Eberhardt, N.=Ramſtädterſtr. 11. 136. Gg. Neumann, Heidelbergerſtr. 117.
9. Friedr. Ewald Nachf., Soderſtr. 54. 37. Aug. Neumeyer Witwe, Große
10. Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8½.
Ochſengaſſe 22.
11. Gg. Aug. Fink, Lauteſchlägerſtr. 8.
38. Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
12. Hch. Frick, Kahlertſtr. 31.
39. Heinrich Pauli, Orangerieſtr. 7
13. Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
40. Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15
14. Franz Geiger, Karlſtr. 36.
41. Wilhelm Preußner, Bleichſtr. 40.
15. Wilh. Gelfius, Fuhrmannſtr. 6.
42. Karl Rockel Nachf., Schützenſtr. 4.
16. Jakob Glock, Langegaſſe 9.
43. G. W. Roth, Moosbergſtr. 32 u. 97.
17. Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
44. Jean Rühl, Saalbauſtr. 24.
18. Philipp Handſchuh, Schloßgarten= 145. Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
ſtraße 37.
46. Friedrich Schiller, Tannenſtraße 7.
19. Ludw. Heppenheimer, Luiſenſtr. 2. 147. Franz Schulz, Karlſtr. 104½.
20. Wilhelm Heppenheimer, Kiesſtr. 80. 148. Heinrich Schwarz, Hochſtr. 20.
49. Leonh. Sommer, Mühlſtr. 20.
21. Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
50. Karl Tänzer, Marktplatz 7.
22. Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.
23. Balthaſer Ittmann, Lauteſchlägerſtr. 42. 151. Mich. Vollrath, N.=Ramſtädterſtr. 51.
52. Hch. Waldſchmidt, Ludwigshöhſtr. 21.
24. Heinrich Jung, Bleichſtr. 11.
53. Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
25. Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
54. Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
26. Karl Kämmerer, Marienplatz 10.
27. Adolf Kling, Rheinſtr. 17.
55. Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 46.
28. Albert Klöpfer, Beſſungerſtr. 84.
57. Karl Zahrt, Hofſtallſtr. 10.
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Angelegenheiten, Eingaben an Behörden usw. usw.
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Sprechstunden daselbst täglich vorm. bis 12¾ Uhr, sonst in obigen Privat-Wohnungen.
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Die ſämtlichen Firmen haben ihre Preis=Tarife auf dem Geſchäftszimmer der
unterzeichneten Verwaltung, „Waldſtraße 19‟, eingereicht, wo dieſelben von Intereſſenten
eingeſehen werden können.
(13391ofs
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.
Bekanntmachung.
Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine Nr. 46354,
59198, 63 913, 64347, 64556, 65 867, 65 868, 66 198, 67010, 67 119,
67 475, 70 725, 70827, 70834 und 72575 werden hiermit aufgefordert, ihre
Anſprüche innerhalb 14 Tagen, vom Tage des Erſcheinens dieſer Bekanntmachung
an gerechnet, in unſerem Geſchäftszimmer — Kirchſtraße Nr. 9 — geltend zu machen,
widrigenfalls nach Ablauf dieſer Friſt gemäß § 32 des Statuts vom 18. Auguſt 1900,
betreffend die ſtädtiſche Pfandleihanſtalt Darmſtadt, die Kraftloserklärung der
Pfand=
ſcheine erfolgen wird.
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
(13390
Städtiſche Pfandhausverwaltung.
Paul, Vorſteher.
Bekanntmachung.
Für die hieſigen Gemeinde=Gebäude ſind für das Rechnungsjahr 1910/11 ca.
800 Zentner Nußkohlen I oder II in Submiſſion zu vergeben.
Die Lieferungsbedingungen liegen vom 4. bis einſchließlich 11. Juli l. J. während
der Geſchäftsſtunden bei unterfertigter Stelle zur Einſicht offen; daſelbſt ſind die
An=
gebote ſchriftlich und verſchloſſen bis zum 11. Juli I. J., abends 6 Uhr, einzureichen.
