Darmstädter Tagblatt 1910


07. April 1910

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turen
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173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

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werden angenommen in Darmſtadt
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

N 80.

Donnerstag, den 7. April.

1910.

Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

Der Kampf im Bangewerbe.
* Der gemeinſame Verbandstag der Maurer und
Bauhilfsarbeiter Deutſchlands faßte ein=
timmig
eine längere Reſolution, in der es heißt: Die
Maurer und Bauhilfsarbeiter Deutſchlands lehnen den
Dresdener Muſtervertrag des Deutſchen Arbeitgeberver=
andes
ab und beſchließen, in den Kampf gegen die
Urbeitgeber einzutreten zwecks Erreichung des
von den Arbeitnehmern geforderten Tarifvertrages. Der
Verbandstag der Zimmerer Deutſchlands und der Ver=
landstag
der chriſtlichen Bauarbeiter Deutſch=
ands
haben ſich den Beſchlüſſen des Verbandstages der
Maurer und Bauhilfsarbeiter einſtimmig angeſchloſſen.
Die Reſolution, die in dem gemeinſamen Ver=
handstag
der Maurer und baugewerblichen Hilfsarbeiter
inſtimmig gefaßt wurde, lautet:
Die Verbandstage der Zentralverbände der Maurer
und baugewerblicher Hilſsarbeiter Deutſchlands dolumen=
ieren
aufs neue und in vollſter Einmütigkeit mit der Ge=
amtheit
der Mitglieder, daß ſie unverrückbar feſthatten
in der Regelung der Lohn= und Arbeitsbedingungen durch
Tarifvertrag. Die Zentralverbände bekennen ſich
amit zu wiederholten Malen zu friedlich=ſchiedlichen
Verhandlungen mit den Organiſationen der bauge=
verblichen
Unternehmer, um auf dem Boden= unbeein=
rächtigter
Parität einen gerechten Ausgleich zwiſchen den
zerechtigten Intereſſen der Arbeiter und Unternehmr her=
beiführen
zu helfen.
Unbeſchadet dieſer grundſätzlichen Erklärung müſſen
die Verbandstage es jedoch ablehnen, auf Grund der
dorliegenden Anträge des Deutſchen Arbeitgeberbundes
ür das Baugewerbe weiter zu verhandeln, da es ein völlig
infruchtbares Beginnen wäre, Tarifverträge durchzufüh=
en
, die das Vertragsmuſter des Arbeitgeberbundes als
Brundlage haben. Insbeſondere lehnen es die Verbands=
age
ab, daß die Tarifverträge abgeſchloſſen werden zwi=
chen
den Zentralvorſtänden der Organiſationen.
Träger der Tarife müſſen wie bisher die örtlichen Orga=
riſationen
ſein, denn dieſe ſind es, die den Vertrag in
illen Stücken und in erſter Linie durchzuführen haben. Den
Zentralvorſtänden bleibt die Aufgabe, die Durchführung
der Tarife zu überwachen und Konflikte, die ſich aus den
Differenzpunkten ergeben, letzten Endes zu ſchlichten. Eben=
falls
müſſen die Verbandstage es ablehnen, in einem Ver=
ragsmuſter
Durchſchnitts= oder Staffellöhne feſtzulegen.
Völlig unannehmbar für die Zentralverbände iſt auch jede
einſchränkende Beſtimmung bei Lohnfeſtſetzung, ſoweit
nicht alte invalide und jugendliche Arbeiter in Betracht
kommen.
Völlig undiskutierbar ſind für die Verbandstage die
Forderungen des Arbeitgeberbundes betreffend Akkord=
arbeit
und Arbeitsnachweis. Die Verbands=
tage
legen Wert darauf, feſtzuſtellen, daß ſie in der Frage
der Akkordarbeit keine Aenderungen des gegenwärtigen
Zuſtandes zurückweiſen. Dagegen werden die Zentralver=
bände
niemals einer Regelung der Akkordarbeit in dem
Sinne zuſtimmen, wie ſie der Arbeitgeberbund fordert,
wonach den Arbeiterorganiſationen jeder Einfluß auf die
Aklordarbeit, ſinsbeſondere auch auf die zu zahlenden
Löhne genommen werden ſoll.
Der Zweck der von dem Arbeitgeberbund geforderten
Arbeitsnachweiſe iſt durch die Führer des Bundes
ſelbſt ſo klar gekennzeichnet, daß ſie auch ohne die praktiſche
Erfahrung der Arbeiterſchaft als Maßregelungsbureaus
bekannt ſind. Die Zentralverbände haben längſt erkannt,
daß mindeſtens in den Großſtädten die Arbeitsvermitt=
lung
einer Regelung bedarf. Dies kann jedoch nur auf
dem Boden vollſter Parität geſchehen und die Zentral=
verbände
erklären ſich zu wiederholten Malen bereit, ge=
meinſam
mit den Unternehmerorganiſationen an die =
ſung
dieſer Aufgabe heranzutreten.
Schließlich müſſen die Verbandstage unter allen Um=
ſtänden
darauf beſtehen, daß der Arbeitgeberbund ſeine
zwar außerhalb des Vertragsmuſters, aber damit im Zu=
ſammenhang
ſtehenden Beſchlüſſe über Lohnhöhe und
Arbeitszeit aufhebt. Den Zentralverbänden der
Maurer und Bauhilfsarbeiter iſt es unmöglich, Verträge
einzugehen oder überhaupt ein Vertragsmuſter zu ver=
handeln
, wenn nicht zuvor die Bahn frei gemacht iſt für
die Verkürzung der Arbeitszeit unter zehn
Stunden, zunächſt in den großſtädtiſchen Arbeitsgebieten,
wo es eine unabweisbare Notwendigkeit iſt, und wenn
ferner nicht eine Verſtändigung darüber erzielt wird, daß
die Löhne den teueren Lebensverhältniſſen entſprechend
aufgebeſſert werden ſollen.
Die Verbandstage der Maurer und baugewerblichen
Hilfsarbeiter Deutſchlands wiederholen, daß ſie gern be=
reit
ſind, einen vertraglichen Zuſtand herbeizuführen und
für den Frieden im Baugewerbe eine dauerhafte Grund=
lage
ſchaffen zu helfen. Sie können das aber nur, wenn
der Deutſche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe ſeine
der Parität hart ins Geſicht ſchlagenden Forderungen fal=
len
läßt und ſich wie die Zentralverbände zu der Tarif=
idee
bekennt, die eine notwendige Vorbedingung für Tarif=
verträge
iſt.
Ferner wurde eine Reihe außerordentlicher Maß=
nahmen
für die kommende Lohnbewegung ange=
vommen
. Nach dieſen Maßnahmen iſt von denen, die im

Baugewerbe beſchäftigt bleiben, neben den regelmäßigen
Verbandsbeiträgen und dem örtlichen Zuſchlagsbeitrage
ein beſonderer Streikbeitrag zu entrichten; dieſer Betrag
beträgt pro Tag 30 bis 75 Pfennige, je nach der Höhe des
Stundenlohnes. Was die Streikunterſtützung anlangt, ſo
beſchloß der gemeinſame Verbandstag, daß Mitglieder,
die während des Kampfes der Organiſation beitreten,
überhaupt keine Unterſtützung erhalten ſollen. Die Warte=
zeit
für den Bezug der Streikunterſtützung wurde auf vier=
zehn
Tage feſtgeſetzt. Im einzelnen ſtellen ſich die Unter=
ſtützungsſätze
für die älteſten Mitglieder von 7 bis 15 Mark
pro Woche für Ledige und von 9 bis 17 Mark pro Woche
für Verheiratete; für die zweite Kategorie von Mitgliedern
von 6 bis 13 Mark pro Woche für Ledige und von 7 bis
15 Mark für Verheiratete; für die jüngſten Mitglieder
ſchließlich von 6 bis 9 Mark pro Woche für Ledige und von
6 bis 11 Mark pro Woche für Verheiratete. Außerdem
werden beſondere Unterſtützungsſätze für noch ſchulpflich=
tige
Kinder gezahlt.
Weiter wurde eine Reſolution angenommen, die
es allen Mitgliedern beider Verbände zur moraliſchen
Pflicht macht, während des bevorſtehenden Kampfes keiner=
lei
alkoholiſche Getränke zu genießen. In der Verſamm=
lung
wurde konſtatiert, daß es gelungen ſei, in dieſem
Kampf die vier in Betracht kommenden Organiſationen
zur vollen Einmütigkeit zuſammenzuführen. In dieſem
Kampf gebe es kein Zurück, er müſſe geführt werden bis
zur äußerſten Konſequenz!
Der Verbandstag der Zimmerer verwarf gleich=
falls
einſtimmig das Vertragsmuſter der Unternehmer.
Auch der Verbandstag der chriſtlichen Bauarbeiter faßte
einen einmütigen Beſchluß, der ſich gegen das Vertrags=
muſter
der Arbeitgeber richtet. Auch dieſe beiden Ver=
bände
beſchloſſen für den Kampf ähnliche Maßnahmen,
wie der Verband der Maurer und Bauhilfsarbeiter.
Die Delegierten der Bauarbeiter haben die Reichs=
hauptſtadt
verlaſſen, da der Zweck ihrer Verhandlung erle=
digt
iſt. In Kreiſen des Arbeitgeberbundes zweifelt man
an der Möglichkeit einer friedlichen Löſung, jedoch
wird der Vorſtand, der aus 37 Mitgliedern beſteht, noch
einmal unter dem Vorſitz des Abg. Feliſch zu einer Sitzung
zuſammentreten. Von den Arbeitern des Arbeitgeberbun=
des
, bei dem 300000 Perſonen beſchäftigt ſind, iſt nur ein
Sechſtel nicht organiſiert.

Iſt die Streikunterſtützung ſteuerpflichtig?
O Ueber dieſe Frage mußte in den letzten Jahren
verſchiedene Male entſchieden werden, trotzdem iſt aber bis=
her
noch keine übereinſtimmende Entſcheidung gefällt wor=
den
. Die Juriſten waren bisher im allgemeinen der Mei=
nung
, daß die Streikunterſtützung nicht beſteuert zu wer=
den
brauche, wenn dem Empfänger nicht das Recht zuge=
ſichert
iſt, die Streikunterſtützung auch einzuklagen. In
dieſem Sinne hat vor drei Jahren das Finanzminiſterium
im Königreich Sachſen entſchieden. Eine andere Auffaſſung
vertreten die Behörden im Großherzogtum Mecklenburg=
Schwerin. Von der unterſten bis zur oberſten Behörde
wurde dort die Streikunterſtützung für ſteuerpflichtig er=
klärt
. In einer ziemlich ausführlichen Begründung hat
ſich dagegen die oberſte Behörde im Königreich Württem=
berg
wiederum dafür ausgeſprochen, daß die Streikunter=
ſtützung
nicht zur Beſteuerung herangezogen werden
könne. Jetzt iſt wieder eine neue Entſcheidung über dieſe
Frage gefällt worden und zwar wiederum im Königreich
Sachſen. Dieſe Entſcheidung ſteht aber der früher gefäll=
ten
Entſcheidung im Königreich Sachſen ſchroff gegen=
über
. Während das ſächſiſche Finanzminiſterium die
Streikverſicherung als nicht ſteuerpflichtig deklarierte, hat
das ſächſiſche Oberverwaltungsgericht entſchieden, daß die
Streikunterſtützung zu verſteuern iſt. In dem Erkenntnis
wurde ausgeführt, daß der fehlende Rechtsanſpruch kein
Grund ſei, der von der Beſteuerung befreie, ſchon daß je=
mand
die Streikunterſtützung beziehe, rechtfertige die
Heranziehung zur Steuer. Dabei ſtellte aber das ſächſiſche
Oberverwaltungsgericht weiterhin den Grundſatz auf, daß
die Beiträge zu den Arbeiterorganiſationen nicht ohne wei=
teres
abgezogen werden dürfen. Es wurde ausgeführt,
die Aufgaben, die ſich die Arbeiterorganiſationen geſtellt
hätten, ſeien ſo verſchiedenartig, daß nicht zu erkennen ſei,
welcher Teil der Beiträge für die Unterſtützungen beſtimmt
ſei. Wollen die Mitglieder der Arbeiterorganiſationen
erreichen, daß ihnen bei der Steuerveranlagung wenig=
ſtens
die Beiträge für die Unterſtützungseinrichtungen in
Abzug gebracht werden, ſo müßten ſie nach dieſer Rechtſpre=
chung
dafür ſorgen, daß in den Mitgliedsbeiträgen die

Beiträge für die Unterſtützungen beſonders hervorgehoben
werden.

Rooſevelt und der Papſt.
* Aus Rom wird gemeldet: Die Tatſache, daß der
frühere Präſident Rooſevelt auf die von ihm erbetene
Audienz beim Papſte verzichtet habe, weil der Vatikan Ge=
wißheit
darüber haben wollte, daß Rooſevelt nicht etwa
in einer katholikenfeindlichen Kirche ſpricht, wie es kürzlich
der Vizepräſident Fairbanks getan habe, gab Anlaß zu
der Veröffentlichung von Communiqués ſowohl von dem
Vatikan naheſtehender Seite, wie von Seiten der metho=
diſtiſchen
Kirche von Rom. Nachdem Rooſevelt von dem
Communiqué der methodiſtiſchen Kirche Kenntnis genom=
men
hatte, erklärte er, er ſei keinerlei Verpflichtun=
gen
eingegangen, in irgend einer Kirche oder vor irgend
einer religiöſen Gemeinſchaft zu ſprechen. Er habe in ſei=
nem
Hotel ſowohl, wie in der Botſchaft Mitglieder aller
religiöſen Bekenntniſſe empfangen. Nach dem was in den
Zeitungen geſchrieben wurde, habe er nunmehr den Bot=
ſchafter
erſucht, den angeſetzten Empfang in der
Botſchaft, wozu auch Methodiſten erſcheinen ſoll=
ten
, abzuſagen. Was gewiſſe Beſtrebungen betreffe,
religiöſe Verſtimmungen zu verſchärfen, ſo verweiſe er auf
die kürzlich von ihm abgegebene Erklärung, die er voll be
ſtätige. (Rooſevelt ſpielt damit auf den Brief an, den er
an die amerikaniſche Revue Outlook gerichtet hat, und
in dem er Amerikaner aller Bekenntniſſe bittet, an der
Haltung des Vatikans ihm gegnüber nicht Anſtoß zu
nehmen.)
Rooſevelts Weigerung, ſich den Bedingungen des Va=
tikans
zu fügen, ehe er von dem Papſt empfangen werden
könnte, hat begreiflicherweiſe großes Aufſehen in den Ver=
ſeinigten
Staaten hervorgerufen. Im allgemeinon
iſt man geneigt, den Standpunkt des Ex=Präſidenten 6
ten zu laſſen, deſſen Toleranz und ſympathiſche Haltun
jeder Religionsform gegenüber jedermann bekannt iſt.
Selbſt unter den Katholiken gibt es wenige, die Rooſe=
velt
verurteilen. Die Methodiſten verſuchen, nicht
im Sinne Rooſevelts, den Verzicht auf den Empfang i
Vatikan als einen von dem Ex=Präſidenten gegen die =
miſche
Kirche geführten Schlag darzuſtellen. Die in Bal=
timore
abgehaltene Jahresverſammlung der Methodiſten.
der Vereinigten Staaten von Nordamerika nahm eine 9
ſolution an, die dem Präſidenten Rooſevelt für ſein Ve
halten in der Empfangsfrage beim Vatikan ihre Aner=
kennung
ausdrückte.
Teutſches Reich.
Die Blätter melden aus Berlin: Die vom Reichs
ſchatzſekretär für den 7. April angeregte Zuſammen=
kunft
von Vertretern der Bundesſtaaten
ſoll Veranlaſſung geben, über einige wichtige Fragen zu
beraten, die mit der Finanzierung der nächſtjährigen
Etats in Zuſammenhang ſtehen; insbeſondere über das
Verhältnis der Matrikularbeiträge zu den übrigen Ein=
nahmen
des Reiches.
Der Jahresbericht des Deutſchen Flotten=
Vereins für das Jahr 1909 weiſt darauf hin, daß die
vorher ſo ernſtlich bedrohte Einigkeit innerhalb des Ver=
eins
völlig wieder hergeſtellt iſt; gemeinſame Arbeit und
gemeinſames Ziel haben das Auseinanderſtrebende wieder
zuſammengebracht. Die Mitgliederbewegung während des
vergangenen Jahres ſtellt ſich folgendermaßen: Die Anzahl
der Hauptausſchüſſe iſt mit 53 die gleiche geblieben; die
Zahl der Ortsgruppen betrug am 31. Dezember 1909 3335,
41 weniger als am 31. Dezember 1908; die Anzahl der
Vertrauensmänner iſt um 37 Köpfe geſunken und betrug
am 31. Dezmber 1909: 2936; die Zahl der Einzelmitglieder
iſt etwas geſunken, dagegen die der körperſchaftlichen we=
ſentlich
geſtiegen, ſo daß die Geſamtmitgliederzahl am
31. Dezember 1909 1031339, am 31. Dezember 1908
1007563 betrug. Um ſo auffälliger und erfreulicher iſt
demgegenüber, daß das Vereinsvermögen im vergangenen
Jahre ganz erheblich angewachſen iſt, und zwar von
291 849,98 Mark im Vorjahre auf 335 838,17 Mark. Zur
Wohlfahrtspflege des Deutſchen Flotten=Vereins iſt zu be=
merken
, daß die beiden Kuratorien für den China=Fonds
und den Südweſtafrika=Fonds im vergangenen Jahre um=
fangreichere
Unterſtützungen bewilligt haben: erſteres
5895 Mark, letzteres 11040 Mark, zuſammen 19635 Mark
Sehr lebhaft war die Tätigkeit der Ortsgruppen, ſowohl
durch Vorträge als auch durch kinematographiſche Vor=
führungen
und Kriegsmarine=Ausſtellungen. Beſonders
unterſtützt wurde die Vortragstätigkeit durch die der Prä=

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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. April 1910.

ſidialgeſchäftsſtelle des Flottenvereins gehörende reichhal=
tige
Sammlung von Lichtbildern, die den Ortsgruppen
koſtenlos zur Verfügung geſtellt werden. Außer der vier=
ten
Lehrerfahrt nach der Waſſerkante, an der 300 Lehrer
teilnahmen, fanden aus einzelnen Landesverbänden elf
Schülerfahrten und zwei Volksſchülerfahrten ſtatt. Für
die Jahre 1910 und 1911 hat man eine Erhöhung der
Teilnehmerzahl an den Lehrerfahrten in Ausſicht ge=
nommen
.
Ein Bericht über die Tätigkeit der Reichskom=
miſſion
für das Auswanderungsweſen
während des Jahres 1909 iſt dem Reichstage zugegangen.
Danach wanderten aus Hamburg 113535 Perſonen aus,
darunter 2287 Deutſche, die nach den deutſchen Kolonien
gingen. Die Rückwanderung hatte 1909 gegen das Vor=
jahr
bedeutend abgenommen. Die meiſten Auswanderer
hatten an ihrem Ziel für längere Zeit die gewünſchte Ar=
beit
gefunden. Aus Bremen wanderten aus 144417 Per=
ſonen
(darunter 11962 Deutſche), gegen 1908 mehr 69781
Perſonen. Die meiſten Auswanderer waren Slawen.
Im Landesausſchuß für Elſaß= Loth=
ringen
wurde das Lotteriegeſetz, das die Einbe=
ziehung
Elſaß=Lothringens in die preußiſche Klaſſenlotte=
rie
vorſieht, in erſter Leſung beraten und einer achtzehn=
gliedrigen
Spezialkommiſſion überwieſen. Das Schickſal
des Geſetzes iſt ungewiß. Die liberal=demokratiſche
Fraktion erklärte ſich einſtimmig dagegen, während das
Zentrum es ſeinen Mitgliedern überlaſſen hat, nach per=
ſönlicher
Ueberzeugung zu ſtimmen. Der Abgeordnete Dr.
Ricklin, der auch im Reichstage ſitzt und dem Zentrum
angehört, ſprach dafür, verlangt aber eine höhere Gewinn=
quote
. Aehnlich ſprach der Abgeordnete Preiß, der eben=
falls
als Zentrumsabgeordneter dem Reichstag angehört.
Der Abgeordnete Hauß von derſelben Fraktion und eben=
falls
Reichstagsabgeordneter, will nicht, daß Elſaß= Loth=
ringen
zur preußiſchen Spielprovinz werde. Außerdem
mache das Land durch die Einſchränkung der Pri=
vatlotterien
ein ſchlechtes Geſchäft, und wenn Elſaß=
Lothringen nach fünf Jahren auf Grund der hier verkauf=
ten
Loſe mit 40 Mark pro Stück entſchädigt werden ſolle,
ſo werden hierzulande allerhöchſt 2000 Stück verkauft wer=
den
, ſo daß die jetzt garantierte Mindeſteinnahme von
450000 Mark ſtark eingeſchränkt würde. Der Lothringer
Block gab keine Erklärung ab, nud ebenſowenig iſt zu er=
ſehen
, wie die Mehrheit der Unabhängigen ſtimmen wird.
Der Anhaltiſche Landtag nahm mit 19
nationalliberalen, freiſinnigen und ſozialdemokratiſchen
Stimmen den Antrag der Fortſchrittlichen Volkspartei
auf Einführung der direkten Landtagswahl in den
Städten an und lehnte gegen 17 konſervative Stimmen
den Antrag auf Einführung der direkten Wahl auf dem
platten Lande und einen ſozialdemokratiſchen Antrag betr.
Uebertragung des Reichstagswahlrechts mit dem Proporz
auf Anhalt ab. Der Staatsminiſter Laue gab die Erklä=
rung
ab, daß die Staatsregierung nach wie vor nach Ab=
lauf
der jetzigen Wahlperiode eine Wahlrechtsvorlage dem
Landtag unterbreiten werde.
In einer polizeilichen Bekanntmachung anläßlich
der jüngſten Vorgänge in Bremen wird darauf hinge=
wieſen
, daß nach § 7 des Reichsvereinsgeſetzes auch
öffentliche Verſammlungen unter freiem
Himmel und Aufzüge auf öffentlichen Straßen und
Plätzen zwecks Demonſtrationen ohne polizeiliche Geneh=
migung
unſtatthaft ſind. Bei Zuwiderhandlungen gegen
dieſe Vorſchriften werden die Polizeibeamten angewieſen,
auf das nachdrücklichſte einzuſchreiten. Es wird Unbetei=
ligten
anheimgegeben, derartigen Veranſtaltungen fernzu=
bleiben
.

Der franzöſiſche Senat beriet den Geſetzentwurf,
wonach die Ermächtigung erteilt wird, in dieſem Jahre
zwei Panzerſchiffe auf Stapel zu legen.
D'Eſtournelles de Conſtant fragte, welcher Um=
ſtand
die ſo raſche Abſtimmung dieſes Geſetzent=
wurfes
zum Schluß der Seſſion fordere. Der M a=
rinem
in iſter erwiderte, es handele ſich gegen=
wärtig
nicht um ein Flottenprogramm. Es handele
ſich augenblicklich darum, der Marine Mittel zu geben für
Erſatz der beiden älteſten Panzerſchiffe. Frankreich habe
nur 16 Panzerſchiffe, wovon 9 veraltet ſeien. Das geünge
nicht für die Sicherheit des Landes. In Wirklichkeit müß=
ten
nicht zwei, ſondern drei oder vier Panzerſchiffe ange=
fordert
werden. Die Regierung verfolge keine ehrgeizige
Abſicht; es handele ſich nur darum, nicht noch weiter zu=
rückzukommen
. Er teile nicht die Meinung d’Eſtournelles
de Conſtants, der nicht an die Gefahr einer feindlichen Lan=
dung
glaube. Eine ſolche ſei in Frankreich ſehr wohl mög=
lich
. Ein Feind, der Ort und Zeit ſehr vorſichtig wähle,
könne in 24 Stunden eine Diviſion landen. Unter einigen
Vorbehalten ſei die Gefahr gewiß und derjenige ſei
ſchlecht beraten, der ſich ausſchließlich auf Landtruppen
glaube verlaſſen zu können, die eine ſolche Landung un=
möglich
machen ſollten.
Der Geſetzentwurf wurde einſtimmig angenom=
men
. Sodann verhandelte der Senat über das Fi=
nanzgeſetz
. Senator Touron bekämpfte den von der
Kammer angenommenen Artikel, der die Erbſchaftsſteuer
erhöht. Finanzminiſter Cochery wies auf die Notwendig=
keit
hin, das Gleichgewicht des Budgets herzuſtellen und
verpflichtete ſich, im Monat Juni eine neue Baſis für die
Einſchätzung in Vorſchlag zu bringen. Aber er verlangte,
das Amendement von der Tagesordnung abzuſetzen. Der
Senat ſetzte das Amendement ab.
Die Kammer, die die Debatte über die Interpella=
tionen
betreffend die Lage der Eiſenbahnbeamten fort=
ſetzte
, nahm eine Tagesordnung an, in der der Regierung
das Vertrauen ausgeſprochen wird, daß ſie dem Bahnper=
ſonal
die hinſichtlich der Regelung der Arbeitsverhältniſſe,
der Gehälter und Penſionen geforderten Verbeſſerungen
verſchaffen werde.
Im engliſchen Unterhauſe brachte der Premier=
miniſter
Asquith die ſogenannte Guillotine= Reſo=
lution
ein, die die Debatte über die Veto=Reſolutionen
auf fünf Tage beſchränkt, und kündigte an, daß nach der
Annahme der Veto=Reſolutionen die auf ihnen beruhende
Bill eingebracht würde. Die Oppoſition drängte ihn, zu
erklären, ob die Bill durch alle Stadien im Unterhauſe ge=
bracht
werden ſolle, worauf der Premierminiſter erwiderte,
man dürfe nicht annehmen, daß die Regierung die Bill un=
ter
allen Umſtänden durch alle Stadien bringen wolle, ohne
Rückſicht darauf, was ſich etwa ereignen könne. Er wie=
derholte
dann ſeine frühere Erklärung, daß die Regierung
nicht beabſichtige, Sand zu pflügen und daß ſie die Reſo=
lutionen
den Lords überweiſen wolle. Premierminiſter
Asquith kündigte ferner an, daß die Regierung am 18.
April die Guillotine=Reſolution bezüglich des Budgets
vom letzten Jahre vorſchlagen und daß ſie dann mit dem
zweiten Budgetproviſorium fortfahren werde. Er hoffe,
daß das Haus ſpäter zu den Frühjahrsferien ſich werde
vertagen können. Die letzte Ankündigung des Premier=
miniſters
ſcheint anzudeuten, daß die Kriſis nicht vor
Ende Maioder Anfang Juni eintreten wird.
Das Unterhaus nahm darauf die Guillotine=Reſolution
mit 217 Stimmen gegen 133 Stimmen an.
Die ruſſiſche Duma ſtrich gegen die Stimmen der
Nationaliſten und der Rechten aus dem Etat des Marine=
miniſteriums
einen Kredit von 11 Millionen Rubel zum
Bau neuer Schiffe. Die Prüfung des Budgets für 1910
wurde abgeſchloſſen. Der Ueberſchuß der Staatseinnahmen
über die Ausgaben beträgt 4240000 Rubel.

