Darmstädter Tagblatt 1910


03. Mai 1910

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173. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt.
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

102.

Dienstag, den 3. Mai.

1910.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Die ſittliche Not der Frauen.
* Ueber die im Grunde planloſe Geſetzgebung zur Ab=
hilfe
der Notlage der Frau klagt die Braunſchweig.
Landesztg.:
Am 1. Dezember 1900 gab es 8 170709 verheiratete
Frauen im Alter von 25 bis 60 Jahren in Deutſchland,
denen 3047843 unverheiratete gleichen Alters gegenüber=
ſtanden
, d. h. mehr als ein Viertel der deutſchen Frauen
und Mädchen vollreifen Alters lebte damals ehelos. Die
Grundurſachen, welche den Mißſtand bewirkten, ſind in=
zwiſchen
nicht beſeitigt worden, ſondern haben weiterge=
wirkt
. Wir haben daher für Ende 1910 mit einer Zahl
von mindeſtens 3½ Millionen ehelos lebender deutſcher
Frauen und Mädchen im Alter von 25 bis 60 Jahren zu
rechnen.
Dieſe Tatſache iſt von einem traurigen Ernſt. Es iſt
ein Jammer und ein Elend, mit anſehen zu müſſen, wie
eine ſtändig anſchwellende Zahl trefflich und gut veran=
lagter
Mädchen einem verbitterten Altjungferntum ent=
gegenwelken
. Es wird faſt ausſchließlich die wirtſchaft=
liche
Seite der Frauenfrage behandelt, als ob
an der wirklich irgendwie Weſentliches zu beſſern ſei, ohne
gleichzeitig an anderer Stelle wieder etwas zu verſchlech=
tern
! Jede Aerztin, jede Oberlehrerin, jede künftige
Rechtsanwältin und jede Vertreterin eines anderen, bisher
männlichen Berufes nimmt einer Arztfrau, einer Ober=
lehrersfrau
, einer Rechtsanwaltsfrau uſw. das Brot, und
dabei ſind dieſe Ehefrauen bei dem überreichen Angebot
männlicher Arbeitskräfte für unſer Volk und unſeren Staat
zweifellos wertvoller als jene Amtsfrauen . . . Es wäre
Iſehr zu wünſchen, daß man endlich davon abkäme, die ver=
fehlten
Methoden zur Bekämpfung der Frauennot und zur
Löſung der Frauenfrage anzunehmen und anzuwenden,
welche die internationale Frauenbewegung als das All=
heilmittel
ausſchreit. Es tut dringend not, daß endlich
entſchloſſen ein Programm ausgearbeitet wird, nach wel=
chem
in freilich viele Jahre, wahrſcheinlich Jahrzehnte
währender Arbeit, aber ſchließlich doch förderſam die
ſchweren Fehler allmählich gebeſſert würden, welche unſere
Geſetzgebung in nicht wenigen Fällen begangen hat, weil
ſie nie danach fragte: Wie wirkt die geplante Maßnahme
auf die Not der Frauen? Es iſt nicht gleichgültig, wenn
man das Anſtellungsalter unſerer jungen
Beamten ſich immer weiter hinausſchieben
läßt, es iſt nicht gleichgültig, wenn man Volksſchulamts=
kandidaten
das Heiraten erſchwert, ebenſo den
Unteroffizieren, den Studierenden; es iſt nicht gleichgültig,
wenn man die Mittelſchüler durch möglichſt vierjährige
anſtatt dreijährige Vorſchulung erſt ein Jahr ſpäter ins
Brot kommen läßt, alſo mit mathematiſcher Sicherheit
einen ganzen Jahrgang gebildeter junger Männer von
der Heiratsmöglichkeit Jahr für Jahr aus=
ſchließt
.
Mag man im einzelnen zunächſt über all dies denken,
wie man will, unbedingt muß bei der Beurteilung dieſer
Zuſtände und Verhältniſſe auch an ihre Einwirkung auf
die Probleme der Frauenfrage gedacht werden.
Ein barer Unſinn wäre es, zu fordern, daß nun all das
Angeführte ohne weiteres geändert werden ſollte; eine un=
bedingte
Notwendigkeit für unſeres Volkes Geſundheit und
Glück iſt es aber, daß bei allen Maßnahmen künftig, ohne
billigen Spott und ohne Jronie, an die ſittliche Not
der Frauen gedacht wird, wie ihr abzuhelfen, wie
ihre weitere Verſchärfung zu vermeiden iſt. Wir glauben,
daß dieſe Gedanken wenigſtens der Diskuſſion ſehr wert
ſind. Mag auch noch manches andere mitſpielen, was die
Heiratsmöglichkeit verringert, ſo iſt jedenfalls das oben
Angeführte ein Teil dieſer Urſachen.

Der 1. Mai und die Pariſer Preſſe.
* Wie aus Paris gemeldet wird, iſt der 1. Mai im
allgemeinen ruhig verlaufen. Im Bois du Boulogne zer=
ſtreute
die Polizei kleinere Gruppen von Mitgliedern der
Syndikate, die den Verkehr hemmten; hierbei wurde ein
Polizeibeamter verletzt und ein Demonſtrant verhaftet.
Abgeſehen von den ſozialiſtiſch=revolutionären Blättern
ſpendet die geſamte Preſſe dem Miniſterpräſidenten
lebhafte Lobſprüche dafür, daß er durch ſeine ener=
giſchen
Vorkehrungen die geplante Kundgebung der Ge=
werkſchaftler
im Keime erſtickt und damit jede Ruheſtörung
verhindert habe. Der Figaro ſchreibt: Möge das Bei=
ſſpiel
dieſer allzu ſeltenen Feſtigkeit denjenigen, welche uns

regieren, ihre wahre Pflicht zeigen. Schon die letzten Wah
len bewieſen, daß die überwiegende Mehrheit der Bevölke=
rung
Ruhe und Ordnung wünſcht und die gefährlichen
Scherze des Arbeiterverbandes und der Streikhetzer ſatt
hat. Die radikale Action ſchreibt: Angeſichts der
Schlappe des Allgemeinen Arbeiterverbandes tritt es klar
zutage, wie wenig Bedeutung und Einfluß die paar Wäh=
ler
gegenüber einer wohlorganiſierten und vorſorglichen
Demokratie haben. Der nationaliſtiſche Eclair ſchreibt:
Die Niederlage der Gewerkſchaftler wird zweifellos der
Regierung zugute kommen. Die Parteien, welche Furcht
verraten, brechen ſtets unter dem allgemeinen Spott zu=
ſammen
. Man wird in ganz Frankreich froh ſein, daß
der geſtrige Mißerfolg der Manifeſtanten allen künftigen
derartigen Kundgebungen ein Ende bereitet hat. Der
konſervative Gaulois ſchreibt: Der Polizeipräfekt hat
zu den Offizieren der aufgebotenen Truppen geſagt:
Wenn man Sie angreift, verteidigen Sie ſich! Dieſes
einzige Wort hat genügt, um die vorſichtigen Revolutio=
näre
in die Flucht zu ſchlagen.
Die antimilitariſtiſche revolutionäre Guerre Sociale‟
ſchreibt: Hoffentlich werden die Arbeiter ſich nächſten
Sonntag an dieſe Lektion erinnern und gegen die Regie=
rungskandidaten
ſtimmen. Die arbeitende Klaſſe wird
trotz ihres Widerwillens gegen die Nationaliſten und Kle=
rikalen
, wen immer wählen, nur keinen Republikaner und
keinen Radikalen. Die Humanité behauptet, daß ein
wahres Gemetzel geplant geweſen ſei. (!) Jeder Soldat
habe 80 Lebelpatronen erhalten. Beim erſten Zuſammen=
ſtoß
mit der Menge ſollte nach einer blinden Salve die
Order gegeben werden, zu ſchießen. Die Führer der Ar=
beiterſchaft
haben aber durch ihre geſchickte Taktik das
Maſſakre hintangehalten und die von der Regierung ge=
troffenen
Maßnahmen lächerlich gemacht.

Zur politiſchen Lage in England.
* Nachdem der Streit um die engliſche Finanz=
vorlage
faſt ein Jahr lang getobt hat, iſt ſie endlich
zum Geſetz erhoben worden.
Am Mittwoch wurde im Unterhauſe die dritte
Leſung mit einer Mehrheit von 93, alſo einer abſoluten
radikalen Mehrheit denn die iriſchen Nationaliſten war=
fen
nur 70 Stimmen in die Wagſchale angenommen.
Damit war das Budget ſo gut wie erledigt, denn die
Lords hatten ausdrücklich vom Standpunkte aus, daß
das Budget nicht die Meinung der Mehrheit der engliſchen
Bevölkerung vertrete, dieſes abgelehnt und es an die Wäh=
ler
zurückverwieſen. Die Folge war eine Auflöſung
des Parlaments geweſen, und die Neuwahlen brach=
ten
die beiden großen Parteien, Liberale und Unioniſten,
in faſt gleicher Stärke nach Weſtminſter zurück. Durch eine
Koalition mit den irländiſchen Nationaliſten und der Ar=
beiterpartei
verſchaffte die Regierung ſich jedoch eine ar=
beitstaugliche
Mehrheit. Wie dieſe zuſammengekommen
iſt, konnte dem Oberhauſe diesmal natürlich keinen Anlaß
zum Einſchreiten bieten, es mußte ſich damit begnügen,
die Tatſache anzuerkennen, daß auch das neue Par=
lament
, nach all den ſcharfen Agitationen zugunſten des
Freihandels, das Budget mit einer Mehrheit annahm. Da=
her
blieb den Lords nichts anderes übrig, als ihre Zuſtim=
mung
zu geben, was ſie denn auch mit ſaurer Miene
taten.
Das Reſultat war bereits ſeit einigen Tagen geſichert
und wurde ſeit ein paar Wochen vorausgeſehen. So er=
regte
dieſer wichtige Vorgang nur geringe Aufmerkſamkeit
und farbloſe Zeitungskommentare. Alles, was geſagt wer=
den
könnte, war ſeit Wochen und Monaten alltäglich wie=
derholt
worden, und neue Momente hat die bloße An=
nahme
natürlich nicht ergeben. Das Budget iſt ſicher das
radikalſte, das England jemals zum Geſetz erhoben hat.
Ob es zum Wohl oder zum Wehe des Landes ausfallen
wird, muß die Zukunft ergeben. Es bleibt jetzt nur noch
die Formalität der Zuſtimmung des Königs zu erfüllen.
Der Geſetzentwurf bezüglich des Veto=
rechts
der Lords iſt veröffentlicht. Die Grundlage
für ihn bilden die Veto=Reſolutionen, die bereits im Un=
terhauſe
angenommen worden ſind. Die Einleitung nimmt
Bezug auf die Abſicht, an Stelle des jetzigen
Oberhauſes eine Zweite Kammer zu ſetzen, die
auf einer volkstümlichen anſtatt auf der erblichen Baſis
zu bilden iſt. Da aber eine ſolche Veränderung nicht ſo=
fort
durchgeführt werden kann, ſo ſind die beſtehenden
Rechte der Lords einzuſchränken. Der Geſetzentwurf ſieht
vor, daß die vom Unterhauſe angenommene Finanzbill,
wenn ſie nicht ſpäteſtens einen Monat nacheder Vorlage

von den Lords angenommen ſein ſollte, dem Könige zur
Erteilung der Zuſtimmung überreicht und nach Erteilung
der königlichen Zuſtimmung Geſetz werden ſoll.
Deutſches Reich.
* Ein Nebenverdienſt ſteht bekanntlich den Mit=
gliedern
der Kommiſſion zur Vorberatung
der Reichsverſicherungsordnung in Ausſicht,
und zwar in Form einer Extravergütung für die
nach Vertagung des Reichstagsplenums während des
Sommers ſtattfindende Erledigung des genannten viel=
hundertparagraphigen
Geſetzentwurfs. Der Vorgang,
Reichstagskommiſſionen für außerordentliche Leiſtungen zu
entſchädigen, wiederholt ſich jetzt zum dritten Male. Zu=
erſt
geſchah es bei der Beratung der Reichsjuſtizgeſetze in
den Jahren 1874 bis 1876, wo ohne nennenswerte Debatte
dem Antrage auf Bewilligung der Kommiſſionsdiäten zu=
geſtimmt
wurde. Lebhafter ging es das zweite Mal her,
als der zur Vorberatung des Zolltarifs gebildeten Kom=
miſſion
im Frühjahr 1902 Diäten bewilligt werden ſollten.
Nicht nur die Gegner des Zolltarifs ſondern auch die Be=
fürworter
allgemeiner Reichstagsdiäten erhoben Oppo=
ſition
gegen ſolche Extravergütung, die für jedes Mitglied
der Kommiſſion 2400 Mark betragen ſollte. Aber ſchließ=
lich
wurde doch die Remuneration bewilligt. In dem jetzt
vorliegenden Falle wird der Geſetzentwurf über die Kom=
miſſionsdiäten
kaum auf Widerſtand ſtoßen, denn es unter=
liegt
keinem Zweifel, daß im Laufe der gewöhnlichen Ta=
gung
da sumfangreiche Werk der Reichsverſicherungsord=
nung
nicht bewältigt werden kann, ebenſo iſt es ſelbſtver=
ſtändlich
, daß die Kommiſſionsmitglieder für die ihnen an=
läßlich
des verlängerten Aufenthaltes in der Reichshaupt=
ſtadt
entſtehenden Aufwendungen entſchädigt werden
müſſen.
Zur Vorbereitung des Entwurfs zu einem Geſetz
betreffend die Penſions= und Hinterblie=
benenverſicherung
der Privatangeſtellten
werden ſich die beiden Referenten vom Reichsamt des In=
nern
, die Geh. Oberregierungsräte Beckmann und Koch,
in nächſter Zeit nach Wien begeben, um die öſterreichiſche
Privatangeſtellten=Verſicherung zu ſtudieren. Es handelt
ſich dabei hauptſächlich um die ſchwierige Frage der Stel=
lung
von Erſatzkaſſen zu einer Reichsverſicherungsanſtalt.
In Oeſterreich ſind die privaten Verſicherungsunternehmun=
gen
neben der Reichsanſtalt in Geltung geblieben, wodurch
die Ergebniſſe der Privatbeamtenverſicherung in erheb=
lichem
Grade beeinträchtigt werden. Dieſe Frage, ob und
wie die privaten Verſicherungsunternehmungen neben ei=
ner
Reichsverſicherungsanſtalt erhalten werden können, bil=
det
zweifellos die größte Schwierigkeit für die Durchfüh=
rung
des ganzen Planes. Denn ſo berechtigt vom Stand=
punkt
der Angehörigen einer lebensfähigen Privatkaſſe auch
der Wunſch ſein mag, die Kaſſe fernerhin zu erhalten, ſo
muß man ſich doch vergegenwärtigen, daß ſolche Kaſſen
naturgemäß die beſten Riſiken zuſammenfaſſen, während
der Reichsanſtalt in großer Zahl die ſchlechten Riſiken zur
Laſt fallen. Hierdurch würde naturgemäß die finanzielle
Leiſtungsfähigkeit der Privatbeamtenverſicherung ſehr we=
ſentlich
beeinträchtigt.
Die Fortſchrittliche Volkspartei in
Bayern konſtituierte ſich am Sonntag in Nürnberg.
Zum Vorſitzenden des Landesausſchuſſes wurde Reichs=
tagsabgeordneter
Dr. Müller=Meiningen gewählt.
Die ſozialdemokratiſche Maifeier in
Berlin hat ſich im Rahmen der früheren Jahre abgeſpielt
und keine bemerkenswerten Zwiſchenfälle gezeitigt. Im
Reich ſind die Maifeier=Veranſtaltungen ebenfalls allge=
mein
ruhig verlaufen. In Köln fand auf dem rechten
Rheinufer eine Verſammlung unter freiem Himmel ſtatt,
ebenſo in München, wo von einer raſch improviſierten Red=
nertribüne
herab Anſprachen gehalten wurden. Straßen=
Umzüge wurden u. a. in Mannheim und Chemnitz veran=
ſtaltet
, wobei die Polizei ſich völlig zurück hielt. Einige
unerhebliche Zwiſchenfälle ereigneten ſich in Breslau und
Magdeburg, wo Verhaftungen vorgenommen wurden.
Der Geſamtverband der Evangeliſchen Arbeiterver=
eine
Deutſchlands hat im Namen ſeiner 120000 Mitglieder
eine Entſchließung zu Gunſten der Reichszuwachs=
ſteuer
an den Reichstag geſandt. Das gleiche beſchloß
der Zentralrat der Deutſchen Gewerkvereine mit zuſammen
108000 Mitgliedern und der über ganz Deutſchland or=
ganiſierte
Bund der Feſtbeſoldeten‟. Die Handelskammer
für den Kreis Mannheim hat eine ausführliche Eingabe
an den Reichstag gerichtet, in der es heißt:
Durch den Entwurf eines Reichszuwachsſteuergeſetzes
1ſindsdie weiteſten Kreiie unſeres, Erwerbslebens, Induſtrie

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Seite 2

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mai 1910.
Nummer 102.
vormittags 9½ Uhr, folgende Tagesordnung erledigen:
Stadt und Land.
1. Geſuch des Johann Schüßler zu Lampertheim um

Darmſtadt, 3. Mai.
* Vom Hofe. Erbgraf und Erbgräfin von Görtz,
ſowie Graf und Gräfin W. von Görtz nahmen am
Samstag an der Frühſtückstafel im Neuen Palais teil.
Die Großherzoglichen Herrſchaften fuhren
Sonntag nachmittag im Auto nach Seeheim, nahmen
daſelbſt den Tee und kehrten um 7 Uhr wieder hierher
zurück. Geſtern früh 4 Uhr begab ſich S. K. H. der
Großherzog zur Pirſche auf Rehböcke nach Jägers=
burg
und kehrte gegen 10 Uhr wieder zurück. Um
11 Uhr ritten der Großherzog und die Großherzogin
mit einigen Damen und Herren der Hofgeſellſchaft
nach Jagdſchloß Wolfsgarten. Die Rückkehr erfolgte
nachmittags. (Darmſt. Ztg,)
Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
werden am Mittwoch, den 4. d. Mts., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen entgegennehmen.
Die Vorträge der Miniſter pp. können von 11 Uhr vor=
mittags
an im Neuen Palais ſtattfinden.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Oberleutnant Freiherrn
Schäffer v. Bernſtein im 5. Rheiniſchen Infanterie=
Regiment Nr. 65, ſeither im Leibgarde=Infanterie= Regi=
ment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, das Ritterkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen und dem
Bahnhofsaufſeher in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahn=
gemeinſchaft
Konrad Weißgerber zu Grund= Schwal=
heim
aus Anlaß ſeiner am 1. Mai 1910 erfolgten
Verſetzung in den Ruheſtand das Allgemeine Ehren=
zeichen
mit der Inſchrift Für treue Dienſte verliehen.
Charaktererteilungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Kreisamtmann bei dem
Kreisamt Mainz Wilhelm Schön und dem Kreisamt=
mann
bei dem Kreisamt Gießen Rudolf Langer=
mann
den Charakter als Regierungsrat erteilt.
Ernennung. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
haben den Architekten Joſeph Bachem aus
Mülheim a. Rh. zum Hauptlehrer an der Landesbau=
gewerkſchule
ernannt.
Eiſenbahnperſonalien. Zum techniſchen Bureau=
aſſiſtenten
wurde ernannt der techniſche Bureaudiätar
Engel zu Darmſtadt, zum Gütervorſteher der Ober=
bahnaſſiſtent
Remmert zu Mainz, zum Zugführer der
Schaffner Krick zu Bingen. Der Bahnhofsaufſeher in
der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Konrad
Weißgerber zu Grund=Schwalheim wurde auf ſein
Nachſuchen wegen geſchwächter Geſundheit in den Ruhe=
ſtand
verſetzt.
* Der Kaiſerlich Ruſſiſche Miniſterreſident am
Großh. Hofe Herr Baron v. Knorring iſt von Seiner
Majeſtät dem Kaiſer von Rußland zum Wirklichen
Staatsrat mit dem Prädikat Exzelleuz ernannt
worden.
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 9 enthält:
1. Verordnung über den internationalen Verkehr mit
Kraftfahrzeugen. 2. Verordnung, den Schutz der Heil=
quellen
des Karl Brod zu Vilbel betreffend.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen drei
jugendliche Bäcker, nämlich den Michael Rockl, Max
Walter Metzner und Eugen Sieber, die in Offenbach
Geld und Geldeswert geſtohlen haben. Rockl hat bereits
10 Monate und Metzner 8 Monate Gefängnis auf dem
Kerbholz. Sie bezogen: Sieber 5 Monate, Rockl
1 Jahr 3 Monate und Metzner 11 Monate Gefängnis
als Geſamtſtrafe. Der 52 Jahre alte Zimmermann Hein=
rich
Böcher von Unter=Schmitten erſchien am 18. März
bettelnd in Hainſtadt. Er öffnete, ohne ſich lange zu be=
ſinnen
, die Türen und zogen die Schubladen auf und nahm
an ſich, was er brauchen konnte. Als er einer Frau ſieben
Eier geſtohlen hatte, wurde er erwiſcht. Trotz ſeines
Sträubens und ſeiner Verſicherung, er ſei ein ehrlicher
Mann, wurde er unterſucht. Dabei fanden ſich Würſte im
Werte von 15 Mark, Butter, Kaffee, drei Raſiermeſſer und
die Eier, 4 allerdings zerdrückt, vor. Er behauptet, er habe
mit den Lebensmitteln den Hunger keiner Frau und ihrer
Kinder, deren er ſich aus Mitleid angenommen, ſtillen wol=
len
. Der ehrliche Mann hat, wie ſich ergab, ſchon Jahre lang
wegen vieler Diebſtähle im Zuchthaus zugebracht. Er
wurde zu 1 Jahr 4 Monaten Zuchthaus und 4 Wochen Haft
verurteilt; letztere iſt durch die Unterſuchungshaft verbüßt,
Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm auf 5 Jahre ab=
erkannt
und ſeine Ueberweiſung an die Landespolizei=
behörde
nach verbüßter Strafe verfügt. Die letzterwähnte
Maßregel war nicht nach ſeinem Geſchmack.
* Der Provinzialausſchuß der Provinz Starken=
burg
wird in ſeiner Sitzung am Samstag, den 7. Mai,

