Darmstädter Tagblatt 1910


30. Juni 1910

[  ][ ]

Abonnementspreis
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk., aus=
wärts
nehmen die Poſtämter u. die Agen=
turen
Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
ſchriebenen
Tagenwirdnicht übernommen.

173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.

Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. Bez
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden,
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

X 150.

Donnerstag, den 30. Jnni.

1910.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Der neueſte Perſonenwechſel in den hohen Reichs=
und preußiſchen Staatsämtern.
Ende, als kürzlich zwei Säulen des preußiſchen Mini=
ſteriums
geknickt wurden, es ſollte noch beſſer kommen.
Daß Herr v. Schön ſich nach einem Botſchafterpoſten zu=
rückſehnte
und daß dieſer Wunſch bald Erfüllung finden
würde, war kein Geheimnis, aber daß mit Herrn v. Schön
auch Frhr. v. Rheinbaben, der preußiſche Finanzminiſter,
zurücktreten würde, das ahnte niemand, und die Amts=
niederlegung
dieſes Mannes, der in Preußen und im
Reiche einen großen Einfluß ausübte, der ſich insbeſon=
dere
auch bei der letzten Reichsfinanzreform geltend
machte und vielleicht nicht wenig dazu beitrug, daß die
Steuervorſchläge der Reichsfinanzkommiſſion von der Re=
gierung
ſkrupellos akzeptiert wurden, gibt dem neuen Per=
ſonenwechſel
erſt die rechte Bedeutung.
Allgemein herrſchte die Anſicht vor, daß Frhr. von
Rheinbaben, der im vorigen Jahre ſein zehnjähriges Mi=
niſterjubiläum
beging und zuerſt das Reſſort des Innern,
ſodann dasjenige der Finanzen leitete, zu noch Höherem
berufen ſei, und man wollte wiſſen, daß ſich ſeiner eine
große Enttäuſchung bemächtigt habe, als im vorigen
Sommer nicht er ſondern Herr von Bethmann Hollweg=
Nachfolger des Fürſten Bülow wurde. Es iſt noch in
friſcher Erinnerung, daß ſchon die Möglichkeit, Frhr. von
Rheinbäben am Steuer des Reiches zu ſehen, von einem
großen Teil der öffentlichen Meinung ungünſtig beurteilt
wurde, denn der nun geweſene Miniſter hat unter den
Politikern viele Gegner, die in ihm den Inbegriff eng=
herziger
Bureaukratie und reaktionärer Anſchauungen
ſahen. Daß er den Konſervativen immer die Stange ge=
halten
und ihren Einfluß auf die Regierung gefördert
hat, kann kaum bezweifelt werden, und deshalb war Frhr.
v. Rheinbaben denn auch immer der Liebling der äußer=
ſten
Rechten. Dieſes gute Verhältnis hat jedenfalls
nicht wenig zu den unerquicklichen innerpolitiſchen Zu=
ſtänden
im Reich und in Preußen beigetragen, weil es jene
Partei in ihren Anſprüchen beſtärkte.
Was Frhrn. v. Rheinbaben veranlaßt hat, jetzt ſchon
zurückzutreten? Man will wiſſen, daß er befürchtete, auch
ganz urplötzlich abgeſägt zu werden gleich den Herren
v. Moltke und v. Arnim. Noch ſo große Erfolge ſind be=
kanntlich
keine Gewähr gegen Ueberraſchungen, was ſogar
unſer größter Staatsmann Bismarck erleben mußte. Und
deſſen Verdienſten reichen diejenigen Rheinbabens doch
nicht das Waſſer, wenn auch zugegeben werden ſoll, daß
er eine hervorragende Kraft war und für die preußiſchen
Finanzen viel geleiſtet hat. Aber an dieſe Leiſtungen
wagte ſich doch in letzter Zeit die Kritik heran, und wenn
Herr v. Rheinbaben gegenüber den Angriffen des Herrn
Gwinner im Herrenhauſe auch einige freiwillige Vertei=
diger
fand, ſo hat doch dieſer Vorgang ſeinen Eindruck
nicht verfehlt und an der Unfehlbarkeit des Rheinbaben=
ſchen
Finanzgenies gerüttelt. Da mag er es denn für das
beſte gehalten haben, ſich die Anwartſchaft auf das rhei=
niſche
Oberpräſidium zu ſichern.
Wie ſchon geſagt, ſehnte ſich Herr v. Schön ſchon
lange fort aus dem Auswärtigen Amte. Er hat anſchei=
nend
nur den Rücktritt unſeres Pariſer Botſchafters, des
Fürſten Radolin, abgewartet, um der Sorgen, die das
Staatsſekretariat mit ſich bringt, los und ledig zu werden.
Auch Herr v. Schön iſt viel angegriffen und mehrfach mit
Vorwürfen bedacht worden, als nähme er die Intereſſen
Deutſcher im Auslande nicht gehörig wahr, aber im allge=
meinen
kann man doch mit ſeiner Leitung der auswär=
tigen
Beziehungen zufrieden ſein. Unſer Verhältnis zum
Auslande iſt heute ein recht erfreuliches, und daran hat
ſicherlich auch Herr v. Schön ſeinen Anteil.
Von den neuen Männern ſei zuerſt Herr von Kiderlen=
Wächter genannt, der ſchon lange den Ruf eines unſerer
gewiegteſten Diplomaten genießt und im November vori=
gen
Jahres ſtellvertretungsweiſe einige Wochen das Aus=
wärtige
Amt leitete. Er iſt eine bekannte Perſönlichkeit
und galt als persona grata beim Kaiſer. Weit weniger iſt
der neue Finanzminiſter Lentze in der Oeffentlichkeit her=
vorgetreten
. Wohl hat er oft im Herrenhauſe ſeine Stimme
erſchallen laſſen, aber daraus laſſen ſich auf ſeine künftige
Tätigkeit noch keine ſicheren Schlüſſe ziehen.

Zu den Veränderungen in den hohen Staatsämtern
f bringen die Berliner Blätter lange Kommentare, obwohl
dieſe hinſichtlich der Wahl des Nachfolgers des Frhrn.
v. Rheinbaben meiſt noch im Dunkeln tappen. Während
die Urteile über den bisherigen Finanzminiſter je nach
dem Parteiſtandpunkt auseinandergehen, iſt man ſich hin=
ſichtlich
des Herrn v. Schön völlig einig, daß ſein Scheiden
keine Lücke läßt. Er habe zwar guten Willen gezeigt, ſich
** Die Zeit der Ueberraſchungen war noch nicht zu aber vielfach zu ſchwach erwieſen. Namentlich wird ſein
Verhalten in der Mannesmann=Affäre einer ſcharfen Kri=
tik
unterzogen.
Der Berliner Korreſpondent der Frankf. Zeitung, der
ſich über den Miniſterwechſel gut unterrichtet gezeigt hat,
ſchreibt: Wer den inneren urſächlichen Zuſam=
menhang
der Vorgänge ſich anſieht, wird über
dieſe Wechſel ruhiger denken. Vor knapp einem Jahre
iſt der Kanzler und Miniſterpräſident geſtürzt, der mit
der ſogenannten Blockpolitik den erſten Verſuch in Preu=
ßen
=Deutſchland gemacht hatte, ſich auf eine durch Ausglei=
chung
liberaler und konſervativer Anſchauungen zu gewin=
nende
parlamentariſche Mehrheit zu ſtützen. Es ſind beim
Rücktritte Bülows keine neuen Männer in die Regie=
rung
berufen worden, nur eine Verſchiebung unter den
ſchon im Amte befindlichen hat ſtattgefunden. Das erſte
Jahr der Amtsführung des Reichskanzlers und Miniſter=
präſidenten
v. Bethmann Hollweg hat in der in=
neren
Politik und in beiden Parlamenten in der Haupt=
ſache
Enttäuſchungen und Mißerfolge gebracht. Der
Reichskanzler nud Miniſterpräſident denkt nicht an Rück=
tritt
. Er will mit einer Pflichttreue, die man angeſichts
der ſchwierigen Verhältniſſe anerkennen muß, ſelbſt wenn
man über ihre ſchließlichen Erfolge ſkeptiſch denkt, die
Staats= und Reichsgeſchäfte weiterführen; er, der äußerlich
zuweilen den Eindruck eines Dulders macht, hofft offen=
bar
, ſich noch durchzuſetzen. Er genießt, das zeigen gerade
die letzten Vorgänge, das volle Vertrauen des Kaiſers=
Da iſt es begreiflich und natürlich, daß er ſich nun nach
einem ergebnisloſen erſten Jahre Mitarbeiter ausſucht
von denen er ſich eine wirkſame Unterſtützung verſpricht,
und es iſt ebenſo begreiflich, daß einige bisher im Amt
befindliche Stagtsmänner, weil ihnen aus Gründen, die
verſchieden ſein können, die Situation und die Entwick=
lung
der Dinge nicht zuſagt, aus eigenem Entſchluß oder
doch ohne Aufforderung ſich zurückziehen. So erklärt ſich
die Entlaſſung des Herrn v. Moltke und des Herrn
v. Arnim und die Verſetzung des Frhrn. v. Schön auf
den Pariſer Botſchafterpoſten, und ſo erklärt ſich der in
ſeinen Motiven ungewöhnlich deutlich, für die große
Huld, die ihm der Kaiſer noch beim Abſchied bewieſen
hat, nach den bei uns gewohnten Maßſtäben vielleicht zu
deutlich affichierte Rücktritt des Herrn Dernburg und
auch der des Frhrn. v. Rheinbaben. Die Entlaſſung
von Kanzlern, Miniſtern und Staatsſekretären gehört nach
unſeren jetzt ſchon ſehr langen Erfahrungen zu den ſchwie=
rigſten
Kapiteln zeitgenöſſiſcher Geſchichtsſchreibung. Die
ganze Wahrheit kennen nur wenige und die ſagen ſie nicht
ganz aus mancherlei Rückſichten. Es wird faſt nie klar
genug zwiſchen der letzten Veranlaſſung und den eigent=
lichen
Gründen unterſchieden, die die Beteiligten für ſich
behalten, weil es innere Vorgänge des eigenen Erlebens
ſind. Erſt ſpätere Zeiten und Memoiren bringen die
ganze Wahrheit an den Tag, und dann iſt ſie oft auch nicht
ganz, ſondern ſubjektiv gefärbt. Wir glauben aber mit
den ohen gemachten Bemerkungen die urſächlichen Zuſam=
menhänge
der in der letzten Zeit erfolgten Veränderungen
rechtzeitig gekennzeichnet zu haben.
Die Poſt ſchreibt von Herrn von Rheinbaben, er ſei
zwar ein begabter Schüler Miquels geweſen. Das habe
ſich aber nur auf ſeine Eigenſchaft als Finanzminiſter
bezogen, nicht auf die allgemeine politiſche Befähigung
derr v. Schön habe es an Feſtigkeit fehlen laſſen. Die
Deutſche Tageszeitung hebt beſonders hervor, daß der
Rücktritt Rheinbabens, dem ſie hohe Anerkennung zollt,
keine politiſchen Gründe habe. Indeſſen ſei eine andere
Frage, ob dieſer Miniſterwechſel nicht doch gewiſſe poli=
tiſche
Folgen haben werde. Auch mit Herrn v. Schöns
auswärtiger Politik war das Blatt einverſtanden. Die
Nationalzeitung ſchreibt: So glücklich Herr v. Rheinbaben
in den erſten Jahren ſeiner Wirkſamkeit im Finanzmini=
ſterium
war, ſo wenig befriedigend waren die letzten Zei=
ten
ſeiner ſinanzpolitiſchen Tätigkeit. Die Wahl des
Herrn v. Kiderlen bezeichnet das Blatt als überaus glück=
lich
. Die Berliner Neueſten Nachrichten bedauern, daß der
hochbefähigte Miniſter v. Rheinbaben aus dem von Talen=
ten
nicht gerade überſchütteten Miniſterium ſcheidet. Das
Blatt glaubt nicht, daß das Deutſche Reich und Preußen
die Regierungskunſt des Herrn von Bethmann Hollweg
noch lange ohne weitgehende ſichtbare Krankheitserſcheinun=
gen
aushalten werde. Die Tägliche Rundſchau meint,
man könne das jetzige Ausſcheiden v. Rheinbabens aus
dem Finanzminiſterium in einen gewiſſen Zuſammenhang
mit ſeiner Rolle als kommender Mann und Kanzler= Kan=
didat
bringen. Nach dem genannten Blatt ſteht auch
der Rücktritt des Handelsminiſters Sydow zu erwarten.
Die Germania ſchreibt: Frhr. v. Rheinbaben verfolgte
jedenfalls ſeinen Weg. Es iſt ſehr unwahrſcheinlich, daß
ſein Nachfolger andere Wege einſchlagen wird. Daſ. die
Rheinprovinz keinen katholiſchen Oberpräſidenten wieder
erhält, bedauern wir. Die Voſſiſche Zeitung ſagt: Herr
v. Rheinbaben wird, das muß auch die bürgerliche Linke
zugeben, ein ausgezeichneter Oberpräſident ſein. Er iſt in
Koblenz beſſer am Platze, als in Berlin. Als Miniſter
war er niemals erſten Ranges. Er war kein Mann großer
Ideen, kein Reformator. Herr v. Schön wird keine beſon=
deren
Bewunderer und keine beſonderen Feinde zurück=

laſſen. In ähnlicher Weiſe äußert ſich das Berliner
Tageblatt über den Rücktritt des Frhrn. v. Rheinbaben.
Die Kölniſche Zeitung ſchreibt: Es iſt aber immerhin
bemerkenswert, daß unter Herrn von Bethmann Hollweg
ein Mann das wichtige Portefeuille des Finanzminiſters
übernehmen wird, der nicht ohne weiteres als konſervativ
anzuſprechen iſt und von dem abzuwarten bleibt, ob er
ſich von dem Strom der preußiſchen Regierungspolitik
treiben laſſen will. Deutlicher als bisher tritt jedenfalls
der löbliche Plan des Kanzlers aus den Umriſſen heraus,
ein aus Fachminiſtern beſtehendes Staatsminiſterium zu
bilden, das über den Parteien ſtehen ſoll. Herr Lentze
bringt jedenfalls Eigenſchaften mit, die ihn für den neuen
Poſten beſonders geeignet machen.
Zahlreiche Pariſer Morgenblätter beſprechen den
Wechſel in der Pariſer deutſchen Botſchaft und
heben in ſehr ſympathiſcher Weiſe die Tätigkeit des Für=
ſten
Radolin hervor und widmen ſeinem Nachfolger, dem
Staatsſekretär Frhrn. v. Schön, freundliche Begrüßungs=
worte
. In der Ernennung des Herrn von Kiderlen= Wäch=
ter
zum Staatsſekretär des Aeußern erblicken die Blätter
einen Beweis dafür, daß die deutſche Regierung die Po=
litik
der Detente gegenüber Frankreich fortſetzen wolle.
Der Temps gedenkt mit warmen Worten der Wirkſamkeit
des Fürſten Radolin und deſſen Bemühungen um die Bei=
ſerung
der deutſch=franzöſiſchen Beziehungen. Frhr. von
Schön, ſo heißt es ſodann in dem Artikel, wird in Paris
das gute Angedenken wieder finden, das er hier zurück=
gelaſſen
hat. Er hat als Staatsſekretär zu der deutſch=
franzöſiſchen
Detente beigetragen und er wird hier Dank
ſeiner verſöhnlichen Tätigkeit ſowie des glücklichen Ein=
fluſſes
des Fürſten Radolin eine klare Lage ſowie die
Möglichkeit zu neuen Verſtändigungen vorfinden. Frhr.
v. Schön kommt unter erfreulichen Anzeichen nach Paris
und alles berechtigt zu der Hoffnung, daß dieſer Zuſtand
der Dinge ſich noch weiter beſſern werde.

Die Rheiniſch=Weſtfäliſche Städtebahn.
* In der am Dienstag in Eſſen abgehaltenen Sitzung
der kommunalen Vereinigung für den Bau einer Rhei=
niſch
=Weſtfäliſchen Städtebahn, in der ſämt=
liche
Stadt= und Landkreiſe, die ſich an den bisherigen
Projektkoſten beteiligt haben, vertreten waren, berichtete
der Vorſitzende, Oberbürgermeiſter Holle=Eſſen, über den
Verlauf der Verhandlungen. Regierungs= und Stadtbau=
rat
Karſch erläuterte das von ihm aufgeſtellte Projekt, ins=
beſondere
auch die Koſtenfrage und die Rentabilität. Nach
eingehender Beratung wurde beſchloſſen, von dem ur=
ſprünglichen
Projekt der Erbauung einer Schnellbahn mit
120 Kilometer Geſchwindigkeit abzuſehen, dagegen eine
beſchleunigte Perſonenbahn auf eigenem
Bahnkörper nach dem Projekt des Regierungs= und Bau=
rats
Karſch zu erbauen und die Konzeſſion für die betei=
ligten
Stadt= und Landkreiſe nachzuſuchen. Die Bahn ſoll
den Typ der Berliner Hoch= und Untergrundbahn erhal=
ten
, Wagen zweiter und dritter Klaſſe führen, mit ſtarrem
Fahrplan und Zugfolge in Zeitabſtänden von zehn Mi=
nuten
. Die Reiſegeſchwindigkeit ſoll etwa 60 Kilometer
betragen. Es ſind 31 Stationen vorgeſehen. Die Verei=
nigung
iſt der Meinung, daß durch das neue Projekt die
Bedenken des Miniſters beſeitigt worden ſind. Mit der
Ausarbeitung des Antrages und ſeiner Vertretung bei
dem Miniſter wird der Tätigkeitsausſchuß beauftragt. Die
Koſten der Bahn belaufen ſich auf etwa 100 Millio=
nen
Mark, die je zur Hälfte durch Obligationen und
Aktien aufgebracht werden ſollen. Die Vereinigung iſt der
Anſicht, daß die Rentabilität der Bahn zur Genüge ge=
ſichert
iſt, da bereits vom ſiebten Betriebsjahre ab mit
einer vierprozentigen Verzinſung des Aktienkapitals ge=
rechnet
werden darf.
Die Lage der Türkei.
* Die Seſſion des türkiſchen Parlaments
wurde am Dienstag geſchloſſen. In der Kammer hielt
der Großweſir ein längeres Expoſé über die äußere
und innere Lage, ſowie über die Tätigkeit
der Regierung. Er hob zunächſt hervor, daß die
politiſche Lage ſich ſehr gebeſſert habe. Vor ſechs
Monaten ſei die Haltung Europas gegenüber der Türkei
noch ſchwankend geweſen; man habe von einem Balkan=
bund
gegen die Türkei geſprochen; doch der Beſuch des
Königs der Bulgaren und des Königs von Serhien habe
die öffentliche Meinung Europas über die Lage auf dem
Balkan beruhigt. Der Großweſir kündigte Verhand=
lungen
mit Bulgarien an wegen Abſchluſſes von
Verträgen betreffend Handel, Untertänigkeit, Beſitzrecht
und Grenzangelegenheit, ſowie wegen destürkiſch= ſer=
biſchen
Handelsvertrages. Dieſe Verträge wer=
den
dem Parlament in der nächſten Seſſion unterbreitet
werden. Der Redner erinnerte dann an alle Phaſen der

[ ][  ][ ]

Nummer 150.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

Seite 2.
Kretafrage ſeit einem Jahre; er legte die ſeitens der
Türkei bei den vier Schutzmächten unternommenen Schritte
dar und betonte, daß die Türkei bei den Mächten eine
freundſchaftliche Haltung vorgefunden habe und dafür
danken müſſe. Er glaube, daß der Status quo auf Kreta
vor Wiedereinführung der Verfaſſung für die Türkei nach=
teilig
ſei und daß die Sympathien bei Griechenland waren.
Seit einem Jahre hätten die Mächte ihre Haltung geän=
dert
; ſie ergriffen Maßnahmen, um die Rechte der Türkei
zu wahren. Frankreich habe ſeine Freundſchaft offen ge=
zeigt
, ebenſo England. Der Redner wies dann mit Nach=
druck
auf die Rede des italieniſchen Miniſters des Aeußern
hin. Heute beſtehe keine Gefahr mehr, daß die Rechte der
Türkei verletzt würden, und dieſer Erfolg ſei der Konſti=
tution
zu verdanken. Hierauf analyſierte der Großweſir
die letzte Note der Schutzmächte und hob hervor, daß die
Mitwirkung Oeſterreich=Ungarns und Deutſchlands für
die Türkei vorteilhaft wäre, da dieſe beiden Staaten der
Türkei günſtig geſinnt ſeien. Die öffentliche Meinung in
der Türkei müſſe ſich jetzt beruhigen. Mit bewegten Wor=
ten
gedachte der Großweſir dann des Ablebens des =
nigs
Eduard und wies auf die Reiſe des türkiſchen
Thronfolgers hin, die der Türkei großen Nutzen gebracht
habe. Bezüglich der inneren Lage erklärte der Mi=
niſter
, daß die Verhältniſſe in Koſſovo und im Yemen, wo
man mit der Einführung von Reformen begonnen habe,

befriedigend ſeien.

* Mit dem 2. Hefte des Bandes 213 der Statiſtik des
Deutſchen Reiches wird die Abteilung I des Quellenwerks
der gewerblichen Betriebsſtatiſtik vom
Jahre 1907 abgeſchloſſen. Nach der ſozialen Stellung
im Betriebe ſind von den 14,4 Millionen gewerbtätiger
Perſonen 3,1 Millionen Betriebsleiter. Von etwa 1 Mil=
lion
Angeſtellten gehören 670000 zum Verwaltungs= und
Kontorperſonal und 367000 zum techniſchen Betriebs= und
Aufſichtsperſonal. Die eigentlichen Arbeiter und Gehilfen
zählen 9,36 Millionen; dazu treten noch nahezu 1 Million
(935 246) im Betriebe ihres Verwandten mithelfende Fa=
milienangehörige
. Gegenüber der Zählung im Jahre 1895
haben die Lohnarbeiter eine Zunahme um 2,8 Millionen
oder 44 v. H. erfahren; den mithelfenden Familienange=
hörigen
wie den Angeſtellten insgeſamt ſind je über eine
halbe Million Perſonen mehr zugeſtrömt. Hier zeigt ſich
ein verhältnismäßig weit raſcheres Wachstum als bei den
Arbeitern, da es ſich auf 135 bezw. 122 v. H. der Grund=
zahl
bei der vorigen Gewerbezählung ſtellt. Die Zunahme
der Betriebsleiter von Betrieben, die mit Gehilfen oder
Motoren arbeiten, iſt über Erwarten hoch, ſie beträgt
400000 oder nahezu ein Drittel der Zahl im Jahre 1895.
Abgenommen hat dagegen wieder wie damals die Zahl
der Inhaber der Zwergbetriebe; ebenſo die Zahl der
allein und ohne Motorenbenutzung arbeitenden Inhaber
der Alleinbetriebe im ſtatiſtiſchen Sinne.
Nach dem endgültigen amtlichen Wahlergebnis
wurden bei der Reichstagsſtichwahl in Friedberg=
Büdingen am 24. Juni im ganzen 20957 Stimmen
abgegeben. Davon erhielten Buſold (Soz.) 11543 und
v. Helmolt (B. d. L.) 9414 Stimmen. Buſold iſt gewählt.
Der Entwurf des Schiffahrtsabgaben=
geſetzes
befaßt ſich nur mit den Stromgebieten des

Helgoland zwanzig Jahre deutſch!

Das Ende der Helgoländer Privilegien.
nge. Am 1. Juli 1890 wurde von den Bevoll=
mächtigten
der deutſchen und der britiſchen Regierung
der Vertrag unterzeichnet, durch den Helgoland an das
Deutſche Reich kam. Und wenige Wochen ſpäter wurde,
in Gegenwart des deutſchen Kaiſers, die ſchwarz= weiß=
rote
Flagge des Reiches auf Helgoland feierlich gehißt.
Damit war endlich die Zugehörigkeit des Felſen=
eilandes
zu derjenigen Nation geſichert, auf die von
jeher ihre natürliche Lage und der Charakter ſeiner
Bevölkerung hinwies. Dennoch mußten noch zwanzig
Jahre bis zu dem jetzt, am 1. Juli 1910, eintreten=
den
Zeitpunkt vergehen, da auch die letzten Abweich=
Ungen ausgelöſcht werden ſollen, durch welche ſich der
Helgoländer bislang noch von den übrigen deutſchen
Reichsangehörigen unterſchied. Denn wenngleich die
deutſchen Reichs= und preußiſchen Landesgeſetze in der
Hauptſache auf der Inſel mit deren Einverleibung in
Kraft traten, ſo geſtand man der Bevölkerung für eine
Uebergangsfriſt von zwei Jahrzehnten einige bemer=
kenswerte
Vorrechte zu, durch welche ſie einerſeits zoll=
wirtſchaftlich
entlaſtet, andererſeits von der allge=
meinen
Heeresdienſtpflicht befreit blieben.
Zehn Jahre früher als dieſe am 1. Juli des lau=
fenden
Jahres erlöſchenden Privilegien hat bereits
eine einzigartige Einrichtung auf kirchlichem Gebiete
ihr Ende gefunden, die der Inſel in den Augen der
Liebe einen Reiz von beſonderer Romantik verlieh,
aber dem Fremden mehr zugute kam als dem eingeſeſ=
ſenen
Inſulaner ſelber. Das war die Helgolän=
der
Eheſchließung, die manch liebendes Pärchen
veranlaßt hat, heimlich der meerumbrandeten Nord=
ſeeinſel
zuzuſteuern, wo brennende Menſchenherzen
ohne ſonderliche Schwierigkeiten das geſetzliche Mittel
fanden, die Glut ihrer Leidenſchaft unter dem Segen
der Kirche zuſammenſchlagen zu laſſen. Die Helgo=
länder
Fremdentrauungen verdanken ihre Entſtehung
der engliſchen Herrſchaft des 19. Jahrhunderts, unter
welcher die kirchliche Gemeinſchaft der Aufſicht des ihr
bis dahin durch die ſchleswig=holſteiniſche Kirchenord=
nung
geſetzten Oberhirten entſchlüpfte, ohne ſich bei
den Briten einer ähnlichen Kontrolle unterſtellt zu
ſehen. Selbſtherrlich, wie ſie ſich infolgedeſſen ent=
wickeln
durfte, nahm ſie es allmählich ſelbſt mit dem
Zwang dogmatiſchen Bekenntniſſes nicht mehr allzu ge=
nau
. Die Verlobten hatten nur nachzuweiſen, daß ma=
terielle
Ehehinderniſſe nicht vorlagen, um dann vor
dem Polizeigericht ihre Zugehörigkeit zur Kirche, ihren
bis dahin ledigen und auch durch kein anderweitiges
Eheverſprechen gebundenen Perſonenſtand zu be=
ſchwören
. War das geſchehen, ſo gab der Gouverneur

Rheins, der Elbe und der Weſer, für die als ge=
meinſame
Ströme mehrerer Bundesſtaaten die Reichs=
geſetzgebung
zuſtändig iſt. Die Oder als rein preußiſcher
Strom fällt nicht unter dieſes Geſetz. Jedoch liegt, wie die
Schleſ. Ztg. hört, eine große Wahrſcheinlichkeit dafür vor,
daß auch für die Oder, ſoweit ſie nicht ſchon jetzt den
Schiffahrtsabgaben unterliegt, die Sätze der Befahrungs=
abgaben
des neuen Reichsgeſetzes maßgebend ſein werden.
Von unterrichteter Seite wird unter der Ueber=
ſchrift
Friede im Baugewerbe mitgeteilt: Der
Dresdener Schiedsſpruch hat die Streitigkeiten für ſämt=
liche
Städte und Orte des Deutſchen Reiches, mit Aus=
nahme
von wenigen Städten, wie Leipzig, Solingen,
Hagen i. W., beigelegt. Gegenüber den vielen tauſenden
Orten, in denen der Friede vollkommen hergeſtellt iſt, ſind
dieſe Ausnahmen ohne weſentliche Bedeutung, zumal in
einigen dieſer Orte nur eine der beteiligten Organiſatio=
nen
, z. B. die der Zimmerer, die Arbeit noch nicht aufge=
nommen
hat. Die chriſtlichen Bauarbeiter nahmen getreu
dem Schiedsſpruch überall ſofort die Arbeit auf. Bei dieſer
Sachlage kann von einer Gefährdung des geſamten Frie=
denswerkes
keine Rede ſein. Derartige Störungen pflegen
in der Praxis die natürliche Begleiterſcheinung aller gro=
ßen
Ausſperrungen und Streiks zu ſein und ſind bei der
Bauarbeiterausſperrung, die alle bisherigen derartigen
Bewegungen an Umfang und Bedeutung übertroffen hat,
für jeden Kundigen erſt recht verſtändlich. Wie aus Ham=
burg
und Leipzig berichtet wird, hat auf Veranlaſſung
des Reichsamts des Innern geſtern nachmittag im Reichs=
amt
des Innern unter Vorſitz des Geheimrats Dr. Wied=
feldt
und des Gewerbegerichtsdirektors Prenner aus Mün=
chen
eine Beſprechung mit ſämtlichen Zentralvorſtänden
über die Beilegung der noch ſchwebenden Differenzen ſtatt=
gefunden
.
Im Landesausſchuß für Elſaß= Loth=
ringen
wurde das Geſetz wegen Erhebung der Wert=
erhebungsbeiträge
zurückgeſtellt bis zur Regelung des Ge=
ſetzes
über die Wertzuwachsſteuer durch den Reichstag.
Das Geſetz über den Schutz des Ortsbildes wurde in zwei=
ter
und dritter Leſung definitiv angenommen. Eine Aen=
derung
des Geſetzes betreffend den Geſchäftsbetrieb der
öffentlichen Vorſchußkaſſen wurde bis zum nächſten Jahre
hinausgeſchoben, da die Regierung vorerſt eine Denk=
ſchrift
darüber vorlegen ſoll. Dagegen wurde ein Geſetz=
in
erſter, zweiter und dritter Leſung angenommen, das
die Befreiung der Vorſchußkaſſen von der Verkehrsſteuer
bei Zeſſionsankäufen aufhebt. Im übrigen wurden Pe=
titionen
nach den Beſchlüſſen der Kommiſſionen und ebenſo
die Berichte dieſer erledigt.
Ausland.
Die franzöſiſche Kammer beendete die Beratung der
Interpellationen über die allgemeine Poli=
tik
. Präſident Briſſon teilte darauf mit, daß mehrere
Tagesordnungen eingegangen ſeien. Miniſterpräſident
Briand erklärte, die Regierung nehme nur die von André
Heſſe eingebrachte Tagesordnung an, in der es heißt:
Die Kammer, treu der traditionellen Politik der republika=
niſchen
Partei, billigt die Erklärungen der Regierung und
hat das Vertrauen zu ihr, daß ſie das Werk der drei letz=
ten
Legislaturperioden fortſetzen wird. Berteaux ſprach
hierauf ſein Bedauern darüber aus, daß der Miniſterprä=
ſident
nicht die von ihm im Namen der beiden bedeutend=

ohne Umſtände ſeine Genehmigung zur Trauung, und
es bedurfte für die Liebesleute nur noch der Erlegung
einer Gebühr von allerdings einigen hundert Mark.
Bis zum Jahre 1900 behielt die Helgoländer Ehe=
ſchließung
auch unter deutſcher Herrſchaft noch Beſtand
und Reiz; dann war es damit vorbei, und heute ſorgt
die kirchenbehörliche Aufſicht dafür, daß der Weg zu
Standesamt und Altar auf der Inſel nicht kürzer noch
weniger dornig iſt als in anderen deutſchen Landen.
Uebrigens darf man annehmen, daß der vor zehn
Jahren über die Kirchenkaſſe verhängte Einnahme=
ausfall
den Helgoländern weniger Kopfſchmerzen be=
reitet
als die Aufhebung gewiſſer Zoll= und
Steuerprivilegien; umſomehr, als ſie ſich in
den 80 Jahren engliſcher Herrſchaft jeglicher Abgabe=
verpflichtungen
gegenüber einer landesherrlichen
Obrigkeit entwöhnt hatten. Unter den Gottorper Her=
zögen
freilich und ihren däniſchen Rechtsnachfolgern
war den Inſulanern, wie Dr. Ernſt von Moeller in
ſeiner Rechtsgeſchichte der Inſel Helgoland ausführ=
lich
dargetan hat, die ſtaatliche Steuerſchraube kein un=
bekanntes
Marterinſtrument. Denn da gab es zunächſt
neben der ſogenannten Schatzung die jedoch weniger
nach genauer Einſchätzung als nach alter Gewohnheit
erhoben wurde, die Akziſe auf den böſen Alkohol, dem
die feuchten Inſulaner ſo wenig abhold waren, daß die
Dänen, in der mehr löblichen als erreichten Abſicht,
das unmäßige Saufen einzuſchränken, ſich veranlaßt
ſahen, dieſen Einfuhrzoll zu erhöhen, bis er an die 900
bis 1000 Mark jährlich einbrachte. Dazu kam eine Ab=
gabe
von 10 Prozenk auf die Einnahmen aus dem
Lotſengewerbe, deſſen Geſchichte ein eigenes Kapitel
füllen würde und tatſächlich ſchon Gegenſtand eingehen=
der
Sozialſtndien geworden iſt; ferner die zwiefache
Beſteuerung der Hummerfiſcherei, aus deren Ertrag
einmal der Hummerzoll von 12 Schillingen für je 100
Stück an die Steuerkaſſe, andererſeits von jeder Gal=
liote
, deren es um 1700 achtzehn auf Helgoland gab, 5
Hummer jährlich die ſogenannten Herrenhummer
an die landesherrliche Küche abzuliefern waren.
Ebendahin wanderten aus dem Erträgnis der
Schnepfenjagd jährlich 210 Exemplare dieſes delikaten
Vogels, nämlich einer von jedem Helgoländer Haus;
und zu dem allen kam als eine der wichtigſten Steuern
(von Strafgeldern, Zuſchüſſen zu Beamtengehältern
uſw. gar nicht zu reden) die Abgabe aus dem Ertrag
der Strandgüter, von dem die Obrigkeit bis zum Er=
laß
der Strandordnung von 1803 ein Viertel, ja bis
zur Hälfte für ſich verlangte. So bedeutete denn auch
die Einführung des engliſchen Regimes eine weſent=
liche
Erleichterung für die Bevölkerung Helgolands,
die als britiſche Kolonie keinerlei Abgaben an das
Mutterland zu zahlen hatte, ſondern das ausſchließ=
liche
Recht der Selbſtbeſteuerung zur Unterhaltung der

ſten Gruppen des Hauſes vorgelegte Tagesordnung ange=
nommen
habe, die, ohne die Erklärungen der Regierung zu
billigen, doch der Regierung ihr Vertraeun ausſprech. Der
Redner ſagte weiter, er und ſeine Freunde könnten nicht
alle Erklärungen des Miniſterpräſidenten billigen. Briand
ſtrecke am Vorabend der Wahlen für die Generalräte den
Progreſſiſten, die das Werk der Majorität bekämpfen, die
Hand entgegen. Hierauf ergriff Miniſterpräſident
Briand das Wort. Er beklagte ſich darüber, daß man
ſeine Worte, die keinen Tadel gegen die Majorität ent=
halten
, falſch ausgelegt habe. Briand erinnerte dann
daran, daß er vor den Wahlen die Republikaner aufge=
fordert
habe, zum Kampfe zu gehen, um die Laienſchulen
zu verteidigen. Ferner erinnerte er an die Kämpfe für
die Republik, die er Seite an Seite mit Berteaux ausge=
fochten
habe zu einer Zeit, wo man ſich mehr Hiebe als
Lorbeeren holen konnte. Der Miniſterpräſident bat
ſchließlich um das Vertrauen der Kammer, nicht nur hin=
ſichtlich
ſeines Programms, ſondern auch hinſichtlich ſeiner
Perſon und ſchloß, daß er nur eine von der Linken gebil=
dete
Mehrheit annehmen werde. Hierauf wurde die
Priorität für eine von den Sozialiſten eingebrachte Tages=
ordnung
, die eine Erklärung der ſozialiſtiſchen Grund=
ſätze
enthält, wurde mit 458 Stimmen gegen
51 Stimmen abgelehnt, nachdem der Miniſterpräſident
ſich gegen die Priorität ausgeſprochen und die Vertrauens=
frage
geſtellt hatte. Darauf erklärte Berteaux, daß die
Sozialiſtiſch=Radikalen, beruhigt durch die letzten Aus=
führungen
des Miniſterpräſidenten, für die Tagesordnung
Heſſe ſtimmen würden. Aynaud erklärte, die Progreſſiſten
würden den ihrer Anſicht nicht entſprechenden Teil der
Tagesordnung Heſſe ablehnen, aber für die ganze Tages=
ordnung
ſtimmen.
Hierauf wurde die erſte Tagesordnung Heſſe bis zu
den Worten, daß die Kammer zu der Regierung Vertrauen
habe, mit 404 gegen 121 Stimmen angenom=
men
. Mit 375 gegen 92 Stimmen wurde der zweite Teill
der Tagesordnung Heſſe angenommen, der beſagt, daz
die Kammer Vertrauen zur Regierung hat, und daß iie
das Reformwerk der drei letzten Legislaturperioden fort=
ſetzen
wird, um die Politik der Laienherrſchaft durchzu=
führen
, ſchleunigſt die Einkommenſteuer zur Annahme zu
bringen und mit einer Mehrheit, ausſchließlich aus Re=
publikanern
beſtehend, die entſchloſſen ſind, dieſe Reformen
durchzuführen, das Werk demokratiſchen und ſozialen
Fortſchritts zu Ende zu führen. Endlich wurde unter Al=
lehnung
jedes weiteren Zuſatzes die ganze Tagesord=
nung
Heſſe mit 403 Stimmen gegen 110
Stimmen angenommen. Nachdem der Finanz=
miniſter
dann noch das Budget eingebracht hatte, wurde
die Sitzung geſchloſſen.
Die radikalen Blätter ſprechen ihre lebhafte Befrie=
digung
über den Sieg der Regierung und die
zwiſchen dieſer und den radikalen Sozialiſten erzielte Ver=
ſtändigung
aus.
Die L’Action ſchreibt: Nach dieſem geſchichtlichen
Triumph wollen wir mit Stolz feſtſtellen, daß die ver=
weltlichte
Republik ſich befeſtigt hat und nunmehr durch
die ſoziale Republik vervollſtändigt wird. Die Aurore
ſagt: Die Verſöhnung zwiſchen dem Miniſterium und
den radikalen Sozialiſten hat ſich mühelos vollzogen. Der
Miniſterpräſident hat die aufgetauchten Mißverſtändniſſe
raſch zerſtreut, indem er abermals erklärte, daß er ſich
nur auf eine rein republikaniſche Mehrheit ſtützen wolle.

