Abonnementspreis
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
aus=
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Juſerate
werden angenommen in Darmſtadt.
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 27
173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
ſowie von unſeren Agenkuren und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
N 148.
Dienstag, den 28. Inni.
1910.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Zur Lage in Ungarn.
*⁎* Die Thronrede, mit der Kaiſer Franz Joſef am
Samstag den ungariſchen Reichstag eröffnete, klingt recht
zuverſichtlich und ſie iſt von der Hoffnung durchdrungen,
daß die Geſetzgebungsmaſchine fortan tadellos
funktionie=
ren werde. In der Tat iſt ja die Stellung der Regierung
infolge des für ſie günſtigen Ausfalles der Wahlen eine
ziemlich ſichere geworden, wenngleich dem Kabinett
Khuen=Hedervary durch die erfahrungsmäßig jenſeits der
Leitha ungemein ſcharf betriebene Obſtruktion auch einer
nur kleinen Minderheit das Leben ſehr ſauer gemacht
wer=
den kann, wovon die früheren liberalen Kabinette ein
Lied zu ſingen wußten.
Von den in der Thronrede erwähnten Aufgaben, die
dem Reichstage vorbehalten ſind, nahmen zwei in
beſon=
derem Maße das Intereſſe in Anſpruch: die Entwickelung
der Wehrmacht und die Neuregelung des Wahlrechts.
Bis=
her entſpannen ſich bei den Wehrvorlagen immer erbitterte
Kämpfe um nationale Konzeſſionen, die der Krone
ab=
gerungen wurden. Wenn nun auch jetzt ſeitens der
ver=
einigten Mehrheit ſolche nationalen Fragen nicht
aufge=
worfen werden, ſo dürften doch ſicherlich die Koſſuthianer
die Gelegenheit kaum vorübergehen laſſen, entſprechende
Forderungen zu ſtellen, die geeignet ſind, die Harmonie im
Parlament zu ſtören, auch wenn ſie keine Ausſicht auf
Annahme haben. Als dringendſte Aufgabe bezeichnet die
Thronrede die Wahlrechtsreform, und mit Spannung
ſieht man allgemein einer diesbezüglichen Vorlage der
Regierung entgegen. Schon Graf Andraſſy hatte im
Mi=
niſterium Wekerle einen Entwurf ausgearbeitet, wonach
das Wahlrecht zwar ein allgemeines, jedoch nicht gleiches
und auch die Abſtimmung nicht geheim ſein ſollte. Bei
der Erfüllung gewiſſer Bedingungen hinſichtlich? der
Steuerleiſtung oder des Bildungsgrades ſollte Pluralität
durch Gewährung einer zweiten oder dritten Stimme
ein=
treten. Beſondere Beſtimmungen waren für die Analphas
beten vorgeſehen worden, denn zehn ſolcher „Kulturträger”
mußten erſt einen Wahlmann wählen, der dann das
Wahlrecht für ſie ausübte. GrafAndraſſy wollte verhüten, daß
diejenigen Elemente, die bisher die politiſchen Rechte
beſeſſen hatten, durch den infolge des allgemeinen
Wahl=
rechts ſtattfindenden Hinzutritt der Maſſen in die Klaſſe
der Wähler ihres politiſchen Einfluſſes verluſtig gingen.
Dieſer Wahlreformplan wurde in der Oeffentlichkeit heftig
bekämpft, die von einer ſo ausgedehnten Pluralität nichts
wiſſen wollte, und aus den Worten der Thronrede, daß
der einzubringende Geſetzentwurf den Anſprüchen der
de=
mokratiſchen Entwickelung genügen werde, könnte man
ſchließen, das Wahlrecht werde eine freiheitlichere
Aus=
geſtaltung erhalten.
Für das Kabinett Khuen=Hedervary iſt es eine
Le=
bensfrage, daß die nationale Arbeitspartei im Parlament
zuſammenhält, anderenfalls ſind alle Hoffnungen auf eine
friedliche Fortentwickelung Ungarns vergeblich.
Spanien und der Vatikan.
* Der Matin veröffentlicht ein Geſpräch ſeines
Madri=
der Vertreters mit dem ſpaniſchen Miniſterpräſidenten.
Ca=
nalejas hat in deſſen Verlauf folgendes erklärt:
„In dem Miniſterrat, dem der König präſidierte,
be=
faßten wir uns ausſchließlich mit der Flage des
Re=
ligionskampfes. Ich erſuchte den König, mich
einen Augenblick nicht als ſeinen Berater betrachten zu
dürfen und legte ihm ausführlich die Politik der
gegen=
wärtigen Regierung dar. Ich erinnerte ihn an die
Unter=
redung, die ich mit ihm hatte, als an mich der Ruf zur
Bildung des Kabinetts erging, und ich erinnerte ihn an die
Erklärung, die ich ihm gegenüber ſtets abgab, wenn die
Rede auf die Religionsfrage kam. Nachdem
ich dieſe Tatſachen kurz dargelegt hate, fügte ich hinzu, daß
ich feſt entſchloſſen bin, keinen Schritt von
dem Pfad meiner bisherigen Politik abzuweichen.
Denn dieſe iſt nicht die Politik eines Idealiſten, ſondern
die eines Staatsmannes, der den Verſuch macht, ſeine
Ideen der Wirklichkeit anzupaſſen.
Die Verhandlungen zwiſchen Rom und
Madrid haben auf beiden Seiten mit einem gewiſſen
Entgegenkommen eingeſetzt. Die Abſichten der Regierung
waren dem König, dem ſpaniſchen Geſandten beim
Va=
tikan und dem Vertreter des heiligen Stuhles in Madrid
bekannt. Unſere gegenwärtige Haltung kann daher
nie=
mand überraſchen. Erſt in den letzten Tagen iſt ein ſeltſam
ſpannendes Moment in die Verhandlungen
getra=
gen worden. Diejenigen, die ſich ſelbſt die Verteidiger der
Religionsfreiheit nennen, klagen uns an, ihre alten
Reli=
gionsrechte anzugreifen und beſchuldigen uns eines
Attentats auf den katholiſchen Glauben,
ob=
gleich wir uns keineswegs um Glaubensſätze, ſondern um
die Frage der Staatsſouveränität kümmern.
Unſere Verhandlungen mit dem Vatikan haben einzig die
Verteidigung dieſer Souveränität zum Ziel. Wir können
nicht dulden, daß Rom die von uns erlaſſenen Weiſungen,
die nichts mit dem Dogma zu tun haben, kritiſiert. Dieſe
Weiſungen ſind heute eine fertige Tatſache, und kein
ſpa=
niſcher Staatsmann wird in Zukunft mehr an der
Wei=
ſung über die äußeren Kennzeichen der nichtkatholiſchen
Kirchen zu rütteln wagen. Denn das hieße den Reſpekt
gegen die Weltkultur verletzen. Der Vatikan hat auch
nicht das Recht, ſich mit den in der Thronrede enthaltenen
Erklärungen zu befaſſen, die ſeine Rechte nicht berühren.
Wir beſitzen zur Stunde nur einen langen
telegraphi=
ſchen Auszug der neuen vatikaniſchen Note, allein das
ge=
nügt uns zu der Ueberzeugung, daß die Ausdrücke, in
denen die Note abgefaßt iſt, ſie für uns unannehmbar
machen. Das Schriftſtück ſtellt zudem keine Antwort auf
unſere eigene Note dar. Wir werden Rom keinen
Vor=
wand zum Bruche geben. Wenn die Verhandlungen
abge=
brochen werden, wird es ſeine Schuld ſein. Während
un=
ſerer Verhandlungen erhalte ich unaufhörlich Proteſtbriefe
der Biſchöfe und des katholiſchen Aktionskomites, meiſt
in korrekten Formen. Nur ein kirchlicher Würdenträger
hat ſich Drohungen herausgenommen. Ich werde dagegen
den gerichtlichen Weg beſchreiten, denn ich bin entſchloſſen,
dem Geſetz Achtung zu verſchaffen. Die Zuſtimmungen
und Ermutigungen, die ich von allen Parteien erhalte,
geben mir Kraft. Ich empfange auch Glückwünſche des
Auslandes, und der frühere Miniſterpräſident Moret ſagt
mir ſeine Unterſtützung im Kampfe gegen den reaktionären
Anſturm zu. Auf meiner Seite ſtehen”, ſchloß Ganaleias,
„die Vernunft und das Recht.”
Der Madrider Berichterſtatter der Daily News erfährt,
daß die Verhandlungen zwiſchen der
ſpani=
ſchen Regierung und dem Vatikan
abge=
brochen worden ſeien, iſt aber gleichwohl der Meinung,
daß der Bruch nicht dauernd ſein, ſondern daß das
Ka=
binett Canalejas darüber fallen werde. Dieſes ſei
über=
haupt viel zu ſchwach, um die Feindſchaft des Vatikans
aushalten zu können, und hinter dieſem ſtehen nicht nur
die einflußreichſten Männer, ſondern überhaupt der
ein=
flußreichſte Teil der Bevölkerung Spaniens, die ſich in
ſcharfem Gegenſatze zu der antivatikaniſchen Politik des
Kabinetts befinden.
Madrider Meldungen ſtellen die Lage des
Kabi=
netts Canalejas durchaus nicht als günſtig hin, es
heißt vielmehr, es werde über ſeinen Konflikt mit dem
Vatikan ſtraucheln, umſomehr, als die königliche
Fa=
milie mit ihren Sympathien auf der Seite des heiligen
Stuhles ſtehe. Man prophezeit ſogar Canalejas, daß ſein
Kabinett ſchon in der allernächſten Zeit geſtürzt werden
würde. Jedenfalls erkenne der Miniſterpräſident, daß
ſeine Stellung keine ſonderlich ſtarke ſei, und er habe
des=
halb die Republikaner um Unterſtützung angegangen. Dieſe
wurde ihm jedoch verweigert mit dem Hinweiſe darauf,
daß er gegen die radikalen Parteien auffallend ſcharf
vor=
gegangen ſei und auch auf ſein Betreiben eine Anzahl ihrer
Mandate ungültig erklärt wurde.
Deutſches Reich.
— Zu der Stichwahl in Friedberg=
Büdin=
gen ſchreibt der Gießener Anzeiger, daß die ſtärkere
Wahl=
beteiligung in den Landgemeinden in der Hauptſache auf
die eifrige Agitationstätigkeit des Reichsverbandes gegen
die Sozialdemokratie in der Zeit zwiſchen Haupt= und
Stichwahl zurückzuführen iſt und auch in den
Zentrums=
orten ſind noch erhebliche Reſerven für v. Helmot in
Be=
wegung geſetzt worden. Somit iſt es in der Tat
gelun=
gen, daß in den Landorten eine Mehrheit für
von Helmolt herauskam. Er erhielt nämlich in ihnen
172 Stimmen mehr als Buſold. Daß in den Städten nicht
das gleiche in Erſcheinung trat, beruht einmal darauf, daß
dort die Anhängerſchaft der fortſchrittlichen Volkspartei
bedeutend ſtärker iſt als auf dem Lande, zum anderen hat
es ſeine Urſache darin, daß die zahlreiche Beamten=
und Lehrerſchaft der Städte keine beſondere
Begei=
ſterung für den Stichwahlkandidaten von Helmolt
ent=
wickelte. Einige untergeordnete bündleriſche Agitatoren
wa=
ren nämlich vor der Hauptwahl gerade gegen dieſe beiden
Stände mit ungewöhnlicher Schärfe vorgegangen. Herr
von Helmolt mißbilligte zwar öffentlich dieſes Verfahren
einiger ſeiner Wahlhelfer, aber ſeine loyale Erklärung
reichte nicht aus, das wieder gut zu machen, was der
agi=
tatoriſche Unverſtand einzelner verdorben hatte.
Immer=
hin zeigt das diesmalige Wahlergebnis, daß die
Rück=
gewinnung des Wahlkreiſes für die bürgerlichen Parteien
ſehr leicht möglich iſt, wenn bei den Wahlvorbereitungen,
beſonders bei der Kandidatenauswahl, geſchickter
vorge=
gangen wird, als es diesmal leider der Fall war=
— Eing Novelle zum Geſetz vom 1. Juni 1870
über den Erwerb und Verluſt der deutſchen
Reichs= und Staatsangehörigkeit dürfte, wie
aus ſicherer Quelle verlautet, dem Reichstage beſtimmt
im nächſten Winter zugehen, nachdem die
Schwierig=
keiten, die der Einbringung der Vorlage
entgegengeſtan=
den haben, jetzt größtenteils beſeitigt ſind. Die
Schwierig=
keiten waren zu einem Teile begründet durch den Erlaß
von Beſtimmungen betreffs Erfüllung der Wehrpflicht von
Auslandsdeutſchen. Nach der Novelle ſoll ein Deutſcher
ſeine Staatsangehörigkeit nicht gegen ſeinen Willen
ver=
lieren, auch ſollen die Meldungen bei den Konſulaten, die
jetzt vorgeſchrieben ſind, in Fortfall kommen und § 21 des
Geſetzes (Verluſt der Nationalität bei zehnjährigem
Aus=
landsaufenthalt) aufgehoben werden. Der Wiedererwerb
der Staatsangehörigkeit durch frühere Deutſche oder ihre
Nachkommen ſoll erleichtert werden, von dieſen ſoll die
Erfüllung der Wehrpflicht nicht mehr gefordert werden
bei Wiedererlangung der Reichsangehörigkeit, doch ſollen
die männlichen Nachkommen dieſer neuen Deutſchen, ſoweit
dieſe Nachkommen nach dem Inkrafttreten des Geſetzes
ge=
boren werden, wehrpflichtig ſein. Die Stellung ſolcher
Wehrpflichtigen kann bei den Konſulaten erfolgen, die
auch unter Umſtänden über die Tauglichkeit der
Wehr=
pflichtigen entſcheiden können, auch die Ableiſtung der
Dienſtpflicht in deutſchen Kolonien mit Militärmacht ſoll
vorgeſehen werden. Die Einbringung dieſes Geſetzes iſt
ſchon wiederholt angekündigt und dann verſchoben worden.
Bei der Wichtigkeit der Angelegenheit für das geſamte
Deutſchtum im Auslande iſt zu hoffen, daß die jetzige
Nachricht ſich nunmehr bewahrheitet.
— Von einem Königsberger Blatte war gemeldet
worden, daß ſich die Koſten des neuen Quingennats
auf 40 bis 50 Millionen jährlich belaufen würden.
Dem=
gegenüber erklären die Kieler Neueſten Nachrichten von
maßgebender Stelle, daß dieſe Zahl weit über die
Wirk=
lichkeit hinausgehe. Die genaue Höhe der Koſten ſei
be=
reits ſeit längerer Zeit feſtgeſtellt, würde aber mit Rückſicht
auf das Ausland einſtweilen noch geheim gehalten. Die
wirkliche Höhe des Erforderniſſes würde jedoch vor
Ein=
bringung des neuen Militäretats offiziell bekannt gegeben
werden.
— Die ſozialdemokratiſche Partei des
Reichstags zählt jetzt 49 Mandate. Sie hat in den
Nachwahlen ſechs erobert, nämlich Landau, Koburg, Halle,
Eiſenach, Uſedom=Wollin und Friedberg=Büdingen.
— Die Abgeordneten der vier benachbarten
Reichs=
tagswahlkreiſe weilen ſeit fünf Tagen in Allenſtein,
um an dem Prozeß gegen Frau Weber als Zuhörer
teil=
zunehmen. Die Abgeordneten ſind gewillt, den Prozeß
zum Gegenſtande einer Interpellation an den
Reichskanzler zu machen.
Ausland.
— Die italieniſche Kammer will vor den Ferien noch
eine Senſation erleben, und die ſcheint ihr die neue
Schulreform des Miniſters Credaro bieten zu
wol=
len. Der Vorgänger des jetzigen Unterrichtsminiſters, der
gemäßigt liberale Abg. Daneo, hatte das vorliegende
Pro=
jekt zuerſt ausgearbeitet und damit beabſichtigt, die Lehrer
finanziell beſſer zu ſtellen und den Analphabetismus
er=
folgreich zu bekämpfen. Weiter wollte er nicht gehen aus
Furcht vor den Klerikalen. Sein Nachfolger Credaro
da=
gegen glaubte, daß eine Schulreform nur dann wirkſam
ſein werde, wenn man den Gemeinden die Verwaltung
der Elementarſchule entziehe und das Recht des
Staates auf dieſe Anſtalten mehr betone. Er
unterſtellte daher in ſeiner Vorlage die Elementarſchule
einem Organismus, der den Gemeinde=Einfluß faſt ganz
ausſchließt. Von den 19 Mitgliedern des neuen
Schul=
rates würden die Gemeinden nur 5 ſtellen. Hauptſächlich
wegen dieſer Neuerung des Miniſters iſt der Kampf
ge=
gen die neue Vorlage entbrannt. In Italien
er=
blicken nämlich die Klerikalen im Staate ihren
grimmig=
ſten Feind, alles was ihn ſtärken kann, iſt ihnen von
vorn=
herein zuwider. Bisher hatten ſie in manchen
Landge=
meinden großen Einfluß auf die Schule, weil letztere vom
Gemeinderat abhängig war. Ginge aber die neue
Vor=
lage durch, dann würde nicht nur der Staat, den ſie als
Gegner betrachten, geſtärkt werden, ſondern auch ihr
Ein=
fluß auf die Schule vollends ſchwinden. Aus dieſem
Grunde hat die ganze klerikale Partei mobil gemacht und
das Kriegsbeil ausgegraben. Die klerikalen Blätter
brin=
gen täglich Leitartikel über den Gegenſtand, der
Volks=
verein verteilt Flugblätter, der Frauenverein ſchickt Pe=
Nummer 148.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Junt 1910.
Seite 2.
itionen an die Regierung, kurzum der ganze Herbam
iſt aufgeboten worden, um die Abgeordneten und die
Re=
gierung einzuſchüchtern.
Unter dieſen Umſtänden wird die Debatte ein großes
politiſches Intereſſe haben, weil ſie einen Maßſtab für
den klerikalen Einfluß in Italien abgeben
wird. Nimmt die Kammer den von den Klerikalen
be=
kämpften Paragraphen über die Schulverwaltung in der
Faſſung des Miniſters an, dann wird ſie damit bekunden,
daß in Italien der Staat wirklich „ſouverän” iſt, wie es
Herr Luzzatti in ſeiner Programmrede erklärt hat, macht
aber die Kammer in dieſem Punkte Zugeſtändniſſe an die
Klerikalen, dann wird man aus ihnen erſehen, ob und
inwieweit die Kirche in Italien ſouverän iſt.
— Der Tanin veröffentlicht auf Grund offizieller
Mel=
dungen der türkiſchen Botſchafter eine wichtige Auslaſſung
zur Kretafrage. Die Schutzmächte haben von
Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn die
Mei=
nung dieſer Mächte über die bisher getroffenen
Maßnah=
men, ſowie über die Entſendung je eines Kriegsſchiffes
nach der Inſel bis zur endgültigen Löſung der Frage erbeten.
Außerdem fragten die Schutzmächte an, ob Deutſchland
und Oeſterreich=Ungarn ſich an den Beratungen beteiligen
würden, wenn die endgültige Löſung der Frage angeregt
wird. In ihrer Antwort erklärten beide Mächte, daß ſie
mit den bisherigen Maßnahmen einverſtanden ſeien. Auch
ſtellten Deutſchland und Oeſterreich=Ungarn ihre
Unter=
ſtützung bei der endgültigen Löſung des Kretaproblems
in Ausſicht, doch fügten beide Mächte hinzu, daß ſie ſich
nicht daran beteiligen können, wenn ſie nicht vorherige
Verſicherungen einer unbedingten Aufrechterhaltung der
ottomaniſchen Souveränität und Rechte erhielten.
— Einer Zeitungsmeldung zufolge ſoll die
norwe=
giſche Regierung wegen des günſtigen Standes der
Staats=
finanzen beabſichtigen, dem Storthing vorzuſchlagen, vier
Millionen Kronen von dem fünf Millionen betragenden
Ueberſchuß des vorjährigen Budgets für außerordentliche
Aufwendungen für die Marine zu verwenden.
— Das neue portugieſiſche Kabinett ſetzt ſich
folgen=
maßen zuſammen: Teixeira de Souza Vorſitz, M. Fratel,
Juſtiz, Anſelmo de Andrade Finanzen, Rapozo Krieg, Joſe
Accredo Auswärtiges, Marcono Sonza Marine und
Po=
reira Santos öffentliche Arbeiten.
— Die türkiſche Kammer nahm das Budget des
laufenden Jahres endgültig an. Das Defizit beträgt 10½
Millionen Pfund. Der Berichterſtatter des
Budgetaus=
ſchuſſes erklärte, das wirkliche Defizit werde 5 Millionen
nicht überſteigen, da aus dem Vorjahre noch 2 Millionen
disponibel ſind und außerdem eine Steigerung der
Ein=
nahmen und eine Verminderung der Ausgaben zu
erwar=
ten iſt.
— Die Daily News vom 23. Juni läßt ſich über die
Lage in Perſien folgendermaßen vernehmen:
Der Gang der Dinge in Perſien erinnert an die Fabel
vom Wolf und vom Lamm. Vor einigen Wochen ſetzte ein
perſiſcher Adliger, der in der ruſſiſchen Armee
Offiziers=
rang bekleidet, zugunſten des ehemaligen Schahs eine
Re=
volte ins Werk. Die perſiſche Regierung entſandte Truppen
gegen ihn, und gleichzeitg beorderten die Ruſſen Koſaken,
um ihn zu verhaften, obwohl er ganz zweifellos perſiſcher
Untertan und des Hochverrats gegen die perſiſche
Regie=
rung ſchuldig war. Als die perſiſchen Truppen die
Stel=
lung der Aufrührer erreichten, fanden ſie dieſe und die
Koſaken in beſtem Einvernehmen vor und wurden von
beiden beſchoſſen. Der perſiſche Führer wurde getötet und
14 ſeiner Mannſchaften wurden von den Koſaken als
Ge=
fangene nach Kaswin gebracht, wo eine ruſſiſche Brigade
liegt. Der ruſſiſche Befehlshaber in Täbris wollte ſich
von ſeinem Kollegen in Kaswin nicht übertrumpfen laſſen
und hat die geſamte perſiſche Polizei jener Stadt
einge=
ſperrt mit der Begründung, daß ſie einen ruſſiſchen
Ver=
brecher verhaftet habe. So oft die perſiſche Regierung
Ein=
ſpruch erhebt, wird ihr mit der Forderung geantwortet,
daß ſie den perſiſchen Statthalter der Provinz entlaſſen
ſolle. Dies ſind nur zwei Fälle von den vielen, und es
Thekla von Gumpert.
Zu ihrem hundertjährigen Geburtstage
(1810 — 28. Juni — 1910).
Von Oskar Hamburger.
(Nachdruck verboten.)
Thekla von Gumpert iſt ein Name, der mindeſtens
allen deutſchen Frauen und Mädchen ſehr geläufig iſt.
Sie war die erfolgreichſte Autorin für die weibliche
Jugend. Sie war ein weiblicher Nieritz. Ihre
Schrif=
ten wurden von den Mädchen der gebildeten Stände
verſchlungen; und darin ſteht ſie entſchieden über dem
erfolgreichſten Jugendſſchriftſteller des vorigen
Jahr=
hunderts, über Nieritz. Dieſem haftete ſtets ein
klein=
bürgerlicher, ja ſpießerhafter Zug an.
In der Abſicht, für die breiteſte Maſſe des Volkes
zu ſchreiben, ließ er ſich oft im Ton allzu ſehr zum
Volke herabziehen, ſtatt ſeine kleinen Leſer zu ſeiner
Höhe zu erheben. Das war bei Thekla von Gumpert
nie der Fall. Obwohl ſie auch für die Jugend
unge=
mein verſtändlich blieb, ſtets ihren Erzählungen, wie
Nieritz auch, eine gut bürgerliche Moral zu verleihen
wußte, führte ſie doch ihre Leſerinnen aus der engen
Sphäre der kleinen Welt des Hauſes heraus.
Der Grund lag offenbar: ſie war dem Leben der
großen Welt perſönlich nahe gekommen. Es war ihr
vergönnt geweſen, in recht verſchiedenartige Kreiſe
hineinzublicken; ſie hatte mit Fürſten und
Prinzeſſin=
nen verkehren dürfen, und auf dem glatten Paxkett der
Schlöſſer war ſie ebenſo heimiſch geworden wie im
Bürgerhauſe.
Thekla von Gumpert hatte am 28. Juni 1810 in
Kaliſch das Licht der Welt erblickt, als Tochter eines
angeſehenen Arztes, der bald nach der Geburt dieſes
Kindes nach Poſen überſiedelte, wo er die Stellung
eines Regierungsmedizinalrats der Provinz Poſen
annahm.
Als ſolcher war er auch der ärztliche Berater des
Fürſten Anton Radziwill, der nach dem Wiener
Kon=
greß als Statthalter nach Poſen geſchickt wurde. Und
ſo kam es, daß das kleine Töchterlein des Arztes die
Geſpielin des jüngſten Prinzeßchens im Fürſtenhauſe
wurde, der Prinzeiſin Wanda Radziwill. Der Fürſt
verſucht wird, die perſiſche Unabhängigkeit zu zerſtören. er ſich darüber ärgerte, daß Hitzler mit ſeiner Schweſter
Kenner der perſiſchen Verhältniſſe können mit gutem
Ge=
wiſſen die Vorgänge nicht anders beurteilen. Wir ſind
verpflichtet, Perſiens Unabhängigkeit zu erhalten, und wir Sofort ſtach der Angeklagte zu. Seine Berufung wurde
haben ein vollberechtigtes Intereſſe, daß dies auch ge= i verworfen. — Die Peter Grünig Ehefrau von
ſchieht; aber es ſcheint, als ob wir keinen Verſuch machen,
daß unſere Tätigkeit, ſoweit ſie ſichtbar iſt, darin beſteht,
mit der ruſſiſchen Regierung zuſammen zu arbeiten, um
den Sturz der perſiſchen Miniſter herbeizuführen, die im
Verdacht ſtehen, auf ihres Landes Unabhängigkeit allzu
eifrig bedacht zu ſein.
Engliſche Preßſtimmen, wie die obigen, laſſen wohl
britiſche Politik ſtark und in Petersburg einflußreich genug eines ſchweren Diebſtahls nur eine
Gefängnis=
iſt, um der Aufſaugung der nördlichen Hälfte Perſiens ſtrafe von 1 Monat ausgeſprochen.
durch Rußland entgegenzuwirken.
