Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bet
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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wärts nehmen die Poſtämter u. die
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
138.
Donnerstag, den 16. Juni.
1910.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Die Reichstagserſatzwahl in Friedberg=Büdingen.
* Die Reichstagserſatzwahl in
Fried=
berg=Büdingen hat im ganzen das Reſultat
gezei=
tigt, das man vorausgeſehen hatte und ſteht unter
dem=
ſelben Zeichen, wie alle Nachwahlen, die ſeit der
Reichs=
finanzreform ſtattgefunden haben. Nach den bisherigen
Mitteilungen erhielten: der gemeinſame Kandidat der
Nationalliberalen und Freiſinnigen van Calker 4379, der
Kandidat des vom Zentrum und den Antiſemiten
unter=
ſtützten Bundes der Landwirte von Helmolt 6310 und der
ſozialdemokratiſche Kandidat 9419 Stimmen. Bei der
Hauptwahl im Januar 1907 entfielen auf: Graf Oriola
(nl.) 8492, Buſold (Soz.) 7234, Bähr (Antiſemit) 3299 und
Dr. Strecker (linkslib.) 1472 Stimmen. Es wurden alſo
bei der diesmaligen Wahl, auch wenn man die zwei noch
fehlenden kleinen Ortſchaften mitberückſichtigt, 2—300
Stimmen wenigen abgegeben als im Jahre
1907.
Ueberraſchend iſt, wie geſagt, das Reſultat nicht
ge=
kommen. Mag auch der geringe Erfolg des gemeinſamen
liberalen Kandidaten Enttäuſchung hervorgerufen haben,
ſo muß man doch berückſichtigen, daß der frühere
Abgeord=
nete Graf Oriola zwar als Nationalliberaler gewählt war,
aber eben ſo ſehr und noch mehr die Intereſſen des
Bun=
des der Landwirte vertrat und bei der Reichsfinanzreform
ſich ſogar von den Nationalliberalen trennte und zu dem
„ſchwarz=blauen Block” überging. Da er alſo als
Mit=
vertreter des Bundes der Landwirte viele Stimmen von
dieſem erhalten hat, ſo kann man die Stimmen, die der
rein liberale Kandidat diesmal weniger erhalten hat als
Graf Oriola, den Nationalliberalen nicht als Verluſt
an=
rechnen. Der Zuwachs der ſozialdemokratiſchen Stimmen
um mehr als 2000 kommt ebenſo wenig überraſchend und
führt uns von neuem zu Gemüte, daß es ſo nicht
weiter=
gehen kann.
Das Reſultat von Friedberg=Büdingen gibt auch
die Frage ernſtlich zu erwägen, ob die nationalliberale
Partei durch den Anſchluß nach links nicht eher verlieren
als gewinnen wird. Sie verdankt, z. B. auch in
Hanno=
ver, viele Mandate dem Anſchluß an den Bund der
Land=
wirte. Durch Zuſammengehen mit dieſem hätte ſie ſich das
Mandat in Friedberg=Büdingen, das der frühere
Abge=
ordnete bekanntermaßen nur der Unterſtützung des
Bun=
des der Landwirte verdankte, erhalten können. Die
natio=
nalliberale Partei hat das liberale Prinzip gerettet, aber
das Mandat verloren.
Da die Verhältniſſe nach der bei der
Reichsfinanz=
reform durch die Konſervativen erfolgten Sprengung des
Blocks, die ſo verhängnisvoll für die Geſtaltung der
innerpolitiſchen Lage geworden iſt, jetzt ganz anders
lie=
gen als im Jahre 1907 und die in den 4379 Wählern van
Calkers inbegriffenen Freiſinnigen ſich kaum werden
bereit finden laſſen, einem Kandidaten des Bundes der
Landwirte ihre Stimme zu geben, ſo muß man damit
rechnen, daß der Wahlkreis ebenſo wie der Wahlkreis
Uſedom=Wollin in der Stichwahl an die
Sozialdemokra=
ten verloren geht. In Friedberg=Büdingen liegen die
Verhältniſſe aber noch viel ungünſtiger, da der
ſozial=
demokratiſche Kandidat einen Vorſprung von mehr als
3000 Stimmen hat.
Erfreulich ſind dieſe Ausſichten nicht, aber der
Wahr=
heit ſich zu verſchließen und unſere traurigen
parteipoliti=
ſchen Verhältniſſe anders als ſie ſind und in möglichſt
roſigem Lichte zu ſchildern, wäre ebenſo zwecklos, wie es
verhängnisvoll werden könnte.
Spanien und der Datikan.
* Der Kölniſchen Zeitung wird aus Madrid gemeldet:
Daß der Vatikan anſtatt wegen der erwas liberalen
Auslegung des Artikels 11 der Verfaſſung eine ruhige
Haltung zu beobachten, die Maßregel heftig angreift und
es auf einen Bruch ankommen laſſen zu wollen ſcheint,
er=
füllt hier alle linksſtehenden Elemente mit großer
Befrie=
digung, da ſie hoffen, daß die Regierung dadurch veranlaßt
werden könnte, einen Schritt weiterzugehen. Die Preſſe
ſpricht die Anſicht aus, die unverſöhnliche Haltung des
Vatikans könne der Kirche nur zum Schaden gereichen.
Anſtatt ſich auf ihre religiöſe Aufgabe zu beſchränken und
einen rein moraliſchen Einfluß auszuüben, ſuche ſie ſich
in alle weltlichen Geſchäfte einzumiſchen und wirke aller=
wärts ſtörend, ſtoße jeden Andersdenken in fanatiſcher
Un=
duldſamkeit vor den Kopf und ſtelle die Geduld aller
Staa=
ten auf die härteſte Probe. — Eine gleich kräftige Sprache
führen auch die kirchlichen Blätter. Das Univerſo, das
Organ des Epiſkopats, ſchreibt, das Gebahren der
Regie=
rung ſei nicht liberal und demokratiſch, ſondern jakobiniſch,
ein Abklatſch des Vorgehens der franzöſiſchen Machthaber.
Die ſpaniſchen Katholiken ſeien jedoch nicht geſinnt, ſich
das gefallen zu laſſen, ſondern vielmehr entſchloſſen, wenn
nötig, dreinzuſchlagen. Sie ſeien beſſer gerüſtet als früher.
Der Liberal glaubt zu wiſſen, als Antwort auf
den Proteſt des Vatikans gegen das
könig=
liche Dekret, das die nichtkatholiſchen Kulte zur
Füh=
rung äußerer Abzeichen ermächtigt, habe die Regierung
ihrem Botſchafter beim Vatikan eine Note für den
Kar=
dinalſtaatsſekretär überſandt, in der es heißt: Das
frag=
liche Dekret habe mit dem Konkordat nichts zu
tun. Es bedeute daher keine diplomatiſche Inkorrektheit,
es handle ſich vielmehr um Maßnahmen der inneren
Ver=
waltung.
Der Matin meldet aus Madrid: Bezüglich der
Un=
terhandlungen zwiſchen dem Vatikan und der
Re=
gierung iſt mitzuteilen, daß die Verhandlungen bisher
keinen nennenswerten Schritt vorwärts gekommen ſind,
daß vielmehr die Beziehungen zwiſchen Spanien und dem
Vatikan ſich ſeit der Ueberreichung der letzten Note der
ſpaniſchen Regierung an den Vatikan noch bedeutend
zuge=
ſpitzt hätten und das Verhältnis noch geſpannter
gewor=
den ſei. Die Regierung iſt jedoch feſt entſchloſſen, alle
ver=
ſöhnlichen Mittel anzuwenden, die ihr irgendwie zu
Ge=
bote ſtehen, bevor ſie es zu einem Bruch mit dem Vatikan
kommen läßt. Sie will auf alle Fälle, daß das Recht auf
ihrer Seite bleibt.
Die Kretafrage und die Schutzmächte.
* Der Agence Havas wird aus London gemeldet: Es
iſt durchaus unrichtig, daß die franzöſiſche Regierung
eine Konferenz der Schutzmächte in London
vorgeſchlagen habe, die ſich mit der kretiſchen Frage
be=
faſſen ſolle. Eine Konferenz dieſer Art iſt weder von
Frankreich noch von einer anderen Macht vorgeſchlagen
worden. Wahr iſt lediglich, daß den Vertretern der
Schutzmächte in London nahegelegt worden iſt, die
kre=
tiſche Frage in vertraulichen Unterhaltungen,
in Fühlung mit dem britiſchen Auswärtigen Amt zu
erör=
tern, um dadurch Verzögerungen zu vermeiden, die
not=
wendig entſtehen, wenn die Verhandlungen über alle
Ein=
zelheiten zwiſchen den verſchiednen Hauptſtädten geführt
werden. Weiter iſt es unrichtig, daß die franzöſiſche
Re=
gierung die Regelung der kretiſchen Frage vorgeſchlagen,
und daß das britiſche Auswärtige Amt aus dynaſtiſchen
oder anderen Motiven dieſen Vorſchlag zurückgewieſen
habe. Bis heute iſt keinerlei Regelung vorgeſchlagen
worden.
Das Reuterſche Bureau veröffentlicht eine ähnliche
Erklärung über die Kreta=Angelegenheit
wie die Agence Havas, an derem Schluß es heißt: Wir
ſind ermächtigt, mit allem Nachdruck zu erklären, daß
ge=
genüber allen anders lautenden Nachrichten von
Zeitun=
gen des Kontinents in Bezug auf Kreta Miniſter Pichon
und Sir Edward Grey dieſelbe Politik verfolgen, und
keinerlei Meinungsverſchiedenheit zwiſchen
der engliſchen und der franzöſiſchen Regierung beſteht.
Im engliſchen Unterhauſe erklärte Sir
Ed=
ward Grey in Erwiderung einer Anfrage, die britiſche
Regierung, die ſtets in vollem Einverſtändnis mit den
anderen Schutzmächten vorgegangen ſei, habe vor
kur=
zem in Verbindung mit den Regierungen von Frankreich,
1 Rußland und Italien die Abſendung von
Kollektiv=
noten an das kretiſche Exekutivkomitee veranlaßt des
Inhalts, daß die Mächte nicht geſtatten würden, daß die
mohammedaniſchen Beamten an der Ausübung ihrer
Be=
fugniſſe gehindert oder ihrer Amtseinkünfte beraubt
wür=
den unter dem Vorwand, daß ſie dem König von
Griechen=
land den Treueid nicht geleiſtet hätten, und daß, wenn
mo=
hammedaniſche Abgeordnete unter dem ähnlichen
Vor=
wand von der Nationalverſammlung ausgeſchloſſen
wür=
den, die Mächte in Erwägung ziehen würden, welche
Schritte notwendig ſeien, um eine Regelung der
Verhält=
niſſe herbeizuführen. Die Haltung der engliſchen
Regie=
rung, fuhr Sir Edward Grey fort, wie auch die der
übri=
gen Schutzmächte bezweckte die Aufrechterhaltung
der Souveränität des Sultans, Schutz der
mohammedaniſchen Einwohner und die Förderung einer
guten Regierung der Inſel unter einem autonomen Re=
gime. Die in gewiſſen Kreiſen verbreitete Behauptung,
daß die britiſche Regierung eine andere Anſchauung habe
als die übrigen Schutzmächte, ſei völlig grundlos. Die
Kreter hätten vor kurzem die Türkei herausgefordert durch
wiederholte Verſuche, den Status quo zu ändern. Sie
hätten den Ratſchlägen der vier Mächte wenig Beachtung
geſchenkt, denen ſie ihre Autonomie verdankten. Es werde
nötig ſein, ſich dagegen zu ſichern, daß die Kreter
Veränderungen vornähmen, die Anlaß gäben zu einer
Störung des Friedens im nahen Oſten. Nachdem die
Kreter ihre Autonomie erlangten, würde es ſehr unklug
von ihnen ſein, andere zu einem Eingreifen zu zwingen
das den Kretern nicht zum Vorteil gereichen könne.
Jeutſches Reich.
— Der Bundesrat hat unter dem 9. Juni
Grund=
ſätze für die Unterſtützung von
Tabakarbei=
tern erlaſſen, deren Durchführung nach jetzt im
Reichs=
ſchatzamt aufgeſtellten Berechnungen einen weiteren Betrag
von mindeſtens 2 Millionen Mark erfordern wird.
Hier=
bei muß man berückſichtigen, daß durch das
Tabakſteuer=
geſetz vom Juli v. J. Mittel bis zum Geſamtbetrage von
4 Millionen für Hausgewerbetreibende und Arbeiter,
welche infolge dieſes Geſetzes arbeitslos werden, zur
Ver=
fügung geſtellt ſind. Dieſer Betrag iſt inzwiſchen
ver=
braucht. Es wurde dann im Etat für das Jahr 1910 ein
weiterer Betrag von 750000 Mark für den gleichen Zweck
zur Verfügung geſtellt, der ebenfalls inzwiſchen aufgezehrt
iſt. Wenn nunmehr das Reichsſchatzamt über dieſe
geſetz=
lich zur Verfügung geſtellten Mittel hinaus weitere zwei
Millionen für den gleichen Zweck verwenden will, ſo beruht
dies gewiſſermaßen auf einem ſtillſchweigenden
Ueberein=
kommen mit dem Reichstag ohne eine geſetzliche
Grund=
lage. Zur Deckung von dieſer Mehrausgabe von zwei
Millionen Mark ſteht dem Reichsſchatzamt im Etat nur
ein Fonds zur Verfügung, nämlich derjenige von 3,7
Mil=
lionen Mark zur Deckung von Fehlbeträgen, aus dem
je=
doch eine ganze Reihe von Ausgaben, wie z. B. die
Beſol=
dungserhöhungen für die Kolonialbeamten gedeckt werden
müſſen. Wenn nun von dieſen 3,7 Millionen 2 Millionen
allein für Unterſtützung von Tabakarbeitern verwendet
werden, ſo iſt damit der Fonds erſchöpft.
— Die Verhandlungen des Schiedsgerichts im
Baugewerbe, die in Dresden eröffnet wurden, werden
ſich mit Differenzen in 600 Fällen zu beſchäftigen haben.
In Rheinland und Weſtfalen wird heute Donnerstag die
Arbeit allgemein wieder aufgenommen, und zwar unter
den von dem Schiedsgericht feſtgeſetzten Bedingungen.
— Die Einnahmen der Reichspoſt= und
Te=
legraphenverwaltung haben nach der endgültigen
Feſtſtellung im Etatsjahre 1909 667820 497 Mark
betra=
gen und weichen damit von der vorläufigen im April
be=
kannt gewordenen Berechnung, die 667873 767 Mark
be=
tragen hatte, nur um rund 53000 Mark, die weniger
ein=
gekommen ſind, ab. Gegenüber dem Etatsjahr 1908 hat ſich
eine Steigerung der Einnahme um 44 443632 Mark
er=
geben. Der Etatsanſchlag für 1909 hatte eine Einnahme
der Reichspoſt= und Telegraphenverwaltung von 672 447600
Mark vorhergeſehen, ſodaß die tatſächliche Einnahme um
mehr als 4½ Millionen (genau 4573833 Mark) hinter der
vorausgeſetzten zurückgeblieben iſt. Die
Reichseiſen=
bahnverwaltung hat 122737901 Mark vereinnahmt,
während die vorläufige Berechnung 123819000 Mark
er=
geben hatte, ſodaß die endgültige Feſtſtellung um mehr
als eine Million Mark unter der vorläufigen liegt. Der
Etatsanſchlag betrug 123 291000 Mark, die wirkliche
Ein=
nahme bleibt alſo um mehr als eine halbe Million (genau
551099) Mark hinter der im Etat angenommenen zurück,
während man auf Grund der vorläufigen Feſtſtellung auf
einen Ueberſchuß von einer halben Million Mark hatte
rechnen können.
— Im Landesausſchuſſe von Elſaß=
Lothringen wurde ein Geſetzentwurf betreffend
baupolizeiliche Vorſchriften zum Schutze des Ortsbildes
und der Entwurf des Geſetzes wegen Abänderung des
Sparkaſſengeſetzes an die Kommiſſion verwieſen. Des
weiteren wurde ein Antrag Ditſch: Die Regierung wolle
ſich für die Amneſtierung derjenigen Elſaß=
Lothrin=
ger verwenden, die bis zum Jahre 1890 wegen
Fahnen=
flucht und der Verletzung der Wehrpflicht beſtraft worden
ſind, deren Strafe noch nicht verbüßt oder erlaſſen worden
iſt, einſtimmig angenommen. Die Regierung gab hierzu
durch den Staatsſekretär Frhrn. Zorn von Bulach die
Erklärung ab, daß ihre Bemühungen in dieſer Hinſicht
bisher erfolglos geblieben ſeien, dasſich die=Bedenkensge=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Inni 1910.
Nummer 138.
genüber den militäriſchen Grundſätzen nicht beſeitigen
ließen, ſie hoffe aber zu einem Ziele zu gelangen. Es
entſpann ſich nunmehr eine ſehr weitläufige Debatte über
die Verfaſſungsfrage, wobei vom Abg. Wetterlé
vor allem gegen die Straßburger Poſt proteſtiert wurde,
deren Redakteur, der erſt vor kurzem eingewandert wäre,
vom Staatsſekretär Delbrück empfangen und zu den
wich=
tigen Beratungen hinzugezogen worden wäre, während
die mit den Verhältniſſen betrauten Politiker
ausgeſchloſ=
ſen waren. Der Staatsſekretär lehnte es ab, über die
Verfaſſungsfrage zu reden, beſtritt aber die Richtigkeit der
Wetterléſchen Behauptungen. Betont wurde ferner von
dem Abgeordneten, daß man ſich nur mit der Verleihung
der vollſtändigen Autonomie befriedigt erklären könne.
— Im öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe erklärte im
Laufe der Spezialdebatte über das Budget, die mit 214
gegen 189 Stimmen beſchloſſen wurde, Abg. Udrzal (
tſche=
chiſcher Agrarier) unter Bezugnahme auf die vorherigen
Ausführungen des Miniſterpräſidenten Bienerth, es ſei
unrichtig, daß die tſchechiſchen Agrarier die tſchechiſch=
deut=
ſchen Verſtändigungskonferenzen geſprengt hätten. Seine
Partei ſchlug nur eine andere Grundlage vor, um den
Na=
tionalitätenhader in ganz Oeſterreich für immer zu
beſei=
tigen. Die tſchechiſchen Agrarier wollten einen Ausgleich
auf der Grundlage der Gleichberechtigung. Sie hätten kein
Vertrauen zur Regierung, die die parteiiſchſte ſei, die
Oeſterreich ſeit Dezennien gehabt hat.
— Im engliſchen Unterhauſe legte der Schatzkanzler
Lloyd George dem Hauſe eine Botſchaft des
Kö=
nigs vor, in der auf die Notwendigkeit einer Reviſion
der Zivilliſte hingewieſen und verlangt wird, daß eine
beſondere Vorſorge getroffen werden ſoll für die
Köni=
gin Mary in dem Falle, daß ſie den König überlebt, und
für die jüngeren Kinder des Königs bei ihrer
Großjährig=
keit oder Heirat. Die Botſchaft teilt ferner mit, daß der
König nicht beabſichtige, von dem Hauſe eine Apanage für
den Prinzen Eduard zu verlangen, da die Einkünfte des
Herzogtums Cornwall ausreichend ſeien für ſeinen
Unter=
halt. Aber im Falle der Verheiratung des Prinzen
wünſcht der König, daß für ſeine Gemahlin entſprechend
geſorgt werde. Asquith legte gleichfalls eine Botſchaft des
Königs vor, die eine Beſtimmung für eine eventuelle
Regentſchaft empfiehlt.
Am Dienstag haben die Beſprechungen bezüglich einer
von den großen politiſchen Parteien
abzuhalten=
den Konferenz in Sachen der Reform des Oberhauſes
begonnen. Es iſt viel bemerkt worden, daß im Laufe der
Verhandlungen des Unterhauſes der Premierminiſter
Asquith mit Balfour eine Beſprechung hatte. Letzterer
begab ſich dann zu Lord Lansdowne, dem Führer der
Oppoſition und hatte ſeinerſeits mit ihm eine längere
Un=
terredung, die den Zweck hatte, Lansdowne den Inhalt
der Bedingungen mitzuteilen, die ihm von der Regierung
geſtellt worden ſind.
In der ruſſiſchen Duma brachten 166 Abgeordnete,
beſtehend aus der Linken und 25 Oktobriſten, einen
An=
trag auf Aufhebung des
Anſäſſigkeits=
rayons für die Juden ein. In den Motiven heißt
es: Die vom Miniſterium des Innern eingebrachte
Vor=
lage betreffend die Unantaſtbarkeit der Perſon läßt
Domi=
zilbeſchränkungen für die Bürger zu, die in der Vorlage
beſonders aufgeführt ſind. Das Expoſé zur Vorlage
er=
klärt, die Initiative zur Aufhebung des Anſäſſigkeitsrayons
für die Juden müſſe von der Volksvertretung ausgehen.
Der Antrag der Abgeordneten weiſt darauf hin, daß das
Fortbeſtehen der Domizilbeſchränkungen für die Juden im
erneuten Rußland äußerſt ungerecht ſei, es widerſpreche
dem Manifeſt vom 30. November, füge dem Staate direkt
Schaden zu und dämme die wirtſchaftliche Entwicklung ein,
zu der alle Bürger ohne Unterſchied des Glaubens und
der Nationalität beizutragen berufen ſind, und trage zur
Demoraliſierung eines Teils der Staatsverwaltung bei,
welche die Domizilbeſchränkung der Juden zum eigenen
Vorteil ausnutzt, indem ſie die Umgehung des Geſetzes
geſtatte.
Die Kabinettskriſe in Serbien iſt dadurch
gelöſt, daß das Miniſterium im Amte bleibt,
nachdem die beiden radikalen Klubs der Regierung ihr
volles Vertrauen ausgeſprochen und ihre Unterſtützung bei
allen Vorlagen zugeſichert haben.