Gemeinde genoß. Anfangs durch die Schuld eigenen
Schlendrians mit ſtändigen Defizits gleichwohl be=
laſtet
, haben die Helgoländer ihren Gemeindeetat ſeit
Einführung der Verfaſſung von 1868 immer ſicherer
ins Gleichgewicht gebracht, nicht zuletzt dank den mäch=
tig
angewachſenen, den Rückgang im Lotſengewerbe
weit mehr als ausgleichenden Einnahmen aus dem
Seebad.
War der Helgoländer früherer Jahrhunderte ſchon
daran gewöhnt, von ſeinen irdiſchen Gütern dem Lan=
desherrn
einen Tribut zu zollen, ſo hatten weder
die Gottorpiſchen Herzöge noch die däniſchen Könige,
geſchweige denn die Briten jemals Anſpruch auf Leib
und Leben der Inſulaner durch ihre Heranziehung
zum Kriegsdienſt erhoben. Niemals bis auf den heu=
tigen
Tag haben auf der Inſel Aushebungen ſtatt=
gefunden
; und wenn der Bevölkerung gleichwohl die
Einrichtung einer bürgerlichen Landwehr nicht fremö
war, ſo wurde dieſe doch nur zur Sicherung der eige=
nen
Heimat gebildet und hatte kaum andere Pflichten,
als ſich mit der jeweiligen Garniſon in den Wachdienſt
zu teilen. Dies war ſchon deshalb erforderlich, weil
die landesherrliche Garniſon, in der nie ein Helgo=
länder
gedient hat, zeitweiſe ſo ſchwach war, daß ſie
allein den Wachdienſt auf der ſeit 1539 ſtets befeſtigten
Inſel ſchlechterdings nicht hätte verſehen können. Im
Jahre 1652 beſtand die Garniſon aus ſage und ſchreibe
vier Soldaten, 1668 iſt von zwei Rotten die Rede, und
1684 wird die Verſtärkung der in Bürgerquartieren
untergebrachten Beſatzung um fünf Mann als ſchwere
Mehrbelaſtung empfunden. Die eigene militäriſche
Leiſtung der Inſulaner beſtand alſo, abgeſehen von
ihren Landwehrverpflichtungen, in der Duldung einer
ihnen keineswegs bequemen Soldateska, mit der es
zeitweiſe zu recht derben Prügeleien kam. Trotzdem
weigerte ſich am 4. September 1807 die damals 266
Mann ſtarke Helgoländer Landwehr, gegen die unter
Ruſſel vor der Inſel erſchienene engliſche Flotte zu
fechten, ſodaß der däniſche Kommandant von Zeska am
folgenden Tage mit ſeinen 40 Mann kapitulieren
mußte. Die Engländer beſetzten den Felſen zwar zu=
nächſt
, überließen aber ſpäter den Schutz der Inſel aus=
ſchließlich
ihrer Flotte und zogen im Jahre 1821 den
letzten Reſt ihrer Veteranen von Helgoland zurück,
weil das Londoner Parlament die Beſeitigung dieſer
koſtſpieligen und nutzloſen Beſatzung verlangte.
Auch Deutſchland hat die inzwiſchen bekanntlich
weit ſtärker als früher befeſtigte Inſel ſeiner Marine
anvertraut. Und die Marine, in die freiwillig ſchon
mehr als ein Sohn des deutſchen Inſelchens eingetreten
iſt, wird es zweifellos ſein, die den weit überwiegenden
Teil der fortan dienſtpflichtigen Helgoländer Rekruten
unter ihre Blaujacken aufnehmen wird.
G. H.

[ ][  ][ ]

Nummer 150.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Jum 1916.

Seite 3.

Die konſervativen und nationaliſtiſchen Organe verhöhnen
die Combiſten, weil ſie trotz ihres Widerſtrebens ſich ge=
zwungen
geſehen hätten, dem Miniſterium Gefolgſchaft
zu leiſten. Der Gaulois ſchreibt: Die geſtrige Sitzung
war trotz der ſchließlich angenommenen Tagesordnung für
die Konſervativen ſehr gut, denn deren ſchlimmſte
Feinde, die radikalen Sozialiſten, ſind allmählich in die
Flucht geſchlagen worden.
Im engliſchen Unterhauſe brachte Asquith den an=
gekündigten
Geſetzentwurf ein, durch den die Er=
klärung
des Königs bei ſeiner Thronbe=
ſteigung
geändert wird. Nach der Vorſchrift dieſes
Geſetzes bekennt ſich der König als treues Mitglied der
proteſtantiſchen reformierten Kirche und verſpricht, nach
beſten Kräften und dem Geſetze entſprechend für die pro=
teſtantiſche
Thronfolge Sorge zu tragen. Der Premier=
miniſter
erklärte, die Regierung glaube, in dem Geſetz
alle Bürgſchaften vorgeſehen zu haben, die nach menſch=
lichem
Ermeſſen gefordert werden könnten. Asquith wies
ferner auf das ſtarke Anwachſen der Zahl der katholiſchen
Untertanen hin, deren unzweifelhafte Loyalität nicht beſon=
derer
Vorſichtsmaßregeln bedürfe. Der Wortlaut der al=
ten
Erklärung enthalte eine unnötige Beleidigung der Ka=
tholiken
; ſie müſſe auch für den König unangenehm ſein.
Balfour ſchloß ſich den Ausführungen des Premiermini=
ſters
an. Redmond erklärte die Vorlage für einen Akt
ſpäter Gerechtigkeit gegenüber den Millionen Untertanen
des Königs. Darauf wurde der Geſetzentwurf in erſter
Leſung mit 383 gegen 42 Stimmen angenommen.
Im ſpaniſchen Senat verſicherte im Laufe der Be=
ratung
über die Antwort auf die Thronrede der Mini=
ſterpräſident
, bei der Demiſſion des Kabinetts Moret ſei
die Krone vollkommen korrekt verfahren. Der Miniſterprä=
ſident
erklärte weiter, er ſei entſchloſſen, die religiöſe
Frage auf geraden Wegen und energiſch zu löſen und
ſein Programm durchzuführen, koſte es, was es wolle; er
habe keine Verpflichtung übernommen, außer gegenüber
dem König, dem Vaterlande und der Mehrheit des Par=
laments
.
Die griechiſchen Deputierten der türkiſchen Kammer
haben an den Sultan ein Telegramm gerichtet, in dem
ſie ihn bitten, das Geſetz betr. die ſtrittigen Kirchen und
Schulen in Mazedonien nicht zu ſanktionieren. Der
ökumeniſche Patriarch hat dem Juſtizminiſterium, dem
Großweſirate und der kaiſerlichen Kanzlei eine Note über=
reicht
, in der er gegen die Votierung des genannten Ge=
ſetzes
proteſtiert und für den Fall der Anwendung ſeine
Demiſſion angekündigt. Der Sultan hat dem Patriarchen
die nachgeſuchte Audienz verweigert und ihm ſagen laſſen,
daß er den Parlamentsbeſchluß nicht aufheben könne.
Der argentiniſche Senat nahm das von der Kam=
mer
angenommene Geſetz gegen die Anarchiſten eben=
falls
an.
* Frankfurt a. M., 29. Juni. Geſtern fanden die
durch die Neu=Eingemeindung notwendig gewordenen
Stadtverordnetenwahlen ſtatt. Gewählt wur=
den
4 Sozialdemokraten. Je einer in Hauſen=Praunheim,
in Heddernheim und 2 in Rödelheim. In den übrigen
Orten finden drei Stichwahlen zwiſchen Sozialdemokra=
ten
und Fortſchrittlichen Volksparteilern ſtatt.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. Juni.

Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Glöckner Gottfried
Schlabach zu Vielbrunn das Allgemeine Ehrenzeichen
mit der Inſchrift Für langjährige treue Dienſte ver=
liehen
.
Ernannt wurde der Georg Heinrich Weis in
Darmſtadt zum Kanzleigehilfen am Landgericht der Pro=
vinz
Starkenburg; der Verwalter am Provinzialarreſt=
haus
in Mainz Konrad Klingler zum Verwalter am
Provinzialarreſthaus in Gießen mit Wirkung vom

16. Juli 1910.
Verſetzungen in den Ruheſtand. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den Oberbahn=
aſſiſtenten
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemein=
ſchaft
Georg Merz zu Mainz auf ſein Nachſuchen, mit
Wirkung vom 1. Juli d. J. an, den Oberbahnmeiſter in
der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Friedrich
Hoffmann zu Köln a. Rh. wegen geſchwächter Ge=

ſundheit auf ſein Nachſuchen, mit Wirkung vom 1. Juli
d. J. an, in den Ruheſtand verſetzt und erſterem das
Silberne Kreuz des Verdienſtordens Philipps des Groß=
mütigen
, letzterem das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen verliehen.
n. Generaloberarzt Dr. Vollbrecht in Allenſtein, der
jetzt, einem ehrenvollen Rufe folgend, ſich auf drei
Jahre als Chefarzt des türkiſchen Heeres verpflichtet
hat, gehörte früher eine Zeitlang der Heſſiſchen Diviſion
als Oberſtabsarzt an. Er iſt ein Schwiegerſohn des
Herrn Baumeiſters Ludwig Harres hier und ſtand
mehrere Jahre in hieſiger Garniſon. Vorher hatte er
die oſtaſiatiſche Expedition mitgemacht und während des
Aufenthaltes hier war er zur Teilnahme an der zum
Negus von Abeſſinien entſandten Kaiſerlichen Spezial=
geſandtſchaft
kommandiert, worauf er nach Berlin und
vor anderthalb Jahren als Chefarzt der 37. Diviſion
nach Allenſtein verſetzt wurde. Nunmehr hat er die
wichtige Aufgabe, das türkiſche militärärztliche Bild=
ungsweſen
neu zu organiſieren.
Ehrung der Gefallenen Laufach-Frohnhofen.
Das Präſidium des Landesverbandes Kriegerkamerad=
ſchaft
Haſſia läßt, wie alljährlich, am 13. Jnli die
Gräber der Gefallenen auf dem Gefechtsfeld Laufach--
Frohnhofen uſw. ſchmücken. Zu dieſem Behufe fährt
eine Anzahl Kameraden an dieſem Tage, früh 6.41 Uhr,
dorthin und ſind Kameraden und Freunde der Sache,
welche ſich anſchließen wollen, freundlichſt eingeladen.
Blumenſpenden von Angehörigen der Gefallenen
werden zur Beſorgung kurz vor Abgang des Zuges von
den Kameraden Büttner und Wenzlau entgegenge=
nommen
.
* Der Kunſtverein für das Großherzogtum Heſſen hielt
geſtern nachmittag in der Kunſthalle ſeine diesjährige
ordentliche Hauptverſammlung ab, die von
dem Vorſitzenden Herrn Dr. Willy Merck eröffnet und
geleitet wurde. Der erſte Punkt der Tagesordnung betraf
den Geſchäftsbericht für das Jahr 1909, der gedruckt
vorlag und zu Bemerkungen keinen Anlaß bot. Während
des Jahres 1909 wurden in der Kunſthalle zu Darmſtadt
im ganzen ausgeſtellt: 450 Oelgemälde und Aquarelle, 50
Zeichnungen, 30 Radierungen und 30 Plaſtiken. Der Aus=
ſchuß
des Kunſtvereins hat in der Sitzung vom 26. Novem=
ber
1909 beſchloſſen, den Schülern der hieſigen Lehran=
ſtalten
den unentgeltlichen Beſuch der Ausſtellungen in der
Kunſthalle, ſofern ſolche von ihrem Zeichenlehrer ( Zeichen=
lehrerin
) begleitet ſind, zu geſtatten, wovon die betreffen=
den
Anſtalten in Kenntnis geſetzt worden ſind. Im Bade=
haus
V zu Bad=Nauheim waren vom Darmſtädter Kunſt=
verein
, bei mehrmaligem Wechſel, in der Zeit von April
bis Oktober 1909 ausgeſtellt: 220 Oelgemälde und Aqua=
relle
, 15 Radierungen, 30 Zeichnungen und 3 Plaſtiken.
In den von der Stadt Gießen in dankenswerter Weiſe
ſchon ſeit einer Reihe von Jahren zur Verſügung geſtell=
ten
Ausſtellungsräumen am Brand, die in 1909, auch hin=
ſichtlich
der Mobiliargegenſtände einer eingehenden Reno=
vation
unterzogen wurden, waren in 1909 ausgeſtellt: 620
Gemälde, 135 Aquarelle, 24 Plaſtiken, 65 Radierungen und
72 Zeichnungen. Das mit dem Kunſtverein Hanau wegen
Ausſtellung von Kunſtwerken beſtandene Vertragsverhält=
nis
iſt in 1909 gelöſt worden.
Die Rechnung für das Jahr 1909 weiſt in Ein=
nahme
41 627,31 Mark und in Ausgabe 40 498,34 Mark auf.
Unter den Einnahmen befinden ſich 19 282,60 Mark zurück=
empfangene
Kapitalien, unter den Ausgaben 10130,18
Mark für den Umbau der Kunſthalle und 8700 Mark Stif=
tung
an das Muſeum. Alle drei Poſten fallen für den
Voranſchlag 1910 fort, der in Einnahme und Ausgabe
mit 17530 Mark balanciert. Der Vorſitzende bemerkt, daß
der Voranſchlag für den Umbau der Kunſthalle, für den
8000 Mark bewilligt worden waren, um 2000 Mark über=
ſchritten
worden iſt, da ſich während des Umbaues die
Notwendigkeit herausgeſtellt habe, auch das Aeußere der
Kunſthalle (Dach uſw.) neu herzurichten. Für die Leitung
des in jeder Hinſicht gut gelungenen und praktiſch ausge=
führten
Umbaues gebühre Herrn Prof. Pützer, der ihn in
ſelbſtloſer Weiſe und ohne Vergütung im Intereſſe des
Vereins ausgeführt habe, herzlicher Dank. Die Rechnung
iſt von Herrn Rechnungsrat Scharmann geprüft und für
richtig befunden worden. Dem Rechner, Herrn Rechnungs=
rat
Lang, wurde Entlaſtung erteilt.
Dem Antrag des Vorſtandes, die Reineinnahmen auch
in dieſem Jahre, wie in den beiden letzten Jahren, für
Ankauf und Verloſung von Kunſtwerken zu verwenden,
wurde die Zuſtimmung erteilt. Der letzte Punkt der Ta=
gesordnung
betraf Verwaltungsrats=Wahlen.
Die 12 ſatzungsgemäß ausſcheidenden Mitglieder (4 in
Darmſtadt und je 2 in Gießen, Mainz, Offenbach und
Worms) wurden wiedergewählt; für Darmſtadt wurde an
Stelle des verſtorbenen Geheimerats v. Grancy Geh. Ober=
regierungsrat
Wagner, an Stelle des verſtorbenen Ober=
bürgermeiſters
Morneweg Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
und an Stelle des freiwillig ausgeſchiedenen Prof. Her=
mann
Müller Prof. Pützer gewählt. Für Gießen wurden
gewählt an Stelle der ausſcheidenden Mitglieder (Ge=

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Die Königsberger juriſtiſche Fakultät hat den
geweſenen Kolonialſekretär Dernburg wegen ſei=
nes
hohen Verdienſtes um die Weckung vaterländiſchen
Empfindens zum Ehrendoktor ernannt.
Von der Akademie in Frankfurt a. M.
Die Zahl der eigentlichen Studierenden (Beſucher) der
Akademie hat ſich im laufenden Sommerſemeſter wie=
derum
in ſehr günſtiger Weiſe gehoben; ſie beträgt 344
gegen 300 in der gleichen Zeit des vorjährigen Sommer=
ſemeſters
. Die Geſamtzahl der Teilnehmer an den
Vorleſungen beläuft ſich zur Zeit auf 790.
CK. Moderne Handtäſchchen. Vom Hand=
täſchchen
kann man eigentlich nicht mehr ſprechen bei
den gewaltigen Dimenſionen der Taſchen, in denen die
Dame all die ihr notwendigen Kleinigkeiten beherbergt;
aber den zierlichen Namen wird man doch gern dem
umfänglichen Gegenſtand laſſen, der ſich nicht ſelten
ſchon zu einem richtigen Koffer auswächſt. Doch ſind
die großen, mit breitem Metallbügel verſehenen Leder=
taſchen
nicht die einzigen Neuheiten der Saiſon; viel=
mehr
entfaltet ſich eine luxuriöſe Mannigfaltigkeit in
Material und Formen der modernen Handtaſche und ſo
koſtbare, entzückende Kunſtwerke werden auf den Markt
gebracht, daß ſelbſt Damen, die bisher nur die Taſchen
und Beutel aus reinem Golde für vornehm hielten, zu
dieſen phantaſievoll geſchmückten Gebilden greifen.
Manche mondäne Dame legt ſich eine ganze Sammlung
ſolcher Behältniſſe an, ſo daß ſie zu jeder Toilette ſich
eine beſonders charakteriſtiſche und paſſende Taſche aus
ihrem Schatz ausſuchen kann. Pelztaſchen treten auf,
die ſehr groß, ganz flach, lang und ziemlich hoch ſind.
Neben ihnen erſcheinen Taſchen aus ſtumpfem Leder,
aus der Haut der Antilope, des Tapirs oder Renntiers,

die in den Naturtönen oder in Khakifarbe gehalten
ſind. Ihr Schmuck beſteht bisweilen aus aufgeſetzten
Stickereien; andere Taſchen aus weicherem Leder ſind
wieder im Rokokoſtil gehalten und mit gleichfarbigen
Bändern garniert. Sie werden an Seidenſchnuren ge=
tragen
; manche haben auch Ketten, die an Armbändern
umgelegt werden können. Die Alligatortaſchen haben
ein beſonders voluminöſes Ausſehen und gewähren,
wenn man ſie öffnet, den Einblick in eine ganze Menge
von Fächern und Abteilungen, von denen das mittelſte
Fach für goldene und mit Juwelen beſetzte Toilette=
gegenſtände
reſerviert iſt; jede Abteilung iſt mit einem
beſonderen Schloß verſehen. Auch Beutel aus leichten
Geweben werden in den verſchiedenſten Formen getra=
gen
. Sie ſchließen ſich ganz eng an die Toilette an, die
ſie vervollſtändigen wollen. So gibt es zu Leinenklei=
dern
auch mit reicher Stickerei geſchmückte leinene Beu=
tel
, dann ſolche aus Piqué uſw. Sie werden an dem
Bügel mit Edelſteinen geſchmückt, mit Türkiſen und
Opalen, durch Stickereien mit Glasperlen verſchönt
oder mit Franſen garniert. Bei dunkler Kleidung ſind
Täſchchen in ſehr zarten Färbungen beliebt, in Tauben=
blau
, Roſa oder auch in dunklem Moirée. Sie ſind ſehr
roß und ſehr flach, werden auch mit Tuch= und hellen
Lederſtreifen beſetzt und durch eine ſchmale Goldfaſſung
abgeſchloſſen. Für beſonders ſchick gilt es, wenn das
Monogramm der Beſitzerin in künſtleriſcher Anord=
nung
darauf geſtickt iſt. Für die Abendtoilette erſchei=
nen
die alten Pompadours in beſonders reicher und
koſtbarer Zuſammenſtellung. Alte Brokate und Sticke=
reien
oder Goldquipure mit Blumen= und Federſchmuck
werden dazu verwendet, denn der ſchon von den Groß=
müttern
ſo beliebte Pompadour erweiſt ſich doch als die
praktiſchſte Form der Taſche, um den kleinen Fächer,
das Spitzentaſchentuch, das winzige Opernglas und das
Puderbüchschen unterzubringen.

heimerat Breidert und Prof. Sauer) Provinzialdirektor
Uſinger und Privatdozent Dr. Rauch, für Mainz an Stelle
der ausſcheidenden Mitglieder (Frhr. v. Gagern und Prof.
Völcker) Geheimerat Breidert und Oberſtaatsanwalt Dr.
Buff. Die Tagesordnung war damit erledigt und der
Vorſitzende ſchloß die Verſammlung mit Worten des Dan=
kes
an die leider nicht zahlreich erſchienenen Herren.
V.V. Der Verkehrsverein ladet ſeine Mitglieder
zum gemeinſamen Beſuch der intereſſanten Kunſtaus=
ſtellung
zum ermäßigten Preiſe von 50 Pfg. ein. (Siehe
Inſerat.)
Ortsgewerbeverein. Behufs Stellungnahme zu
dem Bebauungsplan am neuen Bahnhof hat der Orts=
gewerbeverein
für morgen Freitag abend eine Ver=
ſammlung
einberufen. Hierzu ſind die Gewerbe=
vereinsmitglieder
, insbeſondere aber die Intereſſenten an
dieſer Frage, eingeladen.
Das Hengras von der der Stadt gehörenden, in
der Gemarkung Griesheim in der Nähe der Pump=
ſtation
des ſtädtiſchen Waſſerwerks gelegenen Für=
ſtenwieſe
, lieferte bei der Verſteigerung am Diens=
tag
mittag, bei ſtarker Konkurrenz aus den umliegen=
den
Orten, den anſehnlichen Ertrag von 1683 Mark.
Die einſchürige Wieſe hat einen Flächeninhalt von 10½
Hektar 42 heſſiſche Morgen, ſo daß von dem Morgen
durchſchnittlich 40 Mark erzielt wurden. Das Heu muß
bis zum 15. Auguſt abgeerntet ſein.
A Die ſchweren Regengüſſe der letzten Tage machen
ſich natürlich auch in unſerer Stadt und deren Gemark=
ung
bemerkbar und ſind in letzterer viele tiefgelegene
Stellen überſchwemmt. Der Darm der unſerer
Stadt den Namen gegeben und der ſich für gewöhnlich
gerade nicht durch übergroßen Waſſerreichtum aus=
zeichnet
, iſt ein ganz reſpektables Flüßchen geworden,
das vom Wald her ganz große Waſſermengen in den
Großen Woog abgibt. Auch die Sportplätze in der
Nähe des Darms, nach der Soderſtraße zu, ſind durch
den Regenguß von geſtern vormittag vollſtändig über=
ſchwemmt
und in einen See verwandelt worden.
n. Bensheim, 29. Juni. Flüchtig geworden iſt der
aus Offenbach ſtammende, bisher bei dem hieſigen
Metzgermeiſter Blechner bedienſtete, 25 Jahre alte
Metzgergeſelle Peter Röder. Wie ſich nach ſeiner Ent=
fernung
ergab, lieferte er ſeit einiger Zeit die bei einem
größeren Kunden vereinnahmten Beträge unter der
Vorſpiegelung, die Poſten ſollten vorläufig ſtehen
bleiben, nicht ab und eignete ſich ſo insgeſamt etwa
800 Mark an. Vielleicht ſtellen ſich auch noch weitere
Veruntreuungen heraus. Er ſoll ſich nach Frankfurt
am Main gewendet haben, und die Staatsanwaltſchaft
Darmſtadt fahndet auf ihn.
Mainz, 29. Juni. Der neunjährige Gg. Hamm
ſtieg geſtern mittag von der elterlichen Wohnung in
der Scharengaſſe aus auf das Dach des Hauſes und
ſtürzte vier Stockwerke tief hinab auf das Straßen=
pflaſter
. Der lebensgefährlich verletzte Knabe wurde
ſofort ins Rochushoſpital gebracht, wo er gleich darauf
ſtarb.
Ober=Olm, 28. Juni. Am Samstag fand die Ein=
führung
des neugewählten Bürgermeiſters Herrn
Wohmann durch Regierungsrat v. Krug im Ge=
meinderat
ſtatt. Der Einführung ſchloß ſich ein ge=
meinſchaftliches
Eſſen an. Am Abend brachten die
Vereine dem Bürgermeiſter einen Fackelzug.
(*) Aus dem Kreiſe Gießen, 28. Juni. Nicht weniger
als zehn neue Schulhäuſer werden in dieſem
Herbſt eingeweiht und ihrer Beſtimmung übergeben.
Es ſind dies die Neubauten zu Eberſtadt, Londorf,
Nonnenroth, Nieder=Beſſingen, Allendorf=Lumda, Saa=
ſen
und die Um= und Anbauten zu Harbach und Rein=
hardshain
. Mit Ausnahme von Steinbach ſind die Ge=
bäude
einklaſſig. Dieſes Jahr noch begonnen und im
Rohbau fertiggeſtellt werden das Schulhaus zu Gar=
benteich
und der Neubau für die Höhere Bürgerſchule
zu Grünberg. Auch der Neubau einer Bürger= und
Volksſchule zu Hungen wird vorausſichtlich noch in die=
ſem
Sommer begonnen.
Bad Nanheim, 28. Juni. Der Brand der hie=
ſigen
Auto=Garage iſt nach Anſicht aller
Chauffeure der größte bisher in dieſer Art vorgekom=
mene
Brand. Entſtanden iſt das Feuer dadurch, daß
ein einer engliſchen Dame gehöriges Auto nachts
1 Uhr vor der Garage vorfuhr, welches nach Ausſage
bereits auf der Tour einen defekten Benzinkeſſel ge=
habt
hat, denn der Chauffeur hat verſucht, in Butzbach
die lecke Tropfſtelle des Behälters bereits zu verſtopfen.
Der Chauffeur, ein junger, 19jähriger Franzoſe
namens Donges, wurde wegen fahrläſſiger Brandſtif=
tung
und vorliegenden Fluchtverdachtes in Haft ge=
nommen
.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Juni. Der 1. Straf=
ſenat
des Kammergerichts hat in letzter Inſtanz
in Uebereinſtimmung mit den beiden Vorinſtanzen ein
Urteil folgenden Inhalts geſprochen: Die Artikel des
Kf

Kleines Feuilleton.
** Wie Könige eſſen davon weiß eine eng=
liſche
Monatsſchrift allerlei Intereſſantes zu erzählen.
Der greiſe Kaiſer Franz Joſef, der im Sommer ſtets
um 5 Uhr morgens, im Winter um 6 Uhr ſich erhebt,
nimmt am Frühſtückstiſche Platz, nachdem er gebadet
und ſich raſiert hat. Sein Frühſtück beſteht aus Kaffee,
Milch, Butterbrot und kaltem Fleiſch. Um 12 Uhr
nimmt er ein zweites Mahl zu ſich, das ſtets aus einem
Teller Suppe, einem Fleiſchgericht, Gemüſe und einem
Glaſe Bier beſteht. Um 5 Uhr wird das Mittageſſen
ſerviert; kleine Vorſpeiſen, Suppe, Braten, Käſe, Obſt
und Deſſert. Der Kaiſer trinkt dabei ein Glas Bier
und ein Glas leichten Bordeaux, nach dem Diner
nimmt er dann ein Täßchen ſchwarzen Kaffee. Der Zar
iſt Nationaliſt, er bevorzugt ruſſiſche Gerichte. Nur
gegen Kaviar hat er eine unüberwindliche Abneigung.
Eine beſondere Vorliebe hat er für den Borſcht und den
Tſchi, eine Art ruſſiſcher Gemüſeſuppe mit kleinen
Fleiſchſtückchen. Auch König Viktor Emanuel bevor=
zugt
die Küche ſeines Vaterlandes. Er ißt gerne Po=
lenta
und vor allem ein gebratenes Gericht aus Hühner=
gekröſe
, Hirn und Artiſchocken. Der König nimmt am
Morgen um 6 Uhr eine Taſſe Kaffee zu ſich, dann unter=
nimmt
er einen Spaziergang im Garten. Das zweite
Frühſtück wird um 12 Uhr mittags ſerviert. König
Alfons von Spanien dagegen lebt weniger frugal. Um
8 Uhr morgens genießt er ſein erſtes Frühſtück: Tee,
Schokolade, Kaffee und Milch, Kuchen, Biskuit und kal=
tes
Fleiſch. Um 11 Uhr findet das zweite Frühſtück
ſtatt, das aus Suppe, Braten, Gemüſen und Konfitüren
beſteht. Um 4 Uhr wird Tee ſerviert, zu dem Biskuits
und Sandwichs gereicht werden. Das Diner iſt auf 7
Uhr angeſetzt; es beſteht regelmäßig aus: zwei Suppen,
ausgewählten Voxgerichten, zwei Braten. Gemüſen,

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Nummer 150.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