* Brüſſel, 25. Juni. Heute abend fand im
deut=
ſchen Haus aus Anlaß der Anweſenheit der Miniſter
Feſtmahl ſtatt. Anweſend waren die Miniſter Hubert,
Helleputte, Renkin, Davignon und General Hellebaut, der ten zu bilden iſt. Zur Zeit iſt eine Schadenerſatzklage auf
Kammerpräſident Cooreman, der Senatspräſident Vicomte
vinz Brabant, die Herren der deutſchen Geſandtſchaft, Ge=
Ausſtellungsleitung, Miniſterialdirektor von Körner vom eines wertvollen Bernhardinerhundes durch übermäßig
Auswärtigen Amt, Geheimrat Dönhof vom
Handels=
bert aus, der die deutſche Ausſtellung als Hymnus auf
den deutſchen Gewerbefleiß und als Beweis der Stärke der
Albert brachte der Geſandte von Flotow aus, worauf fand, am Kopf getroffen, ſodaß es einging. Gegenüber
Staatsſekretär Delbrück unter Dankesworten an alle belgi= dem fraglichen Klageanſpruch wird jedes Verſchulden des
ſchen Inſtanzen, die die deutſche Abteilung
geför=
dert hätten, erklärte, daß es heute nicht ſeines Amtes ſei,
die Leiſtungen ſeiner Landsleute zu preiſen und den Ruhm
ſeines Vaterlandes zu verkünden, daß er aber dankbarſt
der Anerkennung gedenke, die ihm und ſeinem Kollegen
Sydow über den Erfolg der deutſchen Ausſtellung
ausge=
ſprochen wurden. Dieſe Freundſchaftsbeweiſe
von belgiſcher Seite begründeten die Zuverſicht, daß die
Brüſſeler Ausſtellung zu dem Bande wirtſchaftlicher
Be=
ziehungen zwiſchen Belgien und Deutſchlands ein neues
densarbeit im Intereſſe der Kultur fördere. Ausſtellungs= in ſeinem Gebiete nicht von den Gemeinden und
Ar=
präſident Baron Janſſen toaſtete auf den Bergbaukongreß,
worauf Handelsminiſter Hubert den Miniſtern Delbrück
der Frauen gedachte. Nach dem Feſtmahl empfing das
belgiſche Ausſtellungskomitee die Gäſte im pittoresken 1 Humanitätstendenzen folgend, dieſe Beſchränkung im
Stadtviertel Alt=Brüſſel.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 28. Juni.
* Vom Hofe. Der am 28. d Mts. in Primkenau
ſtattfindenden Beiſetzung der Prinzeſſin Feodora zu
Schleswig=Holſtein wird in Vertretung S. K. H. des
Großherzogs der Hofmarſchall Frhr. v. Ungern=Sternberg
beiwohnen. (Darmſt. Ztg.)
— Charaktererteilung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Rechner der Hoſpital= und
Armenkaſſe zu Worms Heinrich Stock den Charakter
als Rendant erteilt.
— Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher mit dem
Amtsſitze in Alzey Karl Lotz zum Gerichtsvollzieher mit
dem Amtsſitze in Wörrſtadt.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Stations=
ſchaffner in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahngemein=
ſchaft Philipp Henzel zu Alzey mit Wirkung vom
1. Oktober 1910 an.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen den
unbeſtraften Fabrikarbeiter Georg Heinrich Müth
von Rumpenheim, der daſelbſt auf offener Straße dem
Bäckergehilfen Hitzler einen Stich in den Rücken
ver=
ſetzt hatte, daß der Verletzte 14 Tage arbeitsunfähig
war. Müth focht das Urteil mit Berufung an und be=
war der berühmte Komponiſt der Fauſt=Muſik, die
Ge=
mahlin des Fürſten eine preußiſche Prinzeſſin, Couſine
des Königs von Preußen ſelbſt. Was an Notabilitäten
in Poſen lebte oder nach Poſen kam, kam auch zum
Statthalter, und ſo mußten vor den Augen des
heran=
wachſenden jungen Mädchens ſich Bilder zeigen, die
unauslöſchliche Eindrücke für ſie waren, ſpielte ſich doch
auch dort in Poſen einſt jene Liebelei zwiſchen dem
jungen Prinzen Wilhelm von Preußen, dem ſpäteren
erſten deutſchen Kaiſer, ab und der Prinzeſſin Luiſe
Radziwill, einer älteren Schweſter der Geſpielin
Theklas.
Es konnte nicht fehlen, daß unter ſo regen
künſt=
leriſchen und geſellſchaftlichen Eindrücken ſich ſelbſt
künſtleriſche Neigungen entwickelten. Dann und wann
ſchon hatte Thekla Gelegenheitsdichtungen verfaßt.
Und als dann die Radziwillſche Familie nach Berlin
überſiedelte, Theklas Vater ſtarb, ſie geiſtig und
geſell=
ſchaftlich ſich verödet fühlte, da traten wohl dieſe
Neig=
ungen immer lebhafter zu Tage.
Der gebildete Menſch, der ſelbſttätig denkt, hat auch
das Bedürfnis, ſich anderen mitzuteilen. Dieſer Drang
kann ſich wohl in der ehelichen Gemeinſchaft betätigen,
nicht aber immer bei einem unvermählt gebliebenen
Mädchen ohne Beruf. So lange Thekla noch mit der
Erziehung des Töchterchens einer verſtorbenen
Freun=
din beſchäftigt war, um die ſie deren Witwer ſelbſt
angegangen hatte, war das Verlangen nicht ſo lebhaft,
es ließ ſich aber nicht mehr zurückdrängen, als der
Vater dieſes Kindes Theklas jüngere Schweſter
heiratete.
Gerade aber die Liebe zu ihrem kleinen Zögling
brachte ſie dann auf den Gedanken, für die Jugend zu
ſchreiben. Nicht ohne Vorbereitung tat ſie es, nicht
Schnellgeſchriebenes ließ ſie drucken. Sie fragte erſt
überall um Rat, ſchickte ihr Manuſkript urteilsfähigen
Perſonen zur Beurteilung, insbeſondere dem ihr
per=
ſönlich bekannten Dichter Franz von Schober, der ſie
wiederholt zur Schriftſtellerei angeregt hatte. So
er=
ſchien im Jahre 1843 ihr erſtes Büchlein, „Der kleine
Vater und das Enkelkind‟
Das Buch fand eine überraſchend gute Aufnahme;
es wurde in Zeitungen gelobt, von der Regierung zur
Aufnahme in Schulbibliotheken empfohlen, und Thekla
aibt keine andere Erlätung dafür, als daß ſpſtematſch f rieſ ſch auf Notwehr. Es wurde jedoch jeſtgetelt, daß
ein Verhältnis unterhielt und darüber Bemerkungen
machte, die den H. veranlaßten, ihn zur Rede zu ſtellen.
Offenbach hörte auf Pfingſten, daß eine in demſelben
die Ruſſen zur Räumung Perſiens zu veranlaſſen, und Hauſe wohnende Familie ausgegangen war. Dieſe
Gelegenheit benützte ſie; mit falſchen Schlüſſeln drang
ſſie ein, öffnete Schubläden und durchſuchte ſie. Bei
dieſer Arbeit wurde ſie durch das Kommen des
Dienſt=
mädchens geſtört; ſie ließ alles offen ſtehen und flüchtete
ſich in einen Abort. Als das Mädchen an die Türe
pochte, ahmte ſie eine Männerſtimme nach. Während
der Schutzmann geholt wurde, ſuchte ſie ihre Wohnung
erkennen, daß es der engliſchen Regierung an dem guten 1 auf. Bei ihrer erſten Vernehmung war ſie geſtändig;
Willen, die Selbſtändigkeit Perſiens zu vertreten, nicht nunmehr beruft ſie ſich darauf, in einem Duſel
gehan=
fehlt. Dagegen ſcheint die Frage nahe zu liegen, ob die delt zu haben. Da ſie dem Trunk ſtark ergeben iſt,
wurde die Sache mild aufgefaßt und wegen Verſuchs
n. Ein Rechtsſtreit des Großherzogs. Bezüglich
et=
waiger gegen ihn erhobener Klageanſprüche nimmt der als
Landesherr dem Strafgeſetz überhaupt nicht unterworfene
Großherzog Recht vor dem Oberlandesgericht, das
als=
dann in erſter und eventuell auch in zweiter Inſtanz zu
Delbrück und Sydow und der Mitgliedr des Inter= entſcheiden hat. Der Gerichtshof erſter Inſtanz ſetzt ſich
aus den vier jüngſten Mitgliedern unter Vorſitz des
Se=
nationalen Kongreſſes für Bergbau und Hüttenweſen ein natspräſidenten zuſammen, während das Berufungsgericht
durch die ſechs älteſten Räte unter Vorſitz des Präſiden=
Zahlung von 354 Mark anhängig, weil der Chauffeur des
Simonis, Bürgermeiſter Max, der Gouverneur der Pro= (nach dem neuen Automobilgeſetz als Eigentümer für jedes
Fahrverſchulden des Perſonals haftbaren) Großherzogs
neralkonſul Pritſch=Antwerpen, der Herzog von Urſel, die bei einer Fahrt mit dem Kraftwagen in Holſtein den Tod
delsminiſterium. Das Kaiſerhoch brachte Miniſter Hu= ſchnelles Tempo und mangelhaftes Ausweichen verurſacht
habe. Das Tier ſtand vor ſeinem Herrn, einem dortigen
Gutsbeſitzer, gehalten, am Rand der Fahrſtraße und wurde
germaniſchen Raſſe bezeichnete. Das Hoch auf König durch das Automobil, in dem ſich nur der Chauffeur be=
Chauffeurs beſtritten und es ſoll nunmehr Beweis nach
dieſer Richtung erhoben werden.
n. Der vor der Kammer für Handelsſachen des
hie=
ſigen Landgerichts anhängige Rechtsſtreit zweier Aktionäre
gegen die Südd. Eiſenbahngeſellſchaft wegen Anfechtung von
Beſchlüſſen der Generalverſammlung, der mehrfach
er=
wähnt wurde, hat durch Klagerücknahme Erledigung
ge=
funden.
C) Waiſenfürſorge. Unſer Großherzogtum
beſt=
vor den meiſten anderen deutſchen Staaten den Vorzug,
Band der Freundſchaft des Herzens füge, daß ſie die Frie= daß die Fürſorge für arme Waiſenkinder
menverbänden, ſondern vom Staate ſelbſt ausgeübt
wird, was eine gleichmäßige, nach beſtimmten
Grund=
ſätzen geregelte Art der Unterbringung der Waiſen
und Sydow für ihren Beſuch dankte. Bergrat Kleine als gewährleiſtet. Bei Gründung der Landeswaiſenanſtalt
Vorſitzender des Kongreſſes lobte die Weltausſtellung, wurde beſtimmt, daß deren Wohltaten nur ehelichen
worauf Abgeordneter Dr. Beumer in humorvoller Weiſe und bildungsfähigen Waiſenkindern zugewendet
wer=
den ſollten. Nachdem man aber, den fortſchreitenden
Jahre 1885 hatte fallen laſſen, ſtieg die Zahl der zu
ver=
ſorgenden Waiſen von 2306 im Jahre 1884 auf 2552 im
Jahre 1885. Seitdem bewegt ſich die Zahl aber wieder
in fallender Richtung, trotz der beträchtlichen
Bevölker=
ungszunahme. Im Jahre 1908 waren es nur noch 1897
WWaiſen, gegen 1885 alſo eine Abnahme von 26 Prozent.
Dieſer Umſtand redet eine ſehr dentliche Sprache nach
zwei Richtungen. Denn einmal zeigt die Abnahme den
gewaltigen Fortſchritt in unſeren geſundheitlichen
Ver=
hältniſſen, der darin liegt, daß durch die ſtetige
Zu=
nahme der durchſchnittlichen Lebensdauer die Zahl der
Verwaiſung von Kindern im noch fürforgebedürftigen
Alter immer mehr abnimmt. Und dann verringert die
immer umfaſſender werdende ſoziale Fürſorge, erinnert
ſſei nur an die Unfallverſicherung, ſtändig die Zahl der
von der Landeswaiſenanſtalt zu verſorgenden Waiſen.
* Von der Techniſchen Hochſchule. Blättermeldungen
zufolge hat Herr Profeſſor der Kunſtgeſchichte Dr. Rudolf
Kautzſch einen Ruf an die Univerſität Breslau als
Nach=
folger Richard Muthers erhalten. Die offizielle
Beſtäti=
gung der Meldung ſteht noch aus.
* Außerkursſetzen der Fünfzigpfennigſtücke der älteren
Geprägeformen. Mit dem 30. September 1910 läuft die
Friſt ab, innerhalb der die durch den Beſchluß des
Bun=
desrats vom 27. Juni 1908 außer Kurs geſetzten
Fünf=
zigpfennigſtücke der älteren Geprägeformen mit der Wert=
wurde nun angeregt, auf dem von ihr betretenen Pfade
weiter zu ſchreiten.
Zeitweilig wurde dann freilich ihre literariſche
Tätigkeit zurückgedrängt. Ihre Geſpielin Wanda
Radziwill hatte den Fürſten Czartoriski geheiratet und
war nach einigen Jahren glücklichſter Ehe unter
Hin=
terlaſſung zweier jugendlicher Kinder geſtorben. Die
Erziehung dieſer Kinder, die ihr der fürſtliche Witwer
antrug zu übernehmen, erſchien ihr als
unabweis=
liche Pflicht. Sie lebte mit den Kindern in Dresden,
von wo aus ſie dann ihre ſchriftſtelleriſche Wirkſamkeit
mehr und mehr wieder aufnahm.
So war ſie bereits eine bekannte
Jugendſchrift=
ſtellerin geworden, als ſie im Jahre 1854 das „
Töchter=
album” und ein Jahr ſpäter „Herzblättchens
Zeitver=
treib” begründete, zwei Jahrbücher für die weibliche
Jugend, die in den fünfzig Jahren ihres Beſtehens
ſich dauernder Beliebtheit bei der weiblichen Jugend
erfreuten und nach dem Tode Thekla von Gumperts
in deren Geiſte von der Schriftſtellerin Frau B.
Weg=
ner=Zell fortgeführt werden.
Im Jahre 1856 vermählte ſich Thekla von
Gum=
pert mit ihrem langjährigen Freunde, dem bereits
ge=
nannten Legationsrat Franz von Schober, der in
Wei=
mar lebte und an ſie ſchrieb, ob ſie, die beide ſo viele
geiſtige Intereſſen verband, nicht ihre Schreibtiſche
zu=
ſammenrücken wollten. Er war bereits ſechzig Jahre
alt, Thekla von Gumpert ſechsundvierzig, aber es war
ihnen noch beſchieden, über ein Vierteljahrhundert in
glücklichſter Gemeinſchaft die Lebensfahrt vereint
zu=
rückzulegen.
Der Oeffentlichkeit gegenüber behielt ſie ihren
berühmt gewordenen Namen natürlich bei. Thekla von
Gumpert war eine allbekannte Freundin der deutſchen
Jugend. Keine Jugendſchriftſtellerin der neueren Zeit
hat dieſen Anklang gefunden. Sie hat wohl auch
einiges für Erwachſene geſchrieben, einen Roman, ein
paar autobiographiſche Werke, aber dieſe letzteren ſind
wohl nicht ſo intereſſant, wie man es nach ihren
viel=
fachen Beziehungen erwarten konnte. Sie war allzu
vorſichtig und bedachtſam.
Am 1. April 1897 ſtarb ſie in Blaſewitz bei
Dresden.
Nummer 148.
angabe „50 Pfennig” durch die Reichs= und Landeskaſſen
noch einzulöſen ſind.
* Sportfeſt. Das Schiff, das in dem Preiskorſo am
Sonntag überall Aufſehen erregte, war von den Herren
Seibert und Wittich vom Darmſtädter Veloziped=
Klub gefahren worden, nicht, wie irrtümlich
bekanntgege=
ben, von Frankfurter Herren.
* Im Silberkranz. Herr Kaufmann Benny Bär
und deſſen Ehefrau Thekla geb. Fränkel,
Landwehr=
ſtraße Nr. 18, feiern am 28. dieſes Monats das Feſt
ihrer ſilbernen Hochzeit.
— Der Ortsgewerbeverein wird am Freitag, den
1. Juli, eine Verſammlung abhalten behufs
Stellung=
nahme zu dem Bebauungsplan für den
Gemarkungs=
teil zwiſchen Allee, dem neuen Hauptbahnhof, dem
neuen Güterbahnhof, Weiterſtädterweg,
Landwehr=
ſtraße und Feldbergſtraße.
* Ein Fahrrad aus dem Jahre 1865. Zu dieſer
Notiz ſchreibt man uns: Das in dem Schaufenſter
Schulſtraße 1 ausgeſtellte Zweirad iſt nicht das erſte
Zweirad, das in Darmſtadt gebaut wurde, ſondern das
erſte Zweirad in der gleichen Konſtruktion iſt von dem
damaligen Modellſchreiner Karl Bartſch=Darmſtadt,
der ebenfalls bei der Main=Neckar=Bahn beſchäftigt war,
ohne fremde Beihilfe im gleichen Jahre erbaut und von
dem Erbauer an einen Franzoſen zum Preiſe von 80
Gulden verkauft worden. Erſt nach Vollendung ſeines
zweiten Rades wurde unter ſeiner Mithilfe das
aus=
geſtellte Rad von Herrn Klinck, welcher ein perſönlicher
Freund und Mitarbeiter des Herrn Bartſch war,
er=
baut. Von Herrn Bartſch wurden, nebenbei bemerkt,
noch mehrere derartige Exemplare gefertigt, die an
gegenwärtig zum Teil noch lebende Herren abgetreten
wurden.
— Jubiläum. Am 1. Juli ſind es 25 Jahre, daß
Herr Franz Cramer bei der Firma M. Homberger,
Manufakturwaren en gros, hier, eingetreten iſt.
ng. Die Volksbildungsvereine Eberſtadt und
Ar=
heilgen unternahmen am Sonntag vormittag einen
Beſuch der Techniſchen Hochſchule. Unter Führung der
Herren Geh. Baurat Prof. Berndt (Material=
Prüf=
ungsanſtalt), Aſſiſtent Mann (Waſſerbau=
Labora=
torium) und Aſſiſtent Stiefelhagen (Zentrale für
Kraft, Licht und Wärme) fand eine eingehende
Beſich=
tigung und Erklärung dieſer Abteilungen ſtatt, was
nahezu 3 Stunden währte und wohl alle Beſucher
hoch=
befriedigte. Den genannten Herren wurde für ihre
freundliche Bemühung, ihre intereſſanten und
lehr=
reichen Ausführungen herzlichſter Dank geſagt.
— Schützenhof. Heute Dienstag abend konzertiert
die Kapelle des Leibg.=Inf.=Regts. Nr. 115 unter Herrn
Hauskes Leitung. Herr Hauske hat ein buntes
Pro=
gramm zuſammengeſtellt; der 2. Teil wird durch Joh.
Straußſche Muſik die Konzertbeſucher erfreuen.
Dornheim, 26. Juni. Eine ſeltene Doppelfeier
beging heute die hieſige evangeliſche Pfarrgemeinde, die
100jährige Jubelfeier, nämlich der Pfarrkirche und
die gleichzeitige Einweihung der neu erbauten
Klein=
kinderſchule. Vor rund hundert Jahren, am 24. Juni
1810, wurde die hieſige Kirche eingeweiht. Die heutige
Jubelfeier wurde am Morgen durch Choralblaſen vom
Kirchturme aus eingeleitet. Bei dem Feſtgottesdienſt am
Vormittage wirkten der hieſige Kirchengeſangverein und
die Chorſchule mit. Die Einweihung der in der
Garten=
ſtraße gelegenen Kleinkinderſchule erfolgte nachmittags.
Der hübſche Bau enthält außer einem großen
freund=
lichen Saale für die Kinder noch zwei
Schweſterwohnun=
gen für die Kleinkinder= und die Krankenſchweſter und iſt
mit einem großen Spielplatze für die Kinder umgeben.
Dreieichenhain, 26. Juni. Geſtern mittag wurden in
dem ſogenannten Alten Berg eine Anzahl Zigeuner,
etwa 15 bis 20 beiderlei Geſchlechts, die kleine
Hand=
wagen mit ſich führten, durch die Gendarmerie in Langen
verhaftet und in das Haftlokal hier eingeliefert.
Allem Anſchein nach war die Geſellſchaft bei der
Zigeu=
nerſchlacht in Rimbach im Odenwald beteiligt. Heute
morgen wurden die Verhafteten, von denen einige
wäh=
rend der Nacht ausgebrochen waren, unter Bedeckung nach
Langen ins Gefängnis verbracht.
Von der Tromm, 26. Juni. Am Sonntag, den 3. Juli,
mittags 12 Uhr, wird der neuerbaute Ireneturm auf
der Tromm dem Verkehr übergeben. Auf dem Feſtplatz iſt
Militärkonzert, ausgeführt von der Kapelle des Train=
Bataillons Nr. 18. Bei ungünſtigem Wetter findet das
Därmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Juni 1910.
Seite 3.
Zuſammenſein nach der Turmweihe in der Gaſtwirtſchaft
von Val. Keil auf der Tromm ſtatt.
— Ober=Ingelheim, 26. Juni. Auf der durch den neuen
Bismarcksturm bekannten Waldeck wurde die
Wirt=
ſchaftshalle in ſkandalöſer Weiſe heimgeſucht. Die
Roh=
linge riſſen die Läden vor den Fenſtern hinweg, ſchlugen
die letzteren ein und demolierten in der Halle alles, was
nicht niet= und nagelfeſt war. Die Tiſche und Stühle
wurden in den Hecken und Feldern verſtreut und
demo=
liert aufgefunden, die Gläſer mit Steinen entzwei
ge=
ſchlagen. Auch die Küche wurde erbrochen, und Meſſer
und Gabeln ſowie andere Geräte ſind verſchwunden. Den
rohen Tätern glaubt man auf der Spur zu ſein. Aehnliche
Roheiten wurden in den letzten Tagen aus Gau=
Alges=
heim gemeldet, wo man die neu aufgeſtellten Ruhebänke
zerſtörte.
C2) Garbenteich (Kreis Gießen), 27. Juni. In unſerem
Ort wird demnächſt auch der Bau eines neuen
Schulhauſes mit Lehrerwohnung in Angriff
genommen werden, nachdem der Ortsvorſtand bereits vor
längerer Zeit der Erbauung zugeſtimmt hat. Die Pläne
zu dem ſtattlichen Neubau hat der Großh. Kreisbau=
In=
ſpektor, Herr Baurat Diehm in Gießn, entworfen.
(*) Bersrod, 26. Juni. Das oberheſſiſche
Pro=
vinzialfeſt des lutheriſchen Miſſonsvereins für
Ober=
heſſen wurde heute hier abgehalten und war ſtark
be=
ſucht. Pfarrer Nies=Melbach ſprach als Vorſitzender des
Provinzialvereins, Pfarrer Hofmann=Winnerod namens
des Kirchenvorſtandes Begrüßungsworte. Die Feſtpredigt
hielt Pfarrer Strack von Uſenborn, während Miſſionar
Pfitzinger aus Deutſch=Oſtafrika ausführlich über die
Miſ=
ſionstätigkeit berichtete.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 26 Juni. Die
Ber=
liner Dachgärten prangen augenblicklich im
ſchön=
ſten ſommerlichen Schmuck. Mit infolge der
Dachſtuhl=
brände der letzten Jahre hat ihre Zahl beträchtlich
zu=
genommen. So ſind z. B. allein in der Wilhelm= und
Puttkamerſtraße fünf prachtvolle Dachgärten neu
er=
ſtanden, die, mit ſchützenden Zeltdächern verſehen, nicht
nur von den Familien als Garten, ſondern während
des ganzen Sommers ſogar als Wohnzimmer benutzt
werden. In erſter Reihe ſollten die großen
Miets=
kaſernen Dachgärten haben, wie es z. B. in New=York
längſt Sitte iſt. Es gibt in Berlin ſchon eine ganze
Reihe von Dachgärten, auf denen die Bewohner
Lin=
derung der Hitze finden, Ruhe und ſtaubfreie friſche
Luft. Ein ſchon älterer und ziemlich umfangreicher
Dachgarten liegt am Gendarmenmarkt auf dem großen
vierſtöckigen Eckhaus an der Mohren= und
Charlotten=
ſtraße. Von ihm ſchauen jetzt ein recht ſtattlicher, ſchön
belaubter Baum, Sträucher und Kletterpflanzen über
das Dachgitter hinüber und machen ſchon von weitem
den Straßengänger auf die luftige Höhe und ihre
An=
nehmlichkeiten aufmerkſam. Größere Dachgärten
be=
finden ſich auch auf der Philharmonie und in der
Mauerſtraße, wahre Kunſtwerke. Auch in der
Fried=
richſtraße iſt, namentlich in den letzten Jahren,
man=
ches Dach zu ähnlichen Zwecken hergerichtet worden;
die ſonnigen Flächen werden dabei von fleißigen
Hausfrauen nebenbei auch zum Wäſchetrocknen benutzt.
Mitunter findet man in der luftigen Höhe ſogar
Erd=
beer= und Gurkenbeete, Wein und Kürbis. Man ſieht,
der Berliner nützt nicht nur ſein Stückchen
Lauben=
kolonie praktiſch aus, ſondern er verſucht es ſogar,
ſeinen Dachgarten wirtſchaftlich zu verwenden. — Der
Bele idigungsprozeß Karl May gegen
Lebius wird vorausſichtlich erſt im Oktober die
Be=
rufungsſtrafkammer beſchäftigen, da ganz neue
Mo=
mente in die Erſcheinung getreten ſind, die erſt einer
genauen Nachprüfung unterzogen werden müſſen. Karl
May gibt jetzt zu, daß er in ſeiner Jugend Vorſtrafen
erlitten habe, trotzdem er dies vor dem
Charlotten=
burger Schöffengericht auf das entſchiedenſte beſtritten
hatte. Er erklärt, daß dieſe im jugendlichen Leichtſinn
ntſtanden ſeien und länger als 40 Jahre zurückliegen.
Seit dieſer Zeit habe er ſich völlig makellos geführt.
May will ferner durch Rechtsanwalt Dr. Puppe vor
der Berufungskammer jetzt den Nachweis
füh=
ren, daß er ſich tatſächlich in den von ihm beſchriebenen
Ländern aufgehalten hat. Alle hier in Betracht
kom=
menden Zeugen, u. a. Hotelbeſitzer in Südamerika,
ſollen erſt eingehend über ihre Bekanntſchaft mit May
und ſeinen Aufenthalt vernommen werden, ſo daß die
Hauptverhandlung vorläufig in weite Ferne gerückt
iſt. Inzwiſchen iſt auch der Beklagte Lebius nicht
un=
tätig geweſen, ſondern hat ein umfangreiches Material
zuſammengetragen, welches recht ſenſationelle
Ent=
hüllungen verſpricht. Der Prozeß dürfte deshalb einen
Rieſenumfang annehmen, da auch von Lebius aus
allen Gegenden Deutſchlands Zeugen geladen werden
ſollen. — In der Nacht zum Sonntag ſpielten ſich im
Nordweſten, im Zentrum und im Süden Berlins
mehrere ſchwere Exzeſſe ab, bei denen die Polizei
mit der Waffe einſchreiten mußte, nachdem als
Kampf=
mittel von Streitenden Stöcke und Biergläſer gebraucht
worden waren. Ein Schutzmann hieb, nach dem
Ber=
liner Tageblatt, auf einen Hauptangreifer los und
ſpaltete ihm teilweiſe den Schädel. — Ein
unauf=
geklärter Leichenfund wurde im Segefelder
Lug, unweit Neu=Finkenkrug, gemacht. Am Sonntag
fanden zwei Jagdpächter eine ſtark in Verweſung
über=
gegangene menſchliche, unbekleidete Leiche, die man
an=
fangs für die einer Frau hielt, bis geſtern feſtgeſtellt
wurde, daß es ſich um die Leiche eines 50 bis 60 Jahre
alten Mannes handelte.
Stuttgart, 27. Juni. Geſtern nachmittag kam es in
einem Walde bei Böblingen zu einem
Zuſammen=
ſtoß zwiſchen zwei Forſtbeamten und mehreren
Wil=
derern. Dabei wurde ein Wilderer, ein 30jähriger
Glaſer aus Echterdingen, von einem der Forſtbeamten
erſchoſſen.
Karlsruhe, 27. Juni. Am Sonntag früh gerieten
in der Durlacher Straße zwei Brüder Müllig in einen
Wortwechſel, der zu Tätlichkeiten ausartete. Der
jün=
gere der beiden flüchtete auf das Dach des von ihnen
bewohnten Hauſes und ſtürzte wohl infolge eines
Fehltrittes, ab und blieb mit gebrochenem Genick tot
auf der Straße liegen. In dieſem Moment kam ein
dritter Bruder hinzu und ſtach mit einem Meſſer nach
dem Lebenden und verletzte ihn ſehr ſchwer.
