Darmstädter Tagblatt 1910


10. März 1910

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Inſerate
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173. Jahrgang

werden angenommen in Darmſtadt,
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk., aus=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
verbunden
mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
ſowie von unſeren Agenturen und
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
den Annoncen=Expeditionen. Bet
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 22 Seiten.

Die Führer der Berliner Hochſinanz Schiffsgäſte
des deutſchen Kaiſers.

C Das geſellſchaftliche Ereignis dieſer Woche, das
n den Salons und Klubs von Berlin aufs eifrigſte be=
prochen
wird, iſt die Teilnahme von ſechs der hervor=
agendſten
Vertreter der Berliner Hochfinanz und Groß=
nduſtrie
an der mehrtägigen Nordlandsfahrt, die der Kai=
er
auf dem Schnelldampfer Wilhelm II. des Norddeut=
chen
Lloyd unternimmt. Dieſe Herren ſind, wie man be=
eits
aus offiziöſer Mitteilung weiß, der Geheime Baurat
Dr.=Ing. Emil Rathenau, der Geheime Kommerzienrat
Fritz von Friedländer=Fuld, die Direktoren der
Deutſchen Bank Arthur v. Gwinner und Paul Man=
iewitz
und die Bankiers Dr. Paul v. Schwabach
ind Ludwig Delbrück.
Daß der Kaiſer gerade dieſe ſechs Herren eingeladen
ſat, einige Tage in der Intimität des Lebens an Bord
nit ihm zu verbringen, erſcheint in der Tat bemerkens=
dert
und als ein Beweis dafür, daß die letzten Schranken ge=
allen
ſind, die die Berliner Hochfinanz bisher von
er exkluſiven Hofgeſellſchaft fernhielten und
ich nur in ganz ſeltenen, beſonderen Fällen vor ihnen
oben. Aus dieſen einzelnen, beſonderen Fällen iſt frei=
ich
jeder der Herren dem Kaiſer längſt bekannt. Ge=
eimrat
Rathenau iſt, wie man weiß, der Leiter und
Jegründer der A. E.=G. und als Techniker und Organi=
ator
ohne Zweifel ein Mann, dem große kulturelle Ver=
ienſte
zuerkannt werden müſſen. Der Kaiſer ſchätzt den
lten Herrn, der im vorigen Jahre, unter Ehrungen aus
len Teilen der Welt, ſeinen 70. Geburtstag feierte, ganz
eſonders hoch, hat ihn mehr als einmal bei ſich im
Schloſſe geſehen und fordert ihn wohl hier und da, wenn
r ihn morgens zu Pferd im Tiergarten trifft, auf, ihn
u begleiten. Die Herren v. Gwinner und Mankie=
5 itz ſind ebenfalls von Beruf zwar im Grunde nur pri=
ate
Geſchäftsleute, ihre Tätigkeit iſt aber doch mit den
Ugemeinen Intereſſen eng verquickt, denn die Deutſche
Jank iſt ja, namentlich im Orient, an mancherlei Unter=
ehmungen
von nationaler Wichtigkeit beteiligt. Herr von
swinner bekleidet denn auch den Poſten eines Präſiden=
en
der Anatoliſchen und Bagdad=Bahn Geſellſchaft. Herr
Friedländer=Fuld, der preußiſche Kohlen=
Inig, verſteuert, wie man ſagt, das größte Einkommen
* Berlin. Sein von franzöſiſchen Architekten erbautes
salais am Pariſer Platz iſt erſt in dieſem Winter wieder
er Schauplatz ſehr eleganter Feſte geweſen, und er und
eine Gemahlin haben allmählich auch in den zurückhal=
endſten
Kreiſen Berlins feſten Fuß gefaßt. Die Fürſten
on Pleß und Donnersmarck verkehren mit ihm, die Jot=
hafter
ſitzen an ſeiner Tafel und vor einigen Wochen ſah
e ſogar den Prinzen Heinrich von Preußen als Gaſt
ei ſich. Dr. Paul v. Schwabach ſteht an der Spitze
es Bankhauſes S. Bleichroeder und Co. Er iſt ein Sohn
es 1898 verſtorbenen Geheimen Kommerzienrates Leo=
old
Schwabach, des Vetters, Sozius und Nachfolgers des
ſeheimrats Gerſon von Bleichroeder, und er hatte ſich
nfangs zum Hiſtoriker beſtimmt, nicht zum Bankier. Aber
od und Krankheit der übrigen Bleichroederſchen und
schwabachſchen Söhne brachten es mit ſich, daß er ſeine
elehrten Studien unterbrechen und die Firma Bleichroeder
bernehmen mußte. Auch er und ſeine Gemahlin, ein Frl.
schröder aus Hamburg, werden, ſeitdem das Wörtchen
von ihnen zuflog, von der Berliner Hofgeſellſchaft als
öllig gleichberechtigt angeſehen und behandelt, ein
iel, nach dem der alte Schwabach ſein Leben lang ver=
eblich
ſtrebte. Herr Ludwig Delbrück endlich, perſön=
ch
haftender Geſellſchafter des Bankgeſchäftes Delbrück
eo und Co., entſtammt jener rühmlichſt bekannten Fa=
lilie
, aus der viele Gelehrte und Beamte, darun=
r
zwei preußiſche Miniſter, hervorgegangen ſind.

Eine neue Affäre in Frankreich.

* Aus Paris, 8. März, wird gemeldet: Der mit der
iquidation mehrerer großer Kongregationen beauftragte
erichtliche Liquidator Duez iſt verhaftet
orden. Er iſt verdächtig, große Unterſchlagungen began=
en
zu haben.
Der Verhaftung Duez war auf Anweiſung der Staats=
xwaltſchaft
eine Prüfung der Bücher des Liquidators
drausgegangen, mit der ein Buchführungsſachverſtändiger
etraut worden war. Die Unterſuchung zog ſich etwas in

die Länge, als man plötzlich rieſige Unterſchla=
gungen
entdeckte. Der Staatsanwalt forderte hierauf
von Duez Aufklärung. Dieſer verſicherte, in 24 Stunden
jene Summen herbeiſchaffen zu wollen, deren Verſchleu=
derung
man ihm vorwarf. Da Duez dieſes Verſprechen
nicht hielt, ließ ihn der Staatsanwalt verhaften. In par=
lamentariſchen
Kreiſen hat die Verhaftung großes Auf=
ſehen
hervorgerufen, obgleich ſchon ſeit Monaten bekannt
war, daß Duez ſchwere Unregelmäßigkeiten beging.
Duez geſtand, daß er bei der Liquidation der Kongrega=
tionsgüter
vier Millionen und bei der Liquidation
anderer ihm vom Gericht zugewieſenen Geſchäfte eine
Million veruntreut habe.
Die Angelegenheit wächſt ſich zu einer politiſchen Sen=
ſation
aus, wie dies in Frankreich ſo leicht zu geſchehen
pflegt. Die geſamte Pariſer Preſſe erörtert den Fall leb=
haft
. Die konſervativen und nationaliſtiſchen Blätter neh=
men
den Vorfall zum Anlaß, um an der antiklerika=
len
Politik der radikalen Regierungen der letzten
zehn Jahre ſchärfſte Kritik zu üben. Sie erinnern daran,
daß Waldeck=Rouſſeau, um die Auflöſung der Kongrega=
tionen
zu rechtfertigen, dem franzöſiſchen Volke verſprochen
habe, daß mit der Milliarde der Klöſter Arbeiterpenſions=
kaſſe
und andere gemeinnützige Werke verwirklicht werden
ſollten.
Bis jetzt, ſo ſchreibt der Gaulois, iſt die Mil=
liarde
der Kongregationen hauptſächlich dazu verwendet
worden, die Begierde zahlloſer Leute zu reizen und ei=
nige
Perſonen zu bereichern, denen man die Aufgabe zu=
gewieſen
hatte, dieſe Milliarde einzuheimſen. Die Ein=
ziehung
der Kirchengüter hat bereits viele Enttäuſchungen
hervorgerufen und der moraliſche Kredit des Staates iſt
dadurch nicht gefeſtigt worden. Das alte Sprichwort Un=
recht
Gut gedeiht nicht, bewährt ſich auch hier. Die ra=
dikale
Lanterne ſchreibt: Die Klerikalen werden
aus der Erregung, welche die Angelegenheit Duez verur=
ſacht
, Kapital zu ſchlagen ſuchen, aber man wird ihnen
darauf die Antwort nicht ſchuldig bleiben Der erſte, der
verlangt hat, daß die Geſchäfte der Liquidatoren der Kir=
chengüter
vom Parlament überwacht werden, war der
frühere Miniſterpräſident Senator Combeis, derſelbe
Politiker, der die Auflöſung der Kongregationen durchge=
führt
hat. Die radikale Regierung hat ſofort die Ver=
haftung
des ſchuldigen Liquidators angeordnet, nachdem
deſſen Veruntreuungen feſtgeſtellt waren. Man wird ſchwer=
lich
irgend eine Mitſchuld auf republikaniſcher Seite fin=
den
. Im Gegenteil, man wird klagen, daß nur ein repu=
blikaniſches
Miniſterium ohne Furcht vor einem Skandal
ſelbſt auf die Gefahe hin, ihm Waſſen in die Hand zu ge=
ben
, nicht zögern würde die Schuldigen zu beſtrafen.
Miniſterpräſident Briand erklärte einem Mitarbei=
ter
des Journal: Als Juſtizminiſter habe ich im vori=
gen
Jahre die Staatsanwaltſchaft auf die Handlungsweiſe
des Liquidators Duez aufmerkſam gemacht, als Miniſter=
präſident
habe ich der Gerechtigkeit freien Lauf gelaſſen.
Mancher wird ſich über das Vorkommnis freuen; das
mag ſein, aber das Land wird ſehen, daß wir die gleiche
Gerechtigkeit gegen alle üben.
Der nationaliſtiſche
Eclair ſagt: Die Verhaftung von Duez muß noch
andere nach ſich ziehen, mehrere Liquidatoren werden, falls
ihnen nicht Schutz gewährt wird, denſelben Weg wandern
müſſen. Mehrfach wird erzählt, daß Duez von vielen Käu=
fern
der Kloſtergüter ſehr bedeutende Kommiſſionen er=
halten
habe, weil er die Verſteigerungen ſo einzuleiten
wußte, daß die Gebände weit unter ihrem wirklichen Wert
den Käufern zugeſchlagen wurden.

Deutſches Reich.

Wie die Wiener Allgemeine Zeitung wiſſen will,
hat der König von England an den Kaiſer von
Deutſchland vor mehreren Wochen ein in der herz=
lichſten
Form verfaßtes Schreiben gerichtet, das die Sym=
pathie
, die der König für ſeinen kaiſerlichen Neffen hegt,
zum Ausdruck brachte. Der Kaiſer antwortete in gleichem
Sinne und dieſer Briefwechſel hatte zur Folge, daß Miß=
verſtändniſſe
, die zwiſchen dem deutſchen und engliſchen
Hofe herrſchten, beſeitigt wurden. Aller Wahrſcheinlichkeit
nach wird im Laufe dieſes Sommers eine Zuſammenkunft
zwiſchen König Eduard und Kaiſer Wilhelm in Kronberg
ſtattfinden. Den bisherigen Dispoſitionen zufolge ſoll die=
ſer
Beſuch des Königs nicht den Charakter einer förm=
lichen
Staatsviſite tragen, ſondern mehr familiärer Na=
tur
ſein.
Der Reichstag bewilligte am Schluß der Mitt=
wochsſitzung
, die bis gegen 9 Uhr abends dauerte, das
Kapitel des Marine=Etats Inſtandhaltung der Flotten
und Werftbetriebe; die ſozialdemokratiſche Reſolution
wurde abgelehnt. Nach unerheblicher Debatte wurde der
Reſt des Etats nach den Beſchlüſſen der Kommiſſion ohne
Debatte bewilligt.
Die Kommiſſion des Reichstages für
das Hausarbeitsgeſetz beſchäftigte ſich mit der
Frage der Einführung von Lohnbüchern bezw. Arbeits=
zetteln
in der Heiminduſtrie. Die Kommiſſion iſt in der

Sache ziemlich einig, in Bezug auf den Wortlaut der
neueinzuführenden Beſtimmung wurde die Abſtimmung
bis zur nächſten Sitzung vertagt. § 4 der Regierungs=
vorlage
, der beſtimmt, daß die zuſtändige Polizeibehörde
auf Antrag des Gewerbeaufſichtsbeamten hinſichtlich der
Einrichtung der Betriebsſtätte und der Regelung des Be=
triebes
Anordnungen zur Vermeidung von Zeitverſäum=
nis
bei Empfangnahme oder Ablieferung von Arbeit tref=
fen
kann, wurde nach längerer Erörterung unverändert
angenommen. Die Sozialdemokraten wollten durch eine
ſehr ausführliche und ſpezialiſierte Zuſatzbeſtimmung ſehr
ſcharfe Vorſchriften in ſanitärer Hinſicht ſchaffen. Die
Vertreter aller bürgerlichen Parteien wandten ſich entſchie=
den
dagegen, weil derartig weitgehende Vorſchriften zur
faſt allgemeinen Vernichtung der Hausarbeit führen
würden. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit abge=
lehnt
.
Am Mittwoch ſollte die Beratung des Etats für
das Auswärtige Amt in der Budgetkommiſſion
des Reichstages beginnen. Im Vordergrunde ſteht
dabei die Mannesmann=Angelegenheit.
Staatsſekretär Frhr. v. Schön wird die allgemein politi=
ſchen
, Unterſtaatsſekretär Stemrich die rechtlichen Geſichts=
punkte
der Regierung vertreten, die neuerdings zwar in
den Gutachten von Martitz, Jagemann und Kahl Unter=
ſtützung
gefunden haben, andererſeits aber von den Brü=
dern
Mannesmann mit umfangreichem Material bekämpft
werden. Sehr geteilt iſt die Auffaſſung in Abgeordneten=
kreiſen
mit Ausnahme der Sozialdemokraten, die durch=
wegs
Gegner der Brüder Mannesmann ſind. Es dürften
faſt in jeder Fraktion Anhänger und Gegner ſein. So
tritt zum Beiſpiel von der Reichspartei Frhr. v. Gamp für
Mannesmann ein, während Fürſt Hatzfeldt den Stand=
punkt
der Regierung teilt. Auch die Nationalliberalen und
Freiſinnigen ſind geteilt. Im Zentrum ſteht Frhr. von
Hertling an der Spitze der Gegner von Mannesmann.
Sehr reſerviert verhalten ſich die Konſervativen. Einen
Beſchluß, der für die Regierung in ihrem Handeln bindend
wäre, können weder Budgetkommiſſion noch Plenum des
Reichstags in dieſer Sache faſſen. Die Regierung aber iſt
in letzter Zeit in ihrer Auffaſſung nur beſtärkt worden.
Der Präſident des amerikaniſchen Exekutivkomitees
für die deutſch=amerikaniſche Ausſtellung
in Berlin hat den maßgebenden Perſönlichkeiten in
Waſhington, ſowie dem deutſchen Botſchafter Grafen
Bernſtorff Bericht erſtattet über die Sachlage betr. den
Plan der deutſch=amerikaniſchen Ausſtellung. Die ameri=
kaniſche
Regierung nahm einen ſehr freundlichen Stand=
punkt
ein und wird vorausſichtlich, falls die deutſche Re=
gierung
dem Plan zuſtimmt und verſichert, durch die Er=
nennung
von Ehrenkommiſſaren mitzuwirken, die ameri=
laniſchen
Kommiſſare beſtehen laſſen, reſp. neue ernennen.
Die Stimmung iſt der Ausſtellung günſtig.
Die Beratungen der Vertreter, der
Rheinuferſtaaten in Koblenz wurden am Mittwoch
bei den Schiffahrtsabgaben fortgeſetzt. Sie behandeln
hauptſächlich die Feſtſetzung des Tarifes; der dem
neuen Geſetzentwurf zugrunde gelegt werden ſoll. Die
Beratungen werden vertraulich geführt. Der Bericht über
die Verhandlungen am Dienstag iſt dahin zu ergänzen,
daß die Verſammlung übereinkam, die Kanaliſierung des
Mains bis Aſchaffenburg, die Kanaliſierung des Neckars
bis Heilbronn und die Schiffbarmachung des Oberrheins
bis Straßburg als nächſte Aufgaben für das Stromgebiet
des Rheins in das Geſetz aufzunehmen.
Die Poſt veröffentlicht folgende Erklärung:
Da die bisherige Geſellſchaft m. b. H. Die Poſt ſich auf=
löſt
und die geſetzlich vorgeſchriebene Bekanntmachung die=
ſer
Liquidation leicht zu falſchen Vermutungen und unbe=
gründeten
Gerüchten Anlaß geben könnte, ſo wiederholen
wir hierdurch unſere ſchon früher veröffentlichte Erklärung,
daß das Weitererſcheinen der Poſt von dieſer Maßnahme
nicht berührt wird. Die Poſt geht lediglich in anderen
Beſitz über, bleibt aber in engen Beziehungen zur Reichs=
reſp
. freikonſervativen Partei. Auch die ſozial= und wirt=
ſchaftliche
Richtung der Poſt bleibt unverändert.
Die Verhandlungen zwiſchen den Parteiführern des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes über die
Wahlrechtsfrage ſind, wie der Lokal=Anzeiger mit=
teilen
kann, völlig ergebnislos verlaufen, da die Rechte
den Wünſchen der Liberalen nicht entgegenzukommen ge=
neigt
iſt.
In der bayeriſchen Kammer teilte der Mi=
niſter
des Innern mit, daß die techniſchen Vorarbeiten für
die Ausnutzung der bayeriſchen Waſſerkräfte abgeſchloſſen

