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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 107.
Dienstag, den 10. Mai.
1910.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
König Georg 1.
*⁎* Der Nachfolger Eduards VII. hat als Georg V.
die Regierung des britiſchen Weltreichs angetreten. Sein
Namensvorgänger Georg IV. herrſchte von 1820 bis 1830
ziemlich unrühmlich über das Vereinigte Königreich und
war auch noch gleichzeitig Souverän von Hannover — die
Vereinigung der beiden Kronen hörte erſt mit dem Tode
Wilhelms IV. im Jahre 1837 auf. Auch der neue König
war als Prinz und Kronprinz politiſch gar nicht
hervor=
getreten. Als zweiter Sohn Eduards VII. am 3. Juni
1865 geboren, kam er für die Thronfolge erſt nach dem im
Jahre 1892 erfolgten Ableben ſeines älteren Bruders in
Frage, nachdem er ſich der Laufbahn eines Marineoffiziers
gewidmet hatte, welchem Berufe er mit Leib und Seele
ergeben war. Große Befriedigung rief es in England
hervor, daß Prinz Georg der Braut ſeines verſtorbenen
Bruders, der Prinzeſſin Mary von Teck, die Hand zum
Ehebunde reichte, der am 9. Juli 1893 geſchloſſen wurde
und dem außer dem am 23. Juni 1894 geborenen Prinzen
Eduard Albert, dem nunmehrigen Thronfolger Prinzen
von Wales, noch vier Söhne und eine Tochter entſproſſen
ſind.
Die Thronfolge in England iſt in dem Act of settie
ment vom Jahre 1701 und 1705 geregelt, ſie fällt den
pro=
teſtantiſchen Nachkommen der Prinzeſſin Sophie von
Braunſchweig zu, und zwar in ſtrenger Linealfolge; ſie
kann erſt auf eine entferntere Linie ſich vererben, wenn
alle männlichen und weiblichen Mitglieder der
herrſchen=
den Linie ausgeſtorben ſind. Mit dem Tode eines
Herr=
ſchers geht die Krone auf den nächſten Erbberechtigten
über, ohne daß es einer Anerkennung durch das
Parla=
ment oder auch der Krönung bedarf. Letztere iſt nur eine
Zeremonie, die freilich durch tauſendjährigen Gebrauch
ge=
heiligt iſt und dadurch beſondere Bedeutung erhält, daß
in dem Krönungseide die Rechte des Volks anerkannt und
beſtätigt werden. Durch die Verfaſſung wird die Krönung
nicht gefordert, ſie gibt aber dem König in den Augen des
an alten Gebräuchen hängenden Engländers erſt die rechte
Weihe. Das Parlament, welches früher beim Ableben des
Herrſchers ſich auflöſte, tritt aus eigener
Machtvollkom=
menheit ſofort zuſammen, um die Botſchaft des neuen
Königs entgegenzunehmen und dieſem den Treueid zu
lei=
ſten, obgleich die Mitglieder dieſen Eid bereits für den auf
dem Throne befindlichen Monarchen und deſſen Nachſolger
abgelegt haben. Premierminiſter Asquith weilte ſeit
kur=
zem in Spanien, er hat aber ſofort nach dem Eintreffen
der Trauerbotſchaft die Rückreiſe nach England angetreten.
König Georg, dem man Schlichtheit im Weſen und
Geradheit des Charakters nachrühmt, wird ſich vielleicht
vorläufig mit einem geringeren Einfluß auf die Politik
ſeines Reiches, als ihn Eduard VII. ausübte, begnügen
müſſen, aber möglicherweiſe ſtrebt er einen ſolchen gar
nicht an. Welche Wirkung der Thronwechſel hinſichtlich
der zur Entſcheidung ſtehenden ſchwierigen innerpolitiſchen
Fragen haben wird, muß ſich erſt zeigen. Das Ausland
hat keine Urſache, dem neuen König mit Mißtrauen
ent=
gegenzukommen, auch Deutſchland nicht, denn ob Georg V.
die Vorliebe ſeines Vaters für Frankreich wirklich geerbt
hat, wie die Pariſer Zeitungen zu melden wiſſen, ſteht
kei=
neswegs feſt, die Unterlagen für eine ſolche Annahme
feh=
len jedenfalls gänzlich. Als im Frühjahr 1908 der jetzige
König Georg in Deutſchland weilte, hat er den beſten
Ein=
druck hinterlaſſen. Er machte damals dem rheiniſchen
Küraſſier=Regiment Nr. 8, deſſen Chef er iſt, einen Beſuch
und nahm in Köln mit ſeiner Gemahlin einen mehrtägigen
Aufenthalt. Beim Frühſtück im Offizierskaſino brachte er
in herzlichen Worten einen Toaſt auf den Kaiſer aus und
er ſchien ſich in der Geſellſchaft der Offiziere ſehr wohl zu
fühlen. Von Köln fuhr das hohe Paar zu dem ihm nahe
verwandten Großherzoglichen Hofe in Darmſtadt. Hier
weilte es vom 27.—31. März.
Wir wollen aufrichtig wünſchen, daß die Regierung
des neuen Königs dem britiſchen Reiche und Volke zum
Segen gereichen und dem Völkerfrieden zugute kommen
möge.
— Aus dem Leben des Königs Georg und
der Königin Mary teilen wir folgendes von
allge=
meinem Intereſſe mit:
Prinz Albert Viktor, der Thronfolger, und
ſein um ein Jahr jüngerer Bruder Georg, der heutige
König, wurden nicht in dem ariſtokratiſchen Eton erzogen;
der kleine Georg zählte 12 Jahre, als er gemeinſam mit
ſei=
nem Bruder als Kadett auf das Schulſchiff „Britannia”
kam und hier von vornherein ohne Rückſicht auf Stand und
Namen die harte, aber auch wohltuende Strenge des
See=
mannslebens erfahren mußte. Für den lebensfrohen,
lei=
denſchaftlichen Knaben, deſſen übermütige Jugendſtreiche
mehr als einmal die Wächter höfiſcher Etikette entſetzt
haben, ward dieſe Erziehungsweiſe zu einer trefflichen
Schule der Selbſtbeherrſchung und des Charakters. Das
ſtrenge Leben an Bord gab dem lebendigen Sinne des
reg=
ſamen Kindes ſchnell eine feſte einheitliche Richtung. Der
zwölfjährige Kadett führte ſorgſam ein Tagebuch, in dem
er alle Erlebniſſe und Eindrücke niederſchrieb. Als
fünf=
zehnjähriger Jüngling machte er ſeine erſte
Welt=
reiſe. Von Dartmouth aus führte die Fahrt durch die
weſtindiſchen Inſeln; Afrika wurde umſegelt, Auſtralien,
Polyneſien, China und Japan beſucht; die Heimreiſe
führte das Schiff nach Ceylon, nach Aegypten und zu
aus=
gedehnten Kreuzfahrten durch das Mittelländiſche Meer.
Auch über dieſe Reiſen und ihre Eindrücke führte Prinz
Georg gewiſſenhaft Tagebuch; in ſeinen Notizen lohte hin
und wieder die romantiſche Phantaſie des Knaben auf.
Faſt drei Jahre währte die Reiſe, die ſo früh das
Welt=
bild des Prinzen erweiterte; die letzte Eintragung in ſein
Tagebuch erfolgte beim Wiederſehen der Heimat: „Beim
Morgengrauen ſieben Segel geſichtet, wir ſind mitten im
Kanal. Der Wind bläſt uns gerade aus England
ent=
gegen, das graue Meer allein würde genügen, um uns zu
ſagen, wo wir ſind. Dem Ewigen ſei Dank, der uns auf
unſeren Inſeln anſiedelte und ſein Britannien zwiſchen,
wogendes Fluten und ſtürmiſche Schauer einſetzte .
So ward das Meer, das Reiſen. Großbritanniens
Flotte und ſtärkſte Wehr dem jungen Prinzen von Jugend
auf zum Lebenszentrum. Ein kurzer Aufenthalt in
Lau=
ſanne, der dem Studium des Franzöſiſchen diente, war die
einzige Unterbrechung ſeiner ſeemänniſchen Arbeit.
Lang=
ſam erklomm er Staffel um Staffel. Er beſuchte die
Ma=
rineſchule von Greenwich und wurde Leutnant; nirgends
verſchaffte ihm ſein prinzlicher Stand einen Vorrang.
Als an einem trüben Januartage des Jahres 189:
Prinz Albert Viktor ſein Bruder, in der Blüte
jugend=
lichen Mannesalters in Sandringham von einer
Lungen=
entzündung dahingerafft wurde, ſtand Prinz Georg,
da=
mals 27jährig, vor ſeiner Ernennung zum Kapitän. Es
geſchah mit ſchwerem Herzen, daß er ſeiner
Offizierslauf=
bahn entſagte. Doch eine umfaſſendere Aufgabe harrte
fortan ſeiner: unerwartet war er zum Thronfolger
gewor=
den. Noch kurz vor ſeinem tragiſchen Ende hatte Prinz
Viktor der Prinzeſſin Mary von Teck den
Ver=
lobungsring überreicht. Der Tod hatte den beabſichtigten
Bund vereitelt. Nun ſah Prinz Geora die fröhliche
Cou=
ſine als trauernde Braut wieder. Es bedurfte keiner
ſtaatsmänniſchen Erwägungen, um dieſe beiden jungen
Menſchen zueinander zu führen. Nicht nur die Jugend,
auch ihre Weſensart. ihre Charakteranlagen. ihre
Ver=
wandtſchaft des Fühlens mußte die Beiden wie von ſelbſt
zuſammenführen. Wie Prinz Georg, ſo blickte auch die
heutige Königin von England damals auf eine Kinderzeit
zurück, in der eine einfache ſtrenge Erziehung einem
fröh=
lich überſchäumenden Temperament Richtung und
Kon=
zentration geſchenkt hatte.
Im Juli 1893 vermählte ſich Prinz Georg mit Mary
von Teck. Er zählte 28 Jahre, ſeine junge Frau war
Jahre jünger. Alle Vorausſetzungen zu einer
glück=
lichen Ehe waren gegeben; ſelbſt die kritiſche enaliſche
Ari=
ſtokratie betrachtete gleich dem Volke dieſes Ehebündnis
des künftigen Königs als glückverheißend und die
Zu=
kunft hat dies vollauf beſtätigt. Zu der Liebe geſellte ſich
eine rege geiſtige Wechſelwirkung und der beiden
gemein=
ſame Ernſt. mit dem ſie ihre Lebensaufgabe betrachteten.
Königin Mary hat in ihrer Jugend längere Zeit in
Ita=
lien geweilt, ihre Erzieherin erzählt von dem Wiſſenseifer
der jungen Prinzeſſin, der die Lektionen ihrer Lehrer nie
genügten und die trotz aller Erzieher im Grunde
Auto=
didakt iſt. Sie war auch „Univerſity Extenſion”=Schülerin
in Richmond und iſt eine begeiſterte Anhängerin der Muſik
und von jeher hat ſie ein lebhaftes Intereſſe für das
Theater gezeigt. In den Hofkreiſen gilt ſie als eine
gründ=
liche Kennerin der Theaterkunſt und aller
Theaterverhält=
niſſe, und gewöhnlich war ſie es, die die Stücke auswählte,
die bei den Aufführungen bei Hofe oder bei
Galavor=
ſtellungen gegeben werden ſollten.
Wohl kein Herrſcherpaar Europas hat gemeinſam ſo
weltumfaſſende Reiſen zurückgeleat wie das neue
bri=
tiſche Königspaar. Denn mit dem Aufgeben der
Marine=
laufbahn war die Wanderzeit König Georgs nicht beendet.
Die große Reiſe, die der britiſche Thronfolger mit ſeiner
Gemahlin vor fünf Jahren nach Indien unternommen hat,
iſt ein Ereianis von weittragender Bedeutung geworden,
deſſen politiſche Folgewirkungen von den Kennern der
Ver=
hältniſſe außerordentlich hoch bewertet werden. Es war
kein leichter Entſchluß, den die damalige Fürſtin von
Wales faßte, als ſie beſchloß, ihren Gatten auf dieſer
an=
ſtrengenden faſt einjährigen Reiſe durch alle Gebiete
In=
diens zu begleiten. Aber der Eindruck, den das
verſön=
liche Erſcheinen des künftigen Herrſcherpaares bei der
in=
diſchen Bevölkerung machte, hat das Opfer aufgewogen.
Die Wahlen in Frankreich.
* Am Sonntag fanden die Stichwahlen in
Frankreich ſtatt. Am Hauptwahltage, dem 26. April,
ſind 363 Wahlen zuſtande gekommen, am Sonntag fanden
234 Stichwahlen ſtatt. Bis auf die Mandate von Korſika
und Franzöſiſch=Senegal ſind die Ergebniſſe ſämtlicher
Stichwahlen bekannt. Gewählt wurden: 102 Radikale und
Sozialiſtiſch=Radikale, 8 unabhängige Sozialiſten, 49
ge=
einigte Sozialiſten, 18 Republikaner der Linken, 21
gemä=
ßigte Republikaner (Progreſſiſten), 14 katholiſche
Republi=
kaner und Nationaliſten und zwei Konſervative. Das
charakteriſtiſche Merkmal des Stichwahltages ſind die
Er=
folge der geeinigten Sozialiſten, die nunmehr im ganzen
20 Mandate gewonnen haben und zwar auf Koſten der
Radikalen, die Radikalen und Sozialiſtiſch=Radikalen
ver=
loren im ganzen 28 Mandate, die Republikaner der Linken
gewannen 8, die gemäßigten Republikaner 3, die
Konſer=
vativen und Nationaliſten 1 Mandat. Die unahängigen
Sozialiſten verlieren 1 Mandat.
Die neue Kammer, die 597 Deputierte zählt, wird
nach einer offiziöſen Zuſammenſtellung 264 Radikale und
Sozialiſtiſch=Radikale, 70 Republikaner der Linken, 25
unabhängige Sozialiſten, 77 geeinigte Sozialiſten, 66
gemä=
ßigte Republikaner (Progreſſiſten), 69 Konſervative und
Nationaliſten aufweiſen. Die Parteirichtung mehrerer
Ge=
wählter ſcheint noch nicht feſtzuſtehen.
Von den wichtigſten Wahlergebniſſen ſind zu
erwäh=
nen: Der Vizepräſident der Kammer, Dubief, iſt in der
Stichwahl unterlegen. Jaurés wurde in Albi mit 6445
Stimmen gegen Falguerettes gewählt, der 5843 Stimmen
erhielt. Miniſter Millerand iſt mit 5245 Stimmengegen
den Nationaliſten Pechin, der 4571 Stimmen erhielt,
durch=
gedrungen. Der Präſident der Kammer, Briſſon, iſt in
Marſeille mit 6681 Stimmen gegen Brion, der 5236
Stim=
men erhielt, wiedergewählt worden. Zu erwähnen iſt
fer=
ner die Niederlage des früheren Kammerpräſidenten
Dou=
mer, der im Aisne=Departement gegen den Nationaliſten
Caſtelin unterlag, dann die Schlappe des nationaliſtiſchen
Deputierten Boni de Caſtellane, der von dem
Ra=
dikalen Perchot geſchlagen wurde. Wiedergewählt wurde
auch der bisherige linksrepublikaniſche Deputierte Joſef
Reinach.
Deuiches Reich.
* Die von der nationalliberalen
Vertrauensmänner=
verſammlung gewählte und mit der Aufſtellung eines
nationalliberalen Reichstagskandidaten
für Friedberg=Büdingen beauftragte Kommiſſion
tagte in Friedberg am Samstagnachmittag und beſchloß
ein=
ſtimmig, Herrn Prof. Dr. van Calker in Straßburg als
Kandidaten der nationalliberalen Partei aufzuſtellen. Die
am 6. Mai von der nationalliberalen Partei mit dem Bund
der Landwirte und der Fortſchrittlichen Volkspartei
ge=
pflogenen Verhandlungen hatten den Zweck, auf Grund
der Beſchlüſſe der Vertrauensmännerverſammlung vom
1. Mai die Zuſtimmung dieſer Organiſationen zu der
be=
abſichtigten nationalliberalen Kandidatur herbeizuführen.
Die Verhandlungen mit dem Bund der Landwirte hatten
jedoch keinerlei Erfolg; die Sonderkandidatur des Herrn
Rechtsanwalts Dr. v. Helmolt wurde aufrechterhalten.
Da=
gegen hatten die Verhandlungen mit der Fortſchrittlichen
Volkspartei das Ergebnis, daß letztere den
nationallibe=
ralen Kandidaten unterſtützen wird, falls er Gegner der
vom Bund der Landwirte angeſtrebten weitergehenden
Erhöhung der Schutzzölle, Anhänger der Erbſchafts= reſp.
Erbanfallſteuer iſt und für die Unantaſtbarkeit des
Reichs=
tagswahlrechts eintritt. Fernerhin ſoll die nationalliberale
Partei ihre Kandidaten in den Wahlkreiſen Uſedom=Wollin
und Jauer=Landeshut zurückziehen und für die
Kandi=
daten der Fortſchrittlichen Volkspartei eintreten. Prof.
Dr. van Calker entſtammt bäuerlichen Verhältniſſen und
hat ſelbſt ländlichen Grundbeſitz, er kennt alſo die
Bedürf=
niſſe der landwirtſchaftlichen Bevölkerung aus eigener
An=
ſchauung.
— Der Bundesrat ſtimmte dem „Reichsanzeiger”
zufolge in ſeiner Sitzung vom 6. Mai dem Geſetzentwurf
über die Haftung des Reiches für ſeine Beamten in der
vom Reichstage beſchloſſenen Faſſung zu.
— Die „Kölniſche Zeitung” meldet aus Madrid: Die
Gebrüder Mannesmann ſtehen im Begriff, die
Berg=
werksarbeiten in den Bergwerksdiſtrikten bei
Me=
lilla in größerem Maßſtabe wieder aufzunehmen. Otto
Mannesmann findet bei der einheimiſchen Bevölkerung
das größte Entgegenkommen. Die Ausbeutung wird ſich
auf die Mannesmannſche Erzgerechtſame der Halbinſel
Tresforcas erſtrecken, wo eine holländiſche Firma, wie es
heißt, ohne Rechtstitel hierfür zu beſitzen, in letzter Zeit
Abbau betrieh.:
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. Mai 1910.
Nummer 107.
Die Vertreter der deutſchen Privatbeamten=
Ver=
bände traten in dieſen Tagen zu einer Beſprechung
zu=
ſammen, um ſich nochmals über die ſtaatliche
Pen=
ſionsverſicherung der Privatbeamten zu
beraten und im Anſchluß hieran auch zum Entwurf der
Reichsverſicherungsordnung Stellung zu
neh=
men. Annähernd 700000 Privatbeamte, vertreten in
kauf=
männiſchen und techniſchen Korporationen, hatten dieſe
Tagung beſchickt. Die dem Hauptausſchuſſe angeſchloſſenen
Verbände vertraten einmütig die Anſicht, daß durch
wei=
tere Zerſplitterung die Erreichung des Zieles nicht
gefähr=
det werden dürfe und daß die aus manchen beachtlichen
Gründen zu empfehlende, vor allem aber jetzt erreichbare
Verſicherung der Privatangeſtellten durch eine beſondere
Zuſatzkaſſe zur allgemeinen Invalidenverſicherung von
allen Privatangeſtellten ohne Ausnahme mit
Entſchieden=
heit angeſtrebt werden ſollte. Bezüglich des Entwurfs
der Reichsverſicherungsordnung erklärte der
Hauptausſchuß die Erhaltung der freien Hilfskaſſen im
Intereſſe der Privatangeſtellten für eine dringende
Not=
wendigkeit, da die Orts= und Landkrankenkaſſen dem
Ver=
ſicherungsbedürfnis derſelben auch nicht annähernd
genü=
gen können. Er widerſpreche daher auf das entſchiedenſte
allen Beſtimmungen der Reichsverſicherungsordnung,
welche dieſe Kaſſen ungünſtiger behandeln als die Be=
triebs= und Innungs=Krankenkaſſen; insbeſondere wende
er ſich auf das ſchärfſte gegen die §§ 528, 530 und 541,
welche den Beſtand der Kaſſen unmöglich machen und eine
durch nichts gerechtfertigte Bereicherung der
Ortskranken=
kaſſen darſtellen.
Zum Kampf im Baugewerbe wird dem
Deutſchen Arbeitgeberbund für das Baugewerbe mitgeteilt,
daß auch die Verbände von Berlin und Hamburg die
all=
gemeine Ausſperrung nach Kräften unterſtützen, obgleich
ſie Sonderverträge mit den Arbeitnehmerorganiſationen
abgeſchloſſen haben. So achtet der Verband der
Bau=
geſchäfte von Berlin ſtreng darauf, daß ausgeſperrte
Bau=
arbeiter in ſeinem Verbandsbezirk nicht eingeſtellt werden.
Die Geſchäftslage iſt in Groß=Berlin ſo mangelhaft, daß
nicht einmal ein großer Teil der ortsanſäſſigen Geſellen
Beſchäftigung hat. Der Baugewerbeverband von
Ham=
burg übt eine ſtrenge Kontrolle über die Herkunft der
zu=
gereiſten Bauarbeiter aus. Es beſteht auch in Hamburg
faſt keine Ausſicht, daß zugereiſte Geſellen dort in Arbeit
kommen, da ſogar die anſäſſigen Bauarbeiter zu einem
Drittel beſchäftigungslos ſind. In Frankfurt a. M. hat
am 4. Mai eine außerordentliche Hauptverſammlung des
Mitteldeutſchen Arbeitgeberverbandes ſtattgefunden, die
folgende Reſolution gefaßt hat:
„Die am 4. Mai 1910 im großen Saale des
Kauf=
männiſchen Vereins zu Frankfurt a. M. tagende
außer=
ordentliche Generalverſammlung des Mitteldeutſchen
Ar=
beitgeberverbandes für das Baugewerbe hat mit Intereſſe
und Befriedigung von dem derzeitigen Stande des
Kamp=
fes im Baugewerbe Kenntnis genommen. Die
General=
verſammlung ſpricht ſich dahin aus, daß trotz des nicht zu
billigenden Abfalles von Berlin, Hamburg und Bremen
die Ausſperrung mit 187000 Arbeitern als durchgeführt zu
betrachten iſt. Die Generalverſammlung erwartet, daß der
Bundesvorſtand in der bisherigen Weiſe die gute Sache
der Arbeitgeber im Baugewerbe fördern wird, und ſpricht
die Zuſicherung aus, alles zu tun, was zur Durchführung
des Kampfes nötig wird, um endlich Ruhe und Frieden
dem Erwerbsleben zu ſichern.”
Die Gleichberechtigung der Frauen in
der Armenpflege will jetzt auch die bayeriſche
Kammer durchführen. Wie deren Bureau dem bayeri=
ſchen Verein für Frauenſtimmrecht auf deſſen dahingehende
Petition mitteilte, ſoll in dem Geſetz über die öffentliche
Armen= und Krankenpflege das Wort „männliche”
geſtri=
chen werden.
