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173. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 95.
Montag, den 25. April.
1910.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Zum Kampf im Laugewerbe.
* Nachdem die drei Zentralverbände der Maurer,
Zimmerer und baugewerblichen Hilfsarbeiter, ſowie der
Chriſtliche Bauarbeiterverband ſich bereits mit dem
Schiedsſpruch des Berliner Gewerbegerichts einverſtanden
erklärt hatten, hat nunmehr auch die
Generalver=
ſammlung des Verbandes der Baugeſchäfte
von Berlin und Umgegend dem Schiedsſpruch
die Maurer den Schiedsſpruch mit 2040 gegen 1358
Stim=
men, die Zimmerer mit 103 gegen 43 Stimmen, die
Bau=
hilfsarbeiter mit 1100 gegen 200 Stimmen an. Damit iſt i
Jahre bis 1. April 1913 geſichert.
Der Deutſche Arbeitgeberbund für das
Baugewerbe nimmt zu der Einigung im Gebiet
Groß=Berlin in folgender Erklärung Stellung:
liner Baugeſchäfte und den Berliner
Arbeiterorganiſatio=
nen erfährt die allgemeine Situation keine
auf die vom Deutſchen Arbeitgeberbund in Dresden
be=
ſchloſſenen Sicherungsbeſtimmungen zu einigen
Para=
graphen des alten Vertrages zu verzichten, alſo den alten!
Vertrag unverändert zu verlangen, war in den Kreiſen
der Bauarbeitgeber kein Geheimnis. Ob die Berliner,
ohne Widerſtand zu leiſten, den Arbeiterorganiſationen
nachweis wie bisher zu bekämpfen, wird erſt feſtzuſtellen
ſein, wenn der Sondervertrag im Wortlaut vorliegt. In
den übrigen deutſchen Arbeitgeberverbänden wird die
Nachricht von dem Zuſtandekommen eines
Sondervertra=
ges in Berlin zwar lebhaft bedauert werden, aber die bis=
15. April ausgeſperrten 80 Prozent aller beſchäftigten
or=
ganiſierten Arbeiter werden im Reiche nicht früher
führer ſich bereit erklären, die zur praktiſchen Durchführung
der abzuſchließenden Verträge unerläßlichen
Beſtimmun=
gen anzunehmen. Die Lohnfrage ſpielt bekanntlich in dem
gegenwärtigen Kampfe zwiſchen den Zentralen keine Rolle,
ſie gehört zum Reſſort der Unterverbände. Wo nicht ſchon
in den letzten drei Jahren eine erhebliche Lohnerhöhung
erfolgt iſt und wo ihre Notwendigkeit, wie jetzt in
Ber=
lin, ſich überzeugend nachweiſen läßt, wird die lokale
Ar=
beitgeberſchaft dieſen Umſtänden Rechnung tragen.
Die Kammerwahlen in Frankreich.
*⁎* Am geſtrigen Sonntag hat la grande nation ihr
vornehmſtes politiſches Recht ausgeübt: die
Erneue=
rung der Deputiertenkammer. Letztere beſteht
aus 592 Mitgliedern, die auf vier Jahre aus allgemeinen
direkten Wahlen hervorgehen. Die Wähler müſſen
fran=
zöſiſche Staatsbürger ſein und das 21. Lebensjahr
vollen=
det haben, wogegen die Deputierten mindeſtens 25 Jahre
alt ſein, ihrer Militärpflicht genügt und vierzehn Tage vor
der Wahl eine beſtimmte Erklärung abgegeben haben
müſ=
ſen, für welchen Kreis ſie gewählt werden wollen. Das
Amt eines Deputierten iſt ſehr begehrt, nicht nur wegen
der 15000 Franken, die es jährlich einbringt, ſondern auch
wegen des bedeutenden Einfluſſes, den die Deputierten
direkt oder indirekt auszuüben vermögen und wegen der
Karriere, die ihnen offen ſteht; denn wie unter Napoleon I.
jeder Soldat den Marſchallſtab im Torniſter trug, ſo
win=
ken heute den Deputierten die beſten Chancen auf die
höch=
ſten Staatsſtellen, ja ſogar auf die Präſidentſchaft der
Re=
publik. Im übrigen ſind ja auch 15000 Franken kein
Pappenſtiel und es hat viel böſes Blut im Lande gemacht,
daß die Deputierten ſich während der letzten
Legislatur=
periode ſo reichlich bedachten, d. h. ihre Revenuen von 9000
auf 15000 Franken erhöhten.
Während früher in der franzöſiſchen
Deputiertenkam=
mer die rechtsſtehenden Parteien überwogen, hat ſich ſchon
ſeit einer Reihe von Jahren ein bemerkenswerter Ruck
nach links vollzogen, und auch die Zahl der gemäßigten
Republikaner iſt zu Gunſten der radikalen Elemente
erheb=
lich geringer geworden, was dadurch zum Ausdruck kommt,
daß nicht nur der Miniſterpräſident, ſondern noch zwei
an=
dere Miniſter der ſozialiſtiſchen Partei angehören oder
doch wenigſtens dieſer ſehr nahe ſtehen. Es kann kaum
Neuwahlen Siegerin bleiben wird. Bekanntlich ſteht gelangen. Wenn man von der Halbierung der Beiträge
Einführung der Proportionalwahl hinausläuft, und in
Parlamentskreiſen hegte man vielfach den Wunſch, ſchon
vollziehen zu laſſen, aber die Regierung hatte ihre Gründe,
ſung des Parlaments über die Reform hinausgeſchoben,
ſodaß jetzt noch einmal nach dem alten Modus gewählt ämter ſcheint keinen unüberwindlichen Schwierigkeiten zu
wird.
Die Wahlagitation war wohl ziemlich lebhaft, aber ſie
gleichfalls zugeſtimmt. In geheimer Abſtimmung nahmen reichte an Heftigkeit bei weitem nicht an die vor vier Jah= ger, betr. die Aufſtandsausgaben in Südweſtafrika, in
ren heran, wo die Nationaliſten ſo ſchwere Verluſte er= der Budgetkommiſſion des Reichstags führte
litten. Zu einer politiſchen Gleichgültigkeit iſt eigentlich
keine Urſache vorhanden, da in der nächſten
Legislatur=
der Friede im Berliner Lohngebiet auf drei i periode ſehr wichtige Aufgaben zu erfüllen ſind und na= 1 partei als auch der Antrag Erzberger ſeien unannehmbar.
mentlich die Regelung der Finanzen überaus dringlich
ge=
worden iſt. Das Einkommenſteuergeſetz ſteht nun ſchon ſo
lange in Frankreich auf der Tagesordnung, aber man läßt
Durch den vorausſichtlich erfolgenden Abſchluß eines form fehlen, weil ihr einflußreiche Kreiſe widerſtreben. Ein=
Sondervertrages zwiſchen dem Verband der Ber= mal aber muß doch ernſtlich an die Sache herangetreten gebiet=Etat. Das Geſetz ſage, daß die Einnahmen und
werden, das finanzielle Intereſſe der Republik erheiſcht es,
Aenderung. Daß der Berliner Verband bereit war,! die Löſung dieſer ſchwierigen Aufgabe zu einer zwingenden und die auf Grund desſelben erlaſſenen kaiſerlichen Ver=
Notwendigkeit werden.
Wir wollen bei dieſer Gelegenheit zur Orientierung
noch hinzufügen, daß der andere Faktor der franzöſiſchen
Geſetzgebung, der Senat, aus 300 Mitgliedern beſteht,
auch geſtatten wollen, die Akkordarbeit von dem Arbeits= ments, den Generalräten, Kreisräten und beſonderen De= durch erhebliche Komplikationen entſtehen könnten.
Dern=
legierten der Munizipalräte. Ein Senator muß
min=
deſtens 40 Jahre alt ſein, und alle drei Jahre ſcheidet ein.
Drittel aus. Die 75 urſprünglich von der
Nationalver=
ſammlung auf Lebenszeit gewählten Senatoren wurden! wert die ſüdweſtafrikaniſchen Geſellſchaften aufkaufen.
durch Geſetz vom 10. Dezember 1884 für die Zukunft
ab=
her glänzend bewährte Einmütigkeit nicht ſtören. Die am geſchafft und auf den Ausſterbe=Etat geſetzt. Das
Schwer=
der alle Finanzgeſetze zuerſt zugehen müſſen und die
wieder eingeſtellt werden, bis die Gewerkſchafts= allein das Recht hat, den Präſidenten der Republik — Kommiſſion bis Montag vormittag.
bloß wegen Hochverrats — und die Miniſter wegen Amts=
verbrechen in Anklagezuſtand zu verſetzen.
Vorausſichtlich wird es auch diesmal zu einer großen
Zahl von Stichwahlen kommen, ſodaß das Endreſultgt mung angenommen: „Die Arbeitskammern können
un=
der Wahlen erſt in vierzehn Tagen zu überſehen ſein
dürfte.
Deutſches Reich.
beſchloß, heute Montag Petitionsberichte und kleinere
Vor=
lagen vorzunehmen, am Dienstag und Mittwoch Wahl= 1
prüfungen zu erledigen, den Donnerstag für
Kommiſſions=
beratungen frei zu geben und am Freitag weitere kleinere 1
Vorlagen zu erledigen. Die Strafprozeßnovelle fird
wahrſcheinlich nicht vor der Vertagung beraten werden
können. Die Verhandlungen dehnen ſich vorausſichtlich bis
zur Pfingſtwoche aus.
— Dem Reichstage iſt der Entwurf eines Geſetzes
über die Errichtung eines Kolonial= und
Konſu=
largerichtshofes zugegangen, der im weſentlichen
folgendes beſtimmt: Für die Sachen der Kolonial= und
Konſulargerichtsbarkeit wird ein Oberſter Gerichtshof er= ſordnung zum Schutze gegen eine grobe Verletzung der
richtet, der den Namen „Kolonial= und
Konſulargerichts=
einem Präſidenten, der vom Kaiſer ernannt wird. Dem und Ausſchließung eines Abgeordneten überhaupt recht=
Kolonial= und Konſulargerichtshofe wird die nach dem
Geſetz über die Konſulargerichtsbarkeit vom 7. April 1900
begründete Zuſtändigkeit des Reichsgerichts übertragen.
Die nach dem Schutzgebietsgeſetze begründete
Zuſtändig=
keit des Reichsgerichts kann dem Kolonial= und Konſu= netenhauſes die Behörden um Unterſtützung zur
Durch=
largerichtshofe durch kaiſerliche Verordnung für beſtimmte führung einer Ausſchließung oder Ausweiſung anrufen
Schutzgebiete und in beſtimmtem Umfange übertragen
werden. Das Geſetz tritt an einem durch kaiſerliche Ver= 1
ordnung feſtzuſetzenden Tage in Kraft.
— Es verlautet, daß die Kommiſſion zur
Bera=
tung der Reichsverſicherungsordnung
ent=
ſchloſſen iſt, auf jeden Fall die erſte Leſung der Vorlage
dieſem Zweck wöchentlich vier Sitzungen abhalten, die je= mit 10 gegen 4 Stimmen vorbehaltlich einer
redaktionel=
desmal faſt den ganzen Tag in Anſpruch nehmen dürften, 1 len Verbeſſerung durch die Subkommiſſion angenommen.
Auf dieſe Weiſe hofft man, bis zum 1. Juli die erſte
Leſung zu beenden, um dann im September mit der
zweiten Leſung zu beginnen. Der Gang der Verhandlun= 1 angenommen, durch das Elſaß=Lothringen in die
preu=
gen im Plenum hat im allgemeinen die Bereitwilligkeit 1
einem Zweifel unterliegn, daß die Regierung bei den der Parteien dargetan, zu einem poſitiven Ergebnis zu
auch Frankreich im Zeichen einer Wahlreform, die auf in der Krankenverſicherung abſieht, für die anſcheinend eine
Mehrheit im Reichstage nicht zu haben ſein wird, nachdem
ſich das Zentrum grundſätzlich dagegen ausgeſprochen hat,
die jetzt bevorſtehenden Wahlen nach dem neuen Syſtem! ſo läßt die Stellungnahme der Parteien zu den übrigen
prinzipiellen Fragen eine Verſtändigung mit dem
Stand=
das zu verhindern, und ſo wurde denn die Beſchlußfaſ= punkt der Reichsregierung als wahrſcheinlich erſcheinen.
Auch die bisher viel umſtrittene Frage der
Verſicherungs=
begegnen.
Bei der Beratung des Antrages Erzber=
Staatsſekretär Dernburg aus:
Sowohl die Reſolution der Fortſchrittlichen Volks=
Man könne von drei Vierteln der Anſiedler, nämlich von
6000 erſt nach dem Aufſtand zugezogenen Leuten, nicht
verlangen, daß ſie die Kriegskoſten bezahlen ſollten. Wer
ſollte mit Kapital in das Land gehen, wenn er damit
es an dem nötigen Eifer zur Durchführung dieſer Steuer= rechnen müſſe, daß ein Aufſtand entſtände und vier Jahre
ſpäter der Reichstag den Anſiedlern die Koſten auferlege!
Er komme nun auf die Reichsbedenken und den Schutz=
Ausgaben auf den Etat zu bringen ſeien. Es könne nichts
und ſo wird denn für die kommende Deputiertenkammer bineingeſetzt werden, was nicht auf geſetzlicher Grundlage
beruhe. Dieſe Grundlage aber ſei das Schutzaobietgeſetz
ordnungen. Dem Kaiſer ſtehe die Schutzgewalt zu; dazu
gehöre die Geſetzgebung über die Steuern und die
Berg=
verordnung. Die vorliegenden Vorſchläge bedeuten daher
einen Eingriff in dieſe Kompetenz. Die
Kolonialgeſell=
ſchaft ſelbſt beſitze keine Hoheitsrechte mehr. Außerdem
die auf 9 Jahre durch beſondere Kollegien gewählt wer= handle es ſich bei dem Antrag auch um Geſellſchaften
den, zuſammengeſetzt aus den Deputierten des Departe= fremden Rechts, nicht nur um deutſche Geſellſchaften,
wo=
burg erklärte ſodann, die Vorſchläge Erzbergers liefen
tat=
ſächlich auf die Vermögenskonfiskation hinaus. Für den
Betrag von 81 Millionen Mark, der an Steuern erhoben
werden ſolle, könne man nach dem gegenwärtigen Kurs=
Wenn die der Kolonialgeſellſchaft im Schutzgebiet
zu=
ſtehenden Rechte, wie Erzberger es tue, auf. 800 Millionen
zu bewerten ſeien, ſo werde der Fiskus nach dem neuen
gewicht der Geſetzgebung liegt bei der Deputiertenkammer, 1 Vertrage drei Viertel davon erhalten. Der Vertrag werde
alſo als ſehr günſtig angeſeben. Darauf vertagte ſich die
— Die Kommiſſion des Reichstages für
das Arbeitskammergeſetz hat die erſte Leſung
be=
endet. Zum § 37 der Vorlage wurde folgende
Beſtim=
tereinander in Verbindung treten und nach Bedarf
Kon=
greſſe abhalten.‟ Ein Antrag, die in den Betrieben der
Heeres= und Marineverwaltung beſchäftigten Arbeiter den
Arbeitskammern zu unterſtellen, wurde gegen 7 Stimmen
— Der Seniorenkonvent des Reichstags abgelehnt. Einſtimmig wurde beſchloſſen, daß im Falle
des Bedürfniſſes beſondere Technikerabteilungen bei den
Arbeitskammern gebildet werden können. Die
Hand=
lungsgehilfen, für die beſondere Kammern geſchaffen
wer=
den ſollen, wurden dabei ausgenommen. Dagegen fand
eine Reſolution einſtimmige Annahme, die von der
Re=
gierung die Vorlage eines Geſetzentwurfes verlangt, durch
den auch für die Angeſtellten des Handelsgewerbes eine
Standesvertretung im Sinne der kaiſerlichen Erlaſſe vom
4. Februar 1890 ermöglicht wird.
— Die Geſchäftsordnungskommiſſion
des preußiſchen Abgeordnetenhauſes ſetzte
die Beratung über die Abänderung der Geſchäfts=
Ordnung des Hauſes fort. Es wurde zunächſt die in der
hof” führt. Er hat ſeinen Sitz in Berlin und beſteht aus Preſſe aufgeworfene Frage erörtert, ob die Ausweiſung
lich zuläſſig oder gegen den § 105 des Strafgeſetzbuches
verſtoße. Alsdann wurde der Vertreter des Miniſteriums
des Innern um Auskunft erſucht, welche Organe zur
Ver=
fügung geſtellt würden, falls der Präſident des
Abgeord=
würde. Die Auskunft lautete dahin, daß, da das
Ver=
bleiben eines Ausgeſchloſſenen oder Ausgewieſenen
rechts=
widrig ſein würde, die örtlichen Organe der
Polizeiver=
waltung durch Vermittelung des Miniſteriums des
In=
nern zur Beſeitigung der Rechtswidrigkeit herangezogen
werden könnten. — Darauf wurde die in der erſten Leſung
noch vor den Sommerferien zu beenden. Sie wird zu 1 entworfene neue Faſſung des § 64 der Geſchäftsordnung
— Im LandesausſchußvonElſaß=
Lothrin=
gen wurde das Lotteriegeſetz mit großer Mehrheit
ogen wird,
nach=
ßiſche Staatslotteriegemeinſchaft
Seite 2.
2
dem Preußen die urſprünglich pro Jahr garantierte
Min=
deſtrente von 450000 auf 550000 Mark erhöht hatte. Dieſe
wird auf fünf Jahre feſtgeſetzt, ſpäter ſoll das Land für
jedes im Lande verkaufte Los 40 Mark erhalten. Der
Ver=
trag ſoll für 20 Jahre gelten. Die Regierung iſt indeſſen
beauftragt, zu verſuchen, von Preußen die Garantie für
die Mindeſtrente noch für eine längere Zeit als 5 Jahre
zu erhalten und die Zeitdauer des Vertrages von 20 auf
15 Jahre abzukürzen.
Die „Konſervative Korreſpondenz” ſchreibt: Es
erſcheine fraglich, ob das Beſtreben der
Herrenhauskom=
miſſion, die Schwierigkeiten der preußiſchen
Wahl=
geſetzreform auszugleichen, von Erfolg ſein werde.
Die „Neue Politiſche Korreſpondenz” ſagt, die Regierung
werde ohne die Mittelparteien die Vorlage nicht
anneh=
men. Es ſei jedoch nicht unwahrſcheinlich, daß wenigſtens
ein Teil der Freikonſervativen und vielleicht ſogar einige
Nationalliberale für die Vorlage ſtimmten.
Ausland.
— Bei der fortgeſetzten Verhandlung über die
An=
leihevorlage im öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe
begründete Landesverteidigungsminiſter von Georgi die
Notwendigkeit der militäriſchen Ausgaben in der kritiſchen
Periode des Winters 1908/09 und erklärte: Wir haben
einen Krieg gehabt, weil unſer maßgebendſter Faktor
kei=
nen Krieg haben wollte und weil wir uns durch unſer
achtunggebietendes Auftreten den Frieden errungen haben.
Der Miniſter legte ziffernmäßig dar, welch großen Segen
die militäriſchen Beſtellungen für Induſtrie und Gewerbe,
ſowie die Arbeiterſchaft, namentlich angeſichts der
ungün=
ſtigen induſtriellen Konjunktur, bedeuteten. Er hob die
großen Opfer an Menſchen und Geld hervor, die ein Krieg
verurſacht haben würde. „Wir verhüteten zahlloſe
Men=
ſchenopfer und hoben unſere Wehrmacht mit
verhältnis=
mäßig geringen Mitteln bedeutend.”
— Die ruſſiſche Duma nahm debattelos die Vorlage
betreffend die Bewilligung von zehn Millionen an,
nachdem der Referent darauf hingewieſen hatte, daß im
Jahre 1912 der Plan der allgemeinen Volksbildung ſeine
Verwirklichung finden werde. Hierauf vertagte ſich das
Haus bis zum 9. Mai.
Das Unterrichtsminiſterium brachte im
Miniſter=
rat eine Geſetzesvorlage über die Privatſchulen ein, in
dem u. a. angeordnet wird, daß in den Privatſchulen alle
Fächer mit Ausnahme der Religion und Mutterſprache in
ruſſiſcher Sprache vorgetragen werden müſſen. In
nicht=
ruſſiſcher Sprache dürfen in den Mittel= und Volksſchulen
alle Fächer, ausgenommen Ruſſiſch, Geſchichte und
Geo=
graphie gelehrt werden, falls die Schule nur für Kinder
eröffnet werde, die ein und dieſelbe nichtruſſiſche Sprache
reden. Nichtchriſten und Sektierer dürfen Schulen nur
für ihre eigenen Religionsgenoſſen eröffnen.
Der engliſche Geſandte in China meldet, daß die
Unruhen in Tſchangſcha und an anderen Punkten
der Provinz Hunan wieder aufzuleben ſcheinen. Die
ein=
gegangenen Berichte ſeien aber ſehr unklar und zum Teil
widerſprechend.
*⁎* Schwerin (Mecklenburg), 22. April. Die
Groß=
herzogin iſt kurz nach 2 Uhr von einem Prinzen
entbunden worden.
Die Geburt eines Erbgroßherzogs und Thronfolgers
in Schwerin geht über die Bedeutung eines bloßen
Fami=
lienereigniſſes hinaus. Es iſt für die mecklenburgiſche
Dynaſtie von hoher Bedeutung, erſcheint doch die Erbfolge
in direkter Linie nunmehr geſichert. Dem im Juli 1904
geſchloſſenen Ehebunde des Großherzogs Friedrich
Mark Twain.
Mit Mark Twain iſt nicht nur ein amüſanter
Hu=
moriſt dahingegangen, der Millionen von Leſern
er=
heiterte, nicht nur ein Schriftſteller und Erzähler von
hoher natürlicher Begabung, ſondern mehr als das, ein
„representative man” im wahrſten Sinne des Wortes,
der Typus des Yankee, wie er in der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts ſich darſtellte in all ſeinem
aus=
gelaſſenen Uebermut, ſeiner jugendlichen Naivität und
ſeiner gutherzigen Derbheit. Die Begeiſterung für
die originelle Neuheit dieſes amerikaniſchen
Volks=
charakters, die ſich gerade jetzt wieder in den
euro=
päiſchen Triumphen Rooſevelts ausdrückt, hat Mark
Twain bei ſeinem literariſchen Auftreten auf den
Schild gehoben; ſein Schaffen hat dann viel zu der
immer ſtärker werdenden Popularität des Yankee
bei=
getragen, und ſo konnte man denn ſchließlich von ihm
ſagen, ſein Name ſei „ein Schlagwort fröhlicher
Le=
benskunſt und die Bezeichnung für ſpezifiſch
ameri=
kaniſche Komik überall da geworden, wo Engliſch
ge=
ſprochen wird; und vielfach auch da, wo man es nicht
ſpricht”. Vor allem auch bei uns in Deutſchland.
