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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden,
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
64.
Donnerstag, den 17. März.
1910.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
Die elſaßelothringiſche Frage.
*⁎* Der Reichskanzler hat über den Inhalt des
an=
gekündigten Geſetzentwurfs, welcher ſich mit der
Fortbil=
dung der elſaß=lothringiſchen Verfaſſung beſchäftigen ſoll,
noch nichts geſagt, jedoch läßt ſich aus der bisher von der
Reichsregierung in dieſer Angelegenheit beobachteten
Vor=
ſicht ſchließen, daß es ſich noch nicht um die volle
Gleich=
ftellung der Reichslande mit den deutſchen Bundesſtaaten,
ſondern nur um einen Schritt weiter auf dem Wege dahin
andelt. Ob die Meldung eines Berliner Blattes, der
Schwer=
punkt der zu erwartenden Vorlage liege in der Gewährung
eines liberalen Wahlrechts und in der lebenslänglichen
Statthalterſchaft, den Tatſachen entſpricht, iſt nicht zu
kon=
krollieren, ſie hat manche Wahrſcheinlichkeit für ſich.
Herr v. Bethmann Hollweg nahm auf ſeine Erklärung
vom 13. Dezember v. J. Bezug. Er meinte damals, die
Gewährung der politiſchen Selbſtändigkeit an Elſaß=
Lothringen erfordere im Intereſſe des Reichsganzen
Ga=
xantien, die in erſter Linie die Elſaß=Lothringer ſelbſt
geben müßten. Je mehr ſich die Beſtrebungen geltend
mach=
ten, die gut deutſchen Elemente des Volkscharakters zu
verkümmern, deſto mehr ſchwände die Neigung, die Ver=
Faſſungswünſche des Landes zu erfüllen. Daß im Laufe
Der vier Jahrzehnte, die ſeit der Einverleibung Elſaß=
Tothringens ins Deutſche Reich verfloſſen ſind, der
Wider=
ftand gegen die deutſche Herrſchaft immer geringer gewor=
Den iſt, kann niemand leugnen, und ſeit der Aufhebung des
Diktaturparagraphen kommt ja auch bei den
Reichstags=
wahlen das Proteſtlertum faſt gar nicht mehr zur
Gel=
rung. Unzufriedene, die aus Ueberzeugung oder aus
ſelbſt=
ſüchtigen Intereſſen ſich nach dem früheren Zuſtande
zurück=
ſehnen, wird es vielleicht immer geben, aber deshalb das
ganze Land darunter leiden zu laſſen, erſcheint ungerecht,
und die Reichsregierung hat denn auch bisher ſchon der
Beſſerung der Verhältniſſe Rechnung getragen.
Als Elſaß=Lothringen 1871 zum Reichsland erklärt
wurde, ſagte das betreffende Geſetz einfach: „Die
Staats=
gewalt in Elſaß=Lothringen übt der Kaiſer aus.‟ Die
Staatsgewalt fiel alſo mit der Reichsgewalt zuſammen
und die Organe der letzteren waren auch zur Ausübung
jener Staatsgewalt berufen. Indeſſen trat ſchon nach
we=
nigen Monaten eine Aenderung der Dinge ein durch
Schaf=
fung eines Oberpräſidiums mit dem Sitze in Straßburg.
Aber auch in dieſem Stadium blieb die Entwickelung nur
einige Jahre, die Reichsregierung ſchritt zur Einſetzung
einer elſaß=lothringiſchen Volksvertretung, des aus
Mit=
gliedern der Bezirkstage gebildeten Landesausſchuſſes, der
zuerſt nur eine beratende Stimme erhielt, ſpäter aber mit
legislatoriſchen Rechten ausgeſtattet wurde. Das
Reichs=
geſetz vom 4. Juli 1879 rief ſodann die kaiſerliche
Statt=
halterſchaft ins Leben.
Seitdem ſind ſowohl im Landesausſchuſſe als auch
im Reichstage immer wieder Anträge, Elſaß=Lothringen
zu einem ſelbſtändigen Bundesſtaat zu erheben oder ihm
wenigſtens eine ſtimmberechtigte Vertretung im
Bundes=
rat zu geben, beraten worden. Die Reichsregierung hat
wiederholt auf die Schwierigkeiten verwieſen, welche dieſe
Frage bereite, und die hauptſächlich auch darin beſtehen,
daß Preußen ſeinen Einfluß im Bundesrat nicht durch
Schaffung der reichsländiſchen Vertretung geſchwächt ſehen
will und daß die Bundesſtaaten hinwiederum keine
Stär=
kung der preußiſchen Stimmenzahl wünſchen, die erfolgen
würde, wenn der König von Preußen als deutſcher Kaiſer
die elſaß=lothringiſchen Bundesratsmitglieder zu ernennen
hätte. In dieſer Hinſicht ſcheint man ja jetzt einer
Ver=
ſtändigung nähergekommen zu ſein.
Wenn es in franzöſiſchen Blättern heißt, bei der
even=
tuellen Umgeſtaltung Elſaß=Lothringens zu einem
ſelb=
ſtändigen Bundesſtaat mache die Frage des
Staatsober=
hauptes beſondere Schwierigkeiten, ſo ſei daran erinnert,
daß Fürſt Bismarck ernſtlich den Gedanken betrieb, Elſaß=
Lothringen zu einem „Kronprinzenland” zu machen, indem
der jeweilige deutſche Kronprinz als wirklicher Souverän
die Reichslande ſo lange regieren ſolle, bis er Kaiſer
würde. Kronprinz Friedrich Wilhelm, der ſpätere Kaiſer
Friedrich, war dieſem Plane nicht abgeneigt, die
Verwirk=
lichung unterblieb aber, als nach den Attentaten des
Jah=
res 1878 der Kronprinz die Stellvertretung des Kaiſers
übernehmen mußte. Als Anwärter für den
Statthalter=
poſten ſind aus der Zahl fürſtlicher Perſonen ab und zu
genannt worden Prinz Leopold von Bayern und Prinz
Adolf von Schaumburg=Lippe, doch hat man bisher von
der Beſetzung des Poſtens mit einem Mitgliede eines
regierenden Hauſes abgeſehen. Wir glauben auch nicht,
daß jetzt ſchon die Erhebung Elſaß=Lothringens zum
ſelb=
ſtändigen Bundesſtaat in Frage ſteht — ſo weitgehende
Wünſche dürften vorläufig noch keine Ausſicht auf
Erfül=
lung haben.
Nähere Mitteilungen über den Inhalt des
Geſetzent=
wurfs ſind in nächſter Zeit noch nicht zu erwarten, weil
der Entwurf, der naturgemäß auch alle Bundesſtaaten in
hohem Grade intereſſiert, erſt im Bundesrat einer
gründ=
lichen Durchberatung unterzogen werden muß. Es wäre
daher ein Irrtum, wenn man hoffen ſollte, daß er ſchon
in nächſter Zeit an den Reichstag gelangen werde, und es
iſt vielmehr anzunehmen, daß das erſt im Herbſt geſchehen
wird.
Der Schluß der Duez=Debatte in der
franzöſiſchen Kammer.
* Die Beſprechung der Interpellationen über
die Liquidatoren in der franzöſiſchen Kammer wurde
am Dienstag fortgeſetzt. Wilm (Soz.) kritiſierte die
Haltung der Sachverſtändigen und des Staatsanwalts des
Seinedepartements. Allemane (Soz.) meinte, die
öf=
fentliche Meinung ſei erſtaunt darüber, daß die drei
Liqui=
datoren nicht verhaftet wurden. Der Sozialiſt Jaurés
erklärte, es ſei unbegreiflich, daß die Liquidatoren durch
ihre Proviſionen, durch Konventionalurteile, durch
Ermun=
terung zur Geltendmachung von Erbanſprüchen jahrelang
den Staat um den größten Teil des Ertrages aus den
Li=
quidationen betrügen konnten, ohne daß die Regierung ſich
trotz ihres Verdachts beunruhigte. Es ſtehe in der Tat
feſt, daß die Regierung ſchon vor zwei Jahren dem
Staats=
anwalt Anweiſungen gab, die jedoch ohne Wirkung blieben.
Damit ſei die Regierung vielleicht moraliſch entlaſtet, aber
nicht politiſch. Sie habe eine ſchwere Verantwortung auf
ſich und damit auf die ganze republikaniſche Partei
gela=
den. Das parlamentariſche Regime ſei heute ebenſo
ver=
antwortlich wie die Regierung und beide könnten nur vor
das Volk treten, wenn jede Verantwortung und jede
Schuld feſtgeſtellt ſei.
Miniſterpräſident Briand erklärte, er übernehme die
Verantwortung für alles, was früher und jetzt geſchehen
ſei. Briand wiederholt, daß er die Kontrolle über die
Li=
quidatoren für ungenügend hielt und manches beſſern
wollte. Selbſt Jaurés habe nicht das Recht, ſeine
Beweg=
gründe zu bezweifeln. Die Regierung hat auf die
Liqui=
datoren, die von den Gerichten beſtellt ſind, nur einen
in=
direkten Einfluß durch den Staatsanwalt. Aber gerade
deshalb müſſe das Syſtem ſelbſt geändert werden, und die
Regierung ſei dazu entſchloſſen. Sie werde Hand an dieſes
ganze Anhängſel der Juſtiz legen, das der Miniſter
Bar=
thou als angefault bezeichnet habe. Niemand werde der
ſtrafrechtlichen oder zivilrechtlichen Verantwortung
ent=
gehen. Aber die Regierung könne nicht willkürlich
Ver=
haftungen vornehmen. Das wäre unwürdig eines
demo=
kratiſchen Regimes und entſpräche nicht ſeinem perſönlichen
Temperament. Die franzöſiſche Kirchenpolitik habe ſich
be=
währt und finde Nachahmung in andern Ländern.
Frank=
reich habe ſogar materiellen Vorteil aus dieſer Politik
ge=
zogen, und es gehe nicht an, dieſes große Werk durch
Heranziehung des Vergehens eines Liquidators zu
be=
flecken. Die Wähler würden wiſſen, was ſie zu antworten
haben, wenn unſere Gegner ihnen vorſpiegeln möchten, daß
das Geſetz gegen die Orden und das Trennungsgeſetz
Ver=
brechen darſtellen. Die Regierung verlange von der
Kam=
mer keine Gnade, und wenn dieſe ungerecht genug ſei, die
Regierung ſtürzen zu wollen, ſo möge ſie es tun.
Nach Briand ſprachen noch der Bonapartiſt Delahaye
und der Nationaliſt Gauthier de Clagny, worauf die
De=
batte geſchloſſen wurde. Es liegen acht Anträge auf
moti=
vierte Tagesordnung vor. Die Regierung nimmt die
Tagesordnung des Radikalen Cere an, welche
lau=
tet: „Die Kammer brandmarkt die bei gewiſſen gerichtlichen
Liquidationen begangenen ſkandalöſen Handlungen und
vertraut auf die Regierung für die Heranziehung aller
Schuldigen zur Verantwortung und zur Beſtrafung der
Radikalen.” Binet beantragt eine gegen Millerand
gerich=
tete Tagesordnung. Briand erklärt, er ſei abſolut mit
ſei=
nem Mitarbeiter und Freund Millerand ſolidariſch und
verlange die Tagesordnung Cere im Namen der geſamten
Regierung.
Bei der Abſtimmung wurde der erſte Satz der
Tages=
ordnung Cere, welcher die bei gewiſſen Liquidationen
be=
gangenen Handlungen brandmarkt, einſtimmig mit 557
Stimmen angenommen, der zweite Satz, welcher
Vertrauen zur Regierung ausdrückt, wurde mit 343.
gegen 79 Stimmen angenommen.
Die Minderheit, welche gegen die
Ver=
trauenstagesordnung ſtimmte, beſteht aus 41
ge=
einigten Sozialiſten, 14 Radikalen, 3 Nationaliſten, 20
Kon=
ſervativen und 1 gemäßigten Republikaner. 116 Deputierte,
zumeiſt Republikaner und Konſervative, enthielten ſich der=
Abſtimmung.
Die radikalen Blätter ſpenden der Haltung des
Mini=
ſterpräſidenten großes Lob und drücken die Ueberzeugung
aus, daß die Kammerabſtimmung ihm das erforderliche
Anſehen verleihe, um das Werk der Säuberung
durchzu=
führen, deſſen Notwendigkeit durch den neueſten Skandal
grell zutage getreten ſei. Die oppoſitionelle Preſſe ſagt, die
Mehrheit und die Regierung haben ſich ſchließlich auf dem
Boden der gemeinſamen Wahlintereſſen
zuſammengefun=
den. Der Miniſterpräſident habe den Radikalen erklärt,
wenn Ihr wiedergewählt werden wollt, dann müßt Ihr
mir Euer uneingeſchränktes Vertrauen bewilligen. Dieſes
Argument habe gewirkt. Der nationaliſtiſche „
Eelair=
meint, Briand habe einen rein perſönlichen Erfolg
errun=
gen, und zwar auf Koſten der Miniſter Millerand und
Barthou.
Sehr lebhaft wird ſich die Senatsdebatte über
den Liquidationsſtandal geſtalten. Der ehemalige
Juſtiz=
miniſter Monis, welcher über dieſe Angelegenheit
inter=
pellieren wird, erklärte einem Berichterſtatter, der
Juſtiz=
miniſter Barthou ſucht mich für die gegenwärtige Lage
ver=
antwortlich zu machen, indem er mir vorwirft, daß ich die
Körperſchaft der Liquidatoren gegründet habe. Dieſer
Tadekliſt durchaus ungerechtfertigt. Als ich an der Spitze
des Juſtizminiſteriums ſtand, waren von einem
Liqui=
dator Waiſengelder im Betrage von 270000 Francs
ver=
untreut worden. Ich veranlaßte die Liquidatoren, die
ver=
untreuten Gelder zu erſetzen, und gewährte ihnen die
Er=
mächtigung, dafütr eine gemeinſame Kaſſe zu gründen.
Zur Lage in England.
* Eine neue Prognoſe für die Geſtaltung der
polt=
tiſchen Zukunft in England bringt eine Meldung
der „Daily Mail”, wonach neue
Parlamentswah=
len beſtimmt ſchon für den Mai zu erwarten wären. Bei
dieſen neuen Wahlen würden die Parteien jedoch nicht mit
der Begeiſterung in den Kampf ziehen, mit der ſie den
letzten Wahlkampf ausgefochten haben. Der Angriff
As=
quiths gegen das Oberhaus werde ſcheitern. Es werde
ihm daraufhin nichts anderes übrig bleiben, als
zurückzu=
treten. Bei der derzeitigen innerpolitiſchen Lage werde er
als einzigen in Betracht kommenden Nachfolger dem König
Balfour vorſchlagen können. Der Führer der Unioniſten
werde aber, wenn er vom König mit der Bildung eines
konſervativen Kabinetts betraut werden ſollte, nicht ohne
weiteres zuſagen. Nehme er an, dann geſchehe dies nur
unter der Bedingung, daß das Parlament umgehend
auf=
gelöſt und neue Wahlen ausgeſchrieben werden, die dann
in den Maitagen vor ſich gehen würden. Doch ſei es nicht
ausgeſchloſſen, daß Balfour es ablehnen werde, die
Bil=
dung eines unioniſtiſchen Kabinetts zu übernehmen.
„Daily Chronicle” ſchreibt, die Regierung werde, falls
der Verſuch, das Vetorecht der Lords einzuſchränken,
miß=
lingen ſollte, bei der allgemeinen Neuwahl einen Plan
für eine gänzlich neue Kammer entwerfen und
be=
kanntgeben. Die Grundzüge dieſes Plans würden die
fol=
genden ſein: Zur Zweiten Kammer, die ſich aus 200
bis 240 Mitgliedern zuſammenſetzen ſoll, werden Peers=
und Mitglieder des Unterhauſes, die über 40 Jahre
alt ſind, wählbar ſein. Das Wahlrecht wird von allen
Par=
lamentswählern ausgeübt, nur daß die Wahlkreiſe weit
größer ſein werden als die für Unterhauswahlen. Die
Seſſion wird ſieben bis neun Jahre dauern. Der neuen.
Zweiten Kammer ſoll ein Einſpruch in die
Finanzange=
legenheiten nicht zuſtehen, doch wird ſie der ſonſtigen
Ge=
ſetzgebung gegenüber das Recht der Reviſion, das des
ſus=
penſiven Veto haben. Die Streitigkeiten zwiſchen dem Ober=
und Unterhaus ſollen in gemeinſamen Sitzungen beider
Kammern zum Austrag gebracht werden.
Deutſches Reich.
— Berliner Blätter ſchreiben: Die Kommiſſion zur
Beratung des Arbeitskammergeſetzes hat am
letzten Freitag Beſchlüſſe gefaßt, die, wenn ſie vom Plenum
des Reichstages aufrecht erhalten würden, ein
Zuſtande=
kommen des Geſetzes unmöglich machen. Es
handelt ſich in erſter Linie um die Unterſtellung der im
Be=
triebe von Eiſenbahnunternehmungen beſchäftigten
Arbei=
ter unter die Arbeitskammern. Dieſe Forderung wurde
bereits bei der Beratung des erſten Entwurfes zum
Ar=
beitskammergeſetz erhoben und auch von der Kommiſſion
in erſter Leſung angenommen. Damals ließ die
Reichs=
regierung keinen Zweifel darüber, daß das
Zuſtandekom=
men des, Geſetzes an der Aufrechterhaltung dieſes Be=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
ſchluſſes unzweifelhaft ſcheitern würde. Es ſollen lediglich
die gewerblichen Arbeiter im Sinne der Gewerbeordnung
eine Vertretung in den Arbeitskammern finden. Nun ſind
aber nach der neueſten Rechtſprechung die in Fabriken und
Werkſtätten der Eiſenbahnen beſchäftigten Arbeitnehmer
nicht als gewerbliche Arbeiter im Sinne der
Gewerbeord=
nung anzuſehen. Wenn die Forderung trotzdem jetzt
wieder erhoben wird, ſo kann man mit Sicherheit
anneh=
men, daß die Reichsregierung nach wie vor auf ihrem
ab=
lehnenden Standpunkt ſtehen bleibt. Der weitere
Kom=
miſſionsbeſchluß, nach dem auch die techniſchen Beamten
und Werkmeiſter eine Vertretung in den Arbeitskammern
haben ſollen, ſteht ebenfalls mit den Grundlagen der
Vor=
lage in Widerſpruch, weil die Arbeitskammern fachlich
auf=
gebaut werden ſollen. Es erſcheint daher viel richtiger,
die Vertretung der techniſchen Beamten und Werkmeiſter
durch ein beſonderes Geſetz zu regeln, wie es ja auch für
die Handlungsgehilfen in Ausſicht geſtellt iſt. Will man
aber die techniſchen Angeſtellten in das Arbeitskammergeſet
einbeziehen, ſo wäre es jedenfalls nur durch die Schaffung
einer beſonderen Abteilung für ſie zu machen. — Was
ſchließlich die Uebertragung der Befugnis zur Errichtung
von Arbeitskammern auf den Bundesrat betrifft, ſo ſieht
auch dieſe Aenderung ſehr wenig praktiſch aus. Denn
die Landeszentralbehörden ſind naturgemäß ſehr viel
leich=
ter in der Lage, eine zweckmäßige Geſtaltung der
Kam=
mern herbeizuführen, wie der Bundesrat, der doch in jedem
Falle auf die Mitwirkung der Landeszentralbehörden
ange=
wieſen wäre.
— Der Entwurf über die Errichtung
eines oberſten Kolonialgerichtshofes wird
dem Bundesrate in nächſter Zeit zugehen. Der
Gerichts=
hof iſt als oberſte Inſtanz für alle kolonialen Prozeſſe
ge=
dacht. Der Sitz des Gerichtshofes iſt Berlin, da es
not=
wendig iſt, ihn am Sitze der übrigen Kolonialbehörden
zu errichten. Der Gedanke, ihn in Hamburg oder Leipzig
zu errichten, iſt nie gehegt worden.
— Der Landesausſchuß für Elſaß=
Loth=
ringen ſprach ſich einſtimmig für Bereitſtellung eines
Kredits von 120000 Mark aus, um im Jahre 1913 die
Deutſche Landwirtſchaftsausſtellung in die Reichslande zu
bekommen. Der Bürgermeiſter von Straßburg, Dr.
Schwander, bat dabei, die Entſcheidung zwiſchen Straßburg
und Metz als Ausſtellungort, welche beide Städte ſich
darum beworben, der Deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft
zu überlaſſen.
— Die Fraktionen des preußiſchen
Abgeord=
netenhauſes nahmen Stellung zu den Beſchlüſſen
zweiter Leſung für die Wahlrechtsvorlage. Es
heißt, es bereite ſich für die dritte Leſung eine
Verſtän=
digung mit den Nationalliberalen vor, denen man
Zuge=
ſtändniſſe über eine anderweitige Drittelung der
Wähler=
klaſſen machen wolle, wenn ſie dem Geſetz in der bisherigen
Form zuſtimmen werden. Die Ausſichten für eine
Ver=
ſtändigung ſollen vorläufig nicht ungünſtig ſein.
— Der Bund Deutſcher Frauenvereine hat
in der Sitzung ſeines Geſamtvorſtandes, dem alle großen
Landes=, Provinz= und Fachverbände deutſcher Frauen, die
auf dem Boden der Frauenbewegung ſtehen, durch ihre
Vorſitzenden angehören, mit allen gegen zwei Stimmen die
Aufnahme des Bundes für Mutterſchutz
abgelehnt. Der Mutterſchutzbund gehörte der
organi=
ſierten Frauenbewegung bisher nicht an, er wünſchte ſich
aber anzugliedern und hatte ſchon vor den unerfreulichen
Vorkommniſſen der letzten Zeit ſeine Anmeldung geſandt.
Die Ablehnung erfolgte nicht wegen dieſer Vorkommniſſe,
die gar nicht berührt wurden, ſondern weil mit Ausnahme
der beiden Vertreterinnen der radikalen Verbände alle
De=
legierten ſich dahin ausſprachen, daß bei aller Anerkennung
der praktiſchen Ziele des Mutterſchutzbundes die von
ſei=
nen Führern vertretenen Ideen der „Neuen Ethik” nicht in
Uebereinſtimmung ſeien mit § 1 der Satzung des Bundes
Deutſcher Frauenvereine, der nur ſolche Organiſationen
zuſammenſchließen will, welche „die Förderung des
weib=
lichen Geſchlechts . . . und die Hebung des
Allgemein=
wohls” erſtreben. Solche Förderung und Hebung konnten
die Verbandsvorſitzenden in der Propagierung der
ſoge=
nannten „Neuen Ethik” nicht erblicken. Daher erfolgte nach
Nummer 64.
faſt übereinſtimmenden Kundgebungen die nahezu
einſtim=
mige Ablehnung.
Ausland.
— Das öſterreichiſche Abgeordnetenhaus ſetzte die
Ver=
handlungen über die Errichtung einer
italieni=
ſchen Fakultät fort. Der Unterrichtsminiſter trat für
die Errichtung einer Fakultät ein, die ja in gewiſſem Sinne
ſchon Jahre lang beſtanden habe. Während andere
Natio=
nalitäten nur den entgangenen Gewinn zu beklagen
hät=
ten, würden die Italiener mit Recht über den ihnen
zuge=
fügten Schaden klagen können. Der Miniſter ſprach
ſchließ=
lich den Wunſch aus, die Vorlage möge bald im Ausſchuß
erledigt werden. Darauf äußerten ſich die Deutſch=
Radi=
kalen gegen und die Italiener und Slawen für die Vorlage.
Die Slawen waren aber gegen Trieſt als Standort und
traten für die Errichtung einer zweiten tſchechiſchen
Uni=
verſität in Brünn und ferner für die Errichtung einer
ru=
theniſchen Univerſität in Lemberg und einer ſloweniſchen
in Laibach ein.
Die Konferenz der chriſtlich=ſozialen
Reichsräte und Landtagsabgeordneten
er=
klärte einſtimmig den Prinzen Alois Liechtenſtein zum
Parteichef der Chriſtlichſozialen. Handelsminiſter Dr
Weißkirchner erklärte: Die Chriſtlichſozialen wollten in
feſter Treue und Freundſchaft zuſammenhalten und
wür=
den ſich hüten, eine ſpezielle Berufspartei zu werden. Die
Treue zum deutſchen Volke ſolle nicht hindern, gegen
an=
dere Nationen Gerechtigkeit zu üben. Die Partei ſei und
bleibe eine Volkspartei im beſten Sinne des Wortes, fußend
auf den Grundſätzen der chriſtlichen Weltanſchauung, in der
alle ehrlich arbeitenden Berufe und Stände ihre ſicherſte
Stütze fänden. Die nächſte Aufgabe ſei der Ausbau der
Organiſation der Partei in Wien und in den Kronländern.
Die Verſammlung beſchloß, die Rede Dr. Weißkirchners
als Proklamation an die Wähler zu veröffentlichen.
Die Beſchlüſſe der Zollkommiſſion des franzöſiſchen
Senats über die Durchſicht des franzöſiſchen
Zoll=
tarifes haben, wie der Deutſch=Franzöſiſche
Wirtſchafts=
verein mitteilt, in einer ganzen Reihe von Poſitionen nicht
die Zuſtimmung der franzöſiſchen Regierung gefunden. Sie
hat vielmehr Einſprüche erhoben, die ſie bei den
Bera=
tungen im Plenum geltend machen wird und die
voraus=
ſichtlich in einer Reihe von Tarifnummern noch zur
Ab=
änderung der Beſchlüſſe der Senatskommiſſion führen
werden.
Bei der Fortſetzung der allgemeinen Debatte des
engliſchen Unterhauſes über das Flottenbudget
ſagte Pretyman, man ſei der Oppoſition wie der
Regie=
rung für das erhöhte Budget gleiche Anerkennung ſchuldig,
weil die öffentliche Meinung, welche von der Oppoſition
aufgeſtachelt worden ſei, die Regierung zu ihrer
gegen=
wärtigen Aktion gezwungen habe. Infolge der früheren
Verzögerungspolitik der Regierung ſei Englands Streit
kraft zur See einem Unheil gerade nur entgangen. Er
be=
rührte die Vorteile der Elaſtizität des finanziellen Syſtems
Deutſchlands und ſtellte das dringende Anſuchen an
die Admiralität, die Frage der Beſeitigung der Nachteile
Englands in dieſer Beziehung in Erwägung zu ziehen.
Der Liberale Lough verurteilte die Regierung in ſcharfer
Weiſe, daß ſie die Politik der Erſparnis aufgegeben habe,
und erklärte, daß alle alarmierenden Behauptungen, welche
zur Vermehrung des Budgets geführt hätten, ſich als
grundlos erwieſen hätten und daß Englands
gegenwär=
tige Stärke zur See für die Beſchützung der Küſten wie des
Handels genügend ſei. Me Kenna ſagte in
Beantwor=
tung des Vorſchlags, ein feſtes Bauprogramm
einzufüh=
ren: Wir wollen die Zahl der Schiffe, welche auf Kiel
ge=
legt werden ſollen, nicht im voraus für einen längeren
Zeitpunkt fixieren. Wenn irgend eine fremde Macht mehr
Schiffe bauen ſollte, ſo würde England ebenfalls mehr
Schiffe bauen müſſen. In Beantwortung der Forderungen
der Arbeiterpartei erklärte Me Kenna: Der einzige
Stan=
dard, den er als rationell anerkennen könne, ſei derjenige
welcher die Sicherheit des Landes gegen eine
wahrſchein=
liche Kombination von Kräften ſichern würde, und das ſei
der Standard, den die Regierung allein bei der Vorlage
des Budgets im Auge habe. Das Budget ſei mit der
äußerſten Rückſichtnahme auf Sparſamkeit entworfen wor=
den. Die Regierung würde niemals Schiffe bauen laſſ
über ihre Anforderung hinaus. Es gäbe keinen ander
Weg, die Suprematie zur See aufrechtzuerhalten, als h
auszufinden, was für eine Stärke, Größe und Klaſſe
Schiffe anderer Flotten beſäßen, um dann Schiffe
gleicher Leiſtungsfähigkeit zu bauen. In dieſer Beziehu
ſei die Admiralität gründlich informiert. Me Kenna ſag
weiter:
Deutſchland könne im Jahre 1912 17, 10
21 Dreadnoughts gefechtsbereit halten, aber dies ſein
möglich, wenn es den Bau beſchleunige und die Abhaltu
von Probefahrten unterließe. Es ſei wahr, daß Deutſ
land in dieſem Augenblick nur 13 Dreadnoughts auf K
gelegt habe, aber es würde, wie ihm glaubwürdig v
ſichert worden ſei, zu einem frühen Punkt des kommend
Finanzjahres vier weitere beginnen. Dieſe vier Drec
noughts könnten, wenn erforderlich, 1912 vollendet werd
Glücklicherweiſe ſei das deutſche Programm nach 1913
zwei Schiffe jährlich beſchränkt. England würde dann Ar
ſicht beſitzen, ſein Programm erneut in Erwägung zieh
zu können. Me Kenna fragte: Iſt unſer Bauprogramm
Anbetracht von Deutſchlands gegenwärtige
Programm übermäßig? Nach den Bedingungen u
ſerer Kontrakte werden fünf dieſer großen Panzerſchiffe
Januar 1913 vollendet ſein. Nach unſerer Anſicht von de
Fortſchritt der fremden Flotten brauchen wir dieſe Schi
nicht vor 1913. Das deutſche Syſtem der finanziellen E
ſtizität möge vorteilhaft ſein, wenn England verſuche, eili
eine Flotte zu bauen; aber Englands Syſtem der jäl
lichen Budgets ſei eine Garantie der Sparſamkeit und
künftiger Macht. Er könne Pretyman verſichern, daß
Kredit und die Reſerven hinreichten und daß die währe
der Wahlen hierüber gemachten Behauptungen der Begrü
dung entbehrten.