* Kopenhagen, 14. Juni. In dem Prozeß
gegen die früheren Miniſter Chriſtenſen und Berg
betonte der Verteidiger in ſeinem Plaidoyer unter
ande=
rem, daß Alberti weder Mitwiſſer noch Mitſchuldige
ge=
habt und niemand etwas von ſeinen Unterſchlagungen
ge=
ahnt habe. Wenn ſogar Leute, die Alberti am nächſten
ſtanden und ſeine Geſchäfte am beſten kannten, ihm
blin=
des Vertrauen entgegengebracht hätten, ſei es ungerecht, zu
verlangen, daß Chriſtenſen und Berg, die ferner zu ihm
ſtanden, Mißtrauen zu ihm haben ſollten. Wahrheit ſei,
daß Alberti alle, vom König bis herab zum Geringſten,
genarrt und betrogen habe. Die Verantwortung dafür
trage ausſchließlich der große Verbrecher Alberti; deshalb
dürfe man nicht ungerecht ſein, einen Teil der
Verantwor=
tung hierfür auf andere ſchieben zu wollen, die ohne
Schuld ſeien. Um zwei Uhr wurde die Verhandlung auf
morgen vertagt.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 16. Juni.
— Uebertragen wurde der Schulamtsaſpirantin
Maria König aus Ober=Mörlen, Kreis Friedberg, eine
Lehrerinſtelle an der Gemeindeſchule zu Bieber, Kreis
Offenbach.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde die Lehrerin
an der Volksſchule zu Mainz Eliſe Dinslage auf ihr
Nachſuchen, unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen
Dienſte, mit Wirkung vom 1. Juli 1910 an.
Ernannt wurde der Karl Lotz in Darmſtadt zum
Kanzleigehilfen am Landgericht der Provinz Starkenburg.
L. Der Kreisausſchuß verhandelte geſtern unter dem
Vorſitz des Kreisamtmanns Reinhart öffentlich
fol=
gende Sachen: 1. Adam Feldmann I. von Griesheim
hat Beſchwerde geführt, weil von der Gemeinde
Pflaſter=
arbeiten nicht ihm, dem Mindeſtfordernden, ſondern dem
Konkurrenten Schuchmann übertragen worden. Das
Kreis=
amt hat ihn abgewieſen, weil ſeine Vermögensverhältniſſe
nicht die genügende Garantie boten; außerdem ſeien bei
früheren Arbeiten Unannehmlichkeiten vorgekommen und
Feldmann habe Anordnungen der Bauleitung nicht
be=
achtet. Seinen dagegen verfolgten Rekurs begründet er
da=
mit, daß es üblich ſei, dem Mindeſtfordernden die
Arbei=
ten, wie ſie hier in Frage kamen, zu übertragen. Nach
Ausſage des Bürgermeiſters Kunz waren die Arbeiten
ohne jede Einſchränkung bezüglich des Zuſchlags
ausge=
ſchrieben worden. Das eingelegte Rechtsmittel wurde als
unbegründet abgewieſen, der Beſchwerdeführer
hat die Koſten ſowie eine Gebühr von 3 Mark zu zahlen.
— 2. Der Maurermeiſter Wilhelm Hummel von hier
hat gegen einen Polizeibefehl der Bürgermeiſterei
Darm=
ſtadt wegen Entfernung eines am Atzwinkelweg errichteten
Firmenſchildes Beſchwerde geführt. Die Beſeitigung war
angeordnet worden, weil das auf dem Dach eines
Schup=
pens angebrachte Schild die Harmonie der Architektur ſtöre
und ordnungswidrig ſei, und ſoll, falls nicht innerhalb
14 Tagen Folge geleiſtet werde, zwangsweiſe durchgeführt
werden. Rechtsanwalt Hoffmann II. focht den Befehl aus
rechtlichen und tatſächlichen Gründen an. Rechtlich ſei die
Wie deutſche Fürſten in alter Zeit
Von Karl Witte.
Vor der Errichtung der Poſten und Umſpannungen
legten die deutſchen Fürſten, wie alle männlichen
Per=
ſonen vornehmen Standes, ihre Reiſen zu Pferde
zurück, während die Damen ſich in Sänften oder
karren=
artigen Wagen befördern ließen. In alter Zeit waren
die Klöſter die bevorzugten Herbergen der Großen, wo
ſie im allgemeinen ſchon aus dem Grunde auf gaſtliche
und willkommene Aufnahme rechnen durften, weil die
geiſtlichen Herren ſolche Gelegenheiten für günſtig
hiel=
ten, ſich reiche Stiftungen verſchreiben zu laſſen. In
ſpäteren Jahrhunderten wurde bei größeren Reiſen
durch vorausgeſchickte Fouriere für Quartier und
Be=
wirtung geſorgt, häufig gehörten zum Reiſedienſt
fürſt=
licher Perſonen auch reichgefüllte Küchen= und
Keller=
wagen. Wenn es ſich um beſonders feierliche
Gelegen=
heiten, wie Fahrten zu einem Fürſten= oder Wahltage
oder einer Krönung oder um eine Zuſammenkunft mit
einem anderen gekrönten Haupte handelte, waren die
Reiſen der Fürſten zuweilen mit ungeheuren Koſten
für ſie ſelbſt und ſehr ſchweren Laſten für ihre
Unter=
tanen verknüpft. Als Kaiſer Leopold im Jahre 1665
nach Tirol reiſte, um die Huldigung des Landes
ent=
gegenzunehmen, beſtand ſein Gefolge aus 2000
Per=
ſonen und 1500 Pferden.
Auf der Reiſe, die der prachtliebende Kurfürſt
Friedrich III., der ſpätere erſte König von Preußen, im
Jahre 1690 zur Erbhuldigung nach dem Herzogtum
Preußen unternahm, mußten bei jeder Umſpannung
1000 Pferde bereit ſtehen. Ueberall, wohin der Kurfürſt
kam, fand er in ſeinen Gemächern ſein eigenes Mobiliar
vor. In denjenigen Orten, die nicht geräumig genug
waren, um den ganzen Hof zu beherbergen, hatte man
bretterne Häuſer erbaut. Aber wie üppig es auch auf
dieſer Reiſe zuging, ſo wurde ſie doch durch die
beiſpiel=
los prächtige Krönungsfahrt des verſchwenderiſchen
preußiſchen Monarchen vollſtändig in den Schatten
ge=
ſtellt. Am 17. Dezember 1700 trat der Hof die Fahrt
nach der Hauptſtadt des neuen Königreiches an, auf
Wegen, die bei ungünſtiger Witterung als gänzlich
unfahrbar galten. Zu der Reiſe
der Biograph Friedrich Wilhelms I. Keinem deutſchen
Kaiſer ſei ſein Römerzug, auf welchem er mit
bewaff=
neter Macht die päpſtliche Salbung in Rom ſuchte, ſo
teuer=zu ſtehen gekommen; die Ueberſteigung der Alpen
und Appeninen habe ſchwerlich ſoviel Anſtrengung und
Aufwand erfordert, als dieſe Reiſe durch die Brüche
der Oder und die Niederungen der Weichſel mitten im
Winter. Obwohl ſämtliche Pferde der königlichen
Mar=
ſtälle eingeſpannt waren, mußten 30000 Vorſpannpferde
geſtellt werden. Während der Fahrt, die zwölf Tage in
Anſpruch nahm, ſcheint an dem ſtrengeren Hofzeremoniell
feſtgehalten worden zu ſein, denn der Bruder des
Kur=
fürſten, Markgraf Albrecht, mußte in einem Gewande
aus Samt und mit großer Perücke auf dem Bock des
Wagens der Kurfürſtin die Rolle des Kutſchers
über=
nehmen. Und als König Friedrich I. im Jahre 1702 nach
Kleve reiſte, ſtanden auf jeder Station für ſein
un=
mittelbares Gefolge und ſein Gepäck 500 Pferde, für den
Nachtrab 900 bereit.
Friedrich Wilhelm I. reiſte meiſtens mit kleinem
Gefolge, aus Sparſamkeit und um die Wege ſchneller
zurücklegen zu können. Von Berlin nach Königsberg
fuhr er in vier, von Berlin nach Kleve in drei Tagen;
wenn Vorſpann nötig war, bezahlte er gut,
Frohn=
fuhren verlangte er niemals. Auf Reiſen ins Ausland
liebte er ſtrenges Inkognito. Bei beſonderen
Gelegen=
heiten hielt auch er es für geboten, unterwegs
könig=
liche Pracht und Freigebigkeit zu zeigen. Als er im
Mai 1730 einer Einladung zu dem berühmten
Luſt=
lager bei Mühlberg nicht weit von Dresden Folge
leiſtete, beſtand ſein Gefolge aus zweihundert
Per=
ſonen; beim Abſchied erhielten verſchiedene Herren des
ſächſiſchen Hofes goldene Medaillen im Werte von 150
Dukaten, für die Offiziere ließ Friedrich Wilhelm
30 000, für die Soldaten 70000 Gulden zurück. Auf einer
Reiſe, die er im Jahre 1732 nach Böhmen unternahm,
um dort mit Kaiſer Karl VI. zuſammenzutreffen, ließ
er ſich ebenfalls nicht lumpen. Wer nur die geringſte
Aufwartung bei ihm gehabt, wurde reichlich beſchenkt;
die Poſtmeiſter jeder Station erhielten, wenn man dem
nicht ganz zuverläſſigen Pöllnitz glauben will, hundert
Dukaten, die Poſtillone fünfundzwanzig. Aus den
Vor=
ſchriften, die Graf Seckendorf, der kaiſerliche Geſandte
am Berliner Hofe, im Auftrage ſeiner Regierung den
ſchleſiſchen und böhmiſchen Kreisbeamten für die
Auf=
nahme und Bewirtung des Königs erteilte, erſieht man
am beſten, unter welchen Umſtänden dieſer ſich am
wohl=
ſten fühlte: „Wegen der für die königliche Tafel zu
lie=
fernden Lebensmittel ſind insbeſondere allerhand
Fluß=
fiſche und Krebſe, ſo Sr. Majeſtät lieben, nebſt dem
Fleiſch anzuſchaffen. Zum Getränk wird vornehmlich
für einen guten alten Rheinwein, aber auch für
Brannt=
wein und Weißbier zu ſorgen ſein. Wo möglich, iſt des
Mittags Ihrer Königlichen Majeſtät allzeit in Scheu=
Behörde nicht mehr in der Lage, Vorſchriften zu machen,
nachdem früher bei der Erteilung des erforderlichen
Dis=
penſes ſämtliche Bedingungen bereits geltend gemacht
worden ſeien. Tatſächlich ſtehe im Wege, daß hinter dem
Schießhauſe bereits ein gewerblicher Betrieb ins Leben
getreten ſei und von einem Verſtoß gegen die Aeſthetik nicht
die Rede ſein könne. Der Architekt Klee und andere
Sach=
verſtändige können in dem Schild keine Beeinträchtigung
des Landſchaftsbildes erblicken, ſie waren vielmehr darüber
erſtaunt, daß dem Gewerbe hier Schwierigkeiten gemacht
werden. Der ſtädtiſche Bauinſpektor Steinberger hält es
für unzuläſſig, daß Hummel an dem für ein außerhalb des
Bauplans errichteten Gebäude genehmigten Plan ſpäter
willkürlich, ohne die Behörde zu fragen, Aenderungen
vor=
nahm. Die Entſcheidung lautete dahin, daß der Rekurs
für begründet zu erachten und der angefochtene
Polizei=
befehl aufzuheben ſei. Die Stadt Darmſtadt hat die Koſten
zu zahlen. — 3. Georg Haas I. in Pfungſtadt hat um
die Erlaubnis nachgeſucht, in ſeinem Hauſe Kaiſerſtraße 2
eine Schankwirtſchaft betreiben zu dürfen. Der
Gemeinde=
rat hat die Bedürfnisfrage bejaht, der Gaſtwirt Heßler
jedoch Einſpruch erhoben. Er hatte damit kein Glück, die
Erlaubnis wurde vielmehr erteilt.
L. Vor dem Schwurgericht erſchien geſtern der 29 Jahre
alte ledige Taglöhner Franz Adam Klein von Hainſtadt,
der wegſen Diebſtahls und Bedrohung leichte Strafen
und wegen gefährlicher Körperverletzung 1 Jahr 3
Mo=
nate Gefängnis verbüßt hat, um ſich wegen
Körperver=
letzung mit tödlichem Erfolg zu verantworten. Der
An=
geklagte, ein gefürchteter Meſſerheld, ging der älteſten
Tochter Eliſabeth des Gaſtwirts Joſef Klein zu Gefallen.
Von dem Verhältnis will jedoch das Mädchen, obſchon
es ſich einen Ring ſchenken ließ, nichts wiſſen, auch die
Eltern waren dagegen. Am 27. März um Mitternacht
ſaß Klein etwas angeheitert, jedoch nicht betrunken, in der
Wirtſchaft. Zuerſt wurden komiſche Vorträge gehalten,
dann benahm er ſich jedoch ſo, daß man es für gut fand,
ihn zu entfernen. Nachdem dies zweimal geſchehen war,
kam es zwiſchen dem Angeklagten und dem
Schneidergehil=
fen Ignaz Kraft im Hofe zu einem Zuſammenſtoß, dabei
bekam Kraft einen Stich in den Unterleib, der am
an=
deren Morgen den Tod des Verletzten zur Folge hatte.
In der Vorunterſuchung hatte Klein alles geleugnet, er
wollte, nachdem er hinausgeworfen worden war, direkt
heimgegangen ſein. Nunmehr gibt er der Mahnung des
Vorſitzenden, die Wahrheit zu ſagen, inſoweit Gehör, daß
er geſteht, den Kraft geſtochen zu haben, er habe jedoch in
der Aufregung gehandelt, weil drei Perſonen gegen ihn
geweſen ſeien und er im Hofe hingeworfen worden ſei.
Durch die Beweisaufnahme wurde feſtgeſtellt, daß der
An=
geklagte im Jahre 1898 von einer Maſchine einen Arm
ausgeriſſen bekam. Er ſetzte der gewaltſamen Entfernung
keinen erheblichen Widerſtand entgegen. Im Hofe wurde
er jedoch beobachtet, wie er das Meſſer zurecht ſteckte.
Einem Zeugen rief er zu, er ſolle einmal zu ihm kommen,
er habe ihm etwas zu ſagen. Der Zeuge war klugerweiſe
nicht neugierig. Bei der Tat ſtand Kraft, ohne irgend
etwas zu machen, allein vor Klein. Der Vorfall ſpielte
ſich außerordentlich raſch ab. Stöhnend und ſich vor
Schmerzen krümmend, kam Kraft mit den Worten ins
Wirtszimmer zurück: „Der Kerl hat mich geſtochen.”
Nach=
dem ein Notverband angelegt war, wurde der Verletzte
nach Seligenſtadt verbracht, wo er ſtarb. Am anderen
Morgen fand man das Meſſer des Angeklagten in ſeinen
Alltagskleidern, in dieſe mußte er es nachts, als er nach
Hauſe gekommen war, geſteckt haben, weil er
Sonntags=
kleider trug. Kraft wird als brav und fleißig geſchildert;
er wohnte erſt vier Wochen in Hainſtadt und war dem
Angeklagten auch nicht näher bekannt. Die Verletzung war
nach dem Gutachten des Medizinalrates Dr. Pfannmüller
ſehr ſchmerzhaft und tödlich. Der Vertreter der Anklage,
Gerichtsaſſeſſor Gros, geißelte die rohe Tat mit ſcharfen
Worten und beantragte die Bejahung der Schuldfrage
un=
ter Ausſchluß mildernder Umſtände. Der Verteidiger,
Juſtizrat Hallwachs, trat für die Zubilligung mildernder
Umſtände ein. Die Geſchworenen wollten von dieſen
nichts wiſſen, worauf das Gericht eine
Zuchthaus=
ſtrafe von 6 Jahren unter Aberkennung der
bürger=
lichen Ehrenrechte auf 5 Jahre ausſprach; 2 Monate ſind
durch die Unterſuchungshaft verbüßt. Von der
Ein=
ziehung des beſchlagnahmten Meſſers wurde abgeſehen,
nen, Zelten oder Gartenhäuſern, wo es ſehr luftig, die
Tafel anzurichten. Das Nachtquartier lieben Ihre
Majeſtät ebenfalls in Gartenhäuſern oder Scheunen,
weil Königliche Majeſtät nicht gern ſind, wo es warm
iſt, und außerdem nicht wohl hohe Stiegen ſteigen
können.
Friedrich der Große war auf Reiſen ebenſo
an=
ſpruchslos wie ſein Vater, in Dörfern nahm er am
lieb=
ſten ſein Nachtquartier bei den Paſtoren, ein Zimmer
mit einem Bett, einem Armſtuhl und einem Tiſch
ge=
nügte ihm. Seinem Wirte bezahlte er jedesmal für
ein ſo beſcheidenes Nachtlager 100 Taler und war ſchon
aus dieſem Grunde unter den meiſten Dächern ein ſehr
willkommener Gaſt. Sein ganzer Reiſezug beſtand nur
aus zwei Wagen, ſeinem eigenen und dem ſogenannten
Schatullenwagen mit dem Schreiber und dem
mitge=
nommenen Reiſegelde. Friedrich bediente ſich angeblich
während ſeiner ganzen Regierung immer desſelben
Reiſewagens, der ihm keine Reparaturkoſten verurſachte
Wenn eine Ausbeſſerung notwendig war, unternahm
man ſie ohne ſein Wiſſen und ohne ſie ihm direkt in
Rechnung zu ſtellen, da er alle Koſten ſolcher Art für
Spitzbüberei erklärte. In dieſem alten, großen und
ſchwerfälligen Wagen legte der König bei ſeinen
jähr=
lichen Reiſen durch die Provinzen, wenn er es eilig
hatte, angeblich zwanzig bis fünfundzwanzig Meilen
täglich zurück: man ſpannte zwölf Pferde vor, für den
Beiwagen wurden ſechs als genügend angeſehen.
In=
kognito reiſte Friedrich einmal nach Straßburg, ein
anderes Mal nach Holland und zum letzten Male nach
Roßwald in Mähren.
Wie für Privatleute, ſo waren in früheren Jahr
hunderten unter ungünſtigen Umſtänden auch für
fürſt=
liche Perſonen längere Reiſen mit Entbehrungen und
Unbequemlichkeiten verknüpft, von denen unſere Zeit
ſich mit ihrem raffinierten Reiſekomfort nur ſchwer
einen Begriff machen kann. Auf der Reiſe der mit dem
ſpäteren Kaiſer Ferdinand III. verlobten ſpaniſchen
Prinzeſſin Maria Anna nach Wien mußten ſie und ihre
Begleiterinnen ſich eines Nachts mit einem Quartier
begnügen, durch deſſen ſchadhaftes Dach der Schnee dicht
auf ihre Betten und Tiſche fiel. Graf Khevenhüller, der
mit zum Gefolge gehörte, berichtet in ſeinen
Reiſeauf=
zeichnungen, eines Tages ſei der Damenwagen bei
böſem Wetter auf freiem Felde ſtecken geblieben, ſo daß
er und zwei andere Herren die Prinzeſſin hätten
her=
austragen müſſen. Erſt um Mitternacht ſei ſie in ihrem
ſchlechten „Loſament” angelangt, das Gefolge wäre zum
größten Teil ohne Speiſe und Trank die ganze Nacht
auf dem Wege liegen geblieben. — Die „gute” alte Zeit!
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Jnni 1910
Seite 3.
ör,
e jedoch
gegen
ſten in
ſein=
als er nat
weil Klein auch ein anderes benutzt haben kann. Er trat
die Strafe nicht an.
* Aus der Geſellſchaft. Der Kgl. Preußiſche
Ge=
ſandte am Großh. Hofe Frhr. von Rücker=Jeniſch
und Gemahlin zeigen die Geburt des zweiten Sohnes an.
— Die Vereinigung zur Förderung der Künſte in
Heſſen und im Rhein=Main=Gebiet hielt, wie uns erſt
jetzt mitgeteilt wird, am Sonntag, den 12. d. M., in
Friedberg ihre Mitgliederverſammlung ab.
Die Verhandlungen leitete Oberlehrer Getroſt=
Darmſtadt. Er gedachte der Bedeutung der Tagung, die
er gleich mit der frohen Nachricht eröffnen könne, daß
Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin das
Pro=
tektorat über die Vereinigung übernommen, Se.
Königl. Hoheit der Großherzog ihr als Stifter
beigetreten ſei. Der Jahresbericht läßt ein ſtarkes
Fortſchreiten der Arbeiten erkennen; neben den
regel=
mäßigen Publikationen, die künſtleriſch und
illuſtra=
tiv zu einer Höhe, die anerkannt wird, gelangt ſind,
hat die Vereinigung Sonderveröffentlichungen
heraus=
gegeben: Ein Mainzer Heft, deſſen Text von dem
be=
kannten Mainzer Kunſthiſtoriker Neeb ſtammt und
deſſen Abbildungen der Architekt H. L. Becker geliefert
hat; dann eine kleine Sammlung von Volksliedern,
die durch Stückrath beſorgt und, von unſerem
Oden=
wälder Meiſter Lippmann ausgeſtattet, auf Märkten
und Feſten vertrieben werden und den Liederſchund,
der ſich da mit Vorliebe breit macht, beiſeite ſchieben
ſollen. Ueberraſchend zeigte ſich das Anwachſen des
Mitgliederſtandes: gegen 1300 darf die Vereinigung
jetzt zählen. Im Anſchluß an die Verſammlung war
eine kleine Ausſtellung arrangiert. Sie galt
zwei Meiſtern, einem verſtorbenen, der kaum genannt
iſt, und einem lebenden, deſſen Ruf von Jahr zu Jahr
wächſt. Der erſte iſt Chriſtian Aulmann, der zweite
Johannes Lippmann (Lichtenberg i. O.). Es iſt ein
hohes Verdienſt, das der Vorſtand der Vereinigung
ſich erworben hat, dieſen Künſtler, der unbekannt ſtarb,
ans Licht gezogen zu haben, und man verſteht die
Ent=
deckerfreude Dr. Greiners, der in bewundernden
Wor=
ten dem Verſtorbenen ein ſpäten Nachruf weihte.