(13380od
Arheilgen, den 1. Juli 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei daſelbſt.
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I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruf.
Neue Kurse beginnen Dienstag, den 5. Juli, 8 Uhr.8
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Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Wilh. Siedersleben
Sprechstunden:
Montag bis Freitag 12—1 Uhr staatl. geprüfter Handelslehrer u.
Montag, Dienstag. Donnerstag, Freitag gerichtlich beeidigt. Bücherrevisor.
3—5 Uhr.
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beginnt 5. Juli mit dem letzten Kurſus im kaufmänniſchen Schnell=
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Unterrichts zirka 10 Stunden. Schreibkrampf heilbar. (11092a
Kalligr. Lehrer
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Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von folgenden
Früchten und Verbrauchsgegenſtänden in
der Zeit vom 16. bis 30. Juni 1910:
Weizen p. Sackà 100 Ko. v. Mk. 20.— bis 26.50
15.— „ 17.50
Korn „
14.25 „ 17.50
Gerſte „ „ „ „
Hafer
16.50 „ 19.−
Butter ½ Kilo Mk. 1.30
Butter in Partien Mk. 1.20
Eier per Stück 7 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück Mk. 1.45
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 7.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 2.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 3.50
Heu per 50 Kilo Mk. 4.50
Darmſtadt, den 2. Juli 1910.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Zur Vereinfachung der Verwaltung
haben wir die bei uns in Konkursſachen,
gerichtlichen und Verwaltungs=
Zwangs=
vollſtreckungsſachen, ſowie Friſtſachen zu
erledigenden Sekretariatsgeſchäfte der
Stadt=
kaſſe uberwieſen.
Mündliche Anfragen in den
bezeich=
neten Sachen, ſowie Geſuche um
Stun=
dung oder Erlaß ſtädtiſcher Forderungen
ſind daher künftig auf dem Büro der
Stadtkaſſe, Grafenſtraße Nr. 28, vor=
(12464ooo
zubringen.
Darmſtadt, den 15. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt
Dr. Gläſſing.
Heugras=Verſteigerung.
Die Verſteigerung des Heugraſes von
der Fürſtenwieſe in der Gemarkung
Gries=
heim vom 28. lfd. Mts. iſt genehmigt.
Die Mähſcheine ſind bei der
Waſſer=
werkskaſſe, Grafenſtraße Nr. 28, erhältlich
und müſſen bis zum 10. k. Mts. abge=
(13279so
holt ſein.
Darmſtadt den 29. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Jaeger.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 7. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Privatier Karl Ludwig
Henne=
mann Eheleuten, zu Heidelberg, im
Grund=
buch der Gemarkung Darmſtadt
zugeſchrie=
bene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 9415/100 285 Hofreite Heinrichſtr.
Nr. 126,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K19/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 18. Juni 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (D12454,1
In unſer Handels=Regiſter B wurde heute
J eingetragen hinſichtlich der Firma:
Bank für Handel und Induſtrie,
Darmſtadt.
Dem Franz Grebe in Darmſtadt, dem
Dr. Hans Leſſing und dem Ernſt Sander,
beide in Berlin, iſt Prokura für die
Nie=
derlaſſungen in Berlin und Darmſtadt
er=
teilt.
(13384
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Vergebung des Magazinsbedarfs des
ſtädtiſchen Gaswerks für das
Geſchäfts=
jahr 1910.
Die Anlieferung nachſtehend näher
ver=
zeichneter Materialien ſoll verdungen
wer=
den, und zwar:
Los I Gußeiſerne Normal=Muffenröhren
und Formſtücke,
„ II Mannesmann=Stahlmuffenröhren
und Formſtücke,
„ III Verbindungsſtücke aus
ſchmied=
barem Guß.
