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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
173. Jahrgang
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Inſerafe
werden angenommen in Darmſtadt,
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ſowie von unſeren Agenturen und
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
N 99.
Freitag, den 29. April.
1910.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Regierung und Reichsverſicherungsordnung.
Da der Reichskanzler trotz der Erkrankung
des Staatsſekretärs Delbrück den
Reichstagsverhand=
der anweſende Miniſterialdirektor nur kurz zu tatſächlichen
daß es der Regierung mit dieſem großen geſetzgeberiſchen
Werke nicht völliger Ernſt ſei. Herr v. Bethmann Hollweg
„Nordd. Allg. Ztg.” widerſprechn laſſen; außerdem aber
bat er am 22. ds. Mts, den Heraubsgeber der „Sozialen
Praxis”, Prof. Dr. E. Francke, zu ſich und erteilte ihm
im weſentlichen die nachſtehenden, von der „Sozialen
Praxis” wiedergegebenen Aufſchlüſſe:
Niemand bedauere mehr als er ſelbſt das unglückliche
Zuſammentreffen von Umſtänden, das zu der (oben
er=
wähnten. D. Red.) irrigen Auffaſſung Anlaß gegeben
ſeiner Beſprechung mit Staatsſekretär Delbrück beiderſeits
eine vollſtändige Uebereinſtimmung betreffs der
Reichsver=
ſicherungsordnug herausgeſtellt. Die plötzliche Erkrankung
des Staatsſekretärs habe leider die Dispoſitionen der
Re=
gierung geſtört. Seine eigenen Anſichten über die
Vor=
er nur die Wahl gehabt, entweder einige allgemeine
Aus=
führungen zu machen oder ſich auf Einzelheiten feſtzulegen. ſchulen zugelaſſen werden.
Beides halte er nicht für die Aufgabe des Kanzlers. Man
tue ihm aber ſchweres Unrecht, wenn man aus ſeinem
Schweigen eine Aenderung ſeiner Teilnahme an dem
Schickſal der Reichsverſicherungsordnung folgere. Als Beruf der Gattin und Mutter zu erziehen. Die Frau, die
Staatsſekretär habe er dieſes Reformwerk eifrig gefördert;
es nicht ſelbſt durch Bundesrat und Reichstag führen zu
können, ſei von ihm beim Scheiden aus dem Reichsamt des
von der Notwendigkeit und Erſprießlichkeit der
Verein=
heitlichung und Erweiterung des Verſicherungsweſens voll
überzeugt. Die Regierungen ſtünden feſt zu ihrem
Ent=
wurf. Gegen Verſuche, einzelne Teile, wie die
Hinter=
bliebenenverſicherung und die erweiterte
Krankenverſiche=
rung, aus der Vorlage herauszureißen, den Aufbau der
Organiſation aber beiſeite zu ſchieben, verwahre er ſich.
Gewiß erſchwere der gewaltige Umfang der Aufgabe ihre
Löſung; allein dies ſei zunächſt Sache des Reichstags.
Er ſelbſt werde alles tun, was in ſeinen
zu einem guten Ende zu führen.
Prof. Dr. Francke hofft zuverſichtlich, daß dieſe
Erklä=
rungen des Reichskanzlers jeden Zweifel, als ob es der
Regierung mit der Reichsverſicherungsordnung nicht ganz
ernſt wäre, beſeitigen werden. Solle das Reformwerk
überhaupt zuſtande kommen — und wofern es diesmal nicht
gelinge, ſo ſeien die Ausſichten dafür auf lange Zeit
be=
graben —, dann müßten die Regierungen nicht minder
als die Parteien ein gutes Maß von Selbſtbeherrſchung
üben.
Der vom Hanſa=Bund eigens eingeſetzte große
Ausſchuß für die Reichsverſicherungsordnung hat ſich
übrigens mit der Frage der Koſten der
neugeſchaf=
fenen Verſicherungsämter befaßt. Man war
einſtimmig der Anſicht, daß die vom Reichsamt des
In=
nern mit 6750000 Mark „überſchläglich” berechneten
Auf=
wendungen offenbar viel zu niedrig angeſetzt ſind. Nach
den Erfahrungen im Betriebe ähnlicher Inſtitutionen,
Sachverſtändigen „feſtgeſtellt” worden iſt, ein
durchſchnitt=
licher Koſtenaufwand von 25000 Mark für das Amt nicht
zu hoch gegriffen ſein, und davon dürften etwa vier Fünftel
auf Mehrkoſten gegenüber den jetzigen Verhältniſſen
ent=
fallen. Die toten Koſten der Sozialverſicherung würden
alſo bei 1000 Aemtern um rund 20 Millionen Mark
ver=
mehrt werden, ſo daß gegen dieſen Punkt der Vorlage im
Intereſſe von Gewerbe, Handel und Induſtrie, der
Ar=
beitgeber wie der Angeſtellten, nach wie vor energiſch
Widerſpruch erhoben werden müſſe.
Das preußiſche Abgeordnetenhaus und die
Mädchenſchulen.
* Bei der Beratung des Kultusetats im
preu=
ßiſcchen Abgeordnetenhauſe am Mittwoch abend
kamen die Mädchenſchulreform und die damit
zu=
ſammenhängenden Fragen zur Sprache:
Abg. Kaufmann (Ztr.) ging auf die bisherigen
Ergebniſſe der Mädchenſchulreform ein und ſagte: Den
aus höheren Seminaren hervorgegangenen jungen Damen
dürfen auf den Univerſitäten keine Schwierigkeiten
ge=
macht werden. Den Oberlehrerinnen ſoll der Zutritt zum
Direktorat nicht verſagt werden. Redner wendet ſich gegen
die grundſätzliche Einführung der Koedukation, gegen
lungen über die Reichsverſicherungsordnung fern blieb, der die ſich auch erfahrene Schulmänner in Amerika ausſpre=
Unterſtaatsſekretär ihnen nur einige Minuten beiwohnte, chen. Der naturwiſſenſchaftliche Unterricht müſſe verbeſſert
werden, der biologiſche Unterricht iſt dezent zu erteilen,
Abg. Ernſt (Fortſchr. Vpt.): Der vollen Durchfüh=
Bemerkungen das Wort nahm, iſt der Eindruck entſtanden, rung der Mädchenſchulreform ſteht der große Mangel an
Oberlehrerinnen entgegen. Es wird Klage darüber
ge=
führt, daß die ſeminariſtiſch gebildeten Oberlehrer, die
hat dieſer Auffaſſung für ſeine Perſon bereits durch die ſchon vor der Reform eine etatsmäßige Stelle bekleideten,
den jetzt angeſtellten akademiſch gebildeten Lehrern
nach=
geſtellt worden ſind.
Abg. Clairond=Hauſſonville (konſ.): Wir
warnen vor einer Ueberſtürzung in der Reform; in erſter
Linie ſollen die Mädchen zu Hausfrauen herangebildet
werden. Den guten alten Privatſchulen ſollte die
Regie=
rung möglichſt wohlwollend gegenüberſtehen. Mit der
ge=
meinſamen Erziehung können wir uns nicht befreunden,
Abg. Graf v. Moltke (konſ.): An dem jetzigen
Ver=
hältnis zwiſchen den privaten und den öffentlichen
Mäd=
chenſchulen ſollte auch in Zukunft feſtgehalten werden, doch
habe. Kurz vor der Reichstagsverhandlung hätte ſich bei dürfen die privaten Anſtalten nicht bevorzugt werden. Die
Ernennung von Frauen zu Direktoren
höhe=
rer Lehranſtalten begegnen ſtarkem Widerſpruch; auch die
gemeinſame Erziehung halten wir nur in ganz beſonderen
Ausnahmefällen für zuläſſig.
Abg. Maurer (natl.): Die Studienanſtalten für die
weibliche Jugend, die in nur beſchränkter Zahl vorhanden
lage wären aus den früheren Reden bekannt. Jetzt habe ſind, leiden jetzt ſchon an übermäßigem Andrang. Dieſer
Mißſtand kann nur dadurch beſeitigt werden, daß Mädchen,
wenn auch in beſchränkter Weiſe, zu den höheren Knaben=
Kultusminiſter von Trott zu Solz: Der
Aufgabe der Mädchenſchulreform widme ich mich mit
vol=
lem Herzen und aller Kraft. Das höchſte Ziel muß ſein,
unſere heranwachſenden Frauen vor allem zum höchſten
dieſen Beruf nicht haben kann, muß aber ſo erzogen ſein,
daß ſie auch einen Broterwerb finden kann. Das liegt im
Intereſſe der Allgemeinheit. Wir müſſen in ruhiger,
ſteter Weiſe vorgehen; ſpäter haben wir dann den
Innern bedauert worden. Wie damals, ſo ſei er auch jetzt Erfolg unſerer jetzigen Beſtimmungen zu prüfen. Bis
dahin nicht Stagnation, ſondern ruhiger Fortſchritt. Aus
dieſem Grunde begrüße ich die heutige maßvolle Kritik=
Auch die Frauen ſollen uns jetzt eine gewiſſe Schonzeit
geben, damit wir auf dem neuen Gebiet Erfahrungen
ſam=
meln können. Grundſätzlich iſt die Frage der
Koedu=
kation ja verworfen worden; man hat beſondere
Schulen für die Mädchen geſchaffen. Ich halte das für den
richtigeren Weg, als wenn man den Mädchen allgemein die
Knabenſchule geöffnet hätte. Wir wollen tüchtige Männer
und tüchtige Frauen; das können wir mit Schulen, die der
Individualität der Geſchlechter entſprechen, am beſten
er=
reichen. Ich laſſe auch keine Ausnahmen zu, nach reiflicher
Kräften ſtehe, um das Werk zu fördern und Prüfung. Es ſchließt gewiſſe Härten in ſich, aber der erſte
Schritt müßte zur Zerſtörung des Prinzips führen. In
kleineren Staaten wären ja Ausnahmen noch eher
mög=
lich. Die Härten müſſen eben ertragen werden. Ich kann
Aenderungen nicht in Ausſicht ſtellen.
Eltern, die in Orten leben, in denen es keine
Mädchen=
ſchulen gibt, müſſen eben dieſelben Laſten auf ſich nehmen
wie Eltern, die auf Gutsbeſitzen leben und ihre Söhne in
die Stadt ſchicken müſſen.
Ueber die Ernennung von Frauen zu Direktoren im
beſonderen hat ſich der Kultusminiſter hiernach nicht
ge=
äußert.
Die frauzöſiſchen Wahlen.
* Die große Zahl der Stichwahlen iſt ein
beſonderes Merkmal der Abſtimmung vom letzten
Sonn=
tag. Von den 597 Wahlen ſind 361 zuſtande gekommen
und für 234 wird am 8. Mai eine Stichwahl notwendig
ſein. Nicht immer wird dieſe zwiſchen Kandidaten
ver=
ſchiedener Parteien ſtattfinden, denn ſehr oft haben ſich
etwa der Handwerkskammern, werde vielmehr, wie von j diesmal die Mitglieder der radikalen Regierungspartei
untereinander bekämpft. Was die Gewinne und Verluſte
der einzelnen Parteien betrifft, ſo wiegen ſie ſich beinahe
auf. Von den fünf neuen Sitzen, die geſchaffen wurden,
fiel einer den unifizierten Sozialiſten, zwei den Radikalen,
einer den Linksrepublikanern und einer den Progreſſiſten
zu. Von den bisherigen Sitzen gewinnt die Rechte 6 und
verliert 9, die Progreſſiſten gewinnen 12 und verlieren
die Linksrepublikaner gewinnen 10 und verlieren 5,
wäh=
ren die mit ihnen eng verbundenen Radikalen und
Radi=
kalſozialiſten in genauer Kompenſation 14 gewinnen und
19 verlieren. Die unabhängigen Sozialiſten gewinnen
einen Sitz und verlieren einen anderen, während die
uni=
fizierten 6 gewinnen und 4 verlieren. Nach dieſer
Berech=
nung würden die Progreſſiſten am beſten abſchneiden, da
ſie 4 Sitze gewinnen, und die Rechte am ſchlechteſten, da ſie
3 verliert, während ſich innerhalb der Regierungsmehrheit
nur eine kleine Verſchiebung von links nach rechts
voll=
zogen hätte. Da das „Echo de Paris”, das dieſe Statiſtik
aufſtellt, beinahe als Organ der Rechten betrachtet werden
kann, ſo darf ſie für aufrichtig gelten. Andere Blätter
rechnen anders. Die ſozialiſtiſch=radikale „Lanterne” ſpricht
z. B. von einem Gewinn von 20 Sitzen für die geſamte
Linke.
Ueber die Ausſichten bei den Stichwahlen
läßt ſich natürlich nichts Beſtimmtes ſagen. Gewiß iſt nur,
daß an der Spitze der zur Stichwahl gelangenden
Bewer=
ber in 92 Wahlkreiſen Radikale und Radikalſozialiſten, in
43 geeinigte Sozialiſten, in 11 unabhängige Sozialiſten, in
12 Republikaner der Linken, in 6 Republikaner ſchlechthin,
in 68 Konſervative, Klerikale uſw. ſtehen; es iſt aber nicht
geſagt, daß ſie im zweiten Wahlgang Sieger ſein werden.
In den Stichwahlen wird die große Frage der
Wahl=
reform eine noch wichtigere Rolle ſpielen als in den
Hauptwahlen. Sie kann ſowohl von der Rechten als von
den Sozialiſten zum Vorwande genommen werden, um
ſich gegen die Radikalen zu verbinden, die meiſt eine
ge=
wiſſe Abneigung gegen die Verhältniswahl verraten. Der
„Eclair” gründet darauf große Hoffnungen. Er erwartet,
daß die Wahl vom 8. Mai ſo entſchieden für die
Verhält=
niswahl ſprechen werde, daß es weder der jetzigen noch
einer anderen Regierung möglich ſein werde, die
Wahl=
reform und die Auflöſung der Kammer lange
hinauszu=
ſchieben. Nichts verhindert freilich die radikalen
Kandi=
daten, in dieſen letzten 14 Tagen einen Eifer für die
Ver=
hältniswahl zu bekunden, der ihnen bis dahin fremd war.
Deutſches Reich.
— Die verſtärkte
Geſchäftsordnungskom=
miſſion des Reichstags beſchloß in zweiter
Leſung, dem § 35a der Geſchäftsordnung folgende Faſſung
zu geben: Bei der Beſprechung von Interpellationen iſt die
Stellung von Anträgen unzuläſſig; es bleibt aber jedem
Mitgliede des Reichstages überlaſſen, den Gegenſtand in
der Form eines Antrages weiter zu verfolgen. Bei der
Beſprechung von Interpellationen über die Tätigkeit des
Reichskanzlers, für welche dieſer dem Reichstage
verfaſ=
ſungsmäßig verantwortlich iſt, können Anträge geſtellt
werden, die dahin gehen, daß der Reichstag ſich über die
Billigung des Verhaltens des Reichskanzlers ausſprechen
möge. Dieſe Anträge müſſen von mindeſtens 30
Mit=
gliedern unterzeichnet ſein.
In der „Germania” tritt der Abgeordnete
Erz=
berger Darſtellungen aus dem Zentrumslager entgegen,
denen zufolge er ſeinen Antrag in der
Budgetkommiſ=
ſion ohne Vorwiſſen der Fraktion eingebracht habe,
insbe=
ſondere beruft er ſich auch auf die Finanzkapazität der
Fraktion, den Abgeordneten Müller=Fulda.
— Ueber den Arbeitsmarkt im Monat März
teilt das „Reichs=Arbeitsblatt” mit:
Der Arbeitsmarkt im März geſtaltete ſich im
allgemeinen günſtiger als im Vormonat. In allen
In=
duſtrien mit Ausnahme des Kohlenbergbaus und der
Tex=
tilinduſtrie konnte eine regere Tätigkeit beobachtet werden.
Auf dem Ruhrkohlenmarkt war die Beſchäftigung nur
ſchwach: auch im Saarrevier und in Oberſchleſien hielt ſich
der Abſatz an Kohle in beſcheidenen Grenzen. In der
Braunkohleninduſtrie war die Beſchäftigung infolge
ge=
ringen Abrufs an Hausbrand unbefriedigend. In der
Eiſen= und Metallinduſtrie hielt die Beſſerung vom
Vor=
monat an. Bei den Werken des Stahlwerkverbandes war
der Verſand höher als im Vormonat. Die Tertilinduſtrie
leidet unter hohen Rohmaterialpreiſen; beſonders hart
wurde die Baumwollweberei davon betroffen. Das
Bau=
gewerbe hatte im großen und ganzen gut zu tun, wenn
auch in einzelnen Städten über den Geſchäftsgang geklagt
wird. Auf das Bekleidungsgewerbe war das Oſterfeſt von
günſtigem Einfluß und bewirkte, daß alle Hände
ange=
ſpannt arbeiteten.
Nach den Berichten der Krankenkaſſen hat ſich
der Beſchäftigungsgrad im Laufe des März gehoben. Es
ergab ſich am 1. April gegenüber dem 1. März eine
Zu=
nahme der verſicherungspflichtigen Mitglieder abzüglich
der Kranken um 103875, und zwar um 91 701 männliche
und 12174 weibliche. Gegenüber dem März 1909 war die
Zunahme im März 1910 etwas geringer.
Auch die Berichte der Arbeitsnachweiſe legen
von einer erheblichen Beſſerung der Arbeitsmarktlage
Zeugnis ab. Bei der Geſamtzahl der berichtenden
Ar=
beitsnachweiſe, für die vergleichbare Zahlenangaben
vor=
liegen, kamen im März 1910 auf 100 offene Stellen bei den
männlichen Perſonen 184, bei den weiblichen 82
Arbeits=
geſuche gegen 231 bezw. 81 im März 1909 und 229 bezw.
90 im Februar 1910. Auf dem Berliner Arbeitsmarkte
ſteigerte ſich die Nachfrage nach Arbeitskräften erheblich.
Das Baugewerbe war in allen Zweigen gut beſchäftigt.
In Schleswig=Holſtein und Hamburg war die Nachfrage
nach jüngeren landwirtſchaftlichen Arbeitskräften recht
be=
deutend Im Regierungsbezirke Düſſeldorf konnte eine
weſentliche Beſſerung der Verhältniſſe bei faſt allen Be=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. April 1910.
Nummer 99.
rufsgruppen nachgewieſen werden. In Bayern,
Württem=
berg und Baden hat ſich die allgemeine Lage gleichfalls
er=
heblich gebeſſert. Auch hier wurden landwirtſchaftliche
Ar=
beiter beſonders ſtark begehrt. Nicht ſo günſtig war zu
Anfang des Berichtsmonats die Lage in Elſaß=Lothringen;
erſt gegen Ende des Monats wurde auch hier die
Tätig=
keit ſehr rege.
Die Einnahmen aus dem Güterverkehre
deut=
ſcher Eiſenbahnen betrugen im März 138 947.562
Mark, d. h. 4612810 Mark mehr als im ſelben Monate des
Vorjahres. Das bedeutet eine Mehreinnahme von 44 Mark
oder 1,66 v. H. auf 1 Kilometer.
— Der Landesausſchuß von Elſaß=
Loth=
ringen befaßte ſich mit einem Bierſteuergeſetzentwurf,
der das Initiativgeſtz erſetzen ſoll, das die Regierung
vori=
ges Jahr nach Erlaß des Reichs=Bierſteuergeſetzes erlaſſen
hatte, wozu ſie vom Landesausſchuß ermächtigt worden
war. Ferner befaßte ſich der Landesausſchuß mit einer
Novelle über verſchiedene, nicht’miteinander
zuſammen=
hängende Juſtizgeſetzentwürfe, die das Landesgeſetz mit
dem Reichsgeſetz in Einklang bringen ſollen; ſie betreffen
Vorſchriften über Stiftungen, Vormundſchaftsübernahme
durch Beamte uſw. Beide Entwürfe wurden an eine
Kom=
miſſion verwieſen; grundlegende Aenderungen ſind nicht
zu erwarten.
Die Zweite ſächſiſche Kammer beſchloß
zur Frage der Arbeitsloſenfürſorge: Die
Regie=
rung wolle hinwirken auf paritätiſche, neutrale,
mitein=
ander verbundene Arbeitsnachweiſe, Erhebungen über die
Arbeitsloſigkeit und den Arbeitermangel anſtellen, dem
nächſten Landtag eine Denkſchrift vorlegen über die
ander=
wärts mit der Arbeitsloſenfürſorge gemachten
Erfah=
rungen. Die Nationalliberalen ſtimmten für den Beſchluß.
Auf ihren beſonderen Antrag wurde beſchloſſen, die
Regie=
rung möge erwägen, ob, wie hoch und unter welchen
Vor=
ausſetzungen Mittel zur Unterſtützung der kommunalen
Arbeitsloſenfürſorge bereitzuſtellen ſeien.
Ausland.
— Im Budgetausſchuß des öſterreichiſchen
Abgeord=
netenhauſes erklärte Abgeordneter Kotlar, die tſchechiſchen
Agrarier könnten ſich nie für ein Regierungsſyſtem
erwär=
men, deſſen feſte Stütze diejenigen ſind, welche Oeſterreich
von Deutſchland abhängig machen wollen.
Miniſterpräſi=
dent Frhr. v. Bienerth erklärte, der Finanzminiſter
werde bezüglich der Anleihebegebung ſich näher erklären,
er müſſe aber jetzt ſchon bemerken, daß es keineswegs als
unzuläſſig oder ſchädlich bezeichnet werden könne, wenn
die Poſtſparkaſſe, welche die Anleihe zur Begebung
über=
nommen habe, Verbindungen anknüpfe, um eventuell einen
Teil der Anleihe im Auslande zu plazieren. Der
Miniſter=
präſident verwahrte ſich aufs neue gegen die der Regiernug
zugeſchriebene angebliche antiſlawiſche Tendenz.
— Auf die im engliſchen Unterhauſe von dem
Unio=
niſten Burgogne an den erſten Lord der Admiralität
ge=
richtete Anfrage, ob er etwas wiſſe über eine
Verein=
barung zwiſchen Deutſchland und
Oeſter=
reich=Ungarn betreffend die Uebernahme von vier
großen im Bau befindlichen, bezw. projektierten
Panzer=
ſchiffen ſeitens Deutſchlands, falls die öſterreichiſch=
unga=
riſche Regierung auf Schwierigkeiten bei der Bewilligung
der nötigen Gelder ſtoßen ſollte, erwiderte Me Kenna, daß
er amtlich keine Kenntnis von etwas derartigem habe.