Konzeſſionserweiterung für ſein Haus Ernſt= Ludwig=
ſtraße
43. 2. Geſuch des Heinrich Rodenhäuſer in Darm=
ſtadt
um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft
im Hauſe Roßdörferſtraße 110. 3. Geſuch des Heinrich
Häuſer II. zu Nieder=Modau um Erlaubnis zum Betrieb
einer Gaſtwirtſchaft in Nieder=Modau. 4. Rekurs des
Friedrich Mühlſchwein in Langen wegen verweigerter
Wirtſchaftskonzeſſion.
Der Heſſiſche Richterverein wird Samstag, den 28.
Mai, zu Frankfurt im Steinernen Haus ſeine elfte
ordentliche Hauptverſammlung halten und ſich
u. a. auch mit einer Eingabe des Verbandes Heſſiſcher Ge=
richtsaſſeſſoren
wegen Aufnahme in den Richterverein zu
beſchäftigen haben. Herr Senatspräſident Dr. Keller wird
einen Vortrag über den Vorentwurf zum Strafgeſetzbuch
halten. Als Ort der nächſtjährigen Hauptverſammlung iſt
Mainz in Ausſicht genommen.
C Der Landesverein Heſſiſcher Zeitungsredakteure hielt
hier am Sonntag im Darmſtädter Hof eine außer=
ordentliche
Mitgliederverſamml ung unter
dem Vorſitz des Herrn Redakteurs Dr. Waldaeſtel ab.
Die Verſammlung, die von Mitgliedern aus Darmſtadt,
Mainz und Offenbach zahlreich beſucht war, beſchäftigte
ſich eingehend mit dem am 22. ds. Mts. in Hannover ſtatt=
findenden
Delegiertentag des Bundes Deutſcher Redak=
teure
. Als Delegierter wurde der Schriftführer des Ver=
eins
, Herr Redakteur Fr. Hannemann, einſtimmig
gewählt. Verſchiedene Anträge, die ſich beſonders mit der
Beſſerung der ſozialen Lage der Redakteure befaſſen und
dem Delegiertentage unterbreitet werden ſollen, wurden
nach längeren, ſehr anregenden Debatten angenommen.
* Der Jonrualiſten= und Schriftſteller=Verein hielt
am Samstag im Grünen Zimmer des Kaiſerſaales
ſeine Hauptverſammlung ab. Nach dem von dem
Vorſitzenden, Herrn Chefredakteur Dr. Waldaeſtel,
erſtatteten Jahresbericht zählte der Verein im ver=
gangenen
(15.) Vereinsjahre 72 ordentliche und 5 außer=
ordentliche
Mitglieder ausgeſchieden ſind 9, eingetre=
ten
5 Herren. Durch den Tod verlor er Herrn Dr. C.
E. Merck, der vom September 1901 bis März 1904 Vor=
ſtandsmitglied
geweſen war, und Herrn Lehrer J. Hart=
leb
, der dem Verein ſchon ſeit dem Jahre 1897 und dem
Vorſtand oder dem Schieds= und Ehrengericht ſeit 1900
angehört hatte und ſtets eines ſeiner treueſten und auf=
richtigſten
Mitglieder geweſen iſt. Der Vorſtand trat
zu 11 Sitzungen zuſammen, Mitgliederverſammlungen
fanden 4 ſtatt; außerdem beteiligte ſich der Verein an
7 Vortragsabenden des Darmſtädter Vortragsverban=
des
und an der volkstümlichen Schillerfeier zum 150 Geburtstage des Dichters. Nach der geprüf=
ten
und für richtig befundenen Jahresrechnung
beträgt das Vermögen des Vereins zur Zeit 1838 Mt.
Die Neuwahl des Vorſtandes hatte das Er=
gebnis
, daß gewählt wurden: Chefredakteur Dr. Wald=
geſtel
zum Vorſitzenden, Schriftſteller Freiherr von
Wolzogen zu ſeinem Stellvertreter, Reviſor Enders
zum erſten, Rechtsanwalt Dr. Hoffmann II. zum zwei=
ten
Schriftführer; zu Beiſitzern Profeſſor Dr. E. A.
Berger, Chefredakteur Beuthner, Pfarrer D. Dr. Diehl,
Profeſſor Henſing und Rat Sonne. In das Schieds=
und Ehrengericht wurden gewählt: Landgerichtsrat
Welcker (Vorſitzender), Chefredakteur Dr. Buſchmann
und Hofrat Koch (Beiſitzer), C. Lettenbaur und Hofbuch=
druckereibeſitzer
Hohmann (ſtellvertretende Beiſitzer).
Den Schluß der Hauptverſammlung bildete eine ein=
gehende
Ausſprache über die auf der Tagesordnung des
Würzburger Delegiertentages ſtehende geplante Um=
geſtaltung
des Verbandes Deutſcher Journaliſten= und
Schriftſteller=Vereine. Eine Beſchlußfaſſung wurde auf
eine ſpätere Mitgliederverſammlung vertagt.
Hanſabund. In Michelſtadt i. O., wo bereits
eine große Anzahl Mitglieder des Hanſabundes vorhan=
den
iſt, hat eine öffentliche Verſammlung ſtattgefunden, in
der Handelskammerſyndikus Dr. Human aus Darmſtadt
einen längeren Vortrag über Die Entſtehung und Auf=
gaben
des Hanſabundes hielt. Im Anſchluß an den Vor=
trag
fand eine lebhafte Ausſprache ſtatt und es wurde
ſchließlich einſtimmig die Gründung einer Ortsgruppe
Michelſtadt des Hanſabundes beſchloſſen, der ſofort eine
Anzahl weiterer Mitglieder beitrat.
Sektion Darmſtadt des Deutſchen und Oeſterreichi=
ſchen
Alpenvereins. Schmucke Dirndln und ſaubre Buabn
hatten ſich am Samstag abend in frohem Drängen in dem
Saale des Hotels zur Traube zuſammengefunden, das
40. Stiftungsfeſt der Sektion Darmſtadt zu begehen. Ein
Hauch von Luſt und Lebensfreude durchzitterte die früh=

und Landwirtſchaft, Baugewerbe, Grundſtücks= und Hypo=
thekenweſen
lebhaft beunruhigt worden. Bei der Bedeu=
tung
des Entwurfes für die genannten Erwerbskreiſe,
aber auch für die ſtädtiſchen Finanzen, die kommunale Bo=
denpolitik
, die Wohnungsverhältniſſe aller Bevölkerungs=
ſchichten
halten wir es in Uebereinſtimmung mit allen
Körperſchaften, die ſich bisher zu dem Entwurf geäußert
haben, für unbedingt erforderlich, daß an die Stelle ſorgfäl=
tiger
Prüfung, welche dieſem Geſetzentwurf zuteil werden
muß, nicht überſtürzte Behandlung dieſer ungemein ein=
ſchneidenden
Vorlage trete. Wir ſind der Meinung, daß
eine Vorlage, durch deren Folgen die weiteſten Volkskreiſe
ſchwer betroffen werden, ruhigſter Ueberlegung bedarf und
würden es beſonders begrüßen, wenn die Reichstagskom=
miſſion
während der Beratungen in erſter Leſung oder
zwiſchen der erſten und zweiten Leſung Sachverſtändige =
ren
wollte, was uns in dieſem Falle mehr denn je geboten
erſcheint.
Die Handelskammer hat ſodann ihre Wünſche zu dem
Geſetzentwurf, ſoweit dies bei der Kürze der Zeit möglich
war, zuſammengefaßt.
Die nationalliberale Vertreterverſammlung in
Friedberg wählte eine Kommiſſion, die einen national=
liberalen
Kandidaten für Friedberg= Büdin=
gen
vorſchlagen ſoll, der nach ſeiner Wahl ſich der natio=
nalliberalen
Reichstagsfraktion anſchließt. Um die Zu=
ſtimmung
aller bürgerlichen Parteien zur nationalliberalen
Kandidatur herbeizuführen, ſoll die Kommiſſion Verhand=
lungen
mit den übrigen politiſchen Organiſationen pflegen.
Ausland.
Die franzöſiſche Regierung bereitet einen Geſetzent=
wurf
vor, der eine beſſere Ueberwachung und Unterdrückung
der Spionage ermöglichen ſoll.
Das Wahlgeſetz in Spanien beſtimmt, daß der
Kandidat für die Abgeordnetenkammer, der keinen Gegen=
kandidaten
hat, als gewählt bezeichnet wird; demgemäß
werden folgende Wahlreſultate bekannt gegeben:
56 Liberale, 23 Konſervative, 3 Republikaner, 3 Karliſten
und 4 Wilde.
Die türkiſche Kammer verhandelte über den Antrag
der albaniſchen Deputierten betr. die Entſendung einer par=
lamentariſchen
Unterſuchungskommiſſion nach
Albanien. Der Führer der Jungtürken beantragte
Vertagung der Debatte, bis die Regierung erſcheine. Der
Präſident begab ſich zum Großweſir, der erklärte, nicht
kommen zu können, weil er mit ſeinen Kollegen beraten
müſſe. Unter dem Proteſt der Albaner wurde die Sitzung
geſchloſſen. Wegen der von der Kammer beſchloſſenen
Streichung der Penſionen einiger Schwiegerſöhne der kai=
ſerlichen
Familie reichte der Finanzminiſter ſeine
Demiſſion ein. Auch der Miniſter des Innern droht
aus dem gleichen Grunde mit ſeiner Demiſſion.
Wie aus Kreta gedrahtet wird, haben die muſel=
maniſchen
Deputierten die Anſicht kundgegeben, der erſten
Sitzung der Nationalverſammlung fernzubleiben, weil
dieſe im Namen des Königs von Griechenland eröffnet
werden ſoll.
Das Repräſentantenhaus der Vereinigten Staaten
nahm einen Geſetzesvorſchlag an, nach dem die Telephon=
und Telegraphengeſellſchaften der Oberaufſicht des Staates
unterſtellt werden. Als allgemeine Verkehrsmittel fallen
ſie unter die neue Bahnvorlage. Die ſtaatliche Oberaufſicht
über drahtloſe Telegraphie und Kabelleitungen wird gleich=
falls
gefordert. Man glaubt, daß der Beſchluß des Reprä=
ſentantenhauſes
im Senat heftig bekämpft werden wird.

* München, 2. Mai. Das Befinden des Groß=
herzogs
von Luxemburg, der ſeit einiger Zeit ge=
lähmt
iſt und ein qualvolles Leben friſtet, hat ſich in den
etzten Tagen verſchlimmert. Die Lähmung hat ſich auf
die Halsorgane ausgedehnt, ſodaß die Ernährung des
Kranken ſehr erſchwert wird.

Maifeſtſpiele in Wiesbaden.
(Nachdruck verboten.)
I.
Die Hochſaiſon ohne den kaiſerlichen Kurgaſt
iſt undenkbar! Seine Anweſenheit gibt dem inter=
nationalen
Leben und Treiben in dieſen wonnigen Mai=
tagen
erſt den rechten Glanz und eine gewiſſe feierliche
Weihe, die zu der innigen Freude an dem jungen
Schmuck der Natur, zu der allgemeinen Feſtes= und
Feiertagsſtimmung ſo vortrefflich harmoniert. Der
Kaiſer überall ſchon an frühen Morgenſtunden im
würzigen Taunuswalde; die Fremden ſind gewohnt,
ihn unter ſich zu ſehen, bis dann die Spiele im Hof=
theater
ſie mit dem Herrſcher gar in die engſte Begeg=
nung
bringen. In Scharen kommen ſie alljährlich her,
Wilhelm II. iſt die ſtarke impoſante Perſönlichkeit ge=
blieben
, die man gern einmal von Angeſicht zu Ange=
ſicht
ſehen will. Die Gäſte aus England und Amerika
ſind immer noch am zahlreichſten; ſie führt aber nicht
nur eine gewiſſe Neugier her, ſie hegen für den Kaiſer
eine verſtändliche Verehrung, die ſich in den begeiſter=
ten
Willkommensrufen, in der herzlichen Begrüßung
oft genug ganz impulſiv äußert. Und der Herrſcher geht
nicht achtlos an dieſer Freude, die er hier findet, vor=
über
, er hat es mehr als einmal ſchon geäußert, wie
wohltuend ihm dieſe Wiesbadener Ferientage ſind!
Seine Anweſenheit gilt vornehmlich, wie in frü=
heren
Jahren, den Feſtſpielen im Hoftheater, das ſich
mit Roſengirlanden frühlingsmäßig feſtlich geſchmückt
hat. General=Intendant Graf von Hülſen aus Berlin
wird in dieſem Jahre ſelbſt die Leitung der Aufführun=
gen
übernehmen, da unſer Intendant Kammerherr von
Mutzenbecher als Rekonvaleszent im Süden weilt.
Kaiſer=Feſtſpiele! Dies eine Wort kennzeich=
net
ja vollkommen den äußerlichen und innerlichen
Charakter der Wiesbadener Aufführungen. Mit all
dem Glanze, wie er einem Kaiſer gebührt, ſind dieſe
Feſtſpiele umgeben, deren inneres, deren künſtleriſches
Weſen zu einem Teil der Initiative, zum andern Teil
dem Kunſtgeſchmack des Monarchen entſpringt. Sie
ſind im deutſchen Kunſtleben nunmehr ſeit einem
Jahrzehnt eine ſeſtſtehende Inſtitution geworden, den
künſtleriſchen Stempel prägt ihnen der Kaiſer ſelbſt
auf. In früheren Jahren war das Programm wohl

reichhaltiger; da ſchien es, als ginge man mit beſon=
derer
Freudigkeit und Begeiſterung an die Feſtſpiel=
tage
heran. Ihre Uraufführungen erlebten da Lauffs
Hohenzollerndramen, und aus dem Beſtreben heraus,
unter allen Umſtänden originell zu ſein und ſelbſt dem
Alten und Traditionellen neue Seiten abzugewinnen,
entſtanden die muſikaliſch erweiterten Neueinſtudier=
ungen
von Undine, Waffenſchmied, Oberon und
Wildſchütz Man wirft unſerer Hofbühne bei dieſen
ſpeziell Wiesbadener Einrichtungen die Entfaltung des
Prunkvollen immer wieder vor General=Intendant
von Hülſen ſchrieb zur künſtleriſchen Aufklärung und
Motivierung hierzu: Was das Szenarium, Malerei
und Technik, auf der Wiesbadener Hofbühne geben
will, iſt die Nachahmung der Natur. Statt hohler,
äußerer Pracht und ſchreienden Prunkes: gediegene,
wertvolle, kulturhiſtoriſche Bilder; ſtatt ballettartiger
äußerlicher Effekte: poetiſch abgetönte Stimmungsbil=
der
, die nie vergeſſen laſſen, daß ſie nur Mittel zum
Zweck ſind, daß ſie nur den Grund bilden ſollen, von
dem ſich die Perlen der Kunſt, unbeeinflußt von thea=
traliſchen
, ſtörenden Elementen, reiner und klarer ab=
heben
. Und der große ſzeniſche Aufwand iſt ſchließlich
gerechtfertigt, denn die eigentliche künſtleriſche Kraft
der Hofbühne wurzelt in der Oper; zum andern ſol=
len
die Feſtſpiele ja eigenartig und intereſſant ſein
durch das perſönliche Gepräge, das ihnen innerlich und
äußerlich der Kaiſer verleiht.
Die Oper dominiert auch in dieſem Jahre wieder
Fidelio, Oberon, Fra Diavolo freilich kommen
auch Hebbel und Guſtav Freytag mit Herodes und
Mariamne und den Journaliſten zu Wort. Der
Journaliſten=Abend bringt vier Gaſtſpiele, eine un=
erfreuliche
Tatſache im Grunde genommen, die leicht
den Vorwurf aufkommen laſſen könnte, das Schauſpiel=
Enſemble unſerer Hofbühne reiche für derartige beſon=
dere
Veranſtaltungen nicht aus. Sollte dies in der Tat
die Meinung an leitender Stelle ſein, dann wäre als
Konſequenz logiſcher Weiſe zu fordern, unverzüglich
eine Auffriſchung und Erweiterung des Enſembles vor=
zunehmen
. Nun, die Probe wird ja noch zu machen
ſein, und die Kritik wird gerade in dieſem beſonderen
Falle mit einem ſcharfen Urteil nicht zurückhalten dür=
fen
; beſonders wertvoll wird das Urteil der berufenen
Rezenſenten ſein, die von den führenden deutſchen

Blättern zu den Feſtlichkeiten wieder hergeſchickt ſind.
Auch der Direktor der berühmten Mailänder Skala
iſt hier, um nach der Aufführung des Oberon in der
Bearbeitung von Hülſen=Lauff=Schlar die Oper zu er=
werben
.
Auch als der unerbittlich ſtrenge Herr, der ernſte
Soldat kommt der Kaiſer in dieſem Jahre her; vor
dem Kurhaus ſoll in dem idylliſchen Rahmen, den die
uralten Platanen mit dem im üppigen Blumenflor
prangenden Bowling green bilden, eine Kaiſer=
parade
abgehalten werden, die zu einem glänzenden
militäriſchen Schauſpiele zu werden verſpricht. Iſt
doch der ruſſiſche Botſchafter aus Berlin eigens her=
beigeeilt
, um auf kaiſerliche Einladung der Truppen=
ſchau
beizuwohnen.
Auch die Stadt gibt wieder dem Kaiſerpaare ein
großes künſtleriſches Feſt. In dem Prunkſaale des
Kurpalaſtes findet am Geburtstage des Kronprinzen
ein Galakonzert ſtatt. Die einzige Programm=
Nummer iſt die preisgekrönte Kantate Weihe der
Künſte von Dr. Elſenheimer. Der Komponiſt iſt in
Wiesbaden als Sohn des verſtorbenen Kammermuſikers
Elſenheimer geboren, 1890 nach Amerika ausgewandert
und nimmt im muſikaliſchen Leben der Vereinigten
Staaten eine hervorragende Stellung ein. Der Dichter
iſt der vor zwei Jahren in Cincinnati verſtorbene Dr.
med. Brühl.
Natürlich iſt auch dem freien Sport wieder ein
Teil im Programm geſichert. Das Große Internatio=
nale
Lawn=Tennis=Turnier wird in den Kaiſertagen
ſtattfinden. Eine Beſichtigung der neuen Rennbahn
durch den Herrſcher iſt vorgeſehen. Die Rennen ſelbſt
mußten leider aus dem Programm geſtrichen werden,
da der Bau der Tribünen erſt im Juli beendet ſein
dürfte. Gartenfeſte mit brillantem Feuerwerk, Illu=
minationen
der Kaskaden fehlen nicht und werden den
Feſtabenden im Kurgarten unter den alten Kaſtanien,
die zur Feier die weißen und roten Blütenkerzen auf=
geſteckt
haben, die Frühlingsweihe geben.
Unter den brauſenden Hochrufen einer vieltauſend=
köpfigen
Menge hat das Kaiſerpaar mit der Prinzeſſin=
Tochter ſeinen Einzug durch die feſtlich geſchmückte
Wilhelmſtraße gehalten die Ouvertüre iſt jubelnd
verrauſcht das Spiel kann beginnen!
Walther Müller= Waldenburg.

[ ][  ][ ]

Nummer 102.

lingsgrünen Birken im Saale. Die Anſprache des Vor=
ſitzenden
betonte die hervorragenden Leiſtungen des macht=
vollen
Deutſchen und Oeſterreichiſchen Alpenvereins auf
allen Gebieten ſeiner Wirkſamkeit. Die Sektion Darmſtadt
hat daran ſeit ihrem Beſtehen erfolgreich mitgearbeitet, ihr
40. Stiftungsfeſt darf daher mit Recht gefeiert werden auf
dem Wege zu einer glückverheißenden Weiterentwicklung.
Lebhaft begrüßt, überbrachte Herr Profeſſor Dr. Peter=
ſen
, der Gründer und Vorſitzende der Sektion Frankfurt
und erſter Präſident des Geſamtvereins, die Glückwünſche
der befreundeten Nachbarſektionen. Nicht minder erweckten
die freundlichen Worte und Wünſche des Herrn Beigeord=
neten
Mueller, der den Odenwaldklub vertrat, den
froheſten Beifall. Nach dem einfachen Abendeſſen wetteiferten
Mitglieder und Freunde der Sektion, mit reichen Gaben
der Kunſt und des Geiſtes die rechte Gebirgsſtimmung
aufkommen zu laſſen: Frl. Guſti Rabenau erfreute mit
prächtigen Koſchatliedern, die jugendliche Bergfee des Fer=
wall
trat auf mit warm empfundenen Worten, Herr Hof=
ſchauſpielerWagner
ließ Meiſter Defregger im Bilde
erſtehen; heller Jubel empfing die Gebirgler auf der
Bühne und fand in der Abſendung eines Telegramms
zum Geburtstag des 75jährigen Malers ſeinen Ausdruck.
Madeln und Buabn ſtampften juchzend den Boden, der
Klang der Zither ertönte ſo traut, Schnadahüpfeln und
kräftige oberbayeriſche Verſe voll Leben und Humor ver=
ſetzten
uns ins Leben der Berge. Die jungen Paare
drehten ſich in munterem Tanze, und raſch entſchwanden
die Stunden. Längſt war das Mailied verklungen, als
man ans Aufbrechen dachte. Mit einer fröhlichen Wan=
derung
über den Frankenſtein nach Sceheim ſchloß am fol=
genden
Tage in hellem Frühlingsſonnenſchein das ſchöne
Feſt.
Der Verein für naturgemäße Heil= und Lebensweiſe
feierte, ſo ſchreibe man uns, ſein 25. Stiftungsfeſt am
Samstag im Kaſſerſaal, deſſen Raum faſt zu eng war,
die Mitglieder und Gäſte zu faſſen. Nach einem einleiten=
den
Klaviervortrag begrüßte Stadtv. Schupp die Erſchie=
nenen
Anweſend waren Abgeordnete aus Wiesbaden,
Frankfurt, Neuwied, Offenbach, Hanau, Diebach, Karlsruhe,
Fechenheim, der Vorſtand des Geſamtbundes der Natur=
heilvereins
hatte Glückwünſche oder Geſchenke geſandt.
Stadtv. Schupp gab ſodann eine kurze Ueberſicht über die
Entwickelung der Naturheilbewegung, die er als Mitbe=
gründer
des Vereins ſeit 25 Jahren perſönlich erlebte. An
drei darauf folgende Lieder, geſungen von Opernſänger
Dramſch, ſchloß ſich die Rede des Vorſitzenden, der eine
Ueberſicht über die Entwickelung des Vereins gab. Als=
dann
folgte die Ernennung von drei Vorſtandsmitgliedern
zu Ehrenmitgliedern des Vereins, und waren dies die
Herren Saeng für ſeine raſtloſe, arbeitsfrohe Vereinslei=
tung
, Supp für ſeine Mitbegründung und eifrige Betäti=
gung
der von ihm verkündeten Grundſätze der Naturheil=
bewegung
, Fritz Hugenſchütz für ſeine ſelbſtloſe Unter=
ſtützung
, die er ſeit Jahren dem Verein zuteil werden läßt.
Danach trat die Verſammlung in den eigentlich geſelligen
Teil der Vortragsfolge ein. Voran ging ein Feſtſpiel Me=
dizin
und Naturheilkunde gedichtet von dem Mitglied des
Vereins, Bankbeamter Volk, das großen Beifall fand, wie
auch die folgenden Stücke, ein Melodram Der Blumen
Rache von Freiligrath, einige Violinvorträge des Kammer=
muſikers
Mehmel, ein Theaterſtück Trudchens Schatz ein
Sportreigen, eingeübt von Frl. Lagemann, ſowie geſang=
liche
Vorträge der Tochter des Mitbegründers Schaffner
aus Groß=Gerau. Dazwiſchen waren einige humoriſtiſche
Vorträge eingeſtreut. Ein Ausflug auf die Ludwigshöhe
am Sonntag nachmittag ließ das ſchöne Feſt würdig ab=
ſchließen
.
Verein der Detailliſten von Darmſtadt. Die Mit=
glieder
werden nochmals auf die heute abend 9 Uhr im
Kaiſerſaal (Kaufmänn. Vereinsſaal) ſtattfindende
Hauptverſammlung aufmerkſam gemacht.
* Keine neue Heilanſtalt. Herr Dr. med. Wolf
ſchreibt uns: In Nr. 99 Ihres geſchätzten Blattes bringen
Sie einen Bericht über die letzte Stadtverordnetenſitzung
und unter der Ueberſchrift: Eine neue Heilanſtalt die
Mitteilung, daß mein Geſuch genehmigt ſei. Ich lege
Wert darauf, berichtigt zu ſehen, daß es ſich nicht um
eine ueue Heilanſtalt handelt ſondern bloß um
Verlegung meines ſeit 4 Jahren beſtehenden Inſtitutes
von Steinackerſtraße 13 nach Rheinſtraße 31.
Der Heſſ. Odenwaldverein Darmſtadt veran=
ſtaltete
am Sonntag einen Familienausflug nach Traiſa.
Die Mitglieder ſammelten ſich mit ihren Familien am
Kapellplatz, der Abmarſch erfolgte um 2¾ Uhr unter
Vorantritt einer Abteilung der Muſikkapelle des Train=
Bataillons Nr. 18. Mit Muſik und Geſang gings den
alten Traiſaerweg an der Klipſteins=Eiche vorbei nach
Traiſa, wo im Gaſthaus zum Heſſiſchen Hof‟ Einkehr
gehalten wurde. Die Kinder erfreute man durch eine
Polonäſe im Garten, wobei jedem ein Fähnchen nebſt

