Abonnementspreis
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
aus=
wärts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibungoder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
I 112.
Dienstag, den 17. Mai.
1910.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Das preußiſche Kriegsminiſterium und
Graf Zeppelin.
* Wem die Zukunft unſerer Luftſchiffahrt am Herzen
liegt, der mußte mit tiefem Bedauern von den Nachrichten
Kenntnis nehmen, die von einem wachſenden Gegenſatz
zwiſchen dem preußiſchen Kriegsminiſterium und dem
Gra=
fen Zeppelin erzählten. Die Vorwürfe gegen das
Kriegs=
miniſterium gipfelten in der Behauptung, daß man zur
größeren Ehre der Militärluftſchiffahrt dem nicht amtlich
abgeſtempelten Werk des Grafen alle möglichen
Hinder=
niſſe in den Weg lege, insbeſondere auch den Kaiſer gegen
dasſelbe beeinfluſſe. Dieſe Nachrichten mußten das deutſche
Volk begreiflicherweiſe beunruhigen.
Die Sache blieb unaufgeklärt. Eine befriedigende
Klä=
rung war bis jetzt ſchon deshalb nicht erfolgt, weil Graf
Zeppelin für ſeine Perſon bisher nicht öffentlich in dieſer
Frage Stellung genommen hatte. Dies iſt aber nunmehr
geſchehen. Wir haben von den Mitteilungen berichtet, die
Graf Zeppelin während des Eſſens beim Prinzen
Schönaich=Carolath gemacht haben ſoll. Sie lauteten
al=
lerdings füt das Kriegsminiſterium recht belaſtend. Um
nun auch dem anderen Teil gerecht zu werden, hat die
„Tägliche Rundſchau” an der zuſtändigen Stelle der
Mili=
tärverwaltung nähere Erkundigungen eingezogen. Das
Blatt gibt den weſentlichſten Inhalt ihres Ergebniſſes
wie folgt wieder:
Zünächſt dürfe es als durchaus feſtſtehend betrachtet
werden, daß das Kriegsminiſterium, insbeſondere ſein
Chef, von keinerlei Uebelwollen gegen den Grafen Zeppelin
und ſein Werk erfüllt ſeien. Hoffe man doch, durch die
außerordentlichen Leiſtungen des Grafen dem
gemein=
ſamen Ziel: Vervollkommnung der deutſchen
Luftſchiff=
fahrt zum Beſten unſeres Kriegsweſens, näher kommen zu
können. Natürlich müſſe ſich aber der verantwortliche
mili=
täriſche Leiter das Recht, welches zugleich ſeine Pflicht ſei,
vorbehalten, die ihm als unerläßlich erſcheinenden
Be=
dingungen zu ſtellen. Hierfür ſeien aber die Erfahrungen
maßgebend, die bei den Kölner Uebungen vom Jahre 1909
gemacht worden ſind. Die Militärverwaltung beabſichtige,
noch in dieſem Jahre ein Zeppelin=Luftſchiff zu kaufen,
falls es dieſen Bedingungen entſpreche. Eine endgültige
Antwort des Grafen Zeppelin und der Zeppelin=
Luftſchiff=
geſellſchaft auf die Anfrage der Militärverwaltung ſei aber
noch nicht eingegangen.
Die Darſtellung, als ob man einer Beſprechung
des Kriegsminiſters mit dem Grafen
Zep=
pelin Hinderniſſe in den Weg geſtellt habe, ſei
zweifellos unrichtig. Der Kriegsminiſter habe ſich
dem Grafen bereitwilligſt für den Tag, an dem er nicht
durch dringendſte Aufgaben in Anſpruch genommen war,
zur Verfügung geſtellt. An dieſem, dem letzten Samstag,
habe auch die Unterredung ſtattgefunden. In ihr ſei man
dahin übereingekommen, daß die Erfahrungen und
Kennt=
niſſe des Grafen Zeppelin ſoviel als angängig für das
Kriegsminiſterium verwertet werden ſollen. Letzteres
glaubte hierbei ſich nähere Entſcheidungen noch vorbehalten
zu müſſen, da die Luftſchiffahrt ſich erſt in ihren
Anfangs=
ſtadien befinde, in denen feſte Dispoſitionen nur unter
Vorbehalt und auch immer nur für die allernächſte Zeit
getroffen werden könnten.
Was die Mitteilungen des Grafen beim
Eſſen des Prinzen Schönaich=Carolath anbetrifft, ſo iſt
man im Kriegsminiſterium nach wie vor der Anſicht, daß
der Bericht — natürlich ohne Zutun des Grafen — eine
irrtümliche Wiedergabe und Färbung der ſtattgehabten
Er=
örterungen enthalte. Vielleicht ſeien in ihm auch
beſon=
ders die Forderungen ſeiner Freunde zu ungeſtümem
Aus=
druck gekommen. Man ſei daher auch weit entfernt, über
die perſönliche Haltung des Grafen mißgeſtimmt zu ſein.
Eines aber habe an maßgebender militäriſcher Stelle
einen recht befremdlichen Eindruck gemacht, daß
nämlich jene Erörterungen juſt jetzt ſtattgefunden haben,
wo der Reichstag geſchloſſen iſt. Dem Kriegsminiſter ſei
es auf dieſe Weiſe unmöglich gemacht, auf die gegen ihn
gerichteten Vorwürfe ſogleich zu antworten; denn auf eine
Preßpolemik könne er ſich aus naheliegenden Gründen nicht
einlaſſen. So müßten Monate verſtreichen, ehe das
Kriegs=
miniſterium öffentlich nachweiſen kann, daß Graf Zeppelin
von ſeiner Seite keine Behinderung, ſondern nur eine
För=
derung in ſeinem Werk zu erwarten habe.
Die oſtaſtatiſche Frage.
— Eine Nachricht, die noch vor wenigen Jahren
unge=
heures Aufſehen erregt und jedenfalls die folgenſchwerſten
Verwicklungen nach ſich gezogen hätte, kommt jetzt aus dem
fernen Oſten. Danach beabſichtigen die Japaner,
Korea endgültig zu annektieren. Damit gehen die
Dinge nunmehr einen Weg, den ſie nehmen mußten, denn
nach Beendigung des ruſſiſch=japaniſchen Krieges war es
klar, daß Japan niemals aus Korea wieder hinausgehen
würde. Schon die Nachrichten der letzten Monate deuteten
darauf hin, daß Japan ſich ernſtlich mit dem Plane einer
endgültigen Einverleibung Koreas trage. Auch die
Ver=
ſtärkung der japaniſchen Truppen wies darauf hin, daß
man die letzten Konſequenzen ziehen wolle, wie auch weiter
von ruſſiſch=japaniſchen Verhandlungen über dieſe Frage
verlautete. Nunmehr heißt es aus Petersburg, daß die
offizielle Annektierung Koreas durch Japan nahe
bevor=
ſtehe. Der Text verſchiedener Handelsverträge Japans
mit anderen Mächten enthält bereits den Paſſus „Japan
einſchließlich der Provinz Korea”. Ebenſo wird über
Peking und New=York gemeldet, daß alle ruſſiſchen Konſuln
in Korea ſich nach Söul begeben ſollen, um dort eine
Kon=
ferenz wegen der bevorſtehenden Annexion Koreas durch
Japan abzuhalten.
Die ruſſiſche Regierung wünſcht einen
ein=
gehenden Bericht über die Verhältniſſe im Lande,
insbe=
ſondere über die Möglichkeit, daß infolge der Annexion ein
neuer Aufſtand ſich erhebt. Rußland hat wegen der
Mandſchurei alle Veranlaſſung, den Dingen die ſchärfſte
Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Es heißt jedoch, daß
Ruß=
land einer Aenderung der Verhältniſſe in Oſtaſien nach
dieſer Richtung durchaus ruhig gegenüberſtehe und es mit
Japan freundſchaftliche Beziehungen aufrecht erhalten
wolle. Es hätte auch wenig Zweck, wenn Rußland ſich in
ein neues oſtaſiatiſches Abenteuer ſtürzen wollte, es würde
dabei doch den Kürzeren ziehen, ganz abgeſehen davon,
daß Rußland augenblicklich gar nicht in der Lage wäre,
den Japanern mit Nachdruck entgegenzutreten.
Ueberdies hat Rußland noch andere Gründe, mit
Japan ſich gut zu ſtellen, einmal nach dem amerikaniſchen
Neutraliſationsprojekt der Mandſchurei, und dann auch
nach dem aggreſſiven Vorgehen Chinas in der
Schiffahrts=
frage. Die Diplomatie Rußlands geht wahrſcheinlich von
der Vorausſetzung aus, eine Annäherung an Japan zu
vollziehen, um auf dieſe Weiſe China auszuſchalten. Wenn
Japan ſich auf China ſtützen kann, ſo iſt die Gefahr für
Rußland, ſeinen Einfluß in Oſtaſien, ſpeziell auf
wirt=
ſchaftlichem Gebiete, zu verlieren, weit größer, und darum
täte man durchaus gut daran, ſich mit Japan zu
verſtän=
digen, wodurch auch Konflikten vorgebeugt würde.
Freilich darf man eines dabei nicht vergeſſen: das
Uebergewicht der Japaner im fernen Oſten ſteigt dadurch
weiter, und ſowie die Japaner erſt dauernd feſten Fuß auf
dem oſtaſiatiſchen Kontinent gefaßt haben, werden ſie auch
weiter vorgehen. Dieſe Vordrängung der japaniſchen
Macht — die „gelbe Gefahr” — wird man wohl kaum
auf=
zuhalten vermögen, die Entwicklung geht nun einmal
dahin, der unabwendbare Lauf der Zeiten läßt ſich nicht
Einhalt gebieten.
Deutſches Reich.
— Die Reichstagskommiſſion zur
Vor=
beratung der Reichsverſicherungsordnung
wird am 27. Mai ihre Beratungen aufnehmen. Wie es
heißt, will die Kommiſſion zunächſt 6 Wochen tagen und
wöchentlich vier bis fünf Sitzungen zu durchſchnittlich
ſechs Stunden abhalten, es ſtehen ihr alſo 30 Sitzungen
zur Verfügung. Die Zeit vom 8. Juli bis Mitte Auguſt
ſoll ſitzungsfrei bleiben. Daß die Kommiſſion in 30
Sitz=
ungen nicht 1800 Paragraphen, alſo 60 pro Tag und 10
pro Stunde, erledigen kann, iſt klar. Sie will auch zunächſt
nur die Frage der Koſten der neuen Organiſation beraten
und zu dieſem Zwecke den von der Regierung für die
Pro=
vinzen Pommern und Rheinland aufgeſtellten Plan zur
Beſprechung bringen. Dieſer Plan wird der Kommiſſion
am 27. Mai vorliegen und zeigen, welche neuen Kräfte
er=
forderlich ſind, wie hoch die Koſten ſind und wie ſie ſich en
Staat und Verſicherungsträger verteilen. Von dieſen
Erör=
terungen hängt das weitere Schickſal der Vorlage ab.
Unterrichtete Kreiſe haben ausgerechnet, daß die
Durch=
führung der Vorlage ungefähr 25 Millionen Mark koſtet.
— Der Deutſche Arbeitgeberbund für das
Baugewerbe teilt uns mit: Durch die geſamte Preſſe
geht die Notiz, daß am Samstag, den 21. Mai, in Dresden
zwiſchen dem Deutſchen Arbeitgeberbundefür das=Bauge=
werbe und den Zentralverbänden der Arbeiter
Eini=
gungsverhandlungen ſtattfinden würden und daß
Einigungsvorſchläge auf beiden Seiten mit Sympathie
aufgenommen ſeien. Dem Geſchäftsführenden Ausſchuß
des Deutſchen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe iſt
bis jetzt lediglich die Anfrage des Herrn Oberbürgermeiſter
Dr. Beutler zugegangen, ob der Bund zu Verhandlungen
am 21. Mai geneigt ſei. Da der Geſchäftsführende
Aus=
ſchuß zu Verhandlungen nicht ermächtigt iſt, ſo liegt die
Entſcheidung darüber, ob in Verhandlungen eingetreten
werden ſoll, der für Donnerstag nächſter Woche
einberufe=
nen Vorſtandsſitzung ob. Einigungsvorſchläge ſind
über=
haupt nicht gemacht worden.
— Der Hanſabund hat eine Abteilung zur
För=
derung der Intereſſen des gewerblichen
Mittel=
ſtandes gebildet, deren Aufgabe die Kreditorganiſation
für den Mittelſtand, insbeſondere die Beleihungen offener
Buchforderungen bildet.
— Gegenüber der Meldung einer Berliner
Parla=
mentskorreſpondenz, daß beabſichtigt ſei, die preußiſche
Wahlrechtsvorlage am 27. Mai im
Abgeordneten=
hauſe erneut der Wahlrechtskommiſſion zu überweiſen,
um ein neues Kompromiß zu bilden, dem neben dem
1 Zentrum und den Konſervativen auch die
Freikonſervati=
pen und das Herrenhaus beitreten könnten, daß ferner eine
andere Art Drittelung geplant ſei, die den
Zentrumswün=
ſchen entgegenkomme, iſt die „Schleſiſche Volkszeitung”
von zuſtändiger Seite zu der Erklärung ermächtigt, daß
dieſe Mitteilung, ſoweit ſie die Zentrumsfraktion
betrifft, freie Erfindung ſei. Wahr ſei nur, daß die
Zen=
trumsfraktion am 24. Mai abends zu einer Beratung der
Wahlrechtsvorlage zuſammentreten werde.
— Die halbamtliche „Süddeutſche
Reichskorreſpon=
denz” unterſucht die Frage, warum es im Wahlkreiſe
Friedberg=Büdingen nicht zu einer gemeinſamen
bürgerlichen Phalanx gegen die Sozialdemokratie
gekom=
men ſei, und kommt dabei zu folgendem Ergebnis: „Die
Aufſtellung der Kandidaten zog ſich ſo lange hin, da
zu=
nächſt Bemühungen im Gange waren, der
Sozialdemo=
kratie eine geſchloſſene Front aller bürgerlichen Parteien
gegenüberzuſtellen. Daß es nicht hierzu kam, iſt
haupt=
ſächlich die Schuld des Bundes der Landwirte, der,
trotz=
dem es noch keineswegs feſtſteht, daß er die Mehrzahl der
bürgerlichen Wähler hinter ſich hat, verlangte, daß der
Kandidat ſich auf das Bundesprogramm verpflichten, ſowie
Mitglied des Bundes der Landwirte ſein müſſe und ſich
keiner Fraktion anſchließen dürfe. Dadurch waren von
vornherein die Freiſinnigen von der gemeinſamen
Kan=
didatur ausgeſchloſſen, da dieſe gerade in Heſſen keine
rein agrariſche Kandidatur unterſtützen.”
— Die neuen bayeriſchen Steuergeſetze
wurden von der Reichsratskammer angenommen. Der
Finanzminiſter von Pfaff betonte noch beſtimmter als im
Abgeordnetenhauſe den proviſoriſchen Charakter dieſer
Zwiſchenreform. Die künftige Reform müſſe durch
Ein=
führung der rein progreſſiven Einkommenſteuer mit
er=
gänzender Vermögensſteuer erfolgen. Der Referent und
zweite Präſident des Hauſes, Geh. Juſtizrat von Auer
be=
zeichnete gleichfalls die jetzige Reform als Stückwerk. Die
Generaldebatte ließ erkennen, daß der Widerſtand des
Reichsrats gegen einzelne Beſchlüſſe des anderen Hauſe
kein dauernder ſein wird, und daß vorhandene Gegenſätze
auszugleichen ſind.
Ausland.
— Der Abgeordnete Breiter hatte im öſterreichiſchen
Abgeordnetenhauſe dem Präſidenten Dr. Pattai
Handgreif=
lichkeiten angedroht, falls er einen ihm erteilten
Ordnungs=
ruf nicht zurückziehe. (!) Die Zeugen des Präſidenten
hatten ſich zu Breiter begeben und ihm erklärt, daß er
wegen früherer Duellverweigerung ſatisfaktionsunfähig ſei.
Breiter wehrte ſich gegen dieſe Anſchauung und forderte
die Sekundanten. Im Abgeordnetenhauſe erklärte der
Ab=
geordnete Sylveſter, der Abgeordnete Breiter habe wegen
des Vorfalls im Parlament den Präſidenten Pattai in
einem Schreiben ehrenrührig bedroht. Er glaube, der
Zu=
ſtimmung des Hauſes ſicher zu ſein, daß ein ſolches
Vor=
gehen der Würde des Hauſes zuwiderläuft und daher der
Ausdruck der Mißbilligung und Entrüſtung hierüber
be=
rechtigt erſcheint. Die beiderſeitigen Vertreter in der
Affäre Breiter beſchloſſen, die Frage der
Satisfaktions=
fähigkeit einem Ehrenrate zur Ueberprüfung vorzulegen.
Die Regierungsvorlage betr. die endgültige Reform der
Geſchäftsordnung wurde dem Geſchäftsordnungsausſchuß
überwieſen. Die nächſte Sitzung findet am 18.=Mai=ſſtatt,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Mai 1910.
Seite 2a.
— Wie verlautet, hebt die den Botſchaftern der
Krete=
ſchutzmächte übergebene Antwort der Pforte auf die
Erklärung der Mächte hervor, daß gemäß der Erklärung
der Pforte die Souveränitätsrechte der Türkei aufrecht
er=
halten bleiben und nichts dieſelben ſchmälern könne. Unter
dieſer Vorausſetzung nehme die Pforte von der Erklärung
Kenntnis, behalte ſich jedoch Verhandlungen mit den
Mäch=
ten vor, damit der zweideutigen Lage auf Kreta ein Ende
gemacht werde, An mehreren Orten der Türkei wurden
Verſammlungen abgehalten, in denen gegen die
Eideslei=
ſtung der Kreter proteſtiert und die Wahrung der
türki=
ſchen Rechte mit Waffengewalt verlangt wurde, falls
diplo=
matiſche Mittel nicht ausreichen ſollten.
— Die offizielle Stimmenzählung ergibt folgendes
Wahlreſultat der Wahlen in Spanien: 229 Liberale, 106
Konſervative, 40 Republikaner, 9 Karliſten, je 7
Ultramon=
tane und Regionaliſten, 5 Wilde und 1 Sozialiſt.
— Das norwegiſche Odelsthing nahm mit 71 gegen
10 Stimmen einen Antrag betreffend die Erweiterung
des jetzt beſtehenden kommunalen Wahlrechts für
die Frauen zum allgemeinen kommunalen Wahlrecht für
Frauen an. Durch die Erweiterung des Wahlrechts wird
die Zahl der wahlberechtigten Frauen um über 200000
erhöht.
Die Kommiſſion der ruſſiſchen Duma für die
Finnlandvorlage beendete die Beratung und nahm
folgende Abänderungen an: Die Friſt der Mandate der
finniſchen Mitglieder des Reichskates wird von neun auf
drei Jahre herabgeſetzt. Die Zahl der finniſchen
Mitglie=
der des Reichsrates wird auf zwei ſtatt auf eins feſtgeſetzt,
dagegen wird die Zahl der finniſchen Mitglieder der Duma
von fünf auf vier herabgeſetzt, indem ein Vertreter der
ruſſiſchen Bevölkerung Finnlands geſtrichen wird. Der
von dem Mitglied der extremen Rechten, Markow,
einge=
brachte Antrag, das Gouvernement Wiborg Rußland
ein=
zuverleiben, wurde mit ſieben gegen fünf Stimmen
abge=
lehnt.
— Die chileniſche Regierung vereinbarte mit einer
eng=
liſchen Firma den Bau einer 500 Kilometer langen
Eiſen=
bahnſtrecke, durch die das Zentrum des Landes mit der
Salpetergegend verbunden werden ſoll. Die Koſten
be=
tragen vier Millionen Pfund Sterling.
— Dem „New=York Herald” wird aus Kanton
ge=
meldet, daß die Agitation gegen die Mandſchu=Regierung
und die Ausländer in Süd=China ſtändig zunimmt.
Be=
ſonders gegen die das Land zahlreich bereiſenden Händler
richtet ſich der Haß der Chineſen. In großen
Maſſenver=
ſammlungen wird der Boykott amerikaniſcher
Waren beſchloſſen. Man will ihn erſt dann aufheben,
wenn den Chineſen, beſonders den chineſiſchen Studenten
in den amerikaniſchen Bundesſtaaten gewiſſe Freiheiten
und Rechte zugeſtanden worden ſind. Die amerikaniſchen
Kaufleute betrachten die Lage als ſehr ernſt. Sie glauben,
daß in Kürze heftige Zuſammenſtöße zwiſchen Chineſen
und Europäern erfolgen werden.
* Pfingſtkongreſſe. Alljährlich wenn das
Pfingſtfeſt naht, pflegen in den deutſchen Landen die
ver=
ſchiedenen Kongreſſe zuſammenzutreten, um über die
ver=
ſchiedenen Spezialintereſſen und Spezialfragen zu
bera=
ten. Beſonders reichlich iſt diesmal die Reichshauptſtadt
bedacht. Hier haben ſich zu Pfingſten
zuſammengefun=
den bezw. werden ſich nach Pfingſten zuſammenfinden:
die katholiſchen Arbeitervereine, die preußiſchen
Volks=
ſchullehrerinnen, die Hirſch=Dunckerſchen Gewerkvereine,
die preußiſchen Richter, der Evangeliſch=Kirchliche
Hilfs=
verein und ſchließlich die evangel. Jungfrauenvereine zu
einer Weltkonferenz. Im übrigen ſind die Kongreſſe in
dieſem Jahre gerechterweiſe ziemlich gleichmätzig auf das
Reich verteilt, eine Bevorzugung dieſer oder jener „
Kon=
greßſtadt” hat nicht ſtattgefunden. Aus der langen Reihe
ſollen nur die wichtigſten hervorgehoben werden: In
Darmſtadt waren die Turnlehrer verſammelt, in Bremen
kommen die Theoſophen, in Köln die Mitglieder der
De=
mokratiſchen Vereinigung zuſammen. Etwas unangenehme
Ein=Stück Alt=Wien in der Karwoche.
Treten wir unſere Wandernug in der
Himmelpfort=
gaſſe an, dem Palais des Prinzen Eugen gegenüber,
je=
nem feinen Barockbau Fiſcher von Erlachs. Da ſtand vor
alten Zeiten ein Kloſter, welches Pfarrer Gerhart von St.
Stefan 1267 neu erbauen ließ. In tiefer Niſche zur Seite
der Pforte war ein Bildwerk der Gottesmutter in
gül=
denem Gewande, mit Roſen beſtickt. Das Kloſter gab
ſpä=
ter, von einer tiefgedachten Legende hergeleitet, der Straße
ihren Namen. Noch heute erinnern einzelne intime Details
in den Zinshäuſern, die an jener Stätte emporgewachſen,
an des Hauſes einſtige Bedeutung.
Esewar, ſo erzählt die Sage, vor vielen hundert
Jah=
ren eine junge Nonne, die hatte den Dienſt an des Kloſters
Pforte, aber heiße Liebe ergriff ſie zu einem ſchönen
Jüng=
ling, Sehnen nach Leben und Luſt. So kniete ſie nieder
vor dem Gnadenbilde und flehte in brünſtigem Gebete:
„O du=gnadenreiche, liebe Mutter Gottes, du weißt ja, daß
ichzihn liebe und ihm folgen muß. Jahre hab ich dir treu
gedient, dir die erſten Himmelsſchlüßlein und Roſen
ge=
bracht, deinem göttlichen Kindelein eine neue Krone aus
Perlen geflochten, nun aber gebe ich dir die Schlüſſel, hilf
mir und verwahre du ſelber dein Haus.” — Und ſie legte
die Schlüſſel der Pforte zu den Füßen der göttlichen
Jung=
frau nieder und ritt mit ihrem Liebſten auf weißem
Röß=
lein hinaus in die mondhelle Nacht. — Und wieder ſchien
der Mond wie damals helle, da zog ein junges, krankes
Weib die Glocke an des Kloſters Pforte. Jungfrau Maria
als Pförtnerin öffnet ſelber und gibt die Schlüſſel in der
Heimkehrenden Hand. Des anderen Morgens, als es ganz
ſtille blieb an der Pforte, eilten die Schweſtern herbei und
fanden die Pförtnerin barfuß und im Büßergewande, die
Schlüſſel der=Pforte hielt ſie in ihrer Hand und bekannte
ſterbend ihre Flucht. Da wurden die frommen Frauen
das Wunder gewahr und erkannten, die Mutter Gottes
ſelber habe in der Nonne eigener Geſtalt all die Jahre des
Pförtnerinnenamtes gewaltet, denn ſie hatten ſie niemals
vermißt. Soswurde das Kloſter „Zur Himmelspförtnerin”
benannt.
Herrſchaften, nämlich die Anarchiſten, wird Halle a. S. zu
beherbergen haben. Zwei Veranſtaltungen wird
Hanno=
ver in ſeinen Mauern ſehen: die Tagungen des Deutſchen
Werkmeiſterverbandes und die des Bundes der deutſchen
Redakteure. In Deſſau werden die
Feuerbeſtattungsver=
eine beraten, wie die Koſten der Einäſcherung herabgeſetzt
werden können, Weimar wird den Freiſtudententag
auf=
nehmen. In Dresden werden die Religionslehrerinnen
eine Konſerenz abhalten. Chemnitz iſt Tagungsort für
den Evangeliſch=Sozialen Kongreß, deſſen Beratungen
man mit jährlich ſteigendem Intereſſe entgegenſieht. Die
evangeliſchen Arbeitervereine haben ſich hiſtoriſchen Boden
ihrer Bewegung, Elberfeld, ausgeſucht. Braunſchweig iſt
wieder mit zwei Verſammlungen bedacht. Die deutſchen
Verkehrsvereine und die deutſchen Elektrotechniker werden
hier einziehen. In dieſes Jahr fällt auch die alle zwei
Jahre ſtattfindende große deutſche Lehrertagung: der
Straßburger Lehrertag wird wohl manche intereſſante
Ueberraſchung bringen. Die deutſchen Chemiker haben
München auserkoren, und da nach einer alten Sage in
München ſchon die Säuglinge mit Bier genährt werden,
hat auch die Schutztruppe der Säuglinge, der Verein für
Säuglingsfürſorge, für München mobil gemacht. In
Dortmund wird der Deutſche Verein für erziehliche
Kna=
benhandarbeit beraten, in Wiesbaden die Anhänger der
Friedensbewegung. Karlsruhe endlich ſoll die deutſchen
kaufmänniſchen Vereine und Eiſenach den
Antiultramon=
tanen Reichsverband empfangen. Ein wichtiger Kongreß
wird im deutſchen Auslande abgehalten werden: Der
Deutſche Schulverein wird die Feier ſeines
dreißigjähri=
gen Beſtehens in Graz feſtlich begehen, er empfängt als
Feſtgeſchenk bekanntlich die auf Roſeggers Anregung vom
deutſchen Volke geſammelten über 2 Millionen Kronen.
Wie man ſieht, eine hübſche Reihe, ganz abgeſehen von
den vielen gewerblichen und ſonſtigen Veranſtaltungen,
die nur ein Teilintereſſe beanſpruchen.
* Ein „parlamentariſcher” Abend. Aus
Karlsruhe berichtet die „Badiſche Korreſpondenz” vom
12. Mai: „Auswärtige Zeitungen bringen Mitteilungen
über einen parlamentariſchen Abend, der vorgeſtern bei
dem Miniſter des Innern Frhrn. v. Bodman abgehalten
wurde. Die geſamte Karlsruher Preſſe hat von dieſer
Veranſtaltung keinerlei Notiz genommen, weil es
unter=
laſſen worden war, weder die Vertreter der hieſigen
Zei=
tungen noch die Landtagsjournaliſten hierzu einzuladen.
Daß die Einladung unterblieb, widerſpricht den
bisheri=
gen Gepflogenheiten. Es war Sitte, die hieſigen
Zeitun=
gen wie auch deren Vertreter im Landtage zu den
parla=
mentariſchen Abenden „zuzuziehen” Wenn das jetzt nicht
geſchah, dürften dafür nur zwei Gründe maßgebend ſein:
entweder legt der Herr Miniſter des Innern keinen Wert
darauf, Journaliſten bei ſich als Gäſte zu ſehen, oder aber
hatte er den Wunſch, daß die Herren von der Regierung
und die Mitglieder beider Häuſer ganz unbeobachtet und
ungeſtört unter ſich verkehren konnten.”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 17. Mai.
— Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Finanzminiſter a. D.
Gnauth, den Hofſchloſſermeiſter Haehnlein von Mainz,
den Kaufmann Sichel, Konſul von Guatemala in Mainz,
den Miniſterialregiſtrator Prinz, den Kreisamtmann a. D.
Emmerling von Nieder=Ingelheim, den Geheimen
Ober=
bergrat Braun, den Amtsgerichtsrat Dr. Jäger von
Zwingenberg, den Oberlehrer Profeſſor Dr. Hellwig von
Mainz, den Finanzaſſeſſor Sehrt, Steuerkontrolleur in
Mainz, den Kataſteringenieur Schmidt und den
Kauf=
mann Zachmann vom Verein Hottonia” den Oberaktuar
Kolheyer von Lich, den Hoflieferanten Baumann; zum
Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den Vorſtand des
Kabinetts Geheimerat Römheld, den Generaldirektor des
Hoftheaters und der Hofmuſik Werner.
— Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Vorſitzenden des
Zentral=
komitees der Deutſchen Vereine vom Roten Kreuz,
Königlich Preußiſchen Vize=Oberzeremonienmeiſter und
Kammerherrn B. von dem Kneſebeck in Berlin
das Großkreuz des Verdienſtordens Philipps des=
Groß=
mütigen verliehen.
Ernennung. Der Reichskanzler hat den
vor=
tragenden Rat im Miniſterium des Innern, Abteilung
für Schulangelegenheiten, Geh. Oberſchulrat
Nod=
nagel in Darmſtadt, zum Reichskommiſſar für die
Schlußprüfungen an der deutſchen Realſchule und der
höheren Handelsſchule in Bukareſt und an der deutſchen
Realſchule in Konſtantinopel ernannt. Die Prüfungen
werden im Juni abgehalten.
Nach deſſen Aufhebung 1783 kam das Gnadenbild in
die Eligius=Kapelle zu St. Stefan.
Wir überſchreiten nun, nach der Kaiſergruft ſtrebend,
den Neuen Markt, der, als er noch Mehlmarkt hieß, ein
köſtliches Bild von Alt=Wiens Eigenart darbot. Heute
ſcheint ſich ſelbſt die „Klugheit”, das ſchöne Weib mit der
Schlange, auf dem herrlichen Brunnen Georg Rafael
Don=
ners zu wundern, daß man ihn allein noch unberührt
ge=
laſſen. Da die Figuren aus Blei gegoſſen waren und in
ſich zuſammen zu ſinken drohten, mußten ſie in den
ſieb=
ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts durch
Bronze=
abgüſſe erneuert werden. Mit Genugtuung ſehen wir bei
den Kapuzinern das Kirchentor, von feiner winterlichen
Vorhalle befreit, weit offen ſtehen. Auch hier iſt Frühling
eingezogen und es ſchmückt ſich die Kirche zum Feſte der
Auferſtehung. „Ein Tag im Jahr, der iſt den Toten
frei” und ſo iſt auch in der Karwoche wie zu
Aller=
heiligen und Allerſeelen der allgemeine Beſuch der
Kaiſer=
gruft geſtattet. Die erſten Kapuzinermönche kamen 1600
us Rom, von Kaiſer Matthias nach Wien berufen. Schon
deſſen fromme Gemahlin Anna, Tochter des Erzberzogs
Ferdinand von Tirol, ließ an dieſer Stelle den
Ordens=
brüdern Kirche und Schule inmitten der Stadt erbauen.
Durch ihre letztwillige Verfügung wird die hohe Frau
Stif=
terin der Gruft. „Alle Täfeleien ſammt dem Altare, ſoin
Meiner Kapelle ſeynd, verſchaffe ich in die Kapuzinerkirche,
da Ihre Majeſtät, mein kaiſerlicher Herr und Gemahl und
Ich liegen werden.”
Als Kind wurde ich einſtmals zum Beſuche der
Kaiſer=
gräber mitgenommen und betrat heute den engen Gang
noch mit denſelben ehrfürchtigen Schauern, die ſeit jenem
erſten Beſuche nicht mehr aus meiner Seele ſchwanden.
Wir gingen eine hell erleuchtete Treppe hinab, die Wände
waren ſäuberlich mit Kacheln ausgelegt, die Luft ſchwül,
ſo, daß meine Gedanken unwillkürlich nach der Richtung
des Zentralbades abgelenkt wurden. Die urſprüngliche
Gruft, ein langes Gewölbe, wurde unter Leopold I.
erwei=
tert und mit einer Kapelle verſehen. Zu beiden Seiten
ſtehen die ehernen=Särge, einen Gang frei laſſend, in
düſte=
en Reihen. Der uns geleitende Mönch ſchließt nun des
Mauſoleums eiſernes Gittertor auf, wir ſchauen empor
Nummer ar2.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 15 vom.
14. Mai hat folgenden Inhalt: 1. Ueberſicht der für
die Gemeinde Lehrbach für das Rechnungsjahr 1909 zur
Beſtreitung ihrer Kommunalbedürfniſſe genehmigten
nachträglichen Umlage. 2. Ueberſicht der für das Rech
nungsjahr 1910 genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kommunalbedürfniſſe in den Gemeinden des Kreiſes
Friedberg. 3. Ueberſicht der von dem Großh. Miniſterium
des Innern für das Etatsjahr 1910 genehmigten Umlagen
der Kommunalbedürfniſſe in den Landgemeinden des
Kreiſes Mainz. 4. Ueberſicht der von dem Großh.
Mini=
ſterium des Innern für das Jahr 1910 zur Beſtreitung der
Bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinden des
Kreiſes Darmſtadt genehmigten Umlagen. 5.
Ruheſtands=
verſetzungen.
* Militärdienſtnachricht. Illing,
Militärgerichts=
ſchreiber=Gehilfe auf Probe bei der Großh. Heſſ. (25.)
Diviſion, zum Militärgerichtsſchreiber=Gehilfen ernannt.
