173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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„ 135.
Montag, den 13. Inni.
1910.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Aus dem dentſchen Schutzgebiet.
G. K. Aus Tſingtau, 23. Mai, wird uns
geſchrie=
ben: Vom 10. bis 15. Mai hat der Gouverneur von
Schantung, Sun pau tſchi dem Gouverneur des
Kiautſchou=Gebietes, Vizeadmiral Truppel,
ſeinen offizielln Beſuch abgeſtattet.
Der vom ſchönſten Frühlingswetter begünſtigte
Be=
ſuch verlief in der herkömmlichen Weiſe: Feierlicher Em= ſchule zu errichten. Damals habe ich ſelbſt ſehr eifrig an
pfang auf dem Bahnhof, Ehrenkompagnie, Salut, Beſuche,
Gegenbeſuche, Beſichtigungen der Anſtalten und
Einrich=
recht oft in Tſingtau bei Gouverneursbeſuchen der Fall
geweſen iſt. Und doch war es diesmal anders. Ein
Um=
ſtand kam hinzu, der in alle Veranſtaltungen und Reden
einen neuen Ton brachte: Zum erſten Male war der
Gouverneur von Schantung ein Mann, der jahrelang als
Geſandter in Paris und Berlin weſtliche, beſonders aber
Anſchauung kennen gelernt hatte. Daß dem Kennenlernen
ſchon durch die Uebernahme des Präſidiums des
ſegens=
reich wirkenden deutſch=chineſiſchen Verkehrsausſchuſſes in
viel zu verdanken hat. Er bewies es weiter auf dem Gou=
Reformwerk in Schantung nunmehr in durchaus folgerich= länder den Löwenanteil an dem Handel in China. Erſt
tiger, ruhiger und beſonnener, aber auch durchgreifender
Weiſe fortgeſetzt wurde.
Truppel Ausdruck in ſeiner Begrüßungsrede, die er
beim feſtlichen Eſſen im Gouverneurwohnhauſe hielt. Er
ſagte, der Gouverneur werde aus eigener Anſchauung die
Ueberzeugung heimtragen können, daß die deutſche
Pachtung für die Provinz Schantung nicht
Scha=
den, ſondern Nutzen bringen ſollte und tatſächlich auch
reichlichen gebracht hat. Er könne verſichern, daß die nicht
wegzuleugnende und auch naturgemäße Tatſache, daß die
deutſche Arbeit in Tſingtau und von Tſingtau aus
weſent=
lich zur wirtſchaftlichen Erſchließung der Provinz
Schan=
tung beigetragen, alle Deutſchen — Beamte und
Kauf=
leute, und ebenſo die dort anſäſſige chineſiſche
Kaufmann=
ſchaft — mit aufrichtiger Freude erfülle. Aber die
Deut=
ſchen hätten auch den ebenſo aufrichtigen Wunſch, daß dieſe
Tatſache auch von den chineſiſchen Nachbarn gerecht gewür=
Fragen die Richtſchnur bilde für ein gemeinſames, von
gegenſeitigem Vertrauen getragenes Weiterarbeiten, ohne
jede Voreingenommenheit oder Lauheit. Bei dem
Re=
formwerk, an das China jetzt herangetreten ſei, und wobei
gerade die Provinz Schantung in vorderſter Reihe ſtehe,
und bei mancher gerade jetzt ſchwebenden Entwicklungs= etwas größere Belaſtung vertragen.
frage in Schantung werde ſich Gelegenheit bieten, dieſen
Geiſt gegenſeitigen Vertrauens und beiderſeitigen
Gerech=
tigkeitsſinns zu betätigen.
Gouverneur Sun erwiderte, er habe zu ſeiner Freude
die vorzügliche Verwaltung bewundern können und die
ebenſo ſchönen als lehrreichen Forſt= und Hafenanlagen,
ſowie die ſchnelle Entwickelung des Handels in Tſingtau. mittel, welches noch ſtets als das beſte gegolten hat: beide
Er würde ſchon glücklich ſein, wenn er ein Bruchteil ſoviel
leiſten würde. Er ſeinerſeits werde ebenfalls ſein
Haupt=
augenmerk auf die Förderung von Handel, Gewerbe,
Eiſenbahnen und Bergbau in der Provinz Schantung
rich=
ſchaftlichen Beziehungen zwiſchen Deutſchland und China
zu befeſtigen. Es werde ihm eine Freude ſein, mit den
Deutſchen Hand in Hand zu arbeiten auf dem ſicheren
Grunde gegenſeitigen Vertrauens. Er trinke auf das
Ge=
deihen und Blühen des deutſchen Schutzgebietes und auf
das Wohl des Gouverneurs Truppel
Man wird aus dieſer Rede beſonders anzumerken
haben, daß der chineſiſche Gouverneur ſich nicht, wie es der Rückkehr am 21. Mai verweilte er dann noch bis zum
arten von „harmoniſchem Zuſammenarbeiten im
inter=
nationalen Verkehr” erging, ſondern klipp und klar „auf
das Gedeihen und Blühen des deutſchen Schutzgebietes”
ſein Glas leerte. Damit haben wir auch den vorerwähnten
neuen Ton gefunden, der aus allen Veranſtaltungen mehr
oder minder laut hervorklang: das rückhaltloſe Bekenntnis
der Chineſen, daß das deutſche Schutzgebiet und ſeine
Eiſenbahn von großem Nutzen für die Entwickelung
Schantungs geweſen ſind= und dieſe Wirkung in noch
immer ſteigendem Maße ausüben. Derſelbe Ton klang
aus der Erwiderung des Gouverneurs Sun auf die
Be=
grüßungsreden der beiden Direktoren der Schantung=
Eiſenbahn= und Bergbau=Geſellſchaft bei
einem Frühſtück der Eiſenbahndirektion am 11. Mai.
Auch bei einer Beſichtigung der deutſch=
chineſi=
ſchen Hochſchule am 12. Mai richtete Gouverneur Sun
einige Worte an die in der Aula verſammelten 110
chine=
ſiſchen Studierenden. Er ſagte u. a.: Schon während
meiner Tätigkeit als Geſandter in Berlin bewies die
deutſche Regierung die Abſicht, hier in Tſingtau eine
Hoch=
dem Plane mitgewirkt. Die deutſche Regierung hat
dar=
auf Dr. Franke hierher geſchickt, um mit unſerer
Regie=
tungen Tſingtaus, Feſteſſen, Reden. Alles, wie es ſchon rung alles Nähere zu verhandeln. Nachdem die
Verhand=
lungen abgeſchloſſen waren, hat die deutſche Regierung
vorzügliche Lehrer hierher geſchickt, um in den für die
chineſiſche Staatswirtſchaft wichtigſten Fachzweigen den
Unterricht ſofort aufzunehmen.
Den Wunſch und die Notwendigkeit gemeinſamen
Zu=
ſammenwirkens der Deutſchen und Chineſen betonte auch
deutſche Kultur und deutſches Weſen aus eigener die Rede, welche der chineſiſche Gouverneur bei einer
feſt=
lichen Veranſtaltung der chineſiſchen Kaufmannſchaft im
auch das Schätzen gefolgt war, bewies Gouverneur Sun Kiangſu=Klub hielt; ebenſo die Reden, die bei dem
Feſt=
eſſen der deutſchen Handelskammer am 14. Mai gehälten
worden ſind. In ſeiner Rede führte Gouverneur Sun aus:
Peking, der ſeinen praktiſchen, klugbedachten Ratſchlägen Als die weſtländiſchen Kaufleute nach China kamen, waren
es zuerſt die Engländer, die feſten Fuß faßten und ihre
verneurpoſten in Tſinanfu, wo unter ſeinen Auſpizien das Geſchäfte machten. Und auch heute noch haben die
Eng=
ſpäter ſind die deutſchen Kaufleute nach China gekommen,
aber nach und nach iſt der deutſche Handel bedeutender
Den berechtigten Erwartungen gab Gouverneur geworden und ſteht heute dem engliſchen Handel nicht
mehr viel nach. Das iſt zum Teil zurückzuführen auf die
Oeffnung Tſingtaus mit deſſen trefflichen, unter Exzellenz
Truppel entſtandenen Hafenanlagen, zum Teil auf die
deutſche Schantungbahn. Hafen und insbeſondere
Eiſen=
bahn tragen dazu bei, daß der Handel in Schantung jetzt
in ſolcher Blüte ſteht. Zurzeit können die europäiſchen
Kaufleute noch nicht frei im Innern Chinas Handel
trei=
ben. Es fehlt uns ein Recht und eine Gerichtsbarkeit, die
auch für den fremden Kaufmann paſſen. Ein ſolches Recht
zu ſchaffen, daran arbeitet man jetzt in Peking.
Wenn ſeine Reden Andeutungen über ſchwebende
Zoll=
fragen enthielten, ſo beziehen ſie ſich darauf, daß
Gouver=
neur Sun in dem Beſtreben, gründlich und von unten
her=
auf zu reformieren, erſt einmal die Finanzen
Schan=
tungs beſſern und dem chroniſchen Defizit abhelfen will.
digt werde und auch auf chineſiſcher Seite in gemeinſamen Ob dies durch eine Erhöhung des Seezolls oder
Einfüh=
rung des unbequemen Likin (ein Binnenzoll nach Art des
früheren Oktroi) geſchieht, ſteht noch dahin und iſt noch
Gegenſtand von freundſchaftlichen Verhandlungen. Soviel
ſteht jedoch feſt: bei rückhaltloſer Eröffnung des ganzen
Landes für den fremden Handel kann dieſer ſchon eine
Man muß nur nicht vergeſſen, daß Gouverneur Sun
in erſter Linie chineſiſcher Patriot iſt. Er ſtellt ſich
freund=
lich zu den Deutſchen, weil er von ihrem für China
nutz=
bringenden Wirken und von ihren friedlichen Abſichten
überzeugt iſt. Die Deutſchen kommen bei dieſem Verhalten.
ebenfalls auf ihre Koſten und ſo findet ſich eben das Bindes
Teile finden bei gegenſeitigem freundſchaftlichen
Verhalten ihre Rechnung.
Deutſche und Chineſen in Tſingtau und Tſinanfu
wer=
den die Tſingtauer Beſuchstage — gerade wegen der
Nüch=
ten. Sein Beſuch ſolle auch dazu beitragen, die freund= 1 ternheit und unumwundenen Klarheit, mit welcher von
beiden Seiten das gegenſeitige Verhältnis ffeſtgelegt
wor=
den iſt — länger, als dies ſonſt bei ſolchen offiziellen
Be=
ſuchen der Fall iſt, in angenehmer Erinnerung zu behalten
Grund haben.
Es verdient noch hervorgehoben zu werden, daß
Gou=
verneur Sun nach Beendigung ſeines offiziellen Beſuches
in Tſingtau ſich nach Tſchifu und Wei=hai=wei begab. Nach
früher der Fall geweſen, in allgemeinen höflichen Redens= 24. Mai als Privatmann in Tſingtau, beſuchte die Rennen
an beiden Tagen, ſtiftete dazu zwei Preiſe, unternahm mit
Gouverneur Truppel eine Lauſchantour, kurz er bewies,
daß er ſich auch als Menſch in Tſingtau wohl fühlte.
Die Reichstagserſatzwahl in Uſedom=Wollin
hat die Stichwahl zwiſchen dem Konſervativen und dem
Sozialdemokraten zum Ergebnis gehabt; der Fortſchritt,
der im Jahre 1907 das Mandat davontrug, sſtrausgefallen.
Die jetzt vorliegenden Abſtimmungszahlen ſprechen, wie
bereits bemerkt, eine ſehr beredte Sprache. Sowohl der
Konſervative wie der Fortſchrittler haben mehr als je
2000 Stimmen verloren. Der Fortſchritt iſt beinahe auf
den Stand von 1884, der Konſervative beinahe auf den
Stand von 1893 zurückgeworfen, während der
Sozialdemo=
krat gegen die letzte Hauptwahl rund 1700 Stimmen
ge=
wann und damit faſt 1000 Stimmen über die bisherige
Höchſtzahl ſozialdemokratiſcher Stimmen erhielt.
Dieſe Zahlen beweiſen, daß der Fortſchritt nicht in
der Lage war, die wegen der Finanzreform unzufriedenen
Wähler von der Sozialdemokratie fernzuhalten, daß ferner
der Konſervative auf breite Wählermaſſen keinerlei
An=
ziehungskraft ausübte. In letzterer Hinſicht iſt zu beachten,
daß die Geſamtzahl der abgegebenen Stimmen von 20625
im Jahre 1907 auf rund 18000 zurückgegangen iſt, die
Wahlbeteiligung alſo um rund 2500 Stimmen ſich
ver=
ſchlechtert hat. Das erhebliche Anwachſen der
Sozialdemo=
kratie fällt um ſo ſchwerer ins Gewicht, als der Wahlkreis
Uſedom=Wollin ein überwiegend ländlicher iſt. Von den
25 900 Wahlberechtigten des Jahres 1907 wohnten 14719
in Ortſchaften mit weniger als 2000 Einwohnern, 5627 in
Ortſchaften mit 2000 bis unter 10000 Einwohnern, 5554 in
Ortſchaften mit 10000 Einwohnern und darüber. Wenn
alſo hier die Sozialdemokratie in die Stichwahl gelangt,
ſo zeigt das, wie wenig die ländliche Struktur eines
Kreiſes als Bollwerk gegen ſie betrachtet werden kann.
Zieht man aus dem ſtarken Stimmenverluſteder
Kon=
ſervativen und des Fortſchritts, ſowie aus der
verſchlech=
terten Wahlbeteiligung die richtige Lehre, ſo kommt man
zu dem Schluß, daß der nationalliberale Verzicht auf eine
Kandidatur die liberale Sache nicht gefördert hat. So
be=
greiflich dieſer Verzicht im Hinblick auf die Erſatzwahl in
Friedberg=Büdingen war, ſo berechtigt erſcheint nachsden
Erfahrungen von Oletzko=Lyck die Annahme, daß ein
ge=
mäßigt liberaler=Kandidat den Kreis für den=Liheralismus
hätte behaupten können. Der Fortſchritt beſitzt nun einmal
in ſolchen ländlichen Kreiſen keinensſtarken Anhang, weil
ſeine Wirtſchaftspolitik den Bedürfniſſen der
Wählermehr=
heit nicht entſpricht.
Für die Stichwahl wird der Fortſchritt hoffentlich
Mann für Mann den Konſervativen die Stimme geben.
Nachdem in Jauer=Landeshut ſoeben mit konſervativer
Hilfe der Sieg des Fortſchrittlers ermöglicht wurde, ſollte
etwas anderes überhaupt nicht als denkbar gelten können.
Die konſervative Parteileitung aber muß an dem ſtarken
Rückgang der konſervativen Stimmen und an der ſchlechten
Wahlbeteiligung erkennen, wie verkehrt ſie handelte, wenn
ſie einem gemäßigt liberalen Kandidaten in
Frank=
furt a. O. eine konſervative Sonderkandidatur
gegenüber=
ſtellte.
Teutſches Reich.
— Die Norddeutſche Allgemeine Zeitung ſchreibt: Ein
Artikel, der kürzlich aus einer Zeitungskorreſpondenz in
die Blätter übergegangen iſt, behauptet, daß nach Ablauf
des Quinquennats im Ausbau unſeres Heeres
ein Stillſtand eintreten werde. Die Entſcheidung
dar=
über ſei anſcheinend ſchon beim Amtsantritt des
Reichs=
kanzlers gefallen. Um das Fiasko der Reichsfinanzreform
zu verbergen, ſolle am Landheer geſpart werden. Nach
Anſicht des Reichskanzlers und Reichsſchatzſekretärs,
deſ=
ſen Sparſamkeitsvollmacht gegenüber dem Heere der
Kanzler zur Bedingung ſeiner Amtsübernahme gemacht
habe, ſei für den Ausbau und die Fortentwickelung der
Armee kein Geld übrig. Ein Hamburger Blatt glaubt
jetzt beſtätigen zu können, daß der gegenwärtige
Reichs=
kanzler bei ſeiner Uebernahme der Geſchäfte allerdings die
Bedingung geſtellt habe, es dürfe nach Ablauf des
Quin=
quennats keine größere Heeresforderung kommen. Dieſe
Sachlage ſolle aber vertuſcht werden. Im übrigen ziehe
man ſich hinter den Vorwand zurück, daß 1911 eine
beſon=
dere Vorlage überhaupt nicht nötig ſei, weil die
Präſenz=
ziffer auch unter der Hand erhöht werden könne. Wir
wollen feſtſtellen, daß alle dieſe Angaben mit
Ein=
ſchluß der angeblich vom Reichskanzler verlangten
Spar=
ſamkeitsvollmacht auf reiner Erfindung
be=
ruhen. Hinſichtlich der kommenden Neuforderungen für
das Heer iſt nichts zu vertuſchen. Sie werden für das
nächſte Quinquennat in voller Uebereinſtimmung
zwiſchen dem Reichskanzler und den militäriſchen Stellen
ganz im Sinne der hierüber früher ſchon gegebenen
Er=
klärungen aufgeſtellt und werden nichts vermiſſen laſſen,
was nach dem Urteil der kompetenten Behörden im
In=
tereſſesder=Schlagfertigkeit des Heexes, notwendigeiſt.
Seite
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Juni 1910.
Die Reichstagskommiſſion für die
Reichsverſicherungsordnung ſetzte ihre
Bera=
tungen bei § 190, der von der Verſicherungsberechtigung
handelt, ſort. Hierzu lagen von verſchiedenen Fraktionen
Anträge vor, die eine Erweiterung der freiwilligen
Ver=
ſicherung, insbeſondere zu Gunſten der Handwerker und
der kleinen Landwirte bezwecken. Der Paragraph wurde
wie folgt gefaßt: „Verſicherungsfreie Beſchäftigte der im
§ 177 Abſ. 1 bezeichneten Art und deren
Familienange=
hörige, die ohne Entgelt in ihren Betrieben beſchäftigt
ſind, können freiwillig der Verſicherung beitreten.
Ge=
werbetreibende und andere Betriebsunternehmer, die in
ihren Betrieben regelmäßig keine oder höchſtens zwei
Ver=
ſicherungspflichtige beſchäftigen, oder deren jährliches
Ge=
ſamteinkommen 2500 Märk nicht überſteigt, können der
Verſicherung freiwillig beitreten. Durch Statut kann
be=
ſtimmt werden, daß die Aufnahme in eine Krankenkaſſe
von einer beſtimmten Altersgrenze in der Vorlage eines
ärztlichen Geſundheitszeugniſſes abhängig gemacht wird.”
§ 195 ſpricht aus: „Die baren Leiſtungen der Kaſſen
wer=
den nach einem Grundlohn bemeſſen. Als ſolcher gilt der
durchſchnittliche Tagesentgelt derjenigen Klaſſen
Verſicher=
ter, für die die Kaſſe errichtet iſt, bis 4 Mark für den
Ar=
beitstag. Die Satzung kann den durchſchnittlichen
Tages=
entgelt auch noch nach der verſchiedenen Lohnhöhe der
Verſicherten ſtufenweiſe bis höchſtens 5 Mark feſtſetzen.”
Der Lohnſatz wurde von 4 auf 5 bezw. 6 Mark erhöht.
— Zu der am Freitag im Reichsſchatzamt
abgehal=
tenen Beſprechung mit Vertretern aller Parteien des
Reichstages über die Beſchaffung der Deckung für eine
Erweiterung der Veteranenfürſorge erfährt
die Tägliche Rundſchau: Bei den Beratungen des
Entwur=
fes für ein Zuwachsſteuergeſetz iſt darauf hingewieſen,
daß es unter Umſtänden möglich ſein würde, aus den
Er=
trägen dieſer Steuer die Mittel für eine erweiterte
Vete=
ranenfürſorge zu gewinnen. Bei den erheblichen
Abſchwä=
chungen, die jedoch die Vorlage in erſter Leſung erfahren
hat, iſt naturgemäß eine ſehr beträchtliche Minderung des
Geſamtertrages zu erwarten. Dieſe Minderung kann
na=
mentlich in den erſten Jahren 50—60 v. H. des
urſprüng=
lich geſchätzten Ertrages ausmachen. Auf dieſe Weiſe würde
die Zuwachsſteuer mit 6—7 Millionen Mark Ertrag etwa
gerade die Mittel liefern, die nötig wären, um den
Vete=
ranen, ſoweit ſie das 65. Lebensjahr überſchritten und
nicht mehr als 500—600 Mark Jahreseinkommen hätten,
eine Beihilfe zu gewähren. Die Wünſche des Reichstages
gehen aber weiter. Denn die Altersgrenze ſoll auf 60 Jahre
ermäßigt und die Einkommengrenze ſoll nicht unweſentlich
erweitert werden. Hierfür reichen nun die Mittel der
Zu=
wachsſteuer jedenfalls nicht aus. In der Konferenz ſoll
daher eine Ausſprache darüber ſtattfinden, auf welchem
an=
deren Weg die Deckung für die erweiterte Fürſorge zu
be=
ſchaffen iſt. Hierfür wird in erſter Linie die Frage der
Einführung einer Wehrſteuer in den
verſchie=
denen möglichen Formen den Gegenſtand der Erwägungen
bilden.
In Sachen der Schiffahrtsabgaben ſchreibt
der Berliner Lokalanzeiger: Wenn auch die Vorlage im
Bundesrat formell im Sinne ihrer Annahme vor der
Er=
ledigung ſteht, ſo darf doch bezweifelt werden, ob ſie noch
in dieſem Jahre an den Reichstag gelangen wird.
Jeden=
falls wird ſie nicht zu den Vorlagen gehören, die bereits
von vornherein eingebracht werden. Daß ſich die
Verhand=
lungen mit Oeſterreich=Ungarn und mit den Niederlanden
nicht leicht geſtalten werden, daran zweifelt niemand.
Die Handelskammer Hamburg richtete
an Dernburg folgendes Telegramm: „Euere Exzellenz
haben während der leider nur zu kurzen Tätigkeit an der
Spitze des Kolonialamtes mit ſo viel Energie und Umſicht
die Wünſche in Erfüllung gebracht, die lange von allen
Kolonialfreunden, und nicht zum wenigſten von
Hambur=
ger Kaufleuten gehegt wurden, daß wir uns gedrungen
fühlen, Euerer Exzellenz unſeren aufrichtigen und lebhaften
Dank auszuſprechen. Durch die Erweckung des nationa=
Seume.
Zu ſeinem hundertjährigen Todestage. (13. Juni 1810.)
Von Ernſt Elßholz.
(Nachdruck verboten.)
In Poſerna bei Weißenfels, wo der Dichter Johann
Gottfried Seume am 29. Januar 1763 das Licht der
Welt erblickte, ſchmückt die Stätte, an der dies geſchah —
die kleine Hütte iſt freilich längſt durch ein neues Haus
erſetzt — eine Gedenktafel, auf der neben dem Namen
des großen Mannes, ſowie den Jahresdaten, durch die
ſein Leben begrenzt ward, noch die Worte ſtehen:
„Natur= Menſchen=, Vaterlandsfreund,
Rauhe Schale, edler Kern.”
Durch die erſte Zeile wird Seumes Wirken, durch
die zweite ſein Weſen kurz und treffend charakteriſiert.
Seume wollte gar nicht als bedeutender Dichter
gelten, aber er wollte vor allem ein trauter Freund der
Deutſchen ſein; er liebte ſein Vaterland über alles. Er
hatte es lieben gelernt in der Ferne, in die ihn bald
ohne ſein Wollen das Schickſal vertrieb, bald ſein
Wan=
dertrieb ihn ziehen ließ.
Sein Leben iſt bekannt aus ſeinen Schriften, denn
ſeine beſten Werke ſind autobiographiſcher Art.
Als Sohn eines Landmannes geboren, kam er
früh=
zeitig nach Knautkleeberg bei Leipzig, wo ſein Vater
eine Pachtung übernahm. Als dieſer aber ſtarb und
die Familie in großer Armut zurückließ, war Seume
zwölf Jahre alt, ein aufgeweckter, zu großen
Erwart=
ungen berechtigender Knabe, deſſen ſich ein Graf von
Hohenthal=Knauthain annahm, ſo daß er bei dem als
tüchtigen Pädagogen bekannten Rektor Korbinsky in
Borna die Schule und dann das Gymnaſium und die
Univerſität in Leipzig beſuchen konnte, natürlich um
Theologie zu ſtudieren.
Als aber freigeiſtige Lektüre Glaubenszweifel in
ihm aufſteigen ließen, wollte er vor ſich ſelbſt flüchten,
machteſſich auf den Weg nach Paris, fiel aher heſſiſchen
len Intereſſes für die Kolonien und für deren
wirtſchaft=
liche Erſchließung erwarben ſich Euere Exzellenz Verdienſte
um die deutſche Kolonialwirtſchaft, die die Hamburgiſche
Kaufmannſchaft ſtets in dankbarer Erinnerung behalten
wird.‟ Der Vorſtand des Bundes der
Indu=
ſtriellen beſchloß, an den Staatsſekretär Dernburg eine
Adreſſe zu richten, die folgenden Inhalt hat: „Der Rücktritt
Ew. Exzellenz wird vom Bunde der Induſtriellen tief
be=
dauert. Ew. Exzellenz Antritt wurde vor vier Jahren
all=
ſeits mit großen Hoffnungen begrüßt. Wir gedenken Ihrer
erfolgreichen Tätigkeit mit beſonderem Danke und ſprechen
die Hoffnung aus, daß die Tatkraft und Erfahrungen Ew.
Exzellenz auch nach Ihrem jetzigen Ausſcheiden aus dem
Reichsdienſt den vaterländiſchen Aufgaben dienſtbar
blei=
ben werden.”
