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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
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werden angenommen in Darmſtadt,
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ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 89.
Montag, den 18. April.
1910.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Die Privatbeamtenverſicherung.
* Ueber den Umfang der kommenden
Pri=
vatbeamtenverſicherung ſchreibt man Berliner
Blättern: Wenn allgemein als notwendig angeſehen
wird, daß die neue Verſicherung allen männlichen und
weiblichen Privatangeſtellten zugute kommen ſoll, ſo wird
man davon ausgehen müſſen, ſie als Pflichtverſicherung
durchzuführen. Der Kreis der Verſicherten würde ſich
er=
ſtrecken auf Betriebsbeamte, Werkmeiſter und Techniker,
Handlungsgehilfen und Lehrlinge, Lehrer und Erzieher,
ferner die Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken und die
Perſonen der Schiffsbeſatzung deutſcher Seefahrzeuge und
Fahrzeuge der Binnenſchiffahrt, ſämtlich, ſoweit ſie Lohn
oder Gehalt beziehen. Die Verſicherungspflicht
an eine obere Gehaltsgrenze zu binden, dürfte
ſich nicht empfehlen; wohl aber wird die Rückſicht auf die
finanzielle Sicherheit erfordern, daß der Gehaltsſatz, nach
dem die Beiträge und Leiſtungen bemeſſen werden, einen
beſtimmten Höchſtſatz nicht überſchreitet. Die
Privatange=
ſtellten mit hohen Gehaltsbezügen ſind in der Lage, ſich
die eigene Verſorgung und die ihrer Angehörigen über den
geſetzlichen Rahmen hinaus aus eigenen Mitteln zu
ſichern, wozu die beſtehenden privaten
Verſicherungsgeſell=
ſchaften ausreichende Gelegenheit bieten. Auch an einen
Mindeſtbetrag des Einkommens wird die
Verſicherungspflicht nicht zu binden ſein. Zunächſt
wird bei Einbeziehung aller Gehaltsklaſſen vermieden, daß
etwa Gehaltszulagen im Intereſſe der Beitragserſparnis
hinausgeſchoben werden. Sodann würden Nachteile für
die Beamten dadurch eintreten, daß durch eine
Verſchie=
bung des Eintrittes in die Verſicherung allgemein die
Verſicherungsdauer und damit auch der Rentenanſpruch
eine Verkürzung erleiden würde. Auch
verſicherungstech=
niſche Gründe ſprechen gegen die Befreiung der gering
be=
ſoldeten Privatangeſtellten, weil die in jüngeren Jahren
entrichteten Beiträge von ungleich höherem
verſicherungs=
techniſchen Wert ſind als die in höheren Jahren
entrich=
teten und ſomit zur Minderung des zu erhebenden
Durch=
ſchnittsbeitrages dienen.
Dagegen wird es nötig ſein, den Kreis der zum
Eintritt in die neue
Privatangeſtellten=
verſicherung verpflichteten Perſonen in
Bezug auf die höheren Altersjahre
einzu=
ſchränken. Dabei iſt zu prüfen, ob die in die
Pflicht=
verſicherung eintretenden älteren Perſonen wegen der
Wartezeit im Durchſchnitt überhaupt noch einen Anſpruch
erwerben können, der mit ihrer Beitragsleiſtung im
Ein=
klang ſtehen würde. Wird neben den
Hinterbliebenen=
bezügen die Penſion vom Eintritt der Erwerbsunfähigkeit
an nach zehnjähriger Wartezeit gewährt, ohne daß es
nach vollendetem 65. Lebensjahr des Nachweiſes der
In=
validität bedarf, ſo reicht die Prämie hierfür für die im
Alter von 59 Jahren in die Verſicherung eintretenden
An=
geſtellten aus. Hiernach empfiehlt es ſich, diejenigen
Pri=
vatangeſtellten, die beim Inkrafttreten des Geſetzes das
60. Lebensjahr bereits vollendet hatten, von der
Verſiche=
rungspflicht zu befreien.
Die Lebatte über den Zwiſchenfall im preußiſchen
Abgeordnetenhauſe.
* Bei Beginn der Freitagsſitzung des
preußi=
ſchen Abgeordnetenhauſes erſchienen wider
Erwarten die Fraktionen in großer Stärke. Alsbald
ſtellte ſich heraus, daß eine Ausſprache über den
Zwiſchenfall am Schluſſe der letzten Sitzung
ſtatt=
finden werde. Präſident v. Kröcher erteilt das Wort
zur Geſchäftsordnung dem
Abg. Winckler (konſ.). Dieſer führte aus: Ich
bitte, mir zu geſtatten, daß ich im Auftrage meiner
poli=
tiſchen Freunde mit einigen Worten auf die Vorgänge
zurückkomme, die ſich am Schluſſe unſerer geſtrigen
Sitzung hier abgeſpielt haben. Wir können es nicht
ſtillſchweigend hingehen laſſen, wenn von Mitgliedern
des Hauſes dem Miniſter des Königs und dem
Präſi=
denten des Hauſes in der Weiſe begegnet wird, wie es
geſtern ſeitens einiger ſozialdemokratiſcher
Abgeord=
neten geſchehen iſt, und noch weniger, wenn der Eid
der Treue, den wir alle dem König geleiſtet haben, ſo,
wie es geſtern geſchehen iſt, zum Gegenſtand des Spottes
gemacht wird. Wir richten zunächſt an den Präſidenten
die Bitte, daß er, abweichend von der zuletzt befolgten
Uebung, fortan veranlaſſen wolle, daß derartige
Zwiſchenrufe im Stenogramm und im
Protokoll vermertt werden, auch wenn ſie ohne
Wortmeldung im Wege des Zwiſchenrufs erfolgten. Des
weiteren geben wir uns der Hoffnung hin, daß es uns
im Verein mit den anderen Fraktionen bald gelingen
möge, die geſtern von dem Präſidenten beklagten
Lücken in unſerer Geſchäftsordnung der
veränderten Zuſammenſetzung des Hauſes entſprechend
auszufüllen, damit den dieſes hohe Haus beſchämenden
Zuſtänden ein Ende gemacht wird, daß derartige Dinge
ungeahndet bleiben, weil die mit weiteren Folgen nicht
verlnüpften Ordnungsrufe bei den ſozialdemokratiſchen
Mitgliedern dieſes Hauſes in ihrer erzieheriſchen
Wir=
kung erfahrungsgemäß verſagen. (Anhaltender Beifall
rechts.)
Graf Moltke (freikonſ.): Ich darf nach der ganzen
Haltung, die meine Freunde in der Sachlage bisher
eingenommen haben, die ſichere Erwartung ausſprechen,
und hoffe, daß das auch die Zuſtimmung meiner
Freunde finden wird, daß wir uns den
An=
regungen der konſervativen Partei in
vollem Umfange anſchließen. Am Schluſſe der
geſtrigen Sitzung iſt dieſes hohe Haus wiederum der
Schauplatz betrübender, peinlicher und widerwärtiger,
von Mitgliedern der ſozialdemokratiſchen Partei
her=
beigeführter Szenen geweſen. Sie nahmen einen
der=
artigen Charakter an, daß der Präſident des Hauſes ſich
zu der Bemerkung genötigt ſah: „Was ſoll man machen,
wenn die Geſchäftsordnung keine Handhabe bietets”
Welche Konſequenzen der Präſident für ſich daraus
ziehen wird und ob das hohe Haus aus dieſen
wieder=
holten, ſeiner unwürdigen Vorkommniſſen die
An=
regung zu einem bezüglichen Beſchluß entnehmen wird,
iſt mir unbekannt und mir ſteht nicht das Recht zu,
danach zu fragen. Mein Recht dagegen als einzelner
Abgeordneter und meine Pflicht als Mitglied einer
ſtaatserhaltenden Partei gebieten mir, aus dieſen
immer wiederholten Ereigniſſen diejenigen
Folgerun=
gen zu ziehen, die mir mein Ehrgefühl und Gewiſſen
vorſchreiben, als einem Manne, der ſich durch eine dem
ganzen preußiſchen Parlament angetane
Beſchimpfung mit verletzt fühlt und ſich für etwaige
Wiederholungen nicht mit verantwortlich machen laſſen
will. Ich erkläre hiernach, daß, wenn das hohe Haus
bis zum Abſchluſſe der Wahlrechtsverhandlungen nicht
dazu übergegangen ſein ſollte, Beſtimmungen der
Ge=
ſchäftsordnung zu treffen, welche geeignet ſind, ſeine
Würde wirkſam zu wahren, ſolche Ausſchreitungen zu
verhüten, die Ordnung des Hauſes gegen Uebergriffe
einzelner zu ſichern und dem amtierenden Präſidenten
eine genügende Stütze für die erfolgreiche
Geſchäfts=
führung zu bieten — wenn dies alles nicht der Fall iſt,
ſo lege ich mein Mandat in die Hände meiner Wähler
zurück.
Wellſtein (Ztr.): Namens des Zentrums erkläre
ich folgendes: Die Zentrumsfraktion
verur=
teilt aufs ſchärfſte die Exzeſſe, deren ſich in der geſtrigen
Sitzung Mitglieder der ſozialdemokratiſchen Fraktion
ſchuldig gemacht haben. Wir bedauern, daß die beſtehende
Geſchäftsordnung es dem Präſidenten nicht ermöglicht,
ſolchen groben Verſtößen gegen Sitte und Ordnung
wirkſam entgegenzutreten. Das Zentrum iſt bereit, in
Verhandlungen einzutreten, daß nach dieſer Richtung
die Präſidialgewalt vermehrt wird. Es
dürfen aber auch die parlamentariſchen Rechte einer
Minderheit dadurch nicht beeinflußt werden.
Haarmann=Altena (natl.): Die geſtrigen
Vor=
gänge haben meine politiſchen Freunde, ſoweit ſie
an=
weſend waren, aufs höchſte indigniert. Ich kkann auch
ſagen, daß meine übrigen politiſchen Freunde, nachdem
ſie von dem Vorgefallenen Kenntnis genommen haben,
dieſelbe Empfindung gehabt haben. „ Dieſe Vorgänge
gipfelten in einer Verhöhnung, des
Eiſenbahn=
miniſters und des Präſidenten. Auch wir ſind der
Meinung, daß zunächſt, wie der Präſident bereits
ange=
ordnet hat, die Zwiſchenrufe wieder in den
ſtenographi=
ſchen Bericht aufgenommen werden müßten, daß ſie
feſtgenagelt werden müßten, damit derartige Vorgänge
eine ſichere Baſis haben, von der aus man dagegen
opponieren kann. Ich bin beauftragt, im Namen
meiner politiſchen Freunde zu erklären, daß wir uns
trotz aller dieſer Dinge hüten wollen, ab irato
vorzu=
gehen und aus dem Augenblick heraus zu handeln.
Aber daß etwasgeſchehen muß, darüber ſind auch
wir mit Ihnen allen einig. Wir wollen den Bericht der
Geſchäftsordnungskommiſſion abwarten und unſere
Entſchließungen auf Grund dieſes Berichts geſtalten
und dabei auch die geſtrigen Vorgänge nach Gebühr
nachprüfen.
Im Verlaufe der Debatte ſuchte Stroebel (Soz.),
unterſtützt von ſeinen Freunden Borgmann und
Hoffmann, den geſtrigen Zwiſchenfall als harmlos
darzuſtellen, wobei er ſich einen neuen Ordnungsruf
zuzog. Für die Fortſchrittliche Volkspartei ſprachen
Funck und Fiſchbeck. Erſterer erklärte: Wir
be=
halten uns unſere Stellungnahme vor. Wir betrachten
es aber als ſelbſtverſtändlich, daß die Rechte der
Minder=
heit gewahrt werden müſſen. Ich bin autoriſiert,
aus=
zuſprechen, daß wir ebenfalls die Vorgänge von geſtern
mißbilligen müſſen, daß wir, einerlei von welcher
Seite, einen derartigen Ton nicht in die Debatte
ge=
tragen wiſſen wollen. Es gibt auch noch ungeſchriebene
Paragraphen der Geſchäftsordnung, und dieſe liegen
auf dem Gebiete des Taktes und der
Selbſt=
disziplin. Wir bedauern die geſtrigen Vorgänge
um ſo mehr, weil die betreffenden Herren damit die
ge=
meinſame Zuſammenarbeit aufs äußerſte erſchweren.
Man beſchloß, die ſtenographiſchen Berichte über die
beiden Sitzungen der
Geſchäftsordnungskom=
miſſion zu überweiſen,
Rooſevelt auf Reiſen.
* Expräſident Rooſevelt, der auf ſeiner Reiſe überall
wie eine hohe politiſche Perſönlichkeit empfangen und
be=
handelt wird, wurde bei ſeiner Ankunft in Wien vom
Kaiſer empfangen. Sodann ſtattete er dem Grafen
Aehrenthal einen Beſuch ab, der 1½ Stunde währte.
Von dem Kaiſer wurde Rooſevelt an der Tür des
kaiſer=
lichen Arbeitszimmers erwartet und mit herzlichem
Hände=
druck willkommen geheißen. Der Kaiſer und Rooſevelt
blieben in angelegentlichem Geſpräch länger als eine halbe
Stunde beiſammen. Beim Verlaſſen der Hofburg wurde
Rooſevelt von dem zahlreichen Publikum, welches ſich
angeſammelt hatte, herzlich begrüßt. Dem Diner zu Ehren
Rooſevelts beim Miniſter des Aeußern Freiherrn von
Aehrenthal wohnten u. a. der amerikaniſche Botſchafter mit
ſeiner Gemahlin, Miniſterpräſident Freiherr von Bienerth
mit Gemahlin und Kriegsminiſter von Schönaich bei.
Am Donnerstag, den 21. April, abends 8 Uhr, trifft
Rooſevelt, von Peſt kommend, in Paris ein und wird am
Bahnhofe mit den größten Ehren empfangen werden.
Unter anderen werden zugegen ſein der amerikaniſche
Bot=
ſchafter in Paris Bacon und der franzöſiſche Botſchafter in
Waſhington, der eigens zu dieſem Zweck nach Paris
kommt. Am Tage nach der Ankunft wird Rooſevelt einem
großen Diner in der Präſidentſchaft beiwohnen, zu dem
auch der frühere Präſident Loubet und ſämtliche Miniſter
geladen worden ſind. Am 23. hält Rooſevelt einen
Vor=
trag in der Sorbonne über die Pflichten eines Bürgers
einer Republik. Dieſen Vortrag widmet Rooſevelt ſpeziell
den Studenten. Die Ernennung Rooſevelts zum
Mit=
gliede der Akademie der Wiſſenſchaft ſteht zu erwarten.
Wie mitgeteilt wird, wird der ehemalige Präſident
die erſten Tage ſeines Aufenthaltes in Berlin
als Gaſt des Kaiſers im Königlichen Schloſſe an der
Spree verbringen. Hierzu ſchreibt man uns: Amerikaniſche
Blätter ſchließen daraus, daß der Kaiſer Herrn
Rooſe=
velt „mit allen Ehren eines gekrönten Hauptes”
aufneh=
men würde. Das iſt natürlich nicht richtig. Herr
Rooſe=
velt iſt gegenwärtig nur ein Privatmann und die
Hof=
etikette muß dieſen Umſtand berückſichtigen. Allerdings
wird dem ehemaligen Präſidenten gegenüber ein gewiſſes
Zeremoniell angewendet werden, das mehr auf das
ehemalige Staatsoberhaupt als auf den Privatmann
zu=
geſchnitten ſein wird. Mit ſolchem Zeremoniell iſt Herr
Rooſevelt bereits in Italien durch den König Viktor
Ema=
nuel und durch den Kaiſer Franz Joſef in Wien
empfan=
gen worden. Obwohl endgültige Beſtimmungen für den
Beſuch des Herrn Rooſevelt in Berlin zur Stunde noch
nicht getroffen ſind, darf man annehmen, daß der Kaiſer
einige Perſonen ſeines engeren Hofſtaates beauftragen
wird, Herrn Rooſevelt ihre beſonderen Dienſte während
ſeiner Anweſenheit im Berliner Schloſſe zu widmen, ohne
daß eine offizielle „Kommandierung zum Ehrendienſte‟
ſtattfindet. Mrs. Rooſevelt wird mit ihrem Gatten im
Königlichen Schloſſe, ihre Tochter, Miß Ethel Rooſevelt,
dagegen in der amerikaniſchen Botſchaft als Gaſt von Mr.
und Mrs. Hill wohnen.
Deutſches Reich.
Der Geſetzentwurf betreffend die
Schiffahrtsabgaben wird, wie die „Voſſ. Ztg.”
erfährt, in dieſem Tagungsabſchnitt, d. h. vor der
Som=
merpauſe, vom Reichstage nicht mehr verabſchiedet
wer=
den. Der Bundesrat hatte vertraulich den Wunſch
aus=
ſprechen laſſen, der Reichstag möge die Vorlage noch vor
den Ferien, alſo bis Himmelfahrt, erledigen, der
Senioren=
konvent hat aber bereits erklärt, daß dies nicht mehr
mög=
lich ſein werde, zumal die Vorlage noch gar nicht in den
Händen des Reichstags ſich befindet. Wie aus
Bundes=
ratskreiſen verſichert wird, iſt nunmehr eine Einigung
zwiſchen der preußiſchen, ſächſiſchen, heſſiſchen und
badi=
ſchen Regierung zuſtande gekommen und der Bundesrat
will nun alsbald zur förmlichen Beſchlußfaſſung ſchreiten
und dann die Vorlage dem Reichstage zugehen laſſen. Im
Reichstag denkt aber niemand daran, die Sache übers Knie
zu brechen, namentlich da der Bundesrat ſelbſt ſich reichlich
Zeit gelaſſen hat mit ſeinen Beratungen. Die Vorlage
wird im Reichstage höchſtens zur erſten Leſung kommen
und dann an einen Ausſchuß verwieſen werden, der erſt
im Herbſt ſeine Arbeit beginnen wird.
Die Wahlprüfungskommiſſion des
Reichstags hat, wie mitgeteilt, die Wahl des Abg.
Henning (konſ.), Wahlkreis 10, Frankfurt a. d. Oder,
für ungültig erklärt. Henning war bei den Hauptwahlen
im Jahre 1907 im erſten Wahlgang mit 15346 Stimmen
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April 1910.
Nummer 89.
gewählt. Der ſozialdemokratiſche Kandidat erhielt 9059,
der freiſinnige 5296, der polniſche 574.
Die Arbeitskammerkommiſſion des
Reichstages nahm die Paragraphen 9 und 10 in einer
Faſſung an, welche auch die Wählbarkeit der Frauen
zu=
läßt. Die Zahl der Mitglieder der Arbeitskammer wurde
auf mindeſtens zwanzig feſtgeſetzt. In § 11 wird das
Wahlalter auf 21 Jahre, das Alter für die Wählbarkeit
auf 25 Jahre herabgeſetzt. Trotzdem von der Regierung
die Erklärung abgegeben wurde, daran könne das Geſetz
ſcheitern, wurde mit allen gegen 6 Stimmen beſchloſſen:
Außerdem ſind wählbar ſolche Perſonen, die wenigſtens
8 Jahre hindurch den Gewerbezweigen, für welche
Ar=
beitskammern errichtet ſind, als Arbeitgeber oder Arbeiter
angehört haben. Ferner ſind Arbeitgeber auch ſolche
Per=
ſonen, die mindeſtens 1 Jahr als Vorſitzende oder Beamte
beruflicher Organiſationen der Arbeitgeber derjenigen
Ge=
werbezweige tätig ſind, für welche Arbeitskammern
er=
richtet ſind und die im Bezirk der zuſtändigen
Arbeitskam=
mern wohnen. Die Zahl der hier genannten Perſonen
darf in jeder Kammer nicht mehr als je ein Viertel der
Vertreter der Arbeitgeber und Arbeiter überſteigen. Die
folgenden Paragraphen werden unverändert gelaſſen. In
§ 31, der die Sitzungen der Kammer geheim haben wollte,
wurde bedingte Oeffentlichkeit zugelaſſen.
Zu dem Ergebnis der
Reichstagserſatz=
wahl in Oletzko=Lyck=Johannisburg ſchreibt
die „Kreuzzeitung”:
Wir können nicht leugnen, daß uns dieſer Verluſt tief
ſchmerzt; aber wir müſſen zugleich ſagen, daß in jenem
oſt=
preußiſchen Wahlkreiſe nicht der Liberalismus den
Kon=
ſervatismus beſiegt hat, ſondern daß hier die ſkrupelloſeſte
Demagogie und der größere Geldbeutel über
alteingewur=
zelte Läſſigkeit, die ſich durch eine kurze, wenn auch
flei=
ßige Agitation nicht wettmachen läßt, und über einen
gewiſſen Mangel an Opferwilligkeit, der leider in den
konſervativen Reihen vielfach noch herrſcht, triumphiert
haben. Tatſache iſt es vor allen Dingen, daß die
konſer=
vativen Wahltechniker den amerikaniſchen Kampfmitteln,
die die Nationalliberalen — und ſie bis jetzt von allen
bürgerlichen Parteien allein — nun in den
Reichstags=
wahlkampf eingeführt haben, nicht gewachſen ſind.
Eine Erklärung für die beiſpielloſe Niederlage der
Konſervativen iſt dies nicht, es iſt nur ein Troſt.
— Ueber die finanzielle Lage der
preußi=
ſchen Staatsbahnen gab Miniſter v.
Breiten=
bach in der Sitzung des Abgeordnetenhauſes folgende
Er=
klärung ab: Meine Angaben in zweiter Leſung über die
finanzielle Lage der Staatsbahnen im Jahre 1908 will ich
durch folgendes ergänzen: Der nunmehr vorliegende
Ab=
ſchluß für März iſt in ſeinen Ergebniſſen geradezu
überraſchend. Wir haben im März eine
Mehrein=
nahme von 17,1 Millionen Mark erzielt. Davon
ent=
fallen auf den Perſonenverkehr 11,3 Millionen, d. h. eine
Steigerung von 29,9 Prozent und auf den Güterverkehr
3,8 Millionen. Für den Oſterverkehr haben wir ſtatt der
geſchätzten Mehreinnahmen von 3 Millionen einen
Mehr=
betrag von 11,3 Millionen erzielt. Auch die Ergebniſſe des
Güterverkehrs ſind günſtig, weil zwei Arbeitstage gegen
das Vorjahr fehlten. Nunmehr ſteigern ſich die
Geſamteinnahmen, die ich neulich auf 2 Milliarden
15 Millionen bezifferte, auf 2 Milliarden 29 Millionen, ſo
daß nur noch 4 Millionen an der Etatsveranſchlagung für
1910 fehlen. Wir erreichen damit, daß der
Betriebskoef=
fizient auf 69,74 Prozent ſinkt und daß der
Reinüber=
ſchuß, den ich neulich auf 149 Millionen veranſchlagte,
auf 163 Millionen ſteigt. Er iſt alſo um 11 Millionen
höher als der Reinüberſchuß, den wir für 1910 veranſchlagt
haben. Der Betriebsüberſchuß wird um 129 Millionen
größer ſein als 1908 und um 82 Millionen größer als im
Etat für 1909. Der wirklich erzielte Reinüberſchuß von
1909 ſteigt über den veranſchlagten auf das Doppelte. Das
Ergebnis iſt ſehr erfreulich, ſo daß man daraus
Hoff=
nungen für das kommende Jahr gründen darf. Es wird
ſich aber empfehlen, nicht zu optimiſtiſch zu ſein, einmal
weil wir die Verkehrsentwicklung nicht überblicken können,
und dann, weil ja die ganze wirtſchaftliche Entwicklung
möglicherweiſe eine Störung, eine Erſchütterung durch die
Streitigkeiten im Baugewerbe erfährt.