Vorwärts, die für Sonntag, den 6. März d. J. zu
Wahlrechtsſpaziergängen aufgefordert hat=
ten
, nachdem die nachgeſuchte polizeiliche Genehmigung
zu den an dieſem Tage geplanten öffentlichen Aufzügen
und Verſammlungen unter freiem Himmel verſagt
worden war, bildeten ſtrafbare Aufforderungen zur Ge=
ſetzesübertretung
: Der Vorwärts hatte mit mehr Ra=
buliſtik
als gutem Gewiſſen gemeint, da die Straße für
Spaziergänger beſtimmt ſei, ſo könne eine Aufforder=
ung
zum Spaziergang nicht ſtrafbar ſein. Eine auf=
ſehenerregende
Szene ſpielte ſich heute nach=
mittag
in der dritten Stunde im Berliner Landgerichts=
gebäude
in der Gruner Straße ab. Dort wurde vor
der Abteilung für Rechtshilfeſachen ein Alimentations=
termin
abgehalten. Nach deren Beendigung gab der
Beſitzersſohn Alexander Dupick aus Sichte bei Schlochau
fünf Revolverſchüſſe auf ſeine frühere Braut,
das Dienſtmädchen Anna Bluma aus der Kniprode=
ſtraße
6, ab. Das Mädchen wurde mehrfach verletzt und
nach dem Krankenhaus Am Friedrichshain gebracht, wo
es ſich einer Operation unterziehen muß. Der Täter
verſuchte zu fliehen, wurde aber von Gerichtsdienern
feſtgehalten und dem Polizeipräſidium zugeführt. Das
durch die Revolverſchüſſe ſchwer verletzte Mädchen be=
findet
ſich noch im Krankenhaus Am Friedrichshain,
doch gibt ſein Zuſtand zu Beſorgniſſen keinen Anlaß.
Geſtern nachmittag ſtürmte ein bleicher, junger
Mann in ein Geſchäft in der Friedrichſtraße, riß ein
Dutzend Socken aus der Schaufenſterauslage, rannte
wiederum auf die Straße, warf die Socken einem
Schutzmann vor die Füße und verſuchte dieſen zu
würgen. Nur mit großer Anſtrengung gelang es, ihn
nach der Polizeiwache zu bringen. Hier ſtellte man
feſt, daß der Raſende die Dalldorfer Irrenanſtalts=
kleidung
trug. Er war aus der Anſtalt ent=
ſprungen
. Eine in der Iſolierbaracke unterge=
brachte
Schweſter des in der vergangenen Woche an
Cholera geſtorbenen ruſſiſchen Auswanderers Kali=
nowski
iſt geſtern nachmittag ebenfalls an Cholera er=
krankt
und gegen abend geſtorben.
Heidelberg, 29. Juni. Heute vormittag 11 Uhr fand
hier im Beiſein des Großherzogspaares die Ein=
weihung
der neuen evangeliſchen Frie=
denskirche
im Stadtteile Handſchuhsheim ſtatt. Den
Weiheakt vollzog Stadtpfarrer Schneider, die Feſtrede hielt
der Ortsgeiſtliche Pfarrer Gilg, den Feſtgruß des evange=
liſchen
Oberkirchenrats überbrachte Prälat Schmitthenner.
Konſtanz, 29. Juni. Der Bodenſee iſt ſeit
geſtern auf 5 Meter 66 Zentimeter geſtiegen und
hat den Hochwaſſerſtand vom Jahre 1876 bereits um
3 Zentimeter güberſchritten. Die Hauptſtraßen in
Rorſchach ſind größtenteils überſchwemmt. Alle ſchwei=
zeriſchen
Ortſchaften am Unterſee unterhalb Konſtanz
ſtehen ſeit dem 16. Juni ununterbrochen unter Waſſer.
Stuttgart, 29. Juni. Dem Neuen Tagblatt zufolge
ſind heute vormittag die Kammerſängerin Anna
Sutter und der ehemalige Hofkapellmeiſter Dr. Obriſt
in der Sutterſchen Wohnung mit Schußwunden tot auf=
gefunden
worden. Anſcheinend liegt Mord und
Selbſtmord vor.
Dr. Aloys Obriſt, 1867 geboren, war in den Jahren
18951900 Hofkapellmeiſter in Stuttgart und ging
dann als Kuſtos des Liſzt=Muſeums nach Weimar.
19071908 leitete er als Gaſtdirigent die Stuttgarter
Hofoper. Ueber die Tragödie wird noch mitgeteilt:
Die Tat geſchah zwiſchen 10 und 11 Uhr. Hofkapell=
meiſter
Dr. Obriſt, der geſchieden iſt, hat ſchon ſeit
längerer Zeit Fräulein Sutter mit Liebesanträgen
verfolgt, iſt aber zurückgewieſen worden. Vor einiger
Zeit kehrte er ihretwegen nach Stuttgart zurück, um
hier eine Journaliſten=Stelle zu übernehmen. (Frl.
Sutter hat in der letzten Saiſon mehrmals in Darm=
ſtadt
als Carmen gaſtiert.)
Labiau, 28. Juni. In Damm bei Lablacken iſt in
der vergangenen Nacht das von Meiereipächter Richter
bewohnte alte Herrſchaftshaus niederge=
brannt
. Dabei ſind vier Polen und ein Meierei=
gehilfe
umgekommen.
Klopzow i. M., 28. Juni. Die Nachforſchungen nach
der Leiche des Profeſſors Erdmann aus
Berlin ſind bisher erfolglos geblieben. Heute früh
wurde das Boot des Vermißten auf dem Müritzſee
treiben geſehen; man ruderte raſch an Ort und Stelle
und fand es völlig leer. Alle darin befindlich geweſe=
nen
Gegenſtände ſind wahrſcheinlich beim Kentern mit
Profeſſor Erdmann in die Tiefe gegangen. Daß Erd=
mann
ſich gerettet haben könnte, iſt nicht anzunehmen,
weil ihn mehrere Leute vom Ufer aus untergehen
ſahen, ohne infolge der großen Entfernung imſtande
zu ſein, ihm Hilfe zu bringen. Die ganze Ufergegend
des Müritzſees iſt alarmiert; nirgends wurde jedoch
Profeſſor Erdmann geſehen. Die Suche nach der Leiche
wird fortgeſetzt. Bewohner des Dorfes Hoeck wollen
geſehen haben, daß am Samstag gegen 6 Uhr nachmit=

mehreren Deſſerts, Käſe und Obſt. Um 9 Uhr folgt
noch ein leichtes letztes Mahl, bei dem Tee, Weine, Ge=
bäck
und kaltes Fleiſch aufgetragen werden. Dann, um
halb 11 Uhr, begibt ſich der König zur Ruhe, mit der
Hoffnung, gut zu ſchlafen.
* Ein Leichenträger=Streik. Nunmehr
ſtreiken zur Abwechſelung auch mal die Leichenträger
der franzöſiſchen Hauptſtadt. Warum auch nicht? Was
andere können, bringen ſie auch fertig. Und der Grund?
Hierüber wird aus Paris gemeldet: Die Leichenträger
wollen nicht mehr ihre alte, von ihren Vorvätern über=
nommene
frackartige Kleidung tragen. Sie iſt ihnen zu
unmodern. Sie ſagt ihnen nicht mehr zu. Die Behör=
den
jedoch ſind rückſtändig und wollen keine Neuerung
einführen, vielleicht weil ſie ſich nicht für den neuen
Schnitt und die neue Mode einig ſind. In einer Ver=
ſammlung
haben die Leichenträger daher den Streit
beſchloſſen. Eröffnet haben ſie ihn durch die ſymboliſche
Vernichtung der alten Tracht. Dazu fuhren langſam
drei leere Leichenwagen dem Stadthauſe zu. Eine
Volksmenge folgte ihnen. Vor dem Rathauſe machten
die Wagen halt. Eine Droſchke erſchien, und ein Mann
entſtieg ihr, der eine große, mit der alten Tracht der
Leichenträger gekleidete Puppe trug. Sie wurde mit
Benzin begoſſen und unter dem Jubel der Menge ange=
zündet
. Bald wäre jedoch der Träger der Puppe ſelbſt
mit in den Flammen aufgegangen. Seine Kleidung
fing Feuer, und nur dem raſchen Eingreifen der Um=
ſtehenden
, die ihm die Kleider vom Leibe riſſen, hat er
es zu verdanken, wenn er ohne ſchwere Brandwunden
davongekommen iſt. Während die Puppe mit der Lei=
chenträgertracht
zu einem Häuflein Aſche verkohlte,
wurden von den umſtehenden Trägern Reden an die
Volksmaſſen gehalten, in denen ſie ihr Vorgehen be=
gründeten
. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen
vor. Am Abend präſentierten ſich dann auf den Redak=
tionen
der großen Pariſer Zeitungen die Leichenträger
in neuer Tracht. Die verſchiedenſten Moden wurden
vorgeführt. Und die Redakteure der Pariſer Zeitungen

tags das Fahrzeug kenterte und Profeſſor Erdmann in
den Wellen verſchwand. Die Unfallſtelle ſoll ſo weit
entfernt geweſen ſein, daß Hilfe nicht gebracht werden
konnte. Geheimrat Erdmann war aber ein ausgezeich=
neter
Schwimmer, und ſein Boot beſaß Luftkammern.
Man hoffte immer noch, daß der Vermißte in irgend
einem einſamen Bauernhauſe krank daniederliege.
Aber alle Nachforſchungen blieben, wie geſagt, erfolg=
los
. Man muß unter den obwaltenden Umſtänden lei=
der
beſtimmt annehmen, daß Profeſſor Erdmann ſeinen
Tod in dem Müritzſee, dem größten Landſee Deutſch=
lands
, gefunden hat.
Barcelona, 28. Juni. Heute wurde auf einem öffent=
lichen
Wege eine Bombe gefunden. Während ſie von
Poliziſten auf einem ungeſicherten Wagen hinweggeſchafft
wurde, erfolgte eine Exploſion. Zwei Munizipal=
gardiſten
, die das Pferd führten, wurden eine Strecke
weit fortgeſchleudert und ſchwer verwundet. Ein Artil=
leriſt
, ſowie ein Polizeibeamter wurden gleichfalls ver=
letzt
. Ein Vorübergehnder, der ebenfalls verwundet wurde,
iſt geſtorben.
Petersburg, 28. Juni. Der Beichtvater des
Zarenpaares, der 85jährige Prieſter Johann
Janyſcheff, iſt hier geſtorben. Er war 1851
Geiſtlicher an der ruſſiſchen Kirche in Wiesbaden und
ſpäter in Berlin.
New=York, 28. Juni. Robert Taft, der Sohn des
Präſidenten, überfuhr in Beverly einen Italiener mit
ſeinem Auto und verletzte ihn tödlich. Der Präſi=
dent
wies ſeinen Sohn an, für die Familie des Toten
Sorge zu tragen.
New=York, 28. Juni. Ein neuer Kindesraub
hat New=York in Erregung geſetzt. Nachdem erſt vor
wenigen Tagen zu belebter Mittagsſtunde der vierjäh=
rige
Sohn eines italieniſchen Arztes von Mitgliedern
der Schwarzen Hand entführt worden war, haben
geſtern zwei Erpreſſer das einzige Kind eines reichen
Ländereiagenten geraubt. Der achtjährige Knabe
ſpielte unter Aufſicht einer Wärterin vor der Villa des
Agenten in Brooklyn, als ein Automobil langſam des
Weges gefahren kam. Zwei Männer entſtiegen ihm,
gingen auf das Kind zu und hoben es, ehe die Wärterin
dazwiſchentreten konnte, in den Wagen. Michael
MeLaughlin, der Vater des Knaben, hatte in letzter
Zeit mehrere Erpreſſerbriefe erhalten.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
In dem heute abend im Saalbau ſtattfin=
denden
Konzerte der Kapelle des 115. Infanterie=
Regiments wird Herr Obermuſikmeiſter Hauske u. a.
einen hier noch nicht gehörten Marſch des in Pitts=
burg
lebenden amerikaniſchen Komponiſten Adolf
M. Foerſter zur Aufführung bringen. Der Kom=
poniſt
ſtammt von deutſchen Eltern ſeine Mutter iſt
eine geborene Frankfurterin und hat ſich dentſche
Art bewahrt. Er genießt einen guten Ruf als Muſiker
und komponierte den Marſch zur Einweihung der gro=
ßen
Halle, welche Carnegie in Pittsburg der Ausübung
der Tonkunſt widmete. Der Marſch iſt in höchſt effekt=
voller
Weiſe auf amerikaniſche Nationalmelodien auf=
gebaut
und dürfte auf allgemeines Intereſſe rechnen
können.

Zweite Kammer der Stände.
63. Sitzung.
St. Darmſtadt, 29. Juni.
Am Regierungstiſche: Finanzminiſter Braun
Exz., Miniſter des Innern von Hombergk zu
Vach Exz., die Geheimeräte Dr. Becker und Dr.
Beſt, Geh. Oberfinanzrat Dr. Knell.
Vizepräſident Korell eröffnet die Sitzung um
9½ Uhr. Die Spezialberatung des Gemeinde=
umlagengeſetzes
wird bei Artikel 3 fortgeſetzt.
Der Artikel wird in der geſtern mitgeteilten Faſſung
des Ausſchuſſes unter Ablehnung eines Amendement=
antrages
des Abg. Reh angenommen.
Mit Artikel 4, der den Beſteuerungsmaßſtab regelt
und bei Grundſtücken, die der Holzgewinnung dienen,
den 33½fachen Betrag des Jahresreinertrags als gemei=
nen
Wert feſtſetzt, wird Artikel 56b mitberaten, der das
Selbſtbeſtimmungsrecht der Gemeinden regelt, d. h. die
Geſtaltung der Steuerfreiheit durch Ortsſatzung von
Vermögen bis 3000 Mark, von Vermögen der Waiſen
und Witwen bis 10000 Mark, wenn das Einkommen
weniger als 750 Mark beträgt, von Einkommen unter
900 Mark u. dgl. m.
Zu Artikel 4 beantragt der Ausſchuß Annahme
eines neuen Abſatzes 3 in folgender Faſſung: Für
Grundſtücke, die dauernd landwirtſchaftlichen Zwecken
zu dienen beſtimmt ſind, einſchließlich der zugehörigen
Gebäude kann der Steuerpflichtige Beſteuerung nach

ſollen nun entſcheiden, welche den Männern, die auch
ſie einſt zu Grabe leiten werden, zukommt.
* Ein Geſchäftskniff. In Kopenhagen er=
zählt
man ſich aus einer oſtjütländiſchen Hafenſtadt die
folgende Geſchichte von einem pfiffigen Modehändler:
Zu ſeinem großen Aerger bemerkte der Inhaber eines
Damenhutladens der Stadt, der bisher die beſte Geſell=
ſchaft
zu ſeinem Kundenkreis rechnete, daß ihm neuer=
dings
ein junger Konkurrent mehr und mehr den Rang
ablaufe. Die Hüte des neuen Geſchäfts waren nämlich
entſchieden größer und moderner, und die Damen der
Stadt kauften nur noch in dieſem Laden, ſo daß das
alte Geſchäft mit dem ganzen Lager an zwar ſchönen,
aber weniger umfangreichen Damenhüten ſitzen blieb.
Da verfiel der durch den neuen Konkurrenten geplagte
Geſchäftsinhaber auf eine Liſt. Durch die Vermittel=
ung
eines Freundes kaufte er beim Konkurrenten
einige zwanzig der größten Hüte und ſchenkte ſie den
Marktfrauen, die den prächtigen Schutz gegen die Sonne
gern annahmen. Die Folge war, daß auf einmal der
große Damenhut in der ganzen Stadt unmodern
wurde, denn keine Dame wollte mehr denſelben Hut
tragen, wie die Marktfrauen! Die Frauen ſchenkten
darum wie auf Kommando ihre neuen großen Pracht=
hüte
ihren Dienſtmädchen und kauften ſich in dem älte=
ren
Modegeſchäft andere, und zwar kleinere Hüte. So
florierte auf einmal das alte Geſchäft wieder, und der
Inhaber erhielt die Unkoſten des von ihm angewende=
ten
Geſchäftskniffes durch den großen Umſatz reichlich
erſetzt.
* Einen hübſchen Scherz hat das Berliner
Landgericht gemacht. Es hat kurzer Hand und mit naiver
Harmloſigkeit beſchloſſen, in der Klageſache des Reiſe=
begleiters
Cooks den Dr. Cook als Zeugen zu laden. Da
man bekanntlich niemanden hängt, ehe man ihn hat, ſo
wird auch das Berliner Landgericht Herrn Dr. Cook nicht
eher verhören können, als es ihn hat. Vielleicht gelingt
es der vielgerühmten Berliner Kriminalpolizei, ihn am
Nordpol ausfindig zu machen.

einem Mittelwert von Ertrags= und gemeinem Wert
verlangen, wenn er nachweiſt, daß der geſamte Ertrags=
wert
ſeiner ſteuerpflichtigen Grundſtücke und Gebäude
der vorgenannten Art von deren geſamtem gemeinen
Werte erheblich abweicht. Eine erhebliche Abweichung
liegt dann vor, wenn der Ertragswert weniger als die
Hälfte des veranlagten gemeinen Werts beträgt. Der
zu beſteuernde Mittelwert ſetzt ſich aus der Hälfte des
Ertragswerts und des gemeinen Werts zuſammen. Als
Ertragswert gilt der 33½fache Betrag des Jahresrein=
ertrags
, den die Grundſtücke nach ihrer bisherigen
wirtſchaftlichen Beſtimmung bei ordnungsmäßiger Be=
wirtſchaftung
nachhaltig gewähren können. Auf unbe=
baute
Grundſtücke, die innerhalb des genehmigten
Ortsbauplans liegen, finden ungeachtet ihrer Zweck=
beſtimmung
die vorſtehenden Vorſchriften keine An=
wendung
. Ferner Zufügung folgenden Abſatzes 5:
Die allgemeinen Grundſätze für Ermittelung des Er=
tragswertes
, ſowie für die Ausführung der Abſätze 2
und 3 überhaupt, werden durch Verordnung beſtimmt.
Abg. Uebel beantragt, den letzten Satz des Aus=
ſchußantrages
von Auf bis Anwendung zu ſtreichen,
da er zu bedenklichen Konſequenzen, z. B. bei Einge=
meindungen
, führen kann. Geheimerat Dr. Becker
hält den Antrag für unangebracht, der Antragſteller
habe die Worte, die innerhalb des Bauplanes liegen.
nicht berückſichtigt. Dem ſtimmt Abg. Dr. Gläſ=
ſing
zu, der den Antrag eingebracht hat, einen neuen
Abſatz 4 in folgender Faſſung einzufügen: Für
Städte im Sinne der Städteordnung finden vor=
ſtehende
Vorſchriften keine Anwendung, einerlei, ob és
ſich um Grundſtücke innerhalb oder außerhalb des Be=
bauungsplanes
handelt. Redner begründet dieſen
Antrag, der es den Städten ermöglichen ſoll, Speku=
lationsgrundſtücke
zur Beſteuerung heranzuziehen.
Nach längerer Debatte wird beſchloſſen, den Aus=
ſchußantrag
zu Artikel 4 anzunehmen, den
Antrag Uebel abzulehnen und den Ausſchußantrag
zu Artikel 56 anzunehmen.
Die Artikel 5, 6, 7 werden debattelos in der Aus=
ſchlußfaſſung
angenommen. Zu Artikel 8, der die
Steuerbefreiungen regelt, beantragen die Sozialdemo=
kraten
Strich folgenden Satzes: Von dieſer Befrei=
ung
ſind ſolche rechtsfähige Konſumvereine und einge=
tragene
Genoſſenſchaften ausgenommen, die den ge=
meinſamen
Einkauf von Lebensmitteln oder Gegen=
ſtänden
des hauswirtſchaftlichen Bedarfs zum Zwecke
des Wiederverkaufs im Kleinen betreiben, wenn ihr
Geſchäftsbetrieb ſich unter gleichen oder ähnlichen For=
men
und Einrichtungen vollzieht wie in Kleinhandels=
betrieben
mit den nämlichen oder gleichartigen Waren.
Abg. Molthan tritt dieſem Antrag in längeren
Ausführungen entgegen.
Der Ausſchuß zieht ſeinen urſprünglichen Antrag
zu Artikel 8 zurück und beantragt nunmehr: a) An=
nahme
der Ziffer 1 in folgendem Wortlaut: Betriebe,
die ausſchließlich wohltätigen oder gemeinnützigen
Zwecken dienen, insbeſondere auch die öffentlichen
Sparkaſſen, wenn ſie ihre verfügbaren Ueberſchüſſe nur
zu dieſen Zwecken verwenden; b) Strich der Ziffern
2 und 3 (Befreiung der öffentlichen Sparkaſſen und
der eingetragenen Genoſſenſchaften und Konſumvereine,
die nur an Mitglieder verkaufen); e) Annahme der
Ziffern 4 und 5, ſowie des letzten Abſatzes in der
Faſſung der Regierungsvorlage. Dieſen Antrag
bittet Abg. Molthan nunmehr anzunehmen. Abg.
Dr. Heidenreich tritt für die Regierungsvorlage,
d. h. für Befreiung der ländlichen Konſumvereine und
Genoſſenſchaften, ein. Abg. Raab verteidigt in
längerer Rede den ſozialdemokratiſchen Antrag, die
Befreiung der Konſumvereine betreffend. Dem tritt
Abg. Wolf entgegen. Abg. Dr. Gutfleiſch ſpricht
ſich im Sinne des Abg. Dr. Heidenreich aus. Es ſei
eine Gefahr, die genoſſenſchaftliche Bewegung aufhalten
oder unterbinden zu wollen mit ſteuerlichen Maß=
nahmen
.
Abg. Dr. Heidenreich hat inzwiſchen den Au=
trag
auf Wiederherſtellung der Regierungsvorlage ein=
gebracht
.
Geheimerat Dr. Beſt verteidigt die Stellungnahme
der Regierung. Abg. Dr. Oſann weiſt die Angriffe,
die Abg. Raab gegen ihn gerichtet hat, zurück und pole=
miſiert
gegen den Abg. Dr. Gutfleiſch. Der Artikel
wird dann in der Faſſung des Ausſchuß=
antrages
angenommen. Der Antrag Ulrich
auf Strich des Abſatz 2 wird abgelehnt. Darauf
wird die Sitzung um 1½ Uhr geſchloſſen. Nächſte Sitz=
ung
Donnerstag 9 Uhr.

Kongreſſe und Verbandstage.
* Unter überaus zahlreicher Beteiligung von Fach=
leuten
aus ganz Deutſchland trat in Danzig der
Verein deutſcher Ingenieure zu ſeiner 31.
Hauptverſammlung zuſammen, um eine Reihe
wichtiger Berufs= und Standesfragen zu erörtern. Die
erſte Arbeitsſitzung begann mit einer Begrüßungs=
anſprache
des Vorſitzenden Direktors Sorge ( Magde=
burg
), der an der Hand eines umfangreichen Zahlen=
materials
das Anwachſen der drei Wirtſchaftsgruppen
Deutſchlands in den Jahren 1895 bis 1907 nachwies.
Dabei berückſichtigte er beſonders das Wachstum von
Landwirtſchaft, Induſtrie, Handel und Verkehr und
beleuchtete den Einfluß der techniſchen Arbeit Deutſch=
lands
auf dem Weltmarkte gegenüber den anderen
Ländern. Hierauf erſtattete Direktor Linde (Berlin)
den Geſchäftsbericht. Die Zahl der Mitglieder
des Vereins betrug Ende 1909 insgeſamt 23 568 und
Ende April d. J. 23674.: Die Anzahl der Bezirksver=
eine
beläuft ſich auf 47. Für die Jahre 1910 und 1911
führt Kurt Sorge, Mitglied des Direktoriums der
Firma Krupp, die Geſchäfte des Vorſitzenden. Bedeu=
tende
Mittel ſind für die praktiſche Förderung der Luft=
ſchiffahrt
, insbeſondere für Unterſuchung von Hub=
ſchrauben
zur Verfügung geſtellt worden. Der Um=
ſtand
, daß im deutſchen Reichstage Anträge auf Grün=
dung
und Unterhaltung einer deutſchen Akademie und
Verſuchsanſtalt für Luftſchiffahrt und Flugtechnik ge=
ſtellt
wurden, veranlaßte den Vorſtand, an den Reichs=
kanzler
die Bitte zu richten, einen Vertreter des Ver=
eins
bei den in Ausſicht genommenen Beratungen von
Sachverſtändigen über dieſe Frage zu hören. Die Er=
füllung
dieſes Wunſches iſt ihm zugeſagt worden. Die
Fragen der Ausbildung von Ingenieuren für den
höheren Verwaltungsdienſt, ihrer Zulaſſung zu den
Aemtern der ſtaatlichen und kommunalen Verwalt=
ungen
und der höheren Bewertung der Fachtechniker
im öffentlichen Leben ſind Gegenſtand lebhafter Er=
örterungen
geweſen und haben auch die Tages= und
Fachpreſſe in ausgedehntem Maße beſchäftigt. Der
Königlichen Immediatkommiſſion zur Vorbereitung
einer Verwaltungsreform ſind die Wünſche der Ver=
eine
vorgetragen worden. Es wurde dabei darauf hin=
gewieſen
, daß die wirtſchaftlichen Verhältniſſe unſeres
öffentlichen Lebens es dringend erforderlich machen, daß
die Verwaltungen von techniſchem Geiſte durchdrungen

[ ][  ][ ]

Nummer 150.

Seite u

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

werden. Es folgte eine Reihe von Ehrungen. Die im
ohre 1894 geſtiftete Grashof=Denkmünze wurde dem
Geheimen Kommerzienrat Zieſe (Danzig) verliehen,
dem Schwiegerſohn des erſten Beſitzers der Denkmünze,
des Geheimen Kommerzienrats Schichau (Elbing). Zum
Ehrenmitglied des Vereins wurde Geh. Marine= Ober=
baurat
Dr. Veit vom Reichsmarineamt ernannt. Hier=
an
ſchloß ſich ein Vortrag des Kgl. Bayeriſchen
Majors z. D. v. Parſeval über Mein Lenkballon
und meine Flugmaſchine‟.

66. Jahresverſammlung des Heſſiſchen
Hauptvereins der Guſtav Adolf=Stiftung.
Auf ſeiner Wanderung durch die drei Provinzen
iſt für dieſes Jahr der Heſſiſche Hauptverein der
Guſtav Adolf=Stiftung der Einladung nach Groß=
Zimmern gefolgt. Am Dienstag um 4 Uhr ver=
ſammelte
ſich im Saale des evangeliſchen Schweſtern=
hauſes
der Verwaltungsrat, zu dem die Vorſtandsmit=
glieder
des Hauptvereins und Abgeordnete der dreißig
heſſiſchen Zweigvereine faſt vollzählig erſchienen waren.
Nachdem mit Gebet und Geſang die Sitzung eröffnet
worden war, begrüßte der Vorſitzende, Herr Profeſſor
Trümpert, die Anweſenden im Namen des Vor=
ſtandes
. Die ſatzungsmäßig ausſcheidenden Mitglieder
des Vorſtandes wurden wieder= und die Herren Wirkl.
Geheimer Oberpoſtrat Kobelt=Darmſtadt und Pfarrer
Wagner=Geinsheim neugewählt. Den Anträgen der
Kirchenvorſtände zu Hechtsheim und Heuſenſtamm um
Anfnahme in den Unterſtützungsplan wurde einſtim=
mig
ſtattgegeben. Von den zur Verteilung bereit=
ſtehenden
34500 Mark wurden nach den ſorgſam ex=
wogenen
Vorſchlägen des Vorſtandes dem Zentralvor=
ſtand
zu Leipzig 6000 Mark, für 35 Diaſporagemeinden
Heſſens insgeſamt 21900 Mark, der Reſt von 6600 Mark
97 Empfängern außerhalb Heſſens überwieſen. Das
Hubenſche Legat im Betrage von 105 Mark bekam die
Gemeinde Frei=Weinheim zugeteilt, für die Zweigver=
einskollekten
von 1911 wurden die Diaſporakirchen zu
Mombach, Mühlheim und Rockenberg empfohlen.
In Fortſetzung des ſchon auf der vorjährigen
Tagung zu Gießen angeſchnittenen Themas verhan=
delte
man auf Grund des Referates von Herrn Kirchen=
rat
Groſch=Mainz=Kaſtel über die Frage: Was muß
von ſeiten der Vereinsleitung und der Vereinspfleg=
linge
geſchehen, um angeſichts der ſtets ſich ſteigernden
Anſprüche den Verein leiſtungskräftig zu erhalten? Da
das Arbeitsgebiet desſelben in ungeahnter Weiſe ge=
wachſen
ſei, während ſeine Einnahmen damit nicht
gleichen Schritt hielten, da ferner die Unternehmungen
der letzten Jahre noch ſchwere Laſten zu tragen auf=
gäben
, könnte in wirtſchaftlich und kirchlich ungünſtigen
Zeiten ein Rückſchlag eintreten, der den Verein in eine
ſchwierige Lage brächte. Neben einer geſteigerten Mit=
hilfe
der Landeskirche und einer vermehrten Sammel=
tätigkeit
der Zweig=, Frauen= und Ortsvereine ſei
darum zu wünſchen, daß die Pflegegemeinden ihre
eigenen Kräfte möglichſt anſtrengen, mit äußerſter
Sparſamkeit wirtſchaften, die ihnen vom heſſiſchen und
durch andere Hauptvereine überwieſenen Unter=
ſtützungen
ausſchließlich zur Tilgung und Verzinſung
ihrer Schulden verweiden und genaueſte Auskunft über
ihre Verhältniſſe erſtatten. In der lebhaften Diskuſſion
nahmen das Wort die Herren: Pfarrer Wagner= Geins=
heim
, Dekan Knodt=Groß=Zimmern, Präſident D. Nebel=
Darmſtadt, Pfarrer Berk=Mombach, Pfarrer Grein=
Bretzenheim, Pfarrer Zinn=Herbſtein, Pfarrer Dr. Bert=
Weiſenau und Pfarrer Rheinfurth. Die Ausführungen
des Herrn Pfarrers Dingeldey=Darmſtadt über die
Frage: Wie können die Jahreseinnahmen geſteigert
werden? gipfelten in den Sätzen: 1. Der G. A.=V. iſt
ein arbeitender Verein, alſo arbeite man in
ihm. 2. Der G. A.=V. hat eine große Geſchichte
und große Aufgaben, alſo erzähle man von beiden.
3. Der G. A.=V. iſt ein Verein, alſo vereinige
man ſeine Glieder in lokalen Verbänden. 4. Der
G. A.=V. iſt ein kirchlicher Verein, alſo ſei es
Ehrenpflicht der kirchlichen Organe, ihn zu fördern.
Auch hierzu brachte die Beſprechung, an der ſich die
Herren Pfarrer Widmann=Bingen, Pfarrer Berk=
Mombach, Dekan Knodt=Groß=Zimmern, Pfarrer D.
Dr. Preuſchen=Hirſchhorn, Pfarrer Dr. Liz. Bert=
Weiſenau und Dekan Bayer=Groß=Gerau beteiligten,
wertvolle Ergänzungen. Als Abgeordnete zur Haupt=
verſammlung
des Geſamtvereins in Stralſund wurden
ſchließlich noch die Herren Profeſſor Trümpert und
Dekan Bayer beſtimmt. Auf Einladung des evange=
liſchen
Kirchenvorſtandes zu Mainz beſchloß die Ver=
ſammlung
, im nächſten Jahre dort ihr Feſt zu feiern.

Der Allenſteiner Mordprozeß.
Allenſtein, 28. Juni. Am heutigen neun=
zehnten
Verhandlungstage mußte die Sitzung wieder=
holt
abgebrochen werden, da die Angeklagte mehrfach
Schreikrämpfe bekam, ſo daß die mediziniſchen Sach=
verſtändigen
eingreifen mußten. Erſter Zeuge iſt
Rechtsanwalt Schöne=Berlin, der über die Zeugin
Neugebauer Ausſagen macht, die für letztere belaſtend
ſind. Prof. Dr. Meyer=Königsberg erſtattet als
Vertreter des Medizinalkollegiums ſein Gutachten.
Auf Beſchluß des Gerichtshofes wird zunächſt das
Gutachten, das am 28. November 1908 ſchriftlich er=
ſtattet
wurde, verleſen. Der Sachverſtändige kommt
darin zu dem Schluſſe, daß bei der Angeklagten eine
hochgradige Hyſterie beſtehe, deren erſte Erſcheinungen
bis in die Kindheit zurückreichen. Es liege bei der
Angeklagten eine Fülle typiſcher Erſcheinungen vor:
leichte Erregbarkeit, Launenhaftigkeit, Willensſchwäche
ſw. Zeichen einer organiſchen Erkrankung des Zen=
tralnervenſyſtems
ſind zur Zeit der Beobachtung nicht
nachweisbar, vielmehr beſteht bei ihr von Jugend an
eine deutliche Hyſterie, die ſtets mit pſychiſchen Störun=
gen
einhergeht und die zur Zeit der ihr zur Laſt ge=
legten
Handlung Ende 1907 einen ſolchen Grad er=
reicht
hatte, daß ſehr wahrſcheinlich die Vorausſetzungen
des § 51 zutrafen. Der Teil des Gutachtens, der ſich
auf die Perſon Goebens bezieht, enthält nur bekannte
Einzelheiten. Prof. Meyer ergänzt dann das ſchrift=
liche
Gutachten durch mündliche Darlegungen, indem er
usführt: Dieſes Gutachten halte ich in jeder Be=
ziehung
aufrecht. Natürlich hat die mündliche Verhand=
lung
noch manches Neue gezeitigt, was uns dazu
führen kann, noch etwas weiter zu gehen. Der Sach=
verſtändige
geht dann darauf ein, daß ein Geſchworener
die Frage angeregt habe, ob die Krampfanfälle der
Angeklagten nur vorgetäuſcht ſein könnten. Das könne
vorkommen, aber nur Laien gegenüber. Bei der An=
geklagten
ſei das ausgeſchloſſen, da die mediziniſchen
Sachverſtändigen ſich von der Echtheit der Krämpfe über=
zeugt
hätten. Was den Herrn v. Goeben anlangt, ſo
war das Zuſammentreffen von ihm mit der Ange=
klagten
eine ſchwere ſeeliſche Erſchütterung. Goeben
war auch entſchieden anormal, ſein Zuſtand unterſchied
ich aber= uan dem der Angeklagten dadurch, daß ſeine

Krankheit nicht ſchon früher zum Ausbruch gekommen
iſt. Goeben war krank, aber nicht im Sinne des § 51.
Der letzte Sachverſtändige, Prof. Puppe=Königsberg,
erklärt: Wenn man den Geiſteszuſtand der beiden
gegeneinander abwägt, ſo muß man ſagen: Die Zu=
rechnungsfähigkeit
Goebens iſt nicht ausgeſchloſſen. Ich
kann nur der Anſicht Ausdruck geben, daß Goeben bei
Begehung der Tat in einem Zuſtande geweſen iſt, den
wir als Illuſion bezeichnen müſſen. Dieſer Illuſions=
ſtandpunkt
ſchwankt bei ihm nach dem, was er über die
Angeklagte erfährt. Ich halte ihn auch beſonders des=
halb
nicht für geiſteskrank, weil ſein ganzes Leben ein
Leben des Erfolges und des Gelingens war. Anders
verhält es ſich mit der Angeklagten. In ihr müſſen
wir von vornherein eine Kranke ſehen, die an Seelen=
und Gemütsſtörungen litt, und zwar in einem Maße,
daß ſie ſich ſchließlich aus ihnen nicht mehr herausfand.
Ich erachte daher bei ihr den § 51 für vorliegend. Auf
Befragen bekunden die beiden Sachverſtändigen noch,
daß ſie den § 51 auf alle event. der Angeklagten zur
Laſt fallenden Straftaten bezogen wiſſen wollen.
Darauf werden die weiteren Verhandlungen auf
Donnerstag früh vertagt. Morgen fällt die Sitzung
aus, da katholiſcher Feiertag (Peter und Paul) iſt.
(Der hier mehrfach angeführte § 51 des Straf=
geſetzbuches
lautet: Eine ſtrafbare Handlung iſt
nicht vorhanden, wenn der Täter zur Zeit der Be=
gehung
der Handlung ſich in einem Zuſtande von Be=
wußtloſigkeit
oder krankhafter Störung der Geiſtes=
tätigkeit
befand, durch welchen ſeine freie Willensbe=
ſtimmung
ausgeſchloſſen war. Nach den vorerwähnten
Gutachten der Aerzte ſcheint daher die Frei=
ſprechung
der Angeklagten auf Grund dieſes § 51
nicht mehr zweifelhaft zu ſein. D. Red.)