Vom Hofe Mehmeds V.
Intimes aus Dolma Bagtſche.
Konſtantinopel, Ende März.
So verſchieden die türkiſchen Zuſtände unter Sul=
tan
Mehmed V. von denjenigen ſind, deren wir uns nur
noch allzu gut aus Abdul Hamids Zeiten erinnern, ſo
grundverſchieden ſind auch die beiden Herrſcher ſelbſt
voneinander, iſt die Art, wie ſie ſich ihrer Umgebung
und der Oeffentlichkeit gegenüber verhalten.
Abdul Hamid war eine der komplizierteſten Natu=
ren
und beſaß unlengbar neben allerhand böſen auch
gute Eigenſchaften. Vielleicht war Mehmed V. von der
Natur nicht anders ausgeſtattet. Vielleicht hat ihn nur
die ſtrenge Abgeſchiedenheit, in der er ſo lange leben
mußte, zu dem energieloſen und fügſamen Manne ge=
macht
, der jetzt als Schattenkaiſer auf dem Os=
manenthron
ſitzt, und den man, im Gegenſatz zu Abdul
Hamid, dem blutigen den guten Sultan
nennt. Jedenfalls gerade ſo, wie er jetzt iſt, iſt
Mehmed V. den Jungtürken recht. Einen ſtarken und
eigenwilligen Herrſcher können ſie nicht gebrauchen. Wer
den alten, ſchwerfälligen Mann ſieht, auf deſſen aufge=
ſchwemmten
Geſichtszügen ſich noch immer bei jeder
öffentlichen Schauſtellung die peinlichſte Unſicherheit
und Befangenheit widerſpiegelt, kann kaum ein Ge=
fühl
von Mitleid unterdrücken. Daß es wenigſtens mit
der ihm nachgerühmten Gelehrſamkeit ſeine Richtigkeit
hat, gewährt daher eine gewiſſe Beruhigung. Sultan
Mehmed V iſt nämlich wirklich einer der trefflichſten
Kenner der perſiſchen und arabiſchen Literatur, und es
ſpricht nicht wenig zu ſeinen Gunſten, daß er ſeine
beſten Mannesjahre, die er in erſtickender Einförmig=
keit
und Tatenloſigkeit verbringen mußte, auch zu ern=
ſtem
Studium anwandte, anſtatt nur bei dem ihm ſtets
zur Verfügung ſtehenden Harem und Champagner
Troſt zu ſuchen.
Wie weltfremd der Sultan war, als er am 29. April

1909 im Triumph aus ſeinem Serailgefängnis zur

Eidesleiſtung in das junge Parlament geführt wurde,
ging ſchon aus einem ſeiner erſten Regierungsakte her=
vor
, durch den er auf den fünften Teil ſeines, für einen
orientaliſchen Herrſcher ſchon recht knapp bemeſſenen
monatlichen Einkommens von 25000 türkiſchen Pfund
aus eigenem Antrieb Verzicht leiſtete. Seinem Vorgän=
ger
Abdul Hamid war nach Einführung der Verfaſſung

eine monatliche Zivilrente von 50000 Pfund zugebil=
ligt
worden, die zu ſeinem großen Schmerze ſpäter auf
die Hälfte vermindert wurde. Daß ſeine ewige Klage,
mit dieſer Summe nicht haushalten zu können, nicht
grundlos war, hat ſich ſeitdem gezeigt. Denn trotz aller
Sparſamkeit und trotz der beſten Abſichten kann der
neue Sultan weder mit 20000, noch mit ſchleunigſt

nachgeforderten 5000 Pfund im Monat auskommen. Das

Geld fehlte in Dolma Bagtſche bald an allen Ecken und
Enden, und als der Padiſchah noch ſeinen Untertanen
mit gutem Beiſpiel vorangehen wollte und einen Mo=
natsbetrag
ſeines Einkommens für den Flottenfonds
opferte, da war guter Rat erſt recht teuer und kaum
mehr Ausſicht vorhanden, aus den Vorſchüſſen und den
Schulden je wieder einmal herauszugeraten. Schließ=
lich
gelangte das Parlament dann zu der Einſicht, daß
der kaiſerliche Hofſtaat nur würdig und angemeſſen ge=
führt
werden könnte, wenn ihm 60000 Pfund monatlich
zugeſtanden würden. Die ſind ihm denn auch bewilligt
worden. Und obwohl das neue Regiment gründlich
mit der alten orientaliſchen Prachtentfaltung aufge=
räumt
hat, und obwohl die ſtrammen Geldbeutelchen
aus purpurroter Seide, die Abdul Hamid ſeinen Günſt=
lingen
in die Hand zu drücken pflegte, ganz und gar
verſchwunden ſind, braucht der neue Hof gerade drei=
mal
von dem, was der neue Sultan anfänglich zu ge=
brauchen
gedachte.
Allzu umfangreich iſt der Hofſtaat von Dolma Bag=
tſche
dabei, für orientaliſche Verhältniſſe, durchaus
nicht. Er umfaßt außer dem Harem und dem unabſeh=
baren
Heere der Schwarzen und Bedienſteten etwa 20
höhere Hofbeamte. Zu dieſen gehören die beiden Zere=
monienmeiſter
, vier Flügeladjutanten, zwei Kammer=
herren
, fünf Palaſtſekretäre, der Oberſchatzmeiſter, der
Oberſtallmeiſter, der Kommandant der kaiſerlichen
Jacht, der Leibarzt und ein Haus=Iman (Geiſtlicher).
Der meiſte Einfluß wird von Lutfi Bey, dem erſten
Kammerherrn, und Halid Zia Bey, dem erſten Pa=
laſtſekretär
, auf den Sultan ausgeübt. Lutfi Bey, der
längere Zeit Generalkonſul in Budapeſt und ſpäter
Unterſtaatsſekretär im Auswärtigen Amt war, blinzelt
ſehnſuchtsvoll nach einem Botſchafterpoſten im weſt=
lichen
Europa. Er ſpricht ausgezeichnet Deutſch. Halid
Zia Bey beſitzt franzöſiſche Bildung und hat ſich als
geiſtreicher Schriftſteller ſchon einen guten Ruf erwor=
ben
. Bevor er dieſes Hofamt übernahm, war er kaiſer=
licher
Kommiſſar bei der Regieverwaltung.

Konſtantinopel, 5. April. Der König von
Serbien gab heute zu Ehren des Sultans und des
Thronfolgers ein Frühſtück. Heute mittag fand zu Ehren
des Königs eine Flottenrevue ſtatt in Anweſenheit des
Sultans, des Thronfolgers, des diplomatiſchen Korps
der Miniſter und eines zahlreichen Publikums. Der Sul=
tan
und der König ſprachen ihre Genugtuung über die
ausgezeichnete Haltung der Truppen aus.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 7. April.
Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen geſtern den Oberſt v. Etzel, Komman=
deur
des Leibgarde=Infanterie=Regiments (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115, den Major v. Oheimb, Kommandeur des
Großh. Train=Bataillons Nr. 18, den Leutnant Müller=
von
demſelben Bataillon; den Oberleutnant Schnitzen
ſowie die Leutnants Graf v. Hardenberg, v. Baumbach,
Felix, v. Neufville, Parcus, Graf v. Hacke und Riemann,
ſämtlich von der Reſerve des Garde=Dragoner=Regimenis
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23; den Pfarrer Wahl von Beer=
felden
, den Kirchenrat Fiſcher von Eichelsdorf; zum
Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach, den Vorſtand des Kahig
netts Geheimerat Römheld, den Generaldirektor des
Hoftheaters und der Hofmuſik Werner.
Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit d
Großherzog haben dem Rottenführer in der
Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Leonhard
Lohmann zu Alzey aus Anlaß ſeiner erfolgten Ver=
ſetzung
in den Ruheſtand das Allgemeine Ehrenzeichen
mit der Inſchrift Für treue Dienſte verliehen.
* Militärdienſtnachricht. Durch Allerhöchſte Kabinetts=
ordre
vom 4. ds. Mts. iſt der bisherige Präſes der Ar=
tillerie
=Prüfungskommiſſion, General der Artillerie
Kehrer, in Genehmigung ſeines Abſchiedsgeſuches zur
Dispoſition geſtellt worden. Gleichzeitig hat er die
laubnis zum Tragen der Uniform des Großherzoglichen
Artilleriekorps, 1. Großh. Heſſ. Feldartillerie=Regiments
Nr. 25, aus dem er hervorgegangen, erhalten. Mit Exzel=
lenz
Kehrer iſt der letzte der altheſſiſchen Offi=
ziere
, die am 1. Januar 1872 in den Verband der preu=
ßiſchen
Armee übernommen worden ſind, aus dem aktiven
Heeresdienſte geſchieden.
* Landtagswahl. Da das Mandat des Landtags=
abgeordneten
Dr. Frenay (Ztr.) wegen der Wahlei
Mombach für ungültig erklärt wurde, hat das Kreisamt
die Neuwahl der den Ausſchlag gebenden Wahlmänner für
Mombach auf kommenden Samstag feſtgeſtzt.
Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdirektion
Darmſtadt. Verliehen wurde: aus Anlaßdes
Uebertritts in den Ruheſtand der Rote Adlerorden
Klaſſe dem Poſtmeiſter Cronenberg in Mainz=Kaſte
das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen dem Poſtſekretär Wenzel in Alsfeld
und der Charakter als Rechnungsrat dem Ober= Poſt=
kaſſenbuchhalter
Krenzien in Darmſtadt. Ferner iſt
verliehen: der Charakter als Poſtſekretär den Ober=
Poſtaſſiſtenten: Dietrich in Darmſtadt, Gärtner, Kle=
ſius
und. Strub in Mainz, Sehrt in Offenbach (Main)
Tillmann in Büdingen und Johann Langsdorf in Bad

Nauheim; de

Titel Ober=Poſtaſſiſtent den Poſtaſſi=

ſtenten Auguſt Langsdorf in Alsfeld, Reitz in Beus=
heim
, Engel in Bingen, Creter und Farenkopf in
Darmſtadt, Eidenmüller, Rienermann und Schottein
Mainz, Deiß, Sala und Schneider in Offenbach, Dez=
heimer
, Nanmann und Spiegel in Worms, Sack und
Wall in Gießen, Müller in Oſthofen, Guthier in Vil=
bel
, Trabert in Hungen und Wetz in Wald= Michel=
bach
; der Titel Ober=Telegraphenaſſiſtent den Tele=
graphenaſſiſtenten
Heinrich Fiſcher und Steincke in
Darmſtadt, Deſch, Falk und Frieß in Offenbach.
Verſetzt wurden: die Poſtinſpektoren Haubach von
Friedberg nach Vierſen und Friſch von Vierſen nach
Friedberg, der Ober=Poſtpraktikant Storck von Darm=
ſtadt
nach Schlettſtadt unter Uebertragung einer Poſt=
inſpektorſtelle
, der Ober=Poſtpraktikant Geiſt von Bex=
gen
(Rügen) nach Darmſtadt, Poſtmeiſter Lang von
Oppenheim nach Mainz=Kaſtel, Ober=Poſtſekretäl
Schade von Gelnhauſen nach Mainz, die Poſtſekretäre
Heußlein von Mainz nach Darmſtadt unter Uebertrag=
ung
einer Ober=Poſtkaſſenbuchhalterſtelle, Kerber von
Gießen nach Karlsruhe, Hoch von Butzbach nach
Worms, Rockert von Mainz nach Michelſtadt, Freudel
von Groß=Gerau nach Oppenheim unter Uebertragung
einer Poſtmeiſterſtelle, Schneider von Worms nach
Schwiebus, der Ober=Poſtaſſiſtent Schröder von Metz

eſſen für den
Hutier
er T.

Das Leben, das der Sultan führt, iſt genau ges
regelt. Er ſteht auch im Winter ſchon zwiſchen 6 und

Uhr auf, macht Toilette, nimmt als Morgentrunk einige
Täßchen ſchwarzen Kaffees und begibt ſich als gutel

ige

lerchen mit Fleiſchen und Gemüſen, Früchten, Süßig=
keiten
und dem unvermeidlichen Pilaf, Reis in Ham=
melfett
gekocht, ſtehen. Dieſe Mahlzeit und das Dine
um 7 Uhr nimmt er im Harem ein, jedoch allein.ie
Mittags= und Nachmittagsſtunden ſind für Beſuche
Audienzen und die laufenden Arbeiten beſtimmt. Gegen
abend macht er ſich zuſammen mit einem Chodſch
(Theplogen) an ſeine geliebten perſiſchen Studien. Auch
ein Spaziergang wird täglich in den Gärten von Dolma
Bagtſche unternommen, aber ja nicht zu weit und zi
lang, denn das würde weder dem orientaliſchen Ge=
ſchmack
, noch der Körperfülle des Sultans entſprechen
Die Abendſtunden gehören ſeiner Familie. Seine Kils
der und die eine oder andere ſeiner Frauen kommen
zu ihm. Die Frauen haben ſich vor ihm zum Gruß und
Fußkuß niederzuwerfen und müſſen auf viel nieduie
geren Seſſeln ſitzen als er. Zurzeit hat Sultan Meh
med ſeine eheliche Liebe unter fünf Frauenzu
teilen, die mit dem Schwarm ſeiner Favoritinnen nichts
zu tun haben. Jede dieſer Chadinen hat ihren
eigenen Hausſtand, ihre Hofdamen, ihre Spaßmacherin=
nen
und ihre eigenen Eunuchen, die dem Ober= Eunu=
chen
er hat den Titel Hoheit unterſtellt ſind. Das
Leben, das dieſe Frauen des kaiſerlichen Harems fühs
ren, iſt gerade kein beneidenswertes. Juwelen und
Toiletten haben ſie zwar in Hülle und Fülle. Sie dürs
fen aber ſelbſt im heißeſten Sommer nicht anders als
in geſchloſſenen Wagen ausfahren, dürfen von ihren
Freundinnen nur in der Ramadanszeit Beſuche emp=
fangen
und haben ſtets der Befehle ihres Gebieters ge=
wärtig
zu ſein.
Ganz im Gegenſatz zu Abdul Hamid, der nach eini=
gen
20 Jahren zum erſten Male den Jildis im Dezem=
ber
1909 zur Eröffnung des Parlaments verließ, fährt
Mehmed V. ſehr oft aus. Er hält das große Wochen=
gebet
am Freitag in den verſchiedenſten Moſcheen ab,
er wohnt den Manövern und Schießübungen bei. be=
ſichtigt
Schulen und andere Anſtalten, macht Ausflüge
im Wagen oder mit ſeiner ſchönen Jacht Ertogrul
nach Luſtſchlöſſern und Landaütern auf beiden Seiten

[ ][  ][ ]

Kummer 80.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. April 1910.

Seite 3.

Mainz, die Poſtaſſiſtenten Mohr von Worms nach
Sheim, Kayſer von Mannheim nach Worms, Haus=
von
Belbert nach Seligenſtadt, Loos von Op=
n
nach Worms, Uſinger von Oberhauſen nach Als=
Weinberger von Geilenkirchen=Hünshoven nach
enbach und Schättler von Oberhauſen nach Mainz;
Telegraphenaſſiſtent Spohn von Mainz nach Ham=
g
. Ctatsmäßig angeſtellt wurden: als
tſekretär die charakteriſierten Poſtſekretäre: Wei=

emſtadt. Beſtanden haben: die Poſtaſſiſtenten=
fung
: die Poſtgehilfen Reitz in Darmſtadt, Stemm=
in
Reinheim, Lehrhardt in Gau=Algesheim, Lange
Guſtavsburg und Lohrey in Stockheim; die Poſt=
värter
: Fuchs, Hofmann, Nagel, Schwandt und
lpert in Mainz, Boller in Seligenſtadt, Diehl in
ach und Nieder in Worms; die Telegraphenaſſi=
itenprüfung
: die Telegraphenanwärter Buß in
inz und Krämer in Darmſtadt. Angenommen
: als Poſtanwärter: Feldwebel Martin in Oſt=
en
; als Telegraphengehilfin: Chriſtine Ottenthal
Mainz und Marianne Kiefer in Gießen; als Poſt=
ntin
: Eliſabethe Weidmann Witwe in Waller=
dten
. In den Ruheſtand treten: Ober=
ſtſekretär
, Rechnungsrat Plaz in Mainz und Poſt=
retär
Kaiſer in Worms. Freiwillig aus=
ſchieden
ſind: die Telegraphengehilfinnen: Sei=
in
Mainz und Schulmeyer in Gießen. Geſtor=
n
ſind: Poſtmeiſter Kiſſeberth in Pfungſtadt, Poſt=
retär
a. D. Giller in Weiſenau, Telegraphengehilfin
rma Baillet in Mainz und Poſtagent Weidmann in
illerſtädten.
* Von der Techniſchen Hochſchule. Geh. Baurat
ofeſſor Wickop iſt wegen Erkrankung auf ſein
chſuchen für das Sommerſemeſter 1910 beurlaubt
rden. Mit ſeiner Stellvertretung wurden Profeſſor
tzer und Privatdozent Profeſſor Meißner betraut.
Abſchiedsfeier. Dienstag abend 7 Uhr fand im Ka=
o
des Leibgarde=Infanterie=Regiments das Abſchieds=
n
für den ſeitherigen Kommandeur Herrn General
Hutier ſtatt, zu dem 110 Gedecke aufgelegt waren.
r neue Kommandeur, Herr Oberſt v. Etzel, brachte zu
ginn der Tafel ein Hoch auf S. K. H. den Großherzog
S. Nachdem gab Herr Oberſtleutnant Frhr. v. Lan=
rmann
in zu Herzen gehenden Worten dem Bedauern
sdruck über das Scheiden des Kommandeurs, erwähnte
er auch gleichzeitig die Freude aller Offiziere über die
förderung des Herrn Oberſten v. Hutier zum General=
rjor
und überreichte dem Scheidenden eine Bronze=
atuette
, einen Schrautenbacher des Leibgarde=Regiments
rſtellend, mit der Inſchrift: Das Offizierkorps des
ibgarde=Regiments ſeinem ſcheidenden Kommandeur.
3. 190722. 3. 1910. Herr General v. Hutier
nkte für die Worte ſeines Herrn Vorredners und gab
ner Freude ganz beſonders darüber Ausdruck, daß er
t dem Bewußtſein ſcheide, bei den Offizieren in liebem
idenken zu ſtehen. Hierauf überreichte er dem Offizier=
eps
des Leibharde=Regiments einen goldenen Pokal,
ink aus dieſem den Ehrentrunk und ſchloß mit einem
och auf S. K. H. den Großherzog und ſein ehemaliges
egiment. Herr Oberſt z. D. Frhr. Röder v. Diers=
trg
rief im Namen der Alten Herren des Leibgarde=
egiments
Herrn General v. Hutier ein herzliches Lebe=
ohl
zu. Nach der Tafel verweilten die Herren noch
nge in fröhlichem Kreiſe beiſammen.
Fortbildungskurſus für Kriminalbeamte. Der
n der heſſiſchen Schutzmannsſchule veranſtaltete Fort=
dungskurſus
für Kriminalbeamte des Großherzog=
ms
Heſſen hat geſtern in der Techniſchen Hochſchule
hier begonnen. Der Kurſus, an dem etwa 80 Poli=
ibeamte
faſt aller heſſiſchen Städte (darunter auch 15
igehörige des Gendarmeriekorps) teilnehmen, be=
ſeckt
in erſter Linie, die genannten Beamten über
sezialfragen ihres Tätigkeitsgebietes eingehend zu
tterrichten. Der Großh. Oberſtaatsanwalt von
iſſert ſpricht an der Hand von praktiſchen Einzelfällen
er die Technik der kriminaliſtiſchen Unterſuchung
r bekannte Pſychiater Profeſſor Dr. Dannemann in
ießen über die Urſachen des Verbrechens und der
s Sachverſtändiger ſich in weiten Gegenden des
eutſchen Reiches eines ausgezeichneten Namens er=
euende
Gerichtschemiker Dr. Popp ans Frankfurt
M. über Daktyloſkopie, Verbrechensſpuren und
rgleichen Fragen aus ſeinem Spezialgebiet.

In der Sektion Darmſtadt des Deutſchen
und Oeſterreichiſchen Alpenvereins die auch
an den befreundeten Odenwald=Klub beſondere Ein=
ladung
hatte ergehen laſſen, machte in der Aprilver=
ſammlung
im Kaiſerſaal Herr Profeſſor Dr. Karl
Maurer mit Hilfe zahlreicher Lichtbilder Mitteilung
von ſeinen Reiſeeindrücken aus der Türkei und Kon=
ſtantinopel
. Wie der Redner im vergangenen Jahre
ein Bild der arabiſchen Kulturverhältniſſe gezeichnet
hatte, ſo galt ſein diesjähriger Vortrag der Darſtel=
lung
der ſozialen und wirtſchaftlichen Verhältniſſe der
Türkei, vor allem der Zuſtände in Kleinaſien. Stets
von den eigenen Erlebniſſen ausgehend, ſtreifte der
Vortragende die großen Kulturaufgaben, die dort, auch
unter deutſcher Mithilfe, noch der Erfüllung harren.
Außer der Schilderung von Land und Leuten in ihrer
Eigenart von Türken, Griechen, Juden, Armeniern
und Jurnken fand auch das Landſchaftliche ſein Recht,
und konnte Kleinaſien bei fortgeſchritteneren Ver=
kehrsverhältniſſen
auch als einſtiges, leicht erreichbares
Touriſtenziel dargeſtellt werden, wie es jetzt ſchon
Konſtantinopel iſt, deſſen Schilderung die zweite Hälfte
des Abends in Anſpruch nahm. Welchen Reichtum
natürlicher Schönheit und geſchichtlicher Erinnerung
führten da die Lichtbilder vor unſere Augen! Reicher
Beifall der überaus zahlreichen Verſammlung, dem
Herr Apotheker Dr. Tenner beſondere Worte lieh,
belohnte den Redner.
C. Der Katholiſche Mädchenſchutzverein und der Für=
ſorgeverein
für katholiſche Frauen, Mädchen und Kinder
hielt am Mittwoch ſeine Generalverſammlung ab, die von
Frau Baronin E. v. Biegeleben geleitet wurde. Zu=
nächſt
wurden die Jahresberichte verleſen, die ein recht er=
freuliches
Bild von der Tätigkeit der edlen dabei beteilig=
ten
Damen aufwieſen, die zwar anſehnliche Erfolge, aber
auch manche Enttäuſchungen zu verzeichnen hatten. Der
Mädchenſchutzverein hat 110 Mitglieder, deren regelmäßige
Beiträge 319 Mark betrugen, während der vor 3 Jahren
gegründete Fürſorgeverein zwar an Mitgliedern nicht ge=
wachſen
iſt, jedoch eine Steigerung der Einnahmen zu ver=
zeichnen
hat. In der über die Rechenſchaftsberichte eröff=
neten
Diskuſſion wurde zunächſt die Kellnerinnenfrage ge=
ſtreift
und mitgeteilt, daß ein Verbot der Kellnerinnen=
bedienung
kaum Ausſicht auf Erfolg habe. Von einer
Seite wurde die Mangelhaftigkeit der Stellenvermittlung
kritiſiert, die jedoch, wie andererſeits feſtgeſtellt wurde, be=
reits
Verbeſſerungen erfahren hat. Auch wurde als großer
Mißſtand feſtgeſtellt, daß der Verein viel zu ſpät die Adreſ=
ſen
ankommender Mädchen erfahre und daß viele derſelben
ohne alle Vorkenntniſſe in die Dienſte einträten. Die Not=
wendigkeit
der obligatoriſchen Fortbildungsſchule für
Mädchen wurde allſeits anerkannt. In einem darauffol=
genden
Vortrag verbreitete ſich Herr Oberlehrer Roos über
die verſchiedenen Seiten des Mädchenſchutzes, erteilte den
Mitgliedern wertvolle Winke und machte bekannt, daß am
24. ds. Mts. eine Wohltätigkeitsvorſtellung zum Beſten des
Dienſtmädchenvereins ſtattfinden werde.
nn. Der Rabatt=Sparverein Darmſtadt hielt Dienstag
abend im Kaiſerſaal unter dem Vorſitz des Herrn Kauf=
mann
W. Kalbfuß ſeine vierte Hauptverſammlung ab,
die ſehr zahlreich beſucht war. Den von dem Vorſitzenden
erſtatteten Jahresbericht haben wir bereits veröffentlicht.
Herr Kaufmann Rothſchild erſtattete den Kaſſenbericht.
Bei der Neuwahl des Vorſtandes wurden die Herren
Kalbfuß, Karp, Hebermehl. Beckenhaub,
Heyl und Schroth gewählt und dem ſeitherigen Vor=
ſitzenden
Herrn Kalbfuß und dem Rechner Herrn Roth=
ſchild
der Dank der Verſammlung ausgeſprochen. Die
Kaſſe und Bücher waren von dem Bücher=Reviſor Herrn
Bertelet geprüft und richtig befunden worden.
Atelier=Ausſtellung. Der bekannte und geſchätzte
Porträtmaler Haus Weyl hat, wie ſchon gemeldet,
ſein Atelier zum erſten Male allen Intereſſenten ge=
öffnet
. Leider können zwei der bedeutendſten Werke
nur bis Freitag ausgeſtellt bleiben, doch bietet das
Atelier noch viel des Intereſſanten und Sehenswerten.
Wie wir hören, werden in nächſter Woche im Weyl=
ſchen
Atelier die Bildniſſe vom Präſidenten der Ila‟
Geheimen Kommerzienrat Dr. L. Gaus, und des Heurn
Major von Tſchudi auf einige Zeit ausgeſtellt ſein.
Die gemeinſame Generalverſammlung des St.
Vinzenz= und St. Eliſabethenvereins findet am nächſten
Sonntag nachmittag im Konkordiaſaale ſtatt. Mon=
ſignore
Dr. Werthmann=Freiburg, der Präſident des
Caritasverbands deutſcher Katholiken, wird über die