L. Der Provinzialausſchuß verhandelte am
Sams=
tag öffentlich nur über die Bürgermeiſterwahl
in Bürſtadt. Dort waren nicht weniger als
Kandidaten aufgetreten, von welchen bei der Haupt
wahl Philipp Ille II. 478, Hans Lingelbach III.
326, Beigeordneter Fauſt und Peter Heinrich Keil
mann I. je 96 Stimmen erhielten. Bei der Stichwahl
am 4. Auguſt vorigen Jahres ging Ille mit 533 gegen
460 Stimmen welche auf Lingelbach fielen, als
Sie=
ger hervor. Die Wahl wurde angefochten, weil
Ille=
wegen Körperverletzung zu 14 Tagen Gefängnis
ver=
urteilt worden iſt; auch ſei ſeine politiſche Stellung
bedenklich. Außerdem erhielt das Kreisamt
Kenntnig=
davon, daß geradezu ungeheuerliche
Wahlbeeinfluſſun=
gen vorgekommen ſeien. Eingehende
Ermittelungen=
lehrten, daß ſchon vier Wochen vor der Wahl in
faſt=
allen Wirtſchaften zugunſten der Kandidaten
Freibier=
geſpendet wurde, daß das Bier in Strömen floß
und=
kein Gaſt nötig hatte, zu zahlen. Die Partei Ille ſöll
der Spaß 7000 Mark gekoſtet haben, Lingelbach 200
Mark und die beiden anderen 1800 und 400 Maxk,
ſchätzungsweiſe angenommen. Der Kreisausſchuß,
dem die Sache vorgelegt wurde, entſchied bei dieſer
Sachlage in Uebereinſtimmung mit verſchiedenen
Ent=
ſcheidungen des Provinziglausſchuſſes Oberheſſen
da=
hin, daß der Wahl des Ille die Beſtätigung
zu=
verſagen ſei. Die Koſten wurden der Gemeinde
zur Laſt gelegt. Dieſes Urteil focht ſowohl
Rechts=
anwalt Dr. Oſann namens des Gewählten als
auch=
der Koſtenverurteilung wegen die Gemeinde an.
In=
der zweiten Inſtanz wurde zuerſt der Akteninhalt v
getragen, welcher ein geradezu erſchreckendes
Bi=
zeigte, alsdann trat der Schwiegervater des Ille,
Franz Ofenloch XI., welcher in der erſten Inſtanz die
Ausſage verweigert hatte und 2000 Mark zu der Wahl
ſeines Schwiegerſohns geſpendet haben ſoll, vor und
erklärte, er habe an der Kaſſe 1600 Mark erhoben,
da=
von habe er etwa 500 Mark zu Bierſpenden verwendet;
nach der Wahl habe er auch noch einige Faß Bier
auf=
legen laſſen. Sein Schwiegerſohn ſei dabei nicht
be=
teiligt geweſen. Der Vertreter des Kreisamts
Bens=
heim, Regierungsrat Löslein, verkannte nicht, daß die
Beweisführung lückenhaft ſei, indem nicht feſtſtehe, daß
und welche Wähler durch die Spenden bei der Wahl
beeinflußt worden ſeien. Ille habe ſich zweifellos
vor=
ſichtig zurückgehalten. Der Umfang, welchen der
Un=
fug annahm, rechtfertige jedoch die Entſcheidung des
Kreisausſchuſſes, die auch bezüglich der
Koſtenverur=
teilung dem Geſetz entſpreche. Rechtsanwalt
Oſann ſprach ſich entſchieden gegen den bei den
Wah=
len üblichen Freibierunfug aus, die Verabreichung
von Freibier allein rechtfertige aber nicht die
Un=
gültigkeitserklärung einer Wahl. Nach Geſetz, ſowie
der Rechtſprechung des hieſigen Provinzialausſchuſſes
müſſe auch der Nachweis geführt werden, daß durch
das Freibier für den Spender, Stimmen
ge=
wonnen wurden. Dieſer fehle aber vollſtändig. Die
kleine Gefängnisſtrafe ſei ſchon im Jahre 1880 erkannt
worden, dieſe komme nicht mehr in Betracht; auch
po=
litiſch liege gegen Ille nichts Nachteiliges vor. Nach
längerer Beratung wurde dahin entſchieden, daß
beide Beſchwerden als unbegründet zu
verwer=
ſen ſeien. Die Koſten hat die Gemeinde zu zahlen,
mit Ausnahme derjenigen, die bei dem Gewählten und
ſeinem Anwalt entſtanden ſind, welche Ille zu tragen
hat. Die Gemeinde muß außerdem eine Gebühr von
25 Mark entrichten. Soweit die Beanſtandung wegen
der Vorſtrafe in Betracht kommt, iſt eine Entſcheidung
noch nicht erfolgt, ſodaß Ille wieder kandidieren
kann.
* Verkehr mit Kraftfahrzengen. Ueber die Frage,
welche körperlichen Mängel die Fähigkeit, ein
Kraft=
fahrzeug ſicher zu lenken, beeinträchtigen, iſt demnächſt
zu dem Rieſenſarkophage der großen Kaiſerin Maria
The=
reſia und ihres fürſtlichen Gemahles. Nach dem Tode des
Kaiſers verweilte die hohe Frau oft ſtundenlang bei dem
zärtlich geliebten Toten. Als Franz Stephan von
Loth=
ringen zu Frankfurt in dem Kaiſerornate Karls des
Großen zum römiſch=deutſchen Kaiſer als Franz I. gekrönt
wurde, da war Maria Thereſia die erſte, ihm mit ihrer
hellen Stimme ein begeiſtertes „Es lebe der Kaiſer!”
zuzu=
jubeln. In ihren letzten Jahren war die hohe Frau ſo
ſchwerfällig geworden, daß ſie ſich nicht mehr ſelbſtändig
bewegen konnte, und ließ darum einen Aufzug einrichten,
um ſich ſelber in die Gruft hinabzulaſſen und ebenſo
wie=
der hinaufzugelangen. Als einſtmals dieſe
Zugvorrich=
tung verſagte, rief ſie aus: „Er will mich behalten, die
Gruft läßt mich nicht mehr heraus, ich komme bald.‟ Dies
war am 2. November des Jahres 1780. Drei Tage darauf
erkrankte die Kaiſerin an einem ſchweren Lungenkatarrh,
von dem die bisher geſunde Monarchin nicht mehr geneſen
ſollte.
Gerne hätte ich länger dort verweilt, wo friſche Kränze
agen; es waren Kränze, die noch lebendige Liebe und
Verehrung niedergelegt, zu den Füßen der
wunder=
ſchönen Tochter des Herzogs Max in Bayern und ihres
unglückſeligen Sohnes. Auch des Erzherzogs Otto Sarg
war mit friſchen Roſen bedeckt. Aber unſer Führer iſt ein
guter Hirte, er umkreiſt ſeine kleine Schar mit dem
Zu=
rufe: „Bitte, nicht zurückbleiben!‟ Einen Augenblick
ver=
weilen wir noch bei dem Andenken einer Gräfin Karoline
Fuchs geb. Gräfin Mollard, der einzigen nicht dem
Kaiſer=
haus Angehörigen, die hier unten ruht. Eine Ehrung, die
Maria Thereſia ihrer geliebten „Fuchſin” angedeihen ließ.
aller ſtrengen Hofſitte entgegen. Iſt doch ihr Name als
Erzieherin, Freundin und Oberhofmeiſterin mit all den
lie=
benswürdigen Märlein und Sagen verknüpft, welche die
große Kaiſerin ihrem Volke menſchlich ſo nahe rückten.
Beide Frauen ſollen ſich, ſo erzählt die Legende, in
männ=
licher Kleidung in die Freimaurerloge eingeſchlichen haben.
Zu jenen Zeiten hatte man noch unklare und
abenteuer=
liche Vorſtellungen von Weſen und Bedeutung der Loge.
Maria Thereſia, welcher ränkevolle Zungen die Märe
zu=
trugen, Frauen hätten auch Zutritt, wollte ihren geliebten
Nummer 112.
eine einheitliche Regelung für das Reichsgebiet zu
er=
parten. Einſtweilen ſei darauf hingewieſen, daß
jeden=
alls ſolche Perſonen zur Führung von Kraftfahrzeugen
ungeeignet ſind, die an einer Herabſetzung der
zentralen Sehſchärfe, wenn auch nur auf einem
Auge, unter zwei Drittel des Normalen (ohne
Korrek=
tur) oer an ſogen. Nachtblindheit leiden, ferner ſolche
Perſonen, die kein normales Geſichtsfeld beſitzen,
end=
lich ſolche Perſonen, die mit Erkrankungen der
Binde=
haut und der Lider oder mit einer ernſteren inneren
Erkrankung des Auges ſelbſt behaftet ſind, durch die
eine vorübergehende oder dauernde Verſchlechterung der
Sehfunktion bedingt iſt. Perſonen aber, die die
Füh=
rung von Kraftfahrzeugen nicht berufsmäßig
übernehmen wollen, können probeweiſe zugelaſſen
werden, wenn ihre zentrale Sehſchärfe durch eine
Brille auf die Norm korrigiert wird und andere der
vorbezeichneten Mängel nicht beſtehen. Sie haben ſich
in dieſem Falle zu verpflichten, bei der Fahrt ſtets eine
Reſervebrille mitzuführen und bei Nebel oder
regneri=
ſchem Wetter jedesmal anzuhalten, falls das den
Refrak=
tionsfehler korrigierende Glas angelaufen oder
be=
ſchlagen iſt, und erſt nach Reinigung der
Korrektions=
brille weiter zu fahren. (Darmſt. Ztg.)
K. V. Die Kunſthalle bleibt bis zum 23. d. Mts.
geſchloſſen.
— Der Ausſchuß der vereinigten Bezirksvereine
hat ſeine Hauptverſammlung abgehalten. Der
Vor=
ſitzende, Stadtverordneter Dr. Kolb, erſtattete den
Jahresbericht, wobei er die Tätigkeit der einzelnen
Be=
zirksvereine und des Ausſchuſſes ſchilderte. Im Anſchluß
hteran beſprach er die ſtädtiſchen Finanzverhältniſſe und
wies dabei nach, daß an der Erhöhung der ſtädtiſchen
Steuer weniger die ſtädtiſche Verwaltung Schuld trage,
als die durch das Größerwerden der Stadt geſteigerten
Anforderungen, z. B. die Schullaſten. Außerdem gehe
die Steuer deshalb in die Höhe, weil die Geſetze des
Staates der Entwickelung unſerer Stadt große
Ver=
pflichtungen auferlegen. Er ſtreifte dabei die
Auf=
hebung des Oktrois, die neueren Steuergeſetze, die alle
die Städte höher und die ländlichen Gemeinden weniger
belaſten, und ſprach die Befürchtung aus, daß von ſeiten
des Staates die den Städten unfreundliche
Geſetz=
gebung weiter durchgeführt werde. Um dieſer Abſicht
wirkſam entgegenzutreten, ſei es notwendig, daß die
Städte und ihre Vertreter in den geſetzgebenden
Körper=
ſchaften ſcharf achtpaſſen und ſich wehren gegen jeden
Verſuch der weiteren Mehrbelaſtung der Städte. Auf
durch den Stadtv. Gallus beantragte Wahl durch
Zuruf wurde die ſeitherige Geſchäftsleitung
wieder=
gewählt, und zwar Dr. Kolb zum erſten Vorſitzenden,
Stadtv. Säng zum Stellvertreter und Buchhalter
Wenchel zum Schriftführer und Kaſſenführer. In
ungefähr 14 Tagen findet eine öffentliche Verſammlung
ſtatt, in der Stadtv. Sames den Bebauungsplan nach
dem neuen Bahnhof zu auf Grund des aufgelegten
Planes beſprechen wird.
— Radrennen. Das am Sonntag, den 22. Mai auf
der Radrennbahn an der Heidelberger Straße ſtattfindende
Dauerrennen über 30000 Meter um den Ehrenpreis Sr.
Königl. Hoheit des Großherzogs ſcheint, den bis jetzt
ein=
gelaufenen Meldungen nach, eines der intereſſanteſten
Ren=
nen, die je auf der Rennbahn an der Heidelberger Straße
gefahren wurden, zu werden und dürften die Sportfreunde
ſicher auf ihre Koſten kommen. Die Rennleitung hat ſich
ausbedungen, nur eine beſchränkte Zahl von Rennfahrern
zu dieſem Rennen zuzulaſſen, da dieſes große Fahren mit
Schrittmachermaſchinen ausgetragen wird. (Näh. Anz.)
— Gaſtſpiel Otto Reutter im Orpheum. Otto Reutter
hat mit ſeinem ſchier unerſchöpflichen Repertoire und mit
einem erſtklaſſigen Künſtlerprogramm am Pfingſtmontag
ſein Gaſtſpiel begonnen und wir haben es nun nicht mehr
nötig, um den genialen Spötter zu hören, nach Frankfurt
reiſen zu müſſen. Aber auch Frankfurt muß den
umwor=
benen Künſtler ſeit zwei Jahren entbehren, denn die Fülle
der Anträge, die ihm dauernd von Agenten und Direktoren
vorliegen, iſt eben derart, daßer ſelbſt, wenn er wollte,
dieſe auch nicht zum zehnten Teil erfüllen könnte. Aus
dem weiteren Enſemble verdient insbeſondere eine Truppe
von 10 raſſigen ungariſchen Sängerinnen in ihrer Szene
„Vogelballett” und „Idyll aus dem Karpathengebirge”
be=
ſondere Erwähnung. Nähere Beſprechung folgt.
A Wochenmarktbericht. Zufuhren und Verkehr
auf den Wochenmärkten der vergangenen Woche waren
des Pfingſtfeſtes wegen beſonders ſtark. An
Durch=
ſchnittspreiſen ſind zu verzeichnen: Butter ½ Ka. 1,40 M.,
in Partien 1,20 M., Eier 6—7 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr.
20—25 Pf., Handkäſe 4—10 Pf., vorjährige Kartoffeln
Zentner 3—4 M., Kumpf (10 Liter) 50—60 Pf., ½ Kg.
3—5 Pf., neue Italiener ½ Kg. 14—15 Pf.; Obſt u. dgl.:
„Franzl” belauſchen. Dieſer war ſchon vor ihrer
Vermäh=
lung Freimaurer geweſen, ohne daß es am öſterreichſchen
Hofe geahnt wurde. Die Kaiſerin wachte ſtrenge über die
Treue ihres Gatten, und dieſe, allerdings nicht
unbegrün=
dete Eiferſucht war auch die einzige Schwäche der mit
männlichem Geiſte ausgeſtatteten Herrſcherin. Einer
ſol=
chen Mißſtimmung dürften wohl auch jene reizenden
Worte zugeſchrieben werden, welche ſie an ihre
Kammer=
frau richtete: „Fritzin, heirat’ ſie nur keinen Mann, der
nix is.” „Fritzin” war die Großmutter der bekannten
Schriftſtellerin Karoline von Pichler.
Der letzte Sarg in der Kaiſergruft und das letzte
An=
denken, auf welches unſere Aufmerkſamkeit gelenkt wird,
löſt eine Reihe düſterer Vorſtellungen in unſerer Seele
aus. Dunkler Schatten liegt über einem ſchlichten Sarge.
Wir leſen: „Napoleon Joſeph Karl Franz Herzog von
Reichsſtadt” geb. zu Paris 20. Mai 1811, geſt. zu
Schön=
brunn 22. Juli 1832. — Es war unſere Abſicht, das Bild
der Grabesſtätte vor ihrem Umbau im letzten Herbſt
wie=
derzugeben, wie es ſeit Kaiſer Matthias’ Beiſetzung 1633
bis heute in ſeinem Hauptteile noch unberührt geblieben
war. Der Sarg des Herzogs von Reichsſtadt fand nun
in dem Mauſoleum neben dem Sarkophag Maria Luiſens,
der kaiſerlichen Mutter, ſeinen Platz.
Tief aufatmend kehrten wir nach halbſtündiger
Wanderung im Reiche der Toten zurück zum
frühlings=
warmen Leben.
Bei den Auguſtinern empfängt uns, unter den
letz=
ten, langgezogenen Klängen einer ſchwermütig
klagen=
den „Lamentation” der tief myſtiſch=religiöſe Zauber
des katholiſchen Ritus. Die heilige Handlung iſt eben
beendet, der Geiſtliche verſchwand mit der letzten der
13 Kerzen, welche den von ſeinen Jüngern verlaſſenen
Chriſtus ſinnbildlich darſtellt, hinter dem Hochaltare.
Durch ein hohes gotiſches Fenſter fällt noch gerade ſo
viel Tageslicht ein, daß wir die Schönheit des
Denk=
mals Maria Chriſtinens, das Canova aus karrariſchem
Marmor geſchaffen, noch hinreichend erſchauen können.
Ein trauerndes Weib ſchreitet geſenkten Hauptes,
die Urne tragend, der Pforte des Todes zu.
Lebens=
müde Kinder mit Roſengewinden folgen ihr. Der
gäh=
nende Eingang iſt in einen Obelisk geſchlagen, an
Tagblatt, Dienstag, den 17. Mai 19102
vorj. Aepfel ½ Kg. 15—25 Pf., Zitronen 4—5 Pf., Apfelſinen
6—8 Pf.; Salat, Gemüſe u. dgl.: Kopfſalat 5—15 Pf.,
Körbchen Lattich 10 Pf., Bündel Radieschen 2—3 Pf.,
Bündel Rettiche 12 Pf., Meerrettich 20—30 Pf., Rhabarber
Kg. 15—20 Pf., Roterüben½ Kg. 8 Pf., Zwiebeln ½ Kg.
10—12 Pf., Paradiesäpfel ½ Kg. 60 Pf., neue Schälgurken
50 Pf., Wirſing 30—60 Pf., Kohlrabi 10—20 Pf., Blumenkohl
50—80 Pf., Rotkraut 60 Pf., Weißkraut 20 Pf., Bündel
Römiſch=Kohl, Schnittlauch uſw. 2 Pf., Spinat ½ Kg.
10—12 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 20—30 Pf., Spargel
½ Kg. 70—80 Pf., Bündel Karotten 20 Pf., Kernerbſen
Kg. 35—40 Pf.; Geflügel, Wildbret u. dgl.:
Zicklein 2,00—3,50 M., junge Gänſe 6—8 M., Enten 3 bis
4 M., Hahnen und Hühner 2,50—3,00 M., Tauben 60 bis
70 Pf., Lapins 1 M., Fiſche ½ Kg: Hecht, Aal 1 M.,
andere Rheinfiſche 40 Pf., Rotzungen 60 Pf., Kabeljau,
Seehecht, große Schellfiſche 35 Pf., kleine 25 Pf.; in den
Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 56 Pf., Hackfleiſch
60 Pf., Rindsfett 50 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.
Michelſtadt, 13. Mai. Durch das am 6. Mai erfolgte
Ableben des langjährigen Mitgliedes des Ausſchuſſes
des Landesgewerbevereins und gleichzeitigen Vorſitzenden
des Bezirksvereins Erbach, des Ortsgewerbevereins und
des Aufſichtsrates der Gewerbeſchule zu Michelſtadt, Herrn
Rudolf Marburg, haben dieſeKörperſchaften einen
ſchwe=
ren und ſchmerzlichen Verluſt erlitten, denn der ſo
uner=
wartet Verſchiedene war ſeit der Uebernahme dieſer
Ehren=
ämter unermüdlich tätig in der Förderung deren
Beſtre=
bungen. Die Beerdigung erfolgte am 10. ds. Mts. unter
außerordentlich zahlreicher Beteiligung in Michelſtadt. Die
Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe und der
Landes=
gewerbeverein waren am Grabe durch deren Vorſitzenden,
Geh. Regierungsrat Noack, vertreten, der unter
Nieder=
legung eines Kranzes dem Dahingeſchiedenen, laut „
Ge=
werbeblatt” die nachfolgenden Worte widmete: „Namens
des Gewerbevereins für das Großherzogtum Heſſen und
der Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe lege ich dieſen
Kranz als Liebeszeichen hier nieder. Wir haben einen
kenntnisreichen, einſichtsvollen Berater, einen langjährigen
lieben Freund verloren. Ein ehrenfeſter, aufrechter Mann
von tadelloſer Geſinnung, der nie anders ſprach, als er
dachte, eine vornehm denkende Perſönlichkeit, furchtlos und
treu, ward uns entriſſen. Er war der beſte Freund des
Handwerker= und Gewerbeſtandes, allezeit hilfbereit, gütig
und freundlich gegenüber den Mühſeligen und Beladenen.
Seine reiche Arbeit ſtand unter der Loſung des Wortes:
„Ich muß wirken, ſo lange es Tag iſt, denn bald kommt
die Nacht, da niemand wirken kann.‟ Die kommenden
Zei=
ten werden uns ſeinen Verluſt ſtärker und ſtärker
empfin=
den laſſen, wenn uns ſein Rat und ſeine Erfahrung nicht
mehr zur Seite ſtehen. Sein Beiſpiel leuchte uns voran
auf dem eigenen Lebenspfad zur treueſten Pflichterfüllung
gegen uns und unſere Mitmenſchen. Ehre ſeinem
Anden=
ken, Friede ſeiner Aſche!”
Mainz, 13. Mai. In der Nacht zum 24. März
be=
obachtete kurz nach 3 Uhr in der Frühe der
Schutz=
mann Schmelz vom erſten Polizeibezirk, daß in einer
Weinwirtſchaft in der Löhrſtraße ein
Unbekann=
ter an die Gäſte eine Taſchenuhr zu
verkau=
fen ſuchte. Der Beamte begab ſich mit einem
hinzu=
gekommenen Polizeiwachtmeiſter ins Lokal und frug
den Unbekannten nach dem Erwerb der Uhr. Der
Be=
treffende beſtritt zunächſt, im Beſitze einer Taſchenuhr
zu ſein, und als bei einer Viſitation dieſe zum
Vor=
ſchein kam, erklärte er, ſie an demſelben Abend in
Frankfurt von einem Unbekannten gekauft zu haben.
Die Beamten ſetzten Mißtrauen in die Angaben des
Betreffenden und nahmen ihn mit zur Polizeiwache.
Beim Verlaſſen der Wirtſchaft nahm der Siſtierte
noch ein auf der Bank liegendes Paket mit, in dem
ſich nach ſeiner Angabe Kleidungsſtücke befanden. Auf
der Polizeiwache wurde der Verdächtige als der
vor=
beſtrafte 23jährige Hausburſche Franz Moſt aus
Bretzenheim bei Mainz feſtgeſtellt. Die Viſitation
förderte außer der goldenen Uhr eine wertvolle
Kra=
wattennadel, mehrere Ringe, ein Etui und goldene
Manſchettenknöpfe zutage. Ferner fand man bei ihm
einen Schraubenzieher, Schlagring und das Stück
einer Stearinkerze. Anf ſeinen Kleidern war eine
Anzahl Stearinflecken. Als das Paket geöffnet wurde
fand ſich darin ein noch gut erhaltener feiner
ſchwar=
zer Anzug, Handſchuhe, Kragenſchoner und Lackſchuhe.
Bei näherer Beſichtigung des Anzuges fand ſich in der
einen Hoſentaſche ein Portemonnaie mit 18 Mark. Als
die bei ihm beſchlagnahmten Sachen ausgeſchrieben
wurden, kam ſchon anderen Tages von Bingen aus
die Meldung, daß dort am Abend des 23. März in die
Wohnung des abweſenden Referendars Freiherrn von
emmingen in der Mainzerſtraße 68 eingebrochen
und die ausgeſchriebenen Sachen geſtohlen worden ſeien.
Weiter wurde feſtgeſtellt, daß der Einbrecher identtſch=if.
mit einem Unbekannten, der am ſelben Abend bei
einem Privatmann in Bingen, Gauſtraße 48, einen
Einbruch verſucht hatte. Die Tochter des Privatmannes
war an dem Abend kurz nach 8 Uhr zu Bett gegangen,
plötzlich wurde ſie durch ein Geräuſch aufmerkſam und
ſah einen fremden jungen Menſchen mit einer
bren=
nenden Kerze aus dem Schlafzimmer ihrer Eltern
kommen und in das ihrige treten. Das Mädchen ſchrie
um Hilfe, worauf der Dieb in das Schlafzimmer ihrer
Eltern zurückeilte und durch das offenſtehende Fenſter
flüchtete, durch das er anſcheinend auch eingeſtiegen
war. Der Rentner glaubte zuerſt an eine Täuſchung
ſeiner Tochter, bis er in den beiden Zimmern eine
große Anzahl von Stearintropfen wahrnahm. Am
nächſten Morgen machte er davon Anzeige bei der
Po=
lizei, dieſe nahm ſofort einen Teil der Stearintropfen
in Verwahrung. Dieſer Vorſichtsmaßregel war zum
Teil die Ueberführung des Verbrechers zuzuſchreiben.
Geſtern früh hatte ſich der gefährliche Burſche, der ein
äußerſt freches und zyniſches Weſen zur Schau trug,
vor der zweiten Strafkammer zu verantworten. Der
Angeklagte wurde zu 5 Jahren Zuchthaus
ver=
urteilt. (M. Tabl.)
— Bad Nauheim, 14. Mai. Bis zum 12. Mai ſind
4362 Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem
Tage noch 2973 anweſend waren. Bäderswurden bhis
zum 12. Mai 36 616 abgegeben.
C) Alsfeld, 14. Mai. Große finanzielle Opfer hat
die Stadt gebracht bei der Erbauung der im porigen
Herbſte eingeweihten neuen Oberrealſchule,
die den neueſten Forderungen der Technik und
Schul=
hygiene Rechnung trägt und eine Geſamtbauſumme
von 200000 Mark erforderlich gemacht hat. Ein
wei=
terer Schulhausneubau wird wohl in nicht
allzu ferner Zeit in Ausſicht genommen werden, und
zwar handelt es ſich hierbei um eine neue Volksſchule,
deren Pläne Herr Geh. Oberbaurat
Klingel=
höffer von der Wauabteilung des
Finanzminiſte=
riums entworfen hat und die etwa 120000 Mark
Koſten verurſachen wird. Zurzeit wird für unſere
Waſſerleitung eine Hochdruckzone erbaut, durch
die dem ſich beſonders in den letzten Jahren immer
mehr fühlbar machenden Waſſermangel des
hochgelege=
nen Stadtteils am Bahnhof abgeholfen wird. Die
Koſten dieſer Erweiterung ſind einſchließlich
Quellen=
erwerb auf 114000 Mark veranſchlagt worden. Weiter
erwachſen der Stadt bedeutende Koſten durch die
nun=
mehr zur Ausführung kommende Erweiterung
des hieſigen Bahnhofs, die bedingt wird durch
die Verlegung der oberheſſiſchen Bahnlinie Gießen=
Fulda auf der Strecke Alsfeld=Altenburg und durch
die Einmündung der projektierten Nebenbahnlinie
Alsfeld=Nieder=Aula. Trotz dieſer bedeutenden
finan=
ziellen Opfer ſeitens der Stadt und ihrer Bewohner
ſoll nun auch der Durchführung des
Feld=
bereinigungsverfahrens für unſere
Ge=
markung nähergetreten werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 14. Mai. Die Leiche des
Staatsminiſters Dr. Karl v. Hofmann, der im hohen
Alter von 83 Jahren in Charlottenburg verſtorben iſt,
wurde geſtern nachmittag auf dem Friedhof der Kaiſer=
Wilhelm=Gedächtniskirche in Charlottenburg=Weſtend,
an der Seite ſeiner am 11. Januar 1897 verſtorbenen
Gattin Cora, geb. Kekulé, beigeſetzt. Vorher fand
in der Halle des Friedhofs eine Trauerfeier ſtatt, der
faſt das geſamte Offizierkorps des 3. Ulanenregiments
beiwohnte. Das Staatsminiſterium vertrat Geh.
Re=
gierungsrat v. Eichmann. Der heſſiſche Geſandte v.
Gagern wohnte der Trauerfeier perſönlich bei, auch
viele Vertreter der Deutſchen Kolonial=Geſellſchaft.
Pfarrer Niethack=Stahn hielt die Gedenkrede, Emmy
Rintelen ſang „Die Seele der Gerechten” von
Rhein=
berger. Harmoniumſpiel: „Eins iſt Not” beendete die
Trauerfeier in der Halle. Gegen 4 Uhr nachmittags
er=
folgte unter Glockengeläute die Ueberführung zur
Gruft. Während der Beiſetzung ſang die
Konzertver=
einigung der Kaiſer=Wilhelm=Gedächtniskirche unter
Kießlichs Leitung „Jeſus meine Zuverſicht” und „Was
Gott tut, das iſt wohlgetan”. — Am 20. d. M. treffen
die Mitglieder des Vereins Berliner
Kauf=
leute und Induſtrieller, die von der Brüſſeler
Korpo=
ration der Kaufmannſchaft und dem
Ausſtellungs=
komitee zum Beſuche der Weltausſtellung eingeladen
wurden, in Brüſſel ein. Das Komitee wird ihnen
inen beſonderen, feſtlichen Empfang bereiten. — Ein
entſetzlicher Unglücksfall ereignete ſich in der
Sonnenburger Straße. Dort wohnt im vierten Stock
der Arbeiter Oppermann. O. und deſſen Frau beſuchte:
eſſen Fläche die Geſtalten hinſtreben. — Wir gedenken
m Anblicke des Aufbaues und der Anordnung dieſes
enkmals eines herrlichen Werkes jüngſter Zeit, des
Monument des morts” von Bartolomés auf dem
Rontmartre zu Paris. — Einige Stufen abwärts
füh=
en uns zu der Lorettokapelle. Das Bild der Maria
on Loretto löſte ſich, ſo erzählt der Volksmund, in
kutari von der Wand, auf der es gemalt war, ab, als
e Kirche in eine Moſchee umgewandelt wurde. Auf
inem Regenbogen kam das Gnadenbild nach Wien
nd ließ ſich in der Auguſtinerkirche nieder. Die Kapelle
un birgt in einer ſilbernen Urne die Herzen aller
Ab=
eſchiedenen des Kaiſerhauſes, während die Eingeweide
u St. Stefan und die Leichname in der Kapuzinergruft
then. Eine einzige Urne, die uns durch ihre Größe
iffiel, birgt zwei Herzen. Es ſind die der Kaiſerin
karia Thereſia und nach ihrem ausdrücklichen Wunſch
uch das ihres Gemahls. Nun ſtehen wir trotz
Auf=
cht der ordnenden Kirchendiener in einem geradezu
ängſtigenden Gedränge vor dem hier errichteten
hei=
igen Grabe. In einer Grotte vor uns liegt Chriſtus,
Linnen gehüllt, von überirdiſchem Glanze umflutet.
in Mönch hält kniend im Gebet in dem ſpärlich
er=
llten Raume die Totenwache. Alles Licht ſcheint von
m Heiland auszuſtrahlen.
Durch den Schweizerhof, die Geſandtenſtiege hinan,
t, über der Hauptwache ent=
pelle. Der ganze Raum iſt ſchwarz ausgekleidet.
eibgardiſten in ihren weißen Mänteln, den
Roß=
hweifen auf den Helmen, erſcheinen mit ihren
Helle=
rden ſchier überlebensgroß; nichts regt ſich an ihnen,
ſtehen wie aus Erz gegoſſen Wache. Die Monſtranze,
3 Wunder bergend, von einem Heiligenſchein
um=
ben, iſt hier, ſo lange Chriſtus im Grabe ruht, wie
einer Sonne flüſſigen Goldes zur Berehrung
aus=
ſtellt.
*
Durch den Burghof ſollte es wieder in die Stadt
hen, doch nie konnte ich zu den Fenſtern des
Schwei=
rhofes emvorblicken, ohne die Schritte zu hemmen
und der Erzählung meines Großvaters von dem Ge
ſpenſte in der Hofburg zu gedenken. Es muß wohl in
der Karzeit geweſen ſein, daß ſich ſelbiges Hiſtörlein
zutrug, denn bei dem Beſuch der Gräber wurde es mir
dazumal ſtets erzählt. Dazumal war die Freundſchaft
Joſefs I. mit Kurfürſt Auguſt von Sachſen einem Teil
der Hofgeſellſchaft wie der Geiſtlichkeit höchſt mißliebig.
Vergebens blieben jedoch alle Verſuche, dieſe
Freund=
ſchaft mit dem verabſcheuungswürdigen Proteſtauten
zu untergraben. Da erſchien Nacht für Nacht in Joſefs
Schlafgemach ein ſchauerlicher Geiſt mit warnender
Geberde. So verabredeten die Freunde, Auguſt ſolle in
den kaiſerlichen Gemächern nächtigen, um ſich den
grau=
ſigen Spuk mit anzuſehen. Der Geiſt erſchien zu
ge=
wohnter mitternächtiger Stunde, in weiße Laken
ge=
hüllt; aber Auguſt faßte das Geſpenſt, nachdem es nicht
Rede ſtehen noch Antwort geben wollte, derb an und
warf es zum Fenſter hinaus. Des anderen Morgens
fand man den Hofkaplan zerſchmettert im Burggraben
liegen, in eben dem Stückchen, das noch bis heute
er=
halten geblieben.
„Was gibt’s da z’ſchauen?‟ Durch dieſe Worte
wurde ich aus meinen Gedanken aufgeſchreckt und ſah
eine Reihe Bummler erwartungsvoll in den Graben
ſtarren.
Doch das junge Grün zwiſchen den dunklen
Blät=
tern uralter Efeuſtämme mußte es mir angetan haben,
denn mit einem Male war es mir nicht mehr möglich,
meinem Vorſatze getreu, in die dumpfe Enge der
Straßen und Kirchen unterzutauchen. Wenige Schritte
brachten mich in den äußeren Burghof. Hier duftete
es nach friſcher Erde, die Beete waren mit lichtem
Grün überſpannt und aus ihrer Umrahmung erhoben
ſich gigantiſch zwei Standbilder von Erz: Prinz Eugen
und Erzherzog Karl. Nur am Himmel iſt noch ein
warmes Leuchten, auf dem die Umriſſe der Kuppeln
der kaiſerlichen Muſeen ſich ſcharf zeichnen. Von St.
Stefan, über alle Dächer hinweg, kommt ein ehernes
Tönen und Klingen — die Glocken ſind wieder da!
