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und
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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
aus=
wärts nehmen die Poſtämter u. die
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. vierteli. Verantwortlichkeit
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
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werden angenommen in Darmſtadt
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ſowie von unſeren Agenturen und
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
„ 124.
Dienstag, den 31. Mai.
1910.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Die internationale Konſtellation.
— So traurig an ſich die Veranlaſſung für das
Zu=
ſſammentreffen einer Reihe von Staatsoberhäuptern und
leitenden Miniſtern in London war, ſo klingt doch von der
Trauerfeier für König Eduard eine Melodie hindurch, die
allenthalben lieblich in die Ohren tönt. Die Glocken
kün=
deten den Frieden, den ein Monarch nach tatenreichem
Le=
ben für immer gefunden, es ſcheint aber, als ob ſie
gleich=
zeitig auch den Frieden für die ganze Welt kündeten. Seit
jenen Tagen hat ſich in der internationalen
Kon=
ſtellation ein Umſchwung vollzogen, der mit
Freu=
den zu begrüßen iſt, da er geeignet iſt, den Weltfrieden
für abſehbare Zeit zu ſichern. An der Bahre desſelben
Monarchen, der einſt ſich bemüht hatte, Deutſchland zu
liſolieren und ſeinen Einfluß zu brechen, erfolgten
Begeg=
nungen und Ausſprachen, die weſentlich dazu beigetragen
haben dürften, eine Annäherung zwiſchen Mächten
herbei=
zuführen, die lange Zeit trotz aller korrekten offiziellen
Be=
ziehungen einander entgegen arbeiteten. Es iſt ſeltſam,
wie ſeit der Teilnahme Kaiſer Wilhelms an der
Bei=
ſetzung ſeines Oheims ſo freundſchaftliche Stimmen von
jenſeits des Kanals zu uns herübertönen, wie nie zuvor,
und man könnte nichts ſehnlicher wünſchen, als daß dieſe
Simmung von Dauer ſein möchte. Der jetzige König
Georg iſt vorläufig noch ein unbeſchriebenes Blatt, und
Eliegt auf der Hand, daß er der in ſeinem Lande zutage
etenden Tendenz auch in ſeiner Politik Rechnung tragen
wird.
Eine ähnliche freundliche Haltung ſchlägt auch eine
andere England ſehr naheſtehende Macht gegenüber
Deutſchland ein, und zwar unſere weſtlichen Nachbarn. Die
Begegnung des Kaiſers mit Pichon hat faſt Wunder
ge=
wirkt, und die Preßſtimmen an der Seine zeigen zur
Ge=
nüge, daß auch dort ein ziemlicher Umſchwung zu
verzeich=
nen iſt. Gerade England und Frankreich aber waren es,
die ſich noch vor nicht allzu langer Zeit eifrig bemühten,
leine Konſtellation gegen Deutſchland zu Wege zu bringen,
um unſere Macht herabzudrücken. Der dritte Staat in
die=
ſer Gruppe war, in der Hauptſache wohl gezwungen durch
den Allianzantrag, Rußland, deſſen Stimmung durch das
Fiasko im ſerbiſchen Konflikt eine noch gereiztere
gewor=
den war. Aber auch hier hat man ſich allem Anſchein nach
bekehrt, es heißt ſogar, daß Rußland dringend eine
Ver=
ſtändigung mit Deutſchland über Perſien herbeiwünſche.
Dergeſtalt bietet die Situation unter den
Großmäch=
ten kaum Schwierigkeiten, und man kann dem deutſchen
Kaiſer nur zuſtimmen, wenn er in ſeinen Londoner
Ge=
ſprächen betonte, daß augenblicklich keine ſchwarze Wolke
den Horizont trübe; allerdings birgt der Wirrwarr auf
dem Balkan, insbeſondere die kretiſche Frage, manche
Klippe, aber ſie iſt minder gefährlich angeſichts der
gegen=
ſeitigen Haltung der Mächte, ſodaß man die Beruhigung
haben kann, daß über kurz oder lang dieſe Frage durch eine
definitive Regelung aus der Welt geſchafft wird.
Auch ſonſt kann man im Hinblick auf die erfreuliche
Tendenz in der Politik der Großmächte der Entwickelung
der weiteren Dinge ohne Beklemmungen entgegenſehen,
ſelbſt in Oſtaſien. Hier regt es ſich zwar ſeit einiger Zeit
wieder, in der Bevölkerung Chinas herrſcht eine
bedenk=
liche Gärung, ſodaß man ſchlimme Ereigniſſe befürchtet.
Eine internationale Gefahr indeſſen dürfte aus etwaigen
Vorgängen im fernen Oſten jedoch nicht reſultieren, zumal
Japan und Rußland auf dem beſten Wege ſind, ſich über
ihre gegenſeitigen Intereſſen in Oſtaſien zu verſtändigen.
Bleibt nur noch Amerika. Hier hat man aber im Innern
genug zu tun, und Herr Taft ſcheint trotz aller ſeiner
Vor=
züge nicht der Mann zu ſein, der einer impulſiven
Expan=
ſionspolitik das Wort redet. So trifft alles zuſammen,
um eine Periode friedlicher Entwickelung zu verheißen, und
es ſteht nur aufrichtig zu wünſchen, daß in abſehbarer Zeit
keine Störung eintreten möge.
König Georgs Glaubensbekenntnis.
* Beim Thronantritt eines engliſchen Königs hat
die=
ſer bekanntlich ein öffentliches
Glaubensbe=
kenntnis abzulegen, in deſſen Text einige Sätze den
Papſt und die römiſch=katholiſche Religion ſchwer
belei=
digen ſollen. Beim Tod König Eduards VII. tauchte die
Frage auf, ob es nicht an der Zeit wäre, dieſes Ueberbleibſel
aus einer früheren Zeit zu beſeitigen, und es mehren ſich
die Anzeichen, daß die vernünftiger Geſinnten ihre Anſicht
durchſetzen werden. Während der langen Regierung der
Königin Viktoria hatte man dies Glaubensbekenntnis faſt
vergeſſen; aber bei der Thronbeſteigung König Eduards
fühlten viele Tauſende ſeiner römiſch=katholiſchen
Unter=
tanen ſich gekränkt und auch unter dem verſtändigeren Teil
der Proteſtanten konnte ein Gefühl aufrichtigen Bedauerns
nicht unterdrückt werden. Es wurde zwar ein Verſuch
ge=
macht, den Text zu ändern, aber er ſchlug ſeinerzeit fehl.
Nunmehr ſoll aufs neue verſucht werden, die betreffenden
Stellen der Erklärung durch ruhigere Worte zu erſetzen.
Die Katholiken im Vereinigten Königreiche, ſo z. B.
der Viscount Llandaff, der dem Staate in hohen
Stel=
lungen diente, erkennen zwar die Notwendigkeit an, die
proteſtantiſche Thronfolge durch dieſe
Erklä=
rung zu erhalten, aber ſie erſuchen um eine Nachprüfung.
Leute aus dem feindlichen Lager ſind derſelben Meinung,
ſo der Biſchof von Carlisle, der ein energiſcher Gegner des
Katholizismus ſowohl wie von allem Ritualismus iſt,
aber auch er tritt in der „Times” dafür ein, daß die
Er=
klärung, wie wahr ſie ihrem Inhalte nach auch immer ſein
mag, ihrer Form nach den höchſten Intereſſen der
Wahr=
heit widerſpricht und ſpricht ſich ſehr ſcharf gegen ſie aus.
Die nationale Kirchenliga, eine angeſehene proteſtantiſche
Organiſation, die mit der Church of England in
Verbin=
dung ſteht, hat dem Dean von Canterbury einen
Beſchluß=
antrag unterbreitet, der, wenn er auch nicht ſo weit wie der
Biſchof geht, doch zugeſteht, daß die Erklärung „
römiſch=
katholiſchen Ohren peinlich ſein muß”.
Sonach iſt Ausſicht vorhanden, daß dies Ueberbleibſel
einer früheren Zeit hinweggeräumt werden wird. Die
Hauptſache iſt doch, daß in der Erklärung der Monarch ſich
als Proteſtant bekennt, um die proteſtantiſche Thronfolge
zu ſichern, und es genügt heute, wenn er einfach erklärt,
nicht an die katholiſchen Doktrinen zu glauben.
Deutſches Reich.
Zeitung” geſchrieben: „Es iſt als feſtſtehende Tatſache zu annimmt, er werde als Gewerkſchaftsmann nötigenfalls
betrachten, daß die Regierung nach Ablauf des
Quin=
quennats im nächſten Etat nur mit verſchwindend
ge=
ringen Neuforderungen für das Landheer
an den Reichstag herantreten wird. Allem Anſchein nach
iſt die Entſcheidung in dieſem Sinne bereits gefallen, als
Herr von Bethmann Hollweg ſich entſchloß, das
Reichs=
kanzleramt zu übernehmen und dabei zur Bedingung
machte, daß ihm der „Sparſamkeitsminiſter” Wermuth mit ſammenhalt der neuen Reichsländer und des alten Reiches.
weiteſtgehender Vollmacht gegenüber allen Reſſorts an die Dem Abſchluß jener Entwicklung, die 1878 begann und ein
Seite geſetzt würde. Nur Herr von Tirpitz hat ſich im
In=
tereſſe der deutſchen Wehrkraft zur See ſeiner Haut
einiger=
von den künftigen Lebensbedingungen der deutſchen
Wehr=
kraft zu Lande nichts abhandeln laſſen wollte, mußte
bei=
zeiten einem weicheren Nachfolger Platz machen.”
Wegen der auf ernſte Lohnkämpfe in der
Tabak=
induſtrie hindeutenden Bewegung unter den
Tabakarbei=
deutſchen Arbeitgeberverbände der Tabak=
und Zigarreninduſtrie zu einem neuen
Arbeit=
geberbund zuſammengeſchloſſen.
des Innern die Beſprechungen der drei Unparteiiſchen,
unter deren Leitung die
Einigungsverhandlun=
gen im Baugewerbe ſtattfinden, um über Ver=
Die Unparteiiſchen wollten nachmittags mit einem
en=
geren Ausſchuß der Parteien dieſe Vorſchläge beraten. In
einem vertraulichen Schreiben des Arbeitgeberbundes in
München werden die Arbeitgeber aufgefordert, ſich auf eine chung des heiligen Borromäus veröffentlicht der Papſt
der Arbeitgeberbund unter allen Umſtänden gewillt iſt,
Frieden zu ſchließen.
Dem Herkommen gemäß wird am Tage des
v. Türk einen Trinkſpruch ausgebracht, in dem nach Be=
Hände in Jahrhunderten ſchwerer Bedrängnis die
katho=
liſche Kirche beſchirmt wurde. Dies bedinge die
Mah=
nung, umzublicken und mit Genugtuung feſtzuſtellen, wie und erinnert an gewiſſe Länder, in denen unter dem
fal=
daſtehe, wie getreulich ſie von der Regierung unterſtützt
amtes walten können,
In dem der badiſchen Zweiten Kammer
Anfang dieſes Jahres vorgelegten Geſetzentwurf über die
Aenderung der Gemeinde= und Städteordnung hat die
Regierung auch die Einführung einer
Wertzuwachs=
ſteuer für ſämtliche Gemeinden des Landes
vorgeſchla=
gen. Nachdem aber zu erwarten ſteht, daß der Reichstag
im kommenden Winter dem Vorſchlag einer
Reichswert=
zuwachsſteuer zuſtimmen wird, hat die Kommiſſion der
Zweiten Kammer einſtimmig beſchloſſen, in eine Beratung
der Beſtimmungen über die Wertzuwachsſteuer in Baden
nicht mehr einzutreten, ſondern abzuwarten, ob und in
welcher Form eine reichsgeſetzliche Regelung der
Wertzu=
wachsſteuer zuſtande kommt.
— Man ſchreibt uns: Der langjährige Redakteur des
„Korreſpondent für Deutſchlands Buchdrucker und
Schrift=
gießer”, L. Rexhäuſer, hat, wie das Zentralorgan der
ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaften berichtet, dem
Vor=
ſtand des Buchdruckerverbandes ſein
Rück=
trittsgeſuch eingereicht, das er mit perſönlichen und
geſundheitlichen Gründen motiviert. Der Rücktritt ſoll
zum 1. Oktober d. J. erfolgen. Eine jüngſt abgehaltene
Konferenz der Gauleiter des Buchdruckerverbandes hat von
Rexhäuſers Rücktritt unter allgemeinem Bedauern
Kennt=
nis genommen. Ebenſo allgemein dürfte die Freude der
radikalen Sozialdemokraten über den Wechſel
in der Leitung des Buchdruckerblattes ſein. Rexhäuſer hat
ſeit Jahren in den Spalten des Buchdruckerblattes den
Gewerkſchaftsſtandpunkt gegenüber den „Zielbewußten” ſo
konſequent, tatkräftig und ſchlagfertig vertreten, daß er ſich
den glühendſten Haß radikaler „Genoſſen” zuzog. Letztere
werden jetzt zum nicht geringen Teile auf einen
Kurs=
wechſel in der Leitung des Buchdruckerverbandes
ſpekulie=
ren. Die Haltung Rexhäuſers hat jedoch bei den
Ver=
bandsmitgliedern trotz heftigſter Angriffe ſtets eine ſo
nach=
haltige Billigung gefunden, daß derartige Rechnungen
wohl ohne den Wirt gemacht werden. Und bei der Per=
Von „beſonderer Seite” wird der „Magdeburger ſönlichkeit Rexhäuſers irrt man ſicherlich nicht, wenn man
auch nach ſeinem Scheiden von dem Buchdruckerblatte klar
und deutlich ſeine Meinung ſagen.
Ausland.
— In Beſprechung der Reiſe des Kaiſers Franz Joſef
nach Bosnien und der Herzegowina führt das „
Fremden=
blatt” aus: Die Reiſe bekräftigt den unzerreißbaren Zu=
Menſchenalter ſpäter durch die Annexion beendet wurde,
wird jetzt gleichſam ein Siegel aufgedrückt. Mit der
An=
maßen zu wehren gewußt; Herr von Einem dagegen, der! gliederung Bosniens und der Herzegowina iſt die
Balkan=
politik Oeſterreich=Ungarns zu einem Beharrungspunkt
gelangt. Nachdem Oeſterreich=Ungarn die
bei=
den Provinzen erworben hat, hat es mit ſeinen
politiſchen und territorialen Aſpirationen auf dem
Balkan abgeſchloſſen. Unverbrüchlicher Grundſatz der
tern haben ſich, wie der „Mannh. Gen.=Anz.” berichtet, die öſterreichiſch=ungariſchen Politik iſt aber die
Auf=
rechterhaltung des Status quo auf dem
Balkan. Oeſterreich=Ungarn wünſcht, daß die Türkei
auch mit den andern Mächten auf dem beſten Fuße ſtehe,
— Am Montag vormittag begannen im Reichsamt und hat ſich immer dafür eingeſetzt, daß zwiſchen dem
Osmanenreiche und den chriſtlichen Balkanſtaaten ein
dauernd gutes Verhältnis herrſche. Friede und
Freund=
ſchaft mit dem Balkan und auf dem Balkan iſt die Parole
mittelungsvorſchläge zu beraten, die den Vertretern der der Politik Oeſterreich=Ungarns, damit es ſich in ſeinen
Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorgelegt werden ſollen, eigenen Grenzen, in die nunmehr Bosnien und die
Herze=
gowina untrennbar einbezogen ſind, mit Ruhe und
Ste=
tigkeit entwickeln kann.
— Aus Anlaß der 300. Wiederkehr der Heiligſpre=
Fortdauer der Ausſperrung einzurichten, da 1 eine Enzyklika zum Lobe des Heiligen, in der er erklärt,
daß die moderniſtiſche Bewegung der
Gegen=
auszuharren und nur nach Niederringung der Arbeiter wart ähnlich ſei, gegen die der heilige Borromäus
ge=
kämpft habe, da es ſich dabei um den Verſuch eines
allge=
meinen Abfalls vom Glauben und von der Diſziplin der
Fronleichnamsfeſtes in München eine „Tafel der geiſtlichen Kirche handle. Die Enzyklika empfiehlt den Geiſtlichen,
Herren” abgehalten. Dabei hat diesmal der Stiftpropſt den katholiſchen Glauben unveränderlich gegen die
ver=
kehrten Anſichten des Modernismus zu bewahren und
richten der Lokalpreſſe von der Dankbarkeit gegen das Ge= gibt die anzuwendenden Mittel, darunter namentlich
Leh=
ſchlecht der Wittelsbacher die Rede war, durch deſſen ſtarke ren des Katechismus, an. Sie bekämpft die Abſchaffung des
Religionsunterrichtes in den ſogenannten Laien= oder
neutralen Schulen, rät zur Begründung von Ordensſchulen
in unſerem Väterland die Kirche blühend ſchen Namen der Freiheit die härteſte Tyrannei herrſchte.
— Der „Imparcial” veröffentlicht eine Kundgebung
und wie geachtet und geehrt ihre Diener ihres Friedens= 1 des Epiſkopats in Spanien betreffend die Anwendung
des Vereinsgeſetzes auf die religiöſen Or=
Seite 2.
den, in der erilärt wird, die Niederlaſſung der
Kongre=
gationen in Spanien und folgerichtig auch deren Auflöſung
hänge nicht von dem Willen der Regierung, ſondern allein
von der kirchlichen Genehmigung ab.
— In der ruſſiſchen Duma wies vor der endgültigen
Entſcheidung über die Einführung der Semſtwo=
In=
ſtitutionen in den weſtlichen Gouvernements der
Mi=
niſterpräſident darauf hin, daß die Frage nicht das
Zar=
tum Polen, ſondern Gebiete betreffe, wo die polniſche
Be=
völkerung nur 4,5 Prozent betrage. Die Geſetzesvorlage
ſtelle der polniſchen Bevölkerung der weſtlichen
Gouverne=
ments einen genügend weiten Rahmen; doch dürfe ſich die
Regierung der ruſſiſchen Bevölkerung gegenüber nicht
gleichgültig zeigen. Deshalb lege ſie Verwahrung gegen
alle Zuſatzanträge ein, die gegen die Grundlage der
Regie=
rungsvorlage, gegen die Sicherſtellung der ruſſiſchen
Ver=
tretung gerichtet ſind. Außerdem könne die Regierung
nicht eine Vermehrung der Bauernvertretungen gutheißen,
da dieſe zum Nachteile der Kultur gereichen würde.
Stoly=
pin ſchloß: Die Nichtannahme der Geſetzesvorlage würde
die betreffenden Gebiete der Möglichkeit des Fortſchritts
berauben, der ſowohl der Regierung, als der Duma
teuer iſt.
— Ueber den Inhalt der Petition des finniſchen
Landtags wegen Verletzung der finniſchen
Grundgeſetze melden die Abendblätter folgendes: Der
Landtag weiſt darauf hin, daß bei der Einmiſchung des
ruſſiſchen Miniſterrats in die Angelegenheiten Finnlands
in juriſtiſcher und praktiſcher Beziehung eine Reihe von
Fehlern zutage getreten ſei, da die Beſchlüſſe von
Per=
ſonen gefaßt worden ſeien, die von den finniſchen
Ange=
legenheiten keine Kenntnis hätten. Während der letzten
25 Jahre habe der Landtag unter Mitwirkung der
Regie=
rung große Summen angeſammelt, die zu Kulturzwecken
dienen ſollten und die nun ohne Befragen des Landtags
einfach dem Reichsſchatzamt überwieſen würden. Die neue
Geſetzesvorlage könne nicht durchgeführt werden, ſelbſt
wenn die geſetzgebenden Inſtitutionen Rußlands ſie
an=
nehmen und der Kaiſer ſie ſanktionieren ſollte. Das
fin=
niſche Volk würde Geſetze, die unter Verletzung ſeiner
Grundgeſetze durchgeführt würden, nicht anerkennen.
Finnland habe nie Anſpruch auf eine eigene äußere Politik
erhoben und auch nie Maßregeln zur Reichsverteidigung
Hinderniſſe bereitet. Zum Schluß ſpricht die Petition den
Wunſch aus, der Kaiſer möge die Grundgeſetze Finnlands
in Kraft laſſen und alles wieder aufheben, was eine
Ver=
letzung derſelben in ſich ſchlöſſe.
Die „Times” bringt eine Meldung ihres
Korre=
ſpondenten in Schanghai, die einen Teil des Textes des
Dekrets des Kaiſers von China enthält, in dem
zum erſten Male eine ſogenannte
Senatsverſamm=
lung für den 3. November dieſes Jahres einberufen
wird. Das betreffende Dekret enthält folgende Sätze: Die
Mitglieder des Senats müſſen die Bedeutung dieſer
Ver=
einigung einer Verſammlung verſtehen lernen, die in
China keinen Vorgänger hat und die das Vorzeichen
der Einberufung eines Parlamentes ſein
wird. Die Mitglieder dieſes Senats ſind ſehr herzlich
ge=
beten, ſich mit allem ihrem Patriotismus dem neuen
Werke zu widmen, gute Hoffnung zu bewahren und die
Pflichten zu erfüllen, die ihnen die nationale Vertretung
auferlegt und auf dieſe Weiſe für die Schaffung der nach
ihrem Wunſche einzuführenden konſtitutionellen Reform
zu arbeiten und dem Werk, das wir jetzt unternehmen,
zum Erfolg zu verhelfen.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Mai 1910.
2 Der Geſundheitszuſtand König Al=ſſeine vor mehreren Jahren her in der Johaunſslireh
Nummer 124.
Eine Ausſtellung der Hygiene.
„Der hygieniſche Gedanke iſt heute lebend in der
ganzen Welt. * Dieſe Worte ſprach auf einem vor
kurzem in Dresden abgehaltenen Hygieniker=Tag, an
dem ſich mehr als 200 Gelehrte und die offiziellen
Ver=
treter von 12 ausländiſchen Regierungen beteiligten,
der Direktor des Phyſiologiſchen Inſtituts der
Univer=
ſität Berlin, Geheimer Medizinalrat Profeſſor Dr.
Rubner.