IV Meſſinggegenſtände.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 12. Juli 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten Verwaltung,
Frank=
furterſtraße 29, I., Zimmer Nr. 3, verſchloſſen
und mit entſprechender Aufſchrift verſehen,
einzureichen, woſelbſt auch die
Verdingungs=
bedingungen eingeſehen und die
Angebots=
ſcheine in Empfang genommen werden
können.
(13379oid
Nach auswärts werden die Bedingungen
und Angebotsſcheine nur gegen vorherige
Einſendung von 50 Pfg. in Briefmarken
bgegeben.
Darmſtadt, den 1. Juli 1910.
Städtiſche Gaswerksverwaltung, Betriebsleitung.
I. V.: Kalbfuß.
er Neudruck unſerer Miet=
U verträge iſt erſchienen und
werden dieſelben in der
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Darmſtädter Tagblatt, Muntag, den 4.Juli 1910.
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Dann riß er kühn den Deckel herunter und wies ihr
Wilken Wobbes Porträt, das unſterbliche Kunſtwerk.
O, wie ſchön! rief ſie begeiſtert, und meinte damit nur
den Rahmen, der breit und goldig das Bild umgab; darin
war ſie ſachverſtändig. Aber ſo ein alter Mann?
Das iſt ja gerade die Kunſt! erläuterte er. Sie ſollen
es für neuntauſend Mark haben. Weil Sie’s ſind.
Ich? rief ſie erſchreckt und wich zurück. Mir wollen
Sie das teure Bild verkaufen?
Jeder iſt verpflichtet, die Kunſt zu fördern! ſprach er
im Beſchwörungstone und lockte ſie dadurch wieder näher
heran.
Aber es dauerte doch noch eine ganze Stunde, ehe ſie
ſich zu dem Kauf entſchließen konnte. Sie hatte es ja dazu,
aber es war doch ſo ſchrecklich viel Geld. Erſt als er ihr
vorſchlug, die Hälfte der Summe bei ihr ſtehen zu laſſen,
um ſie im Laufe der Zeit herunterzuwohnen und
abzu=
eſſen, willigte ſie, wenn auch ſchweren Herzens, ein.
Am nächſten Mittag holte ſie ſelbſt vier und einen
halben Tauſendmarkſchein von der Sparkaſſe, und er hing
das Meiſterwerk über das Sofa im Salon. Am liebſten
hätte er vor Freuden einen Purzelbaum geſchoſſen, aber er
begnügte ſich vorſichtshalber mit einem Luftſprung
drau=
ßen auf der Wedeler Chauſſee, befriedigte ſeine harten
Gläubiger, kaufte ſich einige neue Flatterſchlipſe, weil die
alten ſchon Harriets kritiſchen Spott herausgefordert
hat=
ten, und trank mit Wilken Wobbe bei Frau Geſche
Sux=
dorf eine Flaſche=Wortwein leer.
Von Guſchi ſah er nicht viel. Sie ſaß am Tiſch
auf=
recht und ſelbſtbewußt, wenn auch mit niedergeſchlagenen
Augen, machte die Bedienung ſauber, zierlich und ohne
Geräuſch und kümmerte ſich um ihn nicht mit einem
ein=
zigen kleinen Gedanken. Fertig war ſie mit ihm.
Ange=
nehm war ihm das nicht. Manchmal hätte er ſich
ohr=
feigen mögen.
Frau Dora Fedderſen aber betrachtete ihn ſeit dem
glücklichen Bildkauf mit noch viel zärtlicheren Blicken.
Wenn er jetzt nur den kleinen Finger nach ihr ausgeſtreckt
hätte, wäre ſie ihm in die Arme geſunken. Aber er hütete
ſich. Einmal ſchon war die Sache um ein Haar ſchief
ab=
gelaufen. So viel Mut, ein zweites Mal ſeine Zukunft für
die ihm die Firma Geſterling & Ko. garantierte, aufs
Spiel zu ſetzen, beſaß er nicht. Aber er hielt Frau Dora
warm. Er konnte noch manches Bild bei ihr loswerden.