Der Abgeordnete Snowden erklärte, wenn die 9
gierung an die deutſchen Verſicherungen guten Wille
glaube, ſo ſei nicht die geringſte Rechtfertigung für de
gegenwärtige Budget vorhanden; wenn aber die Reg
rung den Verſicherungen nicht glaube, ſo werde es ehrlich
ſein, den Spiegelfechtereien freundlicher Beziehungen glei
ein Ende zu machen. Er beklagte und mißbilligte die Au
gabe für die Rüſtungen. Freundlichere Empfindung
ſproſſen zwiſchen den Demokratien aller Länder auf, hier
liege die Hoffnung auf den Frieden begründet.
Der Antrag der Radikalen, den Mannſchafts
ſtand der Flotte um 3000 zu reduzieren, wurde m
225 gegen 34 Stimmen abgelehnt. Die
Minorit=
ſetzte ſich zuſammen aus den Arbeiterabgeordneten ur
wenigen Radikalen. Der Mannſchaftsſtand iſt dann w
in dem Budget vorgeſehen angenommen.
— Bei der Beratung des Etats des Miniſte
riums des Aeußern in der ruſſiſchen Dumg, die vr
überfülltem Saale ſtattfand, begründete Krupensky (Natir
naliſt) die Notwendigkeit, Finnland zum Unterhalt de
Miniſteriums des Aeußern mit einem jährlichen
Beitra=
von 120000 Rubeln heranzuziehen, denn Finnland bilb
einen untrennbaren Teil des ruſſiſchen Reiches, deſſen
Ge=
ſamtintereſſen das Miniſterium des Aeußern diene. Der
Miniſter des Auswärtigen Iswolski erklärte zunächſt,
das Miniſterium werde alle Maßnahmen ergreifen zur
Ausarbeitung eines einheitlichen Projekts für die
Reor=
ganiſation ſeiner Organe im Auslande und zur
Herſtel=
lung eines lebendigen Verkehrs der Zentralverwaltungen
mit dieſen Organen. Zur Frage der Heranziehung Finn
lands übergehend, betonte der Miniſter ſodann, die Frag
gehöre in das Gebiet der Geſetzgebung über das ſtaatlich
Verhältnis Finnlands zu Rußland.=Ein Ge
ſetzentwurf hierüber werde der Duma binnen kurzem vor
gelegt. Die Frage der Heranziehung Finnlands zu de
allgemeinen Ausgaben des Reiches erfahre darin allſeitie
Beleuchtung und erſt nach der Entſcheidung dieſer allge
meinen Frage werde man zur Regelung der in Rek
ſtehenden Spezialfrage ſchreiten können.
Zu den Darlegungen über die laufenden Angeleget
heiten der äußeren Politik erklärte Iswolski,e
habe verſchiedener Umſtände wegen die Genehmigung de
Kaiſers nicht erbitten können. Miljukow verbreitete ſie
hierauf ausführlich über die äußere Politik Rußlands, d
nicht ein erfolgreiches Syſtem, ſondern eine Reihe indiv
dueller Handlungen darſtelle. Iswolski habe dem Grafe
Aehrenthal vollſtändig vertraut, dieſer aber habe ſie
als ein tückiſcher Freund erwieſen. Die Kretafrag
ſei ungelöſt geblieben. Das Barometer Mazedoniens zeig
Sturm. In der Frage der Neutraliſierung der Man
dſchureibahnen habe Rußland es nicht verſtanden, ſein
Verhältnis zu China zu befeſtigen; im Gegenteil, Rußlad
tue alles, um China zu reizen. Der Referent Krupensky
Der Taſchentelegraph ohne Draht.
* Welch ein Reich unbegrenzter Möglichkeiten die
Elektrotechnik iſt, zeigt die neueſte Erfindung des
Pro=
feſſors Cerebotani: der drahtloſe
Ta=
ſchentelegraph, den der Gelehrte am Montag
abend in der Urania in Berlin der Mitwelt erſtmalig
praktiſch vorführte. Zu dem winzigen Apparat von
kaum Handgröße gehört nichts weiter als eine Antenne.
So ausgerüſtet, kann der Beſitzer von einer beliebigen
Zentralſtelle angerufen werden.
Den Gedanken zu ſeiner Erfindung gab dem
Gelehrten, wie er launig erzählte, eine falſche
Zei=
tungsnotiz. Als er vor etwa Jahresfriſt in
Mün=
chen einen Experimentalvortrag über ſeine Forſchungen
auf dem Gebiete der mechaniſchen Fernwirkungen mit
Hilfe geringer elektriſcher Energiemengen gehalten
hatte, behaupteten franzöſiſche Blätter plötzlich, vor
allem das „Journal”, er hätte den drahtloſen
Taſchen=
telegraphen erfunden. Das genannte Blatt brachte
dann ſogar in einem ſpaltenlangen Artikel eine
aus=
führliche Beſchreibung des Apparates. Cerebotanis
Zu=
ſchrift an das „Journal”, des Inhalts, daß der
beſchrie=
bene Telegraph nur der Phantaſie des Artikelſchreibers
entſprungen ſei, wurde nicht beachtet. Und ſo blieb
Pro=
feſſor Cerebotani, wie er erklärte, nichts weiter übrig,
als den drahtloſen Taſchentelegraphen wirklich zu
er=
finden. Der Apparat, der von verblüffend einfacher
Konſtruktion iſt, ruht in einem zierlichen Holzkäſtchen.
An der Vorderſeite zeigt er eine Art Zifferblatt, auf
dem ſtatt der Zahlen Buchſtaben verzeichnet ſind. Ein
Zeiger dreht ſich um eine Achſe im Mittelpunkt des
Blattes und weiſt auf die telegraphierten Buchſtaben
Die von Profeſſor Cerebotani angeſtellten Experimente
gelangen vorzüglich. Von einem Funkeninduktor, der
die Geberſtation bildete, wurden nach dem in einer
ge=
wiſſen Entfernung an eine Antenne angeſchloſſenen
kleinen Apparat Buchſtaben und Namen telegraphiert
die die praktiſche Brauchbarkeit des Telegraphen
ein=
wandsfrei erwieſen. Das Weſentliche an dem
Fern=
ſchreiber iſt, daß nach jedem Impuls, nach jeder
Buch=
ſtabenmeldung eine automatiſche Ausſchaltung erfolgt,
wodurch der Telegraph zwar langſamer als die jetzt
ge=
bräuchlichen, dafür aber mit unbedingter Sicherheit
arbeitet. An eine beſtimmte Entfernung iſt der
Tele=
graph des Erfinders nicht gebunden. Das
Funktionie=
ren des Apparates hängt lediglich von der Länge der
Sendwellen und der entſprechenden Einſchaltung der
empfangenden Station ab
Profeſſor Cerebotani iſt Prieſter an der Münchener
Frauenkirche.
Vom ſchiefen Turm in Piſa.
* Wie dem alten Campanile auf dem Markusplatz
zu Venedig, der am 14. Juli 1902 unerwartet in ſich
zu=
ſammenſtürzte, ſcheint der Zahn der Zeit jetzt auch dem
berühmten ſchiefen Turm zu Piſa ans Leben gehen
zu wollen. Der Boden unter den Fundamenten hat
ſich geſenkt und zeigt Verſchiebungen, und eine
Kommiſſion von Fachmännern beſchäftigt ſich mit der
Frage, auf welche Weiſe dieſem wunderlichen
Bau=
denkmal zu weiterem Leben verholfen werden kann.
Der Streit über die Entſtehung der Lotabweichung
des Turmes, die von einigen als eine abſichtlich
ge=
wollte Bauſpielerei bezeichnet wurde, iſt dahin
entſchie=
den, daß die Neigung zur Senkrechten urſprünglich
nicht beabſichtigt war. Im Jahre 1174 hatte der
Archi=
tekt Bonnanus mit dem Bau begonnen, bei dem zum
großen Teile antikes Material benutzt wurde. Als
man bis zum dritten Stockwerk des zylindriſch=klotzigen
auf acht Geſchoſſe projektierten Turmes gelangt war
trat die unerwartete Senkung des unſicheren Baugrun
des ein, ebenſo unerwartet kam ſie aber auch zum Still
ſtande, und als man ſich vergewiſſert hatte, daß de
Schwerpunkt des Turmes auch unter den veränderte
Vorausſetzungen noch innerhalb des Kreiſes der Turn
baſis liegen werde, wagte man ſich kühn an die Errick
tung der nachfolgenden fünf Stockwerke, deren oberſte
mit ſeiner Spitze um nicht weniger als 4,3 Meter über
hängt.
Wenn der Turm heute ohne weſentliche Beſchäd
gungen ein Alter von mehr als 700 Jahren erreie
hat, ſo verdankt er dies neben ſeiner ſchon erwähnte
eigenartigen Schwerpunktslage einerſeits der ein
hohe Feſtigkeit gewährenden Rundung der marmorne
Umfaſſungsmauern, die in ſich wie der geſchwunger
Bogen einer ſteinernen Brücke wirken, anderſeits
ab=
auch dem Architektenkniff, daß auf der der übe
hängenden Seite entgegengeſetzten Seite größere ur
ſchwerere Maſſen eingebaut wurden, die das Ueberg
wicht wieder ausbalancieren und ähnlich wirken w
der Schwerpunkt eines Stehaufgläschens. Nichtsdeſt
weniger beobachtet man ſchon leit langen Jahreni
Vorſicht, nur drei Perſonen zu gleicher Zeit zur B
ſteigung zuzulaſſen. Weit bedenklicher als das 6
wicht ſo weniger Menſchen iſt dasjenige des im oberſte
Umgang in deſſen Bogen hängenden Geläutes, von de
allein die Aſſuntaglocke 10000 Piſaner Pfund wies
Auch ſie iſt allerdings vorſichtigerweiſe auf der d
Neigung entgegengeſetzten Seite aufgehängt,
Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Seite 3.
merkte hierzu, daß er keine Genehmigung des Kaiſers zu
nen Erklärungen über die auswärtige Politik beſitze;
s Auftreten Miljukows ſei taktlos. Der Präſident
Chom=
kow wies dieſen Einwurf zurück, da Miljukow den
Ge=
logenheiten des Hauſes gemäß keinerlei Anträge über
e auswärtige Politik vorgebracht habe. (Stürmiſcher
eifall auf allen Seiten mit Ausnahme eines Teiles der
echten.) Im weiteren Verlaufe der Debatte bemängelte
uriſchkewitſch (äußerſte Rechte) die Auslandsbeſuche von
umavertretern und die Beſuche von ausländiſchen
Par=
mentariern in Petersburg und erklärte ſie für unzuläſſig,
nn ſie hätten den Zweck, in Rußland die konſtitutionelle
dee zu feſtigen. Die monarchiſtiſchen Organiſationen
irden dergleichen Demonſtrationen nicht zulaſſen und im
ille der Wiederholung in Telegrammen an die
ausländi=
en Regierungen Proteſt erheben. (Lauter Beifall bei der
echten und Gelächter auf der Linken.)
Darauf wurde der Antrag auf Schluß der Debatte
id ein vom Referenten betreffs Finnland eingebrachter
rtrag angenommen, und zwar mit den Stimmen der
echten und Nationaliſten gegen die Oppoſition und die
nke. Desgleichen wurde der Etat des Miniſteriums des
eußern genehmigt.
* Kiel, 15. März. Da heute zahlreiche Arbeiter
s Kiel und Umgegend den Arbeitsſtätten
fern=
blieben waren, beſchloß der
Arbeitgeberver=
nd, alle Arbeiter, die ohne vorherige Ankündigung
zw. Entſchuldigung gefeiert haben, drei Tage
ngnicht zu beſchäftigen. Vor der
Germania=
rft, wo etwa 2400 Arbeiter nicht erſchienen waren,
nmelten ſich mehrere Hundert Perſonen an, um die
beitswilligen zurückzuhalten.
* Konſtantinopel, 16. März. Der aus Sofia
rückgekehrte bulgariſche Geſandte Saratow hatte
ute mittag mit dem Miniſter des Aeußern eine
Be=
rechung, um das Programm für den Empfang
s Königs und der Königin der
Bul=
ren, welche am 21. März eintreffen, feſtzuſetzen.
r Aufenthalt wird ſieben Tage dauern, von denen
ei für offizielle Veranſtaltungen, der Reſt für
even=
elle Ausflüge beſtimmt ſind. In der Pforte
nahe=
henden Kreiſen verlautet, daß der Sultan die
Maje=
ten am Bahnhof empfangen wird, während eine
vezialmiſſion dem König und der Königin bis an
* Grenze entgegenfährt.
* Die Millionenſtiftung Rocke=
Ilers. Nachdem ſich die erſte Begeiſterung über
ckefellers Millionenſtiftung gelegt hat, werden auch
e Nachteile in den Vereinigten Staaten lebhaft
be=
ochen. Beſonders in den Kreiſen der Politiker und
ngreßmitglieder macht ſich eine ſtarke Strömung
xen das neue, philanthropiſche Werk des Oelkönigs
merkbar. Man erklärt dort das Vorgehen
Rocke=
lers für einen großzügig angelegten
Beſtechungs=
eſuch der Regierung und des Publikums. Die Gabe
I zur Milde und Nachgiebigkeit in den Prozeſſen
gen die Truſts ſtimmen. Thomas Hisgen, Präſident
Independent Petroleum Aſſociation und Kandidat
Hearſt=Partei bei den letzten Präſidentenwahlen,
ebt Widerſpruch gegen die Annahme durch die
ame=
aniſche Regierung. Er erklärt das Bündnis
zwi=
en der Standard Oil=Co. und der Wohltätigkeit für
Berſt verdächtig. Selbſtſüchtige Abſichten ſollen ſich
rter dem Mantel der Wohltätigkeit verbergen,
zu=
il in den Händen des Sohnes und der Anhänger
uckefellers die Millionen, über die frei verfügt
wer=
n kann, ein geradezu unerſchöpfliches
Agitations=
ttel zur Unterdrückung und Unſchädlichmachung der
gner der Standard Oil Co. bieten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 17. März.
— Uebertragen haben Se. Königl. Hoheit der
roßherzog dem Pfarrer Wilhelm Römheld zu
ihn (Pfungſtadt) mit Wirkung vom 1. April 1910 die
ungeliſche Pfarrſtelle zu Pfungſtadt und dem Pfarrer
inrich Nahrgang zu Dorn=Dürkheim die evangeliſche
arrſtelle zu Koſtheim. — Uebertragen wurden ferner
* Lehrern Johann Philipp Harth zu Unter=Moſſau,
eis Erbach, und Philipp Sander zu
Fränkiſch=
umbach, Kreis Dieburg, je eine Lehrerſtelle an der
meindeſchule zu Wörrſtadt, Kreis Oppenheim; dem
hulamtsaſpiranten Aloys Danz aus Klein=Zimmern,
eis Dieburg, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule
Obertshauſen, Kreis Offenbach.
Verliehen wurde das Ehrenzeichen für Mitglieder
twilliger Feuerwehren durch Entſchließung Sr. Königl.
heit des Großherzogs dem Karl Groß zu
Bens=
m und dem Leonhard Bein zu Reichelsheim i. O.
— Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten
Iſenburg=Birſtein auf die vierte Lehrerſtelle an der
meindeſchule zu Urberach, Kreis Dieburg, präſentierte
Schulamtsaſpirant Joſeph Wehrle aus Ettenheim
(Baden) für dieſe Stelle.
— Ernannt wurden der Gefangenaufſeher an der
Zellenſtrafanſtalt Butzbach Karl Mölcher zum
Ober=
aufſeher an dieſer Anſtalt und der Gefangenaufſeher am
Provinzialarreſthaus in Darmſtadt Johann Ludwig
Schmitt zum Gefangenaufſeher an der Zellenſtrafanſtalt
Butzbach, beide mit Wirkung vom 1. April 1910 an, der
Militäranwärter Georg Kehr aus Ober=Ramſtadt zum
Amtsdiener im Steuerverwaltungsgebäude zu Darmſtadt.
L. Der Kreisansſchuß verhandelte geſtern zuerſt
über das Geſuch des Karl Hofmann von hier um
Geſtattung der Errichtung einer Schankwirtſchaft im
Hauſe Schuknechtſtraße 63. Die Stadtverordneten=
Verſammlung, das Polizeiamt und auch der
Kreis=
ausſchuß, letzterer in nichtöffentlicher Sitzung, haben
die Bedürfnisfrage verneint, weil das bisher dort
ge=
führte Geſchäft unrentabel und der Nachbarſchaft
be=
reits genügend Gelegenheit zum Kneipen geboten ſei
(Juſtizrat Dr. Reis legte die Sache dem Kreisausſchuß
zur Entſcheidung in öffentlicher Sitzung vor, hatte
da=
mit jedoch wenig Glück. Er wurde abgewieſen unter
Verurteilung zur Zahlung der Koſten, ſowie einer
Ge=
bühr von 3 Mark. — Die Firma J. Glückert
da=
hier bedarf eines neuen Dampfkeſſels. Einige
Nach=
barn haben gegen die Anlage Einwendungen erhoben,
weil die Beläſtigung durch Rauch und Ruß jetzt ſchon
groß genug ſei. Sie verlangen, daß der Geſuchſteller
alles tue, um die Mißſtände auf das Mindeſtmaß
zurückzuführen. Der als Sachverſtändiger
vernom=
mene Baurat Pöhlmann erklärte, daß der jetzige
Keſſel zu klein ſei, ein größerer werde weniger
Belä=
ſtigungen zur Folge haben. Außerdem wies er auf
die in einem Gutachten verlangten Maßregeln hin.
Herr Glückert erklärte ſich gerne bereit, alles, was
ver=
langt werde, zu tun. Die Nachbarn zogen daraufhin
ihre Einſprüche zurück.
n. Die Strafkammer machte in der geſtrigen
Ver=
handlung zwei gemeingefährliche Angeklagte für
län=
gere Zeit unſchädlich und verurteilte in Anbetracht der
Unverbeſſerlichkeit mit Verſagung mildernder
Um=
ſtände den Schuhmacher Georg Kramer von
hier zu 3 Jahren 3 Monaten und den
Tag=
löhner Philipp Gernandt von Griesheim
zu 3 Jahren Zuchthaus nebſt je 5 Jahren
Ehr=
verluſt und Zuläſſigkeit von Polizeiaufſicht. Kr.
be=
rief ſich zwar auf Arbeitsloſigkeit und Not, konnte
aber doch im Januar d. J. an einer
Kaiſersgeburts=
tagsfeier im Saalbau teilnehmen, welche Gelegenheit
er zur Entwendung zweier ſilberner Beſtecke benutzte
Angeblich um ſich der ihm hierfür drohenden Strafe
durch Flucht nach Amerika zu entziehen, bezw. die
Mittel zur Reiſe zu verſchaffen, führte er im Februar
gemeinſchaftlich mit Gernandt einen Einbruch bei dem
Fabrikarbeiter Jakob Hamm in Büttelborn aus. Seine
Schwiegermutter war dort früher Haushälterin
ge=
weſen und er war deshalb mit den Verhältniſſen
ver=
traut. Nachdem ſie nachts ſich nach Büttelborn
be=
geben und den Weggang H.s zur Arbeit früh morgens
abgepaßt hatten, ſtiegen ſie nach Eindrücken eines
Fen=
ſters in das Haus ein, ſprengten Behältniſſe auf und
ſtahlen außer Kleidern, Wäſche, 40 Pfund Wurſt und
Fleiſch auch verſchiedene Wertſachen (goldene Kette,
Trauring, Broſche, Kommunionskreuz,
Vorſtecks=
nadeln uſw.). Geld fiel ihnen nicht in die Hände
und ſie wurden bald ermittelt, wobei ſich ein Teil der
Gegenſtände noch vorfand, ein anderer im Pfandhaus
verſetzt war. Beide Angeklagte ſind 23 Jahre alt, aber
bereits diebſtahlsrückfällig und ſchon vorbeſtraft; erſt
1908, bezw. 1909 haben ſie eine Strafe von je 2 Jahren
verbüßt und ihre verbrecheriſche Tätigkeit hatte ſchon
bald nach der Strafmündigkeit begonnen. Das
Ge=
richt brachte bei jedem 1 Monat Unterſuchungshaft in
Anrechnung. Beide erkannten das Urteil an. — Drei
jugendliche, erſt 13 Jahre alte Schüler aus Groß=
Gerau, die an einem Dezembertag v. J. in die
Kreis=
waſenmeiſterei daſelbſt eingeſtiegen waren und, vom
Dach aus in den Taubenſchlag eindringend, neun
Tau=
ben geſtohlen hatten, kamen unter Zubilligung
mil=
dernder Umſtände mit der zuläſſigen Mindeſtſtrafe von
1 Tag Gefängnis davon. Es wurde zu ihren Gunſten
berückſichtigt, daß ſie mit dem Strafgeſetzbuch noch nicht
in Konflikt geraten ſind, es ſich nur um einen
Jungen=
ſtreich handelt und auch nur ein geringer Wert in
Frage ſtand. Ein vierter Genoſſe, der auf dem Zaun
ſitzen geblieben war und lediglich zugeſehen hatte,
wurde freigeſprochen.
— Großh. Hoftheater. Wegen plötzlicher Abſage
des Fräulein Geyersbach ſang Fräulein Eliſabeth
Kuhnke vom Stadttheater in Mainz am Dienstag
die Partie der „Margarethe” in der „Fauſt”=
Vorſtel=
lung als Gaſt.
* Im Hotel „Zur Traube” ſind abgeſtiegen
Fürſt und Fürſtin zu Iſenburg=Birſtein, Prinz zu Solms=
Braunfels, Fürſt zu Solms=Hohenſolms=Lich, Graf zu
Er=
bach=Fürſtenau, Graf von Schlitz genannt von Görtz, Graf
zu Stolberg=Roßla, der Ruſſiſche Geſandte Baron
von Knorring und Gemahlin, Erbmarſchall Freiherr
v. Riedeſel zu Eiſenbach, Geheimer Kommerzienrat
Valcken=
berg, Worms, und Geh. Kommerzienrat Dr. Strecker,
Mainz, Oberſt Dreher, Inſpekteur des Militär=Veterinär=
weſens aus Berlin, Direktor Dreger von den Krupp=
Werken in Eſſen.
— Die Heſſiſche Vereinigung für Volkskunde hielt
in Frankfurt a. M. eine zweite Beſprechung über die
Sammlung der Flur= und Forſtortsnamen Heſſens ab.
Der Verſamnlungsleiter und Vorſitzende, Herr
Pfar=
rer Schulte, Großen=Linden, teilte mit, daß viele
An=
meldungen zur Mitarbeit bei der Sammlung
eingegan=
gen ſind. Ein Werbeheft iſt gedruckt worden, das über
Ortsbenennungen, den Wert ihrer Sammlung für die
Wiſſenſchaft und die Heimatkunde und die dabei
einzu=
ſchlagenden Wege unterrichtet, ſowie eine
Probeſamm=
lung (Schlitzerland) enthält. Exemplare werden an
Intereſſenten koſtenlos abgegeben. Für die Schreibung
der mundartlichen Formen der Namen hat ein
beſon=
derer Ausſchuß Grundſätze aufgeſtellt, die ebenfalls
in dem Heft niedergelegt ſind. Herr Haus= und
Staats=
archivar Dr. Dieterich=Darmſtadt ſprach ſodann
über die Organiſation des Unternehmens. Es iſt gut,
wenn möglichſt in jedem Dorf ſich ein Sammler findet.
Für größere oder kleinere Bezirke ſind beſondere
Ver=
trauensmänner nötig, die daraus ſtammen oder darin
wohnen, die die Tätigkeit der Sammler ergänzen, die
vor allem die hiſtoriſchen (urkundlichen)
Namens=
formen aufzuſuchen haben. Die Leitung des
Unter=
nehmens, die möglichſt einfach ſein ſoll, ſetzt ſich
zu=
ſammen aus Vertretern der Geſchichtswiſſenſchaft,
Germaniſtik und Volkskunde, die den drei Provinzen
angehören ſollen. Als Leiter wurden gewählt Dr.
ieter ich=Darmſtadt, Geheimerat Profeſſor Dr.
Behaghe l=Gießen, Profeſſor Dr. Alles=
Fried=
berg, Profeſſor Reis=Mainz und Pfarrer Schulte,
mit dem Rechte der Kooptation. Wer mitarbeiten will
als Sammler oder Vertrauensmann, hat ſich an dieſe
Herren zu wenden. Jedes Jahr hat die Leitung der
Generalverſammlung einen Jahresbericht über ihre
Tätigkeit zu erſtatten. Elf Geſchichtsvereine des
Großherzogtums haben ihre Unterſtützung des Werkes
bereits zugeſagt.
— Einen Paul Heyſe=Abend veranſtaltete anläßlich des
80. Geburtstages des Dichters am Dienstag abend die
Freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft
im „Hotel Heß‟ Herr Otto Stockhauſen ſprach über
den Lebensgang des Dichters, über ſeine Jugendjahre,
ſei=
nen Aufenthalt in Berlin, ſeine Beziehungen zu
Mendels=
ſohn, Kugler und anderen berühmten Männern jener Zeit,
namentlich aber zu Geibel, auf deſſen Veranlaſſung er nach
München berufen wurde, wo eine beſſere Zeit für ihn
be=
gann. Intereſſant war die Erzählung einer perſönlichen
Begegnung und Unterhaltung des Redners mit dem
Dich=
ter in München, mit welcher der Vortrag ſchloß. Auf dieſen
ſehr beifällig aufgenommenen Vortag folgte die Rezitation
des Heyſeſchen Gedichtes „Das Feſtmahl des Alten” durch
Herrn Hofſchauſpieler Hacker. Meiſterlich ward Herr
Hacker den hohen Anforderungen des herrlichen Gedichtes
gerecht. Mitglieder und Gäſte vereinigten ſich nach der
offi=
ziellen Feier noch zu einem gemütlichen Beiſammenſein, bei
dem die Herren Holler und de Leeuwe von der Hofbühne
durch humorvolle Vorträge erfreuten.
* Evangeliſche Landesſynode. Der heutige Bericht
über die Synode befindet ſich auf Seite 22 dieſes Blattes.
— Freiwillige für die Schutztruppe in Südweſtafrika.
Diejenigen Mannſchaften der Reſerve der beiden jüngſten
Jahresklaſſen, welche beabſichtigen, freiwillig in die
ſüd=
weſtafrikaniſche Schutztruppe einzutreten, haben ſich unter
Vorlage ihrer Militärpapiere bis ſpäteſtens 1. April d. J.
beim Hauptmeldeamt I Darmſtadt mündlich zu melden.
Bedingungen und Nachrichten können dort eingeſehen
wer=
den. Verpflichtung 3½ Jahre
— Jagd=(Trophäen=)Ausſtellung in Darmſtadt.
Für die Jagd=(Trophäen=)Ausſtellung,
veranſtaltet
gemeinſam vom A. D. J.=V., Landesverein Heſſen, und
dem Heſſiſchen Jagd=Klub, ſind ſo viele Anmeldungen
eingelaufen, daß außer dem Vorraum 5 Säle im
Re=
ſidenzſchloß zur Aufſtellung der Objekte erforderlich
ſind.
— Martiusgemeinde. Am 14. d. M. fand im
neuen Gemeindehaus die 4. diesjährige Verſammlung
der Männervereinigung der
Martins=
gemeinde ſtatt. Dabei hielt Herr Pfarrer Hofmann
aus Winnerod, der frühere Aſſiſtent der Gemeinde,
einen Vortrag über: Die Fürſorge an unſerer
ſchulent=
laſſenen Jugend. Redner betonte die Notwendigkeit
dieſer Arbeit, wies aber gleichzeitig auf die zu
über=
windende Schwierigkeit hin und ſchilderte den Opfermut,
der ſeitens der Gemeinde erforderlich ſei. Die
Aus=
führung des Redners zeugte von großer Erfahrung und
eingehender Kenntnis dieſes für unſer geſamtes
Volks=
leben höchſt wichtigen Gebietes. Für die vielfachen
An=
regungen wurde dem Redner von dem Vorſitzenden der
Dank der Verſammlung ausgeſprochen. Eine rege
Dis=
kuſſion ſchloß ſich dem Vortrag an.
Ausſtellung. In der Turnhalle der
Knaben=
mittelſchule, Friedrichſtraße 1, ſind Freitag und Samstag
nachmittag von 2—6 Uhr und Sonntag morgen von
10—12 Uhr die Zeichnungen der Schüler zur allgemeinen
Beſichtigung ausgeſtellt.
— Die Beratungsſtelle für Säuglingspflege hält
am Karfreitag und Oſtermontag keine Sprechſtunden ab.
Vom 5. April ab werden die Sprechſtunden, wie
all=
jährlich im Sommer, wieder um 5½ Uhr beginnen und
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Venus im größten Glanze. Nachdem
enus am 8. Januar als Abendſtern in ihrem
ößten Glanze geſtrahlt und am 12. Februar ihre
tere Konjunktion durchlaufen hat, wird ſie am
März als Morgenſtern ihren größten
lanz entfalten. Sie ſteht im Sternbilde des
aſſermannes” und iſt etwa eine Stunde lang vor
nnenaufgang im Oſten ſichtbar. In einem
Fern=
zre erſcheint ſie als Sichel, deren konvexe Seite nach
ks unten (der Sonne zu) gekehrt iſt, und da ihr
einbarer Durchmeſſer, der während der unteren
Kon=
rktion und Erdnähe auf 62‟ angewachſen war, am
März noch 40.‟6 beträgt, genügt ſchon ein kleines
ſtrument, um dieſe Sichelform zu erkennen. Das
ht der Venus iſt aber ſo intenſiv, daß man für die
obachtung mit kräftigeren Inſtrumenten entweder
Dämpfglas, ſogenanntes Venusglas, anwenden,
er, was vielfach geſchieht, die Tageszeit wählen muß.
i klarem Wetter kann Venus in den Zeiten ihres
ßten Glanzes meiſt ohne Schwierigkeit bei vollem
nnenſchein mit bloßem Auge geſehen werden.