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910,

Nummer 58.

ſind. Ein ſchriftlicher Tätigkeitsbericht ſoll dem Landtage
demnächſt zugehen.

Ausland.

Nach neuen Informationen iſt es noch nicht ſicher,
daß das ungariſche Parlament ſchon am 24. März aufge=
löſt
wird. Angeblich will Graf Khuen noch einmal den
Verſuch machen, vom Hauſe die Indemnität zu erlangen.
Erſt wenn dieſes mißlingt, ſoll anfangs April die Auf=
löſung
erfolgen. Die Vorbereitungen für die Neuwahlen
werden für alle Fälle auf allen Seiten eifrig betrieben.
Die Regierung ſoll einen rieſigen Wahlfonds zuſammen=
gebracht
haben, mehr als 12 Millionen Kronen, und immer
neue Summen zur Verfügung geſtellt bekommen.
Wie nunmehr feſtſteht, reiſt der Kronprinz
von Griechenland demnächſt nach Athen ab, um der Ver=
leſung
der königlichen Botſchaft an die Kammer, die am
Schluſſe der Seſſion erfolgen ſoll, mit der geſamten könig=
lichen
Familie beizuwohnen. Wie berelts jetzt verlautet,
wird die Botſchaft von der Kammer mit einer in freund=
ſchaftlichem
Geiſte aufgefaßten Kundgebung beantwortet
werden, ſodaß eine friedliche Beilegung des Konfliktes
nicht allein zwiſchen dem König und dem Parlament, ſon=
dern
auch zwiſchen dem Kronprinzen und ſeinen bisheri=
gen
Widerſachern zu erwarten ſteht.
Auf eine Anfrage im engliſchen Unterhauſe erklärte
der Schatzkanzler, die Einbuße der Staatsein=
nahmen
im laufenden Finanzjahr infolge der Ableh=
nung
des Budgets werde annähernd auf 28500000 Pfund
geſchätzt, aber man könne zur Zeit nicht ſagen, wieviel von
dieſem Verluſt ſchließlich wieder eingebracht werden
könne.
-
Wie aus Spanien gemeldet wird, gilt es als ge=
wiß
, daß die Regierung in den nächſten Tagen an den
König mit dem Antrag betreffend die Auflöſung der
Cortes herantreten wird. An der Zuſtimmung des =
nigs
iſt nicht zu zweifeln. Der Zeitpunkt, der von der
Regierung für die Neuwahlen in Ausſicht genommen
wird, iſt noch nicht bekannt; man glaubt, daß ſie für die
erſte Hälfte des Mai erwartet werden können. Die Kon=
ſervativen
, die die Auflöſung der Cortes für nicht feſt=
ſtehend
angeſehen hatten, haben nunmehr dieſen Zweifel
fallen laſſen und beginnen ſchon Vorbereitungen für den
Wahlkampf zu treffen. Sie hoffen, in die künftige Kam=
mer
in verſtärkter Anzahl einzuziehen.
Ueber die Beſprechungen des ſerbiſchen Mi=
niſters
Milowanowitſch mit den türkiſchen
Staatsmännern bezüglich der Politik in der Balkanfrage
wurde ein halbamtliches Kommuniqué ausgegeben, wel=
ches
, wie verlautet, ein außerordentlicher Miniſter=
rat
genehmigte. Das Kommuniqué beſagt, bei den Be=
ſprechungen
ſei feſtgeſtellt worden, daß die Politik der
Türkei und Serbiens auf der Haltung des Status
quo auf dem Balkan beruhe. Gleichzeitig ziele dieſe Politik
auf die Entwickelung der wirtſchaftlichen und ſozialen Be=
ziehungen
beider Länder.
Zwiſchen Belgrad und Sofia finden Verhandlun=
gen
über einen Beſuch des bulgariſchen Königspaares am
ſerbiſchen Hofe ſtatt. Angeblich hat man ſich bereits dar=
über
verſtändigt, daß der Beſuch noch vor der Peters=
burger
Reiſe des Königs Peter ſtattfinde, und
es handle ſich nur noch darum, ob das bulgariſche Königs=
paar
auf ſeiner Durchreiſe aus dem Auslande nach Sofia
nächſter Tage in Belgrad Aufenthalt nehmen oder ob es
erſt nach Sofia fahren und von dort aus nach Belgrad
kommen ſoll, was man dort lieber ſehen würde.
Der Vertreter der Morning Poſt in Tanger tele=
graphiert
, daß die Lage in Marokko gefährlich ſei. Es
mache ſich eine neue Bewegung gegen die Fran=
zoſen
bemerkbar. Genaue Informationen hierüber ein=
zuziehen
, ſei äußerſt ſchwierig. Die ſtarken Stämme zwi=
ſchen
Marakeſch und Schabia ſeien neuerdings gegen die

Franzoſen ſehr aufgebracht. Der Sultan wolle nichts von
der franzöſiſchen Anleihe wiſſen, und es werde ſich nicht
vermeiden laſſen, daß Frankreich ſeine Truppen in Marokko
verſtärkt. Hauptſächlich erregen zwei Minengeſellſchaften
Aergernis, eine deutſche und eine franzöſiſche, die in der
Nähe des Atlasgebirges im Tale Imintanut nach Minera=
lien
ſuchen.

* Wilhelmshaven, 9. März. Der Kaiſer iſt
mit dem Linienſchiff Deutſchland um 11 Uhr unter Salut
der Küſtengeſchütze nach Helgoland in See gegangen.
Der kleine Kreuzer Königsberg und die Depeſchenboote
V. 150 und V. 161 begleiteten die Deutſchland‟ Der
Großherzog von Oldenburg trat bereits gegen Mitternacht
die Rückreiſe nach Oldenburg an.
* Stockholm, 8. März. Der König trat heute
eine Reiſe nach dem Süden an. Das Ziel der
Reiſe iſt Kap Martin, doch wird ſie erſt in Schonen bis
zum 15. März und dann in Karlsruhe unterbrochen,
wo gegenwärtig die Königin weilt. Eine große Men=
ſchenmenge
brachte am Zentralbahnhof dem König, der
zum erſten Male nach ſeiner Krankheit in der Mitte
ſeines Volkes erſchien, lebhafte Kundgebungen dar. Der
Köng reiſt im Ausland inkognito und wird von ſeinem
erſten Hofmarſchall, ſeinem Leibarzt, einem Adjutanten
und ſeinem Privatſekretär begleitet.
* Großbritanniens Jugendwehr. Die
Organiſation der Boys=Scouts der Jugendmiliz
Großbritanniens hat eine gewaltige Ausdehnung ge=
nommen
, wie ſie ſelbſt ihre Gründer, Baden=Powell
und Lord Roberts, nicht erwartet haben. 200000 Boys=
Scouts ſind gegenwärtig in England in die Stamm=
rollen
eingetragen und bilden ſomit eine nicht zu unter=
ſchätzende
freiwillige, von großer Vaterlandsliebe er=
füllte
Miliz, mit der im Falle eines Krieges mit Eng=
land
eine jede Macht zu rechnen hätte. Hierzu kom=
men
noch 120000 Boys=Scouts, die ſich in den engliſchen
Kolonien in die Stammrollen eintragen laſſen. König
Ebuard hat ſich bereit erklärt, in einiger Zeit in Wind=
ſor
eine Revue über die Boys=Scouts abzunehmen.
Im Laufe dieſes Sommers wird eine Abteilung dieſer
engliſchen Jugendmiliz eine Reiſe durch Frankreich
unternehmen, um die Einrichtungen dieſes Landes
kennen zu lernen.

Vom Schmetterlingshandel.

*** Einer der merkwürdigſten Handelszweige, der
durch die Sammlerleidenſchaft ins Leben gerufen
wurde und mit den Jahren eine Bedeutung errungen
hat, von der der Laie kaum eine Vorſtellung hat, iſt der
Schmetterlingshandel. Ein amerikaniſcher Statiſtiker,
der einen feſſelnden Aufſatz über dies Thema im
American Magazine veröffentlicht, hat berechnet, daß
die Menſchheit in den letzten 50 Jahren nicht weniger
als rund 4 Milliarden Mark für die Liebhaberei aus=
gegeben
hat, ſeltene Exemplare der leichtbeſchwingten
farbigen Inſekten zu ſammeln; mehr als 80 Millionen
Mark werden alljährlich von fanatiſchen Sammlern
für koſtbare Schmetterlinge angelegt.
Beſonders in England hat ſich das Sammeln
von Schmetterlingen zu einer Leidenſchaft ent=
wickelt
, der Unſummen geopfert werden; Sammler,
wie Walter Rothſchild, ſind jederzeit bereit, fabelhafte
Preiſe für irgend ein ſeltenes Exemplar zu bezahlen,
das in der Sammlung noch fehlt. Für einen venezuela=
niſchen
Nachtfalter, der außerordentlich ſelten vor=
kommt
, hat dieſer berühmte Schmetterlingsſammler
vor einigen Jahren mehr als 4000 Mark ausgegeben.
Mit der wachſenden Nachfrage und dem wachſenden
naturwiſſenſchaftlichen Intereſſe, das durch die For=
ſchung
und die Muſeen geſtützt wird, hat ſich die
Schmetterlingsjagd mit der Zeit zu einer regelrech=
ten
Induſtrie entwickelt; die Schmetterlinge haben
ihren Markt mit ſtets wechſelnden Preisverhältniſſen,
in allen Weltteilen ſitzen Händler, und in den ent=
legenſten
Erdteilen ſind die Vertreter dieſer Induſtrie,
die Schmetterlingsjäger, raſtlos am Werke, dem
Markte neue Ware zuzuführen. Welche Bedeutung
dieſer Handel gewonnen hat, mag man aus dem Um=
ſtande
ermeſſen, daß in Coſtarica eine beſondere Eiſen=
bahn
in jene Walddiſtrikte gebaut worden iſt, in denen
die Schmetterlingsjäger ihrer Arbeit obliegen.
Der Haupthandelsplatz iſt London, wo in regel=
mäßigen
Zwiſchenräumen jährlich wenigſtens ſechs
große Auktionen abgehalten werden. Es ſind
natürlich nicht nur die Gelehrten, die den Schmetter=
ling
zum Gegenſtand ihres Spezialſtudiums gemacht
haben, die das Publikum dieſer Auktionen bilden; die

Mehrzahl ſetzt ſich aus privaten Sammlern zuſammen,
die von der Schmetterlingsmanie ergriffen ſind und
ohne wiſſenſchaftlichen Ehrgeiz ſammeln um des Sam=
melns
willen. Sie ſammeln Schmetterlinge, wie
andere Briefmarken, und ihr höchſter Ehrgeiz iſt,
irgend ein einzigartiges Exemplar für ihre Samm=
lung
zu erwerben. Da kann man es erleben, daß ein
gewöhnlicher Zitronenfalter, der an ſich gar keinen
Marktwert hat, 400 Mark und mehr erzielt, weil
irgend ein Zufall der Natur ſeine Schwingen mit einem
blauen Rand geſchmückt hat. Vor kurzem wurde für
einen Schwalbenſchwanz von einem Liebhaber der
märchenhafte Preis von 3200 Mark bezahlt. Wo ſich
der Sammlerehrgeiz mit ſo regem finanziellen Opfer=
mut
paart, iſt es nicht verwunderlich, daß unter=
nehmende
Händler alljährlich große Expeditionen aus=
rüſten
, die in fernen Ländern auf ſeltene Schmetter=
linge
Jagd machen. Kein Opfer iſt zu ſchwer, keine=
Gefahr zu groß, um den Wagemut dieſer Schmetter=
lingsjäger
zurückzuhalten, die auf der Jagd nach den
buntbeſchwingten Inſekten mit dem gleichen Ehrgeiz
in fieberdurchſeuchte Sumpfgegenden eindringen, wie
zu den ſchwindelnden Höhen unwegſamer Bergketten.
Zwei Methoden haben ſich herausgebildet, nach
denen die Schmetterlingsjagd betrieben wird. Die
eine, die einfachere, verläßt ſich auf den Zufall und
auf das Netz; die andere aber geht auf die Eigenarten
der geſuchten Inſekten ein und lockt ſie mit Ködern an.
Dr. William Schaus, wohl einer der bedeutendſten
Sammler, dem auch die Smithſonian Inſtitution ihre
prachtvolle Sammlung verdankt, erzählt, daß auf den
Schmetterling nichts eine ſo große Anziehungskraft
ausübt, wie irgend ein ſchlechter Geruch. Auf ſeinen
Fahrten durch Mittelamerika hat Dr. Schaus dieſe
Beobachtung in der Praxis beſtätigt gefunden. Der
Geruch von faulenden Früchten pflegte oft in kurzer
Zeit große Mengen von Schmetterlingen anzulocken,
die vordem nur in unerreichbarer Höhe um die
Baumkronen geflattert waren. Er pflegte Baum=
ſtämme
mit Bananenfleiſch zu beſtreichen; wenn dann
nach kurzer Zeit die Fruchtmaſſe in Fäulnis überging,
wurde ſie ſtets zu einem unfehlbaren Lockmittel für
Schmetterlinge. Faſt jeder für die menſchlichen Ge=
ruchsnerven
peinliche Duft übt dieſe Anziehungskraft
aus; ſogar mit faulenden Fiſchen oder mit der abge=

