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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
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werden angenommen in Darmſtadt,
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ſowie von unſeren Agenturen und
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
M 106.
Montag, den 9. Mai.
1910.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
König Eduard
* Obwohl die letzten Bulletins von Freitag abend
auf einen ſchlimmen Ausgang der Erkrankung des Königs
Eduard vorbereiteten, iſt der Tod doch wider alles
Erwar=
ten raſch erfolgt. Man erinnert ſich, daß der König kurz
nach ſeiner Thronbeſteigung ſchon einmal in
Lebensge=
fahr ſtand, als er ſich wegen einer Blinddarmentzündung
einer Operation unterziehen mußte, die zwar glücklich
verlief, aber den König längere Zeit ans Bett feſſelte, ſo
daß die Krönung, für die ſchon alle Vorbereitungen
ge=
troffen worden waren, nicht ſtattfinden konnte, ſondern
um zwei Monate hinausgeſchoben werden mußte.
Seit=
dem iſt ab und zu von leichteren Erkrankungen des
Kö=
nigs die Rede geweſen, ohne daß dadurch irgend welche
Beunruhigung erregt worden wäre. Auch bei ſeiner
letz=
ten Anweſenheit in Berlin hatte er unter körperlicher
In=
dispoſition zu leiden, ſodaß ein Teil des
Beſuchspro=
gramms ausfiel und z. B. die geplante Fahrt nach
Pots=
dam nicht unternommen werden konnte. Man ſchrieb das
aber im Publikum dem ungünſtigen Wetter und auch
dem Alter des Königs zu. Seit geraumer Zeit weilte er
alljährlich mehrere Wochen in Marienbad, um die ihm
ärztlich vorgeſchriebenen Gläſer Kreuzbrunnen zu trinken
und auch ſonſt ſtreng diät zu leben. Kreuzfahrten im
Mittelmeer, ab und zu ein Aufenthalt an der Riviera
ver=
vollſtändigten die Maßnahmen, die der König zur
Erhal=
tung ſeiner Geſundheit traf, auch eine Kur in Biarritz galt
dieſem Zwecke. Er ſoll ſich dann nicht die Schonung
auferlegt haben, die ihm dringend notwendig geweſen
wäre und die ſchwere Erkrankung vielleicht verhindert
hätte.
König Eduard war der älteſte Sohn und das zweite
Kind der Königin Viktoria und des Prinzgemahls
Al=
bert. Das älteſte war bekanntlich die Prinzeſſin
Vik=
toria, ſpätere Kaiſerin Friedrich. Er wurde im
Bucking=
ham=Palaſt am 9. November 1841 geboren. Unter der
Aufſicht ſeiner Eltern genoß er eine ſehr ſorgfältige
Er=
ziehung. Während der langen Zeit als Thronfolger — ſie
umfaßte im ganzen 60 Jahre, von 1841—1901 — hat er
ſehr weite Reiſen gemacht. Am 10. März 1863 vermählte
er ſich mit der Prinzeſſin Alexandra, Tochter des Königs
Chriſtian IX. von Dänemark. Dieſer Ehe entſtammten
fünf Kinder. Der älteſte Sohn, Albert Viktor, Herzog von
Clarence, ſtarb im Januar 1892 nach kurzer Krankheit. Die
übrigen Kinder ſind der bisherige Thronfolger Georg
Friedrich Ernſt Albert, Fürſt von Wales (geb. 1865),
Prinzeſſin Luiſe Viktoria Alexandra Dagmar (geb. 1867)
iſt mit dem Herzog von Fife, die jüngſte Tochter Maud
(geb. 1869) mit dem König Haakon von Norwegen
ver=
mählt. Prinzeſſin Viktoria (geb. 1868) iſt unvermählt
ge=
blieben.
Als die Königin Viktoria am 22. Januar 1901 nach
63jähriger Regierungszeit ſtarb, gelangte Eduard zur
Re=
gierung.
Es iſt bekannt, daß König Eduard alsbald nach
ſei=
nem Regierungsantritt vielfach perſönlich Fühlung mit
auswärtigen Monarchen nahm und daß ihm nachgeſagt
wurde, er habe es dabei auf eine Iſolierung Deutſchlands
abgeſehen, ja man ſah in dieſem geſchickten Diplomaten
auf dem Thron einen gefährlichen Feind Deutſchlands.
Später haben ſich die Beziehungen zwiſchen Deutſchland
und England bekanntlich wieder gebeſſert und in der
aus=
wärtigen Politik Englands hat ſich während der
neun=
jährigen Regierung des Königs im ganzen nicht viel
ge=
ändert. Aber man kann dieſer klug geleiteten Politik den
Erfolg nicht abſprechen. Als erwähnenswerte Reſultate
derſelben ſind zu verzeichnen: die für England günſtige
Beendigung des Krieges in Südafrika, das Bündnis mit
Japan und die Beſſerung der Beziehungen zu Frankreich
durch den Vertrag vom Jahre 1904, der die kolonialen
Streitfragen zwiſchen den beiden Ländern regelte und das
Abkommen mit Rußland wegen Perſien, die England
vorwiegend zum Vorteil gereicht haben.
In der inneren Politik hat England in der letzten
Zeit bekanntlich ſchwere Verfaſſungskämpfe zu beſtehen
ge=
habt, die noch fortdauern. So iſt gerade in dieſem
Au=
genblick der Tod des Königs ein ſchwerer Schlag für die
britiſche Nation. Denn zur Entwirrung der
innerpoli=
tiſchen Schwierigkeiten war die Perſon des Königs mehr
als je zuvor zum maßgebenden Faktor geworden, und
Regierung wie Volk ſahen ſeinen Entſcheidungen in den
England zur Zeit bewegenden bedeutſamen Fragen mit
Spannung entgegen. Welche Macht die Krone im
briti=
ſchen Reiche hat, trotzdem ihr Träger verfaſſungsmäßig
nicht regiert, ſondern nur herrſcht, zeigt ſich in ſolchen
Momenten, wo, wie jetzt, der Staat vor wichtigen
Um=
wälzungen ſteht. Den Beſchlüſſen des Königs würden
ſich alle in Betracht kommenden Faktoren ohne weiteres
gefügt haben. Man begreift daher, daß der Tod des
Königs in der jetzigen kritiſchen Zeit von der britiſchen
Nation doppelt ſchwer empfunden wird.
Obſerhaus und Unterhaus werden
unver=
züglich zuſammentreten, um von dem jetzigen König den
Schwur der Treue entgegenzunehmen. Die verſchiedenen
landesüblichen Zeremonien bei dieſer Gelegenheit werden
drei Tage in Anſpruch nehmen. Hierauf wird ſich das
Parlament neuerdings bis zum 26. Mai vertagen.
Der bisherige Thronfolger, jetzige König Georg,
iſt am 3. Juni 1865 geboren, ſteht alſo im 45.
Lebens=
jahre. Er iſt vermählt mit Viktoria Mary Fürſtin von
Teck (geb. 26. Mai 1867), die mit ſeinem verſtorbenen
älteren Bruder verlobt geweſen war. Aus der Ehe
ent=
ſtammen 6 Kinder, und zwar 5 Söhne und 1 Tochter.
Der älteſte Sohn, jetzige Kronprinz Eduard Albert, iſt
am 23. Juni 1894 geboren. Die fürſtliche Familie Teck
leitet ihren Urſprung von der morganatiſchen Ehe des
Herzogs Alexander von Württemberg mit der Gräfin von
Rhedey her, deren Nachkommen in Deutſchland nicht
eben=
bürtig und nicht zur Thronfolge in Württemberg
berech=
tigt ſind.
Preßſtimmen.
Die Londoner Zeitungen veröffentlichen lange
Artikel, in denen ſie dem nationalen Schmerz und
der Beſtürzung über den plötzlichen Tod des Königs
Ausdruck verleihen. Von allen Seiten treffen
Sympathie=
kundgebungen ein; die aus Deutſchland werden in
Aufrichtigkeit voll gewürdigt. Alle Blätter betonen die
politiſche Bedeutung und die Regierung des Königs, die
magnetiſche Kraft ſeiner Perſönlichkeit und ſeine
außer=
ordentliche Popularität.
Die „Times” ſchreibt: Er war nicht nur in hohem
Maße ein König, ſondern jeder Zoll ein engliſcher König
und engliſcher Gentleman. Der Verluſt eines ſo
erfahre=
nen und ſo ſcharfſichtigen, bei den Staatsmännern beider
Parteien, wie bei der Nation ſo beliebten, eines ſo
vor=
ſichtigen und mutigen, in den ſchwerſten heimiſchen Kriſen
ſo taktvollen Königs bedeutet in der Tat einen öffentlichen
Verluſt. — „Daily News” ſagt: Der König galt allen in
Weſen, Geſchmack und Intereſſen als typiſcher Engländer.
„Daily Telegraph” ſchreibt: Es ſei zu wenig
ge=
ſagt, daß der König populär in gewöhnlichem Sinne
ge=
weſen ſei. Die Art der Verehrung, die ihm ſchon als
Prinzen von Wales die Herzen von Hoch und Niedrig
ge=
wann, ging weit darüber hinaus. Er war in den
ver=
ſchiedenſten Lebenslagen tolerant, verſöhnlich und weiſe.
Er war eine familäre Geſtalt in der Phantaſie des
Vol=
kes und wahrte dort die Würde des hiſtoriſchen Thrones.
„Daily Telegraph” rühmt das politiſche Wirken des
Kö=
nigs, weiſt auf das Bündnis mit Japan und die
Beziehun=
gen zu Frankreich und Rußland hin. Das aufrichtige
Eintreten des Königs für Wohlwollen unter den
Natio=
nen wurde auch von Deutſchland und Oeſterreich
aner=
kannt. — „Morning Poſt” führt aus: Der König
wurde im Zenith ſeines Ruhmes plötzlich dahingerafft:
ſeine Thronbeſteigung bedeutete den Beginn eiter neuen
Epoche. Bei Beginn ſeiner Regierung war England in
Europa iſoliert; er hinterläßt England und ſein Reich
glücklicher, ſtärker und einiger. Ihm verdankt England
ſeine jetzigen guten Beziehungen zu Frankreich und
Ruß=
land. Das Blatt fährt fort: Niemand wünſchte
aufrich=
tiger und erſtrebte es ernſtlicher als er, die
Beziehun=
gen zu Deutſchland zu verbeſſern. Von König
Eduards Regierung iſt ein bedeutendes Erſtarken des
nationalen Bewußtſeins und der ſtaatlichen Organiſation
zu datieren; unter ihm wurde der Verband des Reiches
feſter gefügt. — „Daily Chroniele” ſagt: Das
be=
merkenswerteſte ſeiner Regierung iſt die Stellung, die die
Krone in der auswärtigen Politik einnahm. Der Einfluß
der Königin Viktoria blieb größtenteils verborgen. König
Eduard übte ſeinen Einfluß offen, aber ſtets konſtitutio=
us.
aſt die geſamte Pariſer Preſſe widmet dem
rbenen König Eduard überaus warme Nachrufe, in
er als großer Souverän und insbeſondere als
und herzlicher Freund Frankreichs gefeiert wird.
Figaro” ſchreibt: Eduard VII. war in den Augen
nzen Welt ein großer König und aus dieſem Grunde
man ſeinen Heimgang auf das Tiefſte bedauern. Er
in den ſchwierigſten Augenblicken der große
Werk=
r internationaler Beziehungen, welcher auf
gefahr=
ehrgeizige Beſtrebungen und Zornesausbrüche
mä=
d und auf erregte Nationen verſöhnend einwirkte.
er klugblickenden und kraftvollen Weisheit iſt ſo
ch die Wohltat dieſes allgemeinen Friedens zu
dan=
on dem man wünſchen muß, daß er den Völkern
erhalten bleiben möge. — Der „Eelair” ſagt: Die
gerechtfertigten Beſorgniſſe, von denen das
eng=
rfüllt iſt, werdensdurch das=Hin==
ſcheiden des Königs beträchtlich vergrößert. Eduard VII.
hat vielleicht nicht jenen ungeheneren Platz eingesommen,
den wir ihm mit Unrecht in der Leitung ſeines Landes
zugeſchrieben haben, aber er bedeutete eine einflußreiche
moraliſche Macht. Sein unerwarteter Tod wird für die
meiſten ſeiner Untertanen eine ſchmerzliche Trauer und
die Urſache begründeter Beſorgniſſe bilden.
Das Hinſcheiden des Königs Eduard rief in
Ita=
lien einen überaus ſchmerzlichen Eindruck herpor.
Sämt=
liche Blätter bringen ſympathiſche Nachrufe, gedenken der
moraliſchen, politiſchen und diplomatiſchen Eigenſchaften
des Hingeſchiedenen und ſchließen ſich der Trauer
Eng=
lands an.
Zur parlamentariſchen Geſchäftslage.
— Der Reichstag ſteht kurz vor dem Ende ſeiner
Beratungen und man hat ſehr wohl daran getan, nur
eine Vertagung in Ausſicht zu nehmen und nicht die
Seſ=
ſion zu ſchließen, da wichtige Geſetzentwürfe noch
uner=
ledigt ſind und ein Seſſionsſchluß die bisherige Arbeit
völlig nutzlos gemacht hätte. Es handelt ſich hierbei
ſpe=
ziell um die Reichsverſicherſungsordnung,
wegen deren die Kommiſſion ſogar während eines Teiles
des Sommers tagen wird, um die ſchwierige Materie
baldmöglichſt zur Verabſchiedung zu bringen. Zu den
unerledigten Vorlagen ſoll nun auch noch die
Wert=
zuwachsſteuer hinzutreten, auf deren Verabſchiedung
vor den Ferien die Regierung urſprünglich großes
Ge=
wicht gelegt hatte. In der Kommiſſion haben ſich aber
doch mancherlei Schwierigkeiten ergeben, und es könnte
nichts Verfehlteres geben, als in einer ſo wichtigen und
einſchneidenden Angelegenheit irgend welche Beſchlüſſe zu
überhaſten. Gerade in Finanzfragen hat ſich dieſe Eile
leider mehrfach bei der Ausarbeitung und Verabſchiedung
von Geſetzentwürfen gezeigt, und zwar in ſehr
unange=
nehmer Weiſe, da vielfach Unzulänglichkeiten und Lücken
die Folge waren und ſehr ſchnell Aenderungen und
Er=
gänzungen notwendig wurden. Bei einer, teilweiſe noch
keineswegs ausreichend erprobten Maßnahme wie der
Wertzuwachsſteuer iſt aber ſorgfältige Ueberlegung
dop=
pelt wünſchenswert, um auf der einen Seite für die
Be=
troffenen allzu ſchwere Schädigungen zu vermeiden,
an=
dererſeits aber auch die Regierung vor Fehlerträgen zu
bewahren. An der Verzögerung der Wertzuwachsſteuer
dürfte auch die Abſicht mitſchuldig ſein, einen Teil des
Erträgniſſes für die Veteranenfürſorge zu
ver=
wenden. Im Reichsſchatzamte werden Berechnungen
dar=
über angeſtellt, in welchem Grade aus der
Wertzuwachs=
ſteuer Beträge zu Gunſten der Kriegsveteranen flüſſig
gemacht werden könnten; freilich darf man hierauf keine
allzu großen Hoffnungen ſetzen, denn das Objekt der
Wertzuwachsſteuer iſt bei weitem nicht umfaſſend genug,
um die im Reichstag ſämtlich geäußerten Wünſche zu
be=
friedigen, jedoch wäre es möglich, vielleicht den
Vetera=
nen, die das 65. Lebensjahr zurückgelegt haben und ein
beſtimmt normiertes Einkommen nicht beſitzen, eine
geſetz=
lich feſtgelegte Reichsbeihilfe zu gewähren. Mit
Beſchleu=
nigung iſt dagegen an dem Kaligeſetz gearbeitet
wor=
den, das in der Kommiſſion umfangreiche Abänderungen
erfahren hat, gleichwohl aber noch vor der Vertagung in
den Hafen gebracht werden ſoll, um in
Intereſſentenkrei=
ſen endlich eine Beruhigung herbeizuführen.
An kleineren Vorlagen ſteht noch das
Heim=
arbeitsgeſetz aus und mit größter Gemütlichkeit arbeitet
die Geſchäftsordnungskommiſſion an den zur Abänderung
der beſtehenden Beſtimmungen eingebrachten Anträgen,
die den Verhandlungen, namentlich bei Interpellationen
und ſogenannten kleinen Anfragen größeren Spielraum
laſſen ſollen. Ob aus dieſen Anträgen freilich viel
reali=
ſiert werden wird, ſteht dahin, da bei einzelnen
Parteien, ſpeziell der Rechten, ſtarke Bedenken vorliegen.
Man kann ja im großen und ganzen nicht ſagen, daß im
Reichstage nicht tüchtig gearbeitet worden wäre, aber im
Plenum muß man die Erfahrung machen, daß recht viel
Ueberflüſſiges geſprochen wird, was den Gang der
Par=
lamentsmaſchine ungemein hemmt und eben dahin führt,
daß die Arbeit nicht vollſtändig erledigt werden kann.
Piele Mitglieder des Reichstages beachten leider den
Spruch nicht: Auch in der Beſchränkung zeigt ſich der
Meiſter!
Denſches Reich.
Der Reichstag nahm das Kolonialgeſetz in
zweiter Leſung ohne weſentliche Debatte an. Hierauf
wurde der Nachtragsetat für die Schutzgebiete
angenom=
men. Ferner wurde der Geſetzentwurf betr. die
Bewil=
ligung von Diäten für dieſer Kommiſſion angehörenden
Mitgliederwährend der Sommermonate nach den. Be=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 1910.
Nummer 106.
ſchlüſſen der Kommiſſion in zweiter Leſung
angenom=
men, nachdem Staatsſekretär Delbrück ſein
Einverſtänd=
nis mit den Beſchlüſſen erklärt hatte. Am Samstag fiel
die Sitzung aus.
Man darf annehmen, daß der auch im Intereſſe
einer ſorgfältig überlegten Geſetzgebung zu begrüßende
Beſchluß des Seniorenkonvents des Reichstags, wonach
die Erledigung des Zuwachsſteuergeſetzes bis
zum Herbſt vertagt wird, weſentlich durch die
viel=
fachen und überzeugenden Vorſtellungen aus den
wei=
teſten Intereſſenkreiſen veranlaßt worden iſt. Der
Zen=
tralverband deutſcher Induſtrieller hat, nach verſchiedenen
anderen von ihm in dieſer Angelegenheit
unternomme=
nen Schritten, noch am 3. Mai eine Darlegung ſämtlichen
Reichstagsabgeordneten perſönlich überſandt, in der der
Grundgedanke, vom Wertzuwachs bei Grundſtücken,
inſo=
weit er „ohne Zutun des Eigentümers” entſtanden iſt,
eine Abgabe zu Reichszwecken zu erheben, durchaus
aner=
kannt wird, aber die ſchweren Unbilligkeiten bekämpft
werden, mit denen der vorliegende Entwurf auch den vom
Eigentümer bezw. Unternehmer hervorgerufenen
Wert=
zuwachs allgemein und u. a. namentlich bei Bergwerken
belaſtet.
Die Vorſtände der ſtaſtiſtiſchen
Zentral=
ſtellen des Reiches und der Einzelſtaaten
ſind in Ulm zu einer mehrtägigen Tagung
zuſammenge=
treten. Zu den wichtigſten Fragen, die zur Verhandlung
gelangen, gehört die Vereinfachung der koſtſpieligen
Reichszählungen. Nach dem Vorſchlag des Reichsamts
des Innern ſollen die alle fünf Jahre ſtattfindenden
Volkszählungen in der Weiſe mit den in größeren
Zeit=
räumen vorzunehmenden Berufs= und Betriebszählungen
verbunden werden, daß alle zehn Jahre (und zwar in den
auf Null endenden Jahren) anſtelle der Volkszählung eine
Berufszählung erfolgt; in den auf fünf endenden Jahren
finden dann die üblichen ſogenannten kleinen
Volkszäh=
lungen ſtatt.
Im Reichsidgswahlkreiſe Jauer=
Bolkenhain=Landeshut haben die
National=
liberalen in ihrer Vertrauensmännerverſammlung
end=
gültig beſchloſſen, von der Aufſtellung einer eigenen
Kan=
didatur Abſtand zu nehmen. Damit iſt die Einigkeit des
Liberalismus gegenüber den Konſervativen geſichert.
In der in Friedberg abgehaltenen Sitzung von
Vertrauensmännern der Nationalliberalen und die
Fort=
ſchrittlichen Volkspartei wurde Profeſſor van Calker=
Straßburg als gemeinſamer Kandidat für die
Reichs=
tagserſatzwahl aufgeſtellt.
Die Annahme des Antrages auf Aenderung
der Geſchäftsordnung des preußiſchen
Ab=
geordnetenhauſes geſchah mit 218 gegen 74
Stim=
men. Die Beſtimmung lautet nunmehr: Wenn ein
Ab=
geordneter die Ordnung verletzt, ſo wird er vom
Prä=
ſidenten mit Nennung des Namens zur Ordnung gerufen.
Im Falle beſonders grober, die Würde des Hauſes
ſchä=
digender Verletzung kann der Präſident den
Abgeordne=
ten für den Reſt des Tages von der Sitzung ausſchließen.
Der Präſident trifft die erforderlichen Maßnahmen, um
die Ausſchließung durchzuführen. Er kann hierzu die
Sitzung auf beſtimmte Zeit ausſetzen, den Sitzungsſaal
und die Tribünen räumen, den ausgeſchloſſenen
Abge=
ordneten aus dieſen Räumen entfernen laſſen, ſowie
ſei=
nen Wiedereintritt verhindern. Gegen den Ordnungsruf
oder die Ausſchließung durch den Präſidenten kann der
betroffene Abgeordnete ſpäteſtens am folgenden Tage
ſchriftlich Einſpruch erheben. Das Haus entſcheidet
früheſtens in der nächſten Sitzung nach Eingang des
Ein=
ſpruchs ohne Beſprechung, ob der Ordnungsruf oder die
Ausſchließung gerechtfertigt war. Erfolgt während der
Dauer der Ausſchließung in anderen als
Geſchäftsord=
nungsfragen eine Abſtimmung, bei der die Stimme des
abweſenden Abgeordneten hätte den Ausſchlag geben
kön=
nen, ſo wird die Abſtimmung in der erſten Sitzung nach
Ablauf der Ausſchließung wiederholt. Dafür ſtimmten
die Konſervativen, Freikonſervativen, das Zentrum mit
einer Ausnahme (Kuhn=Ahrweiler) und einige
National=
liberale.
In der bayeriſchen Kammer ſtand der
li=
berale Antrag auf baldige Vorlegung eines
Geſetzentwur=
fes zur Einführung des Verhältniswahlſyſtems bei den
bayeriſchen Landtagswahlen zur Beratung. Der Miniſter
des Innern, von Brettreich, erklärte, die Regierung habe
formell gegen den Antrag nichts einzuwenden, doch dürfe
im Intereſſe einer ruhigen Entwickelung das Wahlgeſetz
nicht ſchon wieder geändert werden. Die Schwierigkeiten
des Proporzes ſeien ſo groß, daß an ſeine Einführung für
das ganze Land vorerſt nicht zu denken ſei. Der liberale
Antrag wurde mit 70 gegen 39 Stimmen abgelehnt. Dafür
ſtimmten Liberale und Sozialdemokraten, dagegen
Zen=
trum und Bauernbund.
Ausland.
— In der erſten Leſung der Regierungsvorlage im
öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe betreffend die
Re=
form der Geſchäftsordnung betonte der
Mini=
ſterpräſident, die proviſoriſche Geſchäftsordnung
habe den Zweck gehabt, die zur Unerträglichkeit gewordenen
Uebelſtände abzuſchaffen. Dieſes Proviſorium
werde jedoch von vornherein zeitlich und inhaltlich eng
begrenzt werden. Es handle ſich nunmehr darum, für
die fernere Zukunft den richtigen Weg zu wählen, der den
Bedürfniſſen des Hauſes entſpreche. Hierbei ſolle die
Re=
gierungsvorlage eine brauchbare Grundlage bilden. Die
Vorſchläge der Regierung ſeien durchaus nicht
unabänder=
lich. Die Anzeichen einer ruhigen Beurteilung der
natio=
nalen Angelegenheit, die in der letzten Zeit ſich in
erfreu=
licher Weiſe vermehrt hätten, geſtatteten die Hoffnung, daß
auch in der Geſchäftsordnungsfrage die ſachlichen
Erwä=
gungen die Oberhand behalten würden, und daß es
ge=
lingen werde, zu einem Kompromiß zu gelangen, das
allen ſchutzwürdigen Intereſſen die Möglichkeit biete, ſich
im Rahmen und im Geiſte der Geſchäftsordnung durch
die loyale Anwendung der von ihr gebotenen Mittel zur
Geltung zu bringen. Er wünſche, daß das Werk bald zu
einem ſegensreichen Abſchluß gelangen und als
vernünf=
tige Richtſchnur für den Geſchäftsbetrieb des Hauſes ſeine
Geltung dem übereinſtimmenden Willen aller an poſitiver
Arbeit intereſſierten Parteien verdanken möge. Nach dem
Miniſterpräſidenten ſprach Abg. Seitz namens der
Sozial=
demokraten für eine vernünftige Geſchäftsordnungsreform,
verwahrte ſich jedoch gegen jede Vergewaltigung einer
Partei oder Nationalität. Abg. Weidenhofer erklärte, die
Deutſchen ſeien für die Beſeitigung der proviſoriſchen
Ge=
ſchäftsordnungsreform unter Feſtlegung der deutſchen
Verhandlungsſprache im Intereſſe eines
Zentralparla=
ments. Hierauf wurde die Verhandlung abgebrochen. Das
Haus beriet dann einige Dringlichkeitsanträge betreffend
verſchiedene Hochſchulfragen.