— Wie den „Münch. N. Nachr.” aus Straßburg
gemel=
det wird, hat die Kommiſſion des Landesausſchuſ=
ſes für Elſaß=Lothringen über das
Lotterie=
geſetz beraten. Die Ausſichten auf Annahme der
Vor=
lage ſeien gebeſſert, da Preußen ſein Angebot auf 550000
Mark erhöht habe. Eine zweite Offerte eines Konſortiums,
die von der Elſäſſiſchen Bank unterſtützt wird, ſieht die
Gründung einer eigenen elſaß=lothringiſchen
Landeslot=
terie vor.
— Bei den Landtagswahlen in Sachſen=
Altenburg wurden gewählt: 7 Sozialdemokraten
(früher 5), 3 Nationalliberale, 20 Konſervative und Bund
der Landwirte, 2 Freiſinnige (früher 1).
Ausland.
— Das öſterreichiſche Abgeordnetenhaus beendete die
erſte Leſung der Anleihevorlage, die nunmehr dem
Bud=
getausſchuß überwieſen wird. Das Haus begann hierauf
die erſte Leſung der Dienſtpragmatik.
— An den großen Marinemanövern in
Frankreich, die am 15. Mai beginnen und mindeſtens 14
Tage dauern ſollen, werden zwölf Schlachtſchiffe, acht
Pan=
zerkreuzer, 24 Torpedobootszerſtörer, ſowie mehrere
Ab=
teilungen von Torpedobooten und Unterſeebooten
teil=
nehmen. Als Sammelpunkt wird Mers=El=Kebir an der
algeriſchen Küſte dienen. Die Koſten für den
Kohlen=
verbrauch allein ſind auf über eine Million veranſchlagt.
— Die Wahlen für die zu erneuernde Hälfte der
belgiſchen Kammer ſind durch königlichen Erlaß auf den
22. Mai feſtgeſetzt.
In geſchloſſener Sitzung der ruſſiſchen Duma wurde
das Rekrutenkontingent entſprechend dem vorjährigen in
Höhe von 456 635 Mann angenommen. Der Gehilfe des
Kriegsminiſters erklärte, die Regierung beabſichtige auf
dem Wege der Geſetzgebung Veränderungen in der
Wehr=
ordnung durchzuführen. Ins Auge gefaßt ſei u. a. die
Abſchaffung der zweiten Klaſſe der Freiwilligen und die
Erhöhung der Dienſtzeit der Freiwilligen erſter Klaſſe auf
zwei Jahre, mit der Maßgabe, daß die Freiwilligen nach
Abſolvierung des Offizierexamen die übrige Zeit als
Offiziere abdienen. Ferner iſt bereits eine
Geſetzesvor=
lage über eine neue Landſturmordnung
einge=
bracht. Das Miniſterium beabſichtigt, wie der Gehilfe
des Miniſters mitteilte, die Zahl der in der Armee
ver=
bleibenden ausgedienten Unteroffiziere zu erhöhen und
zwar bereits vom nächſten Jahre ab. Eine von der
extre=
men Rechten eingebrachte Reſolution, wonach die Juden
zum Militärdienſt nicht zugelaſſen werden ſollen, wurde
gegen die Nationaliſten und extreme Rechte abgelehnt.
Da=
gegen wurde ein Antrag der
Landesverteidigungskommiſ=
ſion angenommen, demzufolge Ausländer im
Armour=
gebiet und in Transbaikalien zu Lieferungen für die Krone
und zu Kriegsarbeiten nur in Ausnahmefällen nach vom
Miniſterrat erteilter Zuſtimmung zugelaſſen werden ſollen.
— Kaiſertage in Homburg. Der Aufenthalt
des Kaiſerpaares und der Prinzeſſin Viktoria Luiſe in
Homburg v. d. H. war bisher vom herrlichſten Wetter
be=
günſtigt und hat dem Taunusbade eine viel größere
An=
zahl von Kurgäſten zugeführt, als ſonſt um dieſe Zeit des
Jahres ſich einzuſtellen pflegen. Die Lebensweiſe, welche
die kaiſerliche Familie führt, iſt ſehr regelmäßig und
ein=
fach. Schon um ſieben Uhr morgens kann man den
Kai=
ſer, von einigen Adjutanten begleitet, nach dem Walde
reiten ſehen. Die Kaiſerin trinkt nicht viel ſpäter im
Königlichen Schloß den „Landgrafen=Brunnen” der ihr
ſchon in früheren Jahren gut bekam, und unternimmt dann
pflichtgemäß in den Alleen und Wegen des Schloßparkes
die vorgeſchriebene Brunnenpromenade. Die Mittagstafel
findet oft bereits um zwölf Uhr ſtatt; Einladungen zu ihr
ergehen nur in kleiner Zahl. Am Nachmittag werden
meiſt Ausflüge in die Umgebung unternommen. Die
politiſche Lage iſt augenblicklich glücklicherweiſe ſo
ruhig, daß der Kaiſer ſich dieſer Zeit der Erholung
unge=
ſtört hingeben kann. Die laufenden Staatsgeſchäfte
wer=
den ihm täglich durch den preußiſchen Geſandten in
Darm=
ſtadt Freiherrn von Jeniſch vorgetragen, der das
Binde=
glied zwiſchen dem Kaiſer und dem Reichskanzler bildet.
Die Kaiſerin beabſichtigt, wie man hört, mit der
Prin=
zeſſin bis Ende des Monats in Homburg zu bleiben, um
ihre Kur zu vollenden, während der Kaiſer, den bisherigen
Dispoſitionen zufolge, bereits am 23, April Homburg
wie=
der verlaſſen wird.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. April.
* Ernannt wurde der Kanzleigehilfe Adam
Roth=
aus Wald=Michelbach zum Miniſterialkanzliſten bei dem
Miniſterinm der Finanzen.
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen
ſind im Monat März l. J. 340 Rentengeſuche (320
In=
validen= und Krankenreutenanträge, ſowie 20
Alters=
rentenanträge) eingegangen. Unerledigt wurden
in=
den genannten Monat übernommen 349 Rentengeſuche
ſo daß 689 Geſuche in Bearbeitung ſtanden. Es fanden=
Erledigung: 267 durch Rentenbewilligung (243
Inva=
liden=, 9 Kranken= und 15 Altersrentengeſuche);
durch Ablehnung, weil unbegründet (34
Invaliden=
renten= und 3 Altersrentengeſuche), 13 durch andere
Weiſe — Zurücknahme uſw. — (12 Invaliden= und
Altersrentengeſuch), zuſammen 317, ſo daß 372 Geſuche
als nnerledigt auf den Monat April übernommen
wer=
den mußten. Ferner wurden im Monat März I. J.
231 Anträge auf Beitragserſtattung geſtellt, und zwar
181 infolge Heirat weiblicher Verſicherter (H.), 49
in=
folge Todes verſicherter Perſonen (T.) und 1 wegen
Be=
zuges von Unfallrente (U.). Unerledigt wurden in der
genannten Monat übernommen 93 Erſtattungsanträge
ſo daß zu bearbeiten waren 324 Geſuche. Bewilligtg
wurden 227 Anträge (191 H. und 36 T.), abgelehnt
wur=
den 18 Anträge (7 H., 9 T. und 2 U.). Unerledigt blieben
79 Erſtattungsanträge (53 H., 24 T., und 2 U.), die ag
den Monat April übernommen wurden. — In welchem
Umfange die Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen=
Heilverfahrenskoſten für ihre Verſicherten übernimmt,
ergibt ſich aus nachſtehenden Erläuterungen: Ende
März 1910 waren in den nachverzeichneten Anſtalten
verſicherte Perſonen untergebracht: 1. Ernſt Ludwig=
Heilſtätte bei Sandbach 112, 2. Eleonoren=Heilſtätte bei
Winterkaſten 54, 3. Göttmannſche Heilanſtalt bei=
Reichelsheim 40, 4. Dr. Liebes Lungenheilanſtalt in
Waldhof=Elgershauſen 4, 5. Kuranſtalt von Dr.
Schmitt=
in Lindenfels 15, 6. Konitzkyſtift in Bad Nauheim 21,
7. Ernſt Ludwig=Heilanſtalt von Dr. Loſſen hier 4,
8. Klinik von Dr. Grein in Offenbach —, 9. Verſchiedene
Anſtalten, wie Krankenhäuſer, Kliniken u. dergl. m. 20,
zuſammen 270.
Der Provinzialausſchuß der Provinz
Starken=
burg wird in der Sitzung am Freitag, den 22. April,
vormittags 9½ Uhr, folgende Tagesordnung erledigen:
1. Geſuch des Johann Philipp Trautmann zu
Reichels=
heim i. O. um Erlaubnis zum Betrieb einer Gaſtwirtſchaft.
2. Geſuch des Peter Buſalt zu Viernheim um Erlaubnis
zum Betriebe einer Gaſtwirtſchaft. 3. Geſuch des Artiſten
Karl Bauer dahier um Erteilung eines
Wandergewerbe=
ſcheins für das Jahr 1910. 4. Beanſtandung der
Bei=
geordnetenwahl zu Mühlheim.
— Odenwaldklub. Hinaus am Sonntag, den
24. April, als dem erſten Wandertage im Wanderjahre
1910/11, ihr Mitglieder und Freunde des Odenwaldklubs,
hinaus in die Berge, um Frühlingsleben im Herzen
heimzutragen! Auf der Station Gaimühle der
Oden=
waldbahn beginnt die Wanderfahrt. Auf ſchönem
Wald=
weg geht es allmählich anſteigend nach Katzenbach. Schon
auf dem Wege dahin bieten ſich entzückende
Landſchafts=
bilder dar. Herrlich iſt der Blick auf die
gegenüberliegen=
den Höhen und in die Tiefe des ſie begleitenden Tales.
Auf dem Katzenbuckel (628 Meter) halten die
Wanders=
leute Umſchau über die Lande rings zu ihren Füßen,=
Hinab lenken ſie dann ihre Schritte dem Neckartale zus
Bald umfängt ſie der Zauber der wildromantiſchen
Wolfsſchlucht, einem Edelſtein in des Odenwaldes
Schön=
heiten Krone. Wild toſend grüßen in ihr des
Gebirgs=
bachs Waſſer, jäh über ſchroffe Felſen ſtürzend, die
Wanderer. Unvermittelt taucht dann das
epheuum=
rankte Schloß Zwingenberg vor ihren Augen auf, hoch
über den ſchäumenden Fluten des Neckars gelegen. Und
mit Wohlbehagen ſchweift der Blick von der Terraſſe
des Schloſſes über die lieblichen Gefilde des Neckartales.
In ihm ziehen dann die Wanderer durch Zwingenberg
hindurch und über die Minneburg hinauf gegen
Neckar=
gerach, dem Endziel der Wanderung. Gemütliche
5 Stunden Fußmarſch ſind es nur, die zu bewältigen
ſind. Keine ſteilen Höhen müſſen erſtiegen, keine tiefen
Täler durchſchritten werden: ein gemächliches Wandern
wird es ſein, wie geſchaffen auch für ſolche, die des
Wanderns nicht ſo gewohnt und nicht ſo oft mit dem
Ruckſack auf dem Rücken die Lande durchſtreifen.
Ausgeſetzte Belohnung. Bekanntlich iſt am 8.
April d. J., kurz nach 8 Uhr abends, der
Kunſtſtein=
fabrikant Heinrich Ewinger in Nauheim bei Groß=
Gerau, während er auf ſeinem parterre gelegenen
Kontor ſaß, durch einen durch das Fenſter hindurch
abgegebenen Schuß aus einer wahrſcheinlich 9
kalibri=
gen Waffe, vermutlich einem Flobert oder Revolver,
lebensgefährlich verletzt worden. Der Tat
dringend verdächtig erſcheint der Kunſtſteinfabrikant
Mathäus Klein in Nauheim, geboren zu Ginsheim
am 13. November 1861. Klein leugnet. Bisher iſt der
Nachweis nicht gelungen, daß Klein im Beſitze einer
Schußwaffe geweſen iſt. Dagegen wurden bei
Entleer=
ung der Abtrittsgrube des Kleinſchen Anweſens
vor=
gefunden: 1. eine Revolverkugelpatrone (9 Milli=
Frühlingsbrief aus dem deutſchen Nizza.
Wiesbaden, Anfang April.
Wenn die Laternenpfähle im Kurgarten den
friſch=
grünen Anſtrich bekommen und die Promenadenwege
die neue Kiesaufſchüttung zeigen, dann iſt es in
Wies=
baden Frühling, ganz beſtimmt und offiziell. Man
wartet nicht erſt ab, bis endlich der lachende Knabe
Lenz von den bewaldeten Taunusbergen in unſer
fried=
liches Tal ſteigt, alles mit der Fülle der Wunder
über=
ſchüttend. Bis die uralte Melodie im Finkenſchlag und
Käfergeſumme erklingt, reicht die Geduld hier nicht
aaus. Der Raſen= und Blumenteppich unſerer Villen=
und Gartenſtadt iſt ſchon vorbereitet; die Gärtner
haben wieder ein bischen „Schöpfungsgeſchichte” hinter
ſich, ſie finden ihre Arbeit „gut” es geht ihnen wie dem
lieben Gott. Die Frühlingsouvertüre hebt machtvoll
an, zuerſt auf der Wilhelmſtraße, deren Luft wieder nur
aus Staub und Parfüm zu beſtehen ſcheint. Sie iſt die
eigentliche Stätte des Flirtens und Flanierens, die
Läſterallee par excellence. Man trifft auch wieder all
die ſchönen Frauen, die der Lenz nach Wiesbaden lockt,
und auch die alten verdienten Männer, die ihr otium
cum dignitate hier im „Penſionopolis” genießen.
Doch das eigentliche Kurleben entfaltet ſich in
die=
ſſen frühen Lenztagen vorerſt nur am Kochbrunnen.
Da wird jetzt ſchon bei gutem Konzert das heilkräftige
Waſſer geſchlürft, das übrigens noch wertvoller und
koſtbarer geworden. Nicht für die Kranken, wohl aber
für die Beſitzerin der Quelle, für die Stadt. Die
er=
höhten Abonnementskarten, der verteuerte Preis für
gedes Glas Waſſer, das verabfolgt wird, ſollen gegen
früher ein Mehr von 30000 Mark einbringen. Das
Gute an der Sache iſt, daß das Publikum über die
Steigerung der Preiſe nicht murrt, vielmehr es ganz
nn der Ordnung findet, daß die Stadt aus ihrer
be=
rühmten Heilquelle möglichſt viel Vorteil zu ziehen
wünſcht. Somit genießen jetzt auch die, denen der
Koch=
brunnen nicht ärztlich verordnet iſt, ſeine Wohltaten,
die Allgemeinheit erhält eben einen größeren Anteil an
dem Erträgnis, das früher unglaublicherweiſe
jahr=
zehntelang dem Stadtſäckel entging.
Weniger beliebt iſt als Neuheit der Saiſon die
Kurtaxe die man jetzt eingeführt hat, um das
er=
hebliche Defizit der Stadt zu decken. Für die Fremden
macht man ja die teueren Aufwendungen als Kurort,
die ſollen’s drum auch bezahlen. Und ſie müſſen bluten;
ſeit dem 1. März, dem Einführungstage der Taxe, ſind
bereits 45000 Mark eingegangen. Baden=Baden, der
gefährlichſte Konkurrent, hat nun auch dieſe Taxe, alſo
hat Wiesbaden nichts zu befürchten.
Dagegen muß Baden=Baden ſeine Anſtrengungen
verdoppeln, denn unſere Rennbahn iſt fertig; die
„große Wiesbadener Woche” ſoll fortan die
internatio=
nale Sportwelt hierher locken. An Gelegenheit zu
ſportlicher Betätigung hat es bisher hier
merkwürdi=
gerweiſe ſehr gefehlt. Golf= und Poloſpiele zum
Bei=
ſpiel konnten wegen Mangels geeigneter Bahnen nicht
abgehalten werden. Auf der neuen Rennbahn ſind nun
auch derartige Plätze vorgeſehen, und die Sportfreunde
und=Fexe brauchen Wiesbaden nicht mehr zu meiden.
Man hält die Ausſichten für roſig, und man hegt
Hoff=
nungen zentnerſchwer!
Schon 23000 Fremde verzeichnet „für die erſten
zwölf Wochen des Jahres die offizielle Liſte der
Kur=
gäſte. Eine ſtattliche Frequenzziffer, die hoffen läßt,
daß der Rekord des Vorjahres, der mit 200000 Frem=
den Wiesbaden zum beſuchteſten deutſchen Bade machte,
noch überboten wird. Freilich, den hieſigen Hoteliers
mit den verwöhnten Anſprüchen bereitet dieſe Zahl noch
Feine beſondere Freude; ſie klagen über ſchlechte
Zei=
ten, und wenn man Einſicht gewinnt in die
Geheim=
niſſe manch eines dieſer Betriebe, muß man ſich in der
Tat zum ausgeſprochenſten Peſſimismus bekennen. Als
Hauptübel an dem miſerablen Geſchäft wird von
hie=
ſigen Hoteliers frank und frei der übertriebene Luaus
bezeichnet, den ſie in ihren Häuſern entfalten müſſen,
weil die ſpekulativſten und beſtfundierten ihres
Standes ſelbſt leichtſinnig genug waren, das Publikum
zu dieſen grenzenloſen Anſprüchen inbezug auf
Be=
quemlichkeit und Luxus zu erziehen. Ob freilich
Wies=
baden mit ſeinem ausgeſprochenen Charakter als
in=
ternationales Luxusbad jetzt noch zu größerer
Einfach=
heit zurückkehren kann, iſt ſehr die Frage.
Luxusbad! In der Tat, aber es hieße arg ungerecht
ſein, wollte man Wiesbadens Luxus ſeinen Naturreizen
voranſtellen. Zum Lieblingsaufenthalt iſt der
Nero=
berg geworden. Die Abende dort oben ſind wundervoll
kühl und erfriſchend. Wie prächtig die Ausſicht über die
tief unten liegende Stadt hinüber zum ſchwarzen
Wald, der langgeſtreckt am Horizont in der
Frühlings=
nacht träumt. Und auf der anderen Seite ſchlängelt
ſich der Rhein durch die Felder im Mondenſchein wie
ein ſilbernes Band. Da überſpannt ihn die Brücke bei
Mainz, da erhebt ſich in der Ferne der maſſive Turm
des ehrwürdigen Mainzer Domes und dort liegt, dem
Auge ſchon ſchwerer erreichbar, die heſſiſche Reſidenz.
Leiſe tönen die Abendglocken in das feierliche, tiefe
Schweigen
Stunden reinen Genuſſes im
Früh=
lingswehen.
W. Müller=Waldenburg.
Nummer 89,
meter), 2. drei Flohertſchrotpatronen (9 Millimeter)
3. zwei Flobertkugelpatronen (9 Millimeter), I. der
Abzugsbügel eines Flobertgewehres. Dieſe.
Gegen=
ſtände ſind nach ihrer Beſchaffenheit kurz vorher in
die Jauchegrube geworfen worden, und es darf
hier=
aus der Schluß gezogen werden, daß Klein im Beſitze
einer Schußwaffe geweſen iſt, dieſe aber vernichtet und
die einzelnen Teile beiſeite geſchafft hat. Das Großh.
Miniſterium der Juſtiz hat eine Belohnung von
200 Mark für denjenigen ansgeſetzt, der Tatſachen
anzugeben weiß, die zur Ueberführung des Täters
dienen. Hierzu würde z. B. in erſter Linie der
Nach=
weis dienen, ob Klein oder eines ſeiner
Familien=
angehörigen eine Schußwaffe beſeſſen, eine ſolche ge.
kauft oder ſich ſonſt verſchafft hat.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
der vergangenen Woche: Butter ½ Kg. 1,35 M., in
Par=
tien 1,30 M., Eier 6—8 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20 Pf.,
Handkäſe 4—10 Pf., vorj. Kartoffeln Zentner 3—4 M.,
Kumpf (10 Liter) 50—60 Pf., ½ Kg. 3—5 Pf., vorjährige
Aepfel ½ Kg. 12—25 Pf., Zitronen 4—6 Pf., Apfelſinen
5—8 Pf. Salat, Gemüſe: Kopfſalat 10—15 Pf.,
Körb=
chen Lattich 10 Pf., Bündel Radieschen 5 Pf., Bündel
Rettiche 3—5 Pf., Meerrettich 20—30 Pf., Rhabarber
* Kg. 25 Pf., Roterüben, Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf.,
Para=
diesäpfel ½ Kg. 60 Pf., neue Schälgurken, neuer Wirſing
50 Pf., Grünkohl 4—5 Pf., Kohlrabi 10 Pf., Blumenkohl
70—80 Pf., Rotkraut 35—50 Pf., Weißkraut 20 Pf., Bündel
Römiſchkohl 3 Pf., Bündel Schnittlauch u. dgl. 2 Pf.,
Roſenkohl ½ Kg. 30 Pf., Gelberüben ½ Kg. 8 Pf.,
Spinat ½ Kg. 15 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 35 Pf.,
Spargeln ½ Kg. 1,40—1,50 Pf.; Wildbret,
Ge=
flügel u. dgl.: Zicklein 2—4 M., Enten 4—6 M., Hahnen
und Hühner bis 2,50 M., Tauben 60—70 Pf., Lapins
1 M.; Fiſche ½ Kg.: Hecht, Aal 1 M., andere
Rhein=
fiſche 40 Pf., Rotzungen 50 Pf., Kabeljau, Seehecht 35 Pf.,
große Schellfiſche 30 Pf., kleine 20 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 56 Pf., Hackfleiſch 60 Pf.,
Rindsfett 50 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.