Und eine Rahmenfabrik ſtand hinter ihr, für einen Maler
kein unbedeutender Gebrauchsgegenſtand.
Einmal brachte er ihr aus Hamburg eine hochmoderne
Gürtelſchnalle mit. Da zerfloß ſie faſt vor Rührung. Noch
an demſelben Tage legte ſie das Schmuckſtück an, und es
paßte ihr ausgezeichnet.
Am nächſten Morgen fand er auf ſeinem Tiſche ein
kleines Paketchen, das ihm ſehr bekannt vorkam. Er
öff=
nete es und fand darin das goldene Armband, das er
Guſchi vor zwei Jahren geſchenkt hatte. Trübſelig
betrach=
tete er es und ſchloß es weg. Es war alſo ganz aus und
zu Ende.
Bei Tiſch ſuchte er ſich mit ihr durch Blicke zu
verſtän=
digen. Dieſe heimliche Telegraphie aber bemerkte Frau
Dora und ihre Eiferſucht erwachte auf der Stelle. In
Her=
zensſachen aber verſtand ſie keinen Spaß. Da war ſie
im=
ſtande, auf ihre geſamte angeborene Gutmütigkeit zu ver=
ächten, und ſtort deuies ſe des undſtaſte Gliſcl nach
dem kleinen Karl, um dem Maler zu zeigen, daß Guſchi
allerhand auf dem Kerbholz hatte und eigentlich nicht an
den Tiſch gehörte.
Danke, Frau Fedderſen! ſagte ſie, beinahe luſtig, und
ohne rot zu werden. Er macht ſich!
Hinter Kurt Egloffs Ohren erwachte eine purpurne
Röte, die ſich langſam, aber ſicher über den ganzen Kopf
ausbreitete.
Setzt er denn ſchon die Beine an? fragte Frau Dora,
innerlich entrüſtet über die tiefe Verdorbenheit Guſchis,
daß ſie ſich ſo gar nicht ſchämte, in Gegenwart des Malers
von dem kleinen Karl zu ſprechen.
Er iſt ja noch gar kein Jahr! entgegnete ſie ihr und
lächelte.
Aber dann bringſt Du ihn her! machte ſich Frau Dora
aus. Herr Egloff kann ihn ja auch einmal ſehen!
Offen geſtanden, preßte er ſich heraus und ſenkte das
Geſicht tief auf den Suppenteller, für kleine Kinder
inter=
eſſier” ich mich gar nicht.
Jetzt erſt ſah Frau Dora Fedderſen, daß ſein ganzer
Kopf wie eine Mohnblume glühte, und ſofort brach ſie das
Geſpräch ab. Doch der Maler hatte ſeitdem noch einen
Stein mehr bei ihr im Brett. Wie war doch dieſer Menſch
noch fromm und unſchuldig! Kaum daß man an ſolche
Sachen tippte, wurde er rot wie ein Schuljunge. Dagegen
war Guſchi abgebrüht und beinahe frech. Und zum erſten
Male fühlte Frau Dora eine heftige Abneigung gegen ſie.
Nie mehr wurde von dem kleinen Karl geſprochen.
Kurt Egloff aber ging Guſchi gefliſſentlich aus dem
Wege, und ſie hatte keinen Grund, ſeine Nähe zu ſuchen.
Einmal, als er etwas nicht gleich finden konnte, kam er an
Guſchis Vorträt, das noch immer balbvollendet und feſt=
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verpackt in einer Ecke ſtand. Aber er rührte es nicht an.
Hier in dieſen Räumen konnte er es doch nicht vollenden.
Harriet hatte er nichts davon erzählt, daß ſein Bild
zurückgewieſen worden war, und ſie hoffte mit jedem Tage
zuverſichtlicher, daß es den erſten Preis davontragen
würde.