— Der ungariſche Miniſterpräſident Graf Khuen=
He=
dervary wurde in Schönbrunn vom Kaiſer empfangen.
Nach der Audienz machte der Miniſterpräſident die
Mit=
teilung, daß die Wahlen für das ungariſche
Abgeord=
netenhaus vom 1. bis 10. Juni ſtattfinden, der neue
Reichstag am 21. Juni zuſammentritt und der Kaiſer
am 11. Mai in Budapeſt zu längerem Aufenthalt
eintref=
fen wird.
Im italieniſchen Senat brachte Arcolco eine
In=
terpellation über die Reform des Senats ein.
Miniſter=
präſident Luzzatti ſetzte auseinander, aus welchen
Grün=
den die Regierung für die Reform ſei. Es ſei
wünſchens=
wert, daß das Anſehen der hohen Kammer geſtärkt werde.
(Beifall.) Nachdem verſchiedene Redner ſich dazu geäußert
hatten, wurde eine Tagesordnung Finali angenommen,
die beſagt, die Reform des Senats verlange ein
eingehen=
des Studium und die den Präſidenten erſucht, eine aus
neun Mitgliedern beſtehende Kommiſſion damit zu
be=
trauen.
* Berlin, 7. Mai. Heute wurde von der 27.
Kam=
mer des Landgerichts I die Klage Hellfeldt gegen
das Bankhaus Mendelsſohn u. Ko. auf Herausgabe von
4½ Millionen Mark durch Gerichtsbeſchluß
beſchlagnahm=
ten Guthabens der ruſſiſchen Staatsregierung verhandelt.
— Die Klage wurde damit begründet, daß das Urteil
be=
reits Geſetzeskraft erhalten habe und daß daher das
preu=
ßiſche Miniſterium des Aeußern zur Erhebung eines
Kompetenzkonfliktes nicht berechtigt geweſen ſei. Das
Ge=
richt hat die Verkündung der Entſcheidung über die Frage,
ob ein Kompetenzkonflikt vorliege und ob daher die Klage
anzunehmen oder abzuweiſen ſei, auf den 21. Mai, 1 Uhr
nachmittags feſtgeſetzt.
* Der Kaiſer und der Fürſt zur Lippe.
Aus Anlaß des 50jährigen Jubiläums des 55.
Regi=
ments in Detmold richtete der Fürſt zur Lippe
an den Kaiſer folgende Kundgebung: „Es iſt mir eine
beſondere Ehre und Freude, Eurer Majeſtät von der
Feier des 50jährigen Beſtehens des Infanterie=
Regi=
ments Graf Bülow von Dennewitz (6. weſtfäliſchen)
Nr. 55, zu der ſich eine große Zahl alter Kameraden
dieſes ſtolzen Regiments in meiner Reſidenz
eingefun=
den hat, das erneute Gelöbnis aller Verſammelten
zum Ausdruck bringen zu dürfen, auch in Zukunft,
allzeit eingedenk der ruhmreichen Vergangenheit des
Regiments, alles einſetzen zu wollen, es den Vätern in
Treue, Hingebung und Tapferkeit gleichzutun. Eurer
Majeſtät, unſerem allerhöchſten Kriegsherrn, bringen
wir ein begeiſtertes Hurra! Leopold Fürſt zur Lippe.”
Die Antwort des Kaiſers hatte folgenden
Wortlaut: „Eurer Durchlaucht danke ich herzlich für
geſtrigen Feſtgruß und bin überzeugt, daß das brave
Regiment, als deſſen Bataillonschef Euer Durchlaucht
zu wiſſen mir zur Freude gereicht, ſeinen ruhmreichen
Platz in der Armee allezeit mit Ehren behaupten wird.
Wilhelm.”
— Bevölkerungsſtatiſtik der
Vereinig=
ten Staaten. Aus New=York wird berichtet: Auf
Grund des vorliegenden Zahlenmaterials und der bis
her gewonnenen Ergebniſſe der Volkszählung ſchätzt
das amerikaniſche ſtatiſtiſche Amt die heutige Bevölke
rung der Vereinigten Staaten auf 91424 423 Seelen.
Dieſe Zahl iſt ein bedeutſames Dokument für den
ge=
waltigen Aufſchwung, den Amerika in den letzten
Jahrzehnten genommen hat; allein in den letzten zehn
Jahren iſt die Bevölkerung der Vereinigten Staaten
um 15121036 Seelen gewachſen. Die größten Städte
Amerikas ſind nach der neuen amtlichen Schätzung New=
York mit 4563 603 Einwohnern, Chicago mit 2 282 726
und Philadelphia mit 1540 429 Bewohnern.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 9. Mai.
* Der Großherzog und die Großherzogin, die zur
Teilnahme an den Feſtlichkeiten des Verbandes der
Kunſtfreunde in den Landen am Rhein Freitag
nach=
mittag in Mainz eingetroffen waren, brachen
Sams=
tag ihren Beſuch infolge des Ablebens des Königs
Eduard von England ab und reiſten um 3 Uhr
nach=
mittags nach Darmſtadt zurück, von wo ſie ſich zur
Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten nach London
begeben.
— Entlaſſung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Architekten und Hauptlehrer an der
Landesbaugewerkſchule zu Darmſtadt Ernſt Blaum auf
ſein Nachſuchen mit Wirkung vom 1. Juni 1910 ab aus
dem Staatsdienſte entlaſſen.
Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben der Ladnerin Liſette Eſcher, in
Dienſten der Firma Kaſpar Schloſſer hier, das Allgemeine
Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für treue Arbeit” am
Bande des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
verliehen.
Titelverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben dem Oberlehrer an der Volksſchule zu
Mainz Philipp Keil den Titel „Rektor” verliehen.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Weichen=
ſteller in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Lorenz Pfeifer zu Genſingen.
— Ernannt wurde Eugen Kern aus Eltville, Kreis
Rüdesheim, zum Bauſchreiber.
* Zur Verminderung der Koſten der
Staatsver=
waltung hat das Großh. Staatsminiſterium an die
Großh. Behörden und Beamte folgenden Erlaß
ge=
richtet: „Die an ſich ſchon meiſt knapp veranſchlagten
Ausgabekredite des Entwurfs des Hauptvoranſchlags
für 1910 ſind durch die landſtändiſchen Beſchlüſſe
viel=
fach noch herabgeſetzt worden. Es iſt dieſes namentlich
der Fall bei den ſogenannten allgemeinen Fonds für
Vertretungs=, Aushilfe=, Reiſekoſten uſw. Andererſeits
ſind die Anſätze für die Einnahmen gegenüber dem
Entwurf zum Teil nicht unerheblich erhöht worden.
Bei der hiernach gebotenen äußerſt ſparſamen
Ausfüh=
rung des Voranſchlags müſſen ſich ſämtliche Stellen
ge=
wärtig halten, daß die ihnen zur Verfügung geſtellten
perſönlichen und ſachlichen Ausgabekredite nicht nur
nicht überſchritten werden dürfen, daß vielmehr ihr
Streben dahin gehen muß, die Kredite nicht völlig
auf=
zubrauchen. Nur dann wird es möglich ſein, die
Rech=
nung des laufenden Jahres demnächſt ohne Fehlbetrag
abzuſchließen. Im einzelnen haben wir uns zur
Auf=
ſtellung folgender Grundſätze veranlaßt geſehen, wonach
Sie ſich bemeſſen wollen: 1. Geſuchen um Aushilfe bei
den üblichen Beurlaubungen und aus ähnlichem Anlaß
wird für die Folge nur noch ausnahmsweiſe und bei
dem Vorliegen beſonderer Gründe entſprochen werden.
Es kann und muß verlangt werden, daß in Fällen
die=
ſer Art die Beamten derſelben oder einer benachbarten
Stelle regelsweiſe ſich gegenſeitig vertreten. Auch iſt
zu prüfen, inwieweit zurzeit bewilligte Aushilfen
ent=
behrt werden können. 2. Die Dienſtreiſen müſſen auf
das Notwendigſte beſchränkt und mit möglichſter
Spar=
ſamkeit ausgeführt werden. Hierbei kommt
insbeſon=
dere das Zuſammenlegen mehrerer Geſchäfte auf einen
Tag und das Vermeiden teurer Wagenfahrten in
Be=
tracht. Auch wird es ſich in vielen Fällen vermeiden
laſſen, mehrere Beamte zu demſelben Geſchäft
zuzu=
ziehen (z. B. den adminiſtrativen neben dem techniſchen
Von Adolph v. Flöckher,? Kaiſerlicher
Legations=
ſekretär a. D.
In allen europäiſchen Hauptſtädten, die der
ehe=
malige Präſident der Vereinigten Staaten jetzt beſucht
hat, iſt ſeine Begrüßung ohne Ausnahme auf
denſel=
ben Ton geſtimmt geweſen. Ueberall iſt ihm von der
Preſſe und von den anderen Repräſentanten der
öffent=
lichen Meinung auf das feierlichſte verſichert worden,
daß gerade das Land, in dem er ſich eben befinde, von
jeher ſtarke Sympathien für ihn und für die
Vereinig=
ten Staaten von Amerika gehabt habe, und daß daher
in ſeinem Beſuche gewiſſermaßen die Beſiegelung einer
alten Freundſchaft und die Veranlaſſung zu einer noch
intimeren Annäherung zu erblicken ſei.
Wir tun gut, nicht in einen ſolchen
Ueber=
ſchwang der Gefühle zu verfallen, der keineswegs
dem ernſten Charakter Rooſevelts angemeſſen iſt.
Ge=
wiß hat ſich in den letzten Jahren eine
Uebereinſtim=
mung zwiſchen der amerikaniſchen und unſerer
aus=
wärtigen Politik bei verſchiedenen Anläſſen gezeigt,
und wir Deutſchen freuen uns mit ganzem Herzen
über dieſe wachſende Freundſchaft. Man hat mit Recht
darauf hingewieſen, daß die Charakterähnlichkeit nicht
nur des Kaiſers und Rooſevelts, ſondern der beiden
verhältnismäßig ſo jungen Reiche ſelbſt eine amerika=
*) Herr v. Flöckher iſt ein alter Bekannter
Rooſe=
vekts und hat ſoeben noch in Rom Gelegenheit gehabt,
mit ihm zuſammen zu ſein. Aum. d. Red.
niſch=deutſche Verſtändigung begünſtige. Das
wieder=
geeinte Deutſchland iſt ein noch jüngerer Staat als die
ebenfalls erſt nach ſchweren Kämpfen
zuſammenge=
ſchweißte Union. Unſere 65 und die amerikaniſchen 86
Millionen ſind in ſteigender Entwickelung ſowohl der
Zahl als auch der Qualität nach begriffen, während
die romaniſchen Nationen, mit alleiniger Ausnahme
Italiens, ſtagnieren oder zurückgehen.
So richtig nun aber derartige Erwägungen auch
ſind, ſo falſch und undiplomatiſch wäre es doch, wenn
wir verſuchten, durch Gefühlsäußerungen die natürliche
Entwickelung der Dinge künſtlich zu beſchleunigen oder
gar Rooſevelt direkt oder indirekt — durch
Zeitungs=
artikel — zu einer Vermittelung zwiſchen England und
uns bewegen wollten. Die öffentliche Meinung in den
Vereinigten Staaten iſt momentan mit ganz anderen
Dingen beſchäftigt und läßt nicht die geringſte
Beweg=
ung erkennen, die das politiſche Verhältnis Amerikas
zu Deutſchland zum Gegenſtand hätte. Das
amerika=
niſch=deutſche Freundſchaftsband iſt bereits ſo feſt
ge=
knüpft, daß jeder Tag die beiden blutsverwandten
Völ=
ker inniger und feſter aneinander ſchließen muß.
War=
ten wir daher ab, bis die Zeit kommt, und handeln wir
jetzt nach dem ſchönen amerikaniſchen Rezept: Let
sleeping dogs lie!
Das ſoll uns natürlich nicht abhalten, Rooſevelt als
den typiſchen Vertreter der amerikaniſchen Nation, als
einen ganzen Mann bei uns herzlich willkommen zu
heißen. Die meiſten Deutſchen haben ſich infolge der
theatraliſchen ausländiſchen Berichte ein ganz
verzerr=
tes Charakterbild von ihm gebildet. Ich möchte daher
wünſchen, daß recht viele Deutſche ſich die Mühe geben,
Rooſevelt perſönlich zu ſehen und, wenn möglich,
ſpre=
chen zu hören. Ich bin überzeugt, daß ſelbſt eine kurze
Beobachtung dieſes ſeltſamen Mannes ausreichen
wird, die bisherige Meinung über ſeine Perſönlichkeit
von Grund auf zu revidieren. Wer nicht dazu kommt,
den Expräſidenten zu ſehen, dem empfehle ich, ſich in
dem bei Curtius erſchienenen vortrefflichen
Büchlein: „Theodore Rooſevelt, Staats= und
Lebens=
kunſt” zu orientieren.
Rooſevelt hat in Wirklichkeit einen denkbarſt
beſcheidenen, einfachen und überaus gewinnenden
Cha=
rakter, dem aller Pomp, alle Unnatur und alle Etikette
fern liegen. Die Schuld an der Reklame für ſeine
Perſon trägt nicht er ſelbſt.
Was ich am meiſten an Rooſevelt ſchätze, iſt ſeine
uranſtändige Geſinnung und der unbeugſame Mut
ſei=
ner Meinung. Nie hat er mit Abſicht jemandem Böſes
zugefügt, und er hat mit berechtigtem Stolze einſt von
ſich ſagen können: „I have never thrown a thorn in
anybodys flesh.‟
Nie hat er aber auch ſich geſcheut, die Wunden des
amerikaniſchen Lebens aufzudecken. Ich will hier nur
auf ſeine Stellungnahme hinweiſen zu den beiden
Ge=
genpolen der amerikaniſchen Volkswirtſchaft, zu den
kapitaliſtiſchen Truſts und zu den
Arbeitervereinigun=
gen. Gerade auf dieſem Gebiete wird er ſeine
Tätig=
keit wieder aufnehmen können, wenn es ihm beſchieden
ſein ſollte, nochmals auf den höchſten Platz berufen zu
werden, den das freie amerikaniſche Volk zu vergeben
hat.
Nummer 106.
Beamten). 3. Die im Hauptvoranſchlag unter Kapitel 103
„Bauweſen”, Titel 1 „Lokalbaubeamte” Ziffer 14 und
unter Kapitel 74 „Bodenmeliorationen” und
Waſſerver=
ſorgungsweſen” Tit.1 „Kulturinſpektionen”
llbvorgeſehe=
nen Bauzulagen und beſonderen Vergütungen werden
nur noch an diejenigen Beamten ausbezahlt, die ſich
bereits in deren Bezug befinden. Geſuchen um
Neu=
verleihung ſolcher Zulagen und Vergütungen wird
künftig keine Folge mehr gegeben werden. 4. Die
Uebertragung von Krediten nach Artikel 4 letzter
Ab=
ſatz des Geſetzes vom 14. Jnni 1879 über die
Verwal=
tung der Einnahmen und Ausgaben des Staates wird
künftig nur noch auf den Nachweis der dafür
ſprechen=
den beſonderen Umſtände zugelaſſen werden; im
üb=
rigen werden aber für nicht genügend begründete
Ueberſchreitungen der Kredite die anweiſenden
Be=
amten haftbar gemacht werden. Soweit die beſonderen
Verhältniſſe in dem einen oder anderen Reſſort weitere
Anordnungen zur Ausführung obiger Grundſätze
ge=
boten erſcheinen laſſen, werden dieſe von dem
zuſtän=
digen Reſſortminiſterium oder der betreffenden
Mini=
ſterialabteilung erlaſſen werden. (gez.) Ewald, Braun,
v. Hombergk.” (Darmſt. Ztg.)
— Vom Hoftheater. Eine von der Direktion
be=
abſichtigte Aufführung des „Falliſſements” zum
Ge=
dächtnis Björnſons muß auf nächſten Herbſt verſchoben
werden, da der für die Rolle des „Tjälde” in Ausſicht
genommene Gaſt nicht nach der hier üblichen
Ueberſetz=
ung geſpielt hat.
Die 3. Sitzung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung findet am Mittwoch, den 11. Mai, nachmittags
3½ Uhr, ſtatt. Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2.
Ge=
ſuch um Befreiung von der Beſtimmung in § 2 Abſ. 1
des Nachtrags zum Ortsbauſtatut für das
Herdweg=
viertel vom 12. Juli 1909 für ein Bauvorhaben an der
Ohlyſtraße. 3. Geſuch um Genehmigung zum Umbau
des Hauſes Pankratiusſtraße 1. 4. Tauſch von Gelände
an der Ecke des Alexandra= und Fiedlerwegs und an
der Beſſunger Straße. 5. Ankauf von Wieſengelände
in der Gemarkung Beſſungen. 6. Vermietung einer
Wohnung im alten Hoftheater. 7. Verpachtung des
Betriebs der ſtädtiſchen Abfuhranſtalt. 8. Anſchaffung
eines Gerätemannſchaftswagens für die Feuerwehr
zur Hilfeleiſtung bei Waldbränden. 9.
Teuerungszu=
lage an die ſtädtiſchen Arbeiter, das Fahrperſonal der
ſtädtiſchen Straßenbahn, die Laternenwärter und die
Mannſchaft der Feuerwache. 10. Einziehung der Steuern
von ſtädtiſchen Beamten durch Gehaltsabzüge.
* Gottesdienſt. In der ruſſiſchen Kapelle auf
der Mathildenhöhe fand Freitag vormittag 11 Uhr aus
Anlaß des Namenstages Ihrer Majeſtät der Kaiſerin
Alexandra Feodorowna von Rußland
Gottes=
dienſt mit anſchließendem Te Deum ſtatt, an dem u. a. der
Kaiſerlich Ruſſiſche Miniſter=Reſident Baron von
Knor=
ring, Exzellenz, nebſt Familie teilnahm. (Darmſt. Ztg.)
— Die Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes
in Darmſtadt, die am 12. Mai, nachmittags, durch den
Großherzog eröffnet werden wird, hat in dem von Olbrich
entworfenen ſtädtiſchen Ausſtellungsgebäude auf der
Ma=
thildenhöhe den denkbar günſtigſten Rahmen gefunden.
Die Jury hatte eine außerordentlich große Arbeit zu
lei=
ſten, da die Einſendungen zur Ausſtellung faſt um das
Dreifache das Faſſungsvermögen der Räume überſtiegen.
Auch Künſtler, die nicht dem Bunde als Mitglieder
ange=
hören, haben ſich ſtark bei den Anmeldungen beteiligt.
Die Ausſtellung wird ein getreues Bild von dem
Stande und den verſchiedenen Strömungen unſerer
Ma=
lerei und Plaſtik geben und umſo anziehender ſein, als
die beſten deutſchen Namen mit hervorragenden und
charakteriſtiſchen Werken vertreten ſind. Da iſt Bantzer
mit einem großen, ſonnigen meiſterhaften Bilde; Corinth,
dem heute nicht leicht jemand einen Akt in dieſer
monu=
mentalen Selbſtverſtändlichkeit nachmalen wird; Ludwig
v. Hofmanns freudige Farbigkeit und jugendliche Friſche
neben Kalckreuths ſachlicher Großheit. Wir finden
Klin=
gerſche Gedanken in Schwarz=Weiß=Blättern mit ihrem
unentrinnbaren Ewigkeitszug, Liebermannſchen Eſprit und
die glanzvolle und lockende Farbe Adolf Münzers; wir
ſehen Slevogt, den vielleicht ſtärkſten Impreſſioniſten
un=
ter den deutſchen Malern, Stuck in ſeinem gehaltenen,
prunkvollen Romanismus, dem ſich ganz großes Können
verbindet, und den Altmeiſter Thoma; Trübner mit ſeiner
herben, großen Art, den Pinſel zu führen, und Volkmann,
deſſen Bilder Klang haben, wie eine leiſe und vertraute
Muſik.
Auch unter den Bildhauern ſind Namen von beſter
Art, man braucht nur Gaul zu nennen, der aus getreueſter
Tierbeobachtung lebensvoll=monumentale Gebilde formt,
Goſen, den feinen Pſychologen mit der formalen
Könner=
ſchaft, den Münchener Hahn mit ſeiner ſicheren Hand und
der Freude am derb=barockiſchen Schmücken.
So wird die Ausſtellung des Künſtlerbundes eine
Fülle von lebendigen Werken bieten jedem, der zu ſehen
und zu genießen verſteht oder lernen will, und ſo wird
ſie Früchte zeitigen können, die dem Ganzen des Lebens
zugute kommen.
L. Der Provinzialausſchuß verhandelte am
Sams=
tag unter dem Vorſitze des Provinzialdirektors Fey
folgende Sachen: 1. Heinrich Rodenhäuſer von
hier hat um die Erlaubnis nachgeſucht, in dem neu zu
erbauenden Hauſe Roßdörfer Straße 116 Milch, Kaffee,
Bier und Branntwein auszuſchenken. Da beide erſtere
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 191
die Hauptſache ſein ſollen, iſt der Geſuchſteller damit
einverſtanden, daß ihm eine frühe Feierabendſtunde
vorgeſchrieben werde. Der Betrieb wird ſich in nächſter
Nähe der Halteſtelle Beſſunger Forſthaus befinden.
Während die Stadtverordneten=Verſammlung die
Be=
dürfnisfrage bejahte, hat das Polizeiamt Bedenken
ge=
äußert. Der Kreisausſchuß wies das Geſuch ab, indem
er ein Bedürfnis für die Allgemeinheit, nicht
aner=
kannte, die Schwierigkeiten betonte, welchen der
Poli=
zeiſchutz bei dem eine Stunde von der Stadt entfernten
Geſchäft begegne und auf die Nähe der
Walderholungs=
ſtätte hinwies, welche einem Wirtshausbetrieb im Wege
ſtehe. Den ablehnenden Beſcheid focht Rechtsanwalt
Kalbhenn namens des Rodenhäuſer an und wies durch
Zeugen nach, daß den vielen Beſuchern der dortigen
herrlichen Wälder eine Erfriſchungsgelegenheit ſehr
angenehm ſein würde. Die Forſtbehörde war vor
Jah=
ren damit einverſtanden, daß in dem Forſthaus
Ge=
tränke verabreicht werden; die Sache ſcheiterte aber
daran, daß die Förſtersfamilie kein Entgegenkommen
zeigte. Was die Nähe des Geneſungsheims angeht,
vertritt der Stadtverordnete Stephan, welcher
Aufſichts=
ratsmitglied iſt, die Anſicht, daß die Befürchtung einer
Störung nicht begründet ſei, weil dort eine genaue
Hausordnung eingehalten wird. Der Vertreter des
Geſuchſtellers begründete das eingelegte Rechtsmittel
und wies inbezug auf den Polizeiſchutz auf das
Ober=
waldhaus und den Einſiedel hin, wo dieſelben
Schwie=
rigkeiten beſtehen wie am Beſſunger Forſthaus. Das
Polizeiamt hielt ſeine Bedenken unter Berufung auf
den Geheimen Regierungsrat Dr. Dietz, der ſich gegen
das Geſuch wegen der nahen Erholungsſtätte ausſprach,
aufrecht. Die Entſcheidung lautete jedoch dahin, daß
das eingelegte Rechtsmittel für begründet zu
er=
achten und die nachgeſuchte Erlaubnis unter der
Bedingung zu erteilen ſei, daß die Räumlichkeiten
den polizeilichen Anforderungen entſprechend
herge=
richtet werden.
2. Dem Friedrich Mühlſchwein von Langen
hat der Kreisausſchuß das Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch
abgelehnt, weil gegen ſeine Frau, die früher Kellnerin
war, der Verdacht beſtehe, daß der Betrieb zur
Förder=
ung der Unzucht und Völlerei mißbraucht werde.
Rechts=
anwalt Katz focht das Urteil an und machte mehrere
Zeugen namhaft, deren Vernehmung unter Ausſchluß auf Reichsbank=Giro u. Poſtſcheck=Konto 69136 M. 02 Pf.
der Oeffentlichkeit erfolgte. Nach Schluß der
Beweis=
aufnahme verkündigte der Vorſitzende Beſchluß dahin,
daß noch einige Zeugen zu vernehmen und
Gerichts=
akten von Frankfurt, wo die Frau früher tätig war, Konto 286838 M. 51 Pf. Konto=Korrent=Konto 2910933 M
einzufordern ſeien.
den Rechtsanwalt Dr. Fulda ein Urteil anfechten
laſ=
ſen, durch welches ſein Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch
ab=
gewieſen worden iſt. Der Kreisausſchuß vermißte das
Vorhandenſein eines allgemeinen Bedürfniſſes, während 20826 M. 22 Pf. — Paſſiva. Geſchäftsanteil=Konto
der Gemeinderat dem Geſuch zuſtimmte, weil es dem
ſozialdemokratiſchen Geſangverein „Frohſinn” nicht 74 Pf. Delkredere=Konto 50000 M. — Pf. Penſions= u.
möglich iſt, in den vorhandenen Wirtſchaften Unterkunft Unterſtützungsfonds=Konto 154683 M. 08 Pf.