Organiſation der katholiſchen Caritas ſprechen. (Siehe
Anzeige
O Eine zeitgemäße Neuerung iſt in der Stad=
Darmſtadt neuerdings erfolgt. Während früher die
Leichen von Verunglückten und von Selbſtmördern
einem äußerſt dürftig ausgeſtatteten Handdrückwagen
befördert werden mußten, der dazu je nach Lage der
Umſtände ſich äußerlich auch als Selbſtmörder= oder
Nichtſelbſtmörderwagen zu erkennen gab, erfolgen von
nun an Transporte der genannten Art ausnahmslos
in einem würdig ausgeſtatteten, mit Pferden beſpann=
ten
Leichenwagen. Damit iſt jedes Odium, das mit=
unter
der ſeitherigen Beförderungsart angehaftet hatte,
beſeitigt.
C. Zur Wetterlage. Seit Beginn des März iſt in der
Wetterlage ein völliger Umſchwung eingetreten. Während
die beiden Vormonate, insbeſondere der Februar, vorwie=
gend
naß waren, herrſcht ſeit dem Eintritt des meteoro=
logiſchen
Frühlings Trockenheit vor. Die vorher faſt ſtän=
dig
uns Regen bringenden Minima ſind ſelten geworden
und beeinfluſſen auch dann, wenn ſie eine beträchtliche
Tiefe erreichen und in unſerer Nähe auftreten, unſere Wit=
terung
ſo gut wie nicht. Beſonders auffallend trat letztere
Erſcheinung am 3. April zutage. Wir befinden uns tat=
ſächlich
ſeit fünf Wochen in einer Periode einer Wetter=
beſtändigkeit
, wie ſie im Frühjahr zu den Seltenheiten ge=
hört
. Hat doch der März nur 7 und der April noch gar
keinen Regentag gebracht. Die Vegetation wird durch die
ſehr kühlen Nächte in willkommener Weiſe zurückgehalten
und ſcheinen die Fröſte vom 30. März bis 2. April ohne
Schaden verlaufen zu ſein. Geht es ohne weiteren Froſt
ab, deſſen durchſchnittlicher Endtermin der 10. April iſt,
ſo iſt begründete Hoffnung auf ein geſegnetes Jahr vor=
handen
.
* Das Feſt der ſilbernen Hochzeit begehen am
Montag, den 11. April, Schneidermeiſter Ad. Chr.
Roßkopf und ſeine Ehefrau geb. Ganßmann,
Nieder=Ramſtädter Straße 34 wohnhaft.
Ausflug. Das Tanzlehr=Inſtitut Mei=
ſinger
veranſtaltet am Sonntag, den 10. April, mit ſei=
nen
Schülern einen Ausflug nach Traiſa. Einkehr im
Goldenen Löwen bei Herrn Seibert. (Näh. ſ. Anz.)
ge- Verbrannt. Geſtern mittag nach 12 Uhr wurde
die Rettungswache nach der Wittmannſtraße gerufen.
Dortſelbſt war eine alleinſtehende Frau aus bis jetzt noch
unbekannter Urſache derart am ganzen Körper ver=
brannt
, daß ihre ſofortige Ueberbringung ins ſtädtiſche
Krankenhaus mittels Kranken=Automoblis nötig war
Die Wohnung wurde ſofort polizeilich geſchloſſen.
Um ½7 Uhr abends iſt die Frau geſtorben.
Man vermutet, daß das Unglück durch eine Petroleum=
exploſion
entſtanden iſt. Die Petroleumkanne wurde
neben dem Petroleumofen aufgefunden. Von beiden
fehlten die Verſchlußſtöpſel.
Orpheum. Roſario Guerrero tritt, wie
nunmehr als bekannt vorausgeſetzt werden darf, heute,
Donnerstag, erſtmalig auf. Ein bekanntes Gemälde
Kaulbachs, deſſen Reprodnktionen in den Kunſthand=
lungen
zu finden ſind, hält eine faseinierend ſchöne
ſpaniſche Tänzerin im Bilde feſt, die brennend rote
Roſe im ſchwarzgelockten Haar, im Tanz die Caſtag
netten ſchlagend es iſt Roſario Guerrerv. Sie
nimmt in der Reihe der internationalen Bühnenſterne
unbedingt einen der erſten Plätze ein; die Gagen die=
ſer
brillantenſchimmernden Schönheit übertreffen noch
diejenigen anderer bekannter Varieté=Größen. Die
ſchöne Spanierin mit dem klaugvollen Namen wird in
Darmſtadt eine phantaſtiſche Pantomime, betitelt Der
Dolch und die Roſe unter Aſſiſtenz des ſpaniſchen
Schauſpielers Lonis Paglieri zur Darſtellung brin=
gen
. Dieſe Szene iſt es, die durch die Kunſt der Guer=
rero
mit der Leidenſchaft einer Südländerin zu hin=
reißender
Wirkung gebracht wird.
Kaiſerpanorama. Die in dieſer Woche zur An=
ſchanung
gebrachte Serie der franzöſiſchen Alpen mit
der Beſteigung des Montblane ſtellt eine der großartsg=
ſten
Gebirgsſzenerien der Welt dar und zeichnet ſie
durch ungemeine Klarheit und Genauigkeit bis auf
kleinſten Details aus.
Offenbach, 5. April. Ein Unglücksfall mit töd=
lichem
Ausgang ereignete ſich geſtern in Bürgel. Der
im Fuhrgeſchäft von Theodor Neubert in Dienſt ſtehende
Fuhrknecht Auguſt Richter fiel von ſeinem mit Schutt be=

s Bosporus. Wie weit des Sultans eigener Wille
erbei maßgebend, wieviel an dieſem offenbaren Stre=
n
nach Volkstümlichkeit auf Rechnung ſeiner Rat=
ber
zu ſetzen iſt, entzieht ſich jeder Beurteilung.
Noch viel ungezwungener als der Sultan bewegen
h ſeine drei Söhne und die anderen Prinzen. Gei=
shelden
ſcheinen die Söhne übrigens nicht zu ſein.
ie machen einen körperlich unentwickelten und bla=
erten
Eindruck, und man ſagt, daß ſie die Gelehrſam=
it
nicht mit Löffeln gegeſſen haben. Den älteſten von
nen ſieht man häufig in Begleitung ſeines Töchter=
ens
, dem nach alttürkiſcher Sitte das Tragen eines
utes verſagt iſt, ſo daß es ſein niedliches Blondköpf=
en
fröhlich nach allen Seiten dreht. Um etwas friſche=
*s Blut in die Raſſe zu bringen, hat man den drei
rinzen die nach ärztlichem Urteil robuſteſten
ſcherkeſſierinnen zu Gattinnen ausgeſucht. Am be=
utendſten
von allen Prinzen ſcheint der Thronfol=
er
. Der Thron und die Khalifenwürde gehen ja
icht auf den jeweiligen älteſten Sohn des Sultans
ber, ſondern auf den älteſten männlichen Sproß der
inzen kaiſerlichen Familie. Juſſuf Izzeddine
ffendi, ein Sohn des Sultans Abdul Aziz, der=
lbe
, der por faſt 34 Jahren den ſeinem Vater nach
rone und Leben trachtenden Verſchwörern die Tore
on Dolma Bagtſche öffnete, ſteht jetzt dem Thron am
ächſten. Er iſt ein Mann von 52 Jahren und hat Zeit
nd Muſe gehabt, über ſeinen unüberlegten Jugend=
reich
nachzudenken, denn Abdul Hamid hatte ihn nicht
uf Roſen gebettet. In ein entlegenes Schloß auf der
ſiatiſchen Seite war er verbannt. Ein Heer von
spionen bewachte ihn und folgte ihm auf ſeinen ſel=
enen
Fahrten in die Stadt. Wer ſich ihm freundlich
ahte, machte ſich des Hochverrats verdächtig, und wagte
5 ein Unvorſichtiger, ihn auf der Straße zu grüßen, ſo
onnte er ſicher ſein, daß ſchon in der nächſten Stunde
in umfangreiches Journal über ſeine Perſon und
kntat im Jildis eingeliefert und daß es die allerhöchſte
zeit für ihn war, ſein Roß am Zügel zu führen. Jetzt
ebt Juſſuf Jzzeddine des Winters in einem Flügel
on Dolma Bagtſche und iſt bei jeder öffentlichen Ge=
egenheit
an des Sultans Seite. Leider nicht zu deſſen
Jorteil, denn die elaſtiſche Geſtalt des Thronfolgers,
eus deſſen Augen Energie und mühſam verhaltene
Tatenluſt ſprühen, ſteht in gar zu großem Gegenſatz
u, der Unbeholfenheit des Padiſchah
E. G.

Großherzogliches Hoftheater.
Fauſt
Zweiter Teil.
W-l. Am Montag und Dienstag wurde der Tragödie
zweiter Teil in der früheren Anordnung aufgeführt,
dergeſtalt, daß der erſte Abend mit der Szene am
agäiſchen Meere (Galathea) ſchließt und der zweite
Abend die drei großen Hauptſtücke, die Helenaſzene, die
Kriegsſzene und Fauſts Tod enthält. Aus dem bunt=
farbigen
Moſaik dieſes ſzeniſchen Geſamttableaus hoben
ſich als ſchöne Einzelſtücke die Kaiſerliche Pfalz,
die Galatheaſzene, die Helenaſzene, die Kriegsſzene
und das Schlußbild beſonders hervor.
An die Regie und an die Gedächtnisſtärke der beiden
Hauptdarſteller ſtellt der zweite Teil enorme Anforder=
ungen
, beſonders iſt jene an dem Darſteller des Me=
phiſto
, Herrn Lehrmann, zu rühmen, der die viel=
geſtaltige
Rolle des Beherrſchers der Hölle in allen
ihren Metamorphoſen mit gleicher Friſche und geiſtiger
und darſtelleriſcher Ueberlegenheit bis zum Schlisſſe
ſiegreich durchführte. Auch Herrn Baumeiſters
Fauſt kann man das Lob einer groß angelegten und
mit künſtleriſcher Energie durchgeführten Leiſtung nicht
vorenthalten, wenn ihn ſein Organ auch manchmal im
Stiche ließ. Im zweiten Teile tritt mit Ausnahme des
ſchwer zu ſpielenden Schlußaktes das Konkret= Perſön=
liche
hinter dem Abſtrakt=Allgemeinen und dement=
ſprechend
das Charakteriſtiſche hinter dem Deklamato=
riſchen
zurück.
Von den übrigen vielen Mitwirkenden, deren
nicht aller Erwähnung getan werden kann, ſei noch
Frl. Oſters als der ſchönen und temperamentvollen
Darſtellerin der Helena lobend gedacht. Zu dem künſt=
leriſchen
Erfolge der beiden Aufführungen trugen
ferner weſentlich bei: die Herren Weſtermann als
Kaiſer, Schneider als Bakkalaureus und Wanderer,
Frau Scherbarth als Sorge, Frl. Gothe als
Euphorion und Herr Wagner und Frau Rudolph
als Philemon und Bancis, womit aber nicht geſagt ſein
ſoll, daß die Vertreter und Vertreterinnen der vielen
kleineren Rollen hinter ihnen zurückgeſtanden hätten.
Bei den diesjährigen Aufführungen machte ſich
gegen früher eine von vornherin nicht leicht zu er=
klärende
Abflauung in der Stimmung des Publikums
bemerkbar, die während der vier Abende anhielt. Es
kamen dabei, wie ſo oft im Theaterleben, wohl gewiſſe

Imponderabilien in Betracht; denn im ganzen ſtanden
die Aufführungen mit der einen erwähnten Ausnahme
hinter den früheren nicht zurück. Es war auch bezeich=
nend
, daß die beiden ſzeniſchen Prunkſtücke, nämlich
die Walpurgisnacht des 2. Abends und die Kriegsſzene
des letzten Abends, den ſtärkſten Erfolg erzielten. Durch
kleine, allerdings ſtörende ſzeniſche Unfälle, die bei
der Aufwendung eines ſo großen und umfangreichen
Apparates und einer wohl erklärlichen Nerpoſität hin=
ter
der Bühne aber leicht vorkommen können, ließ ſich
das Publikum mehr, als nötig iſt, verſtimmen. Zum
Schluß ließ es aber neben den beiden Hauptdarſtellern,
den Herren Lehrmann und Baumeiſter; auch
den Herren Oberregiſſeur Valdek, Oberinſpektor
Schwerdtfeger und Dekorationsmeiſter Müller
die verdiente Anerkennung in reichem Maße zuteil
werden.
Die muſikaliſche Leitung der Aufführungen hati
an allen vier Abenden Herr Kapellmeiſter Kittel
Ueber die Laſſenſche Muſik ſind oft harte Urteile ge=
fällt
worden, ohne daß man dabei der Verdienſte der
Devrient=Laſſenſche Bearbeitung um die Fauſt= Auf=
führungen
überhaupt gedacht hätte. Man muß aller=
dings
zugeben, daß die Sprache des Dichters im erſten
Teil einen nach jeder Richtung hin ſo erſchöpfenden und
ergreifenden Ausdruck gefunden hat, daß die Muſil
nicht imſtande iſt, den Eindruck in irgend einer Weiſe
zu verſtärken oder zu vertiefen. Die Goetheſche Sprache
iſt die ſchönſte Muſik. Anders aber verhält es ſich mit
dem zweiten Teil, bei deſſen Aufführung man auf das
ſzeniſche und muſikaliſche Beiwerk nicht verzichten
kann; jenes wird durch den Stoff, dieſes durch die
Form bedingt, da der zweite Teil eine große Zahl
lyriſcher, geſungen gedachter Stellen enthält. Auf die
Vertonung ſolcher ſollte man ſich im erſten Teil ganz
beſchränken, jedenfalls aber auf die unkünſtleriſche
melodramatiſche Form ganz verzichten; ſie ſtört
auch im zweiten Teil, z. B. in dem wunderbaren 6
ſpräch zwiſchen der Sorge und Fauſt, in dem jedes
Wort ein Juwel iſt und das durch dieſe melodrama=
tiſche
Behandlung vergewaltigt wird. Eine ide
Fauſtmuſik ſoll noch erſt geſchrieben werden. Die
Weingartnerſche Fauſtmuſik, die vor etwa 2 Jahren in
Weimar aufgeführt wurde, ſcheint gar keine Beachtung
weiter gefunden zu haben. Aber auch mit der beſte
Muſik bleibt die Aufführung des zweiten Teils ein
Experiment.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. April 1910.

Nummer 80.

ladenen Fuhrwerk. Er wurde 50 Meter weit geſchleift.
Als der Wagen an den Bordſteinen der Straße anprallte,
kam der Mann unter die Räder, die über ihn hinweggin=
gen
. Mit ſchweren Verletzungen wurde er ins ſtädtiſche
Krankenhaus gebracht, wo er nachmittags ſeinen Ver=
letzungen
erlag.
Mainz, 6. April. Vor etwa vier Jahren fand man
in einem Kanal in Hamburg die Leiche eines etwa
fünf Jahre alten Mädchens, in deſſen Kleidern ein
ſchwerer Schraubenſchlüſſel ſteckte, um die Leiche unter
Waſſer zu halten. Die Leichenſchau ergab, daß man es
unzweiſelhaft mit einem Morde zu tun hatte. Alle
Bemühungen, Licht in die Sache zu bringen, blieben
aber ohne Erfolg. Vor einigen Wochen meldete ſich
nun bei der hieſigen Polizei ein holländiſcher
Matroſe und erzählte, daß ihm vor einigen Jahren
in ſeiner Heimat ſeine Frau mit ſeinem Kinde durchge=
brannt
ſei; mit ſeiner Frau ſei auch damals ſein
Schraubenſchlüſſel verſchwunden, weshalb er glaube,
daß ſeine Frau mit der gefundenen Kindesleiche etwas
zu tun habe. Wahrſcheinlich habe ſie ſich des Kindes
entledigen wollen. Die hieſige Polizei ließ ſofort von
der Hamburger Polizeibehörde den Schraubenſchlüſſel
lommen und legte ihn hier dem Matroſen vor, der ihn
ſofort als ſein Eigentum anerkannte. Auf Grund
ſeiner Angaben iſt es jetzt, wie man dem Tagbl. mit=
teilt
, der Hamburger Polizei gelungen, die Frau in
Hamburg zu verhaften. Gegen ſie iſt nunmehr
Unterſuchung wegen Ermordung ihres Kindes einge=
leitet
worden.
Worms, 5. April. Einen Selbſtmordverſuch
machte heute mittag auf dem Lutherplatze der 25jährige,
verheiratete Schloſſer Gottlob Jüngling, der ſeit
1905 hier in Stellung iſt. Er trank dort eine Flüſſigkeit
und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Ob
Lebensgefahr vorliegt, iſt noch nicht feſtgeſtellt, auch die
Urſache zur Tat iſt nicht bekannt. Der Selbſtmord=
verſuch
des Schloſſergeſellen Jüngling ſcheint nicht
ſehr ernſtlich gemeint geweſen zu ſein. Das leer vor=
gefundene
Gift=Fläſchchen riecht nach Benzin oder
Brennſpiritus. Gefahr beſteht nicht für das Leben, trotz=
dem
der Selbſtmordkandidat ſehr laut aufgeſchrien hat.
Worms, 6. April. Vor einigen Tagen hat ein Unbe=
kannter
einen hieſigen Einwohner um einen Geldbe=
trag
beſchwindelt unter dem Vorgeben, er ſei Zei=
chenlehrer
an der Oberrealſchule, ſei der Sohn eines früher
hier wohnhaft geweſenen Kreisſyndikus Gebhard und ſei
von der Großh. Heſſiſchen Regierung beauftragt, Kupfer=
ſtiche
anzufertigen. Des Geldes bedürfe er zur Unter=
ſtützung
ſeiner alten Mutter, die ſich mittellos hier auf=
halte
; ſein Gehalt bekäme er erſt am 4. ds. Mts. ausbe=
zahlt
uſw. Nachdem ihm das verlangte Geld ausgehän=
digt
war, verſchwand er auf Nimmerwiederſehen. Der
Schwindler, der ein gewandtes Auftreten hat, wird wie
folgt beſchrieben: etwa 35 Jahre alt, 1,68 bis 1,70 Meter
groß, hat längliches, bräunlich pockiges Geſicht, gekrümmte
Naſe, hellblonde Haare und ebenſolches Schnurrbärtchen.
Der Unterkiefer iſt auf einer Seite etwas ſtärker ausgebil=
det
. Der Beſchreibung nach iſt der Schwindler identiſch
mit einem vom Großh. Amtsanwalt in Darmſtadt we=
gen
gleicher Schwindeleien verfolgten Menſchen, angeblich
namens Krämer, der ſich auch Wagner nannte. Ver=
mißt
wird ſeit geſtern der achtjährige Sohn eines Mak=
lers
von hier. Da nach Angabe des Vaters keinerlei
Grund zu einem eigenmächtigen Entfernen vorliegt und
der Junge bisher brav und ordentlich war, befürchten die
Eltern, daß ihm ein Unfall zugeſtoßen ſein könnte.
Guntersblum, 5. April. Ich bin die Prinzeſſin
Karolina aus dem kaiſerlichen Hauſe und werde er=
wartet
entgegnete geſtern nachmittag auf der hieſigen
Station eine vornehm gekleidete Dame, die an der
Sperre ohne Fahrkarte betroffen wurde, dem revidie=
renden
Beamten. Das hierauf in Gegenwart des
Bürgermeiſters und des prakt. Arztes Dr. Gelius vor=
genommene
Verhör ergab, daß die Dame die Tochter
des früheren Metzgermeiſters Obert aus Mainz und
anſcheinend geiſtig umnachtet iſt. Ihre Eltern
wurden telegraphiſch von dem Vorfall benachrichtigt
und dieſe holten ihre Tochter wieder heim.
Oppenheim, 4. April. Der mutmaßliche Straßen=
räuber
, der am Oſterſonntag am Guntersblumer
Fahrt den Hermann König aus Oppenheim überfallen
und ſeiner Barſchaft beraubt hat, wurde heute auf der
Landſtraße vom Kornſand nach Gernsheim verhaf=

tet. Der Burſche ſoll noch eine Reihe weiterer Delikte
auf dem Kerbholz haben.
Oſthofen, 5. April. Vor den Abendzug um=
11,30 Uhr von Oſthofen nach Gau=Odernheim rannte
eine Kuh, die getötet wurde. Das Tier war dem
Handelsmann Ludwig Mayer aus Oſthofen beim Ver=
laden
eines Viehtransports nach Mainz durchgebrannt.
Gießen, 5. April. Ein Duell im Bergwerks=
walde
das vor einiger Zeit ſtattfand, beſchäftigte heute
die Gießener Strafkammer. Sie faßte die Sache ſehr
milde auf und ſprach den einen, dem Zivilſtand ange=
hörenden
Angeklagten, Zahnarzt Metz, frei, da ſie
ſeiner Verſicherung Glauben ſchenkte, er habe von vorn=
herein
nicht die Abſicht gehabt, ſeinen Gegner zu ver=
letzen
, und deshalb in die Luft geſchoſſen. Der andere
Beteiligte, prakt. Arzt Dr. Küpper, der Reſerveoffi=
zier
iſt, wird ſich vor dem Militärgericht zu verant=
worten
haben.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 5. April. Polizeipräſi=
dent
v. Jagow verbot die für nächſten Sonntag
von der demokratiſchen Vereinigung geplante Ver=
ſammlung
unter freiem Himmel im Humboldthain.
Dem Tageblatt zufolge ſetzten die Vandalen ihr Zer=
ſtörungswerk
im Park von Sansſouei fort. Aus
einer Nymphe, die das Waſſer darſtellt, iſt ein großer
Teil des Netzes ausgeſchlagen; auch die gegenüber=
ſtehende
Gruppe, ein Symbol des Feuers, iſt beſchädigt
worden; die beiden Bildwerke ſind von dem Bildhauer
Adam in Paris hergeſtellt und von Friedrich dem
Großen in den Jahren 1749 und 1756 angekauft wor=
den
. Geſtern wurde ein Polizeihund auf die Fährte
geſetzt; die von ihm aufgenommene Spur erwies ſich
aber als falſch. Weil ſie ſich von ihm losgeſagt hatte,
verſuchte geſtern der 26jährige Schlächtergeſelle Michler
feine 18 Jahre alte Braut durch mehrere Meſſer=
ſtiche
zu töten. Das Mädchen wurde ſchwer verletzt
ins Krankenhaus verbracht, während der Attentäter
entkam. Wieder einmal hat die Spielerei mit
einer Schußwaffe ſchweres Unheil zur Folge ge=
habt
. Der 16jährige Sohn des Weichenſtellers Grüne=
wald
aus Franz.=Buchholz und ein gleichaltriger Kol=
lege
Fritz K. beide ſind Laufburſchen beſchäftigten
ſich geſtern abend mit einer Teſchingpiſtole. Erich
Grünewald hielt die Waffe in der Hand und hantierte
damit ſo ungeſchickt, daß die Waffe ſich nach kurzer Zeit
entlud. Die Kngel drang dem Freunde in den Ober=
ſchenkel
. Während ſich Nachbarn um den Verwundeten
bemühten und für ärztliche Hilfe ſorgten, ſchloß ſich
Erich Grünewald in der Wohnung ſeiner Eltern ein,
die beide nicht anweſend waren. Dann ſchoß er ſich
aus der verhängnisvollen Piſtole eine Kugel in die
Schläfel Das Befinden des verletzten Laufburſchen
läßt in abſehbarer Zeit eine Wiederherſtellung erhoffen.
Die neueſte Nummer des Simpliziſſimus
wurde wegen des Titelbildes Die eherne Schnauze‟
von der Polizei beſchlagnahmt. Der Straßenverkauf
der Nummer iſt verboten. Die Ermittelungen, be=
treffend
den Raubmord im Spreewald, führten
zu der Beſchlagnahme eines Paketes in Frankfurt am
Main, in dem ſich abgelegte Kleidungsſtücke der mut=
maßlichen
Mörderin, ihre und die des Ermordeten
Papiere befanden. Hieraus iſt feſtgeſtellt, daß der Er=
mordete
der 42jährige Geiſteskranke Fritz Waldner aus
Fürſtenwalde und die mutmaßliche Mörderin die 19 Landſtreicherin Johanna Breitgoff aus Broich
bei Mülheim a. d. Ruhr iſt. Sie ſoll nach Düſſeldorf
gereiſt ſein und überſchritt wahrſcheinlich die hollän=
diſche
Grenze.
Frankfurt, 5. April. Zum Ankauf einer Sammt
lung von Erzeugniſſen der ehemaligen Höchſter
Porzellanmanufaktur beantragte der Magiſtrat
die Bewilligung von 45000 Mark. Dieſe Forderung
wurde in der heutigen Stadtverordnetenſitzung mit
Rückſicht auf die Finanzlage der Stadt vön verſchiede=
nen
Seiten lebhaft bekämpft. Bei der Abſtimmung, die
eine namentliche war, ergab ſich Stimmengleichheit,
worauf der Vorſitzende den Ausſchlag für den Ankauf
der Sammlung gab.
München, 5. April. Der äußerſt heftige Sturm.
welcher in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag
herrſchte, hob in der alten Pinakothek ein Oberlicht=

ſenſter aus und warf es gegen das Gemälde der Grab=
legung
Chriſti von van Dyck. Ein Stück Scheibe ſtreifte
den Aermel der Madonna. Es beſteht die begründete
Ausſicht, das Bild wieder ſo herzuſtellen, daß kein
Spur von der Verletzung übrig bleibt.
Stuttgart, 5. April. Wie der Schwäbiſche Merkur
hört, iſt der frühere Präſident der Vereinigten Staaten,
Theodore Rooſevelt, von dem Fürſten Wald
burg=Wolfsegg eingeladen worden, Schloß Wolfs
egg einen Beſuch abzuſtatten und dort den ſogenannten
Taufſchein Amerikas die weltberühmte Waldſee
müller=Weltkarte des Jahres 1507, auf der zuerſt der
Name Amerikas erſchien, zu beſichtigen.
Köln, 6. April. In einem Straßenbahnwagen
entdeckten Angeſtellte eine Aſchenurne mit verletzter
Plombe. Eine kleine Metallkapſel ließ erkennen, daß die
Urne die Aſche eines verſtorbenen Neuwieder Schreiner=
meiſters
enthielt. Sie ſollte von den Angehörigen von
Mainz nach Neuwied übergeführt werden und wurde auf
der Eiſenbahnfahrt geſtohlen. Der Dieb ſcheint ſpäter
zur Erkenntnis gekommen zu ſein, welchen Wert ertſich
angeeignet hatte und ſetzte dann die Urne in einen Stra=
ßenbahnwagen
.
Genthin, 5. April. An dem Kleiderhändler Woehe

deſſen Ehefrau und deren ſchulpflichten Sohn wurde

heute vormittag ein Mord verübt. Das Ehepaar
tot, das Kind liegt im Sterben. Vom Täter fehltjede
Spur.
Hamburg, 6. April. Geſtern mittag wurde
Hauſe Goerneſtraße 19 der 82 Jahre alte Hauswirt,der
Uhrmacher Leſſau, mit zertrümmerter Schädeldecke er=
mordet
aufgefunden. Eine Geldkiſte und ander
Behälter wurden erbrochen und ohne Inhalt vorge
funden. In der Nacht wurde der 20jährige Gaſtwirts=
gehilfe
Paul Magnus verhaftet, der das Geſtändnis
ablegte, daß er mit einem Komplizen am Sonntag
morgen den Mord verübt hat. Der Mörder hat
11 Mark und wertloſe Uhrketten erbeutet. Sein Mil
ſchuldiger iſt noch nicht verhaftet.
Oeynhauſen, 6. April. Das hieſige. Kurtheate
ſteht ſeit heute vormittag 8½ Uhr in Flammen un
iſt bereits zum Teil niedergebrannt. Es beſteht keing
Hoffnung, das Feuer zu löſchen.
Peſt, 5. April. Die Staatsanwaltſchaft hat die An
klageſchrift gegen die Winkelbankiers eingereicht
die ſeinerzeit zahlreiche Klienten, namentlich aus
Deutſchland, verleiteten, ihnen gegen Deckung Börſen
aufträge zum Ankauf von Wertpapieren zu erteilen
Dieſe Aufträge wurden nicht ausgeführt, währendd
von den Klienten für Kommiſſionsgebühr, Zinſen un
Steuern und auf Rechnung der unausgeführten Auf
träge hinterlegte Deckung zurückbehalten wurde. A
geklagt ſind wegen Betruges die verhafteten Bankiers
Max Neumann und Ludwig Baſch, ferner als Mitſchül=
dige
die Börſenbeſucher Ignaz Herzfelder, Jakob Grof
und Anton Kalman. Zur Hauptverhandlung ſind
Zeugen ſowie 26 Geſchädigte, ſämtlich aus Deutſchland
geladen.
Rom, 6. April. Zu der Angelegenheit der Fram
Toſelli meldet ein Blatt, daß zwiſchen den Ehe
leuten Toſelli ein notarielles Abkommen zuſtandenge
kommen ſei, auf Grund deſſen ſich beide trennen woll=
ten
. Toſelli verpflichtete ſich darin, an ſeine Frau
monatlich einige hundert Francs zu zahlen. Dami
ſchien alles zu Ende zu ſein. Toſelli muß aber ans
deren Sinnes geworden ſein, denn er folgte ſeinen
Gattin nach Rapallo, worauf dieſe fluchtartig von Ra
pallo abreiſte und ſich nach Montreux und der Schwei
begab, wo ſie den Schutz der Behörden anrief.
Rom, 5. April. Der König begleitete heute Rooſe
velt zur Beſichtigunge des im Bau begriffenen Vietol
Emanuel=Denkmals, die über eine Stunde dauerte; der
König erläuterte die Einzelheiten des Denkmals:
Katania, 5. April. Letzte Nacht erfolgte ein hef=
tiges
Anwachſen der Eruptionserſchei=
nungen
am Aetng. Einer der ausgeworfenen Lavg=
ſtröme
bewegt ſich mit 10 Metern Stundengeſchwindig=
keit
vorwärts und iſt nur noch 250 Meter von der durch
die Lava bereits zerſtörten Straße nach Borello und
Nicoloſi entfernt; andere Lavaſtröme rücken mit gerin=
gerer
Geſchwindigkeit vorwärts.
C.K. New=York, 5. April. Die amerikaniſchen
Patrioten hat ein harter Schlag getroffen:
feierliche Begehung des großen Nationalfeſtes, des Un=
abhängigkeitstages
, ſoll ſeines ſchönſten Schmuckes ent=