Je ſtärker aber Frau Dora Fedderſens Intereſſe für
ihren Einwohner und ſeine Kunſt wurde, um ſo kräftiger
regte ſich auch ihre Neugier. Sie forſchte zunächſt vorſichtig
bei den Lieferanten, die jeden Tag vorfragten und in ganz
Blankeneſe herumkamen, und erfuhr zu ihrem Schreck, daß
der Maler ſeine Abende bei dem Herrn Senator Geſterling
verbrachte, mit deſſen Tochter er ſo gut wie verlobt war.
Das traf ſie hart, und doch gab ſie ihn nicht auf. Sie
hoffte trotzdem, ſo ſtark war ihre Sehnſucht, ihn an ſich zu
ketten und zu beſitzen. Noch trug er ja keinen Ring. Und
ſie fuhr fort, ihn mit Liebenswürdigkeiten zu überſchütten,
ſo weit es ihr als Wirtin zuſtand, kleidete ſich noch beſſer
und geſchmackvoller, ſchnürte ſich tüchtig, daß ihre runde,
feſte Büſte an verlockendem Reiz gewann, und eröffnete
einen nicht ganz erfolgloſen Kampf gegen die ſcharfen
Fält=
chen an den Augenwinkeln. Anderswo hatte ſie ja keine.
Und Kurt Egloff war gegen alle dieſe Dinge nicht
unemp=
findlich, aber er biß nicht an. Er fühlte ſich in dem jetzigen
Zuſtand ſo wohl und behaglich, daß er nicht wagte, daran
zu rühren. Wenn ihm gerade der Sinn danach ſtand,
konnte er Frau Dora ſchlankweg anſchwärmen. Dann
er=
zählte er immer von Italien, daß ſie am liebſten ſchon
mor=
gen mit ihm nach Neapel gefahren wäre. Aber weiter
wagte er ſich nicht.
Nur daß Guſchi nicht nett zu ihm war, ſtörte ihn
etwas in ſeinem Glück. Doch die ſah ihn kaum an. Um
ſo mehr Blicke hatte er für ſie übrig. Und einen ſolchen
Blick fing Frau Dora einmal auf. Und zu der neuen
Eifer=
ſucht auf Harriet Geſterling geſellte ſich die alte auf Guſchi
Heggbloom. Doch keinen Beweis konnte ſie gegen ſie
auf=
ſpüren. Da begann ſie denn ſchließlich im Atelier
herum=
zuſtöbern, wenn der Maler fort war. Guſchi wurde dann
der Urlaub verlängert, ohne daß ſie darum einkam.
Und da ſtieß Frau Dora auf ein feſtverpacktes Bild,
das ſtaubbedeckt in der Ecke lehnte. Vorſichtig öffnete ſie
es. War das nicht Guſchi? Sie war’s und ſie war’s auch
wieder nicht! Hatten die Beiden alſo doch was
mitein=
ander?
Da ſchrillte plötzlich die Türglocke, und Frau Dora
ſchlug das Bild ſchleunigſt wieder ins Papier, ſchnürte es
zu und ſtellte es in die Ecke. Dann lief ſie, die Schlöſſer
und die Ketten zu öffnen. Es war Guſchi. Und ſie machte
ein Geſicht, als könnte ſie kein Wäſſerlein trüben.
Und Frau Dora begann nun an den Türen zu
hor=
chen, um hinter das Geheimnis des Bildes zu kommen.
Vielleicht war es auch gar nicht Guſchi! Vielleicht war es
eine, die ihr nur ſehr ähnlich war. Aber der einmal
er=
wachte Verdacht ſchlief nicht wieder ein, und ſie belauſchte
die Beiden, wo ſie nur konnte.
Kurt Egloff gegenüber aber entwickelte ſie weiterhin
eine Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit, die ihn
ge=
radezu entzückten. Er fühlte ſich von ihrer zärtlichen,
haus=
mütterlichen Sorge wie mit einem weichen, warmen Schal
umhüllt. Und das mochte er ſchon! Leider wollte Guſchi
ſo gar und gar nichts mehr von ihm wiſſen.