Sein Humor zeigt ja vielfach germaniſche
Präg=
ung. Seine beiden „böſen Buben” Tom Sawyer und
Huckleberry Finn, ſind Gegenſtücke zu Max und
Mo=
ritz, wie er überhaupt mancherlei mit Wilhelm Buſch
gemeinſam hatte. Seine Neigung für deutſches Weſen
hat er ſelbſt in den Rhein= und Neckarſchilderungen,
den Nachdichtungen deutſcher Märchen und Sagen
ſei=
nes „Landſtreichers auf Reiſen” bekundet. Er hat unter
uns nicht minder, ja vielleicht mehr ſein Heimatsrecht
erhalten, als in dem ſprachverwandten England, wenn
wir ihm auch nicht die unbedingte Verehrung ſeiner
Landsleute zuteil werden ließen, die ihn mit geradezu
abgöttiſcher Hingabe lieben. Und wirklich iſt Mark
Twains Stellung im Schrifttum ſeiner Zeit und ſeiner
Nation ſchwer zu überſchätzen. Als er ſeine erſten
„Skizzen” ſchrieb, ſtand noch „Waſhington Irving” in
Blüte; doch um wie viel prägnanter und amerikaniſcher
iſt ſeine Komik, als die des literariſch=ſentimentalen
Verfaſſers des „Skizzenbuches‟ Er hat in ſeinen
Miſ=
ſiſſippibildern die Wunder der gewaltigen Natur des
neuen Erdteils” entdeckt, nach Th. B. Aldrich die
Pſychologie des echten Yankeetums endgültig feſtgeſtellt
und vor allem iſt er der Schöpfer des amerikaniſchen
Humors geworden, des eigenſten Werkes, den die
Literatur bisher hervorgebracht.
Eine beſondere Form des Witzes wuchs dem
Amerikaner aus den koloſſalen Gegenſätzen ſeines
armſtädter Tagblatt, Montag, den 25. April 1910.
Nummer 95.
Franz IV mit der Prinzeſſin Alexandra zu
Braunſchweig=Lüneburg, zweitälteſten Tochter
des Herzogs von Eumberland, waren bisher Nachkommen
nicht entſproſſen. Der mecklenburgiſche Thron iſt im
Mannesſtamme erblich, und wenn der Großherzog ohne
Hinterlaſſung eines Sohnes geſtorben ſein würde, ſo
wä=
ren die Brüder ſeines Vaters die Nächſtberechtigten
gewe=
ſen, die Herzöge Paul Friedrich, Johann Albrecht (Regent
von Braunſchweig), Adolf Friedrich und Heinrich,
Letztge=
nannter ſcheidet von vornherein als Gemahl der Königin
Wilhelmine von Holland aus, Herzog Adolf Friedrich,
1873 geboren, ſoll nicht mehr die Abſicht haben, ſich zu
ver=
ehelichen, und Herzog Paul Friedrich mußte wegen ſeiner
Heirat mit der katholiſchen Prinzeſſin Windiſchgrätz, nach
der er ſelbſt zum Katholiszismus übertrat, für ſich und
ſeine Nachkommen auf die Thronfolge verzichten. Auch
die erſte Ehe des Herzog=Regenten Johann Albrecht war
kinderlos geblieben. Er hat ſich aber vor einigen
Mona=
ten mit der Prinzeſſin von Stolberg=Roßla wieder
ver=
mählt. Stirbt das Schweriner Haus im Mannesſtamme
aus, ſo ſukzedieren die Strelitzer, deren Land nach einem
alten Erbvertrage beim Erlöſchen des Fürſtenhauſes an
Preußen fällt, für welche Ausſicht man ſowohl in Strelitz
wie in Schwerin wenig Begeiſterung empfindet. Auch die
Nachfolge im Strelitzer Hauſe ſteht nur auf den beiden
Augen des Erbgroßherzogs, da ein jüngerer Bruder von
ihm vor einiger Zeit geſtorben iſt.
* London, 22. April. In der heutigen Sitzung der
Londoner Handelskammer hat ſich endgültig die
eng=
liſch=deutſche Abteilung gebildet. Das
Organi=
ſationskomitee empfahl in ſeinem Bericht u. a. die
För=
derung der Bewegung zugunſten der Errichtung
ei=
nerengliſchen Handelskammer in Hamburg
mit eventuellen Zweiginſtituten in anderen deutſchen
Städten. Der Bericht des Komitees wurde einſtimmig
angenommen. Dr. Ernſt Schuſter wurde zum
ſtellvertre=
tenden Vorſitzenden der neuen Abteilung gewählt.
Als=
dann wurde eine Kommiſſion ernannt, die darüber
bera=
ten und Bericht erſtatten ſoll, wie einige Unſtimmigkeiten
zwiſchen deutſchen und engliſchen Intereſſenten beglichen
werden können.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. April.
* Vom Hofe. Am Freitag abend 8 Uhr fand im
Reſidenzſchloß eine Tafel zu 35 Gedecken ſtatt, zu der
außer hieſigen Künſtlern noch die Jury für die
Kunſt=
ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes Einladungen
erhalten hatten. Der Großherzog verweilte bis gegen
11 Uhr bei ſeinen Gäſten. (Darmſt. Zig.)
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Großherzog
empfingen am Samstag den Oberſt Wehrig,
Komman=
deur der 2. Fußart.=Brigade in Thorn, den Major z. D.
v. Oheimb, Pferdevormuſterungs=Kommiſſar in
Darm=
ſtadt, den Major Freiherrn von Stetten, Kommandeur
des Großh. Train=Batls. Nr. 18, den Rittmeiſter Freiherrn
Truchſeß von und zu Wetzhauſen vom Stabe
des=
ſelben Bataillons, den Rittmeiſter Hetzker, Kompagniechef
in demſelben Bataillon, den Oberleutnant des
Land=
wehr=Train 1. Aufg. Haberkorn, den Oberleutnant des
Landwehr=Train 1. Aufg. Freiherrn von Fechenbach,
den Oberleutnant Diſch, den Leutnant Hein, den
Leut=
nant Guſtine, den Leutnant Seeger, den Leutnant
Hille=
brand, den Leutnant Bellinger, den Leutnant Bocks
(Erwin), letztere ſieben von der Reſerve des Großh. Train=
Batls. Nr. 18, den Regierungsrat Lorenz, Mitglied der
Königl. Preuß. und Großh. Heſſ. Eiſenbahndirektion in
Mainz, den Oberlehrer i. P. Völſing, den Oberlehrer
Profeſſor Dr. Biedenkopf von Groß=Umſtadt, den
Kreis=
amtmann Dr. Goertz von Büdingen, den
Amtsgerichts=
rat Dr. Puſch von Ortenberg, den Landgerichtspräſidenten
Theobald, den Profeſſor Lauteſchläger, Direktor der
Eleonorenſchule in Worms; zum Vortrag den
Staats=
miniſter Ewald, den Finanzminiſter Braun, den Miniſter
des Innern von Hombergk zu Vach, den Vorſtand des
Kabinetts Geheimerat Römheld, den Generaldirektor des
Hoftheaters und der Hofmuſik Werner.
— Erteilt haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog dem Domdekan Dr. Joſeph Selbſt in Mainz
die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm
von Sr. Maj. dem Deutſchen Kaiſer und König von
Preußen verliehenen Königl. Kronen=Ordens 3. Klaſſe.
Ernannt wurden Wilhelm Ling in Oppenheim
zum Schreibgehilfen bei dem Amtsgericht Oppenheim
und Philipp Blum aus Kempten zum Schreibgehilfen
bei dem Finanzamt Bingen.
* Großfürſtin Sergius. Aus Moskau, den 22. April,
wird gemeldet: Die verwitwete Großfürſtin Sergius,
geborene Prinzeſſin Eliſabeth von Heſſen und bei Rhein,
legte heute das Gelübde ab, ſich dem Dienſte der
Nächſtenliebe zu widmen.
* Militärdienſtnachrichten. Freiherr Schenck zu
Schweinsberg (II Berlin), Oberleutnant der Reſ.
des Leib=Garde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115,
zum Hauptmann; die Leutnants der Reſerve:
Mein=
berg (II Berlin), des Inf.=Regts. Kaiſer Wilhelm (2.
Großh. Heſſ.) Nr. 116, Fredersdorf (I Berlin),
des Inf.=Regts. Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118,
Jacobi (I Berlin), des 5. Großh. Heſſ. Inf.=Regts,
Nr. 168, v. Lorentz (Rawitſch), Wagner (Poſen)
Floret (I Eſſen) des Leibgarde=Inf.=Regts (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115, Litzinger (Ludw.) (I Darmſtadt) des 6.
Rhein. Inf.=Regts. Nr. 68, Hoffmann (Worms) des
Inf.=Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh. Heſſ.) Nr
117, Schnitzel=Groß (Mainz) des Inf.=Regts
Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, Trümpert
(Gießen) des 2. Großh. Heſſ. Feldartillerie=Regiments
Nr. 61, Mayer (Worms), der Landwehr=Infanterie
1. Aufgeb., Kuhl (I Darmſtadt) der Landw.=Inf. 2.
Auf=
gebots, zu Oberleutnants befördert. Zu Leutnants der
Reſerve befördert die Vizefeldwebel bezw.
Vizewacht=
meiſter: Geßler (Hanau) des Leibgarde=Inf.=Regts,
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, Kayſer (Worms), des Inf.=
Regts. Prinz Karl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, Bültes
mann (Frankfurt a. M.), des Großh. Heſſ. Train=
Bataillons Nr. 18. — Zulauf (Worms), Oberleutn,
der Reſ. des Inf.=Leib=Regts. Großherzogin (3. Großh.
Heſſ.) Nr. 117. Bickelhaupt (Erbach), Oberleutn.
der Landwehr=Infanterie 1. Aufgebots: Scheibel
(Gießen), Leutn. der Landwehr==Fußartillerie 2.
Auf=
gebots, der Abſchied bewilligt. — Zu Stabsärzten
beför=
dert die Oberärzte der Reſerve Dr. Brüning (
Gie=
ßen) und Dr. Gernsheim (Worms); die Oberärzte
der Landwehr 1. Aufgebots Dr. Wehmer (I
Darm=
ſtadt) und Dr. Schmidt (Friedberg).
— Von der Techniſchen Hochſchule. Der zum
ordent=
lichen Profeſſor der Geodäſie ernannte Prof.
Hohen=
ner iſt 1874 zu Wunſiedel in Oberfranken geboren.
Er ſtudierte an der Techniſchen Hochſchule in München,
hauptſächlich als Schüler der Profeſſoren Schmidt,
Finſterwalder und Wollny, erwarb 1894 das Abſölus
torium als Vermeſſungsingenieur, beſtand 1896 die
ſtaatliche Konkursprüfung (zweite Staatsprüfung), war
1896—1898 Aſſiſtent für Geodäſie bei Prof. Schmidt und
habilitierte ſich 1898 an der Münchener Techniſchen
Hochſchule für Geodäſie. Oſtern 1902 folgte er einem
Rufe als außerordentlicher Profeſſor für Geodäſie an
die Techniſche Hochſchule in Stuttgart als Nachfolger
von Prof Haller, promovierte 1904 in München zum
Dr.=Ing. und ſiedelte 1907 als Ordinarius nach
Braun=
ſchweig als Nachfolger des Geh. Hofrats Dr. C. Koppe
über.
Die 2. Sitzung der Stadtverordneten=
Verſamm=
lung findet am Donnerstag, den 28. April, nachmittags
3½ Uhr, mit folgender Tagesorduung ſtatt: 1.
Mit=
teilungen. 2. Geſuche um Geſtattung einer Ausnahme
von der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts (drei
Fälle). 3. Geſuch um Geſtattung einer Ausnahme von
der Beſtimmung in § 4 der Ortsbauſatzung über die
Anlage und Benutzung der Vorgärten für
Viktorig=
platz 12. 4. Geſuch um Erteilung der Erlaubnis zur
Aufſtellung von Balkonſäulen auf dem ſtädtiſchen
Ge=
lände vor dem Anweſen Luiſenplatz Nr. 1. 5.
Bebau=
ungsplan und Ortsbauſtatut für den Stadtteil zwiſchen
Allee, Feldbergſtraße und Weiterſtädter Straße. 6.
Feſtſetzung der Quexprofile: a) für die Allee, b) für
den Stirnweg zwiſchen Allee und Dornheimer Weg, e)
für die Weiterſtädter Straße nordweſtlich der
Land=
wehrſtraße und die Pallgswieſenſtraße von der
Weiter=
ſtädter Straße bis zur Blumenthalſtraße. 7.
Ver=
gebung der kleineren Unterhaltungsarbeiten für 1910.
8. Verkauf ſtädtiſchen Weggeländes zwiſchen Herder=
und Orangerieſtraße. 9. Die Beleuchtungsanlage im
Hallenſchwimmbad. 10. Erhöhung der
Rückvergütungs=
ſätze infolge Erhöhung einzelner Poſitionen des Oktroi=
Sesaen
Landes von ſelbſt entgegen; in grotesken
Uebertreibun=
gen und tollen Kontraſtierungen entlud ſich ſein
kind=
lich primitives Lebensgefühl. Der erſte, der für dieſe
Späße und Witze eine künſtleriſche Manier fand, war
der frühverſtorbene Artemus Ward, von dem Mark
Twain lebhaft angeregt und gefördert wurde. Ihre
derbſte Ausgeſtaltung hat dieſe Komik, der Mark Twain
recht eigentlich die Welt erobert hat, in den
ungeheuer=
lichen Karikaturen und phantaſtiſchen Abſurditäten der
Grotesk=Clowns gefunden, die uns im Varieté das
an=
ſchaulichſte Bild des Yankee=Dichters bieten. Es iſt
vollendeter Blödſinn, und doch liegt in dem heiligen
Ernſt, mit dem ſie alle die handgreiflichen Narrheiten
wie etwas Selbſtverſtändliches ausführen, in der
ur=
wüchſigen Kraft der kindiſch=harmloſen Naivität etwas
Ueberwältigendes, was zum Lachen hinreißt. Nichts
Frivoles, nichts Zyniſches klingt in dieſem Humor an;
es lacht ein jugendliches Volk über ausgelaſſene
Narr=
heiten, ſo freut es ſich über Schlägereien und Tritte,
und in dieſer ſonoren Heiterkeit einer ganzen noch
un=
reifen Kultur liegt eine geheime mächtige Wirkung.
Auch die Jugend anderer Völker kennt dieſe Art des
Humors. Die Griechen haben das größte Muſter in
Ariſtophanes hervorgebracht, bei dem es ja auch an
Kei=
lereien und grotesken Späßen nicht fehlt. Die Teufel
der mittelalterlichen Myſterien mit ihrem gräulich
tol=
len Ausſehen, ihrem Zwicken, Kneifen, Quälen, die
plumpen Bauern der Faſtnachtsſpiele mit ihrer
gran=
dioſen Roheit wandten ſich an ähnliche Stimmungen
der damaligen Kultur, und noch in Rabelais iſt das
Grotesk=Unflätige übermächtig. Der amerikaniſche
Humor bringt eine Art kühler, ſachlicher Ironie, eine
ſelbſtverſtändliche ungeheure Uebertreibung und tolle
Verkehrtheit dazu, die nur im „Lande der
unbegrenz=
ten Möglichkeiten” in den Köpfen moderner, von allen
Wundern der neuen Technik tollgemachter Menſchen
entſtehen konnten. Es iſt der Typus des Yankees mit
ſeiner das Uebermenſchliche kühn aufſuchenden
Frech=
heit, ſeiner phantaſtiſchen Tollkühnheit und doch zugleich
auch mit ſeinem kühlen Verſtande und ſeinem
prakti=
ſchen Sinn, der ſich in dieſem Humor auslebt.
In Mark Twains Humoresken finden wir nun in
klaſſiſcher Ausprägung dieſe das Unwahrſcheinlichſte als
ſelbſtverſtändlich und ernſt erzählende Form der
gro=
tesken Karikatur. Wenn er ſich einen Schnupfen
kuriert, dann führt er alle ihm angeratenen Mittel aus,
windet ſich durch wahre Höllenqualen, durch ausgeſuchte
Raffinements der Kaſteiung, bis er ſich endlich durch
ein tüchtiges Quantum Alkohol wiederherſtellt.
Schil=
dert er die ängſtliche Frau Mc. Williams beim Gewit=
ter, dann muß ſie alle Borſchriſten gegen Blitzgefahr
durchmachen; nicht eine wird ihr erſpart. Will er
er=
zählen, wie ein ſinnloſer Reim uns häukig im Ohre
haften bleibt und uns verfolgt, dann läßt er einen
Menſchen davon faſt irrſinnig werden und Tauſende
unter dieſer Epidemie leiden. Er beſchreibt die Gefahren
eines Revolverjournaliſten im fernen Weſten, dabei
wird er ſelbſt brann und blau geprügelt, von Kugeln
durchlöchert, von Granaten zerriſſen, ſkalpiert und in
eine Art „Trümmerhaufen und Lumpenbündel”
ver=
wandelt. Alles wächſt bei ſeiner Schilderung ins
Un=
geheuere und es iſt eine große Kunſt, uns das als das
Einfachſte und Natürlichſte von der Welt erſcheinen zu
laſſen.
Doch Mark Twain hat mehr gegeben, als die
bi=
zarren Witze ſeiner amerikaniſchen Lanne, die auch
man=
chem anderen „Funny man” wie die Humoriſten und
Komiker der großen amerikaniſchen Zeitungen heißen.
gelungen ſind. Einen ſo bedeutenden Anteil dieſe Art
des Humors auch an ſeinem Schaffen hat, er gab nicht
bloß die verzerrten Gliederpuppen einer tollen
Phan=
taſtik, er gab immer zugleich auch ſich ſelbſt; ſeine
warm=
berzige, offene, ehrliche, echt und reinfühlende
Perſön=
lichkeit, die das Groteske mildert und aller
hirnver=
brannten Tollheit noch einen meuſchlichen Inhalt
ver=
leiht. Es klingt wie eine leiſe Tragik an im Leben
dieſes glücklichen und erfolgreichen Mannes, daß auch
er dem Schickſal des Humoriſten erlag, nicht ernſt
ge=
nommen zu werden. Niemand mochte ihm glauben,
daß er noch andere Ziele und Abſichten habe, als das
Zwerchfell zu erſchüttern und über die alte Narrenwelt
ſeine Witze zu machen. Und doch hatte er ſolche
Abſich=
ten. Er hat eine Pſychologie des amerikaniſchen Lebens
und des nach Macht begierigen Abenteurers in dem
mit Warner zuſammen geſchriebenen Roman „Das
ver=
goldete Zeitalter” geben wollen, freilich ohne rechtes
Gelingen. Er hat eine recht hübſche hiſtoriſche
Ge=
ſchichte geſchrieben: „Prinz und Bettler”, in der ein
Fürſtenkind und ein armer Junge vertauſcht werden,
hat in einer ſpaßigen Parodie einen „Connectieut=
Yan=
kee” an den mittelalterlichen Ritterhof König Arthurs
geführt; hat perſönliche Erinnerungen der Jeanne
d’Are verfaßt und in ſeinem „Pudd’nhead Wilſon”,
die=
ſem klugen prächtigen Jungen, den die dummen
Men=
ſchen einen „Kopf wie ein Mehleloß” einen „
Flachs=
opf” nennen, ſein Ideal warmherzigen Mitfühlens
und geſunden Menſchenverſtandes geſchildert. All das
ſind Verſuche, über die engen Grenzen ſeines
urſprüng=
lichen Talentes hinauszukommen, auch ernſtere Töne
anzuſchlagen. Aber auch für dieſe Werke eilt, wie für
Nummer 95.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. April 1910.
Seite 3.
tarifs. 11. Verteilung der Zinsbeträge für die Koſten
der Waſſerleitung im Hohleu Weg.
* Der Provinzialausſchuß der Provinz
Starken=
burg wird in ſeiner Sitzung am Samstag, den 30. April,
vormittags 9½ Uhr, folgende Tagesordnung
er=
ledigen: 1. Antrag auf Entziehung der der Karl
Haber=
land Ehefrau in Offenbach erteilten Wirtſchaftskonzeſſion.
2. Geſuch des Johann Gerhardt von Offenbach um
Er=
teilung eines Wandergewerbeſcheins für das Jahr 1910.
3. Geſuch des Philipp Hörr zu Darmſtadt um Erteilung
eines Wandergewerbeſcheins für 1910. 4.
Wirtſchafts=
konzeſſionsgeſuch des Philipp Müller Xl. zu
Sprend=
lingen.
* Abgeſtiegen ſind im Hotel zur Traube: Se. Exz.
der Ruſſiſche Geſandte Baron v. Knorring und
Gemahlin, Graf Tolſtoi, Se. Exz. der Ruſſiſche
Geſandte Graf Pahlen aus dem Haag (Holland),
Graf Kalckreuth, Profeſſor v. Volckmann,
Pro=
feſſor v. Hofmann und Graf Keßler=Weimar.
— Veteranen=Appell 1910. Die 40jährige
Wieder=
kehr der Erinnerungstage des rnhmreichen Krieges
gegen Frankreich wird die noch lebenden Teilnehmer
an dieſem und den vorhergehenden Feldzügen zu einem
„Veteranen=Appell” am 14. Auguſt l. J. in unſerer
Stadt zuſammenführen. Von den alten Kriegern iſt
die Anregung hierzu mit Begeiſterung aufgenommen
worden, was die bereits vorliegenden Anmeldungen
von über 5000 ehemaligen Mitkämpfern beweiſt. Das
Feſt ſelbſt wird in einfacher und ſchlichter Weiſe
ge=
feiert werden und ausſchließlich von der Abſicht
be=
herrſcht ſein, die verdienten Veteranen — für manchen
wohl zum letztenmal wieder mit den Gefährten der
großen und ſchweren Zeit zu vereinigen. Die
Krieger=
kameradſchaft „Haſſia”, von der die ganze Veranſtaltung
ausgeht, verfügt nun zwar an und für ſich über recht
bedeutende Mittel, doch ſind dieſe für die
Wohlfahrts=
einkichtungen ein= für allemal feſtgelegt, ſodaß für
außerordentliche Zwecke, wie ſie z. B. Feſte wie das
ge=
plante bilden, nur verhältnismäßig geringe Beträge
ausgeworfen werden können. Der bereits eifrig tätige
Arbeitsausſchuß wird ſich daher vorausſichtlich genötigt
ſehen, die Beihilfe der hieſigen Bevölkerung anzurufen.
Wir ſind aber überzeugt, daß die Einwohnerſchaft
unſerer Stadt, die ja von dem bei dem Appell zu
erwar=
tenden Fremdenzuſtrom ſelbſt mannigfache Vorteile
ziehen wird, der Veranſtaltung ſympathiſch
gegenüber=
ſteht und einem demnächſt an ſie ergehenden Aufruf zu
tatkräftiger Unterſtützung und Förderung in weiteſtem
Maße (auch durch Gewährung von Quartieren)
nach=
kommt. Gilt es doch, noch einmal die Männer zu ehren,
die ſeinerzeit Leib und Leben für das Vaterland
ein=
geſetzt haben und denen mit in erſter Linie das
Empor=
blühen, Wachſen und Gedeihen von Reich, Staat und
nicht zum wenigſten auch unſerer Heimatſtadt 3u
danken iſt.
* Beſichtigung. Auf die heute nachmittag
ſtattfin=
dende Beſichtigung des ſtädtiſchen Waſſerwerks durch
den Ortsgewerbeverein ſei hiermit nochmals
hinge=
wieſen. Die Abfahrt nach Griesheim erfolgt 2.04 Uhr
ab Schloß. (S. Anzeige.)