Jo=
hannes Lippmann kam auch wieder zu ſeinem Recht.
Der Meiſter, in einer Fülle von Werken vertreten,
konnte ſich in einer Stärke und Eindringlichkeit zeigen,
die überraſchend wirkte, beſonders auf den, der nur
hier und da ein Bild oder ein Bildchen, vielleicht
noch zudem ſchlecht aufgehängt, zu ſchauen bekommen
hatte. Die Ausſtellung, ſo klein ſie iſt, iſt ein Wurf
geweſen. Lippmann ſo klar gezeigt zu haben, in ſeiner
Tiefe und Innigkeit, in ſeiner Kraft, mit der er
Pro=
bleme erfaßt und ſie löſt, in ſeiner großzügigen Art,
zu ſchauen und zu formen, das muß man der
Ver=
einigung zur Förderung der Künſte in
Heſ=
ſen und ihren Leitern hoch anrechnen. An
die Beſichtigung der Ausſtellung reihte ſich
ein gemeinſames Mittageſſen, bei dem der
Vorſitzende ein Hoch auf die hohe Protektorin
aus=
brachte. Er betonte darin, wie wertvoll es ſei, in
immer weiteren Kreiſen anerkannt zu ſehen, daß die
Vereinigung, ohne jede Spitze gegen ihre
Schweſter=
vereinigungen, den Kunſtverein für das
Großherzog=
tum Heſſen und die Vereinigung der Kunſtfreunde in
den Ländern am Rhein, die gleichen hohen Ziele
er=
ſtrebe, wie jene, ja daß ſie deren Wirkſamkeit auf einem
von ihr erwählten beſonderen Gebiete zu fördern und
zu vertiefen trachte. Auf das an Ihre Königl. Hoheit
die Großherzogin geſandte
Huldigungstele=
gramm lief die Antwort ein: „Wünſche der
Haupt=
verſammlung zur Förderung der Künſte in Heſſen
beſten Erfolg und danke herzlichſt für treue Grüße.
Eleonore.‟ Nach einer Beſichtigung der Stadt unter
Führung Baurat Gombels begaben ſich die Teilnehmer
nach Bad=Nauheim.
D Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft. Die
Einnah=
men im Monat Mai 1910 betrugen: 1.
Perſonen=
verkehr 654 899 Mark (Mai 1909 612957 Mark), 2.
Gü=
terverkehr 104605 Mark (113573 Mark), 3.
Nebenein=
nahmen 3204 Mark (3217 Mark), 4. Geſamteinnahmen
762708 Mark (729747 Mark).
* Strafverfahren gegen Jugendliche. Das Großh.
Miniſterium der Juſtiz hat ein Ausſchreiben über
das Strafverfahren gegen Jugendliche erlaſſen. Es
em=
pfiehlt den Gerichten bei der Vornahme neuer
Geſchäfts=
verteilungen, darauf zu achten, daß dem Jugendgericht,
auch ſolche Fälle überwieſen werden, in denen Jugendliche
als Verletzte auftreten, wie z. B. geſetzverletzende Ausbeu=
tung der Arbeitskraft Jugendlicher, Mißhandlungen,
Ver=
leitung zum Bettel uſw. Hierdurch wird der
Jugendrich=
ter als Vormundſchaftsrichter leichter in die Lage geſetzt,
zu prüfen, ob und inwieweit Maßnahmen zum Schutze des
geiſtigen und leiblichen Wohles der Jugendlichen geboten
erſcheinen.
— Heſſiſcher Städtetag. Die vor kurzem
einberu=
fene und wegen Verhinderung einzelner
Stadtver=
waltungen verſchobene Beſprechung von Vertretern
der Bürgermeiſtereien und der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlungen der fünf größten heſſiſchen Städte über
die Frage der Beſteuerung des landwirtſchaftlich
be=
nutzten Grundbeſitzes und über die Einführung der
Billettſteuer ſoll nunmehr am Samstag, den 18.
Juni I. J., im Stadthaus zu Mainz
ſtatt=
finden.
— Die beiden Walderholungsſtätten ſind am 23.
Mai eröffnet worden und werden zurzeit von 18
Män=
nern und 24 Frauen beſucht. Insgeſamt wurden bis
jetzt 57 Patienten verpflegt, darunter 48 Mitglieder der
Vereinigten Ortskrankenkaſſe, vier Mitglieder der
Be=
triebskrankenkaſſe Merck, 2 Mitglieder der
Ortskran=
kenkaſſe Merkur und 3 Mitglieder von ſonſtigen
Kran=
lenkaſſen. Die Geſamtzahl der Verpflegungstage
be=
trägt 658. Die Kurerfolge ſprechen ſich vor allem in
einer Beſſerung des Allgemeinbefindens und
Ver=
mehrung des Körpergewichts aus. Bei 75 Prozent der
Pfleglinge war eine Gewichtszunahme zu beobachten.
* Proteſtverſammlung. Ein ſtarker Beſuch der
heu=
tigen Proteſtverſammlung in der Turnhalle iſt
be=
ſtimmt zu erwarten. Es empfiehlt ſich daher dringend,
rechtzeitig ſich einzufinden.
— Sein 25jähriges Dienſtjubiläum beging geſtern
Schutzmann Hermann Handke. Möge es dem
freund=
lichen und gerechten Beamten noch lange vergönnt ſein,
in gleicher Rüſtigkeit ſeinen Dienſt zu verſehen.
— Darmſtädter Künſtler. Bei einem Wettbewerb zur
Erlangung von Entwürfen zu einem Krankenhausneubau
für Kaſſel=Rothenditmold erhielt Herr Architekt J.
Bachem, Hauptlehrer an der Großh. Landes=
Baugewerk=
ſchule, den erſten Preis und wird demſelben auch
voraus=
ſichtlich die Ausführung übertragen.
— Saalbau=Konzert. Das heutige Konzert der
Kapelle des Leibgarde=Regiments Nr. 115 findet bei
un=
günſtiger Witterung im großen Saale ſtatt.
§ Unfall. Am Dienstag gegen ½11 Uhr wollte ein
Dienſtmädchen in der Schuſtergaſſe Gemüſe in den
Keller tragen. Hierbei iſt das Mädchen auf einer der
oberen Treppenſtufen ausgerutſcht und in den Keller
gefallen. Das Mädchen hat ſich hierbei eine
Verletz=
ung des rechten Oberarms zugezogen und mußte
mit=
tels Räderbahre in das ſtädtiſche Krankenhaus
ver=
bracht werden.
— Groß=Zimmern, 14. Juni. Bei der
diesjähri=
gen Jahresverſammlung des Heſſiſchen Hauptvereins
der Guſtav Adolf=Stiftung, welche Dienstag,
den 28. und Mittwoch, den 29. Juni, hier ſtattfindet,
wurde der Feſtgottesdienſt, in welchem Dekan Orth=
Nieder=Wöllſtadt predigen, Profeſſor Trümpert=
Darm=
ſtadt als Vereinsvorſitzender und ein Vertreter
Groß=
herzoglichen Oberkonſiſtoriums Anſprachen halten
wer=
den, wieder auf den Vormittag des zweiten Feſttages
gelegt. In der Nachverſammlung werden der
Evange=
liſche Kirchengeſangverein von Groß=Zimmern und
mehrere Poſaunenchöre mitwirken und außer dem
Vereinsvorſitzenden reden: Pfarrer D. Waitz, als
Ver=
treter des Evangeliſchen Bundes, Pfarraſſiſtent
Metz=
ler=Groß=Steinheim über Ernſt Moritz Arndt und
Pfarrverwalter Widmann=Bingen über Peter Roſegger
und ſeine Beziehungen zum Guſtav Adolf=Verein.
Offenbach, 14. Juni. Ein 14jähriger Gymnaſiaſt, R.,
iſt geſtern im Schwimmbaſſin des Stadtbades
beinahe ertrunken. Es war bereits zur
vor=
gerückten Stunde, und nur noch wenige Badende
be=
fanden ſich in der Schwimmhalle, da bemerkte der
15jährige Schüler Fr. Slouſen, wie ein Schwimmer im
tiefſten Teile des Baſſins eigentümliche Bewegungen
vollführte. Raſch ſchwamm der junge Mann auf den
anſcheinend Ertrinkenden zu, der ihn ſofort um den
Leib faßte und ihn mit in die Tiefe zu ziehen drohte
Da dem Ertrinkenden aber bereits die Kräfte
ent=
ſchwanden, konnte der jugendliche Retter ſich frei
machen. Er tauchte daraufhin dem bereits
untergegan=
genen Jungen nach, faßte ihn von hinten um den Leib
und ſchwamm mit ihm der Treppe zu. Auf ſein Rufen
eilten ihm einige draußenſtehende Badegäſte zu Hilfe
und zogen ihn aus dem Waſſer. R., der ohne das
be=
ſonnene Eingreifen ſeines Retters unfehlbar
ertrun=
ken wäre, war bereits bewußtlos, erholte ſich jedoc
bald wieder.
Zellhauſen, 14. Juni. Ein fremder Walzbruder
ſetzte auf ſeiner Wanderſchaft innerhalb des hieſigen
Ge=
markungsgebietes einen neben der nach Babenhauſen
füh=
renden Landſtraße aufgerichteten Holzhaufen aus
Mut=
willen in Brand und ergriff ſodann die Flucht. Die
ſofort verſtändigte Gendarmerie in Babenhauſen nahm
die Verfolgung des Flüchtlings auf, nahm den
Brand=
ſtifter feſt und eskortierte ihn heute nach dem
Seligen=
ſtädter Amtsgerichtsgefängniſſe. Der Stromer macht über
Namen und Herkunft widerſprechende Angaben.
Verſchie=
dene Umſtände unterſtützen die Annahme, daß man es im
vorliegenden Falle mit einem Deſerteur zu tun hat.
Etwa zehn Raummeter Nadelholz fielen der Brandſtiftung
zum Opfer.
Rüſſelsheim, 14. Juni. Dem zum zweiten Male
zum Beigeordneten gewählten
ſozialdemokrati=
ſchen Gemeinderate Georg Jung wurde die
Beſtä=
tigung verſagt. Nunmehr hat des heſſiſche
Mini=
ſterium des Innern den bei der letzten Wahl mit nur
wenigen Stimmen unterlegenen Kandidaten der
libe=
ralen Vereinigung, Kaufmann Ph. Sittmann, auf die
Dauer von 3 Jahren zum Beigeordneten
be=
ſtellt.
Büdingen 13. Juni. Zu dem Konkurſe über
das Vermögen der Bankfirma Max Wertheimer
u. Ko. hier teilt der Gieß. Anz. mit, daß die Differenzen
zwiſchen der Konkursverwaltung und den Inhabern
der Heſſen=Philippstaler=Obligationen erledigt ſind. Von
den ſeinerzeit ausgegebenen 150 Obligationen ſind 159
gegen Zahlung von je 500 Mark eingelöſt worden. Ueber
die Frage, ob die in der Maſſe liegenden Ober=
Mock=
ſtädter Hypotheken herauszugeben ſind, iſt noch ein
Prozeß anhängig.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Juni. Für die
Ein=
weihung des neuen königlichen Schloſſes in Poſen
iſt der 20. Auguſt in Ausſicht genommen. Der Akt wird
in Gegenwart des Kaiſerpaares, des
Kronprinzenpaa=
res, der Prinzen und Prinzeſſinnen vor ſich gehen.
Der Kaiſer hat der Einwohnerſchaft von
Hel=
goland für den Bau eines neuen Gemeindekranken
hauſes die erforderlichen Geldmittel aus ſeiner Pri
vatſchatulle zum Geſchenk gemacht. Das jetzige Kran
kenhaus iſt baufällig und entſpricht nicht mehr den
Be=
dürfniſſen. Geh. Obermedizinalrat Prof. Dr. Dietrich
aus Berlin weilte dieſer Tage im Auftrag des Kaiſers
in Helgoland, um mit der Gemeindevertretung und der
Bauabteilung über Lage und Einrichtung des neuen
Krankenhauſes zu verhandeln, das auch Badegäſten
zur Verfügung ſtehen wird. — Die
Verhandlun=
gen wegen Ankaufs des Tempelhofer
Fel=
des zwiſchen dem Militärfiskus und der Stadt Berlin
ſind nunmehr eröffnet worden. Das Kriegsminiſterium
verlangt für den weſtlichen Teil des Feldes, der allein
zur Veräußerung ſteht, ſiebzig Millionen
Mark; bezüglich der Eingemeindung des Gebietes in
Berlin übernimmt die Militärbehörde jedoch keinerlei
Bürgſchaft, da dies als eine Kompetenzfrage des
Mini=
ſteriums des Innern angeſehen wird. Unter dieſen
Umſtänden iſt die Stellungnahme der Reichshauptſtadt
zu der Angelegenheit um ſo ſchwieriger; denn an dem
Entſtehen eines modernen neuen Stadtteils in
Tempel=
hof, der nur geeignet ſein könnte, Berlin noch mehr
ſteuerkräftige Bürger zu entziehen, hat die
Reichshaupt=
ſtadt erklärlicherweiſe kein Intereſſe. Es wird jedoch
an einen Mittelweg gedacht inſofern, als die
Reichs=
hauptſtadt auf eigenes Riſiko ein neues Wohngebiet
ſchafft oder durch eine Geſellſchaft bauen läßt, das ſie
oder die Geſellſchaft vermietet und verwaltet.
Jeden=
falls hat ſich der Magiſtrat bereit erklärt, auf Grund
jenes Angebots in Verkaufsverhandlungen einzutreten.
Frankfurt a. M., 15. Juni. Geſtern abend gegen
11 Uhr wurde an der Villa des Bankiers Alexander
Meyer, in der Lindau 2, im vornehmſten Viertel des
Frankfurter Weſtens, ein Attentat, anſcheinend mit
tels einer Bombe, verübt. Die Exploſion, welche i
der ganzen Stadt gehört wurde, war ſo heftig, da
mehrere Seiten des Hauſes ſtark demoliert wurden und
im weiten Umkreis die Fenſterſcheiben der Häufer zer=
Kleines Feuilleton.
* Wie ſchützt man ſich vor Blitzgefahr?
Zu dieſer Frage ſchreibt der Berl. Lokalanzeiger: Man
kann wohl ſagen, daß die Blitzgefahr in der Stadt
viel=
fach überſchätzt wird. Im Innern eines Hauſes, z. B.
beſonders in größeren Städten, ſteht die Angſt, von der
ſich viele Menſchen bei einem heftigen Gewitter
beherr=
ſchen laſſen, in keinem Verhältnis zu der kaum
nennens=
werten Gefahr, vom Blitze getroffen zu werden. Der
Aufenthalt in einem Gebäude iſt ſelbſtverſtändlich
dem=
jenigen im Freien vorzuziehen. Je niedriger das
Haus iſt und je tiefer es liegt, deſto ſicherer iſt es im
allgemeinen. Bäume in der Nachbarſchaft eines Hauſes,
die dieſes überragen, dürfen überwiegend als Schutz
an=
geſehen werden, da Bäume ſelbſt gute Leiter ſind und
auch die Baumwurzeln eine gut leitende Verbindung
zwiſchen dem Stamm und der Erde darſtellen. Ebenſo
ſind Telephon und Telegraphendrähte, die ein Haus
überſpannen, von ſchützendem Einfluß. Beachtenswert
iſt ferner, daß der Blitz viel häufiger in vereinzelt
liegende Baulichkeiten als in eine dichte Häuſermaſſe
einſchlägt. Je mehr Häufer zu einer geſchloſſenen
Ortſchaft gruppiert ſind, deſto mehr nimmt unter ſonſt
gleichen Bedingungen die Blitzgefahr ab. So iſt dieſe
auf dem flachen Lande fünfmal größer als in den
Städten. Wird man von einem Gewitter im Freien
überraſcht, ſo ſchreite man in gleichmäßigem Tempo
weiter. Schnelles Laufen und noch mehr Stehenbleiben
erhöhen die Gefahr. Zu vermeiden iſt der Aufenthalt
auf Hügeln und an Gewäſſern. Bekannt, iſt die
War=
nung, unter Bäumen einen Unterſchlupf zu ſuchen. Am
gefährlichſten iſt die Eiche, nächſt ihr fallen die Blitze am
häufigſten auf Nadelhölzer, Fichten, Kiefern und auf
Pappeln. Am ungefährdetſten würde man bei einem
Gewitter unter einer Buche ſtehen, obwohl auch dieſe
Baumart keinen unbedingten Blitzſchutz gewährt. So
wurde z. B. unter 95 Blitzſchlägen, die im ſüdöſtlichen
Alpengebiet an Bäumen beobachtet wurden die Buche
nicht einmal, im folgenden Jahre bei 68 Blitzſchlägen
zweimal getroffen. Jedenfalls tut man gut, bei
Ge=
wittern auf jeden Baumſchutz zu verzichten. Aber ebenſo
verkehrt iſt es, ſich im Freien unter Heuhaufen,
Ge=
treideſchober oder zu Haufen geſtellte Garben zu
flüchten. Auf freiem Felde bleibt nichts anderes übrig,
als der Situation liegend oder an einem Grabenrand
ſſitzend in möglichſt dem Boden angeſchmiegter Stellung
zu trotzen. Wenn eine größere Geſellſchaft im Freien
vom Gewitter überraſcht wird, ſo iſt entſchieden
anzu=
raten, daß jeder einzelne eine beträchtliche Strecke von
den übrigen ſeine Stellung oder Lage einnimmt. So
ſehr die Angſt in ſolchen Fällen auch zum
Zuſammen=
bleiben drängt, ſo ſehr iſt es verkehrt, ſich zu einer
kompakten Maſſe zuſammenzuſcharen. Abgeſehen von
dem Unglück in der Jungfernheide, iſt es übrigens
er=
wieſen, daß von allen vom Blitz Getroffenen nur etwa
ein Drittel ſtirbt, die übrigen aber faſt ſtets, und nicht
ſelten in überraſchend kurzer Zeit, geheilt werden.
** Der Boykott des Damenhandſchuhs.
Die ſonnverbrannten Hände der Tennisſchlägerinnen,
Ruderinnen, Kroquetſpielerinnen und anderer
Sport=
damen haben einen Sieg auf einem Gebiet erfochten, auf
dem bisher die verzärtelten Salondamen tonangebend
waren, — auf dem Gebiet der Mode. Der Handſchuh,
der beim Rudern und Raquetſchlagen allerdings
un=
denkbar iſt, wird von der geſamten eleganten
Frauen=
welt für die Sommermonate außer Dienſt geſtellt. Ob
aus Seide oder Zwirn gewebt, aus Glacé= oder
däni=
ſchem Leder gefertigt, ob bis über den Ellenbogen
reichend oder nur die halbe Hand bedeckend und die
Finger freilaſſend, die neueſte Mode erklärt den
Hand=
ſchuh im Sommer in jeder Form für unbequem,
un=
nötig, geſundheitsſchädlich und vor allen Dingen für
unelegant. Außer allen dieſen Eigenſchaften könnte
man dem Damenhandſchuh noch nachſagen, daß er, wie
der männliche Regenſchirm, immer irgendwo vergeſſen
wird. Daß der Handſchuh in den heißen Monaten
unbequem, unnötig und vielleicht auch
geſundheitsſchäd=
lich iſt, iſt zweifellos richtig. Aber ihn unelegant zu
ſchelten, iſt doch Verleumdung. An Handſchuhen und
Schuhzeug, wenn ſie tadellos waren, hat man immer die
Dame erkannt, ſelbſt wenn ſie ſich im übrigen auf das
einfachſte und ſogar unmodern kleidete. Der Boykott
des Handſchuhs wird daher auch nicht lange dauern.
Gerade ſo lange, wie die Eleganz der Großſtadt hinaus
in die Seebäder und Gebirgshotels flüchtet und ſich
ein=
hildet, dort der Natur näher gekommen zu ſein. Und
dieſe oder jene unvorſichtige Frauenhand wird in dieſer
kurzen Zeit allerdings von ihrer durchſichtigen Bläſſe
verlieren. Aber daß wir im nächſten Winter im Salon
lauter braune Frauenhälſe und braune Frauenarme
und braune Frauenhände ſehen werden, brauchen wir
deshalb nicht zu fürchten. Zwiſchen Sommer und
Winter liegt der kühlere Herbſt, und auch die elegan=
teſten Frauen werden den Handſchuh wieder
unentbehr=
lich finden, und ſie werden kein Schönheitsmittel
ſparen, um Bräune und Sommerſproſſen zu tilgen, wo
ſie nicht hingehören, — und die Maniküre wird das
übrige tun. Denn die Frauen ſind ebenſo verſtänd
wie die Mode und tragen der Jahreszeit Rechnung!
— Die muſikaliſche Katze. Saint=Saéns,
der Komponiſt von „Samſon und Dalila” iſt bei der
letzten Sitzung der franzöſiſchen Tierſchutzgeſellſchaft
feierlich ausgezeichnet worden, denn der berühmte
Muſiker iſt ein leidenſchaftlicher Tierfreund, und in
vielen großen Aufſätzen iſt er oft für den erhöhten Schutz
der Tiere eingetreten und hat die Mißhandlung mit
feurigem Eifer bekämpft. Erſt vor wenigen Jahren
regte es großes Aufſehen, als Saint=Saéns in der
Preſſe eine lebhafte Polemik gegen das Taubenſchießen
begann. Es gibt nur ein Tier, das er nicht liebt, vor
dem er einen unüberwindlichen Abſcheu hat, das iſt die
Spinne. Dagegen beſaß er einmal eine Katze, deren
ausgeſprochene muſikaliſche Sympathien und Antipathie
ſelbſt dem Komponiſten ein Rätſel blieben. Seine Ke
konnte nämlich Chopin nicht hören. Sobald ſich Saint=
Saéns an den Flügel ſetzte und Chopin ſpielte, ſo
be=
mächtigte ſich der Katze die größte Aufregung, ihre Haare
ſträubten ſich und ſie ergriff ſchleunigſt die Flucht. Wenn
der Komponiſt dann etwas anderes ſpielte, Pucei
Leoncavallo oder was es auch nur war, nur nicht
Chopin, dann kam die Katze alsbald zurück und nahm
beruhigt ihren gewohnten Platz wieder ein. Und dies
wiederholte ſich jedesmal, wenn Chopin geſpielt wurde
Dieſe muſikaliſche Katze, deren Geſchichte der Gil Blas
erzählt, ſtarb ſpäter an Altersſchwäche; aber ihre
neigung gegen den großen polniſchen Muſiker bewahr
ſie bis zum Tode.