Heißt es doch, ſie wären in den Tagen der Trauer
nach Rom gezogen. Jetzt läuten ſie mit vertrautem,
hellem Jubelklange den Frühling, den Tag der Auf=
S. M. 2.
erſtehung ein,
Nummer 112.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Mai 1910.
Seite 4.
geſtern abend Verwandte und ließen ihren vierjährigen
Sohn Paul, nachdem ſie ihn zu Bett gebracht hatten,
allein in der Wohnung zurück. Der Kleine kletterte
aber aus ſeinem Bett und lief auf den Balkon. Hier
ſtieg er auf einen Stuhl und ſchaute über die
Balkon=
brüſtung auf die Straße hinab. Als ſich der Knabe zu
weit vorbeugte, verlor er das Gleichgewicht und ſtürzte
kopfüber auf die Straße, wo er mit zerſchmetterten
Gliedern liegen blieb. Noch lebend wurde das
verun=
glückte Kind nach der Rettungswache in der Gaudyſtraße
gebracht, wo ihm die erſte Hilfe zuteil wurde; auf dem
Wege nach dem Krankenhauſe ſtarb dann aber der Knabe
bereits.
Frankfurt, 14. Mai. Geſtern abend gegen 6 Uhr
wurde die dreijährige Eliſe Weber beim
Ueber=
ſchreiten des Fahrdammes in der Frankenallee
über=
fahren und ſofort getötet.
Bonn, 12. Mai. Der wegen des Falles Veith zu
einer Woche Gefängnis verurteilte Graf Finck von
Finckenſtein hat gegen das Urteil der
Strafkam=
mer Reviſion beim Reichsgericht einlegen laſſen;
der andere Verurteilte, von Quiſtorp, wird dasſelbe
tun.
Braunſchweig, 13. Mai. Die Strafkammer
des Landgerichts verurteilte den Redakteur
Weſe=
meyer des ſozialiſtiſchen Blattes „Volksfreund” wegen
Beleidigung des braunſchweigiſchen Landtages und
der Polizeibehörde zu neun Monaten
Gefäng=
nis und zur Tragung der Koſten.
Erfurt, 14. Mai. Die Strafkammer hat einen
22jährigen Arbeiter wegen Majeſtätsbeleidigung zu
ſechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte,
Mitglied eines ſozialdemokratiſchen Radfahrervereins,
hatte in einer politiſchen Verſammlung, als der
Vor=
ſitzende ein Hoch auf den Kaiſer ausbrachte, laut in
den Saal hineingerufen: „Nieder! Nieder!‟ Der
Staatsanwalt hatte ſechs Wochen Gefängnis beantragt.
Paris, 14. Mai. Mehreren Bläktern zufolge wurde
infolge der Anzeige eines hieſigen Juweliers gegen die
bekannte Gründerin und Leiterin des Tuberkuloſe=
Sanatoriums in Ormeſſon, Schweſter Candide,
eine gerichtliche Unterſuchung eingeleitet.
Schweſter Candide ſoll, um den Beſtand ihres
Sanato=
riums zu ermöglichen, verſucht haben, Geld auf die
ver=
ſchiedenſte Weiſe aufzutreiben, u. a. ſoll ſie von einem
Juwelier Edelſteine im Werte von 800000 Francs zum
Verkauf übernommen haben; da ſie aber weder das
Geld, noch die Edelſteine rechtzeitig zurückerſtattete,
ſtrengte der Juwelier Klage an. Schweſter Candide
er=
klärte einem Berichterſtatter, ſie ſei lediglich das Opfer
widriger Verhältniſſe geworden, habe aber
ſelbſtver=
ſtändlich nicht die geringſte Veruntreuung verübt.
XVII. allgemeiner deutſcher Turnlehrertag.
* Am Freitag abend fand in der Turnhalle unter dem
Präſidium des Herrn Schulrat Schmuck Kommers
ſtatt, der ſehr zahlreich beſucht war. Der Darmſtädter
Lehrerſängerchor erfreute durch ſchöne Geſangsvorträge
und die Turnerſchaft Darmſtadts bot verſchiedene
tur=
neriſche Vorführungen. Eine Riege am Barren und eine am
Reck turnten unter Leitung des Turnwarts A. Herbert
(Turngemeinde Darmſtadt). Stabübungen wurden unter
Leitung von Frl. Schmuck von der Damen=Abteilung der
Turngemeinde Darmſtadt vorgeführt. Turnen am
Quer=
pferd von der Darmſtädter Turnerſchaft (ſtand unter
Lei=
tung des Herrn Herbert, Turngemeinde Darmſtadt) war
die Fortſetzung des abwechslungsreichen Programms.
Py=
ramiden wurden geſtellt unter Leitung des
Gauturn=
warts Maurer (erſter Turnwart der Turngemeinde
Darmſtadt), der auch die Keulenübungen leitete.
Herr Profeſſor Kohlrauſch dankte dem
Ortsaus=
ſchuß, dem Heſſiſchen Turnlehrerverein, der Turngemeinde
Darmſtadt, der Darmſtädter Turnerſchaft für die Vorberei
tungen, hervorragenden Geſänge, Ueberlaſſung des Saales,
ſowie die turneriſchen Veranſtaltungen; ſein „Gut Heil”
galt den Veranſtaltern. Schulrat Schmuck ſchloß den ſchön
verlaufenen Abend mit herzlichen Worten. Der muſikaliſche
Teil wurde von der Kapelle der 61. Artillerie unter
Muſik=
meiſter Webers Leitung ausgeführt.
Zweiter Tag.
Die Delegiertenverſammlung, die Samstag morgen
m „Fürſtenſaal” ſtattfand, war mit
Satzungsberatun=
gen ausgefüllt. Die nächſte Tagung ſoll 1914 in
Breslau abgehalten werden.
Um 11 Uhr begann die zweite Allgemeine
Turn=
lehrer=Verſammlung unter dem Vorſitz von Profeſſor
Kohlrauſch.
Ueber das orthopädiſche Schulturnen
ſprach zunächſt Oberturnlehrer Echternach (Hagen
i. Weſtf.). Der Redner führte etwa aus: Bei dem
wäh=
rend der Schulzeit häufigen, faſt beängſtigenden
Auf=
treten der gewohnheitsmäßigen Haltungsfehler, die
nach und nach zum Schiefwuchs mit deutlich
wahrnehm=
baren anatomiſchen Veränderungen des normalen
Rumpfſkeletts führen, muß die Schule mit allen ihr
Kleines Feuilleton.
* Eine „Judith”=Aufführung mit
Hin=
derniſſen. Das Enſemble des Berliner Deutſchen
Theaters in Wien ſetzte ſein Gaſtſpiel mit Hebbels
„Judith” unter erſchwerenden Umſtänden fort. Die
Dekorationen waren zwiſchen Peſt und Wien
ſtecken=
geblieben, ſo daß man ſich mit Dekorationsmitteln
be=
gnügen mußte, gegen welche die Hilfsmittel der
Shake=
ſpeare=Bühne wahren Ausſtattungsprunk bedeuten.
Das Zelt des Holofernes war durch eine ziemlich
ſchmu=
ßige graue Leinewand im Hintergrunde angedeutet,
die Seitenausgänge fehlten und ein Lutherſtuhl bildete
den Thron des fürchterlichen Holofernes. Noch
ſchwie=
riger war das Problem, ganz ohne Dekorationen die
Szenen zu veranſchaulichen, die in den Straßen
Be=
thuliens ſpielen. Man ſah kein einziges Haus,
ſon=
dern nur graue Mauern und Verſatzſtücke, die
Un=
ebenheiten der Straße markierten. Auch kein Fort
war zu ſehen. Der Erfolg der Vorſtellung war jedoch
von dieſen Mängeln unabhängig.
* Der im großartigſten Stile geplante
Feſtzug des engliſchen Weltreichs iſt
in=
folge des Hinſcheidens des Königs bis auf nächſtes
Jahr verſchoben worden. Die Feſtlichkeiten ſollten am
23. Mai im Kriſtall=Palaſt eröffnet werden und 15000
Teilnehmer waren bereits für die hiſtoriſchen
Feſt=
züge angeworben worden. Die große Tribüne allein
hat 10000 Pfund Sterling gekoſtet und Dutzende von
Dekorationsmalern waren in den letzten Wochen
da=
mit beſchäftigt, 10000 Quadratmeter Kuliſſen
herzu=
ſtellen, um die verſchiedenen hiſtoriſchen Szenen zu
umrahmen. Der See war von einer ſolid
ausgeführ=
ten Nachahmung der alten London Bridge überſpannt,
die ſtark genug war, um 500 bepanzerte Reiter über
ſich hinwegtragen zu laſſen. 200 Südafrikaner ſind
zurzeit auf dem Wege nach England begriffen, um au
zu Gebote ſtehenden Mitteln den Kampf gegen dieſes
Uebel durch eine planmäßig ausgeübte, vorbeugende
Tätigkeit aufnehmen. Da erfahrungsgemäß alle
vor=
beugenden Maßnahmen dieſem Uebel nicht zu ſteuern
vermögen, ſo iſt es weiter Pflicht der Schule, den
be=
treffenden Kindern ihre beſondere Aufmerkſamkeit
zu=
zuwenden. Die Schule, der doch auf alle Fälle ein Teil
der Schuld zur Laſt gelegt werden muß, hat in
Ver=
bindung mit den berufenen Stellen, nämlich den
Schulärzten, auf Mittel und Wege zu ſinnen,
Rücken=
ſchwäche und Haltungsfehler, ſowie die in den
weit=
aus meiſten Fällen leichten Formen eines beginnenden
Schiefwuchſes direkt zu bekämpfen, und zwar durch ein
ihr zu Gebote ſtehendes und von vielen Fachorthopäden
anerkanntes Mittel: das Turnen in
Sonderabteilun=
gen. Dieſes Sonderturnen, auch orthopädiſches
Schul=
turnen genannt, hat ſich nach den vorliegenden
ärzt=
lichen Berichten da, wo es eingerichtet iſt, beſtens
be=
währt. An dieſem orthopädiſchen Schulturnen nehmen
nur die Kinder mit ſchwachen Rückenmuskeln, ſchlechter
Haltung und den leichteſten Formen von
Verkrümm=
ungen der Wirbelſäule teil. Ueber die Aufnahme
ent=
ſcheidet der zuſtändige Arzt. Das orthopädiſche
Schul=
turnen darf ſich niemals der Anſtaltsbehandlung
nähern; es ſoll nichts weiter ſein, als ein
angewand=
tes Schulturnen, das vom Turnlehrer oder der
Turn=
lehrerin erteilt wird. Die Teilnahme darf für Kinder
unbemittelter Eltern nicht mit beſonderen Unkoſten
verbunden ſein
Den zweiten Vortrag hielt Herr Seminarlehrer
Kunath über das Thema: „Inwieweit
be=
dürfen volkstümliche Uebungen, Spiele
und Wanderungen für die körperliche
Er=
ziehung der weiblichen Jugend der
Verückſichtigung?
Redner ſtellte folgende Leitſätze auf: 1. Mittel zur
körperlichen Erziehung der weiblichen Jugend in der
Schule ſind Turnen, und zwar Freiübungen, Uebungen
mit Handgeräten, Gerätübungen und volkstümliche
Uebungen, ferner Spielen, Wandern, Schwimmen und
Eislaufen. 2. Das Turnen muß ebenſo wie die
an=
deren Leibesübungen, ſoweit es irgend möglich iſt, im
Freien betrieben werden. Hierin liegt, daß neben der
unentbehrlichen geſchloſſenen Turnhalle auch ein
zweck=
mäßig eingerichteter und genügend großer Turnplatz
beſchafft werden muß. 3. Für das Turnen und Spielen
iſt eine beſondere Kleidung der Mädchen erforderlich,
die größtmöglichſte, doch in der Eigenart des weiblichen
Geſchlechtes liegende Bewegungsfreiheit zuläßt. Zu
empfehlen ſind in erſter Linie: Weite, dunkelblaue Hoſe,
viereckig ausgeſchnittene Bluſe und breite, der
Fuß=
form angepaßte Turnſchuhe. Schnürleiber zu tragen,
muß auf alle Fälle verboten ſein. 4. Der Uebungsſtoff
für die Freiübungen, Uebungen mit Handgeräten und
Gerätübungen iſt dem deutſchen Turnen zu entnehmen.
Anregungen aus fremden Turnſyſtemen können
Be=
rückſichtigung finden. 5. Von den volkstümlichen
Ueb=
ungen ſind nur ſolche Uebungen zu wählen, welche der
Eigenart der Mädchen entſprechen, und zwar am
zweck=
mäßigſten: Hoch= und Weitſpringen, Laufen, Ballwerfen
und die einfachſten Formen des Ziehens und Schiebens.
Die mehr der männlichen Eigenart entſprechenden
Ueb=
ungen, wie Steinſtoßen, Kugelſchocken, Gerwerfen,
Ge=
wichtheben, Ringen, Stabſprung, Dreiſprung und
Tief=
ſprung aus großen Höhen, ſind auszuſchließen. 6. Die
für die weibliche Jugend geeigneten volkstümlichen
Uebungen ſind auf allen Turnſtufen zu betreiben. Die
Aufſtellung von Klaſſenzielen in Mindeſt= und
Durch=
ſchnittsleiſtungen und die zeitweilige Geſtaltung der
volkstümlichen Uebungen zu Einzel= und
Parkei=
kämpfen ſind geeignet, das Intereſſe an dieſen
Ueb=
ungen zu wecken und zu erhalten. 7. Den
volkstüm=
lichen Uebungen iſt im Sommerhalbjahr der Vorzug
vor den Gerätübungen zu geben. 8. Für einen
nutz=
bringenden Spielbetrieb iſt die Einrichtung des
ver=
bindlichen Spielnachmittages im Sinne des
Zentral=
ausſchuſſes für Jugend= und Volksſpiele notwendig.
Beim Spielen ſind die größeren Kampfſpiele,
vorwie=
gend Schlagball, Tamburinball, Korbball und Barlauf,
zu betreiben. 9. Das Wandern iſt in jeder Jahreszeit
regelmäßig zu pflegen und zwar in einfachſter Weiſe,
möglichſt ohne Benutzung von Fahrgelegenheiten und
ohne Einkehr in Wirtshäuſern.
Nachmittags fand im „Kaiſerſaal” ein Feſteſſen
ſtatt; ſpäter wurden die Sehenswürdigkeiten von
Darm=
ſtadt beſichtigt. Am Sonntag wurden Turnfahrten
durch den Odenwald und nach Lauterbach in Oberheſſen,
dem Geburtsort von Adolf Spieß, veranſtaltet.
Eröffnung der Internationalen Ausſtellung
für Sport und Spiel.
* Frankfurt a. M., 14. Mai. Die Internationale
Ausſtellung für Sport und Spiel wurde heute mittag
12 Uhr durch einen Feſtakt in der Feſthalle eröffnet, zu
dem außer dem Präſidium der Ausſtellung und den
Mit=
gliedern ſämtlicher Arbeitsausſchüſſe zahlreiche geladene
den Feſtzügen teilzunehmen, die jetzt nicht ſtattfinden
werden, und 1200 Ausſchüſſe in allen Teilen des
Welt=
reichs müſſen aufgelöſt werden. 20000 Stücke
mittel=
alterlicher Rüſtung waren angefertigt worden und
die Vorkehrung zum Empfang von 300000 Kindern
war vollendet. Nach der amtlichen Eröffnung wurden
täglich 250000 Beſucher erwartet. Wie es heißt, war
das Unternehmen gegen den Tod des Königs bei Lloyd
für 20000 Lſtr. verſichert, durch welche Summe die
Verluſte aber bei weitem nicht gedeckt ſein werden.
Der Vorverkauf der Billette hat bereits 3000 Lſtr.
ein=
gebracht. Das königliche Flotten= und Heeresturnier
iſt ebenfalls hinausgeſchoben worden, vermutlich bis
auf nächſtes Jahr, wenn dies auch noch nicht ganz
be=
ſtimmt feſtſteht. Das Turnier ſollte in der Olympia=
Halle am Montag beginnen und über 500 Soldaten
und Seeleute ſollten daran teilnehmen. Die
General=
proben hatten ſoeben begonnen, als der Beſcheid des
Kriegsminiſteriums, der den Beginn bis auf
unbe=
ſtimmte Zeit hinausſchob, eintraf.
* Ein dem Untergang geweihtes Dorf.
Ein dem ſicheren Untergange geweihtes Dorf iſt das
von der preußiſchen Militärvarwaltung mit einem
großen Koſtenaufwand als Zielobjekt angekaufte
hüb=
ſche Dörfchen Zehrensdorf bei Zoſſen (in der Näh=
Berlins), das dazu beſtimmt iſt, in kurzem bei den
diesjährigen Schießübungen von der Artillerie in
Grund und Boden geſchoſſen zu werden. Wo noch vor
kurzem märkiſche Bauern ihrer Tätigkeit nachzogen,
wo fröhliche Kinder ſpielten, da werden nun bald die
Schrapnells und Granaten ihre verderbenbringende,
vernichtende Tätigkeit ausüben. Mancher wird ſich
fragen, ob dieſe teure Zerſtörungsarbeit unbedingt
notwendig iſt. Aus militärtechniſchen Gründen iſt die
Zuſammenſchießung eines Dorfes gewiß zu
rechtfer=
tigen, das übrige aber iſt — Empfindungsſache.
Ehrengäſte, insbeſondere die Vertreter der ſtaatlichen, der
ſtädtiſchen und Militärbehörden erſchienen waren. Die
Mitte der großen Halle nimmt ein Brunnenpavillon ein,
der von der Büſte des Kronprinzen, des Protektors der
Ausſtellung, gekrönt iſt. Die Feier ſelbſt vollzog ſich in
der Kaiſerloge. Die hier untergebrachte Ausſtellung für
Ehrenpreiſe und Jagdtrophäen in ihrer künſtleriſch
ge=
ſchmackvollen, von Profeſſor Körner und der Firma
Schnei=
der und Hanau durchgeführten Gruppierung, bot für die
Feier einen ſtimmungsvollen Hintergrund. Nach einem
Muſikvortrag hielt der erſte Vorſitzende des
Ausſtellungs=
präſidiums, Generalmajor Frhr. v. Biſſing, die
Feſt=
rede.
General Freiherr v. Biſſing führte bei der
Er=
öffnung der Ausſtellung etwa folgendes aus: „Nach
heißem Ringen und Kämpfen, nach mühevoller Arbeit,
die die Mutter aller Erfolge iſt, ſteht unſer Werk, „die
Internationale Ausſtellung für Sport und Spiel”,
nahezu vollendet da, harrend des Augenblickes, wo der
Herr Regierungspräſident im Höchſten Auftrage die
Weihe der Eröffnung vollziehen wird. Unſere erſte
und vornehmſte Pflicht iſt es heute, Sr. Kaiſerlichen
und Königlichen Hoheit dem Kronprinzen des
Deut=
ſchen Reiches und von Preußen unſeren untertänigſten
Dank zu Füßen zu legen dafür, daß er die Gnade hatte,
das Protektorat über die Ausſtellung zu übernehmen.
In dieſer ſchönen Feſthalle mit ihrem weiten ſie
um=
gebenden Gelände hatten wir die Grundlage und den
Boden, wo unſere Beſtrebungen zu reifen vermochten.
Und die lockende Zauberkraft Frankfurts wirkte auch
diesmal Wunder des Erfolges. Sie werden bald mit
eigenen Augen ſehen, was die zielbewußten,
ſport=
freundlichen Bürger Frankfurts geleiſtet haben.
Sie=
werden die Errungenſchaften der Induſtrie auf dieſem
Sondergebiete beſtaunen müſſen. Sie werden ſich
er=
freuen an den Einrichtungen, die durch Spiel und
Sport Körper ſtählend und Gemüt erfriſchend wirken
ſollen. Sie werden in unſerer „Arena” eine
Wieder=
geburt helleniſchen Geiſtes ahnen, und mit
Befriedig=
ung werden Sie Kunſt und Wiſſenſchaft, ſoweit ſie das
Gebiet unſeres Ausſtellungszweckes berühren, in vielen
Verzweigungen und Schauſtellungen hier vertreten
finden. Wenn wir uns ſo mit beſcheidenem Stolze
unſeres Werkes freuen, müſſen wir aufrichtigen
Her=
zens tiefen Dank allen denen zollen, die den
Erfolg=
mitgeſchaffen haben, deren Gunſt, deren unſchätzbare
Arbeit, deren materielle Unterſtützung den Sieg unſrer
Beſtrebungen verbürgten. Nur mit vereinten
Kräf=
ten ließ ſich dieſes Werk ſchaffen.
Möge, nachdem die Arbeit geleiſtet iſt, der Segen,
der von oben kommt, nicht fehlen! Wir haben das
Unſerige getan, mögen ein gnädiger Wettergott und
ein gütiges Geſchick das Ihrige tun. — Verehrte
Feſt=
genoſſen! Wenn in Rom zu Zeiten des glorreichen
Imperators Auguſtus die kriegs= und ſturmbewährten
Helden zu Kampf= und Waffenſpiel die Arena betraten,
wo ihnen Lorbeer oder Untergang, Sieg oder Tod
winkte, da ſtürzten ſie ſich — ſo erzählt der
Geſchichts=
ſchreiber — in den lauernden oder wogenden Kampf
mit dem einigenden, belebenden und begeiſternden Ruf:
„Es lebe der Kaiſer!” So wollen auch wir, bevor wir
den erſten Schritt in die Arena ſetzen, in der auch wir
Lorbeer und Sieg erringen wollen, als Symbol unſerer
Beſtrebungen, als Zeichen unſerer Treue, die übers
Grab hinausreicht, als erſte Handlung in unſerer
Aus=
ſtellung den auch uns alle einigenden, belebenden und
begeiſternden Ruf erſchallen laſſen: „Seine Majeſtät,
unſer Allergnädigſter Kaiſer und Herr, Hurra!”
Die Muſik ſpielte die Nationalhymne. Hierauf vollzog
im Auftrage des Kronprinzen Regierungspräſident Dr.
v. Meiſter=Wiesbaden die Eröffnung der Ausſtellung,
worauf ein Rundgang durch dieſelbe folgte. Um 1 Uhr
fand ſodann im großen Bierreſtaurant der Ausſtellung eine
Frühſtückstafel ſtatt, an der gleichfalls das Ehrenpräſidium,
die Ehrengäſte und die Vertreter der Behörden teilnahmen.
Heute nachmittag um 3 Uhr eröffnete die Ausſtellung ihre
Hallen dem Publikum.
Wenn ſeither eine Radrennbahn gebaut wurde, hat
man ſelten danach gefragt, ob deren Aeußeres Anſpruch
auf künſtleriſche Wirkung machen könne. Die
Internatio=
nale Ausſtellung für Sport und Spiel, die allenthalben
ſo=
wohl bei den Arrangemnts in der Feſthalle ſelbſt wie der
Gliederung des Platzes großen Wert auf die Wahrung
künſtleriſcher Momente legte, hat auch dafür geſorgt, daß
die Radrennbahn in ihrem Aeußeren eine künſtleriſche
Note erhielt. Herr Architekt Paravicini aus
Frank=
furt hat ſich der Aufgabe, die in der kürzeſten Zeit mit
Geſchick gelöſt werden mußte, unterzogen. Die große
öſt=
liche Rundung der Kurventribüne erſcheint jetzt
gewiſſer=
maßen als eine gewaltige Faſſade, die aber nicht wie eine
Kuliſſe wirkt, ſondern aus dem Grundriß der ganzen
An=
lage heraus geboren erſcheint. Die Endpunkte dieſes
gro=
ßen Halbkreiſes werden durch zwei hohe Pylonen markiert,
die Bekleidung von grünem Tannenreis, von dem ſich bunte
Bänder abheben, erhöht die feſtlich künſtleriſche Wirkung.
An die ſüdliche Wand der Arena reiht ſich die
Stehbier=
halle an, dazu gehören noch die Garderoben für
Tennis=
ſpieler und für das Beſucherpublikum. Auch ſind dort
noch einige Plätze für Photographen uſw. eingeſchoben
Kleinere Pylonen unterbrechen die Monotonie dieſer
lan=
gen Platzwand. Unter dem Hauptgeſims der großen
Run=
dung zieht ſich ein gemalter Fries hin. Nach unten
er=
folgt der Abſchluß durch einen vier Meter hohen Sockel.
der ſpalierartig mit grünen Latten ausgebildet iſt. Durch
die Oeffnung der Treppenaufgänge und Liſenen, die über
das Hauptgeſims vorſtehen, erſcheint die öſtliche Rundung
vorteilhaft gegliedert.
Eine Sehenswürdigkeit, die bei der internationalen
Ausſtellung für Sport und Spiel in der Feſthalle
beſon=
deres Intereſſe des Publikums finden, iſt die Gruppe
„Sport und Spiel der Eingeborenen” Gewiß
ſind viele exotiſche Gegenſtände, die dort den Zuſchauern
vor Augen geführt werden, nichts anderes als Mittel, mit
denen der Eingeborene ſich ſeine Nahrung verſchafft.
An=
dererſeits iſt die Technik der Waffen, der Fiſchereigeräte
und anderer Dinge bei den Eingeborenen ſo entwickelt, daß
der Europäer auf den Gedanken kommt, daß ein vielleicht
noch nicht zum Bewußtſein gekommenes ſportliches
Inter=
eſſe hierbei mitgewirkt hat. Die Gruppe bringt einen
ver=
gleichenden Ueberblick der Muſikinſtrumente, wie ſie in
Japan, der Südſee und Afrika beliebt ſind; ſowohl
Streich=
wie Schlaginſtrumente. Man ſieht Spiele, an denen ſich
die Kinder der Eingeborenen freuen, wie Puppen und
Kreiſel und Schwirrhölzer. Aber auch das Spiel, wie es
der erwachſene Eingeborene in ſeinen Mußeſtunden
be=
treibt: Karten, Würfel und Dambrett. Eine künſtleriſch
wirkende Aufmachung zeigt die charakteriſtiſchen Waffen
und Jagdgeräte der Eingeborenen. Einen hohen Wert
repräſentiert die vergleichende Ueberſicht von Sattel= und
Zaumzeugen der verſchiedenen Völker. Man ſieht ſowohl
den primitiven Negerſattel, wie die ſubtile und wertvolle
Arbeit, die den Prunkſattel des reichen Mexikaners eigen
Nummer 112.
e eher nien dang ein eihndene Anetnenet
vorgeführt. Man ſieht hoch zu Roß Neger aus dem
Hin=
terlande von Kamerun und einen Mexikaner gleichfalls zu
Pferd in Originalaufmachung. Von inſtruktiver
Bedeu=
tung ſind die beiden Gruppen, die von der bekannten Firma
Umlauf=Hamburg eigens für die internationale
Ausſtel=
lung für Sport und Spiel angefertigt wurde; malayiſche
Ringkämpfer in charakteriſtiſcher Kampfſtellung und zwei
Hahnenkämpfer, ebenfalls Malayen, in einer
Lebenswahr=
heit, die die Kunſt des Modelleurs in beſtem Licht
erſchei=
nen läßt. Ein Vertreter dieſer Firma, ein Neffe des
welt=
bekannten Hagenbeck in Hamburg, hat die Aufſtellung dieſer
Figuren, die bis jetzt in keinem deutſchen Muſeum zu ſehen
ſind, ſelbſt übernommen. Von lebensgroßen Figuren
fin=
den wir ferner einen Maskentänzer aus dem Bismarck=
Archipel und einen ſogenannten Buſchteufel aus Libera.
Geſchloſſen wird die Völkerrevue durch einen Lappländer
auf Schneeſchuhen und einen Grönländer in Kajak, durch
den „Sport am Nordpol” vorgeführt wird. Man darf
er=
warten, daß vor der Gruppe „Sport und Spiel der
Ein=
geborenen” jeder etwas findet, der Laie, der Sportsmann
und der Ethnograph.
* Frankfurt a. M., 14. Mai. Bei dem
Eröff=
nungstraining auf der Frankfurter
Rad=
rennbahn am Samstag nachmittag wurden von den
einzelnen Rennfahrern glänzende Zeiten erreicht; ſo
wurden in den letzten Runden die 500 Meter von Adolf
Schulze in 21,4 Sekunden, von Przyrembel in 20,4
Se=
kunden, von Muybrecht in 20,2 Sekunden, von
Stell=
brink in 21,2 Sekunden, von Ryſet in 21,3 Sekunden
ge=
fahren. Guignard und Galvin werden heute abend um
7 Uhr fahren. Nach den Zeiten, die heute erreicht
wur=
den, iſt anzunehmen, daß der Weltrekord, den
Gnig=
nard in Dresden im Oktober 1900 erreicht hat, morgen
übertroffen werden wird. In dem Steher=Rennen über
50 Kilometer, das am erſten Feiertag gefahren wird,
gilt Huybrecht als Favorit.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Mai 1910.
Geſangswettſtreit.
St. Während der Pfingſttage fand in Darmſtadt auf
Einladung des Geſangvereins „Harmonie‟ Darmſtadt ein
großer nationaler Geſangswettſtreit,
ver=
bunden mit 30jährigem Jubelfeſt des feſtgebenden
Vereins ſtatt. Das Sängerfeſt hatte zahlreiche Sänger aus
der näheren und weiteren Umgebung in Darmſtadts
gaſt=
lichen Mauern vereinigt und bei herrlichſtem Wetter nahm
das Feſt einen ſchönen und harmoniſchen Verlauf. 28
Ver=
eine konnten in dem großen Feſtzuge gezählt werden.
Nach vorangegangenem Kommers am Samstag
abend, der unter dem Vorſitz des Herrn Stalf im
„Rummelbräu” ſtattfand, ſehr zahlreich beſucht war und
animiert verlief, begann am Sonntag, 15. Mai (1.
Feier=
tag), vormittags 10 Uhr das Preisſingen der
Stadt=
klaſſen im Mathildenhöhſaale und der Landklaſſen im
Rummelbräu. — Nachmittags 3½ Uhr folgte das
Ehren=
ſingen und hierauf höchſtes Ehrenſigen in beiden Sälen.
Zu dem Preisſingen hatte ſich zahlreiches Publikum,
darun=
ter auch viele Ehrengäſte und Preisſtifter, eingefunden. Die
Darbietungen der einzelnen Vereine wurden lebhaft
applaudiert. Das Preisſingen hatte folgendes Ergebnis:
Erſte Stadtklaſſe: I. Preis (400 Mark) „
Teu=
tonia”=Sprendlingen mit 228 Punkten; II. Preis (200 Mk.)
Liederkranz”=Langen mit 225 Punkten, III. Preis (100
Mark) „Sängerbund”=Mannheim=Käferthal mit 215
Punk=
ten. Ehrenpreis „Teutonia”=Sprendlingen mit 107
Punkten.
Zweite Stadtklaſſe: I. Preis „Sancouſſi”=
Rheydt mit 232 Punkten, II. Preis Brodtſcher
Männer=
chor=Hanau mit 223 Punkten, III. Preis „Männerquartett”=
Neu=Iſenburg mit 215 Punkten, IV. Preis „Hoffnung”=
Mainz mit 188 Punkten. V. Preis „Liederkranz”=
Frank=
furt=Bornheim mit 171 Punkten. Ehrenpreiſe die
beiden erſtgenannten Vereine.
Erſte Landklaſſe: I. Preis „Germania”=
Hau=
ſen mit 216 Punkten, II. Preis „Frohſinn”=Obertshauſen
mit 213 Punkten, III. Preis „Eintracht”=Sprendlingen mit
209 Punkten. Ehrenpreis „Germania”=Hauſen
Zweite Landklaſſe: I. Preis „Cäcilia‟=
Gonſen=
heim mit 229 Punkten, II. Preis Germania‟=Dudenhofen
mit 212 Punkten. III. Preis „Einigkeit”=Mainflingen mit
197 Punkten, IV. Preis Männergeſangverein”=
Heppen=
heim mit 179 Punkten. Ehrenpreis „Cäcilia‟=
Gon=
ſenheim.
Dritte Landklaſſe: I. Preis „Konkordia‟=
Roß=
dorf mit 213 Punkten, II. Preis „Sängerluſt”=Weiterſtadt
mit 211 Punkten, III. Preis „Sängerluſt”=Bretzenheim mit
205 Punkten, IV. Preis „Polyhymnia‟=Nieder=Roden mit
191 Punkten, V. Preis „Männergeſangverein”=
Kinden=
heim mit 184 Punkten, VI. Preis Sängerluſt”=
Jugen=
heim. Ehrenpreis „Konkordia”=Roßdorf.
Nichtpreisgekrönte Klaſſe: I. Preis „
Dop=
pelquartett”=Friedberg mit 222 Punkten, II. Preis „
Froh=
ſinn‟=Braunshardt mit 163 Punkten.
Höchſtes Ehrenſingen für Stadtklaſſen (Preis
Sr. Kgl. Hoheit des Großherzoas): „Liederkranz”=
Langen mit 114 Punkten. Für Landklaſſen (Preis Ihrer
Maj. der Kaiſerin von Rußland) „Cäcilia‟=
Gon=
ſenheim mit 113 Punkten. — Den Preis für die höchſt
er=
reichte Punktzahl, geſtiftet vom Preußiſchen Geſandten
Erz. v. Jeniſch, erhielt „Sancouſſi”=Rheydt mit 430
Punkten. Dieſer Verein gab ſeinem Dank für den Preis=
Pfingſttag früh zum Ausdruck. Erz. von Jeniſch bot den
Sängern darauf in ſeinem Palais eine Erfriſchung. Bei
der Preisverteilung wurde dem Preisrichterkollegium
wie=
derholt Dank und Anerkennung für ſeine mühevolle Arbeit der: Fritz Weizenmüller=Eberſtadt 1 dritten Preis.
und gerechte Beurteilung ausgeſprochen.
Am Montag (2. Feiertaa), nachmittags 3 Uhr. fand
großer Feſtzug nach dem Rummelbräu und um 5 Uhr
daſelbſt die Preisverteilung ſtatt mit nachfolgendem gro=chen: Friedrich Schupp=Griesheim 1 erſten Preis.
ßem Feſtkonzert. ausgeführt von der Kapelle des Großh.
Heſ. Artillrie=Regiments Nr. 61 unter verfönl. Leitung
des Muſikmeiſters M. Weber. Heute Dienstag (3. Feier=
Kinderbeluſtigungen. Bei eintretender Dunkelheit großes
Brillantfeuerwerk.