Offenbach, 16. April. Der
Ortsgeſundheits=
rat beſchäftigte ſich in ſeiner geſtrigen Sitzung mit der
Frage, ob der Einbau von Rückſtauventilen in die
Hausanſchlüſſe der ſtädtiſchen Kanaliſation aus
hygieni=
ſchen Gründen zu fordern ſei. Nach eingehender Beratung
wurde beſchloſſen, daß für ſolche Kellerräume und
Hof=
reiten, bei denen infolge ihrer tiefen Lage die Gefahr einer
Ueberflutung durch Rückſtauung nicht ausgeſchloſſen iſt,
entſprechende Vorkehrungen zu treffen ſeien. Die
Entſchei=
dung über die Frage, ob dies durch Rückſtauventile oder
andere techniſche Vorrichtungen zu geſchehen habe, will der
Geſundheitsrat den Technikern überlaſſen.
Klein=Krotzenburg, 16. April. Ein ſchwerer
Un=
glücksfall ereignete ſich auf dem Braunkohlenbergwerk
Gewerkſchaft „Guſtav” Auf einer Baggermaſchine
waren nämlich mehrere Arbeiter mit der Reinigung
eines Calcium=Karbid=Behälters beſchäftigt, als
plötz=
lich aus einer bis jetzt noch nicht genügend geklärten
Urſache eine Exploſion erfolgte, deren Wirkung
gräßlich war. Die Arbeiter Adolf Eichſtätt zu Kahl und
Joſeph Reiſert aus Groß=Welzheim wurden zur Seite
geſchleubert und ſchwer verletzt. Dem 30 Jahre alten
verheirateten Eichſtätt wurde der Schädel zertrümmert;
der= 19 Jahre alte Reiſert erlitt ſchwere
Kopfver=
letzungen, namentlich eine Beſchädigung des Auges.
Die Sanitätskolonne der Gewerkſchaft leiſtete im
Ver=
einsmit zwei Aerzten aus Seligenſtadt den
Verunglück=
ten die erſte Hilfe. Während Reiſert nach dem Hanauer
Krankenhauſe verbracht wurde, verblieb Eichſtätt, der
nicht transportfähig iſt, vorerſt auf dem Bergwerk.
Mainz, 16. April. Der Polizeibericht meldet:
Feſtgenommen wurde geſtern in einem hieſigen
Hotel ein in Nizza wohnender Kaufmann, der im
vorigen Jahre einen Wiesbadener Gaſthausbeſitzer um
eine größere Summe betrogen hatte. — Wie das „Tgbl.”
hierzu erfährt, handelt es ſich um den Kaufmann Karl
Gröber aus Nizza, der im vorigen Jahre einen
Hotelier in Wiesbaden mit einer bedeutenden Summe
hineinlegte. Als gegen Gröber Anzeige erſtattet wurde,
verſchwand er von der Bildfläche. Geſtern erfuhr nun
der Wiesbadener Hotelier, daß man Gröber hier in
Mainz geſehen hatte. Er kam ſofort hierher und
er=
mittelte, daß Gröber hier in einem Hotel wohnte. Mit
Hilfe eines Schutzmanues veranlaßte er darauf die
Verhaftung Gröbers, der ſofort nach Wiesbaden
ge=
bracht wurde.
Worms, 15. April. Nach Beendigung der geſtrigen
Theatervorſtellung verſammelten ſich die Mitwirkenden
und die Mitglieder des Verwaltungsrates im oberen
Säl=
chen des ſtädtiſchen Spiel= und Feſthauſes zu einer kleinen
Abſchiedsfeier nach Schluß der diesjährigen
Spiel=
zeit. Herr Bürgermeiſter Dr. Wevers hielt die
Be=
grüßungsanſprache (Herr Oberbürgermeiſter Köhler war
Vorträge.
— In dem Vortrags=Zyklus, den Herr
Rechts=
anwalt Dr. Hoffmann II. auf Veranlaſſung des
Allg. Deutſchen Frauenvereins über
Rechtsfragen des täglichen Lebens hält,
behandelte der zweite Vortrag zwei wichtige
Rechts=
gebiete des praktiſchen Lebens: Miete und
Dienſt=
vertrag. Bei der Miete iſt der Vermieter
ver=
pflichtet, die Wohnung des Mieters in
gebrauchsfähi=
gem Zuſtande zu übergeben und während der
Miet=
zeit in ſolchem Zuſtande zu erhalten; der Vermieter
iſt daher verpflichtet, die Wohnung nach angemeſſener
Zeit neu tapezieren und weißen zu laſſen.
Ueber=
mäßige Abnützungen der Wohnung fallen dagegen dem
Mieter zur Laſt. Zur Sicherung für Bezahlung des
Mietzinſes hat der Vermieter kraft Geſetzes ein
Pfandrecht an den eingebrachten Sachen des Mieters.
Das Pfandrecht beſteht jedoch nur inſoweit, als die
Möbel freies Eigentum des Mieters ſind; es iſt
illu=
ſoriſch, wenn die Möbel auf Abzahlung gekauft ſind
und der Möbellieferant noch Eigentumsvorbehalt hat.
Will ſich der Vermieter vor Verluſten ſichern, ſo empfiehlt
ſich der Abſchluß eines ſchriftlichen Mietvertrags,
der von dem Mieter und ſeiner Ehefrau zu
unter=
zeichnen iſt und in dem die Mieter die Erklärung
ab=
geben, ob die Möbel ihr freies Eigentum ſind.
Unter den rechtlichen Begriff des Dienſtvertrags
fallen nicht nur die Verhältniſſe der Dienſtboten und
Arbeiter, ſondern auch der Erzieherinnen,
Privat=
lehrer, Aerzte und Künſtler. Die Beſtimmungen des
Bürgerlichen Geſetzbuches ſuchen den Anſprüchen der
Arbeitgeber und der Angeſtellten in gleichem Maße
gerecht zu werden. Durch private Verträge werden
jedoch die Rechte der Angeſtellten vielfach verkürzt.
Namentlich die Theaterverträge beſchränken
die Rechte der Angeſtellten in ſolchem Maße, wie es
mit dem ſozialen Empfinden der Gegenwart nicht mehr
zu vereinigen iſt. Herr Dr. Hoffmann legte dies an
der Hand des an dem Hoftheater geltenden
Vertrags=
fformulars des Deutſchen Bühnenvereins eingehend
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April 1910₰
am Erſcheinen verhindert), in der er daran erinnerte, daß
es jetzt 21 Jahre ſeien, ſeit die Darmſtädter
Hof=
bühne nach Worms kommt, die uns während dieſer
langen Zeit ſoviel Schönes und Künſtleriſches in unſerem
Spielhauſe gebracht, daß er dafür den beſten Dank
ab=
ſtatte. In einem Rückblick gedachte er des Herrn
Direk=
tionsrates Winter, der als älteſter deutſcher
Theater=
beamte bei uns in alter Friſche wirke, ferner gedachte er
der drei Mitglieder der Darmſtädter Hofbühne, die ſeit
Eröffnung des Wormſer Muſentempels darin gewirkt
ha=
ben; es ſind dies die Herren Wagner, Hacker und
Knispel. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die
Darmſtädter noch recht lange zu uns kommen werden, um
das Wormſer Publikum mit ihrer Kunſt zu erfreuen. Zum
Schluſſe brachte er ein Hoch auf das Darmſtädter
Hof=
theater aus. Herr Direktionsrat Winter dankte für die
anerkennenden Worte über die Tätigkeit der Darmſtädter
Hofbühne in Worms, auch im Namen des Herrn
General=
direktors und der Mitglieder, die alle gerne nach Worms
kommen und von dem beſten Willen beſtrebt ſind. Er
er=
wähnte u. a., daß der ausübende Künſtler oft mit
aller=
hand ſchwierigen Umſtänden zu rechnen habe, und daß
ihm eine gerechte Anerkennung ſeiner Kunſt in ſeinem
Weiterſtreben ſo notwendig ſei, wie dem Fiſche das
Waſ=
ſer. In die kunſtſinnige Stadt Worms kommen die
Darm=
ſtädter Hoftheatermitglieder gerne. Er dankte für die
An=
erkennung, die ihnen geworden und brachte der Stadt
Worms ein Hoch aus. In gemütlicher Weiſe blieb die
Geſellſchaft einige Zeit beiſammen. (W. Ztg.)
Worms, 15. April. Heute nachmittag hat ſich ein
70jähriger Schmiedemeiſter im Stadtteile Hochheim
er=
ſchoſſen. Er war ſofort tot.
Worms, 16. April. Vorgeſtern meldete ſich bei der
hieſigen Polizei ein 14jähriger Junge —
Kaufmanns=
lehrling — als mittellos, mit der Angabe, er ſei in
ſeiner Heimat Leipzig von einem unbekannten Manne
verlockt worden, mit ihm nach Algier zu
reiſen, um ſich bei der Fremdenlegion anwerben zu
laſſen. Er habe anfänglich nicht eingewilligt; nachdem
ihm aber der Mann die Verhältniſſe bei der
Fremden=
legion in das denkbar günſtigſte Licht (!) geſtellt hätte,
habe er eingewilligt und mit dieſem die Reiſe bis
Frankfurt a. M. unternommen. Dort habe der Junge
eine günſtige Gelegenheit benutzt und ſei ſeinem
Be=
gleiter ausgeriſſen; von da ſei er allein nach Mainz
und dann hierhergereiſt. Auf Verwendung der Polizei
wurden dem Jungen darauf von ſeinen Eltern die
Mittel zur Heimreiſe auf telegraphiſchem Wege an die
Polizei geſandt. Kurz danach meldete ſich noch ein
zweiter Junge, ebenfalls Kaufmannslehrling aus
Leipzig, dem das gleiche Schickſal paſſiert ſei, was ſich
bald beſtätigte, indem feſtgeſtellt wurde, daß auch dieſer
ohne Wiſſen und Willen der Angehörigen von einem
fremden Manne, anſcheinend Ausländer, der einen
franzöſiſchen Akzent geſprochen, mit dem erſten Jungen
zwecks Reiſe nach Algier mitgenommen wurde. Der
zweite Junge unternahm dann von Frankfurt, ohne
über den Verbleib des erſten etwas zu wiſſen, ebenfalls
die Reiſe hierher. Dieſem wurden gleichfalls die
Mittel zur Heimreiſe verſchafft. Wo der Verführer der
beiden Jungen ſich von Frankfurt aus hingewandt hat,
iſt nicht bekannt.
Worms, 16. April. In dem benachbarten Alsheim
ſtarb im 86. Lebensjahre der älteſte israelitiſche Lehrer
Heſſens, Karl Marx; er war 63 Jahre in Alsheim als
Lehrer tätig und erfreute ſich unter ſeinen Berufsgenoſſen
wie in der Bürgerſchaft großen Anſehens. Lange Jahre
hindurch war er Vorſitzender des israelitſchen
Religions=
lehrerverbandes Südweſtdeutſchlandes.
Gießen, 16. April. Der Landtagsabgeordnete
Ge=
heimer Iuſtizrat Dr. Gutfleiſch verunglückte
heute vormittag auf dem Wege zum Kreisamt am
Brandplatz infolge der Unebenheit der Straße. Er kam
zu Fall und konnte ſich nicht ſelbſt wieder erheben, ſo
aß man ihn in einen in der Nähe gelegenen Laden
tragen mußte. Ein zufällig anweſender Arzt konnte
ofort Hilfe leiſten, doch mußte der Verletzte durch die
Sanitätskolonne in ſeine Wohnung gebracht werden.
Es liegt keine Gefahr vor, und Dr. Gutfleiſch wird in
einigen Tagen das Bett wieder verlaſſen können.
A Lang=Göns (Kreis Gießen), 16. April. Unſere
Gemeinde ſteht gegenwärtig im Zeichen der
Waſſer=
leitung, der Kanaliſation und der
Feld=
bereinigung. Die Waſſerleitung iſt für unſeren
Ort ſchon lange ein Bedürfnis geweſen. Die Quellen,
die an der Straße nach Holzheim zu liegen und zurzeit
noch geſchürft werden, können mit natürlichem Gefälle
in den Hochbehälter bezw. in den Ort geführt werden.
Der Hochbehälter wird einen Faſſungsraum füx 200
Kubikmeter Waſſer erhalten. Gleichzeitigt mit dem
Bau der Waſſerleitung wird auch die Kanaliſation
des Ortes vorgenommen. Die Waſſerleitungs= und
Seite 3.
Kanaliſationsarbeiten ſind zu 118000 Mark
ver=
anſchlagt und werden durch die Firma Panſe in
Wetz=
lar ausgeführt. Um für die Ortsentwäſſerung die
notwendige Vorflut zu erhalten, mußte eine teilweiſe
Verlegung und Vertiefung des Gönsbaches und des
Mühlgrabens vorgenommen werden, welche Arbeiten
auf dem Wege der Feldbereinigung gegenwärtig in
der Ausführung begriffen ſind. Dieſe Bachverlegung
geſchieht hauptſächlich auch aus dem Grunde, um die
unterhalb des Ortes gelegenen, verſumpften Wieſen
zu entwäſſern und nutzbar zu machen. Das
Feldberei=
nigungsverfahren iſt im Jahre 1907 in die Wege
ge=
leitet worden.
(*) Schlitz, 15. April. Der Kaiſer trifft am 8. Mai
zum Beſuch des Grafen von Görtz auf zwei Tage hier ein.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 16. April. In dem
Befin=
den des Grafen Oriola iſt eine Verſchlimmerung
ein=
getreten. Geſtern nachmittag erlitt der Graf einen
Schlag=
anfall. — Ein Nachtragsetat iſt dem Abgeordnetenhauſe
zugegangen, der 854500 Mark fordert für den Umbau
des Bühnenhauſes des Opernhauſes. Es
ſollen geſchaffen werden: ausreichende Ausgänge,
Erhöh=
ung des Bühnenhauſes zur Herſtellung eines neuen
Schnürbodens, Erneuerung der elektriſchen Anlage, neue
Treppenhäuſer im Bühnenraum, Herſtellung einer
Tren=
nungswand zwiſchen Bühnenraum und Zuſchauerhaus.
Die Koſten belaufen ſich auf 907000 Mark, wovon der
Staat 854500 Mark übernimmt. Für die Bauausführung
iſt die Zeit vom 1. Mai bis 1. November 1910 in Ausſicht
genommen. — In der Affäre der ehemaligen Frau von
Schönebeck iſt eine neue überraſchende Entſchließung
des Allenſteiner Amtsgerichts zu verzeichnen. Nachdem
Frau von Schönebeck für ihre Entlaſſung aus der
Unter=
ſuchungshaft 50090 Mark Kaution durch ihren Pfleger
ſtel=
len ließ, erhielt ſie die Zuſtellung vom Allenſteiner
Amts=
gericht, daß die Königliche Gerichtskaſſe in Allenſtein
15000 Mark ihres Vermögens als Sicherheit für die Koſten
eines eventuellen Strafprozeſſes beſchlagnahmt habe, weil
durch die amtliche Verſicherung des Erſten Staatsanwalts
in Allenſtein glaubhaft gemacht ſei, daß die Schuldnerin
anderweitig über ihr Vermögen zu verfügen gedenke. Die
Aufhebung ihrer Pflegſchaft beim Allenſteiner
Vormund=
ſchaftsgericht hat Frau von Schönebeck bisher noch nicht
er=
reicht, obwohl bereits im Januar ihr Pfleger den Antrag.
auf Enthebung von der Pflegſchaft geſtellt hatte, weil die
Wiſſenſchaftliche Deputation in Berlin die Pflegebefohlene
als geiſtig geſund erklärt hat. — Anſteckungen durch
Unterſuchungsmaterial werden aus dem
hygie=
niſchen Inſtitut der Tierärztlichen Hochſchule berichtet.
Dem Inſtitut war wiederholt Material, das auch für
Men=
ſchen anſteckend iſt, ohne vorherige Benachrichtigung, zum
Teil auch mangelhaft verpackt, zugegangen. Die
Begleit=
ſchreiben ſollen im Innern der Pakete gelegen haben, ſo
daß nicht zu erſehen geweſen iſt, ob beim Auspacken des
Materials beſondere Vorſichtsmaßregeln anzuwenden
wa=
ren. Infolgedeſſen ſind zuweilen Infektionen der mit dem
Auspacken des gefährlichen Sendungsinhalts beſchäftigten
Diener zu beklagen geweſen. Aehnliche Beobachtungen
ſind auch an anderen Stellen gemacht worden. In allen
Fällen ſoll nach Anweiſung des
Landwirtſchaftsminiſte=
riums die Abſendung der Pakete in Zukunft rechtzeitig
vorher durch beſonderes Schreiben mitgeteilt werden. Die
Pakete müſſen den Vermerk „Vorſicht” tragen.
* Frankfurt, 16. April. Die Allgemeine
Ausſtellung für Geſchäftsbedarf wird am
Mittwoch, den 20. d. M., nachmittags 5 Uhr, eröffnet.
Stuttgart, 15. April. Die Strafkammer
verkün=
dete heute abend das Urteil gegen den Redakteur des
„Simplieiſſimus”. Hans Kaſpar Gulbranſſon,
wegen Beleidigung des Biſchofs Dr. v. Keppler=und der
Geiſtlichkeit der Diözeſe Rottenburg. Der Angeklagte
wurde zu 2 Monaten Gefängnis und zur
Tra=
gung der Koſten verurteilt. Den Beleidigten wurde
Publikationsbefugnis in drei württembergiſchen Zeitungen
und außerdem in der „Kölniſchen Zeitung” und der
„Kreuzzeitung” zugeſprochen.
Elberfeld, 15. April. Beim Transport eines
demon=
tierten 400 Zentner ſchweren Dampfkeſſels der
Firma Schlieder u. Engländer ſchlug der Keſſel umdund
begrub den Monteur Schof unter ſich. Schof wurde
gegen eine Mauer zu Tode gedrückt. Seine Leiche
konnte erſt durch Durchbrechen der Mauer geborgen
werden.
Dresden, 16. April. Bei der Vornahme von
Erneue=
rungsarbeiten unter dem Fußboden wurden in der
evan=
geliſchen Hofkirche etwa 60 alte Gräber aus dem
17. Jahrhundert mit teilweiſe künſtleriſchen Grabplatten
aus Metall und Inſchriften alter Adelsgeſchlechter
ent=
deckt.
dar, wobei verſchiedene Vorkommniſſe an dem hieſigen
Hoftheater vom juriſtiſchen Standpunkt aus
kri=
tiſch beleuchtet wurden. Durch den Zuſammenſchluß
der Theaterangeſtellten muß auch hier eine
durch=
greifende Reform erſtrebt werden. Der Vortrag
er=
freute ſich eines zahlreichen Beſuches und hatte eine
angeregte Diskuſſion zur Folge.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Die Richard Wagner=
Stipendien=
ſtiftung. Richard Wagners Wunſch und Wille war
es von Anfang an, alle Volksgenoſſen an dieſem
ſei=
nem Bayreuther Werke teilnehmen zu laſſen. Wie
ein Vermächtnis lauten ſeine Worte: „Sollte nur, wer
zur Beſchaffung der Koſten beigetragen hatte, an un=
Koſten der Reiſe und des fremden Aufenthalts ſolchen
zu gewähren, denen mit der Dürftigkeit das Los der
meiſten und oft tüchtigſten unter Germaniens Söhnen
zugefallen iſt. Eine ſolche Organiſation müßte aber
ganz ſelbſtändig in das Leben treten als ein
mora=
liſcher Akt des Publikums für das Publikum.”
Fried=
rich Schven in Worms, an den dieſe Worte gerichtet
waren, ergriff mit Begeiſterung den Gedanken des
Meiſters und begründete im Sommer 1882 die „Ri
ſeren Bühnenfeſtſpielen ſich erfreuen und bilden
kön=
nen, ſo wäre unſer Werk von vornherein zur
Un=
fruchtbarkeit verurteilt. Als die erſte und
allerwich=
tigſte Aufgabe für ein nen zu bildendes Patronat
ſtellt ſich mir nun dar, die Mittel zu beſchaffen, um
gänzlich freien Eintritt, ja nötigenfalls die
chard Wagner=Stipendienſtiftung” die
zu=
erſt nur eine beſcheidene, dann aber eine immer
ſegensreichere Tätigkeit entwickeln konnte. Vor ſechs
Jahren nahm die Bewegung für die Stiftung einen
beſonderen Aufſchwung. Im Gedanken an den
hun=
dertſten Geburtstag Wagners taten ſich Freunde und
Anhänger ſeiner Kunſt zuſammen, um bis dahin (1913)
durch rege Sammeltätigkeit die Stiftung auf eine
wünſchenswerte Höhe zu bringen. Landesausſchüſſ
Ortsgruppen wurden gegründet.
Feſtliche Veran=
ſtaltungen fanden zum Beſten der Stiftung ſtatt. Ii
letzten Jahre hat ſich noch als eine Zweig=Bewegung
der „Wagner=Verband deutſcher Frauen” gebildet. So
iſt es den vereinten Bemühungen bereits gelungen,
das Kapital der Stiftung auf 330000 Mark zu
er=
höhen, und das immer näher rückende Jubiläumsjahr
wird gewiß den Sammeleifer noch weiter ſtärken. Die
Stiftung wird von Friedrich von Schoen in München
verwaltet und unterſteht der Aufſicht des bayeriſchen
Staates. In jedem Feſtſpieljahr gelangen die
vorhan=
denen Zinſen in Form von Freikarten und
Reiſeſtipendien zur Verteilung. Im letzten
Feſtſpieljahr 1908 konnten Stipendien an 315 Perſonen
(darunter aus Darmſtadt 12 Perſonen) im
Be=
trage von 20547 Mark vergeben werden. Unter den
Glücklichen befanden ſich Angehörige aller Stände,
deren Sehnſucht nach dem Feſtſpiel=Erlebnis groß war,
deren Mittel aber zu einem Beſuche Bayreuths nicht
ausgereicht hätten, hauptſächlich jüngere Leute,
Stu=
dierende, Künſtler, Lehrer und Lehrerinnen, Beamte
und Geiſtliche, Mediziner und Schriftſteller,
Hand=
werker und Arbeiter. Lehrer und Lehrerinnen, alle,
die erzieheriſch auf unſer Volk wirken können,
wer=
den bei der Verteilung beſonders gerne berückſichtigt.
Das bisher Erreichte gibt Hoffnung und Mut zu
fer=
nerer erfolgreicher Arbeit.
S. B.
* Robert Waldmüller 7. Der Schriftſteller
Eduard Duboc, der unter dem Namen Robert
Wald=
müller ſchrieb, iſt in Dresden geſtorben. Er war
Ver=
faſſer zahlreicher Romane, Novellen und Dramen.