* Eine treffende Antwort. Im Briefkaſten
der Illuſtrierten Landwirtſchaftlichen Zeitung fragte
jüngſt ein Abonnent an, „in welchem Alter man Fohlen
am beſten coupiere‟ Das Blatt veröffentlichte darau
ſolgende Antwort eines anderen Abonnenten: „
beſte Zeit zum Verhacken eines ſchönen Pferdeſchweifes
iſt ſehr bald nach dem Tode des Pferdes. Dabei
ge=
winnen Sie einen guten Roßhaarwedel, erſparen dem
Pferde bei Lebzeiten viel Plage durch Fliegen und
helfen mit zur Beſeitigung einer tierquäleriſchen Mode
torheit.”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juni 1910.
Nummer 138.
ſprangen. Verletzt wurde niemand. Polizei und
Staats=
anwalt ſind eifrig mit dem Vorfall beſchäftigt.
Die Frankf. Ztg. meldet zu dem Vorgang: In
ſpäter Nachtſtunde wurden geſtern die Bewohner des
Weſtens durch eine heftige Detonation erſchreckt, die
weithin, ſelbſt im fernen Oſtend, hörbar war. Sie kam
vom Hauſe Bockenheimer Landſtraße 20, Ecke
Unter=
lindau, von der tief im Garten gelebenen Villa des
Ban=
kiers A. Majer. Man glaubte zuerſt an eineGasexploſion.
Die nähere Unterſuchung hat aber ergeben, daß die
Detonation von einem Sprengkörper bewirkt wurde.
Ein Berichterſtatter meldet folgende Einzelheiten: Die
Exploſion erfolgte im Gang, der längs des Souterrains
herumführt und für die Lieferanten beſtimmt iſt. Faſt
alle Fenſterſcheiben des Hauſes und auch einige der
Nachbarhäuſer zerſprangen. Perſonen wurden nicht
ver=
letzt. Der Gang war mit Glasſcherben förmlich
über=
ſät. In der Küche, im Souterrain, ſind die
Fenſter=
rahmen teils ausgebrochen, teils verbogen, an der einen
Hausecke iſt die Wand etwas beſchädigt und die
Dach=
rinne verbogen. Die Feuerwehr war bald zur Stelle,
brauchte jedoch nicht einzugreifen, da ein Brand nicht
entſtanden war. Von einer Gasexploſion kann, wie
ge=
ſagt, keine Rede ſein; der Gaſometer iſt noch in
Ord=
nung, ein Gasbeamter konnte keinen Schaden entdecken.
Für die Möglichkeit, daß es ſich etwa um eine
Kanal=
exploſion handeln könne, iſt auch kein Anhaltspunkt
vorhanden, zumal da die Mündung des
Kanalabfluß=
rohrs intakt iſt. Ganz nahe beim Abflußrohr muß die
Stelle ſein, wo die Exploſion vor ſich ging. Sie iſt von
da aus ſtrahlenförmig erfolgt, und zwar zweifellos durch
einen Sprengkörper. In der Nähe dieſer Stelle fand
man einen Haufen von Eiſenſplittern. Die
Unterſuch=
ung ergab, daß dieſe Splitter aus flachen Eiſenſtückchen
und nicht etwa aus gebogenen, von der Dachrinne
her=
rührenden Blechſtückchen beſtanden. Zur Zeit der
Ex=
ploſion befand ſich das Dienſtperſonal in den
Manſar=
den, ein Sohn des Hauſes weilte in ſeinem Zimmer, der
Bankier ſelbſt iſt verreiſt. Kurz nach zehn Uhr bemerkte
ein Dienſtmädchen einen Mann im Garten, ohne jedoch
der Sache Bedeutung zu ſchenken. Gegen ¾11 Uhr —
wenige Minuten ſpäter erfolgte die Exploſion — ſah
ein Schutzmann, der aus der wenige Häuſer entfernten
Revierwache herauskam, daß am Haustor, das offen
war, ein Mann aufs Rad ſtieg und davon fuhr. Eine
zweite Perſon ſoll in der Nähe gewartet haben. Der
Schutzmann ſah die beiden Perſonen nur von hinten
und kann keine Angaben über ihr Aeußeres machen.
Heute vormittag erſchienen der Erſte Staatsanwalt,
v. Reden, und höhere Polizeibeamte in der Villa und
beſichtigten den Tatort. Polizeipräſident Scherenberg
traf ſelbſt Anordnung für die Unterſuchung der
myſte=
riöſen Angelegenheit. Es fällt ſchwer, an ein
Ver=
brechen zu glauben, da jeder Anhaltspunkt für dieſe
An=
nahme fehlt. Immerhin faſſen die gerichtlichen und
polizeilichen Behörden die Sache ernſt auf und widmen
ihr volle Aufmerkſamkeit. Die abgeſprengten
Eiſen=
ſtücke, die etwa drei Millimeter dick ſind, wurden
photo=
graphiert. Das Haus ſteht unter ſtrengſter polizeilicher
Bewachung.
Plauen, 15. Juni. Der Vogtländiſche Anzeiger
meldet: Geſtern nachmittag wurde in einer Feldwieſe
bei Elſterburg die 75jährige Milchfrau Rauh in ihrer
Wohnſtube ermordet aufgefunden. Es liegt ein
Raubmord vor. Der Täter konnte noch nicht
er=
mittelt werden.
Danzig, 14. Juni. Eine furchtbare
Feuers=
brunſt hat das Dorf Schlachting im Kreiſe Tuchel
in Weſtpreußen heimgeſucht. 15 Gehöfte wurden in
kurzer Zeit ein Raub der Flammen. Im ganzen ſind
37 Gebäude eingeäſchert worden. Die aus Holz
erbau=
ten und mit Stroh gedeckten Gebäulichkeiten boten
reich=
lich Nahrung. Zwei Kinder ſind in den Flammen
um=
gekommen. An eine Rettung war bei der Dürre nicht
zu denken. Das ganze lebende und tote Inventar iſt
mit verbrannt. Die Abgebrannten ſind meiſt nur
ge=
ring verſichert. Der Brand ſoll durch Kinder verurſacht
worden ſein.
Mailand, 14. Juni. Die Regierung der
Vereinig=
ten Staaten von Nordamerika läßt keinen Schritt
un=
verſucht, um mit Hilfe der italieniſchen Behörden Licht
in die ſeltſame Mordgeſchichte am Comer ſee
zu bringen. Der amerikaniſche Botſchafter iſt aus Rom
hier eingetroffen und hat ſich mit dem amerikaniſchen
Konſul nach Como begeben, um an den Nachforſchungen
nach der Leiche Porter Carltons, des Gemahls der
er=
mordeten Schauſpielerin Mary Carlton, teilzunehmen.
Der des Mordes verdächtige Ruſſe iſt wiederholt
ver=
nommen worden, doch hat die Unterſuchung bisher noch
zu keinem Ergebnis geführt. Man iſt der Anſicht, daß
die Leiche Porter Carltons noch auf dem Boden des
Sees ruht. Taucher ſuchen daher die nur 25 Meter
vom Ufer entfernte Stelle ab, wo der Koffer mit der
Leiche der Schauſpielerin aufgefiſcht wurde. Der See
iſt hier etwa 17 Meter tief.
Montpellier, 15. Juni. Fünf Kapuziner, die
ihre Mahlzeiten gemeinſam in einem Privathauſe
ein=
nahmen, erſchienen geſtern vor dem Zuchtpolizeigericht
unter der Beſchuldigung, daß ſie eine aufgelöſte
Kon=
gregation in geſetzwidriger Weiſe von neuem
gegrün=
det hätten. Der Gerichtshof ſprach die Kapuziner frei.
Bukareſt, 15. Juni. Die Agence Roumaine gibt
von dem Ueberfall auf den Poſtdampfer
„Imparatul Trajan” im Piräus folgende
Einzel=
heiten: Auf dem rumäniſchen Poſtdampfer war in
Alexandrien ein Deſerteur der rumäniſchen Armee
ein=
geſchifft. Bei der Ankunft des Dampfers im Piräus
erſchienen mehrere gut gekleidete Männer an Bord
und forderten die Herausgabe des Deſerteurs, ſowie
zweier anderer Perſonen, die, wie ſie behaupteten,
tür=
kiſche Untertanen griechiſcher Nationalität ſeien und
an die türkiſchen Behörden in Konſtantinopel
ausge=
liefert werden ſollten. Auf ein von dieſen Männern
Hoſpital geſchafft werden, wo ein Teil von ihnen
hoff=
nungslos daniederliegt. Das Geſchäftsgebäude iſt voll=
gegebenes Signal überfiel eine mehrere hundert Mann
ſtarke Menge das Schiff, ſprengte die Türen,
zertrüm=
merte die Fenſterſcheiben und begann zu plündern. Der
Deſerteur wurde im Triumph ans Land geführt und
die Schiffsbemannung mißhandelt und ein Teil von
ihr zur Hafenpräfektur geführt. Drei an Bord
befind=
liche ägyptiſche Prinzen wurden unter dem Vorwand,
Spione der türkiſchen Regierung zu ſein, verhaftet.
Mehrere Türken wurden ſchwer mißhandelt. Dieſe
Vorgänge dauerten etwa 3½ Stunden und geſchahen
unter den Augen und Mitwirkung einer Abteilung
griechiſcher Marineſoldaten, die bewaffnet an Bord
ge=
kommen war. Die Ordnung wurde ſchließlich von der
Polizei wieder hergeſtellt.
Feuer
New=York, 14. Juni. Die Zahl der Opfer, die das
des Geſchäftsgebäudes des Montreal
Herald, des größten liberalen Organs des kanadiſchen
Staates Quebec, gefordert hat, iſt beträchtlich. Die Zahl
der Toten beläuft ſich auf vierzig. Die der Ver=
letzten iſt dagegen bedeutend größer. Allein 90
Ange=
ſtellte, die zum größten Teil in der Buchbinderei des
Montreal Herald beſchäftigt waren, mußten in das
ſtändig abgebrannt. Die umliegenden Häuſer der
An=
toineſtraße und des Viktoriaplatzes ſind ſtark in Mit=
leidenſchaft gezogen, zum Teil weniger durch Feuer als
durch die gewaltigen Waſſermaſſen, die die Wehr über
ſie goß, um eine Ausdehnung des Brandes zu
verhin=
dern. Die Rettungsarbeiten waren mit den größten
Schwierigkeiten verknüpft. Das Feuer griff im
Ge=
bäude des Montreal Herald bei den dort
aufgeſpeicher=
ten Papiermaſſen mit ungeheuerer Schnelligkeit um ſich.
Die in den inneren Räumen, in der Buchbinderei und
Falzerei beſchäftigten Frauen waren nach wenigen
Se=
kunden vom rettenden Rückweg abgeſchnitten. Viele
von ihnen ſtürzten, ſchon mit brennendem Haar und
brennenden Kleidern, an die Fenſter. Ein Sprung in
die Tiefe ſollte ſie retten. Leider gelang er nur
weni=
gen. Zwei blieben mit zerſchmetterten Gliedern auf
der Straße liegen, und andere erkämpften ihre Freiheit
dadurch, daß ſie ſchwerverletzt als Krüppel von den vor
dem Haus Stehenden aufgehoben wurden. Als die
Feuerwehr nach kurzer Zeit erſchien, war die Rettung
vieler ſchon zu ſpät. Wohl gelang es ihr, mit Leitern
und Rettungsſchläuchen einen Teil der an den Fenſtern
Harrenden in Sicherheit zu bringen. Da ſtürzte im
oberen Stockwerk eine maſſive Wand ein, die die Decken
mehrerer Geſchoſſe durchſchlug und die noch auf Rettung
Hoffenden unter ihren Trümmern begrub. Nach kurzer
Zeit bildete das ganze Gebäude einen rauchenden
Trüm=
merhaufen. Zehn Leichen ſind bisher geborgen. Vor
der von der Polizei abgeſperrten Brandſtätte ſpielen
ſich herzzerreißende Szenen ab. Kinder ſuchen ihre in
der Druckerei tätig geweſenen Mütter, Eltern ihre
Töchter. Von den 90 im Hoſpital liegenden
ſchwerver=
letzten Frauen und Mädchen ſind viele durch
Brand=
wunden ſchrecklich entſtellt.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 15. Juni. Die Zweite
Kam=
mer der Landſtände wird ſich zweifellos gleich in
den erſten Tagen ihrer Sommerberatung mit mehreren
wichtigen Anregungen aus dem Hauſe zu beſchäftigen
haben. So vor allem mit der von den Abgg. Dr. Oſann
und Genoſſen beantragten Erklärung gegen die
Borro=
mäus=Enzyklika des Papſtes und den beiden Anfragen
betr. die Veruntreuungen des Notars Hubert in
Oppen=
heim. Für beide Punkte wird beſtem Vernehmen nach die
Dringlichkeit beantragt und damit deren ſofortige Beratung
im Plenum beſchloſſen werden, die nach unſerem
Dafür=
halten auch abſolut notwendig iſt, jedenfalls notwendiger
als die Schnakeninterpellation der Abgg. Molthan und
Dr. Schmitt, die von der Regierung zu wiſſen wünſchen,
ob ſie gewillt ſei, ſtaatlicherſeits Maßnahmen zu ergreifen,
um eine einheitliche Bekämpfung dieſer Plage
durchzu=
führen. Der Antrag in betreff der päpſtlichen Enzyklika
iſt, wie an dieſer Stelle noch ausdrücklich betont ſei, von
ſämtlichen nationalliberalen Mitgliedern der Zweiten
Kammer, auch den katholiſchen, unterzeichnet worden. Man
darf wohl einigermaßen geſpannt darauf ſein, wie ſich das
Zentrum bei der Erörterung in der Kammer zu dieſer
An=
gelegenheit verhalten wird.
*X* Darmſtadt, 15. Juni. Der
Sonderaus=
ſchuß für die Verwaltungsgeſetzreviſion
behandelte in ſeiner heutigen Sitzung die Vorſchriften
der Artikel 51—102. Dieſe Artikel beſchäftigen ſich mit
der Einleitung und Durchführung der Wahl zum
Ge=
meinderat, der Beſetzung der Bürgermeiſtereien, der
Wahl, den Dienſtbezügen und dem Ausſcheiden des
Bürgermeiſters und der Beigeordneten aus dem Amt,
der Tätigkeit des Gemeinderats und der
Genehmigungs=
pflicht der Geſchäfte und Beſchlüſſe des Gemeinderats.
Die Vorſchriften über das Wahlverfahren ſind
neuge=
faßt und einheitlich in die Städte= und
Landgemeinde=
ordnung dem Verfahren über das Reichstagswahlrecht
entſprechend geſtaltet worden. Die Abſtimmung erfolgt
mit Stimmzetteln, die der Abſtimmende ſelbſt dem
Wahlvorſteher in einem amtlich geſtempelten Umſchlag
überreicht. Die Stimmzettel müſſen von weißem Papier
ohne Kennzeichen ſein, die Umſchläge von
dunkelfar=
bigem, undurchſichtigem Papier, auch muß ein der
Be=
obachtung unzugänglicher Raum oder eine Vorrichtung
mit Tiſch vorhanden ſein, damit der Wähler
unbeob=
achtet ſeinen Zettel in den Umſchlag ſtecken kann. Bei
Art. 85, der die Vorſchriften über die Beſtätigung der
gewählten Bürgermeiſter und Beigeordneten enthält,
wurde die Beſtätigung der Bürgermeiſter und
Beige=
ordneten durch den Kreis= und Provinzialausſchuß
bei=
behalten. Die Vorſchriften über die Dienſtbezüge der
Bürgermeiſter in der Landgemeindeordnung haben in
der Regierungsvorlage eine neue Faſſung erhalten.
Der Ausſchuß hat jedoch die Entſcheidung in dieſer
wich=
tigen Frage vorläufig ausgeſetzt und will die Frage der
Beſoldung der Landbürgermeiſter durch beſondere
Vor=
ſchriften feſtgelegt wiſſen. Die Bureaukoſten ſollen
lediglich dem tatſächlichen Bedürfnis angepaßt werden,
und die Vergütung, welche der Bürgermeiſter für die
Verrichtung von Privatbeſchäftigung erhebt, ſoll in die
Gemeindekaſſe fließen. Der Ausſchuß will über dieſe
Beſtimmungen zunächſt die Anſichten der Regierung
hören. Die Fortſetzung der Beratung erfolgt
Donners=
tag vormittag.
Der Verband der Detailliſten=Vereine und der
Geſetzentwurf über die Gemeindeumlagen.
— Der Verband der Detailliſten=Vereine im
Groß=
herzogtum Heſſen hat zu dem Geſetzentwurf über die
Gemeindeumlagen an die Zweite Kammer der
Landſtände eine Eingabe gerichtet, in der u. a.
ausgeführt iſt: „Nach der Preſſemeldung hat der
Fi=
nanzausſchuß Hoher Kammer beſchloſſen, die
Konſum=
vereine, auch die landwirtſchaftlichen, ebenfalls der
Beſteuerung zu unterwerfen und weiter die
Einführ=
ung der Warenhaus= und Filialſteuer genehmigt, mit
der Modifikation, daß auch der Umſatz bei der
Beſteuer=
ung mit herangezogen werden kann.
Dieſe Beſchlüſſe, welche die Erfüllung langjähriger
Wünſche und Beſtrebungen aller wirtſchaftlichen
Kor=
porationen in ſich faſſen, werden von dem heſſiſchen
Detailliſtenſtand aufs freudigſte begrüßt.
Unerläßlich halten wir es jedoch im Hinblick auf
ihre praktiſche Wirkung, daß die Beſtenerung eine
obligatoriſche wird. Den Gemeinden muß durch
das Geſetz die Pflicht auferlegt werden, alle
umſatz=
ſteuerpflichtigen Geſchäftsbetriebe zur
Sonderbeſteuer=
ung heranzuziehen.
Dieſe Forderung rechtfertigt ſich durch die
Erwäg=
ung, daß das ganze Geſetz illuſoriſch gemacht werden
kann, wenn in der Gemeindevertretung — was ſogar
häufig der Fall iſt — keine Mehrheit dafür beſteht.
Weiter geſtatten wir uns noch darauf hinzuweiſen
daß das Gewerbeſteuergeſetz auch in ſeiner neuen
Faſſ=
ung noch eine Kategorie von Gewerbebetrieben voll=
ſtändig ſteuerfrei läßt, die zum Schaden des anſäſſigen
Gewerbebetriebes immer mehr um ſich greift.
Wir meinen den ſogenannten „Heimlichen
Waren=
handel” das heißt den Handel, der von Poſtbeamten,
Staats= und ſtädtiſchen Beamten, Privaten uſw. ohne
Löſung eines Gewerbepatentes und daher ohne
Ge=
werbeſteuer betrieben wird.
Wir denken beſonders an die Vertretung
ſogenann=
ter Bielefelder und oberheſſiſcher Wäſchefabriken durch
Damen der beſſeren Geſellſchaftskreiſe, ferner an den
Großbezug von Lebensmitteln durch den Beamten eines
beſtimmten Reſſorts, der dann die Waren im kleinen
an die übrigen Beamten abgibt. Das bekannteſte
Bei=
ſpiel dafür iſt die Warenverteilungsſtelle der
Reichs=
poſt; auch bei verſchiedenen Polizeirevieren in
Darm=
ſtadt iſt ein lebhafter Handel mit Kaffee feſtgeſtellt
worden.
Aber nicht nur die betreffenden Beamten verſorgen
ſich auf dieſe Art, ſondern jede Privatperſon, die
irgend=
welche Beziehungen zu den betreffenden Verteilern
hat, kann an dem Warenbezug teilnehmen.
Bekannt ſind auch die Klagen von Geſchäftsleuten
aus allen Städten unſeres Großherzogtums über den
zuerſt erwähnten Verkauf von Wäſche durch Damen.
Sehr große Beträge wandern auf dieſe Art aus dem
Land, ohne daß die Betreffenden ſteuerlich herangezogen
werden können.
Wir bitten daher Hohe Kammer, in Erwägung
ziehen zu wollen, ob Artikel 7 des Geſetzes nicht eine
Erweiterung erfahren könnte, wonach alle Perſonen,
die ſich mit dem Vertrieb von Waren befaſſen, — und
ſich daher handelsmäßig betätigen —, zur
Gewerbe=
ſteuer herangezogen werden können.”
Bezüglich der Konſumvereine, Warenhäuſer und
Fialialgeſchäfte heißt es: „In einer großen Anzahl von
Eingaben und Reſolutionen, ſowohl einzelner heſſiſcher
Detailliſten=Vereine, wie auch des Verbandes der
De=
tailliſten=Vereine im Großherzogtum Heſſen, iſt die
Be=
ſteuerung vorgenannter Warengruppen ſeit Jahren
gefordert worden.
Wir erheben bei dieſer Gelegenheit im
Einverſtänd=
nis mit unſeren Offenbacher Kollegen energiſch Proteſt
gegen die von der Handelskammer Offenbach bezw.
deren Syndikus auf dem Handelskammertag vom 28.
Oktober 1909 geäußerten Anſichten über Warenhäuſer
und Filialgeſchäfte, die ſich mit den Anſichten der
Offen=
bacher Detailliſten in keiner Weiſe decken, den aber bei
der an Zahl ungenügenden Vertretung der Detailliſten
bei der Offenbacher Handelskammer nicht
entgegenge=
treten werden konnte.