—Die bayeriſche Kammer hat Freitag alle noch
übrigen Finanzgeſetze zum zweiten Male angenommen.
Bei allen kleinen Vorlagen wurde eine Uebereinſtimmung
mit den Beſchlüſſen der Reichsratskammer erzielt.
Diffe=
renzen beſtehen noch beim Umlagengeſetz, Gewerbeſteuer=
Einführungsgeſetz und vor allem bei der Einkommenſteuer.
Man glaubt jedoch, daß das Zuſtandekommen der
baye=
riſchen Steuergeſetzreform geſichert iſt.
— Die Beratungen, die kürzlich in Gießen über die
Ergebniſſe der Erhebungen über die
Wirtſchaftlich=
keit der Lahn=Kanaliſation zwiſchen Vertretern
der Regierungen von Preußen und Heſſen, ſowie
einzelnen dazu eingeladenen Intereſſentenvertretungen
ab=
gehalten wurden, waren vertraulicher Art. Man hört
dar=
über, daß die Grundlagen für die Rentabilität, die der
Lahnkanal=Verein mit Hilfe der beteiligten
Handelskam=
mern gegeben hat, durch die vorgenommenen Erhebungen
der preußiſchen Regierung ſtark in Zweifel gezogen
wur=
den. Es wurde von berufener Seite in der Verſammlung
mitgeteilt, daß demnächſt die Frachttarife der Eiſenbahn
für Schwergut, beſonders ſoweit die an der Lahn anſäſſige
Montaninduſtrie daran intereſſiert ſei, erheblich
herab=
geſetzt werden würden, ſo daß für dieſe Verfrachtungen
eine weſentliche Verbilligung durch den geplanten
Waſſer=
weg ſo gut wie in Fortfall komme, womit man eine
vor=
läufige Hinausſchiebung der Durchführung der
Lahn=Kanaliſation zu rechtfertigen ſuchte. Die
Intereſſen=
ten hatten von den Verhandlungen den Eindruck, daß in
Berlin wenig Neigung beſteht, überhaupt in
abſeh=
barer Zeit an die Sache heranzugehen. Es bedarf
ener=
giſcher, unverdroſſener Weiterarbeit der in dieſer Frage
einigen Gruppen von Induſtrie, Handel und
Landwirt=
ſchaft, wenn der Plan, der für die Bewohner an der Lahn
und deren Hinterland eine gewaltige wirtſchaftliche
Hebung bedeuten würde, von Preußen aus in Angriff
ge=
nommen werden ſoll.
Ausland.
— Die Wiener Neue Freie Preſſe ſchreibt: In den letz
ten Tagen iſt wiederholt das Gerücht aufgetaucht, daß
Oeſterreich=Ungarn und Deutſchland ſich an
den Beſprechungen der Schutzmächte über die definitive
Löſung der Kretafrage beteiligen werden und bereits
Vorſchläge ſeitens der Schutzmächte an die beiden
Kabi=
nette ergangen ſeien. Die Meldungen entſprechen nicht
den Tatſachen. Weder in Wien, noch in Berlin beſteht
die Abſicht, von der ſeit der Zurückziehung der
öſter=
reichiſch=ungariſchen und deutſchen Truppenkontingente
beobachteten reſervierten Haltung abzugehen. Oeſterreich=
Ungarn wie Deutſchland werden nach wie vor unbeteiligte
Zuſeher bleiben und die Ordnung der Kreta=Angelegenheit
den vier Schutzmächten überlaſſen. Wie das Reuterſche
Bureau erfährt, haben die Konſuln der Schutzmächte
der kretiſchen Regiernug die letzte gemeinſame Note
über=
reicht, die beſagt, daß, wenn die kretiſche Regierung den
muſelmaniſchen Deputierten nicht geſtattet, an den
Arbei=
ten der Nationalverſammlung teilzunehmen, wenn dieſe
zuſammentritt, die Mächte diejenigen aktiven Maßnahmen
ergreifen werden, die die Lage erfordert.
Die franzöſiſche Kammer erklärte die Wahl
Del=
caſſés nahezu einſtimmig als gültig, trotz des lebhaften
Einſpruches des ſozialiſtiſch=radikalen Deputierten
Ge=
nerals Pedoya, der behauptete, daß bei dieſer Wahl in ſehr
geſetzwidriger Weiſe vorgegangen worden ſei.
Da die Abgeordneten Berteaux und Willm verſprochen
haben, die Regierung bezüglich der Forderungen der
Lo=
komotivführer und Heizer der Eiſenbahnen zu
interpellieren, haben die Delegierten der Föderation
der Lokomotivführer und=Heizer beſchloſſen, den Ausſtand
vorläufig noch aufzuſchieben.
— Die ruſſiſche Duma nahm den ganzen Finnland=
Geſetzentwurf mit 164 gegen die 23 Stimmen der
Oktobri=
ſten an, in deren Namen der Abg. Gljebow folgende
Er=
klärung abgab: Die Oktobriſten erkennen die
Notwen=
digkeit einer allgemeinen Reichsgeſetzgebung in Fragen,
die Finnland wie das Reich betreffen, an, jedoch unter
der Bedingung, daß die volle Selbſtändigkeir
Finnlands in inneren Angelegenheiten gewahrt bleibe.
Nach der Ablehnung der von den Abgeordneten Lerche,
An=
rep und Kapuſtin beantragten Amendements über die
Schule und Preſſe Finnlands, widerſpricht der
Geſetzent=
wurf in der angenommenen Form zweifellos dieſer
Be=
dingung. Daher ſtimmen die Oktobriſten gegen den
Ent=
wurf. Bei der Annahme des Geſetzes brach ſtürmiſcher
Beifall aus. Puriſchkewitſch rief laut „Finis Finnlandige!
— Die Regierung von Mexiko nahm die Vorſchläge
an, die die Regierung der Vereinigten Staaten für
die=
ſchiedsgerichtliche Erledigung der Kontroverſe
über den El Paſo=Diſtrikt gemacht hat. Es handelt ſich
um den ganzen ſüdlichen Teil des Diſtrikts, der ungefähr
5000 amerikaniſche Einwohner zählt und deſſen Wert auf
fünf Millionen Dollars geſchätzt wird. Mexiko gründete
ſeine Anſprüche darauf daß es ſich um ein früher
mexika=
niſches Gebiet handele, das dann durch eine
Aenderung=
im Laufe des Rio Grande abgetrennt wurde.
* London, 11. Juni. Der Unterſtaatsſekretär des
Auswärtigen Amts Sir Charles Hardinge wurde zum
Vizekönig in Indien ernannt.
* Konſtantinopel, 10. Juni. Die
Ermor=
dung des Chefredakteurs Amed Gaemin
wird allgemein als politiſcher Mord angeſehen. Die
Ver=
wandten verlangen, daß das Leichenbegängnis erſt
mor=
gen ſtattfinden ſolle. Die Polizei ordnete jedoch aus
Furcht vor Demonſtrationen die ſofortige Beiſetzung an.
Sämtliche zum Hauſe des Ermordeten führenden Straßen
wurden durch einen ſtarken Polizeikordon abgeſperrt und
die von den Verwandten zugeſperrte Haustüre erbrochen
und der Leichnam gewaltſam ohne religiöſe Zeremonien
weggetragen und beſtattet. Dies machte bei den
Moham=
medanern einen peinlichen Eindruck.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. Juni.
— Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Generalleutnant
z. D. Hof, den Oberpoſtdirektor a. D. Kobelt, den
Ober=
lehrer Dörr von Neu=Iſenburg, den Stadtpfarrer Böckner
von Schlitz, den Hauptlehrer Schneidt von Friedberg;
zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den
Finanz=
miniſter Braun, den Miniſter des Innern v. Hombergk
zu Vach, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat
Röm=
held, den Ordenskanzler Oberſt z. D. Frhrn. Röder
v. Diersburg.
— Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Hofpianiſten Emeric von
Stefaniey in Darmſtadt das Ritterkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.
— Pfarrperſonalien. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den evangeliſchen Pfarrer zu Griesheim=
und Dekan des Dekanats Darmſtadt Heinrich Neuroth
auf ſein Nachſuchen unter Anerkennung, ſeiner
lang=
jährigen treu geleiſteten Dienſte und unter Verleihung
des Charakters als Kirchenrat, mit Wirkung vom 21. Juli
d. J. an, in den Ruheſtand verſetzt, ſowie den von Sr.
Durchl. dem Fürſten zu Erbach=Schönberg auf die
evan=
geliſche Pfarrſtelle zu Steinbach, Dekanat Erbach,
präſen=
tierten Pfarrer Julius Betzler zu Mörfelden und den
von Sr. Durchl. dem Fürſten zu Solms=Hohenſolms=
Lich auf die evangeliſche Pfarrſtelle zu Lich, Dekanat
Werbern in die Hände und kam ſo unter die vom
Land=
grafen an England verkauften Truppen und ward von
England nach Amerika verſchickt.
An dieſes romantiſche, freilich für Seume recht
herbe Schickſal ſchloſſen ſich nach ſeiner Rückkehr aus
Amerika eine Reihe nicht minder trüber Erlebniſſe. Er
deſertierte, geriet in die Hände preußiſcher Werber,
wurde gefangen genommen, und nur der Güte fremder
Menſchen, die in ihm den großdenkenden, gebildeten
Mann erkannten, verdankte er ſeine Freiheit.
Das waren ſeine Jünglingsjahre. In Leipzig
lebte er dann ſchlecht und recht vom Ueberſetzen
eng=
liſcher Romane, vom Stundengeben, und kam als
Er=
zieher eines jungen Grafen Igelſtröm nach Warſchau,
wo er in ruſſiſche Heeresdienſte trat. Aber bald kam er
wieder nach Leipzig zurück und ward von dort nach
Grimma berufen, um die Redaktion der
Verlagsunter=
nehmungen des Buchhändlers Göſchen zu übernehmen.
Von Grimma aus unternahm er im Dezember 1801
ſeinen neun Monate währenden berühmten „
Spazier=
gang nach Syrakus” durch Oeſterreich, Italien, die
Schweiz, Paris, den er dann ausführlich in einer Schrift
ſchilderte. Später unternahm er eine Reiſe nach dem
Norden — Rußland, Finnland, Schweden — die er in
einer Schrift „Mein Sommer im Jahre 1805‟ beſchrieb.
Im Jahre 1810 begann er in Geſellſchaft Tiedges und
der Eliſa von der Recke eine Badekur in Teplitz, wo
er am 13. Juni ſtarb, nachdem er ſchon ſchwer leidend
dorthin gekommen war.
Außer den genannten Schriften veröffentlichte er
noch Gedichte, ferner ein Trauerſpiel „Miltiades” eine
Autobiographie „Mein Leben” die aber nur ſeine
Jünglingsjahre umfaßt und von dem Leipziger
Pro=
feſſor C. A. H. Clodius, der ſie dann bis zum Tode kurz
ergänzte, nach Seumes Hinſcheiden herausgegeben
wurde.
In allen dieſen Schriften zeigt ſich Seume als ein
freiſinniger, warmherziger Patriot, den die ſchwere
Schule des Lebens zu einem Weiſen gemacht hat und
dem weiter nichts am Herzen liegt, als zum Beßten
der Menſchheit ſeine Lebenserfahrungen zu
veröffent=
lichen. „Ihr könnt ihn als Dichter nicht zu Euern
Goethe, Schiller, Herder ſtellen, und als Denker
nicht=
zu Euern Kant, Fichte Schelling, aber ihr könnt und
müßt ihn als Menſchen und Patrioten zu den Beſten
und Bravſten ſtellen, die Deutſchland gezeugt hat und
die von Deutſchland gezeugt haben,” ſo ſagt Ludwig
Storch von ihm und trifft damit wohl trefflich des
Weſens Kern von ſeinem geiſtigen Schaffen.
Seine Perſönlichkeit aber ſchildert uns wohl am
beſten Clodius, der von ihm ſagt: „Große Sorgfalt für
ſein Inneres, wenig für ſein Aeußeres; ernſtes
Den=
ken, ruhiges Erwägen und Tiefe des Gemüts; Mangel
an Nachgiebigkeit und Reichtum an Nachſicht;
Bewußt=
ſein ſeines Wertes und Beſcheidenheit eines gebildeten
Menſchen; Freundlichkeit und Liebe im Herzen,
oft finſter um Stirn und Auge; empfänglich für
das Schöne und Erhabene; flammender Eifer für
Ge=
rechtigkeit und geſetzliche Freiheit; ſelbſtändig ohne
Furcht; bitter gegen ſchlechte Menſchen aus Liebe zur
Menſchheit — ſo war Seume!”
Kann man den tüchtigen Kern eines tüchtigen und
großen Menſchen trefflicher ſchildern, als er in dieſen
Worten gezeichnet wird? Und wer ſich in Seumes
Worte vertieft, erkennt überall, daß ſie wahr ſind. Da
iſt keine Schönrederei, keine Abſicht zu gefallen, bei aller
Nüchternheit des Wortes ergreift er durch die packende
Wahrheit und feſſelt er durch das Allgemeinmenſchliche
das er aus dem unbedeutendſten perſönlichen Erlebnis
herauszuheben weiß.
Wie Seumes am populärſten gewordene Liel
worte beſagten:
„Wo man ſingt, da laßt Euch ruhig nieder,
Böſe Menſchen haben keine Lieder”.
ſo kann man ſich auch in ſeinem Geiſte unbeſorgt aus
ruhen; nichts ging von ihm aus, das irgendwie miß
verſtändlich verderben könnte: er war ein braver,
ehr=
licher Deutſcher . .
ndig
Hungen, präſentierten Pfarraſſiſtenten Rudolf Freytag
daſelbſt — für dieſe Stellen beſtätigt.
Das Großh. Regierungsblaſtt, Beilage Nr. 19,
enthält: 1. Bekanntmachung, die Aufbringung der
Mittel zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der
Landjuden=
ſchaft der Provinz Oberheſſen für 1910 (Rj.) betreffend.
2. Ueberſicht der von Großh. Miniſterium des Innern
für das Etatsjahr 1910 zur Beſtreitung der
Kommunal=
bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinden des
Kreiſes Worms genehmigten Umlagen. 3. Ueberſicht
über die von Großh. Miniſterium des Innern für das
Rechnungsjahr 1910 zur Beſtreitung der
Kommunal=
bedürfniſſe in den Landgemeinden des Kreiſes Gießen
genehmigten Umlagen. 4. Ueberſicht der von Großh.
Miniſterium des Innern für das Etatsjahr 1910
geneh=
migten Umlagen zur Beſtreitung der
Kommunalbedürf=
niſſe in den zum Bezirk des Finanzamtes Büdingen
gehörigen Gemeinden des Kreiſes Büdingen. 5.
Ueber=
ſicht der für das Rechnungsjahr 1910 genehmigten
Um=
lagen zur Beſtreitung der Kommunalbedürfniſſe in der
Stadt Friesberg. 6. Berichtigungen.
L. Die vorgeſtrige Schwurgerichtsverhandlung gegen
den Kaſſarechner Johann Wilhelm Vetter von Seeheim
wegen Sittlichkeitsverbrechens endigte mit der
Frei=
ſprechung des Angeklagten. Samstag ſchloß die
Woche mit der Anklage gegen den früheren Landbriefträger
Martin Born von Fränkiſch=Crumbach wegen
Verbre=
chens im Amte ab. Der Angeklagte iſt durch Dekret vom
28. Februar 1906 in Dudenhofen angeſtellt worden und
ge=
noß vielfaches Vertrauen. Der Landwirt Georg Heinrich
Gaubatz III. hatte an die Firma Mayfarth in Frankfurt
44 Mark zu zahlen, wußte jedoch im Scheckverkehr keinen
Beſcheid. Er gab das Geld daher dem Born, damit dieſer
die Sache beſorge. Statt dies zu tun, ſteckte dieſer das
Geld ein, erklärte dem Gaubatz jedoch ſpäter, die Sache ſei
in Ordnung. Die Firma ſuchte, als das Geld ausblieb,
den Betrag einzuziehen; nun miſchte ſich der Poſtagent
Heberer in die Sache und Born gab das Geld heraus. Er
behauptet, er habe damals auf dem Beſtellgang einen
Ver=
luſt gehabt, den er decken wollte. Es handelt ſich dabei
um eine einfache und nicht um eine amtliche
Unterſchla=
gung, anders verhält es ſich bei zwei anderen Fällen. Von
einem Herrn Petzinger in Dudenhofen hatte der
Ange=
klagte einen Nachnahmebetrag von 84,15 Mark erhoben,
das Geld aber der Poſtagentur nicht abgeliefert, ſondern
vermerken laſſen, daß der Auftrag zurückgegangen ſei. Eine
Zahlungsaufforderung eines Mainzer Anwalts ſtellte er
nicht zu, ſondern er ſteckte ſie in den Ofen. Als ſpäter ein
Schreiben eines Gerichtsvollziehers kam, welches dem
Petzinger zuzuſtellen war, gewann er zuerſt dadurch Zeit,
daß er es mit der Bemerkung zurückgehen ließ: „Welcher
von zweien?”. Schließlich mußte er etwas tun, er
vernich=
tete das Schreiben und bemerkte fälſchlich, daß die
Zuſtel=
lung an die Frau des Adreſſaten erfolgt ſei. Petzinger
wurde vom Amtsgericht Seligenſtadt, weil er im
Ver=
trauen auf die geleiſtete Zahlung nicht erſchien, zur
Zah=
lung verurteilt. Born, der damals auf einem Beſtellgang
50 Mark eingebüßt haben will, die er damit deckte, rückte
päter das Geld heraus. Aehnlich wie hier ſoll es
ſich auch mit 98,60 Mark verhalten, die Born von einem
Kaufmann Wilz als Nachnahmeforderung erhalten und
unterſchlagen habe. Die letzterwähnte Unterſchlagung
leugnet er, im übrigen behauptet er, er habe durch die
Schuld des Poſtagenten Heberer viele Verluſte gehabt. Der
Bürgermeiſter von Dudenhofen erklärt, Born habe für
fleißig und ſparſam gegolten. Durch einen Hauskau
ſcheint er ſich eine Laſt aufgeladen zu haben Sein Gehalt
betrug 1150 Mark. Auch dem Poſtagenten ſtellt der
Bür=
germeiſter das beſte Zeugnis aus. Der mit der Sache
zu=
erſt betraute Oberpoſtinſpeltor weiß von
Unregelmäßig=
keiten des Poſtagenten nichts zu melden, meint aber, dieſer
ſei bei der Beaufſichtigung der Poſtboten etwas nachläſſig
geweſen. Der Poſtagent Heberer wies nach, daß er
per=
ſönlich mit den zur Anklage verſtellten Fällen nichts zu
tun gehabt habe. Daß ihm in ſeiner 19jährigen amtlichen
Tätigkeit auch einmal Verſehen vorkamen, leugnet ex
nicht. Von Gaubatz wurde mitgeteilt, daß dieſer
wieder=
holt von Born die Quittung, die er wegen der 44 Mark zu
bekommen hatte, verlangte, der Angeklagte zog ihn durch
Ausreden hin. Dem Wilz, der eidlich verſichert, daß er
dem Born die 98,60 Mark gegeben habe, antwortet dieſer,
damit ſchwöre er einen Meineid. Die Ehefrau Wilz ſagte
ebenfalls eidlich aus, daß ſie bei der Bezahlung zugegen,
ja ſogar dabei behilflich geweſen ſei. Eine Quittung hatte
Wilz über die Zahlung nicht erhalten. Einige Zeugen,
welche präſentiert werden, um die Glaubwürdigkeit zu
er=
ſchüttern, wiſſen nichts auszuſagen. Der Vertreter der
Staatsbehörde, Gerichtsaſſeſſor Gros, begründete die
An=
klage, wogegen Rechtsanwalt Kalbhenn den
Stand=
punkt des Angeklagten vertrat. Die Geſchworenen
bejah=
ten die Frage wegen der Unterſchlagung zum Nachteil des
Gaubatz, die wegen der Amtsunterſchlagung zum Schaden
des Petzinger, die Vernichtung der Briefe des Anwalts
und des Gerichtsvollziehers und die Fälſchung einer
Zu=
ſtellungsurkunde, verneinten dagegen ſeine Schuld im Fall
Wilz. Das Urteil des Gerichts lautete auf 7 Monate
Gefängnis, womit ſich Born zufrieden gibt.
L. Der Provinzialausſchuß verhandelte am
Sams=
tag über folgende Sachen öffentlich: 1. Zu der
Kreis=
ſtraße von Schönnen über Günterfürſt nach Heiſterbach
im Kreiſe Erbach mußte Gelände abgetreten werden
und war in einem Fall es eilig, das
Enteignungsver=
fahren einzuleiten. Die Entſcheidung fiel heute dahin
aus, daß, entſprechend der Abſchätzung der
Lokal=
kommiſſion, für Grabgartengelände 1 Mark und für
anderes 32 Pfennige für den Quadratmeter feſtgeſetzt
wurden; für die Zurückſetzung eines Zaunes wurden
300 Mark bewilligt. 2. Wegen Gelände, welches zu
der ſchon längſt in Betrieb befindlichen Kreisſtraße
von Finkenbach nach Airlenbach gehört, beſteht
teil=
weiſe noch ein Streit, der nunmehr dahin
vergleichs=
weiſe entſchieden worden iſt, daß der Betrag von
476 Mark vom 1. Januar 1906 an mit 5
Pro=
zent verzinſt werde. 3. Die Eiſenbahndirektion
Frank=
furt braucht zur Errichtung eines Dienſtgebäudes in
Ober=Roden Gelände. Auch hier mußte die
Zwangs=
enteignung Platz greifen und wurden für 560
Quadrat=
meter je 2,50 Mark zugebilligt. 4. Georg Zöller
von Fehlheim iſt ſeiner Allmendnutzungen verluſtig
erklärt worden, nachdem er von dort nach
Schwan=
heim weggezogen war. Er verfolgt dagegen Rekurs,
weil er weggehen mußte. Das von ihm bewohnte
Haus war der Zwangsverſteigerung ausgeſetzt und es
ihm ſofort nicht möglich geweſen, eine andere
Wohn=
ung zu bekommen. Die Steuer habe er nach
Fehl=
heim gezahlt und ſeine Kinder dorthin in die Schule
geſchickt; auch wohne er jetzt wieder dort. Das
Rechts=
mittel wurde verworfen, weil er kraft Geſetzes
mit dem Wegzug den Allmendnutzen verlor.
* Der Rechenſchaftsbericht des Heſſiſchen
Landes=
vereins vom Roten Kreuz über die Vereinstätigkeit im
Jahre 1909 iſt im Druck erſchienen. Aus dem Bericht
ſei folgendes wiedergegeben: Die Zweigvereine haben
ſich ſeit dem letzten Jahresbericht um einen (
Büdes=
heim) vermindert, aber durch Teilung des Kreiſes
Dieburg in fünf Bezirksvereine: Babenhauſen, Groß=
Umſtadt, Dieburg, Groß=Bieberau und Reinheim um
vier vermehrt. Es iſt dies eine Organiſationsänderung,
die eine entſchiedene Steigerung der Vereinstätigkeit
bewirken wird und ſolche auch ſchon bewirkt hat, indem
ſich in den genannten Orten zugleich Sanitätskolonnen
bildeten. Die finanzielsen Verhältniſſe des Vereins
haben ſich gegen das Vorjahr nicht weſentlich geändert.
Aus den Ziffern der Rechnung für 1909, die, techniſch
und ſachlich geprüft, erſt der nächſten
Hauptverſamm=
lung vorgelegt werden wird, iſt jedoch ſchon hier
anzu=
führen, daß 1909 für Invaliden 4765 Mark, für
Hinterbliebene 610 Mark, zuſammen 5375 Mark
aus=
gegeben wurden. Die Sedankollekte betrug 633,63
Mark, die Beiträge von Sparkaſſen 485 Mark. Die
freiwilligen Sanitätskolonnen haben ſich
vermehrt und ihre Mitgliederzahl hat ſich vergrößert;
6 neugegründeten (Erbach i. O., Babenhauſen, Groß=
Umſtadt, Dieburg, Reinheim, Groß=Bieberau) iſt bis
jetzt das Recht zum Gebrauch des Roten Kreuzes noch
nicht verliehen; bereits berechtigt ſind: a) 19 freiwillige
Sanitätskolonnen v. R. Kr.: Darmſtadt (mit Arheilgen,
Nieder=Ramſtadt und Roßdorf), Bensheim, Groß=
Gerau, Heppenheim, Kelſterbach, Offenbach mit Bürgel,
Rüſſelsheim; Gießen, Bad Nauheim, Friedberg, Alzey,
Bingen, Büdesheim, Budenheim, Gonſenheim,
Mom=
bach, Nieder=Ingelheim, Nieder=Olm, Worms, mit im
ganzen 779 Mitgliedern. Hiervon ſind für den
Kriegs=
fall geeignet und bereit zum Transportdienſt für das
Etappengebiet 231 Mitglieder, für das Heimatgebiet
290; als Pfleger für das Etappengebiet 29, für das
Heimatgebiet 16: b) 4 Krieger=Sanitätskolonnen v. R.
Kr.: Butzbach, Mainz (Kriegerverein, Veteranenverein)
und Oppenheim, mit im ganzen 254 Mitgliedern.
