Darmstädter Tagblatt 1910


13. Mai 1910

[  ][ ]

Abonnementspreis
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk., aus=
wärts
nehmen die Poſtämter u. die Agen=
turen
Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
ichriebenen
Tagenwirdnicht übernommen.

173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

110.

Freitag, den 13. Mai.

1910.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Zum Kampf im Bangewerbe.
* Bei der Beſprechung der ſozialdemokratiſchen Inter=
pellation
betreffend die Ausſperrung der Bau=
arbeiter
in der Zweiten ſächſiſchen Kammer
führte Staatsminiſter Graf Vitzthum v. Eckſtädt
aus: Der Wunſch nach Vermittlung in der Angelegenheit
ſei der Regierung noch von keinem der beiden Teile ge=
äußert
worden. Sollte ein ſolcher Wunſch an die Regie=
rung
herantreten, ſo würde ſie zuerſt prüfen, ob eine Ver=
mittlung
auch Erfolg verſpreche. Neuerdings ſchwebten
Vorbeſprechungen darüber, ob und auf welchem Wege in
Einigungsverhandlungen einzutreten ſei. In Arbei=
terkreiſen
beſtehe die Neigung, ſich auf
ſolche Verhandlungen einzulaſſen. Von den
Arbeitgebern ſei aber bisher eine ſolche Neigung nicht be=
kundet
worden. Es ſei jedoch im Verlaufe der nächſten
Woche eine Entſchließung darüber zu erwarten. Die Re=
gierung
hoffe, daß auch die Arbeitgeber eine entgegenkom=
mende
Haltung beweiſen möchten, und ſie hoffe, daß die
Verhandlungen von verſöhnlichem Geiſte getragen werden
möchten, und daß der Friede wieder hergeſtellt werde.
Der Deutſche Arbeitgeberbund für das
Baugewerbe erfährt, wie von ſeiner Zentralſtelle mit=
geteilt
wird, infolge der gegenwärtigen Ausſperrung täg=
lich
eine Erweiterung und Kräftigung ſeiner Organiſation.
In Süd= und Mitteldeutſchland haben ſich neuerdings wie=
der
in zahlreichen Orten die Bauarbeitgeber zu Ortsver=
bänden
zuſammengeſchloſſen. Im öſtlichen Thüringen, den
beiden Reuß uſw. ſind die dortigen Ortsverbände zu einem
Bezirksverband zuſammengetreten, ebenſo haben ſich die
bisher alleinſtehenden 31 brandenburgiſchen Ortsverbände
zu einem brandenburgiſchen Provinzialverbande vereinigt.
Die Stimmung in Arbeitgeberkreiſen ſei jetzt ſehr zuver=
ſichtlich
, da aus vielen Gebieten berichtet wird, daß die
Bereitwilligkeit der Arbeitnehmer, die Dresdener Kom=
promißbedingungen
des Arbeitgeberbundes anzunehmen,
ſtändig zunehme. Zur Aufklärung der weiteſten Kreiſe
über den Inhalt dieſer unerläßlichen Bedingungen hat der
Arbeitgeberbund im Laufe dieſer Woche Erklärungen in
allen großen Tageszeitungen veröffentlicht. Mit den Ver=
tretungen
der Induſtrie ſtehe er nach wie vor in beſtem
Einvernehmen. In ein gleiches Verhältnis werde er in
kurzem auch mit den Vertretungen der deutſchen Landwirt=
ſchaft
kommen, an die er in den letzten Tagen Aufklärungs=
ſchriften
geſandt hat. Aus Südbayern wird gemeldet, daß
auch alle dem Arbeitgeberbund bisher noch nicht ange=
hörigen
Bauunternehmer ihre Arbeiter entlaſſen haben.

König Eduard und das engliſche Parlament.
* Das engliſche Unterhaus hielt am Mittwoch
eine Sonderſitzung ab. Das Haus war voll beſetzt; alle
Mitglieder waren in Trauerkleidung erſchienen und waren
entblößten Hauptes. Premierminiſter Asquith gab zu=
nächſt
folgende Botſchaft des Königs Georg be=
kannt
:
Der König weiß, daß das Haus Anteil nimmt an der
tiefen und plötzlichen Trauer, in die Seine Majeſtät durch
den Tod ſeines Vaters, des Königs Eduard, verſetzt wurde
und daß das Haus ein aufrichtiges Gefühl hegt für den
Verluſt, den Seine Majeſtät und die Nation durch dieſes
traurige Ereignis erlitten haben. König Eduard ſorgte
für die Wohlfahrt ſeines Landes und des Volkes; ſeine
geſchickte und weiſe Führung der Geſchäfte, ſeine uner=
müdliche
Aufopferung für die Pflichten ſeiner ruhmreichen
Regierung und ſein ſchlichter Mut in Schmerz und Gefahr
werden lange in Ehren gehalten werden von ſeinen Unter=
tanen
im Lande und jenſeits der Meere.
Darauf brachte der Finanzminiſter zwei Re=
ſolutionen
ein, die eine betreffend eine Beileids= und
Glückwunſchkundgebung für König Georg, die andere be=
treffend
eine Beileidskundgebung für die Königin=Mutter.
Premierminiſter Asquith führte dabei aus:
Die Regierungsjahre des verewigten Königs wieſen
eine Fülle großer Ereigniſſe ſowohl im Mutterlande wie
außerhalb desſelben im britiſchen Reiche auf. In unſeren
Beziehungen zum Auslande ſind die wachſenden Freund=
ſchaften
feſte Bürgſchaften für den Frieden der Menſchheit
geweſen. Innerhalb des Reichs hat ſich aber der Sinn
für die Abhängigkeit der einzelnen Reichsteile vonein=
ander
, das Bewußtſein gemeinſamer Intereſſen und Ge=
fahren
, die immer feſter werdenden Bande korporativer
Einheit in einer Weiſe entwickelt, wie dies nie zuvor der
Fall geweſen iſt. Hier im Heimatlande gelangten Fragen
ernſteſter Art, Fragen wirtſchaftlicher, ſozialer und kon=
ſtitutioneller
Natur zu ſchnellſter Löſung. In allen dieſen

vielgeſtaltigen Ereigniſſen im Lande und im Reiche wird
die Geſchichte ihm, den wir verloren, den Einfluß beſon=
derer
Würde und beſonderen Anſehens zuerkennen. In
den äußeren Angelegenheiten war ſein mächtiger perſön=
licher
Einfluß feſt und unaufhörlich darauf gerichtet, nicht
bloß jeden Anlaß, ſondern auch jeden Vorwand zum
Kriege aus der Welt zu ſchaffen. Er hat den Namen Frie=
densſtiſter
der Welt, unter dem er für immer bekannt ſein
wird, wohl verdient. Im Innern hat er, erhaben über
den Staub und Dunſt des Kampfes der Meinungen, los=
gelöſt
von den Parteien, einzig nach dem allgemeinen
Intereſſe geſtrebt, das erkennen wir alle an. Wir beſaßen
in ihm einen Schiedsrichter von reifer Erfahrung und
ſcharfem Urteil, einen ergebenen Verehrer unſerer Tradi=
tionen
, einen wachſamen Hüter unſerer konſtitutionellen
Freiheit.
Asquith pries dann des verewigten Königs
ſtarkes Gefühl für öffentliche Pflichten, ſeinen unvergleich=
lichen
Takt im Verkehr mit den Menſchen, ſeinen Scharf=
ſinn
, um aus verwickelten Situationen den beſten Aus=
weg
zu finden, ſeine Menſchenliebe, Loyalität und Güte
gegenüber ſeinen Ratgebern und Dienern. In ſeinem
Volke habe er die Erinnerung an große und günſtige Ge=
legenheiten
, die in großartiger Weiſe verwertet wurden,
hinterlaſſen. Mit offenſichtlicher Bewegung ſprach der Pre=
mierminiſter
dann von der Königin=Mutter und
brachte ihr das aufrichtigſte Mitgefühl des Hauſes dar.
Dann wandte ſich Asquith zu dem neuen Souverän
und führte aus:
Er nimmt zu einer heiklen und ſchwierigen Zeit eine
Bürde auf ſich, ſo ſchwer, wie ſie einem Manne nur be=
ſchieden
ſein kann. Laſſen Sie uns ihm die Verſicherung
geben, daß es nicht nur unſere feſte Hoffnung iſt, ſondern
unſere vertrauensvolle Ueberzeugung, daß er ſich als den
würdigen Nachfolger des großen Königs, den wir be=
trauern
, zeigen wird.
Balfour zollte den perſönlichen königlichen Eigen=
ſchaften
des verewigten Königs warme Anerkennung und
nannte ihn einen der geliebteſten Monarchen, die je das
britiſche Reich beherrſcht.
Es fei jedem, der die Angelegenheiten des britiſchen
Reiches der Betrachtung unterziehe, klar und klarer ge=
worden
, daß die Monarchie zu deſſen wertvolſten Beſitz=
tümern
gehöre. Das erbliche britiſche Königtum ſei die
Verkörperung, die einzige Verkörperung der Reichseinheit.
Eduard VII. königliche Eigenſchaften hätten ihren Ein=
fluß
auf die anderen Völker, auf Englands Nachbarn, die
glücklicherweiſe ſeine Freunde ſeien, ausgeübt. Ueber das
Verhältnis des Königs zur Verwaltung der auswärtigen
Angelegenheiten habe es ſeltſame Mißverſtändniſſe gege=
ben
; es ſeien Leute vorhanden, welche darunter litten, daß
der König ſelbſt Pflichten auf ſich genommen habe, die für
gewöhnlich den Dienern eines Königs überlaſſen werden.
Man darf an den verſtorbenen König nicht als an den
geſchickten Diplomaten denken, er war ein großer Mon=
arch
, er war in natürlicher, einfacher Weiſe infolge von
nicht übertragbaren Gaben der Perſönlichkeit imſtande, die
allen Menſchen freundliche Politik Großbritanniens fühl=
bar
zu machen er konnte ſein Werk, Nationen zuſammen=
zubringen
, vollführen, wie es nur Wenigen beſchieden.
Durch ſeine Perſönlichkeit und nur durch ſeine Perſön=
lichkeit
brachte er den Milionen auf dem Kontinent die
freundlichen Gefühle des Landes, über das er herrſchte,
zum Bewußtſein, wie es nichts, was wir hätten tun kön=
nen
, vermocht hätte.
Enoch Edwards ſchloß ſich im Namen der Ar=
beiterpartei
den Erklärungen der Vorredner an. Die
Reſolutionen wurden darauf mit Schweigen angenom=
men
. Premierminiſter Asquith teilte mit, daß ſich das trotzdem aus eigener Machtvollkommenheit die Inkraft=
Haus zunächſt bis zum 17. Mai und dann bis zum 8. Juni tretung des Geſetzes erzwingt, ſo macht ſie ſich eines Ver=
Hauſe der Antrag vorgelegt, eine Kommiſſion zur Reviſion

Zivilliſte zu ernennen.
m Oberhaus wurden die im Unterhaus bean=
en
gleichartigen Reſolutionen eingebracht und
one ähnliche Reden gehalten wie im Unterhaus. Der
nialſekretär Earl of Crewe wurde von ſeiner Bewe=
ſo
überwältigt, daß er an einer Stelle kaum in ſeiner
fortfahren konnte. Er führte aus:
Die Stellung des Königs in der internationalen Po=
ſei
zuweilen mißverſtanden worden. Britiſche Herr=
laſſen
ſich nicht in direkte diplomatiſche Verhand=
t
und Geſchäfte ein: der Einfluß des Königs Eduard
war nichtsdeſtoweniger ein realer und erfolgreicher.
genaue Kenntnis des Kontinents, ſein Freiſein von
rem Vorurteil, ſeine abſolute Aufrichtigkeit in Ver=
ng
mit ſeiner Stellung als Verwandter ſo vieler
cher und fürſtlicher Häuſer, all das gab ihm häufige
ünſtige Gelegenheiten, die er, was eigentlich zu ſagen
ig, zum Wohle Großbritanniens, niemals zum Scha=
gend
eines anderen Landes und mit dem ſtändig zu=
enden
Wunſche, den Frieden zu erhalten, verwertete.
laube, wir ſind von der offenſichtlichen Aufrichtigkeit,
eTrauerkundgebungen in ganz Europa inſpirierte,
f gerührt.
ord Lansdowne erklärte im Laufe ſeiner Rede:
l. Eduard hat mit Oberhäuptern anderer Staaten und.

mit den Staatsmännern anderer Staaten Beziehungen
angeknüpft, die ihn in den Stand geſetzt haben, beſcheiden
und ſtreng innerhalb der Grenzen der Verfaſſung, einen
hervorragenden ungewöhnlichen Anteil an den nationalen
Angelegenheiten zu nehmen. Unter den vielen bemer=
kenswerten
Eigenſchaften ſei keine bemerkenswerter als
ſein Vermögen, eine Atmoſphäre internationalen guten
Willens und guten Fühlens zu ſchaffen, die Härten mil=
derte
, wenn es welche gab, Schwierigkeiten leichter löſte
und gewaltig zur Befeſtigung von Frieden und Eintracht
in der Welt beitrug. Lansdowne ſchloß: Ich bin über=
zeugt
, daß es keine Regierung in Europa gibt, die nicht
anerkennt, daß mit dem Tode König Eduards den öfſent=
lichen
Angelegenheiten Europas eine große, internationale
Kraft entzogen worden iſt, eine Kraft, die jederzeit für das
öffentliche Wohl arbeitete, von der wir glauben, berechtigt
zu ſein, daß ſie auch jetzt, da ſie uns verlaſſen hat, nicht
ganz aufhören wird, zu wirken.
Das Haus, das bis zum letzten Platz beſetzt war, nahm
die Reſolution mit tiefem Schweigen an.

Finnlands Antwort.
* Am Samstag, den 7. Mai, hat der finnlän=
diſche
Landtag einſtimmig die Reſolution ange=
nommen
, die die Verfaſſungskommiſſion als
Antwort auf die kaiſerliche Vorlage über die
Reichsgeſetzgebung vorgeſchlagen hat. Die 56 Druckſeiten
umfaſſende Denkſchrift der Verfaſſungskommiſſion gibt
eine äußerſt würdig und ruhig gehaltene detaillierte Dar=
ſtellung
des Rechtsverhältniſſes zwiſchen Rußland und
Finnland und widerlegt in allen Einzelheiten die in der
Begründung der Vorlage enthaltenen Behauptungen. Ins=
beſondere
werden folgende Punkte hervorgehoben und
dokumentariſch belegt: die in der Vorlage berührte Frage
iſt eine derartige, über welche der finnländiſche Landtag
nicht ein bloßes Gutachten abzugeben hat, ſondern laut
Verfaſſung in legislativer Ordnung beſchließen muß. Der
im Widerſpruch mit der Verfaſſung ausſchließlich von ruſ=
ſiſchen
Behörden ausgearbeitete Geſetzentwurf geht darauf
hinaus, nicht nur die Geſetze Finnlands überhaupt, ſon=
dern
auch Grundgeſetze neueſten Datums aufzuheben. Nach
einer ſachlich erſchöpfenden Kritik der Begriffe Allgemeine
Reichsintereſſen und Souveränität und der einſchlägi=
gen
ſtaatsrechtlichen Verhältniſſe in anderen Ländern
ſchlägt die Kommiſſion dem Landtag folgende Reſolution
zur Beſchlußfaſſung vor: Da der mit der Allerhöchſten
Vorlage überreichte Geſetzentwurf eine durchgreifende Ver=
änderung
der Grundgeſetze Finnlands enthält und der
Landtag auf ſein Recht, in einer derartigen Frage Be=
ſchlüſſe
zu faſſen, nicht verzichten kann, ſieht ſich der Land=
tag
nicht in der Lage, das durch die Vorlage verlangte
Gutachten über den Inhalt des Geſetzentwurfes zu geben.
Der Denkſchrift ſind vier Anlagen beigefügt, in denen eine
Reihe ſchiefer und den hiſtoriſchen Tatſachen widerſpre=
chender
Behauptungen im Memorial des ruſſiſchen Mini=
ſterpräſidenten
im Detail widerlegt werden.
Man ſchreibt uns hierzu: Wie ein Mann hält das
ganze finnländiſche Volk an dem ihm durch Kaiſerwort
bekräftigten Recht feſt, in Fragen, die die Veränderung
oder Aufhebung ſeiner Verfaſſung berühren, mit entſchei=
den
zu dürfen. Wenn die ruſſiſche Regierung unter dem
Schutzmantel der nationaliſtiſch fanatiſierten Duma nun
vertagen werde. In der folgenden Woche wird dem! faſſungsbruches ſchuldig, der von Rechts wegen die Finn=
länder
ihrer Treupflicht Rußland gegenüber entbindet.
Zur Revolution werden die Finnländer trotz alledem nicht
ihre Zuflucht nehmen. Dazu iſt das Volk zu beſonnen und
klug. Aber ſie werden, wie zu Bobrikows Zeiten, den
paſſiven Widerſtand gegen die ruſſiſche Gewaltpolitik
etablieren.
Deutſches Reich.

Bei den Verhandlungen des Berufsgenof.
ſenſchaftstages betonte der Staatsſekretär des In=
ern
Dr. Delbrück, daß die Verhandlungen des Be=
rufsgenoſſenſchaftstages
über die Reichsverſiche=
ungsordnung
für ihn von ganz beſonderem Inter=
ſſe
ſeien. Er wiſſe, daß auch heute an dieſem Geſetzent=
wurfe
manche abfällige Kritik geübt werden würde. Das
ſei aber ein Los, das dieſem Geſetzentwurf bis jetzt eigent=
ich
überall beſchieden geweſen ſei. Ein Geſetzentwurf, wie
die Reichsverſicherungsordnung, der ſo tief in die ver=
chiedenartigſten
Intereſſenſphären eingreife, ſei außer=
rdentlich
ſchwer ſo zu geſtalten, daß er allſeitige Zufrie=
enheit
errege. Der Geſetzgeber dürfe nie der Diener be=
timmter
Intereſſengruppen ſein, ſondern er müſſe über
ihnen ſtehen und das Geſetzlediglich, im Intereſſe des All=

[ ][  ][ ]

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Nummer 110.

gemeinwohls auszugeſtalten beſtrebt ſein. Der Berufs=
genoſſenſchaftstag
nahm einſtimmig eine Reſolution
an, in welcher entſchieden der Aufnahme irgendwelcher, die
Beziehungen der Aerzte zu der Unfallverſicherung regeln=
der
Beſtimmungen in die Reichsverſicherungsordnung
viderſprochen und betont wird, daß die vom Aerztetag
vorgeſchlagene Faſſung des § 577 der Reichsverſicherungs=
ordnung
zu unhaltbaren, das Heilverfahren ſchwerſtens
gefährdenden und im Intereſſe der Verſicherten zu bekla=
genden
Zuſtänden führen würde.
Der Hanſa=Bund teilt mit: Der Berliner
Lokalanzeiger bringt die Nachricht, der Direktor des
Hanſa=Bundes Oberbürgermeiſter a. D. Knobloch habe in
Weimar mitgeteilt, daß der Hanſa=Bund angeſichts des
Wahlergebniſſes in Oletzko=Lyck=Johannesburg ſeine bis=
herige
Politik ändern werde. Wir ſtellen feſt, daß Herr
Knobloch von einer Aenderung der Politik des Hanſa=
Bundes in keiner Weiſe geſprochen hat. Er hat vielmehr
lediglich mitgeteilt, daß es infolge unausgeſetzter Bemüh=
ungen
gelungen ſei, eine große Reihe von Reichstags=
kandidaten
der verſchiedenſten politiſchen Richtungen
aus den Kreiſen von Gewerbe, Handel und Induſtrie zu
gewinnen, die der Hanſa=Bund den politiſchen Parteien
benennen werde. Auf dieſem Wege werde es, wie der
Ausfall der Wahl in Oletzko=Lyck=Johannesburg beweiſe,
gelingen, die Kandidaten des Bundes der Landwirte auch
aus den ſcheinbar ſicherſten Wahlkreiſen zu beſeitigen. In
der Tat iſt es die weſentlichſte, auch bereits in den Richt=
linien
vorgezeichnete Aufgabe des Hanſa=Bundes, dafür
zu ſorgen, daß den bündleriſchen Kandidaten von den
politiſchen Parteien überall ſolche Kandidaten entgegen=
geſtellt
werden, die, wie auch immer ihre politiſche Partei=
ſtellung
ſein möge, das Wirtſchaftsprogramm des Hanſa=
Bundes, alſo eine gerechte, alle Erwerbsſtände einſchließ=
lich
der Landwirtſchaft gleichermaßen berückſichtigende
Wirtſchaftspolitik mit aller Energie vertreten werden.
Der weitere parlamentariſche Verlauf der preu=
ßiſchen
Wahlrechtsverhandlungen geſtaltet
ſich wie folgt: Am 21. Mai wiederholt das Herrenhaus
ſeine Abſtimmung, dabei findet keine Debatte ſtatt. Iſt
das Ergebnis dasſelbe wie bei der erſten Abſtimmung,
dann gilt die Vorlage als vom Herrenhauſe erledigt und
geht ans Abgeordnetenhaus. Dieſes behandelt die Vor=
lage
in einmaliger Beratung, die aber auch durch Kom=
miſſionsberatung
unterbrochen ſein kann; das Abgeord=
netenhaus
kann alſo ſehr wohl das Geſetz nochmals an
eine Kommiſſion ſenden. Kommt es von da zurück, dann
erfolgt Beratung und Beſchlußfaſſung und nach 21 Tagen
die verfaſſungsmäßige Wiederholung der Abſtimmung
wieder in den Formen einer dritten Leſung. Sind beide
Abſtimmungen gleichlautend, dann iſt das Geſetz erledigt.
Haben Abänderungen ſtattgefunden, dann geht es noch=
mals
ans Herrenhaus und ſo fort, bis die erforderliche
Uebereinſtimmung zwiſchen beiden Häuſern erzielt iſt.
Ein Ausſtand der Miniſter droht in Bay=
ern
dem Ausſtand der Parlamentsjournaliſten zu folgen,
und zwar ein Ausſtand aus ganz denſelben Gründen. Wie
ſeinerzeit die Journaliſten, ſo haben jetzt, nach dem
Fränk. Kur., auch die Miniſter dem Kammerpräſidium

mitgeteilt, daß es ihnen phyſiſch nicht möglich ſein werde,
des öfteren ſechsſtündigen Plenarſitzungen beizuwohnen.
Daß die ganze Regierungsmaſchine in Bayern während
der Dauer des Landtags faſt vollſtändig ſtockt, iſt ohnehin
bekannt.

Das Miniſterium in Spanien iſt über die Wahl=
ergebniſſe
mißgeſtimmt, namentlich darüber, daß die
Republikaner jetzt 45 Mandate zählen, d. i. 15 mehr als
bisher. Als Urſache dieſer republikaniſchen Wahlſiege wird
angegeben, daß die republikaniſche Organiſation ſich in der
letzten Zeit vervollkommnet hat, während die Monarchiſten
uneinig und läſſig ſind, und daß ferner die Behörden bei
den Wahlen angeblich ſtreng korrekt waren, ſo daß die
ſonſt üblichen Wahlfälſchungen ausgeblieben ſind. Das
ſchafft aber die Tatſache der beträchtlichen Vermehrung der
republikaniſchen Mandate nicht aus der Welt und wird
die Folgen nicht verhüten, die daraus entſtehen können.
Die im Verlauf der Säuberung der Ar=
mee
in Griechenland verfügte Entlaſſung von 66 Offi=
zieren
macht in der Bevölkerung wenig Eindruck, hat die
Betroffenen aber erbittert. Sie wollen gegen den Fiskus
auf Entſchädigung klagen und berufen Verſammlungen ein,
um zu beweiſen, daß ſie die Opfer eines aus perſönlicher
Rache handelnden Femgerichts ſeien. Die Erregung im
Offizierkorps iſt groß, die Zeitungen räumen ein, daß die
Entlaſſungen nicht unparteiiſch waren, daß neben un=
brauchbaren
und anrüchigen Elementen auch Offiziere be=
troffen
wurden, gegen die kein Anlaß zum Einſchreiten
vorlag. Der Generaliſſimus Smolenſki forderte die Divi=
ſionäre
durch Rundſchreiben auf, ihm über alle Vorgänge
in der Armee alsbald zu berichten. Die Wohnung des
Generals Zorbas wird polizeilich bewacht. Für einen
demonſtrativen Empfang des Kronprinzen Konſtantin im
Gegenſatz zum Militärbund wurden bisher 25000 Drach=
men
geſammelt; durch die Reiſe des Kronprinzen zur Bei=
ſetzung
nach London hat ſich deſſen Heimkehr nach Athen
abermals verſchoben.
In der türkiſchen Kammer erklärte auf Befragen
der Miniſter des Aeußern, daß die Eidesleiſtung
der kretiſchen Kammer die türkiſchen Rechte ver=
letze
. Er teilte mit, daß die Schutzmächte in ihrer ſo=
eben
eingegangenen Antwortnote erklärten, daß die Eides=
leiſtung
eines Teiles der kretiſchen Deputierten auf den
Namen des Königs der Hellenen an dem Status quo der
Inſel nichts ändere. Der Miniſter finde die Note unzu=
reichend
, doch werde ſie von der Pforte als Zuſicherung
der Beibehaltung der Souveränitätsrechte der Türkei
interpretiert. Der Miniſterrat teile die Auffaſſung. Die
Eidesleiſtung könne keineswegs etwas an dem Regime
der Inſel ändern. Was die Kreter auch täten, die Inſel
werde ſtets ein Teil der Türkei bleiben. Der Großweſir
erkannte die Haltung der Kretamächte an und ſprach die
Hoffnung aus, daß bei der definitiven Löſung der Kreta=
frage
die Souveränitätsrechte der Türkei aufrechterhalten
bleiben würden, was auch für die Kreter vorteilhafter ſei
als der Anſchluß an Griechenland. Die Kammer erachtete
die Erklärungen der Regierung für ausreichend.

* Die Zivilliſte des engliſchen Königs
Die Bemeſſung der königlichen Zivilliſte wird im eng=
lſchen
Unterhauſe ſchwerlich zu erregten Debatten
führen, obwohl eine Erhöhung des herkömmlichen Be=
trages
nicht als ausgeſchloſſen erſcheint. Der in der
Wahlkapitulation Wilhelms III. mit dem engliſchen
Parlament für die perſönlichen und öffentlichen Aus=
gaben
des Königtums ausgeworfene Betrag von 70000
Pfund Sterling wurde unter Georg II. auf 800000,
unter Georg III. ſogar auf 900000 Pfund Sterling er=
höht
, was dieſe beiden Monarchen ſo wenig wie ihren
Nachfolger, den prachtliebenden Georg IV., an groß=
artigem
Schuldenmachen verhinderte. Unter dieſen
Umſtänden ſchränkte das Parlament Wilhelm IV., dem
Vorgänger der Königin Viktoria, gegenüber ſeine
Freigebigkeit wieder ein und ſetzte die Zivilliſte auf
310000 Pfund Sterling feſt. Für die Königin Viktoria
iſt dieſe Summe auf 385000 Pfund (7700000 Mark) er=
höht
worden, und dieſe iſt heuke noch ihr geſetzlicher
Betrag. Er gibt jedoch kein richtiges Bild von dem
ſtgatlichen Einkommen der britiſchen Krone. Denn
einerſeits hat dieſe aus jener Summe eine ganze Reihe
von Ausgaben zu beſtreiten, die eigentlich zur Staats=
verwaltung
gehören, andererſeits verfügt das könig=
liche
Haus, ganz abgeſehen von ſeinem Privatver=
mögen
, über eine Anzahl anderer bedeutender Ein=
nahmequellen
, z. B. die Einkünfte der Herzogtümer
Cornwall und Lancaſter. Endlich ſind mehrere Mit=
glieder
der königlichen Familie, wie der Prinz von
Wales und der Herzog von Connaught, noch beſonders
geſetzlich apanagiert. Trotzdem ergab eine parlamen=
tariſche
Unterſuchung vor einiger Zeit, daß mit Aus=
nahme
des Jahres 1888 die Einkünfte des Königs=
hauſes
ſeit langer Zeit alljährlich hinter den Aus=
gaben
zurückgeblieben ſeien. (?)
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. Mai.
* Vom Hofe. Graf und Gräfin zu Dohna=
Schlobitten ſind Mittwoch nachmittag 5 Uhr 19 Min.
hier eingetroffen und haben im Neuen Palais Wohnung
genommen. (Darmſt. Ztg.)
Ernannt wurde der Schreibgehilfe Johannes
Ernſt Gebauer in Alsfeld zum Regiſtrator bei dem
Amtsgericht Alsfeld.
* Militärdienſtnachricht. Mueller, Rechnungsrat,
Garn.=Verwalt.=Direktor in Darmſtadt, auf ſeinen Antrag
mit Penſion in den Ruheſtand verſetzt.
Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 14,
enthält: 1. Bekanntmachung, die Beſtellung eines Wahl=
kommiſſärs
für die Erſatzwahl zum Reichstag im
2. Wahlkreis des Großherzogtums Heſſen betreffend.
2. Bekanntmachung den Gehalt des Großh. Rabbinen
zu Alzey betreffend. 3. Ueberſicht über die von Großh.
Miniſterium des Innern zur Beſtreitung der Kommunal=
bedürfniſſe
der Stadt Gießen genehmigten Umlagen im
Rechnungsjahre 1910. 4. Ueberſicht der von Großh.
Miniſterium des Innern für das Rechnungsjahr 1910
zur Erhebung genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kommunalbedürfniſſe in den zum Finanzamtsbezirk
Ober=Ingelheim gehörigen Landgemeinden des Kreiſes
Bingen. 5. Ueberſicht der von Großh. Miniſterium des
Innern für das Rechnungsjahr 1910 zur Erhebung ge=
nehmigten
Umlagen zur Beſtreitung der Kommunal=
bedürfniſſe
der iſraelitiſchen Religionsgemeinden des
Kreiſes Büdingen. 6. Ueberſicht der von Großh.
Miniſterium des Innern für das Rechnungsjahr 1910
genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der Kommunal=
bedürfniſſe
in den Landgemeinden des Kreiſes Alzey
(Finanzamtsbezirk Bingen). 7. Ordensverleihungen.
8. Dienſtnachrichten.
L. Vor der Strafkammer ſtanden geſtern der
20 Jahre alte Taglöhner Jakob Ritzert und der
16 Jahre alte Karl Poth von hier, welche am 14. und