Mozart=Verein.
* Goethes Feſtſpiel Pandora, ein Hoch=
geſang
menſchlicher Schönheit, bildet in ausgewählten
Sängen und lyriſchen Szenen den Text eines großen
Tonwerkes von Arnold Mendelsſohn, das der
Mozart=Verein in ſeinem nächſten Montag, den
11. ds. Mts., ſtattfindenden zweiten Winterkonzert zur
Aufführung bringen wird. Den Beſuchern desſelben
werden zum Verſtändnis und zur Einführung in den
ſymboliſchen Gehalt der Dichtung die nachfolgenden
Darlegungen willkommen ſein:
Pandora, die Allgabenbringerin, die holde, alles
Schöne in ſich bergende Göttin, war einſt auf die Erde
herabgekommen, um den Sterblichen die Schönheit zu
bringen. Prometheus weiſt den göttlichen Gaſt ſtreng
von der Schwelle, denn er hat kein Verlangen nach
Schönheit. Er braucht Kraft und ſtarken Willen. Arbeit
iſt ihm das Höchſte, getreu ſeinem Wahlſpruch: Des
echten Mannes wahre Feier iſt die Tat. Sein Macht=
mittel
iſt die Gewalt. Schmiede, Fiſcher, Hirten und
Krieger ſind ſeine liebſten Geſellen, die er mit der Kraft
des Titanen lenkt. Ganz anders ſein ſanfter Bruder
Epimetheus. Sein Sinn iſt auf die Ideale des Lebens
gerichtet. Er iſt ſchönheitsdurſtig, liebebedürftig,
träumeriſch und grübleriſch. Man könnte ihm die ganze
Welt zu Füßen legen, er würde ſie verſchmähen, wenn
ſie nicht mit Schönheit und Liebe erfüllt wäre. Er
nimmt die Göttin auf und vermählt ſich mit ihr. Als
Heiratsgut bringt ſie ihm ein Gefäß mit, worin nach
einer Sage die Idole von Liebesglück, Macht und Ehre
enthalten ſind. Er zeigt ſich aber der Segensgaben
nicht würdig, denn vor lauter Sehnen und Denken
kommt er nicht zum Handeln. Auf dieſe Weiſe kann er
nicht in den Vollbeſitz menſchlicher Schönheit gelangen.
Pandora ſteigt nach kurzem Eheleben wieder zum
Olymp empor, nachdem ſie ihm zwei Kinder geboren:
Elpore, die Hoffnung, und Epimeleia, die Fürſorge.
Dieſe bleibt beim Vater, während jene mit der Göttin

verſchwindet und nur in neckenden Träumen dem taten=
los
hinſinnenden Epimetheus Pandorens Wiederkehr

verheißt. Nachdem die Ouvertüre verklungen iſt, ſetzt
der Chor mit dem Weisheitsſpruche ein:
Was zu wünſchen iſt, ihr unten fühlt es;
Was zu geben ſei, die wiſſen’s droben.
Groß beginnet ihr, Titanen, aber leiten
Zu dem ewig Guten, ewig Schönen,
Iſt der Götter Werk, die laßt gewähreu!

Alle Schönheit des Menſchendaſeins können wir
nur erwerben durch einen ihr würdigen Sinn. Das
hat Epimetheus verſäumt. Nachdem ihn die Gattin
verlaſſen, ſieht er ſich trauernd dem Nichts gegenüber
und verfällt dem Trübſinn. Beſſer blieb es immer
Nacht! ſeufzt er. Es fehlt ihm an Energie, er grübelt
unfruchtbar über das Vergangene, durchwacht die Nacht
und verſchläft den Tag. Einſam wandelt er dahin, ein
Sorgenvoller, Schwerbedenklicher. Er verliert ſich in
Erinnerung und ſucht darin Qual und Erquickung.
In dieſer Verſunkenheit hat er nicht bemerkt, daß ſeine
Tochter Epimeleia in Liebe entbrannt iſt zu Phileros,
dem Sohne des Prometheus. Phileros ſchleicht oft zum
Garten der Geliebten und ſingt von ſeiner Liebe. Doch
Epimetheus denket alter Tage und ſtimmt eine er=
greifende
Elegie an, in der er ſeinen Abſchiedsſchmerz
erneuert. Von langer Nachtwache ermüdet, ſchlummert
er endlich ein. Da tritt Prometheus zu neuer, rüſtiger
Arbeit hervor. Er ruft ſeine Schmiede noch vor Auf=
gang
der Sonne zur Arbeit heran, denn aller Fleiß
der männlich ſchätzenswerteſte, iſt morgendlich. Der
Hämmerchortanz erklingt. Prometheus, dieſer rauhe
Mann der Arbeit, kennt den edlen, dem Höchſten zuge=
wandten
Sinn des Bruders, der Pandora, die ihm einſt
in Jugend= und Frauengeſtalt erſchien, nicht vergeſſen
kann. Inzwiſchen ſtreut Eos, die Morgenröte, ſprung=
weiſe
, mädchenartig, aus voller Hand purpurne Blumen
aus. Wie an jedem Wolkenſaum, ſich reich entfaltend,
blühen ſie, wechſeln mannigfach. Die Fiſcher erheben
ſich zum Werke. Epimetheus liebt das rüſtig fröhliche
Treiben nicht; immer wieder fällt er in ſeine Träume=
reien
zurück und ſingt von der Seligkeit Fülle, die er
einſt empfunden. Da kommen von ferne die Hirten mit
der Herde. Doch Epimetheus liegt in ſpätem Schlummer.
Im Traum ſteigt Elporens Bild vor ihm herauf
(Traumgeſpräch und Orcheſter=Zwiſchenſpiel).
Da wird er durch das Angſtgeſchrei ſeiner Tochter
erſchreckt. Phileros verfolgt ſie und verwundet ſie mit
dem Beile im Nacken. Auf den Hilferuf ihres Vaters
erſcheint Prometheus und erfaßt den Sohn mit ſtarker
Fauſt. Ohne weiter nach den Gründen zu fragen, ver=
urteilt
er ihn und legt die Strafe in des Sohnes eigene
Hand. Hinaus mit dir ins Weite, fort! Bereuen
magſt du oder dich beſtrafen. Jetzt verteidigt ſich
Phileros. Er eutſchuldigt ſeine Tat damit, daß er die
Geliebte beim Verrate ertappt und dafür beſtraft habe.
Nun er ſie verloren, läge ihm am Leben nichts mehr.
Er ſuche den Tod. Damit eilt er davon. Zur Jung=

frau wenden ſich die Alten, denen ſie die Erklärung gibt
für die Beſchuldigung, die Phileros gegen ſie gerichtel
hat. In einer von hinreißendem Schwunge deres
fühle belebten Ballade voll Pracht und Glut erzählt ſie
von ihrer Liebe und den Vorfällen der letzten Nacht
Ein frecher Hirte habe ſich durch das offene Gartenton
geſchlichen und ſie in demſelben Augenblick umfaßt,a
Phileros eingedrungen ſei. Wütend habe er ſich auf
den Hirten geſtürzt und ihn getötet. Nach dieſem ers
ſchütternden Berichte eilt auch ſie ſchmerzlich durch
wühlt davon. In dieſem Augenblicke flammt aus del
Hütten und Wäldern des Epimetheus Brand empor.Die
Gefährten des erſchlagenen Hirten ſind rächend herein
gebrochen und haben die Brandfackel in das Beſitztun
des Epimetheus geworfen. Dieſer denkt jedoch nur al
ſeinen Schmerz, nicht an ſeine Knechte, nicht einmal
ſeine Tochter. Epimeleia ſpornt kräftig zur Hilfe an
und will ſich, den eigenen Tod ſuchend, in die Flammen
ſtürzen. Endlich rafft ſich Epimetheus auf, um ſeine
Tochter und ſein Haus zu retten. Da erſcheint auch
Prometheus mit ſeinen Kriegern und löſcht Aufruhn
und Brand.
Verwirrung überall. Da kommt Pandora vom
Himmel herab und vereint die Liebenden. Phileros
der vom Felſen ſich ins Meer geſtürzt hat, aber in den
Waſſern von des Lebens eigenem, reinem, unverwüſts
lichem Beſtreben gefaßt und neugeboren wurde, gibt
rüſtig ſchwimmend ſich dem Leben wieder. Auf der
anderen Seite ſchreitet Epimeleia gerettet aus dem
Flammen. Des Tages hohe Feier, allgemeines Feſt
beginnt. Alle ſtimmen jubelnd den Schlußchor
ſelbſt Prometheus, der Feſte nicht liebt und Pandord
einſt geſchmäht hat. Nur durch die Göttin der Schön=
heit
kann die Welt zum ewig Guten geleitet werden
Anſtelle des im Nützlichen verſunkenen Philiſtertumz
(Prometheus) und der tatenloſen Grübelei ( Epime=
theus
) tritt das Reich der Schönheit, Frömmigkeit und
Ruhe‟ Ein neues Geſchlecht reift heran, Phileros und
Epimeleia übernehmen die Prieſterſchaft in dem Menſch=
heitstempel
der Wiſſenſchaft und Kunſt.

Die Mitwirkung beſtbewährter Solokräfte, dier
Großh. Hofkapelle, ſowie die große künſtleriſche Sorg=
falt
, mit welcher Herr Kapellmeiſter Rehbock die neue
Schöpfung unſeres hervorragenden einheimiſchen Kom=
voniſten
in allen ſeinen Teilen vorbereitete, verbürgen
auch der hieſigen Aufführung des ſchönen und bedeut=
ſamen
Werkes einen vollen Erfolg.

[ ][  ][ ]

Nummer 80.

Darmſtädter Tagblatt, Donuerstag, den 7. April 1910.

Seite 5.

idet werden: die Behörden von New=York haben in
r Zeit vom 10. Juni bis zum 10. Juli den Verkauf
n Feuerwerkskörpern bei ſchwerer Strafe
rboten. Alljährlich pflegten bei dem nationalen
ſttag des 4. Juli viele Menſchen den Tod zu finden.
urch das Feuerwerk entſtanden Brände, aber auch
ekt wurden durch die Exploſivkörper zahlloſe ſchwere
rwundungen in der Menge herbeigeführt. Welchen
nfang dieſe ſtets wiederkehrende Totenliſte des 4. Juli
den Vereinigten Staaten erreicht, mag man daraus
meſſen, daß in den letzten vier Jahren allein im
innkreis der Stadt New=York 1339 Menſchen, haupt=
hlich
Kinder, ihren Tod fanden. Durch die neue
erfügung werden einige Feuerwerkshändler ruiniert,
er zahlreiche Menſchenleben gerettet und viel Un=
ück
verhütet. Am Abend ſoll eine wohlorganiſierte
lumination ſtattfinden, aber die Menge iſt einſtweilen
iglücklich darüber, daß man ihr das altgewohnte, be=
gebte
und gefährliche Spielzeug entzieht und damit die
dividuelle Betätigung des Patriotismus am Unab=
ngigkeitstage
verkümmern will. . . .
Kunſtnotizen.
eber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
Gehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
* Ueber einen Liederabend, den Herr Paul
chmedes, Tenoriſt aus Wien, im Kurhauſe zu
iesbaden gab, ſchrieb das Wiesb. Tagblatt:
s war zum dritten Male, daß der Sänger in dieſer
aiſon an gleicher Stelle auftrat: was bisher wohl noch
e ein konzertierender Künſtler hier wagen durfte.
er große Saal war zumal in Anbetracht der lich=
n
Maienzeit, der Feſtvorſtellungen und Ausſtellungen
gut beſetzt zu nennen, und die Zuhörerſchaft jeden=
ls
mit Leib und Seele bei der Sache; dem ſchnell
liebt gewordenen Sänger wurde eine begeiſterte
ufnahme zuteil. Herr Schmedes verrichtete in der
at wieder Wunder an edler, zartſinniger Geſangs=
rik
. Das wohlgepflegte, im ganzen Umfang warm
nd ſympathiſch anſprechende Organ und das fein=
uſikaliſche
Gefühl des Sängers einten ſich mit der hol=
n
Beredſamkeit ſeines Ausdrucks zu entſcheidenden
irkungen. Neben Liedern von Schubert und Brahms
in unantaſtbarer Güte brachte Herr Schmedes auch
nige minder bekannte Kompoſitionen zu Gehör: ſo
vei Lieder von Erich Wolff. Das hier wie in allen
nodernen Liedern waltende Gefühl für ein zartes
ibrieren und Mitſchwingen der Empfindung, für die
bwandlung der Stimmungen und das vielfach ge=
lochene
und reflektierte Licht derſelben dies Gefühl
eiß auch Herr Schmedes mit eminenter Anpaſſung
achznempfinden und im Vortrag wiederklingen zu
iſſen. Er brachte die Lieder, namentlich das erſte:
Ich bin eine Harfe, zu nachhaltigem Eindruck. Gold=
arks
Der Wald wird dichter bewegt ſich mehr
i der älteren bewährten Liedform und wurde durch
n ſchönes, ruhiges Pathos im Vortrag wirkſam ge=
oben
. Mit den hingebungsvoll geſungenen Strauß=
hen
Liedern Ich trage meine Minne und Heimliche
ufforderung beſchloß Herr Schmedes den Reigen
iner Vorträge. Aber die Zuhörer waren anderer
ſeinung: ſie verharrten ſtandhaft auf ihren Plätzen
nd-ruhten nicht eher mit Beifall und Hervorruf, bis
ſerr Schmedes noch einige Zugaben gewährte; daß
arunter die Brahmsſche Waldeinſamkeit nicht fehlte
jenes Lied, mit dem ſich der Künſtler nun einmal
nwiderleglich in das Herz unſeres Publikums hinein=
eſungen
hat erregte noch beſonders ſtürmiſchen
übel.
Luftſchiffahrt.
sr. Für die internationale Berliner
lugwoche in der Zeit vom 10. bis 16. Mai meh=
en
ſich die Preisſtiftungen in erfrenlicher Weiſe.
keuerdings ſind vom Kaiſerlichen Aero=Klub und von
inem ungenannten Gönner der Aviatik 10000 Mark
ur Verfügung geſtellt worden, nachdem erſt vor kur=
er
Zeit das preußiſche Kriegsminiſterium zwei Preiſe
n Höhe von je 9000 Mark für deutſche Flieger geſtiftet
at. Ferner werden jedenfalls während der Berlin=
ohannisthaler
Flugwoche die aus dem von Dr. Karl

Lanz=Mannheim geſtifteten Fonds von 50000 Mark
noch reſtierenden 10000 Mark ausgetragen, und zwar
in zwei Preiſen von 7000 und 3000 Mark für diejenigen
erſten deutſchen Aviatiker, die die Lanz=Preis= Beding=
ungen
in der gleichen Weiſe wie Hans Grade= Magde=
burg
erfüllen. Zu der gleichen Konkurrenz haben der
Kaiſerliche Automobil=Klub und der Berliner Verein
für Luftſchiffahrt gemeinſam noch drei weitere Preiſe
von 2000, 1500 und 1000 Mark geſtiftet. Dazu kommt
noch der Bleichröder=Preis für Flugmaſchinen, eben=
falls
in Höhe von 10000 Mark, zur Erledigung, der
von demjenigen deutſchen Aviatiker gewonnen wird,
der die 2½ Kilometer lange Flugbahn in Jonnisthal
in der ſchnellſten Zeit dreimal umfliegt und nach jeder
Runde eine Zwiſchenlandung von mindeſtens einer
Minute Dauer an einer beſtimmten Stelle ausführt.
Unter denſelben Bedingungen hat auch der Kaiſerliche
Automobil=Klub 1000 Mark als zweiten Preis aus=
geſetzt
.
* Biesdorf b. Berlin, 5. April. Ein neuer
lenkbarer Luftkreuzer, von den Siemens=
Schuckert=Werken fertiggeſtellt, ſchwebt, gefüllt
und aufgetakelt, in der großen drehbaren Ballonhalle
der Firma bei Biesdorf zum Aufſtieg bereit. Er
wurde heute nachmittag durch den Inſpekteur der Ver=
kehrstruppen
, Generalleutnant Freiherrn von Lyncker,
und die Majore Groß und Sperling, ſowie von meh=
reren
Offizieren des Luftſchifferbataillons beſichtigt.
Erläuterungen gaben die Konſtrukteure des Luft=
ſchiffes
, Hauptmann a. D. Krogh und Oberingenieur
Titius. Der Aufſtieg des etwa 125 Meter langen, un=
ſtarren
, mit drei Gondeln verſehenen Luftſchiffes wird
in einigen Tagen erfolgen. Der Antrieb erfolgt durch
drei Motoren und ſechs Proveller.
* Paris, 5. April. Bezüglich der von einigen
Blättern erhobenen Beſchwerde, daß die zahlreichen
Ausländer, darunter auch Offiziere, welche auf
dem dem Lager von Chälon benachbarten Flugplatze
von Mourmelon Flugunterricht nehmen, leicht
Gelegenheit zur Spionage hätten, wird in einer halb=
amtlichen
Mitteilung ausgeführt: Man könne die im
Jahre 1908 den Aeroplanfabrikanten erteilte Erlaub=
nis
, ſich auf dem an das Lager von Chälon angren=
zenden
Gelände niederzulaſſen, ohne ernſte Schädigung
dieſer Induſtriellen nicht zurückziehen; doch ſeien vom
Kriegsminiſterium in Uebereinſtimmung mit der
Sicherheitsbehörde beſondere Ueberwachungsmaßregeln
getroffen worden. So werde von den Aviatikern und
deren Schülern die Vorweiſung von Identitätskarten
verlangt werden, und namentlich die fremden Offi=
ziere
werden ſich erforderlichenfalls mit einer regel=
mäßigen
Ermächtigung verſehen müſſen.
* Paris, 5. April. Der Aeroklub von
Frankreich wies in einer Zeitungsnotiz auf die
Verſtimmung hin, welche die den deutſchen
Luftſchiffern bei ihrem Landen auf franzöſiſchem
Boden zuteil gewordene unfreundliche Aufnahme in
Deutſchland hervorgerufen habe und betont, daß die
franzöſiſchen Luftſchiffer in Deutſchland niemals
irgend welche Behelligungen erfahren hätten. Um den
unangenehmen Folgen vorzubeugen, welche derartige
weitere chanoiniſtiſche Aufreizungen haben könnten,
beſchloß der Aeroklub, ſich mit den Bürgermeiſtern der
Departements der Oſtgrenze in Verbindung zu ſetzen.

zum erſten Male dem Berliner Publikum als Ring=
kämpfer
vorſtellen. Der bemerkenswerteſte Kampf des
letzten Abends war die Begegnung zwiſchen Grozier=
Jamaika und Wilſon=Amerika, aus der Grozier nach
16 Minnten 30 Sekunden als Sieger hervorging. Fer=
ner
ſiegte Paxon=Amerika über Joe=Brooklyn in 45
Sekunden und Van Dem=Belgien über Lepnardi= Ita=
lien
in 2 Minuten 20 Sekunden.
Die franzöſiſchen Lawn=Tennis=
Meiſterſchaften ſind in einigen Spielen bereits
bis zu den Vorſchlußrunden gediehen. In der Damen=
meiſterſchaft
ſiegte Mlle. Broguedis in der Vorſchluß=
runde
über Mlle. Regnier 75, 64 und in der
Herren=Doppelmeiſterſchaft Deengis=Germot über
Gebrüder Lawrentz 75, 61. Im Herren=Einzelſpiel
ſchlug Deengis in der dritten Runde Poupon 61,
64 und Bowlett Dupont 61, 911, 75.
sr. Das Einerrudermatch um die Welt=
meiſterſchaft
, das in Atkora (Auſtralien) zwiſchen
dem Weltmeiſter Arnſt und dem Champion von Neu=
Seeland, Whelch, zum Austrag gelangen ſollte, wurde
infolge ſchlechter Witterung verlegt und ſoll nunmehr
Montag, den 11. April, ſtattfinden.

Sport.
Die erſte Gauwanderfahrt des
Gaues IX des Deutſchen Radfahrerbundes erfreute
ſich bei dem herrlichen Frühlingswetter einer recht
guten Beteiligung aus allen Teilen des Gaues. Ueber
200 Teilnehmer mit 25 Damen meldeten ſich am
Sammelpunkt Groß=Gerau dem Tourenfahrwart. In
fröhlicher Stimmung ging die Fahrt über Biſchofsheim,
Koſtheim, Kaſtel, Mainz, Gonſenheim zum Schützen=
garten
wo die Teilnehmer bei Geſellſchaftsſpielen und
Tanz einige fröhliche Stunden verlebten, bis gegen
Sonnenuntergang die Heimfahrt erfolgte.
sr. Die Berliner Ringkämpfe haben im
Palaſt=Theater mit einer neuen Konkurrenz ihre Fort=
ſetzung
gefunden. Neben verſchiedenen bekannten Rin=
gern
wird ſich auch der Rennfahrer Otto Meyer

Das Kaiſerpaar in Homburg.
* Homburg, 5. April. Der Kaiſer ſtieg heute
Vormittag auf ſeinem Ausritt auf der Saalburg ab und
wohnte der Ausgrabung eines alten Brun=
nens
bei. Nachmittags unternahm das Kaiſerpaar mit
Gefolge in Automobilen eine Ausfahrt über Oberurſel
nach dem Sandplacken. Von hier aus wurde zu Fuß durch
die Berge nach Schmitten gegangen und von da aus in
Automobilen in weitem Bogen über Merzhauſen, Uſingen
und die Saalburg nach hierher zurückgekehrt.
* Homburg, 6. April. Der Kaiſer hörte
heute vormittag die Vorträge des Chefs des Zivil=
kabinetts
, Exzellenz von Valentini, und des Chefs des
Militärkabinetts, Generaladjutanten Freiherrn von
Lyncker. Um 11 Uhr unternahm der Kaiſer mit Ge=
folge
einen Ausritt.
* Homburg, 6. April. Der Kaiſer, die
Kaiſerin, die Prinzeſſin Viktoria Luiſe und
die Damen und Herren des Gefolges traten um 2 Uhr
einen größeren Ausflug in ſechs Automobilen an. Die
Fahrt ſoll über Königſtein, Eppſtein, Wiesbaden, Schier=
ſtein
, Eltville, Hattenheim, Geiſenheim und Rüdesheim
zum Niederwald=Denkmal gehen, welches beſichtigt wer=
den
ſoll. Auf der Rückfahrt gedenken die Herrſchaften
in Wiesbaden den Tee zu nehmen und dann über Höchſt
und Kronberg nach hier zurückzukehren.
* Rüdesheim, 6. April. Wie der Rheingauer
Anzeiger meldet, ſind der Kaiſer und die Kaiſe=
rin
und Prinzeſſin Viktoria Luiſe nebſt ihren Damen
und Herren des Gefolges in Automobilen kurz nach
4 Uhr hier eingetroffen, und ſetzten ohne Aufenthalt
die Fahrt zum Niederwalddenkmal fort. Hier hatten
ſich zur Begrüßung eingefunden: der Landrat Herr
Regierungsrat Wagener=Rüdesheim, Oberforſtrat Elze=
Wiesbaden u. a. Nach eingehender Beſichtigung des
Denkmals und herzlicher Verabſchiedung von den er=
ſchienenen
Herren wurde die Weiterfahrt um 5 Uhr
nach Wiesbaden angetreten. Das Kaiſerpaar wurde
überall von der herbeieilenden Bevölkerung herzlich
begrüßt. Die Stadt Rüdesheim hatte Flaggenſchmuck
angelegt. Das Wetter iſt prachtvoll.
Der Streik der Seelente in Marſaille.
* Paris, 5. April. Der Präſident des Zentral=
komitees
der Reedereien, Charles Roux, hat an den
Miniſterpräſidenten ein Schreiben gerichtet,
in dem er ſich über die Tragweite der Streik=
bewegung
unter den Seeleuten der Handelsmarine
ausläßt und deren Folgen für die Handelsmarine
kennzeichnet. Es handele ſich nicht um die Regelung
wirtſchaftlicher Fragen, die als Gegenſtand für gegen=
ſeitige
Unterhandlungen geeignet ſeien, ſondern hier
käme die Befolgung der Geſetze in Frage, denen alle
ausnahmslos unterworfen ſeien. Die Geſetzgebung
aber geſtattete die Beſchäftigung von Ausländern in
der Schiffsmannſchaft; die Beſchwerde der Matroſen