Hier=
von geeignet und bereit zum Transportdienſt für das
Etappengebiet 64, für das Heimatgebiet 132, als Pfleger
im Etappengebiet 4.. Die Tätigkeit der
Sanitäts=
kolonnen und ihrer Mitglieder im öffentlichen
Rettungsdienſt hat ſich im Berichtsjahre günſtig weiter
entwickelt, aber ein genaues Bild davon können wir
zurzeit noch nicht geben; aber jetzt ſchon ſei auf den
in dieſer Beziehung höchſt intereſſanten „Jahresbericht
(1. Oktober 1908 bis 30. September 1909) der freiwilligen
Sanitätshauptkolonne vom Roten Kreuz in
Darm=
ſtadt” verwieſen, deren Organiſation und Tätigkeit
für den öffentlichen Rettungsdienſt (unter Leitung des
Kolonnenführers Oberleutnant a. D. Lotheißen) als
vorbildlich bezeichnet werden kann.
Dem Verein iſt im Berichtsjahre eine neue
Auf=
gabe geworden: Die Organiſation von Verband= und
Erfriſchungsſtellen. Dieſe beſtanden ſeither nur auf
dem Papier; jetzt kam von Berlin die Anregung zu
praktiſchem VVorgehen. Im September 1909 nahm der
Vorſtand dieſe Arbeit auf. Nun iſt für den Fall eines
Krieges die Errichtung ſolcher Stellen vorgeſehen für
Alzey, Babenhauſen, Bad=Nauheim, Bingen, Butzbach,
Darmſtadt, Friedberg, Gießen, Groß=Gerau,
Heppen=
heim, Mainz, Offenbach, Worms. An dieſen 13 Orten
Kleines Feuilleton.
* Der ſchlaue Herr
Unterſuchungsrich=
ter. Im Allenſteiner Mordprozeß hat der Vorſitzende
die Angeklagte Frau von Schönebeck=Weber mit
väter=
lichen Worten ermahnt, alles zu geſtehen, den Richtern
ihre Pflicht zu erleichtern und ſie als Beichtiger zu
be=
trachten, denen man alles ſagen müſſe. Das erinnert
an die Praxis, die ein alter badiſcher
Unterſuchungs=
richter, Freiherr Landolin von Blittersdorf, in
Karls=
ruhe befolgte. Der Richter wurde wegen ſeiner große
Klugheit von den Spitzbuben beſonders gefürchtet, bei
der Bevölkerung war er überaus populär. Einmal
hatte er es mit einer nur durch Indizien belaſteten
Wil=
derergeſellſchaft zu tun, von der einer hartgeſottener
und geriſſener war als der andere, und deshalb
ge=
dachte der Landolin, wie er ſeines ungewöhnlichen
Vor=
namens wegen kurz und vertraulich genannt wurde,
ſich beim entſcheidenden Verhör zunächſt einmal den
ab=
gebrühteſten der Spitzbuben nach der väterlichen
Me=
thode zu kaufen. Er ſagte alſo zu ihm etwa: „Hannes
mach' Dir Dein G’wiſſe leicht un ſag’s g’rad, wie’s iſch!”
Da kam aber der Landolin ſchön an: „Ja, mir ware’s
10 gar net” beteuerte der Hannes ein über das andere
Mal, und die übrigen machten es gerade ſo, als ſie alle
miteinander im Zimmer des Unterſuchungsrichters
vorgeführt waren. Da klappte Landolin ſeine Akten zu
und ſagte mit ſeiner näſelnden Stimme: „Mit Euch iſch
nex zmache! Macht, daß Ihr weiters kommt, un
nem=
men au Eure G’wehre!” Und richtig liefen die
hoch=
erfreut aufatmenden Kerle auf einen ſeitwärts
ſtehen=
den Tiſch zu, um ſich ihre im Walde verſteckt
aufgefun=
denen Büchſen herauszuſuchen. Da aber reckte ſich
Lan=
dolin zu ſeiner vollen Größe und rief mit Donner=
ſtimme: „Haww ich Euch jetzt, Ihr
Herrgottſakra=
menter!“
OK. Der Streik der Schulkinder. Die
Stadt Marſeille, die erſt vor wenigen Wochen die
Auf=
regungen des großen Seemannsſtreiks überwinden
mußte, hat ſchon wieder einen Streik: diesmal iſt es
ein Streik der Schulkinder. Die Schüler zweier
Stadt=
ſchulen haben „die Arbeit niedergelegt‟ Der Stadtrat
hatte beſchloſſen, daß die Schulutenſilien, die bisher
allen gratis geliefert wurden, künftig nur noch den
armen, bedürftigen Kindern koſtenlos ausgefolgt
wer=
den ſollten; die übrigen müſſen bezahlen. Nun
ent=
rüſten ſich die Kinder darüber, daß man in der Schule
Ungleichheit einführt und daß man die mittelloſen
Schüler dadurch demütigen will, daß ſie ihre Armut
öffentlich bekennen ſollen, während zugleich die Kinder
reicher Eltern benachteiligt werden, weil ſie das
be=
zahlen ſollen, was andere Klaſſenkollegen umſonſt
er=
halten. Es gab einen großen Umzug, in feierlicher
Prozeſſion zogen die Schüler durch alle Straßen der
Stadt. Vor der Victor Hugo=Schule verſuchten ſie die
„arbeitswilligen” Schüler zum Anſchluß an den Streik
zu bewegen, aber nirgends wurden Gewaltmittel
an=
gewendet, die größte Ordnung herrſchte und es kam zu
keinerlei Ausſchreitungen. Wenn nur alle Streiks, ſo
berichtet ein Pariſer Blatt, mit der gleichen Mäßigung
und Würde geführt würden. Nur ein Grund zur
Sorge bleibt: das Streikkomitee der Schulkinder
kün=
digt an, daß es eine Verſammlung der Eltern in die
Arbeiterbörſe einberuſen wolle. „Und wenn die
Er=
wachſenen ſich hineinmiſchen” ſo ſchließt das Journal
des Débats, „ſo fangen die Dummheiten an.”
* „Weißt du, wieviel Sterne ſtehen?”
Mit bloßem Auge vermögen wir nur ſolche Sterne
wahrzunehmen, die innerhalb des ſechſten Lichtgrades
liegen, das ſind, nach den aſtronomiſchen Berechnungen.
ſind unter Mitwirkung des Alice=Frauen=Vereins für
Krankenpflege (in Mainz auch des Vaterländiſchen
Frauen=Vereins) Vorſtände an der Arbeit, um alles ſo
vorzubereiten, daß alsbald nach Ausbruch eines Krieges
fragliche Stellen in Tätigkeit treten können. Der
Be=
richt ſchließt mit herzlichem Dank an alle, die in dem
verfloſſenen Jahre das Werk des Roten Kreuzes haben
fördern helfen, insbeſondere an die Aerzte, die trotz
einer ſich neuerlich geltend machenden gegenteiligen
Strömung eifrig und ſelbſtlos der Sache dienten; aber
ebenſo dringend bittet er um Unterſtützung in weiteren
Kreiſen der Bevölkerung, um neue Mitglieder und um
neue Zweigvereine. Mit den Aufgaben wachſen
natur=
gemäß die Ausgaben, und dieſe heiſchen Deckung durch
geſteigerte Einnahmen, insbeſondere aus zahlreicheren
und höheren Jahresbeiträgen.
* Ehrung des verſtorbenen Geh. Medizinalrats
Ludwig. Gelegentlich der Frühjahrsſitzung der
Ver=
einigung für gerichtliche Pſychologie und Pſychiatrie zu
Mainz am 4. Juni iſt der Gedanke einer öffentlichen
Ehrung des vor Monatsfriſt zu Heppenheim
verſchie=
denen Geh. Medizinalrats Dr. Georg Ludwig angeregt
worden. Man wählte ein Komitee, beſtehend aus den
Herren Provinzialdirektor Fey, Generalſtaatsanwalt
Dr. Preetorius und Oberſtaatsanwalt v. Heſſert,
Geh. Obermedizinalräten Dr. Neidhart und Dr.
Hauſer, ſowie den Profeſſoren Dr. Sommer und
Dr. Dannemann, das ſich den Vorarbeiten zu der
geplanten Veranſtaltung unterziehen wird. Gedacht iſt
an eine Zuſammenkunft nicht nur derjenigen, die zu
dem Verſtorbenen in beruflichen Beziehungen ſtanden,
ſondern aller, die ihm jemals nähergetreten ſind, ihn
geſchätzt und verehrt haben. In entſprechend
geſchmück=
tem Raume ſoll von berufener Seite Ludwigs
Bedeu=
tung für die Entwicklung der heſſiſchen Pſychiatrie
dar=
gelegt werden. Den vielen, die ſich ſelbſtsloder ihre
Kranken ihm anvertrauten, als er noch Direktor der
von ihm erbauten Anſtalt Heppenheim war, den
zahl=
reichen Freunden aus den Kreiſen der
Verwaltungs=
beamten, Geiſtlichen und Lehrer, die Gelegenheit hatten,
mit ihm und unter ſeiner Leitung in dem ſeiner
Initiative zu verdankenden Hilfsverein für die
Geiſteskranken, dieſer muſtergültigen Organiſation der
privaten Fürſorge, um die der Dahingeſchiedene bis
zum letzten Tage ſeines arbeitsreichen Lebens ſich
mühte, als Kuratoriumsmitglieder oder
Vertrauens=
männer zu wirken, allen, die direkt oder indirekt ihm
Dank ſchulden, ſoll durch die Veranſtaltung die
Mög=
lichkeit geboten werden, noch einmal Ludwigs in
wür=
diger Form zu gedenken. — Das genauere Programm
ſowie Ort und Stunde dieſer Gedächtnisfeier werden
binnen kurzem bekannt gegeben werden.
D Die 5. Sitzung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung findet am Donnerstag, den 16. Juni, nachmittags
3½ Uhr, mit folgender Tagesordnung ſtatt: 1.
Mitteilungen. 2. Geſuche um Befreiung von baulichen
Beſtimmungen: a) des Art. 38 der Allgemeinen
Bau=
ordnung, b) des Art. 47 der Allgemeinen Bauordnung
(zwei Fälle), e) des § 12 der Baupolizeiordnung,
d) des § 32 der Baupolizeiordnung (vier Fälle), e) des
§ 32 des Ortsbauſtatuts, k) des § 34 des Ortsbauſtatuts.
3. Geſuch um Geſtattung einer Ausnahme von der
Be=
ſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts für die
Ver=
größerung des Trainwagenhauſes Nr. 6 in der
Hof=
reite Holzhofallee 11/13. 4. Fluchtlinienplan für die
Südſeite der Schießhausſtraße zwiſchen Nieder=
Ram=
ſtädter Straße und Martinſtraße. 5. Rückzahlung einer
Koſtenvorlage für Einlegung der Waſſerleitung in die
Helfmannſtraße. 6. Desgleichen für Einlegung des
Gasverſorgungsrohres in den Weiterſtädter Weg. 7
Aenderung der Gebührenſätze für amtliche
Verwiegun=
gen nach Lebendgewicht im Schlachthof. 8. Geſuch des
Pächters Schwarz um Errichtung einer Scheune auf
dem Gehaborner Hof. 9. Annahme einer Schweſter für
die „Fürſorgeſtelle für Lungenkranke”; hier:
Ueber=
nahme der Koſten auf die Stadtkaſſe. „
* Militäriſches. Von den Offizieren der deutſchen
Ar=
mee — mit Ausnahme Bayerns, das eine eigene
Kriegs=
akademie beſitzt —, die im März d. J. die
Aufnahmeprü=
fung am Sitze ihrer Generalkommandos abgelegt haben,
ſind zum 1. Oktober d. J. 74 Oberleutnants und 86
Leut=
nants zur Kriegsakademie in Berlin
einbe=
rufen. Das XVIII. Armeekorps ſtellt davon je 4
Ober=
leutnants und Leutnants der Infanterie, 1 Oberleutnant
der Kavallerie und je 1 Oberleutnant und Leutnant der
Feldartillerie, und von dieſen die 25. (Großh. Heſſiſche)
Diviſion den Oberleutnant Sander vom Inf.=Regt. Kaiſer
Wilhelm Nr. 116, ſowie die Leutnants Oertel und Kutzen
vom Inf.=Leib=Regt. Großherzogin Nr. 117 und v.
Küch=
ler vom Großh. Artilleriekorps Nr. 25.
Proteſtverſammlung. Aus Anlaß der
Borro=
mäus=Enzyklika wird hier, wie Freitag abend endgültig
beſchloſſen wurde, eine evangeliſche Verſammlung
Donnerstag, 16. Juni, abends 8¼ Uhr, im großen
Saale der Turngemeinde (Woogsplatz) unter dem
Vor=
ſitz des Geheimen Hofrats Profeſſor Dr. Städel
ſtatt=
finden, zu der die Kirchenvorſtände der vereinigten
evangeliſchen Gemeinden, ſowie die Vorſtände ſämt=
am ganzen Himmel nicht mehr als 7647. Aber ſelbſt
dieſe können nicht auf einmal wahrgenommen werden;
denn es erſcheinen niemals mehr als rund 4000 zu
glei=
cher Zeit auf unſerem Horizont. Die Zahl ſchnellt
je=
doch ſofort ins Enorme, wenn man mit einem einfachen
Fernglas die hinter dem ſechſten Grad liegenden Sterne
aufſucht; mit einem Opernglas kann man rund 100000
mit einem Fernglas von ſechs Zentimeter Durchmeſſer
300000 Sterne ſehen. Mit den Rieſeninſtrumenten, wie
ſie etwa die Lick=Sternwarte in Amerika beſitzt, können
Sterne 17. Grades geſichtet werden. Zur Feſtſtellung
und Berechnung ihrer Zahl braucht man die
photogra=
phiſche Platte und durch ſie iſt feſtgeſtellt, daß die Zahl
der Sterne bis zum 15. Grad mindeſtens 100 Millionen
beträgt. Nach Kapteyn beträgt die Geſamtzahl aller
durch die Rieſenteleſkope ſichtbaren Sterne 246
Millio=
nen und die Zahl aller durch die photographiſche Platte
feſtgehaltenen 600 Millionen.
* Der Damenhut als Mäuſequartier. Man
ſchreibt der Frankf. Ztg. aus Innsbruck: Eine
ungewöhn=
liche Garnitur auf einem der modernen, großen Damenhüte
hat kürzlich in Dornbirn während des Sonntags=
Gottes=
dienſtes beinahe eine Panik in der Pfarrkirche
hervorge=
rufen. Während der Meſſe bemerkten einige Beſucherinnen
auf dem Rieſenhut einer vor ihnen ſitzenden Dame plötzlich
ein — Mäuschen, das dort Auslug hielt und von ſeinem
luftigen Quartier aus neugierig die ungewohnte
Um=
gebung betrachtete. Das Tierchen hatte ſich offenbar zu
Hauſe in dem Labyrinth des Hutes verirrt und erſt in der
Kirche wieder einen Ausgang gefunden. Daß dieſe neue
Hutgarnierung nicht erheblich zur Stärkung der Andacht
beigetragen hat, braucht wohl nicht erſt geſagt zu werden,
ebenſowenig, daß ſo ein Mäuschen in einem Hute nach der
jetzigen Mode kaum an Wohnungsnot zu leiden hatte,
Seite 4.
Därmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Inni 1910.
licher evangeliſcher Vereine hieſiger Stadt einladen.
Es werden dabei die Herren Pfarrer D. Waitz,
Pro=
feſſor Dr. Berger, Pfarrer Velte und Profeſſor
Knoll Anſprachen halten.
Abgeſtiegen ſind im Hotel zur Traube:
General=
oberſt und Inſpekteur der III. Armee=Inſpektion Exzellenz
von Bock und Polach, Herr Major von Bronſart, Herr
Rittmeiſter Jagow; ferner von der Train=Inſpektion
und Direktion Herr General Braeuer, Herr Oberſtleutnant
Bargen, Herr Major Föſt, Herr Oberſt Kade, Herr
Oberleutnant Hoeger.
* Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Architekt Rich.
Paul, der von der Ausſtellung des Verbandes Heſſ.
Privat=Architekten im hieſigen Landesgewerbemuſeum
her ſchon beſtens bekannt iſt, eröffnet in nächſter Woche
Niederramſtädter=Straße 28 eine kleine ſtändige
Aus=
ſtellung mod. künſtleriſcher Grabdenkmale, ausgeführt
nach eigenen Entwürfen und Modellen. Der Künſtler iſt
beſtrebt, den Geſchmack des Publikums zu innerlicher,
ernſt=künſtleriſcher Grabmalkunſt zu reifen. Um auch
weniger Bemittelten die Anſchaffung ſchöner Denkſteine
für ihre Toten zu ermöglichen, ſollen dieſelben nicht
teurer, als die bisherigen konventionellen
Grabſtein=
formen ſein.
* Städtiſcher Saalbau. Man ſchreibt uns: Den
Beſuchern des nächſten Dienstags=Konzertes im
Saal=
bau ſteht ein beſonderer Genuß bevor, indem das
Solo=Quartett des Aachener
Stadtthea=
ters hierfür gewonnen iſt. Das Quartet wurde in
Holland und im Rheinlande mehrfach preisgekrönt. Da
die Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 am
Mittwoch, den 15. d. M., dem Regiment zu einer
längeren Uebung folgen muß, werden die Konzerte am
21. und 28. d. M. von der Kapelle des Garde=Dragoner=
Regiments Nr. 23 ausgeführt. Für Dienstag, den
14. d. M., hat Herr Weber ein beſonders gewähltes
Programm in Ausſicht genommen, u. a. große
Illumi=
nation des Gartens. Im Gartenſaale Reunion. Das
Konzert findet bei gewöhnlichen Preiſen ſtatt.
Zu Schießübungen ſind geſtern die beiden
hie=
ſigen Artillerie=Regimenter 25 und 61 nach der
„Senne” bei Paderborn ausgerückt. In der Frühe
wurden die Regimenter verladen. Ein Teil des
Regi=
ments Nr. 25 muß allerdings ohne Pferde
aus=
rücken, da unter den Tieren Krankheit herrſcht.
Der Hauptverein für Rollerſche
Weltſteno=
graphie hielt am Freitag eine gut beſuchte
Monatsver=
ſammlung in ſeinem Vereinslokale „Zur Bavaria” ab.
Herr Kaufmann Hans Neurohr hielt einen Vortrag
über die ſtenographiſchen Einheitsbeſtrebungen. Es
wurde mit großer Freude die diesbezügliche Reſolution
des Hauptverbandstages in Düſſeldorf begrüßt, wonach
die Rollerſche Schule die konſequente Vokalſchreibung
als unerläßliche Vorbedingung des zukünftigen
deut=
ſchen Einheitsſyſtems erachtet. Des weiteren wurde
bekannt gegeben, daß der gegenwärtige Anfängerkurſus
trotz der warmen Jahreszeit mit 15 Teilnehmern,
worunter ſich auch 5 Realſchüler befinden, beſucht iſt.
Der diesjährige Unterverbandstag findet im Auguſt
in Wiesbaden ſtatt, bei welchem ein Wettſchreiben bis
zu 350 Silben pro Minute veranſtaltet wird.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 4. Juni l. J.
männ=
lich 9229, weiblich 6036, zuſ. 15 265, in Prozenten 60,46,
39,54; am 28. Mai l. J. männlich 9233, weiblich 6046,
zuſ. 15 279, in Prozenten 60,43, 39,57. Der
Kranken=
ſtand betrug am 4. Juni l. J. männlich 397, weiblich
215, in Prozenten 4,30, 3,56; am 28. Mai l. J.
männ=
zlich 407, weiblich 201, in Prozenten 4,40, 3,32. An
Krankengeld wurde gezahlt in der Woche vom
30. Mai bis 4. Juni l. J. 4100,06 Mk., in der Woche
vom 23. Mai bis 28. Mai I. J. 4734,85 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 4. Juni
I. J. — 30, am 28. Mai I. J. — 31; Sterbefälle
kamen vor in der Woche vom 30. Mai bis 4. Juni
I. J. — 0; vom 23. Mai bis 28. Mai l. J. — 6.
* Ludwigshöhe. Am Mittwoch findet im Anſchluß an
das Kurkonzert großes Abendkonzert mit Reunion und
Turmbeleuchtung ſtatt.
§ Feſtgenommen. Ein 29 Jahre alter Taglöhner
aus Ober=Ramſtadt iſt am Samstag wegen
Unter=
ſchlagung feſtgenommen worden.
§ Schlägerei. In der Nacht auf Samstag fand
auf dem Ludwigsplatz zwiſchen einem Kellner und einem
Taglöhner eine Schlägerei ſtatt. Der Kellner erhielt
einen Stich in den rechten Oberarm. Der Taglöhner
er=
litt durch Sturz auf den Boden eine derartige
Bein=
verletzung, daß er in das ſtädtiſche Krankenhaus
ver=
bracht werden mußte.
Offenbach, 11. Juni. In dem von der
Stadtverwal=
tung in der Kaiſerhof=Affäre gegen Bürgermeiſter
Dr. Dullo eingeleiteten Prozeß wird Juſtizrat Dr.
Hallwachs=Darmſtadt die Vertretung übernehmen.
Nach Beendigung der Schwurgerichtsperiode wird ihn
Bei=
geordneter Rech eingehend informieren, worauf dann die
Erhebung der Klage folgt.
Mainz, 11. Juni. Seit der Entlaſſung einiger
Schutzleute aus dem ſtädtiſchen Dienſt kam es am
Schöffengericht wiederholt vor, daß den als Zeugen
auf=
tretenden Schutzleuten vom Gericht die
Glaubwür=
digkeit abgeſprochen wurde. In der letzten
Zeit ereigneten ſich dieſe Vorfälle bei Schutzleuten, die
als die beſten und beſonnenſten Elemente bei ihren
Vorgeſetzten gelten. Wie das Tagblatt vernimmt, hat
infolge dieſer Vorkommniſſe ſich die Bürgermeiſterei
beſchwerdeführend an das Juſtizminiſterium in
Darmſtadt gewendet.
Worms, 10. Juni. Geſtern erläuterte im Rathausſaal
Profeſſor Pützer=Darmſtadt vor dem Oberbürgermeiſter,
den Beigeordneten und Stadtverordneten, ſowie Herren
vom Kirchenvorſtand die Pläne zur Lutherkirche auf
dem Waſſerturmplatz, mit deren Bau noch in dieſem Jahr
begonnen werden ſoll. Das Innere der Kirche bildet einen
mächtigen, einheitlichen Raum ohne Zwiſchenſtützen; die
ganze Konſtruktion ruht nur auf den Außenpfeilern. Die
Kirche enthält insgeſamt 1150 feſte Sitzplätze.
Gießen, 10. Juni. Die Schwurgerichts
verhand=
lung gegen den früheren Rechtsanwalt Wilh.
Klare=
naar wegen Meineids, Betrugs und Unterſchlagung
endete geſtern mit der Freiſprechung des
Angeklag=
ten; der gegen ihn erlaſſene Haftbefehl wurde aufgehoben.
Staatsanwalt Trümpert führte aus, nach der
Beweisauf=
nahme ſei die Anklage wegen Untreue und Meineids nicht
mehr aufrecht zu erhalten. Die Anklage wegen fahrläſſigen
Meineids bleibe aber beſtehen. Die Geſchworenen
erkann=
ten auf Nichtſchuldig in allen Fragen.
* Gießen, 11. Juni. Die Univerſität
Gie=
ßen hatte im Sommerſemeſter außer 142 Hörern und
Hörerinnen eine Geſamtfrequenz von 1334
Studieren=
den, darunter 36 Damen, gegen 1282 im Sommerſemeſter
und 1267 Studierenden im Winterſemeſter 1909
einge=
ſchrieben.
(*) Mücke, 10. Juni. Der verſtorbene
Gemeinde=
rechner von Bobenhauſen, ein Junggeſelle, der ein
Vermögen von nahezu 200000 Mark hinterließ, hat der
Gemeinde 8000 Mark, dem Kriegerverein 1000 Mark,
auch einigen Freunden und Stiftungen Geldbeträge
vermacht. Die übrige Summe fällt an Verwandte.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. Juni. Heute trifft,
wie wir hören, eine große Anzahl Studierender
des kaiſerlichen Polytechnikums aus
Petersburg in Berlin ein. Führer der Studenten
iſt Profeſſor Warenoff. Im Laufe des Sommers
wer=
den noch einige 30 ſolcher Studienreiſen nach
Deutſch=
land ſtattfinden behufs Beſichtigung unſerer großen
induſtriellen Einrichtungen. — Wegen des
Verkaufs=
der Weſtſeite des Tempelhofer Feldes wird nach
dem „Lokalanzeiger” das Kriegsminiſterium die
Ver=
handlungen mit der Stadt aufs neue eröffnen. — Die
Holzleiſtenfabrik Kuhlmann in der Chauſſeeſtraße
brannte geſtern vollſtändig aus. Ueber eine
Stunde hatte die Wehr zu kämpfen. Die Hitze war ſo
groß, daß ſelbſt Elektrodrahtglas teils geſchmolzen
teils krummgebogen wurde, obgleich dasſelbe erſt bei
einer Hitze von zirka 1000 Grad ſchmilzt. — Der in
einer hieſigen Fabrik beſchäftigte Buchhalter Chriſtian
Hoffmann, der aus Zweibrücken ſtammt, iſt nach
Unterſchlagung von 25000 Mark flüchtig.
Hoff=
mann lebte früher in Ludwigshafen, wo er vor zwei
Jahren ſeine Frau und ſeine beiden Kinder im Stich
ließ, um ſich nach Berlin zu begeben.
Aſchaffenburg, 11. Juni. Zwiſchen Kahl und
Det=
tingen ereignete ſich heute mittag ein bedauernswerter
Unfall. Das Gepäckautomobil der Oeſterreichiſchen
Daimlerwerke, welches die Preiſe der Prinz Heinrich=
Fahrt enthielt, ſtieß bei einer Straßenkreuzung mit
einer Lokomotive zuſammen. Der Chauffeur und ein
Mechaniker wurden ſamt ihren Sitzen in großem Bogen
herausgeſchleudert und erlitten nicht unerhebliche
Ver=
letzungen, während das Automobil ſtark beſchädigt und
zirka 100 Meter weit geſchleift wurde. Die Kiſte mit
den Preiſen ſoll unverſehrt ſein.