zogenen Haut geſchlachteter Tiere hat der Schmetter=
lingsjäger
die beſten Erfolge erzielt. Ein anderer In=
ſektenforſcher
und berühmter Sammler, Prof. Hahnel,
benutzte getötete Exemplare einzelner Schmetterlings=
arten
als ein ſicheres Lockmittel. Nachdem der ge=
fangene
Schmetterling mit der Cyanidflaſche getötet
war, befeſtigte man ihn an auffälliger Stelle an einen
Baum oder Buſch: faſt immer flatterten dann die
Schmetterlinge zu ihrem toten Kameraden herab und
gerieten ſo in den Bereich der Netze. In Mittel=
amerika
, wo alljährlich viele Schmetterlingsexpediti=
onen
am Werke ſind, haben die Eingeborenen eine ein=
zigartige
Methode entwickelt: ſie führen kleine Wind=
büchſen
bezw. Blasrohre mit ſich, mit denen ſie eine
bewundernswerte Treffſicherheit entfalten. Mit kleinen
Kernen oder winzigen Pfeilen ſchießen ſie auf die
Schmetterlinge, und faſt immer ſinkt das bunte Wild
betäubt zu Boden. Sogar auf den Geruch von Zi=
garrenrauch
reagieren die Schmetterlinge ſehr ſtark
und flattern ſofort herbei. Auch ihre Neugierde wird
von dem Jäger benutzt, um ſie in das Verderben zu
locken. Wenn der Schmetterlingsjäger ganz ruhig
ſteht, wird in den meiſten Fällen der Schmetterling
herbeiflattern, um das ungewohnte Weſen, das ihn in
ſeiner Abgeſchiedenheit aufſucht, zu inſpizieren.
Der höchſte Ehrgeiz des Jägers gipfelt natürlich
in dem Wunſche, das erſte Exemplar einer noch unbe=
kannten
Schmetterlingsart zu entdecken. Aber nicht
ſelten wird der Laie, der voll Stolz bei einer Londoner
Auktion ein ſolches Novum der Naturwiſſenſchaft für
ſchweres Geld erſteht, ein Opfer ſeiner Gutgläubigkeit
und ſeiner naturwiſſenſchaftlichen Unſchuld. Denn auch
in der Schmetterlingsinduſtrie fehlt es nicht an fin=
digen
Köpfen, die eine Fälſcherkunſt geſchaffen
haben. Gewöhnliche Schmetterlinge werden durch ein
kunſtvolles Verfahren, das die Fälſcher ſorgſam ge=
heim
halten, anders gefärbt. Dabei entſtehen oft wun=
dervolle
Farbenkombinationen, der Kohlweißling wird
dann zur neuentdeckten exotiſchen Schmetterlingsart,
der Laie zahlt Rieſenpreiſe, um das koſtbare Exemplar
zu beſitzen, und ſelbſt der Fachmann vermag erſt bei
ſorgſamer, eingehender Prüfung feſtzuſtellen, daß dieſe
neue Art keine Schöpfung der Natur, ſondern ein
Werk geſchickter Menſchenhände iſt.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. März.

* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die Groß=
herzogin
empfingen am Mittwoch mittag im Neuen
Palais Frau Fr. Dörr aus Worms, die hierauf an der
Frühſtückstafel teilnahm. (Darmſt. Ztg.)
Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen geſtern den General der Infanterie
z. D. v. Goßler, den Generalmajor Freiherrn v. Secken=
dorff
, Kommandant von Königsberg i. Pr., den Pro=
vinzialdirektor
der Provinz Starkenburg Fey, den Kreis=
rat
des Kreiſes Erbach Freiherrn v. Starck, den Pfarrer
Schönewolf von Burggräfenrode, den Pfarrer Schar=
mann
von Ober=Ingelheim, den Lehrer Lubmann von
Weinolsheim, den Lehrer Arnold von Weinolsheim,
den Medizinalrat Dr. Nebel von Friedberg; zum Vor=
trag
: den Staatsminiſter Ewald, den Vorſtand des
Kabinetts Geheimerat Römheld, den Geh. Oberbaurat
Profeſſor Hofmann!
Evangeliſche Landesſynode. Die Synodalen
Pfarrer Dingeldey und Bayer haben bei der Landes=
ſynode
den Antrag eingebracht: Synode wolle Großh.
Oberkonſiſtorium um baldige Aenderung der reglemen=
tären
Beſtimmungen vom 12. Dezember 1876 im Sinne
einer Vereinfachung der Kirchenbuchführ=
ung
erſuchen.
C) Vereinfachung der Verwaltung. Wie wir hören,
iſt auch unſere ſtädtiſche Verwaltung dem vom
Staate und anderen Stellen gegebenen Beiſpiele gefolgt
und hat der Beamtenſchaft Gelegenheit gegeben, ſich über
Vereinfachungen und Verbeſſerungen in
der Verwaltung auszuſprechen. Eine Reihe des=
fallſiger
Anordnungen auf dieſem Gebiete, teilweiſe recht
einſchneidender Natur, iſt von der Bürgermeiſterei be=
reits
getroffen worden.
n. Das Schöffengericht I verhandelte den Unterſchla=
gungsfall
zum Nachteil der Darmſtädter Möbelfabrik, deſ=
ſen
ſich, wie damals berichtet, im Januar ds. Js. deren
Handlungsgehilfe, der 23 Jahre alte Eugen Korte von hier
ſchuldig gemacht hat, und verurteilte den Angeklagten zu

9 Monaten Gefängnis. Mit ihm teilten die An=
klagebank
ſein Vater, Tapezier Louis Korte, ſein Bruder,
Tapezier Richard Korte in Mainz, der Schuhmacher Hein=
rich
Krüger in Frankfurt a. M. und der Kaufmann Hein=
rich
Klein; ſie waren der Hehlerei beſchuldigt. Der Haupt=
täter
, Eugen K., ſollte bekanntlich am 26. Januar ds. Js.
im Auftrage ſeines Geſchäftes jene Geldſumme nach einer
Bank überbringen und ſuchte damit das Weite, was
er, nach Aeußerungen zu ſchließen, ſchon einige Zeit vorher
ins Auge gefaßt hatte. Sein Ziel war Luxemburg, doch
übergab er vorher noch in Mainz von der Beute ſeinem
Bruder 800 Mark und beſtimmte ihn, eventuell nachzu=
kommen
. Weiter gab er dem telegraphiſch nach Mainz
beſtellten Krüger 700 Mark, von welchen dieſer an Kortes
Vater und Klein je 100 Mark weitergegeben haben will,
eine Behauptung, die von letzteren beſtritten wird. Bezüg=
lich
ihrer kam das Gericht auch, da Krügers Ausſage
allein ſtand, zur Freiſprechung. Dagegen wurde Richard
K., den man auf der Reiſe in Wiesbaden mit einigen
hundert Mark im Hutfutter, das übrige in der Taſche, ver=
haftet
hatte, zu 14 Tagen Gefängnis und Krüger zu ſechs
Wochen Gefängnis verurteilt. Eugen K. war in Köln,
wo er ſich amüſierte und ſogar frecherweiſe Poſtkarten an
die geſchädigte Firma ſchrieb, von der Verhaftung ereilt
wurde.
Zum Hoflieferant ernannt wurde vom Groß=
herzog
der Oekonom Otto Egner im Offizier=Kaſino
des Leibgarde=Inf.=Regts. Nr. 115.
Johannesgemeinde. In dem faſt überfüllten
Saale des Gemeindehauſes der Johannesgemeinde
ſprach am Mittwoch Prof. D. Niebergall von Hei=
delberg
über Arbeit und Genuß‟. Die ſpannende
Art des Vortrags zeigte ſich gleich bei der Einleitung,
Er wolle vor der Vergötterung der Arbeit warnen
und den rechten Lebensgenuß empfehlen. Nach einem
Ueberblick über die Schätzung der Arbeit in alter und
neuer Zeit führte ſodann der Redner den Gedanken:
durch Arbeit zum Genuß durch eine Menge von Bei=
ſpielen
aus, ſtellte dieſem Grundſatz jene falſche Praxis
gegenüber, der das Leben entweder nur Arbeit oder
nur Genuß iſt und zeigte, wie die rechte Verteilung
von Arbeit und Genuß die ſoziale Frage der Gegen=
wart
iſt. Mit dieſem, mit großem Beifall aufgenom=
menen
Vortrag ſchloß der Frauenverein der Johannes=
gemeinde
ſeine diesmaligen Winterverſammlungen.
Es waren, wie der Vorſitzende, Pfarrer Dingeldey, in
ſeinem Schlußworte ſagte, meiſtens Lebensfragen,
die zur Verhandlung kamen.
Der Kindergottesdienſt der Militärgemeinde,
der ſonntäglich in der Oberrealſchule, Kapellſtraße 5,
abgehalten wird, wird für die Folge ſchon um 10½ Uhr
beginnen.
Akademiſche Arbeiternnterrichtskurſe. Im Som=
merſemeſter
werden drei Deutſch=Kurſe, drei Rechen=
Kurſe und ein Kurs in Erdkunde ſtattfinden. Die
Kurſe nehmen ihren Aufang am 2. Mai. Lokal und
Zeitpunkt werden noch bekannt gegeben.
Verein für Bogel= und Geflügelzucht. Die von
60 Mitgliedern beſuchte März= Verſammlung
wurde von dem erſten Vorſitzenden in gewohnter Weiſe
durch eine Begrüßung der Anweſenden eröffnet und
die erfreuliche Mitteilung gemacht, daß ſich wiederum
ſechs Herren als Mitglieder gemeldet hätten, deren
Aufnahme erfolgt ſei, und betrage jetzt die Mitglieder=
zahl
171, mit welcher Zahl der Verein bis jetzt ſeine
höchſte Mitgliederzahl erreicht habe. Zur Tagesordnung
übergehend machte der zweite Vorſitzende in längeren
Ausführungen verſchiedene Vorſchläge über den Zweck
und die Ziele der Geflügelzuchtvereine. Sache der Verz
eine ſei es hier, in erſter Linie beratend den Züchtern
zur Seite zu ſtehen, ſowie gute Bezugsquellen für die
verſchiedenen Raſſen ausfindig zu machen. Bei dem
nächſten Punkt der Tagesordnung war den Mitgliedern
Gelegenheit gegeben, zu ſehen, wie man an Schnupfen
und Diphtherie erkranktes Geflügel mittels Impfunz
und mittels Entfernung des Schleimes durch Salizyl=
alkohol
behandelt und wie leicht es für den Züchter iſt,
ſeinem Geflügel hierdurch Erleichterung und Heilung
zu beſchaffen. Von den neu zu beſchaffenden Käfigen
war ein Muſterexemplar ausgeſtellt, das den Beifall
der Anweſenden fand, und wurde der Vorſtand beauf=
tragt
, eine Anzahl derartiger Käfige herſtellen zu laſ=
ſen
. Dem aus Mitgliederkreiſen laut gewordenen
Wunſche, während der Brutzeit auch noch eine zwang=
loſe
Zuſammenkunft in der Mitte des Monats zu ver=
anſtalten
, wurde ſeitens des Vorſtandes um ſo lieber
willfahrt, als hierdurch die Luſt und Liebe zur Sache
am beſten zum Ausdruck kommt. Mit der Verloſung
eines Stammes Hühner und der üblichen Freiverloſ=

[ ][  ][ ]

Nummer 58.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910.

Seite 3.

ng wurde die äußerſt anregend verlaufene Verſamm=
ung
geſchloſſen.
Vortrag. Die Jahrhundertfeier des
rodestages der Königin Luiſe hat dem bevor=
ugten
Forſcher Privat= und Staatsarchive erſchloſſen
nd ein wertvolles, bisher ungekanntes Geſchichts=
raterial
aus jener bedeutungsvollen Zeit kann nun=
rehr
unſerer Gegenwart vermittelt werden. Auch der
ir Donnerstag abend angezeigte Vortrag des bekann=
en
tüchtigen Hiſtorikers, Hofbibliothekars Herrn Pro=
eſſor
Dr. Karl Bader, über Königin Luiſe ſtellt
n dieſer Hinſicht manches Neue in Ausſicht. Der Be=
ich
des Abends möge darum jung und alt warm emp=
ohlen
ſein.
Stand der Darmſtädter Volksbank, e. G. m.
H., am 28. Februar 1910. Aktiva. Kaſſa=Konto
8544 M. 61 Pf. Coupons= u. Sorten=Konto 31849 M.
3 Pf. Bankverkehr=Konto 888230 M. 28 Pf. Effekten=
konto
609024 M. 31 Pf. Lombard=Konto 345819 M.
3 Pf. Wechſel= und Deviſen=Konto 369454 M. 47 Pf.
konto=Korrent=Konto 2848703 M. 91 Pf. Vorſchuß= und
Jorſchuß=Wechſel=Konto 709686 M. 76 Pf. Haus=Konto
nd Immobilien=Konto 285000 M. Pf. Mobilien=
konto
2000 M. Pf. Schrankfächer=Konto 1 M. Pf.
daus= u. Immobilien=Unterhaltungskoſten=Konto 252 M.
6 Pf.
Verwaltungskoſten=Konto 10119 M. 56 Pf.
M. 81 Pf.
Jaſſiva. Geſchäftsanteil=Konto 152837
keſervefonds=Konto I 380888 M. 18 Pf. Reſervefonds=
konto
II 61731 M. 56 Pf. Delkredere=Konto 50000 M.
Pf. Penſions= u. Unterſtützungsfonds=Konto 154683 M.
8 Pf. Akzeptationen= u. Aval=Konto 71061 M. 45 Pf.
Sparkaſſen= u. Scheck=Konto 3904724 M. 46 Pf. Zinſen=
konto
7695 M. 79 Pf. Dividende=Konto 51529 M. 19 Pf.
lmſchag im Februar 1910 5430 401 M. 51 Pf. Zahl der
Nitglieder 1977.
Im Darmſtädter Vortragsverband wird der nächſte
vortrag am Freitag, den 18. März, ſtattfinden. Herr Pro=
ſſor
Dr. Franz Bock von Marburg wird, von Lichtbildern
nterſtützt, einen Vortrag halten über das intereſſante
hema: Deutſche Eigenart in der bildenden Kunſt.
Schützen=Wette. Kapitän Slema, der berühmte
frikaniſche Scharfſchütze, der gegenwärtig im
rpheum gaſtiert, hat eine eigenartige Forderung,
erbunden mit einer Wette von 300 Mark, die ihm von
eſigen Sportsleuten angetragen iſt, angenommen.
Da von vielen Seiten geäußert worden iſt, das
chießen des Künſtlers und ſeiner Partnerin Miß
lice ſei nur deshalb ein derart phänomenales, weil
e ſich ihrer eigenen Waffen und Munition bedienen,
rt Kapitän Slema folgende Bedingungen akzeptiert:
r wird am kommenden Samstag, den 12. d. M., wäh=
nd
der Vorſtellung ſämtliche Kunſt=Schüſſe nur mit
lchen Waffen und Mnnition ausführen, die ihm von
eſigen Sportsleuten zur Verfügung geſtellt werden.
s wird intereſſant ſein, deutſche Waffen in Kon=
errenz
mit den berühmten amerikaniſchen, deren ſich
e genannten Kunſtſchützen ſtets bedienen, zu ſehen.
ollte es Kapitän Slema gelingen, dieſe Wette erfolg=
ich
durchzuführen, ſo wäre das allerdings eine bra=
zuröſe
Leiſtung. Bei der großen Durchſchlagskraft
modernen Waffen und Geſchoſſe können nur Waf=
n
bis zu 6=Millimeter=Kaliber akzeptiert werden, aus=
ſchloſſen
ſind Hartmäntel=Geſchoſſe. Sportfreunde, die
re Waffen erprobt zu ſehen wünſchen, werden ge=
ten
, ſolche mit Munition bis ſpäteſtens Samstag mit=
g
auf dem Bureau des Orpheums abgeben zu laſſen.
Kaiſerpandrama. Das liebliche Thüringen mit
inen ſchönen und beſonders in der Kunſt= und Kultur=
ſchichte
der Nation ſo hervorragenden Stätten wird
ts dieſe Woche in einer Sammlung geboten, welche
ne treffliche Vergegenwärtigung dieſer Lande bietet,
e bekanntlich das Ziel ſo vieler Reiſenden ſind.
S. Seeheim, 8. März. Der erſte ſonnige Sonntag
achte nach langer, ſtiller Zeit wieder einen Strom
n Menſchen an die herrliche Bergſtraße. Zu
, im Wagen und Automobil kamen ſie an, die will=
mmenen
Gäſte. Leider raſten nur wenige in dem
ſönen Seeheim. Unbegreiflich! Bietet doch See=
im
dasſelbe, was Jugenheim und Auerbach bieten:
n Wald ſo nahe, den unvergleichlich herrlichen Blick
f den Melibokus und auf die weite Rheinbene, die
ten Gaſthöfe mit ihren ſchattigen Gärten, mannig=
che
Gelegenheit zu näheren und weiteren Partien