Unter anderem überſetzte er Enoch Arden und gab die
Erinnerungen der Prinzeſſin Amalie von Sachſen
her=
aus. Er war 1822 in Hamburg geboren, hat alſo ein
Alter von 88 Jahren erreicht.
Spielplan des Großh. Hof= und Na
tional=Theaters in Mannheim. Montag, 18.
Don Carlos. Dienstag, 19.: Die Liebesſchule. Mittwoch,
20.: Der Wildſchütz. Donnerstag, 21.: Brüderlein fein,
Robins Ende. Freitag, 22.: Der dunkle Punkt.
Sams=
tag, 23.: Tiefland. Sonntag, 24.: Cavalleria ruſticana,
Bajazzo.
Seite 4.
Nummer 89
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April 1910.
Erfurt, 16. April. Das Reichsgericht hatte
zwei=
mal das Todesurteil gegen den Glasbläſer Lutz aus
Friedersdorf aufgehoben. Geſtern abend wurde der
Angeklagte zum dritten Male zum Tode
ver=
urteilt; er wurde für ſchuldig befunden, den
Forſt=
aufſeher Walther erſchoſſen und einen Wilddiebſtahl im
Forſte Gehren ausgeführt zu haben. Das
Schwurge=
richt verurteilte den Angeklagten zum Tode und zu drei
Jahren Zuchthaus.
Waag=Neuſtadt, 15. April. Heute nachmittag entſtand
in einer Fabrik landwirtſchaftlicher Maſchinen in der
Ort=
ſchaft Melecſicz im Trentſchiner Komitat Feuer, das bei
ſtarkem Wind die ganze Ortſchaft, ſowie die benachbarte
Ortſchaft Nemes=Moggorod einäſcherte. Die hieſige
Feuer=
wehr hat ſich nach der Brandſtätte begeben. Man
be=
fürchtet, daß der Brand noch auf andere benachbarte
Ort=
ſchaften übergreift.
— Zweibrücken, 15. April. Als ein Seitenſtück zu der
ſeinerzeit vielbeſprochenen Feuerwehr von
Sie=
benlehn entpuppte ſich in einer
Schwurgerichts=
verhandlung des hieſigen Landgerichts die von
Iggelbach bei Neuſtadt a. d. H. Wegen
Brandſtif=
tung hatte ſich der Spezereiwarenhändler Aſel zu
ver=
antworten, der in dem kleinen, kaum 800 Einwohner
zäh=
lenden Dorfe Iggelbach ſein Geſchäft betrieb. Der Flecken
war ſchon ſeit einigen Jahren dadurch berühmt geworden,
daß ſich in ihm verhältnismäßig die meiſten Brandfälle
in der ganzen Pfalz ereigneten. Jedesmal brannte das
betreffende Haus bis zum Grunde nieder und die Zahl
der hübſchen neuen, vom Gelde der
Verſicherungsgeſell=
ſchaften erbauten Häuſer iſt eine ganz ſtattliche. Von
Januar bis Oktober wurden elf Häuſer vollſtändig in
Schutt und Aſche gelegt. Nach verſchiedenen
Zeugenaus=
ſagen erſchien die Feuerwehr erſt an der Brandſtelle,
wenn dem Feuer nicht mehr Einhalt getan werden konnte.
Das erſte Augenmerk der Feuerwehrleute richtete ſich
dar=
auf, ob auch genügend Bier vorhanden ſei, von welchem
Löſchmaterial vor jedem Brande ein Wagen voll
angefah=
ren worden ſein ſoll. Dann gingen die braven
Feuer=
wehrleute daran, alles, was nicht vom Feuer zerſtört
wurde, vollſtändig niederzureißen. Infolgedeſſen war es
niemals möglich, an Ort und Stelle der Urſache des
Brandes nachzugehen. Der Schlauchführer hielt ſich
ziem=
lich vom Brandplatze fern oder richtete das Strahlrohr
das Schlauches in die entgegengeſetzte Richtung. Die
Iggelbacher waren auch in der glücklichen Lage, einen
Brand vorausſagen zu können. So wurde drei Tage,
bevor das Haus des Angeklagten Aſel und gleichzeitig
noch drei Häuſer niederbrannten, von zwei Iggelbachern
mit einem Elmſteiner gewettet, daß innerhalb dreier Tage
vier Häuſer abbrennen würden. Die Prophezeiung
er=
füllte ſich beinahe bis auf die Stunde. Dieſe Sehergabe
kam der Staatsanwaltſchaft verdächtig vor, zumal der
Angeklagte Aſel in der Nacht vor dem Brande eine ganze
Reihe von Sachen aus dem Hauſe geſchafft hatte. Dieſe
Sachen hat Aſel dann bei ſeiner Verſicherungsgeſellſchaft
als verbrannt angegeben, um die darauf ruhende
Verſiche=
rungsſumme zu erhalten. In der Verhandlung beſtritt
der Angeklagte jede Schuld. Die Zeugenvernehmung
ge=
ſtaltete ſich überaus ſchwierig. Faſt alle Zeugen
bequem=
ten ſich erſt nach einem ſehr eindringlichen Hinweis auf den
geleiſteten Eid dazu, auszuſagen, jedoch waren die
Aus=
ſagen in den meiſten Fällen belanglos. Einige Zeugen
wurden wegen des Verdachts der Beihilfe nicht vereidigt.
Die Geſchworenen hielten die Anklagepunkte nicht in allen
Fällen für hinreichend erwieſen und ſprachen Aſel daher
nur des Verſicherungsbetruges ſchuldig. Der Gerichtshof
verurteilte den Angeklagten darauf zu einem Jahr
Gefängnis.
Hamburg, 15. April. Wie nachträglich gemeldet wird,
ſind bei der Feuersbrunſt auf dem Kehrwieder im
Freihafen die Leichen zweier Arbeiter aufgefunden
worden.
Stettin, 16. April. Die „Stettiner Abendpoſt”
mel=
det aus Saßnitz: Um 10½ Uhr vormittags wurde die
Leiche des am 3. April bei der Ballonkataſtrophe der
„Pommern” vor Saßnitz verunglückten
Reichstagsab=
geordneten Dr. Delbrück geborgen.
Poſen, 16. April. Gegen das Urteil im
Kwilecki=
prozeß, das den Joſeph Kwilecki der Bahnwärtersfrau
Meyer zuſprach, iſt von ſeiten des Grafen Weſierski=
Kwilecki Reviſion beim Reichsgericht eingelegt worden.
Kleines Feuilleton.
nge. Eine Premiere im en gliſchen
Unterhauſe. Seit langer Zeit waren die
Tri=
bünen des britiſchen Parlaments, ſo ſchreibt man aus
London, nicht von einer ſo dichten und eleganten
Zu=
hörermenge beſetzt, wie am letzten Montag. Die
vor=
nehmſte Geſellſchaft Londons, der Hof und die
Ariſto=
kratie, ſchienen ſich verabredet zu haben. In der Loge
des Sprechers des Hauſes (bei uns würde man ihn den
Reichstagspräſidenten nennen), ſah man die Königin
Alexandra mit ihrer Tochter, der Prinzeſſin Viktoria,
und in der für die Mitglieder des Oberhauſes
beſtimm=
ten Loge war ein ganzer Trupp edler Lords
verſam=
melt, an ihrer Spitze der Herzog von Argyll, König
Eduards Schwager, und der Earl of Roſebery. Dabei
ſtanden nicht etwa irgend welche politiſche
Ueberraſch=
ungen oder heftige Wortgefechte in Sicht, man
erwar=
tete vielmehr wieder eine jener langatmigen Debatten,
wie ſie jetzt beinahe jeder Tag zwiſchen den Anhängern
der Regierung und ihren Gegnern bringt. Die Urſache,
die all dieſe vornehmen Leute nach Weſtminſter geführt
hatte, war mehr geſellſchaftlicher als politiſcher Art.
Lord Roſeberys Sohn, der ehrenwerte Mr. Neil
Prim=
roſe, der bei den letzten Wahlen einen Sitz im
Parla=
ment erlangte, ſollte ſeinen „Maiden Speech” ſeine
„Jungfernrede” halten. Wenn der Sohn eines
großen Staatsmannes zum erſten Mal im Hauſe der
Gemeinen ſpricht und damit gewiſſermaßen die
Grund=
lage zu ſeiner politiſchen Laufbahn legt, ſo iſt dies,
nach alter Ueberlieferung, immer ein Ereignis
beſon=
derer Art, zu welchem ſich die Verwandten, Freunde
und Gönner des künftigen Lord=Kanzlers oder
Pre=
mierminiſters einzufinden pflegen. Mr. Neil James
Archibald Primroſe iſt, mit 27 Jahren, eines der
jüngſten Mitglieder des Unterhauſes und der zweite
Sohn aus Lord Roſeberys Ehe mit der Freiin Hanna
von Rothſchild, die ihrem Gatten durch einen frühen
Tod entriſſen wurde, nachdem ſie ihm zu ſeinen
gro=
ßen Grundliegenſchaften ein enormes Barvermögen
in die Ehe gebracht hatte. Lord Roſeberys älterer
Sohn, der den Titel Lord Dalmeny führt und mit
einer Kuſine des Herzogs von Weſtminſter verheiratet
iſt, intereſſiert ſich nicht für Politik, daher hat ſich denn
der jüngere, um den Glanz ſeines Hauſes fortzuſetzen,
jetzt in ihren Strudel hineinſtürzen müſſen. Mr. Neil
Primroſe hielt ſeine Jungfernrede ohne eine Spur
der üblichen Befangenheit, während tiefſtes Schweigen
im Saale und auf den Tribünen herrſchte und Augen
Peſt, 16. April. Die Staatsanwaltſchaft
erhob gegen die früheren Abgeordneten Zakarias,
Hoffmann, Markos, Madaraß jun., Beck und Eitner,
welche den Miniſterpräſidenten und den
Ackerbau=
miniſter im Abgeordnetenhauſe tätlich
ange=
griffen hatten, Anklage wegen des Verbrechens der
Gewalttätigkeit gegen die Behörde, ſowie wegen des
Vergehens der ſchweren Körperverletzung, welche eine
in weniger als 20 Tagen heilende Verletzung zur
Folge hatte. Die Unterſuchung ergab, daß die
Tätlich=
keiten während der Unterbrechung der
Sitzung des Abgeordnetenhauſes verübt
vorden ſind. Die Immunität der Abgeordneten
kommt für Verhandlungen außerhalb der Sitzung nach
Erlöſchung des Mandates nicht in Betracht.
Mailand, 16. April. Auf dem Telegraphenamte in
Udine fiel der Beamte Giuſeppe Piemonte einem
Raub=
mord zum Opfer. Zwei Schloſſergeſellen waren
einge=
drungen und hatten bereits einen Amtsdiener überwältigt
und gebunden. Als ſie auf den genannten Beamten
ein=
drangen, weigerte dieſer ſich, zu ſagen, wo das Geld des
Amtes ſei. Er wurde von den erbitterten Verbrechern
durch vier Dolchſtiche getötet. Bevor die Raubmörder
entfliehen konnten, erfolgte ihre Feſtnahme.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 16. April. Präſident Graf Schwerin=
Löwitz eröffnet die Sitzung um 11,14 Uhr. Zunächſt ſteht
die Erörterung
des Reichsſteuergeſetzes
in erſter Leſung zur Beratung. Abg. Brunſtermann
(Rp.): Ich bin in der Lage, die Zuſtimmung meiner
Par=
tei zu dieſer Vorlage auszuſprechen. Beſonders zu
begrü=
ßen iſt die Feſtlegung des Rechtseinſpruches der
Kommu=
nen auf Beſteuerung der Reichsbetriebe. (Bravo! rechts.)
— Abg. Gröber (Zentr.): Auch wir ſind mit den
Grundzügen der Vorlage einverſtanden, jedoch ſollte die
Beſteuerung der Reichsbetriebe nicht nur zugelaſſen,
ſon=
dern grundſätzlich feſtgelegt werden. Von einem Eingriff
in die Souveränität des Reiches kann keine Rede ſein.
Dem Antrage des Vorredners auf Verweiſung der Vorlage
an die Budgetkommiſſion ſtimmen wir zu.
Staatsſekretär Wermuth: Der erſte Zweck der
Vor=
lage iſt, den Gemeinden, in denen ſich fabrikähnliche
Reichsbetriebe, ſo von Heer und Marine, befinden, durch
Geſetz den Anſpruch auf Zuſchüſſe des Reiches zu
ver=
ſchaffen. Wir hatten gehofft, daß dieſes Geſetz ſchon jetzt
zum 1. April rechtskräftig werden würde. Wenn Sie
heute nicht in der Nehmelaune ſind, dann müſſen wir die
bereits herausgeholten Beträge wieder in die Taſche ſtecken.
(Heiterkeit.) Für Elſaß=Lothringen iſt ebenfalls die
ge=
ſetzliche Regelung dieſer Zuſchüſſe vorgeſehen und zwar
für ſolche Gemeinden, in denen Stations= und
Betriebs=
werkſtätten der Reichseiſenbahnen ſich befinden; für Elſaß=
Lothringen ſind wir über die vorgeſehenen Zuſchußbeträge
hinausgegangen und haben wir ein Minimum von 200000
Mark feſtgeſetzt. Sollte dieſes Geſetz nicht zuſtande
kom=
men, dann kommen die Oktroi=Einnahmen doch in
Weg=
fall. Es iſt nicht beabſichtigt, die Kantinen, die nicht zu
Laſten der Reichskaſſen betrieben werden, unter die
Steuer=
freiheit zu bringen. — Abg. Ahlhorn (fortſchr. Vp.)
Wenn der Abg. Gröber in einem Garniſonsorte wohnte,
der durch die Reichsbetriebe ſchwer belaſtet wird, dann
würde auch er für die ſchleunigſte Verabſchiedung dieſes
Geſetzes ſein. Dieſe Gemeinden befinden ſich geradezu in
einer Notlage; während ſie früher 50 Prozent des
Kom=
munalzuſchlages erhoben, ſind ſie jetzt genötigt, 300 bis 600
Prozent zu nehmen. Wir erkennen an, daß der Entwurf im
großen und ganzen unhaltbare Zuſtände zu beſeitigen im
Stande iſt und ſtehen ihm ſympathiſch gegenüber. Der
Entwurf hat auch noch die gute Nebenwirkung, daß er
mehr Gleichmäßigkeit und Sicherheit mit ſich bringt und
Neid und Mißgunſt unter den Gemeinden beſeitigt.
Abg. Heintze (nl.): Wir begrüßen dieſe Vorlage und
ſtimmen ihren Grundſätzen zu. In Einzelheiten haben
wir jedoch noch Bedenken. Wir wünſchen, daß die
Kom=
miſſion möglichſt ſchnell arbeite. — Abg. Emmel (Soz.):
Mit dem Gedanken einer Regelung der Reichsſteuerpflicht
ſind wir einverſtanden, wir bezweifeln aber, ob die
vor=
geſchlagene Art ganz zutreffend iſt. Der Rahmen für die
und Augengläſer von allen Seiten auf ihn gerichtet
waren. Als er geendet hatte, tönte ihm von allen
Bänken lauter Beifall zu. Der nächſte Redner, Mr.
Stephen Gwynn, erfüllte ebenfalls einen alten Brauch,
als er ſeine Ausführungen mit den Worten einleitete:
„Die ausgezeichnete Rede, die wir eben angehört
haben, läßt uns erkennen, daß es gewiſſe Geſetze der
Erblichkeit gibt!‟ Ein Kompliment, dem neuer
Bei=
fall folgte und für das Lord Roſeberys
hoffnungs=
voller Sprößling leicht errötend durch Abnahme des
in Weſtminſter obligaten Zylinderhutes artig dankte.
— An ſich belanglos und ein wenig altmodiſch, ſind
dieſe parlamentariſchen Höflichkeiten gewiß für die
Bewahrung des guten Tones im Parlament von nicht
zu unterſchätzendem Werte!
— Die geſellſchaftliche Stellung des
modernen Schoßhundes. Von der
leidenſchaft=
lichen Liebe, die die moderne Geſellſchaftsdame ihrem
zierlichen kleinen Schoßhunde entgegen bringt, und
von der oft wunderlichen Fürſorge, mit der der
Lieb=
ling umgeben wird, erzählt eine engliſche
Wochen=
ſchrift: Der moderne Schoßhund ſoll ſo klein als
mög=
lich ſein; es ſcheint faſt, als ob die den Lieblingen
dargebrachte Zärtlichkeit in dem Maße wächſt, als die
Körperdimenſionen des Hündchens abnehmen. Je
klei=
ner er iſt, je koſtbarer wird er uns und je größer iſt
der Stolz der Beſitzerin. Es gibt keine größere
Be=
leidigung, als den Schoßhund einer faſhionablen
Modedame ſo zu betrachten, als ob er nur ein Tier
wäre. Wie die galanten Franzöſinnen zur Zeit des
Sonnenkönigs ihre Puppen zu Menſchen machten, die
ausfuhren, Beſuche abſtatteten, Geſellſchaften gaben
und nur bei den erſten Schneiderinnen arbeiten
lie=
ßen, ſo beſitzt heute das Schoßhündchen alle
Bequem=
lichkeiten eines gütergeſegneten Menſchenkindes. Viele
engliſche Damen ſetzen ſich mit ihrem Schoßhündchen
zu Tiſch, das kleine, gebrechliche Hündchen hat ſeinen
beſonderen Stuhl, ſein beſonderes Porzellan, und er
ißt, was ſeine gütige Herrin ißt. Eine in der
Lon=
doner Geſellſchaft ſehr bekannte Modedame geht in
ihrer liebevollen Sorgfalt ſo weit, daß ſie ſtets eine
Flaſche Apollinaris bei ihren Ausgängen bei ſich trägt,
für den Fall, daß ihr Hündchen Durſt bekommen ſollte.
Es iſt bezeichnend für den Umfang, den dieſer
Hunde=
kult gewonnen hat, daß eine verarmte engliſche
Ariſtokratin in London ſich dadurch ihren
Lebensunter=
halt gewinnt, daß ſie die Hunde bekannter Damen in
den Vormittagsſtunden pflegt und ſpazieren führt.
Hier wird das Hündchen gebadet und maſſiert, ihm
werden die Locken gebrannt und es wird parfümiert;
Beſteuerung muß ſo gezogen werden, daß dadurch den
praktiſchen Bedürfniſſen der Gemeinden Rechnung
getra=
gen wird. Der Zuſchuß von 200000 Mark für Elſaß=
Lothringen reicht nicht aus. Die Steuerfreiheit der
Offi=
ziere iſt unhaltbar, zumal jeder Arbeiter beſteuert wird.
Es wäre zweckmäßiger, eine beſondere Kommiſſion von
21 Mitgliedern mit dieſer Materie zu betrauen.
Abg. Freiherr v. Richthofen=Damsdorf (konſ.)
Dem Vorſchlag auf eine beſondere Kommiſſion kann ich
mich nicht anſchließen. Mit den Grundzügen der
Vor=
lage ſind wir einverſtanden. Es wird ſich darum
han=
deln, ob nur die indirekte oder auch die direkte
Be=
ſteuerung zugelaſſen werden ſoll. — Abg.
Vonder=
ſcheer (Zentr.): Die Vorlage enthält im einzelnen
recht ſchwierig zu löſende wirtſchaftliche Fragen. Eine
beſondere Stellung wird Elſaß=Lothringen in dieſer
Vorlage einnehmen, indem den Reichslanden eine
weſentliche Benachteiligung gegenüber den anderen
Bundesſtaaten zuteil wird.— Abg. Neuman=Hofer
(Fortſchr. Vpt.): Staatsrechtliche Bedenken können wir
gegen die Vorlage nicht erheben. Wir erkennen an, daß
die Intereſſen der Einzelſtaaten durch die Vorlage
ge=
wahrt werden. — Abg. Becker=Köln (Zentr.): Den
Zu=
ſchußgemeinden müſſen auch für das laufende Jahr dier
Zuſchüſſe gewährt werden. — Hierauf wird die Debatte
geſchloſſen und die Vorlage an= die=Budgetkommiſſion
überwieſen.
Es folgt die erſte Leſung des Geſetzentwurfes betra
die Abrechnungüber den Aufſtand
inSüd=
weſtafrika.
Abg. Erzberger (Zentr.): Es iſt bedauerlich
daß ein derartig wichtiges Geſetz vor faſt leerem Haus
verhandelt wird. (Zurufe bei den Sozialdemokraten:
Sehen Sie ſich Ihre eigene Partei an!) Es handelt ſich
um die Abrechnung über den Aufſtand und deſſen
Be=
kämpfung. Die Vorlage entbindet die Verwaltung von
einer ordentlichen Rechnungsführung. Wir meinen,
daß die in dem Entwurfe vorgeſchlagenen Stichproben
ſich auf Materiallieferungsbelege beſchränken müſſen.
Für alle anderen Ausgaben muß natürlich eine genaue
Prüfung erfolgen. Der Staatsſekretär Dernburg
hat=
noch heute für 500000 Mark Unterhoſen und Socken auf
Lager. Was ſoll damit geſchehen? Sie ſollten an die
Militärverwaltung weitergegeben werden. (
Zuſtim=
mung.) Im § 5 erfahren wir, daß zu den bisherigen
Ausgaben für den Aufſtand noch 23,7 Millionen Mark
zu zahlen ſind. Wo iſt die Deckung dafür? In der
Budgetkommiſſion werden wir erforſchen, wer dieſe
Summen zu bezahlen hat. Die großen
kapitalkräfti=
gen Kolonialgeſellſchaften ſollten mit 5 oder 10 Prozent
zu dieſen Koſten herangezogen werden. Das wäre nicht
unbillig. Dieſe Beſtimmung muß nochsin das
Geſetz=
hineingearbeitet werden.
Abg. Goercke=Brandenburg (natl.): Daß eine
Art Pauſchalabrechnung erfolgensmuß, iſt uns nicht
zweifelhaft. Anzuerkennen iſt es, daß die
Kolonialge=
ſellſchaften einen erheblichen Nutzen aus dem Feldzuge
gezogen haben. Jedenfalls iſt der Vorſchlag=Erzbergers
erwägenswert.
Staatsſekretär Dernburg: Wird dieſes
Geſetz=
bald verabſchiedet, ſo wird es möglich, noch im
laufen=
den Jahre die Abrechnung fertigzuſtellen. Die
über=
ſchüſſigen Unterhoſen werden nach und nach bei Heer!
und Marine verwendet. Wie die Heranziehung den
Geſellſchaften erfolgen ſoll, iſt mir noch nicht recht klar.