Einen Willy Loehr=Abend veranſtaltete am Freitag
die „Freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft” im Hotel
zur Traube. Der für derartige Zwecke gut geeignete Saal
war dicht beſetzt, weit überwiegend von Damen; ein
Be=
weis, daß man den Künſtler, der ein Jahrzehnt hindurch
zu den beſten Kräften unſeres Hoftheaters zählte, hier
nicht vergeſſen. Willy Loehrs meiſterhafte Beherrſchung
der Rhetorik — er iſt ein ganz hervorragender Sprecher —
iſt ebenſo oft in unſerem Blatte lobend hervorgehoben
worden, wie ſeine nicht minder meiſterhafte Vortragskunſt,
die alle Dichtungen, ſeien es ernſte oder heitere, klaſſiſche
oder moderne, reſtlos erſchöpft. Das erreicht der Künſtler,
weil er ſich hineinverſenkt in den Stoff der Dichtung, weil
er ſie mit erlebt. Darum wirkt ſein Vortrag ſo
hinrei=
ßend, daß ihm alles atemlos lauſcht, mit ungeſchwächter
Aufmerkſamkeit, auch wenn der Abend zeitlich über das
ſonſt gewohnte Maß hinausgeht. Von der Reichhaltigkeit
und Vielſeitigkeit deſſen, was Willy Loehr im Laufe der
2¼ Stunden brachte, zeugt das Programm, das nach dem
einleitenden Gedicht von Wolfgang Goethe: „Gedichte” im
erſten Teile folgende ernſte Dichtungen enthielt: Wolfgang
Goethe: Der Gott und die Bajadere, Gottfried Anguſt
Bürger: Des Pfarrers Tochter von Taubenhain, Friedr.
Nietzſche: Vereinſamt, Friedrich Hebbel: Das Kind am
Brunnen, Holger Drachmann: An Henrik Ibſen,
Hen=
rik Ibſen: Aus ſeinen Gedichten, U. Karoline
Woer=
ner (bisher unveröffentlichte Gedichte): Die Frauen
an Henrik Ibſen, Der Schleier, Die Wieſe, Maurice
Mae=
terlinck: Der Ungetreue, Detlev v. Liliencron: Kleine
Bal=
lade, Ernſt von Wolzogen: Deutſchlands glückhaft Schiff.
Der zweite Teil war dem Lenz und der Liebe gewidmet
und brachte folgende lyriſche und heitere Dichtungen:
Ger=
hart Hauptmann: Im Nachtzug, Otto Erich Hartleben:
Die Geburt der Sterne, Eduard Möricke:
Storchenbot=
ſchaft, Richard Dehmel: Wiegenlied für meinen Jungen,
Börries v. Münchhauſen: Der Page von Hochburgund,
Heinrich Seidel: Die Muſik der armen Leute, Heinrich
Heine: Der Teetiſch, Karl Hauptmann: Ahnung,
Björn=
ſtjerne Björnſon: Mein Monat, Holger Drachmann:
Lenz=
lied, Ludwig Holſtein: Frühlingsverſe. Wilhelm Buſch:
Von der Enthaltſamkeit, Gottfried Keller: Morgenwache.
Zahlreiche Blumen ſpendete man dem Künſtler und
rauſchender Beifall war jedem Vortrage gefolgt.
— Gaſtſpiele des Berliner Vaudeville=Enſembles im
Orpheum! Heute Montag, den 25. und morgen Dienstag,
den 26. April, finden die beiden einzigen Wiederholungen
des ſenſationellen Schlagers „Kümmere Dich um Amélie!”
von Georges Feydeau ſtatt. Es wird nochmals auf die
muſtergültige und glänzende Darſtellung dieſes
erfolgrei=
chen Schwankes durch das bekannte Berlinex Vaudeville=
Enſemble aufmerkſam gemacht. Kommenden Mittwoch
geht zum erſten Male der allerneueſte franzöſiſche Schwank:
„Theodor u. Cie.” von Hennequin und Veber in Szene.
* Streik. Samstag vormittag legten ſämtliche
Mö=
belſchreiner, Maſchinenarbeiter, Bildhauer, Beizer, Polierer
und die Hilfsarbeiter in den Betrieben der hieſigen
Möbel=
firmen J. Glückert, Ehrhardt und Söhne, ſowie
Karl Ziegler die Arbeit nieder. Die Schreiner in den
kleineren Betrieben haben vorerſt von einer
Arbeitseinſtel=
lung Abſtand genommen. Wie es heißt, kommen 132
Ar=
beiter, darunter über 100 verheiratete, in Betracht.
2 Durchſchnittspreite von den Wochenmärkten
der vergangenen Woche: Butter ½ Ka. 1,40 M., in
Par=
tien 1,30 M., Eier 6—7 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20 Pf.,
Handkäſe 4—10 Pf., Kartoffeln der Zentner 3—4 M.,
Kumpf (10 Liter) 50—60 Pf., ½ Kg. 3—5 Pf., vorjährige
Aepfel ½ Kg. 12—15 Pf., Zitronen 4—6 Pf., Apfelſinen
5—8 Pf.; Salat, Gemüſe u. dal.: Kopfſalat 10—15 Pf.,
Körbchen Lattich 10 Pf., Bündel Radieschen 5 Pf., Bündel
Rettiche 3—5 Pf., Meerrettich 20—30 Pf., Rhabarber
Kg. 25 Pf., Roterüben, Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf.,
Para=
diesäpfel ½ Kg. 60 Pf., neue Schälgurken 50 Pf.,
Grün=
kohl 4—5 Pf., Kohlrabi 10 Pf., Blumenkohl 70—80 Pf.,
Rotkraut 35—40 Pf., Weißkraut 20 Pf., Bündel Römiſch=
Kohl 3 Pf., Bündel Schnittlauch u. dgl. 2 Pf.,
Roſen=
kohl ½ Kg. 30 Pf., Gelberüben ½ Kg. 8 Pf., Spinat
Kg. 12—15 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 30—35 Pf.,
Spargel ½ Kg. 60—70 Pf.; Wildbret
Ge=
flügel u. dgl.: Zicklein 2—4 M., Enten 4—6 M., Hahnen
und Hühner bis 2,50 M., Tauben 60—70 Pf., Lapins
1 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 1 M., andere
Rhein=
fiſche 40 Pf., Rotzungen 50 Pf., Kabeljau, Seehecht 35 Pf.,
große Schellfiſche 30 Pf., kleine 20 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 56 Pf., Hackfleiſch 60 Pf.,
Rindsfett 50 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.
§ Einbruch. Ein 24 Jahre alter, ſchon vorbeſtrafter
Krankenpfleger von hier iſt in der Nacht zum Samstag
wegen Einbruchsdiebſtahls, den er in einem
Schuh=
geſchäft in der Ludwigſtraße verübte, feſtgenommen
worden. Bei Eindrücken der Erkerſcheibe erlitt der
Ein=
brecher eine ſchwere Verletzung am linken Knie. Der
Einbrecher hatte eine Anzahl Schuhwaren bereits
einge=
packt, die ihm alsbald wieder abgenommen wurden.
B. Mainz, 22. April. Vor der hieſigen
Straf=
kammer ſtand heute der 66 Jahre alte Kirchendiener
Johann Karl Bicking aus Mainz. Er war
beſchul=
digt, in ſeinem Amte an der Kirche ſeit vier Jahren
Gegenſtände, die beim Gottesdienſt gebraucht und
ver=
wandt werden, entwendet zu haben. Als geſtohlen
kommen in Betracht: Brillanten, ein Weihwaſſerkeſſel,
ein vergoldeter ſilberner Kelch, wertvolle Tabletten,
Meßkännchen, Chorröcke, Spitzen vom Altar,
Meßge=
wänder, ein Meßbuch mit Silberbeſchlag und andere
Sachen, alles zuſammen in einem außerordentlichen
Werte. Angeklagt waren noch der Antiquar Johann
Baptiſt Brov aus Mainz und der Althändler Emanuel
Oppenheimer aus Niederflorſtadt, in Frankfurt a. M.
wohnend, wegen gewerbsmäßiger Hehlerei. Als
Sach=
verſtändige waren Domkapitular Dr. Bendix, der
Di=
rektor des Kunſtgewerbemuſeums in Köln Dr. Creutz
und der Silberwarenfabrikant Wilhelm Sauerwein in
Mainz geladen; ferner waren etwa 30 Zeugen zu
ver=
nehmen. Nach dem Eingeſtändnis des Bicking hat er
einen ſilbernen Becher, den Kelch, Meßkännchen,
Tablet=
ten, Spitzen von Meßgewändern, Silberbeſchläge von
einem Meßbuche, ferner ſechs alte Meßgewänder
ge=
ſtohlen. Außerdem erklärte er, ein Geſchenk des
Kai=
ſers Wilhelm I. an den Pfarrer Merz hier, eine mit
Steinen in hohem Werte beſetzte Lunnla, an den
Alt=
händler Krieger, der flüchtig gegangen iſt, gegeben zu
haben, damit dieſer zwei Steine heransnehme und ſie
durch unechte Steine erſetzen ſollte. Krieger habe ihm
dafür 160 Mark gegeben. Er habe ſich in
gro=
ßer Not befunden. — Um halb 8 Uhr abends
wurde das Urteil verkündet: Bicking wurde zu
2 Jahren Gefängnis Broo zu 4 Monaten
Gefängnis und Oppenheimer zu 3 Wochen
Ge=
fängnis verurteilt.
Oppenheim, 22. April. Um die Vögel wieder in
größerer Zahl in den Weinbergen anzuſiedeln, hat der
Vorſitzende des Weinbauvereins der Provinz
Rhein=
heſſen in einem Herrn Wilh. Wallot gehörigen großen
Areal im Oppenheimer Goldberg, ſowie an einer
zwei=
ten Stelle, ebenfalls im Oppenheimer Goldberg, in
Gemeinſchaft mit der Großh. Heſſ. Domäne eine
muſter=
gültige Vogelſchutzanlage, genau nach Vorſchrift
des Freiherrn von Berlepſch, angelegt.
B. Bingen, 22. April. Die hieſige
Stadtverord=
netenverſammlung hatte ſich mit der Frage der
Ein=
führung einer Beſitzwechſelabgabe zu befaſſen,
die der betreffenden ſtaatlichen Steuer angeſchloſſen
werden ſollte. Der Finanzausſchuß war für dieſe
Steuer, konnte aber mit ſeinem Antrage nicht
durch=
dringen, denn die Beſitzwechſelabgabe wurde mit 12
gegen 5 Stimmen abgelehnt. Der Gemeindeſteuerſatz
wurde von 115½ Prozent auf 120 Prozent erhöht.
B. Ober=Ingelheim, 22. April. Ein junger Burſche
von hier hatte wegen einer Liebſchaft mit den Eltern
Streit und kaufte ſich einen Revolver, um ſich tot zu
ſchießen. Darauf band er ſich an einen Pfahl feſt,
wahrſcheinlich, um nicht vor ſich ſelbſt davonzulaufen
und ſchoß ſich durch beide Wangen, merkwürdigerweiſe
ohne dabei eine gefährliche Verletzung zu erhalten.
Der in der Nähe weilende Friedhofsanfſeher wurde
durch die Schüſſe aufmerkſam und eilte herbei. Darauf
machte der Burſche ſeine Feſſel los und ſtürzte ſich in
die an dieſer Stelle vorüberfließende Selz. Er wurde
ber von einem Manne, der vorüberging, herausgeholt
und nach Hauſe geſchafft.
(*) Friedberg, 22. April. Die heſſiſche Landes=
Blindenanſtalt begeht dieſes Jahr ihr 60jähriges
Stiftungsfeſt. Der bekannte Blindenvater Schäfer hat
ſie 1850 gegründet. Die Anſtalt zählt 40 Schüler und
iſt voll beſetzt. Der Erweiterungsbau iſt von der
Be=
hörde genehmigt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 23. April. Der Miniſter
des königlichen Hauſes und der Finanzminiſter
rich=
teten an die Stadt Berlin die Frage, ob ſie das
Opern=
haus erwerben wolle, das der bisherigen
Beſtim=
mung dauernd nicht mehr gewidmet werden könne.
Der Magiſtrat hat beſchloſſen, über den Kauf des
ge=
ſchichtlichen und künſtleriſchen Baudenkmals in
Vex=
andlungen mit der Krone und dem Fiskus zu treten.
Ein ſchweres Brandunglück, bei dem ein
zweijähriges Kind den Tod erlitt und ein achtjähriges
Mädchen durch einen Arthieb des die Tür ſprengenden
Retters und zwei weitere Kinder durch Brandwunden
verletzt wurden, ereignete ſich geſtern nachmittag in der
ſein ganzes Schaffen, daß er nur da Glänzendes und
Poetiſches leiſtete, wo er autobiographiſche Züge
ver=
wendete, wo er in ſein eigenes reiches Erleben
hinein=
greifen konnte.
Mart Twain (mark two, merke zwei) iſt bekanntlich
nur das Pſeudonym von Samuel L. Clemens. Sein
eigenes Leben hat ihm in der romantiſchen Jugend
reichlichen Stoff zum Erzählen geboten, und ſpäter hat
er ſich den Stöff durch Reiſen, die alte Leidenſchaft der
Humoriſten, erworben. Sein vielleicht beſtes Buch, der
„Tom Sawyer” iſt ganz erfüllt von den tauſend
Wun=
dern, die der arme, in einer elenden Niederlaſſung von
Hinterwäldlern aufgewachſene Junge mit dem Glück
des Kindes geerntet. Der amerikaniſche Humor hat ja
ſein Höchſtes in der Pſychologie des Kindes geleiſtet,
denn er iſt eigentlich die Geburt einer Kinderphantaſie
und leuchtet am eheſten in die Tiefen primitiver
See=
len hinein. Gleich der Anfang des „Tom Sawyer” iſt
ein Meiſterwerk in der Schilderung des tiefbetrübten
Jungen, dem der Vater befohlen hat, den Zann zu
ſtrei=
chen; wie er denn aus dieſer Arbeit eine ungeheure
Ehre macht, um die ſich alle Jungen reißen und die er
nur gegen große Geſchenke zu genießen geſtattet, iſt
wunderhübſch und tiefſinnig zugleich erzählt. Die
Fort=
ſetzung des „Tom”, die nach ſeinem Freunde und
nun=
rehrigen Buchhelden „Huckleberry Finn” heißt,
ver=
liert ſich allzu ſehr ins Abenteuerlich=Romantiſche,
doch ſie ſolgt auch hierin dem Lebenslauf des Dichters.
Der wird nämlich Bootsmann auf dem Miſſiſſippi, und
er hat uns dieſes grandioſe verwegene Leben bis auf
den Rieſenfluß packend geſchildert. Die ungeheuere
Waldwildnis, die ihn umgibt, die ſchwere Glut der
Sonnenuntergänge und die ſonderbaren Käuze von
Lotſen und Schiffern, bei denen er ſeine ſchwere
Lehr=
zeit durchmacht, alles dies taucht in ſeinen Reiſebildern
ebenſo lebendig auf, wie ſeine Goldgräberfahrten nach
Nevada und Kalifornien, wo er zwar kein Gold
ent=
deckt, wohl aber die dichteriſche Goldader, die in ihm
ruhte und die ihm bald auch irdiſche Schätze und eine
anßergewöhnlich einflußreiche Stellung als Liebling
der amerikaniſchen Leſewelt beſcheren ſollte.
In allen wichtigen Fragen hat man ſeitdem auch
die Stimme Mark Twains gehört; vertrauter aber
klang ſie uns, wenn er in ſeiner ironiſch karikierenden
Weiſe von ſeinen Reiſeerlebniſſen plauderte. Eine
un=
erſchöpfliche Anregung der Lachmuskeln, aber ſtark
ein=
ſeitig und beſchränkt ſind ſeine Berichte über
Süd=
deutſchland und die Schweiz in „A Tramp Abroad”
Viel feiner und wirklich humorvoll iſt die Reiſe einiger
„naiven Yankees” nach dem heiligen Lande, die er in
Geſellſchaft markanter Typen des amerikaniſchen
Le=
bens unternimmt („The Innocent Abroad”). Dann
hat er noch eine Reiſe um die Welt gemacht; aber im=
mer iſt es der Yankee auf Reiſen mit ſeinem
prakti=
ſchen Blick, dem vorurteilsloſen, keine Ehrfurcht
ken=
nenden Urteil, dem derben, kräftigen Witz, der uns hier
unübertrefflich geſchildert entgegentritt. Einen großen
Reiz verleiht ſeinen Büchern ſein ganz unnachahmlicher
Stil. Er ſchreibt ein höchſt ſuggeſtives Engliſch, in dem
ſich zum Beiſpiel Elemente des eigentümlich
zugerich=
teten Weſtern=Engliſh mit den verſchiedenen
Neger=
dialekten miſchen. Es iſt ihm gelungen, die Sprache des
gewöhnlichen Lebens aufzufangen, ohne irgendwie dem
Klang und der Wortverderberei, wie andere
amerika=
niſche Humoriſten, zu verfallen. Stets hatte er das
treffende Wort bei der Hand und traf immer den Nagel
auf den Kopf. In dieſer unbekümmerten
Schlagfertig=
keit, mit der er furchtlos auch den komplizierteſten
Din=
gen des Lebens gegenübertrat, lag ſeine eigentliche
Größe, ſeine perſönliche Note, die nicht ſo bald ver=
Dr. P. L.
geſſen werden wird.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben
W-l. Großh. Hoftheater. Darmſtadt, 22. April.
ichard Wagners „Handlung” in 3 Aufzügen „Triſtan
nd Iſolde” in der aber die Handlung hinter der
hiloſophiſchen Reflexion und der muſikaliſchen
Stim=
ing zurücktritt, gelangte heute wieder zur Aufführung.
ie Partie des Triſtan ſang Herr Oskar Bolz vom
nigl. Hoftheater in Stuttgart. Der Gaſt beherrſchte
e über alle Maßen ſchwierige und anſtrengende
Par=
mit imponierender Sicherheit und unbedingter
Zu=
rläſſigkeit, ſowohl in geſanglicher als auch in
ſtimm=
her Hinſicht. Rein geſanglich war ſeine Leiſtung
be=
utend; wenn man aber trotzdem nicht warm werden
nnte, ſo lag dies daran, daß die unſchöne Art ſeiner
ongebung ernüchtert; namentlich gilt dies von dem
tlich ſo fein abgeſtimmten und empfindlichen
Liebes=
tett im zweiten Akte. Im dritten Akte empfand man
bei dem mehr realiſtiſchen Charakter der
Sterbe=
ene weniger ſtörend, und da der Sänger hier die
rken dramatiſchen Regiſter ziehen und durch die
raft ſeiner ſtimmlichen Mittel wirken konnte, erzielte
einen ſtarken und unbeſtrittenen Erfolg. Uebrigens
t es nichts Neues, daß die Tenöre den dritten Akt
beſten ſingen. Illuſionsſtörend ſind an dem Gaſte
ie ſtereotypen Bewegungen der Arme mit den
aus=
ſpreizten Fingern. Frau Morny ſang die Iſolde
t ausgeprägtem Stilgefühl und künſtleriſcher
Intelli=
nz und bot eine großzügige, geſanglich hervorragende
iſtung. Fräulein Geyersbach, welche die
Bran=
ine erſtmalig ſang, ſind die hochdramatiſchen Akzene
t Grunde nicht eigen; auch würde es nicht im
In=
reſſe ihrer Stimme liegen, wenn ſie allzuviel in
dramatiſchen Partien beſchäftigt wird. Eine Wohltat
war es, Herrn Weber wieder als Kurwenal zu hören;
auch Herr Stephani ſang die Partie des Marke mit
gewohnter Wärme und Schönheit des Tons. Herr
Hof=
kapellmeiſter de Haan leitete die faſt fünfſtündige
Aufführung mit jugendlicher Elaſtizität und
Begeiſter=
ung. Das Orcheſter unterzog ſich ſeiner Rieſenaufgabe
mit bewundernswerter Spannkraft und ganzer
Hin=
gabe.
C. Meteorologiſches aus Heſſen (vergl.
Nr. 67 dieſes Blattes vom 21. März). Der verfloſſene
März war ausgezeichnet durch geringe Bewölkung und
im Zuſammenhang damit durch große Trockenheit. Das
Temperaturmittel ſchwankt zwiſchen 2,5 Grad Celſius
in Ulrichſtein und 5,8 in Mainz (Darmſtadt 5,3), welch”
beide Orte auch hinſichtlich der tiefſten Stände die
Gegenſätze bildeten (—6,0 und —1,4). Den höchſten
Ther=
mometerſtand, der faſt allenthalben auf den 10. fiel,
weiſt Darmſtadt mit 16,2 auf, während in Ulrichſtein
die Wärme 12,7 Grad nicht überſchritt. Die Zahl der
Froſttage bewegt ſich zwiſchen 4 in Mainz und 20 in
Michelſtadt (Darmſtadt 6), wogegen ſogen. Eistage nur
Ulrichſtein aufweiſt (1). Die Bewölkung war, wie
er=
wähnt, für den März gering. In Darmſtadt betrug
ſie 52 Prozent gegenüber 64 im Durchſchnitt und in
Schotten wurde nur ein Prozentſatz von 42 ermittelt,
dem Michelſtadt mit 58 als anderes Extrem
gegenüber=
ſteht. Die Zahl der Niederſchlagstage war gering und
ebenſo die gefallene Menge. Am trockenſten unter den
47 Stationen war es wieder in Bingen, das nur eine
Monatsmenge von 6,7 Millimeter an 8 Tagen mit
Regen und 2 mit Schnee aufweiſt, während Beerfelden
mit 41,9 Millimeter der niederſchlagsreichſte Ort war.
In Darmſtadt betrug die Menge nur etwas über ein
Drittel des Durchſchnitts und an manchen Orten wurde
noch nicht einmal ein Viertel erreicht. Zu einer
Schnee=
decke kam es nur an einigen Gebirgsſtationen auf kurze
Zeit. Infolge der vielen frühlingsmäßigen Tage war
die Vegetation am Monatsende ziemlich bedeutend der
Jahreszeit vorausgeeilt. Die Waſſerſtandsbewegung
verlief ſehr ruhig und gleichmäßig. Während der Rhein
durchſchnittlich etwas höhere Stände als ſonſt zu dieſer
Jahreszeit aufwies, blieb der Stand des Neckars,
be=
ſonders aber der Lahn, erheblich unter dem normalen.
Spielplan des Großh. Hof= und
Na=
tional=Theaters in Mannheim. Montag,
25. April: „Fauſt I‟. Dienstag, 26. April: „Hoffmanns
Erzählungen” Mittwoch, 27. April: „Judith‟
Don=
nerstag, 28. April: „Der Evangelimann” Freitag, 29
April: „Robert und Bertram” Samstag, 30. April:
„Der fidele Bauer”. Sonntag, 1. Mai: „Lohengrin”
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. April 1910.
Nummer 95.
Petersburg, 22. April. Die Oberhofmeiſterin,
Fürſtin Galizyn, wurde geſtern abend bei einem
Rathenowerſtraße. Bei den Löſcharbeiten zog ſich ein
Schutzmann Brandverletzungen zu und mehrere
Feuer=
wehrleute erkrankten an Rauchvergiftung. Der Vater
der Kinder ging geſtern aus, um Arbeit zu ſuchen,
ſeine Frau begab ſich an ihre Aufwarteſtelle und ſchärfte
dem älteſten Kinde, einem achtjährigen Mädchen ein,
auf die Geſchwiſter gut zu achten. Dann ſchloß ſie die
Tür ab und nahm den Schlüſſel mit ſich. Eine Stunde
nach dem Wegſein der Mutter ſuchte das älteſte Kind
in der dunklen, fenſterloſen Kammer ſeine Schuhe und
ſteckte zu dieſem Zwecke ein Licht an; mit dieſem kam ſie
den in der Kammer hängenden Kleidern zu nahe und
dieſelben fingen Feuer. Das Kind öffnete die Fenſter
und ſchrie um Hilfe. Während die Feuerwehr
alar=
miert wurde, eilte ein auf demſelben Flur wohnender
Maler mit einer Axt herbei, um die Türfüllung
ein=
zuſchlagen. Dabei wurde eins der Kinder verletzt.