Möhringen, 27. Juni. Heute früh um ¾7 Uhr
er=
eignete ſich beim Uebergang am Landhaus ein
Un=
glücksfall. Das Poſtautomobil von Waldenbuch und
ein Zug der Filderbahn paſſierten gleichzeitig die
Kreuzung. Das Poſtautomobil wurde zur Seite
geſchleudert und ſämtliche Inſaſſen desſelben verletzt,
unter ihnen drei ſchwer. Die Schuld liegt zweifellos
auf ſeiten der Filderbahn, und nur der
Geiſtesgegen=
wart des Chauffeurs iſt es zuzuſchreiben, daß das
Un=
glück nicht noch größer war.
Breslan, 26. Juni. Das Dorf Lukino (Ruſſiſch
Polen) iſt gänzlich abgebrannt. 116 Gebäude
wur=
den eingeäſchert. 500 Menſchen ſind obdachlos.
Primkenau, 27. Juni. Die Kaiſerin, der Prinz
und die Prinzeſſin Auguſt Wilhelm, Prinz Joachim
und die Prinzeſſin Viktoria Luiſe ſind zu den
Bei=
ſetzungsfeierlichkeiten hier eingetroffen.
Wien, 26. Juni. Hofrichter empfing heute
vor=
mittag den Beſuch ſeiner Frau und ſeiner Schweſter.
Das Beiſammenſein, das in Gegenwart von
Gerichts=
perſonen ſtattfand, dauerte dreiviertel Stunden.
Hof=
richter bat beide Frauen, ihn nicht im Stiche zu laſſen.
Nizza, 27. Juni. In der verfloſſenen Nacht
wur=
den auf offener See drei Schiffer von einem
furcht=
baren Gewitter überraſcht. Zwei der Schiffer
wurden vom Blitz getötet, während es dem dritten
ge=
lang, nachdem er aus der Betäubung erwacht war, das
Boot mit den Leichen ſeiner Kameraden an Land zu
bringen.
Paris, 27. Juni. In Verdun erkrankten geſtern
40 Mann des 19. Regiments nach dem Mittageſſen an
Vergiftungserſcheinungen. Der Zuſtand von
ſünf Soldaten iſt beſorgniserregend.
Paris, 27. Juni. Wie aus Chambery gemeldet
wird, iſt der Deich des Leyſſe=Fluſſes geborſten
und hat die ganze Ebene überſchwemmt. Das
Hochwaſſer, das bereits großen Schaden angerichtet hat,
bedroht zahlreiche Ortſchaften. Der Eiſenbahnverkehr
zwiſchen Chambery und Aix les Bains iſt
unter=
brochen.
Brüſſel, 26. Juni. Heute nachmittag brannte
in unmittelbarer Nähe der deutſchen Abteilung der
Weltausſtellung das große Reſtaurant
„Meſtropole” ab. Nur dem ſchnellen Eingreifen
des Perſonals der deutſchen Abteilung iſt es zu
ver=
danken, daß die Abteilung ſelbſt und der Pavillon von
Monaco unverſehrt blieben. Der Kommiſſar von Mo=
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Ein Indianer=Proteſt. Aus Berlin bittet
ein Herr J. Ojijatekha Brant=Sero — wie er
ſchreibt, ein Vollblut Mohawk=Indianer — um
Veröffent=
lichung eines Proteſtes „gegen die blutrünſtige
In=
dianer=Literatur”, als deren hervorragendſten
Vertreter er jetzt gelegentlich eines Aufenthaltes in
Deutſchland den berüchtigten Literatur= und Räuberhelden
Karl May kennen gelernt hat. Der Einſender erblickt in
der Verbreitung ſolcher Machwerke ein Aergernis für ſein
Volk. „Der Mayſche Indianer=Roman” ſchreibt er, „iſt
ein lächerlicher Witz, aber die Sache hat auch ihre ernſte
Seite. Es kann uns Indianern nicht gleichgültig ſein, ob
wir in der ausländiſchen Literatur als ſkalpierende
blut=
ürſtende Wilde geſchildert werden. Ich, als ein Vollblut=
Mohawk=Indianer (Caniengahaka) proteſtiere hiermit
ge=
gen dieſe bösartige Verleumdung, die mein Nationalgefühl
auf das tiefſte verletzt, und ich hoffe, daß der große
In=
dianerkongreß, der Ende Juni in Muſcogee auf
In=
ianergebiet in den Vereinigten Staaten zuſammenkommt
und dem ich hierüber ſchrieb, ſich meinem Proteſt
anſchlie=
zen wird, etwa in der Form einer Reſolution, die die
geſamte ausländiſche Schauer=Indianerliteratur verurteilt.
Der Kongreß muß nun endlich ſeine Stimme dagegen
er=
heben, daß wir Indianer als Teufel innerhalb der ganzen
hriſtlichen Ziviliſation verſchrien werden.
H.W. Die Gratulation der
Bundesfür=
ten. Man ſchreibt uns aus Wien: Der 7. Mai 1908.
die deutſchen Bundesfürſten ſind gekommen, Franz
Joſef in ſeinem 60. Regierungsjahre zu keiern. Der
kleine, rokokozierliche „Marie=Antoinette=Saal” in dem
Schönbrunner Schloſſe gibt die Szenerie. An der
Stirnwand hängt ein Porträt der unglücklichſten
Kai=
erin, in bauſchigem Reifrock, mit hochgetürmter
Puder=
verücke, ein kleines Federbarett darauf. Drei ihrer
kinder ſchmiegen ſich an die Mutter, ſitzen auf ihrem
Schoße, lehnen an ihrem Arm. In mächtigem Halb=
und ſind die deutſchen Fürſten und der
Oberbürger=
meiſter von Hamburg aufgeſtellt, in der Mitte
Wil=
elm II., den Marſchallſtab in der Hand und das
Kon=
zept ſeiner Rede. Franz Joſef ſteht ihm gegenüber,
wendet ſich ihm zu, den Oberkörper in leichter Läſſigkeit
vorgeneigt, als wolle er ſo beſſer hören. Der Anlaß iſt
ingewöhnlich, und man hat ungewöhnliche Kleidung
ngelegt: Franz Joſef trägt die leuchtend weiße
Mar=
ſchallsuniform Oeſterreichs, die deutſchen Fürſten dun=
kelblaue oder olivengrüne Generalsuniformen
deut=
ſcher Regimenter; aber öſterreichiſche Orden auf der
Bruſt. Die meiſten haben das tiefrote Band des
Leo=
poldordens quer über den Waffenrock (den höchſten
Orden, den Franz Joſef einem Proteſtanten verleihen
darf). Nur der deutſche Kaiſer trägt das goldene Vließ,
das ihm vom ſpaniſchen Habsburger verliehen worden
iſt; denn der iſt bei Verleihung dieſes höchſten
habsbur=
giſchen Ordens nicht wie der öſterreichiſche Monarch an
die Klauſel „Katholiſch” gebunden. Drei
Bundesfür=
ſten, die Herzöge von Anhalt, Oldenburg, Schaumburg,
tragen deutſche Ordensbänder; erſt der 10. Mai hat
ihnen das Leopoldsband gebracht. Ganz am linken
Flügel der Fürſtenrunde ſteht der Oberbürgermeiſter
von Hamburg in der hiſtoriſchen Tracht des 17.
Jahr=
hunderts, wie wir ſie von den Bildern Franz Hals’ her
kennen. Sein tiefſchwarzes Kleid ſchafft einen famoſen
Farbengegenſatz zu dem Barockporträt Marie=
Antoinet=
tes an der Mittelwand. Vor dieſem taucht die
Gelehr=
ten=Silhouette des Großherzogs von Baden auf, neben
ihm der König von Sachſen, hinter den beiden der
Her=
zog von Lippe=Detmold und der Herzog von Sachſen=
Weimar, dann die gewaltige Vollbartgeſtalt des Prinz=
Regenten, vor ihm der „Sprecher der Runde‟:
Wil=
helm II. Den linken Flügel geben der Herzog von
An=
halt, Württembergs König, die Herzöge von Oldenburg,
Mecklenburg, Schaumburg, und die markante, ſehnige
Geſtalt des Oberbürgermeiſters von Hamburg, dem
ſeine hiſtoriſche Gewandung ſitzt, als wäre ſie für ihn
erſonnen. Und Wilhelm II. beginnt zu ſprechen.
Dieſen denkwürdigen Augenblick der Geſchichte hat
Profeſſor Franz Matſch im Bilde verewigt. Die
Stadt Wien gab ihm den Auftrag dazu. Das Gemälde
wird ihrem Hiſtoriſchen Muſeum eingereiht. Nun ſteht
es noch auf der Staffelei in dem wunderſchönen,
rieſi=
gen Atelier Franz Matſchs. Im September wird es
vollendet ſein. Der Meiſter iſt noch an der Arbeit.
Porträtbilder der Fürſten ſtehen auf den Stühlen,
Waf=
fenröcke, Uniformſtudien lehnen an den Wänden,
hän=
gen über den Seſſeln, füllen faſt den ganzen Raum. Die
Mittelwand nimmt das grandios geſchaute Gemälde
ein: „Die Gratulation der Bundesfürſten” in
kupfer=
getriebenem Rahmen, den in den oberen Ecken die
Ini=
tialen F. J. I. und W. II. beleben, unten die Reihe der
deutſchen Wappen abſchließt. Man weiß, daß Franz
Matſch ein famoſer Künſtler der Monumentalmalerei
iſt, weiß es von ſeinen Deckenbildern in der Wiener
Aula, weiß es von ſeinen Plafondmalereien in den kai=
ſerlichen Muſeen. Aber man muß ſagen: mit dieſem
repräſentativen Bilde hat er ſein Meiſterſtück gegeben.
Das Geheimnis der Alten, mit dem Monumentalen
das Minutiöſe zu verbinden, das ſcheinbar
bedeutungs=
loſe Detail eines Ordens, eines Portepées nicht zu
ver=
nachläſſigen und im ganzen doch ein groß geſehenes
Ganzes zu geben: dieſes Wunder des Alten hat ſich hier
einem neuzeitlichen offenbart. Nur der tiefe
Enthuſias=
mus Franz Matſchs, der ſich der Bedeutung dieſes
Augenblicks ganz bewußt war, läßt es verſtehen, daß er
nicht müde wurde, zehnmal denſelben Orden, 13mal
faſt den gleichen Kragen mit ungeminderter Akribie
wiederzugeben. Nicht nur das eigene Gewiſſen,
porträt=
treu zu bleiben, ſondern auch Zeremonie und Etikette
verengerten die Freiheit ſeines künſtleriſchen Schaffens.
Kein kompoſitoriſcher Zweck durfte an der gegebenen
Aufſtellungsordnung rütteln, keine koloriſtiſche Abſicht
die Hiſtorie fälſchen. Und daß es trotz all dieſer
Schwie=
rigkeiten ſeiner Kunſt gelungen iſt, ein maleriſch
be=
deutſames Werk, ein Gemälde von monumentaler Größe
zu ſchaffen, zeugt am nachdrücklichſten für ſeine geniale
Kraft. Matſch ſelber erzählt in launiger Weiſe von
den äußeren Schwierigkeiten, all dieſe Fürſten
perſön=
lich aufzuſuchen, ſie „zum Sitzen” zu bringen: dieſe
13 Fürſten. „Nicht etwa, weil es 13 ſind”, fügt der
Künſt=
ler lächelnd hinzu, „ſondern, weil dieſe 13 eben
Fürſt=
lichkeiten darſtellen”.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Schauſpielhaus. Dienstag, 28. Juni: Der Raub
der Sabinerinnen. Mittwoch, 29.: Bürgerlich und
romantiſch. Donnerstag, 30.: Das Konzert. Freitag,
1. Juli: Der dunkle Punkt. Samstag, 2. Juli (in neuer
Inſzenierung und Einſtudierung): Der Richter von
Zalamea, Schauſpiel in drei Akten von Calderon de la
Barca. Sonntag, 3.: Der Richter von Zalamea.
Mon=
tag, 4.: Buridans Eſel. Dienstag, 5.: Bürgerlich und
romantiſch. — 2. Opernhaus. Dienstag, den 28.
Juni: Der Graf von Luxemburg. Mittwoch, 29.:
Figa=
ros Hochzeit. Donnerstag (letzte Vorſtellung vor den
Ferien): Der Graf von Luxemburg.
Spielplan des Großh. Hof= und National=
Theaters in Mannhei m. Dienstag, den 28. Juni:
Orpheus und Eurydike. Mittwoch, 29., keine
Vorſtell=
ung. Donnerstag, 30. (zum erſten Male): Die
Kron=
prätendenten. Freitag, 1. Juli: Die Granate —
Suſan=
nens Geheimnis. Samstag, 2.: Wallenſteins Tod.
Sonntag, 3.: Die Großherzogin von Gerolſtein.
Nummer 148.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Juni 1910.
naco drückte dem deutſchen Reichskommiſſar ſeinen
Dank für die Erhaltung ſeiner Ausſtellung aus.
Sach=
verſtändige Mitglieder des Bergbaukongreſſes
beteilig=
ten ſich an der Löſcharbeit. Als die Feuerwehr
ein=
traf, war die Gefahr beſeitigt.
London, 27. Juni. Zu der Raketenexploſion
in Leeds wird noch berichtet: Ein Freiwilligen=
Regi=
ment gab in Leeds eine Vorſtellung. Dabei ſollte ein
Feuerwerkskörper zur Beleuchtung über den
Mann=
ſchaften zur Exploſion gebracht werden. Durch
unvor=
ſichtiges Abfeuern wurde er indeß in das Regiment
ge=
ſchleudert. Zwanzig Menſchen wälzten ſich darauf im
Blute. Die Unglücklichen waren zum Teil ſchwer
ver=
ſtümmelt. Einem Korporal war der Kopf vom Rumpfe
getrennt, einem anderen hingen die Eingeweide aus
dem aufgeriſſenen Leibe. Von den Zuſchauern
wur=
den zwei Frauen getötet. Im ganzen wurden fünf Tote
und 15 Schwerverletzte vom Platze getragen. Eine
ganze Anzahl Perſonen ſind leichter verletzt.
La Croſſe, 26. Juni. Soweit bis jetzt feſtgeſtellt iſt,
ſind bei dem Brande auf dem Miſſiſſippi=
Dampfer vier Perſonen umgekommen und etwa 12,
teilweiſe ſchwer, verletzt worden.
Buenos Aires, 27. Juni. In Colon wurde in das
Theater während der Vorſtellung eine Bombe
geſchleudert; ſieben Perſonen wurden verwundet, davon
zwei ſchwer.
Das Friedberger Attentat.
* Friedberg, 27. Juni. Der geſuchte
Komplize des Bankräubers Winges iſt der
Dach=
decker und frühere Oberrealſchüler Friedrich Karl
Werner, geboren am 9. September 1890 zu
Kaiſers=
lautern. Er verkehrte mehrfach vor der Ausübung des
Attentats in Bad Nauheim, wo er möglicher Weiſe auch
gewohnt hat. Bei dieſer Gelegenheit kam er auch mit
einem früheren Schulkameraden zuſammen, wodurch
ſeine Identität feſtgeſtellt wurde. Durch Vermittelung
der Polizeibehörde in Kaiſerslautern wurde bei den
Eltern Werners deſſen Photographie beſchlagnahmt, die
noch denſelben Abend nach hier gelangte und die von
allen Friedberger Zeugen als das Bild des Fremden
erkannt wurde, der als „Schmidt” im Burghotel abſtieg.
Durch einen an ſeine Eltern gerichteten Brief wurde
ermittelt, daß ſich Werner in Lüttich aufhält, wo
ſeine Verhaftung im Laufe des heutigen Tages
er=
folgen dürfte.
Die Meldung, daß der von dem Bankräuber
an=
geſchoſſene Knabe alsbald geſtorben ſei, hat
ſich nicht bewahrheitet. Er befindet ſich ſogar den
Um=
ſtänden nach gut. Das Geſchoß war vorher
abgeſchla=
gen, ſo daß es ſchräg abgeplattet wurde, und hatte dann
erſt den Jungen getroffen. Es ſaß einige Zentimeter
unter der Bauchdecke im Darmnetz. Edle Teile ſind
nicht verletzt; die Operation verlief günſtig. Zunächſt
merkte der Knabe nicht, daß er geſchoſſen war, ſondern
glaubte, geworfen zu ſein. Zu Hauſe angekommen —
er war allein zu ſeinem Onkel gegangen — klagte er
über Uebelkeit und mußte ſich erbrechen; daraufhin — es
war ungefähr anderthalb Stunden nach dem Vorfall —
wurde er zu Bett gebracht, und erſt jetzt bemerkte man
die Verwundung; die Wunde hatte nur wenig geblutet.
Der Arzt ordnete die ſofortige Ueberführung ins
Hoſpi=
tal an, wo dann die Operation auch bald ausgeführt
werden konnte.
* Frankfurt, 27. Juni. Der zweite
Atten=
täter, der zwanzigjährige Dachdecker Friedrich Karl
Werner aus Kaiſerslautern, iſt ein ehemaliger
Gefäng=
nisgenoſſe des Kommis Otto Wingeß, der ſich auf der
Verfolgung bei Nauheim erſchoſſen hat. Wingeß wurde
im Mai 1906 in München wegen Bankraubs verhaftet und
bald darauf zu 3½ Jahren Gefängnis verurteilt. Noch
vor Ablauf dieſer Strafe wurde er wegen guter Führung
aus dem Gefängnis entlaſſen. Im Frühjahr 1910 ging er
nach ſeiner Vaterſtadt Leipzig und machte ſich hier
bald=
wieder eines Verbrechens ſchuldig. Er unterſchlug 8000
Mark; daraus ſtammen die 4700 Mark, die man bei dem
toten Wingeß gefunden hat. Von Leipzig begab ſich
Win=
geß nach Kaiſerslautern, in der Abſicht, den Werner, den
er im Gefängnis kennen gelernt hatte, für gemeinſame
Un=
ternehmungen verbrecheriſcher Art zu gewinnen. Das iſt
ihm denn auch gelungen, und ſo kam es zu den Attentaten
von Frankfurt und Friedberg. Die Perſonalbeſchreibung
des Werner iſt den Behörden bekannt, man weiß auch,
wohin er ſich von Friedberg aus gewandt hat. Von
Lüttich hat er einen Brief an ſeinen Bruder gerichtet, worin
es zum Schluß heißt: „Die Tat iſt geſchehen. Ich bereue
ſie tief, aber jetzt iſt es zu ſpät. Ich nehme Abſchied, lebt
wohl!” Vielleicht hat Werner Selbſtmord verübt, vielleicht
iſt aber dieſer Brief ein Vorwand, um die Behörden zu
täuſchen. Sollte er noch unter den Lebenden weilen, ſo
wird er vorausſichtlich bald verhaftet ſein.
Der Frankfurter Polizeipräſident erläßt eine neue
Be=
kanntmachung, wonach die Belohnung von 300 Mark
auf 800 Mark erhöht wird.
Kleines Feuilleton.
— Die Napoleonhäuſer in Paris. Eine
intereſſante Liſte der Häuſer, in denen Napoleon in
Paris gewohnt hat, ſtellt eine franzöſiſche Zeitſchrift
zu=
ſammen. Das erſte Obdach des künftigen Kaiſers der
Franzoſen war die kleine Zelle in der Militärſchule, in
der Napoleon während ſeiner Studienzeit logierte.
Nicht weniger als 173 Stufen hatte der kommende
Welt=
beherrſcher empor zu ſteigen, bis er in ſeinem
Kämmer=
chen war. Später mietete Bonaparte eine Manſarde in
dem Hauſe Quai Conti 5. Aber bald gab er dieſes
Quartier wieder auf und zog in das Eckhaus der Rue
de Nevers; er wohnte damals in den Tuilerien gerade
gegenüber und blickte täglich auf das Schloß, in das er
ſpäter als Herr einziehen ſollte. Von ſeinem Zimmer
aus hatte er eine prächtige Ausſicht, denn er wohnte
ziemlich hoch; er hatte eine Dachkammer gemietet. 1792
logierte Bonaparte im Hotel Metz, Rue du Mail; er
bewohnte das Zimmer Nr. 14 in der dritten Etage.
Seine Mahlzeiten nahm er in jener Zeit in einer
klei=
nen Kneipe in der Rue des Petits=Péres ein, wo er für
das Gericht ſechs Sous bezahlte. Später bezog er
Quartier im „Hotel der Menſchenrechte” an der Ecke
der Rue Montmartre und der Rue du Mail. Hier
hatte er drei Zimmer gemietet, aber er teilte die
Ge=
mächer mit ſeinen Brüdern; ſein Bruder Louis, der
ſpätere König von Holland, hatte eines der Zimmer
inne; Junot, der ſpätere Herzog d’Abranés, das zweitt
und Napoleon das dritte. 1795 mietete Napoleon ein
möbliertes Zimmer in der Rue de la Michodiére Nr. 19.
Dann wohnte er in der Impaſſe du Dauphin, im Hotel
Mirabeau, im Hotel de la Colonnade, und als er
Jo=
ſephine geheiratet hatte, bezog er ein kleines Haus Rue
Chantereine 52. Seine ſpäteren Wohnungen ſind be=
Krawalle in Paris.
* Paris, 27. Juni. Zahlreiche Syndikats=
Ver=
einigungen wohnten heute dem
Leichenbegäng=
nis eines Kunſttiſchlers bei, der bei einem
Zuſam=
menſtoß mit der Polizei kürzlich getötet worden war.
Als der Zug auf dem Weg nach dem Friedhof die Rue
du Faubourg Antoine paſſierte, wurden auf die
Poli=
zeibeamten fünf Revolverſchüſſe abgegeben,
durch die ein Beamter leicht verletzt wurde. Die
Teil=
nehmer durchbrachen ſodann die Poſtenkette der
Poli=
zei, wobei wiederum Revolverſchüſſe abgegeben
wur=
den, durch die mehrere Perſonen verletzt worden ſind.
Die Polizei nahm zahlreiche Verhaftungen vor.
* Paris, 26. Juni. Nach der Beiſetzung des
Kunſttiſchlers auf dem Friedhof von Pantin ſammelte
ſich eine große Menge Manifeſtanten um rote
und ſchwarze Fahnen und ſchlug, die Internationale
ſingend, die Straße nach Paris ein. In ihren Reihen
befanden ſich zahlreiche Frauen und Kinder. Das
Flandriſche Tor war von der Polizei und Kavallerie
bewacht. Die Manifeſtanten wurden zunächſt
aufge=
fordert, auseinanderzugehen; dann zog die Polizei
blank. In dieſem Augenblick ertönten mehrere
Schüſſe. Es entſtand ein Handgemenge, bei dem
mit Fäuſten, Stöcken und Säbeln aufeinander
losge=
hauen wurde. Die Manifeſtanten flohen nach allen
Seiten. Viele ſtürzten zur Erde; Frauen und Kinder
wurden mit Füßen getreten. Als die Kavallerie
eben=
falls blank zog, wurde das Handgemenge
all=
gemein und es floß Blut. Eine Anzahl
Verwun=
deter blieb auf dem Platze. Um 9 Uhr abends war die
Ruhe faſt völlig wieder hergeſtellt. Die Zahl der
Ver=
letzten iſt beträchtlich
* Paris, 27. Juni. Im Laufe der geſtrigen
Un=
ruhen wurden etwa 15 Polizeibeamte und zwanzig
Ruheſtörer verletzt, jedoch niemand ſchwer. Fünf
Ver=
haftungen wurden aufrechterhalten.
* Paris, 27. Juni. Alle Blätter bringen
ſpal=
tenlange Berichte über die geſtrigen Krawalle. Die
konſervativen Organe nehmen die Ruheſtörungen zum
Anlaß, um das gegenwärtige Regime einer harten
Kritik zu unterziehen. Der Gaulois ſchreibt: Es iſt
bedauerlich, daß der König der Bulgaren, der ein
aus=
gezeichneter Beobachter iſt, den Zuſammenſtoß
zwi=
ſchen der Polizei und den Revolutionären auf dem
Friedhofe von Pantin nicht ſehen konnte; er, der
Be=
gründer eines Volkes, hätte vielleicht denjenigen, die
eine der älteſten Nationen Europas allen Anſtürmen
der Revolutionäre auslieferten, gute Ratſchläge
er=
teilen können. Das Blatt Peuple Francais meint:
Während ein Teil der Truppen auf dem Longchamps
dem bulgariſchen Königspaare die Ehrenbezeugungen
erwies, mußte ein anderer Teil die Straßen
durch=
ziehen und Manifeſtanten auseinandertreiben, die die
Internationale und Lieder zur Verherrlichung
meu=
ternder Soldaten ſangen. Dieſer Gegenſatz zeigt die
ganze Gebrechlichkeit der ſcheinbaren Ordnung unſerer
Zuſtände. Die ſozialiſtiſche Humanité ſpricht die alberne
Behauptung aus, Polizeipräfekt Lépine habe die
Rube=
ſtörungen abſichtlich hervorgerufen (!), um die
Begna=
digung des wegen Ermordung eines Poliziſten zum
Tode verurteilten Liabeuf zu verhindern.
II.B. Paris, 27. Juni. Bei dem geſtrigen
Zu=
ſammenſtoß zwiſchen Manifeſtanten und
der Polizei anläßlich des Leichenbegängniſſes des
Arbeiters Cler wurden etwa 80 Perſonen durch
Säbel=
hiebe mehr oder weniger ernſtlich verletzt. Die Polizei
nahm 12 Verhaftungen vor, von denen aber nur
5 aufrecht erhalten wurden. 25 Poliziſten wurden durch
Steinwürfe uſw. verletzt.
Luftſchiffahrt.
* Köln, 26. Juni. Die auf geſtern angeſagten drei
Zielfahrten des Paſſagierluftſchiffes „
Deutſch=
land” nach Köln und Düſſeldorf konnten nicht
ausge=
führt werden. Der Regen ging zeitweiſe
wolkenbruch=
artig nieder, ſodaß die Aufſtiege bis auf weiteres
abge=
ſagt werden mußten.
Sport.
* Frankfurt a. M., 27. Juni. Bei der heutigen
Regatta gewann der Mainzer Ruderverein den
Kaiſerpreis, die Gießener Rudergeſellſchaft den
Ermunte=
rungsvierer.
* Radrennen in Eſſen a. d. Ruhr.
Haupt=
fahren: 1. Otto Meyer, 2. Rütt, Handbreite, 3.
Oſter=
meyer, 1 Lg., 4. Peter, 1 Lg. Handicap: 1. Rütt, 2.
Müller (50 Meter), 3. Aſchoff (70 Meter), 4. Conrad.
Tandemfahren: 1. Otto Meyer-Peter, 2. Rütt-Kudela,
14 Lg., 3. Oſtermeyer-Brehmer, 2 Lg. 75 Kilometer:
1. Roſenlöcher 1:06, 2. di Majo 69,820 Km., 3.
Watte=
reus 69,800 Km., 4. Wilde 66,700 Km.
kannt, die Tuilerien, Fontainebleau, St. Cloud, Elba
und — Langwood auf St. Helena.