Akzeptatio=
zu finden. Das Geſchäft ſoll beſonders für diejenigen
günſtig gelegen ſein, welche über den Breitenſtein
her=
überkommen. Die Entſcheidung lautete wie oben
unter 1.
4. Johannes Schindler von Lampertheim will
in ſeinem Neubau in der Ernſt Ludwigsſtraße eine
Schankwirtſchaft eröffnen. Der Gemeinderat und der
Kreisausſchuß verhielten ſich ablehnend, weil das
vor=
handene Bedürfnis durch drei dicht am Bahnhofe ge= 1 Handkäſe 4—10 Pf., vorjährige Kartoffeln Zentner
legene Betriebe gedeckt ſei. Sein dagegen verfolgter
Rekurs wurde als unbegründet abgewieſen. Sch. hat
die Koſten, ſowie eine Gebühr von 25 Mark zu zahlen. 1 Aepfel ½ Kg. 12—15 Pf., Zitronen 4—5 Pf., Apfelſinen
— Der Verein Walderholungsſtätte hielt ſeine
dies=
erſte Vorſitzende, Herr Kommerzienrat Langenbach,
berichtete, daß die Männerſtätte in den Diſtrikt Spieß
verlegt worden ſei und daß die neue Stelle den
hygie=
niſchen Anforderungen in jeder Hinſicht gerecht würde. 1 neue Wirſing 50 Pf., Grünkohl 4—5 Pf., Kohlrabi 10 Pf.,
Die Vereinsbeiträge ſind ſehr günſtig eingegangen,
was als ein Beweis für die Sympathie gelten darf,
deren ſich die Walderholungsſtätten in den Kreiſen
unſerer Bürgerſchaft erfreuen. Dank der
Opferwillig=
keit mehrerer Gönner iſt es auch gelungen, dem
grö=
ßeren Teil der Verlegungskoſten ſchon jetzt Deckung zu
ſichern, und es ſteht zu hoffen, daß auch der Reſtbetrag
von Freunden des Vereins aufgebracht wird. Die
bei=
den Erholungsſtätten ſollen am 23. dieſes Monats dem
Betrieb übergeben werden. Anmeldungen ſind durch
Vermittelung des behandelnden Arztes an die Ge= 1
ſchäftsſtelle, Blumenthalſtraße 7, zu richten.
— Das Feſt der ſilbernen Hochzeit begehen am 10.
Mai Herr Rentner Franz Koch und Frau geborene
Lauſter, Mühlſtraße 64½.
* Heſſiſcher Jünglingsbund. Das Programm des
diesjährigen 8. Bundesfeſtes, das am 5. Juni d. J. 1 zahlt. Für Montag und Dienstag abend ſind große
in Höchſt i. O. ſtattfindet, iſt nunmehr, wie folgt, feſt= Parforce=Vorſtellungen mit einem Rieſenprogramm
geſetzt. Im Feſtgottesdienſt, vormittags 10 Uhr, wird 1 von je 30 Nummern angeſetzt; Vorſtellungen, in denen
Dekan Scriba=Erbach die Predigt halten, auch iſt dabei! das Publikum an einem Abend mehr ſieht, wie ſonſt
eine Anſprache des Vertreters Großh. Oberkonſiſtoriums
vorgeſehen. Nach dem Gottesdienſt findet Poſaunen= 1 Sport=Abend zu Ehren des Direktors Sidoli, der der
blaſen auf dem Kirchberg ſtatt, während die Vertreter 1 glanzvollſte des Gaſtſpiels werden wird, tritt doch Di
der angeſchloſſenen Vereine zu einer geſchäftlichen Sitzung rektor Sidoli an dieſem Abend allein fünfmal auf. Das
ſich zuſammenfinden. Die Hauptverſammlung beginnt
um 2 Uhr und bringt außer den üblichen Begrüßungen
eine Anſprache des Bundespräſes Pfarrer Müller=Offen= Rentners Becht gehörige Haus Gervinusſtraße 59, ſowie
bach über „Bilder aus der chriſtlichen Jugendarbeit”, 1 das den Rentner Müller Erben gehörige Haus
Heidel=
ſowie einen Vortrag des Herrn Juſtizrates Dr. Lucius=
Seite 3.
Mainz über , Ernſt Moritz Arndt. Im Anſchluß daran
wird ein Feſtzug nach dem Walde veranſtaltet, um im
Blick auf den Breuberg und das liebliche Mümlingstal
die übliche patriotiſche Schlußfeier abzuhalten. Turneriſche
und muſikaliſche Darbietungen der Jugendlichen werden
dabei Zeugnis ablegen von dem friſchfröhlichen Weſen
unſerer heſſiſchen Jünglingsvereine. Jeder Freund der
Jugend iſt herzlichſt zu dem Feſte eingeladen.
— Verein für Vogel= und Geflügelzucht. Die
zahl=
reich beſuchte Maiverſammlung wurde von dem
Vor=
ſitzenden mit der Mitteilung eröffnet, daß weitere drei
Herren dem Verein beigetreten ſind, außerdem wurde
Mitteilung gemacht über den Ausfall des
Brutge=
ſchäfts in der Brutmaſchine, die dabei erzielten
Reſul=
tate können als befriedigend angeſehen werden.
Hier=
auf gab Herr Stoll in längerer Ausführung ein
Bild über die Aufzucht von Tauben. Redner ging von
der Einrichtung des Schlages aus und erläuterte alle
bei der Zucht ſich zeigenden Vorgänge auf Grund ſeiner
langjährigen Erfahrungen. An die mit großem
Bei=
fall aufgenommenen Ausführungen ſchloß ſich eine
längere Diskuſſion, bei der noch manches Wiſſenswerte
zum Ausdruck gebracht wurde und die einen ſehr
au=
regenden Verlauf nahm. Gleichzeitig wurde darauf
hingewieſen, daß diejenigen Brieftaubenzüchter, die
beabſichtigen, ſich in den Preisflügen zu beteiligen,
dies in der Juniverſammlung zur Kenntnis des
Vor=
ſtandes bringen ſöllen, damit die nötigen Vorkehrungen
getroffen werden können. Auch der nächſte Punkt der
Tagesordnung, Beſprechung einzelner Raſſen unter
Vorführung von Muſtertieren, gab Anlaß zu einem
lebhaften Meinungsaustauſch, bei dem auf die Fehler
des Tieres aufmerkſam gemacht wurde. Da dieſe
Vor=
führung allgemein Anklang gefunden hat, ſo wird eine
Beſprechung anderer Raſſen (Minorka, Plymouth und
Wyandottes) in der Juniverſammlung ſtattfinden. Für
den im Juli ſtattfindenden Waldſpaziergang wurde die
Ludwigseiche vorgeſchlagen und von der Verſammlung
gutgeheißen. Mit der Verloſung zweier Hühner und
der üblichen Freiverloſung fand die ſehr anregend
ver=
laufene Verſammlung ihren Abſchluß.
— Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G. m. b. H.,
am 30. April 1910. Aktiva. Kaſſa=Konto u. Guthaben
Coupons= u. Sorten=Konto 15001 M. 08 Pf. Bankverkehr=
Konto 753837 M. 46 Pf. Effekten=Konto 595563 M. 88 Pf.
Lombard=Konto 381106 M. 28 Pf. Wechſel= u. Deviſen=
21 Pf. Vorſchuß= u. Vorſchuß=Wechſel=Konto 738470 M
3. Heinr. Heuſer II. von Nieder=Modau hat durch ! 73 Pf. Haus=Konto und Immobilien=Konto 285000 M.
— Pf. Mobilien=Konto 2350 M. 80 Pf. Schrankfächer=
Konto 1 M. — Pf. Haus= u. Immobilien=
Unterhaltungs=
koſten=Konto 761 M. 64 Pf. Verwaltungskoſten=Konto
1503367 M. 92 Pf. Reſervefonds=Konto I u. II 370823 M.
nen= und Aval=Konto 57740 M. — Pf. Sparkaſſen= und
Scheck=Konto 3881181 M. 62 Pf. Zinſen=Konto 29930 M.
44 Pf. Dividende=Konto 12100 M. 03 Pf. Umſchag im
April 1910 5259786 M. 27 Pf. Zahl der Mitglieder 1988.
2 Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
der vergangenen Woche: Butter ½ Kg. 1,40 M., in
Par=
tien 1,30 M., Eier 6—7 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20 Pf.,
3—4 M., Kumpf (10 Liter) 50—60 Pf., ½ Kg. 3—5 Pf.,
neue Italiener ½ Kg. 14—15 Pf.; Obſt u. dgl.:
6—8 Pf.; Salat, Gemüſe u. dgl.: Kopfſalat 5—15 Pf.,
jährige Hauptverſammlung im „Kaiſerſaal” ab. Der Körbchen Lattich 10 Pf., Bündel Radieschen 3 Pf., Bündel
Rettiche 12 Pf., Meerrettich 20—30 Pf., Rhabarber ½ Kg.
15—20 Pf., Roterüben ½ Kg. 8 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10 bis
12 Pf., Paradiesäpfel ½ Kg. 60 Pf., neue Schälgurken,
Blumenkohl 50—80 Pf., Rotkraut 50 Pf., Weißkraut 20 Pf.,
Bündel Römiſch=Kohl oder Schnittlauch 2 Pf.,
Gelbe=
rüben, Spinat ½ Kg. 10—12 Pf., Schwarzwurz ½ Kg.
20—30 Pf., Spargel ½ Kg. 70—80 Pf.; Geflügel,
Wildbret u. dgl.: Zicklein 2,00—3,50 M., junge Gänſe
6—8 M., Enten 3—4 M., Hahnen u. Hühner 2,50—3,00 M.,
Tauben 60—70 Pf., Lapins 1 M.; Fiſche ½ Kg.: Aal,
Hecht 1 M., andere Rheinfiſche 40 Pf., Rotzungen 60 Pf.,
Maifiſch 1,20 M., Kabeljau, Seehecht, große Schellfiſche
35 Pf kleine 25 Pf.; in den Fleiſchſtänden ½ Kg.:
Rindfleiſch 56 Pf., Hackfleiſch 60 Pf., Rindsfett 50 Pf.,
Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.
— Im königl. rumän. Zirkus Céſar Sidoli” findet
an zweien. Der Mittwoch bringt dann einen Gala=
Gaſtſpiel ſchließt am 14. Mai.
Beſitzwechſel. Das den Erben des verſtorbenen
bergerſtr. 69, ſamt Bauplatz gingen durch Kauf in anderen
Kleines Feuilleton.
** „Eine Dame zu verkaufen!” Vor vier
Jahren erſchien in einer großen amerikaniſchen Zeitung
ein merkwürdiges Inſerat: „Meiſtbietend zu verkaufen
junge Dame, Amerikanerin, Sklavin, intelligent,
ge=
bildet, ehrenhaft, rechtlich, poetiſch, philoſophiſch,
groß=
denkend und vor allem weiblich empfindend.” Und
die=
ſem Anfange folgten genaue Einzelangaben: „Brünett,
große, graugrüne Augen, leidenſchaftliche Lippen,
präch=
tige Zähne; nicht ſchön, aber anziehend und reizvoll,
kräftig und ein Charakter. Höhe fünf Fuß drei Zoll;
gut proportioniert, graziös. Genoß eine 10000 Dollar=
Erziehung, kann aber nur 10 Dollar in der Woche
ver=
dienen. Alter — nun ja, ſie iſt nicht ſehr alt, aber
auch nicht gerade geſtern geboren. Künſtleriſches
Tem=
verament, warmherzig, liebenswürdig, anhänglich, vor
Fröhlichkeit überſprudelnd und dennoch voller Würde,
geſetzt, wiſſensdurſtig und manchmal tief melancholiſch
über die Leiden der Menſchheit. Sie weiß einen guten
Witz zu ſchätzen und einen beſſeren zu erzählen; ſie iſt
nicht prüde, wenn auch tief religiös. Lebhafte
Phan=
taſie und außerordentliche Seelenkräfte. Kann nur
wenig nähen, aber ein gutes Koſtüm mit Würde tragen.
Geht nicht zur Kirche, doch gehorcht Gottes Geboten.
Kann nicht kochen, aber erfinden. Schreibt
Schreib=
maſchine, aber empfindet das als eine Marter. Dieſe
junge Dame”, ſo ſchloß das Inſerat, „bietet ſich daher
zum Verkaufe aus, genau ſo wie das 100 andere Frauen
täglich tun. Sie hat ſich jedoch die Sache vorher genau
überlegt und daher beſchloſſen, ſich nicht privatim zu
verkaufen, ſondern ehrlich und öffentlich Preisangebote
einzufordern, in der Hoffnung, dadurch einen höheren
Preis zu erzielen, als durch den Verkauf unter der
Hand.‟ Die eigenartige Anzeige ſcheint ihren Zweck
erfüllt zu haben. Miß Elizabeth Magie wurde
be=
rühmt, eine Menge von Reportern ſtürmten am nächſten
Morgen ihr Haus, und ihnen erklärte ſie noch einmal
ihren Standpunkt. In wenigen Wochen erregte ſie
in=
ternationale Aufmerkſamkeit, überall lud man ſie
zu Vorträgen ein; ſie ſchrieb ein Buch: „Der
triumphie=
rende Sklave” und iſt heute in Amerika eine
vielge=
ſuchte dramatiſche Vortragskünſtlerin. Nebenbei
er=
findet ſie Kinderſpielzeuge, kurz, ſie genießt ein
Ein=
kommen, auf das mancher Bürger neidiſch ſein kann,
und da ſie noch unverheiratet iſt, wird ſie nun mit
Hei=
ratsanträgen überhäuft. Vor kurzem iſt ſie in New=
York am Vortragspult aufgetreten, hat Ruhm und
Lor=
beern geerntet. Der Weg, den ſie damals vor vier
Jahren mit ihrem originellen Inſerat betrat, hat ſie ſo
ſehr ſchnell zu ihrem Ziele geführt. Heute lebt ſie, die
vor vier Jahren noch mit Mühe zehn Dollar in der
Woche verdiente, ſorgenlos in Luxus; alles dank dem
Einfall, ſich öffentlich dem Meiſtbietenden zum Verkauf
anzutragen . . .
C.K. Ein Konzert der Farrar im
Ge=
fängnis. Ein ungewöhnliches Publikum hat
Geral=
dine Farrar während einer Gaſttournee in Atlanta
durch ihre Kunſt entzückt. Sie ließ ihren ſchönen Sopran
vor den 1000 Inſaſſen des Staatsgefängniſſes von Geor=
gia ertönen. Wie man aus New=York ſchreibt, hatten
die Gefangenen ſie eingeladen, auch bei ihnen zu
ſingen, da ſie nun ſchon einmal in der Stadt auftrete;
und die Sängerin, der ſchönen Aufgabe der Kunſt
ein=
gedenk, die Unglücklichen und Traurigen zu tröſten,
folgte dieſer Aufforderung und ſang in dem großen
Ge=
fängnisſaal, — wo auch mehrere Bankiers ſich
befan=
den, die einſt in den Tagen ihres Glücks in den
Seſ=
ſeln der New=Yorker Großen Oper ihrem Geſang
ge=
lauſcht hatten. Sie ſetzte ſich an den Flügel und ſang
nun faſt dreiviertel Stunden lang ein beliebtes
Volks=
lied nach dem anderen; all die ſchönen Geſänge, die die
Yankees ſo gern anſtimmen, wenn zwei oder mehrere
beieinander verſammelt. Als ſie geendet, war kein
Auge trocken; über die Backen der verhärtetſten
Uebel=
täter rollten die Tränen. Der Gefangenenaufſeher
aber ergriff gerührt die Hand der Künſtlerin und
begeiſtert aus: „Das iſt mehr wert, als 100 Predigtel:
* Aus der Schule. Eine Lehrerin in einer
Gemeindeſchule ſpricht von der Zahnpflege, der doch
von der Behörde ſo große Wichtigkeit beigelegt wird.
„Ihr müßt Euch jeden Morgen die Zähne putzen,
da=
mit Ihr geſunde Zähne behaltet. Wer hat denn keine
Zahnbürſte?‟ Es melden ſich ſehr viele kleine
Mäd=
chen. Lehrerin: „Nun bittet heute Eure Mutter,
ſoll Euch eine Zahnbürſte kaufen.” Am anderen
Mor=
gen meldet ſich eine Kleine und ſagt: „Fräulein, meine
Mutter kauft mir keine Zahnbürſte; ſie hat geſagt, ſo
was ſoll ich man nicht erſt anfangen, das kann man
ſich dann ſchwer wieder abgewöhnen!”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 1910.
Nummer 106.
Beſitz über. Beide Abſchlüſſe vermittelte das
Immo=
bilienbureau von Hermann Marx, Grafenſtraße 231
§ Milchreviſionen. Während des Monats April
ſind durch die hieſige Polizei 2100 Milchreviſionen
vor=
genommen worden. Hierbei wurden acht Proben teils
wegen Waſſerzuſatz und teils wegen zu geringem
Fett=
gehalt beanſtandet und dem chemiſchen Unterſuchungsamt
zwecks Unterſuchung überwieſen. Infolge dieſer
Bean=
ſtandungen und zwecks Aufklärung war die Erhebung
von acht Liefer= und vier Stallproben erforderlich.
Außerdem ſind 60½ Liter gewäſſerte Milch konfisziert
worden.
§ Feſtgenommen. Zwei dahier beſchäftigte ruſſiſche
Erdarbeiter ſind am Samstag, wegen Diebſtahl
feſtge=
nommen worden.
* Selbſtmord. Samstag mittag um 12 Uhr
er=
ſchoß ſich in der Gutenbergſtraße ein Student aus
Berlin. Der Grund zur Tat dürfte in
Zahlungsſchwie=
rigkeiten zu ſuchen ſein. In hoffnungsloſem Zuſtande
wurde der Verletzte durch die Rettungswache mittels
Krankenautomobils in das Städtiſche Krankenhaus
ge=
bracht.
Offenbach, 7. Mai. Am Mittwoch abend war der
18jährige Schloſſer Ph. Schroth aus Lämmerſpiel auf
der Fahrt nach Hauſe begriffen. In der Nähe der
Back=
ſteinwerke näherte ſich ihm das
Geſchäftsautomo=
bil der Firma Lämmerſpieler Schraubeninduſtrie, das
von dem dort angeſtellten Seeger gelenkt wurde. Der
Chauffeur ließ ſeine Hupe ertönen und wiederholte es,
als das Fahrzeug dem auf dem Fußweg fahrenden
Schroth nahe gekommen war. Das ließ dieſen, da auch
noch kurz vor ihm ein Eſelsfuhrwerk fuhr, an dem er
vorbeifahren wollte, allem Anſcheine nach unſicher
wer=
den; er verließ in ſchwankender Fahrt den Fußſteig und
fuhr auf die Mitte der Straße, wo er dann vom Rade
herunterfiel. Das Automobil, das in ſcharfem Tempo
fuhr, konnte, obgleich es eine ſcharfe Kurve nach rechts
machte, dem auf der Erde Liegenden nicht mehr
aus=
weichen; es erfaßte denſelben, überfuhr ihn und
ſchleifte ihn eine Strecke mit. Der Bedauernswerte
er=
litt dabei einen Oberſchenkelbruch, große Fleiſch= und
Quetſchwunden. Der Schwerverletzte wurde ſofort mit
dem Auto in das Krankenhaus nach Offenbach
ge=
fahren.
* Mainz, 7. Mai. Amtsgerichtsrat Dr. Fiſcher
aus Berlin, der hier zu Beſuch weilte, ſchnitt ſich heute
nacht die Kehle durch, ſtürzte ſich aus dem Fenſter und
blieb tot liegen.
— Bad=Nauheim, 6. Mai. Bis zum 5. Mai ſind
3160 Kurgäſte angekommen, wovon an genanntem
Tage noch 2060 anweſend waren. Bäder wurden bis
zum 5. Mai 26555 abgegeben.
A Zell (Oberheſſen), 7. Mai. Am letzten Freitag
fand in Gegenwart von Vertretern des Großh.
heſſi=
ſchen Miniſteriums, der Königlich preußiſchen
Eiſen=
bahndirektion Frankfurt a. M., des Großh. Kreisamts
Alsfeld und der Großh. Kulturinſpektion Gießen die
landespolizeiliche Abnahme des Brückenumbaues der
in unſerer Gemarkung gelegenen Eiſenbahnbrücke über
die Antrift ſtatt, die von der oberheſſiſchen Bahnlinie
zwiſchen den Stationen Zell und Alsfeld gekreuzt
wird.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 7. Mai. Durch den Tod
des Königs von England ſcheint der Beſuch des
Ex=
präſidenten Rooſevelt in Frage geſtellt. Man
rechnet damit, daß dieſer verſchoben wird. — Mit dem
Nord=Expreß iſt heute morgen der Nordpolforſcher
Peary in Berlin eingetroffen und im Kaiſerhof
ab=
geſtiegen: — Graf Zeppelin genießt zum erſten
Male Großvaterfreuden. Seine Tochter Hella verm.
Gräfin von Brandenſtein iſt eines Mädchens geneſen.
Graf Zeppelin weilt in Wilmersdorf bei ſeinem
Enkel=
kinde. Sein Schwiegerſohn Graf Alexander v.
Bran=
denſtein=Zeppelin, Oberleutnant im Ulanen=Regiment
König Karl (Nr. 19), kommandiert zur Kriegsakademie,
hat im Vorjahre das Recht erhalten, den Namen
Zep=
pelin dem ſeinigen hinzuzufügen. — Das Preisaus,
ſchreiben zur Erlangung von Entwürfen zu einem
Be=
bauungsplan für Groß=Berlin, deſſen
Er=
gebniſſe jetzt auf der Städtebau=Ausſtellung zu ſehen
ſind, ſcheint ein peinliches Nachſpiel haben zu
ſollen. Von der Firma Eſch u. Anka in Mannheim
wird, dem „Lokalanzeiger” zufolge, nämlich die
Be=
ſchuldigung erhoben, daß der Architekt Janſen bei einem
Teilentwurf ſeines mit 25000 Mk. dotierten Planes ein
Plagiat begangen habe, indem er einen früher von ihr
für die bauliche Umgeſtaltung des Münſterplatzes in
Ulm hergeſtellten Plan bei ſeiner Arbeit ſich nutzbar
machte. Das Preisgericht im Wettbewerb Groß=Berlin
hat von dieſer Angelegenheit Kenntnis erhalten, ſich
aber ofiziell mit ihr noch nicht beſchäftigt. Es will auch
vorläufig nicht Stellung dazu nehmen, ſondern die
bei=
den Parteien den Streit allein ausfechten laſſen.
Archi=
tekt Janſen hat dem Preisgericht erklärt, daß die
Pia=
zetta zu Venedig ihm die Anregung zu dem fraglichen
Teil ſeines Entwurfes gegeben habe. Im übrigen iſt
Herrn Janſen von der Hauptſtiftungskaſſe im Berliner
Rathaus der ihm zugefallene Preis im Betrage von
25000 Mark ausbezahlt worden.
Frankfurt, 7. Mai. Der bekannte Cello=Virtuoſe
Profeſſor Bernhard Coßmann iſt heute hier im
Alter von 88 Jahren geſtorben.
* Neckargemünd, 7. Mai. Wie wir erfahren, iſt dem
Architekten J. Chr. Gewin in Darmſtadt die ſchöne
Aufgabe zuteil geworden, das aus dem Jahre 1579
ſtam=
mende, allgemein bekannte Hotel „Zur Pfalz” in
Neckar=
gemünd zu renovieren. Die Faſſade war mit einem
Ver=
putze verſehen, der jetzt abgeſchlagen iſt und ein
reizen=
des Fachwerk zutage förderte. Letzteres bedurfte nur
geringer Ergänzungen, ſo daß der Giebel nunmehr der
intereſſanteſte des Ortes iſt.
Landau (Pfalz), 5. Mai. In dem kleinen Saale
der Feſthalle tagte geſtern, zum erſten Male in der
Pfalz, der Verein badiſcher und pfälziſcher
Zeitungsverleger. Die Verſammlung war aus
Baden und der Pfalz ſehr gut beſucht. Bürgermeiſter
Mahla wohnte als Vertreter der Stadt der
Verſamm=
lung bei und wurde vom Vorſitzenden, Dr. Knittel=
Karlsruhe, mit herzlichen Worten begrüßt. Der
Bür=
germeiſter ſprach ſeine Freude aus, daß der Verein die
Stadt Landau für die Tagung gewählt, und den
Wunſch, daß die Teilnehmer angenehme Eindrücke
mit=
nehmen und in weitere Kreiſe tragen mögen. Die ſehr
intereſſanten Verhandlungen dehnten ſich von 10 Uhr,
mit einer kleinen Mittagspauſe, in der auch die
Feſt=
halle kurz beſichtigt wurde, bis abends 6 Uhr aus. Die
Tagesordnung umfaßte 10 Punkte, von denen folgende
beſondere Erwähnung verdienen: Der Vorſitzende
be=
tonte, daß faſt alle Geſetze der letzten Jahre irgendeine
Beläſtigung des Zeitungsgewerbes mit ſich brachten.
