1910
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9t 1is P. 5.
Abonnementspreis
onatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
aus=
irts nehmen die Poſtämter u. die
Agen=
ren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
c Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
riebenen Tagenwird nicht übernommen.
173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
rgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 27.
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bet
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
N 70.
Donnerstag, den 24. März.
1910.
Uhr. 30
Die heutige Nummer hat 28 Seiten.
Am Karfreitag erſcheint kein Tagblatt.
Streikſtatiſtik.
* Die im Reichsarbeitsblatt veröffentlichte vorläufige
eberſicht über die Streiks und Ausſperrungen im Jahre
09 ergibt folgendes: Die Zahl der beendeten Streiks
trug 1419 (1347), die Zahl der betroffenen Betriebe
.08 (4774), wovon 1226 (1214) zum völligen Stillſtand
ebracht wurden. Die Zahl der gleichzeitig Streikenden
etrug 91803 (68 392). Die Streiks hatten in 255 (206)
ällen vollen, in 488 (437) teilweiſen und in 676 (707) keinen
rfolg. Die Zahl der beendeten Ausſperrungen belief ſich
uf 106 (177), die ſich auf 1667 (1758) Betriebe erſtreckten,
ovon 200 (484) zum völligen Stillſtand gebracht wurden.
die Zahl der gleichzeitig Ausgeſperrten betrug 22172
13 718). Die Ausſperrungen hatten in 46 (100) Fällen
ollen, in 51 (69) Fällen teilweiſen und in 9 (8) Fällen
zinen Erfolg.
Ein Vergleich mit den amtlichen Berichten über die
Streikbewegung anderer Länder ergibt, daß
Deutſch=
and weitaus die meiſten Streiks aufweiſt.
Tus dem Jahre 1908 liegen folgende amtliche Nachweiſe
darüber vor:
„(einſchl. d. Ausſp.)
Deutſchland 1347 Streiks Frankreich 1073 , Oeſterreich 721 England 399 Ungarn 201 , Holland 108 , Belgien 104 , Schweiz 93 Desgleichen machen, wie aus dem letzten Bericht des
internationalen Sekretärs der gewerkſchaftlichen
Landes=
zentralen über die Gewerkſchaftsbewegung hervorgeht, die
bazu gehörigen deutſchen Gewerkſchaften die größten
Auf=
wendungen für Streiks. Während die ſozialdemokratiſchen
Gewerkſchaften Deutſchlands 1907 15,2 Millionen oder 31
Prozent ihrer Geſamtjahresausgabe für Streiks ausgaben,
wurden in Großbritannien zum gleichen Zwecke nur 2,7
Millionen oder 6,5 Prozent dafür verwendet. Dagegen
fielen in England 66 Prozent, in Deutſchland 29 Prozent
der Geſamtjahresausgabe auf die Unterſtützungen. Daß
die Streikbewegung in Deutſchland ſolchen Umfang hat
und die ſozialdemokratiſchen Gewerkſchaften hier ſo
ge=
waltige Summen für Streiks ausgeben können, ſteht
zwei=
fellos in urſächlichem Zuſammenhag damit, daß der Staat
den Arbeitern in großem Umfange die Sorge für Alter,
Invalidität und Krankheit abgenommen hat. Denn in
England haben die Gewerkſchaften dieſe Laſten ſelbſt zu
tragen, und vermögen deshalb nicht ſo hohe Ausgaben für
Streiks zu machen.
Balkanfragen.
() Die Balkanfragen ſtehen neuerdings im
Vorder=
grunde der politiſchen Bühne. Sie ſind noch
komplizier=
ter als früher. Das iſt auf die gegenwärtigen
Verhält=
niſſe in der jungen Türkei, andererſeits auf die
ſchlummern=
den Aſpirationen der verſchiedenen Balkanvölker und
ſchließlich auf das Beſtreben Rußlands, auf dem
Balkan einen entſcheidenden Einfluß zu gewinnen,
zu=
rückzuführen. Dazu tritt die Erwägung, daß die Dinge
auf dem Balkan nicht von langer Dauer zu ſein pflegen,
das Bild vielmehr kaleidoſkopartig wechſelt.
Das in ſeinen Hoffnungen auf die Einverleibung
Kretas enttäuſchte Griechenland iſt heute der
Schau=
platz heftiger Kämpfe, deren Folgen noch gar nicht
abſeh=
bar ſind und die ſogar die Sicherheit der um das Land
ſo verdienten Dynaſtie bedrohen können. Das durch die
Annexion Bosniens und der Herzegowina verbitterte
Serbien ſteht im Begriffe, ſich der Freundſchaft der
Türkei und Bulgariens zu vergewiſſern, um den Kampf
gegen die Donaumonarchie wenigſtens auf dem
wirtſchaft=
lichen Gebiete aufnehmen zu können. Und Bulgarien,
das auf leichte Weiſe ſeine völlige Unabhängigkeit zu
er=
ringen vermochte, iſt eifrig beſtrebt, das Los ſeiner
Stam=
mesbrüder in Mazedonien zu beſſern, indem es die
Freund=
ſchaft der Türkei zu erwerben ſucht. Gleichzeitig ſucht
Bulgarien durch eine Annäherung an Serbien die ſerbiſche
Propaganda in Mazedonien zu ſchwächen oder unmöglich
zu machen. Die Türkei ſchließlich bemüht ſich, die dem
Lande zu ſeiner Eutwickelung und Wiedergeburt nötige
Ruhe zu ſichern. Aus alledem iſt erſichtlich, daß alle
Bal=
kanſtaaten, die kleinen wie die großen, ihre Politik auf
die Erhaltung des Friedens gerichtet haben, ohne
natür=
lich die Wahrung ihrer eigenen Intereſſen aus dem Auge
zu verlieren. Einzelne Optimiſten nehmen ja ſogar an,
daß die Schaffung eines Balkanbundes oder
wenigſtens eine dauernde Verſtändigung aller
Balkanſtaa=
ten wünſchenswert und möglich wäre. Es iſt ſehr fraglich,
ob ſolche Pläne durchführbar wären. Ihre verſchiedenen,
teilweiſe diametral entgegengeſetzten Intereſſen können
von den Balkanvölkern nicht bis zu dem Maße
aufgege=
ben werden, das nötig wäre, damit eine aufrichtige und
dauernde Verſtändigung unter ihnen zuſtande käme. Dieſe
Gegenſätze haben nämlich mit der Zeit einen organiſchen
Haß der einzelnen Völker untereinander gezeitigt; zu der
Ueberbrückung des dadurch entſtandenen klaffenden
Ab=
grundes zwiſchen ihnen wären enorme Opfer notwendig,
deren dieſe Völker bei ihrem notoriſchen politiſchen
Egois=
mus niemals fähig wären.
Zwiſchen Bulgarien und Serbien ſind ſchon
zu wiederholten Malen Annäherungsverſuche
unternommen worden; ſie blieben aber bisher ſtets ohne
Erfolg. Der im Jahre 1904 im geheimen zwiſchen beiden
Ländern abgeſchloſſene Zollunionsvertrag war in der
bul=
gariſchen Sobranje bereits mit Akklamation angenommen
worden. Obgleich dieſer Vertrag in erſter Linie den
Ser=
ben Vorteile brachte, wagten ſie es voch infolge des von
Oeſterreich=Ungarn ausgeübten Druckes nicht, ihn in der
Skupſchtina einzubringen, und die Zollunionsidee fiel
ſo=
mit ins Waſſer. Die Folge davon war, daß ſich die
Be=
ziehungen zwiſchen den beiden Nachbarvölkern ſtatt beſſer
und herzlicher, wieder unfreundlicher geſtalteten; Bulgarien
erntete überdies für ſeine mannigfachen, den Serben
ge=
währten Erleichterungen bei der Warendurchfuhr durch
Bulgarien nur Undank. Nicht allein, daß die ſerbiſche
terroriſtiſche Propaganda in Mazedonien auf Koſten des
bulgariſchen nationalen Beſitzſtandes mächtig anwuchs,
wurde von ſerbiſcher Seite auch der Verſuch unternommen,
die Munitionsdepots bei Sofia in die Luft zu ſprengen,
wodurch nicht allein die bulgariſche Hauptſtadt bedroht,
ſondern auch die Schlagfertigkeit der bulgariſchen Armee
in einem verhängnisvollen Momente in Frage geſtellt
worden wäre.
Trotz dieſer böſen Erfahrungen iſt im vorigen Jahre
auf ruſſiſches Drängen wiederum eine Freundſchaft
zwi=
ſchen Serbien und Bulgarien angeknüpft worden. Die
ge=
genſeitigen Beſuche der beiden Herrſcherfamilten waren
das erſte Ergebnis dieſer Annäherung. Naturgemäß fand
auch der Miniſter des Aeußern Milowanowitſch jüngſt in
der bulgariſchen Hauptſtadt einen herzlichen Empfang.
König Peters Reiſe nach Petersburg iſt
glücklich verlaufen. Der König wurde bei ſeiner Ankunft
in Zarskoje Sſelo am Dienstag nachmittag vom Kaiſer,
den Großfürſten, dem Miniſter des Aeußern Iswolski
und anderen mit großen Ehren empfangen. Bei dem
Galadiner, das in Zarskoje=Sſelo zu Ehren des Königs
ſtattfand, brachte Kaiſer Nikolaus in ruſſiſcher
Sprache folgenden Trinkſpruch aus: Eure Königliche
Majeſtät! Es iſt mir erfreulich, Eure Königliche Majeſtät
aus Anlaß Ihrer Ankunft in Rußland aufrichtig
willkom=
men zu heißen. Die engen Bande, die unſere
ſtammver=
wandten Völker verbinden, ſind ſchon oftmals in der
ruhm=
vollen Geſchichte zutage getreten. Der Beſuch Eurer Majeſtät
iſt eine neue Beſtätigung der Feſtigkeit der
Freund=
ſchaft zwiſchen Rußland und Serbien. Dieſe
Freundſchaft wird zweifellos zur Feſtigung des
allgemei=
nen Friedens und der Ordnung beitragen, was für eine
ruhige Entwickelung des ſerbiſchen Königreiches inmitten
der andern ſelbſtändigen Staaten der Balkanhalbinſel
ſo notwendig iſt. Aus tiefſter Seele bringe ich die
auf=
richtigſten Wünſche für das Wohlergehen Ihres Landes
und ſein friedliches Gedeihen zum Ausdruck. Ich trinke
auf das Wohl Eurer Königlichen Majeſtät, des ſerbiſchen
Thronfolgers, Prinzen Aléxander, und auf das Wohl des
ganzen Königlichen Hauſes.
Der Königvon Serbien antwortete in ſerbiſcher
Sprache: Aus tiefſter Seele danke ich Eurer Kaiſerlichen
Majeſtät für den herzlichen und glänzenden Empfang, den
ich in dem brüderlichen Rußland gefunden habe. Dieſer
Empfang iſt eine neue und wertvolle Beſtätigung der
herz=
lichen und engen Bande zwiſchen dem mächtigen
ſlawiſchen Rußland und meinem Vaterlande, ſowie ihrer
treuen und feſten Freundſchaft, deren Andenken auf vielen
ſo vollen Seiten der Geſchichte meines Volkes aufbewahrt
iſt. In Befolgung der uralten ſerbiſchen Tradition beſuchte
ich zu allererſt das uns verwandte ſlawiſche Rußland in
dem feſten Glauben, daß ich von hier meiner Heimat die
frohe Botſchaft bringen werde, daß es uns bei unſerer
ſelbſtändigen friedlichen Entwickelung inmitten der anderen
unabhängigen Staaten der Balkanhalbinſel geſtattet iſt,
auf die mächtige Freundſchaft Eurer Majeſtät und
des großen Rußlands zu vertrauen. Die
unvergeß=
lichen Worte, mit denen Eure Majeſtät gute Wünſche für
das Wohlergehen und die Entwickelung Serbiens
auszu=
drücken geruhten, werden einen begeiſterten Widerhall in
allen ſerbiſchen Herzen finden. Erfüllt von den
aufrich=
tigſten und herzlichſten Wünſchen erhebe ich mein Glas auf
das koſtbare Wohl Eurer Kaiſerlichen Majeſtät, Ihrer
Ma=
jeſtäten der Kaiſerinnen Alexandra Feodorowna und
Ma=
ria Feodorowna, des Thronfolgers, des ganzen
Kaiſer=
hauſes und auf den Ruhm und die Größe des
unermeß=
lichen Rußland.
Deuſches Reich.
— Die dritte außerordentliche Hauptverſammlung des
deutſchen Arbeitgeberbundes für das
Baugewerbe, die am 22. ds. Mts. in Dresden tagte,
verlangt, daß die Ende März ds. Js. abgelaufenen
Tarif=
verträge mit den Arbeitnehmer=Organiſationen unter
Zu=
grundelegung eines Tarifvertragsmuſters erneuert werden,
die folgende Bedingungen zu enthalten hätten:
1. Der Abſchluß ſoll zentral erfolgen. Die vorherigen
Vereinbarungen der ſpeziellen Arbeitsbedingungen ſollen
nach wie vor dieſen Arbeitgeberverbänden und den in
Be=
tracht kommenden Zweigverbänden der Arbeitnehmer
über=
laſſen bleiben. 2. Die Möglichkeit, die für die einzelnen
Verbände geeigneten Lohnmethoden zu vereinbaren ſoll
durch das Vertragsmuſter geſichert werden. Eine
Redu=
zierung der Lohnhöhe iſt nicht beabſichtigt. 3. Die
Akkord=
arbeit ſoll nicht nur als zweckmäßig erklärt, ſondern ihre
Durchführung auch im Vertrage geſichert werden. 4.
Durch eine beſondere Erklärung außerhalb des Vertrages
ſoll eine Sicherung der Arbeitsnachweiſe inſofern
feſtge=
legt werden, daß dieſe von den Arbeiterorganiſationen in
keiner Weiſe geſtört werden dürfen. 5. Eine geringere als
dreijährige Vertragsdauer ſoll ausgeſchloſſen ſein.
Dieſer Beſchluß ſoll den Zentralverbänden als
ent=
ſcheidende Entſchließung des deutſchen Arbeitgeberbundes
für das Baugewerbe mitgeteilt werden. — Die in Dresden
abgehaltene Verſammlung erwartet gemäß den in Berlin
mit den Arbeitgebervertretern getroffenen Vereinbarungen
die Antwort der Arbeitnehmerorganiſationen bis
ſpä=
teſtens den 1. April und erklärt ſich mit der Verlängerung
der jetzt beſtehenden Verträge bis längſtens 14. April
ein=
verſtanden.
— Der „Reichsanzeiger” teilt mit: Nachdem durch
den Tod des Biſchofs Dr. Schneider der biſchöfliſche
Stuhl von Paderborn zur Erledigung gekommen,
hat nach Maßgabe der beſtehenden Vorſchriften vom 30.
November 1909 durch das Domkapitel der Kathedralkirche
zu Paderborn die Wahl eines neuen Biſchofs
ſtattgefun=
den, die auf den bisherigen Profeſſor an der
philoſophiſch=
theologiſchen Lehranſtalt zu Paderborn, Dr. Joſeph
Schulte, gefallen iſt. Dieſer hat durch päpſtliches Breve
vom 7. Februar 1910 die Beſtätigung zur Ausübung
ſei=
nes biſchöflichen Amtes erhalten. Seine Majeſtät der
Kaiſer und König haben mittels Allerhöchſter Urkunde vom
28. Februar 1910 dem Biſchof Dr. Joſeph Schulte die
nachgeſuchte landesherrliche Anerkennung als
Biſchof von Paderborn zu erteilen geruht. Die Urkunde
iſt dem Biſchof am 18. März ds. Js. durch den
Oberprä=
ſidenten der Provinz Weſtfalen ausgehändigt worden,
nachdem der Biſchof den durch die Verordnung vom 13.
Februar 1887 vorgeſchriebenen Eid abgeleiſtet hat.
— Der wegen ſeiner Stellungnahme gegen die
geiſt=
liche Schulaufſicht von der bayeriſchen Regierung
mit einem ſcharfen Verweis gemaßregelte Redakteur der
„Bayeriſchen Lehrerzeitung”, Lehrer Meyerhöfer, hat
ge=
gen ſeine Disziplinierung Rekurs beim Kultusminiſter
ergriffen. Der Bayeriſche Lehrerverein, der
rund 15000 Mitglieder zählt, erklärt ſich mit dem
Gemaß=
regelten ſolidariſch. Der Hauptausſchuß dieſes Vereins
veröffentlicht ſoeben folgende Erklärung:
Der Bayeriſche Lehrerverein hält unverrückbar an dem
Verlangen nach Fachaufſicht in der Volksſchule feſt und
wird ſich immer und überall gegen die geiſtliche
Schulauf=
ſicht ausſprechen. Es iſt Aufgabe der Fachpreſſe dieſe
be=
rechtigte Forderung mit allem Nachdruck zu vertreten und
die maßloſen Angriffe der gegneriſchen Preſſe gegen die
geſamte Lehrerſchaft antſchieden abzuwehren. Solange
die verletzendſten Ausfälle in der wegwerfendſten und
verhetzendſten Art gemacht werden, iſt es Pflicht, dem
be=
leidigten Gefühle der Lehrerſchaft unzweideutigen
Aus=
druck zu geben. Redakteur Meyerhöfer hat die ihm durch
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 24. März 1910.
Beruf und Dienſtpflicht gezogene Schranke nicht
überſchrit=
ten, wohl aber verſteht er, den nach Gerechtigkeit
rufen=
den Lehrern und Lehrerinnen, die ſich in Bedrängnis und
Nöten befinden, angemeſſene Geltung zu verſchaffen. Es
iſt nichts geſchehen, was geeignet wäre, unſer Vertrauen
zu ihm und ſeiner Redaktionsführung zu erſchüttern. Die
Redaktion der Bayeriſchen Lehrerzeitung wird
entſchie=
den, dennoch maßvoll geführt, darum hat ſie unſere
Bil=
ligung.
— Der „Fall Oldenburg” dürfte ein
Nach=
ſpiel im bayeriſchen Landtage haben. Das
Münchener Zentrumsblatt kündigt dies in einer ſehr
ge=
reizten Beſprechung des „Ehrenhandels” den Abg. von
Oldenburg mit dem bayeriſchen Kriegsminiſter hatte, an
und führt dazu aus:
„Iſt es ſchon unerhört, daß ein Miniſter wegen einer
parlamentariſchen Rede ſich im Duell verantworten ſoll, ſo
iſt es ein geradezu unerträglicher Zuſtand, daß ein
Mi=
niſter auf dieſen Weg ſich verlocken läßt. Wenn der
Mini=
ſter etwas tun zu müſſen glaubte, ſo hätte er den
Wort=
laut ſeiner Kritik an der Oldenburg=Rede in der bayeriſchen
Abgeordnetenkammer feſtſtellen können . .
Aber daß der
Miniſter in dem Einleitungsſtadium eines Duells ſich dazu
nötigen läßt, ſchleunigſt im Reichstage dieſe Erklärung
abzugeben und dazu eine gar nicht zur Sache gehörende
Verſicherung, die einer Abbitte gleichkommt, abgibt, liegt
vollſtändig außerhalb der Amtsſphäre.”
Von dieſem Standpunkte aus fordert der „B. Kur.”
den bayeriſchen Landtag auf, Verwahrung gegen das vom
Kriegsminiſter v. Horn geſchaffene Präzedens einzulegen.
— Ueber den Arbeitsmarkt im Monat
Februar teilt das „Reichs=Arbeitsblatt” mit:
Der Arbeitsmarkt geſtaltete ſich im Februar nicht
ein=
heitlich, aber überwiegend günſtig. Auf der einen Seite
zeigte ſich namentlich bei einem Teile der Großinduſtrie
ein Stillſtand, auf der anderen Seite konnte, wie immer im
Februar, eine Aufwärtsbewegung bei gewiſſen
Saiſon=
gewerben beobachtet werden. Auf dem
Ruhrkohlen=
markte verſchlechterten ſich die Abſatzverhältniſſe weiter.
Auch im Saarrevier und in Oberſchleſien blieb die
Nach=
frage nach Kohlen ſehr ſchwach. Die
Braunkohlenindu=
ſtrie klagte gleichfalls. Hauptſächlich ſchuld daran waren
die überaus günſtigen Witterungsverhältniſſe, die den
Bedarf für Hausbrand minderten. In der Eiſen=und
Metallinduſtrie hat ſich gegen den Vormonat
we=
nig geändert, doch machte ſich eine leichte Beſſerung faſt
allgemein geltend. Bei den Werken des
Stahlwerksver=
bandes war die Beſchäftigung etwa gleich groß wie im
Vormonate. Die Textilinduſtrie leidet weiter
un=
ter den hohen Rohmaterialpreiſen, ganz ungenügend war
die Baumwollſpinnerei beſchäftigt. Auf die
Tuchfabri=
kation war die milde Witterung von günſtigem Einfluſſe.
Das Baugewerbe wies infolge der milden Witterung
einen beſſeren Beſchäftigungsgrad auf als ſonſt in dieſer
Jahreszeit, doch wird ein wirklicher Aufſchwung vermißt,
zum Teil ſogar eine Verſchlechterung gemeldet. Das
Be=
kleidungsgewerbe zieht Vorteil aus der warmen
Witterung und aus dem dieſes Jahr ſo früh fallenden
Oſterfeſte, und iſt deshalb ſehr befriedigend beſchäftigt.
Bei den an das Kaiſerliche Statiſtiſche Amt
berich=
tenden Krankenkaſſen ergab ſich am 1. März
gegen=
über dem 1. Februar eine Zunahme der
verſicherungspflich=
tigen Mitglieder abzüglich der erwerbsunfähigen
Kran=
ken um 55610, und zwar um 42831 männliche und 12 779
weibliche, während am 1. Februar gegenüber dem 1.
Ja=
nuar die Abnahme 2411 (— 8914 männliche, — 6503
weibliche) betrug. Gegenüber dem Februar 1909 war die
Zunahme diesmal weſentlich größer; ſie betrug damals
7167 Mitglieder. Der März 1910 wies gegen den Februar
1910 eine Zunahme beider Geſchlechter auf; im Vorjahre
zeigte ſich vom März 1909 zum Februar 1909 eine geringere
Zunahme, Für beide Geſchlechter war die Lage im Jahre
1910 günſtiger.
Auch die Berichte der Arbeitsnachweiſe laſſen
eine Belebung des Arbeitsmarktes in die Erſcheinung
tre=
ten. Bei der Geſamtzahl der berichtenden
Arbeitsnach=
weiſe, für die vergleichbare Zahlenangaben vorliegen,
ka=
men im Februar 1910 auf 100 offene Stellen bei den
männlichen Perſonen 229, bei den weiblichen 90
Arbeits=
geſuche gegen 293 bezw. 89 im Febr. 1909 und 254 bezw.
98 im Vormonate. Auf dem Berliner Arbeitsmarkte
ſtei=
gerte ſich der Beſchäftigungsgrad um etwa 20 Prozent,
und zwar wurden nicht nur einzelne Induſtriezweige
gün=
ſtig beeinflußt. Im Regierungsbezirk Düſſeldorf war die
Arbeitslage gegenüber der des Vormonats günſtiger. In
Heſſen, Heſſen=Naſſau und Waldeck hat die im Vormonat
einſetzende Beſſerung weiter angehalten. In Bayern und
Württemberg war man allgemein zufrieden, dagegen ließ
die Lage des Arbeitsmarktes in Elſaß=Lothringen zu
wün=
ſchen übrig.
Die Einnahme aus dem Güterverkehr
deut=
ſcher Eiſenbahnen waren im Februar 1910 um
8063 498 Mk. höher als im gleichen Monat des Vorjahres.
Das bedeutet eine Mehreinnahme von 116 Mark oder 4,95
Prozent auf 1 Kilometer.
Ausland.
— Die franzöſiſche Kammer nahm durch
Händeauf=
heben faſt einſtimmig einen Antrag an, nach dem der
Ge=
neraldirektor der Domänen an Stelle der Liquidatoren für
die Ordensgüter treten und deren bisherige
Funktio=
nen unter der Kontrolle des Kultus= und des
Finanzmini=
ſters ausüben ſoll. Die Kammer hat der am 8. Juli 1908
in Paris abgeſchloſſenen Konvention zur Regelung des
Telephondienſtes zwiſchen Frankreich und Deutſchland ihre
Zuſtimmung erteilt.
Der Senat nahm die Beratung des
Altersverſor=
gungsgeſetzes wieder auf und billigte insbeſondere das
Amendement, das vor der Erreichung des 50. Lebensjahres
den naturaliſierten fremdländiſchen Arbeitern das Recht
auf gewiſſe Wohltaten des Geſetzes zuſpricht.
Arbeits=
miniſter Viviani erklärte, die Arbeiter würden das Recht
(nicht eine Vergünſtigung) haben, zu reklamieren. Der
Senat nahm hierauf das Arbeiterverſicherungsgeſetz im
ganzen mit 280 gegen 3 Stimmen an.
— Der in der Thronrede zur Eröffnung des
ſchwe=
diſchen Reichstags angekündigte, von der Regierung
aus=
gearbeitete Geſetzentwurf betr. das
Arbeitsüber=
einkommen zwiſchen den Arbeitgebern und den
Ar=
beitnehmern iſt dem Reichstage vorgelegt worden. Der
Geſetzentwurf beſtimmt u. a., daß Kollektiv=
Uebereinkom=
men nicht auf länger als fünf Jahre abgeſchloſſen werden
können, während des Beſtehens eines ſolchen dürfen
we=
der von den Arbeitgebern noch von den Arbeitern
Aus=
ſperrungen, Arbeitseinſtellungen oder Sympathieſtreiks und
Sympathieausſperrungen vorgenommen werden. Ferner
wird die Errichtung eines Arbeitsſchiedsgerichts mit dem
Sitz in Stockholm vorgeſchlagen, das aus drei Juriſten
und vier mit den Arbeitsverhältniſſen vertrauten
Per=
ſonen beſtehen ſoll. Den Arbeitgebern ſteht das Recht zu,
die Arbeit zu leiten und zu verteilen, ſie müſſen aber den
Arbeitern die Freiheit zur Teilnahme an politiſchen oder
kommunalen Wahlen gewähren. Schließlich enthält der
Entwurf Strafbeſtimmungen für die Veranſtaltung von
Streiks, die das Wohl des Staates gefährden.
— Das engliſche Oberhaus nahm die dritte
Reſolu=
tion Roſeberys, die den Grundſatz aufſtellt, daß der
Beſitz der Peerswürde an ſich nicht ohne weiteres die
Mit=
gliedſchaft des Oberhauſes mit ſich bringt, mit 170 gegen
17 Stimmen an. Die Minderheit beſtand aus dem
frühe=
ren Lordkanzler Halsbury und anderen unioniſtiſchen
Peers, die liberalen Peers ſtimmten dafür. Der
Staats=
ſekretär für die Kolonien, Earl of Crewe, erklärte, die
Regierung habe damit, daß ſie zunächſt die Beziehungen
der beiden Häuſer zueinander klarzuſtellen vorgeſchlagen
habe, keineswegs die Reform des Oberhauſes
ausgeſchal=
tet. Auf den von Lord Halsbury geäußerten Vorwurf,
daß kein endgültiger Reformplan geſchaffen ſei, erklärte
Lord Roſebery, ſein Ziel ſei es, Sicherheit dafür zu
erlangen, daß das Haus nach der Beratung gewiſſe
allge=
meine Grundſätze feſtlege, auf denen die Reform ſich
auf=
bauen ſolle. Ein ins einzelne gehender Plan müſſe von
der am Ruder befindlichen Regierung ausgehen. Nach
Oſtern würde er weitere Reſolutionen vorſchlagen, in
de=
nen die Hauptgrundſätze der Reform dargelegt werden.
Der Führer der Iren, Redmond, der eine lange
Beſprechung mit Lloyd George hatte, gibt bekannt, daß
die Lage ſich durch dieſe Beſprechung in keiner Weiſe
ver=
ändert habe.
— Die Wahlen auf Kreta verliefen in muſterhafter
Ordnung. Das bisherige Ergebnis weiſt 45 Anhänger
Veniſelos und 45 aller übrigen politiſchen Gruppen auf
Dies bedeutet einen offenkundigen Sieg Veniſelos, der mit
großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Eine ſo ſtarke
Gruppe unter ſeiner Führung in der kretenſiſchen
Ver=
ſammlung bietet die Gewähr für eine verſtändnisvolle
Be=
handlung der Kretafrage.
* Mangel an Zehnmarkſtücken. Der
Zen=
tralausſchuß Berliner kaufmänniſcher, gewerblicher und in=
Nummer 70
duſtrieller Vereine hat in ſeiner Plenarſitzung vom
März einſtimmig folgende Reſolution gefaßt: „Inf
vielfacher aus den Kreiſen der Geſchäftswelt an ihn he
getretener Klagen ſieht ſich der Zentralausſchuß veranl
auf den empfindlichen Mangel an Zehnmarkſtücken hin
weiſen und behufs Neuprägung einer genügen
Menge dieſer beſonders bei Auszahlung von Löh
unentbehrlichen Geldſtückes bei dem Reichsſchatzamt
dem Reichsbankdirektorium vorſtellig zu werden.”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 24. März
— Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Gro
herzog empfingen geſtern den Oberſt v. Geld
Criſpendorf, Kommandeur des 2. Großh. Feld=Artille
Regiments Nr. 61, den Leutnant v. Oppen von de
ſelben Regiment, den Fabrikanten Hild aus Mainz,
Oberlehrer Dreſcher aus Worms; zum Vortrag
Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
— Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit
Großherzog haben dem Fabrikanten Karl Hild
Mainz zum 19. März 1910 das Ritterkreuz 2. Klaſſe
Verdienſtordens Philipps des Großmütigen, dem ſi
herigen Vizewachtmeiſter im Leib=Dragoner=Regim=
(2. Großh. Heſſ.) Nr. 24 Wilhelm Wahl, jetzt Steu
aufſeher in Pfungſtadt, das Allgemeine Ehrenzeichen
der Inſchrift „Für Verdienſte” dem Bürgermeiſter, Or
gerichtsvorſteher und Standesbeamten Peter Klotz I.
Holzheim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchr
„Für langjährige treue Dienſte” am Bande des V
dienſtordens Philipps des Großmütigen und dem Hil
bahnwärter in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngeme
chaft Michael Schimbold zu Armsheim aus Anl
ſeines Ausſcheidens aus dem Staatseiſenbahndienſt d
Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift „Für tre
Arbeit” verliehen.
— In den Ruheſtand verſetzt wurden der Zu
führer in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſche
Karl Görtz zu Worms und der Weichenſteller in
Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft Bartholomä
Horn zu Mainz, beide mit Wirkung vom 1. Juli 1910 a
** Militärdienſtnachricht. General von Ecke:
brecher, Stadtkommandant von Darmſtadt, 3
Dispoſition geſtellt, zum Nachfolger wurde Ober
von Randow, bisheriger Kommandeur des 8. Ba
Inf.=Regts. Nr. 169 in Lahr, ernannt.
n. Die Strafkammer hatte ſich geſtern in der B
rufungsinſtanz mit der Roheit eines Ehemanns, de
33jährigen Kaufmanns Theodor Wiegand von Kl
Steinheim, welche am Schöffengericht mit 300 Ma:
Geldſtrafe geahndet worden war, zu beſchäftigen. Seir
von ihm mißhandelte Frau bemühte ſich zwar nunmeh
ihn herauszureißen und die mit einem Werkzeug et
haltene Stirnwunde auf einen Fall zurückzuführer
doch mißlang dies. Durch ihre früheren Angaben un
das Gutachten des behandelnden Arztes ſteht feſt, da
W. in der Küche über die Frau herfiel und ſie bruta
ins Geſicht ſchlug. In der vorausgegangenen Nach
hatte er ſie nach der Rückkehr aus dem Wirtshaus, wo
er von der Abhebung einer Sparſumme durch ſie (
hin=
ter ſeinem Rücken) erfuhr, im Bette auf ihr knieend
mit Fauſtſchlägen mißhandelt, doch lag hierfür der er
forderliche Strafantrag nicht vor. Seine Berufung
wurde verworfen. Im Falle ſtaatsanwaltlicher
Beruf=
ung wäre auf Straferhöhung erkannt worden. — Vier
Diebesgenoſſen aus Offenbach, der Schiffer Heinrich
Speer, der Knecht Luitpold Arnold und di
Hausburſchen Joſeph Walter und Friedrich Bin
trieben ſich im Januar dieſes Jahres dort umher un
gefährdeten die Sicherheit. Sp. und A. beſuchten di
öffentliche Speiſehalle, verbargen ſich im Abort bis
nach Schluß des Lokals und entwendeten alsdann aus
demſelben Waren uſw. W. und A. erbrachen eine Bau
hütte bei Nacht und ſtahlen daraus Kleider. Sp. und B
machten ſich in Miltenberg= durch den beabſichtigten Ein
bruch in eine Villa, bei dem ein Hund ſie verſcheuchte
des Hausfriedensbruchs ſchuldig. Alle wurden unte
Einbeziehung früherer Strafen verurteilt, und zwa
Sp. zu einem Jahr, B. zu einem Jahr und drei Mona
ten, W. zu fünf Monaten und A. zu drei Monaten Ge
ſängnis. — Zwei Uebertretungsfälle betrafe
Pflichtvergeſſene, welche trotz Erwerbsfähigkeit und hin
reichenden Verdienſtes für ihre Kinder nicht ſorgen un
ſie öffentlicher Armenpflege überlaſſen, Es waren ein
ledige Arbeiterin und ein Arbeiter, beide von Offen
bach; und das Schöffengericht hatte außer der Haftſtraf
aus Paragraph 361 Poſ. 5 Strafgeſetzbuches auch au
Ueberweiſung an die Landespolizeibehörde erkannt
Das drohende Arbeitshaus ſuchten beide durch
Beruf=
ung abzuwenden, doch wurde in beiden Fällen die
Be=
rufung verworfen.
— Vom Hoftheater. In der Siegfried=Aufführung
am 2. Oſterfeiertag wird Herr Fritz Rémond vom
Opernhaus in Köln den „Siegfried” als Gaſt ſingen.
Karfreitagslegenden.
Von Franz Pflugk.
Das Volk, das einſt Jeſu Kreuz umſtand, ahnte
wohl kaum, welches Drama von erſchütternder Tragik
ſich vor ſeinen Augen abſpielte. Mitleidlos ſchaute
es Jeſu Leiden und Sterben zu und kehrte
gleich=
gültig nach des ſtillen Dulders Tode in die Stadt
Je=
ruſalem zurück. Wie gewaltigen Anteil nahm dagegen
die Natur an dem Tode des Erlöſers! Von der ſechſten
Stunde an ward eine Finſternis über das ganze Land
bis zu der neunten Stunde. Und als der Herr
geſtor=
ben, da erbebte die Erde, und die Felſen zerriſſen, und
die Gräber taten ſich auf. Ein unendlicher Schmerz,
ein furchtbares Entſetzen durchzittert und erſchüttert
die ganze Gottesſchöpfung, die Zeuge des Leidens und
Sterbens Jeſu iſt. . . . Das iſt der Grundton dieſer
Evangeliſtenworte. Ihm begegnen wir wieder in ſt
mancher ſinniger Legende, die das Volk ſchuf und die
wir unter dem Namen „Karfreitagslegenden”
zuſam=
menfaſſen können, wenn ſie ſich auch nicht gerade alle
auf den Tag der Klage und Trauer beziehen. Sie
legen Zeugnis ab von der Tiefe und Innigkeit des
Volksgemüts.