* Ein Lebehoch in der Kirche. Während
des Gottesdienſtes in der kleinen Kirche in Gientariff
(ſo wird der Daily News von angeblich zuverläſſiger
Seite berichtet) ſuchten kürzlich drei Damen, die von
einem Gewitter überraſcht worden waren, in dem
Got=
teshauſe Zuflucht. Der Geiſtliche, der ſich ihnen
gegen=
über zuvorkommend zeigen wollte, flüſterte dem Küſter
zu: „Three chairs for the ladies!‟ (Drei Stühle für
die Damen!) Dieſer aber, mochte er nun ſchwerhörig
oder vielleicht ein zu begeiſterter Verehrer des
ſchönen Geſchlechts ſein — verſtand: „Three cheers
for the ladies!‟ (Dreimal hoch die Damen!), ſprang auf
und brachte ein herzhaftes dreimaliges Hoch auf die
nicht wenig erſtaunten Gäſte aus, in das die
anweſen=
den Zuhörer — trotz der anfänglichen Ueberraſchung —
einſtimmten; nur der Geiſtliche ſelbſt, der dieſe
Begrüß=
ung für eine dem Ort nicht angemeſſene halten mochte,
ſchwieg.
* Aus Oberammergau. Es geſchah in
Ober=
ammergau, daß ein Mann nach dem Spritzenhauſe
ge=
ſchleppt wurde. Urſache: Diebſtahl. Zwei ganze
Schin=
ken und ein Kranz Regensburger Würſte. „Eingſperrt
muaß er wera!” ſchrie der Metzger, der den Dieb am
Kragen hielt. „Geaht nit,” ſagte der Dorfprofoß
be=
dächtig, „im Spritzenhaus ſind zwei Engländer
ein=
loſchiert. Dees zahlt ſo a lumpeter Dieb nit, was mir
die zwei Engländer zahle.” (Jugend.)
* Ein Radikalmittel. „Es gibt nur einen
Weg, um der Suffragettenbewegung die Spitze
abzu=
brechen.‟ — „Und der wäre?‟ — „Das wahlberechtigte
Alter von 21 auf 35 Jahre hinaufzuſetzen.”
bei Laboe, hinter „Weſtward” und „Germania‟ Der
„Meteor” ſegelte bis an die Boje. Zur Abendtafel auf
der „Hohenzollern” iſt Staatsminiſter Frhr. v. Schorlemer
geladen, der heute abend hier eingetroffen iſt.
Bäder und Sommerfriſchen.
* Das Stutenhaus am Adlersberg im
Thüringerwald. Das Stutenhaus — 749 Meter —
liegt entzückend am oberen Ende einer Waldwieſe, die vom
prächtigſten Hochwald aus Buchen, Edeltannen, Eichen und
Fichten umgeben iſt. Die Ausſicht von dieſem Berghotel
iſt eine der ſchönſten im ganzen Thüringerwald. Im
Vor=
dergrund die grüne, ſaftige, waldumſäumte Bergmatte, an
derem Rande abends das Wild friedlich graſt, dann der
Hochwald in ſeiner ganzen Erhabenheit, durchzogen von
den herrlichen Tälern der Veſſer, der Nahe, der finſteren
Erle, des Plauderbachs u. a. und darüber die Höhenzüge
des Thüringerwaldes bis zu den blauen Bergen am
Ho=
rizont, über die der Rennſteig ſeine romantiſchen Pfade
zieht. Bis an das Grabfeld hinein ſchweift der Blick, wo
er auf der ſtolzen fränkiſchen Leuchte, der Feſte Koburg,
auf der Heldburg und auf den im Abendgold
ſchimmern=
den Klöſtern Banz und Vierzehnheiligen haften bleibt. Es
iſt ein herrliches, prächtiges Landſchaftsbild, das uns hier
aus den Fenſtern der großangelegten Glasveranda
entge=
gentritt. Sei es im Frühjahr, wenn das goldgelbe
Maiengrün aus den Buchenknoſpen ſpringt, ſei es im
Sommer, wenn der erfriſchende Hauch des Hochgebirges
über den Wäldern und Bergen ruht, ſei es im Herbſt, wenn
der Wald ſein buntes Kleid angezogen hat, oder im
Win=
ter, wenn ſich die ſchneebeladenen Aeſte der Bäume unter
ihrer weißen Laſt beugen und der Rauhreif den Wald zu
einem Feenpalaſt umgeſchaffen hat — hier oben iſt es
im=
mer ſchön. Das Stutenhaus iſt ein herrlicher
Sommer=
aufenthalt für den Touriſten und den Sommerfriſchler,
im Winter aber ſind die mit meterhohem Schnee bedeckten
Wieſenflächen unſchätzbare Gelegenheiten für Skifahrer
und für Rodler. Von dem in herrlicher Lage gelegenen
Berghotel iſt eine Fülle prächtiger Spaziergange und
Ausflüge geboten, die ſich auf die Zeit von 20 Minuten bis
2 Stunden erſtrecken.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Vorausſichtlich wird in einer der nächſten
Stadt=
verordnetenverſammlungen wieder der Vorſchlag zur
Anſtellung mehrerer ſtädtiſcher Dienſtanwärter (man
ſpricht von acht) zur Genehmigung unterbreitet
wer=
den. Wer den umfangreichen und koſtſpieligen
Beam=
tenapparat der Stadt Darmſtadt kennt, der muß ſich
unwillkürlich die Frage vorlegen, wo ſoll dieſes
fort=
währende Vermehren von Beamten bei unſerer
ſtädti=
ſchen Verwaltung noch hinführen? Faſt täglich lieſt
man ſchon ſeit Monaren in den Tageszeitungen von
Reorganiſation der Staatsverwaltung, Verminderung
des Beamtenapparates uſw. uſw. Bei der letzten
Bud=
getberatung hat die heſſiſche Regierung den Landſtänden
die Verſicherung gegeben, freiwerdende Stellen vor
der Reorganiſation nur in den notwendigſten Fällen
wieder zu beſetzen! Wäre es deshalb nicht auch
ange=
bracht, bei unſerer Stadtverwaltung eine derartige
Re=
organiſation in Erwägung zu ziehen, anſtatt alljährlich
eine ganze Reihe Stellen neu zu bewilligen? Ich
glaube, es liegt zu dieſer Frage alle Veranlaſſung vor,
um ſo mehr, wenn man bedenkt, daß die perſönlichen
Ausgaben, die vor zehn Jahren rund eine
Viertelmil=
lion betrugen, heute eine halbe Million überſchritten
haben, daß ſich der Ausſchlagskoeffizient der ſtädtiſchen
Umlagen in dieſer Zeit von 80 Prozent auf rund 128
Prozent, alſo um mehr als die Hälfte erhöht hat, und
die Stadt Darmſtadt, die damals den niedrigſten
Koeffizienten von den größeren heſſiſchen Städten hatte,
nunmehr an zweithöchſter Stelle marſchiert.
Wie mir von unterrichteter Seite mitgeteilt
wor=
den iſt, kommen die heſſiſchen Staatsdienſtanwärter, die
ſowohl mit ihrem Anfangs=, als auch mit ihrem
Höchſt=
gehalt weit hinter ihren ſtädtiſchen Kollegen
zurück=
ſtehen, zur Zeit vor dem 12. Jahre nach beſtandenem
Examen nicht zur Anſtellung. Seitens der
Stadtver=
waltung wäre es daher in Anbetracht der derzeitig
außerordentlich ungünſtigen Finanzlage gewiß nicht
unſozial gehandelt, wenn auch ſie mit der Anſtellung
ihrer Dienſtanwärter, welche in den letzten Jahren
ge=
nau ſieben Jahre nach beſtandenem Examen erfolgte,
ein etwas langſameres Tempo einſchlagen würde.
-6-
Vermiſchtes.
-V. Der Fröſche Quaken vor dem
Reichs=
gericht. In der Nähe eines künſtlich angelegten
Stauteiches wurde eine Reihe von Jahren nachher ein
Sanatorium für Erholungsbedürftige errichtet. In
dieſem Teiche halten ſich nun ſo viel Fröſche auf,
daß=
durch ihr Quaken in den Monaten Mai und Juni des
Nachts ſolcher Lärm war, daß ſowohl die Gäſte als auch
die dauernden Bewohner des Sanatoriums dadurch
auf das äußerſte beläſtigt und in der Nachtruhe geſtört
wurden. Der Inhaber des Sanatoriums machte den
Beſitzer des Teiches für die hierdurch hervorgerufene
Störung, die Beläſtigung und für den Schaden — die
Gäſte flohen vor der Fröſche lieblichem Geſang oder
benutzten ihn als Mittel, um den Preis der Zimmer
zu drücken — verantwortlich. Durch gehörige
Teich=
pflege und Beſeitigung des Schlammes und Schilfes
wäre das Ueberhandnehmen der Fröſche verhindert
wor=
den. Der Teichbeſitzer dagegen erklärte, er hätte das
alles getan, allein die Fröſche kämen des Nachts, ohne
ihn darum zu fragen aus den Nachbarteichen und
Wäldern immer wieder in ſeinen Teich, der ihnen
be=
ſonders behage. Das Oberlandesgericht entſchied, der
Fröſche Gequake ſei eine reine Naturbegebenheit,
hier=
für könne niemand verantwortlich gemacht werden.
Das Reichsgericht war, wie wir einer in der
Rundſchau für den deutſchen Juriſtenſtand Das
Recht (Hannover, Helwing) mitgeteilten Entſcheidung
entnehmen, anderer Anſicht. Er ließ zwar den Fröſchen
in natürlichen Teichen ihr Recht auf nächtliche
Geſangs=
übungen, dagegen erkannte es ein ſolches Recht nicht
für die Fröſche an, die unvorſichtigerweiſe künſtliche=
Teiche als Aufenthaltsort ſich gewählt haben. Mit
dem Halten von Teichen iſt die Anſiedelung von
Fröſchen und der von dieſen ausgehende Geſang als
vorausſehbare Folge verbunden. Wird hierdurch der
Eigentümer des Nachbargrundſtückes in einer das Maß
des Gemeingewöhnlichen und Erträglichen
überſchrei=
tenden Weiſe beläſtigt, ſo kann er die Beſeitigung der=
Störung jedenfalls dann verlangen, wenn der Teich
ils eine künſtliche, von Menſchenhand geſchaffene
An=
lage ſich darſtellt. Das iſt im vorliegenden Fall un=
Die Kieler Woche.
* Kiel, 26. Juni. Die Jacht „Meteor” mit dem
Kaiſer an Bord paſſierte etwa um 2,45 Uhr das Ziel
Nummer 148.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Juni 1910.
Seite 5.
ſtretig der Fal, die Antiage kan auh ohne große
Schwierigkeit durch Ablaſſen des Waſſers jederzeit
be=
ſeitigt oder außer Tätigkeit geſetzt werden.
Literariſches.
— Karl Bulcke, „Die Troſtburgs”. Roman.
Preis 4 Mk., eleg. geb. 5 Mk. Verlag von B. Eliſcher
Nachfl., Leipzig. — Schon durch ſeine früheren Romane
„Silkes Liebe” und „Das Tagebuch der Suſanne
Ovel=
gönne” hat Karl Bulcke das Anrecht erworben, nicht
nur als vorzüglicher Schriftſteller, ſondern auch als
Dichter zu gelten. Auch „Die Troſtburgs” hat ein Poet
geſchrieben, und, um es gleich zu ſagen, es wird uns in
ihnen noch Reiferes, Vollendeteres geboten als in
„Silkes Liebe‟. Reich und feſſelnd rollt er ſich vor uns
ab, der Werdegang der Vertreter eines auf nur noch
wenigen Augen ruhenden altadeligen Geſchlechtes.
Schon heute darf Karl Bulcke den Großen unter den
Romanziers zugezählt werden, finden wir doch bei ihm
neben Geiſt und Phantaſie das, das allezeit allein zum
Meiſtertume führte: „Wahrheit der Empfindung und
Schönheit der Form!”
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Metz, 27. Juni. Die Moſel iſt ſeit Samstag bis
heute von etwa 1,70 Meter bis auf 3,80 Meter geſtiegen.
Nach der Lothringer Zeitung wird aus Frankreich
anhal=
tendes Steigen der Moſel gemeldet. Die Moſelgemeinden
wurden benachrichtigt, daß eine Ueberſchwemmung der
niedrig gelegenen Ufer zu erwarten ſei.
* Eſſen (Ruhr), 27. Juni. Auf der Zeche „
Alt=
ſtaden” der Bergwerksgeſellſchaft Hibernia wurden
heute vormittag der Direktor, Aſſeſſor Sternberg, und
der Fahrſteiger Mehrhoff von einem beladenen
Koh=
lenwagen überrannt. Mehrhoff wurde getötet,
Sternberg verwundet.
* Kiel, 27. Juni. Der Kaiſer empfing heute
vor=
mittag den Beſuch des Großherzogs von Oldenburg und
deſſen Kindern. Der Großherzog war auf ſeiner Jacht
„Lenſahn” eingetroffen. Hierauf nahm der Kaiſer die
Vor=
ſtellung einiger franzöſiſcher Herren durch den franzöſiſchen
Botſchafter Cambon entgegen, nämlich des Beſitzers der
franzöſiſchen Dampfjacht „Ariane” Gaſton Meunier und
deſſen Gäſte, des ehemaligen Geſandten Senators Albert
Decorais, der Deputierten Lucien Hubert, Paul Bonceur
und Guſtave Berardi. Später empfing der Kaiſer den
Staatsſekretär a. D. Dernburg zur Abmeldung. Zur
Frühſtückstafel bei dem Kaiſer waren geladen die
Vize=
admirale Schröder, Cörper, Pohl und Heeringen.
Ober=
hofmarſchall Graf zu Eulenburg und der Chef des
Zivil=
kabinetts v. Valentini reiſen heute nach Potsdam zurück;
der ſtellvertretende Hofmarſchall Graf Pückler übernimmt
den Dienſt.
* Tilſit, 27. Juni. Dem Staatsminiſter v. Moltke
wurde, der Tilſiter Allgemeinen Zeitung zufolge, nach
dem einſtimmigen Beſchluß der ſtädtiſchen
Körper=
ſchaften das Ehrenbürgerrecht der Stadt Tilſit
verliehen.
* Brüſſel, 27. Juni. Im Deutſchen Hauſe fand
eine patriotiſche Feier aus Anlaß der Anweſenheit
des Bonner Männergeſangvereins ſtatt. Nachdem der
Ver=
ein einige vaterländiſche Lieder unter jubelnder
Zuſtim=
mung einer zahlreichen Zuhörerſchaft vorgetragen hatte,
brachte Reichskommiſſar Albert ein Hoch auf den Kaiſer
aus, das von den Sängern muſikaliſch wiederholt wurde.
Der Präſident des Vereins, Juſtizrat Mayer, beſchloß die
Feier mit einem Hoch auf den Reichskommiſſar und ſeine
Mitarbeiter.
* Konſtantinopel, 27. Juni. Die Botſchafter der
Kretaſchutzmächte überreichten geſtern der Pforte
die Antwortnote auf die Note vom 13. Mai. Nach
dem von der Pforte publizierten Text teilt die Note
den bekannten Schritt der Konſuln bei dem kretiſchen
Exekutivkomitee, ſowie den Beſchluß der Mächte mit,
die vor Kreta ſtationierten Schiffe zu vermehren.
Hier=
durch bezeugten die Schutzmächte nochmals die Abſicht,
die Souveränitätsrechte des Sultans zu wahren. Die
Schutzmächte fordern daher die ottomaniſche
Regier=
ung auf, wirkſame Maßnahmen zu treffen, damit der
Erregung im Lande ein Ende geſetzt werde, weil die
Erregung, zu der die Haltung Griechenlands keinen
Anlaß gäbe, bedauerliche Zwiſchenfälle hervorrufen
könnte. Wenn die ottomaniſche Regierung glaube, daß
die Zeit zur Beſtimmung des definitiven Regimes auf
Kreta gekommen ſei, ſo erklären die Schutzmächte, daß
die Erörterungen hierüber nur unter Beteiligung
ſämtlicher Signatarmächte des Berliner Vertrages
be=
ginnen könnten. — Die türkiſche Preſſe bezeichnet die
Note als einen großen Erfolg des Kabinetts Hakki
Bey, weil zum erſten Male die Mächte den Ausdruck
Souveränitätsrechte gebrauchen und außerdem die
de=
finitive Löſung der Kretafrage im Einvernehmen mit
Oeſterreich=Ungarn und Deutſchland in Ausſicht geſtellt
hätten.
* Mexiko, 27. Juni. Diaz wurde zum
Präſi=
denten und Corral zum Vizepräſidenten mit
gro=
ßer Mehrheit wiedergewählt.
— Berlin, 27. Juni. Der Brennmeiſter
Drans=
feldt, der mit Erſparniſſen aus Südweſtafrika
zurück=
gekehrt war, wurde, während er in einer Wirtſchaft
der Seeſtraße ſchlief, vom Wirte um 23000 Mark be=
ſtohlen. Der Wirt wurde morgens feſtgenommen.
Von dem Gelde hat er bereits 6000 Mark in einer
Nacht verausgabt. Ein der Mitäterſchaſt verdichtiger
und verhafteter Drogiſt wurde wieder auf freien Fuß
geſetzt, da ſich der Verdacht nicht beſtätigte.
H. B. Reichenhall, 27. Juni. Bei einem heftigen
Sturme wurde geſtern mittag der 50 Jahre alte Joſeph
Dagn aus Salzburg in der Nähe von Hadermarkt von
einem Automobil überfahren und ſofort
ge=
tötet. Das Automobil fuhr dabei eine
Telegraphen=
ſtange um, wobei ſämtliche Inſaſſen herausgeſchleudert
wurden. Sie kamen unverletzt davon.
H. B. Wien, 27. Juni. Hofrichter wurde heute
früh mittels Automobils nach der einzigen in
Oeſter=
reich befindlichen militäriſchen Strafanſtalt
Möllersdorf gebracht und dort als Häftling erſter
Klaſſe unter die Strafgefangenen eingereiht. Morgen
wird Hofrichter bereits mit der Arbeit, die ihm
zuge=
wieſen wird, beginnen. Er darf anſtelle der
Ge=
fangenenkleidung Zivilkleider tragen. Nur die
Ge=
fängniskappe mit Nummer muß er tragen. Hofrichter
wird als Schreiber und Zeichner ſowie auch als
In=
ſpekteur für die anderen im Strafgefängnis
befind=
lichen Gefangenen beſchäftigt werden. Einmal im
Monat darf er Beſuche empfangen und Briefe
ſchrei=
ben. Die im Urteil vorgeſchriebene Verſchärfung der
Strafe tritt bei Hofrichter nicht ein. Dieſelbe ſoll
lediglich eine Formſache ſein. Bei guter Aufführung
kann Hofrichter, wenn er mindeſtens zwei Drittel
ſeiner Strafe abgebüßt hat, begnadigt werden
* Brüſſel, 27. Juni. Der bereits geſtern gemeldete
Brand auf der Ausſtellung war auch für die
deutſche Abteilung gefahrdrohend. Das Reſtaurant
Metropol war überfüllt, als in ſeinem hinteren Teil die
Flammen herausſchlugen. Das Feuer griff ſchnell auf den
benachbarten Pavillon von Monaco über und Funken
reg=
neten auf das Dach der deutſchen Raumkunſtausſtellung.
Das deutſche Aufſeherperſonal, das für dieſen Dienſt
ge=
ſchult iſt, hatte inerhalb fünf Minuten Schlauchleitungen
gelegt. Sie ſchützten vor allem das Gebäude von Monaco,
da das Reſtaurant nicht mehr zu retten war. Der zufällig
anweſende Graf Weſtarp vom deutſchen Reichskommiſſariat
war einer der erſten, der mit dem Schlauch vorging.
Lei=
der war der Waſſerdruck zu gering, um auch nur die halbe
Höhe des Turmes von Monaco zu erreichen. Es dauerte
ganze zwanzig Minuten, bis die Feuerwehr von
Ixelles=
ankam und mit den Schlauchleitungen der deutſchen
Abtei=
lung das Löſchwerk fortſetzte. So glücklich diesmal der
Brand abgelaufen iſt — nur das Reſtaurant wurde
zer=
ſtört und das Gebäude von Monaco auf der einen Seite
leicht beſchädigt — ſo verhängnisvoll iſt die Zweiteilung
der Verwaltung der Feuerwehr. Die Ausſtellung
liegt auf dem Gebiet der Vorſtadt Ixelles und deshalb
kann ohne deren Erlaubnis die Feuerwehr von Brüſſel
nicht einſchreiten. Bei einer anderen Gelegenheit war die
Feuerwehr von Brüſſel innerhalb neun Minuten auf dem
Platz. Es iſt durchaus angezeigt, daß mit dieſem Syſtem
eine Aenderung getroffen werde. Heute rühmen die
Brüſ=
ſeler Blätter das raſche Eingreifen der deutſchen
Mann=
ſchaft, ohne welches das Feuer eine unberechenbare
Aus=
dehnung hätte annehmen müſſen. Der Generalkommiſſar
von Mongco ſprach dem deutſchen Reichskommiſſar
Al=
berts ſeinen Dank aus. (Frankf. Ztg.)
H.B. London, 27. Juni. Zu einem heute in der
Times veröffentlichten Aufruf, der von 158
Admi=
ralen und Generalen unterzeichnet iſt, ſchreibt der
Standard: „Es iſt, wenn wir die letzte Statiſtik
unſe=
rer See= und Landſtreitkräfte in Augenſchein
nehmen, durchaus notwendig, daß wir bedeutende
Aus=
gaben zur Verſtärkung unſerer Verteidigung machen.
Das Volk hat dies begriffen und will durch den
Auf=
ruf die Regierung auf dieſen wunden Punkt
aufmerk=
ſam machen. Wir hoffen, daß ein Wechſel in der
Poli=
tik der Admiralität nun endlich zum Durchbruch
kommt. Wir befinden uns in einer ſehr ſchwierigen
Situation, in einer ſo ſchwierigen, daß die Forderung
von 100 000 Pfd. Strl. vollſtändig berechtigt erſcheint.‟
Der Daily Expreß ſchreibt: „Die heutigen Vorſchläge
der Spezial=Marine=Liga ſind vollſtändig berechtigt im
Intereſſe der nationalen Verteidigung. Die
Vertei=
digung zur See und zu Lande gehören beide zuſammen.
Wir befinden uns in der großen Gefahr, unſere
Vor=
herrſchaft auf dem Gebiete zur See zu verlieren, und
es iſt notwendig, daß wir bedeutende Aufwendungen
dafür machen. Ebenſo notwendig iſt es aber auch,
unſere vollſtändig ungenügenden Territorial=
Streit=
kräfte bedeutend zu verſtärken.
lupefen
in grösster Auswahl
Schützenstrasse.
Wohl in jedem Haushalt kommt geſchmortes
Obſt auf den Tiſch, gegenwärtig Kirſchen, und
als wohlſchmeckende Speiſe dazu gebe man ſtatt
Creme oder Eierſchnee einen Flammeri gekocht mit
. ondann und Vollmilch.
Dieſes Gericht iſt beliebt und billig, da Kirſchen
nicht teuer, und Mondamin ſehr ausgiebig iſt.
Leſen Sie die Rezepte auf den Mondamin=Paketen.
K12194,58
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hier=
durch die traurige Mitteilung, daß mein
innigſt=
geliebter Gatte und unſer lieber Vater, Bruder,
Schwiegerſohn, Schwager und Onkel (12925
Herr Karl Lenz
nach langem, ſchweren Leiden im 36.
Lebens=
jahre ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Anna Lenz, geb. Wegerich, u. Kind.
Darmſtadt, den 27. Juni 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. Juni,
nachmittags um 5 Uhr, vom ſtädtiſchen
Kranken=
hauſe aus, ſtatt.
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
die überaus zahlreichen Blumenſpenden, welche
uns bei dem Ableben unſeres innigſtgeliebten,
un=
vergeßlichen Sohnes und Bruders
(12937
Heinrich Schmidt
cand. ing.
zugingen, weiter dem Herrn Pfarrer Velte für
die troſtreiche Grabrede, dem Herrn Rektor, den
Herren Profeſſoren und der Studentenſchaft der
Techniſchen Hochſchule Darmſtadts, ſowie allen,
welche ihm die letzte Ehre erwieſen und uns in
dieſen ſchweren Tagen beigeſtanden haben, ſagen
tiefgefühlten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen,
in deren Namen:
Ständehausverwalter Schmidt.
Darmſtadt, den 27. Juni 1910.
Mere etete
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Randwirbel
der nördlichen ſehr umfangreichen Zyklone haben geſtern
wiederholt Regenſchauer gebracht; dabei wurde es bei
lebhaftem Weſtwind weſentlich kühler. Auch heute früh
iſt die allgemeine Wetterlage nicht verändert, es iſt fühl
und Regen iſt bald zu erwarten, zumal im Nordweſten
der Luftdruck wieder ſinkt und damit die Entwicklung
neuer Randwirbel andeutet.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 28. Juni:
Kühl, Regenfälle, böiger Weſt.
Tageskalender.
Verſammlung von Freireligiöſen um ½9 Uhr
in der „Stadt Pfungſtadt”.
Bibelſtunde von Reiſeſekretär Bertelmann um 8½ Uhr
Mühlſtraße 24 (Blau Kreuz=Vereine).
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im „Schützenhof”.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
Aquarien= und Terrarien=Ausſtellung im
„Mathildenhöhſaal” (geöffnet von 9—8 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 29. Juni.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr
Rheinſtraße 29.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Acker=Verpachtung um 5 Uhr der fiskaliſchen
Feld=
parzelle Flur VIII Nr. 297 und 302 (Zuſammenkunft
auf der Heidelbergerſtraße).
Gras= und Holzverſteigerung um ½9 Uhr in
der Brücherſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nich?
zurückgeſandt.
HessensrauFlaschenbiere
[ ← ][ ][ → ]Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Junt 1910.
Nummer 148.
Aufange Zult
beginnt mein großer
Näumungsausverkauf.
Bitte meine nächſte Annonce zu
(*15691
beachten.
Mainzer Schuhlager,
4 Schillerplatz 4.
prachtv., hell pol., Eichen=Flurgarderoben,
Sofa m. 2 Seſſel, Trumeauſpiegel, prachtv.
Schreibtiſche, Bücherſchr., Diplomat, Teppiche,
Spiegelſchr., feine Vertikos, Bilder,
Kleider=
ſchrank, Ausziehtiſche, Bettſtellen, Matratzen,
alles neu und prima Arbeit. Ferner als
Gelegenheitskauf mod. Küchen, ff. Diwans
und Ottomanen ſehr billig zu verkaufen
Friedrichſtraße 36, part.
*15688)
Ovales altes Gelbild od. Kopie
zu kaufen geſucht. Rahmengröße
außen ca. 50 cm breit, 63 cm hoch.
Offerten mit Preis unter W99 an
(B12934
die Expedition d. Bl.
(
C
in Fahrrad zu verkaufen Wieners=
(*15721im
ſtraße 68, parterre.
Achtung Möbeltrausportenre!
Ein 4räd. Handwagen, faſt neu, zu verk.
(*15739
Pädagogſtraße 6.
2 ſchöne große Wirtstafeln u. verſchied.
(*15706im
zu verk. Stiftſtraße 59.
Wäſche zum Bügeln wird angenommen
Roßdörferſtr. 14¼ b. Heuſel. (*15521soi
10
1
eu- u. Anstricken v. Strümpfen u. Beinlängen
auf der Maſchine, billig und prompt.
12367a) Obst, Luiſenſtraße 8.
Fräulein
nimmt noch einige Damen zum Friſieren an.
(*15716
Off. u. 2 57 an die Expd.
Vereinslokal
von Akademiſchem Verein geſucht.
Gefl. Offerten unter 2 55 an die Exped.
bis Mittwoch abend erbeten. (*15698
ſucht Violinſpieler für
Klavierſpieler Sonntags Tänze zu
ſpielen. Violine vorhanden. Off. unter
2 50 an die Expedition ds. Bl. (*15682
Conversation, Grammatik, Literatur,
Korrespondenz, Nachhilfestunden in
Englisch
Französisch
und allen Weltsprachen
Wilhelminenstr. 19, II., in der
Berlitz School
(Tel. 613). (11409a
Von 8 Uhr vorm. bis 10 Uhr abends.