— Die Erſte badiſche Kammer nahm den
Ge=
ſetzentwurf betreffend Abänderung des Einkommen= und
Vermögensſteuergeſetzes einſtimmig nach den Beſchlüſſen
der Zweiten Kammer an. Der Berichterſtatter ſprach
na=
mens der Kommiſſion die Erwartung aus, daß eine
wei=
tere Erhöhung der Einkommenſteuer in abſehbarer Zeit
nicht eintreten werde. Hierauf wurde eine Petition, die die
Regierung erſucht, die Bordelle in den Städten
aufzu=
heben, der Regierung zur Kenntnisnahme überwieſen. Den
Ausgangspunkt hierzu bildete eine von über 120 Vereinen
und gegen 500 Einzelperſonen des Landes den
Landſtän=
den zugegangene Eingabe, worin unter Verwerfung der
Bordelle, der Kaſernierung und Reglementierung der
Proſtitution, eine Neuregelung der Sittenpolizei in den
großen Städten verlangt wird. Im Namen der
Regie=
rung vertrat der Miniſter des Innern den Standpunkt,
daß auf eine Reglementierung und Kaſernierung der
Pro=
ſtitution nicht verzichtet werden könne, daß aber das
Mini=
ſterium alle Maßnahmen fördern werde, welche der
Ver=
hütung und Bekämpfung der Proſtitution förderlich ſind.
Ausland.
— Mehrere chriſtlich=ſoziale Abgeordneten haben im
öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe einen Antrag betreffend
die Erlaſſung eines Reichsgeſetzes eingebracht, durch
das das Fahren mit Automobilen und
Mo=
torrädern beſteuert wird. Die Steuer ſoll an
Grund=
taxe betragen: für Motorräder 10 Kronen, für Motorräder
mit Beiwagen 30 Kronen, für Automobile von 10—150
und mehr Pferdekräften 60—300 Kronen, mit einem
Zu=
ſchlag von 4—15 Kronen für jede Pferdekraft. Befreit von
dieſer Steuer ſollen die Automobile des Kaiſers, der
Ge=
ſandten, des Militärs und ebenſo alle Kraftfahrzeuge, die
zur gewerbsmäßigen Perſonenbeförderung beſtimmt ſind,
ſein.
— Wie bereits mitgeteilt, werden die Neuwahlen
in den ungariſchen Reichstag am 2. Juni beginnen und
bis zum 11. Juni beendet ſein müſſen. Der
Wahl=
kampf in Ungarn wird diesmal ungewöhnlich heftig
werden, wofür auch die auffallend große Zahl der bisher
im ganzen Lande aufgeſtellten Reichstagskandidaten
ſpricht, die ſich in den insgeſamt 413 Wahlbezirken
Un=
garns gegenüberſtehen. Bisher ſind nämlich von den
ver=
ſchiedenen politiſchen Parteien ſchon über 900
Kandi=
daten aufgeſtellt worden, von denen allein zur
Regie=
rungspartei Khuen=Hedervarys 350 Kandidaten gehören.
Die Partei des Herrn v. Juſth hat 180 Kandidaten
aufge=
ſtellt, die Koſſuth=Partei 155 und die Volkspartei 58.
Au=
ßerdem gibt es noch 54 Kandidaten der Nationalitäten,
17 von der ſogenannten Deutſchen Volkspartei, 16
Sozial=
demokraten und 35 parteiloſe Kandidaten. Von den
letzt=
genannten vier Parteien werden die meiſten der zu
wäh=
lenden Abgeordneten im Reichstag auf ſeiten der
Regie=
rung ſtehen, ſodaß alſo ihr Sieg gar nicht mehr
zweifel=
haft erſcheint.
— In Spanien ſind die Wahlen im allgemeinen
ruhig verlaufen. Nur in Bilbao und Cindadella fanden
ernſtere Ruheſtörungen ſtatt. Am Montag früh lagen aus
32 Provinzen die Ergebniſſe der Wahlen vor. Gewählt
ſind 99 Liberale, 35 Konſervative, 35 Republikaner, 1
So=
zialiſt und 6 Karliſten.
— Braſilien und Chile ſind übereingekommen, im
Konflikt zwiſchen Peru und Ecuador zu vermitteln.
Man verſpricht ſich trotz mancher Schwierigkeiten einen
günſtigen Erfolg.
— Der Plan für die Reform des
Kriegsmini=
ſteriums in Perſien iſt abgeſchloſſen. Es werden
dem=
nach Infanterie= und Kavallerie=Inſpektoren geſchaffen. Die
Zahl der Truppen wird auf 40000 feſtgeſetzt, von denen
10000 in Aſerbeidſhan untergebracht werden ſollen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. Mai.
* Vom Hofe. Se. Königl. Hoheit der Groß
herzog empfingen am Freitag nachmittag ½5 Uhr in.
Palais zu Mainz den Provinzialdirektor Geheimerat
Dr. Breidert. Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin
empfingen am Samstag vormittag 10 Uhr Frau
Pro=
vinzialdirektor Dr. Breidert und nachmittags 2 Uhr
Kommerzienrat Avenarius und Gemahlin aus Gau=
Algesheim. (Darmſt. Ztg.)
* Hoftrauer. Wegen des Ablebens Seiner Majeſtät
des Königs Eduard VII. von Großbritannien und
Irland iſt auf Allerhöchſten Befehl eine Hoftrauer bis
zum 27. Mai 1910 einſchließlich angeordnet worden.
Die Damen erſcheinen in ſchwarzen ſeidenen Kleidern, und
zwar bis zum 15. Mai 1910 einſchließlich mit ſchwarzem
Kopfputz und ſchwarzen Handſchuhen, von da ab mit
weißem Kopfputz und weißen Handſchuhen. Die Herren
tragen zur Uniform einen Trauerflor um den linken
Oberarm, außerdem bis zum 15. Mai 1910 einſchließlich
ſchwarze Handſchuhe.
— Beſtätigung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den von dem Senior der Steinfurther
Linie der Freiherren Löw von und zu Steinfurth,
Geheimen Regierungsrat Freiherrn Erwin Löw von und
zu Steinfurth auf die evangeliſche Pfarrſtelle zu Rodheim,
Dekanat Nidda, präſentierten Pfarrer Rudolf Schloſſer
zu Darmſtadt, ſeither Vereinsgeiſtlicher des Heſſiſchen
Landesvereins für Innere Miſſion, für dieſe Stelle
be=
ſtätigt.
— Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Lehramtsaſſeſſor Karl Mangold
zum Oberlehrer an der Viktoriaſchule zu Darmſtadt
er=
nannt. — Ernannt wurde Wilhelm Anthes aus
Sprendlingen, Kreis Offenbach, zum Bauſchreiber.
* Großh. Regierungsblatt. Die Beilage Nr. 13,
vom 9. Mai, hat folgenden Inhalt: 1.
Bekannt=
machung, die Schiedsgerichte für Arbeiterverſicherung
betreffend. 2. Bekanntmachung, den Ausſchlag des
Ge=
halts des Rabbinen zu Bingen für das Jahr 1910
be=
treffend. 3. Ueberſicht der für das Rechnungsjahr 1910
genehmigten Umlagen zur Beſtreitung der
Kommunal=
bedürfniſſe der Gemeinden des Kreiſes Groß=Gerau.
4. Ueberſicht der von Großh. Miniſterium des Innern
für das Etatsjahr 1910 genehmigten Umlagen zur
Be=
ſtreitung der Kommunalbedürfniſſe in den zu den
Be=
zirken der Finanzämter Friedberg, Hungen und Nidda
gehörigen Gemeinden des Kreiſes Büdingen. 5.
Ueber=
ſicht über die für 1910 zur Erhebung genehmigten
Um=
lagen der Stadt Worms. 6. Ueberſicht der für das
Jahr 1910 (Rj.) genehmigten Umlagen zur Beſtreitung
der Bedürfniſſe der iſraelitiſchen Religionsgemeinden des
Kreiſes Alzey. 7. Ueberſicht der von Großh. Miniſterium
des Innern für das Jahr 1910 genehmigten Umlagen
zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der iſraeliſchen
Reli=
gionsgemeinden des Kreiſes Alsfeld. 8.
Namensver=
änderungen.
n. Die Strafkammer beſchäftigte ſich in der
Sams=
tagsverhandlung mit einer Anklage gegen den hieſigen
Färbereibeſitzer H. und den aus Norddeutſchland
ſtammenden S. wegen unlauteren
Wettbe=
werbs. S. eröffnete im November v. Js. eine
„Dampffärberei und chemiſche Wäſcherei,
Vakuumreini=
zung mit Apparaten neueſten Modells”. Ueber Mittel
und Betriebsanlagen verfügte er nicht, war vielmehr
vorher Ausläufer geweſen, während ſeine Frau den
Laden führte. Schon in dieſer Stellung machte er ſich
keine allzu großen Skrupel, ſondern führte hinter dem
Me
Maifeſtſpiele in Wiesbaden.
(Nachdruck verboten.)
II.
Kaiſer=Feſtſpiele! Dies eine Wort, dieſer
eine ſtolze Titel kennzeichnet vollkommen den
äußer=
lichen und innerlichen Charakter der Wiesbadener
Auf=
führungen. Mit all dem Glanze, der einem Kaiſer
ge=
bührt, ſind dieſe Feſtſpiele umgeben, deren inneres,
deren künſtleriſches Weſen zu einem Teil der Initiative,
zum anderen Teil dem Kunſtgeſchmack des Monarchen
entſpringt. Sie ſind im deutſchen Kunſtleben nunmehr
zweifelsohne eine feſtſtehende Inſtitution geworden,
den künſtleriſchen Stempel prägt ihnen der Kaiſer ſelbſt
auf. In früheren Jahren war das Programm wohl
reichhaltiger, ihre Uraufführungen erlebten da Lauffs
Hohenzollerndramen, und aus dem Beſtreben heraus,
unter allen Umſtänden originell zu ſein und ſelbſt dem
Alten und Traditionellen neue Seiten abzugewinnen,
entſtanden die muſikaliſch erweiterten
Neueinſtudie=
rungen von „Undine”, „Wildſchütz” „Oberon”, „
Waffen=
ſchmied‟. Die Entfaltung des Prunkvollen ſoll dabei,
wie manche behaupten, vorherrſchen: General=
Inten=
dant v. Hülſen ſchrieb deshalb zur künſtleriſchen
Auf=
klärung und Motivierung hierzu: Was das Szenarium,
Malerei und Technik, auf der Wiesbadener Hofbühne
geben will, iſt die Nachahmung der Natur. Statt
hohler, äußerer Pracht und ſchreienden Prunkes:
ge=
diegene, wertvolle kulturhiſtoriſche Bilder, ſtatt
ballett=
artiger, äußerlicher Effekte: poetiſch abgetönte
Stim=
mungsbilder, die nie vergeſſen laſſen, daß ſie nur
Mittel zum Zweck ſind, daß ſie nur den Grund bilden
ſollen, von dem ſich die Perlen der Kunſt unbeeinflußt
von theatraliſchen, ſtörenden Elementen, reiner und
klarer abheben.
Nach dieſem gewiß nur zu billigenden Grundſatz
hatte man auch bei den diesmaligen Feſtſpielen
gehan=
delt, die wieder, wie in den letzten Jahren üblich, die
Oper bevorzugten. Man gab Beethovens „Fidelio‟
Aubers „Fra Diavolo” und Webers Meiſterwerk
„Oberon” in der ſpeziell Wiesbadener Bearbeitung
von Hülſen=Schlar=Lauff. Die Aufführungen ſtanden
unter einem glücklichen Stern. Die Hauptdarſteller
waren Frau Leffler=Burkhardt, Paul Kaliſch,
Kammer=
ſänger Henſel, Frl. Engell, Wiesbadens Liebling. Des
berühmten Kaliſch berühmte Stimme beginnt leider an
Glanz zu verlieren, aber die Innigkeit ſeiner
Herzens=
töne und die vornehme Einfachheit ſeines Spiels üben
immer wieder die tiefgehendſte Wirkung aus. Frau
Leffler=Burkhardt hat immer die vollkommene
Herr=
ſchaft über den Stoff, und das iſt doch nun einmal die
Seele jeder Kunſtleiſtung. Friſche der Erſcheinung und
der geſanglichen Mittel ſtehen Frl. Engell zur Seite,
dazu eine reiche Farbenſkala im Vortrag, um die
ver=
ſchiedenſten Stimmungen ſtets ſinnentſprechend zu
unterſtützen und feſtzuhalten. Unſere Oper hat ihren
wohlbegründeten guten Ruf, die diesjährigen Feſtſpiele
haben ſeine Berechtigung von neuem mit aller
Deut=
lichkeit dargetan. Die ſzeniſche Ausſtattung bedarf
keines neuen Lobes, ſie bedeutet beſonders bei „Oberon”
einen Triumph der modernen Bühnenkunſt.
Das Schauſpiel brachte Hebbels „Herodes und
Mariamne‟ Freytags „Journaliſten” und
Raimunds „Verſchwender” als Abſchluß. Die
heimiſchen Kräfte genügten nicht zur Löſung der
Auf=
gaben, man hatte merkwürdigerweiſe ſechs Gäſte ſich
ver=
ſchrieben. Frau Willig aus Berlin ſpielte in Hebbels
glutvoller Dichtung die ſtolze Makkabäerin und erfaßte
mit rühmlichem Scharfblick den Kern dieſer Dichtung,
das Motiv vom Verbrechen gegen die Perſönlichkeit,
gegen das Menſchheitsgefühl. Herr Leffler gab mit
ſtarker Leidenſchaft und aller Ueberzeugung pſychologiſch
fein durchdacht den Blutmenſchen Herodes. Die Regie
hatte auch hier reizvolle Bühnenbilder in dies Gemälde
mit dem welt= und kulturgeſchichtlichen Rahmen geſtellt,
in dem ſich die individuelle Tragik vollzieht. Freytags
Luſtſpiel ſpielte man wohl zum erſten Male in Reifrock
und Vatermördern, tat aber der Wirkung damit keinen
Abbruch. Die Wahl des Stückes fiel auf, da des Kaiſers
Meinung von der deutſchen Preſſe ja gerade keine gute
iſt, auch ſah man in den Wahltreibereien des Luſtſpiels
eine feine Anſpielung auf die Wahlrechtskämpfe, die
juſt in dieſen Tagen in Preußen ausgefochten werden.
Den Bolz ſpielte Herr Korf aus Wien friſch in
Be=
wegung, Wort und Spiel. Vollmer aus Berlin gab den
Schmock, eine ſeiner berühmteſten Leiſtungen, die da
zeigt, wie der Komiker wirken kann, wenn er ohne
Karikatur Herz und Seele in ſeinen Humor legt. Vom
Berliner Schauſpielhaus ſpielten noch Frl. Arnſtädt
die Adelheid und Herr Keßler den Oberſt Berg. Im
„Verſchwender” gaſtierte des Kaiſers Liebling, Konrad
Dreher. Wenn auch den literariſchen Gourmands und
den Muſikenthuſiaſten nichts Neues geboten wurde, ſo
iſt doch das künſtleriſche Fazit der Feſtſpiele wieder
ein gutes.
Auch ein glänzendes militäriſches Schauſpiel gab
es, die große Kaiſerparade auf dem idylliſchen
Platz vor dem Kurpalaſt. Die Kronprinzeſſin von
Griechenland und die Prinzeſſin Friedrich Karl von
Heſſen waren dazu aus Friedrichshof gekommen und
erhöhten ſo das Intereſſe, das ganz Wiesbaden an dem
Schauſpiel nahm.
Die Stadt gab ein Galakonzert im
prunk=
vollen Saale des Kurhauſes, auf deſſen Programm nur
die preisgekrönte Kantate „Weihe der Künſte” des
Wiesbadeners Dr. Elſenheimer ſtand, der jetzt imn
Muſikleben der Vereinigten Staaten eine führende
Rolle ſpielt. Als Soliſten wirkten mit Frau Henſel=
Schweitzer aus Frankfurt, Ottilie Metzger=Hamburg,
Schmedes=Wien, Müller und Vaterhaus aus
Frank=
furt a. M.
Leider ſenkte ſich ein tiefer Schatten auf das
glanz=
volle Bild, das Wiesbaden in dieſer Feſtwoche mit
ſeinem kosmopolitiſchen Publikum bot. Der Toſ des
Königs Eduard verhinderte den Kaiſer, an den
beiden letzten Tagen ſeiner „Wiesbadener Ferien” den
Kunſtveranſtaltungen beizuwohnen. Da der Monarch
nun mal während ſeines Aufenthaltes hier im
Mittel=
punkte der Feſte und Feiern ſteht, iſt mit ſeinem
Aus=
bleiben die Freude daran zum größten Teile
genom=
men. Schon die raſche Abreiſe der Kaiſerin und der
Prinzeſſin=Tochter wurden bitter beklagt. Auch hat ſich
der Kaiſer diesmal nicht, wie ſonſt, in den
Taunus=
wäldern ergötzen können. Die Witterung ließ den
Aufenthalt im Freien nicht zu, und dann waren auch
Regierungsſorgen ein Hindernis. Der Reichskanzler
war aus Berlin herbefohlen und hatte mit dem Kaiſer
lange und wiederholte Konferenzen, die ſogar im Foyer
des Hoftheaters in den Zwiſchenpauſen fortgeſetzt
wur=
den. Der Kriegsminiſter war ebenfalls erſchienen, und
wer gut zu beobachten verſteht, der ſah, wie der tieſe
Ernſt auf dem Antlitz des Herrſchers lag.
Die Anziehungskraft der Feſtſpiele iſt auch in
die=
ſem Jahre wieder eine ungewöhnliche geweſen, alle
Hotels waren überfüllt, die Penſionen beſetzt. Die
Hochſaiſon hat damit aufs glücklichſte eingeſetzt. Das
internationale Leben und Treiben wogte bis ſpät in
die Nacht in unverminderter Höhe, und wenn der
Kaiſer nach der elften Abendſtunde aus dem Theater
ins Schloß zurückkehrte, dann rief ihn eine begeiſterte
Menge auf den Balkon heraus. Heute, am letzten Tage,
ſteht die Kaiſerſtandarte auf Halbmaſt, vor dem Schloß
iſt’s ruhig und ſtill, man ſieht den Monarchen nicht.
Seine beiden Schweſtern ſind wieder herübergekommen,
um in den Stunden ernſter Trauer bei ihm zu ſein.
Das Finale der Wiesbadener Feſttage iſt ſo durch des
Schickſals Eingreifen ganz unerwartet ein ernſtes
ge=
worden, und die augenblickliche Reſidenz des Kaiſers
weiß ſeine Trauer zu ehren und legt feierlich=ſtill das
Feſtgewand ab.
Walther Müller=Waldenburg.
Nummer 107.
Rücken ſeines Prinzipals kleine Nebengeſchäfte, die ihn
mit dem Strafgeſetz in Berührung brachten. Er wurde
Seshalb Ende Oktober v. Is. entlaſſen und machte ſich
hierauf, wie erwähnt, „ſelbſtändig” H. war ihm hierbei
behilflich und ſtand hinter der Sache, nachdem S. ſchon
vorher für jenen Nebenbetrieb bei ihm hatte reinigen
laſſen. Dem Publikum gegenüber benahm ſich S. in
ſeinen Inſeraten, Geſchäftskarten uſw. als eigene,
leiſtungsfähigſte Firma, bedeutete einem Ausläufer,
anzugeben, die Färberei befinde ſich am Viktoriaplatz,
ſuchte durch Annoncen eine große Anzahl gewandter
Bügler uſw. und erweckte ſo durch wiſſentlich unrichtige
und zur Irreführung geeignete Angaben über
geſchäft=
liche Einrichtungen den Anſchein eines beſonders
gün=
ſtigen Angebots. Tatſächlich war alles Spiegelfechterei;
er hatte lediglich einen Laden in der Karlſtraße, für
deſſen Koſten H. aufkam, wohnte nebſt ſeiner Frau in
dem dazugehörigen Entreſolverſchlag, bezog mit ihr
zu=
ſammen von H. 100 Mark Monatsvergütung und
brachte die im neuen Geſchäft eingehenden Sachen zur
Erledigung an H., worauf deſſen Koſten nebſt einem
Zuſchlag für S ſelbſt von letzterem im eigenen Betrieb
vereinnahmt wurden. S. will ſich von vornherein nur
als Vertreter H.s angeſehen haben; H. war nach ſeiner
Angabe guten Glaubens und wollte S. nur unterſtützen,
hatte aber von deſſen Anpreiſungen Kenntnis. Das
Geſchäft hatte keinen langen Beſtand. Im Februar
dieſes Jahres erhielt S. für die vorerwähnten Vergehen
als Ausläufer uſw. von der Strafkammer 5 Monate
Gefängnis, die er zurzeit verbüßt; ſchon zuvor hatte
er ſich von H. getrennt; letzterer macht noch verſchiedene
Forderungen gegen ihn geltend und muß für den Laden
aufkommen. Der Gerichtshof erkannte S. des
unlau=
teren Wettbewerbs, H. der Beihilfe dazu für ſchuldig
und verurteilte jenen zu 100 Mark (evtl. 12 Tage
Ge=
fängnis zuſätzlich zu den 5 Monaten), dieſen zu 80 Mark
Geldſtrafe.
— Provinzialtag. Am Samstag, den 21. Mai,
vor=
mittags 10 Uhr, tritt im Rathausſaale zu Darmſtadt
der Provinzialtag der Provinz Starkenburg zu
einer öffentlichen Sitzung zuſammen. Auf der
Ta=
gesordnung ſtehen: 1. Vorlage des
Verwaltungs=
berichts des Provinzialausſchuſſes und der
Provin=
zialpflegeanſtalt vom Jahre 1908. 2. Prüfung der
Rechnung der Provinzialkaſſe und der
Provinzial=
pflegeanſtaltskaſſe für 1908. 3. Feſtſtellung des
Vor=
anſchlags der Provinzialkaſſe und der
Provinzial=
pflegeanſtalt für 1910. 4. Antrag der Gemeinde
Rad=
heim auf Bewilligung eines Beitrags aus
Provinz=
mitteln zu den Koſten der Umpflaſterung der
Orts=
durchfahrt. 5. Wahl eines Mitgliedes des
Provinzial=
ausſchuſſes anſtelle des verſtorbenen Kommerzienrats
Wecker von Offenbach, für den Reſt von deſſen
Dienſt=
zeit, Ende 1912; desgleichen eines Erſatzmitgliedes
an=
ſtelle des verſtorbenen Oberbürgermeiſters Morneweg
von Darmſtadt, für den Reſt von deſſen Dienſtzeit,
Ende 1912.
* Beſtandene Prüfung. Bei der im
Sommerhalb=
jahre ſtattgefundenen pharmazeutiſchen Staatsprüfung
in Darmſtadt beſtanden ſämtliche ſechs Kandidaten, und
zwar W. Bager=Laubach, Gg. Hechler=Zotzenbach, W.
Kahler=Hannover, F. Moxter=Darmſtadt, O. Oeſtreicher=
Hofheim, F. Weiß=Roſenberg.
* Jungliberale Tagung. Ueber die Verſammlung am
Samstag ſei noch folgendes mitgeteilt: Der zweite
Vor=
ſitzende des Reichsverbandes, Herr Heimann=
Kreuſer, hielt einen Vortrag. Er führte u. a. aus: Die
Jungliberalen erſtrebten ſchon lange eine reinliche
Schei=
dung der nationalliberalen Partei vom Bund der
Land=
wirte. Jetzt gebe es kein Paktieren mehr mit dieſen
Geg=
nern, ſondern nur offenen Kampf. Er glaube, auch die
nationalliberale Landespartei in Heſſen könne ſich nicht
loslöſen von dieſer jetzt von der nationalliberalen Partei
im Reiche befolgten Politik. Redner kritiſierte dann die
preußiſche Wahlrechtsreform. Die Nationalliberalen könnten
in dieſer Frage nicht mit den Konſervativen zuſammengehen,
ſie könnten dieſen ſonſt nicht mehr im deutſchen Oſten
ent=
gegentreten, wie jetzt bei dem großartigen Siege in Oletzko=
Lyk. Sie würden ſich weiter auch durch ein ſolches
Zu=
ſammengehen mit den Konſervativen für die nächſten
Reichstagswahlen einfach unmöglich machen. Höher als
dieſe taktiſchen Gründe ſtünden aber noch die allgemeinen
Gründe, die gegen ein Einſchwenken der Nationalliberalen
bei der Erledigung der Wahlrechtsfrage in der
gegenwär=
tigen Form ſprächen. Solange die preußiſche
Wahlrechts=
reform nicht das direkte und geheime Wahlrecht brächte,
ſolange würden die Nationalliberalen dieſe Reform
be=
kämpfen. Und weiter, ſolange die Konſervativen ſich mit
der demagogiſchen Taktik des Bundes der Landwirte
iden=
tifizierten, ſolange würden die Nationalliberalen ſie bis
aufs Meſſer bekämpfen. Die Taktik des Bundes ſei direkt
ſtaatsgefährlich, denn durch ſie würde Stadt und Land
gegeneinander gehetzt. Der Redner ſprach ſchließlich die
Hoffnung aus, daß die Wahlen von 1911 die
National=
liberalen Schulter an Schulter mit der Fortſchrittlichen
Volkspartei finden möchten. Eine Verſtändigung über
Mandatsſchwierigkeiten müſſe gefunden werden. Dann
möge der Block von Baſſermann his Naumann entſtehen.