und Bergbeſteigungen, das ſchattige, kühle Beerbacher
Tal! Jugenheim und Auerbach bieten nicht mehr,
nur haben ſie den bekannten Namen von alters her.
Wer aber ein ländliches Heim nicht zu fernab einer
Großſtadt ſucht, weiß Seeheims Reize zu ſchätzen.
Immer mehr Familien ſiedeln ſich an, immerfort wer=
den
neue Villen gebaut, und wenn endlich erſt die ſehn=
lichſt
erwünſchte elektriſche Bahn gebaut iſt, wird See=
heim
gewiß gegen andere Orte der Bergſtraße noch
ſchneller emporblühen. Eines freilich fehlt Seeheim
noch, ein Arzt! An Seelenzahl iſt es reicher als Ju=
genheim
, um ſo unbegreiflicher iſt es, daß ſich dort bis=
her
kein Arzt niederließ, der ſicherlich ſein Auskommen
fände und dem Ort von großem Nutzen wäre. Wenn
dies erſt der Fall iſt, kann ſich Seeheim als vollkom=
mene
Villenkolonie rühmen, da es alle Vorzüge ver=
einigt
, die an einen ländlichen Aufenthalt geſtellt wer=
den
, denn es kann unter anderen zahlreichen Annehm=
lichkeiten
ſogar mit einer höheren Knabenſchule auf=
warten
, was von nicht zu unterſchätzendem Wert für
kinderreiche Familien iſt, denen gerade der Schulfrage
wegen der dauernde Wohnſitz auf dem Lande unmög=
lich
iſt.
X Zwingenberg, 9. März.
Mit dem Umbau
unſerer Kirche durch Herrn Prof. Meißner=Darmſtadt
ſoll nach Oſtern bei Beendigung der Konfirmation be=
gonnen
werden. Hoffentlich erhält das hochgelegene
alte Gotteshaus eine zweckmäßige innere Einrichtung
und ein gefälligeres Aeußere wie bisher. Eine ſchöne
äußere Ausſtattung würde unſerem althiſtoriſchen
Städtchen ein Ausſehen verleihen, das ihm zum größ=
ten
Vorteil gereichen dürfte.
X
Von der Bergſtraße, 8. März. Die Obſt=
bäume
haben ohne Ausnahme ein gutes Ausſehen,
denn ſie ſind mit fruchtbaren Knoſpen dicht behangen.
Auch die Weinberge berechtigen zu den ſchönſten Hoff=
nungen
.
Lindenfels, 9. März. Bekanntlich intereſſiert ſich
die Eiſenbahnbau=Firma Lenz u. Co. für den Bahn=
bau
Bensheim=Lindenfels. In einer auf dem
Kreisamt in Bensheim ſtattgefundenen Beſprechung,
bei welcher ein Vertreter der Firma anweſend war,
entwickelte dieſer das Programm, auf Grund deſſen ſie
bereit ſei, den Bau und den Betrieb zu übernehmen.
Danach ſolle die zu gründende Aktiengeſellſchaft, der
als Gleichberechtigte angehören würden: 1. die Ge=
meinden
und Intereſſenten, 2. der Kreis, 3. die Firma
Lenz u. Co., der letzteren den Bau und Betrieb der
Bahn übertragen. Die Koſten der Bahn ſeien auf
3500000 Mark veranſchlagt. Nach Abzug des Staats=
zuſchuſſes
von 30 Prozent müſſe die Reſtſumme von
den drei genannten Gruppen übernommen werden.
Die Tarife würden ſo hoch gehalten, daß eine Rente
von 2,5 Prozent erzielt werde. Die Firma hat dabei
den Touriſtenverkehr auf 5000 angenommen, der jedoch
allgemein auf 20000 geſchätzt wurde. Es wird nun in
der nächſten Zeit mit den Gemeinden und Intereſſenten
verhandelt werden, ob und in welcher Weiſe dieſe Vor=
ſchläge
der Firma angenommen werden können.
Offenbach, 8. März. Der überraſchende Tod
des allgemein beliebten Vorſtehers der Erhebeſtelle für
die Invalidenverſicherung, Ripper, über den wir
bereits berichteten, hat in der ganzen Stadt berechtig=
tes
Aufſehen hervorgerufen. Der bis jetzt feſtgeſtellte
Fehlbetrag beläuft ſich auf rund 6000 Mark. Die bis
zum 31. Januar eingegangenen Beträge für Invali=
denmarken
ſind auf Heller und Pfennig bei der Poſt
zum Ankauf von Marken eingeliefert worden. Da=
gegen
ſind für die von dieſem Tage an eingenomme=
nen
Beiträge von insgeſamt 4000 Mark keine Marken
gekauft worden. Dieſe Summe hat der Verſtorbene
anſcheinend für ſich verwandt. Außerdem hob er von
dem Bankguthaben bei dem Bankhaus Merzbach rund
2000 Mark mehr ab als gebucht ſind. Die Stadt wird
keinen Schaden erleiden, da der Vater des Verſtorbe=
nen
ſich bereit erklärt hat, für die fehlende Summe
aufzukommen.
* Mainz, 9. März. Das Rücktrittsgeſuch des Gou=
verneurs
von Mainz, v. Goßler, iſt, wie das Main=
zer
Tagblatt meldet, vom Kaiſer genehmigt worden
und v. Goßler unter zur Dispoſitionsſtellung in An=
erkennung
ſeiner Verdienſte a la suite des Kaiſer
Franz=Garde=Grenadier=Regiments Nr. 2 geſtellt
worden.

Mainz, 8. März. Zum Milchkriege. Neue,
einſchneidende Aktionen hat die Genoſſenſchaft der
vereinigten Milchproduzenten von Rheinheſſen und
den angrenzenden Gebieten neuerdings eingeleitet,
um ihren Forderungen zum Siege zu verhelfen. So=
wurde
am geſtrigen Tage über die Stadt Mainz und
die eingemeindeten Vororte der allgemeine
Milchboykott verhängt. Infolgedeſſen iſt nun auch
die Zufuhr der Milch aus der nächſten Nachbarſchaft, die
bisher meiſt direkt und zu höheren Preiſen lieferte,
ſowie die Bäckermilch geſperrt. Um in dem heißen
Ringen nun aber vor allen Dingen das konſumierende
Publikum in der Stadt für ſich zu gewinnen, beabſich=
tigt
man ſeitens der Prodnzenten die Errichtung von
Milchverkaufsſtellen, reſp. die Gründung einer Milch=
Zentrale in hieſiger Stadt. Von dieſer Stelle aus
ſoll die Milch, welche durch die Genoſſenſchaft der Milch=
produzenten
angeliefert wird, an die hieſige Ein=
wohnerſchaft
zu einem angemeſſenen Preiſe, der jeden=
falls
nicht über den bisherigen, an die Händler gezahl=
ten
Preis hinausgeht, in genügender Menge abgegeben
werden. Dieſe Maßnahme würde allerdings einen ſehr
geſährlichen Schlag gegen die Händler darſtellen. Ehe
indes die letztere Maßnahme verwirklicht wird, ſoll
morgen eine letzte Ausſprache zwiſchen Produzenten
und Händlern hier ſtattfinden und eine Einigung auf
Grund der geforderten Preiserhöhung verſucht wer=
den
. Es beſtätigt ſich nach Lage der Sache unſere Be=
hauptung
, daß der Ausfall des ganzen heißen Kampfes
in erſter Linie lediglich von dem ferneren Verhalten
der Konſumenten in der Stadt abhängig iſt.
* Worms, 9. März. Heute früh ereignete ſich, wie
die Wormſer Zeitung meldet, in dem nahe gelegenen
Offſtein ein Familiendrama. Der dortige Bahn=
hofsvorſteher
und Vorſtand der Süddeutſchen Eiſen=
bahnſtrecke
Worms-Offſtein, Gräber, hat heute früh
ſich, ſeine Frau und drei ſeiner Kinder mit Sublimat
zu vergiften verſucht. Die Frau iſt tot. Gräber
ſelbſt wird kaum mit dem Leben davonkommen. Die
Kinder können als gerettet betrachtet werden. Gräber
beſaß 13 Kinder, von denen noch zehn am Leben ſind
Die drei jüngſten wollte er mit in den Tod nehmen.
Die Urſache der traurigen Tat iſt in unerqnicklichen
Familienverhältniſſen zu ſuchen.
A Gießen, 9. März. Kürzlich hat im hieſigen
ſtädtiſchen Elektrizitätswerk die Prüfung
und Abnahme der Erweiterungsbauten der maſchinel=
len
Anlagen ſtattgefunden. Unſer Elektrizitätswerk
hat ſich in den letzten Jahren außerordentlich günſtig
entwickelt, die Anſchlüſſe an das Werk haben ſich weſent=
lich
vermehrt und auch größere Stromabnehmer, wie
die Univerſitätsinſtitute, ſind zur elektriſchen Beleuch=
tung
übergegangen. Die Betriebsüberſchüſſe ſind in
den letzten Jahren ſtändig gewachſen, beiſpielsweiſe
hat das Rechnungsjahr 1906/07 mit einem Reinüber=
ſchuß
von 31000 Mark abgeſchnitten, 1907/08 waren es
étwa 50000 Mark und im Rechnungsjahr 1908/09 ſogar
58000 Mark, die alle zur außerordentlichen Schulden=
tilgung
des Werks verwendet wurden. In Zukunft
iſt ſeitens der ſtädtiſchen Verwaltung beabſichtigt, einen
Teil des Ueberſchuſſes mit zur Deckung der ordent=
lichen
Ausgaben der Stadt heranzuziehen. Als im
Februar vorigen Jahres von der Stadtverordneten=
verſammlung
der Bau einer elektriſchen Straßenbahn
beſchloſſen wurde, da mußte gleichzeitig die Erweiter=
ung
des ſtädtiſchen Elektrizitätswerks ins Auge ge=
faßt
werden und es wurde damals beſchloſſen, zur
Entlaſtung der vorhandenen Turbine, die bei Hoch=
waſſer
in der Lahn nicht arbeiten kann, und der
Dampfmaſchine von 450 Pferdeſtärken eine neue
Dampfmaſchine von 600 Pferdeſtärken, eine mit dieſer
gekuppelten Dynamomaſchine und einen weiteren
neuen Dampfkeſſel aufzuſtellen. Dieſe Neuanlagen,
ſowie die dadurch erforderlich gewordenen Erweiter=
ungsbauten
waren zu 228000 Mark veranſchlagt. Die
neue Anlage befindet ſich bereits ſeit Mitte Dezember
1909sim Betrieb und funktioniert gut. Wie wir hören,
ſoll bei der Prüfung der Maſchinen die ſeitens der
Lieferanten garantierte Leiſtungsfähigkeit der Anlage
nachgewieſen worden ſein.
Gießen, 9. März. Auf einen von der Bauge=
noſſenſchaft
des Evang. Arbeitervereins ausge=
ſchriebenen
Wettbewerb unter der deutſchen Archi=
tektenſchaft
zur Erlangung von Entwürfen von 40 bis

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.

W-l. Darmſtadt, 9. März. Im Großh. Hof=
eater
ſang bei der geſtrigen Wiederaufführung
n Lortzings Zar und Zimmermann Frl. Hedwig
ruker aus Elberfeld die Partie der Marie. Zu
unſten der jungen Dame ſpricht nur ihr ſchauſpiele=
ſches
Talent und ihr gewandtes, wenn auch wenig
ſeeltes Spiel. Ihre Stimme iſt nicht bedeutend,
ßerdem ſtört das fortgeſetzte Zutiefſingen. Von
rem Engagement der Sängerin, das nach keiner
ichtung hin eine Verbeſſerung, ſondern nur einen
echſel bedeuten würde, glauben wir deshalb abraten
müſſen.
CK. Neue Schleiermoden. Die großen
ite erfordern große Schleier und die Mode beſchäf=
ſt
ſich daher eifrig mit dieſen zarten Geweben, die
genblicklich für die elegante Dame wieder ſo uner=
ßlich
ſind. Was uns da die neueſten Pariſer Erfind=
gen
bieten, erſcheint häufig mehr originell als ſchön.
rgemuſterte Schleier, die höchſtens von kleinen Punk=
r
unterbrochen ſind, werden kaum noch getragen.
e Mode will, daß man die Züge des Geſichts durch
namentale Zeichnungen hindurch errate, die die
rm eines Spinnengewebes haben oder gar ein
tter von ſchwarzen Fäden bilden. Die Chantilly=
hleier
mögen ſie nun echt oder nachgeahmt ſein
d ſehr en vogue, aber ſie haben die nnangenehme
genſchaft, ein wenig dick zu ſein, und werden daher
r den Morgenſpaziergang und zu Einkäufen reſer=
rt
, während ſie nur ſelten bei der Beſuchstoilette
cheinen. Eine Neuheit der Frühlingsſaiſon werden
großen Spitzenſchleier ſein, die den ganzen Hut in
rlicher Drapierung umhüllen. Die Farbe des
hleiers ſoll eigentlich mit der des Hutes gleich ſein,
er dieſe Einführung koloriſtiſch ſtark akzentuierter
hleier hat ihre Bedenken. Es gibt ſo viele Farben=
re
, die das Geſicht nicht kleiden, und ein Schleier
s weißem oder ſchwarzem Tüll wird immer beſſer
Sſehen als ein buntes Gewebe, das die Züge in
te merkwürdige Beleuchtung taucht. Eine eigene
nſt iſt für die Drapierung dieſer großen Schleier
nnöten; der perſönliche Geſchmack der Dame kann
beſonders deutlich in der Harmonie ausleben, die
zwiſchen Friſur, Hut und Schleier in Ton und
rbe hervorzurufen verſteht; in der graziöſen Ma=
r
, mit der ſie den breiten Schleier an den breiten
indern feſtſteckt.