Die Strandung des L 2 VII‟.
* Die Blätter melden über die Havarie der
Deutſchland‟: Die Deutſchland flog etwa eine
halbe Stunde mit einer Schnelligkeit von 300 Metern
in einer Höhe von 250 Metern bis auf 1250 Metern in
die Wolken. Als ſie aus den Wolken herauskam, fiel
ſie rapid auf eine Höhe von 100 Metern in den Teuto=
burger
Wald. Bei dem unfreiwilligen Auftrieb des
Luftſchiffes hat die Deutſchland viel Gas verloren.
Zum Unglück verſagte noch in einem kritiſchen Moment
der vordere Motor. Die Deutſchland geriet in die
Bäume hinein; ein Baum drang durch den Boden der
Paſſagierkajüte; einige andere Bäume durchbohrten die
Hülle. Dadurch wurde das Schiff feſtgehalten. Es ſoll
der Verſuch gemacht werden, es durch Fällen von den
Bäumen derart frei zu bekommen, daß möglichſt viel
Material gerettet wird.
Weiter wird zu dem Unfall gemeldet: L 2 VII‟
war am Dieustag morgen um halb 9 Uhr in Düſſeldorf
mit 20 Mitgliedern der Preſſe an Bord, zwei Herren
der Direktion und zehn Mann Bedienung aufgeſtiegen.
Die Fahrt ging bei leidlichem Wetter zum Wuppertal.
Später kreuzte das Schiff lange über der Ruhrgegend
und wurde dann von heftigen Winden dem Münſter=
lande
zugetragen. Stundenlang ſtand das Schiff gegen
den Sturm. Der heftige Südweſt, der ſchließlich eine
Stärke von 20 Sekundenmetern erreichte, riß die
Deutſchland in eine Höhe von über 1500 Metern, in
undurchdringliches Gewölk. Die Steuerung verſagte,
das Schiff verlor an Auftrieb. Ein Motor funktionierte
nicht mehr, und ſo wurde das Schiff, das im Fallen noch
einen Berg überwunden hatte, an einem zweiten klei=
neren
Berg aufgeſchleudert. Das Geſtänge, die Appa=
rate
und Motoren ſind intakt; die Hülle freilich iſt ſtark
ramponiert. Der Andrang zu dem weitab von menſch=
lichen
Wohnungen liegenden Schauplatz (das nächſte
Dorf Wellendorf liegt etwa eine Stunde entfernt) war
noch am Abend ſehr ſtark. Die Schiffsmannſchaft zeigte
nach dem Auffahren eine muſterhafte Haltung. Die Herren
des Direktoriums blieben gleichfalls an Ort und Stelle.
Sie halfen bei der Landung der Paſſagiere, Vertretern
der deutſchen, engliſchen und amerikaniſchen Preſſe.
Im kritiſchen Moment wurde der ſämtliche verfügbare
Ballaſt, ſogar Werkzeuge und Anker ausgeworfen; der
dynamiſche Auftrieb war aber nicht mehr ſtark genug,
um das Schiff zu halten. Dazu kam, daß das Fahrzeug
durch Schnee und Regen ſchwer belaſtet war, und das
Verſagen des vorderen Motors. Auf ein Kommando
eilten eine Anzahl Herren in den hinteren Laufgang,
um das Schiff nach vorne gegen den Berg zu in die
Höhe zu drücken. Die ſchroffe Auffahrt war aber nicht
mehr zu verhindern. Die Inſaſſen kletterten an Bäu=
men
herunter oder wurden an Strickleitern und Sei=
len
an Land gebracht. Der Leiter des Schiffes, Ober=
ingenieur
Dürr, hatte die Abſicht, eine Zwiſchenlandung
in der Senne oder bei Münſter vorzunehmen, weil der
Sturm ſich immer mehr verſtärkte; aber die Erreichung
eines Landungsplatzes wurde im Toben der Elemente
vereitelt.
* Osn abrück, 29. Juni, 3 Uhr vormittags.
Das Luftſchiff Deutſchland liegt im Walde
auf der Seite. Der hintere Teil iſt vollſtändig
zerſtört. Die Ballonetts wurden entleert. Das
Luftſchiff wird abmontiert. Ein Monteur erlitt einen
Beinbruch. Militär ſperrt den Platz ab.
* Frankfurt, 28. Juni. Graf Zeppelin iſt
heute abend nach 10 Uhr, von Kiel kommend, hier ein=
getroffen
und im Carlton=Hotel abgeſtiegen. Der Graf,
der noch keine Kenntnis von dem Unfall des Paſſagier=
luftſchiffes
Deutſchland hatte, war beim Empfang der
näheren Nachrichten tief erſchüttert.
* Friedrichshafen 29. Juni. Zu dem Un=
fall
des Luftſchiffes Deutſchland teilt Direk=
tor
Colsmann mit, daß das Luftſchiff vollſtändig
verloren iſt. Nur die Motoren und Ballonetts, die
ſchon entleert ſind, ſind noch unverſehrt geblieben. Das
ganze Schiff wird demontiert und nach Friedrichshafen
befördert. Von den 22 Inſaſſen, ſämtlich Vertreter der
deutſchen, engliſchen und amerikaniſchen Preſſe, und
den Führern hat niemand Verletzungen erlitten.
* Osnabrück 29. Juni. Das Wrack des Luft=
ſchiffes
Deutſchland lag am Morgen noch an derſel=
ben
Stelle, wo ſich geſtern die Kataſtrophe ereignete.
Während der Nacht ſind mit Hilfe der von Osnabrück
eingetroffenen zwei Kompagnien Soldaten die Gondeln
abmontiert worden. Die Gaszellen ſind herausgenom=
men
und die äußere Hülle iſt von dem Gerippe entfernt
worden. Das Gerippe wird zerſägt und das ganze
Wrack zur Reparatur nach Friedrichshafen zurückge=
ſchickt
. Die Motoren ſind zum Teil unverſehrt geblie=
ben
. Der Materialſchaden wird auf 150000 bis 200000
Mark geſchätzt.
* Osnabrück 29. Juni. Der Monteur
Hohenſtein vom Luftſchiff Deutſchland mußte in
das Krankenhaus gebracht werden. Der mutige Mann
wollte beim Niederkommen des Schiffes mit voller
Ueberlegung aus der hinteren Gondel ſpringen, um

dieſe zu erleichtern. Er fiel in die Bäume und es ſchien
Anfangs, als ob er nur geringe Verletzungen erlitten
hätte, indeſſen ſcheint er ſich ſchwere innere Verletzungen
zugezogen zu haben.
* Osnabrück, 29. Juni. Der Frkf. Ztg. geht
noch folgende Schilderung der Fahrt zu: Die
Teilnehmer der geſtrigen Fernfahrt der Deutſchland‟
werden dieſe unter ihre unvergeßlichen Erinnerungen
einreihen. Ihr Vertreter hat den Vorzug gehabt, den
Schlußakt voll auszukoſten, denn er gehörte mit zu
denen, die im hinteren Laufgang des vorderen Teils
durch ihr Gewicht Auftrieb nach vorn geben ſollten
und er wurde als einer der letzten Inſaſſen eine
Stunde nach dem Niederdruck aus dem nicht veranker=
ten
Schiff herausgeholt. Die Herren der Luftſchiffahrt=
Geſellſchaft blieben, wie ſchon erwähnt, an Ort und
Stelle und leiſteten gemeinſam mit dem Perſonal Hilfe.
Sie haben ihre Zuverſicht nicht verloren, ſondern re=
giſtrieren
auch dieſen Unfall unter die Kinderkrank=
heiten
der großen Erfindungen. Die außerordentlich
ungünſtige Wetterlage iſt dem Zeppelin zum Ver=
hängnis
geworden. Die Aachener Wetterwarte hatte
Sturm prophezeit, und es wäre wohl am beſten ge=
weſen
, dieſe Warnung zu beachten. Die Sturm=
ſtärke
ſteigerte ſich geſtern bis auf 20 Meter und
in dieſem wütenden Orkan mußte die Steuerung ver=
ſagen
und der Rieſe in den wallenden Lüften ein Spiel=
ball
widriger Mächte werden. Trotzdem verſuchte
Oberingenieur Dürr des Wetters Herr zu werden
und unternahm es mit allen Kräften, eine ruhigere Luft=
ſchicht
zu gewinnen, um dann in Münſter oder an der
Senne zu landen. Lange ſtand das Schiff über dem
Münſterland, ohne ſeine Poſition verbeſſern zu kön=
nen
. Der Sturm drängte es zurück. Gegen 5 Uhr ge=
riet
es in einen gewaltigen Wirbel, der es in eine
Höhe zwiſchen 1200 und 1500 Meter riß. Wir fuhren
in dieſen ungeheuren Wolken dahin, undurchdring=
liches
Bleigrau ringsum. Der Sturm ſauſte uns um
die Köpfe, das Waſſer von Regen konnte man nicht
ſprechen platſchte uns ins Geſicht. Jede Orientier=
ung
war unmöglich. Wir fühlten, daß wir ein Luft=
abenteuer
ſchaurigſter Art erlebten. Aber das Gefühl
der Sicherheit verließ uns keinen Augenblick, denn das
Toben des Sturmes wurde überdröhnt von dem ſich
ſtets gleichbleibenden ſtarken Baßlied der Propeller,
das uns den ganzen Tag begleitet hatte. Es gab uns
die Zuverſicht, die angeſpannten Kräfte der Maſchine
und die Energie menſchlichen Willens werde die blinde
Macht der Elemente beſiegen. Deutſchland ſtampfte
und flog mit keuchendem Atem dahin. Sie arbeitete
ſich noch durch die Wolkenmaſſe, die ihren Leib um=
hüllte
. Aber dann verſagte das Steuer. Das
Schiff ſank. Die Lüfte öffneten ſich und mancher
wandte den Blick auf die Erde mit ihren viereckigen
Feldern und dunklen Wäldern. Dann kam eine Ge=
birgslandſchaft
in Sicht. Es galt nun, nicht in die
Berge zu kommen. Ein hoher Berg wurde noch paſ=
ſiert
, ohne daß man aufſtieß. Plötzlich aber ſtockte der
rordere Motor und das Schiff, das in den höchſten
Höhen ſtarken Gasverluſt erlitten hatte und deſſen
Ballonetts ſchlaff wurden, konnte nicht mehr den not=
wendigen
dynamiſchen Auftrieb bekommen. Die Ab=
gabe
allen Ballaſts genügte nicht zum Hochkommen,
und die Abkommandierung einer Anzahl von Herren
in den hinteren Laufgang brachte keinen Auftrieb der
Spitze. Näher und näher kamen wir den Feldern.
Ein Raſcheln und Kniſtern, ein Endchen Hochwald=
fahrt
, dann ſtieß die Deutſchland nicht gerade un=
ſanft
, aber für uns im hinteren Laufgang doch ſehr be=
merkbar
, auf. Wir ſchauten uns verdutzt an und wer=
den
nicht ſehr gleichgültig ausgeſehen haben, denn die
Situation war nicht gerade alltäglicher Art. Wir ſtan=
den
zwiſchen den Aluminiumrippen des Schiffes oder
ſaßen auf dem Boden und merkten an den durch die
zerriſſene Hülle eindringenden Tannen, daß wir un=
ten
waren. In dieſem Augenblicke hatte die Mann=
ſchaft
mit voller Geiſtesgegenwart die hinteren Ma=
toren
abgeſtellt, ſodaß im Moment das fummende Lied
verſtummte. Einer der Monteure, der aus der Gondel
abſprang, um das Schiff zu erleichtern, büßte feinen
Opfermut mit Quetſchungen und wurde mit einem
requirierten Automobil dem nächſten Krankenhaus zu=
geführt
. Keinem der anderen Inſaffen geſchah ein Leid.
Der kleine Nervenchock, der ſich bei einigen Herren
ſichtbar äußerte, wird bald überwunden lein.
Von einer Panik konnte keine Rede ſein. Drektor
Colsmann ging ruhigen Schrittes durch den Laufgang
in die ſogen. Speiſewagenkabine und verkündete ſo=
zuſagen
offiziös: Meine Herren, das Luftſchiff
Deutſchland iſt geſcheitert! Dann ging es an die
eigentliche Landung. Die Herren der Luftſchiffahrt=
Geſellſchaft und das Perſonal erreichten zuerſt den
feſten Boden, nur ein ſchlanker Journaliſt war ihnen
zuvorgekommen, indem er an einem Baum herab=
kletterte
. Man ſah die Herren hemdärmelig mit Säge
und Beil hantieren, Bäume fällen, Seile befeſtigen,
eine kurze Strickleiter anhängen, Taue halten. Auch
andere waren werktätig bemüht. Ein Mann nach dem
anderen verließ nun über die vordere Gondel das noch
immer ſchwankende Schiff. Auch die Ungesbteſten
mußten Turnerkunſtſtücke ausüben, von denen ſie noch
lange erzählen werden. Wir ſtanden alfo wieder auf
der mütterlichen Erde, die wir trenlos verkaſſen, um
uns dem Spiel der Winde anzuvertrauen. Wir rie=
ben
uns die Augen und ſahen uns den zitternden Wol=
kenbekämpfer
an. Tiefes Mitleid überkam uns bei
dem Gedanken, daß den greiſen Grafen Zeppelin wie=
der
neues Leid treffen müſſe. Das Schiffeiſt geknickt,
die Hülle zerſprengt, ein Baum ragt in die Kabine
herein, auch andere Teile ſind beſchädigt, aber das
ſilberweiße Gerippe, das Geſtänge, die Motoren und
die techniſchen Inſtrumente ſind unverſehrt. Die
Deutſchland liegt an den Ausläufern des Teuto=
burger
Waldes, in der Gegend zwiſchen Wellendorf
und Iburg.
Die Nachricht von dem Unglück wurde
bald bekannt und über die durchweichten Wege zog
eine Völkerwanderung dem Schauplatz der Kataſtrophe
zu. In Osnabrück herrſcht große Erregung. Maſſen=
haft
eilen Autos und Radler nach Wellendorf, das mit
der Bahn in 40 Minuten zu erreichen iſt. Dort hängt
die defekte Deutſchland, von weitem ſichtbar, an den
Bergen.
H.B. Osnabrück, 29. Juni. Das Abmontie=
ren
des Luftſchiffes durch die Soldaten der Infan=
terie
=Regimenter Nr. 78 und 83 geht nur ſehr langſam vor=
wärts
, da das ziemlich ſchwierige Waldgelände ſich für den
Transport der einzelnen Teile nicht beſonders eignet. Es
dürfte daher noch einige Tage dauern, bevor die Abmon=
tage
gänzlich vollzogen iſt. Seitheute morgen bewegt ſich
ein unabſehbarer Menſchenſtrom in die Gegend und von
allen Seiten werden Ausrufe des Bedauerns laut. Graf
Zeppelin trifft heute abend 6 Uhr in Osnabrück ein
und wird üch ſofort an die Unfallſtelle begebene

[ ][  ][ ]

Nummer 150.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

Seite 6.

Parlamentariſches.
*X* Der Geſetzgebungsausſchuß der
Zweiten Kammer hielt geſtern nachmittag eine
gemeinſame Sitzung mit der Regierung ab, an welcher
Staatsminiſter Dr. Ewald und Geheimer Staatsrat
Krug von Nidda teilnahmen. Die Beratung
örehte ſich um die Vorſchläge zur Wahlkreiseinteilung.
wöbei beſonders die von nationalliberaler Seite vor=
geſchlagene
Wahlkreisänderung für Rheinheſſen ein=
gehend
debattiert wurde. Die Regierung gab die Er=
klärung
ab, daß ſie zu den vorgeſchlagenen Aender=
ungen
der Regierungsvorlage vorerſt keine Stellung
nehmen, ſondern daß ſie ſich die Entſcheidung bis nach
Fertigſtellung der Wahlkreiseinteilung in beiden Kam=
mern
vorbehalten werde. Der Ausſchuß gedenkt am
nächſten Freitag mehrere Beſchlüſſe über die gemachten
Vorſchläge zu treffen.

Luftſchiffahrt.
OK. Die Flugmaſchine im Poſtdienſt.
Aus Waſhington wird berichtet: Die amerikaniſche
Poſtbehörde iſt geſonnen, ſich den Ruhm nicht entgehen
zu laſſen, als erſte die Flugmaſchine praktiſch in
den Dienſt der Poſt geſtellt zu haben. Im Kongreß
liegt bereits ein Antrag vor, der den Poſtmeiſter der
Vereinigten Staaten ermächtigt, ſofort mit Verſuchen
über die Brauchbarkeit des Aeroplans für den Poſt=
dienſt
zu beginnen. Beſondere Gelder brauchen nicht
bewilligt zu werden, da die Poſtverwaltung für der=
artige
Zwecke über einen Dispoſitionsfonds verfügt.
Die Experimente ſollen in Waſhington ſtattfinden.
Der Habicht, der ſeit Jahren auf den Türmen des
Poſtminiſteriums niſtet, wird ſich vielleicht eine neue
Heimat ſuchen müſſen, denn die Türme ſollen, wenn
die Verſuche zufriedenſtellende Reſultate ergeben, zu
Landungsplätzen für die Luftpoſt umgebaut werden.

Die Kieler Woche.
sr. (Eigener Bericht.) Die Regatten der Sonder=
klaſſe
um den vom Kaiſer alljährlich ausgeſetzten
Samoa=Pokal ſind bis zur Entſcheidung vorgeſchritten.
Die drei bisherigen Regatten haben mit den Erfolgen
von Tilly 10%, Jugend und Käthe drei verſchiedene
Sieger ergeben, die nun ſatzungsgemäß die für Don=
nerstag
vorgeſehene vierte Regatta allein untereinan=
der
als Entſcheidungsregatta um den Samoa=Pokal zu
fahren haben, für den zwei Siege einer Jacht den Aus=
ſchlag
geben. Wie ſchon ſo häufig, iſt auch diesmal mit
Tilly 10" eines der älteſten Boote in die Entſcheidung
gekommen. Die in der erſten Regatta ſiegreich ge=
weſene
Jacht iſt gleich Angela 4 und Lunula bereits
1907 erbaut und gehört nächſt dem bereits aus dem
Jahre 1905 ſtammenden Sonderling zu den älteſten
Konkurrenten. Unter der Führung von G. v. Krog=
mann
hat ſich das Hamburger Fahrzeug bei dem in die=
ſem
Jahre auf der Kieler Förde vorherrſchenden See=
gang
, wie ſchon in früheren Jahren, glänzend bewährt,
ſo daß ihm in dem Final=Race durchaus keine geringe
Chance gegeben zu werden braucht, wenn der Wind an=
hält
. Tilly 10 kann für ſich ſogar den Ruhm in An=
ſpruch
nehmen, bisher die beſte Durchſchnittsleiſtung
eizielt zu haben. Mit einem erſten und einem ſechſten
Preis, ſowie einem achten Platz erzielte die Jacht die
beſte Punktziffer 15 und gewann damit den von Ham=
burger
Freunden des Segelſports ausgeſetzten Extra=
preis
. Uebertroffen wurde dieſe Durchſchnittsleiſtung
lediglich von dem amerikaniſchen Sonderklaſſenboot
Adams, das von Herrn Protzen außer Konkurrenz
zweimal auf den zweiten und einmal auf den ſechſten
Platz geführt wurde, alſo mit der Punktwertung 10 die
Führung behauptet. Immerhin hat die Amerikanerin
in jeder Regatta überlegene deutſche Gegner gefunden,
ſo daß alſo vorläufig kein Anlaß vorliegt, eine erwie=
ſene
Ueberlegenheit des amerikaniſchen Jachtmaterials
in der Sonderklaſſe anzunehmen. Der Tilly 10 zu=
nächſt
folgen im Geſamtklaſſement mit je 16 Punkten
Maleportus und Käthe von denen letztere als
zweite Anwärterin auf den Samoapokal einen erſten,
einen ſiebenten und einen achten Platz belegte. Die in
Wannſee beheimatete Jacht iſt ein diesjähriger Neubau
von Max Oertz und bei kräftiger Briſe als vorzügliches
am Wind=Boot auf jeden Fall ausſichtsreich gegenüber
Tilly und Jubilar als dritten im Bunde. Letzterer
iſt gleichfalls ein Neubau, der auf der Engelbrechtſchen
Werft nach Riſſen des Berliner Konſtrukteurs Jäckel
erbaut wurde und die extremſten Formen in dem 18
Jachten umfaſſenden Sonderklaſſenfelde aufweiſt. Die
Jacht ſteht im Geſamtklaſſement mit 27 Punkten wenig
günſtig, wobei aber berückſichtigt werden muß, daß ſie
am dritten Tage aufgab und mit 17 Punkten belaſtet
wurde. Bei dem ſchweren Seegang lag ſie allerdings
auch wenig vorteilhaft im Rennen, dafür hat ſie aber
bei mittlerem Seegang und Wind überraſchend gute
Eigenſchaften gezeigt, ſo daß ihr unter normalen Kieler
Witterungsverhältniſſen eine erſte Chance zu geben iſt.
Jedenfalls wird der Ausgang des Entſcheidungsren=
nens
um den Samoa=Pokal ganz von dem Wetter ab=
hängen
. Während der Samoapokal=Gewinnerin gleich=
zeitig
der Armourpokal als Klaſſenpreis für ihr erſtes
ſiegreiches Rennen winkt, ſind den beiden anderen Jach=
ten
zwei gleichfalls ſehr wertvolle Ehrenpreiſe ſicher.
So fällt der Kronprinz=Pokal als Klaſſenpreis an den
Sieger desjenigen erſten Rennens, der Ehrenpreis der
Prinzeſſin Heinrich an den Sieger desjenigen zweiten
Rennens, in dem der Samoa=Pokal und der Armour=
Pokal nicht gewonnen wurden. Die drei Herren der
den Samoa=Pokal nicht gewinnenden Jacht erhalten
dafür noch je einen Pokal als Extrapreis.
* Eckernförde, 29. Juni. Heute morgen um
8 Uhr begann das Handikap der großen Jach=
ten
bei heftigem Gewitterregen. Die Hohenzollern
mit dem Kaiſer an Bord folgte den Jachten bald nach.
Als Segelgäſte auf dem Meteor waren geladen:
Generaloberſt von Pleſſen, General der Infanterie
Freiherr von Plettenberg, Vizeadmiral von Müller,
Vizeadmiral z. D. Menſing, Vizeadmiral a. D. Baran=
don
, der ſtellvertretende Hofmarſchall Graf Pückler,
Kontreadmiral Lans, Kontreadmiral Scheer und der
Kapitän zur See Sehring.
* Kiel, 29. Juni. Die Hohenzollern mit dem
Kaiſer iſt heute mittag wieder eingelaufen und um
12¾4 Uhr an die Boje gegangen.

Sport.
* Zarskoje Sſelo, 29. Juni. Heute nahm das
Internationale Automobilrennen Peters=
burg
=Kiew=Moskau=Petersburg ſeinen An=
fang
; es beteiligten ſich 45 Automobile verſchiedener
Syſteme. Der Kaiſer ſtiftete einen Pokal. Die zurückzu=
legende
Strecke, die 300000 Werſt lang iſt, iſt in zehn
Etappen geteilt, am Start waren mehrere Mitglieder der
kaiſerlichen Familie erſchienen.

Vermiſchtes.
Deutſche und Polen. Am 15. Juli 1910
werden 500 Jahre verſtrichen ſein, ſeit bei Tannen=
berg
, einem kleinen Dorfe im heutigen preußiſchen
Regierungsbezirke Allenſtein (Kreis Oſterode) das deutſche
Ordensheer den vereinigten Polen und Litauern erlag.
Von dieſer Niederlage hat ſich der Orden, der eine der
größten deutſchvölkiſchen Taten durch Ausbreitung des
Deutſchtums vollbracht hatte, nicht mehr erholt. Das
Polentum aller Länder rüſtet ſich, dieſen Tag feſtlich zu
begehen. Man hofft auf ein zweites Tannenberg für
das Deutſche Reich und ſcheut ſich nicht, dieſe Hoffnung
zu äußern. Planmäßig bereiten die Polen die Erfüllung
dieſes Wunſches vor, ſie haben erkannt, daß ein Sieg
auf wirtſchaftlichem Gebiete den auf ſtaatlichem vorbe=
reiten
müſſe. So haben ſie ſich in zielbewußter Arbeit
einen polniſchen Mittelſtand geſchaffen und kräftigen
durch planmäßige Abſchließung gegen die Deutſchen ihre
polniſchen Kaufleute und Handwerker und ſuchen unſere
Volksgenoſſen auch vom Grundbeſitze zu verdrängen.
All ihr Streben iſt geleitet vom Haſſe gegen das Deutſch=
tum
und von der Sehnſucht nach einem ſelbſtändigen
Polenreiche, für das als Hafenplatz an der Oſtſee
Danzig beanſprucht wird. Es bleibt ein Verdienſt des
Fürſten Bülow, daß er in der Polenfrage in die be=
währten
Bahnen Bismarckiſcher Staatskunſt zurückgekehrt
iſt. Aber die Regierung allein kann den Kampf nur
führen, wenn das ganze deutſche Volk hinter ihr ſteht.
Wir dürfen ein ſelbſtändiges Polenreich nicht zulaſſen,
wenn wir nicht unſere eigene ſtaatliche Selbſtändigkeit
verlieren wollen. Es handelt ſich nicht um eine
preußiſche Frage, es handelt ſich um eine allgemein
deutſche Frage, einen Teil jenes gewaltigen Ringens
zwiſchen Germanentum und Slawentum. Zur Er=
innerung
an den Tannenberger Sieg haben die Polen
bereits einen Betrag von 1200000 Kronen geſammelt.
Mit dieſer Opferfreudigkeit, die im Verhältnis zu ihrer
Zahl und zu ihrer wirtſchaftlichen Kraft Bewunderung ver=
dient
, können ſie dem großen deutſchen Volke als Vorbild
dienen. Möge es ſich nicht von ihnen beſchämen laſſen! Der
deutſche Oſtmarkenverein ſieht ſich in ſeiner ſegensreichen Ar=
beit
, das Deutſchtum zn ſammeln und zu kräftigen, ge=
hemmt
durch den Mangel an Mitteln. Er bittet deshalb um
Spenden für ſeinen Oſtmarkenſchatz, deſſen Beſtände
lediglich dem oſtmärkiſchen Deutſchtume zu gute kommen.
Stellen wir der Tannenberg=Spende der Polen eine
deutſche entgegen! Möge der Gedenktag jener verhäng=
nisvollen
Schlacht heute einen Sieg des Deutſchtums
bringen. Spenden, über die in der Oſtmark öffentlich
quittiert wird, erbittet man an die Direktion der Dis=
konto
=Geſellſchaft zu Berlin W. 8, Unter den Linden 35c,
der an das Poſtſcheckkonto des Oſtmarkenvereins
Berlin N. W. 7, Konto Nr. 4696 unter der Bezeichnung:
Spende für den Oſtmarkenſchatz‟ Deutſche Volks=
genoſſen
! Oeffnet Eure Herzen und Taſchen für Euer
Volkstum! Stärkt die Kräfte des Oſtmarkenvereins,
damit die polniſche Feier des 500jährigen Gedenktags
der deutſchen Niederlage einſt predige von einem
deutſchen Siege!
Inwieweit ſind Arbeitgeber den
Arbeitnehmern für aufbewahrte Gegen=
ſtände
haftbar? In ſehr vielen induſtriellen und
kaufmänniſchen Betrieben, namentlich dort, wo die
Arbeitnehmer weite Arbeitswege zurücklegen müſſen,
ſind Einrichtungen geſchaffen, die es den Arbeitnehmern
ermöglichen ſollen, mitgebrachte Gegenſtände, wie
Fahrräder und Garderobe, unterzubringen. Dieſe
Einrichtungen werden den Arbeitern gewöhnlich ohne
weiteres zur Verfügung geſtellt. Wer iſt nun dafür
verantwortlich, wenn einmal an ſolchen Plätzen, die
zur Aufbewahrung von mitgebrachten Gegenſtänden
dienen, etwas geſtohlen wird? Nach dieſer Richtung
hin iſt ein Prozeß von Wichtigkeit, der vor kurzem
vor dem Zivilgericht in Duisburg zum Austrag kam.
Einem Bergarbeiter war an ſeiner Arbeitsſtelle aus
einem Schuppen, in dem die Arbeiter ihre Fahrräder
aufbewahrten, das Fahrrad geſtohlen worden. Darauf=
hin
klagte der Bergarbeiter gegen den Arbeitgeber auf
Schadenerſatz und das Gericht trat der Auffaſſung bei.
wonach der Arbeitgeber für den durch den Diebſtahl
verurſachten Schaden aufkommen müſſe. Das Gericht
führte aus, auch wenn keine Kontrollmarken für die
untergeſtellten Fahrräder ausgegeben würden, ſei der
Arbeitgeber für die Fahrräder haftbar, weil der Ar=
beitgeber
dadurch, daß er den Schuppen, als Unter=
kunftsort
für die Fahrräder der Arbeiter eingerichtet,
auch die Verantwortung habe, daß aus dem Raum
nichts geſtohlen wird.

Literariſches.
C Heinerblut‟ Robert Schneider,
einer unſerer beſten lebenden Lokalpoeten, hat eine
zweite, veränderte Auflage ſeines Gedichtbandes Hei=
nerblut
kürzlich erſcheinen laſſen, das, wie der erſte
Band, ſicher viele Freunde und Anhänger ſich erwerben
wird (Heedt u. Ganß, Darmſtadt). Eine Anzahl neuer
und vortrefflicher Arbeiten hat in dieſem Buche Auf=
nahme
gefunden und ſeinen Wert bedeutend geſteigert.
Robert Schneiders urwüchſiger, geſunder Humor, der
auch vor ſcharfer Satire nicht zurückſchreckt, vor allem
aber ſeine glänzende Beherrſchung des Heinerdialekts
ſind an dieſer Stelle ſo oft gewürdigt worden, daß dem
nichts hinzuzufügen iſt. Dem Büchlein, das auch tech=
niſch
hübſch ausgeſtattet iſt, iſt weiteſte Verbreitung
ſicher.
Weltkinder, Geſchichten aus dem nordiſchen
Paris von Guſtav Esmann. Vorwort von Rudolf
Presber. (Vita, Deutſches Verlagshaus, Berlin= Char=
lottenburg
). Broſch. 2,50 Mk., geb. 3,50 Mk. Von allen
Städten, die ſich den Titel Klein=Paris anmaßen,
verdient ihn Kopenhagen, das nordiſche Paris wohl
am eheſten. Und Guſtav Esmann war ein echtes Kind
dieſer genuß= und ſinnenfrohen Stadt. Das beweiſen
die vier Geſchichten aus ſeinem Nachlaß, die, mit einer
trefflichen Einführung Rudolf Presbers und in tadel=
loſer
Ueberſetzung, ſoeben erſchienen ſind. Beſonders
die erſte Novelle Kinder iſt geradezu ein Meiſter=
ſtück
moderner Erzählungskunſt und Maupaſſants
allerbeſten Schöpfungen als völlig ebenbürtig an die
Seite zu ſtellen. Kulturhiſtoriſch von großem Inter=
eſſe
ſind auch die beiden Arbeiten Fräulein Helga‟
und Der Idiot auf dem Dampfſchiff die beſſer als
manches gelehrte Werk Leben und Anſchauungsweiſe
unſerer däniſchen Nachbarn widerſpiegeln, während
die Novelle Eine alte Schuld in ungemein ſpannen=
der
Form Konflikte aus einem Kavaliersleben be=
handelt
.
Das öſterreichiſche Elbetal. Der Ver=
faſſer
hat die ſchönſte und romantiſchſte Partie des
Elbetales, die auf öſterreichiſchem Boden von Leitme=
ritz
bis Herrnskretſchen reicht, zum Gegenſtand ſeiner
knappen, fachlichen, durchaus auf die praktiſche Benütz=
ung
berechneten Darſtellung gemacht. Das künſtleriſch
ausgeſtattete, mit zahlreichen Anſichten verſehene Büch=

lein, welches den Titel Oeſterreich=Böhmen, das Elbe=
tal
von Leitmeritz bis Herrnskretſchen führt, wird
durch den Landesverband für Fremdenverkehr in
Deutſchböhmen, Sitz Karlsbad, gegen Einſendung von
30 Pfg. in Marken unentgeltlich an Intereſſenten ab=
geſchickt
.
Im Verlag von Otto Herm, Höriſch in Dres=
den
=N. 17 erſchien: Auskunft in Mahn= und
Klageſachen. 8. Auflage, 14.15. Tauſend. Be=
kanntlich
iſt ſeit 1. April 1910 das Geſetz, die Abänder=
ung
der Z.=P.=O. betreffend, in Kraft. Unter Berück=
ſichtigung
der Abänderungen und der praktiſchen Hand=
habung
derſelben hat der Bücherreviſor Höriſch in
Dresden ſeine in 8. Auflage neu bearbeitete Auskunft
in Mahn= und Klageſachen herausgegeben. Preis 1,50
Mark. Die Auskunft iſt einem weiten Kreiſe von
Perſonen von Nutzen und man kann ſie ruhig em=
pfehlen
.
In einem Bändchen behandelt Stadt= und Kur=
arzt
Dr. Lorenz=Wildbad Gicht, Rheumatis=
mus
, Ischias auf Grund langjähriger Erfahrun=
gen
und Beobachtungen in eingehender Weiſe. Seine
Ratſchläge verweiſen in erſter Linie auf eine richtige
Diätetik und naturgemäße Behandlung dieſer moder=
nen
Krankheiten, und ſind um ſo mehr beachtenswert,
als ſie alles in Betracht ziehen, was damit zuſammen=
hängt
. Verlag von J. Ebner, Ulm. Preis 1,50 Mk.
Der in Fachkreiſen vorteilhaft bekannte Ver=
lag
der modernen kaufmänniſchen Bibliothek, G. m.
b. H., Leipzig=R., Eilenburgerſtraße, hat ein Buch=
haltungs
=Lexikon (mit einer Einleitung: Wie
man als Buchhalter Differenzen ſucht) herausgegeben.
Die Schrift wird als Taſchenbuch für den kaufmänni=
ſchen
Buchhalter und ſolche, die es werden wollen, bei
dem mäßigen Preis beſtens empfohlen und iſt gegen
Einſendung von 1 Mark in Briefmarken erhältlich.

Gedächtnisfeier.
St. Für den verſtorbenen Herrn Geheimen Medi=
zinalrat
Dr. Ludwig, Direktor der Großh. Landes=
irrenanſtalt
Heppenheim, fand geſtern nachmittag 4
Uhr in der Aula der Techniſchen Hochſchule eine Ge=
dächtnisfeier
ſtatt, der u. a. folgende Herren beiwohn
ten: Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach
Exz., Geheimerat Dr. Weber, Geh. Obermedizinal=
räte
Dr. Neidhart, Hauſer, Geheimerat Röm=
held
, Geh. Oberregierungsrat Dr. Wagner, Pro=
vinzialdirektor
Fey, Beigeordneter Mueller, Re=
gierungsrat
Kranzbühler, Generalſtaatsanwalt
Dr. Preetorius, viele Aerzte und Profeſſoren von
hier und auswärts uſw.
Die Aula war mit Blumen und Palmen würdig
und hübſch geſchmückt. Das Lied Dem Unendlichen
von F. Klopſtock, von Fräulein Thea Fey mit außer=
ordentlich
wirkungsvollem Vortrag geſungen, leitete
die Feier ſtimmungsvoll ein.
Herr Profeſſor Dr. Sommer=Gießen hielt die
Gedächtnisrede, in der er ein umfaſſendes Lebensbild
des ſeltenen Mannes und eine treffliche Würdigung
ſeines Wirkens gab. Eine durchaus eigenartige Per=
ſönlichkeit
ſchon von früh auf, iſt Dr. Ludwig weit
über die heſſiſche Heimat hinaus zu Bedeutung und
Ruf gelangt. Viele, die mit ihm zuſammengearbeitet,
ſind vor ihm geſchieden. Er hielt ſich aufrecht bis ins
hohe Alter hinein, gleichſam als ein alter Krieger für
die Unabhängigkeit der pſychiatriſchen Wiſſenſchaft.
Allen, die ihn im Alter noch gekannt, wird die charak=
teriſtiſche
Greiſengeſtalt mit dem mächtigen Kopf, dem
ſcharfgeſchnittenen, von weißem Bart umrahmten Ge=
ſicht
unvergeſſen bleiben, ebenſo die eindringliche,
überzeugende Art ſeiner Rede. Ein Organiſator
erſten Ranges war der Heimgegangene, und ſchon in
ſeiner Studienzeit, als Angehöriger des Korps Star=
kenburgige
, trat dieſe ſeine Begabung zutage und
machte ihn zu einem Herrſchenden im Kommilitonen=
kreiſe
, wie ein altes, noch erhaltenes Bild beweiſt.
Und dieſes Organiſationstalent iſt bis ins hohe Alter
eine ſeiner Stärken geblieben. Er hat die ſchwierige
Aufgabe hinterlaſſen, ſein Werk in ſeinem Geiſte
weiterzuführen.
Still iſt er aus dem Leben gegangen; ſo ſtill, daß
erſt Tage, Wochen vergingen, bis die Kunde von ſeinem
Scheiden in die Kreiſe ſeiner Bewunderer und An=
hänger
drang. Das entſprach wohl ſeinem eigenen
Wunſche. Wir aber haben die Pflicht, ſein Andenken
zu feiern, denn ſein Vermächtnis iſt groß, wir müſſen
ſeine Lebensarbeit und die Entwickelung ſeiner Ge=
danken
zu begreifen ſuchen.
Von ſeiner Kindheit und Jugend iſt wenig be=
kannt
, im weſentlichen nur, daß er das Schickſal vieler
großer Männer teilte, aus einer proteſtantiſchen
Pfarrersſamilie zu ſtammen. Auch daß er kein her=
vorragender
Student war er brauchte 9 Jahre, bis
er ſeine mediziniſchen Examina beſtand hat er mit
vielen Geiſtesgrößen gemeinſam. Seinen Charakter
zeichnet vielleicht die Tatſache, daß er in wenigen dich=
teriſchen
Verſuchen als Student und als Greis in
hohen Worten Ehre und Treue beſang.
Im weiteren gab Redner eine wiſſenſchaftliche
Schilderung der Verdienſte Ludwigs um die Erforſch=
ung
der Pſychiatrie und die Organiſation der irren=
ärztlichen
Tätigkeit, der Landesirrenanſtalten Hof=
heim
, Heppenheim und Gießen. Er ſchloß mit dem Ge=
lübde
, im Geiſte des Verſtorbenen weiter zu arbeiten
zum Wohle der ärztlichen Wiſſenſchaft und damit der
Menſchheit.
Danach ſprach der Vorſitzende des Vereins der Deut=
ſchen
Irrenärzte, Herr Prof. Dr. Kreuſer=Stuttgart,
dem Heimgegangenen Dank und Anerkennung aus.
Der Geſang der Litanei von J. G. Jacobi, eben=
falls
von Fräulein Thea Fey geſungen, die von
Fräulein Marie Schwan in feinſinniger Weiſe am
Flügel begleitet wurde, ſchloß die würdig verlaufene
Feier, zu der die folgenden Herren die Einladung
hatten ergehen laſſen: Profeſſor Dr. Dannemann= Gie=
ßen
, Provinzialdirektor Fey=Darmſtadt, Geh. Ober=
medizinalrat
Dr. Hauſer=Darmſtadt, Oberſtaatsanwalt
von Heſſert=Darmſtadt, Geh. Obermedizinalrat Dr.
Neidhart=Darmſtadt, Generalſtaatsanwalt Dr. Preeto=
rius
=Darmſtadt, Profeſſor Dr. Sommer=Gießen, Ge=
heimerat
Dr. Weber=Darmſtadt.