Nach einer märkiſchen Legende waren die
Wei=
den früher nur niedrige Sträucher. Als der Herr in
Gethſemane gefangen wurde, ſchauten ſie voller
Neu=
gier empor, um zu ſehen, was im Garten vorginge.
Wie ſie die Gefahr erkannten, in der der Heiland
ſchwebte, erſtarrten ſie vor Schreck und konnten ſich
nicht mehr zurückziehen. Als nun gar die Häſcher
Zweige von ihnen abbrachen, um den Herrn zu feſſeln
und zu ſchlagen, da furchte ſich ihre Rinde vor Gram
und ihre Aeſte ſträubten ſich empor wie die Haare auf
dem Kopfe eines zu Tode erſchrockenen Menſchen. Von
den Weidenruten aber, mit denen der Heiland ge=
ſchlagen worden war, ſtammen die Trauerweiden ab,
die bis zum heutigen Tage in tiefem Schmerze ihre
Zweige zur Erde neigen.
Aehnlich lautet eine Legende vom Holunder. Er
war früher ein Baum mit glatter Rinde und kräftigen
biegſamen Zweigen. Als nun Jeſus den
Kriegs=
knechten zur Geißelung übergeben wurde, boten die
Prieſter und Schriftgelehrten den Henkern ihre Stöcke
dar. Da ſchämte ſich der Holunder, daß er zur
Peinig=
ung des Heilandes dienen mußte, daß durch ihn die
Haut des Herrn zerriſſen wurde; ſein Ausſehen wurde
faltig und ſorgenvoll, und er ließ ſeine Ruten ſpröde
werden, damit ſie ſchnell zerſprangen. Gleichzeitig
ſenkte er ſeine vorher aufrecht ſtehenden Blütenbüſchel
voll Trauer herab. Tiefes Weh erfüllte auch den
Schwarzdorn, hatten doch trotz heftigen Sträubens die
Kriegsknechte Zweige von ihm gebrochen, um daraus
des Heilands Dornenkrone zu winden. Der Herr aber
erkannte des Strauches Unſchuld und ſchmückte ihn
zum Zeichen deſſen mit kleinen weißen Blüten.
Als man Jeſu kreuzigen wollte, waren alle Bäume
wie eine ungariſche Sage berichtet, feſt entſchloſſen,
ſich nicht als Marterholz preiszugeben. Die Eiche, zu
der die Juden zuerſt gingen, leiſtete tapferen
Wider=
ſtand; die Weide entſchlüpfte, indem ſie ſich bald rechts,
bald links bog; die Tanne ſtach mit ihren Nadeln;
nur der Eſpe nützte ihr Widerſtand nichts, ſie wurde
abgehauen. Seitdem zittert ſie unaufhörlich, denn ſie
fürchtet, man werde ſich wiederum ihres Holzes
be=
dienen, um jemand zu kreuzigen.
Nach einer weiteren Legende hat freilich die
Un=
ruhe des Baumes eine andere Urſache. In der
ver=
hängnisvollen Stunde, in der unſer Herr am Kreuze
hing und die Sonne den Trauerflor um ſich hüllte
ging ein Zagen durch die ganze lebende Natur. Der
Menſch, erſchrocken und ſtill, erwartete mit banger
Seele den Ausgang des Ungewöhnlichen, Nieerlebten.
Die Tiere des Waldes verkrochen ſich und wagten ſich
nicht aus ihren ſicheren Höhlen. Keine Grille zirpte
keine Fliege ſummte, kein Vogel zwitſcherte. Alles
war ſtumm, ſchwül und trauernd. Nur die Blumen,
die Sträucher und Bäume murmelten noch in ihrer
Sprache und erzählten ſich die Geſchichte der
hochheili=
gen Zeit. „Ach, nun iſt er dahin,” liſpelte leiſe die
Tränenweide von Babylon und tief herab ließ ſie die
trauernden Zweige in den Euphrat hängen. Der
Winzer ging durch den Weinberg und ſah, wie die
Rebe weinte. Und als nun die Frucht gereift und der
Moſt gekeltert war, nannten ſie es Tränen Chriſt
Aber um Golgatha erhob ſich ein ſüßer Duft. Ih
ſchickte die Viole der Nacht herauf zur Kühlung den
leidenden Gottesſohn, und die Jris ſprach zur Schwe
ſter Zypreſſe: „In Trauer will ich mich kleiden vo
nun an” — „und ich” erwiderte die Zypreſſe, „w
wohnen an den Gräbern, zum Denkmal dieſe
Stunde‟. Da erhob ſich ein leiſes Wehen durch di
ſchwüle Dämmerung. Es war der Todesengel Aſta
roth, der daherzog am Kreuze. Und als es nun vor
da herabſtöhnte: „Mein Gott, mein Gott, warum haf
du mich verlaſſen!” zitterten alle Zweige, alle Blätte
und alle Blumen. Nur die Eſpe, ein ſtolzer, hohe:
kalter Baum, ſtand ungerührt an Golgatha. „Was
kümmert uns,” ſprach ſie, „Dein Leiden? Sind wi
doch rein, wir Bäume, Blumen und Pflanzen und
haben nicht geſündigt!” Aber Aſtaroth, der Todesengel
nahm die ſchwarze Schale mit des Erlöſers Blut und
goß ſie aus an der Wurzel der ſtolzen Eſpe. Da er
ſtarrte der unglückliche Baum. Seine Blätter ſenkter
ſich. Nimmermehr kam Ruhe in ſeine Zweige, und
wenn alles ſtill iſt, ſelig und ruhig, zagt und zittert ſi
und heißt Zitterpappel bis auf den heutigen Tag.
Wie in dieſer, ſo tritt auch in anderen Karfreitags
legenden das Motiv der Beſtrafung auf. So ſoll nac
einer deutſchen Sage der Seidelbaſt oder Zeiland fri
Kummer 70.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den=24. Mäxz 1910.
Seite 3.
* Der heutige Kammerbericht beſindet ſich auf
ke 20 und 21 dieſes Blattes.
— Das Landesmuſeum iſt am Karfreitag und
Oſterfeiertag geſchloſſen, dagegen am 2. von 10 bis
hr vormittags und von 2—4 Uhr nachmittags,
er am ſogenannten 3. Oſterfeiertag von 11—1 Uhr
entgeltlich geöffnet.
— 80. Geburtstag. Man ſchreibt uns: Am 25. d. M.
rt der in weiten Kreiſen, namentlich unter den
igesbrüdern bekannte Kammermuſiker i. P. Heinr.
ckerle in voller Rüſtigkeit ſeinen 80. Geburtstag.
und ſein Vater David Bickerle machten in der
Mu=
xpelle des 1. Infanterie=Regiments den Feldzug in
en 1848/49 mit.
— In der 51. Vorſtandsſitzung der
Landwiktſchafts=
imer wurde unter anderem beſchloſſen, bei der
ßh. Regierung dahin vorſtellig zu werden, daß bei
ſchlachtungen bei Verhinderung des Kreistierarztes freier Wahl des Arztes zu gewähren. Das Werk iſt
ge=
der in der Nähe wohnende praktiſche Tierarzt mit
Fleiſchbeſchau betraut werden dürfte. Der
Ge=
nde Flonheim wird zugegeben, daß die Bezeichnung
onheimer” als Gattungsname im Sinne des
Wein=
etzes anzuſehen iſt. Des weiteren wird die
Land=
tſchaftskammer bei der Regierung dahin wirken,
die Unpfändbarkeit der Auszugsleiſtungen
geſetz=
feſtgelegt wird. Für den in dieſem Jahre in
Aus=
genommenen Import von Fohlen aus Belgien
Oldenburg wurden die vorjährigen
Kommiſſions=
tglieder wieder gewählt. Die nächſte
Vorſtands=
ing findet Samstag, den 26. März, zur Erledigung
übrigen Punkte der Tagesordnung ſtatt.
A Verſteigerung der Meßplätze. Geſtern wurde die
rſteigerung der Plätze für die Darmſtädter
Früh=
hrsmeſſe fortgeſetzt und beendigt. Im großen
5 ganzen ſind die Plätze für die Warenmeſſe wieder
ihre ſeitherigen Inhaber übergegangen, manche
da=
r wurden allerdings recht in die Höhe getrieben.
s geſamte Standgeld wird der Stadtkaſſe, wie wir
en, einen Betrag von etwas über 13000 Mark
ein=
ngen.
— In der Stadtkirche wird am erſten
Oſter=
iertag, abends 6 Uhr, eine Oſterfeier des
rchengeſangvereins und der Chorſchule mit
genden Darbietungen ſtattfinden: Gemiſchte
öre: „Ehre ſei dir, Chriſte” von H. Schütz; „
Kom=
t wieder, aus der finſtern Gruft” von Joh. Seb.
ich (Wüllner); „Der Herr iſt mein getreuer Hirt”
d „Heut’ triumphieret Gottes Sohn” von Bach; „
Ge=
zt ſei Gott im höchſten Thron”, von Melchior
Vul=
rs; „Mein ſchönſte Zier und Kleinod” (1581); „
Schön=
r Herr Jeſu” Tonſatz von F. Bender; „Wirf dein
rliegen auf den Herrn”, aus dem „Elias” von Felix
endelsſohn. — Knabenchöre: „Auf, auf, mein
rz, mit Freuden”, von Joh. Crüger; „Erſtanden iſt
r heil’ge Chriſt” (14. Jahrhundert).
Orgel:
antaſie G-moll von J. S. Bach. Der Eintrit in die
rche iſt frei; die vorderſten Reihen der Empore
egenüber der Orgel) werden bis zum Beginn der
vier für die inaktiven Mitglieder des Vereins
reſer=
ert. Freiwillige Gaben für die Chorſchule werden
r Ausgang entgegengenommen.
Verzeichnis neu hergeſtellter Fernſprechanſchlüſſe
rd Aenderungen bei beſtehenden Sprechſtellen.
Neuanſchlüſſe. Nr. 1883: Frau Johanna
Ben=
rnin, Kaſinoſtraße 20; 1226: Broicher, Oberleutnant
r Dragoner=Regiment Nr. 23, Heerdweg 95I; 1077:
einrich Helfmann, Ofenſetzer und Ofenputzer,
Kies=
raße 10; 1884: Herbert, Diplom=Ingenieur,
Techni=
es Bureau, Neckarſtraße 22; 1888: v. Hombergk zu
ach, Miniſter des Innern, Annaſtraße 33; 444: Hotel
armſtädter Hof, Beſitzer: R. Doll, Grafenſtraße 22;
O0: J. Frdr. Jacoby, Schreinerei mit
Maſchinenbe=
ieb, Beerdigungsanſtalt, Ludwigshöhſtraße 27: 1806:
ulius Kahn, Kaufmann, Riedeſelſtraße 53,
Privat=
ohnung; 1885: Wilhelm Knell, Dr. phil., Chemiker,
eidenreichſtraße 37; 1495: F. Lewalter, Betriebsleiter
r Firma Straßenwalzenbetrieb vorm. Reifenrath,
teinſtraße 2; 1371: Paul Meltzer, Ingenieur,
Karl=
raße 66; 1882: Gotthard Minus, Kaufmann,
Mathil=
nſtraße 53; 1881: Friedrich Nau, Handelsgärtnerei,
oßdörferſtraße 135; 1515: Karl Naumann jun.,
Koh=
n= und Mineralwaſſerhandlung, Karlſtraße 60; 1200:
Teichmann und Logiſch, Major im Leib=
Dragoner=
egiment, Wilhelmſtraße 9; 1878: Oskar Vormbaum,
rivatier, Heerdweg 95, part. — b) Aenderungen.
14: Rud. Doll, jetzt Nr. 484; 576: v. Geldern=Criſpen=
Irf, Wilhelmſtraße 28, jetzt Neckarſtraße 191; 248:
gas, Geheimerat, Wilhelmſtraße 11, jetzt Ohlyſtr. 30;
53: Herren=Klub, Rheinſtraße 12½, jetzt
Wilhelminen=
raße 10; (85): Max Humpoletz, jetzt (11); 1584: Auguſt
ochsner, Rheinſtraße 47, jetzt Schillerplatz 8:
1152:
einrich Pfeil, übertragen an Wilh. Meſſé; 1528: Phil.
koeder, Wilhelmſtraße 30I, jetzt Olbrichweg 3,
Ober=
eſſiſches Haus; 1403: Schiffer, Dr. med., Stiftsſtraße
1, jetzt Hoftheaterplatz 2; 1620: Schmidt u. Ko., A.,
Jenckſtraße 5II, jetzt Gutenbergſtraße 2I; 945: Angelo
Soravia, Rheinſtraße 47, jetzt Heidelbergerſtraße 23;
792: Philipp Thon, Grafenſtraße 33, jetzt Waldſtr. 39;
34: Julius Wagner, Schulſtraße 1, jetzt Kirchſtr. 19. —
e) Abgebrochene Sprechſtellen. 450: Großh.
Baubehörde für die Erweiterung der Techniſchen
Hoch=
ſchule; 85: Willi Bruchfeld; 1607: Ludwig Dyckerchoff:
1450: W. Friedrichs; 1092: Adam Lorenz; 1112: Bruno
Sudermann.
nn. Der Sanitätsverein „Einigkeit” hielt Dienstag
abend im Saal der Turngeſellſchaft dahier ſeine 25
jäh=
rige Jubiläums=Hauptverſammlung ab, die
ſehr zahlreich beſucht war. Der langjährige Präſident des
Vereins, Herr Werkführer Schönberger, erſtattete
den Verwaltungsbericht für das Rechnungsjahr 1909, aus
dem das Folgende zu entnehmen war: Am 24. November
1 v. J. blickte der Verein auf ſein 25jähriges Beſtehen zurück.
Wackere tüchtige Männer aus dem Arbeiterſtande, die den
Ernſt des Lebens erkannten, gründeten einen
Verſiche=
rungsverein auf Gegenſeitigkeit, um ſich und den
Familien=
angehörigen freie ärztliche Behandlung bei
lungen und viele Menſchen haben von dieſer ſegensreichen
Einrichtung Gebrauch gemacht. Nahezu 1000 Mitglieder
aus allen Schichten der Bevölkerung genießen die
Wohl=
taten dieſer Vereinigung, und 36 Aerzte ſind es, die es
unternommen haben, dem Verein angehörigen Familien
gegen ein Honorar von 9 Mark jährlich ärztlichen Beiſtand
zu leiſten. Gut war jederzeit das Verhältnis zwiſchen
Arzt und Mitglied, wofür den hilfreichen und humanen
Herren Aerzten Dank ausgeſprochen wurde. In über 2000
Fällen jährlich wurden die Herren Aerzte in Anſpruch
ge=
nommen, wofür an Entſchädigungen 8072 Mark bezahlt
wurden. Die Einnahmen betrugen 9598 Mark, die
Aus=
gaben 9576 Mark. Das Vereinsvermögen beträgt am
Ende 1909 5162,43 Mark. Bei der nunmehr erfolgten Wahl
des Vorſtandes wurde als Vorſitzender Herr Werkführer
Schönberger wiedergewählt und auch die übrigen
Herren in ihren Aemtern beſtätigt. Mit einem Hoch auf
das fernere Blühen und Gedeihen des Sanitätsvereins
„Einigkeit” wurde die Hauptverſammlung geſchloſſen.
— Kaiſerpanorama. Der ſchöne Rhein! Eine
Rheinreiſe iſt der Wunſch und das Ziel vieler
Men=
ſchen, die die Schönheit der Natur in ihrer ganzen
Herrlichkeit koſten wollen. Das Kaiſerpanorama bietet
gegenwärtig Gelegenheit, die ſchönſten Punkte des
Rheins „von Köln bis Mainz” in 15 ganz neuen
Auf=
nahmen zu bewundern.
A. Olympia=Kinematograph, Ernſt=Ludwigſtraße. Das
dieswöchentliche, den Feiertagen entſprechend ausgewählte
Programm ſetzt ſich wieder aus ſchönen Photographien
zuſammen. Der dramatiſche Teil zeigt: „Der
Leidens=
pfad oder die Laune des Schickſals”, „Das verratene
Ge=
heimnis eines Aviatikers”, „Die Ehre des Bruders” uſw.,
weiter „Eine Kokosnußbaumplantage in Singapur” (
Hin=
ter=Indien), eine intereſſante Induſtrieaufnahme,
vorge=
führt in Farbenkinematographie. Es ſei darauf aufmerkſam
gemacht, daß das Programm nur noch bis morgen,
Frei=
tag, zur Vorführung gelangt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Jugenheim, 23. März. Das ſeit nahezu vier
Jahren leerſtehende Anweſen des Herrn Friedrich
(Reſtaurant „Zur Reichspoſt”) ging nunmehr in den
Beſitz des Herrn Uhrmacher Treuſch von hier über.
Letzterer wird es niederlegen laſſen und einen Neubau
daſelbſt errichten.
n. Ingenheim a. d. B., 23. März. Selbſtmord
beging geſtern abend die 26jährige Eliſabeth Daum von
Seeheim, indem ſie ſich auf der Eiſenbahnſtrecke zwiſchen
hier und Seeheim vom Zuge überfahren ließ.
Schwer=
mut ſoll der Beweggrund zu dem Verzweiflungsſchritt
ſein.
n. Rimbach i. O., 23. März. Der in einer hieſigen
Kolonialwarenhandlung beſchäftigte 16jährige Lehrling
Büchler iſt unter Mitnahme einer unterſchlagenen
Geldſumme von 800 Mark verſchwunden und
wurde bisher erfolglos geſucht, weshalb er zur
Ergrei=
fung ausgeſchrieben iſt.
— Rüſſelsheim, 22. März. Das Miniſterium des
Innern hat die Wahl des ſozialdemokratiſchen
Ge=
meinderats Herrn Gg. Jung V. zum Beigeordneten
hieſiger Gemeinde nicht beſtätigt. Es hat ſomit
nochmalige Wahl ſtattzufinden.
— Offenbach, 23. März. Heute nacht wurde in
Offenbach eine dreiköpfige Falſchmünzerbande
ausgehoben. Verhaftet wurden der Monteur Franz
Borret, der Marktſteher Heinrich Rückert und der
Ar=
beiter Theodor Rath. In der Falſchmünzerwerkſtätte
fand man zahlreiche Formen und Tiegel zur
Herſtel=
lung von 1=Mark= und 10=Pfennigſtücken.
— Mainz, 22. März. Eine intereſſante
Pionierübung wurde heute vormittag auf der
Kaiſerbrücke dahier vorgenommen. Mannſchaften des
Pionierbataillons Nr. 21 zu Kaſtel markierten eine
kriegsmäßige Sprengung der Brücke mittels
eingefüg=
ter Sprengkörper. Die Leitung der Uebung lag in den
Händen eines zum Pionierbataillon abkommandierten
Infanterieoffiziers. Mit ſtaunenswerter Fixigkeit und
Sicherheit wurden etwa in der Strommitte in die zirka
12 Meter hohen, mächtigen Gurtongs, welche in weiten
Bogen die Eiſenkonſtruktion verbinden, gegen 60
Sprengkörper durch Mannſchaften eingebaut. Ohne
weitere Hilfsmittel erſtiegen die Pioniere die
hochan=
ſtrebenden oberen Bogen, während andere in einem
unter dem Fußſteige hinlaufenden Fahrſtuhl die
Spreng=
körper in die untere Eiſenkonſtruktion einfügten. Auf
dieſe Weiſe wurde die Brücke auf etwa 20 Meter Länge
in ihrer ganzen Breite oben und unten mit
Spreng=
körpern, hier Holzmarkierungen, verſehen. Nach
Be=
endigung dieſer Arbeit fand eine Beſichtigung der
gan=
zen Sprenganlage ſtatt. Intereſſant iſt die in ihrer
Anlage ſo einfache, in der Wirkung aber ſo furchtbare
Art der modernen Brückenſprengung. Die auf die
vor=
beſchriebene Weiſe gelegten Sprengkörper ſind im
Ernſtfalle mit einer äußerſt wirkſamen Sprengladung
verſehen und weiſen einen Außenzünder auf, der
ledig=
lich durch die furchtbare Detonation des erſten zur
Ent=
ladung gekommenen Sprengkörpers in Tätigkeit geſetzt
wird. Auf dieſe Weiſe braucht nur der erſte
Spreng=
körper mittels einer etwa 1 Meter langen Zündſchnur
zur Entladung gebracht werden. Durch ſeine unter
furchtbarem Luftdruck erfolgte Exploſion werden die
Zünder der zunächſt liegenden Sprengkörper von ſelbſt
zum Einſchlag gebracht, und in kürzeſter Zeit explodieren
die ſämtlichen Sprengkörper und reißen die
Eiſenkon=
ſtruktion der Brücke mit furchtbarer Gewalt
ausein=
ander, ſo daß dieſe alsbald auf eine größere Strecke in
ſich zuſammenſtürzt. Der heutigen Uebung wohnten
zahlreiche Zuſchauer bei.
Mainz, 23. März. Der 30jährige, verheiratete,
ſchon mehrfach beſtrafte O. H. Veith aus Weiſenau,
der hier bei einer Buchhandlung in der Lotharſtraße
als Hausburſche beſchäftigt war, erſchien geſtern
un=
entſchuldigt nicht zur Arbeit. Dem Buchhändler kam
die Sache verdächtig vor, er ſah ſein Scheckbuch nach
und fand, daß ein Scheck fehlte. Veith hatte auf
dem Schein 900 Mark ausgefüllt und das Geld
bei der Volksbank erhoben. Er iſt damit flüchtig
gegangen. Die Polizei hat einen Steckbrief hinter
ihm erlaſſen. — Die geſtrige Meldung eines
Bericht=
erſtatters, daß der Finanzausſchuß den Antrag auf
eine Erhöhung der Umlagen um 5 Prozent
geſtellt hat, trifft, lt. „Tabl.”, nicht zu. Der
Finanz=
ausſchuß ſtellt vielmehr überhaupt keinen Antrag und
beſchränkt ſich darauf, die Sachlage eingehend zu
ſchildern.
Worms, 23. März. Die „W. Ztg.” ſchreibt: Das
Ableben des Herrn Geh. Schulrats
Schä=
del hat in weiten Kreiſen lebhafte Teilnahme
hervor=
gerufen. Seit Auguſt 1891 hat der nunmehr
Ver=
blichene in Worms als Direktor der höheren
Mäd=
chenſchule gewirkt (er war vorher Gymnaſialoberlehrer
in Bensheim) und er wußte ſich in unſerer
Bürger=
ſchaft große Beliebtheit zu erringen. In ſeinen
ge=
ſunden Tagen nahm er zu ethiſchen Fragen oft und
gern geiſtreich Stellung in unſerem Blatte, und alle,
die ihn näher kannten, wußten es, welch ein warmes
Herz in ihm ſchlug und welch reiner Idealismus ihn
beherrſchte. Seine Schülerinnen verehrten ihn und
ſein Lehrerkollegium arbeitete einträchtig und
kame=
radſchaftlich mit ihm zuſammen. So hat er ſich ein
gutes Andenken bei uns geſichert! Herr Geh.
Schul=
rat Schädel hat nur ein Alter von 56 Jahren erreicht;
er war im Mai 1853 geboren. Die Beerdigung erfolgt
in Darmſtadt Donnerstag, 24. März, mittags
12 Uhr.
(*) Alsfeld, 23. März. Der ſtädtiſche
Voran=
ſchlag für 1910 rechnet mit einer Erhöhung der
Gemeindeſteuer um 10 bis 12 Prozent. Die
Um=
lagen ſind von 135640 Mark in 1909 auf 151510 Mark
in 1910 geſtiegen. Dieſe Erhöhung iſt weſentlich
in=
folge der durch die Anleihe von 225000 Mark
erwach=
ſenden größeren Zinſenlaſt verurſacht. An die
Kreis=
kaſſe ſind 36000 Mark Beitrag zu leiſten. Unſere
Stadt hat in den letzten Jahren große Summen
ge=
braucht für Schlachthausneubau, Erbauung einer
Waſſerleitung, eines Elektrizitätswerks,
Volksſchul=
gebäude u. a. m.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 22. März. Die
Verhand=
lungen, die wegen des Ankaufes des britiſchen
Botſchaftspalais, Wilhelmſtraße 70, zur
Er=
weiterung des Hotels Adlon ſchwebten, ſind geſcheitert.
Die britiſche Botſchaft bleibt in dem Hauſe, das ſich
Strousberg in den Tagen ſeines Glanzes baute und
das noch immer zu den geſchmackvollſten Privathäuſern
Berlins gehört. — Seit einigen Tagen ſind Soldaten
des Eiſenbahn=Regiments auf dem Terrain des alten
Botaniſchen Gartens damit beſchäftigt, feſte Mauern
gewaltſam zu ſprengen. Heute mittag ſollten zwei
Türme der alten Rollſchuhbahn, die nur 50 bis 100
Meter vom Zirkus Sarraſani entfernt ſtanden,
niedergelegt werden. Bald nach 12 Uhr fiel der erſte
Turm. Das Sprengen des zweiten Turmes machte
aber mehr Schwierigkeiten. Gegen 1 Uhr erfolgte
plötzlich eine heftige Detonation — vermutlich wurde
ein doppeltes Quantum des Sprengſtoffes genommen.
er ein ſtolzer Baum mit ſüßen, wohlſchmeckenden
Früchten geweſen ſein. Als aber die Juden aus ihm
as Kreuz Chriſti zimmerten, traf ihn der Fluch des
derrn. Er ſchwand dahin und verkümmerte, bis er
ndlich zu einem kleinen, mageren Sträuchlein mit
iftigen Beeren wurde. Schweden und Schottländer
lauben, daß das Kreuz Chriſti aus dem Holz der
Sſpe gemacht worden ſei, und daß der Baum deshalb,
leich dem ewigen Juden, keine Ruhe finde. Ebenſo
ruß die Stechpalme Sommer wie Winter grünen, da
hre Zweige, zur Dornenkrone gewunden und dem
Herrn aufs Haupt gedrückt, deſſen Blut vergoſſen.
Wenn wir bedenken, daß die Legenden bezüglich
des Ortes und der Zeit ihrer Entſtehung die größte
Verſchiedenheit aufweiſen, wird es uns nicht wundern,
venn ſie mitunter ganz gegenſätzliche Anſchauungen
zum Ausdruck bringen. So darf die Tanne, weil
Thriſtus an einem Kreuz von Tannenholz geſtorben
ein ſoll, ihre Aeſte in Kreuzesform um den Stamm
anſetzen, und ihr immergrünes Kleid iſt Wirkung und
Jolge des Blutes Chriſti, das am Stamme des
Kreu=
zes niedergefloſſen iſt; es hat dem Tode, hier dem
Ab=
ſterben der Blätter, die Macht genommen.
Während die Tanne und auch die Steineiche dem
Blute Chriſti das immergrüne Kleid danken, tragen
Es andere Pflanzen zum ewigen Gedächtnis an Jeſu
Leiden und Sterben in roter Farbenprägung auf
Zweigen und Blättern. Als der Herr gegeißelt war,
warfen die Kriegsknechte die Ruten, die ſie vom
Brombeerſtrauch gebrochen, achtlos beiſeite. Dieſe
ver=
krockneten aber nicht, ſondern empfingen von dem an=
Haftenden Blute des Herrn neues Leben und ſchlugen
Wurzel. Auf den Ranken und Blättern ſieht man
Heute noch das rote Blut mit dem urſprünglichen Grün
gemiſcht. Die Dornenkrone ſoll nach einer märkiſchen
Legende aus Zweigen der Stecheiche oder Stechpalme
gemacht worden ſein; ſeit jener Zeit hätten ſich die
Ränder ihrer Blätter rot gefärbt. Die ſchwarzbraunen
Flecken des Ackerknöterichs rühren ebenfalls von dem
Blute des Herrn her; ähnliches wird vom
Johanni=
kraut, dem gefleckten Knabenkraut, der Aronswurz,
dem Storchſchnabel und anderen berichtet. Die
Moos=
roſe iſt einer ſinnigen Legende nach aus einem
Bluts=
tropfen Jeſu entſtanden, der aus den Nägelwunden aufs
Moos fiel; die Damaszener Roſe aber erwuchs aus
dem Schweiße des Herrn, als er nach Golgatha ſchritt.
Außer der Pflanzenwelt ſpielt auch die Tierwelt
in den Karfreitagslegenden eine nicht unbedeutende
Rolle. So berichtet eine Legende von den Fiſchen, daß
ſie ſich alle verſteckt hätten, um die Qual des Heilands
nicht mitanſehen zu müſſen; ja, das Rotauge habe ſich
damals ſogar die Augen blutig geweint. Nur ein Hecht
ſchoß raubgierig in dem Fluß hin und her, den Chriſtus
entlang kam. Als der Herr das Rauſchen des Waſſers
hörte, ſah er hinunter, und ſein milder Blick traf den
Hecht. Da fuhr dieſer, wie von Reue erfaßt, haſtig in
den Grund, und ſeitdem trägt er aus zarten Gräten
alle die Werkzeuge im Kopfe, die bei Chriſti Leiden
ge=
braucht wurden, damit er deſſen beſſer gedächte.
Wäh=
rend nach dieſer Legende die Fiſche voll tiefen
Mitge=
fühls geweſen ſind, ſollen ſie nach einer bayriſchen Sage
unbekümmert um Jeſu Leiden und Sterben luſtig
ge=
ſchnalzt haben. Zur Strafe hätten ſie nun kaltes Blut
und würden lebendig aufgeſchnitten.
Die Vögel waren alle tief betrübt über die Qualen
des Durſtes, die der Herr am Kreuze zu leiden hatte.
Die Lerchen verſuchten, ihm mit ihren kleinen
Schnä=
beln Waſſer zuzutragen; zum Dank für dieſe
barmher=
zige Regung erhielten ſie den hohen Flug und den
ſchö=
nen Gefang. Denn vor Zeiten konnten ſie ſich nicht ſo
hoch emporſchwingen und auch nicht ſo herrlich ſingen.
Die Krähen dagegen blieben ungerührt. Darum müſ=
ſen ſie im heißen Monat Auguſt Durſt leiden, die
Schnäbel aufreißen, können aber nicht trinken.
Auch die Sperlinge fühlten kein Mitleid, ſie trugen
ſogar — nach einer ruſſiſchen Legende — den
Kriegs=
knechten die Nägel wieder zu, die die barmherzigen
Schwalben heimlich entwendet hatten. Und als Chriſtus
am Kreuze litt, da riefen die Schwalben immer:
„Umer, umer!”, das heißt, er iſt tot! Sie wollten, daß
man ihn nicht länger martere. Die Sperlinge dagegen
ſchrien voll böſer Abſicht: „Jif, jif!”, das heißt, er lebt!
und ſtachelten ſeine Peiniger zu neuer Grauſamkeit
an. Darum heißt es, eine Schwalbe zu töten, iſt Sünde;
ihr Neſt bringt auch einem Hauſe Glück. Aber der
Sperling iſt ein unwillkommener Gaſt, und wenn er
in die Hütte kommt, ſo iſt er ein Vorbote des Unglücks.
Zur Strafe für ſeine Sünden ſind ſeine Füße durch
unſichtbare Ketten miteinander verbunden, darum kann
er nur hüpfen, aber nicht laufen.
Zu den ſinnigſten Legenden gehören auch die vom
Kreuzſchnabel und vom Rotkehlchen. Jener verſuchte
mit ſeinen ſchwachen Kräften, die Nägel aus Jeſu
Füßen und Händen zu entfernen; es gelang ihm aber
nicht. Sein kleiner Schnabel bog ſich hin und her und
iſt noch heutigen Tags kreuzweiſe gekrümmt. Auch das
Rotkehlchen flatterte ängſtlich um den Gekreuzigten
und mühte ſich ab, die Nägel herauszuziehen, wobei
ſein Gefieder vom Blute des Herrn rot gefärbt ward.
Aber es vermochte auch nichts. Seitdem kann das
Rot=
kehlchen keinen toten Menſchen ſehen. Es iſt der Tobias
unter den Vögeln. Wenn irgendwo ein Erſchlagener
im Walde liegt, von dem niemand weiß, den niemand
aufhebt, fliegt es herzu und legt ein Zweiglein oder
einige Blätter auf ſein Antlitz, um ihn, ſo gut es kann,
zuzudecken.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 24. März 1910.
Im Zirkus Sarraſani entſtand infolge des
donner=
ähnlichen Knalles eine Panik unter den 16 Elefanten
und den Pferden im Marſtall. Die Elefanten
zer=
ſprengten die ſchweren eifernen Schiffsketten, mit denen
ſie gefeſſelt waren. Das alarmierte Zirkusperſonal
eilte herbei und hatte alle Mühe, die ſcheu gewordenen
Tiere zu bändigen und zu beſänftigen. — Ein
ſchwerer Unglücksfall, dem ein blühendes
Menſchenleben zum Opfer fiel, hat ſich in der
Luxus=
papierfabrik von Prager u. Lojda in der
Hagelsberger=
ſtraße zugetragen. Die dort beſchäftigte Anlegerin
Hedwig Brandt wollte gegen 4 Uhr nachmittags eine
Flaſche mit Zyankali nach den in der erſten Etage
belegenen Arbeitsräumen bringen. Infolge eines
Fehltritts ſtürzte das Mädchen rücklings die Treppe
hinab, wobei die Flaſche zertrümmert wurde. Da die
Verunglückte nicht in der Lage war, ſich zu erheben,
mußte ſie die giftigen Zyankalidämpfe einatmen. Als
nach etwa drei Viertelſtunden der Unfall bemerkt
wurde, gab die B. kein Lebenszeichen mehr von ſich.
Einem von der Unfallſtation am Tempelhofer Ufer
herbeigerufenen Arzt gelang es nach längeren
Be=
mühungen unter Anwendung eines
Sauerſtoffamta=
rates das Mädchen für kurze Zeit zum Bewußtſein
zurückzurufen. Im Krankenhauſe am Urban verſtarb
es jedoch wenige Augenblicke nach der Einlieferung. —
Im Bett erſtickt iſt das dreiviertel Jahr alte
Töchterchen Martha des Schloſſers Huſarzewski aus
Rixdorf. Frau H. legte die Kleine, als ſie geſtern
abend weggehen mußte, in ein großes Bett, in dem das
Kind bald einſchlief. Damit das Kind nicht
heraus=
fallen könne, ſtellte die Mutter zwei Stühle mit der
Lehne gegen das Bett. Bei ihrer Rückkehr um 8¾ Uhr
lag das Kind mit dem Kopfe an einer Stuhllehne tot
unter der Decke, augenſcheinlich erſtickt.
Frankfurt, 22. März. Heute nachmittag gegen
2½ Uhr ereignete ſich in der Kaiſerſtraße ein ſchwerer
Unfall. Zwei Schloſſer, die auf einem Notgerüſt
ein Schild in den zweiten Stock eines Hauſes befördern
wollten, ſtürzten aus einer Höhe von etwa acht
Metern auf das Straßenpflaſter. Der 20jährige Schloſſer
Vogel aus Heddernheim erlitt Gehirnerſchütterung,
Kopfwunden und innere Verletzungen, der 30jährige
Schloſſer Fiſcher Quetſchwunden des Beckens und
innere Verletzungen. Beide kamen ins ſtädtiſche
Kran=
kenhaus.