Kleines Feuilleton.

* Ueber die neue Erfindung der Petro=
leumbutter
plaudert die New=Yorker Staats=
zeitung
Kellner, nehmen Sie das Zeug da weg und
geben Sie mir Butteroleum! So wird es in Zukunft
heißen, wenn der Gaſt im Reſtaurant ſein Brot ſchmie=
ren
will. Die Butter hat ausgeſpielt. Kein Menſch
wird mehr das ach, ſo zweifelhafte! ländliche Pro=
dukt
aus Kuhmilch genießen wollen, da doch das ſaubere
Butteroleum erfunden iſt, das ebenſo gut, ja noch beſ=
ſer
ſchmeckt, bei dem man genau weiß, was man hat.
Und mit ſtiller Schadenfreude wird man an den Aerger
der biederen Landonkel denken, die den Preis der But=
ter
in den letzten Jahren um 27,6 Prozent in die Höhe
getrieben haben. Jetzt können ſie ihre Butter ſelber
eſſen, denn wir, wir halten uns zu Butteroleum, zur
Kunſtbutter der Zukunft. Die koſtet höchſtens 12 Cents
das Pfund, während wir für die echte 40 Cents und
mehr bezahlen müſſen. Dabei bekommen wir Buttero=
leum
, oder Butterine, oder Butterinski, oder wie der
Stoff getauft werden mag, ſtets garantiert echt, wir
möchten faſt ſagen, in chemiſch reinem Zuſtande. Denn
es handelt ſich natürlich um ein chemiſches Produkt, das
Leſer, halte die Naſe zu! aus Petroleum hergeſtellt
wird, das heißt die Sache hat noch einen kleinen Haken.
Die Fabrik iſt vorläufig noch nicht fertiggeſtellt, alſo
heißt es noch, ſich gedulden, aber in etwa vier Wochen
dürfte der Markt mit dem neuen Stoff überſchwemmt
werden, und dann beginnt die goldene Ernte für den
Standard Oil Truſt und ſeinen großen Koeffizienten
John D. Rockefeller, der in bekannter Menſchenfreund=
lichkeit
der Welt ein neues Nahrungsmittel zu ſchenken
gewillt iſt. Natürlich iſt’s ein Deutſcher, der das But=
teroleum
aus Petroleum zu deſtillieren ſich unterfing.
Herr Ludwig G. Schmidt in Bayonne, ein Chemiker im
Dienſte der Standard Oil Co., hat das Geheimnis ent=
deckt
, das nun in einer eigenen Fabrik im öligen und
rauchigen Bayonne, N. J., en gros hergeſtellt werden
ſoll. Herr Schmidt will uns übrigens auch mit konden=
ſierter
Milch aus Erdöl überraſchen; es wird aber
noch eine Zeitlang dauern, ehe wir unſere Babys mit
dieſem ſicherlich keimfreien Getränk füttern können, da
es noch nicht gelungen iſt, den Zuckerſtoff zu finden, der
die Keroſinen=Milch ſüßt. Rockefellers Meierei, in der
die Petroleumfäſſer gemolken werden ſollen, befindet ſich
an Avenue I und 22. Straße, Bayonne. Von hier zum
Frachtbahnhof der Lehigh Valley R. R. an der 49. Straße
wurden vier Gleiſe gelegt, ein Zeichen, daß man auf
einen enormen Umſatz rechnet. Es iſt nicht bekannt, ob=

das Nebenprodukt bei der neuartigen Butterbereitung
die Butteroleum=Milch, zum Heizen von Automobil=
und Boots=Motoren verwandt werden kann. Wir wol=
len
aber das Beſte hoffen, denn John D. und ſeine
Leute laſſen nichts umkommen, und wenn man ſchon
Petroleum aufs Brot ſtreichen kann, ſo iſt nicht einzu=
ſehen
, warum nicht umgekehrt Rockefellerſche Milch zum
Fleckputzen und zum Automobiltrieb Anwendung fin=
den
ſoll.
* Ein Schildbürgerſtückchen. Auf eigen=
artige
Weiſe verunglückte dieſer Tage in Neukalen
(Mecklenburg=Schwerin) ein Pferd eines Domänenpäch=
ters
. Es war durch den ziemlich ſtarken Bohlenbelag des
Brunnens durchgebrochen und hinabgeſtürzt. Da der
Waſſerſtand des Brunnens ziemlich hoch war, ragte nur
der Kopf hervor. Die Rettungsverſuche hatten keinen
Erfolg. Zwar gelang es zweimal, dem Pferde eine
Schlinge hinter den Vorderbeinen um die Bruſt zu
legen und es einige Meter hoch zu ziehen, doch bei dem
Toben und Schlagen des Tieres ſtreifte jedesmal die
Schlinge ab und es ſtürzte abermals in die Tiefe
Schließlich legte man dem Pferde die Schlinge um den
Hals, und nun hatten die wackeren Retter vollen Er=
folg
. Sie brachten das Pferd glücklich in die Höhe. Nur
einen Haken hatte die Geſchichte: das Tier war regel=
recht
ſtranguliert worden und kam tot oben an.
* Ein nettes Stückchen vom Heiligen
Bureaukratius berichtet die Pfälziſche Rund=
ſchau
: Von einer Steuereinnehmerei erhielt ein Ein=
wohner
von Ludwigshafen a. Rh. den folgenden
Steuer=Heberollen=Auszug für 1909 nämlich: Grund=
ſteuer
1 Pfg., Beitrag zur land= und forſtwirtſchaftlichen
Berufsgenoſſenſchaft für Unfallverſicherung 1 Pfg., für
dieſen Auszug 3 Pfg. Und dieſe 5 Pfg. ſind ſofort zahl=
bar
, widrigenfalls 20 Pfg. Mahngebühren uſw. und
ſchließlich Zwangsvollſtreckung erfolgt. Bei ſolch ge=
wiſſenhafter
Handhabung der Steuerſchraube wird es
ein leichtes ſein, die bayriſchen Finanzen zur Blüte zu
bringen.
* 2400 Mark für einen Roſenſtrauß.
Einem Schuhmacher von Nantwich in England wur=
den
dieſer Tage 120 Lſtrl. (2400 Mark) als Legat von
einer kürzlich in Llandudno verſtorbenen Miß Par=
ramour
übermittelt. Aus Dankbarkeit für einen
Roſenſtrauß, den Robinſon vor zwölf Jahren als
Wanderburſche der Dame, die im Rollſtuhl an ihm vor=
übergeſchoben
wurde, in den Schoß gelegt, hatte dieſe
ihn jetzt in ihrem Teſtament bedacht.

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910.

Nummer 58.

50 Gebäuden, Wohnhäuſern für kleinere Beamte und
beſſere Arbeiter, auf einen 15000 Quadratmeter um=
faſſenden
, von vier Straßen begrenzten Geländeblock,
der durch weitere Straßenanlagen aufgeteilt werden
kann, ſind 27 Konkurrenzentwürfe eingegangen. Das
Preisgericht, dem u. a. Oberbürgermeiſter Mecum,
Baurat Diehm, Stadtbaumeiſter Braubach, Sparkaſſen=
Direktor Doering und Beigeordneter Heyligenſtaedt
angehörten, hat den 1. Preis den Architekten Mahr
u. Markwort=Darmſtadt, den 2. Preis dem
Architekten Hans Meyer=Gießen und den 3.
Preis dem Kreisſtraßenmeiſter Mohr=Gießen zu=
erkannt
. Weiter wurden zwei Entwürfe angekauft,
darunter ein Plan des Architekten Hamann=Gießen.
Die Ausführung der Bauten am Südende der Stadt
gegenüber der Heyligenſtaedtſchen Fabrik iſt in aller=
nächſter
Zeit geplant und erfordert im ganzen eine
Bauſumme von 500000 Mark. Es war in dem Aus=
chreiben
für den Wettbewerb beſtimmt, daß die ein=
zureichenden
Projekte enthalten ſollten: Einzelhäuſer,
Doppel= und Drillingshäuſer mit Wohnungen von
2 und 3 Zimmern, Küche und Zubehör. Auch ſollte
eine Anzahl größerer Mietshäuſer von drei Stock=
werken
mit ausgebautem Dachgeſchoß, ſowie eine Klein=
kinderſchule
mit Verſammlungs= und Leſeſaal in den
Entwürfen enthalten ſein. (Gieß. Anz.)
* Gießen, 9. März. Der Einjährig=Freiwillige
Seibel, der ſich vor 14 Tagen von ſeinem Truppen=
teil
entfernte, wurde heute im Walde erſchoſſen
aufgefunden.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 8. März. Admiral Eduard
v. Knorr, einer der volkstümlichſten Männer der deut=
ſchen
Marine und ein Mitkämpfer aus der großen Zeit des
Krieges von 1870/71, vollendete heute ſeinen 70. Geburts=
tag
. Er empfing zahlreiche Telegramme und Glückwunſch=
ſchreiben
. Vom Kaiſer lief folgendes Telegramm ein: In
dankbarer Erinnerung an Ihre hohen Verdienſte um
meine Marine ſende ich Ihnen zum heutigen Tage, an dem
Sie Ihr 70. Lebensjahr vollenden, meine herzlichſten
Glückwünſche. Wilhelmshaven, 8. März 1910. Wilhelm.
Prinz Eitel Friedrich von Preußen wird mit
ſeiner Gemahlin an Bord des Dampfers Prinz Heinrich
vom Norddeutſchen Lloyd am 14. ds. Mts. in Alexan=
drien
eintreffen. Von dort aus erfolgt die Weiterreiſe über
Kairo nach Oberägypten. Am 5. April wird das Prinzen=
paar
an Bord des Dampfers Schleswig vom Norddeut=
ſchen
Lloyd von Alexandrien aus nach Jaffa reiſen, wo die
Ankunft am 6. April erfolgt. In Jeruſalem wird Prinz
Eitel Friedrich bekanntlich als Vertreter des deutſchen Kai=
ſers
der Einweihung des Erholungsheimes auf dem Oel=
berge
beiwohnen. Ueber weitere Reiſen zu Lande verlau=
tet
noch nichts Näheres. Am 21. April wird das Prinzen=
paar
in Beirut an Bord des Dampfers Schleswig die
Rückreiſe antreten und am 25. April in Neapel eintreffen.
Das Hotel de Rome iſt für vier Millionen Mark
an die Grundſtücksverwertungs= und Baugeſellſchaft
m. b. H. verkauft worden. Die neue Eigentümerin beab=
ſichtigt
, dort ein neues Geſchäftshaus zu errichten. Bis
zum 1. Oktober ds. Js. wird das Hotel von ſeinen alten
Beſitzern in bisheriger Weiſe fortgeführt werden. Einen
ſchweren Automobilunfall hat die Gattin des
königlichen Opernſängers Karl Jören erlitten. Frau J
fuhr in einem offenen Automobil die Spandauer Straße
entlang, das mit einem Wagen der elektriſchen Straßen=
bahn
zuſammenſtieß. Der Anprall war ſo heftig, daß
Frau J. auf die Straße geſchleudert wurde, wobei ſie er=
hebliche
Verletzungen am ganzen Körper davontrug. Le=
bensgefahr
beſteht indes nicht. In der Kaiſer Friedrich=
Straße in Pankow verbrannte ein vierjähriges Mäd=
chen
in der elterlichen Wohnung. Das um zwei Jahre
jüngere Brüderchen konnte nur mit Mühe vor dem Er=
ſtickungstode
bewahrt werden. Das Feuer war durch
Spielen mit Streichhölzern entſtanden.
Frankfurt, 9. März. Das Kriegsgericht der
21. Diviſion verurteilte heute den Hauptmann Ma=
lotki
v. Trzebiatowski, früher im 81. Regiment, wegen
unerlaubter Entfernung zu drei Monaten Feſtungs=
haft
und den Leutnant der Reſerve, Cuntze, vom Land=
wehrbezirk
Meſchede, wegen Zweikampfes ebenfalls zu
drei Monaten Feſtung.
Schlüchtern, 8. März. In einer Kantine des
Diſtelraſen=Tunnelbaues gerieten
kartenſpielende
kroatiſche Arbeiter miteinander in Streit,
in deſſen Verlauf einer ſein Meſſer zog und ſeinem
Kameraden mehrere Stiche in den Unterleib verſetzte.
Der Verletzte wurde in das Fuldaer Krankenhaus
transportiert, wo er bald darauf verſchied. Ein anderer
Kroat, der dem Täter das Meſſer entreißen wollte, er=
hielt
Verletzungen an der Hand. Der Verbrecher flüch=
tete
, wurde jedoch am Bahnhof Elm durch die Gen=
darmerie
verhaftet.
Wangen i. Algäu, 9. März. In der vergangenen
Nacht kurz nach 9 Uhr begegnete auf der Straße Ra=
vensburg
-Wangen an einer Steigung ein mit drei
Perſonen beſetztes Automobil einem Fuhrwerk.
Ein Ausweichen war nicht mehr möglich und das Auto=
mobil
überſchlug ſich infolge zu ſtarken Bremſens.
Beide Fahrzeuge fuhren aufeinander. Von den In=
ſaſſen
des Automobils, Herren aus Leutkirch, wurde
Maſchinenfabrikant Fritz Mendler, Vater von vier
Kindern, getötet. Rechtsanwalt Dr. Gut und Werk=
meiſter
Schilling erlitten mehr oder weniger ſchwere
Verletzungen. Die beiden Inſaſſen des Fuhrwerks
wurden herausgeſchleudert, aber nur unbedeutend ver=
letzt
. Beide Fahrzeuge wurden ſtark beſchädigt.
Weimar, 8. März. Zu dem auf den 20. März feſt=
geſetzten
Einzug des Großherzogspaares
in Eiſenach werden ſich, wie die Zeitung Deutſch=
land
meldet, das Kaiſerpaar und Prinzeſſin
Viktoria Luiſe einfinden und vorausſichtlich auf der
Wartburg Wohnung nehmen.
Bochum, 8. März. Heute mittag gegen 2 Uhr
wurde hier und in der Umgegend ein heftiger Erd=
ſtoß
verſpürt. In einer großen Anzahl von Häuſern
fielen die Bilder von den Wänden und Möbel wur=
den
umgeworfen. In dem Stadtteil Grumme entſtand
in der Wand eines Hauſes ein großer Riß.
Kuxhaven, 9. März. Der deutſche Gaffelſchoner Ger=
trud
Kapitän Schreckhaas, mit einer Salzladung von
Harburg nach England beſtimmt, kollidierte nachts
am zweiten Feuerſchiff mit dem von New=York einkom=
menden
Dampfer Pennſylvania‟ Der Schoner ſank, der
Kapitän und drei Mann der Beſatzung ertranken. Der
Steuermann wurde vom Rettungsboot des zweiten Feuer=
ſchiffes
gerettet.
Kopenhagen, 8. März. Der hieſigen Polizei ging
aus Antwerpen die Mitteilung zu, daß der Mili=
tärhandwerker
Hanſen, der kürzlich die Bataillonskaſſe
ſtahl und flüchtete, dort feſtgenommen wurde. Bei
ihm wurden 5416 Kronen in däniſchem Gelde und 1100
Francs gefunden. Hanſen war von hier nach Hamburg