Stettin, 10. Juni. In der hieſigen Badeanſtalt
ſprang der Friſeurgehilfe Vogler, der von Kollegen
gehänſelt wurde, weil er nicht ſchwimmen konnte, um
ſeinen Mut zu beweiſen, von dem hohen Sprungbrett
ins Waſſer und ertrank.
Poſen, 11. Juni. Der Vorwerksbeſitzer Martin
Koza in Betſche=Abbau im Kreiſe Meſeritz erhielt dieſer
Tage ein Poſtpaket mit einem halben Liter Kognak und
Bonbons als Inhalt. Koza, ſeine 27jährige Tochter
und das Dienſtmädchen erkrankten alle drei an
Ver=
giftungserſcheinungen ſchwer. Einem
hinzu=
geholten Arzt gelang es, die Erkrankten außer
Lebens=
gefahr zu bringen. Es handelt ſich zweifellos um einen
Giftmord=Anſchlag.
Wien, 11. Juni. Die Akten mit dem Urteil
gegen Hofrichter ſind, wie die Blätter melden, vom
Korpskommandanten dem Militärobergericht
über=
mittelt worden.
Como, 10. Juni. Fiſcher hatten, wie gemeldet, aus
dem See einen Koffer aufgefiſcht, der die Leiche
einer unbekannten Frau enthielt. In der Toten iſt
jetzt eine Schauſpielerin namens Mary Crittenden
Kaſtle, die im Jahre 1908 in New=York wohnte,
er=
kannt worden. Heute nachmittag wurde in Roggiano
ein gewiſſer Konſtantin Iſpalatoff, der aus
Peters=
burg ſtammt, unter dem Verdacht, an dem mutmaßlichen
Verbrechen beteiligt zu ſein, verhaftet. Iſpalatoff ſoll
ſich beim erſten Verhör in Widerſprüche verwickelt
haben.
Mary Crittenden Kaſtle, deren Körper im See
gefunden wurde, bewohnte eine Villa in Moltraſio
zu=
ſammen mit einem jungen Manne von 20 bis 25 Jahren,
der unter dem Namen Charleton Porter bekannt
war. Porter iſt vor kurzem verſchwunden. Der in
Roggiano verhaftete Iſpalatoff war ein intimer Freund
des Paares.
Paris, 10. Juni. Aus Calais wird um 3 Uhr
morgens gemeldet: Das Unterſeeboot =Pluvioſe‟
wurde ſoeben in das Trockendock in dem Hafen gebracht.
Faſt gleichzeitig traf der Poſtdampfer „Pas de Calais”
der, wie erinnerlich, den „Pluvioſe” in den Grund
ge=
bohrt hat, auf der Rückreiſe von Dover im Hafen von
Calais ein und kreuzte dabei das Wrack des
Unterſee=
bootes. Man wird heute verſuchen, den Rumpf des
Pluvioſe” auszupumpen und das Leck zu verſtopfen.
Sodann wird das Wrack desinfiziert werden und
meh=
rere Lazarettbedienſtete werden unter Führung eines
Marinearztes die Leichen aus dem Unterſeeboot
bringen.
Paris, 10. Juni. Hier iſt die Infankin Joſefine
von Spanien, Großtante des Königs Alfonſo, im
Alter von 83 Jahren geſtorben.
Calais, 11. Juci. Die Bergung des „
Pluvi=
oſe” machte im Laufe des Abends und der Nacht
weſentliche Fortſchritte. Das Unterſeeboot wurde von
zwei mächtigen Schleppdampfern bis zum Vorhafen
geſchleppt, wo es auf den Strand geſetzt iſt. Die
Leich=
ter, die den „Pluvioſe” trugen, werden nach
Entfer=
nung der Ketten, die ſich infolge der Ebbe bereits
ge=
lockert hatten, zurückgezogen. Zur Ebbezeit wird der
„Pluvioſe” drei Meter aus dem Waſſer herausragen.
Gegen 8 Uhr vormittags wird man mit der Oeffnung
des Unterſeebootes beginnen, der man mit Spannung
entgegenſieht.
Brüſſel, 11. Juni. Um eine Million Francs
hat der Bankbeamte Buiſſet ſein Geſchäftshaus
be=
trogen. Vor einiger Zeit wurden bei der Banque
Internationale 250000 Francs eingezahlt, die auf den
Namen Hollgarten=New=York erhoben werden
ſollten. Bei Nachfrage bei dem als Urheber des Schecks
genannten Advokaten ſtellte ſich heraus, daß deſſen
Name Mißbrauch war Es ergab ſich weiter, daß die
franzöſiſche Bank in Brüſſel die gleiche Summe für
einen ebenfalls in New=York zahlbaren Scheck erhalten
hatte. Es wurde dann ermittelt, daß in dem Bankhauſe,
in dem Buiſſet angeſtellt war, 180000 Francs fehlten.
Der Betrüger iſt wahrſcheinlich nach Amerika
ge=
flüchtet.
Zarizyn, 10. Juni. Etwa 20 Kilometer von der
Stadt wurden die Trümmer einer alten
Stadt aus dem 14. Jahrhundert bloßgelegt. Die
auf=
gefundenen Münzen weiſen auf die Zeit der Usbeken=
Khane hin.
Zur Prinz Heinrich=Fahrt.
(Quo vadis ?)
Von Geheimrat Dr. A. Riedler.
Die großen Rennen, denen das Automobil ſeine raſche
Entwicklung verdankt und die die internationalen
Inter=
eſſentenkreiſe in Bewegung geſetzt haben, ſind ſanft
entſchlum=
mert; ſie wurden zu teuer, erwieſen ſich ſchließlich als
un=
fruchtbar und machten das Ergebnis ernſter Arbeit von
Zufällen abhängig. In Deutſchland iſt dann die Prinz
Heinrich=Fahrt erſtanden, mit dem Grundgedanken, Sport
und Zuverläſſigkeitsprobe zu vereinen. Dabei iſt als
Ueberbleibſel, als Konzeſſion an den Sport, das Rennen
auf ganz kurzen Strecken geblieben, wie von der
präch=
tigen Panzerung der mittelalterlichen Streiter nur ein
Halskragen als Symbol früherer Herrlichkeit übrig
geblie=
ben iſt. Bei den Automobilfahrten zwingt aber das
Ueber=
bleibſel zu einſeitigen Vorſchriften, und damit zu
beſon=
deren Wagen, die notwendig Halbheiten und Verkehrtheiten
verwirklichen.
Das große Publikum beurteilt auch den ſachlichen Wert
der Wagen nur nach Sieg und Rennreſultaten. Es iſt
ihm ja glaubhaft gemacht worden, daß durch die
Vereini=
gung von Sport und Tourenfahrt die Prinz Heinrich=Fahrt
bedeutender geworden ſei als die reinen Rennen vorher.
Die Induſtrie kann vom Sport nicht leben, bei uns
wenig=
ſtens gewiß nicht, ſondern nur vom gewöhnlichen Käufer,
und für dieſen bedeuten die Ergebniſſe der Prinz Heinrich=
Fahrt eine maßgebende Bewertung der Wagen.
Erſt=
klaſſig wird genannt, was ſiegt. Der beſte aller
Touren=
wagen kann aber überhaupt nicht ſiegen, ſondern nur der
raffiniert überlegte Rennwagen, und ſein Sieg hängt von
allerlei Zufälligkeiten, von Glück und Verwegenheit des im
übrigen vielleicht ganz unwiſſenden Rennfahrers ab. Der
Sieg iſt überhaupt nur durch Wagen zu erringen, die für
den Rennzweck beſonders ausgeklügelt ſind. Wenn der
Sieg da iſt, dann iſt es vor dem großen Publikum und in
der Reklame ganz gleichgültig, ob die gewinnende Marke
in ihren gewöhnlichen Ausführungen zuverläſſig und den
anderen überlegen iſt oder nicht. Die beſten Wagen zählen
nicht, wenn das Glück nicht hold war, wenn Verwegenheit
und Einſeitigkeit nicht weit genug getrieben wurden.
Solche Wertung der Kraftwagen iſt aber bei der
gegen=
wärtigen Entwicklung durchaus irreführend und ſchädlich
und hat unhaltbare Zuſtände geſchaffen.
Seit dem Verſchwinden der großen Rennen ſind die
ſogenannten Kilometerrennen aufgekommen. Es wird nur
ein Kilometer oder noch weniger gefahren,
Tauſendſtel=
ſekunden gemeſſen und dann erſtaunliche
Höchſtgeſchwindig=
keiten von über 200 Kilometer herausgerechnet und damit
Reklame gemacht, ein ſinn= und wertloſes Verfahren, das
die Käufer insbeſondere irreführt. Bei der Prinz Heinrich=
Fahrt iſt es nicht viel beſſer, wenn auch die Rennſtrecken
mehrere Kilometer lang ſind. Der Zufall und die
perſön=
liche Fahrverwegenheit wird gewertet und nach dem
Er=
folge leider auch die vermeintliche Güte einer Marke. Iſt
denn eine Marke ſchlechter, weil ſie in kurzen Teilrennen
Bruchteile einer Sekunde verloren hat, und iſt eine
ſieg=
reiche Marke deshalb gut, weil ſie in einſeitigſter
Geſchwin=
digkeitsübertreibung voran war, was doch nur auf Koſten
anderer, wertvoller Eigenſchaften möglich iſt? Abgeſehen
von dem vielgeſtaltigen Zufall, kann ein Wagen nur ſiegen,
wenn er auf dieſe praktiſch wertloſe Einſeitigkeit
zuge=
ſchnitten wird. Die „Rennfirmen” wären ſchon längſt froh,
wenn ſie aus der koſtſpieligen Unfruchtbarkeit wieder
her=
aus wären. Sie können aber nicht; es würde ja als
Schwäche, als Furcht gedeutet werden, und ſo geht der
böſe Zirkel weiter.
Auf jedem der Rennwagen der Prinz Heinrich=Fahrt
ruhen 20 —30 000 Mark Selbſtkoſten. Dazu kommt, daß für
die Herrichtung dieſer Wagen die beſten Kräfte der Fabrik
monatelang in Anſpruch genommen und dem
fruchtbrin=
genden Betriebe entzogen werden, der darunter ſchwer
lei=
den muß. So koſtet jede Fahrt der Induſtrie viele
Millio=
nen. Armer Käufer, die ſollſt du zahlen, denn auch ſiegreiche
Marken können heutzutage nur konkurrenzmäßig verkauft
werden. Die rieſigen Koſten müſſen auf den Käufer
abge=
wälzt werden, denn durch billigere, ſchlechte Arbeit läßt=ſich
nichts hereinbringen.
Dabei iſt die mühſame techniſche Leiſtung der
einſei=
tigen Rennwagen für den Fortſchritt durchaus wertlos.
Auch mit dem ſiegreichen Wagen kann niemand dauernd
Touren fahren, aber auch niemand dauernd Rennen=fahren.
Die Maſchinen würden zuſammenbrechen, ſo raffiniert ſind
ſie für den einen ungewöhnlichen Zweck zugeſchnitten. Und
ſelbſt die wenigen Fahrtage und Rennminuten halten ſie
nicht immer aus; darum werden ſie dutzendweiſe in den
Kampf geſchickt. Die Erbauer der Wagen haben ſelbſt das
größte Mißtrauen gegen die Zuverläſſigkeit, und gar
manche müſſen ausſcheiden, bevor der Kampf begonnen
hat. Gleichwohl wird die ſiegreiche Marke angeprieſen,
aber die angeprieſenen gewöhnlichen Verkaufswagen
glei=
cher Marke haben mit dem Siegeswagen nicht das
ge=
ringſte gemein! Ja, noch ſchlimmer: dieſe Rennwagen
ſind ſo einſeitig ausgeklügelt, daß ſie nur der eigene
Renn=
fahrer fahren kann; ſelbſt der beſte fremde Fahrer würde
ſie in kurzem zu ſchanden fahren. Ihre Exiſtenzberechtigung
ſind eben nur die paar Rennminuten während der paar
Fahrtage. Dafür allein ſind ſie mit großen Koſten und
ungewöhnlichem Raffinement geſchaffen. Dieſe Rennwagen
werden auch von gewiſſenhaften Fabriken nicht verkauft,
obwohl ſich naive Sportleute um ſiegreiche Wagen
bewer=
ben wie um Rennpferde. Die Rennwagen der Prinz
Hein=
rich=Fahrt, das iſt wörtlich zu nehmen, ſind in allen Teilen
das Gegenteil eines guten brauchbaren Wagens auch
für Sportzwecke. Der gewöhnliche Käufer vollends
ver=
langt, daß der Wagen abſolut zuverläſſig, bequem, einfach,
ſparſam und billig ſei. Dieſe Rennwagen aber ſind ganz
unzuverläſſig, ſind Marterwagen, höchſt kompliziert,
da=
bei das unwirtſchaftlichſte und teuerſte. Die
Fahrbedin=
gungen und die Konkurrenzen zwingen dazu, alle
Höchſt=
leiſtung aus dem Motor herauszuſchinden, am Gewicht
aufs äußerſte zu ſparen und den Widerſtand zu
vermin=
dern, um jeden Preis und notwendig auf Koſten
ſon=
ſtiger guter Eigenſchaften der Wagen. Bei der
gegenwär=
tigen hohen Entwickelung der Kraftwagen kann niemand
großzügig Vorſprung gewinnen, ſondern nur kleine
Kniffe in äußerſter Konſequenz ſo übertreiben, daß
ſchließ=
lich Maſchine und Wagen für jeden anderen als dieſen
beſonderen Zweck unbrauchbar werden.
Alles das hat großen Schaden angerichtet. Die
größte Schädigung iſt, wie immer, die mittelbare: die
Lahmlegung der beſten Kräfte in unfruchtbarer,
ſchwie=
riger Arbeit, damit die Schädigung der normalen
fruchtbringenden Fabrikation und weiter die
Irre=
führung der Käufer. Seit einem Jahrzehnt wird
durch Rennerfolge, durch Neben= und Zufallsſachen
der Markt beeinflußt und das Anſehen der Marken
beſtimmt, auf Grund von wirtſchaftlich wertloſen,
dauernd ganz unmöglichen Höchſtleiſtungen während
einiger Minuten. Seit einem Jahrzehnt wird der
Käufer durch Paradezahlen übel beraten und mißleitet.
Die Folgen ſind: maßloſe Ueberſchätzung von
Höchſt=
leiſtungen, maß= und nutzloſe Anſprüche des Käufers
auf Höchſtleiſtungen, die er gar nicht brauchen kann,
außer zu Geſchwindigkeitserzeſſen, um die vielen
Pferdekräfte, die der Wagen im Leibe hat und die
ſo=
viel Geld gekoſtet haben, doch auch auszunutzen.
Alles das iſt Fachleuten genau bekannt. Ob
Fach=
leute vor den Veranſtaltungen befragt worden ſind
oder bloß zur Entgegennahme von Enkſchließungen der
Veranſtalter einberufen wurden, weiß ich nicht. Der
Schaden iſt da. Jeder planmäßige Fortſchritt iſt
be=
laſtet durch den Alpdruck der Rennbewertung, durch
koſtſpieligen Ballaſt, durch Zufallsergebniſſe, die den
Markt beeinfluſſen. Unſummen von Intelligenz, Zeit,
ge
1
nid
fur
Kli
ger
bete
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Juni 1910.
Nummer 135.
Arbeit und Geld werden ernſter, fruchtbringender
Ar=
beit entzogen. Dieſe ſteht immer dem Vabanque=
Spiel gegenüber, der Spekulation auf den Glücksfall
und auf den Käufer, der ſich durch Rennerfolge
impo=
nieren läßt. So wird wirklicher Fortſchritt gehemmt
oder doch dauernd erſchwert.
Wenn die Prinz Heinrich=Fahrt in neuer Form
erſteht und ohne Rennen, dann hängt es von den
Ein=
zelheiten der Fahrtbedingungen ab, ob das
unfrucht=
bare Spiel mit Sonderwagen, die nur für die
Parade=
fahrt gebaut werden, in engerem Rahmen von neuem
beginnt oder nicht; dann wird ſich zeigen, ob noch
ge=
nügendes Intereſſe und auch ein brauchbarer Maßſtab
für die Bewertung der Wagen vorhanden iſt.
So große Verdienſte die Rennen dem
Automobil=
bau geleiſtet haben, ſo ſteht gegenwärtig doch die
Tat=
ſache feſt, daß es geeignetere Wege gibt, um den
ge=
ſamten Automobilismus zu fördern und das Gute vom
Minderwertigen zu ſcheiden. Das maßgebende
Aus=
land hat den Rennen längſt den Rücken gekehrt. Die
Motive hierzu ſind bei uns ſehr falſch gedeutet worden;
ſie ſind richtigem wirtſchaftlichen Geiſte entſprungen,
der ernſte Arbeit nicht dauernd einer
Zufallsbewert=
ung ausliefern will. Dadurch ſind Millionen an
Nationalvermögen erſpart worden. Die rieſigen Opfer
an Arbeit, Zeit und Geld, die die deutſchen
Veranſtalt=
ungen gekoſtet haben, hätten für planmäßigen
Fort=
ſchritt beſſer verwertet werden können. Sicher hat die
edle Initiative und Ausdauer des hohen Förderers
der großen deutſchen Veranſtaltung ein richtiges Ziel
im Auge gehabt. Was dann daraus entſtanden iſt,
entſpricht ſicher nicht dem, was angeſtrebt wurde.
* Frankfurt a. M., 11. Juni. Nachdem von
Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen
Hein=
rich von Preußen für die nächſten 3 Jahre wiederum
ein Preis für eine Tourenwagen=
Konkur=
renz geſtellt worden iſt, fand heute vormittag unter
dem Vorſitze des Prinzen in den Räumen des
Kaiſer=
lichen Automobilklubs eine Sitzung von Vertretern
des Kaiſerlichen Automobilklubs und des Vereins
Deutſcher Motorfahrzeug=Induſtrieller ſtatt, welcher
auch der Vertreter des Royal=Automobilklubs, Mſtr.
Orde, beiwohnte. Es wurde beſchloſſen, daß der Preis
nächſtes Jahr zunächſt in einer zwiſchen dem K. A.=K.
und dem R. A.=K. zu veranſtaltenden Konkurrenz
be=
ſtritten werden ſoll. Die Konkurrenz wird teils in
Deutſchland, teils in England ausgefahren werden
und ſoll ſich daran jeder der beiden Klubs mit 50
Wa=
gen beteiligen. Eine Geſchwindigkeits=
Prüf=
ung findet nicht mehr ſtatt. Der Preis ſoll
nicht mehr an eine Perſon, ſondern an einen der
kon=
kurrierenden Klubs fallen. Als Sieger ſoll derjenige
Klub hervorgehen, deſſen Wagen in der Geſamtzahl die
geringſte Anzahl von Strafpunkten aufzuweiſen hat.
Alle weiteren Beſtimmungen werden von den beiden
beteiligten Klubs ausgearbeitet und ſeinerzeit bekannt
gegeben werden.
Der Allenſteiner Mordprozeß.
— Allenſtein, 10. Juni. Nach Eintritt in die
heutige Verhandlung wird noch beſchloſſen, den
be=
kannten Pſychiater Freiherrn von Schrenck=Notzing
als Sachverſtändigen zu laden. Hierauf wird die
An=
geklagte über das geſtern verleſene erſte Geſtändnis
von Goebens befragt. Sie behauptet, daß ſie niemals
ſich von Goeben gegenüber über ihren Mann beklagt
habe, wenigſtens nicht freiwillig, von Goeben habe ſie
dazu gedrängt. Wenn ſie nichts geſagt habe, wurde er
furchtbar eiferſüchtig und aufgeregt und meinte, ſie
habe nichts mehr für ihn übrig. Das Duell habe ſie
nicht ernſthaft genommen, ihr Mann hätte ſich nie
ihretwegen geſchoſſen. Wenn Herr von Goeben zu
ihrem Mann gekommen wäre und ihm einen ſolchen
Vorſchlag gemacht hätte, würde dieſer den Hauptmann
durch ſeinen Burſchen haben herauswerfen laſſen und
am nächſten Tage dem Regimentskommandeur
Mit=
teilung gemacht haben. Kurz vor der Tat habe ſie mit
ihrem Mann ſehr gut geſtanden. Er habe ihr ſogar zu
Weihnachten 200 Mark geſchenkt, was in der ganzen
Zeit ihrer Ehe bisher nicht vorgekommen war, weil
er einſah, daß ſie häuslicher wurde und das
Verhält=
nis zwiſchen den Ehegatten überhaupt ein beſſeres
ge=
worden war.
Es gelangt dann ein Brief des Hauptmanns von
Goeben an die Angeklagte zur Verleſung, in dem von
Goeben ſie in den zärtlichſten Ausdrücken beſchwört,
ihm doch wenigſtens ein liebes Wort zu geben. Die
Angeklagte erklärt, es ſei vorher zu einer Verſtimmung
zwiſchen ihnen gekommen, da ſie ſich geweigert habe,
wie von Goeben verlangte, mit ihm nach Königsberg
zu fahren; ſie habe ihm vielmehr erklärt, daß ſie
Weih=
nachten den Kindern gehöre. Hierauf gelangt das
zweite Geſtändnis von Goebens zur Verleſung. Er
bekundet darin, daß ihm Frau von Schönebeck nicht
direkt geſagt habe, er ſolle ſich eine Maske vorbinden,
ſondern nur, er ſolle ſich unkenntlich machen. Er habe
ihr allerdings nicht direkt geſagt, daß er die Tat an
dem betreffenden Tage ausführen werde, aber ſie habe
es ahnen können. Weiter erklärt von Goeben, daß er
Frau von Schönebeck am erſten Weihnachtsfeiertage
habe ſchwören müſſen, und zwar unter dem
Weih=
nachtsbaum, daß er ſeinen Plan bald zur Ausführung
bringen werde. Gerade dieſer Schwur habe ihn zu der
Tat veranlaßt. Er und die Angeklagte hätten oft von
dem Tode des Mannes geſprochen. Frau von
Schöne=
beck habe ſeinen Plan gekannt und ihn dauernd direkt
und indirekt zu ſeiner Ausführung gedrängt. Sie
habe ferner zu ihm geſagt, er müſſe dafür ſorgen, daß
ihr Mann gleich tot ſei, damit er nichts mehr ausſagen
könne.
Die Angeklagte beſtreitet den Schwur unter dem
Tannenbaum und die übrigen Ausſagen von Goebens
ganz entſchieden. Der Vorſitzende hält der Angeklagten
noch einen Brief vor, den von Goeben aus der
Unter=
ſuchungshaft an den Kriegsgerichtsrat Konradi
ge=
ſchrieben hat, und in dem er der Meinung Ausdruck
gibt, er habe die Frau verraten (er meint damit ſeine
Geſtändniſſe), während es vielleicht gar nicht nötig
ge=
weſen wäre. Die Leidenſchaft zu der geliebten Frau
habe ihn wieder derartig übermannt, daß er alles
be=
reue, was er gegen ſie ausgeſagt habe. Der Vorſitzende
konſtatiert, daß dieſer Brief das Charakterbild des
un=
glücklichen Offiziers im hellſten Lichte erſcheinen laſſe.
Frau Weber erklärt die Ausſagen von Goebens
da=
mit, daß dieſer bei ſeinen Vernehmungen erfahren
hatte, daß ſie es noch mit anderen Männern gehalten
habe, und darüber in eine große Wut geraten ſei. Die
nachträgliche Reue ſei ihm vielleicht gekommen, weil
er Gewiſſensbiſſe bekam darüber, daß er ſie zu unrecht
belaſtet hatte. Die Verteidiger behaupten, daß das
Charakterbild des Herrn von Goeben nicht ſo hell ſei,
wie es hier dargeſtellt werde, er ſei ein Schauſpieler
allererſten Ranges geweſen und ſein Verhalten nach
der=Tatz war das eines routinierten Verbrechers.
In einer weiteren Ausſage des Herrn von Goeben,
die zur Verleſung gelangt, erzählt er die
Arſenik=
geſchichte. Er habe der Angeklagten zweimal Arſenik
verſchafft, um den Mann aus der Welt zu ſchaffen. Es
ſei aber nicht dazu gekommen, weil die Angeklagte den
Plan aufgab. Sachverſtändiger Medizinalrat Dr.
Puppe richtet dann an die Angeklagte eine Reihe von
Fragen über ihren körperlichen Zuſtand, worauf die
Verhandlungen auf morgen vertagt wurden.
11. Juni. Die Nachricht, daß die Oeffentlichkeit
heute, am 6. Tage des Prozeſſes, wieder hergeſtellt
werden würde, hatte ſchon am frühen Morgen
zahl=
reiche Perſonen nach dem Gerichtsgebäude in der
Bahn=
hofſtraße gelockt. Hier wurde ihnen jedoch durch den
wachhabenden Gendarmen der Beſcheid, daß noch
nie=
mandem außer den zugelaſſenen Preſſevertretern der
Zutritt geſtattet werden könne. Der Vorſitzende
er=
öffnete die Verhandlungen mit der Mitteilung, daß
der in türkiſchen Dienſten ſtehende Oberſtleutnant
Tupſchewski Urlaub erhalten und an einem der
näch=
ſten Tage an Gerichtsſtelle erſcheinen werde. Der
Vor=
ſitzende teilt dann mit, daß er zunächſt die
Beweisauf=
nahme über die Leichenſchau, die Sektion und die
Schießproben vornehmen werde. Sodann wird die
Oeffentlichkeit wieder hergeſtellt.