Wie der Name Darmſtadts immer wieder durch
künſtleriſch ſo hervorragenden Veröffentlichungen
Verlags=Anſtalt Alexander Koch in aller
Er=
rerung gebracht wird, zeigen die nachſtehenden
Aus=
rungen der „M. N. N.”: „Neue Wege in der
Publi=
ionsweiſe vornehmer Architektur betritt die Ver=
Sanſtalt Alexander Koch in Darmſtadt mit ihrer
trefflichen Monographie „Mein Landhaus”
* Preis 12 Mark.
von Emanuel v. Seidl. Edles Material hat hier
eine edle Form der Interpretation gefunden. Und
zwar liegt die Vornehmheit dieſer Form nicht allein in
den typographiſchen Reizen des Buches, oder in der
unübertrefflichen Vollkommenheit der Reproduktionen,
oder in der Güte des Papieres und der
buchgewerb=
lichen Ausſtattung. Das Neue an dieſem Werke liegt
in der Art, wie der Photograph ſeine Aufgabe gefaßt
und gemeiſtert hat. Frank Eugen Smith, den wir
Münchener mit Stolz zu den unſeren zählen, iſt der
Schöpfer des photographiſchen Kunſtwerkes, welches
Meiſter Seidls Eigenhaus in Murnau ſo liebevoll und
liebenswürdig, ſo ſachlich und ſo eminent künſtleriſch
verdolmetſcht. Er hat zwar nicht verſucht, mit der
Malerei in Wettbewerb zu treten, hat auf alle die
techniſchen Mätzchen verzichtet, die eine kleinliche
Auf=
faſſung des „Künſtleriſchen” unter den Photographen
verſchuldet hat. Aber er iſt mit großer Freiheit
vor=
gegangen, hat ſchöne, ſaftige Baumſchatten an den
Mauern liegen laſſen, iſt der Sonne nicht ausgewichen
und hat alles Dozieren, alles trockene Berichten ſo
glücklich vermieden, daß man das Buch wie ein
Bilder=
buch durchblättert. Alle Aufnahmen haben ein weiches,
ſchönes Licht, dem kräftige, aber immer durchſichtige
Schatten gegenüberſtehen. Smith hat nicht nur die
Bauformen und den landſchaftlichen Rahmen des
Hau=
ſes feſtgehalten, ſondern auch den Geiſt, der Bauwerk
und Anlage beherrſcht und von dem der Erbauer ſelbſt
in höchſt perſönlicher, plauderhafter Weiſe berichtet.
Zur Charakteriſtik der Schöpfung diene ein knappes
Wort: E. v. Seidls Landhaus beſitzt „Poeſie” Keine
Romantik ward hier erzwungen, keine Spur von
Sen=
timentalität trübt den Genuß. Das poetiſche Element
ergibt ſich rein aus der ſorglichen Liebe, mit der der
Baukünſtler hier gearbeitet hat. Da dieſer Künſtler
Emanuel Seidl heißt, verſteht ſich von ſelbſt, daß
har=
moniſche, faſt muſikaliſche Wirkungen von dieſer
Schöpf=
ung ausgehen, daß man in ihr klangvollen
Farben=
akkorden, feinfühligen Raumdispoſitionen und
behag=
lichen Interieurſtimmungen begegnet. Eine reizvolle
landſchaftliche Situierung hat den Künſtler unterſtützt
Was Natur und Kunſt an feinen, intimen
Stimmungs=
werten bieten können, hat ſich in Seidls Murnauer
Landhaus zu einem ſchönen Ganzen vereinigt.
Der Verlagsanſtalt Alexander Koch gebührt das
Verdienſt, das wertvolle baukünſtleriſche und
photogra=
phiſche Material in einem koſtbaren und gediegenen
Gewande vorgeführt zu haben. Das gilt nicht bloß von
Einband, Papier und Druck, ſondern in erſter Linie
von der hohen Qualität der Reproduktionen. Sie ſind
ſchlechterdings nicht zu überbieten
Eine andere kleinere Publikation des rührigen
Darm=
ſtädter Verlags hat die Villa Stuck”) zum
Gegen=
ſtand. Auch hier waltete in der Sichtung des
Materials, in der inneren und äußeren Geſtaltung die
ſichere Hand des Verlagschefs, der das Werkchen
herausgegeben hat. Den anregenden, überall aus
eigenem Erleben und Anſchauen ſchöpfenden Text hat
Fritz v. Oſtini geſchrieben.
Man wird dem Darmſtädter Verlage ſein Intereſſe
an der Münchener Architektur danken müſſen, wenn es
ihn zu ſo ſchönen repräſentativen Buchleiſtungen
inſpiriert.
**) Preis 4 Mark,
[ ← ][ ][ → ]Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Dienstag und Freitag, und Montagund Mitwoch lnicht
Montag und Donnerstag) ſtattfinden. (Siehe auch
Anzeige.)
— Der Bund der Viehhändler Deutſchlands (e. V.)
hält, um den Kollegen der Provinzen Reinheſſen und
Starkenburg Gelegenheit zu geben, ſich” zu
organiſie=
ren, am Sonntag, nachmittags, im Kaiſerſaal in
Darm=
ſtadt eine öffentliche Viehhandler=Verſammlung ab.
Die Tagesordnung iſt folgende: 1. Vortrag des erſten
Vorſitzenden der Viehhändler=Vereinigung
Deutſch=
lands e. V., Viehhändler Hermann Daniel aus
Dier=
dorf (Bez. Koblenz): „Die Organiſation des deutſchen
Viehhandels, ihre Ziele und Zwecke” 2. Gründung
eines Viehhändler=Vereins mit Anſchluß au den Bund
der Viehhändler Deutſchlands e. V. 3. Freie
Aus=
ſprache.
— F. Cumberland, der bekannte Antiſpiritiſt, wird.
wie wir bereits mitteilten, am Samstag im Kaiſerſaal
eine Séance geben, die ein beſonderes Intereſſe
bean=
ſpruchen dürfte. Dem Künſtler geht ein ſehr guter Ruf
voraus. Der „Mainzer Anzeiger” ſchreibt z. B.: „In
höchſt feſſelnder Weiſe wußte am Mittwoch abend das
Künſtlerpaar F. Cumberland im „Frankfurter Hof” ein
gewähltes Publikum auf einige Stunden zu
unter=
halten. Die Experimente waren höchſt gelungen und
imponierten durch geradezu verblüffende Sicherheit; der
Vortragende glänzte mit einer geradezu anormalen
Gedächtnis=Meiſterſchaft. Recht intereſſant waren auch
die Darbietungen, die ſich auf dem Gebiete der
Sinnes=
täuſchungen, Telepathie, Gedankenannahme und
Ge=
dankenbeeinfluſſung bewegten. Die zweite Abteilung
des reichhaltigen Programms füllten neben
pſycholo=
giſchen Studien Experimente aus der vierten
Dimen=
ſion; hier wurden die Phänomene des Spiritismus
gezeigt. Was das gefeſſelte Medium alles leiſtete, war
recht ſeltſam und bemerkenswert, aber nicht minder
verblüffend war auch die nachfolgende direkte und
in=
direkte Gedankenübertragung, die Vorführung der
experimentellen Pſychologie, des Gedankenfühlens uſw.
Der Kartenverkauf hat bereits begonnen. (Siehe
Inſerat.)
Im Kaiſerpanorama iſt dieſe Woche eine
in=
tereſſante Reiſe ausgeſtellt, welche Groß und Klein auf
das lebhafteſte intereſſiert und eine ſeltene Gelegenheit
bietet, ſeine Kenntnis von fremden Ländern durch
eigene Anſchauung zu erweitern. Gegenden aus China
und Tonkin ziehen an dem Beſucher vorüber, der ſie ſich
in aller Ruhe und Bequemlichkeit anſehen kann.
Zahl=
reiche hochintereſſante Typen dieſer fernen Gegend, der
Bewohner, ihrer Bauwerke, Sitten und Gebräuche uſw.
werden in anſchaulicher Weiſe vorgeführt.
Orpheum. Das Gaſtſpiel des Frankfurter
Intimen=Theaters dauert nur noch 3 Tage bis inkl.
Samstag, 19. d. Mts. (S. Anzeige.)
Feſtgenommen. Ein 42 Jahre alter Schneider
aus Griesheim iſt am Dienstag dahier wegen
Unter=
ſchlagung feſtgenommen worden.
(X) Kammbrand. Im Hauſe Mathildenplatz Nr. 11
iſt am Dienstag abend gegen 8½ Uhr ein
Kamin=
brand entſtanden, welcher durch die herbeigerufene
Feuerwehrwache alsbald wieder gelöſcht wurde.
— Ingenheim (Bergſtr.), 16. März. Man ſchreibt
uns verſpätet: Der hieſige Evangeliſche
Kir=
chengeſangverein veranſtaltete am Sonntag im
Gartenſaal des Hotels „Zur Krone” einen
Volkslieder=
abend, der von nah und fern viele Gäſte angelockt
hatte. Der Kirchengeſangverein hat ſchon wiederholt
gezeigt, daß ſeine Darbietungen auch höheren
Anfor=
derungen genügen, und die Erwartungen ſind durch die
vorzüglichen Leiſtungen übertroffen worden. Das
Kon=
zert geſtaltete ſich zu einem Ehrentag, beſonders für
Herrn Lehrer Weide den unermüdlichen
Dirigen=
ten des Vereins, der ſich um die Pflege edler
Sanges=
kunſt und auch auf anderen Gebieten um das hieſige
Vereinsleben ſehr verdient gemacht hat. Frl. Conny
Pauer, die wir in jedem Winter gerne im
Konzert=
ſaal begrüßen, trug, von Frau Profeſſor Pauer am
Klavier begleitet, mehrere Lieder ernſten und heiteren
Inhaltes ſehr wirkungsvoll vor. Die Herren Lehrer
Weidle und Michel (letzterer aus Alsbach) brachten
zwei gut einſtudierte vierhändige Klavierſtücke zu
Ge=
hör. Eine reizende Abwechſelung brachten unſere
jun=
gen Mitbürgerinnen, das Schweſternkleeblatt Elſe,
Trudel und Erika Chriſtaller, mit einigen
alten Volksliedern, die ſie ſelbſt mit Gitarre und
Man=
dolinen begleiteten. Sie ſangen nicht allein hübſch und
ganz unbekümmert um die vielen Menſchen, ſondern
boten auch durch ihre jugendfriſche Erſcheinung ein ent=
zückendes Bild., dem ſicherlich auch ein Teit der
lebbaf=
ten Beifallsäußerungen galt. Nicht vergeſſen ſei auch
der Chor der hieſigen erſten Schulklaſſe. Es war eine
Freude, die hellen Kinderſtimmen ſo rein und
aus=
drucksvoll ſingen zu hören und es war von packender
Wirkung, als ſie ſich mit dem Kirchenchor in dem
be=
kannten niederländiſchen Dankgebet vereinigten, mit
dem der Abend beſchloſſen wurde.
Bensheim, 16. Mainz. Ueber den Bahnbau
Bensheim=Lindenfels äußerte ſich Bürgermeiſter
Frenay in der Stadtverordnetenverſammlung wie folgt:
Ferner ſteht der Bahnbau Bensheim=Lindenfels in Frage,
der nach den bisher in die Oeffentlichkeit gelangten
Nach=
richten ohne erhebliche Opfer der beteiligten
Ge=
meinden nicht durchgeführt werden kann. Die Löſung der
Finanzierung und die als Grundlage dafür gedachte Form
der Aktiengeſellſchaft ſcheint mir einer ſehr ernſtlichen
Prü=
ung zu bedürfen. Bei der Ungeklärtheit der Sachlage gehe
ich auf das Thema nicht näher ein, zumal, wie ich hier zu
meinem Bedauern konſtatieren muß, die Stadt Bensheim
zu den neueſten Verhandlungen offiziell nicht zugezogen
worden iſt.
Mainz, 16. März. Geſtern wurde die 18jährige
Kell=
nerin Brackmann wegen ihres ſchlechten
Lebenswan=
dels auf der Straße ſeſtgenommen und nach dem zweilen
Polizeibezirk gebracht, wo ſie in die Zelle kam. Dort
hängte ſich die B. an einer Korſettſchnur auf. Der
Haus=
verwalter kam noch zur rechten Zeit, um die ſchon mit dem
Tode Ringende abzuſchneiden. Sie kam ins Hoſpital.
Mainz, 16. März. Wiederum aus Rache hatte
der kürzlich wegen Meineids zu 1½ Jahren
Gefäng=
nis verurteilte Dragoner Heimann den
Ge=
freiten der Reſerve Emil Heidmann aus Iſerlohn,
einen unbeſtraften Mann, beſchuldigt,
während
ſeiner Dienſtzeit im vorigen Jahre zwei Rahmen
ſcharfer Patronen und zwei abgebrochene
Lanzen=
ſpitzen unterſchlagen zu haben. Zwei Zeugen hatten
allerdings bei Heidmann nach dem Scharfſchießen bei
Rambach einen Rahmen ſcharfer Patronen geſehen
allein bei dem Schießunteroffizier hatte ſpäter, nach
dem Schießbericht, alles auf das genaueſte geſtimmt
und keine Patronen gefehlt. Heidmann wurde
ange=
klagt, er leugnete nicht, daß er Patronen gehabt habe,
wie das auch bei den anderen Soldaten öfters der Fall
war; aber ſicher ſei, daß er ſie abgeliefert habe. Die
beiden abgebrochenen Lanzenſpitzen, die keinerlei Wert
beſitzen und in der Kaſerne überall herumfliegen und
deren Mitnehmen auch nicht unter Verbot ſteht, will
der Angeklagte als Erinnerung an ſeine Militärzeit
mitgenommen haben. Der Verteidiger des
Ange=
klagten, Dr. Pagenſtecher, beleuchtete ſcharf die
Ge=
meinheit dieſes Denunzianten, der ſchon einmal
Heid=
mann des Diebſtahls beſchuldigte, aber die
Gegen=
ſtände ihm ſelbſt in den Koffer hineingebracht hatte.
Das Gericht ſprach nach kurzer Beratung Heidmann
frei. (M. Tabl.)
Worms, 16. März. Während des Ausprobierens
eines in Reparatur begriffenen Motorrades in der
Werkſtätte von A. Beutel in der Paulusſtraße
explo=
dierte geſtern nachmittag plötzlich der
Benzin=
keſſel des Rades, wobei der bei dieſer Arbeit
be=
ſchäftigte Schloſſer Heinrich Jäger in Flammen
ge=
riet. Durch die ſofort herbeigeeilten Hausbewohner
wurde Jäger vor der Gefahr des Verbrennens gerettet,
doch trug er ſchwere Brandwunden an beiden Händen,
am Kopf, Hals und am linken Bein davon. Der
Ver=
letzte wurde nach ſeiner am Ziegelofen belegenen
Wohnung gebracht. Aerztliche Hilfe war bald zur
Stelle.
Oppenheim, 16. März. Bei dem Gaſtwirt Zang auf
dem Kornſand kehrten geſtern vier fremde
Män=
ner ein und baten den Gaſtwirt, er möchte ihnen das
Automobil, welches kurz vor dem Ort einen
Scha=
den erlitten habe, mit ſeinen Pferden holen. Der
Wirt ſpannte auch wirklich ein. Plötzlich wurde einer
der Leute ohnmächtig, weshalb noch einer von den
Vieren bei ihm bleiben, während die anderen zwei
mit dem Wirte fahren wollten. Inzwiſchen kam aber
der Knecht heim, den der Wirt fortſchickte, das
Auto=
mobil zu holen, damit er daheim bleiben könne. Jetzt
aber erklärten ſie, ſie wollten nochmals verſuchen, ſelbſt
den Schaden auszubeſſern. Auch der „Ohnmächtige‟
wurde ſchnell munter und in größter Eile entfernten
ſich die Vier, die beabſichtigt hatten, in Abweſenheit des
Wirtes das Haus auszuplündern. Die angeſtellten
Nachforſchungen ergaben, daß die ganze Geſchichte mit
dem Automobil erfunden war und nur den Zweck
hatte, den Wirt aus dem Hauſe zu locken.
Nummer 64.
Wörrſtadt, 16. März. In der Nacht ertränkte ſie
die Frau des Landwirts Wilhelm Dorſt in dem Pfuh
brunnen. Da zwiſchen den Eheleuten das beſte Einver
nehmen herrſchte und ſie auch finanziell in ſehr guten Vei
hältniſſen lebten, ſo iſt nur anzunehmen, daß die Fraui
einem Anfalle von Geiſtesgeſtörtheit die Tat verübte.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 15. März. Geſtern aben
fand beim Reichskanzler ein Diner ſtatt, zu der
auch der Kaiſer erſchien. — Die Sozialdemokraten Grof
Berlins hatten zu heute abend 48 öffentliche Volks
verſammlungen mit der Tagesordnung „Polize
maßregeln ſtatt Wahlrecht” einberufen. Die Verſamn
lungen waren ſtellenweiſe ſo ſtark beſucht, daß ſie polizeilie
geſchloſſen werden mußten. Auf den Straßen hatten ſie
hie und da größere Trupps gebildet, die ſich aber meiſten
ruhig verhielten. Die Verſammlungsteilnehmer folgte
willig den Anordnungen ihrer Führer, die vor Demonſtre
tionen warnten, und zerſtreuten ſich nach Schluß der Ver
ſammlungen. Nirgends iſt es zu Ruheſtörungen und Aus
ſchreitungen gekommen. Bemerkenswert war es, daß di
Frauen in den Verſammlungen ſehr ſtark vertreten warer
In allen Verſammlungen gelangte eine gleichlautende Re
ſolution gegen die Wahlrechtsvorlage zur Annahme.
Gegen die Einbrecher, welche auf die Juweliersfra
Richter in der Potsdamerſtraße einen Raubanfall verük
hatten, wurde heute abend das Urteil gefällt. Hotze er
hielt 1 Jahr Zuchthaus, Kühne 9 Monate Gefängnis
Stache 3 Monate Geſängnis zuſätzlich und Syz 2 Jahr
Zuchthaus zuſätzlich und 5 Jahre Ehrverluſt. In der Ver
handlung ereignete ſich während des Plaidoyers de
Staatsanwalts Pabſt ein ungewöhnlicher Zwiſchen
fall. Der Staatsanwalt unterbrach plötzlich ſeine Red
und verbat ſich energiſch, nach dem Zuhörerraum gewende:
wo viele elegante Damen ſaßen, den Gebrauch von Opern
gläſern (!) Der Vorſitzende rügte dieſe Handlungsweiſe mi
der Bemerkung, daß das Schwurgericht kein Theater ſei.
Frankfurt, 16. März. Die Großherzogin vo
Heſſen, ſowie die Prinzeſſin Marie zu Solms=Hohen
ſolms=Lich trafen geſtern, von Darmſtadt kommend, pe
Automobil im „Engliſchen Hof” ein und ſtatteten Land
graf und Landgräfin Chlodwig von Heſſen, welche
ſcho=
eit mehreren Tagen im „Engliſchen Hof” Wohnun
genommen haben, einen Beſuch ab.
München, 15. März. In einer ſogenannten Kultur
verſammlung auf dem Münchener Kindlkeller kame
zu wilden Zuſammenſtößen und großen Tumul
ten mit Zentrumsanhängern und Chriſtlichſozialen
Schon die Ankündigung der Verſammlung und
meh=
noch die Ausführungen der Redner hatten dieſe
Kreiſ=
ſchwer gereizt. Ganze Gruppen rauften aufs
heftigſt=
miteinander und einzelne Lärmmacher wurden auf das
roheſte durch den ganzen Saal geſchleift und
hinaus=
geworfen. Wüſte Szenen unterbrachen
viertelſtunden=
lang einzelne Redner. Zum Schluſſe wurde die
Tren=
nung von Kirche und Staat und von Kirche und Schule
gefordert.
London, 15. März. Die geſtern im
Polizeige=
richt in Hull gegen einen gewiſſen Edwardvon
Weſternhagen erhobenen Beſchuldigungen laſſen
vermuten, daß eine große Anzahl von Damen in
Deutſchland ſeinen trügeriſchen Liſten zum Opfer
gefallen iſt. Die Zahl der ihm zur Laſt gelegten
Ver=
gehen iſt ſehr groß, indeſſen handelte es ſich geſtern nur
um eine Schwindelei, durch die ein Deutſcher namens
Joſeph Schaan 1000 Mark eingebüßt hat, die er
Weſtern=
hagen als Anzahlung übergeben hatte, um den Sozius
in einer Sprachſchule in Hull zu werden die angeblich
12000 Mark im Jahre abwerfen ſollte. Dieſe Angaben
erwieſen ſich als abſolut falſch und wurden die
unmit=
telbare Veranlaſſung zur Verhaſtung des
Ange=
klagten. Der Staatsanwalt erklärte dem Richter, es
ſeien unzählige Anzeigen gegen v. Weſternhagen von
verſchiedenen deutſchen Konſuln in England und
Pri=
vatperſonen eingelaufen, aber ſtets hätten genügende
Beweiſe gefehlt, um ihn zu faſſen. Der Mann habe
unter verſchiedenen Namen, wie Baron von Sachs
Baron von Gulden, Baron von Reitgenſtein, Dr.
Mer=
ger uſw., ein Heiratsbureau, ein
Arbeitsvermittelungs=
bureau, ein Reiſebureau, eine Sprachſchule und
der=
gleichen mehr betrieben — bald in London, bald in
anderen engliſchen Küſtenſtädten. Das Reiſebureau
habe nur als Deckmantel für den Handel mit
wei=
ßen Sklavinnen gedient, weswegen Weſternhagens
Geſchäftsteilhaber im Jahre 1908 zu einer
Zuchthaus=
ſtrafe verurteilt wurde. Durch das Heiratsbureau ver=
Kleines Feuilleton.
) Die erſten Kiebitzeier. Einer der
ſicher=
ſten Vorboten des Lenzes, der Kiebitz, iſt wieder da.
Sobald gegen Oſtern die Sonne wärmer herableuchtet
und die erſten Knoſpen und Blättchen ſich an den
Zweigen hervorwagen, erſcheint er bei uns auf dem
Plan. Er kommt von einer weiten Reiſe, denn er
pflegt die Wintermonate fern von Europa, in
Nord=
afrika, in Indien oder ſogar im ſüdlichen China
zuzu=
bringen, wo das Klima ihm beſſer behagt als in
un=
ſeren rauhen Gegenden. Das Kommen des Kiebitzes
bedeutet für den Feinſchmecker die Verheißung eines
ſehr hochgeſchätzten Genuſſes. Die großen
Delikateſſen=
geſchäfte kündigen bereits an, daß ſie in den nächſten
Tagen das Eintreffen der erſten Kiebitzeier erwarten.
Freilich, wer ſich an dieſen Erſtlingen erfreuen will,
muß über einen wohlgefüllten Geldbeutel verfügen.
Denn das einzelne Ei koſtet anfangs ſieben bis acht
Mark. Das iſt auch der Preis, zu dem ſie diesmal
an=
fangs zu haben ſein werden. Aber auch wirklich nur
anfangs. Dann werden ſie von Woche zu Woche immer
billiger und ſinken ſchließlich herab bis zu einem Preiſe,
der ſich zwiſchen 15 und 20 Pfennig zu halten pflegt.
Ob das Kiebitzei an Zartheit des Geſchmackes wirklich
allen anderen Vogeleiern überlegen oder ob dabei ein
wenig Einbildung mit im Spiele iſt, wagen wir nicht
zu entſcheiden. Aber wir erinnern uns mit Wehmut,
daß ſie eine Lieblingsſpeiſe des unvergeßlichen Fürſten
Bismarck waren. Die „Getreuen in Jever” ſpürten
den erſten Kiebitzeiern mit Mühe und Eifer nach und
wogen ſie wohl mit Gold auf, um dem großen Kanzler
an ſeinem Geburtstage, dem 1. April, die obligate Zahl
von 101 Kiebitzeiern überreichen zu können. Man hat
den Kiebitz das Rebhuhn der Sümpfe genannt, weil er
ſich gern in naſſen Wieſengründen aufhält. Aber man
läßt dem zierlichen und behenden Vogel bei uns mehr
Schonung angedeihen als dem echten Rebhuhn.
An=
derswo, in Frankreich und Belgien, iſt das Fleiſch des
in der Pfanne gebratenen oder geſchmorten Kiebitzes
die geſuchteſte Art des Wildpretes. Allein in Paris
werden jährlich 20000 Kiebitze verzehrt. Der Kiebitz
legt ſeine mattgrünen, bräunlich getupften Eier nicht
in ein Neſt, ſondern frei auf die flache Wieſe, wo ſie
nur ſchwer zu finden ſind, da ihre Farbe der der Natur
angepaßt iſt. Der weibliche Kiebitz iſt eine gute Mutter
und verteidigt ſeine Eier und ſeine ausgebrüteten
Jungen mit achtungswertem Mute. Weidgerechte
Sammler laſſen daher von mehreren Kiebitzeiern immer
eins liegen, um die Kiebitzmutter nicht vom
Weiter=
legen abzuhalten. Woher es kommt, daß man
unlieb=
ſame und vorlaute Zuſchauer beim Kartenſpiel Kiebitze
nennt, vermögen wir dem Leſer nicht zu verraten
Eins nur ſteht feſt, daß man ſie ſchon im 16.
Jahrhun=
dert ſo nannte, und inſofern war die vielgerühmte
gute alte Zeit wirklich beſſer, als es damals
Strafbe=
ſtimmungen gegen das Dreinreden der Karten=Kiebitze
gab . . . .
nge. Ein Ordensſtern, der 50000 Mairk
koſtet. König Ferdinand I. von Bulgarien hat den
Kaiſer Nikolaus II. von Rußland in St. Petersburg
zum erſten Ritter des neuen von ihm geſtifteten
Or=
dens des heiligen Kyrill und des heiligen Methodius
ernannt. König Peter I. von Serbien, der jetzt
end=
lich dem Zaren aller Reußen den ſo lange erſehnten
Beſuch abſtatten darf, hat offenbar das Beſtreben,
hin=
ter ſeinem bulgariſchen Nachbarn nicht zurückzuſtehen.
Auch er wird dem Zaren einen Orden überbringen,
und zwar das Großkreuz des „Sterns Kara=
Georgie=
vitſch‟ Dieſen Orden hat der König Peter einige
Monate nach ſeiner Thronbeſteigung, zu der ihm die
Ermordung des Königs Alexander und der Königin
Draga den Weg ebnete, nämlich am Neujahrstage 1904,
gegründet. Er beſteht aus vier Klaſſen. Die Abzeichen
der erſten Klaſſe, die der König Peter für den Zaren
Nikolaus hat anfertigen laſſen, ſind auf das koſtbarſte
ausgeführt. Der auf der linken Bruſt zu tragende
Stern iſt ganz mit Brillanten bedeckt und hat, wie man
aus Belgrad berichtet, nicht weniger als 25000 Rubel,
alſo mehr als 50000 Mark, gekoſtet. Man kann dieſe
Summe nicht nur ſehr hoch, ſondern ſogar zu hoch
inden, wenn man die keineswegs glänzende Lage der
erbiſchen Finanzen berückſichtigt. Der „
Karageorg=
ſtern” iſt übrigens nicht die höchſte ſerbiſche
Auszeich=
nung. Es gibt noch eine höhere, nämlich den St.
La=
zarusorden. Aber dieſen Orden, der aus einem an
gol=
dener Halskette hängenden Kreuze beſteht, trägt immer
nur der König ſelbſt.
— Wahrſagerſchwindel im vornehmen
London. „Die Tragödien nehmen kein Ende, die
durch den unheilvollen Einfluß von Wahrſagern
her=
vorgerufen werden”, ſo äußerte ſich ein bekannter Lon=
doner Detektiv zu dem Vertreter einer engliſchen
Wochenſchrift, als er ihm Mitteilungen über den immer
mehr um ſich greifenden Schwindel machte, der mit
Prophezeiungen getrieben wird. Beſonders die Damen
der vornehmen engliſchen Geſellſchaft ſind die eifrigſten
Klientinnen der zahlreichen Prophezeiungsinſtitute,
die ſich im Londoner Weſtend befinden. Da wird aus
der Hand und aus der Schrift gewahrſagt, die Zukunſt
verkündet mit Hilfe der Aſtrologie und der Hypnoſe;
alles kann der Hilfeſuchende von dem Profeſſor der
Wahrſagekunſt erlangen: der Junggeſelle erhält eine
reiche Frau, die alte Jungfer den erſehnten Gatten,
dem Kranken wird Geſundheit verſprochen, jedem
Not=
leidenden das nahende Glück. Dem Treiben einer
olchen Geſellſchaft, die drei verſchiedene, vielbeſuchte
Etabliſſements der ſchwarzen Kunſt hatte, iſt man erſt
jüngſt auf die Spur gekommen. Als Hindus
verklei=
det und in phantaſtiſcher Umgebung walteten die
Pro=
pheten gegen ein Honorar von 200—1000 Mark für die
Konſultation ihres dunklen Amtes; zahlreich waren
ihre Komplizen, ihre Beziehungen weit verbreitet. Die
Entdeckung erfolgte, als ein Baronet bemerkte, daß
ſeine Tochter Beziehungen zu einem Manne
unter=
hielt, der ihr als Gatte vorausgeſagt worden war, und
der als ein Komplize der Wahrſager entlarvt wurde
Durch dieſe modernen Kollegen der alten Pythia wer
den beſonders reiche Erbinnen Mitgiftjägern in di
Hände getrieben, die ſich mit ihnen in Verbindung
ſetzen. Viele Damen der Londoner Geſellſchaft, die ſid
in Börſenſpekulationen eingelaſſen haben, ſuchen ihr
Informationen bei den Hellſehern und laſſen ſich vor
ihnen ihre Finanzoperationen vorſchreiben. Eine vor
nehme Dame, die vor kurzer Zeit auf ſolchen Rat hir
ſpekulierte und rieſige Verluſte hatte, machte einer
Selbſtmordverſuch, der großes Aufſehen erregte
Manche Frauen gehen in ihrem Aberglauben ſo weit
daß ſie vor dem Einkauf eines Hutes oder eine
Toilette erſt ihren Wahrſager konſultieren und ſich vor
ihm verraten laſſen, welchen Einfluß das auf ih
Schickſal haben werde. Hauptklientinnen ſind aue
Schauſpielerinnen.
* Unerwartet. „Haben Sie noch Tee von de
Sorte, die ich neulich bei Ihnen kaufte?” „Aber, ge
wiß, gnädige Frau!” „Schön, dann werde ich wieder
kommen, wenn Sie keinen mehr davon haben!”
Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Seite 5.
ſchaffte ſich der Angeklagte Bekanntſchaften mit
ver=
mögenden deutſchen Damen und veranlaßte dieſe, nach
England zu kommen, um den „Herrn Baron” zu
heira=
ten. Der Staatsanwalt ſchilderte Einzelheiten von
mehreren Fällen; namentlich haben eine Dame aus
Weſtfalen und eine andere aus Schaumburg=Lippe und
deren Verwandte größere Summen durch den „adeligen
Bräutigam” eingebüßt. Dieſes Heiratsgeſchäft wurde
von Brentford und Hammerſmith aus betrieben. Im
Oſtende Londons florierten zu gleicher Zeit das
Ar=
beitsvermittelungsbureau und der Handel mit weißen
Sklavinnen, und nebenbei fand der Angeklagte noch zu
einer ausgedehnten Korreſpondenz mit ehrgeizigen
Eltern Zeit, die ihren Sprößlingen gern den Adel
durch Adoptierung durch den „Baron von Gulden” zu
ſichern wünſchten, wofür dieſer nur etwa 3000 Mark zu
berechnen pflegte. Als aber die Verwandten der Dame
von Schaumburg=Lippe nach England kamen, um zu
er=
fahren, was aus ihrem Gelde und den Diamanten der
Braut geworden ſei, und ob es auch mit der
Verhei=
ratung ſeine Richtigkeit habe, da verſchwand plötzlich
der Chef des Heiratsbureaus aus Hammerſmith, der
Chef des Reiſe= und des Arbeitsvermittelungsbureaus
aus dem Oſtende Londons, der menſchenfreundliche
Baron, der anderer Leute Kinder adoptieren wollte,
ließ nichts mehr von ſich hören, und zugleich etablierte
ſich in einem abgelegenen Stadtteile von Hull —
Ed=
ward von Weſternhagen als Sprachlehrer für 6 Pence
die Stunde. Als er in dieſer Eigenſchaft unter falſchen
Vorſpiegelungen bemittelte Teilnehmer ſuchte, fiel er
endlich der Polizei in die Hände. Er ſoll ſich auch
ähn=
licher Vergehen in Heidelberg und in Zürich ſchuldig
gemacht haben. Edward von Weſternhagen wurde
unter Ablehnung einer angebotenen Bürgſchaft in Haft
behalten.
London, 14. März. In dem bekannten,
weltberühm=
ten Baſar von Whiteley, in dem Londoner
Weſt=
endviertel Weſtbourne Grove, entſtand heute mittag,
wie ſchon gemeldet, durch Kurzſchluß einer
elek=
triſchen Leitung in der Eiſenwarenabteilung ein
Brand der längere Zeit den geſamten Baſar mit
Vernichtung bedrohte. Nur der Disziplin des
Perſo=
nals und der heldenmütigen Bekämpfung des Feuers
durch eine ganze Diviſion der Londoner Feuerwehr mit
25 Dampfſpritzen iſt es zuzuſchreiben, daß eine
Wiederholung der Kataſtrophe vermieden wurde, die in
den 80er Jahren den geſamten Baſar von Whiteley
zer=
ſtörte und einen Schaden von zehn Millionen Mark
an=
richtete. Sowie das Perſonal in der betreffenden
Ab=
teilung des Ausbruches gewahr wurde, ſchloß es
ſämt=
liche eiſerne Feuertüren vom Erdgeſchoß bis zum Dach.
Hierdurch blieb das Feuer auf dieſe Abteilung
be=
ſchränkt. Alsdann wurden die Angeſtellten aus dem
brennenden Gebäude in Sicherheit gebracht. Dies
ge=
ſchah mit ſolcher Ruhe und Ordnung, daß die Käufer in
den jenſeits der Straße gelegenen Gebäuden Whiteleys
nichts merkten und das Geſchäft nirgends geſtört wurde.
Die 25 Dampfſpritzen waren bald zur Stelle.
Unge=
heure Waſſermaſſen wurden in das qualmende Gebäude
geworfen, doch ließ das Feuer lange Zeit nicht nach.
Um es wirkſamer zu bekämpfen, drangen hierauf eine
Anzahl Feuerleute in das Warenhaus ein; wurden
aber vom Rauch überwältigt und konnten nur mit
gro=
ßer Mühe von ihren Kameraden gerettet werden.
Vier=
zehn von ihnen wurden bewußtlos in das Sankt=
Marys=Hoſpital geſchafft; ſie ſollen ſich außer Gefahr
befinden. Endlich, nach zwei Stunden, wurde man des
Feuers Herr.
Sofia, 16. März. Die Beſtattung der Opfer
des Zuſammenſtoßes in Ruſtſchuk erfolgte in
feierlicher Weiſe unter Beteiligung der ganzen
Bevöl=
kerung aus der Stadt und den umliegenden
Ortſchaf=
ten, ohne daß ſich ein Zwiſchenfall ereignete. Die große
Erregung unter’ der Bevölkerung dauert fort. Es
fan=
den bereits mehrere Proteſtverſammlungen ſtatt. Die
Oppoſitionsparteien beriefen in mehreren
Provinz=
ſtädten weitere Proteſtverſammlungen ein. Am
Don=
nerstag findet in Sofia eine Proteſtverſammlung ſtatt.
Die oppoſitionelle Preſſe greift die Regierung heftig an
und ſchreibt ihr die Schuld an den Vorfällen zu.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren i
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr ürtetl vor.
— Richard Wagner=Verein. Ueber
Fräu=
lein Hedwig Schöll, die Klaviervirtuoſin des
heutigen Schubert=Schumann=Abends, ſchrieb kürzlich
ein Frankfurter Blatt:. „Den größten Erfölg des
Abends hatte eine junge Künſtlerin, in der wir eine
ſehr beachtenswerte Pianiſtin kennen lernten, Frl.
Hedwig Schöll aus München. Sie dokumentierte ſich
als eine ernſte, grundmuſikaliſche Künſtlerin. Die
brillante Technik, über die ſie verfügt, iſt ihr nicht
Selbſtzweck, ſie dient ihr nur zur Geſtaltung der
Meiſterwerke, die — ſo verſchiedenartig ſie auch ſein
ſtets zur gleichen, innerlich durchlebten
mögen
Wiedergabe gelangen.”
Erſte Kammer der Stände.
St. Darmſtadt, 16. März.
Die Erſte Kammer der Stände trat heute
vor=
mittag zu einer Sitzung zuſammen.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach Exz., Geheimeräte Dr.
Becker und Beſt, Miniſterialrat Lorbacher,
Oberregierungsrat Dr. Wagner.
Präſident Graſ v. Schlitz gen. v. Görtz, eröffnet
die Sitzung um 10.25 Uhr und macht dem Hohen Hauſe
einige interne Mitteilungen.
Staatsminiſter Ewald Exz. ſtellt dann dem
Hohen Hauſe den Herrn Miniſter des Innern v.
Hom=
bergk zu Vach vor.
Es wird dann in die Tagesordnung eingetreten.
Ueber die Regierungsvorlage, den Geſetzentwurf, die
Erhebung einer Gebühr für die Reviſion
nichtſtaatlicher Rechnungen durch die
Ober=
rechnungskammer betreffend, erſtattet Prinz Friedrich
zu Solms=Braunfels Bericht. Der Ausſchuß ſteht
die=
ſer Regierungsvorlage nicht ganz ohne Bedenken
gegenüber. So ſehr an ſich jede Entlaſtung des
Staatsbudgets, ſei es durch Reduktion der Ausgaben
oder durch Vermehrung der Einnahmen, zu begrüßen
iſt, ſo wird ſie hier herbeigeführt durch ſtärkere
Heran=
ziehung der ebenfalls ſchwer belaſteten Städte und
Ge=
meinden. So würde z. B. nach Angabe des Abg. Dr.
Gläſſing in den Verhandlungen verehrl. Zweiter
Kam=
mer die Stadt Darmſtadt, wenn das Geſetz
angenom=
men würde, 10—15000 Mark an Gebühren zu zahlen
haben. Indeſſen iſt nicht zu leugnen, daß im übrigen
die Erhebung dieſer Gebühren für die Reviſion
nicht=
ſtaatlicher Rechnungen, die einen ſo erheblichen Teil
der Arbeiten der Oberrechnungskammer ausmacht,
ſachlich begründet iſt und der Billigkeit entſpricht.
Da=
her wird beantragt: Beitritt zum. Beſchluß Zweiter
Kammer,
Staatsminiſter Ewald Exz. ſtellt demgegenüber
feſt, daß die Gebühren nicht ſo hoch ſeien, wie oben
an=
gegeben, ſie würden für Darmſtadt nur 3400 Mark
be=
tragen. Aehnlich in den übrigen Städten. —
Dom=
kapitular Bendix hätte gewünſcht, daß man die
Kirchen hierbei mehr in Rückſicht gezogen hätte. Der
katholiſchen Kirche erwüchſen durch dieſes Geſetz
erheb=
liche Laſten, die ſie nicht auf die Steuerzahler abwälzen
könne, da dieſe ohnehin ſchon ſchwer belaſtet ſind.
Redner meint weiter, die Oberrechnungskammer
ar=
beite zu kleinlich, es könnte in dieſer Beziehung
ge=
ſpart werden. — Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim
ſchließt ſich dieſen Bedenken an. Es müßte dann eine
Aenderung des Kirchenſteuergeſetzes geſchaffen werden,
die es ermöglicht, die Laſten auf breitere Schultern
abzuwälzen. — Staatsminiſter Ewald Exz. und
Ge=
heimerat Beſt treten dieſen Bedenken entgegen. Die
Koſten könnten z. B. auf die Parochialumlagen
abge=
wälzt werden. Der Ausſchußantrag wird dann
an=
genommen.
Ohne weſentliche Debatte wird die
Regierungs=
vorlage, die Abänderung geſetzlicher
Be=
ſtimmungen über das Notariats= und
Koſtenweſen betreffend, gemäß den Beſchlüſſen der
Zweiten Kammer angenommen. Ein Antrag des
Oberlandesgerichtspräſidenten Lippold, bei der
Be=
meſſung der Notariatsgebühren den Schuldenabzug zu
geſtatten, wird, nachdem Miniſterialrat Lorbacher,
Geheimerat Kleinſchmidt und Direktor Parcus
in längerer Debatte dagegen geſprochen haben,
zurück=
gezogen.
Der Antrag Ulrich und Genoſſen,
Entſchädig=
ung für unſchuldig erlittene Straf= und
Unterſuchungshaft betreffend, wird ohne
De=
batte dem Beſchluß Zweiter Kammer gemäß für
er=
ledigt erklärt.
Zum Antrag Ulrich und Genoſſen, betreffend
Reviſion der Beſtimmungen über die
Aufrechterhaltung der Ordnung in den
Gerichtsſitzungen hatte der Ausſchuß Zweiter
Kammer beantragt: „Die Kammer wolle beſchließen,
die Regierung zu erſuchen, im Bundesrat gelegentlich
der Reviſion der Strafprozeßordnung auf eine
Neu=
regelung der §§ 178, 179, 183 Abſatz 2
Gerichtsverfaſ=
ſungsgeſetzes im Sinne des Ausſchußberichts
hin=
zuwirken. Der Zweite Ausſchuß der Erſten Kammer
hält eine Reviſion des Gerichtsverfaſſungsgeſetzes
ebenfalls für wünſchenswert. Doch geht er nicht ſo
weit, wie die verehrl. Zweite Kammer. Er erklärt ſich
damit einverſtanden, daß gegen die Gerichtsbeſchlüſſe
aus § 178 des Gerichtsverfaſſungsgeſetzes das
Rechts=
mittel der Beſchwerde gemäß § 183 Abſatz 1 desſelben
Geſetzes gegeben wird. Doch ſoll dieſelbe keine
auf=
ſchiebende Wirkung haben. Die Natur dieſer
Verfügungen erfordert den ſofortigen Vollzug.
Dem Beſchluß Zweiter Kammer, wonach die
Be=
ſchwerde gegen Straſverfügungen aus § 179 des
Ge=
richtsverfaſſungsgeſetzes aufſchiebende Wirkung haben
ſoll, ſchließt ſich der Ausſchuß Erſter Kammer
nicht an.
Der Ausſchuß beantragt demgemäß: Die
Erſte Kammer wolle beſchließen, die Großherzogliche
Regierung zu erſuchen, im Bundesrat gelegentlich der
Reviſion der Strafprozeßordnung auf eine
Neuregel=
ung des § 178 des Gerichtsverfaſſungsgeſetzes im Sinne
dieſes Ausſchußberichts hinzuwirken; im übrigen den
Antrag der Abgg. Ulrich und Genoſſen für erledigt zu
erklären.
Das Hohe Haus beſchließt demgemäß.
Zu 1. Regierungsvorlage, betreffend den
Geſetz=
entwurf, die Abänderung des Geſetzes über
den Urkundenſtempel vom 12. Auguſt 1899 in
der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
2. Antrag Reh, betreffend Abänderung des
Ar=
tikels 5 des Geſetzes über den
Urkunden=
ſtempel, äußert Direktor Parcus ſchwere
Beden=
ken gegen die erhöhten Gebühren bei Errichtung von
Aktiengeſellſchaften und Geſellſchaften m. b. H.
— Miniſterialrat Lorbacher ſtellt feſt, daß die
Re=
gierung hier der preußiſchen Geſetzgebung
ge=
folgt ſei, die ſchon längſt die gleichen Sätze erhebe. —
Demgegenüber weiſt Direktor Parcus darauf hin,
daß nicht nur die Errichtung, ſondern auch die ſchon
beſtehenden Geſellſchaften ſchwer belaſtet würden und
daß das Land geſchädigt würde, wenn die
Heranzieh=
ung und Errichtung von Aktiengeſellſchaften erſchwert
würde. — Staatsminiſter Ewald Exz. meint, man
wiſſe doch, welche Verdienſte die Banken bei
Neu=
gründungen von Aktiengeſellſchaften haben, und es ſei
noch keine Stimme laut geworden, die darin eine
er=
hebliche Schädigung erblickte. Im übrigen ſtehe der
Regierung das Recht zu, die Gebühren zu ermäßigen
was auch ſchon mehrſach geſchehen ſei. — Der
Geſetz=
entwurf wird dann gemäß den Beſchlüſſen der
Zwei=
ten Kammer angenommen. — Der Antrag Reh
wird für erledigt erklärt.
Zur Regierungsvorlage, betreffend Entwurf eines
Geſetzes, die Abänderung des Geſetzes über
die Ausübung und den Schutz der Fiſcherei
vom 27. April 1881; hierzu die Vorſtellung des
Heſſi=
ſchen Anglerbundes, Sektion Mainz, betreffend den
Angelſport im Rhein im Gebiet des Großherzogtums
Heſſen, erſtattet Graf Kuno zu Stolberg=Roßla Bericht.
Auf dem XXX. und XXXI. Landtag hatte
Groß=
herzogliche Regierung ſchon einen Geſetzentwurf
vor=
gelegt, welcher die Aufhebung des Artikels 48 des
Fiſchereigeſetzes vom 27. April 1881 bezweckte, welcher
aber nicht Geſetz wurde. Der vorliegende
Geſetzent=
wurf gewährt der Berufsfiſcherei einen gewiſſen Schutz
gegen die ihr aus der Angelfreiheit erwachſenden
Schäden und kommt auf der anderen Seite der
Vor=
ſtellung des Anglerbundes, Sektion Mainz, entgegen.
Der Ausſchuß iſt der Anſicht, daß Großherzogliche
Regierung im großen und ganzen mit dieſem
Geſetz=
entwurf das Richtige getroffen hat und beantragt:
hohe Erſte Kammer wolle den Beſchlüſſen Zweiter
Kammer beitreten.
Frhr. von Heyl macht hierzu längere
Ausfüh=
rungen über die Bedeutung des Geſetzes für die
Fiſcherei. Er wendet ſich gegen die Eingabe des
Anglerbundes Mainz. Wenn das Reich und das Land
jährlich Tauſende von Mark ausgeben, um die Ströme
neu zu bevölkern durch Einſetzen von Fiſchen, ſo darf das
nicht beeinträchtigt werden durch das dem Sport oder
auch der Erholung dienende Angeln. Der
Fiſcherei=
verein hat ſich ſchon in mehrfachen Eingaben an die
Regierung um Schutz gewandt. Es ſei zweifellos, daß
durch den Angelſport dem Fiſchereigewerbe ſchwerer
Schaden zugefügt und auch die Vermehrung der Fiſche
beeinträchtigt wird. In den Debatten der Zweiten
Kammer habe man das ganz außer acht gelaſſen und
die Intereſſen und Wünſche der Angler in den
Vorder=
grund geſtellt, und in dem Geſetz ſind infolgedeſſen
Be=
ſtimmungen enthalten, die im Intereſſe des
Fiſcherei=
gewerbes ſehr zu bedauern ſind. So die Herabſetzung
der Gebühr für die Anglerkarte und die Beſtimmung,
daß der Angler ſeine Erlaubniskarte nicht bei üch, zu
tragen braucht. Dadurch würde jede Strafverfolgung
erſchwert oder unmöglich gemacht. Redner hält dieſe
Frage für ſo wichtig, daß er beantragt, das Geſetz
noch=
mals an den Ausſchuß zurückzuverweiſen,
zu=
mal ohnehin der Zeitpunkt des Inkrafttretens des
Ge=
ſetzes noch ſehr weit hinausgeſchoben werden ſoll. Das
Haus ſtimmt dem Antrage auf
Zurückver=
weiſung zu.
Die Regierungsvorlage, a) den Entwurf eines
Ge=
ſetzes, die Abänderung des Art. 227 Abſ. 1 des
Poli=
zeiſtrafgeſetzes in der Faſſung des Geſetzes vom
25. Jnni 1904 betreffend, b) die Vorſtellung des
Deutſch=
nationalen Handlungsgehilfenverbandes, Verordnung
über das Verhängen der Schaufenſter an den Sonn=
und Feiertagen betreffend, Regierungsvorlage,
Ge=
ſetzentwurf über die Billettſteuer
be=
treffend, Regierungsvorlage, Aenderung des
Gemeindeumlagengeſetzes vom 30. März
1901 betreffend, werden nach den Beſchlüſſen Zweiter
Kammer angenommen.
Ueber den Antrag von 6 Mitgliedern der Erſten
Kammer der Stände auf Abänderung des
Ge=
ſetzes, die Vermögensſteuer betreffend, vom
12. Auguſt 1899, erſtattet Fürſt Solms=
Braun=
fels Bericht. Der Antrag lautet: Hohe Erſte
Kammer wolle beſchließen, Großherzogliche Regierung
zu erſuchen: I. den Landſtänden einen Geſetzentwurf
vorzulegen, wonach das Geſetz, die Vermögensſteuer
betreffend, vom 12. Auguſt 1899 als Artikel 18a
folgen=
den Zuſatz erhält:
Bei der Einſchätzung von Grundſtücken, die
dauernd land= oder forſtwirtſchaftlichen Zwecken zu
dienen beſtimmt ſind, einſchließlich der dazu
gehören=
den, denſelben Zwecken dienenden Gebäude und des
Zubehörs, wird der Ertragswert zugrunde gelegt. Als
Ertragswert gilt das Fünfundzwanzigfache des
Rein=
ertrags, den die Grundſtücke als ſolche nach ihrer
wirt=
ſchaftlichen Beſtimmung bei gemeinüblicher
Bewirt=
ſchaftung im Durchſchnitt nachhaltig gewähren können.
-
Bei der Veranſchlagung des Wertes von
Grund=
ſtücken, welche dem Betrieb der Land= und
Forſtwirt=
ſchaft, der Viehzucht, dem Wein=, Obſt= oder Gartenbau
dienen, ſind auch das lebende und tote
Wirtſchafts=
inventar, ſowie die ſonſt zum Anlage= und
Betriebs=
kapitale gehörigen Werte — einſchließlich der den
ge=
werblichen Nebenbetrieben dienenden Gegenſtände —
mit der Maßgabe zu berückſichtigen, daß Mehr= oder
Minderwerte des Inventars gegenüber einem
wirt=
ſchaftlich normalen Beſtand in Zu= oder Abrechnung zu
bringen ſind. Aus den wirtſchaftlichen Vorjahren noch
vorhandene, zum Verkauf beſtimmte Vorräte kommen
als ſelbſtändige Vermögensſtücke in Anrechnung. —
Der Wert derjenigen Grundſtücke, welche einem
berg=
baulichen, einem Handels= oder Gewerbebetriebe
ge=
widmet ſind, iſt bei der Ermittlung des dem
betreffen=
den Betriebe dienenden Anlage= und Betriebskapitals
zu berückſichtigen;
II. dieſe Vorlage ſo zeitig einzubringen, daß die
Veranlagung der Vermögensſteuer für 1911 nach dieſen
Grundſätzen vorgenommen werden kann.
Der Berichterſtatter weiſt auf die im Nachbarſtaat
Preußen geltenden Beſtimmungen hin, die das längſt
eingeführt haben, was der Ausſchuß will. In Heſſen
iſt ſeit Durchführung der Steuerreform eine Erhöhung
der Vermögensſteuer um 20 Pfg. —
das heißt von
55 Pfg. auf 75 Pfg. für 1000 Mk. Vermögen — im Jahre
1903 erfolgt, und die von der verehrlichen Zweiten
Kammer gefaßten Beſchlüſſe zum Voranſchlag 1910 ſehen
eine weitere Erhöhung um 20 Pfg. — das heißt von
75 auf 95 Pfg. — vor. Die preußiſchen Sätze werden
damit weit überſchritten. Die Bewertung des land=
und forſtwirtſchaftlichen Vermögens ohne Rückſicht auf
deſſen Rente führt ſchon bei dem — ſeither jährlich
feſtgelegten — Satz von 75 Pfg. zu den größten
Un=
gleichheiten. Die vorgeſchlagene Erhöhung der
Ver=
mögensſteuer von dem in dem Geſetz von 1899
vorge=
ſehenen Satz von 55 Pfg. auf 95 Pfg. — alſo um 73
Pro=
zent — läßt einen einheitlichen Wertmeſſer für alle
Vermögensarten nicht mehr zu. Eine Ausſcheidung
des land= und forſtwirtſchaftlichen Vermögens wird
nunmehr dringend notwendig. Redner empſiehlt
drin=
gend die Annahme des Antrages.
Finanzminiſter Braun Exz. führt aus: Durch
den Inhalt des Artikels 4 des
Gemeindeumlagengeſetz=
entwurfs ſei die Regierung bereits im gleichen Sinne
mit den beiden Kammern der Landſtände in
Verhand=
lungen des heutigen Antrages eingetreten. Im
Hin=
blick auf die allgemein anerkannte Notwendigkeit einer
ſtärkeren Schuldentilgung und die Aufbeſſerung der
Vezüge der Beamten, Lehrer und deren
Hinterbliebe=
nen kann die Regierung dem Antrage nur dann näher
treten, wenn mit dem Antrage nicht bezweckt
wird, den Ertrag der Vermögensſteuer
im ganzen zu vermindern, wie er nach den
von der Regierung gebilligten Beſchlüſſen der Zweiten
Kammer in den Voranſchlag für 1910 eingeſtellt wird.
Es erſcheint der Regierung ausgeſchloſſen, daß die
Aus=
fälle, die durch die Annahme der Geſetzesänderung
be=
dingt ſein würden, aus der Einkommenſteuer gedeckt
werden könnten. Das ſei umſo weniger möglich, als in
der Stellungnahme des Finanzausſchuſſes zum
Vor=
anſchlag bezüglich des Einkommenſteuergeſetzes der
Ge=
danke eines Wegfalles der
Einkommens=
ſteuerpflicht für die 3 unterſten
Steuer=
klaſſen laut geworden iſt. Keinen Zweifel möchte
Redner darüber laſſen, daß dem zweiten Teil des
Er=
ſuchens, nach dem die geänderte
Vermögensſteuer=
veranlagung ſchon für 1911 veranlaßt werden ſoll,
nicht wird entſprochen werden können. Hierzu reicht
ſchon die günſtigſten Falles verfügbare Zeit nicht aus.
Auch dann nicht, wenn die vorliegende Materie mit
der Aenderung des Gemeindeumlagengeſetzes verquickt
wird, die vor Herbſt nicht wird verabſchiedet werden
können.
Frhr. v. Heyl zu Herrnsheim: Aus den
ge=
meinſchaftlichen Sitzungen der Ausſchüſſe habe er
erfah=
ren, daß auch hervorragende Mitglieder der Zweiten
Kammer geneigt ſind, auf den Gedanken dieſe Steuer
einzugehen. Wenn Herr Finanzminiſter Braun
ge=
ſagt habe, durch den Antrag dürfe die Höhe der
Ge=
ſamtvermögensſteuer nicht beeinträchtigt werden, ſſo
müſſe er doch erwidern, daß das hohe Haus ſich auf die
Höhe der Vermögensſteuer, wie ſie die Zweite
Kam=
mer beſchloſſen hat, dauernd nicht binden kann.
Die Zuſchläge ſind jeweils nur auf ein Jahr bemeſſen
und wir behalten uns vor, die Zuſchläge wieder zu
be=
willigen oder zurückzunehmen. Die Erhöhung der
Vermögensſteuer wurde nur vorübergehend
ausge=
ſprochen. Was die vom Herrn Finanzminiſter
ange=
zogene Befreiung der unterſten Klaſſen betrifft, ſo habe
dies mit dem Antrage keinen Zuſammenhang. Das
wurde in den Ausſchußberatungen nur beiläufig
er=
wähnt, als die Zweite Kammer beſchloſſen hatte, die
Zuſchläge der Einkommenſteuer nicht auf die drei
unterſten Klaſſen auszudehnen, zumal dann das Geſetz
hätte geändert werden müſſen. Wir haben darauf hin=
Seite 6e
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Nummer 64.
gewieſen, daß bei 30 Prozent Erhöhung die unterſten
Klaſſen nur mit wenigen Mark getroffen worden
wären. Alſo hängt der vorliegende Antrag weder mit
der Befreiung der unteren Klaſſen, noch mit der Frage
zuſammen, etwa eine Aenderung der dauernden
Ein=
nahmen aus der Vermögensſteuer herbeizuführen.
Der Antrag will lediglich eine Ungerechtigkeit
beſei=
tigen, die zweifellos in der Schätzung der
Grundver=
mögen beruht. Redner möchte hierbei der in den
Zeit=
ungen laut gewordenen Behauptung entgegentreten,
als habe der Finanzausſchuß der Erſten Kammer aus
egoiſtiſchen Gründen die Erhöhung der
Vermögens=
ſtener abgelehnt. Der Ausſchuß hat von vornherein
den Standpunkt vertreten, daß er zur Erhöhung der
Vermögensſteuer bereit ſei, wenn ihm das
Bedürf=
nis dafür nachgewieſen werde. Dieſes Bedürfnis ſei
ihm aber bis heute noch nicht nachgewieſen
worden. Es wurde behauptet, daß wir einſeitig nur
die Einkommenſteuer erhöht haben. Demgegenüber ſei
darauf hingewieſen, daß die progreſſive
Einkommen=
ſteuer die großen Vermögen viel höher belaſtet, als die
Vermögensſteuer, die nicht progreſſiv iſt. Des
ein=
gehenden beſpricht der Redner dann die programmatiſchg
Rede des Herrn Geheimerat Becker in der Zweiten
Kammer, die ſich im weſentlichen mit den
Grundgedan=
ken des Antrages einverſtanden erklärt. Die
Ver=
mögensſteuer beträgt in Heſſen zurzeit 70 Prozent, in
Preußen nur 25 Prozent. Die hierin liegende Gefahr
durch den Wegzug reicher Leute werde unterſchätzt.
Das Bedürfnis der Vermögensſteuer ſei noch nicht
nachgewieſen worden. Es iſt im Gegenteil in der
Zweiten Kammer der von der Regierung mobil
ge=
machte Fonds für Bad=Nauheim wieder eingeſtellt
worden, dazu iſt noch ein erheblicher Betrag auf
Vor=
rat bewilligt worden. Redner führt dann eine ganze
Reihe von Fällen an, in denen große
Schätzungsunter=
ſchiede vorkamen, zum Beweiſe für die Notwendigkeit
einer Aenderung der Beſtimmungen. Das Verhältnis
der Einkommensſteuer zur Vermögensſteuer ſei
durch=
aus ungerecht. 100 Mark Einkommensſteuer
entſpre=
chen zirka 400 Mark Vermögensſteuer. Dieſe
Diffe=
renz beweiſt, daß die Schätzung des Grundbeſitzertrages
eine falſche iſt. Die Mißſtände ſeien geradezu
himmel=
ſchreiend. Man ſchätze Parks als Baugelände ein,
auch wenn ſie der Oeffentlichkeit zugängig ſind. Die
Parks dürften höchſtens als Ackerland bewertet
wer=
den. Auch die Zuſammenſetzung der Kommiſſionen
führe zu Mißhelligkeiten. Sollte die Zweite Kammer,
was Redner nicht annehme, den Antrag nicht für
ppportun erachten, ſo werden ſich daraus erhebliche
Schwierigkeiten für die Verabſchiedung des
Gemeinde=
umlagengeſetzes ergeben.
Finanzminiſter Braun Exz. ſtimmt dem
Vorred=
ner darin bei, daß die Erſte Kammer ſich betreffs der
Höhe der Vermögensſteuer nicht dauernd binden könne.
Das ſei ja verfaſſungswidrig, und das habe auch kein
Menſch verlangt. Was aber die Frage der Freilaſſung
der unterſten Klaſſen von der Einkommenſteuer
be=
trifft, ſo habe es ſich keinesfalls nur um eine beiläufige
Bemerkung gehandelt, ſondern um eine recht beſtimmte
Stellungnahme, was der Wortlaut der Erklärungen des
Vorredners beweiſe. Es heißt da unter anderem: „Da
die bloße Entlaſtung der Stufen bis zu 900 Mark von
dem allgemeinen Zuſchlag rechneriſch kaum fühlbare
Erleichterungen bringen dürfte, ſo muß auch für die
Zukunft, ſoweit die wachſenden finanziellen Ergebniſſe
der beſtehenden Stenergeſetze es geſtatten, an dem
frü=
her aufgeſtellten Programm der Erſten
Kam=
mer feſtgehalten und die volllſtändige
Ent=
laſtung der unterſten Steuerſtufen, die das
Exiſtenzminimum nicht erreichen, ins Auge gefaßt
werden.”