Eine weitere Frage, ob einer der projektierten
öſterreichiſch=
ungariſchen Dreadnoughts bereits auf Stapel gelegt
wor=
den ſei, beantwortete Me Kenna im gleichen Sinne. Auf
weitere Anfragen gab Me Kenna die Erklärung ab:
In Angelegenheiten, die fremde Regierungen betreffen,
geb ich dem Hauſe nur Informationen, die ich von
frem=
den Regierungen erhalte. Ueber das, was unſere Attachés
der Admiralität berichten, bin ich nicht in der Lage, irgend
etwas bekanntzugeben. Fell (Unioniſt) fragte ſodann, ob
Sir Edward Grey Gerüchte beunruhigender Natur aus
Aegypten erhalten habe, nach welchen der engliſche
Ein=
fluß in ſchnellem Schwinden begriffen ſei und an vielen
Orten engliſche Bewohner nicht ausgehen könnten, ohne
Gefahr zu laufen, beleidigt zu werden. Unterſtaatsſekretär
Me Kinnon Wood erwiderte, daß die letzten, über die
Lage in Aegypten eingelaufenen Berichte, die ſich
insbeſon=
dere auf die Ermordung des Miniſterpräſidenten Butros
Paſcha bezogen, nicht ſo zufriedenſtellend lauteten, wie es
zu wünſchen wäre; von Beleidigungen in Aegypten
anſäſ=
ſiger Engländer ſei ihm jedoch nichts bekannt. Im weiteren
Verlaufe der Sitzung wurde das Finanzgeſetz mit 324
Stimmen gegen 231 Stimmen angenommen. Das
Finanzgeſetz wurde ſodann im Oberhauſe eingebracht.
In der belgiſchen Kammer ſtand ein Antrag der
Sozialiſten auf Einführung des allgemeinen und
gleichen Wahlrechts als Erſatz des
Pluralwahl=
ſyſtems zur Beratung. Das Plenum beſchloß mit 72
Stim=
men gegen 58 Stimmen, über den Antrag nicht zu beraten.
Zur Lage in Griechenland bringt die Zeitung
Aſtrapi” folgende Meldung: Von einer dem königlichen
Hauſe aufs engſte verbundenen Perſönlichkeit ſei die
poſi=
tive Mitteilung gemacht worden, daß bei der
Zuſam=
menkunft des Königs mit ſeinen Söhnen
und den gekrönten Verwandten in Korfu eine definitive
Verſtändigung und Beſchlußfaſſung bezüglich der Stellung
der Dynaſtie im Staate und insbeſondere auch der
Hal=
tung, die der Kronprinz gegenüber den Offizieren
beob=
achten ſoll, getroffen werden wird. Es gilt als ſicher, daß
der König der ganzen Situation müde geworden und
definitiv entſchloſſen iſt, abzudanken, aber erſt
nach=
dem die Frage der Thronfolge in normaler Weiſe gelöſt ſei,
damit keine Konflikte in der Armee eintreten, was ſelbſt in
Anbetracht deſſen, daß der Kronprinz auch Freunde in der
Armee hat, möglich wäre. Man ſucht jetzt auch einen
Modus, um die verſchiedenen Differenzen beizulegen, und
es wird betont, daß der dem Kronprinzen vom Volk in
Korfu bereitete Empfang ein Beweis dafür iſt, daß die
griechiſche Nation ihn zum König haben will, und ihm
das Recht gebe, auf ſeinem verfaſſungsmäßigen Thronrecht
zu beharren.
— Juan Vicente Gomez wurde zum
Präſi=
denten von Venezuela gewählt. Für alle politiſchen
Ge=
fangenen wurde Amneſtie erlaſſen.
— Die braſilianiſche Kammer nahm einſtimmig den
Grenzvertrag mit Peru an, der die Grenzfrage in
dem einzigen Gebiete regelt, das zwiſchen den beiden
Ge=
bieten ſtrittig iſt, nämlich vom Fluſſe Javary bis zum
Aore. Durch die ſchon erwähnte und vom Senat
einſtim=
mig genehmigte Abänderung des Grenzvertrages mit
Uru=
guay vom Jahre 1851 tritt Braſilien das bezeichnete Gebiet
am Mirim=See und am Juaquaron=Fluſſe freiwillig ohne
jede Gegenleiſtung an Uruguay ab.
* Regierung und Preſſe. Der König von
Württemberg hat den württembergiſchen
Jour=
naliſten= und Schriftſtellerverein anläßlich
ſeiner Jahresverſammlung in Stuttgart dadurch geehrt,
daß er dem Vorſitzenden Redakteur Heller das Ritterkreuz
1. Klaſſe des Friedrichs=Ordens verlieh und durch den
Mi=
niſterpräſidenten Dr. v. Weizſäcker der
Ver=
ſammlung ſeine beſten Wünſche und Grüße übermitteln
ließ. Der Miniſterpräſident, der zugleich im Namen des
württembergiſchen Staatsminiſteriums ſprach, knüpfte
daran einige Bemerkungen über die Bedeutung der
Preſſe und ihr Verhältnis zur Regierung.
Wenn man ſich, ſo ſagte er, die außerordentlich große
Ver=
antwortlichkeit des Journaliſten gegenüber dem
öffent=
lichen Wohl vergegenwärtigt, wie könnte es da anders ſein,
als daß man denen, die ſich dieſer Verantwortung bewußt
bleiben, gebührende Anerkennung und Wertſchätzung
ent=
gegenbringt. Wir ſind uns auch bewußt, welche
außer=
ordentliche Mühe und Anſtrengung die Herſtellung der
Zei=
tungen bedingt, dieſer Leiſtungen, die gerade, wenn ſie gut
ſind, einfach und ſelbſtverſtändlich erſcheinen. Wir wiſſen,
welche Fülle von Kenntniſſen und Talent, von Fleiß und
Gewiſſenhaftigkeit erforderlich iſt, um in der Preſſe das zu
leiſten, was ſie leiſten will. Ich begrüße es aber ganz
be=
ſonders, daß uns heute die Gelegenheit gegeben iſt,
perſön=
lich, und ich möchte ſagen, ohne daß ein Blatt Papier
zwi=
ſchen uns iſt, mit Ihnen zuſammenzukommen. — Bei dem
Feſtmahl, das den Verhandlungen folgte, erklärte der
Mi=
niſter des Innern Dr. v. Piſchek: Er könne ſagen,
daß derjenige, der einen Miniſterpoſten bekleide, tagtäglich
ganz beſonders Gelegenheit habe, zu erkennen und zu
beur=
teilen, wie wohltätig und nützlich eine gute und ihren
Auf=
gaben gewachſene Preſſe wirken könne. Daraus könne man
ſehen, daß die Preſſe im allgemeinen in der Regierung
einen wahren Freund habe, womit allerdings nicht geſagt
ſein ſolle, daß die Männer der Regierung unbedingt der
Preſſe mit Freude gegenüberſtehen. Die Regierung wiſſe
die Arbeit des Journaliſten, ſeine Treue und ſein
Pflicht=
gefühl, das ihn oft hinter die Intereſſen der Allgemeinheit
zurücktreten laſſe, ſehr wohl zu würdigen und zu ſchätzen.
Ein Journaliſt, der dieſen Anſprüchen genüge, habe einen
Beruf ergriffen, in dem er Höheres zu leiſten vermöge als
die Träger anderer geiſtiger Berufe.
** Zum Kampf im Baugewerbe. Wie aus
Kreiſen des Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe
im rheiniſch=weſtfäliſchen
Induſtrie=
gebiet mitgeteilt wird, iſt nun die Ausſperrung auf
der ganzen Linie durchgeführt und es herrſcht unter
den Unternehmern eine große Einmütigkeit.
Aus=
geſperrt ſind in Eſſen 2450, in Gelſenkirchen 1455,
Wit=
ten=Kaſtrop 632, Paderborn 257, Dortmund 2000,
Bo=
chum 1400, Hagen 738, Hamm 360, Lünen 600, Herne
550, Bieleſeld 860, Münſter 500, Recklinghauſen 510,
Duisburg 1200, Gebrüder Kiefer=Duisburg 1300, Mül= a. d. Ruhr 366, Arnsberg 300, ferner von
dem=
rheiniſch=weſtfäliſchen Dachdeckerverband an den
ver=
ſchiedenen Plätzen 650, ſodaß bis heute, die kleineren
Orte einbegriffen, insgeſamt 21848 Arbeiter im rheis
niſch=weſtfäliſchen Induſtriegebiet feiern. — Die aüf
Betreiben des Magiſtrats Breslan ſtattgehabten
Einigungsverhandlungen im Breslauer Baugewerbe
vor dem Gewerbegericht verlieſen reſultatlos, da die
Arbeitgeber den lokalen Friedensſchluß ablehnten.
Die Arbeitgeber im Baugewerbe in Bremen
be=
ſchloſſen in einer nochmaligen Beratung mit 118
Stim=
men gegen 91 Stimmen, von einer Ausſverrung
ab=
zuſehen.
* Paris, 28. April. Der frühere Präſident
Rooſevelt iſt um 8 Uhr 15 Minuten nach
Brüſſel=
abgereiſt. Miniſter Pichon, ſowie der Vertreter des
Präſi=
denten der Republik und der Miniſterpräſident hatten ſich
am Bahnhofe zur Verabſchiedung eingefunden. Rooſevelt
ſprach ſeinen herzlichen Dank für die Aufnahme aus, die
er in Paris gefunden habe.
* Paris, 27. April. Aus Marſeille wird im
Zuſammenhang mit dem Ausſtand der
einge=
ſchriebenen Seeleute berichtet, daß die Werkſtätten
der Geſellſchaft der Mittelmeer=Eiſenwerke und=Werften
am 31. Dezember geſchloſſen werden ſollen. Der geſamte
Betrieb ſoll in Laſeyne konzentriert werden, wo die
Ge=
ſellſchaft bereits große Bauſtätten beſitzt.
* London, 27. April. König Eduard
iſt=
heute nachmittag hier wieder eingetroffen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. April.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Mittwoch mittag 12 Uhr
im Neuen Palais Frau Staatsminiſter Ewald
Exzellenz. (Darmſt. Ztg.)
— Ernannt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Hofjunker und Königlich Preußiſchen
Regierungsaſſeſſor Ludwig Freiherrn v. Nordeck
zur Rabenau zum Kammerjunker.
— Vom Landesverſicherungsamt. Se. Königl.
Hoheit der Großherzog haben den Provinzialdirektor
der Provinz Oberheſſen Dr. Karl Uſinger zu Gießen,
den Geheimen Oberforſtrat Ludwig Frey zu
Darm=
ſtadt und den Kreisrat des Kreiſes Alsfeld Dr. Otto
Heinrichs auf ihr Nachſuchen von den ihnen ſeither
übertragenen Stellen eines ſtändigen Mitgliedes und
Vorſitzenden, eines ſtändigen Mitgliedes und eines
ſtell=
vertretenden ſtändigen Mitgliedes des
Landesverſicherungs=
amts enthoben und den Miniſterialrat im Miniſterium
des Innern Franz Hölzinger zu Darmſtadt zum
ſtändigen Mitglied und Vorſitzenden des
Landes=
verſicherungsamts, den vortragenden Rat im
Mi=
niſterium der Finanzen, Abteilung für Forſt= und
Kameralverwaltung, Geheimen Oberforſtrat Friedrich
Joſeph zu Darmſtadt zum ſtändigen Mitglied des
Landesverſicherungsamts und den ſtändigen Hilfsarbeiter
im Miniſterium des Innern, Regierungsrat Guſtav
Spamer zu Darmſtadt zum ſtellvertretenden ſtändigen.
Mitglied des Landesverſicherungsamts, jeweils im
Nebenamt, ernannt.
— Uebertragen wurde dem Lehrer Franz Beller
zu Hüttenthal, Kreis Bensheim, und dem
Schulamts=
aſpiranten Joſeph Kumpa aus Wöllſtein, Kreis Alzey,
je eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Viern=
heim, Kreis Heppenheim; dem Lehrer Friedrich Rockel
zu Lanzenhain, Kreis Lauterbach, eine Lehrerſtelle an
der Gemeindeſchule zu Münzenberg, Kreis Friedberg;
dem Schulamtsaſpiranten Karl Decher aus Lehrbach,
Kreis Alsfeld, die Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Elbenrod, in demſelben Kreiſe.
* Kirchliche Dienſtnachrichten. Ernannt wurden:
Pfarrvikar Döll zu Babenhauſen zum Pfarrvikar in
Beedenkirchen, Dekangt Zwingenberg; Pfarrverwalter
Steiner zu Rothenberg zum Pfarraſſiſtenten in Worms=
Neuhauſen, Dekanat Worms.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit gegen den 58 Jahre alten
Taglöhner Johann Schäfer von Zell wegen eines
auf der Straße von Bensheim nach Hambach
begange=
nen Sittlichkeitsvergehens. Inhaltlich des öffentlich
Aus den Lebenserinnerungen
Ernſt von Leydens,
die in der Stuttgarter „Deutſchen Revue” zur
Ver=
öffentlichung gelangen, bringt das Maiheft einen
wei=
teren feſſelnden Abſchnitt, der ſich mit dem
Patienten=
kreiſe des berühmten Klinikers beſchäftigt. In den
Jahren 1880 bis 1890 war Bismarck der berühmteſte
Patient des großen Arztes. „Er war bekanntlich” ſo
erzählt von Leyden, „den Tafelfrenden ſehr ergeben,
ein vollblütiger, hünenhafter Körper, der eine große
Menge von Nahrung und auch von geiſtigen Getränken
zu ſich nehmen konnte. Ich wurde eines Morgens
durch ſeinen Hausarzt Dr. Struck zu ihm gerufen. Der
Fürſt behauptete, in der Nacht einen Schlaganfall
er=
litten zu haben; Struck indeſſen führte den Zuſtand
nur auf eine ſtarke Magenüberladung zurück, da der
Patient nach eigenem und der Fürſtin Bericht am
Abend vorher acht harte Eier und eine Menge von Eis
genoſſen hatte. Strucks Annahme konnte ich nur
be=
ſtätigen, und der augenblickliche beunruhigende Zuſtand
des Fürſten war bald gehoben. Aber da ſeine
Lebens=
weiſe eine durchaus unzweckmäßige und ſeine
Geſund=
heit ſchädigende war, wurde ich erſucht, ihn auch weiter
noch in Kur zu nehmen. Er hatte ſich gewöhnt, die
Nacht zum Tage zu machen, arbeitete bis in den
Mor=
gen hinein und ſchlief dann bis Mittag oder noch
länger. Dazu kamen die vielen Aufregungen, die ihm
ſein verantwortungsvolles Amt bereiteten, und die
neuralgiſchen Schmerzen, die Folgen einer
Beinver=
letzung, die er ſich auf einer Jagd in Rußland, während
der Zeit ſeiner Geſandtſchaft in Petersburg, zugezogen
hatte. Zu meinem und der Fürſtin Bedauern gehörte
er nicht zu den folaſamen Patienten; ſein leidenſchaft=
liches Temperament ſträubte ſich gegen alle
Vorſchrif=
ten. Die günſtigen Erfolge, die Schweninger ſpäter
in des Fürſten Behandlung erzielte, verdankte er der
Möglichkeit, ihm ſeine ganze Zeit während der Kur
widmen zu können. Schweninger ſaß ſtets neben ihm
zu Tiſche, überwachte die Nahrungsaufnahme und
mahnte ihn mit eiſerner Konſequenz zur Mäßigkeit.
Bei meiner vielfachen Arbeitslaſt als Leiter der erſten
Klinik an der Charité und als Univerſitätsprofeſſor
war mir das trotz meines hingebenden Intereſſes für
den großen Mann leider nicht möglich. Die
liebens=
würdige Fürſtin war mir, ſoviel ſie vermochte, hilfreich,
ihren Otto zum fügſamen Patienten zu machen eber
ſehr weit ging ſelbſt ihr Einfluß nicht, und ſo war es
mir nicht vergönnt, die Reſultate zu erzielen, die i
gewünſcht und erwartet hatte. Mehrmals wurde ich
während der Zeit meiner ärztlichen Tätigkeit bei
Bis=
marck zu Tiſche im Familienkreiſe geladen. Es
inter=
eſſiere ihn ungemein, meinte der Fürſt ſcherzend, da
meine Anordnungen ſich beſonders auf eine
ange=
meſſene Ernährung bezögen, mich ſelber beim Eſſen zu
beobachten. Die Stunden, die ich dort verlebte, ſind
mir unvergeßlich geblieben. Der friſche Humor, der
ſprudelnde Geiſt, der des Fürſten Unterhaltung
aus=
zeichnete, iſt ja bekannt, aber es war mehr noch die
ſchlichte Zwangloſigkeit, mit der er ſich äußerte, die an
ihm ſo bezaubernd wirkte. Auch von der ſorglichen
Liebe der Fürſtin habe ich einen tiefen Eindruck
empfangen, und rührend war es mir, wie ihre
ſprechen=
den Augen aufleuchteten, ſobald ſie ſich dem Gemahl
zuwandten. ..
Sehr intereſſant iſt, was von Leyden von
Eleo=
nora Duſe erzählt, die ihn während ihrer
Gaſtſpiel=
reiſe in Berlin konſultierte: „Ich fand ſie in einem ſehr
elegant eingerichteten Salon des „Kaiſerhofs”, mit der=
Leſen eines Buches beſchäftigt, und als ich auf den Titel
ſah, erkannte ich zu meinem Erſtaunen, daß es Herders
„Ideen zur Philoſophie der Geſchichte der
Menſchheit=
waren. Auf meine Frage, wie ſie gerade zu dieſer
Lektüre komme, erklärte ſie, daß ſie ſich viel mit den
deutſchen Klaſſikern beſchäftige und Herder ganz
beſon=
ders ins Herz geſchloſſen habe. Sie ſprach ein
vorzüg=
liches Deutſch, und ich gewann bald den Eindruck, daß
ſie eine Fran von genialer Begabung, und ihre
uner=
reichte Kunſt der Ausfluß einer eigenartigen,
unge=
wöhnlichen Perſönlichkeit ſei.”
Zum Schluß werden einige humoriſtiſche
Zwiſchen=
fälle aus der Klinik erzählt, z. B. die Geſchichte von
einem Berliner Schuhmacher, der das Auditorium ſehr
beluſtigte: „Er hatte wegen Gelbſucht das Krankenhaus
aufgeſucht. Ganz gutwillig gab er zu, ſich ſeine
Krank=
heit durch Ueberladung des Magens zugezogen zu
haben. Namentlich habe er eines Abends gar zu viel
Bratkartoffeln gegeſſen. Doch ſchrieb er die Schuld an
ſeiner Krankheit dem Umſtande zu, daß er dazu
Weiß=
bier mit Himbeerſaft, das Berliner Nationalgetränk,
genoſſen habe. „Hätte ich ſtatt des Weißbieres
bayeri=
ſches Bier getrunken,” meinte er überzeugt, „ſo hätte
dies die Verdauung gefördert und ich wäre nicht krank
geworden.” Als die Studenten über dieſen Schluß ſich
zu lachen erlaubten, wurde der Mann ſehr zornig.
„Aber ich bitte, meine Herren,” rief er entrüſtet, „ich
bin doch nicht von heute oder geſtern!” Ich ſuchte ihn
zu beruhigen, indem ich ſeine Beobachtungsgabe lobte,
wenn ich auch über das, was ihm geſchadet hätte,
ande=
rer Anſicht wäre. „Nun ja,” entgegnete er da, „Sie
müſſen das ja wohl wiſſen, Herr Geheimrat, Sie ſind
ja auch ſchon weiter vorgeſchritten als ich.”
Nummer 99.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. April 1910.
Seite 3.
verkündigten Urteils iſt die Tat bewieſen, es ſteht aber
außerdem feſt, daß der Angeklagte von Kindesbeinen
an ſchwachſinnig iſt und unter dem Einfluß des
Alko=
hols gehandelt hatte. Er wurde wegen
Unzurechnungs=
fähigkeit freigeſprochen. — Der ſchon zweimal
wegen Diebſtahls beſtrafte Johann Adam Dähler
von Michelſtadt arbeitete zwei Tage in Hüttenthal,
dann wurde er entlaſſen. Unmutvoll packte er ſeinen
Ruckſack und ging davon. Später vermißte ſein
Zimmerkollege Neff einige Sachen, die nur Dähler
weggenommen haben konnte. Wegen Diebſtahls
aber=
mals angeklagt, erklärte Dähler, er könne ſich
nicht erinnern; wenn er etwas an ſich
genom=
men habe, ſei es aus Verſehen geſchehen. Sein
Geſichtsausdruck und unſtetes Verhalten ließ eine
Unterſuchung ſeines Geiſteszuſtandes angemeſſen
er=
ſcheinen. Auf Grund derſelben ſtellte der
Sachverſtän=
dige feſt, daß Dähler Epileptiker ſei und möglicherweiſe
den Diebſtahl in einem Dämmerzuſtande begangen
habe, der ſeine Strafbarkeit ausſchließe. Das
Ge=
richt hatte nicht nötig, auf die ſchwierige Frage der
Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten einzugehen,
ſprach dieſen vielmehr frei, weil tatſächlich
die Möglichkeit vorliege, daß er in der Wut
ver=
ſchiedentlich Sachen des Neff mit in den Ruckſack gepackt
habe.
** Das Kriegsgericht der 25. Diviſion
verhan=
delte geſtern als einzigen Fall die Anklage gegen den
Kanonier Hermann Hans Heimer vom Art.=Regt.
Nr. 25 hier wegen unerlaubter Entferung und ſprach
eine Gefängnisſtrafe von 2 Monaten unter
An=
rechnung von 14 Tagen Unterſuchungshaft aus. Der
Angeklagte iſt von Beruf Schneider und war bis zu
ſeinem Dienſteintritt bei einem Meiſter in Traiſa
be=
ſchäftigt. Während ſeiner Militärzeit waren ihm
einige Schulden in Höhe von 13 Mark läſtig und er
beſchloß, ſich Geld zu verdienen, weshalb er zu ſeinem
früheren Meiſter ging, dieſem vorlog, er habe einige
Wochen Urlaub und ſo lange bei ihm in Arbeit trat.
Aus den Umſtänden und den Angaben des
Angeklag=
ten ſchloß das Gericht, daß er nur die Abſicht
vorüber=
gehenden, nicht dauernden Wegbleibens gehabt habe
und nahm deshalb von der ſchweren Beſtrafung wegen
Fahnenflucht Abſtand.
Von der Techniſchen Hochſchule. Der
Stadtbau=
meiſter Richard Weiß aus Hannover hat ſich am
27. d. M. an der hieſigen Techniſchen Hochſchule der
mündlichen Doktor=Ingenieur=Prüfung mit Erfolg
unterzogen.
* Die Verkehrs=Einnahmen aus dem Perſonen=
und Güterverkehr betragen nach vorläufiger
Feſt=
ſtellung: 1. für die Eiſenbahndirektionsbezirke
Frank=
furt a. M. und Mainz: a) im Monat März 1910
10020000 Mark oder gegen das Vorjahr mehr 1620000
Mark — 19,3 Prozent; b) in der Zeit vom Beginn des
Rechnungsjahres 126 221/00 Mark oder gegen das
Vor=
jahr mehr 12903000 Mark — 11,4 Prozent; 2. für die
Preußiſch=Heſſiſche Eiſenbahngemeinſchaft: a) im Monat
März 1910 159678000 Mark oder gegen das Vorjahr
mehr 15129000 Mark — 10,5 Prozent; b) in der Zeit
vom Beginn des Rechnungsjahres 1896450000 Mark
oder gegen das Vorjahr mehr 116805000 Mark — 6,6
Prozent.