Ohne den Liberalismus könne auch in Deutſchland auf die
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. Mai 1910.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
n. Die heſſiſche Heimatgeſchichte iſt durch
einen ſehr ſchätzenswerten Beitrag, eine Geſchichte der
Burg Schiffenberg bei Gießen, bereichert worden.
Ge=
rade für dieſes hochintereſſante alte Baudenkmal lag
bis dahin noch keine eingehende hiſtoriſche Arbeit vor,
trotzdem der Oberheſſiſche Geſchichtsverein für Löſung
der Aufgabe ſchon ſeit Jahren einen Preis von 500
Mark ausgeſetzt hatte. Ein junger Darmſtädter, Dr.
Hermann Kalbfuß, Sohn des langjährigen hieſigen
Stadtverordneten, zurzeit im preußiſchen hiſtoriſchen
Inſtitut in Rom beſchäftigt, trug dieſen Preis
da=
von, indem er als Doktorarbeit eine ſehr gründliche
Geſchichte des Schiffenberges verfaßte.
— Die Wiedereröffnung des Römiſch=
Germaniſchen Zentralmuſeums in
Mainz. Nach dreijähriger, angeſtrengter Arbeit iſt
die Neugeſtaltung des Römiſch=Germaniſchen
Zentral=
muſeums ſo weit gediehen, daß das Inſtitut durch
einen offiziellen Eröffnungsakt dem Publikum wieder
übergeben werden konnte. Zwar ſteht heute erſt ein
Teil des impoſanten Muſeums vollendet da, aber dieſe
in jeder Beziehung überaus gelungene Arbeit
berech=
tigt zu den höchſten Erwartungen. Im Erdgeſchoß
be=
finden ſich die Säle und Zimmer, in denen die
vor=
hiſtoriſchen Funde der Stein= und Bronzezeit
unter=
gebracht ſind. In drei der Räume, je einem für
Nord=
deutſchland, Süddeutſchland und das Ausland, ſind die
Funde chronologiſch geordnet und bilden ſo ein leicht
überſichtliches, außerordentlich wertvolles
Studien=
material. — Im erſten Obergeſchoß ſind, auf ſieben
Räume verteilt, römiſche Altertümer aufaeſtellt. Sehr
Dauer nicht regiert werden. Das wußte Fürſt Bülow
und das werde auch v. Bethmann Hollweg noch lernen
müſſen. In der anſchließenden Diskuſſion ſprachen u. a.
noch die Herren Bangel, Henrich, Dr. Koch=Mannheim und
Dr. Oſann.
* Hoflieferant. Die Firma P. Baumann (Inhaber
Phi=
lipp Baumann), Kohlenhandlung uſw. dahier, wurde
zum Großherzoglichen Hoflieferanten ernannt.
— Verband der Detailliſten=Vereine im
Groß=
herzogtum Heſſen. (Vorort Darmſtadt.) Der
zweite Verbandstag findet Sonntag, den 22.
Mai, in Friedberg ſtatt. Auf der
Tagesord=
nung ſteht: 1. Eröffnung des Verbandstags und
Be=
grüßung der Mitglieder und Gäſte. 2. Jahresbericht
des Vorſtandes. 3. Kaſſenbericht und
Entlaſtungs=
antrag. 4. Vortrag: „Kaufmänniſche
Fortbildungs=
ſchulen und Handelsvorſchulen” Herr H. Karle,
Vor=
ſtand der ſtädtiſchen Handelsſchule zu Freiburg i. Br.
5. Vortrag: „Die Erfahrungen mit dem neuen Geſetz
gegen den unlauteren Wettbewerb”: Herr Rechtsanwalt
Dr. E. E. Hoffmann=Darmſtadt. 6. Vermehrung der
dem Detailhandel angehörenden Mitglieder der
Han=
delskammern und Ernennung von Handelsrichtern
aus dem Detailliſtenſtand (Antrag Offenbach). 7. Wahl
des Vorortes für das kommende Jahr. 8. Wahl des
Vorſtandes und der Kaſſenreviſoren für das
kom=
mende Jahr auf Vorſchlag des neu ernannten
Vor=
ortes (§ 9 der Satzungen). 9. Ort des
Verbands=
tages 1911.
nn. Landwirtſchaftliche Konſumvereine. Unter dem
Vorſitz des Oekonomierats Schmitt Guntersblum
fand geſtern vormittag im Bahnhofshotel die 20.
ordent=
liche Hauptverſammlung der Zentralgenoſſenſchaft der
heſſiſchen landwirtſchaftlichen Konſumvereine ſtatt, zu
der die Vertreter der einzelnen Genoſſenſchaften aus dem
ganzen Heſſenland zahlreich erſchienen waren. Zum
Schriftführer wurde Direktor Strecker und zu
Urkunds=
perſonen die Herren Löſch und Dettweiler ernannt.
Als Vertreter des Verbandes Deutſcher landwirtſchaftlicher
Genoſſenſchaften war Herr Generalſekretär Haas und
als Vertreter der Landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaftsbank
Herr Bankdirektor Kommerzienrat Ihrig, ſowie ein
Re=
gierungsbeamter aus Japan, Dr. Niſhigaki aus Tokio bei
den Verhandlungen anweſend. Vor Eintritt in die
Tages=
ordnung widmete der Vorſitzende dem verſtorbenen
Vor=
ſtandsmitglied Oekonomierat Ernſt Wernher=Nierſtein
einen ehrenden Nachruf. 59 Konſumvereine waren
ver=
treten. Direktor Dr. Heidenreich erſtattete einen
ein=
gehenden Geſchäftsbericht über das Vereinsjahr 1909/10.
Der Geſamtwarenbezug an Sämereien, Hilfsdüngern,
Kraftfuttermehl, Kohlen, Torfſtreu, Schwefel uſw. betrug
534 410 Zentner im Werte von 1678 726 Mark mit einem
Reingewinn von 58301 Mark. Als Rückvergütung ſollen
46 913 Mark ausgeſchüttet werden. Die Geſchäftsguthaben
betragen 20962 M. mit einer Haftſumme von 105000 M.
Ende 1909. Die Reſerven ſind auf 103500 M. angewachſen.
Zum Schluß ſeines Berichts forderte Direktor
Heiden=
reich zu feſtem Zuſammenhalt der Genoſſenſchafter auf,
denn nur durch Einigkeit ſei Großes zu erreichen. Ein
Antrag der Vertreter von St. Johann auf Einführung
genoſſenſchaftlichen Abſatzes von landwirtſchaftlichen
Produkten wird nach eingehender Beſprechung dahin
genehmigt, daß der Vorſtand beauftragt wird, in eine
Prüfung dieſer Frage einzutreten. Nach dem Antrag
des Aufſichtsrates wird dem Direktor und Vorſtand
Entlaſtung erteilt. Die Verwendung des
Reinge=
winnes von 58 301 Mark findet nach dem Antrage des
Vorſtandes Genehmigung. Bei der Neuwahl des
Vor=
ſtandes werden die Herren Oekonomierat Walter=
Lengfeld, Gutsbeſitzer Hembes=Ober=Olm,
Bürger=
meiſter Seußfelder=Büttelborn und Bürgermeiſter Gg
Löſch II.=Wald=Uelversheim wiedergewählt. An Stelle
des verſtorbenen Herrn Wernher=Nierſtein wurde
Oeko=
nom Aug. Biegler=Wald=Uelversheim gewählt.
Die Erhöhung der Kreditſumme von 15000 Mark auf
30000 Mk. wurde einſtimmig genehmigt. Damit war
die Tagung erledigt.
** Die Vereinigung der Bezirke Heſſen und
Heſſen=Naſſau des Vereins für Handlungskommis von
1858 hielt im Hotel Heß ihre 5. Jahresverſammlung und
Vertreterverſammlung ab. Nach einem
Begrüßungs=
abend am Samstag und einer Vorſtandsſitzung
be=
gannen am Sonntag morgen um 9 Uhr die geſchäftlichen
Verhandlungen der Vereinigungen, die ſich lediglich
um Organiſations= und um Verwaltungsfragen drehten
und die am Nachmittage fortgeſetzt wurden. Um
11½ Uhr fand in dem Feſtſaal des Hotels Heß die
5. Jahresverſammlung des Vereins ſtatt, zu der auch
Herr Land= und Reichstagsabgeordneter Dr. Oſann
und der Vorſitzende der Handelskammer, Bankdirektor
Parcus, ſowie zahlreiche Vertreter des
Kaufmanns=
ſtandes erſchienen waren. Nach einer herzlichen
Be=
grüßung der Verſammlung durch den Vorſitzenden,
Herrn Lerch=Biebrich, hielt der Verbandsdirektor
Dr. Thyſſen=Hamburg einen hochintereſſanten
Vor=
trag über Zeit= und Streitfragen in der
deutſchen Handlungsgehilfenbewegung.
Redner weiſt darauf hin, daß auch für den
Handlungs=
gehilfenſtand eine große Zahl ſozialpolitiſcher Fragen
zu löſen ſei, um deren Löſung ein heißer Streit ent=
Seite 3.
brannt ſei. Die Gehaltsfrage und die=Regelung
der Arbeitszeit ſind Hauptpunkte, um die geſtritten
wird, und wobei zu wünſchen iſt, daß ſie zur
Zufrieden=
heit der Arbeitgeber und Gehilfen gelöſt werden.
Deutſchland leide am Ueberſchuß der Geiſtesarbeiter
w
wendet ſich ſodann in ſcharfer Weiſe gegen die
Lehr=
lingszüchterei, die Verwendung von Laufburſchen als
Gehilfen im kaufmänniſchen Beruf und gegen die
ſchematiſche billige Frauenarbeit auf dem
kaufmänni=
ſchen Arbeitsmarkt, die quantitativ und qualitativ
hinter der des Mannes zurückſtehe und einen
Krebs=
ſchaden des Gehilfenſtandes bilde. Erfreulich ſei, daß
die Beſtrebungen der Handlungsgehilfen in weiten
Kreiſen des Kaufmannsſtandes Billigung gefunden
haben. Mit dem Wunſche: „Bewahren Sie uns Ihre
Sympathie, deren wir uns ſtets würdig zeigen
wer=
den” ſchloß Dr. Thyſſen unter großem Beifall der
Verſammlung ſeinen Vortrag. Ein gemeinſchaftliches
Mittageſſen und ein Ausflug nach der Ludwigshöhe
bildeten den Abſchluß der intereſſanten Tagung.
— Der Odenwald=Klub hält ſeine diesjährige
ordentliche Hauptverſammlung des
Geſamtver=
eins am Sonntag, den 22. Mai 1910, in Weinheim ab.
Die Tagesordnung lautet: 1. Bericht über die
Haupt=
verſammlung in Eberbach 1909, 2. Bericht über die
Tätigkeit des Klubs im Vereinsjahr 1909/10, 3.
Vor=
lage der Rechnung der Zentralkaſſe für das
Vereins=
jahr 1909/10, 4. Vorlage des Voranſchlags für das
Ver=
einsjahr 1910/11, 5. Wahl des Ortes für die nächſte
Hauptverſammlung, 6. Ergänzung des
Zentralaus=
ſchuſſes, 7. Antrag des Zentralausſchuſſes betr.
Aen=
derung der Satzungen: Im § 4 iſt nach dem zweiten
Abſatz einzuſchieben: „Der erſte Vorſitzende und der
erſte Schriftführer ſind berechtigt, gemeinſam in allen
Rechtsgeſchäften den Zentralausſchuß zu vertreten”
8. Anträge der Ortsgruppen. Nach der
Hauptverſamm=
lung findet um 2 Uhr für die geladenen Gäſte, den
Zentralausſchuß und die Vertreter der Ortsgruppen
ein Feſteſſen im Gaſthaus „Zum Pfälzer Hof” ſtatt.
Nach dem Eſſen wird ein Ausflug nach der
Wachen=
burg und der Fuchsſchen Mühle unternommen. Halb
8 Uhr Rückmarſch nach dem Gaſthaus „Prinz Wilhelm”.
Daſelbſt Konzert und Tanz.
— Das Korps „Haſſia”, die älteſte Korporation au
hieſiger Hochſchule, feiert zu Pfingſten dieſes Jahres ihr
70jähriges Stiftungsfeſt. Haſſia wurde am
22. September 1840 an der damaligen hieſigen höheren
Gewerbeſchule als Korps gegründet. Der
Gründungs=
ſenior war der ſpätere Kgl. Landrat zu Meiſenheim
(Regierungsbezirk Koblenz) E. Vohwinkel. Das Korps
beſtand bis 1854 und wurde in dieſem Jahre aus
Mam=
gel an Leuten ſuspendiert, tat ſich aber kurz darauf als
„Arminia” wieder auf und wurde am 18. Oktober 1869)
bei der Umwandlung der höheren Gewerbeſchule zum
Polytechnikum als Korps „Haſſia” rekonſtituiert. Vor
1869 trug Haſſia grüne Mützen mit den Farben
grün=
weiß=rot, während nach 1869 bis heute weiße Mützen
ge=
tragen werden. Die Beteiligung bei dem diesjährigen
Stiftungsfeſte ſcheint ſehr groß zu werden.
— Radrennen. Der Radfahrer=Verein Darmſtadt von
1885 hält auf ſeiner an der Heidelberger Straße gelegenen
500 Meter langen Rennbahn am Sonntag nach Pfingſten,
am 22. Mai, ein großes Radrennen ab. Es kommen
Dauer= und Flieger=Rennen zum Austrag.
* Der Frühjahrspferdemarkt, der geſtern vormittag
ſeinen Anfang nahm, war infolge der wenig günſtigen
Witterung und durch Erkrankungen in den Pferdebeſtänden
einiger Händler etwas geringer befahren wie im vorigen
Jahr. Trotzdem entwickelte ſich aber bald auf dem
Markt=
platz ein flotter Verkehr und Handel. In den
Vereins=
ſtallungen ſind 135 Pferde eingeſtellt, auf dem Marktplatz
ſind 90 Pferde zum Verkauf aufgeſtellt und zur
Prämi=
ierung ſind 95 Pferde und Fohlen vorgeführt. Der Markt
iſt im ganzen mit 320 Pferden und Fohlen befahren.
Bei der um 9 Uhr vormittags begonnenen
Prä=
miierung wurden folgende Preiſe zuerkannt: 1. Für
ſchwere Reitpferde: Wilh. Eſſelborn=Mainz einen 2. Preis
mit 30 Mark; 2. für leichte Reitpferde: Wilh. Eſſelborn=
Mainz einen 2. Preis mit 40 Mark; 3. für ſchwere
Ar=
beitspferde: Gebr. Sommerfeld=Darmſtadt einen 1. Preis
mit 60 Mark; 4. für leichte Arbeitspferde: Emil Strauß=
Groß=Gerau und Bernh. Pullmann=Groß=Zimmern je
einen 2. Preis mit 30 Mark: 5. für ſchwere Wagenpferde:
Albert Nathan=Mainz einen 1. Preis mit 40 Mark, Gebr.
Sominerfeld=Darmſtadt einen 2. Preis mit 30 Mark.
Siegm. Nathan u. Söhne=Ober=Ingelheim einen 3. Preis
mit 20 Mark; 6. für leichte Wagenpferde: Gebr.
Sommer=
feld=Darmſtadt einen 1. Preis mit 40 Mark, Wilh.
Eſſel=
born=Mainz einen 2. Preis mit 30 Mark, Gebr.
Wartens=
leben=Darmſtadt einen 3. Preis mit 20 Mark; 7. für
Mut=
terſtuten mit Fohlen (Arbeitsſchlag): Richard Bürger=
Reinheim einen 1. Preis mit 80 Mark, Peter Gg. Lantelme=
Rohrbach und Gg. Ohl Xl.=Groß=Umſtadt je einen
2. Preis mit 50 Mark, Martin Peter Dörr=Leeheim einen
3. Preis mit 40 Mark; 8. für Mutterſtuten mit Fohlen
(Wagenſchlag): Gg. Lochmann II.=Berkach und Peter
Müller II.=Bickenbach je einen 1. Preis mit 60 Mark, Adam
intereſſant iſt das im 1. Stock gelegene
Germanen=
zimmer, über deſſen Kunſtſchätze der Direktor des
Mu=
ſeums, Profeſſor Dr. Schumacher, einen ſeparaten
Ka=
talog herausgegeben hat, der 50 Photographien dieſer
Germanendarſtellungen enthält. Das zweite
Stock=
werk weiſt, ebenfalls in großer Mannigfaltigkeit, die
Funde der merowingiſchen und karolingiſchen Zeit
auf. Ein Wort ſei noch den Räumen des
Kurfürſt=
lichen Schloſſes ſelbſt gewidmet. Als ein ganz
beſon=
deres Verdienſt der Stadt Mainz muß es bezeichnet
werden, daß ſie dieſe für das Muſeum geradezu ideale
Stätte zur Verfügung ſtellte. Die herrlichen
Stukka=
turarbeiten und Deckengemälde der Zimmer, und nicht
zuletzt der wunderſchöne Blick auf den Rheinſtrom
dürften bei fremden Muſeumsbeſuchern einen
unver=
gänglichen Eindruck hinterlaſſen. Die zerſtreuten
Denkmäler der deutſchen Urgeſchichte bis auf Karl den
Großen und der römiſchen, ſo weit ſie auf deutſche
Lande und ihre Einwohner eingewirkt haben, zu
ſam=
meln, das war der Gedanke, der dem verdienſtvollen
Gründer des Muſeums, Ludwig Lindenſchmit,
vor=
ſchwebte, und man kann ſagen, daß dieſer Gedanke
nunmehr Wirklichkeit geworden iſt.
* Der erſte weibliche
Univerſitätspro=
feſſor in Preußen. Die bekannte Zoologin
Gräfin Dr. Maria von Linden, die lange Jahre
hindurch als Aſſiſtentin am Anatomiſchen Inſtitut der
Bonner Univerſität tätig und zuletzt
Abteilungsvor=
ſteherin einer dem dortigen hygieniſchen Inſtitut
ange=
gliederten paraſitologiſchen Anſtalt war, iſt zum
Pro=
feſſor ernannt worden. Die ungewöhnliche
Auszeich=
nung trifft eine um die wiſſenſchaftliche Forſchung
hoch=
verdiente Frau. Gräfin von Linden ſtammt aus Burg=
berg. Sie promovierte im Jahre 1896 an der Tübinger
Univerſität mit einer Diſſertation über „Die
Entwick=
lung der Skulptur und der Zeichnung bei den
Gehäufe=
ſchnecken des Meeres” Berühmt geworden ſind ihre
Studien über die Färbung der Schmetterlinge; die
Pariſer Akademie der Wiſſenſchaften verlieh ihr für
ihre Arbeiten auf dieſem Gebiete einen Preis.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus: Dienstag, 10. Mai: Oberon. Mittwoch,
11. Mai: Erſtes Gaſtſpiel von Yvonne de Tréville:
Violetta. Donnerstag, 12. Mai: Manon. Freitag,
13. Mai: Der Barbier von Sevilla. Samstag 14. Mai:
Das Rheingold. Sonntag, 15. Mai: Die Fledermaus.
Montag, 16. Mai: Die Walküre. Dienstag, 17. Mai:
Fra Diavolo. — 2. Schauſpielhaus: Dienstag, 10. Mai:
Die Rampe. Mittwoch, 11. Mai: Ein Falliſſement.
Donnerstag, 12. Mai: Ein Sommernachtstraum.
Freitag, 13. Mai: Der dunkle Punkt. Samstag, 14. Mai:
Zum erſten Male: Der Herr Verteidiger. Schwank in
3 Akten von Franz Molnar und Alfred Halm.
Sonn=
tag, 15. Mai, 3½ Uhr: Der dunkle Punkt. 7 Uhr: Im
weißen Rößl. — Montag, 16. Mai, 3½ Uhr: Das
Kon=
zert. 7 Uhr: Der Herr Verteidiger. Dienstag, 17. Mai:
Der Herr Verteidiger.
* Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
nal=Theaters in Mannheim. Dienstag,
10. Mai: Zum erſten Male: Das Konzert. Mittwoch,
11. Mai: Rigoletto. Donnerstag, 12. Mai: Der dunkle
Punkt. Freitag, 13. Mai: La Traviata. Samstag,
14. Mai: Der fidele Bauer. Sonntag, 15. Mai: Fauſt I.
Montag, 16. Mai: Meiſterſinger.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. Mai 1910.
Seite 4.
Ewald=Dornberg, Zoh. Hoht. Al.=Griesheim und Bh. Pet.
Funk=Wallerſtädten je einen 2. Preis mit 50 Mark, Jak.
Heil I.=Pfungſtadt, Peter Nothnagel=Griesheim und Ludw.
Wilh. Schaffner=Goddelau je einen 3. Preis mit 30 Mark;
9. für dreijährige Fohlen (Arbeitsſchlag): Konrad Huf=
Gundernhauſen einen 1. Preis mit 50 Mark, Gg.
Schön=
berger=Ueberau, Gg. Bert=Wallbach und Hrch. Göckel=
Langen je einen 2. Preis mit 30 Mark, Peter Luley IV.=
Trebur, Frdr. Keilig=Biebesheim und Joh. Pet. Rauth=
Laudenau je einen 3. Preis mit 20 Mark; 10. für
drei=
jährige Fohlen (Wagenſchlag) Peter Ruckelshauſen II.=
Wallerſtädten und Martin Volz II.=Groß=Bieberau je
einen 1. Preis mit 50 Mark, Phil. Hennemann VIII.=
Bickenbach, Gg. Joh. Dörr=Leeheim, Hrch. Hauf II.=
Waller=
ſtädten und Daniel Scherer II.=Wallerſtädten je einen
2. Preis mit 30 Mark, Adam Heyl=Habitzheim, Phil.
Güt=
lich=Berkach, Richard Bürger=Reinheim, Friedr. Haumann=
Brandau, Ludw. Jährling I. Witwe=Balkhauſen, Friedr.
Merz=Groß=Bieberau, Jak. Lutz VI.=Lengfeld, Gg. Fritſch=
Klein=Zimmern und Wilh. Meir I.=Hähnlein je einen
3. Preis mit 20 Mark.
— Ausſtellung. Im Schaufenſter der Firma Vietor,
Wilhelminenſtraße, iſt zurzeit ein vollſtändiges ſilbernes
Kaffee= und Teeſervice mit Samowar ausgeſtellt, welches
nach Entwürfen von Herrn Profeſſor Albin Müller
ge=
fertigt iſt.