Während das Publikum in den Saal ſtrömt,
be=
antragt Rechtsanwalt Bahn, den Pferdeburſchen
Sett=
ler aus Berlin als Zeugen zu laden. Dieſer hat an
den Ehemann der Angeklagten ein Schreiben gerichtet,
in dem er um Geld bittet, um nach Amerika gehen zu
können, er ſei der einzige Zeuge, der etwas zur Sache
ausſagen könne. Der Verteidiger erklärt, daß
offen=
bar eine Erpreſſung vorliege, die Verteidigung habe
ein Intereſſe daran, daß alles klargelegt werde. Die
Ladung des Settler wird beſchloſſen. Es werden
hier=
auf Kriegsgerichtsrat Reichard (Poſen) und
Unterſuch=
ungsrichter Konradi (Allenſtelin) über die Vorgänge
bei der Beſichtigung der Leiche vernommen. Herr
v. Göben, der an der Leiche vernommen wurde, war
ſehr aufgeregt, doch fiel das in der allgemeinen
Er=
regung nicht beſonders auf. Ueber eine angebliche
Aeußerung des Herrn v. Göben, „Frau v. Schönebeck
könne froh ſein, daß ſie ihren Mann los ſei”, wiſſen
dei Zeugen nichts zu bekunden. Hierauf demonſtrieren
zwei Sachverſtändige den Revolver des Majors und
eine Menſurpiſtole, gleich derjenigen, die Herr von
Göben bei der Tat benutzte und nachher in die Alle
geworfen hatte, wo ſie nicht gefunden werden konnte.
Ob der Revolver des Majors noch geſichert war, kann
nicht feſtgeſtellt werden, da die betreffenden Zeugen
das nicht beachtet haben. Es werden dann einige
Sol=
daten vernommen, die den Herrn v. Göben bei ſeinem
verhängnisvollen Gange, während ſie auf Poſten
ſtan=
den, beobachtet haben. Zeuge Musketier Köhler
bekun=
det: Als ich mit meinem Kameraden von der
Ablöſungs=
patrouille am Schönebeckſchen Hauſe vorbeikam, ſah ich
einen Mann am Zaune ſtehen. Vorſ.: War es denn
hell? Zeuge: Es war nicht ſehr hell, aber auch nicht ſehr
dunkel. (Heiterkeit.) Vorſ.: Haben Sie den Mann
nicht gefragt, was er ſo ſpät abends noch da mache?
Zeuge: Gefragt habe ich ihn nicht, nur nachher zu
meinen Kameraden geſagt: Was der noch hier
rum=
kraucht. Juſtizrat Sello: Es muß Herrn v. Göben
doch bewußt geweſen ſein, daß am Schloß ein Poſten
ſtand. Staatsanwalt: Es war ein Patroullierpoſten,
der nicht nur vor dem Schloſſe, ſondern auch innerhalb
zu tun hatte. Juſtizrat Sello: Herr v. Göben wußte
aber doch damit rechnen, daß er ſeiner Ablöſung
be=
gegnen könnte. Zeuge: Ja.
Vorſ.: Da heute vormittag der Antrag geſtellt
wor=
den, am Montag nicht zu verhandeln, frage ich Sie,
Frau Angeklagte, wollen Sie, daß wir den Montag
freilaſſen? Angekl.: Ja, ich bitte. Vorſ.: Alſo wird
die nächſte Sitzung erſt am Dienstag vormittag
9¼ Uhr ſtattfinden.
Die Enzyklika.
Antrag der Abgeordneten Dr. Oſann und
Genoſſen, betreffend die Enzyklika
„Editae Saepe dei” vom 26, Mai 1910.
Wir beantragen einen Beſchluß der Kammer
da=
hin: Die Enzyklika „Editae Saepe dei” vom 26. Mai
1910 enthält ſolch herabſetzende Urteile über die
Re=
formatoren, die Reformation, die proteſtantiſchen
Für=
ſten und Völker, daß die ganze evangeliſche
Bevölker=
ung in tiefſte Erregung und lebhafteſten Unwillen
verſetzt iſt. Wir bedauern dieſe Kundgebung des
Papſtes auf das Tiefſte. Wir empfinden es auf das
Schmerzlichſte, daß die Kundgebung geeignet iſt, den
auf gegenſeitige Achtung geſtützten
konfeſſio=
nellen Frieden, den wir lebhaft wünſchen, in
er=
heblichſter Weiſe zu gefährden.
Darmſtadt, den 11. Juni 1910. Dr. Oſann.
Kundgebung des Deutſchen
Evangeli=
ſchen Kirchenausſchuſſes, betreffend
En=
zyklika des Papſtes.
Durch die öffentlichen Blätter ſind ſchwere
Ver=
unglimpfungen und Herabwürdigungen
bekannt geworden, die Papſt Pius X. in der zum
300jährigen Gedenktage der Heiligſprechung des
Kar=
dinals Carlo Borromeo erlaſſenen Enzyklika
gegen die Reformatoren, das Werk der Reformation
und die an ihr beteiligten Fürſten und Völker
auszu=
ſprechen Anlaß genommen hat.
Der Deutſche Evangeliſche Kirchenausſchuß hält es
nicht nur für ſein unveräußerliches Recht, ſondern
be=
trachtet es als ſeine unabweisbare Pflicht,
namens der in ihm
zuſammengeſchloſſe=
nen deutſchen Landeskirchen dieſen durch
nichts begründeten Angriff gegen die evangeliſche
Kirche mit voller Entſchiedenheit
zurück=
zuweiſen.
Zwar ſind ähnliche Verſtöße nicht neu. Sie ſind
in gelehrten wie populären Schriften vielfach
zu=
tage getreten, ohne daß eine andere Abwehr erforderlich
ſchien, als die Korrektur, die die geſchichtliche Wahrheit
von ſelbſt herbeiführt.
Anders verhält es ſich aber, wenn, wie es unlängſt
in der Caniſius=Enzyklika vom 1. Auguſt 1897
ge=
ſchehen iſt und nun hier in noch ſchärferer und
ver=
letzender Weiſe wiederholt wird, das Haupt der
römiſch=katholiſchen Kirche ſelbſt das Wort
nimmt. Mit der vollen Wucht höchſter kirchlicher
Auto=
rität werden hier Behauptungen ausgeſprochen, die
durch auffallenden und weitgehenden Mangel
geſchicht=
licher Einſicht Unkundige irre führen müſſen. Und
nicht nur dies, ſondern durch die herabwürdigenden
Beurteilungen der reformatoriſchen Großtaten, auf
denen unſere evangeliſche Kirche ruht und die unſer
evangeliſches Volk unter ſeinen heiligſten
Erinnerun=
gen bewahrt, werden Kirche und Volk auf das
Tiefſte verletzt= und das,friedliche Ein=
Seite25.
vernehmen der Konfeſſionen wird
ſchwer geſtört.
Indem wir als einen durch die Reformation
er=
rungenen Beſitz die Freiheit des Gewiſſens fordern,
achten wir jede religiöſe Ueberzeugung, die anderen
heilig iſt, und verwerfen jede Kampfesart, die dieſe
Achtung vermiſſen läßt.
Wir trachten um unſeres deutſchen Volkes wie um
des Evangeliums willen danach, daß der
unvermeid=
liche Gegenſatz der Konfeſſionen ſich umwandele in
einen heiligen Wettſtreit des Ringens um die ewige
Wahrheit zur Entfaltung und Erweiſung der in ihr
beſchloſſenen Kräfte der Liebe. Darin erblickt die
evan=
geliſche Kirche den allein gewieſenen Weg zu dem für
unſer Vaterland unentbehrlichen Frieden der
Kon=
feſſionen.
Eben darum aber können wir nicht anders, als mit
heiligem Ernſte der Wahrheit im Namen der in dem
Deutſchen Evangeliſchen Kirchenausſchuß
zuſammen=
geſchloſſenen Landeskirchen Deutſchlands auszuſprechen:
Wir weiſen zurück die unbegründeten
Schmähungen unſerer Reformatoren, deren
hohe und geweihte Geſtalten unſer evangeliſches Volk
als Bahnbrecher und Väter ſeines Glaubens zu
ver=
ehren und hochzuhalten niemals aufhören wird.
Wir weiſen zurück die
Verunglimpf=
ung ihres Werkes, durch welches das
evange=
liſche Volk ſich bewußt iſt, den einigen
Hohen=
prieſter Chriſtus und den Weg zum Heil, die Freiheit
von aller Menſchenſatzung und das allen zugängliche
Wort Gottes gefunden zu haben.
Wir weiſen endlich zurück die ſittliche
Herabwürdigung der Fürſten und
Völ=
ker, die Träger der reformatoriſchen Bewegung
ge=
worden ſind und deren Nachkommen bis heute den
vollen Beweis geliefert haben, welche geiſtlichen,
ſitt=
lichen, kulturellen Kräfke durch jene Bewegung
ent=
bunden und bei ihnen wirkſam geworden ſind.
Noch vor wenigen Tagen haben wir als Vertreter
der deutſchen evangeliſchen Kirchen in erhebendem
Gottesdienſte in der Kapelle der Wartburg uns zu dem
Evangelium der Reformation bekannt.
Mit dieſem Bekenntnis zum Werke der
Reforma=
tion und ihren Trägern wiederholen wir in
Einmütig=
keit mit der geſamten evangeliſchen Kirche aufs neue
das Bekenntnis zu dem bibliſchen Evangelium, das ſie
uns als ein unvergängliches Gut gerettet haben, und
zu dem Heilande, von dem Luther ſingt: Das Feld
muß er behalten!
* Berlin, 10. Juni. Die Kreisſynode Berlin=
Koelln=Stadt nahm einſtimmig eine Reſolution
an, nach der ſie mit tiefer Entrüſtung von den
uner=
hörten Schmähungen Kenntnis nimmt, welche die
Borromäus=Enzyklika gegen die Väter,
Für=
ſten und Völker der Reformatoren und damit gegen die
ganze evangeliſche Chriſtenheit ſchleudere, und gegen
die tief bedauerliche Störung des konfeſſionellen
Frie=
dens Verwahrung einlegt. Zugleich bittet ſie die
Glaubensgenoſſen trotz dieſer päpſtlichen
Herausforde=
rung, weiter auf den Frieden mit der katholiſchen
Be=
völkerung bedacht zu ſein.
* Berlin, 11. Juni. Zahlreich beſuchte
Volks=
verſammlungen proteſtierten in Dresden und
Augsburg gegen die Borromäus=Enzyklika. In
Tetſchen an der Elbe beſchloß die evangeliſche und
altkatholiſche Gemeinde, gegen die Enzyklika eine
Maſſenproteſtverſammlung, die erſte in Oeſterreich, zu
veranſtalten. — Der Magiſtrat von Trebnitz in
Schleſien ſagte infolge der allgemeinen Entrüſtung
ſeine Beteiligung an dem am nächſten Sonntag
ſtatt=
findenden Fahnenweihfeſt des katholiſchen
Arbeiter=
vereins ab.
* Berlin, 12. Juni. Aus Anlaß der
Borro=
mäus=Enzyklika fand heute eine vom Vorſtand
des Evangeliſchen Bundes einberufene
Volksver=
ſammlung im Zirkus Buſch ſtatt, die von mehr als
4000 Perſonen beſucht war, darunter von Profeſſor
Harnack, einer Reihe von Theologieprofeſſoren und
Geiſtlichen. Es ſprachen unter anderem unter großem
Beifall der Anweſenden Landtagsabgeordneter
Stroſ=
ſer Profeſſor Hans Delbrück,
Reichstagsabgeord=
neter Friedrich Naumann und Prof. Kahl.
Sämt=
liche Redner wieſen darauf hin, es ſei höchſt bedauerlich,
daß gerade in der jetzigen Zeit, wo das deutſche Volk
des konfeſſionellen Friedens am meiſten bedürfe, eine
derartige Kundgebung erlaſſen werde. Es gelangte
ſchließlich folgende Reſolution zur Annahme: Die
heutige Verſammlung im Zirkus Buſch weiſt die durch
keinerlei Herausforderung begründete, vielmehr
mut=
willig unternommene und zweifellos in beleidigender
Form vorgebrachten Angriffe des Papſtes auf die
Re=
formation und den Proteſtantismus mit dem Ausdruck
tiefſten Befremdens und unverhohlener Entrüſtung
zu=
rück und erhebt Einſpruch im Namen der Geſchichte
gegen die Verunglimpfung der Reformation und ihrer
leitenden Männer als „Verderbern des Glaubens” und
„Wortführern ſittlicher Zügelloſigkeit, im Dienſte
kor=
rumpierter Fürſten und Völker” im Namen des
kon=
feſſionellen Friedens gegen die ſchimpfliche
Unterſtell=
ung, der Proteſtantismus ſei Peſt und Ketzerei und die
evangeliſche Freiheit ſei eine Seuche, ein Laſter und
Zuchtloſigkeit, und im Namen des deutſch=nationalen
Ehrgefühls gegen die Anmaßung, das zwar nicht
aus=
drücklich genannte, aber folgerichtig am ſchwerſten
be=
troffene Mutterland der Reformation, das zu drei
Fünftel Proteſtanten zählt — an der Spitze der deutſche
Kaiſer — trotz amtlich geregelter Beziehungen zu
be=
ſchimpfen. Indem die Verſammlung die Schuld an dem
unerhörten Vorgehen und ſeinen unberechenbaren
Fol=
gen ausſchließlich der römiſchen Kurie beimißt, erinnert
ſie die katholiſchen Mitbürger an den ſchreienden
Wider=
ſpruch zwiſchen der jetzigen Herabwürdigung des
Pro=
teſtantismus und der früheren Erklärung des Papſtes,
nirgends ſei der Katholizismus ſo gut aufgehoben wie
in Deutſchland, und erklärt zugleich, dem von Rom
ge=
gebenen Beiſpiel, den Streit der Bekenntniſſe mit
ver=
gifteten Waffen und ſittlicher Schmähung zu führen,
nun und nimmer folgen zu wollen und ruft alle
Vater=
landsfreunde auf, ſich der zielbewußten Abwehr der
friedensſtöreriſchen päpſtlichen Kundgebung rückhaltlos
anzuſchließen. Es wurde beſchloſſen, die Kundgebung
dem Miniſterpräſidenten von Bethmann Hollweg zu
überſenden. Die Verſammlung ſang alsdann den erſten
Vers von „Ein feſte Burg iſt unſer Gott” worauf ſie
um 2¼ Uhr nachmittags geſchloſſen wurde.
* Jena, 10. Juni. Eine von nahezu 2000
Per=
ſonen beſuchte öffentliche Verſammlung des
Evangeliſchen Bundes beſchloß nach einem
Vor=
trage des Profeſſors Thümmel über die Borromäus=
Enzyklika die Abſendung eines Telegramms an den
Großherzog von Sachſen=Weimar, in welchem ſie
dem Andenken ſeiner Vorfahren buldigt, die der Papſt
verunglimpfe.
* Köln, 11. Juni. Die Kölniſche Zeitung meldet
aus Rom: Wie in gewöhnlich gut unterrichteten Kreiſen
verlautet, iſt auch der bayeriſche Geſandte beim
Heiligen Stuhl, Freiherr von Ritter, beauftragt
ge=
weſen, im Namen ſeiner Regierung Vorſtellungen
wegen der Borromäus=Enzyklika bei der Kurie
zu erheben.
* Wien, 10. Juni. Abgeordnetenhaus. Bei
der fortgeſetzten Beratung des Budgets proteſtierte
Mühlwert gegen die unerhörte Beleidigung, die den
Proteſtanten in der jüngſten Enzyklika des
Pap=
ſtes zugefügt wurde und erklärte die ſpäter erfolgte
Entſchuldigung des Vatikans gegenüber dem
preußi=
ſchen Geſandten für abſolut unzureichend.
Gewitter und Blitzſchäden.
H.B. Berlin, 11. Juni. Der geſtrige Tag ſcheint
beſonders reich an Gewittern geweſen zu ſein, denn
aus allen Teilen des Reiches kommen
Meld=
ungen über verheerende Gewitter und Hagelſchläge.
Auch viele Menſchen ſind wieder durch Blitzſchläge
ge=
tötet worden. Aus Düſſeldorf wird berichtet: Aus
allen Teilen Rheinlands und Weſtfalens
lau=
fen fortwährend Meldungen über Gewitter und
Blitz=
ſchläge ein. Im Ruhrtal ging ein Wolkenbruch nieder
der gewaltigen Schaden anrichtete. In München=
Glad=
bach erreichten die Niederſchläge die Höhe von 58,3
Millimetern. Auch im Wuppertal wütete ein Unwetter
mit ſchwerem Hagelſchlag, der die ganze Ernte
ver=
nichtete. — Aus Detmold wird gemeldet, daß ein
ſchwe=
res Gewitter dort und in der Umgegend großen
Scha=
den angerichtet hat. In Elberfeld und Umgebung
wur=
den mehrere Perſonen vom Blitz getroffen und
ge=
tötet.
* Berlin, 11. Juni. Von ſchweren
Ge=
wittern wurden weiter heimgeſucht die Umgegend
von Dortmund, Bochum, das Werratal und das
Wuppertal. In letzterem iſt faſt die ganze Ernte
ver=
nichtet.
H.B. Hannover, 11. Juni. Geſtern abend
zwi=
ſchen 10 und 12 Uhr gingen über Hannover zwei
außer=
ordentlich ſchwere Gewitter nieder, die von
wol=
kenbruchartigem Regen und Hagelſchauer begleitet
waren. Die elektriſchen Entladungen waren
außer=
ordentlich ſtark. Das vierſtöckige Lagerhaus der Firma
Meyer u. Cohn, Produktenhandlung, wurde von
einem Blitz getroffen und fing Feuer. Die in
den vier Stockwerken anfgeſpeicherten Waren gaben
dem Brande reichlich Nahrung. Das Gebäude brannte
faſt gänzlich nieder. Ferner haben Blitze fünfmal in
die Straßen=Oberleitung eingeſchlagen und dreimal in
Straßenbahnwagen. Perſonen wurden nicht verletzt.
In Iſenhagen ſchlug der Blitz in eine Gruppe
Perſo=
nen, die vor einem Hauſe ſtanden. Ein 20jähriger
Gärtnergehilfe wurde getötet, ein Kind ſchwer
ver=
letzt. Das Haus ſelbſt wurde ein Raub der Flammen,
In Barntrup ſchlug der Blitz in eine Scheune ein, in
der ſich 10 Arbeiter befanden, die dort Schutz vor dem
Gewitter geſucht hatten. Vier wurden verletzt, davon
zwei ſchwer. Auf den Feldern wurde durch Hagelſchlag
enormer Schaden angerichtet.
* Neuß, 11. Juni. Ueber die Kreiſe Grevenbroich
und Bergheim iſt geſtern abend ein ſchwerer
Wol=
kenbruch niedergegangen. Mehrere Häuſer ſind von
den Waſſermaſſen bedroht; viel Vieh iſt in den Ställen
ertrunken. In einer Spinnerei verdarben viele
Warenvorräte. In Karff wurde der Eiſenbahndamm
überſchwemmt, ſodaß die Neußer Freiwillige
Feuer=
wehr im Extrazug herbeigeholt werden mußte.
* Paris, 11. Juni. Bei der geſtrigen
Zug=
entgleiſung bei Vallon=en=Sully (Devartement Allier)
infolge ſtarker Gewitter wurden der Zugführer
und zwei Zugbedienſtete getötet; 13 Reiſende
wur=
den verletzt.
* London, 11. Juni. Geſtern war der 6. Tag
der ſchweren Gewitterſtürme. In der Sankt
Peterskirche in Canterbury ſchlug während des
Got=
tesdienſtes ein Blitz ein. Die Gemeinde floh erſchreckt
ins Freie. Eine ganze Anzahl landwirtſchaftlicher
Ge=
bäude iſt in Flammen aufgegangen.
Erderſchütterung in Gelſenkirchen.
* Gelſenkirchen, 10. Juni. Eine etwa fünf
Sekunden andauernde Erderſchütterung wurde
heute nachmittag hier, namentlich im Stadtteil
Bis=
narck, verſpürt. Man nimmt an, daß die
Erſchütter=
ung durch den Bergbau verurſacht wurde.
* Gelſenkirchen, 10. Juni. Die hier
ver=
ſpürte Erſchütterung wurde anſcheinend durch eine
Exploſion im Schacht III der Zeche „
Konſoli=
dation” hervorgerufen. In der Zeche befindet ſich
eine Belegſchaft von ungefähr 400 Mann, über deren
Schickſal nichts bekannt iſt. Die Zugänge wurden
durch Polizeimannſchaften abgeſperrt.
* Gelſenkirchen, 10. Juni. Wie die Zeche
„Konſolidation” bekannt gibt, handelt es ſich bei der
gemeldeten Erderſchütterung nicht um eine
Ex=
ploſion auf dieſer Zeche, vielmehr iſt im Schacht III
auf der fünften Sohle ein Zuſammenbruch
er=
folgt, bei dem ein Arbeiter ſchwer und zwei Arbeiter
leicht verletzt wurden. Zwei Perſonen werden noch
vermißt; an ihrer Rettung wird noch gearbeitet. Die
Erderſchütterung war ſo heftig, daß im Stadtteil Hüllen
zwei Schornſteine umfielen. Auch ſonſt machten ſich
die Folgen an Häuſern bemerkbar, wo vielfach Decken
zerſprangen und Wände riſſen.
* Gelſenkirchen, 11. Juni. Bis 9 Uhr
wur=
den, wie die Zeche Konſolidation mitteilt, die drei
eingeſchloſſenen Bergleute noch nicht
ge=
rettet. Die Bergungsarbeiten werden fortgeſetzt.
* Gelſenkirchen, 11. Juni. Wie die
Verwalt=
ung der Zeche „Konſolidation” mitteilt, beſteht
Hoff=
nung, bis 10 Uhr abends zu den Verſchütteten zu
gelangen. Die Bergungsarbeiten werden eifrigſt
fort=
geſetzt. Die Urſache des Zubruchgehens iſt bisher noch
nicht feſtgeſtellt.
* Gelſenkirchen, 11. Juni. Die Gerüchte, daß
der Zuſammenbruch auf der Zeche „Konſolidation
mit einer Exploſion auf der Zeche „Pluto”
zuſammen=
hänge, ſind unbegründet. Auf der Zeche „Pluto”
ereig=
nete ſich keinerlei Unfall.
Landwirtſchaftliches.
— Der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß für die
rovinz Starkenburg (Großherzogtum Heſſen) wird,
vie im Vorjahre, auch in dieſem Jahre wieder zu
Darmſtadt einen Zentral=Ziegenmarkt
ver=
inſtalten. Dieſer Markt, welcher am Dienstag, den
. Juli, ſtattfindet, bietet den zahlreichen
Zuchtver=
inen der Provinz Starkenburg, welche die hornloſe,
tilchergiebige Starkenburger Edelziege züchten, Ge=
legenheit, ihre Zuchtprodukte zum Verkauf zu ſtellen,
und iſt Gemeinden ſowié Ziegenzüchtern des In= und
Auslandes hier eine ſelten günſtige Gelegenheit
ge=
boten, gutes Zuchtmaterial zu erwerben. Daß gutes
Zuchtmaterial zum Auftrieb gelangen wird, ſteht nach
dem Verlauf der ſeitherigen Märkte ſicher zu erwarten
und dies um ſo mehr, als nur Ziegen und Böcke von
Mitgliedern anerkannter Ziegenzuchtvereine zum
Markt zugelaſſen werden. Für die Durchführung des
Marktes ſowie zur Aufrechterhaltung der Ordnung
wird vom Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß aus
Sach=
verſtändigen eine Marktkommiſſion gebildet, welche auf
Beſtellung auch Ankäufe für auswärtige Käufer, welche
nicht erſcheinen können, vermittelt. Intereſſenten,
welche der Koſten wegen nicht ſelbſt nach Darmſtadt
reiſen wollen, aber Zuchtmaterial zu erwerben
wün=
ſchen, können durch dieſe Marktkommiſſion ankaufen
laſſen.
Luftſchiffahrt.
* Paris, 11. Juni. Eine amtliche Note teilt mit,
daß Hauptmann Marconnet und Leutnant
Vequant, die vorgeſtern einen Flug von Chalons
nach Vincennes ausgeführt haben, wegen
ungewöhn=
licher Verdienſte um die militäriſche Flugtechnik das
Ritterkreuz der Ehrenlegion erhalten werden.
Sport.
* Frankfurt a. M., 12. Juni. Anläßlich der hier
ſtattfindenden Ausſtellung für Sport und
Spiel wurde der diesjährige Marathonlauf in
Frankfurt a. M. zum Austrag gebracht. Der Start
befand ſich in Darmſtadt, wo von 7½ Uhr morgens
ab 23 Läufer abgelaſſen wurden. Die erſten 5 Läufer
erhalten Ehrenpreiſe, und zwar: 1. Julius Nieß=Berlin
in 2 Stunden 49 Min. 13½ Sek.; 2. Max Wils=Berlin;
3. Johann Chriſtenſen=Kopenhagen; 4. Hempel=Berlin;
5. Adolf Eiſelt=Chemnitz. Infolge des nachts
nieder=
gegangenen heftigen Regens waren die Wege teilweiſe
aufgeweicht. Trotz des ſehr flotten Laufes wurde der
deutſche Rekord nicht erreicht.