— Hanſa=Bund. Dienstag, den 3. Mai, abends
9 Uhr, ſindet im Kaiſerſaal eine öffentliche
Verſamm=
lung ſtatt, in welcher Herr Dr. Bichmann über den
„Hanſa=Bund und die Privatangeſtellten” ſprechen wird.
Nach dem Vortrag findet eine freie Ausſprache ſtatt,
von der eine volle Aufklärung über Weſen und Ziele
dieſer mächtig aufſtrebenden Organiſation und ihr
Ver=
hältnis zu den Privatangeſtellten erwartet werden darf.
Einberufen iſt die Verſammlung von der Ortsgruppe
Darmſtadt des Hanſa=Bundes und vom Sozialen
Aus=
ſchuß verbündeter Vereine kanfmänniſcher und
techni=
ſcher Angeſtellten, vom Verein für Handlungskommis
von 1858, vom Deutſchen Bankbeamtenverein und vom
Verband reiſender Kaufleute Deutſchlands, mithin von
den meiſten Vereinigungen der Privatangeſtellten
Darmſtadts.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 23. April I. J.
männ=
lich 9301, weiblich 5958, zuſ. 15 259, in Prozenten 60,96,
39,04; am 16. April I. J. männlich 9130, weiblich 5003,
zuſ. 15063, in Prozenten 60,62, 39,38. Der
Kranken=
ſtand betrug am 23. April I. J. männlich 383, weiblich
172, in Prozenten 4,11, 2,88; am 16. April I. J.
männ=
lich 420, weiblich 180, in Prozenten 4,60, 3,03. An
Krankengeld wurde gezahlt in der Woche vom
18. April bis 23. April I. J. 5095,62 Mk., in der Woche
vom 11. April bis 16. April I. J. 4987,05 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 23. April
I. J. — 28, am 16. April I. J. — 26; Sterbefälle
kamen vor in der Woche vom 18. April bis 23. April
I. J. — 3; vom 11. April bis 16. April I. J. — 3.
— Orpheum. Heute Freitag, den 29. April,
findet die unwiderruflich letzte Wiederholung
des geſtern und vorgeſtern unter ſtürmiſcher Heiterkeit
geſpielten glänzenden Pariſer Schwankes „Theodor
& Cie.” von Hennequin u. Veber ſtatt.
Mor=
gen Samstag, den 30. April, geht die Novität:
„Eine Hochzeitsnacht” von Keroul und Barré
erſtmalig in Szene, die am Sonntag, den 1. Mai, in
einer Nachmittagsvorſtellung um 4 Uhr und abends
8 Uhr zum letzten Male wiederholt wird. Am
Mon=
tag, den 2. Mai, wird auf vielſeitig geäußerten Wunſch
der bekannte und erfolgreiche Schwank: „Haben Sie
nichts zu verzollen?” gegeben; Wiederholungen
dieſes Stückes ſind für den 3. und 4. Mai vorgeſehen.
— Vortrag. Das Erſcheinen des
Halley=
ſchen Kometen lenkt die allgemeine
Aufmerkſam=
keit in erhöhtem Maße auf die Rätſel im Werden und
Vergehen der Weltkörper und ganzer Weltſyſteme. Der
heutige Vortrag wird eine äußerſt intereſſante
Dar=
ſtellung der komiſchen Prozeſſe bieten und hierbei u. a.
die neueſten — die Kant=Laplaceſche Nebularhypotheſe
ergänzenden — Anſchauungen in beſonders
inſtruk=
tiver Weiſe behandeln. Zahlreiche Lichtbilder,
dar=
unter ſolche, nur dem Redner, Herrn Aug. Kahl=
Hamburg, zur Verfügung ſtehende, nach Original=
Auf=
nahmen von Prof. Wolf=Heidelberg und ſolche vom
Do=
natiſchen, Johannisburger und Halleyſchen Kometen
werden den Vortrag — der auch einen Einblick in den
und München mit größtem Erfolg gehalten. (Näheres
ſiehe Anz.)
— Fahrplan „Blitz”. Der nach amtlichen Quellen
bearbeitete Fahrplan „Blitz” (Sommer=Ausgabe)
iſt im Verlage von Georg Hof, Papierhandlung (
In=
haber: Edgar Wetzſtein), erſchienen und in allen Buch=
und Papierhandlungen zum Preiſe von 20 Pfg. zu
haben.
— Eberſtadt, 28. April. Geſtern hat hier eine recht
gut beſuchte Verſammlung von Angehörigen der
ver=
ſchiedenen Kreiſe des Gewerbes, des Handels und der
Indnſtrie, ſowohl Prinzipalen wie Angeſtellten,
ſtatt=
gefunden, gelegentlich welcher Handelskammerſyndiku=
Dr. Human aus Darmſtadt über die „
Entwickel=
ung und Ziele des Hanſabundes” ſprach.
Nach=
dem eine entſchiedene Widerlegung der gelegentlich der
Generalverſammlung des Bundes der Landwirte (
Orts=
gruppe Eberſtadt) aufgeſtellten Behauptungen bezüglich
des Hanſa=, ſowie des Deutſchen Bauernbundes und
ihrer Beſtrebungen ſtattgefunden hatte, wurde unter
allſeitiger Zuſtimmung die Gründung einer
Ortsgruppe Eberſt adt des Hanſabundes
beſchloſſen, welcher ſofort eine größere Anzahl neuer
Mitglieder beitrat.
-Ss. Griesheim, 28. April. Heute morgen hat
der Kaufmann Höhl, in der Bahnhofſtraße dahier
wohnhaft, erſchoſſen. Das Motiv zur Tat iſt
un=
bekannt, ſcheint jedoch in einem langjährigen Leiden
u liegen. Der Tote hinterläßt eine Frau mit 4
er=
wachſenen Kindern.
— Mainz=Mombach, 27. April. Zirka 6
Mil=
lionen Stück Salatköpfe kommen von nächſter
Woche ab von hier aus zum Verſand. Die Mombacher
Frühſalatkultur gehört mit zu den bedeutendſten in
ganz Deutſchland und bildet einen Haupterwerbszweig
der hieſigen Landwirte. Eine ernſte Gefahr droht
indes der hieſigen Salatzucht infolge der ungünſtigen
Verkehrsverhältniſſe beim Großverſand nach den
nie=
derrheiniſchen Induſtriezentren Düſſeldorf, Duisburg,
Elberfeld, Bochum, Eſſen uſw., wo die niederlän=
diſchen und franzöſiſchen Produkte immer
mehr an Terrain gewinnen, wenn nicht ſeitens der
deutſchen Eiſenbahnbehörde baldigſt für raſcheſte
Be=
förderung der von hier abgehenden, mit Salat
ver=
frachteten Wagen geſorgt wird. Dieſe Frage
beſchäf=
tigte bereits vor zwei Jahren den heſſiſchen
Landtag, und dem Eingreifen der Regierung iſt es
zu danken, daß wenigſtens die Beförderung bis Köln
nunmehr in durchaus befriedigender Weiſe erfolgt.
Neuerdings ſtellten ſich dagegen Verzögerungen bei
der Weiterverfrachtung über Köln hinaus derart ein,
daß die hieſigen Salatſendungen meiſt zu ſpät auf den
niederrheiniſchen Märkten eintrafen und ſo vielfach
wertlos wurden, wodurch ſchon in einem Jahr ein auf
Zehntauſend ſich belaufender Geſamtſchaden entſtand.
Auf gleichzeitige Vorſtellungen der hieſigen
Produzen=
ten und der niederrheiniſchen Großhändler hin haben
jetzt ſowohl die Eiſenbahndirektion zu Mainz wie
die=
jenige zu Köln der Angelegenheit weiteſtgehendes
Entgegenkommen zugeſichert und mit tatkräftiger
Un=
terſtützung der hieſigen Stationsverwaltung die
er=
forderlichen Erhebungen in die Wege geleitet, um die
viel erörterte Frage, die zugleich eine Exiſtenzfrage
erſten Ranges für die hieſigen Landwirte bildet, einer
glücklichen Löſung zuzuführen. Die Mombacher
Salat=
kultur, die immerhin eine Jahreseinnahme von 80000
bis 90000 Mark ausmacht, ſteht und fällt eben mit den
niederrheiniſchen Großmärkten.
* Friedberg, 28. April. Au der Großh.
Obſtbau=
ſchule Friedberg findet vom 9. bis 14. Mai der
Obſtbankurſus für Geiſtliche, Lehrer und
ſon=
ſtige Freunde des Obſtbaues ſtatt. Dieſer Kurſus
be=
ſteht aus zwei Teilen und iſt in Ausſicht genommen,
daß der zweite Teil vom 1. bis 6. Auguſt abgehalten
wird. Dieſer Lehrgang ſoll den Gartenliebhaber ſo
weit ausbilden, daß er in die Lage verſetzt wird, ſeine
Obſtbäume, ſowohl Hoch= als Niederſtämme und
Form=
bäume, ſelbſt richtig ſchneiden, behandeln und pflegen
zu können. Die Einrichtung iſt ſo getroffen, daß
vor=
mittags der theoretiſche Unterricht um 9 Uhr beginnt,
und in drei Stunden die Teilnehmer mit den
wichtig=
ſten Obſtbaumkrankheiten, Bodenverbeſſerung,
Düng=
ung uſw. vertraut macht. Nachmittags von 2, Uhr ab
finden ausſchließlich nur praktiſche Unterweiſungen
ſtatt. Es wird alſo nicht nur Theorie getrieben,
ſon=
dern es iſt vor allen Dingen der Praxis der größere
Teil der zur Verfügung ſtehenden Zeit zugemeſſen. Die
Großh. Direktion der Obſtbauſchule iſt zu weiterer
Auskunft gerne bereit.
Stammheim bei Friedb., 27. April. Als geſtern
nacht die in Niederflorſtadt ſtationierten Gendarmen
auf dem Heimweg von einer Nachtpatrouille den
Stammheimer Wald paſſierten, hörten ſie in der
Alten=
ſtädter Gemarkung einen Schuß fallen. Der Schuß
zu ſo ungewöhnlicher Zeit (es war 2 Uhr nachts) kam
ihnen verdächtig vor und ſie beſchloſſen, der Sache auf
den Grund zu gehen. Sie verſteckten ſich in der Nähe
und es dauerte auch nicht lange, ſo kamen zwei
Män=
ner mit Gewehren, von denen der eine ein friſe
geſchoſſenes Reh trug. Auf den Anruf der
Be=
amten: „Die Waffen weg” wollten beide entfliehen.
Sie wurden jedoch alsbald eingeholt, worauf es zu
einer regelrechten Rauferei kam. Als man den
älte=
ren der beiden Wilddiebe dingfeſt gemacht hatte,
ent=
floh der jüngere bis auf die vorbeiführende
Land=
ſtraße, worauf er auf die Gendarmen einen Schuß
abgab, der den einen der Beamten, zum Glück aber
nicht ſchwer, verletzte. Der Schütze ſollte ſich nicht
lange ſeiner Freiheit erfreuen, denn noch in der
Nacht wurde er aus dem Bett heraus verhaftet. Die
beiden Wilddiebe wurden als die Landwirte
Kon=
rad Karl Roth und Friedrich Karl Roth von Ober=
Florſtadt erkannt. Beide ſind ſehr angeſehene Leute,
Vater und Sohn. Der Vater kam zur Unterſuchung
ins Gefängnis nach Altenſtadt, der Sohn nach
Fried=
berg.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 27. April. Mit einer der
vielen Regreßklagen gegen die frühere Verwaltung des
„Hotel Kaiſerhof” als dieſes noch unter dem Regime
der Gebrüder Eberbach ſtand, hatte ſich nach längerer
Zeit wiederum das Berliner Landgericht zu befaſſen. Die
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 27. April.
„Das Käthchen von Heilbronn”.
W-l. Das romantiſche „Ritterſchauſpiel” Kleiſts
„Das Käthchen von Heilbronn” hat in der Umarbeitung
zum „dramatiſchen Märchen” von Siegen mancherlei
Kürzungen und Aenderungen erfahren, ſein
Grund=
charakter aber iſt erhalten geblieben. Iſt es als Drama,
ſelbſt in der Bearbeitung, anch mit Mängeln allerlei
Art behaftet, ſo iſt es doch reich an ſchönen und
poetiſchen Einzelheiten, um deren willen wir es auch
heute noch lieben, wenn auch die romantiſche
Gefühls=
welt, der das ſchwärmeriſche, ſchlafwandelnde Käthchen
und der Laute ſpielende, weinende Ritter Graf von
Strahl angehören, uns fremd geworden iſt und uns in
eine Zeit der Kindheit zurückverſetzt, in der man ſich
eine phantaſtiſche Märchenwelt erträumte. Man muß
den Willen haben, das Stück zu verſtehen und „ſich in
den Geiſt der Zeiten zu verſetzen” andernfalls wird
man von ihm leicht abgeſtoßen.
Die Rolle des Käthchens, mit dem Kleiſt einen aus
der Empfindungswelt der Romantick heraus
entſtan=
denen Typus ſchuf, iſt, wie die des Goetheſchen
Gret=
chens, ſehr empfindlich, ſie verlangt in erſter Linie eine
ihrem Charakter entſprechende Individualität, und erſt
in zweiter Linie kommt die Kunſt der Darſtellung in
Frage. Eine zu bedeutende Erſcheinung, ein zu tiefes
Organ ſind bei der Verkörperung dieſer lieblichen
Jungfräulichkeit ſchon von vorneherein
illuſions=
ſtörend. Man kann Fräulein Gothe das Lob nicht
vorenthalten, daß ſie mit einer entſprechenden äußeren
Verkörperung eine verſtändmnis= und taktvolle und
künſt=
leriſch fein empfundene Behandlung der Rolle vereinigte,
bei der namentlich das ſprachtechniſche Moment
beſon=
dere Anerkennung verdiente. Die Durchführung der
Rolle zeugte von vielem Fleiß und liebevollem
Ver=
ſenken in den Geiſt der Dichtung und deſſen
Haupt=
charakter und war einheitlich und folgerichtig. Sehr
hübſch und fein ſpielte ſie die Szene mit ihrem Vater
im Walde und die Traumſzene unter dem
Holunder=
ſtrauch. So wurde der harmoniſche Eindruck, abgeſehen
von der Szene in der Burg Thurneck, deren Schluß ins
Humoriſtiſche hinübergeſpielt wurde, nirgends geſtört.
Die Rolle des Grafen vom Strahl ſpielte Herſt
Baumeiſter mit weit ausgeprägterer Charakteriſtik
und mehr Perſönlichkeit als man gewohnt iſt und
erhob ſie ſo aus dem Märchenhaften und Phantaſtiſchen
zu lebensvoller Wirklichkeit. Eine gleich lebenswahre
und =warme Geſtalt war der prächtige Friedeborn des
Herrn Heinz. Die Rolle der Kunigunde, der
Achilles=
ferſe des Stückes, die in der Umarbeitung des
Charak=
ters der „raſenden Megäre” mehr entkleidet iſt, ſpielte
Frl. Oſter mit natürlichem Temperament und feinem
Takt. Treuherzig und humorvoll war der Gottſchalk
des Herrn Wagner. Herr Jürgas ſpielte den
Rheingrafen mit derber, zu der romantiſchen
Grund=
ſtimmung des Stückes wirkungsvoll und nicht
unange=
nehm kontraſtierender Komik und erzielte damit einen
vollen Erfolg. Mit der Auffaſſung und namentlich der
Maske können wir uns aber nicht einverſtanden
er=
klären; eine ſo unmögliche Figur kann der Rheingraf
des Kleiſtſchen Stückes nicht ſein. Die Rollen des
Burggrafen zu Freiburg und des Ritters Flammberg
wurden von den Herren Weſtermann und
Schnei=
der, die des Femgerichtspräſidenten von Herrn
Knispel geſpielt.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— v. Reinach=Preis für Mineralogie.
Ein Preis von 1000 Mark ſoll der beſten Arbeit
zuer=
kannt werden, die einen Teil der Mineralogie des
Ge=
bietes zwiſchen Aſchaffenburg, Heppenheim, Alzey,
Kreuznach, Koblenz, Ems, Gießen und Büdingen
be=
handelt; nur wenn es der Zuſammenhang erfordert,
dürfen andere Landesteile in die Arbeit einbezogen
werden. Die Arbeiten, deren Ergebniſſe noch nicht
anderweitig veröffentlicht ſein dürfen, ſind bis zum
1. Oktober 1911 in verſiegeltem Umſchlage, mit Motto
verſehen, an die Direktion der Senckenbergiſchen
Naturforſchenden Geſellſchaft in Frankfurt a. M.
ein=
zureichen. Der Name des Verfaſſers iſt in einem mit
gleichem Motto verſehenen zweiten Umſchlage
beizu=
fügen. Die Senckenbergiſche Naturforſchende
Geſell=
ſchaft hat die Berechtigung, diejenige Arbeit, der der
Preis zuerkannt wird, ohne weiteres Entgelt in ihren
Schriften zu veröffentlichen, kann aber auch dem Autor
das freie Verfügungsrecht überlaſſen. Nicht
preisge=
kröute Arbeiten werden den Verfaſſern zurückgeſandt.
Ueber die Zuerteilung des Preiſes entſcheidet bis
ſpäteſtens Ende Februar 1912 die unterzeichnete
Direk=
tion auf Vorſchlag einer von ihr noch zu ernennenden
rüfungskommiſſion.
Das Konzert des Weimarer C. C.,
erbandes deutſcher Sängerſchaften,
an=
ßlich ſeines dritten Bundesfeſtes vom 19. bis 21. Mai
Weimar, wird unter Mitwirkung der verſtärkten
roßherzoglichen Hofkapelle am 20. Mai im
Großher=
glichen Hoftheater, das durch den Großherzog
Wil=
lm Ernſt von Sachſen dem Verbande ſtändig für
ſeine Konzerte zur Verfügung geſtellt wurde,
ſtattfin=
den. Der Reinertrag fließt dem Ernſt von
Wilden=
bruch=Denkmal=Fonds zu. Der erſte Teil ſteht unter
Leitung von Profeſſor Dr. Paul Klengel=Leipzig, der
zweite wird von Profeſſor Friedrich Brandes=Leipzig
dirigiert. Solovorträge ſind bei der Aufſtellung des
Programms vermieden worden, um die Einheitlichkeit
zu wahren. Das Konzert wird von ungefähr 600
Stu=
denten aufgeführt, die nach Ankunft in Weimar am
Tage vor dem Konzerte die Werke nur in einer Probe
gemeinſam üben können. Die Mitwirkenden werden
zu dieſem Konzert nicht nur in der bunten Mütze,
ſon=
dern auch in der farbigen Pekeſche der einzelnen
Kor=
porationen auftreten.
— Verſteigerung der Goethe=
Biblio=
thek Friedrich Meyer in Leipzig. Ein
Originalporträt Goethes von der Hand
Ger=
hards von Kügelgen wird Ende Mai anläßlich der
Ver=
ſteigerung einer großen Goethe=Bibliothel von der
Firma C. G. Boerner in Leipzig öffentlich ausgeboten.
Es handelt ſich um eine Kreidezeichnung, die von der
neuen Forſchung als erſte Arbeit des Künſtlers nach
dem Leben, zu der Goethe im Dezember 1808 dem
Maler ſaß, angeſehen wird. Die hier wiedergefundene
Kreidezeichnung iſt vielleicht das letzte dieſer Kügelgen=
Porträts, das ſich noch nicht in feſten Händen befindet.
Die bekannte Goethe=Bibliothek Friedrich Meyers,
deren Katalog 1907 im Umfang von 7000 Nummern als
Goethe=Bibliographie erſchien, iſt die größte in
Privat=
beſitz exiſtierende und enthält alle Seltenheiten der
Goetheliteratur.
* Rom, 27. April. Fürſt Albert von Mo
naco hielt heute nachmittag im großen Saale des
Collegio Romano einen Vortrag über die
Fort=
ſchritte der Ozeanographre, dem u. a. der
König und die Königin, die Prinzeſſin Fenia von
Montenegro, Miniſterpräſident Luzzatti, mehrere
Mi=
niſter und Unterſtaatsſekretäre beiwohnten. Der
Prä=
ſident der Geographiſchen Geſellſchaft, Marcheſe
Cap=
pelli, gab bekannt, daß die Geſellſchaft dem Fürſten die
große goldene Medaille verliehen habe. Darauf nahm
Fürſt Albert das Wort zu ſeinem Vortrage, in dem er
betonte, wie ſehr Italien wegen ſeiner geographiſchen
Lage die ozeanographiſchen Studien begünſtigen müſſe.
Er begrüßte dann Rom und wies auf deſſen ruhmvolle
Vergangenheit hin. Der Fürſt hob die Fortſchritte in
der Ozeanographie hervor, an denen der Herzog der
Abruzzen und andere italieniſche Gelehrte
hervor=
ragenden Anteil hätten. Der Vortrag wurde ſehr
bei=
fällig aufgenommen.
Nummer 99.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. April 1910.
Objekte belaufen ſich bekanntlich auf Millionen von Mark.