Der Verband begrüßt den Geſetzentwurf, der die
ſteuerliche Gleichſtellung der Geſchäfte der
Konſum=
vereine mit allen anderen Ladengeſchäften vorſieht,
aufs wärmſte. Wir geben uns keineswegs dem=
Ge=
danken hin, als ob durch dieſe Beſteuerung die
Kon=
ſumvereine wirkungsvoll eingeſchränkt würden.
Ledig=
lich aus Gerechtigkeitsgründen fordern wir ſie auf der
gleichen geſetzlichen Baſis, wie ſie für alle
Gewerbe=
betriebe auch ſonſt vorgeſehen iſt und ſehen darin keine
„Sonderbeſteuerung”, ſondern lediglich einen Akt
aus=
gleichender Gerechtigkeit.
Wenn wir auch den Entwurf betreffend
Beſteuer=
ung der Warenhäuſer und Filialgeſchäfte
freudig begrüßen, ſo ſind nach unſerer Anſicht doch noch
verſchiedene Verbeſſerungen notwendig, um ihn zu dem
zu machen, was er ſein ſoll — ein wirkſamer Schutz für
den Kleinhandel gegenüber den großkapitsliſtiſchen
Be=
trieben. Auch hier möchten wir erwähnen, daß wir von
der Einführung der Warenhausſteuer, wie auch von
der Filialſteuer — von der nachher noch zu ſprechen iſt
— nicht die alleinige Rettung für den Kleinkaufmann
erblicken. Auch ſchließen wir uns der von verſchiedenen
Seiten gefallenen Aeußerung, daß die Warenhaus= und
Filialſteuer keine Erdroſſelungsſteuer werden dürfe,
gerne an.
Andererſeits aber werden dieſe Betriebe nicht ihrer
Leiſtungsfähigkeit entſprechend ſteuerlich herangezogen.
Um dies zu erreichen, hat der Vorſtand ſich einſtimmig
dem Antrag Oſann angeſchloſſen, der bei der
Verſteuer=
ung den Umſatz berückſichtigt wiſſen will. Gilt dies
ſchon im allgemeinen von den Warenhäuſern, ſo noch
viel mehr von den Filialgeſchäften, die unſerer Anſicht
nach nur durch die Beſteuerung nach dem Umſatz
wirk=
ſam herangezogen werden können.
Soll die Beſteuerng jedoch eine gerechte ſein, ſo iſt
unbedingt zu verlangen, daß der Begriff „Warenhaus”
genauer definiert wird, als dies im Regierungsentwurf
geſchehen iſt, wo es heißt: „nach Art der Warenhäuſer”
Es beſteht ſonſt die Gefahr, daß auch größere
Detail=
betriebe, die mit der Geſchäftspraxis der Warenhäuſer
nichts zu tun haben, mit zu dieſer Steuer herangezogen
werden. Ferner richtet der Vorſtand des Verbandes an
die Hohe Kammer die Bitte, dafür eintreten zu wollen,
daß die Warenhaus=, ebenſo wie auch die Filialſteuer,
in allen Gemeinden obligatoriſch zur Einführung
ge=
langt. Denn nur dann wird ſowohl die Wirkung auf
die Verhältniſſe des Kleinhandels, wie auch der
ſteuer=
liche Ertrag für die Gemeinden ein befriedigender ſein.
Was vorerwähnt in der Hauptſache von den
Warenhäuſern geſagt iſt, gilt in gleichem Maße auch
von den Filialgeſchäften.
Im übrigen unterſtützen wir auch die Beſchlüſſe
des Heſſiſchen Handelskammertages, nur wünſchen wir
auch für die Filialſteuer deren obligatoriſche
Ein=
führung.”
Der Allenſteiner Mordprozeß.
— Allenſtein, 14. Juni. Nach zweitägiger Pauſe
wurden heute die Verhandlungen im Prozeß gegen die
Frau v. Schönebeck=Weber wieder aufgenommen. Nach
Eröffnung der Sitzung gelangt ein Schreiben der grei=
ſen Mutter des Hauptmanns von Goeben zur
Verleſ=
ung, in dem ſie bittet, mit Rückſicht auf die ihrer in
Allenſtein harrenden körperlichen und ſeeliſchen
Auf=
regungen vom Erſcheinen an Gerichtsſtelle entbunden
zu werden. Es wird ſodann Oberſt Dorn=Königsberg
als Zeuge vernommen, der den Major von Schönebeck
ſeit langem kannte. Er ſchildert ihn als tüchtigen
Offi=
zier und ausgezeichneten Menſchen; als Kamerad war
er liebenswürdig und beſcheiden. Er war kein
Ver=
ſchwender und kein Trinker, und dabei aufrichtig
reli=
giös. Major von Schönebeck hat dem Zeugen
gegen=
über einmal die Abſicht geäußert, ſich von ſeiner Frau
ſcheiden zu laſſen, iſt ſpäter aber wieder davon
abge=
kommen. Der nächſte Zeuge, Rittmeiſter von Thaer,
war ein Freund des Hauptmanns von Goeben. Er
ſchildert dieſen als einen etwas ſcheuen und
zurückhal=
tenden Menſchen, der ſich ſehr für den Dienſt, aber auch
für andere Dinge, zum Beiſpiel Nietzſche, intereſſierte.
Groß war ſeine Hilfsbereitſchaft. Obwohl er nurkeine
geringe Zulage bekam, half er vielen Kameraden, da
er ſehr ſparſam lebte. Später war er Stimmungen
unterworfen und reizbarer Natur. Es kommen
hier=
auf zwei Briefe zur Verleſung, die Herr=v. Gyeben
Rittm
Majors
ungsr.
niederſo
ung
von de
Antn
zeigt
hat
[ ← ][ ][ → ]Nummer 138.
Seite 5.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juni 1910.
aus der Unterſuchungehaſt an den Zeungen geſchrieben
hat. In den Briefen dankt Herr von Goeben für die
Treue und Freundſchaft und erklärt, Frau von
Schöne=
beck habe ihn förmlich hypnotiſiert, anders könne er ſich
ſeinen Zuſtand nicht erklären. Sie habe ihn durch
an=
dauerndes Klagen in einen Zuſtand verſetzt, den er
ſelbſt nicht mehr als normal bezeichnen könne. Er habe
ſich feſt in die Idee verbiſſen gehabt, er müſſe die Frau
von ihrem Mann befreien, den ſie nicht aufhörte in den
widrigſten Farben zu ſchildern. Rittmeiſter Thaer gibt
dann an, daß von Goeben ihm gegenüber von einem
zeugenloſen Duell geſprochen. Herr von Goeben habe
dabei gemeint, ein Fall könne ſo ernſt liegen, daß die
Beteiligten den Wunſch haben könnten, auch den
Un=
parteiiſchen von dem Duell auszuſchließen.
Es werden hierauf die Hausgenoſſen des
Schöne=
beckſchen Hauſes vernommen; zunächſt die Köchinnen
und die beiden Burſchen. Sie bekunden im
weſent=
lichen nur bekannte Tatſachen über die Auffindung der
Leiche. Bei der Vernehmung des Fräulein Eue, die
ſeiner Zeit ebenfalls im Schönebeckſchen Hauſe
beſchäf=
tigt war, konſtatiert der Vorſitzende einen Widerſpruch
zwiſchen ihrer jetzigen und ihrer früheren Ausſage.
Früher hat ſie behauptet, ſie ſei bei Frau v. Schönebeck
die ganze Zeit über geblieben, während der Herr von
Goeben am Morgen nach dem Morde bei ihr war. Jetzt
behauptet ſie, ſie ſei bald nach dem Eintritt des Herrn
von Goeben aus dem Zimmer gegangen. Zeuge
Ritt=
meiſter Deetgen ſteyt ſeit 24 Jahren beim 10.
Dra=
gonerregiment. Er und ſeine Frau haben mit dem
Schönebeckſchen Paare nicht verkehrt, und zwar, weil
ihnen die Art und Weiſe nicht paßte, wie Frau von
Schönebeck mit Herren verkehrte. Er hat das auch
ein=
mal dem Major gegenüber zum Ausdruck gebracht. Von
v. Goeben hatte der Zeuge den Eindruck, daß er die
Frau maßlos liebte und den Mann maßlos haßte. Der
Zeuge ſchildert dann die Vorgänge bei der
Unierſuch=
ung der Leiche. Während er dieſe betrachtete, ſaß von
Goeben im Saal und aß Kuchen. Zu ſeiner
Entſchul=
digung ſagte er, er habe noch nichts gegeſſen. Als der
Rittmeiſter Grätz konſtatierte, daß der Revolver des
Majors noch geladen ſei, hätten er und der
Unterſuch=
ungsrichter Konradi a tempo gerufen: Goeben! Er habe
allerdings dann ſich gegen die Annahme geſträubt, daß
ein Offizier einen Kameraden wie einen tollen Hund
niederſchießen könnte, und ſei auch jetzt noch der
Mein=
ung, daß vielleicht ein Renkontre vorhergegangen ſei.
Früher habe er angenommen, daß der Major nichts
von den Liebesverhältniſſen ſeiner Frau wußte, jetzt
müſſe er annehmen, daß er mehr gewußt habe, als er
dulden durfte.
Darauf wurden die weiteren Verhandlungen auf
morgen vormittag 9 Uhr 15 Min. vertagt.
Die Enzyklika.
* Darmſtadt, 15. Juni. Die heure vormittag
verſammelte Dekanatsſynode des Dekanats
Darmſtad t hat einſtimmig folgende
Kundgeb=
ung beſchloſſen: „Die Dekanatsſynode des Dekanats
Darmſtadt ſpricht einmütig ihre ausdrückliche
Zuſtim=
mung zu der Kundgebung des Deutſchen Evangeliſchen
Kirchenausſchuſſes aus Anlaß der Borromäus=Enzyklika
aus. Sie erwartet, daß die Antwort der Tat auf dieſe
Herausforderung unſeres evangeliſchen Heſſenvolkes
und Fürſtenhauſes der feſte Zuſammenſchluß aller
Proteſtanten, unbeſchadet ihrer kirchlichen und
politi=
ſchen Richtung, insbeſondere die vermehrte Gründung
von Zweigvereinen des Evangeliſchen Bundes
zur Wahrung der deutſch=proteſtantiſchen Intereſſen
ſein wird.”
* Berlin, 15. Juni. In der Beſprechung der
Antwort des Vatikans in der
Angelegen=
heit der Borromäus=Enzyklika ſchreibt die
Kreuzzeitung: Der Inhalt dieſer Mitteilung iſt im
In=
tereſſe des konfeſſionellen Friedens freudig zu begrüßen;
ſie bedeutet zugleich einen vollen diplomatiſchen Erfolg,
der nach unſerer Kenntnis der Vorgänge dem
Reichskanz=
ler perſönlich zuzuſchreiben iſt. Sie muß jeden billig
den=
kenden Evangeliſchen befriedigen. Die Deutſche
Tages=
zeitung ſchreibt: Die päpſtliche Anordnung an die
deut=
ſchen Biſchöfe, die Veröffentlichung der Enzyklika zu
un=
terlaſſen, bringt im Verein mit den formellen
Erklärun=
gen ohne Zweifel vollgültige Genugtuung. Die Kurie
zeigt loyales Entgegenkommen. Das Hauptverdienſt
daran fällt der preußiſchen Regierung zu, vor allem dem
Miniſterpräſidenten. — Die Poſt bezeichnet das Ergebnis
ebenfalls als einen Erfolg. Die Weiſung des Papſtes an
die deutſchen Biſchöfe komme in ihrer Wirkung ſo ziemlich
der Zurückziehung der Enzyklika gleich. — Die Tägliche
Rundſchau ſagt: Das iſt für Diplomatenherzen viel, für
die Gefühle, die den deutſchen Proteſtantismus in
dieſen Wochen durchzittert haben, aber wenig. — Der
Lokalanzeiger ſchreibt: Kein gerecht Denkender wird in
Abrede ſtellen, daß unſere Regierung es an zielbewußter
Feſtigkeit und Energie in ihren Verhandlungen mit Rom
hat fehlen laſſen. Der Befehl der Kurie an die deutſchen
Biſchöfe bedeutet nichts mehr und nichts weniger als eine
Desavouierung der päpftlichen Enzyklika auf deutſchem
Boden durch die Kurie ſelbſt. — Die Voſſiſche Zeitung
ſchreibt: Unter der Vorausſetzung, daß das Verbot der
Verkündigung und Veröffentlichung der Enzyklika ſtreng
durchgeführt wird, kann man das Verbot als einen
ſach=
lichen Erfolg der Regierung anſehen. Es muß anerkannt
werden, daß Herr von Bethmann Hollweg mehr erreichte,
als Peſſimiſten glauben wollten. — Die Nationalzeitung
meint: Als eine ausreichende Genugtuung wird man
die=
ſen Rückzug des Vatikans kaum erachten können. — Das
Tageblatt ſchreibt: Innerhalb der engen Grenzen, in
denen der unfehlbare Papſt überhaupt nachgeben kann, hat
er ein formelles Zugeſtändnis gemacht. Wir begreifen
durchaus, daß der durch diplomatiſche Erfolge bisher nicht
verwöhnte Reichskanzler Befriedigung darüber empfindet,
daß er nicht vergeblich an die Tore des Vatikans klopfte. —
Die Frankfurter Zeitung ſagt: Mehr war, wie nun ein= Der Anſturm auf die Feuerwehr war ſo groß, daß
im=
mal Rom und der Vatikan iſt, nicht zu erreichen und man
wird ſogar ſehr lange nachſuchen müſſen, um einen Fall
zu finden, in dem die Kurie einer Regierung ſoviel
nach=
gegeben hat. Die Aktion war bei den Interpellationen
im Abgeordnetenhauſe von allen Seiten zugeſchnitten auf
die eine Wirkung der Enzyklika, die Störung des
konfeſ=
ſionellen Friedens. Dieſe, ſoweit es überhaupt noch mög= Untergrundtunnel iſt völlig überſchwemmt.
lich war, wieder gut zu machen, hat der Papſt infolge des
Einſchreitens der preußiſchen Regierung nunmehr
ver=
ſucht.
* Berlin, 15. Juni. Auch das Konſiſtorium der
Franzöſiſchen Kirche von Berlin nahm Bewohner des Ahrtales fordert. Der natio=
Stellung zu der Borromäus=Enzyklika. — Zur geſtrigen
ſonen verſammelt. Nach einer eindrucksvollen Rede
des Kirchenrats Kiſer wurde ein Telegramm an wurde nach zuſtimmenden Erklärungen aller Parteien
den Großherzog abgeſandt und eine Reſolution einſtimmig angenommen. Es wird das Erſcheinen eines
angenomman.
2 München, 15. Zunt. In der heuigen Situng
Caſſelmann (lib.) die Interpellation über die 1 aus ihren Miniſterien zuſammengeſetzte Kommiſſion
Borromäus=Enzyklika. In allen Kreiſen der für die Weingebiete des Rheins und der
Mo=
deutſchen Proteſtanten und bis tief in die Reihen der Ka=ſel zu entſenden, um die durch das Unwetter in
tholiken hinein hätten die Worte der Enzyklika über die der letzten Woche verurſachten Schäden feſtzuſtellen.
Reformation und die Fürſten Entrüſtung hervorgerufen, Nach Maßgabe der Schäden ſollen den Betrbffenen
finan=
denn deutſche Männer und deutſche Fürſten ſeien an der zielle Staatsbeihilfen zur Anlegung neuer
An=
man über die Geſchichte der Reformation verſchieden ur= ernte gewährt werden. Bei dieſer Gelegenheit will
teile, habe die oberſte katholiſche Stelle keinen Freibrief der Staat auch eine alte Schuld begleichen. Am 26. Mai
zur Beſchimpfung der Reformatoren und die dogmatiſche 1908 gerieten infolge eines außerordentlich heftigen
Intoleranz dürfe zur Kritik, aber niemals zur Kränkung Wolkenbruches in der Nähe von Trier ganze
Weinab=
brauche in Deutſchland den konfeſſionellen Frieden. Die macht werden.
Liberalen wollten ſich durch die Enzyklika nicht hindern
laſſen, mit ihren katholiſchen Mitbürgern in Frieden zu
leben. Daß der Papſt jetzt ſein Bedauern ausgeſprochen
habe, ſei zu begrüßen, aber das Unheil, das die Enzyklika in Plötzenſee verletzt wurde, geſtorben.
angerichtet habe, laſſe ſich dadurch nicht gut machen.
eine offizielle Erklärung von der bayeriſchen
Regier=
ung, was ſie zum Schutze der Proteſtanten getan habe,
die ein Drittel der bayeriſchen Bevölkerung
ausmach=
ten. Tief bedauerlich ſei, daß der Erzbiſchof von
Bam=
berg die Enzyklika als erſter veröffentlichte. Zur
Förderung des Einvernehmens zwiſchen der
konfeſſio=
beitragen.
Kultusminiſter v. Wehner erklärt, die ſtellt ſein.
bayeriſche Regierung ſei, ſobald ſie von der Enzyklika
Kenntnis erhalten habe, nicht im Zweifel geweſen
über deren Wirkung. Die Staatsregierung betrachte
die Erhaltung des konfeſſionellen Friedens als eine
ihrer wichtigſten Aufgaben. Die Enzyklika wurde
wegen ihrer Art und Form, in der über die
Reforma=
tion geurteilt wurde, in proteſtantiſchen Kreiſen als
eine ſchwere Kränkung empfunden. Es beſtand
Ge=
fahr, daß das ungeſtörte Zuſammenleben der
Konfeſ=
ſionen beeinträchtigt werde. Andererſeits durfte die
Staatsregierung auch nicht außer Acht laſſen, daß die
katholiſche Kirche in kirchlichen Dingen innerhalb der
Staatsregierung hielt hier und in Rom mit ihrer
An=
ſchauung nicht zurück, wie verletzend die Enzyklika auf
die Proteſtanten gewirkt habe und wie die Staats= meiſt herkam, iſt die ganze Ernte vernichtet. Die Feſtſpiele
regierung dies vom Standpunkte des konfeſſionellen
Friedens bedauere. Der Kardinal=Staatsſekretär
er=
widerte, daß nicht im entfernteſten die Abſicht beſtanden
habe, die Proteſtanten zu beleidigen. Auch in dem in
der vergangenen Nacht eingetroffenen Telegramm des
bayeriſchen Geſandten in Rom ſei ihm ſeitens des
Nuntius offizielle Antwort erteilt worden. Der
Nun=
tius wies bereits die bayeriſchen Biſchöfe an, die
En=
zyklika weder in den Kirchen noch in den
Amtsblät=
tern zu veröffentlichen. Daß in Bamberg die
Veröffentlichung bereits erfolgt ſei, ſei
eine unangenehm berührende Tatſache. Auf eine
An=
frage in Bamberg teilte der Redakteur des dortigen
Erzdiözeſanblattes mit, daß die Veröffentlichung ohne
Wiſſen des abweſenden Erzbiſchofs geſchehen iſt und
daß er ſein übereiltes Vorgehen lebhaft
be=
dauere. Die Staatsregierung wird nach wie vor
alles tun, um den konfeſſionellen Frieden zu wahren.
Sie hofft, daß die beteiligten Konfeſſionen alles
fern=
halten würden, was den Frieden ſtören könne.
Nachdem gegen die Stimmen des Zentrums die
Be=
ſprechung der Interpellation beſchloſſen worden war,
erklärte Abg. Dr. Daller (Ztr.), daß ſeine Partei die
gleiche Stellung einnehme, wie das Zentrum im
preußi=
ſchen Abgeordnetenhauſe und die Beteiligung an der
nellen Friedens nehme das Zentrum ſtets Bedacht. Abg.
Beckh (Freie Vereinigung) bedauert die Beſchimpfung
der Reformation durch die Enzyklika, man müſſe äver
den konfeſſionellen Frieden wahren. Abg. Müller
(Soz.) folgerte aus der Enzyklika die Notwendigkeit
einer Trennung von Kirche und Staat. Abg. Günther
(liberal) erklärte ſich mit der Erklärung des Miniſters
niſter nicht an den Redakteur, ſondern an das
Dom=
kapitel wenden ſollen. Kultusminiſter v. Wehner
auch die Antwort gegeben habe. Gleichzeitig habe das
mit der Redaktion des Erzdiözeſanblattes beauftragte
ſchloß die Beſprechung der Interpellation.
* Marburg, 14. Juni. Die auf heute abend
über 1500 Teilnehmern beſucht. Nach einer Rede des herſtellung des Verkehrs von Innsbruck 106 Mann der
Profeſſors der Rechte Heymann wurde eine Reſolution
feſſionelle Friedensſtörung Ausdruck gegeben wird.
ſie ihrer Freude und Dankbarkeit für deſſen
Stellung=
nahme in der Angelegenheit der Borromäus=Enzyklika
ausdrückt.
Unwetter und Blitzſchäden.
* Berlin, 15. Juni. Ein furchtbares
Un=
wetter m it Gewitter und Wolkenbruch
ſuchte geſtern abend in der 7. Stunde Berlin und ſeine
Umgebung heim. Obwohl die Sonne noch am Himmel
ſtand, trat völlige Finſternis ein. Am heftigſten war
die Gewalt des entfeſſelten Elements im Südweſten
und Weſten. Der Regen ſtürzte mit ſolcher Heftigkeit
herab, daß im Nu ganze Stadtviertel überflutet waren.
mer nur ein Wagen entſandt wurde. Im ganzen
lie=
fen auf den Berliner Feuerwachen über 100
Alarmier=
ungen ein. Am Bahnhof Papeſtraße erfolgte ein
gro=
ßer Dammrutſch. Das Waſſer überflutete den
Witten=
bergplatz und die breite Tauentzinſtraße und drang in
der letzteren in die Keller ein. Der im Bau befindliche
H. B. Berlin, 15. Juni. Im Abgeordnetenhaus
wurde heute ein nationalliberaler Antrag eingebracht,
der ſchleunige Staatshilfe für die durch
ſchwere Naturereigniſſe geſchädigten
nalliberale Abgeordnete Dr. Friedberg beantragte den
Kundgebung auf der Wartburg waren 1400 Per= Antrag noch in der heutigen Sitzung zur Verhandlung
und zur Beſchlußfaſſung zu ſtellen. Dieſer Antrag
Regierungspertreters, hierzu abgewartet.