Der Finanzausſchuß der Zweiten Kammer
hin=
gegen wollte nur die Steuerklaſſen unter 900 Mark
Einkommen von den Steuerzuſchlägen wieder
be=
freien. Es iſt doch ein großer Unterſchied zwiſchen der
Befreiung von Steuern überhaupt und von den
Steuer=
zuſchlägen. Der Bemerkung des Vorredners gegenüber,
daß die Notwendigkeit der Erhöhung der
Vermögens=
ſteuer noch nicht nachgewieſen ſei, weil im anderen
Hauſe über eine Million mehr bewilligt worden ſei,
iſt zu bemerken, daß es ſich außer der Summe für die
Kolonnaden in Bad Nauheim, deren Notwendigkeit
frü=
her auch die Erſte Kammer anerkannt hat, nur um
557000 Mark handelt, die als Reſerven für 1911
ver=
fügbar bleiben, als „Unfallverſicherungsprämie‟. Dieſe
Notwendigkeit der Vorſorge für 1911 ſei durchaus
be=
rechtigt, denn das jetzt ſchon ausgerechnete Defizit wird
1911 zirka 1¾ Millionen betragen. Es kann dabei nicht
von Bewilligung von Steuern auf Vorrat die Rede
ſein. Die vom Vorredner angezogenen Einzelfälle
kann Redner ohne Material nicht nachprüfen. Er
werde ſpäter darauf zurückkommen.
Freiherr v. Heyl bleibt dabei, daß es nicht richtig
ſei, ein Plus von Steuern zu bewilligen. Ohne äußerſte
Notwendigkeit ſolle man den Steuerzahler nicht
be=
laſten. Wenn das Geld vorhanden iſt, dann wird es
auch verbraucht, das iſt ja eine alte Erfahrung.
Uebri=
gens möchte er, um jeder Mißdeutung entgegenzutreten,
ausdrücklich betonen, daß er und der ganze
Finanzaus=
ſchuß dem neuen Finanzminiſter das größte
Ver=
trauen entgegenbringe und die größte
Bereit=
willigkeit, mit ihm zu arbeiten und ihn in ſeiner
ſchwe=
ren Aufgabe mit allen Kräften zu unterſtützen.
Finanzminiſter Braun Exz. dankt für das
Ver=
trauen. Doch ſei er trotzdem bedrängt von Sorge, wenn
ihm die Verabſchiedung des Budgets 1910 in einer
Weiſe erſchwert wird, daß er das Vertrauen nicht zu
rechtfertigen vermag.
Fürſt Stolberg=Roßla und Prinz Solms=
Braunfels ſind von der ja nicht ablehnenden
Er=
klärung des Finanzminiſters bekriedigt, während Exz.
Lippold eine präziſere Antwort gewünſcht hätte.
Frhr. v. Heyl weiſt noch darauf hin, daß der
An=
trag aus den gemeinſamen Verhandlungen der beiden
Ausſchüſſe herausgewachſen iſt.
Dann wird die
Debatte geſchloſſen.
Der Antrag wird einſtimmig
ange=
nommen.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft. Die Sitzung
wird um ½3 Uhr auf Dienstag, 22. März, vertagt.
*X* Der Finanzausſchuß der Erſten
Kam=
mer hat in ſeiner Sitzung von geſtern nachmittag, der auch
die drei Miniſter und mehrere Regierungskommiſſare
bei=
wohnten, die Etatsberatung erledigt und ſämtlichen
Kapiteln mit Ausnahme der Poſition Bad Nauheim
(Kap. 123) zugeſtimmt.
* Berlin, 16. März. Präſident Graf Schwerin=
Löwitz eröffnet 12,21 Uhr die Sitzung. Die
Etatsberatung des Auswärtigen Amtes
wird fortgeſetzt. Abg. Dirkſen (Rp.): In die Politik
Englands uns einzumiſchen, haben wir keine Veranlaſſung,
auch das Verhältmis zu Fraureich ſollehier nicht berührt
werden. Wir verlangen eine Politik der Stärke und
tat=
kräftigen Entſchloſſenheit. Wir ſind für eine reale, nicht
aber für eine ideale Politik. Bei der Mannesmann=
An=
gelegenheit iſt feſtzuſtellen, wieweit das Vorgehen der
Brüder Mannesmann in Einklang zu bringen iſt mit dem
Vertragsrecht und dem internationalen Recht, das wir zu bin, unſere Beziehungen zu den Mächten
freundſchaft=
beobachten haben. Mit der Erklärung, die Intereſſen lich zu pflegen, ohne dabei etwas anderes einzuſetzen,
Deutſchlands nachdrücklich wahren zu wollen, hat das Aus=
Mannesmann geräuſchlos arbeiten, werden ſie ihrer Sache
und derjenigen Deutſchlands am beſten dienen. Die
An=
griffe auf Preußen und den Reichskanzler, deſſen lauterer
Wille unbeſtritten iſt, weiſen wir entſchieden zurück.
(Bravo!) Unſere Handelspolitik hat in letzter Zeit manche
Erfolge gehabt. Gute Beziehungen zu der Auslandspreſſe
müſſen herbeigeführt werden. Das Auswärtige Amt
be=
darf einer Vermehrung ſeines Perſonals. Unvermutet
auf=
tretende Zwiſchenfälle können kaum mehr bewältigt
wer=
den. Für eine Unterſtützung der deutſchen Schulen im
Auslande ſind wir zu haben, ſoweit dies unſere Finanzen
es erlauben. (Bravo! rechts.)
Reichskanzler von Bethmann Hollweg:
Nachdem eine große Reihe von Rednern aus dem
hohen Hauſe die Mannesmann=Angelegenheit ausführlich
erörtert hat, ſehe ich mich genötigt, auch meinerſeits
ei=
nige Worte dazu zu ſagen, aus freien Stücken hätte ich es
nicht getan, nachdem die Angelegenheit in der Kommiſſion
ſehr eingehend beſprochen worden iſt. Ich glaube nicht,
daß die breite Erörterung dieſer Frage im Plenum dieſe
fördert. In der rückhaltloſen Vertretung der Politik, die
wir in der Mannesmannfrage befolgt haben, kann ich einen
umſo objektiveren Standpunkt einnehmen, als die
Grund=
linien dieſer Politik feſtgelegt waren, lange bevor ich die
Leitung der Geſchäfte übernommen habe. (Sehr richtig!)
Für mich liegt das entſcheidende Moment in dem dem
Reichstage aus dem Weißbuche bekannten Beſchluß des
diplomatiſchen Korps in Tanger vom 20. Anguſt 1908.
Durch dieſen Beſchluß haben ſich die Mächte darüber
ge=
einigt, daß ſie als Berggeſetz im Sinne des Artikels 112
der Algecirasakte nur ein Geſetz anſehen würden, das
vom Maghzen ihnen vor der Privilegierung bekannt
gege=
ben worden ſei, damit ſich das diplomatiſche Korps davon
überzeugen könne, ob es den Beſtimmungen des Artikels 112
der Algecirasakte entſpricht. Dieſem Erfordernis wird
das Berggeſetz vom 7. Oktober 1908 unzweifelhaft nicht
gerecht. Soll alſo Deutſchland dieſes Berggeſetz, auf
wel=
ches ſich die Mannesmannſchen Konzeſſionen ſtützen, als
gültig anerkennen, ſo muß ſich es in direkten Widerſpruch
mit den Beſchlüſſen des diplomatiſchen Korps vom 20.
Auguſt 1908 ſetzen. Wir müßten ſagen, daß dieſer
Be=
ſchluß für uns nicht bindend ſei. Kein tatſächlicher, kein
rechtlicher, kein politiſcher Grund gibt uns das Recht, von
dieſem Beſchluſſe vom 20. Auguſt 1908 einſeitig
zurückzutre=
ten. Man hat einen ſolchen Grund darin zu finden
ge=
meint, daß der Auguſtbeſchluß dem Geiſte des Artikels 112
nicht entſpräche. Das trifft das Weſen der Sache in keiner
Weiſe. Denn ſelbſt, wenn der Auguſtbeſchluß dem Geiſte
der Algecirasakte nicht entſpräche — ich beſtreite, daß dies
der Fall iſt, ich bin im Gegenteil der Anſicht, daß er aus
dieſem Geiſte heraus entſtanden iſt — ſelbſt wenn das
Ge=
genteil der Fall wäre, ſo bleibt doch der Auauſtbeſchluß
eine Vereinbarung, eine einmütige und von Deutſchland
extrahierte Vereinbarung der Mächte darüber, welche
Stel=
lung ſie gegenüber der Ausführung des Artikels 112 der
Algecirasakte einnehmen wollten. Wollten wir uns davon
losſagen, ſo würde das nichts anderes bedeuten, als dieſen
Vertrag brechen.
Meine Herren, zu einer Politik eines ſolchen
Vertrags=
bruches würde ich mich nicht hergeben. (Beifall.) Mögen
die wirtſchaftlichen Werte der Mannesmannſchen
Konzeſ=
ſion noch ſo hoch ſein, mag es noch ſo ſehr zu bedauern
ſein, daß ſie nicht in vollem Umfange verwirklicht werden
können, eine Lebensfrage Deutſchlands ſind ſie nicht.
Darum wird mich nichts beſtimmen können, das Wort zu
verletzen, das unſere Politik am 20. Auguſt 1908 in Tanger
eingeſetzt hat. (Bravo!) Hinter dieſem Geſichtspunkte
tre=
ten für mich alle übrigen Erwägungen völlig in den
Hintergrund. Soweit es innerhalb der Grenzen, die uns
durch die internationalen Verträge und Abmachungen
ge=
zogen werden, möglich iſt, die wirtſchaftlichen Intereſſen
der Herren Mannesmann zu fördern haben wir es getan
und werden wir es auch in Zukunft tun. Erleichtert iſt uns
dieſes unſer Vorgehen durch das Auftreten der Herren
Mannesmann bisher nicht. Ich habe nur den dringenden
Wunſch, daß die Herren Mannesmann für die Zukunft in
dieſer Beziehung Wandel eintreten laſſen. (Erneute
Zu=
ſtimmung.) Der Herr Abg. Streſemann hat geſtern die
Herausgabe des Weißbuches in der Mannesmann=
Angele=
genheit bemängelt. Er hat geſagt, das Auswärtige Amt
habe mit dieſer Veröffentlichung eine Flucht in die
Oeffent=
lichkeit angetreten. Dieſer Auffaſſung, meine Herren, muß
ich mit aller Entſchiedenheit widerſprechen. Ich hätte ſehr
gern von der Veröffentlichung des Weißbuches abgeſehen,
weil, wie ich ſchon vorher ausführte, die öffentliche
Dar=
ſtellung des ganzen Falles dem Auswärtigen Amte das
Eintreten für die Mannesmannſchen Intereſſen innerhalb
der Grenzen, die ich ſoeben ſkizziert habe, nicht erleichtert.
Nachdem aber die enragierteſten Vertreter der
Mannes=
mannſchen Intereſſen in einer energiſch betriebenen
Preß=
kampagne immer von neuem die Zurückhaltung des
Aus=
wärtigen Amtes als Furcht vor der Oeffentlichkeit
darge=
ſtellt haben, blieb uns gar nichts anderes übrig, als
öffent=
lich zu zeigen, daß das Auswärtige Amt nichts zu
verber=
gen hat. Damit verlaſſe ich dieſen Gegenſtand.
Der Herr Abg. Streſemann hat geſtern im Eingange
ſeiner Rede einen Rückblick auf unſere auswärtige Politik
in den letzten Jahren geworfen. Er hat dabei ebenſo wie
es der Herr Abg. Graf Kanitz vor ihm getan hat,
inſon=
derheit der von der Zuſtimmung von ganz Deutſchland
getragenen Pölitik des Fürſten Bülow während der letzten
Orientkriſis gedacht. Im Gegenſatz zu dieſer Politik der
Entſchloſſenheit und der Stärke hat der Herr Abg.
Streſe=
mann auf die Beunruhigung hingewieſen, die weite Kreiſe
der öffentlichen Meinung darüber erfüllt, ob ſeit dem
Ab=
gange des Fürſten Bülow die Intereſſen Deutſchlands in
der auswärtigen Politik noch genügend gewahrt ſeien. ſtehen wir voll und ganz hinter dem Staatsſekretär.
Meine Herren, der Herr Abg. Streſemann hat dabei, wie ich
gern anerkenne, in ſehr vorſichtiger Weiſe angedeutet, was
in einem großen Teile der Preſſe in den letzten Monaten
wiederholt und mit großer Schärfe unmittelbar als
Schwäche und Nachgiebigkeit unſerer gegenwärtigen
aus=
wärtigen Politik gebrandmarkt worden iſt. Gewiß, meine
Herren, gerade die auswärtige Politik ſteht mit Recht
unter der Kritik der öffentlichen Meinung. Aber ich möchte
es für ein gefährliches Beginnen halten, die Leitung der
auswärtigen Politik durch den Vorwurf der Schwäche
und Auslande zu diskreditieren (Lebhafte Zuſtimmung),
wenn man dieſen Vorwurf nicht durch ganz beſtimmte
Tatſachen beweiſen kann. (Erneute lebhafte Zuſtimmung.)
Es handelt ſich dabei nicht ſowohl um die Stellung oder
die Perſon des verantwortlichen Staatsmannes, ſondern
es werden dadurch Werte gefährdet, auf denen Deutſchlands terſchieden. Ein ſolcher Unterſchied darf nicht gemacht
Stelung in der Welt beruht. Nun, meine Heren, nöchte
ich fragen, kann mir irgend ein Moment genannt werden,
wo Deutſchland in neuerer Zeit in ſeiner Stellung zu den
Mächten Schwäche oder Nachgiebigkeit gezeigt hätte?
als den Willen, Deutſchlands Stellung in der Welt
wärtige Amt das Notwendige getan. Wenn die Brüder nachhaltig, aber loyal, zu vertreten. (Lebhafte
Zuſtim=
mung.) Ich habe dabei den Eindruck gehabt, daß wir
dabei nicht ſchlecht gefahren ſind. (Erneute
Zuſtim=
mung.) In einem will ich dem Abg. Streſemann
durchaus beipflichten. Auch ich bin der Anſicht, daß es
von Jahr zu Jahr eine größere und bedeutungsvollere
Aufgabe unſerer Politik wird, die wirtſchaftlichen
In=
tereſſen Deutſchlands im Auslande zu fördern, und
ich bin mit ihm der Anſicht, daß unſer diplomatiſcher
Dienſt gerade auf dieſe Seite unſerer Aufgabe ganz
be=
ſonders eingeſtellt werden muß. (Sehr richtig.) Ich
begrüße in dieſer Beziehung einen großen Teil der
Ausführungen, welche ſoeben der Abg. Dirkſen
bezüg=
lich der Rekrutierung unſerer diplomatiſchen
Beamten=
ſchaft gemacht hat, und ich bitte den Reichstag,
über=
zeugt zu ſein, daß ich in vollem Bewußtſein der Größe
gerade dieſes Teiles meiner Aufgabe ihr auch alle
meine Kräfte widmen werde. (Lebhafter Beifall.) Im
Zuſammenhange mit dieſer Frage, die einen Teil der
Frage des Schutzes der Deutſchen im Auslande bildet,
möchte ich auf die Frage des Herrn Abg. Streſemann,
bezüglich eines Staatsangehörigkeitsgeſetzes, folgendes
bemerken: Ich habe ſchon in meiner früheren Stellung
als Staatsſekretär des Innern Gelegenheit gehabt,
mich dieſer Frage zu widmen. Als ich mein
geren=
wärtiges Amt übernommen habe, habe ich gefunden,
daß eine für die Aufſtellung eines Geſetzes beſo ders
wichtige Frage durch die gegenwärtigen Vorarbeiten
nicht genügend aufgeklärt zu ſein ſchien. Ich bin
des=
halb genötigt geweſen, dieſe Frage noch einmal dadurch zu
approfondieren, daß wir unſere auswärtigen
Miſſio=
nen um Mitteilungen über ſpezielle Dinge gebeten
haben. Ich habe dieſes getan, gerade zu dem Zweck,
um durch dieſes Geſetz den Bedingungen, unter denen
die Deutſchen im Auslande leben, in möglichſt
prak=
tiſcher Weiſe gerecht zu werden. Wenn es dadurch
un=
möglich geworden iſt, wie ich urſprünglich gehofft hatte,
noch im Laufe der gegenwärtigen Seſſion dem
Reichs=
tage den Geſetzentwurf vorzulegen, ſo werde ich doch
auch perſönlich beſtrebt ſein, die Frage ſo zu fördern,
daß nicht mehr zu lange Zeit vergeht, bis dieſer
ein=
mütig vom deutſchen Reichstage geteilte Wunſch zur
Erfüllung gebracht wird. (Lebhafter Beifall.) Zum
Schluſſe laſſen Sie mich noch einige wenige Worte über
das Verhältnis der Parteikonſtellationen zur
auswär=
tigen Politik ſagen: Der Herr Abg. Graf Kanitz hat
geſtern ſeine Rede mit der Aufforderung geſchloſſen,
trotz aller Meinungsverſchiedenheiten in Fragen der
inneren Politik die auswärtige Politik unſeres Landes
durch den einmütigen Willen des Reichstages zu
tra=
gen. Ich weiß nicht, ob der Abg. Graf Kanitz damit
an Aeußerungen in öffentlichen Verſammlungen
ge=
dacht hat, die nach Preſſeberichten, die unwiderrufen
geblieben ſind, dahin gedeutet werden ſollen, ich werde
genötigt ſein, eine ſchwächliche und nachgiebige
auswär=
tige Politik zu leiten, weil ich keine feſte Majorität
des Reichstages hinter mir habe, und inſofern hätten
ſich die Zuſtände im Vergleich zu der Zeit des Blockes
weſentlich geändert. Ich möchte jedenfalls der Anſicht
des Grafen Kanitz beipflichten und ich möchte meinen,
auch die Parteien ſollten es von rechts bis zum
äußer=
ſten linken Flügel von ſich ablehnen, als ob ſie das
Maß der Unterſtützung, die ſie der Regierung in
Fra=
gen der auswärtigen Politik gewähren wollten,
ab=
hängig machten von der größeren oden geringeren
Zu=
friedenheit der inneren Politik. Mir. meine Herren,
iſt es wenigſtens noch nie in den Sinn gekommen,
mich durch die Angriffe, die mir wegen der inneren
Politik zuteil werden, auch nur um ein Geringes in
der auswärtigen Politik von der Linie abbringen zu
laſſen, die ich als die für Deutſchland gewieſene
an=
ſehe (Beifall), und ich werde dies auch nicht in Zukunft
tun, und ich hoffe dabei von dem Vertrauen getragen
zu werden, indem in allen Fragen, welche
die Stellung Deutſchlands in der Welt angehen, der
deutſche Reichstag einig ſein wird. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Liebermann v. Sonnenberg (wſchſtl.
Vgg.): Die Ausführungen des Abg. Scheidemann und
ſeine Ausfälle gegen die Gebrüder Mannesmann waren
ganz unberechtigt. Zweckmäßiger wäre es geweſen,
nach den Kundgebungen in der Kommiſſion über die
Mannesmann=Affäre hier nicht darauf einzugehen.
Gern treten wir auch für ſonſtige deutſche Intereſſen
ein und freuen uns, daß auch Geh. Rat Kirdorf trotz
ſeiner gegenteiligen perſönlichen Intereſſen das
Jn=
tereſſe Deutſchlands in dieſer Frage anerkennt. Die
Lage der Deutſchen im Auslande iſt ſo, daß der
ver=
laſſen iſt, der ſich auf das Auswärtige Amt verläßt.
Herrn von Jagow wiſſen wir für ſein Verhalten Dank.
Es ſollte erwogen werden, ob man den Demonſtranten
nicht nachhaltiger und ungefährlicher mit einer
Dampf=
ſpritze entgegentreten könnte. (Heiterkeit.) Die
In=
tereſſen der Deutſchen in Oeſterreich müſſen mit voller
Energie gewahrt werden. Beſeitigt muß auch der
un=
erträgliche Zuſtand werden, daß für unſere Beſchlüſſe
immer der Eindruck auf das Ausland als
ausſchlag=
gebend angeſehen wird. (Beifall rechts.)
Abg. Dove (fortſchrtl. Vpt.): Die Deutſchen in
Oeſterreich zu unterſtützen, würde auf eine
Einmiſch=
ung in die innere Politik eines fremden Landes
hin=
ausgehen. Wir erkennen an, daß ſich in letzter
Zeit=
unſere auswärtige Politik günſtig geſtaltet hat,
nament=
lich, da es zu einem freundſchaftlichen Verhältnis
ge=
kommen iſt. Die Brüder Mannesmann hätten ſich als
noch beſſere Geſchäftsleute gezeigt, wenn ſie ſich nicht
in einen derartigen Widerſpruch mit dem Auswärtigen
Amte geſetzt hätten, zumal ihre Rechte nicht ſo ganz
klar liegen. Das Ziel unſerer auswärtigen Politik
muß auf Erhaltung des Friedens gerichtet ſein; da
(Beifall links.)
Reichskanzler v. Bethmann Hollweg:
Der Abg. Liebermann v. Sonnenberg hat vorhin
auf das Auswärtige Amt und ſeinen verdienſtvollen
Leiter hier in dieſem Hauſe Angriffe gerichtet, die in
ihrer Allgemeinheit das Unerhörteſte ſind, was ich je
in meinem Leben hier gehört habe. (Sehr richtig.) Er
hat geſagt, der Deutſche im Auslande, der ſich auf das
Auswärtige Amt verlaſſe, ſei in der Welt verlaſſen.
und ich kenne keinen ſchärferen Vorwurf — vor dem In= Eine ſolche Behauptung weiſe ich mit
Entrüſtungezu=
rück, wenn kein Beweis da iſt, der eine ſolche
Behaupt=
ung rechtfertigt. Außerdem hat der Abg. v. Lieber=
mann — das ſoll für mich etwas Angenehmes ſein —
die Politik, die ich führe, und die Politik des
Auswär=
tigen Amtes, einer mir nachgeordneten Behörde, un=
Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Seite 7.
Wäimmer 64. ſol, kreſſen
Sie mich. Ich habe die Verantwortung zu tragen
und werde ſie tragen. Angriffe aber, wie wir ſie hier
gehört haben, weiſe ich als unerhört zurück (Beifall.)
Staatsſekretär Freiherr v. Schoen: In Marokko
liegen ſchwerwiegende deutſche Intereſſen, die wir ſtets
vertreten haben. Wir haben eine wirtſchaftliche
Betä=
tigung in Marokko ſtets unterſtützt und werden auch
die nicht geringen Intereſſen der deutſchen Gläubiger
fördern, die in der Staatsbank vertreten ſind. Ebenſo
werden wir es mit den deutſchen Kaufleuten halten,
mit den deutſchen Firmen, die nach Deutſchland arbeiten
und mit den in Caſablanca Geſchädigten. Alle dieſe
werden, wie wir zuverſichtlich erwarten, befriedigt
wer=
den. Die Anleihe wird dabei mit in Frage kommen.
Wir können neues Leben in Marokko erwarten, und
daß damit ein Aufſchwung unſerer Handelsbeziehungen
eintreten wird. Die neue Prüfungsordnung für die
jungen Diplomaten ſtellt höhere Anforderungen an ihr
Wiſſen und Können, namentlich hinſichtlich des
prakti=
ſchen Wirtſchaftslebens, und auch auf ſprachlichem
Ge=
biet. Das Auswärtige Amt erfordert eine
Perſonal=
vermehrung. Auch die Handelsſachverſtändigen im
Auslande möchten wir vermehren. Ganz
außerordent=
lich wird die Zeit und die Arbeit unſerer Konſuln und
Diplomaten, aber auch die des Auswärtigen Amtes
in Anſpruch genommen durch Rechtsanſprüche
In dem von Herrn Streſemann angeführten Fall eines
im Burenkriege geſchädigten deutſchen Farmers ſind wir
bei der engliſchen Regierung vorſtellig geworden und
den=
ken, ein Schiedsgericht darüber durchzuſetzen. In
perſön=
lichen Angriffen ſucht man mir den Makel undeutſcher
Geſinnung anzuhängen. Ich weiſe dies zurück, in dem
Bewußtſein, daß mein Tun und Trachten von keinen
an=
deren Rückſichten diktiert iſt, als dem Wohle des
Vater=
landes.
Ein Schlußantrag wird angenommen. Eine Reihe
von Titeln wird bewilligt. Bei dem Kapitel
Geſandt=
ſchaften und Konſulate erklärt Abg. Gothein
(fortſchr. Vp.): Das Verhalten der preußiſchen Regierung
iſt geeignet, unſere internationalen Beziehungen zu
erſchwe=
xen. — Abg. Görcke=Brandenburg (nl.): Ueber
man=
gelhaften Schutz der Deutſchen im Auslande wird viel
geklagt. — Staatsſekretär v. Schön: Die Beſchwerden
Haß’ haben ſich bis auf zwei untergeordnete Punkte als
unbegründet erwieſen. — Abg. Arning (nl.): Die
Be=
hauptungen Streſemanns ſcheinen mir doch nicht genügend
widerlegt. Wir bleiben dabei. daß bei der Mannesmann=
Affäre große wirtſchaftliche Intereſſen Deutſchlands auf
dem Spiele ſtehen. — Abg. Dr. David (Soz.): Billige
Gründe können die Gebrüder Mannesmann verlangen;
formelle Rechtsgründe können für ſie nicht aufrecht erhalten
werden. — Staatsſekretär v. Schön: Die Verhandlungen
betreffs der Grenzregulierungen zwiſchen Deutſch=Oſtafrika
und dem Kongogebiet ſind wieder aufgenommen worden.
Die Verhandlungen werden auf Grund freundſchaftlicher
Verſtändigung geführt. Von einer abſichtlichen
Verſchlep=
pung der Angelegenheit kann nicht die Rede ſein. Die
Beſchwerden über unſeren Vertreter in Caracas haben ſich
als unbegründet erwieſen. — Abg. Frank=Ratihor
(Zentr.): In Montenegro iſt ein Deutſcher ohne Grund
verhaftet und mißhandelt worden. Wir erſuchen um
Aus=
kunft über dieſen Fall. — Staatsſekretär v. Schön: Die
montenegriniſche Regierung hat nicht Anſtand genommen,
auf unſere Beſchwerde um Entſchuldigung zu bitten.
Miniſterialdirektor v. Körner gibt auf Anregung
Auf=
klärung über einzelne Beſtimmungen des portugieſiſchen
Handelsvertrages. — Abg. Scheidemann (Soz.): Die
Intereſſen der deutſchen Arbeiter in Braſilien ſind vom
deutſchen Generalkonſul in Rio de Janeiro nicht in
genü=
gender Weiſe wahrgenommen. — Miniſterialdirektor von
Frantzius: Die Darſtellungen des Vorredners ſind
nicht ganz zutreffend. Von dem zuſtändigen Konſul iſt
Be=
richt eingefordert worden.
Nach weiterer Debatte wird das Kapitel bewilligt. Bei
dem Titel geheime Ausgaben werden gemäß dem
Antrage der Budgetkommiſſion 300000 Mark geſtrichen und
ſodann der Reſt des auswärtigen Etats angenommen.
Es folgt der
Etat des Reichsſchatzamtes.
Abg. Frhr. v. Hertling (Zentr.) beantragt, von der
Erörterung der Eoſinfrage Abſtand zu nehmen und hierüber
erſt nach Oſtern zu verhandeln.
Eine weitere Regierungs=Erklärung zur
preußiſchen Wahlrechtsvorlage.
* Berlin, 16. März. In der heutigen Sitzung
des preußiſchen Abgeordnetenhauſes erklärte der
Mi=
niſterpräſident v. Bethmann Hollweg:
Nach=
dem die Herren Vorredner die Abſichten ihrer Parteien
für die Abſtimmung klargelegt haben, gebe ich namens
der Staatsregierung folgende Erklärung ab: „Die
Königliche Staatsregierung iſt bei Ausarbeitung der
Vorlage von der Auffaſſung ausgegangen, daß an dem
Beſtehen des abgeſtuften Wahlrechts grundſätzlich
feſt=
gehalten werden muß, und daß das direkte und geheime
Wahlrecht gleichzeitig nicht gegeben werden kann. Sie
hat ſich aus den Gründen, die ich bei Einführung der
Vorlage hier darzulegen die Ehre hatte, dahin
entſchie=
den, die indirekte Wahl durch die direkte Wahl zu
er=
ſetzen, die Oeffentlichkeit der Wahlhandlung aber
auf=
recht zu erhalten. Die Königliche Staatsregierung hält
dieſe Löſung auch heute noch für die zweckmäßigſte;
wenn ſich indeſſn eine erbebliche Mehrheit in dieſem
hohen Hauſe dahin entſcheidet, die indirekte Wahl
auf=
recht zu erhalten und die geheime Stimmabgabe für die
Wahl der Wahlmänner vorzuſehen, ſo wird die
König=
liche Staatsregierung dieſe Löſung annehmen, ohne ſich
im übrigen an alle einzelnen Beſtimmungen des
Ent=
wurfes in ſeiner jetzigen Geſtalt zu binden.”
Die Wahlrechtsvorlage wurde in 3. Leſung
nach dem Kompromiß der Konſervativen und des
Zen=
trums bei namentlicher Abſtimmung mit 238 gegen
168 Stimmen angenommen. Dagegen
ſtimmten fünf Konſervative, ferner die
Freikonſer=
pativen mit zwei Ausnahmen, die Nationalliberalen,
die Fortſchrittliche Volkspartei, die Polen und die
So=
zialdempkraten.
Darmſtadt, 17. März.
* Rekurs gegen die Erhöhung der Schlachtgebühren.
