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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
„ 101.
Montag, den 2. Mai.
1910.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Die preußiſche Wahlreform und die Parteien.
Die preußiſche Wahlrechtsvorlage iſt
im Herrenhauſe zum Abſchluß gelangt. Die
Feſtig=
keit der Regierung in Sachen der Drittelung und der
Mög=
lichkeit künftiger Wahlrechtsänderungen hat einen
vollſtän=
digen Erfolg erzielt: der Antrag Schorlemer gelangte
gegen eine kleine Minderheit zur Annahme. Jetzt ſteht das
Zentrum nebſt den Mittelparteien im
Abgeordneten=
hauſe vor der Frage, ob der umgeänderten
Wahlrechts=
vorlage zugeſtimmt werden könne. Graf Oppersdorf hat
vor dem Herrenhauſe dieſe Frage verneint, allein es
er=
ſcheint als durchaus möglich, daß damit das letzte Wort
des Zentrums nicht geſprochen ſei. Was aber die
Mittels=
parteien anbelangt, ſo muß es ohne Zweifel für bedeutſam
erachtet werden, daß das nationalliberale Mitglied des
Herrenhauſes, Profeſſor Löning, trotz mannigfacher
Be=
denken für das Geſetz in der Erwartung ſtimmte, daß der
Uebergang zur direkten Wahl nun bloß eine Frage der
Zeit ſei. Mit dieſer Auffaſſung ſteht Prof. Löning in
ſei=
ner Partei kaum allein. Zu der Annahme der Vorlage im
Herrenhauſe ſchreibt die „Germania”:
Die Wahlrechtsvorlage iſt in der Faſſung, wie ſie vom
Herrenhauſe angenommen iſt, für die
Zentrums=
fraktion des Abgeordnetenhauſes
unan=
nehmbar. Wir halten uns verpflichtet, dies ſofort
feſt=
zuſtellen und mit um ſo größerem Nachdruck zu betonen,
als im Herrenhauſe Stimmen laut geworden ſind, die der
Erwartung bezw. Hoffnung Ausdrück geben, die
Zen=
trumsfraktion des Abgeordnetenhauſes werde ſich damit
zufrieden geben, das geheime Wahlrecht für die preußiſche
Landtagswahl erobert zu haben, und geneigt ſein, als
Gegenkonzeſſion den Antrag Schorlemer gewiſſermaßen
mit in den Kauf zu nehmen. Wir ſind überzeugt, daß in
der ganzen Zentrumspartei im Lande das „Unannehmbar”
ein lautes Echo finden wird.
Die „Nationalzeitung” ſagt: Die Frage der Drittelung
wird an Wichtigkeit übertroffen durch die geheime und
direkte Wahl, auf der die Nationalliberalen und
die Freiſinnigen beſtehen. Die Spannung iſt auch
im jetzigen Stadium der Wahlreform noch nicht gewichen,
denn niemand wird ernſthaft glauben, daß die
national=
liberale Fraktion nunmehr mit Pauken und Trompeten
den veränderten Geſetzentwurf begrüßt.
Nach der „Poſt” wird es, wenn die Wahlrechtsvorlage
wieder an das Abgeordnetenhaus zurückgelangt, Aufgabe
der freikonſervativen Partei ſein, nach beſtem
Wiſſen und Können für die Vereinigung einer möglichſt
großen Mehreit auf die Beſchlüſſe des Herrenhauſes
hin=
zuwirken.
Das „Berliner Tageblatt” erklärt: Es iſt nicht
un=
möglich, daß die Regierung durch die vergrößerten
Drit=
telungsbezirke dem Zentrum nur vor den Kopf geſtoßen
hat, ohne die Liberalen zu gewinnen. Jedenfalls iſt der
Kampf um das Wahlrecht noch nicht zu Ende, ſondern
wird aufs neue beginnen.
Der Wahlkampf in Läuemark.
N. Aus Kopenhagen, 30. April, wird uns
ge=
ſchrieben: Die Wahlen zum däniſchen
Reichs=
tage, die am 20. Mai vorgenommen werden ſollen, ſtellen
an Wichtigkeit und Bedeutung alle bisherigen däniſchen
Wahlen in den Schatten. Es handelt ſich bei den jetzigen
Wahlen vor allem darum, ob die
ſozialdemokrati=
ſche Partei ans Ruder kommen ſoll. Bekanntlich iſt
die Partei der Radikalen, welcher die jetzige Regierung
angehört, die kleinſte im däniſchen Reichstag, und nur mit
der Stütze der ſozialdemokratiſchen Partei wird ſich das
Miniſterium Zahle zu behaupten wiſſen. Zwiſchen
der alten „gemäßigten” Linken und der radikalen Partei
iſt eine ſcharfe Grenzlinie gezogen. Dafür aber iſt eine
feſte Wahlallianz zwiſchen der Partei der Radikalen (der
eigentlichen Regierungspartei) und den Sozialdemokraten
geſchloſſen worden, und zwar wird in allen Wahlkreiſen
ein radikaler oder ein ſozialdemokratiſcher Kandidat
auf=
geſtellt werden, je nach der Stimmenzahl, welche beide
Parteien bei der letzten Wahl erhielten. Für dieſen
ge=
meinſchaftlichen Kandidaten ſollen nach den Beſchlüſſen
der Parteivorſtände die radikalen und
ſozialdemokrati=
ſchen Wähler des Bezirks vereint ſtimmen.
Wahrſchein=
lich wird dies einen Zuwachs von wenigſtens 10
Man=
daten für die Sozialdemokraten bedeuten. (Die Zweite
Kammer, das Folkething, hat im ganzen 114 Sitze.)
Merkwürdigerweiſe können ſich die Gegner — die
Parteien der „gemäßigten Linken” und der Konſervativen
— trotz des feſten radikal=ſozialdemokratiſchen
Wahlbünd=
niſſes zu keinem durchgeführten Zuſammenarbeiten bei den
Wahlen entſchließen. Entſchieden geht eine radikal=
ſozial=
demokratiſche Strömung durch das Land und ein Sieg i
des Miniſteriums Zahle durch die Hilfe der
Sozialdemo=
kraten iſt keineswegs ausgeſchloſſen; viele halten ſogar den
Sieg der Regierung für wahrſcheinlich. Ein ſolcher Sieg
würde aber vor allem eine beginnende militäriſche
Abrüſtung Dänemarks bedeuten. Die
Sozial=
demokraten gaben ihre Zuſage zum Zuſammenarbeiten mit
den Radikalen nicht eher, als bis die Regierung durch
meh=
rere ihrer Mitglieder, vor allem aber durch den
Miniſter=
präſidenten Zahle ſelbſt verſichert hatte, daß eines ihrer
erſten Ziele nach einer für ſie günſtigen Wahl ſein werde,
für die Aufhebung der jetzt geltenden Militärordnung zu
kämpfen. Anſtatt dieſer will das radikale Kabinett
zu=
nächſt die Umbildung des ganzen Militärs, unter
Schlei=
fung ſämtlicher Feſtungsanlagen, in eine ſogen. Grenz=
und Seepolizeiwache herbeizuführen ſuchen, was die
So=
zialdemokraten ihrerſeits als Anfang der allgemeinen
Ab=
rüſtung auffaſſen. Das Wahlprogramm der Regierung
enthält als weitere wichtige Punkte die Demokratiſierung
der Verfaſſung (Einführung des allgemeinen Wahlrechts
auch für Frauen über 25 Jahren, Abſchaffung des
privi=
legierten Wahlrechts zur Erſten Kammer uſw.),
Einfüh=
rung des Freihandelsſyſtems u. a. m.
Am meiſten müſſen aber ſelbſtredend die — negativen
Militärpläne der Regierung intereſſieren. In dieſer
Beziehung haben ſowohl der Miniſterpräſident Zahle wie
der Miniſter des Auswärtigen Scavenius ſich dieſer Tage
vor großen Verſammlungen von Wählern in verſchiedenen
Gegenden des Landes dahin ausgeſprochen, daß die
gro=
ßen Militärausgaben Dänemarks gänzlich unnütz ſind,
weil die Kriegsmacht Dänemarks niemals, weder
inter=
national noch national, eine Rolle ſpielen werde. Der
Miniſterpräſident führte aus, daß Dänemark
Neutralitäts=
verletzungen kaum ausgeſetzt ſein werde, weil der
künf=
tige Kriegsſchauplatz im deutſch=engliſchen
Seekrieg die Nordſee ſein werde; Kopenhagen
werde ohne jede ſtrategiſche Bedeutung ſein. Eine
Befe=
ſtigung Kopenhagens ſei ohne jeden vernünftigen Sinn.
Der Miniſter des Auswärtigen betonte, daß
Dänemark nicht, wie viele glauben, verpflichtet ſei, zu
rüſten, weil dies andere Mächte tun: Dänemark dürfe,
wenn das Volk nüchtern denken wolle, an keinem „
militä=
riſchen Wettrennen” teilnehmen. Nüchterne Betrachtungen
müßten über den Militarismus ſiegen.
Deutſches Reich.
— Der Seniorenkonvent des Reichstags
ſprach mit großer Mehrheit ſich dahin aus, daß verſucht
werden ſoll, vor Pfingſten die noch ſchwebenden
gro=
ßen Vorlagen zu erledigen. Gegen Schluß dieſer
Woche ſoll die Wertzuwachsſteuer in zweiter und dritter
Leſung erledigt werden. Zu Beginn der darauffolgenden
Woche ſoll das Kaligeſetz folgen. Es ſoll aber unter
kei=
ner Bedingung nach Pfingſten getagt werden. Die anderen
Tage bis Pfingſten ſollen durch Behandlung der kleinen
Vorlagen ausgefüllt werden.
— Dem Reichstage ging gegen Schluß der
Frei=
tagsſitzung eine Interpellation Baſſermann
zu, ob der Reichskanzler bereit ſei, angeſichts des
Inkraft=
tretens des franzöſiſchen Zolltarifes einen Beſchluß des
Bundesrates herbeizuführen, nach dem auf Grund des
Ge=
ſetzes zur Abänderung des Schaumweinſteuergeſetzes vom
15. Juli 1909, ſowie auf Grund des
Branntweinſteuer=
geſetzes vom 15. Juli 1909 die in Kraft getretenen
Zoll=
erhöhungen für Schaumwein, Branntwein, Arac, Rum,
Kognak, Aether und äther= oder weinhaltige Riechmittel
wieder aufgehoben werden, und dem Reichstag ein
Ge=
ſetzentwurf vorgelegt wird, der eine Zollerhöhung für
die=
jenigen franzöſiſchen Einfuhrartikel vorſieht, die
handels=
vertraglich nicht gebunden ſind.
Die Reichstagskommiſſion für das
Wertzuwachsſteuergeſetz beſchloß zu § 20: Die
Steuer beträgt 10 Mark vom Hundert bei einer
Wertſteigerung von nicht mehr als 10 vom Hundert des
Erwerbspreiſes, bis 30 Mark vom Hundert bei einer
Wert=
ſteigerung von über 40 vom Hundert des Erwerbspreiſes.
Abſatz 2: Der Steuerſatz ermäßigt ſich für jedes vollendete
Jahr der Beſitzdauer bis zum 30. Jahre um eins vom
Hun=
dert ſeines Betrages. Dem Erwerbspreiſe werden für
jedes Jahr der Beſitzzeit hinzugerechnet 2½ vom Hundert
des Erwerbspreiſes zuzüglich der in § 10 Ziffer 4 und 5
genannten Aufwendungen, ſoweit dieſe Summe den
Be=
trag von 100 Mark für den Ar nicht überſteigt, und 1½
vom Hundert vom Mehrertrage.
Die Kommiſſion des Reichstags für das
Ar=
beitskammergeſetz nahm die zweite Leſung des
Entwurfs vor. In § 3 wurde eine Beſtimmung neu
auf=
genommen, wonach es Aufgabe der Arbeitskammern iſt,
die Regelung der Lohnſätze in der Hausinduſtrie zu
för=
dern. Im übrigen eröffnen die endgültigen Beſchlüſſe
der Kommiſſion keine günſtige Perſpektive für
das Zuſtandekommen des Geſetzes. Denn die
Arbeiter in den Werkſtätten der Eiſenbahnverwaltung
ſol=
len den Arbeitskammern unterſtellt bleiben, obwohl die
Regierungsvertreter für dieſen Fall das Scheitern des
Ge=
ſetzes in Ausſicht geſtellt haben. Auch die Wählbarkeit der
Arbeiterſekretäre iſt beibehalten, ebenſo das Wahlalter mit
25 Jahren, die Wahlfähigkeit mit 21 Jahren. Mit 15
ge=
gen 8 Stimmen wurde ſchließlich der ſo umgearbeitete
Ent=
wurf angenommen.
— Der Geſamtvorſtand des Deutſchen
Arbeit=
geberbundes für das Baugewerbe, beſtehend
aus 34 Herren aus allen Teilen des Deutſchen Reiches,
hat am Freitag im Architektenhauſe zu Berlin eine Sitzung
abgehalten, die zunächſt den Zweck hatte, die genauen
Zah=
len der von der Ausſperrung betroffenen organiſierten
Bauarbeiter feſizuſtellen. Es ergab ſich, daß ſchon bis
dahin 186000 Mann zur Entlaſſung gekommen ſind,
ob=
gleich die Verbände in drei Großſtädten (Berlin,
Ham=
burg, Bremen) von der gemeinſamen Sache der
Arbeit=
geber abgefallen ſind. An vielen Orten, ſpeziell in
Süd=
deutſchland, iſt die Zahl der Beſchäftigungsloſen erheblich
größer als die der Entlaſſenen, und zwar in der
Haupt=
ſache aus drei Gründen. Fürs erſte liegt vielfach die
Bau=
tätigkeit ſehr danieder, dann wurde angeſichts des ſeit
längerem in ſicherer Ausſicht ſtehenden Kampfes mit dem
Beginn von projektierten Bauten zurückgehalten, und
end=
lich konnten infolge der äußerſt günſtigen
Witterungsver=
hältniſſe im letzten Winter die meiſten Bauten ſchon bis
Ende März vollendet werden. In einer fernerhin
ange=
nommenen Reſolution begrüßt der Arbeitgeberbund
die Sympathie und die angebotene Unterſtützung der
bei=
den großen Arbeitgeberzentralen. Er werde nur einen
den gemeinſamen Intereſſen von Induſtrie und
Bau=
gewerbe Rechnung tragenden Frieden ſchließen.
— Der Abgeordnete Erzberger veröffentlicht in der
„Germania” eine lange Erklärung, die zu dem Schluß
kommt, daß ſein Kriegsſteuerantrag gemäß vorher
gezeich=
neter Richtlinien des Zentrums ausgearbeitet worden
ſei. Der Antrag ſei am 18. April geſtellt worden und kein
einziges Mitglied ſei mit dem Wunſche auf eine
Aende=
rung hervorgetreten, obwohl die Beratung ſchon am
19. April 1910 ſtattfinden ſollte. Auch in der Folgezeit
geſchah dies nicht. Der Antrag ſei dann am 22. April
erſt=
mals beraten und nach langer Geſchäftsordnungsdebatte
für zuläſſig erklärt worden. Sämtliche Zentrumsmitglieder
ſtimmten auch für die Zuläſſigkeit. In der geſamten
De=
batte habe kein einziger Zentrumsabgeordneter eine
ab=
weichende Anſicht kundgegeben, und bei der Abſtimmung
über den Antrag erklärten ſich wiederum ſämtliche in der
Kommiſſion anweſende Zentrumsabgeordneten für den
Antrag. An der Hand dieſer unverrückbaren Tatſachen
könne jedermann prüfen, was von den erregten
Auslaſ=
ſungen der „Köln. Volksztg.” und der „C. P. C.” zu
hal=
ten ſei. Es ſei tief bedauerlich, daß Zentrumsblätter ohne
genügende Kenntnis der Sachlage ungerechten Angriffen
und falſchen Behauptungen Raum gewähren. Ferner
ver=
öffentlicht die „Germania” noch eine Zuſchrift eines „in der
Sache genau unterrichteten” Zentrumsabgeordneten des
Reichstags, der den Abg. Erzberger in Schutz nimmt und
nachweiſt, daß er vollſtändig korrekt und pflichtgemäß
ge=
handelt habe. Die Herren, die in der Zentrumspreſſe
Alarm geſchlagen haben, ſeien nicht zutreffend informiert
geweſen und hätten ſich vorher erkundigen ſollen, ehe ſie
der politiſchen Welt und vielen Zentrumskreiſen ein ſehr
unerquickliches Schauſpiel geboten haben. Die
auffal=
lende Stellungnahme der Zentrumsblätter gegen
Erzber=
ger wird nun damit begründet, daß man Erzberger habe
fallen laſſen wollen, nachdem man eingeſehen habe, daß es
mit dem Sturze des Herrn Dernburg nichts ſei.
— Die ſächſiſche Zweite Kammer beſchloß
die Hinzuziehung von Arbeitern zur Gewerbe=Inſpektion.
Die Regierung hat dem zugeſtimmt. Weiter wurde
be=
ſchloſſen, daß für ſämtliche direkte Steuern und ähnliche
Abgaben eine Verjährungsfriſt von drei Jahren zu gelten
habe.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Mai 1910.
Nummer 101.
— In der italieniſchen Kammer ſtanden die von der
Regierung abgegebenen Erklärungen zur
Bera=
tung. Viazzi erklärte namens der republikaniſchen Gruppe,
daß ſeine Partei nicht gegen das Kabinett ſtimmen und
ihm gegenüber eine wohlwollende Haltung einnehmen
werde. Auch Fiamberti und Cavagnari erklärten, daß ſie
dem Kabinett wohlwollend gegenüberſtänden. Im
Na=
men der Radikalen ſprach ſich Aleſſio anerkennend über
die Projekte der Regierung aus, die von ſeiner Partei
un=
terſtützt werden würden. Meda führte im Namen der
ka=
tholiſchen Gruppe aus, ſeine Partei werde für das
Mi=
niſterium ſtimmen, wenn Luzzatti beruhigende
Erklärun=
gen gebe. Treves begründete im Namen der Sozialiſten
eine Tagesordnung, in der die Reform des Wahlgeſetzes
und Reformen auf dem Gebiete der Politik und der
Ver=
waltung verlangt werden.
— Die belgiſche Kammer hat das internationale
Ab=
kommen von Berlin über den Schutz von literariſchen und
künſtleriſchen Werken angenommen.
— Wegen der Kretafrage haben der franzöſiſche
Pan=
zerkreuzer „Jules Michelet” und das Kanonenboot „
Sur=
priſe” Befehl erhalten, nach der Sudabai in See zu gehen.
Die Hafenverwaltung von Toulon wurde angewieſen, die
Indienſtſtellung des Panzerkreuzers „Charnier” zu
be=
ſchleunigen. Nach einer aus London datierten Meldung
des „Siécle” ſind die Schutzmächte in betreff der
gegen die Kreter etwa zu ergreifenden Maßnahmen nicht
einig. Während England gegen eine eventuelle Landung
von Truppen ſei, habe ſich Italien dafür ausgeſprochen.
Der Umſtand, daß die Kreter über gar nicht unbedeutende
Streitkräfte verfügen und lebhaften Widerſtand leiſten
können, geſtaltete die Frage zu einer recht heiklen.
— Der Senat der Vereinigten Staaten hat das
Amen=
dement zur Bahnvorlage der Regierung abgelehnt,
nachdem alle den Verkehr betreffenden Abmachungen und
Frachtſätze der vorherigen Zuſtimmung der
zwiſchenſtaat=
lichen Kommiſſion unterliegen ſollen.
Nach einer Depeſche der „Times” melden aus
Marokko eingegangene Briefe von großer Beſorgnis in
Regierungskreiſen wegen der umlaufenden Gerüchte über
die in Teſa erfolgte Ausrufung Muley el
Ke=
birs (Muley Hafids Bruder) zum Sultan. Der
Sul=
tan Muley Hafid habe inſolge dieſer Kunde das unter den
Bergſtämmen ſtehende Heer zurückberufen und ſende
her=
vorragende Männer aus, um ſeine mehr oder weniger
getreuen Stämme zu ſammeln. Man glaube, Muley el
Kebirs Sache werde viel Anhang finden, da der größte
Teil der Bevölkerung des Landes durch Muley Hafids
Erpreſſungen faſt zur Verzweiflung getrieben werde.
In=
zwiſchen operiere näher bei Tanger Raiſuli mit einem
Heerhaufen gegen aufſäſſige Bergſtämme, und dier
Kämpfe auf dieſem Schauplatz ſeien neuerdings viel
ſchär=
fer geweſen als ſonſt. Obſchon Raiſulis Streitkräfte in
mehreren Gefechten ernſte Verluſte erlitten hätten, machten
ſie doch anſcheinend gute Fortſchritte und hätten am
Mitt=
woch erſt wieder verſchiedene große Dörfer der Bein
Gorfal, etwa 45 Kilometer von Tanger, unter ſchweren
Verluſten der Bergbewohner, niedergebrannt. In Tanger
ging auch ein Gerücht ein, daß die Bergſtämme in der
Himmelserſcheinungen im Mai.
A.K. Im Mai nähert ſich die Sonne ſchon ihrem
höchſten Stande, ihre nördliche Abweichung vom
Aequator nimmt zu von 14’52' 49.‟5 am 1. bis auf
21'49’35.‟2 am 31., und ihre Mittagshöhe vergrößert
ſich im mittleren Deutſchland von 52½ bis 59½ Grade.
Die Tagesdauer verlängert ſich im nördlichen
Deutſchland von 15 auf 16½, im mittleren von 14½
auf 16½ und im ſüdlichen Deutſchland, in der Schweiz
und Oeſterreich von 14½ auf 15¾ Stunden. Unter
Tagesdauer iſt hier natürlich die Zeit zwiſchen Auf=
und Untergang der Sonne zu verſtehen, die
Tages=
helligkeit wird durch die langen Dämmerungen,
in den nördlicheren Gebieten durch die
immerwäh=
rende (mitternächtige) Dämmerung noch ſehr
weſent=
lich vermehrt.
Der Sonnenkörper ſelbſt hat in der letzten Zeit
nur ſehr geringe, oft gar keine Fleckenbildung
gezeigt, er nähert ſich jetzt ſtark dem Fleckenminimum,
das etwa in die Jahre 1911 bis 1913 fallen wird.
Ma=
xima traten ein 1870/71, 1882/83, 1892/93, 1904 bis
1907 und werden wieder kommen 1915 bis 1917, 1926
bis 1928 uſw. in mittleren Zeiträumen von 11,125
Jahren. Das Minimum liegt nicht in der Mitte
zwi=
ſchen zwei Maximis, ſondern dem folgenden
Maxi=
mum näher, etwa im 7. Jahre; der Abfall des
Sonnen=
vulkanismus erfolgt meiſt langſam und allmählich, der
Anſtieg ſchnell und heftig.
Unſer Mond wechſelt im Mai fünfmal ſeine
Pha=
ſen, es geſchieht dies in dieſem Jahre nur noch einmal
im Dezember. Wir haben: Letztes Viertel am 2. Mai,
2 Uhr 30 Minuten nachm., Neumond am 9. Mai, 6 Uhr
33 Minuten vorm., Erſtes Viertel am 16. Mai, 3 Uhr
13 Minuten vorm., Vollmond am 24. Mai, 6 Uhr 39
Minuten vorm., und Letztes Viertel am 31. Mai., 11
Uhr 25 Minuten nachm. Der Mond befindet ſich am
8. Mai, 8 Uhr nachm., in Erdnähe bei einem Abſtande
von 56.0 Erdhalbmeſſern und am 21. Mai, 7 Uhr
nachm., in Erdferne bei einem Abſtande von 63.7
Erd=
halbmeſſern à 6378 Kilometer.
Am Morgen des 9. Mai ereignet ſich eine bei uns
unſichtbare totale Sonnenfinſternis.
Sie beginnt um 4 Uhr 39 Minuten vorm. und endet
um 8 Uhr 46 Minuten vorm. Sichtbar iſt die
Finſter=
nis in Auſtralien, Neu=Guinea, auf den öſtlichen
Sunda=Inſeln und im ſüdlichen Indiſchen Ozean.
In der Frühe des 24. Mai findet eine ebenfalls
bei uns unſichtbare totale
Mondfinſter=
nis ſtatt, die um 4 Uhr 47 Minuten vorm. ihren
An=
fang nimmt und um 8 Uhr 22 Minuten vorm. ihr
Ende erreicht. Die Sichtbarkeit erſtreckt ſich über das
ſüdweſtliche Europa, Afrika, mit Ausnahme der
nord=
öſtlichen Gebiete, dem Atlantiſchen Ozean, Amerika,
mit Ausnahme von Alaska, und die öſtliche Hälfte des
Stillen Ozeans.