In der Tat: man kann kaum ein Spezialgebiet der
Wiſſenſchaft mit größerem Rechte als „international”
in dem Sinne von „alle Völker, die ganze Menſchheit
in gleicher Weiſe berührend” bezeichnen, als die
Wiſ=
ſenſchaft der Hygiene. Und ſo konnte ein Unternehmen,
welches ſich zur Aufgabe macht, die Hygiene in Form
einer Ausſtellung vorzuführen, nur international
ſein, das heißt, es mußte von vornherein die
Beteilig=
ung des Auslandes in Betracht ziehen. Dieſe Idee
wird nun die internationale Hygiene=
Aus=
ſtellung, welche in Dresden im Jahre 1911
ſtattfindet, verwirklichen, ein Unternehmen, dem ſeit
einigen Jahren mehr als zweitauſend der
bedeutend=
ſten Fachhygieniker ihre Mitarbeit widmen und das
nun ſeiner Vollendung entgegenreift.
Der König von Sachſen hat nicht nur das
Protek=
torat über die Ausſtellung übernommen, ſondern auch
durch Freigabe eines großen Teiles des Königlichen
Großen Gartens ſein Wohlwollen für das Unternehmen
bekundet. Der ſächſiſche Staat und die Stadt Dresden
haben erhebliche Summen zur Durchführung der
Aus=
ſtellung zur Verfügung geſtellt. Die Reichsregierung
und die Regierungen der Bundesſtaaten, die Behörden
und die Kommunen nehmen ein reges Intereſſe an
ihr, denn ſie haben erkannt, daß die Aufwendungen für
ſie nicht nutzlos ſind, ſondern reichliche Zinſen und
Früchte tragen werden. Auch das Ausland iſt ſich der
Bedeutung des Unternehmens voll bewußt: Frankreich
und Rußland haben ihre Beteiligung der
Reichsregier=
ung offiziell angezeigt; in Dänemark, den
Niederlan=
den, Griechenland und Bulgarien haben ſich
National=
komitees konſtituiert, in Oeſterreich und in der Schweiz
ſind ſolche in Bildung begriffen. In England iſt das
Intereſſe nicht minder rege; die Univerſität London
be=
teiligt ſich offiziell an der Ausſtellung. Belgien hat
ſeine Beteiligung in allernächſte Ausſicht genommen—
kurz: die Ausſtellung wird in der Tat eine
Weltaus=
ſtellung ſein, denn kaum ein Kulturſtaat wird ihr fern
bleiben.
phonſos. Ein Madrider Telegramm der „Daily News”
beſagt, daß man ſich gegenwärtig in Spanien große Sorge
um den Geſundheitszuſtand des Königs Alphons mache.
Es werde daran erinnert, daß der König ſich im September
1907 bei Profeſſor Moure in Bordeaux opieren ließ. Wenn
auch dieſe Operation an und für ſich eine lächerliche
Klei=
nigkeit geweſen ſei, ſo müſſe es doch auffallen, daß der
König denſelben Arzt ſeither bereits mehrere Male
aufge=
ſucht habe, zuletzt auf der Rückreiſe von den
Leichenfeier=
lichkeiten in London. Der König ſah elend und
abge=
ſpannt aus, als er aus London zurückkam, ſodaß ſeine
Umgebung ihre Beſorgniſſe nicht verbergen konnte. Er
geſtand auch ſelbſt zu, daß die Feierlichkeiten in London
ihn ſehr mitgenommen hätten. Dies ſei doch gewiß
auf=
fallend bei einem ſo jungen Manne, der das Reiten und
die Hitze gewöhnt ſein müſſe. Es wurde daher dem König
nahegelegt, ſich möglichſt zu ſchonen und alle aufregenden
Sportſpiele zu unterlaſſen, ſchon aus Rückſicht auf ſeine
Dynaſtie. Was an dem König beſonders beunruhige, das
ſei eine auffallend ungeſunde Geſichtsfarbe.
* Turin, 29. Mai. Eine Gruppe von
Indu=
ſtriellen Piemonts iſt auf Einladung der Berliner
Handelskammer heute abend nach Berlin abgereiſt,
um die großen induſtriellen Anlagen Deutſchlands zu
be=
ſichtigen. Mehrere Mitglieder der Stadtverwaltung und
einige Journaliſten begleiten die Induſtriellen.
* Belgrad, 29. Mai. Die Abreiſe des
Prin=
zen Georg wurde, trotzdem ſchon alles dazu vorbereitet
war, ganz unerwartet verſchoben. Ueber die Verſchiebung
kurſteren in Belgrad verſchiedene Gerüchte, die
mannigfal=
tig kommentiert werden. Der richtige Grund dürfte der
von dem Blatte „Stampa” angeführte ſein, nämlich, daß
die Aufenthaltsſpeſen, die der König ſeinem Sohne
aus=
folgte, zu gering ſeien. Der Prinz bekommt laut Angabe
des Blattes hundert Franken täglich, er hat aber davon
einen Ordonnanzoffizer, der ihm beigeſtellt wurde, und
einen Kammerdiener zu unterhalten. Der Prinz glaubt,
da ein Miniſter für eine Auslandsreiſe 300 Franken täglich
erhalte, mit dieſer Summe ſeinem Stande gemäß nicht
auskommen zu können und verweigert die Abreiſe. In
Belgrad iſt man allgemein geſpannt, wie ſich die Affäre
ent=
wickeln wird.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 31. Mai.
* Vom Hofe. Die Prinzeſſinnen Eliſabeth
und Johanna zu Solms=Hohenſolms=Lich
ſind am Samstag vormittag zum Beſuch im Jagdſchloß
Wolfsgarten eingetroffen. Die Großherzoglichen
Herrſchaften begaben ſich am Samstag abend
10 Uhr 16 Min. mit Gefolge zu mehrtägigem Beſuch
des Fürſten und der Fürſtin zu Stolberg=Wernigerode
nach Wernigerode.
— Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden nicht am Mittwoch, den 1. Juni, ſondern
am Donnerstag, den 2. Juni d. J., Audienzen
er=
teilen, ſowie Meldungen und Vorträge entgegennehmen.
— Charaktererteilung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Komponiſten Hans
Her=
mann, zuletzt in Berlin=Wilmersdorf, den Charakter
als Profeſſor erteilt.
— Ernennung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Lehramtsaſſeſſor Dr. Adolf Beck
zum Oberlehrer an der höheren Mädchenſchule zu Gießen
ernannt.
* Ordensverleihung. Se. Maj. der König von
Preußen hat lt. „Reichsanzeiger” dem Oberſtleutnant
à la suite der Armee Alfred Prinzen zu Yſenburg
und Büdingen, Durchlaucht, zu Büdingen den
Königlichen Kronenorden zweiter Klaſſe mit Schwertern
am Ringe verliehen.
— Der zum Generalkonſul der Republik Kolumbien
für das Deutſche Reich mit dem Amtsſitz in Hamburg
ernannte Dr. G. Michelſen, dem das Reichsexequatur
erteilt wurde, iſt zur Ausübung konſulariſcher
Ver=
richtungen im Großherzogtum zugelaſſen worden.
— Drittes Kammermuſik=Feſt Darmſtadt 1910.
Außer den am Programm ſoliſtiſch beteiligten
Kom=
poniſten Reger und Pfitzner werden auch die
Kompo=
niſten Profeſſor Woyrſch aus Altona (bekannt durch
ſein hier durch den Muſikverein mit großem Erfolg
auf=
geführtes Oratorium „Der Totentanz”, wie auch durch
zu Gehör gebrachte „Paſſionsmuſik”), ſowie Stephä=
Krehl aus Leipzig zu dem Kammermuſik=Feſt hier
her kommen, deſſen Trio im letzten Winter in den be
deutendſten Konzertſälen berechtigtes Aufſehen erregte
* Schutz der ſtädtiſchen Waldungen. Die Bürger
meiſterei hat folgendes Schreiben an
Oberförſterei den hieſigen ſtädtiſchen Schulen zu
Verwarnung der Kinder überſandt: „Wie alljähr
lich, ſo haben wir auch in dieſem Frühjahre wieder mi
aufrichtigem Bedauern die Wahrnehmung gemacht,
da=
nicht allein von Kindern, ſondern auch von Erwachſenen
in den die Stadt umgebenden ſchönen Waldungen vor
Bäumen und Sträuchern Zweige in einer Weiſe abge
brochen werden, die nur dazu angetan ſein kann, da
Wachstum derſelben auf das Empfindlichſte zu beein
trächtigen. Die Zweige ſollen wohl dazu dienen, di
häuslichen Räume mit friſchem Grün zu ſchmücken, abe
nur die wenigſten kommen zur Erfüllung dieſes
Zweck=
das beweiſen die vielen weggeworfenen Zweige,
d=
man nicht allein auf allen Wegen und Schneiſen ir
Walde, ſondern auch auf den nach der Stadt führender
außerhalb des Waldes liegenden Straßen und Wege
findet. Ebenſo werden auch Blumen und Kräuter ur
nötigerweiſe maſſenhaft gepflückt, um nach kurzer Ze
wieder weggeworfen zu werden. Im Intereſſe der Er
haltung der Schönheit der die Stadt umgebenden Wa
dungen richten wir an Sie das ergebenſte Erſuchen, m
allen Ihnen zu Gebote ſtehenden Mitteln ſehr geneie
teſt dahin wirken zu wollen, daß dem Unfug möglich
geſteuert und, wenn möglich, mit Strafe entgegengetr.
ten wird. Zu großem Dank würden Sie uns verpflich
ten, wenn Sie die Güte haben wollten, auch die übrige
hieſigen und umliegenden Großh. Oberförſtereien
gleichen Schritten zu veranlaſſen. Den ſtädtiſchen Schr
len haben wir von gegenwärtigem Schreiben mit de
Auflage Kenntnis gegeben, die Kinder entſprechend z
verwarnen.‟
n. Für die Armenpflege. Allzu häufig muß fremt
Hilfe da eingreifen, wo geſetzlich zum Unterhalt von Ar
gehörigen Verpflichtete ſich dieſer Aufgabe entziehen.
vielen Fällen machen Spiel, Trunk oder Müßiggang d
Betreffenden unfähig, in anderen Fällen vernachläſſige
ſie trotz genügenden Erwerbs aus anderen Gründen ih
Unterhaltspflicht. Der ſo mißbräuchlich in Anſpru
genommenen Armenpflege bietet das Strafgeſetzbuch in de
Paragraphen 361 Abſatz 5 und 10 zwei Handhaben, dere
eine ſich gegen jene und deren andere ſich gegen letzte
Fälle richtet. Nach erfolgloſer Aufforderung können de
Pflichtvergeſſenen wegen Uebertretung eine Geld= und lä
gere Haftſtrafe zuerkannt werden. Unter ihnen ſind nie
ſelten die Väter unehelicher Kinder vertreten und bezü
lich ihrer hat ſich durch die jetzige Faſſung des § 361 Abf.
des Strafgeſetzbuches, „weil ſich darin die verſchieden
Ausdrücke „Unterhalt” und „Ernährung” finden, eine d
Anwendung nachteilige Kontroverſe entwickelt, deren B
ſeitigung durch Aenderung des Wortlauts im Vorentwr
zur Strafrechtsreform vorgeſehen iſt. Während die Reck
ſprechung zum weitaus größten Teil die beiden Ausdrü
als gleichbedeutend und Ernährung im Sinne von A
mentation auffaßt, alſo den unehelichen Vater ebenfal
jener Strafbeſtimmung unterwirft, ſind das Kammergerie
Berlin und das Oberlandesgericht Frankfurt a: M. d
Auffaſſung, weil der uneheliche Vater nur zur Unterhe
tungszahlung verpflichtet ſei, gehöre er im Sinne jen
Beſtimmung nicht unter die zur „Ernährung” geſetzl=
Verpflichteten. Das hieſige Schöffengericht wird demnäc
dieſe Frage zu entſcheiden haben, nachdem der betreffen
Angeklagte mit ſeiner erſten Einrede, der der Unzuſtä
digkeit des Gerichts, nicht durchgedrungen iſt. Er hatſ
nen Wohnſitz in Frankfurt a. M. und vernachläſſigt ſe
uneheliches Kind, weshalb dasſelbe durch Vermittlung ?
hieſigen Armenverwaltung in Pflege hier iſt. Der
Ane=
klagte ſtützt ſich bei der Einrede darauf, Erfüllungsort
ſeine Verpflichtung ſei Frankfurt, mithin ſei auch dort ül
die etwaige Uebertretung zu entſcheiden. Nachdem d
Schöffengericht I hier ſich auch für unzuſtändig erkli
hatte, hob auf amtsanwaltliche Beſchwerde das Lan
gericht dieſe Entſcheidung als irrig auf, weil der zivilrec
liche Erfüllungsort nicht Platz greife und durch Hera
ziehung fremder Unterſtützung hier die Uebertretung
wieſen ſei. In tatſächlicher Beziehung berufen ſich d
artige Angeklagte meiſt darauf, daß ihr Verdienſt nur
ſie allein ausreiche. Sie ſind verpflichtet, ihre Arbeitskr
Die wiſſenſchaftliche Aufgabe und Bedeutung der
Ausſtellung iſt enorm groß, gilt es doch, die
Forſchungs=
ergebniſſe der Hygiene, die die ganze Menſchheit
inter=
eſſieren und bei allen ſozialen Fragen die
ausſchlag=
gebende Rolle ſpielen, in einer des Ernſtes der
hygie=
niſchen Wiſſenſchaft würdigen Form darzuſtellen.
Die=
ſer große friedliche Wettſtreit der Nationen will zur
Löſung einer der wichtigſten Kulturfragen beitragen,
welche die Menſchheit bewegt. Wie groß die Bedeutung
der Ausſtellung für die Induſtrie iſt, kann der ermeſſen,
der ſich einmal klar macht, welche unzähligen Induſtrie=
und Gewerbezweige Artikel herſtellen, die in irgend
einer Beziehung hygieniſchen Charakter tragen. Alle
täglichen Gebrauchsgegenſtände, die Kleidung des
Men=
ſchen, ſeine Wohnung, ſeine Anſiedelungen,
Verkehrs=
mittel, Nahrungsmittel und Getränke,
Sportgegen=
ſtände, — das alles ſind induſtrielle Ausſtellungsobjekte;
alle Gewerbe= und Induſtriezweige, welche ſie
herſtel=
len, ſind an der Ausſtellung in hohem Maße
intereſ=
ſiert. Seit der Berliner Hygiene=Ausſtellung im Jahre
1883 iſt der Induſtrie keine Möglichkeit geworden, in
dieſem Sinne ihre Erzeugniſſe zur Schau zu ſtellen.
Und welche unzähligen Induſtrien ſind ſeit dieſer Zeit
— in faſt 30 Jahren — neu entſtanden, welche zahlloſen
Artikel hygieniſchen Charakters ſind auf den Markt
ge=
bracht worden! Man denke nur an die chemiſchen
Prä=
parate für Ernährung und Kräftigung, an die
hygieni=
ſchen Anlagen und Vorrichtungen im Wohnungs= und
Verkehrsweſen, Maßnahmen zur körperlichen und
gei=
ſtigen Pflege der Jugend, an die zahlloſen und
viel=
artigen Sanatorien, Bäder, Heilſtätten, an die
vielarti=
gen Sportartikel, die alle mehr oder weniger der Pflege
des Körpers dienen, uſw. Einen ganz beſonderen
Vor=
teil darf ſich die Induſtrie davon verſprechen, daß ſie
auf der Ausſtellung in engſter Verbindung mit der
Wiſſenſchaft auftritt, alſo Gelegenheit hat, die
Ueber=
ſetzung der wiſſenſchaftlichen Forſchungen aus der
Theorie in die Praxis, die durch die Induſtrie vertreten
wird, darzuſtellen; die Induſtrie kann dadurch auf eine
beſondere Beachtung der Beſucher, der Wiſſenſchaft, der
Behörden, der Techniker rechnen.
Daß dem Laien aller Berufs= und
Geſellſchaftsklaſ=
ſen die Ausſtellung unendlich viel Anregung und
Be=
lehrung zu bieten vermag, iſt nach dem Vorhergeſagten
ſelbſtverſtändlich. Alle Lebensbedingungen des
Einzel=
individuums, alle Lebensbeziehungen der Menſchen
zu=
einander behandelt ſie in ſinnfälliger,
gemeinverſtänd=
licher Weiſe; ſie begleitet, wie die Hygiene ſelbſt, ihn
von der Wiege bis zur Bahxe, ſie weiſteihm=nach.=daß
ein geſunder Egoismus ihn zwingen muß, ſich von
belehren zu laſſen, ſich an ihr zu erfreuen.
Der großen kulturellen Bedeutung der Ausſtellu
entſprechend iſt die Anlage ſelbſt von allergrößtem U
fange und würdigſter äußerer Aufmachung. Das
prachtvollen Parkanlagen mitten im Herzen der St
gelegene, mehr als 300000 Quadratmeter große Au
ſtellungsgelände, dazu eine Schar von Künſtlern u
geſchulten Werkleuten, die ſeit Jahrzehnten in
Ausſtellungstechnik geübt ſind, bieten die denkbar gi
ſtigſten Vorbedingungen für das Gelingen des grof
Werkes.
Die Ausſtellung wird fünf große Abteilungen u
faſſen:
die Wiſſenſchaftliche Abteilung,
die Hiſtoriſch=ethnologiſche Abteilung.
die Populäre Abteilung,
die Sport=Abteilung
und, in alle eingreifend und mit ihnen eng verbuni
die Induſtrie.
Schon für den Fachhygieniker iſt es heute ſchn
rig, den Ueberblick über das Geſamtgebiet der
Hygi=
zu behalten. Für ihn wird es daher von Wert ſe
in der wiſſenſchaftlichen Abteilung der Ausſtellung
neuen Forſchungsergebniſſe und Errungenſchaften
einem wohlgeordneten, ſyſtematiſchen Geſamtbild neb
einander vorgeführt zu ſehen. Aber auch den Aerzt
Technikern und Verwaltungsbeamten, ſowie al
denen, die ſich nicht ſo eingehend, wie ſie es wünſdh
und möchten, mit der ſpeziellen Hygiene befaſſen k
nen, wird es willkommen ſein, in bequemer Weiſe eit
möglichſt klaren Ueberblick über den heutigen Ste
der Hygiene in Theorie und Praxis zu gewinnen.
Die hiſtoriſche Abteilung wird die Geſchichte
Hygiene vom früheſten Altertum bis zum Anfang
vorigen Jahrhunderts zur Darſtellung bringen und
ſonderes Intereſſe erregen, weil es das erſte Mal
daß die Geſchichte der Hygiene überhaupt zuſamm
hängend zur Darſtellung gelangt.
Der impoſante Haupt=Ausſtellungspalaſt, der
einem Koſtenaufwande von zwei Millionen Mark
richtet iſt und zirka 7000 Quadratmeter Bodenflé
bedeckt, wird die hiſtoriſche Abteilung und einen grof
Teil der wiſſenſchaftlichen Abteilung, zum Beiſpiel”s
fektionskrankheiten, Statiſtik, Tropenhygiene uſw. a
nehmen.
Oeſtlich des Hauptpalaſtes, in einem der ſchönf
Teile des Großen Gartens mit ſeinem uralten Bau
beſtande, ſind die Hallen für die Krankenfürſorge-4
Därmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Mai 1910.
oll auszunützen, um ein möglichſt hohes Einkommen zu
zielen, weshalb ſie auch ſtrafbar erſcheinen, wenn ſie nur
nzureichend oder gegen geringes Entgelt arbeiten und ſich
rdurch zur Erfüllung ihrer Unterhaltspflicht unfähig
achen.
* Abgeſtiegen ſind im Hotel zur Traube: Se. Durchl.
ürſt Solms=Hohenſolms=Lich, Ihre Durchl. der Fürſt
nd die Fürſtin Iſenburg=Birſtein, Se. Erl. Graf
tolberg=Roßla, Se. Durchl. Prinz Friedrich
Solms=
raunfels, Se. Erl. Graf Erbach=Fürſtenau, J. Durchl.
ürſtin von Hohenlohe=Langenburg, Se. Durchl. Prinz
kax von Hohenlohe=Langenburg.
— Saalbau. Das heute abend im Saalbaugarten
ſtattfin=
nde zweite Abonnements=Konzert der Kapelle des Großh.
eſſ. Artillerie=Regiments Nr. 61 findet bei ungünſtiger
itterung im Saale ſtatt. In dieſem Falle erfährt das
frogramm dadurch eine Abänderung, daß Streichmuſik
usgeführt wird.
— Schützenhof. Das nächſte Schützenhof=Konzert
ute Dienstag wird ein moderner, volkstümlicher Abend
r Kapelle des Leibgarde=Regiments ſein. U. a.
ird die Fantaſie „Im Walde” von R. Vollſtedt geſpielt
erden. Die erſte Abteilung ſoll mit Militärmuſik, der
veite Teil mit Streichmuſik ausgeführt werden.
C. Angebot von Dienſtboten. Während noch vor
vei Jahren das Angebot von Dienſtboten in
eſiger Stadt recht mäßig war, überſteigt dermalen
ſis Angebot namentlich jüngerer, ungelernter Kräfte
e Nachfrage. Dieſe Tatſache hängt wohl mit dem
rtgeſetzten Daniederliegen gewiſſer Induſtriezweige
tſammen. Nur an Köchinnen herrſcht nach wie vor
kangel.
§ Unfall. Am Sonntag nachmittag fiel ein Arbeiter
us Nieder=Ramſtadt in der Nieder=Ramſtädterſtraße
er von einem Motorwagen der elektriſchen
Straßen=
ihn, ſodaß er bewußtlos auf dem Trottoir liegen blieb.
r erholte ſich nach kurzer Zeit, wurde jedoch mit dem
izwiſchen herbeigerufenen Krankenautomobil in das
ädtiſche Krankenhaus verbracht.
§ Schlägerei. In der Nacht von Sonntag auf
Mon=
ig gegen ein Uhr entſtand in der Obergaſſe zwiſchen
nem Korbmacher und einem Schloſſer eine Schlägerei,
obei letzterer eine blutende Wunde am Kopfe
davon=
ug, welche ihm von einem Sanitätsmitglied auf der
olizeirevierwache in der Kirchſtraße verbunden wurde.