Wer ſoll zahlen? (Zuruf des Abg. Spahn: Die
Reich=
ſten!) Ich werde der Frage nachgehen und gern=die
Millionen aus dieſen Quellen entgegennehmen.
Abg. Stolle (Soz.): Daraus, daß ſechs Jahre
lang ſchlecht gewirtſchaftet worden iſt, iſt noch kein
Grund zur Indemnität herzuleiten. Hier ſoll etwas
verſchleiert werden, was das Licht=der Oeffentlichkeit
zu ſcheuen hat.
Staatsſekretär Dernburg: Gegen dieſen
Vor=
wurf proteſtiere ich mit aller Entſchiedenheit und muß
ihn als höchſt leichtfertig
undgungerechtfertigtszurück=
weiſen.
Abg. Gothein (Fortſchr. Vpt.): Ich hätte eing
bedeutend höhere Summe erwartet. Jeder gute
Kauf=
mann würde durch eine ſolche Rechnung einen Strich
machen. Die Frage der Heranziehung der
Geſellſchaf=
ten iſt zu prüfen. — Nach nochmaligen Bemerkungen
der Abgeordneten Erzberger, Stolle und Görcke wird
täglich muß die Garderobe inſpiziert werden, denn der
moderne Schoßhund hat natürlich auch eine reiche
Aus=
wahl von Toiletten. Er hat ſeinen Straßenanzug,
ſein Hausröckchen, ſein Geſellſchaftskleid und ſeine
Automobiltoilette. Sogar Automobilbrillen ſind nicht
vergeſſen, auf daß die Augen des zarten Lieblings
beim Fahren nicht der Unbill der Witterung
aus=
geſetzt ſind. Bei feuchtem, naſſem Wetter legt der
moderne Schoßhund natürlich Schuhe an; die ſind aus
zartem, weichem Leder gefertigt und genau nach dem
Fuß des Hundes gearbeitet. Selbſtverſtändlich
wech=
ſelt der vierbeinige Liebling ſeiner Herrin auch
täg=
lich die Wäſche; allmorgendlich wird ihm ein neues
Halsband umgelegt und daß die Farbe dieſes
Hals=
bandes auf den geſellſchaftlichen Anlaß abgeſtimmt iſt,
bleibt außer Frage. Um 1 Uhr trägt „Herr Fido” das
roſige Bändchen zum Beſuche der Herrin in ihrem
An=
kleideraum; für das Boudoir wird ihm ein blaues
oder heliotropfarbiges Bändchen umgebunden, wenn
die Familie trauert, trauert „Herr Fido” mittels
eines ſchwarzen Florbändchens mit. Wenn er
aus=
geht, trägt er eine Toilette aus demſelben Stoffe wie
die ſeiner Herrin. Einige exzentriſche Damen haben.
für ihre Hunde ſogar Viſitenkarten drucken
laſſen, die bei jedem Beſuche mit abgegeben werden,
und eine bekannte Londoner Schönheit erklärt
ſelbſt=
bewußt, daß ſie jede Einladung ſchlankweg ablehnt,
in der nicht „Mlle. Juliette”, ihr Schoßhündchen, eigens
mit aufgefordert wird. . . .
* Einer, der ſchnell lernk. Der folgende
amüſante Fall trug ſich dieſer Tage in einem Londoner
Polizeigerichtshof zu. Ein Mann war angeklagt, einem
anderen mit der Fauſt ins Geſicht geſchlagen zu haben.
Die Vernehmung des Angeklagten begann damit, daß
der Anwalt des Klägers ihn nach ſeiner Beſchäftigung
fragte. Ich fahre einen Wagen, wardie Antwort.
Sie meinen, Sie lenken die Pferde, die vor Ihren
Wagen geſpannt ſind, entgegnete der anſcheinend ſehr
pedantiſche Anwalt, und der Verklagte gab zu, daß das
vielleicht richtiger ſei. Nach einigen weiteren Fragen
ſagte derſelbe Anwalt: Sie haben bereits zugegeben,
daß Sie dem Kläger einen Fauſtſchlag ins Geſicht
ge=
geben haben. — Ich hatte zuerſt dieſe Auffaſſung,
ant=
wortete der Beklagte nach einigem Nachdenken, bin
ſeitdem aber zu der Ueberzeugung gekommen, daß es
vielleicht richtiger ſein werde, zu ſagen, daß ich ihm auf
ein Organ geſchlagen habe, welches er mitten im Geſicht
hatte und welches gewöhnlich zum Riechen gebraucht
wird.
Nummer 89.
der Entwurf an die Budgetkommiſſion verwieſen.
Es folgt die erſte Leſung einer neuen
Fernſprechgebührenordnung.
Staatsſekretär Kraetke: Durch den Schluß der
Seſſion wurde die Kommiſſionsberatung über die
Vor=
lage, die bereits im vorigen Jahre den Reichstag
be=
ſchäftigt hatte, unmöglich. Deshalb legen wir Ihnen
heute dieſen Entwurf unverändert wieder vor. Der
Entwurf, der den Wünſchen mehrfach hier gefaßter
Re=
lutionen entſpricht, will eine gerechtere Verteilung
Laſten vornehmen. Eine unfreundliche Aufnahme
nd im vorigen Jahre die Vorlage nicht, und die
öffent=
che Kritik kann uns nur willkommen ſein. Den
Ver=
hr wöllen wir nicht einſchränken. Ungerecht iſt der
orwurf, unſere Taxen ſeien die höchſten. Die
Pauſch=
gebühr ſoll fortfallen und eine Grundgebühr mit
Ge=
ſprächszählung berechnet werden. Mit dieſer Vorlage
ſpll dem übermäßigen Gebrauch der Anlagen
vorge=
beugt werden. Davon werden 35 Prozent der Anſchlüſſe
betroffen. Ich hoffe, daß dieſe Seeſchlange nun endlich
zur Ruhe kommt und daß eine Löſung der Frage
ge=
funden wird, die allen berechtigten Wüünſchen entſpricht.
Hierauf wird auf Antrag von Nacken (Ztr.)
Ver=
tagung beſchloſſen. Nächſte Sitzung: Montag, 12
Uhr: Reichsverſicherungsordnung. Schluß 4¾ Uhr.
Das Kaiſerpaar in Homburg.
* Homburg, 15. April. Der Kaiſer mit
Ge=
folge kehrte um 6 Uhr nachmittags hierher zurück. An
dem Frühſtück im Offizierskaſino der Zeughauskaſerne
in Gießen nahmen außer dem kommandierenden
Gene=
ral v. Eichhorn und den anderen direkten Vorgeſetzten
des 116. Infanterie=Regiments eine Reihe namhafter
Perſönlichkeiten aus Gießen und Friedrich Wilhelm
Prinz zu Lippe, Kommandeur des Kurheſſiſchen
Jäger=
bataillons Nr. 11 in Marburg, teil.
* Homburg, 16. April. Heute vormittag 11 Uhr
unternahmen der Kaiſer, die Kaiſerin, die Prinzeſſin
Viktoria Luiſe und das Gefolge einen Ausritt. Das
Wetter iſt andauernd ſchön.
* Homburg, 16. April. Heute nachmittag kurz
nach 3 Uhr begaben ſich die Majeſtäten, Prinzeſſin
Viktoria Luiſe und Gefolge mit Automobilen nach
Sandplacken; von dort wurde der große Feldberg
zu Fuß erſtiegen. Auf der Höhe des Berges wurde der
Tee genommen und die großartige Rundſicht bewundert.
Später erſtiegen die Majeſtäten auch noch den
Aus=
ſichtsturm. Der Abſtieg wurde nach dem Roten Kreuz
genommen und von dort die Rückfahrt nach Homburg
angetreten, woſelbſt die Ankunft um 7 Uhr erfolgte.
Homburg, 17. April. Prinz Oskar iſt heute
morgen hier eingetroffen. Heute vormittag nahm der
Hof an dem Gottesdienſte in der hieſigen Erlöſerkirche
teil. Zur Frühſtückstafel bei Ihren Majeſtäten ſind
geladen: General v. Deines mit Gemahlin, General
v. Eichhorn mit Gemahlin, General v.
Pletten=
berg, Kontreadmiral Guehler, Major Lauff und
Pfarrer Menzel.
Homburg, 17. April. Heute vormittag haben
die Majeſtäten, Prinz Oskar und Prinzeſſin Viktoria
Luiſe den Gottesdienſt in der Erlöſerkirche beſucht.
Darauf ſtatteten die Majeſtäten dem Offizierheim Taunus
in Falkenſtein einen Beſuch ab. Heute nachmittag gegen
fünf Uhr fuhren die Majeſtäten, der Prinz und die
Prinzeſſin mit Gefolge mit Automobilen bis zur
Saal=
burg und ſchloſſen daran einen Spaziergang über den
„Frohlichen Mannskopf.”
Der Kampf im Baugewerbe.
* Berlin, 15. April. Ueber die abends 6 Uhr
in Kraft getretene Ausſperrung der
Arbeiter=
im deutſchen Baugewerbe liegen bisher
fol=
gende Meldungen vor:
Erfurt: Abends 6 Uhr wurden hier ſämtliche
organiſierten Maurer, Zimmerer und Hilfsarbeiter
Lausgeſperrt; von der Ausſperrung ſind 1800 bis *2000
Mann betroffen.
Hannover: Heute abend 6 Uhr hat der
Lokal=
verband Hannover des nordweſtdeutſchen
Arbeitgeber=
verbandes ſämtliche organiſierten Maurer, Zimmerer
und Bauarbeiter, etwa 4000 Mann, ausgeſperrt. — Auch
die übrigen 39 Lokalverbände dieſes
Arbeitgeberver=
bandes haben die gleichen Maßnahmen getroffen; es
kommen etwa 12000 Arbeiter in Betracht. Die jetzt
nicht organiſierten Arbeiter werden gleichfalls
ausge=
ſperrt, ſollen aber nach acht Tagen wieder
ein=
geſtellt werden.
Im weiteren Verlaufe des Abends ſind über die
Ausſperrung im Baugewerbe noch folgende Meldungen
eingegangen: Breslau: Von der Ausſperrung
wer=
den hier und in der Umgegend etwa 6000 Arbeiter
be=
troffen; die Zahl der Ausgeſperrten in der Provinz iſt
noch nicht bekannt. — Leipzig: Nach den bisherigen
Feſtſtellungen ſind hier etwa 8000 Arbeiter ausgeſperrt.
Kiel: Im hieſigen Baugewerbe wurden heute etwa
2400 Arbeiter ausgeſperrt. In der Provinz
Schles=
wig=Holſtein wird die Zahl der Ausgeſperrten
Konzerte.
W—l. Am Samstag abend veranſtalteten die
Pianiſtin Frau Hanna Holler=Mecklenburg und
die Opern= und Konzertſängerin Frau Paula de
Leeuwe=Bauer im vollbeſetzten Saale „Zur
Traube” ein intereſſantes und genußreiches Konzert,
deſſen vielſeitiges und abwechſelungsreiches Programm
bewies, daß die beiden Künſtlerinnen ſich ihre
Aufgabe nicht leicht gemacht hatten. Eröffnet wurde
es mit der von Frau Holler=Mecklenburg mit
freiem feinem künſtleriſchen Empfinden und ſouveräner
Technik geſpielten Beethovenſchen Sonate op. 57 (
Appaſ=
ſionata), der ſie ſpäter drei kleinere Stücke, Novelette Nr. 7
v. Schumann, Le roſſignol von Liſzt und Etude op. 25
Nr. 2 von Chopin folgen ließ, deren ſubtile Behandlung
und elegante Ausführung ihre pianiſtiſchen Vorzüge im
beſten Lichte zeigten. Die zum Schluſſe geſpielte
12. Rhapſodie von Liſzt verſtärkte den vorteilhaften
Ein=
druck, den man im Laufe des abends von ihrer auf
gründlichen muſikaliſchen Kenntniſſen und ſolider
Aus=
bildung beruhenden Kunſt gewonnen hatte.
Frau de Leeuwe=Bauer ſang zuerſt drei Lieder
„Angedenken”, „Ein Ton” und „Komm, wir wandeln
zuſammen im Mondſchein” von Peter Cornelius, das
letztgenannte iſt ſo prächtige Kunſt des Vortrags und
ſchöner Wärme der Empfindung, daß ſie ſchon gewonnenes
Spiel hatte. Der Eindruck und der Erfolg ſteigerten ſich
dann mit jedem Liede. Frau de Leeuwe beſitzt eine
ſehr ſympathiſche, warm timbrierte Stimme und eine
brillante Technik und ſingt mit vielem Geſchmack und
künſtleriſchem Empfinden. Sie beherrſcht ſowohl die
Kunſtform als auch die volkstümliche Form des Liedes
Zu der letzteren gehörten die mit bezwingender
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April 1910
Seite 5.
etwa 8000 betragen. — Eſſen: Nach einer Mitteilung
des Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe im
Rhei=
niſch=Weſtfäliſchen Induſtriegebiet beträgt die Zahl der
heute abend ausgeſperrten Bauhandwerker in Eſſen
5000, in Dortmund 5000, in Gelſenkirchen 4000, in
Bochum 2000 und in Duisburg 3000. — Dresden:
Die Zahl der heute abend ansgeſperrten
Bauhand=
werker wird auf 4000 bis 5000 geſchätzt. —
Düſſel=
dorf: Die Zahl der heute bezw. geſtern abend
ausge=
ſperrten Bauhandwerker beträgt rund 2000. — Poſen:
Von der Ausſperrung werden in der Stadt
etwa 1200 Arbeiter betroffen, in der Provinz etwa 5000.
Die nicht ausgeſperrten Bauhandwerker zahlen täglich
50 Pfg. an die Unterſtützungskaſſe. — Chemnitz: Hier
wurden 1700 Maurer, 500 Zimmerer und 1300
Bau=
hilfsarbeiter ausgeſperrt. — Köln: Die Zahl der hier
und in den Vororten ausgeſperrten Bauhandwerker
beträgt 3500. — Magdeburg: Von der Ausſperrung
ſind etwa 2000 Perſonen betroffen.
* Wiesbaden, 16. April. Heute ſind hier etwa
1500 Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter
aus=
geſperrt worden. Von der Ausſperrung ſind
organi=
ſierte ſowie nichtorganiſierte Arbeiter betroffen. Nur
die Poliere und Lehrlinge arbeiten weiter. Ein
Ter=
min für die Wiedereinſtellung der nichtorganiſierten
Arbeiter iſt bisher nicht bekannt.
* Stuttgart, 16. April. Die Zahl der in Groß=
Stuttgart ausgeſperrten Maurer, Zimmerer und
Hilfsarbeiter wird auf 250 geſchätzt; mehrere, dem
Arbeit=
geberbunde angehörige Unternehmer haben ihre Arbeiter
nicht ausgeſperrt. In verſchiedenen Betrieben haben ſich
die nichtorganiſierten Arbeiter mit den organiſierten
ſoli=
dariſch erklärt.
* München, 16. April: Ausgeſperrt ſind 639
Zimmerer, 1009 Maurer und rund 2500 Bauhilfsarbeiter,
zuſammen 4148. Die Ausſperrung umfaßt bisher nicht
ganz die Hälfte der organiſierten Arbeiter.
* Straßburg i. Elſ., 16. April. Die „Straßb.
Neueſten Nachr.” melden aus Metz: Durch die
Aus=
ſperrung im Bangewerbe ſind Tauſende von
Italienern brotlos geworden, die man von hier
abzu=
ſchieben ſucht, teils nach dem Bergrevier, teils nach dem
Süden, um nicht in die Lage zu kommen, ſie unterſtützen
zu müſſen.
* Görlitz, 16. April. Von 23 Mitgliedern des
Arbeitgeberverbandes für das Baugewerbe zu
Görlitz wurden 670 organiſierte und nichtorganiſierte
Bauarbeiter ausgeſperrt. Die Wiedereinſtellung der
nichtorganiſierten Arbeiter erfolgt vorausſichtlich am
Don=
nerstag.
Danzig, 16. April. 260 Mitglieder des
Arbeit=
geberverbandes für das Baugewerbe in
der Provinz Weſtpreußen haben ihre Arbeiter, ungefähr
10—15000, ausgeſperrt. Die nichtorganiſierten Arbeiter
ſollen wieder eingeſtellt werden.
Ausſtände.
* Marſeille, 16. April. Der Präfekt erklärte,
da die Ordnung wiederhergeſtellt ſei, werde er eine
Ab=
ordnung der eingeſchriebenen Seeleute
emp=
fangen, jedoch unter der Bedingung, daß ſie ſich aus
ſolchen Mitgliedern zuſammenſetze, die nicht
Gegen=
ſtand einer Beſchwerde oder der gerichtlichen
Verfolg=
ung ſind.
Marſeille, 17. April. Eine Beſprechung der
ausſtändigen Seeleute mit dem Präfekten hat
nicht ſtattgefunden, da dieſe hierzu drei Leute aus dem
Vorſtande des Syndikats, die unter Anklage ſtehen,
entſandt hatten, deren Empfang der Präfekt verweigerte.
Die Vereinigung der eingeſchriebenen Seeleute hat ſich
für die Fortſetzung des Ausſtandes
aus=
geſprochen.
* Dünkirchen., 17. April. Hier haben nur wenige
Seeleute der Aufforderung, in den Streik zu treten,
Folge geleiſtet.
Paris, 17. April. Heute nacht veranſtalteten die
Eiſenbahner abermals lärmende Kundgebungen
in den Straßen und am St. Lazare=Bahnhof, wo es
wiederholt zu heftigen Zuſammenſtößen mit den
Schutz=
leuten kam, welche die Ruheſtörer auseinander trieben.
* Paris, 17. April. Bei dem heutigen Empfang einer
Abordnung von Eiſenbahnarbeitern verſprach
Miniſter Millerand den Lohn der Angeſtellten der
Staatsbahnen zu erhöhen und bei den Privatbahnen
für eine Lohnerhöhung ihrer Angeſtellten einzutreten.
Der Miniſter, der den Leuten mit großer
Zuvorkommen=
heit begegnete, mahnte ſie im übrigen zur Mäßigung
und erklärte, daß er auf die Einſicht der Eiſenbahner
vertraue.
Schwerer Ballonunfall.
* Eſchwege, 17. April. Die Hülle des geſtern
in Bitterfeld aufgeſtiegenen Ballons „Delitzſch”
wurde bei Reichenſachſen aufgefunden. Der Ballon
wurde anſcheinend während eines Gewitters vom
Blitz getroffen. Alle vier Inſaſſen ſind
t o t.
Naivität und Liebenswürdigkeit geſungenen Lieder
von Armin Knab und das einfache ergreifende
oſtpreußiſche Volkslied von Hugo R. Schultze, zu
jener die Lieder von Richard Strauß und Hugo
Wolf. Beſonderes Intereſſe erweckten die drei hier zum
erſten Male gehörten und meiſterhaft geſungenen Lieder
von Armin Knab „Schätzle warum weineſt Du”,
„So ich traurig” bin” und „Aurikelchen” die auf den
naiven und volkstümlichen Ton geſtimmt ſind und ein ſehr
glückliches Kompoſitionstalent verraten, von dem man noch
ſchöne und originelle Gaben erwarten darf. Ferner drei
weitere Neuheiten, Lieder von Henry J. Lautz, gewandt
und flott und mit ſicherer Technik geſchriebene
Kompo=
ſitionen, von denen das zweite „Gefährlich Spiel” den
größten Erfolg hatte. Der Komponiſt begleitete dieſe
Lieder ſelbſt, ebenſo die von H. R. Schultze und Hugo
Wolf, während Frau Holler zu den erſtgenannten die
Begleitung übernommen hatte und mit beſtem
künſt=
leriſchen Gelingen ausführte. Für den reichen Beifall
dankte die Sängerin durch zwei Zugaben.
Wir ſchließen die Beſprechung des genuß= und
erfolg=
reichen Konzertes mit den Worten des Dichters:
Warum in die Ferne ſchweifen?
Sieh, das Gute liegt ſo nah!
Mm. Im großen Saale des „Hotels Traube” kamen
geſtern Vormittag die drei Aufführungen von
Violinſonaten in hiſtoriſcher Folge, die von
den Herren Fr. Mehmel und Voß veranſtaltet worden
waren, zum Abſchluß. Drei bedeutende Werke der neueſten
Zeit ſtanden auf dem Programm; diesmal waren es nicht
nur deutſche Meiſter, ſondern auch ausländiſche Tonſetzer.
Anton Dvoräk (1841—1904) ſchlägt in ſeiner Sonate
op. 57 Töne voll Leidenſchaft und Feuer an, die ſeinem
* Bitterfeld, 17. April. Die vier Inſaſſen des
Ballons „Delitzſch” ſind der Kaufmann Karl Luft=
Bitterfeld als Führer, der ſeine 25. Fahrt unternahm,
Herr Leuchſenring von der Luftfahrzeuggeſellſchaft,
der den Münchener Ballon der Geſellſchaft führen ſollte,
und die Herren Höcker und Graupner, beide in
Leipzig wohnhaft. Der Ballon iſt geſtern abend am
Werk Elektron aufgeſtiegen und gehört dem
Bitter=
felder Verein. Der Aufſtieg ging ſehr glatt von ſtatten;
er herrſchte faſt völlige Windſtille. Der Ballon zog in
langſamer Fahrt in weſtlicher Richtung davon.
* Reichenſachſen, 17. April. Die
Polizei=
behörde in Reichenſachſen teilte dem Bitterfelder Werk
Elektron 2 mit, daß der Ballon „Delitzſch” aus
be=
trächtlicher Höhe herabſtürzte; die Inſaſſen
ſind ſämtlich tot. Der Korb wurde ſchwer beſchädigt
und die Hülle in zerfetztem Zuſtande aufgefunden.
Ueber die Urſache läßt ſich ſchwer etwas ſagen. Man
neigt zu der Anſicht hin, daß der Ballon in ein
Ge=
witter geraten iſt und von einem Blitzſchlag getroffen
wurde.
* Bitterfeld, 17. April. Die hieſige
Luftſchiff=
halle hat von der Polizeibehörde in Reichenſachſen die
Mitteilung erhalten, daß die Inſaſſen des
verunglück=
ten Ballons „Delitzſch”, wie die Leichenſchau ergab,
vom Blitz erſchlagen worden ſind.