Was haben wir noch vom Kometen
Halley zu erwarten?
(; Ueber den Kometen Halley werden jetzt allerlei ſich
einander widerſprechende Mitteilungen verbreitet. Unter
anderem heißt es, das Geſtirn ſei durch die ihm am 1. Mai
nahe gekommene Venus aus ſeiner Bahn abgelenkt wor=
den
, ſein Schweif werde daher am 18./19. Mai die Erde
nicht treffen; weiter wird berichtet, die Greenwicher Aſtro=
nomen
hätten ebenfalls eine Abweichung des Kometen von
der vorausberechneten Bahn feſtgeſtellt, ſodaß, wie geſagt,
eine Begegnung des Schweifes mit der Erde kaum zu er=
warten
ſei. An zuſtändiger Stelle iſt aber von einer ſol=
chen
Wendung der Dinge nichts bekannt; es hat den An=
ſchein
, als ob die in der Tagespreſſe üblichen Aprilſcherze,
die diesmal zum Teil den die ganze Welt in Aufregung
verſetzenden Kometen Halley als willkommenen Stoff aus=
gebeutet
haben, Veranlaſſung zu den angeführten Mittei=
lungen
geweſen ſind. Tatſächlich beſteht nur in zweierlei
Hinſicht noch eine gewiſſe Unſicherheit: erſtens weiß man
immer noch nicht genau, ob der Schweif die erforderliche
Länge von 23 Millionen Kilometer haben wird, um am
18./19. Mai überhaupt bis zur Erde zu reichen, und zwei=
tens
ſchwanken die Zeitangaben des Durchganges, weil die
Achſe des Schweifes mit der Verlängerung der Linie
Sonne=Kometenkopf einen Winkel bildet, ſodaß der Durch=
gang
auch ſchon am 18., anſtatt wie angenommen wurde,
erſt am 19. Mai eintreten kann. Daß die Erde durch die
Ebene des Schweifes hindurchgehen muß, iſt nicht zwei=
felhaft
, denn der Kopf bewegt ſich nach den Rechnungen
von Cowell und Crommelin am Royal Obſervatory in
Greenwich in ſeinem niederſteigenden Knoten am 19. Mai,
um 2 Uhr 24 Minuten morgens, vor der Sonnenſcheibe
vorüber, geht alſo gerade, wenn auch nicht abſolut zentral,
zwiſchen Sonne und Erde hindurch. Da nun der Schweif
eines Kometen ſtets von der Sonne abgewandt iſt und ſich
hauptſächlich in der Bahnebene des Kometen ausbreitet,
muß ihn die Erde im Falle ſeiner genügenden Länge
paſſieren.
Ueber den Durchgang ſelbſt macht J. Franz ( Bres=
lauer
Sternwarte) einige beachtenswerte Mitteilungen. Es
wird zwar, ſagt er, kein heller Sternſchnuppenfall zu er=
warten
, aber doch das Erſcheinen teleſkopiſcher Stern=
ſchnuppen
nicht ausgeſchloſſen ſein. Daher iſt es bei der
Seltenheit der Erſcheinung der Mühe wert, ſolche zu beob=
achten
und mit geeigneten Apparaten zu photographieren.
Selbſt ein negativer Erfolg, der das erwartete Fehlen von
Sternſchnuppen beſtätigt, wird für die Erkenntnis der Na=
tur
der Kometen nicht ohne Wert ſein. Geht nämlich die
Erde durch den Kometen ſelbſt, ſo treten, wie beim Biela=
ſchen
Kometen am 27. November 1872 und am 27. Novem=
ber
1885, helle Sternſchnuppen auf. Denn ein herankom=
mender
Komet beſteht, wie aus ſeinem erheblichen Durch=
meſſer
und ſeiner unmerklichen Maſſe folgt, vor der
Schweifentwickelung aus einer Gruppe getrennter Körper,
die man Steine oder gefrorene Tropfen nennen könnte,
Sie gruppieren ſich durch gegenſeitige Gravitation wie die

bekannten kugeligen Sternhaufen, die auch zentrale Ver=
dichtung
, aber keinen genauer beſtimmbaren Durchmeſſer
haben.
Da bei dem Bielaſchen Kometen 1872 und 1885 der
Radiant (Ausſtrahlungspunkt) mit der Bahn überein=
ſtimmt
, ſo ging die Erde durch den kugeligen Haufen, und
nicht durch den Schweif, wie oft angenommen wird. Wäre
ſie durch den Schweif gegangen, ſo wäre der Radiant an=
ders
geweſen.
Die Pariſer Aſtronomen ſind nach einer Veröffent=
lichung
im Echo de Paris der Meinung, daß der Schweif
des Kometen Halley an der Begegnungsſtelle rund 1000000
Kilometer Durchmeſſer beſitzt, und da die Relativgeſchwin=
digkeit
der Erde zum Kometen, die gegeneinander laufen
(alſo Erdgeſchwindigkeit plus Kometengeſchwindigkeit),
etwa 72 Kilometer in der Sekunde betragen werde, ſo
werde der Durchgang 3¾ bis 4 Stunden dauern. Die=
ſer
ſoll ſich aber ſchon am Morgen des 18. Mai (nicht erſt
am 19. Mai) ereignen, weil der Schweif in der Bewe=
gungsrichtung
des Kometen nach vorwärts gekrümmt, d. h.
nicht der Verlängerung der Linie Sonne=Kometenkopf pa=
rallel
ſei. Es iſt übrigens, wie wir hinzufügen wöllen,
gar nicht ausgeſchloſſen, daß der Schweif am Ende noch
bedeutend breiter iſt, unſere Durchreiſe alſo viel länger,
vielleicht einen ganzen Tag, dauern wird.
Bisher war am Kometen Halley von einem Schweif
ſehr wenig zu ſehen, nur einzelne Beobachter haben einen
kurzen Schweifanſatz bemerkt. Aus den Berichten erſieht
man, daß es mit der Schweifentwickelung des Kometen
Halley recht ſchlecht beſtellt iſt, denn ſchon am 20. April hat
er ſeine Sonnennähe durchlaufen, ſeine Hauptſchweifent=
wickelung
fiel mithin etwa in die Zeit vom 15. bis 30.
April. Die ſcheinbare Schweifgröße hängt zwar weſent=
lich
von der Annäherung des Geſtirns an die Erde ab, die
am 20. Mai ihr Maximum (23 Millionen Kilometer) er=
reicht
; auf eine beſonders glänzende Erſchei=
nung
haben wiraber nicht zu rechnen, ja es iſt
die Frage, ob der Komet überhaupt der Erſcheinung des
Johannesburger Kometen (1910a) ebenbürtig werden wird.
So viel ſteht feſt, daß ſich ſeine früher oft außerordentlich
prächtige Entfaltung diesmal nicht wiederholen wird, und
faſt ſcheint es ſo, als habe er im Laufe der Jahrhunderte
an Maſſe verloren.
Vorläufig wird ſeine Beobachtung von Tag zu Tag
ſchwieriger, weil er bei ſeiner ſcheinbaren Annäherung an
die Sonne immer mehr in die helle Morgendämme=
rung
rückt. Indeſſen auch nach ſeinem Sonnenvorüber=
gange
in den frühen Morgenſtunden des 20. Mai wird er
wegen ſeines Standes in der hellen Abendämmerung
nicht ſöfort günſtige Beobachtungsverhältniſſe bieten; über=
dies
ſtört in den erſten Tagen noch das grelle Mondlicht
Vollmond fällt auf den 24. Mai. Wir können deshalb erſt
vom 25. Mai an, von welchem Tage an der Mond ſpät
genug aufgeht, auf einen auch für das bloße Auge lohnen=
den
Anblick des Kometen rechnen. Er wird dann im Weſten
im ſüdlichen Teile des Sternbildes des Krebſes ſtehen,
nachdem er vom 20. Mai an den Stier den nördlichen
Orion und die ſüdlichen Zwillinge in ſchnellſtem Laufe

durcheilt hat. Ende Mai befindet er ſich im Sextanten
und Anfang Juni paſſiert er auf ſeiner nach Süden gerich=
teten
Bahn den Aequator.
Der Vorübergang des Kometenkopfes vor der
Sonne am 20. Mai kann nur auf der ſüdlichen Halbkugel
beobachtet werden und wird zum Teil von den wiſſen=
ſchaftlichen
Expeditionen, die am 9. Mai die totale Sonnen=
finſternis
im Südſeearchipel und während dieſer auch den
Kometen Halley beobachtet haben, überwacht werden; mög=
licherweiſe
kann wenigſtens der Eintritt des Kometen an
dem weniger intenſiv als die Mitte ſtrahlenden Rande der
Sonne wahrgenommen werden auf der Mitte verſchwin=
den
ſo duftige Gebilde wie die Kometen erfahrungsgemäß
vollſtändig. Zur Beobachtung des Schweif=
durchganges
der Erde am 18./19. Mai rüſten ſich alle
Obſervatorien der Welt. Das Hydrographiſche Bureau in
Waſhington hat ferner die Schiffskapitäne angewieſen, dem
Kometen und den durch ihn hervorgerufenen Erſcheinungen
ihre Aufmerkſamkeit zu widmen und beſonders während
der Tage unmittelbar vor und nach dem 20. Mai auf even=
tuelle
elektromagnetiſche Störungen, vornehmlich der Emp=
fangsapparate
der Stationen für drahtloſe Telegraphie, zu
achten. Unſerer Anſicht nach wird man mit dieſen Appa=
raten
ſchwerlich etwas nachweiſen können, denn die in der
äußerſt fein verteilten Schweifmaterie (wenn man über=
haupt
von Materie reden darf) wirkſamen Kräfte ſind ſo
gering, daß ſie die Kohärer nicht zu beeinfluſſen vermögen;
man weiß nicht einmal, ob man es mit elektriſchen Wellen
zu tun hat. Kaum mehr Ausſichten auf Erfolg verſprechen
die auf Anregung der Internationalen Kom=
miſſion
für wiſſenſchaftliche Luftſchiff=
fahrt
in Straßburg an vielen Orten in Ausſicht genom
menen Ballonaufſtiege am 18. Mai, 7 Uhr vorm.
und 10 Uhr nachm., am 19. Mai, 2 Uhr 30 Min. und 7 Uhr
vorm., und am 20. Mai, 7 Uhr vorm. Die Luft= und
Staubſammlungen werden hierbei zweifelsohne ein nega=
tives
Reſultat ergeben, nur die Sichtung von Meteoren iſt
einigermaßen wahrſcheinlich und wertvoll. Man ſcheint bei
allen dieſen Unternehmungen zu vergeſſen, wie dünn
eigentlich die Subſtanz eines Kometenſchweifes in ſeinen
Endpartien iſt.
Man wird hiernach begreifen, wie haltlos alle die
Spekulatidnen ſind, die ſich an die Vergiftung un
ſerer Atmoſphäre durch das ſeinerzeit im Kern des
Kometen Halley ſpektroſkopiſch nachgewieſene Cyan knüpfen
Nichts von alledem! Leider, müſſen wir ausrufen, wird
gar nichts oder faſt gar nichts zu bemerken ſein. Deswegen
entbehrt natürlich der Komet Halley keineswegs eines er=
höhten
allgemeinen Intereſſes; mindeſtens bleibt er ſchon
in hiſtoriſcher Beziehung der denkwürdigſte Komet, denn
allein die Tatſache, daß er der erſte Komet iſt, deſſen Wie
derkunft ein Aſtronom (Edmund Halley) vorausgeſagt hat
ſowie auch der Umſtand, daß er jedenfalls das Geſtirn des
Anfangs unſerer Zeitrechnung, der Stern der Weiſen, ge
weſen iſt, ſichern ihm einen Ehrenplatz in den Annalen der
Geſchichte für alle Zeit.

[ ][  ][ ]

Nummer 110

19. Dezember gemeinſchaftlich aus zwei eingefriedigten
Gärten dahier Zweige entwendeten. Ritzert kroch ein=
mal
durch eine Zaunlücke, das andere Male ſtieg er
über die Umzäunung und ſchnitt mit einem Meſſer die
Zweige ab, die ihm der Wache ſtehende Poth ſpäter ab=
nahm
. In der Vorunterſuchung wurde angenommen,
daß beide Male der Wert des Eutwendeten mehr als
15 Mark betrug und Anklage wegen Diebſtahls erhoben.
Für den Poth war dies von großer Wichtigkeit weil es
ſich um einen wiederholten Rückfall handeln würde. In
der Hauptverhandlung wurde jedoch feſtgeſtellt, daß bei
der einen Tat die Pflanzen nicht mehr als 15 Mart
wert waren, auch bei der anderen war eine genaue
Wertfeſtſetzung nicht möglich, weil nicht die Höhe des
Schadens, ſondern der Handelswert der Pflanzen maß=
gebend
iſt. Das Gericht erachtete daher nur zwei Feld=
entwendungen
für erwieſen und verurteilte den Ritzert
zu 8 Wochen, den Poth zu 2 Wochen Haft, die
Schadenserſatzanſprüche der Geſchädigten wurden in
den Zivilweg verwieſen.
Der 20 Jahre alte Franz Weichlein war hier
in der Karlſtraße bei einem Bäckermeiſter Hausburſche
und ſah mit Staunen, daß ein in der Manſarde wohnen=
der
Verwandter ſeine Zimmertüre nicht nur mit einem
Schlüſſel, ſondern auch mit zwei Vorhangſchlöſſern
verwahrte. Er nahm an, daß hier große Reichtümer
verwahrt würden, von welchen er ſich etwas aneignen
könne. Am 5. April ſtieg Weichlein am hellen Tage
zu einem Dachfenſter hinaus und lief über das Dach,
wobei viele Ziegel entzwei gingen, und kroch durch ein
anderes Dachfenſter in die geheimnisvolle Stube. Hier
fand er in einem Schächtelchen Gold= und Schmuckſachen
im Werte von etwa 150 Mark, die er mitnahm. Am
12. April machte er die Reiſe noch einmal, diesmal
erntete er nur drei Bruſtknöpfchen und 3 Mark bares
Geld. Sein Tun kam an den Tag und alles, mit Aus=
nahme
des Geldes, welches er nicht geſtohlen haben will,
wurde zurückgegeben. Das Urteil lautete auf
5 Monate Gefängnis, 3 Wochen ſind durch die
Unterſuchungshaft verbüßt.
*X* Das Kriegsgericht der 25. Diviſion verhandelte
geſtern gegen den ſeit April d. J. als Matroſenartilleriſt in
Kiel dienenden Georg Martin Bitſch aus Langen wegen
gefährlicher Körperverletzung. Es handelte ſich um einen
vordienſtlichen Auftritt, eine im Januar d. J. in Langen
ſtattgehabte Wirtſchaftsſchlägerei, bei der außer dem An=
geklagten
noch eine Anzahl Burſchen beteiligt war. Bitſch
war beſchuldigt, einen anderen durch Fußtritte mißhandelt
und das Meſſer gezogen zu haben. Trotz längerer Beweis=
aufnahme
ließ ſich der Vorgang nicht völlig aufklären, es
war auch zweifelhaft, ob der Angeklagte nicht aus Not=
wehr
gehandelt habe. Das Gericht ſprach ihn deshalb frei.
In der nicht öffentlichen Sitzung der Stadt=
verördneten
=Verſammlung wurde zu den Koſten des
Kriegsveteranenappells, der am 14. Auguſt d. J. zur
Erinnerung an die 40jährige Wiederkehr der Tage des
glorreichen Feldzugs 1870/71 von der Kriegerkamerad=
ſchaft
Haſſia in Darmſtadt veranſtaltet werden wird,
ein Zuſchuß aus ſtädtiſchen Mitteln in Höhe von
1000 Mk. bewilligt, ſowie die Schmückung des Marien=
platzes
, des Bahnhofsplatzes, des Kriegerdenkmals und
anderer Denkmäler, auch die Ausſchmückung des ſtädt.
Saalbaus auf ſtädtiſche Koſten beſchloſſen. Hinſichtlich
der vorliegenden Geſuche um Erteilung der Erlaubnis
zum Betrieb von Schankwirtſchaften wurde die Be=
dürfnisfrage
bejaht für den Roſenhof des Ausſtellungs=
gebäudes
während der Ausſtellung des deutſchen
Künſtlerbundes, für Neckarſtraße 4, Wieſenſtraße 9,
Hügelſtraße 35, Eliſabethenſtraße 44, Holzhof=Allee 2
und Rhönring 35.
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großherzog=
tum
Heſſen ſind im Monat April d. J. 307 Renten=
geſuche
(290 Invaliden= und Krankenrentenanträge,
ſowie 17 Altersrentenanträge) eingegangen. Unerle=
digt
wurden in den genannten Monat übernommen
372 Rentengeſuche, ſodaß 679 Geſuche in Bearbeitung
ſtanden. Es fanden Erledigung: 292 durch Renten=
bewilligung
(263 Invaliden=, 12 Kranken= und 17
Altersrentengeſuche): 24 durch Ablehnung, weil unbe=
gründet
(21 Invalidenrenten= und 3 Altersrenten=
geſuche
), 19 durch andere Weiſe Zurücknahme uſw.

Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, den 11. Mai.
Doktor Klaus.
W-l. In der Titelrolle des vielaufgeführten und
vielbelachten Luſtſpiels von L’Arronge Doktor Klaus
gaſtierte heute Herr Max Kühne vom Stadttheater
in Chemnitz. Was für Zwecke das Gaſtſpiel verfolgt,
iſt uns nicht mitgeteilt worden und nicht bekannt; da
Herr Kühne aber auch als Wallenſtein gaſtiert, neh=
men
wir an, daß es ſich um einen Erſatz für Herrn
Heinz handelt, deſſen Weggang allſeitig mit Recht be=
dauert
würde, da er ſich in ſeinem Rollenfach durchaus
bewährt hat und ſich der Sympathien des Publikums
erfreut. Der Gaſt hat ſowohl in der erſten Rolle, die
bisher Herr Wagner ſpielte, als auch in der zweiten
des Herrn Heinz keinen leichten Stand. Der Ein=
druck
, den er mit dem erſten Gaſtſpiel erzielte, war in=
deſſen
nicht unvorteilhaft. Ein etwas rauhes und
guttural gefärbtes Organ ſtörte anfänglich, das ge=
wandte
und ſichere Spiel aber nahm für ihn
ein. Die Maske war ſehr gut gewählt, die grob=
körnigere
und poltrige Auffaſſung und Darſtellung
der Rolle, durch die er ſich von ſeinem Vorgänger
unterſchied, widerſpricht ihrem Charakter nicht. Herr
Kühne ſetzt ſein Gaſtſpiel heute fort. Die Rollen des
Doktor Klaus und des Wallenſtein ſind aber ſo grund=
verſchieden
voneinander, daß der Gaſt ſich in ſeinem
zweiten Gaſtſpiel von einer ganz anderen Seite ſeiner
Kunſt zeigen muß.
Die Beſetzung der übrigen Rollen war die der
erſten Aufführung. Von unverfälſchter Komik war der
Lubowski des Herrn Jordan, deſſen köſtliches Mie=
nenſpiel
den Eindruck ſeiner humorvollen Darſtellung
noch verſtärkte; ſehr hübſch ſpielte Fräulein Gothe
die verliebte Naive; die Szenen zwiſchen ihr und
Herrn Schneider als Referendar in Verlobungs=
nöten
waren ſehr ergötzlich. Von den übrigen Rollen
erwähnen wir noch den jovialen Grieſinger des Herrn
Heinz, den flotten und eleganten Kavalier von Bo=
den
des Herrn Jürgas und die vornehme und ſym=
pathiſche
Frau Dr. Klaus der Frau Scherbarth.
Das ſchwach beſetzte Haus ſpendete lebhaften Beifall.

Kleines Feuilleton.
Auch ein Nachruf für König Eduard.
König Eduards Schneider hat nicht verſäumt,
ſeinem verſtorbenen Herrn einen Nachruf zu widmen.
Der Gil Blas veröffentlicht dieſe Klage des Künſt=
lers
der Schere und des Zwirns um den Fürſten, der

Larmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

(18 Invaliden= und 1 Altersrentengeſuch), zuſammen
335, ſodaß 344 Geſuche als unerledigt auf den Monat
Mai übernommen werden mußten. Ferner wurden
im Monat April I. J. 310 Anträge auf Beitragserſtat=
tung
geſtellt, und zwar 260 infolge Heirat weiblicher
Verſicherter (H.), 49 infolge Todes verſicherter Perſo=
nen
(T.) und 1 wegen Bezugs von Unfallrente (U.),
Unerledigt wurden in den genannten Monat über=
nommen
79 Erſtattungsantrage, ſodaß zu bearbeiten
waren 389 Geſuche. Bewilligt wurden 269 Anträge
(226 H. und 43 T.), abgelehnt wurden 14 Anträge (8 H.,
5 T. und 1 U.). Unerledigt blieben 106 Erſtattungs=
anträge
(79 H., 25 T. und 2 U.), die auf den Monat Mai
übernommen wurden. In welchem Umfange die
Landesverſicherungsanſtalt Großherzogtum Heſſen
Heilverfahrenskoſten für ihre Verſicherten über=
nimmt
, ergibt ſich aus nachſtehenden Erläuterungen.
Ende April 1910 waren in den nachverzeichneten An=
ſtalten
verſicherte Perſonen untergebracht: 1. Ernſt
Ludwig=Heilſtätte bei Sandbach 119, 2. Eleonoren= Heil=
ſtätte
bei Winterkaſten 59, 3. Göttmannſche Heilanſtalt
bei Reichelsheim 41, 4. Kuranſtalt von Dr. Schmitt in
Lindenfels 12, 5. Konitzkyſtift in Bad Nauheim 24,
6. Ernſt Ludwig=Heilanſtalt von Dr. Loſſen hier 5,
7. Klinik von Dr. Grein in Offenbach 8, 8. Sonſtige
Anſtalten, wie Krankenhäuſer, Kliniken und dergleichen
mehr 37, zuſammen 305.
O Städtiſches Muſeum. Der Beſuch des Städtiſchen
Muſeums iſt andauernd ſehr rege. Außer einigen Schul=
klaſſen
unter Führung ihrer Herren Lehrer hat auch eine
größere Anzahl der Teilnehmer des Heſſiſchen Oberlehrer=
tags
unter Führung des Herrn Direktors Ritſert, ſowie die
in Frankfurt a. M. tagende Jugendhelfer=Vereinigung
unter Führung des Herrn Lehrers Eidmann die Samm=
lungen
mit lebhaftem Intereſſe beſichtigt. Geſchenke und
Zuwendungen, die ſtadtgeſchichtlich intereſſant ſind, können
jederzeit der Bürgermeiſterei (Stadthaus), Rheinſtraße 18,
oder zu den Beſuchszeiten dem Muſeumsdiener übermittelt
werden. Weitere Zuwendungen haben ſeit Oſtern d. J. ge=
macht
: Ausſtellungsausſchuß der großen Jubiläums= Fach=
gewerbe
=Ausſtellung für das Hotel= und Gaſtwirtsgewerbe
Darmſtadt 1909; v. Bechtold, Amtmann; Freie Vereini=
gung
der Spengler und Inſtallateure Darmſtadts: Dr. A.
Hoffmann, Sanitätsrat; Fr. W. Hofmann, Schreinermei=
ſter
; Fräulein Eliſabeth Jäger; Rentner Kaltſchmidt=
Schneppenhauſen, Karl Krämer, Bäckermeiſter; E. Langnes,
Hofbuchdrucker: Frau Rechtsanwalt Lindt Witwe: J.
Magnus, Hofphotograph; K. Noack, Stadtbibliothekar;
Profeſſor Dr. Ritſert, Gymnaſialdirektor, Friedberg: Frau
B. Rogopoulos Witwe; J. Röth, Regiſtraturaſſiſtent; Dr.
Strauß, Rechtsanwalt. Das Städtiſche Muſeum bleibt
am Pfingſtſonntag geſchloſſen, am Pfingſt=
montag
dagegen iſt es von 111 Uhr und von 35 Uhr
geöffnet.
Der Handels=Verein in Darmſtadt hält ſeine
45. ordentliche Hauptverſammlung am
Donnerstag, den 19. Mai, im Kaiſerſaal ab. Die
Tagesordnung lautet: 1. Geſchäftsbericht. 2. Rechnungs=
ablage
. 3. Erſatzwahl des Vorſtandes. 4. Statuten=
änderung
. 5. Anträge und Beratungen.
Paketeinſammlung durch die Poſt. Es iſt noch
nicht genügend bekannt, daß die Poſt abzuſendende
Pakete auf Beſtellung aus den Wohnungen abholen
läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine
Karte oder einen Zettel mit den Worten: Paket abzu=
holen
bei (Name und Wohnung) unfrankiert in
den nächſten Briefkaſten zu werfen oder einem Brief=
träger
mitzugeben und die Sendung wird bei der näch=
ſten
Paketbeſtellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg.
vom Hauſe des Abſenders abgeholt. Das Verfahren iſt
einfach und bequem und beſonders ſolchen Perſonen zu
empfehlen, denen kein Dienſtbote zur Verfügung ſteht.
Wohlfahrtspoſtkarten mit den Bildniſſen des
Großherzoglichen Paares und der Groß=
herzoglichen
Prinzen erſcheinen ſoeben im Auf=
rage
des Patronats der Großherzoglichen Zentrale für
Säuglings= und Mutterſchutz in Heſſen und werden
auf deren Veranlaſſung von der Firma W. Leſchhorn,
Spezialgeſchäft photographiſcher Artikel, Darmſtadt, ver=
trieben
. Für die hervorragend ſchön ausgeführten,
reizvollen Bildnis=Karten haben die allerhöchſten Herr=

Seite 3.

ſchaften noch nicht veröffentlichte Aufnahmen des Hoſ=
photographen
Herrn Steinacker in Darmſtadt beſtimmt.
Der Ertrag des Verkaufs wird zum Beſten der Säug=

zu hoffen, daß die Karten in den weiteſten Kreiſen Abſatz
finden werden. Der Preis der Karte beträgt 10 Pfg.
Orpheum. Wie bereits mitgeteilt, vermittelt
die Direktion dem hieſigen Publikum, gewiſſermaßen
als effektvollen Schluß=Akkord der Spielzeit, ein acht=
tägiges
Gaſtſpiel Otto Reutters, bei dem das
Epitheton genial ebenſo große Berechtigung hat, wie
der Superlativ der tenerſte Humoriſt. Er bedeutet
bekanntlich ein Programm für ſich, denn in künſtleri=
ſcher
Beziehung iſt er unbeſtritten ein wirkliches Ori=
ginal
, das man geſehen und gehört haben muß. Seine
übermütigen politiſchen Spottverſe, die beluſtigen
ohne zu verletzen, die ſcha

Zuneigung ſeiner Zuhörerſchaft, welche um ſo echter
iſt, als man weiß, daß er ausſchließlich ſelbſt der
Autor ſeiner Couplets iſt. Wie geſagt, Reutter wird
den bunten Reigen der vielfachen hervorragenden Dar=
bietungen
der verfloſſenen Saiſon krönen; aber auch
das übrige Programm weiſt eine reichhaltige Anzahl
erſter Kunſtkräfte auf. Näheres folgt. (Siehe Anz.)
n. Ein jugendlicher Ausreißer, der 17jährige
Metzgerlehrling Peter Krämer aus Mainz,
wird wegen Unterſchlagung verfolgt. Er wurde kürz=
lich
durch ſeinen Dienſtherrn, Metzgermeiſter Zimmer=
mann
in Bauſchheim, nach Guſtavsburg geſchickt, um
290 Mark bei einem dortigen Wirt zu erheben. Mit
dieſem und einem zweiten, auf eigene Fauſt in Koſt=
heim
einkaſſierten Guthaben Z.s von 42 Mark iſt Kr.,
der ſich in Mainz noch einen Anzug zur Reiſe kaufte,
ſeitdem flüchtig.
n. Groß=Umſtadt, 12. Mai. In der Unterſuchung
wegen des Dorndieler Raubmords werden
die Nachforſchungen eifrig fortgeſetzt und waren wäh=
rend
der letzten zwei Tage Beamte, teilweiſe unter
Verwendung von Polizeihunden, am Tatort. Ein
weſentlicher Erfolg konnte trotzdem bisher nicht er=
reicht
werden, was bei ſolchen Fällen ganz begreiflich
erſcheint. Von dem Verbrecher fehlt jede nähere Be=
ſchreibung
; er dürfte ſich mit größter Eile nach unbe=
kannter
Richtung davon gemacht haben, und es man=
gelt
alſo völlig an Anhaltspunkten, wenn nicht irgend
eine Fügung noch eintritt. Früh morgens nach dem
Verbrechen, etwa zwiſchen 6 und 7 Uhr, wurde auf der
Landſtraße zwiſchen Neuſtadt i. O. und Hainſtadt,
bezw. dem bayeriſchen Grenzort Memlingen, ein au=
ſcheinend
den Handwerksburſchen oder Landſtreichern
angehörender Mann unter verdächtigen Umſtänden ge=
ſehen
, weshalb die Nachforſchungen auch nach dieſe
Richtung ausgedehnt ſind. Jene Strecke iſt ungefähr
2 Stunden von Dorndiel entfernt. Der Fremde kam
in eiligem Lauf, angeblich ſcheu und Begegnungen
ausweichend, die Straße daher und entſchwand nach
der bayeriſchen Grenze zu. Er war etwa 30 Jahre alt,
1,72 Meter groß, von mittlerer Statur, dunkelblond
mit Anflug von Schnurrbart, trug dunklen Anzug,
weichen dunklen Filzhut (wie der Täter) und leder=
beſetzte
Plüſchſchuhe. In der Hand hatte er ein
Päckchen.
Worms, 12. Mai. Die W. Ztg. ſchreibt zu der Mel=
dung
Die ſtädtiſche Verwaltung plant die Verbindung
der rechtsrheiniſch gelegenen Orte Bürſtadt und Lampert=
heim
durch eine Dampfſtraßenbahn: Die Nachricht nimmt
Bezug auf den von uns veröffentlichten Jahresbericht der
Handelskammer, die allerdings eine ſolche Dampfſtraßen=
bahnverbindung
, von einem Unternehmer ausgeführt, für
die beſte Löſung des Problems hält, Bürſtadt und Lam=
pertheim
in innigeren Verkehr mit Worms zu bringen.
Die Stadtverwaltung aber hat indeſſen noch nichts ge=
plant
.
(*6) Gießen, 12. Mai. Ein furchtbares Un=
wetter
hat ſich geſtern abend über unſerer Gegend
und beſonders über dem Lahntal entladen. Heftige
Blitz= und Donnerſchläge wechſelten mit wolkenbruch=
artigem
Regen und orkanartigem Sturm. Großer
Schaden wurde überall verurſacht. Im hieſigen Ran=

als der eleganteſte Mann Europas galt. Ich habe nie
jemand kennen gelernt, ſo erklärt der trauernde
Schneider, der ein ſolches Genie ja, Genie iſt das
einzige Wort für dieſe Gabe beſaß für die Wahl
ſeiner Kleidung. Wenn er nicht König geweſen wäre,
durch ſeinen erleſenen Geſchmack allein würde er ein
berühmter und reicher Mann geworden ſein. Wäh=
rend
andere Menſchen oft eine halbe Stunde gebrau=
chen
, um eine Stoffprobe auszuwählen, konnte König
Eduard in zehn Minuten zehn Stoffe auswählen mit
einem Geſchmacke, der untadelhaft und untrügerifch
war. Gewöhnlich beſuchte der Schneider den König
um 11 Uhr im Schloſſe; es gab ein beſonderes An=
probezimmer
, der König war ſtets auf die Minute
pünktlich. Natürlich legte der König für ſeine Stoffe
gute Preiſe an, aber es iſt falſch, zu glauben, daß er
beſonders große Summen aufwandte. Für eine Hoſe
bezahlte König Eduard gewöhnlich 4050 Mark, für
einen ganzen Anzug 160200 Mark, für einen Geſell=
ſchaftsanzug
280 oder 300 Mark. Die Garderobe des
Königs war ſtets wohl aſſortiert, ein Beinkleid pflegte
er höchſtens drei oder viermal zu tragen. So ver=
brauchte
er im Jahre etwa 100 Beinkleider. Jedes
Jahr beſtellte er ein Dutzend Fracks, ebenſo viel Geh=
röcke
und Anzüge, 15 Ueberzieher, ſodaß er, die Uni=
formen
abgerechnet, 2025000 Mark für Garderobe
ausgab. Der König pflegte ſich viermal am Tage um=
zuziehen
; das ging aber bei ihm außerordentlich ſchnell,
ich habe nie einen Kunden gehabt, der ſich ſo geſchickt
umkleidete. In ſeiner Jugend hatte er eine Vorliebe
für ſtark markierte Muſter, aber mit den Jahren hat
ſich ſeine Geſchmacksrichtung immer mehr den einfachen
Farben und Muſtern zugewendet. Eine beſondere
Neigung zeigte er dabei für marineblaues Tuch.
* Künſtlerphantaſien. Der berühmte kleine
Palaſt, den Sarah Bernhardt in der Rue Fortuny zu
Paris bewohnte, iſt jetzt im Beſitz des Präſidenten der
Eiſenbahngeſellſchaft Paris=Lyon=Mittelmeer, der ein
roßer Kunſtkenner und ein echter Mäcen iſt. Den
Speiſeſaal des Palaſtes hat der Bildhauer Emmanuel
Frémiet mit allerlei phantaſtiſchen Bildwerken ge=
ſchmückt
.: Das Licht ſpendet ein Affe, der elektriſch be=
leuchtete
Seifenblaſen an die Decke bläſt; das Tier ſitzt
auf einer Zeitung, auf welcher mit großen Buchſtaben
geſchrieben ſteht: Nieder mit Darvillé! (das iſt der
Name des Eiſenbahnpräſidenten). Als eines Tages
iner der Diener des Hauſes den Künſtler fragte, wes=
halb
er dieſe merkwürdige Inſchrift gewählt habe, er=
widerte
Frémiet ſarkaſtiſch: Mein Lieber, die Affen
ſind wie die Dienſtboten: ſie ſprechen gar oft recht
chlecht von ihrer Herrſchaft. Einmal ſo leſen wir
m Cri de Paris erzählte Frémiet in dem Speiſe=

ſaale eine Geſchichte, die die glücklichen Beſitzer von
Orden und alle, die von den bunten Bändchen nur mit
heiliger Scheu reden, mit tiefſter Entrüſtung erfüllen=
dürfte
. Der Künſtler pflegte jeden Sonntag einen
Wagen zu mieten und mit ſeiner Frau einen kleinen
Ausflug aufs Land zu machen. Eines Tages brauchte
er als Modell für ein Petſchaft einen Froſch; um ſich
das nützliche Amphibium zu verſchaffen, fuhr er am
darauffolgenden Sonntag in ſeinem Tilbury zu einem
berühmten Froſchſumpf. Hier quakten ihn ganze
Scharen von Fröſchen an, aber es wollte ſich auch nicht
einer von ihm fangen laſſen. Da kam die Frau des
Künſtlers auf einen guten Gedanken: Fröſche ſagte
ſie, ſind durch ein Stückchen Rot leicht anzulocken. Du
haſt ja Deine Ehrenlegion im Knopfloch; ich an Deiner
Stelle würde das rote Bändchen als Köder benutzen.
Frémiet ließ ſich das nicht zweimal ſagen, und der
Froſchfang mit dem Bande der Ehrenlegion war von
Erfolg gekrönt. Nachdem der auf ſo merkwürdige Weiſe
gefangene Froſch eine ganze Woche lang ſeine Modell=
pflichten
erfüllt hatte, ſetzte ihn Frémiet feierlich in den
Sumpf zurück.
* Ein Schlüſſel=Fundbureau. Die Zahl
der öffentlichen und privaten Fundbureaus in Berlin
iſt durch die Meſſenger=Boy=Co. um eine Neuerung be=
reichert
worden. Alljährlich gehen in Berlin wie
anderen Städten Tauſende von Schlüſſeln verloren.
Die Meſſenger=Boy=Co. gibt nun gegen eine Jahres=
gebühr
von einer Mark eine kleine ovale Bronzemarke
aus, auf deren einer Seite ſich die Nummer befindet, mit
welcher der Eigentümer der Marke in die Bücher der
Geſellſchaft eingetragen iſt. Auf der anderen Seite des
Plättchens ſteht: Abzugeben gegen zwei Mark Beloh=
nung
bei der Berliner Meſſenger=Boy=Co. Findet nun
jemand ein Schlüſſelbund, das mit einer derartigen
Marke verſehen iſt, ſo gibt er es in der nächſten Zweig=
anſtalt
der Geſellſchaft ab und erhält dafür zwei Mark.
Der Beſitzer der verlorenen Schlüſſel aber bekommt ſein
Eigentum auf ſchnellſtem Wege, ohne daß ihm weitere
Koſten erwachſen, zurück.
* Angeſichts der Strandung des Z. II‟
bei Weilburg iſt von Intereſſe, daß in einer
Novelle (Der verrückte Holländer) von W. H. Riehl, die
1873 geſchrieben iſt und mit der Strandung eines Luft=
ballons
bei Weilburg im Jahre 1836 beginnt, folgende
Sätze ſtehen: Manche Leute ſpähten aus, ob nicht noch
andere Luftſchiffe erſchienen. Man war ſicher, daß auch
ſie bei Weilburg niederfallen würden. Der Ort ſchien
beſonders anziehend für Ballons zu ſein; denn ſchon
vor 50 Jahren hatte ſich Blanchard hier niedergelaſſen.