geflüchtet, wo er ſich zwei Tage aufhielt und dann nach
Antwerpen weiterreiſte.
Genf, 8. März. Das Feuer im Benzin=
lager
der Luminageſellſchaft Aux Eaux=
Vives in Genf wurde durch zwei Spengler verurſacht,
die mit Löten von Zinkfäſſern beſchäftigt waren. Als
eine Lötlampe nicht mehr brannte, füllte der eine der
Arbeiter, wie gewöhnlich, Benzin nach und zündete
dann die Lampe wieder an. Plötzlich explodierte dieſe
und das brennende Benzin ergoß ſich in den Lager=
raum
. Sofortige Löſchverſuche waren vergeblich. Das
herbeieilende Fabrikperſonal ſchaffte ſofort eine An=
zahl
voller Benzin= und Oelfäſſer beiſeite, mußte aber
bald die weitere Rettungsarbeit aufgeben. Das Feuer
ergriff etwa zehn Waggons Oel, und bald lagerte
ein derartiger Rauch über der ganzen Stadt, daß die
Sonne verdunkelt wurde. Neben dem Brandherd lie=
gen
zwei Reſervoire, gefüllt mit je 15000 Liter Benzin,
und zwei volle Petroleumreſervoire von je 20000 Liter
Inhalt. Unter Lebensgefahr gelang es der Feuer=
wehr
, durch Aufwerfen eines Walles das nach allen
Seiten brennende Oel und Benzin von dieſen Behäl=
tern
fernzühalten. Eine ungeheuere Volksmenge hatte
ſich vor der Brandſtelle angeſammelt, als plötzlich ge=
waltige
Detonationen erfolgten und ſchwere Eiſenteile
weit fortgeſchleudert wurden. Der Menge bemächtigte
ich eine Panik, und in wilder Flucht wurde der Platz
geräumt. In der Rue Frontenex floß ein richtiger
Bach von brennendem Petroleum und Benzin, der nur
mit großer Mühe von einem großen Holzwarenlager
abgelenkt werden konnte. Menſchenleben ſind nicht zu
beklagen.
New=York, 8. März. Eine ungeheuerliche
Affäre hat ſich in Kanſas City, im Staate Miſ=
ſouri
, abgeſpielt und ruft in ganz Amerika das größte
Aufſehen hervor. John P. Cudahy, der Sohn des
millionenſchweren
Kompagnons des Chicagoer
Schweinekönigs Armour, ſtand ſeit Jahren mit Jere
F. Lillis, dem größten Bankier in Kanſas City, auf
geſpanntem Fuße. Die feindlichen Beziehungen der
beiden gingen ſo weit, daß der junge Cudahy den Ban=
kier
vor zwei Jahren mit dem Revolver aus ſeinem
Hauſe jagte. Doch dieſe Szene verhinderte nicht, daß
ſpäter eine Ausſöhnung zuſtande kam. Am Sonntag
abend gegen Mitternacht hörten die Nachbarn der
Cudahyſchen Villa wilde Schreie aus dem Hauſe drin=
gen
; kurz darauf rief eine erregte Frauenſtimme die
Polizei telephoniſch an: Sendet ſofort eine Patrouille
in das Cudahyſche Haus, dort wird ein Mann ermor=
det
!
Ein Schutzmann machte ſich ſofort auf den Weg.
Er fand das Haus offen, ebenſo alle Türen, und drang
bis in den Speiſeſaal vor, aus dem ein klägliches Stöh=
und Wimmern drang. Eine ſeltſame Szene bot ſich
dem Schutzmanne dar. Mit einem Tau gebunden, lag
Lillis auf der Erde, über ihm ſtand Cudahy in Hemds=
ärmeln
und ſtieß mit einem Meſſer auf den wehrlos
am Boden Liegenden ein. Daneben ſtand teilnahms=
los
der Chauffeur Cudahys. Lillis blutete aus vielen
Wunden und ſchrie vergebens um Hilfe. Die Polizei
riß mit vieler Mühe Cudahy von ſeinem Opfer los.
Das Ende der Szene war, daß Cudahy in Haft genom=
men
und Lillis, der ſchwere Verletzungen im Geſicht
erhalten hat, ins Krankenhaus gebracht wurde. Ueber
das Motiv zu der Tat wird folgendes erzählt: Der
junge Cudahy, der ſeit elf Jahren verheiratet und
Vater von fünf Kindern iſt, kam ſpät abends im Auko=
mobil
nach Hauſe und fand dort Lillis vor. Er hatte
erfahren, daß ſeine Frau mit Lillis eine Automobil=
fahrt
unternommen hatte. Angeblich wollten die bei=
den
im Country=Klub eſſen, hatten ſich dann aber
anders beſonnen und waren in die Cudahyſche Villa
gegangen, angeblich, um dort zu ſpeiſen. Cudahy wurde
von raſender Eiferſucht gepackt. Als er Lillis in ſeinem
Hauſe traf, warf er den ſtarken Mann, der im Alter
von 47 Jahren ſteht, mit Hilfe des Chauffeurs zu
Boden und bearbeitete ihn in der geſchilderten Weiſe.
New=York, 9. März. Der bekannte Sänger Ca=
ruſo
, der von der Schwarzen Hand verfolgt wird, hat
geſtern abend in der Brooklyner Muſikakademie ge=
fungen
. Er wurde auf dem Weg dorthin von 43 Poli=
ziſten
begleitet. Caruſo hatte inzwiſchen noch
mehrere Briefe der Schwarzen Hand erhalten, worin
er neuerdings aufgefordert wird, 25000 Dollar zu zah=
len
, widrigenfalls er von den Mitgliedern der Organi=
ſation
getötet werden würde. Caruſo hat auch dieſe
Briefe der Polizei übergeben. In geſchloſſenem Auto=
mobil
fuhr er von der Muſikakademie zu ſeinem Hotel
zurück, begleitet von Detektivs. Alle Tore der Akademie
waren geſchloſſen und mit Poliziſten beſetzt. Zwei Per=
ſonen
, die verdächtig erſchienen, wurden verhaftet; ſie
mußten aber wieder freigelaſſen werden.
Bogota, 8. März. Geſtern kam es zu Straßen=
unruhen
, wobei die amerikaniſche Geſandtſchaft
mit Steinen beworfen wurde. Anlaß zu den Straßen=
unruhen
gab ein Streit zwiſchen dem Direktor der im ame=
rikaniſchen
Beſitz befindlichen Straßenbahn und einem Po=
lizeibeamten
. Der Direktor wurde verhaftet. Der Pöbel
ſuchte die Wagen der Straßenbahn zu zerſtören
und bewarf dann das Gebäude der amerikaniſchen Ge=
ſandtſchaft
mit Steinen. Das Perſonal der Geſandtſchaft
konnte ſich in Sicherheit bringen. Vormittags war wieder
Ruhe eingetreten.
Noby (Indiania), 8. März. Durch die Explo=
ſion
, die ſich geſtern abend in der hieſigen Stärke=
fabrik
ereignete, wurden 8 Perſonen getötet, 17 teil=
weiſe
ſchwer verletzt.

Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſtehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Sinfonie=Konzert der Hofkapelle.
Dem am nächſten Montag, 14. d. Mts., ſtattfindenden
Hofmuſik=Konzert, dem letzten in dieſer Spielzeit iſt ein
Programm großen Stils zugrunde gelegt. Beethovens
A-dur=Symphonie, Eine Fauſt=Ouvertüre von Rich.
Wagner und Till Eulenſpiegel von Rich. Strauß ſind
3 Werke, denen ein großer Orcheſterkörper, wie er diesmal
in der durch Mitglieder der Wiesbadener Hofkapelle und
des Mainzer ſtädtiſchen Orcheſter weſentlich verſtärkten
Hofkapelle trefflich zu ſtatten kommt. Der ſoliſtiſche
Teil iſt einer der beſten Konzertſängerinnen der Gegen=
wart
der hier bereits bekannten Altiſtin Fräulein
Philippi anvertraut worden.
Richard Wagner=Verein. Der nächſte,
am Donnerstag, 17. März, ſtattfindende Vereinsabend
wird zwei Geburtstagsfeiern gewidmet ſein:
Dem hundertjährigen Robert Schumanns (8. Juni) und
dem fünfzigjährigen Hugo Wolfs (13. März.) Mit=
wirkende
ſind die Pianiſtin Frl. Hedwig Schoell
aus München, die ſich hier, vor zwei Jahren in einem
Konzerte des Mozartvereins ſo glücklich eingeführt hatte,
und eine für hier neue Künſtlererſcheinung, Herr Konzert=
ſänger
Dr. Piet Deutſch aus Berlin.

Zweite Kammer der Stände.

5 2. Sitzung.
St. Darmſtadt, 9. Märze
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Ewald
Exz., Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach Exz., Geheimerat Dr.
Becker, Miniſterialräte Lorbacher und Süffert.
Vizepräſident Korell eröffnet die Sitzung um 9,30
Uhr. Das Haus berät zunächſt die fünfte Hauptabteil=
ung
:
Direkte Steuern,
Regalien, indirekte Auflagen und Ein=
nahmen
aus verſchiedenen Quellen. (Kap.
12, Ziffer 1 und 2) und in Verbindung mit Kap. 12.
Titel 4: a) Antrag des Abg. Beſt; b) Vorſtellung des
Untererhebers Wagner, und e) Vorſtellung des Landes=
rechnerverbandes
, Aufhebung der Untererhebſtellen be=
treffend
.
Abg. Reinhart macht als Berichterſtatter längere
Ausführungen, die aber auf der Tribüne ſehr ſchwer zu
verſtehen ſind. Die Zeitungsnachricht, daß das, was der
Ausſchuß hier vorſchlägt, das Ergebnis eines Kom=
promiſſes
mit dem Ausſchuß der Erſten
Kammer ſei, ſei falſch. Es hat jederzeit Ueberein=
ſtimmung
darüber geherrſcht, daß die Erhöhung der
Einkommenſteuer nur in Verbindung mit der Erhöh=
ung
der Vermögensſteuer möglich iſt. Trotz der vor=
geſchlagenen
Erhöhung der Steuern bleiben große Auf=
gaben
rückſtändig; namentlich die beiden wichtigen Fra=
gen
der Schuldentilgung und der Beamtenbeſoldung.
Der Ausſchuß ſei ſich keineswegs im Zweifel darüber,
daß die erhöhte Schuldentilgung eine große Notwendig=
keit
ſei. Intereſſant iſt das Zahlenmaterial, das der
Redner anführt. Danach zahlt ein Steuerpflichtiger
mit 1400 Mark Einkommen in Heſſen zur Zeit 18,50
Mark, nach der Steuererhöhung 21,28 Mk.; in Preußen
16,80 Mark, in Württemberg 11,55 Mark, in Baden 14,85
Mark, in Sachſen 16 Mark. Ein Einkommen von 2450
Mark in Heſſen zahlt 39 Mark, nach der Steuererhöhung
4 4,85 Mark, in Preußen 46,20, in Sachſen 46,20, in
Württemberg 33,60, in Baden 34,55 Mark. Ein Ein=
kommen
von 5900 Mark zahlt in Heſſen 126 Mark, nach
der Erhöhung 144,90 M.; in Preußen 165,00, in Sachſen
160, in Würtemberg 119, in Baden 75,90 Mark.
(Hört! hört!) Von der Zukunft kann Sicheres noch
nicht geſagt werden. Für 1911 iſt unter anderem ein
Ausfall von 550000 Mark an Erbſchaftsſtenern zu er=
warten
. Dafür ſtehen aber bedeutend höhere Eiſen=
bahneinnahmen
in Ausſicht.
Abg. Lutz meint, der Steuererhebeapparat ſei viel
zu kompliziert, namentlich was die Untererheber be=
trifft
. Dieſe könnten leicht mit dem Gemeindeeinneh=
mer
vereinigt werden. Dadurch könnten dann die Be=
zirkskaſſierer
ganz geſpart werden. Auch das Inſtitut
der Kontrollbeamten ließe ſich bei anderer Organiſation
erſetzen. Jedenfalls müſſe ſich bei Nenorganiſation der
Steuererhebung viel ſparen laſſen. Zur Zeit gingen
zehn Prozent der geſamten Stenern allein für die= Er=
hebung
ab.
Finanzminiſter Braun Exz. warnt vor der vom
Abg. Reinhart ausgeſprochenen Hoffnung, daß das Jahr
1911 auch ohne Steuererhöhung keinen Fehlbetrag er=
geben
werde. Der Finanzminiſter könne ſich nur an
Zahlen halten, und dieſe ergäben zur Zeit für 1911
einen Fehlbetrag von zirka 1¾4 Millionen Marh deren
Deckung ohne Steuererhöhung eben nur erhöfft
werden kann. Es kommen bei dieſer Hoffnung Be=
tracht
die Erſparniſſe aus der Vereinfachung der Ver=
waltung
, das Steigen verſchiedener Einkommen und
der angeführte Vortrag auf neue Rechnung, den Herr
Reinhart mit 430000 Mark viel zu hoch angenommen
habe. Schon Finanzminiſter Gnauth habe das Jahr
1911 als das ſchwerſtefür unſere Finanzen
bezeichnet. Redner möchte dringend warnen, die Zu=
kunft
roſiger zu ſehen, als ſie tatſächlich werden kann.
Abg. Beſt möchte zur Beſchleunigung der Etats=
beratung
ſeine Anträge betr. Aufhebung der Unter=
erhebſtellen
uſw. vorerſt zurückziehen und bittet, ſie der
Sonderkommiſſion zu überweiſen. Abg. Leun meint,
der Antrag auf Aufhebung der Untererhebſtellen ſei
der unglücklichſte aller Erſparnisanträge. (Sehr wahr!)
Zumal gar nicht daran zu denken iſt, daß durch dieſen
Antrag viel geſpart werden kann. Redner hofft, daß ein
derartiger Antrag nie wieder eingebracht werde.
(Bravo!) Abg. Ulrich ſpricht ſich in gleichem
Sinne aus und tritt im Gegenſatz zu dem Antrage für
Errichtung weiterer Untererhebſtellen ein. In länge=
ren
Ausführungen begründet Redner ſeinen Antrag,
die Einkommen bis zu 900 Mark freizulaſſen und die
von 9002600 Mark von jeder weiteren Erhöhung frei=
zulaſſen
und die höheren Einkommen progreſſiv zu be=
ſteuern
. Für 1910 ſoll allerdings nach den Ausſchußan=
trägen
die Finanzkriſe behoben ſein. Was aber 19112
Man müſſe doch einſehen, daß da die Gefahr noch viel
größer iſt. Der vorliegende Finanzierungsplan ſei eine
Ungerechtigkeit gegen die ärmeren Klaſſen und namen
lich gegen die Beamten. Der Finanzausſchuß hätte en=
ſchieden
auch für 1911 fürſorglicher ſein müſſen. Minde
ſtens hätte er die Vermögensſteuer nicht erhöhen müſſen.
Die Gefahr, daß die reichen Leute aus Heſſen wegziehen
würden, ſei keineswegs ſo groß, wie man immer be=
haupte
. Ein Eldorado für Steuerzahler gibt es nicht.
Die Frage, ob der Reichtum ſtärker zu den Laſten des
Landes herangezogen werden müſſe, ſei brennend ge=
worden
. Man könne ſich ihrer Entſcheidung nicht mehr
entziehen. Die Herren der Erſten Kammer freilich
wollen ein Vermögensſteuergeſetz, das nicht annehm=
bar
iſt.
Geheimerat Dr. Becker meint, das Haus werde
ſchon in Rückſicht auf die Geſchäftslage nicht verlangen,
daß er ſich in eine Diskuſſion mit dem Abg. Ulrich ein=
laſſe
über die progreſſive Geſtaltung der Einkommen=
ſteuer
und die progreſſive Verſchärfung der Vermögens=
ſteuer
. (Sehr richtig!) Um ſo weniger werde man das
verlangen, als ja zu den vorliegenden Anträgen das
Thema nochmals aufgerollt werden muß. Herr Ulrich
müßte ja ſelbſt zugeben, daß ſo ſchnell die Sache doch
nicht ginge, wenn die Geſetze im Rahmen der Verfaſ=
ſung
geſchaffen werden ſollen, alſo mit Hilfe der Erſten=
Kammer. Wenn Herr Ulrich gemeint habe, daß die
reichen Leute ſchwerlich in irgend ein Dorf des Oden=
waldes
ziehen werden, wo ſie keine Steuern zu bezahlen
brauchen, ſo liege dieſe Gefahr allerdings nicht vor.
Wohl aber die, daß die reichen Leute nach Wiesbaden
oder Frankfurt ziehen, wo ſie ihre Lebensbedürfniſſe
ebenſo gut oder noch beſſer befriedigen können, als wie
in Darmſtadt. Wenn Herr Ulrich die Vermögen pro=
greſſiv
belaſten will, ſo würde dabei, wenn er nicht
ziemlich unten anfängt, auch nicht viel herauskommen,
denn die Vermögen bis 14000 Mark ergeben allein ½
der geſamten Steuer. Den Ausfall durch die Erbſchafts=
ſteuer
ſolle man nicht unterſchätzen. Wenn Abg. Rein=
hart
gemeint habe, aus der Organiſationsvereinfachung
ließe ſich für das Budget etwas herausſchlagen, ſo ſei
das falſch; denn man war ſich bisher darüber einig, daß