Luftſchiffahrt.
Hd. Berlin, 14. Mai. Auf dem Flugplatz
Johannistal ſchlug geſtern Jeannin mit einem
Fluge von 2 Stunden 38 Minuten den deutſchen
Dauer=
flug=Rekord.
* Frankfurt, 13. Mai. Heute morgen 9½ Uhr
ſtieg der Ballon „Frankfurt” des Frankfurter
Vereins für Luftſchiffahrt mit den Herren Dr. Linke
und Merzbach von Griesheim aus zu einer
wiſſenſchaft=
lichen Hochfahrt auf. Aus Arnheim in Holland iſt hier
die Nachricht eingetroffen, daß der Ballon gegen 2 Uhr
nachmittags dort wegen Nähe der See landete. Die
höchſte Höhe, die erreicht wurde, war 8000 Meter, die
Fearere ne erententernte
neten, minus 42 Grad Celſius.
* Johannisthal, 14. Mai. Beim Fliegen um
den Frühpreis legte heute Baron de Caters die
vorgeſchriebenen drei Runden in 8 Minuten 25½ Set.
und v. Gorriſſen in 9 Minuten 3½ Sekunden
zu=
rück. Kapitäu Engelhard erzielte für den Paſſa=
Verpreis 17 Minnten. Für den Dauerflug ſtarteten
Jeannin, der 1 Stunde 23 Minuten flog; Frey,
der 35 Minuten in der Luft blieb; Beide mußten aber
wegen eines Gewitters landen. Im Verlaufe der
Flugvorführungen ereigneten ſich mehrere Unfälle,
wo=
bei die Wright=Flugzeuge Engelhards und Thelens,
der Farman=Apparat Jeannins und der Blériot=
Appa=
rat Thorups ſchwer beſchädigt wurden. Engelhard
und Jenannin wurden leicht verletzt, während Thelen
und Thorup ohne Verletzungen davonkamen.
* Peſt, 14. Mai. An dem internationalen
Flugmeeting nehmen vorausſichtlich 30 der
her=
vorragendſten Aviatiker Europas teil. Bisher ſind
an=
gemeldet 11 Franzoſen: Paulhan, Farman,
Rougier, Latham, Baronin de la Roche, Jullerot,
Bal=
ſan, Amerigo, Taurina, Chavez und Duray; zwei
Deutſche: Behrend und Steinbeck; ein Ruſſe:
Effimoff; ein Pole: Warſchalowski; der
Oeſter=
reicher Etrich Ellner; die Italiener: Angerone
und Germano und vier Ungarn: Emerich
Name=
thy, Franz Szatke, Nikol. Kovacſy und Geza Antalffy.
Die internationale Jury wird ſich in der nächſten
Woche konſtituieren; ſie wird aus ſechs ungariſchen und
je einem Vertreter der beteiligten Nationen beſtehen.
Profeſſor Busley und Deutſch de la Meurthe haben die
Mitgliedſchaft für die Jury angenommen. Der
Oeſter=
reichiſche Aviatikerklub wird in der nächſten Woche ein
Jurymitglied nominieren. Das größte Intereſſe zeigt
ſich für den mit 200 000 Kronen dotierten Reiſeflug
ferner für den mit 45000 Kronen dotierten Zeitflug,
ſowie für den mit 45 000 Kronen dotierten
Entſern=
ungspreis. Sämtliche Preiſe im Geſamtbetrage von
515000 Kronen ſind für internationale Flüge beſtimmt.
Die Königlich ungariſchen Staatsbahnen geben
anläß=
lich des Meetings kombinierte Eiſenbahn= und
Ein=
trittskarten zu ermäßigtem Preis aus.
* München, 16. Mai. Der Flieger Henry
Weiß aus Paris, welcher hier eine Reihe erfolgreicher
Flüge gemacht hat, unternahm geſtern mit einem
fremden Apparat einen Probeflug. Er ſtürzte aus einer
Höhe von 30 Metern ab. Der Apparat wurde zerſtört.
Weiß blieb unverletzt. Später verſuchte er mit ſeinem
eigenen Apparat zu fliegen, rannte aber gegen eine
Barriere, wobei der Apparat beſchädigt wurde.
Hd. Paris, 14. Mai. Die Flugwoche in Lyon
brachte geſtern nachmittag einen ſehr ernſten Unfall.
Der Aviatiker Michelin, der bisher an den
Konkur=
renzen der Woche nicht teilgenommen hatte, verſuchte
gegen abend den erſten Aufſtieg. Nach kurzem, ſehr
niedrigem Fluge berührte einer der Flügel ſeines
Apparates den Boden. Der Apparat kam hierbei aus
ſeiner Richtung und prallte mit furchtbarer Gewalt
gegen einen Wendepfoſten, der unfiel, wobei er dem
Piloten den Schädel zertrümmerte. Der Aviatiker Königin=Witwe entſprechend iſt die Verſiegelung
Paulhan eilte als erſter zur Stelle und brachte den
Verunglückten in ſeinem Automobil ſofort ins Spital. bahrung im Thronſaal, wozu von morgen ab.
Michelin iſt kurz darauf ſeinen Verletzungen erlegen, bevorzugte Perſönlichkeiten Zutritt erhalten ſollten,
ohne das Bewußtſein wiedererlangt zu haben.
deutſchen Aviatikers Wineziémes, der wegen Ver=ragten Baldachin iſt ein Altar errichtet. Derſelbe iſt
ſagens des Motors dicht vor den Tribünen wenden mit einem weißen, mit Gold beſetzten Tuche bedeckt, von
und wurde beſchädigt. Auch die Flugapparate des Ruf= verſchwenderiſch umgeben. Vor dem Altar ſteht der mit
ſen Popow und der Baronin Laroche wurden
beſchä=
digt. Perſonen ſind nicht zu Schaden gekommen.
* Petersburg, 14. Mai. Im weiteren Ver= dem vom Altar am weiteſten entfernten Ende des
Kata=
laufe der heutigen Flugvorführungen wurde der Blé= falts befinden ſich zwei Gebetſtühle. Sobald der Sarg
riotapparat des Franzoſen Morand durch einen Wind= auf den Katafalk geſtellt iſt, wird er mit einem Bahrtuch
ſtoß zur Erde getrieben und beſchädigt; er fügte zwei bedeckt. Die Krone, das Zepter und die anderen könig=
Preisrichtern leichte Verletzungen zu.
Sport.
vinzialverbandes heſſiſcher Kaninchenzüchter für Star= Königs vom Buckinghampalaſt nach der
Weſtminſter=
ſtadt, erhielten Preiſe: Auf Belger Rieſen: Georg an der Prozeſſion von Weſtminſterhall nach der Stativn
Schäfer=Darmſtadt 1 Verbands=Ehrenpreis, 1 zweiten Caddington. — Der Bau von Tribünen auf dem Bege
und 1 dritten Preis, Ludwig Schneider=Eberſtadt der Prozeſſion vom Schloſſe nach der Weſtminſterhalle
2 dritte Preiſe, Ludwig Jährling=Eberſtadt 1 erſten
Preis, Peter Dauer=Darmſtadt 1 dritten, Karl
Hen=
kelmann=Darmſtadt 1 dritten, Peter Diefenbach=
Gries=
heim 1 dritten, Auguſt Kuhl=Darmſtadt 1 dritten,
Friedrich Heck=Eberſtadt 1 dritten, Heinrich Hartmann= zunehmen, ſo wird der Hydepark in ein ungeheures
Darmſtadt 1 dritten, Ludwig Eckhardt II.=Eberſtadt 1
zweiten, Ludwig Büſcher=Nieder=Ramſtadt 1
Ehren=
preis. Auf Deutſche Rieſenſchecken: Heinrich
Bax=Eberſtadt 1 dritten. Franz Widder, Friedrich nach dem Thronſaale verbracht worden.
Schupp IX.=Griesheim Verbands=Ehrenpreis, Philipp
Schupp Xl.=Griesheim 1 erſten und 1 dritten, Karl gegebenen Zeremoniell für die morgen ſtattfindende
Lange=Griesheim 1 dritten, Jakob Kranz=Darmſtadt Ueberführung der Leiche des Königs nach
1 Ehrenpreis, Tobias Seip=Darmſtadt 1 dritten Preis, der Weſtminſterhalle wird der Sarg von einem
Engliſche Widder: Heinrich Emig=Nieder=Ram= Offizier und zwölf Mann der Leibkompagnie der
Garde=
ſtadt 1 dritten Preis. Blaue Wiener: Auguſt grenadiere aus dem Buckinghampalaſt getragen und auf
Kuhl=Darmſtadt 1 erſten Preis. Angora: Valtin eine Lafette geſtellt. An der Spitze des Zuges werden
Schmidt=Darmſtadt 1 Ehren= und 1 zweiten Preis, die Mitglieder des Hauptquartiers, die Feldmarſchälle
Silber: J. Heil, Sergeant (Uebungsplatz), 1 erſten ſowie Abteilungen der Gardegrenadiere und andener
Seite 5.
ſtifter durch Darbietung eines Ständchens am zweiten und 1 dritten, Jakob Jäger VIII.=Pfungſtadt 1 Ehren=, Truppen, zu beiden Seiten der Lafette königliche Leib=
1 zweiten und 1 dritten, Karl Henkelmann=Darmſtadt
1 dritten, Friedrich Schupp IX.=Griesheim 1 zweiten,
Peter Dauer=Darmſtadt 1 dritten Preis. Hollän=
Schlachtzucht: Karl Sitzler=Darmſtadt 1 dritten,
Georg Schäfer=Darmſtadt 1 dritten, Heinrich
Schnei=
der=Darmſtadt 1 dritten Preis. Schlachtkanin=
Havanna: Balin Schmidt=Darmſtadt 1 zweiten
Preis. Prodnkte aus Kaninchenfellen:
Karl Henkelmann=Darmſtadt 1 Ehrenpreis, Georg
tag), nachmittags 3 Uhr, folgt großes Volksfeſt mit Schäfer=Darmſtadt 1 zweiten, Georg Rudler=Eberſtadt
1 dritten Preis.
-kk. Die Deutſche Fußballmeiſterſchaft
ge=
wann am 1. Pfingſtfeiertag in Köln der Karlsruher
Fußball=Verein mit 1:0 Toren gegen F.=K. „Hollſtein”=
Kiel. Die Entſcheidung fiel durch einen Elfmeterball.
Spielzeit 2 Stunden.
* Frankfurt, 15. Mai. In der Arena
be=
gannen die großen dreitägigen Radrennen. Die
Rennen nahmen einen glänzenden Verlauf.
Eröff=
nungsprämienfahren, 5000 Meter: 1.
Schür=
mann=Münſter i. Weſtf., 6 Min. 50½ Sek.: 2. Schipke=
Berlin, 3. Vierck=Berlin. Drei Rundprämien erhielt
Lorenz=Berlin; fünf Rundprämien Niederau=Aachen.
Eröffnungsfahren für Amateure. 1.
Neumer=Dresden, 1 Min. 32½ Sek.; 2. Moeſer=Speyer,
3. Ehrtens=Aachen, 4. Herzog=Leipzig. — Zweiſitzer=
Hauptfahren: 1. Schwab=Berlin und Schürmann=
Miner . Zeſlt . Mämner=Brinr enenn.
Berlin; 9. Ehriſtauſen = Kopenhagen und Utenthal=
Kopenhagen.
Großer Taunuspreis, Dauer=Rennen
mit Motorführung über 50 Kilometer. 1. Przyrembel=
Berlin 37 Minuten 54½ Sekunden; 2. Schulze=
Zeh=
lendorf, 3. Frank Galvin=New=York, 4. Francois
Huy=
brechts=Antwerpen, in der 75. Runde infolge
Motor=
defekts aufgegeben, nachdem Przyrembel dreimal,
Schulze und Galvin ſechsmal überrundet waren.
* Wien, 13. Mal. Die Teilnehmer an der
Ueb=
ungsfahrt der deutſchen und öſterreichiſchen
Freiwilligen Automobilkorps trafen heute
mittag in glatter Fahrt hier ein. Am Ziel wurden ſie
von den Erzherzögen Leopold Salvator, Franz
Sal=
vator und Karl Stephan, dem Herzog von Ratibor und
anderen hervoragenden Perſönlichkeiten begrüßt. Die
Fahrt ging bekanntlich von Dresden über Karlsbad,
Eger, Bayreuth und Linz nach Wien.
Zur Reiſe Rooſevelts.
* Berlin, 12. Mai. Der franzöſiſche
Bot=
ſchafter gab abends zu Ehren Rooſevelts ein
Diner, wozu außer der Familie Rooſevelt der
amerika=
niſche Botſchafter und ſämtliche Sekretäre beider
Bot=
ſchaften geladen waren. Nachher empfing Rooſevelt die
Mitglieder der amerikaniſchen Kolonie in der
amerika=
niſchen Botſchaft.
* Berlin, 14. Mai. Rooſevelt begrüßte heute
abend nach dem Diner in der amerikaniſchen Botſchaft
den Reichskanzler, das diplomatiſche Korps, mehrere
Miniſter und Staatsſekretäre und einige von den
höhe=
ren Beamten.
* London, 16. Mai. Rooſevelt mit Familie
und Lord Dundonald, der im Auftrage des
Kö=
nigs dem früheren Präſidenten nach Oueenborough
entgegengefahren iſt, ſind hier eingetroffen. Zur
Be=
grüßung auf dem Bahnhof hatten ſich eingefunden: der
amerikaniſche Botſchafter mit den Mitgliedern der
amerikaniſchen Botſchaft, der amerikaniſche
General=
konſul und zahlreiche Mitglieder der amerikaniſchen
Kolonie.
* London, 16. Mai. Rooſevelt wurde heute
vormittag vom König empfangen. Er verbließ
faſt eine Stunde im Marlboroughhaus, beſichtigte den
Buckinghampalaſt mit dem Botſchafter Whitelaw Reid
und ging durch das Zimmer, in welchem der Sarg mit
der Leiche des Königs ausgeſtellt war. Etwa 350
Mit=
glieder der engliſchen prinzlichen Häuſer und des
diplo=
matiſchen Korps waren der Einladung zur
Beſichtig=
ung des Sarges gefolgt.
Bliſſingen, 15. Mai. Expräſident
Rooſe=
velt iſt heute abend hier eingetroffen und mit dem
Nachtdampfer der Geſellſchaft Zeeland, auf dem die
königliche Kabine für ihn reſerviert war, nach
Queen=
borough abgereiſt.
Der Thronwechſel in England.
* London, 13. Mai. Dem Wunſche der
des Sarges, die abends ſtattfinden ſollte, wie die
Auf=
verſchoben worden. Für die Aufbahrung im Thron=
* Petersburg, 14. Mai. Bei den heutigen ſaal iſt der Thron von ſeinem Platze entfernt worden.
Flugvorführungen ſtürzte das Fahrzeug des Unter ſeinem karmoiſinroten, von der Krone
über=
mußte, um das Publikum nicht zu gefährden, zur Erde Kandelabern, ſowie mit einer Maſſe von weißen Blumen
Purpur bedeckte Katafalk. An ſeinen vier Ecken ſtehen
rieſige, mit großen Lichtern beſteckte Kandelaber. An
lichen Embleme werden auf dem Sarge ruhen.
Garde=
grenadiere werden um den Katafalk Wache halten.
* London, 13. Mai. Die Königin
Alexan=
dra und die Kaiſerin=Witwe von Rußland
* Bei der Kaninchenausſtellung des Pro= werden an der Trauerprozeſſion, welche den Sarg des
kenburg, veranſtaltet vom Kaninchenzuchtklub Darm= halle geleiten wird, im Wagen teilnehmen und ebenſo
hat heute bereits begonnen. — Da die Kaſernen von
London nicht ausreichen, um die zu den
Trauerfeieir=
lichkeiten nach der Hauptſtadt beorderten Truppen auf=
Militärlager verwandelt werden.
* London, 14. Mai. Die Leiche des Königs
iſt heute abend aus dem Sterbezimmer zur Aufbahrung
London, 16. Mai. Nach dem geſtern bekannt
gardiſten gehen. Hinter dem Sarg wird zunächſt König
Georg gehen. Ihm werden die männlichen
Mitglie=
der der königlichen Familie und die anderen hier
an=
weſenden Fürſtlichkeiten und Mitglieder des
könig=
lichen Haushalts folgen. Schließlich werden die Wagen
mit den weiblichen Mitgliedern der königlichen Familie
folgen. In der Weſtminſterhalle wird der Sarg auf
den Katafalk geſtellt.
* London, 16. Mai. Der König und die
Kö=
nigin, ſowie die Königin=Witwe, die
Mitglie=
der des königlichen Hauſes, die Kaiſerin=Mutter
von Rußland, der König und die Königin von
Dänemark und die anderen anweſenden Fürſtlichkeiten
wohnten geſtern einem Trauergottesdienſt im
Thronſaale des Buckinghampalaſt bei.
* London, 16. Mai. Die „Times” ſchreiben: Von
allen fremden Leidtragenden, die dem Leichenbegängnis
des verſtorbenen Königs beiwohnen, gebührt Kaiſer
Wilhelm der erſte Platz, der auch in Zeiten, in
denen die Beziehungen zwiſchen Großbritannien und
Deutſchland am geſpannteſten waren, niemals ſeine
Po=
pularität bei uns verloren hat. Er gleicht darin unſerem
letzten König, daß er ſtets die Intereſſen ſeines Landes
und ſeine Pflichten gegenüber dem Volke allen perſönlichen
Rückſichten voranſetzte. Die Achtung und Bewunderung,
die die Deutſchen neidlos dem Onkel zollen, werden in
gleicher Weiſe dem Neffen durch die Engländer bewieſen.
Den Kaiſer begleitet ſein Bruder Prinz Heinrich, der
Seemann, deſſen Liebe zu dem Beruf, der in den=Herzen
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Mai 1910.
Nummer 112.
der Engländer einen ſo hervorragenden Platz einnimmt,
den unſer eigener König hat, gllein ſchon ihm große
Hoch=
achtung in England ſichern würde.
* Portsmouth, 16. Mai. Wie amtlich verlautet,
wird die Marine in hervorragender Weiſe bei der
Be=
erdigung des Königs beteiligt ſein. Vorausſichtlich
wer=
den 1000 Mann von den einzelnen Häfen an der
Lei=
chenfeier in London teilnehmen, während ſich ein
gro=
ßes Kontingent von der Marine=Artillerieſchule mit
neun höheren Offizieren nach Windſor begibt. Hundert
Matroſen bilden die Marine=Ehrenwache und nehmen
den Sarg bei ſeiner Ankunft in Windſor in Empfang,
andere hundert fahren den Sarg auf einer
Marine=
lafette nach der St. Georgskapelle.
* Madrid, 16. Mai. Der König iſt nach
Lon=
don abgereiſt.
* Bukareſt, 16. Mai. Prinz Ferdinand iſt
nach London abgereiſt, um den König bei den
Leichen=
feierlichkeiten in London zu vertreten.
Sofia, 16. Mai. Nach Mitteilungen amtlicher
Kreiſe iſt die Abreiſe des Königs nach London
nunmehr beſchloſſen. Sie ſoll Anfang der nächſten Woche
erfolgen.
Liſſabon, 16. Mai. König Manuel iſt
heute nach London abgereiſt.
Das Grubenunglück bei Whitehaven.
* Whitehaven, 13. Mai. Die vier Mann, die
mit dem Teukerley=Rettungsapparat in die Grube
ſtie=
gen, um einen letzten Rettungsverſuch zu
machen, kehrten in früher Morgenſtunde ohne Erfolg
zurück. Zwei von ihnen hatten ſich bemüht, den dichten
Qualm zu durchdringen, doch die furchtbare Hitze trieb
ſie zurück.
H. B. London, 14. Mai. Große Aufregung herrſcht
in Bergarbeiterkreiſen über die vorgenommene
Ver=
mauerung des Unglücksſchachtes. In einer
Bergarbeiterverſammlung wurde lebhaft gegen die
Zu=
mauerung proteſtiert. — Für die Hinterbliebenen der
Opfer wurde eine Subſkription eröffnet. Der Eigentümer
der Grube, Lord Lonsdale, zeichnete als erſter 1000 Pfund.
Auf Anordnung des engliſchen Miniſters des Innern wurde
die geſtern zugemauerte Grube wieder geöffnet.
* London, 14. Mai. Der Miniſter des Innern
Churchill telegraphierte an die Vertreter der
Berg=
leute in Whitehaven die über die
Vermauer=
ung der Schächte erregt ſind, daß er dieſe
Maß=
regel mit dem Berginſpektor beſprochen habe. Dieſer
erklärte es für unmöglich, in den Schacht einzudringen,
wo, wie er verſicherte, kein Bergmann mehr am
Leben ſei. Der Miniſter ſprach den Bergleuten ſein
Beileid über das Unglück aus und drückte ſeine
Aner=
kennung für den von den Rettungsmannſchaften
bewie=
ſenen Mut aus er könne aber nicht zulaſſen, daß das
Leben der Retter gefährdet werde.
* London, 14. Mai. Auf Anordnung des
Mi=
niſters des Innern wird die geſtern zugemauerte
Wel=
lington=Grube in Whitehaven wieder
ge=
öffnet.
Erdbeben.
* Straßburg i. E., 14. Mai. Dem letzten
Fern=
beben vom Donnerstag morgen 4 Uhr folgte am
Freitag, den 13. Mai, morgens 9 Uhr, ein
mittel=
ſtarkes, ſehr deutlich ausgeprägtes Fernbeben.
Die Aufzeichnungen der Straßburger Erdbebenſtation
liefern folgende Daten des Seismogramms: 1.
Vor=
läufer 9 Uhr 9 Min. 35 Sek., 2. Vorläuſer 9 Uhr 19 Min.
53 Sek., Hauptbeben 9 Uhr 36 Min., Ende gegen 11½
Uhr. Die Epizentralentfernung ergibt ſich zu 9100
Kilometer, was etwa den öſtlichen Aléuten entſpricht.
2¼ Stunden nach Beginn der Störungen machten ſich
die Wellen bemerkbar, welche die Station auf dem
grö=
ßeren Wege des Erdumfanges erreicht haben.
Vermiſchte3.
— Deutſche Turnerſchaft. Die
diesjäh=
rigen Sitzungen des Hauptausſchuſſes der jetzt etwa
9500 Vereine mit über 900000 Mitgliedern
umfaſſen=
den Deutſchen Turnerſchaft werden vom 21. bis 23.
Juli in Straßburg abgehalten werden. Nach dem jetzt
erſchienenen Kaſſenbericht verfügt die Deutſche
Tur=
nerſchaft über ein Vermögen von 229867,15 Mark,
ab=
geſehen natürlich von den Kaſſenbeſtänden der
einzel=
nen Vereine, die etwa 14 Millionen betragen. Von
dieſen 229867,15 Mark befinden ſich in der Hauptkaſſe
einſchließlich des Wertes des Jahnmuſeums in
Frey=
burg a. U. 100837,76 Mark, in der Abgeordneten= und
Kampfrichterkaſſe 23 208 Mark, in der Dr. Ferdinand
Götz=Stiftung für Errichtung deutſcher Turnſtätten
95 425,44 Mk. und in der ehemaligen Deutſchen
Jahn=
ſtiftung, deren Erträge für Unterſtützung alter
Turn=
lehrerwitwen Verwendung finden, 10395,95 Mark
Aus der Dr. Ferdinand Götz=Stiftung ſind 9950 Mark
Beihilfen zum Bau von Turnhallen gewährt worden.
Die „Deutſche Turnzeitung”, das wöchentlich einmal
erſcheinende Amtsblatt der Deutſchen Turnerſchäft,
hatte bei einer Auflage von 10500 Exemplaren einen
Ueberſchuß von 10668,67 Mark aufzuweiſen.
Literariſches.
— Dr. H. Dekker, Auf Vorpoſten im
Lebens=
kampf: Biologie der Sinnesorgane. Mit farbigem
Umſchlagbild und zahlreichen Textbildern. Herausgegeben
vom Kosmos, Geſellſchaft der Naturfreunde (Stuttgart,
Franckhſche Verlagshandlung). Broſchiert 1 Mk.;
ge=
ſchmackvoll geb. 1,80 Mk. Dr. Dekker iſt als
hervor=
ragender Fachmann bekannt, und ſeinen Ruf, die trockene
Wiſſenſchaft durch eine anregende, flüſſige Form der
Schilderung für die weiteſten Kreiſe ſchmackhaft zu
machen, beſtätigt das vorliegende Werk aufs neue.
Darmſtadt, 17. Mai.
W—l. Großherzogliches Hoftheater. Am zweiten
Pfingſtfeiertage ging unter Leitung des Herrn
Hofkapell=
meiſters de Haan vor ziemlich gut beſuchtem Hauſe
Richard Wagners „Lohengrin” in Szene. Die
Titel=
partie ſang Herr Alfred Golz vom Königl. Theater in
Stuttgart, der in dieſer Saiſon hier den „Siegmund‟
und den „Bajazzo” geſungen hat. Herrn Goltz’ Stimme
iſt eine glückliche Vereinigung eines heldiſchen und lyriſchen
Tenors, der ſich deshalb für die Lohengrin=Partie ganz
beſonders eignet. Sein Vortrag zeugt von künſtleriſchem
Geſchmack und trefflicher geſanglicher Ausbildung. Da
auch Fräulein Geyersbach die Elſa=Partie ſtimmlich
hervorragend gut liegt, ſo waren die Szenen zwiſchen
beiden ſtimmlich gut und geſanglich als
höchſtge=
lungen zu bezeichnen und das Liebesduett im letzten
Akte auf einen wundervollen lyriſchen Grundton
abgeſtimmt. In den dramatiſchen Partien ließ die Stimme
des Herrn Goltz anderſeits den heldiſchen Glanz keines=
wegs vermiſſen. Herr Goltz ſingt, wie wir hören, erſt
zwei Jahre Tenorpartien und hat inzwiſchen den
Kammer=
ſängertitel erhalten. Er ſcheint eine Zukunft vor ſich zu
haben; ſchade, daß es nicht gelungen iſt, ihn für unſere
Bühne zu gewinnen. Fräulein Geyersbach ſang die
Elſa entzückend ſchön; ihr Erfolg wird ſtets um ſo größer
ſein, je mehr ſie ſich von hochdramatiſchen Partien fern
hält. Die übrigen Partien waren, wie bekannt, beſetzt.
Herr Weber als Telramund, Frau Morny als
Ortrud, Herr Stephani als König und Herr Hönel
als Heerrufer boten die gewohnten trefflichen Leiſtungen.
Logentag. Der diesjährige Groß=
Logen=
ag der deutſchen Freimaurerlogen fand während der
Pfingſtfeiertage in den Räumen der hieſigen Loge
„Johannes der Evangeliſt zur Eintracht” ſtatt. Zur
Teilnahme an den Beratungen waren die Vertreter
aus allen acht deutſchen Groß=Logen vollzählig hier
erſchienen.
* Mainz, 14. Mai. Die Leiche des ſeit drei Tagen
vermißten Schuhfabrikanten Jourdan wurde heute
nach=
mittag in Budenheim aus dem Rhein geländet.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 14. Mai. Die „Norddeutſche Allgemeine
Zeitung” ſchreibt: Eine Zeitungskorreſpondenz meldet, es
ſei beabſichtigt, den dem Reichstage vorliegenden
Zu=
wachsſteuer=Entwurf durch eine neue
Vor=
lage zu erſetzen, die erſt im nächſten Frühjahr eingebracht
werden ſoll. Die Nachricht iſt durchaus unzutreffend.
Nach=
dem die Wiederaufnahme der Beratungen über den
Geſetz=
entwurf für den Herbſt dieſes Jahres in Ausſicht
genom=
men iſt, beſteht kein Anlaß für eine anderweitig
Entſchlie=
ßung der verbündeten Regierungen. Damit entfällt auch
die Angabe, daß für die rückwirkende Kraft des Geſetzes ein
anderer Termin beſtimmt werden ſoll.
* Berlin, 14. Mai. Amtlich. Der Eilzug Nr. 8
aus Stettin fuhr heute morgen 9 Uhr 52 Minuten,
wahrſcheinlich infolge Verſagens der Bremſe, auf den
Prellbock auf. Die Unterſuchung über den Unfall
ſchwebt. Als leicht verletzt meldeten ſich: Kaufmann
Rudolf Müller=Stettin (Kaiſer Wilhelmſtr. 97),
Zim=
mermeiſter Willi Gehm=Finkenwalde, Frau Roſa
Iſaak=Gartz a. d. Oder, Hedwig Katharina Neumann=
Stettin. Durch den zuſtändigen Bahnhofsarzt wurden
bei Herrn Müller Quetſchung des Beckens, bei Gehm
Quetſchung der Rippen und des rechten
Schulterblat=
tes, bei Frau Jſaak ein Nervenchok und bei Fräulein
Neumann außer einem Nervenchok Hautabſchürfungen
konſtatiert.
* Neues Palais, 16. Mai. Das Stiftungsfeſt
des Lehrinfanteriebataillons wurde heute
vormittag in althergebrachter Weiſe gefeiert. Das
Ba=
taillon unter Oberſt Rex nahm mit Fahne unter den
alten Bäumen an der Südſeite des Palais vor
einem Feldaltar in offenen Viereck Aufſtellung. Der
Hof erſchien um 11 Uhr. Die Kaiſerin und
die Prinzeſſinnen nahmen in Seſſeln dem Altar
gegenüber Platz. Der Kaiſer und die Prinzen
ſtanden daneben. Zugegen waren der Kronprinz, die
Prinzen Eitel Friedrich und Auguſt Wilhelm mit
Ge=
mahlinnen, die Prinzen Adalbert, Oskar und Joachim,
die Prinzeſſin Viktoria Luiſe, Prinz Friedrich Leopold
mit Gemahlin, Prinzeſſin Viktoria Margarethe, Prinz
Friedrich Sigismund und andere. Nach der Liturgie
hielt der Garniſonpfarrer, Hofprediger Schmidt, eine
Anſprache. Den Schluß machte das niederländiſche
Dankgebet. Der Kaiſer nahm hierauf den Vorbeimarſch
des Bataillons in Zügen an der Gartenſeite des
Palais ab, und darauf eine große Anzahl von Meldungen
entgegen. Inwiſchen hatte das Bataillon die Gewehre
zuſammengeſetzt und unter Zelten bei den mit miliäriſchen
Enblemen reich geſchmückten Communs an Tafeln Platz
ge=
nommen, wo die Mannſchaften geſpeiſt wurden. Die
Majeſtäten und die Fürſtlichkeiten begaben ſich gleichfalls
nach den Communs. Der Gouvergeur der Marken,
General v. Keſſel, brachte ein Hurra=äuf den Kaiſer aus,
der Kaiſer eine dreifaches Hurra auf die Armee.
* München, 14. Mai. Die Ausſtellung
Mün=
chen 1910 wurde heute vormittag durch den
Prinz=
regenten eröffnet. Der Feier wohnten alle in
Mün=
chen anweſenden Prinzen und Prinzeſſinnen, die
Mi=
niſter und die Vertreter der fremden Mächte bei.
Unter den Klängen des Huldigungsmarſches und des
Kinderchores Haus Wittelsbach betrat der Regent den
Saal und wurde vom Publikum ehrfurchtsvoll begrüßt.
Oberbürgermeiſter v. Borſcht brachte ein Hoch auf den
Regenten aus, worauf ein Rundgang durch die
Aus=
ſtellung erfolgte. Unter Fanfarenklängen verließ der
Regent die Ausſtellungsräume.
Bayreuth, 14. Mai. Das hieſige
Schwurge=
richt verurteilte nach mehrtägiger Verhandlung den
74jährigen Ober=Landesgerichtsrat a. D., Oberamtsrichter
Greiner von Kronach, der ſeit vielen Jahren Mündelgelder
unterſchlagen und Akten vernichtet hatte, zu vier Jahren
Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverluſt. Sechs Monate
der Unterſuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet.
* Straßburg, 15. Mai. Der Deutſche
Lehrer=
verein veranſtaltete ſeine diesjährige Verſammlung
zum erſten Male in den Reichslanden. Straßburg hat
ſich dazu feſtlich geſchmückt. Die Tageszeitungen widmeten
ſchon ſeit Tagen den Gäſten lange Artikel und die
elſaß=lothringiſche Lehrerſchaft hat ſich bemüht, ihren
Gäſten aus Altdeutſchland das Feſt würdig zu geſtalten
und vorzubereiten. Feſte Anmeldungen ſind etwa 3700
eingelaufen, doch darf man nach den Erfahrungen der
letzten Jahre auf immerhin noch 1000 Nachzügler
rechnen.
* Heidelberg, 14. Mai. Mit dem heutigen vierten
Tage, zugleich dem letzten Aufnahmetage, erreichten die
Immatrikulationen an der hieſigen Univerſität
für das laufende Sommerſemeſter die Zahl von 1027
und damit die bisher höchſte Aufnahmeziffer. Hiervon
entfallen auf die theologiſche Fakultät 50, auf die
juri=
ſtiſche 319, auf die mediziniſche 261, die philoſophiſche 287
und die naturwiſſenſchaftlich=mathematiſche 110. Mit
dieſen Immatrikulationen überſteigt die Geſamtzahl
der Studierenden an der hieſigen Univerſität für das
Sommerſemeſter 2400 und damit die bisher höchſte
Be=
ſuchsziffer von 2100 im vergangenen Sommerſemeſter,
noch um 300.
* Nordhauſen, 14. Mai. In der Nachbarſtadt
Il=
feld iſt eine Typhnsepidemie ausgebrochen.
Amtlich wird bekannt gegeben, daß bis jetzt 36
Erkrank=
ungen und ein Todesfall zur Anzeige gekommen ſind.
Die Anſteckung wird auf einen an Typhus erkrankten
Schweizer zurückgeführt, der die Krankheit auf die
Milch übertragen hat. Die Krankheit ſcheint gutartig
zu verlaufen.