[ ][  ][ ]

Nummer 1 110.

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

gierbahnhof riß der Sturm das Dach von einem Ueber=
nachtungsſchuppen
des Fahrperſonals. Das Dach flog
gegen die elektriſche Hauptleitung, es entſtand Kurz=
ſchluß
, und ein großer Teil des Bahnhofes war wäh=
rend
der Nacht in Dunkel gehüllt. Plötzlich wurde der
hier ſtationierte Hilfszug alarmiert; aber die Fertig=
ſtellung
des Zuges wurde durch die Störungen ſehr be=
hindert
. Der Hilfszug mußte nach Station Garben=
teich
. Hier waren mehrere Telegraphenſtangen mit
dem Drahtwerk umgeſtürzt und auf den einfahrenden
Zug der Strecke Gießen-Gelnhauſen gefallen, ſo daß
der Zug nicht fort konnte. Die meiſten Züge erlitten
Verſpätungen. In Großen=Linden wurde an
der Maſchinenhalle des Zimmermeiſters Watz das Dach
abgehoben, ja die ganze Halle zerſtört; es blieb nichts
ſtehen als die Maſchinen. In Klein=Linden
wurde das Wohnhaus des Schreiners Kehl zum Teil
abgedeckt. Die Straße nach Lützellinden war heute früh
durch mehrere geſtürzte Obſtbäume geſperrt. Bei Heu=
chelheim
und Kinzenbach wurden viele wertvolle Apfel=
bäume
abgebrochen. An der Margaretenhütte bei
Gießen wurde der Fabrikſchuppen des Fabrikanten
Lettge abgedeckt und zum Teil zerſtört. An der Straße
Klein=Linden-Gießen ſind etwa fünf Telegraphen=
maſten
umgebogen. Auch in der Stadt iſt viel Schaden
entſtanden. Mächtige Bäume hat der Sturm im Schif=
fenberger
Wald und in den Licher Wäldern entwurzelt.
Die niedergehenden Waſſermengen überſchwemmten
zeitweiſe die Straßen; die Kanäle konnten nicht alles
aufnehmen. Ueberall ſieht man zahlreiche Arbeiter in
Tätigkeit, um die angerichteten Schäden auszubeſſern,
ganz beſonders gilt dies vom Rangierbahnhof Gießen.
Friedberg (Oberheſſen), 12. Mai. In einer Reihe von
Blättern wurde ſogleich nach dem Tode des Grafen
Oriola deſſen hinterlaſſenes Vermögen mit 72 Mil=
lionen
Mark beziffert. Auch für ſolche Kreiſe, die einen
genaueren Einblick in die Vermögensverhältniſſe nicht
hatten, trug dieſe Schätzung ohne weiteres den Stempel
ſtarker Uebertreibung. Nunmehr wird von genau unter=
richteter
Seite jene Blättermeldung als durchaus unzu=
treffend
bezeichnet. Das wirklich hinterlaſſene Vermö=
gen
reicht nicht entfernt an die obengenannte Höhe
heran.
* Friedberg, 12. Mai. Im vorigen Jahre fand an
unſerer Obſtbauſchule zum erſten Male ein Garten=
baukurſus
ſtatt. Er hat ſo viel Anklang gefunden
und war ſo gut beſucht, daß ſich die Direktion entſchloſſen
hat, auch in dieſem Jahre vom 23. bis 28. Mai wieder
einen derartigen Kurſus abzuhalten. Die Eröffnung
findet am Montag, den 23. Mai, vormittags 9 Uhr, im
Lehrſaal II der Anſtalt ſtatt.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. Mai. Der Kaiſer
trifft am 19. Juni in Hamburg zum Horner Ren=
nen
ein, fährt am Abend mit der Hohenzollern nach
Kurhaven und nimmt am 21. Juni an der Unterelbe=
Regatta teil; dann fährt er am 22. Juni durch den
Nord=Oſtſee=Kanal nach Kiel. Am geſtrigen erſten
Sommertag erreichte das Thermometer ſchon am Mit=
tag
25 Grad über Null im Schatten. Abends und in
der Nacht gingen verſchiedene kurze Gewitter=
ſchauer
nieder, ohne daß eine merkliche Abkühlung
eintrat. Eine abgefeimte Schwindlerin
wurde in der Perſon der 33 Jahre alten Frau Erna
Herrmann aus Bromberg von der hieſigen Kriminal=
polizei
feſtgenommen. Sie beſaß in Bromberg ein
Penſionat und machte viele Schulden. Als ein Straf=
verfahren
gegen ſie eingeleitet wurde, beſchloß ſie, ſich
raſch noch einiges Geld zu verſchaffen und dann das
Weite zu ſuchen. Sie lieh ſich von einer alten Dame
3600 Mark und verſchwand damit. Sie war nach Ber=
lin
gereiſt und hatte hier in einem Penſionat in der
Albrechtſtraße Wohnung genommen. Hier entlockte ſie
der Penſionatinhaberin unter allerlei Vorſpiegelungen
einen größeren Barbetrag und zwei Sparkaſſenbücher
und verſchwand damit. Unterdeſſen hatte die betro=
gene
Frau in Bromberg ſich an die hieſige Kriminal=
polizei
gewandt, die die Schwindlerin in einem Café
feſtnahm. Die Verhaftete räumte ihre Schwindeleien
ein und wurde geſtern dem Unterſuchungsrichter vor=
geführt
.
Frankfurt, 12. Mai. Wenn ein Ochſe einen Laden be=
tritt
, und zwar ein vierbeiniger, ſo iſt das ſchon ein ganz
außergewöhnliches und auch gefährliches Schauſpiel, wie
ſich geſtern in Sachſenhauſen zeigte. Wie der Generalanz.
meldet, trieb nachmittags gegen 3 Uhr ein Faſelhalter aus
Seckbach zwei Ochſen durch die Dreieichſtraße. Das
eine Tier hatte ſchon vorher tolle Sprünge gemacht und
einen ſehr erregten Gemütszuſtand offenbart. Plötzlich
riß es ſich los und rannte in die Kleinböhlſche Filiale. Das
Tier ſtürmte zur Ladentüre herein, riß die Türe, deren
Fenſter klirrend zerbrachen, herunter, warf die Ladentheke
um, ſodaß die Marmorplatte in Stücke ging. Augenſchein=
lich
wollte ſich der Ochſe einmal im Spiegel betrachten,
denn flugs ſtand er vor dem hinter der Theke befindlichen

Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes
Darmſtadt 1910.
I.
Die Eröffnung.
Sang= und klanglos iſt die 4. Ausſtellung des Deut=
ſchen
Künſtlerbundes in Darmſtadt eröffnet worden.
Ohne Reden, ohne Feſteſſen, ohne Feier. Nur ein feſtlich
Gewand hatten die Auserleſenen angelegt, denen die
Ehre einer Einladung zuteil wurde. Dennoch war
das Bild kein feſtlich=fröhliches. Schwarz herrſchte.
Die Hoftrauer durch König Eduards Tod bedingte das.
Nur wenige der Damen, vornehmlich die Künſtlers=
gattinnen
, waren in geſchmackvollen farbenfrohen Früh=
jahrstoiletten
erſchienen. Herrlicher goldiger Sonnen=
ſchein
, nach den Tagen der endloſen Regenſchauer dop=
pelt
angenehm empfunden, flutete auf die Mathilden=
höhe
mit des Olbrichbaues ragender Akropolis herab
und tauchte das junge, üppig ſprießende Grün der neu=
erwachten
Natur in ein Meer von ſonnigem Licht,
daß die braun und broncen glänzende Helmkrone des
Hochzeitsturms funkelte und ſprühte mit dem gleißen=
den
Gold der Kuppeln der ruſſiſchen Kapelle um die
Wette. Und rings in ſaftig grünem Raſen knoſpen in
ſattem Farbenreiz Frühlingsblumen. So ſorgte die
Natur ſelbſt für einen feſttäglichen Rahmen.
Drinnen im Tempel der Kunſt hatten ſich wie
üblich die Spitzen der Behörden und der Geſellſchaft
verſammelt. Die Exzellenzen Ewald und Braun,
die Generalität, Geh. Staatsrat Krug von Nidda,
viele Geheime= und Miniſterialräte, Provinzialdirektor
Fey, Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, die Beige=
ordneten
und die Stadtväter, viele Künſtler und Künſt=
lerinnen
, aus deren Kreis die Hünengeſtalt des Grafen
v. Kalckreuth ragte, auch Sohn=Rethel und
ſeine Gattin, weiter die Stützen unſerer Künſtler=

Spiegel, deſſen Scheiben einem ſo dicken Kopf nicht Wi=
derſtand
zu leiſten vermochten. Durch den Spiegel ging
die Beſtie ins Eierlager, wo tauſend eben angekommene
Eier zu Brühe getreten wurden. Dann wütete es am
Fenſterkreuz herum, vernichtete den Verſchlag und eilte
durch die Scheiben in den kleinen Hof. Dort verfing er
ſich an einem Fuß und konnte gefeſſelt werden. Die wild
gewordene Beſtie wurde dann durch den Hausgang geführt
und nach ihrem Beſtimmungsort transportiert. Natürlich
hatte ſich eine große Menſchenmenge vor dem Laden ein=
gefunden
. Ein Glück war es, daß die Verkäuferin nicht
gerade hinter der Theke weilte, ſonſt wäre ſie ſicher von
dem ſich raſend gebärdenden Tier getötet worden. Die
Verkäuferin war in einen Seitenraum geflüchtet, deſſen
Tür ſie zuhielt. Den Schaden, der nicht unbeträchtlich iſt,
muß der Faſelhalter erſetzen, der durch Verſicherung ge=
deckt
iſt.
Wiesbaden, 12. Mai. Am Neubau der In=
fanteriekaſerne
in der Schierſteiner Straße
ſtürzte geſtern nachmittag infolge des Harken Stur=
mes
die 10 Meter hohe, aus ſchweren Sandſteinblöcken
beſtehende Giebelkuppel des dreiſtöckigen Kammerge=
bäudes
in die Tiefe und durchſchlug, einen Teil der
Vorderfront der oberſten Etage mit ſich reißend, das
ſtarke Gebälk zweier Decken und die Betondecke des
Erdgeſchoſſes vollſtändig. Verletzt wurde niemand, da
die Arbeiter zu der Zeit des Einſturzes Veſperzeit
hielten.
Hanan, 11. Mai. Die mit dem Hafenprojekt
befaßte Regierungskommiſſion ſtellte die Mainkanali=
ſation
in nahe Ausſicht und empfahl eine Einigung
dahin, daß der Gemeinde Groß=Auheim ein
Gleiſeanſchluß, gleiche Hafenabgaben und hochwaſſer=
freie
Eindeichung des verbleibenden Geländes ge=
ſichert
würden. Eine erweiterte Eingemeindung ſei
nicht zu empfehlen, weil Groß=Auheim Induſtrie=
gelände
behalten müſſe, um von der Anlage Vorteil zu
haben.
Kaiſerslautern, 12. Mai. Die ganze Pfalz wurde
geſtern abend durch ſchwere Gewitter, verbunden
mit Hagelſchlag und wolkenbruchartigem Regen, heim=
geſucht
. Große Länderſtrecken ſind teilweiſe über=
ſchwemmt
. Der angerichtete Schaden iſt groß.
Aachen, 12. Mai. Der Taglöhner Niederau aus
Cornelimünſter, der wegen Luſtmordes an dem 10 jäh=
rigen
Knaben Haller aus Dörff im Februar d. J. vom
Schwurgericht in Aachen zum Tode verurteilt worden
war, iſt heute früh mittels Fallbeiles hingerichtet
worden.
Jena, 11. Mai. Der bekannte Goetheforſcher, Ge=
heimer
Hofrat und Direktor des Großherzoglich ſäch=
ſiſchen
Staatsarchivs a. D. Burkhardt, iſt im Alter
von 80 Jahren geſtörben.
Hannover, 11. Mai. In Süppingen ſchlug der
Blitz in ein Wohnhaus und tötete die bei Tiſche
ſitzende Familie von vier Perſonen. Der Blitz ſchlug
dann aus dem Wohnzimmer in den Stall über, wobei
einige Stück Vieh erſchlagen wurden.
Leipzig, 12. Mai. Eine Kiſte mit Pelzwaren,
die von Leipzig nach New=York beſtimmt war, iſt unter=
wegs
geplündert worden. Es fehlten 69 Stück beſon=
ders
koſtbarer Zobelfelle im Werte von 60000 Mark.
Bisher konnte nicht ermittelt werden, wo der Diebſtahl
verübt worden iſt. Auf die Ermittelung des Täters
und Wiederbeiſchaffung der Felle ſind 10000 Mark Be=
lohnung
ausgeſetzt worden.
Hoyerswerda, 12. Mai. Die Polizei verhaftete
einen jungen Mann, der als angebliches Mitglied der
Schwarzen Hand an eine Millionärs=Witwe in Frank=
furt
a. M. einen Erpreſſerbrief gerichtet hatte, in
dem er nicht weniger als 2 Millionen verlangte,
andernfalls die Frau dem Tode verfallen ſei. Als der
Erpreſſer in Hoyerswerda die beſtellten poſtlagernden
Sendungen abforderte, wurde er verhaftet. Es iſt ein
18jähriger Burſche aus einem Nachbarort, der ein
Perpetuum mobile zu erfinden beabſichtigte und ſich das
Geld dazu auf dieſe Weiſe verſchaffen wollte.
Breslau, 11. Mai. Dadurch, daß ſich der Gummi=
ſchlauch
von dem Gasherd nachts loslöſte, wurden die
beiden Dienſtmädchen des Reedereibeſitzers Krauſe, die
in einem Nebenraum ſchliefen, durch ausſtrö=
mendes
Gas vergiftet. Das eine Mädchen iſt
tot, das andere liegt ſchwerkrank danieder.
Wien, 11. Mai. Die Verhandlung gegen Hof=
richter
fängt am 18. oder 19. Mai an.
Lemberg, 11. Mai. In der Ortſchaft Przmys=
lany
wütete ein heftiger Brand. Es waren bis
Mitternacht 200 Häuſer abgebrannt. Die
öffentlichen Gebäude blieben unverſehrt. Zweitauſend
Perſonen wurden bisher obdachlos.
Rom, 11. Mai. In ganz Italien iſt ein ſtarker
Temperaturſturz eingetreten. Aus den nord=
italieniſchen
Voralpen werden ſtarke Schneefälle ge=
meldet
.
Paris, 10. Mai. Der Pariſer Polizei iſt es ge=
lungen
, den ſogenannten König der Hotel=

kolonie waren erſchienen. So konnte die Eröffnung
vor ſich gehen.
Der Vorſitzende der Geſchäftsleitung, Herr Ge=
heimerat
Römheld, hielt eine ganz kurze Anſprache.
S. K. Hoheit der Großherzog bedauere lebhaft, wegen
der Trauer um König Eduard verhindert zu ſein, die
Ausſtellung perſönlich zu eröffnen, und habe ihn, Red=
ner
, damit beauftragt. Er erkläre alſo die vierte Aus=
ſtellung
des Deutſchen Künſtlerbundes für eröffnet und
gebe der Freude darüber Ausdruck, daß er u. a. auch
den Vorſitzenden des Bundes, Grafen Kalckreuth, will=
kommen
heißen dürfe. Dann lud der Redner zu einem
Rundgange ein.
Eine Stunde vorher hatten Ihre Königl. Hoheiten
der Großherzog und die Großherzogin in
Begleitung des Grafen und der Gräfin Dohna=
Schlobitten und der Prinzeſſin Dorothea unter
Führung der Herren Geheimerat Römheld und
Graf Kalckreuth mit den Herren des geſchäfts=
führenden
Ausſchuſſes einen Rundgang durch die Aus=
ſtellung
gemacht. Vor der Eröffnung hatten die hohen
Herrſchaften die Mathildenhöhe wieder verlaſſen.
Ein Rundgang
In einem flüchtigen Rundgang ein umfaſſendes
Bild von der Ausſtellung zu geben, die in reicher Fülle
Gutes und Geniales neben weniger Gutem und, wenn
auch nicht Unkünſtleriſchem, ſo doch Geſuchtem bringt,
iſt unmöglich Nur kurz anführen, was des Beſuchers
harrt, ſoll Aufgabe dieſes erſten Artikels ſein. Da darf
zunächſt mit Genugtuung konſtatiert werden, daß das
wirklich Gute, d. h. das Einwandfreie, auch vom Laien=
ſtandpunkte
aus, alſo das Schöne doch überwiegend,
das Revolutionäre oder auch=Künſtleriſche in der
Minderheit und die Gruppe ſehr klein iſt, der viel=
leicht
nicht jeder das Prädikat künſtleriſch zuerkennen
wird.

diebe, den Spanier Ochom, und deſſen Frau, bis
nach Mailand zu verfolgen und dort feſtnehmen zu
laſſen. Im Jahre 1907 beging das Ehepaar zwei Hotel=
diebſtähle
in Baden=Baden und in Cannes, die ihm eine
halbe Million eintrugen. Die Opfer waren die Frauen
eines Pariſer Finanziers und eines Engländers. Be=
merkenswert
iſt auch, daß Ochom in=Paris ein ſehr be=
kanntes
Familienpenſionat beſaß, aber ſtreng=darauf
hielt, daß dort nichts geſtohlen wurde.
Paris, 11. Mai. Die bekannte Pariſer Schönheit
Liane de Pougy, die vor einigen Tagen durch die
Hutgeſchichte ſehr;vontſich reden machte, hat jetzt ihre
Vermählung mit dem bedeutend jüngeren, aber
über große Einkünfte verfügenden Prinzen Ghika, dem
Neffen der Exkönigin Natalie, für Ende Mai angekün=
digt
. Die Trauung wird um Mitternacht ein einer
Pariſer Kirche ſtattfinden.
New=York, 11. Mai. Der DeutſchezKrieger=
Verband trat heute mit dem Dampfer Pennſyl=
vania
die Reiſe nach Deutſchland an.
Neu=York, 11. Mai. Nach einer Depeſches aus
Glasgow (Kentucky) wurden der Vizepräſident des
amerikaniſchen Aeroklubs, Forbes, und der Schau=
ſpieler
Yates, die geſtern früh in Quincy (Illinois)
mit einem Ballon aufgeſtiegen waren, um
den Rekord für Fernfahrten zu ſchlagen, abends in
verletztem Znſtande beſinnungslos aufgefun=
den
. Der Ballon iſt zerſtört; die beiden Luftſchiffer
waren bisher noch nicht imſtande, nähere ½ Angaben
über das Unglück zu machen.

Luftſchiffahrt.
* Friedrichshafen, 11. Mai. Die Zeppe=
lin
=Luftſchiffbau=Geſellſchaft nimmt nun=
mehr
zu der offiziellen Erklärung der Berliner Kor=
reſpondenz
zur Weilburger Kataſtrophe
Stellung und beſtreitet die Annahme, daß das Unglück
durch das vorherige Brechen von Schiffsteilen beim
Anprall der ſtarken erfolgt ſei. Wohl aber, ſo
heißt es in den Ausführungen weiter, hat eine andere
Erklärung ſtarke innere Wahrſcheinlichkeit. Mau hati
es für zweckmäßig gehalten, noch eine Reſerveveranker=
ung
eigener Konſtruktion an dem Luftſchiffe, vielleicht
an Teilen, die dafür nicht geeignet waren, anzubrin=
gen
. Da nun übereinſtimmend bekundet wird, daßj
beim Einſetzen der unglücklichen Teile des Luft=
ſchiffes
brachen und herausgeriſſen wurden, ſo bleibt
nur die Annahme übrig, daß es dieſe Reſerveveranker=
ung
war, welche nicht Stand hielt und Teile des Luft=
ſchiffgerippes
mit herausriß. Infolge dieſes Umſtan=
des
mag dann ein ſtarker Ruck entſtanden ſein. Das
iſt um ſo wahrſcheinlicher, als die am unteren Anker=
ringe
angebrachte Leine wie aus Photographien er=
ſichtlich
iſt viel zu lang genommen war und die
Spitze des Luftſchiffes Spielraum genug hatte, um
plötzlich nach den Seiten und nach oben zu ſchießen.
Eine ſolche Bewegung der Luftſchiffſpitze nach der
Seite hin und nach oben mußte aber um ſo ſicherer und
heftiger bei einem ſolchen Windſtoße erfolgen, wenn
das hintere Ende des Fahrzeuges von den dort auf=
geſtellten
Leuten nicht ſofort freigegeben wurde. Ein
vorne kurz verankertes, hinten frei bewegliches Schiff.
hätte in der ſich einfach in die Windrichtung ein=
geſtellt
, wie Erfahrungen, namentlich bei Bülzig, be=
wieſen
. Die Verankerungsorgane ſind feſt genug, auch
bei ſtarken Windſtößen Stand zu halten. Wir können
nach alledem es nicht für richtig halten, wenn in dem
letzten Satze der offiziellen Darlegung aus der Weil=
burger
Kataſtrophe Schlüſſe auf die Wettertüchtigkeit
unſerer Fahrzeuge gezogen werden, zumal ja
noch der Weg offengeſtanden hätte, durch eine geeignete
Bedienung der Höhenſteuer wie es leider nicht ge=
ſchah
die Wirkſamkeit der Verankerung zu unter=
ſtützen
und durch ſtetiges Wachen in den Gondeln ein
führerloſes Abtreiben, das allein eine Kataſtrophe
bringen mußte, zu vermeiden.
** Wie der Berl. Lokalanzeigermitteilt, habe
Graf Zeppelin bei dem vom Reichstagsabgeord=
neten
Prinzen zu Schönaich=Carolath veranſtalteten
Eſſen zu verſtehen gegeben, daß gewiſſe Schwierig=
keiten
zwiſchen ihm und dem Kriegs=
miniſterium
beſtänden, deren Hauptgrund er darin
erblickte, daß die oberſte Militärbehörde nicht aus=
reichende
perſönliche Beziehungen zu ihm ſelbſt unter=
halte
. Graf Zeppelin ſprach die Anſicht aus, daß es
notwendig ſei, auf den Exerzierplätzen, die doch ſehr
oft als Niedergangspunkte für Luftſchiffe gewählt wür=
den
, Verankerungsſtellen einzurichten. Es ſei dies um
ſo ratſamer, als ja die Anſchaffungs= und Herſtellungs=
koſten
, etwa 200 Mark für jeden Platz, im Vergleich zu
den ſonſtigen großen Ausgaben für die Luftſchiffe
minimal ſeien. Das preußiſche Kriegsminiſterium
erklärte hierzu, daß bei Wiedergabe der Aeußerung des
Grafen Zeppelin ein Mißverſtändnis vorliegen müſſe,
denn es beſtehe auf Grund eines perſönlichen Meinungs=
austauſches
zwiſchen dem Kriegsminiſter von Heeringen

Die Verſchiedenheiten, ſchreibt Graf Keßler im
Vorwort zum Katalog, ja ſcheinbar ſogar Gegenſätze der
Auffaſſung, der Ausführung, der Abſichten bei den aus=
geſtellten
Kunſtwerken ſind, was gleich zuerſt in die
Augen ſticht, wenn man eine größere moderne Kunſt=
ausſtellung
wie die gegenwärtige des Deutſchen Künſt=
lerbundes
beſucht. Ob es ſich wie hier um Werke bloß
eines einzigen Kulturkreiſes, einer einzigen Nation
handelt, oder wie auf den internationalen Ausſtellun=
gen
um die von zehn oder zwanzig Ländern, der Ein=
druck
iſt im erſten Falle kaum weniger bunt als im
zweiten. Die Zeiten ſcheinen fern, wo alle Künſtler
eines Landes, einer Epoche eine einzige Schule bil=
deten
, ſo daß ein flüchtiger Blick genügt, um ein Bild
hier oder dort einzureihen. Heute unterſcheiden ſich
oft zwei demſelben Volk angehörende, in derſelben
Stadt ſchaffende Maler oder Plaſtiker äußerlich ebenſo=
ſehr
voneinander wie ein griechiſcher von einem goti=
ſchen
Bildhauer, oder wie Franz Hals von Fra Ange=
lico
. Doch iſt die ſchrankenloſe Freiheit der Perſönlich=
keit
nicht die letzte, und in dieſer Formulierung nicht
einmal die richtige Erklärung für die Mannigfaltigkeit
der Stile und Abſichten in unſerer Zeit. Gewiß fordert
jeder Künſtler, wenigſtens jeder Künſtler, der als ſol=
cher
in Betracht kommt, heute Freiheit in dem Sinne.
daß er ſich von keiner Akademie und keinem Herrn
ſeine Motive oder Ausdrucksmittel vorſchreiben läßt.
Die Kunſt iſt dem Künſtler heute Gewiſſensſache, wie
etwa die Religion einem Luther; wie Luther muß heute
jeder anſtändige Künſtler von ſeinem Werk bekennen
können: Hier ſteht es; Gott helf mir; ich kann nicht
anders‟ Dem Mann mit dem loſen Künſtlergewiſſen,
der Werke produziert, an denen er auf Befehl herum=
korrigieren
kann, dem verweigert man heute den Künſt=
lergruß
. Inſofern iſt alſo unſere Kund=grundſätzlich und
notwendig individualiſtiſch. Aber ebenſowenigewie

[ ][  ][ ]

Nummer 110.