* Eſchwege, 17. April. Die Fahrt des
verun=
glückten Ballons ging über Halle Delitzſch
Nieder=
reichſtädt Köllede und Sommerda. Um 12 Uhr nachts
paſſierte der Ballon bei 440 Meter Höhe Eiſenach. Um
dieſe Zeit ſcheint er in einen Gewitterſturm geraten
und nach Weſten getrieben worden zu ſein. Ueber dem
Dorf Reichenſachſen wurde er vermutlich vom Blitz
getroffen und iſt dann mit großer Geſchwindigkeit zur
Erde geſtürzt. Die Gondel iſt jedenfalls mit
furcht=
barer Gewalt auf den Boden aufgeſtoßen denn die
Lei=
chen weiſen gräßliche Verletzungen auf. Zwei Leichen
wurden heransgeſchleudert zwei lagen in der Gondel,
* Eſchwege, 17. April. Ueber die Katgſtrophe, dier
den Ballon „Delitzſch” betroffen hat, wird noch gemeldet:
Der Befund der Leichen läßt erkennen, daß die
Luft=
ſchiffer einen ſchrecklichen Tod gefunden haben. Auf!
dem Antlitz des Einen iſt deutlich die Todesangſt
ausge=
prägt. Alle hielten die Hände krampfhaft geballk. Ein=
Ortsbewohner von Reichenſachſen wurde nachts gegen ein
Uhr durch Krachen aus dem Schlafe geweckt und glaubte,
der Blitz habe eingeſchlagen. Als er jedoch nichts bemerkte,
begab er ſich wieder zur Ruhe. Heute früh um 6 Uhr, als
er nach den Ställen ging, fand er den Ballon in den
Zwei=
gen des Kirſchbaums hängen und die Gondel zerſchmettert
am Boden liegen. Die Leichen wurden nach Feſtſtellung
des Todes durch den Kreisarzt nach Eſchwege gebracht.
* Berlin. 17. April. Mit Rückſicht auf die letzten
Ballon=Unfälle beſchloß der kaiſerliche
Aero=
klub bereits in einiger Zeit Maßregeln zu treffen, um
die Wiederholung ſolcher Unfälle nach Möglichkeit
auszu=
ſchließen. Die diesbezüglichen Beſtimmungen werden in
allernächſter Zeit veröffentlicht.
Luftſchiffahrt.
* Bitterfeld, 17. April. Das Luftſchiff „P*4‟
iſt um 7 Uhr 28 Min. zu einer Fahrt nach Altenburg
aufgeſtiegen. Die Führung haben Hauptmann
Ding=
linger und Oberingenieur Kiefer; ferner ſind in der
Gondel ein Steuermann und zwei Monteure.
* Altenburg, 17. April. Das Luftſchiff „P4” iſt
gegen 11½ Uhr auf dem als Landungsplatz vorgeſehenen
Exerzierplatze in Gegenwart des Herzogs und einer
viel=
tauſendköpfigen Menſchenmenge gelandet. Am
Nach=
mittag ſoll die Rückfahrt nach Bitterfeld erfolgen. Nach
der Landung nahm der Herzog und die Herzogin
in der Gondel Platz und das Luftſchiff führte dann
einen Flug von etwa 20 Minuten Dauer über der Stadt
aus, worauf eine abermalige Landung erfolgte.
Sport.
B. Fußball. Das geſtern Nachmittag zwiſchen
den erſten Mannſchaften des Fußballklubs „Hanau 1893‟
und Fußball=Klub „Olympia‟ Darmſtadt auf dem
Sport=
platze an der Heidelbergerſtraße ausgefochtene
Rückwett=
ſpiel endete unentſchieden mit 2: 2 Toren (Vorſpiel in
Hanau 2:1 für Hanau). Kurz vor Haltzeit erhielt
„Olympia”, die mit 3 Erſatzleuten ſpielten, durch einen
Elfmeterſtoß die Führung. Bald nach dem Seitenwechſel
zog Hanau gleich und übernahm auch etwas ſpäter durch
einen weiteren Punkt die Führung. Doch auch die
Darmſtädter konnten das zweite Tor für ſich buchen.
Mit dieſem Stand ging es trotz Anſtrengung von beiden
Mannſchaften bis zum Schluß.
In der Vorrunde um die deutſche
Fußball=
meiſterſchaft gewannen Süddeutſchland (Karlsruher
F.=V.) gegen Weſtdeutſchland (Duisburger Sp.=V.) mit
1:0, und der vorjährige deutſche Meiſter Phönix=
Karls=
ruhe gegen Mitteldeutſchland (V. f. B.=Leipzig) mit 2: 1.
* Köln, 17. April. Das Kölner
Frühjahrs=
rennen wurde heute in Anweſenheit des
württembergi=
ſchen Königspaares abgehalten. Das Pferd des Königs
ging zweimal aus dem Rennen ſiegreich hervor.
böhmiſchen Temperament eigen ſind und im Schlußſatz
ihren lodernden Höhepunkt erreichen. Wenn auch nicht
ge=
leugnet werden kann, daß dieſe Sonate nicht ganz den
Klaviertrios und Streichquartetten an Größe des Inhalts
gleichkommt, ſo muß doch geſagt werden, daß ſie ein ſehr
effektvolles und für die Violine außerordentlich dankbar
geſchriebenes Tonwerk iſt, die dieſes Inſtrument von der
glänzendſten Seite zu zeigen Gelegenheit gibt. —
Die umfangreichſte, wohl auch die bedeutendſte und am
beſten gelungene Leiſtung des Morgens, war die
ſtim=
mungsvolle C-moll=Sonate op. 45 von Edward Grieg
(1843—1907). Reich an originellen Wendungen der
Me=
lodie, die ſeine Muſik ſo reizvoll geſtaltet und überraſchend
durch ganz unerwartete reiche und gewählte Harmonie, die
Grieg nun einmal ganz beſonders eigenartig anzuwenden
verſtand, trägt die Sonate ein entſchieden modernes
Ge=
präge, das ſtets aufs Neue hochintereſſant bleiben wird.
Die Romanze und nordiſche Tanzweiſe, durch die Grieg
ſtets zu feſſeln weiß, riſſen denn auch die beiden Künſtler
zu ſehr temperamentvollem Vortrag hin.
Richard Strauß (1864 geboren) ſtellt in der Es=dur=
Sonate op. 18, deren reizvolles Andante cantabile ſich ſo
lieblich anhört, daß man gar nicht die großen techniſchen
Schwierigkeiten darin ſuchen würde, die es in ſich birgt,
die höchſten Anforderungen an den Vortrag der
Ausüben=
den, die beſonders im letzten Satz mit ſeinen rhythmiſch
komplizierten Bildungen den Herren Mehmel und Voß
Ge=
legenheit gaben, ihre Virtuoſität in glänzendſter Weiſe zu
zeigen, wofür der verdiente Beifall nicht ausblieb. Der
gute Beſuch der drei Veranſtaltungen iſt der beſte Beweis
für das rege Intereſſe, welches derartige hiſtoriſche
Darbietungen beanſpruchen dürfen.
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April 1910,
Nummer 89.
Hunde=Ausſtellung.
St. Die vom „Verein der Hundefreunde für
Darmſtadt und Umgegend veranſtaltete 3.
Allge=
meine Ausſtellung von Hunden aller Raſſen iſt in ihrer
Art eine ganz bedeutende Veranſtaltung geworden, die
bis=
her nur von einer Ausſtellung, der in Berlin, übertroffen
wurde. Ueber 600 Tiere ſind insgeſamt zur Ausſtellung
geſandt worden und zwar durchweg ſo brillantes
Ma=
terial, daß mehrere Hundert Prämiierungen
vorgenom=
men werden konnten und das „Richten” der Tiere faſt den
ganzen erſten Tag der Ausſtellung in Anſpruch nahm. Ein
Beſuch der langen Ställe, in denen die wertvollen Tiere in
reinlichen, zweckmäßigen Boxen, Käfigen oder Zwingern
einzeln oder auch in ganzen Gruppen untergebracht ſind,
bietet viel des Intereſſanten auch für den Nichtfachmann.
Auch für den Beſucher, der die Tiere nach ihrem Ausſehen
wertet, ohne zu prüfen, ob die Schnauze 1 Zentimeter zu
lang oder zu dick, ob die Schwanzhaltung oder die
Bein=
ſtellung korrekt, Haltung und Zeichnung einwandfrei ſind
und was ſonſt noch alles das kritiſche Auge der
Preisrich=
ter zu prüfen und zu wägen findet. Intereſſant iſt auch,
zu ſehen, wie die Mode ſogar auf die Tierzucht ihren
mehr oder minder fruchtbaren Einfluß ausübt. Wer öfter
Ausſtellungen beſucht, kann da ganz genau, ſchon nach der
Zahl des „Auftriebs” und nach den Preiſen feſtſtellen,
welche Raſſe zurzeit in Mode iſt und welche nicht mehr ſo
floriert wie vor Jahren. So ſcheinen heuer am meiſten
bevorzugt zu ſein die Dobermannpinſcher, denen man
allerdings ſchon ſeit langem wegen ihrer hervorragenden
Eigenſchaften erhöhtes Intereſſe zuwendet, noch mehr aber
die „Spaniels” die kleinen, gedrungen gebauten
langhaa=
rigen und langohrigen Tiere, meiſt ſchwarzweißer Farbe,
mit dem klugen Geſicht, die man auf früheren
Ausſtellun=
gen höchſtens in 3 bis 4 Exemplaren ſah, und die diesmal
in einer Sonderausſtellung, vom Jagd=Spaniel=Klub
ver=
anſtaltet, in nicht weniger als 35 Exemplaren vertreten
ſind. Darunter werden an einzelnen Spielarten
unter=
ſchieden Cocker=Spaniels, Springer=Spaniels, Field=
Spaniels und Welſh= und Clumber=Spaniels.
Spezialausſtellungen haben weiter veranſtaltet der
„Verband der Windhunde=Liebhaber” Frankfurt a. M.,
deſſen Gruppe 63 Nummern umfaßt, darunter Barſois,
Greyhounds (glatth. engl. Windhunde), Whippets (engl.
Rennhunde), und italieniſche Windſpiele; der Grifſonklub,
der ſüddeutſche Rottweilerklub in Heidelberg uſw. Außer
dieſen Spezialausſtellungen verzeichnet der Katalog:
kurz=
haarige deutſche Vorſtehhunde, Weimaraner, kontinentale
drahthaarige Vorſtehhunde, Pointers, Setters, kurz= und
langhaarige Dachshunde, rauhhaarige Dachshunde,
Ka=
ninchenteckel (die kleinſten Teckel), Foxterriers in allen
Spielarten, deutſche und däniſche Doggen, Bernhardiner,
Leonberger, Neufundländer, deutſche Schäferhunde,
Col=
lies, Dobermannpinſcher, Ariedale Terriers, Pudel. Boxer,
Bulldoggen, Dalmatiner, Wolfsſpitze, weiße und ſchwarze
Spitze, Pinſcher aller Art, Black and tan Terriers, Scottiſh=
Terriers und verſchiedene Arten Zwerghunde.
Es iſt alſo in der Tat faſt alles ausgeſtellt, was irgend
ein Anrecht auf Zugehörigkeit zur Hundefamilie hat. Und
wenn man etwa ſo einen kleinen Zwergſpitz oder Pinſcher
neben einem gewaltigen Leonberger oder einer rieſigen
Dogge ſieht, hält es ſchwer, zu glauben, daß dies Tiere einer
Gattung ſind. Und ſo verſchieden wie ihre äußere Geſtalt
und Veranlagung, ſo verſchiedenartig ſind die Dienſte, die
ſie dem Menſchen leiſten und für deſſen Zwecke jeweilig die
Raſſen gezogen werden. Neben dem kleinen Kläffer, der
auf ſeidenem Kiſſen ruhend, ein beſchauliches Daſein führt
ohne einen anderen Zweck, als eben dieſes Daſein zu
ge=
nießen, ſieht man die intelligenten Jagdhunde, die
Poli=
zeihunde, die dem Menſchen im Kampf gegen die
Ver=
brecher ihre Pflicht erfüllen, die Bernhardiner, deren
eigent=
liche Aufgabe iſt, Menſchenleben in den Alpen zu retten
und dergl. mehr. Alle dienen ſie ihren Herren auf ihre
Weiſe. Von einem Dobermannrüden heißt es, er ernährt
ſeinen Herrn vollſtändig. Dieſes Tier hat ſchon unzählige
Preiſe erzielt und wandert von Ausſtellung zu
Ausſtel=
lung. Demgemäß ſind auch die Kaufpreiſe ſehr
verſchie=
den. Unter 100 Mark iſt wohl keiner ausgezeichnet und
dann gehts bis in die Tauſende. Ein Beweis, daß
Raſ=
ſenzucht unter Umſtänden ſehr rentabel iſt.
Bei der Prämiierung haben die Darmſtädter
Züchter ſehr gut abgeſchnitten. Die drei
Staats=
medaillen fielen an die Herren Baron de Gingins
in Unterau (für Griffon), Förſter Weber in
Riedel=
bach i. T. (für Dachshunde) und Tierarzt K. Diffiné in
Rüſſelsheim (Doggen). An Darmſtädter
Ausſtel=
ler entfielen folgende Preiſe: (Kat.=Nr. 445): Ernſt
Aachen, 1 Rottweilerrüde, 4. Preis, (535, 538): J.
Baas, Spitze, 1 Rüde, 1 Hündin, zwei 1. Preiſe, (272,
276, 277, 282): Dr. med. Baumann=Roßdorf, St.
Bernhardshunde, 2 Rüden, 2 Hündinnen, im ganzen
ſieben 1., ein 2. Preis, drei Ehrenpreiſe, darunter die
Siegermedaille als Anwartſchaft auf Championtitel,
(278), L. Kaffenberger=Roßdorf, St.
Bernhards=
hündin, zwei 1. Preiſe, (285): Ph. Oeſtreicher, St.
Bernhardsrüde, drei 1. Preiſe, (426): Poſtſekretär
Bor=
narius, Dobermannhündin, zwei 2., ein 3. Preis,
(378): Major v. Mackenſen, Dobermannrüde, ein 4.
Preis, (423): G. R. Petri, Dobermannrüde, drei 1.
und ein 2. Preis, ein Ehrenpreis, (197): W. Cramer,
Dachshündin, ein 1. Preis, (181): Ph. Kloos,
Dachs=
hündin, ein 3. Preis, (536): R. Eimler, deutſche rauh.
Pinſcherrüde, ein 2. Preis, (521): K. Fay, Bulldoggk
hündin, drei 1. Preiſe, (495), O. Probeck,
Boxerhün=
din, zwei 2., ein Ehrenpreis, (486), H. Illert,
Boxer=
rüde, ein 3. Preis, (298): R. Klump,
Neufundländer=
rüde, ein 2. Preis, (462): Freifrau v. Oettinger
Pudelrüde, ein 3. Preis, (218, 232, 238): O. Plier, 2
Foxterrierrüden, 1 Foxterrierhündin, zuſammen drei
1., ein 2., ein 3., ein 4. Preis.
Von deutſchen Schäferhunden wurden prämiiert:
a) Rüden: Offene Klaſſe: Kaufmann A. R. Müller,
3. Preis; begrenzte Klaſſe: Kaufmann A. R. Müller,
3. Preis; Ermunterungsklaſſe: Schutzmann Weber,
Preis; Neulingsklaſſe: Schutzmann Weber, 2.
Preis, Wirt Hch. Kunkel, 3. Preis: Zuchtklaſſe:
Kauf=
mann A. R. Müller=Darmſtadt, 1. Preis. — b)
Hün=
dinnen: Offene Klaſſe: Polizeiwachtmeiſter Kanold=
Darmſtadt, 4. Preis; Begrenzte Klaſſe: Metzger Gg.
Reeg=Darmſtadt, 4. Preis; Ermunterungsklaſſe:
Polizeiwachtmeiſter Kanold=Darmſtadt, 1. Preis;
Jugendklaſſe: Polizeiwachtmeiſter Kanold=
Darm=
ſtadt, 3. Preis: Zuchtklaſſe: Polizeiwachtmeiſter
Ka=
nold=Darmſtadt, 2. Preis, Metzger Gg. Reeg=
Darm=
ſtadt, 4. und 5. Preis.
Sturm.
* Chalons ſur Marne, 15. April. Ein
über=
aus heftiger Sturm zerſtörte einen Teil der
Werk=
ſtätten für Aeroplane und zerbrach mehrere im Bau
begriffene Flugapparate. Einige unfertige Schuppen
wurden vom Sturm fortgeriſſen. Mehrere Arbeiter,
die an einersim Bau befindlichen Lenkballonhalle be=
ſchäftigt waren, wurden herabgeſchleudert. Einer iſt.
tot, drei wurden ſchwer verletzt.
* Chriſtiania, 15. April. Von Nordland
und den Finmarken wird ein orkanartiger
Sturm gemeldet, der ausbrach, während ſich die
Fiſcherflotte auf dem Meere befand. Bis gegen Abend
waren 12 Fiſcher als tot gemeldet; eine Anzahl
Fiſcherboote wird noch vermißt.
Erdbeben.
H. B. London, 16. April. Nach einem Telegramm
aus San Joſé wurde die Republik Coſtarica von
einer Reihe von Erdſtößen heimgeſucht, die einen Schaden
von mehreren Millionen Dollars angerichtet haben.
Inner=
halb 24 Stunden erfolgten 30 Erſchütterungen. In den
Dörfern und Städten flohen die Einwohner auf die
Fel=
der. Hunderte von Gebäuden ſind eingeſtürzt, doch iſt ein
Verluſt an Menſchenleben nicht zu beklagen.
Darmſtadt, 18. April
— Der für heute Montag angekündigte Siegfried
Wagner=Abend kann eingetretener Hinderniſſe wegen nicht
ſtattfinden und muß auf den Monat Oktober verſchoben
werden.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 16. April. Der Bundesrat erteilte
in ſeiner heutigen Sitzung dem Entwurf eines
Kolo=
nialbeamtengeſetzes ſeine Zuſtimmung.
* Berlin, 16. April. Die geſtern eingeſetzte
Kom=
miſſion des Herrenhauſes zur Vorberatung der
Wahlrechtsvorlage hielt heute ihre erſte Sitzung
unter dem Vorſitze des Grafen Botho zu Eulenburg
ab. Stellvertreter des Vorſitzenden iſt Fürſt Hatzfeld.
Zum Berichterſtatter wurde Graf Behr=Behrenhoff
be=
ſtimmt.
* Berlin, 17. April. Der heute im „Rheingold”
ta=
gende außerordentliche Aerztetag zur
Beſpre=
chung des Entwurfs zur Reichsverſicherungsordnung, auf
dem 350 Vereine mit über 23000 Stimmen vertreten
wa=
ren, nahm mit allen gegen drei Stimmen den Antrag des
Geſchäftsausſchuſſes an, in dem feſtgeſtellt wird, daß die
Beſtimmungen des Entwurfs über die Ordnung des
kaſſen=
ärztlichen Dienſtes die ſeit langen Jahren erhobenen
For=
derungen des deutſchen Aerztevereinsbundes
unberückſich=
tigt laſſen und der Geſchäftsausſchuß beauftragt wird, dem
Reichstage ſofort die von ihm als unbedingt notwendig
erkannten Abänderungen des Entwurfs mit Begründung
zur Berückſichtigung zu unterbreiten.
* Straßburg i. Elſ., 16. April. Die „Straßburger
Neueſten Nachr.” melden: Geſtern wurde zwiſchen
Geispoldheim und Grafenſtaden durch den Baſeler
Schnellzug das vier Jahre alte Kind des in der
Grafenſtadener Schmiede beſchäftigten Tagelöhners
Reuſch, als es Kohlen ſuchte, überfahren und
ſo=
fort getötet.
* Karlsruhe, 16. April. In Gegenwart des
Groß=
herzogs und des Generals des 14. Armeekorps,
Freiherrn von Hoiningen, als Vertreter des
Kaiſers, fand heute vormittag 10½ Uhr die
Beiſetz=
ung des Artilleriegenerals von Froben unter
mili=
täriſchen Ehren ſtatt. Die Leiche wurde im Krematorium
verbrannt.
* Trier, 16. April. In Echternacherbrück
wurden während eines Gewitters zwei Mädchen im
Alter von 18 und 19 Jahren auf freiem Felde vom
Blitz getroffen und lebensgefährlich verletzt.
* Krenznach, 16. April. In Wahlhauſen wurde
der Winzer Knoth im Weinberg von einem Blitz
er=
ſchlagen.
* Hamburg, 16. April. Die Bürgerſchaft nahm
einen Antrag auf Bewilligung von 45 Millionen Mark
zur Erweiterung der Hafenanlagen auf
den Elbinſeln Waltershof, Neuhof und Roß an.
* Roſtock, 16. April. Im Ständehaus zu
Ro=
ſtock trat eine von Ständemitgliedern zahlreich beſuchte
Verſammlung zuſammen zwecks Beratung weiterer
Schritte, die zu einer Einigung über die
Ver=
faſſungsfrage führen ſollen. Die Verhandlungen
nahmen mehrere Stunden in Anſpruch. Schließlich
wurde einſtimmig folgende Reſolution angenommen:
Wir (die Stände) erklären uns bereit, wenn die
Regie=
rungen den Ständen eine neue Vorlage bringen
ſoll=
ten, in welcher unter Beibehaltung der beſtehenden
ſtändiſchen Vertretung weiteren Kreiſen die
Mitwirk=
ung an der Geſetzgebung und an der Bewilligung des
Etats gewährt wird (jedoch unter Ablehnung von
all=
gemeinen Wahlen), auf dieſer Grundlage in weitere
Verhandlungen einzutreten. Dabei geht die
Verſamm=
lung von der Vorausſetzung aus, daß die bisherige
Vorlage zurückgezogen wird. Dieſer Beſchluß wurde
gefaßt mit Rückſicht auf das Güſtrower Protokoll vom
18. Januar, in dem vorgeſchlagen wird, den beiden
jetzt beſtehenden Ständen einen dritten Stand
anzu=
gliedern und für jeden Stand 50 Abgeordnete zu
wäh=
len. Die Roſtocker Verſammlung wählte nun eine
Ab=
ordnung aus der Ritterſchaft und der Landſchaft; dieſe
ſoll eine Audienz bei den beiden Großherzögen erbitten
und eine Reſolution überreichen, ſowie über den
Ver=
lauf der Verſammlung berichten.
* Allenſtein, 16. April. Die Beſchlußkammer des
Allenſteiner Landgerichts hat, wie die „Allenſteiner
Zeitung” meldet, gegen die frühere Frau v.
Schöne=
beck das Hauptperfahren wegen Anſtiftung zum
Morde und tätlichen Angriffs auf einen Vorgeſetzten
vor dem Schwurgericht Allenſtein eröffnet.
* Wien, 16. April. Heute abend war beim Kaiſer
in Schönbrunn Tafel, zu der unter anderen
Rooſe=
velt mit ſeinem Sohne, der amerikaniſche Botſchafter in
Wien, Kerens, der öſterreichiſch=ungariſche Botſchafter in
Waſhington, Hengelmüller, Miniſterpräſident von Bienerth
und Graf von Aehrenthal geladen waren.