Gegen den von der Stadtverordnetenverſammlung gefaßten
Beſchluß betr. Erhöhung der Schlachtgebühren haben die
intereſſierten Metzgermeiſter Returs beim
Kreisausſchuß eingelegt.
Schlußprüfung der Kaufmänniſchen
Fortbildungs=
ſchule. Geſtern nachmittag von 3—5 Uhr fand im
Schul=
lokale (Schulſtraße 9 (Hinterbau), die Prüfung der
Kauf männiſchen
Fort bild un
gs=
ſchule Darmſtadt ſtatt, der das
Kura=
torium der Kaufmänniſchen Fortbildungsſchule faſt
vollzählig, in Vertretung des Vorſitzenden Kommerzienrat
L. Frölich Herr Kaufmann Kölb beiwohnte. Es wurde
geprüft in Handelsgeographie, kaufmänniſches Rechnen und
Wechſellehre, franzöſiſcher Sprache, doppelter amerikaniſcher
Buchführung. Die Leiſtungen der Schüler waren im
allge=
meinen ſehr gut. Nach Beendigung der Prüfung hielt Herr
Kaufmann Kölb eine Anſprache an die Schüler, in der er
dieſe ermahnte, nun nach beendigter theoretiſcher
Ausbil=
dung auch in der Praxis weiterzuſtreben und fleißig
Selbſtzucht zu üben. In heutiger Zeit könne nur der
wirk=
lich tüchtige Kaufmann ſich behaupten und die Tüchtigkeit
verleihe neben theoretiſchem Wiſſen großes praktiſches
Kön=
nen. Die in der Prüfung am beſten beſtandenen Schüler
erhielten Prämien in Geſtalt guter Bücher.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 16. März. Ein engliſches Blatt, der
„Daily Chronicle”, brachte, angeblich aus zuverläſſiger
Quelle, die Meldung, daß die letzte Nordſeefahrt
des Kaiſers mit den Angriffen im Zuſammenhang
ſtehe, die im Reichstage gegen die Verwaltung der
Kai=
ſerlichen Werften gerichtet worden ſeien, und der Kaiſer
habe ſich, wie ſich das Blatt liebenswürdig ausdrückt,
perſönlich einen Einblick in die korrupten Verhältniſſe
auf den Kaiſerlichen Werften verſchaffen wollen.
Wir erfahren an maßgebender Stelle, daß an dieſer
Be=
hauptung kein wahres Wort iſt, und daß die
zuverläſ=
ſige Quelle die ganze Nachricht frei erfunden hat
* Berlin, 16. März. Gegen die Freiſprechung des
Gra=
ſen Pfeil hat der Gerichtsherr des 17. Armekorps von
Mackenſen in Danzig Berufung eingelegt.
* Karlsruhe, 16. März. Der König von
Schwe=
den traf um 9,39 Uhr hier ein und wurde am Bahnhof
empfangen vom Großherzog, der Großherzogin Hilda und
der Großherzogin=Witwe Luiſe. Ferner hatten ſich zur
Begrüßung eingefunden der Fürſt zu Hohenlohe=
Langen=
burg, der preußiſche Geſandte von Eiſendecher ſowie
Ober=
hofmarſchall Graf Andlaw. Der König von Schweden war
in Zivil; der Großherzog trug ſchwediſche
Generalsuni=
form. Nach herzlicher Begrüßung begaben ſich die
Herr=
ſchaften nach dem Reſidenzſchloſſe, wo der König von
Schweden Wohnung nehmen wird.
* Straßburg, 16. März. In der heutigen Sitzung
des Landesausſchuſſes für Elſaß=
Loth=
ringen wurde zur Abſtellung der
Friedhofſkau=
dale von der Lothringer-Gruppe eine Erklärung
ab=
gegeben, die die Regierung zur Vorlage eines
entſpre=
chenden Geſetzentwurfes auffordert. Die Regierung
lehnte ein Eingehen auf dieſe Erklärung ab, weil nicht
angegeben ſei in welcher Richtung ſich das Geſetz
be=
wegen ſolle. Von liberaler Seite wurde einer
Simul=
taniſierung der Friedhöfe das Wort geredet. Ein
ſol=
cher Geſetzentwurf würde die Zuſtimmung des Hauſes
finden. Die Lothringer rieten, ohne ihre Wünſche
ge=
nau zu präziſieren, daß die Regierung ſich mit der
Kirche ins Benehmen ſetzen ſolle, was das Zentrum
dahin auffaßte, daß die Lothringer auch die
konfeſſio=
nelle Scheidung der Friedhöfe wünſchten, wo das
be=
ſtehende Geſetz dies nicht zuläßt, ſobald nur ein Teil
der Gemeinde eine ſolche wünſchte.
* Brandenburg (Havel), 16. März. Bei den
Wahl=
rechtsdemonſtrationen, die geſtern abend nach
einer Verſammlung der Sozialdemokraten ſtattfanden,
kam es zu Zuſammenſtößen mit der Polizei, die mit
Flaſchen beworfen wurde. Die Polizei ging mit
blan=
ker Waffe vor und verhaktete mehrere Demonſtranten.
Einige Perſonen trugen Verletzungen davon.
* Wien, 16. März. Der Neſtor der öſterreichiſchen
Staatsmänner, Hiſtoriker und Herrenhausmitglied
Joſef Alerander Freiherr v. Helfert, iſt im 90.
Lebensjahre geſtorben.
* Trieſt, 16. März. Der König von Sachſen
iſt heute früh nach Dresden abgereiſt.
* Rom, 16. März. Reichskanzler v. Bethmann
Hollweg wird am Nachmittag des 21. März in Rom
eintreſen und am 2. März vom Alnig enpfangen
wer=
den. Am 22. findet im Quirinal ein Diner zu ſeinen
Ehren und am 2‟. ein Diner auf der deutſchen Botſchaft
ſtatt. Am 23. März gibt der Miniſter des Aeußeren
Guicciardini ein Diner zu Ehren des Reichskanzlers.
* Paris, 16. März. Aus verſchiedenen Teilen des
ſüdlichen Frankreichs werden
Ueberſchwemmun=
gen gemeldet. In der Nähe von Toulon iſt ein Haus
eingeſtürzt. Zwei Perſonen ſind tot.
H. B. Berlin, 16. März. Dr Schröder=
Pogge=
low, eine in kolonialen Kreiſen ſehr bekannte
Perſönlich=
keit und Beſitzer großer Plantagen in Afrika, iſt in Neapel
nach längerer Krankheit geſtorben.
H B. Kiel, 16. März. In den meiſten
Privatbetrie=
ben, namentlich im Baugewerbe, ruhte geſtern die
Ar=
beit faſt volſtändig. Auf der Germaniawerſt feierten
etwa 80 Prozent der Arbeiter. Auf der Howaldt=Werft
hatten 75 Prozent der Arbeiter die Werkſtätten verlaſſen.
Um 3 Uhr bewegten ſich zwei große Züge nach dem
Etabliſſement Waldwieſe hinaus. Es waren rund 10000
Perſonen, von denen höchſtens 4000 in den Saal hinein
konnten. Die übrigen hielten ſich bis zum Schluß der
Verſammlung in dem nahe gelegenen Seeburger Gehölz
auf. Dann zog die Menge nach der Stadt zurück,
unter=
wegs ſchloſſen ſich die von der kaiſerlichen Werft nach
Schluß der Arbeit kommenden Arbeiter an, ſodaß die
Ge=
ſamtzahl auf etwa 15000 Teilnehmer ſtieg. Die
Zugangs=
ſtraßen zu der Altſtadt waren durch Polizei abgeſperrt.
Als der größte Teil auf dem Wilhelmsplatze angelangt
war, ging die Polizei mit blanker Waffe vor und trieb die
Menge in die Nebenſtraßen. Dabei wurde die Polizei mit
Steinen beworfen und mehrere Schutzleute erlitten
Ver=
letzungen. Auch einige Schüſſe wurden aus der Menge
abgegeben. Schließlich kamen aus dem Innern der Stadt
Polizeiverſtärkungen, die energiſch gegen die Menge
vor=
gingen. Eine Anzahl Perſonen wurde von den Poliziſten
verletzt, zwei Arbeiter erhielten ſchwere Säbelhiebe über
den Kopf. Die Angaben über die Zahl der Verletzten
ſchwanken zwiſchen 10 und 15. Alle Eiſen= und
Metall=
arbeiter der Werft, die an den Demonſtrationen
teilgenom=
men haben, ſind, wie ſchon gemeldet, bis Samstag früh
ausgeſperrt.
Statt Karten.
Professor Dr. Bergmann u.
Frau Anna, geb. Petr,
beehren sich, die glückliche Geburt
einer Tochter anzuzeigen.
Darmstadt, den 16. März 1910.
ae
Seee
Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Die Fledermaus”.
Vorſtell ung um 8 Uhr im Orpheum.
Schubert=, Schumann=, Hugo Wolf=Abend um
8 Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard
Wagner=Verein).
Vortrag von Fräulein Marg. Beck um 5 Uhr im
Gemeindehaus (Kiesſtraße 17).
Vortrag von Profeſſor Dr. Meiſel um 8¼ Uhr im
Saal 326 der Techniſchen Hochſchule.
Prüfung im Konſervatorium für Muſik um 5 Uhr
(Mühlſtraße 70).
Hauptverſammlung der Gartenſtadt=Vereinigung
Hohler Weg-Dieburgerſtraße um 8½ Uhr auf
Hugen=
ſchütz’ Felſenkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (China und Tonkin).
Verſteigerungskalender.
Freitag, 18. März.
Brennholz=Verſteigerung um ½9 Uhr bei Wirt
Brücher zu Arheilgen.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Ober=
Ramſtädter Gemeindewa d; Zuſammenkunft am Diſtrikt
Buchwald oberhalb des Gemeinde=Steinbruch.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr im
Gundern=
häuſer Gemeindewald; Zuſammenkunft auf der
Herren=
wieſenſchneiſe am Pflanzgarten
Holzverſteigerung um 10 Uhr bei Wirt Heberer zu
Meſſel.
Druck und Verlag: L. C. Wiltich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacſel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſes
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Fur
die Oster=Feiertage
Kanmel
2
Vorzüslicher Feiertagstrunk!
Versand ab Dienstag, den 22. d. M.
Bestellungen hierauf nehmen jetzt schon die bekannten Verkaufsstellen, sowie die
Brauerei selbst — Telephon 385 — entgegen.
(5909dsm
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Nummer 64,
Wir haben besonders solche
Zusammenstellungen ge.
wählt, die sich für den Oster-
kauf eignen.
6 Paar Herren=Schweißſocken 95 Pfg.
1 Etagere mit 3 Doſen
(Kaffee, Zucker, Tee
NEUNE
Rosendekor
2 Paar Damen=Handſchuhe,
ſchwarz und farbig
1 große Kaffeemühle
1 Aermelbrett, 1 Plätteiſen 95 Pfg.
2 P. lange weiße Handſchuhe
1 Paar kurze Handſchuhe
1 Hackbrett, 1 Hackmeſſer
1 Streichholzbehälter
1 Butterſervice mit
Tablett, oder
Senfſervice mit
Tablett, oder
1 Citronenſervice mit
Tablett, oder
1 Butterdoſe
4 Paar Herren=Socken
1 Briefkaſten
1 Karton Briefpapier
1 Macco=Unterhoſe
Wichskaſten, 3 Bürſten
1 Doſe Primalin
1 Macco=Hemd
1 Kehrſchaufel, 1 Putztuch
1 Handfeger
1 Rahmſervice mit Tablett 95 Pfg.
1 Konfektkorb
1 große Kartoffelpreſſe
1 Pfd. Zucker, ½ Pfd.
Kakao, 1. Tafel
Block=
ſchokolade, 1 Paket
Eis=
waffeln, 1 Tüte Drops
1 Gießkanne, 2 Schaufeln
1 Kindereimer
3 Paar Eßbeſtecke (Solinger) 95 Pfg.
1 Raſiergarnitur mit Spiegel
95 Pfg
1 Stück Raſierſeife
1 Tablett
2 Taſſen m. Untertaſſ. (Goldr.)
2 Deſſertteller (Goldrand)
1 Garn. Küchenmeſſer (Iteil.) 95 Pfg.
1 große Gartengießkanne 95 Pfg.
1 Tiſchſchaufel mit Beſen
95 Pfg
Putzeimer, ½ Pfd. Seife
Putztuch
1 Paket Seifenpulver
2 Taſſ. m. Untertaſſ., 1 Tablett
Kaffeekanne (Porzellan)
1 Milchgießer (Porzellan)
1 Staubbeſen, 1 Abſeifbürſte
1 Schrubber, 1 Stiel
1 ovale Zinkwanne
Schubkarren
1 Karton Sandformen
4 Goldrandtaſſen m. Untertaſſ
4 Kaffeelöffel
1 Kaſtenwagen
Knallpiſtole
Karton Sandformen
6 Speiſeteller
3 Deſſertteller
Zwiebelmſtr
95 Pfg.
1 Glasaufſatz
6 Glasteller
1 großer Karren
1 große Teigſchüſſel
1 Bauerntiſch
1 Kompottſchale, 1 Butterdoſe
3 Kompott=Teller, alles Glas
1 Brennſchere, 1 Wellenſchere,
1 Brennmaſchine,
1 Waſchlappen,
1 Stück Toilettenſeife
3 Stück Milchtöpfe, emaill. 95 Pfg
Garderobenleiſte
1 Handtuchhalter
1 Wandſpiegel
1 Gummiball, coul., mit Netz 95 Pfg.
1 Milchträger, 3 Liter, emaill. 95 Pfg.
1 Tablett, 6 Weingläſer 95 Pfg.
1 Kuchenform, 22 cm, emaill. 95 Pfg.
Schultaſche, 1 Tafel,
1 Griffelkaſt., 1 Schwamm
1 Karton Griffel
1 Schwammdoſe
3 Krawatten
1 Spankorb mit
Brand=
malerei
4 Dtzd. amerik. Klammern
Pfund Kernſ eife
2 Pakete Seifenpulver
1 große Kaffeekanne, emaill. 95 Pfg
1 Kaffee=, 1 Milchkanne, em. 95 Pfg
1 elegante Schreibmappe 95 Pfg.
1 große, ovale Waſchſchüſſel 95 Pfg.
100 Bogen Briefpapier
100 Couverts
1 Wachstuchtaſche
120 Klammern
1 Wäſcheleine
1 Salatſeiher, emaill.
6 Globusnoten
1 Zeitungshalter für 7 Tage 95 Pfg.
1 Briefordner
1 Glas Tinte
1 Pfund gebrannter Kaffee 95 Pfg.
100 Papierſervieten
1 Tiſchläufer
1 Brotkorb mit Majolika
95 Pfg.
1 Neſt oder 1 Korb mit
Oſtereiern
1 Raſiergarnitur mit Meſſer 95 Pfg.
12 Stück — 1½ Pfd.
Blumenfettſeife
Handſchuhkaſten,
3 Stück Veilchenſeife
1 Garnitur Handwerkszeug 95 Pfg
1 Wäſcheleinenwickler 1 Wäſcheleine 60 Klammern 95 Pfg. 12 Rollen Kloſettpapier 93 Pfg. gr 1 garmierter Damenhut 95 Pfa. 1 Kaffeedecke 95 Pfg. 1 Bettvorlage, Perſer imit 95 Pfg. 1 Macco=Unterjacke 95 Pfg. farbige Garnitur ( Vor=hemd und Manſchetten)
1 breiter Selbſtbinder 95 ₰e 1 Jabot, 1 Damen=
Selbſtbinder,
1 Stickerei=Stehumlegkragen 3 Pfg. 2 farbige Matelotkragen,
1 Lavallier 95 Pfg. 1 Haargarnitur, Gteilig 95 Pfg. 1 Halskollier mit Behang 95 Pfg. 1 Kettenarmband,
Uhrkette, 1 Broſche 95 Pfg. 2 Friſierkämme,
Staubkamm,
1 Zahnhürſte 35 ₰a. 1 Herren=Uhrkette,
1 Taſchenkamm 95 Pfg. 1 ovaler Waſchkorb 95 Pfg. 1 Marktkorb, ganz Weide 95 Pfg. 1 Wachstuch=Tiſchdecke 95 Pfg. 100X120 cm groß Spülſchüſſel
Pfund Kernſeife
1 Abſeifbürſte 95 ₰. 1 Zwiebelkaſten, dek. 95 Pfg. 1 runde Zinkwanne 1 Spültuch 95 Pfg. 1 großer Emaille=Eimer 95 Pfg. 1 Kochtopf, 22 cm, m. Deckel 95 Pfg. Bettvorlage
1 Tülldecke 95 Pfg. Tiſchläufer
2 Tülldecken 95 Pfg. ½ Dutzend Taſchentücher
mit Namen, handgeſtickt 95 Pfg. *1 Dtzd. Linon=Taſchentücher 95 Pfg. ½ Dutzend Seiden=Batiſt
Taſchentücher 95 Pfg. 1 Hausſchürze mit Taſche 95 Pfg. 1 Stickerei=Untertaille
2 Halskrauſen 95 Pfg. farb. Zierſchürze m. Träger 95 Pfg. 1 Palme, 6 Blatt
1 Kübel 95 Pfg. 1 Waſſerkanne, emaill. 95 Pfg. Wäſchetrockner
60 Wäſcheklammer 95 Pfg. 1 Holzlöffelgarnitur 95 Pfg. 1 ovaler Brotkaſten 95 Pfg. Ein Posten
Rein-Aiummium 1 Kaſſerolle mit Stiel, oder
Pfanne mit Stiel, oder
1 Nudelpfanne mit Stiel 95 gfe. (591 [ ← ][ ][ → ]
1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
N 64.
Dannersiag, 17. März.
1910.
HERMANN BERGER
HOFLEEFERANT
ERNST-LUDWiGsTRASSE 10
ECKE DER MARKTPASSAGE
Die seit nahezu dreissig Jahren
bestehende Firma HERMANN
BERCER ist als Spezialhaus
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und infolge der Selbstfabrikation
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Geschmacksrichtungen Rechnung
Konserven:
Eingem. Erbsen (9 Qualitäten)
„ Erbsen u. Carotten (2 Qual.)
Prinzessbohnen (3 Qual.)
„ Schneidebohnen (5 Qual.)
„ Brechbohnen
„ Brech-Perlbohnen
„ Brech-Wachsbohnen
„ Kernbohnen (Flageolets)
„ Dicke Bohnen
„ Carotten
„ Gemischte Gemüse
„ Leipziger Allerlei
„ Tomaten, (ganze)
„ Tomatenpurée
„ Cardon
„ Artischockenböden
„ Stangenspargel (4 Qqual.)
„ Kopfspargel (2 Qualitäten)
„ Schnittspargel (4 Qual.)
„ Kohlrabi, ganze Frucht
„ Kohlrabi in Scheiben
„ Sellerie in Scheiben
Teitower Rübchen
„
„ Spinat, fein gewiegt
„ Morcheln
„ Champignons (5 Qual.)
„ Steinpilze
„ Pfifferlinge
Trüffeln
„
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Der ſchmale Weg.
Roman von Paul Bliß.
(Nachdruck verboten.)
Malwine ſtand ruhig da. — Weißt Du, wem zuliebe
ch hauptſächlich die alte Jungfer geworden bin? Es
cheint, Du haſt das vergeſſen. Dir zuliebe geſchah es!
Ils Mutterchen damals ſtarb, warſt Du noch ein Kind,
ind, damit Du nicht verwaiſt daſtandeſt, deshalb bin ich
u Hauſe geblieben. Das habe ich der Mutter am
Sterbe=
ett verſprochen! — So, nun weißt Du es, weshalb ich
amals jede Partie ausgeſchlagen habe.
Elsbeth war tief beſchämt, im erſten Augenblick wollte
e aufſpringen und der Schweſter Abbitte tun; dann aber
uollen wieder Trotz und Aerger in ihr empor, und ſo
lieb ſie ſchmollend ſitzen.
Malwine ſprach ruhig weiter: Und ſomit glaube ich,
vohl ein Recht zu haben, wenn ich Deine Art, das Leben
u führen, einer Kritik unterziehe.
Noch immer ſchwieg Elsbeth, trotzig und ſchmollend.
Und noch einmal erklang der Aelteren Frage: Was
Iſo iſt zwiſchen Dir und Herrn Stark geſchehen?
Nichts iſt geſchehen! Gar nichts iſt geſchehen! ſchrie
elsbeth nun erregt.
Doch Malwine blieb ganz ruhig. — Du biſt nicht offen
u mir. Ich ſehe deutlich, daß etwas geſchehen iſt.
Nun, wenn Du es ſo genau ſchon weißt, weshalb
tälſt Du mich dann noch mit Deinen Fragen? — —
Ich will Ehrlichkeit von Dir, Elsbeth! Ich habe ein
Anrecht auf Dein Vertrauen!
Und ich habe Dir nichts zu vertrauen! Kurz wandte
ſie ſich der Tür zu.
Aber Malwine hielt ſie zurück. — Bleib! Du ſollſt
mir Rede ſtehen!
Stumm ſahen ſie ſich in die Augen, beide nun zum
Kampf bereit.
Dann die Aeltere, ernſt und ruhig, aber mit
verhal=
tener Erregung: Herr Stark intereſſiert ſich für Dich —
mehr noch, er liebt Dich!
Schweigen, ſtarres Schweigen.
Jawohl, ich weiß es! Ich habe es deutlich geſehen!
rief Malwine, nun erregter werdend. Und Du — Du
weißt es auch!
Trotzig hob Elsbeth den Kopf. — Alſo gut — aber
was geht das Dich an?
Wieder ſahen ſie ſich einen Moment lang mit ſtumm
drohenden Augen an.
Plötzlich verlor Malwine die Beherrſchung,
ſchmerz=
durchzittert ſchrie ſie: Aber Du ſpielſt mit ihm!
Elsbeth ſchwieg.
Jawohl! Du ſpielſt mit ihm, wie Du mit allen bisher
geſpielt haſt!
Da ſagte die Kleine in eiſiger Ruhe: Es iſt nicht
wahr — wenn es aber ſo wäre, was ginge das Dich
denn an?
Es iſt doch wahr! Zu deutlich weiß ich es!
Ich frage noch einmal, was geht Dich das an?
Ich wit nich, deß du mit ihn ſoiaſt=
Ah! — Erſtaunt ſah Elsbeth auf.
Und da beſann Malwine ſich plötzlich — ſie hatte ſich
hinreißen laſſen! Allmächtiger Gott, wenn ſie ſich
ver=
raten hätte! . . . Und alle Kraft und Würde
zuſammen=
nehmend, ſagte ſie nun ruhig: Ich darf ſo etwas nicht
dul=
den. Gar zu leicht kann der Ruf eines jungen Mädchens
gefährdet werden. Wenn die Männer Dich erſt für kokett
und gefallſüchtig halten, dann ſpricht ſich ſo etwas bald
herum und dann bekommſt Du nie einen Mann.
Da lächelte die Kleine ſpöttelnd. — Alſo das iſt der
ganze Grund?
Iſt er nicht ſchwerwiegend genug?
Wieder dies Hohnlächeln der Jüngeren. — Dein
Intereſſe für meine Zukunft iſt einfach rührend; ich hätte
Dir ſo viel Anteilnahme nie und nimmer zugetraut.
Was ſoll Dein Hohn, Elsbeth? Warum dieſe
Komödie?
Wie? Ich, ich ſpielte Komödie? Ach nein, Du
ver=
wechſelſt wohl die Rollen — nicht ich, ſondern Du ſpielſt
hier Komödie!
Malwine fuhr zuſammen und ſtarrte ſie ſprachlos an.
Jawohl! Und eine unwürdige Komödie ſpielſt Du!
rief Elsbeth erregt. Meinſt Du denn, ich durchſchaue Dich
noch immer nicht!? Längſt ſchon habe ich etwas
Aehn=
liches geahnt, aber ich habe geſchwiegen — und ich hätte
auch länger geſchwiegen, wenn Du mir nicht jetzt die
Piſtole auf die Bruſt geſetzt hätteſt! . . . Nein, meine Liebe,
nicht ich, Du ſpielſt hier Komödie, Du allein! Du gibſt
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910
Nummer 64.
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vor, mein Beſtes zu wollen, und handelſt doch nur aus
kraſſem Egoismus — jawohl, ſo iſt es
aus kraſſem
Egoismus ſage ich! . . . Nicht weil Du für meine
Zu=
kunft fürchteſt, haſt Du ſo zu mir geſprochen, nein, nur weil
Du eiferſüchtig warſt — ſo iſt es!
Blaß und zitternd war Malwine auf einen Stuhl
ge=
ſunken, ſprachlos ſtarrte ſie die Schweſter an.
Die aber ſprach erregt weiter: Du, Du liebſt ihn!
Du möchteſt ihn für Dich haben! Mir gönnſt Du ihn
nicht! — So iſt es!
Bleich und ſtarr, einer Ohnmacht nahe, ſaß Malwine
da . .. es war ihr, als würden ihr die Hüllen von Leib
und Seele geriſſen . . . Es war ihr, als müſſe ſie vor
Scham in die Erde ſinken.
Da rief Elsbeth: Nun, ſo ſprich doch, ſo verteidige
Dich doch! Schilt mich doch eine Lügnerin, wenn Du es
kannſt!
Schweigen, ſtarres Schweigen.
Siehſt Du, Du kannſt es nicht! Alſo hab’ ich recht!
Du, Du warſt hier die Komödiantin! — So, und nun
will ich die Ehrliche ſein! . . . Ja, es iſt wahr, er liebt
mich, und ebenſo wahr iſt, daß auch ich ihn liebe —
ja=
wohl! Jetzt eben bin ich mir darüber klar geworden! . . .
Bisher habe ich ihm nichts gewährt und mich nicht
ver=
raten, mit keinem Wort, bisher nicht! Nun aber, wenn
er nun wieder mit werbenden Worten kommt, nun werde
ich ehrlich ſein, denn Du haſt mir jetzt die Augen geöffnet
— nun will ich ehrlich ſein! — Damit ging ſie hinaus.
Malwine aber ſaß da und weinte bitterlich . . .
7. Kapitel.
Auch an dieſem Abend ſaß Fritz wieder am
Schreib=
tiſch und ſah träumend in die ſummende Flamme.
Er wollte arbeiten, ſchaffen, ſich frei ſchreiben von dem,
was auf ihm laſtete — er konnte es nicht,
Qualvoll ſah er den Zeiger der Uhr weiter und weiter
rücken — Minute auf Minute entrann — ſie wurden zu
Viertelſtunden, zu Stunden — weiter und weiter in
raſt=
loſer Drehung — und noch immer ſaß er und ſtarrte
faſ=
ſungslos vor ſich hin.
Nichts, nichts — er konnte nicht arbeiten.
Und dabei das Herz ſo ſchwer, die Seele ſo voll, als
trüge er Zentnerlaſten mit ſich herum.
O, dieſe Qual! Dieſe Qual!
Wie ein Schrei ſaß es ihm im Innern, wie ein Schrei,
der ſich loszuringen ſtrebte, der nach Freiheit drängte und
doch nicht heraus konnte, weil die Kehle wie
zuſammen=
gepreßt war.
Er erhob die Arme zum Himmel und flehte: Gib mir
wieder Kraft zur Arbeit! Laß mich nicht verkommen in
dieſer Oede der Alltäglichkeit!
Da plötzlich — wie aus Himmelshöhen — ertönte
Muſik — ſie — ſie — ſie — ſie rief ihn ins Leben zurück!
Behutſam ſtand er auf, öffnete leiſe die Tür zum
Bal=
kon, der faſt über die ganze Breite des Hauſes entlang
reichte, und ſchlich ſich bis zur nächſten Tür, durch die er
in das nebenan liegende Zimmer ſehen konnte.
Ja! Sie war es! Sie ſpielte! Seine Holde war es!
In tiefe Andacht verſunken, ſtand er da, an die Mauer
gelehnt, und lugte behutſam durch die Glastür und
lauſchte ſtumm und ergriffen.
Aber irgend etwas verurſachte ein Geräuſch, und da
ſchrak er zuſammen und floh — leiſe, wie er gekommen
war — zurück in ſein Zimmer.
Und nun lauſchte er hier ihrem Spiel. Mit
geſchloſ=
ſenen Augen ſaß er da, wie in einen ſchönen Traum
ver=
ſunken, und lauſchte in andachtsvoller Ergriffenheit.
Plötzlich ward es ſtill — aber nur einen Augenblick.
Dann erklang das Spiel von neuem — und jetzt, jetzt
ſpielte ſie das Mignon=Lied und ſang dazu:
Kennſt Du das Land, wo die Zitronen blüh’n —
Da war es um ſeine Faſſung geſchehen — er preßt
beide Hände ans Geſicht und ſtarrte in wilder, wehe
Sehnſucht in die dunkle Nacht hinaus.
Das Lied! Das Lied!
All der Schmerz, all die Qual, alles, was ſo langſam
eingelullt war von der alles heilenden Zeit, alles war nur
aufgeweckt durch dies Lied.
Es ſchrie in ſeiner Seele, es brannte in ſeinem Herzen
es bohrte in ſeinem Hirn — das Heimweh nach der ver
lorenen Heimſtätte, das Heimweh nach dem Jugendglüdk
um das er betrogen war, die Sehnſucht nach dem Glüc
das er nie gekannt hatte — dies Weh, dies nagende, qué
lende Weh!
Alles, alles war wieder wach, alle die vernarbte
Wunden waren wieder offen, als ſeien ſie eben erſt ge
ſchlagen.
Dies Lied! Dies Lied!
Wie in wilden Schmerzen wand er ſich, dann ſpran
er auf, preßte das glühende Geſicht an die Scheiben ur
ſtarrte in die finſtere Nacht hinaus — — ach, wann, wan
würde es einmal anders werden? Wann würde auch ih
das Glückes Sonne wirklich leuchten? Bisher war ja alle
nur ein ſchöner Traum geweſen! — Wann? Wann?
Das Spiel nebenan war zu Ende.
Still, unheimlich ſtill war alles wieder.
Da ging er wieder zurück an den Schreibtiſch, ſo ve
zweifelt und haltlos, ſo qualvolles Weh im Herzen, ſetz
ſich nieder, drückte den Kopf in die Hände und ſchluchz
leiſe auf.