und dem Grafen Zeppelin erſt vor wenigen Tagen
ſand eine längere Unterredung zwiſchen beiden Herren
ſtatt, auf beiden Seiten ein Einverſtändnis dar=
über
, daß die Erfahrungen und Kenntniſſe des Grafen
Zeppelin auf dem Gebiete der Luftſchiffahrt im Kriegs=
miniſterium
bei Erörterung beſtimmter Fragen dieſes
Gebietes ausgenutzt werden ſollen.
sr. Die Berliner Flugwoche war am zwei=
ten
Tage noch weniger wie am Eröffnungstage vom
Wetter begünſtigt, da Gewitterbildung und ſturmarti=
ger
Wind einen Aufſtieg der Aviatiker unmöglich
machten. Die meiſten Schuppen blieben geſchloſſen,
nur die Mechaniker von Keidel waren eifrig bei der
Arbeit, den bei dem Sturz am Dienstag ſtark beſchä=
digten
Apparat wieder zu reparieren. Neu eingetroffen
iſt ein zweiter Apparat von Jeannin.
sr. Das Internationale Flugmeeting
von Lyon war am vierten Tage wenig vom Wetter
begünſtigt. Nachdem es am Vormittag ſtark geregnet
hatte, machte am Nachmittag ein heftiger Wind alle
Verſuche der Aviatiker zunichte. Erſt gegen Abend legte
ſich der Wind und van den Born, Chavez, Legagneux
und Metrot ſtiegen mit ihren Apparaten auf. Den
Preis für die beſte Geſamtzeit gewann van den Born
(Farman) mit 55 Minuten 18 Sekunden vor Legagnenz
(Sommer) mit 33:33, und Chavez (Farman) mit 19:04.
Letzterer holte ſich mit 110 Metern den Höhenpreis,
während van den Born den Geſchwindigkeitspreis mit
11:05 gewann. Den Diſtanzpreis endlich ſicherte ſich
Legagneux mit 30,648 Kilometer vor van den Born mit
26,966 Kilometer.
* Peſt 11. Mai. Für das in der Zeit vom 5. bis
11. Juni hier abzuhaltende Flugmeeting haben
zahlreiche deutſche Aviatiker ihre Beteiligung ange=
meldet
; unter dieſen befindet ſich Behrend mit einer
eigenen Maſchinenkonſtruktion. Außer Paulhan,
Latham, Farman und Rougier haben u. a.
Effimoff und Baronin de la Roche ihre Beteiligung
angemeldet. Auf den ungariſchen Staatsbahnen wer=
den
von der Landesgrenze ab Fahrkarten, die mit Ein=
trittskarten
zum Meeting verbunden ſind, zu ermäßig=
ten
Preiſen ausgegeben.
* Paris, 12. Mai. Der Aviatiker Jacques de Leſ=
ſeps
beabſichtigt, am 22. Mai mittels Aeroplans
über den Aermelkanal, von Calais nach Dover
und dann von Dover nach Calais, zu fliegen. Der
Marineminiſter hat ihm ein Torpedoboot zur Verſüg=
ung
geſtellt, das ihn auf dieſem Fluge begleiten ſoll.
Sport.
sr. Das Internationale Lawn=Tennis=
Turnier zu Wiesbaden zeitigte am letzten
Spieltage eine Reihe intereſſanter Kämpfe und brachte
in mehreren Konkurrenzen den Abſchluß. Die Meiſter=
ſchaft
von Wiesbaden gewann der Franzoſe M. Deeu=
gis
, der in der Schlußrunde den Auſtralier F. A. Wil=
ding
nach ſchönem Spiel 64, 75, 64 ſchlug. O. Kreu=
zer
und Germot erhielten dritte Preiſe. Die Damen=
meiſterſchaft
fiel an Frau Dr. Neresheimer, die Miß
Nutcombe Quicke im Endkampf 60, 64 überlegen
abfertigte. Das Herren=Einzelſpiel mit Vorgabe,
Klaſſe A, gewann Lange=Berlin gegen Honigmann
63, 75, und das Damen=Einzelſpiel mit Vorgabe
Fräulein Leonie gegen Fräulein v. Wiesboom. Das
Herren=Einzelſpiel um den Wiesbadener Pokal, in dem
ſich Decugis und Wilding abermals in der Schlußrunde
gegenüberſtehen werden, ergab die Siege der Auslän=
der
über O. Froitzheim 63, 61, bezw. über v. Weſſely
108, zurückgezogen.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 12. Mai. Der Finanzaus=
ſchuß
der Zweiten Kammer beſchäftigte ſich heute
zunächſt mit einer Vorſtellung der Zündholzfabrikanten
um Steuerkreditierung. Auf Antrag des Ausſchuß=
berichterſtatters
, Ahg. Dr. Oſann, wurde beſchloſſen,
die Regierung zunächſt um nähere Auskunft darüber
zu erſuchen, welche Grundſätze in anderen deutſchen
Bundesſtaaten inbetreff der Kreditierung und Steuer=
freiheit
für die erſten drei Monate in Anwendung ge=
bracht
würden. Den Antrag Pennrich und Gen., be=
treffend
die Errichtung einer Rheinbrücke bei
Bingen, beantragt der Ausſchuß für erledigt zu er=
klären
. Es ſoll aber an die Regierung das Erſuchen
gerichtet werden, bei den Behörden, Gemeinden und
ſonſtigen Intereſſenten Ermittelungen darüber anzu=
ſtellen
, in welcher Weiſe ſie ſich zu eventl. Beitrags=
leiſtungen
bereit erklären würden. Zu der Vorſtellung,
betreffend die Erbauung einer Bahnlinie Bensheim=
Lindenfels, wurde mitgeteilt, daß der Kreisaus=
ſchuß
das bezügliche Angebot der Firma Lenz u. Ko.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

in Berlin abgelehnt hat. Der Kreisausſchuß wird ver=
ſuchen
, mit anderen Unternehmern zwecks Erzielung
eines günſtigeren Angebots in Verbindung zu treten.
Inbetreff verſchiedener Anträge und Vorſtellungen über
Gehaltsverbeſſerungen uſw. (Berichterſtatter Dr. Oſann)
beſchloß der Ausſchuß, ſämtliche diesbezüglichen Ein=
gaben
der Regierung zur Berückſichtigung bei der be=
vorſtehenden
Reviſion der Beſoldungsordnung zu über=
weiſen
. Ueber die Vorſtellungen der Rechtsanwalts=
bureaubeamten
und des Verbandes der Bureauange=
ſtellten
, betreffend die Verwendung im Staatsdienſt,
erklärte der Berichterſtatter, Abg. Dr. Gutfleiſch,
ihm ſei über die von den Petenten beklagten Ent=
laſſungen
von Bureaubeamten bisher nichts bekannt
geworden; es ſei im übrigen auch ſchwer zu ermeſſen,
ob beſtimmte Bureaubeamte gerade infolge der Reichs=
geſetzgebung
entlaſſen worden ſeien. Der Ausſchuß be=
ſchloß
, den Vorſtellungen zunächſt keine Folge zu geben.
Die Beratungen werden morgen fortgeſetzt.
Handel und Verkehr.
Dem ſoeben erſchienenen Jahresbe=
richt
1909/10 des Handelsvereins Darm=
ſtadt
entnehmen wir folgendes: Die ungünſtige Lage
des geſamten wirtſchaftlichen Marktes, mit der das Jahr
1908/09 abſchloß, hielt zu Beginn des Berichtsjahres an.
Wenn ſich auch im Verlauf desſelben verſchiedentlich
eine Beſſerung bemerkbar machte, ſo war dieſelbe nur
vorübergehender Natur und ohne Einfluß auf die Be=
ſeitigung
der allgemeinen wirtſchaftlichen Depreſſion.
Erſchwert wird dieſe weiter durch die im Baugewerbe
erfolgte Arbeiterausſperrung, welche für das allgemeine
wirtſchaftliche Leben Deutſchlands den Beginn einer
ſchweren Stockung bedeutet. Dieſe Tatſache iſt um ſo
ſchwerwiegender, als man ſich bekanntlich von einer Be=
lebung
der Bautätigkeit im Frühjahr und Sommer eine
günſtige Wirkung auf die Entwicklung der allgemeinen
induſtriellen Konjunktur verſprochen hatte. Im Mittel=
punkte
des öffentlichen Intereſſes ſtand im Berichts=
jahre
die Reichsfinanzreform Auch der neuerdings
zur Vorlage gekommene Geſetzentwurf einer Reichs=
wertzuwachsſteuer
iſt in ſeiner Faſſung unannehmbar,
da er das Baugewerbe und die damit zuſammenhängen=
den
Erwerbszweige, und zwar beſonders die kleinen und
mittleren Betriebe, ſchwer gefährden würde. Ent=
ſprechend
der wirtſchaftlichen Lage haben ſich im Be=
richtsjahre
die Arbeitsverhältniſſe noch nicht beſonders
günſtig geſtaltet. Die Zahl der im Jahre 1909 bei dem
Kaufmannsgericht anhängig gemachten Klagen betrug
90, wovon 4 von Kaufleuten und 86 von Gehilfen erhoben
wurden. Von den 93 Klagen (90 diesjährige und 3 vor=
jährige
) wurden erledigt: durch Vergleich 38, Rücknahme
und Ruhenlaſſen 24, Anerkenntnisurteil , Verſäum=
nisurteil
5, Endurteil 25, unerledigt am Jahresſchluß 1.
Das Baugeſchäft lag im Berichtsjahre vollſtändig
danieder und hat auch bis jetzt eine Beſſerung nicht er=
fahren
. Naturgemäß ſind hierdurch auch die mit ihm
verwandten Geſchäftszweige beeinflußt. Die ſchon
jahrelang ſchwebenden Verhandlungen zwiſchen der
Stadt und der Süddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft haben
bis jetzt zu einem Reſultat nicht geführt. Ebenſo will
das Projekt einer elektriſchen Bahn nach der Berg=
ſtraße
trotz kräftigſter Förderung ſeitens der Inter=
eſſenten
und der Regierung nicht zur Wirklichkeit
werden. Dem Ausbau der elektriſchen Straßenbahn
widmet der Handelsverein nach wie vor ſeine volle Auf=
merkſamkeit
. Ebenſo bringt er dem Projekt einer Bahn
durch das Modautal ſein volles Intereſſe entgegen.
Der Bau der neuen Bahnhofsanlagen iſt im Berichts=
jahre
rüſtig fortgeſchritten; über die Geſtaltung des
Empfangsgebäudes iſt bis jetzt Genaues nicht bekannt
geworden. Die allgemeine ungünſtige wirtſchaftliche
Lage und die ſchlechte Kaufkraft des Publikums wirken
naturgemäß auf die Entwicklung des Provinzhandels
hemmend ein. Der Geſchäftsgang im Berichtsjahr war
ſtill und ruhig. Nur vorübergehend trat in der Kolo=
nialwarenbranche
ein lebhafterer Geſchäftsgang ein,
als es ſich bei Beratung der Finanzreform ergab, daß
einzelne Artikel des täglichen Gebrauchs, wie Kaffee,
Tee, Tabakfabrikate und Zündhölzer zur Aufbringung
eines großen Teiles der benötigten Mittel herangezogen
werden ſollten. Nach dem Inkrafttreten der neuen
Steuern trat naturgemäß wieder ein Rückgang ein und
der Abſatz der betreffenden Artikel geriet ins Stocken.
Ebenſo war die Lage der Detailgeſchäfte im verfloſſe=
nen
Jahre keine günſtige. Die Konkurrenz der Waren=
häuſer
und Konſumvereine haben das Geſchäft unver=
kennbar
ſchwieriger geſtaltet. Insbeſondere hatte die
Kolonialwarenbranche über das Ueberhandnehmen ein=
zelner
Filialgeſchäfte zu klagen. Außerdem hat das

Seite 3.

Detailgeſchäft ſehr unter dem Ausverkaufsweſen zu
leiden. Von dem im Berichtsjahr in Kraft getretenen
neuen Geſetze gegen den unlauteren Wettbewerb und
den hierzu erlaſſenen Sonderbeſtimmungen erhofft man
für die Zukunft eine beſſere Geſtaltung der Verhältniſſe
nach dieſer Richtung hin.
Die vorjährige Hauptverſammlung fand am 29.
Juni im Kaiſerſaal ſtatt. Die Einnahmen betrugen
2080,45 Mk., die Ausgaben 2080,02 Mk. Das Vereins=
vermögen
belief ſich auf 6000 Mk. Nennwert bezw.
6259,50 Mk. Kurswert. Im Lauſe des Jahres iſt Herr
Stemmer nach langjähriger erſprießlicher Tätigkeit als
Schriftführer aus dem Vorſtand ausgeſchieden. Die
Zahl der Mitglieder beträgt zurzeit 178. Dem Verein
wurde die Erinnerungsplakette an die verfloſſene Kunſt=
und Gewerbeausſtellung 1908, zu deren Reklamefonds
er bekanntlich 1000 Mk. Beitrag geſtiftet hatte, über=
ſandt
. Dem Verein der Detailliſten hier wurde zu den
Koſten ſeines am 1. Advent (28. November) veranſtal=
teten
Verkaufs= und Dekorationstages ein Beitrag von
100 Mk. zur Verfügung geſtellt. Zum Schluſſe heißt
es: Es war dem Handelsverein im verfloſſenen Jahre
nicht vergönnt, nach außen eine ſehr rege Tätigkeit zu
entfalten, unſere Mitglieder mögen aber überzeugt blei=
ben
, daß wir zu allen Zeiten es uns angelegen ſein
laſſen, die Intereſſen des Handels und der=Induſtrie
Darmſtadts zu pflegen und zu fördern,
Erdbeben.
: Seismiſche Station Darmſtadt=
Jugenheim, 12. Mai. Geſtern, am 11. Mai, abends
9 Uhr 20 Minuten 26 Sekunden, begann die Aufzeich=
nung
eines ſchwächeren, aber nahen Bebens,
die etwa 5 Minuten dauerte. Das Beben war u. a. in
Wien fühlbar. Die Herdentfernung von Jugenheim
kann 500 Kilometer betragen. Ein erſter Stoß, der
vom Obſervatorium in Wien 9 Uhr 18 Minuten 17
Sekunden beobachtet wurde, ſcheint ſchwach geweſen
zu ſein, denn er wurde nicht aufgezeichnet. Die Ju=
genheimer
Aufzeichnung entſpricht einem zirka 2 Mi=
nuten
ſpäteren Erdſtoß.
Die Bebentätigkeit in Mittelamerika ſcheint
noch immer nicht zu Ende zu ſein. Die letzten ſtär=
keren
Stöße, die mit der Kataſtrophe in Coſtarica
in Zuſammenhang zu ſtehen ſcheinen, wurden am 10.
Mar, nachm. 3 Uhr 42 Minuten und nachm. 7 Uhr 13
Minuten regiſtriert. Es iſt bezeichnend, daß die ſämt=
lichen
Stöße, auch das zerſtörende Beben vom 4. Mai,
abends auf den europäiſchen Erdbebenſtationen nur
ſchwache Aufzeichnungen gegeben haben.
* Wien, 11. Mai, abends 9 Uhr 17 Min. Hier
wurde ein ganz leichtes, wellenförmiges Erdbeben
wahrgenommen, das vier Minuten dauerte und in der
Richtung von Norden nach Süden verlief.
* Wien, 12. Mai. Das geſtrige Erdbeben
wurde, den Blättern zufolge, auch im ganzen Semme=
ring
=Wechſelgebiete wahrgenommen. In Gloggnitz
wurde eine äußerſt heftige Erſchütterung verſpürt, die
ungefähr 4 bis 5 Sekunden dauerte und alle bisher hier
beobachteten Erſchütterungen übertraf. Sie war ſo
heftig, daß die Uhren ſtehen blieben und Gegenſtände
auf den Boden fielen. Zahlreiche Wohnungen zeigen
an den Plafonddecken Sprünge. Die Einwohner flüch=
teten
erſchreckt auf die Straßen und verbrachten einen
Teil der Nacht im Freien.
* New=York, 11. Mai. Aus San Domingo
wird gemeldet, daß dort um 3 Uhr morgens ein ſtar=
kes
Erdbeben ſtattgefunden hat. In der Stadt
iſt niemand umgekommen; die Nachrichtengaus dem
Innern der Inſel ſtehen noch aus.
* San Joſé (Coſtarica), 11. Mai. Nachdem be=
reits
geſtern mehrere ſtarke Erdſtöße verſpürt wurden,
ereignete ſich heute hier ein heftiges Erdbeben.
Tauſende von Einwohnern verließen die Stadt,

Literariſches.
Friedrich Naumann, Die politiſchen= Par=
teien
Broſchiert M. 2.. Gebunden M. 2.75. Das
Buch enthält die im Januar und Februar dieſes Jahres
in Berlin gehaltenen Vorträge, die nach dem einſtimmigen
Urteil der Preſſe ſelbſt für die Reichshauptſtadt ein Er=
eignis
bedeuteten. Und ſo dürfte die Buchausgabe dieſer
Vorträge, die bei ihrer Objektivität den tiefgründigen
Kenner deutſchen Parteiweſens und deutſcher Volkswirt=
ſchaft
, den warmherzigen Volksfreund und den glänzenden
Stiliſten erkennen laſſen, für viele Tauſende eine klaffende
Lücke in der geſchichtlich=politiſchen Literatur ausfüllen.
Buchverlag der Hilfe‟, G. m. b. H., Berlin=Schöneberg.

die Verlegung des Glaubens= und Sittenregiments von
außen nach innen, von Rom in jedes individuelle Ge=
wiſſen
, für Luther eine Aufhebung oder auch nur eine
Lockerung des Geſetzes bedeutete, ebenſowenig deckt ſich
unſer künſtleriſcher Individualismus mit künſtleriſcher
Anarchie. Im Gegenteil: je mehr die großen Künſtler
des 19. Jahrhunderts äußeren Zwang, akademiſche Ver=
bote
und Regeln abſtreiften, umſo eifriger be=
mühten
ſie ſichum die inneren undewigen
Geſetze der Kunſt. Und hier ſtoßen wir auf die
tiefere, das heißt über den bloßen Individualismus
hinausführende Erklärung für die Buntheit unſerer
Ausſtellungen. Sie ſpiegelt nicht bloß die Mannigfal=
tigkeit
vieler verſchiedener, ungebunden ſchaffender In=
dividualitäten
, ſondern den Konflikt, die Gärung einer
gewiſſen Anzahl um den Vorrang kämpfender künſt=
leriſcher
Einſichten und Abſichten.
Wer ſich nicht vom Schein verwirren läßt, wer den
Abſichten jedes Künſtlers nachgeht, muß daher, ſtatt
irgend welcher Anarchie, die tiefe Einheit der modernen
Kunſt, wie ſie ſich ſeit der Mitte des vorigen Jahrhun=
derts
, ſeit Courbet und Delacroix entwickelt hat, er=
kennen
. Die ganze Bewegung, die, von Frankreich aus=
gehend
, ſo mächtig alle anderen Länder ergriffen hat,
iſt ein einziger, weit von jeder bloß individnaliſtiſchen
Willkür entfernter, logiſch ſich abwickelnder Verſuch,
einen Stil, allerdings nicht einen aufgefriſchten
alten, ſondern einen friſchen, unſerem eigenen
Empfinden angepaßten Stil heraufzu=
führen
. Verſchiedene Tendenzen ringen in dieſer Be=
wegung
um die Oberhand; eine Fülle von Einſichten
und Kenntniſſen, wie ſie vielleicht in keiner früheren
Zeit je den Künſtlern zur Verfügung geſtanden haben,
beeinflußt dieſes Ringen und zieht die Entſcheidung,
die Kriſtalliſierung eines neuen Stils hinaus. Aber
die Bewegung iſt ſo ſtark und in ihren Grundtendenzen
ſo beharrlich, weil von den allgemeinen Grundtendenzen
der Zeit bedingt, daß in ihrem Rahmen auch die äußerſte
Kühnheit des individuellen Experiments keine Gefahr
bietet; im Gegenteil: jede neue ſtarke Perſönlichkeit,
die ſich in der Luft unſerer Zeit frei und unbekümmert
um irgend welche Vorurteile mit dem Problem der

Kunſt auseinanderſetzt, muß, von der Macht des Stro=
mes
fortgetragen, dem gemeinſamen Ziele näherkom=
men
: d. h. der neuen Kunſtſprache, die für uns das ſein
ſoll, was das Rokoko für das 18. Jahrhundert, die Re=
naiſſance
für das 15., die Gotik für das 13. und der
Stil des Phidias und Iktinos für die Griechen war.
Die Ausſtellung umfaßt bekanntlich nur Gemälde und
Plaſtik und zwar letztere in erfreulicher Fülle und in zum
größten Teil ganz entzückenden Arbeiten. Herrſchend
iſt weder irgend eine Gruppe, noch einzelne Künſtler. Auch
die berühmteſten Namen ſind nur mit einigen wenigen
Werken vertreten und haben allzu große Beſcheidenheit ge=
übt
. Von Klinger, Bantzer, Kalckreuth u. a. wäre mehr
ſicher willkommen geweſen. Andererſeits aber iſt dadurch
eine ſeltene Reichhaltigkeit erzielt, die illuſtriert wird
durch die Tatſache, daß an den zirka 450 Werken der Ma=
lerei
und Plaſtik 243 Künſtler beteiligt ſind. Schon in dem
ſog. Ehrenſaal macht die Vielſeitigkeit der künſtleriſchen Be=
ſtrebungen
, die doch alle einer Höhe entgegenführen ſol=
len
ſich bemerkbar.
Die Mitte des Raumes nimmt ein von Alfred Sohn=
Rethel in eigener Auffaſſung gemaltes Bildnis des
Großherzogs ein. Daneben hängen Carlos Grethes
Krevettenfiſcher eine Frühlingsſtimmung von Hübner,
Corinths gewaltiges Gemälde Kreuztragung; an an=
derer
Stelle desſelben Künſtlers mit monumentaler Wucht
gemalte und komponierte Totenklage Weiter ein far=
big
ungemein reizvolles Familienbild von Karl Bantzer,
das den Künſtler von einer ganz anderen Seite zeigt, als
wie er 1908 ſich uns offenbarte. Das ſonnige, im Kolorit
prächtige große Bild von Otto Höger=Weimar, das
dem jungen Künſtler den Villa=Romana=Preis eintrug,
das ſchon bekannte Selbſtporträt von Max Lieber=
mann
, eine im Entwurf Rembrandt nachempfundene Por=
trätgruppe
Anatomie von Merkel=München, ein gro=
ßes
Bild Birken im Schnee von Lambrecht= Mün=
chen
, Kalckreuths Heidegarten im Sommer ein ſehr
intereſſantes Bild von Leo König=Berlin Beim Leſen
einer Zeitung ein phantaſtiſches, aber maleriſch reizvolles
Gemälde Das Erwachen der Träume von M. Bran=
denburg
, je zwei Bilder von Karl Caſvar=München

religiöſen Vorwurfs, von Ernſt Dietze=Dresden Trüber
Tag und Zimmerplatz, ein Damenbildnis von Leo Putz,
u. v. a., ſowie eine große Anzahl Plaſtiken. Stucks wun=
derbares
Bild Salome hängt nicht im Ehrenſaal.
Die Münchener Sezeſſion iſt vertreten durch
Habermann, Franz v. Stuck, der ein paar bewunderns=
wert
gemalte Akte geſandt hat, Karl Piepho, Hermann
Groeber, R. Pietzſch, W. L. Lohmann, Schramm=Zittau,
Münzer, Leo Putz, Bechler und andere. Die Stutt=
garter
repräſentieren Profeſſor von Haug, Hölzel,
Schmoll von Eiſenwerth, Ciſſarz, Alfred Schmidt,
Poetzelberger. Karlsruhe iſt vertreten durch W.
Trübner, Alice Trübner, Ludwig Will, Rud. Hellwag,
Hans von Volkmann. Aus der Reichshaupt=
ſtadt
ſandten Bilder die Sezeſſioniſten Liebermann,
Lovis Corinth, Breyer, Weiß, Hübner, Slevogt, Emil
Orlik, Max Beckmann, der ſchon genannte Branden=
burg
, C. Strathmann und andere. Die ſächſiſche.
Gruppe zählt in ihren Reihen Max Klinger,
der einige ganz neue Werke ſandte, Robert Sterl, Lud=
wig
von Hofmann, Höger, den glücklichen Preisträger,
Bantzer. Von den Worpswedern ſeien als
Repräſentanten genannt: Karl Vinnen, Moderſohn,
Heinrich Vogler und Mackenſen. Von den Heſſen
bezw. Darmſtädtern ſeien genannt: Altheim,
Adolf und Anna Beyer, Heinz Hohmann, Thielemann,
Wondra, Zernin und Dr. Preetorius. Die Künſtler=
kolon
ie iſt ehrenvoll vertreten durch Kleukens,
Jobſt, Riegel, Albin Müller. Von den Plaſtikern ſeien
genannt: v. Goſen, Hermann Hahn, Albiker=Ettlingen,
der Träger des Romanapreiſes, Jobſt, Ludwig,
Cauer, Gaul, und andere.
Zuſammenfaſſend darf konſtatiert werden und das
beſtätigten hervorragende Mitglieder des Bundes , daß
Darmſtadt 1910 die hervorragendſte der Ausſtellungen des
Deutſchen Künſtlerbundes iſt, daß ſie ohne Zweifel für
Künſtler und Kunſtfreunde rieſig anregend und orientie=
end
wirken wird, da ſie ein Bild gibt von den herrſchen=
den
Kunſtſtrömungen in ganz Europa, die ſich hier in den
Werken Einzelner, die aber meiſt die Führenden ſind,
M. St.
widerſpiegeln.

[ ][  ][ ]

Seite 6

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mäi 1910.

Nummer 110.

Rooſevelt in Berlin.
* Berlin, 12. Mai. Nach dem geſtrigen Ma=
növer
auf dem Döberitzer Uebungsplatze ver=
ſämmelte
der Kaiſer, während Rooſevelt zu ſei=
ner
Linken hielt, die Stabsoffiziere um ſich und ſprach
abwechſelnd engliſch und deutſch ſeine Freude aus, daſ;
Rooſevelt einen Teil der Armee geſehen habe. Er ſei
der erſte Privatmann, der über deutſche Truppen eine
Reveue abhielt. Wir haben heute die Ehre gehabt,
den ausgezeichneten Oberſten der ameribaniſchen Rauh=
reiter
bei uns zu haben. Rooſevelt grüßte die Feld=
zeichen
durch Abnehmen des Hutes. Abends fand in
der amerikaniſchen Botſchaft zu Ehren Rooſe=
velts
ein Diner zu 24 Gedecken ſtatt, an dem außer
Rooſevelt nebſt Familie und dem Botſchafter nebſt Fa=
milie
Herren und Damen der amerikaniſchen Bot=
ſchaft
, der Reichskanzler, der Staatsſekretär des Aus=
wartigen
Freiherr von Schön, die Baronin von Schön,
der Rektor der Berliner Univerſität und Frau Pro=
feſſor
Schmidt, der frühere Bürgermeiſter von New=
York, Mr. Low mit Gemahlin, der ehemalige ameri=
kaniſche
Botſchafter in Paris, Mr. White, und der ame=
rikaniſche
Generalkonſul in Berlin, Thackara, teil=
nahmen
.
H. B. Berlin, 12. Mai. Geſtern abend während
des Diners in der amerikaniſchen Botſchaft
erſchien dort ein Adjutant des Kaiſers mit vier ſehr um=
fangreichen
Aquarellen, die von dem Maler Knözel her=
rühren
. Jedes der Bilder iſt ungefähr zwei Fuß hoch und
vier Fuß breit. Die Bilder ſtellen die Entwickelung der
Uniformen, Fahnen und Standarten bei den verſchiedenen
Waffengattungen der preußiſchen Armee ſeit der Zeit des
Großen Kurfürſten bis zum heutigen Tage dar. Allen
vier Agaurellen iſt in der Handſchrift des Kaiſers in
engliſcher Sprache eine kurze Erläuterung beigefügt. Dar=
unter
ſteht: Wilhelm II. Döberitz, 11. Mai 1910.
Der Kaiſer, die Kaiſerin und mehrere
Prinzen und Prinzeſſinnen begaben ſich zur Vor=
leſung
von Theodore Rooſevelt nach der Uni=
verſität
. Im Vorhofe der Univerſität hatten die Char=
gierten
der Verbindungen ſich in Wichs und die übri=
gen
Vertreter der Studentenſchaft aufgeſtellt. Sie be=
grüßten
das Kaiſerpaar und die Mitglieder des Kaiſer=
hauſes
, ſowie Rooſevelt und Familie, die zehn Minuten
nach dem Kaiſerpaare in Begleitung des Botſchafters
Hill eintrafen, mit brauſenden Hurrarufen. Rooſevelt
hielt ſeine Vorleſung über die Welt=Kultur= Beweg=
ung
.
* Berlin 12. Mai. Um halb 12 Uhr begann
die Feierlichkeit zu Ehren Rooſevelts in der
Aula der Univerſität. Zu Seiten des Katheders
nahmen der Senat und der Lehrkörper der Univerſität
Platz, davor die geladenen Gäſte, ſowie die Studenten=
ſchaft
. Unter den Gäſten befanden ſich der Reichskanz=
ler
Bethmann Hollweg, Kultusminiſter von Trott zu
Solz, der amerikaniſche Botſchafter Hill, die Witwe des
Botſchafters Freiherrn Speck von Sternburg, Reichs=
tagspräſident
Graf Schwerin=Löwitz, Staatsminiſter
a. D. von Studt, Oberbürgermeiſter Kirſchner, Bür=
germeiſter
Reicke und andere. Während des Geſanges
des akademiſchen Geſangschores Heil Colombia, glück=
lich
Land! wurde Rooſevelt von dem älteſten Dekan
eingeführt, worauf er bei den Profeſſoren Platz nahm.
Gegen Schluß der Hymne betraten, geführt vom Rek=
tor
Geh. Rat Schmidt, der einen geſtckten Purpurman=
tel
und einen Degen trug, das Kaiſerpaar und die
ſonſtigen Fürſtlichkeiten die Aula. Nach einer Begrüß=
ung
des Rektors an die kaiſerlichen Gäſte und Rooſe=
velt
, den großen Staatsmann, den der Kaiſer geſtern
einen ausgezeichneten Amerikaner und ſeinen Freund
genannt, der auf ſeinem Triumphzuge, durch Europa
hier angehalten habe, um den Katheder zu beſteigen,
trat Rooſevelt vor und hielt vom Katheder nach einer
Verneigung vor den Majeſtäten und den Profeſſoren
ſeine Rede über Ziviliſation‟. Er ſprach im weſent=
lichen
frei, mit ein wenig belegter Stimme in eng=
liſcher
Sprache. Sein Vortrag wurde mehrfach von
Beifall und Heiterkeit unterbrochen. Seine Sprech=
weiſe
war langſam, deutlich und ſcharf pointiert, mit leb=
haften
Geſten. Stürmiſcher Beifall, Trampeln und
Händeklatſchen belohnten Rooſevelt.
Dann hielt der Dekan der philoſophiſchen Fakultät
eine Anſprache an Rooſevelt, von Humor getragen.
Die Fakultät ehre in Rooſevelt den geſchichtlichen und
naturwiſſenſchaftlichen Sinn. Er ſei Demokrat von
reinſtem Waſſer und doch habe ſein leuchtendes Auge
gezeigt, daß er unſeren Kaiſer liebe und verehre. Vor
allem ehre die Fakultät in Rooſevelt den Willen zur
Wahrheit, den der Doktoreid betone. In lateiniſcher
Sprache folgt durch den Dekan dann die Promotion
Rooſevelts zum Doktor honoris eausa.
Der Rektor brachte ein dreifaches Hoch auf die Maje=
ſtäten
aus. Nach Abſingung der Nationalhymne trug
der Chor das Star Spangled Banner vor. Die Ova=
tionen
für die Majeſtäten und Rooſevelt ſetzten ſich
draußen fort.
* Berlin 12. Mai. Staatsſekretär Freiherr
v. Schön gibt heute ein Frühſtück in kleinem Kreiſe,
zu welchem Rooſevelt und der amerikaniſche Bot=
ſchafter
mit ihren Familien geladen ſind.

Der Thronwechſel in England.
* London, 11. Mai. Wie Reuter erfährt, wird der
Sarg mit der Leiche des Königs Eduard am
Dienstag vormittag um 11½ Uhr nach der Weſtminſter=
halle
übergeführt, wo er mittags eintreffen wird. Der
Weg, den der Zug nehmen wird, iſt noch nicht feſtgeſtzt.
Die Leiche wird heute abend eingeſargt und im Thronſaal
aufgeſtellt.
London, 11. Mai. Die mediziniſche Wochenſchrift
Lancet hat über die Krankheit des verewigten =
nigs
Eduard von den Aerzten eine authentiſche Dar=
ſtellung
erhalten, die, abgeſehen von der Tatſache, daß
der König ſich die Erkältung in Paris zugezogen, und
daß die Erkältung ſich bei der Ankunft in Biarritz zu einer
richtigen Bronchitis entwickelte, wenig Neues enthält. Der
Anfall dauerte zehn Tage und mehrere Tage mußte der
König das Bett hüten. Daß der König in Biarritz bett=
lägerig
geweſen iſt, war bis jetzt nicht bekannt. Es hieß
nur, daß er das Zimmer habe hüten müſſen.
* London, 11. Mai. Der König und die Köni=
gin
=Mutter und die anderen Fürſtlichkeiten wohnten
heute einem kurzen Gottesdienſte bei, den der Erzbiſchof
von Canterbury an der ſterblichen Hülle König Eduards
hielt. Die Königin=Mutter hat beſtimmt, daß das Fak=
ſimile
ihres an das engliſche Volk gerichteten Brie=
fes
veröffentlicht wird und daß der Ertrag des Verkaufs
der Kopien zu wohltätigen Zwecken verwendet werden
ſoll. Der Brief lautet: Aus der Tiefe meines armen ge=
brochenen
Herzens wünſche ich dem ganzen Volke, das ich
ſo ſehr liebe, meinen tiefgefühlten Dank auszuſprechen, für
den rührenden Ausdruck des Mitgefühls in meinem un=
ausſprechlichen
Kummer, der mir aus allen Klaſſen, von

hoch und niedrig, reich und arm, zuteil geworden iſt.
Auch das Volk hat durch die plötzliche Abberufung ſeines
beſten Freundes, Vaters und Herrſchers einen unwider=
bringlichen
Verluſt erlitten. Ich vertraue meinen lieben
Sohn eurer Fürſorge an in dem Bewußtſein, daß er des
Vaters Fußtapfen folgen wird, und indem ich euch bitte,
ihm dieſelbe Treue und Ergebenheit zu erweiſen, die ihr
dem Vater erwieſen habt. Ich weiß, daß mein lieber
Sohn und meine Schwiegertochter ihr Aeußerſtes tun
werden, ſie zu verdienen.
* London, 11. Mai. Die Kaiſerin=Mutter
von Rußland und Großfürſt Michael ſind heute
nachmittag eingetroffen; ſie wurden am Bahnhof vom =
nig
und der Königin, ſowie den Prinzen Eduard und
Henry begrüßt.

* Berlin, 12. Mai. Die Abreiſe des Kaiſers
zu den Beiſetzungsfeierlichkeiten in England erfolgt am
Dienstag vormittag von der Wildparkſtation aus. Die
Kaiſerjacht Hohenzollern wird am Sonntag Vormittag
Kiel verlaſſen, um ſich nach Vliſſingen zu begeben, wo ſie
am 17. Mai zur Aufnahme des Kaiſers und des Prinzen
Heinrich von Preußen bereit liegen ſoll. Als Begleitſchiffe
ſind das Depeſchenboot Sleipner und der kleine Kreuzer
Königsberg beſtimmt. Als Vertreter des See= Offizier=
korps
werden außer dem Prinzen Heinrich Kapitän zur
See Hopmann und Fregattenkapitän Aegidy nach London
reiſen.
* München, 12. Mai. Der Prinzregent von
Bayern wird ſich bei den Beiſetzungsfeierlichkeiten in
London durch den Prinzren Rupprecht vertreten
laſſen.
* Neu=Strelitz, 12. Mai. Der Großherzog
von Mecklenburg=Strelitz iſt heute vormittag zu
den Beiſetzungsfeierlichkeiten nach London abgereiſt.
Petersburg, 11. Mai. Der Reichsrat be=
ſchloß
, nachdem er die dem Andenken König Eduards
gewidmete Rede ſeines Präſidenten Akimow ſtehend an=
gehört
hatte, einſtimmig, an den Lordgroßkanzler ein
Beileidstelegramm abzuſenden. Der Miniſter des Aeußern
ſchloß ſich namens der Regierung der Beileidskundge=
bung
an.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Stuttgart, 12. Mai. Zu der Meldung des Reuter=
ſchen
Bureaus über den Ausbruch von Unruhen in
Yuenchau erfahren wir, daß auch bei der Liebenzeller
Miſſion in Liebenzell ein Telegramm eingetroffen iſt, daß
in Yuenchau Unruhen ausgebrochen ſind, doch fehlen auch
hier Einzelheiten. Die Miſſionsſtation Yuenchau ſteht un=
ter
der Leitung der Miſſionare Witte und Witt; außer=
dem
befinden ſich noch zwei Miſſionarinnen dort. Des
weiteren ging der Liebenzeller Miſſion in Liebenzell ein
Telegramm zu, wonach in Changſha faſt alle Miſſions=
ſtationen
zerſtört und verbrannt wurden; auch die eng=
liſche
wurde von dieſem Schickſal betroffen. Die Lieben=
zeller
Miſſionsſtation jedoch, die ſich außerhalb Changſha
befindet, wurde nur ausgeplündert und zerſtört, doch
wurde ſie nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten nicht
niedergebrannt. Die 3 in Changſha befindlichen Miſſions=
ſchulen
blieben eigentümlicherweiſe ſtehen. Von den drei
Schulen gehört eine der engliſchen China=Inlandmiſſion,
die beiden anderen gehören ſonſtigen Miſſionen. Alle
Miſſionare mußten flüchten und gingen zum Teil nach
Hankau. Miſſionar Hollenwege von der Liebenzeller
China=Inlandmiſſion und Dr. Keller von der engliſchen
Miſſion blieben zurück und übermittelten die vorliegenden
Nachrichten; ſie verweilen etwa 15 Kilometer unterhalb
Changſha auf einem Schiffe, um dort abzuwarten, was
eventuell für die Chriſten getan werden könnte.
* Chemnitz, 12. Mai. Der 21jährige Handlungsge=
hilfe
Burckhardt der am 2. März den 75jährigen
Kaſſenboten Dörfel im Hausflur eines Bankhauſes am
Roßmarkt durch einen Schlag auf den Kopf ſchwer ver=
letzte
und um 30000 Mark zu berauben verſuchte, wurde
vom Schwurgerichte wegen verſuchten ſchweren Raubes
unter Ausſchluß mildernder Umſtände zu 10 Jahren
Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverluſt und Stellung
unter Polizeiaufſicht verurteilt.
* Mancheſter, 12. Mai. Evening Chronicle meldet,
daß in einer Kohlengrube bei Whitehaven geſtern
abend eine Exploſion ſtattgefunden hat. 136 Mann
befanden ſich in der Grube. Die Rettungsmannſchaften
arbeiteten die ganze Nacht, förderten aber nur 4 Mann
zutage. Man befürchtet, daß die übrigen umgekommen
ſind.