Die Feuerwehr drang durch ein Zimmerfenſter in die
Innenwohnung, verſchaffte dem Qualm Abzug und
löſchte mit einiger Mühe das auch auf den Dachſtuhl
und die Nebenwohnung übergeſprungene Feuer. In
dem angebrannten Bette ihres Vaters lag das
zwei=
jährige Töchterchen als Leiche. Das Kind ſcheint im
Schlafe von dem Qualm erſtickt worden zu ſein.
Die Verhandlung gegen Frau von
Schöne=
beck=Weber vor dem Geſchworenengericht zu
Allen=
ſtein iſt auf den 6. Juni d. J. anberaumt worden. Wie
wir ſchon mitteilten, wird die frühere Gattin des
ver=
ſtorbenen Majors von Schönebeck von der
Anklage=
behörde der Anſtiftung zum Morde und zum tätlichen
Angriff auf einen Vorgeſetzten beſchuldigt.
* Frankfurt, 23. April. Der geſtrigen
Abendvor=
ſtellung im Zirkus Sarraſani wohnten folgende
Fürſtlichkeiten bei: Prinzeſſin Friedrich Karl von Heſſen
mit ihren Kindern, Kronprinzeſſin von Griechenland,
Erbprinzeſſin von Sachſen=Meiningen und Prinzeſſin
Viktoria von Schaumburg=Lippe.
Homburg, 23. April. Der Kaiſer, die Kaiſerin
und Prinzeſſin Viktoria Luiſe ſind heute vormittag
9 Uhr 50 Minuten im Sonderzuge nach Karlsruhe
abgereiſt. — Zur Verabſchiedung waren auf dem
Bahnſteige erſchienen Landrat Dr. Ritter von Marx,
Oberbürgermeiſter Luebke und Geheimer Baurat
Pro=
feſſor Jacobi. Dem Gefolge tritt Flügeladjutant von
Holtzing zu, während Flügeladjutant von Senden
aus=
ſcheidet.
Wiesbaden, 23. April. Die Ankunft des
Kai=
ſerpaares in Wiesbaden erfolgt am Sonntag,
den 1. Mai, nachmittags um 5¾ Uhr. Andere
Reiſe=
dispoſitionen ſind bisher nicht getroffen worden.
Wiesbaden, 23. April. Eine ſchwere
Gas=
exploſion entſtand heute morgen kurz nach 8 Uhr
im erſten Stockwerk des Hauſes Schwalbacher Straße
Nr. 36 dadurch, daß beim Montieren eines Gaslüſters
unvorſichtiger Weiſe mit Licht hantiert worden war.
Die Gewalt der Detonation war ſo ſtark, daß in der
betroffenen Wohnung die Fenſter ſamt den Rahmen
meterweit auf die Straße geſchleudert und die Türen
herausgedrückt wurden. Der 25jährige Monteur L.
Kah erlitt ſchwere Brandwunden im Geſicht und an
iden Händen und wurde von der Sanitätswache nach dem
Städtiſchen Krankenhauſe verbracht.
Dresden, 22. April. Der Generalkonſul der
Republik Ekuador, Ernſt Eugen Kaps, Mitinhaber der
Pianofortefabrik E. Kaps, erſchoß ſich heute
vor=
mittag in ſeinem Bureau. Das Motiv iſt unbekannt.
Bitterfeld, 22. April. Die Urſache des
Ballon=
unglücks bei Reichenſachſen iſt, nachdem die
Unterſuchung des aufgefundenen Ventilringes erfolgte,
mit Sicherheit feſtgeſtellt. Die elektriſche
Ent=
ladung iſt von unten erfolgt; wahrſcheinlich hat der
Blitz in den ausgeſchütteten Sand beim Ballaſtgeben
geſchlagen. Spuren des Blitzes wurden am Korbe,
dem Korbring und dem Füllanſatze gefunden. Der
Blitz iſt durch dieſe Teile des Ballons in die Hülle
ge=
fahren und hat gezündet. Daher erklärt ſich auch,
daß der Führer Luft am Körper Blitzſpuren aufweiſt.
Der Korbring wurde vom Blitz zweimal durchfahren
und weiſt einige, fünf Millimeter ſtarke Löcher auf.
Am aufgefundenen Ventilring zeigen ſich keine
Blitz=
ſpuren, dagegen zeigen ſich ſolche an der Ventilleine in
der Mitte des Ballons.
Güſtrow, 23. April. Die ſeiner Zeit zum Tode
verurteilte Modiſtin Auguſte Zobel wurde
vom Großherzog zu lebenslänglicher Zuchthausſtrafe
begnadigt.
Paris, 23. April. Nachrichten aus Madrid
zu=
folge beſteht an dem dortigen Hofe der Eindruck, daß
der ſpaniſche Thronfolger Alfonſo, Herzog von
Aſturien, der bisher noch kein Wort geſprochen hat,
taubſtumm zur Welt gekommen iſt. Berühmte
Aerzte wurden konſultiert, doch vermochte keiner an
dem Zuſtande des Knaben etwas zu ändern. (Die
Meldung, die jetzt wieder auftaucht, war von Madrid
aus ſchon dementiert worden.)
Empfang im Winterpalaſt plötzlich von einem
Herz=
ſchlag getroffen und fiel tot um. Die Anweſenden,
unter ihnen der Zar und die Zarin, waren, wie ſich
denken läßt, über dieſen unerwarteten Tod der Fürſtin,
die eine nicht unwichtige Rolle am Hofe ſpielte, ſehr
beſtürzt.
Moskau, 22. April. Der Dieb, der die Juwelen
aus der Uspensky=Kathedrale geſtohlen hat,
iſt heute in der Perſon eines jungen Bauern mit Namen
Femin ermittelt worden. Die geraubten Koſtbarkeiten
ſind an der von dem Dieb angegebenen Stelle
wieder=
gefunden worden.
Beirnt, 22. April. Prinz und Prinzeſſin
Eitel Friedrich ſind geſtern nachmittag hier
ein=
getroffen und ſetzten abends die Reiſe nach Neapel fort.
New=York, 22. April. Albert Wolter, der
Mör=
der der Ruth Wheeler, wurde zum Tode
verur=
teilt.
New=York, 23. April. Man ſchätzt, daß Mark
Twain ein Vermögen von einer Million Dollars
hinterlaſſen hat, das mit Ausnahme von wenigen
klei=
nen Legaten an ſeine Tochter Klara fällt, die mit dem
polniſchen Pianiſten Gabrilowitſch vermählt iſt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 23. April. Auf der Tagesordnung
ſteht die erſte Leſung des von den Abgeordneten
Lieber=
mann von Sonnenberg, Baſſermann und von Liebert
ſowie dem Abgeordneten Ablaß geſtellten
Antrags bezw. Geſetzentwurfs auf
Gewäh=
rung von Beihilfen von 120 Mark jährlich
an unterſtützungsbedürftige
Kriegsteil=
nehmer,
deren Einkommen weniger als 900 bezw. 600 Mark
be=
trägt. Die Aufbringung der dazu nötigen Mittel
wollen die Abgeordneten Liebermann, Baſſermann und
Liebert durch eine Wehrſteuer aufbringen, während der
Abgeordnete Ablaß dafür die Verwendung eines Teiles
der Liebesgaben für die Branntweinbrenner
vor=
ſchlägt, der den letzteren entzogen werden ſoll. — Abg.
von Liebert (Reichspt.): Auf die Initiative des
ver=
ſtorbenen Grafen Oriola iſt dieſe Vorlage zum größten
Teil zurückzuführen. Das beſtätige ich gegenüber dem
hämiſchen Nekrolog des „Berliner Tageblattes” das die
dreiſte Stirn gehabt hat, die parlamentariſche Tätigkeit
des Grafen Oriola in unparlamentariſcher Form
her=
unterzureißen. Wir wollen einen Ehrenſold den alten
Soldaten gewähren, die ihre Geſundheit und ihr Blut
für das Vaterland gelaſſen haben. Das iſt eine
patrio=
tiſche Aufgabe. Zur Deckung dieſer notwendigen
Aus=
gabe ſollte eine Wehrſteuer erhoben werden, gegen die
die alten Bedenken nicht mehr zutreffen. Die Steuer
wäre für eine Zeit von ca. 12 Jahren zu zahlen und nach
der Höhe des Einkömmens zu beziffern. Dieſe
Wehr=
ſteuer wäre um ſo weniger bedenklich, als die
Gewerk=
ſchaften ebenfalls hohe Steuern erheben. (Sehr richtig!)
Sie wäre allerdings eine direkte Steuer und müßte
von den Einzelſtaaten erhoben und an das Reich
abge=
führt werden. Ich begrüße den Antrag des Zentrums,
das Inkrafttreten des Geſetzes auf den 1. Mai
feſtzu=
ſetzen. — Abg. Bindewald (Wirtſch. Vgg.): Auch ich
bedauere, daß es dem unermüdlichen Vorkämpfer für
die Veteranenſache, dem Grafen Oriola; nicht vergönnt
geweſen iſt, die Verwirklichung ſeiner Ideen zu
er=
leben. Die Wehrſteuer wäre als Ergänzung der
allge=
meinen Wehrpflicht zuzulaſſen. Wir wollen ſolchen
Veteranen die Beihilfe gewähren, die ein Einkommen
von weniger als 900 Mark haben, während die übrigen
Anträge dieſe Grenze auf 600 Mark feſtſetzen wollen.
Die Not der Veteranen iſt groß, man ſollte ſie nicht
länger darben laſſen. Zugunſten der anderen Anträge
ändern wir auch den unſerigen dahin ab, daß die
Ein=
kommensgrenze auf 600 Mark feſtgeſetzt werde. — Abg.
Prinz Schönaich=Carolath (natl.): Ich danke den
Vorrednern für die warmen Worte der Anerkennung
des Grafen Oriola, mit denen ſie deſſen hervorragende
Mitarbeit auf dieſem Gebiete dankend anerkennen.
Auch wir wünſchen die Schaffung einer Wehrſteuer, um
die erforderliche Summe aufbringen zu können. Eile
tut not, denn täglich werden alte Krieger zur großen
Armee abberufen. Der Antrag Ablaß dürfte eine
Mehrheit im Hauſe nicht finden. Den Rittern des
Eiſernen Kreuzes erſter und zweiter Klaſſe muß eine
beſondere Ehrengabe bewilligt werden. (Beifall.) —
Abg. Wieland (Fortſchr. Vpt.): Hier handelt es ſich
um eine Ehrenſchuld, die das Volk nicht länger
auf=
ſchieben darf. Eine Wehrſteuer halten wir nicht für
richtig. Die Mittel müßten durch die Beſeitigung der
Liebesgaben in der Branntweinbeſteuerung beſchaffen
werden. Die Beihilfen müßten bald bewilligt werden.
(Beifall.)
Staatsſekretär Wermuth: Die Annahme, daß
bisher von ſeiten der Regierung noch nichts geſchehen
ſei, iſt hinfällig. Unter allen europäiſchen Nationen
ſteht Deutſchland in der Fürſorge für ſeine Veteranen
an erſter Stelle. Der Invalidenfonds iſt vollſtändig
aufgebraucht worden. In Frage kommt etwa eine
Summe von 16 bis 22 Millionen Mark. Wie ſoll dieſe
Summe gedeckt werden? Ueber die Geſtaltung der
Wehrſtener gehen die Meinungen weit auseinander;
ſoll ſie eine einmalige Abgabe ſein, das wäre eine
Los=
kaufung; ſoll ihre Höhe nach dem Vermögen oder nach
dem Hausſtande bewertet werden, oder ſoll etwa der
Stand und der Beruf die Begrenzung bilden? Eine
Abänderung des eben erſt zuſtande gekommenen
Branntweingeſetzes durch Beſeitigung der Liebesgaben
iſt nicht denkbar. Die Anträge enthalten keine
gang=
baren Vorſchläge zur Deckung des Bedarfs. Die
Sanierung unſerer Finanzen iſt unſere vornehmſte und
praktiſchſte Politik, die jetzt nötig iſt.
Abg. Pauli=Cochem (Ztr.): Hier handelt es ſich um
eine patriotiſche Tat erſten Ranges. Die Veteranen, die
die günſtige wirtſchaftliche Lage mit der Schaffung des
Deutſchen Reiches herbeigeführt haben, haben einen Ans
ſpruch auf die Beihilfe, die ihnen nicht vorenthalten
wer=
den ſollte. (Beifall.) — Abg. Arnſtadt (konſ.): Die
Dankesſchuld ſollten wir endlich den Kämpfern abtragen;
Eine Bezahlung ſoll es nicht ſein, ſondern nur ein Beweis
der Anerkennung. Es handelt ſich um die Helden aus
einem glänzenden ſiegreichen Kriege. Die fünf Milliarden
Kriegsentſchädigung haben ſie uns erfochten. Die
Wehr=
ſteuer iſt ein gangbarer Weg, nicht aber die Aenderung der
Branntweinſteuer. Zu bedauern iſt das durch dieſen
Vor=
ſchlag erfolgte Hineintragen politiſcher Momente in dieſe
unpolitiſche Materie. (Sehr richtig!) Die Zurückweiſung
vieler Tauſender von Veteranen und das Fehlen von
Rechtsanſprüchen iſt zu bedauern. Das deutſche Volk ſollte
endlich dieſe Ehrenſchuld einlöſen. (Lebhafter Beifalk”)
Abg. Schöpflin (Soz.): Nach der heutigen Rede des
Staatsſekretärs ſcheint für die Veteranen nichts
heraus=
zuſpringen bei dieſer Vorlage. Der Reichstag wende
einmal ſeine Machtmittel an, wenn er nicht die
Vete=
ranenbeihilfe bewilligt erhält. Einem Ehrenſold
für=
das Eiſerne Kreuz können wir nicht zuſtimmen. Die
Deckung für dieſe Ehrenſchuld könnte ſehr einfach durch
Erſparniſſe bei Heer, Marine und Auswärtigem Amt
geſchaffen werden. Die Wehrſteuer lehnen wir ab,
denn ſie widerſpricht der allgemeinen Wehrpflicht. —
Abg. Paaſche (natl.): Es wäre nichts zu erreichen,
die Veteranenbeihilfe durch Reduzierung der
Liebes=
gaben herauszuſchlagen. Die Wehrſteuer würde im
Volk bald populär ſein und ſollte in geeigneter
Form=
während der betreffenden Jahre, in der Zurückgeſtellte
hätten dienen müſſen, erhoben werden. 120 Märk ſind
auch uns nicht genug, aber mehr iſt nicht zu erreichen=
Das Geld wird aufgebracht werden. Die Regierungen
mögen nachgeben. — Staatsſekretär Wermuth:
Mittel ſind angenblicklich nicht vorhanden. Wenn aus
der Wertzuwachsſteuer ein entſprechendes Reſultat ſich
ergeben ſollte, dann wäre ein wirklich praktiſches
und=
unmittelbares Vorgehen möglich. Zunächſt müſſen wir
wiſſen, welche Deckung vom Reichstag gewünſcht wird.
— Abg. Baumann (Ztr.): Die Regierungen werden
ſolange ablehnen, bis der letzte Veteran das Zeitliche
geſegnet haben wird. Wir wünſchen, daß das Geſetz
am 1. Mai in Kraft trete. — Abg. Dr. Arendt (Rpt.):
Hier handelt es ſich um eine Ehrenpflicht des ganzen
Volkes. Das Ganze muß ſo ſchnell wie mögliche
be=
willigt werden. — Abg. Werner (Rfpt.): Die
Regie=
rung muß ſchneller arbeiten. Wir müſſen ſie dazu
zwingen. — Abg. Hilpert (Bayer. Bund d. Landw.)
bedauert, daß die Regierung die Vorlage ablehnt.
Abg. Dr. Wiemer (Fortſchr. Vpt.): Wir halten die
Wehrſteuer nicht für durchführbar. Andererſeits kann
die Reichszuwachsſteuer leicht mehr Erträge abwerfen,
die zu dieſem Zwecke benutzt werden können. — Abg.
Prinz Schönaich=Carolath (natl.): Die
Regie=
rung möge ſich mit der vorgeſchlagenen Wehrſteuer
be=
faſſen.
Der Antrag auf Gewährungeeines Ehrenſoldes an
die Ritter vom Eiſernen Kreuz wird abgelehnt. Ein
ſozialdemokratiſcher Antrag, die Beihilfe auf 150 Mark
zu erhöhen, wird gleichfalls abgelehnt. Der
Zen=
trumsantrag, die Beihilfe vom 1. Mai ab zu
ge=
währen, wird angenommen. Darauf wird der
Antrag Arendt (Reichspt.), die drei
gleichlauten=
den Anträge gutzuheißen, einſtimmig
ange=
nommen. Die Reſolutionen betr. Deckung durch
Be=
ſeitigung der Liebesgaben und Schaffung einer
Wehr=
ſteuer, wurden abgelehnt.
Hierauf werden das Kolonial=
Beamtenge=
ſetz und ein Nachtragsetat ohne Debatte an die
Bud=
getkommiſſion überwieſen.
Nächſte Sitzung Montag 1 Uhr:
Kolonialgerichts=
vorlage.
Kleines Feuilleton.
nge. Neue Moden für Hochzeitskleider.
Mit dem Frühling iſt wieder die Hochſaiſon der
Ehe=
ſchließungen gekommen. Die Mode, dieſe ſtrenge
Tyran=
nin, hat auch vor dem Brautkleide, das ſie
bis=
her verhältnismäßig ſchonend behandelt hatte, nicht
Halt gemacht. An Stelle ſchwerer, ſtarrer Seiden= und
Damaſtgewebe, die oft wenig zu ihrer bräutlichen
Trä=
gerin paßten, ſind leichte, fließende Stoffe getreten. Als
Material verwendet man mit Vorliebe Crépe=de=Chine,
Liberty, Charmeuſe, kurz alles, was ſich in ſchmiegſamen
Falten dem Körper anpaßt. Der leuchtende Glanz des
Atlas wird dabei oft noch durch einen Ueberwurf von
Spitzen oder zartem Schleiertüll gedämpft. Ein
Braut=
kleid, das auf einer der letzten Hochzeiten der
Lon=
doner Geſellſchaft viel Bewunderung fand, zeigte einen
auf mattweißem Atlasgrund ruhenden Tüllüberwurf.
Der Saum war mit einem breiten, perlengeſchmückten
Beſatze geziert, deren ſtumpfer, milchfarbener Ton ſehr
rornehm wirkte. Derſelbe Beſatz wiederholte ſich auf
dem Mieder, lief über die Schultern und den kurzen
Aermel und legte ſich als Abſchluß rings um die Taille.
Der Ueberwurf war auf der einen Seite in anmutigen
Falten gerafft, die ein Tuff Orangeblüten
zuſammen=
hielt. An Stelle von Orangeblüten werden auch gern
Lilien verwendet. Der Schnitt des Rockes iſt auch beim
Brautanzug möglichſt eng und macht dem jungen
Mäd=
chen den Schritt zum Altare dadurch nicht leichter. Des
Sommers Loſung, den Halsausſchnitt beim Brautkleid
einzuführen, hat dagegen bisher nur wenig Anklang
gefunden. In Paris iſt man damit über einen
ſchüch=
ternen Verſuch nicht hinausgekommen. Für unſere
gut deutſchen Begriffe bleibt nun einmal das
hochge=
ſchloſſene Brautkleid die unantaſtbare Form. Für die
Kleider der Brautjungfern gilt als
Hauptbe=
dingung, daß ſie in jugendlichen, lichten Farben
gehal=
ten ſind und jeden aufdriuglichen Prunk vermeiden.
Ein ſolches Kleidchen, das ebenfalls kürzlich auf einer
Londoner Hochzeit getragen wurde, beſtand aus
matt=
blauem Seidenmuſſeline über weißem Atlas. Als
ein=
ziger Ausputz waren blaue und roſa Seidenroſen
ver=
wendet, die ſich über Rock, Mieder und Aermel rankten.
Ein großer Hut aus goldgelbem toskaniſchen Stroh,
auf beiden Seiten hochgeſchlagen und mit einem
Roſen=
kranze geſchmückt, vervollſtändigte dieſes anmutige
Koſtüm, das des Pinſels Watteaus wert geweſen wäre.
Sehr eigenartig wirkte auch die Toilette einer jungen
Frau, die eine leuchtendblaue Atlasrobe gewählt hatte.
Das eng anſchließende Mieder zeigt ein
Stickerei=
muſter in byzantiniſchem Stil, deſſen Motive ſich auf
dem Rocke wiederfanden. Das ganze war in einen
Schleier von ſtaubgrauem Seidenmuſſeline gehüllt, und
dieſe Farbenzuſammenſtellung machte einen ſehr
vor=
nehmen, aparten Eindruck. Endlich hat die Mode ſich
auch der Brautmutter freundlich angenommen
und geſtattet ihr, in anbetracht ihres oft noch recht
jugendlichen Ausſehens, außer dem herkömmlichen
Schwarz und Lila auch kleidſamere, hellere Farben, wie
namentlich Silbergrau und Mauve .
** Wie Mark Twain freite. Im Jahre
1870, kurz nach ſeinem erſten großen „literariſchen
Tref=
fer” zog Mark Twain den „Haupttreffer” ſeines
Le=
beus: er heiratete. Es war in der „Quäkerſtadt”
Phi=
ladelphia, wo er zum erſten Male ſeiner zukünftigen
Fran Olivia L. Langdon begegnete. Die beiden waren
raſch miteinander einig, aber die Einwilligung des
zu=
künftigen Schwiegervaters fehlte noch. Auf eigenartige
Weiſe trug Mark Twain ſeine Werbung vor: „Mr.
Langdon” ſagte er, mitten in einem angeregten
Ge=
ſpräch plötzlich in ſeiner langſamen, ſchleppenden
Sprech=
weiſe, „haben Sie nicht irgend etwas Beſonderes
zwi=
ſchen Ihrer Tochter und mir bemerkt?” „Nein”
ant=
wortete Langdon erſtannt. „Nun wohl” entgegnete
der Freier nachdrücklich, „dann halten Sie mal jetzt
Ihre Augen hübſch offen und Sie werden was mer=
ken.‟ Die Heirat fand denn auch bald darauf ſtatt, und
der Schwiegervater ſchenkte dem jungen Paar ein
hüb=
ſches Haus. Mark Twains Antwort beſtand darin,
daß er den Schwiegervater benachrichtigte, er dürfe jetzt
auch zu jeder Zeit zu ihm kommen und ſogar bei ihm
übernachten. Von dieſem ſeinem erſten Heim aus
ſah der glückliche Ehegatte eines Morgens nach dem
Hauſe gegenüber und er ſah etwas, das ihn veranlaßte,
eilig aufzuſtehen und den auf der Veranda beim
Früh=
ſtück verſammelten Nachbarn folgende Rede zu halten:
Mein Name iſt Clemens. Meine Frau und ich haben
bereits ſeit längerer Zeit die Abſicht gehabt, uns Ihnen
vorzuſtellen und Ihre werte Bekanntſchaft zu machen.
Wir bitten Sie hierdurch um Verzeihung, daß das bis
jetzt noch nicht geſchehen iſt. Nehmen Sie es mir auch
bitte nicht übel, daß ich zu dieſer frühen Tageszeit und
in ſo formloſer Manier bei Ihnen eindringe, aber —
Ihr Haus brennt!“
* Ausgleich. Der Herr Kommerzienrat trifft
den Lehrling Max auf der Straße: „Na, was haben Sie
jetzt hier zu ſuchen?‟— „Ich habe mir die Haare
ſchnei=
den laſſen.” — „Jetzt, während der Geſchäftszeit?”