Nachbarſchaft von Fez ſich für Muley el Kebir erklärt
hät=
ten. Kurz, allem Anſchein nach ſei eine ernſte
Um=
wälzung im Gange.
* München, 30. April. Der deutſche Kaiſer
hat heute von Metz aus folgendes Telegramm an den
Prinzregenten gerichtet: „Seiner Königlichen Hoheit
dem Prinzregenten von Bayern, München. Es macht mir
große Freude, Dir mitteilen zu können, daß ich Deine
Trup=
pen hier in Metz, ſowohl die Infanterie wie die Artillerie,
in ausgezeichneter Verfaſſung gefunden habe. Auch die
bayeriſchen Ingenieuroffiziere auf den zahlreichen Forts,
welche ich ſah, machten einen ſehr guten Eindruck.
Herz=
lichen Gruß Wilhelm.‟ Der Prinzregent erwiderte:
„Seiner Majeſtät dem deutſchen Kaiſer, Schloß Urville.
Herzlichen Dank für Dein Telegramm und für die warme
Anerkennung, die Du den in Metz garniſonierenden
baye=
riſchen Truppen zollſt. Es erfüllt mich mit aufrichtiger
Freude, daß die Haltung der bayeriſchen Regimenter und
die Ingenieurtruppen einen ſo guten Eindruck auf Dich
ge=
macht haben. Mit herzlichen Grüßen Luitpold.”
* Stuttgart, 30. April. Die Nachricht, daß der
Erbprinz von Monaco auf die Thronfolge verzichte
und infolge davon die Thronfolge des Herzogs Wilhelm
von Urach praktiſch werde, deſſen Mutter eine Prinzeſſin
von Monaco war, wird von maßgebender Seite als
durch=
aus unrichtig bezeichnet.
* Wien, 29. April. Bei den heutigen
Gemeinde=
ratswahlen des erſten Wahlkörpers, bei
denen 48 Mandate zu vergeben ſind, wurden gewählt: 31
Chriſtlichſoziale, 8 Liberale; es ſind Stichwahlen zwiſchen
Chriſtlichſozialen und Fortſchrittlichen und eine zwiſchen
dem offiziellen chriſtlichſozialen Kandidaten und dem
ſelb=
ſtändigen Chriſtlichſozialen Vegani erforderlich. Im erſten
Bezirke wurden ſämtliche ſieben Fortſchrittliche gewählt.
Den 19. Bezirk verloren die Fortſchrittlichen an die
Chriſt=
lichſozialen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 2. Mai.
* Vom Hofe. Die Großherzoglichen
Herr=
ſchaften begaben ſich am Freitag abend ½7 Uhr mit
Gefolge im Auto nach Frankfurt, wohnten daſelbſt der
Vorſtellung im Opernhaus bei und kehrten alsdann
wieder hierher zurück. (Darmſt. Ztg.)
— Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Oberſt Riedel,
Kommandeur des 5. Großh. Heſſ. Infanterie=Regiments
Nr. 168, den Hauptmann v. Oppermann vom Stabe
des Feld=Artillerie=Regiments Nr. 62, den Hauptmann
Caracciola vom Generalſtab der Großh. (25.) Diviſion,
den Hauptmann v. Henning auf Schönhoff, Batteriechef
im 2. Großh. Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 61, den
Archivdirektor Dr. Frhrn. Schenk zu Schweinsberg, den
Geheimen Rechnungsrat Petry, den Oberlehrer Dr. Köſer,
den Oberlehrer Dr. Wagner von Offenbach, den Pfarrer
Ringshauſen von Mainz; zum Vortrag den Miniſter
des Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des
Kabinetts Geheimerat Römheld.
— Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Obermeiſter David Hänlein
in Mainz das Silberne Kreuz des Verdienſtordens
Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen.
— Ernennungen und Verſetzungen. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den Steuerkontrolleur
Finanzaſſeſſor Philipp Steinmann zu Michelſtadt
und den Hauptſteueramtsaſſiſtenten Paul Schlamp zu
Mainz zu Reviſionskontrolleuren bei dem
Hauptſteuer=
amt Mainz, den Finanzaſſeſſor Georg Serth aus
Ilsdorf zum Steuerkontrolleur ernannt; den
Haupt=
ſteueramtsaſſiſtenten bei dem Hauptſteueramt Mainz,
Anton Spilger’zu Mainz in gleicher Dienſteigenſchaft
an das Hauptſteueramt Darmſtadt verſetzt; den
Haupt=
ſteueramtsaſſiſtenten bei dem Hauptſteueramt Gießen,
Die großen Planeten ſind im Mai ſämtlich, wenn
auch wegen der kurzen und geringen Dunkelheit meiſt
nur kürzere Zeit, zu beobachten; Jupiter allein macht
hiervon eine Ausnahme. Merkur, im Sternbilde
des „Stiers” iſt anfänglich ¾ Stunden lang am
weſt=
lichen Abendhimmel zu ſehen, verſchwindet aber in der
Mitte des Monats in den Strahlen der Dämmerung.
Er gelangt am 2. Mai, 5 Uhr nachm., in ſeine größte
öſtliche Elongation: 20'55‟, am 25. Mai, 6 Uhr nachm.,
ſchon wieder in ſeine untere Sonnenkonjunktion, und
am 30. Mai, 5 Uhr vorm., in Sonnenferne. —
Ve=
nus tritt Ende Mai aus dem Sternbild der „Fiſche‟
in das des „Widder” über und glänzt als
Morgen=
ſtern etwa eine halbe Stunde über dem öſtlichen
Hori=
zont. Am 27. Mai, 10 Uhr nachm., befindet ſich der
Planet in ſeiner Sonnenferne. Venus entfernt ſich
von der Erde, ihr Abſtand wächſt von 0.75 auf 0.99
Erdbahnhalbmeſſer à 149.48 Millionen Kilometer; ihr
Scheibendurchmeſſer erfährt damit eine Verkleinerung
von 22."4 auf 17.%0. — Mars, im Sternbilde der
„Zwillinge”, iſt ſchon ſehr lichtſchwach; er bleibt
an=
fänglich bis kurz nach Mitternacht im Weſten
ſicht=
bar, geht aber ſpäter ſchon vor Mitternacht unter. Sein
Erdabſtand vergrößert ſich noch bis in den September
dieſes Jahres, im Mai wächſt er von 2.09 bis auf 2.31
Erdbahnhalbmeſſer; ſein ſcheinbarer Durchmeſſer
ver=
ringert ſich dadurch von 4.‟5 auf 4.‟1. Am 12. Mai, 2
Uhr nachm., hat der Mond mit Mars Konjunktion,
bei der der Mond nahezu 2 nördlich vom Mars ſteht;
am Abend ſieht man die ſchmale, zunehmende
Mond=
ſichel ſchon ein Stück nach Oſten zu (links) fortgerückt.
Von größerem Intereſſe iſt eine Konjunktion von
Mars und Neptun, die am 29. Mai, 6 Uhr nachm.,
ſtattfindet und bei der Mars 1'59' nördlich von
Nep=
tun ſteht. Dieſe Konſtellation iſt natürlich ſchon
meh=
rere Tage vorher und noch mehrere Tage nachher in
ganz ähnlicher Weiſe zu beobachten. Neptun, der als
Sternchen 8. Größe erſcheint, iſt für kleinere
Fern=
rohre zwar gar nicht ſo ſchwierig zu ſehen, aber um
ſo weniger als Planet von anderen Sternen zu
unter=
ſcheiden, ſeine Scheibenform zeigen nur ſehr ſtarke
In=
ſtrumente. — Jupiter iſt im Sternbilde der „
Jung=
frau” faſt die ganze Nacht als hellglänzendes Geſtirn
ſichtbar und bietet zur Beobachtung vorzügliche
Ge=
legenheit. Am 10. Mai, 12 Uhr mittags, ſteht er in
Sonnenferne. Seine Entfernung von der Erde nimmt
von 4.59 auf 4.94 Erdbahnhalbmeſſer zu, ſein
Scheiben=
durchmeſſer von 43.‟5 auf 40.‟4 ab. Der Mond zieht
am Vormittag des 19. Mai nördlich an ihm vorüber,
in der vorangehenden Nacht ſteht die dreiviertel volle
Scheibe noch nordweſtlich (rechts oben) von dem
Pla=
neten. — Saturn, der am 17. April in Sonnen=
konjunktion war, wird erſt gegen Schluß des Monats
kurze Zeit am frühen Morgenhimmel ſichtbar; er ſteht
im Sternbilde des „Widders”. Sein Erdabſtand
ver=
kleinert ſich von 10.27 auf 10.07 Erdbahnhalbmeſſer,
während ſein ſcheinbarer Durchmeſſer von 15.'8 auf
Friedrich Schlegel zu Gießen in gleicher
Dienſteigen=
ſchaft an das Hauptſteueramt Mainz verſetzt; die
Finänz=
aſpiranten Franz Neumann und Georg Düball,
beide aus Darmſtadt, zu Hauptſteueramtsaſſiſtenten bei
dem Hauptſteueramt Mainz, den Finanzaſpiranten
Ludwig Meyer aus Darmſtadt zum
Hauptſteueramts=
aſſiſtenten bei dem Hauptſteueramt Bingen, den
Finanz=
aſpiranten Heinrich Ludwig aus Alsfeld zum
Haupt=
ſteueramtsaſſiſtenten bei dem Hauptſteueramt Gießen
ernannt.
L. Der Provinzialausſchuß erledigte am Samstag
in öffentlicher Sitzung folgende Sachen: 1. Die Karl
Haberland Ehefrau in Offenbach betreibt in ihrem
Anweſen „Im goldenen Biergrund” eine
Schankwirt=
ſchaft. Ihre Geſchäftsführung lenkte die Aufmerkſamkeit
der Polizei auf ſich und hatte zur Folge, daß das
Kreis=
amt auf Grund eidlicher Zeugenausſagen den Antrag
ſtellte, der Fran die Wirtſchaftskonzeſſion zu entziehen,
weil ſie der Unzucht Vorſchub geleiſtet habe. Dem An
trage wurde trotz ihres Proteſtes ſtattgegeben, die
Kon=
zeſſion entzogen und die Frau zur Zahlung der Koſten
ſowie einer Gebühr von 10 Mark verurteilt.
Johann Gerhardt in Offenbach hat um die
Er=
teilung eines Wandergewerbeſcheines gebeten, iſt vom
Kreisausſchuß jedoch zurückgewieſen worden, weil nicht
feſtſteht, daß er in Offenbach einen feſten Wohnſitz hat,
und weil er kürzlich erſt wegen Hausfriedensbruchs
Strafe erlitten hat. Seine dagegen geführte Beſchwerde
wurde als unbegründet zurückgewieſen. Er hat die
Koſten ſowie 5 Mark Gebühr zu entrichten. — 3.
Phi=
lipp Müller Xl. von Sprendlingen iſt um die
Er=
laubnis vorſtellig geworden, in einer neben ſeiner
Mühle neu zu erbauenden Kantine eine
Schankwirt=
ſchaft zu betreiben. Der Kreisausſchuß hat ſich mangels
eines vorhandenen Bedürfniſſes ablehnend verhalten,
In ſeiner dagegen erhobenen Beſchwerde führt der
Ge=
ſuchſteller aus, daß es ſich im Fragefalle nur um eine
ſogenannte Tageswirtſchaft handeln ſolle. Er habe
einen Teich angelegt, ſo daß im Sommer dem
Ruder=
ſport und im Winter dem Eis= und Schlittſchuhſport
gehuldigt werden könne. Der kürzlich wiedergewählte
Bürgermeiſter Dreieicher beſtätigte dies und fügte bei,
daß es ſich um ein etwa 200 Meter vom Ort entferntes,
idylliſches Plätzchen handle, der Gemeinderat ſei dem
Geſuch, gegen welches auch kein Wirt etwas habe,
ge=
neigt. Die Entſcheidung lautete dahin, daß der
einge=
legte Rekurs als unbegründet zu verwerfen ſei, die
Koſtenverurteilung erfolgte wie in der Sache vorher.
Nach der Natur des geplanten Betriebes iſt der
Bür=
germeiſter in der Lage, von Fall zu Fall die gewünſchte
Erlaubnis zu geben. — 4. Philipp Hörr von hier
wünſcht einen Wandergewerbeſchein. Der
Kreisaus=
ſchuß hat ihn jedoch abgewieſen; ſeit der Verbüßung
einer Betrugsſtrafe ſind noch keine drei Jahre
ver=
ſtrichen. Er legte Rekurs ein, weil er durch
Kränklich=
keit auf eine leichte Arbeit angewieſen ſei; der Rekurs
mußte jedoch verworfen werden, weil die angezogene
Geſetzesvorſchrift zwingender Natur iſt.
— Die XIV. Plenarverſammlung der
Handwerks=
lammer findet Mittwoch, den 25. Mai, vormittags, in
dem Sitzungsſaal der Stadtverordnetenverſammlung im
Rathaus ſtatt. Die Tagesordnung umfaßt: 1.
Mit=
teilungen. 2. Bericht über die Tätigkeit des
Vorſtan=
des. 3. Prüfung und Abnahme der Rechnung des
Etatsjahres 1909. 4. Feſtſtellung des Haushaltsplanes
für das Etatsjahr 1911. 5. Errichtung neuer
Geſelleu=
prüfungsausſchüſſe und Beſtätigung der Neuwahl der
Mitglieder aller Prüfungsausſchüſſe für 1910/12.
Arbeiterſchutz und Unfallverhütung bei Bauten.
Reichsverſicherungsordnung. 8. Vergebung öffentlicher
Arbeiten und Lieferungen an
Handwerkervereinigun=
gen. 9. Bericht über die Tätigkeit im Ausſchuß des
deutſchen Handwerks= und Gewerbekammertages, 10.
Verſchiedenes.
L. Die Strafkammer in Mainz verhandelte Freitag
die vom Reichsgericht dorthin verwieſene Strafſache
gegen den Referendar Becker von hier, welcher
16."2 zunimmt. Die große Achſe ſeiner Ringellipſe
mißt Ende Mai 38.‟ — Uranus, im „Schützen” ſteht
noch in etwas ungünſtig tiefer Stellung am
Morgen=
himmel. Man findet ihn am 1. Mai ber Rektaſzenſion
19h 49m 6s und Deklination —21'35’ als Sternchen 5.
Größe. Sein ſcheinbarer Durchmeſſer beträgt Mitte
Mai 4.‟3. — Neptun, in den „Zwillingen”, weilt
nahe dem Mars, mit dem er am 29. Mai Konjunktion
hat (ſiehe oben) am Abendhimmel. Sein
Scheiben=
durchmeſſer beläuft ſich auf nur 2.‟5; ſeine genaue
Po=
ſition iſt am 1. Mai 7h 12m 45s und Deklination
21'447.
Von den Kometen iſt der Jphannesburger,
1910a, inzwiſchen ſo lichtſchwach geworden, daß er nur
noch für die ſtärkſten Inſtrumente zugänglich iſt.
Da=
gegen hat ſich der Halleyſche Komet, 1909c, nun
ſchon weſentlich ſtärker entwickelt wie bisher. Seine
Sonnennähe hat er bekanntlich am 20. April erreicht
wobei er 87.74 Millionen Kilometer von der Sonn
abſtand. Der Durchgang der Venus durch den Schweif
des Kometen ſand am 1. Mai, der Durchgang der Erde
findet am 19. Mai und der Vorübergang des Kopfes
vor der Sonnenſcheibe ebenfalls am 19. Mai ſtatt.
Seine Erdnähe erreicht der Komet am 20. Mai bei
einem Abſtande des Kopfes von 23.02 Millionen
Kilo=
meter. Er bleibt demnach bis wenige Tage vor dem
19. Mai am Morgenhimmel ſichtbar und wird wenige
Tage nach dem 19. Mai am Abendhimmel erſcheinen,
um dann raſend ſchnell die Sternbilder zu durcheilen.
Ob er zu einer beſonders glänzenden Erſcheinung
wird, muß abgewartet werden.
Zu Fixſternbeobachtungen eignen ſich die
hellen und kurzen Nächte des Mai nur wenig; im
zwei=
ten Drittel ſtört zudem noch das Mondlicht. Die
Milch=
ſtraße, der Gürtel ungezählter Sonnen, zieht ſich am
Abende in niedrigem Bogen vom Oſten über den
Nor=
den zum Weſten. Es ſchmücken ihn in derſelben
Richt=
ung die Sternbilder des „Adlers”, „Schwan”, über dem
die „Leier” mit Wega ſteht, die „Caſſiopeja” genau im
Norden, der „Perſeus” und „Fuhrmann”. Dieſem
wie=
der benachbart erblicken wir am nordweſtlichen
Hori=
zont den „Stier”, der mit den Bildern der „
Zwil=
linge”, des „Löwen” der „Jungfrau” der „Wage” und
des „Skorpion” den ſich zum Südoſten ſchwingenden
Tierkreis bezeichnet. Tief im Süden unter dem Bilde
der „Jungfrau” ſieht man die leicht kenntliche,
trapez=
förmige Konſtellation des „Raben”. Hoch im Oſten,
nahe dem Zenith, erſtreckt ſich der „Bootes” mit dem
hellglitzernden Arkturus, darunter gewahrt man den
Sternenkranz der „Krone” und den „Herkules” Am
Zenith endlich ſteht der „Große Bär” und unter
die=
ſem am nördlichen Himmelspol der „Kleine Bär”
Beide, vor allem der „Kleine Bär”, haben eine
bedeut=
ſame Geſchichte, die bis in das graue Altertum
hinauf=
reicht. Teils trugen ſie, ihrer Geſtalt wegen, auch den
Namen „Großer Wagen” und „Kleiner Wagen” von
denen ſich bis heute nur der exſte erhalten hat.
Nummer 101.
hier wegen falſcher Anſchuldigung zu 3 Monaten
Ge=
fängnis verurteilt worden iſt. Der Angetlagte
wurde aus rechtlichen und tatſächlichen
Gründen freigeſprochen.
Darmſtädter Tagblatt, Wontag, den 2. Mai 19
C.
Seite 3.
* Der Vorſtand des hieſigen Evangeliſchen
Ar=
heiter= und Handwerkervereins hat in ſeiner letzten
Sitzung beſchloſſen, umgehend an den Reichstag das
dringende Erſuchen zu richten, das
Reichswert=
zuwachsſteuer=Geſetz anzunehmen, da dieſes Geſetz die
ehrliche Arbeit in Stadt und Land nicht belaſtet und
dem verderblichen Mißbrauch mit dem vaterländiſchen
Boden entgegenwirkt.
— Innere Miſſion. Nachdem der ſeitherige
Ver=
einsgeiſtliche des Landesvereins für Innere Miſſion,
Herr Pfarrer Schloſſer, von dieſem Amt
zurück=
getreten iſt, um eine Pfarrſtelle zu übernehmen, hat der
Vorſtand Herrn Pfarrer Glock, ſeither in Worms=
Neu=
hauſen, zu ſeinem Nachfolger berufen. Dieſer iſt zugleich
Aſſiſtent an der Epileptiſchen=Anſtalt in Nieder=Ramſtadt.
Deshalb befindet ſich die Geſchäftsſtelle des
Landes=
vereins für Innere Miſſion nunmehr in Nieder=
Ram=
ſtadt, während der Vorſitz wie bisher in Händen von
Profeſſor Weimar hier, Heinrichſtraße 162, iſt.
S. Jubiläum. Am 4. Mai ſind es 25 Jahre, daß
Herr Nikolaus Eberhardt im Polytechniſchen
Arbeitsinſtitut (J. Schröder) beſchäftigt iſt. Der
pflicht=
treue Arbeiter erfreut ſich allgemeiner Beliebtheit.
— Hausbeſitzer=Verein. Es ſei darauf
aufmerk=
ſam gemacht, daß ſich an die am Montag, den 2. Mai,
ſtattfindende Generalverſammlung des Darmſtädter
Hausbeſitzer=Vereins ein Vortrag anſchließen wird,
durch den die gegenwärtige Lage des Geldmarktes und
die die Leihart des Geldes beſtimmenden Umſtände
geſchildert werden ſollen.
— Orpheum. Heute, Montag, den 2. Mai,
wird auf vielſeitigen Wunſch der bekannte und
aller=
orts überaus erfolgreiche Pariſer dreiaktige Schwank:
„Haben Sie nichts zu verzollen?” (Vous
navez rien a déclarer) von Hennequin und
Ve=
ber zur Aufführung gelangen. Dieſer brillante
Schlager erlebte unzählige Aufführungen nicht nur
in Paris, ſondern bildete auch eines der zugkräftigſten
Repertvire=Stücke des Berliner und Wiesbadener
Re=
ſidenz=Theaters. Der Beſuch dieſer Vorſtellung kann
jedem Liebhaber der leichten franzöſiſchen
Schwank=
literatur empfohlen werden.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
der vergangenen Woche: Butter ½ Kg. 1,40 M., in
Par=
tien 1,30 M., Eier 6—7 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20 Pf.,
Handkäſe 4—15 Pf., vorjährige Kartoffeln Zentner
3—4 M., Kumpf (10 Liter) 50—60 Pf., ½ Kg. 3—5 Pf.,
neue Italiener ½ Kg. 14—15 Pf.; Obſt u. dgl.: vorl.
Aepfel ½ Kg. 12—15 Pf., Zitronen 4—6 Pf., Apfelſinen
6—8 Pf.; Salat, Gemüſe u. dgl.: Kopfſalat 8—15 Pf.,
Körbchen Lattich 10 Pf., Bündel Radieschen 3 Pf., Bündel
Rettiche 10—12 Pf., Meerrettich 20—30 Pf., Rhabarber
Kg. 20 Pf., Roterüben, Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf.,
Para=
diesäpfel ½ Kg. 60 Pf., neue Schälgurken, Wirſing 50 Pf.,
Grünkohl 4—5 Pf., Kohlrabi 10 Pf., Blumenkohl 70 bis
80 Pf., Rotkraut 50 Pf., Weißkraut 20 Pf., Bündel Römiſch=
Kohl 3 Pf., Bündel Schnittlauch u. dgl. 2 Pf.,
Roſen=
kohl ½ Kg. 30 Pf., Gelberüben ½ Kg. 10 Pf., Spinat
½ Kg. 12 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 25—30 Pf., Spargel
Kg. 60—70 Pf.; Geflügel, Wildbret u. dgl.:
Zicklein 2—4 M., junge Gänſe 6—8 M., Enten 4—6 M.,
Hahnen und Hühner 2,50—3,00 M., Tauben 60—70 Pf.,
Lapins 1 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 1 M., andere
Rheinfiſche 40 Pf., Rotzungen 50 Pf., Kabeljau, Seehecht
35 Pf., große Schellfiſche 30 Pf., kleine 20 Pf.; in den
Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 56 Pf., Hackfleiſch
60 Pf., Rindsfett 50 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.
§ Unehrlich Volk. Vor einigen Tagen iſt einem
Reiſenden aus Plauen, welcher in einem hieſigen Hotel
wohnt, ein Muſterkoffer mit wertvollen Bluſen
geſtohlen worden. Als Diebe ſind ein 42 Jahre alter ſchon
oft vorbeſtraſter Schneider aus Gernsheimund ein 37 Jahre
alter, ebenfalls oft vorbeſtrafter Schneider von hier ermittelt
und feſtgenommen worden. Einen Teil der Bluſen hatten
die Diebe noch in ihrem Beſitze. Der Muſterkoffer wurde
erbrochen im Roßdörfer Walde aufgefunden. — Ein
23 Jahre alter Gärtner von hier iſt ebenfalls wegen
Diebſtahl feſtgenommen worden.
* Der Sommerfahrplan 1910 iſt in der bekannten
Ausführung der heutigen Auflage des „Tagblattes”als
Gratisgabe für unſere Leſer beigelegt.
— Mainz, 28. April. Die Kaſſiererin eines hieſigen
Kinematographen hatte gegen die Frau des
Kinemako=
graphenbeſitzers Anklage wegen Bedrohung
mit einem Revolver erhoben. Die angeklagte Ehefrau
glaubte nämlich Grund zur Eiferſucht ihrem Manne
gegenüber zu haben und ließ ſich in namenloſer
Er=
regung zu der inkriminierten Bedrohung hinreißen.
Das hieſige Schöffengericht ſprach indeſſen in ſeiner
heutigen Sitzung die Ehefrau auf Grund eines von
Herrn Kreisarzt Dr. Balſer als Sachverſtändigen
abge=
gebenen Urteils, das die Frau als ſehr erregt und
hyſteriſch bezeichnete, frei. Dies freiſprechende Urteil
erregte nun derart den Unwillen der klagenden Kaſſie=
rerin, daß ſie vor den Richtertiſch trat und biſſig
be=
mertte: „Ich bedanke mich für die Gerechtigkeit, die
mir widerfahren iſt.‟ Dieſe Dankesbezeugung koſtete
ihr ſofort 20 Mark Geldſtrafe.