* Wien, 14. Mai. Im Sonderzuge trafen heute
vormittag 700 bayeriſche Gäſte ehemalige
Ange=
hörige des Münchener Leibregiments und Mitglieder
des Vereins bayeriſcher Feldzugsſoldaten mit der
Muſikkapelle des Infanterie=Leibregiments, ſowie eine
Offiziers= und Unteroffiziers=Deputation dieſes
Regi=
ments ein. Der Beſuch iſt eine Erwiderung der von
der Kapelle des Regiments der Deutſchmeiſter im
vori=
gen Jahre nach München unternommenen Fahrt. Di
Gäſte wurden am Bahnhof durch eine Offiziers= und
Unteroffiziersdeputation und die Kapelle des Deutſch
meiſter=Regiments begrüßt. Die Muſik ſpielte die
deut=
ſche Nationalhymne. Darauf bewegte ſich der Zug nach
dem Rathaus. Die Münchener Gäſte wurden vor dem
Rathauſe vom Bürgermeiſter Neumayer mit einer
Anſprache begrüßt, in der er ſeiner Freude Ausdruck
gab, Brüder aus dem Deutſchen Reiche, dem
ſtamm=
verwandten Nachbarlande, begrüßen zu können. Herr
Bezold dankte namens der Gäſte für den großartigen
Empfang und ſchloß mit einem Hoch auf Wien, ſeinen
Bürgermeiſter und das Deutſchmeiſter=Schützenkorps
An den Prinzregenten Luitpold und den Kaiſer Frau,
Joſef wurden Huldigungstelegramme abgeſandt.
* Wien, 16. Mai. In der Station Stefanau
bei Olmütz ſtießen geſtern Abend zwei Lokomotiven
zuſammen. Die beiden Lokomotivführer und ein
Stationsarbeiter wurden ſchwer, die beiden Heizer und
ein Bahnbeamter leicht verletzt. Einer der Schwerverletzten
iſt heute ſeinen Verletzungen erlegen.
* Brüſſel, 14. Mai. Finanzminiſter Liebaert
wurde von einem Automobil überfahren und
ſchwer verletzt.
* Brüſſel, 14. Mai. Die Verletzungen des
Finanz=
miniſters Liebaert, der von einem Automobil
über=
fahren wurde, ſind nach Feſtſtellungen der Aerzte
un=
erheblich.
* Brüſſel, 14. Mai. Wie hier verlautet, hat die
deutſch=engliſch=belgiſche Konferenz zur Regulierung
der Grenze im Oſten des Kongo ihre Arbeiten
be=
endet und einen Vertrag unterzeichnet, der ein volles
Einverſtändnis der drei Staaten ergibt.
* Paris, 16. Mai. Der König der Hellenen
iſt heute vormittag hier eingetroffen.
* Petersburg, 14. Mai. Dem Präſidenten der
Reichsduma ging eine von etwa hundert
Mitglie=
dern der Rechten, den Nationaliſten und einigenf
Oktobriſten unterzeichnete Erklärung zu, in der geſagt
wird, es ſei ihnen bekannt geworden, daß dem
Präſi=
denten der Reichsduma von der Handelskammer in
New=Caſtle und von der Kammer der Senatoren in
Belgien Erklärungen zugegangen ſeien, die die ruſſiſche
Politik in Finnland beträfen. In Anbetracht deſſen,
daß jede Einmiſchung von Ausländern in innere
An=
gelegenheiten Rußlands, der die Dumna nicht ſofort
energiſch entgegentrete, die Nationalwürde Rußlands
verletze, ſchlagen die Unterzeichner vor, falls die
Meld=
ung richtig ſei, den Präſidenten der Reichsduma zu
be=
auftragen, den Engländern und den Belgiern die
un=
paſſenden Geſuche zurückzuſenden und dabei auf die
un=
zuläſſige Handlungsweiſe und die Nutzloſigkeit der
un=
gebetenen Einmiſchung hinzuweiſen.
* Konſtantinopel. 14. Mai. In der nunmehr im
Wort=
laute vorliegenden Antwortnote der Pforte auf
die Erklärung der Botſchafter der Kretaſchutzmächte
vom 11. Mai ſtellt die Pforte feſt, daß die Mächte durch die
Erklärung, daß die Eidesleiſtung in der kretiſchen
Natio=
nalverſammlung keine Aenderung des Status quo
herbei=
führe, den Eid als nichtig betrachten. Die Pforte nehme
Kenntnis von dieſer Erklärung und behalte ſich
Verhand=
lungen mit den Kretaſchutzmächten vor über die Mittel, wie
der zweideutigen und täglich gefährlicher werdenden Lage
ein Ende zu ſetzen und die unantaſtbaren Rechte des
Sul=
tans zu gewährleiſten ſeien, die keine aufrühreriſche
Hand=
lung ſchmälern könne. Nach den Informationen, die der
Pforte zugegangen ſind. haben die Botſchafter der
Schutz=
mächte die Weiſung erhalten, der Pforte zu erklären, daß
die Kretamächte den Eid der kretiſchen Kammer als
nich=
tig betrachten.
* Waſhington, 14. Mai. Wie amtlich bekannt
ge=
geben wird, hat Staatsſekretär Knox dem engliſchen
Botſchafter Bryce den formellen Vorſchlag unterbreitet,
ſobald als möglich Unterhandlungen über den
Han=
delsvertrag zwiſchen den Vereinigten Staaten und
Kanada einzuleiten.
Nürnberg, 14. Mai. Ungeheuren Schaden
richtete geſtern in Bad Brückenau in Unterfranken
ein Unwetter an. Der zu beiden Seiten der
Staats=
ſtraße gelegene hundertjährige Buchenwald wurde zum
größten Teil vernichtet. Der Straßenverkehr iſt
unter=
brochen, und auch der Telephonverkehr mußte eingeſtellt
werden.
von Mk. 1,10 an
Senneverg=Seide per Meter
porto= u. zollfrei
in ſchwarz, weiß und farbig,
für alle Lebenszwecke (K19292,30)
Verlangen Sie Muſter. G. henneberg, Illlia
in grösster Auswahl Schützenstrasse.
27101
276
Marlanne Mars
Julius Simon
VERLOBTE
Schweinfurt
Darmstadt
Pfingsten 1910.
(10297)
Nummer 112.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Moi 1910,
Seite 7.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Verwandten, Freunden und Bekannten
hierdurch die traurige Mitteilung, daß mein
lieber Gatte, unſer guter, treubeſorgter Vater,
Bruder, Schwager und Onkel
(B10293
Herr
Christoph Krauss
Gastwirt
nach langem, mit großer Geduld ertragenem
Leiden am Sonntag abend 9 Uhr ſanft in dem
Herrn entſchlafen iſt.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Krauss.
Christian Krauss.
Heinrich Krauss.
Darmſtadt, den 17. Mai 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 18. Mai,
nachmittags 2½ Uhr, vom Portale des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.
Bankſagung.
Für die uns beim Hinſcheiden unſeres lieben
Bruders, Schwagers und Onkels
(10275
Lorenz Gölz
bewieſene herzliche Teilnahme ſagt innigſten Dank
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Victor Storck.
Darmſtadt, Bensheim, 13. Mai 1910.
Todes-Anzeige.
Am 15. Mai iſt unſere inniggeliebte,
treue Mutter, Schwiegermutter, Großmutter
und Tante
(10295
geb. Günther-=Behr
nach langem, ſchweren, mit Mut und
Ergeben=
heit erduldetem Krankenlager im Alter von
87 Jahren durch ein ſanftes Ableben von
dieſem Erdendaſein erlöſt worden.
Darmſtadt, 16. Mai 1910.
Dr. phil. Arno Nagel, Darmstadt,
Edgar Nagel, Montreuil bei Paris,
Dr. med. Gunther Nagel, San
Fran-
cisco, Californien,
Prof. Dr. Wilibald Nagel, Darmstadt,
nebst Familien.
Die Trauerfeier findet am Dienstag Abend
6½ Uhr im Sterbehauſe, Wilhelminenſtraße 50,
ſtatt.
Die Einäſcherung findet in Mainz ſtatt.
Todes=Anzeige.
telier für Kunst und
Grabmalkunst (565
Wilh. Götze, Bildhauer, Vertreter d. Wiesbad. Gesellschaft
Darmstadt, Karlstrasse 94
Ständigcs Lager von Grabdenkmälern,
Modellen und Skizzen in jeder Preislage. —
Todes=Anzeige.
Heute morgen 4 Uhr entſchlief nach langem
Leiden mein lieber Mann, mein Vater, unſer
Bruder, Schwager und Onkel
Heinrich Jakob Weber
Privatier
im Alter von 71 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Margarethe Weber, geb. Schneider.
Ludwig Weber.
Darmſtadt, den 16. Mai 1910.
Lukas=Weg 7.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 18. Mai,
nachmittags 2½ Uhr, vom Portale des
Darm=
ſtädter Friedhofes aus, ſtatt. (10296
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß meine
liebe Tochter, unſere liebe Schweſter, Schwägerin
und Tante
Wilhelmine Hess
in der Nacht zum 1. Pfingſtfeiertag nach langen,
ſchweren Leiden ſanft entſchlafen iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Charlotte Hess Wwe.
Darmſtadt, 17. Mai 1910.
Pankratiusſtr. 26.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, 18. Mai,
nachmittags 5 Uhr, von der Friedhofskapelle
aus, ſtatt.
(10294
Beſtellungen
auf das
„Darmſtädter Tagblatt”
werden in der Expedition, ſowie von allen
Poſtanſtalten entgegengenommen.
Tageblalenden
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Außer Abonnement):
„Der Graf von Luxemburg”.
Gaſtſpiel von Otto Reutter um 8 Uhr im Orpheum.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 10—7 Uhr).
Volksbeluſtigung um 4 Uhr im „Rummelbräu”
(Geſangverein „Harmonie‟).
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Konzert um 8 Uhr im „Schützenhof”
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß und im Bürgerkeller.
Waldfeſt auf dem Glasberg.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 18. Mai.
Hofreite=Verſteigerung des Georg Diehl (
Hein=
heimerſtraße 77) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Joh. Fr. Trautwein
(Schwanenſtraße) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nich!
zurückgeſandt.
5866D) J. Bett & Co. Frankfurt a. M. 105
Klavierstimmer
E. Schultze, Kammermuſiker,
Roßdörferſtraße 79. (9414a
Französisches
Sprach-Lehr-Institut
Herderstrasse 3 (B8350
Privat- u. Klassen-Unterricht
Stunde Mk. 1.80, Klassenstunde v. 60 Pfg. an.
— Nachhilfe — Uebersetzungen aller Art.
Sprechstunden: 12—1 und 7—8.
Direction: Professeur J. Berryer.
Conversation, Grammatik, Literatur,
Korrespondenz, Nachhilfestunden in
Englisch
Französisch
und allen Weltsprachen
Wilhelminenstr. 19, II., in der
Berlitz School
(Tel, 613). (8232a
Von 8 Uhr vorm. bis 10 Uhr abends.
Nur bewährte National-Lehrkräfte,
Stunde (allein) 2 Mk., in Klassen v.
80 Pfg. an. Zahlbar in
Monats-
raten. Probestunde gratis u. ohne
Verbindlichkeit. Prospekt frei.
3553a)
wünſcht engliſchen
änderin Unterricht z. erteilen
Wilhelminenplatz 10, 1. Stock.
in all. Fäch. ert. Wober, ſtaat.
12115
hilſe gepr. Lehrer Rückertſtr. 8. (
ert. Unterricht in Stenographie
r u. Schönſchreiben ? bevorz. wird,
belegenheit z. Ausbildung auf d.
Schreib=
hine gegeben wird. Off. mit Preis unt.
an die Expedition d. Bl. erb. (*12124
unger Mann ſucht einen Violinlehrer.
Offerten mit Preisangabe unter N 3
die Expedition ds. Bl. erbeten. (*12125
Luxus-Pferde-Handlung
2
Henri de Chollet
Heidelbergerstrasse 74, Darmstadt.
Mittwoch, den 18. Mai, bekommen wir einen Transport von engliſchen und
(B10290
iriſchen Reitpferden.
Geschäfts=Verlegung.
Mein Geſchäft und Wohnung befindet ſich vom 14. Mai ab (*12108id
Sandbergstrasse 49, Ecke Heidelbergerstrasse.
L. Eberhardt, Möbeltrausport.
Richard Ebel Darmstadt
Buchbinderei
Waldstrasse 20
Bildereinrahmung
Waldstrasse 20
Anfertigung sämtlicher Buchbinderarbeiten
in geschmackvoller, sauberer Ausführung bei reeller Berechnung.
(10014a
Gleichzeitig empfehle mein reichsortiertes
Lager in modernen und einfachen Rahmenleisten
und sichere unter Garantie staubfreies sauberes Einrahmen zu.
Reparaturen gut und billig.
Stail. Hontes, undk beauteichtigten
Hessische Handelslehranstalt
am Ernst-Ludwigsplatz,
Darmstadt
Rheinstrasse 1
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruf.
Neue Kurse beginnen Dienstag, den 5. Juli, 8 Uhr.
(10056a
Anmeldungen werden frühzeitig erbeten.
Prospekte durch Wilh. Siedersleben, staatl. geprüfter Handelslehrer.
Lehr-Institut von Glara Eppert
Hoffmannſtraße 3, III.
Stenographie (Gabelsb. Geſamtk.) 6 Mk.
Stenographie und Maſchinenſchreiben monatlich 12 Mk.
Maſchinenſchreiben allein monatlich 6 Mk.
Täglich Uebung für Fortgeſchrittene monatlich 4 Mk.
Sprachen und Muſik 1 Mk. pro Stunde.
(1589a
Möbel, Betten
Polsterwaren
Kompl. Einrichtungen
Kinder- u. Sportwagen
auf bequeme Abzahlung
Adam Karn, Bleichstr. 30.
KI. AVIER
Bitte zu lesen!
Ich zahle Ihnen die höchſten Preiſe für getr.
Herrenkleider, altes Gold und Silber,
ſowie Zahngebiſſe. Poſtkarte genügt.
*12131imf) Ph. Becker, Gr. Bachgaſſe 3.
Zwel Bureauraume
in guter Verkehrslage, mögl. Parterre oder
1. Stock, geſucht. Off. unt. M 98 beförd.
(*12115idf
die Expedition ds. Bl.
Wwei möblierte Zimmer für ein ruſſiſches
24 Ehepaar geſucht. Off. mit Preis an
G. Roſenberg, Pallaswieſenſtr. 43. (*12120im
Sunger ſolider Mann ſucht ein mobl.
Zimmer mit od. ohne Penſion in guter
Familie. Zimmer mit Klavierbenutzung
be=
vorzugt. Offerten mit Preisangabe unter
N4 an die Expedition ds. Bl. (*12126
Cräulein ſucht baldigſt unmöbliertes
Zim=
mer Wienersſtraße 52, 2. Stock rechts,
(*12129
Vorderhaus!
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Mai 1910₰
Nummer 112.
Tckhi
Handels-Marke eingeschrieben.
Macht alte
Dinge neu
Holzwerk, Klaviere
Möbel, Automobile
Wagen, Fahrräder
Wird gebraucht mit einem
Stück Zeug.
Aef Flhts, aber eine
Nahrung für Oberflächen.
Wunderbar für Abstäuben.
Alleinverkauf i. Detail
und Engros bei
Telephon 200
Darmstadt
NB. Probefläschchen gratis!
(9875a
über klebende Fußböden gibt es nicht mehr,
wenn Sie dieſelben mit Duro=Grund
ſtreichen, in allen Nüancen per½ Kilo 40 Pfg.
Spiritus — Bernstein
Fussbodenlacke
Parquet-Linoleumwichse
Parquet-Rose
ſowie alle anderen Farben u. Lacke
em=
pfiehlt in tadelloſen Qualitäten zu den
billigſten Preiſen
Spezial-Farbenhaus
Adolf Zachmann
Bleichſtraße 46, am Bahnhof
Telephon Nr. 188.
Geübte Leute zum Streichen
können empfohlen werden.
(6328a
Speisekartoffeln!
Heilbr. Nieren z. Salat
Bad. Magnum bonum
Ueberrhein. Industrie
gut verleſene la. Qualität.
W. Nungesser, Dieburgerſtr. 10
Fernſprecher 864.
(4802a
Blühende und Blattpflanzen
Rosen, Couiferen, Schlingpflanzen etc.
für Vorgärten und Balkons in großer
Auswahl.
(9637a
H. Schneider, Gärtnerei
Schwanenſtraße 39. Telephon 780.
Ich bezahle
für gutes, ſowie defektes Schuhwerk und
Kleider die höchſten Preiſe C. Minkler,
Langegaſſe 10.
(*11652iiii
für Gas und
Beleuchtungskörper elektriſches
Licht zu verkaufen. Näheres in der Expd.
dieſes Blattes.
(B10224
Ie
Recnerieneiten, enet. lanteg
G. Hmnpfebl. riel. Aerste u. Prof. gratis u. 1.
H. Unger, Gummiwarenfabrite
Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92.
Nur für Damen!
Die beſte Haarpflege iſt bekanntlich die
Amerikaniſche Kopfwäſche
für Damen gegen Haarausfall u.
Schuppen=
bildung, wenn dieſelbe fachgemäß
gehand=
habt wird. Die Kopfwäſche kann zu jeder
Jahreszeit und jeder Temperatur
vor=
genommen werden, da Erkältung
aus=
geſchloſſen, Kopfſchmerz unmöglich iſt.
Mein Verfahren
Trockne mit Luft
vermittelſt meiner neuen
Central-Trocken-Anlage
iſt allgemein als beſtens anerkannt u. beliebt.
Preis Mark 1.25 inkl. Friſur.
Damen=Friſieren 75 Pfg.
Kinder=Kopfwäſche 75 Pfg.
Spezialität: Pixavon-Waschungen.
Fr. Tillmann
Elisabethenstrasse 21.
NB. Aufertigung aller moderuer
(1581a
Haararbeiten.
Motorwagen
sind heute unstreitig die Besten.
Alleinverkauf:
(9367a
Haas a Bernhard
Rheinstrasse 19.
Telephon 825.
Vermietungen — Continental Stock — Garage.
Lohnkutscherel I. Ranges
und Automobil-Zentrale
Waldstraße 17
Darmstadt
Telephon 826
Ii. MScher
Equipagen in jeder erdenklichen und feinsten Ausführung.
Automobile zu allen Gelegenheiten und soliden Preisen.
Tag und Nacht geöffnet.
(9489iii
Von heute ab befindet ſich unſer
Haupt-Contor
Heidelbergerstr. 1, am Marienplatz.
359 Telephon 359.
Als Filiale dient bis auf weiteres unser Bureau:
Waldstrasse 4. Telephon 509.
Gleichzeitig empfehlen wir alle Sorten
Brennmaterialien
in erſtklaſſigen Qualitäten zu billigſten Sommerpreiſen.
Darmſtadt, den 1. Mai 1910.
(9386a
Glückauf
Darmstädter Kohlenverkaufs-Gesellschaft
Perl-
mit beschränkter Haftung.
Metall- und Palm-Grabkränze in grosser Auswahl.
Gg. Schubkegel, Ludwigsplatz 1.
(
Innauuauna
5
5
E
65
2
8
8
Darmstädter Konsum-, Spar- u.
Produktions-Genossenschaft
Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung.
Telefon 94. Kontor: Schlossgartenplatz 6. Telefon 94.
Genossenschaft, nicht Sekte, nicht Partei
Man frägt nicht, welchen Glaubens jemand sei
Noch welcher Farb, welcher Richtung, nein
Ein Friedenswerk hoch über den Partei’n!
Jedermann kann in diesem gemeinnützigen Institut mit 60 Pfg.
Mitglied werden.
Die Erübrigung wird am Jahresschluß nach Maßgabe der
Waren-
entnahme an die Mitglieder verteilt.
(3098a G
E.
5
Inn
Hochf. Herrenſchreibtiſch
eiche
ſehr preiswert zu verkaufen.
der Expedition.
Michere in
(10132t
Waschkommode (nußbaum)
mit ſchwarzer Marmorplatte für 40 Mark
zu verkaufen. Näh. Expedition. (10019dfso
Flache und halbrunde Bügelſtähle
in allen Größen. Reparaturen an Bügeleiſen.
L. Hufnagel, Schloſſermeiſter
Waldſtraße 7.
(7628a
Gasherde, Gasherdtiſche, ſowie
Gas=
lampen billig zu verk. Gardiſtenſtr. 32
im Laden u. Langegaſſe 9.
(8896a
Kogelkraftfutter, Vogelfutter und alle
Hilfsmittel Göbels
Spezialge-
schäft, Ernſt=Ludwigſtr. 11. (9523a
Das Umbeizen, Aufpolieren u. Wichſen
von Möbeln, das Reinigen, Beizen
und Wichſen von Fußböden in allen
Holzarten.
(*12059sis
Reparaturen werden prompt und
billig ausgeführt.
Georg Bräunig
Darmſtädter chem. Beizinſtitut
Poſtkarte genügt. Waldſtr. 20.
Wareisans
empfiehlt
Spezialität in gediegenen
elfen
Unerreicht billige Preiſe!
Bettstellen
Eine große Partie — Gelegenheitskauf
à Mk. 11.80.
Bettstellen
lackiert, in hübſcher Ausführung,
à Mk. 13.—, 15.50, 18.—, 21.50, 24.—.
Einfache
Eisenbettstellen
in neuen Modellen
à Mk. 6.50, 8.50, 11.50, 13.50, 17.80.;
mit Meſſingſtangen, Meſſingknöpfen
und Patentſtahlrahmen
à Mark 24.—, 27.—, 29.—, 31.50,
36.—, 40.—, 43.—, 51.—, 56.−
Kinderbettstellen
aus Eiſen à Mark 9.50, 11.70, 14.80,
16.50, 20.—, 24.—, 27.—, 31.—, 36.−
Patent-Rahmen
mit und ohne Gegendruck,
in jeder Größe lieferbar,
à Mark 18.—, 16.—, 15.—, 14.50.
Matratzen
mit Wollfüllung
à Mk. 23.50, 24.50, 25.50.
mit Seegrasfüllung
à Mk. 12.50, 14.50, 15.50, 16.50.
mit Capocfüllung
à Mk. 39.50, 42.—, 44.—.
Oberbetten
aus federdichten Stoffen, vollſtändige
Füllung, à Mk. 8.80, 11.50, 15.—
17.50, 20.00, 23.50, 28.50.
Kissen
aus federdichten Stoffen, vollſtändige
Füllung, à Mk. 2.50, 3.—, 4.—, 5.—
6.40, 7.50, 9.50, 11.50.
Vollständige
Kinderbetten
à Mk. 26.—, 36.—, 41.—, 46.—, 50.-
62.—, 75.-
Frankolieferung nach auswärts.
Spezial-Betten-Abteilung
Mainzer
Warenhaus
Guggenheim & Marx
Markt 7.
Markt 7.
„8 112.
zum Darmſtädter Tagblatt.
Dienstag, 17. Mai.
Meine neuen Modelle
in kompletten
Schlatzimmern
beſtehend aus:
2=türigem Schrank
2 Bettſtellen
2 Nachtſchränke
1 Waſchkommode mit Marmor und
Spiegelaufſatz
2 Stühle und
1 Handtuchſtänder
mn Mer a
bein Mar 480
zeichnen ſich durch ihre
eleganten Formen
und
praktischen Grössenverhältnisse
ganz beſonders aus.
(C6694,55
Infolge fachmänniſcher Beaufſichtigung
leiſte für jedes bei mir gekaufte Stück
weitgehendſte Garantie.
Georg Schmtt
Möbel und Dekorationen
Schlossgraben 13a
Frühjahns!
eider
für Damen und Herren
werden in konkurrenzlos kürzeſter Zeit bei bekannt beſter u. billigſter Ausführung
chemisch gereinigt.
Facon und Farbe neues Ausſehen.
Hoffärberei
GCehkeien
Chemische Waschanstalt, Pallaswiesenstrasse 146.
Rheinſtraße 12½ — Telephon 1472.
Karlſtraße 115 — Telephon 1501.
Taden: Nieder=Ramſtädterſtraße 16.
1910.
Gegr. 1879.
Telefon 891.
Me e
12
Teerschwefelseife 50 Pfge.,
a
Verbess. Teerseife 40 Pfge.,
ausgezeichnete und erprobte Mittel gegen
Haut=Ausſchläge
Sommerſproſſen, Schuppen, Flechten,
Naſen=
röte und andere Hautunreinlichkeiten.
Sicherer Erfolg, ſeit 39 Jahren allgemein
eingeführt. (K19578,29
Blendend weißen Teint
erzielt man mit der echten
Glyzerin Schwekelmilch=Seife
der Königlich Bayeriſchen Hof=Parfümfabrik
C. D. Wunderlich, Nürnberg,
äußerſt mild, daher beſonders für Damen
und Kinder empfohlen à 40 Pfge.
n Nachf.,
A. Wälchner vorm. u. Scharmann
Hoflieferant, Ecke Eliſabethen= u. Lniſenſtraße.
(6119a
Eingerahmte Bilder, Oelgemälde, Kunſtblätter,
Fa=
milien=Photographie= und Poſtkartenrahmen, ſowie
Einrahmungen bekommen Sie ſtaunend billig bei
Frz. Langheinz, Glaserei
Einrahmungsgeschäft u. Kunsthandlung
Karlſtraße 41.
Telephon 1747.
Beachten Sie bitte, bevor Sie ein Bild kaufen oder
einrahmen laſſen, mein Schaufenſter und Preiſe
Karlſtraße 53, woraus Sie erſehen, daß der kleinſte
Einkauf Vorteil bringt.
(B7290
Grösste Auswahl von Bilderleisten.
Damen-, Herren-, Kinder-
Handschuhe
in allen modernen Farben u. Längen
vom einfachsten
Promenade-
bis zum feinsten
Gesellschafts-
Handschuh.
* Offiziershandschuhe
in weiss und rotbraun.
Reit- Fahr- u.
Auto-
mobil-Handschuhe
in grösster Auswahl.
KARL. GEHBAUER
Grossherzogl. Hess. Hoflieferant
24 Ernst-Ludwigstr. 24.
Nur
S-Wact
7
Eingetragene
Schutzmarke
Bitte, probieren Sie Hofmanns
Salat=Oel
Liter=Fl. 45 Pfg.
Feinstes Tafel-Oel
Liter=Fl. 55 Pfg.
Ein Verſuch genugt zu ſtetiger
Kund=
ſchaft. Poſtkarte genugt.
(6347a
Wilh. Hofmann, Oelhandlung,
Karlsſtraße 26, früher Mauerſtraße 32.
Meitetechten
500 mm, Feldſchmiede, kleine
Richt=
platte zu verkaufen. Näheres in der Expd.
dieſes Blattes.
(B10226
den gehrten
Empfehle mich Herrſchaften
für Ankauf von getragenen Kleidern,
Herrenanzügen, Bluſen, Stiefeln, bezahle
hohe Preiſe Flamm, Soderſtr. 47, I. (9595a
Eine große Sendung
Vorbeerbäume
ſoeben eingetroffen (10154a
H. Schneider, Gärtnerei,
Schwanenſtraße 39.
Telephon 780
Daufe alte Zahngebiſſe Zahn 18—20 Pfg.
S 9380a) Best, Ludwigshöhſtr. 60, 1. St.
Riſſe der Liebe.
sagt der bekannte und angesehene Chemiker der‟
Seifenindustrie, Herr Dr. C. DElTE in Berlin, daß es
sehr große Waschkraft besitzt,
größer als Seife oder Seife und Soda,
ohne dabei die Wäsche mehr anzugreifen.
Minlos sches Waschpulder ist daher das Beste.
was zum Waschen von Wäsche verwendet werden
kann; es schonf das Leinen in denkbarster weise,
ist-
billig und gibt
blendende Weiße und völlige
Geruehlosigkeit.
Das 1 Pfund-Paket kostet nür 25 Pfennig.
Zu haben in Drogen-, Kolonialwaren- und Seifengeschäften.
Engros bei L. Minlos & Co., Höln-Ehrenfeld.
82H
als Gummi-, rohe u. gummierte
Hanfschläuche, sämtliches
Zubehör, Schlauchwagen etc.
empfehlen zu billigſten Preiſen
Orheher
Jehl!
Fabriklager (9384a
in technischen Gummiwaren,
Treib-
riemen jeder Art und sonstigen
Maschinen-Bedarfsartikeln
Darmſtadt
14 Schuſtergaſſe 14.
Ein Blankeneſer Roman
von Ewald Gerhard Seeliger.
(Nachdruck verboten.)
Henning wurde rot und beſchäftigte ſich mit ſeiner
Pfeife.
Neue Moden! fuhr Wilken Wobbe fort. Mach
lieber, daß Du endlich auf Schule gehſt. Deine
Fahr=
zeit haſt Du längſt voll. Trauſt Dich wohl nicht?
Henning, der ſich bisher von der Schule gedrückt
hatte, weil er eine tiefe Abneigung gegen gedruckte
Bücher hatte, dachte an Guſchi Heggbloom und faßte
einen herzhaften Entſchluß.
Dieſen Herbſt mach’ ich mein Examen!
Das iſt ein Wort, Henning! rief der alte Lotſe
freudig und ſchlug ihm derb auf die Schulter. Wie heißt
denn Dein Kapitän?
Teſenfiz.
Iſt das am End’ Dirk Teſenfiz, der verdrehte Kerl
mit dem großen Mundwerk? Hätteſt Dir auch einen
geſcheiteren ausſuchen können. Hat immer das kluge
Wort weit voraus, aber nichts dahinter. Vor fünf
Jahren hat er einen Dreimaſtſchoner bei Wangeroog
auf Grund geſetzt. Wann geht Ihr in See?
Morgen mittag.
Sonntag in See! rief der Alte überraſcht. Das
paßt zu Dirk Teſenfiz. Welcher Dampfer iſt das?
Nummer 68.
Nummer 68? wiederholte der Alte und kramte ein
wenig in ſeinem ausgezeichneten Gedächtnis herum.
Das iſt meiner Seel der Laubfroſch!
Kann ſchon ſein! lachte Henning. Grün und gelb
iſt er in Farbe.
Flinkes Schiff, meinte Wilken Wobbe beifällig,
macht gut ſeine vierzehn Knoten. Hier brach er kurz
ab und drehte den Kopf nach rechts. Von links nämlich
kam Gorch Holmquiſt den Strandweg heraufſpaziert.
Er war ein unterſetzter, wohlbeleibter Herr mit breiter
Naſe, waſſerblauen Augen und einer Glatze, die ihm
bis dicht an den Nacken heranreichte. Früher war er
Kapitän geweſen, jetzt ließ er ſich Reeder titulieren,
weil er zwei Dampfer von 600 Tons auf oſtaſiatiſcher
Küſtenfahrt laufen hatte.
Henning griff an die Mütze, und Gorch Holmquiſt
dankte freundlicher, als es ſonſt ſeine Art war. Da
aber wandte ſich Wilken Wobben mit einem Ruck
herum.
Du grüßt mir den Mann nicht wieder! rief er laut
und ſah Henning ſcharf in die Augen. Der Kerl iſt
ſchlecht. Er hat den alten, ehrlichen Diedrichſen
ruiniert, der voriges Jahr geſtorben iſt, arm wie eine
Kirchmaus. Und hatte doch früher an der chineſiſchen
Küſte drei eigene Dampfer laufen. Wir haben ja
heute noch ein paar ſolcher Reeder hier. Aber ſie ſind
lange nicht das, was der alte Diedrichſen war. Der
hätte die Blankeneſer Schiffahrt noch in die Höhe
brin=
gen können, wenn ihm der Kerl dort nicht ein Bein
geſtellt hätte. Das war nämlich einer von den drei
Kapitänen, die er auf Treu und Glauben angeheuert
hatte. Anders nämlich iſt das Geſchäft da draußen
nicht zu machen. Und dieſer Kerl hat zehn Jahre lang
da draußen in ſeine eigene Taſche gearbeitet, und die
anderen beiden haben ihm dabei geholfen. Aber er hat
ſie dazu angeſtiftet und hat’s am ärgſten getrieben. Als
er zurückkam, war er ſchwer reich, und der alte
Diedrichſen konnte ſich auf einmal nicht mehr halten.
Da hat ſich dieſer Kerl in das warme Neſt geſetzt, hat
die Schiffe für ein Lumpengeld gekauft, wohnt in einem
feinen Hauſe oben in der Friedrichſtraße und wechſelt
alle Vierteljahre ſeine Haushälterin.
Eben legte ſich der Raddampfer, der nach Stade
unterwegs war und im blauen Schlotring den weißen
Schlüſſel führte, an die große Landungsbrücke. Henning
zog die Uhr und ſtand auf. Die innere Unruhe, die ihn
zu Guſchi Heggbloom trieb, ließ ihn nicht länger raſten.
Wilken Wobben ſah ihm kopfnickend nach.
Als Henning die Landungsbrücke erreichte, ſchnitt
er den ſtarken Strom der eben gelandeten Paſſagiere,
die nach Hauſe eilten.
Nur einer nahm ſich Zeit. Sein merkwürdiges
Aeußere ſtach ſogar Henning in die Augen. Dieſer
Fremdling, der eine braune Samtjoppe und auf ſeinen
braunen Locken einen breiten Filzhut trug, ſchlenderte
gemächlich über die lange Brücke und ließ dabei ſeine
rehbraunen, lebhaften Augen, die zu beiden Seiten
eines ſcharfen, kühngeſchwungenen Naſenrückens
ſtan=
den, über das liebliche Bild ſchweifen, auf das er
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Mai 1910.
Nummer 112.
Herren-, Knaben-
Kinder-Anzüge 3:
Damen-Kostüme
Blousen, Röcke, Jacketts
Fauff bequeme Abzahlung
Adam Karn, Bleichstr. 30.
Ziehung 25. u. 26. Mai 1910.
Gothaer
tterie
des Hennvereins fürAltteldeutschland.
3337 Geldgewinne u. 1 Prämie zusammen
Mark
Grösst.
Gewinn
Vertl.
08
elne
Prämie
Haupt.
Hewinn
Haupt-
gewinn
1 L.os 1 M., Porto und Liste 20 Pf, extra,
5 Lose einschl. Porto und Liste nur 5 M.,
auch gegen Nachnahme, empfiehlt
Carl Heintze,
Strassburg Els., Goldschmiedgasse
und alle Loshandlungen.