— Der Königl. rumäniſche Zirkus Céſar Sidoli
erfreut ſich der beſonderen Gunſt des Darmſtädter
Publikums. Zu jeder Vorſtellung füllt ein zahlreiches
Publikum die weiten Räume des Zirkus. Für
Diens=
tag und Mittwoch nachmittag 4 Uhr ſind Ausnahme=
Matinees arrangiert, in denen Groß und Klein halbe
Preiſe zahlt. Am Mittwoch und Donnerstag finden
Gala=Sport=Abende zu Ehren des Direktors Sidoli
ſtatt mit einem beſonders glanzvollen Programm. Zu
jeder Vorſtellung fünfmaliges Auftreten des Direktors
mit ſeinen neueſten Original=Maſſen=Pferdedreſſuren.
Wir machen noch beſonders darauf aufmerkſam, daß die
diesjährige Saiſon am 14. Mai ſchließt.
— Abſchiedsabende des Wiener Operetten=Enſembles
im Saalbautheater. Heute Dienstag und morgen
Mitt=
woch abend finden als unwiderruflich letzte
Gaſtſpielvor=
ſtellungen des Wiener Operetten=Enſembles die zwei
letz=
ten Wiederholungen der populären Operetten=Novität
„Der fidele Bauer” von Leo Fall ſtatt, worauf
hiermit nochmals aufmerkſam gemacht ſein ſoll. Sie wird
ſicherlich auch an dieſen beiden letzten Abenden reichen
Bei=
fall finden.
§ Hundefang. Während des Monats April ſind
durch den hieſigen Polizei=Hundeaufſeher 30 Hunde
ein=
gefangen worden. Hiervon wurden 18 Hunde von ihren
Eigentümern wieder ausgelöſt, ein Hund iſt verkauft
worden und 11 Hunde mußten getötet werden.
§ Selbſtmord. In der Schwanenſtraße machte in
der Nacht von Samstag auf Sonntag eine ältere Frau
in ihrer Wohnung ihrem Leben durch Erhängen ein
Ende.
B. Groß=Gerau, 9. Mai. Am Sonntag fand hier
der 5. Bezirkstag des Bezirkes Darmſtadt im Heſſiſch=
Naſſauiſchen (Main=Rheingau) Verband
Gabels=
bergerſcher Stenographen ſtatt. Faſt aus
allen dem Bezirk angehörenden Vereinen waren die
Mitglieder in großer Zahl erſchienen. Vormittags
wurde ein Wettſchreiben in der höheren Bürgerſchule
abgehalten. Es wurde geſchrieben in Abteilungen von
60 bis 260 Silben und ſehr gut gearbeitet, ſo daß in
allen Abteilungen Ehrenpreiſe vergeben werden
konn=
ten. Faſt alle Arbeiten wurden preisgekrönt. Das
Feſteſſen fand im Hotel „Adler” ſtatt. Der Vertreter
der Großh. Regierung richtete warme Worte an die
Teilnehmer, ebenſo der Bürgermeiſter der Stadt Groß=
Gerau. Nach dem Feſtmahl hielt Herr Herget=
Mainz einen Vortrag über „Die Stenographie im
Leben und in der Schule”, der ſehr beifällig
aufge=
nommen wurde. Am Nachmittage war im „Weißen
Roß” geſchloſſene Vertreter=Verſammlung, die ſich bis
gegen 7 Uhr hinzog. Die Vorſtandswahl ergab
folgen=
des Reſultat: Vorſitzender Herr Art. Bürger, Rechner
Herr Oswald, Schriftführer Herr Tries,
Wett=
ſchreibobmann Herr Weber, Preisrichter Frl.
Eppert, ſämtlich in Darmſtadt. Darauf fand die
Preisverteilung im „Adler” ſtatt. Eine
Abendunter=
haltung mit Ball beſchloß die Feier. Bei dem
Wett=
ſchreiben erzielte die Stenographen=
Vereini=
gung „Gabelsberger‟=Darmſtadt (gegründet
1967) 4 Ehrenpreiſe (in den Abteilungen 200, 180, 160
und 80 Silben), 27 erſte, 4 zweite und 2 dritte Preiſe;
der Gabelsberger Stenographenverein
(gegründet 1861) mit angeſchloſſenem Damenverein in
den Abteilungen von 60 bis 220 Silben 2 Ehrenpreiſe,
darunter der Ehrenpreis der Abteilung 220 Silben,
15 erſte, 7 zweite und 4 dritte Preiſe, (28 Preisträger.)
Offenbach, 9. Mai. Erblindet iſt plötzlich ein
aus Offenbach gebürtiger 50jähriger Rentner K. aus
Köln. Er war im Begriffe, den Univerſitätsprofeſſor
Dr. Leber in Heidelberg aufzuſuchen. Auf der
Durch=
reiſe beſuchte er ſeine in Rödelheim verheiratete
Schwe=
ſter, mit der er ſeit längeren Jahren
Familiendifferen=
zen halber jeden Verkehr abgebrochen hatte. Jedenfalls
hat er ſich, wie auch der Arzt vermutet, durch dieſen
erſten Beſuch und die Ausſöhnung zu ſehr aufgeregt,
und heute morgen war er, nachdem er das eine Auge
bereits infolge des grünen Stars verloren hatte, auch
an dem anderen Auge erblindet. Der
Bedauerns=
werte wurde ſofort nach Heidelberg verbracht.
t Lindenfels, 8. Mai. In den letzten Tagen wurde
dahier ein Bürgerverein ins Leben gerufen, dem
ſofort nahezu 60 Mitglieder beitraten. — In
verſchiede=
nem Gebüſch laſſen ſich ſeit Jahren wieder einmal
Nachtigallen hören. Das wird auch von der Ruine
Rodenſtein berichtet. Hoffentlich werden dieſe edlen
Sängerinnen wieder heimiſch bei uns.
n. Lampertheim, 9. Mai. Die in dem
Grabſchän=
dungsfall gepflogenen Ermittelungen haben wieder
einmal die Nützlichkeit der Polizeihunde bewieſen.
Durch einen ſolchen, den man von Weinheim geholt
hatte, wurde eine Spur ſowohl zwiſchen den
verſchie=
denen beſchädigten Gräbern, als auch bis zur
Fried=
hofsmauer und darüber hinaus verfolgt. Sie führte
zur Wohnung des 21jährigen Gipſers Ludwig Friedrich
Kiſſel und dieſer iſt, weil auch ſeine Stiefel mit
auffälligen Kennzeichen verſehen ſind und in den Maßen
mit der Fußſpur des Täters genau übereinſtimmen,
unter dem dringenden Verdacht der Täterſchaft in
Unterſuchungshaft genommen. Er ſelbſt beſtreitet
vor=
läufig jede Schuld und hat gegen den Haftbefehl
Be=
ſchwerde eingelegt.
Mainz, 9. Mai. Bevor die Großherzoglichen
Herrſchaften von hier abreiſten, gedachte die
Groß=
herzogin, wie bei jedem Beſuche in Mainz, auch diesmal
der Armen und Kranken. Da ihr die plötzliche Abreiſe nicht
mehr geſtattete, ſelbſt in den Krankenhäuſern vorzuſprechen,
ließ ſie geſtern nachmittag durch Hofbedieuſtete Blumen im
Rochus= und Vinzenz=Hoſpital für die Kranken abgeben.
Um 3 Uhr reiſten die fürſtlichen Herrſchaften, wie bereits
angekündigt, im Automobil nach Darmſtadt ab, um ſich
von dort nach London zu begeben. (Tgbl.)
Mainz, 9. Mai. Die Stadtverordneten
genehmig=
ten in ihrer nichtöffentlichen Sitzung die 6000 Mark,
die der Hamburger Kaidirektor für ſein
Gutachten über die Eiſenbahnanlagen der hieſigen
Hafenbahn gefordert hat. Man erinnert ſich noch, daß
der Gutachter ganze zwei oder drei Tage hier in Mainz
war, um die Eiſenbahnanlagen zu beſichtigen. Er
be=
hauptet, dann längere Zeit mit der Abfaſſung des
Gut=
achtens beſchäftigt geweſen zu ſein und berechnet ſeine
ſo überaus beſcheidene Honorarforderung mit 1
Pro=
zent von dem Wert der Eiſenbahnanlagen. Die
Stadt=
verordneten waren ſich darüber einig, daß die
Forder=
ung für das Gutachten übertrieben iſt, ſie ſahen jedoch
keinen Ausweg, als die Bewilligung dieſer horrenden
Forderung, da dem Hamburger Kaidirektor wohl der
Auftrag zur Erſtattung des Gutachtens gegeben, aber
unbegreiflicherweiſe nichts über das Honorar
verein=
bart worden war. (Tgbl.)
Mainz, 8. Mai. Nach einem Begrüßungsabend in der
Stadthalle, der die zur diesjährigen Tagung des
Ver=
bands der Kunſtfreunde in den Ländern am
Rhein von auswärts herbeigekommenen Gäſte mit den
hieſigen Freunden vereinigte, wurde heute vormittag die
vom Verband veranlaßte Ausſtellung „Der Rhein
im Bild” eröffnet. Da die Großherzoglichen Herrſchaften
wegen der plötzlich eingetretenen Familientrauer ferngeblie=
Nummer 107.
ben waren, vollog ſich der Eröffungsatin ſchlichten
For=
men. Oberbürgermeiſter Göttelmann begrüßte die
zahlreichen Gäſte mit einer Rede, die mit einem Hoch auf
den Großherzog ſchloß. Hierauf erklärte der Vorſitzende
des Verbandes der Kunſtfreunde, Generalmajor Frhr. v.
Heyl, im Namen des Großherzogs Ernſt Ludwig die
Ausſtellung für eröffnet. Die Ausſtellung, die in den
ſau=
ber hergerichteten Räumen des Oberſtocks des renovierten
kurfürſtlichen Schloſſes Platz gefunden hat, gibt ein
inter=
eſſantes Bild von den Wandlungen der künſtleriſchen
Auf=
faſſung bei den Künſtlern der verſchiedenen Länder am
Rhein. Soweit man bei der heutigen „Verniſſage”, bei der
ſich feſtlich gekleidete Menſchen in den Räumen drängten,
überſehen konnte, iſt die Ausſtellung ſolider und weniger
verblüffend als das ſonderbare Plakat mit der
unbeklei=
deten Nubierin, das an allen Litfaßſäuſen auf die
Veran=
ſtaltung hinweiſt. Um 12 Uhr fand im Kaſino Hof zum
Gutenberg unter dem Vorſitz des Generalmajors Frhrn.
v. Heyl die ordentliche Hauptverſammlung des
Verbandes ſtatt. Nach Begrüßungsanſprachen des
Pro=
vinzialdirektors Geheimerat Breidert und des
Oberbürger=
meiſters Göttelmann erſtattete der Herausgeber der „
Rhein=
lande” Wilhelm Schäfer den Tätigkeitsbericht, Konſul
Simon den Kaſſenbericht, aus dem ſich ergibt, daß der
Verband zirka 2500 Mitglieder zählt und mit einem
Jah=
resumſatz von 30000 Mark arbeitet. Als Ort für die
nächſte Tagung wird nach einladenden Worten des
Ober=
ſten Ulrich Zürich gewählt. — Nachmittags ſchließt ſich eine
Rheinfahrt nach Bacharach an.
Worms, 8. Mai. Geſtern mittag wurde an der Ecke
Fiſchmarkt und kleine Kimpelgaſſe das 4½ Jahre alte
Söhnchen des Fuhrmanns Anton Lentz von hier auf
dem Heimwege von der Kinderſchule von einem
Frachtfuhrwerk überfahren, wodurch dem Kind
beide Beine entzwei gebrochen worden ſind. Die erſte
Hilfe wurde dem ſchwerverletzten Kinde durch Anlage
eines Notverbandes ſeitens eines Mitgliedes des
Roten Kreuzes geleiſtet, worauf das arme Kind in
das ſtädtiſche Krankenhaus gebracht wurde. Ob den
Leiter des Fuhrwerks eine Schuld trifft, dürfte die
be=
reits eingeleitete Unterſuchung ergeben.
* Worms, 9. Mat. Der Luftballon „
Straß=
burg” vom Oberrheiniſchen Verein für Luftſchiffahrt
unternahm geſtern vormittag gegen 10 Uhr vom
Tafel=
acker der Firma Doerr u. Reinhart aus einen
Auf=
ſtieg, an dem drei hieſige Herren, ſowie ein
Straß=
burger Herr als Führer teilnahmen. Die Fahrt ging
über Hofheim, Nordheim, Hamm, Philippshoſpital,
Goddelau=Erfelden, Griesheim, Darmſtadt über Hanau
direkt nach Hersfeld, wo wegen eines Gewitters gegen
3 Uhr gelandet werden mußte. Schon kurz nach dem
Aufſtieg ſetzte in den höheren Luftſchichten Schneefall
ein. Den Mitfahrenden boten ſich klare
Landſchafts=
bilder und die Landung ging glatt von ſtatten.
— Worms, 9. Mai. Zur Unterſtützung der Opfer
des Büdinger Bankkrachs, der Mitglieder des
Vorſchuß= und Kreditvereins zu Ober=Mockſtadt, regt
ſich überall in Heſſen der Wohltätigkeitsſinn. So hatte ſich
dieſer Tage auch der hieſige Verein der Oberheſſen mit der
Freifrau Mathilde v. Heyl geb. Prinzeſſin von Iſenburg=
Büdingen an der Spitze in einem Aufruf an die
Bevölke=
rung gewandt und zur Beteiligung an einer im
Theater=
ſaal des Wormſer Spiel= und Feſthauſes veranſtalteten
großen Wohltätigkeitsaufführung eingeladen.
Der Erfolg war ein außerordentlicher; es wurde ein
Reinertrag von rund 9000 Mark zum Beſten
der Ober=Mockſtädter erzielt. Namentlich der Mittelſtand
war erſchienen und der große Feſtſaal förmlich überfüllt,
ſo daß ſich Viele mit Stehplätzen begnügen mußten. Zur
Aufführung kam nach einem Prolog und mehreren von
dem Inſtrumentalverein des Hauſes Cornelius Heyl
aus=
geführten Muſikſtücken, oberheſſiſchen Quartetten uſw. in
oberheſſiſchen Trachten ein von einem Landsmann, Herrn
Leonhard Riebel, eigens für dieſen Zweck verfaßtes
Schauſpiel in 4 Akten, betitelt „Schwere Prüfungen” das
ein recht beachtenswertes Talent verriet und großen
Bei=
fall erntete.
Alzey, 9. Mai. Ein eigenartiger Unfall ereignete
ſich bei einer Vorſtellung im Saalbau. Als der
Schau=
ſpieler Rieth, der den Don Cäſar in der „Braut von
Meſ=
ſina” ſpielte, im letzten Akt den Dolch gegen ſich zückte,
Kleines Feuilleton.
— Der „Prinz von Wales‟ Ein reicher
Kranz von Legenden hatte ſich um die Geſtalt Eduards
gewoben, da er ſo lange Zeit als Prinz von Wales die
Augen der Welt auf ſich gerichtet ſah. Seine weiten
Reiſen führten ihn über den Atlantiſchen Ozean
bis zu den Niagarafällen, über die er den Seiltänzer
Blondin ſchreiten ſah; ſie ließen ihn den Nil
hinauf=
ziehen, wobei er ſich und ſeine Geſellſchaft gegen den
Durſt der Wüſte mit 2000 Flaſchen Champagner und
22000 Flaſchen Sodawaſſer ſchützte. Seine denkwürdige
Fahrt nach Indien nannte er ſelbſt die
Verwirklich=
ung eines ſeiner ſchönſten Träume. In den Wäldern
um Stockholm hat er den Elch gejagt und in den
Djun=
geln Indiens an einem Tage ſechs Tiger erlegt. Er
war ein trefflicher Schütze, ein Meiſter auf allen
Ge=
bieten des Sports. Als ein echter Engländer fand
er wohl ſein höchſtes Vergnügen an den Freuden des
Turf. „Ich bin am glücklichſten,” ſchrieb er einmal,
zwenn ich als ein einfacher Mr. Johns zum Rennen
gehen kann, ohne daß es dann gleich am nächſten Tage
in den Zeitungen heißt, der Prinz von Wales habe
ſehr hoch geſetzt und mehr verloren, als er je bezahlen
könne. Als Beſitzer eines glänzenden Rennſtalles
hat er große Triumphe errungen, die aus
beſcheide=
nen Anfängen hervorgingen. Seit 1871 ließ er Pferde
rennen und hat im Laufe der Zeit viele große Preiſe
gewonnen, im ganzen über 2 Millionen Mark. Sein
glücklichſtes Rennjahr, von dem er mit Stolz erzählte,
war 1900; er gewann die beiden „blauen Bänder”, das
Derby und den Grand National=Preis, die beide im
gleichen Jahre noch nie jemand gewonnen hatte; ſeine
Einnahmen durch Preiſe beliefen ſich in dieſem einen
Jahre auf faſt 600000 Mark. Auch als führende
Er=
ſcheinung auf dem Gebiete der Mode hatte der Prinz
einen lang anhaltenden Ruhm gewonnen. Seit den
Tagen der großen Dandys war er der erſte, deſſen
Toilette in den Kreiſen der eleganten Lebewelt
maß=
gebend wurde. Jede Nuance in ſeiner Kleidung wurde
beachtet und fand allgemeine Nachahmung, ſelbſt wenn
er gar keine beſtimmte Abſicht damit verband Als er
einmal mehrere Tage hintereinander in Marienbad
mit einer roten Krawatte erſchien, erregte das in Ein Stückchen Romantik wird jetzt in der Chauſſee=
Schneiderkreiſen eine gewiſſe Revolution; ſogleich
wur=
den rote Krawatten auf den Markt gebracht und
Eduard erfuhr erſt nachher zu ſeiner Verwunderung,
daß er der Schöpfer dieſer Mode geweſen. Ernſthafter
war eine andere Neuerung, als der Prinz bei einem
Hochzeitsfeſte nicht in dem klaſſiſchen langen Gehrock, liſchen St. Hedwigs=Gemeinde hin, und dieſe
Ge=
ſonderngin einem kürzeren, einreihigen Rock mit
Schößen erſchien und damit das Mißfallen der
eng=
liſchen Schneider erregte. Beſonders im Reiche der
Hüte hat Eduard oft ſeinen perſönlichen Geſchmack
be=
tont, als er an die Stelle des Zylinders den ſteifen,
runden Hut, dann an deſſen Stelle den weichen Hut.
ja ſogar eine kurze Zeit lang den Tirolerhut treten
ließ. Jedenfalls war in ſeiner Toilette ein höchſt
diſtinguierter, vornehmer Geſchmack ausgedrückt, der
ſich auch in ſeiner Lektüre und in ſeinen
Samm=
lerpaſſionen äußerte. Er nannte große
Kollek=
tionen von Koſtbarkeiten ſein eigen, deren
Bereicher=
ung ihn erfreute. Die von ſeiner Mutter ererbte
Spazierſtockſammlung vermehrte er, freute ſich an
einer Sammlung von goldenen Schlüſſeln, die ihm bei
der Einweihung öffentlicher Gebäude überreicht
wor=
den waren; ſeine Sammlung von Kupferſtichen belief
ſich auf 21000 Stück. Neben der großen
Biblio=
thek von 125000 Bänden im Windſorpalaſt, die ſein
Vater zuſammengebracht hatte, verfügte er noch über
eine von ihm ſelbſt geſammelte Bibliothek von 10000
Bänden. Sehr eifrig benutzte Eduard die Abteilung
der ſchönen Literatur, die eine Sammlung der
beſten Romane aller Zeiten umfaßt.
** Der jetzige König Georg von
Eng=
land galt in ſeiner Jugend in Hofkreiſen als „eine
richtige königliche unbändige Range” und ſeinen
kind=
lichen Uebermut illuſtriert eine amüſante Anekdote, die
dem luſtigen Jungen eine ſtrenge Strafe eintragen
ſollte. Der kleine Georg durfte eines Tages mit ſeiner
Großmutter, der verſtorbenen Königin Viktoria,
früh=
ſtücken. Der lebhafte Junge verſtieß dabei ſo
gründ=
lich gegen die übliche Etikette, daß ihm eine Strafe
zu=
diktiert wurde: er mußte unter den Tiſch kriechen. Nach
einer Weile ſah man die Buße als genügend an und
forderte den Prinzen auf, wieder hervorzukommen. Er
gehorchte ſofort und erſchien — im Adamskoſtüm, und
gleich Adam ſchämte er ſich auch gar nicht. Das traurige
Ende dieſer luſtigen Komödie inſzenierten dann die
Erzieher, die von dem Recht, ſeine kleinen
Ungezogen=
heiten ſtreng zu beſtrafen, völlig ausreichenden Gebrauch
machten.
* Der Grabſtein im Zeitungsladen.
ſtraße im Norden Berlins dem nivellierenden Zug der
Zeit weichen. Ein paar kleine Häuſer, die nur Läden
enthielten, werden jetzt abgebrochen und an ihrer
Stelle wird ein Neubau errichtet werden. Auf dem
Grundſtück zog ſich früher der alte Kirchhof der
katho=
meinde war bis jetzt Beſitzerin des Geländes. Als vor
etwa zwanzig Jahren der Kirchhof dort einging und
die Ueberreſte der dort ruhenden Toten und einzelne
Grabdenkmäler auf einen anderen Kirchhof gebracht
wurden, mußte ein Grabſtein ſtehen bleiben, da die
Verjährungsfriſt nicht abgelaufen war. Da er ſich
neben der an der Chauſſeeſtraße gelegenen
Kirchhofs=
mauer befand, wußte man ſich nicht anders zu helfen,
als daß man ihn in den Laden eines
Zeitungshänd=
lers, der ſich hier niederließ, einbezog. Jahre
hin=
durch befand er ſich in dem Hinterzimmer, das zur
Leſehalle eingerichtet war. Nun wird er ſamt dem
Häuschen verſchwinden, denn auch die
Verjährungs=
friſt iſt jetzt abgelaufen.
* Die Irrfahrten eines
Zarenkele=
gramms. Ueber eine verirrte Depeſche des ruſſiſchen
Zaren und ihre Folgen verlautet aus Sofiaer
Hof=
kreiſen: König Ferdinand richtete dieſer Tage aus dem
altberühmten Kloſter Rylo, wohin er ſich gelegentlich
der orthodoxen Feiertage zurückgezogen hatte, einen
telegraphiſchen Oſtergruß an Kaiſer Nikolaus.
Unbe=
greiflicherweiſe verzögerte ſich die Antwort und traf
ſchließlich aus der mazedoniſchen Wilajetſtadt Monaſtir
ein; ſie hatte ſich dahin verirrt infolge der flüchtigen
Adreſſierung: „Roi Ferdinand, Monaſtère”, mit
Weg=
laſſung von Rylo. In Monaſtir ſelbſt verurſachte die
Depeſche und die Suche nach dem Adreſſaten bei den
dortigen Behörden große Verwirrung und
Beunruhi=
gung, bis ſie auf höhere Weiſung nach Bulgarien
weiterexpediert wurde.
* Der Reichstagspräſident als Dichter.
Der Präſident des Deutſchen Reichstages, Graf v.
Schwe=
rin=Löwitz, hat zu dem von dem Geſangverein „
Concor=
dia” in Neuſtadt a. d. Haardt veranſtalteten Großen
Na=
tionalen Geſangswettſtreit an Pfingſten dieſes Jahres
ei=
nen Taktſtock als Ehrengabe geſtiftet und ihm folgendes
Ge=
leit gegeben: „Weit williger als der Glocke des
Prä=
ſidenten folgt Jeder dem Taktſtock des Chor=Dirigenten!”