München, 21. März. Vor dem hieſigen
Landge=
richt ſpielte ein Bier=Prozeß, deſſen Bedeutung
bloß würdigen kann, wer einmal die bierfrohe
Stim=
mung einer Münchener Salvator= oder Bockzeit ſelbſt
mit durchlebt hat. Es bildete ſich in München ein
Ver=
ein wider das betrügeriſche Einſchenken. Auf ſeine
Anzeige hin iſt ſowohl wider den Pächter des
Löwen=
bräu=Kellers als wider verſchiedene
Schenk=
kellner Anklage wegen Vergehens gegen das
Nahr=
ungsmittelgeſetz erhoben worden. Es handelt ſich alſo
erſtens darum, ob auch dann ungenügend eingeſchenkt
wurde, wenn nicht ſtarkes Treiben des Bieres oder
großer Andrang des Publikums als Entſchuldigung
dienen konnten. Zweitens iſt feſtzuſtellen, ob die
Krüge mit Schuß=, Tropf= oder Neige=Bier aufgefüllt
wurden und ob Derartiges gegen das
Nahrungsmittel=
geſetz verſtößt. Der erwähnte Pächter erklärte, 53000
Mark Pacht zu zahlen und einen Jahresgewinn von
60—80000 Mark zu haben, was aber vom Verteidiger,
Juſtizrat Bernſtein, dahin eingeſchränkt wurde, daß
von dieſem Verdienſt noch mancherlei Unkoſten
abzu=
ziehen ſein würden. Die Brauerei liefert das Bier,
das in dem durch ſeine Militärkonzerte bekannten
gro=
ßen Lokal zu 28 Pfg. verkauft wird, zu 20 Pfg. für das
Liter. Nach den ſich vielfach widerſprechenden
Zeugen=
ausſagen ſcheint es ziemlich allgemein üblich zu ſein,
daß aus dem Hektoliter 105 bis 106 Liter verzapft
wer=
den und daß ein gewiſſer Ueberſchuß in die Taſche des
Wirtes fließt. Dagegen wurde die Behauptung, daß
einmal aus einem Faß von 160 Litern 219 Literkrüge
eingeſchenkt worden ſeien, vielfach bezweifelt. Zu
manch” heiterer Bemerkung gab namentlich die
Ver=
nehmung früherer und jetziger Kellnerinnen Anlaß,
ſo beiſpielsweiſe der ſogenannten „Aktien=Marie” die
ihren Namen von der Bedienung einer aus Aktionären
der Brauerei beſtehenden Stammtiſch=Geſellſchaft
er=
hielt. Man wurde da mit manchen kleinen
Geheim=
niſſen bekannt. Soll der Krug bis oben gefüllt ſein,
ſo ruft die Kellnerin „Aktien=Maß”, „Stamm=Maß”
oder dergleichen. Das Gewöhnliche iſt dagegen eine
ſchaumbedeckte Rahmmaß, die erzielt wird, indem der
Schenkkellner den Krug recht weit vom Hahn weghält.
Nebenbei ſei bemerkt, daß man in München nicht „das”
Maß, ſondern „die” Maß, nicht „die‟ Butter, ſondern
„der” Butter, nicht „die” Spitze, ſondern „der” Spitz
ſagt und was dergleichen mehr iſt. Von den
Sachver=
ſtändigen wurde im allgemeinen das vom übermäßigen
Schäumen herrührende Schußbier als trotz ſeines
ge=
ringeren Kohlenſäuregehalts noch als genießbar, das
an den Krügen herabgelaufene Tropfbier dagegen als
ekelerregend bezeichnet. Ueber das Neigebier, das im
Faſſe zurückbleibt, wenn der Hahn ausgeſtoßen iſt,
gingen die Anſichten auseinander. Vielfach wurde
be=
zweifelt, daß ſein Ausſchütten möglich ſei, ohne daß
es an der ſchmutzigen Außenſeite des Faſſes entlang
laufe.
Der Pächter des Löwenbräukellers und ſeine
Schenkkellner wurden ſowohl von der Anklage des
Be=
trugs als auch von der des Vergehens gegen das
Nah=
rungsmittelgeſetz freigeſprochen. Es konnte nicht
be=
wieſen werden, daß die Schenkkellner in der Abſicht der
Täuſchung handelten. Zugegeben ſei, daß der gemachte
Gewinn kein anſtändiger ſei, und daß die Grundſätze
der Ehrlichkeit vom angeklagten Pächter gröblich
ver=
letzt wurden; aber das Strafrecht verſage. (!
Eine Abhilfe könne nicht das Gericht ſchaffen, ſonderr
nur die Brauerei oder das Publikum, indem es ſolche
übervorteilende Schankſtätten meide. (Köln. Ztg.)
Stuttgart, 23. März. Von der württembergiſchen
Maſchine des Berlin=Mailänder
Schnell=
zuges, der um 7 Uhr 52 Min. morgens in Stuttgart
eintreffen ſollte, brach heute früh in der Nähe von
Mockmühl eine Achſe. Der Zug mußte halten und
warten, bis eine Hilfsmaſchine von Heilbronn
requi=
riert war, die ihn dann mit 1½ſtündiger Verſpätung
nach Stuttgart weiterführte. Verunglückt iſt niemand
Hamburg, 23. März. Das Kabarett Möller wurde
am geſtrigen Spätnachmittag vor Beginn der
Vor=
ſtellung infolge der Exploſion eines Gaſometers in
einem benachbarten Geſchäft vollſtändig durch Feuer
zerſtört. Ein Mechaniker war dem Gaſometer mit
einer offenen Flamme zu nahe gekommen und wurde
ſchwer verletzt.
Liegnitz, 22. März. In der vergangenen Nacht
ver=
ſtarb der Kommandeur des Grenadierregiments König
Wilhelm I., Oberſt v. Kleiſt, nachdem er erſt geſtern
Abend telegraphiſch die Nachricht erhalten hatte, daß er
zum Generalmajor befördert ſei.
Rom, 21. März. Geſtern wurde in Gegenwart des
Kardinals Rampolla und anderer Kardinäle von der
Fabbrica di S. Pietro ein elektriſcher
Fahr=
ſtuhl für die Beſteigung des Daches und der Kuppel
der Peterskirche feierlich eingeweiht. Der
Fahr=
ſtuhl geht innerhalb der zum Dach hinaufführenden
Wendelbahn vom linken Seitenſchiff aus und führt
bis zur Höhe von 44 Metern über dem Boden der
Kirche. Den Reſt des Weges über das Dach hinweg
und in der Trommel und Kuppel aufwärts bis zur
Laterne muß man, wie bisher, zu Fuß zurücklegen, ſo
daß die Beſteigung auch künftig noch manchen
Schweiß=
tropfen koſten wird. Die bei allen päpſtlichen Bauten
ſeit Menſchengedenken übliche lateiniſche Inſchrift au
einer weißen Marmortafel erinnert an die Aufſtellung
eines Electricum Anabathrum auf Befehl des Papſtes
Pius X., und damit hat der elektriſche Fahrſtuhl auch
ſeinen Platz im lateiniſchen und griechiſchen
Wörter=
buch erhalten.
Brüſſel, 22. März. In einer der Hauptſtraßen
Brüſſels, der Rue Neuve, in unmittelbarer Nähe des
Nordbahnhofs, iſt in der Nacht vom Samstag zum
Sonntag ein Bijouterieladen ausgeräumt und für
150000 Francs Goldwaren und Diamanten
gee=
ſtohlen worden. Von den Tätern, die einen vier
Zentner ſchweren Kaſſenſchrank in den Keller
ſchlepp=
ten, fehlt jede Spur. Sie hatten ſich vor Ausführung
der Tat in die Zimmer des Bruders des Ladenbeſitzers
begeben und dort ein Schlafmittel ausgeſtreut, ſo daß
dieſer in einen tiefen Schlaf verfiel und nichts hörte.
Paris, 22. März. Im hohen Alter von beinahe
90 Jahren ſtarb der berühmte Luftſchiffer, Photograph
und Journaliſt Nadar in Paris. Nadar war nicht
ſein wirklicher Name. Er wurde als Felix Tournachon
am 5. April 1820 als Sohn eines Buchhändlers in
Paris geboren und folgte ſeinen Eltern nach Lyon, wo
er ſich zunächſt der Medizin widmete. Schon als
Stu=
dent in Lyon machte er jedoch Verſuche als Journaliſt,
und als er 1842 nach Paris zurückgekehrt war, nahm
r den Namen Nadar an, um ſich ausſchließlich im
Journalismus zu betätigen. Der Humor war ſeine
Nummer 70
Stärke, und ſeine geiſtreichen Plaudereien war
ſo wirkſamer, als er ſie ſelbſt mit den gehöriger
katuren ausſtattete. Er war auch im Leben ein S
vogel, und als das Jahr 1848 ſeine Tätigkeit in
unterbrach, begab er ſich nach Preußen und ſpielte
die Rolle eines Spions und eines Verſchwörers
gelang ihm auch, ſich für kurze Zeit in Eislebe
fangen ſetzen zu laſſen, und ſo ſicherte er in Paris
Berühmtheit. Er benutzte ſie, um im Jahre 1852
ſeinem Bruder in Paris ein großes Photographi
ſchäft zu gründen, das noch heute als eines der er
gilt. Ein anderer hätte ſich an dieſem Erfolge z
lebens genügen laſſen, aber Nadar wollte nicht bloß
großer Photograph gelten. Im Jahre 1854 begann
ſeine ſatiriſche Galerie des Panthéon Nadar, und
darauf war er einer der erſten, die die Luftſchiffg
förderten. Schon damals gründete er die Theorie
Aeroplans, und er ſollte noch lange genug leben,
ſeine Verwirklichung zu ſehen. Zunächſt baute
einen Rieſenballon, den er „Géant” nannte, und fi
damit 1863 ſamt ſeiner Frau bis nach Hannover,
er beinahe zu Tode ſtürzte und mit dem Ballon
ganzes Vermögen verlor. Er kehrte wieder
Photographie zurück, behielt aber die engſten
ziehungen zur Schriftſtellerwelt. So verdankte
z. B. Edward Rod im Jahre 1879 ſeine Einführung
den Pariſer Journalismus.
Stadtverordneten=Verſammlung.
26. Sitzung.
St. Darmſtadt, 23. März
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing macht der V
ſammlung vor Eintritt in die Tagesordnung folgende
Mitteilungen.
Von dem Deutſchen Alkoholgegner=Bund iſt eine E
ladung zu dem von ihm veranſtalteten Unterhaltung
abend eingegangen.
Herr Stadtv. Lindt hat, unter Bezugnahme auf
von einem Synodalabgeordneten in der Sitzung
Synode getane Aeußerung, „die Frage des
Abendm=
kelchs gehe die Stadtverordneten=Verſammlung nichts ar
eine Abwehrerklärung eingereicht, die verleſ
wird.
Stadtv. Sames bringt ein Ausſchreiben des Tiefba
amts über Zementlieferung zur Sprache. Dal
ſind Angebote eingegangen, die zwiſchen 1 Mark ur
2,85 Mark pro Kilo ſchwankten. Redner bittet, der Anſie
entgegenzutreten, daß der Heidelberger Zement der be
und einzig brauchbare ſei. In Norddeutſchland wurde
mit anderem, viel billigerem Zement ſehr gute Erfahrunge
gemacht. Man ſolle dem Heidelberger Syndikat, das ſi
Zement 14—15 Mark pro Zentner teurer bezahlen läßt al
Darmſtädter Firmen, den Zuſchlag nicht erteilen, zume
das Syndikat nach Fulda den gleichen Zement billiger lie
fert. — Beig. Ekert teilt mit, daß es richtig ſei, daß ein
belgiſche Firma die billigſte war, doch ſei der Heidelberge
Zement der beſte geweſen. Das allein war maßgebend
Wenn ein neues Ausſchreiben erfolge, werde man in
er=
neute Prüfungen eintreten.
Der Milchkrieg beendet.
Beig. Mueller teilt folgendes mit:
Denjenigen Herren, die es etwa noch nicht er
fahren haben ſollten, habe ich mitzuteilen, daß nach
einer mir heute telephoniſch zugegangenen Nachrich
der ſogenannte Milchkrieg als beendet anzuſehen iſ
In der letzten Sitzung hatte Herr Stadtverordnete
Stephan die Angelegenheit bereits zur Sprache ge
bracht und mitgeteilt, Herr Gutspächter Schwarz kauf
die Milch von den Kleinproduzenten auf, um di
Händler zur Nachgabe zu zwingen. Hierdurch würd
die Verſorgung des Publikums ſchwer gefährdet un
dieſes demnächſt gezwungen werden, das dringend no:
wendige Volksnahrungsmittel zu erhöhten Preiſen 3
erſtehen. Ich habe damals erklärt, daß dieſe Angab
auf der Bürgermeiſterei gemacht worden ſei und da
ſie Herrn Schwarz um Aufklärung erſucht, ſich
au=
an das Großh. Polizeiamt gewandt habe. „Solang
eine Antwort hierauf nicht ergangen ſei, könnten we
tere Mitteilungen nicht gemacht, ſchon jetzt aber könn
erklärt werden, daß die ſtädtiſche Verwaltung di
Sorge für die Volksgeſundheit als ihre Aufgabe be
trachte und gegebenen Falles dafür ſorgen werde, da
dieſe Aufgabe mit allen zuläſügen Mitteln gelö
werde.
Zoologiſche Abteilung des Großherzoglichen
Landesmuſeums.
Im Großherzoglichen Landesmuſeum iſt während
der letzten Tage eine neue Abteilung: Die ſyſtem
a=
tiſche Zuſammenſtellung der niederen
Tiere für die Beſucher zugänglich gemacht worden.
Dieſer Teil der Sammlung iſt in einem Zimmer
auf=
geſtellt, welches eine Fortſetzung des großen Raumes,
der die ſyſtematiſche Aufſtellung der Wirbeltiere
enthält, nach Weſten bildet und von letzterem durch
einen jetzt geöffneten Vorhang getrennt wird. Beim
Eintritt ſieht man links, in der erſten Abteilung des
erſten Pultes, die Einzelligen oder Urtiere.
Da dieſe meiſt ſehr kleine, mit dem bloßen Auge nicht
wahrnehmbare Formen umfaſſen, ſind nur wenige, und
zwar hauptſächlich größere Arten, in Natur, und zwar
zum Teil unter Lupen aufgeſtellt. Eine Vorſtellung
von Form, Bau, Nahrungsaufnahme, Teilung uſw.
geben vergrößerte Modelle aus Glas, Wachs, Paraffin
uſw., ſowie verſchiedene Zeichnungen. Ein Reihe von
Kieſel= und Kalkſchalen, die einen großen Anteil an
dem Aufbau der Erdrinde haben, ſind neben einigen
natürlichen durch vergrößerte Modelle aus Gips
ver=
treten. Beigelegte Zettel, ſowie ein aufgehängtes Buch
geben die nötigen Erläuterungen. — Die zweite
Ab=
teilung dieſes Pultes enthält die Schwämme. Oben
ſtehen ſchematiſierte Modelle aus Wachs, die
Organiſa=
tion dieſer Tierklaſſe erläuternd und deshalb in
ver=
ſchiedener Farbe ausgeführt. Darunter neben einigen
erläuternden Zeichnungen Kalk=, Horn=, Kieſel= und
Glasſchwämme von verſchiedener Form in Natur,
größ=
tenteils in Alkohol aufbewahrt; dann gereinigte
Ske=
lette, von denen beſonders das Horngerüſt eines
Bade=
ſchwamms wegen ſeiner Bedeutung für den Menſchen,
ſowie das zierliche Skelettgeflecht eines Glasſchwamms
zu bemerken ſind. Einige Einzelheiten werden durch
Präparate, welche unter Vergrößerungsgläſern liegen
verdeutlicht. Die nächſten Abteilungen: 3, 4, 5, 6 geben
eine Ueberſicht der Neſſeltiere. In 3 (oben) befinden
ſich wieder Wachsmodelle, die wichtigſten
Eigentümlich=
keiten des Baues an Durchſchnitten zeigend. Darunter
Hydromeduſen, im Südwaſſer nur durch den
Armpoly=
pen vertreten, von denen die Schwimmpolypenſtöcke
durch die weitgehende Arbeitsteilung der
Einzelindi=
viduen beſonders Intereſſe beanſpruchen. 4 und 5 ent=
halten Korallen, zum großen Teil ebenfalls in Alkohol
aufbewahrt, zum Teil trockene, der zarten Weichteile
beraubte Skelette. Letztere ſind für die Erdkunde von
Wichtigkeit, weil nicht nur viele Geſteine faſt
aus=
ſchließlich aus Korallenſkeletten beſtehen, ſonderr
ganze Inſeln und Inſelgruppen aus ihnen
ge=
baut ſind. Das Skelett der
Edelkoralle wird
Schmuckſachen benutzt.
zu
Abteilung 6
ent=
hält einige Quallen, jene im Meere
ſchwim=
menden, durchſichtigen, oft ſchön gefärbten Neſſeltiere,
welche durch oft maſſenhaftes Vorkommen und das
Brennen, welches ſie auf der Haut verurſachen, den
Be=
ſuchern von Seebädern auffallen. In den drei
Abteil=
ungen des letzten Schrankes befinden ſich die niederen
Würmer:
Plattwürmer, Rundwürmer, Rädertiere,
Moostiere, Armfüßer (welch’ letztere wegen ihrer
Scha=
len früher zu den Muſcheln gerechnet wurden). Dieſe
Klaſſen ſind wegen ihres Baues, ihrer Entwickelung
und ihrer Lebensweiſe wiſſenſchaftlich von großem
In=
tereſſe. Dem Laien ſind wegen ihrer Beziehungen zu
Menſchen und Haustieren die Bandwürmer und
Leber=
egel, von Rundwürmern Trichine und Spulwurm
be=
kannt. Man beachte die Lupenpräparate. Auf dieſer
Schrankreihe ſtehen neben mehreren Tafeln größere
Schwamm= und Korallenſkelette, ſowie ein Krug aus
dem Golf von Neapel, mit Korallen bewachſen.
Zur rechten Hand, den Würmern gegenüber,
be=
findet ſich ein Pultſchrank mit Stachelhäutern. Dieſer
ganz eigentümliche Typus, durch die Struktur des
Kalkſkelettes und das die Bewegung der Füßchen
regulierende Waſſergefäß=Syſtem ausgezeichnet,
um=
faßt nur marine Tiere, welche in die Klaſſen: Seeſterne,
Seelilien, Seeigel und Seewalzen eingeteilt werden.
Sie finden ſich ſchon in den älteſten Geſteinen und ſind
jetzt noch in vielen Arten über die ganze Erde
ver=
breitet. Eine Holothurie, der Trepang, gilt in China
als Leckerbiſſen.
Geht man um die Ecke der linken Pultreihe herum,
ſo kommt man zu den Gliederwürmern. Von ihnen
lebt eine große Zahl als freiſchwimmende Raubtiere
im Meer, andere haben ſich in Anpaſſung an eine
ruhi=
gere Lebensweiſe entweder feſtgeſetzt und ſcheiden dann
eine häutige oder kalkige Schale aus, oder ſie leben in
Sand oder Schlamm. Eine Reihe von Formen iſt in
das Süßwaſſer eingewandert, und ſogar in die Erde.
Zu ihnen gehören Blutegel und Regenmurm.
An die Ringelwürmer ſchließen ſich an und
ſin=
noch von ihnen abzuleiten die Gliedertiere. Die waſ
ſeratmenden Krebſe, eine Fülle von zum Teil aben
teuerlichen Geſtalten zeigend, ſind ſowohl im Meer, als
auch im Süßwaſſer verbreitet; nur wenige Formen
führen ein Landleben. Die kleinen in Myriaden von
Individuen vorkommenden Arten ſind als
hauptſäch=
lichſte Nahrung der Fiſche für den Menſchen von
gro=
ßer Wichtigkeit. Einzelne größere Formen: Hummer,
Krabben, Languſte und Flußkrebs machen ſich direkt
durch ihr ſchmackhaftes Fleiſch nützlich. Schaden, und
auch dieſer iſt noch ſehr unbedeutend, ſtiften nur einig
an Fiſchen lebende Schmarotzerkrebſe. Von luſtatmen
den Gliederfüßlern ſind die vielfüßigen Tauſendſüßer
teilweiſe giftig, zu erwähnen und die achtfüßigen Spin
nen, und dann die ſechsfüßigen, durch ihre große Arter
zahl hervorragenden Kerfe oder Inſekten. Von
de=
letzteren ſind die Käfer wegen ihrer Schädlichkeit, di
Schmetterlinge wegen ihrer ſchönen Farben, d
Ameiſe durch ihre Staaten, die Termiten wegen ihre
Zerſtörungswut, die Heuſchrecken wegen ihrer Gefri
ßigkeit und unter den Hautflüglern die Bienen wege
ihres Honigs bekannt. Von den vielen Formen konn
ten bei dem geringen verfügbaren Raum natürlich nu
wenige aufgeſtellt werden. Anatomie, Entwickelun
uſw. ſind durch vergrößerte Modelle verdeutlicht.
Ein ſich anſchließendes Pult zeigt die Anatom
einer Muſchel in vergrößerten Nachbildungen. De
Pultſchrank an der Weſtſeite endlich enthält eine Zu
ſammenſtellung der Klaſſen, Ordnungen und Familie
der Weichtiere: Muſcheln, Schnecken und Kopffüßer ode
Kraken. Eine Anzahl von Formen ſind in Flüſſigke
aufbewahrt, darunter auch Durchſchnitte, um den inn
ren Bau zu zeigen; von vielen Familien ſind ni
Kalkſchalen, welche in Form und Farbe viele Verſchi
denheiten bieten, aufgeſtellt. Die zwei Fenſterpul
enthalten verſchiedene Präparate von Korallen und J.
ſekten uſw. unter Vergrößerungsgläſern, dann einit
Zergliederungen, und endlich eine Anzahl abgeſchli
fener Muſchel= und Schneckenſchalen, ſowie eine kleir
Zuſammenſtellung von Flußperlmuſcheln und dere
Perlen. An der Wand iſt eine Rieſenkrabbe aus J
pan und einige Käſten mit Inſekten, welche Mimikt
und Saiſondimorphismus illuſtrieren, aufgehängt.
G. v. K.och.
Kummer 70.
Darmſtädter Tagblatt, Domerstag, den 24. Mürz 1910.
Seite 5.
Demnächſt hatte es ſich herausgeſtellt, daß die
Be=
htungen des Herrn Stadtverordneten Stephan
t begründet waren. Herr Schwarz hatte zwar
ßere Quantitäten Milch aufgekauft. Die
Milch=
ſorgung der Stadt war aber nicht gefährdet und
Milch für das konſumierende Publikum nicht
ver=
ert. Damit entfiel für die ſtädtiſche Verwaltung
Legitimation zum Eingreifen. Denn es kann
in=
inge nicht ihre Aufgabe ſein, ſich in den
wirtſchaft=
en Kampf zweier Intereſſentengruppen
einzu=
chen, als nicht die Intereſſen des Publikums
da=
ch berührt werden. Einem von den
Milchhänd=
n an ſie gerichteten Erſuchen um Vermittelung hat
aber die Bürgermeiſterei nicht entzogen, nachdem
Produzenten ſich dieſem Wunſche angeſchloſſen
ten. Die Milchhändler hatten ſich bereit erklärt,
Preis von 17 Pfg. für das Liter zu zahlen, wenn
Produzenten eine Reihe von Bedingungen
er=
en würden, die auch von den Produzenten im
entlichen zugeſtanden worden ſind. Beſonders
ein=
ende Verhandlungen wurden über folgende zwei
nkte geführt: 1. eine Garantieübernahme der
Pro=
enten für einen Fettgehalt von 3½ Prozent und
die Uebernahme der Verpflichtung, den Preis von
Pfg. innerhalb drei Jahren nicht zu erhöhen. Die
oduzenten konnten ſich nicht dazu verſtehen, eine
rantie von 3½ Prozent Fettgehalt zu übernehmen,
ederungsvieh, das reichliche Quantitäten, aber mit
ingerem Fettgehalt, liefert, abzuſchaffen und durch
e entſprechend größere Anzahl von Stücken
Ge=
gsvieh zu erſetzen. Zu dem Vorſchlag über die
rtragsdauer erklärten die Produzenten, daß ſie ſich
ht für drei Jahre feſt binden könnten, daß ſie aber
zum 1. Dezember 1911 unter keinen Umſtänden
die Höhe gehen würden. Auch nach dieſem
Ter=
ne würden ſie inſolange keine Preisſteigerung
ein=
ten laſſen, als nicht die Preiſe der Futtermittel
ſentlich und dauernd über ganz beſtimmt normierte
itze hinausgehen.
Die Differenzpunkte waren alſo nicht mehr
erheb=
h und es war zu hoffen, daß eine Einigung alsbald
lingen würde. Dieſe Hoffnung hatte ſich aber
zu=
chſt nicht erfüllt und erſt heute iſt mir, wie geſagt,
Mitteilung von der tatſächlichen Beendigung des
Nilchkriegs” gemacht worden. Das Nähere iſt mir
ich nicht bekannt geworden. Jedenfalls darf ich mit
efriedigung konſtatieren, daß die Kriſe
vor=
bergegangen iſt, ohne daß das
Darm=
ädter Publikum darunter hat leiden
üſſen.
Baudispenſe.
Das Geſuch des Rentners Th. Strauß um Befreiung
n der Beſtimmung in § 32 Abſ. 6 der Baupolizeiordnung
r ein Bauvorhaben Ernſt Ludwig=Straße 19 wird von
m Hochbauausſchuß zur Genehmigung empfohlen.
as Geſuch des R. Herber um Geſtattung einer Ausnahme
on der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts für
Er=
chtung von zwei Neubauten am Hohlen Weg wird von
em Hochbauausſchuß n icht befürwortet. Nach Referaten
es Stadtv. Markwort beſchließt die Verſammlung
emgemäß.
verkauf von Domanialgelände am
Hein=
richwingertsweg.
Der Domanialſiskus beabſichtigt, Gelände am
Hein=
ichwingertsweg zur Errichtung eines Naubaues zu
ver=
rufen und bedarf hierzu einer Erklärung der Stadt, daß
as betreffende Gelände als Baugelände zu betrachten ſei.
die Bürgermeiſterei beantragt mit Zuſtimmung des
Hoch=
auausſchuſſes, die gewünſchte Erklärung abzugeben. Nach
em Referat des Stadtv. Wittmann ſtimmt die
Ver=
ammlung ohne Debatte zu.
Z ur Erweiterung des Städtiſchen
Kranken=
hauſes.
Zur Herſtellung von Gartenanlagen und Raſenplätzen
ollen das alte Leichenhaus und verſchiedene Schuppen uſw.
ruf dem Gelände der Krankenhaushofreite niedergelegt
verden. Der Hochbauausſchuß hat hiergegen nichts zu
er=
nnern. Die Verſammlung ſtimmt zu. Referent Stadtv.
Sames.
Vom Hundeaſyl.
Das zurzeit in einem gemieteten Raum des Hauſes
Schulzengaſſe 3 untergebrachte polizeiliche Hundeaſyl hat
wegen des ruheſtörenden Lärms der Hunde ſtets zu
lebhaf=
ken Klagen der Anwohner Veranlaſſung gegeben. Es ſoll
daher im Einverſtändnis mit Großh. Polizeiamt nach
einem zur Unterbringung geeigneten Platze der ſtädtiſchen
Hofreite Beſſunger Straße 56 verlegt werden. Der
Hunde=
fänger ſoll in derſelben Hofreite eine Wohnung zum
Miet=
preiſe von jährlich 144 Mark erhalten. Hochbau= und
Finanzausſchuß haben ſich hiermit einverſtanden erklärt
und die Bewilligung der Mittel (zirka 500 Mark) für
Er=
richtung eines Hundeſtalles und für Herſtellung der
Woh=
nung zur Genehmigung empfohlen. Die Verſammlung
ſtimmt debattelos zu. Referent Stadtv. Wittmann.
Die Dampfſtraßenbahn.
Der Entwurf des Sommerfahrplans der hieſigen
Dampfſtraßenbahnen wird mit Zuſtimmung des
Verkehrs=
ausſchuſſes nach dem Referat des Stadtv. Saeng
gut=
geheißen, desgleichen der Fahrplan für die Elektriſche
Stra=
ßenbahn.
Aufhebung der Zinsverpflichtung.
Der Beſitzer der Hofreite Sandſtraße 24 mußte
ſeiner=
zeit für die Kabellegung in der Sandſtraße die
Verpflich=
tung zur Verzinſung des Anlagekapitals übernehmen. Da
nunmehr die Rentabilität der fraglichen Strecke erreicht iſt,
befürwortet die Elektrizitätswerks=Deputation die von der
Bürgermeiſterei beantragte Aufhebung der
Zinsverpflich=
tung. Die Verſammlung ſtimmt nach dem Referat des
Stadtv. Gallus zu.
Uebernahme eines Erbbegräbniſſes.
Die Uebernahme des Erbbegräbnisplatzes der Frau
Marie Scherff in dauernde Unterhaltung der Stadt gegen
Zahlung des Betrages von 1000 Mark wird von der
Fried=
hofs=Deputation empfohlen und von der Verſammlung
ge=
nehmigt.
Geſuche von Frauenvereinen um
Ueber=
laſſung von Schulräumen.
Die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutſchen
Frauenvereins, die mit Unterſtützung der Stadt im
Jahre 1907 im ſtädtiſchen Schulhaus in der
Rundeturm=
ſtraße einen Mädchenhort gegründet hat, beabſichtigt,
einen weiteren Hort einzurichten, und hat hierfür
um koſtenloſe Ueberlaſſung der erforderlichen Schulräume
nebſt freiem Licht und Brand, ſowie um einen Barzuſchuß
von mindeſtens 500 Mark nachgeſucht. Ferner hat der
Frauenverein der Martinsgemeinde um
Er=
laubnis zur Benutzung des Schulhofes der
Stadtknaben=
ſchule in der Müllerſtraße und um Bewilligung eines
Zu=
ſchuſſes gebeten. Da die in Betracht kommenden Schulen
ſich gegen die Ueberlaſſung von Schulräumen
uſw. ausgeſprochen haben, die gegenwärtige Finanzlage
der Stadt bei der Bewilligung von Beiträgen
für nichtſtädtiſche Zwecke die größte
Zurückhal=
tung erfordert, hat die Bürgermeiſterei Ablehnung
der Geſuche beantragt. Der Sozialpolitiſche
Aus=
ſchuß und der Finanzausſchuß haben ſich dieſem Antrag
angeſchloſſen.
Stadtv. Lehr iſt außerordentlich erſtaunt, daß
ein derartiges Geſuch ohne weiteres abgelehnt wird.
Die Lehrerinnen haben einige Male den Riegerplatz
benutzt, doch ſeien die Beläſtigungen dort derart, daß
ſie mit den Mädchen nicht mehr hingehen könnten.
Stadtv. Saeng meint ebenfalls, im Intereſſe der
Jugend müſſe man den Wünſchen entgegenkommen.
Die Schulhöfe müßten für derartige Zwecke immer zur
Verfügung ſtehen. — Stadtv. Gallus erörtert
noch=
mals die Gründe der Ablehnung, die auf dringendes
Erſuchen des Schulleiters und der Lehrer erfolgte, weil
der Schulhof ohnehin ſtark benutzt wird, auch von
Un=
berufenen. — Stadtv. Pickert rechtfertigt die Gründe
der Lehrer. Wenn man die Benutzung geſtatte, müßte
ſich dieſe auf den eigentlichen Schulhof beſchränken und
der Spielplatz ausgeſchaltet ſein. Dann müßten
natür=
lich Bedingungen an die Ueberlaſſung geknüpft
wer=
den. — Stadtv. Schupp tritt warm für die
Genehmi=
gung der Geſuche ein. Der Mädchenhort habe bisher
ſehr ſegensreich gewirkt, und es ſei jetzt dringendes
Bedürfnis, die Erweiterung zu ermöglichen. Es ſei
doch notwendig, dafür zu ſorgen, daß die Mädchen von
der Straße wegkommen. Für die Buben habe man
doch auch geſorgt. — Stadtv. Kahn befürwortet
eben=
falls die Geſuche. Desgleichen Stadtv. Kolb. Stadtv.
Nodnagel möchte das Geſuch des Frauenvereins
der Martinsgemeinde befürworten, hingegen das des
Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins nur, wenn ſich
wirklich kein anderes Lokal finden läßt.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing meint, wenn
hier der Voranſchlag beraten werde, dann ertönt das
Wort „Sparen” aus jedem Munde. Wenn aber einmal
praktiſch ohne Bedenken geſpart werden kann, dann
wird dagegen geſprochen. Die Stadt leiſte jetzt ſchon
für beſagte Zwecke einen Zuſchuß von zirka 30000 Mark.
Wenn alle derartigen Geſuche ohne weiteres bewilligt
werden, dann ſind die Konſequenzen nicht abzuſehen.
Wenn ſich Vereine derartige gewiß ſegensreiche
Auf=
gaben ſtellen, dann müßten ſie in erſter Linie auch für
Aufbringung der Mittel ſorgen. Die Stadt komme erſt
in zweiter Linie.
(Stadtv. Rockel richtet ſcharfe Angriffe gegen die
Berichterſtattung des „Darmſtädter Tagblatt” die mit
der Sache nichts zu tun haben, die wir aufs
ſchärfſte als unberechtigt zurückweiſen
und auf die wir vielleicht zu gegebener Zeit
zurück=
kommen. Die Red.)
Stadtv. Noellner gibt zu bedenken, daß, wenn
dieſe Horte uſw. fortgeſetzt ausgedehnt und die Eltern
veranlaßt werden, nun auch ihre Kinder in dieſe Horte
zu ſchicken, ihnen alſo die Sorge für die Kinder immer
mehr abgenommen werde, die Gefahr eintritt, daß die
Eltern ſich ſchließlich überhaupt nicht mehr um die
Kinder kümmern. — Stadtv. Bender unterſtützt die
Ausführungen des Herrn Oberbürgermeiſters. Dann
wird ein Antrag auf Schluß der Debatte angenommen.
Der Antrag der Bürgermeiſterei und der
Ausſchüſſe wird angenommen. Bezüglich
der Ueberlaſſung des Schulhofes ſoll mit dem
Frauen=
verein der Martinsgemeinde in Unterhandlungen
ein=
getreten werden.
Die Anlegung von Gemeindekapitalien.
Bezüglich der Anlegung von
Gemeinde=
kapitalien beantragt die Bürgermeiſterei im
Ein=
verſtändnis mit dem Finanz=Ausſchuß, der
neugegrün=
deten Geldvermittelungsſtelle Deutſcher
Städte in Kaſſel mit einem Jahresbeitrag von
10 Mark beizutreten. Referent Dr. Bender berichtet
über die Gründe, die zu der Anregung geführt haben
und beantragt namens der Bürgermeiſterei und
des Finanz=Ausſchuſſes: 1. Daß die auf Grund der
Vorlage vom 29. Auguſt 1908 beſchloſſene Schaffung
einer beſonderen Deputation zur Anlegung von
An=
leihemitteln unterbleibt und daß — unter Beibehaltung
des ſeitherigen Verfahrens — dem Finanz=Ausſchuß
in der auf den betr. Geſchäftsabſchluß folgenden Sitzung
hiervon Kenntnis zu geben und ſeine Zuſtimmung zu
erwirken iſt. 2. Der in Kaſſel zu errichtenden
Geldvermittelungsſtelle zwar
beizu=
treten, indeſſen in erſter Linie die guten
Beziehungen zu den Bankhäuſern am
Platze in ſeitheriger Weiſe zu pflegen.