„Na, warum nicht?: erwiderte Max, „ſie ſind mir ja
auch während der Geſchäftszeit gewachſen!”
* Schlau. Ein junger Burſche vom Lande erhielt
eine Lehrſtelle bei einem Krämer in der Stadt. Er war
auf ſeinem neuen Poſten ſehr vorſichtig, denn man hatte
ihm zu Hauſe erzählt, daß die Stadtleute verſuchen
würden, ihn aufzuziehen, da er ſo grün ſei. Er hielt
daher ſcharf Ausguck nach ſolchen Leuten. Eines
Mor=
gens betrat eine ſchlichte alte Jungfer den Laden. „Ich
möchte etwas Vogelſamen haben,” ſagte ſie. Der neue
Lehrling ſchnitt eine höhniſche Grimaſſe und
antwor=
tete ſpöttiſch: „Was Sie ſagen! Mich können Sie nicht
ufziehen, wiſſen Sie, Vögel entſtehen aus Eiern, nicht
aas Samen.”
Seite 5
Nummer 95₰
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. April 1910.
* Berlin, 23. April. Die
Reichstagskom=
miſſion für das Wertzuwachsſteuergeſetz
nahm den § 7, welcher beſtimmt, daß anſtelle des
Prei=
ſes der Wert des Gegenſtandes treten ſoll, wenn ein
Preis nicht vereinbart oder nicht zu ermitteln iſt, oder
wenn die Parteien den vereinbarten Preis verſchleiern,
in der Faſſung der Vorlage an. Die Beratung ging
dann zu § 10 über, der beſtimmt, was dem
Erwerbs=
preis hinzuzurechnen iſt. Hierzu liegt ein
konſervati=
ver Antrag vor, der dieſem Paragraphen drei weitere
Ziffern hinzufügen will, welche in veränderter Form
im § 15 der Regierungsvorlage enthalten ſind (Abzüge
vom Veräußerungspreis), der alſo dem Erwerbspreis
hinzurechnen will, was nach der Vorlage vom
Ver=
äußerungspreis in Abzug gebracht werden ſoll. Der
konſervative Antrag, abgeändert durch die Anträge der
Fortſchrittlichen Volkspartei, wurde angenommen.
Das Kaiſerpaar in Karlsruhe und Straßburg.
* Karlsruhe, 23. April. Zu kurzem Beſuch bei
den Großherzoglichen Herrſchaften, der einen rein
fami=
liären Charakter trug, trafen heute mittag 1 Uhr im
Hof=
zuge der Kaiſer, die Kaiſerin und Prinzeſſin
Viktoria Luiſe mit Gefolge hier ein. Zum
Emp=
fange auf dem Bahnofe hatten ſich eingefunden: der
Groß=
herzog und die Großherzogin, Großherzogin Luiſe, Prinz
und Prinzeſſin Max von Baden, Prinzeſſin Wilhelm von
Baden, der preußiſche Geſandte v. Eiſendecher und
Ge=
mahlin, ſowie der kommandierende General des 14.
Ar=
meekorps, General der Infanterie Freiherr v. Hoiningen,
genannt Huene. Nach herzlicher Begrüßung begaben ſich
die Herrſchaften nach dem Großherzoglichen
Reſidenz=
ſchloſſe, wo Frühſtückstafel ſtattfand.
* Karlsruhe, 23. April. Das Kaiſerpaar
reiſte mit der Prinzeſſin Viktoria, Luiſe kurz nach 4
Uhr nach Straßburg ab. Zur Verabſchiedung waren
auf dem Bahnhof erſchienen: Das Großherzogspaar,
die Großherzogin Luiſe, das Prinzenpaar Max von
Baden, der kommandierende General des 14.
Armee=
korps, von Hoiningen, genannt Huene, der preußiſche
Geſandte von Eiſendecher, Generaladjutant Dürr und=
Ober=Hofmarſchall Graf Andlaw.
* Straßburg, 23. April. Der Kaiſer, die
Kai=
ſerin und die Prinzeſſin Viktoria Luiſe mit Gefolge ſind
im Sonderzug um 5 Uhr 45 Min. hier eingetroffen.
Auf dem Bahnſteig hatten ſich zum Empfang eingefunden:
Statthalter Graf Wedel mit Gemahlin, Gouverneur
Gene=
ral Freiherr von und zu Egloffſtein und Kommandant
Generalleutnant Schuler von Senden. Der Kaiſer und
die Kaiſerin begrüßten die Verſammelten ſehr freundlich;
die Kaiſerin nahm aus den Händen der Gräfin Wedel
einen Blumenſtrauß entgegen. Die Majeſtäten und die
Prinzeſſin begaben ſich im Automobil nach dem
Kaiſer=
palaſt, wo ſie Wohnung nahmen; auf dem Wege dorthin
wurden ſie von der Bevölkerung herzlichſt begrüßt. Die
Truppen der Garniſon bildeten Spalier. Das Wetter iſt
gut. Nach Eintreffen des Kaiſers im Kaiſerpalaſt wurden
die Fahnen der Garniſon dorthin gebracht. Die Stadt iſt
allenthalben reich geſchmückt. Oberhofmarſchall Graf
Eulenburg iſt hier eingetroffen.
Abends 8 Uhr fand beim Kaiſerpaar eine Tafel ſtatt,
an der u. a. teilnahmen: Statthalter Graf von Wedel, Prof.
Dr. Laband, Unterſtaatsſekretär Mandel, Präſident Dr.
Curtius, Bezirkspräſident Pöhlmann, Geh. Medizinalrat
Dr. Höffel, Staatsſekretär Frhr. Zorn von Bulach,
Prä=
ſident des Landesausſchuſſes v. Jaunez, Bezirkspräſident
Graf von Zeppelin, Bürgermeiſter Dr. Schwander, Wirkl.
Geh. Rat Dr. Back, Unterſtaatsſekretär Köhler, der Rektor
der Univerſität Prof. Dr. Thiele, Unterſtaatsſekretär Dr.
Petri, Biſchof Dr. Fritzen, Miniſterialdirektor Fecht,
Weih=
biſchof Frhr. Zorn von Bulach, Vizepräſident des
Landes=
ausſchuſſes Dr. Gunzert, Bezirkspräſident v. Puttkamer.
* Straßburg, 24. April. Heute vormittag nahmen
die Majeſtäten mit der Prinzeſſin Viktoria Luiſe und
dem Gefolge an dem Gottesdienſte in der evangeliſchen
Garniſonkirche teil. Später machte der Kaiſer eine
Aus=
fahrt nach der Orangerie. Die Kaiſerin ſtattete der
Gräfin Wedel einen Beſuch ab. — Der Kaiſer hat dem
Unterſtaatsſekretär Köhler den Königl. Kronenorden
2. Klaſſe verliehen, der Gattin des Wirklichen Geheimen
Rates Back den Luiſenorden 2. Klaſſe und dem
Bürger=
meiſter Dr. Schwander das Recht zum Tragen der
Gol=
denen Halskette.
* Straßburg, 24. April. Der Kaiſer machte
heute vormittag in der Orangerie einen Spaziergang in
Begleitung des Statthalters Grafen Wedel. Um
1,15 Uhr begaben ſich die Majeſtäten und die Prinzeſſin
nach der Hohkönigsburg. Im erſten Wagen nahm außer
den Majeſtäten und der Prinzeſſin auch der Staatsſekretär
Freiherr Zorn von Bulach auf Einladung des Kaiſers
Platz. Die Damen und Herren der Umgebung folgten in
weiteren fünf Automobilen, unter ihnen der heute
einge=
troffene Hofmarſchall Graf von Zedlitz und Trützſchler.
Um 2,15 Uhr paſſierten die Wagen Schlettſtadt, ſpäter
vurde auf der Hohkönigsburg der Tee genommen.
* Straßburg, 24. April. Auf der
Hohkönigs=
burg erwartete der Statthalter Graf von Wedel die
Majeſtäten. Unter Führung des Profeſſors Bodo Ebhardt
wurde ein längerer Rundgang durch die Burg
unternom=
nen und alsdann der Tee im Ritterſaal eingenommen.
Die Rückkehr erfolgte über Dambach. Kurz nach 7 Uhr
trafen die Majeſtäten am Kaiſerpalaſt hierſelbſt wieder ein.
Rooſevelt in Paris,
* Paris, 23. April. Rooſevelt wohnte heute
nachmittag einer Sitzung der Akademie der
morali=
ſchen und politiſchen Wiſſenſchaften bei,
deren auswärtiges Mitglied er iſt. Der Präſident der
Akademie Boutroux hielt eine Rede zu Ehren Rooſevelts,
in der er unter anderem bemerkte, der Friede könne nur
dann von Dauer ſein, wenn man allen legitimen
Anſprü=
chen der Völker Gerechtigkeit widerfahren laſſe. Rooſevelt
dankte für die ihm erwieſene Ehre, die die Krönung ſeiner
Arbeit bedeute.
Dann begab er ſich in die Sorbonne, wo er von
dem Unterrichtsminiſter Doumergüe und dem Vizerektor
Liard mit Begrüßungsanſprachen empfangen wurde; dann
hielt er vor den Studierenden ſeine Vorleſung über
Bürgerpflichten, die mit lebhaftem Beifall
aufge=
nommen wurde. Zur Teilnahme waren außer dem
Unter=
richtsminiſter, Würdenträgern der Univerſität und
Mit=
gliedern der Akademie der frühere Präſident Loubet, die
Miniſter Briand, Barthou, Pichon, Millerand und
Gene=
ral Brun, ſowie viele andere hervorragende
Perſönlich=
keiten erſchienen. Rooſevelt bezeichnete es als eine der
wichtigſten Lehren aus der Geſchichte Frankreichs, daß eine
hohe künſtleriſche und literariſche Kultur ſich mit einer
führenden Stellung auf militäriſchem und politiſchem
Ge=
biete vertrage. Ueber der Pflege der geiſtigen und
körper=
lichen Kräfte ſtehe jedoch die Charakterbildung, die
Erzieh=
ung zur Selbſtbeherrſchung, zu vernünftiger Denkweiſe, zur
Fähigkeit, perſönliche Verantwortlichkeit zu übernehmen
und doch im Zuſammenhang mit der Geſamtheit zu
blei=
ben. Die erſte Pflicht des Durchſchnittsmannes ſei, ſeinen
eigenen Unterhalt zu verdienen und ſein Vaterland zu
ver=
teidigen. Ein ungerechter Krieg ſei ein Verbrechen, aber
nur, weil er eben ungerecht iſt.
In ſeinen weiteren Darlegungen, in welchen er die
Unfruchtbarkeit der Ehen als den ſchwerſten Fluch eines
Volkes bezeichnete und auf die Wichtigkeit, ſowie auf die
Gefahr eines Mißbrauchs der Preſſe hinwies, wandte ſich
Rooſevelt gegen die Doktrinäre, ſpeziell auch die des
extremen Sozialismus. Ein konſequenter und
extremer Sozialismus bedeute für jede Raſſe den Tod
durch Selbſtvernichtung. Er ſchließe eine ſchlimmere
Im=
moralität in ſich als jedes andere Syſtem. Aber dabei
könne man wohl gewiſſe Prinzipien von Leuten
adoptie=
ren, die ſich Sozialiſten nennten. Jeder habe Anſpruch
auf die gleiche Gelegenheit, zu zeigen, aus welchem Stoff
er gemacht ſei, aber ungleichen Leiſtungen müſſe ſtets eine
ungleiche Belohnung entſprechen. Die beſte Probe für die
Freiheitsliebe in einem Lande ſei wohl die Art, wie die
Minoritäten behandelt werden. Die Verfolgung ſei
un=
moraliſch, ebenſo wie der Klaſſenhaß. Die Arroganz, die
auf einen Armen als ſolchen herabſehe, ſei ebenſo zu
ver=
urteilen, wie der Neid und Haß gegen den Reichen als
ſolchen. Derjenige ſchädige ſein Land am meiſten, der
Klaſſe von Klaſſe, Berufsſtand von Berufsſtand, die
är=
meren Schichten von den reicheren ſcheiden wolle. Zum
Er=
folg in einer Republik gehöre Intenſität der Ueberzeugung
mit weitgehender Toleranz bei Verſchiedenheiten der
Ueberzeugungen. Raum für eine geſunde Entwicklung ſei
nur da vorhanden, wo Meinungsverſchiedenheiten in
reli=
giöſen, politiſchen und ſozialen Fragen vorhanden ſeien.
Viele Völker ſeien am Fanatismus und an der
Unduld=
ſamkeit zu Grunde gegangen. Rooſevelt ſagte zum Schluß,
r ſei ein Feind jedes blinden Kosmopolitismus.
Man müſſe ein guter Patriot ſein, bevor man ein guter
Weltbürger ſein könne. Patriotismus ſei aber nicht
un=
verträglich mit gebührender Rückſichtnahme auf die Rechte
anderer Nationen.
* Homburg, 23. April. Nachdem die
Luftflot=
tille dieſe Nacht vor Homburg vor Anker gelegen hat,
ſollte heute morgen um 7 Uhr die Weiterfahrt über
Uſingen nach Koblenz angetreten werden, um dort
eben=
falls zu Uebungszwecken eine Zwiſchenlandung
vorzuneh=
men. Da indeſſen durch die meteorologiſchen Stationen
Windmeſſungen von 15 Sekundenmetern bereits in Höhen
von 200 Metern und ſtarke Regenboen gemeldet wurden,
gab die Leitung, um dieſe Uebungsperiode für die
Aus=
bildung des kommandierten Fahr= und
Maſchinenperſo=
nals ergiebig auszunutzen, um 10 Uhr den Befehl für
feldmäßige Demontage eines Luftſchiffes. Es
wurde hierbei von dem Grundgedanken ausgegangen, daß
Havarien im Mobilmachungsfalle oft zur Landung
plötz=
lich zwingen, welche die Heranziehung von Perſonal zur
Hilfeleiſtung notwendig macht. Dr. Pohlis und Dr. Reger
vom meteorologiſchen Obſervatorium in Aachen begleiteten
geſtern die Luftſchiffe im Automobil und unterhielten
dauernde Verbindung mit denſelben durch Flaggenſignale.
Die Rückfahrt.
* Homburg, 23. April. Heute abend um 7 Uhr
werden die Luftſchiffe „Z. II‟ und „P. II” auf
ſteigen und das Rheintal entlang fahren. „M.) I‟.
wurde heute nachmittag verladen und ſoll per Bahn
nach Köln geſchickt werden.
* Homburg, 23. April. Um 6,55 Uhr ſtieg
„P. II” auf in der Richtung nach Frankfurt a. M.
„Z. II” hat in letzter Stunde ſeine Abfahrt auf
morgen verſchoben. Die Abfahrt wird bei
Tagesanbruch erfolgen.
* Wiesbaden, 23. April. „P. II” paſſierte
7,55 Uhr in flotter Fahrt Wiesbaden und nahm die
Richtung den Rhein entlang.
* Bingen, 23. April. „P. II” wurde um 8,47 Uhr
geſichtet.
* Köln, 23. April. Das Luftſchiff „P. II” iſt
um 12,55 Uhr vor der Ballonhalle in Bickendorf glatt
gelandet.
Eröffnung der Weltausſtellung in Brüſſel.
* Brüſſel, 23. April. Die
Weltausſtel=
lung wurde heute vormittag durch ihren Protektor,
König Albert, feierlich eröffnet. Der Rundgang
begann bei dem Pavillon für Frauenarbeit.
Wäh=
rend die anderen Teile der Ausſtellung noch ziemlich
unvollſtändig ſind, iſt die deutſche Abteilung durchaus
fertig. Der deutſche Geſandte von Flotow und
Le=
gationsſekretär Frhr. von Kracker nahmen an der
Er=
öffnung teil, aus Berlin waren eingetroffen in
Ver=
tretung des Staatsſekretärs des Innern:
Miniſterial=
direktor Juſt; in Vertretung der ſtändigen
Ausſtel=
lungskommiſſion für die deutſche Induſtrie deren
Prä=
ſident, Geh. Kommerzienrat Goldberger, Vizepräſident
Geh. Kommerzienrat Wirth, Die Vorſtandsmitglieder
Geh. Regierungsrat Busley, Generaldirektor Dr.
Ber=
liner, Dr. von Martius, Direktor Schultze und Geh.
Kommerzienrat Dr. Schieß. Bei ihrem Rundgang
durch die deutſche Abteilung ſprachen der König
und die Königin dem Reichskommiſſar,
Geheime=
rat Albert, und dem Vorſitzenden des Komitees, Geh.
Rat Raverné, ihre Bewunderung über die Leiſtungen
der deutſchen Ausſteller aus, die allein von allen
Na=
tionen am Eröffnungstage eine fertige Abteilung
zei=
gen konnten. Miniſter Hubert bezeichnete die
deutſche Abteilung als einen Triumph und ein
Bei=
ſpiel für alle Nationen. Am Montag wird der König
der feierlichen Eröffnung der deutſchen Abteilung
durch Miniſterialdirektor Juſt beiwohnen und ſie dann
eingehend beſichtigen.
Luftſchiffahrt.
Die Fahrt der Kölner Luftſchiffe.
* Homburg, 22. April. Kurz nach 3½ Uhr war der
P” auf der Höhe der Landungsſtätte angekommen und
um 3¾ Uhr ging das Luftſchiff bei ſtarkem Wind auf
einem Saatfeld nieder, nicht an der für die Verankerung
eſtimmten Stelle, aber in unmittelbarer Nähe. Das
Luft=
hiff wurde von Oberleutnant Stelling geführt, das
kommando des 3” hatte Hauptmann v. Jena
übernom=
nen, das des „M” Hauptmann George. Während der
Landung des „P” kreuzte „Z” in mäßiger Höhe über
Hom=
urg. Kurz nach der Landung des „Parſeval” ging „Groß”,
der etwa drei Kilometer entfernt von der offiziellen
Ver=
ankerungsſtelle lag, nieder. Das Luftſchiff verſuchte bis
zur Höhe zu kommen, wurde aber von dem inzwiſchen
ufgekommenen ſtarken Wind abgetrieben und landete
end=
lich faſt ohne Hilfsmannſchaften hinter Kalbach, ebenfalls
nitten in Saatfeldern. Das Luftſchiff hatte eine kleine
Havarie, die eine Reparatur, die auf der Stelle
vorgenom=
nen wurde, nötig machte. Das Luftſchiff wurde dann
urch militäriſche Hilfskräfte zur Landungsſtelle
herauf=
efördert. Als letzter ging „Z II” nieder. Er ſollte am
jußerſten Ende des abgeſperrten Platzes landen, kam aber
rotz der Flaggenſignale, die man von Zeit zu Zeit von
unten dem Luftſchiff gab, am entgegengeſetzten Ende
zur Erde, glatt und ohne jede Schwierigkeit. Der
Kai=
er, der bisher mit ſeiner Gefolgſchaft auf einem Ackerfeld
eſtanden hatte, kam eilig über die Saatfelder und
erkun=
digte ſich lebhaft nach dem Verlauf der Fahrt. Darauf
wurde die Verankerung vorgenommen, die ſich der Kaiſer
rklären ließ. Die Führer der drei Luftſchiffe wurden zum
Kaiſer befohlen und man beſprach ſich über die Abfahrt.
da inzwiſchen ein ſtarker Wind aufgekommen war, beſchloß
man auf freiem Feld zu übernachten und die Rückfahrt
ach Köln erſt morgen früh — die genaue Stunde iſt noch
icht feſtgeſetzt — anzutreten. Gegen 5½ Uhr verließ der
aiſer im Automobil den Ankerplatz und es verlief ſich
ald auch der größte Teil der Zuſchauer. Die Luftſchiffe
lieben unter militäriſcher Bewachung.
* Homburg, 23. April. 8 Uhr vormittags. Die
Ab=
fahrtszeit der Luftſchiffe iſt wegen ſtarker böiger
Linde noch nicht beſtimmt. „M I” wird kriegsmäßig
de=
ontiert und kommt per Bahn zurück.
* Homburg, 23. April. „M I” ſoll nach ſeiner
Fahrt nach Homburg feldmäßig übernachten und entleert
verden, um weitere Erfahrungen über Demontage im Felde
u ſammeln. „Z II” wird infolge des ſtarken direkten
Segenwindes hier abwarten, um auf dem Luftweg nach
öln zurückzukehren. „P II” wird entweder per Bahn
oder auf dem Luftwege nach Köln geſchickt werden und
aher nachgefüllt werden.
Die geſtrige Fahrt der drei Luftſchiffe verlief
durch=
aus glatt, kleine Störungen wurden leicht überwunden.
Der Kaiſer verlieh folgende Auszeichnungen:
Exz. v. Lyncker, Inſpekteur der Verkehrstruppen, die königl.
rone zum Roten Adlerorden 2. Klaſſe, Major Groß das
zild des Kaiſers mit deſſen eigenhändiger=Unterſchrift,
Major Neumann die Krone zum Roten Adlerorden
Klaſſe, die Hauptleute v. Jena und George den Roten
Adlerorden 4. Klaſſe, Oberleutnant Geerdtz den, königl.
Kronenorden 4. Klaſſe.
* Homburg, 24. April. Der Ballon „Z. II‟
ſtieg heute früh 8 Uhr auf. Er fuhr eine Schleife über
Homburg und nahm dann die Richtung nach dem Rhein.
Die Geſamtübung, die noch längere Zeit dauert, ſteht
unter der Leitung des Majors Neumann, der das
Schiff „Z. II” nach Homburg begleitet hatte. Die
ur=
ſprünglich für geſtern abend geplante Abfahrt von
„Z. II” war deswegen verſchoben worden, weil man
Schwierigkeiten beim Landen befürchtete. Daß dieſe
Bedenken richtig waren, zeigte die Landung des „P. II‟,
die allerdings glatt, jedoch mit großer Schwierigkeit vor
ſich ging.
* Wiesbaden, 24. April. Um 10 Uhr 20 Min.
flog „Z. II” über Wiesbaden dem Rhein zu in der
Richtung auf Schierſtein. Das Luftſchiff hat anſcheinend
mit ſtarkem Gegenwind zu kämpfen, ſo daß es
nur langſam vorwärts kommt.
* Mainz, 24. April. „Z. II” war von
derfKaiſer=
brücke aus von 10 Uhr ab bis nach 11 Uhr ſichtbar. Das
Luftſchiff fliegt langſam, gegen den ſtarken Gegenwind
ankämpfend, über dem Rheinbetthin nach
Rüdes=
heim zu.
* Rüdesheim, 24. April. „Z. II‟ kämpfte im
Rheingan nördlich von Walluf und Hattenheim weit
über eine Stunde, wie der „Rheingauer Anzeiger”
be=
richtet, etwa von 11½ bis gegen 1 Uhr, gegen hef
tigen Südweſtwind an. Das Luftſchiff, welches
zuerſt die Richtung nach dem Niederwald eingehalten
hatte, wandte ſich dann mehr nordweſtlich und ſcheink
ſeinen Weg, die ſcharfe Biegung des Rheines unterhalb
Rüdesheim abſchneidend, nach dem unteren Rheingau
zoder dem Lahngebiet genommen zu haben=Im=Tale iſt
der Wind jetzt etwas abgeflaut.
* Limburg (Lahn), 24. April. „Z.’II‟iſteinfolge:
heftigen Sturmes um 2 Uhr ſüdlich von
Limburg=
niedergegangen und verankert worden.