* Einen eigenartigen Tod fand, wie aus
New=York gemeldet wird, in Waterbury ein
Kauf=
mann namens Smith. Er hatte ſich mit ſeiner
Gat=
tin zu Bett gelegt, als plötzlich ſein Fallbett von
ſel=
ber wieder zuklappte. Hierbei geriet Smith ſo
un=
glücklich mit dem Kopfe zwiſchen Bett und
Eiſen=
rahmen, daß ihm das Genick gebrochen wurde und der
Tod ſofort eintrat. Auch ſeine Frau geriet in
Lebens=
gefahr. Sie war mit dem Kopfe zwiſchen zwei Kiſſen
geraten und wäre beinahe erſtickt, wenn nicht auf ihre
Hilferufe noch rechtzeitig Hilfe eingetroffen wäre.
Nummer 107.
verſagte die Mechanik und die Spitze drang ziemlich tief in
die Bruſt. Die Herren Dr. Höfling und Kreisarzt Dr.
Schäffer leiſteten die erſte Hilfe, ſpäter wurde der
Schwer=
verwundete in das Kreiskrankenhaus geſchafft.
Gießen, 9. Mai. In der vergangenen Woche
wur=
den einem hieſigen, in der Krofdorfer Straße
wohnen=
den Schwimmlehrer 10 wertvolle Stallhaſen
ab=
gewürgt. Auf die bei der Polizei erſtattete Anzeige
begaben ſich die Schutzleute Fenz und Klös mit ihren
Polizeihunden an den Tatort. Die Hunde
nah=
men ſofort die Spur auf und verfolgten ſie bis zu
einer ungefähr 1500 Meter vom Tatort entfernt
lie=
genden Hofreite, deren Eigentümer im Beſitze eines
Bernhardiner=Hundes iſt. Eine ſofort an dem Hunde
vorgenommene Unterſuchung ergab die Richtigkeit der
von den Polizeihunden aufgenommenen Spur. Der
ſpäter ebenfalls auf die Spur gehetzte Polizeihund des
Schutzmanns Seitz verfolgte ſie wie die beiden
ande=
ren Hunde, ſodaß es alſo keinem Zweifel mehr
unter=
liegen konnte, daß der Bernhardiner=Hund die Haſen
in der Nacht abgewürgt hatte. Wie man vernimmt,
hat ſich der Beſitzer des Hundes auf Grund dieſes
Er=
gebniſſes bereits mit dem Eigentümer der Haſen
ge=
einigt.
A Aus dem Kreiſe Gießen, 7. Mai. Die anläßlich
der Durchführung des
Feldbereinigungsver=
fahrens für die Gemarkungsteile Gießen links der
Lahn von den beteiligten Gemeinden Gießen, Wieſeck
und Alten=Buſeck vorgeſchlagene Regulierung der
Wieſeck an der Stelle, wo dieſe die Grenze zwiſchen
Ge=
markung Wieſeck und Alten=Buſeck einerſeits und
Ge=
markung Gießen andererſeits bildet, iſt vor kurzem
in Angriff genommen worden. Der Bachlauf ſoll an
der fraglichen Stelle in der Weiſe reguliert werden,
daß die vielen Krümmungen des alten Bachbettes, die
Auskolkungen und Uferunterſpülungen beſeitigt und
ſchädliche Ueberſchwemmungen der Wieſen verhütet
werden. Die Geſamtbaukoſten ſind zu 15000 Mark
veranſchlagt, wovon die Erdarbeiten, die Arbeiten und
Bauten zur Befeſtigung der Sohle und der Ufer 12650
Mark betragen werden.
(*) Vom oberen Vogelsberg, 8. Mai. Heftiges
Schneegeſtöber und empfindliche Kälte herrſchten
geſtern und heute. Zeitweiſe war der Himmel ganz
verfinſtert, dann ging Schnee und Kiſſel nieder, ſodaß
bald die Natur im Winterkleid prangte. In den
Waldungen der Umgegend von Herchenhain und
Hart=
mannshain liegt der Schnee ſtellenweiſe geſchloſſen.
Das Thermometer ſinkt zeitweiſe bis 0 Grad; vielfach
trat in den letzten Tagen Froſt ein.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 10. Mai 1910.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. Mai. Die Enthüllung
des Theodor Fontane=Denkmals im Tiergarten
hat heute mittag 1 Uhr ſtattgefunden. Zu der ſchlichten,
aber eindrucksvollen Feier, die leider durch Regenböen
etwas geſtört wurde, hatte ſich eine ſtattliche Verſammlung
von Verehrern des märkiſchen Dichters eingefunden. Das
Denkmal ſtellt den Dichter der Mark als ſchlichten
Spazier=
gänger dar. — Der Zwiſt im Bund für
Mutter=
ſchutz endete vorläufig damit, daß in einer ſtürmiſch
ver=
laufenen Generalverſammlung der Berliner Ortsgruppe
Frau Dr. Stöcker ein Vertrauensvotum erhielt und ſie
wieder zur erſten Vorſitzenden der Ortsgruppe gewählt
wurde. — Ein falſcher Aſſeſſor entlockte im Vororte
Lichtenberg der Witwe des Oberpoſtſchaffners Teichmann
unter dem Vorwande, mit der Regulierung des Nachlaſſes
betraut zu ſein, 485 Mark, die er als angeblichen Anteil
der Kinder von Gerichts wegen beſchlagnahmte. Als die
Frau bei der Polizei und dem Gericht ſich erkundigte,
warum die verſprochene Quittung ausblieb, erfuhr ſie, daß
ſie einem Schwindler zum Opfer gefallen ſei.
Frankfurt, 8. Mai. Die Zuſammenkunft
deutſcher Standesherren fand am Freitng
wieder im „Engliſchen Hof” unter dem Vorſitz des
Fürſten zu Stolberg=Wernigerode ſtatt. Nach der
Generalverſammlung fand gemeinſames Feſtdiner mit
darauffolgendem großen Ball in den Feſträumen des
Hotels „Engliſcher Hof” ſtatt. Unter den Herrſchaften
befanden ſich: Fürſt und Fürſtin zu Solms=
Hohen=
ſolms=Lich, Fürſt und Fürſtin zu Bentheim=Steinfurt,
Fürſt und Fürſtin Alois zu Löwenſtein=Wertheim=
Roſenberg, Fürſt und Fürſtin zu Leiningen=Amorbach,
Fürſt und Fürſtin zu Salm=Horſtmar, Fürſt zu Salm=
Salm, Fürſt zu Caſtell=Caſtell, Fürſt von der Leyen,
Fürſt zu Hohenlohe=Bartenſtein, Fürſt zu Erbach=
Schönberg, Fürſtin=Mutter zu Yſenburg=Büdingen,
Prinz und Prinzeſſin Viktor zu Erbach=Schönberg,
Graf und Gräfin zu Pückler=Limpurg, Graf und Gräfin
von Neipperg, Graf von Bentinck=Waldeck=Limpurg,
Graf und Gräfin von Iſenburg=Meerholz, Erbgraf von
Schaesberg, Prinzeſſin zu Yſenburg=Büdingen,
Erb=
graf von Rechberg, Erbgraf von Neipperg. — Geſtern
ſtatteten verſchiedene der Fürſtlichkeiten dem
Zoolo=
giſchen Garten einen Beſuch ab und beſichtigten
ein=
gehend die Tierſammlungen.
Nürnberg, 9. Mai. Die beiden ſeit dem
Himmel=
fahrttag vermißten Nürnberger Touriſten
wurden am Samstag abend in einer
Tropfſtein=
höhle noch lebend aufgefunden. Ein von
ihnen mitgenommener Hund hatte die
Rettungsmann=
ſchaften am Eingang der Höhle durch Bellen
aufmerk=
ſam gemacht. Die 58ſtündige Haft war durch den
Ver=
brauch aller Beleuchtungsmittel entſtanden,
infolge=
deſſen die Eingeſchloſſenen den Eingang nicht
wieder=
finden konnten.
Köln, 9. Mai. In der geſtrigen Nacht gelang es
der hieſigen Kriminalpolizei, an der kleinen Sandkaul
eine große Spielhölle auszuheben. Es wurden
50 Perſonen beim Spiel angetroffen; 20 wurden nach
Feſtſtellung des Tatbeſtandes ſofort wieder entlaſſen,
die übrigen 30 Perſonen wurden verhaftet.
— Bochum, 7. Mai. Auch auf dem Gebiete der
Wilddieberei macht man ſich die Errungenſchaft
der Elektrizität nutzbar, wie aus einem
inter=
eſſanten Prozeß vor der hieſigen Strafkammer
hervor=
ging. Unter der Anklage, namentlich in den Forſten
des Herzogs von Arenberg gewildert und Beamte
tätlich angegriffen zu haben, hatten ſich der Verwalter
Siebel, der Landwirt Tappe und der Knecht Koch aus
Erkenſchwick zu verantwörten. Der Gerichtstiſch zeigte
das Bild eines wohlaſſortierten Jagdladens. Die
bei=
den erſtgenannten Angeklagten ſind aus Leidenſchaft
zu Wilderern geworden und haben ſich von dem
drit=
ten bei ihren Schleichwegen helfen laſſen. In der
Umgegend war es ſeit langem bekannt, daß Siebel und
Tappe, namentlich in regneriſchen Nächten, auf die
unerlaubte Jagd zogen und die Forſtbeamten der
be=
teiligten Kreiſe waren daher ſcharf hinter ihnen her.
Zum erſten Renkontre mit dieſen kam es am 29.
Okto=
ber v. J. Hierbei erhielt Siebel einen Schuß in die
Hand, wurde aber von Koch auf einen Wagen gezogen
und alle drei entkamen. Mitte November wurde von
ihnem abermals eine nächtliche Pirſch beſchloſſen. Sie
rüſteten ſich zu dieſem Zwecke mit elektriſchen
Taſchen=
lampen und einer großen Automobillaterne aus,
ein=
mal, um das Wild aufzuſchrecken, und um ferner in
dem Lichtkegel ein beſſeres Schußfeld zu haben. Die
patrouillierenden Forſtbeamten waren nicht wenig
er=
ſtaunt, als ſie die Angeklagten auf dieſer Jagdart
er=
tappten. Da die Angeklagten auf Anruf nicht ſtehen
blieben, feuerten die Förſter, wobei Siebel wiederum
einen Schrotſchuß in die Bruſt erhielt. Dem
Ange=
klagten Koch, der die Automobillaterne trug, wurde
dieſe aus der Hand geſchoſſen. Er mußte ſich in
ärzt=
liche Behandlung begeben, ſuchte dann ein
Kranken=
haus auf und wurde in dieſem verhaftet. Die
Beweis=
aufnahme geſtaltete ſich ſehr umfangreich, da eine
große Anzahl von Zeugen vernommen werden mußte.
Das Urteil lautete gegen Tappe auf ein Jahr acht
Monate, gegen Siebel auf ein Jahr drei Monate und
gegen Koch auf ſechs Monate Gefängnis. Die beiden
erſteren wurden gegen Kaution aus der Haft
ent=
laſſen.
Celle, 9. Mai. Bei einem Gewitter am
Sams=
tag nachmitag bei Hermannsburg (Landkreis Celle)
ſchlug der Blitz in einen im Moore ſtehenden
Torf=
ſchuppen ein, in dem ſieben Feldarbeiter Zuflucht
ge=
ſucht hatten. Drei Arbeiter wurden getötet, drei ſchwer
verletzt, während einer unverletzt blieb. Die Verletzten
wurden nach dem Krankenhauſe verbracht.
Hamburg, 9. Mai. Auf dem Bahrenfelder
Renn=
platze ſchlug der Blitz geſtern nachmittag während
des Rennens in das Drahtgeflecht einer Barriere des
Fußgängerplatzes. Sechs Perſonen wurden verletzt;
drei wurden bewußtlos ins Krankenhaus gebracht, wo
ſie ſpäter das Bewußtſein wiedererlangten. Man hofft,
daß keine dauernden Folgen zurückbleiben.
s. Allenſtein, 8. Mai. In dem Monſtreprozeß
gegen die Frau des durch die Allenſteiner Bluttat aus
dem Leben geſchiedenen Majors v. Schönebeck, die
jetzige Schriftſtellersgattin Weber (Charlottenburg), iſt
der Verhandlungstermin vor dem Allenſteiner
Schwur=
gericht nunmehr, wie man der „Deutſchen Journalpoſt”
von autoriſierter Seite mitteilt, definitiv auf den
6. Juni d. J. feſtgeſetzt worden. — Den Vorſitz wird
ein Geh. Juſtizrat aus Inſterburg führen, während die
Anklage durch den Erſten Staatsanwalt von Allenſtein
Dr. Poſchmann vertreten werden wird. Die
Verteidi=
gung der Frau v. Schönebeck=Weber führen die
Rechts=
anwälte Walter Bahn=Berlin und Salzmann=
Allen=
ſtein, von denen noch Juſtizrat Dr. Sello=Berlin
hinzu=
gezogen iſt. — Unter den Zeugen befindet ſich als
inter=
eſſanteſte Perſönlichkeit der frühere preußiſche
Kriegs=
miniſter v. Einem gen. v. Rothmaler, der über die
Be=
richte vernommen werden ſoll, die Kriminalkommiſſar
Wannowski dem Kriegsminiſterium in Sachen des
Hauptmanns von Goeben erſtattet hat. Bekanntlich
war Kriminalkommiſſar Wannowski ſeinerzeit nach
Allenſtein entſandt worden, um durch entſprechende
Nachforſchungen die Beteiligung des Hauptmanns von
Goeben an der Mordtat feſtzuſtellen. Ihm iſt es dann
auch gelungen, den Hauptmann zu überführen, worauf
dieſer ſeinem Leben durch Selbſtmord ein Ende machte.
— Die Verhandlungen werden vorausſichtlich unter
völligem Ausſchluß der Oeffentlichkeit vor ſich gehen,
da ja das unglückliche Eheleben des v. Schönebeckſchen
Ehepaares im Mittelpunkte der Verhandlungen ſtehr.
Man rechnet damit, daß der Prozeß etwa zehn Tage in
Anſpruch nehmen wird.
Gothenburg, 9. Mai. Auf dem Goaſtaelf ereignete
ſich an Bord des Frachtdampfers „Jonas Alſtroem”
eine Keſſelexploſion. Von der Beſatzung wurden
zwei Mann getötet und mehrere lebensgefährlich
ver=
letzt, andere werden vermißt und ſollen, wie
Augen=
zeugen ausſagen, mit den Frachtſtücken nach
verſchiede=
nen Richtungen hin in die Luft geſchleudert worden
ſein.
Ottawa, 8. Mai. Heute abend ereignete ſich in den
Dynamitwerken in Hull (Quebec) eine Exploſion,
durch welche zwanzig Perſonen getötet und
dreißig verletzt wurden. Die Exploſion zerſtörte
meh=
rere benachbarte Häuſer, deren Bewohner zum Teil
verſchüttet wurden. Hunderte von Fenſterſcheiben
wurden in dem zwei Meilen von Hull entfernten
Ottawa durch die Gewalt der Exploſion zerſtört.
Seite 5.
Kunſtnotizen.
(eber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ßehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Großh. Hoftheater. Für die alljährlich
gegen Ende der Spielzeit ſtattfindende Aufführung
zum Beſten des Witwen= und Waiſenfonds
der Hofmuſik iſt Roſſinis „Barbier von Sevilla”
vorgeſehen. In der als Volksvorſtellung am 18. d. Mts.
in Szene gehenden Oper wird eine mit ganz
außer=
gewöhnlichen künſtleriſchen und ſtimmlichen Vorzügen
ausgerüſtete jugendliche Künſtlerin, Fräulein Birgit
Engell, von der Königl. Oper in Wiesbaden als
Roſine gaſtieren. Es war im Januar d. Js., als
Fräulein Engell zugleich mit der hieſigen Hofkapelle
von der „Geſellſchaft der Muſikfreunde” in Saarbrücken
für zwei Konzerte gewonnen worden war. Ihr
außer=
ordentlicher künſtleriſcher Erfolg führte zu der
ein=
ſtimmigen Ueberzeugung der Hofmuſikmitglieder, hier
einer Künſtler=Individualität gegenüber zu ſtehen, die in
der glücklichen Verbindung herrlicher Stimmittel,
emi=
nenter Geſangstechnik und erleſenſtem Geſchmack eine
Ausnahmeſtellung in der Reihe hervorragender
Sängerinnen der Gegenwart einnimmt. Dieſe
Wahr=
nehmung hat dazu geführt, Fräulein Birgit Engell
ſo=
wohl für die Benefiz=Vorſtellung im Hoftheater, wie
für eins der nächſtwinterlichen Hofmuſikkonzerte zu
verpflichten.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 9. Mai. In der Diplomatenloge wohnt
der engliſche Botſchafter Goſchen der Sitzung
bei. Vizepräſident Dr. Spahn begibt ſich in die Loge und
drückt dem Botſchafter die Anteilnahme des Reichstages an
dem Ableben des Königs Eduard aus. Später begibt ſich
auch der zweite Vizepräſident Erbprinz zu Hohenlohe=
Lan=
genburg zu dem engliſchen Botſchafter in die
Diplomaten=
loge.
Vizepräſident Dr. Spahn eröffnet die Sitzung um
2,20 Uhr und richtet folgende
Anſprache
an das Haus: Meine Herren! Unerwartet hat die
Nach=
richt von dem Ableben König Eduards von Großbritannien
und Irland unſeren Kaiſer und unſer kaiſerliches Haus
tief erſchüttert. Die Trauer iſt umſo herber, als Bande des
Blutes unſer Herrſcherhaus mit dem engliſchen eng
ver=
binden. An dieſer Trauer nimmt das geſamte deutſche
Volk innigen und warmen Anteil. Die aufrichtige
Teil=
nahme des Reichstages hat unſerem Kaiſer unſer Präſident,
der verhindert iſt, heute hier anweſend zu ſein, am
Sams=
tag telegraphiſch zum Ausdruck gebracht. (Die Mitglieder
ſämtlicher Parteien hatten ſich von ihren Sitzen erhoben,
ebenſo die Herren in der Diplomatenloge). Von dem
Kaiſer iſt darauf folgende Antwort eingegangen: „Ich
ſpreche Ihnen und dem Reichstage meinen wärmſten Dank
aus für die Anteilnahme an meiner tiefen Trauer über den
unerwartet ſchnellen Heimgang meines teuren Onkels, des
Königs von Großbritannien und Irland. Wilhelm I. R.
— König Eduard hatte bei ſeiner Thronbeſteigung vor neun
Jahren gelobt, bis zum letzten Atemzuge als
konſtituio=
neller Herrſcher für das Wohl und die Fortentwickelung
ſeines Volkes tätig zu ſein. Mitten in ſeinem Werke hat der
Tod ihn jäh aus dem Leben geriſſen. Die Trauer laſtet
ſchwer auf dem ſtammverwandten engliſchen Volke, deſſen
Trauer über den plötzlichen Heimgang tief und allgemein
iſt. Mit der Teilnahme der ganzen Welt verbindet ſich
unſere aufrichtige Anteilnahme an dem ſchweren Verluſt,
den mit ſeinem Königshauſe das ganze britiſche Volk
er=
litten hat. Zum Zeichen der Anteilnahme haben Sie ſich
von den Plätzen erhoben und damit bekundet, daß Sie ſich
den von mir ausgedrückten Gefühlen anſchließen.
Eingegangen iſt als Vorlage der Antrag auf
Ver=
tagung des Reichstages. Der Kronprinz hat dem
Prä=
ſidium des Reichstages ſeinen Dank für deſſen
Geburts=
tagsglückwünſche ausgedrückt.
Auf der Tagesordnung ſtehen zunächſt Petitionen.
Dieſe werden ohne Debatte nach den Anträgen der
Kom=
miſſion erledigt. — Es folgt die dritte Leſung des
Diä=
tengeſetzes für die Reichstagsmitglieder, ſoweit ſie der
Juſtizkommiſſion angehören und den Sommer in Berlin
anweſend ſein müſſen, mit dem damit verbundenen
Nach=
tragsetat. Die Vorlage wird ohne Debatte angenommen.
— Ferner wird in dritter Leſung der Nachtragsetat
für die Schutzgebiete betr. die Beamtengehälter
an=
genommen. — Des weiteren werden in dritter Leſung ohne
Debatte erledigt das Konſulargebührengeſetz
und das Kolonialbeamtengeſetz.
Es folgen weitere
Petitionen.
Ueber die Petition des Handelsvereins und des
Pflan=
zervereins von Deutſch=Samoa und Apia über Errichtung
der Selbſtverwaltung in Samoa wird nach einer kurzen
Bemerkung von Erzberger (Zentr.) entſprechend dem
Kom=
miſſonsantrage zur Tagesordnung übergangen. — Die
Reſolution Graeff=Weimar betr. Unterſtützung des deutſchen
Schillerbundes wird, nachdem Pfeiffer (Zentr.) den Wunſch
ausgedrückt hatte, daß die vorliegende Reſolution vom
Reichskanzler wohlwollend behandelt werden ſollte, dem
Reichskanzler zur Erwägung überwieſen. Es folgen
ſchließ=
lich die Berichte der Petitionskommiſſion über 26
Petitio=
nen. Von dieſen werden die meiſten ohne Debatte erledigt.
Bei den Petitionen betr. Entſchädigung von
Zünd=
holzarbeitern beantragt Abg. Pütz (Zentr.) als
Be=
richterſtatter Ueberweiſung an den Reichskanzler zur
Be=
rückſichtigung. — Abg. Dr. Oſann (nl.): Durch die
Zünd=
holzſteuer iſt ein Maſſenaufkauf von Zündhölzern erfolgt,
der einen Stillſtand in der Fabrikation bedingt hatte.
Nicht allein Zündholzfabrikanten, ſondern auch die
Holz=
waren= und Schachtelfabrikanten ſind ſchwer geſchädigt
worden. Insbeſondere aber ſind geſchädigt die
Zündholz=
arbeiter, die vielfach brotlos gemacht worden ſind. Dieſen
Arbeitern muß geholfen werden, wie den Tabakarbeitern
geholfen worden iſt. Es handelt ſich hier um die ärmſten
der Arbeiter. Die Petition iſt daher dringend zu
empfeh=
len. — Abg. Brey (Soz.): Die Petition der
Zündholz=
arbeiter, die durch die Finanzreform auf die Straße
gewor=
fen worden ſind, verlangt dringend Berückſichtigung. Die
Zündholzſteuer iſt von dem ſich ſonſt als
arbeiterfreund=
lich gerierenden Zentrum angenommen worden, ohne daß
dieſe Partei für dieſe Aermſten der Armen geſorgt hätte.
(Lachen im Zentrum.) Ich bitte um einſtimmige Annahme
des Antrages auf Berückſichtigung. Die Regierung möge
ſchnell Hilfe leiſten, denn die Not iſt eine bedeutende.—
Nach weitern Bemerkungen der Abgeordneten Becker und
Sachſe wird die Petition der Regierung zur
Berückſich=
tigung überwieſen. Die Petition des Kaufmänniſchen
Ver=
eins von Wilhelmshaven betr. den Warenverkauf auf der
kaiſerlichen Werft zu Wilhelmshaven wird der
Regierung als Material überwieſen.
Die Petition des Wirkl. Geh. Kriegsrates Uhlenbroch=
Friedenau auf Einſetzung einer Kommiſſion zur
Prü=
fung der Verhältniſſe in der
Militärver=
waltung, ſowie auf Streichung der Militär=Intendanten
in dem § 25 des Reichsbeamtengeſetzes und auf Prüfung
des Verfahrens bei der Entfernung des Petenten aus dem
Amte und Angabe der hierfür maßgebend geweſenen
Gründe, ſoll nach dem Antrage der Kommiſſion in ihren
beiden erſten Punkten dem Reichskanzler zur Erwägung
überwieſen werden, während für den letzten Teil
Ueber=
gang zur Tagesordnung beſchloſſen wird. — Abg.