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mai 1910.

einer Brezel verabreicht wurde. Die ſchönen Stunden
flogen allzu raſch dahin und allzufrüh verkündete
Trompetenſignal das Zeichen zum Aufbruch nach Hauſe.
In der fröhlichſten Stimmung bei Jung und Alt, unter
Abſingen Odenwälder Lieder erfolgte der Rückmarſch in
die Reſidenz, woſelbſt noch ein gemütliches Beiſammen=
ſein
im Vereinslokal den Abſchluß des ſchön verlaufenen
Ausflugs bildete.
Männergeſangverein Konkordia Am Himmel=
fahrtstag
findet, wie aus dem Inſeratenteil erſichtlich, ein
Morgenſpaziergang nach der Bismarckseiche ſtatt. Gleich=
zeitig
werden die Mitglieder auf die am Freitag, den
13. Mai, abends, im Mathildenhöhſaal ſtattfindende
Hauptprobe für den Wettſtreit zu Schwanheim auf=
merkſam
gemacht.
Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im Monat
April ergaben die fortlaufenden Reviſionen der Nachtwach=
beamten
folgende Fälle: 456 offene Haustüren und Tore
vorgefunden; 122mal brannte in Geſchäfts= und Bureau=
lokalitäten
, Kellern und Bodenräumen Licht; 12 Haus=
bewohnern
, welche ihre Schlüſſel vergeſſen hatten, wurde
geöffnet: 4mal offene Gashähne entdeckt; 11 offenſtehende
Parterrefenſter ermittelt; 9 defekte Schlöſſer, ſowie ſtecken=
gebliebene
Schlüſſel vorgefunden; 3 Einbrecher verſcheucht.
Abſchiedsvorſtellungen des Berliner Vande=
ville
=Enfembles im Orpheum. Heute Dienstag,
den 3. Mai, findet das vorletzte Gaſtſpiel ſtatt mit
dem brillanten Pariſer Schlager: Haben Sie nichts
zu verzollen? von Hennequiu und Veber, der
geſtern mit ſtürmiſchem Heiterkeitserfolg aufgenommen
wurde. Es wird ausdrücklich bemerkt, daß die heutige
Dienstags= und morgige Mittwochs=Vorſtellung die
unwiderruflich letzten ſind.
§ Selbſtmord. Auf dem Darmſtädter Friedhof
wurde geſtern vormittag eine ältere unbekannte Frau
erſchoſſen aufgefunden. Nach einem bei der Leiche be=
findlichen
Zettel liegt zweifellos Selbſtmord vor.
n. Bickenbach, 2. Mai. Zu den im Pfarrhaus hier
und in Zwingenberg verübten nächtlichen Ein=
brüchen
iſt noch mitzuteilen, daß ſich kurz vorher ein
Fremder bei verſchiedenen Kindern in auffälliger Weiſe
über die Lage des Pfarrhauſes, weiter, ob der Geiſtliche
es allein bewohne oder Hausgenoſſen habe uſw. er=
kundigte
. Da ſich jener Menſch nachher gar nicht dort
ſehen ließ und den Inſaſſen nach der Beſchreibung
nicht bekannt iſt, ſteht er vielleicht mit den Diebſtählen
im Zuſammenhang und iſt jedenfalls deſſen verdächtig,
weshalb die Staatsanwaltſchaft ein Ausſchreiben nach
ihm erlaſſen hat. Er wird als 20 bis 25 Jahre alt,
von mittlerer Größe, mit dunkelblondem Haar und
einem gleichfarbigen Anflug von Schnurrbart geſchil=
dert
. Er war auf dem Fahrrad von auswärts gekom=
men
, trug grünliche Jägerkleidung, eine ebenſolche
Sportmütze und dunkle Gamaſchen; ſeine Maſchine
war mit roten Deckmänteln und außer der üblichen
Werkzeugtaſche mit einer zweiten Taſche von gelber
Farbe verſehen. Der Sachverhalt (beſonders die be=
nutzte
, aus einem Handtuch hergeſtellte Maske) erinnert
an eine vor mehreren Jahren hier begangene Tat, bei
welcher allerdings der Einbrecher nach harter Gegen=
wehr
abgefaßt werden konnte. Er war von Berlin
mit dem Plane, Poſtagenturen auf dem Lande zu be=
rauben
, ausgezogen, hatte durch einen in der Nähe
angelegten Brand den Poſtagenten aus dem Hauſe ge=
lockt
, war auf deſſen zurückgebliebene Frau geſtoßen,
brachte ihr ſchwere Verletzungen bei und ſchoß um ſich,
bis er überwältigt wurde.
Beerfelden, 1. Mai. Der hieſige Ortsge=
werbeverein
hielt heute in den Räumen der Ge=
werbeſchule
eine Geſellenprüfung ab, an der ſich ſechs
Prüflinge beteiligten. Morgens prüften die zwei Leh=
rer
, die den Geſellenkurs geleitet hatten, ſowie einzelne
Prüfungsmeiſter. In dem einen Saal der Gewerbe=
ſchule
bildeten die Geſellenſtücke und Arbeitsproben der
Prüflinge und eine Anzahl in der gewerblichen Sonn=
tagszeichenſchule
gefertigter Zeichnungen eine ſchöne
Ausſtellung. Gegenſtände wie Zeichnungen alles ſauber
und ſchön gearbeitet. Mittags eröffnete Herr A. Ber=
ger
jr., der Vorſitzende des Vereins, die Austeilung der
Geſellenbriefe mit entſprechender Anrede, worauf Herr
Banaufſeher Bundſchuh die Briefe verteilte. Herr
Hauptlehrer Teichmann=Michelſtadt überbrachte die
Glückwünſche Großh. Zentralſtelle und verbreitete ſich
in längerer Rede über die Bedeutung des Tages.
Mainz, 1. Mai. Nach dem Vermächtnis der Frei=
frau
von Eberſtein werden am 1. Mai die Zinſen des
von dieſer unter dem Namen Roſenbrautſtäft=
ung
hinterlaſſenen Kapitals im Betrage von 20571,43
Mark an ein durch die teſtamentariſche Kommiſſion
bezeichnetes, tugendhaftes, ſeine Eltern unterſtützendes
Mädchen zur Verteilung gebracht. Die Zinſen dieſes

Seite 3.

Kapitals belaufen ſich auf 1028,57 Mk., davon erhält
das Mädchen 857,14 Mk., während der verbleibende
Reſt in dem Betrage von 171,43 Mk. für ein teſtamen=
tariſch
angeordnetes Feſtmahl, das bei dem jeweiligen
Bürgermeiſter der Stadt Mainz abgehalten wird, ſ
ſtimmt iſt. Zur Roſenbraut wurde in dieſem Jahre
von der Kommiſſion die Kleidermacherin Johanna
Müller gewählt.
Mainz, 1. Mai. Am 10. April fand bei Engelſtadt
ein Straßenfahrradrennen ſtatt, an dem ſich
auch der 19jährige Landwirt Joh. Valentin Juli aus
Mainz=Zahlbach beteiligte. Juli kam mit ſeinem Rad
zu Sturz und zog ſich eine Kopfverletzung zu, der er
keine weitere Beachtung ſchenkte. Nachträglich ver=
ſchlimmerte
ſich ſein Zuſtand derart, daß er vor acht
Tagen im Rochushoſpital aufgenommen werden mußte.
Geſtern ſtarb der junge Mann.
Mainz, 2. Mai. Auf dem Provinziallandtag
der Provinz Rheinheſſen machte u. a. Baurat
Lucius Ausführungen über die Teerung der Stra=
ßen
zur Beſeitigung der Staubplage. Die
in verſchiedenen Ländern in den letzten Jahren geſammel=
ten
Erfahrungen hätten ergeben, daß die oberflächliche Tee=
rung
nur vorübergehende, die Innenteerung dagegen
dauernde Wirkung habe. Dies ſei jedoch teuer und ihre
Durchführung auch nicht einwandfrei. Als ausgleichendes
Mittel müſſe die Herſtellung der Straßen mit Kleinpflaſter
angenommen werden, was jedoch bedeutende Koſten ver=
urſache
. Da der Staub ſich nur im Sommer geltend
mache, dürfte die billigere, oberflächliche Teerung zu em=
pfehlen
ſein. Aber auch bei Kleinpflaſter ſoll man die Tee=
rung
nicht unterlaſſen. Jedenfalls ſolle man jedoch dazu
übergehen, die Ortsdurchfahrten mit Kleinpflaſter zu ver=
ſehen
.
Mainz, 2. Mai. Als ein 12jähriger Knabe am Sams=
tag
abend durch das Bingertor ging, erhielt er plötzlich
einen Schuß ins rechte Bein. Nach ſeinen Angaben
hatte ein Knabe vom Wall herab mit einem Flobert nach
ihm geſchoſſen und war dann fortgelaufen. Der Verletzte
kam ins Krankenhaus.
Worms, 1. Mai. Geſtern morgen gegen 12 Uhr er=
hielt
die Polizei von den chem. Fabriken und
Aſphaltwerken die Meldung: Großfeuer. In
dem Teerkochraum war anſcheinend infolge einer Ex=
ploſion
Teer in Brand geraten. Das Gebäude wurde
ſchwer beſchädigt und iſt ganz ausgebrannt. Der Scha=
den
beläuft ſich auf einige tauſend Mark. Als die raſch
herbeigeeilte Feuerwehr ankam, war der Brand be=
reits
durch die Arbeiter der Fabrik gelöſcht.
B. Bingen, 1. Mai. Tot aufgefunden wurde
geſtern abend von dem Zugführer eines gegen 11 Uhr
hier einlaufenden Zuges unweit vom Binger Hafen
neben dem Bahngleiſe der Jakob Mühleis aus Wald=
algesheim
, der in einem hieſigen Zigarrengeſchäft be
ſchäftigt geweſen iſt. Der Mann wurde wahrſcheinlich
von einem der gegen 10 Uhr hier einlaufenden
D=Züge überfahren. An einer Radfahrerkarte, die
man in ſeiner Taſche fand, wurde ſeine Herkunft feſt=
geſtellt
. Ferner fand man in ſeiner Geldbörſe den Be=
trag
von 32 Mark. Es iſt noch nicht mir Sicherheit
aufgeklärt, ob ein Unglücksfall oder Selbſtmord vor=
liegt
, doch wird der letztere vermutet.
Gießen, 2. Mai. Eine Frau, die auf den Bleichen
wohnt, bemerkte heute früh am Lahnufer eine ältere
Frau und ſah, wie ſie ſich in das Waſſer ſtürzte.
Sie holte wohl gleich Hilfe herbei und die Lebensmüde
wurde ans Ufer gebracht, allein der Tod war bereits
eingetreten. Es handelt ſich um eine ältere Witwe
was ſie zur Tat trieb, iſt nicht bekannt. Die Leiche
wurde nach dem Friedhofe gebracht.
(*) Lanterbach, 30. April. Die Erſchließung des
öſtlichen Vogelsberges ſoll durch eine neue Vogelsber=
bahn
von Fulda aus erfolgen, die auch zahlreiche volk=
reiche
Orte des ſüdlichen Kreiſes Lauterbach dem Ver=
kehr
angliedert. Dieſer Tage wurde die Strecke vom
Präſidenten der Eiſenbahndirektion Frankfurt, Reu=
leaux
, und Baurat Rugenberg im Kraftwagen bereiſt.
Die Herren hielten die Bahn für bauwürdig, da die
ſtark bevölkerten Orte des preußiſchen und heſſiſchen
Gebietes eine Rentabilität verſprechen. Die Linie ſoll
von Fulda über Kleinlüder, Blankenau, Hoſenfeld,
Hauswurz, Reichlos, Gunzenau, Metzlos bis Freien=
ſteinau
führen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 1. Mai. Das Programm
für Rooſevelts Beſuch iſt in großen Zügen jetzt
feſtgeſtellt, nachdem es zwiſchen dem amerikaniſchen Bot=
ſchafter
und dem Hofmarſchallamt vereinbart und vom Kai=
ſer
genehmigt worden iſt. Die Ankunft erfolgt am 10. Mai.
morgens 9 Uhr 8 Minuten auf dem Stettiner Bahnhof mit

** Das Leben eines vornehmen Hundes,
der den Augapfel ſeiner ſchönen und reichen Herrin bildet,
iſt ein ewiger Sonntag; die feinſte Eleganz und die höchſte
Lebenskunſt umgibt ihn, und fiele nicht der Schatten eines
ffrühen Todes, der ſich leider bei einem ſo üppigen Da=
ſein
häufig einſtellt, in die Sonnenhelle ſeines Glücks, ſo
beſäße der mondäne Schoßhund das Paradies auf Erden.
Die neueſten Fineſſen und Exzentrizitäten in der Toilette
und Lebensführung dieſer vierfüßigen Dandys bilden den
Inhalt eines Aufſatzes von Lectures pour Tous‟ Ein
Paletot zum Ausgehen genügt dem verwöhnten Lieb=
ling
des Salons ſchon lange nicht mehr, er hat fünf oder
ſechs. Ein mit feinen Borten beſetzter Schlafrock, ein
behaglich auswattierter Geſellſchaftsrock, aus deſ=
ſen
Taſche ein Batiſttaſchentuch guckt, ein Sportkoſtüm aus
leichtem Flanell alles ſteht dem Dandy zur Verfügung.
Vor einigen Monaten erſchienen zwei Foxterriers im Tui=
leriengarten
, die Beinkleider trugen und dabei höchſt
gelangweilt ausſahen. Ein Amerikaner, der in Neuilly
wohnt, läßt ſeinen japaniſchen Hund jeden Abend einen
Smoking mit ſeidenem Revers anziehen, bevor er ſich
mit ihm zu Tiſche ſetzt. Eine wichtige Modefrage, die jeden
Brummel der Hundewelt in Aufregung verſetzt, iſt die rich=
tige
Fußbekleidung. Die Schuhe aus Kautſchuk,
einſt der Höhepunkt vornehmer Toilette, ſind heute veraltet.
Wer etwas in der Hundelebewelt auf ſich hält, trägt nur
noch weiche, ſchmiegſame Schuhe aus Ziegenleder, die in
allen Farben, hauptſächlich aber in Weiß, modern ſind.
Auch der Ueberſchuh darf bei Regenwetter nicht fehlen, da=
mit
der teure Vierfüßler ſich nicht naſſe Pfoten holt. Und
dann iſt auch der Regenſchirm nicht zu vergeſſen! Auf der
Place de l'Etoile in Paris kann man zum mindeſten täg=
lich
einen ſolchen Hundenabob ſpazieren gehen ſehen, an
deſſen Mantel ein entzückender Liliputſchirm befeſtigt iſt,
der ſeinen Teint gegen die Sonne und ſein Fell gegen den
Regen beſchützt. Das Halsband iſt Gegenſtand der
ſorgſamſten und gewählteſten Schmuckkunſt. Es beſteht
aus Silber oder Gold, iſt mit Edelſteinen verziert und
mit kleinen Amuletten behängt. Für ein ganz kleines

oldbändchen, deſſen Schmuck nur aus vier Diamanten be=
ht
, hat Lady Mackin in London 4200 Mark bezahlt. Na=
irlich
gibt es auch Arm= reſp. Pfotenbänder, die
on den Hundeſchönen mit viel Grazie um die ſchlankel
eſſel getragen werden. Aber der dernier eri des mo=
ernen
Hundeſchicks ſind die Ohrringe! Außer ſei=
r
Toilette und ſeinem Schmuck bedarf aber ein Hund
us gutem Hauſe vor allem eines komplett eingerichteten
adezimmers, in dem die niedlichſten Bademäntel,
fürſten, Schwämme und Schönheitsutenſilien das Ent=
icken
jedes Hundeherzens erregen.
Vorbildlich ſind in ihrer Einrichtung die Hunde der
rs. Gillig, der Schweſter des Eiſenbahnkönigs Crocker,
eweſen, die unter dem Namen die drei Babies eine Zeit
ng den guten Ton im Geſellſchaftsleben der Hunde an=
aben
. Sie beſitzen ihre eigenen Appartements in dem
alaſt ihrer Herrin, haben jedes ihre eigene Dienerin und
ben trotz ihrer Kleinheit auf großem Fuße‟ Ihre
chneiderrechnung beträgt für jeden jährlich 2000 Mark,
de der Mahlzeiten, die ſie einnehmen, koſtet 4 Mark. Der
ammerdiener, der die Aufgabe hat, ſie auf ihrem täglichen
paziergange zu begleiten, bezieht eine Gage von 2000
tark und jede Dienerin eine von 1500 Mark. Solch hoch=
eſpannte
Bedürfniſſe der vornehmen Hunde laſſen neue
zerufe entſtehen, z. B. den des Hundezahnarztes. Dr.
Brien in New=York erfreut ſich einer glänzenden Praxis.
plombiert die Zähne der vierfüßigen Herrſchaften und
zt ihnen falſche Zähne ein.
Die höchſt ſenſible Veranlagung mancher Schoßhunde
fordert auch ſchmerzſtillende Mittel. Die Bulldogge ei=
es
Herrn Myers aus Pottsville nimmt den Ruhm für
h in Anſpruch, der erſte Schoßhund zu ſein, der eine
hloroformnarkoſe durchgemacht hat. Auf den
roßen Hundeausſtellungen in London und New=York ge=
en
ſich dieſe Ariſtokraten der Hundewelt ein Rendezvous.
ber daneben feiern ſie auch im privaten Kreiſe intime
eſtlichkeiten, deren Mittelpunkt der Londoner Curly
oodle=Klub bildet. In Automobilen und Equi=
agen
kommen ſie hier zuſammen und veranſtalten Ko=
imfeſte
mit Preisverteilungen. Den erſten Preis erhielt
as letzte Mal ein ganz wie ein Menſchenbaby gekleidetes
d ſich bewegendes Hündchen, den zweiten ein Pudel, der

als Cupido erſchien. Im Wolcott=Hotel in New=York gibt
es auch bereits beſondere Appartements für Hunde, in de=
nen
für jede Bequemlichkeit der vierfüßigen Dandys ge=
ſorgt
iſt.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
Die Ausſtellung 1910 des Verbandes
der Kunſtfreunde in den Ländern am Rhein,
die unter dem Thema Der Rhein im Bild das Schaffen
der modernen Landſchaftsmalerei an einem begrenzten
Stoffgebiet zeigen ſoll, wird am 8. Mai im Kurfürſtlichen
Schloß zu Mainz vom Großherzog von Heſſen, dem Pro=
tektor
des Verbandes, eröffnet. Am 6. Mai tagt das
Preisgericht über den Wettbewerb um eine Rheinland=
ſchaft
, der vom genannten Verband ausgeſchrieben wurde.
Die beiden gekrönten Bilder gehen in die Mainzer Ge=
mäldegalerie
über als Erinnerung an die Tagung des
Verbandes in Mainz.
Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus: Dienstag, 3. Mai: Figaros Hoch=
zeit
. Mittwoch, 4.: Ein Walzertraum. Donnerstag,
Margarete. Freitag, 6.: Geſchloſſen. Samstag, 7
Maurer und Schloſſer; Cavalleria ruſticana. Sonntag
8.: Rienzi. Montag, 9.: Die geſchiedene Frau. Diens=
tag
, 10.: Oberon. 2. Schauſpielhaus: Diens=
tag
, 3. Mai: Hans Lange. Mitwoch, 4.: Die Rampe
Donnerstag, 5.: Der dunkle Punkt. Freitag, 6.: Das
Konzert. Samstag, 7.: Neu einſtudiert: Iphigenie auf
Tauris. Sonntag, 8., 3½ Uhr: Der dunkle Punkt;
7 Uhr: Die Rampe. Montag, 9.: Iphigenie auf Tauris.
Dienstag, 10.: Die Rampe.
* Metz 2. Mai. Geſtern nachmittag 4 Uhr er=
folgte
die Eröffnung der elſaß=lothringi
ſchen K un ſtausſtellung durch Unterſtaatsſekre
är Dr. Mandel. Die Ausſtellung, die etwa 800 Werke
umfaßt, iſt auf zwei Monate berechnet. Unterſtaats=
ſekretär
Dr. Mandel wies in ſeiner Eröffnungsan=
ſprache
darauf hin, daß die Ausſtellung durch den vor
geſtrigen Beſuch des Kaiſers eine höhere Weihe erhal
ten habe.

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mai 1910.