— Mainz, 30. April. Nachdem nunmehr die erſten
bei=
den
von neuem ſeine Pforten dem Beſuche des weiteren
Publi=
kums öffnen. In den drei Jahren, die ſeit der endgültigen
Schließung des Muſeums vergangen ſind, hat eine völlige
Neuaufſtellung ſtattgefunden. Im Erdgeſchoß mit ſeinen
einfachen Räumen und wuchtigen Gewölben ſind die
vor=
geſchichtlichen Altertümer in fünf Sälen untergebracht, im
erſten Obergeſchoß die der römiſchen, im zweiten die der
nachrömiſchen Perioden. Dieſe oberen Stockwerke haben
noch eine beſondere Anziehungskraft durch die Schönheit
der Räume mit ihren wundervollen Stuckdecken aus dem
18. Jahrhundert und den prächtigen Deckengemälden. Das
Muſeum hat die Aufgabe, in Originalen und
Nachbil=
dungen die Geſamtentwicklung der deutſchen Kultur bis zu
Karls des Großen Zeit vor Augen zu führen; ſein Zweck
iſt alſo ein pädagogiſcher im höchſten und weiteſten Sinne
des Wortes. Zur Erreichung dieſes idealen Zieles dient
zunächſt eine ſtreng ſyſtematiſche, überſichtliche Aufſtellung
der Altertümer, verbunden mit ſorgfältiger, ausführlicher
und allgemeinverſtändlicher Etikettierung, ſodann die
Aus=
gabe wiſſenſchaftlicher Kataloge der einzelnen Abteilungen
und populärer Führer durch das geſamte Muſeum, ferner
Führungen ſeitens der wiſſenſchaftlichen Beamten, die in
erſter Linie für Altertumsvereine und Schulen, in Zukunft
jedoch auch regelmäßig an beſtimmten Tagen für weitere
Kreiſe beabſichtigt ſind.
Mainz, 30. April. Ueber die
Unterſchlagun=
gen des Buchhalters Scherer bei einer
Pe=
troleum=Geſellſchaft in der Höhe von 5000 Mark erfährt
das „Tgbl.” noch folgendes: Der Buchhalter S. iſt
ſchon ſeit Jahren in dem Geſchäft tätig und hatte u. a.
die Aufgabe, die Rechnungen aus den Büchern
auszu=
ziehen und ſie einkaſſieren zu laſſen; das Geld wurde
dann dem Kaſſierer zur Buchung eingehändigt. Bei
dem Ausziehen der Rechnungen manipnlierte Scherer
in der Weiſe, daß er ſämtliche kleinen Beträge dem
Einkaſſierer übertrug, der dann dieſe Gelder dem
Kaſ=
ſierer ablieferte; eine Anzahl größere Beträge aber ließ
der Buchhalter mit quittierten Rechnungen durch den
Lehrling holen und ſich einhändigen; dieſe Beträge
unterſchlug er und ließ die Poſten in den Büchern offen,
ſo daß ſie als ungedeckt angeſehen werden mußten.
Rückte nun die Zeit heran, daß dieſe Schuldner
ge=
mahnt werden mußten, dann zog Scherer andere
Rech=
nungen heraus, die er quittiert den Schuldnern
zu=
ſchickte und durch den Lehrling einkaſſieren ließ. Mit
dieſen Geldern deckte er dann ſeine früheren
Unter=
ſchleife. Das glückte ihm ſo lange, bis vor einigen
Ta=
gen die Unterſchlagungen an den Tag kamen und die
Verhaftung des Buchhalters zur Folge hatten.
Eine ältere Frau aus Bodenheim verlor dort im
Jahre 1907, wie mehrfach gemeldet, auf der Straße
einen Hundertmarkſchein. Der Taglöhner Fr.
Martin aus Weiſenau erzählte damals, als er ſich
Klei=
der und eine Uhr kaufte, er habe den
Hundertmark=
ſchein gefunden, bei einem Bäckermeiſter in Bodenheim
gewechſelt und die Hälfte ſeinem Freund, dem Maurer
Jakob Schneider aus Lörzweiler gegeben. Die beiden
hatten ſich, nachdem jetzt erſt Anzeige erſtattet worden
war, geſtern vor dem Schöffengericht wegen
Fundunterſchlagung zu verantworten. Martin
er=
klärte, daß er ſich ſchon Wochen vor dem Verluſt des
Hundertmarkſcheins einen Ueberzieher in Mainz von
ſeinem erſparten Arbeitsverdienſt gekauft hätte. Da
die Sache mit dem verlorenen Hundertmarkſchein in
den Mainzer Zeitungen ſtand, habe er die Sache zu
einem Witz benutzt und ſich als Finder ausgegeben.
Wäre das wahr geweſen, dann wäre er doch nicht ſo
dumm geweſen, es zu erzählen. Es ſtellte ſich auch
her=
aus, daß ſeine Erzählung vom Wechſeln des Scheines
bei dem Bäckermeiſter erfunden war. Auch Schneider
beſtritt jede Schuld. Beide wurden
freige=
ſprochen.
Oppenheim, 29. April. Vor dem hieſigen
Schöffen=
gericht wurde, der „Frkf. Ztg.” zufolge, heute eine
Be=
leidigungsklage des
Landtagsabgeord=
neten Dr. Winkler gegen den verantwortlichen
Redakteur der „Frankfurter Zeitung‟ A. Hemberger
verhandelt. In einer Korreſpondenz aus Darmſtadt
vom 23. November 1909 war bei der Beſprechung der
am gleichen Tage ſtattgehabten Wahlrechtsdebatte in der
Zweiten Kammer ein von ſozialdemokratiſcher Seite
dem Abgeordneten Winkler gemachter Zuruf: „Kommis
des Freiherrn v. Heyl!” in der Form wiedergegeben,
daß es wörtlich hieß: „Für dieſen „jungen Mann des
Freiherrn v. Heyl!” — wie ihn der Abgeordnete Ulrich
heute in einem munteren Zwiſchenrufe nannte —, iſt
die rechte Seite des Saales noch nicht rechts genug”
Mit Schreiben vom 20. Dezember 1909 forderte Dr.
Winkler anf, eine von ihm im Landtag gegebene
Gegenerklärung zu bringen. Trotzdem erhob Dr.
Vorträge.
Weltſchöpfung und Weltuntergang”
hatte Herr Auguſt Kahl aus Hamburg ſeinen Vortrag
betitelt, den er am Freitag abend vor einer ſehr
zahl=
reichen Zuhörerſchaft im ſtädtiſchen Saalbau hielt. Der
Vortragende führte ſeine Hörer in das Wunderreich
der Aſtronomie, in den unendlichen Weltenraum. An
Hand zahlreicher intereſſanter Lichtbilder ließ er einen
Einblick tun in die geheimnisvolle Welt der Sonnen,
Monde und Sterne, und wenn auch wohl nicht alles
dem Laien überzeugend ſchien, von großem Intereſſe
war es ſicherlich. Ueber den im Mittelpunkte des
In=
tereſſes ſtehenden Halleyſchen Kometen wußte
der Vortragende leider wenig zu ſagen. Dieſes Wenige
aber war unendlich wichtig. Er ſtellte nämlich feſt,
daß die Erde kaum etwas von dem Durchzug durch den
Kometenſchweif verſpüren werde. Im beſten Falle
werden wir das Bild eines reichen
Sternſchnuppen=
falles erleben. Selbſt wenn am 18. Mai die Erde mit
dem Kern des Halleyſchen Kometen zuſammenſtoßen
würde, würde höchſtens der Komet Nachteile davon
haben. Wir können alſo dem Zuſämmentreffen mit
Ruhe entgegenſehen, ohne den Weltuntergang
befürch=
ten zu müſſen. — Im weiteren Verlauf des Vortrags
wurden u. a. die Sonnen= und Planetenbildung
er=
klärt unter Hinweis auf das Plateauſche Experiment
und die Ringbildungen des Saturn. Im Lichtbilde
wurden ferner vorgeführt der Abſturz eines großen
Meteorſteins, Meteoreiſen von Hraſchina, ein Teil des
Neteoreiſens von Toluca mit Widmanſtättſchen
Figu=
ren. Von großem Intereſſe waren auch die Aufnahmen
In Sternnebeln, Sonnenprotuberanzen und
Sonnen=
tlechen, ſowie der Planeten Inpiter und Mars.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Eine intereſſante Hochzeit in der
britiſchen Hofgeſellſchaft. Demnächſt wird
in London die Hochzeit des Grafen Edward von
Gleichen mit Miß Sylvia Edwardes ſtattfinden. Sie
wird mit großem Gepränge gefeiert werden und es iſt
wahrſcheinlich daß der König Eduard VII. und die
Königin Alexandra ihr, ebenſo wie andere Mitglieder
der königlichen Familie, beiwohnen werden. Der Graf
von Gleichen, der Bräutigam, iſt ſeiner Abkunft nach
ein Deutſcher. Er iſt ein Vetter der deutſchen
Kai=
ſerin Auguſte Viktoria und wurde am 15. Januar 1863
in London geboren als Sohn des Prinzen Viktor zu
Hohenlohe=Langenburg aus deſſen Ehe mit Miß Klara
Seymour, der Tochter des britiſchen Admirals Sir
George Seymour. Da dieſe Ehe ſtandesungleich war,
hatte Miß Laura Seymour 1861 bei ihrer Vermählung
für ſich und ihre Nachkommen vom Herzog Ernſt II.
von Sachſen=Koburg und Gotha den gräflichen Namen
von Gleichen erhalten. — Die Grafſchaft Gleichen
ge=
hört ſeit dem 1631 erfolgten Ausſterben der Grafen
von Gleichen zu einem Teile den Fürſten zu
Hohen=
lohe=Langenburg. Prinz Viktor Hohenlohe war ein
Neffe der Königin Viktoria von England und
war in die britiſche Marine eingetreten: er
ſtarb 1891 als Admiral und Gouvernenr des Schloſſes
Windfor. Seine Witwe, die Gräfin von Gleichen, wohnt
im St. James=Palaſt und ſteht bei dem britiſchen
Königspaare in hohem Anſehen. Ihr einziger Sohn,
der ſich jetzt zu ſeiner Hochzeit rüſtet, gilt als fähiger
und tapferer Offizier. Er hat im Sudan und in
Aegyp=
ten gedient, am Kriege gegen die Buren teilgenommen,
in welchem er verwundet wurde, und war von 1903 bis
1905 Militärattachee der britiſchen Botſchaft in Berlin.
Winkler Privatklage, weil ſeine Erklärung
verſtüm=
melt wiedergegeben und mit nach ſeiner Meinung
ver=
letzenden Zuſätzen verſehen worden ſei. In der
heſi=
tigen Sitzung war Abg. Rechtsanwalt Dr. Winkler
per=
ſönlich anweſend und durch Rechtsanwalt Dr.
Box=
beimer=Worms vertreten. Ein Vergleich, den der
Vor=
ſitzende asregte, wurde vom Vertreter des Beklagten,
Rechtsanwalt Dr. Hertz=Frankfurt a. M.,
zurückge=
wieſen. Rechtsanwalt Dr. Boxheimer beantragte eine
ſchwere Beſtrafung, da der Artikel den Privatkläger
herabwürdige, ihn als Werkzeug des Frhrn. v. Heyl
hinſtelle und ihm das ſelbſtändige politiſche Denken
abſpreche. Der Artikel behaupte, daß für einen ſolchen
Mann kein Platz im Landtage ſei. Rechtsanwalt Dr.
Hertz nahm für den Beklagten den Schutz des § 12 des
Strafgeſetzbuches (Verantwortungsfreiheit
wahrheits=
getreuer Parlamentsberichte) in Anſpruch. Das
Ge=
richt verneinte die Anwendbarkeit des § 12 des Straf
geſetzbuches und hielt eine Beleidigung für vorliegend,
faßte ſie aber, im Gegenſatz zu den Ausführungen des
Vertreters des Privatklägers als eine milde auf, da
das parlamentariſche Milieu zu berückſichtigen ſei, aus
dem heraus der Artikel geſchrieben ſei. Es erkannte
auf eine Geldſtrafe von 75 Mark und
Publi=
kationsbefugnis in der „Frankfurter Zeitung” und der
„Oppenheimer Landskrone‟
— Aus Rheinheſſen, 29. April. In vielen
Gemein=
den, in denen die Spargelzucht beſonders ſtark
be=
trieben wird, haben die Landwirte bereits vor Monaten
mit größeren Konſervefabriken Verträge über die Liefe
rung ihrer geſamten Spargelernte abgeſchloſſen. Der
dabei vereinbarte Preis bewegt ſich zwiſchen 34 bis
38 Pfg. pro Pfund Spargel erſter Qualität. Für ſog.
Bruchſpargel (zweite Sorte) werden 10 bis 15 Pfg.
be=
zahlt. Die hier verzeichneten Preiſe werden für die
volle Dauer der Saiſon eingehalten, ſo daß für die
anfangs weit unter dem Tagespreis abgegebene Ware
gegen Ende der Saiſon in dem beibehaltenen Presſe
ein Ausgleich gegeben iſt. Die Produzenten ſind unter
Strafe verpflichtet, ihre volle Ernte namentlich auch von
Anfang der Saiſon an an die Fabriken abzuliefern und
nicht bei dem anfänglich bedeutend höheren Marktpreiſe
privatim zu verkaufen. Auf dem Markte koſtet Spargel
erſter Sorte gegenwärtig noch 70 bis 80 Pfg., zweiter
Qualität 40 bis 50 Pfg. pro Pfund.
Gießen, 29. April. In einer hieſigen Wirtſchaft
wird von Gäſten ein förmlicher Handel mit
Zeppe=
lin=Andenken getrieben. Fetzen der äußeren
Hülle werden nach Größe für 20 bis 25 Pfg., ſolche aus
gummierter Seide von 50 Pfg. bis 1 Mark,
Aluminium=
ſtücke bis 75 Pfg. verkauft. Sogar eine Signalglocke
wurde angeboten. (!)
Leihgeſtern, 29. April. Ein
Kurpfuſcherſtück=
chen, das anderen Landwirten in gleicher Lage zur
Warnung dienen mag, hat ſich hier ereignet. Bei einem
unſerer Mitbürger zeigte eine Kuh im Stalle
Schling=
bewegungen, ſo daß man annehmen konnte, dem Tiere
ſei ein größeres Stück verſchluckter Runkelrübe im
Schlund ſtecken geblieben. Der Beſitzer des Tieres war
nicht daheim. Obgleich das Tier keinerlei Anzeichen
zeigte, daß irgendwelche Gefahr beſtehe, nahm ein
Vieh=
händler, ohne dazu aufgefordert zu ſein, die
Schlund=
ſonde und führte ſie ein. Man bemerkte bei deren
Ent=
fernung etwas Blut; das ſo behandelte Tier erkrankte,
und am nächſten Tage wurde der Tierarzt gerufen.
Aeußerlich konnte der Arzt nichts feſtſtellen. Die Kuh
fraß nicht mehr und die Kaſſe, bei der das Tier
ver=
ſichert war, ordnete geſtern auf Veranlaſſung des
be=
handelnden Tierarztes Notſchlachtung an. Direktor
Modde ſtellte feſt, daß der unberufene Helfer mit der
Schlundſonde durch die Luftröhre der Kuh gefahren
war und auch noch die Lunge des Tieres
durch=
ſtoßen hatte. (!) Es war infolgedeſſen
Lungenentzün=
dung eingetreten und das Fleiſch des Tieres ſoll für
ungenießbar erklärt ſein. Es handelt ſich um einen
Schaden von 350 bis 400 Mark, den die Verſicherung zu
tragen hat, die ſich zweifellos an den Kurpfuſcher halten
wird. In der Speiſeröhre des Tieres und in deſſen
Magen befand ſich kein Futterreſt, der geeignet geweſen
wäre, dem Tiere Unbequemlichkeiten zu bereiten.
(G. Anz.)
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 30. April. Die reichſte
Gemeinde in Preußen iſt die Gemeinde
Grunewald, und die reichſte Stadt der Berliner
Vorort Wilmersdorf. Pro Kopf der Bevölkerung
wur=
den gezahlt an Gemeinde=Einkommenſteuer 1909 in
Grunewald 84,8 Mark, in Wilmersdorf 35,54 Mark,
gegen nur 28,3 Mark in Charlottenburg, 22,23 Mark in
Schöneberg, 20,32 Mark in Berlin, 7,38 Mark in
Rix=
dorf und nur 6,71 Mark in Lichtenberg. Dieſe
Verhält=
niſſe waren vorauszuſehen und werden ſich vermutlich
auch in der nächſten Zeit kaum viel ändern. — Der
Umzug der Univerſitätsbibliothek nach
den neuen Räumen in der Univerſitätsſtraße iſt jetzt
beendet. — Eine große Diebes= und Einbrecher=
Auch als Schriftſteller iſt er hervorgetreten. Seine
Braut entſtammt dem Hauſe der Lords Kenſington. Sie
iſt 29 Jahre alt und war bis jetzt Hofdame der Königin
Alexandra.
** Hermann Prinz von Sachſen=
Wei=
mar=Eiſenach, Herzog zu Sachſen, mußte, wie man
raten. Sie hieß Wanda Paola Lottero, und am 5.
Sep=
tember 1909 ehelichte der Prinz ſie vor einem Londoner
Standesbeamten. Durch eine Kabinettsordre hatte ſein
Vetter, der regierende Großherzog Wilhelm Ernſt von
Sachſen, dem Ex=Prinzen vorher den Namen und
Stand eines „Grafen von Oſtheim” verliehen. Das
Schickſal des ehemalisen Prinzen Hermann von
Wei=
mar iſt deshalb intereſſant, weil er einſt beſtimmt ſchien,
der Thronerbe ſeines Vetters, des Großherzogs, zu
werden, der damals noch ein kinderloſer Witwer war.
Er lebt jetzt in Paris, und die illuſtrierten franzöſiſchen
Journale bringen oft das Bild ſeiner Gemahlin, der
ſchönen und eleganten „Gräfin von Oſtheim”
ngc. Moderner Halsſchmuck. Launiſch und
widerſpruchsvoll, wie Frau Mode nun einmal iſt, hat
ſie ihren Sklavinnen mit einer ihrer letzten
Schöpfun=
gen einen kleinen Streich geſpielt. Die Befreiung des
Halſes aus den Feſſeln des läſtigen Stehkragens hat
eigentlich zu nichts anderem geführt, als den Hals von
neuem in Ketten zu legen, in des Wortes wahrſter
Be=
deutung. Denn Fran Mode kann auch einſichtsvoll ſein
und hat an alle die weiblichen Weſen gedacht, denen ſie
mit ihrer neueſten Idee vielleicht keinen großen
Ge=
fallen erwies. Solch Halskettchen aber iſt ein
wohltätiges Ding, es ſchmückt nicht nur, ſondern tich,
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Mai 1910.
Seite 4.
bande iſt geſtern nachmittag verhaftet worden. Es
wurde ein großes Lager geſtohlener Waren entdeckt, die
zuſammen einen Wert von 20000 Mark repräſentieren.
— Eine überraſchende Entdeckung iſt geſtern im
Grune=
wald gemacht worden. In nächſter Nähe von
Zehlen=
dorf= Weſt wurde eine unterirdiſche Höhle mit
vollſtändiger Wohnungseinrichtung entdeckt. Ein
lan=
ger unterirdiſcher Gang führte in das Innere der Höhle,
in der gerade niemand anweſend war, und das mit
einem Tiſche, zwei Stühlen, einem Spiegel uſw.
aus=
geſtattet iſt. Da der Eingang an einer verſteckten
Stelle liegt, konnte die unterirdiſche Behauſung bisher
nicht entdeckt werden. Daß die Höhle bewohnt wird, iſt
feſtgeſtellt, wer aber die Inſaſſen ſind, darüber war
bis=
her noch nichts zu ermitteln.
Schwanheim, 30. April. Der bei der Chemiſchen
Fabrik Griesheim=Elektron beſchäftigte Chemiker Dr.
Oskar Denſtorff wurde in ſeiner Wohnung ſchwer
vergiftet aufgefunden und verſtarb nach ſeiner
Ein=
lieferung ins Krankenhaus.
Wiesbaden, 30. April. Die Kaiſertage in
Wiesbaden, die am Sonntag abend ihren Anfang
nehmen, erfahren leider dadurch eine bedauerliche
Be=
einträchtigung, daß die Kaiſerin und die Prinzeſſin
Viktoria Luiſe bereits am Montag wieder,
nach=
dem ſie nur eine Nacht im hieſigen Schloſſe weilten, nach
Potsdam fahren, um dort im Neuen Palais Wohnung
zu nehmen.
Nenſtadt (Rheinpfalz), 30. April. Ein Buben
ſtreich, der einem Knaben das Leben koſtete, iſt
in Pirrweiler verübt worden. Dort hatte der
Gaſt=
wirtsſohn Eugen Ort aus Neid darüber, daß der
Cäcilienverein ſein Stiftungsfeſt bei der Konkurrenz
abhielt, mehrere Fabrikarbeiter veranlaßt, einen Draht
über die elektriſche Hochſpannleitung zu legen, ſo daß
durch Kurzſchluß der Feſtſaal des Cäcilienvereins
plötz=
lich ins Dunkel geſetzt und der Konkurrenz und dem
Verein ſelbſt dann ein Poſſen geſpielt werden ſollte.
Der Anſchlag mißlang aber. Tags darauf ergriff der
vorbeigehende ſiebenjährige Knabe des Schneiders
Wolf den noch herabhängenden Draht und wurde ſofort
vom Starkſtrom getötet. Ein Polizeihund aus
Saarbrücken nahm an der Unfallſtelle die Spur der
Uebeltäter auf und fand ſie bald. Von vier
Verhafte=
ten wurden zwei wieder freigelaſſen. Alle bezeichneten
den Ort als Anſtifter. Einer der noch in Haft
Befind=
lichen, der tragiſcherweiſe der Bruder des toten Knaben
iſt, wurde zu deſſen Mörder.
Stuttgart, 30. April. Der König begibt ſich,
einer Meldung des „Schw. M.” zufolge, Sonntag nach
Worms zu einem eintägigen Beſuch bei Frhrn. Heyl
zu Herrnsheim.
Köln, 30. April. Heute früh gegen 4 Uhr
ereig=
nete ſich auf der Aachener Straße in der Nähe des
Stadtwaldes ein ſchwerer Automobilunfall.
Ein von Aachen kommendes Automobil fuhr gegen
einen Baum. Die Inſaſſen wurden
herausge=
ſchleudert. Der Führer des Automobils
wurde getötet, zwei Inſaſſen ſchwer und der
Chauffeur leicht verletzt. Das Automobil ging in
Trümmer.
Rathenow, 30. April. Ein ſchwerer
Eiſen=
bahnunfall ereignete ſich heute früh um ½7 Uhr
an dem Bahnübergang der Städtebahn an der Milower
Chauſſee. Der Tiſchlermeiſter Hecker und ſein
Lehr=
ling mit ihrem Geſpann wurden vom Zuge erfaßt.
Hecker war ſofort tot, der Lehrling wurde ſchwer
ver=
letzt. Das Fuhrwerk wurde zertrümmert, dagegen
blieb das Pferd unverletzt.
Bunzlau, 30. April. Der Kronprinz und die
Kronprinzeſſin ſind geſtern abend auf Schloß
Klitſchdorf zum Beſuche des Fürſten Solms=Baruth
eingetroffen.
Wien, 30. April. Frau Hofrichter, die geſtern
abend in Unterſuchungshaft genommen wurde, hat die
Nacht im Polizeigefangenen=Hauſe zugebracht. Es
wurde ihr dort die ſogenannte Honoratioren=Zelle
ein=
geräumt. Die Zelle iſt während der ganzen Nacht
elektriſch beleuchtet. Es iſt ein beſonderer
Ueberwach=
ungsdienſt für die Gefangene eingerichtet. Frau
Hof=
richter verweigerte geſtern jede Nahrungsaufnahme.
Sie weinte unaufhörlich. Heute früh 9 Uhr wurde ſie
einem neuen Verhör unterzogen. Durch das
Geſtänd=
nis Hofrichters und die Vernehmung ſeiner Frau ſind
neue polizeiliche Recherchen notwendig geworden. Es
beſteht die Abſicht, Frau Hofrichter im
Landgerichts=
gefängnis unterzubringen, wenn dies notwendig
wer=
den ſollte.
Krakau, 30. April. In Chrzanow wurde heute
ein Polizeibeamter, der zwei verdächtige
Per=
ſonen verhaften wollte, von einer derſelben durch
Schüſſe getötet; auch gegen den zweiten
Polizeibe=
amten wurden Revolverſchüſſe abgefeuert, jedoch ohne
zu treffen. Die beiden verdächtigen Perſonen entkamen.