Beſonders ſei dies der Fall mit dem Heilmittelgeſetz,
das zugleich eine ſchwere Schädigung der
aufblühen=
den chemiſchen Nahrungsmittelinduſtrie im Gefolge
hatte. Zuſchneid=Offenburg berichtete über eine im
März in Berlin abgehaltene Sitzung des
Hauptvorſtan=
des und der Kreisvertreter, in der Stellung genommen
wurde gegen die Aufnahme von Inſeraten ſchmutzigen
und betrügeriſchen Inhalts, wobei nicht verkannt
wurde, daß es für den Verleger mitunter ſchwer ſei,
dieſe als ſolche zu erkennen; ferner über die
Inſe=
raten=Vereinigung, gegründet von einer Anzahl
Groß=
inſerenten mit der Abſicht, die nicht gefügigen
Zeit=
ungen zu boykottieren, dann über Gratis=Reklame,
die oft in verſteckter Form den Zeitungen zugeſandt
werde mit der Abſicht, Inſerate zu erſparen.
Kölblin=Baden=Baden berichtete über Heilmittel=
An=
zeigen. Er hätte gegen ein Geſetz, das die
Veröffent=
lichung ſchädlicher Heilmittel verbietet, nichts
einzu=
wenden, wenn es gleichmäßig im Deutſchen Reiche
an=
gewendet würde. Wenn aber in Baden altbewährte
Mittel, wie Hämatogen, Scotts Emulſion,
Bruſtkara=
mellen, Malzbonbons als unter das Geſetz fallend
be=
zeichnet werden, ſo gehe das doch zu weit. Uebrigens
ſei in dieſem Punkte bereits die Anwendung einer
mil=
deren Praxis bemerkbar. Als beſonders draſtiſche
Beiſpiele führte er an, daß ein in einem Schaufenſter
ſpazierender Froſch mit der Aufſchrift: „Dieſen Froſch
hatte ich im Halſe” mit der Empfehlung eines
harmloſen Mittels gegen Katarrh als marktſchreieriſche
Reklame und ein zur Empfehlung eines Maſtpulvers
abgebildetes fettes Schwein aus den Spalten einer
Zeitung entſernt werden mußte, weil es ſo fette
Schweine nicht gebe. Dr. Knitt el=Karlsruhe
berich=
tete in ausführlicher Weiſe über Schäden im
Zeitungs=
gewerbe. Bode=Pforzheim berichtete über Steuern
und Abſchreibungen im Zeitungsgewerbe. Es war
intereſſant, zu hören, wie hierüber die Anſichten ſowohl
bei den verſchiedenen Steuerbehörden als auch bei den
Fachleuten ſelbſt auseinandergehen. Johner=Landau
berichtete über eine Verſammlung in Berlin, in der
der Zeitungsverleger=Verein und Vertreter der
An=
noncen=Expeditionen eine Vereinbarung berieten,
wo=
durch ſich beide Teile zur ſtrengen Einhaltung ihrer
Tarife verpflichten. Die Feſtſtellung der Höhe ſeiner
Rabattſätze ſoll jedem Verleger überlaſſen bleiben.
— Dresden, 6. Mai. Die Verhandlungen in dem
großen Beleidigungsprozeß des
Ballett=
meiſters Auguſt Berger von der Dresdener
Hofoper gegen die „Dresdener Rundſchau” ſind heute
zu Ende gegangen. Die mehrtägigen Verhandlungen
haben nun anſcheinend auch ein dem Privatkläger
Ber=
ger nicht ſehr günſtiges Ergebnis gehabt, denn bereits
am Mittwoch wurde zwiſchen den Rechtsvertretern der
beiden Parteien ein Vergleich geſchloſſen, der nach
der Rückkunft des Klägers von Prag, wo ſeine Tochter
während der Prozeßverhandlungen erkrankt war,
rati=
fiziert werden ſollte. Dies iſt am heutigen Vormittag
geſchehen. Nachdem eine nochmalige kurze Ausſprache
ſtattgefunden hatte, verkündete der Vorſitzende, daß die
Parteien dem Vergleich in nachſtehendem Wortlaut
zu=
geſtimmt hätten: Nachdem einerſeits feſtgeſtellt iſt, daß
die in dem Artikel in Nummer 39 der „Dresdener
Rundſchau” vom 25. September 1909 vom Angeklagten
gegen den Privatkläger erhobenen Beſchuldigungen zu
einem nicht unerheblichen Teil der Wahrheit
entſpre=
chen und andererſeits die Generaldirektion der
König=
lichen Hofoper, wie es von vornherein in deren Abſicht
lag, nunmehr auf Grund der vor Gericht beſchworenen
Zeugenausſagen ein genügendes Material für ein
Dis=
ziplinarverfahren erblickt hat, ſchließen die Parteien
folgenden Vergleich: Der Angeklagte bedauert, daß
ſeine Ausführungen in dem Artikel der „Dresdener
Rundſchau” vom 25. September 1909 in einigen Punkten
Anlaß zur Auffaſſung von Beleidigungen gegeben
haben. Die Privatkläger ziehen die erhobenen
Pri=
vatklagen und die Strafanträge zurück. Die Koſten
des Verfahrens werden von dem Privatkläger Berger
zu zwei Dritteln, von dem Privatbeklagten Rauw zu
einem Drittel getragen. Die entſtandenen Auslagen
werden nicht erſtattet.
Köln, 6. Mai. Der D=Zug Paris-
Duis=
burg-Berlin iſt, wie nachträglich bekannt wird,
bei ſeiner erſten Fahrt nur mit knapper Not einem
un=
abſehbaren Unglück entgangen. Als der Zug
gegen 4 Uhr von Duisburg=Uerdingen her nach Krefeld
heranbrauſte, ſtand auf der Niveaukreuzung an der
Uerdingerſtraße, deren Höherlegung nahezu vollendet
iſt, ein Wagen der elektriſchen Trambahn mit
Beiwagen, beide ſtark beſetzt, der Stromzuführer hatte
ſich von der Stromleitung gelöſt. Erſt kurz bevor der
Schnellzug, deſſen Lokomotivführer Gegendampf
gege=
ben hatte, die Stelle paſſierte, waren die
Straßenbahn=
wagen von den Schienen der Staatsbahn abgerückt.
Es kann ſich nur um den Bruchteil einer Sekunde
ge=
handelt haben. Auffallenderweiſe war die Schranke
nicht geſchloſſen. Eine Unterſuchung iſt alsbald
ein=
geleitet worden.
Wien, 6. Mai. Wie die „Korreſpondenz Wilhelm”
von gut unterrichteter Seite erfährt, iſt die militäriſche
Unterſuchung gegen den Oberleutnant
Hofrich=
ter bereits abgeſchloſſen. Das Kriegsgericht tritt nach
den bisherigen Dispoſitionen in den erſten Tagen der
zweiten Hälfte des Monats Mai zuſammen.
Innsbruck, 6. Mai. Geſtern flog eine Bauhütte,
welche zur Unterkunft der beim Bau der
Mittenwal=
derbahn beſchäftigten Arbeiter errichtet worden war,
durch eine Dynamitexploſion in die Luft.
Vier Arbeiter wärmten auf dem Ofen der Hütte
Dy=
namit auf und verurſachten dadurch die Exploſion; ſie
wurden zum größten Teil entſetzlich verſtümmelt. Es
handelt ſich um Italiener und Kroaten.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— „Derfidele Bauer” im Saalbautheater.
Heute Montag abend gelangt durch das treffliche Wiener
Operetten=Enſemble die entſchieden beſte Operette der
letzten Zeit, der neueſte Operetten=Schlager „Der fidele
Bauer” von Leo Fall, zur Erſtaufführung im
Saal=
bautheater in Darmſtadt. Echt Wieneriſche
Sentimentali=
tät wie im „Walzertraum” und „Zigeunerbaron” weht
durch dieſe Operette, wodurch auch das Milieu einen
eigen=
artigen Reiz gewinnt. Der Komponiſt Leo Fall hat dem
Werk einſchmeichelnde Melodien gegeben: populäre
Wie=
ner Walzer, prächtige Volksweiſen und Tänze, reizende
Couplets, Chöre, Duette, Terzette und Lieder. — Morgen
Dienstag und übermorgen Mittwoch finden
als=
dann die zwei einzigen Wiederholungen dieſer brillanten
Operette „Der fidele Bauer” als unwiderrufliche
Abſchiedsvorſtellungen ſtatt, worauf wir ausdrücklich
auf=
merkſam machen wollen.
Der Kaiſer in Wiesbaden.
* Wiesbaden, 7. Mai. Die Schweſtern des
Kai=
ſers, Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen und die
Kron=
prinzeſſin von Griechenland, ſowie Prinz Friedrich Karl
von Heſſen, ſind hier eingetroffen und im königlichen
Schloß abgeſtiegen.
* Wiesbaden, 7. Mai. Die Königliche
Standarte wurde heute morgen auf dem hieſigen
Schloſſe halbſtock gehißt. Der Kaiſer hat die
Teil=
nahme an einem Frühſtück beim Regierungspräſidenten
Dr. v. Meiſter hierſelbſt abgeſagt. Der Aufenthalt des
Kaiſers bei dem Grafen Görtz in Schlitz, der
für morgen und übermorgen vorgeſehen war, iſt
auf=
gegeben worden. Der Kaiſer reiſt heute abend 10 Uhr
40 Minuten von hier nach dem Neuen Palais bei
Pots=
dam ab. — Der Kaiſer hörte heute vormittag den
Vor=
trag des Chefs des Marinekabinetts, Vizeadmirals von
Müller, welcher heute morgen hier eingetroffen iſt.
* Wiesbaden, 7 Mai. Der Kaiſer
unter=
nahm heute nachmittag mit den Herren der Umgebung
eine Ausfahrt im Automobil.
* Wiesbaden, 7. Mai. Der Kaiſer iſt um
10 Uhr 40 Min. mit dem Hofſonderzug nach Berlin
abgereiſt. Zur Verabſchiedung auf dem Bahnhof
hat=
ten ſich eingefunden: der kommandierende General des
18. Armeekorps General v. Eichhorn, Regierungspräſident
Dr. v. Meiſter mit Gemahlin, Oberbürgermeiſter Dr.
v. Ibell, der Kommandeur des 80. Füſilier=Regiments
Oberſt v. Conta und der Polizeipräſident v. Schenk.
Der Tod des Königs Eduard.
* London, 7. Mai. Ein amtliches
Bulle=
tin von geſtern abend 11 Uhr 50 Minuten meldet, daß
der König um 11 Uhr 45 Minuten ſanft
ver=
ſchieden iſt in Gegenwart der Königin, des Prinzen
und der Prinzeſſin von Wales, der Prinzeß Royal
Luiſe und des Herzogs von Fife, der Prinzeſſin
Viktoria, ſowie der Prinzeſſin Luiſe, Herzogin von
Argyll. Hiernach iſt der König alſo noch am
Freitag, den 6. Mai, nicht am Samstag,
ge=
ſtorben. Beim Ableben des Königs war von ſeinen
Kindern nur die Königin von Norwegen nicht
an=
weſend. Dieſe telegraphierte, daß ſie ſofort abreiſe.
Ihre Ankunft dürfte am Sonntag erfolgen. Der König
befand ſich den ganzen Abend über in ſchlafartigem
Zuſtande. Nur zwiſchen 9 und 10 Uhr trat ein leichtes
Erwachen ein. Darauf wurde er bewußtlos.
* London, 7. Mai. Wie die Blätter melden,
weigerte ſich der König geſtern morgen, im Bett zu
bleiben und erledigte mit dem Sekretär Knollys die
Geſchäfte. Der König ſah dem Verlauf ſeiner
Krank=
heit gefaßt entgegen und unterhielt ſich wie gewöhnlich,
außer während der Huſten= und Erſtickungsanfälle. Der
König hatte vormittags einen ſchweren Huſtenanfall,
abends nahmen die Huſtenanfälle zu, die im Laufe des
Nachmittags ſich öfter wiederholten und immer
be=
ängſtigendere Formen annahmen.
* London, 7. Mai. Der „Daily Expreß” ſagt:
Die Krankheit des Königs war eine
aſthma=
tiſche Herzaffektion. Die erſte ärztliche
Unter=
ſuchung ergab eine mögliche Komplikation in der Kehle.
Man fürchtete, eine Operation ſei notwendig, doch
Pro=
feſſor Thomſon, Spezialarzt für Halskrankheiten, der
hinzugezogen wurde, erklärte eine Operation für
un=
nötig. Zweimal wurde geſtern die Umgebung des
Königs durch Ohnmachtsanfälle beunruhigt. Es wurde
feſtgeſtellt, daß der beſtändige Huſten und die
Atem=
beſchwerden die linke Herzkammer ſo angegriffen
hatten, daß dieſe nicht mehr funktionierte; auch
Sauer=
ſtoff ſchaffte keine Erleichterung.
Die Nachricht von dem Tode des Königs
wurde dem vor dem Schloſſe verſammelten Publikum
um 12 Uhr 5 Minuten, unmittelbar nachdem der
Fürſt von Wales das Schloß verlaſſen hatte,
mit=
geteilt und in tiefer Stille aufgenommen. Viele
poli=
tiſche Verſammlungen wurden geſtern abend von den
Teilnehmern durch Abſingen der Nationalhymne
er=
öffnet. Heute ſind ſämtliche engliſchen Märkte geſchloſſen.
* London, 7. Mai. Die Trauer iſt im ganzen
Lande allgemein. Ueberall wehen die Flaggen auf
Halb=
maſt, überall läuten die Kirchenglocken. Rennen und
ge=
ſellſchaftliche Veranſtaltungen ſind abgeſagt; aus allen
Teilen der Welt treffen Beileidskundgebungen ein.
* London, 7. Mai. Obwohl die Bulletins
ungünſtiger lauteten, war man auf den Tod des
Königs nicht vorbereitet. Der rapide Verlauf
der Krankheit trug dazu bei, die Erſchütterung über den
Verluſt zu vergrößern. Die Empfindung nationaler
Trauer iſt in allen Schichten des Volkes ſehr ſtark. Im
Laufe des heutigen Tages pilgerten dichte Scharen ernſter,
ſchweigender Menſchen züm Buckingham=Palaſt, wo die
Flagge Halbmaſt wehte. Sie füllten den benachbarten
St. Jamespark und verſammelten ſich vor dem
Marl=
borough=Hauſe, der bisherigen Reſidenz des neuen
Kö=
nigs. Nachmittags fuhren der König und die
Köni=
gin nach dem Buckingham=Palaſt zur Königin Alexandra.
Die Menge begrüßte ihr erſtes öffentliches Erſcheinen
durch Schwenken von Hüten und Tüchern, aber in tiefem
Schweigen. Die Straßen und Plätze Londons ſind am
heutigen arbeitsfreien Samstagnachmittag voller
Men=
ſchen, aber ungeachtet des hellen Sonnenſcheins liegt eine
gedämpfte Stimmung über den langſam ſich bewegenden
Menſchen. Die gewöhnliche Schweigſamkeit, welche die
Londoner Bevölkerung in der Oeffentlichkeit zur Schau
trägt, iſt noch ausgeprägter und auffallender als ſonſt.
All=
gemeine Genugtuung riefen die geſtern und heute
ver=
öffentlichten Sympathiebezeugungen der ausländiſchen
Preſſe an der Erkrankung des Königs hervor. Die
Teil=
nahme Deutſchlands erweckt beſondere Befriedigung, die
Berliner Korreſpondenten hieſiger Blätter betonten
nach=
drücklich die Herzlichkeit und Aufrichtigkeit der deutſchen
Sympathiebezeugungen. Es wird hier dankbar
empfun=
den, daß der König in Deutſchland eine ſo aufrichtige
Achtung und gerechte ſympathiſche Beurteilung findet.
Die Mitglieder des Königlichen Haushalts erhielten
nachmittags Zutritt zu dem Sterbelager des
Kö=
nigs. Seine Züge ſind vollkommen ruhig und friedlich.
Wegen Mangels an Zeit für die Vorbereitungen der
For=
malitäten findet die öffentliche Proklamation des
neuen Königs erſt am Montag ſtatt. Obwohl die
Trauer über das Hinſcheiden des Königs das
vorherr=
ſchende Gefühl iſt, werden in politiſchen Kreiſen die
Fol=
gen des Thronwechſels auf die innere
Kriſe erörtert. Die Preſſe äußert ſich darüber nur
we=
nig, aber bei der heutigen Sitzung des Parlaments
bil=
det dieſes Thema das Hauptgeſpräch in den Wandelhallen.
Es wurde ein Vorſchlag befürwortet, die Austragung des
Konflikts der beiden Häuſer hinauszuſchieben. Der
Vor=
ſchlag kennzeichnet, wie tief man den Verluſt der
politi=
ſchen Autorität König Eduards bei der Löſung der
inne=
ren Kriſe empfindet.
* London, 7. Mai. Der König teilte die
Nach=
richt vom Tode ſeines Vaters allen Herrſchern und
Staatsoberhäuptern perſönlich mit. Er
er=
ledigte in Marlboroughhouſe Regierungsgeſchäfte. Bis
zum frühen Nachmittag war er nicht im Buckinghampglaſt
Nummer 106,
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 1910,
erſchienen, um nach ſeiner Mutter und ſeinen Schweſtern
zu ſehen, ließ jedoch oftmals Erkundigungen einziehen, wie
ſie den ſchweren Verluſt tragen. Die Börſen ſind
geſchloſ=
ſen, die Gerichtshöfe vertagten ſich.
Der König nimmt den Namen Georg V. an.
* London, 7. Mai. Die Mitglieder des
Gehei=
men Rats begannen ſich um ½4 Uhr nachmittags im
St. Jamespalaſt zu verſammeln. Unter ihnen befanden
ſich die Miniſter Winſton Churchill, Earl of Crewe, Burns,
Buxton und Morley, ferner Balfour, Roſebery und der
Erzbiſchof von Canterbury. Der König fuhr am
Nach=
mittag in Admiralsuniform ohne Eskorte vom
Marl=
boronghouſe nach dem St. Jamespalaſt, ehrerbietig von
der nach Tauſenden zählenden Menge begrüßt. In der
Ratshalle erwartete ihn eine glänzende Verſammlung.
Nach den gebräuchlichen Zeremonien unterzeichnete der
König die Proklamation. Darauf hielt er eine
An=
ſprache, in deren Beginn er mit großer Bewegung
er=
klärte, er fühle ſich nicht imſtande, mehr als nur wenige
Worte zu ſagen, ſo tief ſei die Rührung. Er erinnere an
die Worte, welche ſein Vater bei ſeiner Thronbeſteigung
geſagt habe, nämlich daß er, ſo lange er atmen werde,
dahin ſtreben werde, die beſten Intereſſen ſeines Volkes
zu fördern. Dieſes Verſprechen habe ſein Vater nach beſten
Kräften erfüllt. Es werde ſein eigenes ernſtes Beſtreben
ſein, mit Gottes Hilfe dem Beiſpiel ſeines Vaters zu
fol=
gen. Der Verluſt, den er erlitten habe, ſei mehr als der
Verluſt eines Vaters, denn in ihm habe er einen König,
Vater und Freund verloren. Er erwähnte ſodann die
innigſte Sympathie, welche man der Königlichen Familie
erwieſen habe, und erklärte, es werde ſtets ſein ernſtes
Be=
ſtreben ſein, die Verfaſſung in ihrem vollen Umfange
auf=
recht zu erhalten.
Das Unterhaus verſammelte ſich nachmittags um
3 Uhr zu einer formellen Sitzung und vertagte ſich ſodann
in Abweſenheit des Sprechers auf Antrag von Winſton
Churchill. — Im Oberhauſe leiſteten der Lordkanzler
und andere Peers den Huldigungseid.
* Berlin, 7. Mai. Der Kaiſer erließ
nach=
ſtehende Order an den Staatsſekretär des
Reichs=
marineamts: „Wiesbaden, den 7. Mai 1910. Um das
Andenken meines am heutigen Tage entſchlafenen
ge=
liebten Oheims, des Königs Eduard VII. von
Groß=
britannien und Irland, des Kaiſers von Indien
Majeſtät zu ehren, beſtimme ich hierdurch: 1. die
Offi=
ziere meiner Marine legen auf 8 Tage Trauer an;
2. die in der Heimat im Hafen befindlichen Schiffe
haben am Tage nach der Bekanntgabe dieſer Order
unter Setzen von Toppflaggen Halbſtock zu flaggen, die
engliſche Flagge im Großtopp. Die in engliſchen Häfen
oder mit engliſchen Kriegsſchiffen zuſammenliegenden
Schiffe ſchließen ſich dem örtlichen Zeremoniell an; 3.
mit dem Halbſtockflaggen iſt ein um 12 Uhr mittags
be=
ginnender Trauerſalut zu verbinden. Wegen
Entſen=
dung einer Abordnung zu den Beiſetzungsfeierlichkeiten
behalte ich mir die Beſtimmung vor. Sie haben dieſe
Order meiner Marine ſogleich telegraphiſch bekannt zu
geben. Wilhelm, I. R.‟
* Berlin, 7. Mai. Der Reichskanzler
ſtattete heute dem engliſchen Botſchafter einen Beſuch
ab, um das Beileid der Kaiſerlichen und der
preußi=
ſchen Regierung auszuſprechen; ebenſo ſprach
Staats=
ſekretär Freiherr von Schoen auf der Botſchaft ſein
Beileid aus. — Der deutſche Botſchafter in London
wurde beauftragt, der engliſchen Regierung das
Bei=
leid der Kaiſerlichen Regierung zu übermitteln.
Graf v. Wolff=Metternich, der ſich in Urlaub
befindet, iſt ſofort auf ſeinen Poſten zurückgekehrt und
trifft heute abend in London ein.
* Berlin, 7. Mai. Auf das vom Präſidenten
des Reichstags an den Kaiſer gerichtete
Bei=
leidstelegramm iſt folgende Antwort eingegangen:
„Ich ſpreche Ihnen und dem Reichstage meinen
wärm=
ſten Dank für die Anteilnahme an meiner tiefen
Trauer über den unerwartet ſchnellen Heimgang
mei=
nes teuren Onkels, des Königs von Großbritannien
und Irland, aus. Wilhelm, I. R.”
* Berlin, 7. Mai. Der „Reichsanzeiger” ſchreibt
zum Tode König Eduards: „Durch den
uner=
warteten Heimgang des unſerem Herrſcherhauſe in
naher Verwandtſchaft und Freundſchaft verbundenen
Monarchen iſt der Kaiſer und König in tiefe Trauer
verſetzt. Das deutſche Volk nimmt aufrichtigen Anteil
an dem Verluſt, den die britiſche Nation durch das
Hin=
ſcheiden ihres geliebten und verehrten Königs erlitten
hat.” Sämtliche größeren Blätter widmen dem König
ehrenvolle Nachrufe. Die „Köln. Ztg.” ſchreibt: Wie
Leopold II. ſeinen Tatendrang in Afrika, ſo hat
Eduard VII. den ſeinigen in der europäiſchen und der
Weltpolitik befriedigt. Solche Monarchen erſtehen
einem Lande nur ſelten, doch bei aller Würdigung der
geiſtigen Begabung, die ſich dabei kundgibt, muß man
Großherzogliches Hoftheater.
W-l. Am Freitag gelangte „Siegfried” und am
Sonntag „Götterdämmerung” zur Aufführung.
Am erſteren Abend ſang Herr Kammerſänger Oskar
Bolz vom Hoftheater in Stuttgart die Partie des Jung=
Siegfried. Entſprach er auch in der äußeren Verkörperung
nicht dem Ideal dieſes jugendlichen Helden und war auch
die Darſtellung der Rolle zu wenig elaſtiſch und innerlich
belebt, ſo war doch die ſtimmliche Ausdauer und Bravour,
mit der er die Partie durchführte, bewundernswert. Die
Stimme zeigte im letzten Takte noch dieſelbe Friſche,
Aus=
giebigkeit und Fülle, wie im erſten.
Ueberraſchender=
weiſe gelang Herrn Bolz die lyriſche Partie des zweiten
Aktes am beſten. Ebenſo wie durch ſeine ſtimmliche
Aus=
dauer imponierte er durch die ſouveräne muſikaliſche
Be=
herrſchung der Rieſenpartie, dank welcher er dem großen
Schlußduett mit Brünnhilde, die von Frau Morny
wieder mit bekannter Stilbeherrſchung und künſtleriſcher
Beſeelung geſungen wurde, zu einer ſtarken Wirkung
ver=
half. Angenehm berührte an Herrn Bolz die deutliche
Ausſprache. Der Mime des Herrn de Leeuwe war
meiſterhaft charakteriſiert, Herr Hönel ſang die Partie
des Alberich mehr ſchön, als charakteriſtiſch. Eine der
ton=
lich und geſanglich am beſten gelungenen Szenen war der
Zwiegeſang zwiſchen Wotan und Erda am Anfang des
dritten Aktes. Herr Dramſch ſang die Wotanpartie
prachtvoll und Frl. Howard hat ſeit ihrer Dalila keine
Partie wieder ſo ſchön geſungen wie die der Erda. Die
Stimme des Waldvogels hatte in Frl. Suchanek eine
berufene Interpretin gefunden.