Bei dem heutigen Spielen wurden verſchiedene neue
deutſche Rekords aufgeſtellt. Im Steinſtoßen ſiegte
Otto=Darmſtadt mit 8.88 Metern und Waitzer=
München mit 8.74 Metern. Beide Reſultate ſind neue
deutſche Rekords. Im5000 Meterlaufen wurde erſter
Dvorak=Prag in 16 Minuten 12½ Sekunden, zweiter
Buſſer=Rotterdam in 16 Minuten 15‟ Sekunden.
Beides ſind neue deutſche Rekords. Im
Stabhoch=
ſpringen verbeſſerte Paſemann=Kiel ſeinen von
ihm aufgeſtellten Rekord von 3.51 auf 3.54 Meter.
Die Länderſtaffette zwiſchen Frankreich und
Deutſchland, die über 1600 Meter führte, gewann die
franzöſiſche Mannſchaft überlegen über die deutſche.
sr. Im deutſchen Derby kann ſich der
Wein=
bergſche Stall noch auf Großherzog, Hort, Jor,
Morgenruf, Pakt und Camena ſtützen. Während nach
den vorjährigen Leiſtungen nur Hort als ernſthafter
Kandidat in Betracht kam, muß man neuerdings auch in
Camena eine ausſichtsreiche Bewerberin um das
„Blaue Band‟ Deutſchlands erblicken. Die
zweijäh=
rige, überhaupt nicht geſtartete Stute gewann ihre
beiden einzigen diesjährigen Rennen in Hoppegarten
mit großer Ueberlegenheit. Ihr Engagement im Preis
der Diana am Montag, dem Stuten=Derby, ſoll ſie
nicht erfüllen, um für das Derby in Hamburg friſch zu
bleiben. Auch im Wiener Wettmarkt iſt ihr Kurs von
33:1 auf 8:1 heruntergegangen, zu welchem Preiſe auch
Antwort, Kalchas, Nagyur zu haben ſind. Orient und
der Oeſterreicher Trafalgar notieren mit 311 als
Favo=
riten, gegen die beiden Pakheiſerſchen Pferde
Micado III. und Star wird 511 gelegt, gegen Saraſate
611 und gegen Walther Stolzing ſowie Korſarz 10:1.
Vermiſchtes.
* Der gedeckte Tiſch. Ueber dieſes Thema
macht Karl Widmer in der Zeitſchrift Innen=
Deko=
ration folgende grundſätzliche Ausführungen: Unſere
Eßtiſche ſind durchſchnittlich viel zu ſchmal. In Eng=
ſelben Grunde ſoll man auch nicht zu viel Tiſchgerät
aufs Mahl aufſetzen. Für die Eleganz der Tafel ſoll
in erſter Linie die Qualität des Gebrauchsgeräts und
nicht der dekorative Aufputz entſcheidend ſein. Auf
land und in Frankreich meſſen ſie bis zu anderthalb
Meter und darüber; bei uns gilt ein Meter ſchon für
eine normale Breite. Das erſchwert natürlich das
Arrangieren, umſomehr wenn auch noch der
Platzman=
gel dazu zwingt, die Gäſte eng zu ſetzen. Aus
dem=
eine Dekoration des Tiſches wird man jedoch
umſo=
weniger verzichten wollen, je feſtlicher die Veranlaſſung
iſt. Hier gebührt natürlich der Blume ihr Vorrecht als
uralter, bei allen Kulturvölkern unentbehrlicher
Schmuck des feſtlichen Mahls. Sache des guten
Ge=
ſchmacks iſt es, auch hier das rechte Maß zu finden.
Der Eßtiſch ſoll immer Eßtiſch bleiben und ſich nicht
in einen Blumentiſch verwandeln. Was von der Blume
geſagt iſt, gilt von jeder anderen Art von Tafelauſſatz,
en Früchten, den Bonbon=Schalen uſw.: ſie ſollen den
Tiſch nicht überlaſten und vor allem nicht durch die
Höhe den Blick verſperren. Deshalb ſollen alle dieſe
Dinge auch möglichſt aus dem Bereich der Hände und
der Teller gerückt werden. Wichtig iſt ſodann die
Farbenfrage. Auf einem Eßtiſch ſoll das Weiß als die
Farbe der Reinlichkeit und Appetitlichkeit vorherrſchen.
Das Weiß des Tiſchtuchs ſoll nicht durch ein
Farben=
gewirr übertönt werden. Blumen wähle man
des=
halb möglichſt von einer Farbe und vermeide alles,
bunte Gläſer uſw., was dieſen vorherrſchenden
Haupt=
eindruck überflüſſigerweiſe ſtört. Iſt ein Tiſch noch ſo
ſchön gedeckt, ſo kann ſchließlich vieles durch die
Be=
leuchtung wieder verdorben werden. Es iſt verkehrt,
mung erhöhen, nicht ſtören es muß deshalb auf den
Tiſch konzentiert ſein. Am ſtimmungsvollſten iſt es
immer, wenn die Hauvtbeleuchtung vom Tiſch ſelbſt
ausgeht: von Lampen oder Leuchtern, die auf den Tiſch
geſetzt werden, und gedämpft durch kleine
Lampen=
ſchirme; echtes Wachslicht wird immer das Vornehmſte
bleiben. Stellt man elektriſche Lämpchen auf, ſo ſollen
die Leitungsdrähte unſichtbar von unten heraufgeführt
ſein, nicht ſichtbar von der Decke herab und durch
ſo=
genannte Medeolaranken und dergl. verziert. So viel
über die Feſttafel. Der Kern dieſer Grundſätze wird
ſich auch für den alltäglichen Familientiſch aufrecht
er=
alten laſſen — wie weit, das ergibt ſich von ſelbſt aus
den Anſprüchen, die eben der Einzelne an den Lurus
des täglichen Lebens ſtellen darf. Je weniger aber hier
im eigentlichen Sinn Aufwand getrieben werden kann,
deſto mehr ſollte auf den beſten Schmuck jedes Eßtiſches:
auf Sauberkeit und Gediegenheit, gehalten werden.
Im Juniheft der Innen=Dekoration werden
wei=
ter Innenräume der Schweizer Architekten Lindt
u. Hofmann=Bern, A. Cuttat=St. Gallen, E. Probſt=
Zürich, W. Heene=St. Gallen, — ſämtlich von der
Firma J. Keller=Zürich ausgeführt, — in tonigen
Ab=
bildungen gezeigt. Neben einigen reizvollen
Früh=
ſtücks=, Speiſezimmern uſw. erregen beſonders mehrere
prunkvolle und einfachere Billardzimmer und behag
liche Klubräume Intereſſe. An weiteren
Veröffentlich=
ungen bringt das Heft eine Reihe von reifen
Raum=
ſchöpfungen von Architekt Georg Honold=Berlin aus
Schloß Schönewalde=Neumark, Abbildungen der Wilh.
Aug. Viktoria=Bücherei=Dortmund, Stickereien von E.
Hormann=Bremen, Vorhänge, Kamine,
Beleuchtungs=
körper. Von den Textbeiträgen heben wir hervor:
„Material und Technik” von Otto Schulze=Elberfeld,
„Der Kunſtgewerbezeichner” von Rob. Breuer, uſw.
Einzelpreis des vielſeitigen Heftes mit 60 Abbildungen
und Gravüredrucken 2,50 Mark.
— Aus dem deutſchen Diamantenlande
Der Betrieb der ſüdweſtafrikaniſchen
Diamantengeſell=
ſchaften wickelt ſich nach einer Schilderung, die Paul
Rettig im Juliheft von Weſtermanns Monatsheften
entwirft, zurzeit noch mit den denkbar einfachſten
Mit=
teln ohne Anwendung komplizierter Maſchinerien ab
Wenn ein Feld auf ſeine Abbauwürdigkeit unterſucht
und für wertvoll befunden iſt, ſchüttelt man den Sand
durch ganz einfache Schüttelſiebe und trennt ſo den
Sand von den Steinchen. Unter Zuhilfenahme von
Waſſer werden dieſe Steinchen nochmals in Handſieben
geſiebt. Man erzielt dadurch eine Ablagerung der
ſchweren Steine mit den Diamanten in der Mitte des
Siebes. Dieſer letzte an und für ſich einfache Vorgang
wird doch ſehr koſtſpielig, da die Diamantfelder in der
völlig waſſerloſen Wüſte liegen. Sodann wird der
Inhalt des Siebes auf einen Tiſch geſtülpt, und mit
einer Pinzette werden die Diamanten aus den letzten
Rückſtänden herausgeſucht. Die Geſellſchaften oder
ein=
zelne Förderer liefern ihre Funde der Deutſchen
Afrika=Bank in Lüderitzbucht ab, die alles ſammelt und
mit dem nächſten. Dampfer nach Deutſchland an die
Diamantenregie in Berlin abſendet. Hier werden die
Diamanten nochmals gewaſchen und dann nach den
verſchiedenen Größen und Klaſſen ſortiert. Die Steine
beſitzen durchſchnittlich 85 Prozent Schleiffähigkeit, der
Preisſtand der ſüdweſtafrikaniſchen Diamanten hat ſich
um etwa 25 Prozent erhöht. Vom März bis Auguſt
1909 waren z. B. ſechs Diamantſendungen im
Geſamt=
gewicht von 31000 Gramm in Berlin eingetroffen.
Der Fiskus erhält hiervon an Förderabgaben 150000
Mark, an Ausfuhrzoll rund 1300000 Mark, für ſelbſss
gewonnene Steine rund 400000 Mark, das heißt in
weniger als einem halben Jahr 1850000 Mark. Vom
März 1909 bis Ende Februar 1910, dem erſten
Ge=
ſchäftsjahr der Diamanten=Regiegeſellſchaft, ſind von
18 Förderern insgeſamt 590998 Karat eingeliefert
wor=
den, für die im Verkauf 16½ Millionen Mark erzielt
worden ſind. Das Reich erhielt hiervon für
Ausfuhr=
zoll 5¼ Millionen Mark, für Förderabgaben ¾
Mil=
lionen Mark.
Literariſches.
Lexikon für Photographie und
Reproduk=
tionstechnik. Von Profeſſor Dr. G. H. Emmerich,
Direktor der Lehr= und Verſuchsanſtalt für Photographie
uſw. in München. 60 Druckbogen. Lexikon=Oktav. Mit
36 Tafeln und 360 Abbildungen im Texte. — Das Werk
erſcheint in 20 Lieferungen zu 50 Pf. (A. Hartlebens
Verlag in Wien und Leipzig.) Das ungeheuerlich
ange=
wachſene Stoffgebiet der geſamten Photographie und ihrer
Anwendungsformen und dasjenige der auf Photographie
baſierenden Reproduktionstechniken zu ſammeln, zu ſichten
und in lexigraphiſcher Anordnung zu bearbeiten, iſt der
Zweck dieſes Werkes. Zur Bearbeitung dieſer großen,
mehrere Jahre umfaſſenden Aufgabe wurde der Stoff in
45 Referate aufgeteilt und für dieſe die maßgebendſten
Fachleute, durchgehends Autoritäten auf ibren
Spezial=
gebieten, zugezogen. Das „Lexikon für Photographie und
Reproduktionstechnik” enthält in den Bearbeitungen dieſer
45 Referate neben geſchichlichen Darſtellungen der Materien
umfaſſende Ausführungen über Anwendungsformen,
Rezepte, Fabrikationsmethoden, Biographien der beteiligten
Forſcher und manches andere. Das Emmerichſche Lexikon
wird für das große Heer der Photographierenden ein
unentbehrliches Nachſchlagewerk ſein, das gründlich und
zuverläſſig über alles Wiſſenswerte unterrichtet.
— Die wertvollen Errungenſchaften der modernen
Buchinduſtrie ſcheinen ihren Einfluß auf ein neues
lite=
rariſches Unternehmen geltend gemacht zu haben, mit dem
ſoeben das Verlagshaus Ullſtein & Co. hervortritt. Die
Ullſtein=Bücher” ſind eine in einzelnen, ſelbſtändigen
Bänden erſcheinende Sammlung bedeutender moderner
Romane zu dem billigen Preiſe von einer Mark. Durch
die Verwendung eines dünnen und doch
widerſtandsfä=
higen Feindruckpapiers, wie es in England nun ſchon
lange mit großer Vorliebe im Buchdruck benutzt wird,
iſt ein angenehmer Buchtyp geſchaffen worden, leichte
feine Bändchen im biegſamen Leinenband, die mehr
als 300 Seiten umfaſſen. Bisher liegen uns vier
Bände der neuen Sammlung vor, die Romane
„Dilettanten des Lebens” von Clara Viebig,
Maria da Caza” von Georg Freiherrn von Ompteda,
„Frau Agna” von Heinz Tovote und Arme Thea
von Rudolph Stratz. Die Namen der Autoren und ihrer
Werke zeigen deutlich, auf welchem Felde das neue
Unter=
nehmen ſeine Erfolge ſucht. Ein deutlicher, großer Druck
vollendet den durchaus günſtigen Eindruck, den dieſe neue,
auch dem minder wohlhabenden Teile der Bevölkerung
zugängliche Ausgabe von hervorragenden Erzählerwerken
zeitgenöſſiſcher Autoren macht.
Auch heute iſt die Kunſt, Edelſteine zu
fälſchen=
eine äußerſt verbreitete und gefährkiche, wie Geheimrat
Prof. Dr. Adolf Miethe von der Teſchniſchen Hochſchule
in Charlottenburg in einem äußerſt feſſelnden und
lehr=
reichen Aufſatze über die „Gewinnung und Verarbeitung
der Edelmineralien und Schmuckſteine” erörtert, den
Hans Krämer in den ſoeben erſchienenen Lieferungen
98—100 ſeines illuſtrierten, populärwiſſenſchaftlichen
Monumentalwerkes Der Menſch und die Erde
(Deutſches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W. 57,
Lieferung 60 Pf.) veröffentlicht. Geheimrat Miethe legt
hier nicht nur die einzelnen Methoden der
Edelſteinfäl=
ſchung dar, ſondern er zeigt auch die Mittel, durch die
man ſie erkennen und ſich vor dem Ankauf
minderwer=
tiger Fabrikate ſchützen kann. Dieſe Ausführungen
ver=
dienen um ſo größeres Intereſſe, als ſie von einem
Manne herrühren, der gerade auf dieſem Gebiete in
theoretiſcher und praktiſcher Hinſicht als eine unſerer
erſten Autoritäten zu betrachten iſt. Seine Darlegungen
werden durch eine Fülle wertvoller Illuſtrationen
veran=
ſchaulicht, die in Verbindung mit dem feſſelnden Text
und der glänzenden Ausſtattung dem großangelegten
Werke aufs neue den Ruf ſichern, eine der bedeutendſten
Erſcheinungen des deutſchen Büchermarktes zu ſein, welche
die letzten Jahre hervorgebracht haben.
imet
rieche
näch
gung
vot
[ ← ][ ][ → ] Die Tauffeierlichkeiten in Schwerin.
* Wildpark bei Potsdam, 11. Juni. Der
Kai=
ſer begab ſich heute vormittag 10 Uhr 52 Minuten mit
Gefolge im Sonderzug nach Schwerin zu den
Tauf=
feierlichkeiten.
*Schwerin, 11. Juni. Der Kaiſer iſt heute
nachmittag um 3 Uhr hier eingetroffen. Er wurde am
Bahnhof vom Großherzog empfangen. Beide Souveräne
begaben ſich in einem à la Daumont gefahrenen Wagen
zum Schloß. Im Schloſſe begrüßte der Kaiſer die
Groß=
herzogin und die fürſtlichen Gäſte. In der
Schloß=
kirche verſammelten ſich inzwiſchen die zur Taufe des
Erbgroßherzogs geladenen Damen und Herren. Am
Altar hatte ſich die Geiſtlichkeit aufgeſtellt.
Die Großherzogin Alexandra erſchien allein im
Gotteshaus und nahm neben dem Taufbecken
Platz. Die Fürſtlichkeiten begaben ſich vom Salon der
Großherzogin Anaſtaſia in feierlichem Zuge zur Kirche.
Hierbei führte der Kaiſer die Großherzogin=Wittwe Marie,
es folgten die Prinzeſſin Maximilian von Baden mit dem
Prinzen Heinrich der Niederlande und Herzog Ernſt Auguſt
von Braunſchweig und Lüneburg. Im zweiten Zug nahte
die Oberhofmeiſterin Gräfin von Schwicheldt mit dem
Täufling, begleitet von den hohen Hofchargen. Orgelſpiel
empfing die Eintretenden. Die anweſenden Paten waren
die Großherzogin Anaſtaſia, die Großherzogin Marie, die
Kronprinzeſſin Cecilie, die Kronprinzeſſin von Dänemark,
die Prinzeſſin Max von Baden, der Kaiſer, Großfürſt
Kyrill u. a. Oberhofprediger D. Wolff vollzog die Taufe
mit Jordanwaſſer, während ein Salut von 21 Schuß
ab=
gegeben wurde. Der Erbgroßherzog erhielt die
Namen Friedrich, Franz, Michael, Wilhelm, Nikolaus,
Franz Joſeph, Ernſt, Auguſt, Hans. Um 7,30 Uhr abends
war Familientafel und gleichzeitig im goldenen Saal
Marſchalltafel. Der Kaiſer reiſte um 10 Uhr abends ab.
Der Großherzog geleitete ihn im Automobil zur Bahn.
Die Ankunft in Wildpark erfolgt morgens 2,40 Uhr.
Die kretiſche Frage.
* Köln, 11. Juni. Aus Konſtantinopel
wird der Kölniſchen Zeitung unter dem 10. d. M.
ge=
meldet: Die kretiſche Verwickelung nimmt bei
der wachſenden Erregung der Bevölkerung gegen
die Griechen ernſtere Formen an.
Verrufs=
erklärungen der griechiſchen Waren, Angriffe und
Herausforderung von Perſonen werden an vielen
Orten unter der ſtillſchweigenden Duldung der
unte=
ren Behörden von eigenen Ausſchüſſen ins Werk
ge=
ſetzt. Morgen werden verſchiedene Abgeordnete in der
Kammer die ſofortige Ausweiſung aller
Griechen aus dem Ottomaniſchen Reiche
vorſchlagen. Bei der Stimmung der Mehrheit iſt die
Annahme des Antrages trotz der bedenklichen Folgen
wahrſcheinlich. Die ernſthafteren Kreiſe bauen auf
das Anſehen und die Klugheit des heute aus Albanien
zurückkehrenden Kriegsminiſters Mahmud Schefket
Paſcha. Er kann den Antrag noch verhindern. Seine
Annahme würde zweifellos den Rücktritt des
Mini=
ſteriums Makki nach ſich ziehen, da dieſes eine
Maß=
regel nicht ausführen wollen würde, die es als
unbe=
gründet und für die Türkei verderblich betrachtet. Die
Ermordung des Chefredakteurs Amed Geamin vom
Oppoſitionsblatt Sedai Millet vergrößert die düſtere
Auffaſſung der Lage beim Publikum.
* Konſtantinopel, 12. Juni. Die Behörde des
Wilajets Smyrna veröffentlicht ein Kommuniqué,
dem=
zufolge Perſonen, die verſuchen, die Sperrung der
griechiſchen Kaufläden zu erzwingen, ſtreng
be=
ſtraft werden. Es herrſcht völlige Ruhe.
* Konſtantinopel, 12. Juni. Der hieſige
grie=
chiſche Geſandte Gryparis iſt bei den Botſchaftern
vor=
ſtellig geworden, um die Aufmerkſamkeit der
Mächte auf die wachſende
Boykottbewe=
gung und die angedrohte Ausweiſung der Griechen,
ſo=
wie auf die Aufreizung gegen Griechenland, die einen
ge=
fährlichen Grad erreicht haben, zu lenken. Der Geſandte
erſuchte die Mächte um Intervention bei der Pforte.
Die=
ſem Wunſche wurde ſeitens einiger Botſchafter, beſonders
im Hinblick auf die Ereigniſſe in Smyrna, bereits
ent=
ſprochen. Geſtern erhob Gryparis bei der Pforte gegen die
Boykottbewegung Proteſt, wobei er auf die Gefahr ernſterer
Unruhen hinwies. Der Unterſtaatsſekretär des Aeußern
hob hervor, daß der Wali von Smyrna ſtrenge Maßregeln
getroffen habe und verſprach, die Schuldigen zu beſtrafen.
— Auf der Inſel Rhodus begann der Boykott ebenfalls.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 11. Juni. Der neuernannte Staatsſekretär
des Reichskolonialamtes v. Lindequiſt übernahm
heute vormittag formell die Leitung der Geſchäfte, indem
er die vortragenden Räte, die Hilfsarbeiter in den
Zivil=
abteilungen, die Herren vom Kommando der
Schutztrup=
pen und die Vorſteher der einzelnen Bureaus in dem
gro=
ßen Sitzungsſaale des Reichskolonialamtes um ſich
ver=
ſammelte. Nachdem der Staatsſekretär der großen
un=
vergänglichen Verdienſte ſeines Amtsvorgängers, der
übrigens die Beamten noch zu einer beſonderen
Abſchieds=
feier in ſeinem Heim begrüßen wird, mit warmen Worten
gedacht hatte, behandelte er in kurzen Zügen die nächſten
Ziele der deutſchen Kolonialpolitk und drückte die
Hoff=
nung aus, daß die koloniale Beamtenſchaft, mit der er in
teils bis in die neunziger Jahre zurückreichender
gemein=
ſamer Arbeit verbunden war, ihm bei der Löſung der
ſchwierigen Aufgaben mit dem alten Pflichtgefühl und
Einmütigkeit unterſtützen werde.
Frankfurt a. M., 11. Juni. Der Wiener
Korre=
ſpondent der „Frankfurter Zeitung” meldet aus Wien:
Entgegen allen bisherigen Meldungen über die
Ver=
urteilung des Oberleutnants Hofrichter
erfahre ich von wohlinformierter Seite, daß Hofrichter
ſein in der Unterſuchung abgelegtes Geſtändnis vor dem
Kriegsgericht widerrufen hat und ſomit nicht zum Tode
verurteilt werden konnte. Das Kriegsgericht verurteilte
ihn zu 20 Jahren ſchweren Kerkers. Das Urteil
dürfte vom Militärobergericht beſtätigt werden.
* Straßburg, 12. Juni. Staatsſekretär Dr.
Del=
brück iſt von Karlsruhe kommend um 6 Uhr 35 Min.
abends hier eingetroffen. Am Bahnhof hatte ſich der
kaiſerliche Statthalter Graf v. Wedel zur Begrüßung
eingefunden.
* Metz, 11. Juni. Die auf heute nachmittag 5 Uhr
angeſetzte Verkündigung des Urteils in dem
Ger=
tinger Friedhofsprozeß ergab die
Frei=
ſprechung ſämtlicher neun Angeklagten von der
Be=
ſchuldigung der Nötigung des Bürgermeiſters (§ 114 des
Strafgeſetzbuches) zur Zurückziehung einer Zuſage der
Beerdigung innerhalb der Reihengräber.
* Elberfeld, 11. Juni. Die
Einigungsver=
handlungen im Baugewerbe, die in Barmen
für das Einigungsgebiet Barmen=Elberfeld ſtattfanden.
haben zu einer Verſtändigung nicht geführt.
Die Lohnforderungen der Arbeitnehmer wurden
abge=
lehnt. Mit der 9½ſtündigen Arbeitszeit erklärten ſich
die Arbeitgeber für die Orte einverſtanden, in denen
dieſe bereits eingeführt iſt. Die Verkürzung der
Arbeits=
zeit in den Orten, wo eine längere Arbeitszeit beſteht,
wurde abgelehnt. Um 7 Uhr abends wurden die
Ver=
handlungen ergebnislos abgebrochen.
Kiel, 11. Juni. Die Einigungs=
Verhand=
lungen im Baugewerbe ſind geſcheitert.
* Wien, 12. Juni. Wie von zuſtändiger Seite
mit=
geteilt wird, können die neuerdings über den Verlauf
der kriegsgerichtlichen Verhandlung über das Urteil
gegen Hofrichter verbreiteten Nachrichten wiederum
nur auf Kombinationen beruhen, da die nach der
Strafprozeßordnung zu beobachtende Geheimhaltung ein
Bekanntwerden der Tatſachen vor der
Urteilsver=
kündigung ausſchließt.
* Calais, 11. Juni. Nachdem der Turm des „
Plu=
vioſe” abgedeckt worden war, bargen die
Kranken=
wärter der Marine als erſten den Steuermann
Lebreton und hüllten ihn ein Leichentuch. Er wurde
unter allgemeiner Bewegung ins Boot gebracht.
Lebre=
ton wurde auf ſeinem Poſten im Turm vom Tode
er=
eilt. Die Leiche war keineswegs verunſtaltet. Ein
Taucher ſtellte am Hinterteil des „Pluvioſe” ein fünf
Meter langes und 60 Zentimeter breites Loch feſt.
Sonſt war alles im normalen Zuſtande eines Bootes,
das untergetaucht iſt; alle Lukendeckel waren geſchloſſen.
Heute abend, bei eintretender Ebbe, hofft man, den
„Pluvioſe” flott machen zu können. Man wird Löcher
in den Oberbau brechen, um die übrigen Leichen bergen
zu können.
* Calais, 11. Juni. Um 8¾ Uhr abends wurde
aus dem „Pluvioſe” die Leiche des Schiffsfähnrichs
Engel geborgen. Die Uhr Engels zeigte 2 Uhr
3 Minuten und iſt der Augenblick der Kataſtrophe. Um
10 Uhr abends wurden die Bergungsarbeiten wegen der
Flut eingeſtellt, ſie werden morgen fruh um 9 Uhr
weitergeführt.