Paris, 30. April. Einem Provinzblatt zufolge
wurde die Baronin Vaughan, die morganatiſche
auch oft eine nicht vorhandene Fülle vor und verbirgt
manch kleinen Schönheitsfehler. Anſtelle der früher
beliebten plumpen, goldenen Kreuze und Medaillons
oder gar der ſo lächerlich anmutenden „Amibändchen”
zieren jetzt den Hals fein gegliederte Gehänge in
nor=
wegiſcher Filigranarbeit oder antikem Stil. Mit
rielem Verſtändnis für harmoniſche Farbenwirkungen
hat ſich das Kunſtgewerbe des Halsſchmuckes
angenom=
men und leiſtet in der Nachbildung echten Materials
geradezu Vollendetes. Man verwendet Halbedelſteine,
bunte Perlen aus Holz und geſchliffenem Glas, die, in
Form von Tautropfen, an haarfeinen Ketten hängen
und ſich wirkungsvoll von dem Halſe abheben. Auch der
lang verpönte Bernſtein und vor allem die weiße oder
blaßroſa gefärbte Koralle, ſowie andere bunte Perlen
werden in der Farbe zum Kleide paſſend getragen.
Sehr beliebt ſind die aus winzigen Goldperlen
gefer=
tigten breiten, bandartigen Ketten, die ſich eng um den
Hals ſchmiegen und mit ihrem moſaikartig
eingearbei=
teten ornamentalen oder Blumenmuſter einer zarten,
durchſichtigen Goldſpitze gleichen. So haben
künſtle=
riſcher Geſchmack und eine hochentwickelte Technik
Er=
zeugniſſe geſchaffen, die zwar nicht mit den koſtbaren
Kleinodien der oberen Zehntauſend wetteifern können,
dafür aber den Vorzug haben, originell, kleidſam und
nicht das Unwichtigſte! — auch für anſpruchsloſere
Gemüter nicht unerſchwinglich zu ſein. Hier wie in
allen Dingen der Mode kommt es ja nicht ſo ſehr darauf
an, was man trägt, ſondern wie man es trägt!
* Spielplan des Großh. Hof= und
National=Theaters in Mannheim.
Mon=
tag, 2. Mai: Keine Vorſtellung. Dienstag, 3. Mai:
Der dunkle Punkt. Mittwoch, 4. Mai: Zum erſten
Male: Die drei Pintos. Donnerstag, 5. Mai: Die
Zauberflöte. Freitag, 6. Mai: Die drei Pintos.
Sams=
tag, 7. Mai: Wilhelm Tell. Sonntag, 8. Mai: Carmen
Gattin des verſtorbenen Königs Leopold, als ſie mit
ihren Kindern im Wagen das Schloß Balincourt im
Departement Seine=et=Oiſe verließ, von einer Frau,
vie plötzlich im Automobil auftauchte, mit einem
Revolver bedroht. Die Frau feuerte jedoch
nicht ab und fuhr raſch davon. Es heißt, dieſe Frau
ſei eine Schweſter der Baronin Vaughan und habe ſich
an ihr wegen verweigerter Geldentſchädigung rächen
wollen.
Paris, 30. April. Der entſprungene Wolf
iſt eingefangen. Gegen Mitternacht bemerkte den ge
fährlichen Ausreißer ein Hüter des Geſetzes. Er
alarmierte eine große Anzahl ſeiner Kollegen, die
ſtundenlang eine regelrechte Treibjagd auf das Tier
veranſtalteten, bis es ihnen endlich heute früh um
5 Uhr gelang, den Flüchtling, der unter einer
Dampf=
walze Schutz geſucht hatte, zu fangen und gefeſſelt nach
der Menagerie zurückzubringen. Eine große Anzahl
Neugieriger hatte ſich den Schutzleuten zugeſellt, die
zum Teil auch an der Hetze teilnahmen, ſo daß das
ganze Quartier nachts über auf den Beinen war.
Kunſtnotizen.
(eber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Elſa Laura von Wolzogen hat ſich auf
vielfaches Verlangen freundlichſt bereit finden laſſen, in
dieſer Saiſon noch einmal aufzutreten und bei dem
Wil=
helmine Heiß=Konzert am nächſten Mittwoch
ge=
ſangsſoliſtiſch miezuwirken, ſo daß hierdurch Gelegenheit
gegeben iſt, die treffliche Künſtlerin vor ihrer Abreiſe nach
Amerika hier noch einmal zu hören. Da Frau von
Wol=
zogen im Verlauf des Programms eine Reihe von
Balla=
den und Scherzliedern, darunter die bewährteſten
Num=
mern ihres reichen Repertoires, zum Vortrag zu bringen
gedenkt, dürfte der Abend trotz der vorgerückten
Jahres=
zeit noch eine bedeutende Zugkraft ausüben.
„Die geſchiedene Frau” und „Der
fi=
dele Bauer” Operettengaſtſpiele im ſtädt.
Saalbautheater. Vom Freitag, den 6. Mai
dieſes Jahres ab wird das rühmlichſt bekannte und
ausgezeichnete Wiener Operetten=Enſembie
unter Leitung des Herrn Direktors Karl Weiß aus
Wien einige Gaſtſpiele im Städtiſchen Saalbautheater
abſolvieren. Es gelangen die reizenden Operetten:
„Die geſchiedene Frau” und „Der fidele
Bauer” zur Aufführung. Raſch iſt der „Luſtigen
Witwe” und dem „Walzertraum” „Die geſchiedene Frau”
gefolgt, jene Operette, die ſeit längerer Zeit das
Re=
vertvire faſt ſämtlicher großen Bühnen beherrſcht. Der
luſtige Text der dreiaktigen Operette iſt von Viktor
Lcon verfaßt. Wie in vielen Operetten ein Tanz und
beſonders in den Wiener Operetten ein Walzer
natür=
lich den Mittelpunkt bildet, ſo iſt es auch hier der Fall;
und dieſer das Ganze beherrſchende Walzer „Kind, du
kannſt tanzen!” iſt eine entzückende Nummer, die man
nicht müde wird zu hören. Wie das ganze Werk bei
aller Munterkeit eine feine Arbeit ſorgfältiger
Inſtru=
mentierung des Komponiſten Leo Fall iſt, ſo bietet
ſich auch die Ouvertüre als wärmſte Einleitung.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 30. April. Präſident Graf Schwerin=
Löwitz eröffnet die Sitzung um 1,15 Uhr. Die zweite
Leſung des Geſetzentwurfes betreffend die
Kriegskoſten für Südweſtafrika
wird fortgeſetzt. Abg. Wiemer (fortſchr. Vp.): Ein
großer Fehler war es, daß der Antrag Erzberger als
Ge=
ſetzentwurf eine erſte Leſung nicht erfahren hat. (Sehr
richtig!) Der Antrag Erzberger mußte als Feuerbrand
wirken, deshalb begrüßen wir es mit Genugtuung, daß
dieſer Feuerbrand durch den kalten Waſſerſtrahl der
Kom=
miſſionsbeſchlüſſe gelöſcht worden iſt, woran ſich
erfreu=
licherweiſe auch ein Teil der Zentrumspreſſe beteiligt hat.
(Sehr gut! und Hört! Hört!) Wie bei der Finanzreform
legen wir auch gegen dieſe Einbringung von
Geſetzentwür=
fen ohne erſte Leſung Verwahrung ein. (Sehr gut! links.)
Ein Vergleich mit dem Vorgehen Englands Transvaal
ge=
genüher iſt nicht angebracht. Wir meinen, daß diejenigen
Geſellſchaften und Perſonen, die einen Vorteil von dem
Kriege gehabt haben, auch zu den Koſten der Kolonie
hinzu=
gezogen werden. Zu einer definitiven Stellungnahme
ge=
genüber der Einführung einer Vermögensſteuer müſſen
wir erſt die Klarlegung der Verhältniſſe abwarten. Beim
Abſchluſſe des neuen Vertrages mit der
Kolonialgeſell=
ſchaft muß die Verwaltung darauf achten, daß der rechte
Zeitpunkt innegehalten wird. Den kleinen
Diamantenför=
derern muß eine kapitalkräftige Organiſation zum
gün=
ſtigen Abſatz der Steine zur Seite geſtellt werden.
Durch=
aus einverſtanden ſind wir mit einer Reviſion der
bergbau=
lichen Beſtimmungen. Die ſogenannten Hoheitsrechte und
Privilegien von Geſellſchaften ſind aufzuheben und dem
Fiskus allein zu ſichern. Die Wirkung dieſes Antrages
Kleines Feuilleton.
* Die zollfreien Ziegel. Ein hübſches
Korruptionsgeſchichtchen wird aus Warſchan gemeldet.
Dort wird ſeit etwa zehn Jahren auf dem Sächſiſchen
Platze eine neue ruſſiſche Kathedrale gebaut. Die
Glaſurziegel für den Frontſchmuck werden auf Grund
beſonderer Bewilligung zollfrei vom Ausland bezogen.
Nach dem Vertrage ſind ſie vom Lieferanten
zurückzu=
nehmen und durch andere zu erſetzen, wenn ſie von der
Uebernahmekommiſſion bemängelt werden. Die neuen
Ziegel gehen natürlich wieder zollfrei ein, die
zurück=
gewieſenen aber werden dem Lieferanten zur beliebigen
Verwendung zurückgegeben. Dieſer verkauft ſie und
ſteckt, da ſie zollfrei ſind, einen hohen Profit ein. Er
hat alſo alles Intereſſe daran, daß die Ziegelſendungen
von der Kommiſſion bemängelt werden. Je öfter und
je größere Poſten, deſto beſſer. Und die Kommiſſion war
freundlich genug, ihm in dieſer Hinſicht gefällig zu ſein.
So wurden, wie der „Voſſ. Ztg.” geſchrieben wird, ſeit
zehn Jahren Millionen Ziegel zollfrei bezogen, und der
Lieferant machte ein großes Vermögen dabei. Jetzt hat
ſich Senator Neidhardt der Sache angenommen und von
den Zollämtern (man bezog die Ziegel, um kein allzu
großes Aufſehen zu erregen, über faſt alle Zollämter
des Reiches) einen Ausweis über die zahlreichen
Ziegeltransporte verlangt.
* Die Gadebuſcher Kanone. In
Mecklen=
burg geht folgende reizende Geſchichte um: Die
Gade=
buſcher wollten in dem Ausdruck der Freude ihres
Herzens über die glückliche Geburt des Erbgroßherzogs
hinter der Reſidenz Schwerin nicht zurückſtehen und
auch ihre 101 Kanonenſchüſſe zum Salut des
allerhöch=
ſten Stammhalters verfenern. Der Königsſchußmörſer
wurde alſo hervorgeholt, und Schuß auf Schuß donnerte
über Gadebuſch dahin. Allein die
Bedienungsmann=
ſchaft hatte die Ladungen wohl etwas kräftig bemeſſen
Nummer 101.
Erzberger wäre geweſen, daß die ſeit Jahren erfolgreiche
Politik des Staatsſekretärs auf das empfindlichſte geſtört
würde. Wir werden die Politik des Staatsſekretärs ſo
lange unterſtützen, als wir ſie für die Kolonien als
nütz=
lich anſehen können. (Lebhafter Beifall links.)
Abg. Ledebour (Soz.): Wir müſſen unſere
defi=
nitive Stellungnahme von der Behandlung unſeres
Antra=
ges, der die Geſellſchaften für die Kriegskoſten haftbar
machen will, abhängig machen. Zur Verzinſung und
Amortiſierung der Kriegsſchuld ſollte eine
Wertzuwachs=
ſteuer für das ſüdweſtafrikaniſche Schutzgebiet eingeführt
werden. Der Vorwurf der Konfiskation trifft bei unſerem
Antrage nicht zu. Eine Vermögensſteuer halten wir für
dieſen Fall nicht für zweckmäßig, weil ſie diejenigen nicht
trifft, die Erzberger und Lattmann treffen wollen, nämlich
den unverdienten Wertzuwachs. Der Staatsſekretär
Dern=
burg hat geſtern wieder gezeigt, daß er ſeine demokratiſchen
Allüren ſehr gut bewahrt, ſich andererſeits aber auch gut
dem höfiſchen Milieu angepaßt hat. Er iſt genau ſo zu
beurteilen wie alle übrigen Teilhaber der Firma Bethmann
Hollweg u. Co. (Große Heiterkeit.) Die ſtaatsrechtlichen
Bedenken, ob der Reichstag befugt ſei, derartige Anträge
in dieſes Geſetz hineinzuarbeiten, ſind hinfällig. Auch
beim § 15 des Zolltarifgeſetzes iſt der Zentrumsantrag betr,
die Witwen= und Waiſenverſorgung hineingearbeitet
wor=
den. In dieſem Falle iſt Herr Dernburg der Vertreter der
großkapitaliſtiſchen Intereſſen. Er will die Eingeborenen
unter allen Umſtänden in proletariſchen Verhältniſſen
er=
halten. Darin liegt der Gegenſatz unſerer Anſchauung zu
der des Staatsſekretärs. Es iſt eine Ehrenpflicht des
Reichstages, dafür zu ſorgen, daß die Eingeborenen
we=
nigſtens die Möglichkeit erhalten, ſich durch Landarbeit und=
Viehzucht eine Exiſienz zu verſchaffen. (Beifall bei den
Sozialdemokraten.)
Abg. Lattmann (wirtſch. Vgg.): Ich habe meinen
Antrag im Plenum wiederholt, damit ſich die
Oeffentlich=
keit mit dieſem Gedanken befaſſen kann. Dann will ich
denen, die den ſozialdemokratiſchen Antrag als zu
weit=
gehend erachten, Gelegenheit geben, ihre Zuſtimmung zu
den Grundzügen des Antrages zu erklären. Schließlich
will ich Klarheit über die Stellung dee Parteien im
Reichs=
tage herbeiführen. Das Volk hält die Heranziehung der
Geſellſchaften zu den Koſten für etwas ſelbſtverſtändliches
und billiges. Mit unſerem Antrag auf Beſteuerung des
ſüdweſtafrikaniſchen Kapitals wollen wir nicht nur die
Ge=
ſellſchaſten treſſen, ſondern alle Großkapitaliſten. Zu Be= des Aufſtandes war der Wert der Kolonie gleich Null.
Die Großkapitaliſten ſollten ſich ſchämen, wenn ſie gegen
dieſe außerordentlich geringe Belaſtung mobil machen.
Wei=
ter wird Ablöſung der Privilegien verlangt, die in den
Bergkonzeſſionen zu erkennen ſind. Iſt denn eine
Ablöſung=
gegen Entſchädigung ein Verſtoß gegen Treu und
Glau=
ben und gegen die Rechtsſicherheit? Wenn von Enteignung
geſprochen wird, die die Regierung nicht mitmachen will,
dann ſollte ſie an die Enteignung in den Oſtmarken
den=
ken (Sehrt gut!) und an die Enteignungen bei der
Anle=
gung von Exerzierplätzen und dergl. Die Rechtsſicherheit
iſt bei der Nachverzollung in Südweſtafrika nicht beſonders
groß geweſen. (Sehr gut! rechts.) Kein Vernünftiger wird
die Notwendigkeit großkapitaliſtiſcher Geſellſchaften in
Süd=
weſtafrika beſtreiten. Aber die Landkonzeſſion an die
Lie=
big=Kompagnie iſt charakteriſtiſch für die jetzt betriebene
Politik. Die Farmer müſſen das Rückgrat der Kolonie
bleiben. Die Bitten des Landesrates ſollten beachtet
wer=
den. Der nationale Wille, der nach Bismarcks Wort die
Vorausſetzung für die Kolonialpolitik iſt, iſt vorhanden.
Möge er zum Segen des Volkes ausſchlagen. (Lebhaftet,
wiederholter Beifall.) — Abg. Werner (Rſp.):
Gou=
verneur von Schuckmann hat die Kolonie verlaſſen, weil
er=
die großkapitaliſtiſche Entwickelung in der Kolonie nicht
billigte. Die Geſamtheit des Volkes verlangt die
Durch=
führung des Gedankens der;Anträge. Deshalb ſtimmen
wir ihnen zu.
Abg. Erzberger (Zentr.): Auch wenn die Anträge
abgelehnt werden, ſo wird doch der Gedanke der
Beſteue=
rung des Großkapitals von dem Volke aufgenommen
wer=
den. Würde ich an einer Konzeſſionsgeſellſchaft beteiligt
ſein, ſo würde ich von hier aus nicht für ihre Rechte
eintre=
ten. Kaiſerliche Verordnungen ſind höchſt ſelten erlaſſen
worden, alle Abgaben ſind durch Verordnung der
Verwal=
tung geregelt worden. Von einer Konfiskation kann keine
Rede ſein, ſonſt wäre auch die Beſchlagnahme der
gefun=
denen Diamanten durch die Diamantenregie eine
Konfis=
kation.
Staatsſekretär Dernburg: Bei Berechnung des
Kurswertes der ſüdweſtafrikaniſchen Papiere müſſen
Ge=
ſellſchaften wie die Otavibahn ausſcheiden. Sie wollen
die Geſellſchaften derart beſteuern, daß die Beträge nicht
geleiſtet werden könnten, und dann eventuell die
Kon=
zeſſion zurücknehmen. Das nenne ich Expropriation. Die=
Diamantengeſellſchaft hat einen Nutzen von 5510000 Mk.
Herr Lattmann will ſie dafür beſteuern mit 6 Millionen=
und Herr Erzberger ſogar mit 20 Millionen. Dazu kommt,
daß die Aktionäre ihre Aktien ſchleunigſt nach Deutſchland
ſchicken werden, wo ſie ſteuerfrei ſind. Wir ſtehen auf dem
— beim 93. Schuß war ihr plötzlich das Pulver
ausge=
gangen, und nun war Gadebuſch in Not. Kein Körns
chen Pulver war in der ganzen Stadt aufzutreiben,
Der findige Stadtmuſikus fand endlich einen Ausweg
Er eilte mit der großen Pauke auf den Marktplatz, und
mit acht mächtigen Schlägen auf das Kalbfell wurden
die vorſchriftsmäßigen 101 Kanonenſchläge vollzählig
gemacht.
C.K. Ein ſchwimmender Gerichtshof
Ein eigenartiges Gerichtsgebäude wird demnächſt in
Alaska eingeweiht: die Regierung hat einen beſonderen
Zollkutter in Dienſt geſtellt, der mit Beginn des
kom=
menden Sommers längs der Küſten Alaskas kreuzen
ſoll, um überall Recht zu ſprechen und Urteile zu fällen,
vo Kläger auftreten, die die Hilfe der Juſtiz
bean=
ſpruchen. Das Gerichtsſchiff ſoll von Seward ausfahren
und weſtwärts bis nach Unalaska kreuzen, dann die
Küſten der Beringſee beſuchen und bis zur Mündung
des Yukon fahren. In jenen Küſtenſtrichen ſind größere
Lachsfiſchereien errichtet, die nur im Sommer betrieben
und bewohnt ſind und bei denen oft Ausſchreitungen
und Verbrechen vorkommen. So erwartet man, daß
der ſchwimmende Gerichtshof auf ſeiner faſt 2000
eng=
liſche Meilen umfaſſenden Waſſerfahrt reichliche Arbeit
und viele arme Sünder vorfinden wird, die an Bord
verurteilt oder vielleicht auch freigeſprochen werden
ſollen.
* Ein Wahlkurioſum ereignete ſich in dem
ſlowakiſchen Dorfe Zakopche im Treneſiner Komitat.
Dort mußte auf Verlangen der Bauern der Kandidat
der Regierungspartei, Baron Ludwig Levay, ſeine
Kan=
didatenrede in engliſcher Sprache halten. Es ſtellte
ſich=
heraus, daß 80 Prozent der etwa 3000 Einwohner
Rück=
wanderer aus Amerika waren, die das Engliſche als
Umgangsſprache benutzten und des Madjariſchensnicht
mächtig waren.
Nummer 101.
Standpunkte, daß wir die den Kapitänen gemachten
Landverſprechungen halten müſſen. Die
Kolonialgeſell=
ſchaft wurde gegründet, um die in Schwierigkeiten
gera=
tene Lüderitzgeſellſchaft zu ſtützen und deren Ländereien
zu erwerben. Dieſer Vertrag wurde anerkannt von Kaiſer
Wilhelm I. und dem Fürſten Bismarck. Dieſe Namen
ſtehen mir zu hoch, als daß ich daran denken könnte,
we=
gen eines pekuniären Nutzens für den Fiskus deren
Ab=
machungen zu vernichten. Den Erlaß eines Geſetzes betr.
die Gewinnung und Verwertung von Diamanten werde
ich befürworten. Irgend welche Erwerbsgruppe
bevor=
zuge ich nicht. Wenn in der Vergangenheit Fehler
ge=
macht worden ſind, ſo müſſen wir doch Treu und Glauben
halten. Andere Motive kenne ich nicht.
Abg. v. Oertzen (Rp.): Im Prinzip ſtimmen wir
mit den Anträgen überein. Eine Heranziehung der
Ge=
ſellſchaften und Koloniſten zu den Koſten iſt gerechtfertigt.
Wohl aber iſt Vorſicht geboten, ſonſt ſchlachtet man die
Henne, die die goldenen Eier legen ſoll. Wir ſtimmen für
die Reſolution der Budgetkommiſſion. — Abg. Dr.
Mug=
dan (fortſchr. Vp.): Ich möchte Herrn Erzberger fragen,
ob er namens des Zentrums geſprochen hat und ob das
Zentrum jetzt völlig auf dem Standpunkt ſeines Antrages
ſteht. Die beſte Mittelſtandspolitik treiben wir, indem
wir den Mittelſtand vor der ungeheueren Beſteuerung
ſchützen wollen. Die Ablehnung der Erbſchaftsſteuer wird
der Mittelſtand nicht vergeſſen. Bei den nächſten Wahlen
werden wir das ſehen. Der Reichstag ſollte ſich auf die
Reſolution der Budgetkommiſſon vereinigen. Die
Mehr=
heit des Volkes ſteht nicht hinter den Herren Erzberger,
Lattmann und Werner, ſondern ſie dürfte hinter dem
Staatsſekretär Dernburg ſtehen.
Darauf wird die Vorlage angenommen. Der
Antrag Lattmann wird abgelehnt, ebenſo der
ſozialdemo=
kratiſche Antrag. Die Reſolution der Budgetkommiſſion
wird angenommen, einzelne Teile einſtimmig.
Es folgten die zu der Vorlage eingegangenen
Petitionen,
über die in der dritten Leſung abgeſtimmt werden ſoll.
Es folgt ſodann die Interpellation der
National=
liberalen betreffend die
franzöſiſchen Zollerhöhungen für
Schaum=
weine uſw.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Der Reichskanzler
iſt bereit, die Interpellation beantworten zu laſſen, den
Tag kann ich heute noch nicht angeben. Ich werde mich
mit dem Präſidenten darüber ins Benehmen ſetzen.
Darauf tritt Vertagung ein. Nächſte Sitzung
Mon=
tag 2 Uhr: Poſttaxengeſetz, Berner Uebereinkunft für
Werke der Literatur und Kunſt, Entlaſtung des
Reichs=
gerichts und Rechtsanwaltsordnung.
* Berlin, 30. April. (Kalikommiſſion
des Reichstags.) Nach Annahme der
Strafbe=
ſtimmungen wurden die Beſtimmungen in der Faſſung
der Vorlage angenommen, nach welchen der Abſatz
nach dem Auslande nur durch Kaliwerksbeſitzer oder
durch Vereinigungen von ſolchen erfolgen darf, die
über die Beteiligungsziffer hinaus an die zur Zeit des
Inkrafttretens dieſes Geſetzes beſtehenden
Sonder=
fabriken Rohſalze unter den vom Bundesrat
feſtzu=
ſetzenden Bedingungen liefern. Die Geltungsdauer
dieſes Geſetzes iſt bis zum 31. Dezember 1925 bemeſſen.
Damit iſt die erſte Leſung beendet.