Nummer 102.

dem fahrplanmäßigen Zuge von Stockholm. Der Kaiſer
begleitet ſeinen Gaſt und deſſen Gattin nach der Begrüßung
im Automobil nach Potsdam, wo im Neuen Palais die
Begrüßung durch die Kaiſerin und ein Frühſtück ſtattfin=
den
. Es folgt eine Beſichtigung von Potsdam und Um=
gegend
. Gegen abend kehren die Herrſchaften zu einem
Feſtmahl ins Berliner Schloß zurück. Die beiden nächſten
Vormittage, alſo des 11. und 12. Mai, hat ſich der Kaiſer=
zur
Verfügung vorbehalten, um Rooſevelt dieſes oder je=
nes
zeigen zu können, ſeien es militäriſche Vorführungen
in Döberitz, ſtädtiſche oder ſtaatliche Anſtalten. Am Abend
des 11. findet ein Diner beim amerikaniſchen Botſchafter
Dr. J. D. Hill ſtatt. Am 12., mittags ½12 Uhr, hält Herr
Rooſevelt in der Aula der Berliner Univerſität eine Vor=
leſung
. Unter den Zuhörern werden ſich das Kaiſerpaar
und die meiſten hier anweſenden Prinzen und Prinzeſſin=
nen
, die Mitglieder der amerikaniſchen Botſchaft mit ihren
Damen, die Profeſſoren der Univerſität und Studenten be=
finden
. Den Abend des 12. beſchließt ein größeres Feſt=
eſſen
beim Reichskanzler von Bethmann Hollweg. Am
13. ſiedeln Herr und Frau Rooſevelt nach dem Haus des
Botſchafters Hill über, um dann ganz als Privatleute zu
leben. Ueber das Programm für den Reſt des Aufenthaltes
ſind endgültige Beſtimmungen noch nicht getroffen. Das
Warenhaus A. Wertheim in der Leipziger Straße
ſoll in nächſter Zeit weſentliche bauliche Erweiterungen er=
fahren
; mehrere der angrenzenden Grundſtücke ſind käuflich
erworben worden. Die Geſamtleitung des Neubaues liegt
in den Händen des Architekten Heinrich Schweitzer, eines
Schülers von Meſſel, der die Arbeit im Stil und Sinne
des verſtorbenen Meiſters zu Ende führen wird. Einen
grauenhaften Tod fand geſtern der bei einer Char=
lottenburger
Aſphaltfirma angeſtellte 25 Jahre alte Arbei=
ter
Anton Mayer. Als er mit dem Kochen von Aſphalt be=
ſchäftigt
war, kam er dem offenen Feuer zu nahe. Im Nu
war ſeine mit Aſphalt getränkte Kleidung von den Flam=
men
ergriffen und trotzdem ſofort Kollegen des Unglück=
lichen
herbeieilten und die Flammen erſtickten, hatte M.
doch ſchon ſo ſchwere Brandwunden am ganzen Körper da=
vongetragen
, daß er nach dem Krankenhaus Moabit ge=
ſchafft
werden mußte, wo er am Abend durch den Tod von
ſeinen ſchrecklichen Leiden erlöſt wurde.
Trier, 2. Mai. In Obergartzem in der Eifel traf ein
Fuhrknecht beim Schießen nach Katzen einen Mül=
lerburſchen
ins Herz. Der Tod trat auf der Stelle ein.
In Lommersdorf in der Eifel fiel ein Mädchen in die
Jauchegrube und ertrank.
Nürnberg, 30. April. Die Frau des ermor=
deten
Dr. Herberich gibt von den Umſtänden, die
zur Kataſtrophe führten, eine Darſtellung, welche die
Tat in einem weſentlich anderen Lichte erſcheinen laſſen
würde. Die Frau will die Browningpiſtole, mit der
ſie die Tat ausführte, bereits über ein halbes Jahr im
Beſitz gehabt haben. Am Tage der Kataſtrophe ſei es
nicht nur zu Streitigkeiten, ſondern auch zu Tätlich=
keiten
ihres Mannes ihr gegenüber gekommen. Am
Abend habe ſie ſich gerade in die Waſchküche begeben
wollen, als ihr Mann die Treppe heraufkam. Sie habe
ihm zugerufen: Wenn Du mich wieder mißhandeln
willſt, dann ſieh’ Dich vor. Ich habe eine Waffe bei
mir! Dr. Herberich habe ihr mit einem häßlichen
Schimpfwort geantwortet. Das habe ſie ſo in Erreg=
ung
verſetzt, daß ſie zur Waffe griff. Beſonders glaub=
haſt
klingt dieſe Darſtellung nicht. Sie habe, wie es
weiter heißt, auch die Abſicht gehabt, ſich ſelbſt zu er=
ſchießen
. Durch die Unterſuchung ſei feſtgeſtellt wor=
den
, daß die Frau am Tage vor der Tat im Laufe des
Nachmittags eine halbe Flaſche ſchweren Weines ge=
trunken
hat. Die Gerichtskommiſſion fand ferner in
der Wohnung ein Teſtament der Frau, das ſie am
Tage vorher abgefaßt hatte. Der Beiſetzung des Er=
ſchoſſenen
wohnten Tauſende von Teilnehmenden bei.
Die Einſegnung hatte anſtelle der katholiſchen Geiſtlich=
keit
, die eine Teilnahme abgelehnt hatte, der Geiſtliche
der hieſigen altkatholiſchen Gemeinde übernommen.
Dresden, 1. Mai. Graf Zeppelin iſt heute
abend aus Friedrichshafen hier eingetroffen.
Amſterdam, 1. Mai. Rooſevelt hat heute abend
mit ſeiner Familie die Reiſe nach Kopenhagen ange=
treten
.
Paris, 2. Mai. Die Frau des Direktors der Ko=
miſchen
Oper, die Schauſpielerin Margarete Carré, er=
hielt
während der letzten Wochen wiederholt Send=
ungen
von Genußmitteln, die ſich als gifthal=
tig
erwieſen. Der Verdacht richtet ſich gegen ein
jüngſt entlaſſenes Mitglied der Großen Oper.
Paris, 2. Mai. Im Keller eines Hauſes neben der
Großen Oper explodierte in der letzten Nacht eine
in böswilliger Abſicht durch das Straßengitter ge=
worfene
Dynamitpatrone, ohne jedoch jemanden zu
verletzen. Der Materialſchaden iſt bedeutend.
London, 30. April. Das Roßmore=Hotel in
Cornwall in der kanadiſchen Provinz Ontario iſt
vollſtändig niedergebrannt. Bei dem Brande
kamen neun Hotelgäſte ums Leben, eine große Anzahl
wurde ſchwer verletzt, und faſt alle konnten nur ihr
nacktes Leben retten. Von den neun Leichen ſind bis=
her
ſechs rekognosziert. Das Feuer brach gegen 3 Uhr
nachts aus, als die Angeſtellten des Hotels und die
60 Gäſte in tiefem Schlaf lagen. Die Flammen hatten
bereits weit um ſich gegriffen, ehe der Portier aufmerk=

Kleines Feuilleton.
* Eine telephoniſche Opernaufführ=
ung
vor dem Kronprin zenpaar. Zu den
Zuhörern der Freitags=Vorſtellung von Poja im
Königlichen Opernhauſe in Berlin gehörte auch das
Kronprinzenpaar, ohne ſelbſt im Theater anweſend zu
ſein. Aufmerkſame Beſucher des Opernhauſes, ſo
ſchreibt der Berl. Lokalanzeiger konnten bemerken,
daß nahe der Bühne, hinter der Proſzeniumsloge, eine
elektriſche Vorrichtung mit Schalltrichtern zur Fern=
übertragung
der Vorſtellung angebracht war. Die
Kaiſerliche Oberpoſtdirektion hatte die Empfänger an=
gebracht
und mit dem großen Bilderſaal im Kronprinz=
lichen
Palais verbunden, wo gleichfalls ein Mikrophon
mit einem etwa einen halben Meter langen Schall=
trichter
aufgeſtellt worden war. Die Opernübertrag=
ung
ergab im Gegenſatz zu allen bisherigen Muſiküber=
tragungen
durch den Fernſprecher eine ſo reine und
deutliche Wiedergabe von Orcheſtermuſik und Geſang,
daß alle Töne in den feinſten Nuaneierungen im gan=
zen
Raum laut vernehmbar waren, ohne daß der Ap=
parat
in die Nähe des Ohres der Zuhörer gebracht zu
werden brauchte. Bei allen anderen telephoniſchen
Uebertragungen von Muſik muß man bekanntlich den
Hörer an das Ohr drücken, ſo daß immer nur eine,
oder höchſtens zwei Perſonen der Uebertragung lauſchen
konnten. Hier aber waren alle im Zimmer anweſen=
den
Perſönlichkeiten Zuhörer. Das Reſultat war über=
aus
befriedigend.
* Der Doppelgänger des Grafen Zep=
pelin
. Der Wiesbadener Herr, der in Weilburg in
unfreiwilliger Weiſe die Rolle des Grafen Zeppelin

ſam wurde. Unverzüglich läutete er die Alarmglocke.
Aber dazu war es zu ſpät. Die Flammen hatten be=
reits
die Haupttreppe ergriffen, und nur eine kleine
hölzerne Stiege war noch benutzbar. Die Angeſtellten
machten verzweifelte Verſuche, in die verqualmten
Korridore vorzudringen und die Türen der Hotelzim=
mer
einzuſchlagen. In mehreren Fällen gelang es
ihnen auch. Als die Feuerwehr erſchien, war das
große Gebäude bereits ein einziges Flammenmeer. Auch
nur bis zum dritten Stockwerk vorzudringen, war den
Rettern unmöglich. Die dort Uebernachtenden mußten
ihrem Schickſal überlaſſen werden. Ein Teil fand in
den Flammen den Tod, andere ſtürzten ſich verzweifelt
auf die Straße hinab.
Chriſtiania, 1. Mai. Der Panzer Norge mit
Björnſons Leiche an Bord traf heute nachmittag
aus Kopenhagen hier ein. Am Hafen hatte ſich der
König, ſowie eine große Volksmenge eingefunden.
Nachdem der Sarg von Bord gebracht worden war,
wurde er in feierlichem Zuge nach der Dreifaltigkeits=
kirche
verbracht, wo er bis zur Beerdigung bleiben
wird.

Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Die geſchiedene Frau Operetten=
gaſtſpiele
im ſtädtiſchen Saalbautheater.
Die von zahlreichen Theaterfreunden ſchon lange mit Span=
nung
erwartete Operette Die geſchiedene Frau
von Leo Fall wird am nächſten Freitag, den
6. Mai, im Darmſtädter Saalbautheater in Szene gehen.
Das Werk hat überall den größten Erfolg erzielt, was auch
hier der Fall ſein wird. Die Muſik von Leo Fall enthält
eine Fülle gefälliger Melodien und läßt es verſtändlich
erſcheinen, daß das Werk z. B. in Berlin über 400 Auffüh=
rungen
erlebte. Der Dialog iſt reich mit ergötzlichen Witzen
geſpickt, die kein allzu ſcharfes Nachdenken erfordern. Ueber
die Operetten=Novität Die geſchiedene Frau von Leo
Fall, dem Komponiſten der Dollarprinzeſſin und des
Fidelen Bauer ſchreibt die Frankfurter Zeitung unterm
24. Dezember v. J. folgendes von der Erſtaufführung:
Am Donnerstag abend nahm man aus dem Opernhaus
eine Gabe mit, die freilich diesmal nicht extra auf Weih=
nachten
gemünzt war, aber nichtsdeſtoweniger von dem
vollbeſetzten Auditorium mit allen Zeichen großen Wohl=
behagens
angenommen wurde und ſchon eine recht ordent=
liche
Weile im Spielplan ſtandzuhalten verheißt. Es iſt
die ſchon anderwärts viel applaudierte Operette Die ge=
ſchiedene
Frau deren zur Abwechslung einmal auf hol=
ländiſchen
Boden verlegte Handlung ſich um ein Abenteuer
im Schlafwagencoupé kriſtalliſiert. Der Librettiſt Victor
Léon darf ſich gewiß rühmen, keine der Pikanterien, die
das Sujet gibt, achtlos liegen gelaſſen oder durch Ueber=
delikateſſe
der Behandlung verkümmert zu haben. Auch der
Mann, dem die Aufgabe zufiel, die Tonkunſt zur Aſſiſtenz
bei derartigen Vorgängen heranzuziehen, Leo Fall, hat ſein
Geſchäft nicht übel verſtanden. Er verſteht es, raſſige
Tanzmuſik zu ſchreiben, auch nicht übel zu inſtrumentieren,
und wenn das allein nicht immer ſchon den vollen Befähi=
gungsnachweis
zum Operettenkomponiſten erbrachte
heute reichen ihm um dieſer ſchneidigen Leiſtungen willen,
ganz beſonders im Dreivierteltakt, die Hörer willig den
Preis, namentlich nach dem Polkaquintett und dem Walzer=
duett
im 2. Akt. Kind, du mußt tanzen! ruft hier
auch der Komponiſt dem Publikum zu, zieht es ſo sans
kacon, aber mit Verve an ſich, wie der geſchiedene Ehemann
ſeine Dame, und erhebt es zur Höhe der Gefühle. Der
Haupterfolg der Operette kommt auf das Konton der Leo
Fallſchen Muſik zu ſtehen. Selbſtverſtändlich finden die
Aufführungen mit großem Orcheſter ſtatt.

Der Fall Hofrichter.
Ueber die ſenſationelle Wendung im Fall Hof=
richter
ſchreibt die N. Fr. Pr. Es ſind faſt auf den
Tag fünf Monate, daß Oberleutnant Adolf Hofrichter
des 14. Infanterie=Regiments ſich unter dem Verdachte
eines Giftmordanſchlages auf zehn Generalſtabsoffi=
ziere
in militärgerichtlicher Haft befindet. Am 27. No=
vember
1909 erfolgte die Einlieferung des in Linz
ſtationiert geweſenen Offiziers an das zur Unterſuch=
ung
gegen ihn delegierte Wiener Garniſonsgericht.
Vierzehn Tage vorher war in ganz unerklärlicher
Weiſe der Hauptmann im Generalſtabskorps Richard
Mader in Wien plötzlich geſtorben. Beim Bekannt=
werden
ſeines Todes erinnerten ſich Kameraden, daß
er am Vormittag von dem Empfange einer merkwür=
digen
Pillenſendung geſprochen hatte, und als die Ob=
duktion
den Beweis ergab, daß Hauptmann Mader
einer Zyankalivergiftung erlegen ſei, verſtärkten ſich
die Verdachtsmomente, daß ſein Tod mit den Pillen
im Zuſammenhang ſtehe. Die weitere Unterſuchung
beſtätigte die Richtigkeit dieſer Annahme. Hauptmann
Mader hatte in einer braunen Pappſchachtel Pillen
erhalten, die von einem hektographierten Reklame=
ſchreiben
begleitet waren, wie es bei Verſendung neuer
Medikamente gewöhnlich der Fall iſt. Als Abſender
zeichnete auf dieſem Schreiben ein gewiſſer Charles
Francis.

geſpielt hat, iſt auf dem beſten Wege, eine Berühmtheit
zu werden, denn im Weilburger Tageblatt iſt fol=
gendes
Inſerat zu leſen: Geſucht photographiſche Auf=
nahme
vom Doppelgänger des Grafen Zeppelin. Offer=
ten
unter Eilt an die Expedition dieſes Blattes er=
beten
. Da der Graf von vielen Zeppelin=Verehrern
auf die Platte gebracht worden iſt, ſo dürfte das In=
ſerat
ſeine Wirkung wohl nicht verfehlen, und bald
wird man das Bild des Zeppelin=Doppelgängers in
allen Zeitſchriften ſehen, was dieſem wohl kaum paſ=
ſiert
wäre, wenn er nicht nach Weilburg gekommen
wäre.
Ein kaum glaubliches Stückchen wird
aus Eltville berichtet. Einige Touriſten, die den Tau=
nus
aufgeſucht hatten, ſollen hiernach den letzten Abend=
zug
der Kleinbahn Schlangenbad-Eltville verſäumt
haben. Da ihnen der Weg zu Fuß nicht zuſagte, ver=
fielen
ſie auf eine höchſt eigenartige Idee: Sie machten
einen auf dem Nebengleis ſtehenden leeren Güter=
wagen
los, ſchoben ihn auf das Hauptgleis und ſauſten
in Nacht und Nebel auf der abſchüſſigen Bahnſtrecke
dahin, dem lieblichen Rheinſtädtchen Eltville zu. Die
verwegene Fahrt ging wohl ohne Unfall von ſtatten,
doch dürfte das dicke Ende nicht ausbleiben, wenn es
er eingeleiteten Unterſuchung gelingt, Licht in die
dunkle Affäre zu bringen.
* 660 Züge täglich. Im Hauptbahnhofe
Frankfurt a. M. verkehren vom 1. Mai an täglich 660
fahrplanmäßige Züge, alſo durchſchnittlich alle zwei
Minnten ein Zug, kommend oder gehend. Das iſt die
größte Anzahl von Zügen ſeit Beſtehen des Hauptbahn=
hofes
, alſo ſeit 22 Jahren.

Je weiter die Unterſuchung fortſchritt, deſto ſicherer
wurde man, daß hier ein Verbrechen vorliegt, daß es
ſich nicht um einen unglücklichen Zufall handelt und
dieſe Erwägung führte ſofort zu der weiteren Frage,
wer ein Intereſſe daran gehabt haben könnte, Haupt=
mann
Mader zu beſeitigen. Die Beantwortung dieſer
Frage wurde durch den Umſtand erleichtert, daß ſich
auch andere Generalſtabsoffiziere desſelben Jahrgan=
ges
wie Hauptmann Mader als Empfänger ebenſolcher
Pillenſendungen meldeten. Man mußte alſo anneh=
men
, daß der Abſender der Giftpillen im Kreiſe der
Jahrgangskameraden des Hauptmanns
Mader aus der Kriegsſchulzeit zu ſuchen ſei, und
zwar zu jenen Abſolventen gehöre, die nicht in den
Generalſtab gelangt waren und von denen einer durch
die Beſeitigung ſeiner glücklicheren Vordermänner ſich
ſelbſt die Karriere in den Generalſtab auf verbreche=
riſche
Weiſe wieder zu öffnen verſucht habe. Die ſich
in dieſer Richtung bewegenden Recherchen wieſen als=
bald
auf den Oberleutnant Adolf Hofrichter, von dem
bekannt wurde, daß er am 15. November morgens aus
Linz in Wien angekommen war und Zeit gehabt haben
konnte, in der Nähe des Weſtbahnhofes die Pillenbriefe
in den Poſtkaſten zu werfen. Auch andere Indizien
ſprachen gegen Hofrichter, der ſchließlich verhaftet
wurde.
Während der ganzen Zeit ſeiner Unterſuchungs=
haft
hat Oberleutnant Hofrichter beharrlich die ihm
zur Laſt gelegte Tat geleugnet. Die Unterſuchung ge=
ſtaltete
ſich infolge des Aufſehens, das der Fall in der
Oeffentlichkeit hervorgerufen hatte und der zahlreichen
Perſonen, die ſich zur Zeugeneinvernahme meldeten,
ſehr umfangreich. Man hat im Laufe der Unterſuchung
erfahren, daß Oberleutnant Hofrichter mannigfache
Verſuche gemacht hat, mit der Außenwelt in Verbind=
ung
zu treten, und vor wenigen Wochen erſt wurde der
beim Wiener Garniſonsgericht in Dienſt ſtehende Pro=
foß
Tuttmann wegen Mithilfe bei dieſer Korreſpon=
denz
Hofrichters verhaftet und abgeurteilt. Auch die
Schweſter Tuttmanns, Frau Purecek, war verhaftet
worden. Man hörte auch, daß Oberleutnant Hofrichter
verſucht habe, ſich Bilſenkrautöl zu verſchaffen, ſowie
daß er Störungen des Geiſteszuſtandes ſimuliert habe.
In den Schlußverhören hat, wie verlautbar wird, Adolf
Hofrichter Gelegenheit bekommen, das geſamte gegen
ihn vorliegende Beweismaterial kennen zu lernen und
zu ſehen, daß für ihn auf Grund der Indizien ein
Entrinnen unmöglich ſei. In dieſer Anſicht
wurde er offenbar auch durch die Aeußerungen der
Militärärzte beſtärkt die ihn im Arreſt öfters unter=
ſuchten
und ihm verſicherten, daß, ſoweit ſie Kenntnis
von dem Beweismaterial hätten, für ihn keine Aus=
ſicht
beſtehe, ſich durch Geiſtesſtörung zu entſchuldigen
oder die Schuldbeweiſe zu entkräftigen. Bereits in den
letzten Tagen hatte Oberleutnant Hofrichter Anzeichen
ſchwerer ſeeliſcher Kämpfe gezeigt und es wurde immer
deutlicher, daß er ſich jetzt der Schwere der Situation
vollſtändig bewußt ſei. Darauf erfolgte das Geſtänd=
nis
.
Lange hat ſich die öffentliche Meinung gegen die
Wahrheit der Anklage geſträubt, daß Adolf Hofrichter
wirklich einen ſo ſchauerlichen Mordanſchlag geplant
und ausgeführt habe. Er war ein tüchtiger Offizier,
mit belobter Vergangenheit, und hatte ſelbſt nicht ohne
befriedigenden Erfolg die Kriegsſchule beſucht. Wo
ſollte ein zureichendes Motiv ſein, ein Dutzend Men=
ſchen
umzubringen, die in allen Teilen des Reiches zer=
ſtreut
waren? Dies hatte eine ſolche Beſtialität zur
Vorausſetzung, daß ſich niemand leicht entſchließen
konnte, darauf einzugehen. Verſtärkt wurde dieſe Ab=
neigung
durch das Mißtrauen gegen das geheime und
veraltete Verfahren vor dem militäriſchen Strafge=
richte
, wo dem Angeklagten weſentliche Schutzmittel
der Verteidigung fehlen. Das öffentliche Gewiſſen
fühlte ſich durch den Gedanken an das Schickſal Hof=
richters
belaſtet. Nun hat der Unglückliche ein Ge=
ſtändnis
ſeiner Tat abgelegt und damit dem Rechtsge=
fühl
eine große, notwendige, durch nichts anderes im
gleichen Maße zu bewerkſtelligende Erleichterung ver=
ſchafft
. Das Geſtändnis ſchließt wenigſtens den boh=
renden
Verdacht eines Rechtsirrtums aus. Die öffent=
liche
Meinung hätte ſich ohne das Geſtändnis niemals
beruhigt.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Im Zeichen des Verkehrs!
In Pfungſtadt haben wir uns ja nachgerade ſchon
daran gewöhnt, daß wir von der Königl. Preuß, und
Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion ſehr ſtiefmütterlich be=
handelt
werden. Was uns aber laut jetzt in Kraft ge=
tretenem
Fahrplan zugemutet wird, ſpricht ſelbſt den
beſcheidenſten Verkehrsanſprüchen Hohn. 47 Minuten,
ſage und ſchreibe ſiebenundvierzig Minuten, gebraucht
man, um die 10 Kilometer lange Strecke Pfungſtadt=
Darmſtadt zu durcheilen! Mit dieſer Rekordleiſtung
hat die Staatsbahn das ſoviel geſchmähte Lieschen
übertrumpft, denn dieſes fährt in der Stunde immer
noch 18 Kilometer. Der Zug 941, der um 12.55 Uhr in
Pfungſtadt abgeht, kommt ſeit dem 1. Mai erſt um
1.42 Uhr in Darmſtadt an, d. h. die Fahrgäſte ſind ge=
zwungen
, 27 Minuten auf dem Bahnhof Eberſtadt zu
ſtehen, wo der Aufenthalt ſich durch Verſpätungen
dann meiſtens über eine halbe Stunde ausdehnt.
Welche Annehmlichkeiten mit dieſer unfreiwilligen
Wartezeit verknüpft ſind und welche Meinungen man
dabei über die Urheber dieſer Miſere zu hören be=
kommt
, weiß nur der, der gezwungen iſt, dieſen Zug
öfters zu benutzen. Doch dieſes iſt der Uebel kleinſtes
nur. Durch die ſpäte Ankunft in Darmſtadt ſind auch
Weiterreiſende der Möglichkeit beraubt, wie ſeither die
Eilzüge nach Frankfurt und Mainz, ab Darmſtadt
1.37 Uhr bezw. 1.41 Uhr, zu benützen und zur Reiſe
nach dieſen Städten auf Perſonenzüge angewieſen, was
ja, wie jedermann aus eigener Erfahrung weiß, auch=
nicht
zu den Annehmlichkeiten unſeres Daſeins zählt.
Ferner ſind die Paſſagiere, die mit dieſem Zug aus
der Bergſtraße kommen, genötigt, von Eberſtadt nach
Pfungſtadt zu Fuß zu gehen, da die Nebenbahn ſchon
um 1.20 Uhr nach Pfungſtadt zurückfährt. Wenn der
neu eingelegte D=Zug 11 (Sparſamkeitsrückſichten ſchei=
nen
nur im Lokalverkehr zu walten) ſchon eine Not=
wendigkeit
war, warum muß jetzt wieder der Lokial=
verkehr
die Zeche bezahlen? Daß derartige Zuſtände
für einen Platz mit ſo ſtarker Induſtrie wie Pfung=
ſtadt
geradezu zum Himmel ſchreien, müßten die
Herren bei der Direktion bei einigermaßen gutem
Willen eigentlich ſelbſt einſehen. Wenn es nun nicht
mehr angängig iſt, den Perſonenzug 941 (der von
Pfungſtadt aus immer ſtark benutzt wird) in der ſeit=
herigen
Weiſe zu fahren, ſo könnte man doch den Eil=
zug
. 9 iu Eberſtadt halten laſſen, um ſo mehr als die

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Nummer 102.

Eiſenbahn ſich ja auch anſtandslos den Fahrpreis für
Eilzüge bezahlen läßt, obwohl ſie uns nirgends Ge=
legenheit
gibt, einen ſolchen zu benutzen.

Wir laſen dieſer Tage eine Ankündigung, nach wel=
cher
für die Zukunft die Aufnahme für Gas= Waſſer=
und Elektrizitätsverbrauch von einer Perſon
beſorgt wird. Das hat zweifellos etwas für ſich; die
Schattenſeite dieſer neuen Maßnahme iſt aber die, daß auch
die Rechnungsbeträge zuſammen eingezogen werden ſol=
len
, und hierin glauben wir, daß dem Publikum mit ge=
ringen
Ausnahmen kein Gefallen geſchieht. Nicht jeder=
mann
, beſonders der weniger mit Glücksgütern Geſegnete,
hat den Betrag für die drei Rechnungen, die zum Teil recht
erheblich ſind, daliegen, ſondern iſt froh, wenn ihm die
Zahlung tunlichſt erleichtert wird, d. h. wenn er die Poſten
einzeln bezahlen kann. Wir möchten dem Wunſche
Vieler nicht auf den Grund gehen, denn es würde ſich
dann finden, daß es ſich lediglich um Wünſche einiger ſehr
wohlhabender Leute handelt, die durch dreimaliges Ein=
kaſſieren
nicht behelligt zu werden wünſchen. Dem allge=
meinen
verbrauchenden Publikum iſt mit dieſer ſoßenann=
ten
Neuerung aber keineswegs gedient, und dasſelbe iſt
damit nichts weniger als einverſtanden. Wir wären daher
den betreffenden Behörden außerordentlich dankbar, wenn
alles beim alten bliebe. Die meiſten Konſumenten glau=
ben
wir gleichen Sinnes mit uns.
Einer für Viele.

Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 2. Mai. Präſident Graf Schwerin=Löwitz
eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Min. Auf der Tages=
ordnung
ſteht zunächſt die erſte Leſung des
Geſetzentwurfes zur Aenderung des Poſt=
taxengeſetzes
.
Staatsſekretär Krätke: Die Vorlage entſpricht dem
allgemeinen Wunſche, auch für gewöhnliche Pakete Einlie=
ferungsſcheine
zu erhalten; aber ohne Entgelt iſt das nicht
möglich. Wir ſind bereit, dem Wunſche nachzukommen,
und haben Ihnen deshalb die gegenwärtige Novelle zum
Poſttaxengeſetz vorgelegt. Abg. Kämpf (Fortſchr.
Volksp.): Die Geldempfangsbeſtätigungskarten, die in der
Regel nur fünf Worte enthalten, ſollten als Druckſachen
behandelt werden. Die kaufmänniſchen Fakturen, die mei=
ſtens
jetzt in den Paketen verſendet werden, ſollten davon
geſondert als Geſchäftspapiere befördert werden. Auch hin=
ſichtlich
der Warenproben wäre ein billigeres Porto ange=
meſſen
. Beim Geldverkehr ſollte mehr Rückſicht auf den
Giroverkehr genommen werden. Abg. Diet (Soz.): Es
wäre billig, entſprechende Vorſchriften zu erlaſſen für die
Zeiten, in denen die ſummariſche Auflieferung von Paketen
nicht zugelaſſen wird die Gebühr ſollte auf 5 Pfennige pro
Auflieferungsſchein feſtgeſetzt werden. Abg. Dove
(Fortſchr. Volksp.): Ich ſtimme der Vorlage zu; ſie be=
deutet
einen weſentlichen Fortſchritt für den Verkehr.
Damit ſchließt die Debatte. Die zweite Leſung
ſchließt ſich unmittelbar an. Das Geſetz wird ohne Dis=
kuſſion
angenommen. Es folgt die zweite Leſung des
Stellenvermittlergeſetzes.
Abg. Pieper (Ztr.): Das Geſetz ſoll beſtehende Miß=
ſtände
im Stellenvermittlergewerbe beſeitigen, daneben
aber auch den öffentlichen Arbeitsnachweis regeln. Das
Anſehen der Stellenvermittler wird durch das Geſetz
gehoben. Der öffentliche Arbeitsnachweis iſt noch nicht völ=
lig
imſtande, dem Bedürfnis gerecht zu werden. Die ge=
werbsmäßige
Stellenvermittelung hat ſich dieſe Kenntniſſe
aus der Praxis längſt erworben. Es iſt daher unmöglich,
die berufsmäßige Stellenvermittelung zu beſeitigen. Wir
vertrauen darauf, daß die verbündeten Regierungen auch
für den Ausbau der Verordnungen in den Einzelſtaa=
ten
ſorgen werden. Alle Aufgaben, die man von ſozial=
demokratiſcher
Seite den Arbeitsnachweiſen zuweiſt, ſind
nicht zu leiſten von dieſen. Die Arbeitgeber können un=
möglich
gezwungen werden, ſich ausſchließlich dieſer Nach=
weiſe
zu bedienen; dazu fehlt uns die geſetzliche
Handhabe. Abg. Hildenbrand (Soz.): Der
öffentliche paritätiſche Arbeitsnachweis iſt in ein=
zelnen
Bundesſtaaten ſchon eingeführt; man könnte
ihn ſehr wohl auf das ganze Reich ausdehnen.
Die privaten Stellenvermittelungen enthalten für Dienſt=
mädchen
und Kellnerinnen geradezu eine ſittliche Gefahr.
Unſer Antrag verlangt Arbeitsnachweiſe mit beruflicher
Gliederung eingerichtet. Beſonders groß ſind die Miß=
ſtände
in den privaten Stellenvermittelungen für Gaſt=
wirtsgehilfen
und Theaterperſonal. Abg. v. Michae=
lis
(konſ.): Am liebſten wäre uns der öffentliche Arbeits=
nachweis
durch angeſtellte Beamte. Dieſe Einrichtung
würde aber 20 Millionen Mark koſten. Wir ſind für die
Vorlage. Abg. Manz (Fortſchr. Volksp.): Wir wollen,
daß die öffentlichen Arbeitsnachweiſe gefördert werden; an=
dererſeits
darf das private Stellenvermittelungsgewerbe
nicht völlig hinweggedrängt werden. Wir ſtimmen für die
Vorlage, weil ſie die Lage der Stellenſuchenden zu beſſern
geeignet iſt. Abg. Wölzl (natl.): Wir ſtimmen der Vor=
age
zu. Abg. Burckhardt (Wirtſch. Vgg.) und Abg.
Schirmer (Ztr.) halten den ſozialdemokratiſchen Antrag
für überflüſſig und undurchführbar. Abg. Schmidt=
Berlin (Soz.): Unſer Antrag will nur Uebelſtände gründ=
lich
beſeitigen und die ſchwarzen Liſten unmöglich machen.
Von Undurchführbarkeit iſt keine Rede, in Bayern hat das
Zentrum keine Bedenken gehabt, einer Reſolution zuzu=
ſtimmen
, nach der die Stellenvermittler ohne jede Ent=
ſchädigung
binnen Jahresfriſt ihrer Betriebe aufzugeben
haben.
Damit ſchließt die Diskuſſion. Der ſozialdemokratiſche
Antrag wird abgelehnt. § 1 wird gegen die Stimmen der
Polen angenommen, die nachfolgenden Paragraphen wer=
den
ohne weſentliche Debatte unverändert angenommen.
Zu § 4a begründet Abg. Wagner=Sachſen (konſ.) einen
Antrag, demzufolge die Beſtimmungen dieſes Geſetzes auch
auf früher geſchloſſene Verträge Anwendung finden ſollen,
ſoweit aus ihnen Anſprüche auf Rechte für die Zeit nach
dem Inkrafttreten des Geſetzes geltend gemacht werden
können. Staatsſekretär Dr. Delbrück: Dieſem An=
trage
ſtehen grundſätzliche Bedenken entgegen, denn er be=
deutet
einen Eingriff in wohlerworbene Rechte.
Der Antrag wird angenommen. Zu § 4a liegt der
bereits erwähnte Antrag Kölle vor.
Abg. Pfeiffer (Ztr.): Die Meldung vor Eintritt in
eine Stellung würde eine erhebliche Belaſtung der Behör=
den
darſtellen. Anmeldungen in gewiſſen Zwiſchenräumen
dürften genügen. Staatsſekretär Dr. Delbrück: Auch
bei der Bekämpfung des Mädchenhandels iſt eine gewiſſe
Vorſicht in der Wahl der Mittel geboten. Dieſes Mittel iſt
undurchführbar.
Der Antrag wird abgelehnt, der Reſt des Geſetzes nach
den Beſchlüſſen der Kommiſſion angenommen.
Nächſte Sitzung Dienstag, 2 Uhr: Entlaſtung des
Reichsgerichts, Aufſtandskoſten für Südweſtafrika und klei=
nere
Vorlagen. Schluß nach 6½ Uhr.

armſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mai 1910.

Seite 5.

Vermiſchtes.
Renten= und Penſionsanſtalt für
deutſche bildende Künſtler (Maler, Bildhauer,
Architekten, Kupferſtecher, Radierer, Zeichenlehrer,
künſtleriſche Muſterzeichner, Kunſtgewerbler uſw.) in
Weimar. Aus dem ſoeben erſchienenen Berichte über
das 16. Geſchäftsjahr der Anſtalt entnehmen wir, daß
ſowohl der Vermögensbeſtand als auch die Mitglieder=
zahl
ſich erheblich vermehrt haben. Die Anſtalt zählt
gegenwärtig 587 ordentliche und 68 unterſtützende Mit=
glieder
. An Mitgliederbeiträgen wurden 39892 Mark
vereinnahmt. Das Geſamtvermögen der Hauptanſtalt
beträgt 915070 Mark, dasjenige der Ortsverbände,
denen die Anſammlung eigener Vermögen, zur Bei=
ſteuerung
der Beiträge ihrer Mitglieder, ſatzungsgemäß
geſtattet iſt, 79703 Mark. Im Berichtsjahre fanden die
Ziehungen der III. und IV Serie einer größeren
Lotterie ſtatt, die den freien Fonds der Anſtalt einen
bedeutenden Ertrag brachten. Mit dem Schluſſe des
neuen Geſchäftsjahres wird die volle erſte Million
erreicht ſein. Auskunft und Satzung koſtenfrei durch
die Hauptanſtalt in Weimar, ſowie durch die Ortsver=
bandsvorſtände
; in Darmſtadt durch den Vorſitzenden
(Maler Adolf Beyer) und Rechner (Hofmaler
H. R. Kröh).
Der Frauenbund der Deutſchen Kolo=
nialgeſellſchaft
, der die Begründung und Unter=
haltung
eines Heimatshauſes in Südweſtafrika, in dem
Frauen und Mädchen aller Stände Unterkunft finden kön=
nen
, als ſeine erſte Hauptaufgabe anſieht, iſt durch Zu=
wendungen
und Spenden in die erfreuliche Lage verſetzt
worden, ein für den genannten Zweck ſehr geeignetes
Grundſtück mit Wohnhaus und gutem Brunnen in Keet=
manshoop
zu erwerben; das Heimatshaus wird in kurzer
Zeit eröffnet werden können und es wird damit ein ſeit
langer Zeit von allen Deutſchen des Schutzgebietes geheg=
ter
Wunſch in Erfüllung gehen.
Ein Spezialkrankenhaus für Müt=
ter
und Säuglinge. Der Magiſtrat von Char=
lottenburg
hat eine Vorlage eingebracht, nach der die
Errichtung eines Krankenhauſes ins Auge gefaßt wird,
in dem nur Mütter und Säuglinge untergebracht wer=
den
ſollen. Zunächſt ſollen 211 Betten aufgeſtellt wer=
den
, 113 für Mütter und 98 für Säuglinge, das Kram=
kenhaus
kann aber ſo erweitert werden, daß insgeſamt
418 Betten aufgeſtellt werden können, 222 für Mütter
und 196 für Säuglinge. Hauptſächlich ſoll dieſes Kran=
kenhaus
für ſolche Mütter ſein, die ſonſt ihr Wochen=
bett
unter beſonders ungünſtigen Verhältniſſen ab=
halten
müſſen. Von der Benutzung dieſes Mütter= und
Säuglingskrankenhauſes wird deshalb eine Zurück=
dräugung
der hohen Säuglingsſterblichkeit in den armen
Volksklaſſen erwartet.
Luftſchiffahrt.
* Paris, 2. Mai. Der Aviatiker Graham White
teilte dem Londoner Aeroklub mit, daß er mit dem Ergeb=
nis
der zu ſeinen Gunſten eingeleiteten Sammlung einen
vollſtändig engliſchen Aeroplan erbauen werde, mit dem
er einen Flug von London nach Paris unternehmen wolle.
Literariſches.
In der im Verlage von Strecker & Schröder in Stutt=
gart
erſcheinenden Sammlung Naturwiſſenſchaftliche
Wegweiſer iſt ein ſchmuckes Buch erſchienen, das jedem
Naturfreund die Wege zeigt, die er in dieſer ungemein
wichtigen Frage gehen muß. Es iſt betitelt: Die
Naturdenkmalpflege, die Beſtrebungen zur Erhaltung
der Naturdenkmäler und ihre Durchführung enthält 25
Tafeln und Abbildungen im Text und koſtet geheftet
M. 1., gebunden M. 1.40. Der Verfaſſer erläutert zunächſt
den Begriff des Naturdenkmals, gibt dann zahlreiche Bei=
ſpiele
von Naturdenkmälern und ſchildert ſchließlich in vier
überſichtlichen Kapiteln die Aufgabe der Naturdenkmal=
pflege
. Das hübſche und intereſſante Werkchen wird zur
Ausbreitung des Naturſchutzgedankens in weſentlichem
Umfange beitragen. Jedem Naturfreund ſei es beſtens
zur Anſchaffung empfohlen, es verſagt in keiner der zahl=
reichen
Fragen, die ſich bei dem vielſeitigen Thema auf=
werfen
.
Max Heſſes Volksbücherei. Nr. 542555.
Preis jeder Nummer 20 Pfg. Leipzig, Max Heſſes
Verlag. In Max Heſſes Volksbücherei, die ſich ſo raſch die
Beliebtheit weiteſter Kreiſe erworben hat, iſt eine neue
Reihe Bändchen anregenden und unterhaltenden Inhalts
erſchienen: Ferdinandvon Saar, Doktor Trojan
Conte Gasparo Sündenfall. Nr. 549550. (Gbd. 80 Pf.,
in Geſchenkbd. 1,50 Mk.) Friedrich Friedrich,
Die Frau des Arbeiters. Sozialer Roman. Nr. 543548.
(Gbd. 1,80 Mk.) Dieſer vortreffliche und im beſten Sinne
volkstümliche Roman dürfte die weitaus beſte Leiſtung
des wohlbekannten und mit Recht hochgeſchätzten Schrift=
ſtellers
ſein. Konrad Telmann, Sein Neben=
buhler
und andere Erzählungen. Nr. 554555. (Gbd.
80 Pf.) Das Bändchen enthält einige beſonders reizvolle
Erzählungen und Skizzen des bekannten und beliebten
Verfaſſers; das Intereſſe des Leſers wird bis zur letzten
Seite wach erhalten. Gräfin V. Bethuſy=Huc
(Moritz von Reichenbach), Die Freier der Witwe. Er=
zählung
. Nr. 542. Die rühmlichſt bekannte Schrift=
ſtellerin
bietet in der vorliegenden Erzählung feſſelnd ge=
ſchriebene
, gute Unterhaltungslektüre. Dichter und
Denker VI.: Eduard Mörikes Leben und Schaffen
nebſt einer Auswahl ſeiner Briefe von Rudolf Krauß.
Nr. 551553. (Gbd. 1 Mk.)
Laudien=Roth: Anleitung zum
Lederſchnitt, Zinnboſſieren und= Gra=
vieren
. Zweite erweiterte Auflage. Preis broſch.
1 Mark. E. Haberland, Leipzig=R., Eilenburger=
ſtraße
11. Die Verfaſſerin, welche ſeit 20 Jahren ein
kunſtgewerbliches Lehrinſtitut leitet, hat ihre Erfah=
rungen
in leicht faßlicher, klarer Weiſe, von vielen in
den Text gedruckten Abbildungen unterſtützt, darge=
ſtellt
. In gleicher Weiſe iſt dann die modernſte der
Liebhaberkünſte, das Boſſieren und Gravieren des
Zinns, behandelt.
Oberammergau und ſein Paſſionsſpiel 1910
iſt ſoeben in der rühmlichſt bekannten Kollektion Bruck=
manns
illuſtrierter Reiſeführer in Neuauflage erſchienen
(Preis 1 M.; A. Bruckmanns Verlag, Inh. Rudolf Frhr. v.
Holzſchuher, München). In praktiſcher Anordnung des
Stoffes ſind die mannigfaltigen nach Oberammergau füh=
renden
Wege, die Theater= und Unterkunftsverhältniſſe,
das Paſſionsſpiel ſelbſt, ſowie die Ausflüge in die nähere
und weitere Umgebung des Paſſionsdorfes beſchrieben.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
Wiesbaden, 2. Mai. Die Kaiſerin machte
heute vormittag der Fürſtin Wied einen Beſuch.
* Kolmar, 2. Mai. Hier herrſcht ſeit heute morgen
leftiges Schneetreiben.

* Luzern, 2. Mai. Heute vormittag, wurde der
Raubmörder Matthias Muff mit der Guillotine hän=
gerichtet
; er hatte in der vorjährigen Weihnachts=
woche
den Pächter Biſang, deſſen Frau und ſeine zwei
Knechte in Ruswil bei Luzern ermordet und nach voll=
zogenem
Raube die Scheune und das Wohnhaus ange=
zündet
.
* Madrid, 2. Mai. Im ganzen ſind 114 Depu=
tierte
, alſo mehr als ein Viertel der Mitglieder der
Kammer, auf Grund des Artikels 29 des Wahlgeſetzes,
das heißt: weil ſie keinen Gegenkandidaten hatten, als
gewählt proklamiert; ſie verteilen ſich folgen=
dermaßen
auf die einzelnen Parteien: 69 Liberale, 34
Konſervative, 3 Republikaner, 3 Karliſten, 2 Unab=
hängige
, 1 nationaliſtiſcher Republikaner und 1 In=
tegriſt
.
* Plymonth, 2. Mai. Peary iſt mit ſeiner Familie
und mit Kapitän Bartlett an Bord der Kronprin=
zeſſin
Cecilie eingetroffen. In einer Unterredung
mit dem Vertreter des Reuterſchen Bureaus erklärte
er, er lehne es ab, ſich auf eine Erörterung über Cook
einzulaſſen oder Auskunft über die Handlungsweiſe
des amerikaniſchen Kongreſſes zu erteilen, oder an ihr
Kritik zu üben. Was ihn anlange, ſo habe er das Ziel
ſeines Lebens, die Erforſchung der Arktika und der
Antarktika, erreicht, er bedauere, daß der Geographiſchen
Geſellſchaft in Waſhington ihr Verſuch, die Mittel für
die vorgeſchlagene antarktiſche Expedition aufzu=
ringen
, fehlgeſchlagen ſei.
* Saloniki, 2. Mai. Schefket Torgut Paſcha
ſetzte ſeinen Vormarſch auf beiden Seiten des Paſſes
von Katſchanik fort, wobei es zu mehreren Kämpfen
mit Rebellen gekommen iſt. Dieſe wichen immer weiter
in die Wälder und das Hochgebirge zurück. Der Eng=
paß
von Crynoljewa wird auf der Straße nach Priz=
rend
noch von 3000 Arnauten beſetzt gehalten, gegen
welche die Truppen nun vorrücken. Das Wetter iin
Albanien iſt kalt und regneriſch.

H.B. =Berlin, 2. Mai. Graf Zeppelin iſt heute
früh in Berlin eingetroffen und hat im Palaſt=Hotel
Wohnung genommen. Wie verlautet, ſoll der Graf
tach Berlin gekommen ſein, um ſich an zuſtändiger
Stelle über die Kataſtrophe des Z. II bei Weilburg
zu äußern. Die Gräfin Zeppelin hat ihren Gatten
bis Dresden begleitet und dort bei ihrem Bruder, dem
ruſſiſchen Geſandten in Dresden, Baron= von Wolff,
Aufenthalt genommen.
H. B. Kiel, 2. Mai. Der ehemalige Präſident der
Vereinigten Staaten, Theodor Rooſevelt, iſt
geſtern abend mit Frau, Tochter und Sohn hier ein=
getroffen
und hat nach kurzem Aufenthalt mit dem
deutſchen Poſtdampfer Prinz Albert die Reiſe nach
Kopenhagen fortgeſetzt.
Briefkaſten.
M. 100. stud. electr. Hch. Watzinger, Darmſtadt,
Moſerſtraße 8, part.

Der Clou aller Rasiermittel!

Warum benutzen Kenner nur
Saekauf
neue hygienische Rasiermittel?

Well neue Kaste.
ren mit =Wach
Vaufe keine Schmer-
Tzen und kein bren-
jnendes
Nachgefühl
(selbst bei noch so
harten u. empfind-
lichen
Bärten ent-
f
stehen.
=Wach aufs
Welnharte, sprö-
de
und empfind-
liche
Bärte viel

intensiver als der wässerige, alkalienreiche Seifen-

schaum erweicht.
zu jedem Rasieren immer neue frische Créme
Well aus der Tube gebraucht werden muss, wodurch
jede Unsauberkeit ausgeschlossen ist.
bei rauhester Witterung nach dem Rasieren die

Well Gesichtshaut auffallend weich und geschmeidig
bleibt, und das fortrasierte Naturfett der Haut sofort
rsetzt wird. Besonders wertvoll für Offiziere und
Landwirte.
Wasser und Schaumschlagen entbehrlich sind,
Well und allein eine Tube Wach auf‟ Messer und
Handtuch zum Rasieren genügen.
Wenn man Wach aufe dünnflüssiger haben möchte,
so braucht man nur eine verschliessbare Glasdose
nehmen, Wach aufs aus der Tube in dieselbe hinein-
drücken
und beim Verrühren durch Zusatz von war-
mem
oder kaltem Wasser die Créme soweit verdünnen,
wie sie für den Gebrauch am angenehmsten erscheint.
Auf diese Weise erzielen sparsame Herren fast das
Doppelte des Quantums. In den grossen Herrensalons
meines Weltetablissements Mittelstr. 78 wird=Wach
aufs auch um die Hälfte fast verdünnt, und werden
täglich Hunderte von Herren nur noch mit =Wach
aufs rasiert.
Wach aufs befindet sich im täglichen Gebrauch Sr.
Maj. des Kaisers und Königs, der Königl. Prinzen,
vieler in- u. ausländischer Fürstlichkeiten, der Herren
Offiziere der Landarmee und der Kaiserl. Marine, in
ärztlichen Kreisen und der Gesellschaft. Es wird von
Kennern vor jeder Seifenart bevorzugt. Auf Kriegs- und
Handelsschiffen eingeführt. Zahllose Anerkennungen.
Neues Kleines Wach auf - Schraubpinselchen mit jnne-

nicht

rem Hohlraum zum Aufschrau-
ben
auf =Wach aufe-Tuben (für
Herren bestimmt, die absolut
Hand zum Einreiben nehmen wollen)
Mark 1.00.

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Linden. 60.

[ ][  ][ ]

Seite’6..

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3.Mai 1910.

Nummer 102.

Mes etnghnſtecht
fnte ehn e ehnen ente e de Zeit ereene

Beim Rauchen.

(11150f

Es ist merkwürdig und gewiss den meisten Frauen
unverständlich, dass so viele Männer am Rauchen
Gefallen finden können. Und doch muss ein eigener
Genuss darin liegen, den sogar manche Frau nicht
gerne mehr missen möchte.
Sei die Zigarre gut oder schlecht, so bleibt nach
dem grösseren oder kleineren Genusse derselben im
Munde und Rachen des Rauchers jedesmal ein un-
angenehmes
kratzendes Gefühl. das nur zu leicht sich
festsetzen und in hartnäckigen Rachenkatarrh ausarten
kann. Diesen zu verhüten, gibt es kein besseres und
zugleich angenehmeres Mittel als gleich nach be-
endeter
Zigarre, Zigarette oder Pfeife einige Wybert-
Tabletten im Munde langsam zergehen zu lassen.
Sofort verschwindet die unanegnehme Beigabe des
Rauchens, der Mund und Atem werden wieder frisch
und angenehm. Jeder Raucher sollte daher Wybert-
Tabletten beständig bei sich führen. Wybert-Tabletten
können in allen Apotheken in Originalschachteln
à Mk. 1. bezogen werden. Depots in Darmtadt:
In sämtlichen Apotheken; Germania-Drogerie, Mühlstr. 78;
Minerva-Drogerie, Ecke Karl- u. Hügelstr.; Medizinal-
Drogerie von Fr. Beckenhaub, Ecke Schul- u. Kirchst.,
und Drogerie von C. Watzinger, Wilhelminenstr. 11.

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stellen
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Darmstadt.