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Nummer 58.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910.

zieſe Erſparmiſe den Beamten zugute kommen ſollen,
ür die man doch noch gar nichts vorgeſehen habe für
1911. Die Vergleichszahlen, die der Abg. Reinhart an=
zeführt
habe, bedürfen der Korrektur. Zu den Aus=
ährungen
des Abg. Lutz iſt zu bemerken, daß im allge=
neinen
vor der prozentualen Berechnung von Ausgaben
zu warnen iſt. Zahlenmäßig ergeben ſich da ganz
indere Bilder. Man müſſe dabei die neueingeführten
Steuergeſetze in Betracht ziehen. So ſei zum Beiſpiel
das neue Wertzuwachsſteuergeſetz das ſchwie=
rigſte
, das je geſchaffen wurde. Schon jetzt betreffe ½
ler Baufragen allein dieſes Geſetz, das eine ganz koloſ=
ale
Arbeit verurſache. Das Veranlagungsgeſetz ent=
ſpreche
in ſeinem jetzigen Rahmen den Wünſchen der
Kammer, die es ſelbſt ſo geſchaffen habe. Was an
Schreibgebühren uſw. irgendwie geſpart werden könne,
geſchehe ſchon jetzt. Mehr kann im Rahmen der be=
ſtehenden
Beſtimmungen nicht geſchehen. Wenn Abg.
Lutz gemeint habe, wir müßten uns noch mehr den
preußiſchen Verhältniſſen nähern, ſo iſt das kaum ver=
ſtändlich
. Nur in einem Punkte könne das noch ge=
chehen
, das iſt bei der Erhebung der Staatsgefälle durch
die Gemeindeeinnehmer. Dieſe geſchehe in Preußen
unentgeltlich. Wenn die Regierung das gleiche
vorſchlage, werde ſie kaum auf Zuſtimmung der Kam=
mer
rechnen können. (Sehr richtig!) Einige Steuer=
kontrolleurſtellen
ſollen in Zukunft auch mittleren Be=
amten
zugängig gemacht werden. Es kämen dafür
eventuell überzählig werdende Bezirkskaſſierer in Be=
tracht
. (Beifall.)
Nach der Pauſe verbreitet ſich Abg. Brauer aus=
führlich
über die Verhandlungen im Ausſchuß und die
vorgeſchlagenen Steuern uſw. und fordert unter allen
Umſtänden, daß im Jahre 1911 eine weitere Steuer=
erhöhung
nicht komme. Die Wünſche der Beamten
müßten ſo lange zurückgeſtellt werden, bis der Etat
balanziert. Abg. Eibach ſpricht ſich auch gegen die
Aufhebung der Untererhebſtellen aus. Die Einrichtung
habe ſich auf dem platten Lande außerordentlich bewährt.
Abg. Uebel meint, die Reden, die die Herren der
Linken halten, machen ſich in der Theorie und in der
Agitation ſehr ſchön, ſie ſeien aber praktiſch ohne Be=
deutung
. Gegen die Aufhebung der Untererhebſtellen
ſei auch er. Auch einer Gebührenherabſetzung für die
Untererheber könne er nicht zuſtimmen, da dann tat=
ſächlich
die Gegenleiſtung nicht der Arbeitsleiſtung ent=
präche
. Der Minderertrag der Stempeleinnahmen ſei
nicht allein auf das Konto der wirtſchaftlichen Kriſe zu
etzen. Es ſcheine vielmehr, als ob die Regierung den
Ertrag von vornherein viel zu hoch kalkuliert habe. Die
Kammer müſſe von der Regieung verlangen, das ſie
doch einigermaßen zuverläſſig kalkuliere. Redner bittet
die Regierung, bei neuen Anforderungen die Leiſtungs=
fähigkeit
einzelner Gemeinden zu berückſichtigen und
ſramentlich bei neuen Kulturwerken die Steuerkraft der
Gemeinden zu ſchonen. Scharf rügt Redner, daß bei
der Techniſchen Hochſchule, trotzdem die Herren wußten,
die Studiengelder 68000 Mark weniger einbringen,
ie den Ausgabenetat erheblich überſchritten haben.
Weiter, daß das Miniſterium des Innern einen Mehr=
zuſchuß
von über 240000 Mark anforderte, trotz Mehr=
einnahmen
von 170000 Mark. (Hört! hört!) Wenn
man dem Hauſe einen Teil der Schuld an der Finanz=
miſere
zuſchreibe, ſo müſſe er doch ſagen, daß die Re=
gierung
die größere Schuld habe.
Vizepräſident Schmitt erſucht die ſieben noch zum
Wort gemeldeten Redner, ſich kurz zu faſſen und nicht
in eine neue Generaldebatte einzutreten. (Beifall.)
Abg. Schönberger (ſchwer verſtändlich) wünſcht,
daß das Verhältnis der Vermögensſteuer zur Einkom=
menſteuer
nicht ſo ſehr verſchoben werde, wie der Abg.
Ulrich das vorgeſchlagen hat. Abg. Finger ſpricht
ſich für Beibehaltung der Untererhebſtellen aus. Abg.
Stoepler tritt dem Vorſchlag des Abg. Lutz, die Be=
zirkserhebſtelle
mit den Gemeindeeinnehmern zu ver=
einigen
, entgegen. Abg. Bähr empfiehlt u. a. eine
Mobiliarſteuer.
Geheimerat Becker verteidigt die Regierung gegen
den Vorwurf, daß ſie die Stempeleinnahmen falſch kal=
kuliert
habe. Das ſei nicht der Fall. Lediglich die
ſchlechte Konjunktur habe den Ausfall veranlaßt. Ganz
entſchieden weiſt er den durch den Abg. Schönberger er=
hobenen
Vorwurf zurück, daß in Heſſen die großen
Steuerzahler anders behandelt würden, als wie die
kleinen. (Sehr wahr!)
Um 1¼ Uhr wird die Sitzung auf nachmittags
3 Uhr vertagt.

53. Sitzung (Nachmittags=Sitzung).
Am Regierungstiſche wie oben, ferner Geheimerat
Eiſenhuth.
Vizepräſident Dr. Schmitt eröffnet die Sitzung
um 3¼ Uhr.
Abg. Reinhart beſpricht noch einmal die Vor=
ſchläge
der Abgg. Bähr, Lutz, Ulrich uſw. und
meint, die Pläne des Abg. Ulrich würden dem Lande
ganz abnorme Laſten auferlegen. Der Antrag Beſt
würde auch in der Kommiſſion keine Annahme finden.
Es ſei zweifellos, daß die Einrichtung der Untererheb=
ſtellen
eine große Wohltat für die Steuerzahler auf dem
Lande ſei, die dieſen viel Geld und Zeit erſpare.
Damit iſt die Debatte geſchloſſen. Es folgt Abſtimm=
ung
.
Zum Titel 1: Direkte Steuern müſſen die
Summen eingeſetzt werden, die ſich durch den Beſchluß
des Ausſchuſſes ergeben.
Der Ausſchuß=Antrag, Erhöhung der
Einkommenſteuer um 15 Prozent, Erhöh=
ung
der Vermögensſteuer um 20 Pfg. von
1000 Mark Vermögen, und hiernach folgende
Summen in den Hauptvoranſchlag einzuſtellen: Für
die Einkommenſteuer 13857500 Mark, für die Vermö=
gensſteuer
4433333 Mark, wird angenommen.
Zu Ziffer 3: Wandergewerbeſteuer, beantragt
der Ausſchuß, 83000 Mark zu bewilligen; zu Titel 2:
Regalien, die in Einnahme eingeſtellte Summe von
500 Mark zu bewilligen; zu Titel 3: Indirekte
Auflagen, 1. Stempel, die Einnahme von 3755800
Mark ( 5000 Mark mehr) zu bewilligen. 2. Erb=
ſchafts
= und Schenkungsſteuer, die eingeſtellte Summe
von 912650 Mk. in Einnahme zu bewilligen; 3. Hunde=
ſteuer
; 4. Nachtigallenſteuer, zuſammen 390040 Mark,
zu bewilligen; ferner zu Titel 4: Einnahme aus
verſchiedenen Quellen, 4338115 Mk. in Ein=
nahme
zu bewilligen. Sämtliche Anträge wer=
den
angenommen.
In Ausgabe wurde wieder eingehend über fort=
geſetzt
ſteigende Ausgaben für Schreibgehilfekoſten Ver=
handlung
geführt. Nach Mitteilung der Regierung ſind
im vorigen Jahre 18000 Mark für dieſe Zwecke zu
winig eingeſtellt geweſen. Im Jahre 1909 iſt die Ein=
ſtellung
von 9 neuen Gehilfen erfolgt. Die eingeſtellte
Mehrforderung von 32700 Mark entſteht demnach durch
die im vorigen Hauptvoranſchlag zu wenig vorgeſehe=