* Wiespaden, 24. April. Die „Wiesbadener
Zeitung” meldet aus Allendorf bei Zollhaus:
„Z. II‟ kämpfte vergeblich gegen den Sturm an und
wurde zurückgetrieben. In einer ausgeworfenen
Karte wurde gewünſcht, Militär aus Diez zu
requie=
rieren, da eine Landung beabſichtigt ſei. — Wie
dem=
ſelben Blatte aus Diez von 4,50 Uhr nachmittags
ge=
meldet wird, iſt „Z. II‟ um 2,30 Uhr ſüdlich von
Lim=
burg gelandet. Der in den oberen Luftſchichten
herr=
ſchende Sturm von 15 Sekundenmetern zwang den
Ballon zum Niedergehen. Drei Kompanien des in
Diez garniſonierenden Bataillons des 160. Infanterie=
Regiments ſind auf dem Landungsplatze eingetroffen.
Wie der Führer des Luftſchiffes mitteilt, iſt an eine
Weiterfahrt des Ballons vor Montag abend nicht zu
denken, da eine Nachfüllung notwendig iſt und ein
Abflauen des Sturmes abzuwarten bleibt.
* Koblenz, 24. April. Eine Abteilung des
Tele=
graphen=Bataillons iſt zur =Hilfeleiſtung nach Limburg
beordert worden. „Z. II” wird vorausſichtlich bis
morgen dort bleiben.
* Köln, 24. April. Zur Nachfüllung des
„Z. II‟ ſind zwei Kraftlaſtwagen mit Gas, welche in
Homburg ſtationiert waren, von dort nach der
Lan=
dungsſtelle des „Z. II” bei Limburg abgegangen.
* Paris, 23. Aprill Der franzöſiſche Aviatiker
Paulhan hat ſich geſtern von Köln, wo er dem Aufſtieg
der drei Militärluftſchiffe beigewohnt hatte, nach England
begeben, um mit ſeinem Zweiflächer als Konkurrent von
Graham White einen Flug von London nach Mancheſter
zu unternehmen.
* Paris 23. April. Der Aviatiker Deubonnet
ſtieg heute Nachmittag gegen 3 Uhr mit ſeinem Einflächer
vom Flugfelde in Juviſy auf, flog bei ziemlich ſtarkem
Winde in etwa 80 Meter Höhe über Paris hinweg und
landete gegen 3½ Uhr auf der Bagatellewieſe im
Boulog=
ner Wäldchen, wo ihm begeiſterte Ovationen bereitet
wurden.
* London, 23. April. Der engliſche Aviatiker
Graham White, welcher heute früh um 5 Uhr 10 Min.
den Flug von London nach Mancheſter angetreten hat, iſt
um 7 Uhr 20 Min. in Rugby eingetroffen; er ſetzte
pro=
grammäßig um 8 Uhr 30 Min. ſeinen Flug fort.
* London, 23. April. Graham White nahm
wegen widriger Winde zwiſchen Tramworth und Lichfield
eine zweite Landung vor; er wird den Flug nach
Man=
cheſter vorausſichtlich im Laufe des Nachmittages
fort=
ſetzen.
Lichfield 24. April. Graham Withe gab den
Flug nach Mancheſter wegensſchlechten=Wetters auf.
Handel und Verkehr.
* Dresden, 23. April. Die außerordentliche
Generalverſammlungsder Dresdener=Bank hat
Seite 62
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. April 1910.
Nummer 95.
die Verträge mit der Breslauer Wechſelbank in Bres
lau und mit der Württembergiſchen Landesbank in
Stuttgart, ſowie die beantragte Erhöhung des
Aktien=
kapitals um insgeſamt 20 Millionen auf 200
Millio=
nen Mark und die durch dieſe Trausaktion beſtimmten
Satutenänderungen einſtimmig und debattelos
geneh=
migt. Von den 20 Millionen Mark Aktien ſind 8
Mil=
lionen zur Verfügung der Aktionäre der Breslauer
Wechſelbank und 5333000 Mark zur Verfügung der
Aktionäre der Württembergiſchen Landesbank zu
hal=
ten. Der Mindeſtkurs für die reſtlichen 6666000 Mark,
für welche freihändige Begebung vorgeſehen iſt, wurde
auf 150 Prozent unter Ausſchluß des Bezugsrechtes der
Aktionäre feſtgeſetzt. Die Generalverſammlung wählte
die Herren Bankier Allard in Paris, Landesrat a. D.
Ludwig Noack in Breslan und Kammerpräſidenten
Friedrich Payer in Stuttgart neu in den Aufſichtsrat.
* London, 23. April. Wie „Standard” erfährt,
befinden ſich die in Paris geführten Verhandlungen
für eine bedeutende japaniſche
Konvertierung’s=
anleihe in einem vorgeſchrittenen Stadium. Der in
Frankreich anzubietende Betrag ſoll 18 Millionen
Pfund=
betragen; wahrſcheinlich werden ſpäter in London weitere
9oder 10 Millionen Pfund angeboten. Die geſamte
An=
leihe iſt zur Konvertierung der hauptſächlichen
fünfprozen=
tigen javaniſchen Anleihen in eine vierprozentige äußere
beſtimmt.
Literariſches.
— Ueber die Auswüchſe der Kometenfurcht in älterer
und auch neuerer Zeit verbreitet ſich der bekannte,
aſtro=
nomiſche Schriftſteller Bruno H. Bürgel in einem
reich=
illuſtrierten Aufſatz über den Kometen Halley, den wir
im neueſten 18. Heft der illuſtrierten Zeitſchrift „Zur
Guten Stunde‟ (Deutſches Verlagshaus Bong & Co.,
Berlin W 57. Preis des Vierzehntageheftes 40 Pfg.)
fin=
den. Ueber den Lauf und die Sichtbarkeit des Kometen
wird hier ausführlich in Wort und Bild berichtet.
Das=
ſelbe Heft enthält eine ſehr ſpannende und intereſſante
Erzählung von H. Gerhardt „Aus dem Leben eines
Detektivs” die den Beifall aller Freunde guter
Kriminal=
novellen finden wird. Eine ſehr originelle und ſeltene
Darſtellung wird uns in der Photographie eines
Tiger=
gefechtes auf Java geboten. Neben den beiden großen
Geſellſchaftsromanen finden wir noch viele kleine
Ab=
handlungen, Gedichte uſw. Von den Bildern ſeien nur
der ſtimmungsvolle, doppelſeitige Holzſchnitt „
Liebesfrüh=
ling” und das intereſſante geſchichtliche Bild „Frau von
Bonin nimmt General Brun gefangen” erwähnt. Wer
ſich über die Fortſchritte auf dem Gebiete der
Natur=
wiſſenſchaft und Technik orientieren will, findet in der
Rubrik „Erfindungen und Entdeckungen” eine Fülle von
Neuheiten. Die Frauenwelt ſei auf die Rubrik „Für unſere
Frauen” hingewieſen.
A. Hartlebens Statiſtiſche Tabelle
über alle Staaten der Erde. 18. Jahrgang 1910.
Ueber=
ſichtliche Zuſammenſtellung von Regierungsform,
Staats=
oberhaupt, Thronfolger, Flächeninhalt, abſoluter und
re=
lativer Bevölkerung, Staatsfinanzen (Einnahmen,
Ausga=
ben, Staatsſchuld), Handelsflotte, Handel (Einfuhr und
Ausfuhr), Eiſenbahnen, Telegraphen, Zahl der Poſtämter,
Wert der Landesmünzen in deutſchen Reichsmark und
öſter=
reichiſchen Kronen, Gewichten, Längen= und Flächenmaßen,
Hohlmaßen, Armee, Kriegsflotte, Landesfarben,
Haupt=
ſtadt und wichtigſten Orten mit Einwohnerzahl nach den
neueſten Angaben für jeden einzelnen Staat. Ein großes
Tableau (70/100 Zentimeter). Gefalzt 60 Heller gleich 50
Pfg. Die „Statiſtiſche Tabelle” liefert ein getreues
Spie=
gelbild der mannigfachſten Verhältniſſe aller Staaten der
Erde in der Gegenwart und es wird ſich kaum ein Fall
er=
geben, in dem ſie den Leſer in Bezug auf einen
gewünſch=
ten Aufſchluß oder eine Vergleichung im Stiche ließe. A.
Hartlebens Verlag in Wien.
Darmſtadt, 25. April.
HB. Hanſabund. Am Freitag, den 22. April, hat
eine Sitzung des Geſamt=Ausſchuſſes der
Ortsgruppe Darmſtadt des Hanſabundes
ſtattgefunden, in welcher hauptſächlich über die
Abän=
derung der gegenwärtigen Satzung verhandelt wurde.
Da bereits am 16. April in Neckar=Steinach eine
Orts=
gruppe des Hanſabundes gegründet worden iſt und die
Schaffung weiterer Ortsgruppen für die nächſte Zeit
bevorſteht, wurde beſchloſſen, die bisherige
Orts=
gruppe Darmſtadt in eine Bezirksgruppe
umzuwandeln, welche ſämtliche, in Ortsgruppen
zu=
ſammengeſchloſſene und ſonſtige Mitglieder des
Hanſa=
bundes der Kreiſe Darmſtadt, Bensheim, Erbach,
Groß=Geran und Heppenheim umfaſſen ſoll. Weiter
wurde es auch als wünſchenswert bezeichnet, daß der
geſchäftsführende Ausſchuß in die Lage verſetzt wird,
je nach Wunſch neue Mitglieder für ſich zuzuwählen
und auch für den Geſamt=Ausſchuß unter nachträglicher,
eventuell ſchriftlicher Genehmigung vorzuſchlagen.
Weiter ſoll die allgemeine Mitgliederverſammlung
ſatzungsgemäß in die Lage verſetzt werden, einen
Ein=
fluß auf die Zuſammenſetzung der verſchiedenen
Aus=
ſchüſſe auszuüben. Die hierzu nötig werdenden
Satz=
ungsänderungen, wie die Regelung des künftigen
Verhältniſſes der einzelnen Ortsgruppen zur
Bezirks=
gruppe Darmſtadt und die Feſtſetzung der
Wahl=
perioden für die verſchiedenen Ausſchüſſe, ſollen in
einer demnächſt ſtattfindenden Sitzung des
geſchäfts=
führenden Ausſchuſſes vorberaten und dann dem
Ge=
ſamt=Ausſchuß zur endgültigen Beſchlußfaſſung
wie=
der vorgelegt werden.
Es wurde wiederum eine Anzahl weiterer
Mit=
glieder zum Geſamt=Ausſchuß zugewählt und
feſt=
geſtellt, daß die Mitgliederzahl der Bezirksgruppe
Darmſtadt im fortgeſetzten Steigen begriffen iſt. Mit
Befriedigung wurde davon Kenntnis genommen, daß
Landesgruppen des Hanſabundes durch Fühlungnahme
mit den Eiſenbahndirektionen erreicht haben, daß die
Wünſche von Handel, Gewerbe und Induſtrie bei
Feſt=
ſtellungen von Fahrplänen in hervorragender Weiſe
be=
rückſichtigt worden ſind. Die Ausſchüſſe der
Bezirks=
geuppe Darmſtadt werden künftighin ehenfalls ihre
volle Aufmerkſamkeit der Ausgeſtaltung der
Verkehrs=
verhältniſſe zuwenden. Einige wichtige
Angelegen=
heiten ſollen zur Vorberatung ſowohl dem
Landesver=
band Heſſen wie denjenigen Ortsgruppen des heſſiſchen
und heſſiſch=naſſauiſchen Wirtſchaftsgebietes überwieſen
werden, welche in Frankfurt a. M. einen feſteren
Zu=
mmenſchluß zwecks Verſtändigung über gemeinſame
„Agelegenheiten geſchaffen haben.
Eine Ausſprache über die Frage der Verſicher=
Ang der Privatangeſtellten ergab, daß be=
Leits von der Zentrale des Hanſabundes Schritte in
Ler Richtung unternommen worden ſind, es möchte
Loch der gegenwärtigen Reichstagsperiode ein
ent=
ſprechender Geſetzentwurf vorgelegt werden und zur
Durchberatung gelangen. Die im Hanſabund
ver=
einigten Erwerbskreiſe ſollen dann zu der zu erwar=
tenden Vorlage im einzelnen Stellung nehmen. — Die
Verſammlung, in welcher ein Vortrag des Herrn Dr.
Bichmann über „Hanſabund und Privatangeſtellte‟
ſtattfinden ſoll, iſt nunmehr auf Dienstag, den 3.
Mai, in Darmſtadt feſtgeſetzt worden. Endlich wurde
beſchloſſen, einer Einladung des Vereins für
Hand=
lungskommis von 1858 (Hamburg) auf Sonntag, den
. Mai d. J., morgens 11½ Uhr in Darmſtadt im Hotel
Heß zu einem Vortrag ſeines Verwaltungsdirektors,
Herrn Dr. J. H. Thiſſen aus Hamburg, über; das
Thema Zeit= und Streitfragen in der deutſchen
Hand=
lungsgehilfen=Bewegung” gelegentlich der am 7. und
8. Mai in Darmſtadt tagenden Jahresverſammlung
der heſſiſchen Bezirksvereine Folge zu leiſten.
* 25jähriges Arbeitsjubiläum. Am 27. d. M. wird
der Kaufmann Adam Burkhard, Neue
Irene=
ſtraße 12, auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma
M. Homberger, Mannfakturen=Geſchäft en gros,
zu=
rückblicken. Herr B. abſolvierte dort ſeine Lehre und
blieb auch nachher in den Dienſten dieſer Firma, wo
* ſtets ſeinen Poſten gewiſſenhaft ausfüllte.
C. Die muſikaliſch=theatraliſche Aufführung, die
geſtern im „Konkordiaſaale” zum Beſten des
katho=
liſchen Mädchenſchutzvereins ſtattfand, erfreute
ſich eines ſehr guten Beſuchs. U. a. war Frau
Staats=
miniſter Ewald anweſend. Die Leitung des 1. Teils lag
in den Händen des Herrn Muſikdirektors Klaſſert.
Das ſorgfältig gewählte muſikaliſche Programm ſetzte ſich
zuſammen aus einem Haydnſchen Trio für Piano,
Violine und Violoncello, Solis für Piano von Chopin,
Sgambati und Rubinſtein, Chöre von Jüngſt und
von Walden, Inſtrumental=Quartette von Haydn und
Langer, Liedern für Bariton von Schubert und
Schumann und einer Romanze aus dem „Nachtlager
von Granada‟ Dieſe Nummern fanden durch die
Herren Kammerſänger G. Weber (Bariton),
Kammer=
muſiker i. P. Pfeil (Cello), Muſikdirektor Klaſſert
(Piano), G. Brunner (Violine), Miß S. Cornick
(Violine), Herr H. Schefers (Viola) und dem katholiſchen
Kirchengeſangverein eine treffliche, teilweiſe muſtergiltige
Darſtellung. Es folgte eine Pauſe, während der ſich an
den verſchiedenen Büfetts ein buntes Treiben entwickelte.
Die 2. Abteilung der Veranſtaltung bildete das
Sing=
ſpiel „Der große Schatz” von Lehnard und Durſch=Bühren,
unter ſzeniſcher Leitung des Herrn K. Blümlein und
Beteiligung des katholiſchen Kirchengeſangvereins, deſſen
treffliche Darſtellung lebhaften Beifall erntete. Das
finanzielle Ergebnis des Abends wird als ſehr
be=
friedigend bezeichnet.
** Polizeimeldungen. Am Samstag abend gegen
9 Uhr ſollte der im Hauſe Marktplatz Nr. 7 ſich
auf=
haltende, wegen verſchiedener Betrügereien zur
Ver=
haftung ausgeſchriebene 32 Jahre alte Ingenieur
Scubach aus Köln feſtgenommen werden. Derſelbe
er=
griff die Flucht und wurde von Kriminalſchutzmann
Philipp bis zum Dache verfolgt. Hier warf er mit
Schieferſteinen nach dem Schutzmann.
Kriminalſchutz=
mann Philipp ließ von der Verfolgung nicht nach,
wo=
rauf der Verfolgte von einer auf das Dach führenden
Notleiter in den Hof ſprang. Er hat ſich hierbei
eine Gehirnerſchütterung und innere Verletzungen
zuge=
zogen, und blieb bewußtlos liegen. Der Schwerverletzte
iſt durch die Sanitätswache in das ſtädtiſche
Kranken=
haus verbracht worden. — In der Nacht von Samstag
auf Sonntag gegen 2½ Uhr wurde vor einer
Wirt=
ſchaft in der Altſtadt ein Täglöhner von einem
Kollegen ohne jede Veranlaſſung in den Oberarm
ge=
ſtochen. Der Verletzte mußte ſich in das ſtädtiſche
Krankenhaus begeben.
n. Reinheim i. O., 25. April. Für einen
Dieb=
ſtahl, der während der Nacht zum Geſtrigen in dem
benachbarten Ueberau verübt wurde, hatte ſich der
Täter eine eigenartige Beute ausgeſucht. Er war über
die Einfriedigung in den Garten des dortigen
Pfarr=
hauſes eingeſtiegen und eignete ſich einen Bienenſtock
mit Inhalt im Wert von 25 Mk. an, mit dem er
ver=
ſchwand. Ein alsbald von Darmſtadt hierhergeſandter
Kriminalbeamter nahm unter Benutzung eines
mit=
gebrachten Polizeihundes im Laufe des Sonntags
Er=
mittelungen nach dem unbekannten Täter vor.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 23. April. Die „Nordd. Allg. Zeitung”
erwähnt, daß bei der erſten Leſung des Entwurfs der
Reichsverſicherungsordnung der
Staats=
ſekretär des Innern durch Erkrankung außer Stand
geſetzt war, dieſe wichtige Vorlage mit einer einleitenden
Betrachtung einzubringen und deren Beratung
beizu=
wohnen, und ſchreibt: Wenn dieſe bedauerliche Tatſache
im Reichstag und in der Preſſe Anlaß gegeben hat zu
kritiſchen Bemerkungen über das Fernbleiben des
Reichs=
kanzlers, ſo erſcheint dieſe Bemängelung nicht berechtigt,
da bis zu Beginn der Verhandlung nicht nur der
Staatsſekretär des Innern, Staatsminiſter Delbrück,
ſelbſt mit Beſtimmtheit darauf rechnete, die Vorlage
perſönlich vertreten zu können, ſondern auch für andere
Stellen dieſe Dispoſition feſtſtanv. Aus dem
Fern=
bleiben des Reichskanzlers auf ein geringeres Intereſſe
an dieſer Vorlage, ſowie an ſozialpolitiſchen Problemen
überhaupt ſchließen zu wollen, wäre eine Auffaſſung, die
einer ganzen Vergangenheit widerſpräche und jeder
Be=
gründung entbehrte.
* Berlin, 23. April. Die „Norddeutſche Allgemeine
Zeitung” nimmt Bezug auf die Parteiäußerungen zu
den Verhandlungen der Kommiſſion des
Herren=
hauſes über die Wahlreform, die durchweg auf
peſſimiſtiſchen Ton geſtimmt ſeien, und ſchreibt: Ehe das
Herrenhaus ſelbſt Stellung genommen hat, erſcheint uns
ein Urteil verfrüht. Die Staatsregierung wird ſich
jeden=
falls noch weiter bemühen, ein annehmbares Ergebnis
in der zweiten Leſung im Herrenhauſe herbeizuführen.
Dabei wird ſie, wie bisher, ſich nur vom ſachlichen
Inter=
eſſe leiten laſſen, das darin beſteht, die Reform in der
Geſtalt zu verwirklichen, die offenbare Mängel der
Drei=
klaſſenwahl beſeitigt oder mildert und daher Dauer
ver=
ſpricht. Miniſterpräſident v. Bethmann=Hollweg hat die
Wahlreform in keinem Stadium als Parteifrage
be=
handelt. Zu einem guten Ende wird ſie auch nur dann
geführt werden können, wenn es noch gelingt, die
Partei=
intereſſen hinter ſachlichen Ueberlegungen zurückzudrängen
und Herrenhaus und Abgeordnetenhaus auf der
Grund=
age zuſammenzuführen, die der Miniſterpräſident
be=
zeichnet hat.
* Berlin, 23. April. Gegenüber der in der Preſſe
ausgedrückten Meinung, daß der Hanſabund den
Bauunternehmern 35 Millionen zur Verfügung
ſtellte, ſtellt der Hanſabund feſt, er ſei zwar um
Ver=
mittlung erſucht worden, konnte dieſer jedoch nach Lage
der Umſtände nicht näher treten. Der Hanſabund habe
keiner Seite auch nur eine Mark zur Verfügung geſtellt.
Straßburg, 24. April. Die „Mannheimer
Lie=
dertafel”, der größte und bedeutendſte Männerchor B
dens, hat anläßlich ſeines 70jährigen Stiftungsfeſtes
(23. April) den erſten Vorſitzenden des Straßburger
Män=
nergeſangvereins, Profeſſor Dr. Ehrismann, zu ſei
nem Ehrenmitglied ernannt.
* Karlsruhe, 23. April. In der heutigen Sitzung der
Erſten Kammer wies der Miniſter des Innern
Frei=
herr von Bodman darauf hin, daß in der Frage der
Schiffahrtsabgaben ein weſentliches
Entgegen=
kommen der Bundesſtaaten, beſonders Preußens,
ſtattge=
ſunden habe. Die Leitung des Zweckverbandes werde
gebildet durch eine Verwaltungskommiſſion, der ein
Strombeirat zur Seite ſtehe. In letzterem werden Handel
und Induſtrie, die Landwirtſchaft und die Hafenſtädte
ver=
treten ſein. Es iſt uns gelungen, ſo führte der Miniſter
aus, in der Verwaltungskommiſſion unſer
Stimmen=
gewicht zu ſteigern; auch ſoll Baden im Strombeirat mit
acht anſtatt mit vier Stimmen vertreten ſein. Endgültige
Beſchlüſſe ſeien allerdings noch nicht gefaßt. Die
verbün=
deten Regierungen haben ihre Anſicht dahin ausgeſprochen,
daß der Zweckverband die Oberrheinregulierung in den
Bereich ſeiner Aufgaben aufzunehmen habe, falls ſich ihre
Bauausführbarkeit und Wirtſchaftlichkeit ergebe,
voraus=
geſetzt, daß ſich die Schweiz und Oeſterreich ihren
Inter=
eſſen entſprechend beteiligen.
* Stuttgart, 23. April. Der Staatsanzeiger ſchreibt:
Der König hat dem 1. Vorſitzenden des
württem=
bergiſchen Journaliſten= und Schriftſtellervereins,
Redak=
teur Adolf Heller in Stuttgart, das Ritterkreuz erſter
Klaſſe des Friedrichsordens verliehen.
* Schwerin, 23. April. Der Kaiſer ſandte an den
Großherzog Friedrich Franz folgendes Telegramm:
„Ich teile Deine und Deines Landes Freude von ganzem
Herzen und wünſche dem jungen Erbgroßherzog alles Gute
auf ſeiner Lebensbahn. Die Patenſchaft nehme ich mit
auf=
richtigem Danke ſehr gerne an. Herzlichen Gruß und
innigſte Wünſche der glücklichen Mutter. Wilhelm.”
* Wien, 23. April. Das Abgeordnetenhaus
nahm die Dringlichkeit, ſowie das Moratorium des
Au=
trages über die dalmatiniſchen Anſchlußbahnen an und
vertagte ſich dann bis zum 6. Mai.
* Prag, 23. April. Ein unmontiertes Automobil,
in dem ſich ein Ingenieur Knopp und der Vertreter
einer Wiener Firma befanden, rannte auf der Straße
von Jung=Bunzlau nach Kosmaners mit dem linken
Hinterrad an einen großen Stein. Die Inſaſſen wurden
auf die Straße geſchleudert und getötet.