Nur bewährte National-Lehrkräfte,
Stunde (allein) 2 Mk., in Klassen v.
80 Pfg. an. Zahlbar in
Monats-
raten. Probestunde gratis u. ohne
Verbindlichkeit. Prospekt frei.
wünſcht engliſchen
Eine Engländerin Unterricht z. erteilen
3553a)
Wilhelminenplatz 10, 1. Stock.
it Primareife abgegangener Oberreal=
Mſchüler erteilt Nachhilfeſtunden bill.
Off. unter 2 49 an die Exp. ds. Bl. (*15684
Aelteres Fräulein ſucht kräftigen
Mit=
tagstiſch gegen Gegenleiſtung. Gefl. Off.
u. 2 56 an die Expd. erbeten. (*15722im
Gegr. 1860
50 Jahre bestehend.
Gg. Kart
Hofuhrmacher u. Hoflieferant
DARMSTADT
Ludwigstr. 20.
Tel. 506.
Moderne
Hausuhren
in grösster Auswahl
fertiger Stücke.
Eine Uhr ist ein Vertrauens-
Artikel und bietet der
fach-
männische Uhrmacher die
beste Gewähr für tadellose
korrekte Ausführung aller Teile
der Werke sowohl wie der
Gehäuse.
Mk. 156.−
Mk. 135.-
Diese Uhren können genau passend extra angefertigt werden.
Vorherige Skizze mit Preisangabe kostenlos. (12953a
Die Anfertigung der Uhrgehäuse und Werke geschieht in grossen
Spezial-Uhren- und Uhrgehäusen-Fabriken und wird für technisch
vollkommene und besonders preiswerte Ausführung garantiert.
1860 50-jähr. Bestehen der Firma 1910.
(vormals Eduard G. Gerst)
Rheinstrasse 24 Fernsprecher Nr. 64: Ecke Saalbaustrasse.
:: Reserven 4 Millionen Mark.
Aktienkapital 30 Millionen Mark.
An und Verkauf von
Wertpapieren,
Zins- u. Dividenden-
Scheinen
Wechsel
auf In- und Ausland.
Umwechselung
ausländisch. Geldsorten.
Vermietung
verschließ-
barer
Schrankfächer
verschiedener Größen
in unserer
Stahlkammer.
Verwahrung und
Ver-
waltung von
Wertpapieren
jeder Art.
Amtliche Annahmestelle
Scheckverkehr
und laufende
Rech-
nungen.
Annahme von
Bareinlagen
zur Verzinsung.
Kreditbriefe
auf alle größeren Plätze.
für Einzahlungen auf Scheckkonten beim k. k. Postsparkassenamt in Wien.
Donnerstag
Schulstrasse 3.
2.
0
u verkaufen: ein feiner Voilerock,
(*15687im
Jackenkleid, Faltenrock
Stiftſtraße 59, 2. Stock.
(12950
Ein gut erhaltener 2=ſitziger Sportwagen
zu verkaufen
(*15675
Liebfrauenſtraße 99, 1. Stock.
Dr. Leydhecker
ist auf 3—4 Wochen verreist
und wird vertreten durch die Herren Sanit.=
Rat Dr. Birnbaum, Georgenſtr. 8, Dr.
Draudt, Viktoriaſtr. 42, Dr. Kautzsch,
Bleichſtr. 32 (Bahn u. Armenpflege). (12898
Weißbinder=und Lackierarbeiten
werd. ſofort dauerhaft u. billigſt ausgeführt.
Off. unt. T 70 an die Exp. erbeten. (B12927
werden prompt und
Dachdeckerarbeiten billigſt ausgeführt
L. Christen, Dachdecker,
Kaupſtraße 45. (*15693im
Steppdecken, Dannendecken
werden angefertigt, daſelbſt auch Wolle
geſchlumpt. Minna Kleiss-Amendt,
Schuchardſtraße 11, II.
(*15720id
Täſche wird zur ſorgf. Ausführung jeder=
2 zeit abgeholt Wäscherei und Büglerei
(*15651ido
Korbus, Luiſenſtraße 34.
ackenkleider, Reform= und
Straßen=
kleider , Koſtümröcke, Bluſen uſw.
werden angefertigt
(*15713
Schützenſtraße 1, III. r.
zu vermiet. oder z. verkaufen.
Hetzgerel Offerten unter J. G. 1000
hauptpoſtlagernd Darmſtadt.
(*15710
Tüchtige, kautionsfähige
Wirtsleute
(11520t
geſ. für beſſ. Wirtſchaften.
Offerten unter § 45 an die Expedition.
Restauration.
Für eine in frequenteſter Lage
Darmſtadts liegende beſſ. Reſtauration
werden per alsbald eventl. ſpäter
tücht., kautionsf. Wirtsleute geſucht.
Off. u. 2 4 a. d. Exped. (*15671
Mittlere Beamtenfrau
(mit Kindern) ſucht Anſchluß an möglichſt
ebenſolche gebildete Dame, betreffs wirklich
freundſchaftlichen Verkehrs. Gefl. Offerten
beliebe man unter 2 59 in der Expedition
ds. Bl. niederzulegen.
(12920id
Dame
Mitte 30er, evang., geſund, mit lebhaftem
Temperament, aus guter Familie, ſehr
häus=
lich, mit 20000 Mk. Vermögen und einer
Ausſtattung, würde mit gebildetem Herrn
(nicht über 45 Jahre, Witwer nicht
ausge=
ſchloſſen), der auf ein nettes Heim
reflek=
tiert, zwecks ſpäterer Heirat in Briefwechſel
treten (höherer Beamter bevorzugt). Briefe
erb. unt. M. E. B. 71 Darmſtadt
haupt=
poſtl. Anonym zweckl. (Ehrenſ.) (*15394si
Mlehreren einfachen Mädchen
auch Witwen, iſt eben wieder ſehr gute
Ge=
egenheit zum Heiraten geboten. (*15662im
Frau Jäger I., Zwingenberg a. d. Bergſtr.
ſind. bill. ſtreng diskr. Aufn.
menl u. gute Verpflegung bei (11832a
Fr. Stoll, Eberſtadt b. D., Friedrichſtr. 2.
wird ein kleines Kind in gute Pflege
genommen. Näh. bei Frau Fornoff, Nied.=
Ramſtadt, Kirchſtraße 32.
(*15415fsoi
Für die vom Unwetter Betroffenen ſind
ferner bei uns eingegangen: Von
F. Tenner 5 Mk., Helene Dreſſel Wwe. 3 Mk.
Dr. G. 10 Mk., A. E. 2 Mk., nunmehr
zu=
ſammen 412 Mk. 15 Pf. Zur
Entgegen=
nahme weiterer Gaben ſind wir gern bereit.
Die Expedition des Tagblatt.
Woog, am 27. Juni 1910.
Waſſerhöhe am Pegel 3,90 m.
Luftwärme 10% C
Waſſerwärme vormittags 7 Uhr 16% C
Woogspolizeiwache.
Kurſe vom 27. Jnni 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 93,00
84,60
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,30
3½ do.? Conſols . . . . 93,00
84,50
3 do. do.
4 Bad.’ Staatsanleihe . . 101,50
93,60
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,30
do.
91,90
8½
do.
83,20
4 Hamburger Staatsanl. 101,25
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,00
do.
3½
do.
81,00
3 Sächſiſche Rente . . . 83,40
4 Württembergerv. 1907 102,10
92,20
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,30
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,90
3¾ Italiener Rente . . .
A½ Oeſterr. Silberrente . 97,90
4 do. Goldrente . . 99,30
4. do. einheitl. Rente 94,10
3 Portug. unif. Serie I 66,40
3 do. unif. Ser. III 67,70
3 do.
Spezial . 12,10
5 Rumänier v. 1903 . . 101,70
do. v. 1890 . . 95,70
do. v. 1905 . . 91,20
Ruſſen v. 1880 ₰ . . . 91,50
InProz.
Sf.
4 Ruſſen v. 1902 . ℳ₰ 92,20
4½ do. v. 1905 J gt. 100,20
3½ Schweden . . . .. .a 93,25
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 88,10
do. unifiz. v. 1903 94,20
4 Ungar. Goldrente . . 95,10
do. Staatsrente . 92,20
5 Argentinier . . . . . . 102,00
91,20
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 92,90
5 Chineſ. Staatsanleihe 105,70
99,00
41
do.
½ Japaner . . . . . . . 97,60
Innere Mexikaner . . 99,70
do.
Gold=Mexikan. v. 1904 96,25
5 Gold=Mexikaner . . . 100,20
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . .
. . . 143,10
4 Nordd. Lloyd . . . . 110,20
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 118,00
4 Baltimore & Ohio . . 110,25
Gotthardbahn . . . .
InProz.
f.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 160,60
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,50
4 Pennſylvania R. R. 132,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 213,20
Werger=Brauerei . . . . 82,50
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 478,00
Fabrik Griesheim . . . . 259,40
Farbwerk Höchſt
.484,40
Verein chem. Fabriken
Mannheim.
. 325,50
Lahmeyer ..
113,25
Schuckert .
161,00
Siemens & Halske . . . 241,75
Adlerfahrradwerke Kleyer 417,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 230,75
Gelſenkirchen .
. . . . 208,60
Harpener .
. . 193,00
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb .
. . .225,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 89,60
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,70
do.
3½
91,70
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
do. ſteuerfrei . 99,00
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,50
do.
do. alte .
5 Oeſterr. Südbahn . .
do.
do.
3 Raab=Oedenburger . .
Ruſſ. Südweſt.
Kronpr. Rudolfbahn
97,60
98,90
81,90
56,50
75,20
In Proz.
2¾/10 Livorneſer . . . . . . 76,00
Miſſouri=Pacific . . . 79,40
Bagdadbahn Mk. 408 87,40
Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec
. . . 101,90
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 172,20
Darmſtädter Bank 130,30
Deutſche Bank 250,70
Deutſche Vereinsbank 127,60
Diskonto=Geſellſchaft. 186,50
Dresdner Bank
Mitteldeut. Kreditbk. 119,60
Nationalbk. f. Deutſchl. 124,20
101,30
Pfälzer Bank
144,80
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank 139,40
Wiener Bank=Verein 136,60
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
do. S. 19. . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
do. (unk. 1914)
Südd. Bd.=Kr.=Br.=Pf.
3½
do,
100,20
92,40
99,60
100,50
91,00
101,60
92,20
101,00
91,20
100,00
91,00
100,30
92,80
InProz
Zf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
.
91,60
3½ do.
.101,40
Frankfurt .
3½ do.
4 Gießen
. 100,20
3½ do.
4 Heidelberg
. . 100,00
3½ do.
91,00
4 Karlsruhe
. 99,70
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
. 100,00
3½ do.
4 Mannheim
. 102,00
3½ do.
München .
. . 100,20
3½ Nauheim
92,00
Nürnberg.
.100,30
3½ do.
4 Offenbach .
3½ do.
4 Wiesbaden
103,00
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 83,25
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 168,00
3½ Cöln=Mindner „ 100 136,80
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. „ 100 105,00
In Proz.
Zf.
3 Madrider Fs. 100 78,40
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. .
.. 135,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe 173,25
3 Oldenburger
2½ Raab=Grazer fl. 150 101,60
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
fl.
Fs. 15
fl.
Augsburger
Braunſchweiger Tlr. 20
Freiburger
Mailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 „ 100
do. v. 1858 „ 100
Ungar. Staats
„100
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
„ 400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns
20 Franks=Stücke
Oeſterr. 20=Kronen .
Amerikaniſche Noten . . .
Engliſche Noten . . . . .
Franzöſiſche Noten . . . .
Holländiſche Noten
Italieniſche Noten
Oeſterr.=Ungariſche Noten
Ruſſiſche Noten ..
Schweizer Noten .
210,40
59,60
39,00
567,00
464,00
388,00
41,00
182,20
20,38
16,23
16,90
4,19
20,44
81,10
169,35
80,70
85,10
81,10
Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombard 3sf. 5%
Filiale od. ſonſt. Vertrauenspoſten
wünſcht Fräulein, im Geſchäft tüchtig und
erfahren und mit gut. Zeugn., zu übernehmen.
Kaution kann geſtellt werden. Offert. unt.
2 9 an die Expedition ds. Bl. (*15544simf
*15646) Beſſ. Fräulein w. Beſchäftig. f.
nach. ev. z. Erled. ſchriftl. Arbeit. u. Telefonbed.
Gefl. Offert. u. 2 40 an die Exped. ds. Bl.
15735) Frau ſucht Waſchen und Putzen
Feldbergſtraße 84, 3. Stock.
(12943
*15690) 19 jäh., properes Mädchen ſucht
St. zu 15. Juli, am liebſt. in Haus mit klein.
Kindern. Stellenb. Schulz, Schulſtraße 3.
wünſcht paſſ. Beſchäftigung
Beſſ. Frünl. für nachm., ſelb. verſt.
Haus=
halt, iſt kinderlieb u. muſikaliſch, würde auch
event. im Geſchäft mithelfen. Gefl. Offert.
unter 2 39 an die Exp. ds. Bl. (*15648
12901) Alleinmädch., m. gut. Zeugniſſ.,
in Hausarb. tücht., im Kochen Anleit. bedarf,
ſucht Stelle z. 1. Juli in Darmſtadt, ſowie
mehr. jüng. Mädchen, gedient u. nicht gedient,
ſuchen Stelle als Hausmädchen a. d. Bergſtr.
Näh. Fr. Hartmann, Stellenb. Karlſtr. 40.
*15640) Perf. Büglerin ſucht Arbeit in
od, außer dem Hauſe, täglich od. wöchentl.
Klein, Magdalenenſtraße 3.
*15658imd) Frau ſucht täglich 2—3 Std.
Beſchäftigung. Zu erfragen in d. Exped.
*15714) Junge Frau ſucht Laufſtelle für
vormittags Roßdörferſtraße 26.
*15717im) Kinderloſe Frau ſucht Laufd.
von 10 Uhr ab Mühlſtr. 20. Schäfer.
*15725) Saub. Frau, in allen Hausarb.
bewand., hat noch einige Tage frei. Zwiſchen
3 und 4 Uhr zu ſprech. Hochſtraße 4, II. I.
ſucht Stell
Beſſeres jung. Mädchen in beſſ. Hauſe,
(*15709
evtl. bei Kindern.
Näheres Kaupſtraße 48, I. rechts.
*15708) Beſſ. Mädchen, welch. alle Hausarb.
verſteht u. Liebe zu Kind. hat, ſucht tagsüber
paſſ. Beſchäftig. Zu erfr. Arheilgerſtr. 82, I. r.
ſucht Stelle
in ordentliches Mädchen bis 1. Jult.
eht auch nach auswärts. Zu erfragen
ieburgerſtraße 11, Hth. Manſ. (*15715
15732) Aerztlich empfohlene Amme v.
nde ſucht ſofort Stelle durch
Ammen=
rmittlung Frau Dingeldein,
Schützen=
aße 10½, Telephon 531.
für 1. Juki, 2 tücht. Allin=
Stellen ſuchen mädchen, welche kochen u.
gute Zeugniſſe beſitzen in Privathäuſern,
verfekte Herrſchaftsköchin nach Düſſeldorf
Alleinmädch. nach Frankfurt d. Bureau Fr.
Dingeldein, Schützenſtr. 10½, Tel. 531. (*15734
*15663) Zwei tüchtige Mädchen ſuchen
Stellen in beſſ. Hotel, eine als Beiköchin b.
Chef, eine für Küche u. Hausarbeit, durch
F. Jäger I., Zwingenberg (Heſſen)
215740) Eine ſaub. Frau nimmt noch
einige Kunden an im Waſchen u. Putzen.
Gervinusſtraße 41.
Einfaches Fräulein
ſucht Stelle zu Kindern für vor= o. nachm.
Offerten unt. 2 54 an die Exped. (*15703
*15667id) Junge Frau ſucht Laufdienſt
vorm. 2 Stunden Kiesſtraße 18, 1. St. I.
*15666) Junge, ſaub. Frau ſucht vor= und
nachm. Laufd. 2—3 Std. Aliceſtr. 43, Stb. II.
*15669im) Unabh. Frau ſ. Beſchäft. im Waſch.
u. Putz. od. Aush. Schäfer, Ballonplatz 7, H. I.
*15551sid) Aelt., erfah., gut empfohlener
Kaufmann gewiſſenhaft, zuverläſſ., ſtreng
verſchwiegen, übern. d. Beitragen rückſtänd.
Bücher u. Bureauarbeiten. Honorar mäßig.
Näh. u. Chiffre 2 12 an die Expedition.
*15635oim) Junger Mann, 22 J., intell.,
ſ. Stelle als Kaſſier od. ſonſt. Beſchäftig. b.
beſch. Anſpr. (Kaution kann evtl. geſtellt
werden.) Zu erfr. bei Brutſcher,
Markt=
platz 7, Hths. 1. Stock.
*15697imd) Junger, intelligenter Mann,
26 Jahre, ledig, auch Radfahrer, ſucht
Stellung als Krankenpfleger od. beſſerer
Hausburſche. Kaution in jeder Höhe kann
geſtellt werden. Näheres bitte Kempe,
Kiesſtraße 55, Seitenbau 1. Etage.
Terache
Zum baldigen Eintritt
ſuchen wir (12845si
tücht. Verkäuferinnen
D. Faix & Söhne.
Mehrere tüchtige
Verkäuferinnen,
1 Lehrmädchen
für Kurz=, Weiß= und Wollwaren,
per 1. Auguſt geſucht.
Offerten mit Gehaltsanſpr. u. Zeugn.
erbitten
(12952
Geschwister Knopf
Darmstadt.
perfekt in Steno=
Kontoriſtin, graphie und
Ma=
ſchinenſchreiben (Adler), per alsbald geſucht.
Offerten mit Gehaltsanſprüchen, Zeugniſſen,
eventl. Photographie unter 2 61 an die
Expedition dieſes Blattes.
(*15729
Eine Zaurbenterm
für Putz geſucht.
(12651a
Helene Martin,
Ernſt=Ludwigſtraße 7.
Einlegerin
*1572
ſucht ſofort C. W. Leske, Bismarckſtr. 5.
Lehrmädchen
intelligent und aus ordentlicher Familie
gegen ſofortige Vergütung geſucht (12951
Ludwig Schwab
pezialgeschäft Ernst-Ludwigsstrasse 23.
Junges, fleißiges, ſehr ſauberes Mädchen,
welches etwas kochen kann, als
Allein=
mädchen in kleinen Haushalt per 1. Juli
geſucht
(*15605oi
Ireneſtr. 1, II., Ecke Frankfurterſtr.
Tücht. Arbeiterinnen
ſowie einige Beihilfen ſof. dauernd geſucht
11641a) Beyer-Haack, Kapellplatz 14, I.
*15618) Anſtändiges Mädchen wird bis
1. Juli geſucht
Mühlſtraße 16, parterre.
mit guten Zeugniſſen zur
Dienſtmädchen Aushilfe, eventuell ſpäter
feſt, geſucht. Jede Hausarbeit, auch Waſchen,
Bedingung
(*15643
Lucasweg 1.
Vakanter Reiseposten
iſt bei beſtrenommierter deutſcher Verſicherungs=Aktien=Geſellſchaft
baldmöglich zu besetzen.
Der Poſten iſt gut bezahlt und bietet tüchtigem, energiſchem Herrn (auch
Nichtfachmann) dauernde Stellung. Mit Zeugniſſen und Referenzen
belegte Angebote unter Chiffre F. 4976 D. befördern
(12910D
Daube & Co., Karlsruhe i. B.
12900) Perf. u. bürg. Köchinnen, Haus
mädch. u. Alleinmädch., erh. gute u. paſſ.
Stellen hier u. ausw. zum 1. Juli, Auguſt
und 1. September durch Frau Hartmann,
Stellenbureau, Karlſtraße 40.
—. Ein ſolides, ſauberes
20
Zimmermäschen
ſofort geſucht
(12917
Britannia-Hotel.
*5733) Köchinnen, feine und gute
bürger=
liche Hausmädchen, welche nähen, bügeln,
ſervieren können, mehrere tüchtige
Allein=
mädchen, welche kochen und nicht koch. kön.,
große Anzahl jüngere Mädch., welche ged. u.
nicht ged. haben, für hier und auswärts
ge=
ſucht, in Herrſchafts=, Privat= und
Ge=
ſchäftshäuſer, für 1. Juli und 1. Auguſt
durch Frau Dingeldein, Stellenvermittl.,
Schützenſtraße 10½ Telephon 531.
Geſucht:
1 Stütze nach Limburg a. d. Lahn, 1 Köch.
nach Mannheim, 1 einf. Mädchen nach
Mainz, mehr. brave Mädch. in ſehr gute
Stellen für hier, zum 1. Juli.
(*15738
Stellenbur. Debus, Karlſtr. 79, Tel. 1737.
Tüchtige Lauffrau od. Laufmädchen
für morgens 3 Stunden und zum Spülen
geſucht Inſelſtraße 34.
(*15701
Ein beſſeres Hausmädchen
oder Stütze, das nähen und bügeln kann,
tagsüber für einige Zeit geſucht.
B12928)
Herdweg 86.
*15665) Tüchtiges Servierfräulein
ſo=
fort geſucht.
Bestauration zur frischen Quelle.
*15692) Stellenſuchende Mädchen
er=
halten paſſende Stellen p. 1. Juli u. 15. Aug.
Jüngeres Hausmädchen geſucht. Näheres
Frau Frank, Schulſtraße 9.
Für Fabrikkontor wird für
leichte, ſchriftl. Arbeiten ein
jg. Kaufmann
mit ſchöner Handſchrift für ſofort
geſucht. Offerten unter Beifügung
v. Zeugnisabſchriften, Photographie
und Gehaltsangabe unter 2 41 an
die Expedition dieſes Blattes erbeten.
(12895im
Kurz-, Weiss- u.
Wollwaren-
branche kundiger, erfahrener
Reisender
für eingef. Tour geſucht. Offerten unter
R. T. 2670 an Haasenstein & Vogler
A.-G., Alzey.
(12911ff
Junger Mann
mit guten kaufmänniſchen Kenntniſſen, für
Bureau und Lager einer hieſigen
Groß=
handlung geſucht. Maſchinenſchreiber
er=
hält den Vorzug. Gefl. Offerten m.
Gehalts=
anſprüche unt. J. 47 Exped. d. Bl. (*15664
verlange
er Stellung sucht die
„Deutſche Vakanzenpoſt”
Eßlingen 143.
(144Mf
12912fl) Aufgeweckte, unbeſcholtene
Leute (nicht unter 22 Jahren) finden
lohnende Stellung
bei reellem Unternehmen. Vierwöchige
Probezeit gegen entſprechende Bezahlung.
Angebote unter E 817 an die Expedition
dieſes Blattes.
der ſah.
Tüchtiger Buchbinder geſucht.
Offerten unter 2 60 an die Exped. (*15728
geſucht
(*15712
Polierer Schützenſtraße 8.
*15636) Mehr. Reſt.=Hausburſchen geſ.
Bureau Beck, Eliſabethenſtraße 22, 2. St.
B12942) Ein zuverläſſiger, fleißiger
Mann für Landwirtſchaft geſucht
Beſſungerſtraße 10.
Stadtkundiger
Fahrbursche
per ſofort für dauernde Stellung
bei gutem Lohn geſucht.
Nur nüchterne, gut empfohlene
Leute wollen ſich melden. (12938
Moriz Landau
Mathildenplatz 1.
oee
*15694) Tüchtiger, älterer Hausburſche
für Wäſcherei geſucht. Näheres zu erfahren
in der Expedition ds. Bl.
Breihtanhapter
Hektol. 55 Pfg., bei 10 Hektol. 50 Pfg
Heinrich Keller Sohn
Heidelbergerſtr. 28. — Telephon 101.
Groseer Total-Austerkauf
wegen Verkauf des Geschäfts
bietet eine nicht wiederkehrende
Gelegen-
n heit zum Einkauf bester Schuhwaren
zu enorm billigen Preisen.
Damen-Schnürstiefeln Bos oalf und cher., früher 16.50, 18.50, jetzt 11.90
Damen-Schnürstiefeln Box Calf und Cher, früher II.50, 12.50, jetzt 9.50
Herren-Schnürstiefeln
früher 16.50, jetzt 12.50
Herren-Schnürstiefeln
früher 14.00, 15.50, jetzt 11.50
Herren-Schnürstiefeln Tackbes.
früher 16.50, jetzt 8.00
Auch in billigeren Artikeln sind die Preise
bis unter Einkaufspreis herabgesetzt!
Benutzen Sie die günstige Gelegenheit!
Heinrich Bober
Ludwigstrasse 3.
(12939)
Ludwigstrasse 3.
roartikel u. Zubehöre
für alle Schreibmaſchinen
kaufen Sie am beſten und preiswerteſten bei
Otto Frohnhäuser,
Landwehrſtraße 19½. (12510a
6 ſchädelechte
Hirschgeweihe
Sechs= und Achtender, verkauft zuſammen
20 Mk. Nachn. M. Penkert, Wohlhauſen,
(10684a
bei Markneukirchen.
Ein gebrauchtes
Damenrad
zu kaufen geſucht. Offerten unter
2 42 an die Exp. ds. Bl. (12897
Sehr wichtigt
Ich komme ſofort und zahle Ihnen für
beſſere getragene Kleider, Schuhe, Wäſche,
Zahngebiſſe, alte Federbetten ſtets die
höchſten Preiſe. Poſtkarte genügt. Jakob
(12864a
Friedel, Schloßgaſſe 29.
Fliegenfänger
(Pyramiden), beſte Qualität, billigſte
Be=
zugsquelle (nur für Wiederverkäufer).
Schmitt & Wildenhayn, Darmſtadt,
Telephon 1587. (C10694,56
Einen ſchlagenden Beweis
vortrefflicher Wirkſamkeit
liefert
Kocks Wanzentinktur
nur echt mit der Feder
geſ. geſch.
Fl. 50 Pfg.
gegen Ungeziefer aller Art, durch große
Lieferungen in überſeeiſche Länder, welche
von den betreffenden Regierungen nach
er=
folgter Erprobung beſtellt wurden. (12044a
Nur echt zu haben in den Drogerien:
Gebrüder Vierheller, Schuſtergaſſe.
Anton Fischer, Frankfurterſtraße.
Bügelkursus!
Beginn Donnerstag, den 30. Juni im großen
Saale des Reſtaurants Metropole, Alexanderſtr.
Lehrzeit des Kurſus von 9—12 und von 2—6 Uhr. Die Damen können aber
nach Belieben kommen. Ich verpflichte mich, in beiden Kurſen die Damen alle in dieſes
Fach einſchlagende Artikel, hauptſächlich das Neueſte im Glanzbügeln, grüudlich
zu erlernen.
Anmeldungen und Erkundigungen beliebe man noch bis kommenden Donnerstag
von vormittags 9 bis 7 Uhr abends im Lokale ſelbſt bei der Lehrerin einzuholen.
Hochachtend
*15628oimd)
Frau Luise Dür
ſtaatl. geprüfte Bügellehrerin.
Zum Abonnement empfohlen:
Eus Bachrtar mlfet
Altbewährte, durchaus gediegene, bereits im
45. Jahrgang
erſcheinende illuſtrierte Familienzeitſchrift!
Beſondere Vorzüge:
Große Reichhaltigkeit, ſorgfältig gewählter
intereſſanter Inhalt,
viele prachtvolle IIIustrationen,
:: außerordentliche Billigkeit. :
Jährlich 28 Hefte.
Preis für das Heft nur 30 Pfennig.