2 Perlin, 14. Zunt. Der Minſter des Zunern
der Kammer der Abgeordneten begründete 1 und der Landwirtſchaftsminiſter haben beſchloſſen, eine
Reformation in erſter Linie beteiligt geweſen. Auch wenn pflanzungen, ſowie eine Entſchädigung für die Ausfall=
und Beſchimpfung Andersgläubiger führen. Wer die Rechte hänge in Bewegung und ſtürzten zum großen Teil in
der Souveräne beanſpruche, habe auch die Pflichten der1 die Moſel. Auch dieſe Schäden ſollen jetzt feſtgeſtellt
Souveräne zu üben. Das gelte auch für den Papſt. Man und durch Geldſpenden nach Möglichkeit wieder gut ge=
* Berlin, 15. Juni. Im Garniſonlazarett in der
Scharnhorſtſtraße iſt heute früh der Gardefüſilier
De=
werth, der am Sonntag bei der Blitzkataſtrophe
* Berlin, 15. Juni. Nachdem das Ahrhochwaſſer
Caſſelmann forderte im weiteren Verlaufe ſeiner Rede langſam zurückzugehen begonnen hat, läßt ſich erſt
er=
kennen, welch unermeßliches Unglück die Hochflut über
das blühende Ahrtal gebracht hat. Einzelne Dörfer
ſind völlig vernichtet. Die Zahl der vermißten
Per=
ſonen wird jetzt mit 200 angegeben.
* Ahrweiler, 15. Juni. Die
Aufräumungs=
arbeiten ſchreiten ſchnell voran. Zahlreiche fremde
nell gemiſchten Bevölkerung Frankens könne das nicht Hilfskräfte ſind angekommen. Die Bahnverbindung
wird vorausſichtlich am Samstag proviſoriſch herge=
* München, 15. Juni. Aus dem bayeriſchen
Oberland lagen heute früh folgende
Hochwaſſer=
meldungen vor: In Oberammergau ſteigt das
Waſſer, das nachts zurückgegangen war, infolge
an=
dauernden Regens von neuem. Aus dem Algäu wirz
berichtet: Der Bahnverkehr zwiſchen Immenſtadt und
Kempten, ſowie zwiſchen Sonthofen und Oberſtdorf iſt
eingeſtellt. Die Iller, die rapid weiter ſteigt, gleicht
einem See und überflutet die Brücken. In Kempten
wurden die Häuſer in der Altſtadt geräumt.
H.B. München, 15. Juni. Durch das
Hochwaſ=
ſer ſind über 400 Fremde in Oberammergau
feſtge=
verfaſſungsmäßigen Grenzen ſelbſtändig iſt. Die halten. Faſt alle Häuſer der Bahnhofſtraße ſind durch das
Hochwaſſer für das Fremdenpublikum unbewohnbar
ge=
worden. Im Graswang=Tal, von wo das Hochwaſſer
zu=
in Oberammergau ſind bis nächſten Sonntag verſchoben.
Die Kochel überflutet jetzt ebenfalls das Ufergelände. Die
Kochel= u. Walchenſtraße iſt durch die Murr teilweiſe
zer=
ſtört. Im bayeriſchen Oberland macht ſich bereits
Mangel an Nahrungsmitteln geltend. Die Brücken, die
noch verſchont geblieben ſind, werden ebenfalls
abgebro=
chen. Der Meteorologe auf der Zugſpitze meldet auch das
Eintreten der Schneeſchmelze in den höchſten Regionen, ſo
daß weitere Kataſtrophen zu befürchten ſind. Die ſoeben
mit großen Koſten neuerbaute Straße nach Murnau iſt
ruiniert, ebenſo die alte Keſſelbergſtraße am Kochelſee.
Auch im Gebiet der Iller an der Nord=Süd=Grenze
zwi=
ſchen Württemberg und Südbayern herrſcht gewaltiges
Hochwaſſer, ebenſo im Algäu und bei
Hohenſchwan=
gau. In Garmiſch wurden ſämtliche Brücken weggeriſſen.
Pioniere mußten aus München requiriert werden. Der
Ort ſteht 80 Zentimeter unter Waſſer. Das Denkmal
König Ludwigs II. iſt vollſtändig zerſtört und fortgeriſſen
worden. Die Bewohner ſind vom Verkehr abgeſchnitten
worden und leiden Mangel an Nahrungsmitteln.
H. B. Augsburg, 15. Juni. Hier haben über Nacht
gewaltige Ueberſchwemmungen großen Schaden
angerichtet. Der Lech gleicht einem reißenden Strom und
führt Bäume, Brückenteile und Bauſchwellen mit ſich.
Beſprechung ablehne. Auf die Förderung des konfeſſio= Von Schongau wird gemeldet, daß mehrere Perſonen
er=
trunken ſind.
* Wien, 15. Juni. Aus dem nördlichen
Alpen=
gebiet treffen andauernd Meldungen über ſchwere
Hochwaſſerſchäden ein. Infolge ſtarker
Regen=
güſſe überfluteten die Salzach und ihre Nebenbäche im
Oberpinzgau die Ufer in mehreren Gemeinden, ſetzten
große Strecken Landes unter Waſſer und zerſtörten
viel=
im allgemeinen einverſtanden, nur hätte ſich der Mi= fach Wege und Brücken. In Bregenz und Umgegend
ſind alle Waſſerläufe ausgetreten, mehrere Brücken ſind
zerſtört. Die Eiſenbahnverbindungen mit Innsbruck,
erwiderte, er habe, da der Erzbiſchof abweſend iſt, ſich Bregenzer Wald und Lindau ſind unterbrochen. Die
an das Ordinariat Bamberg gewendet, das ſeinerſeits Reichsſtraßen im ganzen Bezirk von Reutte ſind
zer=
ſtört. Die Wildbäche gehen hoch. Mehrere Ortſchaften
ſind unter Waſſer, zwei Häuſer ſind eingeſtürzt. Der
Domkapitel die mitgeteilte Auskunſt erteilt. Damit Verkehr iſt nur über München offen. Die Gefahr
wächſt immer mehr, da es weiter in Strömen gießt. Der
Schaden, den das Hochwaſſer an den Kulturen
ange=
vom Evangeliſchen Bund einberufene Proteſtver= richtet hat, iſt groß und vor der Hand nicht zu ermeſſen,
ſammlung gegen die Borromäus=Enzyklika des da mit den Seitentälern der Verkehr abgeſchnitten iſt.
Papſtes, welche in den Stadtſälen ſtaatfand, war von Zur Hintanhaltung weiterer Gefahr ſind zur Wieder=
Kaiſerjäger nach Lermoos abgegangen. Der Lech iſt
angenommen, in welcher der Entrüſtung über die kon= auf 5 Meter geſtiegen. Die Lechregulierung iſt in
Ge=
fahr. Der größte Teil von Feldkirch iſt unter Waſſer.
Die Brücke beim Jeſuitenpenſionat iſt weggeriſſen. Das
* Leipzig, 14. Juni. Die Univerſität Elektrizitätswerk der Stadt iſt außer Betrieb. 50 Mann
Leipzig ſandte an den König ein Telegramm, in dem der Feldjäger von Innsbruck ſind zur Hilfeleiſtung
abgegangen.
H.B. Bregenz, 15. Juni. Infolge des anhaltenden
Regens führen alle Waſſerläufe Hochwaſſer.
Meh=
rere Brücken wurden von den Fluten zerſtört. Die
Eiſen=
bahnverbindung mit Innsbruck und Lindau iſt
unter=
brochen.
H.B. Feldkirch, 15. Juni. Seit geſtern regnet
es hier ununterbrochen. Der größte Teil der Stadt ſteht
unter Waſſer. Die Kaiſer Franz Joſef=Brücke iſt
über=
flutet, eine andere Brücke wurde weggeriſſen. Das
Elek=
trizitätswerk in Feldkirch iſt infolge Eindringens von
Waſſer außer Betrieb. Die Gasanſtalt iſt bedroht. Das
Waſſer ſteigt noch immer.
* Bern, 15. Juni. Aus der ganzen Zentral= und
Oſtſchweiz kommen bedrohliche
Hochwaſſer=
berichte. In Altdorf wurde um Mitternacht ein
Haus durch einen Erdrutſch verſchüttet. Die ganze
Familie des Briefträgers Ziegler iſt unter den
Trüm=
mern begraben. Drei Kinder konnten lebend
hervorge=
zogen werden. Die Mutter und zehn Kinder im Alter
von 1 bis 16 Jahren ſind tot. Ziegler hatte Nachtdienſt
im Poſtgebäude. In Bern mußte zur Räumung von
Wohnungen in den tieferen Stadtteilen, die durch die
Aar unter Waſſer geſetzt wurden, die Feuerwehr
auf=
geboten werden. In Luzern ſind der See und die Reuß
über die Ufer getreten, ſo daß die Feuerwehr ebenfalls
Hilfe leiſten mußte. Der Zugverkehr zwiſchen Zürich
und Chur iſt unterbrochen, da die Bahnbrücke in
Land=
quart durch den hochangeſchwollenen Landquartfluß
weggeriſſen wurde. Zwiſchen Luchſingen und dem
Linthal, ſowie auf der Sihltalbahnlinie iſt der Verkehr
gleichfalls unterbrochen. Auch die Gotthardbahn=geldet
Verkehräunterbrechungen. Mach Weggis und Mtzuau
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Jum 1910
Nummer 138.
mußten Militär und Feuerwehr zur Hilfeleiſtung
ge=
ſandt werden. In Adliswil bei Zürich, wo die Sihl
über die Ufer getgeten iſt, ſollen zwei Männer ertrunken
ſein. Bei Weinfelden wurde ein proviſoriſche Brücke
der Mittelthurgaubahn durch die hochgehende Chur
weggeriſſen.
Luftſchiffahrt.
* Berlin, 14. Juni. Wie die Berliner
Korre=
ſpondenz meldet, tritt die vom Kriegsminiſter
einbe=
rufene Kommiſſion zur Unterſuchung der Urſachen, die
zum Unglücksfalle des Luftſchiffes „2 II‟
führten, am 18. Juni zur mündlichen Verhandlung
zu=
ſammen. Außer den Oberſten Schmiedecke und
Meſ=
ſing, ſowie Major Sperling vom Kriegsminiſterium
bezw. der Verſuchsabteilung der Verkehrstruppen
ge=
hören der Kommiſſion Profeſſor Busley, Direktor Crell
von den Siemens=Schuckert=Werken und Oberingenieur
Dürr von der Zeppelin=Luftſchiffbau=Geſellſchaft an.
* Berlin, 15. Juni. Das Militärluftſchiff
„P II‟, das heute früh zur Vornahme von Verſuchen mit
drahtloſer Telegraphie aufgeſtiegen war, wurde, als es
wieder landen wollte, über der Jungfernheide nach
Char=
lottenburg zu abgetrieben, weil die Mannſchaften auf dem
Tegeler Schießplatz das Landungsſeil nicht faſſen
konn=
ten. Mit vieler Mühe gelang es ſchließlich, das Luftſchiff,
das in Gefahr ſchwebte, in die Bäume hineinzufallen,
wieder hoch zu bringen und glatt nach dem Tegeler
Schieß=
platze zurückzuführen, wo die Landung nunmehr glatt von
ſtatten ging.
Erdbeben.
— Jugenheim=Erdbebenwarte, 15. Juni.
Am 12. Juni, abends 9 Uhr 41 Minuten 27 Sekunden,
begann die Aufzeichnung eines ſchwachen Bebens,
der Herd iſt etwa 2200 Kilometer entfernt, ſüdöſtlich der
Inſel Kreta gelegen. Geſtern, am 14. Juni, abends 8 Uhr
48 Min. 21 Sek., kamen von Weſten her die Wellen eines
mittelſtarken Bebens, die Aufzeichnung dauerte
etwa 1 Stunde; der Herd iſt 5600 Kilometer in der
Rich=
tung der kleinen Antillen gelegen. Die Erdbebenwarten in
Hamburg und Laibach beobachteten das letzte Beben zu
entſprechenden Zeiten.
* Rom 14. Juni. In der vergangenen Nacht
wurde um 12¾ Uhr in Reggio di Calabria, Mylew und
Gallina ein heftiger Erdſtoß verſpürt. Ein
zwei=
ter ſtarker Erdſtoß wurde um halb 11 Uhr vormittags
in Meſſina und Gallina wahrgenommen. Ueberall
ent=
ſtand Panik; Schaden wurde nicht angerichtet.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Das mit einem Koſtenaufwand von annähernd
einer Million Mark errichtete Hallen=Schwimmbad hat
an der Mühlſtraße zu beiden Seiten des Eingangs
grüne Raſenflächen, welche ſich dem ruhigen Stil der
Entree=Anlage trefflich anpaſſen. Die drei Eingänge,
ſowie der ſeitliche haben ſonderbarer Weiſe keine Türen
erhalten — man denkt da unbewußt an die modernen
ſchmiedeeiſernen Türen — und ſo ſteht der
benachbar=
ten Altſtadt=Jugend eben „Tür und Tor offen” zu
diverſer Allotria gröbſten Stils. Bis in die ſpäte Nacht
müſſen die Raſenflächen als Tummelplatz diverſer
Altersklaſſen dienen, natürlich zum traurigen
Nach=
teil der Anlagen. Kürzlich hat man die Flächen mit
einem eiſernen Abſchluß verſehen und dabei
ſonder=
barer Weiſe darauf Rückſicht genommen, daß Kinder
und Hunde bequem darüberſteigen können. Der
Ab=
ſchluß auf beiden Seiten des mittleren Eingangs wurde
übrigens in einer der letzten Nächte völlig verbogen
und aus der Erde geriſſen. Es iſt die feſte
Ueberzeug=
ung des Einſenders, daß die bekannte ſtädtiſche
Fi=
nanzlage hier kein Hindernis bietet, die Anlage auf
techniſche Art zu ſchützen. Im ſchlimmſten Fall dürfte
dem zuſtändigen Polizeirevier ein dankbares Feld
ſegensreicher Tätigkeit erſchloſſen ſein.
Civis.
Darmſtadt, 16. Juni.
** Aufhebung der Ausſperrung im
Bange=
werbe. Nachdem geſtern das Schiedsgericht in Dresden
die Entſcheidung über die Einigung im Baugewerbe
getroffen hat, hat die hieſige freie Vereinigung der
Bauunternehmer, Zimmer= und Maurermeiſter in einer
geſtern abend ſtattgehabten Sitzung beſchloſſen, die
Sperre im Baugewerbe ſofort auſzuheben und am
Donnerstag früh die Arbeit in vollem Umfange wieder
aufzunehmen. — Der Schiedsſpruch in Dresden geht
dahin, daß ſämtliche im Baugewerbe beſchäftigten
Per=
ſonen ſofort 1 Pfg., vom 1. April 1911 ab 2 Pfg. und
vom 1. April 1912 ab weitere 2 Pfg. mehr erhalten.
Die Ausſperrung im Baugewerbe, die vom 15. April
bis heute, alſo genau 2 Monate, gedauert hat, hat damit
ihr Ende gefunden.
Tetzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korrefp.=Bureau.)
* Berlin, 15. Juni. In der geſtrigen
Generalver=
ſammlung des evangeliſchen Kirchenbauvereins teilte, nach
dem Berl. Lokalanzeiger, der Oberhofmeiſter der Kaiſerin,
Frhr. von Mirbach, mit, daß vor wenigen Stunden dem
Kaiſer ein Telegramm zugegangen ſei, dem zufolge in
Je=
ruſalem das ſyriſche Waiſenhaus ein Raub der Flammen
wurde. Ueber 1000 Waiſenkinder ſind einſtweilen in den
Räumen der Kaiſerin Auguſte Viktoria=Stiftung auf dem
Oelberge untergebracht.
* Dresden, 15. Juni. Das Schiedsgericht im
Baugewerbe fällte den Spruch, welcher lautet: Die
gegenwärtigen tariflichen Löhne werden während der
Ver=
tragsdauer im allgemeinen um 5 Pfg. erhöht. In den
Orten, die nach der letzten Volkszählung weniger als 5000
Einwohner haben, wird der tarifliche Lohn um 4 Pfg.
er=
höht. Gehören ſolche Orte nach dem letzten Tarifvertrag
zu einem Vertragsgebiet eines größeren Ortes, ſo tritt auch
hier eine Lohnerhöhung um 5 Pfg. ein. Die Anrechnung
bisher gewährter Lohnerhöhungen iſt techniſch ſchwer
mög=
lich, würde zu Ungerechtigkeiten führen und den Abſchluß
der Bewegung ſtark verzögern und mußte daher
abge=
lehnt werden. Die Lohnerhöhungen haben
folgender=
maßen ſtattzufinden: 1. wo 5 Pfg. gewährt werden, ſofort
1 Pfg., ab 1. April 1911 2 Pfg. und ab 1. April 1912 2 Pfg.;
2. wo 4 Pfg. gewährt werden, ſofort 1 Pfg., ab 1. April
1911 2 Pfg., ab 1. April 1912 wieder 1 Pfg. Vollzogen von
den Unparteiiſchen: Oberbürgermeiſter Dr. Beutler, Geh.
Regierungsrat Wiedfeldt, Regierungsrat Prenner. Die
Beſchlüſſe über die Abkürzung der Arbeitszeit werden den
weiteren Verhandlungen überlaſſen, ebenſo verſchiedene
an=
dere Punkte, wie die Frage des Teuerungszuſchuſſes uſw.
* Köln, 15. Jun. Ein Berliner Telegramm der
Kölniſchen Zeitung weiſt den Vorwurf einiger Blätter
über die Untätigkeit Deutſchlands in der
Kretafrage als völlig unberechtigt zurück. Die
Schutzmächte haben die Verpflichtung übernommen, die
Kretafrage in Ordnung zu bringen. So lange dieſe
nicht eine Geſtalt annimmt, die allgemeine europäiſche
Intereſſen in Mitleidenſchaft zieht, ſo lange wird
Deutſchland ſicher nicht aus ſeiner Zurückhaltung
heraus=
treten und ſich nicht mit der Entwirrung der Lage
be=
ſchäftigen, zu der es nicht beigetragen hat. Uebrigens
iſt von keiner Seite an Deutſchland der Wunſch
heran=
getreten, mit irgend einem Muſikinſtrument in das
Konzert der Schutzmächte einzutreten. Das Telegramm
verweiſt ſchließlich auf die kopfloſe Politik
Griechen=
lands und ſchließt: Wenn Ausſchreitungen wie die
gegen den rumäniſchen Dampfer vorkommen, wird
man immer weniger geneigt ſein, darauf zu rechnen,
daß die Griechen der ſchwierigen Lage gewachſen ſind.
* Serajewo, 15. Juni. Als der Landeschef,
Gene=
ral Vareſanin von Vares, von der Eröffnung des
Landtages zurückkehrte, feuerte auf der Kaiſerbrücke
der Sozialdemokrat Bogdan Karajie gegen den Wagen
des Landeschefs fünf Revolverſchüſſe ab,
je=
doch ohne den Landeschef zu treffen. Mit dem ſechſten
Schuſſe entleibte ſich der Täter ſelbſt und war auf der
Stelle tot.
Briefkaſten.
H. 100. Der durch Lapins verurſachte Wildſchaden
iſt zu erſetzen, auch wenn der Acker eingezäunt iſt. J.
J. B. Wenn der Wert angegeben iſt, erhalten Sie
den vollen Wert zurück, andernfalls den tatſächlichen
Wert, doch nur bis zum Höchſtbetrage von 3 Mk. per Pfd.
K. L., Fürth. Sie erhalten am beſten und
ſchnell=
ſten Antwort, wenn Sie in Brüſſel ſelbſt anfragen
(Hauptausſchuß der Weltausſtellung Brüſſel).
Bei Kopfschmerz — Eitrovanilie!
(31240,40
Tm Sommer geborene Kinder machen den Müttern
oft Sorge, da die Kuhmilch in der heißen
Jahres=
zeit leicht verdirbt. Die Ernährung mit „Kufeke, ſeine
leichte Verdaulichkeit und ſeine Wirkung auf die
fein=
flockige Gerinnung der Kuhmilch verhindern die
Darm=
gärungen und verhüten dadurch das Auftreten von
Magen=Darmkrankheiten.
(12216)f
Nein mein Lieber — geht nur allein!
Ich bin ſchon ein wenig erkältet und wenn ich nun
auch noch eine Bergtour mache, dann bin ich
über=
morgen einfach krank. — Unſinn! Gegen deine
Er=
kältung nimmſt du jetzt gleich ein paar Fays ächte
Sodener Mineral=Paſtillen; morgen nehmen wir
eine Schachtel mit und du wirſt ſehen, wie brillant
dir die Partie bekommt, wenn du die Sodener
nach Vorſchrift anwendeſt. Die Schachtel koſtet
nur 85 Pfg. Ueberall erhältlich.
(11610M
Die glückliche Geburt eines
gesunden Sohnes
zeigen hocherfreut an
Rosenhöhe, den 15. Juni 1910
Freiherr von Jenisch,
Preussischer Gesandter,
Freifrau von denisch,
geb. Gräfin Grote.
12238)
Geſchäftliches.
Ein Alarmſignal als
Sicherheitsvor=
richtung gegen Fahr= und
Motorraddieb=
ſtahl iſt von einem Studenten Janſſen in Hannover
erfunden und von Kriminal= und Polizeibehörden ſowie
vom Vorſtand des deutſchen Radfahrer=Bundes für gut
befunden worden. Das neue Alarmſignal, das uns
geſtern praktiſch vorgeführt wurde, gibt bei der geringſten
Umdrehung des Rades einen Warnungsſchuß ab mit
ungefährlicher, nach unten erfolgender Entladung.
Der Apparat iſt dauernd an jedem Rade zu befeſtigen.