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Ein Normalkalender. Die Berliner
ortsgruppe des Hanſa=Bundes beſchäftigte
ich in einer öffentlichen Verſammlung mit dem
Irrblem der Feſtlegung des Oſterfeſtes und der Ein=
ührung
eines Normalkalenders. Das Referat hatte
Seheimrat v. Heſſe=Wartegg übernommen, der
eit langer Zeit an der praktiſchen Löſung dieſer Frage
nit demſelben Eifer und hoffentlich mit demſelben Er=
olge
arbeitet, wie ſeinerzeit an der Durchführung der
ogenannten mitteleuropäiſchen Zeit. Mit vollem Recht
tützt ſich v. Heſſe=Wartegg auf den Grundſatz, daß das
Oſterfeſt mit der hohen Aſtronomie, die heute ſeinen
Zeitpunkt vom Mond und der Tag= und Nachtgleiche
bhängig macht, nicht das Geringſte zu tun hat, und daß
zei ſeiner Feſtlegung die Intereſſen der modernen
Wirtſchaft, insbeſondere der Geſchäftswelt, in möglichſt
zuten Einklang mit den kirchlichen Traditionen ge=
bracht
werden müſſen. Er iſt ferner der wohlbegrün=
eten
Anſchauung, daß man bei einer Feſtlegung des
Oſterfeſtes zweckmäßig das ganze Kalenderjahr feſt=
egen
ſollte. Die Vorſchläge, die er in dieſer Richtung
nacht, rühren von dem Holländer G. S. de Klerk her
ind erſcheinen wegen ihrer Einfachheit leicht durch=
ührbar
: das Kalenderjahr (365 Tage) ſoll in Quartale
von je 91 Tagen geteilt werden, ſo daß die erſten beiden
Mrnate eines Quartals je 30, der letzte 31 Tage haben.
Der bei dieſer Teilung übrigbleibende 365ſte Tag ſoll
als Wochentag nicht mitberechnet, ſondern als Neu=
fahrstag
zwiſchen den 31. Dezember und den 1. Januar
eingeſchaltet werden. Ebenſo ſoll alle vier Jahre der
Schalttag als Sondertag zwiſchen den 30. Jnni und
den 1. Juli eingelegt werden. v. Heſſe=Wartegg wirbt
nun für die ſchleunige Einführung dieſes Normal=
kalenderjahres
, denn die Gelegenheit ſei jetzt die aller=
günſtigſte
: der 1. Januar 1911 fällt nämlich auf einen
Sonntag, es würde alſo nach Feſtlegung des Normal=
jahres
, da der Neujahrstag als Wochentag nicht mit=
zählt
, jeder Quartalsanfang auf einen Montag fallen.
Der erſte Tag im Februar, März, Mai, Juni, Auguſt,
September, November und Dezember wäre immer ein
Mittwoch. Man kann alſo auf ewige Zeiten hinaus
wiſſen, auf welchen Wochentag einen Termin fallen
wird. Das Oſterfeſt ſoll in dieſem Normalkalender
auf den 7. April feſtgeſetzt werden. Die Verſammlung
des Hanſa=Bundes erklärte ſich nach kurzer Ausſprache
mit dieſer Kalenderreform einverſtanden und richtete
n die Regierung in einer Entſchließung das Er=
ſuchen
, die Reform zum 1. Januar 1911 durchzuführen.
Mit der internationalen Regelung der Kalenderfrage

wird ſich übrigens auch der diesjährige Kongreß
der Handelskammern in London beſchäftigen.
Hoffentlich gelingt es, dieſe vernunftgemäße Reform
gegen die zahlreichen Widerſtände zuſtande zu bringen,
auch wenn es nicht gerade ſo ſchnell geht, wie Geheim=
rat
v. Heſſe=Wartegg wünſcht.
** Ponyfranſen in Sicht! Schrecklich, aber
wahr, nachdem die Mode in den letzten fünf Jahren
mit der Anordnung des weiblichen Haarſchmucks in
ewigem Wechſel herumexperimentiert hat, iſt ſie im
Begriff, zu den Ponyfranſen zurückzukehren, die
nach 1870 in Paris zuerſt auftauchten und ein Jahr=
zehnt
und länger jede Frau, vom Baby bis zur
Matrone, entſtellten. Die Stirnhaare ſollen wieder
kurz geſchnitten und glatt gekämmt oder, zu Löckchen
gekräuſelt, bis auf die Augenbrauen niederfallen. Auf
den Porträts der Kollektion Manet, die augenblicklich
im Salon Caſſirer die Senſation von Berlin W iſt,
könnten die Frauen ſich von der Wirkung dieſer Mode
überzeugen. Die Barmäaid hinter dem Schänktiſch auf
einem der berühmteſten Bilder Manets trägt die Pu=
ſcheln
glatt gebürſtet bis in die Augenbrauen, die
Damen laſſen ſie, zu Löckchen gekräuſelt, in die Stirn
fallen. Alle Geſichter aber erhalten durch die verdeckte
Stirn einen ſtarren, unlebendigen Ausdruck, etwas
Dummes und Stumpfes. Das wird die Mode, die
noch niemals danach gefragt hat, ob ſie die Frauen
klug oder töricht ausſehen läßt, natürlich nicht hin=
dern
, die Pferdefriſur wieder einzuführen. Und
die Frauen werden, wie immer, ſich der Mode fügen.
Aber ſie ſollten klüger ſein, als ſie es waren, als dieſe
Mode zum erſten Mal ihren Einzug hielt. Sie ſollten
nicht gleich wieder ihr eigenes Haar opfern, um die
Mode mitzumachen. Die Moden wechſeln heute ſo
ſchnell, und das eigene Haar wächſt ſo langſam wieder.
Und wie man heute Wellenſcheitel, Turbanfriſur und
Locken beim Friſeur kaufen kann, werden dort auch
Ponyfranſen auf dem Lager ſein, wenn eine Dame, die
auf ſich hält, nicht mehr ohne ſie auskommen kann. Die
kleine Ausgabe wird ſich lohnen, wenn ſie die Frauen
nicht nötigt, ihr eigenes Haar zu opfern und den ver=
bleibenden
Reſt durch Wellen und Brennen vollends
zu ruinieren. Vorſicht wird allerdings bei der Be=
feſtigung
der gekauften Stirnhare noch mehr nötig
ſein, als bei dem Anſtecken der auf dem Haararrange=
ment
aufgeſteckten Locken. Wenn eine der letzteren ſich
löſt, ſo ſchader das nicht viel, denn jedermann weiß,
daß ſie nicht feſtgewachſen ſind. Bei den Ponpfranſen

iſt das peinlicher,
Supyenteller fallen.

beſonders wenn ſie in den

Kleines Feuilleton.
C) Wie man ſich auf der Brüſſeler
Weltausſtellung amüſieren wird. Die
Brüſſeler Weltausſtellung, die am 23. April eröffnet
wird, darf beſonders in Deutſchland Beachtung bean=
ſpruchen
. Denn wenn nicht alle Zeichen trügen, ſo
wird die deutſche Abteilung die der anderen Länder
in jeder Hinſicht ganz erheblich überragen und in aus=
gezeichneter
Weiſe von dem hohen Stande der deut=
ſchen
Technik und Induſtrie Zeugnis ablegen. Aber
auch die Globetrotter, die von einer Ausſtellung nichts
weiter als Unterhaltung und Zerſtreuung verlangen,
werden reichlich auf ihre Koſten gelangen. Die Aus=
ſtellung
wird, ſo ſchreibt man der N. G. C. aus
Brüſſel, zwei große Vergnügungsparks enthalten. In
einem dieſer Parks wird man einen Baum in der rie=
ſigen
Höhe von 30 Metern ſehen, deſſen Herſtellung
300000 Mark gekoſtet hat und durch deſſen innere
Höhlung man auf einem ſpiralförmig aufſteigenden
Schienenwagen bis zur Spitze befördert wird, um dann
an der Außenſeite auf die gleiche Art wieder zur Erde
hinabzurollen. Auch eine Schleifenbahn und eine
Höhenbahn mit ſteiler Kurvenführung werden nicht
fehlen, doch alle dieſe Spielzeuge für große und kleine
Kinder werden durch ein Rieſenrad übertroffen wer=
den
, das den Namen La Roue joyeuſe trägt und
aus einer ſich vermöge eines Motors mit Geſchwindig=
keit
drehenden Scheibe beſteht, von deren Mittelpunkt
aus die Inſaſſen nach dem äußeren Rande geſchleudert,
dort aber durch ein erhöhtes Lederpolſter vor Schaden
bewahrt werden. Außer einer recht ſinnreich erdachten
mechaniſchen Darſtellung der Erſchaffung der Welt
iſt nach Art der Freilichtſchauſtellungen Buffalo Bills
ein Wild=Weſt vorhanden, daneben gibt es eine
Grottenbahn, ein verwunſchenes Schloß und ein japa=
niſches
Spukhaus mit ſchauerlichen Geſpenſtererſchein=
ungen
. Auf anſpruchsvollere Leute wird indeſſen wohl
der Teil der Ausſtellung, der ſich Brüſſeler Kermeß
oder Alt=Brüſſel nennt, mehr Anziehungskraft aus=
üben
. Hier wird man ungefähr 90 in künſtleriſcher
Weiſe ausgeführte Häuſer erblicken, alle verſchieden
in Geſtalt und Stil, mit Rathaus und Marktbrunnen
in ihrer Mitte und von verblüffender Echtheit, da man
zu ihrer Errichtung Dächer und Steinmauern von ur=
alten
Häuſern in Antwerpen, Namur, Mecheln, Roux,
Courcelles und Brügge genommen und in Gips nach=
gebildet
hat. Ein prächtiges Tor, das eine Figur des
Brüſſeler Schutzheiligen St. Michael als Krönung
trägt, bildet den Eingang zu Alt=Brüſſel, und wir
können verraten, daß das Ganze in Berlin her=
geſtellt
wird!

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Datmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. April 1910.

Nümmer 86.

hierüber ſei alſo unberechtigt. Die Seeleute hätten
eine Disziplinloſigkeit bewieſen, unter der die franzö=
ſiſche
Handelsflotte unmittelbar leide. Die Regierung
habe verſprochen, alle geſetzlichen Mittel in Anwend=
ung
zu bringen, um die ſtändig wachſenden Gefahren
der Disziplinloſigkeit zu beſeitigen. Die Reeder rech=
neten
darauf, daß die mit dieſen Verſprechungen ange=
kündigten
Maßregeln nicht ergebnislos bleiben mögen!
Sie ſeien überzeugt, daß die Seeleute ſich zu tadelns=
werten
Handlungen nicht würden hinreißen laſſen,
wenn man ſie ihnen nicht als ein ihnen geſetzlich zu=
ſtehendes
Recht hinſtelle. Die Regierung müſſe dieſen
Irrtum zerſtreuen und die Autorität an Bord ſichern.
Die Reeder hoffen, daß die Regierung ſich ihrer ſchwe=
ren
Verantwortung bewußt ſei und ſich ihrer Verant=
wortung
nicht entziehen werde.
* Marſeille, 5. April. Die eingeſchriebenen
Seeleute beſchloſſen heute, den Streik fortzu=
ſetzen
und forderten die Arbeiter der Verbände, die
Stauer, Dockarbeiter und Fuhrleute auf, ſie zu unter=
ſtützen
.
* Marſeille, 5. April. Der Unterſtaatsſekre=
tär
der Marine, Chéron, begab ſich heute an Bord
zweier Dampfer und hielt Anſprachen an die neu=
gebildeten
Beſatzungen, in denen er ſie zur Achtung
vor dem Geſetz ermahnte. Von dieſen Dampfern ging
der eine nach Korſika und der andere nach Oran in
See. Auf einem dritten Dampfer, der morgen nach
Tunis abgeht, gab die Mannſchaft dem Unterſtaats=
ſekretär
das Verſprechen ab, daß ſie das Schiff nicht
verlaſſen werde. Die Mannſchaften mehrerer Schiffe
ſind heute nachmittag bei ihrer Ankunft in Marſeille
an Land gegangen.
* Paris, 6. April. In der Marſeiller Ge=
ſchäftswelt
herrſcht große Beſorgnis, daß der Streik
der Mannſchaften der Handelsmarine längere Zeit an=
dauern
werde und ähnliche ſchlimme Folgen haben
könnte wie der vor einigen Jahren. Auf den Hafen=
kais
ſtauen ſich bereits maſſenhaft die Waren und viele
arunter ſind infolge des Regenwetters vom Verderben
bedroht. Im Hauptpoſtgebäude ſind alle Räume mit
Briefſäcken angefüllt, die nicht befördert werden kön=
nen
. Heute nacht rief der von der Compagnie Trans=
atlantique
auf Drängen des Unterſtaatsſekretärs Ché=
ron
unternommene Verſuch, den Poſtdampfer Moiſe‟
mit einem neu angeworbenen Perſonal abfahren zu
laſſen, beunruhigende Zwiſchenfälle hervor. Um die
Mannſchaft und die Paſſagiere vor jeder Beläſtigung
ſeitens der Ausſtändigen zu ſchützen, ordnete Chéron
an, daß alle verfügbaren Polizeileute im Hafen bereit=
gehalten
werden. Als um 1 Uhr nachts die Anker ge=
lichtet
wurden, erklärte die Mannſchaft, daß ſie ſich den
Ausſtändigen anſchließe. Unterſtaatsſekretär Chéron
drohte, ſie ſofort verhaften zu laſſen, und ein Heizer
wurde auch feſtgenommen. Die Leute taten, als ob ſie
gehorchen würden, doch bald rief der Kapitän, daß die
Mannſchaft keine Arbeit anrühren wolle. Da das Er=
löſchen
des Keſſelfeuers gefährlich werden konnte und
die Paſſagiere angeſichts der Haltung der Mannſchaft
größe Furcht äußerten, befahl Chéron, daß der Dampfer
Moiſe nicht abgehen ſollte. Sechs Matroſen wurden
auf Anordnung des Unterſtaatsſekretärs verhaftet, der
das Marineminiſterium alsdann telegraphiſch um Bei=
ſtellung
von Matroſen der Kriegsmarine erſuchte.

Flieger=Unfälle.
* Berlin, 5. April. Auf dem Flugfelde Johan=
nisthal
trugen ſich heute früh zwei glücklicherweiſe nur
leichte Unfälle zu. Behrends, der die Fliegerprüfung
ablegen will, kam nach einigen Probeflügen mit ſeinem
Schultze=Herford=Apparat bei einer ſcharfen Kurve ſchräg
zu Boden, ſodaß das Fahrzeug ſehr erheblich beſchädigt
wurde. Dasſelbe Unglück hatte Brunhuber mit einem An=
toinette
=Apparat nach mehreren tadelloſen Runden. Die
Flügel und der Hauptkörper ſowie die Maſchine und die
Schrauben wurden ernſtlich beſchädigt.
* Prag, 4. April. Der Aviatiker Hieronymus
verunglückte heute bei einem Probeflug. Infolge
Sturmes kippte ſein Apparat um, ſtürzte aus einer Höhe
von Metern zu Boden und zerſchellte völlig. Der Avia=
tiker
erlitt mehrfache ſchwere Verletzungen.

Literariſches.
Auf falſchem Boden. Roman von H.
Courths=Mahler. Memmingers Verlagsanſtalt,
Würzburg. 188 Seiten. Broſchiert 1,50 Mark, elegant ge=
bunden
2 Mark. Die Handlung baut ſich zwanglos und
logiſch auf und hält Spannung und Intereſſe wach bis

CK. Humane Kriegsführung in Libe=
rig
. Seit nahezu drei Monaten befindet ſich die
Regerrepublik Liberia im Kriegszuſtand: man kämpft
gegen die Eingeborenen der benachbarten Elfenbein=
tüſte
. Vor kurzem verbreitete man die Nachricht, daß
die Sikuation ſich ſehr verſchlechtert habe; ein engliſcher
Kaufmann, der ſoeben aus Liberia zurückgekehrt iſt,
ergänzt dieſe alarmierende Kunde durch die Beobacht=
ungen
, die er als Augenzeuge machen konnte. Die
Kriegserklärung geht auf alte Grenzſtreitigkeiten mit
den Nachbarn zurück, der Anlaß war diesmal die Er=
mordung
eines Häuptlings von der Elfenbeinküſte;
der Alte ſaß friedlich vor ſeiner Hütte, als er plötzlich
niedergeſchlagen wurde. Sofort vermutete man in
dieſem Morde ein neues Komplott der Liberianer
und ſchleunigſt erklärte man der benachbarten Neger=
republik
den Krieg. Drei Monate lang ſind ſchon die
militäriſchen Operationen im Gange. Man hat die
Armee Liberias mobiliſiert; die wackere Heerſchar, die
aus 250 Kriegern und unzähligen Generalen beſteht,
zog dann ſofort an den Grenzfluß, den Baba, und ver=
ſteckte
ſich hier in angemeſſener Entfernung von dem
feindlichen Ufer, denn man ſteht auf dem Standpunkt,
daß man bei der Gefährlichkeit der Schußwaffen gar
nicht vorſichtig genug ſein kann. Auch die Gegner ſind
Anhänger derſelben Taktik, ſie haben ſich auf ihrer
Flußſeite verſteckt, und ſeitdem ſchießt man tagaus tag=
ein
von einem Flußufer auf das andere. Für einen
dreimonatigen Krieg ſind die Verluſte bisher nicht
allzu ſchwer, auf der Seite Liberias ſind zwei Palm=
bäume
beſchädigt und die Bulldogge eines engliſchen
Kaufmanns wurde durch eine verirrte Kugel getroffen.
Immerhin bedeutet dieſer homeriſche Kampf eine ge=
wiſſe
Gefahr für die Schiffahrt auf dem Fluſſe und
für den Handel. Die Vereinigten Staaten, die über
die Negerrepublik eine Art Vormundſchaft ausüben,
haben auch bereits Schritte eingeleitet, um dem beab=
ſichtigten
Blutvergießen ein Ende zu machen.
*Zweiundfünfzig Millionen Marien=
käfer
, die in dem ſtaatlichen Inſektenzuchtinſtitnt in
Sacramento gezogen worden ſind und über eine Tonne
wiegen, wurden am Samstag, wie aus New=York be=
richtet
wird, in beſonderen Eiſenbahnwagen nach den
Melonenfeldern von Imperial Valley in Kalifornien
transportiert, wo ſie die Aufgabe haben werden, Blatt=
läuſe
und andere Inſekten, die die Melonenpflanz=
ungen
verheeren, zu vertilgen.

zum Schluß. Die Charaktere ſind in ſcharfen Lichtern ein=
ander
gegenübergeſtellt, der Kampf zwiſchen Danauſen=
tum
und großzügiger Künſtlerart wirkt erfriſchend und an=
regend
bis zum Schluß.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 6. April. Zu einer Konferenz über
Etatsfrag en, insbeſondere über die künftige Geſtal=
tung
der Matrikularbeiträge, treten morgen auf Einladung
des Reichsſchatzſekretärs die Finanzminiſter der
Bundesſtaaten zuſammen. Aus dieſem Anlaß ſind
hier eingetroffen: der bayeriſche Finanzminiſter Ritter von
Pfaff, der württembergiſche Finanzminiſter von Geßler,
der neue heſſiſche Finanzminiſter Braun, der Groß=
herzoglich
ſächſiſche Staatsminiſter Hunnius, der braun=
ſchweigiſche
Staatsminiſter von Otto, der ſchaumburg=
lippiſche
Staatsminiſter Freiherr von Feilitzſch und der
Bürgermeiſter von Hamburg Burchard; ferner für das
Königreich Sachſen, Mecklenburg und Oldenburg deren
hieſige Geſandte: Freiherr von Salza und Lichtenau, Frei=
hert
von Brandenſtein und Dr. von Eucken=Addenhauſen;
in Vertretung des badiſchen erkrankten Finanzminiſters
von Honſell iſt Geheimrat Göller hier eingetroffen; für das
Fürſtentum Reuß ältere Linie Geheimer Rat von Meding.
* Berlin, 6. April. Ein mit vier Herren beſetztes
Automobil verunglückte heute früh in der Nähe des
Bahnhofs Grunewald, indem die Steuerung verſagte und
der Wagen gegen einen Baum rannte. Sämtliche Inſaſſen
wurden in weitem Bogen herausgeſchleudert, wurden
jedoch nur leicht verletzt. Das Automobil iſt vollſtändig
zertrümmert.
* Karlsruhe, 6. April. In der heutigen Sitzung der
Zweiten Kammer äußerte ſich auf Veranlaſſung
des Abgeordneten Venedey Miniſter von Bodman zur
Frage der Olerrheinregulierung von Kon=
ſtanz
bis Baſel: Ein endgültiges Urteil laſſe ſich erſt
abgeben, wenn ein fertiges Projekt vorliege. Es han=
dele
ſich um ein überaus ſchwieriges und koſtſpieliges
Werk, für welches von badiſcher Seite kein Pfennig
verausgabt werden dürfe, ehe nicht die Sicherheit be=
ſtehe
, daß die Schweiz einen ihren Intereſſen entſpre=
chenden
Anteil am Ausbau des Stromes nehme., Im
Nachtragsetat würden 20000 Mk. angefordert als Bei=
trag
zur Ausarbeitung eines Projektes, die der Inter=
nationale
Schiffahrtsverband in Konſtanz in die Hand
genommen habe. Nach der Anſicht der Regierung müſſe
ein internationaler Wettbewerb erfolgen.
* Oeynhauſen, 6. April. Bei dem Brande des
hieſigen königlichen Theaters iſt der Theater=
ſaal
den Flammen zum Opfer gefallen, während es ge=
lang
, die Bühne und den Vorraum zu retten. Soweit
bisher feſtgeſtellt iſt, iſt das Feuer im Obergeſchoß des
zweiſtöckigen Nebengebäudes wahrſcheinlich durch Kurz=
ſchluß
entſtanden. Für die diesjährige Saiſon ſoll ein
proviſoriſcher Theaterraum geſchaffen werden.
* Brandenburg, 6. April. Bei dem Genthiner
Mord nahm der Mörder keinerlei Wertgegenſtände mit,
nur etwas bares Geld. Der zwölfjährige Sohn des Er=
mordeten
iſt noch bewußtlos, jedoch beſteht Ausſicht, ihn
am Leben zu erhalten.
* Beuthen (Oberſchleſien), 6. April. Bei einem Ge=
rüſteinſturz
auf dem Tecklenburgſchacht verunglückten
fünf Maurer ſchwer; einer von ihnen war ſofort tot,
ein anderer ſtarb auf dem Weg zum Krankenhauſe; die
übrigen ſind ſchwer verletzt.
* Wien, 6. April. Die ſeit ,längerer Zeit in der
Kreditanſtalt geführten Verhandlungen über eine
ungariſche Anleihe wurden, wie das Fremden=
blatt
meldet, heute abgeſchloſſen. Als Tag für die
Subſkription wurde der 12. April feſtgeſetzt; der Kurs
iſt auf 92,.50 feſtgeſetzt.
* Peſt, 6. April. In der Begründung der Kaſſa=
tion
des Urteils im Agramer Hochverratspro=
zeß
wird ausgeführt, daß ein Beweis für das Vor=
liegen
hochverräteriſcher Umtriebe und Aufreizung
zum Aufſtande bei den einzelnen Angeklagten nicht in
einer jeden Zweifel ausſchließenden Weiſe geführt wor=
den
, und daß bezüglich jener Tatſachen, welche die
Glaubwürdigkeit der Belaſtungszeugen erſchüttern
konnten, den Anträgen der Verteidiger nicht ſtattge=
geben
worden ſei.
* Rom, 6. April. Geſtern gab der Kölner Män=
nergeſangverein
ein zweites Konzert, dem u. a.
auch der deutſche Botſchafter beiwohnte.
* Stockholm, 6. April. Im Reichstage wurde
heute ein Antrag der Regierung eingebracht, betreffend
die Errichtung einer elektriſchen Kraftſtation beim
Pojusfald im Store Luleaelf. Es wird vorgeſchlagen,
hierfür 21½ Millionen Kronen zu bewilligen, davon
4915000 Kronen in dieſem Jahre. Die elektriſche Kraft
ſoll zum Eiſenbahnbetrieb verwendet werden.
* Kopenhagen, 6. April. Nach einer unlängſt durch
die Preſſe gegangenen Meldung ſollte die Reviſion der
däniſchen Krankenkaſſen durch eine Kommiſ=
ſion
das Ergebnis gehabt haben, daß unter 170 unter=
ſuchten
Kaſſen 140 angetroffen worden ſind, bei denen
Betrügereien ſtattgefunden haben. Dabei rief die Form
der Meldung den Eindruck hervor, als ob es das ſtaat=
liche
Kaſſenweſen ſei, bei dem Unregelmäßigkeiten feſt=
geſtellt
worden ſeien. Demgegenüber wird von zuſtän=
diger
Seite feſtgeſtellt, daß die erwähnte Unterſuchung
vorgenommen worden iſt, um das Rechnungsweſen der
privaten vom Staate anerkannten Krankenkaſſen zu
reformieren, die in der Regel von Leuten geleitet wür=
den
, die mit dem Rechnungsweſen wenig vertraut ſind.
Die Unterſuchung, die übrigens das Reſultat gehabt
hat, daß nur in einigen ganz wenigen Kaſſen eigent=
liche
Betrügereien vorgefunden wurden, hat ſomit abſo=
lut
nichts mit dem Kaſſen= und Rechnungsweſen des
Staates zu tün.
* Konſtantinopel, 6. April. Der fünfjährige
Sohn des reichen armeniſchen Kaufmanns Maneſſian
wurde geſtern in der Schule von einem Manne angeblich
im Auftrage ſeiner Mutter abgeholt und iſt ſeitdem nicht
mehr geſehen worden. Vor einigen Tagen verſuchte man
ähnlich den älteren Sohn desſelben Bankiers zu entführen.
Es handelt ſich anſcheinend um einen Racheakt des armeni=
ſchen
Geheimkomitees, das von Maneſſian mehrfach ver=
geblich
Geld verlangt hatte.
* Jaffa, 6. April. Das Prinzenpaar Eitel
Friedrich von Preußen iſt hier eingetroffen und nach
einer Ausfahrt nach der ſchwäbiſchen Kolonie Sarona nach
Jeruſalem gereiſt.

H.B. Londou, 6. April. Die Morning Poſt be=
richtet
über einen falſchen Velasquez, der unter
dem Namen Die Venus mit dem Spiegel bekannt
und ſeit 1906 ſich im Beſitz der National=Galerie be=
findet
. Dieſe hat das Bild ſeiner Zeit für 1 125000 Francs
erworben. In ſeinem Briefe, welchen der bekannte
Künſtler Grieg an die Morning Poſt geſchrieben hat,
erklärt dieſer, daß er das Werk ſtudiert habe und auf

der einen Seite die Buchſtaben J. B. d. M. gefunden
habe, welches die Initialen des Namens Jean Bautiſta
del Marza, des Schwagers des Velasquez, ſind.

Hine rationelle Kindernahrung muß haltbar und
immer gleichmäßig ſein, darf keine unverdauliche
Stärke enthalten und der Zubereitung keine Schwierig=
keiten
bieten, muß ausgiebig und billig, ſowie nicht nur
nahrhaft, ſondern auch wohlſchmeckend ſein. Alle dieſe
Bedingungen erfüllt Kufeke welches nicht nur für
geſunde, ſondern auch für kranke Kinder die beſte Nahrung
bildet.
(75119l
SARG
(Serlin, S. 42 Kitterstr. 11/
Wien-Paris.

Jucker ſchafft Muskelkraft! Zucker iſt nicht nur ein
Genußmittel, ſondern auch beſonders ein hervor=
ragendes
Nahrungs= und Kräftigungsmittel. Eine viel=
ſeitige
Verwendung findet er in Dr. Oetker’s Re=
zepten
für Küche und Haus. Nach dieſen
Rezepten und mit Dr. Oetker’s Backpulver erhält
man wohlſchmeckende, leicht verdauliche und äußerſt
nahrhafte Speiſen für geſunde und kranke Tage. (7539ff
754050 Eine Lücke in der Nahrungsmittel=
hygiene
iſtausgefüllt und muß Eitrovin=
Eſſigvongeſundheitlichem Standpunkie=
als
d. Vollkommenſte bezeichnetwerden,
Der heutigen Nummer liegt ein Proſpekt der 1. Apns=
ſtädter
Geldlotterie zum Beſten der Wiederher=
ſtellung
der Bonifaciuskirche in Arnſtadt von dem
General=Debit Guſtav Seiffert Lotteriebank G. m.
b. H. in Eiſenach bei, auf welchen hiermit aufmerkſam
gemacht wird.
(75380

Statt Karten.
Die Geburt eines Jungen beehren
ſich anzuzeigen

Aug. Cellarius june
u. Frau.

(7496

Goitesdienſt bei der israelitiſchen Peligionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 8. April 1910.
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 45 Min.
Samstag, den 9. April 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabbat=
ausgang
8 Uhr Min.

Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religiong=
geſellſchaft
.
Samstag, den 9. April 1910.
Vorabend 6 Uhr 35 Min. Morgens 8 Uhr Min,
Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 8 Uhr
Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 10. April
an: Morgens 6 Uhr 15 Min. Nachmittags 6 Uhr 45 Min
N. B. Sonntag, den 10. April:
Rausch Chaudesch Nissau.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Während=
über
Nordeuropa hoher Druck fortbeſteht, lagert jetzt
über Südweſtdeutſchland und Frankreich eine Zyklone
unter 755 mm, die in unſerem Gebiet Nordoſtwinde her=
vorruft
. Das Wetter iſt vorderhand noch trocken, nur
an der oſtdeutſchen Küſte fällt Regen. Die geſtrigen
Nachmittagstemperaturen haben wieder 16 erreicht, und
liegen heute morgen bei 6 und 7. Unter dem Einfluß
der ſüdlichen Zyklone wird die Bewölkung zunehmen
und ſtrichweiſe wird es zu Niederſchlägen kommen; dabei
ſetzt Abkühlung ein.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 7. April;
Zeitweiſe wolkig und ſtrichweiſe, beſonders Mittelgebirge
und nähere Umgebung, geringer Regen, bei Nordwind
kühler.

Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: Don Jugn.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Monatsverſammlung des Gartenbau=Vereins un
8 Uhr im Fürſtenſaal.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (Beſteigung de
Montblanc).

Verſteigerungskalender.
Freitag, 8. April.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der Drag.=
Kaſerne (Regt. Nr. 24).
Holzverſteigerung um 10 Uhr im Georgenhäuſer
Gemeindewald; Zuſammenkunft bei Gaſtwirt Schneider
bei Station Meſſel.

Druck und Verlag: L. C. Witlich’ſche Hefbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otio Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſande.

[ ][  ][ ]

Seite 7.

Durch gemeinſamen Einkauf eines Poſtens Trikotagen ſind wir in der Lage, in den nächſten
Tagen ein außerordentliches Angebot zu machen. Die noch unterwegs ſich befindliche Sen=
dung
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Hemden mit bunten Piqué= und Zephir=Einſätzen, Netzjacken und Woll=Flanell=Sporthemden.
Näheres beim Eintreffen der Ware.
(7554

6
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r Soder= und Heidenreichſtraße ſoll ver=
ingen
werden.
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igen bei dem Tiefbauamte, Zimmer Nr. 7,
ährend der Dienſtſtunden zur Einſicht
fen. Auch werden dort die Angebotſcheine
gegeben.
Angebote ſind bis
Samstag, den 9. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
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Dicke Bohnen
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Telephon 104.

(5734a

Kurſe vom 6. April 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

Staatspapiere. In Proz.
Dſche. Reichsſchatzanw. 100,70
Deutſche Reichsanl. . 93,80
85,00
do.
Preuß. Schatzanweiſg. 101,00
93,70
do. Conſols .
85,10
do. do.
Bad. Staatsanleihe . . 102,00
do.
24,00
do.
Bayr. Eiſenbahnanl. . 102,30
do.
93,00
do.
83,80
* Staatsanl. 102,00
(sanleihe . . 101,50
do.
92,10
81,80
do.
Sächſiſche Rente . . . 84,10
Württemberger v. 1907 101,70
93,60
do.
Bulgaren=Tabak=Anl. 101,20
1¾ Griechen v. 1887 . . 49,10
33/ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 98,80
4 do. Goldrente . . 100,30
do. einheitl. Rente 94,90
3 Portug. unif. Serie I 65,70
do. unif. Ser. III 66,50
3 do. Spezial . 12,50
5 Rumänier v. 1903 . . 102,00
do. v. 1890 . . 94,60
v. 1905 . . 91,80
4 Ruſien v. 1880 . . . . 91,60

InProz.
Zf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,20
z do. v. 1905 . . . . 100,20
. 96,30
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895 85,20
4 Türk. Adnin. v. 1903 89,00
4 do. unifiz. v. 1903 94,60
4 Ungar. Goldrente . . 95,50
4 do. Staatsrente . 93,50
5 Argentinier . . . . . . 101,50
do.
91,60
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,50
5 Chineſ. Staatsanleihe 103,10
do.
100,00
4½
4½ Japaner . . . . . . . 98,70
5 Innere Mexikaner . . 101,70
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 96,70
5 Gold=Mexikaner . . . 102,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
.
.141,40
4 Nordd. Lloyd . . . . 104,25
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 120,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 116,50
4 Baltimore & Ohio . . 111,50
4 Gotthardbahn . . . .

InProz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 160,30
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 20,40
4 Pennſylvania R. R. 133,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 195,00
Werger=Brauerei
. 83,00
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 459,00
Fabrik Griesheim . . . . 265,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 456,80
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 328,50
Lahmeyer . . . . . . . . . 111,75
Schuckert.
. . . 149,40
Siemens & Halske . . . 238,50
Adlerfahrradwerke Kleyer 380,00
Bochumer Bb. u. Guß . . 240,60
Gelſenkirchen . .
. .209,80
Harpener . . . . . . . 199,60
Phönix, Bergb. u. Hütten=

betrieb . . .
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.
4 Pfälzer Prt..

do.

222,50

90,20
101,10
92,80

Eliſabeth., ſteuerpfl. . 101,20
do. ſteuerfrei .
Oeſterr. Staatsbahn. 106,80

do.
do. alte
Oeſterr. Südbahn .
do.
do.
Raab=Oedenburger .

4 Ruſſ. Südweſt..
4 Kronpr. Rudolfbahn

98,70
102,80
84,30
58,30
76,00
89,30
99,40

In Proz.
24 Livorneſer . . . . . . 76,10
4 Miſſouri=Paeiſie . . . 98,50
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,20
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,90
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 177,60
Darmſtädter Bank 133,80
251,30
Deutſche Bank.
4 Deutſche Vereinsbank 127,30
Diskonto=Geſellſchaft . 190,20
Dresdner Bank . . 160,70
Mitteldeut. Kreditbk. 119,70
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 124,10
Pfälzer Bank . . . . . 101,50
145,70
Reichsbank .
Rhein. Kredit=Bank . 139,25
4 Wiener Bank=Verein 141,10
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,50
3½ do. S. 19. . . . . 92,50
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
do.
3½
91,00
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
92,60
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
91,10
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,30
3½
do. (unk. 1914) 91,50
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
3½
do.
93,40

3f.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt .
3½ do.
4 Frankfurt .
3½ do.
4 Gießen .
3½ do.
4 Heidelberg .
3½ do.
4 Karlsruhe
do.
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim .
31
do.
4 München .
3½ Nauheim
4 Nürnberg .
do.
4 Offenbach.
3½ do.
4 Wiesbaden .
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886

Inproz.

. 100,60
92,70
.101,10
9580
. 100,20

91,30
100,50
92,10

. 100,30
.101,70
91,80
.100,50
92,00
.101,50

92,20
100,60

91,80
82,50

Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100160,70
3½ Cöln=Mindner 100 137,50
5. Donan=Reg. fl. 100
3 Holl, Komm, 100 104,90

3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=Pfand= 77,80
briefe. .
. . 136,05
Oeſterr. 1860er Loſe 174,20
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,80

Unverzinsliche
Anlehensloſe.

Augsburger
Braunſchweiger
Freiburger
Mailänder
do.
Meininger

ft.
Tlr.
Fs.
Fs.
Fs.
ſl.

7
20 217,00
15
45
10 31,00
7

Oeſterreicher v. 1864 100 574,00
do. v. 1858 100
Ungar. Staats 100
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
400 178,80
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,40
20 Franks=Stücke . . . . 16,26
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,48
Franzöſiſche Noten . . . . 81,30
Holländiſche Noten . . . . 168,60
Italieniſche Noten . . . . 80,90
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,10
Ruſſiſche Noten . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81.
Reichsbank=Diskonto .
Reichsbank=Lombard Esf. 5½

[ ][  ][ ]

Seite S.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. April 1910.

Nummer 80.

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Der ſchmale Weg.
Roman von Paul Bliß.
(Nachdruck verboten.)
Aber nicht nur Schmettow allein, auch andere haben
dieſe Verlobung geglaubt!
Nun, ſo laſſen Sie doch den Leuten dies harmloſe
rgnügen!
Er zuckte die Schultern, er begriff das nicht.
Da wurde ſie ein wenig ernſter. Ja, meinen Sie
nn, daß mir ſo etwas nicht ſchon öfter paſſiert iſt?
as iſt doch eigentlich gar nichts ſo Erſtaunliches! Wenn
ie Frau, wie ich, ein offenes Haus hat, in dem unver=
iratete
Herren ein= und ausgehen, ja, dann iſt es doch
gentlich ganz ſelbſtverſtändlich, wenn ſo ein Gerücht ent=
)t. Ich bin von den lieben Nächſten ſchon mindeſtens
hnmal verlobt worden! Nein, das iſt mir gar nichts
eues, das alteriert mich durchaus nicht.
Betreten ſchwieg er und wurde rot.
Plötzlich erſchrak ſie wieder. Aber Sie, Sie ſcheint
ja ſehr zu erregen?
Leiſe nickte er. Ja, es iſt mir ſehr peinlich; denn
komme Ihnen gegenüber dadurch in eine ſchiefe Lage.
Immer mehr erſchrak ſie, ſchon bebte ſie leiſe; angſt=
I ſah ſie ihn an.
Und ruhig ſagte er: Deshalb iſt es alſo wohl beſſer,
enn ich meinen Verkehr bei Ihnen von jetzt an ein=
kränke
,

Nun war es heraus.
Starr ſah ſie ihn an ſprachlos, zitternd, einem
Weinkrampf nahe.
Und auf einmal wußte ſie es nun, hell und ſonnen=
klar
, daß ſie ihn liebte, daß er ihr alles war alles, alles!
Starr ſah ſie ihn an ſprechen konnte ſie nichts, nichts
nicht ein einziges, kleines, bittendes Wort aber ihre
Blicke ſprachen, ſie ſprachen ſo deutlich, ſo klar und ſie
flehten im ſtummen Werben: Geh’ nicht, geh’ nicht von
mir! Nur das eine! Geh’ nicht, geh’ ſo nicht von mir!
Stumm und ergriffen ſtand er vor ihr.
Und er verſtand dieſe Blicke, er verſtand ſie o, er
verſtand ſie ganz und gar wie ſeliger Wonneſchauer
raſte es durch ſein Blut.
Aber nur einen Augenblick.
Dann raffte er ſich zuſammen ſtark ſein! Ein
Mann ſein.
Und leiſe ſagte er: Meine liebe Frau Juliane, Sie
ſind mir die liebſte, die teuerſte Freundin auf der Welt
erſt bei Ihnen habe ich wirklich gefunden, was ich ſo lange,
lange vergeblich geſucht habe aber mehr als ein guter,
treuer Freund, mehr, Frau Juliane, mehr kann ich Ihnen
nicht ſein.
Starr ſtarr ſah ſie ihn an.
Langſam ſprach er weiter: Es wäre ein Frevel von
mir ich würde Sie betrügen denn mein Herz kann
ich Ihnen nicht mehr bringen mein Herz kann ich Ihnen
nicht mehr geben nein, nicht mehr.
Und dann ein langes, ein banges Schweigen.

Endlich trat er hin zu ihr.
Ganz leiſe und innig bat er: Zürnen Sie mir nicht
und bewahren Sie mir ein gutes Andenken adieu, Frau
Juliane, leben Sie wohl.
Dann ging er.
Und ſie ſaß da wie gelähmt.
Nichts, nichts hatte ſie geſagt, nicht ein Wort.
Starr und ſprachlos ſah ſie auf die Tür, durch die er
hinausgegangen war ſtarr und ſprachlos.
Plötzlich aber ſank ſie zuſammen mit lautem, wildem
Schluchzen. Aus! Alles, alles aus!
Minutenlang lag ſie da, preßte das Geſicht ins weiche
Seidenkiſſen und weinte ſtill und bitterlich .
Sie hatte ihn geliebt, und er liebte eine andere!
Verloren, für immer war er ihr verloren!
Leiſe weinte ſie weiter.
Da klingelte es draußen.
Sie fuhr zuſammen, ſprang auf und verwiſchte die
Spuren der Tränen, um den Dienſtboten nichts zu ver=
raten
.
Graf Bracht war da.
Sie ließ bedauern.
Nicht um die Welt konnte ſie ihn jetzt ſehen.
Als ſie wieder allein war, verſank ſie in ein dumpfes
trübes Brüten.
Was ſollte nun werden? Minutenlang ſtarrte
nend in die rote Kaminglut.
Was ſollte denn nun bloß aus ihr werden?

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7, April 1910.

Nummer 80.

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Auf einmal ſchoß, jäh wie ein Blitz, ein Gedanke in
ihr empor.
Die andere! Die andere, die ihn gebannt hatte
wer war ſie!?
Das mußte ſie erfahren, um jeden Preis.
Aber wie wie?
Den ganzen Tag dachte ſie darüber nach, und alles,
was ſie tat, ſie tat es nur mit halben Gedanken; denn
immer brannte ihr die Frage im Hirn: Wie, wie erfährſt
du, wer die andere iſt?
Auch in der Nacht kam ſie nicht zur Ruhe immer
nur dem einen Gedanken hing ſie nach: Wie wie?
Am andern Tage war ſie klar mit ſich.
Und ſie ſchrieb ihm.
Lieber Freund!
Vergeſſen Sie, was geſtern geſchehen iſt, bitte, ver=
geſſen
Sie alles, und kommen Sie wieder. Nie wieder ſoll
dies Thema berührt werden, das verſpreche ich Ihnen.
Wir ſind doch beide verſtändige Menſchen. Wir wiſſen
doch, was wir uns wert ſind alſo wollen wir uns das
Leben doch nicht ſelber verbittern! Ich erwarte Sie!
Juliane.
Als er den Brief las, lächelte er mit leiſer Wehmut.
Dann antwortete er ſogleich.
Meine liebe, verehrte Freundin!
Ich glaube ſicher, daß es Ihnen ernſt iſt mit dem, was
Sie mir ſchreiben, aber ich glaube auch, daß Sie in all
Ihrer Güte zu roſenrot ſehen! Mit ſolchen Gefühlen darf
man nicht Fangball ſpielen, meine ich. Und deshalb iſt
es wohl beſſer, wenn ich nun mal ein kleines Weilchen
Ihrem Hauſe fern bleibe. Bitte, zürnen Sie mir nicht!
Ich ſage: Auf Wiederſehen!
Ihr Fritz Stark.
Noch am ſelben Tage bekam ſie den Brief.
Lange las ſie ihn, immer wieder und wieder.
Endlich entſank er ihrer Hand.

uind mun ſch ſe nt uoſtelte Aingen hiuants in den
froſtklaren Wintertag.
Alſo gab es jetzt nur eins warten, ſtill in Geduld
verharren und warten!
Mehr als je ſaß Fritz jetzt bei ſeiner Arbeit.
Er hatte jeden Verkehr abgebrochen, ließ ſich von nie=
mand
ſprechen und ging auch zu niemand.
Arbeiten! Arbeiten!
Das war jetzt ſein alles.
So verging der Winter.
Und Anfang März zeigten ſich die erſten Boten des
Vorfrühlings.
Da kam ſein Geburtstag heran.
Frau Inliane ſandte einen prachtvollen Roſen=
ſtrauß
und einen ſehr lieben Brief.
Sehr, ſehr erfreut war er darüber, und ſpfort
dankte er ihr in einem langen, herzlichen Schreiben.
Gegen Mittag aber kam noch eine Gabe.
Ein Strauß duftiger Maiglöckchen ſeine erklär=
ten
Lieblingsblumen zuſammengehalten durch ein
blaues Seidenband.
Stannend nahm er es in Empfang kein Brief,
keine Karte war dabei.
Er fragte den Boten aus.
Vergebens der lächelte nur heimlich und zuckte
die Schultern und ging.
Fragend ſah er den Strauß an woher? Woher?
Er freute ſich ſehr über die Gabe, dennoch aber
ließ es ihm keine Ruhe, bevor er nicht den Spender
kannte.
Wer konnte ſeine Lieblingsblumen kennen?
Er ſann und ſann.
Auf einmal war es, als ſpräche in ihm eine Stimme.
Und er hörte Malwine.
Und nun plötzlich entſann er ſich, daß er mit ihr
eines Tages über dies Thema geſprochen hatte.

Sicher, nur ſie konnte die Spenderin ſein!
Mit einem ſtillen Lächeln ſah er auf die Blumen,
und nun freute er ſich aufrichtig, denn es war ihm eine
linde Wohltat auf alte Wunden, zu wiſſen, daß da in
aller Stille ein Mädchen lebte, das ſeiner gedachte und
beſtrebt war, ihm eine reine Freude zu bereiten.
Sehr, ſehr freute ihn das.
Sofort machte er ſich auf und ging hin.
Sie empfing ihn auch.
Purpurübergoſſen ſtand ſie vor ihm.
Ich danke Ihnen, Fräulein Malwine, ſagte er, für
die ſchönen Maiglöckchen.
Schweigend und verlegen ſah ſie vor ſich nieder.
Ich habe mich wirklich ſehr gefreut darüber, ich
danke Ihnen herzlichſt dafür.
Und nun nahm er ihre Hand und küßte ſie.
Da durchzuckte es ſie wie ein Feuerſtrom am
ganzen Körper erbebte ſie hilflos, haltlos ſtand ſie
da die brennenden Augen ſtarr auf ihn gerichtet.
Was war das? Plötzlich war es ihm, als
ſähe er etwas Liebes und Zartes, etwas ſo unendlich
Zärtliches und Sauftes, das wohltuend, mildernd=in
ſein Daſein eingriff aber er ſah es nur in ſehr
weiter, weiter Ferne, und er ſah es nur einen einzigen,
kurzen Augenblick lang, dann war es wieder ver=
ſchwunden
.
Da erklang von nebenan ein gellender Kinder
ſchrei.
Und zugleich rief auch der alte Herr: Aber Mals
wine, Mädel, wo bleibſt Du denn nur?
Sofort war ſie wieder bei der Sache.
Bitte, treten Sie doch ein, ſagte ſie.:
Fritz trat ein, und ſie folgte ihm.
Aber was für ein liebliches Bild wär das!
Großpapa hatte ſein brüllendes Enkelchen auf dem
Schoß und ſuchte es zu beruhigen.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

5 40.

Donnerstag, 7.

Bekanntmachung.
Betreffend: Bekanntmachung, betreffend die Regelung des Verkehrs mit Kraftfahr=
zeugen
, vom 3. Februar 1910 (Reichsgeſetzblatt Nr. 5 von 1910).
Am 1. April d. Js. iſt eine neue Verordnung über den Verkehr mit Kraft=
fahrzeugen
in Kraft getreten.
Die Kraftfahrzeuge müſſen verkehrsſicher und insbeſondere ſo gebaut, ein=
gerichtet
und ausgerüſtet ſein, daß Feuers= und Exploſionsgefahr ſowie jede vex=
meidbare
Beläſtigung von Perſonen und Gefährdung von Fuhrwerken durch
Geräuſch, Rauch, Dampf oder üblen Geruch ausgeſchloſſen iſt.
Die Radkränze dürfen keine Unebenheiten beſitzen, die geeignet ſind, die
Fahrbahn zu beſchädigen. Gleitſchutzvorrichtungen normaler Bauart (Stahlniete
auf der Reifendecke) ſind zuläſſig.
Jedes Fahrzeug muß verſehen ſein:
1. mit einer zuverläſſigen Lenkvorrichtung, die geſtattet, ſicher und raſch auszu=
weichen
; die zur Lenkung benutzten Wagenräder ſollen nach beiden Seiten
möglichſt weit einſchlagen, um kurz wenden zu können;
2. mit zwei von einander unabhängigen Bremseinrichtungen, von denen jede
auf die Wagenräder der gebremſten Achſe gleichmäßig einwirkt; mindeſtens
eine Bremseinrichtung muß unmittelbar auf die Hinterräder oder auf Be=
ſtandteile
, die mit dieſen Rädern feſt verbunden ſind, wirken; dieſe Bremſe
muß feſtſtellbar ſein. Jede Bremseinrichtung muß für ſich geeignet ſein, den
Lauf des Fahrzeugs ſofort zu hemmen und es auf die kürzeſte Entfernung
zum Stehen zu bringen;
3. mit einer zuverläſſigen Vorrichtung, die beim Befahren von Steigungen die
unbeabſichtigte Rückwärtsbewegung verhindert, ſofern nicht eine der Bremſen
dieſe Forderung erfüllt;
4. mit einer tieftönenden Huppe zum Abgeben von Warnungszeichen; falls die
Huppe mehrtönig iſt, müſſen die verſchiedenen Töne gleichzeitig anklingen;
5. nach eingetretener Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel mit mindeſtens zwei in
gleicher Höhe angebrachten, die ſeitliche Begrenzung des Fahrzeuges anzeigen=
den
, hellbrennenden Laternen mit farbloſem Glaſe, die den Lichtſchein derart
auf die Fahrbahn werfen, daß dieſe auf mindeſtens 20 Meter vor dem Fahrzeug
von dem Führer überſehen werden kann. Uebermäßig ſtark wirkende Schein=
werfer
dürfen nicht verwendet werdey.
Der Zweck der an den Kraftfahrzeugen anzubringenden Laternen iſt
ein doppelter. Einerſeits ſollen ſie im Intereſſe der allgemeinen Verkehrs=
ſicherheit
das Nahen des Fahrzeuges und dabei gleichzeitig deſſen Abmeſſungen
erkennen laſſen; anderſeits ſollen ſie im Intereſſe des Führers für eine
ausreichende Beleuchtung der Fahrbahn ſorgen. Soweit dieſem Zwecke nicht
durch zwei Laternen genügt werden kann was in der Regel der Fall
ſein wird , bedarf es der Anbringung weiterer Laternen. Der Forderung,
daß die ſeitliche Begrenzung des Fahrzeuges angezeigt werden muß, wird
entſprochen, wenn die Laternen ſoweit von der Mitte des Fahrzeuges ent=
fernt
angebracht ſind, als deſſen Bauart es geſtattet; es iſt nicht notwendig,
daß ſie ſelbſt die äußerſten Grenzen des Fahrzeuges bilden.
8. mit einer Vorrichtung, die verhindert, daß das Fahrzeug von Unbefugten in
Betrieb geſetzt werden kann.
Als Vorrichtungen, die dieſer Vorſchrift genügen, ſind beiſpielsweiſe
anzuſehen:
Schloß zum Feſtſtellen des Schalthebels,
Kette zum Feſtlegen eines Wagenrads,
herausnehmbarer Kontakt der Zündleitung (bei Verbrennungsmaſchinen),
abnehmbarer Griff des Brennſtoffleitungsverſchluſſes,
herausnehmbarer Stromunterbrecher (bei elektriſch betriebenen Fahr=
zeugen
).
Auf Krafträder findet Nr. 3 keine Anwendung; Nr. 4 gilt mit der Maßgabe,
aßedie Huppe höchtönend ſein muß. Für Kraftzweiräder gilt außerdem Nr. 5 mit
er Einſchränkung, daß eine Laterne der bezeichneten Art genügt.
Jeder Kraftwagen, deſſen Eigengewicht 350 Kilogramm überſteigt, muß ſo
ingerichtet ſein, daß er mittels der Maſchine oder des Motors vom Führerſitz aus
n Rückwärtsgang gebracht werden kann.
Die Griffe zur Bedienung der Maſchine oder des Motors und der im Ab=
atz
13 angeführten Einrichtungen müſſen ſo angebracht ſein, daß der Führer ſie,
hne ſein Augenmerk von der Fahrtrichtung abzulenken, leicht und auch im Dunkeln
hne Verwechſelungsgefahr handhaben kann.
Jedes Kraftfahrzeug muß mit einem an einer ſichtbaren Stelle des Fahr=
eſtells
angebrachten Schilde verſehen ſein, das die Firma, die das Fahrgeſtell her=
jeſtellt
hat, die Fabriknummer des Fahrgeſtells, die Anzahl der Pferdeſtärken der
Naſchine oder des Motors (bei ſteuerpflichtigen Fahrzeugen auch die nach der
Steuerformel berechnete Nutzleitung des Fahrzeugs) und das Eigengewicht des
etriebsfertigen Fahrzeuges ergibt.
Wenn ein Kraftfahrzeug in Betrieb genommen werden ſoll, hat der Eigen=
ümer
bei dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt die Zulaſſung des Fahr=
eugs
ſchriftlich zu beantragen. Der Antrag muß enthalten:
1. Name und Wohnort des Eigentümers,
Tdie Firma, die das Fahrgeſtell hergeſtellt hat, ſowie die Fabriknummer des
Fahrgeſtells,
3. die Beſtimmung des Fahrzeugs (Perſonen= oder Laſtfahrzeug),
4. die= Art der Kraftquelle (Verbrennungsmaſchine, Dampfmaſchine, Elektromotor),
5. die Anzahl der Pferdeſtärken der Maſchine oder des Motors (bei ſteuerpflich=
tigen
Fahrzeugen auch die nach der Steuerformel berechnete Nutzleiſtung des
Fahrzeugs),
6. das Eigengewicht des betriebsfertigen Fahrzeugs,
7. die zuläſſige Belaſtung (in Kilogramm oder Perſonen einſchließlich Führer),
8. bei Fahrzeugen, deren Geſamtgewicht (einſchließlich Ladung) 5 Tonnen über=
ſteigt
, die Achsdrucke in beladenem Zuſtand.
Dem Antrage iſt das Gutachten eines von der höheren Verwaltungsbehörde
ines Bundesſtaats anerkannten Sachverſtändigen beizufügen, das die Richtigkeit
er Angaben unter Nr. 48, ſowie ferner beſtätigt, daß das Fahrzeug den nach der
erordnung vom 3. Februar 1910 zu ſtellenden Anforderungen genügt. Hinſichtlich
er Nr. 5 kann das Gutachten des Sachverſtändigen durch eine Beſcheinigung der
zirma erſetzt werden, die die Maſchine oder den Motor hergeſtellt hat. Das Gut=
chten
hat der Antragſteller auf ſeine Koſten zu beſchaffen.
Die für die Zulaſſung der Kraftfahrzeuge vor dem 1. April 1910 erteilten Be=
heinigungen
behalten bis auf weiteres Gültigkeit. Die Inhaber ſolcher Beſchei=
igungen
haben das Recht, bei dem zuſtändigen Kreisamt die Ausſtellung einer
zulaſſungsbeſcheinigung nach neuem Muſter zu beantragen.
Treten bei einem zum Verkehr auf öffentlichen Wegen und Plätzen bereits
ugelaſſenen Kraftfahrzeug Aenderungen ein, die eine Berichtigung der Liſte und
er Zulaſſungsbeſcheinigung erforderlich machen, ſo hat der Eigentümer unter Vor=
egung
der Zulaſſungsbeſcheinigung die Berichtigungen innerhalb 2 Wochen=bei
em zuſtändigen Kreisamt zu beantragen. Bei Aenderung der Art der Kraftquelle,
ei Einban einer ſtärkeren Maſchine oder eines ſtärkeren Mvtors, einer in ihrer
zauart oder Ueberſetzung veränderten Bremſe oder Lenkvorrichtung bedarf es einer
rneuten Zulaſſung, die der Eigentümer ſofort unter Beifügung eines Gntachtens
u beautragen hat.
Verlegt der Eigentümer eines Kraftfahrzeugs ſeinen Wohnort in den Bezirk
iner anderen Verwaltungsbehörde, ſo hat er bei dieſer die erneute Zulaſſung des
Fahrzeugs zu beantragen; der Beifügung des Gutachtens eines Sachverſtändigen
edarf es in dieſem Falle nicht, wenn die bisherige Zulaſſungsbeſcheinigung vor=
elegt
wird. Bei Ausfertigung der neuen Zulaſſungsbeſcheinigung iſt die bis=
erige
einzuziehen.
Soll ein Kraftfahrzeug zum Verkehr auf öffentlichen Wegen und Plätzen nicht
iehr verwendet werden, ſo hat der Eigentümer dem zuſtändigen Kreisamt hiervon
Nitteilung zu machen und ihm die Zulaſſungsbeſcheinigung, ſowie das Kennzeichen
bzuliefern. Das Kennzeichen iſt, ſofern es nicht amtlich ausgegeben iſt, nach Ver=
ichtung
des Dienſtſtempels zurückzugeben. Unterbleibt die Ablieſerung, ſo hat
as Kreisamt die Zulaſſungsbeſcheinigung und das Kennzeichen einzuziehen oder,
oweir die Einziehung des Kennzeichens nicht zuläſſig iſt, den Dienſtſtemnel auf
ieſem augenfällig zu vernichten. In gleicher Weiſe iſt auf Antrag der S euer=
ehörde
zu verfahren, wenn die Steuerkarte nicht rechtzeitig ernenert wird.
Geht ein zum Verkehr auf öffentlichen Wegen und Plätzen bereits zugelaſſe=
es
Kraftfahrzeug auf einen anderen Eigentümer über, ſo hat dieſer bei dem für
einen Wohnort zuſtändigen Kreisamt die erneute Zulaſſung des Fahrzeugs zu be=
ntragen
; der Beifügung des Gutachtens eines Sachverſtändigen bedarf es in
em Falle nicht, wenn die bisherige Zulaſſungsbeſcheinigung vorgelegt wird. Be
lusfertigung der neuen Zulaſſungsbeſcheinigung iſt die bisherige einzuziehen.