Das über die ganze Welt verbreitete „Buch für Alle” iſt, getreu
ſeinem Namen und unterſtützt von den erſten Schriftſtellern und Künſtlern,
jederzeit beſtrebt, ein
echtes deutſches Familienbuch
zu ſein. Es iſt jedem zu empfehlen, der ſeine Erholungsſtunden gern intereſſ.
Lektüre widmet und Freude hat an echt künſtleriſchen Illuſtrationen.
Bestellungen nehmen Buch- u. Kolportagehandlungen, Journalexped. etc. entgegen.
C2751,51 Anion Deutſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
Verzina-Pianos
28.
Karl Arnold Ecke Erbacherstr. Ecke
Gut bezahlt
wird gebraucht. Schuhwerk u. Kleider be
*14030iiii) C. Minkler, Langegaſſe 10.
beste Javaware
gepackt in
Pfunde und Halbpfunde
billigst!
Mainzer
Warenhaus
Guggenheim & Marx
7 Markt 7. (9633a
Meine neuen Modelle
in kompletten
Schlarzimmern
beſtehend aus:
2=türigem Schrank
2 Bettſtellen
2 Nachtſchränke
1 Waſchkommode mit Marmor und
Spiegelaufſatz
2 Stühle und
1 Handtuchſtänder
25
zu Mark
bein Mar 4180
zeichnen ſich durch ihre
eleganten Formen
und
praktischen Grössenverhältnisse
(669455
ganz beſonders aus.
Infolge fachmänniſcher Beaufſichtigung
leiſte für jedes bei mir gekaufte Stück
weitgehendſte Garantie.
Geerg Schnntt
Möbel und Dekorationen
Schlossgraben 13a
Telefen 891.
Gegr. 1879.
Piano
ſchwarzes Gehäuſe Mk. 250.
Günſtigſte Gelegenheit.
Heinrich Arnold
Hofpianofortefabrik (12796a
Darmſtadt, Mühlſtr. 1 u. 3.
Telefon 691. Direkt neben dem
Militär=
lazarett.
Sägemehl
wird billigſt abgegeben, event. frei Haus
(12717a
geliefert
Philipp Dächert, Zimmergeſchäft,
Eberſtadt.
Hochste
Preiſe zahle ich für getragene Herren=
und Damenkleider, Stiefel und Wäſche.
Jeden Mittwoch hier. Offerten unter
F 44 an die Expedition ds. Bl. (12659dsi
Große Waſchkommode
mit ſchwarzer Marmorplatte für 36 Mk.,
hochfeiner, eichener Herrenſchreibtiſch und
Verſchiedenes billig zu verkaufen. (12641t
Näheres Expedition.
Aufpolieren von Möbeln
pezialität: uſw., ſowie alle vorkom=
(237a
menden Schreinerarbeiten.
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
Erdbeeren
in Milch, mit Schlagſahne
täglich friſch
Thalysia, Reform-Restauraut,
Alexanderſtr. 4, I.
(11600
[ ← ][ ][ → ]1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
N 148.
Dienstag, 28. Juni.
1910.
Darmstädter Möbeleinrichtungshaus
Ludwia
Stritzinger
Kunstgewerbliches Etablissement für Innen-Ausstattung
Heinrichstraße 67
Ecke Martinstraße
Darmstadt
Fernruf 1441
empfiehlt seine
Fernruf 1441
best.
Schlafzimmer aus:
Eßzimmer
Herrenzimmer .
Salons
Küchen
Auszeichnungen
Hessische
Staatsmedaille
Ehrenplakette
Darmstadt 1905
Ehrenplakette
Darmstadt 1908
Spiegelschrank, Waschkommode mit Marmor- und Spiegelaufsatz
2 Nachtschränken, 2 Bettstellen, 2 Rohrstühlen, 1 Handtuchständer
u. 245.- 280.− 395.- 475.− 490.− 595.- usn.
Büfett, Kredenz, Ausziehtisch, 6 Lederstühlen, Diwan
u. 370
475.- 615.- 750.− 885.− 995.- uen.
Bücherschrank, Diplomat, Tisch, Schreibstuhl, 2 Lederstühle,
Chaiselongue
u. 395.− 450.- 515.- 675.− 795.− 965.- usv.
Schrank, Tisch, Umbau, Kanapee, 2 Sessel, 2 Stühle
u. 495.− 595.- 715- 795- 850.− 950.- usn.
Schrank, Anrichte mit Topfbrett, Tisch, 2 Stühlen, Ablaufbrett
u. 95— 145- 155— 190.− 195.- 240.- usn.
Meine Einrichtungen
sind bestens bekannt durch ihre vollendete und künstlerische
Formenschönheit, durch ihre Solidität und nicht zuletzt durch ihren
billigen Preis.
150 Zimmereinrichtungen vorrätig
Besuch ohne jeden Kaufzwang.
(11627a
Auf Wunsch freie Zusendung meines neuen Prachtkataloges
Friſche
e
10 Stück 48 Pfg.
Friſche Sied=Eier
10 Stück 53 Pfg.
Friſche große Eier
10 Stück 58 Pfg.
Friſche große Siedeier
10 Stück 68 Pfg.
empfiehlt (12915iff
Darmstädter
Eiergroßhandel
Mathias Rosenstock
Ludwigſtr. 18. Telefon 490.
6e
cmnelshädte.
Von 290 Mark an iſt eine Anzahl
ge=
ſpielter, guter Pianinos zu verkaufen.
A. W. Zimmermann
Marienplatz. (12572a
Wer dort?
hier V. Schatz, Kleine Bachgaſſe 1. S
Ich komme ſofort und zahle Ihnen für
getragene Kleider, Schuhe Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbetten ſtets die höchſten
Preiſe. Telephon Nr. 1924. Poſtkarte genügt.
Adler-Rad
gut hergerichtet, ſehr billig. (12207a
Hoflieferant Ober,
Karlstrasse 30.
Anfkrauf
von nur beſſeren getragenen Herren= u.
Damenkleidern u. dergl. bei reeller
Be=
zahlung. Jetzt Donnerstag hier.
Schriftliche Offerten unter H 100 an
(12710fsi
die Expedition ds. Bl.
Geiegennenskauf.
Eine grössere Partie
in allen Artikeln als: Leinen und Halbleinen, Cretonne,
Hand-
tücher, Bettkattune, Damaste, Schürzenstoffe etc.
Ferner einzelne und zurückgesetzte Sachen in
Tischtüchern, Tafeltüchern, Servietten, Teegedecken,
Kissen-
bezügen, Taschentüchern, Badeartikeln, Schürzen, Tisch- und
Bettdecken etc. etc.
(*15633oim
bedeutend unter Preis.
Kirchstr. 19 C. Fettmann, Kirchstr. 19
Inhaber: Wilh. Menges.
Leinen- und Ausstattungsgeschäft.
AEin kl. Eisſchrank, 1 Jahr gebraucht,
wird zum halben Preis abgegeben
11917a)
Kirchſtraße 2.
Ein Diwan
zu verkaufen Alexanderſtr. 7, Hth. I. (8730a
Wegen Platzmangel
billig zu verkaufen:
Bücherſchrank, Mehlpult, großes
Lager=
geſtell, 3 Galerieſtangen mit Franſen
12711a)
Heidelbergerſtr. 7, 1. Stock.
Dampfreinigungs-
Anstalt für
Bettfedern und
dunen.
Gleichzeitig empfehle für
Neue Hüllen:
Drelle, Barchend
und Daunenkörper.
O
J. Böttinger,
Hofſtallſtraße 6, n. d. Mathildenpl.,
Telephon 465.
Aelteſtes, beſteingerichtetes Geſchäft
dieſer Art am Platze.
Umarbeiten von Betten u. Polstermöbeln
gewiſſenhaft und reell in eigener
Werkſtätte. (12256a
Riſfe der Liebe.
Ein Blankeneſer Roman
von Ewald Gerhard Seeliger.
(Nachdruck verboten.)
36
Arno Geſterling, der große Künſtler, beſchäftigte ſich
noch immer im Kontor der Firma Geſterling u. Co. Er
hatte mit dem Vater ſtillſchweigend ein Abkommen
getrof=
fen, nur den Vormittag dem Mammon, den Nachmittag
aber der Kunſt zu widmen. Diedrich Geſterling ließ ihm
jeden Morgen einen Packen Briefe auf den Tiſch legen.
Bevor die nicht erledigt waren, durfte er ſeinen Platz
nicht verlaſſen. Und nun entwickelte Arno eine fabelhafte
Emſigkeit. Daß ſich der Stapel jeden Morgen vergrößerte,
merkte er gar nicht in ſeiner Haſt, möglichſt ſchnell damit
fertig zu werden. Dann nämllch jief er mit ſeinen
Kunſtgerätſchaften in die Galerie, gegenüber dem
Schiller=
denkmal, und kopierte. Das hatte ihm der Vater im
Laufe eines nebenſächlichen Geſprächs angeraten. Er hatte
heimlich das wohlgelungene Porträt ſeines früheren
Pro=
kuriſten dem Direktor der Kunſthalle zur Begutachtung
vorgelegt. Der hatte zwar bedenklich den Kopf geſchüttelt,
aber die Möglichkeit, da ſich da ein Talent entwickeln
könnte, allerdings ein recht abſonderliches, nicht mehr ſo
ſchroff von der Hand gewieſen.
Arno erfuhr davon nichts, und mühte ſich redlich, den
Zauber des Böcklinſchen Originals „Das Schweigen im
Walde” auf ſeiner Leinwand nachzudichten. Sonntags
ahe deraiſhie er ſch in einen Dahneie Sihnich
Geſterling war mit dieſer vorläufigen Löſung zufrieden.
Der Ratenkampf mit Matthias Harms aber nahm
immer drohendere Formen an. Aber Diedrich Geſterling
wehrte ſich kaltblütig gegen alle Angriffe; noch waren ſeine
Reſerven auf der Höhe. Doch er fühlte deutlich, daß alle
ſeine Feinde und Neider ſich zuſammengeſchloſſen hatten,
hinter Matthias Harms ſtanden und ihn ſtützten. Kam
Not an den Mann, mußte er die beiden Dampfer
ver=
kaufen, die untätig im Hafen lagen, unter den
augenblick=
lichen Verhältniſſen, wo die geſamte Börſe ſchwer unter
dem allgemeinen Preisſturz litt, — ein ſehr verluſtreiches
Manöver. Und bei alledem hegte er gegen Matthias
Harms keinen perſönlichen Haß, er bewunderte ihn
viel=
mehr, daß er mit ſeinen geringen Mitteln eine ſolche
Zähigkeit und Ausdauer entwickeln konnte.
So wurde es allmählich Herbſt. Wilde Stürme
ſchnoben vom Meere herauf, zerwühlten den Strom und
riſſen die bunten Blätter von den Parkbuchen. Nur die
runden Lebensbäume in den Vorgärten des Strandwegs
blieben grün.
Um dieſe Zeit auch beendete Kurt Egloff ſein
Ausſtel=
lungswerk, firnißte es ſorgfältig, ſchickte es nach München
und entließ Wilken Wobbe, der ſich auf dem Heimweg von
der letzten Sitzung bei Ewe Fock, die früher Ewe Suxdorf
hieß, von der Anſtrengung ſtärkte. Freibier hatte er zwar
nicht mehr. Aber Ewe ſchob ihm ſtets das Geld zurück.
Hätte er gewußt, daß die verteufelte Kleckſerei ſo lange
dauern würde, er hätte ſich ganz gewiß nicht dazu hergege=
ben. Rotwein hatte er ſchon lange nicht getrunken, von
Portwein gar nicht zu reden.
Kurt Egloff war wieder einmal auf dem Grunde
ſei=
ner Kaſſe angelangt. Die Aufträge waren erledigt, die
wenigſten davon waren mit klingender Münze bezahlt
worden. Und mahnen konnte er auch nicht gut. Das
Schlimmſte aber war, daß man ihm auch keine neuen
Auf=
träge erteilte. Weshalb wohl nicht? Weil man die alten
noch nicht bezahlt hatte! Diedrich Geſterling gegenüber
wollte er ſich auch keine Blöße geben; außerdem wußte
er, daß die Firma Geſterling u. Co. lange nicht ſo feſt
ſtand, wie er anfangs geglaubt hatte. Was blieb ihm
anders übrig, als alle ſeine Hoffnungen auf das Bild zu
ſetzen, mit dem er die Münchener Kunſtrichter beſtechen
wollte. Behutſam packte er es ein, adreſſierte es an
ſei=
nen beſten Freund, der in den maßgebenden Kreiſen gute
Verbindungen hatte, und lieferte es eigenhändig auf die
Poſt.
Ewe hatte ſich trotz der fünf Flittertage in
Trave=
münde nicht verändert, nur daß ihre hellen tiefen
Nixen=
augen noch mehr träumten. Jede Woche ſchrieb ſie
min=
deſtens einen Brief nach Singapore, wo die „Ollenhop”
zuerſt anlegte und Frau Geſche ſchalt über den ungeheuren
Verbrauch des Briefpapiers. Die buntbemalte Wiege, die
Wilken Wobbe zur Hochzeit geſchenkt hatte, ſtand gut
ver=
packt auf dem Boden.
Anfang Oktober kamen noch ein paar ſchöne warme,
ſonnenklare Tage, dann wurde das Wetter lalt und
reg=
neriſch.
Nummer 148.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Inmi 1910.
Seite 10.
(20ers
89
ertresetnterernernt
eessesessensasasaseree
eeeeeeeereree
ECEEi!
Inihrmanraazes!
Vehz&
Iisttkunnas.
L OofEk
Grosser Sommer-Ausverkauf
2
beginnt Freitag, den 1. Juli.
E. COHEN, Damen-Moden,
Wilhelminenstrasse 17½
(12825si
geehsg
Credithaus
Adam Karn
Bleichstr. 30
Nach wie vor
erhalten meine Kunden
Möbel : Betten
Polsterwaren
kompiette
Einrichtungen
einzelne Möbelstücke
ohne jede
Aneatiung
auf bequemste
wöchent-
licke, 14tägliche oder
monatliche
Abzahlung
Credithaus
Adam Karn
Bleichstr. 30
Gien
(neu bezogen) 19 Mk.
Gebr. Diwan pol. Bettſtelle 12 Mk.
620gim) P. Frieſe, Tapezier, Viktoriaſtr. 26.
Bitte lesen!
Beim Einkauf von
Henkel’s Bleich-Soda
achte man genau auf untenstehende
Packung und weise Nachahmungen, da
meistens minderwertig, energisch zurück.
Honkere
Bleich=Soda
garantirt
chlerfrei.
Spartbedeutend Seife, macht die Wäſche
blendend weiß. Uebertrifft bei allen
Rei=
nigungszwecken die Soda durch raſchere
u. gründlichere Wirkung, macht
nament=
lich Metallſachen ſehr klar u.
Holzſachen=
ſehr weiß. Greift Hände u. Wäſche nicht
an. Löſt ſich in Waffer ſehr raſch, ſollte
deshalb in keiner Haushaltung fehlen.
(6967E
für Zigarrengeſchäft
Ladeneinrichtungs
Günſtige Gelegenheit!
ſehr billig abzugeben.
ſchlägerſtraße 8, Laden.
Näheres Laute=
(*15432fi
Heyl&John, Manufakturwaren. (273a
Zu verkaufen: 1 Pony mit Geſchirr,
ſowie dazu gehörige Rolle.
(*15619
Näheres Eckhardſtraße 33.
Pianos
gebrauchte von 200 Mk.
neue von 500 Mark an
(5Jahre Garantie) ſtets vorrätig (Teilzahlz.)
Georg Thies, Nachf. Leopold Schutter
Eliſabethenſtraße 12. (2324
Saloh-
Garnitur
aus 1 Sopha, 2 Herren= und 2 Damen=Seſſel
beſtehend, in gediegenem Gobelin=Pancaux=
Bezug, ſehr gut gearbeitet und erhalten,
eventuell mit dazu paſſenden, kompletten
Seiden=Moiré=Uebergardinen u. Portiéren,
reich appliziert, ſehr preiswert zu verkaufen.
Näheres in der Expedition. (12679dsi
Grosser Waschtisch
in Nussbaun
mit ſchwarzer Marmorplatte, für 32 Mark
zu verkaufen. Näh. Expedition. (12720t
(4301a
billigſt
Leihgeschirre Will. Gastan, Kirchstr. 5.
ogelpens., Klinik, Vogelfutter u. Milfsmittel
Göbels Spezialges., Ernst-Ludwigstr. 11. (12012a
IIlustrierter
Fonkünstlerkalender
für 1910, 1911 und 1912
mit über 700 Abbildungen u. sämtlichen
wichtigen Daten aus der Musik- und
Theaterliteratur (12798sid
statt Mk. 3.— nur Mk. 2.50
gegen vorherige Einsendung des
Betrages bei portolreier Zusendung.
Lieferung unter obigen Bedingungen
nur bis 10. Juli 1910.
Westdeutsche Konzeridirektion
Augustus Day, Trier.
un die Zei ſihr Merin Fot zunt erſen Raie mnit
der „Ollenhop” von Kanton ab, an Deck eine Ladung von
dreihundertundfünfzig Kulis, die alle für drei Dollar pro
Kopf nach Futſchou gebracht werden ſollten.
Doch Gorch Holmquiſts Betätigungsdrang, der bei
Ewe ſo ſchmachvoll geſcheitert war, ruhte nicht und ſuchte
ſich ſchnell ein anderes Feld. Die Nachrichten von ſeinen
beiden Kapitänen waren gut, die Ausſichten waren noch
beſſer, denn der Reis ſtand da draußen vorzüglich. Und
Gorch Holmquiſt zog in ernſte Erwägung, ſeinen Betrieb
zu vergrößern. Diesmal aber wollte er gleich einen
grö=
ßeren Dampfer ankaufen, um auch das Frachtgeſchäft
auf=
zunehmen. Sofort verfiel er auf eins der beiden
Geſter=
lingſchen Schiffe, die im Hafen auflagen. Die waren zu
erreichen. Mit Geſterling u. Co. ging es bergab, die
Firma mußte, um ſich in dem mörderiſchen
Konkurrenz=
kampf behaupten zu können, über kurz oder lang die beiden
Schiffe doch losſchlagen. Und dann bekam man ſie für
ein Ei und Butterbrot. Wichtiger aber als die
Schiffs=
frage war der Kapitän. Wieder forſchte Gorch Holmquiſt
die Waterkant ab und auf, keiner der beſchäftigungsloſen
Kapitäne genügte ſeinen Anforderungen. Die guten
Kapi=
täne waren in Fahrt und ließen ſich nicht nach Oſtaſien
verlocken.
So blieb dieſer Plan einſtweilen in der Schwebe.
Ende Oktober lief Jaſper Dunts Ewer „S. B. 7‟ die
Elbe hinunter. Das Wetter war böig, und ſchwere, ſtarke
Regenſtürze klatſchten in die braunen Segel. Jens
Bu=
tenſchön, der Beſtmann, ſtand am Ruder und kreuzte
ge=
ſchickt gegen den ſteifen Nordweſt an. Die Seitenſchwerter
waren heruntergefiert. Hart legte ſich das alte wackre
Schiff von Steuerbord nach Backhord, von Backbord nach
Situewdend, vem es ber Sion in, und ſanbdſe ſchaf
in die kurzen, ſchaumgekrönten Wellen des Stromes.
Michel Schleef, der Junge, der nicht gerade das Pulver
erfunden hatte, war in der engen Kombüſe unter Deck mit
Kartoffelſchälen beſchäftigt. Jaſper Dunt, der Fiſcher, aber
ſaß an Deck und flickte an einem Trawl herum, ohne ſich
um den Regen zu kümmern, der an ſeinem Oelrock
herrunterrann. Nur ſelten hob er den Kopf und ſchaute
nach den jagenden Wolken. Erſt vorige Woche waren
zwei Fiſcherewer aus Finkenwärder hinausgelaufen und
nicht wiedergekommen. Und das Wetter ſah nicht aus,
als wenn es beſſer werden wollte. Doch Jaſper ſcherte ſich
nicht darum.
Als ſie um Mitternacht Kuxhaven paſſierten, legte
ſich der böige Nordweſt, nur eine ganz ſanſte Briſe
wehte aus Weſten. Aber eine hohe Dünung ſtand noch
ganze dreißig Stunden von Norden her und erſchwerte
das Arbeiten.
Unermüdlich zog der alte treue Ewer das ſchwere
Schleppnetz, das zwiſchen zwei ſchräg geſtellten
Scher=
brettern hing, über den Meeresgrund. Immer
häufi=
ger, zuletzt alle zwei Stunder, mußten ſie es mit dem
knirſchenden Gangſpill in die Höhe hieven, um die
Beute zu bergen. Klatſchend und praſſelnd fiel ſie an
Deck. Michel Schleef warf die großen Fiſche in die
Bünn, durch deren Löcherboden das Seewaſſer treten
konnte und die zugleich den Ballaſt bildete, die kleinen
fegte er mit dem Beſen über Bord, während Jaſper und
ſein Beſtmann das Garn wieder klar machten und
hinnnterließen.
So werkten ſie ununterbrochen vier Tage und
Nächte auf der reichen Fiſchbank nördlich von
Ter=
ſchelling und Ameland. Dampfer und Segler liefen
nah und fern an ihnen vorbei. Der Wind blies ſtetig
aus Weſten, und der Himmel klarte ſich allmählich auf.
Plötzlich, am fünften Abend, verkroch ſich die
unter=
gehende Sonne hinter ſchmierigem Dunſt. Der Wind
ſetzte für eine Viertelſtunde ganz aus und ſchnob dann
mit Gewalt zwei Striche ſüdlicher herüber, daß ſich der
Ewer ſofort back legte. Jens Butenſchön, der
Beſt=
mann, zwang ihn zum Beidrehen. Nur einen Blick
warf Jaſper in die ſchwarzen, langflatternden
Wind=
fahnen, die drohend heranrückten, da wußte er genng.
Der Junge ans Ruder! kommandierte er und warf
ſich den Oelrocl über. Wir müſſen das Garn bergen.
Michel Schleef ſprang hinter das Kompaßhäuschen
und faßte die glatte Ruderpinne, Jens Butenſchön aber
packte den Spaken und half Jaſper das Spill drehen.
Das Netz kam herauf und wurde mit dem geſamten
Inhalt in die Bünn geworfen. Denn es war keine
Zeit zu verlieren. Dann machten ſie alle Segel feſt
bis auf das ſchmale dreieckige Stagſegel.
Geht unter Deck! befahl Jaſper und nahm das
Ruder in die Hand.
Die beiden gehorchten und krochen in die enge
Kombüſe im Vorſchiff. Und dann kam der Sturm von
Weſtſüdweſt herüber. Erſt hielt ihm Jaſper den Ewer
entgegen, daß der Kiel die ſchäumenden Wogendämme
rechtwinklig zerſchnitt. Mächtig ſtampfte der krumme
Steven, und weiße Brecher fegten das federnde Deck,
das in allen Fugen knirſchte.
(Fortſetzung folgt.)
in allen Preislagen, feinste engl.
Modelle, größte Auswahl
J. Donges & Wiosc.Grafenstr. 26
n
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
z 68.
Dienstag, 28. Zun.
1910.
Bekanntmachung.
Der Ankauf von magazinmäßigem Heu aus der neuen Ernte, auch direkt von
der Wieſe, hat ſeitens des Großh. Proviantamts Darmſtadt begonnen. Gezahlt werden
die jeweiligen Tagespreiſe.
(11971ii
Wir bringen dies zur Kenntnis der Landwirte unſeres Kreiſes.
Darmſtadt, den 8. Juni 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
(1854a
Bekanntmachung.
Nachſtehend bringen wir die Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppen=
übungsplatz bei Darmſtadt für die Zeit bis 1. Juli ds. Js. zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 7. Juli 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 14. Juni bis 1. Juli 1910.
der Abſ)
von nuer
ſperrung
bis Die Abſperrung
erſtreckt ſich u. Zuf
29.
30.
1. Juli Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag Feldartillerie
Regimenter
Nr. 14 und 50 130 N. Ueber das ganze
Abſperrgelände
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß am
1. 4. 5. Juli I. Js. von 70 Vorm. bis 70 abends
„ 100
11. 12. 14. „
„ 120
15. 10. 21. Zut
25.
26. 28. 29.
2. 4. 5. Auguſt
8. 9.
11. 12.
Vorm.
120 Mittags
7e Vorm.
Schußrichtung vom Steinhügel, 1 km nördlich Meſſel in nord=nordweſtlicher
Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz bei Meſſel abgehalten wird.
70 e
2 nachmitags
70 abends
Richtung gegen die Wieſen am Rutſchbach.
Das gefährdete Gelände:
im Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchließlich
Weſten: Dammweg-Brunnersweg ausſchließlich
Süden: Forſthaus-Steinacker-Steinhügel ausſchließlich
„ Oſten: Alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milcheswieſe-
Suu=
wieſe-Schreibertswieſe- Geishecke einſchließlich
wird während des Schießens durch Poſten, Wegeſchranken und Warnungstafeln
ab=
geſperrt.
Das Betreten des Geländes während der Schießzeit iſt verboten (Polizei=
Verord=
nung Kreisamt Darmſtadt 25. IX. 1909, Kreisamt Offenbach a. M. 20. IX. 1909).
(12935a
Darmſtadt, den 27. Juni 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Zur Vermeidung von Verluſten weiſen wir darauf hin, daß mit dem 30.
Sep=
tember 1910 die Friſt abläuft, innerhalb der die durch Beſchluß des Bundesrats
vom 27. Juni 1908 außerkursgeſetzten Fünfzigpfennigſtücken der älteren
Geprägeformen mit der Wertangabe „50 Pfennig” durch die Reichs= und Landeskaſſen
noch einzulöſen ſind (Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 27. Juni 1908 — Reichs=
Geſetzblatt S. 464).
Darmſtadt, den 24. Juni 1910.
(12923
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Antliche Nachrihſen des Großherzoglichen Potheſante Darmſiadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Boxer. 1 Foxterrier, 1 Doberman, 1 Boxer
(zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tog, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Die öfentliche Impfung im Jahre 1910.
Die diesjährige öffentliche Impfung wird für die hieſige Stadt, Mittwoch,
den 4. Mai I. Js., nachmittags 5 Uhr, und die folgenden Mittwoche, ſo lange das
Bedürfnis dauert, im Schulhauſe in der Rundeturmſtraße abgehalten werden.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
diefer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben
vorgenom=
menen Impfungen für den Einzeinen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht
be=
nutzen will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50
Impf=
ungen vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau
noch=
mals gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Jiphtherie Eroup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſengrige Entzündungen oder die
naür=
lichen Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum Algemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 28. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
(9475a
Boktanntmächung.
Wie aus den Veröffentlichungen Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt vom 17. und
22. d. M. erſichtlich, liegt der Bebauungsplan für den Gemarkungsteil zwiſchen Allee,
dem neuen Hauptbahnhof, dem neuen Güterbahnhof, Weiterſtädterweg, Landwehrſtraße
und Feldbergſtraße und der abgeänderte Text des § 24, Abſatz I des Ortsbauſtatuts
zurzeit bis zum 9. Juli zur Einſicht und evtl. Erhebungen von Einwendungen bei dem
Stadtbauamt Darmſtadt offen. Wir machen die bei dieſem Plane intereſſierten
Ge=
werbetreibenden hierauf aufmerkſam und erſuchen dieſelben, etwaige Einwendungen
innerhalb der vorgeſchriebenen Friſten. bei dem Stadtbauamt vorzubringen.
Darmſtadt, den 27. Juni 1910.
Handwerkskammer zu Darmſtadt
Falk.
Der Syndikus:
Engelbach.