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werden Inſerate, ſowie Abonnements=
Beſtellungen jederzeit entgegengenommen:
Beſſungerſtraße 47
bei Heinrich Blösser,
Dieburgerſtraße 9
bei Georg Roth,
Kiesſtraße 34
bei Guido Kneip,
in Arheilgen
bei Frau H. Anthes, Waldſtraße,
in Auerbach
bei Johann Kaltwasser, Maurer,
in Eberſtadt
bei Ludw. Pritsch, Weingartenſtraße 4,
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bei Jak. Ludw. Petri, Schuhm., Neugaſſe,
in Eſchollbrücken
bei Ludw. Roth, Makler,
in Griesheim
bei Peter Jackelen, Darmſt. Chauſſee 27,
in Groß=Zimmern
bei Georg Ramge.
in Hahn
bei Polizeidiener Caspari,
in Nieder=Ramſtadt
bei J. Oehlschläger,
in Ober=Ramſtadt
bei Wilh. Schuchmann,
in Pfungſtadt
bei Karl Grünig IV., Taunusſtraße 8,
in Reinheim
bei Marg. Böhm Wwe.,
in Seeheim
bei Aug. Schneider, Muſiklehrer,
in Stockſtadt
bei Friedrich Roth I.,
in Traiſa
bei Adam Mahr, Schuhmacher,
in Weiterſtadt
bei Karl Böhm, Darmſtädterſtraße,
in Wolfskehlen
bei Frau Ernst Kraft.
Eapedition des Darmstädter Tagblatts.

Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute nachmittag 3 Uhr entſchlief ſanft
nach langem, ſchwerem Leiden unſere liebe
Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Christine Limpert
geb. Knabe
Witwe des Großherzoglichen Steuerrats
im 80. Lebensjahre.
(B9460
Im Namen der Hinterbliebenen:
Richard Limpert, Baurat,
Mathilde Schmidt, geb. Limpert,
Anna Limpert, geb. Dingeldey,
Georg Schmidt, Apotheker.
Darmſtadt u. Bingen a. Rh. 1. Mai 1910.
Die Einſegnung mit nachfolgender Beerdigung
findet ſtatt: Mittwoch, 4. Mai, vormittags
11 Uhr, in der Kapelle des Darmſtädter
Friedhofs.

Statt beſonderer Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die traurige Mitteilung, daß geſtern abend
10 Uhr unſer liebes, gutes Kind, Schweſterchen

und Nichtchen

(9487

Adelchen

nach kurzer, aber ſchwerer Krankheit, im kaum
vollendeten 8. Lebensjahre ſanft in dem Herrn
entſchlafen iſt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Otto Fangmann und Frau, geb. Mayer.
Darmſtadt, 2. Mai 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags
3 Uhr, vom Sterbehauſe, Bismarckſtraße 62
aus, ſtatt, die Einſegnung ¼ Stunde vorher.

Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei der Beerdigung unſerer lieben, unvergeßlichen

Schweſter und Schwägerin

(B9469

Frau J. Hindel Wwe.
geb. Kunz
ſprechen wir hiermit Allen unſeren herzlichen Dank
aus, insbeſondere Herrn Pfarrer Rückert für die
troſtreichen Worte am Grabe, ſowie für die zahl=
reichen
Kranz= und Blumenſpenden.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Franz Hindel, Carl Hindel.
Darmſtadt, Karlſtr. 52, den 29. April 1910.

Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
bei dem uns betroffenen ſchmerzlichen Verluſt
unſeres innigſtgeliebten Töchterchens ſei hiermit
allen, allen unſer verbindlichſter Dank ausge=
(9476
ſprochen.
Darmſtadt, den 2. Mai 1910.
Namens der Hinterbliebenen:
Peter Dörr
Rechnungsrat.

Todes=Anzeige.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Heute Nacht verſchied nach längerem Leiden
mein lieber Gatte, unſer Vater, Schwiegervater
(9450
und Großvater
Herr
Joh. Heinrich Kestina
Leutnant a. D.
Darmſtadt, Weinheim i. B.,
den 2. Mai 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch, den
4. Mai, nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehauſe,
Wenckſtraße Nr. 37 aus. Die Einſegnung ½
Stunde vorher im Hauſe.

Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
anläßlich des Ablebens meiner innigſtgeliebten
(9419
Gattin, unſerer guten Mutter

icha Verper

ſagen wir auch auf dieſem Wege unſeren tief=
gefühlten
Dank.
Darmſtadt, den 2. Mai 1910.
Clemens Nörpel, Obergärtner,
nebſt Kinder.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Ein
geſtern über Südoſteuropa lagerndes Tiefdruckgebiet
hat ſich nordwärts ausgedehnt und bereits am Abend
bei Nordwind Regen gebracht. Im Gebirge iſt Schnee
gefallen; auch im Flachland liegen die Temperaturen
ungewöhnlich tief. Die Zyklone zieht oſtwärts ab,
Hochdruckgebiete dringen von Weſten und Nordoſten vor.
Ausſichten in Heſſen am Dienstag, den 3. Mai:
Langſam aufheiternd, etwas wärmer.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 6 Uhr (Außer Abonnement):
Die Walküre‟.
Vorſtell ung um 8 Uhr im Orpheumz.
Hauptverſammlung der Deutſchen Kolonialgeſell=
ſchaft
(Abteilung Darmſtadt) um 8 Uhr im oberen
Zimmer der Vereinigten Geſellſchaft.
Hauptverſammlung des Vereins der Detailliſten
um 9 Uhr im Kaiſerſaal.
Oeffentliche Verſammlung des Hanſa=Vundes
um 9 Uhr im Kaiſerſaal.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 311 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 4. Mai.
Hofreite=Verſteigerung des Schreiners Joſ. Hütten
(Kaupſtraße 23) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Acker=Verſteigerung des Chriſtoph Petri um 9 Uhr
auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der Art.=
Kaſerne (Regt. Nr. 61).
Großh. Landesmuſeum. Geöffnet: Sonn= und
Feiertags von 101 Uhr, Mittwochs und Sonntags
von 35 Uhr, Eintritt frei; Dienstags, Donnerstags
und Samstags von 111 Uhr gegen Eintrittsgeld.
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle, Louiſen=
ſtraße
20. Die Leſehalle iſt geöffnet an Wochen=
tagen
von 102 und von 69 Uhr, Sonntags von
111 und von 69 Uhr. Bücherausgabe findet
ſtatt an jedem Wochentage von ½11 bis ½1 Uhr und
abends von 6 bis 9½ Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.

Hessenbräu-Flaschenbiere
sind hochfeine Qualitätsbiere.

(257a

[ ][  ][ ]

Nummer 102.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mak 1910.

Seite 7.
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Kurſe vom 2. Mai 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

Sf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,40
3½ Deutſche Reichsanl. . 93,10
84,80
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,50
3½ do. Conſols .
93,10
84,70
8 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,60
3½
do.
93,90
3
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,80
3½
do.
92,75
3
do.
83,40
4 Hamburger Staatsanl. 101,60
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,50
do.
3½
do
81,20
3 Sächſiſche Renre . . . 84,00
t Würtembergerv. 1907 101,90
do.
92,70
5 Bulgaren=Tabak=Anl.
1¾ Griechen v. 1887 . . 49,50
3½ Italiener Rente . . . 104,90
4½ Oeſterr. Silberrente . 98,60
do. Goldrente . . 90,50
do. einheitl. Rente 34,20
Portug. unif. Serie I
do, unif. Ser. III 66,90
do.
Spezial. 13,10
5 Rumänier v. 1903 . . 102,00
4 do. v. 1890 . . 94,80
4 do. v. 1905 . . 91,10
4 Ruſſen v. 1880 . . . 91,75

InProz.
Sf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 92,00
4½ do. v. 1905 . . . . 100,50
. 92,50
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895 86,30
4 Türk. Admn. v. 1903 89,40
4 do. uniftz. v. 1903 94,60
4 Ungar. Goldrente . . 95,30
4 do. Staatsrente . 92,50
5 Argentinier . . . . . . 101,40
91,30
do.
4½ Chile Gold=Anleihe 95,90
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,70
99,00
do.
4½
.. 98,10
Japaner . . . .
5 Innere Mexikaner . . 100,25
do.
69,90
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 96,50
5 Gold=Merikaner . . . 100,40
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
ſahrt

.143,00
4 Nordd. Lloyd
. . 108,50
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 119,50
4 Baltimore & Ohio . . 107,90
4 Gotthardbahn . . ..

In Proz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 159,50
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 20,50
4 Pennſylvania R. R. 130,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 195,10
Werger=Brauerei
. 82,50
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 481,00
Fabrik Griesheim . . . . 264,50
Farbwerk Höchſt . . . . . 469,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 323,00
Lahmeyer . . . . . . . . . 115,00
. . . 163,00
Schuckert .
Siemens &e Halske . . . 246,75
Adlerfahrradwerke Kleyer 395,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 238,40
Gelſenkirchen . . . . . . . 203,80
Harpener . . . .
. . . 193,50
Phönix, Bergb. u. Hütten=
betrieb
. . . . . . . . . 219.00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,40
4 Pfälzer Prt. . . . . . 101,20
do.
3½

4

4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,90
do. ſteulefrei.
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,30

do.
do. alte
5 Oeſterr. Südbahn .
do.
do.

98,10
102,40
83,50
58,10

3 Raab=Oedenburger . . 74,90
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,50
4. Kronpr. Rudolfbahn . 99,30

2
Zf.
2¾10 Livorneſer . . . . . .
4 Miſſouri=Pacific . . .
4 Bagdadbahn Mk. 408
5 Anatoliſche Eiſenb...
5 Tehuantepec . . . . .
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ.
1 Darmſtädter Bank :.
5
1 Deuſche Bank
4 Deutſche Vereinsbank
4 Diskonto=Geſellſchaft 1
4 Dresdner Bank
4 Miteldeut. Kreditbl. 1
1 Nationalbk. f. Deutſchl. 1
4 Pfälzer Bank..
4 Reichsbank
4 Rhein. Kredit=Bank . 1
4 Wiener Bank=Verein!

Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 171
½ do. S. 19.
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 1
do.
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)1
do, (unk. 1914).
4 Südd. Bd.=Kr.=Bl.=Pf.1
do,
3½.

In Prot.
76,00
98,50
§ 86.90

174,90
132,80
250,00
127,70
186,60
159,20
119,50
124,25
101,20
145,10
139,40
137,50

100,30
92,50
99,60
100,50
91,0
92,65
101,00
91,00
91,60
100,30

Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . . . .
3½ do.
4 Frankfurt . . . . .
3½ do.
4 Gießen .
3½ do.
4 Heidelberg .
3½ do.
4 Karlsruhe
3½ do.
4 Magdeburg . . . .
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim .
3½ do.
4 München .
3½ Nauheim
4 Nürnberg.
3½ do.
4 Offenbach .
3½ do.
4 Wiesbaden .
3½ do.
4 Worms ..
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886.

InProz.

91,40
.100,90
3550
. 38,75
.100,10
91,40
.100,20
91,70

. 99,30
100,80
. 101,20
92,00
.101,50

92,20
.102,20

. 83,20

Verzinsliche
Anlehensloſe.
100,30 4 Badiſche Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 137,10
5 Donau=Reg. fl. 109 144,00
93,49 3 Hall., Kemm, a. 100.404,10

In Proz.
Bf.
3 Madrider Fs. 100 77,00
4 Meining. Pr.= Pfand=
brieſe
..
. . . 137,00
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,25
3 Oldenburger . . . . . 125,50
2½ Raab=Grazer fl. 150 116,20

Uuverzinsliche
Anlehensloſe.

Augsburger
fl,
Braunſchweiger Tlr.
Freiburger
Fs.
Mailänder
Fs.
de.
Fs.
Meininger
.,
Oeſterreicher v. 1864
do. v. 1858 1
Ungar. Staats 1
Venediger Frs.
Türkiſche
,

20
15
45 105,50
. 10 33,40
7 30,00
100 571,00
100 463,00
100 393,00
30
400 183,40

Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,44
20 Franis=Stücke .
16,21
Deſer. 20 Kronen:
1600
Amerikaniſche Noten.
4,150
2047
Engliſche Noten
Franzoſiche Nolen. . . . 81,10
Holländiſche Noten . . . . 169,35
Italieniſche Noten . . . . 80,80
deſterr.Ungariſche Noten 88,00
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 781,05
Reichsbank=Diskonto . . . 54
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Untergrund und streiche abgetretene Stellen mit Matrosen-
Lack oder Oelfarbe vor. Mit Bohnerwachs oder staub-
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Von Little.
Ueberſetzt aus dem Engliſchen.
(Nachdruck verboten.)
13)
Hiroſhima, Januar 1904.
Der Januar iſt gekommen, und ich danke euch Lieben
allen für die herrliche Weihnachtskiſte. Wie Du Dir wahr=
ſcheinlich
dachteſt, Kameradin, war unſer Feſt nicht gerade
luſtig. Der Winter war hart, die Kriegsausſicht hat den
Preis der Nahrungsmittel ſehr in die Höhe getrieben, die
kranken Mädchen in der Schule brauchten viel Medizin
und Feuerung, und ſo haben Miß Leſſing, Miß Dixon
und ich tüchtig an den Enden ziehen müſſen, damit ſie beim
Jahresſchluß aneinanderlangten. Keine von uns hat ſich
dieſen Winter ein neues Kleidungsſtück geleiſtet. Um ſo
mehr waren wir, als unſere Kiſten kamen, geblendet von
all der Pracht.
Sie kamen ſpät abends, und wir ſtanden aus dem
Bett auf, um ſie zu öffnen. Das erſte, was ich erwiſchte,
war eine ſehr zerknüllte kleine Papierpuppe mit Klein=
Bettys Namen auf dem Rücken in großen krakligen Buch=
ſtaben
.
Während der folgenden fünf Minuten hatte ich genug
zu tun, um die Schluchzer und Klöße in meinem Halſe
runterzuſchlucken. Aber Dixie hatte Pfefferminzkandis in
ihrer Kiſte, den erſten, den ich geſehen habe, ſeit ich fort
bin, alſo ſetzte ich meinen reizenden neuen Biberhut auf,
der zu dem ausgeſchnittenen Kleid und den roten Schuhen
beſonders ſchick ansſah, placierte mich vor die Kiſte und
Pfefferminzkandis. Beides, der Hut und der Kandis,
ſtellten mein Gleichgewicht ſo ziemlich wieder her, aber die

Aaptelhuhe wagteich an ſolen band ucht uehr um=
ſehen
!
Du fragſt, ob es mir etwas macht, das ſchöne Crèpe
de chine=Kleid, das Dir nicht ſteht, zu tragen. Nun, weißt
Du, es gab eine Zeit, wo ich die abgelegten Sachen anderer
Leute geringſchätzig verachtet haben würde, aber ich gebe
Dir mein Wort, keine Königin in ihrer Krönungsrobe
fühlt ſich ſo erhaben wie ich in dieſem Kleide. Manchmal
probiere ich, Deine Perſönlichkeit darzuſtellen. Ich ſehe
dann groß und anmutig aus und würdevoll und denke
mir aus, wie es iſt, wenn man gut und klug und bezau=
bernd
iſt. Außerdem weiß ich dabei mit Genugtuung, daß
ich ſelbſt dem Kleide recht gut ſtehe. Es ſitzt ohne jegliche
Falte, und nächſten Sommer mit meinem großen ſchwarzen
Hut! Na, wenn Klein Deutſchland mich ſieht, dann
paſſiert etwas!
Letzthin hatte ich ein Erlebnis: Miß Leſſing und ich
kamen mit dem Zuge von Miyajima zurück und uns
uns gegenüber ſaß ein altes Paar, das uns bald erzählte,
daß ſie noch nie Ausländer geſehen hätten. Sie waren
arglos wie Kinder, und nach einer Weile kam der alte
Mann herüber und fragte, ob er ſich meine Jacke beſehen
dürfe. Ich hatte nichts dagegen, er legte alſo ſeine Hände
leicht auf meine Schultern und drehte mich um und um
und betrachtete die Jacke. Aber, ſagte er auf Japaniſch zu
Miß Leſſing, wie kommt ſie nur hinein? Ich zog ſie aus,
ihm das zu zeigen, und enthüllte dabei neue Wunder. Er
ging zu ſeiner Frau zurück und kam nach einer langen
Verhandlung und vielen neugierigen Blicken wieder. Er
wiſſe, daß er ſehr aufdringlich ſei, ſagte er, aber ich wäre
ſo außerordentlich freundlich, und würde ich ihm ſagen,
warum ich ein Stück Leder um meine Taille hätte, und
würde ich, bitte, mein Kleid ausziehen und ihm zeigen,
wie man das anlegt? Ex war ſichtbar enttäuſcht,glsgich

ablehnte, ſtellte aber doch noch eine Frage, nämlich ob wir
in unſern Hüten ſchliefen. Als er abſtieg, verſicherte er,
daß er in ſeinem ganzen Leben nichts ſo Intereſſantes
geſehen habe und daß er ſeinen Dorfleuten viel Schönes
erzählen würde. Es gibt draußen nichts, was man ſieht,
und nichts, was man tut, das nicht ſeine luſtige Seite
hätte.
Doch der erſte Glanz des Landes iſt ein wenig ver=
düſtert
, nicht daß das Intereſſe geſchwunden wäre, aber
ich habe eingeſehen, daß die Schönheit und das Maleriſche
zum großen Teil oberflächlich ſind. Wenn ich je in einer
anderen Welt Traktate auszuteilen haben ſollte, ſo werde
ich in jedes ein Stück Seife wickeln; denn davon überzeuge
ich mich mehr und mehr: der ſicherſte Weg zum Himmel
iſt für die Heiden der Seifenweg!
Während der Ferien verſuchte ich, die graue Subſtanz,
die in meinem Kopfe ſein ſoll, ein wenig aufzufriſchen und
um ein oder zwei Krümchen zu vermehren. Aber wie
ein Mädchen von einem Kleinen aus dem Kindergarten
ſagte meine Intelligenz wollte nicht arbeiten. Pſycho=
logie
in leichtfaßliche Sätze zu faſſen, Dinge zu erklären, die
ich ſelbſt nicht ganz klar durchſchaue, mit der Verſtändigung
in der fremden Sprache kämpfen und zu verſuchen, den
orientaliſchen Geiſt zu okzidentaliſieren, das iſt eine harte
Aufgabe für einen, deſſen Wiſſen nicht weit her iſt. Wenn
ich heimkomme, bin ich vielleicht nur noch eine alberne,
kindiſch glückliche, alte Madame, die ſich keinen Deut darum
kümmert, ob ihre Haut glatt iſt oder nicht.
Die Kriegsausſicht wird immer ernſter. Draußen im
Binnenmeer eilen die Kriegsſchiffe hin und her mit gehei=
men
Aufträgen. Ich hoffe von ganzem Herzen, daß es
keinen Krieg geben möge, aber wenn es doch ſein ſoll, ſo
wünſche ich, daß die Japaner das Ruſſiſche Reich, ganz von
der Landkarte wegwiſchen!

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mai 1910.

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Hiroſhima, Februar 1904.
Ich bin atemlos! Seit drei Wochen bin ich auf der
Jagd bergauf und bergab, auf die Spitze tannenbeſtan=
dener
Berge, in die nebligen Schluchten tiefer Täler, auf
und ab am ſilbernen Fluß, hin und her auf der bereiften
Straße! Wonach? Nach meiner verlorenen Faſſung, die=
ſem
koſtbaren Beſitz, an den ich mich, wie Du ſagteſt, klam=
mern
ſollte, den ich feſthalten ſollte wie meine Zähne und
meine Haare. Als ich alſo merkte, daß ſie weg war, ging
es hinterher in eifriger Verfolgung. Doch nie bekam ich
auch nur ihre Rockſchöße zu ſehen bis zum letzten Sonn=
tag
, wo ich den Wettlauf aufgab und mir vornahm, den
alten Kampf der Empörung des Wider=den=Stachel=
Lökens auszufechten.
Es war ein prächtiger Tag, die Pflaumenbäume blü=
tenweiß
, die Gewürzſträucher duftſchwer! Der Fluß plät=
ſcherte
fröhlich und die ganze Erde brach hervor mit neuem,
zartem Leben. Eine naſeweiſer kleiner Vogel ſaß auf einer
alten Steinlaterne und ſang direkt auf mich los. Du biſt
eine rechte Jammerbaſe, ſagte er. Komm’ heraus! Es iſt
viel luſtiger, Würmer zu fangen und im Sonnenſchein
umherzufliegen als im Hauſe zu hocken und Trübſal zu
blaſen. Jetzt lachte er mich gar noch aus! Ich ergriff mei=
nen
Hut und ſtürzte hinaus, ihm immer nach. Und als ich
heimkam ſiehe da! ich hatte meine Faſſung wieder=
gefunden
!
Heute in der Schule fragte ich meine Mädchen, was
Glück ſei. Eine der Neuen hlickte ſchüchtern empor
und ſagte: Senſei, ich glaube, das biſt Du! Wie ein
Heuchler kam ich mir vor, aber es freute mich doch, daß
ich wenigſtens äußerlich heiter geblieben war. Eins
ſage ich Dir, wenn ich nicht hier draußen mein wirk=
liches
Ich finde und meine Seele in ihrer ganzen
Schwachheit und Blöße erkenne, dann geſchieht es gar
nie. Zu Hauſe, wo man von Konpentionalität, Sitte
und den hundert kleinen Intereſſen des täglichen
Lebens eingeengt iſt, da iſt die Chance, ſich ſelbſt zu er=
kennen
, ſehr klein. Aber in der Fremde, entblößt von
allem in der Welt außer dem Ich, in grabesähnlicher

Einſamkeit, unter neuen Bedingungen, gegenüber von
neuen Aufgaben, da hat man reichlich Gelegenheit,
ſeinen Wert ſelbſt einzuſchätzen. Ich kann aber trotz all
der ſchönen Worte nicht ſagen, daß das Reſultat mich
gerade eingebildet machen könnte.
Ich paſſe nämlich in das Leben hier draußen wie
ein viereckiger Pflock in ein rundes Loch. Weder bin
ich eine Geweihte noch zur Miſſion berufen‟ Ich
liebe vielmehr die Welt und das Fleiſch, weungleich ich
mir aus dem Teufel nicht viel mache. Ich glaube nicht,
daß der Herr den Koch ſtehlen läßt, damit ich deſto ge=
duldiger
ſei; und ich bitte nicht um Erleuchtung, wenn
ich mir ein Paar neue Schuhe kaufe. Wenn meine
Stellung ſchier unerträglich wird, ſo ſehe ich der Ange=
legenheit
immer offen ins Geſichr und bedenke, daß,
wenn es hart für den Pflock iſt, es ebenſo hart für das
Loch iſt; und daß, wenn ſie es aushalten können, ich es
wahrſcheinlich auch kann.
Du erkundigſt Dich nach meiner Lektüre. Gewiß,
ich leſe in jeder freien Minute, vor dem Frühſtück, auf
dem Wege zur Schule und abends im Bett. Von Hauſe
ſchickt man mir regelmäßig Monatshefte, und die geben
mir Leſeſtoff auf lange.
Nebenbei geſagt, ich wünſchte, Du ſchriebſt mir ein=
mal
ganz genau, wie es Jack geht. Du ſagteſt, er ar=
beite
zu toll und ſehe ganz abgehetzt aus. Es ſah ihm
doch ſo ähnlich, darauf zu beſtehen, daß er ſeines Ge=
wiſſens
wegen nach dem Süden müſſe. Er würde uns
auslachen, wenn er das hörte, aber es iſt ſo. Er mag
wohl irreligiös ſein und über Kirchen und all ſo was
ſpotten, aber er hat ein ſtrenges, eiſernes, undehnbares
Gewiſſen wie keiner ſonſt. Ich wünſchte, er machte eine
Pauſe. Siehſt Du, hier draußen, ſo weit fort von Euch
allen, kann ich nicht umhin, mich zu ſorgen, wenn eins
von Euch auch nur ein bißchen krank iſt. Jack liegt mir
ſchon tagelang auf dem Herzen. Willſt Du ihn nicht
veranlaſſen, zu verreiſen, ſage aber nicht, daß ich darum
bat! Er würde ſich die Haare kräuſeln, wenn Du es
verlangteſt!