H. B. Berlin, 12. Mai. An hieſiger amtlicher Stelle
wird entſchieden beſtritten, daß zwiſchen dem Kaiſer
und dem Reichskanzler einerſeits und dem Grafen
Zeppelin andererſeits irgend eine Abkühlung oder gar
eine Spannung eingetreten ſei. Als Beweis wird die Tat=
ſache
angeführt, daß zu dem heutigen Diner zu Ehren
Rooſevelts beim Reichskanzler Graf Zeppelin an der
Spitze der nichtoffiziellen Perſonen unter den eingelade=
nen
Gäſten ſteht.
H. B. Berlin, 12. Mai. Ein folgenſchwerer
Gerüſteinſturz ereignete ſich heute nachmittag in der
Berliner Straße unmittelbar hinter dem Rinabahnhofe
Tempelhof. Dort wird eine Farben= und Lackfabrik er=
richtet
. Der Neubau war von einem Holzgerüſt umgeben.
Nachmittags brach plötzlich eine Verankerung an dem Ge=
rüſt
und dieſes ſtürzte mit großem Getöſe in ſich zuſammen.
Vier Maurer, die auf dem Gerüſt arbeiteten, wurden mit
in die Tiefe geriſſen. Soldaten gelang es, die vier unter
dem Chaos der Holztrümmer verſchütteten Maurer lebend
hervorzuziehen. Drei von ihnen haben ſchwere Verletzun=
gen
an Bruſt und Gliedern erlitten. Ihr Zuſtand gibt zu
Bedenken Anlaß.
Sänger und Redner.
Das Gute bricht sich Bahn. Dieses alte Wort bewährte
sich in den letzten Wöchen ganz besonders bei den
Anstrengungen, welche die Fabrikanten von Wybert-
Tabletten gemacht haben, um für ihre seit 60 Jahren
hochgeschätzten Produkte neue Freunde zu erwerben.
Die Nachfrage nach Wybert-Tabletten ist so gross, dass
die Fabrikanten Mühe haben, in diesen Wochen, in
welchen Tausende von Gratisproben die glänzendsten
Beweise ihres Wertes erbracht haben, genug Tabletten
zu produzieren. Die Stimme wird durch regelmässigen
Gebrauch von Wybert-Tabletten so wohlklingend und
ausdauernd, dass Sänger und Redner nur noch Wybert-
Tabletten verwenden, die in allen Apotheken in
Schachteln à Mk. 1. erhältlich sind. Depots in
Darmstadt: In sämtlichen Apotheken; Germania-
Drogerie, Mühlstrasse 78: Minerva-Drogerie, Ecke Karl-
u
. Hügelstrasse; Medizinal-Drogerie von Fr. Beckenhaub,
Ecke Schul- u. Kirchstrasse, und Drogerie von C.
Watzinger, Wilhelminenstrasse 11.
(640M

Todes-Anzeige.
Allen Verwandten, Freunden und Be=
kannten
hiermit die traurige Mitteilung, daß
unſer lieber Bruder, Schwager und Onkel
Lorenz Golz
heute vormittag ½11 Uhr nach langem ſchweren
Leiden ſanft verſchieden iſt.
(10163
Darmſtadt und Bensheim,
den 12. Mai 1910.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Victor Storck.
Die Beerdigung findet Samstag, den 14. Mai,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Fried=
hofs
aus, ſtatt.

Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem plötzlichen Hinſcheiden meines lieben Gatten,
unſeres lieben Vaters, Schwiegervaters u. Bruders
Herrn Michael Voik
ſagen wir auf dieſem Wege Allen unſeren innig=
ſten
Dank.
(10164
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Elise Volk nebst Kindern.

Dankſagung.
Für die uns bei dem Ableben unſerer lieben
guten Mutter und Großmutter
(10108
Ernst Dietrich Witwe
Elisabethe, geb. Benz
bewieſene große Teilnahme ſagen wir hiermit herz=
lichen
Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt u. Arheilgen, den 11. Mai 1910.

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
beim Hinſcheiden unſeres lieben Vaters, Schwieger=
vaters
, Großvaters und Urgroßvaters
(9988
Herrn
M. Oovenheimer senlor
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 12. Mai 1910.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Ein geſtern
früh über Italien gelegener Tiefdruckwirbel hat ſich im
Laufe des Tages ganz weſentlich verſtärkt unter raſcher
Weſtbewegung nach Frankreich. Anfangs trat auf ſeiner
Nordſeite Aufheiterung ein und Nordoſtwinde brachten
raſche Erwärmung. Nach dem Vorüberzug des Wirbels
ſetzten ſtarke Gewitter mit Sturm und Regen ein.
Da jetzt ein großes Hochdruckgebiet über Nordoſteuropa
unſere Witterung beherrſcht, wird die jetzt eingetretene
warme und heitere Witterung andauern.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 13. Mai:
Heiter, trocken, Oſtwind, ſehr warm.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Außer Abonnement):
Wallenſteins Tod‟.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
von 107 Uhr).
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß und im Bürgerkeller.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: S. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt

[ ][  ][ ]

Nummer 110.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Seite 7.

Für die Feiertage:

DEreNTETV FANUTTTEED!

M ee e
Ge e e e

Wäsche:
Oberhemden
farbig . . 3.50, 4.25 bis 7.50 Mk.
Oberhemden
weiss . . 3.50, 4.50 bis 6.50 Mk.
Vorhemden
weiss 40, 45, 55, 65 Pfg. bis 1.50 Mk.
Garnituren (Vorhemd u. Manschetten)
farbig 65, 90, Pfg. 1.15 bis 2.50 Mk.
Kragen u. Manschetten
in allen mod. Formen u. Preislagen.
Trikot-Unterwäsche
in Macco und Normal.
Netz-Jacken
von 40 Pfg. an
Jacken Beinkleider Hemden
v. 1.00 an v. 1.10 an v. 1.45 an
Einsatz-Hemden
in Macco, gelb u. weiss v. 2.50 Mk. an

. . Reise-Handschuhe . .
Paar 65 Pfg., 95 Pfg. bis 1.60 Mk.

G

Macco . . Paar 18, 28, 38 Pfg.

Socken
Socken
bunt Baumwolle 45, 75, 25 bis 1.90
Hosenträger
Paar 48, 65, 90 Pfg. bis 3.75 Mk.
Taschentücher
weiss m. bunt, Stück 28, 45, 65 Pfg.
weiss leinen, ½ Dtzd. v. 1.90 Mk. an
Krawatten:
in grosser Auswahl. (10112
Sport-Artikel:
Sport-Strümpfe u. Gamaschen
Paar von 2.50 Mk. an
Sport-Hemden
imitiert Flanell von 4.50 Mk. an
Sport-Kragen
weich, in weiss u. farb., St. 70 Pfg.
Sport-Gürtel von 1.50 Mk. an.
Glacé-rlandschuhe . .
2.00 Mk., 2.75 Mk., 3.35 Mk., 4.00 Mk.

EBR.
KerriserS

Markt 2

Mitglied des Rabatt-Sparvereins.

Telephon 951.

Wegugshalber
einer Familie nach dem Ausland, deren
Möbel nur 2 Jahre gebraucht waren, 1 hübſch
pol. Vertiko, gek. 68 Mk., für 48 Mk.,
2 hohe polierte Bettſtellen mit Sprung=
rahmen
, gek. 160 Mk., für 100 Mk., pracht=
voller
Diwan, gek. 75 Mk., für 38 Mk.,
2 polierte Nachtſchränkchen, gek. 50 Mk.,
für 30 Mk., 1 prachtv. Kleiderſchrank,
gek. 85 Mk., für 64 Mk., kompl. Küche
45 Mk., 1 Plüſchſofa, gek. 68 Mk., für
32 Mk. Karlſtraße 30.
(*11938

Militär-

Wohnungsanzeiger
Frühjahr 1910
Preis 30 Pfennig.
Zu haben in der (9610t
Expedition des Tagblatts.

Ichkaufe Lumpen, Eiſen Papier,
Metall u. Flaſchen uſw. (*11961fs
A. Hochmann, Gr. Bachgasse 16, I.
Sehr gut erhaltener Kinderwagen
preiswert abzugeben
(*11891
Kiesſtraße 22, 1. Stock links.

Alkoholfreies
Bier
rein Malz und Hopfen.
Hoher Nährwert.
Sendungen frei Haus.
Jehannes Horn
§ Reform-Restaurant Thalysia‟
Alexanderstrasse 4, I.
(10006

10135)

Sin
Srosde. Sander
Wcte 22
ent zman Schhwaten
noch billiger
ale wir verkaufen könnte!

Kerrensiefel . . . . NN. 8.
Damendliefel . : . M. 6.5o
Damenhalbschuke M. 7.50
Farbige Schußwaren
Sesellschaftsschuke
vonae
bis zum Jabsen.

Keinrich Hober
Schafaten
Luowigskrasse 3.

Schöner
großer Wach= und Begleithund
(*11952
ſteuerfrei, billig zu verkaufen
Kauteſchlägerſtraße 6, 2. Stock r.

Ein faſt neues Grammophon
mit Platten iſt wegzugsh. bill. abzug. Näh
Schuhmacherei, Heinheimerſtr. 22. (*11916

Für
Reise und Sport
empfiehlt in grösster Auswahl.
Oberhemden
Sporthemden
Nachthemden
weiss und farbig
fertig u. nach Maass
Unterwäsche
Socken
Sportstrümpfe
Gürtel
Hosenträger
Taschentücher
Krawatten
Kragen
Manschetten
Handschuhe
KARL. GEHBAUER
Grossherzogl. Hess. Hoflieferant
24 Ernst-Ludwigstr. 24.

(9634a

*11955) Heidelbergerſtraße 100, 2. St=
große
moderne 4 Zimmerwohnung, wegen
Wegzug billig zu vermieten.

Zimm
9054t) Waldſtr. 32, Stb., 3=Zimmerwhng.
(*11661mdfs) Nieder=Ramſtädterſtr. 75
kleine 3=Zimmerwohnung zu vermieten.
eine freundliche 3=Zim=
Beckſtraße 81 merwohnung, Garten=
haus
, ſofort zu vermieten. (*11731mdf
*11895dfs) Bleichſtraße 17 3 Zimmer,
Manſarde, per 1. Juli zu vermieten. Preis
300 Mark pro Jahr.

Bessungerstrasse 105
iſt im Seitenbau eine Zwei= Zimmer=
wohnung
zu vermieten.
(*11911

*11940fs) Wienersſtr. 68, Hths., groß.
Zimmer, Küche, Keller und Werkſtätte.

Lagerplatz.
Großer eingefriedigter Lagerplatz am
Pfarrwieſenweg, nächſt der Pallaswieſenſtr.,
zu verpachten od. zu verkaufen. Off. unter
M 40 an die Exp. ds. Bl. erb. (10033dfsi

Ue

9197mf) Grafenſtraße 22 Stallung für
26 Pferde mit Heuboden, per ſofort, auch
als Werkſtätte verwendbar.

*11760mdfs) Kaupſtraße 45, I., möbl.
Zimmer m. Kaffee p. Mt. 15 Mk., zu verm.
*11782dfso) Eſchollbrückerſtr. 6, I., ſchön
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer ſof. zu verm.
8550t) Waldſtraße 32 gut möbl. Zimmer.
8990t) Eliſabethenſtraße 49, part., eleg.
möbl. Zimmer ſofort zu vermieten.
Pei besserer Dame iſt großes, ge=
mütlich
eingerichtetes Zimmer, Gas,
Bad, per ſofort, auch mit voller Penſion
an nur beſſere Herrn oder Damen zu ver=
mieten
. Schriftl. Anfrag. unter L 25 an
(9674a
die Expedition dieſes Blattes.
9834t) Wilhelminenplatz 15, 3. Stock,
möbl. 2=fenſt. Zimmer a. beſſ. Herrn, event.
Penſion, billig zu verm. Separt. Eingang,
freie Ausſicht auf den Platz.
9833t) Luiſenſtr. 6, 3. St., möbl. Zimmer.
9888t) Rückertſtraße 13 ein gut möbl.
Zimmer per ſofort zu vermieten.
9912t) Grafenſtraße 2, 2. St., freund=
liches
, großes, helles Wohn= und Schlaf=
zimmer
, gegenüber der Bleichſtraße, freie
Ausſicht nach den Bahnhöfen, mit Früh=
ſtück
und Bedienung 25 Mk.
9198mf) Grafenſtr. 22, neuer Hinterb. I.,
ſch. möbl. Zim. m. od. ohne Klavier per ſofort.
*11726mfi) Bleichſtraße 27, möbliertes
Zimmer zu vermieten.
9482if) 2 unmöbl. Zimmer zu vermieten
für beſſeren Herrn oder Dame. Näh. Exped.
6310if) Kranichſteinerſtraße 32, möbl.
Zimmer zu vermieten.
ein freundlich.
Liebigſtraße 10, part., möbl. Zimmer
mit ſep. Eing., mit od. ohne Penſ. (*11937
Elegant möbl. Zimmer
mit Diplomat=Schreibtiſch ſofort zu verm.
Soderſtraße 67, part.
*11944)
*11968fs) Alexanderſtraße 7, parterre,
ein möbliertes und ein leeres Zimmer zu
vermieten.
10155ms) Beckſtraße 78 zwei möblierte
Wohn= und Schlafzimmer an einen oder
zwei Herren mit oder ohne Penſion.

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Nummer 110.

Speleres Vernuntstielel gind aus den voreüg=
lichsten
Materialien und bequem im Tragen.

Nachdruck verboten


Wolcholdolenturr muste
eine neue Fussbekleidung beschaffen, so lohnt es sich, Speier’s
Schuhwaren, eine bekannt vorzügliche Marke von bequemer
Passform und elegantem Aussehen, zu kaufen.

Speier’s
Weiten-Skala
(ges. geschützt u. Nr. 12165).
Weite 1 extra schmal,
2 sehr schmal,
3 schmal,
4 mässig schmal,
5 normal weit,
6 weit,
7 sehr weit,
8 extra weit,
9 aussergewöhnl. weit
10 ganz aussergew.weit
11 abnorm weit,
12 ganz abnorm weit.
Durch unsere vielen Weiten
sind wir im Stande, für jeden
Fuss, mag er schmal oder
breit, kurz oder lang sein,
den ihm passenden Schuh
oder Stiefel zu geben.

Unsere gangbarsten Preislagen sind:
Für

moderne Fassons
Für
Määchen-u. Knabenstiefel
B.
in rationellen Formen, M. 3 4 4- 3 0 6 nach Grösse
Für

Damen- u. Herrenstiefel 0 gs0
schwarz und farbig, M. 7 0 10 14. 1420 16501go0
je nach
20 140 200 250 300 4
Kinderstiefel Grösse M.
Schuh
enhaus
Speler
Inh.: Paul Wildau
nur Ludwigstr. 16.
Verkaufsstellen von Speier’s Schuhwaren: Frankfurt
a. Main, Offenbach, Hanau, Darmstadt, Würzburg, Mürnberg, München,
Stuttgart, Strassburg, Köln, Vortmund, Aachen, Leipzig, Linden,
Hannover, Hamburg, Breslau.

(10129

Nehme Pferde
auf die Weide
Großh. Kabinettsgut Kranichſtein,
Hagedorn.
(10152fso
Suche Abnehmer für
Ia Vollmilch
per Liter zu 21 Pfg. frei Haus. (*11965
Offerten unt. M 66 an die Exp. ds. Bl.
zu jedem annehmbaren
Preiſe verkaufe eleg.
Ilis farbige u. weißſeidene
Bluſen, Batiſtbluſen ꝛc. Größen 4244.
Saalbauſtr. 26, 1. Stock.
*10979)

Faſt neues Fahrrad
mit Freilauf u. Rücktrittbremſe ſpottbillig zu
verkaufen Gutenbergſtr. 38, part. (*11946
Ein Aquarium mit Tiſch wegen Umzug
E billig zu verkaufen
(*1194
Marktplatz 7, Seitenbau, 2. Stock.

asherde, Bügelapparate.
(10140a
A. & L. Kling, Grafenſtraße 10.

Friseur-Einrichtung
3=teilig, zu kaufen geſucht.
(B10141
Offerten mit Preisangabe unter M 63
an die Expedition ds. Bl.
Dunkelbl. Kinderwagen zu verk.
*11969)
Heidelbergerſtraße 8, Manſ.

für Kinder
Laufſtällchen zu verkaufen

(*11957fs)

Ireneſtraße 9, part.

Roderner Damenhut mit Blumen
billig zu verkaufen
(*11951
Kleine Ochſengaſſe 13, 1. Stock, Modes.
Ein gut erhaltenes Herren=Rad mit Frei=
lauf
und Rücktrittbremſe zu verkaufen
*14963) Steinſtraße 6. Hinterh. 2. Stock.

kaufen Sie hoch=
Eberraichend blllig feine gerahmte
Bilder, Oelgemälde, Kunſtblätter, Einrahmunger
nur bei Julius Hergt, Ernst-Ludwigstr. 8.
Reinigen und Bleichen von Stichen. (*11978) Glas und Leistenlager.

Sehur!
Privatier mit 95000 Mk. Vermögen,
35 Jahre alt, feſche Erſcheinung, ſucht mit
Dame betr. Ehe in Korreſp. zu treten. Off.
unter F. W. München Bayerpoſt. (10160a

Beſſ. Fräulein
24 Jahre alt, evang., angenehmes Aeußere
im Haushalt erfahren, wünſcht ſich mit
ſolidem Herrn in ſicherer Lebensſtellung
bald zu verheiraten. Ernſtgemeinte Offert.
unt. G. J. Poſtamt 2, Worms, erbeten
Anonym zwecklos.
(10124

2 Freundinnen
23 und 26 Jahre, erſtere katholiſch, letztere
evangeliſch, mit ſehr großer Barmitgift und
ſpät. größ. Vermögen, wünſchen paſſende
mittlere Beamte kennen zu lernen zwecks
baldiger Heirat. Offerten, denen kein ernſtes
Intereſſe zu Grunde liegt, wolle man unter=
laſſen
. Off. erbeten unter Rebenblut 2"
poſtl. Nieder=Ingelheim a. Rh. (F10134,76

Die Aeußerung, die ich über Herrn
Hartenſteiner getan habe, nehme
ich, da unrichtig, hiermit zurück.
Fr. Moeder.
*11948)

ein rotbraunes Täſchchen mit
Verloren gelb. Verſchl. Inh.: ein Taſchen=
tuch
. Der ehrl. Finder bekommt 1 Mk. Be=
lohnung
Aeuß. Ringſtraße 108. (*11959

werden gereinigt und
Parkettböden gewachſt 2a

1838a)

Dieburgerſtraße 4.

Gg. Beckenhaub
Liebfrauenſtraße 100
einzig praktiz. Spezialiſt für heilw. Dampf=
Maſſagen. Schnelle Hilfe beirheumatiſchen
Haut= und Nervenleiden, Blutſtauungen pp.
Auch an Feiertagen zur Verfügung. (*11971

Füchtige Wirtsleute ſuchen paſſende
wirtschaft zu mieten oder auf den
Hektoliter, auch auswärts. Offerten
unter M 68 an die Expedition. (*11976

Dachdeckerarbeiten
werden gut und billig ausgeführt (*11949fs
L. Christen, Kaupſtraße 45.
nimmt noch Kunden an,
Friseusé morgens vor 8 Uhr. Offert.
unter M 57 an die Exp. ds. Bl. (11920
zum Waſchen und Bleichen
Wäsche große Stücke 10 Pfg., kleine
Stücke 4 Pfg. J. Plösser I., Malchen. (8534a

Eismaschine (6 Liter.)
wie neu, bill. zu verk. Karlſtr. 58, p. (*11913
in neuer Herren=Anzug (Gehroch für
ſchmale Figur, 20 Mk., zu verkaufen
Taunusſtr. 12, 2. Stock r.
(*11912fm)

Guten Mittagstiſch
zu 50 Pfg. im
9350
Freischütz‟, Grafenſtraße 2.

Mcheistadr 1.C. Friedrich

Hotel
bekannt gutes Haus, neu renoviert. Es
empfiehlt ſich der neue Beſitzer Paul Zechmeister
früh. Hotel Naturaliſten, Hirſchhorn. (10158a
Villa Maria
Sceheim u. d. B. Ober=Beerbacher Tal
Penſion Mk. 3.50.
(*11970

Damen
erhalten guten Mittags= und Abendtiſch
von 60 Pfg. an. Alexanderſtraße 4, I.

Geutſche Schäferhunde (Wolfshunde)
abzugeben. Wagner, Eberſtadt bei
Darmſtadt, Seeheimerſtraße 20. (*11933
Pelg. Rieſenhäſin mit Jungen und ein
gutſing. Kanarienhahn bill. zu verk.
(*11943
Landwehrſtr. 68, Stb. links.

Wer erteilt einem
Englisch! jungen Mann
Sonntags engliſche Stunden? Gefl. Off.
unt. M 56 an die Exp. ds. Bl. (*11921fs
in all. techn. Fächern ert. Weber,
Nachhilfe Rückertſtr. 8, 189498 Hauptl. a.
d. Großh. Landesbaugewerkſchule hier. (*11956

10126M) Suche kleineres
Anwesen
in geſchützter Lage zu mieten. Tram= od.
Bahnverbindung mit größerer Stadt. Aus=
führliche
Angebote an G. Weiß, 10 Haller=
wieſe
, Nürnberg.
ſucht gut möbl. Zimmer
ing. Mahn in Beſſungen oder Nähe.
Off. unt. M 55 an die Exp. d. Bl. (*11915

[ ][  ][ ]

Möbel u. Polsteruaren

Kredithaus
Aaumkarn
Bleichstrasse 30.

Herren-

Damen-

Konfektion

Konfektion

Ganze Ausstattungen

(9923mf

1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.

2 10,

Freitag, 13. Mai.

1910.

beste Javaware
gepackt in
Pfunde und Halbpfunde
billigst!
Mainzer
Warenhaus
Guggenheim & Marx

7 Markt 7.

(9633a

Ein erstklassiges (76232f
PIANINO
direkt von einer renommierten u. leiſtungs=
fähigen
Fabrik bezogen, wobei der Käufer
den Händlernutzen ſpart, iſt das beſte und
billigſte. Man verlange Katalog mit Liefe=
rungs
= und Garantiebedingungen nebſt
Referenzen von der
Pianoforte-Fabrik
Wilh. Arnold, Aschaffenburg.

Tomaten-,
vik. Sellerie= u. Lauchpflanzen
werden abgegeben in der
Knaben=Arbeits=Anſtalt
(9928mf
Stiftſtraße 20.

Zu

verkaufen

ein vollſtändiges gutes Bett, ein großes
rechtwinkl. Firmenſchild, Kommode und
Lpras Neckarſtr. 24, 2. St. r. (*11851df

Handschuhe Schiedmayer-Flügel
( in den einfachsten bis feinsten Qualitäten
ſchwarz, gebraucht

Waschleder- )zu äusserst vorteilhaften Preisen.

Glacé-
Dänischleder-
Sommer-Handschuhe
reichste Auswahl in allen Längen u. in jeder Preislage.
Farbige Glacé-Damen-Handschuhe
Auf Pfingsten. per Paar Mk. 1.50, Mk. 1.80, Mk. 2.20.
Aussortierte Stoff-Handschuhe mit 20% Rabatt
Emil Daum, Handschuh-Spezial-Geschäft
Wittmannstrasse 26, parterre (kein Laden). (B9879

reler

Hanz

7e/e

besonderer Beachtung
empfehlen wir unsere bewährten Spezial-Mischungen gerösteter Kaffees:
Holländische Mischung . . a per Pfund 124
. per Pfund 144.
Wiener-Mischung .
. per Pfund 164
Karlsbader-Mischung
Emmericher Waaren-Expedition
DARMSTADT Elisabethenstrasse 12.

Frankfurt a. M.: Bibergasse 11. Offenbach a. M.: Marktplatz 12. Wiesbaden: Marktstr. 26.

Aicdet den Rchens ſehne binme
2 Luftſchläuche und 2 Lenkſtangen
zuſammen für Mk. 6. zu verkaufen
Näheres Expedition.
9817imdf)

geſchäftlicher
Gratis-Austausch Ideen, aller Art,
keine Proviſion. Man verlange Proſpekte.
Frz. Kneier, Rixdorf, Siegfriedſtr. 43. (*127m

Ader-Rad
neu hergerichtet, ſehr billig abzugeben.
9935a) Müller & Ober, Karlſtraße

30.

weißes Kleid, ſchönes
Zu verkaufen: Tüleid, hochſfeiner
Voilerock, ſeidene Bluſe
(*11745mf
Stiftſtraße 59, 2. Stock.

vorteilhafte Gelegenheit
Heinrich Arnold (9580a
Hofpianofortefabrik, Darmstadt
Mühlstr. 1 u. 3.
Fernspr. 691.

Hochfeines

Eichen-Büfett
ſehr preiswert zu verkaufen
(10017t
Näheres in der Expedition ds. Bl.

Wohnungs=Einrichtung

5 Zimmer und Küche, preiswert zu verk.
Stiftſtraße 27, 1. Stock.
*11590if)

E

mit und ohne Freilauf, billigſt abzugeben,
event. gegen Teilzahlung
(*11641imf
Gutenbergſtraße 58, bei Hahn.

Zu verkaufen:
Hochelegante Eckeauſeuſe, ſowie Salon=
lüſter
(Kupfer getrieben), vollſtändig neu,
ferner hübſcher Bücherſchrank

9942a)

Wilhelminenſtraße 21, I.

Ein gutes Rad (Straßenrenner) und
eine alte Geige zu verkaufen
Kahlertſtraße 1, II., r. (*11865df

Wer dort?
hier V. Schatz, Kleine Bachgaſſe 1.
Ich komme ſofort und zahle Ihnen für
getragene Kleider, Schuhe, Wäſche, Zahn=
gebiſſe
, alte Federbetten ſtets die höchſten
n Nr. 1924. Poſtkarte genügt,

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Nummer 110.

25000 Stück

Gean

eingeteilt in 120 Preisen für die 120 besten, ganz kurz und in möglichst humorvoller Weise
abgefassten Beantwortungen der Frage: Wie beurteilen Sie und wozu verwenden Sie in
Ihrer Küche überall den aechten Rottz-Bouillon-Würtel.: Die Fragebeantwortung erbitten in
verschlossenen Briefumschlag bis zum 30. Mai cr. direkt an unsere Zentrale München.

Morsrech, 4 Pelrare, Bte eenlehlt u S t, Aläachen,
Vertreter: C Rechenmacher, Darmstadt, Rossdörferstrasse Nr. 87. Tel. 517

Ich komme Sotere
und bezahle Ihnen wegen dringendem
Warenbedarf konkurrenzloſe höchſte Preiſe
für getragene Kleider, Schuhe, Feder=
betten
, Zahngebiſſe ꝛc.
(9358a
Jakob Friedel, Schlossgasse 29, Laden.

Ihr Vorteil-
iſt
es, vor Einkauf von
Shlober
unſer Lager zu beſichtigen, ſowie Preiſe zu
verlangen. Beſonders billig:
Speiſezimmer, Schlafzimmer,
Küchen, in natur, pitsch-pine,
Küchenſchränke für 30 Mk.,
(7654a
Diwan für 40 Mk.,
Bettſtelle mit Matratzen u. Bettwerk la
für 100 Mk., ſowie ſonſtige Möbel.
Langjährige Garantie.
Mederle & Uhland,
Möbelgeſchäft. :: Mathildenplatz 8.

Flache und halbrunde Bügelſtähle
in allen Größen. Reparaturen an Bügeleiſen=
L. Hufnagel, Schloſſermeiſter
(7628a
Waldſtraße 7.

(4801a
billigſt
Leihgeschirre wilh. Gastan, Kirchstr. 5.

Pik. Sellerie-, Lauch-,
Tomatenpflanzen etc.
in großen Maſſen (9638a
H. Schneider, Gärtnerei
Schwanenſtraße 39. Telephon 780.

Brenntannäpfel
liefert auf vorherige Beſtellung frei ins Haus
per hI 55 Pfg., bei 10 hI 50 Pfg.
Conrad Appel,
Bismarckſtr. 61. (233a) Telephon 91.

Schreibmuschme
wenig gebraucht, zu Mk. 180 abzugeben
9640a)
Gutenbergſtraße 58 bei Hahn.

mit Umbau (Eiche geräuch.),
(*11553omf
zu verkaufen.
Blaum, Grüner Weg 20.

Gut erhaltenes Meyers
oder Brockhaus Lexikon
zu kaufen geſucht. Offert. mit Preis unt.
M 24 an die Exp. ds. Bl.
(10008dfso

den geehrien
Empfehle mich Herrſchaften
für Ankauf von getragenen Kleidern,
Herrenanzügen, Bluſen, Stiefeln, bezahle
hohe Preiſe Flamm, Soderſtr. 47, I. (9595a

Chüringer Wurſt= u. Fleiſchwaren.
Nur feinſte und ſchmackhafte Spezialartikel
unter voller Garantie der Echtheit. Sie be=
ziehen
dieſelben ſehr vorteilhaft am beſten
direkt von Gustav Feistkorn, Fleiſch=
warenfabrik
, Buttſtädt i. Thür. Gegr. 1850.
Probepoſtpakete nach Wunſch ſortiert 8 bis
12 Mark per Nachnahme. Preisliſte um=
ſonſt
und portofrei.
(9188)f

Jeirschquelle
Rein nsfürliches Mineralwassen
Tatelwasser Sr. M. des Königs Wilhelm II von Württemberg.
Jahresversand 4½ Millionen Flaschen.
Hier bei C. Naumann, Karlstrasse 45. Telephon 82.