Einige frühere Aufſichtsratsmitglieder, die ebenfalls
regreß=
pflichtig gemacht worden waren, haben ſich durch Vergleich
mit der jetzigen Verwaltung des Kaiſerhofs geeinigt,
in=
dem ſie einen Teil der von ihnen verlangten
Entſchädi=
gungsſummen, zuſammen 250000 Mark, zahlten. Mit den
Regreßanſprüchen gegen die übrigen
Aufſichtsrats=
mitglieder beſchäftigte ſich heute der vor dem Landgericht I
zur Verhandlung kommende Prozeß. Die klägeriſche
Par=
tei behauptet, daß die frühere Verwaltung vielfach
fahr=
läſſig gehandelt und dadurch die Berliner Hotelgeſellſchaft
bezw. den Kaiſerhof ſchwer geſchädigt habe. Es habe ſich
unter anderem der Neubau des Hotels Kaiſerhof um zwei
Millionen Mark zu koſtſpielig geſtellt, ferner ſeien beim
Erwerb des Hamburger Atlantie=Hotels weitere zwei
Mil=
lionen Mark zu viel bezahlt worden. Verantwortlich
ge=
macht wurden als Beklagte im heutigen Termin, der um
10 Uhr begann, 6 frühere Aufſichtsratsmitglieder. Der
Verhandlung ſind ſchon zahlreiche Termine
vorangegan=
gen, die faſt durchweg der Vertagung einheimfielen. — Vor
einer Orcheſter= und Geſangsprobe im Neuen
Schau=
ſpielhauſe waren mehrere Bühnenarbeiter mit dem
Umſetzen der Kuliſſen beſchäftigt. Plötzlich brachen
mehrere derſelben zuſammen und begruben den
Theater=
meiſter und den Schnürmeiſter unter ſich. Der erſtere trug
ſchwere Verletzungen davon, der letztere erlitt
Hautabſchür=
fungen. — In einem Quergebäude eines Grundſtücks Unter
den Linden, das ſich im Umbau befindet, ſtürzte heute
vormittag von der Decke des Saales Stuck in großer
Aus=
dehnung nieder und traf den Zimmermann Libera ſo
ſchwer, daß er bald darauf in der Charité ſtarb. Zwei
andere Zimmerleute wurden ebenfalls verletzt. Der Saal
iſt geſperrt. — Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I
begann heute die erneute Verhandlung gegen den Friſeur
Hans Jünemann, der beſchuldigt iſt, in der Nacht zum
20. Oktober 1909 ſeine Geliebte, die 22jährige Verkäuferin
Alice Rakowsky, die die Bäckereifiliale Weberſtraße 40
lei=
tete, ermordet und beraubt zu haben. Der Angeklagte
wurde am 13. Januar zum Tode verurteilt. Das
Reichs=
gericht hob aber am 4. März das Urteil wegen mehrfacher
Verletzung des prozeſſualen und materiellen Rechtes auf
und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an
die Vorinſtanz zurück. — Heute abend haben ſich in
ſelbſt=
mörderiſcher Abſicht ein 23jähriger Hausdiener und die
Tochter eines Stationsaſſiſtenten in der Nähe von
Fried=
richsfelde vor einen Eiſenbahnzug geworfen.
Dem Mann wurden beide Beine vom Rumpfe getrennt, das
Mädchen blieb unverletzt.
Stockſtadt a. M., 27. April. Bei den jüngſten
Aus=
grabungen an dem römiſchen Kaſtell iſt ein
Erd=
kaſtell aus der Frühzeit der römiſchen Okkupation,
ſo=
wie ein Mithras=Heiligtum nachgewieſen worden.
Unter den Funden iſt beſonders eine Figur des
Mer=
kur=Mithras mit dem Bacchuskinde im Arm
bemer=
kenswert.
Stuttgart, 27. April. Graf Zeppelin iſt heute
nachmittag 2 Uhr von hier nach Friedrichshafen
ab=
gereiſt. Die Meldung mehrerer Blätter, daß der Graf
auf der Unfallſtelle bei Weilburg eingetroffen ſei, iſt
alſo nicht richtig.
B. Boppard, 28. April. Das geſtern in Salzig
in einer Scheune ausgebrochene Großfeuer äſcherte
in ganz kurzer Zeit und trotzdem mehrere Feuerwehren
aus der Umgebung angeſtrengt arbeiteten, ſechs
Wohn=
häuſer und eine Reihe Nebengebäude, Stallungen uſw.
gänzlich ein. Nur mit Mühe gelang es, den Brand auf
ſeinen Herd zu beſchränken. Sieben Familien ſind
ob=
dachlos. Der Schaden beziffert ſich auf etwa 70000 bis
80 000 Mark.
Köln, 28. April. Ein Remſcheider
Bau=
meiſter geriet in zweifelhafte Geſellſchaft. Mehrere
Burſchen plünderten ihn aus, brachten ihm mehrere
Stiche bei und warfen ihn in den Strom. Der
Un=
glückliche ſchwamm, auf dem Rücken liegend,
rheinab=
wärts bis Mülheim. Dort ſchaffte man ihn in das
Hoſpital. Von den Wegelagerern fehlt jede Spur.
— Dresden, 27. April. Unter großem Andrange
des Publikums begann heute vor dem hieſigen
Schöf=
fengericht der erwähnte
Privatbeleidigungs=
prozeß des Ballettmeiſters der Königlichen Hofoper
Auguſt Berger und der Solotänzerin Fräulein Heß
gegen den verantwortlichen Redakteur der „Dresdener
Rundſchau” Emil Rauw. Es ſind 48 Zeugen geladen,
darunter Intendant Graf Seebach, die Kammerſänger
Burrian und Perron, nahezu das ganze Ballettkorps,
das techniſche Perſonal der Oper, Hofrat Frank=Berlin
und andere. — Beim Aufruf der Zeugen ergibt ſich, daß
einige bereits außerhalb kommiſſariſch vernommen
worden ſind. — Der Gerichtshof beſchließt nach kurzer
Beratung den Ausſchluß der
Oeffentlichkeit=
während der ganzen Dauer der Verhandlung.
Rechts=
anwalt Dr. Fleiſchhauer verſucht, den Beſchluß des
Ge=
richtshofes dahin zu modifizieren, daß wenigſtens ein
Vertreter der Preſſe zugelaſſen werde. — Der
Gerichts=
hof ſchließt die Oeffentlichkeit aber auch für die Preſſe
aus und der überfüllte Zuhörerraum muß geräumt
werden.
Suhl, 28. April. Wie die „Henneberger Zeitung”
aus Mehlis meldet, iſt dort in der vergangenen
Nacht ein Raubmord verübt worden. Die Ehefrau
des Bäckermeiſters Berthold Wirſing, der zugleich ein
Kolonial= und Manufakturwarengeſchäft betreibt und
in guten Vermögensverhältniſſen lebt, wurde heute
morgen tot aufgefunden, während der Mann ſchwer
verletzt am Boden lag. Im Verdacht ſtehen mehrere
Bäckergeſellen; einer ſoll bereits verhaftet ſein.
Kiel, 28. April. Die heftigen Weſtſtürme der
letzten Tage haben in der Oſtſee und den däniſchen
Gewäſſern mehrere Schiffsunfälle herbeigeführt,
die mit dem Verluſt von Menſchenleben verbunden
waren. Ein Schiffer aus Wollin kenterte in der Nähe
von Stralſund mit ſeiner Jacht und ertrank, während
Frau und Kind, die mit an Bord waren, gerettet
wur=
den. Der Fiſchkutter „Judith” ſchlug im Kattegat voll
und ſank. Drei Fiſcher ertranken, ein vierter wurde
gerettet. Ein Fiſcher aus Eggeroe ertrank infolge
Kenterns des Bootes mit ſeinem Sohne.
Paris, 28. April. Geſtern nachmittag 5 Uhr wurde
die Leiche Björnſons einbalſamiert unſ.
fpät abends nach dem Nordbahnhofe überführt.
Björn=
ſon ruht in einem Eichenſarge, der in einem Zinkſarge
ſteht. Der Sarg trägt eine ſilberne Platte mit dem
Geburts= und Todestage. Unter den Perſönlichkeiten,
die Abends der Gattin Björnſons kondolierten, waren
auch Miniſterpräſident Briand und Theodore
Rooſe=
velt. Für die heutige Verſammlung der ſkandinaviſchen
Kolonie vor dem Sarge des Dahingeſchiedenen erhielt
eine Halle des Nordbahnhofes Trauerſchmuck. Dort
werden der norwegiſche Geſandte, Baron Wedel, und ein
Vertreter der franzöſiſchen Regierung Anſprachen
halten. Die Familie wird ſich noch über den Zeitpunkt
der Veröffentlichung des von Björnſon kurz nach ſeiner
Ankunft in Paris einem Sekretär diktierten politiſchen
Teſtamentes ſchlüſſig machen, ebenſo über die drei hier
verfaßten Gedichte patriotiſchen Inhaltes.
Paris, 28. April. „Petit Journal” erzählt, die
Polizei habe in der Nähe von Montmoreney bei Paris
eine geheime Station für
Funkentelegra=
phie entdeckt, von der die Depeſchen des militäriſchen
Funkentelegraphen auf dem Eiffelturm abgefangen
wurden. Es ſcheine ſich um eine Spionageaffäre zu
handeln.
Paris, 27. April. Auf das Dach eines Hauſes in
der Nähe des Münzamtes fiel heute nachmittag ein
um 11 Uhr vormittags in St. Cloud
aufgeſtiege=
ner Ballon des Aeroklubs nieder. Schutzleuten
gelang es mit Unterſtützung der Feuerwehr, den
Bal=
lon ſamt den im Korbe befindlichen drei Luftſchiffern
glücklich zu bergen.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Das Konzert von Frl. Wilhelmine
Heiß, das am nächſten Mittwoch im Hotel „Zur
Traube” ſtattfindet, wird eine intereſſante Auswahl aus
der romantiſchen Klavierliteratur bringen. Zu Ehren
Robert Schumanns, deſſen 100jähriger Gezurtstag
be=
kanntlich am 8. Juni bevorſteht, erſcheint ſein herrliches
Klavierquartett in Es=dur und das reizende
Inter=
mezzo aus dem Faſchingsſchwank; außerdem enthält
das Programm zwei Stücke von Johannes Brahms und
die ſelten gehörte, dieſem Komponiſten gewismetd
G=dur=Suite von A. M. Foerſter. Der nachgelaſſene
C-moll=Walzer von Chopin und die Campanella=Etude
von Paganini=Liſzt beſchließen den Abend, für den ſich
bereits ein erfreulich ſtarkes Intereſſe geltend macht.
Stadtverordneten=Verſammlung.
2. Sitzung.
St. Darmſtadt, 28. April.
Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet
die Sitzung um 3¾ Uhr und macht der Verſammlung
zunächſt folgende
Mitteilungen:
Die hieſige Friſeur= und Perückenmacher=
Innung hat eine Eingabe eingereicht wegen des
8 Uhr=Ladenſchluſſes. Da die Bürgermeiſterei und die
Stadtvexordnetenverſammlung in der fraglichen Sache
nicht zuſtändig ſind, ſoll die Eingabe dem Großh.
Kreis=
amt vorgelegt werden.
Oktroierheber i. P. Thomas bittet um
ander=
weite Regelung ſeiner Penſionsverhältniſſe.
Der Ausſtellungsausſchuß der im vorigen Jahre
dahier ſtattgefundenen Jubiläums=
Ausſtell=
ungfür das Hotel=und Gaſtwirtegewerbe
hat der Bürgermeiſterei für das ſtädtiſche Muſeum eine
ſilberne Ausſtellungsmedaille, ſowie einen Katalog, ein
Feſtbuch und ein Feſtabzeichen zur Verfügung geſtellt.
Die Notſtandsarbeitsperiode 1909/110
iſt am 16. d. M. zu Ende gegangen. Von 552 um
Be=
ſchäftigung nachſuchenden Arbeitsloſen konnten 386
be=
rückſichtigt werden. Hiervon wurden 336 bei dem
Tief=
bauamt und der Oberförſterei und 50 durch
Vermitte=
lung des Tiefbauamtes bei dem Unternehmer des
Kanalbaues Wendelſtadt=, Landwehrſtraße und Nieder=
Ramſtädter Straße beſchäftigt. Der von dem
Tiefbau=
amt ausbezahlte Tage= und Akkordlohn betrug
zuſam=
men 46 226,15 Mark.
Das Kuratorium der Viktorſaſchule
hat beſchloſſen, für die Folge bei der Berechnung der
Zahl der an der Viktoriaſchule zu vergebenden
Frei=
ſtellen (5 Prozent der Schülerinnenzahl) die Zahl der
Schülerinnen der ehemaligen Reineckſchen Schule
mit=
zurechnen.
Von dem Komitee für den Frühjahrs=
Pferdemarkt iſt eine Einladung ergangen.
Die Herren Ganß und Hanſel bitten um
Be=
rückſichtigung bei der Vergebung der Niederlegung von
Gebäulichkeiten auf dem Krankenhausgrundſtück.
Gemeinſame Waſſer=, Gas= und
Strom=
aufnahme.
Der Vorſitzende macht die Mitteilung, daß
nach langen Verhandlungen die gemeinſame
Auf=
nahme des Gas=, Waſſer= und
Stromver=
brauchs und die gemeinſame Erhebung der
Gas=, Waſſer= und Stromgelder angeordnet
werden konnte. Die Aufnahme beginnt heute mit 20
Leuten, welche der Stadtkaſſe von den Werken
über=
wieſen wurden. Seither waren 25 Mann tätig.
Schon=
am 29. d. M. wird mit der Aufſtellung der Rechnungen
und der Anfertigung der Hebliſten begonnen. Das
an die Stadtkaſſe angegliederte Aufnahme=Bureau
be=
ſteht aus 7 Mann, von denen die Stadtkaſſe 2 (darunter
den Leiter), die Gaswerksverwaltung 3, die
Waſſer=
werks= und Elektrizitätswerksverwaltung je einen
Mann geſtellt haben. Die Erhebung wird durch8 Mann
bewirkt werden; 2 als Kaſſediener bei der
Gaswerks=
kaſſe ſeither tätige Bedienſtete können der Werkſtätte
zugeführt werden. Es ſind im ganzen 81 Aufnahme=
und Erhebungsbezirke gebildet. Das vorliegende Jahr
ſtellt eine Uebergangszeit inſofern dar, als die
Erheb=
ung ſich nicht unmittelbar an die Aufnahme anſchließen
kann, da zurzeit noch die Erhebung des Waſſerzinſes
für das Quartal Januar bis April 1910 und des Gas=
und Stromgeldes für den Monat März 1910 nach dem
alten Verfahren durchzuführen iſt. Im nächſten Jahre
wird die Erhebung ſich ſofort an die Aufnahme
anſchlie=
ßen können. Das neue Verfahren hat den Vorzug,
daß eine Vereinfachung in der Verwaltung und in der
Rechnungsſtellung herbeigeführt iſt und der Konſument
ſobald als möglich durch eine Rechnung über ſeinen
Schuldbetrag informiert wird. Zurzeit wird bei den
Betriebsverwaltungen ein eigenes Hebregiſter zur
Kontrolle des Konſums weitergeführt. Auch dieſe
Ar=
beit dürfte nach Anſicht des Vorſitzenden in Zukunft
in Wegfall kommen, ſodaß eine weitere Erſparnis durch
die Verminderung des Schreibwerks herbeigeführt wird.
Stiftung.
Die Privatin Mathilde Stegmayr hat in ihrem
Teſtament der Stadt Darmſtadt eine Summe von
16000 Mark vermacht mit der Beſtimmung, daß
dieſe Summe als poſitives Kapital anzulegen iſt, um
die Zinſen alljährlich dem Direktor des ſtädtiſchen
Krankenhauſes zur Unterſtützung für bedürftige
Patienten bei ihrem Abgange aus dem Krankenhauſe
oder, beim Todesfalle für die bedürftigen
Hinterblie=
benen zur Verfügung zu ſtellen. (Lebh. Bravo.)
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten.
Baudispenſe.
An Geſuchen um Geſtattung von Ausnahmen von der
Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts für Errichtung von
Gebäuden uſw. außerhalb des Bebauungsplans liegen vor:
1. des Ingenieurs Fr. Heyl für Fabrikgebäude und
Ein=
friedigungsmauer auf ſeinem Grundſtück an der
Frank=
furter Straße, 2. des Hofweißbindermeiſters H. Weber
für Schuppen und Gartenhütte an der Roßdörfer Straße,
3. der Frau v. Alvensleben für ein Wohngebäude am
Heinrichwingertsweg in Flur VI der Gemarkung
Beſ=
ſungen. Der Hochbauausſchuß befürwortet dieſe Geſuche
unter den üblichen Reversbedingungen. Nach dem Referat
der Stadtvv. Rockel und Wittmann wird
dement=
ſprechend beſchloſſen. — Ein gleiches Geſuch des H.
Rodenhäuſer für ein Wohngebäude Roßdörfer
Straße 116 wird von der Bürgermeiſterei und dem
Hoch=
bauausſchuß nicht zur Genehmigung empfohlen. Nach dem
Referat des Stadtv. Rockel und nach langer Debatte wird
beſchloſſen, das Geſuch zu befürworten.
Vorgartenbenutzung.
Gaſtwirt Kaminski beabſichtigt, den Vorgarten der
Hofreite Viktoriaplatz 12 zu Wirtſchaftszwecken zu benutzen.
Da der Garten ſeither ſchon zu dieſem Zweck gedient hatte,
empfiehlt der Hochbauausſchuß die erforderliche Befreiung
von der Beſtimmung in § 4 der Ortsbauſatzung über
An=
lage und Benutzung der Vorgärten. Dem Referat des
Stadtv. Markwort entſprechend beſchließt die
Verſamm=
ung, das Geſuch zu genehmigen.
Benutzung von ſtädtiſchem Fußſteiggelände.
Frau Rentner Peter Wagner Witwe will bei dem
Umbau des Hauſes Luiſenplatz 1 einen Balkon
anbrin=
gen und bittet um Erlaubnis zur Aufſtellung von Bal=
Kleines Feuilleton.
* Verwandtſchaften im
Nibelungen=
ring. Ein fürchterliches Wirrſal von
Verwandtſchaf=
ten in Wagners Nibelungenring hat ein ſcharfer
Den=
ker, der ſich Hugbald nennt, ausgeknobelt und zur
Freude der Menſchheit in der „Schaubühne” (Verlag
Erich Reiß, Berlin W.) veröffentlicht. Man lieſt da:
Siegfried iſt der Sohn ſeines Onkels und der
Neffe ſeiner Mutter. Er iſt ſein eigener Vetter als
Neffe und Sohn ſeiner Tante. Er iſt der Neffe ſeiner
Frau, folglich ſein angeheirateter Onkel und
ſein angeheirateter Neffe. Er iſt Neffe und
Onkel in einer Perſon. Er iſt der
Schwie=
ſohn ſeines Großvaters Wotan, der Schwager
ſeiner Tante, die zugleich ſeine Mutter iſt.
Sieg=
mund iſt der Schwiegervater ſeiner Schweſter
Brunn=
hilde und der Schwager ſeines Sohnes, er iſt der Mann
ſeiner Schweſter und der Schwiegervater der Frau,
deren Vater der Schwiegervater ſeines Sohnes iſt.
Brunnhilde iſt die Schwiegertochter ihrer
Ge=
ſchwiſter, die Tochter ihres Schwiegergroßvaters und
durch Siegfried die angeheiratete Nichte ihrer
Schwe=
ſter. Sie iſt die Frau ihres Neffen und daher ihre
eigene angeheiratete Nichte. Wotan iſt der Vater
der angeheirateten Tante ſeiner Tochter, alſo ſein
eigener Vater und der Großonkel ſeiner Tochter.
Wo=
tan iſt gleichzeitig der Schwiegervater ſeines Sohnes
und ſeiner Tochter. Wenn nun der Ehe zwiſchen
Sieg=
fried und Brunnhilde ein Sohn entſproſſen wäre, wäre
er gleichzeitig der Enkel und Urenkel Wotans, alſo
ent=
weder ſein eigener Vater oder ſein eigener Sohn oder
ſein eigener Großeouſin. Siegmund wäre dann der
Onkel ſeines Enkels, Sieglinde die Großmutter ihres
Neffen und Brunnhilde die Großtante ihres Sohnes.
CK. Der erſte Lokomotivenpfiff. Von
dem Urſprung des Lokomotivenpfiffs gibt Mon
Di=
manche eine intereſſante Schilderung. Im Jahre 1833
ſtieß die Lokomotive Samſon der von Leiceſter nach
Swannington führenden Bahn bei der Kreuzung der
Landſtraße von Thornfon auf einen Karren, der von
einem Pferde gezogen wurde. Der Maſchiniſt ſetzte
ſo=
fort das Horn an, das einzige Signal, über das er
verfügte, aber der Lärm des Zuges übertönte den
Warnungsruf, der Wagenführer fand nicht mehr Zeit,
auszuweichen, und der Karren mitſamt ſeinem Inhalt
wurde von der Maſchine umgeworfen. Der Unfall
machte damals großes Aufſehen; noch am ſelben Tage
eilte der Direktor der Bahnlinie zu George
Stephen=
ſon, der ein Hauptaktionär des Unternehmens war und
hielt Vortrag über das Ereignis. Dabei machte er
den Vorſchlag, man möge doch die Lokomotive mit einer
Pfeife ausrüſten, die gleich durch den Dampf der
Ma=
ſchine in Tätigkeit geſetzt werden könnte. „Die Idee
iſt gut,” meinte Stephenſon, „man muß eine Probe
machen.” Von einem Inſtrumentenhändler wurde die
erſte Pfeife geliefert und ihr Erfolg war ſo günſtig,
daß die Bahngeſellſchaft beſchloß, alle ihre Lokomotiven
mit ſolchen Dampfpfeifen auszurüſten. Die Geſellſchaft
bezahlte den beſchädigten Wagen, erſetzte 50 Pfund
Butter und 80 Dutzend Eier, die bei dem Unfall
ver=
nichtet worden waren: die vielen Eier waren eigentlich
der Anlaß, aus dem indirekt die Lokomotivenpfeife
her=
vorging. Sie war zuerſt eine Art Trompete, die durch
Dampf zum Tönen gebracht wurde, aber bereits im
folgenden Jahre ging man zu regelrechten Pfeifen
über, wie wir ſie noch heute an den modernen
Loko=
motiven finden.
* Ein ſeltſamer Schweinehandel. Wie
die „Deutſche Fleiſcher=Zeitung” meldet, wird ein
eigenartiger Schweinehandel auf dem Berliner
Vieh=
hof demnächſt die Gerichte beſchäftigen. Durch eine
be=
kannte Bank ließ ein Händler 10 Schweine verkaufen
und wohnte dem Verkauf ſelber bei. Der
Fleiſcher=
meiſter erklärte die Borſtentiere für zu leicht, worauf
der Händler ihm erklärte, ſie ſeien über 400 Pfund
ſchwer. Als dies der Meiſter beſtritt, machte ihm der
Händler folgenden Vorſchlag: Sind die Schweine
leich=
ter, dann ſolle der Fleiſcher ſie umſonſt haben, ſind ſie
aber ſchwerer, dann ſolle jedes Pfund über das
ange=
gebene Gewicht mit 30 Mark bezahlt werden. Der
Meiſter war es zufrieden. Die Schweine wurden
ge=
wogen, und nun ſtellte ſich ein ſolches Uebergewicht
heraus, daß er 18000 Mark zu zahlen hätte. Da er ſich
deſſen weigert, wird ihn die betreffende Kommiſſions=
Bank verklagen.
* Eine merkwürdige Verſteigerung
hat dieſer Tage in Wien ſtattgefunden. Die
Direktio=
nen der dortigen Operetten=Bühnen erhielten
folgen=
des Avis: „Löbliche Direktion! In der gerichtlichen
Auktionshalle des k. k. Exekutionsgerichtes Wien, 1.
Bezirk, Jakobergaſſe Nr. 1, findet am 23. d. M. die
Ver=
ſteigerung von zirka 45 unaufgeführten
Ope=
rettenpartituren zu lächerlich geringen
Aus=
rufspreiſen, ſowie auch von einer großen Anzahl von
verſetzten Effekten und Pretioſen ſtatt, was Sie ſich
nicht entgehen laſſen wollen.” Schließlich ſtammen die
45 Partituren gar noch von einem Komponiſten!
Nummer 99.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. April 1910.