Was hatte ſie denn gegen ihn? Er war doch immer
ſehr nett zu ihr geweſen! Frau Dora aber brachte die
Beiden zuſammen, wo es nur anging, und lauſchte hinter
der Tür, doch ohne jeden Erfolg.
So kam allmählich der Frühling heran.
XV.
Um dieſe Zeit dampfte die „Ollenhop” wieder einmal
von Singapore auf Kanton zu. Sie hatte ſchwer gegen
den ſteifen Monſun zu kämpfen, machte ſchon ſeit drei
Tagen nicht mehr als ſechs Knoten, rollte ſtark, da die See
vier Strich voraus von Steuerbordſeite kam, und nahm
viel Waſſer über, daß die zahlreichen chineſiſchen Kulis,
die ſie als Paſſagiere an Bord hatte, das Vordeck räumer
mußten, und ſich auf dem Achterdeck in drangvoller Enge
zuſammenpferchten. Die Hälfte war ſeekrank, die andere
Hälfte tröſtete ſich mit der Opiumpfeife.
Habbe Frark, der erſte Steuermann, der für die
Navigation aufzukommen hatte, ſtand im Schwalbenneſt
auf Backbordſeite und ſpuckte alle zehn Minuten über
Bord. Auch im Priemen nahm es ſo leicht keiner mit ihm
auf. Schon ein halbes Jahr ſorgte er treu und
gewiſſen=
haft dafür, daß die „Ollenhop” jede Havarie vermied. Auf
der langen Ausreiſe hatte er auf Martin Focks Befehl hiſ
die alten Karten, die an Bord waren, wieder
gebrauchs=
fähig und zuverläſſig gemacht. Keine Sandbank und kein
unterſeeiſcher Felſen, den die nautiſchen Annalen der letzten
Jahre verzeichnet hatten, war von ihm überſehen worden.
Harro Bruhus, der zweite Steuermann, machte kein Hehl
daraus, daß er dieſe Arbeit für reichlich überflüſſig fand,
doch Habbe Frark ſtörte das weiter nicht. Er tat noch
immer am liebſten den Mund nur beim Eſſen auf und
kommandierte den Rudersmann meiſtens durch
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wackeln.
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tag, den 2. Jull nachm. 4 Uhr: Militärdoppelkonzerte wie
am Sonntag, den 3. Juli. Auf der Schaubühne abends 9 Uhr:
Turnforening Christinia; im Anschluss hieran das
übrige Programm.
Schiessen wie am Sonntag, den 3. Juli. Ab
nstag, den 5. Jull 4 Uhr nachm.: Militärdoppelkonzerte der
Kapellen des Königl. schwed. Dal-Regiments aus Stockholm
und des I. Nass. Pionier-Batts., Kastel. Auf der Schaubühne
abends 5 Uhr: dieselben Vorführungen wie am Montag den 4. Jull.
Schiessen wie am Sonntag, den 3. Juli. Ab
Woch, den 6. Jul 4 Uhr nachm.: Militärdoppelkonzerte der
Kapellen des Königl. schwed. Dal-Rgts. aus Stockholm und
des reit. Jäger-Regts. Nr. 5, Mühlhausen i. Els. Auf der
Schaubühne abends 9 Uhr: dieselben Vorführungen wie am
Mon-
tag, den 4. Juli.
An allen Tagen abends von 9 Uhr ab auf der Schaubühne:
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meldungen zum gemeinſamen Beſuch der Ausſtellung auf dem Verkehrsbüro (Tel. 1582)
zu machen. Die Zeit des Beſuches wird noch mitgeteilt.
(13058do
Der Vorſtand.
Verein für Vogel= und Geflügelzucht, ält. Verein
Montag, den 4. Juli 1910, abends 9 Uhr,
im Vereinslokal Brauerei zur Krone, Schustergasse 18, I,
Monats=Versammlung.
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(13383
Der Vorstand.
Badet in der Luft!