§ Selbſtmord. Am Samstag vormittag zwiſchen
und 11 Uhr hat ſich eine 24 Jahre alte Frau in ihrer
Wohnung durch Einnehmen von Kleeſalz vergiftet.
angjährige Krankheit und Schwermut brachten die
rau zu dieſer Tat.
§ Feſtgenommen. Ein 22 Jahre alter Schloſſergehilfe
us Waldkirchen iſt am Samstag hier wegen
Körper=
erletzung feſtgenommen worden.
t. Lindenfels, 29. Mai. Zwecks Förderung unſerer
emeinde durch gegenſeitige Ausſprache und Beratung
emeinheitlicher Fragen, Stellungnahme wichtiger
Be=
atungsgegenſtände der Gemeindevertretung, ſowie
Heb=
ng des geiſtigen Lebens hat ſich hier ein Verein „
Bür=
ervereinigung Lindenfels” gebildet. Der Verein zählt
ereits 78 Mitglieder.
t. Mörlenbach, 28. Mai. Während der am
Fron=
ſeichnamstage ſtattgefundenen Prozeſſion fuhren zwei
eingekleidete Herren im Auto am
Pfarr=
auſe vor. Zunächſt begaben ſie ſich in die Kirche,
kehr=
en aber bald wieder zurück, ſtiegen über eine Mauer
nd drangen in das Haus ein. Eine Nachbarsfrau
be=
bachtete den ganzen Vorgang, ohne etwas Schlimmes
abei zu vermuten. Als man jedoch nach Hauſe kam,
ahman, daß Diebe dem Pfarrhauſe einen Beſuch
ab=
eſtattet hatten und 600 Mark mit ſich gehen hießen.
Mainz, 30. Mai. In der Stadt war das Gerücht
erbreitet, daß der Großherzog das
Todes=
rteil gegen Selzer beſtätigt hätte. Dieſe
Nach=
icht ſtimmt nicht, vielmehr iſt noch keinerlei
Entſchei=
ung getroffen worden, was wohl darin ſeinen Grund
aben dürfte, daß der Großherzog durch die Trauerfeier
n London und die Hochzeitsfeſtlichkeiten in Lich noch
eine Zeit gefunden haben mag, ſich mit dieſer
Ange=
egenheit zu beſchäftigen, die naturgemäß ernſteſte
rüfung verlangt. Bisher hat der Großherzog alle
Todesurteile beſtätigt und nur ein einziges Mal eine
Alusnahme gemacht, bei einer Frau in Offenbach, die
in Kind erdroſſelt hatte. Bei ihr wurde das
Todes=
rteil in lebenslängliche Zuchthausſtrafe umgewandelt,
hie die Frau hier im Weiberzuchthaus verbüßt. Bei
Männern hat dagegen der Großherzog von ſeinem
Be=
gnadigungsrecht niemals Gebrauch gemacht, auch nicht
bei dem kaum 18 Jahre alten Detroit, der vor einigen
Jahren ſeine alte Tante aus Habgier erdroſſelt hatte
und dieſes Verbrechen mit dem Leben bezahlen mußte.
(M. Tabl.)
— Mainz, 30. Mai. Die Erſte Deutſche
Auto=
mobil=Fachſchule hierſelbſt wurde vom Großh.
Heſſiſchen Miniſterium des Innern auf Grund der
Vor=
ſchriften zur Bundesrats=Verordnung vom 3. Februar
1910, betr. den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, ermächtigt,
Führer von Kraftfahrzeugen auszubilden.
(**) Hungen, 29. Mai. Der letzte ſchwere Sturm
iſt auch in unſerer Gemarkung nicht ſpurlos vorüber
gegangen. Ein Naturdenkmal, die ſogenannten
Kaiſerlichen, eine auf dem Galgenberg ſtehende
Baum=
gruppe, beſtehend aus Linden und Fichten, wurde ſchwer
beſchädigt. Zwei der mächtigſten Lindenbäume ſind
ent=
wurzelt worden. Unter der Baumgruppe ruht eine
Anzahl Kämpfer aus den Kriegen um das Jahr 1800.
(*) Großen=Linden, 29. Mai. Einen ſehr ſchönen
Verlauf nahm der Reform=Geſangswettſtreit,
den der Geſangverein „Harmonie” aus Anlaß ſeines
60jährigen Beſtehens heute abhielt. Unſer Städtchen
prangte im Feſtſchmuck. An dem Feſtzug nahmen etwa
30 Vereine teil. Hauptlehrer Bach hielt die Feſtrede,
Fräulein Anna Hofmann ſprach ein von Herrn Bach
gedichtetes Feſtlied und überreichte namens der
Jung=
frauen eine prachtvolle Fahnenſchleife, den Dank des
Vereins ſprach Feſtpräſident Schmidt aus. Bei dem
Geſangswettſtreit wurden nur Chöre alter Meiſter
vor=
getragen, im Gegenſatz zu den Chören der meiſten
jetzigen Wettſtreite.
(*) Schotten, 29. Mai. Der Bismarckturm
iſt vollendet und wird nächſten Samstag eingeweiht.
Geſtern abend leuchtete zum erſten Male von dem 24
Meter hohen Turm ein Probefeuer.
(*) Dirlammen im Vogelsberg, 29. Mai. Der
wohl=
habende Landwirt Hch. Finck war vom Felde
heimge=
kommen. Da er glaubte, berechtigten Grund zur
Eifer=
ſucht zu haben, eilte er in den Stall, holte die Axt und
ſchlug mehrmals auf ſeine Frau ein. Auf das Geſchrei
der Frau eilten Schwiegervater und Großvater herbei
und riſſen den Wütenden weg. Doch die Frau lag
be=
reits blutüberſtrömt und bewußtlos am Boden; die
Artſchläge hatten ihr den Schädel zertrümmert und
klaffende Kopfwunden verurſacht. Landwirt Finck iſt
32, ſeine Frau 31 Jahre alt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 29. Mai. Die Deutſch=
Aſiatiſche Geſellſchaft veranſtaltete heute abend
im Hotel „Briſtol” ein Diner zu Ehren des Prinzen
Tſai=Tao. Um 12 Uhr 10 Minuten begab ſich der
Prinz mit Gefolge in einem Sonderzug nach Hamburg,
von wo ſie heute abend 12 Uhr 30 Minuten wieder in
Berlin eintreffen werden. — Das Königliche
Kam=
mergericht hat das Urteil des Landgerichts
Ber=
lin I, das bekanntlich die Klage des Exſultans
Abdul Hamid gegen die Reichsbank auf Herausgabe
ſeines 12800000 Mark (16 Millionen Francs)
betra=
genden Depots abwies, in der Berufungsinſtanz
um=
geſtoßen und die Bank zur Herausgabe des Depots
ver=
urteilt. Damit hat der intereſſante Rechtsſtreit eine
neue Wendung bekommen. Indeſſen iſt er dadurch noch
nicht beendet, vielmehr wird die Reichsbank, wie der
„Lok.=Anz.” zuverläſſig erfährt, das Reichsgericht
an=
rufen, um über die einſchlägigen Rechtsfragen
for=
meller Natur, über die bisher noch keine Entſcheidung
vorliegt, ein prinzipielles Urteil herbeizuführen. Die
Reichsbank, die, wie mehrere andere Großbanken, ſo
u. a. die Deutſche Bank, von Abdul Hamid ein Depot
in der obengenannten Höhe erhalten hatte, war von
dem Padiſchah nach ſeiner Entthronung zur
Auszahl=
ung der Millionen aufgefordert worden. Sie hatte
dieſe aber verweigert, indem ſie ſich ſtrikt auf die
zwi=
ſchen ihr und dem Depoſitar getroffenen
Vereinbar=
ungen ſtützte. Nach dieſen ſollte bei der Auszahlung
nicht nur eine Empfangsbeſtätigung, ſondern ein
Sie=
geldruck und eine Geheimchiffre auf die Scheine geſetzt
werden. Dieſes Siegel war anfangs angeblich
ver=
loren. Als es ſich ſpäter fand, verharrte die Bank
den=
noch auf ihrem ablehnenden Standpunkt mit der
Be=
gründung, die ſie vor Gericht geltend machte: Der
nas Rettungsweſen, für Militär und Marine, ſowie für
pas Rote Kreuz vorgeſehen. Außerdem ſoll an dieſer
Stelle die Abteilung „Verkehr” Platz finden; ferner iſt
ſier ein Platz für ein Luftbad freigelaſſen.
Die populäre Abteilung der Ausſtellung ſoll das
janze Gebiet der Hygiene des Einzelmenſchen umfaſſen.
Es ſoll verſucht werden, der Bevölkerung die
Vorſtel=
ung davon beizubringen, wie der menſchliche Körper
Geſchaffen iſt und wie ſeine Organe funktionieren, den
enſchen zur Einſicht zu bringen, daß er in der Lage
ſt, ſeinen Geſundheits= und Kräftezuſtand nicht nur zu
ſerhalten, ſondern auch zu erhöhen und ſich ein möglichſt
zohes Maß von Wohlbefinden und Leiſtungsfähigkeit
zu verſchaffen. Man hofft, den Menſchen zum
Nach=
denken über ſeinen Körper anzuregen und zum
Nach=
denken darüber, welchen Schädlichkeiten er ſich bis jetzt
unbewußt täglich ausgeſetzt hat, in welcher oft
unzweck=
mäßigen Weiſe er gelebt und ſich ernährt hat, und wie
er es in Zukunft beſſer machen kann. Der Menſch ſoll
die Bedeutung der behördlichen Maßnahmen, die zum
Schutze ſeiner Geſundheit getroffen werden, erkennen
lernen, und dieſe Maßnahmen mit Bewußtſein nach
ſeinen Kräften unterſtützen. Schließlich hoffen die
Lei=
ter der Ausſtellung, einen Typ für eine hygieniſche
Be=
lehrung in den Schulen aufzuführen. Die Halle für die
populäre Abteilung umfaßt zirka 5000 Quadratmeter
und liegt in nächſter Nähe des Hauptpalaſtes.
In der Sportabteilung werden alle Arten Sport
zur Vorführung gelangen. Dieſe Abteilung wird
da=
durch beſonders intereſſant werden, daß
wiſſenſchaftlich=
der Einfluß der Sportbetätigung auf die einzelnen
Organe experimentell nachgewieſen werden wird. Es
ſoll zu dieſem Zweck ein beſonderes Laboratorium
ein=
gerichtet werden. Die Sportabteilung wird namentlich
das Ziel erſtreben, den Uebertreibungen des Sports
entgegenzuwirken und einem wirklich hygieniſchen
Sport die Weg zu ebnen. Die Sportwettſpiele finden
auf den wunderſchön gelegenen Sportplätzen ſtatt. Eine
ganze Reihe bedeutender Verbände hat ihre Beteiligung
zugeſagt. Das Gelände der Sportabteilung iſt mit dem
von ihm durch die breite, verkehrsreiche Lennéſtraße
ge=
trennten mittleren Terrain durch eine breite
Ueber=
brückung verbunden. Auf dem großen Sportplatz
wer=
den die Sportwettſpiele abgehalten. In nächſter Nähe
des Stadions werden außer einem großen Volks=
Re=
ſtaurant der mehr als 2000 Quadratmeter große „
Wa=
ſerpalaſt” errichtet, der zur Aufnahme der Balneologie,
der Kur= und Heilquellen uſw. dient. Ihm benachbart
liegt die 7—8000 Quadratmeter große Halle für „An=
ſiedelung und Wohnung”, daneben iſt ein kleiner
Pa=
villon für Kosmetik vorgeſehen.
In alle dieſe Ausſtellungs=Abteilungen wird nun
die ungeheuer verbreitete Induſtrie ſich einſchieben.
Wie ſchon erwähnt, haben ſich zahlloſe Induſtriezweige
in den letzten Jahrzehnten in den Dienſt der Hygiene
geſtellt, und ſeit drei Jahrzehnten hat dieſe Induſtrie
keine Gelegenheit gehabt, ihre Erzeugniſſe
zuſammen=
hängend zur Schau zu bringen. Schon jetzt iſt das
In=
tereſſe allerorten ein außerordentlich reges. Zahlreiche
hervorragende Firmen haben ſich für die Ausſtellung
angemeldet.
Den auswärtigen Staaten iſt die wundervolle, von
mächtigen alten Bäumen eingeſäumte Herkulesallee
eingeräumt, die nach Art eines Boulevards das
Ter=
rain durchzieht. In dieſer „Rue des nations” ſind die
Pavillons der fremden Staaten vorgeſehen.
Es iſt ein großes Kulturwerk, eine Friedenstat,
dieſe Hygiene=Ausſtellung, zu der Deutſchland die
Kul=
turvölker einlädt. Möge das Unternehmen im
Aus=
tauſch der Errungenſchaften und Erfahrungen aller
Nationen ſeinen Zweck der Förderung der menſchlichen
Geſundheitspflege in vollſtem Maße erreichen und ein
bedeutſames Glied in der Kette von Kulturwerten
bil=
den, die die Menſchheit immer näher zuſammenführt.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Darmſtadt, 30. Mai. Der offizielle ſtatiſtiſche
Rückblick des Großh. Hoftheaters auf das
Theaterjahr 1909/10 liegt jetzt vor. Danach
fan=
den 176 Abonnementsvorſtellungen ſtatt und 45
Vor=
ſtellungen außer Abonnement, darunter 23 Schüler=
und Volksvorſtellungen und drei Kindervorſtellungen,
im ganzen ſomit 221 Vorſtellungen. Der Kunſtgattung
nach gehörten an: der Oper und Operette 113, dem
Schauſpiel im weiteren Sinne 115, dem Ballett 2. In
der Oper und Operette erſchienen unter 45
ver=
ſchiedenen Werken neu: 3 (Operetten), im Schauſpiel:
unter 56 verſchiedenen Werken: 12; neu
einſtu=
diert: 9 bezw. 25. Die meiſten Aufführungen
erlebte auf dem Gebiete der Oper bezw. Operette
Schwartz’ Operette „Prima Ballerina” nämlich
neun; nach ihr rangiert Leo Falls „Dollarprinzeſſin”
mit acht Aufführungen; es folgen „Der Graf von
Lu=
xemburg” und „Die Fledermaus” mit je fünf; von den
Opern waren die meiſtaufgeführten „Carmen”, „
Lohen=
grin”, „Tannhäuſer” „Tiefland” die es auf vier
Auf=
führungen brachten; dreimal aufgeführt wurden ſechs,
Kläger verlange die Herausgabe nur unter Zwang der
neuen Machthaber in der Türkei. Gegen einen freien
Willensentſchluß des Sultans ſpreche ſchon die Tatſache
ſeiner Gefangenſchaft. Der Kläger ſei gar nicht in der
Lage, die Gelder in Empfang zu nehmen und für ſich
zu verwenden, und könne ſie, wenn er ſpäter einmal
ſeine volle Verfügungsfähigkeit wiedererlangt haben
ſollte, für die verfrühte Herausgabe haftbar machen.
Frankfurt, 30. Mai. Geſtern nachmittag gegen
3 Uhr wurde in dem Goldwaren= und Juwelengeſchäft
von Georg Schröder, Zeil 1, ein Einbruch verübt
und Juwelen im Werte von 15—20000 Mark geſtohlen.
Der Dieb wurde beim Verlaſſen des Geſchäfts geſehen
und verfolgt. Er ſprang auf einen Trambahnwagen,
wo er feſtgenommen und der Polizei übergeben wurde.
Der Einbrecher entpuppte ſich als ein viel geſuchter
Italiener, der in München und anderen Städten
Ein=
brüche verübt hat. Die auf der Zeil geſtohlenen
Wert=
ſachen hatte er in eine Reiſetaſche geſteckt und dieſe in
einen Sack verpackt.
Grünſtadt (Pfalz), 29. Mai. In einem Dörſchen
des nahen Eistales wohnt ein bayriſcher Graf, Max
v. Tauffkirchen zu Guttenburg, Klebing,
Katzen=
berg und Englburg, der ſeine aus Frau und ſieben
Sprößlingen beſtehende Familie aus dem Ertrage
einer kleinen Gaſt= und Schankwirtſchaft „Zum
Ochſen” ernährt. Weil nun aber nach dem bayriſchen
Adelsgeſetz die Ausübung eines Gewerbes bei offenem
Laden oder Kram, wozu auch die Ausübung des
Gaſt=
wirtsgewerbes gehört, die Suspenſion vom Adel zur
Folge hat, iſt dem Ochſenwirt kürzlich die Führung des
Grafentitels unterſagt worden, das heißt die
Titelfüh=
rung ruht, ſo lange das Geſchäft betrieben wird.
Dortmund, 30. Mai. Die „Dortmunder Zeitung”
meldet: Nachdem wegen Lohnſtreitigkeiten in einer
Zi=
garrenfabrik in den letzten Tagen mehrfach
Zuſam=
menrottungen und Zuſammenſtöße mit der
Polizei ſtattgefunden hatten, kam es am Samstag
abend zwiſchen der Polizei und dem Pöbel abermals
zu einem heftigen Zuſammenſtoß, bei welchem die
Polizei mit Steinen beworfen wurde und Schüſſe aus
der Menge abgegeben wurden. Die Polizei ſchritt mit
blanker Waffe ein und verhaftete etwa 20 Perſonen, die
ſich zum Teil wegen Landfriedenbruches zu
verantwor=
ten haben dürften.
Breslau, 29. Mai. Schwere Unwetter ſind
geſtern auf dem ganzen Gebiete des Eulengebirges
niedergegangen. Der Regen ſtrömte dermaßen hernieder,
daß die Straßen der Stadt Schweidnitz in wenigen
Minu=
ten überflutet waren. Dazu richteten gewaltige
Hagel=
maſſen ungeheueren Schaden unter den Feldfrüchten und
Obſtbäumen an. Arg bedroht wurde auch das
Schweid=
nitzer Artillerie=Regiment, das gerade eine Feldübung
ab=
hielt. Die Mannſchaften konnten die durch die
hernieder=
praſſelnden Hagelſtücke wildgewordenen Pferde nur mit
größter Anſtrengung halten, und das Regiment konnte nur
mit vieler Mühe in die Kaſernen gelangen. Von den
Landbewohnern wurden 10 Perſonen bei dem Unwetter
verletzt. Eine Frau wurde nebſt ihrem ſiebenjährigen
Kinde vom Blitzſtrahl getroffen und ſofort getötet. Am
Zobten ſchlug der Blitz in ein Haus, tötete eine Frau und
ſetzte das Haus in Flammen, ſodaß es gänzlich
nieder=
brannte. Alle Telephon= und Telegraphenleitungen
rings=
um ſind geſtört.
Zürich, 28. Mai. An dem 1600 Meter hohen „
Roß=
berg” bei Schwyz, deſſen weſtlicher Gipfel am 2. September
1806 abſtürzte, wobei vier Dörfer verſchüttet wurden und
457 Menſchen ihr Leben einbüßten, iſt eine 1000
Quadrat=
meter große Fläche in Bewegung. Die
anliegen=
den Dörfer werden ſeit letzter Nacht geräumt. Es herrſcht
große Beſtürzung unter der Bevölkerung.
Paris, 28. Mai. Der Unterchef der Sicherheitsbehörde
überreichte dum Unterſuchungsrichter die Juwelen, die
in der Klageſache des Juwelenhändlers Peret gegen die
Schweſter Candide eingebracht wurden. Dieſe
Ju=
welen wurden bei einem Händler der Rue Lafayette, der
ſie von einer dritten Perſon erworben hatte, entdeckt.
Madrid, 30. Mai. In Alhaurin (Malaga) ſtürzte
der Stier=Zirkus in dem Augenblick ein, als
die Tiere geprüft werden ſollten. Eine große Panik
brach aus, als die Zuſchauermenge plötzlich den Boden
wanken fühlte. Viele Perſonen wurden unter den
Trümmern begraben. Elf Perſonen ſind ſchwer, über
40 leichter verletzt worden. Die Bautechniker, die kurg
nur einmal zehn Opern. Der meiſtaufgeführte
Kom=
poniſt war Richard Wagner; von ihm gelangten
neun Werke an 23 Abenden zur Aufführung. Von
Lortzing und Verdi wurden je drei Opern an je fünf
Abenden, von Mozart und Roſſini je zwei Opern an je
vier Abenden, von Joh. Strauß zwei Operetten an
ſechs Abenden aufgeführt. Im Schauſpiel erlebte die
größte Zahl der Aufführungen, nämlich ſieben, das
Luſtſpiel, Der dunkle Punkt”; ihm zunächſt kommen
mit je vier Aufführungen „Das Konzert”, „Tantris
der Narr” dreimal zur Aufführung gelangten 13, nur
einmal 29 Werke. Der meiſtaufgeführte Dichter iſ
Schiller, von dem 11 Werke an 18 Abenden zur
Aufführung gelangten; Goethe war mit drei Werken
an ſechs Abenden, Leſſing mit zwei Werken an zwei
Abenden, Shakeſpeare mit zwei Werken an vier
Aben=
den vertreten. Von Anzengruber, Ibſen, Hebbel und
Wildenbruch wurden je zwei Werke aufgeführt.
Ueber Perſonalveränderungen wird
fol=
gendes mitgeteilt: In der Oper ſind
ausgeſchie=
den: Frau Morny, Fräulein Frieda Meyer und die
Herren Spemann, Dramſch und Kretſchmer, Frl.
Birk=
holz und Frl. Faeller, vom Ballett Frl Merz I wegen
Verheiratung; im Schauſpiel Herr Bohne und Frl.
Holthaus.