* Wien, 16. April. Abgeordnetenhaus. Bei
der Erörterung der Anleihevorlage verwahrte ſich
Finanzminiſter v. Bilinſki zunächſt gegen den Vorwurf,
daß das Parlament von der Regierung geringſchätzig
be=
handelt werde. Der Miniſter gab ſodann eingehende
Er=
klärungen über die Kaſſenbeſtände und begründete die
Notwendigkeit von Rückſtellungen im Budget mit dem
vor=
handenen ungedeckten Defizit von 70 Millionen. Aus den
gegenwärtigen Kaſſenbeſtänden könne er die Budgetpoſten
decken und mit den 182 Millionen würden die reſtlichen
Gelder an die Kriegsverwaltung gezahlt. Was die Frage
der Dreadnoughts betreffe, ſo ſei er der Anſicht, daß dieſe
einmal würden angeſchafft werden müſſen und daß die
Delegationen hierfür die Mittel bewilligen würden. Er
bitte dringend, nicht zu verlangen, daß er aus den 182
Millionen die Beſeitigung der Rückſtände vornehme, ſonſt
würde er in zwei bis drei Monaten auf demſelben Stand=
punkte anlangen wie heute. Abg. Steinwender
er=
klärte, der Kaſſenbeſtand bedürfe nur geringfügiger
Er=
gänzungen und würde reichlich genügen unter der
Vor=
ausſetzung der Erledigung mindeſtens eines Teiles der
Finanzreform, die Anleihebewilligung von 200 Millionen
zu erteilen, um ſowohl die außerordentlichen
Erforder=
niſſe des laufenden Jahres zu decken, als auch die
be=
ſchloſſenen Rückſtellungen aufzuheben. Finanzminiſter von
Bilinſki erwiderte, von den Rückſtellungen abzugehen,
ſei unmöglich, wenn nicht die Kaſſenbeſtände entſprechend
geſtärkt würden, hierzu wären jedoch 220 bis 230
Millio=
nen erforderlich. Hierauf wurde die Verhandlung
abge=
brochen. Nächſte Sitzung Montag.
* Preßburg, 17. April. Rooſevelt iſt heute
vor=
mittag hier eingetroffen und am Bahnhof vom
Bürger=
meiſter und der Vertretung der Stadt aufs herzlichſte
be=
grüßt worden. Er fuhr mti dem Grafen Albert v.
Ap=
ponyi als deſſen Gaſt ins Schloß Eberhard.
* Paris, 17. April. In Tours wurden der Graf=
und die Gräfin Aulby de Glatigny verhaftet,
weil ſie der Amerikanerin Frau Paine wertloſe
ge=
fälſchte Bilder als Corvot, Correggio, Tizian und
Murillo verkauft haben für den Preis von
ungefähr=
einer halben Million Franks.
* Valencia, 17. April. Bei dem Einſturz einer
Metallgießerei wurden ein junges Mädchen
ge=
tötet und 30 Perſonen verletzt.
* London, 16. April. Ein heftiges Gewitter
mit ſchwerem Regen ging heute abend über der Stadt
nieder, wobei viele Straßen überſchwemmt, der
Verkehr an mehreren Stellen unterbrochen und
ver=
ſchiedene Perſonen verletzt wurden. Der Blitz
ſchlug an mehreren Stellen ein, zündete aber nur in
einem Fall. Auch in der Provinz hat nach den
vor=
liegenden Meldungen der Sturm arg gehauſt. In
Malborough wurde ein Schäfer vom Blitz erſchlagen.
* Kopenhagen, 16. April. Die ordentliche
Reichs=
tagsſeſſion wurde heute geſchlofſen.
* Kiruna (Schweden), 16. April. Heftige
Schnee=
ſtürme wehen ſeit den letzten Tagen über Lappland.
Die niedergegangenen Schneemaſſen behindern den
Zugverkehr.
* Bukareſt, 16. April. Die Kammer nahm den
Handelsvertrag mit Norwegen an. Der Finanzminiſter
unterbreitete einen Geſetzentwurf betreffend eine Anleihe
von 15 Millionen zu Heereszwecken.
* Melbourne, 16. April. Das
Abgeordneten=
haus des neuen Bundesparlamentes ſetzt ſich
zuſam=
men aus: 30 Antiſozialiſten und Antiprotektioniſten
unter der Führerſchaft des Premierminiſters Deakin,
41 Mitgliedern der Arbeiterpartei und vier
Unab=
hängigen.
* Berlin, 17. April.
Reichstagsabgeord=
neter Graf Oriola iſt heute Nacht ½2 Uhr
ge=
ſtorben.
Graf Waldemar von Oriola wurde geboren am 27.
Auguſt 1854 in Bonn, beſuchte die Univerſität Berlin und
wurde nach Beendigung der Studien Referendar bei dem
Gericht zu Charlottenburg und Berlin und ſpäter bei der
Regierung zu Wiesbaden. 1880 trat er aus dem
Staats=
dienſt aus und nahm ſeinen Wohnſitz in Büdesheim in
Oberheſſen. Er war Mitglied des Provinziallandtages
der Provinz Oberheſſen und des Kreistages des Kreiſes
Friedberg. Von 1887—1904 gehörte er der Zweiten
heſſi=
ſchen Kammer an, wo er den 1. Wahlkreis (Vilbel)
Ober=
heſſen vertrat, Mitglied des Reichstags war er ſeit 1893
als Vertreter des 2. heſſiſchen Wahlkreiſes Friedberg=
Bü=
dingen. Graf Oriola gehörte der nationalliberalen
Par=
tei an, trennte ſich von ihr aber bei der Abſtimmung über
die Reichsfinanzreform. Sein Tod war die Folge eines
beklagenswerten Unfalles in Berlin, worüber berichtet
worden iſt.
* Köln, 17. April. Der „Köln. Ztg.” wird aus
Ber=
lin geſchrieben: Gegenüber den in letzter Zeit
wieder=
holt laut gewordenen Gerüchten über einen Aufſchub
der Schiffahrtsabgabenfrage ſei darauf
hinge=
wieſen, daß von einem ſolchen keine Rede ſein kann.
Die Angelegenheit wird energiſch weiterbetrieben, ſo
daß ſie in allernächſter Zeit im Bundesrat erledigt
werden und im Herbſt dieſes Jahres an den Reichstag
gehen wird. Wenn die Volksvertretung nicht ſchon
eher Gelegenheit haben wird, ſich mit ihr zu befaſſen,
ſo liegt das lediglich an dem Umſtand, daß der
Reichs=
tag am Himmelfahrtstage auseinanderzugehen gedenkt.
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liebe gute Frau, unſere liebe und treubeſorgte
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter,
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gerin und Tante
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Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April
1910.
Frau Marie Nungesser
geb. Wissmer
heute mittag 12½ Uhr nach kurzem ſchweren
Leiden im 64. Lebensjahre ſanft verſchieden iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Nungeſſer,
Frau Anna Hahn Wwe. und Kind,
Wilhelm Nagel und Frau, geb. Nungeſſer,
und Kinder,
Wilhelm Nungeſſer und Familie.
Darmſtadt u. Hochemmerich bei Duisburg,
den 16. April 1910.
Die Beerdigung findet ſtatt: Montag, den
18. April, nachmittags 3¾ Uhr, vom
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Seite 7.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute Morgen entſchlief ſanft nach langem,
mit Geduld ertragenem Leiden unſere liebe
Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schweſter
Schwägerin und Tante
geb. Braig.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Karl Waidschmidt.
Darmſtadt, den 16. April 1910. (B8431
Die Beerdigung findet Montag, den 18. April,
nachmittags 2 Uhr, vom Beſſunger Friedhofe
aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme
beim Ableben meiner lieben Mutter
(8408
Frau Marie Kagels
ſage innigen Dank.
Wilhelm Kagels.
Dankſagung.
Für die anläßlich der Krankheit und bei dem
Hinſcheiden unſerer unvergeßlichen
(*9701
Frau Susanna Hübner
bewieſene herzliche Teilnahme ſprechen wir unſern
innigſten Dank aus.
Im Namen der tieftrauernden Hinterbließenen:
Leonhard Hübner, Großh. Miniſt.=Kanzliſt.
Darmſtadt, den 16. April 1910.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Geſpenſter”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Generalverſammlung des Heſſ. Diakonievereins
um ½4 Uhr im Landesſynodalgebäude.
Generalverſammlung des Verſchönerungsvereins
um 6 Uhr im Reſtaurant Sitte.
Monatsverſammlung des Geflügel=Zuchtvereins
„Ornis” um 8½ Uhr in der „Stadt Pfungſtadtere
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
Jagdausſtellung im Großh. Reſidenzſchloß; geöffnet
von 10—6 Uhr.
Hunde=Ausſtellung auf dem Pferdemarktplatz.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 19. April.
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Adolph Becker (Heidelbergerſtraße 69) um 11 Uhr auf
dem Ortsgericht II.
Gold= und Silberſachen= ꝛc. Verſteigerung um
2 Uhr im ſtädtiſchen Pfandhaus.
Pferdegeſchirr= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr im
Großh. Hofmarſtall.
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Moos=Verſteigerung um 9 Uhr im Rathaus zu
Pfungſtadt.
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Sonntags von 10—1 Uhr, Mittwochs von 3—5 Uhr.
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Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mar Streeſe;
für den Inſeratenteil: Ji. Stroßt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Hönorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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37)
Gegen Mittag, als die helle, warme Sonne ins
Kran=
kenzimmer hineinlachte, da richtete ſich der Patient ein
wenig auf, ſah ſich mit erſtaunten Blicken um und fragte
mit vollem, klarem Bewußtſein: Ja, wo bin ich denn?
Malwine, die angſtvoll lauſchend bis jetzt am Bett
geſeſſen hatte, erwiderte nun mit einem freudigen Lächeln:
Sie ſind bei uns, Herr Stark, bei Ihren alten Freunden,
beim Profeſſor Rüſtig, und dies iſt ja Ihr Zimmer, das
Sie damals bewohnt haben! Erkennen Sie es denn nicht
wieder?
Der Kranke nickte. Richtig, ja, mein liebes, altes
Zimmer. Aber wie denn? Wie iſt mir denn? Wo fiel
ich doch damals um? Auf der Straße doch. Alſo wie
komme ich hierher?
Lächelnd und treuherzig ſagte Malwine:
Ganz recht, auf der Straße fielen Sie um, wurden
ins Krankenhaus gebracht, und von dort haben wir Sie
zu uns geholt. — Aber nun, bitte, ganz ſtill gelegen und
ſich nicht aufregen, bitte, nein!
Da lächelte er ſie an, nahm ihre Hand, ſtreichelte ſie
und führte ſie dann an den Mund.
Und Sie, Fräulein Malwine, Sie haben mich
ge=
pflegt? fragte er leiſe, ihre Hand weiter ſtreichelnd.
Teiſe erbebend vor innerer Glückſeligkeit, nickte ſie ihm
zu. — Sie dürfen ſich nicht aufregen, — bitte, ſprechen Sie
nichts.
Schweigend lag er da, ſah dankbar und glücklich zu
ihr hin und hielt noch immer ihre Hand feſt.
Dann begann er wieder ganz leiſe: Ich fühle es, ich
werde beſſer, ganz deutlich fühle ich es, daß ich geſund
werde.
Still, ſtill! bat ſie nur.
Doch nach einer Weile begann er wieder: So gut ſind
Sie, ach, ſo unendlich gut, — und ich verdiene es doch
wahrhaftig nicht!
Aber, bitte, regen Sie ſich nicht auf — bitte, bitte!
Er verneinte lächelnd. — Ich bin ja ſchon halb geſund
Sie dürfen nicht ſo viel ſprechen, die Aerzte haben es
ſtreng verboten.
Nur ein paar Worte, bat er, ſtill und matt lächelnd.
Sagen Sie, Fräulein Malwine, halten Sie mich für
ſchlecht?
Aber nein! Wie können Sie ſo etwas nur glauben!
verſicherte ſie errötend.
Er hielt ihre Hand wieder feſt. — Doch, ich bin es,
ich war es — aber es iſt vorbei, gottlob.
Da ſagte ſie ernſt, aber bittend: Wenn Sie nun aber
nicht jede Aufregung vermeiden, muß ich Sie wirklich allein
laſſen.
Ich werde ganz brav ſein, ſagte er, ſank zurück und
ſchloß die Augen.
Und nun dachte er: Mein liebes altes Zimmer, ſo
ſehen wir uns wieder! . . Zum zweiten Male alſo hatte
der liebe alte Profeſſor rettend eingegriffen, zum zweiten
Male ihm ſein Haus geöffnet .
Plötzlich begann er wieder zu ſprechen: Nur eins
noch — nur eins noch muß ich wiſſen — wo iſt ſie?
Bebend antwortete Malwine: Sie iſt zu ihrem
Manne gereiſt.
Da nickte er. Dann ſagte er leiſe: Ich will ſie nie,
nie wieder ſehen, niemals mehr.
Matt ſank er zurück und ſchloß die Augen.
Bewegungslos ſaß Malwine da und lauſchte auf
ſeine Atemzüge. Doch ſchon nach fünf Minuten
um=
fing ihn ein geſunder und feſter Schlaf. — Da ſank ihr
Kopf in die Hände, und ſie weinte ſtille Träuen der
Freude und des Glückes, denn nun war er gerettet.
Geräuſchlos huſchte ſie hinaus.
Der alte Herr Profeſſor war gerade vom
Spazier=
gange zurückgekommen und wollte eben nach dem
Be=
finden des Kranken fragen.
Aber er kam gar nicht dazu.
Malwine flog ihm entgegen, umhalſte ihn, weinte
und ſchluchzte in freudigem Jubelrauſch und rief: Er
lebt, Väterchen! Er lebt! Er hat ſchon geſprochen! Er
wird wieder geſund werden!
Erſtaunt ließ der Alte dieſen Jubelausbruch über
ſich ergehen, und nun plötzlich gingen ihm die Augen
auf, nun ſah er, was mit ſeinem alten Mädchen
ge=
ſchehen war.
Zärtlich ſtreichelte er ihr übers Haar.
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April 1910.
Nummer 89.
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reinsten Pflanzenfetten hergestellt, einen angenehmen Geruch.
Und er dachte: So wunderbar geht es doch zu in
der Welt! Da lebt man nun all die langen Jahre
nebeneinander hin und kennt ſein Kind, ſein eigen
Fleiſch und Blut nicht mal! So fremd iſt man ſich! So
wenig weiß der eine Menſch vom andern.
2
*
Ja, er wurde nun geſund.
Und nun ging es mit Rieſenſchritten vorwärts.
Das junge, ſtarke Blut in ihm, es überwand nun
ſiegreich alle Schwierigkeiten.
Von Tag zu Tag kamen neue Kräfte, neue
Freu=
den, neues Glück.
Noch immer ſaß Malwine getreulich als
unermüd=
liche Pflegerin bei ihm.
Manchmal lag er dann mit geſchloſſenen Augen
und ſtellte ſich ſchlafend, nur um ſie ganz ungeſtört
be=
obachten zu können, und dann ſah er, wie ſie beſorgt
über ihn wachte, jedes Geräuſch, jede Fliege ihm fern
hielt, oder er ſah, wie ſie ihm eine kleine, vom Arzt
be=
reitete Delikateſſe zubereitete, und er bewunderte dann,
mit wie viel Zartheit, mit wie feinem Empfinden ſie
alles tat, nur um ihm eine Frende zu bereiten, und
nicht genug konnte er ſie dann anſchauen.
Und immer wieder fragte er ſich, ob er denn rein
blind geweſen war all die lange, lange Zeit hindurch.
Wie war es denn nur möglich geweſen, daß er, der
ſo rein und tief empfindende Menſch, ſich hatte blenden
und bannen laſſen können von einem ſo äußerlichen,
vberflächlichen Geſchöpf, während er an dieſer ſtillen,
reinen und ſo edlen Seele ahnungslos und
achtungs=
lus vorbeigegangen war!
O ſchwaches, ſchwaches Menſchenherz!
Einmal fragte er ſie ſcherzhaft: Wiſſen Sie,
Fräu=
lein Malwine, wie es mir eben vorkam, als ich Sie da
ſtehen und mir den Kakao zubereiten ſah?
Wie kann ich denn das wiſſen? fragte ſie ebenſo
ſcherzhaft.
Es kam mir ſo vor, als wären wir lange, lange
ſchon verheiratet, wir beide, ja wohl.
Sie erſchrak ſehr, aber ſofort nahm ſie ſich wieder
zuſammen und ſagte heiter: Na ja, ſo ſind Sie nun,
kaum können Sie wieder ein bißchen krähen, gleich
werden Sie übermütig!
Sind Sie mir böſe, Fränlein Malwine? fragte er
heiter bittend.
Aber worüber denn? Dann fügte ſie ſcherzend
hin=
zu: Einem Kranken darf man überhaupt nichts
übel=
nehmen!
Aha, Sie nehmen mich noch nicht für voll, wie?
Bewahre! Wie kann ich denn auch?
Na, warten Sie nur, laſſen Sie mich nur erſt hier
heraus, dann ſollen Sie ſchon was erleben!
Lächelnd drohte ſie ihm nur.
Acht Tage ſpäter fuhr er zum erſten Male aus.
Als er heimkam, ſetzte er ſich nieder und machte ein
Gedicht:
Nach langen, trüben Leidenswochen
Verlaſſ” ich heut’ das Krankenzimmer
Und nähre heimlich, glückestrunken
Der erſten Hoffnung ſüßen Schimmer.
Die Sonne lacht, der Flieder duſtet,
Der Garten prangt in voller Pracht,
Der junge Lenz mit ſeinen Wundern
Iſt neu erſtanden über Nacht.
Und ich ſitz’ ſtill und traumverkoren,
Mein Herz durchbebt ein leiſes Sehnen,
Aus meinen Augen rinnen heimlich
Verſtohlen ein paar Freudentränen,
Und in den Ohren hör’ ich’s klingen
Ganz nebelfern, verträumt und leiſe,
Ein Gruß aus fernen, fernen Tagen,
Die alte, ſüße Liebesweiſe;
Und tief im Herzen keimt’s und regt ſich’s
Wie ein geheimnisvolles Weben,
Ich fühl’s, ich fühl’s, ich finde wieder
Die alte Kraft zum neuen Leben!
Er las es durch und ſchrieb darüber: An Malwine!
Später, als ſie kam, gab er es ihr.
Und ſie las es bebend vor Glückſeligkeit.
Dann reichte ſie ihm die Hand und ſah ihn mit
ſtummen Dankesblicken an.
Er aber bat leiſe: Haben Sie mir wirklich alles
vergeben, Fräulein Malwine, wirklich alles?
Stumm und glückſelig nickte ſie nur.
Da zog er ſie an ſich — nun kannte er ſeinen Weg!
Ende.
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Nummer 89.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April 1910.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 3 Pinſcher, 1 Jagdhund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Montag, den 18. April 1910, von nachmittags 2 Uhr ab, beginnt die
Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus, Kirchſtraße 9 dahier.
Es kommen zum Ausgebot:
Montag, den 18.=April, von nachmittags 2 Uhr ab: Weißzeug= und
Kleidungs=
ſtücke.
Dienstag, den 19. April von nachmittags 2 Uhr ab: Gold, Silber, Brillanten,
Uhren und Ringe.
Mittwoch, den 20. April, von vormittags 9 Uhr ab: Photographiſche Apparate,
Muſikwerke, Geigen, Zithern, Reißzeuge, Operngläſer und Fernſtecher.
An demſelben Tage, von nachmittags 2 Uhr ab: Weißzeug und Kleidungſtücke.
Donnerstag, den 21. April, von vormittags 9 Uhr ab: Weißzeug und
Klei=
dungsſtücke.
Au demſelben Tage, von nachmittags 2 Uhr ab: Fahrräder, Nähmaſchinen,
Re=
gulateure, Weißzeug und Kleidungsſtücke.
Freitag, den 22. April, von vormittags 9 Uhr ab und von nachmittags
2 Uhr ab: Gold, Silber, Uhren, Ringe und dgl.
Montag, den 25. April, von nachmittags 2 Uhr ab: Wenn nötig, Fortſetzung
der Verſteigerung von Kleidungsſtücken und Weißzeug.
Die zur Verſteigerung heranzuziehenden Pfänder ſind folgende: Nr. 25 452
bis einſchließl. Nr. 56 728.
Die Verſteigerung findet gegen ſofortige Barzahlung ſtatt. Die Auslöſung
verfallener Pfänder hat bis längſtens Samstag, den 16. April d. J., vormittags
12 Uhr zu erfolgen.
Darmſtadt, den 4. April 1910.
Die ſtädtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul, Vorſteher.
(7369mio
Heuverkauf, Wildpark Kranichſtein,
gegen Barzahlung auf Grund von Wiegeſchein aus
1. Hengſtriedlachſcheuer, taxiert 25 Zentner, zu wenden an Großh. Forſtwart
Karn, Kranichſtein (Poſt Darmſtadt):
2. Aspenſchlagſcheuer, taxiert 25 Zentner, zu wenden an Großh. Förſter
Vöglin, Einſiedel (Poſt Darmſtadt);
3. Tannackerſcheuer, taxiert 30 Zentner, zu wenden an Großh. Forſtwart
Klipſtein, Bayerseich (Poſt Egelsbach);
4. Fichtengartenſcheuer, taxiert 15 Zentner, zu wenden an Großh. Förſter
Löſch, Kalkofen (Poſt Darmſtadt).
Schriftliche Gebote per Zentner auf die einzelnen Loſe bis 23. Mts. an
unter=
zeichnete Stelle erbeten, woſelbſt auch die näheren Bedingungen zu erfragen.
Darmſtadt, den 16. April 1910.
(8395
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hopp.
Seite 11.
Bekanntmachung.
Der auf dem Friedhofe an der Nieder=
Ramſtädterſtraße gelegene Erbbegräbnisplatz
Abteilung II, Buchſtabe L, Nr. 45, (Major
Fels Witwe), auf dem ſeit länger als
25 Jahren Beerdigungen nicht ſtattgefunden
haben, wird ſeit mehr als zwei Jahren von
dem Verpflichteten nicht mehr unterhalten.
Gemäß § 28 der Friedhofsordnung vom
9. Juni 1909 fordern wir diejenigen, die
Rechte an den bezeichneten Platz zu beſitzen
glauben, hiermit auf, ſolche auf unſerem
Büro für Friedhofsangelegenheiten (
Wald=
ſtraße 6) vorzubringen, bei Vermeidung des
Rechtsnachteils, daß wir, wenn binnen drei
Monate, vom Tage des erſtmaligen
Er=
ſcheinens dieſer Bekanntmachung an
gerech=
net, Rechte nicht geltend gemacht werden,
zur Einziehung und Weitervergebung des
Platzes ſchreiten werden.