Die Kriegsvorbereitungen ſchreiten ſtetig fort, und
es macht einen ziemlich beklommen, es näher und näher
kommen zu ſehen. Hiroſhima wird ein Zentrum der
militäriſchen Bewegungen ſein und natürlich auch unter
Militärgeſetz ſtehen. Es wird uns aber nur inſoweit
betreffen, als man unſeren Spaziergängen Beſchrän=
kung
auferlegen wird. Wir werden wohl nicht viel
umherlaufen mögen, wenn die Stadt ſo voll von frem=
den
Soldaten iſt. Zwei große Kriegsſchiffe, die Japan
kürzlich von Chile gekauft hat, ſind unterwegs aus
Schanghai. Ein Regiment nach dem andern über=
ſchwemmt
Hiroſhima und ſchifft ſich dann nach Korea
ein. Das alles geht mir ſehr nahe, und unſere
Japaner ſehen ſtumm auf meine Begeiſterung mit ihren
kalten, lächelnden Augen.
Meine arme, kleine Kranke wird immer ſchwächer.
Sie iſt eine ſtete Sorge und Laſt, aber ſie hat kein
Geld, und ich kann ſie nicht zurück in ihr elendes Zu=
hauſe
ſchicken. Die anderen finden es ſehr töricht von
mir, daß ich die Sache ſich ſo hinſchleppen laſſe, und ſie
haben wohl recht. Sie wird nie wieder geſund werden,
und ſie kann noch monatelang ſo fortleben. Aber wenn
ſie ſich mit ihren ſchwachen Händen an mich klammert
und verſichert, daß ſie beſſer ſei und bald geſund werden
würde, dann rührt ſie mein Herz. Ich habe einen alten
Klappſtuhl für ſie geflickt und ein Fenſtergärtchen an=
gelegt
und verſucht, das Zimmer ſo freundlich wie
möglich zu machen. Sie muß faſt den ganzen Tag
allein ſein, aber ſie iſt ſo geduldig und ſauft und läßt
mich nie eine Klage hören. Heute früh drückte ſie
meine Hand an ihre Bruſt und ſagte ſehnlich: Senſei,
es macht traurig, immer mit der Geſundheit zu ſpielen.
Miß Leſſing hatte verſucht, ſie in ein Hoſpital zu
bringen, aber ſie wollen keine Unheilbaren nehmen.
Jacks Hoſpitalplan iſt doch nicht ſo töricht, wie es mir
früher ſchien. Wenn es noch mehr ſolche freundloſe
und hilfloſe Kinder in der Welt gibt, dann ſollte man
alle große Karrieren der Welt dafür hingeben, um ein
dauerndes Heim für ſie zu gründen: (Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

ot 30.

Dienstag. 3. Mal.

1910.

Auf (Gemarkung Weiterſtadt) iſt die Schweneſeuche
geſtellt und Gehöftſperre angeordnet worden.
(9470
Der Ortsvorſtand von Berfelden beabſichtigt mit dem am 11. und 12. Juli 1910
daſelbſt ſtattfindenden Pferde=, Fohlen= und Zuchtviehmarkt eine Verloſung von Pferden,
Fohlen, Rindern, Schweinen und landwirtſchaftlichen Gebrauchsgegenſtänden zu verbinden.
Großh. Miniſterium des Innern hat die nachgeſuchte Erlaubnis zur Veranſtaltung
dieſer Verloſung unter der Bedingung erteilt, daß bis zu 16000 Loſe zu 1 Mark das
Stück ausgegeben werden dürfen und mindeſtens 60% des nach Abzug der Reichs=
ſtempelabgabe
verbleibenden Bruttoerlöſes aus dem Verkauf der Loſe, ſowie außerdem
ein aus dem Erlös der letzten Verloſung verfügbar zu machender Betrag von 338 Mk.
90 Pfg. zum Ankauf von Gewinngegenſtänden zu verwenden ſind. Der Vertrieb der
Loſe iſt im Großherzogtum geſtattet.
(9433

Auskunft erteit das Großherzogliche Kreisamt Büdingen und das Sekreiariat
des Großherzoglichen Staatsminiſteriums in Darmſtadt (Neckarſtraße 7).
April 1910.

Großh. Miniſterium des Innern hat dem Verband der oberbadiſchen Zucht=
genoſſenſchaften
die Erlaubnis erteilt, 5000 Loſe einer anläßlich des am 19. und 20. Sep=
tember
1910 zu Radolfzell ſtattfindenden Zentralzuchtviehmarktes zu veranſtaltenden
Verloſung von Zuchtvieh innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben.
Zum Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel ver=
ſehene
Loſe gelangen.
(9459

Betreffend: Geſuch des Albert Waldſchmidt von Eſchollbrücken um Genehmigung
zur Errichtung einer Schlächterei=Anlage.
Bekanntmachung.
Albert Waldſchmidt zu Eſchollbrücken beabſichtigt auf dem Grundſtück Flur I
Nr. 689¾, gelegen zu Eſchollbrücken, eine Schlächterei=Anlage zu errichten.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes in
dem Amtsverkündigungsblatt an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürgermeiſterei
Eſchollbrücken zur Einſicht der Intereſſenten offen. Etwaige Einwendungen ſind binnen
dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes bei Großh. Bürgermeiſterei Eſchollbrücken
vorzubringen.
Darmſtadt, am 27. April 1910.
(9430
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. D.: Dr. Reinhart.

Aufu

Die Kunde von dem Zuſammenbruch des Vorſchuß= und Kredit=Vereins Ober=
Mockſtadt im Februar 1908 iſt längſt in weite Kreiſe gedrungen. Im Dezember v. J.
hat ſich ein Komitee mit einem Aufruf an die Oeffentlichkeit gewandt, um Mittel zur
Hilfe für die zahlreichen gefährdeten Exiſtenzen zu gewinnen. Der geſammelte Fonds
reicht aber bei weitem nicht aus, um der Not zu ſteuern. Deshalb erſcheint ein noch=
maliger
Aufruf, diesmal an das ganze Land, geboten.
* Der Vorſchuß= und Kredit=Verein war eine Genoſſenſchaft mit unbeſchränkter
Haſtpflicht. Durch Geſchäfte der bedenklichſten Art, die der frühere Vorſtand mit dem
Bankier Rothſchild von Büdingen gemacht hat, iſt der Zuſammenbruch der Kaſſe in wenigen
Monaten herbeigeführt worden. Die Kaſſenmitglieder ſind daran unſchuldig. Gleich=
wohl
müſſen ſie nach dem Geſetze den Fehlbetrag von etwa 702000 Mark als Vorſchuß
nach Kopfteilen aufbringen. Der Kopfteil iſt, da von 423 Mitgliedern etwa 118 völlig
oder doch teilweiſe leiſtungsunfähig ſind, auf 2300 Mark berechnet. Dieſen Betrag muß
der Konkursverwalter von ſämtlichen beteiligten Mitgliedern, erforderlichen Falles im
Wege der Zwangsvollſtreckung beitreiben. Da die Mitglieder aber großenteils aus tief=
verſchuldeten
Kleinbauern, Dorſhandwerkern, Arbeitern und Taglöhnern beitehen, werden,
trotz dankenswerter Unterſtützung durch beteiligte Gemeinden, zahlreiche Familien wirt=
ſchaftlich
zugrunde gerichtet werden. Die Hilfsfonds ſollen deshalb dazu dienen, die
drohenden Konkurſe und Zwangsvollſtreckungen dadurch abzuwenden, daß beſonders
ſchwer Gefährdeten die Aufbringung des Vorſchuſſes erleichtert und ſo ihr Zuſammen=
bruch
verhütet wird. Eine vom Kreisausſchuß Büdingen beſtellte Kommiſſion wird die
Verhältniſſe aufs ſorgfältigſte prüfen und die Unterſtützungen direkt an die Gläubiger
abführen. Die geſammelten Gelder ſtehen lediglich zur Verfügung dieſer Kommiſſion
und ſind dem Zugriff der Konkursverwaltung entzogen.
Möge durch raſche und reichliche Hilfe der Ruin vieler ſchuldloſer Familien ver=
hütet
werden.
Hauptſammelſtelle iſt die Kreiskaſſe des Kreiſes Büdingen. Geld=
ſpenden
nehmen außerdem entgegen: die Kreiskaſſen der übrigen Kreiſe, die Großher=
zoglichen
Bezirkskaſſen, die ſtaatlichen Untererheber, ſowie die Fürſtlich Yſenburg=
Büdingiſche Rentkammer in Büdingen.

Auler, Landtagsabgeordneter, Bensheim. Leun, Bürgermeiſter u. Landtagsabgeorv.,
Bähr, Landtaasabgeordneter, Rohrbach. Großen=Linden.
Dr. Bendix, Domkapitular, Mainz.
Dr. Lippold, Wirkl. Geheimerat und Mit=
Beſt, Landtagsabgeordneter, Oſthofen.
glied der Erſten Kammer, Darmſtädt.
Birkenſtock, Bürgermeiſter, Ranſtadt.
Lutz, Landtagsabgeordneter, Elpenrod:
Boeckmann, Kreisrat, Büdingen.
Meiski, Landtagsabgeordneter, Ulrichſtein.
Brauer, Landtagsabgeord., Ober=Ofleiden. Dr. Merck, Geh. Kommerzienrat und Mit=
Dr. Braun, Finanzminiſter, Darmſtadt.
glied der Erſten Kammer, Darmſtadt.
Braun, Bürgermeiſter, Staden.
Mickel, Bürgermeiſter, Ober=Mockſtadt.
Breidenbach, Landtagsabgeord. Dorheim. Molthan, Kommerzienrat und Landtags=
von
Brentauo di Tremezzo, Juſtizrat und abgeordneter, Mainz.
Landtagsabgeordneter, Offenbach.
Noack, Geh. Regierungsrat und Landtags=
Büchner, Landtagsabgeord., König i. O. 1 abgeordneter, Darmſtadt.
Conradi, Wirkl. Geheimerat und Mitglied Orb, Landtagsabgeordneter, Offenbach.
der Erſten Kammer, Darmſtadt.
Dr. Oſann, Landtagsabgeord., Darmſtadt.
Damm, Landtagsabgeordneter, Friedberg, Pareus, Bankdirektor und Mitglied der
Diehl, Bürgermeiſter u. Landtagsabgeord., Erſten Kammer, Darmſtadt.
Gau=Odernheim.
Pennrich, Landtagsabgeordneter, Bingen.
Ellenberger, Kirchenrat, Ortenberg.
Raab, Landtagsabgeordneter, Pfungſtadt
Graf zu Erbach=Fürſtenau.
Reh, Juſtizrat und Landtagsabg., Alsfeld.
Fürſt und Graf zu Erbach=Schönberg.Reinhart, Landtagsabgeordneter Worms.
Erk, Landtagsabgeordneter, Nidda.
Moritz Riedeſel Freiherr zu Eiſenbach.
Dr. Ewald, Staatsminiſter und Miniſter! Oberſtallmeiſter und Mitglied der Erſten
der Juſtiz, Darmſtadt.
Kammer, Darmſtadt.
Finger, Bürgermeiſter u. Landtagsabgeord.,Römheld, Oberamtsrichter, Nidda.
Pfeddersheim.
Graf von Schlitz gen. von Görtz, Erſte
D. Dr. Flöring, Prälat, Darmſtadt.
Präſident der Erſten Kammer, Schlitz.
Dr. Fulda, Landtagsabgeord. Darmſtadt. Dr. Schmidt, Geh. Juſtizrat und Mitglied
Gail, Geh. Kommerzienrat und Mitglied der Erſten Kammer, Gießen.
der Erſten Kammer, Gießen.
Dr. Schmitt, Juſtizrat und Dritter Präſi=
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter u. Land= dent der Zweiten Kammer, Mainz.
tagsabgeordneter, Darmſtadt.
Seelinger, Landtagsabg., Lampertheim.
Dr. Gutfleiſch, Geh. Juſtizrat und Land=Seußfelder, Bürgermeiſter und Landtags.
tagsabgeordneter, Gießen.
abgeordneter, Bütelborn.
Hauck, Landtagsabgeordneter, Schaafheim. Fürſt zu Solms=Hohenſolms=Lich, Zwei=
Dr. Heidenreich, Oekonomierat und Land= ter Präſident der Erſten Kammer.
tagsabgeordneter, Darmſtadt.
Graf Wilhelm zu Solms=Laubach.
von Hombergk zu Bach, Miniſter des Graf zu Solms=Rödelheim, Aſſenheim.
Innern, Darmſtadt.
Stöpler, Bürgermeiſter und Landtags=
Horn, Landtagsabgeordneter, Seligenſtadt! abgeordneter, Lauterbach.
Joutz, Landtagsabgeordneter, Butzbach.Graf Kuno zu Stolberg=Roßla, Ortenberg.
Fürſt zu Iſenburg u. Büdingen, Birſtein. Fürſt zu Stolberg=Wernigerode.
Jung, Lehrer, Ober=Mockſtadt.
Stroh, Geh. Kommerzienrat und Mitglied
Kalbhenn, Pfarrer, Ober=Mockſtadt.
der Erſten Kammer, Offenbach.
Dr. Kittler, Geheimerat und Mitglied derUebel, Landtagsabgeordneter Dieburg.
Erſten Kammer, Darmſtadt.
Ullmann, Bürgermeiſter und Landtags=
Dr. Kleinſchmidt, Juſtizrat und Mitglied abgeordneter, Nieder=Erlenbach.
der Erſten Kammer, Darmſtadt.
Valckenberg, Geh. Kommerzienrat und
Köhler, Landtagsabgeordneter, Langsdorf. Mitglied der Erſten Kammer, Worms.
Korell, Zweiter Präſident der ZweitenDr. Weber, Forſtmeiſter und Landtags=
Kammer, Angenrod.
abgeordneter, Konradsdorf.
Kredel, Bürgermeiſter und Landtagsabg. Wolf, Landtagsabgeordneter, Stadecken.
Fürſt zu Yſenburg u. Büdingen, Büdingen.
Airlenbach.
Lang, Landtagsabgeordneter, Michelſtadt. Graf zu Yſenburg u. Büdingen, Meerholz.
Freiherr von Leonhardi, Mitgl. der Erſten Fürſt zu Yſenburg und Büdingen,
Wächtersbach.
Kammer, Groß=Karben.

Vorſtehendem Aufrufe ſchließen wir uns an. Wir erſuchen gleichzeitig die Herren
Bürgermeiſter des Kreiſes ergebenſt, den Aufruf in den Gemeinden gefälligſt zu ver=
breiten
und Sammelſtellen für Gahen in den Gemeinden zu errichten. Die eingehenden
Beträge bitten wir an die Kreiskaſſe Darmſtadt gelangen zu laſſen.
(9471
Darmſtadt, den 30. April 1910.2
Der Kreisausſchuß des Kreiſes Darmſtadt.
Provinzialdirektor Fey, Darmſtadt. Oberforſtmeiſter Heinemann, Darmſtadt. Rentner
Heß, Pfungſtadt. Beigeordneter Jäger, Darmſtadt. Bürgermeiſter Müller, Roßdorf.
Kommerzienrat Röder, Darmſtadt. Rechtsanwalt Dr. Stein, Darmſtadt.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3 be=
finden
ſich: 1. Bulldogge, 1 Spitzhund, 2 Pinſcher, d
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Die diesjährige öffentliche Impfung wird für die hieſige Stadt, Mittwoch,
den 4. Mai l. Js., nachmittags 5 Uhr, und die folgenden Mittwoche, ſo lange das
Bedürfnis dauert, im Schulhauſe in der Rundeturmſtraße abgehalten werden.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner, die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben vorgenom=
menen
Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht be=
nutzen
will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50 Impf=
ungen
vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau noch=
mals
gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen Kränk=
lichkeit
beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die natür=
lichen
Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 28. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
(9475a
J. V.: Schmitt.

Verſteigerungs=Anzeige.
Dienstag, den 3. Mai, nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich an Ort und Stelle
Hügelſtraße Nr. 35 dahier meiſtbietend gegen gleich bare Zahlung:
(9192fsi
einen Eisſchrank und einen Eiskühler.
Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, 27. April 1910.
Nelle, Pfandmeiſter.

Bekanntmachung.
Es wird hiermit zur Kenntnis der Intereſſenten gebracht, daß wegen Umpflaſte=
rung
der Ortsſtraße in Eſchollbrücken die Straße durch Eſchollbrücken von Montag,
den 2. Mai d. Js. an geſperrt iſt. Der Verkehr von und nach Darmſtadt hat über
Pfungſtadt zu erfolgen.
(9345si
Eſchollbrücken, am 28. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eſchollbrücken.
Leichtweiß.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 4. Mai I. Js., vormittags 9 Uhr anfangend,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale Zur Ludwigshalle‟ ( Ober=
gaſſe
) zwangsweiſe gegen Baarzahlung:
1 Partie Spezerei= und Zuckerwaren, Zigarren, Kognak, Liköre, 1 Waage
mit Gewichten, 4 Oelbehälter, Standgefäße u. a. m., ferner 1 große
Partie Kurzwaren, Herren= und Damenwäſche, Damen= und Kinder=
ſchürzen
, ca. 30 Pfund Wolle, Kamiſols, Socken und Strümpfe, Normal=
hemden
, Unterhoſen, Krawatten, Selbſtbinder, Vorhemden, Manſchetten
ſowie einen Poſten Schnittware.
Hieran anſchließend, nachmittags 3 Uhr, ebendaſelbſt:
Hausmobilien durch alle Rubriken, 1 vollſtändige Ladeneinrichtung, einzelne
Warenſchränke und Geſtelle, 1 Pferd und 1 Federrolle, 200 Sack Zement 18)
Zentner gemahlene Kreide, 1 Kaſſenſchrank, 1 Schreibtiſch, 1 große Partie
Futterſtoffe, Tiſch= und Bettzeuge, Bett= und Tafeltücher, Leinenſtoffe ꝛc.
5 Mille Zigarren.
Nach dieſen Zwangsverſteigerungen auf freiwilliges Anſtehen
ebenfalls gegen Baarzahlung:
1 eich. Büfett, 1 Kredenz, 1 Spiegel, 2 Tonnenbretter, Bilder, echte
Bronzefiguren, Krüge, Portieren und Vorhänge, ſowie 1 Diwan und
4 Seſſel in rotem gepreßtem Plüſch und ein komplettes Schlafzimmer
hell eichen.
Die in Fettdruck aufgeführten Sachen kommen beſtimmt zur Verſteigerung.
Darmſtadt, am 2. Mai 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher zu Darmſtadt
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Stock.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mai 1910.

Nummer 102.

In unſer HandelseRegiſter 4. wurden fol=
a
gende Einträge vollzogen:
Am 15. April 1910.
Hinſichtlich der Firma:
J. L. Kahn, Darmſtadt.
Die offene Handelsgeſellſchaft iſt mit
Wirkung vom 14. April 1910 aufgelöſt. Ge=
ſchäft
und Firma ſind auf den ſeitherigen
Geſellſchafter Julius Kahn, Kaufmann in
Darmſtadt, als Einzelkaufmann überge=
gangen
.
Am 18. April 1910.
Hinſichtlich der Firma:
Karl Rittershaus, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt mit Wirkung vom
14. April 1910 auf Kaufmann Carl Heinrich
Ludwig Rittershaus in Darmſtadt über=
gegangen
.
Am 22. April 1910.
Hinſichtlich der Firma:
H. Pfersdorff, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf Kaufmann
Wilhelm Loeber in Darmſtadtübergegangen.
Der Uebergang der in dem Betriebe des
Geſchäfts begründeten Verbindlichkeiten und
Forderungen iſt bei dem Erwerbe des Ge=
ſchäfts
durch Wilhelm Loeber ausgeſchloſſen.
Wilhelm Loeber Ehefrau, Helene geborene
Georgi in Darmſtadt, iſt zur Prokuriſtin
beſtellt.
Am 26. April 1910.
Hinſichtlich der Firma:
Adolf Lion, Hauptniederlaſſung in Stock=
holm
, Zweigniederlaſſung in Darm=
ſtadt
.
Die Zweigniederlaſſung in Darmſtadt iſt
aufgehoben.
(9424
Darmſtadt, den 26. April 1910.
Großherzogliches Amtsgericht Darmſtadt I.

Bekanntmachung.
Donnerstag, den 19. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Heinrich Hedtrich Eheleuten
von Darmſtadt, jetzt in Hof=Gimbach bei
Kelkheim i. T., im Grundbuch der Gemar=
kung
Darmſtadt zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur
Nr. qm
VIII 74//1000 489 Hofreite Eſcholl=
brückerſtraße
, jetzt
Artillerieſtraße 4,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K8/10
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 26. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L9438,68

Bekanntmachung.
Dienstag, den 14. Juni I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die den Schuhmachermeiſter Peter Traut=
mann
Eheleuten dahier zugeſchriebene Liegen=
ſchaft
:
Nr.
qm
Flur

IV 31705710

189 Hofreite Heinheimer=

ſtraße 61
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K68/10
Darmſtadt, den 29. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L9437,68

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Karlſtraße 79. Telephon 1737.

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tragene
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betten
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unt. K. 41. an die Exy. ds. Bl. (*11021im

Bayerische Bank für Handel und Industrie
Bank für Handel und Industrie.
Die Generalversammlungen der Bayerischen Bank für Handel und Industrie
am 2. April 1910 und unserer Bank am 4. April 1910 haben beschlossen, den zwischen
den Vorständen geschlossenen Fusionsvertrag zu genehmigen, wonach das Ver-
mögen
der Bayerischen Bank für Handel und Industrie in München als Ganzes
unter Ausschluss der Liquidation mit Wirkung vom 1. Januar 1910 ab auf unsere
Bank übergeht und für Mk. 8000000. Aktien der Bayerischen Bank für Handel
und Industrie in München Mk. 6000000. Aktien unserer Bank mit Dividendenbe-
rechtigung
vom 1. Januar 1910 ab gewährt werden.
Nachdem die Beschlüsse beider Generalversammlungen und die Durchführung
der Kapitalserhöhung unserer Bank in das Handelsregister eingetragen sind,
fordern wir die Aktionäre der Baverischen Bank für Handel und Industcie hiermit
auf, ihre Aktien mit Gewinnanteilscheinen für 1910 ff. und Erneuerungsscheinen,
arithmetisch geordnet, mit einfachem bei der untenstehenden Stelle erhältlichen
Verzeichnis zum Umtausch einzureichen. Gegen Einreichung von nom. Mk. 4000.
Aktien der Bayerischen Bank für Handel und Industrie werden nom. Mk. 3000.
Aktien unserer Bank mit Dividendenscheinen ab 1. Januar 1910 ff. gewährt.
Die Einreichung zum Umtausch ist innerhalb der Frist
vom 6. Mai bis 21. Mai 1910 einschliesslich
vorzunehmen.
Die Einreichung aer Aktien zum Umtausch hat während der üblichen Ge-
schäftsstunden
zu erfolgen:
in Darmstadt bei der Bank für Handel und Industrie.
Diejenigen Aktien der Bayerischen Bank für Handel und Industrie, die
innerhalb der gesetzten Frist nicht zum Umtausch eingereicht sind, werden gemäss
§ 290 H. G. B. für kraftlos erklärt. Die an Stelle der für kraftlos erklärten Aktien
auszugebenden Aktien unserer Bank werden wir für Rechnung der Beteiligten
bestmöglichst zum Börsenpreis verkaufen und den Erlös zur Verfügung der Be-
teiligten
halten.
Das Gleiche gilt in Ansehung eingereichter Aktien, welche die zum Umtausch
in unsere Aktien erforderliche Zahl nicht erreichen und uns nicht zur Verwertung
für Rechnung der Beteiligten zur Verfügung gestellt sind.
Im übrigen werden eventuelle Ankäufe von Aktien der Bayerischen Bank
für Handel und Industrie behufs Komplettierung oder Verkäufe von nicht umtausch-
fähigen
Aktienbeträgen durch die oben genannte Stelle vermittelt.
Darmstadt, im Mai 1910.
(9449P
Bank für Handel und Industrie.