Frau Lina Morny gehörte dem Hoftheater ſeit der
Saiſon 1907/08 an, hatte aber ſchon in der
vorherge=
gangenen Saiſon in Vertretung der Frau Kaſchowska
gaſtiert. Frau Mornys gründlicher muſikaliſcher
Bild=
ung, gereiftem Kunſtverſtändnis und hervorragendem
geſanglichen Können verdanken wir beſonders
ge=
lungene und genußreiche Aufführungen der
Wagner=
ſchen Opern, in denen ſie die Ortrud, Venus, Seuta,
Brünnhilde und Iſolde mit ſtets ſich gleich bleibendem
bedeutenden künſtleriſchen Erfolge geſungen hat. Auch
in anderen kleineren Partien bewährte ſie ſich durch
ihre unfehlbare muſikaliſche Sicherheit, künſtleriſche
Intelligenz und zuverläſſige Geſangskunſt als eine
ſichere Stütze unſeres Opernenſembles. Leider iſt der
geſchätzten Künſtlerin keine offizielle Gelegenheit
ge=
boten worden, ſich vom hieſigen Publikum zu
verab=
ſchieden. Herr Guſtav Dramſch gehörte dem
Hof=
theater ebenfalls ſeit der Saiſon 1907/08 als zweiter
Bariton an und zeichnete ſich durch hervorragend
ſtimmliche Begabung und ernſtes künſtleriſches
Stre=
ben aus, dank welchen er die von ihm geſungenen
Par=
tien, — u. a. „Wotan” „Hans Sachs” und
Fliegen=
der Holländer” — ſtets auf eine Achtung gebietende
künſtleriſche Höhe zu heben wußte.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Mai 1910.
Nummer 124.
vor dem Unglück ein günſtiges Gutachten über die
Feſtigkeit des Baues abgegeben hatten, ſollen
gericht=
lich belangt werden.
London, 28. Mai. Meldungen engliſcher Blätter aus
Liſſabon zufolge entſtand in Santarew in Portugal
bei einem Stiergefecht eine große Panik, in deren
Verlauf 40 Perſonen ſchwer, darunter mehrere
le=
bensgefährlich verletzt wurden. Das aufregende
Schau=
ſpiel war eben im beſten Gange, als ein beſonders
kräf=
tiger, auf das äußerſte gereizter Stier die Umzäunung der
Manege überſprang und ſich mitten hinein in die Menge
ſtürzte. Mehrere Perſonen wollten ſich dem Tiere
ent=
gegenwerfen, um es zu bändigen, allein ſie wurden von ihm
auf die Hörner genommen und in weitem Bogen
weggeſchleudert, ſodaß ſie mit aufgeſchlitztem Leibe
liegen blieben. Inzwiſchen drängte alles ſchreiend und
jammernd dem Ausgange zu, viele Leute, meiſtens Frauen
und Kinder, wurden zu Boden geworfen und mehr oder
minder ſchwer verwundet. Vergeblich verſuchte das
Per=
ſonal des Zirkus, den Stier zu erſchießen, allein dies ließ
ſich ohne Gefährdung des Publikums nicht durchführen,
weil der Stier aus dem Knäuel flüchtender Menſchen nicht
herauskommen wollte. Endlich entkam das Tier durch eine
Seitentür ins Freie und flüchtete in einen nahe gelegenen
Wald, wo es ſich verbarg. Eine Abteilung Gendarmen
und Soldaten iſt aufgeboten worden, den Stier zu ſtellen
und unſchädlich zu machen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Madame Charles Cahier, die hier in
beſtem Andenken ſtehende Altiſtin der Wiener Hofoper,
welche als Mitwirkende bei der Schumann=Gedenkfeier
in München engagiert war, wurde von dem dortigen
Publikum begeiſtert empfangen. Unter anderen
be=
geiſterten Kritiken ſchreiben die „Münchener Neueſten
Nachrichten” folgendes: „Wie am vorhergehenden Abend
die Wiedergabe der Manfred=Ouvertüre, ſo war es an
dieſem Vormittag ein Eindruck, der alle anderen, ſo
ſchön ſie waren, weit überſtrahlte. Ich meine den
Vor=
trag der beiden Kerner=Lieder: „Daß Du ſo krank
ge=
worden” und „Alte Laute” durch Frau Charles
Cahier, die vortreffliche Wiener Altiſtin. Geſungen,
ſo wie man dieſe idealen Gebilde immer vor dem
inneren Ohre hat und wie man ſie nie ſonſt wirklich zu
hören bekommt, vermittelte dieſe herrliche Künſtlerin
ein ſeeliſches Erlebnis, das zu dem Tiefſten und
Er=
greifendſten gehört, was mir jemals im Konzertſaal
zu=
teil geworden iſt. Außerdem ſang Frau Cahier, bei der
man nicht weiß, was man mehr bewundern ſoll: die
wunderbare Stimme oder die wahrhaft bedeutende
künſtleriſche Perſönlichkeit, noch vier Stücke: „Jemand‟
„Lied der Braut”, „Er iſt’s” und als Zugabe den „
Nuß=
baum”.”
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 30. Mai. Der
Sonder=
ausſchuß für die Reviſion der
Verwalt=
ungsgeſetze hat heute vormittag die Beratung
über die Städteordnung fortgeſetzt und die
Ar=
tikel 121—153 erledigt. Es wird darin zunächſt die
Tätigkeit des Bürgermeiſters und der Beigeordneten
geregelt. Der Bürgermeiſter führt als
verantwort=
licher Leiter der geſamten Stadtverwaltung den
Vor=
ſitz in den Sitzungen der Stadtverordneten und
ver=
teilt nach Anhörung der Stadtvertretung die
Bear=
beitung der einzelnen Zweige der ſtädtiſchen
Verwalt=
ung unter ſich und die Beigeordneten. Dieſe ſind die
Stellvertreter des Bürgermeiſters und beſorgen die
ihnen zugewieſenen Amtsgeſchäfte oder Geſchäfts=
Ei
* Der Aufſichtsrat der Theater=Aktiengeſellſchaft in
Hagen i. W. hat beſchloſſen, den Stadttheater=
Neubau nach den Plänen von Profeſſor Dr.=Ing.
Vetterlein=Darmſtadt auszuführen.
sh. Vogelſchutz und Damenhutmode.
Auf=
dem erſten Deutſchen Vogelſchutztage, der im
Charlot=
tenburger Rathauſe tagte, hielt unter anderem der
Afrikareiſende Profeſſor Schillings einen Vortrag über
das Thema: „Moderne Damenhüte als
Ver=
nichter der Vogelwelt‟ Der Redner ging
da=
von aus, daß unſere ſchönſten Vogelarten im
Ausſter=
ben begriffen ſind, weil ſie in Maſſen von den Damen
als Schmuck verwandt werden. Es handelt ſich hier
weniger um den Schmuck der einzelnen Frau, ſondern
um die künſtlich geſchaffene Mode. So kauft zum
Bei=
ſpiel ein Berliner Haus Hunderttauſende von Kolibris
auf, um gerüſtet zu ſein, falls einmal in Paris die
Ko=
librimode dekretiert wird. In England iſt auf dieſem
Gebiet ſchon ein Anſatz zur Beſſerung vorhanden,
nach=
dem die Königin gewünſcht hatte, keine Damen mehr
mit Reiherfedern zu ſehen. Auch äſthetiſch ſei es
ver=
werflich, daß die Damen einen Schmuck tragen, der an
Indianerſitten erinnere. In der Preſſe müſſe lebhafter
gegen die wahnſinnige Idee aufgetreten werden,
Vogel=
leichen auf dem Hute zu tragen; die Damen ſelbſt ſeien
ſich in den meiſten Fällen gar nicht bewußt, daß ſie mit
der Befolgung der Mode das Ausſterben von
Vogel=
arten befördern. Für jeden künſtleriſch empfindenden
Menſchen müßte es einen Schlag ins Geſicht bedeuten,
wenn er eine Dame mit einer Eule oder Möve auf dem
Hute ſehe. — In der Diskuſſion erwähnte Freiherr
v. Berlepſch, daß der Kondor infolge der Mode,
Kondorfedern zu tragen, ſo gut wie vernichtet ſei.
Pro=
feſſor Schillings hat ſich die Mühe gemacht, einmal auf
dem Kurfürſtendamm mit einem Sachverſtändigen die
vorbeikommenden Damen auf den Wert der Hüte zu
taxieren. Es ſeien dabei ganz ungeheuere Wert
feſtge=
ſtellt worden und ganze Vogelkolonien mußten
ver=
nichtet werden, um das nötige Material
heranzuſchaf=
fen In Florida könne ein einziger Reiherfeder=Jäger
eine ganze Reiher=Kolonie von 20—30000 brütenden
Paaren ausrotten. Als man dort Wächter anſtellte,
wurden zuerſt dieſe abgeſchoſſen und dann die Reiher.
Ein Münchener Delegierter konnte mitteilen, daß
in der Sitzung einer ornithologiſchen Geſellſchaft die
Frau des ſehr hohen Protektors mit Reiherfedern auf
dem Hute erſchienen ſei. Infolgedeſſen mußte der Teil
des Vortrages, der ſich mit der Unſitte dieſes
Hut=
ſchmuckes beſchäftigte, wegfallen. — Es wurde ſchließlich
ein Antrag angenommen, wonach der Vorſtand bis zu
dem nächſten Verbandstage in der Frage noch weiteres
Materal ſammeln ſolle.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 31. Mai: Der Prophet.
Mittwoch, 1. Jüni, geſchloſſen. Donnerstag, 2.: Fideliv.
Freitag, 3. (zum erſten Male): Der Graf von
Luxem=
burg. Samstag, 4.: Lohengrin. Sonntag, 5.: La Bohéme.
Montag, 6.: Der Graf von Luxemburg. Dienstag, 7.:
Tannhäuſer. Mittwoch, 8. (Erſtes Gaſtſpiel der k. und
k. Kammerſängerin Frau Marie Gutheil=Schoder vom
k. k. Hofoperntheater in Wien): Zur Feier des 100. Ge=
zweige der ſtädtiſchen Verwaltung, doch kann der
Bür=
germeiſter unter ſeiner Verantwortung auch andere
ſtädtiſche Beamte mit der laufenden Bearbeitung
dienſtlicher Angelegenheiten beauftragen. Sowohl der
Bürgermeiſter wie die beſoldeten Beigeordneten und
beſoldeten Magiſtratsmitglieder dürfen keinen anderen
Erwerbszweig haben, kein anderes beſoldetes Amt
be=
kleiden und nicht Mitglied des Vorſtands und
Auf=
ſichtsrats einer Aktiengeſellſchaft oder
Kommandit=
geſellſchaft auf Aktien ſein. Ausnahmen hiervon
kön=
nen nur unter beſonderen örtlichen Verhältniſſen mit
Zuſtimmung der Stadtverordneten und Genehmigung
des Miniſteriums zugelaſſen werden. Gegen
Ent=
ſchließungen oder Verfügungen des Bürgermeiſters iſt
innerhalb zwei Wochen Beſchwerde an den Kreisrat
und gegen deſſen Entſcheidung innerhalb der gleichen
Friſt Beſchwerde an das Miniſterium zuläſſig. Die
Artikel 131—138 behandeln die Tätigkeit der
Aus=
ſchüſſe, Deputationen und Kommiſſionen, die Artikel
139 ff. die Rechtsverhältniſſe der ſtädtiſchen Beamten.
Ueber die wichtigſten dieſer Beſtimmungen wurde die
Entſcheidung im Ausſchuß noch vorbehalten. Nächſte
Sitzung Mittwoch vormittag.
Kongreſſe und Verbandstage.
42. Verbandstag des Verbandes der
Er=
werbs= und Wirtſchaftsgenoſſenſchaften
der Provinzen Starkenburg und
Ober=
heſſen am 28. und 29. Mai in
Reichelsheim=
im Odenwald.
In der 1. Verſammlung, die von 7 Uhr abends bis
½11 Uhr dauerte, wurden interne Angelegenheiten des
Verbandes zur Erledigung gebracht, die Rechnung für
das abgelaufene Jahr vorgelegt, dem Verbandsdirektor
Entlaſtung erteilt und der Vertrag mit Herrn
Ver=
bandsreviſor Seibert=Wiesbaden erneuert, ſowie
der Voranſchlag, für 1910/11 feſtgeſtellt. Ausführlich
berichtete Herr Verbandsreviſor Seibert=Wiesbaden
über die Erfahrungen, die er bei den in 1909/10
vorge=
nommenen Reviſionen gemacht hat.
Der zweiten Verſammlung wohnten etwa 140
Per=
ſonen bei. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierung war
vertreten durch Herrn Miniſterialrat Hölzinger
der in ſeiner Anſprache an die Verſammlung dieſe
namens des Miniſteriums herzlichſt begrüßte. Er hoffe,
daß die gegenſeitigen Beziehungen ſtets ſo gute bleiben
mögen, wie ſie es ſeither waren und wie ſie ja von
jeher von der Großherzoglich Heſſiſchen Regierung
ge=
pflegt wurden. Bei den Beſtrebungen der
Genoſſen=
ſchaften ſei es ja klar, daß eine Staatsregierung zu
ihnen gute Beziehungen unterhalte, die Erfolge der
Genoſſenſchaften liegen heute klar zutage in dem
un=
beſtreitbaren Verdienſt um die Stärkung des Kredits,
der Wirtſchaft ihrer Mitglieder und überhaupt um die
Hebung der ganzen wirtſchaftlichen Verhältniſſe des
Mittelſtandes. Außerdem fördern die Genoſſenſchaften
den Sinn für die bürgerlichen Pflichten; ſie ſind
gerade=
zu als Schule der Selbſtverwaltung zu betrachten: der
genoſſenſchaftliche Grundſatz „einer für alle und alle
für einen” der ſollte auch im Staatsleben ſtets
beob=
achtet werden, dann würde es immer gut beſtellt ſein
um das Staatswohl.
Ueber Hypothekenrecht und
Zwangsverſteigerungs=
verfahren nach altem und neuem Recht erſtattete Herr
Landgerichtsrat Dr. O. Schwarz=Darmſtadt ein
2½ſtündiges Referat, das die ſchwierige Materie
ein=
gehend mit großer Klarheit und Anſchaulichkeit
behan=
delte und das von der Verſammlung mit großem
In=
tereſſe und Beifall entgegengenommen wurde. Die
vor=
geſchrittene Zeit ließ leider nur eine kurze Beſprechung
des Referats zu; an ihr beteiligten ſich die Herren Pro=
feſſor Dr. Crüger, Juſtizrat Lindt und Lehrer Schnei
der=Kelſterbach. Den Bericht über das abge
laufene Verbandsjahr erſtattete Herr Ver
bandsdirektor Stein=Darmſtadt, indem er einer
Rückblick auf die 50. Wiederkehr des Jahres warf, in
dem der Allgemeine Genoſſenſchaftsverband von Schulze
Delitzſch gegründet wurde und die im vorigen Jahr
in Freiburg gefeiert wurde. Er referierte dann übe
die wichtigſten Beſchlüſſe des Allgemeinen Genoſſen
ſchaftstages in Freiburg und verwies dann weiter au
die Geſchäftsergebniſſe der Verbandsvereine im letzter
Jahre, die in zwei Tabellen zuſammengeſtellt vorlie
gen, hob ſcharf hervor, daß zweifelhafte Forderunge
richtig in die Bilanz einzuſtellen und uneinbringlich
Forderungen vollſtändig abzuſchreiben ſeien. Ein
Ver=
ſtoß dagegen mache Vorſtand und Aufſichtsrat ſtrafbar
Sodann kam Redner auf den Nutzen der Verbands
reviſion zu ſprechen: Der Verwaltung mancher Ver
eine ſei zwar die Reviſion ein Dorn im Auge, nichts
deſtoweniger müſſe die Reviſion den geſetzlichen=
Be=
ſtimmungen gemäß durchgeführt werden und von de
Verwaltung auch darauf Bedacht genommen werder
daß den Empfehlungen des Reviſors Rechnung getrage
werde. Er legte auch den Vereinen ſehr ans Herz, da
ſie ihre flüſſigen Gelder nicht zu ſehr in Hypotheke
und Kaufſchillingen feſtlegen ſollten, ſondern auch
da=
auf zu achten, daß die Liquidität gewahrt werd=
Redner ſtreift zum Schluß noch die Diskontierung vo
Buchforderungen, worauf Herr Dr. Crüger und Her
Direktor Thorwart=Frankfurt a. M. ihre An
ſichten über dieſen Geſchäftszweig ausſprachen. Her
Dr. Crüger ſteht dem genannten Geſchäftszweig nid
ablehnend gegenüber, kann ſich aber auch einer
allg=
meinen Empfehlung desſelben nicht anſchließen, we
eine Reihe von Fragen bei der Pflege der Diskontie
ung von Buchforderungen wohl zu beachten ſeien. De
Verſuche des Hanſabundes, eine Organiſation für d
Diskontierung von Buchforderungen ins Leben
rufen, ſtehe er recht ſkeptiſch gegenüber.
Es folgte dann ein Referat über die Hilfskaſſ=
Ruhegehaltskaſſe und Witwen= und Waiſen=Penſion
kaſſe, bei welcher Gelegenheit der Referent, Herr Pr
feſſor Dr. Crüger, erwähnte, daß die Anerkennungd
ſeitherigen Privatkaſſen als Erſatzinſtitute als
wah=
ſcheinlich zu betrachten ſei. Bei dem weiteren
Pun=
der Tagesordnung „Wechſel=, Scheck= und Qui
tungsſtempel” kam auch die Frage der Platzanwe
ſung zur Beſprechung. Der Referent, Herr Dr.
Crüge=
will die Einführung der Platzanweiſung dem
Gefüh=
der Genoſſenſchaften überlaſſen. Einen entgegengeſe
ten Standpunkt nahm Herr Verbandsdirektor
Ste=
ein. Der nächſte Punkt „Ergänzung des Ve
bandsſtatuts” wurde einſtimmig angenommen: (
folgten dann die Wiederwahl des
Verband=
direktors und ſeines Stellvertreters, ſowie d
Stellvertreters des Reviſors, dann die Wahlen d
Abgeordneten zum nächſtjährigen Verbandstag des
m=
telrheiniſchen Verbandes. Als Ort für den nächſt
Verbandstag wurde Groß=Gerau auf
Einladu=
des dortigen Vereins angenommen.
Heſſiſcher Richtertag.
— Der Heſſiſche Richterverein, der älteſte Lande
richterverein Deutſchlands, hielt Samstag, den 28. M
ſeine elfte ordentliche Hauptverſammlung
Frankfurt ab. Die Verſammlung war gut beſucht. T
Vorſitzende, Oberſtaatsanſtalt v. Heſſert, gab.
Schreiben des Juſtizminiſteriums bekannt, wonach der J
ſtizminiſter und ſeine Räte durch dringende Dienſtgeſchäf
verhindert ſind, der an ſie ergangenen Einladung zur V
ſammlung zu folgen. Er gedachte des kürzlich verſtorben=
Mitgliedes, des verdienten Landgerichtspräſidenten
He=
berger. Sein Andenken wurde in üblicher Weiſe geeh
burtstages von Otto Nicolai (9. Juni 1910): Die
luſti=
gen Weiber von Windſor (Frau Fluth: Frau Gutheil=
Schoder a. G.). — 2. Schauſpielhaus: Dienstag,
31. Mai: Johannisfeuer. Mittwoch, 1. Juni: Lumpazi
Vagabundus. Donnerstag, 2.: Der dunkle Punkt.
Freitag, 3.: Das Konzert. Samstag, 4. (zum erſten
Male): Brand, Schauſpiel in fünf Akten von Henrik
Ibſen. Sonntag, 5.: Brand. Montag, 6.: Lumpazi
Va=
gabundus. Dienstag, 7.: Brand.
* Das Präſidium der Genoſſenſchaft
Deutſcher Bühnenangehöriger gibt bekannt,
daß die außerordentlichen Einnahmen des laufenden
Geſchäftsjahres, ſoweit ſie bei der Zentralkaſſe bereits
bekannt gegeben ſind, ſich auf annähernd 200000 Mark
ſtellen werden, wovon auf die Penſionskaſſe etwa
165000 Mark entfallen. Es iſt dies der höchſte
Jahres=
ertrag, der ſeit Beſtehen der Genoſſenſchaft erzielt
worden iſt.
Kleines Feuilleton.
* Die Löwenjagd in Stendal. Aus einem
Wanderzirkus waren in Stendal vier Löwen
ausge=
brochen, wie bereits gemeldet. Der aufregende Vorfall
ſpielte ſich folgendermaßen ab: Während des
Trans=
ports des Wagenparkes des Zirkus Carlo Corty nach
dem freien Platz vor der ſtädtiſchen Turnhalle lockerte
ſich in einem von zwei alten und zwei jungen Löwen
beſetzten Käfig ein Brett des Bodenbelags. Der älteſte
Löwe hatte, wie dem „Berl. Tagebl.” ein Augenzeuge
berichtet, den Defekt zuerſt wahrgenommen, das Brett
zum Teil herausgeriſſen und das Weite geſucht. Gleich
darauf brachen auch das Löwenweibchen und die beiden
Jungen aus. Während der alte Löwe ſofort die beiden
Geſpannpferde ſeines Wagens anfiel, begab ſich ſeine
ihm in der Gefangenſchaft angetraute Gattin mit den
beiden Kleinen auf eine benachbarte Wieſe und ſpielte.
Die beiden Geſpannpferde brachen unter der Laſt des
Löwen zuſammen, vermochten ihn aber abzuſchütteln
und erhoben ſich wieder; der Wüſtenkönig unternahm
dann einen zweiten und dritten Angriff, bei dem die
Pferde übel zugerichtet wurden, ließ dann aber plötzlich
von ihnen ab und wandte ſich nach der Schützenſtraße.
Hier attackierte er die drei Pferde eines vor einem
Re=
ſtaurant haltenden Ackerwagens, von denen er eines
furchtbar zerfleiſchte. Die beiden anderen Pferde
ſuch=
ten ſich des Angreifers mit heftigen Hufſchlägen zu
er=
wehren. Als dem Löwen ein Sprung auf eines dieſer
Pferde mißlang und er zur Erde rollte, ließ er von
ſeinen Opfern ab und lenkte ſeine Schritte gemächlich
in ein Gebüſch der nahen Promenade. Neben einem
Stallgebäude ließ er ſich zur Ruhe nieder. Schutzleute,
Offiziere und Mannſchaften des Stendaler Ulanen=
Regiments verſuchten jetzt, ihn einzufangen. Indeſſen
ſo leicht, wie es ſchien, ging das nicht. Endlich kam
man auf den Gedanken, ihm vom Dache des
Stallge=
bäudes aus eine Schlinge um den Hals zu werfen.