Zum Abonnement empfohlen:
Bibliothek der Unterhaltung
34, Jahrgang
34. Jahrgang
1910. Und des Wissens. 1910.
Unſere Bibliothek hat ſich während ihres 33 jährigen Beſteheus
durch den intereſſanten Inhalt ihrer ſtattlichen Bände, ſowie durch deren
trotz der Billigkeit glänzende Ausſtattung eine von Jahr zu Jahr ſich
mehrenden Zahl von treuen Freunden erworben und iſt daher in
vielen Millionen von Bänden verbreitet.
Ihre Hauptaufgabe beſteht darin:
jedem Bücherliebhaber Gelegenheit zu geben zur Anlegung einer
wirklich gediegenen, ſpannendſte Unterhaltung und eine uner=

ſchöpfliche Fundgrube des Wiſſens zugleich bietenden
Privatbibliothek.
Die Bibliothek der Unterhaltung und des Wiſſens erſcheint in
13 vierwöchentlichen, reich illuſtrierten, elegant in engliſche Leinwand
gebundenen Bänden mit Goldrücken= und Deckelpreſſung. Jeder
Band iſt mit einem hübſchen farbigen Umſchlag verſehen. Um die An=
ſchaffung
auch weniger Bemittelten zu ermöglichen, beträgt der
Abonnementspreis
nur 75 Pfennig für den Band
ein Preis, zu welchem der Buchbinder im einzelnen noch nicht einmal
den bloßen Einband zu liefern im ſtande wäre.
Beſtellungen nehmen Buch= und Kolportagehandlungen, Journal=
Expeditionen ꝛc. entgegen.
Anion Dentſche Verlagsgeſellſchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.
C2879,51)

Für Pfingsten!
Braune Halbschuhe. Braune Stiefel.
Mod. Formen mit u. ohne Lackkappen.
Touristenstiefel
Bewährtes Fabrikat. Bequeme Formen.
Boxcalf- u. Chevreauxstiefel
in jeder Preislage. (9526a
:-Kinderstiefel::
schwarz u. farb., sehr grosse Auswahl.
Sandalen, Segeltuch u. Zeugschuhe
in grösster Auswahl, billigst bei
Markt
G. Neilmann, 6.
: : Schwarz-weisse Rabattmarken. .

Die Dame mit dem Orden.
Von Little.
Ueberſetzt aus dem Engliſchen.
21)
Yokohama, 5. Juli 1905 ſeinen Kragen hinein.
Glaubſt Du, daß, wenn die Leute könnten, ſie, ſo=
bald
ſie in den Himmel kommen, Briefe ſchreiben
würden? Ich weiß nicht, wo anfangen und was ſagen.
Das einzige Feſtſtehende in meiner Umgebung iſt dieſe
Federſpitze hier, alles übrige ſchwimmt um mich herum
in einem glitzernden, roſigen Nebel.
Ich will probieren, vernünftig zu ſein und Dir
einen Begriff davon zu geben, was ſich zugetragen hat,
aber wie ich’s zu Papier bringen ſoll, ahne ich noch
nicht. Ich kam geſtern, am 4. Juli, mit dem Frühzuge
hier an und jagte hinunter an den Hafen, um kas
Paſſagierboot bei ſeiner Landung zu empfangen. Ich
hatte kein Frühſtück gehabt, und meine Nerven waren
geſchraubt; denn der erſehnte Brief von Dir war
nicht gekommen, und meine Angſt wuchs beſtändig.
Ich nahm alſo meinen Platz auf den Stufen ein,
als das Boot landete und wartete mit ſehr geringer
Miſſionarin. Nach kurzer Zeit gewahrte ich auch ein
Taſchentuch am Aermel, aber, aber es war eines
Mannes Aermel. Noch einmal ſchaute ich danach hin,
wurde mir’s ſchwarz vor den Augen, und ich wußte
nichts mehr. Das war das erſte Mal in meinem
Leben, daß ich ohnmächtig wurde. Kummer und Leid
haben mich nicht umzuwerfen vermocht, aber ſolche
Freude war genug, um mich zu töten.
Als ich zu mir kam, befand ich mich im Hotel und
wagte nicht, die Augen aufzuſchlagen. Wußte ich doch,
daß alles nur ein Traum ſei, und ich mechte nicht in
die Wirklichkeit zurückkehren. Ich lag und klammerte

1 mich an meine Viſion, bis ich eine männliche Stimme
neben mir ſagen hörte: Sie wird ſich nun finden, ich
will ſie ſchon pflegen! Da öffnete ich die Augen, und
angeſichts dreier japaniſcher Mädchen und vier japa=
niſcher
Männer und zweier Damen vom Dampfer
(Nachdruck verboten.) warf ich die Arme um Jacks Hals und ſchluchzte in
Den ganzen Morgen über mußte ich mich ganz ſtill
verhalten, und kurz vor dem Tee teilte mir Jack ganz
ruhig mit, daß er alle Vorbereitungen zu unſerer
Trauung um 3 Uhr getroffen habe. Ich erklärte, das
könne ich nicht, daß ich einen Kontrakt unterzeichnet
habe, daß Miß Leſſing mich für verrückt halten würde,
und daß ich mir wenigſtens erſt einmal alles zurecht=
legen
müſſe. Aber Du kennſt ja Jack! Jede Entgeg=
nung
, die mir einfiel, ſchlug er zurück und ſagte, er
würde mit Miß Leſſing ſprechen und alles in Ordnung
bringen, daß ich zu abgearbeitet ſei, um noch länger
zu lehren, und endlich, daß ich ihm doch auch ein wenig
Rückſicht ſchuldig ſei nach vierjähriger Wartezeit. Da
wurde mir klar, wie ſich die Linien ſeines Geſichts ver=
tieft
hatten, und wie ſein Haar meliert geworden war
und prompt übergab ich die Feſtung.
Wir wurden in einer kleinen engliſchen Kirche ge=
Aufmerkſamkeit muß ich geſtehen auf Deine junge traut mit einem halben Dutzend Zeugen. Mehrere
Amerikaner, die Jack auf dem Dampfer getroffen
hatte, eine meiner Bekannten von der Miſſion und
der japaniſche Schreiber bildeten das Auditorium. Noch
und mein Herz ſtand ſtill. Jack! ſchrie ich, und dann immer ſcheint es wie ein ſchöner Traum zu ſein und
bin beſorgt, Jack im Auge zu behalten aus Furcht vor
dem Erwachen. Es war für mich der 4. Juli, unſer
Nationalfeſt und Weihnachten und Geburtstag und
Hochzeitstag alles mit= und durcheinander. Die ganze
Stadt feierte mit. Das Hotel war ein Meer von
Fahnen und Bändern, die Bucht voll von allen Arten
von Vergnügungsbooten. Abends ließen ſie ein großes
Laternenfeſt und Feuerwerk los und errichteten eine
rieſige Geſtalt des Onkel Sam mit Sternen auf ſeinen

Rockſchößen. Tauſende von Japanern in den bunteſten
Kimonos drängten ſich auf dem Kai, lauſchten der
Muſik und beobachteten die Ausländer und das Feuer=
werk
.
Jack und ich waren wie zwei Kinder; er vergaß,
daß er ein geſetzter Arzt iſt, und ich, daß ich eine
Miſſionskindergartenlehrerin geweſen bin. Wir waren
wieder Junge und Mädel und bis über die Ohren
verliebt ineinander. Es war das erſte Mal ſeit fünf
Jahren, daß mir der 4. Juli kein Unglück gebracht hat.
Wie eins meiner Mädchen einſt von ſich ſagte: Mein
kleines, einſames Herz war davongeflogen.
All meine Einſamkeitsgefühle, Heimweh und
Kummer ſind nun gerechtfertigt. Ich klage nicht um
die Vergangenheit, denn durch ſie iſt die Gegenwart.
Beſinnſt Du Dich auf das Wort: Ich will die Jahre
erſtatten, die die Heuſchrecken gefreſſen haben? Siehſt
Du, ich glaube, daß mir Gott meine verlorenen Jahre
durch die Kampfeszeit hier draußen erſtattet hat, und
daß mir vergönnt iſt, ein neues Leben zu beginnen.
Natürlich weißt Du ſchon, daß wir die Reiſe um
die Welt vollenden. Es ſcheint freilich ein bißchen
wankelmütig von mir, zu ſagen, daß ich mich darauf
freue nach all meinem Jammern nach der Heimat.
Aber der Witz iſt nämlich der: die Heimat iſt zu mir
gekommen. Jack ſagt, wir werden Dich und Dr. Leeſt
in Paris treffen. Denkſt Du, ich laſſe mir weismachen,
daß es im Himmel noch herrlicher ſei als jetzt bei uns
auf der Erde!
Der Verſuch, Dir zu danken, meine liebſte Kame=
radin
, für Deinen Anteil an meinem Glück, iſt ganz
nutzlos. Seit dem erſten Lebenstage iſt meine Dank=
barkeit
gegen Dich ein chroniſcher Zuſtand. Aber aus
vollem Herzen und mit ganzer Seele rufe ich Dir zu:
Gott ſegne Dich, und lebe wohl!
En de.

[ ][  ][ ]

Nummer 110,

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3 be=
finden
ſich: 1 ſchottiſcher Schäferhund, 1 Dachshund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Seite 11.

Bekanntmachung.
Betreffend: Sonntagsruhe im Handelsgewerbe und im Gewerbebetrieb der
Bäcker, Friſeure und Photographen.
Um Zweifeln zu begegnen, ſehen wir uns unter Bezugnahme auf die Bekannt=
machung
des Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt vom 27. Dezember 1907 veranlaßt,
die für die kommenden Feſttage auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung für
die nachſtehend aufgeführten Gewerbszweige erlaſſenen Vorſchriften über die Sonntags=
ruhe
zur allgemeinen Kenntnis zu bringen:
I. An beiden Pfingſtfeiertagen darf im Handelsgewerbe auf Grund der Be=
ſtimmungen
des Ortsſtatuts vom 6. September 1907 weder eine Beſchäftigung von
Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern, noch ein Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsſtellen
ſtattfinden.
Ausnahmen auf Grund des § 105e der Reichsgewerbeordnung ſind nur zugelaſſen:
A. Für den erſten Pfingſtfeiertag:
1. für Bäcker und Konditoren in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr und
11 bis 12 Uhr;
2. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis nach=
mittags
1 Uhr und nachmittags von 6 bis 8 Uhr;
3. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 5 bis 9 Uhr und von 11 bis
12 Uhr mittags;
4. Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis nachmittags 1 Uhr;
5. für Zeitungsſpediteure von vormittags 6 bis 9 Uhr. (Zeitungs= und Druckſchriften=
verkauf
an den Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.)
B. Für den zweiten Pfingſtfeiertag:
1. für Bäcker in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis nachmittags 1 Uhr;
2. für Konditoren in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis nachmittags 3 Uhr;
3. für Metzger und Fleiſchwarenhändler in der Zeit von vormittags 6 Uhr bis
11 Uhr;
4. für Milchhändler und Molkereien in der Zeit von vormittags 5 Uhr bis 1 Uhr
nachmittags und von 6 bis 8 Uhr nachmittags;
5. für Blumenhändler in der Zeit von vormittags 7 Uhr bis 9 Uhr und von 11 Uhr
vormittags bis 6 Uhr nachmittags;
6. für Verkäufer von Roheis von vormittags 6 Uhr bis nachmittags 1 Uhr.
7. für Zeitungsſpediteure in der Zeit von vormittags 6 Uhr bis 9 Uhr. (Zeitungs=
und Druckſchriftenverkauf an den Hauptbahnhöfen ohne Zeitbeſchränkung.)
II. Der Gewerbebetrieb der Friſeure und die Beſchäftigung von Gehilfen und
Lehrlingen im Friſeurgewerbe iſt am erſten Pfingfeiertag geſtattet:
a. außerhalb der Werkſtätte bis 12 Uhr mittags;
b. innerhalb der Werkſtätte von 9 Uhr vormittags bis 12 Uhr mittags.
Am zweiten Pfingſtfeiertag iſt jeglicher Gewerbebetrieb einſchließlich desjenigen
der Friſeuſen unterſagt.
An den beiden Pfingſtfeiertagen iſt, wie an allen Sonn= und Feſttagen, ein Ge=
werbebetrieb
der Friſeure und die Beſchäftigung von Gehilfen und Lehrlingen innerhalb
und außerhalb der Werkſtätte in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nachmittags bei der Vor=
bereitung
von öffentlichen Theatervorſtellungen und Schauſtellungen geſtattet.
III. In den Werkſtätten der Photographen iſt am erſten Pfingſtfeiertag jeglicheer
Gewerbebetrieb unterſagt. Am zweiten Pfingfeiertag iſt die Ausübung des Gewerbe=
betriebes
und die Beſchäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern in den photo=
graphiſchen
Werkſtätten geſtattet ausſchließlich zum Zweck der Aufnahme von 10 Uhr
vormittags bis 4 Uhr nachmittags.
IV. Wenn die Sonn= und Feſttagsarbeiten länger als 3 Stunden dauern, ſo ſind
die Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntag für volle 36 Stunden oder an jedem
zweiten Sonntag mindeſtens in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder
in jeder Woche während der zweiten Hälfte eines Arbeitstages, und zwar ſpäteſtens
von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeit frei zu laſſen. Wenn die Arbeiter durch
die Sonntagsarbeit an dem Beſuche des Gottesdienſtes verhindert werden, ſo iſt ihnen
an jedem dritten Sonntage die zum Beſuche des Gottesdienſtes erforderliche Zeit frei
zu geben.
Wir haben die Schutzmannſchaft mit ſtrengſter Ueberwachung der richtigen Ein=
haltung
der vorſtehend bekanntgegebenen Beſchäftigungs= und Verkaufszeiten beauftragt
und werden Uebertretungen unnachſichtlich zur Anzeige bringen laſſen.
(10109fs
Darmſtadt, den 11. Mai 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.

Damen- und
Herrenstiefel
Mk. 10.50, 12.50, 15.50

Die Marke

Versteigerungs=Anzeige.
Freitag, den 13. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im ſtädtiſchen Pfandlokale Ludwigshöhſtraße Nr. 4 dahier zwangs=
weiſe
gegen bare Zahlung folgende Gegenſtände:
2 Kleiderſchränke, 1 ruſſiſches Billard, 1 Ladentheke, 2 Spiegelſchränke
1 Schreibtiſch, 1 Büfett, 2 Vertikos, 1 Diwan und 1 Kredenz. (9902imf
Sämtliche Möbelſtücke ſind noch ſehr gut erhalten.
Darmſtadt, 9. Mai 1910.
Dörr, Pfandmeiſter,
Roßdörferſtraße Nr. 46.

Moosverſteigerung.
Dienstag, den 17. Mai 1910, vormittags 9 Uhr, werden auf dem Rat=
hauſe
zu Pfungſtadt aus Diſtrikt Klingsackertanne
ca. 143 Haufen Moosſtreu
(10105fs
an die Meiſtbietenden verſteigert.
Pfungſtadt, den 11. Mai 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Lang.

Fasel=Verkauf

Die Gemeinde Gundernhauſen verkauft aus der Hand (weil überzählig) einen
Faſel, unter dreien die Wahl (3=, 2=, 1¾jährig). Die Faſel ſind Simmentaler Origi=
(10156
nal reſp. Abſtammung und ſind ſämtlich gut zur Zucht.
Gundernhauſen, am 12. Mai 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.

Bäumer’s Spezialbureau
für maschinenschriftliche Arbeiten und Vervielfältigungen
befindet sich jetzt
Alexanderstrasse 9
(10106fom
(Vorderhaus, I. Stock).

Saratel
ist bekannt wegen ihrer streng
modernen, wunderbar passen-
den
Facons, eleganten Aus-
führung
und hervorragenden
Qualität.

Alleinverkauf

in
Darmstadt
Schuhwarenhaus

1 Louisenplatz

Dunkelbraun ist die Modefarbe.

10142)

Telephon

Zankarzr Unon 1458:
(9349a
wohnt jetzt
Heidelbergerstr. 7, Ecke Riedeselstrasse.

Werktags von 912½, 26 Uhr.
Sprechstunden: Sonntags von 1012 Uhr.

Beſeitigung der Herbſteilloſen.

Konkursverfahren.
Der Wieſenvorſtand hat gelegentlich des! Ueber das Vermögen des Aron Wolf I.,
letzten Wieſenrundganges feſtgeſtellt, daß Kaufmann in Pfungſtadt, wird heute, am
die Herbſtzeitloſe auf den Wieſen ſtellen= 12. Mai 1910, vormittags 10" Uhr, das
weiſe in größerer Menge auftritt. Zur Ver=Konkursverfahren eröffnet.
hütung einer Weiterverbreitung dieſer ſchäd= Der Gerichtsvollzieher i. P. Philipp Reib=
lichen
Pflanze fordern wir die Wieſenbeſitzerſtein in Darmſtadt, Bleichſtraße, wird zum
auf, die Beſeitigung der Herbſtzeitloſen bis Konkursverwalter ernannt.
längſtens den 1. k. Mts. vorzunehmen, Konkursforderungen ſind bis zum
andernfalls dies auf Koſten der Säumigen1. Juni 1910 bei dem Gerichte an=
veranlaßt
wird.
(10150fs zumelden.
Darmſtadt, den 11. Mai 1910.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt. Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
I. V.: Jaeger.
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
Bekanntmachung.
eintretenden Falls über die in § 120 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
Freitag, den 3. Juni 1910,
und zur Prüfung der angemeldeten Forde
vormittags 11 Uhr,
ſollen die der Adolf Theiß Ehefrau, Marie rungen auf

geb. Laulher dahier zugeſchriebenen Liegen=
ſchaften
:

Flur

Nr.

qm

I 239 778 Hofreite Schulſtraße
(Beſſungerſtraße 881
Grasgarten, daſelbſt,
241 556 Grabgarten, daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer, Wittmann=
ſtraße
1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Darmſtadt, den 28. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)

Frantz.

(L9207,68

Bekanntmachung.
Freitag, den 10. Juni l. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Witwe des Tapeziers Friedrich
Fey, Katharine, geb. Kraft, dahier zuge=
ſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr.
qm
22 39 2754 Hofreitegrund im
tiefen See, jetzt
Pfarrwieſenweg 21
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K1/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 26. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L.9185,68
Müller.

Bekanntmachung.
Freitag, den 10. Juni I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem Immobilienagenten Emil
Werner zu Darmſtadt zugeſchriebene Liegen=
ſchaft
:
Flur Nr. qm
II 94295/100 167 Hofreite Nieder= Ram=
ſtädterſtraße
,
II 94291/100 91¾10 Grasgarten ( Bleich=
platz
) daſelbſt,
in unſerem Bureau wiederholt zwangsweiſe
(K13/10
verſteigert werden.
Darmſtadt, den 26. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L9184,68
Müller.

Lebensſtellung
für nachw., geſund., fein. Unternehmen am
Platze, welches vergröß, werden ſoll, wird
tätig. Teilhaber mit 5 10 Mille geſucht.
Jedes Riſiko ausgeſchloſſen. Nur ernſtl.
Reflekt. wollen Offerten m. kurzem Lebens=
lauf
unter F2 M4039 an Rudolf Mosse
Mainz ſenden.
(10127M

Türschoner billigſt (6067a
Wilh. Castan, Kirchſtraße 5.

Freitag, den 10. Inni 1910,
nachmittags 4 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer
Nr. 118, Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur Kon=
kursmaſſe
gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den Gemein=
ſchuldner
zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 1. Inni 1910
(10137
Anzeige zu machen.
Großh. Amtsgerichts Darmſtadt II.

Bekanntmachung.
In dem Konkursverfahren über das
Vermögen des Schreinermeiſters und =
belfabrikanten
Eduard Frei in Darmſtadt
iſt zur Abnahme der Schlußrechnung, zur
Erhebung von Einwendungen gegen das
Schlußverzeichnis und zur Beſchlußfaſſung
über die nicht verwertbaren Vermögens=
gegenſtände
Schlußtermin auf
Mittwoch, den 8. Juni 1910,
vormittags 8½ Uhr,
Zimmer 219, anberaumt worden.
Dieſer Termin iſt auch zur Prüfung der
nachträglich angemeldeten Forderungen be=
(10110
ſtimmt.
Darmſtadt, den 9. Mai 1910.
Der Gerichtsſchreiber
Großherzoglichen Amtsgerichts I.

In dem Konkursverfahren
über das Vermögen des Schreinermeiſters
und Möbelfabrikanten Eduard Frei in
Darmſtadt beträgt bei der bevorſtehenden
Schlußverteilung die vorhandene Maſſe
Mk. 4302,04, während die zu berückſichtigen=
den
, nicht bevorrechtigten Forderungen
Mk. 43 900,38 betragen.
Das Schlußverzeichnis liegt auf der Ge=
richtsſchreiberei
des Großh. Amtsgerichts
Darmſtadt I zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 12. Mai 1910. (10159
Der Konkursverwalter:
Karl Dechert.

Darlehen auf Schuldſchein,
Wechſel ſchnell u. diskret, Hypotheken auf
Wohnhäuſer und Landwirtſchaften durch
(*11683dfs

Fritz Kraft, Eberſtadt.

IR. 6000
als 1. Hypothek v. Selbſtgeber zu leihen
geſucht. Offerten unter L. 83 an die
(9876a
Expedition ds. Bl. erbeten.

[ ][  ][ ]

Grossh. Hess. g, Kaiserl. Koss
HOFLiEFERAHTE

Sillig abzugeben: 2 Bettſtellen mit
2 Sprungfedermatratze, 1 Touriſten=
ſtuhl
, 1 großes Bild, 1 Hängelampe
*11784mdf) Mühlſtraße 26, 3. Stock.

Seite
2.

Darmſtädter Verſicherung
gegen Ungeziefer

Luisenstr. 10

Telefon 461.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Nummer 110.

Waschkommode (nußbaum)
mit ſchwarzer Marmorplatte für 40 Mark
zu verkaufen. Näh. Expedition. (10019dfso

Meine neuen Modelle

in kompletten

Kucken
pitch=pine, natur lackiert, beſtehend aus:
Schrank
Anrichte mit Aufſatz
Tiſch und
2 Stühlen

1175
zeichnen ſich durch ihre
eleganten Formen
und
praktischen Grössenverhältnisse
(660713s
gans beſonders aus.
Infolge fachmänniſcher Beaufſichtigung
leiſte für jedes bei mir gekaufte Stück
weitgehendſte Garantie.
Georg Schmitt
Möbel und Dekorationen
Schlossgraben 13a
Gegr. 1879.
Telefon 891.

Nachtschränkchen

modern, hochf. Jackiert,
per Stück 6 Mark. (9963mf

Kranichſteinerſtraße 6, Seitenbau. A. Heeger.

Vertilgung von Ungeziefer jeder Art, wie
Wanzen, Käfer (Schwaben, Ruſſen)
Mäuſe, Ratten uſw. billigſt unter
Garantie und ſtrengſter Diskretion.

Brokat, Gummi, Fantasie, weiss=
schwarz
, farbig Leder gestickt,
weiss Leinen, Lack in allen Farben,
Sportgürtel-
Gürtelschliessen
Broschen, Nadeln
Hutnadeln ete.
Perltaschen
Damentäschen
Modernste Facons
Aparte Neuheiten
Alle Lederarten
Reisetaschen
Reisekoffer
Reise-Necessaires
Coupékoffer
Handkoffer
Hutkoffer
Jap. Blousenkoffer

Hängematten
Liegestühle
(9627
Rucksäcke tof

niet rachter it rtcde.
Freilauf, 1 Jahr Garantie,
Fahrrad woltbil zu vert. (11517dis
Näh. Schützenſtraße 8, Buchdruckerei.

Kotorrad

modern, für 290 Mk., ſpottbillig. (*11906df
Eberſtadt, Schwanenſtraße 42.

Meilige
Pillige
Billig!
Wollen Sie gute, ſüße und ſaftige Orangen eſſen?
Dann kommen Sie in den ſpaniſchen Garten ::
Kirchſtraße 17 und Filialen Rheinſtraße 14 und Eliſabethenſtraße 17.
1 Waggon friſcher Valencia=Orangen
eingetroffen. Garantie für ſüße und ſaftige Frucht, beſter Qualität.
Ferner empfehle:
Bananen, Ananas, neue Trauben, australische Aepfel
und alle Sorten spanische Weine.
Miguel Frau.
(*11917)

Zum Pfingſtfeſt
empfiehlt
das Offenbacher Spezial=Lederwarenhaus
ſein großes Lager in
Reisekoffer und Handtaſchen
die letzten Neuheiten in Damentaſchen
ſowie alle anderen feinen Lederwaren. (9926mf
Alle Waren aus nur beſtem Material zu bekannt billigen Preiſen.
W. Kamitter, Ernst-Ludwigstr. 21.

Von jetzt bis Pfingsten
rosse Freisermussigan
auf samtliche Frühjahr- u. Sommerwaren.

Moderne Herren-Anzüge
in Buckskin, Kammgarn u. Cheviot
früher 38 bis 18 Mk.
jetzt nur 30 Mk. bis
n Hocheleg. Herren-Anzüge
englische Neuheiten, mit langem
Schlitz und Glocke
früher 65 bis 40 Mk.
jetzt nur 50 Mk. bis 20 Mk. Elegante Sport-Anzüge
mit Pump-, Stulp- u. langen Hosen
früher 45 bis 28 Mk.
jetzt nur 32 Mk. bis 10 Mk. Frühjahr-, Sommer-Paletots u. Ulster von 15 Mk. an Sommer-Lodenjoppen
950
von 2 Mk. an
mit Falten und Gürtel
30
von 5 Mk. an Lüster-Sacco
ohne Futter
250
von
Mk. an
mit Futter
990
von 3 Mk. an Wasch-Joppen
von 90 Pfg. an
Jagdleinen-Joppen
2220
von Mk. an Loden-Pelerinen von 650 Mk. an Bozener Mäntel von 15 Mk. an

Ca. 800 moderne Herren-Hosen
so lange Vorrat reicht
weit unter Preis
Serie 11.90 Mk. Serie I1 2.85 Mk. Serie III 3.90 Mk. Serie IV 5.80 mk.
Moderne Knaben-Anzüge in Kittel-, Blusen-, Norfolk-, Kieler- u. Schillerfacon
in riesiger Auswahl, enorm billig.

Kuahen WasehanstigeſKnaben. Waschblngen Knaben-Leibhosen von 1 Mk. an
von 50 Pfg. an von 65 Pfg. an farkt- Wilnenn Deuster, Dar Istauf strasse 2

Grosse helle Verkaufsräume im 1. Stock nach dem Marktplatz.
Aenderungen kostenlos. Anprobierraum.
Mitglied des Rabatt-Sparverein.
Schwarz-weisse Rabattmarken.

(8970if

Zahlung

nach

Erfolg

für Hausbeſitzer, Bückereien,
Reſtaurants uſw. Verſicherung gegen Un=
eziefer
beſonders zu empfehlen. Aeußerſt
geringe Jahresprämie. Koſtenloſe Aus=
unft
und Rückſprache für jedermann an
Ort=und Stelle. Poſtkarte genügt. (8411a

[ ][  ][ ]

Nummer 110.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Seite 13.

U0eders Kndensehun-Abte

Soeder’s
Beform-Kinderstiefel.

Anerkannt grösste Auswahl
:: in Kinderschuhen.

Knabenstiefel
: Wetterfest:

Sandalen.

Beachten Sie unser Schaufenster!

10157

Sehdn-haus Frieurfer-Uoeder

12 Ludwigstrasse 12.

Ziliges Augebot
Feinſtes Mehl la Pfd. 18 Pfg.
Roſinen
Korinthen ( . . Pfd. 30 Pfg.
Apfelring
. Pfd. 50 Pfg.
Feigen
. . Pfd. 25 Pfg.
Aprikoſen . . . Pfd. 60 Pfg.
Malzkaffee, loſe . Pfd. 16 Pfg.
Tafel Schokolade 10bis50 Pfg.
Block=Schokolade Pfd. 60 Pfg.
Kaiſergries . . Pfd. 20 Pfg.
Haferflocken . . Pfd. 24 Pfg.
Gerſte, fein . . Pfd. 20 Pfg.
Gerſte, mittel . . Pfd. 18 Pfg.

Gerſte, grob
Grüne Kern

Pfd. 15 Pfg.
Pfd. 36 Pfg.

Viktoria=Erbſen . Pfd. 22 Pfg.
Große Hellerlinſen Pfd. 20 Pfg.
Weiße Perlbohnen Pfd. 18 Pfg.
Gemiſchtes Brot 2Kilo 56 Pfg.
1 Kilo 28 Pfg.
,,
Brötchen . . . 2 Stück 5 Pfg.
ſowie alles ſpottbillig. (*11936
Schütz
81 Liebfrauenstrasse 81

UNIONBRAUEREI
GR- GERAU
Empfiehlt ihre.
ausden feinsten
Rohmaterialien
hergestellten Bieren
SchEN8/
BRAUEREI-
FoLLuN6.
KRAFT1G

BEKömmlich.

2aenn e

8
S9p
Zu haben in Darmstadt
bei der Brauerei-
Niederlage
H. Lohr

Karlstrasse 87

Telephon 1782
sowie den durch Plakate
kenntlich gemachten Ver-

kaufsstellen. (5448a
Ehkkkkhk

Indische
Mottenwurzel
das wirkſamſte u. ſicherſte Mittel
gegen Mottenfraß, bei (10116a
Drogen und
Fr. Beckenhaub, chemikalien
Schulstrasse . . Wilhelminenstrasse
auf
jelegenhelt
Damen=Ring mit 7 Brillanten und
Rubinen, allerneueſtes modernſtesFaſſon,
in 1Sckar, Gold, billig zu verkaufen
Wiktoriaſtraße 50, Ze.=St.
*11908)

Möbeltrausporte

nach allen Richtungen, per Achſe ſowie per Bahn,
führe ich zu den billigſten Preiſen aus.
Albert Vogt
Möbelspedition. (8868a
Gutenbergstr. 1. Ecke Heinheimerstr.

mit dunkler Maske,
Gelber Boxer reinraſſig, tadellos
bipiert, 10 Monate alt, zu vert. (*15991s
Eberſtadt. Alte Darmſtädterſtraße 26.

Neuarbeiten und Reparaturen
aller Glaſerarbeiten raſch und billig
Glaserei Frz. Langheinz, Karlſtr. 41.
Telephon, 1747.
(B3128

2 Mortirantdeltete
f. Masthammelfleisch
prima friſches Kalbsgekröse
per Pfund 20 Pfg. (10107
Spezialität:
ff. gehackte Kalbskoteletts
à Stück 20 Pfg., bei
Louis Hein, Hofmetzger,
Schuſtergaſſe 19.
Telephon 278.

Pianos in Miete Flügel in Miete
z :: Harmoniums in Miete z: ::
bei späterem Kauf Anrechnung. (10115a
Ecke
KARL Arnold Erbacherstrasse.

Damenrad
faſt neu, Kinderſportwagen, zweiſitzig
billig zu verkaufen
(*1193a
Rhönring 83.

Holsſtraße 23. 3. St., w. Sportwagen,
rot gep. u. Bügelöſchen mit Platten
zu verkaufen.
(*11932

D weiße Kinderkleider, 8 bis 10 Jahn
u. 1 Blumenbrett billig zu verkaufe

*11931)

Liebigſtraße 44, 3. Stock.

Ein 4räd. Handwagen, noch guterhalten
E und ein Küchenſchrank zu verkaufen
Hofgartenſtraße 7, part.
10144fs)

Ein gut erhalt. Eisſchrank zu verkaufen
Liebigſtraße 19, part.
*(1935)

Friſche, große
Ter
(Schale etwas ſchmutzig)
per Stück 5½ Pfg.

empfiehlt

(10136

Darmſtädter
Giergroßhandel
Mathias Rosenstock
Lndwigſtraße 18.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910

Nummer 110.

Sar den Sgadeege
Kausschufee, Sumpfe, Schutsen,
Seswerke Danengutte, Eraraten, Sälenr, Scm, Korsite,, nelailen ℳe.

10146)

Cad San &Co.
Sche Sacaae-ws

Fräulein

zur Zeit in einem beſſeren Spezialgeſchäft
tätig, wünſcht ſich per 1. Juni zu verändern.
Offerten unt. M 54 an die Exped. (*11910

gl. Beſchäftig.
Angeh. Weißnäherin bei ebenſolcher,
geht auch zu Schneiderin. Off. unt. M 44
in der Exped. ds. Bl. abzugeben. (*11857df

*11830dt) Mädchen, welche gut kochen
können, perfektes Hausmädchen, jüngere
Landmädchen ſuchen Stellen in Darmſtadt
Frau Neßling, Ludwigſtraße 8.

Gebildete, kinderloſe Witwe
aus guter Familie, in Haushaltung und
Krankenpflege erfahren, ſucht Stellung als
Hausdame in Privathaus od. Sanatorium.
Näheres Bismarckſtraße 72. (*11942fs

*11974) Schenkamme von Oberheſſen
ſucht ſofort Stelle.
Frau Dingeldein, Schützenſtraße 10½.

Das Zentralſtellenbureau von
Frau Anguſte Schmitt,
Ballonplatz 5, II. empf. f. 1. Juni
Mädch., w. koch. k. mit 5 jährigen
Zeugn., dasſ. befind. ſich nachm.
3 Uhr ab auf dem Bureau. (*11964

*11953) Ein 22 jähr., brav. Mädchen, das
ſchon ged., kann ich den geehrt. Herrſchaft.
empfehl., ein 15 jähr. Mädch., beide zu 2bis
3 Leuten. Stellenb. Röſe, Karlſtr. 53, part.