— Die Stadtvv. Henrich und Heyd ſprechen ſich
gegen die Neuerung aus. Stadtv. Göbel tritt
hin=
gegen für ſie ein, da gar kein Riſiko vorliegt und der
Geſchäftsbetrieb ſehr klar und einfach iſt.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing wendet ſich
ſcharf gegen den Stadtv. Dr.=Ing. Heyd, der die
Kaiſerhofaffäre mit in die Debatte gezogen und
Aus=
drücke gebraucht habe, wie „verquarkſt” uſw. Dagegen
müſſe proteſtiert werden. Die Verwaltung der Stadt
Darmſtadt ſei bisher tadellos geführt worden. (Lebh.
Bravo!)
Stadtv. Henrich meint, er habe keinen Vorwurf
machen wollen. Desgleichen Stadtv. Heyd. Er habe
nur ſagen wollen, daß man die Banken nicht
aus=
ſchließen könne von den Geſchäften der Kommune und
des Staates. — Nach weiteren Ausführungen der Abgg.
L. Lautz, Müller, Bender, Sames u. a. wird
der Antrag des Referenten angenommen.
Anlage von Kanälen in der
Gartenvor=
ſtadt Dieburger Straße=Hohler Weg.
In den zur Bebauung frei gegebenen Teilen der
Gartenſtadt Dieburger Straße=Hohler
Weg wird die Anlage von Kanälen erforderlich.
Nach dem beſtehenden Ortsſtatut haben die Anlieger
die Koſten vorzulegen. Die Bürgermeiſterei ſchlägt
vor, die Kanäle ſchon jetzt auf Koſten der Stadt
defini=
tiv anzulegen und die Anlieger zu dieſen Koſten nur
in Höhe der Koſten für Anlage von proviſoriſchen
Kanälen heranzuziehen. Tiefbau=Deputation und
Finanz=Ausſchuß haben ſich hiermit einverſtanden
er=
klärt.
Nach kurzer Debatte wird der nachgeſuchte
Kredit in Höhe von 30700 Mark genehmigt. 14500
Mark davon haben die Anlieger zu tragen.
Damit iſt die Tagesordnung erledigt.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtker und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
Rehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Zum Reuter=Abend. Ueber den
Reuter=
rezitator Hans Brandt leſen wir in einem Referat des
„General=Anzeigers für Halle a. S.‟: „Der Reuter=Abend
war reich an Genuß und Freude, wodurch unſerm großen
Dialektdichter Fritz Reuter ſicher viele Freunde gewonnen
worden ſind. Und das iſt auch inſofern erfreulich, als
wir am Vorabend ſeines 100. Geburtstages ſtehen, an
welchem ihm ſeine Verehrer ein würdiges Denkmal aus
Stein und Eiſen in ſeiner Vaterſtadt Stavenhagen
er=
richten wollen. Das Verdienſt aber, Fritz Reuter ins
Volk zu tragen, gebührt mit an erſter Stelle Herrn
Hans Brandt aus Rixdorf, der ſich den beſten Reuter=
Rezitatoren an die Seite ſtellen darf. Wie packend
ver=
ſtand er es, den ſonſt ſo dürren Stoff eines
Lebens=
ganges vor die Zuhörer zu bringen! Man durchlebte
gleichſam Freud und Leid mit dem Dichter und ſeiner
Familie. Volles Leben gewann der Vortrag durch
Vor=
führung ſehr ſchöner, lebenswahrer Lichtbilder aus dem
Werdegang des Dichters. Wie mundgerecht wurden
ernſte und heitere „Koſthappen ut Fritzen ſinen
Suppen=
pott” dargereicht und durch vortreffliche Lichtbilder noch
verdaulicher gemacht! Beim Vortrag der größten
Ab=
ſchnitte aus Reuters Dichtungen kam auch die
ſchau=
ſpieleriſche Begabung des Redners zur Geltung und
unterſtützte wirkſam den Eindruck auf die Zuhhrer. Nicht
unweſentlich geſchah dies auch ſchon durch das voll=
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Johannes Schilling f. Der ſeit drei
Jahren erblindete Schöpfer des Niederwald=
Denkmals, Bildhauer Profeſſor Johannes
Schilling Ehrenbürger der Stadt Dresden, iſt
nahezu 82 Jahre alt geworden. Johannes Schilling
war am 23. Juni 1828 in Mittweida geboren; er beſuchte
ſeit 1842 die Kunſtakademie in Dresden und wurde 1845
n das Atelier Rietſchels aufgenommen, unter deſſen
Leitung er fünf Jahre blieb und die Gruppe Amor und
Pſyche modellierte. Die nächſten zwei Jahre brachte
Schilling in Verlin zu, wo er ein halbes Jahr bei
Drake, dann ſelbſtändig arbeitete. Anfang 1853 nach
Dresden zurückgekehrt, fand er zunächſt in Hähnels
Atelier Beſchäftigung, hielt ſich dann bis Oſtern 1856
in Rom auf, wo er eines der vier Kentaurenreliefs,
von denen zwei im Muſeum zu Leipzig und zwei in
Hallenſer Privatbeſitz ſind, ſowie einen ſterbenden
Achil=
les ausführte. Dann ließ er ſich dauernd in Dresden
nieder, wo ſich zahlreiche Schüler um ihn ſcharten. Sein
idealer Schönheitsſinn, der zu maleriſcher Behandlung
der plaſtiſchen Motive neigte, offenbarte ſich zuerſt an
den in Sandſtein ausgeführten, 1861 beſtellten, 1872
vellendeten und ſeit 1831 vergoldeten Gruppen der vier
Jahreszeiten für die Treppe der Brühlſchen Terraſſe in
Dresden. Gleichzeitig vollendete er die Figur Speyer
für das Lutherdenkmal in Worms nach Rietſchels
Skizze und die Phidiasſtatue für das Muſeum in
Leip=
zig. Neben zahlreichen anmutvollen Reliefs und
Bü=
ſten entſtanden in ſchneller Folge eine Anzahl
Monu=
mentalwerke: das Denkmal des Erzherzogs Ferdinand
Max, des unglücklichen Kaiſers von Mexiko für Trieſt,
das Bronzeſtandbild Schillers für Wien, das Rietſchel=
Denkmal für Dresder, das Kriegerdenkmal für Ham=
burg und die Bronzegruppe Bacchus und Ariadne auf
dem Panthergeſpann für den Vorbau des Dresdener
Hoftheaters. Inzwiſchen arbeitete er an dem
Natio=
nalden kmal auf dem Niederwald, der
koloſ=
ſalen Germania, auf reich mit Figuren und Reliefs
geſchmücktem Unterbau. Dieſes gewaltige Denkmal
auf dem 350 Meter hohen Bergrücken zwiſchen
Rüdes=
heim und Aßmannshauſen iſt des Künſtlers größte Tat.
Unter den neueren Werken Schillings ſind das 1883
ent=
hüllte Reformationsdenkmal in Leipzig, das
Reiter=
denkmal König Johanns vor der Dresdener Hofoper
von 1889, das Bronzeſtandbild Sempers auf der
Brühl=
ſchen Terraſſe in Dresden, das Denkmal Kaiſer
Wil=
helms I. in Dortmund und deſſen Marmorſtandbild in
Wiesbaden, das Bismarckdenkmal in Gotha und eine
1898 ausgeſtellte Danaide hervorzuheben. Schilling
wurde 1808 Mitglied des akademiſchen Rats und
Pro=
feſſor, 1894 Hofrat; die Stadt Dresden ernannte ihn
zum Ehrenbürger.
Von der Akademie Frankfurt a. M
Der Kaiſer hat mittelſt Erlaſſes vom 2. Februar d. J.,
dem Rektor der Akademie in Frankfurt a. M. das Recht
beigelegt, die von Profeſſor Dr. Darmſtädter und
deſ=
ſen Ehefrau zum Andenken an ihre verſtorbenen
Ge=
ſchwiſter Georg und Franziska Speyer geſtiftete Kette
als Amtszeichen bei feierlichen Gelegenheiten zu
tragen. Die Uebergabe der Amtskette an den
derzeiti=
gen Rektor, Profeſſor Dr. Freudenthal, erfolgte am
22. dieſes Monats in Anweſenheit des
Oberpräſiden=
ten der Provinz Heſſen=Naſſau in den Räumen der
Akademie.
* Das Frauenſtudium an den
preußi=
ſchen Univerſitäten hat wiederum eine
erheb=
liche Zunahme aufzuweiſen. Es ſtudierten im Win=
terſemeſter 1909/10 2324 Frauen gegen 1680 im
Winter=
ſemeſter 1908/09; es iſt mithin ein Zugang von 644
ſtudierenden Frauen zu verzeichnen. Von den vier
Fakultäten iſt naturgemäß die philoſophiſche an dem
Frauenſtudium am ſtärkſten beteiligt, weil dort
über=
wiegend die Frauen mit Lehrerinbildung ſtudieren, die
die Oberlehrerinprüfung abzulegen beabſichtigen. Ihre
Zahl belief ſich auf 2004 gegen 1453 im Jahre vorher.
Die mediziniſche Fakultät zählte 266 Studentinnen,
gegen 188 im Winterſemeſter 1908/09. Auch die
Theo=
logie hat einen Zuwachs aufzuweiſen, indem die Zahl
der ſtudierenden Frauen von 22 auf 39 anſtieg.
Da=
gegen verminderte ſich die Zahl in der juriſtiſchen
Fa=
kultät von 17 auf 15 Studentinnen. Die neuen
Be=
ſtimmungen des letzten Jahres über die
Immatrikula=
tion der Frauen haben in dem Zahlenverhältnis der
Immatrikulierten zu den Hoſpitantinnen eine weitere
Umgeſtaltung herbeigeführt. Denn die
immatrikulier=
ten Frauen befinden ſich jetzt in der Mehrheit, 1250
gegen 1074.
— Die Ausnutzung zeitweilig
gerin=
ger Gefälle für Kraftanlagen an
Fluß=
wehren hat die Akademie des Bauweſens
in Berlin zum Gegenſtande einer
Preisauf=
gabe gemacht, deren Bearbeitungen bis zum 16.
Ja=
nuar 1911 einzureichen ſind. Zur Bewerbung werden
nur Angehörige des Deutſchen Reiches zugelaſſen. Für
die beſte der als preiswürdig anerkannten A b iten
wird ein Preis von 3000 Mark ausgeſetzt, jedoch bleibt
die Verteilung dieſer Summe auf 2 Preiſe vorbehalten.
Die näheren Bedingungen ſind von der Geſchäftsſtelle
der Akademie, Berlin W. 66, Leipziger Straße 125, zu
beziehen.
Seite 6.
önende Stimmorgan, den unverfälſchten
breitgemüt=
lichen vorpommerſchen Dialekt des Vortragenden und
den völlig freien Vortrag.”
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 24. März 1910.
Sport.
— Fußball. Dem Treffen der beiden 1.
Mann=
ſchaften des Nürnberger F.=K. Franken und des
hieſigen F.=K. Olympia am morgigen Karfreitag
nachmittag ſieht man in Fußballſportkreiſen mit
leb=
haftem Intereſſe entgegen. Es ſei deshalb auf dieſe
Veranſtaltung hiermit nochmals hingewieſen. Das
Wett=
ſpiel wird auf dem Olympia=Sportplatz an der
Heidel=
bergerſtraße ausgetragen. Im Vorverkauf ſind
Eintritts=
karten im Verkehrsbureau zu haben.
Automobilunfälle.
* Stolp i. P., 23. März. Auf der Chauſſee nach
Schlawe ſchlug ein Automobil um. Der
Komman=
deur des Landwehrbezirks Schlawe, Oberſtleutnant
5. D. von Buddenbrock, wurde ſchwer verletzt,
die übrigen Inſaſſen kamen mit leichteren
Verletzun=
gen davon.
* Troyes, 23. März. Als geſtern abend gegen
6 Uhr ein Automobil über die Brücke der
Eiſen=
bahnlinie zwiſchen Remilly ſur
Seine und
Das
Grancoy fuhr, rannte es gegen die Barriere.
Antomobil fiel aus einer beträchtlichen Höhe auf die
Eiſenbahnſchienen hinab, wo es vollſtändig in Stücke
ging. Drei Spaziergänger, die ſich unter der Brücke
befanden, wurden durch die Trümmer des Automobils
verſchüttet, aus denen ſie ſchwer verletzt hervorgezogen
wurden.
London, 23. März. Aus Liſſabon wird über einen
ſchweren Automobilunfall in der Nähe von
Santiago gemeldet: Ein Automobil=Omnibus, der ſtark
beſetzt war und den regelmäßigen Verkehr nach
Santiago vermittelt, fuhr ſehr ſchnell eine ſteile Straße
hinunter. Plötzlich brach eine Kette der Steuerung und
der Wagen rollte mit großer Geſchwindigkeit die Straße
hinunter, ohne daß der Chauffeur Einhalt tun konnte.
An einer Kurve ſtürzte das Automobil um und begrub
die Inſaſſen unter ſich. Zwei wurden auf der Stelle
getötet, vier liegen in hoffnungsloſem Zuſtande
da=
nieder, 18 wurden ſchwer verletzt. Das Automobil iſt
vollſtändig zertrümmert.
Vermiſchtes.
** Der Kurs zur Ausbildung
freiwil=
liger Helferinnen in der Landkranken=
Pflege, den Pfarrer Schwabe=Gießen namens des
Oberheſſiſchen Vereins für Innere Miſſion
veranſtal=
tete, ſchloß Freitag, 18. März, mit einer Prüfung, die
davon Zeugnis ablegte, daß die in das Auge gefaßten
Ziele vollauf erreicht waren. Leider konnten nur
wenige Kurſiſtinnen teilnehmen, etwa der dritte Teil
derer, die ſich aus Oberheſſen gemeldet hatten; dafür
war aber die Ausbildung um ſo gründlicher. In dem
evangeliſchen Schweſternhaus lernten die
Teilnehme=
rinnen die Pflege der Kranken und wurden von den
Schweſtern, die ſie auch in die Häuſer der Gemeinden
begleiteten, in allem für ſie Wiſſenswerten
unter=
wieſen. Den ärztlichen Unterricht, nach der
theoreti=
ſchen und praktiſchen Seite, leitete Dr. Richter, die
religiöſe Ueberweiſung, ſowie die Einführung in die
Verſicherungsgeſetze läg in den Händen des Pfarrers
Schwabe; dazu hatten die Leiterin der
Haushaltungs=
ſchule, Fräulein A. Deutſch, und die leitende
Schwe=
ſter der Säuglingsheims, Cl. Dietlen, die
Unter=
weiſung in der Bereitung der Krankenkoſt, ſowie der
Pflege und Ernährung der Säuglinge übernommen.
Man ſieht wohl, daß in dem Vierteljahr der
Ausbild=
ung ein reicher Stoff zu bewältigen war; und es iſt
nur zu wünſchen, daß alles, was mit Mühe erlernt
wurbe, unſerer lieben Landbevölkerung recht zugute
kommt. In vielen Landesteilen Deutſchlands, wie
dem Rheinland, Brandenburg, Poſen, Weſtfalen,
Sach=
ſen und Altenburg, beſtehen ſolche Kurſe ſchon Jahre
lang und die ihnen ausgebildeten Helferinnen
wir=
ken auch nach dem Urteil der Aerzte trefflich.
Hoffent=
lich ſchwindet auch in unſerem Lande bald das
Miß=
trauen, welches der neuen Einrichtung jetzt noch von
manchen Seiten entgegengebracht wird. Die
Helferin=
nen können und ſollen mitnichten die Dienſte einer
aus=
gebildeten Pflegerin oder Schweſter ausüben, ſondern
in den abgelegenen Orten, wo eine volle Pflegekraft
aus verſchiedenen Gründen nicht eingeſtellt werden erſchien im Rahmen der Goldenen Klaſſiker=Bibliot
kann, freiwillig und gelegentlich, zumal bei
Unglücks=
fällen oder jäh ausbrechenden Krankheiten, eintreten
und dem Arzte da, wo er es anordnet, zur Seite
ſtehen. Bei ihrer Tätigkeit unterſtehen die Helferinnen
der Aufſicht der Ortsgeiſtlichen und des die
Ausbild=
ung veranſtaltenden Vereins.
D Die Selbſtmorde im Deutſchen Reich.
haben nicht in dem Maße zugenommen, wie es die
modern gewordene ſenſationelle Berichterſtattung
be=
fürchten läßt. Nach der neueſten vergleichenden
Stati=
ſtik, die bis zum Jahre 1908 geht, entfielen nämlich auf
100000 Einwohner in dieſem Jahre 21,9 Selbſtmorde.
Das iſt ſeit 1893 allerdings die höchſte Zahl, allein ſchon
1894 hatte ſie 21,7 gelautet, war 1899 auf 19,5
zurückge=
gangen, um 1903 wieder 21,7 zu erreichen, und hatte im
letzten Jahrfünft zwiſchen 21,0 und 21,9 geſchwankt. Gebiet in Südweſtafrika. Ein Gutachten v.
Der Prozentſatz der Selbſtmörder weiblichen
Ge=
ſchlechts iſt von 25,0 im Jahre 1893 auf 29,1 im Jahre
1908 geſtiegen, hat im Jahre 1907 ſogar 31,0 betragen.
Preußen bleibt mit 21,2 Selbſtmorden auf 100000
Einwohner ein wenig unter dem Reichsdurchſchnitt.
Im einzelnen ſteht Berlin mit der Verhältniszahl 34,5
in Preußen am ungünſtigſten da. Der Hauptſtadt folgt
faſt unmittelbar die Provinz Schleswig=Holſtein mit
34,1, Brandenburg mit 32,0, Sachſen mit 31,7. In
wei=
terem Abſtande ſchließen ſich Hannover mit 23,1,
Schle=
ſien mit 22,1, Heſſen=Naſſau mit 21,7, Pommern mit
19,2, Oſtpreußen mit 15,1, Rheinland mit 14,4. Weſtfalen
mit 13,0, Weſtpreußen mit 12,5, Poſen mit 10,2 und
Hohenzollern mit 10,1 an. Unter den
Bundesſtaa=
ten weiſt Preußen mit 41,9 die meiſten
Selbſt=
morde auf 100000 Einwohner auf. Die weitere
Rei=
henfolge geſtaltet ſich folgendermaßen: Koburg=Gotha
40,6, Hamburg 39,9, Altenburg 38,8, Sachſen=Weimar
31,6, Anhalt 31,5, Königreich Sachſen 31,3, Reuß jüngere
Linie 31,3, Reuß ältere Linie 31,0, Lübeck 30,4,
Braun=
ſchweig 30,4, Schwarzburg=Sondershauſen 29,7, Sachſen=
Meiningen 29,4, Oldenburg 24,9, Großherzogtum
Heſ=
ſen 23,8, Baden 23,1, Schwarzburg=Rudolſtadt 22,2,
Mecklenburg=Schwerin 20,0, Mecklenburg=Strelitz 18,3,
Württemberg 17,9, Waldeck 16,8, Bayern 15,4,
Schaum=
burg=Lippe 15,2, Elſaß=Lothringen 13,3, Lippe 12,1.
Hohenzollern und die Provinz Poſen ſtehen
demnach am günſtigſten da. Die große Häufigkeit der
Selbſtmorde in den ſächſiſchen Herzogtümern deutet
dar=
auf hin, daß die Großſtadt als ſolche für die zahlreichen
Selbſtmorde kaum verantwortlich gemacht werden kann.
Berlin und die Hanſaſtädte dürften ihre Stellung in
der Selbſtmordſtatiſtik zu einem nicht unerheblichen
Teile dadurch erreicht haben, daß ſie das Ziel von
Per=
ſonen ſind, die in der Provinz Unglück oder Schiffbruch
uſw. erlitten haben.
* Hohe Preiſe für deutſches Porzellan.
Man ſchreibt aus London: Dresdener Porzellan iſt in
England ſeit altersher berühmt; in letzter Zeit iſt auf
dem hieſigen Kunſtmarkt aber auch die Popularität
anderer deutſcher Porzellanfabriken ſehr geſtiegen.
Kürzlich zahlte Herr Amor für ein Paar 5 Zoll hoher
Höchſter Figürchen, „Ein Metzger” und ein „Barbier”
mit Blätterwerk=Hintergrund, 7840 Mark. Bisher
waren die 6660 Mark, die 1897 für drei Höchſter Vaſen
gezahlt wurden, der hieſige Rekordpreis für dieſe Art
Porzellan. Derſelbe Herr gab 2150 Mark für ein Paar
6 Zoll hoher Ludwigsburger Bauernfigürchen. Neulich
wurden bei Chriſtie für eine viereckige, 15½ Zoll hohe
Vaſe aus der Wiener Fabrik von 1725. 5375 Mark
gezahlt.
Nummer 76.
Literariſches.
— Für Kaiſer und Reich! Elfſtädtebund und
Bauernkrieg in Franken. Von Archivar Dr. Georg
Lom=
mel. 3. Auflage. Memmingers Verlagsanſtalt,
Würz=
burg. 272 S. Broſchiert 2,50 Mark, elegant gebunden
3 Mark. Anläßlich des letzten Kaiſermanövers, das in
Franken und im Taubergau ſtattfand, unterrichtete ſich der
Kaiſer auch über die intereſſante Geſchichte des
Manöver=
gebietes, auf dem die Entſcheidung im großen
Bauern=
krieg gefallen war. Das bereits in 3. Auflage erſchienene
Hauptwerk hierüber iſt unter obigem Titel erſchienen. Die
Schilderung des Kriegsſchauplatzes wie des
Kriegsverlau=
fes iſt ebenſo anſchaulich wie packend geſchrieben. Sie lieſt
ſich wie das großartigſte Drama. Deſſen Abſchluß bildet
das Ende des Oberfeldpredigers im Bauernkriege, des
Re=
formators Pater Ambroſius, auf dem Scheiterhaufen.
Kleines Feuilleton.
nge. Das Inkognito der Könige. An der
franzöſiſchen Riviera iſt vor einigen Tagen ein
Frem=
der angekommen, der ſich „Graf von Tulgard” nennt,
aber trotz dieſes verhältnismäßig beſcheidenen Titels
von den Spitzen der Behörden ehrfuchtsvoll am
Bahn=
hofe empfangen wurde. Der „Graf von Tulgard” iſt
nämlich niemand anderes als Guſtav V., König von
Schweden, dem die Aerzte nach glücklich überſtandener
Entfernung des Blinddarmes einen längeren
Erhol=
ungsaufenthalt im Süden geraten haben. König
Guſtav V. iſt ſeinem verſtorbenen Vater, dem Könige
Ostar II., in vielen Stücken unähnlich. Er bekennt ſich
zu anderen Anſchauungen auf den meiſten Gebieten
des Lebens, und es iſt bezeichnend für ihn, daß er auch
nicht das Inkognito wählte, unter welchem ſein Vater
zu verreiſen pflegte. König Oskar II. nannte ſich „Graf
von Haga‟ Wenn regierende Monarchen ſich unter
einem Inkognito=Namen in die Fremdenliſten
eintra=
gen, ſo geſchieht das im allgemeinen nur als Ausdruck
des Wunſches, die Etikette eine Weile lang
abzuſtrei=
fen. Wirklich unbekannt zu bleiben, gelingt ihnen nur
ſelten. Auch König Eduard VII. von England ſteht ja
jetzt auf der Fremdenliſte von Biarritz als „Herzog von
Lancaſter” aber ſelbſt der letzte Küchenjunge im Hotel
des Palais, das er bewohnt, weiß, wer der Herzog von
Lancaſter in Wirklichkeit iſt. Und dieſes Inkognito iſt
ſchon deshalb ein ſehr durchſichtiges, weil das
Herzog=
ium Lancaſter eine britiſche Krondomäne iſt und die
Einkünfte des Herzogtums dem Träger der britiſchen
Krone zufließen. Faſt alle europäiſchen Souveräne
haben einen Inkognito=Namen, deſſen ſie ſich
gelegent=
lich bedienen. König Ferdinand von Bulgarien zum
Beiſpiel pflegt ſich „Graf von Morany” nach einer
ſchönen Beſitzung, die er in Ungarn hat, zu nennen.
Nur Kaiſer Wilhelm II. iſt unſeres Wiſſens ſeit ſeiner
Thronbeſteigung niemals inkognito gereiſt. Als Prinz
dagegen hat er, namentlich während ſeiner Studienzeit,
einige Inkognito=Fahrten unternommen, und eine
die=
ſer Fahrten, von der der Kaiſer gern erzählt, führte
ihn nach Paris, wo er in aller Ruhe die wichtigſten
Sehenswürdigkeiten betrachten und die Große Oper
beſuchen konnte.
C.K. Der faulſte Mann der Welt. Den
unbeſtrittenen Rekord der Faulheit hält zweifellos ein
Londoner Bürger, Mr. Alphonſe Depau, denn er iſt ſo
faul, daß keine Ueberredungskunſt der Welt ihn dazu
bringen kann, ſein Bett zu verlaſſen. Er iſt nicht
krank, aber da er von der Arbeit nichts hält, hat er auch
keinen Grund, aufzuſtehen; er fühlt ſich in ſeinem Bett
ſehr behaglich und ſteht überhaupt nicht auf. Nur ſeine
Frau iſt mit dieſer Lebensweiſe nicht einverſtanden,
denn ſie und ihre Kinder müſſen hungern und können.
nicht genug verdienen, um die Familie und ihr faules
Oberhaupt zu ernähren. Mrs. Depau hat daher vor
einiger Zeit auch die Hilfe der Gerichte in Anſpruch
genommen und ein weiſer Richter verurteilte dieſen
Siebenſchläfer wegen Vernachläſſigung der Familie
kurzweg zu ſechs Monaten Gefängnis. Bei der
Unter=
ſuchung zeigte ſich, daß alle Mittel, Herrn Depau zum
Aufſtehen zu bewegen, fruchtlos blieben. Bitten,
Droh=
ungen, ja ſelbſt Hiebe fruchteten nichts. Als die
empörte Gattin ihn energiſch aus den Federn warf,
blieb er gemächlich auf der Erde liegen, bis die Frau
das Zimmer verlaſſen hatte, um dann ſofort wieder
zwiſchen ſeine Federn zu kriechen. Seit drei Wochen
iſt Herr Depau aus dem Gefängnis zurück und hütet
wieder getreu ſein Bett. Die Behörden, die nur mit
Gewalt den Philoſophen des Liegens zum Erſcheinen
vor Gericht bewegen konnten, empfehlen der Gattin,
die Scheidungsklage. Sie hat den Rat befolgt, und in
wenigen Tagen wird die Verhandlung ſtattfinden, zu
der Herr Depau leider aufſtehen muß.
— Eine halbe Million für eine Perle.
Eine der größten Perlen, die je in die Vereinigten
Staaten eingeführt worden ſind, wurde Ende der
vori=
gen Woche von einer New=Yorker Firma importiert
und gelangte zunächſt zu der Zollbehörde, um auf ihren
Wert abgeſchätzt zu werden. Die Perle iſt
birnenför=
mig und hat ein größeres Gewicht, als alle ähnlichen
Schmuckſtücke, die ſeit langem in das Land gekommen
ſind. Der Wert der Perle, die für ein Gehänge dienen
ſoll, wird auf 100000 Dollar geſchätzt; der Zoll würde
demnach 10000 Dollar betragen. Als Verkaufspreis
werden 150000 Dollar, jedenfalls eine Summe über
eine halbe Million Mark, angegeben.
* Kalenderſeltenheit. Daß das Feſt Mariä
Verkündigung mit dem Karfreitag zuſammenfällt, iſt
zwar nicht allzu häufig, aber doch auch kein Kurioſum.
Denn nicht nur 1429, 1440 oder zum Beiſpiel 1842, 1853,
1864 wurden die beiden Tage zuſammengefeiert, ſondern
auch in unſerem Jahre 1910 fällt der 25. März, der vom
Weihnachtsfeſt berechnet als der Verkündigungstag gilt,
auf den Karfreitag. In dieſem Säkulum ferner noch
in den Jahren 1921 und 1932.
— Im Verlag von Bong u. Ko. in Berlin W.
eine Ausgabe von Bürgers Gedichten, h
ausgegeben und mit einem Lebensbilde verſehen v
Ernſt Conſentius; der Band umfaßt 2 Teile, der
erſter die Ausgabe der Gedichte von 1789 und der
zweiter Nachleſe zu den Gedichten enthält. Die
dichte werden hier in einer bisher noch nicht erreicht
Vollſtändigkeit geboten, da der Herausgeber vieles
Zeitſchriften uſw. Zerſtreute zuſammengetragen hat. 2
Geſamteinleitung und die ſehr umfangreichen Anme
ungen bieten einen die literariſche Forſchung n
jeder Seite unterſtützenden Kommentar, deſſen Benu
ung durch die angehängten Regiſter noch erhöht wi
Der ſchön ausgeſtattete Band wird von allen Freu
den deutſcher Literatur willkommen geheißen werd
— Die Rechtsverhältniſſe im Pomon
Dr. Fr. André, Profeſſor in Marburg. Mit 14 Anlag
(dabei 3 Karten). Verlag von Dietrich Reimer (Er=
Vohſen), Berlin. Preis 2 Mark. In der vorliegend
Broſchüre behandelt Profeſſor Dr. André, der bekann
Rechtslehrer der Marburger Univerſität, die juriſtiſe
Seite der Pomonafrage, die bald nach der Entdeckung d
Diamanten in Südweſtafrika aktuell zu werden began
Der Arbeit ſind drei Karten beigefügt, von denen
de Paßſche Kartenſkizze in Fakſimiledruck und eine neu
gute Aufnahme des Pomonagebietes von Dr. Reuning zu
Vergleich mit der vorgenannten hervorragendes Intere
beanſpruchen dürften.
— Ueber das Syſtem der Fixſterne. Vi
Dr. K. Schwarzſchild. Aus populären Vorträge
Mit 13 Figuren im Text. Preis 1 Mark. Verlag vi
B. G. Teubner in Leipzig und Berlin. Die vorliegen
Schrift des bekannten Aſtronomen und Direktors d
Göttinger Sternwarte bietet in glänzender Darſtellnt
und überraſchender Allgemeinverſtändlichkeit eine Da
ſtellung der beſten und weſentlichſten Fortſchritte d
modernen Aſtronomie. Man darf erwarten, daß die
kleine Schrift, der noch eine Anzahl außerordentlich ir
tereſſanter Abbildungen beigegeben ſind, in der populä
wiſſenſchaftlichen Literatur geradezu Epoche mache
wird.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktit
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 de
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Einſender fühlt ſich verpflichtet zu rügen, daß z. 2
auf dem Marienplatz, auf dem ſich der ganze große Kinde
ſegen der Stadt tummeln kann, kein einziges Bänkcher
iſt. In den Anlagen ſind ſie auch ſehr ſpärlich. In der
ſchönen Alleeſtraßen iſt keine einzige zu finden uſw. E
findet ſich vielleicht unter den ſehr gut ſituierten Be
wohnern unſrer Stadt eine mildtätige Seele, die dieſen
Uebel abhelfen würde, da man bei der kritiſchen
Finanz=
lage unſerer Stadt den Stadtſäckel nicht gut damit
be=
laſten kann. Es würden ſehr viele alte und gebrechliche
Leute ſowie die Kinder ſehr dankbar dafür ſein.
Ein Alter für die Alten.
Der deutſche Reichskanzler in Rom.
* Rom, 22. März. Heute abend fand im
Quiri=
nal zu Ehren des deutſchen Reichskanzlers ein
Diner ſtatt, an dem außer dem König und Herrn v.
Beth=
mann Hollweg Miniſterpräſident Sonnino, der Miniſter
des Auswärtigen Guicciardini, die Botſchafter Panſa und
v. Jagow, die Mitglieder der deutſchen Botſchaft und
eine Reihe von italieniſchen Würdenträgern teilnahmen.
Nach dem Diner hielt der König Cercle.
H. B. Rom, 23. März. Der deutſche Reichskanzler
v. Bethmann Hollweg hatte geſtern u. a. auch eine
Un=
terredung mit Sonnino und begab ſich ſpäter zum
preußiſchen Geſandten beim päpſtlichen Stuhl, der
ihn heute zum Papſt und zum Kardinalſtaatsſekretär
Merry del Val begleiten wird. Entſprechend dem
bisheri=
gen Brauch wird Herr v. Bethmann Hollweg nicht von der
deutſchen Botſchaft, ſondern von der Villa Bonaparte, dem.
Sitz des preußiſchen Geſandten beim Vatikan, zur Audienz
beim Papſte fahren.
* Rom, 23. März. Reichskanzler von
Bethmann Hollweg begab ſich in Begleitung des
preußiſchen Geſandten beim Vatikan von Mühlberg zum
Vatikan, wo er um 11½ Uhr vom Papſt in Aſtündiger
Audienz empfangen wurde. Alsdann ſtattete der
Reichskanzler dem Kardinal=Staatsſekretär Merry del
Val einen Beſuch ab und kehrte von dort in die
preu=
ßiſche Geſandtſchaft zurück.
H. B. Rom, 23. März. Die Verleihung des
Annunciatenordens an den deutſchen
Reichskanz=
ler machte hier einen günſtigen Eindruck. Der Orden, der
etwa dem Schwarzen Adlerorden entſpricht, wird im
all=
gemeinen nur an Souveräne oder an ganz beſonders
ver=
diente italieniſche Politiker, aber faſt nie an auswärtige
Staatsmänner verliehen. Der Inhaber des
Annunciaten=
ordens hat Anſpruch auf den Titel „Vetter des Königs”
und erhält Rang gleich nach den königlichen Prinzen. Die
Herrn v. Bethmann Hollweg verliehene Auszeichnung iſt
alſo ein unleugbarer Beweis für die Herzlichkeit der
deutſch=italieniſchen Beziehungen. Sie iſt auch ein Beweis
dafür, daß die leitenden Kreiſe Italiens nach wie vor von
der Notwendigkeit der Dreibundpolitik für Italien
über=
zeugt ſind.
Das bulgariſche Königspaar in Konſtantinopel.
* Konſtantinopel, 22. März. Der König
der Bulgaren beſuchte heute den Großweſir und
ſpäter mit der Königin das bulgariſche Exarchat nud
emp=
fing dort das Lehrerperſonal des bulgariſchen Seminars.
Der König verlieh dem Thronfolger die Kette, ſowie dem
Großweſir das Großkreuz mit den Brillanten des
Alexan=
derordens und den übrigen Miniſtern die erſte Klaſſe
die=
ſes Ordens. Dem Kriegsminiſter wurde der
Militärver=
dienſtorden mit Brillanten verliehen.
* Konſtantinopel, 23. März. Der Sultan
gab geſtern zu Ehren des Königs und der Königin der
Bulgaren ein Galadiner, an dem u. a. der türkiſche
Thronfolger, die den König begleitenden Miniſter,
ſämt=
liche Botſchafter und Geſandten, der Großweſir und die
Miniſter teilnahmen. Der Sultan ſaß zwiſchen dem König
und der Königin, an deren Seite der deutſche Botſchafter
Platz genommen hatte.
Die amerikaniſche Friedens= und
Schieds=
gerichtsgeſellſchaft
hielt am Dienstag im Aſtorhotel zu New=York ihr
Jahres=
bankett ab, bei dem Präſident Taft und der deutſche
Bot=
ſchafter Graf Bernſtorff, ſowie der mexikaniſche
Bot=
ſchafte de la Barra als Ehrengäſte die Hauptreden
hielten. Präſident Taft trat lebhaft für die Ideen der
Geſellſchaft ein. Man könne allerdings nicht erwarten,
Nummer 70.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 24. März 1910.