* Rom, 24. April. Der Papſt empfing 800 aus dem
heiligen Lande zurückgekehrte deutſche Pilger. Kardinal
Fiſcher, der hierher gekommen war, um die Pilger zu
begrüßen, verlas eine Huldigungsadreſſe. Der Papſt
erwiderte dankend und ſprach dem Deutſchen Kaiſer
ſeinen Dank aus für die Schenkung des Grundſtücks für
die Zionskirche; der Papſt dankte ferner dem Prinzen
und der Prinzeſſin Eitel Friedrich von Preußen, ſowie
den Prinzen Georg und Konrad von Bayern für ihr
Erſcheinen bei der Einweihung der Zionskirche.
Schließ=
lich ſpendete der Papſt den Pilgern den Segen.
* Venedig, 23. April. Die Internationale
Kunſtausſtellung wurde heute in Gegenwart des
Herzogs der Abruzzen als Vertreter des Königs von
Ita=
lien eröffnet.
* Paris, 24./April. Heute Nacht riefen
antiparla=
mentariſche Revolutionäre und Anarchiſten
in einer auf dem Montmartre abgehaltenen
Wähler=
verſammlung des ſozialiſtiſchen Kammerkandidaten
Rouanet durch Abfeuern von Revolverſchüſſen eine große
Panik hervor und mißhandelten Rouanet, welcher
mehr=
fache Verletzungen davontrug. Ferner drangen Anarchiſten
in die Redaktion der ſozialiſtiſchen „Humanité” ein,
prügelten einen Diener durch, zerſchnitten die
Telephon=
drähte und richteten daſelbſt auch ſonſt mehrfachen
Schaden an.
* Madrid, 23. April. Die auswärts verbreitete
Meldung, der Thronfolger ſei taubſtumm, iſt
durchaus unbegründet. Der Miniſterpräſident
hatte ſchon vor einiger Zeit Gelegenheit, dieſe
Nach=
richt, als ſie von einem Madrider Blatte verbreitet
wurde, kategoriſch zu dementieren.
*London, 23. April. Dem hieſigen Auswärtigen
Amt wurde von der Geſandtſchaft in Peking ein von
geſtern ſpät abends datiertes Telegramm des
General=
konſuls in Tſchangſcha überſandt, wonach dort organiſierte
Banden in der Umgebung eine neue
Aufſtands=
bewegung ins Werk geſetzt haben. Alle Ausländer
mit Ausnahme eines einzigen flüchteten ſich an Bord
der beiden im Hafen liegenden britiſchen Dampfer.
* Moskau, 24. April. Die Großfürſtin Jeliſaweta
Feodorowna, Großfürſtin Sergius wurde geſtern
zur Aebtiſſin des von ihr geſtifteten „Martha=
Marienkloſter der barmherzigen Schweſtern”
geweiht. Der Zeremonie wohnte Prinzeſſin Heinrich von
Preußen bei.
* Moskau, 23. April. Im Prozeß gegen die
Mitglieder des Moskauer Komitees der
Sozial=
revolutionäre wurden vier Angeklagte zur
Ver=
ſchickung, vierzehn zu Feſtungsſtrafen von verſchiedener
Dauer, darunter der Engländer Watſon zu ſechzehn
Monaten verurteilt; zehn Angeklagte wurden
frei=
geſprochen.
Konſtantinopel, 23. April. In der Antwortnote
an die Pforte auf die letzten Schritte bezüglich der
Eides=
leiſtung der kretiſchen Nationalverſammlung
wiederholen, wie in der Pforte naheſtehenden Kreiſen
verlautet, die Kretaſchutzmächte, daß die türkiſchen Rechte
nicht angetaſtet werden ſollen, ohne jedoch bezüglich der
Eidesleiſtung ein bindendes Verſprechen zu geben.
* Konſtantinopel, 24. April. Verläßlichen
Nach=
richten zufolge kämpfen bei Stimliaauf der Straße
van Veriſowitſch nach Prizrend im Sandſchak Priſchtina
ſeit geſtern früh etwa zehntauſend Albaneſen
mit acht Bataillonen türkiſcher Truppen. Näheres
iſt bisher nicht bekannt.
* New York, 22. April. In einer Kohlenmine bei
Amſterdam (Ohio) wurden durch eine Exploſion
18 Arbeiter getötet. Sechs Leichen ſind bereits geborgen.
* New=York, 23. April. Von den bei der
Explo=
ſion in der Kohlenmine bei Amſterdam (Ohio)
Verunglückten wurden 10 Mann lebend und 13 tot zutage
befördert; 2 Mann werden noch vermißt.
* Waſhington, 24. April. Die Expedition nach
dem Südpol iſt, wie die „National Geographical
Society” Peary mitgeteilt hat, für dieſes Jahr
haupt=
ſächlich aus dem Grunde aufgegeben worden, weil es an
den nötigen Geldmitteln fehlt. Peary iſt ein Urlaub von
ſechs Monaten bewilligt worden, damit er ſeinen in
Europa eingegangenen Verpflichtungen nachkommen kann.
* Lake Charles (Loniſiana), 24. Avril. Durch eine
Deuersbrunſt wurden mehrere hundert Häuſer,
darunter das Rathaus, die katholiſche Kirche und das
Nummer 95.
Kloſter gerfürt.
Dollar.
der Schaden beträgt zwei Millonen
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. April 1910.
Seite 7.
H.B. Konſtantinopel, 23. April. Entgegen den im
Um=
lauf befindlichen alarmierenden Gerüchten ſtellt ein
offi=
zielles Bulletin feſt, daß der Sultan nur leicht an
In=
fluenza erkrankt und ſein Zuſtand abſolut nicht
beſorg=
niserregend iſt.
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Alusſtellungen. Vor einigen Jahrzehnten hatte wohl
niemand geahnt, daß die Geflügelzucht auch in
Deutſchland einen derartigen Umfang annehmen würde.
Hunderte von Vereinen ſorgen dafür, daß das Geflügel
rationell gefüttert und aufgezogen wird und auf den
Ausſtellungen kann nur derſenige die höchſten Preiſe
erhalten, der erſtklaſſige Tiere ausſtelt. Auf den
Aus=
ſtellungen wird morgens mit Spratt’s
Fleiſch=
faſer=Geflügelfutter gefüttert, und zwar geſchieht
dies jetzt jährlich auf ea. 500 Ausſtellungen zur volſten
Zufriedenheit der Vereine ſowohl wie der Ausſteller.
Die Niederlagen der Sprattſchen Fabrikate ſind durch
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Naſiere Dich im Dunkeln iſt das geſetzlich geſchützte
RMotto der Muleuto=Fabrik von Paul Müller & Co.,
Solingen. In der Tat iſt man jetzt imſtande, ſich im
Dunkeln zu raſieren, ohne Verletzungen befürchten zu
müſſen. Wer da weiß, daß bei Benutzung des
gewöhn=
lichen Raſiermeſſers ſelbſt für den Geübteſten
unan=
genehme Verletzungen die ſtets wiederkehrenden Folgen
ſind, wird dieſen bedeutenden Vorteil zu ſchätzen wiſſen.
Die zahlreichen glänzenden Anerkennungsſchreiben ſelbſt
aus den höchſten Ständen beweiſen am beſten die
prak=
tiſche Brauchbarkeit dieſer epomachenden Erfindung. Der
Preis des kompletten Muleuto=Raſier=Apparates
Mul=
euto iſt Mark 2.50. Fein verfilbert und mit
Schaum=
fänger Mark 3.50. Verlangen Sie ſofort von der
Mul=
cuto=Fabrik Paul Müller & Co., Solingen, gratis und
(8911
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Verkaufs-
stellen durch
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kenntliche
Fabrik ant:
August Jacobi
Darmstadt.
2083)I
Sänger und Redner.
Das Gute bricht sich Bahn. Dieses alte Wort bewährte
sich in den letzten Wochen ganz besonders bei den
Anstrengungen, welche die Fabrikanten von Wybert-
Tabletten gemacht haben, um für ihre seit 60 Jahren
hochgeschätzten Produkte neue Freunde zu erwerben.
Die Nachfrage nach Wybert-Tabletten ist so gross, dass
die Fabrikanten Mühe haben, in diesen Wochen, in
welchen Tausende von Gratissssben die glänzendsten
Beweise ihres Wertes erbracht haben, genug Labletten
zu produzieren. Die Stimme wird durch regelmässigen
Gebrauch von Wybert-Tabletten so wohlklingend und
ausdauernd, dass Sänger und Redner nur noch Wohent.
Tabletten verwenden, die in allen Apotheken in
Schachteln à Mk. 1.— erhältlich sind. Depots in
Darmstadt: In sämtlichen Apotheken; Germania-
Progerie, Mühlstrasse 78: Minerva-Drogerie, Ecke
Karl-
u. Hügelstrasse; Medizinai-Drogerie von Fr. Beckenhaub,
Ecke Schul- u. Kirchstrasse, und Drogerie von C.
Watzinger Wilhelminenstrasse 11.
(640M
eDhie deutſche Hausfrau ſteht im Ruf, ebenſo tüchtig
in der Küche wie ſparſam im Haushalt zu ſein. Es
iſt darum kein Zufall, daß ſich neben Magais
alt=
bewährter Würze auch Maggis Bouillon=Würfel zu
5 Pfg. ſo raſch bei uns eingebürgert haben, vereinigen
ſie doch Erſparnis an Geld, Zeit und Arbeit mit
hervor=
ragendem Wohlgeſchmack. Sie ſind mit allerbeſtem
Fleiſchertrakt bergeſtelt und enthalten auch bereits die
nötigen Gemüſeauszüge, Kochſalz und Gewürz, ſo daß
bloßes Uebergießen mit kochendem Waſſer genügt, um
ſofort delikate Taſſenbouillon oder Kochfleiſchbrühe zu
erhalten. Beim Einkauf achten allerdings unſere
Haus=
frauen auf den Namen „Maggi” und die Schutzmarie
„Kreuzſtern”.
(B872219
Familiennachrichten.
Bankſagung.
Für die uns in ſo überreichem Maße erwieſene
Teilnahme ſpreche ich hiermit, zugleich im Namen
aller tiefbetrübten Hinterbliebenen, meinen innigſten
(1027
Dank aus.
Heinrich Tiemann.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte meiner
unvergeflichen Frau, unſerer Mutter,
Schwieger=
muter, Schweſter, Schwägerin und Tante (8930
Charlotte Hahn, geb. Guntrum
ſagen wir allen Verwandten, Freunden und
Be=
kannten, insbeſondere für die troſtreiche Grabrede
des Herrn Pfarrer Vogel, ſowie für die vielen
Blumenſpenden unſeren tiefgefühlten Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Erbacherſtr. 7½, den 23. April 1910.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Wohlverſehen mit allen Tröſtungen unſrer
hl. Kirche verſchied heute Morgen mein guter
(8938
Mann
Herr Ludwig Fecher
Privatier
nach langen, mit chriſtlicher Geduld ertragenen
Leiden. Dies allen Verwandten, Freunden
und Bekannten zur Kenntnis.
Die trauernde Gattin:
Karolina Fecher.
Darmſtadt, den 23. April 1910.
Die Beerdigung findet Montag Nachmittag
um 3 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus, ſtatt.
M
Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Der dunkle Punkt”.
Vorſtell ung um 8 Uhr im Orpheum:
Ortsgewerbeverein: Beſichtigung des Darmſtädter
Waſſerwerks; Abfahrt um 2.04 Uhr am Schloß.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaninchen=Ausſtellung Bleichſtraße 41.
Verſteigerungskalender.
Diensrag, 26. April.
Hofreite=Verſteigerung des Ad. Theiß (
Beſſunger=
ſtraße 88) um 11 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr in
der „Ludwigshallet.
Eiſerne Fenſter=, Säulen= ꝛc. Verſteigerung!
um 11 Uhr auf dem früher Rahnſchen Zimmerplatz an
der Fuchsſtraße.
Viehkrippen=Verſteigerung um 3 Uhr
Ludwigs=
höhſtraße 4.
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Sonn= und Feiertags, ſowie Mittwochs und
Frei=
tags von 11—1 und 3—5 Uhr, bei freiem Eintritt. —
Dienstags, Donnerstags und Samstags von 10—1.
Uhr (Eintritt 30 Pfg.).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſes
für den Inſeratenteil: J. Kroßt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. April 1910.
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Unſer Weihnachtsſchmaus war nicht berühmt. Wir
lu=
den alle Fremden aus Hiroſhima ein, zwölf an der Zahl,
und alle unterhielten ſich eifrigſt und lachten über altbackne
Witze und gaben vor. ſchrecklich fidel zu ſein. Aber um
jeden Mund lag ein ſchwermütiger Zug, und niemand
ſagte ein Wort über die Heimat. Alle ſchienen wohl zu
wiſſen, daß das Wort „Heimat” an ſich die Geſellſchaft
auf=
löſen würde.
Ich ſage Dir, ich fange an mit wahrer Verehrung auf
den Heroismus mancher dieſer Leute zu ſehen. Tränen
und Klagen finden keinen Raum; Wünſche, Ehrgeiz, ſogar
Liebe ſind bei Seite gelegt und werden höchſtens einmal in
den ſtillen Stunden der Nacht hervorgeholt. Wenn das
Heimweh kommt, wie es ja doch kommen muß, ſo gibt es
keine Heulerei, keine Empörung, ſondern man beißt die
Zähne zuſammen, greift feſter zu und arbeitet weiter.
Wäre ich doch auch ſo! Wenn die Natur mehr Zeit
auf meinen Verſtand, weniger auf mein Empfinden
ver=
wandt hätte, ſie würde ein beſſeres Geſchäft gemacht
haben.
Ich habe für Jack eine Pfeife in meine Kiſte getan.
Wenn Du meinſt, ich hätte es lieber nicht tun ſollen, ſo
behalte ſie zurück. Wie unſere alte Amme früher ſagte:
Ich will niemand inkommodieren. Ich hoffe nur, daß er
mich nicht für undankbar und gleichgültig hält.
Nagaſaki, den 14. Januar 1902.
Nun biſt Du nicht erſtaunt, aus Nagaſaki von mir zu
hören? Ich bin ſelber erſtaunt, daß ich hier bin. Eine
von unſeren Lehrerinnen, Miß Dixon, wurde krank und
mußte hierher reiſen, um einen Arzt zu beraten, und
glück=
licherweiſe wählte man mich zur Begleiterin. Ich bin ſo
aufgeregt darüber, daß ich mal wieder Fühlung mit
Zivili=
ſierten habe, daß ich nachts nicht ſchlafen kan. Die
Trans=
portſchiffe und Dampfer legen hier an, und jeder
menſch=
liche Typus iſt vertreten. Heute früh, als ich einen Brief
zur Poſt trug, gingen vor mir her zwei Scheiks in Tracht,
neben mir ſchritt ein Ruſſe, hinter mir kamen zwei Chineſen
und ein Japaner, während ein Franzoſe höflich zur Seite
trat, um mich vorbeizulaſſen, und ein Ire mir Gemüſe zu
verkaufen ſuchte. Miß Dixon mußte für einige Tage ins
Hoſpital, obwohl ihr Leiden nichts Schlimmes iſt; ich folgte
alſo gern einer Einladung von Mrs. Ferris, der
Gemah=
lin des amerikaniſchen Konſuls, während dieſer Zeit bei
ihr zu wohnen. O Gefährtin, wenn Du bloß wüßteſt,
was für gute Tage ich hatte! Wenn jemand die
Fleiſch=
töpfe wirklich genießen will, ſo laß ihn ſechs Monate
faſten.
Am Abend meiner Ankunft gaben mir Ferriſens ein
großartiges Diner, und zum erſtenmal ſeit zwei Jahren
ging ich dekolletiert und war aufgeregt wie ein Backfiſch
auf dem erſten Ball. Es war ſo herrlich, geſchliffenes
Glas und Silber zu ſehen und einfältiges weltliches Ge=
ſchwätz zu hören, daß ich ganz ſchrecklich ausgelaſſen
wurde. Es waren zwanzig Kuverts gelegt, und wer,
glaubſt Du wohl, ſaß zu meiner Rechten? Der geſtrenge
junge Zahlmeiſter vom Dampfer, auf dem ich herüberkam.
Sein Schiff nimmt im Hafen Kohlen ein und er wohnt auch
bei Ferriſens, die alte Freunde von ihm ſind. Er iſt ſo
feierlich, es iſt zum Sterben. Wenn er nicht ſo elegant
ausſähe, könnte ich ihn eher zufrieden laſſen, aber wie er
nun einmal iſt, kann ich nicht anders als ihn bis aufs
Blut necken. Das Diner war fürſtlich. Nach den Auſtern
kam ein faſt drei Fuß langer Fiſch, mit Seegras
ausge=
putzt. Dann wurde eine große ſilberne Schüſſel
herein=
gebracht, die war mit Paſtetenkruſte bedeckt. Als der
Vor=
leger die Kruſte zerbrach, gab es ein Geflatter, und
vier=
undzwanzig ſchwarze Vögel flogen heraus. Dies, ſcheint
es, war ein Kunſtſtück des japaniſchen Kochs als eine
Probe ſeiner Geſchicklichkeit. Alle möglichen komiſchen
Ge=
richte folgten und waren auf die originellſte Weiſe
ange=
richtet.
Nach Tiſch wurde ich gebeten, zu ſingen, und obwohl
ich mich heftig weigerte, wurde ich doch auf den
Klavier=
ſtuhl geſetzt. Ich ſtand bis zum Schluß des Feſtes nicht
wieder auf; denn ich mußte jedes Lied ſingen, das ich
konnte, und einige, die ich nicht konnte. Manche waren ſo
uralt, daß ich ſie längſt für begraben hielt. Der Zahlmeiſter
vergaß ſich ſo weit, daß er mich bat, zu ſingen: „Mein
Schätzel iſt über dem Meere!” Ich ſpielte es mit viel
Ausdruck, während er gedankenvoll ins Feuer ſtarrte. Seit=
, und er haßt michedafür.
dem nent
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. April 1910.
Nummer 95.
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an Dord des Kiegeſchifts Virter beizuwohnn, Das
Schiff kam von einer langen Fahrt zurück, und wir waren
die erſten amerikaniſchen Frauen, die die Offiziere ſeit
lan=
gem geſehen hatten. Sie gaben uns einen dröhnenden
Willkomm, das kannſt Du glauben. Durch irgend ein
Miß=
verſtändnis meinten ſie, ich ſei eine Miß anſtatt eine
Miſtreß, und; ich, ich ließ es ſchließlich
ſchändlicher=
weiſe durchgehen. Ich hörte wenig vom Gottesdienſt, denn
die Kapelle ſpielte draußen, und die Fahnen wehten, und
ich war leichtſinnig bis hinab in die Zehenſpitzen. Es
ſcheint, daß ich immer noch ziemlich jung bin, denn
Gold=
knöpfe ſind noch gerade ſo verführeiſch wie vor alters. Als
der Admiral hörte, ich ſei aus Kentucky, lud er uns zum
Tee ein. Wir erzählten uns gegenſeitig Negergeſchichten,
und dem alten Herrn ſprangen vor Lachen faſt die Knöpfe
ab. Nach dem Tee zeigte er uns das Schiff und ließ die
Matroſen uns zu Ehren in Reih und Glied antreten. Die
Kapelle ſoll: „Alte Heimat in Kentucky” ſpielen, befahl er.
Wenn Sie das tun, ſchrie ich, verlieren Sie einen
Paſſa=
gier! Beim erſten Ton ſpringe ich über Bord!
Er war ſo aufmerkſam, daß ich wenig Gelegenheit
hatte, mit den jungen Offizieren zu reden. Aber
verſchie=
dene haben ſeitdem Beſuch gemacht, und ich habe ſie bei
den Tees und Diners getroffen.
Der mir am beſten gefällt, iſt ein junger Menſch aus
Vermont. Er iſt ſehr klug und luſtig, und wir haben viel
Spaß zuſammen. In der Tat, wir ſind ſolche Freunde,
daß er mir das Bild ſeiner Braut zeigte. Er iſt ſehr in
ſie verliebt, aber wenn ich an ihrer Stelle wäre, würde ich
verſuchen, ihn unter den Augen zu behalten.
Wir werden wahrſcheinlich morgen heintkehren,
dn es Aih Don dit diſe acht. Ich bir ſroh,
daß es ihr beſſer geht, aber ich hätte mich damit
abgefunden, wenn ſie noch ein paar Tage länger ein
klein wenig unpäßlich geweſen wäre.
Ich vergaß, Dir für das Photographiealbum, das
Du mir zu Weihnachten ſchickteſt, zu danken. Ueber
der Freude, all die bekannten Geſichter zu ſehen, und
der Bitterkeit der Trennung und der Verrücktheit
Deiner Verſe bekam ich faſt einen hyſteriſchen Anfall!
Das alte Haus, die Hütte, der Kirſchbaum und die
ganze Familie bis auf die alte ſchwarze Magd, bei
deren Anblick es mich nach Buchweizenkuchen gelüſtete:
alles, alles machte mir ſolche Freude und ſolche Pein,
daß ich nicht weiß, was zu oberſt war.
Es iſt viel wert, ſo geliebt zu werden, wie ich es
bin, und ich bin bereit, alles Erdenkliche zu ertragen,
um deſſen würdig zu ſein. Ich habe mehr als mein
Teil an Püffen im Leben gehabt, aber — dem Himmel
ſei Dank! — es war immer jemand bereit, die Stelle
zu küſſen, damit ſie wieder heil werde. Es vergeht
kein Tag, an dem ich nicht ein Zeichen dieſer Liebe
hätte, Brief, Zeitung oder Buch, das mich darau
er=
innert, daß ich nicht vergeſſen bin.
Eben iſt ein Brieflein von Seiner Feierlichen
Hoheit, dem Zahlmeiſter, gekommen, in dem er mich
erſucht, mit ihm ſpazierenzugehn. Ich werde
ven=
ſuchen, artig zu ihm zu ſein; aber ich weiß ſchon im
voraus, daß ich’s nicht kann. Er iſt ſo grün und ſo
ernſthaft, daß ich’s nicht unterlaſſen kann, ihn zu reizen.
Verrückte, junge Witwen, die nicht trauern, ſind nicht
ſein Geſchmack. Auch nicht der meine!
In zwei Tagen kehre ich zur „Herde” zurück. Bis
dahin, „mein Schätzel”, nimm Dich in acht!
dtroſhing, den 10. Fchrnaer ſan.=
Nach einer ſchlafloſen Nacht ſtand ich heute früh
mit ſtechenden Kopfſchmerzen auf. Schon einen Monat
lauf’ ich wieder im Gleiſe und fange an, mich wie ein
armes, altes Pferd in der Drehmühle zu fühlen. Nicht,
daß ich die Arbeit ſcheute, aber ach! Kameradin, ich bin
ſo einſam, einſam, einſam! Wahrſcheinlich habe ich im
Anfang zu viel Kräfte verbraucht, ſodaß der Vorrat
nun klein wird.
Bei Tag muß feſt dem Ziel ins Aug’ ich ſeh’n.,
Ob Freud, ob Schmerzenslaut ans Ohr mir dringt.
Für die Erinnerung iſt keine Zeit,
Noch für Verzweifelnde der kleinſte Raum.
Doch, Lieb, es ſinkt der Mut, das Auge wacht
In ſtiller Nacht!
Vielleicht werde ich Frieden finden, wenn ich alt
und grau und runzlig bin! Aber die Jahre, die
da=
zwiſchenliegen! Ich bin um das Beſte betrogen
wor=
den, was das Leben einer Frau bieten kann: die Liebe
eines edeln Mannes, die Liebe ihrer Kinder und die
Freuden eines Heims.