Som=
mer (Fortſchr. Vp.): Es handelt ſich hier um eine
Ma=
terie von größter Wichtigkeit. Die Unterſtellung der
In=
tendanten unter die Diſziplinargewalt eines
unverantwort=
lichen Offiziers, des kommandierenden Generals, iſt
un=
haltbar. Deshalb beantrage ich, die ganze Petition zur
Berückſichtigung zu überweiſen. — Abg. Erzberger
(Zentr.): Ein oder der andere Vertreter des
Kriegsmini=
ſteriums ſollte bei einer derart wichtigen Materie hier
er=
ſcheinen. Es handelt ſich hier um die Nichtachtung ſeitens
der zuſtändigen Behörde gegenüber dem Petitionsrechte
und dem Reichstage. Es iſt ein unhaltbarer Zuſtand, daß
die Militärintendanturen der Diſziplinargewalt des
kom=
mandierenden Generals noch genau ſo wie im Jahre 1820
unterſtehen.
Nachdem Erzberger (Zentr.) und Weber (nl.) die
Stel=
lungnahme ihrer Partei zu dem Antrage dargelegt hatten,
wurde ein Antrag auf Vertagung dieſer Materie
einſtimmig angenommen.
Als letzte Petition ſteht diejenige auf Erbauung
einer dritten Vogeſenbahn auf der
Tagesord=
nung. Die Petition wird nach kurzer Debatte zur
Berück=
ſichtigung bezw. Erwägung überwieſen. — Nächſte Sitzung
Dienstag 11 Uhr. Vertagungsantrag des Reichstages bis
zum 8. November, Kaligeſetz. — Schluß 5,45 Uhr.
Der Tod des Königs Eduard.
* London, 8. Mai. Die neueſten, noch nicht
offi=
ziellen Beſtimmungen ſind folgende: Das
Leichen=
begängnis König Eduards ſoll am 20. Mai
ſtatt=
finden. Auf die Aufbahrung der Leiche im Thronſaal des
Buckinghampalaſtes, zu der nur Mitglieder des Haushaltes
und bevorzugte Perſönlichkeiten zugelaſſen werden, folgt
die öffentliche Aufbahrung in der Weſtminſterhalle.
* London, 8. Mai. Nach einer amtlichen
Kundge=
bung von heute abend wird die neue Königin „Königin
Mary” genannt.
* London 9. Mai. Einer amtlichen
Bekannt=
gabe zufolge wird die Leiche des Königs am 17.
Mai nach der Weſtminſterhall gebracht und dort drei
Tage= öffentlich aufgebahrt bleiben. Alsdann mird
Seite 6.
Darmſtädter Tagblätt, Dienstag, den 10. Mai 1910.
Nummer 107.
Leiche zur Beiſetzung am 20. Mai nach Windſor
über=
geführt.
* Berlin, 9. Mai. Die „Nordd. Allgem. Ztg.”
ſchreibt: Der Kaiſer begibt ſich zu den
Beiſetzungs=
ſeierlichkeiten nach London und wird auf Einladung
des Königs im Buckingham=Palaſt wohnen.
* Homburg 9. Mai. Aus Anlaß des
Hinſchei=
dens des Königs Eduard von England ſind vom
Ober=
bürgermeiſter Luebke folgende
Beileidstele=
gramme abgeſandt worden: „An Se. Majeſtät den
Kaiſer, Potsdam. Eurer Majeſtät entbietet anläßlich
des Hinſcheidens Sr. Majeſtät des Königs Eduard den
ehrfurchtsvollſten Ausdruck tiefſter Anteilnahme. Die
getreue Stadt Homburg v. d. H. Luebke,
Oberbürger=
meiſter.” Hierauf ging folgende telegraphiſche
Ant=
wort ein: „Herzlichen Dank für die treue Teilnahme
der Stadt Homburg v. d. H., die in dem Verewigten
einen ihrer wärmſten Gönner verloren hat.
Wil=
helm, R.‟ — Nach London wurde folgendes
Tele=
gramm gerichtet: „An die Hofdame vom Dienſt Ihrer
Majeſtät der Königin Alexandra, Buckingham=Palaſt,
London. Bitte übermitteln Sie Ihrer Majeſtät der
Königin Alexandra die aufrichtige und
ehrfurchts=
volle Ankeilnahme der Stadt Homburg. Luebke,
OHer=
bürgermeiſter.” Hierauf ging folgende Antwort
ein: „Königin Alexandra iſt tief gerührt durch die
freundliche Kundgebung der Teilnahme ſeitens des
Oberbürgermeiſters und der Bürgerſchaft von
Hom=
burg und dankt Ihnen ſehr dafür, daß Sie ihrer in
ihrem großen Kummer gedenken. Der Kammerherr.”
* Wien, 9. Mai. Der Kaiſer wird bei den
Beiſetzungsfeierlichkeiten in London durch den
Erz=
herzog=Thronfolger Franz Ferdinand vertreten ſein.
Es iſt eine vierwöchige Hoftrauer angeordnet worden.
* Paris, 9. Mai. König Georg richtete an den
Präſidenten Falliéres, an Edward Grey und an
Pichon Dankdepeſchen für die
Beileidsbezeugun=
gen. In der Depeſche des Königs heißt es: „Sympathie
und wertvolle Freundſchaft werden dazu beitragen, uns
den ungeheuren Schmerz ertragen zu laſſen.” Grey ſtimmt.
der von Pichon in der Beileidsdepeſche geäußerten Anſicht
zu in betreff des Anteils, den der verſtorbene König
an einer innigeren Geſtaltung der Freundſchaft zwiſchen
den beiden Ländern genommen, die in ſo
außer=
ordentlichem Maße zur Erhaltung des Friedens
beigetra=
gen habe.
* Kopenhagen 9. Mai. Der König von
Dänemark reiſt heute von Nizza nach London ab;
die königliche Familie kehrt aus Nizza nach
Kopen=
hagen zurück.
* Petersburg, 8. Mai. Die offiziöſe „Roſſija”
widmet dem König Eduard einen Nachruf, in dem ſie
darauf hinweiſt, daß er den Weltfrieden befeſtigt habe. Sein
beſonderes Verdienſt beſtehe darin, daß er einen jähen
Umſchwung in der äußeren Politik Englands zu Gunſten
einer Annäherung von Frankreich und Rußland
herbeige=
führt habe. Auch die übrigen Blätter erblicken in dem
Tod des Königs Eduard einen unerſetzlichen Verluſt für
den Weltfrieden.
* Petersburg, 8. Mai. Die Kaiſerin=
WitweMarie u. GroßfürſtMichael
Alexandro=
witſch ſind abends nach London abgereiſt. Der Kaiſer,
die Kaiſerin und Prinzeſſin Heinrich von Preußen hatten
vorher bei der Kaiſerin=Witwe im Anitſchkowpalais diniert
und gaben ihr dann bis Zarskoje Sſelo das Geleite.
* Konſtantinopel, 9. Mai. Nach einem
Be=
ſchluſſe des Miniſterrates werden ſich der
Thronfol=
ger und der Miniſter des Aeußern zu den
Trauer=
feierlichkeiten nach London begeben. Auch eine
Ab=
ordnung des Parlaments dürfte entſandt werden.
* Waſhington. 8. Mai. Das
Repräſentan=
tenhaus nahm heute vor ſeiner Vertagung eine
Re=
ſolution an, die der Teilnahme mit dem britiſchen
Volke Ausdruck gibt an dem Verluſt ſeines weiſen und
aufrichtigen Herrſchers, deſſen großes Ziel die Pflege
freundlicher Beziehungen mit allen Nationen und die
Er=
haltung des Friedens geweſen ſei.
* Buenos Aires, 8. Mai. Anläßlich des Todes
des Königs Eduard ordnete die Regierung an, daß
auf den öffentlichen Gebäuden und Kriegsſchiffen die
Flaggen drei Tage lang halbmaſt gehißt werden.
Die Proklamation des neuen Königs.
* London, 9. Mai. Die Proklamation des
Königs Georg zum neuen Souverän fand um 9
Uhr mit dem alten Zeremoniell in der Cit y ſtatt.
An der Templebar, gegenüber den Gerichtshöfen, war
quer über die Straße eine Seidenſchnur geſpannt; ſie
iſt das Sinnbild des Tores, das ehemals hier ſtand.
Hier, an der Grenze der City, verſammelten ſich der
Lordmayor, die Aldermen, die Sherifs und
Würden=
träger mit den Citytrompetern. Von Weſten her kam
die von Horſeguards eskortierte Prozeſſion der Herolde
herangeritten und bat um die Erlaubnis, in die City
ziehen zu dürfen, um den neuen König zu
proklamie=
ren. Nach einem Wechſelgeſpräch, das das
mittelalter=
liche Zeremoniell vorſchreibt, gab der Lordmayor
die Erlaubnis, die Schranke zu paſſieren, die
unmittel=
bar hinter der Prozeſſion wieder geſchloſſen wurde. Der
Lordmayor und die Würdenträger der City ſchloſſen
ſich dem Zuge an, der nach der Börſe und anderen
Punkten innerhalb der City zog. An jedem Punkte
riefen die Herolde König Georg V. als den neuen
Sou=
verän aus.
Die Proklamation des neuen Königs geſtaltete ſich
äußerſt maleriſch. In den Straßen der Nachbarſchaft
bildeten die Truppen Spalier, hinter ihnen ſtand das
Volk in dichten Reihen. Auch das Dach des Schloſſes,
alle Fenſter und die verſchiedenen Terraſſen waren von
Zuſchauern beſetzt. Auf der Mauer, die die Gärten des
benachbarten Marlborough=Hauſes abſchließt, hielten
ſich alle Kinder des Königspaares und die Mitglieder
des königlichen Haushalts auf. Der König und die
Königin waren auch Zeugen der Zeremonie, doch
ohne von dem Publikum geſehen zu werden. Als der
Herold zu der Stelle kam, wo die Proklamation den
Tod König Eduards erwähnte, entblößte die Menge
ehrerbietig das Haupt und blieb barhäuptig, bis die
Proklamation beendet war. Zum Schluß blieſen
Trom=
peter die Fanfare, während die Batterie im St. James=
Park den Thronbeſteigungsſalut feuerte.
Die deutſchen Beleidskundgebungen und
die engliſche Preſſe.
* Die „Times” ſchreibt: Mit beſonderer Genugtuung
erkennen wir die Angemeſſenheit, die Wärme und den
voll=
kommen guten Geſchmack an, mit der die führenden
deut=
ſchen Zeitungen von unſerem verſtorbenen König
geſprochen haben. Der König hat dazu beigetragen,
un=
ſerer auswärtigen Politik eine Richtung zu geben, die nicht
in jeder Hinſicht der deutſchen Auffaſſung annehmbar ſein
konnte. Seine Bemühungen, dieſe Politik durchzuführen,
gaben natürlich Anlaß zur Erbitterung in Deutſchland.
Aber die Preſſe keines Landes huldigte ſeinem Andenken
offener, mit deutlicheren Zeichen wahrer Empfindung und
mit wahrhafterer Wertſchätzung. Sie betrauert in unſerem
verſtorbenen König einen nahen Verwandten des Kaiſers,
aber ſie betrauert ihn noch mehr. Deutſchland wie
Eng=
land lieben einen Mann, das iſt nicht die geringſte oder
eine unbedeutende Aehnlichkeit zwiſchen ihnen; die
Deut=
ſchen teilen unſeren Kummer um König Eduard, weil ſie
wiſſen und fühlen, daß er wirklich ein Mann war. Sie
haben oft über das Schattenkönigtum der engliſchen
Mon=
archie geſpottet, aber ſie erkennen heute den ungeheueren
Einfluß an, den unſer verſtorbener Souverän im Rate
Eu=
ropas ausgeübt hat: Keine Beurteilung ſeiner Regierung
und ſeines Charakters kann anerkennender und
ſchmeichel=
hafter ſein, als die der „Nordd. Allg. Ztg.” und andere
ngeſehene Zeitungen ſchrieben über ihn in ähnlicher
Weiſe.
„Daily Telegraph” ſchreibt: Wir nehmen in dieſem
Augenblick mit beſonderer Freude von den freundlichen
Worten Kenntnis, die die führenden Zeitungen
Deutſchlands über König Eduard ſchreiben und über
ihre gerechte Anerkennung der Motive, die ſeine Politik
ge=
leitet haben. Sie werden in dankbarer Erinnerung bleiben
und ihre Bedeutung wird unermeßlich durch die
Wahr=
ſcheinlichkeit erhöht, daß der Kaiſer in ſeiner Perſon
kom=
men wird, ſein Reich bei der Beiſetzung König Eduards
zu vertreten. Das britiſche Volk hat nicht vergeſſen, wie
der Kaiſer im Anfang des Jahres 1901 nach England kam,
es weiß, wie ſtark ſein Familienſinn iſt und wird ſeinen
kommenden Beſuch ſehr hoch würdigen, auch wenn er im
Augenblick tiefſter Trauer ſtattfindet.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Der Preis für ein Brauſebad im ſtädtiſchen
Hallenſchwimmbad beträgt 10 Pfg. Dies iſt gewiß nicht
viel und dieſe Bäder finden denn auch in allen
Be=
völkerungskreiſen wegen ihrer Annehmlichkeit und
Sauber=
keit regen Zuſpruch, der ſich bei der wärmeren Jahreszeit
icher noch ſteigern wird. Doch dieſen Vorteilen ſteht ein
großer Nachteil entgegen. Die Zeit für Benutzung einer
Zelle iſt einſchließlich Aus= und Ankleiden auf 20 Minuten
feſtgeſetzt. Dies iſt entſchieden zu wenig. Sicher werden
auch andere Benutzer als der Einſender dieſes für
Aus=
ziehen 5, für Anziehen mindeſtens 10 Minuten nötig
haben, alsdann bleibt für das eigentliche Brauſebad nur
die kärgliche Dauer von 5 Minuten übrig, wenn man
nicht, wie jetzt mehrfach vorkam, für jede angefangenen
20 Minuten eine Karte nachlöſen will. Wäre es nicht
einfacher den außerordentlich geringen Preis eines
Brauſebades auf 15 oder 20 Pfg. zu erhöhen und
dem=
entſprechend die Benutzungszeit zu verlängern? Es wäre
damit der Verwaltung wie dem Publikum beſſer gedient,
das unter den jetzigen Verhältniſſen nur unter ſtändigem
Blick auf die Uhr ein Brauſebad nehmen kann. O. B.
Vermiſchtes.
* Sind Ungetaufte Mitglieder der
Kirche? Die „Tägliche Rundſchau” hatte dieſe Frage
kürzlich in einem Artikel im Anſchluß an eine Entſcheidung
des Kgl. Amtsgerichts Charlottenburg, aber im Gegenſatz
zu liberalen Blättern („Voſſiſche Zeitung”) und
ultramon=
tanen („Kölniſche Volkszeitung”) bejaht. Die „Tägliche
Rundſchau” ſtellte hierbei feſt, daß ſtaats= und
kirchenrecht=
liche Zugehörigkeit verſchiedene Dinge ſeien, daß ein
Un=
getaufter zwar kirchenrechtlich nicht der Kirche angehöre,
aber dennoch ſtaatsrechtlich, da ſich die Religion
des Vaters ohne weiteres auf den Sohn
vererbe. Die Richtigkeit dieſer Auffaſſung wurde noch
durch den Hinweis auf die Uebertrittsbeſtimmungen
be=
gründet; es genüge, daß ein Katholik oder Jude durch
ein=
ache Erklärung zur evangeliſchen Kirche übertrete. Auch
konkludente Handlungen ſeien ausreichend. — Daß das
Blatt bei Bejahung der Frage recht hatte, wird auch durch
eine preußiſche Kammergerichtsentſcheidung aus dem Jahre
1908 in Johow, Band 35 A 49f. beſtätigt. Hier ſpricht auch
der erſte Zivilſenat des Kammergerichts, die für Preußen
maßgebende Inſtanz, aus, daß für die bürgerliche
Zuge=
hörigkeit jemandes zur Kirche es nicht darauf ankommt,
ob er kirchlich getauft oder konfirmiert iſt. Denn dieſe Akte
beträfen an ſich nur die religiöſe
Kirchenzugehö=
rigkeit.
Literariſches.
Ein äußerſt merkwürdiges und in ſeinem Weſen
noch vollkommen unaufgeklärtes Mittel, die Farbe der
Edelſteine zu beeinfluſſen, hat man in den von dem
Ele=
ment Radium ausgehenden Strahlungen. Durch nur
ſtundenlanges Belaſſen eines Edelſteines in der Nähe
eines ſtark radioaktiven Präparates wird die Färbung oft
ganz erheblich verändert. Geheimrat Miethe hat über dieſe
merkwürdige Erſcheinung ſorgfältige Beobachtungen
ange=
ſtellt, die er in einem Aufſatze „Gewinnung und Verarbeitung
der Edelmineralien und Schmuckſteine” mitteilt,
veröffent=
licht von Hans Kraemer in deſſen illuſtrierten, populär
wiſſenſchaftlichem Monumentalwerke Der Menſch und
die Erde‟ (Deutſches Verlagshaus Bong & Co., Berlin
W57, Lieferung 60 Pf.), das ſeinen hohen Ruf durch jede
neue Lieferung beſtätigt und vermehrt. Geheimrat Miethe
beſpricht in ſeinem Beitrag alles, was für dieſes wichtige
und intereſſante Gebiet irgendwie in Betracht kommt, und
widmet auch ſpeziell der Herſtellung künſtlicher Edelſteine
äußerſt feſſelnde Ausführungen. Unterſtützt werden ſeine
Darlegungen durch eine Fülle prachtvoller Illuſtrationen,
die das ganze Wiſſensgebiet dem Leſer bildlich
veran=
ſchaulichen. Beſonders die großen Bunttafeln „Edel= und
Schmuckſteine” zeichnen ſich durch ſubtile Behandlung der
Farben aus und bieten in ihrer wundervollen
Ausfüh=
rung wohl das Vollkommenſte, was die moderne
Repro=
duktionstechnik auf dieſem Gebiete bisher geleiſtet hat.
— Recht ſonderbar hat die Frühjahrsmode 1910 ihren
Einzug gehalten. Wo immer ſie ſich zeigt, wird ſie mit
einem — „Unmöglich” oder „Untragbar” begrüßt — aber
ebenſo prompt ertönt gleich darauf, — „die Grundidee iſt
eigentlich hübſch man muß ſie nur individuell anzupaſſen
verſtehen”! Wie das zu tun iſt, zeigt das ſoeben erſchienene
Heft 15 der „Wiener Mode” in ebenſo anſchaulicher
als leicht zu kopierender Art, und wer die reizenden
Toilettenabbildungen ſieht, wird an der herrſchenden
Moderichtung ſicher Gefallen finden. Die
Kindermoden=
beilage, der Handarbeitsteil und das angefügte Boudoir
tun ihr übriges, um das Heft ebenſo intereſſant als
praktiſch zu geſtalten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 9. Mai. Heute verſtarb in ſeiner
Wohnung, Kneſebeckſtraße 32, der Staatsminiſter a. D.
Karl von Hoffmann, der am 24. November 1827
in Darmſtadt geboren war.
Miinchen, 9. Mai. An der Inhaberin eines
Cafégeſchäftes, Katharina Hieber in der Auenſtraß
wurde nachts ein Raubmord verübt. Der Mörder
erſchlug ſein Opfer mit einem Bügeleiſen und raubke
es aus. Als mutmaßlicher Mörder wurde ein Soldat
eines Münchener Infanterieregiments verhaftet, der in
der Nacht der letzte Gaſt im Lokal war und deſſen Unis
form und Seitengewehr Blutſpuren aufwieſen.
* Meiningen, 9. Mai. Das Urteil im
Pro=
zeſſe der Frau Amtsgerichtsrat
Bur=
chardt gegen den erſten Staatsanwalt wegen
Aufheh=
ung der Entmündigung lautet auf Abweiſung der
Klage; die Klägerin hat die Koſten des Rechtsſtreites
zu tragen. Die Klägerin äußerte bei der
Urteilsver=
kündung: „Ich danke Ihnen, meine Herren, für die
große Mühe, die Sie durch mich gehabt haben. Wenn
ich aber die Urteilsgründe zuſammenfaſſe und
wür=
dige, ſo komme ich dazu, Ihnen zuzurufen: Unſinn, dn
ſiegſt!“
* Köln, 9. Mai. Das Clouthſche
Luftſchif=
war heute vormittag 9 Uhr zu einer kurzen Fahrt
auf=
geſtiegen, um die veränderte Steuerung
auszuprobie=
ren. Die neuen Höhenſteuer bewährten ſich ſehr gut.
Wegen eintretender Böen wurde die Fahrt nicht
wei=
ter ausgedehnt und das Luftſchiff landete nach
halb=
ſtündiger Fahrt wieder glatt vor der Halle. Sobald
ruhiges Wetter eintritt, werden die Fahrten fortgeſetz
werden.
* Ober=Röblingen am See, 9. Mai. Am vorigen
Samstag kamen auf dem Kaliſchachte der Adlerwerke
zwei 19jährige Schloſſergeſellen mit der
Starkſtromleit=
ung in Berührung; ſie wurden ſofort getötet.
* Amſterdam, 9. Mai. Die Meldung eines
aus=
wärtigen Blattes von der Erkrankung der
Prin=
zeſſin Juliana entbehrt, nach Informationen
in zuſtändiger Stelle, jeder Begründung.
* Stockholm, 9. Mai. Theodore Rooſevelt mit
ſeiner Familie iſt heute vormittag über Trelleborg und
Saßnitz nach Berlin abgereiſt. Bei der Abfahrt brachte
der Kronprinzregent ein Hoch auf Rooſevelt aus.
Außerdem waren auf dem Bahnhofe noch anweſend:
der Herzog von Soedermanland, der Miniſterpräſidenr,
der Miniſter des Aeußern, der amerikaniſche Geſandte,
der deutſche Geſandte und Sven von Hedin.
* Ottawa, 9. Mai. Die Zahl der bei der
Explo=
ſion in Hull Getöteten wird jetzt auf neun, die
der Verletzten auf 40 angegeben. Die Kataſtrophe iſt
durch Entzündung eines erſt kürzlich patentierten
Sprengſtoffes entſtanden. Der Sprengſtoff lagerte in
einem Magazin, deſſen Mauern aus Stein und drei
Fuß mächtig waren. Die Trümmer der Mauer
wur=
den eine Viertelſtunde weit geſchleudert und
durch=
ſchlugen eine große Anzahl Häuſer, deren Bewohner
getötet oder verletzt wurden. Die Stadtverwaltung
verlor erſt kürzlich einen Prozeß, den ſie gegen die
Ge=
ſellſchaft angeſtrengt hatte, um die Verlegung der
Ma=
gazine aus der Stadt zu erzwingen.
Briefkaſten.
R. P. Die beſten Bilder des neuen engliſchen
Königs=
paares finden Sie im letzten Gothaiſchen Hofkalender,
Ausgabe 1910.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Das
nörd=
liche T efdruckgebiet iſt in langſamer Auflöſung begriffen.
Ein Teil iſt ſüdoſtwärts nach der Oſtſeeküſte gezogen
und brachte geſtern noch vielfach Regenſchauer. Heute
morgen herrſcht Nebel. Beim Vordringen eines großen
wveſtlichen Hochdruckgebietes iſt jetzt wärmere Witterung
in Sicht.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 10. Mai:
Ziemlich heiter, vorwiegend trocken, etwas wärmer.
Pflege deine Stimme.