Wer auf öffentlichen Wegen und Plätzen ein Kraftfahrzeug führen will, be=
darf
der Erlaubnis des zuſtändigen Kreisamts. Die Erlaubnis gilt für das ganzu
Reich; ſie iſt zu erteilen, wenn der Nachſuchende ſeine Befähigung durch eine Prüf=
ung
dargetan hat und nicht Tatſachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen,
daß er zum Führen von Kraftfahrzengen ungeeignet iſt.
Perſonen unter 18 Jahren iſt das Führen von Kraftfahrzeugen, insbeſondere
auch von Krafträdern, nicht geſtattet. Ausnahmen können mit Zuſtimmung des
geſetzlichen Vertreters zugelaſſen werden.
Den Nachweis der Erlaubnis hat der Führer durch eine Beſcheinigung
(Führerſchein) zu erbringen.
Der Führer hat den Führerſchein, ſowie die Beſcheinigung über die Zu=
laſſung
des Kraftfahrzeugs bei der Benutzung des Fahrzeugs auf öffentlichen
Wegen und Plätzen bei ſich zu führen und auf Verlangen den zuſtändigen Beamten
vorzuzeigen.
Der Führer iſt zu beſonderer Vorſicht in Leitung und Bedienung ſeines
Fahrzengs verpflichtet. Er darf von dem Fahrzeug nicht abſteigen, ſo lange es in
Bewegung iſt und darf ſich von ihm nicht entfernen, ſo lange die Maſchine oder der
Motor läuft; auch muß er, falls er ſich von dem Fahrzeug entfernt, die Vorrichtung.
in Wirkſamkeit ſetzen, die verhindern ſoll, daß ein Unbefugter das Fahrzeug i
Betrieb ſetzt.
Der Führer iſt insbeſondere verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß eine
nach der Beſchaffenheit des Kraftfahrzeugs vermeidbare Entwickelung von Geräuſch,
Rauch, Dampf oder üblem Geruch in keinem Falle eintritt.
Das Oeffnen etwa vorhandener Auspuffklappen iſt verboten.
Eine ſtarke Beläſtigung des Publikums, insbeſondere auch während ber
Nacht, wird dadurch verurſacht, daß Führer von Kraftfahrzeugen auch beim
Halten des Fahrzeugs den Motor weiter laufen laſſen. Namentlich tritt
dieſer Uebelſtand in größeren Städten an den Halteplätzen von Automobil=
droſchken
und =Omnibuſſen in die Erſcheinung. Vorſtehende Vorſchrift
(vermeidbare Entwickelung von Geräuſch) bietet die Handhabe, dieſem
Mißbrauch wirkſam entgegenzutreten.
Die Erlaubnis zum Führen eines Kraftfahrzeugs erteilt das für den Wohn=
ort
der betreffenden Perſon oder für den Ort, wo ſie den Fahrdienſt erlernt hat,
zuſtändige Kreisamt. Der’Antrag auf Erteilung der Erlaubnis iſt an die zuſtändige
Ortspolizeibehörde zu richten. Dem Antrag iſt beizufügen:
1. ein Geburtsſchein,
2. eine Photographie (Bruſtbild in Viſitformat, unaufgezogen),
3. ein Zeugnis eines beamteten Arztes (Kreisgeſundheitsamt) darüber, daß der
Antragſteller keine körperlichen Mängel hat, die ſeine Fähigkeit, ein Kraft=
fahrzeug
ſicher zu führen, beeinträchtigen können, insbeſondere Mängel
ſichtlich des Seh= und Hörvermögens,
. ein Nachweis darüber, daß er den Fahrdienſt bei einer durch die zuſtändige
höhere Verwaltungsbehörde zur Ausbildung von Führern ermächtigten Per=
ſon
oder Stelle (Fahrſchule, Kraftfahrzeugfabrik) erlernt hat. Aus dem Nach=
weis
muß die Dauer der praktiſchen Ausbildung im Fahren erſichtlich ſein.
Die Ortspolizeibehörde hat zu prüfen, ob gegen den Antragſteller Tatſachen
vorliegen (z. B. ſchwere Eigentumsvergehen, Neigung zum Trunke oder zu Aus=
ſchreitungen
, insbeſondere zu Roheitsvergehen), die ihn als ungeeignet zum Füh=
ren
eines Kraftfahrzeuges erſcheinen laſſen; nach Vornahme der Prüfung legt ſie
unter Mitteilung des Ergebniſſes den Antrag mit ſeinen Anlagen dem Kreisamt
vor. Dieſes ſtellt zunächſt durch Anfrage bei der für das Deutſche Reich beſtehenden
Sammelſtelle für Nachrichten über Führer von Kraftfahrzeugen (Polizeipräſidium
in Berlin) feſt, was etwa über den Antragſteller dort bekannt iſt. Ergeben die
Feſtſtellungen, daß er ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzenges iſt, ſo iſt ihm
die Erlaubnis zu verſagen. Andernfalls überſendet das Kreisamt den Antrag nebſt
Anlagen dem amtlich anerkannten Sachverſtändigen zur Vornahme der Prüfung
des Antragſtellers über ſeine Befähigung zum Führen eines Kraftfahrzeugs. Der
Antragſteller iſt hiervon in Kenntnis zu ſetzen.
Für Reichs= oder Staatsbeamte, die als Führer von Kraftfahrzeugen verwendet
werden ſollen, kann der Antrag auf Erteilung der Erlaubnis zum Führen eines
Kraftfahrzeugs von der vorgeſetzten Behörde bei der Ortspolizeibehörde geſtellt
werden. Der Antrag muß die erforderlichen Angaben über den Perſonenſtand des
Prüflings enthalten und von den unter Nr. 24 bezeichneten Anlagen begleitet
ſein. Von einer Feſtſtellung, ob gegen den Prüfling Tatſachen vorliegen, die ihn
als ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeugs erſcheinen laſſen, hat die Orts=
pölizeibehörde
in ſolchen Fällen abzuſehen.
Die Prüfungen erfolgen bei den durch die höheren Verwaltungsbehörden
amtlich anerkannten Sachverſtändigen.
Die Sachverſtändigen beſtimmen den Zeitpunkt für die Prüfung.
Der Prüfling hat ein Kraftfahrzeug der Betriebsart und Klaſſe, für deſſen
Führung er den Nachweis der Befähigung erbringen will, für die Prüfung bereit=
zuſtellen
. Das Fahrzeug muß, wenn die Witterungs= und Wegeverhältniſſe dies
notwendig erſcheinen laſſen, mit einem oder mehreren Gleitſchutzreifen verſehen ſein.
Die vor dem 1. April 1910 erteilten Zeugniſſe zum Führen von Kraftfahr=
zugen
behalten bis zum 1. April 1911 Gültigkeit. Die Inhaber ſolcher Zeugniſſe
haben jedoch bis zum 1. Oktober 1910 die Erteilung eines neuen Führerſcheins bei
dem zuſtändigen Kreisamt zu beantragen.
Jedes auf öffentlichen Wegen und Plätzen verkehrende Kraftfahrzeug muß
das polizeiliche Kennzeichen tragen.
Bei Kraftwagen tritt in den Abmeſſungen und der Befeſtigungsweiſe
der Kennzeichen keine Aenderung ein.
Die von Kraftzweirädern vor dem 1. April 1910 geführten Kennzeichen,
die größere Abmeſſungen als die neueingeführten haben, können bis zum 1. April
1911 beibehalten werden. Sämtliche Kennzeichen auch die ſeither geführ=
ten
müſſen aber vom 1. April d. Js. ab an der Vorderſeite des
Kraftrades in der Fahrtrichtung an leicht ſichtbarer Stelle
angebracht werden und müſſen auf beiden Seiten beſchrieben
ſein.
Die neuen Kennzeichen, die nach dem 1. April d. Js. zugelegt und angebracht
werden, ſind in ſchwarzer Balkenſchrift auf weißem, ſchwarzgerandetem Grunde auf
eine rechteckige, an den Vorderecken leicht abgerundete Tafel aufzumalen, die mit
dem Fahrzeug durch Schranben, Nieten oder Nägel feſt zu verbinden iſt. Die Buch=
ſtaben
, die römiſchen Ziſſern und die Nummern müſſen in einer Reihe ſtehen und
durch einen wagerechten Strich von einander getrennt ſein. Die Abmeſſungen be=
tragen
: Randbreite mindeſtens 8 Millimeter, Schrifthöhe 60 Millimeter bei einer
Schriftſtärke von 10 Millimeter, Abſtand zwiſchen den einzelnen Zeichen und vom
Rande 12 Millimeter, Stärke des Trennungsſtriches 10 Mällimeter, Länge
Trennungsſtrichs 18 Millimeter, Höhe der Tafel ausſchließlich des Randes
Millimeter.
Die Kennzeichen müſſen mit dem Dienſtſtempel des Kreisamts verſehen ſein.
Zum Zwecke der Abſtempelung des Kennzeichens wird die Vorführung des Kraft
fahrzeuges angeordnet.
Die Kennzeichen dürfen nicht zum Umklappen eingerichtet ſein; ſie dürfen
niemals verdeckt ſein und müſſen ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten werden. Der
untere Rand des vorderen Kennzeichens darf nicht weniger als 20 Zentimeter, der
des hinteren nicht weniger als 45 Zentimeter vom Erdboden entfernt ſein.
Während der Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel iſt das hintere Keunzeichen
ſo zu beleuchten, daß es deutlich erkennbar iſt. Die Belenchtungsvorrichtung muß
ſo eingerichtet ſein, daß ſie das Kennzeichen von keiner Seite verdeckt und weder
vom Sitze des Führers noch vom Innern des Wagens aus abgeſtellt werden kann.
Bei Kraftzweirädern iſt das an der Vorderſeite angebrachte Kennzeichen
während der Dunkelheit und bei ſtarkem Nebel ſo zu belenchten, daß es von beiden
Seiten deutlich erkennbar iſt.
Muß ein mit dem Dienſtſtempel der Polizeibehörde verſehenes Kennzeichen er=
neuert
werden, ſo iſt das Kraftfahrzeug wiederum vorzuführen; tritt die Notwendigkeit
der Erneuerung an einem Orte ein, von dem aus die Behörde, die die erſte Stempelung
des Kennzeichens vorgenommen hatte, ohne Zeitverluſt nicht erreicht werden kann, ſo iſt
das Fahrzeug der nächſten Behörde vorzuführen, die alsdann das erneuerte Kennzeichen
mit dem Dienſtſtempel zu verſehen und, daß dies geſchehen, in der Zulaſſungsbeſchei=
nigung
erſichtlich zu machen hat.
Die Anbringung mehrerer verſchiedener Kennzeichen iſt unzuläſſig.
Das Reichsgeſetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909 enthält
die nachſtehend abgedruckten
Strafvorſchriften.
§ 21. Wer den zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit auf den öffentlichen
Wegen oder Plätzen erlaſſenen polizeilichen Anordnungen über den Verkehr mit Kraft=
fahrzeugen
zuwiderbandelt, wird mit Geldſtrafe bis zu einhundertfünfzig Mark oder mit
Haft beſtraft.

[ ][  ][ ]

Nummer 40.
Donnerstag, den 7. April 1910.
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

2. Der Führer eines Kraftfahrzeuges, der nach einem Unfalle es unternimmt,
ſich der Feſtſtellung des Fahrzeuges und ſeiner Perſon durch die Flucht zu entziehen,
wird mit Geldſtrafe bis zu dreihundert Mark oder mit Gefängnis bis zu zwei Monaten
beſtraft. Er bleibt jedoch ſtraflos, wenn er ſpäteſtens am nächſtfolgenden Tage nach dem
Unfall Anzeige bei einer inländiſchen Polizeibehörde erſtattet und die Feſtſtellung
des Fahrzeuges und ſeiner Perſon bewirkt.
Verläßt der Führer des Kraftfahrzeuges eine bei dem Unfalle verletzte Perſon
vorſätzlich in hilfloſer Lage, ſo wird er mit Gefängnis bis zu 6 Monaten beſtraft.
Sind mildernde Umſtände vorhanden, ſo kann auf Geldſtrafe bis zu dreihundert
Mark erkannt werden.
§ 23. Mit Geldſtrafe bis zu dreihundert Mark oder mit Gefängnis bis zu zwei
Monaten wird beſtraft, wer auf öffentlichen Wegen oder Plätzen ein Kraftfahrzeug führt,
das nicht von der zuſtändigen Behörde zum Verkehre zugelaſſen iſt.
Die gleiche Strafe trifft den Halter eines nicht zum Verkehr zugelaſſenen Kraft=
fahrzeuges
, wenn er vorſätzlich oder fahrläſſig deſſen Gebrauch auf öffentlichen Wegen
oder Plätzen geſtattet.
§ 24. Mit Geldſtrafe bis zu dreihundert Mark oder mit Gefängnis bis zu zwei
Monaten wird beſtraft:
1. wer ein Kraftfahrzeug führt, ohne einen Führerſchein zu beſitzen;
2. wer ein Kraftfahrzeug führt, obwohl ihm die Fahrerläubnis entzogen iſt;
3. wer nicht ſeinen Führerſchein der Behörde, die ihm die Fahrerlaubnis ent=
zogen
hat, auf ihr Verlangen abliefert.
Die gleiche Strafe trifft den Halter des Kraftfahrzeuges, wenn er vorſätzlich oder
fahrläſſig eine Perſon zur Führung des Fahrzeuges beſtellt oder ermächtigt, die ſich
nicht durch einen Führerſchein ausweiſen kann oder der die Fahrerlaubnis entzogen iſt.
§ 25. Wer in rechtswidriger Abſicht
1. ein Kraftfahrzeug, für welches von der Polizeibehörde ein Kennzeichen nicht
ausgegeben oder zugelaſſen worden iſt, mit einem Zeichen verſieht, welches ge=
eignet
iſt, den Anſchein der polizeilich angeordneten oder zugelaſſenen Kenn=
zeichnung
hervorzurufen,
2. ein Kraftfahrzeug mit einer anderen als der polizeilich für das Fahrzeug aus=
gegebenen
oder zugelaſſenen Kennzeichnung verſieht,
3. das an einem Kraftfahrzeuge gemäß polizeilicher Anordnung angebrachte Kenn=
zeichen
verändert, beſeitigt, verdeckt oder ſonſt in ſeiner Erkennbarkeit beein=
trächtigt
,
wird, ſofern nicht nach den Vorſchriften des Strafgeſetzbuches eine höhere Strafe verwirkt
iſt, mit Geldſtrafe bis zu fünfhundert Mark oder mit Gefängnis bis zu drei Monaten
beſtraft.
Die gleiche Strafe trifft Perſonen, welche auf öffentlichen Wegen oder Plätzen
von einem Kraftfahrzeuge Gebrauch machen, von dem ſie wiſſen, daß die Kennzeichnung

in der im Abf. 1 uner Nr. 13 bezeihneten Art geſülſch, verſälſcht oder unterhrlt
vorden iſt.
Darmſtadt, den 2. April 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Darmſtadt, den 2. April 1910,
Betreffend: wie oben.
Das Großherzogliche Kreisamt Darmſtadt
an das Großherzogliche Polizeiamt Darmſtadt, ſowie die Großherzoglichen
Bürgermeiſtereien der Landgemeinden und die Gendarmerie des Kreiſes.
Auf vorſtehende Bekanntmachung machen wir nochmals beſonders aufmerkſam.
Die neue Verordnung iſt im Reichsgeſetzblatt Nr. 5 von 1910 abgedruckt. Die bei den
Ortspolizeibehörden einlaufenden Anträge auf Erteilung der Erlaubnis zum Führen
eines Kraftfahrzeuges ſind unter den in obiger Bekanntmachung angegebenen Geſichts=
punkten
genau zu prüfen und alsdann an uns einzureichen.
In den Anzeigen wegen Uebertretung der erlaſſenen Vorſchriften iſt nicht nur die
Nummer des Fahrzeuges anzugeben, ſondern auch zu bemerken, ob es ſich um ein
Kraftrad oder um ein anderes Kraftfahrzeug handelt.
Die Vorſchriften der Verordnung werden den Zweck, die Sicherheit des Verkehrs
auf öffentlichen Wegen und Plätzen in wirkſamer Weiſe zu fördern, nur dann erfüllen
können, wenn ihre Durchführung in allen Einzelheiten von den beteiligten Stellen, ins=
beſondere
von den polizeilichen Vollzugsbeamten mit vollſter Entſchiedenheit bewirkt
wird. Im übrigen wird aber auch der Tatſache Rechnung zu tragen ſein, daß ſich das
Kraftfahrzeug heute als vollberechtigtes Verkehrsmittel eingebürgert hat. Seine Eigen=
art
führt zu neuen Erſcheinungen im Straßenverkehre, die zu Gefahren für die Verkehrs=
ſicherheit
nicht nur dann führen, wenn die für den Verkehr der Kraftfahrzeuge Leſtehen=
den
Vorſchriften nicht beachtet werden, ſondern auch dann, wenn die für den ſonſtigen
Fuhrwerksverkehr beſtehenden Vorſchriften unbefolgt bleiben. Aus dieſer Erwägung
heraus werden die zuſtändigen Polizeiorgane es ſich angelegen ſein laſſen müſſen, den
für dieſen Verkehr beſtehenden Vorſchriften in verſtärktem Maße Geltung zu verſchaffen
(6726
J. V.: von Werner.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Unterhaltung der Kreisſtraßen im Kreiſe Darmſtadt; hier: Sperrung
der Kreisſtraße Pfungſtadt-Griesheim behufs Einwalzens der Fahrbahn,
Es wird hiermit zur Kenntnis der Intereſſenten gebracht, daß die Kreisſtraße
Pfungſtadt-Griesheim von km 11,2 bis zum Ortspflaſter in Griesheim von Donnerstag,
den 7. April d. Js., ab auf ca. 6 Tage behufs Einwalzens der Fahrbahn für Fuhn
werke, Automobile, Motorräder ꝛc. geſperrt iſt.
(7274id
Darmſtadt, den 1. April 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Foxterrier.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Vekanntmachung.
Betreffend: Vorkehrungen gegen Beſchädigungen der Straßenpaſſanten bei der Vor=
nahme
von Dachdecker=Arbeiten.
Wir haben wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß Dachdecker bei der Vor=
nahme
von Dacharbeiten, nachdem ſie an beiden Enden des betreffenden Gebäudes die
üblichen Warnungszeichen (quer ausgelegte Latten) aufgeſtellt haben, ohne weiteres
Ziegel= und Schieferſtücke auf die Straße herunterwerfen, die nicht ſelten außerhalb des
Abſperrungsgebietes niederfallen. Mit Rückſicht auf die hierdurch hervorgerufene er=
hebliche
Gefährdung der Vorübergehenden, ſehen wir uns veranlaßt, die betreffenden
Handwerker darauf aufmerkſam zu machen, daß ſie bei Vornahme von Dach= und
Haus=Reparaturen verpflichtet ſind, nicht nur gemäß Art. 295 Pol.=Straf.=Geſ. War=
nungszeichen
aufzuſtellen, ſondern mit Rückſicht auf 8366 Ziff. 8 R.=St.=G.=B. und Art. 292
Pol.=Str.=Geſ., alle Vorkehrungen zu treffen, um das Herabfallen von Ziegel= und
Schieferſtücken zu verhindern. Insbeſondere ſind während der fraglichen Arbeiten
an der unteren Dachkante Brettvorlagen anzubringen; unter keinen Umſtänden
dürfen, auch wenn Warnungszeichen ausgeſtellt ſind, Ziegel= oder Schieferſtücke
abſichtlich auf die Straße geworfen werden.
Solche Gegenſtände ſind vielmehr in Körben oder dergleichen zu ſammeln und
herunter zu tragen.
Zuwiderhandlungen haben die Beſtrafung auf Grund der genannten Geſetzſtellen
zur Folge.
Da es immerhin vorkommen kann, daß trotz aller Vorſichtsmaßregeln, Ziegel=
und Schieferſtücke auf die Straße fallen, ſo erſuchen wir das Publikum, die War=
nungszeichen
gehörig zu beachten.
Die Schutzmannſchaft iſt angewieſen, die Beachtung obiger Vorſchriften zu
überwachen und gegen Zuwiderhandelnde Anzeige zu erheben. Paſſanten, welche durch
herabfallende Gegenſtände verletzt oder gefährdet werden ſollten, wollen auf dem zu=
ſtändigen
Polizeirevier alsbald hiervon Anzeige machen, damit der Sachverhalt ſofort
feſtgeſtellt werden kann.
Darmſtadt, den 4. April 1910.
(7363md
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbuhler.

Bekanntmachung.
Betr.: Die Verſteigerungen im ſtädtiſchen Pfandhaus.
Nach Ausſchreibung der Pfänderverſteigerung laufen erfahrungsgemäß ſtets
mündliche oder ſchriftliche Geſuche von Pfandhausſchuldnern bei uns ein, teils auf Ver
ſchiebung der Verſteigerung ihrer Pfänder, teils auf gänzliche Ausnahme derſelben von
der Verſteigerung gerichtet. Um den Schuldnern zweckloſe Gänge und Mühe zu er
ſparen, geben wir hiermit bekannt, daß alle derartige Geſuche abgewieſen werden müſſen
da die Pfandhausordnung die Verſteigerung aller verfallenden Pfänder, deren Ein=
löſung
oder Verlängerung innerhalb des hierfür beſtimmten Zeitraums vor dem Ven
ſteigerungstermin nicht erfolgt, ausdrücklich vorſchreibt und Ausnahmen von dieſen
Vorſchrift nicht zuläſſig ſind.
Darmſtadt, den 1. April 1910.
(7529dd
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Schmitt.

Bekanntmachung.
Betreffend: Die Vermeidung von Staubentwickelung bei Bauten.
Unter Bezugnahme auf unſere früheren Bekanntmachungen weiſen wir wieder=
holt
darauf hin, daß nach Maßgabe der beſtehenden geſetzlichen Beſtimmungen
(§ 366,8 Reichsſtrafgeſetzbuches, Artikel 112 und 292 Polizeiſtrafgeſetzes) diejenigen
Beſtrafung zu gewärtigen haben, welche es unterlaſſen, bei Bauten, namentlich beim
Abbruch von Gebäuden und bei der Erneuerung des Verputzes alle Vorkehr=
ungen
zu treffen, welche geeignet ſind, Gefahren für Vorübergehende und eine
beläſtigende Staubentwickelung zu verhindern. Insbeſondere iſt dafür Sorge zu
tragen, daß
1. der Verputz und das Mauerwerk vor dem Abſchlagen und während dieſer
Arbeiten ausreichend benäßt wird, daß
2. Bauſchutt nicht auf die Erde abgeworfen, ſondern abgetragen oder in Ge=
fäßen
abgelaſſen und hierbei ebenſo wie beim Aufladen auf Wagen und
Abfahren ausreichend benäßt wird, daß
3. derartige Bauarbeiten, bei welchen eine Staubentwickelung nicht ganz zu ver=
meiden
iſt, nur in den frühen Morgenſtunden (vor 8 Uhr vormittags)
vorgenommen werden darf.
Die Schutzmannſchaft iſt mit Ueberwachung beauftragt.
(7362md
Darmſtadt, den 4. April 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.

Hauswirtſchaftliche Fortbildungsſchule.

Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 11. April d. Js.
Für Schülerinnen aus dem Stadtteil Beſſungen findet der Unterricht im Mittel=
ſchulgebäude
in der Hermannsſtraße, für ſolche aus dem Nordweſtviertel im Schul=
hauſe
in der Lagerhausſtraße, für alle übrigen Schülerinnen im Schulhauſe in der
Rundeturmſtraße ſtatt.
Anmeldungen für alle Abteilungen werden Montag, den 11. d. Mts., vor=
mittags
von 1012, im Schulhauſe in der Rundeturmſtraße von dem Leiter der Schule
entgegengenommen.
Das Zeugnis der früher beſuchten Schule ſoll dabei vorgelegt werden.
Unterrichtsgegenſtände ſind: Hand= und Maſchinennähen, Flicken, Stopfen,
Sticken und Bügeln, ferner Kochen, hauswirtſchaftliches Rechnen und Deutſch, ſowie
außerdem für vorgeſchrittene Schülerinnen Anfertigung von einfachen Kleidern.
Das Schulgeld beträgt
a) für hieſige Schülerinnen monatlich eine Mark,
b) für auswärtige
drei
In beſonderen Fällen kann es hieſigen Schülerinnen erlaſſen werden.
Darmſtadt, den 5. April 1910.
(7509ds
Der Vorſtand:
Dr. Gläſſing, Oberbürgermeiſter.