Die Veränderungen im preußiſchen Miniſterium
und im Reichsdienſt.
* Berlin, 29. Juni. Die Norddeutſche Allge=
meine
Zeitung veröffentlicht folgendes Handſchrei=
ben
des Kaiſers an den Fürſten Radolin:
Lieber Fürſt Radolin! Es iſt mir ein Bedürfnis,
Ihnen anläßlich Ihres Ausſcheidens aus dem Reichs=
dienſte
meinen herzlichſten Dank auszuſprechen für die
ausgezeichneten Dienſte, die Sie in Ihrer 47jährigen
amtlichen Tätigkeit mir und meinen Vorfahren und
der Krone in den verſchiedenen Ländern geleiſtet

[ ][  ][ ]

Nummer 150

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

Sette 7.

haben; ſowohl in Konſtantinopel, Petersburg, wie
Paris, wo Sie beglaubigt waren, haben Sie er=
reicht
, die Achtung der Regierungen ſich zu ſichern. In=
dem
ich dieſes ſchreibe, verleihe ich Ihnen als Dank
für Ihre Dienſte die Brillanten zum Kreuz der Groß=
Komture des Hausordens der Hohenzollern. Die In=
ſignien
werden Ihnen demnächſt zugehen. Ich ſpreche
die Hoffnung aus, daß es Gott gefallen möge, Sie
nach Ihrem langen, arbeitsreichen Leben die wohlver=
diente
Ruhe noch durch lange Jahre genießen zu laſſen.
Kiel, 27. Juni. Wilhelm.
H.B. Magdeburg, 29. Juni. Die Berufung
Dr. Lentzes zum Finanzminiſter iſt ihm ſelbſt völlig
überraſchend gekommen. Wie die Magdeburger Zei=
tung
berichtet, hatte Dr. Lentze noch für geſtern eine
Magiſtratsſitzung einberufen, dieſe aber verſchoben, als
er vom Reichskanzler zur Konferenz nach Berlin ein=
geladen
wurde. Erſt in letzterer wurde ihm das Amt
des Finanzminiſters übertragen, das er bereits geſtern
angetreten hat. Geſtern abend hatte ſich der neue Mi=
niſter
noch einmal nach Magdeburg zurückbegeben.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.!
* Berlin, 29. Juni. In der heutigen Bundes=
ratsſitzung
wurde dem Entwurf des Geſetzes
über den Ausbau der deutſchen Waſſer=
ſtraßen
und die Erhebung von Schiffahrtsabgaben in
der von den Ausſchüſſen beſchloſſenen Faſſung zuge=
ſtimmt
.
* Berlin, 29. Juni. Heute vormittag wurde das
Rudolf Virchow=Denkmal von Profeſſor Klimſch
auf dem Karlsplatze in der Nähe der Charité in Gegen=
wart
zahlreicher Mitglieder der Familie Virchow ein=
geweiht
. Unter den Anweſenden befanden ſich Unter=
ſtaatsſekretär
Wahnſchaffe als Vertreter des Reichskanzlers,
Kultusminiſter von Trott zu Solz, der Oberpräſident der
Provinz Brandenburg v. Conrad, der ehemalige Kultus=
miniſter
Dr. Studt, Polizeipräſident v. Jagow, Bürger=
meiſter
Dr. Reicke, zahlreiche Vertreter der Univerſität, der
Akademie der Wiſſenſchaften und anderer Geſellſchaften
und Inſtitute, ſowie die Präſidien vom Reichstag und
Landtag, die Studentenſchaft uſw.
* Heiligenhafen (Holſtein), 29. Juni. Das Guſtav
Adolf=Feſt Schleswig=Holſteins beſtimmte
6000 Mark der Reformationskollekte für den Kirchenbau in
Devant=les=Ponts bei Metz.
* Allenſtein, 29. Juni. Der Allenſteiner Zeitung zu=
folge
befindet ſich Frau v. Schönebeck gegenwärtig in
einem derartig erſchöpften Zuſtande, daß man befürchtet,
ſie werde in den nächſten Tagen nicht verhandlungsfähig
ſein; man muß alſo mit der Möglichkeit einer Ver=
tagung
des Prozeſſes rechnen.
* Paris, 28. Juni. Der Präſident der Republik
Falliéres ſprach ſich bei dem heutigen Bankett.
der Handelskammer lobend über die Wirt=
ſchaftspolitik
aus, welche die Regierung und die
Kammern befolgten. Als ſie ſich kürzlich mit der Re=
viſion
des Zolltarifs befaßten hätten ſie die Weisheit
gehabt, es bei einer einfachen Richtigſtellung des Tarifs
bewenden zu laſſen. Falliéres wies dann auf die
wachſende, günſtige Entwicklung des franzöſiſchen Han=
dels
hin, welcher im Laufe des lletzten Jahrhunderts
von 900 Millionen Franks auf 12 Milliarden Franks
gewachſen ſei, und betonte die Notwendigkeit, ſtets fort=
zuſchreiten
, um Frankreich auf ſeiner wirtſchaftlichen
Höhe zu halten. Jede Initiative müſſe darauf gerichtet
werden, den techniſchen und den Fachunterricht zu heben
und ſich davor zu hüten, daß man in dieſer Angelegen=
heit
vom Auslande überholt werde,

* Bremerhaven, 29. Juni. Der Lloyddampfer
Darmſtadt geht morgen nach Bremen ab, um bei
dem drohenden Streik der Hafenarbeiter als Quartierſchiff
für Arbeitswillige zu dienen. Der Dampfer kann 1200
Arbeiter aufnehmen. (Frkf. Ztg.)
H.B. Heringsdorf, 29. Juni. Heute nacht 4 Uhr brach
in der mit Kurgäſten ſtark beſetzten Villa Kaiſerſtraße Nr. 29
Feuer aus, das von der ſchnell herbeigeeilten Feuerwehr
innerhalb einer Stunde gelöſcht werden konnte. Sämt=
liche
Inſaſſen des Hauſes konnten ſich in Sicherheit
bringen.
H. B. London, 29. Juni. Der Herzog von Alen=
con
iſt, 66 Jahre alt, auf Schloß Winnledon geſtorben.

(63210

Bestbewährfe
gesunde
und
magen-
darmkranke

Nahrung für:
sowie
schwächliche,
in der Entwicklung
zurückgebliebene
Kinder.
rankenkosf

Unser

(13091df

Inventur-Ausverkauf
beginnt am 1. Juli.
Sie können dabei gute Waren sehr vor-
teilhaft
erwerben.
H. & F. Becker
Spezial-Leinen- u. Wäsche-Haus
17 Wilhelminenstrasse 17.

65

1 1

Bestellungen

auf das

:Darmstädter Taablatt
mit illustriertem Unterhaltungsblatt
werden von allen Kaiserl. Postanstalten,
Briefträgern, von der Expedition (Rheinstr. 23)
M den Zeitungsträgerinnen, sowie von den
Agenturen jederzeit entgegengenommen.

111

Gewerbe=Bibliother u. Vorbilderſamm.. Der Leſeſaal iſt geöffnet: an allen Wochen=
tagen
von 8½12½ u. 2½5½ Uhr (Samstag=Mittag
ausgenommen). Leſeabende: Dienstags und Frei=
tags
, abends von 810 Uhr.
Tamitienachrichen.

Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß unſer lieber Schwieger=
vater
, Großvater, Schwager und Onkel
Herr Felix Bürk
Schneider im Großh. Hoftheater
geſtern nachmittag 3 Uhr nach kurzem ſchweren
Leiden ſanft entſchlafen iſt.
(13132
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Adam Volz,
Eliſabeth Bürk,
Philipp Bürk,
Albert Bürk.
Darmſtadt, den 29. Juni 1910.
Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmit=
tag
5 Uhr, vom Friedhofe aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Mitteilung.)
Heute nacht 12¼ Uhr entſchlief ſanft
nach längerem Leiden unſere treubeſorgte
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter,
(B13109
Schweſter und Schwägerin
Frau
Aones Schneider
geb. Rauch
Witwe des Großh. Hoftheaterhauptkaſſierers
Wilh. Schneider.
Darmſtadt, den 29. Juni 1910.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Professor Dr. Schlamp u. Frau,
geb. Schneider.
Die Beiſetzung findet Freitag, den 1. Juli,
nachmittags 3 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.

Gottesdienſt bei der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 1. Juli 1910.
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 30 Min.
Samstag, den 2. Juli 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbatausgang
9 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religions=
geſellſchaft
.
Samstag, den 2. Juli.
Vorabend 7 Uhr 45 Min. Morgens 7 Uhr 30 Min.
Nachmittags 5 Uhr Min. Sabbatausgang 9 Uhr
40 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 3. Juli, an:
Morgens 6 Uhr Min. Nachmittags 7 Uhr 15 Min.
Antlicher Weiterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die neue
Zyklone iſt oſtwärts nach Norwegen vorgerückt und ruft
in weitem Umkreis Regenfälle und ſtarke Südweſtwinde
hervor. Infolge der Niederſchläge ſind die Flüſſe im
Steigen und laſſen geringes Hochwaſſer befürchten. Die
Morgentemperaturen liegen in Mitteldeutſchland bei 150.
Da ſich am Südrande des Tiefdruckgebietes fortgeſetzt
Randwirbel entwickeln, auch weſtlich Irland eine neue
Zyklone angedeutet iſt, dauert die unruhige, regneriſche
Witterung an.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 30. Juni:
Regenfälle, böiger Weſt, etwas kühler.

Tageskalender.
Bibelſtunde von Reiſeſekretär Bertelmann um 8½ Uhr
Rheinſtraße 2 (Blau Kreuz=Vereine).
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 107 Uhr).
Aquarien= und Terrarien=Ausſtellung im
Mathildenhöhſaal (geöffnet von 98 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 311 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 1. Juli.
Kleider= ꝛc. Verſteigerung um ½10 Uhr Karl=
ſtraße
52.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um ½3 Uhr Ludwigs=
höhſtraße
4.
Heugras=Verſteigerung um 7 Uhr auf der Mönch=
bruchmühle
und um 10 Uhr auf der Mönchbruchwieſe.
Beſichlaung des Großb. Reſiden, ſchloſ=
ſes
: An jedem Wochentage von 34 Uhr; Sonntags
von 111 Uhr.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: S. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

Enorme Freisermässigung ofine Ausnaßme

auch auf neueste Stücke,
für sümtliche vorrätige

Damen-Konfektion

Serie I
10%

Serie II

Serie III
40 5 50%

20%
Schwarze Satin-, farbige Wasch-
Wollblousen
mi 60%0 und weisse Batist-Blousen . . mit 10%
Auswahlsendungen können bei diesen Preisermässigungen nicht stattfinden.

Telefon 1056.

Serdt

(12890

friſcheſte Land=Eier
(garantiert reinſchmeckend)
10 Stück83 Pfg
25 Stück 2.05 Mk.
andere Sorten
Pfg.
10 Stück von 4 8
an
empfiehlt *2916id
Darmstädter

Mathias Rosenstock
18 Ludwigſtraße 18.
Telephon 490.

[ ][  ][ ]

Sommer
Raumungs

Verkauf.

Beachten Sie meine
folgenden ausführ-
lichen
Preisangebote

3
Ho

Warten Sie!
Ich biete
Außergewöhnliches!

Derselbe bezweckt neben der Räumung von
Artikeln, die der Mode unterworfen sind, wie:
Damen-Konfektion
Kleiderstoffe: Waschstoffe
: Damenputz etc.:
Große Extra-Auslagen

in

Damen- und Kinderwäsche
Bett- und Tisch-Wäsche

sowie

Kaufhaus
Ludwigstrasse 2.

Weiß- und Baumwollwaren
und bietet meiner werten Kundschaft Gelegen-
heit
, gediegene und erstklassige Qualitäten
Shenerehelch. blg. end eethet
Saehanten.

Schneider

Ludwigstrasse 2.

(13054)

Goysesgegsgegegegegeoosee

6
5
2

[ ][  ][ ]

1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.

§8 150.

Danerstag. 30. Zun.

1910.

Voranzeige!

Unser diesjähriger

beginnt am Montag, den 4. Juli in allen Abteilungen.

FrCcharlkank &

Ecke Elisabethenstrasse und Wilhelminenstrasse.

(13037mdf

Klettenwarzel-Haarol
von Carl Jahn in Gotha
feinſtes, beſtes Toilettenöl, zur Erhaltung,
Kräftigung und Verſchönerung des Haares,
zur Reinigung des Haarbodens und Be=
ſeitigung
der Schinnen. Seit über fünfzig
Jahren eingeführt, bewährt und überall
von der Kundſchaft rühmlichſt empfohlen.
Allein zu haben in Flaſchen mit Siegel
und Firma des Verfertigers verſehen,
à 75 und 50 Pfg. bei
Ge L. Kriegk
(4458a
Rheinſtraße.

Lumpen, Flaſchen,
Papier, Eiſen,
höchſten Preiſe. Poſtkarte genügt.
*15744md) J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.

ch Kaufe: Metall. Zahle die

Bügelkursus!
(Nicht zu vergleichen mit einer Bügelanſtalt.)
Beginn Donnerstag, den 30. Juni im oberen Saale des Saalbaues.
Lehrzeit des Kurſus von 912 und von 26 Uhr. Die Damen können laber
nach Belieben kommen. Ich verpflichte mich, in beiden Kurſen die Damen alle in dieſes
Fach einſchlagende Artikel, hauptſächlich das Neueſte im Glanzbügeln, grüudlich
zu erlernen.
Anmeldungen und Erkundigungen beliebe man noch bis kommenden Donnerstag
von vormittags 9 bis 7 Uhr abends im Lokale ſelbſt bei der Lehrerin einzuholen.

*15628oimd)

Hochachtend
Frau Luise Dürk,
ſtaatl. geprüfte Bügellehrerin.

Sſchäf, volſändiges, modernes Bet,
neu, zum halben Preis zu verkaufen
12958mds)
Lichtenbergſtraße 87, III.

ist die beste
Grösste Reinheit und Ergiebigkeit.
Ohne Zusatz
sofort fertig zum Gebrauch
ergibt bei leichter Handhabung,
die prachtvollste Plättwäsche.
Pakete:½ Kilo, ½ Kilo, 2½ Kilo
in den meisten Geschäften.

Riffe der Liebe.
Ein Blankeneſer Roman
von Ewald Gerhard Seeliger.
(Nachdruck verboten.)
Unterdeſſen hatte Jaſper Dunt mit Eintritt des
drigſtauwaſſers ſeine Buttgarne ausgelegt, hatte ſie
dem Einſetzen der Flutwelle wieder herausgeholt,
in der Butt ſchoß nur im ſtillen Waſſer, und betrat
en Abend mit ſeiner kargen Beute wieder den
ind.
Wilken Wobbe aber lauerte ſchon auf ihn, um ihn
as ſehr Wichtiges zu fragen. Jaſper ſchickte einen
igen mit den Fiſchen zu ſeiner Schwägerin hinauf
ſetzte ſich zu dem Alten auf die Bank. Der ſcharfe,
e Nordwind ſtörte ſie nicht.
Was hat Gorch Holmquiſt heut’ morgen mit Dir
brochen? forſchte Wilken Wobbe.
Und arglos erzählte Jaſper Dunt, daß er nächſtens
der Eider nach Oſtaſien gehen würde.
Mit der von Geſterling? rief der Alte.
Holmquiſt will ſie kaufen, nickte Jaſper.
Das wollte ich nur wiſſen, ſprach Wilken Wobbe
riedigt und erhob ſich. Dem werd’ ich den Kohl aber
tig verſalzen.
Und ohne ſich weiter um den verdutzten Jaſper zu
nmern, wackelte der Alte den Strandweg hinauf,
mühſam die ſteile Treppe an Baurs Park empor
klopfte an das Tor der weißen Villa, durch deren

e e e eetee
nun mit der Flut her vom Meere heraufſtießen.
Guſchis Nachfolgerin ließ Wilken Wobbe ein und
meldete ihn bei Diedrich Geſterling, der eben vom Ge=
ſchäft
zurückgekehrt war.
Sie kennen mich wohl nicht? meinte der Alte und
blieb an der Türe ſtehen.
O doch! ſprach der Kaufherr und ſchob ihm einen
Seſſel hin. Sie heißen Wobbe und wohnen am
Strandweg.
Nein! fuhr Wilken Wobbe fort, nachdem er genickt
hatte. Setzen werd’ ich mich erſt nicht. Ich hab’ nur ein
kleines Anliegen, das dauert nicht lange. Wir haben
hier in Blankeneſe einen mit dem Namen Gorch Holm=
quiſt
. Das iſt derſelbe, der damals den alten Diedrich=
ſen
kaput gemacht hat. Der will die Eider kaufen.
Jawohl, beſtätigte Diedrich Geſterling, und wurde
aufmerkſamer. Er war bereits bei mir.
Sie dürfen ihm das Schiff nicht verkaufen! rief
Wilken Wobbe heftig. Jaſper Dunt, der auf dem Grund
wohnt, hat ſeinen Ewer beim letzten Sturm verloren.
Den will er mit der Eider an die chineſiſche Küſte
ſchicken.
Aber lieber Mann, ſprach Diedrich Geſterling, was
geht mich das alles an? Für mich kommt es doch nur
darauf an, ob ich einen guten Preis herausſchlage.
Wer das Schiff übernimmt, kann mir völlig gleich ſein.
Und trotzdem ärgerte er ſich, daß Gorch Holmquiſt
vorgegeben hatte, den Dampfer für eine andere Firma
zu kaufen.

So? meinte Wilken Wobbe, und drehte ſeine Mütze
einmal herum. Ich hab’ bei mir gedacht, was Holm=
quiſt
kann, das können Sie ſchon lange!
Darauf ſagte Diedrich Geſterling nichts, ſondern
ſchritt langſam mit langen Schritten durch das
Zimmer und betrachtete aufmerkſam das Muſter des
Teppichs. Der Alte hatte ihm einen ſeiner geheimſten
Gedanken herausgelockt. Im Laufe des harten Kampfes
mit Matthias Harms hatte er ſchon manche Bedenklich=
keit
überwinden müſſen. Und wieder trat er dem Ge=
danken
, dieſe verrufene Fahrt an der chineſiſchen Küſte
zu erproben, näher als jemals. Konnte man ihr nicht
durch ſtraffe Organiſation und ſtrengſte Rechtlichkeit
zum Anſehen verhelfen? Und ſofort blieb er dicht vor
dem alten Lotſen ſtehen und ſah ihm ſcharf in die
Augen.
Auf Ehre und Gewiſſen! fragte er kurz. Lohnt ſich
die Fahrt?
Und ob ſie ſich lohnt! rief Wilken Wobbe ſchnell.
Würd’ ſie ſonſt Gorch Holmquiſt betreiben? Beim alten
Diedrichſen hat ſie zwölf Prozent gemacht. Und
ſchlechter iſt ſie nicht geworden.
Nun gut, ſprach der Kaufherr beſtimmt. Und
Jaſper Dunt? Iſt der zuverläſſig?
He? lachte der Alte. Würd ihn Gorch Holmquiſt
ſonſt nach China ſchicken? Auf den Mann können Sie
Häuſer bauen!
Ob er bei mir fahren wird?
Das will ich wohl beſorgen! lachte Wilken Wobbe
froh und wackelte mit der Mütze,

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tggblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

Nummer 150.

VORANZEIGEI
Sliser Saiser
Räumungs-Verkauf
beginnt Freitag, den I. Juli.
Wir bieten mit dieser Veranstaltung unserer werten Kundschaft enorme Vorteile.

Besichtigen Sie unsere Dekoration.

Beachten Sie unser Angebot in der morgigen Zeitung.

Markt 2

GEDre NerrserE

(13055

Markt 2

Piano
ſchwarzes Gehäuſe Mk. 250.
Günſtigſte Gelegenheit.
Heinrich Arnold
Hofpianofortefabrik (12796a
Darmſtadt, Mühlſtr. 1 u. 3.
Telefon 691. Direkt neben dem Militär=
lazarett
.

Allusgekämmte Haare werden gut bezahlt
* 11293a) Mühlſtraße 58, 3. Stock.

Kaufe
Brillanten, altes Gold, Platina, Silber.
Pfandſcheine auf Brillantſchmuck.
Stets Gelegenheitskäufe in billigen
Brillanten und Golduhren. (*15743md
Kurtz, Grafenstrasse 2.
Poſtkarte genügt.

Blut= und
Blattlause
werden ſicher vernichtet durch An=
wendung
unſerer
vorzügl. bewährten
Blut= und Blattlauss
Tinkturen
ſowie mit
Carbolineum Avenarius
Baumspritzmittel
das in Alleinvertretung führen:
Gebruder Verholer
14 Schuſtergaſſe 14
D AR MSTAD
Telephon Nr. 200. (12965a

Man
verlange
Auswahl-
sendung

Man
verlange
Auswahl-
sendung

Reste in jeder Rollenzahl bedeutend unter Preis!
Kein
Kein
Laden!
Laden!
Linoleum

nur bewährte Fabrikate

Heinr. Luckhardt
(12975a)
Rheinstr. 41, part.
Fernruf 1271.

Schutmarte Allobro.
Garantie Zurücknahme.

Geete
Sieherheiten
Wer keunt
Sicht Maleuto2 Kasierapparate
Ausserst praktisch und daverhatt.
gudlen Sie stei mit klingen, dlo
Warum kratzen? Der echte All. EUro be=
sitzt
eine vollkommene, anhaltende Schnittfähig.
keit und befriedigt dauernc.
3 0 Ueber 200 000 Stück im ständigen Gebrauch.
M.2,50 compl., mit Sohaumfänger fein versilbort M.3.50
Versand täglich ab Fabrik. IIustrierte Preisliste,
Die 7 Gebote für jeden Selbstrasierer
u. die vielen Anerkennungsschreiben gratis u. franko.
Mulcuto-Stahlwarenfabrik Paul Müller & Co., Solingen.

(8541a

eine Wohnung befindet ſich nicht mehr Teichhausſtraße 2,
I11 ſondern
50 Stiftstrasse 50

(*15695imd

(zwiſchen Roßdörfer= und Soderſtraße).
Elise Anton, Hebamme.

Ein kl. Eisſchrank, 1 Jahr gebraucht,
wird zum halben Preis abgegeben
Kirchſtraße 2.
11917a)

wenig gebraucht, billig zu
Adler=Rad, verkaufen Viktoriaſtr. 98,
1. Stock.
(*15764md

Mällig
Neut
Schmiedeiserne Regale

200X100X30 cm, für jedes Büro paſſend,
leicht, praktiſch, unverwüſtlich. Mark 27.50
(12573a
per Stück.
Otto Frohnhäuser, Landwehrſtraße 19½,
Telephon 1797.

Günſtige Gelegenheit
gebr. Pianino 250. Mk., zu verkaufen.
Karl Arnold, Ecke Erbacherstrasse
Telephon 892.
(10974a
gebr. Möbel u. Betten werd. fortwährend an= u.
verkauft bei I. Lich, Alexanderſtr. 3. (5919a.

eeet dsoſeat
MKuas
MkeN

Dr. Dralle’s
Birken
Haarwassen
Segen
Wobrsciureilerotiaagausfall

Wirkung unübertroffen

Dann ſchicken Sie ihn morgen früh aufs Kontor!
Jaſper Dunt beſann ſich nicht lange, welchen Reeder
er wählen ſollte, und erſchien zur rechten Zeit bei
Geſterling u. Co. Als er noch mit Diedrich Geſtexling
verhandelte, wurde Gorch Holmquiſt gemeldet.
Ich laſſe bitten, ſprach Diedrich Geſterling ruhig.
Gorch Holmquiſt trat ſofort mit ſeinem ſchriftlichen
Kaufgebot herein.
Als er aber Jaſper Dunt ſah, wurde ihm im Augen=
blick
die ganze Sachlage klar, und keuchend fuhr er auf
ihn los.
Du haſt Dein Wort gebrochen! ſchnaufte er atemlos
und ballte die Fäuſte.
Du träumſt wohl! wies ihn Jaſper zurück. Ich
bin Kapitän auf der Eider und geh’ auf Küſtenfahrt
an die chineſiſche Küſte. Haben wir das nicht ſo aus=
gemacht
?
Aber nicht für mich! ſchrie Gorch Holmquiſt.
Das iſt nicht meine Schuld! erwiderte Jaſper und
machte die Tür auf.
Und Gorch Holmquiſt benutzte ſie, um zu ent=
weichen
.
Diedrich Geſterling rüſtete die Eider auf zwei
Jahre aus und gab ihrem Kapitän genaue Inſtrukti=
onen
mit. Es ſollte zunächſt nur ein Verſuch ſein.
Aber trotz aller Heimlichkeit, mit der die Vorbereitungen
getroffen wurden, ſprach es ſich durch Gorch Holmquiſt
bald an der Börſe herum, daß ſich Geſterling & Ko. auf
dieſchineſiſche Küſtenfahrt legen wollten.
Matthias Harms deutete das auf einen Rückzug. Doch
wie erſtaunte er, als der zweite der aufliegenden Dampfer,
die Stör, plötzlich in die regelmäßigen Fahrten einge=

ſchaden wude und die Kanwpfnitet unf Sein der eien
Firma verſtärkte. Diedrich Geſterling wollte einmal alle
Kraft zuſammennehmen, um den unerbittlichen Gegner
niederzuringen. Und er ging ſogar zum Angriff über und
ſetzte die Frachtraten herunter.
Das geſchah drei Tage, bevor die Eider in See ſtach.
Jens Butenſchön hatte als Bootsmann angeheuert. Michel
Schleef dagegen hatte das Seefahren ganz aufgegeben und
war zur Landwirtſchaft übergegangen. Dahin paßte er
auch beſſer.
Auch Ewe hatte gehört, daß Jaſper Dunt auf zwei
Jahre nach Oſtaſien ging, und wollte ihm Grüße an
Martin auftragen. Aber ſie wagte ſich erſt nicht an ihn
heran.
Doch am vorletzten Tage faßte ſie Mut und ſtieg zu
dem kleinen, weinumrankten Häuschen im engen Grund
empor. Jaſper nahm gerade Abſchied von ſeinen kleinen
Nichten. Die Schwägerin ſtand in der Tür und fuhr ſich
mit der Schürze verſtohlen über die Augen.
Da ſah Jaſper Ewe kommen, ſetzte die beiden Kinder,
die er auf dem Arm hatte, ab und ſchritt ihr langſam ent=
gegen
. Stockenden Atems brachte ſie ihre Bitte vor, ohne
ihn anzuſehen.
Brauchſt keine Angſt mehr zu haben, Ewe, ſprach er
ruhig und ſtreckte ihr die breite Hand entgegen. Wenn ich
Deinen Mann treffe, will ich ihm alles beſtellen. Hoffent=
lich
nimmt er’s nicht krumm.
Und mehr ſchreiben ſoll er! ſagte ſie zaghaft.
Will ich ihm auch ſagen, erwiderte Jaſper zuvorkom=
mend
. Noch was?
Und das Telegramm ſtieß ſie heraus und wurde rot.

er ſei öir en Selegemn ſchlant beſüige er ſorf.
nickend. Gut!
Er weiß ſchon, was für eins, erklärte ſie und ſuchte
ihre Verlegenheit zu verbergen.
Werd’s nicht vergeſſen, verſprach er ihr.
Da wagte ſie, den Blick zu heben, und ſtreckte ihm die
ſchmale Hand entgegen. Und er ſah, wie ſchön ſie war.
Es quoll etwas im tiefſten Grunde ſeines Herzens herauf
und ſuchte den Weg zu ſeinen Augen. Doch er zwang es
nieder. Sie war das Weib eines andern.
Ich danke Dir! ſprach ſie unſicher. Und glückliche
Reiſe!
Kann ich brauchen, antwortete er ernſt und ließ ihre
weißen, warmen Finger in ſeiner harten, ſchweren Hand
ruhen.
Biſt mir noch bös? fragte er leiſe.
Da entzog ſie ihm die Hand, ſchüttelte den feinen Kopf
und wandte ſich, um nach Hauſe zu gehen.
Am nächſten Abend, in der Dämmerung, ging Jaſper
Dunt mit der Eider in See. Nur zwei Paar Augen
erkannten das Schiff, als es bei Blankeneſe vorbeikam:
die Wilken Wobbes, die im frohen Triumph leuchteten,
daß er Gorch Holmquiſt den Kohl verſalzen hatte, und die
der blaſſen Schwägerin, die voll Tränen ſtanden.
Lautlos glitt der Dampfer vorüber und ſtach hinein
in die dunkle, regenſchwere Novembernacht.
(Fortſetzung folgt.)

in allen Preislagen, feinste engl.
Modelle, größte Auswahl (115
J. Donges & Wiest. Grafenstr. 26

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

3 60.
Donnerstag, 30. Inni.
1910. Bekanntmachung.
Wegen eingelaufener Beſchwerden machen wir auf Folgendes aufmerkſam:
Nach § 12 Abſ. 2 der Radfahr=Verordnung vom 6. Mai 1907 iſt das Radfahren
auf Fußwegen außerhalb der Ortſchaften nur geſtattet, wenn die Radfahrer den Fuß=
gängern
in angemeſſener Entfernung ausweichen und den Fußweg freimachen können.
Da dieſen beiden Vorausſetzungen auf dem Fußpfad nach Traiſa (vom Schnittpunkt
der Schießhaus= und Nieder=Ramſtädter Straße an) von den Radfahrern nicht ent=
ſprochen
werden kann, ſo iſt auf Grund von § 12 Abſ. 2 der genannten Verordnung
das Radfahren auf dieſem Fußwege, dem ſog. Traiſaer Pfad, verboten.
Zuwiderhandlungen werden mit Geldſtrafe bis zu 60 Mk. oder mit Haft bis zu
14 Tagen beſtraft. jede Zuwiderhandlung zur Anzeige
(13092a
Darmſtadt, den 25. Juni 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey. Bekanntmachung.
Betr.: Patrouillierbezirke der Gendarmerieſtationen Jugenheim und Zwingenberg.
Wir bringen zur allzemeinen Kenntnis, daß die Gemeinde Bickenbach dem Pa=
trouillierbezirk
der Gendarmerieſtation Jugenheim und die Gemeinde Alsbach dem der
Gendarmerieſtation Zwingenberg zugeteilt worden iſt. Den Großh. Bürgermeiſtereien
der beteiligten Gemeinden empfehlen wir, dies ortsüblich zu publizieren.
Bensheim, den 13. Juni 1910.
(13065
Großherzogliches Kreisamt Bensheim.
Eckſtein.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher. 1 Pinſcher, 1 Doberman, 1 Boxer (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
1og, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Dur Ausführung der Fleiſchbeſchauordnung für das Großherzogtum Heſſen vom
9. April 1903 wird für den Gemeindebezirk der Haupt= und Reſidenzſtadt Darm=
ſtadt
nach Anhörung der Großh. Bürgermeiſterei und der Stadtverordneten=
verſammlung
zu Darmſtadt mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern
vom 27. Mai 1910 zu Nr. M. d. J. II. 2548 die nachſtehende
Fleiſchbeſchau=Vollzugsordnung
für die Stadt Darmſtadt
erlaſſen:
§ 1. Für den Gemeindebezirk der Stadt Darmſtadt, welcher einen Beſchau=
bezirk
bildet, iſt zur Ausübung der Fleiſchbeſchau ein Fleiſchbeſchauamt beſtellt.
Das Fleiſchbeſchauamt iſt dem Großh. Polizeiamt Darmſtadt dienſtlich unterſtellt.
An der Spitze des Fleiſchbeſchauamfs ſteht ein approbierter Tierarzt als Vor=
ſtand
. Ihm ſind approbierte Tierärzte (Schlachthoftierärzte) zur Ausübung der Beſchau
und als Stellvertreter, ſowie die notwendige Zahl nicht=tierärztlicher Fleiſchbeſchauer
beigegeben.
§ 2. Der Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts und die Schlachthoftierärzte werden
auf Vorſchlag des Großh. Polizeiamts im Einvernehmen mit der Großh. Bürgermeiſterei
Darmſtadt vom Großh. Kreisamt Darmſtadt, die nichtstierärztlichen Fleiſchbeſchauer
(vgl. 8 3 der Fleiſchbeſchauordnung vom 9. April 1903) im Einvernehmen mit der Großh.
Bürgermeiſterei Darmſtadt vom Großh. Polizeiamt beſtellt und verpflichtet.
§ 3. Der Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts, die Schlachthoftierärzte und die
Fleiſchbeſchauer ſind als Beamte der öffentlichen Geſundheitspflege zunächſt dem Großh.
Polizeiamt als der örtlichen Geſundheitspolizeibehörde unterſtellt.
Die Disziplinarbefugnis über den Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts und die Schlacht=
hoftierärzte
ſteht nach § 6 Abſ. 5 der Fleiſchbeſchauordnung der Abteilung für öffent=
liche
Geſundheitspflege im Großh. Miniſterium des Innern zu.
Die nicht=tierärztlichen Fleiſchbeſchauer unterſtehen der Dienſtaufſicht des Großh
Polizeiamts; dieſes iſt befugt, bei Dienſtverfehlungen gegen ſie auf eine Ordnungsſtrafe
und zwar Verwarnung, Verweis oder Geldſtrafe bis zu 15 Mk. zu erkennen.
Hinſichtlich der Dienſtentlaſſung der nicht=tierärztlichen Fleiſchbeſchauer bewendet
es bei der Vorſchrift des § 6 Abſ. 4 der Fleiſchbeſchauordnung vom 9. April 1903. Die
Entlaſſung wegen Dienſtwidrigkeiten hat im Einvernehmen mit der Stadtvertretung
ſtattzufinden.
Die Ueberwachung der nicht=tierärztlichen Fleiſchbeſchaner ſteht außer dem Vor=
ſtand
des Fleiſchbeſchauamts und den Schlachthoftierärzten auch dem Großh. Kreis=
veterinäramt
Darmſtadt zu.
§ 4. Der Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts iſt für den geſamten Dienſtbetrieb
des Fleiſchbeſchauamts verantwortlich. Er hat die übrigen Beamten des Fleiſchbeſchau=
amts
zu beaufſichtigen.
Dieſe haben ihren Dienſt nach den ihnen von dem Vorſtand des Fleiſchbeſchau=
amts
gegebenen Weiſungen und nach der von dieſem mit Genehmigung des Großh.
Polizeiamts Darmſtadt erlaſſenen Dienſtordnung auszuüben.
§ 5. Die Schlachtvieh= und Fleiſchbeſchau findet, außer bei Schlachtungen, die
außerhalb des Schlachthofs ſtattfinden (Notſchlachtungen und Schlachtungen auf ent=
fernt
liegenden Gehöften), im ſtädtiſchen Schlachthofe an allen Werktagen während der
für das Schlachten im Schlachthof feſtgeſetzten Zeiten ſtatt: jedoch kann während der
Zeit von 1 bis 2 Uhr nachmittags eine tierärztliche Entſcheidung nicht beanſprucht
werden,
§ 6. Für die Vornahme der Schlachtvieh= und Fleiſchbeſchau iſt von den Beſitzern
der Schlachttiere die gemäß Art. 7 bis 11 des Geſetzes, die Ausführung des Reichs=
geſetzes
über die Schlachkvieh= und Fleiſchbeſchau betreffend, vom 4. April 1903 feſt=
geſetzte
Gebühr zu entrichten.
Die Fleiſchbeſchauer haben ſich vor der Unterſuchung zu verläſſigen, ob die Ge=
bühr
entrichtet worden iſt, und dürfen die Unterſuchung erſt dann vornehmen, wenn
der Beſitzer durch Vorzeigung einer Quittung nachgewieſen hat, daß er die Gebühr
bezahlt hat.
§ 7. Dem Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts iſt in dem in §§ 8 bis 11 näher
bezeichneten Umfange die Warnehmung von Dienſtobliegenheiten und Befugniſſen der
Ortspolizeibehörde widerruflich übertragen. Er iſt inſofern ſtändiger Beauftragter des
Großh. Polizeiamts und als ſolcher ebenſo wie einer der Schlachthoftierärzte als
ſein Stellvertreter vom Großh. Kreisamt Darmſtadt zu verpflichten.
Ueber Beſchwerden gegen die von ihm oder ſeinem Stellvertreter innerhalb ſeiner
Zuſtändigkeit als Beauftragten des Großh. Polizeiamts getroffenen polizeilichen Ver=
fügungen
entſcheidet das Großh. Polizeiamt vorbehällich der weiteren Beſchwerde an
das Großh. Kreisamt und das Großh. Miniſterium des Innern.
§ 8. Im Falle der Unzuſtändigkeit eines nicht=tierärztlichen Fleiſchbeſchauers
entſcheidet der Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts oder in deſſen Auftrag einer ſeiner
Stellvertreter (§ 1 Abſ. 3), ohne daß hierbei eine Mitwirkung des Großh. Polizeiamts
ſtattfindet.
Die von dem nicht=tierärztlichen Fleiſchbeſchauer in dieſem Falle zu erſtattende
Anzeige (§ 18 der Fleiſchbeſchauordnung) iſt daher an den Vorſtand des Fleiſchbeſchau=
amts
zu richten.
§ 9. Beſchwerden gegen Entſcheidungen der nicht=tierärztlichen Fleiſchbeſchauer
ſind zunächſt bei dem Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts vorzubringen und von dieſem
oder ſeinem Stellvertreter (§ 1 Abſ. 3) zu entſcheiden.
Gegen eine Fleiſchbeſchau=Entſcheidung des Vorſtandes des Fleiſchbeſchauamts
oder ſeines Stellvertreters findet weitere Beſchwerde an das Großh. Kreisveterinäramt
ſtatt, deſſen Zuziehung beim Großh. Polizeiamt zu beantragen iſt (§ 8 der Fleiſch=
beſchauordnung
) und das entgültig entſcheidet.
§ 10. Die Dienſtobliegenheiten der Ortspolizeibehörde bei der geſundheitspolizei=
lichen
Behandlung beanſtandeten Fleiſches (§ 22 der Fleiſchbeſchauordnung) werden von
dem Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts ausgeübt, der den ordnungsmäßigen Vollzug
überwacht.
Die in § 22 Abſ. 1 der Fleiſchbeſchauordnung gemäß §§ 9 Abſ. 1, 10 Abſ. 1 des
Reichsgeſetzes, betreffend die Schlachtvieh= und Fleiſchbeſchau, vom 3. Juni 1900 und
§ 41 Abſatz 1 der Bundesratsvorſchriften A vorgeſchriebene Anzeige der Beanſtandung
iſt daher von dem Beſchauer an den Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts zu richten; einer
Anzeige an das Großh. Polizeiamt bedarf es nicht.
Die der Ortspolizeibehörde obliegende Benachrichtigung des Beſitzers von den
getroffenen Anordnungen (vgl. § 41 Abſ. 2 der Bundesratsvorſchriften A) hat durch
den Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts zu erfolgen.
§ 11. Der Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts hat hiernach im gegebenen Fall:
1. zu beſtimmen, in welcher Weiſe bedingt taugliches Fleiſch zum Genuß für
Menſchen brauchbar zu machen iſt und die ordnungsmäßige Ausführung zu
überwachen (§ 10 Abſ. 1 des Reichsgeſetzes, §§ 38, 39 der Bundesratsvorſchriften A,
§ 22 Abſ. 2 der Fleiſchbeſchauordnung):
2. darüber zu befinden, ob und unter welchen Bedingungen brauchbar gemachtes
oder minderwertiges Fleiſch dem Eigentümer zur Verwendung im eigenen Haus
halt zu überlaſſen iſt (Art. 2 Abſ. 2 des Ausführungsgeſetzes);
3. die Verbringung brauchbar gemachten oder minderwertigen Fleiſches auf die
Freibank anzuordnen (Art 2 des Ausführungsgeſetzes, § 22 Abſ. 2 der Fleiſch=

beſchauordnung) und den Vollzug zu überwachen:.