Obige Lose sind hier zu haben bei:
Friseur Carstens, Liebfrauenstr. 66, W. Dember
Nchf., Elisabethenstr. 40, I. Einsfeld, Grosse
Ochseng. 28, S. Feitler, Louisenstr. 4, Gg.
Fehren-
bacher, Heinheimerstr. 8, I, Jacobi, Mühlstr. 28,
W. Kaminsky, Rheinstr. 86, G. Kriegk, Rheinstr. 17,
W. Klein, Elisabethenstr. 56, Ph. Kiefer,
Mathil-
denplatz 5, Frd. Marguth, Schillerpl., J. H. Möser,
Ruthsstr. 16, Iul. Mylius, Heerdweg, Ecke
Karl-
strasse, Valentin Seibert, H. Seipp, Darmstr. 41,
Friseur Wiegand, Schulstr. 10.
(9599a
Feinſter
(9382a
Exportapfelwein
vorzüglich zur Bowle geeignet
empfiehlt per Fl. ohne Glas 30 Pfg.
teorg Roth, Dieburgerſtr. 9.
Damenbinden
billigſt, im Wattengeſchäft von
C. Federlin, Schucharbſtr. 10, 1. St. (123a
Aufdämpfen
und
Desinfizieren
nach neuestem System
eingerichtet.
Grösste Auswahl am
Bettedern-und 5 Platze in Bettstoflen,
Bettfedern und
lertige Betten
Daunen
Jak. Heymann, Tapeziermeister
Telephon 1601 (B8738) Karlstr. 103.
Hosig
Linoleum=u. Bernſtein=
(Linoleumlack in blau=roten Doſen, Bernſteinlack in grün=goldenen Doſen.)
hochglänzend ertra hart, klebfrei, kein
zähes Streichen, daher ausgiebig u. billig
Erſtklaſſiges Fabrikat! Weiteſte Verbreitung!
Man verlange nur
Fr. Amelung, Liebfrauenſtraße=
C. Bopp, Heinheimerſtraße.
E. Bott, Schießhausſtraße.
A. Braunwarth, Tannenſtraße.
Fr. Dahlen, Viktoriaſtraße.
O. Erb, Alexanderſtraße.
Gg. Feid, Frankfurterſtraße.
K. Fiſcher, Frankenſteinſtraße.
A. Gärtner, Pallaswieſenſtraße.
K. Hammann, Caſinoſtraße.
W. Hill, Saalbauſtraße.
J. Hohl, Viktoriaſtraße.
Gg. Hübner, Karlſtraße.
Ph. Huwerth, Roßdörferſtraße.
H. Kanthal, Hochſtraße.
P. Keil, Pankratiusſtraße.
K. Kleinſchnitz, Soderſtraße.
P. März, Landwehrſtraße.
Gg. Manck, Ballonplatz.
Meyer & Hartlaub, Pankratiusſtraße.
H. Möhrle, Heinrichſtraße.
Liebig’s Lacke” bei:
H. Müller, Neue Ireneſtraße.
L. Netz, Karlſtraße.
Fr. Paſche, Beſſungerſtaße.
Lina Paul, Viktoriaſtraße.
Fr. Peter, Neue Ireneſtraße.
M. W. Praſſel, Grafenſtraße.
L. Rieger, Heidelbergerſtraße,
L. Riſſe, Mathildenſtraße.
H. Roßmann, Inſelſtraße.
Gg. Roth, Dieburgerſtraße.
R. Scholl, Soderſtraße.
Fr. Seibert, Pallaswieſenſtraße.
H. Stephan, Stiftſtraße.
J. Streb, Bismarckſtraße.
L. Stumpf, Neckarſtraße.
L. Walther, Taunusſtraße.
Gg. Liebig & Co. Nachf., Luiſenſtr. 4.
C. Block in Nieder=Ramſtadt.
K. Höhl 2 in Griesheim.
L. Müller 2 in Eberſtadt.
W. Poth in Auerbach.
(7257a
66000ede
Ernst-Ludwigstrasse 19
nach Umbau
zwei große moderne
LADEN
je ca. 6 Meter breit, 27 bezw. 24½ Meter tief, mit größeren Schaufenſtern,
Zentralheizung, event. mit Wohnungen per 1. Oktober zu vermieten.
Wünſche können berückſichtigt werden. Näheres durch das Immobilienbüro von
Julius Kahn, Schulſtr. 15. Telefon Nr. 135.
(5323a
Cavel-Vachen
reinigen die Meren.
Zur Frühjahrskur trinken Sie bei
Stö=
rungen der Nierenfunktionen und der
harnorgane, Steinleiden und Gicht täge.
lich frühmorgens 1 Fl. Carolaeheile
quelle; 10 Flaſchengenügen, um Sie vom
Erfolg zu überzeugen. Fragen Sie Ihren
Rausarzt! in allen Apotheken u. beſl.
Mineralwaſſerhandlungen erhältlich.
sowie in der Hauptniederlage in Darmstadt:
(53199f
A, Merz, Inh. Jakob Schroth, Schulstrasse 12, Telephon 160.
Literatur u. neueste Brunnenschrift durch Carolabad A. G. Rappoltsweiler, Südvogesen,
Dampf=Reinigung
für Bettfedern und Daunen.
Denkbar beſte Einrichtung am Platze.
Barchente, Daunen und Federköper.
Krankenbetten werden nicht angenommen.
J. Stritzinger, Hölgesstrasse 13.
nächſt der kath. Kirche. (5681a
Scheumayer Flager
ſchwarz, gebraucht
vorteilhafte Gelegenheit
Heinrich Arnold (9580a
Hofpianofortefabrik, Darmstadt
Mühlstr. 1 u. 3. Fernspr. 691,
Chilesalpeter
Ersatz=Poudrette
(ohne Torf)
billigſt bei
(10095a
Carl Manck Nachf.
40 Wendelstadtstrasse 40.
Pik. Sellerie-, Lauch-,
Tomatenpflanzen etc.
in großen Maſſen (9638a
H. Schneider, Gärtnerei
Schwanenſtraße 39. Telephon 780.
Adler-Rad
neu hergerichtet, ſehr billig abzugeben.
9935a) Müller & Ober, Karlſtraße 30.
50—60 m gebrauchtes Draht=
Ca. geflecht Höhe 1,25 bis
1,50 m, zu kaufen geſucht. Offerten erb.
(*12030si
Herderſtraße 1, Laden.
Brenntannäpfel
liefert auf vorherige Beſtellung frei ins Haus
per hI 55 Pfg., bei 10 hi 50 Pfg.
Conrad Appel,
Bismarckſtr. 61. (233a) Telephon 91.
Eut erhaltenes Meyers
oder Brockhaus Lexikon
zu kaufen geſucht. Offert. mit Preis unt.
A 24 an die Exp. ds. Bl. (10008dfso
Hochfeines
Eichen-Büfett
ſehr preiswert zu verkaufen
(10017t
Näheres in der Expedition ds. Bl.
Wer dort?
85
hier V. Schatz, Kleine Bachgaſſe 1.
Ich komme ſofort und zahle Ihnen für
getragene Kleider, Schuhe, Wäſche,
Zahn=
gebiſſe, alte Federbetten ſtets die höchſten
Preiſe. Telephon Nr. 1924. Poſtkarte genügt.
Heyi&John, Manufakturwaren. (273a
zuſchritt. Endlich blieb er ſogar ſtehen, legte die Hände
auf den Rücken, ſpreizte die Beine und genoß in aller
Ruhe den ſchönen Anblick.
Hennings Neugier, was das wohl für ein Menſch
ſein konnte, wuchs ſtetig; er ging langſam auf ihn zu
und an ihm vorbei. Da ſah er denn, daß der Fremde
einen langen roten, flatternden Schlips, ein feines,
ſeidenes Hemd und am linken Handgelenk eine breite,
goldene Armſpange hatte.
Hennings Menſchenkenntnis reichte nicht ſo weit,
ihn erkennen zu laſſen, daß dieſer eigenartige Herr, der
nöch nicht ganz das erſte Menſchenalter hinter ſich hatte,
ein Maler war, der ſich zehn Jahre in Italien
aufge=
halten, dort ſein Erbteil, das nicht gering geweſen war,
verzehrt und blitzwenig gepinſelt hatte. Jetzt war er
eben im Begriff, nach Blankeneſe überzuſiedeln, das
ihm ein norddeutſcher Freund als beſonders
ſtimmungs=
voll empfohlen hatte, um ſich hier wohl oder übel von
ſeiner Hände Arbeit redlich zu nähren.
Er hieß Kurt Egloff, ſtammte aus Bamberg und
glaubte, einige ſchwerwiegende Gründe zu haben, ſich
für ein künſtleriſches Genie erſter Ordnung halten zu
dürfen. Zwei junge Mädchen aber, die ſich verſpätet
hatten und nun an ihm vorbei über die Brücke
ſchlüpf=
ten, bemerkten nur, nicht ohne dahei heftig zu kichern,
daß er einen weichen, roten Mund und einen braunen,
wohlgepflegten, herausfordernden Schnurrbart beſaß.
Plötzlich wandte er ſich an Henning, der ſich noch immer
nicht an ihm ſattgeſehen hatte.
Wiſſen Sie, wo hier ein Maleratelier zu
ver=
mieten iſt?
Meine Mutter hat ein Zimmer mit Elbausſiſht,
meinte Henning gemütlich.
Ein Zimmer nur? ſchnitt der andere kurz ab. Ich
brauche mindeſtens drei. Und das größte muß
Nord=
licht haben.
Henning fand das reichlich unverſchämt und wurde
ärgerlich.
Wenn Sie nicht bei meiner Mutter wohnen wollen,
dann ſuchen Sie ſich nur was Beſſeres.
Jawohl! erwiderte der Maler erboſt, und ſein
hüb=
ſches, mädchenhaftes Geſicht färbte ſich rot. Man hat mir
geſagt, daß die Leute hier nicht höflich ſind.
Darauf machte er Kehrt und ging mit leichten,
ſchwebenden Schritten davon, wobei er ſich in den
Hüf=
ten wiegte. Henning aber ſchämte ſich, daß er den
kürzeren gezogen hatte, ſteckte die Fäuſte in die
Hoſen=
taſchen und ſprang mit einem einzigen Satze vom
Brückendamm in den weichen Sand des Strandes.
Kleine und größere Ruderboote ſaßen im ſeichten
Waſſer oder ganz auf dem Trocknen. Weiter draußen
ſchaukelten ſich ſchlanke Rennjachten auf den ſtarken
Heckwellen der Ozeandampfer, die nun in immer
kürzeren Zwiſchenräumen heraufkamen.
Hinter dem Garten des Strandhotels, der bis dicht
an das Waſſer heranreichte, ſtanden faſt unbeweglich
zwei ſchwere, dickleibige Ewer. Die Blankeneſſer
Fiſcherflotte, die es noch vor dreißig Jahren mit der
von Finkenwärder aufnehmen konnte, war bis auf
einen kümmerlichen Reſt zuſammengeſchmolzen. Die
ſeetüchtigen Fahrzeuge, die jetzt noch in Blankeneſe
be=
heimatet waren, ließen ſich bequem an den Fingern
herzählen. „S. B. 7‟ las Henning auf dem Bug des
erſten, das dem Ufer am nächſten lag. Dieſer Ewer
ge=
hörte Jaſper Dunt. Er war früher von Hamburg aus
als Steuermann gefahren, und weit in der Welt
herum=
gekommen, während ſein älterer Bruder das Gewerbe
ſeiner Väter fortgeſetzt hatte. Dabei aber war er zu
ſchwerem Leibſchaden gekommen. Im Sturm hatte ihn
eine Woge gegen den Achtermaſt geſchleudert, daß er
gelähmt heimgebracht wurde, und nach langen
Leidens=
wochen ſtarb. Seitdem fuhr Jaſper mit dem Ewer
hinaus und ſorgte redlich für die Witwe und für die
beiden unmündigen Kinder, die zurückgeblieben waren.
Henning ſah ihn aus der Kombüſe ſteigen und an
Deck herumhantieren und blieb ſtehen. Nicht lange darauf
ſtieg Jaſper herüber, watete in langen Waſſerſtiefeln heran
und zog das leichte Boot hinter ſich her. Langſam wuchs
ſeine mächtige, breitſchultrige Geſtalt aus dem glänzenden,
leichtbewegten Spiegel des Stromes heraus. Seine
Bewe=
gungen waren nicht ſchnell, aber ausdauernd und zielſicher.
Ein kurzer blonder Bart umrahmte ſein ernſtes,
verſchloſ=
ſenes Geſicht und unter ſeinen buſchigen Brauen blickten
ein paar ſcharfe, blaue, ſchweigſame Augen hervor. Er
reichte Henning die ſchwielige Hand und begrüßte ihn mit
einem kurzen Nicken.
Du gehſt morgen in See? fragte er.
Mit dem „Laubfroſch”
Hätteſt auch bei mir als Beſtmann anheuern können,
meinte Jaſper, indem er ſich in einer Pütz die Hände wuſch.
Ich fahre lieber auf dem Dampfer, da iſt der Dienſt
leichter.
Daß Du Dich nur nicht täuſchſt!
Damit ſtreifte Jaſper Dunt von ſeinen Füßen die
ſchweren Stiefel, warf ſie über den Rücken, faßte die Pütz
und ſchritt quer über den Strandweg in den ſteilen Grund
hinein, wo bald am Anfang das kleine, weinumrankte
Häuschen lag, in dem er wohnte. Henning hielt ſich an
ſeiner Seite.
Jaſpers Schwägerin, eine kleine, abgehärmte Frau,
ſaß mit ihren beiden Mädchen von drei und vier Jahren
in der Sommerlaube und ſtopfte Strümpfe. Sie empfing
die Ankömmlinge nicht beſonders freundlich, hielt die
Augen auf ihre Arbeit geſenkt und ließ ſich nicht weiter
ſtören. Ueber ihrem ganzen Weſen lag eine ſchmerzliche
Scheu, weil ſie ihren Schwager liebte und er es nicht
wußte.
(Fortſetzungsfolgt.)
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
25
Dienstag, 17. Mat.
Bekannt machung.
Betreffend: Landesporizeiliche Prüfung des Entwurfs zur Erweiterung des
Bahnhofs Kranichſtein.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der Plan und die ſonſtigen
Unterlagen zur Erweiterung des Bahnhofs Kranichſtein in der Gemarkung Arheilgen,
in der Zeit von Samstag, den 14. Mai bis Montag, den 23. Mai 1910 einſchließlich
auf der Großh. Bürgermeiſterei Arheilgen zu jedermanns Einſicht offen liegen.
Landespolizeilicher Prüfungstermin wird auf
Dienstag, den 24. Mai 1910, nachmittags 3¾ Uhr,
auf Bahnhof Kranichſtein anberaumt.
1910.
Pan ſind im Prüſungstermin vorzubringen.
Darmſtadt, den 12. Mai 191.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 1 Dachshund, 1 Schäferhund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Nachtrag zum Ortsbauſtatnt für die Stadt
Darmſtadt=
hier: für die Gartenvorſtadt Dieburgerſtraße=
Hohler=Weg.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 3. März 1910 wird nach
Begutachtung durch den Kreisausſchuß mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des
Innern vom 3. Mai 1910, zu Nr. M. d. J. 5494, auf Grund der Artikel 2, 13, 20,
Ab=
ſatz 4, 21, Abſatz 5., 29. 37, Abſatz 2 und 59 der Allgemeinen Bauordnung ſowie der
§8 3 bis 5, 7, 9 und 78 der Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung für
die bauplanmäßig entſtehenden Baublöcke in dem Bezirk, der begrenzt wird durch die
neue Odenwaldbahnlinie, die, die Gartenvorſtadt durchſchneidende
Hauptverbindungs=
ſtraße, die nördlich des Hohlen Wegs ziehende Parallelſtraße, die Faſaneriemauer und
die nördliche Straßenfluchtlinie der Dieburgerſtraße folgender
Nachtrag zum Ortsbauſtatut der Stadt Darmſtadt
erlaſſen, deſſen Beſtimmungen ſofort in Kraft treten:
§ 1. Die Größe der Bauplätze darf nicht unter 500 am, an der Dieburgerſtraße
nicht unter 1000 am betragen.
Mindeſtens ¾ der Geſamtfläche eines jeden Bauplatzes muß unbebaut bleiben.
Veranden, Teraſſen, Freitreppen und dergleichen werden in die Ueberbauung nicht
eingerechnet.
§ 2. Vor dem Beginn des Anbaues an den einen Baublock umgebenden noch
nicht hergeſtellten Straßen oder Straßenteilen iſt der Bürgermeiſterei ein Plan über
die ſachgemäße Eintelung des Baublocks in Bauplätze zur Genehmigung vorzulegen.
Bauerlaubnis kann jedoch erſt erteilt werden, wenn der Bürgermeiſterei der
Nach=
weis erbracht iſt, daß die Einteilung des Baublocks in Bauplätze dem Plan entſprechend
geſichert iſt.
In dem vorzulegenden Plan iſt in der Regel die Stellung der zu errichtenden
Gebäude einzutragen, die nach erfolgter Prüfung durch die Baupolizei und
Verſtän=
digung mit den Intereſſenten der Bebauung zugrunde zu legen iſt.
§ 3. Einheitliche Baufluchtlinien ſind nicht einzuhalten, dagegen hat der geringſte
Gebäudeabſtand über die Straße mindeſtens 15m und der lichte Zwiſchenraum zwiſchen
Gebäudevorſprüngen, wie Treppen, Erkern und dergleichen, mindeſtens 12 m zu
be=
tragen. Ausnahmen von dieſer Beſtimmung kann die Baupolizei in einzeinen Fälln
zulaſſen.
Für die Errichtung von Gebäuden auf Grundſtücken, die an die Dieburger Straße
angrenzen, wird folgendes beſtimmt
Solange die bauplanmäßige Herſtellung der Dieburger Straße nicht erfolgt und
der auf ein Grundſtück entfallende Koſtenanteil nicht vollſtändig bezahlt iſt, kann
Bau=
erlaubnis nur nach Leiſtung einer von der Bürgermeiſteren zu beſtimmenden
ange=
meſſenen Sicherheit erteilt werden.
§ 4. Die Gebäude dürfen unterhalb der Haupttraufkante außer dem Erdgeſchoß
nur ein Obergeſchoß erhalten. Darüber iſt die Haupttraufkante in kräftig betonter
Weiſe durchzuführen und im unmittelbaren Anſchluß an die Haupttraufkante muß die
Dachfläche mit der für das Dach charakteriſtiſchen Neigung einſetzen.
Oberhalb der Haupttraufkante iſt nur ein bewohnbares Dachgeſchoß zuläſſig. Ueber
dieſem Dachgeſchoß dürfen nur Wohnräume für Dienſtboten eingerichtet werden.
§ 5. Die zu errichtenden Wohngebäude müſſen ſowohl den Grenz= als auch den
Gebäudeabſtand in Gemäßheit der nachſtehenden Vorſchriften haben.
1. Die Wohngebäude müſſen entweder an der Grenze oder mindeſtens 5 m von
n
der Grenze entfernt errichtet werden (Grenzabſtand).
an es anſchließen. Wird das Wohngebäude nicht an der Grenze errichtet, ſo muß auf verdungen.
jeden Fall ein dem Grenzabſtand entſprechender Gebändeabſtand von 10 m eingehalten
werden. Iſt die Einhaltung dieſes Gebäudeabſtandes in rechtsgültiger, erforderlichen= Stück bezogen werden.
falls im Grundbuch gewahrter Form geſichert, ſo kann die Bauerlaubnis auch dann
erteilt werden, wenn das zunächſt zu errichtende Wohngebäude den Grenzabſtand derrung” ſind vor dem Termin portofrei im Geſchäftszimmer abzugeben.
Ziffer 1 nicht einhält.
Ein Vorſpringen von Einbauten, z. B. von Erkern, Balkonen und gedeckten
Veranden in den Gebäudezwiſchenraum iſt höchſtens bis zu ½ der Breite des
Grenz=
abſtandes geſtattet, jedoch mit der Beſchränkung, daß letzterer vor geſchloſſenen
Ein=
bauten, Balkonen und gedeckten Veranden mindeſtens 3,5 m, vor Freitreppen und
ungedeckten Veranden mindeſtens 2,4 m betragen muß. Riſalite dürfen in dieſen und Mädchenſchule vorkommenden Schrei=
Gebäudezwiſchenraum nicht mehr als ½ m vorſpringen.
Die Ausdehnung aller vorgenannten Einbauten darf die Hälfte der Länge der
Seitenfront nicht überſchreiten.
Die Errichtung eines Gebäudes auf der Grenze kann nur geſtattet werden, wenn
der Nachbar für ſich und ſeine Rechtsnachfolger ſich verpflichtet, das von ihm zu er= während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
richtende Nachbarhaus demnächſt gleichfalls auf der gemeinſamen Grenze und im auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Anſchluß an das bereits beſtehende Haus zu erbauen.
Die aneinander zu bauenden Häuſer ſind ſo zu geſtalten, daß bei völliger Freiheit
der Gruppierung und der Durchbildung des Aeußern eine harmoniſche Wirkung erzielt
wird. Mehr als zwei Häuſer dürfen nicht aneinander gebaut werden. Die Geſamt=bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
länge darf 30 m nicht überſteigen.
§ 6. Seiten= und Hintergebäude zu Wohn= oder gewerblichen Zwecken dürfen!
nicht errichtet werden. Sie ſind nur inſoweit zuläſſig, als ſie als Zubehör zu den
Wohnungen des Vorderhauſes (z. B. als Stallungen, Remiſen, Wohnungen für
Kutſcher und dergleichen) dienen.
Sie dürfen nur eine Höhe von höchſtens 6m erhalten und müſſen von allen von 162 ſchmiedeeiſernen Kleiderſchrän=
Grenzen 5 m entfernt bleiben.
Auch Miſtgruben müſſen den Grenzabſtand von 5 m einhalten. Ein Mindeſt=und Angebotsformulare ſind bei uns zu
abſtand von 10 m von den Nachbargebäuden iſt unter allen Umſtänden bei Ställenhaben.
und Miſtgruben einzuhalten.
§ 7 Bei freiſtehenden Gebäuden kann für die Umfangswände des oberen
Stock=
werks Holzfachwerk von mindeſtens 20/15 cm, im Dachſtock von mindeſtens 15/14 cm
Holzſtärke zugelaſſen werden.
Das Fachwerk iſt ſeinen Tiefenmaſſen entſprechend auszumauern. Hierzu können
auch Tuffſteine verwendet werden.
§ 8. Es iſt geſtattet, Dachgeſimſe, Altane, Galerien, Gänge und Treppen in
Holz auszuführen, ſowie Bretter= und Schindelverkleidungen zur Ausſchmückung der ſoll die den Schuhmachermeiſter Peter Traut=
Gebäude an den Außenſeiten nach Maßgabe der Beſtimmungen der Artikel 54 und 55 mann Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegen=
der Allgemeinen Bauordnung und § 75 der Ausführungsverordnung zu verwenden. ſchaft:
§ 9. Gewerbebetriebe, die durch ſchädliche Dünſte, ſtarken Rauch oder
ungewöhn=
liches Geräuſch Nachteile, Gefahren oder Beläſtigungen für die Umgebung herbeiführen, IV 31795/1000 189 Hofreite
Heinheimer=
ſowie Wirtſchaften ſind verboten.
Darmſtadt, den 12. Mai 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
2721i
(10186si
Großh. Miniſterium des Innern hat dem Verband deutſcher Beamtenvereine zu
Berlin N. W. 6, Luiſenſtraße 33/34, die Erlaubnis erteilt, 3000 Loſe einer demnächſt zu
veranſtaltenden Geldloterie zur Schaffung einer Heimſtätte für notleidende
Hinter=
bliebene von Reichs=, Staats= und Kommunalbeamten innerhalb des Großherzogtums
zu vertreiben. Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Verloſungsplan
dürfen 100 000 Loſe à 1 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur
mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen. Während der Zeit des
Vertriebs der Loſe zur erſten Klaſſe einer Königlich=Preußiſchen Klaſſenlotterie iſt
An=
kündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.
Jaeger.
Gebrauchte Nöhe
Betten, Tiſche, Beleuchtungskörper uſw.
zu verkanfen
Ireneſtraße 1, II. (*12112
Zu verkaufen:
Hochelegante Eckeauſeuſe, ſowie
Salon=
lüſter (Kupfer getrieben), vollſtändig neu,
ferner hübſcher Bücherſchrank
Wilhelminenſtraße 21, I.
9942a)
Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Die diesjährige öffentliche Impfung wird für die hieſige Stadt, Mittwoch,
den 4. Mai l. Js., nachmittags 5 Uhr, und die folgenden Mittwoche, ſo lange das
Bedürfnis dauert, im Schulhauſe in der Rundeturmſtraße abgehalten werden.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben vorgenome
menen Zmpfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht
be=
nutzen will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50
Impf=
ungen vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen, bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau
noch=
mals gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung, von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die
natür=
lichen Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 28. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
(9475a
Betreffend: Reſtaurierungsarbeiten im Innern der katholiſchen
St. Ludwigskirche zu Darmſtadt.
Zu vorbenannten Herſtellungen ſollen vergeben werden:
1. das Aufſtellen eines gezimmerten Gerüſtes, ca. 800 am Bodenfläche deckend
und ca. 15 m hoch;
2. die Innenſeite der Kuppel mit Rabitzputz zu erneuern (ca. 1700 qm);
3. Tüncherarbeiten für die Innenwände einſchl. Kalk=, Kaſeln= und
Oelfarben=
anſtriche (zuſ. ca. 5000 am).
Zeichnungen, Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen liegen auf dem Büro der
Architekten Gg. Scherer & Gg. Finke, Rheinſtraße Nr. 47, zur Einſicht offen,
und wird daſelbſt auch nähere Auskunſt erteilt, ſowie Angebotsformulare gegen Mk. 1.—
Kopialgebühren verabfolgt.
Angebote ſind, mit entſprechender Aufſchrift verſehen, bis ſpäteſtens
Dienstag, den 24. Mai I. Js., nachmittags 6 Uhr,
an Herrn Domkapitülar Dr. Elz, Wilhelminenplatz Nr. 9, verſchloſſen und
koſten=
frei einzuſenden.
(10165si
Darmſtadt, den 12. Mai 1910.
Kath. Kirchengemeinde
St. Ludwigsgemeinde Darmstadt
Stemmer.
Dr. Elz.
Fleisch=Verdingung.
Am 1. Juni 1910, vormittags 10 Uhr,
werden im Geſchäftszimmer der Garniſonverwaltung der Bedarf an Fleiſch= und
2. Wird ein Wohngebäude an der Grenze errichtet, ſo muß das Nachbargebäude Wurſtwaren für die Garniſon Babenhauſen vom 1. Juli bis 31. Dezember 1910
Die Bedingungen liegen daſelbſt zur Einſicht offen und können zu 20 Pfg. das
Schriftliche und verſiegelte Angebote mit der Aufſchrift „Angebot auf Fleiſchliefe=
(10276
Garniſonverwaltung Babenhauſen (Heſſen).
Schreinerarbeiten.
Die bei Erbauung einer höheren
Knaben=
nerarbeiten ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte
Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9
Angebote ſind bis
Freitag, den 27. Mai 1910,
vormittags 10 Uhr,
Darmſtadt am 12. Mai 1910.
Stadtbauamt.
(10260si
Buxbaum.
Die Lieferung
ken iſt alsbald zu vergeben. Bedingungen
(10039di
Schlachthofverwaltung.
Dr. Garth.
Bekanntmachung.
Dienstag, den 14. Juni l. Js.,
vormittags 11 Uhr,
Flur Nr. qm
ſtraße 61
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K68/10
werden.
Darmſtadt, den 29. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L9437,68
Müller.
Mültertümer kauft u. tariert koſtenl. Weber,
Rückertſtr. 8. Poſtk. genügt. (*12117
rei ſchöne Oleanderbäume zu verk.
(*12122
Annaſtraße 16.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 19. Mai I. Js,,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Heinrich Hedtrich Eheleuten
von Darmſtadt, jetzt in Hof=Gimbach bei
Kelkheim i. T., im Grundbuch der
Gemar=
kung Darmſtadt zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
VIII 7437/1000 489 Hofreite
Eſcholl=
brückerſtraße, jetzt
Artillerieſtraße 4,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K8/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 26. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L9438,68
Müller.
Rollschuhe
deutsche
englische
amerikanische
in allen Preislagen
— Ersatzteile —
J. Donges & Wiest
Grafenstrasse 26. (7518a
Perstincte ane
Karl Arnold Ecke Erhacherstr. Ecke
[ ← ][ ][ → ]Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Mai 1910.
Nummer u
Aarmkaufer-Danrlanbachf
gegesgegspsgsgegsgeugsgssgsgarstss gülfig ab 1. Mal hhhhShsushShuh-
uberunr zu kaber!
Dekdtieren
aller Hamten
und
Herren-Stoffe
(133a)
Frau B. Dietsch
18 Ernst-Ludwigstrasse 18.
Sanbenbles,
Hoch- und Flachplisse
Gaufrieren, Auszacken
Milen=verkauf
Das Anweſen des Herrn Profeſſor
Dr. Scheffers, Wittmannſtraße 60, neben
dem Garten der heſſiſchen
Landeshypotheken=
bank gelegen, beſtehend aus einer Villa
mit 10 Zimmern, reichlichem Zubehör,
Veranda, (Gas u. elektr. Licht) u. Garten
iſt zu verkaufen. Uebergabe am 1. Oktober
ds. J. Intereſſenten erteilt weiteren
Auf=
ſchluß nur der Bankbeamte Sebastian Eckler,
Rheinſtraße 9, Telefon 243.
(10281a
Haus-verkauf
In der Annaſtraße, nächſt der
Saal=
bauſtraße, iſt ein 2½=ſtöckiges, auch zum
Alleinbewohnen geeignetes 6=Zimmerhaus
mit Küche, Speiſek., Bad, Balkon, Veranda
und großem Garten zu günſtigem Preis
zu verkaufen. Geſamtfläche 890qm.
Nur ernſten Reflektanten erteilt weiteren
Aufſchluß Sebastian Eckler,
Rhein=
ſtraße 9, Telefon 243.
(B7862
Merlschattiche Besltzuns
zu verkaufen.
Die dem Herrn Provinzialdirektor Dr. Usinger
gehörige Besitzung am Roquetteweg,
beſtehend aus einem neu und ſolid erbauten,
künſtleriſch vornehm ausgeſtatteten
Einfamilienhaus
enthaltend Diele, 10 teils ſehr große
Zim=
mer, 4 Dienerſchaftszimmer, große gedeckte
Veranda, Loggia, Küche mit Anrichte,
Speiſekammer, 2 Badezimmer, Waſchküche
mit Bügelzimmer, Gas, elektr. Licht,
Zentral=
warmwaſſerheizung und
Entſtaubungsan=
lage wird wegen Domizilwechſel dem
Ver=
kauf ausgesetzt und kann am 1. Juni
Ifd. J. übernommen werden. Der
Geſamt=
flächengehalt des Anweſens beträgt 830 qm.
Weiteren Aufſchluß, ſowie Einſicht in die
Hauspläne und Photographien der
Innen=
dekoration nur bei Sebastian Eekler,
Rheinſtraße 9, Telephon 243.
(8924a
Villenkolonie Buchschlag.
Die dem Herrn Geh. Admiralitätsrat a. D.
Brennecke gehörige, herrliche, am Walde
ge=
legene Beſitzung, enthaltend
Einfamilienhaus mit 11 Zimmern,
reichliches Zubehör, Seitenbau mit
Hühner=
hof, Werkſtätte ꝛc. und ſchön angelegtem ca.
3000 am großen Garten, wird zu billigem
Preis und günſtigen Zahlungsbedingungen
verkauft und nach Wunsch
über-
geben.
(8923a
Ernſte Reflektanten erhalten genauen
Be=
ſchrieb, Haus= und Lagepläne ſowie die
Photographie nur durch das
Immobilien=
geſchäft Sebastian Eckler, Rheinſtr. 9.
VIlIa-verkauf
In der Villen=Kolonie an der Nieder=
Ramſtädterſtraße (Tintenviertel) iſt ein ſolid
gebautes Einfamilienhaus, enthaltend
7 Zimmer, Küche, Waſchküche,
Manſarden=
räume, Balkon u. ſchönen Garten,
Geſamt=
fläche zirka 600 am, zum Preis von
45000 Mark zu verkaufen und kann
nach Wunſch übernommen werden.
Weiteren Aufſchluß erteilt nur Sebastian
Eckler, Rheinſtraße 9, Telef. 243. (B8154
Ollla-Verkauf:
Die Villa Sieſta in Heppenheim a. d.
B., enthaltend 9 Zimmer nebſt Zubehör,
Veranda, Terraſſe, ſehr ertragreicher
Obſt=
garten, Geſamtfläche ca. 500 qm, iſt zum
feſten Preis von Mk. 18000 zu
ver=
kaufen. — Weiteren Aufſchluß erteilt
Sebastian Eckler
Rheinſtraße 9. (9832a) Telephon 243.
Haus=Verkauf!
In der oberen Kiesſtraße iſt ein neu
renoviertes und aufs komfortabelſte
ein=
gerichtetes 3=ſtöckiges 4=Zimmerhaus
mit Bad, Balkon, Gas, elektriſchem
Licht, Vor= und großem Hintergarten
ſehr preiswert zu verkaufen. Uebergabe
nach Wunſch. Ernſte Reflektanten erhalten
näheren Aufſchluß nur in dem
Immobilien=
geſchäft des Bankbeamten Sebastian Eckler,
Rheinſtraße 9, Telephon 243.
(10277a
Oilien-Verkauf.
In der Eberſtädter Villenkolonie iſt
ein ſolides und geräumiges Einfamilien=
Haus, enthaltend (8 Zimmer, Garderobe,
Bad, Küche, Anrichte, Speiſekammer,
Mäd=
chenzimmer, Waſchküche u. großen
Trocken=
boden, inmitten eines über 2000 qm groß.,
ſchön angelegten Zier= und Obſtgartens, zu
dem feſten Preis von 38000 Mk. zu
ver=
kaufen. Uebergabe 1. Oktober ds. Js.
Weiteren Aufſchluß erteilt Sebastian Eckler
Rheinſtraße 9. Telephon 243.