Der amerikanische Schnell- und Meisterschaftsschreiber
Mr. Emil A. Trefzger
demonstriert am Mittwoch, den 4. Mai 1910, nachmittags von
4½6 Uhr seine ausserordentlichen Leistungen auf der Schreibmaschine
(1014 Anschläge in der Sekunde) in den Geschäfts-Lokalitäten der Firma
Hoflieferant HEiNRicH ElBERT G. m. b. Hl.
Ernst-Ludwigstraße Nr. 9,
wozu Interessenten ergebenst eingeladen sind.
(9456im

behandelt mit Erfolg. Nichterfolg Geld
zurück. Habe ſelbſt ſchwer geſtottert. Keine
Lautir= und Atemübungen, auch keine
Sprechapparate. Stotternde, die mir nach=
weiſen
, daß in Europa noch ein zweites
Verfahren exiſtiert, das beſſer iſt und ſicherer
zum Ziele führt als mein Verfahren, heile
Sokternich unentgeltlich. Schon nach der erſten
Stunde kann auch der allerſchwerſte Stotterer
mit mir fließend ſprechen. Jeder Stotternde hat Gelegenheit, ſich von der Unbrauchbarkeit
und Schädlichkeit der Sprechapparate, die ein gewiſſer Herr feilbietet, zu überzeugen, indem
ich denſelben jedem Stotternden vorzeige. Sprechſtunde täglich abends, von 7 Uhr ab.
ſowie Sonntags von 101 Uhr
(*11040

H. Dillich, Gutenbergſtraße 14.

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bilden und der Glanz ver=
loren geht.
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Kein Geruch!
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[ ][  ][ ]

Nummer 102.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mai 1910.

Sanannnnannunnnansavannnannannnnannnaannannnaansaunnuansannannananaanussannungt

Seite 13.

nunnonnn

DTE AUSSTEEEUFG

DEs

SHeutee
Dienstag, 3. Mal

DDUrseorter RUNSTEELR-DUrDL3
Morgen
DARMSTADT 1910
Mittwoch, 4. Mai

deren Eröffnung am Nachmittag des r2. Mai stattfindet, wird dem Publikum von dem
genannten Tag nachmittags 4½ Uhr an bis Sonntag den 16. Oktober zugänglich sein.
Die Ausstellungsräume werden vormittags 1o Uhr geöffnet und abends 7 Uhr. bei
früherem Eintritt der Dunkelheit entsprechend zeitiger, geschlossen.
Im Hof und auf dem Altan des Ausstellungsgebäudes befindet sich die Ausstellungs-
wirtschaft
, welche Herr Hofkonditor OTTübernommen hat. Sie wird auch amAbend
zugänglich sein. Bei günstigem Wetter wird Herr Ott wöchentlich zwei- bis dreimal
eine Streichkapelle in der Wirtschaft spielen lassen. Die Ausstellungsleitung behält
sich vor, während der Dauer der Ausstellung an höchstens 6 Abenden von 7 Uhr an
die Wirtschaft geschlossen zu halten.
Das Abonnement, zu dem wir hiermit einladen, berechtigt zum Besuch der Ausstellung
und ihrer Wirtschaft. Die Abonnementkarten haben nur für die Personen Gültigkeit,
auf deren Namen sie ausgestellt sind. Sie sind also nicht übertragbar. Familienkarten
werden nur für Ehegatten und ihre in häuslicher Gemeinschaft mit ihnen lebenden
Kinder und Eltern erteilt.
Ein AUSSTELLUNGS-ABONNEMENT kostet:
für eine Person . . . . . . . . . . . 4 M. für jeden weiteren Familienangehörigen 2 M.
für eine Familie von 2 Personen . 7 M. für Studenten und Einjährig-Freiwillige 2 M.
Nichtabonnenten zahlen für einmaligen Eintritt in die Ausstellung 1 M., für den Besuch
der Wirtschaft abends nach Schluß der Ausstellung 25 Pf., bei Konzert 50 Pf.
Der Verkauf der Abonnementkarten findet von heute an durch das Verkehrsbureau
auf dem Ernst-Ludwigsplatz, außerdem vom 12. Mai, nachmittags 4½ Uhr ab, an der
Tageskasse der Ausstellung statt.
(9436ido
Darmstadt, den zo. April rgro.
DIE GEScHAFTS-LEITUNG: Römheld.

Maaz!

Saalbautheater.
Wiener
Operetten-Ensemble.
Nur 6 Abende!
Freitag, Samstag, Sonntag,
6., 7. u. 8. Mai, 8¼ Uhr:
geschiedene Frau

Operette in 3 Akten
von Leo Fall.

Montag, Dienstag, Mittwoch
9., 10. u. 11. Mai, 8¼ Uhr:
Der fidele Bauer

Operette in 3 Akten
von Leo Fall. (9381a
Preise: 3, 2.50, 2 u. 1 Mk.
Vorverkauf: nur Verkehrsbüro.

Dampfbeotfahrt

ſon

Peter Ebert II., Nackenheim.
Himmelfahrttag u. Pfiugſtfeiertage
geht mein Boot bei günſt. Witterung
von Erfelden nach der Schweden=
ſäule
, Knoblochsau und zurück.
Abfahrt v. Erfelden 9, 12 u. 3 Uhr.
Auskunft erteilt
(9465im
Gg. Ehrenfels, Erfelden.

Segentracht
von Darmſtadt nach Mainz zum 15. ds.
Mts. geſucht von M. B. in Firma Gebr.
Röver, Mainz, Stadthausſtraße. (9491

Tapezieren, Georg Dieter,

Rolle 30 Pfg.
Tapezier, Arheilgerſtraße 27a. (*11092ids
werden ſchön gewaſchen
Gardinen
gebügelt, das Blatt
50 Pf. Bügelei, Schuchardſtr. 9. (*11054
Junge Schneiderin nimmt noch Kunden
I in und außer dem Hauſe an. (*10941soi
Näheres Arheilgerſtr. 78, 1. St. r.
Frau nimmt noch Kunden i. Waſchen an
*1128) Pankratiusſtr. 69, 3. St. links.

Kriegerverenbarmstaut.
Die Monatsversammlung am 4. Mai 1910 fällt wegen
Wirtſchaftsſchluß in der Turnhalle am Woogsplatz aus. Die Ver=
ſammlung
findet im Juni ſtatt.
(9490
Der Vorstand des Kriegervereins Darmstadt.

Gesanqverein Liederzweig
Protekt:Ihre Königl. Hoheit Großherzogin Eleonore von Hessen
Am Himmelfahrttag
Spaziergang mit Musik nach der Weberbuche
nächster Weg: Schnampelweg-Alexandertempel
Abmarsch präzis um ½ 2 Uhr von der Friedhof-Allee
Unsere verehrten Mitglieder, sowie Freunde u. Gönner des
Vereinswerden hiermit freundl. eingeladen. Der Vorstand.
NB. Für Restauratlen ist bestens Sorge getragen.
Bei eintretendem Regenwetter Gesellige Zusammen-
kunft
(mit Tanz) im Mathildenhöhsaal, Dieburgerstraße.
9431

12

Männer-Gesanqverein CONCORDIA-
Donnerstag, den 5. Mai (Himmelfahrtstag):

orgenspaziergang

de

Abmarsch 7 Uhr vom Vereinslokal Mathildenhöhsaal‟.
im Vereinslokal
Bei ungünstiger
Witterung Frühschoppen-KONZERT Dieburgerstr.
Wir machen unsere Mitglieder auf die Freitag, den 13. Mai, abends ½9 Uhr
stattfindende Hauptprobe für den Gesangs-Wettstreit zu Schwanheim (Pfingsten)
(9432
aufmerksam.

im Brauerei=Ausſchank
Franstuche Zum Hessenbräu‟
Kirchstrasse 3.

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(25

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(*11053im
ſowie auch neu beſpannt
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menden Schreinerarbeiten.
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Parkettböden - gewachſt 2us

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Letzte Tage

Ohr nLon

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Pariser Sensations-Schwank
in 3 Akten
von Hennequin u. Veber.
Preise der Plätze nicht er-
höht
. Vorverkauf ausschliesslich:
Verkehrsbüro, Ernst-Ludwigsplatz,
sowie bei Herren Hugo de Waal u.
Ed. Gerber, Rheinstrasse.
(Vereinskarten gültig!) (9485

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etwas zu leihen oder zu borgen, da ich
(*11090
für nichts aufkomme
K. Müller, Liebfrauenſtraße Nr. 31.

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Heinheimerſtraße 50 1. St.

Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 3. Mai 1910.
Außer Abonnement.
Der Ring des Nibelungen.
Büynenfeſtſpiel in 3 Tagen und einem Vor=
abend
von Richard Wagner.
Gaſtdarſtellung des Königl. Württemberg.
Kammerſängers Herrn Oskar Bolz von
Hoftheater in Stuttgart.
Erſter Tag:
Die Wal küre
(in 3 Aufzügen.
Muſikal. Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Szeniſche Leitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
*
Siegmund
Hr. Stephani
Hunding .

Wotan .
Sieglinde .
Brünnhilde
Fricka .
Gerhilde,
Ortlinde,
Waltraute,
Schwertleite,
Walküren
Helmwige,
Siegrune,
Grimgerde,
Roßweiße,

Hr. Weber
Frl. Geyersbach
Fr. Morny
Frl. Howard
Frl. Zeiller
Fr. Rudolph
Frl. Meyer
Fr. Müller
Frl. Suchanek
Frl. Birkholz
Frl. Howard
Frl. Faeller

** Siegmund . . Hr. Oskar Bolz.
Nach dem 1. u. 2. Aufzuge findet je eine
längere Pauſe ſtatt.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe,
2. Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4. Mk.)
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
(5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 6 Uhr. Ende 10½ Uhr.
Anfang des zweiten Aufzuges 7½ Uhr.
Anfang des dritten Aufzuges 9¼ Uhr.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
5 Uhr an.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 4. Mai. 169. Ab.=Vorſt. B 42.
Der dunkle Punkt. Große Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 5. Mai. (Keine=Vorſtellung.)
Freitag, 6. Mai. Außer Abonnement.
Der Ring des Nibelungen. Zweiter Tag:
Siegfried. Siegfried . Hr. Kammer=
ſänger
Oskar Bolz, als Gaſt. Gr. Preiſe.
Anfang 6 Uhr. (Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 8. Mai. Außer Abonnement.
Der Ring des Nibelungen. Dritter Tag:
Götterdämmerung. Siegfried
Herr Kammerſänger Oskar Bolz, als Gaſt.
Große Preiſe. Anfang 6 Uhr. (Vergl. be=
ſondere
Anzeige.)

Aus dem Spielplan.
Montag, 9. Mai. 170. Ab.=Vorſt. C 43.
Julius Cäſar. Große Preiſe.: An=
fang
. 7. Uhr.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mai 1910.

Nummer 102.

Hoheniche
Hafermehl
ist die einzig richtige
Kindernahrung, wo
Muttermilch fehlt. Es verhütet Erbrechen
und Durchfall und hat sich bei englischer
Krankheit vorzüglich bewährt.

Sport.
Pkr. Rennen zu München, 1. Mai. 1. Rennen.
1. Graf M. Are=Zinnebergs Oberbayer (Kiszivath), 2.
Sgort III. (Spear), 3. Lanze (Bullock). Tot. 149:10,
Pl. 34, 18:10. Unpl.: Peter und Paul, Giſo, Swint=
roda
. ½1½ Lg. 2. Rennen. 1 Lt. Graf Spretis
Tutbury (Beſ.), 2. Honey Moon IV. (Lt. Frhr. von
Schätzler), 3. Trani (Lt. Fürſt K. Wrede). Tot. 34:10,
Pl. 19, 21:10. Unpl.: Reviſion (gef.), Luffo, Tony.
1 Lg., Weile. 3. Rennen. 1. Herrn F. W. Mayers
Epaulette (Sochlz), 2. Kuchelna (Atzenroth), 3. Monna
Vanna (Böhme). Tot. 24:10, Pl. 13, 13:10. Unpl.: Bar=
karole
. 2½5 Lg. 4. Rennen. 1. Lt. Graf Spretis Ha=
miſhir
(Beſ.), 2. Schönburg (C. Lücke), 2. Leringer
(Frhr. von Oertlingen). Tot. 46:10, Pl. 18, 19, 20:10.
Unpl.: Hochheimer, Mandatar, Bel Priſon, Empereur,
Goldkatze. 2½ Lg. 5. Rennen. 1. Herrn P. Pak=
heiſers
Elſe II. (Bullock), 2. Peking (Spear), 3.
Niobe II. (O. Müller). Tot. 27110, Pl. 22, 24, 22:10.
Unpl.: Piccolo, Probus, Kneißel, Schwanengeſang.
Hals2 Lg. 6. Rennen. 1. Lt. Giulinis Inntochter
(Beſ.), 2. Tahiti (Beſ.), 3. Girlamund (Lt. Zeltmann).
Tot. 29110, Pl. 15, 41, 30:10. Unpl.: Szemfeny, Amou=
reuſe
, Einbrecher, Lawſuit, Sunſtar. 2½½ Lg.
Saiſonbeginn zu Hoppegarten. Bei
prachtvollem Frühlingswetter vollzog ſich am Sonntag
die Eröffnung auf der idylliſch gelegenen Bahn des
Union=Klub. Der Beſuch übertraf alle Erwartungen,
auf ſämtlichen Plätzen herrſchte eine Fülle wie am
Armeetage. Der grüne Raſen und die blumen=
geſchmückten
Anlagen des ſchönen Parkes erhöhten
den Reiz des glänzenden geſellſchaftlichen Bildes.
Sportlich brachte der Tag die im Frühjahr üblichen
Ueberraſchungen. Auch die Hauptkonkurrenz, das
Große Hoppegartener Handicap, blieb nicht davon ver=
ſchont
, wenn man auch mit einem Erfolg des leicht
ſiegenden Joſeph I. nach ſeinem guten zweiten Platz im
Hamburger Frühjahrs=Handicap ſtark rechnen mußte.
Der Verlauf des von 13 Pferden beſtrittenen Ren=
nens
war ein einfacher. Inamor lag nach 100 Meter
an der Spitze und führte vor Werra II., Dinas, Ora=
nier
, Capella und Hüon bis in den Einlauf, wo Ca=
pella
und Oranier aus dem Vordertreffen verſchwan=
den
. Inamor galoppierte bis in die Diſtanz klar an
der Spitze, als dort außen der längere Zeit ausge=
ſperrte
Joſeph I. vorgeſchoſſen kam und ſofort gewon=
nenes
Spiel hatte. Die Favoriten Anker und Ger=

not machten ſich nie bemerkbar. Im übrigen trat
der Weinbergſche Stall ſtark in den Vordergrund,
deſſen neuer Trainer und Jockei F. Darling, bezw.
J. Childs, ſich vorzüglich einführten. Das Eröffnungs=
Flachrennen gewann Jor ſehr leicht für die blau=
weißen
Streifen. Das große reiterliche Talent von
Jockei Childs zeigte ſich aber erſt ſo recht im Hanni=
bal
=Rennen, in welchem er den noch nie auf der Renn=
bahn
erſchienenen Morgenruf nach einem packenden Fi=
niſh
und einem Hals gegen Trumpf zum Siege
ſteuerte. Als Childs dann auch noch mit Sagitta die
blau=weißen Streifen zum dritten Mal in Front
brachte, wurden dem Jockei bei der Rückkehr zur Wage
vom Publikum ſtürmiſche Ovationen dargebracht. Im
1. Klaſſen=Erſatz=Preis blieb allerdings die Weinbergſche
Stute Letizia nach ſcharfem Kampf um einen Kopf
von dem beſſer nach Hauſe ſtehenden Walter Stolzing
geſchlagen.
sr. Das Meeting zu Mannheim nahm am
Sonntag bei friſchem, ſonnigem Wetter ſeinen An=
fang
. Der erſte Tag brachte nur kleine Felder und
im allgemeinen Favoritenſiege. Die Hauptkonkur=
renz
, den mit 15000 Mark ausgeſtatteten Preis vom
Rhein, beſtritten ſechs Pferde. Die von Lt. von Keller
geſteuerte Transverſale der Herren M. und M. Klönne
übernahm ſofort die Führung vor Lootſe und Nil=
braut
, die jedoch im weiteren Verlaufe des Rennens
ihre Plätze an Nickelkönig und Fidelio abtreten muß=
ten
. Transverſale machte zwar am Tribünengraben
einen Rumpler, behauptete ſich aber durchweg in Front
und gewann leicht mit zwei Längen gegen den im Ein=
lauf
aufgebrachten Fidelio. Der favoriſierte Turan=
dot
war Mitte des Neckardamms geſchlagen. Ein
gegen den Sieger Lohengrin II im Offiziers=Hürden=
Rennen eingelegter Proteſt wurde zurückgewieſen. Die
genauen Reſultate waren: 1. Rennen. 1. Dr. Fr.
Rieſes Maßlieb (Beſ.), 2. Hortenſia (Lt. Goeſchen), 3.
Eiſen (Hr. O. Lerbs). Tot. 12110. Drei liefen.
2. Rennen. 1. Herren M. und M. Klönnes Wandora
(Lt. von Keller), 2. Myrthe (Lt. Braune), 3. Hahne=
pampel
(Lt. von Moßner). Tot. 25:10, Pl. 11, 11:10.
Unpl.: Gemme. 3. Rennen. Preis vom Rhein.
15000 Mark, Diſtanz 4200 Meter. 1. Herren M. und
M. Klönnes Transverſale (Lt. von Keller), 2. Fidelio
(Lt. von Görne), 3. Nickelkönig (Lt. von Moßner). Tot.
42:10, Pl. 20, 39:10. Unpl.: Turandot, Nilbraut,
Lootſe. Leicht 2 Lg. 4. Rennen. 1. Geſtüt Branden=
werders
Lohengrin II. (Lt. Braune), 2. Enfant de
Miracle (Beſ.), 3. Saint Mihiel (Lt. von Keller). Tot.
18:10, Pl. 15, 48:10. Unpl.: Wild Hawk, Barceau III.,
On Guard. 5. Rennen. 1. Herrn F. Noethers Be=
weis
(Dr. Rieſe), 2. Fanfare (Beſ.). Tot. 19:10. Unpl.:
Tuscarora (ausgebr.). 6. Rennen. 1. Lt. Goeſchens
Maghzen II. (Lt. Loß), 2. Sands (Lt. Branne), 3. An=
nies
Joy (Beſ.). Tot. 35.10, Pl. 17, 18:10. Unpl.: Gil=
gobbin
, Kingsway.
sr. Radrennen in Erfurt. 30 Kilometer:
1. Hugo Przyrembel 30:04,2, 2. Lange 2800 Meter, 3.
Bäumſer 4000 Meter zurück. 50 Kilometer: 1. Przy=
rembel
46751,2 (neuer Bahnrekord), 2. Roſenlöcher 1200
Meter, 3. Lange 5200 Meter zurück. Die beiden Flie=
gerrennen
ſahen jedesmal Otto Meyer als leichten
Sieger vor ſeinem Landsmann Bettinger.

Rennen in Dresden. Großer Mai=Preis,
25 Kilometer: 1. Walthour 20:20, 2. Salzmann 20:42,
3. Leon van der Stuyft 21:19, 4. Stellbrink. Stunden=
Rennen: 1. Walthour 75,800 Kilometer, 2. Salzmann
75,700 Kilometer, 3. Leon van der Stuyft 69,870 Kilo=
meter
, 4. Stellbrink 68,150 Kilometer. Den Kleinen
Mai=Preis, der über 20 und 30 Kilometer führt, ſah
jedesmal den Belgier Luycken, der 17145,2 bezw. 24:47,1
benötigte, als leichten Sieger vor Sommer, Damm
und Klepper.
Rennen in Steglitz. Goldenes Rad, 100
Kilometer: 1. Theile, 1 Stunde 19 Min., 8 Sek.; 2.
Butler 730 Meter, 3. Schipke 830 Meter, 4. Guignard
7500 Meter, 5. Robl 9400 Meter zurück. Kleines Gol=
denes
Rad, 1 Stunde: 1. Scheuermann 75,480 Kilo=
meter
, 2. Hermann Przyrembel 75,230 Kilometer, 3.
Schön 70,750 Kilometer, 4. van Nek 69,300 Kilometer,
5. Ebert 65,000 Kilometer. Hauptfahren: 1. Rütt, 2.
Schürmann ¾ Lg., 3. Stabe. Preis von Steglitz:
1. Peter, 2. Wegener Handbreite, 3. Hoffmann 1½ Lg.
Preis von Friedenau: 1. Kudela, 2. Carapezzi 1 Lg.
3. Grosmann ½ Lg. Entſchädigungsfahren: 1. Ruder,
2. Kurzmeyer 1 Lg., 3. Techmer 1½ Lg. Tandem= Prä=
mienfahren
: 1. Schwab-Schürmann, 2. Rütt-Stabe,
3. Wegern-Peter, 4. Techmer-Tadewaldt.

Ausgelaſſene Fröhlichkeit
zeigte die kleine Eliſabeth nach kurzem Gebrauche von
Scotts Emulſion, denn dieſes ideale Stärkungsmittel
verwandelte das zarte Kind in ein friſches, frohes Weſen,
worüber die Mutter hocherfreut nachſtehendes berichtet:
Mühlacker, Württ. (Amt Maulbronn), 12. Juni 1908.
Da mein Töchterchen Eliſabeth mit 2½ Jahren zwar im
allgemeinen gut entwickelt war, ihm aber die rechte Widerſtands=
fähigkeit
fehlte, ſo daß ich es vor allem Möglichen in acht nehmen
mußte, ließ ich es zur allgemeinen Kräftigung Scotts Emulſion
nehmen. Ueber den Erfolg und die großen Fortſchritte in der
Entwicklung des Kindes, die ſchon nach Verbrauch weniger Flaſchen
zutage traten, war ſelbſt unſer Arzt erſtaunt. Das Ausſehen
des Kindes iſt ein blühendes geworden, der Appetit vorzüglich,
und die ſchon von Natur aufgeweckte Kleine zeigt ſeit kurzer Zeit
eine ſolch ausgelaſſene Fröhlichkeit und Munter=
keit
, daß ich darüber ganz im Glücke bin. Die
Empfindlichkeit iſt geſchwunden, die Kleine ſchläft
feſt und geſund und hat einen kräftigen Körperbau
bekommen.
(gez.) Anna Müller.
Als raſch und ſicher wirkendes Stärkungs=
mittel
hat ſich Scotts Emulſion auch in
dieſem Falle wieder bewährt: dazu trägt in
erſter Linie ihre Zuſammenſetzung bei; die
allerbeſten Rohmaterialien der reinſte Nor=
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übertragen habe. Indem ich titl. Kundſchaft für das mir entgegen=
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Vertrauen danke, bitte ich gleichzeitig, dasſelbe auch auf
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und dieſelbe in unveränderter Weiſe weiterführe. Das Frau Hindel
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zu bedienen, was mir nicht ſchwer ſein dürfte, indem
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[ ][  ][ ]

Nummer 102.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mai 1910.

Seite 15

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 3. Mai 1910.

Nummer 102.

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