Minuten vergingen, er merkte es nicht, er hörte ur
ſah nicht, was um ihn geſchah, er war in ſeinem Traun
land.
(Fortſetzung folgt.)
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
ℳ 30.
Donnerstag, 1r. Mirz.
1910.
Grosh. Minſterium des Innern hat dem deutſchen Schriſtelleheim in Zena ſe. 20
die Erlaubnis erteilt, 35000 Loſe der im Jahre 1910 auszuſpielenden 5. und letzten
Serie einer Geldlotterie zum Beſten des deutſchen Schriftſtellerheims in Jena
inner=
halb des Großherzogtums zu vertreiben. Nach dem von der zuſtändigen Behörde
ge=
nehmigten Verloſungsplan dürfen 120000 Loſe à 1 Mk. ausgegeben werden. Zum
Vertrieb in Heſſen dürfen nur mit dem heſſiſchen Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe
gelangen.
Während der Zeit des Vertriebs der Loſe zur erſten Klaſſe einer Königlich
Preußiſchen Klaſſenlotterie iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen
nicht geſtattet.
Bekanntmachung.
Betr.: Polizei=Verordnung über die Sicherheit des Verkehrs auf der Landſtraße.
Wir bringen die nachſtehende Polizei=Verordnung wiederholt zur öffentlichen
Kenntnis und erwarten, daß die Vorſchrift des § 1 befolgt wird, damit die Sicherheit
des Verkehrs auf den Straßen zur Nachtzeit erhalten bleibt.
Die Großh. Gendarmerie und das Polizeiperſonal ſind beauftragt, den Befolg zu
überwachen und Zuwiderhandlungen anzuzeigen.
Darmſtadt, den 9. März 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Polizei=Verordnung.
Betreffend: Wie oben.
Auf Grund der Art. 78 und 48, V. 1. des Geſetzes vom 12. Juni 1874, die innere
Verwaltung und die Vertretung der Kreiſe und der Provinzen betreffend, ſowie des
§ 366 pos. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs wird unter Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes
und mit Ermächtigung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz vom
13. Juni l. J. (zu Nr. M. J. 15622) unter Aufhebung der Polizei=Verordnung vom
1. Dezember 1834 verordnet, was folgt!.
§ 1. Alle auf den innerhalb des Kreiſes Darmſtadt belegenen Staats= und
Kreis=
traßen ſowie den in dieſe Straßenzüge fallenden Ortsdurchfahrten nach Eintritt der
Dunkelheit verkehrenden Fuhrwerke miſen mit einer, an gut ſichtbarer Stelle
ange=
brachten brennenden Laterne verſehen ſein. Perſonenfuhrwerke, welche auf den erwähnten
Straßen während der genannten Zeit verkehren, müſſen durch zwei hel brennende
Laternen, welche zu beiden Seiten des Bocks anzubringen ſind, beleuchtet ſein.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Beſtimmungen unterliegen der Beſtrafung
rach § 366 des Reichsſtrafgeſetzbuchs (Geldſtrafe bis zu 60 Mk. oder Haft bis 14 Tagen).
§ 3. Vorſtehende Polizei=Verordnung tritt 14 Tage nach ihrer Publikation im
Darmſtädter Tagblatt in Kraft.
Darmſtadt, den 19. Juni 1890.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
v. Marquard.
Betreffend: Wie oben.
Darmſtadt, den 9. März 1910.
Das Großherzogliche Kreisamt Darmſtadt
rn die Großh. Bürgermeiſtereien der Landgemeinden und die Großh. Gendarmerie
des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, dem Befolg der Vorſchriften der obigen Polizei=Verordnung
beſondere Aufmerkſamkeit zuzuwenden und Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen.
Den Großh. Bürgermeiſtereien empfehlen wir, den Inhalt der Polizei=Verordnung
viederholt ortsüblich bekannt machen zu laſſen und das Polizeiperſonal mit
entſprechen=
der Weiſung zu verſehen.
(5456sid
Fey.
Gemeinden bekannt zu
machen, daß jede etwaige Uebertretung zur Anzeige gebracht wird.
(5942
J. B.: Dr. Reinhart.
Artikel 39 Ziffer 2 des Feldſtrafgeſetzes.
Mit Geldſtrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu einer Woche wird beſtraft:
„Wer Tauben zur Saat= oder Erntezeit innerhalb des durch die Ortspolizeibehörde
beſtimmten und öffentlich bekannt gemachten Zeitraums nicht eingeſchloſſen hält.”
Darmſtadt, den 15. März 1910.
Betreffend: Das Einſperren der Schlagtauben zur Saatzeit.
Das Großherzogliche Kreisamt Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Unter Bezugnahme auf den nachſtehend abgedruckten Artikel 39 Ziffer 2 des
Feldſtrafgeſetzes vom 13. Juli 1904 beauftragen wir Sie, die Zeit, in welcher die Tauben
Bekanntmachung.
Betreffend: Schießübungen des Leibgarde=Regiments Nr. 115 auf dem Schieß.
platz Meſſel.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß das Leibgarde=Regiment
Nr. 115 am
März von 11 Uhr vormittags bis 9 abends
d. 18.
e. 21. und 22.
„ 5 nachmittags
f. 1., 4., 5.
Sut
,
*
„
5
g. 14. und 15.
, „ 9 „
,
„ 9
h. 18., 19. und 21. „
ein Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz Meſſel abhalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel c. 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Richtung gegen die Wieſen am Rutſch=Bach.
Die Abſperrung des Geländes zu den genannten Zeiten wird erforderlich gegen
Norden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchl., gegen Weſten: Dammweg=
Brunnersweg ausſchl. gegen Süden: Forſthaus Steinacker=Steinhügel ausſchließl.,
gegen Oſten: alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches=Wieſe,
Sau=Wieſe, Schreiberts=Wieſe, Geishecke einſchl.
(4301a
Vor Betreten des Geländes während der Schießzeit wird gewarnt.
Darmſtadt, den 18. Februar 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. E.: von Starck.
(6315s
Bekanntmachung.
Betreffend: Schießübungen auf dem Truppenübungsplatz.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz
für den Monat März bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, am 7. März 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 11. 19 März 1910.
der Abſp.
von auer
ſperrung
bis Die Abſperrung
erſtreckt ſich 19. Märk Samslag Inſanterie un V. 5u N. Biez. Landgraben.
Darmſtadt, den 8. März 1910.
Betreffend: Die Führung der Rekrutierungsſtammrollen; hier Zu= und Abgänge
Militärpflichtiger.
Der Zivil=Vorſtzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
au die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf die Beſtimmungen des § 46 Poſ. 13 der Wehr=Ordnung vom
22. November 1888 (Neuabdruck im Reg.=Bl. Nr. 68 von 1901) hinweiſe, nach welcher
von jeder An= und Abmeldung eines Militärpflichtigen zur bezw. von der Stammrolle
infolge Aufenthaltswechſels, behufs Berichtigung der alphabetiſchen und Reſtanten=
Liſten, hierher Mitteilung zu machen iſt, empfehle ich Ihnen die entſprechenden Anzeigen
bei Anmeldungen unter Vorlage des Loſungsſcheins — für jeden Mann getrennt,
alsbald zu erſtatten.
(5446a
v. Werner, Regierungsrat.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
inden ſich: 1 Dachshund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
verden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
ag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung
das Feuer= und Unfallmeldeweſen betreffend.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der zurzeit in hieſiger Stadt vorhandenen
Infall= und Feuermeldeſtellen bringen wir hierdurch wiederholt zur öffentlichen
Lenntnis.
Dieſe ſind ſämtlich mit der Haupt=Polizeiwache im Polizeiamtsgebäude und der
Feuerwehrwache durch eine beſondere ſtädtiſche Fernſprechleitung verbunden und
derzeit, auch während der Nachtzeit, zugänglich. Sie ſind durch Schilder und während
er Dunkelheit durch Laternen mit grünen (bei Polizeiwachen blauen) Scheiben und
ntſprechender Inſchrift kenntlich gemacht.
Das Polizeiamt kann außerdem auch von jeder Fernſprechſtelle der Reichs=
Selegraphenverwaltung jederzeit, auch während der Nachtzeit, angerufen werden,
benſo die Feuerwehrwache in der Kirchſtraße (Telephon Nr. 1772).
Die Rettungswache der Freiwilligen Sanitätskolonne befindet ſich in
em Hauſe Bismarckſtraße Nr. 28.
(5923df
Darmſtadt, den 12. März 1910.
Großherzogliches Polizeiamt.
Dr. Kranzbühler.
Feuer= und Unfallmeldeſtellen in der Stadt Darmſtadt:
Im 1. Polizei=Revier:
Im IV. Polizei=Revier.
Alexanderſtr. 10 (Branddirektor Fiſcher). 1. Bleichſtraße 13 (Hofbäcker Mainzer).
2. Heidelberger Straße 17 (Oktroi=Erhebe=
. Kirchſtraße 9 (Polizeiwache).
ſtelle).
Kirchſtraße 11 (Feuerwehrwache).
Schulzengaſſe 3 (Frau Obmann Witwe). 3. Hügelſtraße 31/33 (Polizeiamtswache).
4. Karlsſtraße 55 (Kolonialwarenhandlung
Im II. Polizei=Revier:
von Jean Chriſt).
5. Rheinſtraße 55 (Oktroi=Erhebeſtelle).
Alexanderſtraße 26 (Polizeiwache).
6. Saalbauſtraße 29 (Kolonialwarenhand=
Arheilger Straße 43 (ſtädt. Faſelſtall),
lung von Wilhelm Bech.
Dieburger Straße 104 (Oktroi=Erhebe=
7. Waldſtraße 17 (Lohnkutſcher Fiſcher).
ſtelle).
Kranichſteiner Straße 58 (Oktroi=Erhebe=8. Waldſtraße 21 (Polizeiwache).
ſtelle).
Im Nordbezirk:
Frankfurter Straße 59 (Oktroi=
Erhebe=
ſtelle).
Pallaswieſenſtraße 33 (Bäckermeiſter
Schulz),
Schloßgartenſtr. 61 (Gendarmeriekaſerne).
Im III. Polizei=Revier:
Feldbergſtraße 19 (Bäckermeiſter Weiß).
Griesheimer Weg 25 (Gandenberger’ſche
Maſchinenfabrik).
Lagerhausſtraße 23 (Polizeiwache).
Pallaswieſenſtraße 121 (
Kolonialwaren=
handlung von Wilhelm Deeg).
Im V. Polizei=Revier:
1. Heidelberger Straße 112 (Oktroi=
Erhebe=
ſtelle).
2. Karlsſtraße 98 (Bäckermeiſter Hofmann).
3. Klappacher Straße 90 (Oktroi=Erhebeſtelle).
4. Ludwigshöhſtraße 4 (Polizeiwache).
5. Schießhausſtraße 64 (
Kolonialwaren=
handlung Axt).
Im VI. Polizei=Revier:
1. Erbacher Straße 41 (Oktroi=Erhebeſtelle).
2. Hochſtraße 44 (Schuldienerwohnung der
Viktoriaſchule).
3. Im Geiſenſee 9 (Lehrer Heinrich Schäfer).
4. Nieder=Ramſtädter Straße 51 (
Polizei=
wache).
5. Soderſtr. 79 (Bäckermeiſter Heinrich Lepp.)
Fahrbahn= und Fußſteigbefeſtigungen.
In dem durch die Stadtverordneten=Verſammlung feſtgeſtellten ſtädtiſchen Haupt=
Dranſchlag für 1910 der vom 15. bis einſchl. 23. März l. J. auf dem Stadthaus, Zimmer
r. 39 in den üblichen Geſchäftsſtunden offen liegt, ſind die unten verzeichneten
Fahr=
rhn= und Fußſteigebefeſtigungen aufgenommen, die im Laufe des Geſchäftsjahres zur
usführung gelangen ſollen. Wir empfehlen den Anliegern dieſer Straßenzüge, etwa
beabſichtigte Anſchlöſſe ihrer Grundſtücke an den Straßenkanal, an die
Verſorgungs=
rohre oder an die Fernſprech= und Lichtkabelleitung unter Beachtung der hierüber
gül=
tigen Beſtimmungen baldigſt herſtellen zu laſſen.
Zu Aufbrüchen der neuen Fahrbahn= und Fußſteigbefeſtigungen wird in den
nächſten Jahren die Zuſtimmung der Stadtverwaltung nur dann erteilt werden, wenn
die Geſuchſteller der Stadt gegenüber die Verpflichtung übernehmen, für alle infolge
des Aufbruches veranlaßten Schädigungen der Straßenbefeſtigung, insbeſondere auch
für die nachträglich etwa eintretenden Senkungen des Untergrundes, aufzukommen und
hierfür entſprechende Kaution hinterlegen.
Darmſtadt, den 15. März 1910.
Städtiſches Tiefbauamt.
Keller.
(5889df
Ord.=
Nr.
Straßenſtrecken
Bezeichnung
der auszuführenden Arbeiten.
A. Fahrbahnbefeſtigungen.
Frankfurter Straße zwiſchen
Oden=
wald= und Aſchaffenburger Bahn
Kaupſtraße zwiſchen Arheilgerſtraße
und Pankratiusſtraße
Soderſtraße längs des Kapellplatzes
Kleinpflaſterung auf vorhandenem
Chauſſeeunterbau.
Chauſſierung der Fahrbahn und
Pfla=
ſterung der Floßrinnen.
Kleinpflaſterung auf vorhandenem
Chauſſeeunterbau.
B. Fußſteigbefeſtigungen.
Kahlertſtraße zwiſchen Viktoria= und
Parkusſtraße
Kaupſtraße zwiſchen Arheilgerſtraße
und Pankratiusſtraße
Liebfrauenſtraße zwiſchen
Taunus=
ſtraße und Kranichſteinerſtraße
Niebergallweg und Ohlyſtraße längs
der Pauluskirche
Riedlingerſtraße zwiſchen Soderſtraße
und Nieder=Ramſtädterſtraße
Roquetteweg zwiſchen Hobrecht= und
Ohlyſtraße
Erſatz der Pflaſterfläche durch
Aſphalt=
belag.
Randſteinverſetzung beiderſeits.
Zementfußſteig auf der Nordſeite.
Moſaikfußſteig als Zugang zur
Paulus=
kirche.
Aſphaltfußſteig auf der Weſtſeite.
Moſaikfußſteig auf der Weſtſeite.
Letzte Brennholz-Verſteigerung.
Mittwoch, den 23. März l. Js., vormittags ½9 Uhr,
werden bei Wirt Brücher zu Arheilgen aus Bucheneck 21 und verſchiedenen Diſtrikten
der Forſtwartei Kranichſtein, aus Hengſtriedlache, Forſtwartei Einſiedel, und
nach=
trägliches Windfallholz aus Hirſchgarten 24 und Faſanerie 23, Forſtwartei Faſanerie,
verſteigert:
Nutzſcheiter, rm: 3,6 Eichen.
Scheiter, rm: 220 Buchen I. Kl., 185 Buchen II. Kl., 2,5 Hainbuchen, 93 Eichen
II. Kl. (vielfach für Wagner geeignet), 4 Birken, 1 Linde und 1 Ulme (beide
rund); Knüppel, rm: 118 Buchen, 2 Hainbuchen, 46 Eichen, 7 Birken,
11 Kiefern, 17 Fichten; Knüppelreiſig, rm: 23 Eichen; Reiſig, Wellen:
2980 Buchen, 3170 Eichen, (meiſt Stammreiſer in Diſtr. Luderplatte), 100 Birken,
1610 Kiefern (meiſt Stammreiſer); Stöcke, rm: 92 Buchen, 30 Eichen.
Das Holz iſt bequem abzufahren, da es größtenteils in nächſter Nähe der
Meſſeler Chauſſe ſitzt. Die Kiefernwellen ſitzen in Hengſtriedlache in der Nähe der
chauſſierten Speyerhügelſchneiſe. Blau unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert.
Auskunft erteilen Forſtwart Karn, Kranichſtein, Förſter Vöglin, Einſiedel und
Forſtwart Schmidt, Faſanerie.
(5888
Darmſtadt, den 15. März 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Nummer 64.
Laisenstr. 10.
Mee
Aess.baca
0
robeldeu, Lelephon 46l.
Keiniger Gesensel
(5904
Wir empfehlen unſere mehrfach patentierte und prämiierte große fahrbare Vacuum-Entstaubungsmaschine neueſter
Kon=
ſtruktion mit Motorbetrieb zur gründlichſten und durch die ſofortige Staubaufſaugung u.=Abführung hygieniſch äußerſt wich
tigen Entſtaubung von Wohnungen, Bureaus, Bibliotheken, Polſtermöbeln, Betten, Vorhängen uſw. und beſonders von
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pichen, welche wieder ein friſches, ſchönes Ausſehenbekommen. — Jede Beſchädigung ausgeſchloſſen. Vernichtung v. Motten u. Mottenbrut
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wechſeln mit Handentſtaubungsapparaten oder kleinen Maſchinen mit Motorbetrieb, da dieſe auch nicht annähernd die Saugkraft unſerer
Maſchine beſitzen und deshalb die Entſtaubung niemals ſo gründlich erfolgen kann. — Vorzügliche Empfehlungen u. Anerkennungen
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Großherzogl. Neues Gymnaſium zu Darmſtadt=
Donnerstag, den 17. März 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung vorausſichtlich für beſtimmt:
3 Büfetts, 10 Diwans, 4 Sofas, 10 Vertikos, 5 Schreibtiſche, 6 Kleiderſchränke,
2 Spiegelſchränke, 2 Trumeaux, 2 Pianinos, 5 Nähmaſchinen, 2 Fahrräder,
4 Seſſel, 100 Geſchäftsbücher, 40 Otzd. Servietten, 1 Brotgeſtell, 46 Meter=
Seidenfutterſtoff, 1 Heftmaſchine, 1 Kamera=Apparat, 100 Hüte, 1 Partie
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ziegel, Schieferſteine 3 Mille Zigarren und verſch. andere Gegenſtände;
ferner auf freiwilligen Antrag für beſtimmt:
1 hochfeines Büfett (nußbaum), 1 Silberſchrank (ſchwarz), 1 Trumeau
mit Marmorplatte, 2 Tiſche, 1 Küchenſchrank, 1 großer Teppich, 1
drei=
armiger Gaslüſter, 1 Schirmſtänder, verſch. Haushaltungsgegenſtände ꝛc.
Darmſtadt, den 16. März 1910.
(5899
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieger,
Bleichſtraße 9.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von folgenden
Früchten und Verbrauchsgegenſtänden in
der Zeit vom 1. bis 15. März 1910:
Weizen p. Sackà 100 Ko. v. Mk. 22.50 bis 24.—
„ 16.50 „ 17.—
Korn „ „ , „
Gerſte „ „ „ „ „ „ „ 14.— „ 18.—
Hafer
17.— „ 17.25
Butter ½ Kilo Mk. 1.40
Butter in Partien Mk. 1.30
Eier per Stück 8 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück Mk. 1.75
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 7.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 2.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 7.50
Heu per 50 Kilo Mk. 4.—
Darmſtadt, den 16. März 1910.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Vergebung von Wagnerarbeiten.
Die bei dem Tiefbauamt im
Rechnungs=
jahr 1910 vorkommenden
Wagnerunter=
haltungsarbeiten ſollen zu den in einem
Verzeichnis feſtgeſetzten Einheitspreiſen an
hieſige Meiſter übertragen werden.
Geeignete Bewerber werden eingeladen,
bis Donnerstag, den 24. I. Mts.,
vormittags 10 Uhr,
durch Anerkennung der bei uns
offenge=
legten Bedingungen ihre Bereitwilligkeit
zur Uebernahme zu erklären. (5905md
Darmſtadt, den 15. März 1910.
Städtiſches Tiefbauamt:
Keller.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 14. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die der Eva Diefenbach dahier
zu=
ſtehenden Immobilien:
Flur
Nr.
qm
II
710/10 586//10 Hofreite Kiesſtraße,
II
713½10 367
Holzplatz daſelbſt,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße 30,
zwangs=
weiſe verſteigert werden.
(K29/10
Darmſtadt, den 26. Februar 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L4715,64
Das neue Schuljahr beginnt Dienstag, den 5. April 1910
Anmeldungen werden im Schulgebäude (Lagerhausſtraße 25)
Freitag, den 1. April, vormittags von 9—12 Uhr,
angenommen.
Doch iſt der Unterzeichnete bereit, auch ſchon Freitag, den 18. und Samstag
den 19. März, vormittags von 10—12 Uhr, Meldungen entgegenzunehmen.
Großh. Direktion des Neuen Gymnaſiums zu Darmſtadt.
Dr. Forbach.
(5913
Vorſchule der beiden Gymnaſten.
Anmeldungen für ſämtliche Oſterklaſſen, ſowie für die erſte und zweite Herbſt
klaſſe nimmt der Unterzeichnete, ſoweit ſie nicht ſchon erfolgt ſind, noch Freitag, der
1. April, von 9—12 Uhr, im Direktorzimmer des Ludwig Georg=Gymnaſiums (Karl
ſtraße 2), entgegen; dabei ſind Geburtsſchein, Impfſchein und gegebenen Falls Abganas
zeugnis der bisher beſuchten Schule vorzulegen. — Wenn die Eltern ſchriftliche An
meldung vorziehen, erbitten wir ſie bis zum 29. März.
Da Anfänger im Herbſt nicht mehr aufgenommen werden, machen wir darau
aufmerkſam, daß Knaben, die vor dem 1. Oktober 1904 geboren ſind, bei genügende
geiſtiger und körperlicher Befähigung ſchon jetzt zu Oſtern aufgenommen werden können
Darmſtadt, den 14. März 1910.
Die Leitung der Gymnaſialvorſchule.
Dr. Mangold, Geh. Schulrat.
(5894ddd
Bekanntmachung.
Die geſtern und heute in Roßdorf
ab=
gehaltene Holzverſteigerung iſt
geneh=
migt. Die Abfuhrſcheine können vom 22.
ds. Mts. an bei den Kaſſen in Empfang
genommen werden.
(5903
Ober=Ramſtadt, 15. März 1910.
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
Daab.
Bekaunmachung.
Die Rückſeiten von 2 Millionen
Fahr=
ſcheinen und 200000 Knipskarten ſollen zu
Reklamezwecken verpachtet werden.
Pachtluſtigen wird von uns auf
münd=
liche oder ſchriftliche Anfrage nähere
Aus=
kunſt erteilt.
(5753md
Die Angebote ſind ſpäteſtens am 30. März
ds. Js. an uns einzureichen.
Darmſtadt, den 14. März 1910.
Städtiſche Straßenbahn=Verwaltung.
Bekanntmachung.
Montag, den 21. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Friedrich Herwigh in Worms
in hieſiger Gemarkung zuſtehende Hofreite:
Ni
Flur
qm
IV 3189145/10000 210 Kaupſtraße 31,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K166 09
Falls keine anderen rechtlichen Hinderniſſe
entigegenſtehen, kann Genehmigung der
Ver=
ſteigerung auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 1. März 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L4713,64
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 14. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Heinrich Geigals Eheleuten
dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Nr. qm
Flur
II 104¾/10 213 Hofreite Karlſtraße
Nr. 65½.
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Darmſtadt den 28. Februar 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
(L471s64
Frantz.
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß wird
hier=
durch zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
Ueber das Vermögen des Johann
Friedrich Trautwein, Kaufmanns in
Darm=
ſtadt, Inhabers der Firma Peters &
Traut=
wein, Holz= und Kohlenhandlung in
Darm=
ſtadt, wird heute, am 15. März 1910,
vor=
mittags 10 Uhr, das Konkursverſahren
er=
öffnet, da die Firma J. H. Stein, Köln,
den Antrag geſtellt, ihre Forderungen und
die Zahlungsunfähigkeit des
Gemeinſchuld=
ner glaubhaft gemacht, dieſer auch die
Zah=
lungseinſtellung eingeräumt hat.
Der Kaufmann Karl Dechert in
Darmſtadt wird zum Konkursverwalter
er=
nannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
6. April 1910 bei dem Gerichte
an=
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forde=
rungen auf
Donnerstag, den 14. April 1910,
nachmittags 4 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, Neues
Gerichtsgebäude, Zimmer 219, Termin
an=
beraumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 6. April 1910
Anzeige zu machen.
(5965
Darmſtadt, den 15. März 1910.
Der Gerichtsſchreiber
Großh. Amtsgerichts I zu Darmſtadt.
Kaufmännische Fortbildungsschule
Pnech
NMNDN
der Grosst. Handeiskammer Darmstaut
Das neue Schuliahr beginnt am Montag, den 4. April d. J. nachmittags 1 Uhr
Der Unterricht iſt auf 1—3 Uhr und an einzelnen Tagen auf 1—4 Uhr nachmittags feſteſetzt.
Die Aufnahme der neu eintretenden Schüler findet am 21. und 22. März nachmittags von
1—3 Uhr im Schullokale, Schulſtraße 9 (Hinterbau) durch Herrn Lehrer
Speckhardt=
ſtatt. Bei der Anmeldung, bei welcher die Aufnahmebedingungen bezogen werden
können, iſt die Vorlage des letzten Schulzeuaniſſes notwendig. Anmeldungen, nach
obigem Termine müſſen ſchriftlich unter Beilage des Zeugniſſes bis ſpäteſtens
den 29. März bei der Großh. Handelskammer eingereicht werden, doch können dieſe
nur Berückſichtigung finden, ſoweit noch Platz vorhanden iſt.
Das Schulgeld beträgt für das ganze Jahr 28 M. und bei Teilnahme am
franzö=
ſiſchen Unterricht, der fakultativ iſt, 36 M. Hierzu kommen noch etwa 5 M. für neu
anzuſchaffende Bücher.
Den ſich Anmeldenden wird ein Formular übergeben werden, auf welchem ſich ihr
Prinzipal perpflichtet, das Schulgeld der Kaufm. Fortbildungsſchule, welches
viertel=
jährlich pränumerando zur Erhebung gelangt, für ſeinen Lehrling während deſſen Lehr
zeit vorzulegen. Dieſes Formular iſt ausgefüllt und unterſchrieben beim Schulbegin;
am 4 April mitzubringen.
Der Beſuch der Schule verpflichtet auf 3 Jahre und entbindet die Schüler von
(5483sa
Unterricht in der allgemeinen Fortbildungsſchule.
Das Kuratorium:
Kommerzienrat L. Frölich.
Dr. Human
28
Dünger=Verkauf.
Samstag, den 19. ds. Mts.,
10 Uhr vormittags,
werden etwa 20 Haufen Matratzenſtreu und
der ſonſtige Dünger aus dem Stallzelt der
diesſeitigen reitenden Batterie an der
Eſcholl=
brücker Chauſſee meiſtbietend verſteigert.
Zuſammenkunft der Käufer zu genannter
Zeit an dem Schnittpunkte des Beſſunger
Weas und der Eſchollbrücker Chauſſee. (5957
Darmſtadt, den 16. März 1910.
II. Abteilung Feld=Art.=Regiments Nr. 25.
Aerztliche Beratungsſtelle für
Säuglingspflege im alt. Theater.
Am Freitaa, den 26. und Montag, den
28. März finden keine Sprechſtunden ſtatt.
Von Dienstag, den 5. April ab finden
die Sprechſtunden ſtatt:
(*6720
Montag und Mittwoch 5½—6½ Uhr
Dienstag und Freitag 5½—6½ Uhr
(ſtatt Montag und Donnerstag).
aſa
Teiline
4 Stühle und verſchiedene
Bilder faſt neu, billig zu
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Darmstädter Pädagogium
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Näheres durch den Leiter
M. Elias.
Wissenschaftliches u. Haushaltungsbensiom
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Beginn des Sommersemesters am 12. April.
Fortbildungskursus Deutsch, Französisch, Englisch (von Ausländerinnen
Geschichte, Geographie, Kunstgeschichte und Handarbeit. Pro Vierteljahr 45 Mk
pro Jahr 140 Mk. Praktischer Kursus: Kochen (Haushaltungslehrerin), Haushaltung
chemie, Handarbeit und Buchführung. Pro Vierteljahr 60 Mk., pro Jahr 180 Mk.
Kunstgewerbl. Fächer. — Prosp. u. näh. Auskunft tägl. von 11—12 Uhr. Aumel
bis 19. März u. am 12. April bei der Vorsteherin Frl. Dupré, Oberlehreri
Zur Besichtigung der am 17. und 18. März im Institut ausgestellten Handarbeiten (
(*6576r
Schülerinnen wird höflichst eingeladen.
2
Ohorsekdier
Leiter: Kapellmeiſter H. Landwich.
Beginn eines neuen Kurſus im April. Die Chorſtudien ſollen ſtimmbegab:
Damen und Herren, unterſtützt durch muſiktheoretiſche und geſanastechniſche Aus!
dung, inſofern dieſe hierbei in Betracht kommt, ſoweit fördern, daß dieſe im Star
ſein werden, eine Melodie oder Lied fehlerfrei vom B att zu ſingen. Anmeldung
(5426:
erbeten vormittags von 11—1 Uhr Nieder=Ramſtädterſtraße 53, I.
Unlterrichr im Zeichnen- u. Male
in Oel, Aquarell, Paſtell, auf Porzellan ꝛc., ſowie Anfertigung von Oel= r
Paſtellporträts, auch nach Photographien, und Kopieren älterer Bilder.
5623a)
Antonie Zimmermann,
63 Gervinusstrasse 63.
Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Seite 15.
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vormals Kirschbaum.
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Beginn des Sommersemesters: Dienstag, den 5. April.
Anmeldungen nehmen die Vorsteherinnen vormittags, Sandstrasse 20, entgegen.
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Seminar für Sprachlehrerinnen).
Das neue Schuljahr beginnt am 4. April. Anmeld. an den Vormittagen im
Schulhauſe, Neckarſtraße 5, mit Geburts=, Impfſchein und ev. letztem Schulzeugnis.
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ſtaatl. geprüfte Schulvorſteherin.
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Stenographie und Maſchinenſchreiben monatlich 12 Mk.
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Sprachen und Muſik 1 Mk. pro Stunde.