12936)
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 4. Juli, vormittags 9 Uhr und
nachmittags 3 uhr,
verſteigere ich im Hauſe Karlſtraße 90 auf freiwilligen Antrag an den Meiſtbietenden
gegen bare Zahlung:
Bücherſchränke, verſchiedene ein= und zweitürige Kleiderſchränke, 2
Glas=
ſchränke, 2 Eckſchränkchen, 1 kleines Schränkchen, 1 Herrenſchreibtiſch, 1
Damen=
ſchreibtiſch, 1 Schreibtiſch (rokoko), 1 achteckiger Salontiſch, 1 ovaler Tiſch,
ver=
ſchiedene größere und kleinere Tiſche, 1 Ziertiſch, 1 Serviertiſch, 2
Toletten=
tiſche, 3 Wgſchtiſche, 1. Waſchtiſch mit Marmorplatte, verſchiedene Nachtiſche,
2 polierte Kommoden, 1 Nähtiſch, 4 antike gepolſterte Stühle, 12 Wiener
Rohrſeſſel, 2 Rohrſeſſel in eichen Holz, 1 Tragſeſſel, 1 Rohrbank mit 2 Seſſel,
1 Leſepult für Bett, 1 für Tiſch, 2 Nachtſtühle, ganz neu, 1 Tragbahre
1 Krankenfahrſtuhl, verſchiedene Stühle mit Rohr= und Holzſitz,
1 Lederſeſſel, Schirmſtänder, Kleiderſtänder, Waſchgeſtelle, Handtuchhalter,
2 Chaiſelongues, 2 Sofas u. a. m., verſchiedene Zimmerteppiche, Matten und
Linoleumvorlagen und Vorhänge, ſämtliche Beleuchtungskörper für Gas und
Elektrizität, 2 Gasheizöfen, 2 Gasherde, 1 Gasbadeofen mit
Zinkbade=
wanne, eine hölzerne Badewanne, 1 alte Pendule, 1 Standuhr in Bronee
uſw. Ferner noch 2 vollſtändige Betten, 1 engl. Patentbettſtelle mit
Roß=
haarmatratze, 1 eichene Bettſtelle mit Roßhaarmatratze, noch wie neu.
Sämtliche Gegenſtände ſind ſehr gut erhalten und wird deren in
Augenſchein=
nahme nur Samstag, nachmittags von 3—6 Uhr, geſtattet.
Darmſtadt, den 28. Juni 1910.
(12902if
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator.
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs=Znzeige.
Mittwoch, den 29. Jnni 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” (Obergaſſe) zwangsweiſe
gegen Barzahlung:
ca. 5 Mille Zigarren und Zigaretten, 1 photogr. Apparat, 6 Reſte
Kattun, 1 Partie Fenſterleder ea. 20 Pfund Kakao, 20 Schwämme. Ferner:
1 Büfett, 1 Sofa, 2 Spiegelſchränke, 1 Kommode, 1 Bauerntiſch,
1 Trümean mit Spiegel, 1 Waſchtiſch mit Marmorplatte, 1
Kleider=
ſtänder, 1 zweitür. polierter Kleiderſchrank, 1 Gartentiſch und 2 Seſſel,
1 Blumentiſch, 1 Badeofen und Wanne, 1 Eisſchrank, eine Partie
Bilder und Bilderleiſten und noch andere Gegenſtände.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 27. Juni 1910.
(12946
Kappp, Großh. Gerichtsvollzieher
in Darmſtadt, Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 30. Jnni 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich auf Grund des § 383
B. G. B. gegen Barzahlung:
100 Baumwolldecken 150200, 6 Wolldecken 150200.
Darmſtadt, den 27. Juni 1910.
(12896im
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Versteigerungs=Anzeige.
Dienstag, den 28. Juni 1910, nachmittags 2 Uhr, verſteigere ich auf freiw.
Antrag „Zur Ludwigshalle‟, Obergaſſe 12, öffentlich meiſtbietend gegen
Bar=
zahlung folgende gebrauchte Gegenſtände:
Kleiderſchränke, kompl. eiſerne u. hölzerne Betten, Küchenſchränke und
Küchen=
möbel, 2 Kommode, pol., Wäſchekommode, Nachttiſche, Tiſche, Spiegel, 1
Sitz=
hadewanne, Linoleum, 1 Waſchmaſchine mit Ofen, 1 Kontorabſchluß, 1 gep.
Türe, 2 Hocker, kl. Schränkchen mit Gefachen und ſonſtiger Hausrat uſw.
Ferner zum Verkauf ein Poſten Eigarren.
Darmſtadt, den 27. Zunk 1910.
Johannes Krummeck, Auktionator und Taxator.
Wohnung und Büro: Grafenstrasse 4.
NB. Bitte mein neu eröffnetes Verkaufslokal zu Auktionspreiſen,
Grafen=
ſtraße 4, beſichtigen zu wollen.
(1204s
orderungen
an den Nachlaß der Georg Hellmuth Eheleute,
Woogs=
platz 13 zu Darmſtadt, bittet man innerhalb einer Woche bei
dem unterzeichneten Nachlaßverwalter ſchriftlich anmelden zu wollen.
Darmſtadt, 25. Juni 1910.
Karl Dechert
Landgraf=Georgsſtraße 8, II.
12933)
Darmstädter Sprach- und Handelsschule
Leiter: Emil Meld
Hieron. Schneider
10 Luisenstrasse 10
Gründlicher Unterricht in kaufm. Fächern, Stenographie und
Maschinenschreiben,
Fremden Sprachen, besonders Korrespondenz.
Unterricht durch kaufmännisch erfahrene und staatlich geprüfte
diplomierte Handelslehrer.
Einzelne Kurse: Eintritt jederzeit.
(9997a
Beginn neuer Kurse 4. Juli.
G. Bertele
beeidigter und öffentl. angestellter Bücherrevisor
Mühlstrasse 66 — am Kapellplatz.
Revisionen — Bilanzieren — Einrichten — Instandsetzen und
Fortführen von Geschäftsbücher aller Systeme. (12538a
Alleiniger Vertreter für Starkenburg u. Rheinhessen der Fellner’schen Reformbuchhaltung.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Juni 1910.
Nummer 148.
Zur Vereinfachung der Verwaltung
haben wir die bei uns in Konkursſachen,
gerichtlichen und Verwaltungs=
Zwangs=
vollſtreckungsſachen, ſowie Friſtſachen zu
erledigenden Sekretariatsgeſchafte der
Stadt=
kaſſe überwieſen.
Mündliche Anfragen in den
bezeich=
neten Sachen, ſowie Geſuche um
Stun=
dung oder Erlaß ſtädtiſcher Forderungen
ſind daher künftig auf dem Büro der
Stadtkaſſe, Grafenſtraße Nr. 28, vor=
(12464ooo
zubringen.
Darmſtadt, den 15. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt
Dr. Gläſſing.
Städtiſche Feſe= und Bücherhalle.
Wegen Prüfung der Bücherbeſtände ſind
alle aus der ſtädtiſchen Bücherhalle
ent=
liehenen Bücher, mit Ausnahme der
Unter=
haltungsliteratur, bis ſpäteſtens
Samstag, den 16. Juli ds. Js.,
zurückzuliefern.
Vom 8. bis 23. Juli einſchließlich bleibt
die Bücherhalle geſchloſſen.
Von Montag, den 25. Juli an, können
wieder Bücher entliehen werden.
Der Verkehr in der Leſehalle erleidet
(12859oim
keine Unterbrechung.
Darmſtadt, den 23. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller.
Bekanntmachung.
Das Schulgeld für das Großh.
Real=
gymnaſium und deſſen Vorſchule, die
Großh. Ober=Realſchule, die Vorſchule
der Großh. Gymnaſien, die Viktoriaſchule,
das Lehrerinnenſeminar, die höhere
Mäd=
chenſchule (früher Reineck’ſches Inſtitut)
und die Mittelſchulen für das II.
Kalen=
der=Vierteljahr 1910 iſt, bei Meidung
der Mahnung, bis Ende I. Mts. an den
Werktagen, vormittags von 8 bis 12½ Uhr,
hierher zu entrichten.
(12328a
Darmſtadt, den 15. Juni 1910
Die Stadtkaſſe.
J. V.: Hahn.
In unſer Handelsregiſter B wurde heute
eingetragen hinſichtlich der Firma:
Backſteinverkaufsſtelle Darmſtadt
Geſellſchaft mit beſchränkter
Haf=
tung, Darmſtadt.
Das Stammkapital iſt auf Grund des
Beſchluſſes der Geſellſchafter vom 13. April
1910 um 16000 Mark erhöht und beträgt
jetzt 162 900 Mark.
(12899
Durch Beſchluß der Geſellſchafter vom
13. April 1910 ſind die §§ 15 und 16 des
Geſellſchaftsvertrags und die §§ 5, 16, 20
und 21 des Anhangs zum
Geſellſchaftsver=
trag abgeändert.
Darmſtadt, den 23. Juni 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Konkursverfahren.
Das Konkursverfahren über das
Ver=
mögen des Buchdruckereibeſitzers Jakob
Heléne zu Pfungſtadt wird nach erfolgter
Abhaltung des Schlußtermins hierdurch auf=
(12929
gehoben.
Darmſtadt, den 25. Juni 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt II.
Neubau Garniſon=Lazarett Wiesbaden.
Offizier=Speiſeanſtalt.
Es ſollen öffentlich vergeben werden:
1. Los I Außenputz zum Lazarett,
Eröff=
nung 90 vorm.
II Außenputz zur Offizier=
Speiſe=
anſtalt, Eröffnung 9½ vorm.
III Innenputz zum Lazarett,
Eröff=
nung 10 vorm.
IV Innenputz zur Offizier=
Speiſe=
anſtalt, Eröffnung 10½ vorm.
V äußere Entwäſſerung des Laza=
2. „
retts, Eröffnung 900 vorm.
VI äußere Entwäſſerung der
Offi=
zier=Speiſeanſtalt, Eröffnung
9½ vorm.
VII äußere Bewäſſerung des
Laza=
retts, Eröffnung 10 vorm.
VIII äußere Bewäſſerung der
Offi=
zier=Speiſeanſtalt, Eröffnung
10½ vorm.
Die Zeichnungen, Bedingungen und die
Verdingungsanſchläge liegen im Neubaubüro
des Garniſonlazaretts an der
Weſterwald=
ſtraße zur Einſicht aus; letztere können auch von
dort gegen eine Gebühr von 50 Pfennige
für Los I und II und 75 Pfennige für die
übrigen Loſe bezogen werden. (C12918,33
Die Angebote ſind verſchloſſen, mit
ent=
ſprechender Aufſchrift verſehen, zu 1. zum
8. Juli 1910, zu 2. zum 15. Juli 1910 zu
den oben angegebenen Zeiten im genannten
Büro einzureichen.
Militär=Bauamt Wiesbaden.
r Neudruck unſerer
Miet=
verträge iſt erſchienen und
werden dieſelben in der
Geſchäfts=
ſtelle Wilhelminenſtraße 19,
1. Stock abgegeben. (12888a
Der Vorſtand
desDarmſtädter Hausbeſitzer=Verein E. B.
Weiß. Druckpavter
(Rollen=Reſte)
abzugeben
(11953
in der Exped. des Tagblatts.
Scharfer Wolfshund zu verkaufen
*15685im)
Maadalenenſtraße. 3.
7. Donnerstags-Konzert
im Städtiſchen Saalbau.
(12923
Gastspiel
Serafin Alschausky.
Schützenhof.
Heute Dienstag, den 28. Juni, abends 8 Uhr:
Grosses Iinitur Streichmusir Ronzer
einer grösseren Kapelle vom Musik-Korps des Leibgarde-Regts.
Leitung: Obermuſikmeiſter Hauske.
Bei ungünſtiger Witterung im Saal.
(*15659
Blau Kreuzspereite
Mühlſtraße 24 und Rheinſtraße 2.
Dienstag, Donnerstag und Freitag abends 8½ Uhr
Bibelstunden
vom Reiſeſekretär des Blauen Kreuzes Bertelmann aus Barmen.
Mühlſtraße 24.
Dienstag
Lokal:
Donnerstag und Freitag Rheinſtraße 2.
Eintritt für Jedermann frei!
(12904id)
Eintritt für Jedermann frei!
uftkurort
Rümmelbacherhof
Post Neckargemünd. Haltestelle der Lokalzüge.
Unſtreitig ſchönſter u. beliebteſter Ausflugsort Heidelbergs. Prachtv.
Lage am Rande des Waldes. Durch Neubau bedeutend vergrößert.
Reſtauration, Penſion von 4—6 Mark pro Tag inkl. Zimmer.
Telephon Nr. 99.
(9895M)
Der Beſitzer: Julius Ebert.
Kreuzbrunnen, Ferdinandsbrungen:
Fettsucht, Haemorrhoiden, Magenleiden,
Chron. Darmträgheit, Frauenleiden.
. Natürllohes
Rudoffsquelle: Giohtwasser,
Gicht, Chron. Katarrhe
der Harnwege, Nieren-
und Blasenleiden.
Marienbader
echtes Brunnen-Salz,
Brunnen-Pastillen.
Broschüren durch Mineralwasser-
Versendung.,
Haupt-
depotz Friedrich Schaefer
Croßh. Hotlieferant, Darmstadt, Ludwigspl. 7
(3518a
2. Darmstadter Lehr-Bugel-Anstaf
Mühlstrasse 5, II. Etage.
Mühlstrasse 5, II. Etage.
(*15696
Erteile
Bügel=Kursus
Das Neueste im Stärken und Glanzbügeln
nach leichtester Methode.
Kurſus bis zur vollſtändigen Ausbildung 10 Mk. Anmeldung täglich.
eine Wohnung befindet ſich nicht mehr Teichhausſtraße 2
I ſondern
50 Stiftstrasse 50
(zwiſchen Roßdörfer= und Soderſtraße).
(*15695imd
Elise Anton, Hebamme.
Karonne Ven Hesseh Darmstauf
die grosse Landgräfin.
Ihr Aufenthalt in Prenzlau 1750 bis 1756.
Von E. Mentzel.
(12940
Separat=Abdruck mit mehreren Illuſtrationen aus dem Darmſtädter Tagblatt.
Preis Mk. 2.50.
Zu beziehen durch alle Buchhandlungen.
Gehrock=, Frack= u. Smohing=Anz.
zu verl. und zu verkaufen
(2944a)
Soderſtraße 14, 1. Stock.
u kaufen geſucht
Spitzen=Tüll=Robe Off. mit Preis unt.
2 48 an die Expedition ds. Bl. (*15668
Eine 6.Pf. Dampinaschine
mit ſtehendem Röhrenkeſſel zu verkaufen.
Näh. Wienersſtr. 95, Hinterbau. (*15711im
Rolle 25 Pf. (*15683im
Tapezieren, Rhönring 97, I.
Meine Wohnung
iſt von heute an (12922
Hoffmangstrasse 8, II.
Clara Eppert.
Bottstol0
nußbaumpol., hohes Haupt, mit Matratze,
45 Mk. Gut erhaltene Garnitur, Sopha,
4 Seſſel, gek. 750 Mk., für 95 Mk. Großer
Diwan, Velourplüſch, 34 Mk. Faſt neuer
Küchenſchrank, Tiſch, Anrichte, 36 Mk.
Kleiderſchränke billig. Hübſches
Schreib=
pult. Großes Geſtell mit Schublade, für
Geſchäft geeignet, zu verkaufen
(*15655)
Karlſtraße 30.
ekittet werden Gegenſtände aller Art
G—15674im)
Beſſungerſtraße 26.
omme Solort
und bezahle weg. Warenbedarf
konkurrenz=
loſe höchſte Preiſe für getragene Kleider,
Schuhe, Wäſche, alte Federbetten,
Zahn=
gebiſſe ꝛc.
(12949a
J. Wallach, Schloßgaſſe 10,
Telephon 1754.
Lahräd
und Nähmaſchinen
werden gut und billig repariert.
Pnenmatiks, Fr.
ufalles Zubehör
billigſt.
(*15737
Chr. Debus, Mechaniker,
Karlſtraße 79.
Telephon 1737.
bendtisch
Fleisch und veget. Kost
zu 65 u. 50 Pf. im Abonn.
Auschant des berühmten
Wormser Weinmostes
Kein Trinkzwang.
REFORM-RESTAURANT
TAAETUI
4 Alexanderstrasse 4, I. Stock.
.Bett & Co. Frankfurt a. M. 105
5866D)
3 Zimmer
onhung
mit Zubehör von ruhiger, kleiner Familie
per 1. Oktober geſucht. Offerten mit
Preis=
angabe unter W 23 an die Expedition
ds. Blattes.
(12642msi
12851oidf) Kl. ruhige Familie ſucht ſchöne
5—6 Zimmerwohnung
(Veranda erwünſcht) ſofort oder 1. Auguſt.
Offerten mit Preis unter K 320 an die
Annoncen=Expedition v. Chr. Kullmann,
Wilhelminenſtraße 9.
wird per 1. Oktober
Gesucht in der Nähe vom
Bahnhof eine 5—6=Zimmerwohnung, part.
oder 1. Etage. Offerten mit Preis unter
2 43 an die Expedition ds. Bl. (*15654
Zum 1. Oktober
wird im ſüdöſtl. Stadtteil eine moderne
kleinere 4= od. große 3=Zimmerwohnung
mit Balkon, im 2. od. 1. Stock, von einem
älteren, kinderloſen Ehepaar (h. Beamten)
geſucht. Genaue Angaben erbeten unter
2 45 an die Expedition ds. Bl. (*15656
Suche 3-Zimmerwohnung
mit Pflanzgarten, darf Hinterbau ſein, auf
Jahre zu mieten, jetzt oder ſpäter. Offert.
unt. 2 64 an die Expedition. (*15741
Unmöbliertes Zimmer
geſucht von Fräulein mit 5jährig. Mädchen,
wo das Kind tagsüber bei Leuten ſein kann.
Offerten mit Preis unter 2 44 an die
(*15657
Expedition dieſes Blattes.
Offizier sucht ein
möbliertes Zimmer
Burſchengelaß und Bad, Nähe Marienplatz,
per 15. Juli. — Offerten mit Preis unter
2 32 an die Exped. ds. Bl. erb. (*15611oi
findet alleinſteh. Mann frdl. ruh.
Wb Heim mit Penſion? Offert. unter
2. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
„§ 148.
Dienstag, 28. Juni.
1910.
Gebramnter Kaffes, naitwrel geröstet eigner füsterei. Koher Kaffee, brau u. gein.
Haushaltungs-Kaffees von 1.20—1.70 Mk., besonders feine Sorten Mk. 1.80, 1.90 2.-, 2.10, Dessert-Kaffees, empfiehlt stets frisch gebrannt
Grafenstrasse 25 1 Stets erhalten Zie de schwars-weisen Marken
des Rabatt-Spar-Vereins.
(305a
Twrrrasser
„. : Telephon 71. :. 22
Einfamilienhaus
Weyprechtſtraße 18
mit ſchönem Vor= und Hintergarten, neun
Zimmern nebſt reichl. Zubehör, zum 1. Okt.
zu verm. Zu beſichtigen von 10—2 u. von
4—7 Uhr. Auskunft Geh. Rat Römheld,
Alexandrameg 14.
(12631a
Bismarckstr. 23, 2. Etage
beſtehend aus 6 Zimmern, Badezimmer,
Veranda u. Zubehör, mit Gas= u.
Waſſer=
leitung und elektriſcher Lichtanlage,
voll=
ſtändig neu hergerichtet, ſofort beziehbar,
an eine ruhige Familie zu vermieten.
Näh. im Hauſe Biemar=kſtr 29 part. (12258a
Große 6=Zimmerwohnung
für Bureau oder Geſchäftszwecke ſehr
geeignet, mit vielem Zubehör, Mitte
der Stadt, ſofort zu vermieten. Näh.
Schulſtraße 1.
(12511t
Nieder-Ramstädterstr. 51,
ſchöne 6=Zimmerwohnung mit allem
Zube=
hör per 1. Oktober. Näh. 1. St. (125171
96
Martinstrasse 72
iſt eine elegante Wohnung, enthaltend ſechs
Zimmer, Küche, Bad, Veranda, Gas und
elektriſches Licht, Fremdenzimmer
Mädchen=
zimmer, Mitbenutzung der Waſchküche,
Bügelzimmer, Bleichplatz und Trockenboden,
auf 1. Oktober zu vermieten, eventuell auch
früher. — Näheres Martinſtraße 74 bei
C. W. Braun.
(B12908ids
5-Zimmerwohnung
nebſt Küche, Speiſek., Mädchenzimmer
auf der Etage und Zubehör a. 1. Juli
zu verm. Preis 750 Mk. Einzuſehen
zwiſchen 10 und 4 Uhr
Friedrich=
ſtraße 21, 1. Stock.
(7248ids
Klappacherstr. 11, 1. St.,
völlig neu hergerichtete Wohnung
mit fünf Zimmern, Fremdenzimmer,
Bad, elektr. Licht uſw., ſofort oder
ſpäter an ruhige Leute zu vermieten.
(B11411ids
Gartenſtraße 20
ſchöne 5=Zimmerwohnung, 3. Stock, mit
allem Zubehör, Bleichplatz, großer
Trocken=
boden ꝛc. per 1. Oktober zu verm. Näheres
Mathildenplatz 8, I., bei lacoby, bis 10 Uhr
morg. u. 5—6 Uhr nachm. zu erf. (12007a
Die ſeitherige Wohnung
des Herrn Stabsarztes Dr. Wagner iſt
wegen deſſen Verſetzung per 1. Oktober,
event. früher, zu vermieten. Die Wohnung
(2. Stock enthält 5 Zimmer Küche,
Vorrats=
kammer. großer Vorplatz, Balkon, rückwärts
große Veranda mit freiem Ausblick in
Gär=
ten, Bad, Gas, elektr. Licht, 2 Manſarden,
2 Keller, Waſchküche, Bleichplatz u.
Trocken=
boden. Die Wohnung wird ganz neu
her=
gerichtet und werden Wünſche wegen
Ta=
pete u. dergl. berückſichtigt. Sämtl. Räume
werden von der Sonne durchſchienen.
Dieſelbe Wohnung im 1. Stock,
ſeit=
her von Herrn Muſikakademie=Beſitzer
W. Schmitt bewohnt, iſt wegen deſſen
Um=
zug in eigenes Haus per 1. Juli, event.
ſpäter zu vermieten. Preis jeder Wohnung
1000 Mk. Zu erfragen Saalbauſtr. 38, bei
(12498a
Jean Lotz, im Laden.
Ecke Gartenstrasse 26
ſchöne 4=Zimmerwohnung mit all. Zubehör
per 1. Juli zu verm. Näh. part. (11142t
Roßdörferſtraße
4 Z. nebſt Zubehör, Mk. 550, ſofort zu verm.
Auskunft Wendelſtadtſtr. 40, I. (12045ids
12598imds) Viktoriaſtr. 77, part., ſchöne
=Zimmerwohnung mit Badez. Balkon u.
allem Zubehör per 1. Okt. Näh. 1. Stock.
4=Zimmer=Parterrewohnung
per 1. Oktober zu vermieten (12930ids
Neckarſtraße 10.
Fuhrmannstrasse 14
neuzeitlich hergerichtete 3=Zimmerwohnung
per 1. Juli zu vermieten.
(11365t
B12508) Neue Niederſtraße 11, Drei=
Zimmer, Manſarde alles unt. Glasabſchluß
pro Monat Mk. 20.— per Auguſt zu vm.
*15642im) Wienersſtraße 52, 68, 3=,
2=Zimmerwohnung bis 1. Juli.
*15699ids) Arheilgerſtr. 16 eine freundl.
Drei=Zimmerroohnung zu vermieten an
ruhige Leute.
Seitenbau,
Nieder=Ramſtädterſtr. 13, ſchöne Drei=
Zimmerwohnung ſofort zu vm. (*15718im
10984ids) Karlſtraße 46, 2 Zimmer im
Hinterhaus ſofort zu vermieten.
B12417ids) Beſſungerſtr. 77 kl. 2=
Zim=
merwohnung zu vermieten
Soderſtraße 21
geräumige 2=Zimmerwohnung in neuem
Seitenbau per 1. Juli zu verm. Näheres
(128294as
Narderhaus. Taneterladen
Eine
ſchöne 2= Zimmerwohnung
per 1. Juli zu vermieten. (11424t
Näheres bei
Deuster, Marktſtr. 2.
Frhacherstrase 9, . Stock,
1 gr. 2=Zimmerwohnung, Waſchküche und
Bleichplatz, ſonſt. Zubehör, ſofort zu verm.
Näheres Hinterhaus parterre. (*15705im
*15677) Eine freundl. Wohnung, 2 Zimm.,
Küche zu vermieten Langegaſſe 18.
*15726) Hochſtraße 10 kleine 2=
Zimmer=
wohnung zu vermieten.
Mühlstrasse 9
eine 1=Zimmerwohnung im Hinterbau zu
(12401is
vermieten.
ie Gatbrirden
mit Stallung u. Waſſer von Januar 1911
ab zu vermieten. Näheres vormittags
(B12270ids
Martinſtraße 14, II.
12513ids) Die ſeither von der Fa.
Hof=
ofenfabrik und Plattengeſchäft Inhaber
Max Kienzle innegehabten Räume
Frank=
furterſtraße 26, nebſt großem Hof, ſind
getrennt oder zuſammen zu vermieten. Zu
erfragen Aliceſtraße 2, parterre.
*15686ims) Mühlſtraße 26 ein ſchönes
Büro, 2 Räume, mit oder ohne 4=
Zimmer=
wohnung, neuzeitlich eingerichtet. Näheres
Stiſtſtraße 59, parterre.
Helles Parterrelokal
geeignet für Büro, Atelier, Laden mit
Werkſtatt, auf Wunſch mit 3—4=
Zimmer=
wohnung, per 1. Oktober zu vermieten
12931ids)
Reckarſtraße 10.
1. Parterre=
Mathildenplatz 8 Raum per
1. Juli zu vermieten. Näheres zu erfahren
im 1. Stock, Jacoby.
(12906a
*15676im) Werkſtätte mit Nebenraum
zu vermieten Maadalenenſtraße 3.
Großer Laden
m. Nebenraum od. Magazin zu vm.
Näh. Gollarlus, Bleichſtraße 53. (59is
Meerertere r e
mit u. ohne Wohnung zu vermieten.
Läden.
Zwei ſchöne Läden, neu erbaut, in der
Eliſabethenſtraße, mit je 3= und 4=
Zimmer=
wohnung, doppeltem übereinander
befind=
lichem Keller und allem Zubehör zu dem
Preiſe von 1250 Mk. — Näheres am Bau
ſelbſt von vorm. 9—11 und nachmittags
3—5 Uhr.
(12686a
Ladeh
im Zentrum der Stadt
für 350 Mark pro Jahr In
dem=
ſelben Hauſe eine Zwei=
Zimmer=
wohnung mit großer Veranda für
250 Mark pro Jahr. Näheres bei
Deuster, Marktſtraße 2. (12819if
Mete Zimmer
7551ics) Neckarſtr. 26, 2. St., fein möbl.
Wohnzim. nebſt Schlafzim. ſofort zu verm.
12515ids) Eliſabethenſtr. 23, II., m. Z. z v.
12050ids) Hügelſtraße 32, part., möbl.
Zimmer zu vermieten.
12439a) Gebildete Herren oder Damen
finden gemütliches Heim bei beſſerer
Dame. Beſte Verpflegung, eleg. Zimmer,
Bad in der Wohnung, vorzügliche Küche.
Offert. u. V 51 an die Exped.
12204a) Eliſabethenſtraße 35, Htb. II. I.,
bei Paus, a. möbl. Zimmer ſofort billig.
12528ids) Soderſtr. 16, 2. St. l., möbl.
Zimmer mit od. ohne Penſion ſof. zu verm.
12419a) Schuchardſtraße 13, II., einf.
möbl. Zimmer zu vermieten.