Auch am Sonntag ſang Herr Oskar Bolz den
Siegfried. Wir können aber nicht behaupten, daß er
uns in dieſer Partie beſſer gefallen hätte, denn als
Jung=Siegfried, da ihm zur Verkörperung und
Dar=
ſtellung des Heldiſchen manches fehlt. Stimmlich und
geſanglich zeigte er ſich im letzten Akte auf der Höhe, die
Szene miteden Rheintöchtern und die Mären aus ſeinen
wünſchen, daß die Handlungen der Staatshäupter einer
wirkſamen Kontrolle der Regierungen und, wo es in
Betracht kommt, des Auslandes unterliegen. Die
heu=
tige Welt will ſehen, wohin man ſie treibt, das hat
Eduard in ſeiner Königsdiplomatie manchmal
über=
ſehen. Doch die Gerechtigkeit wird ihm die
Anerken=
nung nicht verſagen, daß er ein bedeutender Herrſcher
geweſen iſt, der große Fähigkeiten und ein geſundes
Urteil mit beſtrickenden Formen vereinigte. In
gro=
ßen wie in kleinen Dingen bekundete er eine Freiheit
der Auffaſſung, wie nicht häufig vor ihm ein Monarch
in einem größern Lande. Ganz einzig aber ſteht er,
perſönlich durchaus gutmütig von Art, als ein
Herr=
ſcher da, der in dem erhabenſten Beruf das rein
Menſch=
liche bei ſich nicht unterdrückte und bei anderen
duld=
ſam gelten ließ.
* Berlin, 7. Mai. Der Präſident des
Reichstages, Graf von Schwerin=Löwitz, ſandte an
den Kaiſer folgendes Telegramm: „Eurer
Kaiſer=
lichen und Königlichen Majeſtät habe ich die Ehre, die
innige Teilnahme des Reichstages an der tiefen Trauer
auszuſprechen, welche Eure Majeſtät und das ganze
Kaiſerliche und Königliche Haus durch das Hinſcheiden
Seiner Majeſtät des Königs Eduard von
Groß=
britannien und Irland betroffen hat. Graf von
Schwerin=Löwitz, Präſident des Reichstages.”
* Wien, 7. Mai. Der Kaiſer fuhr heute
vor=
mittag bei der engliſchen Botſchaft vor und drückte dem
engliſchen Botſchafter ſein Beileid aus. — Die Blätter
widmen dem Könige ſympathiſche Nachrufe, in denen
ſie die ausgezeichneten Eigenſchaften des ritterlichen
Königs hervorheben, deſſen Verdienſte um das Gedeihen
ſeines Landes und um die Erhaltung des Weltfriedens
würdigen und verſichern, daß alle Völker Oeſterreichs
ſich der Trauer Englands aufrichtig anſchließen. —
In=
folge des Ablebens des Königs ſagte der Kaiſer das
Diner am 10. Mai zu Ehren des Königs von
Schwe=
den ab. Der deutſche Botſchafter, Graf von Tſchirſchky,
drückte dem engliſchen Botſchafter ſein Beileid zu dem
Tode des Königs Eduard aus.
* Rom, 7. Mai. Anläßlich des Todes des
Königs von England beauftragte der Miniſter
des Aeußeren den italieniſchen Geſchäftsträger in
London, der tiefen Anteilnahme der italieniſchen
Re=
gierung und des italieniſchen Volkes Ausdruck zu
geben.
* Rom, 7. Mai. In der Kammer machte der
Miniſter des Auswärtigen di San Giuliano von
dem Ableben des Königs Eduard Mitteilung. Er
ge=
dachte der hervorragenden perſönlichen Eigenſchaften
des Verſtorbenen und deſſen großer Verdienſte um ſein
Land und die ganze Welt. Die Trauer Englands ſei
auch die Trauer Italiens, insbeſondere ſeines
Herr=
ſchers. Auf Antrag des Präſidenten Marcora, der ſich
im Namen der Kammer den Worten des Miniſters
anſchloß, beſchloß dieſe einſtimmig, die Sitzungen zum
Zeichen der Trauer bis Mittwoch ausfallen zu laſſen.
Der Senat, in dem in ähnlicher Weiſe wie in der
Kammer des Ablebens des Königs gedacht wurde,
be=
ſchloß, ſich ebenfalls bis Mittwoch zu vertagen,
ſo=
wie dem engliſchen Oberhauſe und der Regierung und
dem Volke Englands Beileidskundgebungen zu
über=
mitteln.
* Paris, 7. Mai. Anläßlich des Todes des
Kö=
nigs von England richtete Präſident Falliéres an
die Königin=Witwe und den Prinzen von Wales ein
Telegramm, in dem er ſeine Teilnahme an dem
uner=
warteten Verluſte des Souveräns ausſprach, der
Frankreich ſo viele Beweiſe der Freundſchaft gegeben
habe. In einem Telegramm an den engliſchen
Staatsſekretär des Aeußern, Sir Edward Grey,
er=
klärt Miniſter Pichon, daß er als Miniſter des
Aeu=
ßern ganz beſonders die Trauer Frankreichs teile.
Frankreich ſei mit England durch
Freund=
ſchaft verbunden, die innig zu geſtalten König Eduard
ſo mächtig beigetragen und die nicht aufgehört habe,
an für den Frieden glücklichen Ergebniſſen reich zu
ſein.
* Madrid, 7. Mai. Der Tod König
Eduards rief im ganzen Lande tiefen Eindruck
her=
vor. Die Blätter weiſen auf die bedeutende Rolle hin,
die der Verſtorbene in der europäiſchen Politik ſpielte.
* Liſſabon, 7. Mai. Der König wird ſich zu
den Beerdigungsfeierlichkeiten nach London begeben.
Alle Blätter ſprechen die Teilnahme an dem Tode des
Königs Eduard aus.
* Kriſtiania, 7. Mai. Der König und die
Königin ſind zu den Beiſetzungsfeierlichkeiten nach
London abgereiſt.
* Petersburg, 7. Mai. Die
Kaiſerin=
witwe und Großfürſt Michael Alexandrowitſch
rei=
ſen zur Teilnahme an den Trauerfeierlichkeiten nach
England ab.
* Konſtantinopel, 7. Mai. Der Sultan,
die Deputiertenkammer, die Miniſter und Abordnun=
Seite 5.
gen der Deputiertenkammer und des Senats haben
dem engliſchen Botſchafter ihr Beileid übermittelt. Die
Deputiertenkammer und der Senat haben
Trauerkund=
gebungen veranſtaltet. Der Sultan, die Regierung
und die Vorſitzenden des Parlaments haben dem
Kö=
nigshauſe und der engliſchen Regierung telegraphiſch
ihr Beileid ausgeſprochen.
Letzte Nachrichten.
* London, 8. Mai. Der Wortlaut der
An=
ſprache des Königs Georg im Geheimen Rat iſt
folgender:
My Lords, Gentlemen! Mein Herz iſt zu voll, als
daß ich heute mehr als wenige Worte an Sie richten
könnte. Es iſt meine ſchmerzliche Pflicht, Ihnen den
Tod meines inniggeliebten Vaters mitzuteilen. Bei
dieſem unerſetzlichen Verluſt, der mich und das ganze
Reich ſo plötzlich getroffen hat, tröſtet mich das Gefühl,
daß ich die Sympathie meiner zukünftigen Untertanen
beſitze, die mit mir trauern werden um den geliebten
Herrſcher, der ſein eigenes Glück darin fand, das Ihrige
zu teilen und zu fördern. Ich habe nicht nur des
Vaters Liebe verloren, ſondern das herzliche und innige
Verhältnis zu einem teuern Freund und Ratgeber.
Nicht weniger zuverſichtlich bin ich in der allgemeinen
liebenden Sympathie, die meiner teuerſten Mutter in
ihrem überwältigenden Kummer geſichert iſt. Als unſer
geliebter König vor wenig mehr als neun Jahren hier
ſtand, erklärte er, ſo lange ein Atemzug in ſeinem
Körper wäre, würde er für das Wohl und die
Ver=
beſſerung der Lage des Volkes arbeiten. Ich bin ſicher,
die Meinung der ganzen Nation iſt, daß er dieſe
Er=
klärung voll ausgeführt hat. Mich zu bemühen, ſeinen
Fußtapfen zu folgen und zu gleicher Zeit eine
konſti=
tutionelle Regierung im Reiche aufrecht zu erhalten,
ſoll das ernſte Ziel meines Lebens ſein. Ich bin mir
der ſchweren Verantwortlichkeit, die mir zugefallen iſt,
tief bewußt. Ich weiß, daß ich mich auf das Parlament
verlaſſen kann, ſowie auf Ihre Hilfe bei der Erfüllung
dieſer ſchweren Pflichten und Ihre Gebete, daß Gott
mir Stärke verleihen und mich führen möge. Dabei
gibt mir die Ueberzeugung Mut, daß ich in meiner
lieben Frau eine treue Gehilfin in jedem Streben für
das Wohl unſeres Volkes habe.
* London, 8. Mai. Wie der Hofbericht mitteilt,
hat der Erzbiſchof von Canterbury in den
letzten Augenblicken des Königs Edward im Zimmer
des Königs in Anweſenheit der königlichen Familie
einen kurzen Gottesdienſt abgehalten. Dem
„Amtsblatt” zufolge legt der Hof von heute ab auf
ein Tahr Trauer an. Die volle Trauer ſoll bis
zum 7. November dauern.
* London, 8. Mai. Der deutſche Botſchafter Graf
Wolff=Metternich ſprach im Buckinhampalaſt
vor und verweilte lange daſelbſt.
* Berlin, 8. Mai. Der Kaiſer, der heute
vor=
mittag um 11 Uhr im Neuen Palais bei Potsdam
ange=
kommen war, begab ſich um 2 Uhr per Automobil nach
Berlin zu dem engliſchen Botſchafter, um
noch=
mals ſeine tiefe Teilnahme an der Trauer um König
Eduard auszuſprechen. Der Kaiſer verweilte über eine
Stunde bei Sir Edward Goſchen.
* Berlin, 8. Mai. Der Königliche Hof legt
heute für den König Eduard eine Trauer von vier
Wochen an.
* Berlin, 8. Mai. Der Präſident des
Her=
renhauſes ſandte anläßlich des Todes des Königs
Eduard folgendes Telegramm an den Kaiſer: Ew.
Kai=
ſerliche und Königliche Majeſtät bitte ich alleruntertänigſt,
den Ausdruck innigſter Teilnahme des Herrenhauſes
an=
läßlich des Hinſcheidens Sr. Majeſtät des Königs Eduard
von Großbritannien und Irland allergnädigſt
entgegen=
nehmen zu wollen. — Darauf iſt vom Kaiſer folgendes
Telegramm eingegangen: Präſident des Herrenhauſes
Freiherr von Manteuffel. Ich erſuche Sie, dem
Herren=
hauſe meinen wärmſten Dank für den Ausdruck treuer
Teil=
nahme an meiner tiefen Trauer über den Heimgang
mei=
nes hochverehrten Oheims auszuſprechen. Wilhelm R.
* Petersburg, 8. Mai. Sofort nach dem
Ein=
treffen der Nachricht vom Hinſcheiden des Königs
Eduard drückten der Kaiſer und die Kaiſerin
telegraphiſch der verwitweten Königin Alexandra und
König Georg V ihr allertiefſtes Beileid aus. Außerdem
ſandte die Kaiſerin Alexandra Feodorowna ein
beſon=
deres Telegramm an die Königin Viktoria.
* Petersburg, 8. Mai. Auf Befehl des Kaiſers
hat der Miniſter des Aeußeren den ruſſiſchen
Botſchaf=
ter in London beauftragt, der engliſchen Regierung das
aufrichtige Beileid der kaiſerlichen Regierung
aus=
zudrücken. In dem Telegramm des Miniſters heißt es:
Der ſchwere Kummer, der die königliche Familie und
die englifche Nation betroffen hat, ruft in Rußland, wo
jungen Tagen brachte er gut heraus und erzielte mit
ihnen den gewünſchten Eindruck. Frau Morny
als Brünnhilde war auch heute ihrer anſpruchsvollen
Aufgabe in jeder Hinſicht gewachſen und führte
die Partie bis zum Schluſſe ſtilvoll und großzügig, wie
ſie angelegt war, durch. Ein idealer Vertreter des finſtern
und tückiſchen Hagen iſt Herr Stephani, der zu dem
vornehmen und milden Gunther des Herrn Weber
wirkſam kontraſtierte. Mit vielem Geſchmack ſang Fräul.
Howard die Waltraute, wenn ihr auch die
hoch=
dramatiſchen Akzente einige Schwierigkeiten bereiteten.
Die Gutrune war durch Fräulein Geyersbach, der
Alberich durch Herrn Hönel gut vertreten. Die poetiſche
Szene der Rheintöchter, die, wie die Nornen, von den
Damen Fräulein Suchanek, Fräulein Zeiller und
Fräulein Howard geſungen wurde, war
ſtimmungs=
voll und ſchön.
Dem unermüdlichen Dirigenten des ſo erfolgreich
und ſchön verlaufenen Zyklus, Herrn Hofkapellmeiſter
de Haan, dem umſichtigen ſzeniſchen Leiter Herrn
Oberregiſſeur Valdek und dem auf eine Woche voll
Mühe und Arbeit und Ehre zurückblickenden Orcheſter
noch ein beſonders warmes Lob für ihre imponierenden
Leiſtungen.
Der Beſuch und das Intereſſe des Publikums hatten
bis zum letzten Abend ungeſchwächt angehalten. Nach
Schluß des Zyklus brachte das Publikum den Künſtlern
noch eine Ovation dar. Frau Morny, die an dem
Erfolge der vier Abende ein hervorragendes Verdienſt
hatte, wurde durch Lorbeerkränze und reiche
Blumen=
ſpenden geehrt, mit den Sängern wurden auch Herr
Hofkapellmeiſter de Haan, Herr Oberregiſſeur Valdek
und Herr Oberinſpektor Schwerdtfeger wiederholt
hervorgerufen und mit begeiſtertem Beifall begrüßt.
Konzerte.
Mm. Das Orthſche Männerquartett hatte am
Samstaa abend im Konkordiaſaale ein Konzert veran=
ſtalte, deſſen Ertrag der Errichtung eines würdigen
Grab=
denkmals für Philipp Orth zugute kommen ſoll, den
bekannten fruchtbaren Komponiſten zahlreicher noch heute
ſehr beliebter Männerchorwerke, durch die er ſich bereits
ein Denkmal im Herzen der Sänger erworben hat.
Selbſt=
verſtändlich waren es ausſchließlich Chorwerke von Orth,
die, ſorgfältig und liebevoll vorbereitet, mit Friſche unter
der ſicheren und zwingenden Leitung von Herrn Karl
Grim, dem Dirigenten dieſes Vereins, zu Gehör kamen.
Sinnig verſchönt wurde die Veranſtaltung noch
außer=
dem durch die Mitwirkung der kunſtbegabten Tochter des
Komponiſten, der Opernſängerin Frl. Hanna Orten, die
mit ihrer in der gewiſſenhaften Schulung bewährter
Ge=
ſangsmeiſter vorzüglich ausgebildeten, in allen
Stimm=
lagen gut ausgeglichenen, umfangreichen, glänzenden
Stimme eine herrliche Probe ihres bedeutenden Könnens
gab. Mit Liedern von Hugo Wolf. Richard Strauß,
Eduard Laſſen, Ed. Grieg, E. Hildach und Felix
Wein=
gartner erwarb ſie ſich die Sympathien der Zuhörer.
Be=
ſonders aber kamen die Vorzüge ihres Organs und die
Durchdachtheit ihres Vortrags in Carl Maria von
We=
bers Regia=Arie aus „Oberon” zur Geltung, die von der
genannten Künſtlerin mit temperamentvollem gutem
dra=
matiſchen Ausdruck zuerſt vorgetragen wurde und ihr
wiederholten Hervorruf einbrachte. Schließlich mußte die
Dame noch mit einer Zugabe für den reichen Beifall
danken. Ihr ſehr zuverläſſiger Begleiter am Flügel war
Herr Großh. Muſikdirektor Klaſſert, der ſich auch mit
drei Soloſtücken von Mozart, Sgambati und Schumann,
die er als zweiter Soliſt mit der an ihm öfter ſchon
ge=
rühmten techniſchen Gewandtheit zu Gehör brachte, an
dem Programm des weiteren beteiligte. Mit dem Erfolg
können alle Beteiligten wohl zufrieden ſein, wenn auch
ein etwas zahlreicherer Beſuch des Konzertes ſowohl im
Intereſſe der Sache als auch im Hinblick auf die
Gedie=
genheit des Dargebotenen zu wünſchen geweſen wäre.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 1910.
Nummer 106.
der verſchiedene König von allen für einen aufrichtigen
Freund gehalten wurde, tiefſte Teilnahme hervor.
* Athen, 7. Mai. Die Blätter, die in einem
ſchwarzen Rand erſchienen, bringen lange Artikel über
König Eduard, in denen ſie die Sympathie des
verſtorbenen Königs für Griechenland hervorheben.
Die Reichszuwachsſteuer.
* Berlin, 7. Mai. Die „Nordd. Allg. Ztg.” ſchreibt
in ihrer Sonntagsnummer: Der Reichskanzler hat,
wie wir hören, in den Beſprechungen mit den
füh=
renden Parlamentariern nochmals eindringlich auf die
Nachteile hingewieſen, welche eine Vertagung der
Be=
ratung im Reichstage über die Wertzuwachsſteuer mit ſich
bringt. Insbeſondere iſt nicht zu verkennen, daß die
Ent=
wickelung der Verhältniſſe auf dem Grundſtücksmarkte bis
zum nächſten Winter die Erträgniſſe der Reichsſteuer
we=
ſentlich beeinfluſſen kann. Auch wird die Unſicherheit, in
der ſich die Gemeinden, teilweiſe auch die Bundesſtaaten,
angeſichts der zu erwartenden reichsgeſetzlichen Regelung
befinden, nicht unerheblich verlängert. Wenn unter dem
Zwang der Geſchäftslage dennoch eine Verabſchiedung des
Entwurfes jetzt unterbleibt, erſcheint es im allſeitigen
Intereſſe um ſo dringlicher, daß ſie nach dem
Wiederzuſam=
mentritt des Reichstages ohne Zeitverluſt erfolgt.
* Berlin, 7. Mai. Wie aus parlamentariſchen
Kreiſen verlautet, wurden ſeitens der Regierung Schritte
unternommen, um klarzuſtellen, ob ſich die
Verab=
ſchiedung des Wertzuwachsſteuergeſetzes
vor dem Herbſte noch ermöglichen laſſe. Nach dem
Er=
gebnis einer Beſprechung im Seniorenkonvent hat man
Grund zur Annahme, daß der Reichstag nicht geneigt ſein
wird, den diesbezüglichen Wünſchen der Regierung zu
entſprechen. Wie bereits berichtet, beabſichtigt die
Wert=
zuwachsſteuerkommiſſion nach dem heutigen Abſchluß der
zweiten Leſung und der Herausgabe eines Berichtes über
dieſe, noch eine dritte Leſung in der Kommiſſion zu
veranſtalten. Es geht hieraus hervor, daß die
Kommiſ=
ſion die ſchwerwiegenden Bedenken, welche von vielen
Seiten gegen die Vorlage erhoben worden ſind. einer
nochmaligen eingehenden Prüfung unterziehen wird. Mit
dieſer Abſicht wäre eine Weiterberatung der Vorlage
un=
mittelbar nach Pfingſten nicht wohl vereinbar.
Luftſchiffahrt.
* Die militäriſchen Luftſchiffmanöver
bei Metz ſollen, nach der „Neuen politiſchen
Korreſpon=
denz”, am 4. Juli beginnen und ungefähr ſechs Wochen
dauern.
* Graf Zeppelin antwortete auf das Erſuchen
des deutſchen Volksrates für Böhmen, nicht in Prag
zu landen, er werde wahrſcheinlich, falls ſeine Rückkehr
über Böhmen erfolge, bei Leitmeritz landen.
* Der Führer des „P. II” bei den Kölner
Luft=
ſchiffmanövern und bei der Fahrt nach Homburg,
Ober=
leutnant Stelling, erkrankte an einer
Lungenent=
zündung.
* Düſſeldorf, 6. Mai. Nachdem kurz nach fünf
Uhr auf den heftigen Regen unerwartet Windſtille
ein=
trat, ſind Baron de Caters und Jeannin
auf=
geſtiegen. Jeannin erreichte bei ſeinem Fluge über
den Grafenberger Wald eine Höhe von über 200 Metern.
Baron de Caters ſtieg ebenfalls mehrere Male mit
ſeinem Apparat auf und flog in eleganter Weiſe über
das Flugfeld. Kurz vor 6 Uhr befanden ſich beide
Flieger noch in der Luft. Falls die Witterung
einiger=
maßen günſtig iſt, werden vorausſichtlich Samstag und
Sonntag ſämtliche fünf gemeldete Flieger
Flugver=
uche machen.
Sport.
* Fußball. Die Samstag nachmittag auf der
Radrennbahn, bezw. Windmühle ausgetragenen
Fuß=
ballwettſpiele zwiſchen dem F.=K. Olympia 1898 und
dem Darmſtädter Sportklub endigte mit allen Siegen
der Olympia.
Das Erdbeben in Mittelamerika.
* New=York, 6. Mai. Nach einer Meldung aus
San Juan del Sur iſt in Cartago kein
ein=
ziges Wohnhaus ſtehen geblieben. 350 Leichen
wurden unter den Trümmern hervorgezogen. Die
Verwundeten wurden nach Jan Joſe gebracht. Neuere
Nachrichten aus der Provinz Cartago beſagen: Das
Erdbeben richtete nicht nur in Cartago großen Schaden
an, ſondern auch in den an der Eiſenbahnlinie Cartago=
Puerte=Limon gelegenen Städten.
* New=York, 6. Mai. In Cartago (Coſta
Rica) wurden bisher 450 durch das Erdbeben
Ge=
tötete geborgen. Die Verluſte an Menſchenleben bei
der Kataſtrophe beſchränken ſich auf dieſe Stadt. Diebe
und Mörder entſprangen den Gefängniſſen.
* New=York, 7. Mai. In Cartago ſind
unzwei=
felhaft über tauſend Menſchen umgekommen;
faſt die ganze Stadt iſt zerſtört. Hunderte liegen noch
unter den Ruinen, obwohl ſchon 500 Perſonen von den
Rettungsmannſchaften hervorgeholt wurden. Der
Mate=
rialſchaden beträgt 25 Millionen Dollars. Die
Ueberleben=
den erklären, der erſte Erdſtoß währte 18 Sekunden und
brachte faſt alle Gebäude zum Einſtürzen. Sofort nachher
ſtiegen gewaltige Staubwolken auf, wodurch dichte
Fin=
ſternis entſtand. Alle Telegraphiſten wurden getötet,
wes=
halb nicht ſofort Hilfe verlangt wurde. Erſt um
Mitter=
nacht, als die erſten Flüchtlinge San Joſé erreichten.
konnte ein Hilfskorps organiſiert werden. Präſident
Viquez fand die Straßen Cartagos voller Toter und
Ster=
bender. Das Erdbeben war gefolgt von gräßlichen
Sze=
nen, da in der durch Staubwolken verurſachten
Dunkel=
heit häufig in den engen Straßen Zuſammenſtöße
Ein=
zelner oder Familien erfolgten, wobei Morde und
ſon=
ſtige blutige Konflikte ſich ereigneten. Die Kataſtrophe
war nicht von vulkaniſchen Erſcheinungen begleitet und
der Peaz blieb ruhig. Indeſſen ſind große Erdſpalten
entſtanden, auch in weiterer Entfernung von Cartago.
(Frkf. Ztg.)
* San Joſe (Coſtarica), 8. Mai. Man ſchätzt,
daß in Cartago tauſend Menſchen
umge=
kommen und tauſend verletzt worden ſind.
Zwei Holzgebäude ſind die einzigen Häuſer, welche
noch ſtehen.
Darmſtadt, 9. Mai.
— Hoflieferant. Herr Adam Ober, der Inhaber
der bekannten Automobilfirma Müller u. Ober,
Karl=
ſtraße, wurde zum Großherzoglichen Hoflieferanten
ernannt.
Im Silberkranz. Heute, am9,, feiert Herr Fabrikant
B. Zentner dahier mit ſeiner Gattin ſilberne Hochzeit.
Erbauung einer Feſthalle (Konzerthauſes).
Der Plan der Erbauung eines Konzerthauſes in
Darm=
ſtadt ſcheint jetzt verwirklicht werden zu ſollen. Für
Donnerstag, den 12. Mai, abends, iſt von einem
vor=
läufigen Komitee eine Einladung zu einer Beſprechung
dieſer Frage ergangen, mit folgender Tagesordnung:
1. Eröffnungsrede des Vorſitzenden. 2. Die
Bedürfnis=
frage. Referenten: die Vertreter des Richard Wagner=
Vereins, des Muſik=Vereins und des Mozart=Vereins.
3. Darlegung des Bau= und Platzplans. Referent:
Profeſſor Pützer. 4. Die Finanzfrage. Referent:
Regie=
rungsrat Baſtian. 5. Anträge, Wünſche und Anregungen.
6. Feſtſtellung des Schlußergebniſſes.
* Der Frauenbund zu Ehren rheinländiſcher
Dichter hat am 7. und 8. Mai in Mainz ſeine erſte
Tagung gehabt. Aus dem dabein zum Vortrag
gelangten Jahresbericht wird uns mitgeteilt, daß der
Mitgliederbeſtand, der bei der Konſtituierung am
3. Juli 1909 450 Mitglieder betrug, mittlerweile auf
300 angewachſen iſt. Die Einnahmen betrugen etwas
über 3500 Mark. Die Tagung hatte für die
Teil=
nehmerinnen einen beſonderen Reiz dadurch, daß
der gleichzeitig in Mainz verſammelte „Verband der
Kunſtfreunde in den Ländern am Rhein” den Damen in
liebenswürdiger Weiſe geſtattete, an den aus Anlaß
ſeiner Tagung ſtattfindenden Feſtlichkeiten teilzunehmen.