*11977) Anſtänd. Mädchen ſucht Stelle
von morgens 10 Uhr bis nachmittags
Rundeturmſtraße 15, II. links.

10156) Anſtändiges, fleißiges
Hausmädchen

das gute Zeugniſſe beſitzt, ſucht ſofort
Stellung. Offerten unter M 67 an die
Expedition ds. Bl.
(10156

für 1. Juni:
Stellen ſuchen beſſ. Kinder=
mädchen
, welches nähen kann, Allein=
mädchen
, welche kochen und nicht kochen
in Privathäuſer. Stellenbur. Dingeldein,
Schützenſtraße 10½, Telephon 531. (*11973
*11980) Frau ſucht Putzen Luiſenſtr. 38, p.

Vertrauenspoſten
Junger, ſelbſtändiger, ſtrebſ. Geſchäftmann
mit flotter Handſchrift und der einfachen Buch=
führung
vertraut, ſucht alsbald od. ſpäter paſſ.
Vertrauensſtellung bei Stellung von höh.
Kaution. Gefl. Offerten unter M 31 an
die Expedition ds. Blattes. (*11822dfs

*11927) Suche Stelle als Fahrburſche
oder dergl. Heinheimerſtraße 90, 1. Stock.

in feinen Kreiſen gut eingeführt,
Dame findet lohnend. Verdienſt. Gefl.
Offert. unt. M 48 an die Exped. (10073df

Eine geübte Büglerin
für jeden Tag der Woche geſucht (B10128
Rückertſtraße 14.
Lehrmädchen per ſofort geſucht
Damen=Konfektion, Steinſtr. 5, I. (9892a

Hausmädchen
erfahren im Nähen, Bügeln u. Servieren
per 1. Juni, eventuell auch früher geſucht.
Näheres Expedition.
(9423t

*11744mdf) Anſtändiges Laufmädchen
geſucht. Anzutr. 94 und 79 Uhr
Annaſtraße 35, parterre.

Zwei Aushilfen z. Fleiſchaustragen
für Samſtags im Alter von 1516 Jahren
geſucht (einerlei ob Junge oder Mädchen).
Näheres Hügelſtraße 29, Laden. (9998a

Kindermadchen

ſofort geſucht
zu 2 Kindern (5½ u. 1½ Jah.), Vorſtellung
11 12 Uhr vormittags (auch Sonntags)
Saalbauſtraße 79, 2. Türe. (*11873dfs
Zuverläſſige, tüchtige Lauffrau
vormittags v. ½9 10 und nachmittags v.
½3 Uhr geſ. Eſchollbrückerſtr. 1, II. (10130

Spielkameradin
für einige Nachmittage zu 5jährigem Mädchen
geſucht Frankfurterſtr. 84, 1. S
(*11918

das in allen Haus=
arbeiten
u. im Kochen
Mädchen perfekt iſt, zum 1. Juni
(*11960fs
gegen guten Lohn geſucht
Landwehrſtraße 18. 1. Stock.

empfehlen wir:
feinſtes
Blüten=
Mehl
Her
Pfund
do. extrafeiner Kaiser-Auszug Pfd. 22 Pfg.
Rosinen
Pfund von 32 Pfg. an
Corinthen, gereinigt
. p. Pfd. 32 Pfg.
Sultaninen, gereinigt, per Pfund von 38 Pfg. an
Spara-Margarine
45 Pfg.
in Karton, beſter Butter=Erſatz, Pfund
Schmalz, garantiert rein . . . . Pfund 78 Pfg.
Salatöl, garantiert reines Seſamöl . Liter 80 Pfg.
Fst. Süssrahm-Tafelbutter
135 .
aus erſten Molkereien
Pfund

Mettwurst, weiche . . . Stück 30 bis 50 Pfg.
Cervelatwurst, Holſteiner per Pfund 130 Pfg.
do. feinſte Thüringer
.. 160 Pfg.
Bouillon-Würtel
. 4 Stück 10 Pfg.
weisser Tischwein
Velll wer Tahden
per Flaſche mit Glas
Oppenheimer . . Flaſche mit Glas 95 Pfg.
Nackenheimer Flaſche mit Glas 100 Pfg.
Cötes du Rhöne
zt 70 g.
vortreffl., preiswerter Rotwein,
Bordeaux-Rotweine, direkt import.
per Flaſche 100, 120, 150, 200 Pfg.

60 Pf.

Verlangen Sie Spezialiſte.

Sohalle
u. Füllgrabe’s Lale
feine und preiswerte Miſchungen
per Pfund 120, 130, 140 Pfg.

Freiselbeeren
vortreffliches Kompott

Pfund

32

Pfg.

Besonders
preiswerte Konserven

Doſe
Schnittbohnen, junge . . . . .
27 Pfg.
do.
prima . .
36 Pfg.
Brechbohnen, junge . . .
30 Pfg.
Wachsbohnen, Ia. junge . .
36 Pfg.
Spinat, feinſter, paſſiert,
40 Pfg.
Erbsen mit Würfel-Karotten
42 Pfg.
Kohlrabi, in Scheiben
32 Pfg.

Schade 3 Fungraße.
In allen Filialen zu haben.

Eine tüchtige Lauffrau geſucht
(*11954
für ſofort Kaſinoſtraße 19.

11928fd) Beſſ. Kindermädch. od. Kinder=
gärtnerin
z. 3 größ. Kind. geſucht. Näheres
Frau Hahn, Schuchardſtraße 13, 2. Stock.

wird für einige Stunden
Lauffrau täglich geſucht (10153fs
Soderſtraße 67, 1. Stock.

Reinliches, solides Mädchen
für Küche und Hausarbeit in kleine Fam.
f. 1. Juni geſ. Frankfurterſtr. 18, II. (10139a

Tüchtiger, junger Mann
als Stadtreiſend. u. für Buchhaltung per
1. Juli geſucht. Offerten unter M 46 an die
Expedition dieſes Blattes.
(*11861df

Suche in großer Anzahl: Köchinnen für
Hotels, Reſtaurationen und Privät=
häuſer
, Beiköchinnen, Zimmermädchen
I. Kl. Hotels, hier und auswärts, 10
Küchenmädchen, hoher Lohn, für Hotel u.
Reſtaurants, Servierfrl. in Badeorte u.
heſſere Reſtaurrants, Hausmädchen,
Alleinmädch., gr. Anzahl Privatmädchen,
welche kochen und nicht kochen, Mädchen
aller Art erhalten täglich gute Stellen.
Frau Mina Dingeldein, Stellen-
bureau
, Darmstadt, Schützenſtr. 10½
Telephon 531. (*11972

für ſofort und 15. Mai=
Geſuchl Alleinmädch., Köchinnen,
Hausmädchen für 2 Leute und mehr.
für Privat= und Geſchäftshäuſer hier und
auswärts, bei ſehr hohem Lohn. (*11967
Stellenbureau Debus, Karlſtraße 79,
Telephon 1737.

Saubere Lauffrau
ſofort geſucht, 2 Stunden morgens und mit=
tags
zum Spülen Mühlſtr. 74, II. (10149

Angehender Bautechniker geſucht.
Offerte mit Gehaltsangabe ꝛc. unter M 65
an die Expedition d. Bl.
(*11958

Reiſende
und
Vertreter
für einen an Private oder Kolonialgeſchäfte
leicht verkäuflichen, guten neuen Artikel ſo=
fort
gegen hohe Proviſion geſucht. Nach
kurzer Probezeit erfolgt auf Wunſch feſtes
Engagement. Gefl. Offerten mit Angabe
des Alters unter G. 4594 an Haaſenſtein
& Vogler, A.=G., Frankfurt a. M. (10121f
Von einer biesigen Bank
wird ein im Bankfach etwas erfahrener
junger Mann mit guter Hand=
ſchrift
und guten Zeugniſſen
auf einige Zeit zur Aushilfe geſucht. Aner=
bietungen
unter M 61 an die Expedition
(10131
dieſes Blattes erbeten.

Tüchtige Inſpektoren
für Darmſtadt und Umgegend
von großer Vieh=Verſ.=Geſellſchaft
gegen hohe Proviſion geſucht.
Später auch Reiſegenehmigung.
Offert. u. M 58 an die Exped. (*11925

er Techniker
füc
zum Ausziehen von Architekturentwürfen
geſucht für 12 Monate à 70. Mark.
Offerten mit Angaben der bisherigen Tätig=
keit
(Baugewerkſchüler bevorzugt) unter
M59 an die Expedition ds. Blattes. (*11930

*11925) Küchenchef, gelernter Konditor,
junge, ſelbſt. Köche, Kochlehrling, Kellner=
lehrling
, junge Kellner geſucht Stellenbüro
Dingeldein, Schützenſtr. 10½

Gesucht
junge Kellner ſofort, Aushilfskellner in
großer Anzahl, Reſtaur.=Hausburſchen.
Kostenloser Stellennachweis
Deutscher Kellnerbund
Schloßgaſſe 2, I.
(10161

Aufgeweckte unbeſcholtene Arbeiter finden
ſofortige Anſtellung bei reellem Unter=
nehmen
gegen
feſten Wochenlohn
Für arbeitloſe Bauhandwerker uſw. Ge.
legenheit zu lohnendem Verdienſt. Man
wende ſich ſchriftlich unter R 642 an die
Exped. dieſes Blattes.
(10120ff

Fir die
Nerwaltung einiger Häuſer
in Darmſtadt wird eine hierzu geeignete
tüchtige und vertrauenswürdige Perſönlich=
keit
geſucht. Offerten unter M 60 an die
Expedition dieſes Blattes.
(10117

Einen reinlichen, willigen
Hausburſchen
von 18 bis 20 Jahren (Radfahrer) geſucht.
Koſt und Wohnung im Hauſe. (10092a
L. Grassmann, Kofkonditorei,
Wilhelminenſtraße 6.

faſt neu, bill.
Sitz= u. Liegewagen, zu verkaufen
*11962) Schloßgartenſtr. 5. 1. Stock links.

[ ][  ][ ]

Nummer 110.

Neue Kiesstrasse
iſt wegzugshalber ein 2½ ſtöckiges,
ſolid gebautes Haus, mit ſchönem
gepflegten Garten, unter ſehr günſt.
Bedingungen ſof. zu verkaufen.
Das Anweſen iſt im tadelloſem
Zuſtand, Gas, elektr. Licht, Bad,
Veranden und aller Komfort vor=
handen
. Preis Mk. 54000.
Intereſſenten erfahren Näheres
im Immobilienbüro von
Hermann Marx
Grafenſtr. 23½, III., Telephon 1468.
(*11727mfi

Unter dem Taxationswert
iſt in der Nähe Darmſtadts ein villen=
artiges
Haus
Balkon und Veranda,
7 Zimmer, 2 Kammern, Küche, Waſchküche,
Keller, gr. Nebengebäude und Gärtchen,
direkt an der Straßenbahn gelegen, weg=
zugshalber
ſofort zu verkaufen. Off. unter
L. 99 an die Expedition. (*11702mfms
Evhen

zu verkaufen

(10113a

oder zu vermieten im Württ. Schwarzwald
an hervorragendem Badeort mit 154 Ar
Platz; eigene reichl. Quellwaſſerverſorgung,
elektr. Licht. Geeignet zum Ankauf für
ein Konſortium zur Errichtung eines Er=
holungsheim
uſw. Gute Bahnverbindung
durchs Nagoldtal. Angebote und Anfragen
zu richten unter M 17 an die Expedition.

Kauf oder Beteiligung.
Rentables Unternehmen (Fabrik oder
Engrosgeſchäft) gleichviel welcher Branche
wird zu kaufen geſucht. Eventuell auch
Beteiligung. Verfügbares Kapital 50 000 bis
30 000 Mk. Strengſte Diskretion zugeſichert.
Offerten u. W 4573 an Haasenstein &
Vogler A.-G., Frankfurt a. M. (10123f
Billige Gelegenheit.
Landhaus an der Bergſtr., 10 Zimmer,
Gas= u. Waſſerl., freie Lage, groß. rentbl.
Obſtgarten, Atelier, für Landſchaftsmaler,
a. als Ruheſitz geeignet, Nähe Bahn u. Wald,
wegzugsh. f. 20 000 Mk. zu verk. Anfr. unt.
L. 72 an die Exp. erb.
(9845of
Seltene Gelegenheit!
Ein an der Ludwigshöh=Allee gelegener
großer ſchöner Garten, 3000 am, einge=
friedigt
und mit vielen Obſtbäumen und
Beerenſträuchern bepflanzt, iſt billig zu
verkaufen. Offerten unter M 38 an die
Expedition ds. Bl. erbeten.
(10032dfsi

Woehnungen Buplalte Pilen

Hensbeſtzerverein Miltenberg.

(9147a

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Linoleum, 200 cm breit, in schöner, fehlerfreier
Ware .
per E Meter Mk. 1.30, 210
Inlaid-Linoleum, Muster durch u. durchgehend, 200 cm
breit, durchweg gute Dessins, fehlerfrei, L Meter 2.45

inoleum-Teppiche

in grosser Auswahl, nur moderne Muster
150/200
Grösse 200/250

Grösse 200/300

Grosse Muster-Auswahl!
Grösse 200/300
2o5
(10151
22.50 Mk.
Linoleum-Läufer
90 cm breit . . . Meter nur Mk. 1.2

Grösse 200/250

18.75 Mk.
Linoleum-Läufer

Alles fehlerfrei!

Nur neue Muster!

Massen-Auswahl!

Aarmkaufer-Fanrſlanbuck
Sssans gülfig ab 1. Maf nnnhen-hsa-hsneh-n-hehShSuSn-Sh
aberdr zu laben!

Kurſe vom 12. Mai 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

3f. Staatspapiere. In Proz.
4. Dſche. Reichsſchatzanw. 100,60
3½ Deutſche Reichsanl. . *3,25
84,80
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,75
3½ do. Conſols .
. 93,20
3. do. do.
84,70
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,75
94,20
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,70
do.
92,60
do.
83,70
4 Hamburger Staatsanl. 101,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,40
do.
92,00
3½
do.
81,40
Sächſiſche Rente .
. 83,80
4 Württemberger v. 1907 101,80
do.
93,40
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾/ Griechen v. 1887 . . 49,50
3¾/ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente . 98,10
4
do. Goldrente . . 99,50
4 do. einheitl. Rente 94,10
3 Portug. unif. Serie I
3 do. unif. Ser. III 67,20
3 do.
Spezial . 13,75
5 Rumänier v. 1903 . . 102,40
4 do. v. 1890 . . 94,40
do. v. 1905 . . 91,10
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 92.00

InProz.
Zf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 92,60
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
. 92,25
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,80
4 Türk. Admin. v. 1903 89,20
4 do. unifiz. v. 1903 94,60
4 Ungar. Goldrente . . 95,70
4 do. Staatsrente 92,60
5 Argentinier . . . . . . 102,00
91,60
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,60
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,50
99,75
do.
4½
.. . . 98,10
4½ Japaner
5 Innere Mexikaner . . 100,50
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 96,10
5 Gold=Mexikaner .
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
.
. . . . 144,60
Nordd. Lloyd . . . . 111,90
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,70

Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb 60%
Einz. Mk. 408 123,30
4 Baltimore & Ohio . . 110,75
4 Gotthardbahn . . . .

In Pro
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 162,80
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,00
4 Pennſylvania R. R. 134,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 196,80
. 83,00
Werger=Brauerei
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 483,25
Fabrik Griesheim.
.264,00
Farbwerk Höchſt.
.. 480,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 320,20
Lahmeyer . .
. . .117,40
Schuckert:
. . 163,10
Siemens & Halske . . . 245,50
Adlerfahrradwerke Kleyer 405,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 234,75
Gelſenkirchen . . . . . . . 208,60
Harpener . .
.198,30
Phönix, Bergb. u. Hütten=
betrieb
. . .
. . . 219,60
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,30
4 Pfälzer Prt. . . . . . 101,25
93,30
do.
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,80
4 do. ſteuerfrei . 99,50
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,30
do.
alte .
do.
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,00
do.
83,20
do.
58,40
3 Raab=Oedenburger . .
4 Ruſſ. Südweſt. . .
90,50
4 Kronpr. Rudolfbahn .

In Proz.
Sſ.
2¾/10 Livorneſer . . . . . . 76,00
4 Miſſouri=Pacific . . . 98,50
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,70
5 Anatoliſche Eiſenb.. .
5 Tehuantepec . . . . .
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 174,60
1 Darmſtädter Bank . . 132,10
251,40
4 Deutſche Bank
4 Deutſche Vereinsbank 127,90
4 Diskonto=Geſellſchaft 188,50
4 Dresdner Bank 159,60
4 Mitteldeut. Kreditbk. 119,90
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 123,80
4 Pfälzer Bank . . . . . 101,30
145,30
4 Reichsbank
4 Rhein. Kredit=Bank 139,00
4 Wiener Bank=Verein 137,40
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,30
3½ do. S. 19 . . . 92,50
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
do.
91,00
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
92,50
do.
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
91,00
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,00
do. (unk. 1914) 91,60
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,75

92,80
3½

InProz.
Zf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . . . . .
91,50
3½ do.
4 Frankfurt . . . . . . . 100,90
3½ do.
93,30
4 Gießen .
3½, do.
4 Heidelberg .
3½ do.
91,40
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
91,50
3½ do.
4 Mannheim
. 100,50
3½ do.
4 München .
. 100,50
3½ Nauheim
92,00
4. Nürnberg .
.100,30
3½ do.
4 Offenbach .
3½ do.
94,10
4 Wiesbaden .
.100,50
3½ do.
4 Worms . . .
. . 100,10
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 83,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Eöln=Mindner 100 137,50
5 Denau=Reg. fl. 100
3 Holl, Komm. 100 104,50

In Proz.
3 Madrider Fs. 100 77,75
4 Meining. Pr.=Pfand=
.. 136,50
briefe.
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,50
3 Oldenburger .
.. 125,50
2½ Raab=Grazer fl. 150 117,00

Unverzinsliche
Anlehenslofe.

fl.
Fs.
Fs.

Augsburger
Braunſchweiger Tlr.
Freiburger
Mailänder
do.
Fs
Meininger
fl.
Oeſterreicher v. 1864
do. v. 1858,
Ungar. Staats
Venediger
Frs.
Türkiſche
4

20 213,30
15
45 130,00
10 32,00
7 39,40
100 568,00
100 464,80
100
30 38,80
400 187,20

Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,44
20 Franks=Stücke .
16,21
16,90
Oeſterr. 20=Kronen . .
4,19
Amerikaniſche Noten .
20,47
Engliſche Noten ..
81,15
Franzöſiſche Noten .
.169,55
Holländiſche Noten . .
80,75
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,10
Ruſſiſche Noten . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto . . . 4%
Reichsbank=Lombard Zsf. 5%

[ ][  ][ ]

Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Nummer 110.

Laienrecht.
Vielfach begegnet man in Laienkreiſen allerlei
falſchen Anſchauungen und Auffaſſungen über unſer
geltendes Recht, die ſich zum Teil auf die Ueberliefe=
rung
früher geltender Rechte, zum Teil auch auf feſt
eingewurzelte irrtümliche Anſchauungen infolge
längerer Uebung (alſo eine Art falſchen Gewohnheits=
rechtes
) gründen.
Gerade auf den Gebieten des täglichen, kleineren
Lebenskreiſes haben ſich derartige Irrtümer, und
zwar auf allen Rechtsgebieten, eingeſchlichen. Eines der
Hauptgebiete iſt das Mietrecht: ſo herrſcht vielfach die
Auffaſſung, jeder Wohnungsmietvertrag müſſe unter=
’ſchrieben werden, ebenſo wie auch die Kündigung
ſchriftlich oder gar durch eingeſchriebenen Brief zu er=
ffolgen
habe. In Wahrheit bedarf nur der mehr als
einjährige Mietvertrag der Schriftform, während die
Kündigung ganz formlos, alſo mündlich, telephoniſch,
auch durch bloßes ſchlüſſiges Verhalten geſchehen kann.
Auch darüber, daß man eine in fremdem Eigentum
ſtehende Sache gültig verkaufen oder verpfänden kann,
beſteht noch vielfach Zweifel.
Am häufigſten zeigen ſich die Neubildungen des
Laienrechts auf dem Gebiete des formellen Rechts: man
ſchließt eine ganze Reihe an ſich auch durch mündliche
Vereinbarung gültiger Verträge ſchriftlich ab (ſo Ab=
tretung
einer Forderung, Miete, Darlehen) und gibt
den in Schriftform vorzunehmenden die ſtrengere be=
glaubigte
Form, d. h. man läßt überflüſſigerweiſe die
Unterſchriften noch beglaubigen, z. B. bei einfachen
(Zeſſionen (bei Hypothekzeſſionen iſt dieſe Form bei
Verlangen des neuen Gläubigers allerdings vorge=
ſchrieben
).
Doch ſind nicht alle dieſe Fälle, wo ein an ſich auch
mündlich gültiger Vertrag oder Erklärung in ſchrift=
licher
oder beglaubigter Form abgeſchloſſen oder
abgegeben wird, als überflüſſige, irrige Ausflüſſe des
Laienrechts zu betrachten: vielfach ſind ſie natürlich in
Kenntnis der richtigen Rechtslage vorgenommen und
bezwecken nur eine ſchärfere Fixierung des Vertrags=
inhalts
zur Sicherſtellung für den Fall eines Prozeſſes.
Auch auf materiellem Rechtsboden ſind mancherlei
Irrtümer heimiſch: ſo iſt die verbreitete Anſchauung,
daß man an einem Fundobjekt unter 3 Mark Wert
ohne weiteres Eigentümer werde, irrig. Nur braucht
man ein ſolch geringwertiges Stück nicht anzuzeigen;
das Eigentum erwirbt der Finder erſt 1 Jahr nach dem
Fund. Solange ſteht es dem, wenngleich unbekannten,
Verlierer zu, der Finder hat nur Gewahrſam, und eine
Aneignung oder Veräußerung hat als Unterſchlagung
zu gelten. Gleich unbekannt dürfte es vielfach ſein, daß
man in öffentlichen Anſtalten und Verkehrsmitteln
überhaupt nichts finden kann. Der Finder hat zwar
in ſolchem Falle die Sache ſofort der betr. Behörde ab=
zuliefern
, hat aber keinen Anſpruch auf Fundlohn.
Auch die ſo oft in den Zeitungen wiederkehrende
Warnung eines Vaters, ſeinem Sohne nichts zu
borgen, da er für nichts aufkomme, iſt ein derartiger
Rechtsirrtum. Denn entweder iſt der Sohn minder=
jährig
, dann ſind alle Rechtsgeſchäfte bis zur väterlichen
Genehmigung unwirkſam, mithin auch das eventuelle
Darlehen oder der Kaufkredit, und weder der Vater
noch der Sohn ſind verpflichtet; oder der Sohn iſt voll=
jährig
(über 21 Jahre), dann haftet nur er ſelbſt, nicht
auch der Vater für die Rechtsgeſchäfte. Schließt der
Sohn angeblich im Namen ſeines Vaters Geſchäfte ab,
ſo werden dieſe auch erſt durch die väterliche Genehmi=
gung
wirkſam; ſolange iſt der Vater nicht verpflichtet.
Ebenſo iſt es zum Teil auch mit der Warnung, der
Ehefrau Kredit zu geben. Für die Schuldenhaftung
der Ehegatten iſt lediglich der Güterſtand, in dem dieſe
leben (z. B. Gütergemeinſchaft, Gütertrennung u. a.),
bezw. das Güterrechtsregiſter maßgebend, und iſt auch
die fragliche öffentliche Warnung ohne rechtliche
Wirkung.
Ein weiterer Irrtum auf dem Gebiete des Straf=
prozeſſes
wird vielfach durch die Tageszeitungen ver=
breitet
oder wachgehalten: Der Angeklagte legte gegen

das Urteil, das ihn zu 4 Wochen Gefängnis verurteilte,
Berufung ein, und erhielt dafür heute in zweiter In=
ſtanz
2 Monate Gefängnis. Auch hier ein weitver=
breiteter
Irrtum des Laienrechts. Niemals kann der
Angeklagte, der allein gegen das Urteil appelliert.
durch das angerufene Obergericht härter beſtraft wer=
den
, wie dies durch das angefochtene Urteil geſchehen
war. Allerdings kann eine ſpätere härtere Strafe durch
eine Appellation ſeitens der Staatsanwaltſchaft, ſei es
allein, ſei es mit dem Angeklagten gleichzeitig, herbei=
geführt
werden.
So ließ ſich noch eine ganze Reihe ähnlicher, zum
Teil feſt eingewurzelter Irrtümer über unſer geltendes
Recht aufzählen, nicht zu reden von dem Gebiete des
Volksaberglaubens, der natürlich auch in unſer Rechts=
leben
teilweiſe eingreift, ſo das Abſchwören bei
Leiſtung eines falſchen Eides und anderes mehr.
Aus alledem erhellt, daß unſer heute geltendes
Recht auch in ſeinen weſentlichen Teilen noch immer
nicht ſo Gemeingut des Volkes geworden iſt, wie dies
erſtrebenswert wäre und die diesbezüglichen Beſtre=
bungen
gemeinnütziger Vereine, und neuerdings auch
das Poſtulat der Bürgerkunde und Rechtskunde im
Schul= und Fortbildungsſchulunterricht es bezwecken
wollen.
W-e.

Literariſches.
Werner=Ehrenfeucht, Oberſt und Kom=
mandeur
: Handbuch für den Einjährig= Frei=
willigen
und Reſerveoffizier=Aſpiranten der deut=
ſchen
Infanterie, Jäger, Schützen und Pioniere. Dritte
verbeſſerte Auflage. Preis gebunden 4 Mark. Verlag
von Friedrich Engelmann in Leipzig. Das Hand=
buch
iſt jedem, der im Beſitze des Einjährig= Freiwilli=
gen
=Zeugniſſes iſt, vor und während des Dienſtjahres
ein unentbehrlicher Wegweiſer und Ratgeber. Beſon=
ders
wertvoll ſind die Angaben über die Pflichten vor
dem Dienſteintritt, die ausführliche Auskunft über alle
Fragen geben und völlige Sicherheit gewährleiſten.
Unter vielem anderen enthält das Werk auch eine aus=
führliche
Statiſtik über die Koſten des Dienſtjahres.

Schöne, starke Zähnchen.

Hainsberg bei Dresden, Alter Bahnhof 1, 31. Mai 1908.
Nachdem mein Töchterchen verſchiedene Mittel ohne Erfolg
gebraucht hatte, und es beſonders den gewöhnlichen Lebertran
nicht vertragen konnte verſuchte ich es ſchließlich mit Scotts
Lebertran=Emulſion. Ich war glücklich, daß die Kleine das
Präparat ſofort gern nahm und ſetzte daher deſſen Gebrauch eine
zeitlang fort. Der Erfolg war offenkundig, denn das Kind bekam
nun eine Reihe ſchöner, ſtarker Zähnchen, es wurde lebhafter und
kräftiger, und ſein Ausſehen iſt in jeder Beziehung ein zufrieden=
ſtellendes
und roſiges geworden. Das Kind, das vorher nie
ſchlafen wollte, bekam einen ruhigen Schlaf, der Appetit iſt vor=
züglich
geworden, und ich will nur noch erwähnen, daß ihm die
Emulſion ſo gut ſchmeckt, daß es immer noch mehr davon haben
will. Die Kleine iſt nun beinahe 7 Jahre alt. Durch Ihre
Scotts Emulſion ſind wir der Sorge um unſer
Töchterchen enthoben, die wir 3 Jahre lang um
es hatten.
(gez.) Hermann Braune.
Bei Kindern, die nicht recht gedeihen
wollen, zurückgeblieben und zart ſind, be=
günſtigt
der in Scotts Emulſion enthaltene
Lofoten (Norweger) Lebertran das raſche
Wachstum kräftigen Fleiſches, während
die mineraliſchen Subſtanzen bei der Bil=
dung
weißer, ſtarker Zähnchen vorzüg liche
Dienſte leiſten. Für die echte Scotts
Nur echt mit dieſer
MarkedemFiſche: Emulſion bürgt die bekannte Schutzmarke
dem Garantie= der Fiſcher mit dem Dorſch , worauf
zeichen des Scott=
ſchen
Veziabrens: beim Einkauf ſtets zu achten iſt. (10125Mf
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauft
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur in verſiegelten
Originalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke (Fiſcher mit dem Dorſh).
Scott & Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima Glyzerin
50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3, unterphosphorigſaueres Natron 2,5,
pulv. Tragant 3,0, feinſter arab Gummi pulv. 2,0, deſtill. Waſſer 12),5, Il=
kohol
11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Saultzeriasf.
je 2 Tropfen.

Gewinnanszug
der
222. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
5. Klaſſe. 4. Ziehungstag. 11. Mai 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 10000 Mk. 47868
1 Gewinn zu 5000 Mk. 204919
38 Gewinne zu 3000 Mk. 5766 8796 15305 27567
40665 41235 44074 60395 73716 92515 100381 122260
124836 132288 133290 147187 158443 169486 173839
176251 182514 183330 189381 193273 204642 222092
227065 229892 235497 238651 248402 249203 251078
265567 274348 277929 288447 291702
79 Gewinne zu 1000 Mk. 12739 12821 14925 17501
18895 25005 25069 26042 29174 29826 35527 38732
39387 43375 48932 55314 58026 63275 70257 74197
76996 78687 81314 81508 89238 91689 93876 95337
95380 101765 108637 111108 119276 126969 127103
132663 133040 134584 135588 136384 152255 152301
157326 168774 173867 186099 186629 192578 198759
208303 208855 211406 211939 214477 216271 218498
222659 224403 224965 238777 248232 248585 254405
255587 256296 260557 262454 263091 270899 273131
286426 287209 289109 292413 293911 294015 296734
300257 302996
112 Gewinne zu 500 Mk. 582 861 2476 12116
15615 15730 16007 20258 21211 27551. 27849 29138
29326 29399 38931 39052 44841 45767 45873 46365
47469 48416 49170 51308 57133 67073 67816 68479
74096 80480 82078 86166 88889 92590 97918 98288
98505 100616 100993 102490 106814 107133 109451
109543 110476 110778 112916 117482 119131 122159
125665 126571 131318 134481 136294 137586 139120
141424 141531 158804 164064 164313 167305 168404
168619 168929 176140 184223 184816 186321 187727
201471 202043 203735 203835 210519 211221 211893
215475 216649 215775 216256 216668 218930 220015
222206 226787 227907 229823 230612 231981 234379
236787 237205 238950 243022 243514 243914 244005
244342 248514 252924 258942 266351 267460 272568
279493 282242 294118 294797 301618 303492
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 15000 Mk. 211256
1 Gewinn zu 10000 Mk. 266727
2 Gewinne zu 5000 Mk. 16733 185307
42 Gewinne zu 3000 Mk. 20405 20529 21782 30112
37799 45230 78983 85159 789362 92656 101188 104003
106116 106148 113443 129752 135302 139124 139965
147366 164501 167436 172451 173837 185783 207166
208281 215841 224780 228336 229597 232689 233436
242468 242826 247927 265304 267823 269593 284779
287945 294054
66 Gewinne zu 1000 Mk. 2383 2687 2919 9068
19831 26265 29227 30470 31734 35728 43295 47565
51470 52565 65843 73043 79615 85905 89273 93926
93968 100755 102184 104065 112728 114384 115918
120775 122155 130836 131180 133157 133560 136379
141106 145739 150997 151703 160331 167564 172443
175653 179435 186576 190408 190735 191043 207413
209064 214869 220105 221500 222584 226156 234427
235408 243325 243607 244333 259804 272220 277915
280834 294677 294814 303358
115 Gewinne zu 500 Mk. 798 1364 2247 3416
18968 21391 22449 25145 25621 26246 30544 35715
47105 50133 50454 51777 52495 53240 54739 58081
73608 74678 76475 79831 80834 80877 84038 84147
84471 86023 88884 90678 93045 95622 103925 104661
106773 109087 114069 118930 123361. 124491 127809
128243 128550 133160 133580 140446 140869 147540
147594 148471 153021 155795 159233 161722 162117
164541 165169 165961 170610 173751 177328 177812
179880, 184072 185564 189082 191452 192898 196949
197725 201053 201243 202006 202511 203715 203939
204333 205100 207819 208165 215069 217828 222351
223220 232236 234094 234429 237179 238756 239300
239714 241623 242089 246284 246797 249653 255503
256616 263567 264218 268808 270213 273096 279477
284443 294858 294949 297149 298349 298540 300268
301126 301514

Gedent
Bürger, Arbeiter Handwerker

liefert

Darmstadt
jetzt Kirchſtraße 19, an der Stadtkirche

Anzüge . . . Damen=Konfektion
Möbel Betten . Polſterwaren
alles auf bequemſte (9646a
Teilzahlung.