Seite 5.
konſäulen auf dem ſtädtiſchen Fußſteiggelände. Der
Hochbau=Ausſchuß befürwortet das Geſuch gegen
Ausſtel=
lung eines bezüglichen Reverſes und Zahlung einer
An=
erkennungsgebühr. Die Verſammlung beſchließt
demge=
mäß.
Bebauungsplan im Bahnhofsgelände.
Beig. Jäger führt aus: Infolge der Erbauung des
neuen Hauptbahnhofes weſtlich des Stirnwegs bedurfte
der beſtehende Bebauungsplan für das Gebiet zwiſchen
Breite Allee, Stirnweg, Weiterſtädter
Straße, Landwehrweg und Feldbergſtraße
einer Umarbeitung und zwar ſowohl hinſichtlich einer
Er=
gänzung für die Umgebung des Hauptempfangsgebäudes,
als auch hinſichtlich der Aenderung einiger Straßenzüge,
der Straßenbreiten und der baulichen Vorſchriften für das
fragliche Gebiet. Von größter Wichtigkeit iſt es, daß
na=
mentlich die Platzanlage vor dem Bahnhofsgebäude eine
eingehende Bearbeitung nach künſtleriſchen
Ge=
ſichtspunkten und zwar unter Zuziehung des Herrn
Prof. Pützer erfahren hat. Die Bürgermeiſterei
bean=
tragt in Uebereinſtimmung mit dem Hochbau=Ausſchuß
Genehmigung des Bebauungsplanes und ebenſo
Geneh=
migung des zugehörigen Ortsbauſtatuts.
Infolge der Verlegung des Hauptbahnhofs an das
Ende des Griesheimer Weges hat ſich weiter die
Notwen=
digkeit ergeben, einen Teil des früher ausſchließlich zur
Anlage von Fabriken beſtimmten Gebietes nunmehr als
Wohnviertel auszubauen und es iſt demgemäß
eine Aenderung des § 24 des Ortsbauſtatuts nötig
gewor=
den. Die Bürgermeiſterei beantragt auch hier — mit
Zu=
ſtimmung des Hochbau=Ausſchuſſes — die betreffende
Aenderung.
Es entſteht hierüber eine längere Debatte, von der aber da
ſie am grünen Tiſchüber den Plänen geführt wird, am
Preſſe=
tiſch nichts zu verſtehen iſt. Beſonders legt ſich Stadtv.
Dr.=Ing. Heyd für eine von ihm vorgeſchlagene Aenderung
des Projektes ins Zeug. Doch wird von Beig. Jäger
klar erwieſen, daß der Vorſchlag undurchführbar iſt, da Dr.
Ing. Heyd mitten durch das ſchon bebaute Gelände des neuen
Güterbahnhofes die Straße legen will. Dem Projekt
der Bürgermeiſterei wird ſchließlich
zuge=
ſtimmt.
Im Zuſammenhang mit dem Bebauungsplan wurden
die Querprofile für die Breite Allee, den Stirnweg,
ſowie die Weiterſtädter Straße feſtgeſetzt. Die Feſtſetzung
des Profils der Pallaswieſenſtraße muß ſpäteren
Verhandlungen überlaſſen werden. Die
Verſamm=
lung erklärt ſich damit einverſtanden.
Vergebung von kleineren
Unterhaltungs=
arbeiten.
Der Vertrag über die Vergebung der kleineren
Unter=
haltungsarbeiten beim Stadtbauamt im Rechnungsjahr
1910 wird von dem Hochbau=Ausſchuß zur Genehmigung
vorgelegt. Referent Stadtv. Markwort. Die
Ver=
ſammlung ſtimmt zu.
Verkauf ſtädtiſchen Weggelländes.
Die Anlieger des ſtädtiſchen Gewannweges zwiſchen
Herder= und Orangerieſtraße haben um käufliche
Ueber=
laſſung dieſes Weggeländes zur Arrondierung ihres
Be=
ſitzes nachgeſucht. Da gegen die Schließung des Weges
nichts einzuwenden iſt, befürwortet der Hochbau= und der
Finanzausſchuß den Verkauf zum Preiſe von 25 Mark für
den Quadratmeter. Die Verſammlung ſtimmt nach dem
Referat des Stadtv. Wittmann zu.
Vom Hallenſchwimmbad.
Stadtv. Dr. Noellner: Zur Erzielung von
Er=
ſparniſſen an elektriſchem Strom ſoll die
Be=
leuchtungseinrichtung im ſtädtiſchen Hallenſchwimmbad
ei=
ner Aenderung unterzogen werden und zwar ſollen u. a.
zur regelmäßigen Beleuchtung der Schwimmhallen je zwei
Bogenlampen in der Mitte neu aufgehängt und die
vor=
handenen ſeitlichen Bogenlampen nur bei feſtlichen
Gele=
genheiten benutzt werden. Die Bäderdepntation und der
Finanzausſchuß haben ſich hiermit einverſtanden erklärt.
Die zu erzielende Erſparnis an Koſten für elektriſchen
Strom wird ca. 1100 Mark jährlich betragen. Die
Verſammlung iſt damit einverſtanden.
Oktroi=Rückvergütung.
Hierüber referiert Stadtv. Gallus: Infolge der
Erhöhung der Oktroiſätze für Schaumwein von 3 Pfg.
auf 20 Pfg. für die Flaſche und für Obſtwein von
85 Pfg. auf 1 Mk. für das Hektoliter iſt eine anderweite
Feſt=
ſetzung der Rückvergütungsſätze für dieſe Gegenſtände
er=
forderlich geworden. Die Bürgermeiſterei ſchlägt im
Ein=
verſtändnis mit dem Finanzausſchuß vor, die
Rückvergü=
tung für den nachweislich nach dem 1. April ds. Js.
einge=
führten Obſt= und Schaumwein wie folgt feſtzuſetzen: a) für
Schaumwein auf 19 Pfg. (ſtatt 2½ Pfg.) für die Flaſche
und b) für Obſtwein auf 85 Pfg. (ſtatt 70 Pfg.) für das
Hektoliter. Man ſtimmt dem debattelos zu.
Waſſerleitung im Hohlen Weg.
Verſchiedene Grundſtücksbeſitzer im Hohlen Weg hatten
die Einlegung der Waſſerleitung beantragt und ſich durch
Revers verpflichtet, die entſtehenden Koſten zu verzinſen.
Nachdem die Herſtellung der Anſchlüſſe erfolgt iſt, müſſen
die zu zahlenden Zinſen auf die einzelnen
Grundſtücks=
beſitzer anteilsweiſe verteilt werden. Die Waſſerwerks=
Deputation hat die von der Bürgermeiſterei vorgeſchlagene
Verteilung gutgeheißen. Nach dem Referat des Stadtv.
Rockel wird in dieſem Sinne beſchloſſen.
Beſteuerung des landwirtſchaftlichen
Grundvermögens.
Bezüglich der Beſteuerung des landwirtſchaftlich
benutzten Grundvermögens hat der Finanzausſchuß den
folgenden Antrag eingereicht:
„Großh. Bürgermeiſterei und
Stadtverordnetenver=
ſammlung wolle — tunlichſt im Einverſtändnis und in
Ge=
meinſchaft mit den Vertretungen der übrigen Städte des
Großherzogtums — bei der Großh. Regierung und den
Landſtänden dahin vorſtellig werden, daß dem von
ſechs Mitgliedern der Erſten Kammer
ge=
ſtellten Antrag auf Beſteuerung des
land=
wirtſchaftlich benutzten Grundvermögens
nach dem Ertragswerte anſtatt nach den jetzt
gül=
tigen Grundſätzen des Vermögensſteuergeſetzes nicht
ſtattgegeben werde.”
Der Antrag wird wie folgt begründet: 1. Die
Ausführung des genannten Antrages würde eine
Verſchie=
bung der Vermögensſteuerlaſt zum Nachteil der Städte zur
Folge haben, ohne dem Kleinbauernſtande Erleichterungen
zu bringen; dieſe würden vielmehr dem überwiegend in
geſchloſſenen Hofgütern wirtſchaftenden Großgrundbeſitz
zugute kommen, deſſen Pachterträge in der Regel erheblich
niedriger ſind als diejenigen des Parzellenbeſitzes.
2. Innerhalb der Städte ſelbſt ergäbe ſich eine
Ver=
ſchiebung der Vermögensſteuerlaſt zugunſten des außer=
halb der Bauzone liegenden, überwiegend ſchon der
Spelulation verfallenen, wenn auch weiterhin
land=
wirtſchaftlich benutzten Geländes und der
Fideikom=
mißgüter zum Nachteil der übrigen
Vermögensſteuer=
pflichtigen.
3. Der größte Nachteil würde den ſtädtiſchen
Ge=
meinden inſofern aus dem Antrage erwachſen, als die
jetzigen Vermögensſteuerwerte des unbebauten
Grund=
beſitzes im Gemarkungsbereich der Städte zum großen
Teile für die in Ausſicht genommene Grundwertſteuer
bei weitem nicht mehr zur Deckung des Ausfalles in
Betracht kommen könnten, der an anderer Stelle (z. B.
bei der Gewerbeſteuer) entſtehen wird.
4. Aehnliche Nachteile entſtehen für die
Wertzu=
wachsſteuer, für deren erſtmalige Berechnung der
zur=
zeit des Inkrafttretens der Ortsſatzung rechtskräftig
veranlagte Vermögensſteuerwert als Erwerbswert
an=
zunehmen iſt, während nach dem Antrage aus der
Erſten Kammer in Wirklichkeit ein erheblich geringerer
Vermögenswert verſteuert würde.
Der Antrag wird nach dem Referat des Stadtv.
Gallus debattelos angenommen.
Eine neue Heilanſtalt.
Beig. Mueller führt aus: Herr Dr. med. Wolf
beabſichtigt, im Hauſe Rheinſtraße 31 eine
ortho=
pädiſch=chirurgiſche Heilanſtalt zu
betrei=
ben und ſucht um Erteilung der nach § 30 der
Gewerbe=
ordnung erforderlichen Konzeſſion nach. Die
Bürger=
meiſterei hat gegen die Genehmigung des Geſuchs nichts
einzuwenden. Die Verſammlung auch nicht. Dem
Ge=
ſuch wird daher entſprochen. Damit iſt die
Tagesord=
nung erledigt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin 28. April. (
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages.) In der fortgeſetzten
Be=
ratung des Kolonialbeamtengeſetzes wurde der
Zen=
trumsantrag lebhaft debattiert, der als Paragraph 9a
folgende Beſtimmung einſchalten will: Eintragungen in
die Perſonalakten der Kolonialbeamten, welche dieſen
nachteilig ſein können, ſind den betreffenden Beamten
zur Kenntnisnahme vorzulegen. Eine etwaige
Gegen=
erklärung der Kolonialbeamten iſt den Perſonalakten
beizulegen. Nach ſcharfem Widerſpruch ſeitens des
Staatsſekretärs und verſchiedener Parteien, die in der
Annahme eine Schädigung der Beamten ſelbſt und des
Dienſtverhältniſſes erblicken, wird der Antrag
ange=
no mmen.
* Berlin, 28. April. Die Kalikommiſſion
des Reichstages beriet die Lohnſchutzanträge
wei=
ter und nahm mit großer Mehrheit den Abſchnitt an,
der im weſentlichen beſtimmt, daß, wenn auf einem
Kaliwerk der innerhalb einer Arbeiterklaſſe im
Jah=
resdurchſchnitt gezahlte Schichtlohn unter den im
Durchſchnitt 1907—1909 gezahlten Lohn ſinkt, für das
ſolgende Jahr eine Kürzung der Beteiligungsziffer des
Werkes um mindeſtens 10 Prozent eintritt, ebenſo
wenn bei einer Arbeiterklaſſe die regelmäßige
Arbeits=
zeit über die im Jahre 1909 üblich geweſene verlängert
wird.
* Berlin, 28. April. In der Kommiſſion
des Reichstags für das
Wertzuwachsſteuer=
geſetz erklärte der Schatzſekretär, daß die Gemeinden
in der Lage ſein ſollen, die Zuſchläge nach Maßgabe
der beſonderen örtlichen Verhältniſſe zu den einzelnen
Sätzen des Tarifes verſchieden hoch zu bemeſſen.
Die preußiſche Wahlrechtsvorlage
im Herrenhauſe.
* Berlin, 28. April. Im Herrenhauſe ergriff
unmittelbar nach dem Referate des Grafen Behr
Miniſter=
präſident v. Bethmann Hollweg das Wort, um
zu=
nächſt dem Herrenhauſe und der Kommiſſion für die
Be=
reitwilligkeit zu danken, mit der ſie an die Löſung der
Auf=
gabe gegangen ſeien, der Wahlrechtsvorlage eine für die
Regierung annehmbare Geſtalt zu geben, wie auch das
Abgeordnetenhaus zweifellos von dem Beſtreben nach einer
poſitiven Löſung erfüllt geweſen ſei. Der
Miniſterprä=
ſident wies ſodann die außerhalb hervorgetretene
Auf=
faſſung zurück, als ob die Haltung der Regierung beſtimmt
würde von der größeren oder geringeren Vorliebe für
eine Partei, als ob das Zentrum ausgeſchaltet werden
ſolle zugunſten der Mittelparteien. Das liege der
Regie=
rung fern. Er habe den bündigen Gegenbeweis geliefert,
indem er die Beſchlüſſe desAbgeordnetenhauſes in
derWahl=
rechtsvorlage als einen gangbaren Boden bezeichnet habe.
Der Miniſterpräſident verwahrte ſodann die Regierung
weiterhin gegen die Anſchauung, als ob der Grundſatz, die
Politik als die Kunſt des Erreichbaren zu bezeichnen, eine
Nachgiebigkeit ohne Ende in ſich ſchließe. Er habe in
ſei=
ner amtlichen Tätigkeit gezeigt, daß er bereit ſei, mit allen
Parteien ſachliche Arbeit zu pflegen, aber die Regierung
müſſe ſich vor einer Nachgiebigkeit hüten, mit der ſie ihre
eigene Autorität aufgebe. Solange er die Ehre habe, an
der Spitze der Staatsregierung zu ſtehen, werde er mit
ei=
nem ſolchen Beiſpiel nicht vorangehen. Wenn er die
Grenzlinien bezeichnet habe, über die die Staatsregierung
nicht hinausgehen werde, ſo ſei das geſchehen in der
Ueberzeugung, daß eine Verfaſſungsänderung von der
Be=
deutung, von dem Ernſte der vorliegenden nicht auf
Partei=
konſtellationen, ſondern auf freier Ueberzeugung beruhe.
Die Staatsregierung betrachte es als ihre Pflicht, den
Be=
ſchlüſſen des Abgeordnetenhauſes ein dauerhaftes Gefüge
zu geben. Darum habe er ſpeziell bezüglich der
Drittelungs=
bezirke die Grenzlinien bezeichnet, deren Innehaltung für
die Staatsregierung mit dem Schickſal des Geſetzes
un=
trennbar verbunden ſei. Eine für die Staatsregierung
innehmbare Löſung dieſer Frage bedeute der Antrag
Schorlemer und er richte an das Haus die dringende
Bitte, dieſem Antrage beizutreten. Was das Ganze der
Wahlreform anbelange, ſo werde die Stellung des
Herren=
hauſes zu dem Antrage, der die Einführueig der geheimen
Wahl zum Gegenſtande habe, eine entſcheidende
Bedeu=
tung haben. Die königliche Staatsregierung würde aber
in einem negativen Ergebnis eine ſchwere Schädigung der
Intereſſen des Landes erblicken. Auch in dieſer Frage ſei
für ſie die einzige Richtſchnur das Bewußtſein der
Ver=
antwortung für eine Verfaſſungsänderung, die auf der
einen Seite als ein Nichts mißachtet, auf der anderen Seite
als zu viel mit ſchweren Beſorgniſſen begleitet werde,
(Lebhafter Beifall.) Die Rede des Miniſterpräſidenten
vurde mehrfach von Beifall unterbrochen.
Nach dem Antrage Schorlemer ſoll die
Drit=
telung in Gemeinden erfolgen, wenn dieſe nicht mehr als
10000 Einwohner haben, in Gemeinden von 10—30000
werden zwei Drittelungsbezirke gebildet, in größeren
Ge=
meinden für jede angefangenen 20000 Einwohner ein
wei=
terer Drittelungsbezirk.
Das Kaiſerpaar in Lothringen.
* Schloß Urville, 27. April. Der Kaiſer,
die Kaiſerin, die Prinzeſſin Viktoria Luiſe nebſt
Ge=
folge unternahmen heute vormittag einen Spazierritt.
Nachmittags unternahmen die Herrſchaften und
Ge=
folge eine Ausfahrt in Automobilen. Generalleutnant
Freiherr von Lyncker, Inſpekteur der Verkehrstruppen,
Major Groß, Kommandeur des Luftſchifferbataillons,
und Geheimer Regierungsrat Profeſſor Hergeſell ſind
heute nachmittag hier eingetroffen.
* Metz=Frescaty, 27. April. Der Kaiſer
begab ſich heute morgen im Automobil von Schloß
Ur=
ville nach Metz, wo er im Generalkommando um 9
Uhr eintraf und den Vortrag des hier eingetroffenen
Kriegsminiſters hörte. Der Kaiſer fuhr dann,
wiederum im Automobil, nach dem Exerzierplatz
Fres=
caty und ſtieg bei dem Fort Württemberg zu Pferde.
Das Wetter iſt ſehr ſchön. Um 10 Uhr begann die
Be=
ſichtigung des Königs=Infanterie=Regiments (6.
Lothringiſches) Nr. 145. Der Kaiſer ritt die Front
des Regiments ab und nahm einen Vorbeimarſch des
Regiments in Kompagniefronten entgegen; hierauf
ſah der Kaiſer die drei Bataillone nacheinander.
Wäh=
rend der Beſichtigung begrüßte der Kaiſer auch die
Kriegsſchule Metz, die am Diviſionswäldchen
Aufſtel=
lung genommen hatte. Um 11 Uhr trafen die
Kai=
ſerin und die Prinzeſſin Viktoria Luiſe im
Automo=
bil von Schloß Urville aus beim Fort Württemberg
ein und beſtiegen einen vierſpännigen, à la Daumont
beſpannten Wagen, welchen der Kammerherr von
Winterfeld zu Pferde eskortierte. Die Kaiſerin
be=
grüßte eine Anzahl Mannſchaften der Garniſon Metz,
velche beim Mülheimer Eiſenbahnunglück verletzt
worden waren und die ſchon wieder hergeſtellt ſind.
Die Kaiſerin fragte jeden einzelnen von den
Mann=
ſchaften aufs freundlichſte nach der Art ſeines
Un=
falles. Major Kirchner, Adjutant im
General=
kommando, hatte dieſe Mannſchaften begleitet.
Luftſchiffahrt.
H.B. Berlin, 28. April. Der Luftkreuzer
„M. III‟ unternahm heute vormittag eine
anderthalb=
ſtündige Probefahrt für die auf heute feſtgeſetzte
Fern=
fahrt. Er kreuzte nur über dem Tegeler Schießplatz.
Die Fernfahrt ſoll heute nachmittag angetreten werden.
* Köln 28. April. Während der heutigen
Fahrt des „P. II” werden gleichzeitig außer der
taktiſchen Aufklärung aſtronomiſche
Naviga=
tionen und Verſuche mit der
Funkentele=
graphie ausgeführt. Nach Ausführung der ihm
ge=
ſtellten Aufgaben wird „P. II” wieder in den hieſigen
Luftſchiffhafen zurückkehren. Die Fahrt wird mehrere
Stunden dauern.
* Köln, 28. April. „P. II” iſt heute früh 6 Uhr
aufgeſtiegen zu einer taktiſchen Uebung. Er hat
die Aufgabe, gegen feindliche Truppen in und um
Köln und nördlich davon bis etwa gegen Düſſeldorf
aufzuklären.
* Köln, 28. April. „P. II” war um 7½ Uhr über
Düſſeldorf und landete um 9½ Uhr vor der Kölner
Halle.
* Paris, 28. April. Aus Liſſabon wird
ge=
meldet, der franzöſiſche Aviatiker Momet habe in
ſehr großer Höhe einen halbſtündigen Flug
ausge=
führt und ſei dabei über Liſſabon hinweg geflogen. Bei
ſeiner Landung war er Gegenſtand begeiſterter
Ova=
tionen.
* London, 27. April. Nach angeſtrengter
Re=
paratur an den Maſchinen ſtieg gegen 6 Uhr
Paul=
han zum Fluge nach Mancheſter auf. Kurze Zeit
ſpäter folgte Graham White. Das Wetter hat ſich etwas
aufgeklärt.
* London 27. April. Paulhan paſſierte
Bletchley um 6 Uhr 27 Minuten und Rugby um halb 8
Uhr in einer Höhe von 1000 Fuß. White war um 7,58
Uhr über Northampton.
* London, 27. April. Paulhan iſt nach
Zu=
rücklegung von 120 Meilen bei hereinbrechender
Dun=
kelheit um 8 Uhr 10 Minuten in Lichfield
nieder=
gegangen. White landete in Northampton nach
einem Fluge von 66 Meilen. Die Diſtanz London
Mancheſter, die 184 Meilen beträgt, muß binnen 24
Stunden zurückgelegt ſein, und es ſind höchſtens zwei
Zwiſchenlandungen geſtattet.
* London, 28. April. Paulhan, der um 4
Uhr 9 Minuten von Lichfield aufgeſtieegn war und um
4 Uhr 40 Minuten Stafford paſſierte, iſt um halb 6 Uhr
in Mancheſter eingetroffen. Graham White iſt
um 2 Uhr 50 Minuten von Northampton wieder
auf=
geſtiegen, paſſierte um 3 Uhr 30 Minuten Rugby und
iſt ſpäter in Polesworth, zehn Meilen vor Lichfield
wieder niedergegangen. Wie der „Daily Chrouicle‟
berichtet, hatte White ein Automobil mit ſtark
leuchten=
den Laternen mitfahren laſſen, das den Weg anzeigen
ſollte.
* Mancheſter, 28. April. Paulhan näherte
ſich kurz vor 5½ Uhr in prächtigem Fluge der Stadt
und ſteuerte in beträchtlicher Höhe über der Eiſenbahn
geraden Weges auf ſein Ziel zu. Bei ſeiner Landung
wurde er von einer vieltauſendköpfigen Menge mit
begeiſterten Zurufen und lebhaftem Tücherſchwenken
empfangen und von allen Seiten mit ungeſtümem
Händedrücken beglückwünſcht; aber der Aviatiker ſchien
kaum zu wiſſen, worum es ſich handelte; er ſah völlig
erſchöpft aus. Mit dem Sonderzuge, der ihm von
London aus gefolgt war, fuhr Paulhan ſodann nach
dem Zentralbahnhofe von Mancheſter. Der Aviatiker
legte die 183 Meilen lange Strecke in 3 Stunden
und 56 Minuten zurück.