Nicht nur im strengen Winter, sondern sozusagen
das ganze Jahr hindurch gebrauchen viele Menschen
regelmässig irgendeine Tablette oder Bonbons, um
ihre Stimme zu pflegen, sie vor Fatarrh zu schützen.
Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die in der
Schweiz seit 60 Jahren geschätzten Wybert-Tabletten
auch in Deutschland leichten Eingang gefunden haben.
Denn eine einzige Probe davon zeigt sofort deren
einzigartige Wirkung auf die Stimme.
(13667
Hustenreiz, Heiserkeit, Verschleimung
ver-
schwinden sofort nach deren Gebrauch und soviel
steht fest: Wer einmal die angenehme Eigenschaften
der Wybert-Täbletten erprobt hat, wird diéselben nie
mehr missen wollen. Wybert-Tabletten sind daher für
Sänger, Raucher, Redner, Sportsleute und alle, die ihre
Stimme pflegen wollen, ein unentbehrlicher Begleiter.
In Originalschachteln à Mk. 1— sind dieselben in den
Apotheken erhältlich. Depots in Darmstadt in
sämt-
lichen Apotheken; Germania-Drogerie, Mühlstrasse 78;
Minerva-Drogerie, Ecke Karl- u. Hügelstr.; Medizinal-
Drogerie von Fr. Beckenhaub, Ecke Schul- u. Kirchstr.,
und Drogerie von C. Watzinger, Wilhelminenstr. 11.
c. u. Stutzer Nachf.
Tapeten
in grösster Auswahl Schützenstrasse.
Sauerkraut mit Bratwürſtchen. In gutem Abſchöpf=,
Schweine= oder Gänſefett röſtet man einen Eßlöffel
feingeſchnittene Zwiebel blaßgelb, gibt einen Teller voll
gutes Sauerkraut hinzu und dünſtet es mit einigen
Wachholderbeeren und etwas Fleiſchbrühe weich, ½ Stunde
vor dem Anrichten ſtäubt man einen Kochlöffel Mehl
darüber, läßt dies einige Minuten abtrocknen, gießt noch
etwas Fleiſchbrühe oder Waſſer zu und rührt das Krant
mit einer Gabel durcheinander. Die Bratwürſtchen
werden gut abgebräunt, und deren Bratfett, mit einigen
Tropfen Maagi=Würze abgeſchmeckt, beim Anrichten über
das mit den Würſtchen garnierte Kraut gegoſſen. (K9890,20
Vertreter: HAAS & BERNHARD, Darmstadt, Rheinstr.
(629350
Todes-Anzeige.
Tiefbetrübt machen wir hiermit die
ſchmerz=
liche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen
gefallen hat, meinen guten Gatten, unſeren
lieben Vater, Schwiegervater und Bruder
Herrn Michael Volk
Schreiner a. d. Städt. Straßenbahn
heute morgen 4 Uhr nach kurzem Leiden im
Alter von 51 Jahren zu ſich zu rufen.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Elise Volk, geb. Thomas,
nebst Kindern.
Darmſtadt, den 9. Mai 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. Mai,
nachmittags um 2¼ Uhr, vom Portale des
Friedhofes aus, ſtatt.
(9905
Seite 7.
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
anläßlich des Hinſcheidens meines lieben Gatten,
unſeres guten Vaters, Bruders, Schwagers und
Onkels
(9861
Herrn Friedrich Haun
Gr. Hauswärter i. P.
ſprechen wir hiermit Allen unſeren tiefgefühlteſten
Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Mee
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (D) „Die luſtigen Weiber
von Windfor”
Saalbautheater, Anf. 8¼ Uhr: „Der fidele Bauer”.
Vorſtellung um 4 und 8½ Uhr im Orpheum.
Viophontheater im Reſtaurant „Metropol”:
Vor=
ſtellungen um 4, 4½ und 8 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 11. Mai.
Hofreite=Verſteigerung der Friedrich Fey Wwe.
(Kranichſteinerſtr.) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Dankſagung.
Für die ſo zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem Tode unſeres unvergeßlichen
Sohnes und Bruders
(9864
Georg
ſagen wir hierdurch unſeren tiefgefühlteſten Dank.
Albert Schmitt u. Frau, geb. Jacobi,
Rudolf und Auguste Schmitt.
Darmſtadt, den 9. Mai 1910.
Hofreite=Verſteigerung des Herm. Geher (
Sand=
bergſtraße 45) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr in
der „Ludwigshalle‟.
Statt beſonderer Anzeige.
Nach längerem ſchweren Leiden entſchlief
ſanft am 8. d. Mts., vormittags 9 Uhr, unſere
liebe und gute Mutter und Großmutter
Ernst Dietrich Witwe
Elisabetha, geb. Benz
im 84. Lebensjahre.
(9872
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Heinrich Hirſch,
„ Peter Hirſch,
Karl Hirſch,
Philipp Neumeiſter.
Arheilgen und Darmſtadt, am 9. Mai 1910.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. Mai.
nachmittags 4 Uhr, die Einſegnung 3¾ Uhr
vorher, vom „Eliſabethenſtift” in Darmſtadt
ſtatt.
Kunſtverein. Täglich geöffnet von 11—1 Uhr,
Sonntags von 10—1 Uhr, Mittwochs von 3—5 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: F. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
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Kurſe vom 9. Mai 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
3f. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 93,10
65,10
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,80
. 93,20
94,10
92,70
83,70
3½ do. Eonſols .
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,90
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,30
do.
3½
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,60
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,50
do.
3½
92,00
3
do.
81,60
3 Sächſiſche Rente . . . 84,10
4 Württemberger v. 1907 101,80
do.
3½
93,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 49,30
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente . 98,00
do. Goldrente . . 99,60
do. einheitl. Rente 94,10
3 Portug. unif. Serie I 66,40
do. unif. Ser. III 67,20
do.
Spezial . 13,30
5 Rumänier v. 1903 . .
do. v. 1890 . . 94,40
do. v. 1905 . . 91,30
4 Ruſſen v. 1880 . . . . 91,69
Sf.
4 Ruſſen v. 1902.
4½ do. v. 1905.
3½ Schweden. . .
4 Serbier amort. v. 1895 85,80
4 Türk. Admin. v. 1903 88,80
do. unifiz. v. 1903 94,40
4 Ungar. Goldrente . . 95,75
4 do. Staatsrente . 92,70
5 Argentinier . . . . . . 101,75
de.
InProz.
91,90
.100,40
92,50
91,30
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,60
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,30
99,60
do.
4½,
.. 94,10
4½ Japaner .
Innere Mexikaner . . 100,60
69,70
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 96,30
5 Gold=Mexikaner . . . 100,60
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=Paket=
..143,00
fahrt .
..108,70
4 Nordd. Lloyd
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,10
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 122,70
Baltimore & Ohio . . 109,50
4 Gotthardbahn . . . .
In Proz.
3t
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 160,60
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 20,30
4. Pennſylvania R. R. 131,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 196,00
83,00
Werger=Brauerei
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 481,00
Fabrik Griesheim . . . . 264,80
Farbwerk Höchſt . . . . . 473,50
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 320,75
Lahmeyer . . . . . . . . . 117,00
. . . . . . . 165,30
Schuckert.
Siemens & Halske . . . 248,75
Adlerfahrradwerke Kleyer 405,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 241,30
Gelſenkirchen . . . . . . . 204,40
Harpener . . . . . . . . . 195,50
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb . . . . . . . . . 218,30
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,40
.101,00
4 Pfälzer Prt..
93,10
do.
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,80
do. ſteuerfrei
4
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,20
98,20
do.
4
do. alte .
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,30
83,50
do.
57,75
do.
2//10.
3 Raab=Oedenburger . . 75,90
4 Ruſſ. Südweſt.
4 Kronpr. Rudolfbahn . 99.50
In Proz.
2¾/10 Livorneſer . . . . . . 76,10
4 Miſſouri=Pacific . . . 98,00
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,00
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . ..
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ.
Darmſtädter Bank.
Deutſche Bank:
4 Deutſche Vereinsbank 127,90
Diskonto=Geſellſchaft.
Dresdner Bank . . . .
Mitteldeut. Kreditbk.
Nationalbk. f. Deutſchl.
R.
Pfälzer Bank.
.1
1 Reichsbank
4 Rhein. Kredit=Bank
4 Wiener Bank=Verein=
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
,
do. S. 19.
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 1
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
do. (unk. 1914) 91,70
½
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 1
do,
3½
175,00
132,10
250,90
187,10
158,70
119,50
123,40
101,20
146,00
139,00
136,70
100,30
92,50
99,60
100,50
91,00
101,60
92,50
101,00
91,00
100,10
100,30
InProz.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . . . . . 100,00
3½ do.
. 100,90
4 Frankfurt . .
93,30
3½ do.
.. 100,00
4 Gießen .
3½ do.
91,40
. 100,20
91,60
4 Heidelberg
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
3½ do.
4 München .
3½ Nauheim
4 Nürnberg
3½ do.
4 Offenbach.
3½ do.
4 Wiesbaden.
. 102,20
3½ do.
4 Worms . .
3½ do.
91,30
4 Liſſaboner v. 1886.
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 137,50
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl., Komm. „ 100 105,60
In Proz.
Zf.
3 Madrider Fs. 100 77,90
4 Meining. Pr.=Pfand=
. . 136,50
briefe.
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,00
3 Oldenburger . . . . . 125,50
2½ Raab=Grazer fl. 150 116,30
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
Braunſchweiger Tlr. 20 214,00.
Freiburger
15
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45 —
do.
Fs. 10 —
Meininger
ſl. 7. 39,20
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 567,00
do. v. 1858 „ 100 460,80
Ungar. Staats „ 100 386,00
Venediger
Frs. 30 40,80
Türkiſche
„ 400 188,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,44
20 Franks=Stücke
16,21
Oeſterr. 20=Kronen .
16,90
Amerikaniſche Noten .
4,19
20,47
Engliſche Noten .
81,15
Franzöſiſche Noten.
.169,55
Holländiſche Noten .
. 80,75
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,10
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . .81,05
Reichsbank=Diskonto . . . 4%,
Reichsbank=Lomhard Z3f. 4590
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Die Dame mit dem Orden.
Von Little.
Ueberſetzt aus dem Engliſchen.
(Nachdruck verboten.)
18)
Kioto, Dezember 1904.
Du biſt nicht mehr darüber erſtaunt als ich ſelbſt, daß
ich in Kioto bin. Eine der hieſigen Lehrerinnen, eine
große, weitherzige, herrliche Frau, die wußte, daß ich gern
etwas für die kranken Soldaten tue, lud mich für eine
Woche ein, um den Roten=Kreuzſchweſtern zu helfen.
Sechs Tage lang ſind wir zu jedem Zuge auf der
Station geweſen und haben an die Soldaten, die auf den
Kriegsſchauplatz fahren oder von dort zurückkommen, Tee
und Bücher verteilt. Wir arbeiten Seite an Seite mit
buddhiſtiſchen Prieſtern, Damen von Rang und Kulis und
bedienen in fünfzehn Minuten einhundert bis vierhundert
Leute. Während der Zug hält, herrſcht ein wüſtes
Ge=
dränge, ein tolles Arbeiten, und die wilden Banſai=Rufe
der Soldaten, ſobald ſie den Tee gewahr werden, zeigen,
wie willkommen wir mit unſerem heißen Tee ſind.
Aber manche Szenen brechen einem faſt das Herz. Ich
bin ſchon ganz abgeſtumpft, ſoviel Lebewohls und
Ab=
ſchiede habe ich mit anſehen müſſen. Einer der Leute
ging zum vierten Male hinaus, jedesmal wurde er
ver=
wundet heimgebracht. Keinen Blick wandte ſein Weib
von ihm, bis der Zug abfuhr, und das Lächeln, mit dem
ſie ihn gehen ließ, war herzzerreißender als alle Tränen,
die ich je geſehen.
Mihrend ver es, eit nies Gleha u bebachen,
die vier Tage lang zu jedem Zuge kamen, um ihrem
ein=
zigen Sohne Lebewohl zu ſagen. Sie ſind ſo
alters=
ſchwach, daß man ihnen die Stufen hinauf und hinab
helfen muß, und jedesmal, wenn der Zug kommt und
geht und ihren Sohn nicht bringt, wanken ſie Hand in
Hand zurück auf die Straße, um in einem Winkel weitere
endloſe Stunden zu harren.
Den einen Weg tragen die Züge friſche, begeiſterte
Burſchen voll Luſt und Mut und nach der anderen Seite
fahren in viel größerer Anzahl die ſtillen Züge mit den
Kranken, Verwundeten und Toten.
Wir gehen zu fünf Zügen am Tage und zu einem um
zwei Uhr früh. Ich habe mich gewöhnt, in der
Zwiſchen=
zeit aufrecht auf einer harten Bank ſitzend zu ſchlafen. Die
tapferen kleinen Japanerinnen haben dies ſchon immer
getan ſeit dem Ausbruch des Krieges.
Meine Erlebniſſe auf dem Bahnhofe zogen noch eine
andere, recht reizvolle Folge nach ſich. Wahrſcheinlich iſt
die Vorſitzende des Roten=Kreuzvereins eine königliche
Prinzeſſin, wirkliche Kuſine des Kaiſers. Sie hörte durch
ihren Sekretär von mir und den kleinen Dienſten, die ich
hier und in Hiroſhima geleiſtet habe, und befahl mich
darum zu einer Audienz, um mir perſönlich zu danken.
Es erſchien mir ſehr lächerlich, formelle Anerkennung
für die Verteilung von Tee und Sträußchen erhalten zu
ſollen, aber ich war eckig darauf, die Prinzeſſin zu ſehen,
alſo warf ich mich zeitig geſtern früh in meinen Staat und
machte mich mit einem Dolmetſcher auf den Weg.
Ded daus ver ein woherschluſe Bererdid un
man gab mich von Hand zu Hand, bis ich ganz ſchwindlig
war. Endlich betraten wir einen langen, wundervollen
Saal, an deſſen Ende in einer Robe aus Purpur und
Gold überſät von weißen Chryſanthemen, die königliche
Dame ſaß. Gerade wollte ich meine tiefſte Verbeugung
machen, als ſie mir zu meinem Erſtaunen mit
ausgeſtreck=
ten Händen entgegenkam und mich auf Engliſch anredete.
Dann überſchüttete ſie mich mit ſo viel Fragen nach dem
Kindergarten, daß ich ganz vergaß, daß ſie ein Glied des
königlichen Hauſes ſei mit vielen Orden, und daß mir die
Etikette zu ſprechen verbot, außer wenn ich angeſprochen
wurde. Sie war ſo zugänglich und intereſſiert, daß ich
ihr einen langen Vortrag hielt. Dann erzählte ſie mir
ein wenig aus ihrem Leben, und ich hätte gern mehr
ge=
hört. Es ſcheint, daß gewiſſe weibliche Abkömmlinge des
königlichen Geſchlechts nicht heiraten dürfen. Dieſe Dame
wurde — weil ſie lebhaft und ehrgeizig iſt — eine
buddhi=
ſtiſche Prieſterin mit eigenem Tempel und vielen
Unter=
prieſterinnen. Dieſe ſind junge Mädchen, alle miteinander.
Du hätteſt ſie ſehen ſollen, wie ſie meine Kleider, Haare
und Ringe beſchauten. Die Prinzeſſin ſelbſt iſt eine Frau
von brillanter Begabung und hervorragenden Kenntniſſen.
Natürlich gab es Tee, und wir ſaßen am Boden,
ſchwatzten und lachten höchſt vergnügt zuſammen. Als ich
ging, ſagte man mir, die Prinzeſſin wünſche ſofort meine
Photographie, und am nächſten Tage ſolle ich dafür ſitzen.
Ich fürchte, ich muß es mir gefallen laſſen.
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Hiroſhima, Dezember 1904.
Die amerikaniſche Poſt iſt herein, und das Geheimnis
heraus, wenigſtens halb heraus, und ich bin rapplig vor
Neugierde und Teilnahme. Du ſchreibſt, Du kannſt mir
nichts Genaues ſagen, und Du möchteſt lieber nicht, daß
ich rate.
Alles, was ich wiſſen ſoll, iſt, daß das Leben neuen
Reiz für Dich habe durch das tiefſte und ſchönſte
Erleb=
nis, das es gibt. Ich will Deine Bitte erfüllen, weder
Fragen noch Vermutungen aufſtellen; aber ich darf das
eine ſagen: daß weder Ruhm noch Schönheit noch
Reich=
tum mir je den tauſendſten Teil der Herzensbefriedigung
gewähren, die eine Stunde der Liebe geben kann. Ohne
ſie iſt jegliche Arbeit gegen den Strom, und
Vollkom=
menheit leerer als Eitelkeit. Noch immer verlangt das
Herz nach dem, was ihm gehört, was ſein Geburtsrecht,
ſein Erbe iſt.
Ich freue mich von ganzem Herzen über Dein Glück,
Du Liebe; die zärtlichſten Segensworte, die meine Lippen
ſagen könnten, würden nicht die Hälfte von dem
ausſpre=
chen, was mein Herz für Dich fühlt. Nichts iſt gewiſſer,
als daß Liebe das Schönſte von allem auf Erden iſt und
bleibt. Du meinſt, Du empfindeſt es nach wenigen
Wo=
chen des Liebens — ich empfinde, ich weiß es nach Jahren
voll Kummer und Herzeleid.
Von der Zeit an, wo Du mich vor kindiſchen Strafen
zu ſchützen pflegteſt, durch die glücklichen Tage der
Mäd=
chenzeit und die kummervollen Jahre der Ehe hindurch
bis hin zur bitterſüßen Gegenwart haſt Du mich nie im
Stich gelaſſen.
Ich möchte Dir mein ganzes Herz voll Freude und
Jauchzen geben, ich möchte die kleinliche Klage über
mei=
nen Verluſt hinausdrängen — aber ach, Kameradin! nie
in meinem Leben fühlte ich mich ſo verlaſſen wie heute.
Ich frage Dich nicht, wer er iſt. Ich zwinge mich, nicht
zu raten. Schreibe mir, was Du willſt, und wann Du
willſt, und ſei verſichert, daß — was auch kommen mag —
mein Herz ſchlägt für Dich und — für ihn!
Hiroſhima, Januar 1905.
Ich habe länger als gewöhnlich nicht geſchrieben, aber
irgendwie iſt es mit mir in letzter Zeit ſchief gegangen,
und ich wollte Dich nicht damit beläſtigen. Aber o weh,
Kameradin! Ich habe ja niemand anders in der Welt,
zu dem ich damit kommen könnte, und Du mußt es mir
vergeben, daß ich eine Wolke über Deinen Sonnenſchein
bringe.
Ich will vor allem die Wahrheit ſagen, ich bin
ge=
ſchlagen. Der Kampf war zu ſchwer für mich. Tage,
Wochen, Monate voll Heimweh haben ſich auf mich
ge=
wälzt, bis all mein Mut, meine Selbſtbeherrſchung, mein
Wille überhaupt gelähmt waren.
Nacht auf Nacht liege ich ſchlaflos und ſtarre ins
Dunkle, und zurück ſtarrt das eine Wort: Allein!
Tags=
über ſuche ich mit anderen zuſammen zu ſein, ich fürchte
mich vor mir ſelbſt. Mein Geſicht im Spiegel ſcheint nicht
mir zu gehören, es iſt ein ſonderbares, unbekanntes
Antlitz. Manchmal möchte ich in die Luft ſchlagen und
ſchreien, aber ich tue es nicht. Ich balle die Fäuſte und
beiße die Zähne zuſammen und unterrichte weiter, immer
weiter.
Aber es kann nicht etwig ſo fortgehen. Leib und
Geiſt empören ſich gegen ein ganzes Leben in dieſem
Zu=
ſtande. Habe ich denn nicht die Sühne gezahlt? Kehren
Frohſinn, Glanz und Schönheit nie zu mir zurück?
Auf meinem Schreibtiſche liegt ein Kontrakt für vier
weitere Jahre an der Schule, den ich unterzeichnen ſoll.
Daneben liegt ein Brief von meinem Bruder, worin er
mich bittet, ſofort alles ſtehen und liegen zu laſſen und
heimzukommen. Kannſt Du ermeſſen, wie groß die
Ver=
ſuchung iſt? Auf der einen Seite endloſe Arbeit,
wider=
ſtrebende Umgebung und Verbannung; auf der anderen
Seite Luxus, meine Lieben — und Abhängigkeit.
Mor=
gen muß ich meine Antwort geben. Gott allein weiß, wie
ſie ausfallen wird. Eins iſt gewiß: ich bin es müde,
harte Arbeit zu tun, ich bin es müde, tapfer zu ſein.
Es ſtürmt entſetzlich draußen, aber ich gehe doch mit
dieſem Brief auf die Poſt. Wenn ich telegraphiere, daß
ich komme, ſo mußt Du die erſte ſein, die weiß warum.
Ich habe verſucht, etwas Beſſeres, Höheres aus mir
zu machen, Gott weiß es. Aber ich fürchte, ich bin doch
nur auf Sand gebaut. Sei nicht hart gegen mich,
Ka=
meradin, und was auch komme, vergiß nicht, wie ich mich
gemüht habe.
(Fortſetzung folgt.)
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
e6 82.
Dienstag, 10. Mal.
1910.
Nationalmuſeums in Nürnberg die Erlaubnis erteilt, 7000 Loſe einer zum Zwecke der
Erweiterung des Muſeums zu veranſtaltenden Geldlotterie innerhalb des
Großherzog=
tums zu vertreiben. Nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten
Verloſungs=
plan dürfen 360 000 Loſe à 3,30 Mk. ausgegeben werden. Zum Vertrieb in Heſſen
dürfen nur mit dem heſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen Während
der Zeit des Vertriebs der Loſe zur erſten Klaſſe einer Königl. Preuß. Staatslotterie
iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet.
(9865
Provinzialtag.
Samstag, den 21. Mai ds. Js., vormittags 10 Uhr, tritt im
Rathaus=
ſaal zu Darmſtadt (Marktplatz 8) der Provinzialtag der Provinz Starkenburg zu
einer öffentlichen Sitzung zuſammen.
Auf der Tagesordnung ſtehen folgende Gegenſtände:
1. Vorlage des Verwaltungsberichts des Provinzial=Ausſchuſſes und der
Provinzial=
pflegeanſtalt vom Jahr 1908 — Ri.
2. Prüfung der Rechnung der Provinzialkaſſe und der
Provinzialpflegeanſtalts=
kaſſe für 1908 — Ri.
8. Feſtſtellung des Voranſchlags der Provinzialkaſſe und der
Provinzialpflege=
anſtalt für 1910 — Ri.
4. Die Umpflaſterung der Ortsdurchfahrt zu Radheim; hier Antrag der
Ge=
meinde Radheim auf Bewilligung eines Beitrags zu den Koſten derſelben
aus Provinzmitteln.
3. Wahleines Migledes des Provinnial=Ausſchuſes an Stell des verſtorbenen
Herrn Kommerzienrat Wecker von Offenbach, für den Reſt deſſen Dienſtzeit,
Ende 1912; desgleichen eines Erſatzmitglieds an Stelle des verſtorbenen Herrn
Oberbürgermeiſters Morneweg von Darmſtadt, für den Reſt deſſen Dienſtzeit
Ende 1912.
Darmſtadt, den 2. Mai 1910.
(9807a
Der Vorſitzende des Provinzialtages:
Fey.
Bekanntmachung.
Betreffend: Geſuch der Firma Chr. Büttel, Zündholzfabrik von Pfungſtadt (Inhaber
Ludwig Nungeſſer VII.) um Genehmigung zur Anlegung eines Dampfkeſſels.