Darmſtadt, den 13. April 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V. Mueller.
(8296so
Kanalarbeiten.
Die Herſtellung von Rohrkanälen in der
Nieder=Ramſtädterſtraße und
Wilhelminen=
ſtraße ſoll verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamt, Zimmer Nr. 7,
während der Dienſtſtunden zur Einſicht
offen. Auch werden dort die Angebotſcheine
abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, den 22. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 16. April 1910.
Tiefbauamt.
Keller.
(8392oi
Im Konkursverfahren
über das Vermögen des Kantinenwirts
Karl Stahl, Truppen=Uebungsplatz bei
Griesheim, beträgt die zur bevorſtehenden
Schlußverteilung vorhandene Maſſe 2140
Mark 66 Pfg.
Die zu berückſichtigenden nicht
bevorrech=
tigten Forderungen betragen 4202 Mk. 88 Pf.
Das Schlußverzeichnis, ſowie die
Ver=
waltungsrechnung liegt auf der
Gerichts=
ſchreiberei des Großh. Amtsgerichts
Darm=
ſtadt II zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 16. April 1910.
Der Konkursverwalter:
Ernſt Wolff.
(8437
Bekanntmachung.
Im Konkurs über das Vermögen des
Druckereibeſitzers Jakob Helene zu
Pfung=
ſſtadt, beträgt die noch zur Verteilung
kommende Reſtmaſſe 2022 Mk. Die zu
be=
rückſichtigenden Forderungen 111,564 Mk.
Schlußrechnung und Schlußverzeichnis liegen
bei Großh. Amtsgericht II offen.
Darmſtadt, den 16. April 1910.
Reibſtein, Konkursverwalter. (8438
Dünger=Verſteigerung.
Am Mittwoch den 20. d. Mts., um
930 vormittags wird die Wechſelſtreu von
4 Monaten aus dem großen Stallzelt an
der Eſchollbrückerſtraße öffentlich u.
meiſt=
bietend verſteigert. Die Streu rührt von
geſunden, nur zur Vorbeugung in Zelten
8254so
abgeſonderten Pferden her.
Darmſtadt, den 16. April 1910.
1. Abt. Feld=Artillerie=Regt. Nr. 61.
Bauarbeiten.
Die bei Erbauung eines
Dienerwohn=
hauſes bei der höheren Knaben= u.
Mädchen=
ſchule an der Lagerhausſtraße vorkommenden
inneren Weißbinderarbeiten ſollen vergeben
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte
(Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9)
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 26. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 13. April 1910.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
(8224so
Bekanntmachung.
Montag, den 2. Mai 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Karl Friedrich Geyer und
deſſen Kindern dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
im
Flur Nr.
398 832 Werkſtätte mit Hof=
I
raum,
Moosberg=
ſtraße,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteigerung
wird auch dann erfolgen, falls ein der
Schätzung entſprechendes Gebot nicht
ein=
gelegt wird und andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 15. März 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
(L6261,65
Frautz.
Bekanntmachung.
Mittwoch, den 4. Mai I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreiner Joſef Hütten
Ehe=
leuten dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
IV 3188/100 181 Hofreite
Kaup=
ſtraße Nr. 23,
in unſerm Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K183/09
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 13. April 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(I.8416,67
Müller.
Verſteigerungs-Anzeige.
Montag, den 18. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, ſollen im Pfandlokal
Lud=
wigshöhſtraße 4 folgende Pfänder:
1 Sekretär, 1 Kleiderſchrank, 1 Schreibtiſch, 1 Fahrrad, 5 Schweine, 500 Stück
Schiefer, 1 vollſt. Bett, 1 Waſchtiſch, 1 Nachtſchränkchen, 1 großer
Möbel=
transportwagen
zwangsweiſe verſteigert werden.
(8172fso
Verſteigerung der Schweine beſtimmt.
Wieser, Pfandmeiſter.
Moosverſteigerung.
Dienstag, den 19. April 1910, vormittags 9 Uhr, werden auf dem
Rat=
hauſe zu Pfungſtadt aus Diſtrikt Klingsackertanne
ca. 352 Haufen Moosſtreu
(8397
an die Meiſtbietenden verſteigert.
Pfungſtadt, den 15. April 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Mannheimer Mal-Markt 1910
vom 1, bis 4. Mai.
Pferderennen am 1., 3. und 8. Mai.
(7244fl
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 21. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Bauaufſeher=Aſpirant Georg
Haller Eheleuten dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
Flur Nr. qm
II 283 75 Hofreite Obergaſſe6,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K164/09
werden.
Falls keine anderen rechtlichen Hinderniſſe
entgegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 22. März 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L7210,66
Müller.
Ziehung der Lotterie — bar Geld sofort — am 4. Mai.
35 Hauptgewinne. Erster Preis: 2 Paar Wagenpferde.
1965 Silberpreise und andere Gegenstände.
zus. 2000 Gewinne im Werte von Mk. 50000.−
Für die Wagenpferde 75% für die Arbeitspferde und Rindviehgewinne
80% bar, für die Silberpreise der volle Geldwert.
Los Mk. 1.—, 11 Lose Mk. 10.−.
Kassier: Johs. Peters, C 4 Nr. 1.
Mannheim, im Januar 1910.
Landwirtschaftlicher Bezirksverein.
Badischer Rennverein.
IGehosAUE
nach neuestem Muster
sind in der Geschäftsstelle des Tagblatt zu haben.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April 1910.
Nummer 89.
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Auf obige Preise gebe ich noch Rabattmarken.
Verein für naturgemäße Lebens= und Heilweiſe
(Naturheilverein) zu Darmſtadt
(Eingetragener Verein).
Unſere Licht=Luft= u. Sonnenbäder
mit dem Spiel- und Tennisplatz
werden am Montag den 18. April 1910 wieder eröffnet.
Für den Beſuch unſeres Platzes im Jahre 1910
haben wir folgende Bedingungen feſtgeſetzt:
1. Der Spielplatz.
Unſeren Mitgliedern mit Familie und Gäſten ſteht der Beſuch des Spielplatzes frei.
2. Luft= und Sonnenbäder.
a) Eintrittspreise für Mitglieder:
1. Einzelkarten 20 Pfg.
2. Abonnementskarten für die ganze Badeſaiſon für Einzelperſonen 6 Mk.
3. Desgleichen für Familien für die ganze Badeſaiſon 8 Mk.
4. Für Angehörige werden auf Namen lautende Beikarten ausgeſtellt, und
zwar für Kinder bis zu 18 Jahren frei während für über 18 Jahre alte
Familienmitglieder je 1 Mk. zu zahlen iſt.
b) Eintrittspreise für Nichtmitglieder:
1. Einzelkarten 35 Pfg.
2. Abonnementskarten für die Badeſaiſon 12 Mk. für jede einzelne Perſon.
(Familienkarten werden an Nichtmitglieder nicht abgegeben.)
3. Der Tennisplatz.
Tennisſpieler zahlen für eine auf den Namen lautende Abonnementskarte für
die Saiſon 4 Mk. Nichtabonnenten zahlen für die Stunde 10 Pfg. die Perſon.
Der Tennisplatz iſt in erſter Linie für unſere Mitglieder beſtimmt. —
Nicht=
mitglieder bezahlen 6 Mk. bezw. 15 Pfg.
Mit Ausnahme vorſtehender Preisänderungen gelten für den Beſuch des Spielplatzes,
der Licht=Luft= und Sonnenbäder, ſowie Tennisplatzes die im April 1905 feſtgeſtelten
Bedingungen, die auch von Nichtmitgliedern zu beachten ſind.
Wir laden freundlichſt zum Beitritt zu unſerem Verein ein und bitten unſere
Mit=
glieder und Freunde, von unſeren Einrichtungen in dieſem Jahre recht zahlreichen
Gebrauch zu machen und weitere Anhänger für unſere Beſtrebungen zu werben.
Der Platz liegt am Lichtwiesenweg, 5 Minuten von der
Halteſtelle „Schießhausſtraße! der elektriſchen Bahn entfernt. 2ns
Die Karten für die Bäder und für das Tennisſpiel werden nur auf dem Spielplatz
von dem aufſichtführenden Herrn ausgegeben.
Die Aufnahme neuer Mitglieder kann dagegen nur bei dem Vorſitzenden des
Vereins, Herrn Stadtverordneten Saeng, Kirchſtraße 20, erfolgen.
Darmſtadt, den 9. April 1910
(8256so
Der Vorſtand.
I. Allgem. Ausstellung
vonHundenallerRassen
am 17. u. 18. April 1910 zu
DARMSTADT
in den Hallen des Pferdemarktes, Holzhofallee
veranstaltet vom „Verein der Hundefreunde von Darmstadt und Umgegend, e. V.‟
Geöffnet von Sonntag, den 17., vorm. 8 Uhr, bis Montag, den 18., abends
6 Uhr. Beginn der Prämiierung: Sonntag vorm. 9 Uhr. Eintrittspreise:
Am Sonntag vorm. bis 1 Uhr 1.00 Mk., nachmittags sowie am Montag 50 Pfg.
An beiden Tagen nachmittags Konzert. (8157dfso
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Montag den 18. April, nachmittags ½4 Uhr
General-Versammlung
im Landesſynodalgebäude, Darmſtadt, Waldſtraße Nr. 40.
EINLADUNG
1. zur Mitgliederversammlune um ½4 Uhr
Tagesordnung: 1. Rechenſchaftsbericht. 2. Rechnungsablage. 3.
Vor=
anſchlag für 1910. 4. Ausſprache.
2. zur öffentlichen Versammlung um 5 Uhr (Gäſte herzlich willkommen).
Vortrag von Herrn Prof. F. Niebergall=Heidelberg: „Frauendienſt in
der älteſten und in der heutigen Chriſtengemeinde.
Der Vorstand.
3404)
Kunstverein für das Großherzogtum Hessen.
In der Kunsthalle dahier sind neu ausgestellt:
Kollektion des Malers H. v. Hayek in Dachau
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der Maler Hirth du Frönes und Theodor Alt.
Ferner Gemälde von W. Frahm, B. Wille, R. Albitz, E. A. Heinisch,
Cl. Walter, W. Bader, P. v. Ravenstein, E. Horst, M. Corradini, M. Fritz,
P. Schäfer, H. Klohss.
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Nummer 89.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April 1910.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 18. April 1910.
Nummer 89,
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 16. April. (
Börſen=
wochenbericht.) Auch in der abgelaufenen
Be=
richtswoche war die Haltung unentſchieden und
reſer=
viert. Erſtens ſind die Geldſchwierigkeiten in England
noch nicht behoben; wenn auch der offizielle Satz der
Bank von England unverändert blieb. Sodann weiß
man nicht, wie ſich die Verhältniſſe in der Baubranche
geſtalten, falls der Streikkampf allſeits zum Ausbruch
kommt. Die Spekulation war daher ſehr wenig
unter=
nehmungsluſtig, wodurch das Geſchäft ſich ebenfalls in
engen Grenzen bewegte. Der Geldſtand in
Deutſch=
land bleibt jedoch anhaltend flüſſig, und notierte der
Privatdiskonto zwiſchen 3 Prozent und 3½ Prozent.
Bei der Reichsbank hat ſich der Status bis 13. ds.
weiter günſtig geſtaltet, ſodaß bereits 95 Millionen
Mark ſteuerfreie Notenreſerve vorhanden iſt. Die
An=
lagen haben erheblich abgenommen, das Metall weiſt
zeine Zunahme auf; die fremden Gelder haben weniger
zugenommen, die Schatzanweiſungen ſind bedeutend
vermindert. Am deutſchen Rentenmarkte lagen die
Zprozentigen Gattungen etwas ſchwächer; ſonſt ſind
nur geringe Veränderungen, bei ebenſo ſtillem Geſchäft.
Von den ausländiſchen Staatsfonds, die durchweg feſte
Haltung bekundeten, waren die öſterreichiſch=
ungari=
ſchen bevorzugt. Die Emiſſion der neuen 4prozentigen
ungariſchen Kronenrente hatte einen recht
befriedigen=
den Erfolg, und, wie aus Wien berichtet wird, iſt der
aufgelegte Betrag zweieinhalbmal überzeichnet worden.
Bezüglich Griechenland ſpricht man von einer neuen
Anleihe. Wie verlautet, hat eine amerikaniſche Gruppe
der griechiſchen Regierung diesbezügliche Vorſchläge
unterbreitet. Transportaktien waren zeitweiſe
leb=
hafter, beſonders Schantung, die 130,75 ſchließen; auch
Lombarden erholt. Aus der Beobachtung, daß in den
jüngſten Tagen von Paris aus lombardiſche
Priori=
täten zum Verkauf gelangten, wollte man mancherſeits
ſchließen, daß ein Entgegenkommen der Prioritäre
viel=
kleicht doch nicht außerhalb des Bereichs der
Wahrſchein=
lichkeit liege, wie man dies ſeither annehme. Südd.
Eiſenbahn=Geſellſchaft waren infolge der guten
Ein=
nahmen mehr beachtet, ebenſo ſind Orientbahn=Aktien
höher auf Gerüchte eines günſtigen Abſchluſſes, der
an=
geblich eine Dividende bis 6½ Prozent geſtattete.
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Am Bankenmarkt blieb es ſehr ruhig, doch ſind die
Kurſe gut behauptet. Die Lage des Montangebietes
bat ſich noch wenig gebeſſert, ſo daß ſelbſt die Nachricht,
derzufolge dem preußiſchen Abgeordnetenhaufe eine
Eiſenbahn=Anleihe=Vorlage von etwa 200 Millionen
Mark zugegangen ſei, wenig Eindruck machte. Dieſelbe
bringt doch ſicher der Induſtrie durch Beſchaffung von
Fahrzengen, neuen Geleiſen uſw. reichliche
Beſchäf=
tigung. In erſter Linie iſt es der Kohlenhandel, der,
wie die Berichte von der Eſſener Börſe ſowohl als auch
aus Oberſchleſien es ſagen, in ſeinen unerfreulichen
1 Abſatzbedingungen bisher noch keine weſentliche
Aende=
rung erfahren habe. Die Lager ſeien im Anwachſen
begriffen und es mache ſich die Notwendigkeit von
Feierſchichten geltend.
Bezüglich der Eiſeninduſtrie wurden neuerdings
aus Amerika Mitteilungen bekannt, die ebenfalls
An=
deutung einer gewiſſen Ueberproduktion machen. Wie
weit bei uns die Ausſperrung der Bauarbeiter die
ſchwere Induſtrie beeinfluſſen wird, läßt ſich noch
keineswegs beurteilen. Jedenfalls wird ſie auf die
ſoeben erſt ſanierte Holzinduſtrie von nicht zu
unter=
ſchätzendem Schaden ſein. Laura waren wieder
beſon=
ders matt auf die Nachricht, daß die Geſellſchaft von
der ruſſiſchen Regierung aufgefordert worden ſei, einen
baufälligen Hochofen auf der Katharinenhütte
auszu=
blaſen. Kaliwerte verkehrten unentſchieden, doch hofft
man auf eine baldige Erledigung des Kali=
Geſetzent=
wurfes.
Am Kolonialmarkt waren Otavi bis 227,80 ſteigend,
da man nunmehr von einer 70prozentigen Rückzahlung
ſpricht. Großes Intereſſe beſtand neuerdings für Werte
der Kautſchuk=Branche unſerer Kolonien. Am
Kaſſa=
induſtriemarkt war für Chemiſche Aktien und
Elektrizi=
tätswerte zeitweiſe rege Kaufluſt vorhanden, ſo daß hier
zum Teil ganz anſehnliche Preisſteigerungen eintraten.
Holzverkohlung bewegten ſich bis 222,75, Schuckert bis
153, Höchſter bis 468,30, Weiler bis 222, Albert bis 277
u. a. m. Matter ſind hingegen Neue Photographiſche
Geſellſchaft (78½), Kunſtſeide (171½), ſowie die
verſchie=
denen Zementaktien auf ungünſtige Ausſichten.
Von Loſen notieren: Augsburger 39,30,
Braun=
ſchweiger 215, Finnländer 202, Meininger 39,40,
Pappen=
heimer 70, Freiburger 54,50, Ungariſche 390, Genua 220,
Mailänder 45=Frcs.=L. 159, Mailänder 10=Fres.=L. 31,60,
Türkiſche 178,20, Venediger 40, alles in Reichsmark;
Gothaer Prämie I 142 G., Gothaer Prämie II 117,60,
Donau=Regulierung 143,25, Madrider 77,80, alles in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918
unkündbar) 102,25, 3½proz. Reichs 93,30, 3proz. Reichs
84,60, 4proz. Heſſen von 1899 101 G., 4proz. Heſſen von
1906, 101,10 G., 4proz. Heſſen von 1908 101,50, 4proz.
Heſſen von 1909 101,50, 3½proz. Heſſen 92,10 G., 3proz.
Heſſen 81,60, 4proz. Darmſtädter 100,30, 3½proz.
Darm=
ſtädter 92,30, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfandbr. (S. 18
bis 20) 101,60 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfandbr.
(S. 9—11) 92,70 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfandbr.
(S. 10—12) 101,60 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfandbr.
(S. 1—3) 93,10 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfandbr.
(S. 4) 92,70 G., Darmſtädter Bank 133,20, Südd. Eiſ.=
Geſ. 120,90 G., Baltimore und Ohio 111,80, 4proz. 1902er
Ruſſen 100,25, 4½proz. Ruſſen 90,85, 3¾oproz. Ruſſen 88,
3½proz. Ruſſen 85,30, 3proz. Ruſſen 78,50, 4½proz.
Japaner 98,50, 4proz. Japaner 95,10, 5proz. Merikaner
(Tamaulipas) 100,80, 5proz. Chineſ. (Tientſin=Pukow)
103 G., Raab=Gratzer Anrechts=Scheine 37.
Sport.
sr. Die Berliner Ringkämpfe zeitigten am
letzten Abend folgende Reſultate: Van Dem=Holland
warf Crozier=Jamaika in 6 Min. 45 Sek. und
Mar=
kuſſen=Dänemark ſiegte im Entſcheidungskampf über
Paxon=Nordamerika in 53 Min. 45 Set., während Otto
Meyer=Ludwigshafen und Camillotti=Italien 30 Min.
nnentſchieden rangen.
sr. Für die Prinz Heinrich=Fahrt iſt von
der Stadt Nürnberg ein Preis geſtiftet worden.
Be=
kanntlich geht die diesjährige Automobil=Tourenfahrt
durch die altbayeriſche Handelsſtadt, wo am 5. Juli
Ruhetag iſt. Der wertvolle Preis iſt eine Nachbildung
der Apollofigur auf dem berühmten Apollobrunnen im
Rathaushof zu Nürnberg.
Sr. Das Achter=Rudermatch Paris=
Frankfurt a. M., das ſeit 1901 alljährlich zwiſchen
den beiden Städten ausgetragen wird, findet in dieſem
Jahre in Frankfurt a. M. ſtatt. Als Termin iſt
Sonn=
tag, der 4. September gewählt, nachdem der vom
Frank=
furter Regatta=Verein vorgeſchlagene Termin von dem=
Pariſer Rennausſchuß angenommen wurde. In den
beiden letzten Jahren gewann die Pariſer Maunſchaft,
die bisher fünfmal ſiegreich blieb, während Frankfurt
erſt viermal gewann. Das Achterrennen um den
Wan=
derpreis der Stadt Frankfurt wird Sonntag, den 31.
Juli, entſchieden.
sr. Erfolge deutſcher Lawn=
Tennis=
ſpieler in Spanien. Bei dem Internationalen
Lawn=Tennis=Turnier zu Barcelona hatten die
deut=
ſchen Spieler ſchöne Erfolge zu verzeichnen. In der
Meiſterſchaft von Barcelona um den Ehrenpreis des
Königs von Spanien ſchlug H. Kleinſchroth=München
Uhagon=Madrid 6—0, 6—2, 6—3. Ferner gewannen
R. und H. Kleinſchroth das Doppelſpiel gegen E.
Witty=Sagnier 6—3, 8—6, 6—4. Auch im Herren=
Einzelſpiel mit Vorgabe ſiegte R. Kleinſchroth über
den Spanier Uhagon 1—6, 6—1, 6—3, während im
Herren=Doppelſpiel mit Vorgabe H. Kleinſchroth mit
dem Berliner Gruder als Partner über R.
Klein=
ſchroth=G. Noble 6—3, 6—4 triumphierten.
Luftſchiffahrt.
sr. Für die internationalie Berliner
Flugwoche, in der Zeit vom 10. bis 16. Mai, liegen
bis jetzt ganze ſechs Meldungen vor, und zwar nannten
Ingenieur Hans Grade, der frühere Motorradfahrer
E. Wienziers, Baron de Caters, Baronin de la Roche,
der ehemalige Schrittmacher Amerigo und der Schwede
Swendſon, außer Grade und Caters alſo faſt völlig
un=
bekannte Aviatiker. Auf die Teilnahme berühmter
Ausländer iſt auch ſchwerlich zu rechnen, da die bei dem
vorjährigen erſten Berliner Flugmeeting mit, den
Aviatikern entſtandenen Differenzen pekuniärer Natur,
die noch jetzt die Gerichte beſchäftigen, ſehr nachteilig
gewirkt haben. Die bekannten Franzoſen Latham und
Paulhan haben ſchon längſt für die vom 7. bis 15. Mai
ſtattfindende Große Flugwoche von Lyon gemeldet,
für die 200000 Francs an Preiſen ausgeſetzt ſind.
100000 Francs fürdie Aviatik in
Frank=
reich. Der franzöſiſche Miniſter der öffentlichen
Ar=
beiten, Monf. Millerand, beabſichtigt, den von ſeinem
Amtsvorgänger Barthon ausgeſetzten Kredit von 100000
Francs zur Förderung der Aviatik und Luftſchiffahrt
zu erneuern.
Sr. Für die beiden Gordon=Bennett=
Rennen der Lüfte, die in dieſem Jahre in
Ame=
rika zum Austrag gelangen, ſind die Termine vom
Amerikaniſchen Aeroklub definitiv feſtgeſetzt worden.
Die Freiballons ſteigen am 17. Oktober in St. Louis
auf und ebendaſelbſt findet eine Woche ſpäter das
Wett=
fliegen der Aviatiker ſtatt. Den Pokal der Ballons
hat Amerika, den es im Vorjahre durch Führer Mix
mit dem Ballon „Amerika II‟ gewann, zu verteidigen,
während um den Pokal der Aviatiker zum erſten Male
gekämpft wird.
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