Zur Sicherung genügt die Drehung und das
Heraus=
nehmen eines Schlüſſels, der während der Fahrt im
Apparat ſteckt und ihn dadurch in ſeiner Funktion hindert.
Beim Verſuch gewaltſamen Losſchraubens ſchallt der
Schuß. Zur Sicherung gegen unvorſichtiges Spielen von
Kindern iſt ein Sperrbügel angebracht, der die Drehung
des Rades bei bloßer Berührung verhindert. (12206
Statt beſonderer Anzeige.
Geſtern Vormittag verſchied plötzlich und
unerwartet an einem Herzſchlag unſere
innigſt=
geliebte treue Mutter, Schwiegermutter und
Großmutter, die verwitwete Frau Bürger=
meiſter
(12236
Auguste Lindemann
geb. Munckel.
Jauer, Darmſtadt, Metz, am 14. Juni 1910.
Dr. Emil Lindemann,
Generalarzt a. D.,
Auguste Lindemann,
geb. Witte,
Theodor Lindemann,
Leutnant im 1. Lothringiſchen
Feldartillerie=Regiment Nr. 33,
Margarete Lindemann,
Walther Lindemann.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute morgen 6 Uhr entſchlief ſanft nach
langem ſchweren, mit großer Geduld getragenem
Leiden meine inniggeliebte Frau, unſere
her=
zensgute Mutter, Tochter und Schweſter
Frau
Elisabeth Schlichting
geb. Spengler.
In tiefſter Trauer:
Carl Schlichting, Zeug=Leutnant
bei der Kgl. Gewehrfabrik,
Luiſe Schlichting,
Karl Schlichting,
Frau Luiſe Spengler, Wwe.,
Wilhelmine Spengler.
Erfurt, den 14. Juni 1910.
Mainzerhofpl. 13.
Die Beerdigung findet in Darmſtadt am
Frei=
tag, den 17. ds. Mts., um 4 Uhr, von der
Friedhofskapelle aus, ſtatt. (12221
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle=Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſternfrüh: Im Norden
Europas iſt ein neues Tief erſchienen, das, mit dem
alten vereinigt, ſich ſüdwärts über Oſtdeutſchland nach
Italien erſtreckt. Nördliche Winde haben daher bis zur
Elbe ſtärkere Abkühlung und Regen gebracht, während
öſtlich von dieſer Grenze noch außerordentliche Hitze
herrſcht (Aachen 11, Neufahrwaſſer 25%. — Das über
England lagernde Hochdruckgebiet dringt kaum oſtwärts
vor, ſodaß das kühle regneriſche Wetter zunächſt anhält.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 16. Juni:
Meiſt wolkig, kühl, noch geringe Regenſchauer.
Tageskalender.
Evangeliſche Proteſtverſammlung gegen die
Borromäus=Enzyklika um 8¼ Uhr in der Turnhalle
am Woogsplatz.
Lichtbilder=Vortrag im Reſtaurant Gottwald (
Ober=
bayern und Königsſchlöſſer).
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 17. Juni.
Hofreite=Verſteigerung der Eva Diefenbach (
Kies=
ſtraße 18) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr
Magda=
lenenſtraße 7.
Eichenſtämme= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr;
Zu=
ſammenkunft Ecke Ludwigshöh= und Sandbergſtraße.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Maz Streeſez
für den Inſeratenteil: J. Kreſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Nummer 138.
Empfehlen in hochfeinſter Ware täglich
eintreffend:
in allen Größen.
Tafelzander
Seehecht
Rotzungen,
Seezungen,
Steinbutt,
Heilbutt,
Cabliau,
Merlan,
Knurrhahn,
Rheinſalm,
Leb. Spiegelkarpfen,
„ Schleien,
„ Barben,
„ Breſem,
„ Mulben,
„ Weißfiſche,
„ Bachforellen,
½½, ½ Pfd.
Lebende Aale
per Pfund von Mk. 1.— an.
Tafel- und Suppenkrebse
Nochfeinste neue Matjesheringe
Täglich friſchgebackene Fiſche.
Reitinger & Blechschmidt
Hoflieferanten
19 Eliſabethenſtraße 19.
Telephon 543. (12230
Empfehle prima bayr.
in ganzen Ballen
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Nummer 138.
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der vollſtändigen Kapelle des Leib=Garde=Regiments
im Festsaale der Turngemeinde am Woogsplatz:
Leitung: Obermuſikmeiſter H. Hauske.
Programm: R. Wagner: Ouvertüre zu „Tannhäuſer”; R. Leoncavallo: Tonbilder
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H. Hauske: Chopin=Mazurka=Caprice;
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und an der Abendkaſſe.
Redner:
Pfarrer D. Waitz, Professor Dr. E. A. Berger,
Pfarrer Velte und Professor Knoll.
Alle evangelischen Frauen und Männer sind freundlich eingeladen.
Der Eintritt ist frei!
Die Kirchenvorstände und die Vorstände der Männervereinigungen, Frauen-
und Kirchengesangvereine der evangelischen Stadt-, Martins-, Johannes-,
Petrus- und Paulusgemeinde.
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Die Vorstände des deutsch-evangelischen Frauenbundes und des Gustav-Adolf-
Frauenvereins, des Gustav-Adolf-Vereins, des Evangelischen Bundes, des
Evangelischen Arbeiter- und Handwerkervereins, der Christlichen Vereine
junger Männer „Nathanael” und „Wartburg‟, der Kirchlich-positiven und der
Freien landeskirchlichen Vereinigung.
Vereinigte Bezirksvereine.
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zum Vortrage des Herrn Stadtverordneten Sames
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Riffe der Liebe.
Ein Blankeneſer Roman
von Ewald Gerhard Seeliger.
(Nachdruck verboten.)
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Kurz nach Oſtern, als die runden
Stachelbeer=
ſträucher in Frau Breckwoldts Garten die erſten,
zar=
ten, grünen Spitzen neugierig in die feuchte Aprilluft
ſtreckten, war es mit Guſchi ſo weit. Sie ſchloß
ge=
duldig die Augen und wollte auf der Stelle ſterben.
Aber ſie ſtarb nicht.
Frau Karoline war drei Tage lang von Sinnen und
wirtſchaftete trotzdem im Hauſe herum, daß die Töpfe
raſſelten.
Jürgen Heggbloom ſtand endlich von ſeinem Schemel
auf, trat an die Wiege und beſchaute ſich ſeinen Enkel. Er
mußte dabei die Brille abnehmen, denn unter den Gläſern
vorbei konnte er nicht ſchielen. Und ſeine Augen öffneten
ſich ſtaunend und tiefverwundert. Aber er ſprach kein
Wort.
Dann ging er aufs Standesamt, um den Enkel, der
noch nicht ſprechen, aber um ſo beſſer ſchreien konnte, in
die behördlichen Regiſter eintragen zu laſſen. Und er gab
ihm aus eigener Machtvollkommenheit den Namen Karl.
Auf dem Heimweg kehrte er bei Daniel Jipp ein und
verſetzte ſeinen Gram, in ſo jungen Jahren Großvater
geworden zu ſein, tüchtig mit Grog.
Die Schuſterhecke aber, die wie Pech zuſammenhielt
weiedien auf den Schuluege ſienuich die öihr des
Hauſes.
Guſchi konnte ſich erſt mit dem kleinen Karl nicht recht
befreunden. Frau Karoline dagegen fand ſich viel ſchneller
in ihre Rolle als Großmutter. Nun hatte ſie doch wieder
etwas zu warten und zu päppeln! Da aber wurde ſofort
Guſchis Eiferſucht wach und weckte ihre Liebe. Jetzt ließ
ſie den kleinen Karl, der ſtark und geſund war und braune
Locken und Augen hatte, nicht wieder gutwillig von ihrer
Seite.
Als ſie nach acht Tagen zum erſten Male wieder in
den Spiegel ſchaute, ſah ſie, daß ſie ihre Schönheit nicht
verloren hattte. Aber es machte ihr keine Freude mehr.
Bekümmert und voll zärtlicher Sorge betrachtete ſie den
kleinen Karl, der an ihrer Bruſt ruhte und friedlich ſchlief.
Und da fand ſie endlich ein leiſes, glückliches Lächeln.
Wenn Kurt Egloff ſie in dieſem Augenblicke hätte ſehen
können, er hätte ſie ſofort als Madonna malen wollen.
Aber an Henning Breckwoldt durfte ſie nicht denken.
Mit der Mutter wurde ſie leicht fertig, obgleich dieſe
jede freie Minute benutzte, um hinter Guſchis Geheimnis
zu kommen. Viel mehr Sorge machte ihr der Vater, der
ihr weder ein Wort noch einen Blick ſchenkte. Endlich aber
kam er aus ſeiner Reſerve hervor und fragte ſie aufs
Ge=
wiſſen, wie ſie zu dem kleinen Karl gekommen ſei. Erſt
wollte ſie nicht mit der Sprache heraus. Aber er gab ihr
gute Worte.
Du darfſt es aber keinem Menſchen ſagen! beſchwor ſie
ihn unter Tränen. Auch Mutter nicht!
Geht keinem Menſchen was an, erwiderte er ruhig.
Mutter erfährt’s nicht.
Und da entſchlüpfte ihr das Geheimnis, und als ſie
es nicht mehr hatte, hätte ſie es gerne wieder zurückgeholt.
Jürgen Heggbloom nickte nur und wartete drei Tage.
Dann beſchaute er ſich des Nachmittags ſeinen ſchwarzen
Sonntagsrock und den ſteifen Filz. Sie genügten beide
ſeinen Anſprüchen. Morgen früh wollte er ſie in
Benutz=
ung nehmen, um dem Vater des kleinen Kindes einen
Beſuch zu machen.
Kurt Egloff ſaß an dieſem Abend mit Wilken Wobbe
bei Geſche Suxdorf, aber nicht im Vorgärtchen hinter den
Buchenhecken, da war es noch zu kühl, ſondern in dem
klei=
nen Gaſtzimmer neben dem Laden. Da hockten ſie ſchon
fünf Nächte beieinander und zechten ſchweren Portwein.
Und das hatte ſeinen guten Grund: Kurt Egloff nämlich
hatte ſeinen zweiten Diagonalewer verkauft. Diedrich
Geſterling hatte ihn auf Harriets und Frau Abels
Veran=
laſſung bei dem Kunſthändler mit dem ehrlichen Geſicht
für eine erkleckliche Summe erſtanden. Das war ihm
nicht gerade leicht geworden, weil er im Konkurrenzkampf
mit Matthias Harms ſein bares Geld nötiger brauchte.
Doch er hatte nicht umhin können, den Kunſtkauf
auszu=
führen, weil ſich den beiden Damen die Zeichen, daß Kurt
Egloff in einer ſchweren pekuniären Klemme ſaß, immer
deutlicher zeigten, und er Geſchmack genug beſaß, ſeinen
Schwiegervater nicht ohne weiteres anzupumpen. Das
Bild hing jetzt im Speiſeſaal gegenüher Harriets=Porträt.
Seite 10.
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das inzwiſchen die Vollendung erreicht hatte, aber nicht ſo
ganz gelungen war.
Da Diedrich Geſterling der Spaß ziemlich teuer
vor=
gekommen war, ſuchte er ſich für die Folgezeit
einiger=
maßen zu entlaſten und begann den Maler bei ſeiner
gro=
ßen geſchäftlichen Bekanntſchaft warm zu empfehlen.
Da=
durch erhielt zwar das Gerücht von der heimlichen
Verlo=
bung Harriets mit dem Maler neue Nahrung. Doch das
war vorläufig das kleinere Uebel. Zunächſt handelte es
ſich darum, daß Kurt Egloff Aufträge bekam und ſich über
Waſſer halten konnte, ohne die Firma in Anſpruch zu
nehmen.
Kurt Egloff merkte plötzlich an den einlaufenden
Auf=
trägen und Einladungen, wie ſehr er durch den Zartſinn
ſeiner Braut und ſeiner zukünftigen Schwiegermama
in=
direkt gefördert worden war, und ſeine Dankbarkeit
mel=
dete ſich ſofort. Jetzt wollte er Frau Abel ein Bild
ſchen=
ken. Er dachte an Guſchis Porträt, das im dunkelſten
Wohnungswinkel ruhte und das er nur zu vollenden
brauchte. Doch leider war es gerade für dieſen
beſon=
dern Fall ganz ungeeignet.
Da geriet er denn wieder auf Wilken Wobbe, der ihn
ſeit ſeiner Verbindung mit der großen Firma
Geſter=
ling u. Co. nicht mehr ſo ſchnöde behandelte. Mehrere
ſchwere Sitzungen waren nötig, um den alten Lotſen der
Kunſt geneigt zu machen. Sie tranken ſogar Brüderſchaft,
was bei Wilken Wobbe nicht viel bedeutete, denn er
duzte alle Leute.
Und ſo ſaßen denn die beiden ſchon die fünfte Nacht
bei Geſche Suxdorf und tranken immer eine Flaſche
Port=
wein nach der anderen leer. Endlich, drei Stunden nach
Mitternacht, erklärte ſich Wilken Wobbe bereit, ſein
riſſi=
ges Geſicht verewigen zu laſſen und verſprach dem Maler
in die Hand, am nächſten Tage zur erſten Sitzung zu
kommen.
Als Kurt Egloff am nächſten Morgen um 10 Uhr
er=
meckte, griff er ſich zunächſt an den Kopf, der ihm
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beinnt, die höite ſch ein Scpen dorniſe daein
eingeniſtet. Gleich darauf klopfte es ſchüchtern an die Tür
des Ateliers.
Herein! ſchrie der Maler durch die halboffene Tür
ſeines Schlafzimmer. Die Tür iſt offen.
Da drückte jemand ſchüchtern auf die Klinke und
herein trat Jürgen Heegbloom, der Flickſchuſter.
Scheu blickte er ſich nach allen Seiten um. Die Brille
hatte er zu Hauſe gelaſſen. Den Rufer ſah er nicht, weil
er ſich nicht näher wagte. Kurt Egloff konnte auch nicht
ſo leicht aus dem Bett finden.
Ich komme gleich, ſtöhnte er und hielt ſich den Kopf.
Setz Dich aufs Sofa. Beim Ofen ſteht die
Kognak=
flaſche, wenn Du Hundshaare auflegen willſt.
Jürgen ſetzte ſich gehorſam aufs Sofa und ſtellte den
ſteifen Hut vor ſich auf den Tiſch. Nun horchte er auf die
Geräuſche von nebenan, die ſich bald in ein tiefes,
fried=
liches Schnarchen verloren. Eine Viertelſtunde harrte
Jürgen in Geduld, ohne ſich zu rühren, hielt während
dieſer Zeit den unteren Teil des weißen Kachelofens feſt
im Auge und ſpürte ſeine Kehle immer trockener werden.
Da erhob er ſich endlich, ſchlich auf den Zehen zum Ofen
hinüber, faßte mit zaghaftem Griff die halbvolle
Kognak=
flaſche mit den drei lockenden Sternen, fand in der Nähe
ein leeres Weinglas und kehrte wieder an ſeinen Platz
zurück. Und ſeine Kehle wurde nicht mehr trocken.
Nach einer Stunde kroch der Maler aus den Federn,
platſchte pruſtend mit ſehr viel Waſſer, ſtieg in die Hoſen
und ſchlurfte mit müden Tritten ins Atelier.
Als er den Gaſt gewahrte, rieb er ſich die Augen aus,
in der Meinung, daß er unmöglich recht geſehen haben
könnte.
Aber der Mann, der ſich nun langſam vom Sofa
er=
hob, und der inzwiſchen die Hälfte des hellgelben
Flaſchen=
inhaltes zu ſich genommen hatte, war durchaus nicht
Wilken Wobbe. Er hatte nicht die entfernteſte
Aehnlich=
keit mit ihm.
Nein diane iſ herpiom eae er und oſte ſch
um den Tiſch herum.
Heegbloom” fragte Kurt Egloff verwundert und ſtrich
ſich vorſichtig über die ſchmerzenden Locken. Guſchis
Vater? Das iſt ja wunderſchön, daß Sie mich einmal
be=
ſuchen. Wie gehts ihr denn?
Und Jürgen erzählte nun, etwas ſtockend und holprig
zwar, ſonſt aber zuſammenhängend und ohne ſich zu
ver=
haſpeln, wie es um Guſchi ſtände.
O! ſtöhnte der Maler verzweifelnd, ſank auf den
Stuhl und ſchlug die Augen zum Himmel auf. Das tut
mir aber furchtbar leid. Das hatte ich nicht beabſichtigt.
Ja, ſtotterte der Schuſter und gab ſich einen Ruck.
Sie werden die arme Deern doch wohl heiraten müſſen!
Gern, mein lieber Herr Heggbloom! rief Kurt
Egloff und ſprang auf. Aber kann ich denn? Wovon
ſoll ich eine Familie ernähren? Von der Kunſt
viel=
leicht? Davon kann man doch nicht leben. Das werden
Sie ſchon einſehen.
Nach längerem Nachdenken ſah Jürgen Heggbloom
auch ein, daß man von der Kunſt nicht leben könne,
denn er beſaß einen offenen Kopf und hatte außerdem
ein hübſches Quantum Kognak hinter ſich.
Na, ſchön, ſprach der Maler befriedigt und ſetzte ſich
wieder. Ich werde meine Pflicht natürlich im weiteſten
Umfange erfüllen. Darauf gebe ich Ihnen mein Wort.
Alſo verſtehen wir uns. Sie wiſſen doch, daß ich mit
der Tochter des Senators Geſterling ſo gut wie verlobt
bin. Wenn Sie nun die Sache ausplaudern, könnten
Sie mir die größten Schwierigkeiten machen?
Nein, entgegnete der Schuſter, in ſeiner Ehre tief
gekränkt. Von mir erfährts keiner!
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Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juni 1910.
Seitel11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 2 Boxer.
Die Hunde lönnen von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Heugras=Verſteigerung.
Montag, den 20. Ifd. Mts., nachmittags 3½ Uhr beginnend, wird das
Heu=
gras von 1.25 ha der Teichwieſen, ſüdlich des Steinbrückerteichs, den Scheftheimer= und
den ſtädt. Wieſen am Heuweg im Oberwald, ſowie die Futternutzung von den
Wald=
wieſenwegen an Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft um 3½ Uhr auf der Oppermannswieſenſchneiſe, ſüdlich des
Ober=
waldhauſes, um 4 Uhr auf dem Scheftheimerweg am Waldausgang.
Darmſtadt, den 15. Juni 1910.
(12219dfs
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt
I. V.: Jäger.
Wiederholte Holzverſteigerung.
Mittwoch, den 22. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, werden auf dem Holzhofe
dahier aus Diſtrikt Baſſinteil: 1.2 hundert Wellen Eichen Durchforſtungsreiſig
1.4
Kiefern
deren urſprüngliche Steigerer mit Zahlung des Kaufpreiſes zurückgeblieben ſind,
noch=
mals anderweitig verſteigert.
Darmſtadt, den 15. Juni 1910.
(12229
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen
Heinemann.
Holzverſteigerung.
Mittwoch, den 22. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, werden auf dem Holzhofe
dahier
1,5 rm Buchen=Stützelholz
1 „
Kiefern=
öffentlich verſteigert.
(12228
Darmſtadt, den 15. Juni 1910.
Großherzogliche Hofmagazins=Verwaltung
Heinemann, Geh. Forſtrat
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 16. Juni 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
a) für beſtimmt:
200 Flaſchen Pepſin=Magen=Bittern und Likör, eine Partie Zigarren und
2 photographiſche Apparate,
b) vorausſichtlich:
15 Vertikos, 4 Schreibtiſche, 8 Diwans, 5 Sofas, 1 Pianino, 2 Büfetts,
8 Kleiderſchränke, 2 Kommoden, 2 Glas= und 2 Eisſchränke, 3 Spiegel, 4 Betten,
3 Tiſche, 15 Stühle, 4 Waſchtiſche, 4 Fahrräder, 1 Brotgeſtell, 1 Landauer,
4 Wagen, 1 Ausſtoßmaſchine, eine Partie Bilderleiſten, Geſchäftsbücher uſw.
c) ferner auf Grund des § 373 H.G. B.:
2 Kiſten Seifenſand, 1 Kiſte elektriſche Artikel, eine Partie Reißbretter, 2 Koffer
mit Kleider und Wäſche und diverſe Krüge Steinhäger.
(12184
d) ferner auf freiwilligen Antrag wegen Platzmangel beſtimmt:
1 Küchenſchrank, 1 Küchentiſch, 2 Küchenſtühle, Deckbett, 1 Kiſſen, 1 Spiegel,
4 Stühle und 4 Eiſenſtangen.
Darmſtadt, den 15. Juni 1910.
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 17. Juni, nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich an Ort und Stelle
meiſtbietend gegen gleich bare Zahlung:
3 geſchnittene Eichen=Stämme, 8 Buchen=Diel, ca. 4 ebm geſchn. Kiefernholz,
ca. 800 lfde. Meter Rolladenſtäbe, eine Partie geſchnittenes Holz, Bretter pp.,
3 Hobelbänke mit Werkzeug.
Zuſammenkunft der Steigerer Ecke der Ludwigshöhſtraße und Sandbergſtraße.
Darmſtadt, 13. Juni 1910.
(12082mdf
Nelle, Pfandmeiſter.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 17. Juni l. J., von vormittags 10 Uhr an verſteigere ich auf
freiwilligen Antrag im Auktionslokal, Magdalenenſtraße 7, meiſtbietend gegen
bare Zahlung:
1 vollſt. f. neues Bett, eiſerne und hölz. Bettſtellen mit und ohne Matratzen.
Kleiderſchränke, 1 Küchenſchrank, 2 pol. Kommoden, 1 Waſchtiſch, Nachttiſche,
1 Diwan, 1 Sofa, 1 Chaiſelongue mit Decke, große und kleine Spiegel, Stühle
und Seſſel, 2 Wirtſchafts=Büfetts, 1 Tafelklavier, 1 Warenreal, 1
Waſch=
maſchine neuer Art, Geſchirr und ſonſtigen Hausrat uſw.
Darmſtadt, den 15. Juni 1910.