Die Firma Chr. Büttel, Zündholzfabrik zu Pfungſtadt (Inhaber Ludwig
Nun=
geſſer VII.) beabſichtigt auf dem Grundſtück Flur I Nr. 7274/100, 727¾/10 und 7947/10,
gelegen zu Pfungſtadt eine Dampfkeſſelanlage zu errichten.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes in
dem Amtsverkündigungsblatt an gerechnet, auf dem Büro der Großh. Bürgermeiſterei
Pfungſtadt zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
ebenda vorzubringen.
Darmſtadt, den 7. Mai 1910.
(9866
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 1 Hofhund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
die Feierabendſtunde für offene Verkaufsſtellen, hier: Ausnahmetage betreffend.
Als Ausnahmetage im Sinne des § 139 d Ziffer 3 der Reichsgewerbeordnung
Ueberbeſchäftigung von Gehilfen ꝛc.), ſowie im Sinne des § 139 e Abſatz 2 Ziffer 2
der Reichsgewerbeordnung (Verlängerung der Feierabendſtunde für offene
Verkaufs=
ſtellen bis 10 Uhr abends) werden hiermit beſtimmt:
die zwei letzten Werktage vor Pfingſten.
Hiernach dürfen am 13. und 14. Mai l. Js. ſämtliche offene Verkaufsſtellen in
hieſiger Stadt bis 10 Uhr abends für den geſchäftlichen Verkehr geöffnet ſein. An den
gleichen Tagen finden die Beſtimmungen über die Mindeſtruhezeit und Mittagspauſen
der Gehilfen. Lehrlinge und Arbeiter in offenen Verkaufsſtellen keine Anwendung.
Darmſtadt, den 3. Mai 1910.
(9729sid
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung.
Störungen der Ruhe und Ordnung durch Muſizieren betreffend.
Anhaltendes Muſizieren, insbeſondere Klavierſpielen, Singen, Spielenlaſſen
von mechaniſchen Muſikautomaten (Grammophonen und dergleichen) im Freien
oder bei offenen Fenſtern bildet meiſt eine erhebliche Beläſtigung der Nachbarſchaft
und erfüllt häufig den Tatbeſtand des § 360 Ziffer 11 des Reichsſtrafgeſetzbuches (
unge=
bührliche Erregung ruheſtörenden Lärms oder Verübung groben Unfugs).
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, gegebenenfalls einzuſchreiten.
Darmſtadt, den 4. Mai 1910.
(9821oi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung.
Der Dienſtmann Daniel Simrock iſt am 5. ds. Mts. dahier verſtorben. Etwaige
Anſprüche an ſeine Kaution können bis Samstag, den 21. ds. Mts, vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten Behörde geltend gemacht werden.
(6869
Darmſtadt, den 6. Mai 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Kranzbühler.
Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Die diesjährige öffentliche Impfung wird für die hieſige Stadt, Mittwoch,
den 4. Mai I. Js., nachmittags 5 Uhr, und die folgenden Mittwoche, ſo lange das
Bedürfnis dauert, im Schulhauſe in der Rundeturmſtraße abgehalten werden.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben
vorgenom=
menen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht
be=
nutzen will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50
Impf=
ungen vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau
noch=
mals gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die
natür=
lichen Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Köwper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 28. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
(9475a
J. V.: Schmitt.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 11. Mai l. Js., vormittags 9 Uhr anfangend,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle‟ (
Ober=
gaſſe) zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Eine große Partie Kurzwaren Herren= und Damenwäſche, Damen= und
Kinderſchürzen, Kamiſols, Socken und Strümpfe, Normalhemden,
Unter=
hoſen, Krawatten, Selbſtbinder, Vorhemden und Manſchetten, Futter=
und Hemdenſtoff.
Hieran anſchließend nachmittags 3 Uhr ebendaſelbſt:
1 Gaslüſter, 2 Bilder in Goldrahmen, 1 Diwan mit 2 Seſſeln, 1
Salon=
tiſch, 2 Rohrſtühle, 1 Sofa, 1 Vertiko und noch andere Hausmobilien,
5 Mille Zigarren, eine große Partie Futterſtoff, Leinen, Bett= und
Tiſch=
zeug u. a. m.
Nach dieſen Zwangsverſteigerungen auf freiwilliges Anſtehen:
2 Wandleuchter, ſowie verſchiedene metallene Ziergegenſtände (Krüge,
(9978
Schalen und Töpfe).
Die in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände kommen beſtimmt zur Verſteigerung.
Darmſtadt, am 9. Mai 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher.
(*11601
zu verkaufen
zu verlaufen (B9791
Götheſtraße 8. 2 Aquarien Neckarſtraße 24, 2. Stock.
Wiesenhen
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 13. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im ſtädtiſchen Pfandlokale Ludwigshöhſtraße Nr. 4 dahier
zwangs=
weiſe gegen bare Zahlung folgende Gegenſtände:
2 Kleiderſchränke, 1 ruſſiſches Billard, 1 Ladentheke, 2 Spiegelſchränke,
1 Schreibtiſch, 1 Büfett, 2 Vertikos, 1 Diwan und 1 Kredenz.
(6902imf
Sämtliche Möbelſtücke ſind noch ſehr gut erhalten.
Darmſtadt, 9. Mai 1910.
Dörr, Pfandmeiſter,
Roßdörferſtraße Nr. 46.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 19. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Heinrich Hedtrich Eheleuten
von Darmſtadt, jetzt in Hof=Gimbach bei
Kelkheim i. T., im Grundbuch der
Gemar=
kung Darmſtadt zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
VIII 7450/1000 489 Hofreite
Eſcholl=
brückerſtraße, jetzt
Artillerieſtraße 4,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(B8/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 26. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L.9438,68
Müller.
Metetche
In dem Konkursverfahren über das
Vermögen des Kantinenwirts Karl Stahl
von dem Truppenübungsplatz Griesheim
b. D. iſt zur Abnahme der Schlußrechnung
des Verwalters, zur Erhebung von
Ein=
wendungen gegen das Schlußverzeichnis
der bei der Verteilung zu berückſichtigenden
Forderungen — und zur Beſchlußfaſſung
der Gläubiger über die nicht verwertbaren
Vermögensſtücke — ſowie zur Anhörung
der Gläubiger über die Erſtattung der
Aus=
lagen und die Gewährung einer Vergütung
an die Mitglieder des Gläubigerausſchuſſes
- der Schlußtermin auf
Freitag, den 27. Mai 1910,
nachmittags 3½ Uhr,
vor dem Großherzoglichen Amtsgericht II
hierſelbſt, neues Gerichtsgebäude,
Erdge=
ſchoß, Zimmer Nr. 111
(9868
beſtimmt.
Darmſtadt, den 3: Mai 1910.
Merkel,
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Seite 14.
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14:10. Drei liefen. Kampf, Kopf—3 Lg. —
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cot, Elly, Le Cimbre, Bermuda. Leicht 2—2 Lg.
1. Herrn J. Oldes Hock (Blades), 2. Blauer Dunſt
(Shaw), 3. Pilgramsberg (O. Müller). Tot. 124:10,
ſen). Tot. 180110, Pl. 43, 14:10. Unpl.: Margiana,! genoſſen hinter ſich ließ, ſo wurden doch die ſchwarz=
Empereur, Beriger. Sicher 1—½ Lg. — Hermann
Marquardt=Rennen. 1. Graf Staufenbergs Cabra (Lt.
Fürſt Wrede), 2. Eiſen (Lt. Weſer), 3. Bijou (Lt. Zorn ab an der Spitze und gewann überlegen gegen ſeine
von Bulach). Tot. 16110. Drei liefen. Leicht 2—6 Lg. beiden Gegner.
Forefather gewinnt die Mannheimer
Badenia. Der Schlußtag der Rennen zu Mannheim
brachte am Sonntag die Entſcheidung der Badenia, des 1020 Meter, 4. George 1550 Meter zurück. — 20
Kilo=
wertvollſten deutſchen Hindernisrennens. Das große! meter: 1. Erxleben 20:05, 2. Waßmus 150 Meter, 3.
Ha=
mit 50000 Mark ausgeſtattete Ereignis nahm inſofern mann 770 Meter, 4. George 920 Meter zurück.
einen unerwarteten Ausgang, als die beiden
teilneh=
menden franzöſiſchen Steepler Eaſtman und Tria= Stunden=Rennen mit 74,870 Kilometer vor Guignard
ihrer heimatlichen Leiſtungen große Chancen einge= über 25 Kilometer gewann Van Neck in 21:51,4 vor
ſeinem Beſitzer, Leutn. von Sydow, geſteuerte Fore= Techmer gegen Tadewald und Kendelbacher, während
der ſpäter von Sileſia verdrängt wurde, und den übri= Sterba.
gen. Die beiden Franzoſen, Eaſtman und Trianon III.,
ſpielten unter ihrem hohen Gewicht nie eine Rolle. In 1. Lauf, 50 Kilometer. 1. H. Przyrembel 39 Minuten
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father als Erſter vor der dichtauf folgenden Sileſia; an Runden, 4. Samſon 19 Runden. — Die beiden
Flie=
dritter Stelle folgten Pomerol, Pern und Erneſt II., gerrennen gewann Rudel=Berlin.
während alle anderen geſchlagen waren. Peru und
Forefather leicht von Sileſia wegzog und überlegen 1. Scheuermann 23:50,2, 2. Salzmann 30 Meter, 3.
mit einer Länge gewann. Fünf Längen hinter Sileſia ! Schipke 870 Meter zurück. 2. Lauf, 50 Kilometer. 1.
Merlin wurden angehalten. Der Großherzog über= mann 3280 Meter zurück. Hauptfahren. 1. Peter,
liſatorumſatz für die Badenia betrug 80000 Mark.
Micado III. Sieger im Henckel=Rennen. Prämienfahren. 1. Carapezzi, 2. Schürmann 1 Lg.,
tende Dreijährigen=Prüfung, das Henckel=Rennen, eine! Schürmann ½ Lg., 3. Großmann=Saldow
ſtarke Anziehungskraft auf das Publikum ausgeübt.
Trotz des trüben regendrohenden Wetters herrſchte auf meter. 1. Hugo Przyrembel 17113,2, 2. Schulze 17117,
allen Plätzen eine Fülle wie am Eröffnungstage. Für 3. Duſſot 17:27. 15 Kilometer. 1. Schulze 12:57,4, 2.
das mit 13000 Mark ausgeſtattete Meilen=Rennen tra= Przyrembel 390 Meter, 3. Duſſot 1 Runde 380 Meter
ten fünf zur beſten Klaſſe gehörende Dreijährige zum zurück. Verfolgungsrennen (4 Kilometer). 1. Rettin=
Kampfe an. Das allgemeine Vertrauen wandte ſich ger=Rohmer 5:36,4.
natürlich der noch von ihrem Stallgefährten Horniſt
unterſtützten Antwort zu, einer im Vorjahre
ungeſchla=
genen Ard Patrick=Tochter und Gewinnerin des Bade= (Pipilies). Tot. 34:10, Pl. 21, 30:10. Unpl.: Kispiczi,
wort einen deutlichen Fingerzeig. Antwort, ſowie Oſſer Tot. 38:10. Drei liefen. — 3. Rennen. 1. Lenore
vor der allmählich auf den zweiten Platz vorrückenden (Brederecke). Tot. 39 (Hochmeiſter), 31 (Liebes=
Antwort. Im erſten Bogen fiel Micado II. auf den
letzten Platz zu dem ſchlecht abgekommenen Jor zurück.
Die beiden Graditzer bogen als Erſte in die Gerade
ein, wo Weatherdon, der Reiter von Horniſt, das
Vor=
gehen von Antwort zu erwarten ſchien; doch ging die
Stute, ebenſo wie Oſſer, ſchon in der Diſtanz in Nöten.
Statt deſſen kam außen plötzlich Micado III.
vorgeſchoſſen und gewann leicht gegen den nicht mehr
in Schwung zu bringenden Horniſt. Antwort beſetzte
den dritten Platz vor dem noch Boden gutmachenden
Jor. Trotz des kleinen Feldes zahlte der Totaliſator
die Rieſenqnote von 203: 10. Die übrigen
Konkurren=
zen traten ſtark an Bedeutung zurück. Die ſonſt wenig
vom Glück begünſtigten Farben des Herrn R. Haniel
wurden durch Force majeure und Erlkönig zu einem
ſehr leichten Doppelerfolg getragen. Das Gaſtgeber=
Rennen, eines der wenigen Herren=Reiten auf dem
Hoppegartener Programm, landete Herr W. Schulz
nach Gefallen mit Thereſe.
Eröffnungsrennen zu Ludwigsluſt.
1. Rennen. 1. Gabelou (Lt. O. von Mitzlaff), 2. Citat
(Lt. von Seydlitz), 3. Polin (Beſ.), Tot. 70:10, Pl. 26,
12:10. Unpl.: Radegaſt. 1½—3 Lg. — 2. Rennen.
1. Jubilee Day (Lt. von Mitzlaff), 2. Caſimir (Lt. von
Oertzen), 3. Caſtle Hag (Lt. von Laffert). Tot. 24:10,
Pl. 13, 13:10. Unpl.: Wißmuth, Glandel, Laverſtock.
2—½ Lg. — 3. Rennen. 1. Senſe (Lt. Graf Bethuſy=
Huc), 2. Veſtalin (Lt. von Oertzen, 3. Sendbote (Beſ.).
Tot. 27110, Pl. 11, 12:10. Unpl.: Lümmel I. 2½ Lg. bis
Kopf. — 4. Rennen. 1. Bulbo (Lt. Viereck), 2.
Farm=
ley (Lt. von Seydlitz), 3. Park Keeper (Beſ.). Tot.
24:10, Pl. 12, 11110. Unpl.: Linzpeter. 4. Lg. bis Hals.
5 Rennen. 1 Contento (Lt. Viereck), 2. Mumelas (Lt.
von Seydlitz). Tot. 20:10. Unpl.: Ladziza (ausgebr.).
* Lg. — 6. Rennen. 1. Jaccournaſſy (Lt: Graf
Bet=
huſy=Huc), 2. Hecker (Lt. von Malachowski), 3.
Stern=
berg (Dr. Voigt). Tot. 32:10, Pl. 16, 20:10. Unpl.:
Mo=
ney Mart (gef.), Dandy Dick (gef.), 3—20 Lg.
sr. Graditz in Peſt. Das Königliche Hauptgeſtüt
Graditz, das in dieſem Jahre beſonders zahlreiche
Schwaben=Preis. 20000 Mark, Diſtanz 2400 Meter, 1 Erpeditionen ins Ausland zu unternehmen beabſichtigt,
hat gleich bei der erſten Entſendung zweier Pferde nach
Peſt einen ſchönen Erfolg zu verzeichnen. Wenn
Pl. 35, 13, 24:10. Unpl.: Pech von Weil (4), Schnee= auch am Samstag die zweijährige Angoſtura in dem
berg, Donner III. Orſini. Leicht 1— Lg. — Preis 1 Anfänger=Rennen ſehr leicht mit drei Längen von Beg
von Nachod. 1. Lt. von Fabers Leibfuchs (Beſ.), 2. Ir= pardon, der einen guten Start erwiſchte, geſchlagen
mingard (Lt. von Pagenhardt), 3. Paneſolo (Lt. Lahn= wurde, aber das ſtattliche Feld von elf weiteren
Alters=
weißen Farben durch Stoßvogel zum Sieg geſteuert.
Der Hengſt ſtartete als heißer Favorit, lag vom Start
R. Radrennen in Treptow. 15 Kilometer:
1. Hamann 14:32, 2. Erxleben 250 Meter, 3. Waßmus
In Leipzig landete der Berliner Theile das
non III. des Herrn von Mumm, denen man aufgrund mit 71,760 Kilometer. Den Kleinen Frühjahrspreis
räumt hatte, ſich nicht hervortun konnten. Der von Damm und Eilenberger. Das Hauptfahren landete
father gewann leicht. Das Feld für das über 5000 er im Vorgabefahren nur den zweiten Platz hinter
Meter führende Jagdrennen war auf zwölf Teilneh= Sieger (190 Meter) und vor Ganzevoort (50 Meter)
mer zuſammengeſchmolzen. Forefather führte durch= beſetzte. Im Tandemfahren ſiegte Stellbrink-
Hoff=
weg vor Erneſt II., dann folgte Pomerol vor Comrade, mann vor Techmer-Tadewald und Schmittchen-
Radrennen in Chemnitz (100 Kilometer).
der erſten Diagonale kam Stormy Ocean zu Fall. 56 Sekunden, 2. Bruni 43:05,1, 3. Humann, weit zurück,
Einlaufsbogen. Das letzte Hindernis ſprang Fore= Przyrembel 39141, 2. Bruni 8 Runden, 3. Humann 12
Radrennen in Magdeburg. Großer
Erneſt II. fielen dann auf der Flachen ab, während Magdeburger Frühjahrs=Preis. 1. Lauf, 25 Kilometer.
beſetzte Pomerol den dritten Platz. Alvo, Nolis und Scheuermann 47:23,4, 2. Schipke 1280 Meter, 3.
Salz=
reichte Leutn. von Sydow den Ehrenpreis. Der Tota= 2. Stabe Handbreite, 3. Kudela 1 Länge. Preis von
Krackau. 1. Wegener, 2. Schürmann, 3. Carapezzi.
In Hoppegarten hatte am Sonntag die erſte bedeu= 3. Stabe. Tandemfahren. 1. Peter=Wegener, 2. Schwab=
Radrennen zu Straßburg i. Elſ. 50 Kilo=
Rennen zu Dortmund. 1. Rennen. 1.
Kriegs=
bruder (Sherlock), 2. Sterſchnuppe (Printen), 3. Pax
ner Zukunft=Rennens. Graditz gab zwar keine Erklär= Bäuerin, Raubritter. 5—3½ Lg. — 2. Rennen. 1. Roſy
ung ab, doch bedeutete der Ritt von Bullock auf Ant= (Gädicke), 2. Hermes (Martin), 3. Hogyne (Winkler).
und Micado II. benahmen ſich am Start ziemlich auf= (Wulfter), 2. Fricka (Reith), 3. Medium (Printen). Tot.
geregt. Micado III. ſprang dann mit der Führung ab, 46:10. Drei liefen. 5—15 Lg. — 4. Rennen. 1. —
Hoch=
doch ging ſchon nach 100 Metern Horniſt an die Spitze! meiſter (Martin), 2. — Liebesritter (Reith), 3. Edfu
rille) 10. Pf. 50, 23, Mtb. Unpl.: Inbdilh 1., Stern,
Hoptic, Counterfeit, Thſibe, Eceington, Thedore,
Ke=
des (4). Totes Rennen. — 5. Rennen. 1. Sklavin
(Kalff), 2. Royal Anne (Miſchon), 3. Magneſia (
Bre=
derecke). Tot. 17:10, Pl. 11, 13:10. Unpl.: Spes. 3—
Lg. — 6. Rennen. 1. Blondel (Gädicke), 2.
Königs=
kind (Hoffmann), 3. Maſter Ladas (Krauſe). Tot.
22:10, Pl. 13, 13110. Unpl.: Plus. 1—1½ Lg.
Die Straßenmeiſterſchaft von
Frank=
reich gewann Emile Georget in 2 Stunden 55
Minu=
ten 4,2 Sekunden vor Brocco 2:55:36, Petit Breton
3:02:27 und Leonard 3:08:36. Alavoine, der Sieger
des Vorjahres, mußte wegen Reifendefektes aufgeben.
Das Flugmeeting von Lyon, an dem die
namhafteſten Aviatiker teilnehmen, hat ſeinen Anfang
genommen. Am erſten Tage, gewann van den Born
den Diſtanzpreis mit einem Fluge von 4 Stunden 9
Minuten, während den Schnelligkeitspreis=Lachchamm
an ſich brachte.
Gewinnauszug
* der
222. Königlich Prenßiſchen Flaſſenlotterte.
6. Klaſſe. 1. Ziehungstag. 7. Mai 1910.
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten.)
In der Vormittags=Ziehung wurdensGewinne
über 240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 10000 Mk. 67115
1 Gewinn zu 6000 Mk. 190176
43 Gewinne zu 3000 Mk. 6899 8300 20686 (45804
49720 52118 66689 66971 77815 78419 78969 84464
89301 92231 97699 103894 104307 108547 130017
137289 138428 139531 142264 157142 160629 f161788
162411 171819 172062 172372 184108 196682 197426
217344 217446 219015 263924 267105 276080 282746
290613 301326 302586
76 Gewinne zu 1000 Mk. 2415 5606 8067 8069
10563 11166 11437 17459 22116 24313 27020 35808
36218 42537 54951 56573 65769 66041 67614
73028 74573 76876 82140 87062 88254 92234 96154
99423 100858 101606 103636 105945 112448 123901.
127106 137404 137544 1 140398 1 150727 151222 161474
165049 166331 177160 183354 190212 193626 196623
208097 208112 208823 210481§ 212421 212469213530
215677 218344 220221 225084 227154 227378 230665
232287 237781 238081 238456 245996 247421 251759
264010 269627 269745 271853 278924 291616 303929
126 Gewinne zu 500 Mk. 1071 4855 7473 10113
10833 13025 15587 16258 20749 21835 21856 23489
26643 27092 28448 30031 37003 39838 39864 40560
43984 46101 49561 50020 50752 53309 54381. 59100
59417 60547 63488 63967 73067 75536 77741 79260
79642 81352 81478 88491 88874 98870 100541. 105951
106771 107297 108041. 114788 117259117494 120449
120987 124360 124440 124446 125638 125818 126047
133927 136675 137728 138707 140481 144875 145439
145789 146773 151550 151665 152892 153767 154905
156632 158939 159633 165460 166055 166318 170274
227893 229215 235708 237718 238083 238372 238554
239034 239578 241237 244654 246829 249761 252696
259255 262306 266077 271870 273053 281268 282308
289075 300481 300584 301061 303920
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
240 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 80000 Mk. 16384
1 Gewinn zu 15000 Mk. 175144
5 Gewinne zu 6000 Mk. 4271 7755 213618 217852
282085
44 Gewinne zu 3000 Mk. 12028 21339 26033
33360 37794 46826 54598 64957 56821 56852 65273
72532 74446 76592 101114 114489 117273 122666
134749 136272 141363 144260 151699 154929 163617
171925 175190 189925 193596 197448 216611 221773
222735 234793 237954 238696 239031 247613 247673
253625 268942 269607 279298 303010
62 Gewinne zu 1000 Mk. 1480 5992 10444 13555
17130 33579 35690 47313 49314 52052 52289 52850
58702. 64267 64924 66013 69960 71647 76233 77724
84848 89450 99383 105190 115929 117893 120825
132342 136453 138983 156326 159205 170197 178433
192699 192748 193059 194664 195391 199982 199994
200368 201660 202987 215489 217507 222576 227660
236866 240730 245660 249096 251773 256092 263736
268727 272870 277788 297576 300586 301908 302505
105 Gewinne zu 500 Mk. 1433 3967 7508 7849
9371 14284 14786 15331 24535 29647 30566 34247
35703 36734 37705 39286 40520 41246 43532 44351.
52460 54960 66434 69497 70029 70991 71610 74579
74683 79316 83113 83469 95562 105889 107458 108766
114045 115712 116117 11904a 120149 127451 132100
137702 139676 144543 147179 149550 150617 153498
158563 159982 160285 160845 164453 165985 166666
170159 183057 184824 185558 186212 192784. 195083
196292 198154 200854 201329 202527 203039 203106
205523 209449 213774 17587 220434 222314 222426
223015 223875 226811 229966 233449 238218 240986
242162 254656 256695 259599 261577 264445 265003
266099 268660 270772 271269 273739 278442 281276
282829 293214 295094 297493 299667 302080
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 107a
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