* Berlin, 30. April. (
Reichstagskommiſ=
ſion für die Wertzuwachsſteuer.) Von dem
§ 56 wird die Beſtimmung angenommen, daß der
Zu=
ſchlag zur Abgabe, § 89 des Reichsſtempelgeſetzes (
Grund=
wechſelabgabe), mit ½v. H. (anſtatt ½ v. H.) dauernd
beſtehen bleiben ſoll, während die Ziffer 2 geſtrichen
wird, wonach die Geltungsfriſt des im § 90 des
Reichs=
ſtempelgeſetzes vorgeſehenen Zuſchlags zur Abgabe laut
Tarifnummer 11 lediglich inſoweit verlängert werden
ſoll, als es notwendig erſcheint, um die Reichskaſſe vor
einem Einnahmeausfall zu bewahren, wobei als
frühe=
ſter Zeitpunkt für den Wegfall der 1. Juli 1914
ange=
nommen worden iſt. Dagegen wird auf einen
natio=
nalliberalen Antrag Ziffer 3 dem Paragraph zugefügt,
wonach befreit ſind auf Antrag,
Grundſtücksübertrag=
ungen, wenn der ſtempelpflichtige Betrag bei bebauten
Grundſtücken 20000 Mark und bei unbebauten
Grund=
ſtücken 5000 Mark nicht überſchreitet. Steuerfreiheit
tritt nicht ein, wenn weder der Erwerber und ſein
Ehegatte im Durchſchnitt der letzten drei Jahre ein
Jahreseinkommen von mehr als 2000 Mark gehabt
haben, noch einer von ihnen den Grundſtückshandel
gewerbsmäßig betreibt. In § 57 wird einem
Zen=
trumsantrage entſprechend folgender Zuſatz beſchloſſen:
Auf gebundene Grundſtücke findet dieſes Geſetz
vor=
behaltlich der Vorſchriften des § 56 keine Anwendung.
Die erſte Leſung iſt damit erledigt. Die zweite Leſung
ſoll am Dienstag ſtattfinden.
Die preußiſche Wahlrechtsvorlage.
* Berlin, 30. April. Die „Norddeutſche Allg.
Zeitung” ſchreibt: Das Ergebnis der
Wahlrechts=
verhandlungen im Herren hauſe wird
den Forderungen gerecht, die der Miniſterpräſident als
Bedingungen für die Zuſtimmung der Staatsregierung
bezeichnet hat. Indem nun zwiſchen den zwei
Fakto=
ren der Geſetzgebung ein Einverſtändnis erzielt
worden iſt, hat die Wahlrechtsvorlage eine wichtige
Etappe auf ihrem Wege zur poſitiven Erledigung
zu=
rückgelgt. Gleichwohl ſind die ferneren Ausſichten der
Vorlage noch unſicher. Im Herrenhauſe haben, wie
dies in der Diskuſſion zum Ausdruck gekommen iſt,
auf den verſchiedenſten Seiten ſchwere Bedenken gegen
die Vorlage auch in der jetzigen Form gewaltet. Wenn
ſich trotzdem eine ſtarke Majorität auf dem Boden der
vermittelnden Vorſchläge zuſammengefunden hat, ſo
ge=
ſchah es, weil dieſer Majorität das Scheitern der
Vor=
lage und die damit verbundene verſchärfte Fortdauen
der Unruhe bedenklicher erſcheint, als der Verzicht auf
beſtimmte Sonderwünſche und ſelbſt Opfer
prinzipiel=
ler Geſichtspunkte. Es iſt damit ein Beiſpiel gegeben,
von dem man nur hoffen kann, daß es im
Abgeordne=
tenhauſe in weitem Maße wirkſam ſein möge. Die
Parteien, die von der Uebertragung des
Reichs=
tagswahlrechtes auf Preußen nichts wiſſen
wol=
len, finden in den für Kompromißvorſchläge gehaltenen
Reden wichtige Argumente für ihre eigene
Zuſtim=
mung. Ob die Zentrumsfraktion das „Unannehmbar”
ausſprechen wird, das heute in einem Teil der
Zen=
trumspreſſe ertönt, möchten wir noch nicht als
ausge=
macht betrachten. Jedenfalls iſt der mehrfach
verbrei=
teten Annahme, daß der Miniſterpräſident dem Zentrum
gegenüber eine Politik des Ausſchaltens
betrei=
ben wolle, der Boden entzogen. Die Lage iſt durch die
Verhandlungen des Herrenhauſes ſo weſentlich geklärt.
Es iſt ſo manches neue Moment zur Geltung gebracht
worden; daß keine Partei ſich der unbefangenen
Nach=
prüfung ihres Standpunktes wird entziehen können.
Soll im Abgeordnetenhauſe ein Abſchluß erzielt wer=
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Mai 1910.
Seite 5.
den, der dem Vorgang des Herenhauſes entſpricht, ſo
wird es allerdings auch dort manches Opfers großer
Selbſtüberwindung bedürfen.
Handel und Verkehr.
* Köln, 30. April. Der Aufſichtsrat der Felten=
und Guilleaume=Lahmeyer=Werke in Mülheim (Rhein)
beantragt bei der am 2. Jnni ſtattfindenden
General=
verſammlung die Verteilung einer Dividende von
6 Prozent bei einem Gewinnvortrag von 400788:
Mark.
Luftſchiffahrt.
Im Luftſchiff über den Atlantiſchen
Ozean.
Der zunächſt phantaſtiſch klingende Plan, den
At=
lantiſchen Ozean im Luftſchiff zu überqueren, iſt ſeiner
Durchführung bereits näher gerückt; die
Vorbereit=
ungen dazu ſind im Gange. Ueber die Einzelheiten
des kühnen Wagniſſes berichtet Dr. Eugen Alt in
einem Auſſatz der von Profeſſor Bechhold
herausgege=
benen „Umſchau‟ Die erſte Anregung ging von dem
deutſch=amerikaniſchen Journaliſten Joſeph Brucker
aus, und die Durchführung wird von einem Komitee
unter dem Präſidium von Dr. Gans=Fabrice geleitet.
Von ausſchlaggebender Bedeutung ſind zunächſt die
meteorologiſchen Verhältniſſe, deren Studium ergibt,
daß die Ueberqnerung des Ozeans auf dem.
Luftwege nur innerhalb der heißen Zone, und
zwar in der Paſſatregion, erfolgen kann; ſo ſoll
die=
ſelbe Luftſtrömung, die einſt die gebrechlichen
Kara=
vellen des Columbus nach der neuen Welt trieb,
das erſte Luftſchiff über die Wogen tragen. Nach der
beigegebenen Karte ſoll die Fahrt von Madeira
vder Teneriffa ausgehen und dann in einem
leichten Bogen weiter nach Süden bis Puerto
Rico führen; die Landung ſoll auf einer der
weſt=
indiſchen Inſeln erfolgen. Die Ausführung des
Flu=
ges ſoll auf die Wintermonate verlegt werden, da in
dieſen die weſtindiſchen Zyklonen ſelten ſind und die
Stärke der Paſſatſtrömung einer raſchen Fahrt
gün=
ſtiger iſt. Förderlich für das ganze Unternehmen iſt
auch die Tatſache, daß die jährlichen
Temperatur=
ſchwankungen in den unterſten Luftſchichten über dem
Ozean ebenſo wie die täglichen ſehr gering ſind. Das
Luftſchiff, deſſen Bau bereits deutſchen Firmen in
Auf=
trag gegeben iſt, wird einen Ballon von 50 Meter
Länge und 15 Meter größtem Durchmeſſer haben und
von elliptiſcher oder dem Fiſchkörper ähnlicher Form
ſein. Unter dem Ballon wird eine leichte Plattform
angebracht, auf der ſich mehrere Perſonen zur
Be=
dienung der Ventile und Schlauchanſätze aufhalten
können. An Stelle der Gondel wird ein
ſeetüchti=
ges Boot von 9 Meter Länge und 2,7 Meter Breite
angehängt. Der Motor wird im Kühlraum aufgeſtellt
und dient zum Autrieb des Luftpropellers,
nötigen=
falls aber auch zum Antrieb der Waſſerſchraube. Ein
kräftiger Motor ſoll gut fundiert, die Achſen ſollen
ſolide gelagert werden, um eine möglichſt große
Be=
triebsſicherheit zu erreichen. Die großen Gasverluſte,
die in ſüdlichen Breiten durch die ſtarke Erhitzung
in=
folge der kräftigen Sonnenſtrahlung eintreten
wür=
den, ſollen durch Anwendung einer Schutzhülle, die die
obere Ballonhälfte in einem Abſtand von 10—15
Zenti=
meter überdeckt, möglichſt vermindert werden. Als
Dauer der Ueberfahrt nimmt man 5—6 Tage an; doch
glaubt man die Ausrüſtung des Schiffes ſo geſtalten
zu können, daß auch eine längere Zeitdauer möglich
wäre. Sollten, wie man hoffen darf, Luftſchiffe mit
größeren Eigengeſchwindigkeiten, bis zu 20 Meter,
ge=
baut werden können, ſo würde, da die Geſchwindigkeit
des Paſſatwindes mit 7 Meter hinzukommt, ein ſolches
Luftſchiff mit dem Winde eine Tagesleiſtung von 2330
Kilometer aufweiſen können — die Verbindung
zwi=
ſchen der alten und neuen Welt könnte dann in etwa
50 Stunden hergeſtellt werden.
* Darmſtadt, 30. April. Herr v. Gorriſſen
machte heute einen ſchönen Ueberland=Flug. Er
flog auf einer Euler=Maſchine vom Truppenübungsplatz
bei Griesheim über das Lager nach Dorf Griesheim,
wendete dort und ſchlug die Richtung nach Eberſtadt
ein. Auf ſeinem Flug kam er über den Eberſtadter
Wald. Die Landung erfolgte nach 17½ Minuten auf
dem Uebungsplatz vor der Flugmaſchinenhalle. Vorher
war Herr v. Gorriſſen 13½ Minuten geflogen. Die von
ihm erreichte Höhe betrug zeitweiſe 100 Meter. (Fft. Ztg.)
sr. Lanz=Preis der Lüfte. Der deutſche
Aviatiker Behrend bewarb ſich am Donnerstag auf
dem Flugplatz Berlin=Johannisthal um den zweiten
Lanz=Preis von 7000 Mk. Behrend benutzte zu ſeinem
Verſuch einen Schultze=Herfurd=Apparat, der mit
Kon=
tinental==Aeroplanſtoff beſpannt iſt. Er ſtieg abends
6 Uhr auf und erfüllte die Bedingungen einwandfrei
und ohne Schwierigkeiten. Er umflog die 1000
Me=
ter voneinander entfernten Wendemarken, und zwar
die zweite im entgegengeſetzten Drehungsſinne, kehrte
dann zum Startplatz nach Abſolvierung einer weiteren
Runde zurück, um die Glückwünſche entgegen zu
neh=
men. Neuerdings hat ſich auch der deutſche Farman=
Pilot Jeannin für den dritten Lanz=Preis
einſchrei=
ben laſſen, für den noch 3000 Mark ausgeſetzt ſind.
Jeannin übte am Donnerstag in Johannisthal für
die Berliner Flugwoche, ſpeziell für den Preis um
den kleinſten Kreis. Er erzielte erſtaunliche
Reſul=
tate und beſchrieb Kreiſe mit nur zirka 50 Meter Ra=
dius.
* Mannheim, 30. April. Heute vormittag
10½ Uhr fand in Gegenwart des Großherzogs von
Baden, des Geheimen Kabinettsrates Freiherrn von
Babe, des Generalleutnants Dürr, der Profeſſoren
Schütte und Wagener, beide aus Danzig, ſowie des
Kapitäns z. See a. D. von Bendheim und der Familie
Lanz die Taufe des lenkbaren, von Profeſſor Schütte
konſtruierten Luftſchiffes ſtatt. Die Taufrede hielt
Dr. Karl Lanz, während den Taufakt Frau Dr. Lanz
vollzog. Das Luftſchiff erhielt den Namen „Schütte=
Lanz‟ — An die Taufe ſchloß ſich eine eingehende
Be=
ſichtigung des Luftkreuzers.
* Köln, 30. April. „P. II” hat in den frühen
Morgenſtunden eine etwa zweiſtündige Fahrt unter=
nommen.
* Brüſſel, 29. April. Der Ballon „
Fleu=
rus” des Brüſſeler Aeroklubs hat ſich während der
Füllung losgeriſſen und iſt in weſtlicher
Richt=
ung, ohne Beſatzung, entflohen.
Pau, 1. Mai. Der Luftſchiffer Leblanc iſt
heute Mittag mit zwei anderen Luftſchiffern in einem
Freiballon aufgeſtiegen, um die Pyrenäen zu
über=
fliegen.
London, 30. April. Bei einem zu Ehren von
Paulhan im Savoy=Hotel gegebenen Frühſtück kündigte
der Chefredakteur der „Daily Mail an, daß das Blatt
weitere 10000 Pfund für einen neuen Flugausſetze,
für den die Bedingungen noch feſtzuſetzen ſeien.=Grahan.
White erklärte, er werde das Geld, das man als
Aner=
kennungsgabe für ihn ſammle, dazu verwenden,
unver=
züglich einen Flug von London nach Paris zu organiſieren.
Sport.
B. Fußball. Das geſtern nachmittag zwiſchen den
erſten Mannſchaften des Fußballklubs „Olympia” und
Darmſtädter Sportklubs 1905 ausgefochtene
Wett=
ſpiel endete wiederum unentſchieden.
Das Kaiſerpaar in Lothringen.
* Metz, 29. April. Der Kaiſer hat heute vormittag
die Befeſtigungen auf dem rechten Moſelufer in Begleitung
des Chefs des Ingenieur= und Pionierkorps,
Generalinſpek=
teurs der Feſtungen v. Beſeler, ferner des
kommandieren=
den Generals von Prittwitz und Gaffron und des
Gouver=
neurs von Metz, Generalleutnants Mudra, beſichtigt. Zur
Frühſtückstafel bei dem Bezirkspräſidenten Grafen
Zeppelin=Aſchhauſen war auch der Abgeordnete
Mitglied des Staatsrates de Wendel geladen. Um
3 Uhr 45 Min. beſuchten das Kaiſerpaar und die
Prin=
zeſſin mit Gefolge die Kathedrale. Hierauf kehrten ſie
mit Automobilen nach Urville zurück.
* Metz, 29. April. Beim Bezirkspräſidenten Grafen
Zeppelin erſchienen nach der Tafel noch
Polizeipräſi=
dent Baumbach von Kaimberg, Abgeordneter Gregoire,
Oberforſtmeiſter Ney und Kreisdirektor v. Löper. Der
Kaiſer zog die beiden Abgeordneten de Wendel und
Gregoire in ein längeres Geſpräch. Graf Zeppelin
überreichte dem Kaiſer das Jahrbuch der Geſellſchaft für
lothringiſche Geſchichte und Altertumskunde. Der Kaiſer
ſah eine Sammlung von Siegelabdrücken, welche nach
einem vom Archivdirektor Hauwiller erfundenen Verfahren
kopiert ſind. Ferner ſah der Kaiſer mit großem Intereſſe
eine große Alabaſtervaſe, welche unlängſt bei Bauarbeiten
in Metz gefunden wurde. Bei ihrem Eintreffen vor dem
Münſter wurden die Herrſchaften vom Publikum
ſtür=
miſch begrüßt, von Biſchof Benzler empfangen und in
das Gotteshaus geleitet. Der Regierungs= und Baurat,
Dombaumeiſter Schmitz, die Geiſtlichen und die Arbeiter
der Dombauhütte waren zugegen. Das Kaiſerpaar
ver=
weilte über eine halbe Stunde in der Kathedrale und
be=
ſichtigte eingehend die Reſtaurierungsarbeiten, über deren
raſches Vorwärtsgehen der Kaiſer ſich ſehr erfreut äußerte.
* Urville, 30. April. Der Kaiſer begab ſich
um 9 Uhr im Automobil nach den Forts der Weſtfront.
Die Truppenübungen, deren Beginn für geſtern abend
angeſetzt geweſen war, wurden wegen heftiger
Regen=
fälle abgeſagt. Heute iſt das Wetter beſſer.
* Metz, 30. April. Der Kaiſer traf nach
Beſich=
tigung der Weſtfront gegen 12 Uhr in Metz ein und
beſuchte das Gewerbehaus, ſowie die elſaß=lothringiſche
Kunſtausſtellung. Der Kaiſer folgte ſodann einer
Ein=
ladung zur Frühſtückstafel bei dem kommandierenden
General von Prittwitz und Gaffron.
* Metz, 30. April. Am Gewerbehauſe wurde der
Kaiſer vom Statthalter Grafen von Wedel, dem
Bezirkspräſidenten Grafen Zeppelin=Aſchhauſen, dem
Polizeipräſidenten Baumbach von Kaimberg und dem
Vorſitzenden des Innungsausſchuſſes, Weißmann,
emp=
fangen und bei ſeinem Rundgange durch die
Ausſtel=
lungsräume und die Prüfungswerkſtätten geleitet. Die
2. Elſäſſiſch=lothringiſche Kunſtausſtellung, welche ſich
im Neubau der höheren Töchterſchule befindet, wird
morgen eröffnet werden und iſt aus dem ganzen
Reichslande ſehr reich beſchickt. Der Kaiſer mit
Ge=
folge und begleitet vom Statthalter Grafen von Wedel
und dem Bezirkspräſidenten Zeppelin=Aſchhauſen traf
hier um 12½ Uhr ein. Bürgermeiſter Dr. Boehmer
begrüßte den Kaiſer im Namen des Gemeinderates von
Metz und der Künſtlerſchaft von Elſaß=Lothringen,
wo=
für der Kaiſer mit freundlichen Worten dankte.
Nach=
dem der Kaiſer die Vorſtellung der Mitglieder der
Stadtverwaltung und der anweſenden Künſtler
ent=
gegengenommen hatte, beſichtigte er die Ausſtellung.
An dem Frühſtück bei dem kommandierenden General
von Prittwitz und Gaffron nahm auch der Statthalter
teil. Auf dem Wege dorthin paſſierte der Kaiſer die
bayeriſche Kaſerne; eine große Anzahl Mannſchaften
hatte vor dieſer Aufſtellung genommen und begrüßte
den Kaiſer mit dreifachem Hurra. — Der Statthalter
Graf von Wedel reiſt heute nachmittag nach Straßburg
zurück.
Schloß Urville, 30. April. Der Kaiſer
kehrte heute Nachmittag von Metz hierher im Automobil
zurück. Die Kaiſerin und die Prinzeſſin
unter=
nahmen vormittags eine Ausfahrt. Nachmittags ſpendete
die Kaiſerin den Schulkindern von Kurzel Kaffee und
Kuchen und wohnte mit der Prinzeſſin dem Kaffeetrinkenbei.
* Kurzel, 1. Mai. Der Kaiſer, die Kaiſerin
und die Prinzeſſin Viktoria Luiſe wohnten heute
vormittag 10 Uhr mit dem Gefolge dem Gottesdienſte
in der evangeliſchen Kirche bei. Vor der Kirche hatten
Vereine aus Kurzel und aus Malſtatt=Burbach mit
Fahnen und Muſik Aufſtellung genommen. Das ſchöne
Wetter hatte auch zahlreiches Publikum herbeigeführt.
An dem Gottesdienſt nahmen außerdem teil: Herr und
Fran Haniel nebſt Tochter und Kreisdirektor v. Loeber
mit Familie. Die Predigt hielt Pfarrer Hoffet. Nach
dem Gottesdienſt begaben ſich die Majeſtäten und die
Prinzeſſin nebſt dem Gefolge in das Auguſte Viktoria=
Stift. Hier wurde das Vorſtandsmitglied der
Verwal=
tung des Stiftes, der Vorſteher beim Bezirkspräſidium,
Rothenberger, vorgeſtellt, dem der Kaiſer eine
Buſen=
nadel überreichen ließ. Um halb 12 Uhr kehrten die
Majeſtäten mit Gefolge in Automobilen nach Schloß
Urville zurück.
* Wiesbaden, 1. Mai. Um 5 Uhr‟45 Min.
trafen der Kaiſer, die Kaiſerin, die Prinzeſſin
Viktoria Luiſe und das Gefolge im Sonderzuge hier
ein und begaben ſich nach dem Königlichen Schloſſe, wo
ſie Wohnung nahmen. Die Stadt iſt wie immer ſchön
geſchmückt. Ein ſehr zahlreiches Publikum begrüßte die
Majeſtäten auf dem ganzen Wege mit Hochrüfen. Das
Wetter iſt kühl. Das Kaiſerpaar und die Prinzeſſin
erſchienen nach ihrer Ankunft im Königlichen Schloſſe
auf dem bekannten Eckbalkon und wurden von der
tauſendköpfigen, vor dem Schloſſe verſammelten Menge
ſtürmiſch begrüßt. Die Feldzeichen wurden nach dem
Königlichen Schloſſe gebracht. Oberſtallmeiſter
Frei=
herr von Reiſchach iſt hier eingetroffen. An Stelle des
Generals à la suite, des Generals von Lauenſtein, hat
der Flügeladjutant Oberſtleutnant von Friedeburg,
den Dienſt übernommen.
Ueberreichung der Geſellenbriefe.
uu. Sonntag vormittag um 11 Uhr fand in dem
Feſt=
ſaal der Turngemeinde Darmſtadt die feierliche
Ueber=
reichung der Geſellenbriefe an die in dieſem Frühjahr
ge=
prüften Lehrlinge durch den Ortsgewerbeverein Darmſtadt
ſtatt. Hierzu waren erſchienen Provinzialdirektor Geheime=
Sey,ZratJäger, der=Direktor der Gewerhe=
Seite 6.
Nummer 101.
Darmſtädter Tagbla”, Montag, den 2. Mai 1910.
ſchule Prof. Dr. Meiſel, der Vorſtand des Ortsgewe
vereins Darmſtadt, zahlreiche Lehrmeiſter, die ſämtlichen
Prüfungsmeiſter und viele Eltern der geprüften Lehrlinge.
Namens des Gewerbevereins Darmſtadt begrüßte der
Vorſitzende, Herr Stadtv. Rockel, die zahlreiche
Ver=
ſammlung, insbeſondere die Vertreter der Großh.
Regie=
rung und der Stadt Darmſtadt und ſprach dem
Prüfungs=
ausſchuß und insbeſondere deſſen Vorſitzenden, Herrr
Schreinermeiſter Hild, ſowie den Prüfungsmeiſtern für
die Bewältigung der großen Arbeitslaſt Dank und
Aner=
kennung aus. Auch den Lehrmeiſtern, die es verſtanden
haben, die ihnen anvertraute gewerbliche Jugend zu
tüch=
tigen Geſellen heranzubilden, wurde in anerkennenden
Worten gedacht. Beherzigenswerte Worte richtete er an
die Junggeſellen, denen er Pflichtgefühl und Liebe zum
Vaterland anempfahl. Namens der Miniſterialabteilung
für Handel, Induſtrie und Gewerbe und des Großh.
Kreisamtes Darmſtadt begrüßte Provinzialdirektor
Ge=
heimerat Fey die Junggeſellen und gab der Verſicherung
Ausdruck, daß die Großh. Regierung mit Intereſſe der
Entwickelung des heſſiſchen Handwerks folge. Auf der
Ausbildung der Jugend ruhe die Zukunft des
Hand=
werks. Seit ſeiner 12½jährigen Abweſenheit habe
Darm=
ſtadt einen außerordentlichen Aufſchwung genommen und
die Tatkraft und Leiſtungsfähigkeit ſeines
Gewerbeſtan=
des ſind Zeugen des emſigen Fleißes und ſeiner
künſtleri=
ſchen Leiſtungsfähigkeit. Möge die Jugend des ſchönen
Beiſpiels der Alten ſich würdig zeigen, damit der
Fort=
ſchritt im Gewerbeſtand ſtets der Leitſtern ſei. (Lebhaftes
Bravo!) Herr Baurat Jäger überbrachte für die
Jung=
geſellen die Glückwünſche der Stadt Darmſtadt, während
Herr Bauunternehmer und Stadtv. Sames namens der
Handwerkskammer Darmſtadt den neuen Geſellen „Glück
in die Werkſtatt” wünſchte.
Mit kräftigem Handſchlag wurden ſodann den 135
Prüflingen die Geſellenbriefe durch den Vorſitzenden der
Geſellenprüfung, Herrn Hild, überreicht, womit die ſchön
verlaufene Feier beendigt war. Eine reiche
Ausſtel=
lung von Geſellenſtücken und Zeichnungen zeigte, daß
die Lehrlinge etwas Tüchtiges gelernt und die Lehrmeiſter
ihre volle Pflicht und Schuldigkeit getan hatten.
Einſendungen aus dem Publikum.
— Die Augen der Straßenpaſſanten werden ſeit
einigen Tagen durch ein Plakat „Der Rhein
im Bild” beleidigt, das an Scheußlichkeit
ſeines=
gleichen ſucht. Es ſtellt eine hagere, knochige
Franen=
geſtalt mit häßlichen Körperlinien dar, die auf einem
von zwei Fiſchungetümen gezogenen runden
Gegen=
ſtand ſteht und mit ihren knochigen Armen eine
Mu=
ſchel über ihrem Haupte hält. Es iſt nicht denkbar,
daß ſich die Begriffe von Schön und Aeſthetiſch ſo
ver=
wirren laſſen ſollten, daß man dieſes verzerrte
Frauengerippe für ſchön hält. Man betrachte nur den
Kopf und den entblößten Oberkörper, und man muß
zu der Annahme kommen, daß eine von den hageren
Hexen der Walpurgisnacht zu dieſem Plakat Modell
geſeſſen habe. Wer über dieſe Unnatur und
Verzer=
rung in der Kunſt nicht Unwillen empfindet, wird
darüber lachen, und das kann der Zweck des Plakats
doch nicht ſein. Mit ſolchen Erzeugniſſen, aus denen
nur die Abſicht ſpricht, „andres um jeden Preis”
wird ſich die moderne Kunſt keine Freunde erwerben.