(B9387
Hertschatmiches Anwesen
zu verkaufen.
Die Beſitzung d. Herrn Majorv. Mackenſen,
Heerdweg 61, beſtehend aus einem ſoliden
Einfamilienhaus mit 15 Zimmern, Bad,
Veranda, Balkon, Zentralheizung, Gas,
elektr. Licht, Vor= u. Hintergarten, Stallung,
Remiſe ꝛc. wird zu günſtigen Bedingungen
dem Verkauf ausgeſetzt. Die zu dem
Beſitz gehörigen Bauſtellen an der
Moſer=
ſtraße können event. mit erworben werden.
Näheren Aufſchluß erteilt das
Immobilien=
geſchäft des Bankbeamten Sobastian Eckler,
Rheinſtraße 9, Telephon 243.
(B10285
Neue Kiesstrasse
iſt wegzugshalber ein 2½ ſtöckiges,
ſolid gebautes Haus, mit ſchönem
gepflegten Garten, unter ſehr günſt.
Bedingungen ſof. zu verkaufen.
Das Anweſen iſt im tadelloſem
Zuſtand, Gas, elektr. Licht, Bad,
Veranden und aller Komfort
vor=
handen. Preis Mk. 54000.
Intereſſenten erfahren Näheres
im Immobilienbüro von
Hermann Marx
Grafenſtr. 23½, III., Telephon 1468.
(*11727mfi
Herrſchaftliche Beſitzung
zu verkaufen!
Auf der Mathildenhöhe, Prinz
Chriſtianweg 11 iſt die von Profeſſor
Pützer erbaute Villa infolge Ablebens des
Beſitzers, Oberſtleutnants Leydhecker, zu
verkaufen. Sie enthält Souterrain,
Erd=
geſchoß mit Halle, Obergeſchoß u. Manſarde
— im Ganzen 14 Zimmer mit Salons,
Balkon und Terraſſe, Bad, große Küche
und Wirtſchaftsräume — und iſt mit
Zentralheizung, elektr. Licht, Gas u.
Warm=
waſſerleitung verſehen. Schön angelegter
Garten vorhanden. Der
Geſamtflächen=
gehalt des Anweſens beträgt 1621 am.
Ernſten Reflektanten erteilt weiteren
Auf=
ſchluß nur das Immobiliengeſchäft des
Bankbeamten Sebastian Eckler,
Rhein=
ſtraße 9, Telephon 243.
(9943a
Einlmnilentals
mit 9 Zimmer, 2 Badezimmer, 1
Winter=
garten, 1 Garderobenzimmer, Kabinett,
Mädchenzimmer und mehrere Nebenräume,
1100 am großen Garten mit ſtarken
hoch=
gewachſenen Bäumen, iſt d. Verkauf
unter=
ſtellt. Das Anweſen befindet ſich zwiſchen
Heidelberger= und Wilhelminenſtraße in
feinſter Nachbarſchaft. — Käufer erhalten
näheren Aufſchluß durch
(B8417
C. W. Braun, Martinſtraße 74.
Kauf oder Beteiligung.
Rentables Unternehmen (Fabrik oder
Engrosgeſchäft) gleichviel welcher Branche
wird zu kaufen geſucht. Eventuell auch
Beteiligung. Verfügbares Kapital 55 000 bis
80 000 Mk. Strengſte Diskretion zugeſichert.
Offerten u. W 4573 an Haasenstein &
Vogler A.-G., Frankfurt a. M. (10123H
Sommeraufenthalt.
In Bad Teinach, am Fuße der Ruine
Zavelſtein im Württ. Schwarzwald, ein
vollſtändig eingerichtetes Landhaus mit
6 Zimmern, Bad und 2 Kammern, elektr.
Licht, eigene Quellwaſſerleitung, direkt am
Wald wunderbar gelegen, für den Sommer
zu vermieten oder ganz zu verkaufen;
7 Ar Platz, ſehr ſchön angelegt, dabei gute
Bahnverbindung. Ebenſo nahe dabei ein
gleiches Landhaus mit 4½ Ar Platz.
Angebote und Anfragen zu richten unter
M 18 an die Exp. d. Bl.
(9985mi
Ee
Erbtellungshalber
wird das Anweſen 16 Dieburgerſtraße 16
dem Verkauf ausgeſetzt. Dasſelbe beſteht
aus zweieinhalbſtöckigem 3=Zimmerhaus
mit kleinem Nebengebäude, offener Torfahrt,
Garten, zuſ. 415 (Im Flächeninhalt. Gute
Zahlungsbedingung. Refl. erhalten nur
Auskunft im
(8671a
Immobilien= u. Hypothekengeſchäft
Hch. Castritius,
Telefon 1382
Kahlertstrasse 38.
½ 2—3 Uhr Sprechſtunde von ½2—3 Uhr.
Gartenſtadt Nieder=
Ram=
ſtadt=Traiſa b. Darmſtadt.
Verkauf!
Eine freiliegende Villa, beziehbar
am 1. Juni ds. Js., neuzeitlich
ein=
gerichtet, mit elektriſcher Lichtanlage
verſehen, enthaltend: 9 Zimmer, Küche,
Speiſekammer, 1 Bad, 2 Kloſetts,
3 größ. Haushaltungskeller, 1
Waſch=
küche, 1 Trockenboden, 2 Veranden u.
einen 1400 qm großen, bereits
ange=
legten Garten, iſt unter günſtigen
Be=
dingungen zu verkaufen.
Reflektanten wollen Offerten unter
M49 an die Exp. einreichen. (10090a
Zu verkaufen.
In ſchönſter Lage eines
aufblühen=
den Vororts von Darmſtadt iſt ein
neuzeitliches Landhaus mit
ange=
hauter Waſchtüche bilig zu verkaufen.
Sofort beziehbar.
Offerten unter M 50 an die
Ex=
pedition ds. Bl. erbeten.
(10089a
Seltene Gelegenheit!
Ein an der Ludwigshöh=Allee gelegener
großer ſchöner Garten, 3000 am,
einge=
friedigt und mit vielen Obſtbäumen und
Beerenſträuchern bepflanzt, iſt billig zu
verkaufen. Offerten unter M 38 an die
Expedition ds. Bl. erbeten.
(10032dfsi
Ankam u. Verkauf
von Häuſern, Bauplätzen,
Grund=
ſtücken, Gütern ꝛc., vermittelt unter
günſtigen Bedingungen
(9234a
Grossh. Geometer
Gg. Keil,
I. Klasse
Immobilien= u. Hypothekengeschäft
Michelstadt i. O.
(Vom 1. Juni 1910 ab Bureau in Darmstadt).
1
Sel
beste Javaware
gepackt in
Pfunde und Halbpfunde
billigst!
Mainzer
Warenhaus
Guggenheim & Marx
7 Markt 7.
(9633a
Einladung
zur gefl. Beſichtigung meiner in eigenem
Betrieb gefertigten, ſoliden
kompl. Schlafzimmer zu Mk. 350.−
kompl. Speiſezimmer zu Mk. 560.−,
alles in Eichen oder Nußbaum, in jeder
(B5938 gewünſchten Farbe.
Darmstädter Kunstmöbelfabrik
Inh. Carl Ziegler, Heidelbergerstr. 103.
Piano, gehraucht, ilige
Karl Arnold, Ecke Erbacherstr. Ecke
Ein Diwan
zu verkaufen Alexanderſtr. 7, Hth. I. (8730a
Fleisch u. veget. Kost zu
85, 70 u. 60 Pf. Im Abonn.
Auschante des berühmten
Wormser Weinmostes
Kein Trinkzwang.
CREFORM-RESTAURANT
THALVSIAT
ℳ64 Alexanderstrasse 4, I. Stock. 62
I. Darmſtädter Verſicherung
gegen Ungeziefer
Luisenstr. 10
Pelein te.
zu 4½ bezw. 4 Prozent auf prima Objekte
auszuleihen durch Julius Kahn,
Immo=
bilienbureau, Schulſtr. 15, Tel. 135. (9483a
12000 Mark
2. Hypothek per ſof. von nachweisl. pünktl.
Zinszahler geſucht. Offerten unter G 9
an die Expedition ds. Bl.
(9893a
II. Hppothek gesucht
11000 Mk. von nachweisl. pünktl.
Zinszahler a. gute Sicherh. Zwiſchenhändl.
verb. Off. u. M. 62 an die Exp. (*11981sid
*12086sim) 500 Mark gegen Sicherheit
und hohe Zinſen zu leihen geſucht.
Rück=
zahlung n. Uebereinkunft. Offerten unter
M 91 an die Expedition ds Blattes erb.
t billigſt Wilh.
IIII Kirchſtraße 5.
Por=
Enstean,
(4723a
Vertilgung von Ungeziefer jeder Art, wie
Wanzen, Käfer (Schwaben, Ruſſen)
Mäuſe, Ratten uſw. billigſt unter
Garantie und ſtrengſter Diskretion
Zänlung
nach
Erfolg!
für Hausbeſitzer, Hotels, Bäckereien,
Reſtaurants uſw. Verſicherung gegen
Un=
geziefer beſonders zu empfehlen. — Aeußerſt
geringe Jahresprämie. — Koſtenloſe
Aus=
kunft und Rückſprache für jedermann an
Ort und= Stelle. Poſtkarte genügt. (8411a
Nummer 112.
nſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Mai 1910.
Seite 13,
Luisenstr. 10.
Hess. vacäum Reinger- Gesenschurtseld
ephon46l.
406a
Wir empfehlen unſere mehrfach patentierte, vorzüglich bewährte große Vacnum-Entstaubungsmaschine allerneneſter
Kon=
ſtruktion mit Motorbetrieb zur gründlichſten und durch die ſofortige Staubaufſaugung u.=Abführung hygieniſch äußerſt
wich=
tigen Entſtaubung von Wohnungen, Bureaus, Bibliotheken, Polſtermöbeln, Betten, Vorhängen uſw. und beſonders von
Tep=
pichen, welche wieder ein friſches, ſchönes Ausſehenbekommen. — Vernichtungv. Motten u. Mottenbrut. Jede Beſchädigung ausgeſchloſſen.
Fachmänniſches Abziehen, Reinigen und Bohnen von Parkettböden und Linoleum=Belage billigst.
Reinigung von Fenſtern, Erkerſcheiben, Glashallen, Glasdächern, Abwaſchen von Häuſer=Faſſaden uſw.
Desinfektion von Zimmern, Wohnungen, Möbeln, Garderoben uſw. zur abſolut ſicheren Vernichtung von
krankheitserregenden Bakterien uſw. — auch von Motten und Mottenbrut. Neues, vorzüglich erprobtes und
be=
währtes, ſowie einfachſtes Verfahren nach Dozent Dr. Doerr und Dr. Raubitſchek.
Spezial=Anſtalt zur garantiert radikalen Vernichtung von Motten, Holzwurm und Ungeziefer aller Art.
Vorzügliche Empfehlungen u. Anerkennungen. — Preiſe für prompte und zuverläſſige Vacuum=Entſtaubung allerbilligſt.
Teppiche und einzelne Polſtermöbel entſtauben wir in unſeren Räumen. Abholen und Ablieferung gratis.
Das Haus
Ecke Wilhelminenſtraße und Heinrichſtr.
iſt per 1. Juli vollſtändig neu hergerichter,
mit Zentralheizung verſehen, zu vermieten.
Das Haus enthält 14 ſchöne Wohnräume
nebſt allem Zubehör und Garten. Näh.
nur durch die Firma Joſeph Trier,
Darmſtadt, Wilhelminenſtr. 25. (9462os
Herſeiſt= enen
Eliſabethenſtraße 70
Beletage, hochelegant, mit elektriſcher
Licht=
anlage Kochgas, 7 Zimmer, Badezimmer,
geſchloſſener Veranda, Burſchenzimmer,
Man=
ſardenräume per alsbald zu vermieten.
Näheres zu erfragen im Bureau im
Seiten=
bau zwiſchen 11—12 u. 2—5 Uhr. (211is
Wohnung im 2. Stock,
6 Zimmer hell. und frdlich., neu hergerichtet,
mit Veranda u. allem Zubehör z. 1. Juli
zu vermieten. Karl Steinhäuser, Ecke Mühl-
und Nieder-Ramstädterstrasse.
(9635a
5-Zimmerwohnung
nebſt Küche, Speiſek., Mädchenzimmer
auf der Etage und Zubehör a. 1. Juli
zu verm. Preis 750 Mk. Einzuſehen
zwiſchen 10 und 4 Uhr bei Frau
Dr. Meissel, Friedeichſtr. 21, II. (7248ids
Grafenſtraße 4
Durch Beſitzwechſel ab 1. Juni bezw.
1. Juli zwei 5=Zimmerwohnungen mit
Zu=
behör im 1. oder 3. Obergeſchoß, ſowie
4=Zimmerwohnung, 1 Treppe im
Hinter=
haus, zu verm. Näh. Architekt Münch,
Büro Mühlſtr. 26, Telepon 1693. (10221is
Militär-
Wohnungsanzeiger
Frühjahr 1910
Preis 30 Pfennig.
Zu haben in der (9610t
Expedition des Tagblatts.
Ballonplatz 3
(
neben der Infant.=Kaſerne, iſt der I. Stock,
4 Zimmer, Küche, Badezimmer und allem
Zubehör per ſofort zu vermieten.
Beſich=
tigung jederzeit. Auskunft durch Tel. 308.
7299ids) Schöne 4=Zimmerwohnung mit
Veranda und Gas per 1. Juli zu vermiet.
Näheres Wenckſtraße 44, 1. Stock.
7549ods) Ecke Kranichſteinerſtraße und
Rhönring 145, 2. Stock, 4=
Zimmerwoh=
nung mit allem Zubehör, neuzeitlich
einge=
richtet, per 1. Juli zu verm. Näh. daſelbſt r.
Bessungerstrasse 100
4=Zimmerwohnung per 1. Juni zu verm. Näh.
Beſſungerſtr. 102 bei Ferd. Wetzel. (B10288ms
Feldbergſtraße 25
ſchöne 3=Zimmerwohnung. Näh. Weiter=
(7232od
ſtädterweg 21. J. Dillmann.
7403oms) Eliſabethenſtr. 35, 3 Zimmer
mit Zubehör per 1. Juli zu 380.
per 15. Mai
11 Aeue Niederſtraße 11 hübſche
neu=
zeitliche 3=Zimmerwohn. im 2. Stock. (B9275
9972oms) Soderſtraße 46, ſchöne 3=
Zim=
merwohnung mit Zubehör per 1. Juli zu
vermieten. Preis 340 Mk
9971oms) Wienersſtr. 74, ſchöne 3=
Zim=
merwohnung mit Veranda und allem
Zu=
behör per 1. Juli zu vermieten.
10052od) Luiſenſtraße 32, Manſarde,
3 Zimmerwohnung ſofort zu vermieten.
Näh. Luiſenſtraße 36, Laden, Korbus.
Gut möblierte Zimmer
mit voller Pension nach Uebereinkunft. — Näheres Hotel
„Darmstädter Hof‟.
(8410a
e rertertee
und Küche zu vermieten.
5524ids) Wilhelminenſtr. 8, 2. St., zwei
ſchöne Zimmer mit Küche und Zubehör,
Gas und elektriſches Licht.
9443a) Parkusſtraße 9, 1. Stock,
neu=
herger. Manſarde, 2 Zimmer mit Zubehör
an kinderl., kleine Familie zu vermieten.
9719ids) Holzſtraße 23, part., kleine
2=Zimmerwohnung zu vermieten. Näh.
Halzſtraße 21.
In Eberstadt
iſt eine 3=Zimmerwohnung im 1. Stock mit
Küche, Kelleranteil, Kloſett i. Hauſe, Gas
u. Waſſerleitung zu verm. Preis Mk. 150.
pro Jahr. Näh. durch die Exportbrauerei
J. Hildebrand G. m.b. H., Pfungſtadt. (9919msi
Großer Laden
m. Nebenraum od. Magazin zu vm.
Näh. Gellarius, Bleichſtraße 53. (59is
erne ne eeneger ee
ſchöner, Laden in welchem eine
Ochſen=
metzgerei betrieben wurde, ſofort zu verm.
Näh. Heidelbergerrſt. 123, I.
Heilel Kieiel Ladeh
mit daranſtoßenden Zimmer, Grafenſtr. 19,
ſofort zu vermieten. Näheres nur durch
B. Baer, Landwehrſtr. 18, Tel. 1145. (9735a
10198ids) Lauteſchlägerſtraße 18 ſchöner
Laden, für jedes Geſchäft geeignet, per
ſofort zu vermieten.
Lagerplatz.
Großer eingefriedigter Lagerplatz am
Pfarrwieſenweg, nächſt der Pallaswieſenſtr.,
zu verpachten od. zu verkaufen. Off. unter
M1 40 an die Exp. ds. Bl. erb. (10033dfsi
4032ids) Waldſtraße 24, Vordh. 1. St,
gut möbl. Wohn= und Schlafzimmer, ſep.
per ſofort zu verm. Näh. part.
5694ids) Schützenſtraße 18, Seitenbau,
ein möbliertes Zimmer zu vermieten
Hügelstr. 2, 1. Stock,
ein möbl. Zimmer zu verm. (6693ids
Shtlich Reckarſtr. 26, 2. een ht.
Wohnzim. nebſt Schlafzim. ſofort zu verm.
7031oms) Waldſtraße 50, I. möbliert.
Zimmer per ſofort zu vermieten.
6427oms) Saalbauſtr. 40, III. St., ein
freundl. möbl. Zimmer ſofort bill. zu verm.
8244oms) Waldſtraße 16 elegant möbl.
Wohn= und Schlafzimmer mit Balkon, eig.
Bad und elektr. Licht, mit oder ohne Penſ.
per ſofort zu vermieten.
9298oms) Waldſtraße 3, 3. Stock, möbl.
Zimmer zu vermieten.
9346a) Soderſtraße 4, part., einf. möbl.
Zimmer für 3 Mk. per Woche zu verm.
8550t) Waldſtraße 32 gut möbl. Zimmer.
7422oms) Roßdörferſtr. 41, II. Stock
1 od. 2 gut möbl. Zim. ſofort zu vermieten.
9910ims) Hölgesſtraße 10, Hinterbau,
ſchönes hell möbl. Zimmer ſofort zu verm.
*11782dfso) Eſchollbrückerſtr. 6, I., ſchön
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer ſof. zu verm.
8990t) Eliſabethenſtraße 49, part., eleg.
möbl. Zimmer ſofort zu vermieten.
Pei besserer Dame iſt großes,
ge=
mütlich eingerichtetes Zimmer, Gas,
Bad, per ſofort. auch mit voller Penſion
an nur beſſere Herrn oder Damen zu
ver=
mieten. Schriftl. Anfrag. unter L. 25 an
die Expedition dieſes Blattes. (9674a
9834t) Wilhelminenplatz 15, 3. Stock,
möbl. 2efenſt. Zimmer a. beſſ. Herrn, event.
Penſion, billig zu verm. Separt. Eingang,
freie Ausſicht auf den Platz.
9833t) Luiſenſtr. 6, 3. St., möbl. Zimmer.
9888t) Rückertſtraße 13 ein gut möbl.
Zimmer per ſofort zu vermieten.
9912t) Grafenſtraße 2, 2. St.,
freund=
liches, großes, helles Wohn= und
Schlaf=
zimmer, gegenüber der Bleichſtraße, freie
Ausſicht nach den Bahnhöfen, mit
Früh=
ſtück und Bedienung 25 Mk.
10020a) Heinheimerſtr. 22, 1. Stock r.,
ſchön möbl. Zimmer mit Penſion zu verm.
8481ids) Bleichſtraße 13, 1. Stock, ein
großes, freundlich möbl. Zimmer zu verm.
8656ids) Eliſabethenſtr. 23, II., möbl. Z.
10083ids) Karlſtr. 65, Seitenb., II. St.,
ſchön möbl. Zimmer mit 1 od. 2 Betten
auf 1. Juni zu verm.
10219ids) Lauteſchlägerſtr. 22, 1. Stock,
kl. möbl. Zimmer mit Kaſſe 12 Mk.
*11983si) Grafenſtraße 18, III. rechts,
gut möbl. Zimmer mit oder ohne Penſion.
10250a) Mathildenplatz 11 groß. helles,
ſowie ein kleineres gut möbliertes Zimmer
mit Penſion zu vermieten.
*12062si) Hölgesſtraße 9, 1. St., möbl.
Zimmer zu vermieten.
10253t) Mühlſtr. 58, 3. St., Kapellplatz,
gut möbl. Zimmer zu vermieten.
Georgenstrasse 11
2
2 fein möbl. Zimmer ſofort billig zu verm.
Weinreſtaurant zum Schwan. (*12084si
*11726mfi) Bleichſtraße 27, möbliertes
Zimmer zu vermieten.
9482ik) 2 unmöbl. Zimmer zu vermieten
für beſſeren Herrn oder Dame. Näh. Exped.
6310if) Kranichſteinerſtraße 32, möbl.
Zimmer zu vermieten.
*12116ids) Eliſabethenſtraße 62, part.,
hübſch möbliertes Zimmer an gebildetes
Fräulein ſofort zu vermieten.
*12109isom) Schützenſtraße 10, 2. Stock,
ein gut möbl. Zimmer m. Schreibtiſch z. vm.
12106id) Viktoriaplatz 6, 3. Stock, ein
möbl. Zimmer an beſſeren Arbeiter zu verm.
Anziehende
Frauen
sind meist gut
an-
gezogene Frauen.
Wermodern und
preis-
wertgekleidetseinwill,
der benütze z.
schnei-
dern die vorzüglichen
Favorit-Schnitte.
Bei
Hunderttausen-
den im Gebrauch!
Anleitung durch das
Grosse Favorit-Moden=
Album (nur 70 Pf. 7) u.
Jugend-Moden-Album (60 Pf. fr.)
von der Verkaufestelleder Firms
oder wo nicht am Platze. direkt
von der Internationalen Schnitt.
manufaktur, Dresden-N. 8.
Arthur Sittig, Louisenplatz 4.
Auf Abhahlung
Meyers Konverſ.=Lexikon, ſowie ſämtl.
wiſſenſchaftliche Werke durch H. Stern,
Aliceſtraße 32.
(*12102is
Plüsch-Teppich
250X350 cm, rot Fond., gut erhalten, für
20 M. zu verk. Viktoriaſtr. 77, p. (*12107
Selleriepflanzen (Erf. Markt) Tomate=
Spflanzen (Alice Rooſevelt)
ſowieSommer=
flor=Blumenpflanzen ſind abzug. (*21ts
GärtnereiFr. Menger, Kranichſteinerſtr. 60.
Ser Rrtnete
Kegelbahn
noch für einige Abende in gefl. Erinnerung.
J. Müller „Zu den drei Haſen”
Heinheimerſtraße 42. (*12100
billigſt
Leihgeschirre Mäk. Gasean. Bie
(4801a
Läbstr. 5.
Wormser Weinmoste
empfehlen hervorrag. Aerzte
bei Blutarmut, Bleichsucht,
Nervostät (Prok. Forel, Prot.
Eulenburg, Prol. Jordy, Dr. Gübert,
Dr. Keferstein)
bei Herzkrankheiten,
Rheu-
matismus u. Gicht (Dr. Matzen,
Dr. Stoll-Nauheim, Dr. Kühne)
bei Magen-, Darm-, Leber-
und Nierenleiden (Prof. Bunge,
Prok. Winternitz)
bei allen akuten fieberhaften
Krankheiten (Dr. Järschky,
Prof. Bleuler, Dr. Albu, Dr.
Schilling.)
(5059
Verlangen Sie Sorten- und
Preisliste und aufklärende
Literatur von
Johannes Horn
Alexanderstrasse 4, I.
(Proben) auch Sendungen frei Haus.
Nummer T12.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17, Mai 1910.
Berliner Stimmungsbilder.
Von Paul Lindenberg.
(Nachdruck verboten.)
König Eduard von England und Theodor Rooſevelt. —
Zwei Männer! — Das Gedenken König Eduards. — Sein
letzter Beſuch in Berlin. — Der König und die
Ber=
liner. — Die Ankunft Rooſevelts. — „Teddy!” — Der
volkstümlichſte Amerikaner. — Robert E. Pearys
Vor=
trag. — Der Nordpolforſcher. — Zwei Beſcheidene.
Das Denkmal Theodor Fontanes. — Alexander Kips.
— Was er der Kunſt geweſen und was wir mit ihm
verloren.
König Eduard und Rooſevelt,
Rooſe=
pelt und König Eduard, der Tote wie der Lebende
nehmen das gleiche Intereſſe in Anſpruch. Und einer
leidet unter dem anderen! Man würde ſich eingehender
mit dem dahingeſchiedenen Herrſcher des britiſchen
Welt=
reiches beſchäftigen, wenn der Beſuch des früheren
Präſidenten der gewaltigen Republik jenſeits des
gro=
ßen Waſſers nicht in dieſe Tage gefallen wäre, und
um=
gekehrt hätte der „Colonel” mehr von Berlin gehabt,
vor allem von der Kaiſerlichen Familie und der
ſon=
ſtigen offiziellen Vertretung des Reiches, wenn er zu
einem anderen Zeitpunkt bei uns Einkehr gehalnen
hätte. Und doch beanſprucht und verdient jeder der
beiden Männer, der Fürſt wie der Bürger, die
unge=
teilte Beachtung und volle Würdigung.
„Der beiden Männer” — hier liegt das
Ge=
heimnis ihrer Volkstümlichkeit, hier der eigentliche
Grund des tiefen Eindrucks, den ihre Perſönlichkeit
wie ihr Wirken ausgeübt und ausübt. Und daß gerad‟
mit dieſem Mannhaften, das zielbewußtes Streben und
kluges Erreichen vereint, ein gewiſſes ſchlichtes
Auf=
treten verbunden iſt, hat Beiden die wärmſten
Sym=
pathien auch auf deutſchem Boden verſchafft. Das gibt
ja erſt der im öffentlichen Leben ſtehenden großen
Per=
ſönlichkeit ihren volkstümlichen Nimbus für die
weite=
ſten Kreiſe, daß ſie nicht nötig hat und gern verzichtet
auf ſchimmernden Prunk und lauten Tamtam! Der
Alte Fritz, Kaiſer Wilhelm I., Blücher, Gneiſenau,
Scharnhorſt, Bismarck, Moltke, um nur naheliegende
Namen zu greifen, die Auffaſſung der geiſtigen wie
per=
ſönlichen Bildniſſe dieſer Männer wäre nicht ſo eng
mit dem innerſten Volksbewußtſein verquickt, die
in=
nigſte Verehrung für ſie hätte nicht ſo unzerſtörbare
Wurzeln gefaßt im Nährboden der Anhänglichkeit und
Anerkennung von ungezählten Millionen, wenn ſie
nicht, um mit einem echten Bismarckſchen Wort zu
ſpre=
chen, von „Wurſchtigkeit” erfüllt geweſen wären gegen
äußeren Flitter und Tand und dies oft genug deutlich
gezeigt hätten, wenn nicht mit ihrem ganzen Sichgeben
und Auftreten Schlichtheit und Natürlichkeit verbunden
geweſen wären.
Gerad’ die Berliner haben dafür ein richtiges
Ver=
ſtändnis und haben dies oft genug bewieſen bei der
Kritik von Fürſtenbeſuchen und ſonſtigen beſonderen
Veranlaſſungen. Das zeigte ſich auch bei der letzten
Anweſenheit König Eduards in Berlin.
Die große Menge verhielt ſich zunächſt recht abwartend
ihm gegenüber, man wußte, daß man ihm in politiſcher
Hinſicht nicht allzuviel Gutes für Deutſchland
zuzu=
trauen hatte, man wußte jedoch auch, daß man dies ihm
vom engliſchen Standpunkt aus nicht verübeln konnte.
Raſch aber gewann man Fühlung zu ihm, ganz direkte,
perſönliche Fühlung, als man in jenen Februartagen
des Jahres 1909 häufig Gelegenheit hatte, den König zu
beobachten und ſeine Perſönlichkeit auf ſich wirken zu
laſſen. Gar ſchnell merkte man, wie wenig ſich der
König aus all dem Offiziellen machte, daß er ſich am
behaglichſten im bürgerlichen Anzug fühlte und
mög=
lichſt wenig von höfiſchem Zeremoniell umgeben ſein
wollte. Freundlich, behaglich, das geſund ausſchauende
Geſicht mit dem ergrauten Bart von Wohlwollen
er=
füllt, das ganze Weſen von anſprechender Bonhomie,
„der Onkel” wie man ſich dies Exemplar von
Men=
ſchengattung im beſten Sinne vorſtellt. So ſah man den
König bei ſeinen Spazierfahrten, ſo bei ſeiner
denk=
würdigen Anweſenheit im Rathauſe, woſelbſt er ſich den
Ehrentrunk 1868er Steinberger Cabinet im goldenen
Pokal gut munden ließ und die Hoffnung ausſprach,
Berlin wieder beſuchen zu können, den Wunſch
hinzu=
fügend, daß die Beziehungen zwiſchen den beiden
Völ=
kern ſtets die beſten ſein möchten. Als der König das
Rathaus verließ, umſäumten tauſende von Menſchen den
Platz und füllten die enge Königſtraße aus, den
Herr=
ſcher mit herzlichen Zurufen begrüßend, mit Schwenken
der Hüte und Taſchentücher — „Onkel Ede” war in
Berlin populär geworden.
Und einer gleichen Popularität erfreut ſich „Teddy”,
wie er kurz genannt wird, Theodor Rooſevelt.
Schade, daß ſeine Ankunft etwas wild=weſtlich erfolgte,
da durch die Schuld irgend eines Beamten das ganze
Begrüßungs=Programm im und am Stettiner Bahnhof
ins Wanken gekommen war. Aber die gute Laune des
Ex=
präſidenten ward dadurch und auch nicht durch ſeine ſtarke
Erkältung beeinträchtigt; ſichtlich angenehm fühlte er
ſich durch den herzlichen Empfang, der ihm vor dam
öden Bahnhofgebäude zuteil wurde, berührt und drückte
kräftig die ihm von allen Seiten entgegengeſtreckten
Hände. Wenig hat ſich der Expräſident verändert,
ſeit=
dem ich ihm, an einem ſchönen Maitage vor ſechs
Jah=
ren, im Weißen Hauſe zu Waſhington
gegenübergeſtan=
den. Jede Bewegung zeigt Energie und Lebhaftigkeit,
ſtraff und ſehnig iſt die mittelgroße Figur, forſch und
klug der Blick der blauen Augen, das noch von der
Tropenſonne gebräunte Geſicht mit dem goldenen
Knei=
fer iſt von freundlicherem Ausdruck, wie auf den
mei=
ſten Bildern, beim Lachen werden zwei Reihen
blen=
dend=weißer, prachtvoller Zähne ſichtbar, und „Teddy”
lacht gern. Es gehört freilich ſeine ganze urwüchſige
Natur dazu, um bei dieſer Hetze durch Europa volle
Widerſtandskraft und gute Laune zu bewahren. Von
Ermüdung und Mißbehagen war Rooſevelt nichts
au=
zumerken, am wenigſten am Donnerstag, als er ſich
zur Univerſität begab, bei dieſer Gelegenheit auf das
wärmſte von Berlins Bevölkerung begrüßt. Darüber
und über ſeine Vorleſung in der Univerſität ward ja
das Nähere in einem Sonderbericht mitgeteilt.
Kurz vor Rooſevelt hatte ein anderer Amerikaner
einen großen Kreis von Anhängern und
Anhängerin=
nen um ſich geſchart, Robert E. Peary, der in
unſerer Geſellſchaft für Erdkunde einen Vortrag über
ſeine kühne Fahrt zum Nordpol gehalten. Bis
auf das letzte Plätzchen war der weite Saal des
Land=
wehr=Offizier=Kaſinos gefüllt, viele unſerer
hervor=
ragendſten Gelehrten und Forſcher ſah man unter den
Anweſenden, und nun taucht plötzlich ein ſchmächtiger,
kleiner Herr auf, das ſilberſchimmernde Haar glatt
ge=
ſcheitelt, den weißen Schnurrbart ſtraff gebürſtet, die
Augen voll jugendlichen Feuers — — „Graf Zeppelin
iſt da, Graf Zeppelin!‟ Die Nächſten ſagen es den
Um=
ſtehenden, von Mund zu Mund fliegt das Wort weiter
und ſchwillt laut und lauter an, und nun ſtürmiſcher
Jubel, der immer wieder erbrauſt und in Hochrufen
endet. Mit frohem Beifall wird auch Commander Peary
begrüßt, der mit ſeiner zierlichen Gattin, die deutſcher
Abſtammung iſt, und ſeinen beiden Kindern, einem
hübſchen, 16jährigen Mädchen und einem blondlockigen,
6jährigen Knaben, erſcheint, alsbald ſeinen von
treff=
lichen Lichtbildern unterſtützten Vortrag in engliſcher
Sprache beginnend. So kernig und friſch der kühne
Nordpolfahrer in Geſtalt und Auftreten, ſo kernig und
friſch iſt auch ſeine Vortragsweiſe; nichts zuviel, nichts
zu wenig, knapp und klar, gelegentlich ein paar
ſcher=
zende Bemerkungen, die beſſer die ungeheuren
Anſtren=
gungen bei Zurücklegung von 700 Kilometern in
unbe=
kannten nördlichſten Regionen beleuchten, als
ein=
gehende Schilderungen. Mit Abſicht betont Peary, daß
er ſeinen Erfolg, den Pol erreicht zu haben, nicht Glück
und Mut und Geduld verdanke, ſondern einzig ſeinen
Erfahrungen, die er während eines halben
Menſchen=
alters geſammelt. Die lebhafteſte Zuſtimmung und
wärmſter Dank ward dem Redner zuteil, als er ſeinen
Vortrag beendet und als ihm mit ehrenden Worten
Geheimrat Profeſſor Penck die höchſte Auszeichnung der
Geſellſchaft für Erdkunde, die Goldene Nachtigall=
Medaille, überreichte, die Peary mit wenigen warm
empfundenen Worten, die ſeine Beſcheidenheit verrieten,
entgegennahm.
Zweier Beſcheidener haben wir noch zu gedenken,
eines Dichters und eines Malers, die nicht mehr den
Lohn empfangen können, den ſie redlich verdient.