Das gelang. Im Moment, da der Löwe das Tau um
den Hals fühlte, fuhr er knurrend auf, die Schlinge zog
ſich zu und man hatte den ungebärdigen Ausbrecher.
Es war ohne viel Mühe möglich, in ähnlicher Weiſe ilm
Vorder= und Hinterfüße zu feſſeln und ihn in den
ſchleunigſt herbeigeholten Käfig zu ſtecken. Viel
lei=
ter war es, der Löwin und der beiden Jungen ſich
bemächtigen. Sie ſpielten während des ganzen au
regenden Vorganges immer noch friedlich auf der Wi
im Sonnenſchein und ließen ſich ruhig in den Kä
locken.
* Königliche Vorrechte. Vor einigen
Tag=
wurde in den engliſchen Gewäſſern der erſte Stör
fangen und von dem glücklichen Fiſchersmann de
König als Tribut überſandt. Der „Mancheſter Gue
dian” weiſt nun darauf hin, daß in früherer Zeit 1
König tatſächlich Anſpruch auf Störe und Walfiſche
heben konnte. Der alte Hiſtoriker Blackſtone erklä
ſeinerzeit ganz ernſthaft, daß ſowohl Walfiſche r=
Störe Teile von des Königs gewöhnlichem
Einkomm=
bildeten, und erläutert ferner, der Grund hierfür
daß der König die Seefahrt vor Piraten und Räube
bewahre und ſchütze. Derſelbe Hiſtoriker freilich
noch einen zweiten Grund, der einleuchtender iſt, u
ſagt, ſie ſeien Eigentum des Königs „infolge ihrer
ſonderen Vorzüglichkeit‟. Eine merkwürdige Unt
ſcheidung wurde zwiſchen Walfiſch und Stör gema
Der Stör gehört dem König ganz, vom Walfiſch jed
nur der Kopf, während deſſen Schwanz der Königin
kommt. Der Grund iſt nach alten Urkunden, daß
Königin ſtets mit Fiſchbein verſehen ſein müſſe,
aber Fiſchbein nur im Kopfe des Walfiſches
enthal=
iſt, ſo ſcheinen die alten Herren einen merkwürdig
Begriff von der Naturwiſſenſchaft gehabt zu haben.
C.K. Die Frau und der Einbrecher. 9
New=York wird berichtet: Die amerikaniſche Preſſe
eine neue Heldin gefunden, Mrs. Gateman, eine ju:
Frau, die erſt ſeit drei Monaten verheiratet iſt; ü
Nacht iſt ſie berühmt und geehrt geworden als
mutigſte, tapferſte Frau von New=York. Gegen 4 1
morgens war ein Einbrecher in das Schlafzimr
von Mrs. Gateman eingedrungen und bereits en
damit beſchäftigt, allerlei Gegenſtände betſeite zu ſch
fen, als die junge Frau erwachte. Ohne ihren Ma
der neben ihr ſchlief, zu wecken, oder die Hilfe von z
jungen Herren in Anſpruch zu nehmen, die als Mie
im Nebenzimmer ſchliefen, ſprang die reſolute F.
aus dem Bett und griff, mit einer langen Haarna
und einem eiſernen Spucknapf in den Händen,
Einbrecher an. Der Ueberraſchte verſuchte ſich zu ir
ren und wich in die Küche zurück, immer verfolgt
der furchtloſen und energiſchen Frau. Sie packte
bei der Gurgel, erwiſchte mit der rechten Hand
ſchweres Rollholz und ſchlug erbarmungslos auf
Einbrecher los. Er war in kurzer Zeit übel zuger
tet und ſein einziger Gedanke blieb die Flucht.
ſeiner Angſt und aus mehreren Wunden blutend ma
er einen verzweifelten Verſuch, durch das Küchenf
ſter zu entfliehen. Mrs. Gateman nahm den Aug
blick wahr, in dem der Flüchtling auf der Fenſterb
ſtand; mit ihrem ganzen Gewicht warf ſich die athleti
Dame gegen den fliehenden Geſellen. Mit einem e
ſetzlichen Aufſchrei ſtürzte der Mann 20 Meter tief
den ſteingepflaſterten Hof hinab und blieb mit
ſchmettertem Schädel leblos liegen. Aber Mrs.
Ge=
man, die tapferſte Frau von New=York, war mit ih
Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Mai 1910.
Seite 5.
Der Geſchäftsbericht des Vorſitzenden ergab, daß
die heſſiſchen Richter dem Verein faſt ohne Ausnahme
an=
gehören. Im Hinblick auf die Polemik, die ſich an eine
auf der vorigen Hauptverſammlung gefaßten Reſolution
geknüpft hatte, wurde hervorgehoben, daß ein an dieſer
Polemik beteiligter Landtagsabgeordneter den erſten Teil
der Reſolution, in der ausdrücklich das Recht des
Land=
tags zur Kritik anerkannt iſt, nicht geleſen zu haben ſcheint.
Es wurde mitgeteilt, daß der Vorſtand des Vereins zur
Rückſprache über die von den Richtern hinſichtlich der
Be=
ſoldungsreform vorgetragenen Wünſche bis jetzt von dem
Miniſterium nicht empfangen wurde. Man hielt eine
re=
gere Beteiligung der Richter am öffentlichen und auch am
politiſchen Leben für nötig. Eine ſolche würde am beſten
innerhalb der politiſchen Vereine geübt. Bei öffentlichem
Auftreten ſei Vorſicht geboten und alles zu vermeiden, was
zur Erſchütterung des Vertrauens führen könne. Es wurde
dargelegt, welchen Verlauf die Verhandlungen über das
paſſive Wahlrecht der Amtsrichter genommen haben u. daß
man hoffe, der Beſchluß der Zweiten Kammer werde
Ge=
ſetz werden. Auch diesmal wurde betont, daß für die
Fort=
bildung der Richter mehr geſchehen müſſe. Die jüngſten
Sparſamkeitsmaßnahmen des Juſtizminiſteriums, wie
Nichtbeſetzung etatsmäßiger Stellen ſogar am
Oberlan=
desgericht und die Verwendung unbeſoldeter Aſſeſſoren
kamen zur Sprache. Die Anſicht der Verſammlung wurde
in folgender, einſtimmig angenommener Reſolution
ausgeſprochen: Der Heſſiſche Richterverein erkennt an, daß
bei der jetzigen Finanzlage Sparſamkeit in der
Staats=
verwaltung geboten iſt. Die Heſſiſche Juſtizverwaltung
hat von jeher hinſichtlich der perſönlichen Ausgaben dieſe
Sparſamkeit geübt. Die Heranziehung von Aſſeſſoren
zur unentgeltlichen Aushilfeleiſtung ſogar bei etatsmäßigen
Stellen widerſtreitet jedoch den Grundſätzen der
Gerechtig=
keit und Billigkeit. Die Nachteile, die hieraus der
Rechts=
pflege erwachſen, ſtehen in keinem Verhältnis zu den
da=
durch erzielten Erſparniſſen. — Ein Antrag,
Gerichtsaſſeſ=
ſoren als Mitglieder in den Verein aufzunehmen, wurde
durch Mehrheitsbeſchluß abgelehnt. Bei aller Sympathie,
der man ja durch die Reſolution und auch ſchon bei
frühe=
ren Gelegenheiten Ausdruck verliehen hatte, erſchien es der
überwiegenden Mehrheit der Verſammlung richtiger, die
Mitgliedſchaft, wie bisher, auf Richter und Staatsanwälte
zu beſchränken. Der Vorſitzende betonte, daß man Gewicht
darauf lege, die guten Beziehungen, die ſeither mit dem
Aſſeſſorenverband beſtanden haben, zu erhalten. Die
Herren Landgerichtsrat Schudt=Gießen, Amtsrichter
Con=
radi=Offenbach und Amtsrichter Brehm=Mainz wurden
neu in den Vorſtand gewählt. Herr Senatspräſident Dr.
Keller, der mehrere Jahre Vorſitzender des Vereins und
zehn Jahre lang Schriftleiter der vom Verein
herausge=
gebenen „Heſſiſchen Rechtſprechung” geweſen war, wurde
zum Ehrenmitglied ernannt. Als Ort der nächſten
Jah=
resverſammlung wurde Mainz beſtimmt. Herr
Senats=
präſident Dr. Keller hielt ſchließlich einen feſſelnden
Vortrag über den Vorentwurf zum Strafgeſetzbuch, an
den ſich eine anregende Diskuſſion knüpfte. Ungeachtet
einzelner Beanſtandungen erachtet man den Vorentwurf
als eine geeignete Grundlage für die Reform. Nach mehr
als vierſtündiger Dauer wurde die Verſammlung
ge=
ſchloſſen. Ein gemeinſames Mittagsmahl bildete den
Abſchluß.
Hauptverſammlung des Verbandes
heſſiſcher Finanzbeamten.
(*) Gießen, 29. Mai. Der Verband heſſiſcher
Finanzbeamten hielt heute im großen Hörſaale der
Univerſität ſeine 12. Hauptverſammlung ab. Gegen 100
Beamte aus allen drei Provinzen waren erſchienen. Der
Vorſitzende Rechnungsrat Lang=Darmſtadt erſtattete den
Bericht über die Vereinstätigkeit in 1909. Er bedauert,
daß eine Anzahl Beamten dem Verein den Rücken gekehrt
haben und ermahnt zum feſten Zuſammenſchluß. Der
Verein zählte 1909 546 Mitglieder, dagegen am 1. Januar
1910 537. Es ſtarben in 1909 die Mitglieder und
Rech=
nungsräte Grimm, Weiſel, Müller=Darmſtadt. Die Frage
der Abhaltung von Vorträgen über das Finanzgebiet
wurde einſtimmig bejaht. Alle Beamten, Aſpiranten und
Gehilfen ſollen ſich beteiligen. Ueber die Zeitſchrift und
die Wahl der Mitglieder zum Zeitſchriftbeirat referierte
Rotmund=Karlsruhe. Die Einnahmen betragen 7533
Mark, die Ausgaben 6721,45 Mark, das Vermögen ſtieg
um 608 Mark auf 925 Mark. In den Zeitſchriftbeirat
wurden gewählt Krug und Schmelzer=Darmſtadt. Dann
wurde der Ausſchuß für die neun Gruppen der
Finanz=
beamten gewählt. Als Ort der Tagung 1911 wurde
Worms beſtimmt. Ueber die Lage des Standes und
ſeine weiteren Aufgaben referierte der Vorſitzende und
Rechnungsrat Götz=Darmſtadt. Seine Ausführungen
fan=
den allſeitige Zuſtimmung und die Wünſche wurden dem
Ausſchuß überwieſen. Götz=Darmſtadt beantragt, an
ſämtliche Kollegen bei den Bezirkskaſſen eine Umfrage über
die Verhältniſſe zu veranſtalten, um dann eine eventuelle
Vermehrung der Bezirkskaſſen beantragen zu können. Er
wendet ſich gegen die Zulaſſung der Militäranwärter zum
Finanzfach, dies würde keine Verbilligung für den Staat
ſein. Seitz=Offenbach ſpricht zur Beſoldungsfrage, es ſolle
nicht gewartet, ſondern gearbeitet werden; der neue
Land=
tag 1912 werde kaum für die Beamten beſſer werden, die
Not der Beamten werde ſtets größer. Der Verlauf der
ganzen Verſammlung zeigte, daß die Finanzbeamten trotz
der ſchwierigen Finanzlage eine alsbaldige Beſſerſtellung
erhoffen mit Rückſicht auf die immer ungünſtiger werdende
Stellung der Beamten. Die Gründung eines
Erholungs=
heimes für heſſiſche Finanzbeamten iſt für Bad Nauheim
beabſichtigt. Die Vorarbeiten ſind im Gange. An die
Tagung ſchloß ſich die Beſichtigung des Muſeums im alten
Schloß und ein Ausflug nach der Karlsruhe.
* Der Deutſche Evangeliſche
Kirchen=
ausſchuß war am 24. Mai in Eiſenach nach
län=
gerer Pauſe wieder zu einer Sitzung
zuſammen=
getreten. Den Hauptgegenſtand der Beratungen bildete
die Vorbereitung der Tagung der Eiſenacher
Kirchen=
konferenz. Daneben iſt hervorzuheben, daß an der
Hand von Mitteilungen aus der Rechtskommiſſion die
Reform des deutſchen Strafrechts nach
Maßgabe des auf Veranlaſſung des Reichsjuſtizamts
veröffentlichten Entwurfs eines Deutſchen
Sprach=
geſetzbuches, ſoweit dabei kirchliche Fragen in Betracht
kommen, eingehend erörtert wurde. Mit Genugtuung
wurde begrüßt, daß die mühevollen und zeitraubenden
Arbeiten der vom Kirchenausſchuß eingeſetzten
beſon=
deren Kommiſſion zur Durchſicht des Textes der
re=
vidierten Bibel einen Fortgang genommen
haben, der einen Abſchluß des Werkes in naher Zeit,
vielleicht noch im laufenden Jahre, erhoffen läßt. Zu
mannigfachen Erörterungen gaben auch in dieſer
Sitz=
ung die Angelegenheiten der deutſchen evangeliſchen
Gemeinden in den Schutzgebieten Veranlaſſung.
Der Gemeinde Lüderitzbucht wurden die Mittel zur
Deckung der Koſten des Pfarrhausbaues, der bereits
vor kurzem vollendet worden iſt, zur Verfügung
ge=
ſtellt. Ebenſo trat der Kirchenausſchuß nachdrücklich
für den beſonders dringlichen Kirchenbau in
Swakop=
mund ein. Zu ſeiner Befriedigung konnte er
feſt=
ſtellen, daß der Verein zur Pflege des deutſchen
evan=
geliſchen Lebens im Auslande (Breslau IX,
Marien=
ſtraße 2) es übernommen hat, ſeine Mitglieder für die
Aufbringung der erforderlichen Mittel zu
intereſſieren und die Ermöglichung des Baues dieſer
Kirche als nächſte Aufgabe des Vereins betrachtet. Für
die Auslandsdiaſpora wurden eine Reihe von Unter=
Lorbeeren noch nicht zufrieden und ſuchte neue Kämpfe.
In ihrem Nachtgewand kletterte ſie aufs Dach, in der
Hoffnung, hier noch einen Gefährten des Einbrechers
zu finden, der das Schickſal ſeines Genoſſen teilen
könnte. Aber zum Glück war niemand da, und ſo kehrte
Mrs. Gateman in ihr Schlafgemach zurück und legte
ſich wieder zu Bett. In dem Augenblick erwachte ihr
Mann und fragte, was los ſei. Seine handfeſte
Ge=
mahlin deutete gelaſſen zum Fenſter, wies auf den im
Hofe im Blute liegenden Körper und erklärte mit der
lakoniſchen Kürze einer Heldin: „Das iſt ein Mann,
den ich in unſerem Schlafzimmer erwiſchte und zum
Fenſter hinauswarf.”
* Eine koſtbare Schiffsladung. Der
deutſche Dampfer „Kronprinzeſſin Cecilie” hatte jüngſt
leinen Schatz nach Plymouth zu verfrachten, wie er wohl
noch nie, ſelbſt nicht von den einſt berühmten ſpaniſchen
und engliſchen Goldſchiffen übers Meer geführt worden
ſein dürfte. An Bord befanden ſich zweihundert Kaſſen,
von denen jede 250000 Francs in Gold enthielt,
außer=
dem 505 Goldbarren im Wert von je 3100 Francs. Dies
iſt der größte Goldſchatz, der je von einem Kontinent
auf den andern geſchafft wurde. Er ſtellt insgeſamt
einen Wert von 51½ Millionen Franes dar. Es war
zu ſeiner Aufnahme ein mit Stahlpanzern bekleidetes
Zimmer eingerichtet worden, deſſen Schlüſſel während
der Ueberfahrt von zwei Perſonen gemeinſchaftlich
be=
wacht wurde. Die Ausladung, die mit der Hand
ge=
ſchehen mußte, hat in Plymouth einen ganzen Tag
ge=
dauert.
* Das höfliche Klötze. Weil Oberpräſident
v. Hegel und der Regierungspräſident v. Miſitſcheck und
Wiſchkau, ſowie der Landrat v. Alvensleben die Stadt
Klötze beſuchen werden, bitten Magiſtrat und
Stadtver=
ordnete dieſer Stadt in Rückſicht auf die hohe Ehre, die
den Bürgern durch den Beſuch dieſer hohen Herrſchaften
widerfährt, die Häuſer recht zahlreich zu beflaggen und
die Straßen mit Dekorationsbäumen zu bepflanzen.
Die Bäume werden gratis angefahren und geliefert.
Ein neuer Muſikſaal im Neuen Polais.
In der Stille iſt in Profeſſor Albin Müllers
Ate=
lier auf der Künſtlerkolonie in den letzten Monaten ein
Werk entſtanden, das in gleichem Maße von dem
fein=
ſinnigen reifen Talent des Künſtlers zeugt, wie von dem
Intereſſe, das Se. Kgl. Hoheit der Großherzog auch
im eigenen Heim den ſchönen Künſten, dieſe fördernd und
pflegend, entgegenbringt: Der Entwurf zu einem fürſtlich
ausgeſtatteten und auf einen hochkünſtleriſchen Ton
ge=
ſtimmten Muſikſaal, deſſen Verwirklichung nunmehr
in Angriff genommen werden ſoll.
Wir hatten Gelegenheit, die Zeichnungen, die von
Profeſſor Müller in minutiöſer Durcharbeit und mit
tref=
fender Koloriſtik hergeſtellt wurden, zu ſehen und müſſen
geſtehen, daß, vorausgeſetzt, daß die Wirklichkeit
hält, was die Zeichnungen verſprechen, ſelten eine
Kunſt der anderen eine ſo treffliche Folie lieh,
wie hier. Und wenn je von gemalten oder
ge=
formten Tönen geſprochen werden kann, es in dieſem
Raum der Fall ſein muß, in dem alles Muſik, alles
klin=
gende Harmonie iſt, und die reizenden, intimen Details
trotz des Reichtums in Form und Farbe ſich zu einer
ſeltenen märchenhaften Stimmung einen.
Räumlich wird der Saal rechteckig geſtaltet ſein und
in ſeiner Stirnwand eine von einer Kuppel gekrönte Apſis
aufnehmen. Es werden drei neben dem ſog, weißen Saal
im Parterre des Neuen Palais liegende Zimmer, die
bis=
her nicht zu den ſog. „Herrſchaftszimmern” zählten, hierzu
zu einem Raum vereinigt werden, wodurch ein in ſeinen
Maßen ebenmäßiger Saal gewonnen wird, der ſchon von
ſelbſt eine gute Akuſtik gewährleiſtet. Der Saal erhält
ſo die Ausdehnung von 12½ zu 8½ Metern. Seine
Be=
ſtimmung ſoll in erſter Linie nicht ſein, in ihm ſelbſt zu
muſizieren, ſondern Muſik zu hören. Dem entſpricht
die ganze Technik, in der das Ideal eines Konzertſaales
im Kleinen geſchaffen wird.
Ein 3½ Meter hohes Paneel aus Amarantholz,
einer weſtindiſchen Holzart von roter ins Violette
ſpielen=
der Farbe, umzieht den ganzen Raum, in der Stirnwand
einzig unterbrochen durch die Apſis. Die Wände ſind durch
reich, aber unaufdringlich ornamentierte Pfeiler in
gleich=
mäßige Flächen aufgeteilt. Die einzelnen Felder, alſo
die eigentlichen Wände, ſind matt vergoldet und es wird
durch dieſes Gold zu dem ſaftigen rotviolett des Paneels
und den zwiſchen den Feldern angebrachten Sofabänken
von ähnlich violettem Ton im Tuch eine wunderbar, bei
allem Reichtum ruhig abgeſtimmte Farbenharmonie
er=
zielt.
Ungemein reizvoll belebt wird die Geſamtſtimmung
durch die Pfeiler, die neben reicher Schnitzerei im
oberen Teil vergoldete durchbrochene Ornamente zeigen,
deren Durchbruch den aus türkisfarbenen Flieſen
gebil=
deten Hintergrund ſehen läßt. Ebenfalls mit reich
intar=
ſierten Amarantholz eingefaßt. bilden die Pfeiler
gewiſ=
ſermaßen den Sockel, der Wände und Decke ſcheinbar
trägt. An drei Wänden ſind zwiſchen den Pfeilern jeweils
in der Breite eines Feldes, alſo genau dem
Sockel eingepaßt. Sitzgelegenheiten, modern geformte
So=
fas eingebaut, deren Stoffbezug zu dem Grundton der
Farbe — violett — abgeſtimmt iſt.
In der den Fenſtern gegenüberliegenden Stirnwand
iſt eine Apſis eingebaut, die eigentlich das
Schmuck=
käſtchen des ganzen Saales bildet. Die Rundung iſt in
kleine hellfarbene, halbhohle Niſchen aufgeteilt, die jeweils
durch eine Art Pfeiler abgegrenzt werden. Darüber wölbt
ſich eine Kuppel, deren Glasmoſaik auf blauen Grundton
geſtimmt iſt und in dieſem Blau reiche feine Malereien,
ſtiliſierte Vogelornamente in äußerſt zarter Linienführung
aufweiſt. Die Apſis findet nach dem Saale zu ihren
Ab=
ſchluß in einer pfeilerähnlichen Wand, die auf weißem
Grunde durch reichvergoldete Schnitzereien geziert wird.
Das gleiche Motiv der ſtiliſierten Vogelornamente findet
ſich auch in den Rundfenſtern wieder, die durch ganz zarte
durchſichtige Seide verhüllt ſind und das Tageslicht nur
gedämpft durchlaſſen. Die Vorhänge (Stores) ſind weiß und
zeigen die Ornamente in ganz zart lila oder blau getönter
Stickerei.