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Geſchäfts=
jahr 1909 auf 9 %
M. 54.— für die Aktien à M. 600.− Serie I
200.−
„ 108.−
36749
33501 bis Nr.
„ 36.− „ „ . . „ 1200.− „ II Nr.
36750
33502
(Dividendeſchein mit rotem Textdruck)
feſtgeſetzt.
Die Auszahlung erforgt ſofort gegen Auslieferung des Dividendeſcheines No. 17 bei
der Kaſſe unſerer Bank, ſowie bei unſeren ſämtlichen Pfandbriefverkaufsſtellen.
Bei all dieſen Stellen iſt der Geſchäftsbericht für das Jahr 1909 erhältlich. Wir
machen darauf aufmerkſam, daß wir unſere Aktien ebenſo wie unſere Pfandbriefe und
(5929D
Kommunalobligationen koſtenlos in Verwahrung nehmen.
Mannheim, 14. März 1910.
Rheiniſche Hypothekenbank.
(Nachdruck wird nicht honoriert.)
Slegtrieu Wagher-Abend.
Die von der Intendanz des Königlichen Theaters in Caſſel in Nr. 56 dieſes
Blattes gebrachte Notiz könnte den Anſchein erwecken, als ob ich niemals in einem
Vertragsverhältnis mit dem Königlichen Theater in Caſſel geſtanden hätte. Deshalb
erkläre ich hiermit, daß ich wohl mit der Königlichen Bühne in Caſſel Verträge
abge=
ſchloſſen hatte und auch daſelbſt geſungen habe, daß aber auf mein Erſuchen hin
dieſe Verträge aufgehoben worden ſind, wie ſich aus dem Wortlaut folgenden Briefs
ergibt:
Caſſel, den 14. Februar 1910.
Sehr geehrter Herr Raven!
Antwortlich Ihres gefälligen Schreibens vom 9. ds. Mts. löſt die
26. November
v. Js. abgeſchloſſenen Ver=
Intendantur hiermit Ihren unterm
1. Dezember
trag für die hieſige Königliche Bühne.
Mit Hochachtung
gez.: Bylandt.
Imübrigen bemerke ich, daß die Notiz, die mich als Heldentenor des Königlichen
Theaters in Caſſel bezeichnet, nicht von mir eingeſandt worden iſt, ſondern ohne mein
(5897
Vorwiſſen vom Protektor des Siegfried Wagner=Abends.
Caſſel, den 15. März 1910.
Ermst Heinz Raven.
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3½ do. Conſols . . . . 93,30
84,30
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94,30
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,90
93,00
do.
3½
83,80
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 101,5)
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,70
92,20
do.
3½
81,40
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93,70
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3½
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¼ Griechen v. 1887 . . 48,90
3¾/ Italiener Rente . . . 104,80
4½ Oeſterr. Silberrente . 98,70
do. Goldrente.
99,70
do. einheitl. Rente 94,90
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do.
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Rumänier v. 1903 . . 102,20
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do. v. 1905 . . 91,75
Ruſſen p. 1880 ₰. g. 4., 91,30
In Proz.
Sf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 90,60
do. v. 1905 . . . . 100,25
Schweden . . . . .
93,60
Serbier amort. v. 1895 83,30
Türk. Admin. v. 1903 88.80
do. unifiz. v. 1903 94,80
Ungar. Goldrente . . 95,40
do. Staatsrente . 92,6)
5 Argentinier . . . . . . 101,50
do.
91,20
4½ Chile Gold=Anleihe . 94,00
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,90
do.
99,75
4½
4½ Japaner
98,30
5 Innere Mexikaner . . 101,50
do.
3
Gold=Mexikan. v. 1904 96,50
5 Gold=Mexikaner . . . 102,90
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . . 142,20
4 Nordd. Lloyd . . . . 105,00
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 112,10
4 Gotthardbahs . . 2—
Sf.
In Proz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 159.30
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22,20
4 Pennſylvania R. R. 134,70
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 192,00
Werger=Brauerei
83,00
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 434,80
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Farbwerk Höchſt . . . . . 449,00
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Mannheim . . . . . . . 328,20
Lahmeyer . . . . . . . . . 107,20
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Phönix, Vergb. u.
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betrieb . . . . . . . . . 222,10
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. .
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,80
do.
3½
93,00
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,60
do.
ſteuerfrei
5 Oeſterr. Staatsdahn.
do.
98,60
alte
do.
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,80
do.
do.
58,30
Raab=Oedenburger . . 76,20
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,25
4 Kronpr. Rudoljbahn. 99.60
In Proz.
8f.
76.00
2¼/10 Livorneſer.
4 Miſſouri=Paciſic . . . 98,50
Bagdadbahn Mk. 408 87,00
-
Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . —
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 180,00
Darmſtädter Bank . . 135,80
4 Deutſche Bank . . . . 258,20
Deutſche Vereinsbank 128,30
Diskonto=Geſellſchuft . 196,20
Dresdner Bank . . . . 165,00
Mitteldeut. Kreditbk 121,00
Nationalbk. f. Deutſchl. 126,80
Pfälzer Bank . . . . . 101,40
Reichsbank . . . . . . 143,80
Rhein. Kredit=Bank 137,50
4 Wiener Bank=Verein
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,50
do. S. 19. . . . . 92,50
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
do.
3½
91,30
Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
92,60
Meining. Hyp.=Bank 101,00
31
do.
91,50
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
3½
do. (unk. 1914) 91,80
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
dge
3½
InProz.
95,50
91,80
92,10
Zf.
Städte=
Obligationen
Darmſtadt .. ... . 100,80
3½ do.
Frankfurt . . . . S. . 101,00
31
do.
Gießen . . . . . . . . 101,00
3½ do.
4 Heidelberg . . . . . . 100,50
3½ do.
4 Karlsruhe . . . . . . 101,20
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3½ do.
-
4
Mainz . . . . . . . . —
3½ do.
-
Mannheim . . . . . . —
5,
do.
4 München . . . . . . . 101,40
3½ Nauheim
92,00
Nürnberg . . . . . . . 101,60
3½ do.
92.60
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3½ do.
92,30
Wiesbaden . . . . . . 100,60
3½ do.
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3½ do.
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Verzinsliche
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Donau=Reg. fl. 100 143,50
93.60 13, Hall. Komm. ℳ. 100 —
Bt.
InPhro
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. . . .
. . 136,80
Oeſterr. 1860er Loſe 174,40
3 Oldenburger .
2½ Raab=Grazer fl. 150 115,50
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
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Engliſche Noten . . . . . 2143
Franzöſiſche Noten . . . . 81,25
Holländiſche Noten . . . . 168,35
Italieniſche Noten . . . . 89,95
Leſterr.=Ungariſche Noten 84,90)
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,00
7 39,00
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Nummer 64.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 64.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Nummer 64
Schlachtvieh= und Fleiſchbeſchau im Deutſchen Reiche.
Zahl der im 4. Vierteljahr 1909 beſchauten Schlachttiere.
Zahl der Tiere, an denen die Schlachtvieh= und Fleiſchbeſchau vorgenommen wurde
Pferde u.andere
Einhufer Ochſen Bullen Kühe Jung=
rinder
über
drei M Kälber
bis
nate alt Schweine Schafe Ziegen 5
5 51509 166812 118028 502 652 333397 1 180 396 4 278 294 721597 153 336 2 443 Dagegen im 3. Vierteljahr 1909 30306 161756 137037 440 955 354371 1313 202 3 574 008 799 786 43 693 1041 1909
„ 2. 29785 147800 134 188 416 087 262 548 1 493 502 3 636560 473017 190 396 1051 1909
„ 1.
, 39757 148 911 124688 441038 231 281 1149668 4041913 483 537 116879 2455
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Pf. Rennen zu Straußberg am 15. März.
Jubiläums=Handicap. 3000 Mark. Diſtanz 1600 Meter:
1. Hrn. L. Balls Don Carlos (Shurgold), 2. Hadrian
(C. Aylin), 3. Queckſilber (Raſtenberger). Tot. 127110,
Pl. 23, 14, 27:10. Unpl. Boulanger (4.), Kümmel,
Heimat, Süßmaul, Aſſalide, Windroſe. Sehr leicht
½— 1 Lg. — Jubiläums=Hürden=Rennen. 3000 Mark.
Diſtanz 2600 Meter: 1. Hrn. A. Brieſes Sageſſe (Roſak),
2. Mukden II (Brown), 3. Fresco (Baſtian). Tot.
35110, Pl. 17, 21:10. Unpl. George (4.), Diana,
Aſchen=
brödel II. Ueberlegen 2—½ Lg. — Begrüßungs=Jagd=
Rennen. Ehrenpreis und 2500 Mark. Diſtanz 3500
Meter: 1. Dr. F. Rieſes Reine du Jour (Beſ.), 2.
Loch=
lee (Herfeldt), 3. Kirſchwaſſer (Lt. P. Barthels). Tot.
21:10, Pl. 12, 49, 17110. Unpl. Coeur de Roſe, Turnſtile,
Sharpſhooter (Ax), Lady Ailbe, Swallow, Prognoſe,
Kannegießer. Sicher 1½—6 Lg. — Großes Jubiläums=
Handicap=Jagd=Rennen. Ehrenpreis und 4000 Mark.
Diſtanz 3500 Meter: 1. Mr. J. Edwards Balnault=
(Printen), 2. Mr. Girdle (Seiffert), 3. Elga (R.
John=
ſon jun.). Tot. 123:10, Pl. 35, 28, 62:10. Unpl. Blouſe
(4.), Kilruddery (53), Park Minſtrel, Sardanapal,
Aſchenbrödel, Our Bill, Epicier, Almaviva (gef. und
erſchoſſen). Scharfer Kampf 1—14 Lg. bis Kopf.
Blumenthal=Jagd=Rennen. Ehrenpreis und 2500 Mark.
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iſtanz 3000 Meter: 1. Oberſtlt. Frhr. v. Reitzenſteins
Tugela (Beſ.), 2. Raroa (Lt. Gr. Schmettow), 3. Calino
(Dr. Voigt). Tot. 104:10, Pl. 39, 34:10. Unpl. Nelke (4.),
Termagant, L’Abbes May. Scharfer Kampf Hals bis
½ Lg. — Preis vom Quaſt. 2000 Mark. Diſtanz 3000
Meter: 1. Dr. G. Pachallys Vigilant (Baſtian), 2. Old
Tom (Weißhaupt), 3. Symphony (Neumann). Tot.
33:10, Pl. 15. 19, 82:10. Unpl. Angelique, Sea Gal (4.),
Escamillo, Gin, Tithonogen, Viceober, Danilo IIII.,
Lobelia, Pouilly. Leicht 1—4 Lg.
Rg. Berliner Ringkämpfe. Im Zirkus
Sarraſani kamen am letzten Abend nur zwei
Kämpfe zur Entſcheidung, von denen die Begegnung
zwiſchen Jakob Koch und Paradanoff=Rußland
unent=
ſchieden verlief.
Im Entſcheidungskampfe ſiegte
Strenge=Berlin nach 50 Min. über Laſſarteſſe=
Frank=
reich. Im Palaſt=Theater warf Bahn=Bremen
nach 13 Min. Kouba=Böhmen und Steurs=Belgien nach
3 Min. 29 Sek. den Franzoſen Carcanaque. Während
der dann folgende Kampf zwiſchen Aimable de la
Cal=
mette und John Pohl unentſchieden verlief, ſiegte der
Franzoſe Bervet im Entſcheidungskampf über den
Neger Zipps nach einer Geſamtheit von 1 Stunde
11 Min. 57 Sekunden.
Lt. Das Internationale Lawn=Tennis=
Turnier in Nizza war am letzten Tage wenig vom
Wetter begünſtigt, weshalb nur zwei Spiele
ſtattfin=
den konnten. Im Herren=Einzelſpiel um die
Meiſter=
ſchaft von Süd=Frankreich ſiegte Brarrazavol über
Baron Saillard 614, 6:2, und im Herren=Doppelſpiel
um die Meiſterſchaft von Süd=Frankreich de Struve=
G. Free über L. Grüder=Y. Reſirge 613, 6:2. Am Tage
vorher triumphierte Ritchie im Herren=Einzelſpiel
über H. de Bertoult 6:0, 6:3, und die deutſche
Meiſter=
ſchaftsſpielerin Gräfin von der Schulenburg im Damen=
Einzelſpiel um die ſüdfranzöſiſche Meiſterſchaft über
Miß M. Woods 6:2, 6:0.
Wem gehört das Geld?
Anfragen ſind unter Beilegung von 50 Pfg. in Marken für Schreib= und
Portoſpeſen und mit Angabe der voranſtehenden Nummer an die Redaktion
dieſes Blattes zur Weiterbeförderung, jedoch ohne Verbindlichkeit, zu richten
153. 5000 M. hat der Webermeiſter Heinr. Ludw.
Jochim Preſſentin hinterlaſſen. Er iſt 1825 als Sohn
des angeblich aus Marlow ſtammenden (?), in Roſtock
1820 mit Katharina Maria Eliſabeth Hagenmeiſter
ge=
trauten Webermeiſter Peter Ludwig Chriſtoph
Preſſen=
tin geboren. Erbberechtigte ſind gänzlich unbekannt.
154. 7000 Mark beträgt der Nachlaß der in Altona
im 82. Lebensjahre verſtorbenen Anna Katharina
Hen=
riette Schmuck. Sie war unverheiratet. Ueber ihre
Verwandten uſw. konnte nichts ermittelt werden.
155. In Amerika ſtarb der Koch Paul Bernhard
Kowalski, 1867 in Ohra bei Danzig geboren. Sein
Vater war der Arbeiter Auguſt Kowalski, ſeine Mutter
eine Antonie geb. Gegowski. Die Erben ſind
unbe=
kannt und werden geſucht.
156. In Amerika ſtarb eine Frau Johanna
Fried=
richs. In ihrem hinterlaſſenen Teſtament hat ſie ihre
Schweſter Minna Stolpe mit einem Legat bedacht. Die
genannte Erbin iſt aber nirgends aufzufinden. Wer
kann Näheres über ſie angeben?
157. Mit Hinterlaſſung einiger 1000 Mark iſt in
Schönfeld bei Greiz die 70jährige Frau Erneſtine
Chri=
ſtiane verw. Lippold geb. Schraps geſtorben. Die Frau
Hat für ſich ganz allein gelebt, und man ſagt, daß in den
letzten zehn Jahren ſie nie irgend welche Verwandte
beſucht haben. Erbberechtigte vermutet man in der
Gegend von Zeulenroda, doch iſt dies nicht beſtimmt.
Ler iſt nun Erbe?
158. In einem Berliner Krankenhaus verſtarb die
Wirtſchafterin Auguſte Paul. Sie iſt 1867 geboren als
uneheliche Tochter einer Minna Friegerike Paul, die
ihrerſeits die Tochter des Tuchmachermeiſters Karl
Ludwig Paul — 1798 in Eberswalde geboren — und
der Dorothea Wilhelmine geb. Streichhahn — 1814 in
Falkenberg i. M. geboren — geweſen iſt. Für den
Nach=
laß konnten noch keine Erben ermittelt werden.
159. Geſucht werden die Erben für den Nachlaß
einer Eliſe Friederike Schubart, 1802 in Hamburg
ge=
boren.
160. Als Erbe wird geſucht der Schmied Karl Lucas,
1882 in Ohrdruf geboren.
161. Im Jahre 1906 wurde bei Bingen die Leiche
eines etwa 35 bis 40 Jahre alten Mannes aus dem
Rhein geländet. Der Mann hatte 180 Mark bei ſich.
Seine Perſönlichkeit konnte bisher nicht feſtgeſtellt
wer=
den. Für die 180 Mark werden die Erben geſucht. Das
Kopfhaar des Ertrunkenen war dunkelbraun, das
Ge=
ſicht glatt raſiert; der Mann trug einen
dunkelgraukar=
rierten Joppenanzug. Am 24. Juni 1906 hat er ſich, wie
aus einer vorgefundenen Anſichtspoſtkarte hervorgeht,
im Bahnhofshotel in Kaſtel aufgehalten.
162. In Thurndorf bei Auerbach i. d. Oberpfalz
ſtarb ein lediger Johann Joſeph Gradl. Ein Teſtament
hat er nicht hinterlaſſen. Bezüglich ſeiner Verwandten
konnte bisher nur ermittelt werden, daß er eine
Schwe=
ſter „Maria” hatte, die ſich in den 70er Jahren in
Kul=
main, im Bezirksamt Kemnath, mit einem
Eiſenbahn=
arbeiter — Name unbekannt — verheiratet haben und
eine Tochter, ebenfalls mit Namen Maria, gehabt ha
ſoll.
163. Im Jahre 1907 ſtarb in Landeshut in Schle
eine unverehelichte Auguſte Vielhauer. Erben
bekannt.
Vermiſchtes.
Die Tauernbahn. Für alle diejenigen, die es
leiſten und einmal ein neuerſchloſſenes Stück Alpenl
aufſuchen wollen, unternimmt Joſ. A. Lux in
Gartenlaube” eine Entdeckungsfahrt, die durch
Reihe von hübſchen Landſchaftsbildern veranſchau
wird. Es iſt die Tauernbahn, die uns hier in A
und Bild von einem berufenen Kenner des Landes
zeigt wird. Sie ſtellt die kürzeſte Eiſenbahnverbind
zwiſchen Dentſchland und Trieſt her und iſt wirtſch
lich und ſtrategiſch ſicher von großer Bedeutung.
gilt ſie hier als Mittel, eine intereſſante Landſe
kennen zu lernen. Eine ereignisvollere, aufregenk
abwechslungsreichere Fahrt iſt in Europa nicht
denken. In knapp neun Stunden werden vier
Gebirge erſtigen, Nord und Süd drängt ſich zuſamn
die Schönheiten reihen ſich dicht aneinander wie
einer Perlenſchnur, damit die felix Austria geſchm.
iſt. Legendenhafte Städte mit dem myſtiſchen Gle
der Vergangenheit, einſame Gebirgsdörfer, ſmaragdgr
Flüſſe, himmeläugige Seen, der tannenſchwarze H
wald, moosgrüne Almen, Gletſcherhäupter und dane
die vollen Fruchtſchüſſeln des Südens, die Olivenhe
Roſen und Wein am grauen Geſtein, an luftigen Logg
Terraſſen und Säulen emporrankend, eine blühw
Hafenſtadt mit Schiffen und luſtigen Wimpeln, die k
ſind wie eine Schar Vögel in der heitern Luft,
daneben der blaue Saphir des Meeres. Mehr k
man nicht verlangen!
Nur die echte Brotts Emulſion,
keine Nachahmung!
Der Weltruf von Seotts Emulſion
bürgt für die Güte des Präparates,
und die mit ihm erzielten Erfolge ſind
unbeſtritten. Billigere, vielfach
minder=
wertige Nachahmungen von Scotts
Emulſion hat es von jeher gegeben
und neue tauchen immer wieder auf.
Es hieße aber am
ver=
kehrten Ende ſparen, wenn
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man anſtelle des
altbewähr=
ten Original=Präparates
ſolche Nachahmungen kaufen
wollte, denn nur der
Er=
e
folg entſcheidet, und dieſen
t mit dieſer
tarke-demF
nte: hat die echte Scotts
Emul=
em G
zeichen des Sc
ſchen Berjahrens! ſion aufzuweiſen. Darum
Vorſicht beim Einkauf! Man beſtehe
darauf, die echte Scotts Emulſion mit
unſerer bekannten Fiſcherſchutzmarke zu
erhalten und laſſe ſich keine=
Nachahm=
ungen aufreden!
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Freitag, den 18. März, abends 8 Uhr,
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„Vom Mittelmeer zur Nordsee‟.
Eintritt für Nichtmitglieder 20 Pfg., für Mitglieder gegen Vorzeigen der Ein=
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ladungskarte frei.
Der Vorstand.
Deuſcher Lautbeamten Verein (E. A)
Zweigverein Darmſtadt.
Wir machen hierdurch unſere Mitglieder nochmals aufmerkſam auf den am
Samstag, den 19. März crt., abends ½9 Uhr im Vereinslokal, Bier-
Restaurant Sitte (Gelber Saal),
ſtattfindenden Vortrag des
Herrn P. O. Rüppel aus Berlin,
Sekretär des Bundes deutſcher Bodenreformer, über:
„Eine Einführung in die Lehren der deutſchen Bodenreform.”
(5939
Intereſſenten iſt der Zutritt gerne geſtattet.
Der Vorſtand.
Kaisersaal.
Samstag, den 19. und Sonntag, den 20. März, abends 8¼ Uhr:
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Schüler die Hälfte der Abendpreiſe. — Vorverkauf für Sonntags=Vorſtellung
auch am Sonntag von 2—6 Uhr im Kaiſerſaal.
NB. F. Cumberland’s Séancen ſind faſt überall ausverkauft. Es
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iſt empfehlenswert, ſich rechtzeitig mit Karten zu verſehen.
Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Donnerstag, den 17. März, abends 8¼ Uhr, in der Techn. Hochschule, Saal 326:
Wiederholung des „Kometen-Vortrags” mit neuen Lichtbildern
von Prof. Dr. Meisel.
Eintrittskarten zu 30 Pfg.; Mitglieder und angeſchloſſene Vereine 20 Pfg. am
Verkehrsbüro und bei Mylius, Heerdweg 2.
(5927
Musik-verein.
Protektor: Seine Königliche Hoheit der Grossherzog.
Viertes Konzert
im Winter 1909/10.
(Achtundſiebzigſtes Vereinsjahr)
unter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters Hofrat W. de Haan
und unter Mitwirkung
der Konzertſängerinnen Frau Astrid Lous aus Aachen und Frau
Paula Werner-Jensen aus Berlin; der Konzertſänger Herrn Karl
Satiler und Herrn Profeſſor Otto Freyiag aus Stuttgart, des
Stadt=
organiſten Herrn Wilhelm Borngässer ſowie der Grossherzoglichen
Hofkapelle.
Karfreitag, den 25. März 1910
Anfang abends 7 Uhr. — Ende gegen 10 Uhr
in der Stadtkirche:
Die Passionsmusik
nach dem Evangeliſten Matthaeus
für Soloſtimmen, Doppel=Chor, Doppel=Orcheſterkund= Orgel
von Johann Sebastian Bach.
für Nichtmitglieder vom 18. März ab erhältlich in
H A. Bergstraessers Hofbuchhandlung, Rheinſtr. 6,
Eintriffsharfen und bei Herrn Gustar Deeius, gegenüber der Stadt=
kirche (am Karfreitag nur bei dem Letztgenannten):
Numerierte Plätze im Mittelſchiff, Seitenſchiff, gegenüber der
Orgel und im Chor .
. Mk. 2.—
(für 3 Perſonen Mk. 5.—), Tertbuch 20 Pfg.
Nicht numerierte Plätze im Mittelſchiff, Seitenſchiff und Chor
Mk. 1.—
Donnerstag, 24. März, abends 7 Uhr. Eintritt Mk, 1.50.
Haupfprohe: Tertbuch 20 Pfg.
Zu Konzert und Hauptprobe kann nur eine beſchränkte Anzahl Eintrittskarten
käuflich abgegeben werden. Es empfiehlt ſich, die Karten möglichſt zeitig zu beſchaffen.
Die Kirche wird an beiden Tagen um halb 7 Uhr geöffnet.
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Seite 22.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 17. März 1910.
Nummer 64.
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8, ordentliche evangeliſche Landesſynode.
Die achte Sitzung der Landesſynode wurde geſtern
morgen um ¾9 Uhr eröffnet. Das Eröffnungsgebet
ſprach Prälat D. Dr. Flöring. Die Reſolntion zu
Rubrik I der Einnahmen des Voranſchlags, die, wie
berichtet, auf heute zurückgeſtellt wurde, hat jetzt
fol=
genden Wortlaut:
„Hohe Synode wolle Großh. Oberkonſiſtorium
er=
ſuchen, bei der Großh. Staatsregierung dahin zu
wir=
ken, daß im Falle der etwaigen Aufhebung des Geſetzes
vom 11. Jan. 1827 die in dieſem Geſetze verbrieften,
ge=
ſchichtlich begründeten Rechte der evangeliſchen Kirche
nur gegen völlige Schadloshaltung in Wegfall
kommen.”
Dieſe Reſolution wird einſtimmig angenommen.
Es folgt die Beratung über die Vorlage des
Ober=
konſiſtoriums betr. die Feier des Heiligen Abendmahles
in der franzöſiſch=reformierten Gemeinde in Offenbach
und Antrag des Syn.=Abg. D. Eger=Friedberg hierzu.
Hierüber war am Montag beraten worden. Der
Aus=
ſchuß hatte beantragt, den Gemeinden Offenbach und
Worms den Einzelkelch zu bewilligen, aber auch das
Oberkonſiſtorium zu erſuchen, auch fernerhin gleichen
Anträgen anderer Gemeinden eine proviſoriſche
Ge=
nehmigung nicht zu erteilen. (Den genannten
Ge=
meinden iſt bereits der Kelch bewilligt worden.)
Syn.=Abg. D. Eger beantragt hierzu, zu beſtimmen,
daß die fakultative Einführung des Einzelkelchs
ledig=
lich einer Beſchlußfaſſung des Kirchenvorſtandes der
Gemeinde und der Genehmigung durch das Oberkon=
ſiſtorium bedarf. — Der Ausſchuß nimmt den
Schluß=
ſatz ſeines Antrags zurück und will ihn anders
formu=
lieren. — Der Syn=Abg. D. Eck beantragt, daß nach
§ 27 der Kirchenordnung die vorläufige Entſcheidung
dem Oberkonſiſtorium allein überlaſſen werde. — Syn.=
Abg. Wahl nimmt den urſprünglichen
Ausſchuß=
antrag wieder auf. — Auf Antrag des Syn.=Abg.
Dr. Lueins wird die Sitzung unterbrochen, damit
der Dritte Ausſchuß inzwiſchen die Neuformulierung
des Antrages beraten kann. Dies geſchieht. Die
Be=
ratungen des Dritten Ausſchuſſes haben für die
Redak=
tion des Antrages folgendes Ergebnis gehabt:,
„Hohe Synode wolle erklären, daß in der Erteilung
der Genehmigung von Anträgen auf Einführung des
Einzelkelches zurzeit noch Zurückhaltung geboten ſei,
erkennt aber das Recht Großh. Oberkonſiſtprinms
ge=
mäß § 27 der Verfaſſung, Genehmigung vorlänfiger
Einführung zu erteilen, rückhaltlos an.”
Dieſer Antrag wird einſtimmig angenommen.
Die Syn.=Abg. D. Herrmann, D. Dr. Diehl
und Wagner haben einen Antrag auf
Neurege=
lung der Vorſchriften über die Führung
der Kirchenbücher eingereicht. Die am 12.
De=
zember 1875 erlaſſenen „Reglementären
Beſtimmun=
gen, betr. die Führung der Tauf=, Trauungs= und Be,
erdigungsregiſter in der evangeliſchen Kirche des
Großherzogtums” haben für die Kirchenbuchseinträge
die durch die Vorſchriften vom 24. September 1807
ge=
forderte prokokollariſche Form beibehalten, obwohl die
Kirchenbücher infolge des Reichsgeſetzes vom 6. Februar
1875, betr. die Beurkundung des Perſonenſtandes und
die Eheſchließung, den Charakter ſtandesamtlicher
Bücher verloren hatten und alſo eine Rückkehr zu
der früher üblichen Regiſterform angebracht
geweſen wäre. Es hat keinen Sinn, daß man den
Geiſtlichen die umſtändliche und zeitraubende Form
der jetzigen Kirchenbuchführung bezw. der
protokolla=
riſchen Einträge noch weiter zumutet, es empfiehlt ſich
vielmehr nach unſerer Meinung, daß man, ſach= und
zeitgemäße Aenderungen vorbehalten, zu der alten
Form der Liſtenführung zurückkehrt.
Bayer beantragt:
Ferner haben die Syn.=Abgg. Dingeldey u:
„Die Landesſynode wolle Großherzogliches Obe
konſiſtorium um baldigſte Abänderung der „Regl
mentären Beſtimmungen” vom 12. Dezember 1875, I
Führung der Tauſ=, Trauungs= und Beerdigung
regiſter in der evangeliſchen Kirche des Großherzo
tums betreffend, im Sinne einer vereinfachte
Kirchenbuchführung erſuchen.”
Der Dritte Ausſchuß beantragt:
„Hohe Synode wolle Großherzogliches Oberko
ſiſtorium erſuchen, den Anträgen, die Vereinfachu!
der Kirchenbuchführung betreffend, Folge zu geber
Der Ausſchußantrag wird nach kurzen erläuter
den Bemerkungen verſchiedener Syn.=Abgg. einſtin
mig angenommen.
— Darauf trat ein
Pauſe ein.
Nach der Pauſe wurde der letzte Punkt der Tage
ordnung beraten. Syn.=Abg. Wahl erſtattete den B
richt der 5. Wahlabteilung über die Wahl im Dekan
Worms. Es handelt ſich um die Beanſtandung d
Wahlen der Syn.=Abgg. Walter und Möllige
ſowie deren Stellvertreter Hoffmann und Enge
wegen Formfehler und Verſtoßes gegen wahlgeſetzlid
Beſtimmungen. Der Berichterſtatter verlieſt d
Protokolle und erläutert die rechtliche Lage.
Nach kurzen Bemerkungen der Syn.=Abgg.
Schloſſer, Schmeckenbecher, Völſing, Hai
ner und Eger erhält der Berichterſtatter wieder de
Wort. Da er nach Meinung verſchiedener Redner nie
objektiv vorgetragen hat, wird die Debatte auf Antre
des Syn.=Abg. D. Eck wieder eröffnet, in der die Syn
Abgg. Dr. Kratz, D. Eck, D. Schloſſer, Haine
und Wahl ſprechen.
Bei der Abſtimmung werden die Wahlen fü
gültig erklärt. Damit iſt die Tagesordnung er
ſchöpft.
Syn.=Abg. Lühl dankt dem Präſidenten, dieſe
den Schriftführern und Berichterſtattern. Nach de=
Gebet des Herrn Syn.=Abg. Schrimpf wird di
Synode um 12 Uhr geſchloſſen.
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