Seite 7.
irgend ein Land jetzt die Verſicherung des Friedens
wendete und die Heeres= und Flottenrüſtungen aufgebe.
wolle auch nicht inkonſequent erſcheinen, indem er hier
den Frieden und das Schiedsgerichtsweſen eintrete
ſich gleichzeitig bemühe, für dieſes Jahr vom Kongreß
i neue Schlachtſchiffe zu erwirken. Er hoffe, daß
Ame=
dieſe Politik fortſetzen könne, bis der Panamakanal
lendet ſei, der wegen der nahen Verbindung der beiden
ſten eine Verdoppelung der amerikaniſchen Flotte
be=
ten würde. Vielleicht werde bis dahin ein Mittel zur
rſchränkung der Rüſtungen gefunden und angenommen
1, denn die dahinzielende allgemeine Bewegung ſei
t aufzuhalten. Er ſei der Anſicht, daß ſelbſt Fragen der
ionalen Ehre dem Schiedsgericht unterbreitet werden
nten. Ohne die Japaner direkt zu erwähnen,
befür=
rtete der Präſident die Ermächtigung des Präſidenten
Bundesgerichte zur Erledigung der Klagen wegen
Ver=
ung der Rechte von einzelnen Ausländern in den
ein=
ren Bundesſtaaten. Graf Bernſtorff führte in einer
geren, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede
S, Deutſchland habe eine herzliche Sympathie für die
ee, Fragen, welche nicht die nationale Ehre oder die
densintereſſen einer Nation berührten, auf dem Wege
Schiedsſpruches zu erledigen, und betonte die
aus=
ließlich friedlichen Zwecke der deutſchen Flotte.
Darmſtadt, 24. März.
* Militärdienſtnachrichten. Oberſt v. Hutier,
mmandeur des Leibgarde=Regiments Nr. 115, mit
Führung der 74. Infanterie=Brigade in Stettin
ruftragt. Oberſt v. Etzel von der Kriegsakademie
Berlin zum Kommandeur des Leibgarde=Regiments
. 115 ernannt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 23. März. Gegenüber den
Ausführun=
n Mac Kennas ſtellt die „Nordd. Allg. Ztg.” feſt,
ß Deutſchland im Herbſt 1912 nur 13 große
hiffe, nicht 17, verwendungsbereit haben ſoll; auch
rrägt die Bauzeit der Naſſau=Klaſſe durchſchnittlich
6, nicht 26 Monate, wie Kenna annimmt.
* Spandau, 23. März. In der Geſchoßfabrik
ex=
lodierte heute vormittag beim Abladen ein
Ge=
oß. Einem Arbeiter wurde ein Fuß abgeriſſen,
ei andere trugen leichtere Verletzungen davon.
* Straßburg i. Elſ., 23. März. Der Herausgeber
rd Redakteur des inzwiſchen eingegangenen „
Sim=
icius” wurde heute von der Strafkammer wegen
ſchimpfung von Einrichtungen der katholiſchen Kirche
fünf Tagen Gefängnis verurteilt, und zwar
egen eines Artikels, betitelt „Staatsverbrecher”.
* Eſſen, 23. März. Das Oberlandesgericht
Hamm gab dem Antrage des Rechtsanwalts
Nie=
eyer auf Wiederaufnahme des im Jahre 1904
ver=
indelten Meineidsprozeſſes Ludwig Schröder und Ge=
Iſſen ſtatt und ordnete eine neue Verhandlung an.
* Thorn, 23. März. Im Telegraphen= und
ernſprechamt iſt Feuer ausgebrochen. Der
ernſprechverkehr iſt einſtweilen gänzlich unterbrochen.
ie Telegramme von und nach Thorn werden wahr=
Zeinlich erhebliche Verſpätungen erleiden.
* Thorn, 23. März. Das Feuer in dem
auptpoſtgebäude entſtand um 11½ Uhr
vor=
ittags in der Dachkammer und entwickelte ſich mit
roßer Schnelligkeit; auch der Telephonhelm mit etwa
10 Drähten geriet in große Gefahr. Die Feuerwehr
ermochte nur wenig auszurichten. Mittags wurde das
elegraphenamt von den Beamten geräumt.
* Wien, 23. März. Das „Fremdenblatt” beſpricht
e amtlichen ruſſiſchen und
öſterreichiſch=
ngariſchen Kundgebungen über das
Ergeb=
is der Verhandlungen, die ſeit einigen Monaten
viſchen Wien und Petersburg geführt wurden und
ezeichnet es als beſonders wichtig, daß die
Wieder=
nknüpfung des Drahtes zwiſchen Wien und
Peters=
urg auf Grund vorhergegangener Beſprechungen
ge=
hah, aus denen ſich die Uebereinſtimmung der
Po=
tik der beiden Mächte ergab. Es zeigte ſich, ſchreibt
as Blatt, daß zwecks Wiederherſtellung normaler
Be=
jehungen die Feſtſtellung der allgemeinen
Gleichartig=
eit in der Politik der beiden Mächte genügte; ein Ab=
kommen lag von vornherein nicht in unſerer Abſicht
und war nach unſerer Auffaſſung ſchon wegen der
gänzlich veränderten Verhältniſſe in der Türkei
über=
flüſſig, auf die ja auch die ruſſiſche Kundgebung
nach=
drücklich hinweiſt. Sowohl die künftige
internatio=
nale Stellung des ottomaniſchen Reiches, wie die
offen=
kundige Tatſache, daß es ſtark genug und willens ſei,
die Beſitzrechte aus eigener Kraft aufrecht zu erhalten,
bieten wohl eine hinlängliche Gewähr für den Status
quv im Orient, der anderweitiger Garantien nicht
be=
darf. Während alſo eine formale Entente für nicht
notwendig erachtet wurde, wird man andererſeits mit
dem erzielten Reſultate zufrieden ſein.
* Peſt, 23. März. Aus allen Landesteilen werden
Sympathiekundgebungen für die im
Ab=
geordnetenhauſe verwundeten Miniſter
gemeldet. In dem Klub der Regierungspartei wurden
dem Miniſterpräſidenten große Ovationen dargebracht.
Auf eine Anſprache erwiderte Graf Khuen=Hedervary,
keinerlei Angriffe, wie ſie auch immer geartet ſein
mögen, werden ihn in ſeinen Entſchlüſſen wankend
machen. Er bedauere nur, daß die Haltung einiger
Abgeordneter dem Parlament Abbruch getan habe
Wie verlautet, werden die Neuwahlen in kürzeſter
Zeit angeordnet.
H.B. Peſt, 23. März. Infolge der
Ver=
letzung, welche der Miniſterpräſident Khuen
Hedervary im Abgeordnetenhauſe erhalten hat,
hat ſich am Backenknochen eine Beinhautentzündung
eingeſtellt, doch hoffen die Aerzte, daß die Entzündung
keinen gefährlichen Charakter annehmen wird.
Der Hunger nach ein bißchen Sonne
lockt die Menſchen ins Freie, wenn der Himmel
auch nur ein bißchen freundlich ausſieht — und
oft bezahlt man die kleine Erholung mit einer
langwierigen Erkältung. Man muß alſo
be=
ſonders vorſichtig ſein und auf ſolch einem
Spaziergang ein paar Fays ächte Sodener
Mineral=Paſtillen im Munde zergehen laſſen
Man wird dann die ausgezeichnete vorbeugende
Wirkung der Sodener ganz ſchätzen lernen. Fays
ächte Sodener Mineral=Paſtillen koſten nur
85 Pfg. pro Schachtel und ſind in allen
ein=
ſchlägigen Geſchäften zu haben. Nachahmungen
aber weiſe man ganz entſchieden zurück. (5208)
Ein modernes Verkehrs=Rad iſt die Marke
„Superior” der Firma Hans Hartmann
Akt.=Geſ. in Eiſenach. Zirka 100000 „Superior”=
Fahrräder wurden von derſelben in den letzten Jahren
geliefert und hat ſich die Firma durch die tadelloſen
Er=
zeugniſſe ein Renommee in weiten Kreiſen zu verſchaffen
gewußt. Der nunmehr erſchienene neue Katalog enthält
an Modellen für die Saiſon 1910 wiederum hochmoderne
und ſtabile Maſchinen, deren Preiswürdigkeit
hervor=
gehoben zu werden verdient. Die große Verbreitung
ſpricht am beſten für die Qualität der „Superior”=
Fahr=
räder und dokumentiert, welcher Beliebtheit ſich dieſelben
überall erfreuen. Der Katalog wird gratis an
In=
tereſſenten verſandt. Lieferungen erfolgen direkt an
Private.
(6514 M
(
Die letzte Ausgabe
vor den Oſter=Feiertagen erſcheint Samstag früh.
Die für dieſe Nummer beſtimmten Anzeigen erbitten wir
uns bis ſpäteſtens
Donnerstag Nachmittag 5 Uhr.
Das erſte Blatt nach Oſtern gelangt dann am
Dienstag, 29. März, früh, zur Ausgabe.
Annahme=
ſchluß für dieſe Nummer iſt am
Samstag, 26. März, nachmittags 5 Uhr.
Größere Anzeigen bitten wir früher aufzugeben,
Todesanzeigen für die Samstags=Nr. können am
Kar=
freitag, für die Nr. vom 29. März an beiden Oſtertagen
beim Portier, Rheinſtraße 23, abgegeben werden.
Darmſtädter Tagblatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei dem ſchmerzlichen Verluſte unſerer guten Mutter,
Großmutter, Schweſter und Tante
Frau
ſagen wir unſeren herzlichſten Dank.
(6495
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
K. Küsthardt,
Muſeums=Präparator.
Darmſtadt, 24. März 1910.
Menngeuten
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die
euro=
päiſche Druckverteilung hat ſich nur wenig geändert.
Ueber den britiſchen Inſeln beſteht anhaltend hoher
Druck, der ſich oſtwärts bis nach Mitteleuropa erſtreckt.
Dagegen ziehen im hohen Nordoſten Depreſſionen
vorüber. Dementſprechend haben wir in Nord= und
Nordoſtdeutſchland trübes Wetter, an der Odermündung
fällt Regen, während im übrigen Gebiet heiterer Himmel
mit Bewölkung abwechſelt. — Bei hohem Druck über
Weſt= und Mitteleuropa dauert die trockene Witterung
Es wird wärmer.
an.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 24. März:
Zeitweiſe heiter, trocken, etwas wärmer.
Tageskalender.
Donnerstag, 24. März.
Hauptprobe zum Konzert des Muſikvereins um 7 Uhr
in der Stadtkirche.
Generalverſammlung der Krankenkaſſe für die
An=
geſtellten der Mitglieder des Gaſtwirtevereins um
3½ Uhr im Reſtaurant „Zur Oper”
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (Die
Sehenswürdig=
keiten am Rhein von Köln bis Mainz).
Freitag, 25. März.
Konzert des Muſikvereins um 7 Uhr in der
Stadt=
kirche.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (Die
Sehenswürdig=
keiten am Rhein von Köln bis Mainz).
Städtiſches Muſeum (Schloßgraben 9). Geöffnet
Sonn= und Feiertags, ſowie Mittwochs und Freitags
von 11—1 und 2—4 Uhr, bei freiem Eintritt.
Dienstags, Donnerstags und Samstags von 10—1 Uhr
(Eintritt 30 Pfg.).
Kunſtverein. Täglich geöffnet von 11—1 Uhr=
Sonntags von 10—1 Uhr, Mittwochs von 2—4 Uhr.
Patentſchriften=Auslegeſtelle in der Gewerbe=
Bibliothek, Neckarſtr. 3. Zeit der Benutzung: an allen
Wochentagen von 8½—12½ u. 2½—5½ Uhr (Samstag=
Mittag ausgenommen).
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſex
für den Inſeratenteil: S. Kroſl, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.
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Seite 8.
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8)
Der ſchmale Weg.
Roman von Panl Bliß.
(Nachdruck verboten.)
Und leiſe bat ſie weiter: Zürnen Sie ihr nicht — ſie
ſt nicht ſo ſchlecht, wie Sie nun wohl glauben werden,
ie iſt nur ſo falſch erzogen worden — unſere Mutter iſt
o früh geſtorben, das iſt das Schlimme. — Nun hat ſich
riemand ihr ſo recht widmen können, man hat ihr ſtets
u viel Willen gelaſſen, und ſo iſt es wohl gekommen, daß
ie ſo wenig Charakter hat.
Stumm ſah er ſie an — kein Wort konnte er
hervor=
dringen, kein einziges, kleines Wort.
Da reichte ſie ihm die Hand. Und wieder bat ſie leiſe:
Zürnen Sie auch uns nicht.
Auch jetzt noch konnte er nichts ſagen.
Aber er beugte ſich nieder und küßte ihr die Hand.
Plötzlich kam es hoch in ihm — all der Jammer, all
das Weh, all der ſo lange verhaltene Schmerz — nun
ang es ſich los.
Und mit einem wilden Aufſchrei ſank er hin, preßte
das Geſicht ins Polſter und ſchluchzte weinend.
Lange lag er ſo — alles um ſich hatte er vergeſſen.
Und mitten in dieſem traumhaften Zuſtand war es
hm, als fühlte er ganz leiſe und zart ein paar weiche
Sände über ſein Haar hingleiten.
Er konnte ſich zuerſt in dem halbklaren Zuſtand dar=
Eber nicht einig werden, ob das, was er eben gefühlt,
Traum oder Wirklichkeit war.
Doch als er dann die Augen aufſchlug und um ſich
ſah, überzeugte er ſich, daß er allein war.
Alſo war es doch wohl nur ein Traum geweſen. —
Noch an demſelben Tage mietete er ſich ein anderes
Zimmer.
Dem Profeſſor und Fräulein Malwine ſagte er
ſchrift=
lich Adieu. Dann zog er aus.
10. Kapitel.
Gleichmäßig gingen die Tage dahin.
Mechaniſch, gewohnheitsmäßig ging er ſeiner Pflicht
nach.
Immer nur arbeiten, arbeiten, um Gottes willen nur
nicht anfangen zu denken!
Aber wenn er abends müde heimkam und das Licht
anzündete und ſeine eigene Arbeit vorzunehmen begann,
dann wurde alles, was tagsüber zurückgehalten war, was
mühſam eingeſchläfert war, wieder wach, dann waren alle
die Qualen und all das nagende Weh wieder da, und
von neuem, immer wieder von neuem litt er unſagbar
darunter.
Zu wahr, zu hingebend hatte er ſie ja geliebt!
Sein Alles, ſeine ganze Zukunft hatte er auf ſie
ge=
baut — einen Himmel voll Glückſeligkeit hatte er von der
Ehe erhofft — und nun ſaß er einſam und verlaſſen da
und hatte nichts als ſeine zertrümmerten Hoffnungen, als
ſeine geſtürzten Ideale.
Reit ſo bamte er nicht arbeiten, nick ſchefe,
ſo=
nicht! So wurde nichts daraus!
Er hatte ja den Glauben an die Menſchheit verloren!
Wie ſollte er noch auf irgend etwas in der Welt hoffen,
bauen oder vertrauen, wenn ihm das Hehrſte, das
Hei=
ligſte beſchmutzt und zertreten war!
Nein, ſo konnte er nichts ſchaffen!
Planlos, haltlos, verzweifelt ging er umher, nirgends
fand er Ruhe, nirgends Sammlung.
Aber da geſchah etwas Gewaltiges, etwas Grauſiges
und doch etwas ſo Erhabenes.
Es kam ein Telegramm von der Mutter: Komm’
ſo=
fort; ich bin krank.
Da kam er mit einem Ruck ins Leben zurück.
Zuerſt errötete er vor Scham, daß er in ſeinem
Schmerz alles andere vergeſſen hatte, dann aber riß er ſich
zuſammen, denn nun galt es zu handeln.
Sofort nahm er Urlaub und fuhr zur Mutter.
Als er in der Bahn ſaß und der Zug durch die
blühende, prangende Welt dahinſauſte, lehnte er ſich in
eine Ecke und ſah ſinnend in die blaue, ſonnige Luft.
Etwas Neues war jetzt in ihm.
Mit einem jähen Ruck war er aus ſeiner verzweifelten
Stimmung herausgeriſſen worden.
Neuen ſeeliſchen Erlebniſſen ging er nun entgegen,
das fühlte er.
Als er an das Wiederſehen dachte, erbebte er leiſe
Seit zehn Jahren hatten ſie ſich nicht geſehen.
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Seite 10.
Darmſtädter Tagolact, Donnerstag, den 24. Marz 1910.
Nummer 70
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Nun ſollten ſie ſich wiederſehen — er erbebte leiſe.
Dann aber raffte er ſich auf —
jetzt galt es zu
zeigen, ob Größe in ihm wohnte! — — Er kam ja als
bit=
tender Sohn, der ſich mit einem lieben Wort das Herz der
Mutter erobern wollte — — alles Vergangene ſollte
ver=
geſſen ſein und ein neues, beſſeres Leben ſollte beginnen
— — er kam ja als ein vom Leben geklärter, geläuterter
Menſch, der da erkannt hatte, daß Verzeihung das
Herr=
lichſte iſt, daß die Liebe unvergänglich und ewig währt
— — nein, jetzt durfte er nicht kopfhängeriſch kommen,
jetzt mußte er mit frohem, freudigem Herzen hintreten vor
die alte Frau.
Mit einem Male bekam er einen Schreck.
Er dachte an das Telegramm.
Zitternd durchlas er es noch einmal.
O, ſie mußte ſehr krank, ernſtlich krank ſein — ſonſt
hätte ſie nicht ſo dringend nach ihm verlangt.
Und nun geriet er in eine fieberiſche Angſt, daß er
zu ſpät kommen könnte — und Vorwurf auf Vorwurf
peinigte ihn, daß er ſo pflichtvergeſſen, ſo egoiſtiſch
ge=
handelt hatte.
Ach, wie der Zug dahinkroch!
Schneller! Schneller! Schneller!
Alles in ihm war nun in Aufruhr.
Endlich, endlich war das Ziel erreicht.
Nun einen Wagen — aber jetzt im Galopp.
Zehn weitere qualvolle Minuten. Dann iſt er da.
Mit angſtbebendem Herzen ſteigt er die Treppen
em=
por, bis hinauf zur Manſarde.
Und immer denkt er: Weshalb wohnt ſie denn ſo hoch?
Hat ſie vielleicht gar Not gelitten?
Als er vor der Tür ſteht, wagt er nicht zu klingeln.
en ener Sente
Was wird er ſehen? Was wird nun geſchehen?
Gähnend ſchwarz und grauſig ſteht die Zukunft vor
ihm. Er fühlt, daß er jetzt etwas Gewaltiges, etwas
Er=
ſchütterndes erleben wird.
Endlich drückt er auf den Knopf der Glocke, leiſe,
taſtend.
Mit angehaltenem Atem lauſcht er.
Wohl eine Minute vergeht.
Er beißt die Zähne zuſammen — ſtark ſein! O Gott,
jetzt nur ſtark ſein!
Da wird geöffnet. Eine Krankenſchweſter erſcheint
und ſieht ihn ſtumm fragend an.
Leiſe, bebend nennt er ſeinen Namen.
Stumm reicht ſie ihm die Hand und läßt ihn eintreten.
In die Küche führt ſie ihn.
Bebend, atemlos vor Angſt folgt er . .
Endlich beginnt ſie, leiſe, faſt flüſternd: Bitte,
ver=
weilen Sie hier ein paar Minuten; Ihre Mutter iſt eben
ein wenig eingeſchlafen.
Er nickt. Kaum hörbar fragt er: Iſt es ernſtlich?
Jetzt nickt auch ſie. — Sehr ernſt. Lungenentzündung.
Der Arzt hat wenig Hoffnung.
Er iſt einer Ohnmacht nahe; kaum kann er ſich
aufrecht erhalten. Weiß das die Mutter?
Ja, ſie weiß es, ſie iſt auf alles gefaßt, ſie erträgt
es mit bewunderungswürdiger Ruhe.
Aber warum rief man mich nicht früher?
Die Kranke wollte es nicht.
Das Wort traf. Wie zermalmt ſaß er da.
Endlich beginnt er wieder: Kann ich noch irgend
etwas tun und holen, was der Mutter Linderung
ſchaffen könnte?
Sie verneint. Was getan werden konnte, iſt bereits
geſchehen. Der Armenvorſteher war ſelber hier, und
er hat alles bewilligt, was der Arzt angeordnet hat.
Mun nuck er zeienen, er ſanrn ſe gr. (r5
greift das nicht. — Der Armenvorſteher? fragt
heiſer.
Erſtaunt bejaht ſie.
Vor ſeinen Augen beginnt es zu flimmern.
Ja, hat denn meine Mutter Not gelitten?
Schmerzgepreßt kommt es heraus.
Mitleidsvoll ſieht ſie ihn an. — Gut ging es ih
nicht, der alten Frau — ſie hat bis vor wenigen Tage
noch an der Nähmaſchine ſitzen müſſen.
Er hält ſich an der Lehne feſt. Er drohte umz!
ſinken. Alles dreht ſich vor ſeinen Augen.
Faſſungslos ſtarrt er die Wärterin an, Kein Wo
kann er ſprechen.
Teilnehmend fragt ſie: Wußten Sie denn alles d
nicht?
Da ſchüttelte er den Kopf. In ſeinen Augen wi
es feucht. Reden kann er kein Wort.
Auch ſie ſitzt ſtumm und ergriffen da.
Plötzlich ſieht er ſich um — prüfend gleiten ſei
Blicke umher — und wohin er ſieht, nichts als Arm
nichts als bitterſte Armut ſieht er.
Da gehen ihm die Augen auf — grauſig, entſetz!
ſtill hat ſie gelitten, die ar
klar ſieht er nun —
Frau, ſtumm und ſtill hat ſie all die Jahre hindu
ſich gequält, um das bißchen Brot zu verdienen,
keinem Menſchen zur Laſt zu fallen — ſtill und ſtur
hat ſie ihr Geſchick getragen, nie geklagt und nie
murrt — ſtill und ſtumm hat ſie gearbeitet, bis es el
nicht mehr ging.
Wie klein, wie erbärmlich, wie verächtlich kam
ſich dagegen vor gegen dieſe ſtille, große Dulderin.
Beſchämt — bis ins Herz getroffen — zermalmt
er da.
(Fortſetzung folgt.)
Imtsberkündiaungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
N 33.
Damerstang, 24. März.
1910.
Bekanntmachung.
treffend: Beſchäftigung von Arbeiterinnen und jugendl chen Arbeitern in Ziegeleien.
Nach den Beſtimmungen der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 15. Novem=
1903 (Reichsgeſetzblatt Seite 287) und des § 154, Abſatz 2, der Gewerbeordnung in
Faſſung vom 28. Dezember 1908 iſt ein Auszug aus den Beſtimmungen gemäß
38, Abſatz 2, der Gewerbeordnung in den in Betracht kommenden Betrieben zum
Shang zu bringen.
Den Wortlaut dieſes Auszuges, der laut Bekanntmachung des Großh. Miniſteriums
Innern vom 21. Februar 1910 (Regierungsblatt Seite 17) eine neue Faſſung
alten hat, bringen wir hiermit zur Kenntnis der Beteiligten unter Hinweis auf die
§ 149, Ziffer 7, der Gewerbeordnung enthaltenen Strafbeſtimmungen.
Darmſtadt, den 18. März 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Auszug
5 den Beſtimmungen der Gewerbeordnung und der Bekanntmachung des
Reichs=
zlers vom 15. November 1903, betreffend die Beſchäftigung von Arbeiterinnen und
endlichen Arbeitern in Ziegeleien.
I. Kinder unter 13 Jahren dürfen nicht beſchäftigt werden. (§ 135, Abſ. 1.)
II. Kinder über 13 Jahre dürfen nur beſchäftigt werden, wenn ſie nicht mehr zum
Beſuch der Volksſchule verpflichtet ſind. (§ 135, Ahſ. 1.)
II. Minderjährige dürfen nur beſchäftigt werden, wenn ſie mit einem durch die
Polizeibehörde ihres letzten dauerrden Aufenthaltsortes oder ihres erſten deutſchen
Arbeitsortes ausgeſtellten Arbeitsbuche verſehen ſind, das von dem Arbeitgeber
einzufordern, zu verwahren und auf amtliches Verlangen jederzeit vorzulegen iſt.
(§§ 107 und 108.) (Vergleiche auch die in jedem Arbeitsbuche abgedruckten §§ 111
und 112 der Gewerbeordnung.)
V. Wer Kinder unter 14 Jahren, junge Leute (beiderlei Geſchlechts) zwiſchen 14 und
16 Jahren oder Arbeiterinnen über 16 Jahre beſchäftigen will, muß hiervon der
Ortspolizeibehörde vorher ſchriftliche Anzeige machen.
In der Anzeige ſind anzugeben: der Betrieb, die Wochentage, an denen die
Beſchäftigung ſtattfinden ſoll, Beginn und Ende der Arbeitszeit und der Pauſen,
Art der Beſchäftigung. — Soll hierin eine Aenderung eintreten, ſo muß davon
vorher der Behörde weitere Anzeige gemacht werden. (§ 138, Abſ. 1.)
V. In jedem Arbeitsraume, in dem jugendliche Arbeiter unter 16 Jahren beſchäftigt
werden, muß an einer in die Augen fallenden Stelle ein Verzeichnis der darin
beſchäftigten jugendlichen Arbeiter unter Angabe der Arbeitstage, des Beginns
und Endes der Arbeitszeit, des Beginns und Endes der Pauſen ausgehängt
ſein. (§ 138, Abſ. 2.)
II. Kinder unter 14 Jahren dürfen nicht länger als 6 Stunden, junge Leute (beiderlei
Geſchlechts) zwiſchen 14 und 16 Jahren und Arbeiterinnen über 16 Jahre dürfen
nicht länger als 10 Stunden Arbeiterinnen an den Vorabenden der Sonn= und
Feſttage nicht länger als 8 Stunden täglich beſchäftigt werden (§ 135, Abſ. 2 und
3, § 137, Abſ. 2.)
Die Arbeitsſtunden dürfen nicht vor 6 Uhr morgens beginnen und nicht
über 6 Uhr abends dauern. (§ 136, Abſ. 1, und § 137, Abſ. 1.)
Arbeiterinnen dürfen überdies am Sonnabend, ſowie an den Vorabenden
der Feſttage nicht nach 5 Uhr nachmittags beſchäftigt werden. (§ 137, Abſ. 1.)
II. Zwiſchen den Arbeitsſtunden müſſen am jedem Arbeitstage regelmäßige Pauſen
gewährt werden.
Für jugendliche Arbeiter,
die nur 6 Stunden täglich beſchäftigt werden, muß die Pauſe mindeſtens
eine halbe Stunde betragen;
den übrigen muß mindeſtens mittags eine einſtündige, ſowie vor= und
nachmittags je eine halbſtündige Pauſe dann gewährt werden, wenn
ſie täglich länger als= 8 Stunden beſchäftigt werden und die Dauer
ihrer durch eine Pauſe nicht unterbrochenen Arbeitszeit am Vor= und
Nachmittag je 4 Stunden überſteigt. (§ 136, Abſ. 1.)
Den Arbeiterinnen über 16 Jahre iſt eine mindeſtens einſtündige
Mittags=
pauſe zu gewähren. (§ 137. Abſ. 3.)
Arbeiterinnen, die ein Hausweſen zu beſorgen haben, ſind auf ihren Antrag
eine halbe Stunde vor der Mittagspauſe zu entlaſſen, ſofern dieſe nicht mindeſtens
ein und eine halbe Stunde beträgt. (§ 137, Abſ. 5.)
II. Während der Pauſen darf den jugendlichen Arbeitern eine Beſchäftigung im
Betriebe überhaupt nicht geſtattet werden.
Der Aufenthalt in den Arbeitsräumen darf nur dann erlaubt werden,
a) wenn in ihnen die Teile des Betriebs, in denen jugendliche Arbeiter
beſchäftigt ſind, für die Zeit der Pauſen völlig eingeſtellt werden, oder
b) wenn der Aufenthalt im Freien nicht tunlich iſt und andere geeignete
Aufenthaltsräume ohne unverhältnismäßige Schwierigkeiten nicht
beſchafft werden können. (§ 136. Abſ. 2.)
X. Nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit iſt den Arbeiterinnen und den
jugend=
lichen Arbeitern eine ununterbrochene Ruhezeit von mindeſtens 11 Stunden zu
gewähren. (§§ 136, Abſ. 3, und 137, Abſ. 4.)
X. Arbeiterinnen dürfen vor und nach ihrer Niederkunft im ganzen während 8 Wochen
nicht beſchäftigt werden. Ihr Wiedereintritt iſt an den Ausweis geknüpft, daß
ſeit ihrer Niederkunft wenigſtens 6 Wochen verfloſſen ſind. (§ 137, Abſ. 6.)
XI. An Sonn= und Feſttagen, ſowie während der vom ordentlichen Seelſorger, für
den Katechumenen= und Konfirmanden=, Beicht= und Kommunionunterricht
beſtimmten Stunden dürfen jugendliche Arbeiter nicht beſchäftigt werden.
(§ 136, Abſ. 4.)
II. Kinder von 13—14 Jahren, junge Leute beiderlei Geſchlechts von 14—16 Jahren
und Arbeiterinnen über 16 Jahre dürfen nicht verwendet werden:
a. zur Gewinnung und zum Transport der Rohmaterialien (einſchließlich des
eingeſumpften Lehms),
b. zur Handformerei (Streichen oder Schlagen) der Steine, mit Ausnahme
von Dachziegeln (Dachpfannen) und Bimsſandſteinen (Schwemmſteinen),
c) zu Arbeiten in den Oefen und zum Befeuern der Oefen, mit Ausnahme
des Füllens und Entleerens oben offener Schmauchöfen,
d. zum Transport geformter (auch getrockneter und gebrannter) Steine, ſoweit
die Steine in Schiebkarren oder ähnlichen Transportmitteln befördert
werden und hierbei ein feſtverlegtes Gleis oder eine harte ebene Fahrbahn
Ht benutzt werden kann.
In Ziegeleien, einſchließlich Schamottefabriken, iſt an einer in die Augen fallenden
relle der Arbeitsſtätte eine Tafel, welche dieſen Auszug in deutlicher Schrift enthält,
d wenn jugendliche Arbeiter beſchäftigt werden, ein Verzeichnis aufzuhängen, welches
* Namen dieſer jugendlichen Arbeiter, die Arbeitstage, Beginn und Ende der Arbeitszeit,
(6530
Die Pauſen enthält.
Bekanntmachung.
etreffend: Erweiterung der Bahnſteige auf dem Bahnhof Eberſtadt.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß auf dem Bahnhof Eberſtadt
ze Erweiterung der Bahnſteige beabſichtigt iſt.
Der Plan nebſt Beſchreibung über die beabſichtigten Aenderungen und über die
Ausſicht genommenen Veränderungen an Wegen und Vorflutanlagen liegt in der
rit vom Montag, den 14. März 1910 bis Montag, den 21. März 1910
ein=
bließlich auf der Großh. Bürgermeiſterei Eberſtadt und von Mittwoch, den
S. März 1910 bis Mittwoch, den 30. März 1910 einſchließlich auf der Großh.
ürgermeiſterei Pfungſtadt zu jedermanns Einſicht offen.
Termin zur landespolizeilichen Prüfung des Projekts wird auf Dienstag, den
April 1910, nachmittags 3½ Uhr, auf Bahnhof Eberſtadt anberaumt. In
eſem Termin ſind etwaige Einwendungen geltend zu machen.
Darmſtadt, den 9. März 1910.
(545fa
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
etreffend: Die Unterhaltung der Kreisſtraßen im Kreiſe Darmſtadt; hier die Sperrung
der Kreisſtraße nach Wirhauſen von der Frankfurterſtraße ab bis zun.
Bahnübergang bei der Station Wixhauſen behufs Einwalzens der Fahrbahn.
Es wird hiermit zur Kenntnis der Intereſſenten gebracht, daß die Kreisſtraße
ich Wixhauſen von der Frankfurterſtraße ab bis zum Bahnübergang bei der Station
Wirhauſen (ſag. Wirhäuſer Bahnhoſsabzweigung von Mittwoch, den 30. iſo. Mts.
ab auf ca. 4 Tage, behufs Einwalzens der Fahrbahn für Fuhrwerke, Automobile und
Motorräder geſperrt iſt. Der Verkehr hat über die Aumühleabzweigung zu erfolgen.
(6505
Darmſtadt, den 22. März 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Bekanntmachung.
Betreffend: Geſuch des Valentin Rühl XII. von Pfungſtadt um Genehmigung zur
Errichtung einer Schlächterei=Anlage in dem Hauſe Ecke der Seiler= und
Sandſtraße.
Der Metzger Valentin Rühl XIl. zu Pfungſtadt beabſichtigt auf dem
Grund=
ſtück Flur I Nr. 807½0 gelegen zu Pfungſtadt, eine Schlächterei=Anlage zu errichten.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes in
dem Amtsverkündigungsblatt an gerechnet auf dem Bureau der Großh. Bürgermeiſterei
Pfungſtadt zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
ebenda vorzubringen.
Darmſtadt, den 19. März 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(6506
J. V.: von Werner.
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Muſterungs=Geſchäft im Kreiſe Darmſtadt im Jahre 1910.
Für den Kreis Darmſtadt wird das Muſterungs=Geſchäft vom 6. bis inkl. 23. April
lfd. Js. im Hauſe der Turngemeinde, Woogsplatz 5 dahier, vorgenommen werden.
Die Muſterung findet in folgender Weiſe ſtatt:
Mittwoch, den 6. April: der Militärpflichtigen aus der Stadt Darmſtadt,
deren Namen mit den Buchſtaben A bis C beginnen.
Donnerstag, den 7. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe D bis F,
2. ſämtliche Militärpflichtige der Gemeinde Erzhauſen.
Freitag, den 8. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe G, 2.
Ge=
meinden Malchen und 3. Roßdorf,
Samstag, den 9. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben H und J,
2. Gemeinde Eich.
Montag, den 11. April: desgleichen 1. Darmſtadt, Buchſtabe K, 2. Gemeinde
Gräfenhaufen.
Dienſtag, den 12. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben L. und M.,
2. Gemeinde Braunshardt.
Mittwoch, den 13. April: desgleichen Stadt Darmſtadt, Buchſtaben N bis B.
Donnerstag, den 14. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe 8, jedoch
nur die in den Jahren 1888 und 1889 geborenen Militärpflichtigen,
2. Gemeinde Weiterſtadt.
Freitag, den 15. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtabe S, die im
Jahre 1890 geborenen Militärpflichtigen, 2. Gemeinde Nieder=Ramſtadt
mit Waſchenbach.
Samstag, den 16. April: desgleichen 1. Stadt Darmſtadt, Buchſtaben T bis 2.
2. Gemeinde Meſſel.
Montag, den 18. April: desgleichen 1. Gemeinde Arheilgen, 2. Wixhauſen.
Dienstag, den 19. April: desgleichen 1. Gemeinde Eberſtadt, 2. Traiſa.
Mittwoch, den 20. April: desgleichen 1. Gemeinde Eſchollbrücken, 2. Griesheim.
Donnerstag, den 21. April: desgleichen 1. Gemeinde Hahn, 2. Nieder=Beerbach,
3. Ober=Ramſtadt, 4. Schnevpenhauſen.
Freitag, den 92 April: desgleichen Pfungſtadt.
Sämtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1890 geboren und im Kreiſe
Darmſtadt geſtellungspflichtig ſind, die Ueberzähligen (dienſttaugliche Leute aus
früheren Jahren, welche infolge hoher Losnummer nicht eingeſtellt worden ſind und
über die noch nicht definitiv entſchieden iſt, die alſo keine andere Militär=Legitimation
haben, als ihre Loſungs= und Geſtellungsſcheine), ſowie die Zurückgeſtellten aus
früheren Jahren (im Jahre 1888 und 1889 Geborene) werden hiermit aufgefordert,
ſich an den vorbezeichneten Tagen jedesmal pünktlich 7¼ Uhr vormittags zur
Muſterung einzufinden.
Die Militärpflichtigen aus früheren Jahren haben ihre Loſungsſcheine ſofern
dieſelben nicht ſchon bei der Anmeldung zur Stammrolle abgegeben worden ſind, bei
der Muſterung vorzulegen, damit ſie ergänzt und berichtigt werden können.
Auch werden unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 1. Januar l. Js.,
(Amtsverkündigungs=Blatt Nr. 6 von 1909) die im Jahre 1890 geborenen, im Beſitz
des Berechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Dienſt befindlichen
Militär=
pflichtigen, welche bis jetzt ihre Zurückſtellung vom Militärdienſt noch nicht
bean=
tragt haben, wiederholt aufgefordert, dies alsbald und ſpäteſtens im
Muſterungs=
termin zu tun.
Samstag, den 23. April findet die Loſung ſtatt, und zwar von vormittags
8 Uhr ab für die Militärpflichtigen aus der Stadt Darmſtadt, von 10 Uhr ab für
die Militärpflichtigen aus den Landgemeinden.
Von der perſönlichen Geſtelluna vor der Erſatz=Kommiſſion ſind nur entbunden:
1. Diejenigen im Beſitz des Berechtigungsſcheins zum einjährig=freiwilligen
Dienſt befindlichen Leute, welche vorſchriftsmäßig ihre Zurückſtellung bei
der Erſatz=Kommiſſion beantragt haben.
2. Diejenigen, welche ſich als Freiwillige bei einem Truppenteil gemeldet und
Annahmeſchein für die Einſtellung im Herbſt l. Js. erhalten haben.
3. Diejenigen, welche wegen ihres Geſundheitszuſtandes, z. B. Blödſinn,
Ver=
krüppelung ꝛc. nicht perſönlich ſich ſtellen können, was durch ein ärztliches
Zeugnis und eine Beſcheinigung der betreffenden Bürgermeiſterei beſtätigt
ſein muß.
Wer an Epilepſie zu leiden behauptet, hat auf eigene Koſten drei
glaubhafte Zeugen hierfür zu ſtellen oder ein Zeugnis eines beamteten
Arztes beizubringen.
Die Militärpflichtigen, welche ohne genügenden Entſchuldigungsgrund ſich zur
Muſterung nicht ſtellen oder nicht pünktlich zu derſelben erſcheinen, haben die Nachteile
zu erwarten, welche für dieſen Fall in der Wehrordnung feſtgeſetzt ſind. Dieſelben
ver=
lieren unter Umſtänden die Berechtigung, an der Loſung teilzunehmen, ſowie die aus
Reklamationsgründen erwachſenen Anſprüche und werden, neben Verurteilung in eine
Geldſtrafe bis zu 30 Mark oder 3 Tagen Gefängnisſtrafe, vorweg zum Militärdienſt
herangezogen.
Das perſönliche Erſcheinen bei der Loſung bleibt den Militärpflichtigen überlaſſen.
Berüglich der Geſuche um Zurückſtellung und Befreiung vom Militärdienſt
in Berückſichtigung häuslicher, gewerblicher und Familienverhältniſſe ꝛc. wird auf
die §§ 32 u. 33 der Wehrordnung vom 22. November 1888 (Reg.=Bl. Nr. 68 von 1901),
das Reglement vom 12. Mai 1868 (Reg.=Bl. Nr. 26 von 1868) und die diesſeitige
Bekannt=
machung vom 28. Februar I. Js. (Amtsverkündigungs=Blatt Nr. 27) mit dem Anfügen
aufmerkſam gemacht, daß diejenigen Perſonen, zu deren Gunſten wegen Arbeits= und
Aufſichtsunfähigkeit die Zurückſtellung eines Militärpflichtigen in Anſpruch genommen
wird (Eltern und Geſchwiſter ꝛc. derſelben), vor der Erſatz=Kommiſſion an dem Tage
zu erſcheinen haben, an welchem die Muſterung der betreffenden Militärpflichtigen
ſtatt=
findet. Die Geſuche ſind alshald, ſoweit noch nicht geſchehen, bei den Großherzoglichen
Bürgermeiſtereien vorzubringen.
Ebenſo haben diejenigen Reklamanten, deren Söhne 1908 und 1909 wegen
häus=
licher ꝛc Verhältniſſe zurückgeſtellt worden ſind, inſofern ſie eine weitere Zurückſtellung
bezw. die Befreiung vom Militärdienſt für die Friedenszeit glauben in Anſpruch
nehmen zu können, ihre Geſuche bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien zu erneuern
und mit ihren Söhnen vor der Erſatzkommiſſion zu erſcheinen, gegenfalls die
Reklama=
tionen unberückſichtigt bleiben.
Ferner wird darauf hingewieſen, daß ſpätere Geſuche um Zuweiſung zu einem
anderen Truppenteil unberückſichtigt bleiben; denen, die beſondere Wünſche für einen
Truppenteil oder Standort haben, wird empfohlen, ſich rechtzeitig zum freiwilligen
Dienſt zu melden,
Zugleich wird bekannt gemacht, daß über etwaige von Reſerve= und
Landwehr=
mannſchaften, ſowie Erſatz=Reſerviſten eingereichten Geſuche um Zurückſtellung wegen
häuslicher, gewerblicher oder Familienverhältniſſe an den Tagen verhandelt wird, an
welchen die Muſterung der betreffenden Ortsangehörigen angeſetzt iſt.
Darmſtadt, am 11. März 1910.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt.
(5675a
v. Werner, Reg.=Rat.
Nummer 33.
Darmſtadt, den 8. März 1910.
Betreffend: Die Führung der Rekrutierungsſtammrollen; hier Zu= und Abgänge
Militärpflichtiger.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Rommiſſion Darmſtadt
au die Großherzoglichen Burgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf die Beſtimmungen des § 46 Poſ. 13 der Wehr=Ordnung vom
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
Donnerstag, den 24. März 1916
2. Novender 1983 (Reuabdruck im Reg.=Bl. N. 63 von 191) hinweiſe, nach
vilt=
von jeder An= und Abmeldung eines Militärpflichtigen zur bezw. von der Stammre
infolge Aufenthaltswechſels, behufs Berichtigung der alphabetiſchen und Reſtant
Liſten, hierher Mitteilung zu machen iſt, empfehle ich Ihnen die entſprechenden Anzeig
bei Anmeldungen unter Vorlage des Loſungsſcheins — für jeden Mann getren
alsbald zu erſtatten.
(54.
v. Werner, Regierungsrat.
Betr.: Schulgeld für die
Gym=
naſial=Vorſchule.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=
Verſammlung vom 17. Februar und mit
Genehmigung Großh. Miniſteriums des
Innern vom 9. März ds. Js., zu Nr. M.
d. J. 12843, iſt das Schulgeld für die
Vor=
ſchule der Gymnaſien von ſeither 96 Mk.
mit Wirkung vom 1. April 1910 ab auf
120 Mk. jährlich erhöht worden. Für
Brü=
der an der Vorſchule wird gezahlt:
für den älteſten Bruder das volle
Schul=
geld,
„ „ zweiten Bruder ½ des
Schul=
geldes,
„ „ dritten und die folgenden Brüder
die Hälfte des Schulgeldes.
Die gleiche Ermäßigung tritt ein, wenn
Brüder der Vorſchüler das Ludwig=Georgs=
Gymnaſium, das Neue Gymnaſium, das
Realgymnaſium oder die Oberrealſchule
(6430md
dahier beſuchen.
Darmſtadt, den 18. März 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Bauarbeiten.
Die bei Erbauung einer höheren
Knaben=
decker= und Spenglerarbeiten, ſowie die
Blitz=
ableitungsanlage ſollen vergeben werden.S
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte
(Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9)
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Montag, den 4. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Verdingungsunterlagen werden nach
aus=
wärts nicht verſandt.
Darmſtadt, am 22. März 1910.
Stadtbauamt.
(6502ds
Buxbaum.
Die Lieferung von ca. 600 Zentner Anthra=
300 Zentner Braunkohlenbriketts (Union),
6000 Zentner Brechkoks 40/60 (
waggon=
weiſe Lieferung nach Abruf) für die
An=
ſtalt für Epileptiſche zu Nieder=Ramſtadt,
wird zur Submiſſion ausgeſchrieben.
Offerten ſind bis zum 1. April
einzu=
reichen an den Vorſtand der Anſtalt zu
Nieder=Ramſtadt.
(6499
Weimar, Pfarrer,
Inſpektor.
Verſteigerung.
Am Mittwoch, den 30. März 1910,
850 vormittags,
werden auf dem Wagenhaushofe hierſelbſt,
Eſchollbrückerſtraße 18, Zeltſäcke,
Karabiner=
riemen, Mündungsdeckel, Lederſachen,
Werk=
zeuge, alte Metalle, alte Materialien ꝛc.
und 2000 Munitionskörbe mit 2000
Rah=
men, die ſich als Flaſchenbehälter eignen,
öffentlich meiſtbietend gegen Barzahlung gekommen iſt.
verkauft.
(6485ds
Die Verkaufsbedingungen ſind beim
Artilleriedepot einzuſehen.
Aufforderung.
Alle diejenigen, welche an den Nachlaß
der am 19. Februar 1910 verſtorbenen
Fräulein Theodore Grünewald zu
Darm=
ſtadt irgend welche Anſprüche zu bilden
haben, werden hierdurch erſucht, dieſelben
unter Vorlage vorhandener Belege binnen
2 Wochen bei dem unterzeichneten
Teſta=
mentsvollſtrecker anzumelden und
erforder=
lichenfalls zu begründen, damit deren
Be=
rückſichtigung bei der Regulierung des
Nach=
laſſes erfolgen kann.
(6497ds
Darmſtadt, den 22. März 1910.
Juſtizrat Hallwachs,
Rechtsanwalt und Großh. Notar.
Bekanntmachung.
Die geſtern in Waſchenbach abgehaltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt. Die
Abfuhrſcheine können vom 29. ds. Mts. an
bei den Kaſſen abgeholt werden. (6494
Ober=Ramſtadt, 22. März 1910.
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.
*g
Leihgeschirre
billigſt
(4801a
Wilh. Castan, Kirchstr. 5.
(*7302md
Haus Tannenberg in Traiss.
Ständige Abnehmer für friſche Trink=
Eier geſucht
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 1 Pinſcher, 1 Foxterrier.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Sonntagsruhe in den Apotheken.
Am Karfreitag, den 25. März, ſind nachmittags in der Zeit von 1 bis 9 Uhr
abends die beiden nachfolgenden Apotheken geöffnet:
Hirſch=Apotheke, Nieder=Ramſtädterſtraße, und
Apotheke am Juſtizgebäude, Bismarckſtraße.
Alle übrigen Apotheken ſind von 1 Uhr ab geſchloſſen.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Geſindevermieter und Stellenvermittler, hier: die Veröffentlichung der
Gebührentarife.
Beſtehender Vorſchrift gemäß werden nachſtehend die Gebührentarife der hier
an=
ſäßigen Geſindevermieter und Stellenvermittler öffentlich bekannt gegeben.
Darmſtadt, den 19. März 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Kranzbühler.
I. Gebührentarif der Geſindevermieter:
1. Beck, Georg: 2. Beyer, Minna Ehefrau; 3. Bickel, Eliſe Witwe; 4. Brutſcher,
Henriette: 5. Cronert, Eliſabethe geb. Leitermann; 6. Debus, Chriſtoph Eheleute;
7. Dingeldein, Adolf Eheleute; 8. Frank, Emma geb. Schwemmer; 9. Frank, Johannes
Ehefrau; 10. Frank, Sidonie geb. Niepott; 11. Hahn, Eliſabeth geb. Friehl; 12. Hart=
und Mädchenſchule vorkommenden Dach=mann, Gertrude geb. Blome: 13. Jöckel, Katharina Witwe; 14. Metzler, Anna geb.
Daniel; 15. Möbus, Friedrich Eheleute; 16. Neßling, Bertha Witwe; 17. Nöſinger,
Johanna; 18. Röſe, Suſanne Witwe; 19. Roth, Eleonore geb. Walter; 20. Schmidt,
Margarethe Witwe; 21. Schmitt, Auguſte; 22. Schulz, Babette geb. Katzenmeier;
23. Trabant, Katharina geb. Nold; 24. Vock, Margarethe geb. Lang. 25. Vogt,
Eliſa=
beth geb. Hafermehl; 26. Weißmantel, Philipp Eheleute.
Die Gebühr für Vermittlung eines Dienſtboten beträgt:
20 „
, 3.—
„ über 20 3.50 „ 3.50
Die Gebühr iſt fällig, ſobald infolge der Vermittlung der Dienſtvertrag zuſtande
gekommen iſt.
II. Gebührentarif der Stellenvermittler:
eit III, 600 Zentner Nußkohlen I1,1. Beck, Georg; 2. Dingeldein, Adolf; 3. Möbus, Friedrich; 4. Schmitt, Auguſte;
5. Weißmantel, Philipp.
Stellung
Hote Obertelner, jenach Stelng
Reſtaurationskellner
,,,
Bierkellner
,
Küchenchef, je nach Stellung . . 15—20
Hotelhausdiener
,
, ,
Herrſchaftsdiener .
Krankenwärter oder Diener
Hotel= oder Reſtaurationsköchin .
Hotel=Zimmermädchen
,
Servierfräulein
15
,,
Hat die Herrſchaft die Gebühr für das Perſonal vorgelegt, ſo iſt ſie berechtigt,
den vorgelegten Betrag dem Perſonal in Abzug zu bringen.
Die Gebühr iſt fällig, ſobald infolge der Vermittlung der Dienſtvertrag zuſtande
(6407md
Bekanntmachung.
Zufolge Verfügung Großh. Kreisamts Darmſtadt vom 3. Januar ds. Js. bringen
Artilleriedepot Darmſtadt.wir die nachſtehende Polizeiverordnung mit dem Anfügen zur Kenntnis der Intereſſenten,
daß die Viſitationen durch das Feldſchutzperſonal, zu welchen ſich die Grundeigentümer
und Pächter einfinden wollen, am 21. d. Mts. beginnen und zu den folgenden Terminen
in den hierbei angegebenen Gemarkungsteilen ſtattfinden werden:
4. Im ſeitherigen Beſſunger Feld und zwar:
a) Am 24. März ds. Js., von vormittags 7½ Uhr an, in den ſüdlich der
Heinrichſtraße und öſtlich der Martinsſtraße, ſowie des Martinspfads belegenen
Gärten und Baumſtücken.
b) Am 26. März ds. Js., von vormittags 7½ Uhr an, in den zwiſchen
Martins=
pfad, Martinſtraße, Heinrichſtraße und Heidelbergerſtraße belegenen Gärten
und Baumſtücken.
c) Am 29. März ds. Js., von vormittags 7½ Uhr an, in den weſtlich der
Heidelbergerſtraße belegenen Gärten und Baumſtücken in der Gemarkung
Beſſungen.
Die Beteiligten, die ſich bis zu den angeführten Terminen der fraglichen Arbeit
nicht unterzogen haben, werden auf Grund des § 3 nachſtehender Polizeiverordnung
beſtraft, und es wird die nötig werdende Säuberung der Bäume und Entfernung der
Aeſte und Zweige, ſowie das Ausſchneiden der Miſteln, auf ihre Koſten verfügt
Darmſtadt, den 3. März 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Jaeger.
Polizeiverordnung.
Betreffend: Säuberung der Bäume, Sträuche, Hecken von Raupenneſtern ꝛc.
Auf Grund des Art. 43 Abſ. 2 und 37 des Feldſtrafgeſetzbuchs vom 13. Juli 1904,
der Artikel 78 und 48, V, Nr. 2 der Kreis= und Provinzialordnung vom 12. Juni 1874 und
des § 368 Nr. 2 des Reichsſtrafgeſetzbuchs wird mit Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes
und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 10. Februar 1905
zu Nr. M. d. J. III 1335 für den Kreis Darmſtadt nachſtehendes verordnet:
§ 1. Jeder Beſitzer eines Grundſtücks iſt gehalten, alljährlich bis ſpäteſtens
15. März ſämtliche auf ſeinem Grundſtück befindliche Bäume, Sträuche und Hecken von
Raupenneſtern zu ſäubern und alle mit Raupenneſtern behafteten Zweige und Aeſte in
geeigneter Weiſe zu entfernen und zu vernichten.
§ 2. Desgleichen iſt jeder Beſitzer eines Grundſtücks gehalten, alljährlich bis
ſpäteſtens 15. März die auf den Bäumen wachſenden, denſelben ſchädlichen Miſteln
auszuſchneiden.
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen die in § 1 oder § 2 getroffenen Anordnungen
werden auf Grund des § 368 Nr. 2 des Reichsſtrafgeſetzbuchs, bezw. des Artikels 37
des Feldſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe bis zu ſechzig Mark oder mit Haft bis zu
vierzehn Tagen beſtraft.
Auch wird die nötig werdende Säuberung der Bäume und Entfernung der Aeſte
und Zweige, ſowie das Ausſchneiden der Miſteln auf Koſten der Säumigen verfügt.
Darmſtadt, den 14. Februar 1905.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
(5303a
Schirmfabrik Schlufer,
Kirchſtraße 27
Reparaturen und
fort, billig und gut.
Ueberziehen per ſo=
(692a
Sannenklötzchen, per Ztr. Mk. 1.20 ins
Haus geliefert Feldbergſtr. 28 (*7191id
Ein gebrauchtes
Herren-Fahrrad
für 20 Mark zu verkaufen.
Näheres in der Expedition ds.
(6546
Blattes.
lte Zahngebiſſe bezahlt am beſten 6. Best,
(5358a
Ludwigshöhſtraße 60.
In unſer Handelsregiſter, Abteilung
a wurde heute folgender Eintrag v.
zogen hinſichtlich der Firma:
Vereinigte MitteldeutſcheZigarr
fabriken, Geſellſchaft mit beſchra
ter Haftung, Zweigniederlaſſu
Darmſtadt, Hauptniederlaſſu
Dieburg.
Nach dem Beſchluß der Geſellſchaf
vom 15. Februar 1910 iſt der Sitz der (
ſellſchaft von Dieburg nach Darmſtadt v.
legt und die hieſige Zweigniederlaſſung:
Hauptniederlaſſung erhoben worden.
Nach dem Beſchluß der Geſellſchaf
vom 15. Februar 1910 iſt auch die Fal
kation von Zigarren mit Handbetrieb u
deren Vertrieb Gegenſtand des Unt
nehmens.
Das Stammkapital iſt auf Grund
Beſchluſſes der Geſellſchafter vom 15. Febri
1910 um den Betrag von 125000 Mk.
höht worden und beläuft ſich jetzt e
300000 Mk.
Dem Kaufmann Auguſt Keller in Dar
ſtadt iſt Prokura erteilt.
Durch den Beſchluß der Geſellſchaf
vom 15. Februar 1910 ſind die Beſti
mungen über das Geſchäftsjahr geändert
Von den Geſellſchaftern bringen e=
Kaufmann Auguſt Huck in Frankfurta.
die ihm gegen die Geſellſchaft zuſteher
Darlehensforderung in Höhe von 40000 A
und Fabrikant Joſef Eduard Gnuva
Bamberg die ihm gegen die Geſellſch
zuſtehende Darlehensforderung in Hi
von 12500 Mk., die ihnen in gleicher Hl
auf ihre neuen Stammeinlagen angerecht
werden.
(6490
Darmſtadt den 21. März 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
En unſer Handelsregiſter, Abtelung
0 wurde heute eingetragen hinſichtlich t
Firma:
Deutſche Chronophon=Geſellſche
mit beſchränkter Haftung, Dart
ſtadt.
Die Vertretungsbefugnis der ſeitherige
Geſchäftsführer Ladwig Müller und Har=
Mörſer iſt erloſchen.
Willy Schwab und Siegmund Gol
ſchmidt, beide Kaufmann in Berlin=Schön
berg, ſind zu Geſchäftsführern beſtellt.
Durch den Beſchluß der Geſelſchafte
vom 12. März 1910 ſind die Beſtimmunge:
des am 9. (nicht 13.) Juli 1907 feſtgeſtellter
Geſellſchaftsvertrags über den Sitz der Ge
ſellſchaft, die Vertretungsbefugnis der Ge
ſchäftsführer, den Aufſichtsrat, die Anfech
tung von Geſellſchaftsbeſchlüſſen und di
Vertretung der Geſellſchafter geändert.
Jeder der Geſchäftsführer iſt nunmeh
befugt, die Geſellſchaft ſelbſtändig zu ver
(6489
treten.
Der Sitz der Geſellſchaft iſt von Darn
ſtadt nach Berlin verlegt.
Darmſtadt, den 22. März 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
fertigt Heſſiche
Bittſchriften Bureau, Dar=
(5952
ſtadt, Kirchſtraße 21.
Un
tür nar
M
uher
5866D) J. Bett & Co. Frankfurt a. M. 105
Hühnereier
täglich friſch, gibt ab.
Zu erfragen in der Expedition ds. Bl.
Gleg. bl. Cheviot=Anzug, nach Maß g
arbeitet, für 8—9=jähr. Jungen, billi
(*735
zu verk. Näh. in der Exp. ds. Bl. (*733
Grosser
Gelegenheitskauf!
Ein Poſten
eleganter
Damenstiefel
ſind eingetroffen. (*7319
Serie 1 6.95
Serie II 7.50
Serie III 8.75
für Mädchen
31—35 4.95
Mädinzer
Schuhlager
Darmstadt
Schillerplatz 4.
Nummer 70.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 24. März 1910.
Seite 13.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 24. März 1910, nachmittags 4 Uhr,
erſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich
zwangs=
eiſe gegen Barzahlung:
Vertikos, 3 Büfetts, 2 Pianinos, 4 Sofas, 3 Eisſchränke, 2 Warenſchränke,
3 Waſchtiſche, 5 Diwans, 4 Schreibtiſche, 4 Kleiderſchränke, 40 Dutzend Servietten,
40 Damaſttafeltücher, 46 Meter Seidenfutterſtoff, 100 Geſchäftsbücher,
Bilder=
leiſten, 2 Fahrräder, 3 Ladentheken, 1 Grammophon und verſchiedene andere
Gegenſtände.
(6493
Darmſtadt, 23. März 1910.
Thüre, Großh. Gerichtsvollziezer,
Bleichſtraße 9.
Meee
Nach langjähriger Tätigkeit als Assistent erstklassiger Zahnärzte und
Dentisten (zuletzt 2½ Jahre Assistent bei Herrn Dentist G. Viel
hier) habe mich hier, Ludwigsplatz Nr. 1, niedergelassen
Alb. Faber
Dentist
(*7344dsi
Sprechstunden: Wochentags 9—1, 2—6, Sonntags 10—12 Uhr.
Künstliche Zähne, Zahnoperationen, Plomben, Kronen, Brücken usw.
Vorſchule der beiden Gymnaſten.
Anmeldungen für ſämtliche Oſterklaſſen, ſowie für die erſte und zweite
Herbſt=
aſſe nimmt der Unterzeichnete, ſoweit ſie nicht ſchon erfolgt ſind, noch Freitag, den
. April, von 9—12 Uhr, im Direktorzimmer des Ludwig Georg=Gymnaſiums (
Karl=
raße 2), entgegen; dabei ſind Geburtsſchein, Impfſchein und gegebenen Falls
Abgangs=
eugnis der bisher beſuchten Schule vorzulegen. — Wenn die Eltern ſchriftliche
An=
reldung vorziehen, erbitten wir ſie bis zum 29. März.
Da Anfänger im Herbſt nicht mehr aufgenommen werden, machen wir darauf
ufmerkſam, daß Knaben, die vor dem 1. Oktober 1904 geboren ſind, bei genügender
eiſtiger und körperlicher Befähigung ſchon jetzt zu Oſtern aufgenommen werden können.
Darmſtadt, den 14. März 1910.
Die Leitung der Gymnaſialvorſchule.
(5894ddd
Dr. Mangpld, Geh. Schulrat.
Staatl. konzess. und beaufsichtigte
Hessische Handelslehranstalt
am Ernst-Ludwigsplatz.
DARMSTADT
Rheinstrasse 1
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruk.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 12. April, 8 Uhr.
(2534a
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
Wilh. Siedersleben,
Sprechstunden:
staatl. geprüfter Handelslehrer
Montag bis Freitag 12—1 Uhr.
und zwar an der Handelshochschule zu Leipzig und der Akademie für
Sozial- und Handelswissenschaften zu Frankfurt a. M.
S
Bandelsichule
des Darmstädter Pädagogiums.
Mit Beginn des neuen Schuljahres wird dem Darmſtädter
Lädagogium eine Handelsschule angegliedert.
Sie hat den Zweck, junge Leute, die ſich dem kaufmänniſchen Beruf widmen
vollen, in allen Handelswiſſenſchaften gründlich auszubilden.
Der Unterricht wird erteilt von einem aus dem Volksſchullehrerſtande
hervorge=
rangenen, an der Akademie für Sozial= und Handelswiſſenſchaften in Frankfurt a. M.
rusgebildeten und geprüften Handelslehrer.
Näheres durch den Leiter
M. Elias, Hochſtraße 58.
36006)
/ am Luisenplatz Luisenstr. 10 am Luisenplatz E.
Darmstädter Sprach- und Handelschule
S
Leiter: Emil Held und Hieron. Schneider.
Neue 4, 6 u. 12 monatl. Kurse Anfang April für junge und erwachsene
Herren und Damen.
Ausbildung in allen kaufmännischen Fächern.
Stenographie-, Maschinenschreiben nach versehiedenen Systemen.
Sprachen: Französ., Engl., Span., Ital. — Grammat., Konvers.,
Speziell kaufm. Korrespondenz.
Besondere Klassen für Fortbildungsschüler unter Leitung eines
25
Staallich geprüften diplomierten Handelslehrers.
NB. Schüler unserer Handelsschule sind beim Verlassen der städt. Schulen, wie
diejenigen der kaufmännischen Fortbildungsschule von Besuche der
obligat. Fortbildungsschule befreit.
Anmeldungen frühzeitig erwünscht.
3447a)
Darmstädter Paddgoglan
58 Heerdweg 58
ſtaatlich konzeſſionierte und beaufſichtigte Privatſchule mit Real= und Gymnaſial=
Abteilungen und den Klaſſen Sexta bis Oberprima.
Sorgfältige und gewiſſenhafte Vorbereitung zum Einjährigen=, Primaner= und
Abiturienten=Examen, auch für Damen.
(B4534
An der Anſtalt unterrichten 14 Lehrer.
Im Jahr 1909 beſtanden 16, im Fruhjahr 1910 11 Einjährige.
Näheres durch den Leiter
M. Elias.
Konservatorlam tur-Hasik
Gegründet 1878. Direktor Wilhelm Süss. Mühlstrasse 70.
Das Sommerhalbjahr beginnt mit 4. April. Anmeldungen
ormittags erbeten. Proſpekte unentgeltlich auf der Direktion
und in der Hofmuſikalienhandlung Gg. Thies Nachſ. (6501dis
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Erstklassige Gemüse-Konserven:
Marke: Busch-Barnewitz & Co.
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Brechspargel stark mit Köpfen
„
Brechspargel mit Köpfen . . .
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„
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Schnittbohnen Ia. .
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,
Miltelfeine junge Erbsen
,
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ca.
Pfund
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Junge Erbsen mit fst. Par. Carotten
„, .
„
,, ,,
Mk.Pf.
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Damen und Herren, unterſtützt durch muſiktheoretiſche und geſangstechniſche
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ſein werden, eine Melodie oder Lied fehlerfrei vom Blatt zu ſingen. Anmeldungen
erbeten vormittags von 11—1 Uhr Nieder=Ramſtädterſtraße 53, I.
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Seite 14.
8 3 8
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 24. März 1916.
Nummer 70.
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24,60
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3½ do. Conſols . . . . 93,50
84,60
„ do. do.
1 Bad. Staatsnleihe . . 101,80
94,10
do.
3½
do.
Bayr. Eiſenbahnanl. . 102,20
93,00
do.
3½
83,60
do.
Hamburger Staatsanl. 102,00
Heſſ. Staatsanleihe . . 101,50
92,00
do.
3½
do.
81,40
84, 10
Sächſiſche Rente .
Württemberger v. 1907 101,60
93,40
do.
5.
Bulgaren=Tabak=Anl. 101,00
Griechen v. 1887 . . 49,40
3‟ Italiener Rente . . . 104,70
4½ Oeſterr. Silberrente . —
91,40
In Proz.
89,75
91,70
Zf.
Ruſſen v. 1902 . . . . 91,00
do. v. 1905 . . . . 100,25
4½
3½
Schweden . . . . . . . 93,20
4 Serbier amort. v. 1895 91, 10
4 Türk. Admin. v. 190.
do. unifiz. v. 1903 94,70
4
4 Ungar. Goldrente . . 95,40
do. Staatsrente . 92,40
5 Argentinier . . . . . .
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,60
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,90
do.
99,80
4½
4½ Japaner
. . . 98,30
5 Innere Mexikaner . . 101,00
do.
Gold=Mexikan. v. 1904 96,70
5 Gold=Mexikaner . . . 102,90
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4 Hamb.=Amerika=
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4 Nordd. Lloyd . . . . 104, 10
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,00
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Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
Baltimore & Ohio . . 111,70
4 Gotthardbahn . . . . —
In Proz.
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4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 158,70
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22,50
4 Pennſylvania R. R. 134,50
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Mainzer Aktienbrauerei . 194,50
Werger=Brauerei
„ ,
83,00
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Fabrik Griesheim . . . . 264,70
Farbwerk Höchſt . . . . . 450,00
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Mannheim . . . . . . . 328,00
Lahmeyer . . . . . . . . . 106,50
Schuckert . . . . . . . . . 140,00
Siemens & Halske . . . 236,30
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Bochumer Bb. u. Guß . . 242,00
Gelſenkirchen . . . . . . . 214,30
Harpener . . . . . . . . . 200,10
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb . . . . . . . . . 223,70
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . .
Pfälzer Prt. . . . . . 100,90
do.
92,60
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . —
ſteuerfrei . —
do.
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,50
do.
98,40
do.
alte
5 Oeſterr, Südbahn . . 102,75
do.
84,40
26.
do.
58,30
Raab=Oedenburger . . 75,90
Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,00
4 Kronpr. Rudolfbahn . 99,60
In Proj.
3ſ.
75,80
2¼0 Livorneſer.
4 Miſſouri=Pacific . . . 98,50
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,00
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,40
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 180,00
1 Darmſtädter Bank . . 136,00
4 Deutſche Bank . . . . 258,50
4 Deutſche Vereinsbank 167,20
4 Diskonto=Geſellſchaft . 127,80
4 Dresdner Bank . . . . 165,50
Mitteldeut. Kreditbk. 119,80
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 124,80
4 Pfälzer Bank . . . . . 101,50
4 Reichsbank . . . . . . 145,70
Rhein. Kredit=Bank 137,80
4 Wiener Bank=Verein 140,50
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,50
31
do. S. 19. . . . . 92,50
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
do.
3½
91,30
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
3½
92,60
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
31
91,00
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,10
31
do. (unk. 1914) 91,70
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
do,
3½
93,40
Zf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . . . .
3½ do.
4 Frankfurt . . . . . .
do.
31
Gießen . . . . . . .
do.
3½
4 Heidelberg . . . . .
do.
31
4 Karlsruhe . . . . .
do.
Magdeburg . . . . .
do.
3½
4 Mainz . . . . . . .
do.
3½
4 Mannheim . . . . .
½ do.
München . . . . . .
3½ Nauheim
4 Nürnberg . . . . . .
do.
Offenbach . . . . . .
0
3½ do.
4
Wiesbaden . . . . .
do,
3½
4 Worms . . . . . . .
do.
31
4 Liſſaboner v. 1886.
InProz.
.101,30
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95,70
101,00
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92,10
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Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 24. März 1910.
Nummer 70
SARG
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BESTE
ZaH-Unkwr
Sport.
— Fußball. Am erſten Oſterfeiertag ſpielt die
erſte Mannſchaft des Fußballklubs Union=Wixhauſen
gegen die gleiche Mannſchaft des Fußballklubs Viktoria=
Nürnberg.
Der Verein Deutſcher Flugtechniker
hat eine Petition an den Bundesrat und den
Reichs=
tag gerichtet, mit der Bitte, der Aviatik die gleiche
För=
derung zuteil werden zu laſſen, wie der Motorballon=
Luftſchiffahrt und möglichſt bereits für das Etatsjahr
1910 Mittel zur Förderung der Aviatik zur Verfügung
zu ſtellen.
sr. Berliner Ringkämpfe. Im Zirkus
Sar=
raſani ſiegte Laſſarteſſe=Frankreich in 16 Min. über
Schwarz=Berlin und Van den Berg=Holland in 35 Min.
über Paradanoff=Rußland, während Koch=Deutſchland
und Michailoff=Rußland 20 Minuten unentſchieden
rangen. — Im Palaſt=Theater haben die Vorkämpfe
ihren Abſchluß gefunden. Es ſiegte am letzten Abend
Bahn=Bremen in 24 Min. 50 Sek. über Herrmann=
Berlin, während die Kämpfe zwiſchen Maſſetti=Italien
und Clement d’Angers=Frankreich, ſowie Pederſen=
Dänemark und Vervet=Frankreich unentſchieden
ver=
liefen.
sr. Das Internationale Lawn=Tennis=
Turnier in Cannes nahm bei ſchönſtem Wetter
einen flotten Fortgang. Im Herren=Einzelſpiel um
die Meiſterſchaft von Cannes ſiegte unter anderem der
Franzoſe M. Deeugis über den Deutſchen F.
Lind=
paintner 6—3, 6—3. Im gemiſchten Doppelſpiel
unter=
lag das deutſche Paar F. Boelling-Gräfin von der
Schulenburg gegen A. Wallis Myers-Mrs. Winch
5—7, 6—3, 1—6, während M. Deeugis-Mrs. Leyceſter
Meyer über Capt. Greig-Miß Greig 6—0, 6—1
trium=
phierten.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 22. März. (
Frucht=
marktbericht.) Am Wochenmarkt waren zwar
ein=
heimiſche Brotfrüchte reichlich vorhanden, aber die
For=
derungen infolge der andauernden Nachtfröſte und der
beſſeren Auslandspreiſe erhöht. Trotz der geringen
Nachfrage blieben die Abgeber zurückhaltend und
lie=
ßen nur zu gebeſſertem Preiſe ab. Auch ausländiſches
Getreide war wenig begehrt, da Hereinlieferung noch
zum Teil unrentabel. Gerſte und Mais ſtill. Hafer
war ſtark angeboten, doch iſt auch hier keine
Verbillig=
ung eingetreten. Futterartikel gut behauptet. Mehl
iſt mangels Kaufluſt viel vorhanden und eher
nach=
gebend, insbeſondere aus zweiter Hand unter Notiz
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
ameri=
kaniſchen Getreidemärkten (New=York und
Chicago) war Weizen rückgängig auf Abgaben der
Kommiſſionshäuſer, die Berichte über günſtigere
Ernte=
verhältniſſe, beſonders in Kanſas und dem Nordweſten
der Vereinigten Staaten. Mais verkehrte in
Ueber=
einſtimmung mit Weizen und auf ſtarke Realiſierungen
in ſchwacher Haltung. Die ſichtbaren Weizenvorräte
ſind dort in dieſer Woche von 26,4 Mill. Buſh. auf 26,80
Mill. Buſh. und die Maisvorräte von 13,88 Mill. Buſh.
auf 14,46 Mill. Buſh. geſtiegen, während die
Weizen=
vorräte in Kanada in dieſer Woche von 10,68 Mill.