* Calais, 12. Juni. Die Bergung der Leichen
des „Pluvioſe” wurde im Laufe des Tages
fort=
geſetzt, bis die ſteigende Flut zur Unterbrechung der
Arbeiten nötigte. Es gelang, zwei Tote zu Tage zu
fördern.
*London, 12. Juni. Der Parlamentsſekretär der
Admiralität, MacNamara hielt geſtern abend bei
einer großen Demonſtrationsverſammlung der
Jung=
liberalen in Mancheſter eine Anſprache über die
konſtitutionelle Frage, in der er ſagte, er wolle
danach ſtreben, alles zu vermeiden, was den Streit
er=
bittern könne. Die Empfindungen, die alle Engländer über
den Tod des Königs in den letzten fünf Wochen gemeinſam
gehabt hätten, möchten dazu beitragen, daß alle Parteien
auch den Standpunkt einer anderen beſſer würdigen
lern=
ten. Was die Lage der Regierung anlange, müßten
die erwählten Leiter des Volkes mit Mut und Geduld
die beiden Grundſätze zu behaupten trachten, daß dem
Unterhauſe allein die Kontrolle über die Steuern
zu=
ſtehe und daß der bei den Wahlen zum Ausdruck
ge=
langte Wille des Volkes während der Lebensdauer des
Parlaments allein zur Geltung komme. Schließlich wurde
eine Reſolution angenommen, in der den Bemühungen
der Miniſter, das Vetorecht der Lords einzuſchränken,
Zuſtimmung erteilt wird.
* Seattle, 11. Juni. Eine Feuersbrunſt
zer=
ſtörte zehn Blocks von Gebäuden an der Waſſerfront.
Viele Menſchen ſind umgekommen. Der
Schaden wird auf eine Million Dollars geſchätzt.
* Koſtroma, 12. Juni. Im Kreiſe Wetluga
über=
fielen Räuber ein Nonnenkloſter und raubten
10000 Rubel. Vier Räuber wurden ſpäter feſtgenommen.
Man fand bei ihnen das geraubte Geld wieder.
*Konſtantinopel, 12. Juni. Den Blättern zufolge
ergab die Unterſuchung, daß die Entgleiſung des
Konventionalzuges auf einen verbrecheriſchen
Anſchlag zurückzuführen iſt, da Bolzen aus den
Schienen entfernt worden ſind. Der Inhalt des
Poſt=
wagens wurde gerettet. Der Zugführer wurde unter
dem Waggon zermalmt aufgefunden.
* Konſtantinopel, 12. Juni. Die Regierung leitet
eine Unterſuchung wegen der Entgleiſung des
Konventionalzuges ein, da mit Rückſicht auf die
ſtrategiſche Bedeutung der Eiſenbahnbrücke ein
ver=
brecheriſcher Anſchlag nicht ausgeſchloſſen erſcheint. Die
Brücke wurde durch die Wucht der aufeinander geſtürzten
Wagen völlig zerſtört, ſodaß der Verkehr nur durch
Um=
ſteigen möglich iſt. Der Konventionalzug, der geſtern
Abend hätte abgehen ſollen, fährt heute Vormittag ab.
Unter den Verletzten befindet ſich kein Ausländer. Der
Zugführer iſt verſchwunden.
* Nidda (Oberheſſen), 11. Juni. In dem Konkurs
des Vorſchuß= und Kreditvereins Ober=
Mockſtadt, e. G. m. u. H., wird noch im Juni eine
Abſchlagsverteilung von 15 Prozent erfolgen. Zu
be=
rückſichtigen ſind 2014577 Mark nicht bevorrechtigte
Forderungen, denen 302323 Mark Maſſe
gegenüber=
ſtehen. Mit dieſer zweiten Abſchlagszahlung werden
die Gläubiger zuſammen 25 Prozent erhalten haben.
Außer den vorgeſchoſſenen 2300 Mark müſſen vielleicht
noch Nachſchüſſe zur Beitreibung der Außenſtände
ge=
leiſtet werden.
Briefkaſten.
K. J. Schwämme (Badeſchwamm) ſind
vielgeſtal=
tete Organismen, auf einer Unterlage im Meer
feſtge=
wachſen, die ſich durch Eier fortpflanzen.
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Am Fuße des Pfänders und Gebhards=
Bregenz. berges liegt Bregenz, die
Landeshaupt=
ſtadt Vorarlberges am ſchönſten Teile des Bodenſees.
Zu Anfang der 70er Jahre noch ein kaum über die
aller=
nächſte Umgebung hinaus bekanntes Städtchen, hat ſich
Bregenz heute zu einem internationalen Fremdenzentrum
erſten Ranges hinaufgeſchwungen. Da Zahlen beweiſen,
möge hier beigefügt werden, daß Bregenz im Jahre 1908
einen Fremdenverkehr von 40000 Perſonen aufwies und
daß man täglich 50mal mit Schiff oder Bahn nach den
umliegenden Orten reiſen kann. Freilich hat die Stadt
durch Einführung der elektriſchen Beleuchtung, durch
Er=
bauung einer neuen Waſſerleitung, Schaffung mehrerer
höherer Schulen, durch Anlage öffentlicher Gärten, durch
Bauten, die die Ausübung des Bade=, Segel= und
Ruder=
ſportes ermöglichen, große Opfer gebracht. Aber dafür
iſt Bregenz heute auch das beliebteſte Standquartier am
weiten Spiegel des ſchwäbiſchen Meeres.
(119230f
NiEDERLAGE BElz
Karl Naumann
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Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Geſtern abend 8½ Uhr verſchied nach langem
ſchweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden,
meine liebe treubeſorgte Gattin, unſere gute
Stief= und Großmutter, Schweſter, Schwägerin,
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Tante und Schwiegermutter
Frau Berta Kunze
geb. Heintz.
Darmſtadt, den 11. Juni 1910.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
R. Kunze, Eiſenbahn=Oberſekretär.
Die Beerdigung findet Montag, den 13. Juni,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofes aus, ſtatt.
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von 10—7 Uhr).
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Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 14. Juni.
Hofreite=Verſteigerung des Pet. Trautmann (
Hein=
heimerſtraße 61) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Eiſenbahnſchwellen= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr
in der Breiten Allee an der Brücke am neuen Bahnhof.
Faſelochs=Verſteigerung um 11 Uhr auf der
Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Beſichtigung des Großh.
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ſes: An jedem Wochentage von 3—4 Uhr; Sonntags
von 11—1 Uhr
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſiche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
Seite8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Juni 1910.
Nummer 135.
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Riffe der Liebe.
Ein Blankeneſer Roman
von Ewald Gerhard Seeliger.
(Nachdruck verboten.)
24)
Jetzt wartete er nur noch auf Guſchi, um von ihr
Abſchied zu nehmen.
Und da kam ſie auch ſchon. Scheu, mit
rotgewein=
ten Augen, drückte ſie ſich durch die Hecke und ſchlich
ins Haus. Weiter aber als bis an die Treppe reichte
ihre Kraft nicht. Sie brach zuſammen und begann zu
ſchluchzen. Hilfreich hob er ſie auf und führte ſie in
ſein Zimmer. Wie tat ſie ihm leid!
Guſchi! ſagte er liebreich und ſtreichelte ihr die
blaſſen Wangen. Sei vernünftig! Wir müſſen ein
Ende machen. Du ſiehſt es doch ein. Es iſt alles ſo
ganz anders gekommen.
Sie nickte trübſelig und ſank auf den Stuhl. Still
weinte ſie in ihre Schürze hinein.
Sieh doch mal, Guſchi, ſprach er, und der Schmerz
bewegte ſeine Stimme. Ich kann Dich doch nicht heiraten.
Wovon ſollten wir leben? Verſtehe doch nur! Was für
ein Glück das für mich iſt. Mit keinem Gedanken hab’ ich
d’ran gedacht. Es iſt alles ſo ganz von ſelbſt gekommen.
Und Du biſt ihr gut! ſchluchzte Guſchi auf. Du haſt
ſie lieb!
Aber Guſchi! ermahnte er ſie. Das muß ich doch.
Wir haben uns doch verlobt!
Adien! ſtöhnte ſie und gab ihm die Hand.
Guſchi! rief er leiſe, und die Tränen waren ihm nicht
mehr weit. Verſteh’ mich recht! Ich will Dich immer im
guten Andenken behalten. Und wenn ich erſt reich bin,
dann will ich für Dich ſorgen.
Aber ſie ſchüttelte den Kopf, griff in die Taſche und
legte wortlos ein kleines Paketchen auf den Tiſch. Dann
ſtrebte ſie zur Tür.
Guſchi! ſagte er und zog ſie an ſich. Willſt Du mir
keinen Abſchiedskuß geben?
Nein! rief ſie qualvoll und drängte ihn zitternd zurück.
Es iſt ja alles aus!
Dann ſtieg ſie taſtend die Treppe hinab und ſchlich ſich
aus dem Hauſe, — ſtill, wie ſie gekommen war.
Kurt Egloff ſah ihr nach und ſtrich ſich zweimal über
die Augen. Darauf öffnete er das Paketchen und fand
darin das goldene Armband, das er ihr geſchenkt hatte.
Seufzend ſteckte er es in die Taſche, um es ihr bei der
erſten günſtigen Gelegenheit zurückzugeben.
Am Abend ſtellte er ſich bei Geſterlings ein. Guſchi
öffnete ihm die Tür und wagte nicht, ihn anzuſehen.
Schnell drückte er ihr das Armband in die Hand, und ſie
konnte es nicht mehr fallen laſſen, denn Harriet trat ſchon
aus dem Speiſezimmer, um Kurt Egloff zu begrüßen.
Von Diedrich Geſterling wurde er mit einem
ober=
flächlichen Händedruck empfangen. Frau Abel aber ſchloß
ihn gerührt in die Arme und küßte ihn auf beide Wangen.
Das durfte ſie ſich jetzt ſchon erlauben, denn er war ja
Harriets Bräutigam.
Und Arno ſtand dabei, als wäre er der Urheber der
ganzen Familienjreude. Die Bedingung, daß die Ver=
lobung vorläufig geheim bleiben ſollte, machte den
Betei=
ligten keine Schmerzen. Nur die Bowle fehlte, das war
auch alles.
Am nächſten Morgen erſchien Diedrich Geſterling in
ſeiner Firma.
Herr Matthias Harms, ſein Prokuriſt, war nicht da.
Er hatte ſchon geſtern gefehlt. An ſeiner Statt kam mit
der zweiten Poſt ein Brief von ihm, in dem er ſich zu
ſei=
nem lebhafteſten Bedauern gezwungen ſah, ſeine
Kündi=
gung zu wiederholen, um ſechs Wochen Urlaub bat und
zu Fräulein Harriets Verlobung die beſten Glückwünſche
ſandte.
Diedrich Geſterling fuhr auf. Das war auch alles,
was er gegen dieſes ſehr korrekte Schreiben tun konnte.
Dann aber trug er mit ſchnellem Entſchluß der veränderten
Sachlage Rechnung, indem er Herrn Matthias Harms den
Empfang der Kündigung beſtätigte, ihm den Urlaub
bewil=
ligte, ſeine Glückwünſche höflich als nicht begründet
zurückwies, ihm für die langjährigen treuen Dienſte im
Namen der Firma dankte und ihm das Gehalt für die
ſechs Wochen überweiſen ließ. Dann ſorgte er für
vor=
läufige Vertretung und ſah ſich nach einer Erſatzkraft um.
Matthias Harms aber verweigerte die Annahme des
Geldes.
Schon am folgenden Tage ſaß an ſeiner Stelle ein
älterer, geſetzter Herr, den man Diedrich Geſterling von
allen Seiten warm empfohlen hatte. Und er enttäuſchte
auch nicht, denn er war treu, zuverläſſig und pflichteifrig.
Doch ein Matthigs=Harmsswarser nicht, dazu fehlteeihm
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Juni 1910.
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tiative und der glückliche Griff.
Und ſo wuchſen Diedrich Geſterlings Sorgen mit jedem
Tage. Und ſeine Nervoſität ſtieg höher als jemals, als
er erfuhr, daß ſich Matthias Harms an der Börſe nach
verkäuflichen Dampfern erkundigt hätte, um eine eigene
Reederei zu gründen.
Seit dieſem Tage ſah Diedrich Geſterling ſeinen
zu=
künftigen Schwiegerſohn mit weniger freundlichen
Augen an.
Doch der kümmerte ſich nicht darum, erſchien Tag für
Tag in der weißen Villa und war glücklich. Am
glück=
lichſten aber war Frau Abel. Nur Arno war unzufrieden,
weil die Ferien zu Ende waren.
Guſchi aber trug ſchwer an ihrem Schmerz und ihre
ſchönen Augen wurden immer trüber. Beſonders wenn ſie
Kurt Egloff bei Harriet ſitzen ſah, konnte ſie ſich kaum die
heißen Tränen verhalten. Auch ihm ging’s nahe genug.
Es war ihm nicht leicht, ſich von Guſchi bei Tiſch bedienen
zu laſſen. Einmal entfiel ihr ein Meſſer. Da bückte er
ſich ſchnell, um ihr behilflich zu ſein. Ohne daß ſie es
woll=
ten, ſtreiften ſich dabei ihre Hände und ihre Haare. Guſchi
erglühte und ſchlug ihre Augen groß und dankbar zu ihm
auf. Harriet fing zufällig dieſen Blick auf und ſtellte ſie
dafür nach Tiſch heftig zur Rede. Seitdem ſervierte Guſchi
nicht mehr anders als mit geſenkten Wimpern. Am
lieb=
ſten hätte ſie ganz darauf verzichtet.
Eines Abends nun, als ſie mit dem Teebrett
herein=
trat, mußte ſie ſehen, wie ſich Kurt Egloff und Harriet
in der dunklen Fenſterniſche küßten.
Da vergingen ihr plötzlich alle Sinne. Das Brett ent=
glitt ihr und das Geſchirr ſchlug mit lautem Geklirr zu
Boden. Todbleich, mit ſchlaff herunterhängenden Armen
lehnte Guſchi am Türpfoſten. Der Maler ſprang hinzu,
um ſie aufzufangen. Da kam ſie ſchnell wieder zu ſich.
Harriet begann zu ſchelten, aber Frau Abel, die ihre
Dienſtboten ſtets freundlich behandelte, legte ſich ins
Mittel, fühlte Guſchi den Puls, ließ ſich die Zunge zeigen
und ſchickte ſie zu Bett. Die Köchin mußte heißen Fliedertee
brauen. Die hatte wohl ein wenig Mitleid mit dem
kranken Kleinmädchen, gern aber ſtellte ſie ſich nicht abends
nach elf Uhr an den Herd. Guſchi dankte ihr vielmals,
ſchlief ein und war am nächſten Morgen wieder geſund.
Ihr Bild jedoch ſtand halbfertig und gut verpackt in
dem dunkelſten Winkel, den Kurt Egloff in ſeiner
Woh=
nun auftreiben konnte. Er malte jetzt Harriet Geſterling,
ſeine Braut, aber nicht in ſeinem Atelier, ſondern im
Speiſeſaal, und Frau Abel nahm an den Sitzungen teil.
IX.
Jaſper Dunt ließ ſich nicht wieder bei Frau Geſche
Surdorf ſehen. Er ging mit ſeinem Ewer die Elbe
hin=
unter, blieb je nach der Ergiebigkeit des Fanges acht bis
zehn Tage fort, brachte ſeine Ladung nach Altona hinauf,
kam nach Blankeneſe zurück, um ſich friſch zu
verprovian=
tieren, und ſtach wieder in die Nordſee hinaus. Seine
Schwägerin wurde von Fahrt zu Fahrt freundlicher
gegen ihn; aber er hatte keinen Blick für ſie. Durch
an=
geſtrengte Arbeit ſuchte er ſeine Liebe zu Ewe, von der er
nun wußte, daß ſie hoffnungslos war, zu übertäuben.
Gorch Holmquiſt dagegen ſtellte ſeine Beſuche in dem
dunklen Laden nicht ein. Mit der Zähigkeit, mit der er
alle ſeine Ziele verfolgte, gelang es ihm ſchließlich, aus
Frau Geſches Herzen den abweſenden Schwiegerſohn zu
vertreiben. Nur bei Ewe erreichte er nichts. Sets, wenn
er ſich zu ihr ſetzte, um mit ihr zu plaudern, tauchte Wilken
Wobbe am Nebentiſch auf, hörte ſcharf zu, räuſperte ſich
jede Minute höhniſch und ſpuckte alle fünf Minuten aus,
bis der dicke Reeder das Feld räumte.
Wilken Wobbe aber ſtudierte auch die
Schiffsnachrich=
ten im „Hamburger Fremdenblatt” noch eifriger als ſonſt
und brachte Ewe mit vergnügtem Schmunzeln jedesmal
die Meldung, wenn eines der beiden Geſterlingſchen
Schiffe, die nach der Weſtküſte unterwegs waren, von
einem rückkehrenden Dampfer geſichtet und angeſprochen
worden war. Und Ewe drückte ihm dankbar und glücklich
die Hand, wenn an Bord noch immer alles wohl war.
Auch Diedrich Geſterling empfing dieſe
zufrieden=
ſtellenden Berichte. Aber ſie konnten ihn von ſeinen
ſchwe=
ren Sorgen nicht befreien. Matthias Harms hatte, noch
bevor es Herbſt geworden war, eine Konkurrenzreederei
gegründet, ließ ſeine drei Dampfer, die er einſtweilen nur
gechartert hatte, auf der Geſterlingſchen Route laufen und
fiſchte, da er das Geſchäft genau kannte, ſeinem früheren
verehrten Herrn Chef die beſten Aufträge vor der Naſe
weg. Die vier Dampfer, mit denen Geſterling & Ko. die
regelmäßige Fahrt aufrechtzuerhalten beſtrebt waren, liefen
halb leer und brachten nichts ein.
(Fortſetzung folgt.)
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Jary
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en
nd
0. H
Freite
Nummer 135.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Juni 1910.
Seite 11.
men=
er
Hermamn
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 23. Inni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Bäckermeiſter Karl Jockel
Ehe=
leuten dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 628¼0 368 Hofreite Neue
Irene=
ſtraße Nr. 71,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K22/10
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 1. Juni 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (L11572,70
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 14. Juli I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Gaſtwirt Emil Häcker Eheleaten
dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
75¾/100 111 Hofreite
Kahlert=
ſtraße,
V
75¾4/100 134 Hofreite daſelbſt,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K78/10
werden.
Darmſtadt, den 9. Juni 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L11980,70
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 16. Juni 1910,
vormittags 10¾ Uhr,
ſollen die den Mathias Hees Eheleuten
dahier zugeſchriebenen Liegenſchaften:
Flur Nr. qm
219 Hofreite Beſſunger=
XIV 7010
ſtraße 115,
XIV 79/10 289 Grabgarten daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteigerung
wird auch dann erfolgen, falls ein der
Schätzung entſprechendes Gebot nicht
ein=
gelegt wird und andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 24. Mai 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
(L11096,69
Frantz.
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß wird
hier=
durch zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
Ueber das Vermögen der Odenwälder
Barytwerke, Geſellſchaft mit beſchränkter
Haftung in Darmſtadt, wird heute, am
9. Jum 1910, vormittags 12¾ Uhr, das
Konkursverfahren eröffnet, da der
Geſchäfts=
führer dieſer Firma, Karl Julius Angerer,
den Antrag auf Konkurseröffnung geſtellt
und glaubhaft gemacht hat, daß die
Geſell=
ſchaft zahlungsunfähig und überſchuldet iſt.
Der Rechtsanwalt Dr. Geßner hier
wird zum Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
10. Auguſt 1910 bei dem Gerichte
an=
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die im § 132 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
Termin auf den
8.=Juli 1910, vormittags 11½ Uhr,
Zimmer 219,
zur Prüfung der angemeldeten Forderungen
und zur Verhandlung und Abſtimmung
über einen etwaigen von der
Gemeinſchuld=
nerin gemachten Zwangsvergleichsvorſchlag
auf
Freitag, den 26. Auguſt 1910,
vormittags 9 Uhr,
Zimmer Nr. 219, vor dem unterzeichneten
Gerichte anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 1. Juli 1910
(11985
Anzeige zu machen.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.
Bekanntmachung.
Nach dem in das Genoſſenſchaftsregiſter
bei Großh. Amtsgericht Darmſtadt I
ein=
getragenen Beſchluſſe der
Generalverſamm=
lung iſt der Darmſtädter Beamten=
Bau=
verein, e. G. m. b. H., aufgelöſt worden.
Forderungen an die Genoſſenſchaft ſind an
die unterzeichneten Liquidatoren
anzu=
melden.
(11822fso
Darmſtadt, den 9. Juni 1910.
Darmſtädter Beamten=Bauverein in Liquidation.
K. Henrich. Chr. Kraft.
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Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Spitzhunde.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Straßenſperre.
Wegen Vornahme von Straßen=Teerungsarbeiten wird die Frankfurter Straße
zwiſchen der Landwehr= und der Kahlertſtraße vom 13. bis 16. Juni lfd. Js. für den
Fuhrwerksverkehr geſperrt.
(11986
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Vermeidung von Staubentwickelung bei Bauten.
Unter Bezugnahme auf unſere früheren Bekanntmachungen weiſen wir
wieder=
holt darauf hin, daß nach Maßgabe der beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen
(§ 366,8 Reichsſtrafgeſetzbuches, Artikel 112 und 292 Polizeiſtrafgeſetzes) diejenigen
Beſtrafung zu gewärtigen haben, welche es unterlaſſen, bei Bauten, namentlich beim
Abbruch von Gebäuden und bei der Erneuerung des Verputzes alle
Vorkehr=
ungen zu treffen, welche geeignet ſind, Gefahren für Vorübergehende und eine
beläſtigende Staubentwickelung zu verhindern. Insbeſondere iſt dafür Sorge zu
tragen, daß
1. der Verputz und das Mauerwerk vor dem Abſchlagen und während dieſer
Arbeiten ausreichend benäßt wird, daß
2. Bauſchutt nicht auf die Erde abgeworfen, ſondern abgetragen oder in
Ge=
fäßen abgelaſſen und hierbei — ebenſo wie beim Aufladen auf Wagen und
Abfahren — ausreichend benäßt wird, daß
3. derartige Bauarbeiten, bei welchen eine Staubentwickelung nicht ganz zu
ver=
meiden iſt, nur in den frühen Morgenſtunden (vor 8 Uhr vormittags)
vorgenommen werden darf.
Die Schutzmannſchaft iſt mit Ueberwachung beauftragt.
Darmſtadt, den 10. Juni 1910.
(11987oi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die Einteilung der
Kehr=
bezirke der Kaminfeger vom 1. Juli 1910 bis 1. Juli 1911 wie folgt feſtgeſetzt worden iſt.
I. Bezirk: Hofkaminfegermeiſter Endner,
1
Kaminfegermeiſter Ranft,
III.
Hofkaminfegermeiſter Schieferdecker,
IV.
Kaminfeger Wolter,
Kaminfegermeiſter Wolf.
Darmſtadt, den 9. Juni 1910.
(12016
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Faſelvieh-Verkauf.
Dienstag, den 14. Juni 1910, vormittags 11 Uhr, ſoll ein der Gemeinde
Pfungſtadt gehöriger, gut gemäſteter, nicht mehr zur Zucht geeigneter Faſelochſe im
Submiſſionswege auf Lebendgewicht verkauft werden.
Die Verkaufsbedingungen liegen bei uns zur Einſicht offen, und wolle man die
Offerten bis zu dem oben beſtimmten Termine bei uns einreichen.
Pfungſtadt, den 8. Juni 1910.
(11875so
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
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I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruf.
Neue Kurse beginnen Dienstag, den 5. Juli, 8 Uhr.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
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Ermäßig=
ung des engliſchen Bankſatzes auf 3 Prozent vermochte
kein größeres Animo hervorzubringen. In New=York
iſt es ebenfalls eiwas ruhiger geworden und der
ein=
getretene Waffenſtillſtand zwiſchen Regierung und den
Bahnen ſcheint eine friedliche Löſung vorzubereiten.
Allerdings verſtimmte noch zeitweiſe die Abſchwächung
am Kupfermarkte, die infolge des ſtarken Anwachſens
der Vorräte eine Baiſſe in Kupferaktien bewirkte. Aber
man iſt jetzt wieder zuverſichtlicher geworden; dies
be=
weiſen die erneuten erfolgreichen amerikaniſchen
Bondsplazierungen, von denen wieder ein Abſchluß
von 25 Millionen Dollars 4proz. Southern=Pacifie=
Goldbonds erfolgte, wovon 11 Millionen Dollars
in Europa untergebracht werden ſollen. Die neue
mexikaniſche Emiſſion ſteht bevor und die letzthin
auf=
gelegte marokkaniſche Anleihe hatte einen derartigen
Zeichnungserfolg, daß bereits über 3 Prozent Agio,
alſo ein Preis von 99 Prozent bewilligt wird. Zu den
Einzelheiten übergehend, lagen deutſche Renten zwar
gut behauptet, aber bei zurückgegangener Nachfrage.