Die Apſis nimmt einen reichgeſchnitzten und
vergol=
deten Orgelſpielapparat auf. Das Orgelwerk ſelbſt iſt in
einem Raum hinter der Apſis untergebracht, alſo vom
Saale nicht ſichtbar. Das bedingt natürlich eine
beſon=
dere zweckmäßige Kechnik des Saales, damit die=Töne
ſtützungen bewilligt, ſo für deutſche Gemeinden in
England, Braſilien und Chile. Beſondere
Aufmerk=
ſamkeit wurde der bei der ſtändigen Erweiterung des
Arbeitsgebietes beſonders ſchwierigen Frage der
Ge=
winnung geeigneter Geiſtlicher für die
Auslands=
diaſpora zugewendet. — Im Anſchluß an die Sitzung
des Kirchenausſchuſſes, die auch den 25. Mai in
An=
ſpruch nahm, hat die 30. Tagung der Deutſchen
Evangeliſchen Kirchenkonferenz begonnen,
an der als Vertreter der heſſiſchen Landeskirche
Ober=
konſiſtorialpräſident D. Nebel und Prälat D. Dr.
Flö=
ring teilnehmen.
* Wien, 30. Mai. Heute fand die feierliche
Eröff=
nung des 9. Internationalen
Wohnungskon=
greſſes ſtatt, zu dem gegen 1100 Teilnehmer aller
Staa=
ten erſchienen waren. Zum Ehrenpräſidenten wurde
Le=
preux=Belgien und zum Präſidenten der ehemalige
Juſtiz=
miniſter Klein gewählt.
Luftſchiffahrt.
* Verona, 29. Mai. Als der Avtatiker
Du=
ray heute zum erſten Male wieder einen Flugapparat
benutzen wollte, der vor wenigen Tagen beſchädigt
wor=
den war, drohte der Aeroplan umzuſtürzen. Duray
ſprang deshalb ab, wobei er ſich Quetſchungen und eine
leichte Blutgeſchwulſt zuzog.
* New=York, 29. Mai. Der Aviatiker
Curtiß gewann den von dem „New=York World”
ge=
ſtifteten Preis von 10000 Dollars. Er ſtartete
morgens um 7 Uhr in Albany, landete um 10 Uhr 40
Minuten im oberen Teile von Manhattan=Island, um
ſeinen Petroleumvorrat zu ergänzen, ſtieg um 11 Uhr
35 Minuten wieder auf und flog bis Governors=
Is=
land.
Sport.
W. Gauwetturnen des Main=Rhein=
Gaues der Deutſchen Turnerſchaft in
Seeheim a. d. B. Das Gauwetturnen des Main=
Rhein=Gaues begann mit dem herrlichſten Turnwetter.
Leider hielt aber der Himmel nicht ſtand und das
Tur=
nen wurde zeitweiſe durch heftige Regenſchauer
unterbrochen, ſodaß es ſehr beeinflußt wurde.
Vor=
mittags 9 Uhr traten unter der bewährten Leitung des
Gauturnwarts Maurer=Darmſtadt 314 Turner, welche
in 11 Riegen eingeteilt waren, zum friedlichen
Wett=
kampfe an, von denen ſich 269 Turner am Fünfkampf
(Stabhochſpringen, Freiweithochſpringen, Steinſtoßen,
Laufen über 100 Meter und eine Freiübung)
beteilig=
ten. Am Vierkampf, bei welchem nur Turner, die das
30. Lebensjahr überſchritten haben, zugelaſſen waren,
nähmen 45 Turner teil. Die Uebungen waren für dieſe
Klaſſe: Freiweithochſpringen, Steinſtoßen, Laufen über
100 Meter, ſowie eine Freiübung. Beim Fünfkampf
war die höchſt erreichbare Punktzahl 90 und die
nie=
derſte 45, beim Vierkampf 70 und 35; in jenem waren
146 Sieger und in dieſem 41 Sieger zu verzeichnen.
Die Sonder=Wetturnen mußten vollſtändig
abgebro=
chen werden; ſie finden nunmehr bei der
Gauvortur=
nerſchule am 12. Juni ſtatt. Nachſtehend ſind die erſten
zehn Sieger verzeichnet: A) Fünfkampf (die Zahlen
bedeuten die Punkte): 1. Oskar Jaenſch, Tad. Neu=
Iſenburg, 84; 2. Franz Obernhäuſer, Tv. Waldorf, 81½;
3. Aug. Beringer, Tad. Beſſungen, 79; 4. Franz Klein,
Tv. Dieburg, 78; 5. Heinr. Wittmann, Tv. Pfungſtadt,
73; 6. Richard Werner, Tgſ. Darmſtadt, 72½: 7.
Hein=
rich Cezanne, Tgſ. Waldorf, 71½; 8. Heinrich Böttiger,
Tv. Pfungſtadt, und Georg Dornbach, Tv. Seeheim,
71; 9. Wilh. Loos, Akad. Tv. Alemannia=Darmſtadt, 70½;
10. Franz Hill, Tgſ. Darmſtadt, Hans Daum, Tv. Groß=
in voller Klangſchönheit ſich dem Ohre mitteilen. Das
wird dadurch erreicht, daß die Goldornamentik der
Apſis gittergleich durchbrochen wurde. Auch die
Vogel=
ornamente, die in Kreisaufteilung die Kuppel zieren, ſind,
dem Auge faſt unſichtbar, durchbrochen und laſſen die
Or=
geltöne aus dem engen Außenraum in den Saal fluten.
Außerdem iſt an die Orgel ein Echowerk angeſchloſſen,
von dem aus Röhrenleitungen zur Decke führen. Dieſe
Röhren, beſtimmt, die Töne zu leiten, münden in die
zahl=
reichen Kaſſetten der Decke, die ebenfalls, für den Beſchauer
faſt unſichtbar, durchbrochen ſind und die Töne der Orgel
ungehindert ausſtrömen laſſen. Dadurch ward erreicht,
daß ſich die Orgelklänge in zarten gedämpften Tönen
gleichzeitig über den ganzen Saal verteilen, was nach einer
in Berlin veranſtalteten Probe von märchenhafter
Wir=
kung ſein ſoll.
Die Decke des Saales, die eine ſtrenge kaſſettenartige
Aufteilung erhält, wird, wie der Fries über dem Paneel,
in Alabaſterſtuck hergeſtellt. Die inneren Felder ſind reich
ornamentiert und vergoldet. Sie nehmen auch die ganz
diskrete, durch zahlloſe kleine elektriſche Birnen gebildete
Deckenbeleuchtung auf, die von einer Art Filigranwerk
ver=
hüllt und deren Quelle dadurch dem Auge entzogen wird.
Die eigentliche Beleuchtung wird, ähnlich wie in dem
von Prof. Müller 1908 ausgeſtellten Muſikſaal, durch
Re=
flektoren gebildet. fackelartigen Beleuchtungskörpern, die
an den Pfeilern rings im Saale angebracht ſind und zwar
mitten in Marmor gemeißelten Ornamenten, in denen
wiederum die ſtiliſierten Vögel je zwei eine
Kartuſche=
abſchließend, wiederkehren, diesmal nicht in
Kreisauftei=
lung, ſondern ſcheinbar gegeneinander fliegend oder ſich
ſchnäbelnd. Die Beleuchtungskörper werfen ihr Licht
zu=
nächſt an den gelblich getönten Marmor und dann.
gemil=
dert, an die Saaldecke, die den Schein zurückwirft. Der
Saal wird alſo nur durch reflektierendes Licht magiſch
er=
leuchtet, wodurch natürlich die Farbenfinfonien noch
bedeu=
tend erhöht werden. Weder Flamme noch ſonſtige direkte
Lichtquelle iſt dem Auge ſichtbar.
Entſprechend der reichen Ornamentik des ganzen
Saa=
les iſt auch der reich parkettierte Fußboden gehalten, ohne
daß dadurch ſeine Farben und ſeine durch die Technik des
Parketts bedingte Strenge in der Zeichnung ſtörend oder
aufdringlich wirken. — In der der Apſis
gegenüberliegen=
den Schmalwand ſind die Plätze für das Großherzogspaar
gedacht. Von hier bis zur Orgel in der Apſis iſt der
Fuß=
boden in hellerer Farbe gehalten und die Zeichnung leitet
unbewußt das Auge zur Apſis, wo neben der Orgel auch
die anderen Inſtrumente, darunter ein koſtbarer Flügel,
Aufſtellung finden. Im übrigen iſt der Fußboden dunkler
gehalten, doch iſt die Zeichnung ähnlich, ſo daß von ſelbſt
die Augen der Lauſchenden zu der Quelle der Töne geleitet
werden und hier in der reichen künſtleriſchen Ornamentik
natürliche Ruhepunkte finden.
So iſt der ganze Raum auf reine Harmonie in Farbe.
Form und Tönen geſtimmt. Zu der Geſamtdispoſition und
zu vielen Einzelheiten hat der Großherzog perſönliche
Wünſche geäußert und in vielem auch die Initiative
gege=
ben. Die Zeichnungen und ein Teil der vollſtändigen
Wand werden, wie wir hören, demnächſt ausgeſtellt und
ſo dem Publikum zugänglich gemacht werden.
Gerau, Gg. Reinhard, Tgd. Beſſungen und Wilh. Heil,
Tgd. Sprendlingen, 70. — Ferner erhielten die
Darm=
ſtädter Vereine folgende Preiſe: 3. Aug. Beringer, Tgd.
Beſſungen, 79; 6. Rich. Werner, Tgſ. Darmſtadt, 72½
9. Wilh. Loos, Akad. Tv. Alemannia, 70½; 10. Franz
Hill, Tgſ. Darmſtadt, und Gg. Reinhard, Tgd.
Beſſun=
gen, 70; 17. Gg. Bernhard, Tgſ. Darmſtadt, 66; 20.
Wilh. Treidel, Tad. Darmſtadt, 64; 21. Ludwig Gölz,
Tgd. Darmſtadt, 63: 22. Val. Seidel, Tgd. Darmſtadt,
62½; 24. Val. Schmitt, Tgd. Darmſtadt, und Konrad
Kümmel, Tv. Darmſtadt, 61½; 25. Heinr. Allers, Tgd.
Darmſtadt, 61; 26. Gg. Grohe, Tgd. Darmſtadt, 60½
29. Rob. Rühl, Tv. Darmſtadt, und Adam Treidel, Tgd.
Darmſtadt, 59; 33. Gg. Friedrich, Tgd. Beſſungen, und
W. Reinhard, Tgd. Darmſtadt, 56½; 35. Albert
Baum=
ſtieger, Tad. Darmſtadt, 55½; 38. M. Meffert, Taſ.
Darmſtadt, und Heinr. Ackermann, Tgſ. Darmſtadt, 54;
40. Phil. Schaab, Tv. Darmſtadt, 53; 41. Wilh. Leinert,
Tgd. Darmſtadt, 52½; 42. Wilh. Becht, Tv. Darmſtadt,
51½; 43. Adam Tracht, Tgſ. Darmſtadt, 51; 45. Adam
Rüffel, Tv. Darmſtadt, 47½; 50. Jakob Scheid, Tv.
Darmſtadt, 47½; 54. Karl Nehrke, Tgd. Beſſungen, 45½.
B) Vierkampf: 1. Karl Schad, Tv. Groß=Gerau,
63½; 2. Fritz Huthmann, Tgſ. Darmſtadt, 62; 3. Kark
Trier, 30. Mai. In Hetzerath überſchlug ſich
geſtern ein Antomo bil an einer Kurve. Eine Dame
erlitt einen Beinbruch, ein Herr ſchwere Kopfver=
Gerau, 58; 6. Ludwig Schwarz, Tgſ. Darmſtadt, 57;
7 Heinr. Stroh, Tad. Sprendlingen, 56; 8. Georg
Stroh, Tgd. Sprendlingen, 55½: 9. Otto Weißbach,
Tgd. Darmſtadt, und Gg. Fr. Walther, Tv. Erbach, 54½.
10. Gg. Grein, Tgſ. Darmſtadt, 53½. Ferner von den
Darmſtädter Vereinen: 2. Fritz Huthmann, Tgſ.
Darm=
ſtadt, 62; 6. Ludw. Schwarz, Tgſ. Darmſtadt, 57; 9. O.
Weißbach, Tgd. Darmſtadt, 54½: 10. Gg. Grün, Tgſ.
Darmſtadt, 53½: 11. Theodor Penk, Tad. Darmſtadt,
53: 15. Wilh. Kunze, Tgm. Beſſungen, 49½; 16. Ad.
Zimmer, Taſ. Darmſtadt, 46½; 17. Rich. Fiſcher, Tad.
Darmſtadt, 45½; 20. Karl Schäfer, Tgſ. Darmſtadt, 43;
22. Emil Bracher, Tgd. Beſſungen, 42; 23. Jul. Joſeph.
Tgd. Darmſtadt, 40; 29. Karl Schmitt, Tgſ.
Darm=
ſtadt, 35.
— Athletik. Herrn Joſef Otto, Mitglied des
„Athletenvereins Darmſtadt” gelang es, bei dem am
Sonn=
tag zu Fürth abgehaltenen nationalen Wettſtreite als
ein=
ziger Vertreter des heſſiſchen Athletikſports abermals
ſieg=
reich hervorzugehen. Er errang im Stemmen,
Stein=
ſtoßen und Schleuderballwerfen jeweils den 2. Preis.
Handel und Verkehr.
* Die marokkaniſche Anleihe am deutſchen
Markt. Die Staatsbank von Marokko, die bekanntlich
die neue 5proz. marokkaniſche Anleihe von der
marok=
kaniſchen Regierung übernommen hat, hat dieſe nunmehr
an ein internationales Syndikat weiter begeben, das die
Ausgabe der Anleihe durchführen wird. Der Betrag der
Anleihe iſt 101 124000 Fr. gleich 81 910 440 Mk. Die
An=
leihe wird Anfang nächſten Monats in Frankreich,
Deutſchland, Spanien und in Tanger an den Markt
ge=
bracht werden. An der Uebernahme der Anleihe im
Syndikat ſind beteiligt: mit 47½ v. H. die franzöſiſchen
Bankinſtitute, die aus ihrem Anteil die Beteiligung für
die engliſchen Intereſſenten zu beſtreiten haben, mit 20 v. H.
die deutſchen Bankhäuſer und Bankinſtitute, die
der deutſchen Marokko=Bank=Gruppe angehören, mit
10 v. H. die ſpaniſchen Intereſſenten, während die
reſt=
lichen 22½ v. H. als Anteil im Syndikat der
Staats=
bank von Marokko verbleiben. In Deutſchland wird die
Ausgabe der Anleihe, wie berichtet wird, durch die
Häuſer Mendelsſohn & Co., Diskonto=Geſellſchaft,
Ber=
liner Handels=Geſellſchaft und S. Bleichröder
vorge=
nommen werden.
Literariſches.
— BettyHertel Kinderundwunderliche Leute‟,
Verlag von Eugen Salzer, Heilbronn, broſch. Mk. 2.—
geb. Mk. 3.—. Mit dieſem feinen Büchlein iſts mir ganz
merkwürdig ergangen; ich habe darin geleſen und mußte
mitten drin wieder aufhören und es beiſeite legen, weil ich
zuerſt meine eigne Jugend und all das Wunderliche, was
ich erlebte — und dazu gehört auch ſo mancher wunderliche
Menſch, vorüberziehen laſſen mußte, ehe ich weiter leſen
konnte. Ich habe allen, der Jugend und den Menſchen,
wieder in die Augen geſchaut und ſie haben mir das Herz
warm gemacht. Ich wünſche, es möchte vielen ſo gehen
wie mir. Das werden alle die ſein, die Kinder lieb
haben und die ſolch wunderliche Koſtgänger an unſeres
Herrgotts Tiſch in ihr Herz geſchloſſen haben.
— Mit der ſoeben erſchienenen 9. Lieferung ſchreitet
die hier ſchon wiederholt beſprochene 5. Auflage des
Deutſchen Wörterbuchs von Weigand in raſcher
Regelmäßigkeit ihres Erſcheinens immer näher ihrem Ende
zu. Die neue Lieferung bietet die Wörter von Nut bis
Rab=
biner dar, den Schluß des Alphabets werden die von den 12
Lieferungen des Geſamtwerks noch ausſtehenden drei
letzten bringen, die der Verlag von Alfred Töpelmann
in Gießen auch noch bis zum Oktober vorzulegen verſpricht.
Damit wird dann eine gewaltige Arbeitsleiſtung bewältigt
ſein, deren Größe ſo recht nur der Fachmann zu beurteilen
weiß, die aber das höchſte Intereſſe jedes Gebildeten
erwecken muß. Es iſt wirklich nicht zu viel geſagt, daß
für jeden Gebildeten hier ein Nachſchlagewerk vorliegt,
das jedem gerade bei fleißigem Gebrauche je länger je
lieber werden wird.
Der Beſuch des belgiſchen Königpaares in Berlin.
* Brüſſel, 29. Mai. Der König und die
Königin der Belgier ſind abends gegen 11 Uhr
30 Minuten nach Berlin abgefahren. In ihrem
Ge=
folge befaiden ſich Hofmarſchall Graf de Merode, der
Chef des Militärkabinetts General Jungbluth, der
Hofmeiſter der Königin, Baron de Woelmont, die
Hof=
dame Gräfin van den Sten de Jehay. Zur
Verabſchie=
dung hatte ſich das Perſonal der deutſchen Geſandtſchaft
unter Führung des Geſchäftsträgers Kracker von
Schwartzenfeldt auf dem Nordbahnhof eingefunden.
* Köln, 30. Mai. Das Königspaar der
Belgier ſetzte heute vormittag 8 Uhr im Sonderzug
die Reiſe nach Berlin fort.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Baden=Baden, 30. Mai. Der Witwe des Geheimrats
Koch ging folgendes Telegramm des
Reichskanz=
lers zu: „Beim Hinſcheiden Ihres von mir ſo ſehr
ver=
ehrten Herrn Gemahls ſpreche ich Ihnen meine herzliche
Teilnahme aus. Das deutſche Volk verliert in dem
Da=
hingeſchiedenen einen ſeiner bedeutendſten Söhne, die
Menſchheit einen unermüdlichen Wohltäter. Reichskanzler
von Bethmann Hollweg.‟ — Die Beſtattung wird in aller
Stille vor ſich gehen. Außer den Angehörigen hat
nie=
mand Zutritt zum Krematorium.
letzungen, während der Chauffeur, der rechtzeitig
ab=
ſprang, unverletzt blieb. Die Verletzten ſollen aus Metz
ſtammen.
* Hamburg, 30. Mai. Die chineſiſche Militär=
Studienkommiſſion mit dem Prinzen Tſai Tao
an der Spitze, iſt heute vormittag hier eingetroffen und
trat bald darauf eine Rundfahrt durch die Stadt an. Um
12 Uhr findet offizieller Empfang im Rathaus durch den
Präſidenten des Senats, Bürgermeiſter Dr. Predöhl, ſtatt.
* Hamburg, 30. Mai. Die chineſiſche
mili=
täriſche Studienkommiſſion begab ſich nach
dem Frühſtück im Rathauſe, wo Bürgermeiſter Dr.
fanden. Die Herren kehrten nachmittags nach Berlin
zurück.
*. Bosniſch=Brod, 30. Mai. Unter brauſendem
Jubel der aus der Stadt und der Umgebung
herbeige=
eilten Bevölkerung traf der Kaiſer heute früh in
Bosniſch=Brod ein, der erſten bosniſchen Station auf
der Reiſe nach Serajewo. Der Herrſcher verließ unter
den Klängen der Volkshymne und unter ſtürmiſchen
Ziviorufen den Hofzug und nahm die Begrüßung des
Landeschefs und anderer Würdenträger entgegen. Auf
die Huldigungsanſprache des Bürgermeiſters erwiderte
er Kaiſer, es ſei ihm ein herzliches Bedürfnis
ge=
weſen, Bosnien und die Herzogewina aufzuſuchen, um
nmitten der Bevölkerung dieſer ſchönen Länder einige
Tage verbringen zu können. Der Monarch ſetzte ſodann
unter neuen ſtürmiſchen Kundgebungen ſeine Reiſe
nach Serajewo fort.
* Petersburg, 28. Mai. Bei dem erſten
Kon=
zert der Berliner Liedertafel bot der
voll=
beſetzte große Saal der Adelsverſammlung ein
prunk=
volles, glänzendes Bild. Aus allen Kreiſen der
ruſſi=
ſchen und deutſchen Geſellſchaft waren die Freunde des
edlen Geſanges, darunter zahlreiche Herren und Damen
der Hofgeſellſchaft und des diplomatiſchen Korps,
er=
ſchienen. Die Honneurs des Abends machten der deutſche
Botſchafter und Gräfin Pourtalés mit den Mitgliedern
der Botſchaft und dem Feſtausſchuß. Nahezu 200 Sänger
füllten das Podium. Das Programm wies Tonwerke
von der ernſten geiſtlichen Motette und der pathetiſchen,
hiſtoriſchen Ballade bis zur ſchlichten Volksweiſe und
dem heiteren Scherzlied auf, darunter zahlreiche Chöre
aus der auf Veranlaſſung des deutſchen Kaiſers
heraus=
gegebenen Liederſammlung. Die vollendeten
Daxbie=
tungen fanden allſeitig wärmſte Anerkennung. Morgen
findet unter dem Protektorat der Gräfin Pourtales
eine Matinee der Liedertafel zum Beſten der
Wohl=
tätigkeitsvereine der deutſchen Kolonie Petersburg ſtatt.
* Konſtantinopel, 30. Mai. Türkiſche Blätter
er=
fahren, die Mächte hätten grundſätzlich dem Stand
punkte der Pforte zugeſtimmt, wonach weder Zaimis
noch ein anderer Hellene als Kommiſſar von Kreta
anerkannt werden ſoll, nur die Antwort Rußlands ſtehe
aus. Jedenfalls ſolle die Kretafrage bis zur
Wieder=
aufnahme der Arbeiten in der kretiſchen Kammer gelöſt
werden.