4. zu genehmigen, daß hier geſchlachtetes, auf die Freibank verwieſenes Fleiſch auf
die Freibank einer anderen Gemeinde verbracht wird, und die hierbei erforderlich
werdenden Verhandlungen namens des Großh. Polizeiamts zu führen (§ 22 Abſ. 7
der Fleiſchbeſchauordnung);
5. zu beſtimmen, ob und unter welchen Bedingungen auswärts geſchlachtetes bedingt
taugliches oder minderwertiges Fleiſch auf die hieſige Freibank verbracht werden
kann (§ 22 Abſ. 7 der Fleiſchbeſchauordnung);
6. den Preis des auf die Freibank verwieſenen Fleiſches gemäß Art. 4 des Aus=
führungsgeſetzes
und § 22 Abſ. 5 der Fleiſchbeſchauordnung feſtzuſetzen:
7. anzuordnen, daß zum Genuſſe für Menſchen untaugliches Fleiſch vorſchriftsmäßig
unſchädlich beſeitigt wird, und den ordnungsmähigen Vollzug zu überwachen
(§ 9 Abſ. 5 des Reichsgeſetzes, § 45 der Bundesratsvorſchriften A, § 22 Abſ. 8
der Fleiſchbeſchauordnung):
8. untaugliches, bedingt taugliches oder minderwärtig erklärtes Fleiſch vorläufig in
polizeilichen Gewahrſam zu nehmen (§ 9 Abſ. 5 des Reichsgeſetzes, § 45 Abſ. 3 der
Bundesratsvorſchriften A, § 22 Abſ. 9 der Fleiſchbeſchauordnung).
§ 12. Ergibt ſich bei der Beſchau vor oder nach der Schlachtung das Vorhanden=
ſein
oder der Verdacht einer anſteckenden Krankheit des Schlachttiers, für die die geſetz=
liche
Anzeigepflicht beſteht, ſo hat der Vorſtand des Fleiſchbeſchauamts ſofort dem Großh.
Polizeiamt berichtlich Anzeige zu erſtatten und gleichzeitig das Großh. Kreisveterinär=
amt
Darmſtadt zu benachrichtigen.
Im übrigen ſind die Ergebniſſe der Schlachtvieh= und Fleiſchbeſchau dem Großh.
Polizeiamt allmonatlich in einer Zuſammenſtellung mitzuteilen.
§ 13. Die über die Beanſtandung und geſundheitspolizeiliche Behandlung des
Fleiſches einſchließlich des Verkaufs auf der Freibank entſtehenden Akten ſind von dem
Fleiſchbeſchauamt drei Jahre lang aufzubewahren.
§ 14. Die in Vorſtehendem nicht erwähnten Beſtimmungen der Fleiſchbeſchau=
ordnung
, ſowie die wegen Aufſtellung der Fleiſchbeſchauſtatiſtik vom Großh. Miniſterium
des Innern getroffenen Anordnungen bleiben unberührt.
§ 15. Dieſe Fleiſchbeſchau=Vollzugsordnung tritt am 1. Juli 1910 in Kraft und
an die Stelle der bisherigen örtlichen Beſtimmungen über den Vollzug der Fleiſch=
beſchau
in der Stadt Darmſtadt, die hiermit aufgehoben ſind.
Darmſtadt, 15. Juni 1910.
(13093dfs
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 30. Juni 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich zwangs=
weiſe
gegen Barzahlung:
a) für beſtimmt:
1 Fahrrad, 1 Partie Zigarren (beſſere Marken), 4 Fl. Likör ꝛc.:
b) ferner vorausſichtlich:
10 Vertikos, 6 Diwans, 6 Waſchtiſche, 5 Schreibtiſche, 2 Büfetts, 1 Pianino,
1 Klavier, 6 Kleiderſchränke, 3 Eisſchränke, 4 Warenſchränke, 4 Ladentheken,
1 Ausſtoßmaſchine 3 Betten, 1 Brotgeſtell, 1 Kaſſenſchrank, 6 Fahrräder,
32 Sack Kreide, 100 Sack Gips, 1 Schreibmaſchine, 15 Schulranzen, 1 Partie
Bilder u. Leiſten, 9 Bände Brockhaus’ Lexikon, 2 Rollwagen, 1 Landauer uſw.,
an Ort und Stelle 1 Partie Schieferſteine und Falziegel.
Darmſtadt, den 25. Juni 1910.
(13057
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Verſteigerungs=Anzeige.
Freitag, den 1. Juli er., vormittags ½10 Uhr,
werden im Konkurs über den Nachlaß der Jakob Hindel Witwe in deren Wohnung.
Karlſtraße 52:
1 goldene Lorgnette, 1 goldene Broſche, diverſe Schmuckſachen, 1 graues Tuch=
koſtüm
, 1 ſchw. Spitzenkleid, 2 ſchw. Crepekleider, 1 ſchw. Satinkleid, 1 Reiſe=
koſtüm
, 1 Samttaille, teils nicht und teils wenig getragen, 1 gr. ſchw. Shawl,
verſchiedene Jaketts, Taillen, Haus= und Straßenkleider, w. u. farb. Unter=
röcke
, 9 ſeidene Regen= und Sonnenſchirme, ſeidene Kopftücher, Schleier, 20 farb.
Frauenhemden uſw.
(13105
gegen Barzahlung verſteigert.
Darmſtadt, den 29. Juni 1910.
Reibstein, Konkursverwalter.
Statl. Kongess. und beaufsichtigte

Hessische Handelslehranstalt

Rheinstrasse 1
Darmstadt
am Ernst-Ludwigsplatz.
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruf.
Neue Kurse beginnen Dienstag, den 5. Juli, 8 Uhr
Anmeldungen werden frühzeitig erbeten.
(10056a
Prospekte durch Wilh. Siedersleben, staati. geprüfter Handelslehrer

G. Bertele
beeidigter und öffentl, angestellter Bücherrevisor
Mühlstrasse 66 am Kapellplatz.
Revisionen Bilanzieren Einrichten Instandsetzen und
Fortführen von Geschäftsbücher aller Systeme. (12538a
Alleiniger Vertreter für Starkenburg u. Rheinhessen der Fellner’schen Reformbuchhaltung.
Die uuch den Burſchriſten der Gewerbe=
ordnung
in den Betrieben auszuhängenden
Formulare
ſind durch die Expedition des Tagblatt zu beziehen.

[ ][  ][ ]

ezial-Abteilung
für
fernge Dercn u. Dekwaren

im

Mlantzer-Voarenkaus

7 MARKT 7.

7 MARKF 7.

Eisenbettstelle Eisenbettstelle , , , ,
mit Rost . mit Spiralmatratze . 12s

Eisenbettstelle, weiss lack. 1950
m. Messingknöpf. u. Spiralmatr. 10

Eisenbettstelle

ff. weiss lackiert mit la Stahlfedermatratze .

Deckbetten mit gut gereinigten Bett-
federn
, gut gefüllt
250
50
10
1425
0

Kissen, gut gefüllt
925 690 920
S2

Seegras-Matratzen
. . . von Mk. 15 an
3 teilig.
25
Woll-Matratzen
6a.
3teilig . . .. . . . . von Mk.

Patent-Matratzen 14.50

Bettfedern und Daunen
Pfund 60 Pfg., 90 Pfg., 1.20 bis 3.50

Kinder-
Betten

in grösster Auswahl
in allen Grössen
mit und ohne
Messingbeschlag

von

Mark an

Deckbettchen
Matratzenschoner
Steppdecken
Kissen
Strohmatratzen
Kulten
in grosser Auswahl!
Enorm billig!

Seite 12.

Grünfutter=Verſteigerung.
Donnerstag, den 30. Ifd. Mts.,
nachmittags 4½ Uhr,
wird das Gras von 10 Morgen der ſtädti=
ſchen
Pallaswieſe, in 20 Loſen, und von
den beiden Rückſtaubecken daſelbſt zur
Grünfütterung öffentlich meiſtbietend an
(12962md
Ort und Stelle verſteigert.
Darmſtadt, den 27. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger.

Roſtſtablieferung.
Die Lieferung von 2450 kg Hartguß=
Roſtſtäben für die Zentralheizungen der
ſtädtiſchen Gebäude ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte, Grafen=
ſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, während der
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auch die An=
gebotsſcheine
abgegeben werden.
Die Verdingungsunterlagen werden nach
auswärts nicht verſandt.
Angebote ſind bis
Donnerstag, den 14. Juli 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 28. Juni 1910.
Stadtbauamt
Buxbaum.
(13094df

Bekanntmachung.
Das Schulgeld für das Großh. Real=
gymnaſium
und deſſen Vorſchule, die
Großh. Ober=Realſchule, die Vorſchule
der Großh. Gymnaſien, die Viktoriaſchule,
das Lehrerinnenſeminar, die höhere Mäd=
chenſchule
(früher Reineck’ſches Inſtitut)
und die Mittelſchulen für das II. Kalen=
der
=Vierteljahr 1910 iſt, bei Meidung
der Mahnung, bis Ende I. Mts. an den
Werktagen, vormittags von 8 bis 12½ Uhr,
(12328a
hierher zu entrichten.
Darmſtadt, den 15. Juni 1910.
Die Stadtkaſſe.
J. V.: Hahn.

Pfennigſparkaſſe Darmſtadt.
Diejenigen Pfennig=Marken=Blätter,
welche eine auf volle Mark abgerundete
Geſamteinlage bis zum Ende des abge=
laufenen
Vierteljahres nachweiſen, ſind nebſt
den ſtädtiſchen Sparkaſſebüchern
Samstag, den 2. Juli 1910,
an die Herren Stationserheber zur Veran=
laſſung
der Ueberſchreibung abzuliefern.
Darmſtadt, den 29. Juni 1910.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Purgold, Direktor. (13066

Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß
der Armenarzt, Herr Dr. Leydhecker, auf
3 bis 4 Wochen verreiſt iſt und während
dieſer Zeit in der Armenpraxis durch Herrn
Dr. med. Kautzſch, Bleichſtraße 32 wohn=
(13053
haft, vertreten wird.
Städtiſches Pflegeamt.
Krapp.

Bekanntmachung.
Für den Verkauf des Holzes in dem Holz=
hofe
dahier ſind folgende Preiſe pro Rm.
bis auf weiteres feſtgeſetzt:
Buchen=Scheiter I. Kl. 12 Mk.
II. Kl. 10

Kiefern=Scheiter I. Kl. 10
II. Kl. 8
Scheiter II. Kl. beſtehen aus aufgeſpal=
tenem
Knüppelholz.
Die Beſtellungen des Holzes haben bei
Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt II zu er=
folgen
.
(6746a
Darmſtadt, 12. März 1910.
Großh. Holzmagazins=Verwaltung.
Heinemann, Geh. Forſtrat.

Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen der Firma Johann
Weber & Cie., Geſellſchaft mit beſchränkter
Haftung in Griesheim, wird heute, am
29. Juni 1910, vormittags 10½ Uhr, das
Konkursverfahren eröffnet.
Der Amtsgerichtstaxator Ernſt Wolff
in Darmſtadt wird zum Konkursverwalter
ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
20. Juli 1910 bei dem Gerichte an=
zumelden
.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die im § 132 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten Forde=
rungen
auf
Mittwoch, den 27. Juli 1910,
vormittags 9 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, neues
Gerichtsgebäude, Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 104,
Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur Kon=
kursmaſſe
gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den Gemein=
ſchuldner
zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 20. Juli 1910
Anzeige zu machen.
(13110
Großherzogliches Amtsgericht II
zu Darmſtadt.

Wollmntratzen (neu), billig abzugeben
*15888)
Kaupſtraße 25, 1. Stock.
EEine noch neue Ladeneinrichtung für
Koloniakwaren bill. zu verkaufen
nSlaler
Zuserfragen=Exgedition.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

Nummer 150.

Markt 7

Guggenheim & Marx

Inventur-Ausverkauf
Um mein reichhaltiges Lager zur bevorstehenden Inventur möglichst zu
räumen, unterstelle ich vom 1. bis 16. Juli mein gesamtes Lager in fertigen,
aufgezeichneten und angefangenen Arbeiten (mit Ausnahme der chinesischen
und russischen) einem Ausverkauf und gewähre auf alle obigen Artikel
einen Rabatt von 10 bis 15 Prozent.
Auch lasse eine Partie zurückgesetzter Waren zu ausserordent-
lich
billigen Preisen ab. Gleichzeitig mache ich auf meine Spezialität:
Kurbelstickerei für Kleider, Vorhänge, Decken etc. ganz er-
gebenst
aufmerksam.
Hochachtungsvoll
(13076a
Hubert Bringer, Gr. Hess. Hoflieferant
Wilhelminenstrasse 35.

eten
Lincrusta, Leisten, Spannstoffe, Buntglas, Asphaltpapier, Wachs-
tuche
, Markttaschen, Aktenmappen, Gummistoffe, Kinder- u. Frauen-
schürzen
in Ledertuch bezieht man am billigsten und in bester
Qualität durch meine
(8633a

Ernst-Ludwigstr. 4, am weissen Turm. Telephon 486.
Reichhaltige Musterkarten werden auf Wunsch franko ins Haus gebracht.
Darmstädter Tapetchtabrk, Willotm Enrharde
Fabrik: Landwehrstr. 63. (Einzige Tapetenfabrik in Hessen.)

Wegzugshalber billig zu verk.:
Anrike Lausuhr
1 pol. gr. Waſchtiſch mit ſchw. Marmorpl.
(Prachtstück)
38 Mk., 1 pol. Schreibkommode 25 Mk.,
mit Acht=Tagewerk und Glockenſchlag ſehr 1 Fleiſchpreſſe, Alexanderwerk, 1 eiſ. Blumen=
tiſch
5 Mk., 1 eiſ. Schirmſtänd., 1 Waſchmaſch.
preiswert zu verkaufen.
(13107t (Schmidt) 25 Mk., verſch. Einmachtöpfe, 1 pol.
Näheres Expedition.
ov. Tiſch, 1 Gash., 2=fl., 10 Mk., 2 kl. Gaslyras.
Anzuſ. nur vorm. Mollerſtr. 17, II. (*15906

Markt 7

En unſer Handels=Regiſter B wurde heute
eingetragen hinſichtlich der Firma:
Heſſiſche Bank, Aktiengeſellſchaft
in Liquid., Darmſtadt.
Durch Beſchluß der Generalverſammlung
vom 16. Juni 1910 iſt der § 37 des Geſell=
ſchaftsvertrags
dahin geändert, daß öffent=
liche
Bekanntmachungen der Geſellſchaft im
Deutſchen Reichs=Anzeiger erfolgen.
Darmſtadt, den 25. Juni 1910. (13061
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Friſche
Süßrahm=
Schleibatter
wird in Poſtkolli für 1,35 Mk. à Pfund
(13104dfs
abgegeben
Dampfmolkerei Dauernheim
(Oberheſſen).

die höchſten Preiſe für
Ich zahle Flaſchen, Papier, Lum=
pen
, Metall und Eiſen. Eine Poſtkarte
genügt.
(*15853mdf
A. Hochmann, Große Bachgaſſe 16, I.

Russen-, Schwaben-
und Ameisenpulver Fruchsol
nicht giftig (C10435,56
(nur für Wiederverkäufer)
Schmitt & Wildenhayn
Telefon 1587.
- Darmstadt.
Heue modernemobel
unter Garantie prima Arbeit, außergewöhn=
lich
billig zu verkaufen. Als Gelegenheits=
kauf
pitch-pine-Küchen, ff. Diwans u.
Ottomanen weit unter Preis
(*15921
Friedrichſtraße 36, parterre.

1Diwan
1 Kleiderſchrank, 2tür., lack., 1 Flurſtänder,
zwei Paar Gardinen, 1 Teppich, 1 Tiſch=
decke
, alles neu, ſpottbillig abzugeben
*15946)
Gartenſtraße 20.=Mart.

Ankauf
alter Flaſchen, Eiſen, Lumpen, Papier
und Metalle
(*15945ds
H. Zwickler, Lauteschlägerstrasse 11.

Gebrauchtes, ſehr gut erhaltenes
Herren=Fahrrad
für 50 Mark zu verkaufen.
(*15940
Chr. Debus, Fahrrad-Rep.-Werkstätte,
Karlſtraße 79. Telephonz1737.

2 Jahre alt, ſehr wachſam, ſchönes Tier,
preiswert zu verkaufen. Off. unter 2 70
(*15768mdf
an die Expd.

Weißbinder= und Lackierarheiten
werd. ſofort dauerhaft u. billigſt ausgeführt.
Oh. unt. 80an die Exn, erheten. B12927.

[ ][  ][ ]

Saisot Gasverkauf

Hotel zur Traube, Darmstadt.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

Seite 13.

beginnt: Montag, den 4. Juli 1910.
Gebrader Ger
Wir bitten um Beachtung unserer Annonce am Samstag.

Ludwigsplatz 9.

(13056

Empfehle meinen schönen, schattigen

gerenere

als angenehmen Aufenthalt. Die grosse, gedeckte Halle bietet auch bei ungünstigem
Wetter völligen Schutz.
lch gestatte mir gleichzeitig, meine auf das modernste ausgestatteten grossen
und kleineren Säle für Hochzeiten, Konferenzen und sonstigen Festlichkeiten in
empfehlende Erinnerung zu bringen.
Diners à part von Mk. 3. an. Soupers zu festen Preisen oder à la Carte.
Gute Weine, sowie Helles und Münchner Bier in Flaschen.

11565a)

Hochachtungsvoll
Adolf Reuter, Hoflieferant.

30 J., Chriſt
Gebild. Kaufm. Leiter u. Mit=
inhaber
e. kl. aber rentabl. g. f. Fabrikgeſch.
mit gut. u. ſich. Einkommen ſucht mang.
Damenbekanntſchaft a. d. W. Gelegenheit z.
Helat

Die Dame ſoll gute, deutſche Hausfrau,
nicht älter als 32 Jahre ſein. Vermögen ca.
Mk. 30000 50 000, das nicht angegr. und
ſicher geſt. w., erw. Da Suchender durchaus
Ehrenmann, Diskretion ſelbſtverſtl. Verm.
v. Eltern u. Verwandt. angen. Gefällige
Anträge unter F. D. C. 683 befördert
Rudolf Mosse, Frankfurt a. M. (13083m
Wegzugsh. billig zu verkaufen:
Amerik. Rollpult, poliert wie neu, ſtatt
M. 250. nur 170.
4 Bände Kunſtgeſch. v. Lübke Semran,
(*15907
ebenfalls faſt neu, nur M. 25.
Anzuſehen nur vormitt. Mollerſtr. 17, II.
Rehgehörn
von friſch geſchoſſenem Bock in der Oran=
gerieallee
abhanden gekommen. Abzugeben
gegen Belohnung Orangeriealle 6. (B13131

Blad Krenzsverene
Mühlſtraße 24 und Rheinſtraße 2.
Dienstag, Donnerstag und Freitag abends 8½ Uhr
Bibelstunden
vom Reiſeſekretär des Blauen Kreuzes Bertelmann aus Barmen.
Mühlſtraße 24.
Dienstag
Jokal: Donnerstag und Freitag Rheinſtraße 2.
Eintritt für Jedermann frei!
(12904id)
Eintritt für Jedermann frei:

Frühstücke

im Brauerei=Ausſchank
Zum Hessenbräu‟
Kirchstrasse 3.

e
Wäſche wird zur ſoraf. Ausführung jeder=
Sof. geſ.: Schaufenſtergeſtell zirka
2,50 m Breite mit 3 Etagen od. ähnl. zeit abgeholt Wäscherei und Büglerei
Off. m. Preis u. A 10 a. d. Exped. (*15900 Korbus, Luiſenſtraße 34.
(*15651ido

Credithaus
Adam Karns
Bleichstr. 30

Nach wiesvor
erhalten meine Kunden
Möbel Betten
Polsterwaren
komplette
Einrichtungen
einzelne Möbelstücke
ohne jede
Anzahlung
auf bequemste. wöchent-
liche
, 14täglichesoder
monatliche
Abzahlung

Credithaus

Adam Karn
Bleichstr. 30

Ge

Mittlere Beamtenfrau
(mit Kindern) ſucht Anſchluß an möglichſt
ebenſolche gebildete Dame, betreffs wirklich
freundſchaftlichen Verkehrs. Gefl. Offerten
beliebe man unter 2 59 in der Expedition
ds. Bl. niederzulegen.
(12920id
Ein Handwerker
25 Jahre alt, evang., v. Lande, üb. 1000 Mk.
bares Vermög., wünſcht mit einem Mädchen
von 2228 Jahren zwecks Heirat in Ver=
bindung
zu treten. Offerten unt. A 12 an
die Expedition ds. Bl.
(*15903

Getragene Kindergarderobe bill. z. verk.
Gutenbergſtr. 29, 2. Etage. (*15933

Kurſe vom 29. Jnni 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,30
3½ Deutſche Reichsanl. . 92,90
84,70
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,80
3½ do. Conſols . . . . 92,90
84,70
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,40
93,60
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,30
91,90
do.
3½
83,50
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 102,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 100,70
91,60
do.
80,90
do.
3 Sächſiſche Rente . . . 83,20
4 Württembergerv. 1907 101,90
92,20
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,90
38/ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 97,70
do. Goldrente . . 99,10
do. einheitl. Rente 94,25
3 Portug. unif. Serie I 66,70
do. unif. Ser. III 67,75
3 do. Spezial. 12,00
5 Rumänier v. 1903 . . 101,60
4 do. v. 1890 . . 95,50
4 do. v. 1905 . . 90,40
4 Ruſſen v. 1880 a. 8. § 91,60

InProz.
Zf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,00
4½ do. v. 1905 . . . . 100,10
. 96,80
3½ Schweden. .
4 Serbier amort. p. 1895 84,80
4 Türk. Admin. v. 1903 87,80
4 do. unifiz. v. 1903 94,20
4 Ungar. Goldrente . . 95,20
4 do. Staatsrente . 92,20
5 Argentinier . . . . . . 101,75
do.
91,60
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,10
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,60
98,80
do.
4½
. 97,50
4½ Japaner .
5 Innere Mexikaner . . 99,20
do.
3
4 Gold=Merikan. v. 1904 96,25
5 Gold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
.
.143,80
4 Nordd. Lloyd
..110,25
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 117,80
4 Baltimore & Ohio . . 109,10
4 Gottharkbahn . . .

InProz.
Sf.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 160,80
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,30
4 Pennſylvania R. R. 132,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 214,00
Werger=Brauerei
82,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 478,20
Fabrik Griesheim . . . . 259,50
Farbwerk Höchſt .
.. 483,75
Verein chem. Fabriken
Mannheim . .
.. 325,50
Lahmeyer . .
113,25
Schuckert .
.161,10
Siemens & Halske . . . 242,50
Adlerfahrradwerke Kleyer 414,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 231,80
Gelſenkirchen .
.208,70
Harpener . .
.192,50
Phönix, Bergb. u. Hütten=
betrieb
. .
. . 225,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,40
4 Pfälzer Prt. .
. . 100,70
do.
91,70
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl.
do. ſteuerfrei . 99,50
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,50
do.
97,80
do.
alte .
5 Oeſterr. Südbahn . . 98,90
do.
do.
3 Raab=Oedenburger . . 75,20
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 90,00
4 Kronpr. Rudolfbahn . 98,50

In Proz.
81.
2¾/10 Livorneſer . . . . . . 75,80
4 Miſſouri=Pacific . . . 79,80
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,40
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 101,80
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 172,90
4 Darmſtädter Bank 130,50
291,40
4 Deutſche Banf
4 Deutſche Vereinsbank 127,80
4 Diskonto=Geſellſchaft . 187,00
Dresdner Bank . . . . 158,40
Mitteldeut. Kreditbk. 119,60
Nationalbk. f. Deutſchl. 123,90
.101,20
Pfälzer Bank.
.144,80
Reichsbank .
Rhein. Kredit=Bank 139,25
4 Wiener Bank=Verein 136,50

Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,20 3½ do.
do. S. 19. . . . 92,304 Offenbach.
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,60 4 Wiesbaden .
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50 1 3½ do.
do.,
91,00
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60 3½ do.
do.
½,
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
91,10
4 Rhein. Hypoth.=Bank
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,30 5 Lagau=Reg. fl. 100
de,
3½

Zf.

InProz.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
3½ do.
. 100,80
4 Frankfurt . .
96,00
3½ do.
. . 100,20
4 Gießen .
3½ do.
. 100,00
4 Heidelberg .
3½ do.
4 Karlsruhe
99,70
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz .
. 100,00
3½ do.
4 Mannheim .
. 100,00
3½ do.
4 München .
. . 100,00
3½ Nauheim
92,00
4 Nürnberg.
. 100,30
3½ do.
100,25
4 Worms . . . . . . . .
92,20 4 Liſſaboner v. 1886 . . 82,80
Verzinsliche
Anlehensloſe.
(unk. 1917)100,00 4 Zhhiſche Tlr. 100 167,00
do. (unk. 1914) 91,00 3½n=Mindner 100 136,50
92.80 53. Hall. Komm. 100 104,10.

3f.
In Proz
3 Madrider Fs. 100 78,40
4 Meining. Pr.= Pfand=
briefe
..
.135,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe 173,50
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fi. 150 115,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
Braunſchweiger Tlr. 20211,00
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10
Meininger
ſl.
39,40
Oeſterreicher v. 1864 100.568,00
do. v. 1858 100
Ungar. Staats 100 388,00
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
400 183,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,37
20 Franks=Stücke . . 16,24
Oeſterr. 20=Kronen . ..: 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,18¾
Engliſche Noten . . . .. 20,40
Franzöſiſche Noten . . . . 81,10
Holländiſche Noten . . . .169,40
Italieniſche Noten . . . . 80,65
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,10
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,10.
Reichsbank=Diskonto.,
Reichsbank=Lomharde Zäf. 4.5%

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag den 30. Juni 1910.

Nummer 150.

Buchhalterin
wünſcht ſchriftl. Heimarbeit od. Nachtragen
von Büchern zu übernehmen. Offert. unt.
2 10 an die Expedition ds. Bl. (*15543sod
bew. in Stenographie,
Fraulein, Schreibmaſchine u. ſonſt.
kaufm. Arbeiten, ſucht paſſ. Anfangsſtelle.
Gefl. Off. unt. A 15 an die Exped. (*15911dfs
Fräulein, 21 J. alt, wünſcht Stellung als
Verkäuferin
Branche egal, Lebensmittel bevorzugt, über=
nimmt
auch Filiale. Offerten unter Z 97
an die Expedition.
(*15873
Gebildete, junge Dame
die höhere Schule, auch Seminar beſucht
hat, wünſcht mit Kindern Schularbeiten
zu machen, erteilt evtl. auch Nachhilfe
in den Sommerferien. Gefl. Offerten
unter A 14 an die Exped. ds. Bl. (*15914

a. Kinderkleider u. Koſtüme,
Schneiderlu ſowie Verändern nimmt nock
Kunden in u. außer dem Hauſe an
15925)
Viktoriaplatz 2, II.

Junge Frau ſucht Nebenbeſchäftig.
im Hauſe irgend welcher Art. Off. unter
A 7 an die Expedition.
(*15897df
*15919) Frau empfiehlt ſich im Flicken u.
Ausbeſſern. Wo? ſagt die Expedition.

15917) Tüchtige Einlegerin ſucht Stelle
Feldbergſtraße 84, 3. Stock.

*1583dkso) Schneiderin nimmt noch
Arbeit in und außer dem Hauſe an. Zu
erfragen in der Expedition ds. Bl.

*15658imd) Frau ſucht täglich 23 Std.
Beſchäftigung. Zu erfragen in d. Exped.

mit guten Zeugniſſen
Eine Stütze ſucht Stellung in
kleinem Haushalt. Näheres Frau Hahn,
Schuchardſtraße 13.
(*15761md

*15667id) Junge Frau ſucht Laufdienſt
vorm. 2 Stunden Kiesſtraße 18, 1. St. I.

*15912) Frau nimmt Kunden im Wa=
ſchen
an Taunusſtraße 45, Manſarde.
ſucht Laufdienſt für
morg. 23 Stunden
*15918) Dieburgerſtraße 42, Seitenb. I.
*15892) Mädchen mit guten Zeugniſſen
ſuchen Stellen, Kindermädchen und Lauf=
mädchen
ſuchen Beſchäftigung
Frau Neßling, Ludwigſtr. 8.

Engrosniederlage für Darmstadt und Umgegend:
Schmitt & Wildenhayn, Darmstadt.

Biiiige Schuntuge

im

Schanwarenhaus L. Spfer

1 Louisenplatz 1.

1 Louisenplatz 1.

Gebildetes Mädchen
ſucht Stelle zu Kindern für den Nachmittag.
Offert. unt. A 5 a. d. Expedition. (*15894
*15800) Beſſ.=Mädchen ſucht Aushilfe=
um
ſich im Servieren auszubilden, gegen
geringen Lohn Wendelſtadtſtraße 56, 1. St.

im Waſchen
Habe noch Tage frei und Putzen
F. Hillen, Klappacherſtr. 64. (*15899

*15875) Frau geht Waſchen und Putzen
Schloßgaſſe 23, Hinterbau.

*15878) Eine Frau und ein Mädchen
ſuchen abends Laden oder Kontor zu
reinigen Lauteſchlägerſtraße 48, Manſ.
*15883) Tüchtiges Mädchen mit guten
Zeugniſſen, welches kochen und alle Haus=
arbeit
kann, ſucht Stelle als Alleinmädchen
auf 1. Juli. Näheres Zeutralstellen-
büro
, Waldſtraße 6.
*15943) Stelle ſuchen zum 1. Juli 1 tücht.
Mädchen in Geſchäftsh., ein 14jähr. Mädch.
zum 15. Juli Frau Elisab. Frank, Saalbauſtr. 33.
*15942) 3 Mädchen mit gut Z., welche
einfach kochen können, ſuchen bis 1. Juli,
2 ältere Mädchen zum 15. Juli Stellen
Jöckel, Eliſabethenſtraße 32.
ſucht Beſchäftigung auf
Junger Mann einem Büro im Schreiben
oder Kaſſieren ꝛc. Offerten unter 2 65 an
die Expedition dieſes Blattes. (*15757md
*15697imd) Junger, intelligenter Mann,
26 Jahre, ledig, auch Radfahrer, ſucht
Stellung als Krankenpfleger od. beſſerer
Hausburſche. Kaution in jeder Höhe kann
geſtellt werden. Näheres bitte Kempe,
Kiesſtraße 55, Seitenbau 1. Etage.

Als besonders billig empfehle ich
Herren:
Boxleder-Schnürstiefel . . .
Boxleder-Zugstiefel . .
Boxleder-Schnallenstiefel .
Braune Kalbleder-Schnürstiefel .
Wichsleder Zug- und Schnürstiefel.
Wichsleder-Schnallenstiefel .
Wichsleder-Halbschuhe . . .
Segeltuch-Schnürschuhe . .
Damen:
Elegante Schnürstiefel mit Lackkappen
Moderne Boxleder-Schnürstiefel
Braune Ziegenleder-Knopfstiefel
Braune Chevreau-Schnürstiefel, Lackkappen
Elegante Halbschuhe mit Lackkappen
Spangenschuhe mit niederen Absätzen . . 3.00
Segeltuch-Schuhe in braun u. schwarz . . 2.00
Leder-Hausschuhe mit Fleck .
Hausschuhe mit Ledersohlen u. Fleck.
Reiseschuhe leicht und bequem

4.00 4.50

Mk.
6.50
7.50
7.50
8.50
4.75
6.50
4.50
2.75
Mk.
6.50
6.50
4.50
7.50
6.50
2.00
1.00
O.75
3.00 3.50
4.40 4.90
2.75 3.00
1.20 1.50

Kinder: 2730 3135
Wichsleder-Knopfstiefel
Boxleder-Schnürstiefel
Braune Schnürstiefel.
Braune Sandalen .
Segeltuch-Schuhe . .
Promenadenschuhe, Tennisschuhe, Turnschuhe,
Gebirgsschuhe, Reisestiefel, Strandschuhe, Bade-
schuhe
in grösster Auswahl. (13097
Schuhwarenhaus
ler
2

1 Louisenplatz 1

geprüft. Krankenpflegerin, er=
Fräul., fahren im Haushalt, ſucht paſſ.
Stellung. Off. u. A 23 a. d. Exp. (*15934

Jüngerer verheirateter Mann
ſucht anderw. dauernde Stellung als Haus=
burſche
uſw. Off. u. A 18 a. d. Exp. (*15926

*15551sich) Aelt., erfah, gut empfohlener
Kaufmann gewiſſenhaft, zuverläſſ., ſtreng
verſchwiegen, übern. d. Beitragen rückſtänd.
Bücher u. Bureauarbeiten. Honorar mäßig.
Näh. u. Chiffre 2 12 an die Expedition.