Sport.
Lt. Die ſüdafrikaniſchen Lawn=Tennis=
Meiſterſchaften, die durch die Teilnahme des auch
in Deutſchland bekannten Auſtraliers A. F. Wilding
in dieſem Jahre weitergehendes Intereſſe beanſpruchten,
wurden unter Leitung der Transvaal Aſſociation in
Johannesburg entſchieden. Wilding gewann die
Herren=
meiſterſchaft gegen H. A. Kitſon 6—0, 6—3, 6—4, während
er in den übrigen Spielen unterlag. In der Herren=
Doppelmeiſterſchaft wurden Wilding=Cochran von Kitſon=
Gauntledd 6—3, 2—6, 7—5, 9—7 und im gemiſchten
Doppelſpiel Wilding=Miß Tudhope von Kitſon=Mrs.
Kirby 7—5, 8—6 geſchlagen. Die Damenmeiſterſchaft
fiel an Mrs. Kirby und die Damen=Doppelmeiſterſchaft
an Miß Tudhope=Mrs. Reid.
Landwirtſchaftliches.
* Schlacht= und Maſtvieh=Ausſtellung
in Frankfurt a. M. Die vom 5. bis 8. Mai d. Is
auf dem ſtädtiſchen Schlacht= und Viehhofe ſtattfindende
Schlacht= und Maſtvieh=Ausſtellung wird aus allen
Teilen des Reiches aut beſchickt ſein. Der Kaiſer hat
Seite 6.
Darmſtädter Tägblatt, Freitag, den 29. April 1910
Nummer 99.
für die Ausſtellung eine ſilberne Medaille verliehen und
auch der Landwirtſchaftsminiſter hat mehrere Preiſe
ge=
ſtiftet. An allen Ausſtellungstagen finden
Militar=
konzerte ſtatt; Donnerstag, den 5. und Sonntag, den
8. Mai, Doppelkonzert der 81er und des Magdeburgiſchen
Dragoner=Regiments Nr. 6. Ferner wird Sonntag,
den 8. Mai, ein ganzer Ochſe nach Münchener Art am
Spieß gebraten. Es ſei noch beſonders darauf
hin=
gewieſen, daß den Beſuchern der Ausſtellung auch die
koſtenfreie Beſichtigung der geſamten Schlacht= und
Vieh=
hofanlagen geſtattet iſt. Die große
Ausſtellungs=
reſtauration liegt in den bewährten Händen des Pächters
der Schlacht= und Viehhofreſtauration Herrn Chr. Jung.
Handel und Verkehr.
Süddeutſche Eiſenbahn=
Geſell=
ſchaft. Auf Grund der Konzeſſionsbedingungen,
denen zufolge jede Aenderung der Statuten der
Geſellſchaft der Zuſtimmung der heſſiſchen
Re=
gierung bedarf, hat dieſe die Genehmigung der in
der Generalverſammlung vom 18. September v. J.
ge=
faßten Beſchlüſſe auf Aenderung der Statuten
verſagt. Wie erinnerlich ſein wird, beſchloß im
Zu=
ſammenhang mit dem Uebergang von 14 Mill. Mark des
insgeſamt 26 Millionen Mark betragenden
Aktienkapi=
tals an ein Eſſener Konſortium die
Generalverſamm=
lung eine Streichung des § 29 der Statuten, der
be=
ſtimmt, daß kein Aktionär mehr als 1000 Aktien
ver=
treten kann. Außerdem waren in der
Generalver=
ſammlung Neuwahlen zum Aufſichtsrat vorgenommen
worden, und zwar ſind außer Herrn Hugo Stinnes,
der für ein ausſcheidendes Mitglied als fünfter in den
Aufſichtsrat eintrat, noch die Herren Oberbürgermeiſter
Holle=Eſſen, Landrat Snethlage, Geheimerat Funke=
Eſſen, von Tippelskirch=Eſſen und Rechtsanwalt Di
Gehrke=Frankfurt neugewählt worden. Zu ihrer
ab=
lehnenden Haltung iſt die heſſiſche Regierung, wie
mit=
geteilt wird, deshalb gekommen, weil ſie auf die
ein=
engende Beſtimmung des § 29 der Statuten, die in
erſter Linie dem Schutze der kleinen Aktionäre dienen
ſoll, den größten Wert legt, umſomehr, nachdem auf
der Generalverſammlung von einem an der Aenderung
beſonders intereſſierten Aktionär hervorgehoben
wor=
den war, daß mehr als eine formelle Uebertragung
von Aktien nicht verlangt werden könne, und daß man
im übrigen die fragliche Beſtimmung umgehen könne,
indem man eine Reihe von Geſellſchaften m. b. H. bilde,
von denen jede 1 Million Mark Aktien übernehme.
Die Regierung hat aber auch materielle Bedenken, die
ſie veranlaßten, zu verhüten, daß durch eine lediglich
formelle Uebertragung von Aktien dieſer Paragraph
umgangen werde. Auch im öffentlichen Intereſſe müſſe
die Regierung die Genehmigung zu der Abänderung
verſagen, denn die Regierung habe bei der
Konzeſſio=
nierung großen Wert auf die einengende Beſtimmung
gelegt, da ſie bei dem weitverſtreuten Beſitz der
Geſell=
ſchaft darauf Bedacht nehmen müſſe, daß nicht einzelne
Landesteile benachteiligt werden. Dieſe Gefahr
be=
ſtünde, wenn ſeinzelne Großaktionäre die unumſchränkte
Herrſchaft beſäßen. Auch die Vermehrung der Zahl
der Aufſichtsratsmitglieder wird dementſprechend aus
gleichen Gründen abgelehnt. Welche Haltung die
Eſſener Majorität gegenüber dieſem ablehnenden
Be=
ſcheid der heſſiſchen Regierung einnehmen wird, iſt
nicht bekannt. Gegen die Beſchlüſſe der
Generalver=
ſammlung vom September vorigen Jahres hatte, wie
früher mitgeteilt, eine Minoritäts=Gruppe Proteſt
er=
hoben und Anfechtungsklage folgen laſſen, letztere aber
zurückgenommen.
H. Frankfurt, 28. April. (
Fruchtmarkt=
bericht.) Am Wochenmarkt blieb das Geſchäft
wie=
der ſehr ſtill, da es an Kaufluſt fehlte. Landweizen
war in geſunder, trockener und auswuchsfreier Ware
zu 22,50 reichlich angeboten. Auch Landroggen war
ſtark offeriert und billiger erhältlich. Für
auslän=
ländiſche Brotfrüchte lagen ebenfalls ermäßigtere
Offerten vor. Gerſte geſchäftslos. Hafer bei gutem
Angebot ſchlank verkäuflich. Mais und Futterartikel
ruhig. Mehl ſtetig.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt
flau auf die niedrigen nordamerikaniſchen Kurſe und
billigere Zuſagen von Kanada.
An der Berliner Produktenbörſe lag
Weizen matt auf die Tendenz in Amerika und
Liver=
pool. Roggen ſchließt hingegen feſter, da verlautet,
daß die Maiandienungen ohne Schwierigkeit Aufnahme
finden werden. Hafer leicht abgeſchwächt.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
ameri=
kaniſchen Getreidemärkten (New=York und
Chicago) eröffnete Weizen auf Ankündigung wärmeren
Wetters im Verein mit Abgaben der
Kommiſſionshäu=
ſer in ſchwacher Haltung. Deckungen ängſtlich
gewor=
dener Baiſſiers und weniger günſtige Ernteberichte
boten jedoch der Aufwärtsbewegung eine gute Stütz
die einen weiteren Rückhalt in hauſſelautenden
priva=
ten Saatenſtandsſchätzungen in Kanſas fand. Der
Schluß war feſt. Mais verkehrte im Einklang mit
Weizen. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in
die=
er Woche von 29,49 Millionen Buſhels auf 29,84 Mill
Buſhels geſtiegen, dagegen die Maisvorräte von 12,77
Mill. Buſhels auf 11,82 Mill. Buſhels zurückgegangen.
In Kanada gingen die Weizenvorräte in dieſer
Woche von 9,63 Mill. Buſhels auf 8,98 Mill. Buſhels
zurück.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen hieſiger und Wetterauer, 22.50,
Nord=
deutſcher 22.50, Kurheſſiſcher 22.50, Rumäniſcher 23.50
bis 24.25, Redwinder 23.25—24.25, Donauweizen 23.50
bis 24.25, Laplata 23.25—24.25, Walla Walla 23.25 bis
24.25, Kanſas 23.25—24.25, Ruſſiſcher 23.50—24.50;
und Wetterauer 16.00—17.00, Riedgerſte 16.50—17.00,
Ruſſiſche Futtergerſte 12.50—13.25, Fränkiſche 16.50 bis
17.00, Ungariſche 22.25—23.00; Hafer hieſiger 16.25
bis 17.25, Bayeriſcher 16.25—17.25, Ruſſiſcher 16.75 bis
17.25, Amerikaniſcher —.—, Rumäniſcher 16.75—17.25;
Mais mixed 16.00—16.25, Weißer Mais 16.10—16.40,
Donaumais 16.40—16.60, Ruſſiſcher 16.30—16.40,
La=
plata 16.25—16.50, Rumäniſcher 16.25—16.30,
Weizenſcha=
len 10.50—10.75, Weizenkleie 10.00—10.25, Roggenkleie
10.00—10.50, Futtermehl 12.00—13.00; Biertreber,
ge=
trocknet, 13.50—13.60; Weizenmehl, hieſiges, Nr. 0
31.25—31.50, feinere Marken 31.75—32.00, Nr. 1 29.25
bis 29.50, feinere Marken 29.75—30.00, Nr. 2 28.00 bis
28.25, feinere Marken 28.50—28.75, Nr. 3 26.25—26.50,
feinere Marken 26.75—27.00, Nr. 4 25.75—26.00, feinere
Marken 26.25—26.50; Roggenmehl, hieſiges, Nr.
23,50—23.75, Nr. 1 20.50—20.75, Nr. 2 16.50—16.75.
Literariſches.
— Das ſoeben erſchienene zweite Heft des 3. Bandes
der „Zeitſchrift für Politik” (Berlin W 8 Carl Hey=
manns Verlag) bringt eine intereſſante Abhandlung des
Gießener Privatdozenten Friedrich: „Der Ausbau des
Proteſtantismus zur Weltkirche” Friedrich hält eine
evangeliſche Weltkirche für eine unbedingte Notwendigkeit,
ſchon im Hinblick auf eine Trennung von Staat und
Kirche. — Profeſſor Wilhelm van Calker unterſucht die
ſo aktuelle Frage, wie der Begriff des politiſchen Vereins
im Sinne des Reichsvereinsgeſetzes von 1908 zu faſſen
ſei, unter weitgehender Berückſichtigung der Judikatur.
Sehr zeitgemäß iſt auch der Beitrag des Wirkl. Geh.
Legationsrat v. König über den Konſulardienſt der
wichtigſten Handelsmächte und ſeine Bedeutung für das
Wirtſchaftsleben. — Der Kölner Profeſſor Adolf Weber
entwirft ein knappes und klares Bild von dem
gegen=
wärtigen Stand der Boden= und Wohnungsfrage. — Max
Garr ſpricht über die brennende Frage der Wahlreform
in Frankreich. — Zur Geſchichte der Politik ſteuert der
Wiener Pofeſſor Menzel einen Beitrag bei, der
Protago=
ras als den älteſten Theoretiker der Demokratie anſpricht.
— Bilder aus dem amerikaniſchen Zirkusleben
ſind oft von einer Pracht und Großartigkeit, wie ſie
der europäiſche Zirkus kaum kennt. Von ihrer Größe
und ihrer Buntfarbigkeit gibt ein mit vortrefflichen
Ab=
bildungen verſehener Aufſatz im neueſten (16) Hefte der
illuſtrierten Zeitſchrift „Moderne Kunſt” Verlag von
Rich. Bong, Berlin W 57 (Preis des Vierzehntagsheftes
60 Pf.) eine feſſelnde Darſtellung. Aus dem übrigen
Inhalt der glänzend ausgeſtatteten Nummer ſei beſonders
die Fortſetzung der geiſtvollen Plauderei von Maximilian
Krauß, zu der Hans Stubenrauch ſeine muſterhaften
Handzeichnungen beigeſteuert hat, „Wie der Paſſion
entſteht” hervorgehoben. Ferner nennen wir noch Oskar
Anwands reichilluſtrierte Abhandlung über die „ungariſche
Künſtlerausſtellung” und den originellen Artikel über den
„Vater des Berliner Witzes” Carl Conte Skapinellis
figurenreicher, pſychologiſch=vornehmer Roman Die
Künſtlerkolonie” findet in dieſer Nummer eine dramatiſche
Zuſpitzung, die den Schluß ahnen läßt.
In vielen Frauenherzen ſchlummert der
glü=
hende Wunſch, ein chikes Frühjahrskoſtüm zu beſitzen,
und dieſer Wunſch ſteigert ſich mit dem Fortſchreiten
bes Jahres zum tiefgefühlten Bedürfnis. Ja, wenn
die Koſten nicht ſo hoch wären! Pardon, meine
Gnä=
digſte! Die Koſten verteuern ſich hauptſächlich durch
den Macherlohn. Ja, wie ſoll man es denn anſtellen?
Ganz einfach, man läßt ſich die neueſte Nummer des
tonangebenden Weltmodenblattes „Große
Moden=
welt” mit bunter Fächervignette, Verlag John Henry
Schwerin, Berlin W. 57, kommen und fertigt ſich ſein
Koſtüm mit Hilfe der bezüglichen Anleitung, die jedes
Kind begreift, ſelbſt an. Probatum est. Abonnements
auf „Große Modenwelt” mit bunter Fächervignette
(man achte genau auf den Titel!) zu 1 Mk.
viertel=
jährlich nehmen ſämtliche Buchhandlungen und
Poſt=
anſtalten entgegen. Gratis=Probenummern bei
erſte=
ren und dem Verlag John Henry Schwerin,
Ber=
lin W. 57.
Vermiſchtes.
— Was eine Farmersfrau in
unſeren Kolonien alles können muß.
Von den Hausfrauentätigkeiten früherer
Jahr=
zehnte oder Jahrhunderte haben unſere Frauen,
wenigſtens ſoweit ſie in den Städten
woh=
nen, ein gut Teil eingebüßt, in den Kolonien aber
werden dieſe wirtſchaftlichen Tugenden wieder nach
ihrem echten Wert geſchätzt. Die Farmersfrau muß
nicht nur kochen und backen, waſchen und nähen, ſie
muß auch vom Gartenbau, von der Geflügelzucht, ja
womöglich von Vieh= und Schweinezucht etwas
ver=
ſtehen und in der Krankenpflege geübt ſein. Dabei iſt
in Betracht zu ziehen, daß die ſchwarzen Dienſtboten,
die man zur Verfügung hat, von Haus aus von all dem
keine Ahnung haben und meiſt ſich auch in der Folge
wenig Verſtändnis für Reinlichkeit und Ordnung
an=
eignen, ſodaß die Hausfrau beſtändig bei der Hand ſein
und ſich um jede Kleinigkeit ſelbſt kümmern muß.
Kochen und Waſchen verſteht ſich im Haushalt
ſchließ=
lich von ſelbſt, auch das Backen und Schneidern iſt zu
lernen, aber nun kommen Geflügelzucht, Gartenban
und dergleichen. Wer je auf dem Lande gelebt hat, der
weiß, was für eine Laſt von Arbeit ein Hühnerhof oder
ein Schweineſtall mit ſich bringt, auch wenn die
Haus=
frau nicht mit zufaßt, ſondern nur das Ganze
beauf=
ſichtigt. Auch iſt es gar nicht ſo leicht, ſich in dieſe
Zweige ſüdweſtafrikaniſcher Landwirtſchaft ſo
einzu=
arbeiten, daß man etwas damit erreicht. Wie
Ru=
dolf Wagner in einem reich illuſtrierten Aufſatz
des Maiheftes von „Weſtermanns
Monats=
heften” ſchreibt, muß man den Gartenbau in der
Heimat ſchon gründlich beherrſchen, wenn man mit den
kolonialen Nutzpflanzen fertig werden will. Ein
Neu=
ling ſteht ratlos da. Dasſelbe gilt von der
Geflügel=
zucht. Es handelt ſich draußen eben nicht darum, im
Ziergarten ſich ein wenig angenehm die Zeit zu
ver=
treiben oder Luxusgeflügel zu füttern, ſondern der
Garten und der Geflügelhof dienen dort dem recht
realen Zwecke des „Geldmachens” Zum mindeſten
ſollen ſie den Tiſch des Farmers verſorgen und dieſen
von den unerſchwinglich teuren Konſerven
unabhän=
gig machen. Dabei hat man mit allerlei tropiſchen
Ueberraſchungen, Ungeziefer ſonder Zahl und
Raub=
zeug, einen ſteten Kampf zu führen, ganz anders als
in der Heimat. Kurz und gut, die Hausfrau muß den
ganzen Tag auf den Beinen ſein, um ihr
ausgedehn=
tes Reich in Ordnung zu halten. Denn von dem
ſchwarzen Geſinde gilt als Regel mit ſehr geringen
Ausnahmen, daß es nicht arbeitet, ſobald man ihm den
Rücken kehrt. Man möchte wirklich oftmals wünſchen,
es machen zu können wie jener Pflanzer, der ſein
Glasauge herausnahm und es auf dem einen Feld auf
einen Tiſch legte, wenn er auf dem anderen nach dem
Rechten ſehen mußte, um die abergläubigen
Schwar=
zen glauben zu machen, daß das Auge des Herrn wache,
Alles in allem iſt der Hausfrauenberuf in den
Kolo=
nien keine Luſtbarkeit. Er macht nur der Frau Freude,
die mit Leib und Seele bei der Sache iſt, er wird aber
kaum eine Frau befriedigen, die die Verheiratung nach
den Kolonien als bequeme Verſorgung betrachtet.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Paris, 28. April. In der heutigen Sitzung des
Miniſterrates unter dem Vorſitz des Präſidenten
Falliéres äußerte der Miniſter des Aeußeren Pichon
ſich über die Fragen der auswärtigen Politik, beſonders
über Kreta. Er erklärte, daß die vier Schutzmächte über
die zu ergreifenden Maßnahmen einig ſeien. Der
Ma=
rineminiſter teilte mit, daß der Bau der beiden kürzlich
bewilligten Panzer unverzüglich in Angriff genommen
verden würde.
* London, 28. April. Der König erteilte heute
morgen dem Premierminiſter Asquith Audienz und
empfing Lord Kitchener anläßlich ſeiner Rückkehr nach
einer Abweſenheit von acht Jahren.
* London, 28. April. Infolge des Zuſammenbruches
der Fördermaſchine wurden geſtern abend im Tyng
edſo=Kohlenbergwerk in Südwales etwa fünfhun
iert Grubenarbeiter von der Tageswelt ah
geſchloſſen. Durch einen alten Schacht, der ges
nügend hergerichtet iſt, um deſſen Benutzung zu
ermög=
lichen, werden die Leute zu Tage gefördert. Das
Ret=
tungswerk, das die ganze Nacht über dauerte, geht nur
langſam vor ſich, da nicht mehr als vier Mann auf
ein=
mal heraufgebracht werden können und jede Förderung
zehn Minnten dauert. Den Eingeſchloſſenen wird in
Milchkannen und Körben Nahrung zugeſchickt.
* Nürnberg, 28. April. Der Rektor der höheren=
Mädchenſchule, Dr. Herberich, iſt geſtern abend von
ſeiner Frau durch drei Revolverſchüſſe erſchoſſen
worden. Darauf brachte ſich die Frau durch einen
vierten Schuß eine leichte Verletzung am Bein bei=
Sie wurde verhaftet. Herberich, der 44 Jahre alt war,
erfreute ſich allgemeinen Anſehens als Lehrer wie als
Gelehrter. Die Frau, eine Frankfurterin namens
Berna, ſtand anfangs der 50er Jahre. Ihr Vater war
urſprünglich Offizier. In erſter Ehe war ſie mit dem
Zeitungsverleger Dillinger in Karlsruhe verheiratet,
der mehrere Jahre dem Reichstag angehörte. Der
er=
ſchoſſene Herberich hatte ſpäter bei ihr gewohnt; die=
Ehe ſoll eine reine Neigungsheirat geweſen ſein. Ihr
war ein acht Jahre altes Töchterchen entſproſſen. Die
Motive der Tat ſind noch nicht genau ermittelt.
Einer=
ſeits nimmt man an, daß die Frau Grund zu
Eifer=
ſucht zu haben glaubte, wozu aber in Wirklichkeit
kei=
nerlei Anlaß vorgelegen haben ſoll. Vielleicht iſt der
Tat auch nur ein Streit der Eheleute vorangegangen.
Jedenfalls gilt die Frau als eine höchſt exaltierte
Natur. Sie war eine Anhängerin der extremſten
frauenrechtleriſchen Beſtrebungen. (Frkf. Ztg.)
H. B. Paris, 28. April. Die Morgenblätter
beſchäf=
tigen ſich mit einer neuen Spionage=
Ange=
legenheit. Vor einigen Tagen war die Polizei
durch ein anonymes Schreiben benachrichtigt worden,
daß zwei Soldaten, von denen der eine in Paris in
Garniſon liegt, ſowie auch die Geliebte eines Soldaten
in Verbindung ſtänden mit dem Spionage=Agenten
einer fremden Großmacht und beabſichtigten, militä
riſche Geheimniſſe zu verraten. Die Betreffenden
waren in dem Schreiben namhaft gemacht und die
ein=
zelnen Nebenumſtände ſo präziſe angegeben, daß die
Polizei die verdächtigen Soldaten längere Zeit
hin=
durch genau beobachten konnte. Schließlich gelang es,
einen Brief eines der Soldaten an den Agenten
abzu=
fangen. In dieſem Briefe ſchlagen die beiden
Sos=
daten vor, dem Agenten gewiſſe Teile eines
franzöſi=
ſchen Geſchützes auszuliefern. Einer der Soldaten, der
der Kolonial=Infanterie angehört, ſowie deſſen Geliebte
ſind bereits verhaftet. Die Verhaftung des anderen
Mitſchuldigen wird noch heute erfolgen. Andererſeits
hat die Sicherheitsbehörde Erhebungen angeſtellt, welche
zur Aufdeckung eines gut organiſierten
Spionage=
ſyſtems in Frankreich führten. Dieſe Nachricht erregt
die Gemüter aufs höchſte. „Paris Journal” erfährt
hierüber, daß in einem Park, der zu einer großen
Domäne in der Nähe von Montmerancy gehörte, eine
Station für drahtloſe Telegraphie errichtet worden
war, durch deren Vermittelung es gelungen war, die
drahtloſen Nachrichten abzufangen, welche zwiſchen dem
Eiffelturm und den franzöſiſchen Kriegsſchiffen und
anderen Telegraphenſtationen ausgetauſcht wurden.