*15467sim) Landwehrſtraße 17, part.,
nettes, einfach möbliertes Zimmer, event.
mit Penſion, zu vermieten.
Hügelstrasse
gegenüber Palaisgarten, großes ſchön
möbl. Zimmer zu verm. Näh. Kakao=
Stube, Schützenſtraße 1.
(*15495sid
19tapaich Bleichſtraße 26 (Gartenhaus
1. Stock) freundlich möbl. Zimmer an anſt.
Herrn zu vermieten.
*15514sim) Marktplatz 7, I., Vorderhs.,
ſchön möbl. Zimmer mit Balkon u. Penſ.
*15511si) Kiesſtr. 14, part., ein gut
möb=
liertes großes Zimmer mit ſeparatem
Ein=
gang zu vermieten.
12600t) Landwehrſtraße 13, 1. Stock,
ſchön möbliertes Zimmer zu vermieten.
12527a) Bleichſtr. 45, 1. St., ſchön möbl.
Zim. m. od. ohne Penſ. an 1, auch 2 Herren.
Heidelbergerstr. 29, 1. St.,
möbl. Zim. mit Penſ. 50 M. p. Mon. (B12000t
9833t) Luiſenſtr. 6, 3. St., möbl. Zimmer.
12065t) Eliſabethenſtraße 31, I. Stock,
möbl. Zimmer mit oder ohne Penſion.
12179t) Eliſabethenſtraße 26 (b. Klein)
einfach möbliertes Zimmer per 1. Juli an
anſtändiges Fräulein zu vermieten.
12296t) Viktoriaſtr. 24, I., möbl. Zimmer.
12607t) Nieder=Ramſtädterſtraße15, II.,
gut möbl. Zimmer mit Penſion zu verm.
*11698t) Liebigſtraße 5, II., fein möbl.
Wohn= und Schlafzimmer zu vermieten.
*15318fsoi) Mühlſtr. 10, part., ſep. möbl.
Zimmer mit Kaffee für 18 Mk. ſofort.
12672t) Grafenſtraße 20, II. I., gut
möbl. Zimmer zu vermieten.
12771t) Saalbauſtraße 16 möbl. Zim.
zu vermieten. Näheres daſelbſt parterre.
12793a) Eliſabethenſtr. 43, II. I., Hths.,
ſchön möbl. hell. Zim., ſep. Eing per 1. Juli.
*15523soi) Heinheimerſtr. 22, I. r., ſchön
möbliertes Zimmer, eventl. mit Penſion,
per ſofort zu vermieten.
*15522soi) Roßdörferſtraße 14½ bei
Heuſel, möbl. Eckzimmer mit 3 Fenſter
ſofort billig zu vermieten.
10812a) Grafenſtr. 13, 1. St., mbl. Z.
12883a) Soderſtr. 114, 1. St., ſchönes
großes möbl. Zimmer, in freier Lage, per
ſofort oder ſpäter.
Nieder-Ramstädterstr. 51,
1. St., ſchön möbl. Zimmer p. ſof. (12518if
11137a) Dieburgerſtr. 50, 3. St., ſehr
freundl. großes möbliertes Zimmer zu verm.
*15645ims) Ecke Marienplatz und
Saal=
bauſtraße 41, 1. St., möbl. Zimmer mit
ſepar Eing. u. voller Penſion per 1. Juli.
*15647imd) Karlſtraße 12, 3. St., frdl.
möbl. Zimmer per ſof. od. 1. Juli zu vm.
*15707im) An beſſeres Fräulein hübſch
möbl. Zimmer preiswert zu vermieten
Liebfrauenſtraße 93.
*15678imd) Hügelſtraße 65½, I., eleg.
möbl. Wohn= v Schlafzimmer zu vermiet.
*15689mdfs) Schützenſtr. 14, 2 Treppen,
freundliche Schlafſtelle billig zu vermieten.
Wohn- u. Schlafzimmer
gut möbliert (mit Gas), in ſchöner, freier
Lage, ab 15. Juli oder ſpäter zu vermieten
12026ids)
Liebigſtraße 4, 3. Stock
12905a) Kranichſteinerſtr. 6, Stb., 1. St.,
ſchön möbl. Zimmer, pro Woche 3 Mk., ſof.
*15660) Saalbauſtraße 28, III., 1 auch
2 fein möbl. Zimmer ſofort zu vermieten.
12903a) Waldſtraße 30 möbl. Wohn= u.
Schlafzimmer zu vermieten bei Liß.
*15672imdf) Eliſabethenſtr. 37, 2. Stock,
großes, ſchönes Zimmer mit 2 Betten an
2 beſſere Herrn per ſofort zu vermieten.
*15670imdf) Gartenſtr. 26, am
Herrn=
garten, ſchön möbliertes Zimmer ſofort
ab=
zugeben. Näheres parterre.
*15653im) Luiſenſtraße 6, 2. St., ſchön
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer m.
Schreib=
tiſch u. ſep. Eingang per 1. Juli zu verm.
*15673imd) Ein möbliertes Zimmer
zu vermieten an einen anſtändigen Herrn
oder Dame bis 1. Zuli. Näh. Erpedition.
*15710im) Schuchardſtr. 11, II., r., ein
möbl. Zimmer, ſeparat, zu vm. Preis 15 Mk.
2. St., ſchön möbl. Zimmer m.
Markt 1, 2 Fenſter per ſofort. (12941t
Soderstrasse 4, III.,
iſt ein gut möbl. Zimmer mit Schreibtiſch
zu vermieten.
(12945a
*15r27imdh) Eckhardtſtraße 5, part. r.,
gut möbl. Zimmer, ſep. Eingang.
*15736imd) Kaſinoſtraße 16, Seitenbau,
ein möbl. Zimmer zu vermieten.
12947t) Eliſabethenſtraße 49, part., eleg.
möbl. Zimmer u. gut mähl. Zimmer p. ſof.
1 vollſt. faſt neues Bett rahmen und
Wollmatratzen, 1 Sofa, 2 runde Tiſche,
1 Nachttiſch, 1 Spiegel, große Badewanne,
1 Sitzbadewanne, 2 eiſ. Bettſtellen m.
Stroh=
matratzen, noch verſchied. billig zu verkaufen
*15704)
Gervinusſtraße 69, 1. Stock.
Kleines Harmonium
36 Mk., Sofa, ſchw. Damaſt 22 Mk., beides
gut erh., zu verk. Clemensſtr. 11. (*15700im
(Altertum), 1 Meſſer=
1 Kleiderſchrank putzmaſchine u.
ver=
ſchied. Schlachtgeräte zu verkaufen (*15702
Arheigerſtraße 14, Hinterbau, 2. Stock.
Handhaus
neu erbaut, bei Traiſa, am Walde gelegen,
6 Zimmer mit Zubehör, angelegter Ge.
Gerene
Flächeninhalt 2400 qm, unter günſtie‟
dingungen zu verkaufen.
(* untelkik
Näh. Nieder=Ramſtädterſtr. 51, Ien Tſock.
Haus mit Werkſtatt, paſſ. für Sparner,
Glaſer ꝛc., iſt wegen Aufngen des
Geſchäftes zu verkaufen, event.
dkſtatt
mit Wohnung zu vermieten. — Offerten
unter W. 68 an die Expedition dieſes
Blattes erbeten.
(*15412fid
Geschäftshaus
in der Schulstrasse,
Flächen=
inhalt über 700 (=Meter, unter
äußerſt günſtigen Bedingungen
zu verkaufen.
(12366a
Näh. im Immobilienbureau von
Hermann Marx
Telephon 1468. Grafenstr. 23½, III.
Für ſtrebſamen Anfänger
iſt in einem Landſtädtchen mit ſtarker
auf=
blühender Induſtrie ein ſchönes, neu
er=
bautes, für Metzgerei und Wirtſchaft
geeignetes Anweſen unter kulanten
Be=
dingungen zu verkaufen.
(12854soi
Das Städtchen iſt ganz in der Nähe
Darmſtadts, hat gute Bahnverbindung.
Das Anweſen liegt in guter Lage und iſt
für obiges Geſchäft geſicherte Zukunft.
Offerten unter 2 25 an die Expedition.
In Darmſtadt
iſt in ſehr frequenter Lage ein kleineres
Geſchäftshaus ſehr preiswert zu verkaufen.
Reſlektanten erhalten Auskunft durch
B12909) C. W. Braun, Martinſtr. 74.
Landhaus in Auerbach
mit hübſchem Garten tauſche gegen 3= oder
4=Zimmerhaus. Offerten unter 2 53 an
die Expedition dieſes Blattes.
(*15679im
Kaufe Villa
an der Bergſtraße, wenn mein Zinshaus
in Zahlung genommen wird. Offerten unt.
2 51 an die Expedition ds. Bl. (*15681im
Tausch!
Tauſche meine Villa an der Bergſtraße
gegen anderen Beſitz. Offerten unter 252
an die Expedition ds. Bl.
(*15680im
eh
ein ien mge
auf Haus m. d. Stadt von pünktlichem
Zinszahler geſucht. Offerten unter W 7 an
die Expedition ds. Bl.
(*15240msi
ſucht auf
Junger Geſchäftsmann 5 Jahre
2000 Mark mit guten Zinſen, ſowie
jähr=
liche: Rückzahlung von. 400 Mark zu
leihen. Offerten unter W. 90 an die
Expedition d.
(12761soim
gibt 6000 Mk. auf Geſchäfts=
Wer haus mit einigen Morgen Feld
zu 4 Prozent? Offerten unter H 150
hauptpoſtlagernd.
(*15730
Teilhaber
t. oder ſt. mit 2—3 Mille für lukratives
Unternehmen geſucht. Gewinn 30 — 35%.
Off. u. A. K. poſtl. Bensheim. (*15610oi
Intelg. Herr kann mit ca. 1000 Mark
in einem Jahr über zehntaufend Mark
erwerben. Gefl. Offerten an O. H.
Taunusstrasse 52, II. I.
(*15723
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 28. Juni 1910.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 25. Juni. (
Börſen=
wochenbericht.) Die Börſe zeigte während der
ganzen Geſchäftswoche eine große Zurückhaltung, die
auch von der Spekulation ausgeübt wurde. Die
Meld=
ungen ſind allerdings auch nicht zum Beſſeren. So
ſollen die Ernteausſichten an verſchiedenen Stellen,
auch in Amerika, wieder ungünſtig geworden ſein;
ferner lagen aus New=York wieder mattere Kurſe vor.
Die Regierung der Vereinigten Staaten verfolgt
un=
ausgeſetzt den Plan, ihre Kontrollmaßregeln überall
zur Ausführung zu bringen. Nach einer Rede, die der
Generalanwalt letzthin gehalten hat, will die dortige
Regierung auch die Beaufſichtigung der
Bahnemiſſio=
nen anſtreben. All’ dieſe Regierungsabſichten ſind zum
Beſten und Vorteil der Allgemeinheit; aber dies paßt
nicht den mächtigen Börſen= und Induſtrie=Magnaten,
die noch manche Kursbewegungen inſzenieren werden
ehe ruhigerer Wandel eintritt. Weiterhin war der
internationale Markt verſtimmt auf den erneuten
Rückgang der Kupferaktien und auf die Schätzung von
15 Millionen Pfund Zunahme der Metallvorräte im
laufenden Monat. Erfreulich iſt hingegen das flüſſige
Geld, was die Bank von England vielleicht veranlaſſen
dürfte, an eine weitere Ermäßigung ihrer Diskontrate
auf 2½ Prozent zu denken und, falls dieſe Maßnahme
erfolgt, auch die übrigen Banken zu ähnlichen
Herab=
ſetzungen ermuntern wird. Dieſe Geldabundanz
kommt ſehr den verſchiedenen Emiſſionen der
feſtver=
zinslichen Werte zuſtatten, die glatt aufgenommen
werden.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend,
lagen deutſche Renten recht feſt; man glaubte größere
Spekulationskäufe darin zu bemerken; ferner
bekun=
deten türkiſchen Werte gute Haltung auf das Expoſé der
Deutſchen Bank über die türkiſchen Eiſenbahn=
Ein=
nahmen. Oeſterreichiſch=ungariſche Renten waren
ab=
geſchwächt auf die Nachrichten über ſehr ſtarke
Regen=
fälle im ungariſchen Erntegebiet, welche die
glänzen=
den Erntehoffnungen etwas beeinträchtigen.
Mexi=
kaner ebenfalls niedriger. Die mexikaniſche
Konver=
ſionsoperation iſt, nach einer Zeitungsnachricht, auf
den Herbſt verſchoben worden.
&Malm Bahnenmarkt waren Meridional bis 133,50
Ktagemgig, da ſcheinbar aus dem Beſitz des falliten
ager zultungsratsmitglieds, des Grafen Giovannangelo,
Osarmſttreiches Material an den Markt kommt. Lom=
(Südbahn) ſind faſt unverändert. In Wien
zurzeit Verhandlungen der Südbahn=
Priori=
rtreter ſtatt, denen auch franzöſiſche Delegierte
0
Weinſehgen. Es verlautet darüber offiziell, daß die
Veryandlungen über den Fragenkomplex, nach
Aus=
tauſch mit dem Finanz= und Eiſenbahnminiſter, im
Herbſt ſtattfinden werden. Hamburger Paketfahrt und
Norddeutſcher Lloyd ſchließen niedriger. Schantung
ohne Veränderung (139,25). Banken waren ſtill und
verzeichnen nur unweſentliche Kursänderungen. Das
Montangebiet war im ganzen eher ſchwach. Die
Aus=
führungen des Generaldirektors Kirdorf in der
Ge=
neralverſammlung der Gelſenkirchener Geſellſchaft
lau=
teten recht vorſichtig über die Lage unſerer Induſtrie.
Einzelne Aktien, wie Phönix und Deutſch=
Luxembur=
ger, konnten ſich indes befeſtigen.
Am Kaſſainduſtriemarkt vollzogen ſich weiterhin
be=
deutende Gewinſtrealiſationen, ſodaß zumeiſt
Kurs=
einbußen erfolgten; nur Chemiſche Aktien waren zum
Keil höher. Elektrizitätswerte waren zeitweiſe
beleb=
ter auf eine Berliner Meldung, daß die Allgemeine
Elektrizitätsgeſellſchaft und die Siemens=Geſellſchaft
beabſichtigten, für die nunmehr der Privatinduſtrie
überlaſſene Elektrifizierung der Strecke Köln-
Düſſel=
dorf eine Geſellſchaft mit 12 Millionen Kapital zu
gründen. Kolonialaktien waren matt, Deutſche
Kolo=
nialgeſellſchaft für Südweſtafrika 14.70 B, Otavi 221.90,
South=Weſtafrika 189, Territories 10½, Illkirchener
Mühlenwerte wurden zu 127.20 gehandelt; Fahrzeug
Eiſenach ſind 4½ Prozent unter dem Einführungskurs
und ohne merkliche Beachtung (128). — Etwas mehr
geſucht ſind Hoch= und Tiefbauten (77½).
Von Loſen notieren: Augsburger 39.—,
Braun=
ſchweiger 210.40, Meininger 39.—, Finnländer 199.— G,
Papepnheimer 75.25, Freiburger 59.60, Türkiſche 183.60,
GGenua 223.50, Ungariſche 388 G, Mailänder 45=Fr.
(143.90, Mailänder 10=Fr. 30.50, Venediger 39.75, in
Reichsmark; Gothaer Prämie I 140.—, Gothaer
Prä=
mie II 116.25, Donau=Regulierung 151.40, Madrider
78.25, in Prozent; ferner ſchließen: 4proz. 1918er
Reichs=
anleihe 101.85, 3½proz. Reichsanl. 93.—, 3proz.
Reichs=
ranleihe 84.60, 4proz. Heſſen von 1899 100.90 P 4proz.
Heſſen von 1906 100.90 G, 4proz. Heſſen von 1908 und
(1909 101.20, 3½proz. Heſſen 91.70 G, 3proz. Heſſen 80.80,
(4proz. Darmſtädter 100,40 G, 3½proz. Darmſtädter
(91.50 G, Darmſtädter Bank 130.20, Süddeutſche
Eiſen=
bahngeſellſchaft 122.80 G, Baltimore and Ohio 111.10,
Aproz. Heſſiſche Landeshypotheken=Pfandbriefe (Serie
118—20) 101.60 G, 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (Serie
9—11) 92.40 G, 4proz. Kommunal=Pfandbriefe (Serie
10—12) 101.40 G, 3½proz. Kom.=Pfdbr. (Serie 1—3)
92.80 G, 3½proz. Kom.=Pfdbr. (Serie 4) 92.40 G, 4½proz.
Ruſſen 100.20 G, 4proz. 1902er Ruſſen 92.50, 3¼proz.
(Ruſſen 88.60 6, 3½proz. Ruſſen 84.60 G, 3prpz. Ruſſen
V6.80, 4½proz. Japaner 97.60, 4proz. Japaner 93.50 G,
Privatdiskont 3¼ Prozent.
Sport.
— Die zweite Mannſchaft des Fußballklubs „
Vik=
toria 1909‟ ſiegte am Sonntag überlegen mit 50
Toren über die gleiche Mannſchaft des Fußballklubs
„Germania”=Arheilgen.
* Bei den national=olympiſchen
Spie=
len zu Fulda am Sonntag errang Herr Aug.
Be=
ringer von der Leichtathletikabteilung des
Fußball=
klubs „Olympia=Darmſtadt 1898” im
Stabhoch=
ſprung den erſten Preis (Ehrenpreis) und je einen
drit=
ten Preis in Freihoch und Speerwerfen. Die
Leiſtun=
gen wurden durch den aufgeweichten Boden ſehr
beein=
trächtigt.
Sr. Deutſches Derby. Mit einem großen
Triumphe für die de u t ſche Z ucht hat der
Kampf um das „Blaue Band” in Hamburg=Horn
ge=
endet. Während keiner der vier Abgeſandten des
Nach=
barlandes ſich zu plazieren vermochte, gelang es, wie
ſchon gemeldet, Orient, an den vorjährigen Erfolg
von Arnfried anzuknüpfen und das Deutſche Derby in
ganz überlegenem Stil gegen die deutſchen Pferde Star,
Kalchas und Mikado III für das Königliche Hauptgeſtüt
Graditz zu gewinnen. Erſt an fünfter Stelle endete als
Erſter der vier Oeſterreicher Korſarz. Auf den
Ueber=
raſchungserfolg von Conto Loro erfolgte im Pokal von
Hamburg der leichte Sieg von der Graditzerin
Abend=
luft, die vom Start ab die Situation gegen die
Oeſter=
reicherin Nix beherrſchte. Ein gutes Vorzeichen für
die Ausſichten von Orient im Derby. Nach dem von
Peter und Paul nach Gegenwehr gewonnenen
Gylden=
ſteen=Erinnerungsrennen fand das Publikum reichlich
Gelegenheit, die Derbykandidaten bei der letzten
Toi=
lette zu muſtern. Das allgemeine Vertrauen wandte
ſich immer mehr dem glänzend ausſehenden Orient zu,
der als heißeſter Favorit ins Rennen ging. Nach der
üblichen Parade vor der Tribüne kanterte das Feld
zum Start. Dort ſtanden innen Cola Rienzi, Hort
und Orient, dann kamen Saraſate, Kalchas und Star,
und ganz außen Mikado III, Kſiaze Pan und Walther
Stolzing. Nach kurzem Aufenthalt fällt die Flagge zum
guten Start. Orient und Kalchas führten zunächſt
neben=
einander vor den Tribünen vorbei. Die nächſten Plätze
beſetzten Walther Stolzing und Saraſate vor Korſarz
und Mikado; Nagy=ur war Drittletzter vor Hort und
Cola Rienzi. Gleich hinter den Tribünen im
Wands=
becker Bogen ging Orient allein an die Spitze vor
Kal=
chas. Ohne weſentliche Veränderung kommt das Feld
auf die gegenüberliegende Seite. Nach dem 1300 Meter=
Pfoſten ſah ſich Korſarz vorgeſchoben, geht an Orient
vorbei an die Spitze und führt nunmehr vor dem
Gra=
ditzer. Kalchas Walther Stolzing, Mikado und Star
folgen vor dem übrigen Rudel. Im Horner Bogen
ver=
beſſert Hort ſeinen Platz, dagegen fällt Cola Rienzi und
Littoral geſchlagen zurück. Kurz vor Erreichen des
Einlaufs geht Orient an Korſarz heran, dichtauf folgen
Kalchas, W. Stolzing, Mikado und Hort, während von
den anderen keiner mehr nach vorn zu kommen
ver=
mag. Als Jockei Bullock in der Geraden Orient den
Kopf frei gibt, zieht der Bona Viſta=Sohn unter lautem,
ſich von Platz zu Platz fortpflanzendem Jubel
über=
legen von dem Feld hinweg, um im Kanter mit vier
Längen Vorſprung als Erſter das Ziel zu paſſieren.
Hinter ihm kämpft ein Rudel um die Plätze. Star wird
um eine halbe Länge Zweiter vor Kalchas, den die
gleiche Entfernung von Mikado III trennt, Korſarz
Fünfter. Die Zeit des Siegers beträgt 2:36,6, bleibt
alſo hinter der vorjährigen von Arnfried mit 2:35,4
er=
heblich zurück. Lauter Beifall begrüßte dann Jocke:
Bullock mit dem kranzgeſchmückten Orient bei der
Rück=
kehr zur Wage. Oberlandſtallmeiſter Graf Lehndorff.
teilte den glänzenden Sieg des Graditzers dem Kaiſer
telegraphiſch mit.
Im Deutſchen Derby wurden im ganzen
191 100 Mark umgeſetzt, davon 97520 Mark auf
Sieg und 93 580 Mark auf Platz. Die Eventualquoten
waren: Nagy=ur 112:10, Littoral 699110, Saraſate
397:10, Kalina 669:10, Korſarz und Kſiaze Pan 72:10,
Mikado III und Star 125:10, Cola Rienzi 394:10,
Stol=
zing 886:10, Hort 59:10.
Die Gewinnſumme des Königlichen
Haupt=
geſtüts Graditz hat ſich durch die letzten großen
Er=
folge von Orient ſtark dem dritten Hunderttauſend
ge=
nähert und beträgt nunmehr 280835 Mark gegen 308000
Mark zur gleichen Zeit im Vorjahre. Auf den
Derby=
ſieger Orient entfällt davon mit 133 100 Mark der
Lö=
wenanteil, der Union=Sieger Wandersmann gewann
44 150, Abendluft 15000, Oſtende 14000, der
eingegan=
gene Stoßvogel 9180 und Wache 9000 Mark. Die
ge=
ſamte Gewinnſumme von Orient beträgt 150100 Mk.
— Das Deutſche Derby hat Graditz im ganzen ſechsmal
gewonnen, und zwar 1886 mit Potrimpos, 1891 mit=
Peter, 1893 mit Geier, der mit Hauptmann
Spieker=
manns Hardenberg im toten Rennen endete, 1898 mit
Habenichts, 1909 mit Arnfried und 1910 mit Orient. Im.
ganzen wurde das Deutſche Derby, früher
Norddeut=
ſches Derby genannt, 42mal gelaufen. 26mal ſiegten
deutſche, 15mal öſterreichiſch=ungariſche Pferde, während
einmal Dänemark triumphierte.
Rr. Das Match Guignard-Walthour ging
am Sonntag in Dres den vor etwa 5000
Zu=
ſchauern vor ſich. Walthour erreichte in allen drei
Läu=
fen zuerſt Anſchluß, mußte aber jedesmal nach wenigen
Runden den vorzüglich fahrenden Franzoſen an ſich
vorbeilaſſen. Im dritten Lauf erlitt Walthour
Rad=
defekt durch Kettenbruch und verhütete nur durch große
Geiſtesgegenwart einen gefährlichen Sturz. Das
ge=
nque Reſultat war: 20 Kilometer=Lauf: 1. Guignard,
14 Minuten 45,4 Sekunden; 2. Walthour, 1½ Runden
zurück. — 2. Lauf. 25 Kilometer: 1. Guignard, 18114,3;
2. Walthour, eine halbe Runde zurück. — 3. Lauf. 30
Kilometer: 1. Guignard, 22:24,1; 2. Walthour,
Ketten=
defekt, 10 Runden zurück.
Srinr=Gier
friſcheſte Land=Eier
(garantiert reinſchmeckend)
10 Stück 83 Pfg.
25 Stück 2.05 Mk.
andere Sorten
10 Stück von 48 Pfg.
empfiehlt (12916id
Darmstädter
Eiergror
dei
Mathias Rosenstock
18 Ludwigſtraße 18.
Telephon 490.
Günſtige Gelegenheit
gebr. Pianino 250.− Mk., zu verkaufen.
Karl Arnold, Ecke Erbacherstrasse
Telephon 892.
(10974a
Wegen Umzug
O
billig zu verkaufen
(Kiesſtraße 101)
kupf. Badeofen f. Holz= u. Kohlenf. 30 Mk.
Waſchmaſchine mit Feuerung 20 Mk.
Waſchtopf mit Einſatz 5 Mk.
eiſerner Gartentiſch, rot geſtr., 5 Mk.
Treppenläufer mit Stangen 6 Mk.
Brotſchneidemaſchine 2 Mk.
Flur=Gasarm 2 Mk.
(12894
mit Strohſack u. Kopier=
Bettſtelle preſſe zu verk.
D. R. P. 183, 191, 184, 214, 215
aus sämtlichen Teilen des Getreidekorns
wohlschmeckend — leicht verdaulich
8
von grossem Nährwert.
Alleinige Hersteller:
el Brotlabrik Hautz & Holmann.
Zu haben in dem Verkaufsladen der Fabrik: Ecke
Dieburger- und Heinheimerstrasse
Filialen: Schulstrasse 16
Ecke Pareus- u. Kahlertstrasse
sowie in den durch Plakate erkenntlichen Niederlagen. (12932
*15661)
Kirchſtraße 10, L
Doppelponi
mit Break, dasſelbe iſt geeignet für Bäcker
und Metzger, kann auch einzeln abgegeben
werden zu billigem Preis. Näheres in der
Expedition=ds. Bl.
(*15461s:
Beerdigungsgeschäft
Heinrich Georg
Dieburgerstrasse 32.
(12043a
Dleiner Röderherd zu kaufen geſ. Jährlag,
Roßdörferſtraße 26.
(*15641im
in gut
er=
billig
Ehaltener Sitz= u. Liegewagen
verkaufen Mollerſtraße 37, 2. St. (*1563
Fiſerne Bettſtelle, Holzkoffer,
Bücher=
etagere billig abzugeben
(*15640
Nieder=Ramſtädterſtraße 54, 3. Stock.
billigſt Wülh. Castan,
Kirchſtraße 5
(4723a
Techn,
Gummiwaren.
Treibriemen
aller Arten.
Masch.-Oele
dir, Imports.
Kons. Fette
Holz-
Riemen-
scheiben.
Putzwolle.
Wasserstands-
Gläser.
Verpackungen
alle Sorten.
Alle Arten
Oeler.
Telephon
Nr. 200.
(12924a)
6
äfe
E.
*6
2
5
8
Gelegenheitskauf!
erſtkl. Fabrikat, faſt wie neu,
Fahrrad, mit Torpedo=Freilauf u.
Rück=
trittbremſe für 65 Mk. zu ver. bei Ed. Jung=
(*15650
hans, Wilhelmſtr. 51, 2. St.
iſteine noch neue, wenig
Wegen Abreiſe gebrauchte Opel=Näh=
(*15644
maſchine billig zu verkaufen.
Näheres in der Exped. ds. Bl.
Ein faſt neuer Sitz=Liegewagen zu verk,
Cebenda verſchiedene Kinderſachen
*15652)
Pankratiusſtraße 14½=
Ein ſeidenleinenes Jackenkleid