Daß man ſie im allgemeinen aber für ſolche
Ver=
irrungen nicht verantwortlich machen kann und ſie
nicht immer die Geſetze der Schönheit ganz außer Acht
läßt, beweiſt das prächtige Plakat für die Darmſtädter
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes.
Publieus.
— Bei dem Vortrag des Herrn Kahl am Freitag abend
herrſchte im großen Saale des ſtädtiſchen Saalbaues
neben der Kälte ein unerträglicher Zug, der viele
Zuhörer zwang, den Saal vor Schluß des Vortrages zu
verlaſſen. Iſt keine Abhilfe möglich?
Darmſtadt, 2. Mai.
* Die Verwaltungsrechtspflege für das
Groß=
herzogtum iſt durch ein Geſetz neu geregelt worden, das
ſich bezieht auf die Kreis= und Provinzialausſchüſſe als
Verwaltungsgerichte ſowie auf den
Verwaltungsgerichts=
hof. Der Präſident dieſes Gerichtshofes ſoll nunmehr
im Hauptamt angeſtellt werden, die Mitglieder werden
teils hauptamtlich teils nebenamtlich tätig ſein.
n. Schadenerſatzprozeß. In dem bekannten
Rechts=
ſtreit, den die Kinder der verunglückten Witwe
Wolf=
ſturm aus Anlaß des Automobilunfalls gegen die
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft angeſtrengt haben, fand
am Samstag durch den beauftragten Richter der
Zivil=
kammer I des hieſigen Landgerichts, Großh.
Land=
gerichtsrat Dr. Hauſtädt, Beweiserhebung ſtatt. Es
vurde zuerſt an der Unfallſtelle (Kreuzung der
Gries=
heimer Landſtraße durch das Bahngeleiſe) nebſt der in
Betracht kommenden Umgebung Augenſchein
genom=
men, woran ſich alsdann im Gerichtsgebäude
die Vernehmung der von beiden Parteien benannten
Zeugen anſchloß. Letzterer Termin war nichtöffentlich,
auch ſind die Bekundungen vieler Zeugen aus der
früheren Strafkammerverhandlung gegen den Monteur
und Chauffeur Schmidt von Frankfurt a. M., der bei
jener Todesfahrt den Kraftwagen lenkte, allein mit
dem Leben davonkam und von der Anklage fahrläſſiger
Tötung (allerdings noch nicht rechtskräftig) freigeſprochen
worden iſt, bereits eingehend erfolgt. Das
Prozeß=
gericht iſt in der Beurteilung der Frage des Verſchuldens
durchaus nicht an jenes Strafurteil gebunden, ſondern
trifft ſeine Entſcheidung auf Grund eigener Würdigung
des Sachverhalts.
* Gießen, 1. Mai. Heute Vormittag 11 Uhr wurde
das Gießener Muſeum für Völkerkunde im
Turmhaus am Brand eröffnet. Das Muſeum
ver=
dankt ſeine Entſtehung der Freigebigkeit eines Gießener
Bürgers, der ungenannt bleiben will.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 30. April. Der Vorſtand des
Dent=
ſchen Städtetages trat geſtern unter dem
Vor=
ſitze des Oberbürgermeiſters Kirſchner zur Beratung
der Vorlage über die
Reichswertzuwachs=
ſteuer zuſammen. Unter anderem nahmen teil:
Bender=Breslau, v. Borſcht=München, Koerte=
Königs=
berg, Wallraf=Köln. Nach eingehender Beratung wurde
beſchloſſen, ſchleunigſt eine Eingabe an den Reichstag
und an die zuſtändige Kommiſſion zu richten, in
wel=
cher der in der Eingabe vom 14. Juni 1909 vertretene
Standpunkt, daß die Zuwachsſteuer als Reichsſtener
zurzeit ungeeignet ſei, anfs neue betont wird. Die
Be=
ratung ergab allgemeine Uebereinſtimmung im,
Vor=
ſtande.
* Berlin, 30. April. Hente nachmittag wurde ir
den Ausſtellungshallen am Lehrter Bahnhof
di
Große Berliner Kunſtausſtellung eröff=
net. Nach den einleitenden Worten des Ausſtellungs
präſidenten, Profeſſor Friedrich Kallmorgen, ſprach als
Vertreter des Kultusminiſters Unterſtaatsſekretär
Never. Zu der Eröffnung war eine große Anzahl von
geladenen Gäſten erſchienen, darunter
Miniſterial=
direktor Schwartzkopff und der öſterreichiſch=ungariſche
Botſchafter Graf von Szögyenyi.
* Berlin, 30. April. Der des Mordes an der
Verkäuferin Rakowski angeklagte Friſeurgehilſe Hans
Junemann war bekanntlich vom Schwurgericht im
Januar 1910 wegen Mordes zur Todesſtrafe
ver=
urteilt worden. Wegen eines Formfehlers hob das
Reichsgericht das Urteil auf. Nach dreitägiger
Verhand=
lung bejahten die Geſchworenen beim Landgericht Berlin I
nunmehr nur die Schuldfrage auf Totſchlag, Diebſtahl
und Hehlerei und billigten dem Angeklagten außerdem
mildernde Umſtände zu. Der Staatsanwalt beantragte
eine Geſamtſtrafe von 5½ Jahren Gefängnis und fünf
Jahren Ehrverluſt. Das Gericht erkannte auf fünf
Jahre und acht Monate Gefängnis (!) und fünf
Jahre Ehrverluſt unter Anrechnung von zwei Monaten
der erlittenen Unterſuchungshaft.
* Berlin, 1. Mai. Heute mittag wurde in der
Königlichen Atademiſchen Hochſchule für bildende Künſte
die Allgemeine Städtebau=Ausſtellung
eröffnet. In Vertretung des Reichskanzlers war
Ge=
heimrat Lewald erſchienen; ebenſo waren u. a. das
Unterrichtsminiſterium und das Miniſterium für
öffent=
liche Arbeiten vertreten. Geheimrat Baurat March
ſprach namens des Ausſtellungs=Ausſchuſſes in ſeiner
Eröffnungsanſprache die Hoffnung aus, daß die
Aus=
ſtellung, die aus dem Wettbewerb für den
Bebauungs=
plan von Groß=Berlin entſtanden ſei, dazu beitragen
möge, den öffentlichen Willen für die gewaltigen Opfer
geneigt zu machen, die gebracht werden müßten, um
den künftigen Bewohnern der machtvoll angewachſenen
Reichshauptſtadt ein ſchönes Menſchendaſein zu ſchaffen.
Der Präſident der Ausſtellung, Oberbürgermeiſter
Kirſchner, ſtattete den Mitarbeitern ſeinen Dank
ab und brachte ein Hoch auf den Kaiſer aus. Daran
ſchloß ſich ein Rundgang durch die Ausſtellung, an der
auch die Hauptſtädte des Auslandes in erheblichem
Maße beteiligt ſind.
* Friedrichshafen, 30. April. Das unter
Beteilig=
ung des Königs, des Grafen Zeppelin und der Stadt
Friedrichshafen hier nen errichtete, durch, prächtige Lage
ausgezeichnete neue Kurgarten=Hotel wurde
heute abend dem Verkehr übergeben.
* Köln, 1. Mai. Bei den heurigen Kölner
Blumen=
ſpielen wurden zum erſten Male aus der Faſtenraths=
Stiftung 18000 Mk. an verſchiedene Schriftſteller und
Schriftſtellerinnen verteilt.
* Düſſeldorf, 30. April. Das neue
Oberlandes=
gerichtsgebände iſt nach vierjähriger Bauzeit
heute in Gegenwart des Juſtizminiſters, des
Finanz=
miniſters und des Oberpräſidenten der Rheinprovinz
eingeweiht worden.
* Wien, 30. April. Heute vormittag 11 Uhr wurde
auf dem Schmelzer Exerzierplatze die
Frühjahrs=
parade abgehalten. Der Kaiſer beſichtigte, vom
Publikum enthuſiaſtiſch begrüßt, die ausgerückten
Trup=
pen der Garniſon. Bei dem Vorbeimarſch der
Trup=
pen ſprach ſich der Kaiſer lobend über das Ausſehen
und die Haltung derſelben aus. Der Parade wohnten
auch die Mitglieder des diplomatiſchen Korps und die
fremdländiſchen Militärattachees bei.
* Wien, 30. April. Das Verhör der Frau
Hofrichter wurde heute vormittag fortgeſetzt und
wird in den erſten Nachmittagsſtunden zu Ende
ge=
führt werden, worauf die Entſcheidung über ihre
eventuelle Verhaftung erfolgt. An ihre Mitſchuld wird
nicht geglaubt. Dem hieſigen Sicherheitsbureau iſt aus
Eſſen an der Ruhr die Mitteilung zugekommen, ein
ſeit dem 16. April dort in Haft befindlicher Chemiker,
bei dem Zyankali gefunden würde, gab an, daß er eine
Stange von dieſem Zyankali ſeinerzeit Hofrichter
über=
geben habe, den er zufällig auf der Reiſe kennen
ge=
lernt habe.
Wien, 30. April. Frau Hofrichter wurde
heute abend aus dem Polizeigewahrſam entlaſſen,
doch wird die Unterſuchung wegen des dringenden
Ver=
dachtes des Verbrechens der falſchen Zeugenausſage gegen
ſie fortgeſetzt.
* Rom, 30. April. Deputiertenkammer.
Das Haus ſetzte die Beratung der
Regierungser=
klärung heute fort. Der Präſident des
Miniſter=
rates, Luzzati, erklärte, die in der Debatte berührten
Fragen ſeien hauptſächlich drei: Die Schiffahrtsfrage,
die Wahlreform und die religiöſe Frage. Was erſtere
anbelange, ſo werde die Regierung der Kammer bei
ihrem Zuſammentritt definitive Vorſchläge machen.
Ueber die Notwendigkeit der Wahlreform ſeien ſich alle
Parteien einig. Die Regierung verpflichte ſich, bei
Wiederaufnahme der parlamentariſchen Arbeiten den
Plan einer Wahlreform vorzulegen. Was die religiöſe
Frage anbetreffe, ſo komme in dieſem Parlamente nur
das Problem der Eheſcheidung in Betracht, die aus
moraliſchen, juriſtiſchen und ſozialen Gründen
zuge=
laſſen werden müſſe. Die Kirche ſolle die volle Freiheit
genießen, aber nur unter voller Aufrechterhaltung der
Souveränität des Staates. Der Miniſterpräſident
er=
klärte ſchließlich, die Regierung könne eine einfache
Tagesordnung nicht annehmen, er bitte um ein klares
Vertrauensvotum. Das Haus nahm darauf mit 393
Stimmen gegen 17 Stimmen bei drei
Stim=
menenthaltungen die Tagesordnung Faleioni an, mit
der die Regierung ſich einverſtanden erklärt hatte, und
welche beſagt, daß die Kammer die Erklärungen der
Regierung billigt und zur Tagesordnung übergeht.
Die Sitzung wurde dann geſchloſſen.
* Rom, 1. Mai. Geſtern abend fand ein
Familien=
abend der deutſchen evangeliſchen Gemeinde
in Anweſenheit des Präſidenten des preußiſchen
evan=
geliſchen Oberkirchenrats D. Voigts und des
Ober=
konſiſtorialrats Lahuſen=Verlin ſtatt, bei welcher
Ge=
legenheit Oberbaurat Schulze mitteilte, daß mit dem
Kirchbau demnächſt begonnen werden wird.
* Haag, 30. April. Rooſevelt wurde heute von
der Königin=Mutter empfangen. Der Miniſter
des Auswärtigen, Jonkheer v. Marces van Swinderen,
der früher Geſandter in Waſhington war, gab ein
Frühſtück zu Ehren Rooſevelts, an das ſich eine
Wagen=
fahrt durch die Stadt und ihre Umgebung, ſowie nach
Scheveningen und nach den Huis ten Boſch anſchloß.
Abends fand großes Feſtmahl beim amerikaniſchen
Ge=
ſandten ſtatt.
* Kopenhagen, 30. April. Heute vormittag kurz
nach halb 12 Uhr kam Björnſons Leiche im
reich=
geſchmückten Bahnhofe an, empfangen von den meiſten
Miniſtern, den Reichstagsabgeordneten, Vertretern
der Schauſpieler, Schriftſteller, Journaliſten, des
Ma=
giſtrats, der Univerſitäten, ſowie von anderen
hervor=
ragenden Perſönlichkeiten. Freunde Björnſons, ſowie
Mitglieder des Schriftſtellervereins trugen den Sarg.
vom Waggon zu dem ſechsſpännigen Leichenwagen, der
ſich ſofort in Bewegung ſetzte. Unmittelbar hinter dem
Leichenwagen gingen die beiden Söhne Björnſons,
Björn und Erling, ſowie andere Verwandte; eine
un=
geheure Menſchenmenge ſchloß ſich an. Die Witwe
Björnſons fuhr auf einem kürzeren Wege nach dem
Haſen. Die Hanptſtraßen, durch die ſich der Zug
be=
wegte, waren überall reich mit Trauerfahnen
ge=
ſchmückt. Sämtliche Geſchäfte waren geſchloſſen. Die
Schaufenſter zeigten Trauerdekorationen. Als der
Zug den Hafen erreicht hatte, wo das norwegiſche
Pan=
zerſchiff Anker geworfen hatte, wurde der Sarg
auf=
einem Katafalk aufgebahrt. Nachdem die Verwandten
Platz genommen hatten, hielt der Miniſterpräſident
eine warmempfundene Anſprache. Darauf wurde der
Sarg an Bord der „Norge” gebracht, während die
Muſik einen Choral ſpielte. Nachdem ſetzte ſich der
Panzer in Bewegung. Ein däniſcher Panzer ſalutierte.
* Veile (Dänemark), 1. Mai. Heute Nacht brach in
einem nahebelegenen Gehöft Feuer aus, das das
ganze Anweſen in Aſche legte. Zwei Bewohner ſind
verbrannt, einer wurde ſchwer verletzt.
* Konſtantinopel, 30. April. Offiziellen türkiſchen
Nachrichten zufolge ſollen ſich die zwiſchen Ipek und
Djakova angeſammelten Albaner zerſtreut haben,
indem ſie dem Sultan den Treneid leiſteten und
ge=
lobten, das Vaterland bis zum Tode zu verteidigen
und keinen Zoll Erde dem Feinde preiszugeben. Die
Albaner bitten, Neuerungen nicht einzuführen und
eine parlamentariſche Kommiſſion nach Albanien zu
entſenden. — Nach einer Depeſche des
Oberkomman=
dierenden begann der Kampf zwiſchen den Truppen und
den Rebellen bei Katſchamik. Dieſe fliehen in
nord=
öſtlicher Richtung gegen Morava. Der
Oberkommau=
dant iſt gegen die Stadt Orhaniji nördlich von Katſchag
nik aufgebrochen. Die Rebellen errichteten
Verſchanz=
ungen zwiſchen Katſchanik und Eleſchen.
Waſhington, 30. April. Eine Spezialbotſchaft
Tafts an den Kongreß befürwortet die Bollendung
der Befeſtigungen am Panamakanal bis zum
Ex=
öffnungstermin der Schiffahrt auf kem Kanal am 1.
Januar 1915.
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Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß heute Mittag mein
innigſtgeliebter Gatte, unſer treubeſorgter Vater,
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Bruder, Schwager und Onkel
HerrLeonhardBecker
Kaufmann
nach langem, ſchwerem Leiden in ein beſſeres
Jenſeits abgerufen wurde.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Bertha Becker, geb. Bücking.
Darmſtadt, den 1. Mai 1910.
Moosbergſtr. Nr. 46.
Die Beerdigung findet am Dienstag,
nachmit=
tags 3 Uhr, vom Portale des Beſſunger
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die ſchmerzliche Mitteilung, daß es
Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unſere
treubeſorgte, gute Mutter, Schweſter, Tante,
Schwiegermutter und Großmutter (B9417
Frau Louise Könid
45
Postschaffnerswitwe
heute nach langem, mit Geduld ertragenem
Leiden, im 63. Lebensjahre in ein beſſeres
Jen=
ſeits abzurufen. Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 30. April 1910.
Die Beerdigung findet am Dienstag,
nach=
mittags 2 Uhr, vom Portale des Beſſunger
Friedhofes aus, ſtatt. Blumenſpenden ſind nicht
im Sinne der Entſchlafenen.
Nummer 101.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Mai 1910.
Seite 7.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß es Gott dem
All=
mächtigen gefallen hat, meinen innigſtgeliebten
Gatten, unſeren Vater, Schwiegervater,
Groß=
vater, Schwager und Onkel
(9407
Herrn F. W. Schlüter
Schirmfabrikant
nach langem ſchweren Leiden, im Alter von
71 Jahren, geſtern abend ½11 Uhr zu ſich in
die Ewigkeit zu rufen.
Darmſtadt, den 30. April 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Eliſe Schlüter, geb. Götz,
Wilhelm Schlüter nebſt Familie,
Eliſabeth Schlüter.
Die Beerdigung findet am Montag, den 2. Mai,
nachmittags 3½ Uhr, vom Trauerhauſe,
Kirch=
ſtraße 27 aus, ſtatt.
Von Kondolenzbeſuchen bitte dankend
abzu=
ſehen.
Todes-Anzeige.
Heute Morgen entſchlief ſanft nach kurzem
Leiden meine geliebte Schweſter
(9416
Fräulein
Auquste Wolf.
Um ſtilles Beileid bittet
Frau Karoline Drescher, geb. Wolf.
Darmſtadt, den 30. April 1910.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Mai,
vormittags 11 Uhr, vom Sterbehauſe,
Sand=
ſtraße 4 aus, ſtatt.
Einſegnung ¼ Stunde vorher.
Statt jed
Schmerzerfüllt bringen wir zur Kenntnis,
daß mein inniggeliebter Mann, unſer lieber
Bruder, Schwiegerſohn und Schwager
Herr
Stabsarzt im k. b. 5. Inf.=Rgt.
Chefarzt
der Geneſungsanſtalt Benediktbeuern
heute nach längerem Leiden in München ſanft
entſchlafen iſt.
(9370
Im Namen
der in tieker Trauer Hinterbliebenen:
Elſe Bodenſteiner, geb. Wondra,
Dr. Ernſt Bodenſteiner,
Gymnaſialprofeſſor am K. Thereſiengymnaſium.
Benediktbeuern, München, Darmſtadt,
Heidel=
berg, den 28. April 1910.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. Mai,
nachmittags 4½, Uhr, im Waldfriedhofe, der
Trauergottesdienſt Dienstag, den 3. Mai,
vor=
mittags 10 Uhr, in der Stadtpfarrkirche zu
St. Benno ſtatt.
Bankrayung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
und die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrers
bei dem Ableben unſeres lieben Vaters (9393
Herrn Georg Kick
ſagen wir Allen auf dieſem Wege unſeren
tief=
gefühlten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Kick und Kinder.
Beſichtigung des Großh.
Reſidensſchloſ=
ſes: An jedem Wochentage von 3—4 Uhr; Sonntags
von 11—1 Uhr.
Dankſagung.
Herzlichen Dank Allen, die unſrer lieben
Schweſter und Tante während ihrer Krankheit
Gutes und bei ihrem Heimgange die letzte Ehre
erwieſen.
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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Htto Wardaeſtels für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
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Ueberſetzt aus dem Engliſchen.
Nachtruck verboten.)
12)
Hiroſhima, Oktober 1903.
Wieder im Joch, und froh darüber! Ich habe den
dritten Kindergarten mit dem Geld von zu Hauſe
er=
öffnet. Es iſt freilich nur ein kleiner, achtzehn Kinder
im ganzen — es kamen fünfundſiebzig Anmeldungen —
doch es iſt immerhin ein Anfang. Du hätteſt die Mütter
ſehen ſollen, wie ſie ſich drängten, bettelten und flehten,
daß ihre Kinder aufgenommen werden möchten. Die
kleinen Kerlchen weinen und winſeln, wenn ſie wieder
heimgehen müſſen. Ich könnte wahrhaftig zum
Straßen=
räuber werden, um nur genug Geld zu kriegen, damit
ich dieſe Anſtalt fortſetzen kann.
Meine Uebungsſchule für Helferinnen iſt ſo
inter=
eſſant wie nur möglich. Als ich die Mäkchen vor zwei
Jahren übernahm, hatten ſie das dritte Leſebuch. Mit
zwei Ausnahmen habe ich ſie alles gelehrt, was ich
ſelbſt zu Hauſe im Kurſus gehabt habe, und außerdem
können ſie nun Engliſch. Sie ſind ſehr ehrgeizig, und
was glaubſt Du wohl, daß ihr Lebensziel iſt? Solange
zu lernen, bis ſie ebenſo viel wie ich können! Ach,
Kameradin, ich möchte mein Geſicht vor Scham
ver=
ſtecken, wenn ich an die vielen verſäumten
Gelegen=
heiten in meinem Leben denke. Du weißt nur zu gut,
was für ein elendes bißchen Wiſſenskram ich beſitze,
aber etwas weißt Du nicht, nämlich, wie ich ſtudiert,
gearbeitet und bis Mitternacht aufgeſeſſen habe, um
dieſs Stückwerk in etwas für meine Mädchen Nützliches
zu verwandeln. Wenn ſie ſchon unter einer
oberfläch=
lichen, albernen Lehrerin wie mir ſolche Fortſchritte
machen, was würden ſie erſt bei einer klugen Frau
lernen.
Ich wünſchte, Du könnteſt mich heute abend ſehen,
wie ich hier ſitze, umgeben von meinem ganzen
Haus=
rat. Das Zimmer iſt hell und gemütlich, und
augen=
blicklich habe ich eine Stubengenoſſin. Es iſt ein armes,
krankes Mädchen aus der Uebungsſchule, das ich pflege,
ſeit ich wieder hier bin. Sie iſt aus einer armen
Familie auf dem Lande, ihre Mutter iſt tot, und ihr
Familienleben iſt ſehr unglücklich. Sie weint
herz=
brechend, wenn wir davon reden, ſie heimzuſchicken, und
fleht mich an, ich möchte ihr doch helfen, geſund zu
wer=
den, damit ſie ihre Studien fortſetzen könne. Natürlich
iſt ſie eine große Laſt für mich, aber ich ſtehe ein wenig
zeitiger auf und gehe ein wenig ſpäter zu Bett, und
ſo läßt ſich’s machen. Wir fangen an, uns über die
Kriegswolken, die über dieſem kleinen Aquarellgemälde
hängen, zu beunruhigen. Das wilde alte Rußland ſetzt
ihnen arg zu, und die Japaner werden ſich nicht mehr
viel bieten laſſen. Sie üben und marſchieren und
exer=
zieren ſchon auf Tod und Leben. Von Kuri, denn
Kriegshafen, her hören wir den Donner der Kanonen.
mit denen immerzu geübt wird. Auf dem Paradeplatz,
in den Kaſernen und auf den Landſtraßen ſchreiten die
Ein zweiſitziger, gut erhaltener
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Vorbereitungen vorwärts. Hohe Ofiziere von des
Kaiſers Leibwache ſind eingetroffen, um Paraden
ab=
zuhalten. Leute, die Beſcheid wiſſen, ſagen, der Krach
muß kommen. Wenn Du alſo hörſt, daß ich als
Rote=
kreuzſchweſter auf dem Kriegsſchauplatze bin, ſo
wun=
dere Dich nicht.
Hiroſhima, November 1903.
Ich bin heute abend ſo müde, daß ich meine Hände
falten, meine Fußſpitzen gen Himmel drehen möchte
und ſprechen: Es iſt genug! Wenn das Beſiegen von
Schwierigkeiten Charaktere bildet, ſo werde ich am
Ende meiner Zeit ſo viele haben, wie die Chineſen
Buchſtaben im Alphabet. Der Aerger fängt
frühmor=
gens an, wenn die Magd das Feuer anmacht und die
Aſche anſtatt der Kohle auf den Roſt ſchaufelt, und hört
erſt auf, wenn ich ins Bett ſteige und das Bettuch unter
der Matratze und das Kiſſen am Fußende finde.
Es würde längſt nicht ſo ermüdend ſein, wenn ich
einmal loslegen und meinen Zorn auslaſſen dürfte;
aber nein, ich muß immer nett und ſanft und höflich
ſein, und darf nie vergeſſen, daß ich ein Vorbild bin.