Buſh. auf 10,38 Mill. Buſh. zurückgingen.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hieſiger und Wetterauer, 22.40 bis
22.50, Norddeutſcher 22.40—22.50, Kurheſſiſcher 22.40 bis
22.60, Ruſſiſcher 23.75—24.50, Redwinter 23.75—24.50,
Rumäniſcher 23.75—24.50, Laplata 23.75—24.50,
Donau=
weizen 23.75—24.50, Kanſas 23.75—24.50, Walla=Walla
22.75—24.50; Roggen, hieſiger, 16.40—16.50,
Bay=
riſcher (Pfälzer) 16.40—16.50, Ruſſiſcher —.—,
Amerika=
niſcher —.—, Rumäniſcher ——: Gerſte, Pfälzer,
16.50—17.00, hieſige und Wetterauer 16.00—16.50,
Ried=
gerſte 16.50—17.00, Ungariſche 22.75—23.00, Fränkiſche
16.50—17.00, Ruſſiſche Futtergerſte 12.75—13.25; Hafer,
hieſiger, 16.00—17.00, Bayriſcher 16.25—17.00, Ruſſiſcher
16.50—17.25, Rumäniſcher ——, Amerikaniſcher —.
Mais, mixed, 16.00—16.25, Ruſſiſcher 16.40—16.60,
Donaumais 16.40—16.50, Rumäniſcher 16.40—16.60,
La=
plata 16.40—16.60, Weißer Mais 16.40—16.50;
Weizen=
ſchalen 10.50—10.75, Weizenkleie 10.00—10.25,
Roggen=
kleie 10.00—10.50, Futtermehl, 12.50—13.00, Biertreber,
getrocknet, 13.00—13.60; Weizenmehl, hieſiges, Nr.
31.50—31.75, feinere Marken 32.00—32.25, Nr. 1 30.00 bis
30.25, feinere Marken 30.50—30.75, Nr. 2 29.00—29.25,
feinere Marken 29.50—29.75, Nr. 3 28.00—28.25, feinere
Marken 28.50—28.75, Nr. 4 27.00—27.25, feinere Marken
m
27.50—27.75; Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 23.75—24.00,
Nr. 1 20.75—21.00, Nr. 2 16.75—17.00.
anzukommen.
verändert bei behaupteten Preiſen.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt un=
An der Berliner Produktenbörſe war
Getreide ſchwach auf die niedrigeren amerikaniſchen
Kurſe und auf Realiſationen. Das Geſchäft lag ſehr
ſtill und der Konſum war ſchwach; die Mühlen halten
zurück, da der Mehlabſatz ſchwerfällig vor ſich geht.
Ruſſiſche Offerten waren feſt und reſervierter, La
Plata=Weizen unverändert. Hafer per Mai war auf
weiter ſteigende Waſſerzufuhren abgeſchwächt; per Juli
aber behauptet.
Großherzogliche Hofbibliothek.
Neue Erwerbungen, vom 21. März 1910
an auf 14 Tage im Leſeſaale zur Anſicht
auf=
geſtellt: Acta Borussica: Behördenorganiſat. 5, 1. 10.;
Archiv f. d. Volksbild. Weſ., hs. v. Ernſt Schultze;
Borgeaud, Ch., Hist. de l'Univers. de Genéve;
Calendar of Treasury Books, 1672—75 by W. A.
Shaw.; Calendar of Entries in the Papal Registers,
Papal Letters 8. 1427—47, by A. Twemlow; Calen
dar of Inquisit. Post Mortem 7: Edward III.;
Calen-
dar of the Patent Rolls: Richard II. 6. 13 6—99,
Henry IV. 1408—13; Calendar of State Papers,
Domest. Series 1676—77, bv F. H. Blackburne Daniell
Foreign Ser. of Elizabeth May-Dec. 1582, by A. J
Butler: Calendar of State Papers & Manuscr.
Venice. 16. 1617—19, by A. B. Hinds; Comenius,
J. A. Orbis pictus, hs. v. J. Kühnel: Francé, R. H.,
D. Natur i. d. Alp.; Grünberg, P. Phil. J. Spener
1—3; Sartori, P. Sitte und Brauch 1.;
Inqui=
sitions & Assessments rel. to Feudal Aids 1284—1431,
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W. Zwanzig Jahre i. d. D. Kolon.; Lenz, J. M. R.,
Geſ. Schriften; Linke, F., D. Werden i. Weltall;
Lucius, J., Geſch. d. Knaben=Inſtit. Lucius; Meyer,
W. M., Bewohnte Welten; Müller=Reuter, Th.,
Lexikon d. D. Konzert=Lit.; Close Rolls, Henry III.
1234—37; Roth, Fr., Augsburgs Reform. Geſch. 2. Afl.
1. 2. 3.; Schloſſer, J. v., Werke d. Kleinplaſtik i. d
kulpt. Samml. d. Kaiſerh. 1; Sokolowsky, A., A.
d. Seelenleb. höh. Tiere; Stokes, W., Jriſche Texte 4, 2.;
Die Vegetation d. Balkanländer v. L. Adamovic.
Außerdem die neueſten gebundenen Bände
wiſſenſchaftlicher Zeitſchriften.
Sämtlich, mit Ausnahme von Schloſſer,
vom 5. April 1910 an verleihbar.
In die Handbibliothek des Leſeſaa
ſind aufgenommen worden: Handbuch f. d. D.
1910; Lueger, Otto, Lex. d. geſ. Technik, 2. Afl
Schw.— Z.; D. Rechtſprechung d. Oberlandes
a. d. Geb. des Zivilrechts 18. 1909, 1. Lpz. 09.
Vermiſchtes.
C.K. Ein gemütliches Gefängnis. Im „Gault
lieſt man: Man hat uns eine Reihe ſeltſamer
hüllungen gemacht über gewiſſe Provinzgefängn
die in den verſchiedenen Budgets anſehnliche Sump
beanſpruchen und doch niemals auch nur einem St
ling Aufnahme gewährt haben. Im Januar di
Jahres bekam eine ſolche Strafanſtalt, die in eit
ſüdöſtlichen Departement liegt und 96000 Franes
koſtet hat, ihren erſten Penſionär, der wegen Un
ſchleifen zu ſechs Monaten Gefängnis verurteilt u
Das Unglück wollte, daß man überſehen hatte, in
Budget die nötigen Summen für die Wächter und
den Unterhalt der Gefängnisinſaſſen einzuſetzen.
tun? Schließlich beauftragte man einen verheirate
Polizeidiener damit, den Sträfling zu ernähren
zu überwachen. Der Polizeidiener zog mit ſei
Familie und mit ſeinem Schützling in das neue gu
Gefängnisgebäude. Bald aber merkte der wac
Pflegevater, daß ihm bei der Ernährung des St
lings nur ein ſehr magerer Verdienſt blieb und er
ihm zu verſthen, daß er ihm keine Schwierigkeiten
reiten würde, wenn er etwa Luſt habe, der Haft zu
fliehen. „Aber keineswegs” antwortete der Sträfl
„das Eſſen genügt mir völlig, ich lebe hier ſehr bel
lich; ich denke nicht daran, zu gehen, im Gegenteil,
werde möglichſt lange bleiben.‟ Der wackere Polt
diener wandte ſich an ſeinen Kommiſſar, verlon
Mühe. Man ließ ſchließlich den Sträfling frei un
gehen, man ließ alle Türen offen ſtehen, man erlar
ihm, ja man bat ihn, doch im Freien ſpazieren zu ge.
alles in der ſtillen Hoffnung, der unbequeme Me
würde einmal nicht mehr wiederkommen. Der St
ling ging zwar gern täglich ein wenig ſpazieren,
gewiſſenhaft kehrte er ſtets zur Tiſchzeit wieder he
In der letzten Woche verirrte er ſich in die Stadt
kam erſt gegen 3 Uhr, hungrig und müde, nach Ha
bezw. nach ſeinem Gefängnis. Er klingelte, aber
Gitter wurde ihm nicht geöffnet. „Machen Sie,
Sie fortkommen!” ſchrie ihm der
Gefängniswä=
entgegen. Aber der Sträfling harrte aus: um 6
ließ man ihn ſchließlich wieder in ſeine Zelle. J
grübelt ſelbſt der Unterpräfekt darüber nach, ob r
dem Sträfling nicht eine Banknote zuſtecken kann
der Einladung, ſich gefälligſt doch irgendwo anders
ſperren zu laſſen. . . .
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Deligionsgemeinde.
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Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 15 Min.
Samstag, den 26. März 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabl
ausgang 7 Uhr 40 Min.
Donnerstag abend, 24. März: Beginn des Puri
feſtes 7 Uhr. Freitag morgen 7 Uhr 15 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen Religio
geſellſchaft.
Donnerstag, den 24. März: Taanis Eſthe:
nachmittags 6 Uhr 50 Min.
Freitag, den 25. März: Purim
morgens 6 Uhr.
Samstag, den 26. März 1910.
Vorabend 6 Uhr 10 Min. Morgens 8 Uhr — M
Nachmittags 4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 71
35 Min.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 70.
Darmſtädter Tagblatt, Dannerstag, den 24. März 1910.
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im Winter 1909/10.
(Achtundſiebzigſtes Vereinsjahr)
unter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters Hofrat W. de Haan
und unter Mitwirkung
r Konzertſängerinnen Frau Astrid Lous aus Aachen und Frau
aula Werner-lensen aus Berlin; der Konzertſänger Herrn Karl
zitler und Herrn Profeſſor Otto Freytag aus Stuttgart, des
Stadt=
ganiſten Herrn Wilhelm Borngässer ſowie der Grossherzoglichen
Hofkapelle.
Karfreitag, den 25. März 1910
Anfang abends 7 Uhr. — Ende gegen 10 Uhr
in der Stadtkirche:
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Donnerstag, 24. März, abends 7 Uhr. Eintritt Mk. 1.50.
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Zu Konzert und Hauptprobe kann nur eine beſchränkte Anzahl Eintrittskarten
äuflich abgegeben werden. Es empfiehlt ſich, die Karten möglichſt zeitig zu beſchaffen.
Die Kirche wird an beiden Tagen um halb 7 Uhr geöffnet.
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Fahrten auf dem schönen blauen Mittelmeere zur günstigsten Wetterzeit
die schönsten Stätten des Südens und der Welt besucht. Wir fahren in
Bester Gesellschaft vom handelreichen und glänzenden Marseille zum stolzen
S spanischen Barcelonas mit dem prächtigen Rundblick auf Meer und Land-
Schaft, nach Palma der Perle des Mittelmeeres nach Nordafrika wo
Algier Blida Tunis und Carthago mit ihren historischen orientalischen
und landschaftlichen Reizen fesseln zum Felseneiland Malta im Meere zu
Siciliens vielgepriesenem Palermoe Messina und Taormina mit den
blühen-
den Citronenhainen vom klassischen Athen an Böcklins Toteninsel vorbei
zum vielbesuchten herrlichen Korfuszum fjordartig schön gelegenen Cattaro
S und zur stolzen Dogenstadt Venedig. Auch das saubere Eiland Capri das
einzige Neapel das ewige Rom und paradiesische Monte-Carlo sind in
den Programmen eingeschlossen. Auf der grossen Salonyacht hat man den
einzelnen Platz in erstklassiger Aussenkabine 6 Betten nicht übereinander
schon von 550 Mark an dabei alle Landausflüge überhaupt alles
ein-
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Erſte Kammer der Stände.
Darmſtadt, 23. März.
Am Regierungstiſche: Finanzminiſter Braun Exz.,
Miniſter v. Hombergk Exz., Miniſterialrat Süffert,
Geh. Oberbaurat Klingelhöffer.
Präſident Graf v. Görtz gen. v. Schlitz eröffnet die
Sitzung um 10½ Uhr. Das Haus ſetzt die
Etatsberatung
bei der Hauptabteilung Miniſterium der
Finan=
zen fort. Ohne Debatte werden genehmigt die
Haupt=
abteilungen Miniſterium der Finanzen, Ausleihungen und
Staatsſchuld, Penſionen, Verhältnis zum Reich,
Aus=
gleichsfonds, Nachträge und indisponible und reſervierte
Fonds. Desgleichen werden die Kapitel des
Vermögens=
etats, Reſte aus früheren Jahren, Domänen des Großh.
Hauſes und Kameral= und Forſtdomänen erledigt.
Ueber Kap. 123, Saline, Badeanſtalt und
Tiefbauamt Bad Nauheim und Badeanſtalt Bad
Salzhauſen hat der Finanzausſchuß einen beſonderen
Bericht erſtattet. Frhr. v. Heyl zu Heirnsheim
er=
wähnt an Hand des Ausſchußberichtes, daß nach dem
Vor=
anſchlag für Bad Nauheim und der Berechnung unter
Ein=
ſtellung einer Tilgung von 2 Prozent weder das Defizit
Salzhauſens gedeckt, noch ein Zuſchuß an die Staatskaſſe
geliefert werden kann. Das jährlich vorhandene Defizit
belaufe ſich auf insgeſamt etwa 40000 Mark.
Prinz zu Solms=Braunfels ſtellt folgenden
Antrag: Hohe Kammer wolle Großh. Regierung erſuchen,
den zu erwartenden Erlös aus dem Baugelände zur Amor=
liſation der Schulden des Lades zu verwenden. Redner
hat ſich durch Augenſcheinnahme überzeugt, daß rentables
Baugelände vorhanden iſt.
Fürſt Iſenburg=Birſtein bittet um Annahme
folgender, von ihm im Ausſchuß geſtellten Anträge: Hohe
Kammer wolle die Erwartung ausſprechen, daß mit
Been=
digung des Kolonnadenbaues das Bauprogramm von 1904
als erledigt anzuſehen iſt und eine weitere Anforderung
im Jahre 1911 nicht mehr geſtellt wird, ferner Großh.
Regierung zu erſuchen, weitere Bewilligungen für Bad=
Nauheim nicht mehr im Budget, ſondern in einer
beſon=
deren Vorlage anzufordern.
Finanzminiſter Braun Exz. führt aus, daß dem
Er=
ſuchen des Antrages Solms=Braunfels ſchon vorher
ent=
ſprochen worden ſei, indem bei der erſten Vorlage des
ganzen Bauprojekts beſtimmt worden war, daß die aus
dem Verkauf des freiwerdenden Salinengeländes
erziel=
ten Einnahmen wieder in den Erneuerungsfonds fließen
ſollten. Auch den Anträgen des Fürſten Iſenburg=Birſtein
könne man zuſtimmen.
Frhr. v. Heyl=zu Herrnsheim freut ſich, daß
der Miniſter den Anträgen eine ſo gemäßigte Beurteilung
entgegenbringt. Er hofft, daß die zu erübrigenden
Sum=
men auch zur Amortiſation der Schulden mit verwendet
werden.
Die Anträge werden angenommen.
Die übrigen Hauptabteilungen des Budgets werden
ohne Debatte nach den Beſchlüſſen der Zweiten Kammer
genehmigt. Beim Kapitel Zentralbauweſen, Neubau
ei=
nes Amtsgerichtsgebäudes in Friedberg, bemerkt
Juſtiz=
rat Dr. Kleinſchmidt, daß die Vorſtellung einer
An=
zahl Bewohner Friedbergs, nur einen Umbau des alten
Gebäudes vorzunehmen, zu ſpät käme. Die
Verkehrsver=
hältniſſe würden nicht verſchoben, und die Verlegung des
Gebäudes ſei nur zu befürworten. — Das Geſuch wird
abgelehnt.
Ueber die Feſtſetzung des Voranſchlags über die
Aus=
gabebedürfniſſe der Erſten Kammer im Rechnungsjahre
1910 erſtattet Frhr. M. Riedeſel zu Eiſenbach Be=
Nummer
migt.
richt. Die Geſamtausgabe von 13600 Mark wird e
Nach der Pauſe berichtet der Präſident zunächſt
die Verhandlungen der Zweiten Kammer über die ?
ligung von 15 Amtsrichterſtellen nur auf den In
Dem Antrage des Abg. Brauer und Genoſſen könn
Haus beitreten entgegen ſeinem geſtern zu dieſer Be
gung der 15 Amtsrichter gefaßten Beſchluſſe. Der A
lautet: Hohe Kammer wolle beſchließen, die Großh
gierung zu ermächtigen, trotz der Bewilligung vi
Amtsrichterſtellen auf den Inhaber im Falle der E
gung einer Richterſtelle an einem Amtsgericht mitei
Richter oder einer Amtsrichterſtelle, von welcher unge
einer Neueinteilung des Amtsgerichtsbezirks feſtſteht
ſie dauernd erforderlich iſt, dieſe Stelle alsbald def
wieder zu beſetzen.
Staatsminiſter Ewald Exz. betrachtet dieſen A
vollſtändig den Bedürfniſſen der Juſtizverwaltung
ſprechend.
Der Antrag wird einſtimmig angenommen, ſodaß
kein Diſſeus mehr mit der Zweiten Kammer beſteht.
mit iſt der Hauptvoranſchlag erledigt.
Zur Regierungsvorlage, den Entwurf des Fi
geſetzes für das Etatsjahr 1910 betreffend, erſtattet
Erbach=Fürſtenau Bericht und führt an, daf
Steuerkoeffizient für die Einkommenſteu
Ausſchußantrag zu.
Die Wahl von Mitgliedern der Erſten
Kamm=
die Kommiſſion zur Beratung über die Neuorganiſ
der Staatsverwaltung wird per Akklamation vorge
men. Es werden gewählt: Fürſt Kuno Stolberg=R
Graf Wilhelm Solms=Laubach, Präſident Dr. Li)
Exz.; als Erſatzmänner: Fürſt Iſenburg=Birſtein,
Solms=Braunfels und Geh. Juſtizrat Prof. Dr. Sch
Hiermit iſt die Tagesordnung erledigt und das
wird auf unbeſtimmte Zeit vertagt. — Schluß
Sitzung ½2 Uhr.
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sagt die erfahrene Mutter zu ihrer Tochter. Wir
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im Stiefel oder Schuh tragen.
Bei Maschinen, Geräten, Rädern etc.
hat man längst Vorkehrungen getroffen,
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um durch Federn, Puffer, Pneumatiks und
dergleichen die beim Betriebe
entstehen-
den Stösse und Erschütterungen einerseits
abzuschwächen, anderseits die Lebens
dauer zu veriängern. Dagegen ist die
V Mensch-Maschine, d. h. der Mensch als
2
Fussgänger, bisher während seines Erden
wallens so gut wie ohne jede Schutzmittel geblieben, um das Ermüden bein
Gehen oder Stehen zu beseitigen resp. herabzumindern.
Nun ist es gerade der Fersen-Ballen des Fusses, der am stärksten und zu
erst ermüdet, weil auf ihm der weitaus grössere Teil des Körpergewichte:
lastet. Man hat zwar längst versucht, Hacken-Einlagen zu machen, aber dabe
vergessen, diese genügend elastisch und weich zu gestalten, sie waren vielmeh
zumeist starr und hart. Diese Umstände spornten daher die Erfinder an, ihr.
Anstrengungen zu erhöhen, welche endlich in dem „ACHILLES‟Fersenkisser
ihren Abschluss fanden.
„AchLLEs‟- Fersenkissen wird
inner-
halb des Schuhes oder Stiefels unter
dem Fersenballen placiert.
„AChILLEs” ist federnd und elastisch
zugleich.
„AChIIIEs” gibt das Gefühl, auf Samt
zu wandeln.
„AChIILEs” macht das Gehen zu einem
Vergnügen, da es vor Ermüdung
schützt.
„AChlLLEs” verbessert die Passform des
Stiefels und erhöht die Figur.
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„AChIILEs” beugt dem Entstehen von
Hühneraugen und sonstigen Fuss
übeln vor.
„ACHILLEs” beugt manchen Frauen
leiden vor, fragen Sie den Arzt.
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und Nervöse.
„AchIlLEs‟, ist unempfindlich geger
Hitze und Nässe und bleibt dauern
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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 24. März 1910.
Seite 21.
Zweite Kammer der Stände.
58. Sitzung.
St. Darmſtadt, 23. März.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Staatsrat Krug von Nidda, Miniſterialrat
rbacher, Landeshkonomierat Müller; ſpäter
anzminiſter Braun Exz. Vizepräſident Korell
fnet die Sitzung um 10½ Uhr. Das Haus tritt
zald in die Tagesordnung ein. Auf Antrag des
. Dr. Gutfleiſch wird der Punkt 6 der
Tages=
nung zuerſt verhandelt und deſſen Dringlichkeit
be=
oſſen. Es iſt der Antrag der Abgg. Brauer, Dr.
ann u. Gen., betreffend die Bewilligung
n 15 Amtsrichterſtellen. Der Antrag lau=
Die Kammer wolle beſchließen, die Großherzogliche
rierung zu ermächtigen, trotz der Bewilligung von
Amtsrichterſtellen auf den Inhaber, im Falle der
edigung einer Richterſtelle an einem Amtsgericht
einem Richter oder einer Amtsrichterſtelle, von
cher, ungeachtet einer Neueinteilung des
Amtsge=
itsbezirks feſtſteht, daß ſie dauernd erforderlich iſt,
ſe Stelle alsbald definitiv wieder zu beſetzen. —
g. Dr. Gutfleiſch begründet den Antrag und
ret um deſſen Annahme. — Staatsminiſter Ewald
z. begrüßt den Antrag aus zwei Gründen: 1. Weil
der Juſtizverwaltung die Möglichkeit gibt, einem
ſtand vorzubeugen, den ſie als einen mit der
Reichs=
etzgebung nicht verträglichen betrachtet hat; 2. weil
annehme, daß damit eine geeignete Grundlage
ge=
affen wird, die der Erſten Kammer es ermöglicht,
3 Budget ohne jede Differenz mit der Zweiten
Kam=
r zu verabſchieden. — Abg. Lutz erklärt, der neue
trag ſolle gewiſſermaßen nur eine Begründung des
ten Antrages zum Budget ſein. Man habe damit
on dasſelbe beabſichtigt. Er bittet, dem Antrag
zu=
ſtimmen. — Abg. Ulrich meint, es iſt nicht wahr,
nn man jetzt ſage, daß man auch urſprünglich weiter
cts beabſichtigt habe. Es handle ſich bei dem neuen
rtrag um nichts weiter als um einen Kotau vor der
ſten Kammer. Und zwar ſei dieſer Kotan durchaus
nötig. Die Regierung habe zunächſt ſelbſt erklärt,
B ſie auch ohne dieſen neuen Antrag ſehr gut
aus=
mmen könne, ſie hat urſprünglich der Erſten
Kam=
er gegenüber ſelbſt ihre Zuſtimmung erklärt. Es
ein offenbarer Rückzug der Erſten Kammer
gegen=
ter, der gar nicht einmal notwendig war. Abg. Lutz
be ſich von den Iuriſten breitſchlagen laſſen. Die
iriſten habe alle advokatiſche Kniffe angewandt, um
n gefaßten Beſchluß rückgängig zu machen. Die Erſte
ammer hätte den Beſchluß akzeptjeren müſſen, denn
könne ja das Budget nur im ganzen annehmen
der ablehnen. Andernfalls wäre es zur
Durchſtim=
ung gekommen, denn der Vizepräſident Korell hätte
eſe Durchſtimmung herbeigeführt. In der
Durch=
immung hätte ſeine Partei für das Budget geſtimmt,
ann dann hätte es ſich um Volksrechte gehandelt:
Sravo bei den Soz.)
Staatsminiſter Ewald Exz. möchte zwei
Bemerk=
ligen des Vorredners richtig ſtellen. Erſtens ſei
es=
icht richtig, daß die Regierung im Ausſchuß der
rſten Kammer ſich mit dem Beſchluß einverſtanden
rklärt hat. Sie habe vielmehr auch dort erklärt, daß
er Beſchluß zu einem ungeſetzlichen Zuſtand führen
rüſſe, die Regierung daher dem nicht zuſtimmen
Inne; zweitens, auch in Zukunft werde eine Reihe
on Richterſtellen durch Aſſeſſoren verwaltet werden
rüſſen, aber nur ſo lange, bis ſich herausſtellt, daß
ine dauernde Beſetzung notwendig iſt. Erſt muß
kran ſich klar werden, ob und welche Richterſtellen
ent=
ehrlich ſind, dann erſt wird man zur Streichung
ſchrei=
en können.
Abg. Dr. Gutfleiſch: Es habe den
Antrag=
tellern völlig ferngelegen, der Erſten Kammer einen
Hefallen erweiſen zu wollen. Von einem Kotau könne
eine Rede ſein. Wohl aber tue der Antrag der
Ju=
tizverwaltung einen Gefallen, der gegenüber man
den früher gefaßten Beſchluß nicht verantworten
Sönnc.
Nachdem Abg. Ulrich nochmals des längeren
ſeinen Standpunkt vertreten, wird der Antrag
gegen die 4 Stimmen der
Sozialdemo=
kraten angenommen.
Zu dem Antrag der Abgg. Haas, Noack, Dr.
Oſann u. Gen., betreffend Vereinfachung der
Verwaltung des Staats, 2. den Antrag des
Abg. Bähr, betreffend Verminderung der
Staatsbeamten, hat die Regierung erklärt, daß
ſie im Eingehen auf den Grundgedanken dieſes An=
trages bereit iſ, in einer aus Bektreiern des
Lande=
tags und der Regierung zu bildenden Kommiſſion
Vorſchläge zur Vereinfachung und Verbilligung der
Staatsverwaltung auszuarbeiten. Die Regierung geht
hierbei von der Annahme aus, daß die Tätigkeit der
Kommiſſion ſich nicht etwa auf die Prüfung der von
der Regierung ihr vorgelegten Vorſchläge zu
beſchrän=
ken, ſondern ſich auch auf die Erörterung der in der
Begründung des Antrags ſelbſt und der ſonſt aus der
Mitte des Landtags gegebenen Anregungen zu
er=
ſtrecken hätte. Die Regierung ſtimmt alſo der Tendenz
der beiden Anträge zu, und es würde die Kommiſſion,
beſtehend aus Vertretern des Landtags und der
Re=
gierung, zu bilden ſein. Der Ausſchuß
beau=
tragt: Annahme der Anträge Haas und Genoſſen,
ſowie Bähr. Das Haus ſtimmt dem Antrag zu. Die
Wahl erfolgt nach der Pauſe.
Zur Wahl eines Abgeordneten für den
9. Wahlkreis der Provinz Rheinheſſen
(Nieder=Olm, Ober=Ingelheim) ſind Zweifel darüber
entſtanden, ob die alten Liſten zu den Urwahlen
be=
nutzt werden können. Abg. Breidenbach als
Be=
richterſtatter beantragt, zu beſchließen, daß die alten
Liſten zu benutzen ſind, nachdem die 59
Nicht=
heſſen geſtrichen ſind.— Geh. Staatsrat Krug
äußert
v. v n Nid da (faſt unverſtändlich)
dagegen Bedenken. Nach den geſetzlichen
Be=
ſtimmungen müſſen für jede neue Wahl neue Liſten
aufgelegt werden, in denen jeder aufgenommen
wer=
den muß, der das vorgeſchriebene Alter erreicht hat.
Abg. Ulrich ſtimmt dem zu. — Abg. Dr. Schmitt
ſteht auf anderem Standpunkt. Die Frage, daß die
alten Liſten benutzt werden ſollen, ſei eigentlich
be=
reits entſchieden. Man war im Ausſchuß für
Beibe=
haltung der alten Liſten, weil es in dem Wahlkreis
ſehr ſchwer iſt, neue Liſten äufzuſtellen. Man habe
ſeinerzeit ſchon beſchloſſen, die Neuwahl nach den
revi=
dierten Liſten vornehmen zu laſſen. — Das Haus
ſtimmt dem Ausſchußantrag zu.
Die Regierungsvorlage, die Heſſiſche
Lan=
desausſtellung fürfreie und angewandte
Kunſt 1908 betreffend, wird auf Antrag des Abg.
Brauer von der Tagesordnung abgeſetzt.
Es folgt Beratung der Anfrage der Abgg. Hauck
und Uebel, betreffend Ueberſchreitung der
Amtsbe=
fugnis des Gerichtsaſſeſſors Gehm zu Dieburg. Bei
der am 5. April d. J. abgehaltenen
Schöffengerichts=
verhandlung zu Dieburg, bei welcher Gerichtsaſſeſſor
Gehm den Vorſitz führte, wurde durch denſelben, zwecks
Aufrechterhaltung der Ordnung bei der
Gerichtsver=
handlung, dem Georg Dittmann von Alkheim eine
Ord=
nungsſtrafe von 24 Std. Haft zuerkannt, welche derſelbe
ſofort zu verbüßen hatte. Die beiden amtierenden
Schöffen, Gläſſer von Dieburg und Scharf aus
Mün=
ſter, erklären auf das beſtimmteſte, daß ſie bei
Veh=
hängung der Ordnungsſtrafe durch Aſſeſſor Gehm nicht
gefragt worden ſeien. Nach den einſchlägigen
Beſtim=
mungen kann die Verhängung der Haftſtrafe aber nur
durch Gerichtsbeſchluß erfolgen. Dittmann erhob gegen
die über ihn verhängte und ſofort zu verbüßende
Haft=
ſtrafe Proteſt, welchem aber ſeitens des Aſſeſſors
Gehm nicht ſtattgegeben wurde. Auch eine an
Groß=
herzogliches Oberlandesgericht gerichtete Beſchwerde
gegen die über denſelben verhängte Ordnungsſtrafe,
welche ſeiner Auffaſſung nach zu Unrecht erfolgte,
wurde als unbegründet abgewieſen.
Miniſterialrat Lorbacher verlieſt hierauf eine
ſehr lange Regierungsantwort, in der feſtgeſtellt wird,
daß die Strafe zu Recht verhängt ſei. D. habe
wiederholt geſprochen und ſei vor der Beſtrafung
ein=
dringlich und unter Strafandrohung gewarnt worden.
Aſſeſſor Gehm habe ſich am Gerichtstiſch mit den beiden
Schöffen verſtändigt, von denen der eine genickt habe,
der andere habe in ſeinem Seſſel zurückgeſunken
ge=
ſeſſen. Die Juſtizverwaltung iſt der Meinung, daß
Gerichtsbeſchluß vorlag, ſie hat aber ein Ausſchreiben
erlaſſen, nach dem in ſolchen Fällen eine Zurückziehung
des Gerichtshofes in das Beratungszimmer zu
erfol=
gen hat. — Auf Antrag des Abg. Uebel wird
Druck=
legung der Antwort und Vertagung beſchloſſen.
Vizepräſident Korell teilt dann mit, daß der
Abg. Reinhart vom 1. April ab ſein Amt als
Mit=
glied der Schuldentilgungskommiſſion niederlege.
Es ſei alſo noch heute Neuwahl vorzunehmen. — Dann
tritt Pauſe ein.
Nach der Pauſe erfolgen zunächſt Wahlen. In
die Kommiſſion zum Antrag der Abgg. Haas u. Gen.,
die Organiſation dek Staatsbehörden
und die Vereinfachung der Verwaltung
des Staates betreffend, werden auf Vorſchlag des
Abg. Dr. Oſann gewählt die Abgg. Haas,
Mol=
than, Brauer, Ulrich und Reh; als deren
Stell=
vertreter die Abgg. Zuckmayer, Weber, Dr.
Fulda, Dr. Gutfleiſch und Dr. Oſann. In
den 4. Ausſchuß wird anſtelle des Abg. Pagenſtecher
der Abg. Noack, in die
Staatsſchuldenkom=
miſſion anſtelle des Abg. Reinhart der Abg. Dr.
Heidenreich gewählt.
Es folgt die Beratung der dringlichen Anfrage der
Abgg. Erk und Dr. Weber, betreffend den Notſtand
der ehemaligen Mitglieder der
Genoſſenſchafts=
kaſſe zu Ober=Mockſtadt: „Iſt der Regierung
bekannt, in welch’ verzweifelte Lage ein erheblicher
Teil der Mitglieder der ehemaligen
Genoſſenſchafts=
kaſſe zu Ober=Mockſtadt durch den Zuſammenbruch
die=
ſer Kaſſe gekommen iſt? Welche Mittel der ſtaatlichen
und privaten Hilfstätigkeit gedenkt die Regierung zu
ergreifen, um dieſem Notſtand zu ſtenern und dauernde
Schäden von den betroffenen Gemeinden
abzuwen=
den?”
Miniſter des Innern Frhr. v. Hombergk zu
Vach Exz. gibt eingehende Auskunft über die von
Re=
gierung, Provinz, Kreis und Gemeinden
eingeſchlage=
nen Maßnahmen. Abg. Dr. Weber muß anerkennen,
daß außerordentlich viel getan wurde und ſagt der
Regierung Dank dafür. Auf den 200 Familien der zur
Schadenerſatzleiſtung herangezogenen Genoſſenſchafter
laſte aber der Druck, daß ſie als mitſchuldig angeſehen
werden mit dem Rothſchildſchen Verbrechen. Dieſen
Druck müſſe man von ihnen nehmen, indem nun die
private Hilfstätigkeit einſetzen muß. Er bittet, die
Ab=
geordneten mögen möglichſt zahlreich den
Hilfskomi=
tees beitreten. Damit ſchließt die Beſprechung.
Zur Anfrage des Abg. Bähr, die
Weinſach=
verſtändigen für Rheinheſſen betreffend,
liegt die geſtern verleſene Regierungsantwort heute
im Druck vor. (Vergl. geſtrigen Bericht.) Abg. Bähr
macht ſehr lange Ausführungen zu der Angelegenheit,
in denen er namentlich den Finanzminiſter Braun
wegen ſeiner Stellung zur Landwirtſchaftskammer
ſcharf angreift. Er wird vom Präſidenten wiederholt
erſucht, zur Sache zu ſprechen. — Abg. Wolf meint,
es ſei eine Ungerechtigkeit und Undankbarkeit, daß der
Kontrolleur Bierſchenk ſeinerzeit entlaſſen wurde.
Ueberall in Rheinheſſen ſei man überzeugt, daß der
neue Sachverſtändige ſeine Anſtellung der
Gevattern=
ſchaft verdanke. Durch private Ausſprachen ſei es
ge=
lungen, den Herrn Bierſchenk wenigſtens als
Hilfs=
arbeiter anzuſtellen. Sehr wohl aber hätte er auch der
Sachverſtändige im Hauptberuf ſein können. Zu rügen
ſei, daß die Vergütung aus den Strafgeldern
genom=
men wurde. Das käme gewiſſermaßen dem Fanggeld
gleich. Redner bittet, dem Herrn Bierſchenk auch ein
fires Einkommen zu gewähren. — Abg. Eibach ſtimmt
dem Vorredner zu. Er rügt beſonders die Höhe der
Vergütung von 6000 Mark. In Preußen erhalte der
Sachverſtändige nur 4500, in Bayern nur 4000 Mark.