Die Licht-, Luft- und Sonnenbäder des Naturheilvereins
(am Lichtwieſenweg) und der Tennisplatz ſind von morgens 6 Uhr bis zur Dunkelheit
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geöffnet. Zu zahlreichem Beſuche ladet ein
Der Vorstand.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. Juli 1910.
Nummer 153.
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Obſt auf den Tiſch, gegenwärtig Kirſchen, und
als wohlſchmeckende Speiſe dazu gebe man ſtatt
Creme oder Eierſchnee einen Flammeri gekocht mit
Mondamin und Vollmilch.
Dieſes Gericht iſt beliebt und billig, da Kirſchen
nicht teuer, und Mondamin ſehr ausgiebig iſt.
Leſen Sie die Rezepte auf den Mondamin=Paketen.
K12194,58
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 2. Juli. (
Börſen=
wochenbericht.) Nach ſehr bewegten Börſentagen,
beinflußt durch Amerika und große Erekutionen in
Berlin anläßlich des Ultimos, iſt bei Wochenſchluß
wieder weſentliche Beruhigung eingetreten. Die
Meld=
ungen über Maßnahmen der „Interſtate=Kommiſſion”,
wonach nur vorwiegend die hochtariſierten
Güter=
klaſſen betroffen werden, haben die Baiſſe in New=
York zum Stillſtand gebracht. Man ſieht einen
Be=
weis für die Mäßigung dieſer Kommiſſion darin, daß
die Weizenprodukten=Frachten nach Oſten erhöht
wer=
den dürfen, wenngleich die Regierung der Vereinigten
Staaten wohl nur eine Konzeſſion an die Arbeiter
in=
folge der Lebensmittelverteuerung machen will. In
London haben die ſtarken Spekülations=Engagements
bewirkt, daß Geld gefragter war und die ziemlich ſicher
erwartete Diskontermäßigung bei der Bank von
Eng=
land vorerſt unterblieben iſt. Allerdings wurde auch
dieſes Inſtitnt für die Ultimoregulierung ſehr ſtart
in Anſpruch genommen und ſtellte kurzſichtige
Vor=
ſchüſſe bis zu 15 Millionen * dem Platze zur
Verfüg=
ung. Da die Produktenmärkte ebenfalls wieder
billi=
gere Preiſe ſtellten, ſo konnte an den verſchiedenen
Börſen eine beſſere Stimmung Platz greifen. Der
Verkehr war zeitweiſe recht belebt, doch dürfte nach der
Erledigung der Monats=Liquidation, die bei
nach=
gebendem Prolongationsſatz in Deutſchland leicht
von=
ſtatten ging, die bereits begonnene „saison morte‟
wieder größere Geſchäftsſtille bringen. Wie ſchon oben
angedeutet fanden in Berlin bedeutende Exekutionen
ſchwacher Hände ſtatt, nach deren Beendigung die Kurſe
ſich anſehnlich erholten.
Zu den Einzelheiten des Geſchäfts übergehend, iſt
die Feſtigkeit der heimiſchen Staatsfonds
erwähnens=
wert. Die Ernennung Dr. Lentzes zum
Finanzmini=
ſter als Nachfolger Rheinbabens wurde günſtig
auf=
genommen und man knüpfte neue Hoffnungen inbezug
auf eine Beſſerung der deutſchen Renten an ſie
Aus=
ländiſche Staatsfonds ſind im ganzen etwas ſchwächer;
auch die Mexikaniſchen, trotzdem die
Konverſionsver=
handlungen dennoch zeitig zum Abſchluß gelangten
und die Neue Emiſſion in kürzeſter Zeit ſtattfinden
wird. Recht feſt lagen Portugieſen auf die Ernennung
des neuen Miniſteriums.