Theodor Fontane ward kürzlich an einer
lauſchi=
gen Stelle unſeres Tiergartens ein Denkmal geſetzt,
das den Unvergeßlichen als fröhlichen Spaziergänger
darſtellt, ſo, wie wir ihn oft unſeren ſchönen Park
durch=
wandern geſehen. Das Standbild, von Max Klein
ge=
ſchaffen, dem der Tod ſo frühzeitig den Meißel aus der
fleißigen Hand genommen, gibt trefflich die
freundlich=
feine Art des lieben Poeten wieder, deſſen reiches
Wir=
ken mehr und mehr Geltung erlangt und deſſen einzelne
Werke langſam zum literariſchen Gemeingut unſeres
Volkes werden. Daß er bei Lebzeiten nicht die
gebüh=
rende Anerkennung gefunden, das iſt ja leider eine
Er=
fahrung, die unſere Beſten und Tüchtigſten gemacht.
Auch Alexander Kips iſt ſie nicht erſpart
ge=
blieben, der, erſt im 51. Lebensjahre ſtehend, uns dieſer
Tage entriſſen wurde. Ein echter und rechter Künſtler
ſchied mit ihm von uns, ein Mann, dem die Kunſt über
alles ging und der ihr in des Wortes wahrſter
Bedeu=
tung ſein Leben geopfert. Verhältnismäßig ſelten iſt
ſein Name hervorgetreten, deſto reichere Anerkennung
fand ſein Schaffen, ohne daß man des Schaffenden
ge=
dachte, der in allzu großer Beſcheidenheit ſtets in
Zurückgezogenheit blieb. Lange Jahre war Kips der
erſte künſtleriſche Leiter unſerer Königlichen
Porzellan=Manufaktur, ſich ſeiner
verantwort=
lichen Aufgabe mit wahrhaft leidenſchaftlicher
Hin=
gebung und Freudigkeit widmend. Mit ſeinem
Aus=
ſcheiden im Herbſt 1908 war für die Manufaktur, was
die Keramik anbelangt, eine Periode zum Abſchluß
ge=
kommen, deren Bedeutung in der Entwicklung der
Dekorationstechniken und ihrer künſtleriſchen
Verwer=
tung eine ſtets anerkannte und dauernde ſein wird. Es
wurden vornehmlich Aufgaben geſtellt und gelöſt, die
über den Rahmen des Herkömmlichen und Gewöhnlichen
hinausgingen. Die Ergebniſſe, wie ſie in einer Fülle
von Arbeiten zutage traten, liegen deshalb faſt
durch=
weg über dem Niveau der Alltäglichkeit und des
Ge=
werblichen. Kips, der als Menſch ſchlicht und
anſpruchs=
los war, wollte in der Keramik prunken, und er hat dies
mit den meiſten ſeiner Arbeiten erreicht. Erwar im wahren
Sinne des Wortes individuell, indem er verſtand, jede
in dem Material mögliche Aufgabe mit gewolltem oder
gewünſchtem Erfolge zu löſen. Dies iſt um ſo mehr
zu bewundern, als mit der Entwicklung und vielſeitigen
Verwertung der Dekorationstechniken eine raſtloſe
ſchöpferiſche Tätigkeit auf dem Gebiete der Plaſtik
ein=
herging. Man hat im letzten Jahrzehnt viel von einer
deutſchen Kunſt, von einem deutſchen Kunſtgewerbe
ge=
ſprochen, und doch will es damit nicht ſo recht gehen.
Nun, Kips hatte den richtigen Weg gewählt und
be=
zeichnet, und dann, was er erſtrebt und geboten hat,
war wahrhaft neu und deutſch empfunden: die üppigen,
kraftſtrotzenden Geſtalten auf ſeinen Flieſengemälden,
die vollen, gediegenen Formen ſeiner Plaſtiken, die
duftigen, Herz und Gemüt erquickenden, köſtlichen
Blumen=, Frucht= und Landſchaftsmalereien, die zarten,
graziöſen Päte sur päte- und Emaillemalereien, die
ſchwungvollen, kühnen Reliefgoldornamente — alles
künſtleriſch großzügig, vollſaftig und techniſch
vollkom=
men, kurz, einzig daſtehend. Wer ſich davon überzeugen
will, der beſuche die Ausſtellungsräume der Kgl.
Por=
zellan=Manufaktur nahe dem Leipzigerplatz. Was Kips
auf dieſem wichtigen künſtleriſchen Gebiet, das uns
Dank ſeiner Tätigkeit ſo viele glänzende Erfolge auf
den letzten Weltausſtellungen eingetragen, geleiſtet,
wird nie vergeſſen werden. Und nie werden jene, die
den liebenswerten, gütigen, kunſtbegeiſterten Menſchen,
gekannt haben, ſeiner vergeſſen. Von ſeinem ernſten
künſtleriſchen Können, das er ſchon auf unſeren früheren
Kunſtausſtellungen bewieſen, ehe die Manufaktur ſeine
ganze Tätigkeit in Anſpruch nahm, berichtet auf unſerer
diesmaligen Großen Kunſtausſtellung ein tief
empfun=
denes, ſonnig=heiteres Gemälde, Raguſa, Dalmatiens
Perle ſchildernd, auch dies meiſterhafte Werk uns
zeigend, was wir mit dem Tiefbetrauerten verloren!
Gewinnauszug
der
222. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
5. Klaſſe. 6. Ziehungstag. 13. Mai 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 40000 Mk. 26606
1 Gewinn zu 15000 Mk. 252966
2Gewinne zu 10000 Mk. 104945 194624
2 Gewinne zu 5000 Mk. 112488 194109
60 Gewinne zu 3000 Mk. 873 1762 3162 1512).
17134 19838 65008 70973 79490 82324 94046 98704
100690 103236 112678 124823 136455 137273 150538
160780 163278 164165 171435 171792 173640 175714
176659 179780 181018 189290 190886 1191116 192696
216753 232251 233825 239503 248249 248735 254896
257296 257657 257677 262031. 263934 270134 276488
281133 283514 291648
92 Gewinne zu 1000 Mk. 3391 8020 13941 14200
14756 18421 19048 22064 25989 29576 32008 38315
38694 39783 40034 44256 47113 48483 49986 54435
68324 61420 65853 72024 75727 76692 79333 83125
91306 94290 105493 105974 109880 112120 112996
114366 117012 118007 118151 118454 118760 126710
128636 129522 130161 134737 149823 158994 160456
163951 164124 170705 171070 172892 185560 188234
188242 196144 197692 198969 200584 217741 220763
222971. 223438 225572. 225867 227534 229425 238077
243871 246038 246610 247207 248004 252444 254796
255975 259191 261865 263327 271901. 273939 274123
274449 283934 286670 287038 289426 290635 298341.
301138
117 Gewinne zu 600 Mk. 421 2761 3342 8539
9947 9951 12310 12398 14701 15879 17817 21540
22390 27527 28667 29890 29976 35190 35860 38572
47178 47763 48152 48454 48502 58725 67553 71019
76450 81161 86798 87848 88058 88438 89131 104142
104543 106341 106394 107672 108768 112644 118736
120512 120621 120719 121078 122927 124387 125111
126657 132125 132338 133630 137647 138962 147785
148475 149893 150594 150746 152722 152868 154277
154384 172771 174297 177451 177521 182587 183637
186077 186865 188624 195577 195742 197873 207008
207024 209471 210686 211186 212609 213742 213778
222838 223267 225296 229276 233457 234189 236080
237583 239366 239594 242953 243741 250291. 250887
254028 255916 258363 261762 266067 271121 275803
284909 285117 285625 287428 289555 289685 293430
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 60 000 Mk. 285439
1 Gewinn zu 15000 Mk. 62727
1 Gewinn zu 10000 Mk. 298742
2 Gewinne zu 5000 Mk. 106433 110491
45 Gewinne zu 3000 Mk. 11722 25831 25959 35838
39243 42081 52059 66290 66964 79520 80817 86562
89108 95446 103145 107363 108392 109958 122577
136085 140126 147805 149673 153696 165188 174677
181413 183133 202460 204994 205244 223917 232913
232990 235297 243768 249448 263676 280471. 282872
284428 287528 294051. 298679 302804
65 Gewinne zu 1000 Mk. 970 2596 3559 3693
7785 12291 16739 19045 20130 22491 25798 25817
26436 27221 39923 42199 48274 48814 52105 57100
57488 63397 67426 70679 75305 78000 81718 89525
90449 90874 94754 95982 96182 103398 119060
130669 132340 135222 140035 144487 151851 176784
195831 195909 202860 209162 209839 210535 211077
211445 220541 227269 231580 232759 233100 235757
257114 264543 265887 269541 269765 277607 285621
290817 299083
94 Gewinne zu 500 Mk. 1797 3932 6801 15461
15754 16935 17200 17454 24545 25280 27548 40629
40668 47855 51871 69253 60657 62345 66004 68284
68784 68962 69635 71055 73522 77489 79127 80161
86977 93729 99467 99892 100666 101748 106422 106949
112660 112790 121536 122544 123868 126172 132690
132933 135374 136222 138367 145754 147658 148609
149876 154253 156733 161341 161361 161797 169589
174882 191416 191867 193771 199911 201360 202914
208346 214759 215076 215247 217352 224851. 227819
231360 232058 232964 239910 242403 243717 245577
250650 256611 257213 257394 268403 270467 275159
278467 280455 284996 292718 294466 298259 299933
301037 302706
V.5NI62.
Natür
CEINGS
Königl. Fachingen
wirkt belebend
und erhaltend auf
den Organismus
K16959,24)
ONI6Z.
ineralwasser
Natürliche
SCEINGE
Appetitanregend,
stoffwechsel-
fördernd,
harnsäurelösend.
5NIC
Minenlwasar
Natürlich
AACEINGE
Literatur
auf Verlangen
durch die Brünnen-
Inspektion
in Fachingen
(Bez. Wiesbaden).
4.0 MIGZ.
Natürlichss Minenlwaser
SCEHGE
Indische
Mottenwurzel
das wirkſamſte u. ſicherſte Mittel
gegen Mottenfraß, bei
(10116a
Drogen und
Fr. Beckenhauu, chemikalien
Schulstrasse . . Wilhelminenstrasse
weiblich, außer=
Rehpinscher, gewöhnlich klein
und zierlich, in gute Hände abzugeben
Kiesſtraße 58, II. (10168si
Bäumer’s Spezialbureau
für maschinenschriftliche Arbeiten und Vervielfältigungen
befindet sich jetzt
(10106fom
Alexanderstrasse 9
Tel. 1339
(Vorderhaus, I. Stock).
Tel. 1339.
Pianos
gebrauchte von 200 Mk.
neue von 500 Mark an
(5 Jahre Garantie) ſtets vorrätig (Teilzahlg.)
Georg Thies, Nachf. Leopold Schutter
Eliſabethenſtraße 12. (232a
Schwanenbier
hell u. dunkel, aus der Brauerei G. B. Ganß,
Groß=Umſtadt, empfiehlt
(C8672,6
J. Müller, Kiesſtraße 20.
Nummer 112.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Mai 1910.
Seite 15.
Gebrannter Kaffes, niurel geröstet einer Rosterel. Koher Kaffes, hram u. grun.
Haushaltungs-Kaffees von 1.20—1.70 Mk., besonders feine Sorten Mk. 1.80, 1.90 2.-, 2.10, Dessert-Kaffees, empfiehlt stets frisch gebrannt
Grafenstrasse 25 Steis erhalten Sie die schwarz-weisen Marken
M. W. Prassel.
7
Telephon 71. :: :: des Rabatt-Spar-Vereins.
(6005a
nerhte
Erſcheinung, weiche ſchon eigenes
feineres Geſchäft führte, ſucht irgend paſſende
Poſition. Offerten unter N 1 an die
Ex=
pedition ds. Bl.
(*12121im
Näherinnen u. Flickerinnen
werden durch den Arbeitsnachweis des
Heimarbeiterinnen=Vereins, Waldſtr. 20,
Frau Friedrich, nachgewieſen.
(10279a
aus auter
Junges Mädchen Familie ſ.
Stelle als beſſ. Hausmädchen Offert. erb. an
F. Kühn, Gießen, Marktſtr. 23. (*12114
Geeeene it ench eter
das gut bürgerlich koch, kam, ſucht für ſof.,
2 jüng. Mädchen, in Hausarb. bew., ſuch.
zum 1. Juni St., gute Zeugniſſe vorhanden.
Frau Frank, Saalbauſtr. 33.
ſehr gut em=
Mehrere Landmädchen, pfohlen,
ſuchen Stellen durch
(*12128
Frau Weißmantel, Arbeitsnachweis,
nur Eliſabethenſtraße 37.
Zeee enene Zen
J. Müller-Rippert Nacht, A. von Froreich.
Früher Mannheim, jetzt Darmstadt, Elisabethenstr. 12.
Tel. 1779.
Korsett-Atelier für feinste Massarbeit
nach den neuesten Pariser Modellen.
Sachgemässe individuelle Behandlung.
Orthopädische Korsetten — Umstandskorsetten.
Wäscherei — Reparaturen.
Verkauf von zurückgesetzten Modellen. (9583a
Das Zentral=Stellenburean
von Fr. Auguste Schmitt, Ballonplatz 5,
empfiehlt und placiert Mädchen jeden
Berufes nach hier und auswärts.
Suche für ſofort tüchtige, ſaubere
Ser=
vierfräulein.
(*12127
*12105) Finanzheamter, ſucht
Neben=
beſchäftigung. Offerten unter M 95
an die Expedition ds. Bl.
guter Zeichner,
Intelligenter Arbeiter ſpez. in
Natur=
aufnahmen geübt, w. Nebenbeſchäftigung
gleich welcher Art. Offerten unter M1 94
an die Expedition ds. Blattes. (*12103
Glänzende Existenz
Große Fabrik in Sachſen ſucht Damen für
den Verkauf ihrer Fabrikate (Maß=Korſetts,
Roben und Blouſen) direkt an Private
gegen hohe Prov. Gefl. Off. u. L E2874
an Rudelf Mosse, Leipzig.
(10283)
Eine geübte Büglerin
für jeden Tag der Woche geſucht (B10128
Rückertſtraße 14.
Frauen und Mädchen
ſowie jugendl. Arbeiterinnen
finden dauernde u. lohnende Beſchäftigung.
Wolf Strauss, Sortieranſtalt
5597a) Gräfenhäuſerweg 65.
für Leinenkoſtüm ſof.
Perf. Schneiderin geſ. Off.m. Preisang.
Unter M 97 an die Exp. ds. Bl. (*12113
Mehrere
Lehrmädchen
zum ſofortigen Eintritt geſucht. Nur
ſolche, welche letzte Oſtern aus der
Schule entlaſſen wurden, wollen ſich
melden bei
(10192a
Sebr. Rothſchild
Markt 2.
Lehrmädchen per ſofort geſucht
Damen=Konfektion, Steinſtr. 5, I. (9892a
Reinieſtes, zoles Kiüleiten
für Küche und Hausarbeit in kleine Fam.
f. 1. Juni geſ. Frankfurterſtr. 18, II. (10139a
Hausmädchen
erfahren im Nähen, Bügeln u. Servieren
per 1. Juni, eventuell auch früher geſucht.
(9423t
Näheres Expedition.
Zur Beaufſichtigung von 2 Kindern,
von 12 und 6 Jahren, für nachmittags ein
beſſeres Fräulein geſucht
9880a)
Stiftſtraße 7, 1. Stock.
*12036zim) Dienſtmädchen ſofort geſucht
Taunusſtraße 19, II.
10292md) Geſucht zum 1. Jumt ein
ge=
ſundes, ſauberes
Ak. Hausmädchen
für Dienſt im Kinderzimmer, nicht unter
20 Jahren. Nur ſolche mit allerbeſten
Zeugniſſen mögen ſich vormittags zwiſchen
10 und 11 Uhr melden bei
Freifrau von Jenisch,
Roſenhöhe,
Preußiſche Geſandtſchaft.
*12119) Saubere Frau oder Mädchen
vormittags zum Brötchen tragen geſucht,
zusmelden=Karlſtraße 52, Laden.
Bettvorlage, 60 X 120 cm.
Geschenkt bekommen Sie
neben abgebildete und noch viele andere hübsche
Gegenstände, wenn Sie
Gentner’s Schuheréme „Nigrin‟
Gentner’s Seifenpulver „Schneekönige
Gentner’s Sauerstoffwaschpulver „Joffa‟
Gentner’s Metallputzpomade „Pascha‟
Gentner’s flüssige Metallpolitur „Gentol‟
in Ihrem Haushalt verwenden. (10282f
Alleiniger Fabrikant:
CarlGeniner, Fabrikchem.-techn. Produkte, Göppingen.
im Brauerei=Ausſchank
Frunstuche „Zum Hessenbräu‟
Kirchstrasse 3. 2aa
de melles benterin in verten
Loschwitz. Herrl. Lage! Wirks. Heilverf.
(5626)f
i. chron. Krankh. — Prosp. u. Brosch. frei.
Gesucht
für ſofort eine perfekte Köchin mit beſten
Zeugniſſen in kleinen Haushalt, wo
Haus=
mädchen und Burſche vorhanden. (B10060
Vorzuſtelln Herdweg 61. I.
Ein junges Mädchen
v. vormittags 8 bis nachmittags 4 Uhr für
Hausarbeit geſucht. Näheres Marthahaus
(10273im
Stiftſtraße.
Junger Mann,
Stenograph und Maſchinenſchreiber, für
Sompikior undzum Beſuch der Detal=Kund
ſchaft von einer Großkohlenhandlung geſucht.
— Offerten mit Gehaltsangabe und
Zeug=
nisabſchriften zub Chiffre II 81 an die
(10222
Expedition dieſes Blattes.
Ein Kommis
mit guter Handſchrift per 1. Juli d. Js.
geſucht. Offerten mit Lebenslauf,
Zeugnis=
abſchriften und Gehaltsanſprüchen unter
(10241si
Ml 86 an die Exped. ds. Bl.
verlange
er Stellung sucht die
C.
„Deutſche Vakanzenpoſt‟
(1440
Eßlingen 143.
Vertreter geſucht.
(102700
Für den Verkauf der
Melaſſefutter=Fabrikate
einer bedeutenden ſüddeutſchen
Zuckerfabrik.
Offerten sub S. O. 2912 an Rudolf
Mosse, Stuttgart.
Stellenloſe Handlungsgehilfen
und Stadtreiſende
finden ſof. Beſchäftigung gegen angemeſſene
Vergütung. — Offerten mit Angabe des
Lebenslaufes u. bisher. Tätigkeit erwünſcht
unt. M 93 an die Expedition. (*12104
tägl. Verd. d. Perkauf m.
25 Mk. Patent=Artikel für Herren.
Neuheiten=Fabrik Mittweida=Markers=
(5131fr
bach Nr. 117.
Kohlenhandlung
ſucht tüchtigen jungen Mann, der ſich zum
Beſuch der Stadtkundſchaft eignet. Offert.
unter M 99 an die Expedition. 20287
1. Zhl
für ſofort geſucht. (10187so
H. Uhde, Schulſtraße 9.
Einen reinlichen, willigen
Hausburſchen
von 18 bis 20 Jahren (Radfahrer) geſucht.
Koſt und Wohnung im Hauſe. (10002a
L. Grassmann, Hofkonditorei,
Wilhelminenſtraße 6.
Schreinerlehrling
(7162a
geſucht Stiftſtraße 71.
Lehrling
mit guter Schulbildung für Lederhandlung
geſucht. Selbſtgeſchr. Offerten unter Iu 96
an die Expedition ds. Blattes. (10271ids
Nen= und Anſtricken
von Strümpfen ſowie Beinlängen auf der
Maſchine billig und prompt. Heinheimer=
(2327a
ſtraße 20, 3. Stock.
Damen
erhalten guten Mittags= und Abendtiſch
von 60 Pfg. an. Alexanderſtraße 4, I.
W orzüigl. Pridaſ=Mitagdiſch für beſt
2 Heren und Damen. Für Damen ſep
(200a
Zimmer. Hölgesſtraße 1.
erſch. Schloſſerwerkzeug, Schraubſtöcke,
V Sperhorn ꝛc., ſowie eine Partie
Zahn=
räder, billig zu verkaufen Waldſtr. 7. (7220a
John’s
Volldampf-
waschmaschine
75% Ersparnis an Zeit,
Arbeit und Kosten.
Probe-Maschinen auf Wunsch.
Müller Sober, Karlstr. 30.
Porzellanozen,
Kamine,
Wandverkleidungen
in jeder Ausführung.
Darmstädter Ofenfabrik
u. Kunst-Keramische Anstalt.
Carl Weiss
Heinrichſtraße 116.
Tel. 1700.
Einzige Fabrik für Porzellanöfen
am Platze.
(9738a
Für Damen
Jüngerer Schneider
gesucht, welcher sich als
Zu-
schneider ausbilden will
Emil Sander, Herrenkleider-Fabrik
Bismarckstrasse 54.
*12111
S tlcht. Schmiſcdaehife
geſucht Arhelgeſtraße 8.
me
im Friſteren und Champoonieren
mit meinem neuen
Warmluft-Trockenapparat.
inkl. Friſur Mk. 1.25. (9944a
Frisieren in und außer dem Hause.
Anfertigung aller vorkommenden
Haar=
arbeiten bei billigſter Berechnung,
Ausgekämmte Haare kaufe zu höchſten Preiſen.
Adam Schwinn
Herren- u. Damenfriseur
17 Alexanderſtraße 17.
Brenntannäpfel
p. Hektol. 55 Pfg., bei 10 Hektol. 50 Pfg.
Heinrich Keller Sohn
Heidelbergerſtr. 28. — Telephon 101.
Albert vogt
Möbelſpedition
Gutenbergſtr. 1, Ecke Heinheimerſtraße.
Pünktliche und gewissenhafte Redienung.
Nur erſtklaſſige neue Patent=
Möbel=
wagen.
(8897a
Konkurrenzlos billige Preiſe.
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art, Geschäfts=
Dapiere, Bücher und Akten
unter Garantie des Einſtampfens zahle
Liets die höchſten Preiſe.
(126a
Lippmann May,
Teleph. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werden jederzeit prompt erledigt=
er
(Rollen=Reſte)
(11953
abzugeben
in der Exped. des Tagblatts.
Alte Guitarre
für 18 Mark zu verk. Näh. Exped. (9025t.
doppelte Wandung
Hühnerhaus, 222m, zu verkfn. Näh.
(B10225
in der Ewpd. d. Bl.
Damen und Herren
welche ſich gut und glücklich zu verheiraten
wünſchen, wenden ſich vertrauensvoll an
Frau Pfeiffer, Frankfurt am Main,
(7212a
Mainzerlandſtraße 71, I.
Eönthindung u. Aufu. bill. b. Fr, Jungmann,
Hebamme in Bischcfsheim b. M. (9989modss
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 17. Mar 1910.
Nummer 112.
delbergerstrasse.
Rad Henäbann dert
Sonntag, den 22. Mai 1910, nachmittags präzis 3½ Uhr:
Tosse
Flleger- u. Dader Rennen
mit Motor=Schrittmacher.
U. a. Fahren um den Ehrenpreis Sr. Königl. Hoheit
des Grossherzogs Ernst Ludwig von Hessen.
Spannendes hochinteressantes Programm.
(10291
Nur noch 7 Tage!
Okr ner
MeutelDienstag, 17. Mai
II. Gastspiel:
Otto
Hedtter-
* Dazu das Grosse
Variété-Programm.
10 Transylvanias 1
H. Charles Les Anettys
Winter &. Reiser & Noranas e
Herose Biographe Nomruyse
18
(Morgen Mittwoch, plais
1
III. Gastspiel: (10289
Ottc
SMedtter
: Nur noch 7 Tage!
Verlängerung ausgeschlossen.
* Preise der Plätze wie bekannt.
Vorverkauf ausschliesslich:
Verkehrs-
büro u. Hugo de Waal, Rheinstrasse.
Neuarbeiten und Reparaturen
aller Glaſerarbeiten raſch und billig
Glaserei Frz. Langheinz, Karlſtr. 41.
Telephon 1747.
(B3128
Emailschilder
alle Größen, raſch und billig!
(4355a
Wilhelm Castan, Kirchſtraße 5.
Schilder
(5367a
in Emaille u. Porzellan liefert ſchnell und
billigſt L. Kapfenberger, Eliſabetbenſtr. 39.
werden gereinigt und
Parkettböden gewachſt 2
4838a)
Dieburgerſtraße 4.
Aufpolieren von Möbeln
Spezialität: uſw., ſowie alle vorkom=
(237a
menden Schreinerarbeiten.
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
Tennisschläger
werden billigſt und ſofort repariert,
auch neu beſpannt
(*12123
Kiesſtraße 52, 2. Stock.
werden ſein und chit bill garn.
Hüle u. umgearbeit. in u. auß. d. Hauſe,
ſowie garnierte Hüte ganz billig zu
ver=
kaufen Ludwigsplatz 8, 3. Stock. (10058a
werden geſtrickt (3106a.
Strumpfe Viktoriaſtraße91, III.
werden flott u. billg garniert,
Hüte Formen und Zutaten ſtets in
Auswahl billig am Lager, Altes wird
ver=
wendet Johanna Wenz, Kirchſtr. 8, I. (10012a
Unterbeamter, Mitte der 40er
Jahre, evang., zwei Kinder
Hekat. von 10 u. 6 Jahr. und ein
Haus m. ſchön. Garten dabei, ſucht ein geb.,
braves Mädchen v. 30— 40 Jahren od. Witwe
ohne Kinder zwecks Heirat kennen zu lernen.
Etw. Vermögen wird gew. Off. unt. Sch. 100
Dostlagernd Darmstadt II, Bahnhof. (*12037so
Herzenswunſch!
Welcher Herr od. Beamter wäre nicht
ab=
geneigt, mit gebild. liebensw. Witwe in
Ver=
bindung zu treten zw. ſpät. Heirat. Witwer
n. ausgeſchl. Verſchw. verl. u. gegeben. Off.
andie Exp. ds.Bl. (*12130
Darmstädter Hel
Grafenstrasse 22. .. Telephon 444. .. Waldstrasse 11.
Gernrer Feit Feie ert reit enitr en t enit enie eretr eit Fenie eerent
Neubau mit allem modernen Comfort
Eeir eitenitrtenit Feht reit enit enite Fenir keit eite Feit eritentrene
Jedes Zimmer inkl. Frühstück M. 2.50
R. Doll.
(8179a
S
G
Täglich
Roter-AEDS- Konsttersgotzert.
G
(10114a
unnan
Ausstellungsgebäude Rosenhof
jeden Dienstag und Freitag
ab 4 Uhr
(10284a
Künstler-Konzert. L.
. F. Schlppe
Wilhelminenstrasse 9
hält bis zum 23. Mai keine
Sprech=
ſtunden ab.
(*12110
Einkriedieungspfosten
u. Riegel ꝛc., in allen Längen u. Stärken
aus Lärchen=, Eichen= od. Kiefernholz zu
verkaufen Karl Schimmer,
Heinheimer=
ſtraße 76. Telephon 212.
(7515a
Eine Strickmaſchine billig
Arheilgenl. zu verkaufen.
(10286im
Taunusſtraße 9.
Zur Kotitz.
Man kann bei den ſich maſſenhaft
mehrenden zweifelhaften Mitteln gegen
Haarleiden nicht genug auf das bereits
ſeit 42 Jahren ſich bewährende, von
Autori=
täten empfohlene, ſich durch Güte und
Billigkeit auszeichnende
(2597fI
Haarwasser von Retter, München
ufmerkſam machen, welches wirklich leiſtet,
was es verſpricht: Konſervierung und
Kräftigung der vorhandenen Haare,
Reini=
gung von Schuppen, Weich= u.
Glänzend=
machen der Haare. Z. h. um 40 Pfg. und
Mk. 1.10 bei M. W. Praſſel, Grafenſtr. 25.
Grossbraderer
äusserst leistungsfähig
mit ganz vorzüglichen Bieren
ſucht größere ſolvente
Abnehmer
in Darmstadt und näherer Umgebung.
Offerten unter F. O. S. 4722 an
Rndolf-Mosse, Kankfurt as M. (10118M
egzugshalber ein noch ſehr ſchöner
Flügel
(für Wirte und Vereine gut geeignet)
preis=
wert zu verkaufen. Näheres (*11924fso
Grafenſtraße 4, 2. Stock rechts.
Bürger-Keller
von 8 Uhr ab
Tagtion Kohsert
Salon-Damen-Orchester
„Wesernixen‟.
Eintritt frei. (10174a
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 17. Mai 1910.
Außer Abonnement.
Vorſtellung
zu Abonnements=Preiſen.
Der Graf von Luxemburg.
Operette in 3 Akten von Franz Lehär.
Muſikal. Leitung: Kapellmeiſter Kittel.
Szeniſche Leitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
Renée, Graf von Luxem=
.Hr. Speiſer
burg
Fürſt Baſil Baſilowitſch . Hr. Jordan
Gräfin Staſa Kokozow. . Fr. Rudolph
Armand Briſſard, Maler . Hr. H. Hacker
Angele Didier, Sängerin Frl. Suchanek
Juliette Vermont . . . . Frl. Grünberg
Sergei Mentſchikof, Notar Hr. Holler
Pawel von Pawlowitſch . Hr. de Leeuwe
Pélegrin,
Munizipal=
beamter
. Hr. Hoff
Anatol Saville
Hr. Schwarze
Henri Boulanger
Hr. Kroczak
Maler
Charles Lavigne
Hr. Ungibauer
Bobert Marchand=
Hr. Waigandt
Aurelle
Frl. Han
Coralie
Konſer=
Frl. Birkholz
Amelie vatoriſtinnen Fr. Stallmann
Sidonie
Frl. Daniel
Marquis Chatauneuf
. Hr. Indorf
Baron Sullignac .
. Hr. Jachtmann
Francois, Diener .
Hr. Geibel
Der Menager des Grand
Hotel.
. Hr. Klotz
Jules, Oberkellner
. Hr. Jungmann
James, Liftboy
.Frl. Senten
Nach dem 1. und 2. Akte findet je eine
längere Pauſe ſtatt.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 4.— Mk., Fremdenloge
4.— Mk., Balkonloge 3.50 Mk., 1. Rang
3.— Mk., 2. Rang 1.50 Mk., Sperrſitz
2.50 Mk., Parterre 1.80 Mk., 1. Galerie
1.— Mk., 2. Galerie 50 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende gegen 10 Uhr.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und vor
6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 18. Mai. Außer Abonnement.
Schüler= und Volks=Vorſtellung zu ermäß.
Preiſen zum Beſten des Witwen= und
Waiſenfonds der Großh. Hofmuſik unter
Mikwirkung des Frl. Birgit Engell vom
Königl. Theater in Wiesbaden. „Der
Barbier von Sevilla.” Roſine . Frl.
Engell. Anf. 7 Uhr. (Vgl. beſond. Anzeige.)
Donnerstag, 19. Mai. 175. Ab.=Vorſtell.
D 44. „Der dunkle Punkt.” Große
Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Freitag, 20. Mai. 176. Ab.=Vorſt. C 44.
„Tannhäuſer.‟ Große Preiſe.
An=
fang 6½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Zur 100jähr. Jubelfeier des Hoftheaters
1810
23. Mai
1910
Außer Abonnement.
I. Schüler= und Volks=Vorſtellung zu
ermäßigten Preiſen.
Sonntag, den 22. Mai 1910.
Anfang 6½ Uhr.
Die Zauberflöte.
Große Oper in 2 Aufzügen
von W. A. Mozart.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 2.— Mk., Fremdenloge
2.— Mk., Balkonloge 2.— Mk., 1. Rang
2.— Mk., 2. Rang 1.— Mk., Sperrſitz
1.50 Mk., Parterre 1.— Mk., 1. Galerie
40 Pfg., 2. Galerie 30 Pfg.
Der Kartenverkauf zu dieſer Vorſtellung
findet Donnerstag, 19. Mai a) für die
Galerien von 1 bis 1¼ Uhr, b) für die
an=
deren Plätze von 3½ bis 5 Uhr, ſowie an
den darauffolgenden Tagen, vormittags
von 11 bis 1 Uhr, für die noch
vorhan=
denen Plätze an der Tageskaſſe ſtatt.
II. Feſt=Vorſtellungen:
a) Montag, den 23. Mai 1910.
Anfang 6½ Uhr.
Pro 10 g.
Hierauf:
Götz von Berlichingen.
Schauſpiel in 5 Aufzügen von Goethe.
b) Dienstag, den 24. Mai 1910.
Anfang 7 Uhr.
In neuer Inſzenierung.
Der Freiſchütz.
Romantiſche Oper in 3 Aufzügen
von Carl Maria von Weber.
Die verehrlichen Abonnenten haben ein
Vor=
kaufsrecht in der Art, daß ſie gegen
Bor=
zeigung ihrer betreffenden Karten, bezw.
Quittungen ſich entſprechende Plätze zu
Abonnementspreiſen ſichern können
und zwar Ganz=Abonnenten von 3½ bis
4 Uhr und Teil=Abonnenten von 4 bis 5
Uhr: Dienstag, 17. Mai, für die erſte
Feſt=Vorſtellung („Götz von Berlichingen”),
Mittwoch, 18. Mai, für die zweite Feſt=
Vorſtellung („Der Freiſchütz”).
Der allgemeine Kartenverkauf findet an der
Tageskaſſe im Großh. Hoftheater zu den
üblichen Kaſſenſtunden, vormittags von
11 bis 1 Uhr ſtatt und zwar: Mittwoch,
18. Mai, und folgende Tage für die erſte
Feſt=Vorſtellung („Götz von Berlichingen”),
Donnerstag, 19. Mai, und folgende
Tage für die zweite Feſt=Vorſtellung („Der
Freiſchütz”).
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 5 Mk., Fremdenloge 5 Mk.,
Balkonloge 4.50 Mk., 1. Rang 4 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.— Mk., (7. und 8. Reihe,
1.60 Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 3.50 Mk.),
(14. bis 20. Reihe) 3.— Mk., Parterre (1. bis
5. Reihe) 2.20 Mk., (6. bis 8. Reihe) 1.80 Mk.,
1. Galerie 1.— Mk., 2., Galerie 50 Pfg.,