Wie bekannt, will der Verband in jedem Jahr ein Werk
eines rheinländiſchen Dichters zur erſten Auflage bringen
und unter ſeine Mitglieder verteilen.
Der jungliberale Landesverband für das
Großherzogtum Heſſen hielt Sonntag vormittag hier
ſeine ordentliche Vertreterverſammlung ab. Die
Ver=
ſammlung genehmigte zunächſt verſchiedene
Satzungs=
änderungen. Nach dem dann vom Kaſſierer, Kaufmann
Ritſert, vorgetragenen Kaſſenbericht betrug die Einnahme
348, die Ausgabe 119 Mk. Da der bisherige erſte
Vor=
ſitzende, Finanzamtmann Bangel, ſein Amt niederlegte,
weil er die im Verband vorgeſchriebene Altersgrenze von
40 Jahren erreicht hat, wurde Diplomingenieur Ritſert
zum erſten und Lehrer Schmetzler=Worms zum zweiten
Vor=
ſitzenden gewählt. Finanzamtmann Bangel erſtattete
da=
rauf ein Referat über die gegenwärtige politiſche Lage;
der Redner erwähnte dabei auch die bevorſtehende
Reichs=
tagswahl in Friedberg=Büdingen und betonte, daß die
Jungliberalen, die von den Nationalliberalen aufgeſtellte
Kandidatur des Profeſſor Dr. Calker=Straßburg eifrig
unterſtützen werden. Zum Schluß nahm die
Verſamm=
lung die bekannte, bereits im Dezember v. Js.
veröffent=
lichte Reſolution an, die ſich gegen die Einführung des
Pluralwahlrechts in Heſſen ausſpricht. Der Tagung
wohnte Reichstagsabgeordneter Dr. Oſann bei.
Am Sonntag Vormittag fand auch im Hotel Heß
hierſelbſt die Frühjahrs=Vorſtandsſitzung des
Reichs=
verbandes der Vereine der
nationallibe=
ralen Jugend ſtatt. Die Verhandlungen waren
je=
doch vertraulicher Natur. Am Abend vorher hielt der
hieſige Jungliberale Verein eine öffentliche Verſammlung
ab, in welcher der Vorſitzende des Reichsverbandes, Herr
Dr. Fiſcher=Köln ſprechen ſollte. Der Redner war
jedoch am Erſcheinen verhindert.
St. Der Königlich rumäniſche Zürkus Céſar Sidoli,
der zurzeit ſeine rieſigen Zelte auf dem Marienplatz
aufgeſchlagen hat, erfeut ſich größter Sympathien des
Publikums, was der allabendlich ſtarke Beſuch beweiſt.
Und mit Recht darf dieſer Zirkus ſich ein
Etabliſſe=
ment erſten Ranges nennen, das ſeine Exiſtenz nicht
irgend einem Reklametrick verdankt und allein auf
dieſen zugeſchnitten iſt. Er offenbart ſich auch dem
Laien ſofort als ein auf ſolider Grundlage
aufgebau=
tes Unternehmen, dem beſtes Können auf dem
inter=
eſſanten und vielſeitigen Gebiete zirzenſiſcher Künſte,
wie auch erſtklaſſiges, ja z. T. hervorragend ſchönes
Pferdematerial es ermöglichen, mit allen, auch dem
Rahmen nach größeren Unternehmungen, die Konkurrenz
erfolgreich aufzunehmen. Denn die Darbietungen des
Zirkus Sidoli ſind außerordentlich reichhaltig und
mannigfaltig. Sie umfaſſen Hoch= und
Parterregym=
naſtik, Akrobatik und Tierdreſſuren verſchiedener Art,
wenn auch den Pferdedreſſuren und der Reitkunſt der
breiteſte Platz im Programm eingeräumt iſt. Von
dieſem ſind in erſter Linie die Maſſenpferdedreſſuren
des Herrn Direktors Céſar Sidoli zu nennen, die
in ihrer Art wohl konkurrenzlos daſtehen dürften.
Die Vorführung von 16 feurigen Rapphengſten, die
ungezäumt und feſſellos, einzig dem Blick und der
Peitſche gehorchend, ihre ſchwierigen Pas, Touren und
Sprünge, ausführen, iſt eine Bravourleiſtung der
Pferdedreſſur und erregt Bewunderung ebenſo wie die
ähnliche Vorführung zahlreicher anderer Pferde, von
denen noch die Schimmel und Grauſchimmel beſonders
hervorgehoben ſeien. Auch die gediegenſte Art der
Reitkunſt wird im Zirkus Sidoli beſtens gepflegt und
die „hohe Schule” hat in dem Enſemble zwei
hervor=
ragende Vertreter in Fräulein Leokadia von
Wallberg, die ihren andaluſiſchen Hengſt „Monte
Carlo” mit meiſterhafter Fertigkeit reitet, und in
Herrn Carl Petolatti, der ſein prächtiges Roß,
das ausſchließlich dem Schenkeldruck gehorcht,
eben=
falls in allen Gangarten der hohen Schule vorführt.
Als engliſche Reiterin auf ungeſatteltem Pferd feiert
Miß Anni Triumpfe, während Miſter Georg
Francois als moderner Jongleur und Malabariſt
zu Pferde und der rumäniſche Serbaneseu in der
Texas=Voltige Muſterbeiſpiele von Gewandtheit und
Kühnheit geben. — Eine ganz reizende und durchaus
neue Darbietung iſt die Vorführung von 14 Angora=
und Hauskatzen durch Madame Smarada. Es
iſt in der Tat erſtaunlich, was dieſe bekanntlich ſehr
ſchwer zu dreſſierenden Tierchen leiſten. Sie fahren
im Luftſchiff und ballancieren auf Stäben und
Stan=
gen, veranſtalten Wettklettern und Rennen. Allem
aber ſetzen zwei der Kätzchen die Krone auf, die an
Stangen bis zu der Spitze des Zeltes hochklettern und
dann in ein aufgeſpanntes Netz herabſpringen.
Die=
ſen kleinſten Vierfüßlern folgt ein rieſiger Elefant
„Blondin” der von Mr. Alfredo Sechi
vor=
geführt wird und ſeinem Herrn und Meiſter in jeder
Beziehung Ehre macht.
Von den übrigen Nummern ſeien noch beſonders
hervorgehoben die 3 Levtardys, „the fying stars”
die an fliegenden Travezen die waghalſigſten Tricks
ausführen, Les 6 Peres, die an und auf
freiſtehen=
den Leitern mit erſtaunenswerter Sicherheit und
Ge=
wandtheit operieren, und Mlle. Dolores eine
jugendliche Künſtlerin, die auf dem ſtraff geſpannten
Drahtſeil ſehr Beachtenswertes leiſtet. Für den
Hu=
mor, der natürlich auch im Zirkus in althergebrachter
Weiſe eine große Rolle ſpielt, ſorgen eine ganze
An=
zahl tüchtiger Clowns und Auguſte, von denen die
Herren Garzon, Marzelli und Battiota als
„Soliſten” auf dem Programm figurieren. — Auf
Grund des Geſagten darf der Beſuch des Zirkus
warm empfohlen werden. Der große Umzug durch
die Straßen, der geſtern leider infolge des Regeus
ab=
gekürzt werden mußte, zeugte von der Güte des
Pferde= uſw. Materials
Erfelden, 7. Mai. Heute mittag um ½1 Uhr
iſt hier ein Ballon, der nach Koblenzgehört, nieder
gegangen. Er befindet ſich auf hieſiger Großh.
Bürger=
meiſterei in der Hofreite in Verwahrſchaft.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korrefp.=Bureau.)
* Berlin, 8. Mai. Der Kaiſer hat im
Einver=
nehmen mit Rooſevelt wegen der durch den Tod des
Königs Eduard eingetretenen Trauer das Programm
für den Empfang Rooſevelts eingeſchränkt.
Rooſe=
velt wird mit Famile bei dem amerikaniſchen Botſchafter
Mr. Hill abſteigen und alsdann mit Frau Rooſevelt und
ſeinen Kindern einer Einladung des Kaiſerpaares nach
dem Neuen Palais zum Frühſtück folgen. Für den
näch=
ſten Vormittag iſt eine militäriſche Uebung in Döberitz in
Ausſicht genommen. Für den 12. Mai hat der
Reichs=
kanzler ein Diner in kleinerem Kreiſe zu Ehren Rooſevelts
geplant. Die Vorleſung in der Univerſität findet
pro=
grammäßig ſtatt.
* Berlin, 7. Mai. Die (Wertzuwachs
ſtenerkommiſſion des Reichstages beendere
die zweite Leſung des Geſetzes.
* Berlin, 7. Mai. Aus Deutſch=Oſtafrika
mel=
det der ſtellvertretende Gouverneur, daß nach einem
Be=
richt des Hauptmanns Brentzel in Udjidji die Landſchaft
Süd=Ujungu durch räuberiſche Banden beunruhigt wird.
Die Rebellen plündern in den regierungstreuen
Landſchaf=
ten und griffen auch eine Askaripatrouille an, wobei ein
Askari getötet wurde. Der genannte Offizier hält ein
Uebergreifen der Unruhen auf friedliche Stämme für
un=
wahrſcheinlich. Die 10. und die halbe 6. Kompagnie
wur=
den unter dem Oberbefehl des Hauptmanns Brentzel nach
Süd=Ujungu entſandt.
* Berlin, 7. Mai. Die „Germania” berichtet: Der
Landesausſchuß der preußiſchen
Zen=
trumspartei war heute in Berlin verſammelt
und überaus zahlreich aus allen Teilen Preußens
be=
ucht. Außer anderen Gegenſtänden wurde auch die
allgemeine politiſche Lage beſprochen,
ramentlich ſoweit ſie durch die Beſchlüſſe des
Herren=
hauſes zur Wahlrechtsvorlage beeinflußt erſcheint. Die
lange und eingehende Beratung ergab Einmürigkeit in
allen entſcheidenden Fragen. Beſchlüſſe wurden nicht
gefaßt, da der Landesausſchuß den Fraktionen des
Reichstages und des Abgeordnetenhauſes vorzugreifen
nicht berufen iſt. Der Landesausſchuß ſprach der
Zen=
trumsfraktion des Abgeordnetenhauſes volles
Vex=
trauen und Anerkennung für das bisherige Verhalten
in der Wahlrechtsfrage aus.
* Wildpark (Potsdam), 8. Mai. Der Kaiſer traf
hier heute vormittag nach 10½ Uhr, von Wiesbaden
kommend, ein. Zum Empfange fanden ſich ein: die
Kaiſerin mit der Prinzeſſin Viktoria Luiſe, der
Kron=
prinz und die Kronprinzeſſin, Prinz und Prinzeſſin
Eitel Friedrich, Prinzeſſin Auguſt Wilhelm und Prinz
Oskar. Die Allerhöchſten Herrſchaften begaben ſich in
Automobilen nach dem Neuen Palais.
* Heidelberg, 8. Mai. Die heute vormittag 10½ Uhr
durch ihren Vorſitzenden, Herrn Daler=Karlsruhe,
eröff=
nete Hauptverſammlung des Landesverbandes badi
ſcher Schloſſermeiſter nahm nach den
verſchiede=
nen Begrüßungsanſprachen und nach Erledigung der
reichhaltigen Tagesordnung einſtimmig eine Reſolution
an, welche den Vorſtand beauftragt, die geſetzliche
Einfüh=
rung einer dreieinhalbjährigen Lehrzeit, ſowie eine
Ab=
änderung der Beſtimmungen über die Zahl der zu
halten=
den Lehrlinge im Sinne der Vorſchläge der Mannheimer
Handwerkskammer in die Wege zu leiten. Zum
nächſt=
jährigen Verſammlungsort wurde Villingen gewählt.
* Mannheim, 8. Mai. Großherzog Friedrich und
Gemahlin, ſowie Prinz Max von Baden trafen um
2 Uhr 46 Min. auf dem hieſigen Hauptbahnhof ein und
werden den heutigen Rennen beiwohnen.
* Nürnberg, 7. Mai. Vermißt werden zwei
Angeſtellte der Faberſchen Bleiſtiftfabrik. Sie machten
am Himmelfahrtstage einen Ausflug in die Fränkiſche
Schweiz und ſind als eifrige Höhlenbeſucher vermutlich
in einer Höhle verunglückt.
* Angsburg, 7. Mai. Der ehemalige
komman=
dierende General des zweiten bayeriſchen Armeekorps,
der langjährige Militärbevollmächtigte in Berlin
Freiherr Reichlin von Meldegg, iſt heute früh
im Alter von 64 Jahren geſtorben.
* Inusbruck, 8. Mai. Heute früh iſt hier
Schnee=
fall eingetreten, der bis zu den Abendſtunden
an=
hielt. Auf den Feldern liegt die Schneedecke 30
Zenti=
meter hoch. In den Bergen beſteht große
Lawinen=
gefahrt.
* Rom, 8. Mai. Der Deputierte Guido
Pom=
pili, früherer Unterſtaatsſekretär im Miniſterium
des Aeußern, erſchöß ſich heute früh in einer
Privat=
klinik. Den Grund zu dieſer Aufſehen erregenden Tat
bildet der Tod ſeiner Gattin, die in der vergangenen
Nacht nach langer Krankheit geſtorben iſt.
* Stockholm, 7. Mai. Rooſevelt iſt mit ſeiner
Familie hier eingetroffen; er wurde vom Herzog von
Soedermanland empfangen und nach dem königlichen
Schloſſe geleitet.
* Stockholm, 7. Mai. Heute abend fand zu Ehren
Rooſevelts ein Feſtmahl ſtatt, bei dem
Mini=
ſterpräſident Lindmann einen Trinkſpruch auf den
Gaſt ausbrachte, in welchem er zunächſt des Todes des
Königs Eduard gedachte. Rooſevelt dankte in einer
Erwiderung für den herzlichen Empfang und ſchloß
mit einem Hoch auf das Wohlergehen Schwedens.
* Helſingfors, 7. Mai. Der Landtag hat
einſtim=
mig den Antrag der Kommiſſion für die Grundgeſetze
an=
genommen, die Erklärung abzugeben, da die
Geſetzesvor=
lage über die das geſamte Reich betreffenden Geſetze die
finniſchen Grundgeſetze ſtark verändere, und der Landtag
ſein Recht, ſolche Fragen zu entſcheiden, nicht im Stiche
laſſen könne, ſo halte er es für unmöglich, ſein Gutachten
zu dieſer Geſetzesvorlage abzugeben. Die Sitzung des
Landtages begann um 11 Uhr morgens und dauerte bis
um 9 Uhr abends.
* Tokio, 7. Mai. Morgen erſcheint ein amtliches
De=
menti des Zeitungsgerüchtes von der Unterzeichnung
eines ruſſiſch=japaniſchen politiſchen
Ab=
kommens.
Briefkaſten.
A. E. Nicht das Handelsgeſetzbuch, ſondern § 1.
der Gewerbeordnung hat die Beſtrafung bedingt. Ob
Sie zur Führung einer Firma verpflichtet ſind, kann
richt aus den Grundlagen erſehen werden. Auskunft
erteilt das Regiſtergericht Amtsgericht Darmſtadt I.
Familien= und Vornamen ſind an der Außenſeite oder
am Eingange des Ladens in deutlich lesharer Schrift
anzubringen. Das Polizeiamt erteilt Auskunft.
Solange Sie keine Firma führen, können Sie
inſerie=
ren, wie Sie wollen.
J.
Nummer 106.
Verkaufs-
Sstellen durch
dieses Plakat
kenntlich.
2083M
Fabrik ant:
August Jacobi
Darmstadt.
Geſchäftliches.
Gelegentlich der großen Schlacht= und
Maſt=
vieh=Ausſtellung zu Frankfurt a. M. kaufte die
hieſige Firma Louis Hein, Hofmetzger, Schuſtergaſſe,
eine Anzahl feinſter prämiierter Saugmaſtkälber,
ſogenannte Doppellender und ſind ſolche unentgeltlich
vom 10.—20. d. Mts. im Geſchäftslokal einzuſehen. (9822
Auf derſelben Ausſtellung waren unter den
zahl=
reichen zur Schau geſtellten Prachtexemplaren zwei ganz
hervorragende, ausgemäſtete, zirka 8 Wochen alte
Doppel=
lender, Kälber, im reſpektablen Gewicht von zirka 800 Pfd.
zu ſehen. Dieſelben ſind von Herrn Hofmetzger Heeb
hier angekauft und werden heute Montag im hieſigen
Schlachthofe geſchlachtet.
(9839
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer guten Mutter,
Groß=
mutter, Schweſter und Tante
(9855
Frau
Barbara Schoepp
insbeſondere Herrn Pfarrer D. Dr. Diehl für die
troſtreiche Grabrede und den evangeliſchen
Ge=
meindeſchweſtern für die liebevolle Pflege der
Ent=
ſchlafenen während ihres langen Krankenlagers,
ſowie für die reichlichen Blumenſpenden ſprechen
wir hiermit unſeren herzlichen Dank aus.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
W. Schoepp, Civilingenieur,
nebst Frau u. Kindern.
Darmſtadt, Saarbrücken, 9. Mai 1910.
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden unſeres lieben Vaters und Bruders
Herrn Valentin Schäfer
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank,
insbe=
ſondere Herrn Pfarrer Dingeldey für die
troſt=
reichen Worte am Grabe, den Beamten und der
Arbeiterſchaft der Firma Luther, dem Brennerklub
Wallachei” (die ſämtlich Kränze am Grabe des
Verſtorbenen niederlegten), ſowie der ganzen
Nachbarſchaft.
(9856
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Schäfer, geb. Ballmert,
nebſt Kindern.
Darmſtadt, 8. Mai 1910.
Todes-Anzeige.
Dem Herrn unſerem Gott hat es gefallen,
unſere liebe und für uns bis zuletzt treu
be=
ſorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
Schweſter und Tante
(9859
Frau Sophie Walter
geb. Vogel
nach langem, ſchwerem Leiden heute Mittag
12½ Uhr in die obere Heimat abzurufen.
Offenb. 7, 14—17.
Für die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Walter.
„. Jung.
Therese Walter.
Darmſtadt, Groß=Gerau, den 8. Mai 1910.
Die Beerdigung findet Dienstag Nachmittag
um 5 Uhr, von der Leichenhalle des ſtädt.
Friedhofs aus, ſtatt.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die ſchmerzliche Nachricht, daß unſer
treubeſorgter Gate und Vater
(B9858
Herr Joseph Bond
nach langem, ſchwerem Leiden ſanft
verſchie=
den iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 8. Mai 1910.
Die Beerdigung findet am Dienstag
Nachmit=
tag um 5 Uhr, vom Sterbehauſe,
Wingerts=
gäßchen 9 aus, auf dem Beſſ. Friedhofe ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben, unvergeßlichen
Gatten und unſeres Vaters
(9851
Herrn Jakob Dönges
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank,
ins=
beſondere Herrn Pfarraſſiſtent Lautenſchläger für
die troſtreichen Worte am Grabe, der Schweſter
Wilhelmine für die liebevolle Pflege, ſowie für
die zahlreichen Blumen= und Kranzſpenden.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten die
Mitteilung, daß geſtern abend 9 Uhr mein
lieber Gatte, unſer treubeſorgter Vater,
Schwie=
gervater und Großvater
(9860
Herr Friedrich Diehl
Werkführer a. D.
im 69. Lebensjahre nach längerem, mit Geduld
getragenen Leiden, ſanft entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen
i. d. N.:
Elisabethe Diehl.
Darmſtadt, Mainz, den 8. Mai 1910.
Die Beerdigung findet Dienstag den 10. Mai,
nachmittags 5 Uhr, vom ſtädtiſchen
Kranken=
haus (Grafenſtraße) aus, ſtatt.
Jür die wohltuenden Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem infolge Scharlacherkrankungen.
eingetretenen jähen Verluſte unſeres lieben Sohnes
und Bruders
(9857
und meiner unvergeßlichen Frau, unſerer Mutter
bitten wir den Ausdruck unſeres wärmſten Dankes
entgegenzunehmen.
Darmſtadt, 7. Mai 1910.
Rechnungsrat Wilkelm Beck,
Ober=Poſtſekretär a. D.,
Willi Beck, Regierungsbaumeister,
Josefine Beck.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (C). „Julius Cäſar”.
Saalbautheater, Anf. 8½ Uhr: „Der fidele Bauer”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Zirkus Sidoli.
Zuſammenkunft der Plattdeutſchen Vereinigung um
—8½ Uhr im Reſtaurant Sitte.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Ji. Kroſ, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
Für die Pfingst=Feiertag
Versand ab Mittwoch, den
Bestellungen hierauf nehmen jetzt schon die bekannten Verkaufsstellen, sowie die
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(9816
Seite 82
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 1910.
Nummer 106.
Nachdruck verboten!
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sie beide können nicht auf eine Fussbekleidung
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zichten, die unter Berücksichtigung ihres besonderen
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Ueberſetzt aus dem Engliſchen.
(Nachdruck verboten.)
17)
Hiroſhima, November 1904.
Morgen werden’s vier Wochen, daß ich keinerlei
Nachricht aus Amerika bekommen habe. Es iſt, als ob
nichts mehr über den Ozean herüberkäme, ſelbſt die
Wellen nicht.
Mein Denken und Schaffen geht augenblicklich nicht
über Kindergärten und Lazarett hinaus. Den täglichen
Fortſchritt meiner klugen Kinder zu ſehen, iſt ein
be=
ſtändiger Antrieb. Die Hoſpitalbeſuche aber ſind eine
freiwillig übernommene Aufgabe, die durch
Wieder=
holung nicht leichter wird. Du weißt, wie ich vor dem
Anblick des Schmerzes zurückſchrecke und mein ganzes
Leben hindurch danach geſtrebt habe, Unangenehmes zu
umgeh’n. Nun alſo, es iſt eine Qual, Tag für Tag die
ſchrecklichſten Schmerzen mit anſehen zu müſſen. Aber
angeſichts der größeren Lebenswerte, des nahen
Rie=
ſenkampfes, der Todeskämpfe Kranker und
Verwun=
deter, der Leiden und Tränen von Frauen und
Kin=
dern verlieren ſich meine eigenen kleinen
Kümmer=
niſſe im Gewirr, und mein einziger, verzehrender
Wunſch iſt, zu helfen, zu lindern, wo ich nur irgend
kann.
Letzte Woche nahmen wir außer dem Inſtrument
zwei große Körbe voll Blumen für die Schwerkranken
mit. O, wenn ich Dir nur begreiflich machen könnte,
wie ſie die Blumen ſchätzen! Männer, die ſo krank
waren, daß ſie nicht den Kopf heben konnten, ja
Ster=
bende ſtreckten ihre Hände nach einer Blume aus und
lagen damit ſtill zufrieden da. Einer, der beide Arme
verloren hatte, bat mich um eine, als mein Korb gerade
leer war. Ich hätte meinen Monatsgehalt hingegeben
für eine Roſe, aber alles, was ich noch hatte, war ein
verweltes, kleines Stiefmütterchen. Er bedeutete mir,
ihm dies zu geben und in eine zerbrochene Flaſche, die
an der Wand hing, zu ſtecken, damit er es ſehen könne.
Wenn ich nicht manchmal Ablenkung hätte, könnte
ich’s nicht aushalten. Geſtern war des Kaiſers
Ge=
burtstag, und wir hatten frei. Ich unternahm mit
einigen Mädchen einen langen Bummel über Land.
Die Felder waren leuchtend gelb, ſchwer und reich von
Weizen beſtanden und der Ernte wartend. Tiefviolett
ragten die Berge, und der Himmel war ſo lieblich blau,
daß die ganze Welt ein Ort des Glückes und der Freude
zu ſein ſchien. Herbſteszeit in Japan bringt nicht
Ge=
danken an Tod und Verweſung, ſondern vielmehr den
Uebergang in eine wundervolle Ruhe, in Träumerei
und Weltvergeſſenheit. Solcher Friede ſchwebte über
der Landſchaft, daß man kaum glauben konnte, daß die
langen, ſchwarzen Linien auf der fernen Landſtraße
Verwundete ſeien, die auf ihren Bahren ins Lazarett
gebracht wurden.
Hiroſhima, Dezember 1904.
Letzten Samstag fuhr ich über die Bucht, um einen
unſerer Zweigkindergärten zu beſuchen. Viele ruſſiſche
Gefangene ſind auf dieſer Inſel einquartiert, und es
intereſſierte mich außerordentlich, zu ſehen, wie gut ſie
es haben. Japaniſche Beamte unterhalten ſie aufs beſte
mit Konzerten, Picknicks uſw. Stelle Dir vor, daß
eine Schar der großen, muskulöſen Männer mit zwei
kleinen japaniſchen Wachen auf einen Tagesausflug
gelaſſen werden! Natürlich iſt es rein unmöglich, von
der Inſel zu entkommen, aber ich glaube gar nicht, daß
ſie gern möchten. Man hat tatſächlich einen Koch aus
Wladiwoſtok kommen laſſen, damit ſie ruſſiſche
Nahr=
ung hätten, und das Beſte auf dem Markte kommt zu
ihnen. Die Gefangenen, die ich ſah, waren ſehr
ver=
gnügt und ſchienen ſich wie Schulbuben zu amüſieren.