H.B Berlin, 30. Mai. Leibarzt Dr. Ilberg und
Ge=
heimrat Profeſſor Dr. Bier begaben ſich heute früh zum
Kaiſer, um den Verband an der rechten Hand zu
wech=
ſeln. Sie fanden die Operationswunde durchaus normal,
ſodaß, keinerlei Komplikationen zu befürchten ſind. Nach
einer Aeußerung des Kronprinzen gelegentlich der
Eröff=
nung des Handwerkskammergebäudes ſteht feſt, daß der
Kaiſer nicht an der Frühjahrsparade teilnehmen, ſondern
daß der Kronprinz die Parade abnehmen wird.
H. B. Magdeburg, 30. Mai. Heute morgen zwiſchen 8
und 9 Uhr ereignete ſich auf der Chauſſee zwiſchen
Iſinger=
rode und Hornburg ein ſchwerer
Automobilun=
fall. Ein aus Braunſchweig kommendes
Geſchäftsauto=
mobil fuhr auf der abſchüſſigen Chauſſee mit voller Wucht
gegen einen Baum. Das Automobil wurde
vollſtän=
digzertrümmert. In dem Wagen befanden ſich außer
dem Chauffeur noch ein junges Mädchen und ein
Ange=
ſtellter. Der Chauffeur und der Angeſtellte wurden bei dem
Anprall aus dem Wagen geſchleudert und erlitten ſehr
ſchwere Verletzungen. Das Mädchen kam mit leichteren
Verletzungen davon.
H. B. Dresden, 30. Mai. Aus der Arreſtzelle des
hie=
ſigen ſtädtiſchen Krankenhauſes iſt in der vergangenen
Nacht der berüchtigte Einbrecher Chares entſprungen.
Er war am 7. Mai d. J. im Chemnitzer Landgericht bei
einer Vorführung, nachdem er den ihn begleitenden
Beam=
ten zu Boden geſchlagen hatte, geflüchtet und zwei Tage
ſpäter von einem Kriminalbeamten aufgegriffen und
feſt=
genommen worden. Dabei ſtieß er ſich ein Dolchmeſſer in
die Bruſt, weshalb er ins Krankenhaus übergeführt
wer=
den mußte. Chares wird eine große Menge Einbrüche zur
Laſt gelegt. Man glaubt, daß er ſich nach Berlin
ge=
wandt hat.
— London, 30. Mai. Der große ruſſiſche
Aus=
wandererdampfer „Liſutania” iſt mit
zer=
ſchmettertem Bug in die Tyne eingelaufen. Der
Pflege deine Stimme.
Nicht nur im strengen Winter, sondern sozusagen
das ganze Jahr hindurch gebrauchen viele Menschen
egelmässig irgendeine Tablette oder Bonbons, um
ihre Stimme zu pflegen, sie vor Katarrh zu schützen.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die in der
Schweiz seit 60 Jahren geschätzten Wybert-Tabletten
auch in Deutschland leichten Eingang gefunden haben.
Denn eine einzige Probe davon zeigt sofort deren
einzigartige Wirkung auf die Stimme.
(1366M
Hustenreiz, Heiserkeit, Verschleimung
ver-
schwinden sofort nach deren Gebrauch und soviel
steht fest: Wer einmal die angenehme Eigenschaften
der Wybert-Tabletten erprobt hat, wird dieselben nie
mehr missen wollen. Wybert-Tabletten sind daher für
Sänger, Raucher, Redner, Sportsleute und alle, die ihre
Stimme pflegen wollen, ein unentbehrlicher Begleiter.
In Originalschachteln à Mk. 1— sind dieselben in den
Apotheken erhältlich. Depots in Darmstadt in
sämt-
lichen Apotheken; Germania-Drogerie, Mühlstrasse 78;
Minerva-Drogerie, Ecke Karl- u. Hügelstr.; Medizinal-
Drogerie von Fr. Beckenhaub, Ecke Schul- u. Kirchstr.,
und Drogerie von C. Watzinger, Wilhelminenstr. 11.
in grösster Auswahl
c. A. Stützer Nachf.
Schützenstrasse.
Nummer 124.
.
(2
Die Lauchſtädter Heilquelle.
aller Zeiten und aller Völter haben ſich zu
zahlreicher Krankheiten der natürlichen Mineralquellen
als der von der Natur ſelbſt dargebotenen Heilmittel
ſtets mit größtem Nutzen bedient; und die neuſten
Forſchungen der Wiſſenſchaft beweiſen die Wirkung der
Mineralquellen — durch die in ihnen enthaltenen Mineral
ſtoffe — auf den menſchlichen Organismus. Beſondere
gilt das von der Lauchſtädter Mineralquelle
deren Heilkraft für gewiſſe ſpezifiſche Leiden an Tauſen
den erprobt iſt, ſo vor allem bei ſolchen Kranken, die an
Rheumatismus, Gicht (Podagra), Zuckerkrankheit, Nieren
leiden, Nervenkrankheiten, ſowie ſchlechter und fehlerhafte
Blutbeſchaffenheit leiden. Auch bei Blutarmen, Bleich
ſüchtigen und bei gewiſſen Frauenleiden leiſtet de
Brunnen geradezu wunderbare Dienſte. — Es wird au
den der heutigen Stadtauflage beiliegenden
Proſpek=
ufmerkſam gemacht. Der Brunnen iſt in ſtets friſcher
Füllung zu beziehen durch die auf dem Proſpekt ver
(1113:
zeichneten Depots.
Statt Karten.
(11125
Die glückliche Geburt eines kräftigen
Jungen zeigen an
Rechtsanwalt Dr. J. Strauss u. Frau
Mina, geb. Katz.
Darmstädt, 29. Mai 1910.
ankſagung.
Für die vielen Beweiſe der Teilnahme bei dem
Hinſcheiden meines Bruders u. unſeres Schwagers
und Onkels
(11152
Herrn
ſagen wir hiermit unſeren innigſten Dank.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Carl Arnheiter.
Darmſtadt, den 30. Mai 1910.
Bankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe aufrichtiger
Teil=
nahme bei dem Hinſcheiden unſerer lieben
ſagen wir Allen herzlichen Dank.
Darmſtadt, 30. Mai 1910.
(11148
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die
ſüd=
lichen Ausläufer des nordweſteuropäiſchen
Tiefdruck=
gebietes haben bereits geſtern ſtrichweiſe geringen Regen
bei ſüdweſtlichem Winde gebracht. Ueber Nacht hat ſich
der Wirbel verſtärkt und ſüdwärts ſeine Randwirbel
ausgedehnt, ſodaß die Regenfälle überall in ganz
Deutſchland auftreten und ſtärker werden. Auch der
Südweſt iſt aufgefriſcht. Beim weiteren Vordringen
der Zyklone iſt für morgen keine weſentliche Aenderung
in Ausſicht.
Ausſichten in Heſſen am Dienstag, den 31. Mai:
Nur zeitweiſe Sonnenſchein, vielfach Regenſchauer,
ſtarker Weſt, etwas kühler.
Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im „Schützenhof”
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 1. Juni.
Hofreite=Verſteigerung des Tapeziers Friedr. Fey
(Grafenſtraße 4) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Gaſtwirts Frz. Kratſch
(Landwehrſtr. 26) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 Uhr
Hoffmann=
ſtraße 14.
Drogerieartikel= ꝛc. Verſteigerung um ½10 Uhr
Fuhrmannſtraße 2.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Heugras=Verſteigerung um 4 Uhr von den früher
Wienerſchen Wieſen (Zuſammenkunft an der
Kreis=
abdeckerei).
Moos=Verſteigerung um 9 Uhr im Rathaus zu
Pfungſtadt.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſande
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Waſſerhöhe am Pegel 3,90 m
Luftwärme 14 C
Waſſerwärme vormittags 7 Uhr 190C
Woogspolizeiwache.
Kurſe vom 30. Mai 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
8ſ. Staatspapiere.
4 Dſche. Reichsſchatzanw.
3½ Deutſche Reichsanl.
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg.
3½ do. Conſols
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,70
3½
do.
3
do,
4 Bayr. Eiſenbahnanl. .
3½
do.
3
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,30
31
do.
do.
3 Süchſiſche Rente . . . 83,60
4 Württemberger v. 1907 101,80
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 48,50
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente 99,00
do. Goldrente ..
do, einheitl. Rente
3. Portug. unif. Serie I
3. do. unif. Ser. III
do.
Spezial . 13,00
5 Rumänier v. 1903 . .
do. v. 1890. . 94,90
do. v. 1905 . .
4 Ruſſen v. 1880
In Proz.
100,60
22,75
84,40
100,50
92,75
84,40
93,70
101,50
92,10
91,80
80,60
93,10
101,30
99,30
94,20
66,50
68,00
102,50
91,00
InProz.
3f.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 92,60
100,30
„ do. v. 1905 .
92,30
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,50
4 Türk. Admin. v. 1903 88,70
4 do. unifiz. v. 1903 95,10
4 Ungar. Goldrente . . 95,20
do. Staatsrente . 92,20
5 Argentinier . . . . . . 101,90
90,90
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 93,00
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,40
99,60
do.
4½
. 97,80
4½ Japaner .
5 Innere Mexikaner . . 100,40
69,90
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 97,00
5 Gold=Mexikaner
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
. . . 143,10
4 Nordd. Lloyd . . . . 111,70
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 120,00
4 Baltimore & Ohio . . 114,25
4 Gotthardbahn . . . .
In Proz.
3i.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161,50
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 19,90
4 Pennſylvania R. R. 134,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 200,20
Werger=Brauerei
82,00
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 486,20
Fabrik Griesheim . . . . 260,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 489,50
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . .
Lahmeyer . . .
. . .118,10
Schuckert .
. . . 167,00
Siemens & Halske . . . 248,50
Adlerfahrradwerke Kleyer 417,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 235,10
Gelſenkirchen . . . . . . . 214,25
Harpener . . . . . . . . . 198,10
Phönix, Vergb. u.
Hütten=
betrieb .
. .225,70
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,20
4 Pfälzer Prt. . . . . . 101,20
do.
3½
92,20
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,30
do. ſteuerfrei . 99,30
4
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,20
do.
97,90
do. alte .
Oeſterr. Südbahn . . 98,70
do.
82,50
do.
3 Raab=Oedenburger . .
Ruſſ. Südweſt. . . . . 90,50
4 Kronpr. Rudolfhahn . 99,40
Bf.
In Proz.
75,80
24/10 Livorneſer . .
4 Miſſouri=Paciſic . . . 80,60
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,50
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,20
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 173,30
4 Darmſtädter Bank 130,20
251,30
4 Deutſche Bank
4 Deutſche Vereinsbank 128,20
4 Diskonto=Geſellſchaft 187,10
4 Dresdner Bank 158,60
4 Mitteldeut. Kreditbk. 119,90
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 123,20
4 Pfälzer Bank . . . . . 101,20
144,80
4 Reichsbank
4 Rhein. Kredit=Bank . 139,25
4 Wiener Bank=Verein 136,75
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,30
92,50
3½ do. S. 19.
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
do.
91,00
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
92,20
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
91,10
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
do. (unk. 1914) 91,40
3½,
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
do,
3½
92,40
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
3½ do.
4 Frankfurt .
3½ do.
4 Gießen .
3½ do.
4 Heidelberg
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
do.
München .
Nauheim
Nürnberg.
do.
4 Offenbach.
do.
4 Wiesbaden . . . . .
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886.
InProz.
91,50
101,20
95,10
100,50
91,60
100,50
91,10
101,20
92,00
100,60
92,40
02,00
91,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 138,00
5 Donau=Reg. fl. 100
3. Hall. Komm. „ 100 105.80
Sf.
In Proz.
3 Madrider Fs. 100 78,20
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. . . . . . . . 135,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe 175,00
3 Oldenburger
.. 125,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 102,30
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
7 39,80
Braunſchweiger Tlr. 20 212,00
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45
do.
5s. 10 33,60
Meininger
fl. 7 39,20
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 572,00
do. p. 1858 „ 100 466,00
Ungar. Staats „ 100 388,00
Venediger Frs. 30 42,40
Türkiſche
„ 400 186,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,44
20 Franks=Stücke . . . . 16,23
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,49
Franzöſiſche Noten . . . . 81,05
Holländiſche Noten . . . . 169,15
Italieniſche Noten . . . 80,75
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,15
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,15
Reichsbank=Diskonto .
Reichsbank=Lombard 33f. 5%
Seite 8:
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Mai 1910.
Nummer 124.
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Biffe der Liebe.
Ein Blankeneſer Roman
von Ewald Gerhard Seeliger.
(Nachdruck verboten.)
14)
Bitte, helfen Sie mir aus dem Boote! befahl
Har=
riet anweiſend und ſetzte ihre hochmütigſte Miene auf.
Er gehorchte, trat dabei bis an die Knöchel ins
Waſſer und ſchwenkte wieder ſeinen Hut bis an die
Erde. Sein roter Seidenſchlips flatterte dabei im
Winde.
Ich werde mir erlauben, ſprach er keck, mich morgen
mittag nach Ihrem Befinden zu erkundigen.
Bemühen Sie ſich nicht! erwiderte ſie von oben
herab und ließ ihn ſtehen. Heimlich ärgerte ſie ſich
tüch=
tig über ſeine Unverfrorenheit.
Ich werde trotzdem meiner Pflicht nachkommen, rief
er ihr nach. Und zu Arno, der ihm begeiſtert die Hand
reichte, ſagte er: Auf Wiederſehen, mein lieber Freund.
Dann brachte er das Boot zu Gerrit von Appen
zurück, mietete es gleich auf den ganzen Monat, um es
nicht ſofort bezahlen zu müſſen, holte aus dem
Strand=
hotel die verſandete Leinwand und ſeine Gerätſchaften
und ging über den Strandweg nach Hauſe. Bei Wilken
Wobbe, der ahnungslos auf ſeinem alten Platze ſaß,
blieb er ſtehen.
Wie geht’s, alter Herr? fragte er jovial.
Mir geht’s gut! knurrte der Alte giftig. Aber ich
würde mich in den Hals hinein ſchämen, wenn ich mit
meinen geſunden Händen nichts Beſſeres anzufangen
wüßte, als Farben zu kleckſen.
Daran merkte Kurt Egloff, daß Wilken Wobbe noch
immer keine rechte Luſt hatte, ſich von ihm malen zu
laſſen, ſchritt heim, ſpendete ſich im Hotel zur
Abwechs=
lung eine Flaſche Rauentaler Berg und ließ ſie
an=
kreiden.
Das Anwachſen ſeiner Genußrechnung machte ihm
einſtweilen keine Sorgen. Den guten Freund, den er
anpumpen wollte, wußte er jetzt ſchon bei Namen. Es
galt nur noch, ſeine Adreſſe aufzuſtöbern. Bei jedem
Schlück aber dachte er an Harriet Geſterling und an den
Beſuch, den er morgen in der weißen Villa abſtatten
mußte, wenn er ein Kavalier ſein wollte, und ſann
darüber nach, ob er dazu die ſtrenge Geſellſchaftstoilette
oder lieber die bequemere Künſtlertracht wählen ſollte.
Harriet und Arno aber kamen zu ſpät. Die beiden
Eltern ſaßen ſchon längſt mit Matthias Harms am
Tiſche. Der Vater ſchaute ſie mißbilligend an und
fragte Arno nach dem Grunde des langen Ausbleibens.
Der wollte ſchon mit der kraſſen Wahrheit
heraus=
platzen, doch bannte ihn ein ſtarrer Blick Harriets.
Wir ſind im Boot gefahren! meinte er kurz und
bündig und vertiefte ſich in die Suppe.
Die Mutter ſtrich ihm zärtlich über das feine Haar
und damit war die Angelegenheit erledigt. Diedrich
Geſterling erkundigte ſich nun bei ſeinem Prokuriſten,
ober ſich entſchloſſen hätte, über Nacht dazubleiben.
Matthigs Harms ſagte, wie immer, freundlich zu. Dann
ſtrachen die eihen dercn don den ſchechten Ansſchen
des Frachtenmarktes.
Nach der Mahlzeit begab ſich Harriet in den
Gar=
ten, und Herr Matthias Harms folgte ihr auf dem Fuße.
Seine Manieren waren tadellos, ſeine
Unterhal=
tung zuweilen ſogar geiſtreich, beſonders, wenn er auf
Pferderennen und Segeljachten zu ſprechen kam; aber
man merkte, daß er aus keiner kultivierten Familie
ſtammte.
Heute ertrug Harriet ſeine Nähe mit beſonderer
Ungeduld und Nervoſität. Es fiel ihr heute mehr als
jemals auf, daß er ängſtlich an den Worten
herum=
drechſelte, um keine Ungeſchicklichkeit zu begehen, daß er
nur mit Mühe das heftige Begehren unterdrückte, ſich
an die Naſe zu tippen und den roſigen, glatten Schädel
zu ſtreicheln. Und ſie mußte, ohne daß ſie es wollte, an
Kurt Egloff, den Künſtler, denken, an ſeine heitere,
liebenswürdige Art, ſich zu geben, an ſeinen offenen,
unbekümmerten Blick, an ſeine ungezwungenen
Be=
wegungen und an ſeine harmloſe Frechheit, über die
ſi=
ſich ärgerte.
Der Vergleich, den ſie anſtellte, fiel durchaus nicht
zugunſten des Herrn Harms aus. Und da geſchah das
Unglück. Es traf den guten Prokuriſten wie ein
Blit=
aus heiterem Himmel.
Weshalb laufen Sie mir immer nach? ſprach ſie
kurz und ſah ihn ſcharf an.
O Fräulein Harriet! rief er aufs höchſte beſtürzt
und ſprang auf. Und Sie können noch fragen? Wo
ich doch ſchon neun Monate um ihre Liebe werbel
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Mai 1910.
Nummer 124,
Dabei legte er die rechte Hand beteuernd auf die
Bruſt und verdrehte ſeine hellen, hundetreuen Augen.
Denn er meinte es wirklich ehrlich, und Harriet war
ſeine erſte Liebe. Von ſeiner Lehrlingszeit hatte er
ohne Unterbrechung ſeiner Firma treu gedient, war
ihr nie untreu geworden und hatte in den zwanzig
Jahren raſtloſer Arbeit, die nur dem Blühen, Wachſen
und Gedeihen des Hauſes Geſterling u. Co. gewidmet
waren, keine Gelegenheit gefunden, ſich mit den
Be=
dürfniſſen ſeines Herzens zu beſchäftigen.
Machen Sie ſich keine Hoffnungen! erwiderte
Harriet ſchroff, ſprang auf, ging ins Haus und kam
nicht wieder zum Vorſchein.
Matthias Harms ſtand eine Weile wier
zer=
ſchmettert, ließ erſt die Hand, dann den Kopf ſinken,
kehrte zur Veranda zurück, wo Dietrich Geſterling und
ſeine Frau ſaßen, und empfahl ſich. Er bedauerte tief,
ſchon jetzt aufbrechen zu müſſen, und ſchützte einen
not=
wendigen Beſuch vor, den er morgen vormittag machen
müſſe, an den er aber bei Tiſch nicht gedacht hatte. Und
dabei vergaß Matthias Harms nie etwas!
Diedrich Geſterling gab ſich alle Mühe, ihn
zurück=
zuhalten, doch vergeblich. Auch Frau Abel fand einige
teilnehmende Worte. Sie ahnten aber beide den
Zu=
ſammenhang.
Als Matthias Harms verſchwunden war, ſchickte
der Vater Guſchi Heggbloom, das Dienſtmädchen,
hinauf, um Harriet herunterzuholen.
Das gnädige Fräulein hat ſich eingeſchloſſen!
mel=
dete Guſchi ſchadenfroh. Sie hielt es mit Harriet und
mochte Matthias Harms auch nicht leiden, obgleich er
nie mit dem Trinkgeld kargte.
Sie haben eine Auseinanderſetzung gehabt, ſprach
Frau Abel müde, ohne ſich im geringſten aufzuregen.
Ste war gegen dieſe Verbindung, weil ſie deren Not=
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lich Metallſachen ſehr klar u. Holzſachen
ſehr weiß. Greift Hände u. Wäſche nicht
an. Löſt ſich in Waſſer ſehr raſch, ſollte
deshalb in keiner Haushaltung fehlen.
wendigkeit nicht einſah, und empfand ſie als unpaſſend.
Von der Feinfühligkeit aber, die Matthias Harms
durch ſeine plötzliche Abreiſe bekundet hatte, war ſie
doch ein wenig überraſcht.
Diedrich Geſterling jedoch wurde nervös, knüllte
wütend die Zeitung zuſammen, lief in ſein Zimmer und
ließ ſich den ganzen Abend nicht wieder ſehen.
Am nächſten Morgen fand ſich nur Arno zum
Kaffeetiſch ein. Dann verkroch er ſich mit ſeinem
Skizzenbuch in den hinterſten Winkel des Parkes.
Erſt beim Frühſtück trafen die Mitglieder der
Familie wieder zuſammen. Diedrich Geſterling, der
den ganzen Sonntagmorgen in ſeinem Zimmer
gear=
beitet hatte, warf nervös ſein Beſteck durcheinander.
Diedrich! rief Frau Abel warnend und zog die
Brauen hoch. Ich bitte Dich!
Du wünſcheſt? gab er gereizt zurück und begann
mit den Fingern zu trommeln.
Du ſollteſt Dir etwas mehr Ruhe gönnen!
Ich habe keine Zeit! erwiderte er ſchroff. Ich habe
morgen vormittag eine Kommiſſionsſitzung.
In dieſe eigentümliche Form kleidete Diedrich
Geſterling ſtets den ſehnlichſten aller ſeiner Wünſche, die
Würde, die ſein Vater einſt beſeſſen hatte, wieder zu
erringen. Doch das wußte Frau Abel nicht, und ſie
fühlte ſich durch ſeinen Ton verletzt.
Dazu ließen Arno und Harriet wieder auf ſich
warten. Arno lag im Parkwinkel mit heißem Bemühen
der maleriſchen Kunſt ob, und Harriet hatte ihr
Zim=
mer ſeit geſtern abend noch nicht verlaſſen.