ſucht Flickar=
Junger Schneider beit in u. außer
dem Hauſe. Zu melden zwiſchen 122 Uhr
Schloßgartenſtr. 21, Hth. II.
(*15916)
Tenae

welches auf Underwood=Maſchine
flott ſchreiben kann, auf 14 Tage
zur Aushilfe auf hieſiges Büro
geſucht. Gefl. Offert. unter A 8
an die Expedition ds. Bl. (13072

Ehrliches, jüngeres Mädchen
für leichte Arbeiten im Kontor geſucht.
13106) Emil Wünsche, Wendelstadtstr. 28.
Eine Zuurbelterm
für Putz geſucht.
(12651a
Helene Martin,
Ernſt=Ludwigſtraße 7.

Frauen und Mädchen
ſowie jugendl. Arbeiterinnen
finden dauernde u. lohnende Beſchäftigung.
Wolf Strauss, Sortieranſtalt
5597a) Gräfenhäuſerweg 65.

Zeitungsträgerin
nur für abends ſofort geſucht. Näh. Cigarren=
handlung
Kullmann, Wilhelminenſtr. 9. (13095df

1 Lehrmädchen gesucht
12203a) Damen-Confektion, Grafenſtraße 35.

13041df) Wir ſuchen ſofort ein junges
Lehrfräulein
aus guter Familie für unſeren Laden
Rheinſtraße.
Hof-Färberei Reich.

Lehrmädchen
aus achtbarer Familie gegen Vergütung
(13099a
geſucht.
A. Anton, Küchen-Magazin,
Elisabethenstrasse 1.
Ordentliches Dienstmädchen
ſofort geſucht Luiſenſtr. 34, II. (*15836md
zu kleiner Familie ein
Geſucht Dienſtmädchen zum1. Juli.
Meldung von 102 Uhr vormittags
Lichtenbergſtraße 73, I. I.
*15909)
finden gute Stellen,
Mädchen welche kochen und nicht
kochen können, in Herrſchafts=, Privat= u.
Geſchäftshäuſer ſofort und ſpäter (*15890
Bureau Nöſinger, Magdalenenſtr. 21

[ ][  ][ ]

Sosesossse
Soos
Einfaches, gewandtes
Zimmermädchen:
zum ſofortigen Eintritt geſucht.

Vermittl. gegen Honorar
nicht ausgeſchloſſen.
(13060
Jugenheim a. B. Hotel Krone.
Sassssgsssssessssssssssdeee

*15893) Hausmädchen, Mädchen zu einer
Dame geſucht, hoher Lohn, gute Behand=
lung
Frau Neßling, Ludwigſtr. 8.

*15904) Ein Mädchen bei hohem Lohn
geſucht Neckarſtraße 20, part.

*15939) Braves Mädchen für ſehr gute
Stelle ſofort geſucht. Stellenbüro Debus,
Karlſtraße 79, Telephon 1737.
Suche und empfehle
tücht. Mädchen jeder Art, hier u. auswärts
Frau Weissmantel,
Arbeitsnachweis (*15944) Elisabethenstr. 37.

*15922) Mädchen, d. koch. k. u. andere br.
Mädchen erh. ſehr gute Stellen hier u. ausw.
Stellenbureau Röse, Karlſtr. 53, part.

(*15923df) Ein ordentl. braves Mädchen,
nicht zu jung, das etwas kochen kann und
auf dauernde Stellung reflektiert, bei hohem
Lohn und guter Behandlung ſofort geſucht.
Weinrestaurant zum Schwan
Georgenſtraße.

Darmſtädt
ragblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

Seite 18

Nummer 150.

Um mit meinem Warenlager vollständig zu räumen, gewähre
Auf alle farbigen Artikel . . .
. 50%
,

12912H) Aufgeweckte, unbeſcholtene
Leute (nicht unter 22 Jahren) finden
Ionnende Stellung
bei reellem Unternehmen. Vierwöchige
Probezeit gegen entſprechende Bezahlung.
Angebote unter E 817 an die Expedition
dieſes Blattes.
C10 Mk. (dgl. Veldichet
Durch Aufſuchen von Beſtellungen auf
leicht abſetzbaren Zimmerſchmuck umſichtige
Damen und Herren geſucht. Offerten unt.
A 4 an die Expedition ds. Blattes. (13087

vertrerer
zum Verkauf von Werkzeugen, Apparaten
u. landw. Maſchinen geſucht. Offerten erb.
unt. T829 an Haasenstein & Vogler,
(13081fI
A.-G., Mannheim.

iſt in kurzer Zeit mit 500 bis
Reell 1000 Mk. bar viel Geld zu ver=
dienen
. Lizenzenverkauf. Gefl. Offerten an
O. H. Taunusſtr. 52, 2. St. I. (*15910

25 Mk. verdienen. (13080kf

u. mehr täglich zu
Proſpekt gratis. Adressen-Verlag
Joh. H. Schultz, Cöln W. 128.
Berufswechsel
Bei einer la Verſicherungs=Geſellſchaft
mit allen Branchen finden Herren aller
Stände, welche ihren Beruf zu wechſeln
gedenken, feſte Anſtellung. Nichtfachleute
werden eingearbeitet. Gefl. Offerten unter
(*15932
A 22 an die Expedition.

Hauſerphotograph
ſucht zuverläſſigen jungen Mann als Be=
gleiter
. Täglich 46 Mk. Off. unt. A 20
(*15928
an die Expedition ds. Bl.
Einen gebrauchten, größeren
Kaſſenſchrank
mit Garantie abſoluter Feuerſicherheit zu
kaufen geſucht. Offerten mit Angabe
der Innenmaße und des Preiſes an die
Fürsorgekasse f. Gemeindebeamte,
hier, Bleichſtraße 1.
(*15938ds
Günſtige Gelegenheit!
prachtvolles Büfett
hell eichen, mit reicher Bildhauerarbeit,
3 maſſiv eichene altdeutſche Stühle, 1 hoch=
feiner
Herrenſchreibtiſch, Oelgemälde uſw.
ſehr preiswert zu verkaufen. Näheres in
(13108t
der Expedition.

wegen Verkauf des Geschäfts
bietet nie wiederkehrende Gelegenheit zum
Einkauf bester Schuhwaren
2
zu enorm billigen Preisen.

Auf Halbschuhe . . . . . 50% Auf alle Winterwaren 50% Auf alle Ballartikel . 50% Auf alle Kinderstiefeln . 30% Auf schwarze Damen- u. Herrenstiefeln 30%

Lehiel 2ober
Ludwigstrasse 3.
(13085)
Ludwigstrasse 3.

Apottbillig, 1 Waſchtiſch, fr. lackiert, m.
Lavoir, 5., 1 voll. Bett, noch neue Bett=
ſtelle
, neue Strohmatratze, Zudecke, 1 Kiſſen
23., einige gewöhnliche Stühle, 1 Schreib=
ſekretär
28., diverſe noch neue Gaslampen
vollſt. mit neu. Brennern à St. 4 u. 5 Mk
zu verkaufen Beſſungerſtr. 116, Stb. (*15935

Täglich friſch eintreffend alle Sorten
Lebende Rheinfische
Frische Seefische
: Krebse:
in allen Größen.
Besonders empfehle
Lebende Rhein-Aale
per Pfund von 90 Pfg. an.
u
Hosinger

u verkaufen 1 große Fahne u. Anrichte
B13101) Beſſungerſtr. 1, 2. Stock I.

Feſucht für 1. Okt. von kl. Fam., (2 Perſ.),
G 5-Zimmerwohnung
neuzeitlich, m. Bad, gr. Zimmer, Zubehör ꝛc.
in gut. Lage. Off. u. A. 6 an die Exp. (*15891dso
Per Oktober geräumige
3-Zimmerwohnung
(Annaſtr., Karlſtr., od. in der Nähe) v. kinderl.
Leuten geſucht. Offerten mit Preis unter
W49 an die Expedition. (*15120mds
ſuchen per 1. Oktober große
2 Damen 3=Zimmerwohnung.
unt. A 16 an die Exped. ds. Bl.
15920
3 möbl. Zimmer
2 Schlaf-, 1 Wohnzimmer, mit Peuſion
auf 1. September geſ. Offert. u. 2 86 an die
Exped. Ohne Preisang. zwecklos. (*15821md
Diplom=Ingenieur
ſucht ſofort 2 ſehr gut möblierte
(*15936
Zimmer in beſter Lage.
Angebote unter A 24 an die
Expedition.

Ersmlasstg
Anlage.
18000 Mk. zu 5 pCt. Zinſ. geſ. Bedingun=
gen
nach Vereinbarung. Offerten erbeten
unt. A 3 an die Exp. ds. Bl. (B13070
gegen gute Sicherheit u.
500 Mk. Zinſen geſucht. Rück=
zahlung
nach Uebereinkunft. Offert. unter
A 17 an die Expedition ds. Bl. (*15927
I9
Heken Kapftur
zur 1. Stelle von Bankinſtitut
offeriert
(12209a
WGirmscheid
Wendelſtadtſtraße 23. Telephon 378.

r Neudruck unſerer Miet=
L verträge iſt erſchienen und
werden dieſelben in der Geſchäfts=
ſtelle
Wilhelminenſtraße 19,
1. Stock abgegeben. (12888a
Der Vorſtand

Steppdecken, Dannendecken
werden angefertigt, daſelbſt auch Wolle
geſchlumpt. Minna Kleiss-Amendt,
Schuchardſtraße 11, II.
(*15720id

Sprachlehr-Institut
Herderstrasse 3 (B12683
Französisch Italienisch Englisch
Holländisch etc. Nationale Lehrer.
Direkte Methode. Prospekt frei.
Aller Art Uebersetzungen.
Direction: Professeur J. Berryer.

Unternehmender
Arzt gesucht
Zur Gründung u. Eröffnung eines Bades
oder Heilſtätte uſw. Schöne Gebäude mit
vielen Wieſen und hübſchen Anlagen an
rauſchenden Bächen am Walde, ſowie eig.
elektriſches Licht und Waſſerleitung ſtehen
unter ſehr günſtiger Bedingung zur
Verfügung. Offerten unter A 13 an die
Expedition dieſes Blattes. (13090dod

Mür

&2 untere Elisabethenstr. 47
367 Telephon 367. (13098

ine
3553a)

wünſcht engtiſcher
änderlll Unterricht z. erteilen
ilhelminenplatz 10, 1. Stock.

um Klavierſpielen empfiehlt ſich junger
bei Tanz und Feſtlichkeiten.
Offert. u. A 1 an die Exved. ds. Bl. (*15889

In einem reizend gelegenen
Mainſtädtchen
mit waldreicher Umgebung und unerſchöpf=
lichen
Ausflügen nach dem Odenwald und
Speſſart, iſt Erholungsbedürftigen Privat=
wohnung
mit vorzüglicher Verpflegung ge=
boten
. Familienanſchluß, Bahn, Poſt, Aerzte,
Apotheke, Damen= und Herrenſchwimmbad.
Näheres in der Expedition. *145931dsi

Eintammenhaus
herrſchaftlich eingerichtet, 12 Zimmer, Glas=
veranda
, offene Veranda, viel Nebenraum,
Stallung, Remiſe und Burſchenzimmer, in
feinſter Lage zwiſchen Heinrich= und Anna=
ſtraße
, iſt wegen längerer Abweſenheit des
Beſitzers ſofort preiswert zu verkaufen.
Nähere Auskunft, auch wegen Beſichtigung,
erteilt das Immobilienbureau von Julius
Kahn, Schulſtr. 15, Telephon 135. (13100a

Kleines Wohnhaus
zum Alleinbewohnen alsbald gegen Kaſſa
zu kaufen geſucht. Offerten unter 298 an
die Expedition ds. Bl.
(B13068
Haus mit Werkſtatt, paſſ. für Schreiner,
Glaſer ꝛc., iſt wegen Aufgabe des
Geſchäftes zu verkaufen, event. Werkſtatt
mit Wohnung zu vermieten. Oſſerten
unter W 68 an die Expedition dieſes
Blattes erbeten.
(*15412fid

Wohnhaus
1X3 und 3X4 Zimmer, im ſüdl. Stadtteile,
zu 5½% rentierend, aus freier Hand zu
verkaufen oder gegen Bauplatz zu ver=
tauſchen
. Gefl. Anfragen unter P 20 an
die Expedition dieſes Blattes. (B10927

Wegen beabsichtigten Wegzugs
verkaufe ich mein Haus Heidel-
bergerstrasse
65, Scriba.
(12208a

Ein in verkehrsreicher Straße dahier
gelegenes
Hausgrundstück,
beſtehend aus Wohnhaus mit 4 Wohnungen
und Seitenbau mit großer Werkſtätte und
zwei kleineren Wohnungen, Flächeninhalt
685 am, iſt beſonderer Verhältniſſe halber er=
heblich
unter der ortsgerichtlichen Schätzung,
bei mäßiger Anzahlung und unter ſonſt
günſtigen Bedingungen zu verkaufen.
Nähere Auskunft erfolgt auf Anfragen,
welche unter 2 99 durch die Expedition
dieſes Blattes erbeten werden. (13064

Ein gutgehendes Gaſthaus
im Zentrum der hieſigen Stadt mit ſämt=
lichem
Inventar krankheitshalber ſofort
billig zu verkaufen. Offerten unter A 19
an die Expedition ds. Bl.
(*15924ds

Eine gute Backerei
zu kaufen od. zu mieten geſucht. Off. unt.
A 21 an die Expedition ds. Bl. (*15929

[ ][  ][ ]

Seite 16,

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Inni 1910.

Nummer 150.

Grosser Konfektion-Serien-Verkauf!
Donnerstag, 30. Juni Freitag, 1. Juli Samstag, 2. Juli Montag, 4. Juh

Serie 1 Ungefähre : Gegenstand
Stückzahl Frühere Preise 7 Mäntel 15.0050,00 2. Kostüme 16.0018.75 8 Kostümröcke 7.50 26.00 23 Blusen 3.5034.00 2 Matinées . . . 12.0013.00 6 Unterröcke . 3.75 8.00 Jetzt jedes Stück Mk. 2.50. Serie 5 Ungefähre
Stückzahl Gegenstand Frühere Preise 24 Mäntel 28.0039.00 6 Kostüme . 27.0052.00 15 Kostümröcke . 24.0044.00 61 Blusen 18.5069.00 3 Morgenröcke 25.0044.00 2 Matinées . 26.0039.00 4 Unterröcke . . 25.0029.50 Jetzt jedes Stück Mk. 12.50. Serie 2 Ungefähre
Gegenstand
Stückzahl Frühere Preise 11 Mäntel 12.0052.00 6 Kostüme . 10.0059.00 20 Kostümröcke 8.5041. 111 Blusen . 6.7544,00 2 Morgenröcke . 14.0017.00 18 Matinées . . 7.0030.00 9 Unterröcke 9.0020.00 Jetzt jedes Stück Mk. 5.00. Serie 6 Ungefähre
Gegenstand
Stückzahl Frühere Preise 12. Mäntel 31.0061.00 14 Kostüme . 36.0065.00 15 Kostümröcke . 33.0054.00 46 Blusen 25.0058.00 7 Morgenröcke . 30.0040.00 10 Unterröcke . . 29.0038.00 Serie 3 Ungefähre
Gegenstand
Stückzahl Frühere Preise 28 Mäntel 16.5060.00 12 Kostüme . 25.0033.00 30 Kostümröcke 15.0034.00 71 Blusen 10.0054.00 1 Morgenröck . 15.50 9 Matinées . 12.0024.00 16 Unterröcke . 9.5031.00 Jetzt jedes Stück Mk. 7.50.

Jetzt jedes Stück Mk. 15.00.

Serie 7 Ungefähre
Gegenstand
Stückzahl Frühere Preise 3 Mäntel 41.0049.00 4 Kostüme . . . 41.0087.00 6 Kostümröcke . 40.0060.00 15 Blusen
, 30.0061.00 4 Unterröcke . . 34.0050.00 Jetzt jedes Stück Mk. 17.50. lung verkauft: Serie 4. Ungefälre
Gegenstand
Stückzahl Frühere Preise 16 Mäntel 21.0058.00 12 Kostüme . 21.0049.00 29 Kostümröcke . 18.50 46.00 68 Blusen 15.0048.00 5 Morgenröcke . 24.0049.00 5 Matinées .
, 22.00 30.00 27 Unterröcke . 18.0040.00 Jetzt jedes Stück Mk. 10.00. Serie 8 Ungefähre
Gegenstand
Stückzahl Frühere Preise 10 Mäntel 43.0082.00 8 . Kostüme 45.0075.00 6 Kostümröcke . 43.0049.00 31 Blusen 35.0066.00 1 Morgenrock 45.00 7 Unterröcke . . 41.0057.00 Jetzt jedes Stück Mk. 20.00.

Bitte möglichst auch die Morgenstunden zum Einkauf zu benutzen!

Joseph Stade, Hoflieferant

Ludwigsstrasse 15.

(13077)

Ludwigsstrasse 15.

offeriere zu äußersten
Gelegenheitspreisen
in schwarz, nussbaum,
gebraucht und neu.
Mk. 200. 240. 295.
330. 380. 400.
450. 490. 525.
Die Instrumente sindvollständig
aufgearbeitet und werden unter
Garantie abgegeben. Meine
konkurrenzlosen Modelle
Mk. 400600 sind stets am Lager.
Hohen Rabatt Teilzahlung Eintausch.
Eep. Schatter
Elisabethenstrasse 12
Hoflieferant - Telefon 815.

Ungebr. Armeerevolver
für 20 Mk. zu verk., desgl. 75 Patr. hierzu
13067) Wilhelminenſtraße 14, 1. St.

zu kaufen ge=
Gut erh. Speiſeſervice ſucht. Off. unt.
A 11 an die Expedition ds. Bl. (*15902

Weg. Umz. bill. zu verk. Möbel. Kleider u.
Spielzeug Martinſtr. 64, II. (B13069

Gleider, Bluſen, Röcke werden z. Bügeln,
R Herrenwäſche z. Glanzbügeln angen.

10872a)

Lauteſchlägerſtraße 7, I.

Elee
nedarenareintet, Henert kaisle
a. Empfehl. viel. Korzte u. Prof. gratis u. 1r.
H. Unger. Gummiwarenfabrik
Berlin NW., Friedrichstrasse 91192.

renterputzen
von Priv.=Wohn., Glasdächern; Abwaſchen
von Häuſern und Küchen z. bill. Preiſen
C9120,7)
Fr. A. Göbel, Kiesſtr. 57.
(B10489
Umzüge
beſorgt billigſt. Georg Hofmann, Weinbergſtr. 8

ſKänstier=
Cretonne=
Naturell=
Tecco, Wandstoffe, Linerusta
(12843a
in hervorragend moderner Auswahl bei bekannt billigsten Preisen.

apeten

Reste zu halben Preisen.
Tapetenhaus Larl Hochstaetter

Fernruf 725

Hoflieferant

Elisabethenstr. 29.

Eine jede gewissenhafte Hausfrau
die darauf bedacht ist, nur gute Ware zu gebrauchen, wird in dem
Geschäft ihre Einkäufe besorgen, wo nach obigem Grundsatze verkauft wird.
Zur Einmachezeit empfehle ich
Ia Weinessig, Fruchtbranntwein, Arrak, Rum etc., über-
haupt
alle hierzu notwendigen Artikel, ferner Frankenthaler Hutzucker
zu den billigsten Tagespreisen
(13062
Georg Manck Nachf., Inhaber Paul C. Finke
Telefon 1451. Hubertus-Drogerie Ballonplatz 5.

Falls Sie verreisen
oder noeſt nieht versicher ind
gegen Einbruchdiebstahl,
Beraubung und räuberische Erpressung
sichern Sie günstig bei der
Stuttgarter Mit- u. Rückversicherungs-Aktiengesell.
Grundkapital: 10 Millionen Mark.
Mässige Prämien. Günstige Bedingungen.
Moderne Deckungsmöglichkeiten. Kostenlose und un-
verbindliche
Auskunft erteilt Gustav Fehrer, Alicestr. 2,
Darmstadt.
(12118M
Hehebrlele
nach neuestem Muster
sind in der Geschäftsstelle des Tagblatt zu haben.

Freude und Heiterkeit
echen verloren, wenn man mit geheimen
Leiden behaftet ist. Bei Erkrankung der
Blase, Nieren, Harnwege hat sich Apo-
theker
Wagners Boldotee vorzüglich be-
währt
. Erfolg überraschend! Bestand-
teile
: Blätter der peruv. Boldopflanze.
In Kart. à 1 Mk. allein echt bei J. Streb,
Bismarck-Drogerie.
(11302a

Weiß. Druckpapier
(Rollen=Reſte)
abzugeben
(1195)
in der Exped. des Tagblatts.

röß. Quantum großfrüchtige Johannis=
heeren
billig abzugeben (*15852md
Heidelbergerſtraße 36, 2. Stock.
ehpinſcher reiz. Tierchen, ½ Jahr alt,
Rzu verk. Arheilgerſtraße 75. (*15876
Deutſche Schäferhunde (Wolfshunde)
abzugeben Wagner, Eberſtadt bei
Darmſtadt, Seeheimerſtraße 20. (*15797mdfs

Dobermann (Rüde), 1 Jahr alt, zwei
ſelten ſchöne Exemplare, zu verkaufen.
Näheres Karlſtraße 65½
(*15857md

¼ Jahr alt,
Deutſche Schäferhündin, als Wach=
hund
zu empfehlen, gebe ab, weil zu ſcharf
für mich, zu 24 Mk. nebſt Stammbaum
Gg. Ludwig, Gaſtwirt, Nieder=Modau,
Heſſen.
(13048md
Wehrere gut
M ſingende Kanarien-Hähne
ſind von 7 Mk. an abzugeben (*15808md
Nieder=Ramſtadt, Ludwigſtraße Nr. 11.

Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Herrn Adolf
Rady, Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Dampfer Albano, 26. Juni von Norfolk
nach Hamburg.
Dampfer Spreewald von Weſtindien
kommend, 27. Juni abends auf der Elbe
Dampfer Ypiranga, 27. Juni morgens in
Buenos Aires.

Mein Baubüro
befindet ſich vom 1. Juli 1910 ab
2
Inſelſtraße 29, I.
Ecke Roßdörferſtraße (12971a
Carl Heim
Tel. 1611. Architekt. Tel. 1611.

[ ][  ][ ]

2. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.

§ 150.

Donnerstag, 30. Juni.

1910.

Wegen Inventur.
Fosser-Ausverkauf

Ich bezwecke hierdurch eine möglichst rasche Räumung meines gesamten Warenlagers. Es bietet sich die günstigste
Gelegenheit, elegante Schuhwaren enorm billig einzukaufen. Grosse Posten Einzelpaare werden
weit unterm Einkaufspreis ausverkauft.

Grosse Posten
Herren- u. Damenstiefel
Chevreaux-, Boxcalf- und Lackleder
Schwarze u. moderne braune Farben.

Reichlich sortiert

Knaben

ädchen- u.

Kinderstiefel

Bequeme u. mod, Formen.

Neuheiten in mod. Promenadeschuhe, Mollereschuhe mit eleg. Schnallen
zu erstaunend billigen Preisen.

Für die Reise aussergewöhnlich billige Gebirgs- u. Touren-
stiefel
, Reiseschuhe, Hausschuhe in Stoff und Leder, Strandschuhe,
Badeschläppchen, Einlegesohlen, Lederfette, Créme u. Lack, Schnürbänder, Stiefelblöcke etc.
Zum Sport Tennis- u. Fussballstiefel, Turnschuhe u. Stiefel, Sandalen.
Empfehle wärmstens, von dieser aussergewöhnlich günstigen Gelegenheit entsprechend Gebrauch zu machen. Besonders auf.
merksam mache auf meine durch Umbau bedeutend vergrösserten hellen Verkaufsräume nebst 3 Schaufenster und Tor-Ausstellung.

Gegründet
1862.

Gaisaeob

Aeltestes
Schuhhaus

Telephon
277.

Schillerplatz 8, am Schlossgraben, und altes Geschäft Schirmgasse 6, Ecke der grossen Ochsengasse.

13089a)

Verkeurs-Verein.
Die Ausſtellungsleitung gibt Vereinen, welche geſchloſſen vie Ausſtellung be=
ſuchen
, ermäßigte Eintrittskarten zu 50 Pfg. und bitten wir unſere Mitglieder, An=
meldungen
zum gemeinſamen Beſuch der Ausſtellung auf dem Verkehrsbüro (Tel. 1582)
(13058do
zu machen. Die Zeit des Beſuches wird noch mitgeteilt.
Der Vorſtand.

Hottonia‟

Verein für Aquarien- und
Terrarienkunde.
Anläßlich unſerer Ausſtellung findet
Freitag, den 1. Juli, abends ½9 Uhr pünktlich
im Hörſaal 326 der Techniſchen Hochſchule
Vortrag mit Lichtbilder ſtatt.
Chema: Wie die Fische laichen.
Referent: Herr Hans Welke aus Dortmund. (13059
Die Ausstellungsleitung.
Eintritt frei.

Städtlcher Sadlbau.
Am 30. Juni 1910, abends 8 Uhr:
7. Donnerstags-Konzert

des vollſtändigen Orcheſters des Muſikkorps des Leibgarde=
Regiments unter Leitung des Obermuſikmeiſters H. Hauske.
Gastspiel des Posaunenvirtuosen
Serafini Alschausky.

ou erbtimer

Neu eröffnet!

Zun Krokoan
44 Eliſabethenſtraße 44
empfiehlt ſeine renovierten Lokalitäten, ſowie ſchöne geräumige Klubzimmer für Vereine
und Geſellſchaften. Für vorzügliche Küche und ein gutes Glas f. Fay-Bier iſt
beſtens geſorgt.
(*15874
Jeden Sonntag:
Grosses Militär=Garten=Konzert.
Bei ungünſtiger Witterung im Lokale.
Um geneigten Zuſpruch bittet
Heinrich Diehl.
Internationale Ausstellung
für
Sport und Spiel
Frankfurt a. M.
(130790

Eintritt 1 Mk., ab 7 Uhr abends

Abonnement aufgehoben. Eintritt 50 Pfg.; für die Herren Studierenden
(13073
40 Pfg.: Dutzendkarten gegen Nachzahlung von 20 Pfg. gültig.
NB. Das Konzert findet unter allen Umſtänden ſtatt, nötigenfalls im großen
Konzertſaale. Für das Konzert am 7. Juli werden Wunſchzettel am Eingange abgegeben.

Aunweiler
(Rheinpfalz).

nunch der Hardt und den oen.
empfohlen. Schnellzugsſtation der
ſendet das Bürgermeiſteramt.

klimatiſcher Kurort am Fuße der hiſtoriſch
berühmt. Reichsfeſte Trifels mit vorzüglicher
Burgwirtſchaft. Landſchaftl. einer der ſchönſt.
und beſtbeſuchten Ausflugspunkte der Pfalz.
Ausgangspunkt zu vielen herrlichen Touren
Zu kürzerem oder längerem Aufenthalt beſtens
Linie Landau=Saarbrücken=Metz. Proſpekt ver=
(9630a

Vonnerstag, den 30. Junl 50 Pfg. Preisschiessen von 10 Pis
12 Uhr vorm. und 3 bis 11 Uhr nachm., ab 8 Uhr abends mit Zimmer-
stutzen
. Nachm. 4 Uhr: Doppelkonzerte. Vorletztes Gastspiel
der Nordamerikanischen Indianer-Kapelle und Musikkorps des
Inf.-Regts. Nr. 81, Frankfurt a. M.
Eintrnt Ml. 1. Preischlesen, wie am
Freitag, den 1. Jull Donnerstag, den 30. Juni. Blüten-, Zauber- und
Lichterfest in Tokio. Prachtvolle Dekoration. Feenhafte Beleuchtung.
Von 4 Uhr nachmittags ab: Abschiedskonzert der Nordamerika-
nischen
Indianer-Kapelle und erstes Gastspiel der Kapelle
des Königl. schwedischen Dal-Regiments aus Stockholm.
Eintritt Mk. 1. Preisschiessen wie am
Samstag, den 2. Jul Donnerstag, den 30. Juni. Blüten-, Zauber-, und
Lichterfest in Tokio. Arena nachm. Training für die Intern. Rad-
rennen
am Sonntag, den 3. Juli. Ab 4 Uhr nachm.: Doppel-
konzert
des Königl. schwed. Dal-Rgts. aus Stockholm und
des Art.-Rgts. Nr. 63, Frankfurt a. M.
An dlen Tgen von bhr abendh ub uf der Behanbähtne Vorstlungen
auf allen Gebieten des Sports und Spiels. Ab 1. Juli vollständig
neues Programm. Eintrittspreise: 1 Mk., 50 Pfg., 20 Pfg., 10 Pfg.
Vergnügungspark:
Tanzboden, Rodelbahn, Hippodrom, Kasperle-Theater, Glasbläserei, Schießhalle.

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Nummer 150.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Jnni 1910.

Sport.

sr. Das 14. Internationale Lawn= Ten=
nisturnier
in Dresden hat am Dienstag
ſeinen Abſchluß gefunden. Die Meiſterſchaft von Sachſen
im Herren=Doppelſpiel gewannen Bergmann- Wid=
mann
gegen Gebrüder Schomburgk 62, 63, 62; die
Herrenmeiſterſchaft von Dresden fiel an Bergmann,
der E. Lange 61, 63, 75 abfertigte, und die Damen=
meiſterſchaft
an Fräulein Köring, die Fräulein Mat=
touſch
62, 61 ſchlug. Die Herren=Doppelmeiſterſchaft
von Dresden gewannen Bergmann-Widmann ohne
Spiel.
Das Internationale Tennis=Turnier
in Wien hat mit den noch ausſtehenden Entſcheidun=
gen
ſeinen Abſchluß gefunden. Die Damenmeiſterſchaft
von Nieder=Oeſterreich gewann Frau Dr. Neresheimer=
München mit 62, 60, gegen Frl. Klima; beide ge=
meinſam
ſiegten dann in der Damen= Doppelmeiſter=
ſchaft
gegen Frau Amende-Frau Maſchka 62, 63
62. Die Herren=Doppelmeiſterſchaft endlich fiel an
Kinzel-Razuy, die Stoeck-Dr. Zborzil nach ſcharfem
Kampfe 63, 36, 810, 64, 64 abfertigten.

Vermiſchtes.
CK. An den Zähnen hängend über den Niagara.
Von einer grauſigen Fahrt über die donnernden Wir=
bel
der Niagarafälle wird aus Toronto berichtet. Der
frühere Kunſtmaler Williams, der ſeit einiger Zeit zum
Varieté übergegangen iſt und als verwegener Seil=
tänzer
unter dem Namen Der große Houndin in
Amerika Berühmtheit erlangt hat, wollte das auf=
regende
Wagnis vollbringen, mit den Zähnen an einem
Drahtſeil hängend, den Niagara zu überqueren. Vor
einer ungeheuren Menſchenmenge, die zu einem Volks=
feſt
zuſammengeſtrömt war, machte ſich Houndin an die
Tat. Ueber die Fälle war ein dünnes Drahtſeil ge=
ſpannt
, das an beiden Ufern ſorgſam verankert war.
Um ½5 Uhr trat Houndin an das Seil, biß ſich an der
kleinen Rolle feſt, und die abenteuerliche Fahrt begann.
Mit wachſender Schnelligkeit ſauſte der Menſchenkörper
durch die Lüfte; man ſah, daß der furchtloſe Artiſt in
der Rechten eine amerikaniſche und in der Linken eine
kanadiſche Flagge hielt, die fröhlich im Winde flatter=
ten
. Je mehr der ſchwebende Körper ſich der Mitte der
Fälle näherte, um ſo größer wurde die Geſchwindig=
keit
. Alles ſchien gut abzulaufen. Aber Houndin hatte
einen Fehler begangen, er hatte das Gewicht ſeines
Körpers nicht genügend in Rechnung geſetzt, das Draht=
ſeil
ſenkte ſich unter dem Drucke ſo tief, daß er die
Hälfte ſeiner Fahrt hätte bergauf gleiten müſſen. Das
Unvermeidliche trat ein: faſt genau in der Mitte des
Stromes, unmittelbar über den Fällen, blieb Houndin
ſtecken. Von der oberen Stahlbrücke aus konnte man
genau beobachten, wie das Geſicht des Waghalſigen ſich
in Todesangſt verzerrte, verzweifelt winkte er mit
ſeinen Flaggen um Hilfe. Aber wie helfen? Von der
Brücke aus war er unmöglich zu erreichen; mit einem
Boote war in der furchtbaren Strömung an Rettung
nicht zu denken. Die Minuten verſtrichen. Wie lange
kann er noch aushalten? Während unter den Augen
der atemloſen Menge einige beherzte Männer ſofort
Vorbereitungen zur Rettung trafen, ſtellten andere
E

ein Megaphom auf, durch das man dem Unglücklichen
Mut zuſprach und ihn ermahnte, ſeine letzte Kraft
daranzuſetzen, um auszuharren. Endlich war ein Seil
zur Stelle, Feuerwehrleute ſchleuderten es von der
Brücke herab, es verfing ſich glücklich am Drahtſeil,
Houndin konnte es erhaſchen und am Draht befeſtigen.
Das Seil war gerade lang genug, um bis in die Nähe
der Waſſerfläche zu reichen. Mühſam ließ er ſich hinab,
man ſah, wie die Kräfte abnahmen, ſein Geſicht war
verzerrt, aber noch hielt er ſich krampfhaft feſt. Inzwi=
ſchen
hatte der Kapitän des kleinen Dampfers Maid
of the Miſt die tolle Fahrt in die ſchäumenden Fluß=
ſchnellen
angetreten. Es ſchien unmöglich, das kleine
Fahrzeug in der reißenden Strömung zu halten, aber
der wackere Kapitän kannte keine Bedenken; mehrfach
wurde ſein kleines Schiff abgetrieben und ſchien ſchon
verloren, aber immer wieder riß er durch kühne Ma=
növer
die Maid herum und erreichte ſchließlich auch
den halb beſinnungsloſen Houndin. Als man den Kör=
per
des Erſchöpften glücklich an Deck hatte, wandelte
ſich die verhaltene ſtumme Erregung der Menge in
wilden Jubel; man bereitete dem kühnen Lebensretter,
der vorausſichtlich die Rettungsmedaille erhalten wird,
einen triumphalen Empfang, als er glücklich das Ufer
erreichte.
C.K. Aus der Geſchichte der Perücke. So alt wie
die Menſchheit, ſo alt iſt auch die menſchliche Eitelkeit.
Auch die Perücke, die der Kahlkopf von heute allmorgend=
lich
ſorgſam über das Haupt ſtülpt, kann auf eine Ge=
ſchichte
zurückblicken, die Jahrtauſende umfaßt. Die
alten Hebräer, die Chaldäer, die Aſſyrer und die Aegypter
kannten die Perücke ſehr gut, und man machte von dem
künſtlichen Verſchönerungsmittel recht ausgedehnten Ge=
brauch
. Auch die Griechen und Römer verſchmähten es
nicht, natürliche Mängel unter den ſchöngewellten Locken
falſcher Haare zu verbergen. Zur Zeit des Kaiſers
Auſtinian II., ſo führt der Pungolo aus, wurde die
Perücke geradezu Mode und der Gebrauch ſo allgemein,
daß der Kaiſer ſie durch die Synode in Konſtantinopel
verbieten ließ. Die Kirchenväter waren unerbittliche
Feinde dieſer Zierde kahler Häupter und bekämpften ſie
aufs Heftigſte. Tertullian rief allen, die Perücken
trugen, zornerfüllt entgegen: Schämt Euch und errötet,
daß Ihr Eure Köpfe, die durch die Taufe geheiligt ſind,
mit den Bälgen hingerichteter Verbrecher ſchmückt, die in
Schande ſtarben Aber wie ſehr auch die Geiſtlichkeit
eiferte, die Perücke widerſtand triumphierend allen An=
griffen
und durchzog, von manchen belächelt und ver=
ſpottet
, aber auch von vielen heimlich behütet und be=
ſchützt
, die Jahrhunderte. Von Paris ging dann die
Hochblüte der Perücke aus, ihre große Zeit. Damals, im
16. Jahrhundert, kamen die gewaltigen hohen Perücken auf,
jene großen Haarbauten, die nun nicht mehr allein von
den Kahlköpfigen getragen wurden, ſondern von allen,
die auf Form und Lebensart hielten, von den Elegants,
von den Hofleuten, von Männern und Frauen, ja ſelbſt
von Kindern. Schon unter Ludwig XIII. war in Frank=
reich
die Perücke zu Ehren gekommen, aber unter
Ludwig XIV. ergriff ganz Frankreich ein wahres
Perückenfieber. Damals wurden die mächtigen Ungetüme
getragen, die faſt ein Drittel ſo hoch waren wie die
menſchliche Geſtalt. Alle Formen wurden erſonnen und
erprobt, lange, ſchmale, breite und runde, Perücken für
die Reiſe, Perücken für die Viſiten, Perücken für die
Promenade. Dieſem Paroxismus der Begeiſterung
folgte dann freilich der Niedergang. Die natürlichen
Haare, die ſo lange zwiſchen Bergen von künſtlichen
Haaren wie in dunklen Gefängniſſen geſchmachtet hatten,
kamen wieder zu Ehren, echte Locken flatterten im Winde,
und durch die Straßen von Paris zogen ſtimmkräftige
Händler und ſangen mit ihrem Rufe: Alte Perücken
zu verkaufen, alte Perücken zu verkaufen! dem künſt=
lichen
Haarreichtum das Grabeslied. Bis dann die
Revolution kam und den letzten Modeperücken ein ge=
waltſames
Ende bereitete.