Freilich! es iſt allerdings tauſendmal bequemer,
Ge=
fangener in Japan zu ſein als Soldat in der
Mandſchurei.
Heute blieben wir nur wenig Minuten zum
Be=
uch im Lazarett, aber ich bin froh, daß ich mitging. Als
mich der Arzt durch einen der Säle mit Schwerkranken
führte, ſah ich einen großen, verwilderten Ruſſen mit
einem ſo böſen Geſicht daliegen, daß ich ihm ein
Sträuß=
chen kaum anzubieten wagte. Aber ich wollte ihn doch
nicht übergehen und legte es zaghaft unten an ſein
Bett. Wie groß war mein Erſtaunen, als er nach dem
erſten Blick darauf beide Hände vors Geſicht ſchlug und
ſchluchzte wiegein kleines=Kind. Haſt=ä Schmerzen,
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Moutag, den 9. Mat 1910.
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fragte ihn der Arzt. Nein, ſagte er kurz, ich habe
Heim=
weh! Ach, Liebe, da war’s aus mit meiner Faſſung!
Wußte ich nicht beſſer als irgend jemand, wie ihm
zu=
mute war? Ich kniete vor ſeinem Bett nieder und
ſtreichelte ihn und ſagte ihm, wie leid er mir tue,
ob=
wohl er kaum ein Wort davon verſtand.
Und heute früh hätte ich tanzen und ſingen mögen,
als ich hörte, daß er operiert worden ſei und nach Hauſe
dürfe. Faſt täglich finden feierliche militäriſche
Be=
gräbniſſe ſtatt, und ſie ſind tief ergreifend. Geſtern
wurden) zweiundzwanzig Offiziere zuſammen
begra=
ben, und die Schule ſtand eine Stunde Spalier, um ſie
zu ehren. Der Leichenzug war höchſt wirkungsvoll mit
den buddhiſtiſchen Prieſtern in prächtigen Roben und
den Leidtragenden in Weiß und Blau. Zuerſt kam der
viereckige Kaſten mit der Aſche, dann das Pferd des
Offiziers und dann Kulis mit kleinen Bäumen für
die Gräber. Es folgte ein großes Bild des
Verſtor=
benen und etwa ſein Schwert oder Mantel. Dann
kamen die glattraſierten Prieſter in herrlicher
Ge=
wandung und zuletzt die Leidtragenden, die kleine
Bretter mit Reiskuchen trugen, die auf das Grab
ge=
ſetzt werden. Die Frauen, Mütter und Töchter fuhren
in Iinrikſchas demütig, mit gefalteten Händen und
niedergeſchlagenen Augen. Solche ruhige, ergebene
Geſichter habe ich nie geſehen, manches bleich und
ver=
härmt, aber jedes vollſtändig beherrſcht. Unter ihnen
allen gab ſich nur eine einzige ihrem Schmerze hin,
eine gebeugte, alte Frau mit dünnem, grauem Haar,
das kurz abgeſchnitten war; ſie bedeckte ihr Geſicht mit
den Händen. Sie hatte zwei Söhne in einer Schlacht
verloren, und der Aufſchrei ihres kummervollen
Her=
zens war mächtiger als alle religiöſen Vorſchriften.
Hiroſhima, Dezember 1904.
Beſinnſt Du Dich auf die Worte eines Iren: Unſer
Leben könne recht ſorglos ſein, wenn es nicht ums
Ver=
gnügen wäre? Nun ſiehſt Du, auch mir würde es in
Japan ganz gut gehen, wenn nicht die fröhlichen Weih=
nechen minen. Danmn enreit nig ein ſe eniſthihe
Sehnen nach meinen Lieben und nach chriſtlichen
Lan=
den, daß ich zittere wie die Nadel in der Nähe des
Magneten! Aber nächſte Weihnachten! Ich ſpringe bis
an die Decke, wenn ich nur daran denke.
Die Schule des Lebens iſt ſo wie ſo nicht leicht. Wenn
aber eine Schwache, wie ich, um drei Plätze zu hoch
ge=
ſetzt wird, ſo iſts mehr als ſchlimm für ſie. Aber es
kommt mir nicht auf den Kampf ums Heimweh an, wenn
ich nur gut abſchließe. Als ich herkam, gab es zwei
Kin=
dergärten, nun ſind es ihrer neun, außer der großen
Uebungsſchule. Jede andere hätte ebenſo viel für das
Gedeihen der Arbeit tun können; aber eins ſteht feſt: die
Arbeit konnte nicht für jede andere das ſein, was ſie mir
war. Aeußerlich bin ich derſelbe Sauſewind wie früher,
aber innen ſiehts gar anders aus, Kameradin, das mußt
Du mir eben glauben. Ich fange an, die Schickſalsſchläge
ähnlich aufzufaſſen wie früher das Kräuſeln der Haare
mit dem heißen Eiſen — es riß und brannte mich
manch=
mal, aber das machte nichts, wenn ich nur ſchöner wurde.
So dienen mir jetzt meine Kümmerniſſe als eine Art
Lockenbrenner für meinen Charakter.
Dein plötzlicher Entſchluß, Deine für den Frühling
geplante Reiſe nach Europa aufzugeben, iſt mir ein
Rät=
ſel. Ich kann mir nach all den Plänen und Träumen
nicht denken, was Deinen Sinn ſo vollkommen geändert
haben mag. Dir ſcheint jetzt nicht mehr das geringſte daran
zu liegen, Kameradin; ich verlange eine ausführliche
Er=
klärung! Du haſt mir alle Taſchen umgekehrt, um hinter
meine Geheimniſſe zu kommen. Wie ſteht es mit Deinen?
Haſt Du einen Lebenszweck gefunden? Wirſt Du
Opern=
ſängerin, Abſtinenzrednerin oder ſo etwas ähnliches? Du
biſt ſo ſchrecklich tugendhaft, daß ich auf das Schlimmſte
gefaßt ſein muß.
Ich wünſchte, es hörte nun bald auf zu regnen. Die
Berge ſind hinter grauen, undurchdringlichen Nebeln
ver=
ſteckt, und das trip, trip! des Regens von Dach und Baum
i ſeie ehelernde Auſt. Ic gede muir die e
Mühe, es mir im Zimmer behaglich zu machen. Auf dem
Roſt habe ich ein tüchtiges Feuer aufgetürmt und im
Her=
zen all die Lichtlein vor den kleinen Schreinen angeſteckt,
und nun räuchere ich Weihrauch für die Geliebten, die ich
hatte und noch habe.
Nach dem Tee ließ der Regen ein Weilchen nach, und
ich ſtürzte ins Freie. Ich hatte den ganzen Morgen
hin=
durch Weihnachtsmärchen geleſen, und die erinnerten mich
ſo ſtark an zu Hauſe, daß mir ziemlich ſchwummrig
wurde. Mein Spaziergang aber brachte mich bald wieder
völlig ins Gleiſe. Ein kahler, zahnloſer Alter hielt mich
unterwegs an und fragte, woher ich käme. Als ich es ihm
ſagte, meinte er, das ſei doch zu wunderbar, und wünſchte
mir viel Vergnügen. Dann rannte eine Frau mit ihrem
Kinde auf dem Rücken heraus und bat mich, dem Kinde
mein Haar zu zeigen. Ein halb Dutzend Kinder und
zwei Hunde liefen immer hinter mir drein, und ein alter
Mann und ſeine Frau lehnten am Brunnen und lachten
laut auf, weil Ausländer ſo komiſch wären.
Wenn alſo jemand meint, Japan ſei ein recht
paſſen=
der Schmollwinkel für ihn, ſo irrt er ſich gewaltig. Ich
trat meinen Spaziergang in der Laune eines Napoleon
auf Sankt Helena an, und ich kam fidel, aufgekratzt,
heiß=
hungrig zurück.
Ich habe dieſen Winter auch probiert, Gedichte zu
le=
ſen, aber ich komme nicht recht weiter. Das kommt davon,
daß ich fünf Pfund zugenommen habe, und ich fürchte, ich
werde zu dick. Ich weiß nur eine dicke Perſon, die
Ge=
dichte gern hatte, und dieſe häkelte Sofadeckchen!
Uebrigens habe ich nun auch ſtricken gelernt! Siehſt
Du, ſo und ſo oft muß ich die liebenswürdige Wirtin
ſpielen und koche doch dabei innerlich wie ein Vulkan.
Darum entſchloß ich mich, etwas zur Hand zu nehmen,
an dem ich meine Wut auslaſſen könne. Es iſt ganz
er=
ſtaunlich, wieviel ſchlechte Laune man in ein Strickzeug
hineinſtecken kann.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 106a
Bekanntmachung.
Betr.: Ausführung von Waſſerleitungs=
Einrichtungen.
Anläßlich verſchiedener Vorkommniſſe
machen wir darauf aufmerkſam, daß nach
§ 3 der „Satzungen für die Abgabe von
Waſſer aus dem ſtädtiſchen Waſſerwerk zu
Darmſtadt” es allein dem Waſſerwerk
vor=
behalten iſt, die Zuleitungen zu
Grund=
ſtücken und Gebäuden vom Straßenrohr
bis zum Waſſermeſſer auszuführen, wie
ihm auch die Unterhaltung dieſer Leitungen
obliegt.
Soll danach ein Waſſermeſſer nicht in der
Nähe des Haupthahnes, ſondern aus
beſon=
deren Gründen von demſelben entfernt
Auf=
ſtellung finden, darf die Leitung zwiſchen
Haupthahn und Waſſermeſſer nur vom
ſtädtiſchen Waſſerwerk ausgeführt werden.
Wir erinnern gleichzeitig daran, daß auch
nur das Waſſerwerk befugt iſt, die
Waſſer=
meſſer von ihrem Platz zu entfernen.
Darmſtadt, den 3. Mai 1910.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung
Darmſtadt
Rudolph.
(9666fod
Bekanntmachung.
Die Lieferung von Leinen, Stoffen zu
Kleidern uſw. für das ſtädtiſche
Kranken=
haus ſoll im Wege der Verdingung
ver=
geben werden.
Wir laden diejenigen Lieferanten, welche
ſich bei der Lieferung zu beteiligen gedenken,
ein, ihre verſchloſſenen Angebote auf
vor=
geſchriebenem Formular, welches auf der
Geſchäftsſtube des ſtädtiſchen Krankenhauſes
in Empfang genommen werden kann,
Mittwoch, den 25. Mai 1910,
vormittags zwiſchen 10 und 12 Uhr,
in den am Haupteingang angebrachten
An=
gebotkaſten einzulegen, Muſterſtücke dagegen
ſind bei dem Oberverwalter des ſtädtiſchen
Krankenhauſes abzugeben.
Gleichzeitig bemerken wir, daß bei den
einzureichenden Muſtern nur gute Ware
verlangt wird. Den Intereſſenten wird jede
gewünſchte Auskunft unter Vorlage von
Muſtern durch den Oberverwalter des ſtädt.
Krankenhauſes erteilt werden.
Die Genehmigung der Vergebung, ſowie
die Auswahl unter allen Anbietenden bleibt
Großh. Bürgermeiſterei vorbehalten.
Darmſtadt, den 4. Mai 1910. (9825os
Die Krankenhausdirektion:
Dr. Fiſcher.
Konkursverfahren.
Ueber den Nachlaß des Holz=, Kohlen=
und Baumateriglienhändlers Philipp!
Höhl III. in Griesheim bei Darmſtadt
wird heute, am 6. Mai 1910, nachmittags
5½ Uhr, das Konkursverfahren eröffnet.
Der Amtsgerichtstaxator Ernſt Wolff
in Darmſtadt, Mühlſtraße 62½, wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
25. Mai 1910 bei dem Gerichte
an=
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die
Wahl=
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 120 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forde=
rungen auf
Montag, den 6. Inni 1910,
nachmittags 3½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, neues
Gerichtsgebäude, Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 118,
Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 25. Mai 1910
(9854
Anzeige zu machen.
Großh. Amtsgerichts Darmſtadt II.
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Müller & Ober, Karlſtraße 30.
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kunft und Rückſprache für jedermann an
Ortsund Stelle. Poſtkarte genügt. (8411a
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Erfolg!
Darmſtädter Tagblätt, Montag, den 9. Mai 1910.
Bekanntmachun g.
Störungen der Ruhe und Ordnung durch Muſizieren betreffend.
Anhaltendes Muſizieren, insbeſondere Klavierſpielen, Singen, Spielenlaſſen
von mechaniſchen Muſikautomaten (Grammophonen und dergleichen) im Freien
oder bei offenen Fenſtern bildet meiſt eine erhebliche Beläſtigung der Nachbarſchaft
und erfüllt häufig den Tatbeſtand des § 360 Ziffer 11 des Reichsſtrafgeſetzbuches (
unge=
bührliche Erregung ruheſtörenden Lärms oder Verübung groben Unfugs).
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, gegebenenfalls einzuſchreiten.
Darmſtadt, den 4. Mai 1910.
(9821oi
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Seite 11.
Aenderung der §§ 8—10 des Ortsbauſtatuts
für die Stadt Darmſtadt.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 11. November v. J. werden,
nach Begutachtung durch den Kreisausſchuß, mit Genehmigung Großh. Miniſteriums
des Innern vom 19. ds. Mts., zu Nr. M. d. J. 6124, die §§ 8—10 des Ortsbauſtatuts
für die Stadt Darmſtadt vom 26. Mai 1886 hiermit aufgehoben und durch folgende
Beſtimmungen erſetzt, die ſofort in Kraft treten:
Der jetzige § 8 fällt weg. An ſeine Stelle tritt der jetzige § 9 als § 8.
Als § 9 wird eingeſchoben:
Zu Artikel 21 Allgemeine Bau=Ordnung.
§ 9.
Die Anlieger haben nach Maßgabe der Vorſchriften des Artikels 21 der
All=
gemeinen Bau=Ordnung zu tragen:
1. Den Aufwand für den Erwerb des für die Straßen einſchl. der
Straßen=
kreuzungen erforderlichen Geländes.
2. Die Koſten der für die Herſtellung des Straßenkörpers (Fahrbahn und
Bürger=
ſteige einſchließlich der Straßenkreuzungen) erforderlichen Erd=Arbeiten.
3. Die Koſten der den Bedürfniſſen des Verkehrs entſprechenden erſten Einrich
tung der Straße mittels Chauſſierung der Fahrbahn und Pflaſterung der
Goſſen.
4. Die Koſten für Herſtellung von Fußſteigen nach Maßgabe der Vorſchriften
des § 10.
Inſofern es in einzelnen Fällen (wie insbeſondere bei Straßendurchbrüchen) zu
ungerechtfertigten Härten führen würde, die Anlieger nach vorſtehenden Beſtimmungen
heranzuziehen, kann die Stadt durch Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung für
einzelne Straßen oder Straßenteile die obenverzeichneten Aufwendungen ganz oder
teilweiſe übernehmen.
Als § 9a wird eingeſchoben:
§ 9a.
Die Ermittelung und Verteilung der nach § 9 von den Anliegern zu erſetzenden
Koſten erfolgt nach den Vorſchriften des Artikels 21, Abſatz 2 der Allgemeinen
Bau=
ordnung.
Sofern nicht ſämtliche beteiligten Grundeigentümer das erforderliche
Straßen=
gelände der Gemeinde unentgeltlich in Eigentum übertragen, wird bei Ermittelung der
Gelände=Erwerbskoſten unter Zugrundelegung des Preiſes des etwa gegen Entgelt
er=
worbenen Geländes und auf Grund eines Gutachtens des Ortsgerichts von der
Bürger=
meiſterei für das zunächſt ohne Preisbildung der Stadt in Eigentum abgetretene
Straßengelände ein Wert ermittelt und in Rechnung geſtellt, jedoch beim Ausſchlag der
Koſten den betreffenden Anliegern von der für ſie ermittelten Beitragslaſt vorweg in
Abzug gebracht. Für den Ausſchlag bleiben außer Betracht und ſind nach den ſeither
gültigen Beſtimmungen zu behandeln — diejenigen durch die nächſten Querſtraßen oder
Anlagen begrenzten Straßenabſchnitte, in denen z. Zt. des Inkrafttretens dieſes Statuts
Hebäude bereits errichtet oder Neubauten bereits begonnen ſind.
Ziffer b des § 10 fällt weg.
Als § 10a wird eingeſchoben:
§ 10a.
Die auf Grund dieſer Ortsbauſatzung zu erfüllenden Verpflichtungen haben die
Natur öffentlicher Laſten und Abgaben und unterliegen deshalb auch demſelben
Ver=
fahren, welches bei der Beitreibung öffentlicher Laſten und Abgaben ſtattfindet. Dieſe
Verpflichtungen gehen ohne weiteres auf die den Verpflichteten im Eigentum nachfolgen=
(9396oo
den Perſonen über.
Darmſtadt, den 29. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
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„Kaiſer Wilhelm II.” am 3. Mai 8 Uhr
morgens in New=York angekommen. Der
Doppelſchrauben=Poſtdampfer „Bremen” am
3. Mai mittags 3 Uhr in New=York
ange=
kommen.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 1910.
Nummer 106.
nannnnnnunnnannnnnnnannannanannannsanananannnannnanaannnannunnanauananann
D1E AUSSTEELUIG
DEs
DZUrserEr KUNSTEER-DURDL
DeMStADT 1915
i deren Eröffnung am Nachmittag des r2. Mai stattfindet, wird dem Publikum von dem
genannten Tag nachmittags 4½ Uhr an bis Sonntag den 16. Oktober zugänglich sein.
: Die Ausstellungsräume werden vormittags 1o Uhr geöffnet und abends 7 Uhr, bei;
früherem Eintritt der Dunkelheit entsprechend zeitiger, geschlossen.
i Im Hof und auf dem Altan des Ausstellungsgebäudes befindet sich die Ausstellungs-;
s wirtschaft, welche Herr Hofkonditor OTTübernommen hat. Sie wird auch amAbend
5 zugänglich sein. Bei günstigem Wetter wird Herr Ott wöchentlich zwei- bis dreimal:
f eine Streichkapelle in der Wirtschaft spielen lassen. Die Ausstellungsleitung behält:
s sich vor, während der Dauer derAusstellung an höchstens 6 Abenden von 7 Uhr an:
die Wirtschaft geschlossen zu halten.
5 Das Abonnement, zu dem wir hiermit einladen, berechtigt zum Besuch der Ausstellung
z und ihrer Wirtschaft. Die Abonnementkarten haben nur für die Personen Gültigkeit,
s auf deren Namen sie ausgestellt sind. Sie sind also nicht übertragbar. Familienkarten;
s werden nur für Ehegatten und ihre in häuslicher Gemeinschaft mit ihnen lebenden
Kinder und Eltern erteilt.
Ein AUSsTELL.UNGS-ABONNEMENT kostet:
i für eine Person . . . . . . . . . . . 4 M. für jeden weiteren Familienangehörigen 2 M.
s für eine Familie von 2 Personen . 7 M. für Studenten und Einjährig-Freiwillige 2 M.
f Nichtabonnenten zahlen für einmaligen Eintritt in die Ausstellung r M., für den Besuch!
der Wirtschaft abends nach Schluß der Ausstellung 25 Pf., bei Konzert 5o Pf.
Der Verkauf der Abonnementkarten findet von heute an durch das Verkehrsbureau
auf dem Ernst-Ludwigsplatz, außerdem vom 12. Mai, nachmittags 4½ Uhr ab, an der;
Tageskasse der Ausstellung statt.
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Marcus Antonius
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Publius,
Senatoren
Popilius Lena,
Hr. Geibel
Marcus Brutus,
Hr. Heinz
Hr. Lehrmann
Caſſius,
Casca,
Hr. Schwarze
8652
*8 Hr. Holler
Trebonius,
T 55 Hr. Knispel
Decius Brutus,
Hr. Wagner
Metellus Cimber,
555
Hr. Göllnitz
Einna,
Hr. Geibel
Flavius,
Marullus, Tribunen
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Artemidorus, ein Wahr=
Hr. Riechmann
ſager .
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Erſter
Hr. Jordan
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Nummer 106.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 1910.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 1910.
Nummer 106,
Wohnungspflege in Heſſen im Jahre 1909.
(Schluß.)
* In der Organiſation der
Wohnungs=
inſpektion ſind im Berichtsjahre mehrere
Perſo=
nalveränderungen vorgekommen. In Offenbach iſt
dem ſtädtiſchen Wohnungsinſpektor eine Aſſiſtentin
bei=
gegeben worden, in Worms und Bingen wirkten die
bei der Armenpflege tätigen Damen auch bei der
Wohnungsinſpektion mit. Eine neue Einrichtung iſt
inſofern getroffen, als der Landeswohnungsinſpektor
alljährlich in jedem Kreiſe in Verſammlungen der
Ortswohnungsinſpektoren Inſtruktionsvorträge hält.
Die Kreisgeſundheitsbeamten und die Kreisämter
haben ſich ebenfalls vielfach bei der
Wohnungsinſpek=
tion betätigt.
Von den in 1909 beſichtigten Wohnungen waren
3103 — 8.6 Prozent zu beanſtanden, außerdem wieſen
rund 700 Schlafräume und Schlafſtellen Mängel auf.
Beſonders bemerkenswert ſind wiederum die Zahlen
der Beanſtandungen aus den großen Städten des
Lan=
des. Es ſeien hier nur die von Familienwohnungen
angeführt: Darmſtadt 5 Prozent, Mainz 15 Prozent,
Offenbach 20 Prozent, Worms 10 Prozent. Von den
Landkreiſen ſind folgende zu erwähnen: Alsfeld 8,1
Prozent, Büdingen 15,3 Prozent, Dieburg 25,1
Pro=
zent, Schotten 38,3 Prozent, Worms 120 Prozent. Die
Beanſtandungen bezogen ſich auf Ueberfüllung der
Wohnungen in 270 Fällen, auf Feuchtigkeit in 375
Fällen, auf bau= oder feuerpolizeiliche Gründe in 768
Fällen, auf ausbeſſerungsbedürftige Decken, Wände,
Fußböden, Fenſter, Treppen uſw. in 1841 Fällen, auf
Mängel an Abortanlagen in 291 Fällen, auf
ungenü=
gende Belichtung in 194 Fällen, auf Gefährdung der
Sittlichkeit in 181 Fällen, auf ſonſtige Gründe in 869
Fällen, zuſammen 4889 Fälle.
Die gemeinnützige Bautätigkeit iſt im
Berichtsjahre in der Hauptſache von den Bauvereinen
betrieben worden. Sie haben bis Ende 1909 insgeſamt
hergeſtellt 658 Wohnhäuſer mit 1425 Wohnungen im
Herſtellungswerte von 7,1 Millionen Mark. Hiervon
entfallen auf 1909 62 Häuſer für 78 Familien im
Her=
ſtellungswerte von rund ½ Million Mark. Der
Be=
richt hebt beſonders lobend hervor die
Wohnungskolo=
nien der Bauvereine „Daheim” in Darmſtadt und
„Eigenheim” in Offenbach. Hier ſei
Muſtergülti=
ges geleiſtet worden. Auch die Baugenoſſenſchaft
in Vilbel habe eine ſchöne Kolonie geſchaffen, die dem
Orte zur Zierde gereicht. Ueberhaupt darf geſagt
wer=
den, daß namentlich in den letzten Jahren — beeinflußt
durch das Vorgehen des Zentralwohnungsvereins —
die Bauvereine zur Verſchönerung der Bauweiſe in
ganz erheblichem Maße beigetragen haben. Es zeigt
ſich das namentlich dort, wo Vereine eine größere
Fläche einheitlich bebauen konnten und ſich
infolge=
deſſen eine geſchmackvolle Geſtaltung nicht nur beim
einzelnen Hauſe, ſondern auch durch anſprechende
Gruppierung der Häuſer erzielen ließ. Es ſeien hier
u. a. genannt die Baugenoſſenſchaften Bensheim und
Heppenheim. Die in das ſchöne Landſchaftsbild der
Bergſtraße hineingeſetzten Kleinwohnungsgruppen der
Bauvereine tragen ganz fraglos zur Verſchönerung
des Bildes bei, ſie ſind ihnen angepaßt und klingen
mit der Landſchaft harmoniſch zuſammen Von der
Butzbacher Baugenoſſenſchaft iſt ähnliches zu ſagen.
Ihre am Fuße der Ausläufer des Taunus errichtete
Wohnungskolonie bildet in ihrer Geſamtheit eine
trau=
liche Stätte — mag man auch mit der Architektur des
einen oder anderen Hauſes nicht einverſtanden ſein —
die ſich lieblich von der ſanft anſteigenden Höhe
ab=
hebt.
Die Zahl der heſſiſchen Bauvereine, die Schönes
in obigem Sinne geſchaffen haben, iſt damit noch lange
nicht erſchöpft. Es wären hier noch zu nennen Groß=
Steinheim, Gau=Algesheim, Homberg a. Ohm, Nidda,
Rüſſelsheim und Worms, aber auch von den meiſten
anderen Baugenoſſenſchaften gilt dasſelbe, und
jeden=
falls iſt ſicher, daß keine unter ihnen iſt, die der
Führ=
ung des Zentralwohnungsvereins, ſeinem Beſtreben,
neben den geſundheitlichen, ſozialen, ſittlichen und
wirtſchaftlichen Geſichtspünkten auch die ethiſche Seite,
die Schönheit, nicht zu vergeſſen, nicht willig gefolgt
wäre.