Die Welt zeigt mit Fingern auf mich und ſagt:
Du biſt ſelbſt daran ſchuld. Aber, Liebſte, ich war nur
achtzehn Jahre alt und konnte nicht das Echte vom
Falſchen unterſcheiden. Ich ſetzte alles aufs Spiel r
den Preis der Liebe und verlor. Gott weiß, ich habe
die Sühne gezahlt, aber ich würde es noch einmal
ge=
rade ſo machen, wenn ich dächte, daß es recht wäre. Der
Unterſchied iſt, daß ich damals ein Kind war und zu
wenig wußte; jetzt bin ich eine Frau und weiß zu viel.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 95₰
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 4. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreiner Joſef Hütten
Ehe=
leuten dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 3188//100 181 Hofreite
Kaup=
ſtraße Nr. 23,
in unſerm Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K183/09
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 13. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller. (L8416,67
Abhanden gekommene Sparkaſſenbücher.
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Becker, Louiſe
„ 66442
Becker, Suſanne
„ 180034
Müller, Margarete
der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt werden
nach deren Satzungen § 20 für kraftlos
er=
klärt, wenn ſie nicht innerhalb drei Monaten
bei dieſer Kaſſe vorgezeigt werden. (8926a
Darmſtadt, den 21. April 1910.
Der Verwaltungsrat der ſtädt. Sparkaſſe
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K 31 an die Expedition.
(*9718io
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. April 1910.
Seite 14.
Bekanntmachung,
betreffend Gefährdung der Verkehrsſicherheit auf der Straße durch Radfahrer.
Es ſind in letzter Zeit mehrfach Klagen darüber geführt worden, daß die
Ver=
kehrsſicherheit in den Straßen durch das Verhalten der Radfahrer beeinträchtigt
werde. Abgeſehen von dem zu ſchnellen Fahren und dem Fahren ohne Laterne nach
Einbruch der Dunkelheit, ſowie unrichtigem Ausweichen und Ueberholen, wurde oft
mals bemerkt, daß auf den Fahrradern größere Gegenſtände mitgeführt werden,
welche entweder dem Fahrer den freien Ausblick benehmen oder ihn nötigen, die eine
Hand ſtändig zum Feſthalten des Gegenſtandes zu verwenden. Wenn auch geübte
Fahrer im allgemeinen ihr Rad mit einer Hand zu lenken vermögen, ſo kann an
ver=
kehrsreichen Punkten im Innern der Stadt auch der geübteſte Fahrer in Lagen kommen,
in welchen er zur Lenkung des Fahrrades beider Hände bedarf. Iſt ihm in ſolchen
Fällen der Gebrauch der einen Hand durch Feſthalten des Gegenſtandes benommen,
ſo iſt ein Unglücksfall oft unvermeidlich, was infolge der oft erheblichen Größe und
Schwere des mitgeführten Gegenſtandes ſowohl für den Radfahrer, als auch für das
Publikum um ſo gefährlicher werden und für den Radfahrer ſtrafrechtliche Verfolgung
wegen fahrläſſiger Körperverletzung oder Tötung, ſowie bedeutende zivilrechtliche
Schadenserſatzpflichten zur Folge haben kann.
Wir ſehen uns demgemäß veranlaßt, erneut auf genaues Einhalten der für den
Radfahrverkehr beſtehenden Vorſchriften, insbeſondere auch in der Hinſicht
hinzu=
weiſen, daß jeder Radfahrer die gehörige Vorſicht bei Leitung ſeines Fahrrades
beachtet. Dieſe würde derjenige außer Acht laſſen, der in verkehrsreichen Straßen
größere Gegenſtände, die den freien Ausblick oder den Gebrauch beider Hände zum
Lenken des Fahrrades verhindern, auf dem Rade mit ſich führt.
Unſere Beamten ſind zu ſcharfer Beaufſichtigung des Radfahrverkehrs und
energi=
ſchem Einſchreiten bei Zuwiderhandlungen angewieſen.
Darmſtadt, den 22. April 1910.
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Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Sdchwaider Haristem-Maustrie A. C.
4proz. Obligationen.
In der am 20. April 1910 laut § 6 der Anleihebedingungen
stattgehabten 10. Verlosung wurden die folgenden
Teilschuld-
verschreibungen in Gegenwart eines Notars verlost:
Nr. 29, 90. 155, 343, 362, 407, 519, 545, 608,
716, 736, 747, 788, 833, 845, 950.
Dieselben gelangen mit 103 Prozent d. H. mit Mk. 515. Stück am 1. Oktober 1910 zur Rückzahlung und treten von
da an ausser Verzinsung.
Die Einlösung erfolgt, ausser an unserer Gesellschaftskasse,
Darmstadt, Rheinstrasse 12½, bei den Bankhäusern:
Abel & Co., Berlin W. 64, Behrenstrasse 47,
Gebr. Bonte, Berlin W. 64, Behrenstrasse 20,
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Darmstadt, den 22. April 1910.
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Grossherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein.
In Nannernidei Fest
zu Darmstadt.
am 3., 4., 5. Juni 1910 im grossen Festsaale des Städt. Saalbaues.
Freitag den 3. Juni
. . . . J. S. Bach.
1 Chr. W. Gluck.
J. Havdn.
I. Festtag:
1. Sonate für Klavier und Flöte (H-moll)
Hofrat de Haan, Kammermusiker A. Köhler.
2, Lieder für Sopran . . . . .
Frau Lauprecht-Lammen, Frankfurt a. M.
3. Streichquartett . .
. . „ . . J. Haydn.
Die Kammermusikvereinigung Darmstadt
Hofrat de Haan, Konzertmeister Schmidt,
Borne-
mann, Hofmusiker Delp, Andrae.
½ Stunde Pause.
F 4. Fantasie (op. 17, C-dur) für Klavier . . . . . .
Herr Fredéric Lamond, Berlin
R. Schumann.
§5. Lieder für Alt . . .
, . F
. . ,
Zur Feier des
Frau Jlona Durigo, Budapest
100-jährig. Geburts-
6. Klavierquintett (op. 44, Es-dur).
tages (8. Juni 1810).
Die Kammermusikvereinigung Darmstadt.
Konzertflügel: Bechstein aus dem Hofpianolager A. W. Zimmermann, Marienplatz
Samstag den 4. Jun
II. Festtag:
1. Streichauartett (F-dur, Köchel 590)
. W. A. Mozart.
Havemannquartett, Hamburg(aust. Havemann(Violine I)
Max Grosschapp (Violine II), Anton Grünsfelder (Viola)
Dr. J. Sakom (Violoncello).
2. Lieder für Sopran . .
F. Schubert,
Frau Lauprecht-Lammen,
3. Klavierquartett (Op. 60, C-moll)
. J. Brahms.
,
Prof. Max Reger (Leipzig) und Havemannquartett.
Konzertflügel; Steinway u. Sons, New-Vork-Hamburg, Vertreter: Hoflieferant
A. W. Zimmermann, Marienplatz
½ Stunde Pause.
4. Sonate für Klavier . . .
. L. van Beethoven.
Herr Frèderic Lamond, Berlin.
5. Lieder für Alt
,
. Hugo Wolf.
Frau Jlona Durigo, Budapest.
6. Ootett für Streichinstrumente . . . . . . .
. . . J. Svendsen.
Havemannquartett und Kammermusikvereinigung Darmstadt.
Konzertflügel: Bechstein aus dem Hofpianolager A. W. Zimmermann, Marienplatz.
. Festtag:
Sonntag den 5. Juni
. Steph. Krehl.
Prof. Max Reger, Gustav Havemann, Dr. J. Sakom.
M. Schillings.
H. Pfitzner.
M. Reger.
1. Trio für Klavier, Violine und Violoncello
2. Lieder für Alt
Frau Jlona Durigo, Budapest.
3. Klavierquintett
. . . . . . . . . . . . H. Pfitzner.
Der Komponist mit der Kammermusikvereinigung Darmstadt.
½ Stunde Pause.
4. Streichquartett . .
. . . . F. Woyrsch.
Havemannquartett, Hamburg.
5. Lieder für Sopran .
„ Cl. Debussy.
Frau Lauprecht-Lammen.
6. Klavierquartett
. . . . . . . . . . . . Max Reger.
Der Komponist mit dem Havemannquartett.
Konzertflügel: Steinway u. Sons, New-Vork-Hamburg, Vertreter: Hoflieferant
A. W. Zimmermann, Marienplatz.
Anfang: 6 Uhr.
Ende: ca. 8¾/ Uhr.
Saal- und Kasseöffnung: 5½ Uhr.
— Die Hüte müssen vor dem Eintritt in den Konzertsaal abgenommen werden. u
Eintrittskarten für die drei Konzerte in der Hofmusikalienhandlung G. Thies
Nachf., Elisabethenstrasse, vom 9. Mai ab. (Besonderer Sperrsitz 15 M.,
Sperrsitz 12 M., Estrade und Balkon, 1. Reihe 9 M., Saal 8 M.. Estrade
und Balkon, nichtnumeriert 5 M.)
Vorausbestellungen (schriftlich) an Herrn J. Harres, Saalbaustrasse 79.
Einzelkarten (6, 5, 4, 3, 2, 1 M.) vom 25. Mai ab bei G. Thies Nachf. und an
der Tageskasse im Saalbau.
Textbuch (Programme und Texte für die drei Konzerte) in den Buch- und
Musikalienhandlungen und an der Kasse (50 Pfg.).
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Mittwoch, 27. April:
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höht. Vorverkauf ausschliesslich:
Verkehrsbüro, Ernst-Ludwigsplatz,
sowie bei Herren Hugo de Waal u.
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(Vereinskarten gültig!) (8946
Nur noch 6 Gastspiele
Mhat . h. .a
Großherzogliches Hoftheater.
Montag, den 25. April 1910.
163. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement A 41.
Der dunkle Punkt.
Luſtſpiel in 3 Akten von Guſtav Kadelburg
und Rudolf Presber.
Szeniſche Leitung: Regiſſeur Hacker.
Perſonen:
Ulrich von Kuckrott, Ma=
. Hr. Heinz
jor a. D.
Thusnelda, ſeine Frau . . Fr. Scherbarth
Hans, ſeine Kinder . . Hr. Speiſer
. Frl. Gothe
Elſe,
Gebhard Freiherr von der
. Hr. Lehrmann
Dühnen
Marie Luiſe, ſeine Frau . Fr. Rudolph
Emmerich, ſein Sohn . . Hr. Schneider
Chriſtian Adam
Brink=
meyer, Kommerzienrat . Hr. Jordan
Lotti, ſeine Tochter
. Frl. Reick
Dr. Roby Woodleigh. . . Hr. Jürgas
Ida, Mädchen bei Kuckrott Frl. Wisthaler
Anton, Diener bei Dühnen Hr. Schwarze
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe,
2.— Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4.— Mk.)
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
(5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr. — Ende vor 9½ Uhr
Kartenverkauf von 11—1 Uhr und von
6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Dienstag, 26. April. 164. Ab.=Vorſtell.
B 41. -La Traviata.” Kleine Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Mittwoch, 27. April. 165. Ab.=Vorſtell.
A 42. Neu einſtudiert: „Das Käth
chen von Heilbronn.” Kleine Preiſ
Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 28. April. 166. Ab.=Vorſt.
D 42. „Orpheus und Eurydice‟
(Gluch. Kleine Preiſe. Anfang 7½ Uhr
Nummer 95.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 25. April 1910.
Seite 13.
Sport.
Rg. Die Berliner Ringkämpfe im Palaſt=
Theater brachten am letzten Abend dem Rennfahrer
Otto Meyer=Ludwigshafen die erſte Niederlage, da
er von dem Dänen Markuſſen in 12 Min. 19 Sek.
ge=
worfen wurde. Schwarz=München ſiegte im
Entſcheid=
ungskampf gegen Waſhington=Amerika in 1:10:15,
wäh=
rend van Dem=Belgien und Cazeaux=Frankreich 30 Min.
unentſchieden rangen.
sr. Das inſternationale Flugmeeting
zu Berlin=Johannistal, das die Flug= und
Sportplatz=Geſellſchaft in der Zeit vom 10. bis 16. Mai
veranſtaltet, gelangt ſoeben offiziell zur Ausſchreibung.
Die Wettbewerbe ſind in internationale und nationale
geteilt, und die dafür ausgeſetzten Preiſe ſind teils vom
Berliner Verein für Luftſchiffahrt, dem Kaiſerlichen
Automobil=Klub und dem Kaiſerlichen Aero=Klub, teils
von der Stadt Berlin, der Flugplatz=Geſellſchaft und
einer Reihe von privaten Stiftern gegeben worden. Da
die Preisdotationen inkluſive der beiden nationalen
Wettbewerbe um den Bleichröder=Preis und den Lanz=
Preis der Lüfte, die nicht ſpeziell für das Flugmeeting
geſtiftet ſind, ſich nur auf zirka 80000 Mark beziffern,
iſt kaum anzunehmen, daß die Flugwoche eine gute
internationale Beteiligung finden wird, zumal
be=
kanntlich gleichzeitig auch die mit über 200000 Francs
an Preiſen ausgeſtattete Woche von Lyon ſtattfindet, zu
der bereits die Anmeldungen der bekannteſten
inter=
nationalen Flieger vorliegen. Da man im weſentlichen
alſo in Berlin auf deutſche Konkurrenten rechnen muß,
erſcheinen die Wettbewerbe nicht gerade allzu günſtig
gewählt, da ſie immerhin recht erhebliche Anforderungen
an die Leiſtungsfähigkeit der Flieger ſtellen. Unter
anderem ſind Preiſe ausgeſetzt für die beſte Landung
auf einem vorgeſchriebenen Platz und auf einer
vorge=
ſchriebenen Höhe, ferner für den kleinſten geflogenen
Kreis, dann ein ſogenannter Höhen=Kurven=Preis für
das abwechſelnde Ueberfliegen und Unterfliegen von
drei verſchiedenen, in 10 Meter Höhe und in
beſtimm=
ten Abſtänden von einander ausgeſpannten Markleinen,
ein Gleitflugpreis für den längſten Gleitflug mit
ab=
geſtelltem Motor aus zehn Meter Höhe uſw. Von den
wenigen bisher gemeldeten Teilnehmern, nämlich
Baron de Caters, Grade, Jeannin, Frey, Amerigo und
Fvendfen dürften kaum drei in der Lage ſein, ſich um
dieſe Preiſe zu bewerben. Weniger ſchwierig, aber auch
weniger intereſſant werden ſich die Wettbewerbe um den
Dauerflugpreis und den Paſſagierflugpreis geſtalten.
Das internationale Flugmeeting zu
Nizza war auch am ſiebenten Tage vom Wetter
außerordentlich begünſtigt, ſodaß zahlreiche Flüge von
faſt allen an dem Meeting beteiligten Piloten
ausge=
führt werden konnten. Einen beſonders ſpannenden
Verlauf nahm der Wettbewerb um den Höhenpreis, um
den ſich zunächſt der Farman=Flieger Chavez bewarb;
bald nach ihm ſtieg auch Latham auf und überholte
Chavez auf ſeinem Antoinette, wurde jedoch durch
Ma=
ſchinendefekt zu vorzeitiger Landung gezwungen.
Cha=
vez erreichte eine Höhe von 644 Metern. Bei einem
zweiten Verſuche erreichte Latham 656 Meter Höhe, den
Rekord des Tages. Ferner ſtarteten noch Rolls,
Maitrot und Olieslagers um den Höhenpreis, ohne
in=
des über 250 Meter hinauszukommen. Im übrigen
war der ruſſiſche Flieger Efimoff mit ſeinem Farman=
Flieger wieder der Held des Tages. Er gewann
zu=
nächſt den Diſtanzpreis mit 68 Kilometer vor Rolls
mit 64,5 Kilometer, Latham 41,7 Kilometer, Chavez 39
Kilometer, ferner van den Born, Maitrot, Olieslagers
und Grade. Den Schnelligkeitspreis gewann Efimoff
in 6 Min. 29 Sek. für die 6 Kilometer lange Stracke
vor Rolls und ebenſo den Startpreis mit einem
An=
lauf von 47 Metern ohne Paſſagier und 90 Metern
mit Paſſagier.
Wem gehört das Geld?
Anfragen ſind unter Beilegung von 50 Pfg. in Marken für Schreib= und
Portoſpefen und mit Angabe der voranſtehenden Nummer an die Redaktion
dieſes Blattes zur Weiterbeförderung, jedoch ohne Verbindlichkeit, zu richten
217. 7000 Mark zirka hat eine ledige Anna
Katha=
rina Henriette Schmuck hinterlaſſen. Sie iſt geboren
1828 in Altona=Ottenſen als uneheliche Tochter einer
Maria Mumm. Erbberechtigte ſind gänzlich unbekannt.
218. Wer kann Erbrechte geltend machen an den
Nachlaß des 1842 in Klein=Belitz geborenen Eduard
Wilhelm Hermann Siems, genannt Becker, auch Rohde,
der ſpäter verſchollen iſt und für tot erklärt wurde? Er
war der Sohn der Wirtſchafterin Thereſe Siems,
ge=
nannt Becker in Roſtock.
219. In Berlin iſt eine ledige Sophie Juliane
Friederike Kelling geſtorben. Sie iſt 1828 daſelbſt ge=
boren als Tochter des aus Waldheim i. Sa.
ſtammen=
den Wundarztes Chriſtian Gotthelf Kelling und deſſen
Ehefrau Katharina Charlotte Friederike geb. Mann.
Erben konnten bis jetzt nicht ermittelt werden.
220. Geſucht werden die Erben der in Dresden
ge=
ſtorbenen Anna Katharina verw. Taube geb.
Plätter=
lein, auch Blätterlein, 1824zin= Konradsreuth bei„Hof!
in Bayern geboren.
221. Unbekannt ſind die Erben für, den Nachlaß;
der Witwe Maria Friederika Delfs geb.„Sievers aus)
Kiel, 1853 daſelbſt geboren.
222. Die geſetzlichen Erben eines in=Hamburg
ver=
ſtorbenen Zahntechnikers Arthur Viktor Peter Joſeph
Krafft werden aufgefordert, ſich baldigſt zu melden. Der
Erblaſſer iſt 1861 in Berlin geboren als=Sohn der
un=
verehelichten Karoline Emilie Krafft, die ihrerſeits
eine Tochter des Gärtners Chriſtian Karl Krafft und
deſſen Ehefrau Sophia geb. Reiſemann war.
223. Als Erbe wird geſucht der Zimmermann
Johann Heinrich Ludwig Pruchner, 1855 in Roſtock
ge=
boren.
224. Auf einem britiſchen Schiffe iſt mit
Hinter=
laſſung eines Sparguthabens der 20 Jahre alte
See=
mann W. Groth geſtorben, aus Hamburg gebürtig. Die
Erben ſind unbekannt.
225. 700 Mark zirka fand man bei der Leiche eines
unbekannten Mannes im Alter von 28—30 Jahren, der
am 17. Mai 1907 in Medar, Kreis Koſel, ertrunken
auf=
gefunden wurde. Seine Perſönlichkeit und ſomit auch
ſeine Erben konnten noch nicht feſtgeſtellt werden.
226. Für einen zirka 10000 Mark betragenden
Scheppſchen Nachlaß werden als Erben geſucht die vier
Geſchwiſter Heinrich, Georg, Peter und Anna Rühl.
227. 20000 Mark zirka hat ein JohanngChriſtian
Wilhelm geerbt, 1834 in Breddin geboren:=Er oder
ſeine Abkömmlinge werden geſucht.
228: 12000 Mark hat die Witwe des
Oberlandes=
gerichtsreferendars a. D. von Reuß hinterlaſſen. Sie
war die Tochter des Hypothekenamtsgehilfen, ſpäteren
Polizeiſekretärs Franz Werner Peſch und deſſen
Ehe=
frau Barbara geb. Völsgen. Der Vater iſt 1867 in
Bonn geſtorben. Deſſen Vater war der
Gerichtsſchrei=
ber Egidius Peſch. Dieſer ſoll zwei Schweſtern gehabt
haben, und dieſe bezw. ihre Abkömmlinge werden ge=,
ſucht.
G
erdtter
iſt das Mißtrauen und die Abneigung — mit einem Wort
das Vorurteil — das man gegen Malzkaffee hatte. Heute weiß
jeder Menſch, daß der echte Kathreiners Malzkaffee, den
täglich Millionen trinken, das geſündeſte, wohlſchmeckendſte
und preiswürdigſte Getränk iſt. Man muß nur
vor=
ſichtig ſein beim Einkauf, weil in letzter Zeit viel
Nach=
ahmungen angeprieſen werden. Kathreiners Malzkaffee iſt
nur echt in geſchloſſenen Paketen mit Bild des Pfarrer Kneipp.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 95.
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Diener, Kutſcher, Arbeiter, Heizer, Dreher,
Maſchiniſt, v. Schloſſer, Klempner, Schmiede,
Chauffeure, Monteure, Schreiner, Jungfern,
Wirtſchafterin, Verkäuferin, Kontoriſtin uſw.
d. Stellennachweis-Germania, Dresden 12.
(Retourmarke)
(*10331
Ein Herr
gleich wo wohnh., ſof. geſucht zum Verkauf
v. Zigarren an Wirte, Händler ꝛc. Vergtg.
ev. 250 Mk. pr. Mt. oder hohe Prov. (8930ff
A. Rieck & Co., Hamburg.
Junger Schuhmacher
auf Woche geſucht
Schuhmacherlehrling
kann eintreten bei (8830soi
Andreas Mohn
Nieder=Ramſtädterſtraße 65.
Feuerwehrgerätefabrik
Carl Metz
Karlsruhe i. B. Heidelberg
gegr. 1842
ſucht einen Herrn
Vertreter
der im Verkauf von Feuerſpritzen, mechan.
Feuerwehrleitern, Waſſerleitungs=
Hydrantenausrüſtungsgegenſtänden
bewan=
dert iſt und gute Fühlung mit den
Ge=
meindebehörden und Feuerwehren hat.
Gefl. Anerbieten an ob. gen. Firma ein=
(8648fI
zureichen.
Feste Anstellung
mit Monatssalär erhält
unbe-
scholtener, fleissiger Herr bei
reell. Unternehmen. Vierwöchige
Probezeit gegen entsprechende
Bezahlung. Aufgeweckter Arbeiter
oder Handwerker wird ebenfalls
berücksichtigt. Man wende sich
schriftlich unter 2 567 an die
(8948fI
Expedition ds. Bl.
Ein Tagſchneider ſucht
Seb. Schmitt, Schuchardstr 6. 8916oim
Tücht. redegew. Leute
zum Sammeln v. Abonnenten gegen
Ver=
gütung und Proviſion finden dauernde
Be=
ſchäftigung Alexanderſtraße 15. (*10340
Kräftiger ordentl. junger Burſche
nicht über 16 Jahre, für leichte Arbeiten
ge=
ſucht. Zu erfr. bei E. Krug, Beizerei,
(*10369oi
Heidelbergerſtraße 129.
*10366) Geſucht ein 16—18=jähr. braver
Burſche zum Milchfahren.
Näheres in der Expedition ds. Bl.
Junger, zuverläſſiger Hausburſche
ſofort geſucht Richard Heinrichs,
Papier=
handlung, Hochſchulplatz.
(*10325
jeder Art wird zum Bügeln
Wäſche und Glanzbügeln
angenom=
men; auf Wunſch abgeholt
(*10244si
Karlſtraße=63½z1. St. links.