Dieſe Nachrichten betrafen hauptſächlich die
National=
verteidigung.
Briefkaſten.
G. R. Sie befinden ſich im Irrtum. Die Großh
Diviſion bildet einen Beſtandteil der preußiſchen
Armee und unterſteht dem militäriſchen Kommando
des kommandierenden Generals. Dieſer entwirft
ſei=
uen Plan für das Uebungsjahr und ſendet einen
ſol=
chen an die Generaladjutantur. Damit ſind die
An=
ordnungen des kommandierenden Generals
rechtskräf=
ig und S. K. Hoheit kann daran keine Aenderung
vor=
nehmen. Dagegen können Wünſche ausgeſprochen
wer=
den, welche natürlich, ſoweit es der Dienſtbetrieb
zu=
läßt, ſtets berückſichtigt werden. Nach der Konvention
§ 7 ſtehen dem Landesherrn die Ehrenbezengungen zu.
Der Großherzog iſt Chef der heſſiſchen Truppen, hat die
Disziplinargewalt eines kommandierenden Generals
und erteilt an die Diviſion entſprechende Befehle, kann
jedoch in die Verfügungen des Generalkommandos nicht
eingreifen. Somit kann der kommandierende General
ohne weiteres Beſichtigungen anſetzen, wenn er will,
ohne S. K. Hoheit zu fragen. Andererſeits kann S. K.
Hoheit im inneren Dienſt Befehle an die Diviſion
geben, ohne das Generalkommando zu fragen. Das
weitere beruht dann auf Entgegenkommen und
Ver=
einbarung.
r Kranke.(Geisteskr.ausgeschl.)
Sommerkur für Behagl. eingericht. k1. Anstalt.
Spezial-Heilanstalt. Neue
Gesellschaftsräume,offene u.
ge=
schlossene Liegeballe. Kühler
schattiger Park. Sorgsame Be-
Iven handl. u. Verpflegung. Diätkuren.
endance für Minderbemittelte.) Prosp. franko. 6
Dr. M. Schulze-Kahleyss, Hervenarzt.
Sanatorium Hofheim im Taunus.
Srikandellen von Fleiſchreſten. Man nimmt
Ueber=
reſte von gekochtem Fleiſch, am beſten von
ge=
bratenem, hackt es mit einer Zwiebel oder Peterſilie recht
fein, dazu einige Eier, Salz, etwas Maggi=Würze und
geſtoßenen Pfeffer, geriebenes Weißbrot, Bratenjus oder
ſaure Sahne, oder ein wenig Milch. Dann macht man
Klöße von der Größe eines Eies, drückt ſie flach, paniert
ſie und brät ſie in Butter gelb.
(K9217,16
Unſere Stadtauflage enthält eine Beilage der
Heſſ. Vacuum=Reiniger Geſ. Ibel & Co.
Louiſen=
ſtraße 10, Darmſtadt.
(9218
3
Zeee
Die glückliche Geburt eines Sohnes
zeigen hocherfreut an
(*10723
Richard Heinz u. Frau
Lilly, geb. Schömbs.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Mitteilung, daß unſer innigſtgeliebtes
Töchterchen und Schweſter
(9215
E1sa
geſtern Abend unerwartet verſtorben iſt.
Die Beerdigung findet Samstag
Nachmit=
tag um 2 Uhr, vom Sterbehaus,
Pfründner=
hausſtraße 14 aus, ſtatt.
Um ſtille Teilnahme bitten
die tieftrauernden Hinterbliebenen,
in deren Namen:
Peter Dörr, Rechnungsrat.
Darmſtadt, den 28. April 1910.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo plötzlich betroffenen ſchweren
Ver=
luſte unſeres unvergeßlichen
(9211
Linchens
ſagen wir Allen hiermit innigſten Dank.
Ludwig Scherer u. Familie.
Darmſtadt, 28. April 1910.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſeres innigſtgeliebten,
treu=
beſorgten Vaters, Schwiegervaters, Großvaters
und Urgroßvaters
(9191
Helln Frisarich Wil. Ansci Woll
Großh. Förster i. P
ſagen wir Allen Dank. Beſonderen Dank ſprechen
wir Herrn Pfarrer Vogel für die erhebenden,
troſtreichen Worte, den Schweſtern für ihre
liebe=
volle, treue Mithilfe, ſowie für die reichen
Blumen=
ſpenden aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 28. April 1910.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die letzten
Reſte des nordöſtlichen Tiefs zogen geſtern raſch ab, ſo
daß Aufheiterung eintrat. Bei klarer Nacht iſt durch
Wärmeansſtrahlung die Temperatur bis zum
Gefrier=
punkt und darunter geſunken. Die im Nordweſten
erſchienene Zyklone rückt oſtwärts vor und dehnt ſich
dabei ſüdwärts über Mitteleuropa aus. Hierdurch
werden feuchte ſüdweſtliche Seewinde hervorgerufen.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, den 29. April:
Trübung und geringer Regen, windig aus Südweſt,
etwas wärmer.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 30. April.
Hofreite=Verſteigerung des Friedr. Göllnitz (
Lieb=
frauenſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Lud. Graulich (
Guten=
bergſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3½ Uhr
Friedrich=
ſtraße 18.
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Neligionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße 2).
Passahfest.
Freitag, den 29. April 1910.
Vorabendgottesdienſt 7 Uhr 15 Min.
Samstag, den 30. April 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min.
Abendgottes=
dienſt 8 Uhr 25 Min.
Sonntag, den 1. Mai 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Predigt
9 Uhr 30 Min. Feſtesausgang 8 Uhr 35 Min.
Gottesdienſt an den Wochentagen: Morgens 6 Uhr
45 Min., abends 8 Uhr 35 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Schluss des Pesachfestes.
Samstag, den 30. April.
Vorabend 7 Uhr — Min. Morgens 7 Uhr 45 Min.
Nachmittags 5 Uhr — Min. Abends 8 Uhr 35 Min.
nntag, den 1. Mai.
Morgens 7 Uhr 45 Min. Nachmittags 5 Uhr
— Min. Abends 8 Uhr 35 Min.
Wochengottesdienſt von Montag, den 2. Mai ab:
Morgens 6 Uhr — Min. Nachmittags 7 Uhr — Min.
Abends 8 Uhr 35 Min.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Robert und
Bertram”
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Vortrag (Halleyſche Komet) von Auguſt Kahl um
8½ Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: S. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Kurſe vom 28. April 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
8f. Staatspapiere.
4 Dſche. Reichsſchatzanw
3½ Deutſche Reichsanl.
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg
3½ do. Conſols
8. do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,90
3½
do.
3.
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl.
3½
do.
3
do.
4 Hamburger Staatsanl
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101, 50
do.
do.
Sächſiſche Renre . . .
Württembergerv. 1907
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,30
Griechen v. 1887 .
3¾/ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente
do. Goldrente.
do. einheitl. Rente
Portug. unif. Serie I
do. unif. Ser. III
do. Spezial.
5 Rumänier v. 1903 .
do. v. 1890 . .
do. v. 1905 . .
4 Ruſſen v. 1880 . . . .
In Proz.
100,50
93,00
84,60
100,80
93,00
84,60
93,90
102,00
92,90
83,60
102,00
91,90
84,00
84,00
101, 80
93, 40
49,60
98,30
99,60
94,40
66,30
67,00
102,50
94,50
91.00
91,90
1
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 92, 10
4½ do. v. 1905 . . .. 100,50
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 89,00
4 do. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente . .
4 do. Staatsrente
5 Argentinier
do.
4½ Chile Gold=Anleihe
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,80
4½
do.
4½ Japaner .
5 Innere Mexikaner . . 100,10
3
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904
5 Gold=Mexikaner . . .
In Proz.
92,70
86,50
94,70
95,50
92,60
.. 101,40
91,60
94,40
99,70
. 94,50
96,60
100,50
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt .
. . 139,50
4 Nordd. Lloyd . . . . 102,75
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,30
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 119,00
4 Baltimore & Ohio . . 107,70
4 Gotthardbahn . .
InProz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 159,50
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 20,80
4 Pennſylvania R. R. 131,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei 195,60
Werger=Brauerei
. 82,50
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 480,50
Fabrik Griesheim . . . . 265,50
Farbwerk Höchſt .
.469,80
Verein chem. Fabriken
Mannheim .
Lahmeyer
115,25
Schuckert
. 159,10
Siemens & Halske . . . 245,10
Adlerfahrradwerke Kleyer 338,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 236,80
Gelſenkirchen .
.201,30
Harpener .
. 193,60
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb .
..217,80
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,40
1 Pfälzer Prt. . . . . . 101,10
do.
3½
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 100,10
do. ſteuerfrei
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,30
do.
98,40
do.
alte .
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,40
do.
84,00
do.
3 Raab=Oedenburger 76,00
Ruſſ. Südweſt.
4 Kronpr. Rudolfbahn
89,30
In Proz.
Sf.
. 75,90
2¾/10 Livorneſer . . .
4 Miſſouri=Paciſic 98,50
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,00
5 Anatoliſche Eiſenb..
5 Tehuantepec . . . . . 102,00
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 174,30
Darmſtädter Bank 132,40
Deutſche Bank 251,00
4 Deutſche Vereinsbank 127,50
4 Diskonto=Geſellſchaft 187,00
4 Dresdner Bank 158,00
4 Mitteldeut. Kreditbk. 119,40
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 123,00
101,30
4 Pfälzer Bank.
144,75
4 Reichsbank .
4 Rhein. Kredit=Bank 139,20
4 Wiener Bank=Verein 137,00
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,30
do. S. 19. . . . . 92,50
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
do.
91,00
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
92,50
3.
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
91,00
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,30
do. (unk. 1914) 91,70
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,30
do,
93,30
3½
InProz.
Bf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
3½ do.
92,20
4 Frankfurt.
. . 101,00
95,50
3½ do.
4 Gießen
3½ do.
. 100,10
4 Heidelberg
3½ do.
91,40
4 Karlsruhe
. 100,50
91,30
3½ do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
do.
91,80
4 Mannheim
100,10
do.
31
München
.101,00
Nauheim
92,00
Nürnberg
. 101,50
3½ do.
4 Offenbach
3½ do.
92,10
4 Wiesbaden
.102,20
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 83,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche
lr. 100
3½ Cöln=Mindner
00 137,70
5 Donau=Reg.
10
3 Holl. Komm. „ 100 104,9
Sf.
In Proz.
3 Madrider Fs. 100 77,00
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe.
.. 135,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,10
3 Oldenburger
. . 124,50
2½ Raab=Grazer fl. 150 117,00
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
Braunſchweiger Tlr. 20 214,00
Freiburger
Fs. 15 59,90
Mailänder
Fs. 45 154,50
do.
Fs. 10 31,10
Meininger
7 39,40
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 571,00
do. p. 1858 „ 100 462,20
Ungar. Staats „100 393,00
Venediger
Frs. 30. 40,90
Türkiſche
„ 400 178,00
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sopereigns .
20,44
20 Franks=Stücke
16,21
Oeſterr. 20=Kronen . .
16,90
Amerikaniſche Noten .
4,19
Engliſche Noten . . .
20,47
Franzöſiſche Noten . . . . 81,15
Holländiſche Noten . . . . 169,35
Italieniſche Noten
80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,10
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,05
Reichsbank=Diskonto
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. April 1910.
Nummer 99.
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loſe Katzen fordern Beachtung. Manchmal ſieht man
eine billige amerikaniſche Puppe mit Blauaugen und
Goldhaar ſorgſam unter Glas aufgeſtellt, und wenn
man ſich wundert, warum wohl dieſes billige Spielzeug
ſo geſchätzt werde, fängt man vielleicht einen der
an=
betenden Blicke eines ernſten, halbverhungerten
Kin=
des auf. Dann ändert man ſeinen Geſichtspunkt und
verſteht den Wert der Puppe und wünſcht von ganzem
Herzen, man könnte jeder kleinen Japanerin auf der
Inſel ein amerikaniſches Püppchen in die Hand drücken.
Es iſt ſchon faſt Zeit, meine Weihnachtskiſte zu
öff=
nen, ich bin ſchon ganz kindiſch vor Freude. Seit zwei
Tagen iſt ſie bereits hier, und ich bin zehnmal ins
Zim=
mer geſchlüpft, um ſie anzugucken und zu ſtreicheln.
Ach Liebe, wie lang iſt’s ſchon her, wie grauſam lang!
Oft weckt mich des Nachts mein eigenes Schluchzen auf!
Ein und ein halbes Jahr hinter mir. Ich erinnere
mich, wie Mutter davon erzählte, daß ich am erſten
Schultag heimkam und triumphierend rief: Denke nur,
ich brauche nun bloß noch zehn Jahre in die Schule zu
gehin!
Armes, kleines Dummerle! Sie geht immer noch
in die Schule!
Geſtern hatte ich einen zweiten Abend für die
Müt=
ter des Freikindergartens. Dieſesmal gab ich eine
Vorſtellung mit der Laterna magica und bediente ſelbſt
den Apparat. Die armen, unwiſſenden Frauen ſaßen
ganz verwirrt davor. Keine hatte je ein Klavier
ge=
ſehen, und viele hatten noch nie einen Ausländer aus
der Nähe geſchaut. Ich zeigte ihnen wohl hundert
Bil=
der, erklärte durch einen Dolmetſcher, bis ich heiſer
war, geſtikulierte und predigte, aber es nützte nichts.
Sie blieben ſtumm und teilnahmlos. Da endlich gab
es Bewegung unter ihnen, die Köpfe erhoben ſich, die
Hälſe reckten ſich. Ein plötzliches Intereſſe ging durch
den Saal. Und als ich ihren Blicken folgte, ſah ich auf
der Fläche die Abbildung Chriſti, wie er unter der
Bürde des Kreuzes den Berg hinaufwankt. Die
Ge=
ſchichte war ihnen wohl neu und fremd, aber die Sache
ſelbſt ſo alt wie das Leben. Endlich hatten ſie etwas
geſunden, das an ihr Leben rührte und ihnen die
Trä=
nen des Mitleids ins Auge trieb. Ich werde nun jeden
Monat einen Abend für ſie veranſtalten, ganz gleich,
was dafür wegfallen muß.
Nun iſt es bald Zeit, unſere Strümpfe aufzuhängen.
Miß Leſſing und Dixie wollten zuerſt nichts davon wiſſen,
aber ich erklärte ihnen, daß ich entweder ſehr ausgelaſſen
oder aber ſchwermütig ſein würde, ſie hätten die Wahl.
Ich muß etwas vorhaben, um die Geiſter toter
Weihnach=
ten zu verſcheuchen, darum ſetze ich meine Narrenkappe
auf und klingle mit den Glöckchen. Wenn ich ſchwach
wer=
den will, ſetze ich mich ans Klavier und ſpiele: Kommt,
üer Proſtoden dis ins inendlich, und des echeiert nih
wunderbar.
Ich denke, es wird jetzt bei Euch gerade Tagesanbruch
ſein. Pete kommt auf den Zehenſpitzen herein, um Feuer
anzulegen. Ich höre ihn ſagen: Weihnachtsgabe, Miß
Bettie! Weihnachtsgabe, Miſter Sam! und die Kinder
fliegen in ihren Nachtkleidern wild vor Aufregung im
Zimmer umher. Unten im Wohnzimmer liegen die
Strümpfe den Wänden entlang, einer am anderen, und
unter jedem iſt ein Haufen Geſchenke. Ich ſehe das
enorme Holzfeuer und die Reflexe im alten Bücherſchrank
und im langen Spiegel zwiſchen den Fenſtern. In ein
paar Minuten, da kommt ihr alle herein: Onkels und
Tanten, Vettern und Baſen und die Kleinſten voran.
Welch ein Lachen und Rufen und Jauchzen! Und
viel=
leicht, mitten drin, ſpricht jemand von mir, und einen
Augenblick wirds ſtill im Zimmer, und die Sehnſucht zieht
durch die Herzen — dann aber geht das Vergnügen weiter,
toller denn je. Nun wohl, bin ich auch körperlich auf der
falſchen Seite der Erde, ſo bin ichs nicht im Geiſt,
ſon=
dern reiche mit meinen Armen glatt um die ganze Welt
herum und rufe: Gott ſegne Euch alle!
Hiroſhima, März 1903.
Sicherlich werde ich noch fluchen, ehe dieſer Brieſ
beendet iſt; denn dieſe Feder iſt — um gottlos zu reden
verteufelt ſchlecht. Nein, wie lieb und unartig das Wort
ausſieht! Ich habe ſo viele Choräle, ſo viele brüderliche
und ſchweſterliche Geſpräche gehört, daß es iſt, wie wenn
man einen alten guten Freund trifft.
Nun iſt die Kirſchblüte bald wieder da; die Tage, die
Wochen entſchlüpfen und werden zu Monden, bevor ichs
Nummer 99.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. April 1910.
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uich derſche. Ich abeie mit Baldemef und
ſaue=
manchmal, wie ichs aushalte. Dabei laſſe ich mir nicht
die geringſte Zeit zum Heimweh, wenn auch der Körper
vor Müdigkeit zittert und jeder Nerv nach Ruhe ſeufzt.
Weiter muß ich, immer weiter; denn nur zu leicht
ſchlei=
chen die gefürchteten Erinnerungen herbei und umſchließen
mich, bis es finſter in mir wird. Von früh bis ſpät gilt
es einen endloſen Kampf gegen den Strom.
Arbeit iſt das einzige, was mich vor dem Nachdenken
bewahrt, und ich bin entſchloſſen, nicht nachzudenken.
Wahrſcheinlich bin ich hier ſo zufrieden, wie ich überhaupt
ſein kann. Mein ganzes Herz hängt am Kindergarten und
an ſeinem Erfolg. Vielleicht kommt der Tag, an dem
meine Arbeit voll genügt, um meiner Seele Sehnen zu
befriedigen. Aber noch iſt er nicht da!
Faſt beneide ich die guten Leute hier, die feſt in ihrem
Gebete ſtehen und ſich im übrigen nichts kümmern laſſen.
Sie wiſſen, was ſie wollen, und ſind zufrieden, wenn ſie
es bekommen. Aber ich, ich möchte den Mond und die
Sterne und die Sonne noch nebenbei.
Wenn es mir zu eng wird, und alles dunkel ſcheint,
dann fliehe ich in die Wälder. Ich wußte nicht, was die
Bäume und der Wind und der Himmel wirklich bedeuteten,
bis ich hierher kam und ſie meine Freunde wurden. Ich
glaube, man muß allein und ein wenig einſam ſein, wenn
die Natur ihre Geheimniſſe flüſtern ſoll. Kannſt Du Dir
einen gewiſſen Philiſter vorſtellen, wie er auf einen
Hü=
gel ſteigt, um den Sonnenaufgang zu ſehen, und ſein
Abendbrot verſäumt, um den Untergang zu genießen? Ich
ſtudiere ſogar die kleine Botanik, die Jack mir mitgab,
ob=
wohl Zeit und Geiſt gleich beſchränkt ſind.
Und da ich von Jack ſpreche, möchte ich bemerken, daß
es gar nicht nötig iſt, daß Ihr alle ſolch drückendes
Schweigen über ihn bewahrt! Vor drei Monaten ſchriebſt
Du mir, daß er nicht wohl ſei, und daß er mit Dir und
Deiner Schweſter nach dem Süden ginge. Er muß ſchon
hübſch krank ſein, um ſeine Arbeit nur für eine Woche
ein=
zuſtellen. Ich habe Euch gezeichnet, wie Ihr mit einem
Leid An und einen Aunge Wein unier den ichen ſer
und einander nach Herzensluſt Gedichte vordeklamiert.
Du meinſt, wenn ich heimkäme, könnte ich auf meinen
Lorbeeren ausruhen. Nein, danke, lieber in einem
Lehn=
ſtuhl neben einem Krug Limonade, allen neuen Büchern
und einem kleinen Neger, um mich zu fächeln.
Mrs. Heath hat mich für dieſen Sommer nach
Wladi=
woſtok eingeladen, und ich werde auch gehen,
vorausge=
ſetzt, daß die Cholera nicht ſchlimmer wird. Wir fürchten
uns ſo ſehr davor, daß wir faſt die Kuh kochen, ehe wir
ihre Milch trinken!
Unter unſeren hieſigen Delikateſſen ſind roher Fiſch,
Paſtinake in Eſſig, Seegras und Bohnenkuchen. Wie
un=
ſere alte Magd zu ſagen pflegte: Ich habe mich ſo „
akli=
maſiert”, ich könnte einen Gummiſchuh eſſen!
Wenn mir meine Frühlingskiſte geſchickt wird, ſo
ordne bitte an, daß man einige duftige, weiße Kleider mit
halben Aermeln einpackt. Außerdem brauche ich eine
Menge hübſcher Bänder und einen weißen Gürtel.
Ich las in der Zeitung, daß „gepreßtes Leder” jetzt
das richtige ſei. Es klingt wie etwas Gutes zu eſſen, aber
wenn es zum Anziehen iſt, ſo ſchicke es nur.
Wenn ich noch eine einzige Zeile mit dieſer Feder
ſchreibe, ſo verderbe ich mir meinen Charakter für immer
und ewig. Addio!
Hiroſhima, Mai 1903.
Alſo trat die Kataſtrophe ein, und wir waren faſt
eine Woche lang Gefangene. Es war nicht richtige
Cho=
lera, aber nahe genug daran, uns allen Todesanſt
einzu=
jagen. Eva und der Apfel waren beide jung und
grün, und die Zuſammenwirkung erzeugte Unglück. Als
der Doktor kam, ſchickte er die Eva in das
Unterſuchungs=
hoſpital, während wir iſoliert und von fünf kleinen
Schutz=
männern bewacht wurden, die uns kaum erlaubten, den
Mund aufzumachen, aus Furcht, wir könnten einen Keim
verſchlucken. Wir wurden ausgeräuchert und halb
geſot=
ten, bis wir die reinen Dampfpuddings waren. Niemand
durfte herein oder hinaus, man reichte uns unſer Gemüſe
in einem Korbe an einer langen Bambusſtange über die
Mauer. Wir banden Briefchen an Ziegelſteine und
war=
fen ſie unſern Nachbarn zu. Glücklicherweiſe waren die
Dienſtboten auch mit abgeſchloſſen. Jeden Tag aber kam
ein kleiner Mann mit vielen Meſſingknöpfen und einer
fetten Stimme, der ſich angelegentlichſt nach unſerem
ge=
ehrten Innern erkundigte.