Redner ſtellt den Antrag, die Regierung zu erſuchen,
den früheren Kellerkontrolleur Bierſchenk als
Wein=
ſachverſtändigen im Hauptamt ähnlich wie in Preußen
mit feſtem Gehalt anzuſtellen, und falls die
Notwen=
digkeit von 2 Sachverſtändigen ſich ergebe, beide das
gleiche Gehalt erhalten.
Landesökonomierat Müller betont die
Notwen=
digkeit der Anſtellung von 2 Beamten. Von einem
an die Wanddrücken Bierſchenks kann keine Rede ſein.
Der neue Sachverſtändige blickt auf langjährige
Er=
fahrungen zurück und iſt ſeiner Aufgabe ſehr wohl
gewachſen. Wenn man auch den Aſſiſtenten Bierſchenk
als Sachverſtändigen im Hauptberuf anſtelle, würde
die Einheitlichkeit darunter leiden. — Miniſter des
Innern Frhr. v. Hombergk zu Vach Exz. möchte
dem entgegentreten, daß bei der Auswahl des neuen
Sachverſtändtgen nicht allein ſachliche Gründe
maß=
gebend waren. Namentlich die Behauptung Wolfs,
daß Gevatternwirtſchaft mitſpiele, müſſe er aufs
aller=
entſchiedenſte zurückweiſen.
Abg. Beſt unterſtützt die Ausführungen Wolfs.
Nach weiteren Ausführungen des Abg. Bähr wird
die Beſprechung geſchloſſen. Der letzte Punkt der
Tagesordnung wird abgeſetzt. Da
Rückäußerun=
gen der Erſten Kammer nicht vorlagen, iſt die
Tagesordnung erledigt.
Abg. Finger ſchlägt vor, dem Herrn Präſidenten
Haas telegraphiſch die Wünſche auf baldige Geneſung
ausſprechen zu laſſen. — Das Haus ſtimmt dem zu. —
Vizepräſident Korell wünſcht den Abgeordneten gute
Erholung nach der ſchweren Arbeit und vertagt
das Haus auf unbeſtimmte Zeit. Schluß
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Seite 26.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 24. März 1910.
Nummer
Die Feier des 50jährigen Beſtehens der
Heidenreich=von Sieboldſchen Stiftung zur
Unter=
ſtützung armer Wöchnerinnen.
* In Anweſenheit der hohen Protektorin, Ihrer
Königl. Hoheit der Großherzogin, fand geſtern
vor=
mittag in dem mit Lorbeer und Blattpflanzen geſchmückten
Feſtſaale des Muſikvereinshauſes in der Steinſtraße die
Feier des 50jährigen Beſtehens der Heidenreich=von
Sie=
boldſchen Stiftung ſtatt. Der Saal zeigte einen einfachen,
aber würdigen Schmuck; neben dem Rednerpult erblickte
man, umgeben von einem Arrangement von Lorbeer und
Blattpflanzen, das Porträt der Frau Dr. Heidenreich.
Alsbald nach dem Erſcheinen Ihrer Königl. Hoheit
der Großherzogin, die von der Präſidentin Frau
Sani=
tätsrat Dr. Maurer und dem Vorſitzenden des
Verwal=
tungsrates Herrn Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
empfan=
gen wurde, wurde die Feier mit einem von Mitgliedern
des Kirchengeſangvereins der Stadtkirche unter Leitung
des Herrn Borngäſſer geſungenen Chor „Der Herr iſt
mein getreuer Hirt” von J. S. Bach eingeleitet. Alsdann
ſprach Frl. Lena v. Wedekind einen von Frau
Emmer=
ling gedichteten Prolog, der dem Andenken der
vor=
trefflichen Frau huldigte, nach der die Stiftung ihren
Na=
men trägt, und der Gründung und ſegensreichen
Tätig=
keit der letzteren während der verfloſſenen 50 Jahre
ge=
dachte. Von dieſer ein ausführliches Bild zu entwerfen,
gebe ſie Berufeneren das Wort.
Der Vorſitzende des Verwaltungsrates, Herr
Ober=
bürgermeiſter Dr. Gläſſing, erſtattete darauf folgenden
Bericht über die Geſchichte und die Tätigkeit der Stiftung
während der 50 Jahre ihres Beſtehens:
Königliche Hoheit!
Verehrte Damen und Herren!
Unſere Stiftung kann auf eine Zeit fünfzigjähriger
Tätigkeit zurückſehen. Es ſei mir vergönnt, Ihren Blick
auf das Entſtehen und die Geſchichte unſerer Vereinigung
zu lenken, die ſich in idealer, weitherziger Auffaſſung
chriſt=
licher Nächſtenliebe in den Dienſt aller Konfeſſionen geſtellt
hat. Die Vergangenheit der Stiftung zeigt uns die
liebe=
volle Arbeit edler Frauen, die ſtill und abſeits von dem
Lärm des Tages ſich vollzieht. Sie erinnert uns auch
daran, daß dank der Entſchloſſenheit hochbegabter,
tat=
kräftiger Frauen Heſſen ſich rühmen kann, die erſten
deut=
ſchen Aerztinnen beſeſſen zu haben. Die Heidenreich=von
Sieboldſche Stiftung führt ihren Namen nach den beiden
edlen Frauen, die ihr Leben lang im Dienſte der
Menſch=
heit tätig waren, der Frau Regine Joſephe von Siebold
geb. Henning und ihrer Tochter Theodore Charlotte
ver=
ehelichte Heidenreich. Regine Joſephe Henning
war am 14. Dezember 1771 in Heiligenſtadt geboren und
in erſter Ehe mit dem Mainzer Regierungsrat Heiland
vermählt. Nach deſſen Tode heiratete ſie den Medizinal=
Kollegs=Direktor Dr. Damian von Siebold in Darmſtadt,
der zu der berühmten Aerztefamilie von Siebold gehörte.
Damian von Siebold war am 14. Auguſt 1768 zu
Würz=
burg geboren, er iſt am 6. Dezember 1828 in Darmſtadt
geſtorben. Seine Frau ſtudierte 1806/07 die Geburtshilfe
unter Anleitung ihres Schwagers Elias von Siebold in
Würzburg und erhielt 1815 von der mediziniſchen Fakultät
zu Gießen die Doktorwürde verliehen, war angeſtellte
Ge=
burtshelferin und öffentliche Impfärztin. Sie wirkte bis
in ihr hohes Alter mit großem Erfolge und beſonderer
Anerkennung.
Ihre Tochter aus erſter Ehe Marianne
Theo=
dore Charlotte wurde von ihrem Stiefvater Damian
von Siebold adoptiert und hieß deshalb Heiland genannt
von Siebold; ſie war geboren am 12. September 1788.
Charlotte begann mit 17 Jahren anatomiſche,
phyſio=
logiſche und geburtshilfliche Studien unter Leitung ihrer
Eltern, beſuchte 1811 in Göttingen Privatvorleſungen von
Oſiander und Langenbeck. 1812 kehrte ſie wieder nach
Darmſtadt zurück, erhielt 1814 nach zurückgelegter Prüfung
vor dem Medizinalkollegium die Erlaubnis zur Ausübung
der Geburtshilfe und 1817 durch öffentliche Promotion in
Gießen die Doktorwürde. Nach beſtandenem
Fakultäts=
examen betrat ſie am 17. März 1817 das Katheder und
„verteidigte” öffentlich ihre Theſen. Die „Heſſiſche
Lan=
deszeitung” vom 29. April 1817 ſchreibt hierüber, ſie
habe einen ſolchen Umfang von gründlichen
wiſſenſchaft=
lichen Kenntniſſen und ſolche Ruhe und Beſonnenheit
ge=
zeigt, daß ſie ſich den allgemeinen Beifall der
Sachverſtän=
digen und eines ſehr zahlreichen Auditoriums erwarb.
1829 heiratete ſie den ſpäteren Oberſtabsarzt Dr. Andreas
Auguſt Heidenreich. Sie lebte ganz ihrem Berufe in
Darmſtadt und genoß einen weitverbreiteten Ruf in den
unterſten wie in den höchſten Kreiſen. Im Jahre 1819
wurde ſie zur Entbindung der Herzogin von Kent nach
London berufen; es war dies die Geburt der nachmaligen
Königin Viktoria von England. Manchem Rufe zu feſter
Anſtellung im Auslande zog ſie den Wirkungskreis, den
Freundeskreis in Darmſtadt vor. Wiederholt wurde ſie
nach auswärts berufen, ſo an den Hof zu Koburg
gele=
gentlich der Geburt des nachmaligen Herzogs Ernſt II.,
ferner zur Herzogin von Braganza, der Fürſtin
Hohen=
lohe und anderen Fürſtlichkeiten. Sie war eine
Perſön=
lichkeit von außergewöhnlicher geiſtiger Begabung und
entſchloſſenem Charakter, bis in ihr hohes Alter eine
Wohltäterin der Bedürftigen und Leidenden ohne
Unter=
ſchied des Standes und der Perſon, Hilfe bringend und
Segen ausbreitend, wo ſie erſchien. Im Jahre 1854
wurde Charlotte von Siebold in Anerkennung ihrer
großen Verdienſte durch Verleihung des Ritterkreuzes
1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen
ausgezeichnet. Am 8. Juli 1859 endete ihr an Erfolgen
ſo reiches Leben. Die „Darmſtädter Zeitung” ſagte in
ihrer Ausgabe vom 10. Juli 1859: „In ihr verliert die
Wiſſenſchaft, ſowie alles Gute und Edle die würdigſte
Prieſterin. Sie war Wohltäterin allen Leidenden und
Be=
dürftigen im weiteſten Sinne des Wortes. Fürſtin und
Bäurin wurden mit gleichem Pflichtgefühl von ihr
behan=
delt. Ihr war der Stand untergeordnet, der Menſchheit
zu dienen die Hauptſache.” Mutter und Tochter wußten
ſich durch raſtloſe uneigennützige Tätigkeit das Vertrauen
und die Achtung aller Stände zu erwerben. Charlotte
von Siebold hat ſich durch Einſammlung milder Beiträge
und ihre werbende Agitation für die Ausſtattung des
Krankenzimmers hohe Verdienſte auch um das
Bürger=
hoſpital zu Darmſtadt erworben. Die dankbare, durch
wahre Verdienſte begründete Verehrung dieſer allgeliebten
edlen Frau hatte nach ihrem Hinſcheiden in einigen
Frauen der gebildeten Kreiſe hieſiger Stadt den Wunſch
laut werden laſſen, zum bleibenden Andenken der ſo
liebe=
voll geſinnten und ſegensreich wirkenden Frau eine
Stif=
tung ins Leben zu rufen, die nach dem Vorbilde der
Ver=
ſtorbenen und im Geiſte derſelben armen Müttern
Bei=
ſtand, Hilfe und Unterſtützung, aber auch chriſtliche
Teil=
nahme gewähren ſollte. Die Liebe und Dankbarkeit zu
der verehrten Frau war ſo lebendig und ſtark, daß die
von dem Gedanken beſeelten Frauen nicht ruhten, bis ein
Aufruf erlaſſen, eine Gabenſammlung eröffnet und der
Grund zur Heidenreich=von Sieboldſchen
Stiftung gelegt war. Der damals gebildete provi=
ſoriſche Vorſtand beſtand aus 7 Damen: Frau Jeannette
Schmidt, Frau Helene von Bechthold, Frau Karoline von
Grolman, Frau Luiſe Liebig, Frau Magdalene Merck,
Freifrau Anna Riedeſel zu Eiſenbach und Frau Karoline
Römer. Die Idee fand namentlich in der Frauenwelt
Anklang und Beifall, ſo daß, dank der zahlreichen
Unter=
ſtützungen, ihre Verwirklichung raſch vorwärts ſchritt, die
Statuten abgefaßt und jährliche Beiträge geſammelt
wer=
den konnten.
Am 20. Januar 1860, mithin vor 50 Jahren, wurde
die erſte Generalverſammlung im Gartenſaal des
Darmſtädter Hofes abgehalten und die im Druck
vor=
liegenden Statuten angenommen. Frau Geheimerat
Schenck, geb. Pfalz, wurde zur Präſidentin des Vereins,
Herr Pfarrer Ritſert zum Vorſitzenden des
Verwalt=
ungsrates, Herr Geheimerat Dr. Stüber zum
Sekre=
tär und Herr Wilhelm Schwab ſen. zum Kaſſierer und
Rechner gewählt. In den Damenvorſtand wurden
außer den bereits genannten Damen des
proviſori=
ſchen Vorſtandes noch gewählt: Frau Regierungsrat
Reuling, Frau Dr. Diefenbach, Frau Regierungsrat
Frey, Frau Karl Merck, Frau Hofſchmied Rettig und
Frau Kaufmann Wenck. Frau Pauline Wenck iſt die
einzige, noch am Leben befindliche Mitbegründerin des
Vereins. Da die Sammlung von Geldbeiträgen zur
Gründung und zum lebenskräftigen Wirken des
Ver=
eins von recht günſtigem Erfolg begleitet war, ſo konnte
dieſer nach der am 27. März 1860 erfolgten
obrigkeit=
lichen Genehmigung der Statuten ſeine Tätigkeit
be=
ginnen. Auch die Korporationsrechte wurden
ver=
liehen. Seit 1860 entfaltete der Verein ſeine
wohl=
tätige Wirkſamkeit. Tauſende von Müttern
verdan=
ken ihm die Erhaltung ihrer Geſundheit und die
Für=
ſorge der Kinder. Die erſte Beitragsliſte enthäl
eine Reihe von hohen und höchſten Namen, ſie legt
Zeugnis ab, welch reges Intereſſe ſchon von Anfang an
der Stiftung von allen Seiten entgegengebracht wurde.
So konnte die neugegründete Wohlfahrtseinrichtung
ſich raſch entwickeln und ihre ſegensreiche Tätigkeit
auf eine immer größere Zahl von bedürftigen Müttern
ausdehnen. Die in den erſten Jahren gewährten
Unterſtützungen beliefen ſich bereits auf 2—300 fl.
jährlich. Es gewährte dem Verein einen kräftigen
Impuls, als im Jahre 1864 die ſelige Großherzogin
Alice, damalige Prinzeſſin Ludwig von Heſſen, das
Protektorat über die Stiftung übernahm und mit einem
namhaften Jahresbeitrag und vorbildlicher Tat auch
in direkter Hilfeleiſtung bei armen Wöchnerinnen die
Arbeit förderte. So ſchrieb die erlauchte Frau am
März 1864 an ihre Mutter, die Königin
Viktoria: „Ich muß Dir etwas erzählen,
was ich neulich getan habe, aber bitte, ſage es
niemandem, denn hier weiß keine Seele außer Louis und
meine Damen etwas davon. Ich bin die Protektorin der
„Heidenreich=Stiftung”, der Du auch bei der Gründung
ein hübſches Geſchenk gemacht haſt. Die Damen, welche
Mitglieder ſind, bringen armen, achtbaren Wöchnerinnen,
welche ihre Hilfe in Anſpruch nehmen, Leinenzeug, auch
bringen ſie ihnen Nahrung, kurz, ſie unterſtützen ſie. Ueber
alle Fälle wird an mich berichtet. Vor einigen Tagen ging
ich inkognito mit Chriſta zu einer ſolchen armen
Wöch=
nerin in der Altſtadt, und welche Mühe hatten wir, bis
wir das Haus fanden. Endlich ging es durch einen
klei=
nen, ſchmutzigen Hof, eine dunkle Leiter hinan, in eine
kleine Stube, wo in einem Bette die arme Frau und ihr
Baby lagen; in dem Raum waren noch vier Kinder, der
Mann, zwei andere Betten und der Ofen. Uebrigens war
kein übler Geruch in der Stube, noch war es ſchmutzig. Ich
ſchickte Chriſta mit den Kindern hinunter, dann kochte ich
mit dem Manne etwas für die Frau, machte ihr das Bett
ein wenig in Ordnung, nahm ihr das Baby ab, badete
ſeine Augen, die recht bös waren, — das arme kleine
Ding — und legte überall Hand an. Ich ging zweimal
hin. Die Leute kannten mich nicht, und ſie waren ſo nett,
gutmütig und rührend anhänglich unter ſich; es tat dem
Herzen wohl, in ſolcher Armut ſo richtiges Gefühl zu
fin=
den. Der Mann war arbeitslos, die Kinder waren noch
zu jung, um in die Schule gehen zu können, und bei der
Niederkunft der Mutter hatten ſie nur vier Kreuzer im
Hauſe. Denke Dir dieſes Elend und Mißgeſchick.”
folgten ſich
Nach ihrem allzu frühen Heimgange
drei weitere Fürſtinnen Heſſens in dem
Pro=
tektorat über die Stifung. Und auch jetzt wieder
ge=
nießt die Stiftung die hohe Ehre des Protektorats
Unſerer Durchlauchtigſten Großherzogin.
Am 21. Juni 1865 ſtarb die um die Gründung des
Vereins und deſſen erſte Entwickelung ſehr verdiente
Präſidentin, Frau Geheimerat Schenck, deren allzu
frühes Hinſcheiden von allen Freunden des Vereins
tief betrauert und beklagt wurde. Ihr folgte als
Prä=
ſidentin Frau Ober=Medizinalrat Magdalene Merck.
Sie hat durch langjähriges, liebevoll treues Wirken,
wie auch durch ein dem Verein hinterlaſſenes Legat
von 3000 Mark ihren Namen mit unauslöſchlichen
Zügen in die Annalen der Stiftung eingeſchrieben.
Aus dankbarer Verehrung und in gerechter
Anerken=
nung ihrer Verdienſte um den Verein wurde die
ehr=
würdige Frau, im nahezu 80. Lebensjahre ſtehend, zur
Ehrenpräſidentin des Vereins gewählt. Nach ihrem
Tode im Jahre 1876 nahm Frau Pauline Wenck, bis
dahin Vizepräſidentin, die Leitung des Vereins in ihre
Hände. Auch ſie hat mit Umſicht, Gewiſſenhaftigkeit,
ſelbſtloſer Hingebung und treueſter Fürſorge die
Ge=
ſchäfte der Stiftung geleitet und das Wohl des
Ver=
eins gefördert. An ihre Stelle trat im Jahre 1880
Frau Anna Merck, geb Schenck, als Präſidentin des
Vereins. Unter deren langjähriger Leitung machte
der Verein bedeutende Fortſchritte. Die Zahl der
unterſtützten Wöchnerinnen, ſowie die Summen der
geleiſteten Unterſtützungen zeigten eine ſtets ſteigende
Tendenz. Sie widmete der Stiftung in unermüdlicher
Tätigkeit und in weitherzigſter Hilfsbereitſchaft ihre
volle Kraft. Im Jahre 1905 konnte Frau Auna Merck und durch Hinweis auf die Beratungsſtelle an der
das 25jährige Dienſtjubiläum als Präſidentin des
Damenvorſtandes feiern, aus welchem Anlaß ſie dem der Mitarbeit der Großherzoglichen Zentrale
Vereinsvermögen den Betrag von 5000 Mark zuführte.
Die hochherzige Stifterin wurde an dieſem Ehrentage
von Allerhöchſter Stelle durch Verleihung der Alice= zur Verfügung ſtellt.
Medaille ausgezeichnet. In tiefe Trauer wurden die
Mitglieder der Stiftung durch den Heimgang der all= dung der Satzungen der Stiftung bezeugen, daß d
verehrten Präſidentin im Jahre 1908 verſetzt. Sie hat auch außerhalb bekannt iſt und ihre Ziele ſich der W
die Stiftung zu unauslöſchlichem Danke verpflichtet.
Welche Entwickelung dieſe während ihrer 28jährigen
Wirkſamkeit genommen hat, zeigen folgende Zahlen:
Im Anfang der 80er Jahre, d. i. bei Beginn ihrer
Tätigkeit als Präſidentin, betrugen die
Mitglieder=
beiträge zirka 1200 Mark jährlich bei einem
Kapital=
vermögen von 24000 Mark, während bei ihrem
Heim=
gang im Jahre 1908 die Mitgliederbeiträge zirka 2700
Mark jährlich und das Kapitalvermögen 77000 Mark
betrugen. Bei der Erſatzwahl für die Verſtorbene wie denjenigen, die heute am Werk ſtehen. In
di=
wurde durch den Damenvorſtand die langjährige, ſehr f Dank ſchließe ich insbeſondere ein die Durchlaucht
verdiente Vizepräſidentin, Frau Sanitätsrat Dr. Mau= Protektorin, die Frau Präſidentin und die Damen
rer, zur Präſidentin des Damenvorſtandes und zur
Stellvertreterin das bisherige Vorſtandsmitglied, ſein einer treuen Pflichterfüllung im Dienſte der
Frau Profeſſor Schäffer, gewählt. Den Vorſitz im Ver=
waltungsrat führte bis zum Jahre 1880 Herr Ki
rat Ritſert, der ſich um die Entwickelung des
eins unauslöſchlichen Verdienſt erworben hat.
Jahre 1880 bis 1891 wurde der Vorſitz im Verwalt
rat von Herrn Superintendent Dr. Sell, jetzt
feſſor in Bonn, von 1891 bis 1899 von Herrn
konſiſtorialrat Waas und von 1899 bis 1909 von
Oberbürgermeiſter Morneweg geführt. Was dieſe
ren der Stiftung geleiſtet haben, kann hier ime
nen nicht näher ausgeführt werden. Nur ſo vi
geſagt, daß die Stiftung auch dieſen Herren zum
ten Dank verpflichtet iſt. Die Vorſitzenden haben
mit lebhaftem Intereſſe die Zwecke und Ziele
Stiftung verfolgt und fördern helfen. Nicht
wähnt darf bleiben, welch hervorragende Verd
ſich der verſtorbene Oberrechnungskammerprä
Lorbacher Exz., der nahezu 40 Jahre lang der Sti
als Rechnungsprüfer und Berater in finanzieller
gelegenheiten zur Seite ſtand, um die Stiftung
worben hat.
Bei der Erſatzwahl für die bisherigen Verwaltr
ratsmitglieder wurde Oberbürgermeiſter Dr. Glé
zum Vorſitzenden des Verwaltungsrats, Beig. M.
zum Mitglied des Verwaltungsrats und Schriftf.
und Dr. Mühlberger zum Mitglied des Verwaltr
rats und Kontrolleur, und anſtelle des verſtork
Herrn Dr. C. E. Merck Herr Sanitätsrat Dr. Mi
zum Mitglied des Verwaltungsrats gewählt. Ar
des Herrn Präſidenten Lorbacher Exz. hat Herr
rechnungskammerpräſident Ewald in liebenswür
Weiſe die Rechnungsprüfung übernommen.
So konnte die Stiftung, unterſtützt von fürſt!
Perſonen, geleitet von einer Reihe hervorrage
Damen und Herren, eine ſtetige und gedeihliche
wicklung nehmen. Es muß beſonders anerkannt
den, wie die Damen der Stiftung bei beſonderen
läſſen nicht zögerten, ſich im Dienſte der öffent!
Wohltätigkeit zur Verfügung zu ſtellen. So ge
dies in den glorreichen Kriegsjahren 1870 u. 71
Unterſtützung von Soldatenfamilien aus den von
Hilfskomitee zur Verfügung geſtellten Mitteln, fe
bei der großen Rheinüberſchwemmung zu Beginn
achtziger Jahre. Auch jetzt hat die Mehrzahl
Damen ihre Bereitſchaft zur Hilfe an den zu erric
den Erfriſchungs= und Verbandsſtellen im
Krieg=
zngeſichert. Weſentliche Förderung erfuhr die
tung auch durch die ſtädtiſche Verwaltung und
Beamte, insbeſondere war die regelmäßige Bera
der arbeitenden Damen des Vorſtandes durch
ſtädtiſche Armenverwaltung von großem Wert.
Durch Erhöhung des Beitrages der Stadt D
ſtadt im Jahre 1899 wurde die Stiftung in die
verſetzt, durch Gewährung von Haushilfe
weitergehende Unterſtützung zuteil werden zu le
Dieſe Unterſtützung hat ſich in der Aufrechterhal
des Haushaltes während des Wochenbettes übe:
ſegensreich erwieſen.
Die im Frühjahr 1908 zuſammengetretene G
ralverſammlung beſchloß, Unterſtützungen in bar
mehr zu geben und die Leiſtungen der Stiftung le
lich auf die Abgabe von Naturalien, als Bettz.
Wäſche, Fleiſch, Milch, Eier uſw., zu beſchränken.
dieſer Beſchränkung hoffte man nicht nur einer 1
bräuchlichen Inanſpruchnahme der Stiftung vo
beugen, ſondern auch durch Erſparniſſe an Geld
Stiftung in die Lage zu verſetzen, ihre Tätigkeit
erweitern und intenſiver zu geſtalten. Die an die
Beſchluß geknüpften Erwartungen wurden nicht
täuſcht. Es iſt. wenn auch die Tätigkeit der Damen
Vorſtandes mehr wie früher beanſprucht wird, eine
weiterte Fürſorge zu erhoffen. In der gleichen G
ralverſammlung wurden die Statuten einer Revi
unterzogen, die zu einigen Aenderungen der mit
neueren geſetzlichen uſw. Anordnungen nicht mehr
Einklang ſtehenden Beſtimmungen führte. Aender
gen der Beſtimmungen über den Zweck der Stift
und die Anlegung des Stiftungsvermögens tr
nicht ein.
Gerade in den letzten Jahren hat das Vermi
der Stiftung durch namhafte Zuwendungen eine
be=
tende Vergrößerung erfahren. Wie bereits erwä
hat die ehemalige Präſidentin, Frau Anna Merck,
Jahre 1905 der Stiftung den Betrag von 5000 D
überwieſen. Anläßlich der Geburt des Erbgroßher;
im Jahre 1906 haben Se. Königl. Hoheit der G.
herzog in hochherziger Weiſe der Stiftung ein Kas
von 5000 Mark zugewendet. Auch im Jahre
floſſen der Stiftung Geſchenke zu. Durch das 2
mächtnis des Fräulein Sophie Creter erhielt die E
tung rund 1400 Mark. Weiter kam ein Vermäch:
des verſtorbenen Herrn Fabrikanten Renn mit!
Mark an die Stiftung zur Auszahlung. Einen g
bedeutenden Zuwachs erhielten jedoch die Vermöge
mittel der Stiftung durch eine ihr von den Kindern
Frau Anna Merck zu Ehren ihrer verſtorbenen
Mu=
zugewieſene Schenkung im Betrage von 20000 Me=
Auch die Witwe des verſtorbenen Mitgliedes des V
waltungsrates, Herrn Stadtv. C. E. Merck, Frau Kle
Merck, ſowie der Bruder des Verſtorbenen, Herr (
Merck, haben die Stiftung mit einer Schenkung r
1000 Mark bedacht. Dank dieſer Zuwendungen iſt
Stiftung in der Lage, ihre Unterſtützungen in ſt
ſteigendem Maße Bedürftigen zuteil werden zu laſ
Mögen ſich auch in Zukunft hochherzige Menſchen
den, die den Zielen der Stiftung ihr Wohlwollen
gleich hohem Maße entgegen bringen.
Die Stiftung trägt heute den gleichen Charak
wie bei der Begründung, jedoch hat ſie ſich den F
ſchritten auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege je
zeit angeſchloſſen. Sie beteiligt ſich, wenn auch 1
direkt, ſo doch durch Verteilung von Merkblätt
rämpfung der Säuglingsſterblichkeit. Sie erhofft
Säuglings= und Mutterſchutz manche Förderung,
auch ſie ſich derſelben jederzeit mit ihren Erfahrun
Die zahlreich einlaufenden Geſuche um Ueber
ſchätzung weiter Kreiſe erfreuen.
Redner ſchloß ſeinen Bericht mit folgenden Worter
Königliche Hoheit!
Werte Damen und Herren!
Es liegt mir ob, an dem heutigen Tage allen i
jenigen zu danken, die ſich als Beſchützer, Helfer
Freunde der Stiftung erwieſen haben. Ich danke
wohl den in Gott ruhenden Mitgliedern der Stiftt
Vorſtandes. Möge ihre Arbeit, die durch das Bew:
gemeinheit hohe Befriedigung gewährte, der Stift
ur
Nummer 70.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 24. März 1910.
Seite 27.
(22
belſen.
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n aus in
ten Mih
uns
die M
5 fernerhin geſichert ſein. Wir haben die große
zude, Verwandte der Frau Heidenreich=v. Siebold
unſerem Kreiſe noch heute begrüßen zu dürfen.
ener habe ich am heutigen Tage zu danken dem
egnügungsausſchuß des Muſikvereins, den
Mitglie=
n des Kirchengeſangvereins und Herrn Pfarrer
Lte für die Unterſtützung der heutigen Feier. Ich
rke weiter allen Korporationen, die ſeither die Sache
Stiftung gefördert haben, insbeſondere den
Mit=
edern des früheren Männerchors „Humanitas”, den
ranſtaltern der Dalcroze=Aufführungen und dem
rndolinenklub. Möge der Stiftung immer die
mpathie treuer Freunde geſichert ſein.
Möge die Stiftung, welche an dem heutigen Tage
f50 Jahre zurückblicken kann und 11000
Wöchne=
inen unterſtützt hat, auch in Zukunft für alle Zeiten
eine Quelle der Barmherzigkeit, des Troſtes und
Segens für alle Konfeſſionen unſerer Stadt ſich
Dähren!
Darauf hielt Herr Geh. Obermedizinalrat Dr.
feidhart eine Anſprache, in der er folgendes
aus=
rte: Das Intereſſe, das die Heidenreich=von
Sie=
dſche Stiftung in Darmſtadt gefunden hat, iſt
all=
nein und ungeteilt. Tauſende von Familien haben
z. Segen ihrer Tätigkeit erfahren. Bei der heutigen
ier ihres fünfzigjährigen Beſtehens darf die Großh.
gierung nicht fehlen. Der Miniſter des Innern und
Vorſitzende der Abteilung für öffentliche
Geſund=
tspflege im Miniſterium des Innern, Geheimerat
. Weber, haben bereits ſchriftliche
Glückwunſch=
reiben überreicht; im Namen der Regierung ſei er
ruftragt, ſeine Glückwünſche zu der heutigen Feier
Szuſprechen, und er gebe der Hoffnung Ausdruck,
B es der Heydenreich=von Sieboldſchen Stiftung noch
rge vergönnt ſein möge, ihre ſegensreiche Tätigkeit
tzuſetzen. Von dieſer haben die von dem
Vorred=
r mitgeteilten Zahlen ein anſchauliches Bild
ge=
den. Auch die Großh. Zentrale für Säuglingspflege
5 Mutterſchutz habe ſchätzenswerte Unterſtützung
rch ſie erhalten.
Sodann teilte Redner mit, daß Se. Königl. Hoheit
der Großherzog der Präſidentin Frau Sanitätsrat
Dr. Maurer die für Verdienſte auf dem Gebiete der
allgemeinen Wohlfahrtspflege neu geſtiftete „Ernſt
Ludwig=Eleonoren=Medaille” verliehen habe.
Es ſei dies eine große Auszeichnung, da es das erſte
Mal ſei, daß dieſe Medaille überhaupt verliehen werde.
Redner ſchloß mit dem Wunſche, daß ſich immer warme
Herzen und offene Hände und immer Leute finden
mögen, die bereit ſind, die edlen Zwecke des Vereins
zu unterſtützen und zu fördern.
Frau Sanitätsrat Maurer dankte für die ihr
verliehene Auszeichnung, in der ſie eine Anerkennung
der ſegensreichen Tätigkeit des Vereins erblicke, deſſen
Anſehen weiter zu erhalten ihr aufrichtiges Beſtreben
ſein werde.
Im Namen des ärztlichen Vereins überbrachte Herr
Sanitätsrat Dr. Habicht ſeine Glückwünſche und gab
den Gefühlen der Hochachtung, Anerkennung und
Dankbarkeit Ausdruck, welche die Aerzte der Tätigkeit
der Damen des Vereins entgegenbrächten. Die Hilfe,
die ſie armen Wöchnerinnen leiſten, könne nicht hoch
genug anerkannt werden. Ihre liebevolle Tätigkeit
und ihre freundlichen Worte ſeien den armen
Wöchne=
rinnen oft der einzige Troſt und Lichtſtrahl in ihrer
dunklen Kammer. Möchte es ihnen noch recht lange
vergönnt ſein, ſich dieſer edlen Tätigkeit hinzugeben,
möchten ſie immer warme Herzen und offene Hände
finden, ihre weitgeſteckten Ziele zu verwirklichen. Herr
Regierungsrat Piſtor ſprach im Namen der Zentrale
für Säuglingspflege und Mutterſchutz beſte
Glück=
wünſche aus. Die Heidenreich=von Sieboldſche Stiftung
könne vorbildlich für alle Vereine ſein, die auf dieſem
Gebiete tätig ſind und ſein wollen. Die Zentrale
denke nicht daran, beſtehenden Vereinen ihre
Selbſtän=
digkeit zu nehmen. Er ſpreche die Hoffnung aus, daß
die gemeinſame Tätigkeit beider gute Früchte tragen
möge.
Namens der kirchlichen Armenfürſorge, die unter
Leitung der Geiſtlichkeit betrieben wird, überbrachte
Herr Pfarrer Velte Glückwünſche. Bei den
ver=
wandtſchaftlichen Beziehungen ſeiner Familie zu der
heute hier gefeierten Frau ſei es ihm eine Ehre, die
evangeliſche Geiſtlichkeit hier vertreten zu dürfen. Für
die evangeliſchen Pfarrer ſei der Umſtand, daß die
Fürſorge des Vereins allen armen Wöchnerinnen ohne
Unterſchied der Konfeſſion gelte, kein Hindernis, ſeine
ſegensreiche Wirkſamkeit in vollem Maße zu würdigen;
ſie freuen ſich über jede edle Tat, über jeden Strahl
des Lichts, der hineinfällt in leidvolle Herzen und
ſchwere Stunden. Die Geiſtlichen können die
Segens=
ſpuren des Wirkens des Vereins ganz beſonders
be=
achten; ihnen ſei der perſönliche Charakter dieſer
Ar=
beit beſonders ſympathiſch, die Damen bringen nicht
nur äußerliche Hilfe, ſondern ein Herz voll Teilnahme
mit. Das Elend iſt leicht eine Quelle der Verbitterung
und des Haſſes, zumal in unſerer heutigen Zeit.
Möchte, ſo ſchloß der Redner ſeine herzlich gehaltene
Anſprache, durch Ihre Arbeit ſtets ein Wort
hindurch=
klingen, das zwar von einer Heidin geſprochen, aber
auch für uns Geltung hat: „Nicht mitzuhaſſen,
mitzu=
lieben bin ich da.
Herr Geh. Oberkonſiſtorialrat D. Peterſen
ſprach im Namen des Vereins gegen Verarmung und
Bettelei herzliche Glück= und Segenswünſche aus. Der
Verein, der heute die Feier ſeines 50jährigen Beſtehens
begehe, habe ſchon lange vor der Zeit, als das Wort
„Mutterſchutz” geprägt worden, ſeine Aufgabe erfüllt.
Dieſe Arbeit iſt nicht vergeblich geweſen und warmer,
herzinniger Dank gebühre dem Verein dafür. Möge
Gottes Segen auch künftig auf ſeiner Arbeit ruhen
und überall dorthin dringen, wohin die edlen Frauen
in Betätigung ihres Liebeswerkes ihre Schritte lenken.
Nachdem Herr Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing
im Namen des Vorſtandes für alle Glückwünſche ſeinen
herzlichen Dank ausgeſprochen, wurde die Feier mit
dem Chor „Wirf dein Anliegen auf den Herrn” aus
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