Rogelkraftfutter, Vogelfutter und alle
Hilfsmittel Göbels Spezialge-
Belläkt, Ernſt=Ludwigſtr. 11. (9523a

Zu verkaufen:
Stiftſtraße 59. 2. St.

ſchönes Tüllkleid,
hochfeiner Voilerock,
(10133

für Körper=
Massage das
einzig Beste!
Eine tägliche Einreibung des
Körpers mit *877)f Eau de
Cologne hebt die Blutzirkula-
tion
, kraftigt, erfrischt und des-
inhziert
die Haut u. gibt ihr eine
besondere Weichheit und Glatte.
Wenn sehr empfindlich, ver=
mische
man *7777M Eau de
Cologne anfangs mit etwas
Wasser, gehe aber spater zu
puren Waschungen uber.

zu verkaufen,
1 blaues gutes Kleid Größe 44, daſelbſt
auch 1 Krankenfahrſtuhl, Inſelſtraße 32,
*1ja4
parterre.,

Ausgekammze Maare fortwährend

kauft
Eduard Geringer, Herren= und Damen=
friſeurgeſch
., Pallaswieſenſtr. 19. (*11201mfef

[ ][  ][ ]

2. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.

39 10.

Freitag, 19. Mgſ.

1910.

Enorme Auswahln Herrenwäsche

finden Sie im

Mainzer Waren
erren-
Derren-Tri-
Herren-

auf

in weiß und farbig,
mit hocheleganten
Brust-Einsätzen,
prima Stoffe,
das Hemd
4.50, 4.00,
3.50, 3.00,

Kraßen
in den neuesten
Fassons und allen
Weiten, in weiß und
farbig, prima Qual.,
Stück 50, 40,
30 und 25 Pfg.
nnnnannnns
Herren-
FHauschetten

1 in großer Auswahl,
Paar 40 Pfg.

Mkothemden
aus weißem Trikot,
mit weiß oder farb.
Mine- Kinäten, in
allon Weiten.
St. 4.50, 4.00,
3.00, 2.80 Mk.
Anununnumn
acco-
MWäsche:
Hosen
Hemden
Jacken
extra billig!

Vorhemden
in weiß-und farbig.
Farbige
Garnituren,
bestehend aus Vor-
hemd
u. Manschetten
die Garnitur
1.50, 1.25,1.10

Pfg.

Handschuhe Schirme Manschettenknöpfe- Socken.

Herren-Krawatten (erste Heuheſten) 2.50, 1.80, 1.20 u. 95, 45

Pfg.

(1019


linzer Warenhaus
7 Markt 7.
Guggenheim & Marx.
7 Markt 7.
Sorde
8686erse
Sssessösen
Fir die Feiertage

Jedes Paar

Unübertroffen in Haltbarkeit, Eleganz und Preiswürdigkeit sind
(8176
die Fabrikate der
Schuhfabrik TURUL

Mk. 2
Verkauf
Schuistr.s
nür
Alfred Fränkel, Com.-Ges.
Soooesoosssobozooesoososeose

empfehle:

Enten u. Hahnen
hieſige und franzöſiſche Ponlarden, Capannen=u. Welſche
zarte Fricaſſé=Hühner, junge Tauben
Rehbraten in allen Größen (Ziemer im Ausſchnitt)
diverſes Wildgeflügel

etc.

etc.

etc.

Pianos zu vermieten.
A. W. Zimmermann, Marienplatz.
Fernspreeher 881.

(320a

Heinrich Grimm, Hoflieferant.
3)
Wegen Geschäfts-Aufgabe:
Sonnenschirme
Regenschirme
Spazierstöcke
zu enorm billigen Preisen.
Preise in den Schaufenstern ersichtlich.

Schulstrasse Nr. 3.

Kücheneinrichtung,
Ladentheke, Kleiderſchränke,
Nachtſchränke, Tiſche, Stühle, Spiegel.
Waſchſchränkchen billig zu verkaufen
Wendelſtadtſtraße
*11914)

(1910
3 Monate alt, zu verkaufen
Beichſtraße 40.

[ ][  ][ ]

Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Nummer 110.

o

Kau-Sccke
beeile Saisbicfagn
un Kubschen modernen Streifen

Stück.
95 Sfg.
Stück 2.75 Mk.

10148)

Cael Schirman 8Ce.
Scße Slitaberken- unaa

Unter dem Allerhöchsten Protektorat S. K. H. des Großherzogs
I. Kanmerigeik Pest
in Darmstadt
am 3., 4., 5. Juni 1910, abends 6 Uhr, im Saalbau.
Mitwirkende: Fréderic Lamond (Berlin), Prof. Dr. Max
Reger (Leipzig), Hans Pfitzner (Strassburg) Klavier. Frau
Lauprecht-Lammen (Frankfurt) Sopran. Frau Jlona
Durigo (Budapest) Alt. Havemann-Quartett (Hamburg).
Kammermusik-Vereinigung Darmstadt.

Kartenverkauf (ab 9. Mai) Hofmusikalienhandlung Gg. Thies Nachf.
Einzelkarten ab 25. Mai. Liste im Umlauf. Vormerkungen an J. Harres, Saalbau-
Strasse 79. Programm auf den Plakaten!
(9631a
Der Fest-Ausschuss.


Gesanqverein Harmonie

Nationaler

Goßangswonstrer

Pfingsten 1910.

Sonntag, den 15. Mai, vorm. 10 Uhr

der Stadtklassen im
Mathildenhöh-Saal‟
Rummelbräu-Saal‟

Klassensingen der Landklassen in
Nachmittags 3½ Uhr, in beiden Sälen
Ehrensingen und höchstes Ehrensingen
um die Ehrenpreiſe Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs, Ihrer Majeſtät der
Kaiſerin von Rußland, Sr. Exzellenz Freiherr von Jeniſch ꝛc.
(9408a
Die Feſtmuſik wird von der Kapelle des Feld=Art.=Regts. Nr. 61 (M. Weber)
ausgeführt.

Eintritt: Sperrſitz 1 Mk., Saal 50 Pfg.
Vorverkauf im Verkehrsburean. Festprogramm durch die Plakate.

Montag, den 16. Mai (II. Pfingſtfeiertag):
Großes Tanzvergnügen
im Saale zum goldnen Löwen in Traisa.
Hierzu ladet ergebenſt ein
Fr. Seibert.
11926)

Zur Stadt Barceiond

Nathildenplatz 8.

000

Mathildenplatz 8.

J. Foix & Söhne
Weingutsbesitzer in Vendreil (Spanien)
Spaniſche Weinhalle u. Weinhandlung
von nur echten garantierten Traubenweinen. Ständig 10 Eisenbahnwagen
unterwegs. Damit sich Jedermann von der Vorzüglichkeit unserer Weine über-
zeugen
kann, geben wir bis zum 20. dieses Monats üher die Strasse (9672a
Ja. Rot- u. Weisswein von 48 Pfg. per Ltr. an
Verkauf über die Strasse im Laden neben den Restaurations-Lokalitäten.
Hochfeine Dessert- und Krankenweine zu billigsten Preisen.
Gebinsle sind leihweise zu haben. Bei 10 Liter-Abnahme wird frei ins Haus geliefert.

Turngemeinde Darmstadt.
Protektor: Se. Kgl. Hoheit der Großherzog.
Am 2. Pfingſtfeiertag (16. Mai 1910)
Ausflug mit Musik
Gre
nach dem Kühkopf.
Einkehr in Goddelau (Frankfurter Hof).
Abfahrt 1* (Hauptbahnhof).
(10145
Der Vergnügungs-Ausschuss.

Grafenstrasse 22. : Telephon 444.: Waldstrasse 11.
Me e e e en e en en en en en ent et et
Neubau mit allem modernen Comfort

Seee en eh reh re ent

G ee etereht ret

Jedes Zimmer inkl. Frühstück M. 2.50
R. Doll.
(8179a

Bannnof=Kestaurant

Darmstadt

Grosser Saal und Terrassen.

Für Frühjahrs- und Sommer-Saison
die schönsten Restaurationslokalitäten der Stadt

sese Prachtvolle Aussicht eee=
sasese
auf die Bergstrasse esecse

Von 12-3 Uhr: Kleine Diners zu Mk. 1.50
und höher an separaten Tischen.
Table d’höte 1 Uhr, à Couvert Mk. 2.50.
Speisen à la carte in reicher Auswahl
Reine Weine Vorzügliche Biere
Dunkles aus dem Kgl. Hofbräuhaus München.
Helles Export aus der Brauerei Rummel.

8105a)

Ernst Niemann, Hoflieferant:

eligt. Baten
Darmstadt, Luisenstrasse (Ecke Schuchardstrasse)
(9037a
vis-a-vis dem alten Palaisgarten.

Seidel & Naumann’s
weltberühmte Gerwania-Fahrräder‟

Billige
Preise!

Billige
Preise!

in grosser Auswahl, Modell 1910 Von den beliebten leichten
Strassenrenner bis zum langjährig erprobten Geschäftsrad, bei (6327a
August Engel, Schuchardstrasse 8.
averlässige Reparaturwerkstätte.

Gebrauchte, gut hergestellte Räder in grosser Anzahl, sehr billig.

[ ][  ][ ]

Nummer 110.

Berliner Parbenis.
Plauderei aus der Reichshauptſtadt.
Berlin, im Mai.
Es iſt erſtaunlich, wie ſchnell der Reichtum das Selbſt=
bewußtſein
ſtärkt. Selbſt wenn er noch ſo mühelos erwor=
pen
wurde, gibt er dem damit Begnadeten das Gefühl, alle
anderen Menſchen zu überragen. Nicht nur an Klugheit,
ſondern auch an Arbeitskraft, an Fleiß, Energie. Sogar
wenn der Reichgewordene nur ein Glückspinſel iſt, der
das große Los gewonnen hat, bemächtigt ſich ſeiner das
Gefühl ſolcher Ueberlegenheit. Dabei ſind die Leute, die
ſelbſterworbenen Reichtum nur ihrer eigenen Tüchtigkeit
verdanken, ganz außerordentlich ſelten. Eine ſehr kluge
Frau, die ſeit vierzig Jahren das Auf und Nieder einzel=
ner
Perſönlichkeiten Berlins beobachtet hat, pflegt zu ſa=
gen
: Wenn ich von dem Selfmademan höre, der Mil=
lionen
erworben hat, erkundige ich mich immer nach der
reichen Witwe, die er geheiratet und mit deren einer Mil=
lion
er die anderen gemacht hat. Nicht immer ſind es
reiche Witwen, manchmal iſt es auch ein reicher Schwie=
gervater
, ein wunderlicher Zufall, eine über alles Erwar=
ten
geglückte Spekulation, die den Grundſtock zu einem
raſch gewonnenen Vermögen gelegt haben. In den mei=
ſten
Fällen etwas, das weitab von perſönlicher Tüchtig=
keit
, überlegener Klugheit oder außergewöhnlicher Arbeits=
kraft
liegt.
Solche Kinder des Glücks finden ſich in Berlin natür=
lich
in beſonderer Menge. Die große Stadt bietet ſo viele
Möglichkeiten, daß dieſem oder jenem eine gebratene Taube
in den Mund fliegen muß, auch wenn er gar kein anderes
Verdienſt für ſich in Anſpruch nehmen darf, als das, be=
ſtändig
mit offenem Maule umhergelaufen zu ſein.
Selbſterworbener Reichtum iſt in Berlin viel häufiger als
ererbter. Noch vor vierzig Jahren war Berlin die arme
Hauptſtadt eines armen Landes, die reichen Leute
darin konnte man zählen, jährlich Millionen zu verzehren,
hatte niemand von ihnen. Allein das Anwachſen des Bo=
denwertes
in und um Berlin, eine Wertſteigerung, für die
kein Berliner auch nur den Finger zu rühren brauchte, die
ſich aus den veränderten Verhältniſſen von ſelbſt ergab,
hat den Reichtum Berlins um Milliarden vermehrt. In=
nerhalb
eines Zeitraumes von vierzig Jahren! Kein
Wunder, wenn nicht mehr der ererbte, ſondern der ſelbſt=
erworbene
Reichtum in Berlin dominiert, wenn Leute, die
vor vierzig Jahren noch nichts hatten, heute das geſell=
ſchaftliche
Leben beherrſchen.
Der Einfluß dieſer ſchnell reich Gewordenen iſt nicht
in jeder Beziehung ſchädlich geweſen. Gerade ſie haben
dafür geſorgt, daß Berlin, während es wuchs, ſich auch
moderniſierte, daß das Leben eleganter, luxuriöſer, äußer=
lich
glanzvoller wurde. Denn die meiſten von ihnen haben
durchaus die Tendenz, vermöge ihres Reichtums das Le=
ben
in vollen Zügen zu genießen. Was ſie Genuß nennen,
überall dabei ſein, die Welt bereiſen, an den Mode=
orten
geſehen werden, gut eſſen und trinken, ſich mit Kom=
fort
umgeben. Im Sommer in Oſtende und Schevenin=
gen
, in der Schweiz und Tirol, im Winter in Davos, an
der Riviera und in Italien, einzelne Exemplare, die
über das bischen Franzöſiſch nicht zu ſtolpern fürchteten,
verirrten ſich ſogar nach Paris, ſo ſahen ſie viel und
ſahen es mit den offenen Augen richtiger Berliner Kin=
der
, die zwar alles Neue ſcheinbar beſpötteln, aber Prak=
tiſches
und Unpraktiſches. Nachahmenswertes und nicht
Nachahmenswertes glücklich zu unterſcheiden wiſſen.
Ueber das rein Aeußerliche ſahen ſie natürlich nicht hinaus,
weil ihre Intereſſen nicht darüber hinausgingen.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Seite 19.

So wurden ſie Kunſtſammler ohne Intereſſ, ohne
Verſtändnis, ſogar ohne Liebhabereien, abhängig von dem
Kunſthändler, der ihnen als Autorität gilt, während er
natürlich nur Geſchäftsintereſſen verfolgt. Die lebenden
Berliner Künſtler ſind ihnen beinahe unbekannt und
gleichgültig, Bilder alter Meiſter, deren Namen etwas
ſagen, und ausländiſcher Schund, der ihnen aufgeſchwatzt
wird, zieren die Wände ihrer Räume. Die alten Vilder
brauchen nicht immer beglaubigt zu ſein. Der ſarkaſtiſche
Paul Meyerheim ſoll eine ſolche Berliner Privatgalerie,
durch die ihn der Eigentümer mit dem ganzen Stolz ſei=
nes
Mäzenatenbewußtſeins führte, mit den Worten ver=
laſſen
haben: Mein lieber Freund, in Ihrer Galerie ſind
Sie das einzige Original!
Solcher Kunſtſnobismus mag lächerlich ſein, aber er iſt
doch ungefährlich oder ſchädigt wenigſtens nur den reichen
Mann ſelbſt, der ſeine Rafaels und Murillos, wenn er ſie
auch nicht nach dem vollen Wert echter Bilder bezahlt
haben ſollte, doch immer noch viel zu teuer gekauft hat.
Schlimmer iſt die Gemütsroheit, die ſich unter dem Firniß
leidlicher Manieren verbirgt und ſich, im Bewußtſein, daß
Reichtum alles geſtattet und gegen Repreſſalien ſchützt,
ohne Scheu an das Tageslicht wagt. Der Mann, der im
weſentlichen durch die Intelligenz ſeiner erſten Frau Mil=
lionen
verdient hatte und plötzlich auf den Einfall kam,
ſeinen mitten in einem Straßenviertel gelegenen Garten
mit einer vier Stockwerke hohen Betonmauer zu umſchlie=
gen
, die den Anwohnern Ausſicht. Licht und Luft abſperrte,
iſt ein typiſches Beiſpiel dafür. Offiziell gab er als Grund
für dieſen Kapitaliſtenſcherz, der ihn 50000 Mark koſtete,
an, daß niemand ſeine Frau, die zweite, zu ſehen brauche,
wenn ſie im Garten luſtwandele. Tatſächlich war es ein
Racheakt, ausgeführt aus Aerger darüber, daß er das
Nachbargrundſtück nicht, wie er gewünſcht hatte. unter
dem Wart an ſich bringen konnte. Bezeichnend für die
Kleinlichkeit dieſes vielfachen Millionärs iſt, daß er ſechs
Wochen, nachdem er baroniſiert worden war, bereits über
ſo zahlreiche mit ſeinem Wappen in Gold, Silber und El=
fenbein
verzierte Zigarrentaſchen verfügte, daß viele, viele
Generationen ſie nicht hätten auftragen können.
Weniger gemeingefährlich, aber nicht weniger brutal
äußerte ſich das Selbſtgefühl eines anderen, durch die Wert= bach, geboren 22. September 1868, zuletzt in Gries=
ſteigerung
ſeines Grund und Bodens zum vielfachen Mil=
lionär
gewordenen Selfmademan, der ſeinem eigenen macht. Er wird geſucht.
Bruder ſeine Nobilitierung mit dem Zuſatz mitteilte:
Perſönlich bleibt natürlich zwiſchen uns alles beim alten, eines Arbeiters Guſtav Laskowsky.
aber Du wirſt ſelbſt einſehn, daß wir den geſellſchaftlichen
Verkehr in Zukuſt aufgeben müſſen.
Eine Dame, der ſeit zwei Jahren der ſehnlichſte1 boren, 2. Chriſtine Weigold, 1858 ebenda geboren.
Wunſch ihres Lebens erfüllt iſt, ſich zur Hofgeſellſchaft zäh=
len
zu dürfen, iſt der Stolz darüber ſo in die Krone ge= deren Adreſſe unbekannt iſt:
fahren, daß ſie zu einer anderen Dame, die immer dieſen
Kreiſen angehört hat, ſehr von oben herunter äußerte:
Sie machen noch bei den Geſandtinnen Beſuch? Ich
gehe nur noch zu den Botſchafterinnen!
Wie harmlos iſt dagegen die alte Geſchichte, die den
Chef eines Berliner Bankhauſes, als er es vor dreißig
Jahren glücklich bis zum Kommerzienrat gebracht hatte,
ſagen ließ: Rat bin ich jetzt. Millionär bin ich auch,
fehlen mir nur noch die drei Buchſtaben fon vor meinem
Namen. Eitelkeit und Mangel von Orthographie ſind
noch keine Todſünden, wenn ihnen ein bischen Herzensgüte ſeiner Frau Agathe geb. Baumann.
die Wage hält.
Man braucht nicht Millionär geworden zu ſein, um in
beſtändiger Gefahr zu leben, ſich lächerlich zu machen.
Reichtum iſt ja ein ſo ungeheuer dehnbarer Begriff.
der eine verſteht Millionen darunter, der andere glaubt

ſchſchon mit ein paar kaufend Mar, die er glücklich himter
ſich gebracht hat, über ſich ſelbſt hinausgewachſen. Ich
habe einmal zwei junge Berliner Frauen der letzteren
Kategorie ſich auf einem Wannſeedampfer gegenſeitig in
ganz derſelben Auffaſſung anrenommieren hören, die aus
den vorher erzählten Geſchichten ſpricht. Ganz harmlos
noch bewunderte die eine die Halskette der anderen, ſie ſelbſt.
trug keine. Man läßt doch nicht für 150 Mark in der
Kommode liegen, wenn man auf Landpartie geht, ſagte
die andere geſchmeichelt. Nun, manchmal hat man doch
noch für mehr als 150 Mark im Schranke hängen, erwi=
derte
die erſte ſpitz und die Freundſchaft hatte ein
Ende Und ſie waren beide noch eben davon überzeugt
geweſen unter den auf dem Dampfer Mitfahrenden im
Glanz ihrer neuen Hüte und neuen Kleider eine beſonder=
Klaſſe zu repräſentieren.
Schnell und mühelos erworbenes Geld verdirbt den
Charakter. Was uns nicht abhalten ſoll, uns das große
Los zu wünſchen. Es gibt ja Ausnahmen, die auch ſolche
Schickſalsſchläge mit Würde zu tragen wiſſen!
Paul v. Szezepanski.

Wem zgehört das Geld?
Anfragen ſind unter Beilegung von 50 Pfg. in Marken für Schreib= und
Portoſpeſen und mit Angabe der voranſtehenden Nummer an die Redation
dieſes Blattes zur Weiterbeförderung, jedoch ohne Verhindlichkeit, zu richte
278. Als Erbe des Nachlaſſes einer Juliane verw.
1 Anke, verwitwet geweſenen Grüner, geb. Ruttloff, wird
ein Traugott Friedrich Ruttloff geſucht, oder ſeine Ab=
kömmlinge
. Der Geſuchte ſtammt aus Cuba und hat
ſich im Jahre 1855 beim Pfarramt daſelbſt einen Ge=
burtsſchein
behufs Stellung zum Militär ausfertigen
laſſen. Wo er damals gewohnt hat und was aus ihm
geworden iſt, konnte nicht ermittelt werden.
279. Geſucht werden die Erben einer Witwe Anna
Remling, geb. Keller. Als ſolche kämen in Betracht
Johann und David Keller aus Bobile im Kreiſe
Guhrau i. Schl. reſp. ihre Abkömmlinge, event. die un=
bekannten
Nachkommen eines Bankiers Rade und
eines Dienſtmannes Larſen.
280. Heinrich Friedrich Bozenhard aus Kleinhirſch=
heim
a. M. aufhältlich geweſen, hat eine Erbſchaft ge=
281. Unbekannt ſind die Erben für den Nachlaß
282. In einer Erbſchaftsſache werden geſucht 1. Bar=
bara
Weigold, 1867 in Loßburg in Württemberg ge=
Leibrenten ſind für nachgenannte Perſonen vorhanden,
283. Auguſte Luiſe Wilhelmine Kuhröber, 1861 in
Rathenow geboren.
284. Helene Aug. Charl. Joh. Kummer, 1850 in Czar=
nikau
geboren, Tochter des Oekonomiekommiſſars Kummer
in Gleiwitz.
285. Pauline Kuntz, 1852 in Malſtatt=Saarbrücken
geboren.
286. Ernſt Kupolke, 1851 in Breslau geboren.
287. Joh. Marie Charl. Agathe Kutzner, 1853 in
Hirſchberg geboren als Tochter des Lehrers Kutzner und
288. Ida Lehmann, 4. Januar 1846 in Halle a. S.

geboren.
280.
geboren.

Richard Loehner, 1849 in Iſewitz in Oldenbura

Zum bevorstehenden Pfingstfest

(10111

Darrterr- ulis Fiiider Korkeigterf

Leinen-Kostüme
lange Jacke mit reichem Durch-
itz
und schönem weiten Rock
17.50 Mark.

einen-Röcke
(Fünf- Bahnenrock) mit Faltenlage
und Durchsatz
6.75 Mark.

Leinen Paietet=
durchgearbeitet
mit
el, sehr aparte Fasson 15.00
lange Paletots, modern gearbeitet
9.50 Mark.
Weihe
Prinzeß-Kleider
egante Fassons mit reicher Stickerei
in allen Preislagen.
Wäihe
Woll-Miederröcke
nit tiefer Faltenlage, weit geschnitten
11.50 Mark.

Weiße Spitzenblusen
sowie Point-Lace-Blusen, auf Seiden-
batist

13.00 Mark.

Weiße Wollblusen
mit reicher Garnitur, eleg. Passenfasson
3.50 Mark.

Weiße Spitzenblusen
in Tüll sowie in Spachtel auf Baum-
wollbatist

6.75 Mark.

Weihe
Batist-Kinderkleidchen
vom einfachsten bis zum eleg. Genre
von 1.50 Mark an.

Weibe
Kinder-Mäntelchen
in Flock-Piqué und Rips-Piqué
4.00 Mark.
ee e
Kinder-Kleidchen
vom elegantesten bis zum einfachsten
Genre, mit handgestickter Passe,
festonntert 2.75 Mark.

2
EbTeReFFSertT!

Mitglied des Rabatt-Sparvereins
z MMARK1 2.

[ ][  ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 13. Mai 1910.

Nummer 110.

Garuſt-Sluſen
Sat-Kleider
Zaſ-Kuften
Darir-Röcke

Katel

Een Soſlen in unerreichter &usakl. Süſſeler aen Srück 4(5

Hin Soſlen handglickte ſſche
Hair-Sluſen
Srück 2.(5-

Cad Sanma & Ce.
Ocke Stiabehen- u.

(10147

I1 Telegramm!!
Ueber die Pfingſtfeiertage
kommt der berühmte
acnhamerist Woigand
Restaurant
Münchner Kindl
Neckarstrasse 4. (*11842df

Zu Ungsten!

garantiert frisch
10 Stück v. 45 Pfg. an
Ia frische Land- u. feinste
Süßrahm-Tafelbutter.
Spezialität:
feinste Gebirgs-Süssrahm-
Tafelbutter.
(Lieferung frei ins Haus.)
Milch
sowie alle sonstige Molkerei-
Produkte empfiehlt
Conrad Schefer
Soderstrasse 2, am Kapellplatz.
(10102

Eine große Sendung
Lorbeerbäume
ſoeben eingetroffen (10154a

H. Schneider,
Schwanenſtraße 39.

Gärtnerei,
Telephon 780

Billiger Gelegenheitskauf!
Große Ausw. in Damenkleid. v. 2 Mk. an,
Koſtüme v. 4 Mk. an, einz. Bluſenröcke in hell
u. dunkel v. 1,50 Mk. an, Bluſen v. 80 Pfg. an,
Sommerkl. v. 2,50 Mk. an, Mäntel, Capes,
Jacketts, Golf=Jacke in ſchw., weiß, lila, gr.
Partie Kragen (Nr. 3446) p. Stck. 10 Pfg.,
Gasherd, Sportwagen, 2=ſitz., u. vieles mehr
*11966fs) Soderſtraße 47, 1. Stock I.
noch gut erhalten, zu
Kinderwagen, verkaufen
(*11907
Mollerſtraße 2, 2. Stock.
mzugshalber ſehr bil. zu verk.; poliert.
Vertiko (neu), Stahlmatratze m. Schoner,
groß. Trümeauſpiegel (gut erh.), ſpan. Wand,
Bücherregal, Wringmaſchine, verſchied. Tiſche
*11947)
Soderſtraße 77, part.
ut erh. Regenmantel, Sommerkleider
und Bluſen preiswert abzugeben. Zu
erfragen in der Expedition ds. Bl. (*1950
Feine ſchwarze
Kammgarnhoſe
für große Figur für 6 Mk. zu verkaufen.
Näh. in der Expedition ds. Bl. (10138fs

Tel.
389

SiMoN
OttoReutter
Tournee
1

Nur 8 Tage!

Vom 16. bis inkl. 23. Mai.
. Verlängerung .
absolut ausgeschlossen.
Sensationelles Gastspiel:
Otts Heutter

Vorher:
Das grosse Variété-Programm.

Montag, 16. Mai
II. Pfingst-Feiertag:

nachmittags 4 und abends 8¼ Uhr.
In beiden Sonntags-Vorstellungen
nachmittags wie abends:
Das ungekürzte Programm

inkl.

Otto Reutter

Kartenvorverkauf
ohne Preisaufschlag im
Verkehrsbüro und bei Herrn Hugo
de Waal, Rheinstrasse. (10080dfs

Nur 8

Tage!

Metall. und Palmn- Grabträuse in groser Auswahl. (731a
Perl-
Gg. Schubkegel, Ludwigsplatz 1.

Täglich

RoterHaSS Auustier-gonzert.

(10114a

Fleisch und veget. Kost
zu 65 u. 50 Pf. im Abonn.
(auschant des berühmten
Wormser Weinmostes
Kein Trinkzwang.
REFORM-RESTAURANT
THALVSIA

Eine faſt neue
Wohnzimmer-Einrichtung
zu verkaufen. (8612a
bendtische Einzuſehen zwiſchen 1011 Uhr.
Bismarckſtraße 66, 1. St.

egzugshalber ein noch ſehr ſchöner
23
Flügel
(für Wirte und Vereine gut geeignet) preis=
(*11924fso
wert zu verkaufen. Näheres
Grafenſtraße 4, 2. Stock rechts.

u kaufen geſucht.
Ein gebr. Kinderbett
(*11923
Näh. Nieder=Ramſtädterſtr. 71, 2. Stock.

zu verkaufen
Ein ſchöner Sportwagen
(*11922
Liebfrauenſtraße 54.

Grossoraderer
äusserst leistungsfähig
mit Lanz vorzüglichen Bieren
ſucht größere ſolvente
Abnehmer
in Darmstadt und näherer Umgebung.
Offerten unter F. O. S. 4722 an
Rudolf Mosse, Frankfurt a. H. (10118Mf

Klavierstimmer
L. Schultze, Kammermuſiker,
e

Morgen Samstag, den 14. Mai,

Morgens
Wellfleiſch mit Kraut
wozu freundlich einladet
(*1193:
August Rädge
Nachfolger von Gottfried Gunder
früher Gardiſtenſtraße 13
jetzt Schwanenſtraße 49
Zur Stadt Hannover.
. Selbſtgekelterten Apfelwein ..

Hochf. Herrenſchreibtiſch

eiche
ſehr preiswert zu verkaufen. Näheres in
der Expedition.
(10132t

Monat alter männl. For zu
3 verkaufen Teldbergſtr. 26. (*11781mdf

Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, den 13. Mai 1910.
Außer Abonnement.
Schüler= und Volks=Vorſtellung
bei ermäßigten Preiſen.
Wallenſtein’s Tod.
Trauerſpiel in 5 Akten von Fr. v. Schiller.
Szeniſche Leitung: Regiſſeur Hacker.
Perſonen:
Wallenſtein, kaiſerl. Gene=
raliſſimus
.
Octavio Piccolomini,
Generalleutnant . .
. Hr. Wagner
Hr. Weſtermann
Max Piccolomini
Graf Terzky, Wallenſtein’s
. Hr. Hacker
Schwager
Illo, Feldmarſchall . . . Hr. Baumeiſter
Iſolani, GeneralderKroaten Hr. Jürgas
Buttler, Chef eines Drag.=
. Hr. Lehrmann
Regiments.
. Hr. Klotz
Rittmeiſter Neumann
Obriſt Wrangel.
. . Hr. Riechmann
Gordon, Kommandant von
Eger
. Hr. Knispel
Baptiſta Seni, Aſtrolog . Hr. Bohne
Schwediſcher Hauptmann . Hr. Schneider
Hauptleute in
Deveroux, der Wallen= Hr. Geibel
Macdonald, ſtein’ſchen Hr. Jachtmann
Armee
Herzogin von Friedland . Fr. Scherbarth
Thekla, Prinzeſſin v. Fried=
land

. Frl. Welden,
a. G.
Gräfin Terzky
Frl. Oſter
Fräulein Neubrunn
. Frl. Wisthaler
Kammerdiener
. Hr. Ungibauer
Ein Adjudant
: Hr. Kroczak
. Hr. Schwarze
Ein Gefreiter.
Erſter
. Hr. Jungmann
Zweiter 7 Küraſſier
. Hr. Indorf

* Wallenſtein Herr Max Kühne vom
Stadttheater in Chemnitz, als Gaſt.
Nach dem 3. Akte findet eine längere
Pauſe ſtatt.

Plätze:
Preiſe der
Proſzeniumsloge 2.
tk., Fremdenloge
2. Mk., Balkonloge 2. Mk., 1. Rang
2. Mk., 2. Rang 1. Mk.,
Sperrſitz
1.50 Mk., Parterre 1. Mk.,
Galerie
40 Pfg., 2. Galerie 30 Pfg
Anfang 7 Uhr. Ende nach 10½ Uhr.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.

Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Sonntag, 15. Mai. (Keine Vorſtellung.)
Montag, 16. Mai. 174. Ab.=Vorſtellung.
B 44. Lohengrin. Lohengrin Hr.
Alfred Goltz vom Königl. Hoftheater in
Stuttgart, a. G. Große Pr. Anf. 6½ Uhr.
Dienstag, 17. Mai. Außer Abonnement.
Vorſtellung zu Abonnementspreiſen: Der
Graf von Luxemburg. Anf. 7 Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Mittwoch, 18. Mai. Außer Abonnement.
Schüler= und Volks=Vorſtellung zu ermäß.
Preiſen zum Beſten des Witwen= und
Waiſenfonds der Großh. Hofmuſik unter
Mitwirkung des Frl. Birgit Engell vom
Königl. Theater in Wieshaden. Der
Barbier von Sevilla. Roſine . Frl.
Engell. Anf. 7 Uhr. (Vgl. beſond. Anzeige.)
Am erſten Pfingſtfeiertag bleibt die