Was iſt denn mit Euch zu Hauſe los, warum
ſchreibt Ihr nicht? Sonſt hatte ich zehn und zwölf
Brief mit jeder Poſt, und nun heule ich ſchon faſt vor
Freude, wenn ich nur einen bekomme. Daß ich fleißig
bin, bedeutet nicht etwa, daß ich nicht Zeit habe für
Heimweh. Weißt Du, Gefährtin, Du wirſt nie
ver=
ſtehen, was Einſamkeit bedeutet, bis Du einmal weit
entfernt biſt von allen, die Du liebſt. Ich habe verſucht,
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tapfer zu ſein, aber es iſt mir nicht immer großartig
gelungen. Was ich gelitten habe — ach, laß uns nicht
davon reden. „Klein=Deutſchland” ſagte: Leben heißt
Lieben, Lieben heißt Leiden! Und doch ſind es die, die
wir lieben, für die wir bereit ſind zu leiden und zu
ſterben, und ohne dies iſt das Leben eine Leere, ein
Segel ohne Wind, ein Rahmen ohne Bild.
Nun kommt vielleicht morgen einer von Deinen
dicken Briefen, darin wirſt Du mir erzählen, wie edel
ich bin, und wie meine Seele wächſt und ſo fort. Und
ich werde ſolch eine ſteife Oberlippe dabei bekommen,
daß meine Vorderzähne in Gefahr ſein werden. Man
braucht eine ſteife Oberlippe und ein ſteifes Gewiſſen
und alles übrige auch ſteif, um es hier draußen
auszu=
halten.
Aus dem obenſtehenden Erguß wirſt Du
wahr=
ſcheinlich ſchließen, daß ich blaß und niedergeſchlagen
bin. Nein, im Gegenteil! ſagte der ſeekranke Franzoſe,
als man ihn fragte, ob er diniert habe. Ich bin friſch
und munter und habe in meinem Leben nie ſo vel
Farbe gehabt. Die Arbeit blüht und ich muß dankbar
ſein für alles mögliche.
Unſer kleiner Hausſtand iſt die Woche durch den Tod
unſeres Kochs ganz außer Rand und Band gekommen.
Geſtern abend um ſieben fand das Begräbnis ſtatt vom
Wärterhaus am Tore aus. Die Schatten, die auf die
Papierſchirme fielen, als ſie ihn zum Begräbnis bereiteten,
erzählten eine ſchauerliche Geſchichte. Der Mangel an
Zart=
heit, die Roheit, das abſolute Unverſtändnis für die
Er=
habenheit des Todes ſtanden ſchon an der Tür geſchrieben.
Ich war in der Kapelle und ſchaute mit traurigem Herzen
zu. Nachdem ſie den armen alten Körper in ſitzender
Stel=
lung in eine Art viereckigen Kübel gezwängt hatten,
brachten ſie ihn heraus zu den Kulis, die ihn in den
Tempel und dann in das Krematorium trugen. Die
La=
ternen klackerten unruhig und warfen große, groteske
Figuren, die in teufliſcher Luſt auf dem Raſen zu tanzen
ſchienen. Die Träger lachten und ſchwatzten, ſchulterten
endlich ihre Bürde und trotteten ſo vergnügt davon, als
ob ſie zu einem Feſte gingen. Nie bisher habe ich die
Grauſamkeit des Heidentums ſo ſchneidend empfunden.
Keine Strafe der Ewigkeit kommt dem Verluſte gleich, den
ſie in dieſem Leben haben, dadurch daß ſie nicht an einen
perſönlichen Gott glauben.
Wie herrlich muß es gerade jetzt zu Hauſe ſein! Die
Buchen ſind über und über grün und golden und die
Ahornbäume flammenrot. Ich denke auch an die Schatten
am alten Eiskeller. Jeden einzelnen kenne ich auswendig,
und oft kommen ſie und plagen mich wie andere Schatten
der Vergangenheit.
Hiroſhima, Dezember 1903.
Hurra, Kameradin! Ich habe einen Ferientag und
habe jeglichem Rache geſchworen, der an meine Tür kommt,
ehe ich meine Weihnachtsbriefe vollendet habe. Ich
wünſchte, ich wäre ein Arzt und eine Krankenſchweſter und
ein Gelehrter und ein Zauberer und ein Philoſoph und
ein Heiliger, alles, alles in einem! Ich brauche ſie alle
bei meiner Arbeit.
Ich bin in dieſer frohen Weihnachtszeit von Pontius
zu Pilatus gelaufen mit Bandagen, Wärmflaſchen,
Um=
ſchlägen, Pflaſtern und Medizinflaſchen. Wir haben ein
wahres Hoſpital gehabt. Alles, was ich an
Weihnachts=
gelde geſpart hatte, um Geſchenke für Euch zu kaufen, iſt
für Lebertran draufgegangen, und Miß Leſſing, die gute
Seele, geht dieſen Winter ohne Mantel, aus demſelben
Grunde. Wenn man ein Mädchen um das bißchen
Bil=
dung, was ſie erlangen kann, kämpfen ſieht und weiß, was
für Opfer gebracht werden, ſo haßt man geradezu ſeinen
alten Putz und möchte alles, was man beſitzt, in Bargeld
einwechſeln, um ihr zu helfen. Wir Lehrerinnen alle
ver=
zichten dieſen Winter auf geheizte Zimmer; freilich iſt es
ziemlich gruslig, kalt ins Bett zu gehen und am nächſten
Morgen in derſelben Verfaſſung aufzuwachen. Wenn ich
erſt heim in unſer Haus mit Zentralheizung komme und
gar noch Sahne in meinen Kaffee kriege, werde ich mir zu
verſchwenderiſch vorkommen, um reſpektabel zu ſein.
Wir haben noch keinen neuen Koch finden können,
ſeit=
dem der alte ſtarb, und dieſe Tatſache ſcheint bekannt
ge=
worden zu ſein; denn alle reiſenden Brüder und
Schwe=
ſtern Japans kommen auf Beſuch. Eins nach dem andern
ſchneit herein, und wir dürfen abends aufſitzen und
Martha und Maria zu gleicher Zeit ſein. Manchmal
möchte ich am liebſten meinen Hut nehmen und fortlaufen
und nicht aufhören mit laufen, bis ich auf einen andern
Planeten gerate. Aber ſchließlich bin ich doch nicht aus
Reißausmaterial gemacht und habe jedenfalls die
Genug=
tuung, auf meinem Poſten ausgehalten zu haben.
Heute ſchneit es, aber Mutter Erdes Verſuch,
weih=
nachtlich auszuſehen, gerät ebenſo daneben wie der meine.
Die Blätter ſind noch alle auf den Bäumen, mancherlei
Blumen in Blüte, die ſcharlachroten Geranien ſehen heiß
genug aus, um die Schneeflocken daneben zu ſchmelzen.
Meine große Kiſte iſt angekommen, und ich ſpare ſie
für morgen. Hier und da gehe ich zu ihr hinaus und ſetze
mich einmal darauf, um fidel zu bleiben. Dies iſt das
dritte Weihnachten in der Fremde; noch eins, und
dann —!
Wir haben zu viel Krankheit gehabt, als daß wir die
Ferien hätten genießen können, aber ich habe den Kindern
wenigſtens einen Fiſchteich gegraben, und jedes der
Klei=
nen wird ein Geſchenk bekommen, das einen viertel
Pfen=
nig koſtet. Ach, hätte ich doch hundert Dollars für ſie!
Heute nacht, wenn das Licht gelöſcht iſt, wird meiner
kleinen Patientin ihr Strumpf an dem einen Bettpfoſten
hängen und meiner am andern. Ich glaube nicht, daß es
St. Nikolaus übers Herz bringt, daran vorbeizugehen,
nicht wahr?
(Fortſetzung folgt.)
Seite 14,
Auntiche Rnſtichten des Groſtergegichen oligtante Sanſtehten
eherntereneneten es tte en eienten eteſe nrner.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
Sie müſſen von dieſer Flüſſigkeit vollſtändig bedeckt ſein und dürfen erſt nach
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3 be= 2 Stunden weiter gereinigt werden. Nicht waſchbare Kleidungsſtücke ſind möglichſt
finden ſich: 1 Bulldogge, 1 Spitzhund, 2 Pinſcher.
in einer Desinfektionsanſtalt durch Dampf zu desinfizieren; iſt dies nicht aus=
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt führbar, ſo ſind ſie mit verdünntem Kreſolwaſſer gut auszubürſten Der Kranke
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk= ſoll ſein beſonderes Eß= und Trinkgeſchirr haben, welches im Krankenzimmer
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachun g.
Das nachſtehend abgedruckte, im Kaiſerlichen Geſundheitsamt bearbeitete
Diphtherie=Merkblatt bringen wir auszugsweiſe zur öffentlichen Kenntnis. Abdrücke
des vollſtändigen Merkblattes auf Karton können vom Verlag von Julius Springer
in Berlin N (zum Preis von 5 Pfg. für das Stück; 100 Stück 3 Mk.; 1000 Stück
25 Mk) oder unentgeltlich auf dünnerem Papier von uns bezogen werden.
Darmſtadt, den 28. April 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Kranzbühler.
(9278oi
Diphtherie=Merkblatt.
Bearbeitet im Kaiſerlichen Geſundheitsamte.
(Auszug.)
Die Diphtherie, auch bösartige Rachenbräune, brandige Bräune oder
Hals=
bränue genannt, iſt vorzugsweiſe eine Erkrankung des Kindesalters; ſie befällt
jedoch auch Erwachſene.
Die Diphtherie iſt eine anſteckende Krankheit; ſie wird durch eine beſtimmte
Bakterienart, den Diphtheriebazillus hervorgeruſen.
Die bei Hühnern, Tauben und Kälbern beobachteten, als Diphtherie
bezeich=
neten Erkrankungen ſind von der Diphtherie des Menſchen verſchieden und auf
Menſchen nicht übertragbar=
. Verlauf der Krankheit. In der Regel beginnt die Diphtherie mit
Einge=
nommenſein des Kopfes, Hitzegefühl (Fieber) und allgemeiner Mattigkeit, häufig
verbunden mit Halzſchmerzen und Schlingbeſchwerden; die Zunge iſt dick belegt.
Im Halſe ſieht man zu dieſer Zeit zuweilen nur Rötung und Schwellung der
de Beltge icht eder warter reich e. A. egneren Aertent en tranheit ant
Fällen auf das Zäpfchen, den Gaumen, die Naſenſchleimhaut (Naſendiphtherie),
ſowie auf den Kehlkopf (Kehlkopfdiphtherie, diphtheriſcher Krupp) übergreifen. Meiſt
wird der Kranke von heftigen Schmerzen im Halſe gequält, die Zunge iſt trocken,
er klagt über großen Durſt, fiebert mehr oder weniger heftig; der Atem iſt
übel=
riechend, Eßluſt fehlt. . . .
Die Krankheit kann auch in dem Kehlkopfe, der Naſe oder an anderen als
den obengenannten Stellen des Körpers zuerſt auftreten. So beginnt die Diphtherie
zuweilen mit heiſerem, bellendem Huſten oder ſie fängt, namentlich bei Säuglingen,
mit einem heftigen, von reichlichem Ausfluß aus der Naſe begleiteten Schnupfen an.
Neben den ſchweren Erkrankungen kommen, wie bei allen übertragbaren
Kraukheiten, auch bei der Diphtherie ſolche mit leichten Erſcheinungen und geringen
Beſchwerden vor. Andererſeits kann in ſchweren Fällen das eine oder andere der
beſchriebenen Krankheitszeichen fehlen.
2. Erkennung und Behandlung der Krankheit. Fühlt ſich ein Kind nicht
wohl, ſo verſäume man nicht, ihm in den Hals zu ſehen, etwa unter Zuhilfenahme
eines Löffels, mit deſſen Stiel der Zungenrücken ſchonend niederzudrücken iſt.
Sträubt ſich ein Kind, den Mund zu öffnen, ſo führt vorübergehendes leichtes
Zu=
ſammendrücken der Naſelflügel am einfachſten und ſchnellſten zum Ziel; die Kinder
öffnen bei verhinderter Naſenatmung den Mund ohne Zwang von ſelbſt. Bei der
Unterſuchung hüte man ſich davor, daß man von dem Kranken angehuſtet wird.
Sieht man eine ſtärkere Rötung oder einen grauweißen Belag, ſo ziehe man
unver=
züglich einen Arzt zu Rate. Dies tne man auch bei Verdacht auf Kehlkopf= oder
Naſendiphtherie.
Solange eine Diphtherie=Epidemie herrſcht, empfiehlt es ſich, Kindern täglich
in den Hals zu ſehen, auch wenn ſie keine krankhaften Erſcheinungen zeigen.
Das beſte Heilverfahren bei Diphtherie iſt die Einſpritzung von
Diphthe=
rieheilſerum. Je frühzeitiger es angewendet wird, um ſo günſtiger ſind die
Ausſichten auf Heilung.
3. Uebertragung der Krankheit. Der Anſteckungsſtoff iſt hauptſächlich in den
Belägen und in dem Naſenſchleim enthalten und kann beim Huſten, Schreien,
Nieſen und Erbrechen nach außen befördert werden. Er kann auf das Eßgeſchirr,
die Bett= und Leibwäſche (beſonders die Taſchentücher), die Kleider und das
Spiel=
zeug übertragen werden und haftet an dieſen Gegenſtänden unter Umſtänden lange
Zeit in lebensfähigem Zuſtande. Auch im Munde und namentlich im Naſenſchleime
hält ſich ſelbſt nach vollſtändiger Geneſung des Erkrankten der Anſteckungsſtoff oft
noch lange Zeit; ſogar Perſonen, die anſcheinend geſund ſind, aber mit
Diphtherie=
kranken in Berührung gekommen waren, können den Anſteckungsſtoff dort
be=
iherbergen und andere Perſonen anſtecken; auf dieſe Weiſe ſind häufig
Ueber=
ftragungen z. B. iin Schulen erfolgt.
Auch durch Nahrungsmittel, welche aus Behauſungen von Diphtheriekranken
ſtammen (Milch), iſt die Krankheit verſchleppt worden.
4. Abſonderung der Kranken. Diphtheriekranke ſind möglichſt bald von der
Umgebung, namentlich aber von Kindern, abzuſondern und am beſten einem
Krankenhauſe zu überweiſen. Die Ueberführung in das Krankenhaus iſt ſchon im
eigenen Intereſſe des Patienten wegen der nicht ſelten plötzlich eintretenden
Lebens=
gefahr zu empfehlen; ſie wird jedenfalls dann dringend ratſam, wenn dem Kranten
ein eigenes Zimmer nicht eingeräumt werden kann oder beſonderes Pflegeperſonal
nicht zur Verfügung ſteht oder eine Uebertragung auf weitere Kreiſe zu befürchten
iſt, wie in Schulgebäuden, Erziehungsanſtalten, Gaſthäuſern, Wirtshäuſern, Pflege=,
Straf= und ſonſtigen Anſtalten, Milch= und ſonſtigen Lebensmittel=Handlungen uſw.
Beſuch iſt zu dem Kranken nur mit Zuſtimmung des Arztes zuzulaſſen.
Das Küſſen von Kranken und Geneſenden iſt gefährlich und deshalb zu
unter=
laſſen. Selbſt bei leichtem Krantheitsverlaufe ſind Kinder aus einem Haushalte,
in dem ſich ein Diphtheriekranker beſindet, von jedem Schul= und Unterrichtsbeſuche
und vom Verkehr mit anderen Kindern auf Straßen und Plätzen fernzuhalteß.
Auch die erwachſenen Angehörigen des Kranken ſollen den Verkehr mit fremden
Kindern unterlaſſen. Bei Kindern, welche mit Diphtheriekranken in Berührung
gekommen ſind, iſt täglich der Hals zu unterſuchen; bei verdächtigen
Krankheits=
erſcheinungen iſt ſofort der Arzt zu benachrichtigen.
Der Geneſende ſollte mit der geſunden Umgebung nicht früher in Berührung
kommen, bevor nach dem Gutachten des Arztes die Anſteckungsgefahr geſchwunden iſt.
Geneſenden iſt häufiges Gurgeln und Ausſpülen des Mundes mit ärztlich
angeordneten Mitteln anzuempfehlen.?)
Wer einen Diphtheriekranken, deſſen Wäſche oder Bett berührt hat, reinige
unmittelbar nachher die Hände mit einer desinfizierenden Flüſſigkeit (ſiehe
Ane=
merkung am Schluß.)
Zum Schutze der Umgebung, namentlich der Geſchwiſter der erkrankten Kinder,
wird die vorbeugende Impfung mit Diphtherieheilſerum empfohlen.
5. Verhalten des Pflegeperſonals. Perſonen, welche einen Diphtheriekranken
pflegen oder warten, ſollen leicht zu reinigende Ueberkleider oder die ganze vordere
Körperhälfte bedeckende Schürzen und Schutzärmel tragen und ſtets die größte
Reinlichkeit beobachten. Sie ſollen mehrmals täglich den Mund mit einem ärztlich
angeordneten Mittel=ausſpülen. Wenn ſie einen Kranken oder ſeine Wüſche berührt
oder die Ausſcheidungen aus Mund und Naſe des Kranken beſeitigt haben, müſſen
ſie ihre Hände mit Sublimatlöſung oder verdünntem Kreſolwaſſer gründlich
as=
bürſten und mit warmem Waſſer und Seife waſchen. Zu dieſem Zwecke ſoll in dem
Krankenzimmer eine Schale mit Desinfektionsflüſſigleit bereitſtehen. Das
Pflege=
perſonal wird dringend davor gewarnt, Speiſen mit ungereinigten Händen zu
be=
rühren oder Gegenſtände in den Mund zu bringen, die im Krankenraum
ver=
unreinigt ſein können, z. B. Eß= und Trinkgeſchirre; auch ſoll es ſich davor hüten,
ſich von dem Kranken anhuſten zu laſſen.
6. Beſeitigung der Ausſcheidungen. Von Beginn der Erkrankung an bis zu
ihrer Beendigung ſind der Naſen= und Rachenſchleim und die Gurgelwäter des
Kranken ſowie die von ihm benutzten Gegenſtände fortlaufend zu desinfizieren.
Zu dieſem Zwecke ſind der Auswurf und das Gurgelwaſer des Kranken in
Spei=
gefäßen aufzufangen, die bis zur Hälfte mit verdünntem Kreſolwaſſer gefüllt ſind:
die Gemiſche dürfen erſt nach zweiſtündigem Siehen in den Abort geſchüttet werden.
Andernfalls werden zum Auffangen des Naſen= und Rachenſchleims, jeruer zum,
Abwiſchen des Mundes und der Naſe zweckmäßig Mulläppchen beuntzt, die nach dem
Gebrauch in derſelben Weiſe wie die Wäſche (Nr. 7) zu desiufizieren ſind oder, was
noch beſſer iſt, verbrannt werden.
7. Behandlung von Wäſche, Kleidern und Gebrauchsgegenſtänden. Beit= und
Leibwäſche, zur Reinigung der Kranken benutzte Tücher, namenilich Taſchentüücher,
1401
*) Anmerkung. Kindern kann in Anbeiracht ſpatere: Lrant”
treib genug das Gurgeln gelehrt werden.
verbleibt und hier gereinigt wird. Vor der Benntzung durch andere muß ies
15 Minuten lang in Waſſer, dem Soda zugeſetzt werden kann, ausgekocht werden
Leicht brenubare Spielſachen und Bücher ſowie andere vom Kranken benutzle
wertloſe Gegenſtände werden am beſten verbrannt.
8. Desinfektion der Wohnung.
ge endtend erelinh nek necg ſeinen ode ſind des Arantenginmer lad ale eine
ſonſt von: dem Kranken benutzten Räume nebſt Inhalt vorſchriftsmäßig zu
desinfizieren. Bis zur erfolgten Desinfektion iſt das Zimmer geſchloſſen zu
halten.
99. Beſörderung von Diphtheriekranken. Diphtheriekranke ſind, wenn möglich.
in Krautenwagen zu befördern. Zur Fortſchaffung von Kranken ſoll öffentliches
Fuhrwerk (Droſchken, Straßenbahnwagen und dergl.) nicht benutzt werden. Hat
dies ausnahmsweiſe geſchehen müſſen, ſo iſt alsbald eine gründliche Desinfektion
vorzunehmen. Das gleiche gilt von Kinderwagen.
Auch von Diphtherieleichen kann eine Anſteckung ausgehen. Sie ſind daher
ſo bald als möglich aus dem Sterbehauſe in eine Leichenhalle überzuführen, oder,
falls eine ſolche nicht vorhanden iſt, in einem geſonderten, verſchließbaren Raume
aufzuſtellen. Die Ausſtellung der Leiche im offenen Sarge, Bewirtungen im
Sterbehauſe uſw. ſind gefährlich und deshalb zu unterlaſſen. Kinder ſollen von,der
Leiche eines an Diphtherie Verſtorbenen ferngehalten werden.
Aumer kung.
Als Desinfektionsmittel werden empfohlen:
1. Verdüuntes Kreſolwaſſer (2,5prozentig). Zur Herſtellung werden entweder
50 ccin (d. h. 3 bis 4 Eßlöffel) Kreſolſeifenlöſung (Liquor Cresoli saponatus des
Arzneibuches für das Deutſche Reich) oder ½ Liter Kreſolwaſſer (Aqua eresolica)
mit Waſſer zu 1 Liter Desinfektionsflüſſigkeit aufgefüllt und gut durchgemiſcht.
2. Sublimatlöſung (¼aprozentig). Zur Herſtellung werden von den käuflichen,
roſa gefärbten Sublimatpaſtillen (Pastilli Lydrargzri biehlorati) entweder 1 Paſtille
zu 1 Gramm oder 2 Paſtillen zu. je ½ Gramm in 1 Liter Waſſer aufgelöſt.
Aenderung der §§ 8—10 des Ortsbanſtatuts
für die Stadt Darmſtadt.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 11. November v. J. werden,
nach Begutachtung durch den Kreisausſchuß, mit Genehmigung Großh. Miniſteriums
des Innern vom 19. ds. Mts., zu Nr. M. d. J. 6124, die §§ 8—10 des Ortsbauſtatuts
für die Stadt Darmſtadt vom 26. Mai 1886 hiermit aufgehoben und durch folgende
Beſtimmungen erſetzt, die ſofort in Kraft treten:
Der jetzige § 8 fällt weg. An ſeine Stelle tritt der jetzige § 9 als §.8.
Als § 9 wird eingeſchoben:
Zu Artikel 21 Allgemeine Bau=Ordnung.
§ 9.
Die Anlieger haben nach Maßgabe der! Vorſchriften des Artikels 21 der
All=
gemeinen Bau=Ordnung zu tragen:
1. Den Aufwand für den Erwerb des für die Straßen einſchl. der
Straßen=
kreuzungen erforderlichen Geländes.
2. Die Koſten der für die Herſtellung des Straßenkörpers (Fahrbahn und
Bürger=
ſteige einſchließlich der Straßenkreuzungen) erforderlichen Erd=Arbeiten.
3. Die Koſten der den Bedürfniſſen des Verkehrs entſprechenden erſten
Einrich=
tung der Straße mittels Chauſſierung der Fahrbahn und Pflaſterung der
Goſſen.
4. Die Koſten für Herſtellung von Fußſteigen nach Maßgabe der Vorſchriften
des § 10.
Inſofern es in einzelnen Fällen (wie insbeſondere bei Straßendurchbrüchen) zu
ungerechtfertigten Härten führen würde, die Anlieger nach vorſtehenden Beſtimmungen
heranzuziehen, kann die Stadt durch Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung für
einzelne Straßen oder Straßenteile die obenverzeichneten Aufwendungen ganz oder
teilweiſe übernehmen.
Als § 9a wird eingeſchoben:
§ 9 a.)
Die Ermittelung und Verteilung der nach § 9 von den Anliegern zu erſetzenden
Koſten erfolgt nach den Vorſchriften des Artikels 21, Abſatz 2 der Allgemeinen
Bau=
ordnung.
Sofern nicht ſämtliche beteiligten Grundeigentümer das erforderliche
Straßen=
gelände der Gemeinde unentgeltlich in Eigentum übertragen, wird bei Ermittelung der
Gelände=Erwerbskoſten unter Zugrundelegung des Preiſes des etwa gegen Entgelt
er=
worbenen Geländes und auf Grund eines Gutachtens des Ortsgerichts von der
Bürger=
meiſterei für das zunächſt ohne Preisbildung der Stadt in Eigentum abgetretene
Straßengelände ein Wert ermittelt und in Rechnung geſtellt, jedoch beim Ausſchlag der
Koſten den betreffenden Anliegern von der für ſie ermittelten Beitragslaſt vorweg in
Abzug gebracht Für den Ausſchlag bleiben außer Betracht und ſind nach den ſeither
gültigen Beſtiminungen zu behandeln — diejenigen durch die nächſten Querſtraßen oder
Anlagen begrenzten Straßenabſchnitte, in denen z. Zt. des Inkrafttretens dieſes Statuts
Gebände bereits errichtet oder Neubauten bereits begonnen ſind.