Wo bleiben die Kinder? rief unwillig der Vater,
der die Unpünktlichkeit haßte.
Frau Abel hob die feinen Schultern und lehnte ſich
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gelangweilt und verdroſſen in den Seſſel zurück. Ih
Ehe hatte ſie etwas enttäuſcht. Sie beſaß künſtleriſe
Neigungen, ohne ſie aber zu betätigen. Diedrich Geſte
ling fehlten ſie vollſtändig. Trotz fortgeſetzter T
mühungen war es ihr nicht gelungen, ihren Gatten
bewegen, ſie an ſeinen Sorgen, Entwürfen und Plän
teilnehmen zu laſſen. Doch mit einer bewundern
werten Zähigkeit ſetzte ſie dieſes hoffnungsloſe
Ring=
fort, weil ſie ihn liebte.
Du biſt überarbeitet, Diedrich, ſprach ſie ſanft,
u=
ihre dunklen Augen ruhten beſorgt auf ſeinem hager
Geſicht. Du ſollteſt eine kleine Reiſe machen.
Aber er ſchüttelte mit großer Entſchiedenheit d
Kopf. Jede Woche der Abweſenheit konnte ihn, ſo für
tete er, in ſeinen Erfolgen zurückbringen und irger
einen ſeiner zahlreichen gefährlichen Nebenbuhler
die Höhe führen.
Du haſt Harriet ſchon vor drei Jahren eine Rei
nach Italien verſprochen! mahnte ſie dringender,
oh=
ſich von ſeiner Hartnäckigkeit einſchüchtern zu laſſen.
Harriet? rief er zornig. Sie hat es am wenigſte
um mich verdient.
Ich begreife nicht, warf ſie mutig ein, was Dir eit
Verbindung mit Herrn Harms ſo vorteilhaft erſchein
läßt?
Das iſt es ja! rief er verzweifelnd. Ihr begrei
es nicht!
Dann bitte, erkläre es mir.
Nun gut! ſprach er ruhiger. Ich werde es weni
ſtens verſuchen. Die Grundlagen meiner geſellſchaf
lichen Stellung iſt die Firma. Ohne Herrn Harms
ab=
kann ſie nicht beſtehen, beſonders nicht jetzt, bei de
ſchlechten Zeiten.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 124.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Mai 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polzeiamts Darmſtadt.
Weißbinderarbeiten.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
Die Herſtellung der Straßenſeite des
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
ebäudes Bismarckſtraße 28 ſoll ver= finden ſich: 1 Bernhardiner, 3 Pinſcher, 1 Boxer.
eben werden.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
egen bei dem unterzeichneten Amte Grafen= tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
raße Nr. 30, Zimmer Nr. 9, während der
ſienſtſtunden offen, woſelbſt auch die
ngebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis Samstag, 4. Juni
910, vormittags 10 Uhr, bei
unter=
ichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 28. Mai 1910.
Stadtbauamt.
J. V.: Kling.
(11113oi
Wagnerarbeiten.
Die Neubereifung des mit Pferden
be=
annbarem Krankentransportwagens der
Panitätswache Bismarckſtraße Nr. 28 ſoll
ergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
egen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9,
Dährend der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
uch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Samstag, den 4. Juni 1910,
vormittags 10 Uhr,
ei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 30. Mai 1910.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
(11151im
Bekanntmachung.
Dienstag, den 14. Juni I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
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Traut=
kann Eheleuten dahier zugeſchriebene
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Heinheimer=
ſtraße 61
ilunſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K68/10
verden.
Darmſtadt, den 29. April 1910.
broßherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L9437,68
An unſer Genoſſenſchafts=Regiſter wurde
5 heute eingetragen hinſichtlich der Firma:
Zentralgenoſſenſchaft der heſſiſchen
landwirtſchaftlichen
Konſumver=
eine, eingetragene Genoſſenſchaft
mit beſchränkter Haftpflicht,
Darm=
ſtadt.
(11130
Oekonomierat Ernſt Wernher iſt aus
em Vorſtand ausgeſchieden und an ſeiner
Stelle Gutsbeſitzer Auguſt Biegler in
Dorn=
dürkheim in den Vorſtand gewählt.
Darmſtadt, den 25. Mai 1910.
broßherzogliches Amtsgericht Darmſtadt I.
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Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Die diesjährige öffentliche Impfung wird für die hieſige Stadt, Mittwoch,
den 4. Mai I. Js., nachmittags 5 Uhr, und die folgenden Mittwoche, ſo lange das
Bedürfnis dauert, im Schulhauſe in der Rundeturmſtraße abgehalten werden.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner, die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben
vorgenom=
menen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht
be=
nutzen will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50
Impf=
ungen vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen, bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau
noch=
mals gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die
natür=
lichen Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 28. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
(9475a
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 1. Juni 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (Obergaſſe) zwangsweiſe
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ſtühle (ſämtlich in Eichenholz),
1 Klavierſtuhl mit rotbraunem gepreßtem Plüſch,
1 Ottomane in weiß,
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Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Sachen beſtimmt.
Darmſtadt, den 30. Mai 1910.
(11160
Kapp, Gerichtsvollzieher.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 1. Juni I. J., vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich im Hauſe Hoffmannſtraße 14, I. Etage, die zum Nachlaß des Baurat
Schneller gehörigen Möbel und Hausgeräte als:
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ſchränkchen mit Marmorplatte, 1 pol. Ausziehtiſch, 10 Rohrſtühle, 5
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tiſchchen, 1 großer Spiegel in Goldrahmen, 1 pol. zweitür. Kleiderſchrank,
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ſchiedene Tiſche, 1 Rollwand, 1 Badewanne, 3 Waſchbütten, 1 Eisſchrank,
mittelgroß, 1 Fliegenſchrank, 1 Küchenwage mit Gewichten und ſonſt.
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haltungsgegenſtände, 2 kompl. Betten, pol. Bettſtellen mit je 1 Sprungfeder=,
1 dreiteil. Roßhaarmatratze, 1 Deckbett und 2 Kiſſen, 1 polierte Waſchkommode
mit Marmorplatte, 2 Nachttiſche mit Marmorplatten, 1 Kleiderſtänder, 2
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und Reißſchienen, 1 Reißzeug u. 1 Barometer, eine große Partie Kunſtblätter Jakob Friedel, Schlossgasse 29, Laden.
„Motive Deutſcher Architektur” und verſch. wiſſenſchaftliche Werke, ein Patent=
Krankenfahrſtuhl für Zimmer u. Straße, ganz neu, noch nicht gebraucht.
Die Verſteigerung findet meiſtbietend gegen Barzahlung ſtatt.
Darmſtadt, 30. Mai 1910.
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Donnerstag, den 2. Jnni ds. Js., vormittags 11 Uhr,
wird im Prinz=Emilgarten dahier die Heugras=Ernte öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Darmſtadt, den 30. Mai 1910.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 31. Mai 1910.
Nummer 124.
Chineſiſche Muſik.
— Dem muſikaliſchen Genius des Reiches der
Mitte hat Louis Lelvy ein feſſelndes Buch gewidmet,
das ſoeben in Paris erſchienen iſt und in dem er die
bedeutſame, faſt geheiligte Rolle unterſucht, die die
Muſik in der uralten Kultur des fernen Oſtens und
in dem Volksleben ſeit Jahrtaufenden geſpielt hat.
Eine alte Sage erzählt den Chineſen vom Urſprung
der Muſik. Viele Jahrhunderte vor unſerer
Zeitrech=
nung, ſo heißt es in jener Legende, ſandte ein Kaiſer
von China ſeinen Miniſter in die Ferne mit dem
Auf=
trage, die ſchönſten Töne der Welt zu ſuchen. Weitab
von der Kaiſerſtadt, in einem verlorenen, einſamen Tale,
da ſtieß der Wanderer auf ein Bambusfeld, das im
Winde ſang. Er ſchnitt eines der Rohre ab und führte
es an die Lippen: da gab es einen Ton, das war wie
der Klang ſeiner Stimme, „wenn er ohne Leidenſchaft
ſprach”. Da kamen zwei Vögel herangeflogen, ein
männlicher und ein weiblicher Phönix; auf einem
nahen Baume ließen ſie ſich nieder. Der eine der
Vögel ſang ſechs Töne, unter denen auch der Ton war,
den das Rohr gegeben hatte; der andere ſang ſechs
an=
dere Töne. Der kaiſerliche Miniſter aber ſchnitt elf
neue Bambusrohre ab, die genau die Töne gaben, die
die Vögel geſungen hatten. Dann kehrte er zum
Kai=
ſer zurück und übergab ſeinem Herrn die zwölf
Klänge. Und man nannte ſie fortan liu, das heißt die
Geſetze. Zuerſt übertrug man dieſe Töne auf
bron=
zene Glocken, ſpäter auf Hörner, Flöten und
Schal=
meien. Fünf davon wählte man aus: ſie bildeten die
Tonleiter und aus ihnen entſtand die chineſiſche
Natio=
nalhymne. Ein jeder der fünf Töne erhielt ſeinen
be=
ſonderen Namen, der erſte kung, das Schloß, der zweite
chang, die Befreiung, der dritte kio, das Horn, der
vierte tſchen, die Verkündigung, und der fünfte yu, die
Flügel. „Und all dies,” ſo ſchließt die alte Legende,
„creignete ſich in fernen, fernen Zeiten.” Spätere
Jahrhunderte haben dann dieſer Urtonleiter zwei
wei=
tere Töne angefügt und neue Inſtrumente erſonnen.
So wußten die alten Chineſen durch ihr Spiel mit
un=
gleich geſchnittenen Jaspisſteinen allerlei melodiſche
Kombinationen zu erſinnen; von Konfucius erzählt
man, daß er dieſe Muſik der Steine ſo wundervoll zu
ſpielen wußte, daß eines Tages ein Vorübergehender
ſtehen blieb und mit Tränen in den Augen ausrief:
„Welch ein Herz hat er, der ſo ſpielt!” Aus Porzellan
und aus Terrakotta wurden andere Muſikinſtrumente
erſonnen, der weithin ſchallende Gong und die
Zim=
beln erſtanden, große und kleine Trommeln wurden
geſchaffen und ſchließlich entſtand auch das
Lieblings=
inſtrument der Chineſen, der kin, jene Art Laute,
deren Saiten aus feiner Seide gefertigt ſind und deren
Gehäuſe von Künſtlerhand aus lackiertem Holz
ge=
ſchnitten wird. Im Gehäuſe ſind zwei Abteilungen,
die eine wird der „Teich des Drachens” genannt, die
andere der „Teich der Phönige” Zwiſchen den Stegen
und Hölzern lebt eine „reine Seele”, und wenn ſie
er=
wachen ſoll und ſingen, dann muß die Seele des
Mu=
ſikers, und auch der Ort, wo geſpielt wird, dieſer
rei=
nen Seele verwandt ſein. Eine alte Chronik belehrt
ihre Leſer: „Es iſt nicht ſchwer, einen Ort der Reinheit
zu finden, an dem man die Laute ſpielen kann.
Aber der Klang kommt aus dem Herzen. . . . Die
Fin=
ger, die die Saiten berühren, müſſen eine harmoniſche
Anlage haben, und wenn die Anlage harmoniſch iſt, dann
beſitzt die Seele auch die Reinheit. Das iſt dann der
helle Strahl im tiefen Waſſer. Der Weiſe, der die
Ver=
nunft beſitzt, muß das ohne Mühe erreichen können.”
Und dieſe myſtiſche, kosmiſche Betrachtung des
Wun=
ders der Muſik zieht ſich durch die ganze Geſchichte
Chi=
nas, immer ſtrebt das Verhältnis zu der Macht der
Töne zur höchſten und reinſten Geiſtigkeit. Das
Me=
morial der Muſik, das angeblich ein Jahrhundert vor
unſerer Zeitrechnung, in Wirklichkeit aber wohl
frü=
her in den Li=Ki, in das Memorial der Riten,
ein=
gefügt wurde, beginnt mit dem Satze: „Wenn eine Note
hervorgebracht wird, ſo iſt’s im Menſchenherzen, in
dem ſſie geboren ward.” Und ſpäter heißt es: „Das
Menſchenherz erweckt die Muſik und ihre Klänge ſind
nur die Folge ſeines Waltens. Und andererſeits
er=
weckt die Muſik auch das Herz des Menſchen und
wan=
delt es nach ihren Klängen.”
Und in dieſer Betrachtung, als Grundlage aller
Tugend, iſt die Muſik Chinas für alle und jeden
be=
ſtimmt. In den Riten, den Büchern der Zeremonien
und der Lebensformen, wird das äußere Leben
ge=
regelt, über die Seele des Menſchen aber ſoll die
Mu=
ſik herrſchen. „Die Riten geben dem Menſchen die
Vorſchriften, die ſeinem Range und ſeinem Weſen
ent=
ſpricht zu ſeinem Herzen.”
und Erde wieder leuchten. Himmel und Erde werden
glücklich über dieſen Zuſammenklang ſein, der
Ein=
fluß des Geiſtes und der Einfluß des Fleiſches
wer=
den die tauſend Weſen ſchützen und entwickeln. Dann
werden Pflanzen und Bäume üppig ſein, in den
Lüf=
ten werden die Flügel ſchwirren, die Inſekten blitzen
in der Sonne und erwachen zum Leben. Denn die
Muſik iſt es, die das vollbringt.” Noten und Töne, ſie
allein machen für die Chineſen noch nicht die Muſit.
„Die die Töne kennen und nicht die Noten,” ſo heißt es
in den alten Büchern des himmliſchen Reiches, „das
ſind die Tiere. Die die Noten kennen und nicht die
Muſik, das ſind die gemeinen Menſchen. Nur der Weiſe
kann die Muſik erkennen.”
Und dieſer ſubtilen geiſtigen Erfaſſung der Muſik
entſpricht es, daß der Muſiker ſeine Mittel nie
über=
ſpannen und in lauten Tönen ſchwelgen ſoll. „Die
wahrhaft große Muſik iſt ſtets einfach. Die
Vortreff=
lichkeit der Muſik beſteht nicht darin, die Töne bis an
die Spitze zu treiben.‟ Eines der älteſten chineſiſchen
Lieder wurde ſtets mit verkürzten Saiten geſpielt; ein
Kaiſer ließ die Seidenſaiten abſchneiden, weil ſie zu
laut klangen. So iſt auch das Nationalinſtrument der
Chineſen, der kin, ihre Laute, ein Inſtrument der
ſüßen Schweigſamkeit: „die Laute iſt die Schweſter der
Stille.
Sport.
Pfr. Rennen zu Grunewald. Die neue
Bahn im Grunewald ſah am Sonntag auf ein
ein=
jähriges Beſtehen zurück. Mit dem vorjährigen
Er=
öffnungstage hatte das Meeting am Sonntag die
Ueberraſchungen gemeinſam. Damals war es zunächſt
Autlerhorſt, der in der einleitenden Konkurrenz eine
Rieſenüberraſchung brachte, und diesmal ſchlug Herrn
R. Haniels Queenie den heißen Favoriten Brutus.
Der nach all den langen Fehlſchlägen in dieſer
Sai=
ſon mehr vom Glück begünſtigte Herr R. Haniel und
mit ihm ſein junger Jockei Sumpter feierte mit
Erl=
könig und Adjunkt zwei weitere ſchöne Erfolge. Der
Sieg von Erlkönig kam ziemlich überraſchend, da man
allgemein Schuhplattler in Front erwartet hatte, doch
war der Hengſt in der Diſtanz geſchlagen. Auch das
Grunewald=Rennen, die Hauptkonkurrenz des Tages,
brachte dem Favoriten Inamor eine Niederlage. Der
Weinbergſche Hengſt erwiſchte einen guten Start und
führte bis in die Gerade, wo ſofort Blauſtrumpf an
ſeiner Seite erſchien. Die Stute galoppierte durchweg
überlegen und gewann ganz leicht gegen Inamor, mit
dem Joſeph I. noch in den letzten Sprüngen totes
Ren=
nen erzwang. Im Preis von Charlottenburg ſtand
Cola Rienzi beſſer nach Hauſe als ſeine hartnäckige
Gegnerin Radium, die vor den Tribünen ſchon einen
Moment den Kopf in Front hatte. Das wertvolle
Kaiſerdamm=Handicap nahm gleichfalls einen
unerwar=
teten Ausgang, da Cheops nach Kampf Oranier ſchlug.
Die Favoritin Werra II. war keinen Augenblick im
Rennen. Um das Maß voll zu machen, wurde auch noch
der Derby=Kandidat Kalchas im 1. Klaſſen=Erſatz=Preis
im Handgalopp von Laps geſchlagen.
Die Graditzerin Lockung in Wien
ge=
ſchlagen. Die Expedition des Königlichen
Haupt=
geſtüts Graditz mit Lockung zum Oeſterreichiſchen
Stu=
ten=Preis iſt erfolglos geblieben. Die Ard Patrick=
Tochter hat allerdings die Entſchuldigung für ſich, daß
ſie unter den Schwächen ihres Geſchlechts litt, ein
Vorgang, mit dem man bei Stuten in der warmen
Jahreszeit immer rechnen muß und der die
Leiſtungs=
fähigkeit des Pferdes ganz bedeutend herabmindert.
Rennen zu Dresden. Die Hauptkonkurrenz
bildete der Preis von Röhrsdorf, in welchem Gernot
ſeinen verſchiedenen, gerade in der ſächſiſchen
Haupt=
ſtadt errungenen Siegen einen neuen Erfolg
hinzu=
fügte. Das Hunters=Flach=Rennen gewann Sodar nach
Kampf gegen Goldrock. Lt. Graf Holck, der Reiter des
als Dritten eingekommenen Syncopate, legte gegen
Sodar Proteſt wegen Anreitens ein und außerdem
er=
hob Herr M. Lücke, der Reiter von Muszai, gegen
So=
dar Proteſt wegen Kreuzens. Beide Einſprüche wur=
den aber nach langer Beratung des Schiedsgerichts
ab=
gewieſen.
Gewinnauszug
der
222. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
6. Klaſſe. 18. Ziehungstag. 28. Mai 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 80000 Mk. 282764
2 Gewinne zu 15000 Mk. 57193 154329
38 Gewinne zu 3000 Mk. 3501 16456 25275 25287
28564 30461 31395 43745 47419 60895 70007 84066
99780 101901 103418 106174 110165 133391 142104
146030 149897 150891 159942 175775 179314 186580
198232 207635 212720 220671 225608 226183 240974
262054 267045 279427 281804 290861
82 Gewinne zu 1000 Mk. 723 6737 9059 9766
13815 18554 21072 25738 27169 32473 34705 37349
40838 65512 55753 61213 63349 64357 69807 71341
73998 77444 83384 88224 90086 99140 100362 101295
101797 105420 107386 113783 115971 117380 124467
126632 129110 129545 133286 133649 139257 140191
143234 148123 149613 158982 1 160498 163319 163484
167342 173369 192713 199778 i 200325 206427 208082
216650 218485 218512 223008 226507 230250 236667
236713 241175 243398 § 244113 248296 248510 249537
254249 261371 262588 263595 266846 269686 279105
283664 284463 284750 294284 298698
123 Gewinne zu 500 Mk. 2971 4269 4326 5309 7456
9948 10772 14382 22002 24824 25827 31251. 31954
32924 39910 41260 47420 47989 48710 52863 54272
54339 68214 68787 70896 73161 74185 76721 77766
79732 80124 80791 80920 83452 86269 87913
89115 90796 92386 92571 97295 98626 99080 99399
104242 104430 110169 111649 112249 112539 113322
114914 115676 118220 119104 125416 127861 128047
130535 131306 131378 143136 143691 147823 152953
164386 156841 166312 167170 168344 1 170923 176960
178163 180103 183866 184759 189181 192527 195508
200311 202529 206170 206215 206917 208898 211307
213482 216636 217022 221800 221911 222086 224005
227000 229121 230389 280789 235795 236257 238060
238469 238616 240392 242657 243140 245677 252206
252644 255767 258258 264099 267524 272486 278395
279077 282276 283187 285365 286360 292630 292696
298681 301696
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 100000 Mk. 242511
2 Gewinne zu 10000 Mk. F 13615 228643
3 Gewinne zu 5000 Mk. : 30977 252461 303623
57 Gewinne zu 3000 Mk.: 747K 5252 12709 16409
17194 17739 19024 35857 38348 39834 45834 47611
52126 72683 74977 78229 79418 82228 82423 86300
97724 97785 106032 106889 117357 122184 123048
132495 141598 145132 146081 151043 160394 163541
168087 187240 193452 195390 196515 199477 211895
219267 219440 222900 228534 230557 234243 236929
237749 242460 249141 250687 256145 256657 267394
274750 293417
58 Gewinne zu 1000 Mk. 9833 13265 15710 17679
23358 28706 30488 34476 35645 39279 44245 66908
68400 69424 79139 82128 89488 92640 95678 106795
118809 135927 147710 153356 156970 158453 173247
182764 184715 194929 197674 197880 202156 204631
207597 210134 211962 217971 218225 220017 226796
228344 234673 242293 245272 257445 261781 262693
272785 273554 282105 284634 287000 289080 292313
295805 299186 301451
126 Gewinne zu 606 Mk. 1773 3908 6783 6816
7979 9799 12329 16052 18526 26490 28365 29033
29560 30410 30514 32990 34294 35426 36732 40260
40936 44284 47592 51292 52715 52730 58200 62191
66651. 68635 69207 70907 77970 81783 83436 85551
86038 88542 91804 92584 92724 92799 93649 95124
95132 96600 101469 102677 103553 104825 107666 110865
112127 113420 114451 114562 117590 118476 119277
120783 127142 127493 130104 135499 138436 140677
142366 145999 150125 151909 154256 154396 154510
159527 161186 168570 163768 165922 172674 174476
174644 175259 176525 177995 183585 185464 191829
196322 196466 205005 210523 217925 219950 222277
224321 225307 227267 229592 229774 234707 236769
237318 239148 240800 241126 241669 243024 243333
245817 250824 254311 257286 265979 268696 271105
273578 274261 282937 284771. 287578 290070 291985
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