Daß eine Baugenoſſenſchaft auch in kleinen
Land=
ſtädten Tüchtiges leiſten kann — gute und tatkräftige
Leitung vorausgeſetzt — beweiſen diejenigen in Nidda
und Homberg a. Ohm. Beide verfügen über eine
ver=
hältnismäßig große Mitgliederzahl, ſie haben bereits
eine umfangreiche Bautätigkeit entfaltet und nach jeder
Richtung hin gemeinnützig und muſtergültig gewirkt.
Auch einige großinduſtrielle Firmen haben
wiederum Wohnungsfürſorge für ihre Arbeiter
be=
trieben. Die Geldmittel für den gemeinnützigen !
Wohnungsbau ſind faſt ausſchließlich von der Landes,
verſicherungsanſtalt Großherzogtum
Heſſen bereitgeſtellt worden. Die Summe beläuft
ſich auf 371470 Mark. Die Landeskreditkaſſe hat
Dar=
lehen nicht bewilligt, dagegen wurden von ihr aus
Be=
willigungen früherer Jahre 34000 Mark ausgezahlt.
Der Bericht gibt dem Wunſche Ausdruck, das
Wohn=
ungsfürſorgegeſetz möchte in einer Weiſe ausgeſtaltet
werden, daß eine ſtärkere Inanſpruchnahme der Lan=
Gestreditkaſſe für den gemeinnibhigen Wohnungsban
ermöglicht würde. Die Landes=Hypothekenbank hat
1909 zu Kleinwohnungsbauten 594388 Mark an
Dar=
lehen bewilligt.
Die Wohnungspflege in Heſſen hat im
Berichtsjahre wieder gute Fortſchritte gemacht. Am
erheblichſten und ſichtbarſten ſind ſie auf dem Gebiete
der Wohnungsinſpektion. Nicht nur in der
Behand=
lung der wohnungstechniſchen Seite ſieht man dieſe
Fortſchritte, ſondern auch auf den Gebieten, die eng
mit der Wohnungsfrage zuſammenhängen und die
Tätigkeit der Wohnungsinſpektion ſtreifen, wie die
Bekämpfung anſteckender Krankheiten, die Erziehung
der Bevölkerung zur Wertſchätzung eines behaglichen
Heims und zur richtigen Benutzung der Wohnung, die
Aufrechterhaltung und Reſpektierung von Sitte und
Ordnung. Es muß anerkannt werden, daß in Heſſen
die Zahl der Wohnungsinſpektoren ziemlich erheblich
iſt, die ihre Tätigkeit nicht nur als Ausfluß eines
ihnen verliehenen Amtes betrachten, die vielmehr ihr
Amt mit warmem Herzen und mit dem Wunſche
aus=
üben, Wohlfahrtspflege im Intereſſe der
minderbemit=
telten Bevölkerungsklaſſen und damit im
Allgemein=
intereſſe zu treiben. Die Einzelbepbachtung und der
ſtändige Verkehr mit dem Publikum ſtellt den
Wohn=
ungsinſpektor vor ſo viel außerhalb ſeiner eigentlichen
Aufgaben ſtehende Fragen, führt ihn in ſo
vielgeſtal=
tige Lebenslagen hinein und läßt ihn ſo viele
ver=
ſchiedene Lebensſchickſale ſehen, die alle ſeine
Anteil=
nahme heiſchen und in denen er um Rat und Auskunft
angegangen wird, daß eben nur ein warmherziget
Menſch mit ernſten Lebensanſchauungen der Aufgabe
auf die Dauer gewachſen iſt. Es ſoll allerdings nicht
verſchwiegen werden, daß die Wohnungsaufſicht mit
einer gewiſſen Vorſicht geübt werden muß. Ein Zuviel
kann hier unter Umſtänden ſchädlich wirken, das Gefühl
der eigenen Verantwortlichkeit mancher Meuſchen
ſchwächen oder ganz ausſchalten. Der Mangel an
Selbſtzucht, der für jede geſunde Sozialpolitik ein
Hin=
dernis bedeutet, iſt gerade für die Wohnungspflege ein
großer Schaden; er beeinflußt namentlich in kleineren
Gemeinden die Anſchauung der führenden Männer und
benachteiligt damit auch diejenigen Kreiſe, die ohne
eigenes Verſchulden an ungenügenden
Wohnungsver=
hältniſſen leiden. Anerkennung verdient, daß
neuer=
dings auch ein Volksbildungsverein (in Worms) ſich
an das Thema herangewagt hat, und daß die
Darm=
ſtädter Frauenvereine dasſelbe in eingehender Weiſe,
und offenbar mit befriedigendem Erfolge, behandelt
haben. Möchte dies Vorgehen anderen ähnlichen
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Nummer 106.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 1910.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 7. Mai. (
Börſen=
wochenbericht.) In der abgelaufenen
Berichts=
woche war das Spekulationsgebiet ſehr vernachläſſigt,
dafür entwickelte ſich am Elektrizitätsmarkt und in
Aktien der Schantungbahn wieder ein größeres
Ge=
ſchäft zu ſteigenden Kurſen, wobei für letztere die weiter
beſſeren Einnahmen ſtimulierten. Die New=Yorker
Börſe konnte ſich zwar im ganzen befeſtigen, aber
Kupferwerte verharrten in ſchwacher Haltung und der
Bericht des „Ironmonger” über den amerikaniſchen
Eiſen= und Stahlmarkt gab wenig Veranlaſſung, um
Kaufluſt dort zu erwecken. Gegen Wochenſchluß
wur=
den die Börſen durch die Nachricht von der Erkrankung
des Königs von England völlig überraſcht, da ſolche.
nach dem letzten Bulletin, beſorgniserregend ſei. Dieſer
Nachricht legte man im Hinblick auf die innerpolitiſchen
Verhältniſſe in England beſondere Bedeutung bei und
London war durchweg verſtimmt; der Konſolskurs ging
u. a. auf. 80,97 zurück. Wenn auch die deutſchen Märkte
im Grundton eine feſte Haltung bekundeten, ſo waren
auch hier zum Teil größere Realiſationen vorherrſchend.
Der Privatdiskont iſt auf 3¼ Prozent erhöht, da der
letzte Reichsbank=Status doch etwas ungünſtiger
aus=
ſiel und die zuletzt beſtandene ſteuerfreie Notenreſerve
durch eine Steuerpflicht von 29739000 Mark abgelöſt
wurde. Deutſche Renten waren zeitweiſe gefragter und
konnten beſonders die 3prozentigen Gattungen um
Bruchteile profitieren. Von den ausländiſchen
Staats=
fonds iſt die Steigerung der Türkenloſe
erwähnens=
wert, für welche Paris und Wien ſtark als Käufer
auf=
traten; ſonſt lagen dieſe Werte zumeiſt matter, da ſich
das Ausbleiben der Londoner Arbitrageorder
bemerk=
bar machte im Zuſammenhang mit der Erhöhung des
engliſchen Effektenſtempels auf die an der Londoner
Börſe notierten Renten. Am Bankenmarkt blieb es
ſtill, bei etwas niedrigeren Kurſen.
Von Transportaktien ſtiegen Schantung auf 143¼,
um unter der allgemeinen Realiſationsluſt auf 142½
zurückzugehen. Hamburger Paketfahrt und Nordd.
Lloyd lagen feſt, da man von ſehr günſtigen Ergebniſſen
während des erſten Quartals dieſes Jahres ſpricht.
Das Montangebiet war zeitweiſe belebter auf
Mel=
dungen von einem beſſeren Kohlenverſand im
Ruhr=
gebiet und in Oberſchleſien; aber ſchließlich ſind auch
hier wieder Kurseinbußen zu verzeichnen. Kaliaktien
waren höher, ebenſo Kolonialwerte, letztere auf den
bevorſtehenden Vertragsabſchluß mit dem Reich.
Am Kaſſainduſtriemarkt herrſchte reger Verkehr,
voran Schuckertaktien, die bis 168½ avancierten, um
aber wieder bis 162½ nachzugeben. Weiter begünſtigt
wurden Kleyer bis 405, Holzverkohlung bis 225,
Badiſche Anilin bis 486½. Reiniger, Gebbert u. Schall,
Frankfurter Hof und Chemiſche Weiler waren ebenfalls
bevorzugt, dagegen Chemiſche Albert ſchwächer. Die
Farbwerke Mühlheim vorm. A. Leonhardt u. Co.,
Mühlheim a. Main geben für dieſes Jahr wiederum
keine Dividende. Wie der Geſchäftsbericht ausführt,
haben die erſten Monate des verfloſſenen Jahres noch
völlig unter dem Einfluß der wirtſchaftlichen Depreſſion
geſtanden, und erſt im Frühjahr ſei infolge der beſſeren
Beſchäftigung der Textilinduſtrie in faſt allen Ländern
ein Umſchwung eingetreten. Die Aktiengeſellſchaft für
Maſchinenpapier=Fabrikation Aſchaffenburg beſchloß
die Erhöhung des Aktienkapitals von 9 Millionen auf
12 Millionen Mark, die neuen Aktien ſollen den alten
Aktionären zu 125 Prozent angeboten werden.
Von Loſen notieren: Augsburger 39,50,
Braum=
ſchweiger 215, Finnländer 195 P., Meininger 39,90,
Pappenheimer 73,75, Ungariſche 390, Freiburger 59,50,
Genua 244,75, Mailänder 45=Fres.=L. 145, Mailänder
10=Fres.=L. 32,50, Türkiſche 184,20, Venediger 41,
Raab=Gratzer Anrechts=Scheine 35,60, alles in
Reichs=
mark; Gothaer Prämie I 141,80, Gothaer Prämie II
117,30, Donau=Regulierung 144,30 G., Madrider 77,
alles in Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis
1918 unkündbar) 102,25, 3½proz. Reichs 93,15, 3proz.
Reichs 85, 4proz. Heſſen von 1899 101,45, 4proz. Heſſen
von 1900 101,10, 4proz. Heſſen von 1908 101,50, 4proz.
Heſſen von 1909 101,50, 3½proz. Heſſen 91,90 G., 3proz.
Heſſen 81,40, 4proz. Darmſtädter 100,25 G., 3½proz.
Darmſtädter 92,20, 4proz. Heſſ. Landesbk.=Hyp. (Serie
18—20) 101,60 G., 3½proz. Heſſ. Landesbk.=Hyp. (Serie
9—11) 92,70 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Hyp. (Serie 10
bis 12) 101,60 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Hyp. (Sexie
1—3) 93,10 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Hyp. (Serie 4)
92,70 G., Darmſtädter Bank 132,20, Südd. Eiſ.=Geſ.
123,70 G., Baltimore und Ohio 108,50, 4½proz. Ruſſen
100,45, 4proz. Ruſſen (1902er) 92, 3¾proz. Ruſſen 88,50,
3½proz. Ruſſen 85,15, 3proz. Ruſſen 77,10, 4½proz.
Ja=
paner 97,90, 4proz. Japaner 93,90.
Sport.
— Pfingſtwanderfahrt des Gaues IX
D. R.=B. Der Gan IX des Deutſchen Radfahrer=
Bundes veranſtaltet zu Pfingſten eine zweitägige
Wanderfahrt ins Lahntal. Die Abfahrt erfolgt
Pfingſtſonntag früh 6¾ Uhr ab Bahnhofsplatz
Frank=
furt a. M. über Hauſen, Nieder=Urſel, Ober=Urſel,
Sandplacken, Weiltal, Winden, Wolfenhauſen,
Laubus=
tal, Ober=Brechen nach Limburg. Daſelbſt
gemein=
ſchaftliches Abendeſſen und Kommers in der „Alten
Poſt”. Pfingſtmontag früh 7 Uhr: Weiterfahrt nach
Zollhaus, Beſuch der alten Burg Hohlenfels, Aartal,
Hohenſtein, Eiſerne Hand nach Wiesbaden, Hotel
„Adolfshöhe” daſelbſt Mittageſſen und Schlußfeier.
sr. Die Bennett=Rennen der Lüfte für
Freiballons und Flugmaſchinen ſind jetzt
auf den 17. Oktober reſp. 22. Oktober durch den
ameri=
kaniſchen Aero=Club angeſetzt worden. Während das
Freiballon=Rennen in St. Louis beginnt, iſt der Ort
für die Konkurrenz der Flugmaſchinen noch nicht
feſt=
geſetzt worden. Das deutſche Ausſcheidungsrennen für
den Wettbewerb der Freiballons wird am 5. Juni als
Weitfahrt von Eſſen aus unter Leitung der Sektion
Eſſen des Niederrheiniſchen Vereins für Luftſchiffahrt
ſtattfinden. Es kommen für dieſes Rennen 20 deutſche
Führer in Betracht, die ſämtlich bereits 12 Fahrten
ge=
leitet haben. Die 7 beſten Führer dieſes
Ausſcheidungs=
rennens werden dann zur engeren Wahl geſtellt
wer=
den und aus ihrer Mitte werden dann die 3 Führer
ausgewählt werden, die Deutſchland in Amerika
ver=
treten ſollen. Unter den Bewerbern befinden ſich
Hauptmann von Abercron, Dr. Brückelmann, Oskar
Erbslöh, Aſſeſſor Sticker und die Ingenieure Berliner
und Gericke, die ſich ſchon bei zahlreichen Fahrten
aus=
gezeichnet haben. Zu dem Ausſcheidungsrennen werden
Ballons von 1600 Kubikmeter Inhalt zur Verfügung
geſtellt werden.
Das Flugmeeting zu Düſſeldorf, das
am Himmelfahrtstage beginnen ſollte, brachte zunächſt
ein großes Fiasko. Der herrſchende ſtarke Wind
hiln=
derte die Teilnehmer, aufzuſteigen. Nur der
Farman=
pilot Jeannin flog nach langen vergeblichen Verſuchen
zwei kleine Runden. Baron de Caters vermochte trotz
aller Bemühungen nicht, zu ſtarten. Der Deutſche
Grade hat im letzten Moment abgeſagt. Die nach vielen
Tauſenden zählende Zuſchauermenge verließ enttäuſcht
den Flugplatz, auf dem die Flüge am Samstag und
Sonntag fortgeſetzt werden ſollen.
Die Aeroplanflüge, die am Donnerstag in
Barcelona veranſtaltet wurden, brachten dem Belgier
Olieslagers einen glänzenden Erfolg. Unter
ſtür=
miſchem Applaus des Publikums flog der Aviatiker in
beträchtlicher Höhe, bis zu zirka 200 Metern, über die
Stadt und das Meer und landete nach 27 Minuten
glatt an der Aufſtiegſtelle. Die übrigen engagierten
Aviatiker vollführten nur kürzere Flüge.
Lt. Das Internationale Lawn=Tennis=
Turnier zu Wiesbaden hat bei wenig günſtigem
Wetter ſeinen Anfang genommen. Neben den beſten
deutſchen Spielern, wie Rahe, Lange, Froitzheim,
Gruder uſw., nehmen von Ausländern der Auſtralier
Wilding, der Oeſterreicher Weſſely, Graf Salm und die
Franzoſen Deeugis und Germot an dem Turnier teil.
Am erſten Tage konnten nur wenige Spiele erledigt
werden. In dem Kampfe um den Wiesbadener Pokal
ſiegten u. a. Graf Salm über Möller 6:0, 6:3, und in
der Meiſterſchaft von Wiesbaden Wilding über Graf
Salm 6:2, 6:2, Froitzheim über Scholz 6:1, 3:6, 6.2,nund
Decugis über Koſel 6:3, 6:2.
Großherzogliche Hofbibliother.
Neue Erwerbungen, vom 2. Mai 1910 an
auf 14 Tage im Leſeſaale zur Anſicht
auf=
geſtellt: Amtsblatt f. d. Schutzgebiet Togo 1—3,
Lome; Arnold, R. F., Bibliogr. d. dtſch. Bühnen, ſeit
1839; Barzini, L., Peking bis Paris i. Automobil,
2. Afl.; Blumenfeld, F., Lungen= u.
Kehlkopfſchwind=
ſüchtige; Brenning, d. Schiffsarzt; Bulletin de
I’Institut. Internat. pour 1Etude du Probléme des
Classes moyennes 1—4; Buſchan, G., Illuſtr.
Völker=
kunde; Catalogue général des livrés imprim, de 1a
Biblioth, nationale, Auteurs, 38, Delpla-Deschaleris;
Engel, H., Grundzüge ärztl. Mitwirkens b.
Unfall=
verſich.=Geſetz; Erasmus, Desiderius, Opus epistol.
rec. P. S. Allen 2: 1514—17; Feuerbach, Ludw.,
Sämtl. Werke, hs. v. W. Bolin u. Fr. Jodl, 4:
Leibniz Philoſ.; Geſchichte d. Baukunſt, hs. v. Ludw.
Juſti, Noack, Ferd., Die Baukunſt d. Altert., Die
Ital. Plaſtik 15. bis 18. Ih. v. Fr. Knapp, Span.
Plaſtik 15. bis 18. Ih. v. Valerian v. Loga; Illuſtr.
Geſchichte d. Kunſtgewerbes, hs. v. Gg. Lehnert,
2. Barock, Rokoko, Louis XVI., Empire u. Neueſte Zeit;
Goltz, Colmar, Frhr. v. d., Von Jena bis Preuß.,
Eylau; Günther, Konrad, Der Naturſchutz;
Henne=
berg, Rich., Geſch. d. Famil. Henneberg; Jorga M.,
Geſch. d. osman. Reich. 3: bis 1640; Kittler, E., Allg.
Elektrotechnik, 3. Wechſelſtrommaſch. v. W. Peterſen;
Koehler, H., Die erſte ärztl. Hülfe bei Unfallverletzten;
Lorand, A., Die ration. Behandl. d. Zuckerkrankh.;
Luther, M., Werke, 37; Maas, Paul, d. Sprache
d. Kindes u. ihre Störung.; Martin, J. B. u. Petit,
L. Collectio concil. 6. 7. Par. 010; Mirbt, Karl,
Miſſion u. Kolonialpolit. i. d. D. Schutzgebiet.; Müller,
Adam, Etwas, das Goethe geſagt hat, Lpz. 1817 (
Neu=
druck); Nagel, W., Handb. d. Phyſiol. d. Menſchen,
4: Nerven u. Muskelſyſt.; Pagliaini, A., Catalogo
gener. de la libr. ital. 1847—99, indic, per mat. A—F.;
The Oxyrhvnchus Papyri ed. A. S. Hunt 7;
Redlich, O Rudolf v. Habsburg; Schuſter, Gg.,
Die Verwandtſch. d. Häuſ. Hohenzoll. u. Heſſ.;
Selig=
mann, S., d. Böſe Blick u. Verwandtes 1. 2; Bruck,
Schenkung a. d. Todesfall; Studien z. dtſch. Kunſtgeſch.,
117: Frölicher, Elſa, Porträtkunſt Hans Holbein d.
Jüng.; Killermann, Seb., Albrecht Dürers Pflanz.. Tierzeichn., 120: Humann, Gg., Z. Geſch. d.
Karoling. Baukunſt; Heſſel, Alfr., Geſch. d. Stadt
Bologna 1116—1280; Thayer, A. W. H., Ludw. van
Beethovens Leben weitergeführt v. Hermann Deiters
4. 5.; Wirtſch. u. Verwalt.=Studien, hs. v. Gg.
Schanz, Röper, A., Die Unterſeekabel: Reichert,
Herm., d. Dtſch. Familiennamen, 2: Jäſchke, Erich,
Latein. roman. Fremdwörterb. d. ſchleſ. Mundart, 3:
Unwerth, Wolf, d. Schleſ. Mundart., 4: Bohn,
Emil, d. Nationalhymn. d. europ. Völker, 5: Wyl,
Carl de, Rübezahlforſch., 6: Jürgenſen, Wilh.,
Martins=Lieder; Geograph. Zeitſchrift, Reg. z. 1—10,
1895—1904 v. F. Thorbecke.
Außerdem die neueſten gebundenen Bände
wiſſenſchaftlicher Zeitſchriften.
Sämtlich vom 16. Mai 1910 ab verleihbar.
In die Handbibliothek des Leſeſaales
ſind aufgenommen worden: Annuaire de la vie
nternat. deux. Série 1908/09, Bruxell.; Eulenburg,
Alb., Realencykl. d. geſamt. Heilkunde 8: Ho-Ma, Berl.
Wien 010; Handbuch d. klaſſ. Altert.=Wiſſ., hs. v. J.
v. Müller, 4. Afl. 2, 2: Stolz, Fr. u. Schmalz,
J. H., Latein. Gramm., Mü. 010; Preuſchen, Erw.,
Vollſt. griech. dtſch. Handwörterb. z. d. Schrift. d. N.
T., Gieß. 010; Deutſch. Univ.=Kalend., S. S. 1910,
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Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 9. Mai 1910.
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Jedermann kann in diesem gemeinnützigen Institut mit 60 Pfg.
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Die Erübrigung wird am Jahresschluß nach Maßgabe der
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Unter dem Allerhöchsten Protektorat Sr. Königlichen Hoheit des
Grossherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein.
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zu Darmstadt.
am 3., 4., 5. Juni 1910 im grossen Festsaale des Städtssaalbaues.
I. Festtag:
Freitag den 3. Juni
. J. S. Bach.
Chr. W. Gluck.
J. Haydn.
1. Sonate für Klavier und Flöte (H-moll) .
Hofrat de Haan, Kammermusiker A. Köhler.
2. Lieder für Sopran .
Frau Lauprecht-Lammen, Frankfurt a. M.
. J. Haydn.
3. Streichquartett . .
Die Kammermusikvereinigung Darmstadt
Hofrat de Haan, Konzertmeister Schmidt,
Borne-
mann, Hofmusiker Delp, Andrae.
½ Stunde Pause.
4. Fantasie (op. 17, C-dur) für Klavier . . . . . . .
R. Schumann.
Herr Frederic Lamond, Berlin
5. Lieder für Alt .
Zur Feier des
Frau Jlona Durigo, Budapest
100-jährig. Geburts-
6. Klavierquintett (op. 44, Es-dur) .
tages (8. Juni 1810).
Die Kammermusikvereinigung Darmstadt.
Konzertflügel: Bechstein aus dem Hofpianolager A. W. Zimmermann, Marienplatz.
II. Festtag:
Samstag den 4. Juni
W. A. Mozart.
1. Streichquartett (F-dur Köchel 590) . .
Havemannquartett, Hamburg(aust. Havemann(Violine I)
Karl Grötzsch (Violine II), Anton Grünsfelder (Viola)
Dr. J. Sakom (Violoncello).
. F. Schubert.
2. Lieder für Sopran . . . . .
Frau Lauprecht-Lammen.
3. Klavierquartett (op. 60, C-moll)
.,,
. J. Brahms.
Prof. Max Reger (Leipzig) und Havemannquartett.
Konzertflügel; Rud. lbach Sohn, Barmen, aus dem Lager von Georg Thies Nachf.
(Leopold Schutter), Elisabethenstrasse.‟
½ Stunde Pause.
. . . . . L. van Beethoven.
4. Sonate für Klavier . .
Herr Frédéric Lamond, Berlin.
5. Lieder für Alt .
. . . . . . . . . . Huge Wolf.
Frau Jlona Durigo, Budapest.
6. Octett für Streichinstrumente . . . . . . .
. J. Svendsen.
Havemannquartett und Kammermusikvereinigung Darmstadt.
Konzertflügel: Bechstein aus dem Hofpianolager A. W. Zimmermann, Marienplatz.
III. Festtag:
Sonntag den 5. Juni
1. Trio für Klavier, Violine und Violoncello
. Steph. Krehl.
Prof. Max Reger, Gustav Havemann, Dr. J. Sakom.
M. Schillings.
2. Lieder für Alt
H. Pfitzner.
M. Reger.
Frau Jlona Durigo, Budapest.
3. Klavierquintett
. H. Pfitzner.
, . „
Der Komponist mit der Kammermusikvereinigung Darmstadt.
½ Stunde Pause.
4. Streichquartett .
. F. Woyrsch.
. . *„ „ , ,
Havemannquartett, Hamburg.
5. Lieder für Sopran
. Cl. Debussy.
, „
Frau Lauprecht-Lammen.
6. Klavierquartett
. Max Reger.
Der Komponist mit dem Havemannquartett.
Konzertflügel; Rud. lbach Sohn, Barmen, aus dem Lager von Georg Thies Nachf.
(Leopold Schutter), Elisabethenstrasse.
Anfang: 6 Uhr.
Ende: ca. 8¾/ Uhr.
Saal- und Kasseöffnung: 5½ Uhr.
— Die Hüte müssen vor dem Eintritt in den Konzertsaal abgenommen werden. z
Eintrittskarten für die drei Konzerte in der Hofmusikalienhandlung G. Thies
Nachf., Elisabethenstrasse, vom 9. Mai ab. (Besonderer Sperrsitz 15 M.,
Sperrsitz 12 M., Estrade und Balkon, 1. Reihe 9 M., Saal 8 M., Estrade
und Balkon, nichtnumeriert 5 M.)
Vorausbestellungen (schriftlich) an Herrn J. Harres, Saalbaustrasse 79.
Einzelkarten (6, 5, 4, 3, 2, 1 M.) vom 25. Mai ab bei G. Thies Nachf. und an
der Tageskasse im Saalbau.
Textbuch (Programme und Texte für die drei Konzerte) in den Buch- und
Musikalienhandlungen und an der Kasse (50 Pfg.).
Der Festausschuss.
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