Ziffer b des § 10 fällt weg.
Als § 10a wird eingeſchoben:
§ 10a.
Die auf Grund dieſer Ortsbauſatzung zu erfüllenden Verpflichtungen haben die
Natur öffentlicher Laſten und Abgaben und unterliegen deshalb auch demſelben
Ver=
fahren, welches bei der Beitreibung öffentlicher Laſten und Abgaben ſtatfindet. Dieſe
Verpflichtungen gehen ohne weiteres auf die den Verpflichteten im Eigentum nachfolgen=
(93960o
den Perſonen über.
Darmſtadt, den 29. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Bekanntmachung.
Wir beabſichtigen, einen zu Zuchtzwecken nicht mehr geeigneten Faſel=Eber zu
verkaufen. Die Verkaufsbedingungen können täglich während der Geſchäftsſtunden bei
uns eingeſehen werden und die Kaufangebote ſind ſchriftlich und verſchloſſen daſelbſt
(6373
bis zum 7. Mai I. J., nachmittags 5 Uhr, einzureichen.
Arheilgen, den 29. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei daſelbſt.
Benz.
Mannheimer Mai-Markt 1910
vom 1. bis 4. Mai.
(7244II
Pferderennen am 1., 3. und 8. Mai.
Ziehung der Lotterie — bar Geld sofort — am 4. Mai.
35 Hauptgewinne. Erster Preis: 2 Paar Wagenpferde.
1965 Silberpreise und andere Gegenstände.
zus. 2000 Gewinne im Werte von Mk. 50000.−
Für die Wagenpferde 75%, für die Arbeitspferde und Rindviehgewinne
80% bar, für die Silberpreise der volle Geldwert.
Los Mk. 1.—, 11 Lose Mk. 10.−. —
Kassier: Johs. Peters, C4 Nr. 1.
Mannheim, im Januar 1910.
Landwirtschaftlicher Bezirksverein.
Badischer Rennverein.
met, 10 Mie, alt.
Wolfshund, ſehr geiehrig, zu verkat:
bei Peter Merker L, Schögeweiherſtr. 41.
(9255sci
Driesheim b. D.
Ene noch ſehr gut=Hand=
Nähmaſchine! Nähmaſchine, wie neu,
eroevereoeocoe gegeses2.
Auf bequeme
Abzahlung
Herren-,
Damen-, Kinder-
Konfektion
Manufakturwaren
Möbel
Polsterwaren
Betten
Kleinste Anzahlung.
Bequemste
Abzahlung.
ADAM KARN
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Mai 1910.
Nummer 164.
Aushändigung der Loſungsſcheine
an die Militäepflichtigen.
Diejenigen Militärpflichtigen, die ſich im
laufenden Jahre dahier zur Muſterung
ge=
ſtellt haben und in der Stadt Darmſtadt
wohnhaft ſind, werden hierdurch
aufgefor=
dert, ihre Loſungsſcheine in der Zeit von
Montag, den 2. Mai bis einſchließlich
Samstag, den 7. Mai ds. Js., vorm.
von 9—12 Uhr, auf dem Stadthauſe,
Rheinſtraße 18, Zimmer Nr. 21, abzuholen
oder gegen vorzulegende
Empfangsbeſchei=
nigung abholen zu laſſen.
Nach Ablauf dieſer Friſt erfolgt
Zu=
ſtellung auf Koſten der Säumigen.
Darmſtadt, den 27. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt
9208soms) J. V.: Egenolf.
Bauarbeiten.
Die bei Herrichtung der Feuerwehrſtation
hinter der Stadtkirche vorkommenden Erd=,
Maurer=, Steinhauer=(ca. 7 cbm Baſaltlava),
Zimmer=, Dachdecker=, Spengler= und
Grob=
ſchloſſerarbeiten, ſowie die Trägerlieferung
ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte
Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Montag, den 9. Mai 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 29. April 1910.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
(9247so
Bekanntmachung.
Montag, den 9. Mai I. Js.,
nachmit=
tags 4 Uhr, werden im Hofe des
ſtädti=
ſchen Krankenhauſes hier eine Menge weißer
und farbiger Lumpen ſowie verſchiedene
Taſchenuhren und Goldſachen meiſtbietend
gegen bare Zahlung verſteigert.
(9374
Die Direktion:
Dr. Fiſcher.
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen des Bäckermeiſters
Wilhelm Weber zu Griesheim bei
Darm=
ſtadt wird heute, am 30. April 1910,
nach=
mittags 1½ Uhr, das Konkursverfahren
er=
öffnet.
Der Amtsgerichtstaxator Ernſt Wolf
in Darmſtadt, Mühlſtraße 62½, wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
20. Mai 1910 bei dem Gerichte an
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 120 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forder=
ungen auf
Montag, den 30. Mai 1910,
nachmittags 4 Uhr
vor dem unterzeichneten Gerichte, neues
Gerichtsgebäude, Zimmer Nr. 118, Termin
anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur Kon
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 20. Mai 1910
(3402
Anzeige zu machen.
Großh. Amtsgerichts Darmſtadt II.
Bekanntmachung.
Die im Verkaufsbezirk der Ober=
Poſt=
direktion in Frankfurt (Main), zu dem
die Ober=Poſtdirektionsbezirke Darmſtadt,
Frankfurt (Main), Karlsruhe (Baden),
Kon=
ſtanz, Metz und Straßburg (Elſ.) gehören,
vorhandenen Telegraphenaltmaterialien
(Drähte aus Bronze und Kupfer ſowie
altes Eiſen, Blei, Zink, Meſſing pp.) ſollen
im Wege der öffentlichen Anbietung
ver=
kauft werden.
Die Anbietungsbedingungen ſowie
For=
mulare für die Angebote, in denen die zum
Verkaufe geſtellten Altmaterialien verzeichnet
ſind, können von der Kanzlei der Ober=
Poſt=
direktion Frankfurt (Main) gegen
Einſen=
dung einer 20 Pfg.=Marke für frankierte
Zuſendung bezogen werden. Die Angebote
ſind mit der Aufſchrift „Angebote auf
Tele=
graphenaltmaterial” bis zum 10. Mai,
9 Uhr vormittags, an die unterzeichnete
Ober=Poſtdirektion, Hohenzollernplatz 60—64,
einzuſenden, woſelbſt die Eröffnung und
Ver=
leſung der Angebote in Gegenwart der
er=
ſchienenen Bieter im Zimmer Nr. 169
ſtatt=
findet.
(C9394,32
Frankfurt (Main), 26. April 1910.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.
50
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 4. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreiner Joſef Hütten
Ehe=
leuten dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 3186//100 181 Hofreite
Kaup=
ſtraße Nr. 23,
in unſerm Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K183/09
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 13. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L8416,67
Müller.
Dünger=Verſteigerung.
Am Mittwoch, den 4. Mai 1910, um
990 vormittags wird die außerhalb der
Ka=
ſerne befindliche Wechſelſtreu aus 2
Batterie=
ſtällen öffentlich und meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft an der Artilleriekaſerne am
(9260so
Beſſungerweg.
Darmſtadt, den 30. April 1910.
I. Abteilung Feldartillerie=Regts. Nr. 61.
Guter Privat=Mittagstiſch Garten=
(8723a
traße 9, 1. Stock.
esucht
Tennisplatz
Mai — Juli
(*10989
Mittwoch u. Sonnabend von 4—7 Uhr
P. Strich, Gutenbergſtr. 12, part.
Gesucht
eine elegante 3—4=Zimmerwohnung zum
1. Juli. Angabe des Preiſes und
Stock=
werkes erbeten. Angebote unter K 23
an die Expedition ds. Blattes. (*10967
ſucht p. 1. Jult in gut.
Beſſere Fam. Hauſe gr. 3=Zimmer=
Wohnung. Nähe Emilgarten. Offert. mit
Preis u. K 7 an die Exp. ds. Bl. (*10892so
2=Zimmerwohnung
große, wird von kleiner Familie (3 Perſonen)
zum 1. Juli oder ſpäter im Martinsviertel
zu mieten geſucht. Offerten unter K 35
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Mai 1910.
Nummer 101.
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Fägegegegugsgugegegsgssdtugsgesgeshe
Hberdn zu kaben!
armſtädter Hausbeſithzerverein
eingetragener Verein
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Haupf=Versammlung
Montag, den 2. Mai 1910, abends 8½ Uhr,
im Gaſthof Prinz Carl, Karlſtraße 1, 1 Treppe.
Tages=Ordnung.
1. Bericht über das verfloſſene Vereinsjahr, Rechnungsablage,
Bericht der Rechnungsprüfer, Feſtſetzung des Voranſchlags,
Ergänzungswahl des Vorſtandes.
2. Vortrag des Herrn Regierungsrat, Direktor der
Heſſiſchen Landes=Hypothekenbank, Bastian
Der Geldmarkt.
Etwaige Anträge bittet man bis längſtens 30. April ds. Js., bei dem
Vorſtand einzureichen.
Wir erſuchen unſere Mitglieder, Herren wie Damen, zahlreich erſcheinen zu wollen.
Der Vorstand.
8856sio)
Verein der Detaillisten, Darmstadt-
Eingetragener Verein.
Einladung zur Hauptversammlung
am Dienstag, den 3. Mai 1910, abends 9 Uhr, im Kaiſerſaal
(kaufm. Vereinsſaal)
Tagesordnung: 1. Jahresbericht 1909/10, 2. Rechnungsablage, 3. Ergänzungswahl des
Vorſtandes, 4. Neuwahl der Rechnungsreviſoren, 5. Anträge und Beratungen.
Der Vorstand.
9009io)
Deuischer und Oesterreichischer
Alpenverein, Sektion Darmstadt.
(E. V. Gegründet 1870.)
Der für Montag, 2. Mai angekündigte Vortrag kann wegen
Erkrankung des Redners nicht ſtattfinden.
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Der Vorstand.
Verein für Pogel= und Geſtügellucht
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Montag, den 2. Mai 1910, abends 9 Uhr
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I. Festtag:
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Chr. W. Gluck.
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3. Streichquartett
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Die Kammermusikvereinigung Darmstadt
Hofrat de Haan, Konzertmeister Schmidt,
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mann, Hofmusiker Delp, Andrae.
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4. Fantasie (op. 17, C-dur) für Klavier . . . . . . .
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Die Kammermusikvereinigung Darmstadt.
Konzertflügel: Bechstein aus dem Hofpianolager A. W. Zimmermann, Marienplatz.
Samstag den 4. Juni
II. Festtag:
1. Streichquartett (F-dur, Köchel 590)
. W. A. Mozart.
„ Havemannquartett, Hamburg(aust. Havemann(Violine I)
Karl Grötzsch (Violine II), Anton Grünsfelder (Viola)
Dr. J. Sakom (Violoncello).
2. Lieder für Sopran . . . . .
. F. Schubert.
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3. Klavierquartett (op. 60, C-moll)
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. J. Brahms.
Prof. Max Reger (Leipzig) und Havemannquartett.
Konzertflügel: Steinway u. Sons, New-Vork-Hamburg, Vertreter: Hoflieferant
A. W. Zimmermann, Marienplatz.
½ Stunde Pause.
4. Sonate für Klavier . .
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Herr Frèdéric Lamond, Berlin.
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6. Octett für Streichinstrumente . . .
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Havemannquartett und Kammermusikvereinigung Darmstadt.
Konzeriflügel: Bechstein aus dem Hofpianolager A. W. Zimmermann, Marienplatz.
Sonntag den 5. Juni
III. Festtag:
1. Trio für Klavier, Violine und Violoncello
. . . Steph. Krehl.
Prof. Max Reger, Gustav Havemann, Dr. J. Sakom.
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Der Komponist mit der Kammermusikvereinigung Darmstadt.
½ Stunde Pause.
4. Streichquartett .
. F. Woyrsch.
Havemannquartett, Hamburg.
5. Lieder für Sopran . .
. Cl. Debussy.
Frau Lauprecht-Lammen.
6. Klavierquartett
. Max Reger.
Der Komponist mit dem Havemannquartett.
Konzeriflügel: Steinway u. Sons, New-Vork-Hamburg, Vertreter: Hoflieferant
A. W. Zimmermann, Marienplatz.
Anfang: 6 Uhr.
Ende: ca. 8¾/ Uhr.
Saal- und Kasseöffnung: 5½ Uhr.
— Die Hüte müssen vor dem Eintritt in den Konzertsaal abgenommen werden.
Eintrittskarten für die drei Konzerte in der Hofmusikalienhandlung G. Thies
Nachf., Elisabethenstrasse, vom 9. Mal ab. (Besonderer Sperrsitz 15 M.,
Sperrsitz 12 M., Estrade und Balkon, 1. Reihe 9 M., Saal 8 M., Estrade
und Balkon, nichtnumeriert 5 M.,)
Vorausbestellungen (schriftlich) an Herrn J. Harres, Saalbaustrasse 79.
Einzelkarten (6, 5, 4, 3, 2, 1 M.) vom 25. Mai ab bei a. Thies Nachf. und an
der Tageskasse im Saalbau.
Textbuch (Programme und Texte für die drei Konzerte) in den Buch- und
Musikalienhandlungen und an der Kasse (50 Pfg.).
Der Festausschuss.
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Geschäftsempfehlung und Verlegung.
Meine Lohnkutſcherei befindet ſich jetzt
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* Nieder=Ramstädterstrasse 27.
55
Johannes Fischer, seither Grafenstr. 22.
Nummer 101.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 2. Mai 1910.
Handel und Verkehr.
II. Frankfurt a. M., 29. April. (
Börſen=
wochenbericht.) Die Börſe hatte in der
abgelaufe=
nen Woche ein ſehr belebtes Ausſehen, verbunden mit
größeren Schwankungen. Zum Teil lagen von Amerika
neuerdings ungünſtige Nachrichten vor, die indes von
unſerer Spekulation kaum beachtet wurden, denn man
muß ſich, angeſichts der öfteren Vorkommniſſe dort,
ſtets auf Ueberraſchungen gefaßt machen. Allerdings
kam am Kupfermarkt eine ausgeſprochen matte
Halt=
ung zum Durchbruch, und die Wetterſchäden in den
Baumwollſaaten und das gleichzeitige Falliſſement einer
bedeutenden Baumwollfirma in Südamerika ſetzten der
Unternehmungsluſt einen Dämpfer auf. Hier boten
jedoch die Hauſſe in Elektrizitätsaktien und der
Schan=
tungbahn eine weſentliche Stütze des Marktes.
Schließ=
lich machten die Ausführungen des Präſidenten
Haven=
ſtein im Zentralausſchuß der Reichsbank einen weiter
günſtigen Eindruck. Er bezeichnet die Lage der Bank
als gut; es ſei kein Anlaß vorhanden, eine Aenderung
des Diskontſatzes vorzunehmen. Im Laufe dieſes
Jahres betrage der Goldimport 52 Millionen Mark
mehr als im Vorjahre. In dem Zwiſchenſtatus vom
27. d. M. habe ſich der Ultimo kaum geltend gemacht.
Die Anlagen an Wechſeln und Lombarden ſeien um
15 Millionen Mark weniger, die Schatzanweiſungen
um 6 Millionen Mark mehr geweſen. Die Bareinlagen
waren um 17 Millionen Mark höher, der
Notenum=
lauf um 20 Millionen Mark geringer, die fremden
Gel=
der um 20 Millionen Mark höher. Die ſteuerfreie
Notenreſerpe betrug 230 Millionen Mark gegen 196
Millionen Mark im Vorjahre. Unter dieſen Darleg= 1 Prozent.
ungen konnte man keine weiteren Beſorgniſſe für die
demnächſtige Geldſituation hegen und verkehrte in
feſter Stimmung. Am deutſchen Rentenmarkt blieb es
hingegen ſehr ſtill und ſind kleinere Einbußen
aufzu=
führen.
ders die ruſſiſchen bevorzugt auf die guten Saaten= Bahn, das bei ſchönem Wetter ſtattfand, brachte der
beachtet infolge der großen Kautſchukkonjunktur und 1 länder auf Neckarſulm mit einer halben Meile Vor=
Kaffeerealiſationen, die dem Wohlſtand des Landes be= ſprung gegen Wodman (Indian) und Crundall (
Hum=
paner. Von Transportaktien waren Aktien der Schan= 46½ Meilen. Die Mercedes=Wagen, die an verſchiede=
daß die bayeriſche Regierung der Elektrizität größere
Aufmerkſamkeit und Förderung zuwenden wolle;
außer=
dem verlautete, daß die Geſellſchaft demnächſt eine neue
Lampe an den Markt bringe. Auch Allg. Elektr.=
Geſell=
ſchaft erzielten eine größere Avance. Im übrigen
wurden zum Teil auch Gewinſtrealiſationen
vorge=
nommen. Holzverkohlung gingen auf 221, Chemiſche
Albert auf 480½ zurück, während Deutſche Gold= und
Silberſcheide=Anſtalt und Reiniger, Gebbert und Schall
höher ſchließen. Kunſtſeide und Neue Photographiſche
Seite 19.
Geſellſchaft ſchwach, 166 reſp. 75½.
Von Loſen notieren: Augsburger 39,25, Braun=
länder 10=Fres.=L. 31, Türkiſche 181, Venediger 41, alles
in Reichsmark: Gothaer Prämie I 141,90, Gothaer
Prämie II 117,60, Donau=Regulierung 144, Madrider
76,80, alles in Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs
(bis 1918 unkündbar) 102,10, 3½proz. Reichs 93,10,
3proz. Reichs 84,60, 4proz. Heſſen von 1899 101 G., 4proz.
Heſſen von 1906 101,20 G., 4proz. Heſſen von 1908 101,40,
4proz. Heſſen von 1909 101,35, 4proz. Darmſtädter 100,30,
3½proz. Darmſtädter 92,10, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pf.
(Serie 18—20) 101,60 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pf.
Ohio 107,20, 4proz. 1902er Ruſſen 92, 4½proz. Ruſſen
100,50, 3/oproz. Ruſſen 88,70, 3½proz. Ruſſen 85,50,
3proz. Ruſſen 78,50. Privatdiskont 3¼ bis 3½
Sport.
sr. Deutſcher Erfolg auf der
Brook=
lands=Automobil=Renſnbahn. Das zweite
Von den ausländiſchen Staatsfonds waren beſon= Automobil=Meeting auf der engliſchen
Brooklands=
ſtandsberichte. Auch öſterreichiſch=ungariſche Gattungen deutſchen Induſtrie einen Erfolg. In dem
April=
konnten profitieren; ebenſo waren Braſilianer mehr Motor=Cyele=Handicap über 8½ Meilen ſiegte
Ober=
ſonders dienlich ſein werden. Abgeſchwächt ſind Ja= ber). Die erreichte Stundengeſchwindigkeit betrug
tungbahn recht lebhaft und bis 141 ſteigend. Die Grund= nen Konkurrenzen teilnahmen, konnten nur zweite
lagen dieſer Steigerung bildeten die bereits bekannten oder dritte Plätze beſetzen. Zu erwähnen iſt noch der
Erörterungen wegen der Erſchließung neuer
Zufuhr=
quellen für die Bahn und verſchiedene Gerüchte von
einem Anſchließen an die bald zu perfektionierende
Chineſiſche Nordbahn. Bankwerte lagen anfangs
ſchwächer, doch auch hier trat ſpäter größere Befeſtigung
ein. Recht widerſprechend lauteten die Berichte über
die Montaninduſtrie, und dementſprechend waren
Aktien der Eiſen= und Kohlengeſellſchaften zeitweilig
ſehr gedrückt. Erſt bei Wochenſchluß erfolgten ſtärkere
Rückkäufe, die eine teilweiſe Erholung bewirkten.
Am Kaſſainduſtriemarkt waren namentlich die
Aktien der Schuckertwerke ſteigend auf die Hoffnungen,
Sieg des Engländers Nancock, der mit dem Vauxhall=
Wagen des Mr. Kidner ein Handicap überlegen gegen
feinen einzigen Konkurrenten Fargulſarſon (
Mer=
cedes) gewann. Nancock wie Kidner werden beide an
der diesjährigen deutſchen Prinz Heinrich=Fahrt
teil=
nehmen.
r. Die engliſchen Lawn=Tennis=
Mei=
ſterſchaften auf gedeckten Spielplätzen im Queens=
Klub brachten am dritten Tage die deutſchen Farben
zu Ehren, da die an dem Turnier teilnehmenden
Spie=
ler Uhl und Hendriks in der Herren=
Doppelmeiſter=
ſchaft über Stoner=Wolan in der erſten Runde 7—5,
Sad, bac ſiegten. Im Herren Eingekfpiel gewannen
Douſt gegen Price 6—2, 6—2, 6—2 und R. Powell
gegen „Noo” 6—3, 6—2, 1—6, 4—6, 6—3, während die
Damen=Meiſterſchaft die Siege von Mrs. O'Neill
über Miß D. Holman 6—4, 6—2 und von Miß
Salus=
bury über Miß H. Lisner 6—3, 6—0 brachten.
Vermiſchtes.
** Das Gemälde des Briefträgers in der Akademie.
Die Kunſtausſtellung in der Londoner Royal Academy
wird in dieſem Jahre auch ein Bild ausſtellen, das des
beſonderen Intereſſes des Publikums ſicher iſt: es handelt
ſich um eine trefflich gemalte Landſchaft, die von einem
Londoner Briefträger geſchaffen worden iſt. Die
Hänge=
kommiſſion hat das Kunſtwerk ſofort für die Ausſtellung
angenommen und vor einigen Tagen hat Samuel Hancock,
der malende Briefträger, die frohe Botſchaft von dieſem
ſeinem erſten Erfolge erhalten. Er iſt ihm von Herzen zu
gönnen, denn Jahre lang hat der kleine Beamte im
Kampfe mit den widrigen Verhältniſſen ſeinen Mut nicht
verloren und mit zähem Fleiße an der Ausbildung ſeines
Talents gearbeitet. Mit ſeinem kleinen Gehalt lebt Hancock
kümmerlich genug mit ſeiner Frau und ſeinen zwei
Kin=
dern. Das Schickſal verſagte ihm eine beſſere
Schulbil=
dung, er hat nur die Volksſchule beſucht, aber die Natur
verlieh ihm als Erſatz eine andere Gabe: die
leidenſchaft=
liche Sehnſucht, zu malen. Keine äußeren Hilfsmittel
ſtanden ihm zur Verfügung, ohne Anleitung begann er
ſeine erſten Arbeiten, in denen er noch herzlich ungeſchickt
der Leinwand die Farbenerlebniſſe anvertraute, die ihm
die Natur geſchenkt hatte. Sein erſtes Bild hängt noch in
dem Hinterzimmer ſeiner kleinen Wohnung, ſein letztes
hängt endlich in der Royal Academy. „Ich hatte immer
eine beſondere Sehnſucht zum Malen” ſo erzählte der
Briefträger einem Interviewer in der ihm eigenen,
an=
ſpruchsloſen Weiſe. „Es zwang mich etwas, in Farben
das auszudrücken, was ich fühle. Acht Jahre lang habe ich
regelmäßig der Royal Academy die Frucht meiner
Be=
mühungen eingereicht, aber ein Bild nach dem anderen
wurde abgelehnt, in dieſem Jahre kam die Wandlung. Ich
ſchickte mein Lieblingsbild, an dem ich die zwei letzten
Jahre gearbeitet hatte. Vierzehn Tage lang ſchwebte ich
in banger Erwartung, bis mir eines Tages ein Kollege
einen Brief mit einer Handſchrift brachte, die mir fremd
war. Darin wurde ich aufgefordert, in die Akademie zu
kommen. Keinem meiner Freunde ſagte ich ein Wort
da=
von, denn ich konnte das Glück ſelbſt kaum glauben.‟ Er
bat bei ſeinem Poſtamt um Urlaub und erhielt auch einen
Vormittag frei. In der Akademie wurde er von einer
Reihe von Mitgliedern freundlich bewillkommnet; er iſt
ſehr froh, daß ſein Bild in der gleichen Reihe mit den
be=
deutenderen Werken der Ausſtellung aufgehängt iſt. Das
Gemälde führt den Titel „Der ſilberne Mond” und gibt
eine Impreſſion, die von einem Dampfer aus gewonnen
iſt. Hancock ſpricht mit ruhiger Freude über das Urteil,
das einige Akademiker über ſein Gemälde gefällt haben;
die aufmunternde Anerkennung nach all den Jahren der
Arbeit und der Entbehrung hat ihm neuen Mut gegeben.
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