1. Gottfried Beck, Karlſtr. 39.
2. Gebr. Becker Nachf., Grafenſtr. 27.
3. Heinrich Becker, Brandgaſſe 2.
4. L. Breitwieſer, R.=Ramſtädterſtr. 52.
5. Heinrich Brunner, Eliſabethenſtr. 33.
6. Karl Darmſtädter, Kiesbergſtr. 9.
7. Theodor Dilling, Kaſinoſtr. 27.
8. W. Eberhardt, N.=Ramſtädterſtr. 11.
9. Friedr. Ewald Nachf., Soderſtr. 54.
10. Theodor Fey, Kranichſteinerſtr. 8½
11. Gg. Aug. Fink, Lauteſchlägerſtr. 8.
12. Hch. Frick, Kahlertſtr. 31.
13. Bernhard Gans, Rheinſtr. 47.
14. Franz Geiger, Karlſtr. 36.
15. Wilh. Gelfius, Fuhrmannſtr. 6.
16. Jakob Glock, Langegaſſe 9.
17. Alexander Guntrum, Stiftſtr. 52.
18. Philipp Handſchuh, Schlößgarten=
ſtraße
37.
19. Ludw. Heppenheimer, Luiſenſtr. 2.
20. Wilhelm Heppenheimer, Kiesſtr. 80.
21. Kurt Hiſſerich, Bleichſtr. 28.
22. Karl Hoffmann, Wienersſtr. 44.
23. Balthaſer Ittmann, Lauteſchlägerſtr. 42
24. Heinrich Jung, Bleichſtr. 11.
5. Philipp Jung, Alexanderſtr. 9.
26. Karl Kämmerer, Marienplatz 10.
27. Adolf Kling, Rheinſtr. 17.
28. Hugo Kötting, Liebfrauenſtraße 75.

29. Phil. Kraus Nachf., Karlſtr. 51.
30. Chriſt. Landzettel, Kaupſtr. 7.
31. Ernſt Lorey, Karlſtr. 56.
32. Ludw. Luck, Lichtenbergſtr. 26.
33. Val. Marquardt u. Ph. Wamſer.
Dieburgerſtr. 54.
34. Ph. Maul, Eliſabethenſtr. 29.
35. Gg. Neumann, Heidelbergerſtr. 117,
36. Aug. Neumeyer Witwe, Große
Ochſengaſſe 22
37. Jakob Nohl, Martinſtr. 24.
38. Heinrich Pauli, Orangerieſtr. 7.
39. Ludwig Pohl, Heinheimerſtr. 15
40. Wilhelm Preußner, Bleichſtr. 40.
41. Karl Rockel Nachf., Schützenſtr. 4.
42. G. W. Roth, Moosbergſtr. 32 u. 97.
43. Jean Rühl, Saalbauſtr. 24.
44. Phil. Schäfer, Landwehrſtr. 29.
15. Friedrich Schiller, Tannenſtraße 7.
16. Franz Schulz, Karlſtr. 104½
47. Heinrich Schwarz, Hochſtr. 20.
48. Leonh. Sommer, Mühlſtr. 20.
49. Karl Tänzer, Marktplatz 7.
50. Mich. Vollrath, N.=Ramſtädterſtr. 51,
51. Sch. Waldſchmidt, Ludwigshöhſtr. 21,
52. Otto Wamboldt, Heerdweg 2.
53. Joh. Waſſer, Alexanderſtr. 7.
54. Karl Wenz, Wendelſtadtſtr. 46.
55. Karl Zahrt, Hofſtallſtr. 10.

Die ſämtlichen Firmen haben ihre Preis=Tarife auf dem Geſchäftszimmerde
unterzeichneten Verwaltung, Waldſtraße 19, eingereicht, wo dieſelben von Intereſſenten
eingeſehen werden können.
(6986fdi
Darmſtadt, den 31. März 1910.
Städtiſche Waſſerwerks=Verwaltung.
Rudolph.

Verſteigerungs=Anzeige.

Donnerstag, den 7. April 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
a) Für beſtimmt:
1 Vertiko und 1 ovalen Tiſch.
b) Ferner vorausſichtlich:
10 Vertikos, 3 Büfetts, 5 Diwans, 4 Sofas, 4 Schreibtiſche, 3 Waſchtiſche
3 Tiſche, 4 Betten, 2 Kommoden, 4 Kleiderſchränke, 4 Eisſchränke, 1 Dezimal=
wage
, 1 Pianino, 2 Kaſſenſchränke, 4 Ladentheken, 2 Warenſchränke, eine
Partie Bilder, Geſchäftsbücher, Bilderleiſten, 3 Ballen Roßhaarſtoff, eine
Partie Seidenfutterſtoff und Samt, eine Partie Werkdruckpapier, 1 Broß=
geſtell
, 25 Flaſchen Wein, 2 Fahrräder, 2 Wagen, 2 Nähmaſchinen, 1 Grammo
phon, eine Partie Falzziegel und Schieferſteine und verſchiedene andere
Gegenſtände.
(7504
Darmſtadt, den 6. April 1910.

Thüre,

Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.

Werſch. Schlofferwerkzeug, Schraubſtöcke,
Sperrhorn ꝛc., ſowie eine Partie Zahn=
räder
, billig zu verkaufen Waldſtr. 7. (7220a

kaufen geſucht.
Gebr. Kaſſenſchrank Offerten unter

Ein weißes Jackenkoſtüm

C 77 an die Exped. ds. Bl
8375imd

für m
r u. ein ſchwarzer moderner
Strohhnt mit Federn billigſt zu verkaufen
7132)
Gutenbergſtraße 29, 2 Tr.

Drahtgeflecht

ca. 20 m, gebraucht, kleinmaſch., zu kaufen
geſucht. Gefl. Offerten unter C 67 an die
(7326imd
Expedition ds. Bl heten.

Aenderu
Ludwi
haus

Bekanntmachung.
Es wird hiermit in Erinnerung gebracht, daß die Ausführung der an die ſtädtiſche
Waſſerleitung anzuſchließenden Waſſerverſorgungs=Einrichtungen im Innern der
Gebäude und Grundſtücke nur durch ſolche Inſtallateure erfolgen darf, die ſich be
der unterzeichneten Verwaltung verpflichtet haben, alle vorkommenden einſchlägigen
Arbeiten auf Grund der Satzungen über Abgabe von Waſſer aus dem ſtädtiſchen
Waſſerwerk und unter gewiſſenhafter Beachtung der beſonders erlaſſenen Beſtimmungen
auszuführen.
Zurzeit ſind folgende Firmen berechtigt:

1 Kan
Reini
2. Plal
mant

geſel
(Komt

[ ][  ][ ]

Die bei Errichtung einer höheren Knaben=
nd
Mädchenſchule erforderlichen Ven=
klationseinrichtungen
der Heizungsanlage
llen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
iegen bei dem unterzeichneten Amte
(Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9)
vährend der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
uch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote nach auswärts werden nicht
bgegeben.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 12. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 30. März 1910.
Stadtbauamt.
(7365md
Buxbaum.
Inſtallationsgegenſtände.
Die Lieferung von Inſtallationsgegen=
tänden
für die höhere Knaben= und Mäd=
henſchule
, und zwar 107 Kloſetts, 11 guß=
iſerne
Ausgußbecken, 39 Fayence= Waſch=
iſche
, 20 Fayence=Ausgußbecken nach vor=
iegendem
Muſter ſoll vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
iegen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9,
vährend der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
luch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Samstag, den 23. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
dei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 1. April 1910.
Stadtbauamt.
Buxbaum. (7366md

An unſer Handelsregiſter 4 wurden ſol=
gende
Einträge vollzogen:
Am 26. März 1910.
Aenderung hinſichtlich der Firma:
Ludwig Stritzinger, Möbelfabrik,
Darmſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
Darmſtädter Möbeleinrichtungs=
haus
Ludwig Stritzinger, Kunſt=
gewerbliches
Etabliſſement für
Innenausſtattung.
Am 1. April 1910.
Hinſichtlich der Firmen:
1. Darmſtädter Glas= und Gebäude=
Reinigungs=Inſtitut Ibel & Co.,
Darmſtadt.
Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt und
die Firma erloſchen.
2. Plakat=Inſtitut Ibel & Co, Kom=
manditgeſellſchaft
, Darmſtadt.
Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt und
die Firma erloſchen.
8. Darmſtädter Wach= und Schließe
geſellſchaft Nikolaus Ibel & Comp.
(Kommanditgeſellſchaft), Darm=
ſtadt
.
Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt und
die Firma erloſchen.
4. Ausführungsſtelle (Eilboten= In=
ſtitut
) Nikolaus Ibel & Comp.,
Kommanditgeſellſchaft, Darmſtadt.
Die Geſellſchaft iſt aufgelöſt und
die Firma erloſchen.
Am 2 April 1910.
Gelöſcht die Firma:
Chr. Fink, Darmſtadt.
Darmſtadt, den 4. April 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

An unſer Handels=Regiſter, Abteilung ga.
iſt heute unter Nr. 74 die Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung unter der Firma
Darmſtädter Wach= und Schließ=
geſellſchaft
, Plakat=, Eilboten=und
Reinigungs=Inſtitute Ibel & Lotz,
Geſellſchaft mit beſchränkter Haf=
tung
, und mit dem Sitz in Darmſtadt,
eingetragen worden.
Gegenſtand des Unternehmens iſt der
Weiterbetrieb der ſeither von Nikolaus Ibel
& Co., Kommanditgeſellſchaft in Darm=
ſtadt
, betriebenen Geſchäfte, beſtehend aus
dem Betriebe
1. einer Wach= und Schließgeſellſchaft,
2. eines Trottoir=Reinigungsinſtituts,
3. eines Plakatinſtituts,
4. eines Glas= und Häuſer= Reinigungs=
inſtituts
.
5. eines Vacuum=Reinigungsinſtituts.
6. einer Ausführungsſtelle.
Das Stammkapital beträgt 52000 Mk.
Geſchäftsführer ſind:
Nikolaus Ibel, Kaufmann und Guts=
beſitzer
, Darmſtadt.
Philipp Lotz, Kaufmann, Darmſtadt.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am 23. No=
vember
1809 bezw. 30. März 1910 feſtge=
ſtellt
.
Jeder Geſchäftsführer iſt befugt, die
Geſellſchaft allein zu vertreten.
Die beiden Geſellſchafter bringen die
geſamten der Firma Nikolaus Ibel & Co.,
Kommanditgeſellſchaft in Darmſtadt, ge=
hörigen
Geſchäftsvermögen an Aktiven und
Paſſiven ein, wovon auf die Stammein=
lage
des Nikolaus Ibel 27000 Mk. und auf
die des Philiop Lotz 25000 Mk. angerech=
net
werden.
(7502
Oeffentliche Bekanntmachungen der Ge=
ſellſchaft
erfolgen im Deutſchen Reichsan=
zeiger
.
Darmſtadt, den 2. April 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Dünger=Verkauf.
Am Samstag, den 9. April 1910,
von 9½ Uhr vormittags ab,
wird auf dem hinteren Hofe der alten
Kavallerie=Kaſerne in Darmſtadt die Ma=
tratzenſtreu
einer Eskadron öffentlich meiſt=
bietend
verſteigert.
(751idf
Garde=Dragoner=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 23.

ionis Cehaufeleter
1
Seweison

daß es unseren ersten Fabriken
fertiger Herrengarderobe gelungen
ist, sowohl in Schnitt u. Arbeit,
als in geschmackvollster Wahl der
Stoffe, Herrengarderobe zu liefern,
die der allerbesten Maß-Arbeit
gleich kommt, ja sie vielfach über-
trifft
. Sie finden bei mir nur
das Vollkommenste, was auf
diesem Gebiete in Deutsch-
land
geliefert wird. Besich-
tigung
meiner Lagerbestände ohne
Kaufzwang jederzeit gestattet. &

(7547

Mlusr-Rrosder!

Hoflieferant

Ernst-Ludwigsplatz 1.
Einziges Spezialgeschäft erstklass. Herrengarderobe am Platze.

Pfennigſparkaſſe Darmſtadt.
Diejenigen Pfennig=Marken=Blätter,
welche eine auf volle Mark abgerundete
Geſamteinlage bis zum Ende des abge=
laufenen
Vierteljahres nachweiſen, ſind nebſt
den ſtädtiſchen Sparkaſſebüchern
Samstag, den 9. April 1910,
an die Herren Stationserheber zur Veran=
laſſung
der Ueberſchreibung abzuliefern.
Darmſtadt, den 6. April 1910.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen Sparkaſſe.
(7513
Purgold, Direktor.

Belanntnahung.
Donnerstag, den 21. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die der Witwe des Tapeziers Fried=
rich
Fey, Katharine, geb. Kraft, und dem
Bauingenieur Ludwig Fey dahier zuge=
ſchriebene
Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
260 741 Hofreite Grafenſtraße
Nr. 4,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K172/09
werden.
Falls keine anderen rechtlichen Hinderniſſe
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 22. März 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L6845,65
Müller.

Bekanntmachung.
Dienstag, den 12. April 1910,
vormittags 11 Uhr,
ſollen auf freiwilligen Antrag der Erben
des Georg Heinrich Hermann Müller und
des Adolph Becker zu Newark (Amerika)
und Genoſſen die nachverzeichneten Liegen=
ſchaften
:
Flur Nr. qm
14 95¾/10 318 Hofreite Heidelberger=
ſtraße
69,
14
95¾/10 511 Grabgarten daſelbſt,
14
90¾/10 267 Grabgarten ( Bau=
platz
) daſelbſt,
14 91/10 267 Grabgarten ( Bau=
platz
) daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer, Wittmann=
ſtraße
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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. April 1910.

Nummer 80.

Was will ich werden?
Von E. Zurhellen=Pfleiderer.)
Würde die Jugend nach der Schulzeit einfach ins
Leben hineingeſtellt mit der Weiſung: So, nun dient
den Menſchen, da wäre ſie trotz aller hinzugefügten
auten Ratſchläge doch wohl recht ratlos. Wem denn?
Man kann doch nicht in die Häuſer hineinlanfen und
ſehen, wo es etwa Not gibt, und wie denn? Geld=
mittel
beſitzt man noch nicht, und gelernt hat man auch
noch nichts, daß man mit ſeinen Kräften auf verſtän=
dige
Weiſe etwas Nützliches zuſtande brächte. Das
Leben liegt ſo pfadlos vor dem ſuchenden Ange, oder
es hat der Wege zu viele, das kommt ja auf eins her=
aus
. Da aber bietet ſich dem jungen Menſchen eine
Hilfe, ſein Beruf. Sein Beruf, der ſeinem Denken
eine beſtimmte Bahn gibt, der ſeinem Tun und Leben
die Wege vorſchreibt, die für ihn die richtigen ſind, der
ihn auf einen beſtimmten Kreis von Menſchen hin=.
weiſt, dem er dienen ſoll und helfen kann, der ihm
auf verſchiedene Weiſe Mittel in die Hand gibt, die
er zum Helfen braucht.
Aber wieviele junge Menſchen gibt es, die ſich das
alles klar machen und aus ſolchen Gedanken heraus
ihren Beruf wählen? Vielleicht wäre es das Ideal,
wenn ſie es täten, vielleicht nicht einmal. Das junge
Geſchlecht müßte dann jedenfalls viel überlegſamer
und weitſichtiger ſein, als es wirklich iſt, und ich
fürchte, dann wäre die Jugend einfach nicht jung. Der
Wille zu einem Beruf entſteht bei ihr aus ganz an=
deren
Motiven. Es gibt Jungen, die wählen einen
Beruf, um möglichſt viel Geld zu verdienen, das hat
bei einem deutſchen Jungen ſehr ſchlechten Klang. Der
Amerikaner mit ſeinem make money will Geld er=
werben
, um einmal etwas Großartiges zu leiſten in
der Welt, der deutſche Junge aber, der ſo aufs Geld
iſt, pflegt über dem lockenden Beſitz das Leiſten zu
vergeſſen. Andere gibt es, die wählen einen Beruf,
weil ſie ſich beſondere Ehren davon verſprechen; das
iſt nicht einmal klug gedacht. Denn wenn jemand
einen Beruf allein aus dieſem Grunde wählt, ſo iſt
es gar nicht wahrſcheinlich, daß er ſich darin als beſon=
ders
tüchtig erweiſt, und mit den Ehren wird es nichts
werden. Wie mancher junge Meuſch, der Offizier oder
Juriſt wurde, weil dieſe Stände etwas bedeuten in
der Geſellſchaft, und der auch ein ſchneidiger Aſſeſſor
oder Leutnant war, blieb als Amtsrichter in irgend=
einem
kleinen Neſte hängen oder führte bald als
Hauptmann a. D. ein völlig unbeachtetes Daſein
Zum Glück gibt es einen geſunderen Boden, aus dem
die Berufswahl junger Menſchen erwachſen kann und
oft erwächſt. Das iſt die Neigung zu einem be=
ſtimmten
Beruf, die wohl meiſt aus einer mehr oder
weniger klar empfundenen Befähigung ſtammt. Im.
heranreifenden Kinde lebt ſchon die Sehnſucht nach die=
ſer
Tätigkeit und dieſem Lebenskreis, durch Freunde,
durch Bücher, durch hier und da gewonnene Anſchau=
ung
wird ſie ſtetig verſtärkt und endlich bricht der feſte
Entſchluß aus dieſer Sehnſucht hervor, wie die Blüte
aus der Knoſpe. Das iſt köſtlich, und ſo ſollte es
immer ſein. Gerade, daß dieſe Sehnſucht wach wird,

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ehe man die Einzelheiten, die Schatten und quälenden
kleinen Mühſeligkeiten des Berufes erkennt, gerade
das macht ihre beſondere Kraft aus. Sie denkt den Be=
ruf
als Ganzes, nicht in der Zerſtückelung des Tages=
dienſtes
, ſie denkt ſeinen Wert in der menſchlichen
Geſellſchaft und ſeinen Wert für den Menſchen, der
ihn ausübt, und dieſer geſchaute, über der Wirklichkeit
ſchwebende Beruf, der iſt es, den ſie erſehnt.
Natürlich bringt die Wirklichkeit mit ihren Klei=
nigkeiten
und Kleinlichkeiten dann bald ſehr herbe
Enttäuſchungen, aber der junge Menſch hat das mit
hineingebracht ins Berufsleben, was ihm am beſten
über dieſe Enttäuſchungen hinweghilit, den über die
augenblickliche Mühſal hinwegſchauenden, den Beruf
als Ganzes in ſeiner Tiefe erfaſſenden Blick. Zwar
wird er trotz deſſen als Offizier über den Frontdienſt
ſchelten, als Lehrer über endloſe Korrekturen klagen,
als Hausfrau über zerriſſene Strümpfe ſtöhnen und
als Kaufmann über geiſttötende Schreiberei. Aber er
wird auch dieſe ſcheinbar ſo toten Dinge nicht nür als
notwendiges Mittel zum Zweck ertragen, ſondern auch
wirklich mit dem Geiſte ſeines Bernfes erfüllen ler=
nen
. Er wird auch beim Korrigieren, vor den Rekru=
ten
Erzieher und beim Strümpfeſtopfen Verwalterin
des Hauſes, ja Mutter ſein.
Wem das gelingt, der hat von ſeinem Beruf wirk=
lich
das Höchſte, was ein Beruf geben kann; daß er
der Inhalt und kraftgebende Rückhalt des Lebens iſt.
Und zugleich wird er durch dieſen Beruf für die Geſell=
ſchaft
das beſte, was es geben kann: ein dem Ganzen
ſich harmoniſch einordnendes, Nutzen ſchaffendes, die=
nendes
Glied.
Ein Leben ohne Beruf, wie arm und wie einſam!
Der Rentner, der von ſeinen Zinſen lebt und die
junge Dame, die es nicht nötig hat ſie beide finden,
ſolange ſie jung ſind, ihren Lebensinhalt wohl in
Sport und Vergnügungen von mancherlei Art, aber
wenn ſie älter werden da tut ſich das Leben ſo gäh=
nend
leer vor ihnen auf. Sie leiſten nichts und ſie
ſind nichts. Woran ſollten ſie auch reifen, woran ihre
jungen Kräfte üben, wo diejenigen finden, die ihrer
Dienſte bedürfen, wenn ihnen nicht im unendlich flu=
tenden
Leben durch einen beſtimmten Beruk ein be=
ſtimmter
Kreis mit deutlichen Aufgaben zugewieſen
war. So ſind ſie leer ausgegangen, nur Schale, oft
recht elegant geſchmückte Schale, aber ohne Inhalt.
Ihre Beleſenheit, ihre geiſtigen Bemerkungen ver=
führen
wohl den einen oder anderen dazu, in ihnen
eine Perſönlichkeit zu ſuchen, aber ſobald man an=
klopft
, klingt es hohl, ſie ſind wirklich leer.
Zum Glück iſt unter den Männern dieſes Zerr=
bild
eines Kulturmenſchen ſelten, einfach darum, weil
die allgemeine Sitte verlangt, daß der Knabe einen
Beruf wählt, und wohl darum, weil der Mann nicht
Ausſicht hat, durch ſeine Frau einen Titel zu bekom=
men
, er muß ihn ſich ſchon ſelbſt erwerbeu. Um ſo
jämmerlicher wirken die wenigen Männer, die wirk=
lich
im Leben keinen Beruf geſucht und gefunden
haben. Mit all ihrem großartigen Auftreten ſind ſie
unſerer arbeitenden Welt nicht viel mehr als ein
Plunder, den man gern zur Seite wirſt.
Viel ſchwerer liegt die Frage für das weibliche
Geſchlecht, und die Frauenbewegung, die ſchon viel
Beſſerung geſchaffen hat, hat doch gerade den ganz
jungen Mädchen noch keine Klarheit gebracht. Faſt
jedes junge Mädchen hofft darauf, Gattin und Mutter
zu werden, gerade ſo gut wie der junge Mann und
ſchon der reifende Knabe an ſeine künftige Ehe denkt.
Aber da liegt nun der große Unterſchied: Gatte und

Bater ſein iſt kein kebenausfüllnder Beruſ. Hauftr=
und Mutier ſein, wenn es ernſt genommen wird.
aber ein ſolcher. Das empfinden die jungen Mädch
auch ſehr deutlich, und ſie ſollten ſich durch kein Gere
älterer unverheirateter Frauen oder kinderlbſ
Gattinnen oder ſolcher Mütter, die nicht Hausfrau
ſind und niemals kranke Kinder hatten, daran irt
machen laſſen. Die Ehe bedeutet für die Frau tatſä
lich einen vollen Beruf, der ihre Kräfte ganz in N
ſpruch nimmt, und iſt ſie genötigt, damit einen
deren Beruf zu vereinen, ſo iſt das nicht erfreuli=

rgendeinen Mann Löunie woht jede ſinden, die arn
aus iſt, aber ein Mädchen, das von der Ehe hoch den=
und nur dem angehören möchte, den ſie lieb hat, ſte
vor der völligen Ungewißheit, ob ihr das jemals =
lich
ſein werde. Was ſoll ſie unn tun, ſoll ſie ſich vr
vornherein, durch all die Mittel, die zur Verfügun
ſtehen, Kochſtunde, Schneiderſtunde uſw., auf den Hau=
frauenberuf
vorbereiten, um nachher mit all den e
worbenen Fähigkeiten womöglich ſitzen zu bleiben
oder ſoll ſie inzwiſchen einen anderen Beruf wähle
der ihr gar nicht ſo ſehr am Herzen liegt, und nachhe
womöglich einmal raſch und ſchlecht vorbereitet in d
Ehe treten? Es iſt tatſächlich eine ſchwere Frage, we
wagt es, ſie glatt und befriedigend zu löſen? Aus di
ſer Lage ergibt es ſich, daß die einen jungen Mädche=
nachdem
ſie die üblichen häuslichen Kurſe abſolvie=
haben
, nichtstnend und wartend zu Hauſe herumſitze=
in
einem zehrenden Warten, durch das die fröhlich
Kraft allmählich aufgeſangt wird und daß änden
einen Beruf erwählen, nur um Geld zu verdiene
oder um die Zeit umzubringen, nicht aber ausde
Neigung, die aus Kraftbewußtſein und wirklicher B
fähigung hervorgeht.
Das wird ſich niemals von Grund aus änderr
diejenigen Mädchen, die den Hausfrauen= und Mutter
beruf erſehnen werden immer eine Zeit peinliche
Zwieſpalts durchmachen müſſen. Aber dies muß
tragen werden, denn wahrlich wer irgende
Leben kennt, muß ihnen raten: ſucht euch trötzden
ſolange ihr jung ſeid, einen anderen Beruf.e
Menſch hat ja doch nicht nur einen Wunſch, nicht un
eine Neigung, es ſind ja jetzt ſo viele Berufe de=
Frauen aufgetan, und es müſſen immer noch meh=
werden
, irgendeiner davon wird doch auch gerad
deinen Kräften eutſprechen. Iſt die mütterliche An
ſo unbeſieglich ſtark in einem Mädchen, dann kann ſi
doch auch Kindergärtnerin, Erzieherin, Pflegerin
einem Fürſorge=Erziehungshauſe werden iſt da=
Hausfrauliche das Alleinbeherrſchende, ſo bieten ſie
Stellen als Krankenpflegerin, Kochlehrerin, Wirt=
ſchaftsdame
auf einem Gute und warum ſin
die Berufe der Putzmacherin und Schneiderin ſoge
ring angeſehen, während doch keine gebildete Mutte=
ſich
ſchent, zu ſchneidern und zu garnieren, ſo gut ode
ſo ſchlecht ſie es verſteht. Nur einmal hinein in ſolch
Berufe, ihr Mädchen der guten Geſellſchaft, wen=
ihr
dabei darauf bedacht ſeid, eure Allgemeinbildun
ernſthaft zu vertiefen und die geſelligen Formen ſiche
beherrſcht, ſo wird jede ſpöttiſche Nachrede ſchnell ver
ſtummen, wie ja überhaupt die Nachrede niemalsede
Tapferkeit widerſtehen kann; wer ihr keck ins Geſich
ſchaut, vor dem duckt ſie ſich ſchen beiſeite. Undesäf
doch ein ſo köſtlicher Preis, den es zu gewinnen Fill
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Nummer 80.

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Nummer 80.
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. April 1910.
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auf mich allein übergegangen und wird von mir unter der Firma
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in den seitherigen Geschäftsräumen weiter betrieben. Indem ich meine geschätzten
Kunden hiervon ganz ergebenst in Kenntnis setze, bitte ich höflichst, mir auch fernerhin
das seitherige Vertrauen weiter bewahren zu wollen.
Pünktlichste Bedienung bei gediegener Ausführung wird auch fernerhin
mein erster Geschäftsgrundsatz bleiben.
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Nummer 80.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. April 1910.

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stattindenden Hauptversammlung ein,
Tagesordnung:
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Entlastur g des Rechners.
2. Voranschlag für 1910.
3. Wahl des Vorsitzenden.
4. Ergänzungswahl des Vorstandes. Aus demselben scheiden aus die Herren:
Dr. med. Blumenthal, Kommerzienrat L. Trier und Kaufmann Edgar Wetz-
stein
: diese Herren sind für das laufende Jahr satzungsgemäss nicht wieder
wählbar.
5. Beratung und Beschlussfassung über die eingegangenen Anträge. (Letztere
sind spätestens 3 Tage vor der Versammlung an den Vorsitzenden einzureichen.)
6. Vortrag des Herrn Professors Dr. ing. Vetterlein (mit Lichtbildern). (7152sd
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Tagesordnung:
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1. Rechnungsablage beider Vereine.
2. Vortrag des Herrn Geiſtl. Rat Msg. Dr. Werthmann-Freiburg
i. Br., Präſidenten des Charitasverbandes für das katholiſche
Deutſchland: Die Organiſation der kath. Charitas.
Hierzu werden ſämtliche Mitglieder, Wohltäter und Freunde
des St. Vinzenz= und St. Eliſabethenvereins ebenſo höflichſt wie
dringend eingeladen.
Die Vorſitzenden beider Vereine.

[ ][  ][ ]

Seite 22.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. April 1910.

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Nummer 80.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 7. April 1910.

Seite 23.

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