Johannes Krummeck, Auktionator und Taxator,
Grafenstrasse 4.
NB. Bitte mein neu eröffnetes Verkaufslokal zu Auktionspreiſen,
Grafen=
ſtraße 4, beſichtigen zu wollen.
(*14789
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 17. Juni l. J., von nachmittags 3 Uhr an, verſteigere auf
freiw. Antrag, Magdalenenſtraße 7, meiſtbietend gegen bare Zahlung:
1 Katafalk, Sargbeſchläge, beſſ. Sachen, Shirting, Hobel und Kehlmeſſer,
Kreisſägeblätter, 1 Aplattapparat, ca. 200 Stück Bekleidungsleiſten u. a. m.
Darmſtadt, den 15. Juni 1910.
Johannes Krummeck, Anktionator und Taxator.
Wohnung und Büro: Grafenstrasse 4.
*14787)
Heugras=Versteigerung.
Montag, den 20. ds. Mts., vormittags 10 Uhr beginnend,
ſoll das Heugras von ca. 14 Morgen Wieſen der Gemeinde Traiſa an Ort und Stelle
abteilungsweiſe meiſtbietend verſteigert werden.
(12186
Zuſammenkunft an dem Eiſenbahnübergang des Eberſtädter Wegs.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Traiſa.
Walter.
Staatl. kongess. und beaufsichtigte
Hessische Handelslehranstalt
Darmstadt
Rheinstrasse 1
am Ernst-Ludwigsplatz.
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruf.
Neue Kurse beginnen Dienstag, den 5. Juli, 8 Uhr.
Anmeldungen werden frühzeitig erbeten.
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Prospekte durch Wilh. Siedersleben, staatl. geprüfter Handelslehrer.
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Grafenſtraße 4, 3. Stock.
Die Lieferung
von Brechkoks, Anthraeit= und Nußkohle III für Kirche und Gemeindehaus der
Petrusgemeinde iſt zu vergeben. Angebote mit Preisangabe bis zum 21. ds. Mts.
(12189
zu richten an den Unterzeichneten.
Darmſtadt, 15. Juni 1910.
Für den ev. Kirchenvorſtand der Petrusgemeinde:
Walz, Pfarrer.
Heugras=Verſteigerung.
Montag, den 20. ds. Mts., nachmittags 1 Uhr, wird das gemeinheitliche
Heugras, etwa 50 Loſe, an Ort und Stelle öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert.
Die Zuſammenkunft iſt auf der Kreisſtraße nach Crumſtadt am Ausgang
des Orts.
Eſchollbrücken, am 13. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eſchollbrücken.
(12191ds
Leichtweiß.
Kohlenlieferung.
Montag den 27. Juni 1910, vormittags 11½ Uhr, werden die für die Ge
meinde Pfungſtadt pro Rj. 1910 nötig werdenden Kohlen auf dem Submiſſionswege
vergeben. Die Bedingungen liegen während der Bureauſtunden bei uns zur Einſicht offen
Pfungſtadt, den 13. Jun 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Pfungſtadt
(12089mdf
Lang.
Oſenſce der Stacheſrſten.
Die Gemeinde= und Kirchenſteuer=
Nach=
trags=Hebregiſter Nr. XL.— L der Gemeinde
Darmſtadt, ſowie Nr. XXX-XXXVI der
Gemeinde Darmſtadt (Beſſunger Stadtteil)
für 1909 liegen vom 18. l. Mts. an acht
Tage lang auf dem Bureau der Stadtkaſſe
Grafenſtraße 28, zur Einſicht auf.
Beſchwerden gegen die Beitragspflicht
oder gegen das angenommene
Beitrags=
verhältnis müſſen binnen der erſten vier
Wochen nach Ablauf der Offenlegungsfriſt
(ſchriftlich oder mündlich) bei
Großherzog=
lichem Kreisamt vorgebracht werden. Später
vorgebrachte Beſchwerden finden keine
Be=
rückſichtigung.
Darmſtadt, den 14. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Egenolf. (12218
Heugrasverſteigerung.
Die Verſteigerung des Heugraſes von den
ſtädtiſchen Wieſen öſtlich des Friedhofs uſw.
vom 9. und 10. ds. Mts. iſt genehmigt. Die
Mähſcheine können bei der Stadtkaſſe in
Empfang genommen werden und müſſen
bis zum 25. I. Mts. eingelöſt ſein.
Darmſtadt, den 14. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt
I. V.: Jaeger. (12222df
Zentralheizung.
Die bei Errichtung der Hilfsſchule
vor=
kommende Heizungs= und Luftungsanlage
ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafen=
ſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9, während der
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auch die
An=
gebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Montag, den 4. Juli 1910
vormittags 10 Uhr
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 14. Jani 1910.
Stadtbauamt
Buxbaum.
(12220d
Die Anfuhr von reinem Grund
nach dem Gelände zwiſchen Stirnweg und
neuem Bahnhof, ſowie von Bauſchutt in
den Dornheimer Weg unterhalb der
Mittel=
ſchneiſe kann von unterzeichnetem Amte bis
auf weiteres geſtattet werden. (12192df
Erlaubnisſcheine ſind bei dieſem
einzu=
holen.
Städtiſches Tiefbauamt.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 30. Juni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem Kaufmann Hermann Diehm
dahier zugeſchriebenen Immobilien:
Flur Nr. qm
I 9891/10 2116 Hofreite
Louiſen=
ſtraße 32 und 34,
I 9971/10 1379 Hofreite daſelbſt
Nr. 36 und 38,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K3/10
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
ntgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
rreicht.
Darmſtadt, den 13. Mai 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L10390.69
En unſer Handels=Regiſter A wurden fol=
J gende Einträge vollzogen:
Am 6. Juni 1910.
Hinſichtlich der Firma:
Wilhelm Conrad, Darmſtadt.
Geſchäft und Firma ſind auf Georg
Ganß und Auguſt Heedt, beide Kaufleute
in Darmſtadt, als perſönlich haftende
Ge=
ſellſchafter übergegangen.
Die offene Handelsgeſellſchaft hat am
17. Mai 1910 begonnen.
Der Uebergang der in dem Betriebe des
Geſchäfts durch Wilhelm Conrad
begrün=
deten Verbindlichkeiten und Forderungen
iſt bei dem Erwerbe des Geſchäfts durch
die Kaufleute Georg Ganß und Auguſt
Heedt ausgeſchloſſen.
Gelöſcht die Firma:
Georg Braun, Darmſtadt.
Am 9. Juni 1910.
Neu eingetragen die Firma:
Ludwig Kolb, Darmſtadt.
Inhaber: Ludwig Kolb, Kaufmann in
Darmſtadt.
Hinſichtlich der Firma:
Mederle & Uhland, Darmſtadt.
Die offene Handelsgeſellſchaft iſt mit
Wirkung vom 9. Juni 1910 aufgelöſt.
Geſchäft und Firma ſind auf Angela
Mederle, geb. Himpler, Ehefrau des
Möbel=
händlers Georg Mederle in Darmſtadt als
Einzelkaufmann übergegangen.
Der Uebergang der in dem Betriebe des
Geſchäfts begründeten Verbindlichkeiten und
Forderungen iſt bei dem Erwerbe des
Ge=
ſchäfts durch Georg Mederle Ehefrau,
An=
gela, geb. Himpler, ausgeſchloſſen.
Gelöſcht die Firma:
D. Opel, Darmſtadt.
Am 10. Juni 1910.
Gelöſcht die Firma:
Jean Pra, Darmſtadt.
(12185
Darmſtadt, den 11. Juni 1910.
Großherzogl. Amtsgericht Darmſtadt I.
Bekanntmachung.
In dem Konkurs über den Nachlaß des
Abraham Guthmann von Darmſtadt
be=
tragen: die Teilungsmaſſe 6820,61 Mark,
ie zu berückſichtigenden nichtbevorrechtigten
Forderungen 69 988,61 Mark.
Schlußrech=
nung und Schlußverzeichnis liegen auf der
Gerichtsſchreiberei Großh. Amtsgerichts I
offen.
(12235
Darmſtadt, den 15. Juni 1910.
Reibstein, Konkursverwalter.
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Nummer 138.
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kom=
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kom=
mend, 13. Juni abends in Hamburg.
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12202a)
Kurſe vom 15. Juni 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Zf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,25
3½ Deutſche Reichsanl. . 93,00
84,60
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,25
92,90
3½ do. Conſols .
84,50
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,75
93,60
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,50
3½
92,10
do.
3
83,20
do.
4 Hamburger Staatsanl. 102,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,40
do.
31
91,90
do.
81,20
Sächſiſche Rente
83,70
Württemberger v. 1907 102,10
do.
93,10
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 48,20
3¾/ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente . 98,40
4 do. Goldrente . . 99,40
4 do. einheitl. Rente 94,30
3 Portug. unif. Serie I 66,30
3 do. unif. Ser. III 67,40
Spezial . 12,25
3 do.
5 Rumänier v. 1903 . . 102,20
4 do. v. 1890 . .
4 do. v. 1905 . . 91,00
4 Ruſſen v. 1880 . . . .
3f.
InProz.
100,30
92,90
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 92,25
4½ do. v. 1905 .
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,30
4 Türk. Admin. v. 1903 87,90
do. unifiz. v. 1903 94,30
4 Ungar. Goldrente . . 94,80
4 do. Staatsrente . 92,50
5 Argentinier . . . . . . 101,70
91,50
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,20
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,70
98,90
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . 97,90
5 Innere Mexikaner . . 100,00
3
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 96,50
5 Gold=Mexikaner . . . 100,30
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
. . . . 145,00
4 Nordd. Lloyd . . . . 111,10
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,00
Aktien ausländiſcher
Transvortanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 111,30
4 Gotthardbahn . . . .
In Proz.
Zf.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161,20
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 24,00
4 Pennſylvania R. R. 133,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 210,00
Werger=Brauerei
. 82,80
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 475,00
Fabrik Griesheim . . . . 258,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 475,25
Verein chem. Fabriken
Mannheim.
.324,80
Lahmeyer . . . . . . . . . 114,60
Schuckert
. . 164,20
Siemens & Halske . . . 244,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 420,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 232,30
Gelſenkirchen .
210,00
Harpener . . .
. .195,70
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb . . .
. .223,25
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,60
4 Pfälzer Prt. .
. . 100,50
do.
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl..
do. ſteuerfrei .
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.:
do. alte .
5 Oeſterr. Südbahn . . 98,60
do.
do.
3 Raab=Oedenburger . . 75,00
91,80
97,80
81,50
56,70
4 Ruſſ. Südweſt.
90,20
* Kronpr. Rudolfbahn . 99,00
3f.
240 Livorneſer . . . .
4 Miſſouri=Paciſic
4 Bagdadbahn Mk. 408
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ.
4 Darmſtädter Bank
(
4 Deutſche Bank.
4 Deutſche Vereinsbank
Diskonto=Geſellſchaft .
Dresdner Bank.
Mitteldeut. Kreditbk.
Nationalbk. f. Deutſchl
Pfälzer Bank.
Reichsbank .
Rhein. Kredit=Bank
4 Wiener Bank=Verein
In Proz.
76,10
79,40
87,50
173,50
130,50
251,50
128,00
187,40
119,50
123,60
101,30
144,30
139,40
137,30
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,20
do. S. 19. . . . . 92,40
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
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91,00
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do.
3½
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(unk. 1917) 100,00
do. (unk. 1914) 91,00
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4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
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Obligationen
Darmſtadt .
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Frankfurt . .
100,90
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4 Karlsruhe
100,50
3½ do.
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3½ do.
4 Mainz
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Nummer 138.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juni 1910.
Seite 13.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16. Juni. 1910.
Nummer 138.
Wohl in jedem Haushalt kommt geſchmortes
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ohdan und Vollmilch.
Dieſes Gericht iſt beliebt und billig, da Kirſchen
nicht teuer, und Mondamin ſehr ausgiebig iſt.
Leſen Sie die Rezepte auf den Mondamin=Paketen.
K12194,58
Vermiſchtes.
C.K. König Georg V. als Angler. Wenn der alte
Angeln übertrifft noch ſeine weidmänniſche Leidenſchaft.
Auch König Eduard wußte die Angelrute kunſtgerecht
zu handhaben, und manchen ſchönen Lachs hat er aus
dem Dee oder Tweed gezogen; aber den wirklichen
Enthuſiasmus des echten Anglers hat er nie aufgebracht.
Sein Sohn iſt darin anders. „Ich liebe das
Weid=
mannswerk”, ſo äußerte er ſich kürzlich, „aber ich bin
nie ſo glücklich und zufrieden, wie wenn ich in den
Morgenſtunden, in denen ich mit meiner Angelrute zu
dem Ufer des Dee hinabgehe und einen ganzen freien
Tag vor mir weiß” In den Fiſchgründen der
könig=
lichen Güter von Abergeldie und Balmoral, fern von
dem Treiben des Hofes und der Menge, verlebt der
König ſeine glücklichſten Stunden. Seit vielen Jahren,
ſo erzählt eine engliſche Wochenſchrift, pflegt der König
im Frühjahr einige Wochen in Abergeldie zu
verbrin=
gen. Dann iſt das Angeln ſeine Hauptbeſchäftigung und
ſeine Haupterholung. Nur von Sir Charles Cuſt
be=
gleitet, ſchlägt er dann in einem kleinen zweiſtöckigen
Hauſe in Abergeldie Mains ſein Quartier auf und lebt
dann nur der Geſundheit. Gewöhnlich verläßt er
mor=
gens um 10 Uhr das Haus; manchmal begleiten ihn
einige nahe Freunde, und den ganzen Tag über ſitzt er
dann am Waſſer, die Angelrute in den Händen und die
unvermeidliche Zigarette zwiſchen den Lippen. Gegen
Mittag kommt ein Wagen daher gerollt, der dem König
zum Angelplatz das Frühſtück bringt; eine Zigarre nach
Tiſch und eine kurze Sieſta im Freien: dann greift der
Monarch wieder zu ſeinem Angelgerät, und er bleibt ſo
lange am Werke, bis im Weſten das Tageslicht
ver=
glimmt und die Nacht kommt. Hier in Abergeldie war
es auch, wo König Georg als Knabe ſeinen erſten
Unter=
richt in der Kunſt des Angelns empfing. Das ſind faſt
40 Jahre her. König Eduard und John Brown waren
ſeine Lehrmeiſter, und noch heute erzählt der König
gern von ſeinem erſten Angelerfolg. Es war ein
ſchö=
ner Frühlingsmorgen in den 60er Jahren, als der
erſte Fiſch anbiß. „Paß auf, Du wirſt eines Tages noch
ein braver Angler werden” ſagte damals John Brown,
und der kleine Prinz war ſtolz und glücklich. König
Georg benutzt bei ſeinen Angelexkurſionen eine 18 Fuß
lange Angelrute mit ſchmiegſamer Stahleinlage;
ge=
wöhnlich angelt er mit Fliegen. Seine Begeiſterung
für dieſen Sport iſt ſo groß, daß er vor kurzem ſogar
aus einem Levée aus dem St. James=Palaſt davoneilte,
nur um ein neues Angelgerät zu prüfen, das man ihm
angekündigt hatte. Keine Unbilden der Witterung,
keine Stürme und kein Froſt können den König an
ſeinen Angeltagen davon abhalten, am Uſer ſeiner
Lieb=
lingsbeſchäftigung nachzugehen. Wenn er dann, am
Schluß einer ſtürmiſchen Woche, ſchließlich einen
pracht=
vollen, acht Pfund ſchweren Fiſch gefangen hat, wie im
vergangenen Jahre, dann iſt er zufrieden und vergißt
die langen Stunden des Wartens, die dem Triumph
vorausgingen.
C.K. Die Naſe in der Dichtung. Warum haben
alle die gefühlvollen Lyriker, die den Augen, dem Mund,
den Händen, ja den Ohren ihrer Geliebten
ſchwärme=
riſche Lieder geweiht, die Naſe ſo arg vernachläſſigt:
Warum hat nie jemand die Schönheit dieſes markanten
Vorbaus unſeres Geſichts in angemeſſener Form
be=
ſungen? Mit dieſer Frage beſchäftigte ſich der
Chica=
goer Profeſſor William Cleaver Wilkinſon in einem
Eſſay ſeines jüngſt erſchienenen Werkes: „The Good of
Life” So weit er auch in der Geſchichte der engliſchen
Literatur Umſchau hält, er kann nirgends den braven
Mann entdecken, der unſerem Riechorgan die ihm
ge=
bührende Stellung im Reiche der Dichtung verſchafft
habe. Zwar haben Chaucer, Shakeſpeare und ſogar
Tennyſſon ſich vor dem Worte nicht geſcheut; aber wenn
der Dichter der Canterbury Tales von einer Dame
er=
zählt, die „ſo ſüß durch die Naſe ſang” ſo iſt damit noch
nichts über die Reize dieſer Naſe ausgeſagt.
Tennyſ=
ſon freilich vergleicht einmal die zarte Naſe einer
Schönen mit dem Kelchblatt einer Blume; aber Milton
zum Beiſpiel vermeidet das Wort „nose” und ſagt nur
„ostril‟. Ob die Stellen des Hohen Liedes, in denen
es heißt: „Deine Naſe iſt wie der Turm auf dem
Li=
banon, der gegen Damaskus ſieht” und „Deiner Naſe
Duft iſt wie Aepfel” eine anſchauliche Schilderung der
Schönheit enthalten, darf man dahingeſtellt ſein laſſen.
Es gibt allerdings ein Drama, in dem die Naſe eine
große Rolle ſpielt, nämlich Roſtands „Cryano de
Ber=
gerac”; aber daß dies übergroße Riechorgan des tapfern
Edelmannes und Dichters die Grundlage für einen
wirklich tragiſchen Konflikt abgäbe, wird niemand
be=
haupten wollen, vielmehr bringt dieſes Moment gerade
einen leiſen komiſchen Zug in das ganze Werk. So iſt
denn die Naſe überhaupt faſt nie für ernſte, ſondern
nur für komiſche Wirkungen in der Dichtung verwandt
worden. Die rote Naſe des Trinkers bietet nicht nur
Shakeſpeares Falſtaff eine unerſchöpfliche Quelle
luſti=
ger Anſpielungen, ſondern hat ſtets allgemeines
Ge=
lächter entfeſſelt. Die große Naſe iſt nicht minder ein
Zielpunkt des Witzes; ſie iſt ſogar zum Gegenſtand
eines ganzen Buches gemacht worden, als Friedrich
Haug ſeine einſt viel geleſenen und hochbeliebten „
Zwei=
hundert Hyperbeln auf Herrn Wahls ungeheure Naſe‟
ſchrieb, die viel Nachahmung fanden. Aus dieſer
un=
würdigen Stellung will Profeſſor Wilkinſon nun die
Naſe erlöſen; er empfiehlt ſie den Poeten als einen
würdigen Gegenſtand ihrer Verſe. „Es iſt nicht etwa
der Sinn ſelbſt, deſſen Organ die Naſe iſt, den die
Dich=
tung verpönt”, erklärt er. „Im Gegenteil, ſüße
Ge=
rüche ſind ebenſo poetiſch wie ſchöne Geſichtseindrücke
und wohllautende Töne. Der Wohlgeruch ſpielt in der
Phantaſie des Dichters eine eben ſolche Rolle wie die
Muſik und die Schönheit des Auges. Warum, ſo frage
ich nun, warum gilt das Organ, das die Wunder des
Geruchs vermittelt, nicht ebenſo wie Ange und Ohr für
edel genug, um in den Verſen des Dichters ſeinen Platz
zu finden? Das Wort „Naſe” iſt kein ſchlecht
klingen=
des Wort. Es hat einen voll tönenden Vokal, kann bei
der Ausſprache genügend betont und gedehnt werden.
Ungewöhnlich viele Reime ſtehen dafür zur Verfügung
Was ſind nur die Gründe, aus denen heraus es den
Poeten ſo hoffnungslos plebejiſch und gewöhnlich
er=
ſcheint? Die Naſe iſt ſo gut wie jeder andere Zug des
Geſichts, ein Keunzeichen edler Abſtammung, guter
Charaktereigenſchaften. Ja, die Naſe iſt ſogar der
aus=
erwählteſte Teil des Geſichts, mit dem wir vor allem
vornehme Regungen ausdrücken. Rümpfen wir nicht
die Naſe, wenn wir unſere Verachtung bezeichnen
wol=
len? So iſt die Naſe das ariſtokratiſchſte Element in
unſerem Geſicht.”
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*14532id) Empfehle mich im Waſch. Frau
Schmidt, Dieburgerſtraße 36, 2. Stock.
*14767) Eine Frau ſucht für morg.
Lauf=
dienſt
Löffelgaſſe 10, 3. Stock.
*14771df) Junge ſaub. Frau h. n. Tage i.
Waſch. u. Putz. frei Heinheimerſtr. 55, Manſ.
*14786) Junge Frau ſucht einige Stunden
Laufdienſt morgens oder mittags.
Näh. Erbacherſtraße 5, Hths. 1. Stock.
*14815) Frau ſucht mittags Beſchäftigung,
geht auch waſchen und putzen
Nied.=Ramſtädterſtr. 9, Hinterb. part.
*14792) Aelt., fleiß. Mädchen ſucht einige
Stunden Laufdienſt Ludwigſtraße 15, II.
Stellen suchen
mehrere tücht. Landmädchen ſofort und
ſpäter durch Frau Weißmantel, Eliſabethen=
(*14819
ſtraße 37.
*14810) Junges braves Mädchen ſucht
Stelle in kleinem Haushalt. Näh.
Inſel=
ſtraße 19, Hinterhaus, part. links.
*14821df) Eine Frau ſucht Laufſtelle
Beſſungerſtraße 821,
*14705) Junges Mädchen ſucht
Aus=
hilfe, geht auch Waſchen und Putzen
Nieder=Ramſtädterſtraße 17.
*14828) Stellen ſuchen:
Herrſchafts=
köchin, mehrere Alleinmädchen, welche koch.
u. etwas v. Kochen verſtehen, Kindermädch.
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