Von den ausländiſchen Staatsfonds waren
öſter=
reichiſch=ungariſche begehrter auf die gute Stimmung
der Wiener Börſe und im Zuſammenhang mit dem
Ausfall der ungariſchen Wahlen. Ferner zeigten ſich
Argentinier und beſonders 3proz. Buenos=Aires=
An=
leihe bevorzugt, während im übrigen wenig
Verände=
rung eintrat. Serben ſchließen mäßig niedriger (85,40
reſp. 91,60) auf angeblich minder befriedigende
Balkan=
ernte. Von Transportaktien waren Schantung am
belebteſten; anfangs bis 135,90 gedrückt, erholten ſich
ſolche auf 139, in Erwartung, daß die Wirren in China
in der Löſung begriffen ſeien, daß ihr Weitergreifen
jedenfalls ausgeſchloſſen erſcheine. In Lombarden hatte
die Spekulation in den letzten Tagen eine neue
Auf=
wärtsagitation eingeleitet. Man machte als
Steiger=
ungsgrund die Hoffnungen geltend, daß die
franzöſi=
ſchen Beſitzer der 4proz. Prioritäten in eine
Hinaus=
ſchiebung der Tilgung willigen werden, wodurch die
Sanierung der Bahn erleichtert würde. Allerdings
darf man ſelbſt ſolchem Eventualfalle einſtweilen nicht
allzu große Bedeutung beimeſſen, da zu einer richtigen
Sanierung noch viel größere Konzeſſionen ſeitens der
anderen Intereſſenten erforderlich ſind.
Am Bankenmarkt war wenig Animo vorhanden,
nur öſterr. Kreditaktien anſehnlich höher unter
Hin=
weis auf die allgemeine in Oeſterreich günſtige
Wirt=
ſchaftslage und auf Steigerung, welche die Kurſe der
öſterreichiſchen Induſtrie erſt in neuerer Zeit erfahren
haben. Auch Deutſche Efſekten= und Wechſelbank bis
109½, alſo um 1½ Prozent ſteigend, infolge des guten
Erfolges bei Einführung der Illkirchener
Mühlen=
aktien an der Frankfurter Börſe. Das Montangebiet
war zum größten Teil abgeſchwächt. Die
Verhand=
lungen wegen der Bildung eines Roheiſenverbandes
ſind einſtweilen an den Forderungen der
niederrheini=
ſchen Hütte geſcheitert. Auch das Zuſtandekommen
einer feſten Organiſation für den beabſichtigten
Stahl=
werksverband wird nach Lage der Verhältniſſe von
kundiger Seite bezweifelt. Von Belgien wird ferner
eine Ermäßigung der belgiſchen Halbzeugpreiſe
gemeldet und die Herabſetzung für alle Sorten um
5½ Francs pro Tonne ab 1. Juli bekannt gegeben.
Am Kolonialmarkt waren die Anteile der
Deut=
ſchen Kolonialgeſellſchaft für Südweſtafrika um ſaſt
100 Prozent, bis 16,50, rückgängig, anläßlich der durch
den Rücktritt Dernburgs erfolgten lebhaften
Erörter=
ungen. Am Kaſſainduſtriemarkt blieb es ebenfalls ſehr
ruhig, wobei die teilweiſe vorgenommenen
Gewinſt=
realiſationen zu Preisermäßigungen führten. Recht
feſt waren Hilgers, Motorenfabrik Oberurſel,
Frank=
furter Gasgeſellſchaft und beſonders noch Adlerwerke
(Kleyer). Weſentlich niedriger ſchließen Waggonfabrik
Fuchs (Heidelberg), bis 198,80, auf angebliche
Ein=
ſchränkung des Betriebs. Die Aktien der Illkirchener
Mühlenwerke, deren Einführung zu 123 Prozent
be=
abſichtigt war, ſtiegen indes infolge der ſtarken
Nach=
frage bis 128½ und notieren zuletzt 127,40.
Von Loſen notieren: Augsburger 39,50,
Braun=
ſchweiger 212 B., Meininger 38,90, Freiburger 57,
Pap=
penheimer 74,90, Finnländer 199 G., Türkiſche 184,80,
Genua 224, Ungariſche 388,40, Mailänder 45=Fres.=L
145, Mailänder 10=Fres.=L. 31, Venediger 41,95, in
Reichsmark: Gothaer Prämie I 141,90, Gothaer
Prämie II 116,50, Donau=Regulierung 142,75,
Ma=
drider 78,10, in Prozent; ferner ſchließen: 4proz. 1918er
Reichs 101,80 P., 3½proz. Reichs 93, 3proz. Reichs 84,45,
4proz. Heſſen von 1899 100,90 P., 4proz. Heſſen von 1906
101 G., 4proz. Heſſen von 1908 und 1909 101,40 P.,
3½proz. Heſſen 91,80 G., 3proz. Heſſen 80,95, 4proz.
Darmſtädter 100,30 G., 3½proz. Darmſtädter 91,75 G.
Darmſtädter Bank 130,60, Südd. Eiſ.=Geſ. 123 G.,
Bal=
timore und Ohio 111,70, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(Serie 18—20) 101,60 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=
Pfdbr. (Serie 9—11) 92,40 G., 4proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr.
(Serie 10—12) 101,60 G., 3½proz. Heſſ. Komm.=Pföbr.
(Serie 1—3) 92,80 G., 3½proz. Heſſ. Komm.=Pfdbr.
(Serie 4) 92,40 G., 4½proz. Ruſſen 100,25, 4proz.
1902er Ruſſen 92,50, 3/eproz. Ruſſen 86,90, 3½proz.
Ruſſen 84,70 G., 3proz. Ruſſen 76,75, 4½proz. Japaner
97,60, 4proz. Japaner 93,70 P.
Wem gehört das Geld?
Anfragen ſind unter Beilegung von 50 Pfg. in Marken für Schreib= und
Portoſpefen und mit Angabe der voranſtehenden Nummer an die Redaktion
dieſes Blattes zur Weiterbeförderung, jedoch ohne Verbindlichkeit, zu richten
Allein zufolge unſerer letzten Veröffentlichung
haben ſich bisher ſchon wieder zwölf Perſonen gefunden,
für welche Leibrenten vorhanden ſind, ohne daß ſie eine
Ahnung davon hatten! Leibrenten ſind meiſt ſchon
ſeit der Kindheit vorhandene, von Eltern, Paten uſw.
herrührende Verſicherungen, die jedes Jahr am
1. Januar in ſtets höherſteigenden Beträgen zur
Aus=
zahlung gelangen. Viele Tauſende wiſſen gar nicht,
daß ſie ſeit ihrer Kindheit durch eine einmalige Zahlung
in dieſer Weiſe für ihr Alter verſichert ſind!
Nach=
ſtehend eine weitere Liſte von Perſonen, für die
Leib=
renten vorhanden ſind. Die Genannten werden
geſucht!
375. Auguſte Pauline Eliſabeth Schulze, 1845 in
Frankfurt a. Oder geboren.
376. Otto Rudolf Bernhard Schumann; 1851 in
Leipzig geboren.
377. Eugen Karl Albrecht Schummel, 1846 in
Malitſch geboren, Enkel einer Frau Oberamtmann
Bardehly geb. Schaedel.
378. Guſtav Hugo Schwarz, 1849 in Danzig
ge=
boren, 1873 iſt er von dort auf Wanderſchaft gegangen.
379. Wilhelmine Marie Helene Seemann, 1842 in
Breslau geboren.
380. Eliſabeth Marie Seiling, 1848 in Düſſeldorf
geboren.
381. Marie Helene, Spielkamp, 1846 in Speldorf
geboren. Der Vater war Schiffer.
382. Eduard Chriſt. Karl Heinrich Steinfeldt, 1856
in Oldenburg geboren.
383. Erneſtine Henr. Wilhelmine von Strampff,
1851 geboren, und Ernſt Wilhelm Heinrich von
Strampff, 1853 geboren, beide in Moers, Kinder eines
Bürgermeiſters von Strampff.
384. Emma Striby geb. Migeot, 1849 in Neuſtadt
a. H. geboren.
385. Ludwig Herm. Theodor Stroh, 1842 in
Rudol=
ſtadt geboren.
386. Johann Karl Stumpff, 1847 geboren, Dorothee
Henriette Stumpff, 1848 geboren, Karoline Katharine
Stumpff, 1850 geboren, und Philipp Julius Stumpff,
1851 geboren, ſämtlich in St. Johann.
387. Franziska Marie Suhr, 1858 in Leipzig
ge=
boren. Der Vater war Direktor einer
Kunſtreiterge=
ſellſchaft.
388. Otto Thiele, 1862 geboren, Anna Thiele, 1864
geboren, Karl Thiele, 1867 geboren in Schweimke als
Kinder des Oekonomen Karl Thiele, der Ende 1867 in
Langenhagen in Hannover war.
389. Helene Eliſabeth Johanna Thielen, 1841 in
Celle geboren.
390. Ludwig Eugen Friedr. Joſ. Thilo, 1850 in
Breslau geboren.
391. Joh. Friedericke Todtenhaupt, 1848 in Amt
Borſen geboren. Der Vater Auguſt T. war 1858 in
Zohten. Die Geſuchte iſt angeblich nach Königsberg
i. Preußen verzogen.
392. Edwin Trautmann, 1852 in Donkawe i. Schl.
geboren. Der Vater war Lehrer.
393. Margarethe Valesca, 1851 in Breslau
ge=
boren.
394. Marie Clementine Velthuſen, 1847 in
Mal=
medy geboren als Tochter eines Hauptzollſekretärs.
395. Dorothe Chriſtiane Joh. Viebig, 1848 in
Berlitt geboren als Tochter des ſeit 1851 verſtorbenen
Rittergutspächters V., Stieftochter eines Julius Otto
Bolz, der angeblich in Königsberg Gaſtwirt war.
396. Anna Joh. Adelheide Wagner, 1858 in Köln
geboren als Tochter eines Zahlmeiſters.
397. Moritz Walter, geboren 1841 (oder 18512) in
Potsdam. Der Vater war Geh. Kanzleiſekretär.
398. Charl. Caroline Wanke, 1843 in Ratibor
ge=
boren, Tochter eines Gerichtsaſſiſtenten Wanke, der
ſpäter in Kreuzburg i. Schleſ. war.
399. Emma Wauer, 1844 in Strelitz geboren, 1858
von Potsdam nach Neuſtrelitz abgemeldet.
400. Marie Eliſabeth Adelh. Chriſt. Wein geb.
Ritzmann, 1853 in Erfurt geboren als Tochter des
Lehrers Ritzmann, Ehefrau eines Gärtners Wein, 1892
von Worms nach Augsburg abgemeldet.
401. Franz Paul Welczek, 1859 in Kreuzburg i.
Schl. geboren als Sohn eines Gerichtsaſſiſtenten.
402. Adelheid Marie Aug. Karoline Wendt, 1847
in Breslau geboren, Kaufmannstochter.
403. Adolf Julius Edmund Wendt, 1853 in Berlin
geboren. Der Vater war
Garniſonverwaltungs=
inſpektor.
404. Louis Werner, 1853 in Jarocin geboren, 1894
von Poſen verzogen.
405. Marie Louiſe Wilh. Wilcken, 1847 geboren in
Kagenow. Die Mutter war eine geb. Arthon.
406. Charl. Louiſe Eva Hildegard Wirth, 1856 in
Pollanowitz i. Schleſ. geboren.
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[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Juni 1910.
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Kurſe vom 11. Juni 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 92,90
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,40
3½ do. Conſols .
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,70
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,50
92,25
do.
3½
84,50
92,90
84,40
93,70
3½
do,
4 Hamburger Staatsanl. 102,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,40
do.
81,00
do.
3 Sächſiſche Rente . . . 83,90
4 Württemberger v. 1907 102,00
93,00
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,30
1¾ Griechen v. 1887 . .
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente .
do. Goldrente .
do. einheitl. Rente
3 Portug. unif. Serie I
do. unif. Ser. III
Spezial .
do.
do. v. 1890 . . 94,90
49,20
98,00
99,40
do. v. 1905 . .
Ruſſen v. 1880.. . . .
66,25
5 Rumänier v. 1903 . . 102,404 Anatol. Eiſenb. 60%
InProz.
f.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 92,60
.100,25
½ do. v. 1905 .
92,90
3½ Schweden . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,50
Türk. Admin. v. 1903 88,30
do. unifiz. v. 1903 94,10
Ungar. Goldrente . . 95,10
do. Staatsrente . 92,40
. 101,80
5 Argentinier .
do.
91,30
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,10
5 Chineſ. Staatsanleihe 101,70
do.
99,00
4½
4½ Japaner . . . .
Innere Mexikaner . . 100,25
do.
Gold=Mexikan. v. 1904 97,00
5 Gold=Mexikaner . . . 100,25
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt.
. . . . 145,50
4 Nordd. Lloyd . . . . 111,90
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,00
67,50 Aktien ausländiſcher
12,50 Transportanſtalten.
Einz. Mk. 408 117,80
91,004 Baltimore & Ohio . . 111,00
92,0044 Gotthardbahn . . . .
InProz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161,60
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 24,10
4 Pennſplvania R. R. 132,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 201,00
Werger=Brauerei
. 82,80
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 477,60
Fabrik Griesheim . . . . 262,00
Farbwerk Höchſt . . . 480,50
Verein chem. Fabriken
Mannheim.
. .324,80
Lahmeyer .
..114,40
Schuckert
. . . 163,80
Siemens & Halske . . . 245,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 424,00
Bochumer Bb. u. Guß . . 233,00
Gelſenkirchen
.209,75
Harpener .
.195,25
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb .
.. . 222,90
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 89,30
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,75
do.
½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,20
do. ſteuerfrei .
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,25
do.
97,80
do. alte .
Oeſterr. Südbahn . . 99,20
do.
82,00
do.
26
57,00
3 Raab=Oedenburger . . 75,00.
4 Ruſſ. Südweſt.
4 Kronpr. Rudolfbaßn . 99.40
In Proz.
3f.
76,00
2¾10 Livorneſer . .
79,60
4 Miſſouri=Paciſic
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,40
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
. . 102,00
5 Tehuantepec
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ.
Darmſtädter Bank . .
Deutſche Bank
Deutſche Vereinsbank
Diskonto=Geſellſchaft
Dresdner Bank.
Mitteldeut. Kreditbk.
Nationalbk. f. Deutſchl
Pfälzer Bank.
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank
Wiener Bank=Verein
173,00
130,60
251,00
128,20
187,75
158,60
119,50
124,00
101,20
144,40
139,25
137,30
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
do. S. 19 . . . . .
4 Frkf. Hyp.=Krediterein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
do. (unk. 1914)
3½
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
59.
3½
100,20
92,40
99,60
100,50
91,00
101,60
92,20
101,00
91,10
100,00
91,00
100,60
92.80
InProz
Bf.
Städte=
Obligationen
100,30
4 Darmſtadt
3½ do.
91,60
4 Frankfurt.
101,20
3½ do.
95,10
4 Gießen
do.
91,60
4 Heidelberg
do.
91,00
Karlsruhe
100,50
do.
91,60
4 Magdeburg
do.
4 Mainz
do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München
101,20
3½ Nauheim
92,00
Nürnberg
.100,40
3½ do.
4 Offenbach:
do.,
4 Wiesbaden .
.100,60
3½ do.
4 Worms . . . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886₰
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner . 100
5 Donau=Reg. ſ. 100
3 Hall. Komm. „ 190 105.9a
In Proz.
Madrider Fs. 100 78,75
Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. .
.136,00
Oeſterr. 1860er Loſe 174,75
Oldenburger
.. 125,50
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
ſt.
Braunſchweiger Tlr. 20 211,00
Freiburger Fs. 15
Mailänder
do.
Fs. 10 —
Meininger
I.
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 —
do. v. 1858 „ 100 467,00
Ungar. Staats „100 388,40
Venediger
Frs. 30.
Türkiſche
„ 400 184,60
Fs. 45 140,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,44
20 Franks=Stücke.
16,23
Oeſterr. 20=Kronen
16,90
Holländiſche Noten . . . . 169, 30
Italieniſche Noten . . . . 80,65
Oeſterr.=Ungariſche Noten‟ 85,05
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto . .
Reichshauzk=Kombard Zsf.5½
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 13. Juni 1910.
Nummer 135.
der Schuhbranche ſucht
(*14546oi
Verkäuferin Stellung
Fräulein Winter, Stiftſtraße 46.
Frauiein
in Stenographie und Schreibm., Buchführ.
und Korreſp. perfekt, mit guten Zeugniſſen,
ſucht per 1. Juli anderweitig Stelle.
Offerten unter U 16 an die Expedition
(*14548
dieſes Blattes.
erſ. Büglerin n. Kund an 1. u. auß. d.
Hauſe Dieburgerſtr. 18, I. I. (*14545
11975sol) Zwei Mädchen vom Lande
ſuchen Stelle in Darmſtadt bei kleiner
Familie. Eintritt 15. Juni.
Familien=
anſchluß erwünſcht. Näheres in der Exped.
*14571) Tücht. Mädch., welch. koch. kann
u. Hausarb. verſteht, ſ. Stelle zum 15. Juni
od. 1. Juli Stellenbur. Schulz, Schulſtr. 3.
*14543oi) Haushälterin
Ein in Küche und Hausarbeit erfahrenes
Mädchen ſucht Stelle als Haushälterin auf
1. Juli od. 15. Aug. zu älterer Dame oder
Herr. Beſte Zeugniſſe vorh. Näh. Exped.
Emrh
Geraman
*14547) Kräft. Mädchen ſucht tagsüber
Beſchäftigung Große Ochſengaſſe 3, II.
ſucht Lauſdienſt.
Saubere
C U Frau Goll, Gr.
junge 7
(*14567
Kaplaneigaſſe 26.
Junger Kaufmann
mltfr., wünſcht dauernde Stelle als Kontoriſt,
Lageriſt oder Expedient, ev. per ſofort.
Offerten unter T 96 an die Expedition
(*14430so
dieſes Blattes.
Vermögensverwaltung.
Aelterer erfahrener Beamter, in angeſehener
Stellung, in Bank= u. Steuerſachen bewandert,
wünſcht Vermögensverwaltungen zu
über=
nehmen. Adreſſen bittet man vertrauensvoll
u. U 7 i. d. Exp. d. Bl. niederzulegen. (*14480so
Frauen und Mädchen
ſowie jugendl. Arbeiterinnen
finden dauernde u. lohnende Beſchäftigung.
Wolf Strauss, Sortieranſtalt
5597a) Gräfenhäuſerweg 65.
*14551om) Eine angehende
Kleider=
macherin geſucht. Näheres in der Exped.
(*14400
Zuverläſſiges Mädchen 3o1
das Liebe zu Kindern hat, zum 1. Juli
geſucht. Kochen kann gelernt werden.
Frau Dr. Everling, Gutenbergſtr. 51, II
das kochen kann u.
Braves Mädchen d. Hausarb. gründl.
verſteht, zur einzel. Dame gleich o. ſpäter geſ.
*14362som) Wittmannſtraße 39, parterre.
Haushälterin aufs Land
zu einzelnem Herrn geſucht. — Angenehme,
bei entſprechend. Leiſtungen Lebensſtellung.
Gefl. Offerten unter T 95 an die Exped.
dieſes Blattes erbeten.
(*14428fo
Eine tücht., Saub. Aushilfe
welche gut bürgerlich kocht, wird für einige
Zeit geſucht. Näh. Expedition. (11948oimd
Geſucht
per 15. Juni oder 1. Juli, anſtändiges,
braves Mädchen, als 1. Mädchen für
Küche u. Haushalt. Nur ſolche mit guten
Zeugniſſen wollen ſich melden 2— 4 Uhr
Frau Zahnarzt Stroh,
(11964a
Heidelbergerſtraße 7.
*1449330) Geſucht zum 1. Juli für kl.
Familie von 3 Erwachſenen ein ſauberes
Alleinmädchen, das ſchon in beſſerem Hauſe
gedient hat Schießhausſtraße 80, 1. Stock.
12008a) Jüng, einfaches Dienſtmädchen
für leichte Hausarbeit gegen guten Lohn
geſucht
Pallaswieſenſtraße 30.
r SStertt
DAAT
1 Posten
1 Posten
Congreßstoffe
weiße Renforcé
für Scheibengardinen,
Pfg.
weiss u. créme . Mtr.
gute Qualität . . Mtr. 10
1 Posten
1 Posten
weiße Handtücher
tagsüber ge=
Zuverläſſ. Laufmädchen ſucht (*14555
Hoffmannſtraße 59, 1. Stock.
*14554) Ein Mädchen bei hohem Lohn
ſofort geſucht, ſowie ein Mädchen oder
eine Fran zur Aushilfe.
Näheres Neckarſtraße 20.
*14552o) Ordentliches Dienſtmädchen
gegen hohen Lohn ſofort geſucht
Luiſenſtraße 34, 2. Stock.
*14559) Nicht zu junges Mädchen oder
unabhängige Frau für den ganzen Tag
geſucht Hochſtraße 26, 1. Stock.
Reinliches, zuverläſſiges Mädchen
per 1. Juli geſucht.
(*14562od
Frau Dr. Schnerr, Roßdörferſtr. 72.
Schulmädchen
peinlich ſaub., für leichte Hausarb. ſof. geſ.
Frau Schultheiß, Sandbergſtr. 60.
Sprechzeit: nachm. von 3—6 Uhr. (*14540
*14542) Reinl. Frau zum Putzen geſ.
2 mal in der Woche je 2 St. nachm.
Landskronſtraße 45, II.
*14565) Ein Mädchen, das koch. kann, zu
2 Leuten geſucht u. ſolche die nicht kochen
erh, die beſte Stell., hoh. Lohn, gute
Be=
handlung. Stellenb. Röſe, Karlſtr. 53, part.
ganz weiss u. weiss mit
rotem Rand . . . Mtr.
1 Posten
Handtücher
rot-weiss H . . . Mtr. 22
1 Posten
Gläsertücher
ungesäumt . . 6 Stück 40
Musselin imit.
hübsche Muster . Mtr
1 Posten
Bettkattun
Mtr.
1 Posten
Weiß Dowlas
80 cm breit, solide Ware
Mtr.
Pfg.
0
Pfg.
1 Posten
Seltene Gelegenheit: Scheibengardinen
ca. 70—80 cm breit
Mtr
wunderbare Dess. in rot und créme
g.
1 Posten
Sommer-Halb.
Handschuhe
Paar
Pfg.
1 Posten
Weisse Gaze-
Batiste
Meter
Pfg
1 Posten
Schürzenbaum-
wollzeuge
116 cm. br., schöne
Muster, Meter
Als
besondere
Gelegenheit.
1 Posten
Weiss Seiden-
Batist
116 cm, br. Mtr.
1 Posten
Weiss Damast
Meter
130 cm breit
1 Posten
weiß Haustuch
160 cm breit, für
Bett-
tücher . . .
I Posten
fg.
ischzeug
farbig, 105 cm breit
Meter
Pfg.!
1 Posten
Wachstuche
70 cm breit . . Meter
Pfg.
1 Posten
Madapolam-
Stickerei
4½ m Coupons, jed. Coupon
Mk.
*14568) Sauberes, ehrliches Mädchen
für morgens zum Milchtragen geſucht.
Näheres in der=Expedition.
1 Posten
Stickerei-
Untertaillen
mit Banddurchzug
Stück
Pfg.
1 Posten
Schürzen-
druck
116 cm breit, Ia. Qual.
Meter
Sämtliche Posten sind auf Extra-Tischen im Lichthof aufgelegt.
Gebr. Rechserlid
Markt 2.
(12015)
Markt 2.
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fabrik gegen jährlich ſteigende Vergütung
zum baldigſten Eintritt geſucht.
Gefl. Offerten unter T 62 an die
Expedition erbeten.
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kann die Gärtnerei erlernen. Ph. Loos,
Schießhausſtraße 34.
(B9951
Von letztjähr. Verſteigerung gebe Quantum
Grossh. Hessischen
11
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Semanenwen
Originalabfüllung
der Domänenweinkellerei
ab. Jahrgang 1906.
(11754
Von Intereſſenten erbitte Adreſſe unter
T 45 an die Expedition ds. Bl.
eie ee ete en
geſucht Wenckſtraße 27, parterre.
1197250) Saub. Monatsfrau für 4 bis
8 Wochen geſucht Hügelſtraße 2, II. Etage.
*14572) Geſunde Frau zum Mitſtillen
eines Kindes geſucht. Offerten unter U 27
an die Expedition dieſes Blattes.
r übernimmt die Verſandabteilung
unſerer bekannten
Kakaos und Schokoladen?
Poſtverſand an Private. Als Nebenerwerb
geeignet. Zum Warenlager ca. 300 Mk.
er=
forderlich. Offerten unter W. 16228 an
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Zuverläſſiger (11801fso
junger Mann
als Gehilfe für die Buchhaltung einer
Maſchinenfabrik geſucht. Schriftliche
An=
gebote a. d. Expedition unt. T 64 erbeten.
und mehr täglich zu
verdienen. Proſpekt
2 Jkarn gratis. — Adressen-
Ver-
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Tüchtige, ſelbſtändige
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geſucht Landwehrſtraße 75.
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B11982) Geſucht jünger. fleißiger
Haus=
burſche mit guten Papieren, angmeſſener
Lohn und Nebenverdienſt Ludwigshöße.
Anziehende
Frauen
sind meist gut
an-
gezogene Frauen.
Wer modern
undpreis-
wertgekleidetseinwill,
der benütze z.
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dern die vorzüglichen
Favorit-Schnitte. o
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in der Exped. des Tagblatts.
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U 19 an die Expedition.
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Apfel, Heidelbeer,
Him-
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la. Lorcher Weine
mildherb, unerreichter
: Wohlgeschmack
Die Getränke sind erstklassig,
ab-
solut alkoholfrei und werden vielfach
ärztlich verordnet bei Herz-, Nieren-,
Ner-
venleiden, Gicht u. Rheumatismus, sowie
Blutarmut. — Man befrage seinen Arzt.
Bei 12 Flaschen Preisermässigung.
Sorten- und Preisliste bitte zu
verlangen. — Lieferung frei Haus
JOHANNES HORN
Vertrieb alkoholfr. Getränke
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4 Alexanderstrasse 4, I. Stock.
MNmue