Ich verſuchte jedes Mittel, zu einem Spaziergang
hinausgelaſſen zu werden. Zuerſt ſchickte ich einen Topf
voll dampſenden Kaffees, meine hübſcheſten Taſſen und
einen Teller Kuchen ins Wächterhaus. Die Antwort kam:
Es iſt uns verboten, Getränke und Eſſen in einem
infizier=
ten Hauſe zu berühren! Dann probierte ich’s mit
Knopf=
lochſträußchen, und als auch das fehlſchlug, erklärte ich in
Verzweiflung, daß ich Krämpfe bekäme, wenn ich nicht
regelmäßig tägliche Bewegung im Freien hätte. Das half,
und die fremden Lehrerinnen bekamen die Erlaubnis, ſich
täglich eine halbe Stunde im Freien ergehen zu dürfen
unter der Bedingung, daß ſie mit niemand ſprächen.
Die Eva aber war außer Bett und mopsfidel, lange
ehe die Schulpforten geöffnet wurden.
Während wir gefangen waren, machte ich mich über
allerlei liegengebliebenen Kram: flickte, ſtickte, ſtopfte.
ſchrieb Briefe und ſägte zwei Bäume um. Das letzte frche
lich lag mir nicht gerade, aber die Bäume waren von
Raupen zerfreſſen, und da es niemand tun wollte, machte
ich mich eben ſelber darüber. Mein Schutzmann ſtand voll
Bewunderung daneben, aber wollte durchaus nicht mit
Hand anlegen, aus Furcht, er könne unwiſſentlich einen
ſeiner Ahnen ermorden.
Du würdeſt lachen, wenn Du mich haushalten ſäheſt
mit einem Kochbuch, Haushaltungsbuch und einem
Dik=
tionär. Letzthin beſtellte ich beim Koch „Verlorene Eier”
und die Magd ſervierte ſie in einer rieſigen Pfanne voll
Waſſer.
Hundertfünfundzwanzig gelbe Küchlein warten auf
mich, darum lebe wohl für heute!
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 99.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. April 1910.
Seite 11.
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ab
200 ſtündlich bis 925 100
Dieſe Wagn ſchran nach der Wagenhall an Völeſaller.
Diejenigen Wagen, welche fahrplanmäßig 112, 1123u. 1125 abends an den Hauptbahnhöfen abfahren ſollen, warten, wenn der Schnellzug aus Frankfurt Verſpätung hat, erforderlichenfalls bis 1135.
§ Dieſer Wagen wartet den Wagen 1112. (ab Bahnhof) ab.
An Sonn= und Feiertagen wird abends auf allen Linien, mit Ausnahme der beiden Außenſtrecken (Herdweg-Böllenfalltor und Taunusſtraße-Faſanerie), der
7½=Minutenbetrieb bis Betriebsſchluß durchgeführt.
(3189is
Aushändigung der Loſungsſcheine
an die Militärpflichtigen.
Diejenigen Militärpflichtigen, die ſich im
laufenden Jahre dahier zur Muſterung
ge=
ſtellt haben und in der Stadt Darmſtadt
wohnhaft ſind, werden hierdurch
aufgefor=
dert, ihre Loſungsſcheine in der Zeit von
Montag, den 2. Mai bis einſchließlich
Samstag, den 7. Mai ds. Js., vorm.
von 9—12 Uhr, auf dem Stadthauſe,
Rheinſtraße 18, Zimmer Nr. 21, abzuholen
oder gegen vorzulegende
Empfangsbeſchei=
nigung abholen zu laſſen.
Nach Ablauf dieſer Friſt erfolgt
Zu=
ſtellung auf Koſten der Säumigen.
Darmſtadt, den 27. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt
9208soms) J. V.: Egenolf.
Schreinerarbeiten.
Die bei der Herrichtung von Aktenräumen
im Stadthauſe erforderlich. Regale (ca. 135qm)
ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9,
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Mittwoch, den 4. Mai 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 28. April 1910
Stadtbauamt.
Burbaum.
(9216fs
Dünger=Verſteigerung.
Dienstag, den 3. Mai d. J., vormittags
11 Uhr, wird der im ſtädt. Schlachthofe,
Frankfurterſtraße 69, ſeit Herbſt v. Js.
an=
geſammelte Torfſtreudünger (3 Gruben) an
Ort und Stelle öffentlich meiſtbietend
ver=
ſteigert.
(9015mdf
Darmſtadt, den 25. April 1910.
Städtiſche Schlachthofverwaltung.
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß wird
hier=
durch zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
Ueber das Vermögen des Kaufmanns
Reinhard Auguſt Klingelhöffer, Inhaber
der Firma Werkzeug= und
Maſchinen=
fabrik Emil Müllenbach in Darmſtadt,
wird heute, am 26. April 1910, mittags
1 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da
er zahlungsunfähig iſt.
Der Kaufmann Ernſt Wolff,
Mühl=
ſtraße 62, wird zum Konkursverwalter
er=
nannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
4. Juni 1910 bei dem Gerichte
an=
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
auf
den 20. Mai 1910, vormittags 11 Uhr,
Zimmer Nr. 219, und zur Prüfung der
an=
gemeldeten Forderungen auf
Mittwoch, den 22. Inni 1910,
vormittags 8 Uhr
vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer
Nr. 104, Termin anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 1. Jnni 1910
Anzeige zu machen.
(9174
Der Gerichtsſchreiber
Großh. Amtsgerichts Darmſtadt I.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 1 Bulldogge, 1 Spitzhund, 2 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
ag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Verſteigerungs-Anzeige.
Samstag, den 30. April I. J., nachmittags 3½ Uhr,
verſteigere ich Friedrichstrasse 18, I. Etage, wegen
Auf=
löſung des Haushaltes auf freiwilligen Antrag meiſtbietend gegen
bare Zahlung:
1 Kameltaſchen=Diwan, 1 Ausziehtiſch, 1 Kommode, 1 zweitür.
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ſchrank, 1 kompl. Bett mit Roßhaar=Matratze, 2 Pendüle, Bilder und
Spiegel, 1 Teppich und ſonſtige Haushaltungsgegenſtände, 1 Eßſervice
und 1 Kaffeeſervice.
Darmſtadt, 27. April 1910.
(9133df
Ermst Wolff, Autsgerichtstaxatar.
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſtergerungs=Anzeige.
Dienstag, den 3. Mai, nachmittags 3 Uhr, verſteigere ich an Ort und Stelle
„Hügelſtraße Nr. 35” dahier meiſtbietend gegen gleich bare Zahlung:
einen Eisſchrank und einen Eiskühler.
(9192fsi
Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, 27. April 1910.
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Freitag, den 10. Juni I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Witwe des Tapeziers Friedrich
Fey, Katharine, geb. Kraft, dahier
zuge=
ſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr.
am
22 39 2754 Hofreitegrund im
tiefen See, jetzt
Pfarrwieſenweg 21
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K1/10
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 26. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L9185,68
Bekanntmachung.
Freitag, den 10. Juni I. Js.
vormittags 11 Uhr,
ſoll die dem Immobilienagenten Emil
Werner zu Darmſtadt zugeſchriebene
Liegen=
ſchaft=
Flur Nr.
II 9423¾/100 167 Hofreite Nieder=Ram=
ſtädterſtraße,
II 94231/100 91¾/10 Grasgarten (
Bleich=
platz) daſelbſt,
in unſerem Bureau wiederholt zwangsweiſe
verſteigert werden.
(K13/10
Darmſtadt, den 26. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L9184,68
Müller.
Bekanntmnachung.
Freitag, den 3. Inni 1910,
vormittags 11 Uhr,
ſollen die der Adolf Theiß Ehefrau, Marie
geb. Laulher dahier zugeſchriebenen
Liegen=
ſchaften:
Flur Nr. qm
I 239 778 Hofreite Schulſtraße
lBeſungerſtraße 831
240 98 Grasgarten, daſelbſt,
241 556 Grabgarten, daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Darmſtadt, den 28. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt II.
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Darmſtädter Tagblatt, Freitng, den 29. April 1910.
Nummer 99.
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Mitgliederſtand am 1. April: 751.
Es liegt im eigenſten Intereſſe jedes
Hausbeſitzers, ſich dem Verein anzuſchließen,
um der fortwährend ſteigenden Belaſtung
des Hausbeſitzers entgegenzutreten. Wir
bitten dringend, die noch rückſtändigen
Antwortkarten zurückzuſenden. Beginn des
neuen Vereinsjahres: 1. April.
(8871a
Der Vorſtand.
Beuischer und bestereichischer
Alpenverein, Sektion Darmstadt.
(E. V. Gegründet 1870.)
Montag, den 2. Mai 1910, abends 8½ Uhr,
im Fürstensaal.
Grafenstrasse 20: Monats-Versammlung.
Vortrag des Herrn Erwin von Paska aus Wien: „Ins Sonnenland
Dal-
matien.” Mit Vorführung von Lichtbildern.
Die Familienangehörigen der Mitglieder und eingeführte Gäste sind willkommen.
9181)
Der Vorstand.
Beuische Kelonial-Geselschaft, Ahtelung Darmstalt.
Einladung zur Jahreshauptversammlung
Dienstag, den 3. Mai 1910, abends 8 Uhr,
im oberen Zimmer der Vereinigten Gesellschaft (9201
(Eingang von der Neckarstrasse).
Die Tagesordnung ist auf der jedem Mitglied zugegangenen Einladung
an-
gegeben. Es wird um zahlreiches Erscheinen gebeten.
Der Vorsitzende.
Vereinchaus: Saalbaustrasse 67.
Bürger-Verein und
Darmstädter Fecht-Club
Samstag, den 30. April, abends 8¾ Uhr,
Lichtbilder-Vortrag des Mitgl. Herrn L. Geist über:
„Die oberitalienischen Seen‟
(9203
Somiag, deu 5. unt, Tagesawsing mi banen ueh Alsbnicher Sehles u. Auerbteh.
Ausstellung
Samstag, den 30. April, Sonntag und Montag, 1. und 2. Mai,
findet die
Ausſtellung der Handarbeiten unſerer Schülerinnen
ſtatt, wozu wir alle Intereſſenten höfl. einladen.
(*10745
L. & F. Supp.
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Iſidora, ſeine Tochter . . Frl. Reick
Samuel Bandheim
. Hr. Schneider
Kommerzienrätin Forch=
. Fr. Rudolph
heimer
Doktor Corduan, Haus=
Hr. Lehrmann
freund
Hr. Knispel
Jack, Diener.
Vierte Abteilung: Das Volksfeſt.
Hr. Jürgas
Robert .
Hr. Jordan
Bertram
. Frl. Wisthaler
Frau Miller, Witwe
Röſel, ihre Pflegetochter . Frl. Grünberg
.Hr. de Leeuwe
Michel .
Hr. Hoff
Strambach
. Fr. Hartig
Guckkaſtenfrau . .
. Hr. Geyer
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(14. bis 20. Reihe) 3.— Mk., Parterre: (1. bis
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 29. April 1910,
Nummer 99.
Vermiſchtes.
— „Der Jongleur und ſeine Kunſt” iſt der Titel
eines in der „Gartenlaube” erſchienenen illnſtrierten
Aufſatzes von Signor Saltarino, der uns mit
verſchie=
denen berühmten Jongleuren, von Pierre Gringvire
an bis auf die modernen Größen des Fachs, Sylveſter
Schäffer, Hera, Street u. a., und ihren Tricken und
Spezialnummern bekannt macht. So glatt und leicht
die Vorführungen der Jongleure auch erſcheinen, es
iſt eine ſchwere Kunſt, und man erhält einen
ungefäh=
ren Begriff von der bewunderungswürdigen Geduld
und Ausdauer dieſer Artiſten, wenn man lieſt, daß
der Königsberger Hera, einer der hervorragendſten
neueren Jongleure, achtzehn Monate brauchte, bis ihm
einer ſeiner ſchweren Tricke, das Jonglieren mit drei
dreiarmigen, brennenden Kandelabern bei
verdunkel=
ter Bühne, gelang. Eine andere hübſche Leiſtung iſt
die folgende: der Artiſt balanciert ein Billardqneue
mit einer Waſſerkaraffe; auf dem Halſe der Karaffe
liegen zwei Gläſer übereinander, auf dieſen ſteht ein
zweites Queue in der Balance, und den ſchwanken
Bau krönt ein Sektkelch! Zum Jongleur muß man
ge=
boren werden. Eine natürliche Veranlagung, Luſt und
Liebe zum Beruf, unermüdliche Geduld und Ausdauer
ſind die Vorbedingungen zur Erlernung dieſer
ſchwie=
rigen Artiſtenarbeit. Dabei iſt etwas geiſtige
Regſam=
keit notwendig, damit die vorhandenen Meiſter nicht
ſklaviſch kopiert werden ſondern nach neuen
Geſtalt=
ungen, neuen Tricken geſucht werden kann. Wohl
ver=
ſteht gar oft das große Publikum die Schwierigkeit
eines Kunſtſtückchens nicht, das ſo einfach und ſo leicht
erſcheint, und ſo ſpielend gezeigt wird, aber der
Fach=
mann weiß ſolches zu würdigen; er weiß, daß der
Jongleur jahrelang Tag um Tag probt ſich
hundert=
tauſendmal gebückt hat, bevor ihm dieſer unſcheinbare
Trick mit Sicherheit gelang. Ein Ball mehr in der
Hand, eine Umdrehung eines Gegenſtandes mehr —
und die Schwierigkeit der Lektion wird hundertfach
er=
höht. Welch ein Abſtand zwiſchen dem Anfänger, der
mit drei Bällen zu proben beginnt, und dem Meiſter,
der mit ſechs Bällen jongliert! Es liegen Jahre
auf=
reibender Kleinarbeit dazwiſchen, frohe Energie und
mutloſes Verzagen, ein ewiges, entſetzlich monotones
Wiederholen eines ſcheinbar kindlichen Spieles vom
frühen Morgen an, bis die Sonne ſinkt oder die
ſchmer=
zenden Arme die Probe beenden heißen. Und wenn
der Balltrick ſicher iſt, dann kommen andere
Gegen=
ſtände heran: Teller, Schüſſeln, Lampen, Stöcke, Hüte
und Schirme; weiter die ſchwierigen Balancen von
allerhand Requiſiten und das Werfen brennender
Fackeln vor= und rückwärts. Die Arbeit geſtaltet man
dann inſofern komplizierter, als ungleich ſchwere und
große Gegenſtände, wie z. B. Zylinderhut, geſpannter
Regenſchirm und brennende Zigarre, genommen
wer=
den. Nach einigen Touren landet der Hut auf dem
Kopfe, der Schirm wird mit der Rechten aufgefangen,
und die Zigarre findet ihren Halt zwiſchen den Zähnen.
Oder der Jongkeur wirft einen Taler in die Luft, fängt
ihn als Monokel im Auge und läßt das Geldſtück
lächelnd in die Billettaſche ſeines Rockes gleiten. Alle
dieſe Kunſtſtückchen und noch viele mehr muß der
Ar=
tiſt bemeiſtern, will er auf den ſelbſtverliehenen Titel
zthe greatest Juggler of the World” Anſpruch erheben.
Wie die Naturvölker die Kinder ſtrafen. Wir
Kulturmenſchen, die wir uns einbilden, das „
Jahr=
hundert des Kindes” auf unſer Programm erhoben zu
haben, könnten von den Naturvölkern, von den Völkern,
bei denen die Ziviliſation nicht zu Hauſe iſt oder nicht
zu Hauſe zu ſein ſcheint, lernen, wie man die Kinder bei
ihren Unarten beſtraft. Faſt bei allen Naturvöikern iſt
eine zärtliche Liebe von den Eltern zu den Kindern und
umgekehrt zu vernehmen. In der erſten Zeit tritt dieſe
Zuneigung ſo überſchwenglich auf, daß die Eltern ihre
Kinder faſt gar nicht ſtrafen, und daß ſie es nachher um
ſo ſchwerer haben, ihre Erziehung einſetzen zu laſſen.
Bei den Indianern gelten harte Schläge als die ſchlimmſte
Barbarei. Nur ſehr ſelten und nur bei ſehr ſchweren
Verfehlungen ſetzen dieſe Erziehungsſtrafen ein. Sie
entfallen aber ſonderbarerweiſe faſt immer auf die
Mädchen, die bei den Rothäuten weniger geſchätzt werden
als die Knaben. Die Eskimos werden für ihre Unarten
von den Eltern durch körperliche Züchtigung faſt nie
ge=
ſtraft. Das gütige Zureden der Mutter verhilft meiſtens
dazu, daß die Eltern ihren Willen durchſetzen. Ein
ein=
ziges Strafmittel kennen die Eskimos, das mindeſtens
originell iſt und das ſonderbarerweiſe noch keinem Kinde
etwas geſchadet hat. Polarreiſende haben zuweilen
be=
merkt, daß bei 30 Grad unter dem Gefrierpunkt auf dem
Schnee und Eis ein ſchreiendes nacktes Eskimokindlein
ſaß. Urſprünglich glaubten ſie an Ausſetzung, aber in
dem Augenblick, da ſie ſich des Kindes erbarmen wollten,
erſchien die Eskimofrau und nahm ihren Sprößling mit
ſo zärtlichen Gebärden an ſich, daß man an Ausſetzung
nicht mehr denken konnte. Dieſes „aufs Eislegen der
Kinder” iſt nämlich die Strafe, der ſich die Eskimoeltern
bedienen, um ihre Kinder zur Vernunft zu bringen. Sie
machen dabei im Alter keinen Unterſchied, ſie ſetzen die
Kleinſten der Kleinen ebenſo gut nackt aus wie die
großen, und zwar ſo lange, bis ſie ihre Unarten und ihr
Schreien einſtellen. Und dieſes Mittel muß wohl Wunder
wirken, denn niemals ſieht man wieder ſo wohlerzogene
und ſo artige Kinder, die mit ſo viel Liebe an ihren
Eltern hängen, wie bei den Eskimos. Die Auſtralier
lieben ihre Kinder gleichfalls zärtlich. Hat ſich der
jugendliche Uebermut etwas zuſchulden kommen laſſen,
dann nimmt der Vater das Vergehen auf ſich. Der
Knabe bekommt einen Verweis und muß verſprechen,
daß er ſich beſſern wird. Fällt er aber in ſeinen alten
Fehler zurück, dann wird er mit kaltem Waſſer begoſſen.
Dieſe Strafe iſt bei dem Klima weniger unangenehm
als entehrend. Die Sprößlinge der Kreeks werden bei
großen Vergehen mit Nadeln in die Beine geſtochen.
Das aber ſind die Strafen für ſehr ſchwere Verbrechen.
Im allgemeinen beſtraft man ſie dadurch, daß man
ihnen das Geſicht ſchwärzt oder daß man ſie gleichfalls
mit kaltem Waſſer begießt. Die Senegambier beſtrafen
ihre ungezogenen Kinder dadurch, daß ſie ihnen
haar=
ſträubende Spukgeſchichten erzählen. Nützt das nichts,
dann wird die Haut des Kindes mit beißendem Pfeffer
eingerieben, und dieſer Pfeffer wird durch Oel erſt dann
wieder entfernt, wenn das Kind Beſſerung gelobt hat.
Die Eweneger beſtrafen ihre Kinder nur bei ganz groben
Vergehen. Bei kleineren Unarten bekommen ſie nur
einen Verweis oder ſie müſſen eine Mahlzeit auslaſſen.
Haben ſie ſich aber einer großen Sünde ſchuldig gemacht,
dann werden ſie in einen Korb, der mit Ameiſen gefüllt
iſt, geſetzt. Das Sonderbare iſt, daß alle Naturvölker
ſich darüber freuen, wenn ihre Kinder ſo groß ſind und
ſich ſo ſtark zeigen, daß ſie die Eltern — verprügeln
können. Das gilt bei ihnen als ein Beweis dafür, daß
die Kinder kräftig und geſchickt ſind.
Literariſches.
— Auf den illuſtrativen Teil legt die „Arena, Oktav=
Ausgabe von Ueber Land und Meer” bekanntlich
über=
haupt ganz beſonderen Wert. Das beweiſt wieder das
eben erſchienene neunte Heft der „Arena‟. Da iſt gleich
der geiſtvoll geſchriebene Artikel von Dr. Paul Kraemer
über „Ignacio Zuloaga” den elf Abbildungen ſchmücken
— vorzügliche Reproduktionen nach Gemälden des großen
ſpaniſchen Meiſters. Nicht minder reich iſt der intereſſante
Eſſay „Aus der Glanzzeit des zweiten Kaiſerreiches” von
Dr. A. von Wilke illuſtriert. Ueber „Dſchodpore, die
Reſidenz der indiſchen Sonnendynaſtie” berichtet, geſtützt
auf eine Reihe photographiſcher Originalaufnahmen, der
bekannte Forſchungsreiſende Ernſt von Heſſe=Wartegg,
und ebenſo intereſſant weiß Abd el Muttalib Hadſchi von
ſeiner „Wallfahrt nach Mekka” zu erzählen. Hans Oſtwald,
der bekannte Schriftſteller, plaudert ausführlich und mit
Humor über die „Stumme Bettlerſprache” Auch der
literariſche Teil des neueſten „Arena”=Heftes ſteht wieder
auf der gewohnten Höhe. Preis des Heſtes 1 Mark, für
die kleine Ausgabe der Zeitſchrift (ohne den Roman und
die Kunſtblätter) 80 Pfennig.
— Aus der Gedankenwelt einer
Arbei=
terfrau. Von ihr ſelbſt erzählt. Herausgegeben von
C. Moszeik, Pfarrer in Stallupönen. Preis: 2 Mark
broſchiert, 2,75 Mark gebunden. Verlag von Edwin
Runge in Groß Lichterfelde=Berlin. Dem Verfaſſer iſt
es gelungen, das unbedingte Vertrauen einer
intelli=
genten Arbeiterfrau zu erlangen. Das vorliegende
Buch iſt daher mit großer Freude zu begrüßen. Der
Leſer wird erſtaunt ſein, eine Arbeiterfrau ſich über ihr
ganzes Leben, auch über die allerintimſten Dinge,
aus=
laſſen zu hören. Wer vor Arbeitern zu predigen oder
ihre Kinder zu unterrichten und zu erziehen hat, wer
Geſetze für Arbeiter zu machen oder zu beurteilen hat,
wer für ſoziale Dinge irgend welches Intereſſe hat, alſo
jeder Politiker, jeder Parteimann, jeder Volksfreund,
jeder Schriftſteller und Gelehrte, der ſich mit dem
Stu=
dium des vierten Standes befaßt, wird Gekegenheit
nehmen müſſen, ſich aus dem vorliegenden Buche zu
in=
formieren.
Wiedergeneſende
werden ihre endgültige Herſtellung durch den Gebrauch
von Scotts Emulſion wirkſam unterſtützen, weil ſelbſt der
geſchwächte Magen ſie leicht aufnimmt und voll verdaut.
Wenn man noch bedenkt, daß die ſtets gleichmäßige,
vor=
zügliche Beſchaffenheit der einzelnen Beſtandteile Scotts
Emulſion eine beſondere Nährkraft verleiht, wird es leicht
erklärlich, weshalb der Gebrauch in der Geneſungszeit ſo
vorteilhaft iſt.
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