Am Bahnenmarkt, der durchweg Kurseinbußen
auf=
weiſt, waren beſonders Lombarden gedrückt (bis 20½
Prozent). Die Verſammlung der Lombardiſchen
Prio=
ritäre in Wien hat eher verſtimmend gewirkt. Ham=
inite Breteun etehter et en
lagen gleichfalls Kursrückgängen. Bankaktien ſind
nach anfänglicher größerer Ermattung wieder kräftig
erholt. Am intenſipſten matt geſtimmt war der
Mon=
tanmarkt, woſelbſt viel Material offeriert wurde und
die entſtandene Bewegung noch viele
Angſtver=
käufe zeitigte. Später befeſtigten indes die beſſer
klingenden Berichte vom amerikaniſchen Eiſen= und
Stahlmarkt, ſowie die öſterreichiſche Montanhauſſe eine
Folge des zuſtandegekommenen öſterreichiſchen
Eiſen=
kartells. Kolonialwerte verkehrten ſtark ſchwankend,
beſonders Otavianteile, da die Beſtätigung niedrigerer
Dividenden ſeitens der Verwaltung deprimierte. Otavi
notieren zuletzt 144 Prozent (das heißt 216 Prozent
minus 80 Prozent plus 5 Prozent Stückzinſen für 1½
Jahr). Kolonialanteile für Südweſtafrika 14.10,
South=
weſt 187.50. Der Kaſſainduſtriemarkt weiſt ebenfalls
mehr oder minder Einbußen auf, wenn auch bei
Wo=
chenſchluß wieder einzelne Meinungskäufe
Preiserhöh=
ungen brachten. Holzverkohlung ſchließen 221¾, Kleyer
410, Kunſtſeide 167, Schuckert 160, Illinger
Mühlen=
werke 126.25. Einen weſentlichen Rückgang erlitten
Schöfferhof bis 91¼, Neue Photographiſche Geſellſchaft,
bis 71.00, Fahrzeug Eiſenach, bis 126. Recht feſt waren
hingegen Höchſter Farbwerke (484), Mönus (358.70) und
Chemiſche Albert (482½).
Von Loſen notieren: Augsburger 38.90,
Braun=
ſchweiger 209.00, Finnländer 190.00, Freiburger 57.25,
Genua 225.90, Meininger 38.60, Pappenheimer 72.25,
Mailänder 45 Fr.=L. 145.00, Mailänder 10 Fr.=L. 33.00,
Türkiſche 183.40, Venediger 40.10 in Reichsmark;
Un=
gariſche 386.00, Gothaer Prämie I 139.90, Gothaer
Prä=
mie II 115.40, Donauregulierung 152.00, Madrider
78.40, in Prozent; ferner ſchließen: 4proz. bis 1918
un=
kündb. Reichs. 102.00, 3½proz. Reichs. 92.90, 3proz.
Reichs. 84.80, 4proz. Heſſen von 1899 100.50, 4proz.
Heſſen von 1906 100.30, 4proz. Heſſen von 1908 101.40,
4proz. Heſſen von 1909 101.40, 3½proz. Heſſen 91.50.
3proz. Heſſen 80.70, 4proz. Darmſtädter 101.10, 3½proz.
Darmſtädter 91.40, Darmſtädter Bank 130.00,
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deutſche Eiſenbahngeſellſchaft 122.50, 4proz. Heſſiſche
Landes=Hyp.=Pfdbr. (Serie 18—20) 101.60 G, 3½proz.
Heſſ. Landes=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11) 92.40 G, 4proz,
Kom.=Pfdbr. (Serie 10—12) 101.40 G, 3½proz. Kom.=
Pfdbr. (Serie 1—3) 92.80 G. 3½proz. Kom.=Pfdbr. (S. 4)
92.40 G, Baltimore and Ohio —.—, 4½proz. Ruſſen
100.10, 4proz. Ruſſen 1902er 92.20, 3/proz. Ruſſen
88.50, 3½proz. Ruſſen 85.00 G, 3proz. Ruſſen 76.80, 4
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proz. Japaner 97.50, 4proz. Japaner 98.50 B:
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zwar womöglich nicht allein, ſondern mit der Gattin.
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