Literariſches.
* Reiſeliteratur. Im Verlage von Grie=
bens
Reiſeführer ſind erſchienen: Band
Wien und Umgebung mit Ausflug auf den
Semmering. (2 Mark.) Dasſelbe, kleine Ausgabe.
Band 68. (1 Mark.) Von dieſem beliebten Reiſeführer
iſt ſoeben die 21., von Karl Sandtner=Wien bearbeitete
Auflage erſchienen. Das Buch enthält alles, was für
den die öſterreichiſche Kaiſerſtadt beſuchenden Reiſen=
den
wiſſenswert iſt. Der in der Wiener Fremdenver=
kehrsbewegung
eifrig tätige Bearbeiter hat alle An=
gaben
einer gründlichen Reviſion unterzogen und das
Buch durch viele wertvolle Erweiterungen vervollſtän=
digt
. Das dem Führer beigegebene Kartenmaterial iſt
einer ſorgfältigen Reviſion unterzogen worden. Neben
der großen Ausgabe hat der Verlag auch eine bleinc
Ausgabe zum Preiſe von 1 Mark herausgegeben, die
für kurzen Aufenthalt ausreichen dürfte. Band 19.
München und die Königsſchlöſſer. (1 Mark.)
Die Vorzüge dieſes ebenſo beliebten als bewährten
Führers ſind ſeit langen Jahren allbekannt. Die ſoeben
erſchienene 28. Auflage hat in allen Teilen eine ſorg
ſame Durchſicht erfahren und alle Veränderungen, die
ſeit Erſcheinen der letzten Auflage (im Jahre 1908) ein=
getreten
ſind, gewiſſenhaft nachgetragen. Ein vorzür
licher, bis auf die neueſte Zeit ergänzter Plan von
München und eine Karte vom bayeriſchen Hochland ſind
zweckmäßige Ergänzungen des reichhaltigen Textes.
Band 36. Der Schwarzwald. (2,50 Mark.) Kleine
Ausgabe. Band 37. (1 Mark.) Dieſer Führer zeich=
net
ſich ſowohl durch ungemein klare und überſichtliche
Anordnung der Darſtellung des Schwarzwaldgebietes
als auch durch eingehendſte Berückſichtigung der prak=
tiſchen
Bedürfniſſe des Touriſten aus. Die neue (16.),
von E. Wöhrle=Baden=Baden bearbeitete Auflage iſt
einer umfaſſenden Durchſicht unterzogen worden.
Der Führer kann als zuverläſſiges und praktiſches
Reiſehandbuch empfohlen werden. Neben der größe:
Ausgabe hat der Verlag noch eine kleine Ausgabe zum
Preiſe von 1 Mark herausgegeben, die für kurzen
Aufenthalt ausreichen dürfte. Verzeichnis der
Sommerfriſchen, Kurorte, Gaſthäuſer im
Taunus, Weſterwald und am Rhein. Unter
dieſem Titel verſendet gegen Einſendung von 10 Pfg.
für Porto der Vorſtand des Rhein= und Taunus=
klub
Wiesbaden ein hübſch ausgeſtattetes Buch,
das, in überſichtlicher Weiſe geordnet, die Adreſſen von
über 600 Sommerfriſchen in dieſem vielbeſuchten und
landſchaftlich ſo herrlichen Gebiete enthält. Da ſämt=
liche
Angaben auf ſorgfältigen Ermittelungen durch
Fragebogen beruhen, können ſie als durchaus zuver
läſſig gelten. Soden am Taunus und Um=
gebung
. Ein Ratgeber und Führer während des
Kurgebrauches. Von Sanitätsrat Dr. Auguſt
Haupt. Neubearbeitet von Dr. med. Auguſt Haupt,
Badearzt in Soden. Mit einer Karte der Umgebung,
einem Situationsplan von Soden, acht Anſichten und
einem Anhange. 4. verbeſſerte Auflage. Preis 1,40
Mark, Würzburg, 1910. Kurt Kabitzſch (A. Stubers
Verlag.) Rechtzeitig mit dem Beginn der Kur und der
Reiſezeit iſt dieſer bewährte Führer ergänzt und durch=
geſehen
in neuem Gewande erſchienen. Kurgäſte und
Touriſten finden in dem Führer alles für einen
längeren oder kürzeren Aufenthalt Wiſſenswerte.
Rundreiſen in der Schweiz. Dies ſtattliche
Reiſehandbuch (4 Mark, A. Bruckmanns Verlag, Inh.
Rudolf Frhr. v. Holzſchuher, München), in 24. Auflage
in der rühmlichſt bekannten Kollektion Bruckmanns
illuſtrierte Reiſeführer ſoeben erſchienen, bringt von
Jahr zu Jahr die inzwiſchen auf dem ganzen Gebiete
der Schweiz eingetretenen Veränderungen und hietet
daher dem Fremden einen ſtets zuverläſſigen Führer.
Das gründlich revidierte Reiſehandbuch iſt überdies
eich mit ausgezeichneten Illuſtrationen, Panoramen,
Karten und Plänen ausgeſtattet und entſpricht ſomit
allen Anforderungen.

Daderid
Zeit= u. Gelderſparnis durch Benutzung
meiner geſ. geſch. Koch= u. Waſchmaſchine
auf dem Herd zu bedienen. Preis 20 Mk.,
auf Teilzahlunc
Proſpekt direkt gratis. Gefl. Anfrägen
u. A 2 an die Expedition ds. Bl. (13086
Kanmalchme
noch neu, mit Hand= und Fußbetr., erſtkl.
Fabrikat, zu 35 Mk., Rhönring 139, I. (*15882
ſel
Gutes Adler-Damenrad billig
zu verkaufen Liebfrauenſtr. 78, I.
5880
Ein gebrauchter Kinderwagen
billig zu verk. Gutenbergſtr. 13, II. (*15825md
ut erhaltene Oefen zu verkaufen
*15881) Carl Wolf, Mauerſtr. 22, p.

Der bose Nachbar

Für alle Arten Türen
verwendbar.

Werkzeuge für Haus und Werkstatt
nur feinste Qualitäten.
(12668a
Messing-Portieren-Garnituren.

wird zum Freunde, der Garten bleibt in
Ordnung, die Körbe füllen ſich voll Eier,
wenn man Hühner einſperrt und mit dem
1000fach erprobten und ſehr gelobten Ge=
flügelfutter
Nagut füttert. Verkauf:
Wilh. Nungesser, Dieburgerſtr. (C13071,61
Frau Paſtor Schreiber, Brunshaupten
i. M. ſchreibt: Bitte um 50 kg Nagut.
Bei dieſer Gelegenheit möchte ich Ihnen mit=
teilen
, daß ſich das Futter großartig be=
währt
hat. Es legen die Hühner unglaublich
fleißig, 4 Hühner habe ich auf einen engen
Raum abgeſperrt und mit dem Futter ge=
füttert
, ſie haben in 27 Tagen 86 Eier gelegt.

Karonne Ven Hessen Darmstast
die grosse Landgräfin.
Ihr Aufenthalt in Prenzlau 1750 bis 1756.
Von E. Mentzel.
(12940
Separat=Abdruck mit mehreren Illuſtrationen aus dem Darmſtädter Tagblatt.
Preis Mk. 2.50.
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen.

Wegen Umzug
1 vollſt. Bett, 22 Mk., gr. Teppich, 6 Mk.,
Spiegel, 8 u. 5 Mk., 1fl. Gasherd m. Schlauch,
2 Mk., kleine Brotſchneidem. 3 Mk., bunte
Tiſchd. à 1 Mk., Waſchlav. 2 Mk., verſch.
g. Porzell.=Teller, gr. u. kl. Plättch., Wein,
Bier u. Schnapsgl., Beſtecke, Salz=, Pfeff.. Feuerz.=Ständ. ꝛc., Einhängſtühl. für
Kinderw. billig abzugeben Artillerieſtr. 4, II.,
n. d. Heidelb.= u. Eſchollbrſtr.
(*15895
Bitte zu lesen!
Ich kaufe abgelegte Kleider, Schuhe,
Bettw., alte Fahrräder. Poſtk. gen. (*15905ds
M. Obstfeid, Kleine Bachgasse 7.
Gebr. Gas= und Petroleumherd
ſehr preiswert zu verkaufen
(*15877
Frankfurterſtraße 3, parterre.

[ ][  ][ ]

Nummer 150.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

Seite 19.

(12329a

Betrügen sie Ihren Magen nicht. Das Beste ist für ihn gerade gut genug.
Mathildenplatz18
Natdfwemle aller Preislagen in grösster Auswahl bei Willleim Kiebel, Darmstadt.

5-Zimmerwohnung
nebſt Küche, Speiſek., Mädchenzimmer
auf der Etage und Zubehör zu ver=
mieten
. Preis 750 Mk. Näheres
zwiſchen 10 und 5 Uhr Friedrich=
ſtraße
21, 1. Stock.
(7248ids

Riedeselstrasse 68, 2. St.,
geräumige 5=Zimmerwohnung per 1. Aug.
zu vm. Näh. Holzhof=Alle 1, Kont. (12461od

Frntenen ener er enet
5 Zim., Badezimmer, weiteres Zimmer
in Manſarde, Veranda, reichl. Zubehör,
Gas, Elektrizität, Garten, auf 1. Oktober
an ruhige Familie. Zu erfr. 2. Etage.
Gartenſtraße 20
ſchöne 5=Zimmerwohnung, 3. Stock, mit
allem Zubehör, Bleichplatz, großer Trocken=
boden
ꝛc. per 1. Oktober zu verm. Näheres
Mathildenplatz 8, I., bei lacoby, bis 10 Uhr
morg. u. 56 Uhr nachm. zu erf. (12907a

Die ſeitherige

des Herrn Stabsarztes Dr. Wagner iſt
wegen deſſen Verſetzung per 1. Ottober,
event. früher, zu vermieten. Die Wohnung
(2. Stock enthält 5 Zimmer, Küche, Vorrats=
kammer
, großer Vorplatz, Balkon, rückwärts
große Veranda mit freiem Ausblick in Gür=
ten
, Bad, Gas, elektr. Licht, 2 Manſarden,
2 Keller, Waſchküche, Bleichplatz u. Trocken=
boden
. Die Wohnung wird ganz neu her=
gerichtet
und werden Wünſche wegen Ta=
pete
u. dergl. berückſichtigt. Sämtl. Räume
werden von der Sonne durchſchienen.
Dieſelbe Wohnung im 1. Stock, ſeit=
her
von Herrn Muſikakademie=Beſitzer
W. Schmitt bewohnt, iſt wegen deſſen Um=
zug
in eigenes Haus per 1. Juli, event.
ſpäter zu vermieten. Preis jeder Wohnung
1000 Mk. Zu erfragen Salbauſtr. 33, bei
Jean Lotz, im Laden.
(12498a

12050 Schöne 5 Zimmerwohnung,
Mitte der Stadt, ſofort zu verm. Näh.
Schulſtraße 1.

Roßdörferſtraße
4 Z. nebſt Zubehör, Mk. 550, ſofort zu verm.
Auskunft Wendelſtadtſtr. 40, I. (12045ids
A=Zimmer=Parterrewohnung
(12930ids
per I. Oktober zu vermieten
Neckarſtraße 10.
26
Ecke Gartenstrasse
ſchöne 4=Zimmerwohnung mit all. Zubehör
per 1. Juli zu verm. Näh. part. (11142t
12598imds) Viktoriaſtr. 77, part., ſchöne
4= Zimmerwohnung mit Badez., Balkon u.
allem Zubehör per 1. Okt. Näh. 1. Stock.
2obtids
Ballonplatz 3
neben der Infant.=Kaſerne, iſt der I. Stock,
4 Zimmer, Küche, Badezimmer und allem
Zubehör, per ſofort zu vermieten. Beſich=
tigung
jederzeit. Auskunft durch Tel. 308.

Einfamilienhaus
Weyprechtſtraße 18
mit ſchönem Vor= und Hintergarten, neun
Zimmern nebſt reichl. Zubehör, zum 1. Okt.
zu verm. Zu beſichtigen von 102 u. von
47 Uhr. Auskunft Geh. Rat Römheld,
Alexandraweg 14.
(12631a

Bismarckstr. 23, 2. Etage
beſtehend aus 6 Zimmern. Badezimmer,
Veranda u. Zubehör, mit Gas= u. Waſſer=
leitung
und elektriſcher Lichtanlage, voll=
ſtändig
neu hergerichtet, ſofort beziehbar,
an eine ruhige Familie zu vermieten.
Näh. im Hauſe Bismarckſtr. 23, part. (12258a
6D
Martinstrasse 72
iſt eine elegante Wohnung, enthaltend ſechs
Zimmer, Küche, Bad, Veranda, Gas und
elektriſches Licht, Fremdenzimmer Mädchen=
zimmer
, Mitbenutzung der Waſchküche,
Bügelzimmer, Bleichplatz und Trockenboden,
auf 1. Oktober zu vermieten, eventuell auch
früher. Näheres Martinſtraße 74 bei
(B12908ids
C. W. Braun.

Gegen Gicht, RReuma und
Stortwechsel-
Erkrankungen
Kaiser
Friedrick
Quelle
Offenbach 2Main

General-
Vertreter: Martin Jahn, Darmstadt
Telephon Nr. 305. Pallaswiesenstrasse 30.

(123820l

Ernst-Ludwigstrasse 19
nach Umbau
zwei große moderne
DàD2N
je ca. 6 Meter breit, 27 bezw. 24½ Meter tief, mit größeren Schaufenſtern,
Zentralheizung, event. mit Wohnungen per 1. Oktober zu vermieten.
Wünſche können berückſichtigt werden. Näheres durch das Immobilienbüro von
Julius Kahn, Schulſtr. 15. Telefon Nr. 135.
(6323a

Sa(9606

*15699ids) Arheilgerſtr. 16 eine freundl.
Drei=Zimmerwohnung zu vermieten an
ruhige Leute.
Fuhrmannstrasse 14
neuzeitlich hergerichtete 3=Zimmerwohnung
per 1. Juli zu vermieten.
(11365t
*15816mdfs) Moosbergſtraße 60, 2. St.
Vorderh., ſchöne große 3=Zimmerwohnung
mit Balkon, Gas und Zubehör zu verm.

e etrtet, c. . tetnt. .
Hinterhaus ſofort zu vermieten.

Eine
ſchöne 2= Zimmerwohnung
per 1. Juli zu vermieten. (11424t
Näheres bei
Deuster, Marktſtr. 2.

Feldbergſtraße 25
ſchöne 3=Zimmerwohnung. Näh. Weiter=
(7232odi
ſtädterweg 21, I. Dillmann.

121230 Makhildenplat, 3, Berderhans,
2 unmöbl. Zimmer per ſofort zu vermieten.
Näheres Bäcker Dieter.
B12417ids) Beſſungerſtr. 77 kl. 2= Zim=
merwohnung
zu vermieten.
Soderſtraße 21
geräumige 2=Zimmerwohnung in neuem
Seitenbau per 1. Juli zu verm. Näheres
Vorderhaus, Tapetenladen.
(12629ids
13044t) Dieburgerſtraße 32, Vorderh.
1. Stock, eine ſchöne 3= Zimmerwohnung
*ösgwoch) Schlofgartenpl. 2 eine Zwer
Zimmerwohnung (Manſarde) zu vermieten.
1310me) Eliſabethenſtraße 42
Zweizimmer-Wohnung
hell und geräumig, mit hübſcher Ausſicht
im Hinterhaus, nur an kleine ruhige Familie
per 1. Auguſt zu vermieten.
*15884dfs) Feldbergſtr. 46 eine 2=Zim.=
Wohnung zu vermieten.

12985t) Gutenbergſtraße 29, 3. Stock,
großes Zimmer und Küche zu vermieten.
Aufbew. v. Möbel ꝛe. Vorm. anzuſehen. (Herrn zu vermieten.

Eckhardtstrasse 8
kleines Gartenhaus mit Stallung, ganz
oder geteilt, zu vermieten.
(*15885
Näheres Eckhardtſtraße 3, 1. Stock.

Villa in Alsbach a. d. Bergſtraße
5 Zimmer u. allem Zubehör, Stallung, gr.
Garten zu verm. Preis 350 Mk. Näh. bei
K. Kreh, Darmstadt, Erbacherſtr. 7½. (*15901ds

Meater
oſenfabrik und Piatlengeſchäft Inhaber
Max Kienzle innegehabten Räume Frank=
furterſtraße
26, nebſt großem Hof, ſind
getrennt oder zuſammen zu vermieten. Zu
erfragen Aliceſtraße 2, parterre.
1 Parterre=
Mathildenplatz 8 Raum per
1. Juli zu vermieten. Näheres zu erfahren
im 1. Stock, Jacoby.
(12906a

Helles Parterrelokal
geeignet für Büro, Atelier, Laden mit
Werkſtatt, auf Wunſch mit 34= Zimmer=
wohnung
, per 1. Oktober zu vermieten
12931ids)
Neckarſtraße 10.
Grafenſtraße 4
2. Obergeſchoß, 5 Min. vom Hauptbahnhof,
2 und 3 Zimmer, zu Bureau geeignet, ſof.
zu vermieten; daſelbſt eine 5= Zimmerwoh=
nung
mit Zubehör per 1. Oktober zu verm.
Im Hinterbau kleine 2=Zimmerwohnung
und Küche ſofort zu vermieten, auch zum
Unterſtellen von Möbel geeignet.
ſtraße 26. Telephon 1693.
(13096


B12416ids) Veſſungerſtr. 79 Laden
mit u. ohne Wohnung zu vermieten.
r ene
Schöner Eckladen, in dem ſeither
eine gutgehende Rinds- u. Ochsen-
metzgerei
betrieben wurde, iſt
anderweitig zu vermieten, ev. Ver=
kauf
des Hauſes nicht ausgeſchloſſen.
Offert. u. A 9 an die Exp. (13088ms

7551ids) Neckarſtr. 26, 2. St., fein möbl.
Wohnzim. nebſt Schlafzim. ſofort zu verm.
12515ids) Eliſabethenſtr. 23, II., m. Z. z. v.
12050ids) Hügelſtraße 32, part., möbl.
Zimmer zu vermieten.
12204a) Eliſabethenſtraße 35, Htb. II. I.,
bei Paus, a. möbl. Zimmer ſofort bilig.
12528ids) Soderſtr. 16, 2. St. I., möbl.
Zimmer mit od. ohne Penſion ſof. zu verm.

Hügelstrasse
gegenüber Palaisgarten, großes ſchön
möbl. Zimmer zu verm. Näh. Kakao=
Stube, Schützenſtraße 1. (*15495sid

(15190sich Bkeichſtraße 26 (Gartenhaus
*15304dd) Alexanderſtr. 8, part., 1 Zim. z.1. Stock) freundlich möbl. Zimmer an anſt.
12883a) Soderſtr. 114, 1. St., ſchönes
großes möbl. Zimmer, in freier Lage, per
ſofort oder ſpäter.
11137a) Dieburgerſtr. 50, 3. St., ſehr
freundl. großes möbliertes Zimmer zu verm.
Wohn- u. Schlafzimmer
gut möbliert (mit Gas), in ſchöner, freier
Lage, ab 15. Juli oder ſpäer zu vermieten
12926ids)
Liebigſtraße 4, 3. Stock.
12419a) Schuchardſtraße 13, II., einf.
möbl. Zimmer zu vermieten.
12600t) Landwehrſtraße 13, 1. Stock,
ſchön möbliertes Zimmer zu vermieten.
12527a) Bleichſtr. 45, 1. St., ſchön möbl.
Zim. m. od. ohne Penſ. an 1. auch 2 Herren.
*15856mdf) Karlſtraße 65½, ordentliches
Mädchen k. ſaubere, bilige Schlaftelle erh.
12801ds) Magdalenenſtr. 4, I. St., ein=
fach
möbl. Zimmer ſofort zu vermieten.
Heidelbergerstr. 29, 1. St.,
möbl. Zim. mit Penſ. 50 M. p. Mon. (B12000t
9833t) Luiſenſtr. 6, 3. St., möbl. Zimmer.
12065t) Eliſabethenſtraße 31, 1. Stock,
möbl. Zimmer mit oder ohne Penſion.
11698t) Liebigſtraße 5, II., fein möbl.
Wohn= und Schlafzimmer zu vermieten.

12170) Eliſabethenſtraße 26 (. Klein)
einfach möbliertes Zimmer per 1. Juli an
anſtändiges Fräulein zu vermieten.
12296t) Viktoriaſtr. 24, I., möbl. Zimmer.
12607t) Nieder=Ramſtädterſtraße15, II.,
gut möbl. Zimmer mit Penſion zu verm.
12672t) Grafenſtraße 20, II. I., gut
möbl. Zimmer zu vermieten.
12771t) Saalbauſtraße 16 möbl. Zim.
zu vermieten. Näheres daſelbſt parterre.
12793a) Eliſabethenſtr. 43, II. I., Hths.,
ſchön möbl. hell. Zim., ſep. Eing., per 1. Juli.
10812a) Grafenſtr. 13, 1. St., mbl. Z.
*15707im) An beſſeres Fräulein hübſch
möbl. Zimmer preiswert zu vermieten
Liebfrauenſtraße 93, 3. Etage.
*15647imd) Karlſtraße 12, 3. St., frdl.
möbl. Zimmer per ſof. od. 1. Juli zu vm.
*15678imd) Hügelſtraße 65½, I., eleg.
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer zu vermiet.
12903a) Waldſtraße 30 möbl. Wohn= u.
Schlafzimmer zu vermieten bei 21ß.
*15672imdf) Eliſabethenſtr. 37, 2. Stock,
großes, ſchönes Zimmer mit 2 Betten an
2 beſſere Herrn per ſofort zu vermieten.
*15670imdk) Gartenſtr. 26, am Herrn=
garten
, ſchön möbliertes Zimmer ſofort ab=
zugeben
. Näheres parterre.
*15673imd) Ein möbliertes Zimmer
zu vermieten an einen anſtändigen Herrn
oder Dame bis 1. Juli. Näh. Expedition.
2. St., ſchön möbl. Zimmer m.
Markt 1, 2 Fenſter per ſofort. (12941t
Soderstrasse 4, III.,
iſt ein gut möbl. Zimmer mit Schreibtiſck,
zu vermieten.
(12945a
*15727imd) Eckhardtſtraße 5, part. r.,
gut möbl. Zimmer, ſep. Eingang.
*15736imd) Kaſinoſtraße 16, Seitenbau,
ein möbl. Zimmer zu vermieten.
12947t) Eliſabethenſtraße 49, part., eleg.
möbl. Zimmer u aut möbl. Zimmer p. ſof.
13010a) Ernſt=Ludwigſtraße 5, Seitenb.
(bei Kauf), ſchön möbl. Zimmer, monatl.
16 Mk., per ſofort zu verm
Grafenſtr. 35, 1. St.,
gr. ſch. möbl. Zim. ſof. zu verm. (13007t
*15817mdf) Woogſtr. 3, 3. St., ſch. möbl.
Zimmer, 15 Mk. mit Kaffee monatlich.
*15818md) Gartenſtraße 18, part., ein
ſchön möbl. Zimmer auf ſofort zu verm.
*15769mdk) Pallaswieſenſtr. 14, 1. St.,
frdl., gut möbliertes Zimmer p. ſof. beziehbar.
*15773mdf) Karlſtraße 12, part., möbl.
Parterrezimmer m. Schreibtiſch u. eigenem
Eingang zu vermieten.
Näh. bei Architekt Fr. Münch, Mühl= *15775md) Aliceſtraße 8, I freundlich
möbl. Zimmer mit oder ohne Penſion z. v.
*15829md) Liebfrauenſtraße 68, 3. St.,
möbl. Zimmer, ſep., 16 Mk.
*15795dsi) Gutenbergſtraße 15, part.,
zwei ſchön möbl. Zimmer, zuſammenhäng.
Schlaf= u. Wohnzimmer) per ſofort zu vm.
13006omf) Schützenſtr. 8, II., ſchön möbl.
Zimmer per ſofort z. vm. Zimmermann,
13003t) Schuſtergaſſe 15 möbl. Zimmer
zu vermieten.
*15795mdfs) Grafenſtraße 8, 1. Stock,
ſchön möbliertes Zimmer mit oder ohne
Penſion per ſofort zu vermieten.
ſchönes mbl. Zimmer m.
Gartenſtr. 9, II. od. ohne Penſion. (3103t
13075a) Mühlſtr. 10, pt., möbl. Zimmer.
*15898dfs) Liebigſtraße 67, part., ein
ſchön möbl. Zimmer zu vermieten.
*15887) Alexanderſtr. 5, Stb., I. I., möbl.
Zimmer mit 1 od. 2 Beten an beſſre
Arbeiter od. auch Frl. per ſofort zu verm.
*15886dfs) Bleichſtraße 19, 1 St. rechts,
ſchön möbliertes Zimmer mit Penſion auf
ſofort zu vermieten.
2. St. links, gut möbl. Zim.
Grafenſtr. 35, p. ſofort zu vm. (*15774fsoi
Aerſtr de eneennen
schöner Lage u. ruh. Hause zu ver-
mieten
Liebigstrasse 11, I.

Aliceſtraße 32, 1. St., 1 mit Klavier

Mene e
zu 22 Mk. u. 1 ohne zu 16 Mk., ſof. (*15913
*15915df) Aliceſtraße 35, part., ein gut
möbl. Zimmer per ſofort zu vermieten.
*15930df) Hölgesſtr. 9, II., einfach möbl.
Zimmer mit Kaff. für 15 Mk. zu vermieten.
*15941) Taunusſtr. 39, I. r., gut möbl.
großes Balkon=Zimmer ſofort billig.
*15937) Nieder=Ramſtädterſtr. 31, I.,
möbl. Zimmer billig zu vermieten.

gebrauchte Weinflaſchen
Eine Partie und mehrere Jahrgänge
Univerſum und Sonntagszeitung für
deutſche Frauen zu verkaufen
*15908ds)
Landwehrſtraße 33, part.

Neues Fahrrad mit Freilauf
N abzug. Rhönring 29, Lad.

ſpottbillig
(13074dfs

Erdbeeren
in Milch, mit Schlagſahne
täglich friſch
Thalysia, Reform-Restaurant,

Alexanderſtr. 4, I.

(11600

[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 30. Juni 1910.

Nummer 150.

Sihe

er Blatch Homg, Harkes Zapatete-Anekkaumre der Beste.

Zu haben bei: M. W. Prassele Grafenstrasse 25, Telefon 71, per Pfundglas Mk. 1.10 (Gläser werden mit 10 Pfg. wieder zurückgenomien)
Wilhelm Beck, Saalbaustr 29, Lina Darmstadt, Elisabethenstr. 17, Ludwig, Ad. Fertig, Karlstr. 47, Wilhelm Hill, Hoflieferant, Saalbaustr. 63, Ad. Reichard, Kasinostr. 12.
Wilhelm Ritsert, jun. Grüner Weg 30. Herm. Stephan, Stiftstrasse 29, Jakob Streb, Bismarck-Drogerie, Bismarckstrasse 27, A. J. Supp, Marktplatz, B. Held, Karlstr. 27
H. Rossmann, Inselstrasse 29, Adolf Hensel, Nieder-Ramstädterstrasse 29, Gg Feid, Frankfurterstrasse 21, Oscar Brachat, Rheinstrasse 20, H. Brandstätter, Erbacher-
(4560a
strasse 1, Otto Erb, Alexanderstrasse 17½

uie Heise und Ferich Beudf!

(12692a

empfehle zu bekannt billigen Preisen
Hochelegante Reise-, Touristen-, Sport- und Tennis-Anzüge
Moderne Reise-Mäntel Bozener Mäntel Gummi-Mäntel
Sommer-Paletots Staub-Mäntel
Loden-Pelerinen
Lüster-Saccos
Sommer-Lodenjoppen Jagdjoppen
Elegante Sommer-Herren-Hosen
Sporthemden .. Einsatzhemden
Elegante
Knaben Stoff- und Wasch-Anzüge in allen modernen Fassons
Nicht ganz korrekt passende Sachen werden kostenlos abgeändert
Von jetzt bis 1. Juli gebe ich auf alle Waren, ausser Waschsachen, einen
Extra-Rabatt von 10 Prozent
Vilhelm Deuster
Telephon 1829
Marktstrasse 2
Marktstrasse 2

Pianos
gebrauchte von 200 Mk.
neue von 500 Mark an
(5Jahre Garantie) ſtets vorrätig (Teilzahlg.)
Georg Thies, Nachf. Leopold Schutter
Eliſabethenſtraße 12. (232a

Grosser Waschtisch

in Nussbaum
mit ſchwarzer Marmorplatte, für 32 Mark
zu verkaufen. Näh. Expedition. (12720t

Sehr wichtig!
Ich komme ſofort und zahle Ihnen für
beſſere getragene Kleider, Schuhe, Wäſche,
Zahngebiſſe, alte Federbetten ſtets die
höchſten Preiſe. Poſtkarte genügt. Jakob
Friedel, Schloßgaſſe 29.
(12864a

1924!!
Wer dort?
hier V. Schatz, Kleine Bachgaſſe 1.
Ich komme ſofort und zahle Ihnen für
getragene Kleider, Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbetten ſtets die höchſten
Preiſe. Telephon Nr. 1924. Poſtkarte genügt.

Porzelankitt

biligſt Wilh.
Kirchſtraße 5.

Castan,
(4723a

Große hölzerne Badewanne zu verk.
12863a)
Kiesſtraße 79, part.

Hygien. Gummiartikel
Auskunft koſtenlos..
Versandhaus Mignon. (13047mds
Frankfurt a. M., Poſtfach 214.

Ethen
Mücken und Schnaken
empfehleichmein vorzüglich bewährtes,
ſicher wirkendes (11781a
Universal-

Insektenstichiiltel

Salmiakflacons aus Holz, Glas, Hartgummi
in größter Auswahl.
Insektenstifte, Schnakenkerzen,
Fliegenfänger in allen Grössen,
Fliegenpapier. Fliegenpulver, Fliegenhüte.
Fliegenleim, Formalin-Lösung, Melkendl
eie,
ets.

Fr. Beckenhaub

Medizinal-Drogerie
Schulſtraße und Wilhelminenſtraße.

Soeders Sfiefel
(Moderne Gussbekleidung

fürDamen Luxus= und Ierren Ausführung 2706/2 74./70

Schuhhaus

Ioſſieferank.

11405a

Hoifarverel
SSehkeich
Chemische Waschanstalt
reinigt und färbt bei beſter und billigſter Ausführung
Damen- und Herren-Garderobe
Teppiche, Möbelstoffe jeder Art
Gardinen, Spitzen, Deckchen etc.
in konkurrenzlos kürzeſter Zeit.
Fabrik: Pallaswiesenstrasse 146.

Läden:

Rheinſtraße 12½ Telephon 1472.
Karlſtraße 115 Telephon 1591.
Nieder=Ramſtädterſtraße 16.

Meine neuen Modelle
in kompletten
Speisezimmern
beſtehend aus:
1 Büfett, zwei= bezw. dreiteilig
1 Anrichte
1 Auszugtiſch für 12 Perſonen
1 Diwan, 6 Lederſtühle
in verſchied. Tönen gebeizt bezw. geräuchert.

zu Mark

ten Mist 2 75
zeichnen ſich durch ihre
eleganten Formen
und
praktischen Grössenverhältnisse
ganz beſonders aus.
(C6864,55
Infolge fachmänniſcher Beaufſichtigung
leiſte für jedes bei mir gekaufte Stück
weitgehendſte Garantie.
Georg Schmitt
Möbel und Dekorationen
Schlossgraben 13a
Telefon 891.
Gegr. 1879.

itskäufel
Gelege
Von 250 Mark an iſt eine Anzahl ge=
ſpielter
, guter Pianinos zu verkaufen.
A. W. Zimmermann
Marienplatz. (12572a

Große Waſchkommode
mit ſchwarzer Marmorplatte für 36 Mk.
hochfeiner, eichener Herrenſchreibtiſch und
Verſchiedenes billig zu verkaufen. (12641t
Näheres Expedition.
6 eiſerne Bettſtellen
komplett, zu verkaufen Karlſtr. 25, p. (13011a
Heyi& John. Manufakturwaren. (273a
Komme Sotort
und bezahle weg. Warenbedarf konkurrenz=
loſe
höchſte Preiſe für getragene Kleider,
Schuhe, Wäſche, alte Federbetten, Zahn=
gebiſſe
ꝛc.
(12949a
J. Wallach, Schloßgaſſe 10,
Telephon 1754.

armstädter Beiffedern-
Dämpf- u. Reinigungs-
Anstalt neust. Systems
Bleichstr. 1. Leonhard Menger. Tel. 1603
Dämpfen, Reinigen und Desinfizieren
aller Betfedern. Lager in Federn, Daunen
u. Barchent in allen Preislagen. (691a
Patenterwirkungen

Referenzen

(6503a

raſch und billig. Reelle Bedienung. Beſte
(12850a
Johann Weber
Darmstadt. Liebigstrasse 6, II.

Illustrierter
Tonkünstierkalender
für 1910, 1911 und 1912
mit über 700 Abbildungen u. sämtlichen
wichtigen Daten aus der Musik- und
Theaterliteratur (12798sid
statt Mk. 3. nur Mk. 2.50
gegen vorherige Einsendung des
Betrages bei portofreier Zusendung.
Lieferung unter obigen Bedingungen
nur bis 10. Juli 1910.
Westdeutsche Konzertdirektion
Ausustus Day, Trier.