nen 18000 Mark, ferner durch das Aufwachſen ange=
ſtellter
Schreibgehilfen in die feſtgelegten Normalſätze.
Der Ausſchuß beantragt: die Summen von 657890
Mark in Ausgabe zu bewilligen. Auch dem ſtimmt
das Haus zu. Desgleichen werden die übrigen Aus=
ſchußanträge
gegen die Stimmen der Sozialdemo=
kraten
und des Abg. Bähr angenommen. Die Anträge
des Abg. Beſt waren alle zurückgezogen.
Die Beratung wird dann bei Kap. 39, höhere Bür=
gerſchulen
, fortgeſetzt. 4 Abgeordnete beantragen zu
dieſem Kapitel, die Summe für die Anſtalten in Groß=
Umſtadt, Sprendlingen, Wimpfen und Beerfelden wieder
einzuſtellen, zum Teil unter Verzichtleiſtung auf den
Staatszuſchuß. Abg. Molthan teilt mit, daß die
Regierung am 1. April vier Schulen eingehen laſſen wolle,
die Gemeinden erheben aber Widerſpruch. Er bittet, dem
Vorſchlage der Regierung zu entſprechen, da es ſich um
ganz ſchwach beſuchte Anſtalten handle. Abg. Kredel
hatte beantragt, die Mittel für die Schule Wimpfen wieder
einzuſtellen, zieht den Antrag aber zurück. Abg. Ei=
bach
beantragt, die nicht mehr vorgeſehene höhere Bür=
gerſchule
zu Sprendlingen unter Verzichtleiſtung des
Staatszuſchuſſes in den Hauptvoranſchlag wieder einzu=
ſtellen
. Abg. Hauck beantragt, die nicht mehr vorge=
ſehene
höhere Bürgerſchule zu Groß=Umſtadt unter
Verzichtleiſtung des Staatszuſchuſſes in den Hauptvoran=
ſchlag
wieder einzuſtellen. Er könne keinen Grund dafür
ſehen, die vier Schulen aufzuheben, zumal die Gemeinden
auf den Staatszuſchuß verzichten.
Geheimerat Dr. Eiſenhuth führt aus, er wolle
nicht daran denken, etwa dem Bildungsdrang des Lan=
des
entgegenzutreten. Groß=Umſtadt wolle aber doppelte
Gewähr haben. Bisher habe die Kammer ſtets auf Be
ſeitigung der kleinen Anſtalten gedrängt und nun, da die
Regierung den Wünſchen nachkommt, erhebe man Wider=
ſpruch
. Materiell ſei die Sache faſt ohne Bedeutung. Es
iſt eben ſo, daß man überall ſparen will, nur nicht bei ſich
ſelbſt, reſp. im eigenen Intereſſengebiet. Man ſei in Heſ=
ſen
im Laufe der Jahre in einen gewiſſen Bildungsduſel
hineingeraten. Es ergebe ſich jetzt jährlich eine Maſſen=
produktion
an gelehrten Leuten, die dann nach beſtandenem
Examen ſich auf den Markt ſtellen und warten, bis einer
kommt und ſie dinge‟ Es komme aber immer ſelten je=
mand
. Die Beerfelder könnten ſehr wohl nach Michelſtadt
und die Sprendlinger nach Wöllſtein gehen.
Abg. Bähr meint, das Wichtigſte ſei eine richtige
Volksſchulbildung. In der Beziehung ſtehe er auf
dem Standpunkte des Abg. Ulrich. Einzelne Bürger=
ſchulen
ſolle man allerdings nicht aufheben. Der Abg.
Molthan habe immer wenig übrig für die Landbe=
völkerung
. Er bittet, den Anträgen auf Erhaltung der
vier Schulen ſtattzugeben. Abg. Hauck meint, die
Anregungen auf Aufhebung der Schulen ſeien wohl
nicht aus dem Hauſe gekommen, ſondern meiſt aus
dem Finanzausſchuß. Er betont ausdrücklich, daß
Groß=Umſtadt für alle Zeit auf den Staatszuſchuß ver=
zichte
. Es könne alſo von einer Belaſtung des Bud=
gets
nicht die Rede ſein. Abg. Weber ſtellt feſt, daß
das, was der Abg. Hauck beantragt, etwas ganz Neues
ſei und den Ausſchuß noch nicht beſchäftigt habe. Wenn
die Gemeinden ohne Zuſchuß des Staates die Schulen
erhalten wollen, könne man nichts dagegen einwenden.
Er bittet, dem ſtattzugeben. Abg. Heidenreich
meint, die ländlichen Lehranſtalten haben doch nicht
den Zweck, ein gebildetes Proletariat zu ſchaffen, ſon=
dern
ſie ſollen den ländlichen Gewerbetreibenden uſw.
Gelegenheit zu beſſerer Bildung geben. Man müſſe
die Frage nach den Bedürfniſſen der Einzelfälle be=
urteilen
. Für Michelſtadt ſei das Bedürfnis vorhan=
den
. Abg. Eibach tritt nochmals für Sprendlingen
ein, Abg. Kredel für Beerfelden. Er beantragt
ebenfalls, den nicht mehr eingeſtellten, ſeither zur
Bürgerſchule Beerfelden geleiſteten Zuſchuß im
Betrage von 1100 Mark nunmehr auch in den Haupt=
voranſchlag
pro 1910 in Kapitel 39 wieder einzuſtellen.
Abg, Molthan als Berichterſtatter meint, der
Ausſchuß habe ſich nunmehr dahin geeinigt, daß in den
Gemeinden, die auf den Staatszuſchuß verzichten, die
Schulen erhalten bleiben ſollen. Es kommen vorerſt
dafür Sprendlingen und Groß=Umſtadt in Betracht.
Der Ausſchuß beantragt dementſprechend, den Gemein=
den
Sprendlingen, Groß=Umſtadt und
Beerfelden die Schulen zu belaſſen, unter der
Vorausſetzung, daß die Gemeinden auf jeden Zuſchuß
verzichten. Dieſer Antrag wird angenom=
men
. Zum Antrag Kredel betr. Beerfelden ſtellt
Finanzminiſter Braun Exz. feſt, daß dieſer Antrag
hinfällig ſei, da für 1910 der Zuſchuß ja gar nicht ge=
ſtrichen
werden ſoll. (Heiterkeit.) Abg. Kredel zieht
darum ſeinen Antrag zurück. Desgleichen die Abgg.
Eibach und Hauck. Der Ausſchußantrag, 142336
Mark zu bewilligen, wird a genommen.
Zu Kap. 40, Lehrerſeminarien uſw., wird der
Ausſchußantrag: 1. Bewilligung der Einnahme mit 3934
Mark, der Ausgabe mit 340844 Mark; 2. die Regierung zu
erſuchen, für 1911 die Erhebung eines Schulgeldes in Aus=
ſicht
zu nehmen, ohne Debatte angenommen.
Zu
Kap. 41, Volksſchulen, befürwortet Abg. Noack ſei=
nen
ſeinerzeit unerledigt gebliebenen Antrag, die Bezüge
der Handarbeitslehrerinnen zu erhöhen. Die Regierung
habe wohl ihr Wohlwollen den Lehrerinnen gegenüber be=
wieſen
, wenn aber die Gemeindräte nicht wollten, erhiel=
ten
die Lehrerinnen doch nichts. Redner beantragt, an die
Bewilligung der 10000 Mark als erhöhte Beibilfe zur Auf=
bringung
der Koſten der Fortbildungsſchule für
bedürftige Gemeinden die Bedingung zu knüpfen, daß dar=
aus
die Bezüge der Handarbeitslehrerinnen erhöht wer=
den
. Abg. Meiski hält die 10000 Mark für nicht aus=
reichend
. Abg. Molthan erklärt namens des Finanz=
ausſchuſſes
deſſen Einverſtändnis mit dem Antrag Noack.
Dieſer Antrag wird dann angenommen, des=
gleichen
der Ausſchußantrag, in Ausgabe 2 713 110 Mark zu
bewilligen.
Einige Kapitel werden ohne Debatte nach dem Aus=
ſchußantrag
erledigt. Zum Kap. 16, Hofbibliothek
rügt Abg. Noack die räumliche Unzulänglichkeit und bittet
dringend um Abhilfe. Abg. Raab bringt ferner den
Antrag ein, im Etat 1911 ein neues Kapitel 46a, Volks=
bibliothek
, einzufügen und 5000 Mark dafür bereitzu=
ſtellen
.
Geheimerat Weber erklärt zur Anregung des Abg.
Noack, daß die gerügten Mißſtände anzuerkennen ſind. Es
beſtehe die Abſicht, den Turm des Reſidenzſchloſ=
ſes
am Schloßgraben für Zwecke der Bibliothek nutzbar
zu machen. Das würde zirka 12000 Mark koſten. Auch
Finanzminiſter Braun erkennt an, daß hier bald Abhilfe
geſchaffen werden muß, und erörtert die Art der Einſtellung
der Mittel
Der Antrag Raab wird an den Finanzausſchuß ver=
wieſen
. Der Ausſchußantrag, 82042 Mark in Ausgabe zu
bewilligen, wird angenommen.
Zum Kap. 48, Denkmalpflege, meint, Abg.
Schönberger, nachdem man nun 10 Jahre Denkmäler
gepflegt habe, ſollte man es damit vorerſt genug ſein laſſen
und den Betrag von 26500 Mark ſtreichen.

Wenn ſich wichtige Fälle ergäben, ſollten die beſonders an=
gefordert
werden. Wenn der Betrag eingeſtellt ſei, würde
er auch verbraucht. Auch ſolle man nicht zu weit gehen.
In Groß=Bieberau z. B. habe man ein ganz gewöhnliches
Wohnhaus, wie gleiche zu Dutzenden vorhanden ſeien, un=
ter
Schutz geſtellt. Der Ausſchußantrag wird=
angenommen
, ebenſo die Kapitel 49 bis 52a. Zu
Kap. 53, Aerztlicher Dienſt, wird beantragt: 1. Be=
willigung
der Einnahme mit 17700 Mark und der Aus=
gabe
mit 254698 Mark; 2. die Regierung zu erſuchen, zu
prüfen, ob und in welcher Höhe Gebühren für die Un=
terſuchungen
(Titel 3) erhoben werden könnten. Abg.
Finger beſpricht die ungünſtigen Anſtellungsverhältniſſe
der Kreisärzte, doch ſind ſeine Ausführungen auf der Tri=
büne
nicht zu verſtehen. Der Ausſchußantrag wird ange=
nommen
. Zu Kap. 56, Landes=Irrenanſtallt,
wünſcht Abg. Uebel Beſſerſtellung der Wärter und Ober=
wärter
. Abg. Orb wünſcht, daß der Staat baldmöglichſt
den Gemeinden die Geiſteskranken abnehme.
Geheimerat Weber ſtellt feſt, daß der Staat geſetzlich
keinesfalls verpflichtet iſt, die Fürſorge für Geiſteskranke
zu übernehmen. Er habe das nur loyalerweiſe ſeinerzeit
freiwillig übernommen. Geſetzlich iſt der Armenverband
des Unterſtützungswohnſitzes allein verpflichtet, die Kran=
ken
unterzubringen. Die Notwendigkeit der Aufbeſſerung
der Wärter erkenne er an. Das Kapitel wird bewilligt
Es ſind um 5½ Uhr noch 12 Abgeordnete im
Hauſe anweſend. Ohne Debatte werden erledigt die
Kapitel 57 bis 64, 66 bis 71, 76 bis 87; die fehlenden Ka=
pitel
werden ausgeſetzt.
Um 6 Uhr 25 Min. wird die Sitzung geſchloſſen,
Nächſte Sitzung Donnerstag 9 Uhr.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 9. März. Zur Beratung ſteht der
Etat für Kiautſchou und das oſtaſiatiſche
Marinedepartement.
Abg. Erzberger (Ztr.): Erfreulich iſt, daß
die Marineverwaltung für 1909 eine erhebliche
Erſparnis von etwa einer Million erzielt hat; das
Drängen des Reichstages auf Sparſamkeit iſt alſo nicht
nutzlos geweſen. Wir müſſen auch in Kiautſchou auf Spar=
ſamkeit
ſehen. Hier iſt der deutſche Kaufmann weniger
ſelbſtändig als in den Settlements von Shanghai und
Hongkong. Wir wünſchen für Kiautſchou die Selbſtverwal=
tung
. Das Perſonal dort iſt viel zu reichlich. Auch wird
viel zu koſtſpielig gebaut, vom Gouverneurpalaſt bis zum
Pferdeſtall. Allerdings haben wir in Kiautſchou eine ge=
ſunde
Juſtizpflege, und auf dieſem Wege läßt ſich vielleicht
ein Kolonialrecht entwickeln. Hierfür ſollte ein Lehrſtuhl
errichtet werden. Dagegen fehlt eine genügende Unter=
ſtützung
der Miſſionsſchulen. Die Hauptſache aber iſt, daß
man unſere Koloniſten dort zufriedenſtellt und daß ſie
enger mit den Behörden zuſammenarbeiten.
Staatsſekretär v. Tirpitz: Es iſt richtig, daß unſere
Ausfuhr nach Kiautſchou einen überraſchenden Aufſchwung
genommen hat und damit auch die Schiffahrt. Für die
Weiterentwickelung fehlen uns freilich noch ſichere An=
haltspunkte
. Unſere Stellung in Kiautſchou hat es uns er=
möglicht
, in die chineſiſchen Eiſenbahngeſchäfte hineinzu=
kommen
, und bei dem ſtarken Bedarf Chinas können wir
wohl auf einen weiteren ſtarken Abſatz rechnen. Auf jeden
Fall iſt unſer Geſchäft dort eine erhebliche Chance. Der
Etat iſt ſparſam aufgeſtellt worden und wir werden in
dieſer Beziehung fortfahren; ich glaube nicht, daß wir wei=
tere
Abſtriche machen können. Die Bauten dort waren für
die dortigen Verhältniſſe nötig. Schon heute ſteht unſere
Juſtizpflege bei den Chineſen im Anſehen. Die Miſſions=
ſchulen
zu unterſtützen, halten auch wir für notwendig. Den
Wünſchen der Bürgerſchaft von Tſingtau in bezug auf die
Selbſtverwaltung werden wir nach Möglichkeit entgegen=
kommen
, aber lediglich das Reichsgeld für die Bürgerſchaft
zu verwenden, iſt nicht angängig. Auf die Militärlaſten
muß auch geachtet werden.
Abg. Dr. Paaſche (natl.): Die ungeſunden Ver=
hältniſſe
ſind geſchwunden. Die Kolonie, die als Flotten=
ſtützpunkt
gedacht war, iſt ein kultureller Stützpunkt gewor=
den
. Notwendig iſt der Ausbau des Kolonialrechtes; da=
mit
geht Hand in Hand die Ausführung der Selbſtverwal=
tung
. Es muß noch viel ſparſamer gewirtſchaftet werden.:
Die 1500 Einwohner von Tſingtau leiſten ſich den Luxus,
allein für Tiefbau 60000 Mark an Gehältern zu zahlen.
Hochbauten ſind gar nicht ausgeführt worden, dabei wird
aber ein ſehr koſtſpieliges Hochbauamt unterhalten. Da
muß entſchieden Wandel geſchaffen werden. 70 Bureau=
beamte
für dieſen kleinen Bezirk ſind zu viel; auch in der
Forſtwirtſchaft wird mit vollen Händen Geld ausgegeben.
Man muß doch die Einnahmen und die Ausgaben min=
deſtens
ins Gleichgewicht bringen. Abg. Dröſcher
(konſ.): Wir zollen dem Staatsſekretär und ſeinen Mit=
arbeitern
volle Anerkennung für das, was ſie für die Ent=
wickelung
dieſer Kolonie getan haben. Durch die Grün=
dung
einer Hypothekenbank iſt einer geſunden Bodenpolitik
der Weg geöffnet. Auch in bezug auf das Schulweſen ſteht
die deutſche Einrichtung an erſter Stelle. Verlangen müſ=
ſen
wir die volle Gleichberechtigung der Chriſten mit den
Konfuzianern. Wir wollen ein Kolonialrecht, das an den
deutſchen Hochſchulen gelehrt wird. Auch die Marinever=
waltung
verdient alle Anerkennung; möge ſie auf dem be=
tretenen
Wege weiterarbeiten.
Staatsſekretär v. Tirpitz: Die Erklärungen des Vor=
redners
waren nach der Kritik des Abgeordneten Paaſche
ſehr erfreulich. Die Zahlenangaben des letzteren berückſich=
tigen
die chineſiſche Bevölkerung und die beſonderen Ver=
hältniſſe
nicht. Dieſe erfordern z. B. auch ein größeres
Aufſichtsperſonal. Das Forſtperſonal hat aus den Forſten
eine gute Rente geſchaffen. Wir können an der Verwal=
tung
nur ſparen, ſoweit das rentabel iſt. Abg. Storz
(Fortſch. Volksp.): Wir ſind ſeit Eugen Richter für die
Kiautſchoupolitik eingetreten und freuen uns, daß unſere
Erwartungen nicht allgemein enttäuſcht worden ſind. Iſt
es richtig, daß die Erzlager an der Bahn verpachtet werden
ſollen? Wenn das Verhältnis Deutſchlands zu China=
fortdauernd
beſſer wird, kann man vielleicht eine Vermin=
derung
der Truppen ins Auge faſſen. Die Forſtkulturen
ſind ausgezeichnet, aber die Gehälter ſind zu hoch. Die
Schaffung eines Kolonialrechts ſcheint uns geboten.
Staatsſekretär v. Tirpitz: Wir werden den hier
gegebenen Anregungen, ſo weit es möglich iſt, Rech=
nung
tragen. Abg. Noske (Soz.): Die Erwartun=
gen
, die man auf Kiautſchou geſetzt hat, haben ſich nicht
erfüllt. Alle unſere Kolonien haben uns eigentlich nur
viel Geld gekoſtet. Die Ausgaben ſind deshalb ſo
groß, weil wir zu viel Truppen halten müſſen,
namentlich, wenn die Chineſen erſt ihr Heer organi=
ſiert
haben. Wir verweigern die Bewilligung der
Mittel für dieſe koſtſpieligen Beſitzungen in Oſtaſien.
Abg. Goercke=Brandenburg (natl.): Wir wün=
ſchen
, daß die Marineverwaltung alles tut, um die
wirtſchaftliche Entwicklung von Kiautſchou nach Kräften
zu fördern, damit wir mit den Zuſchüſſen von Jahr zu
Jahr heruntergehen können. Abg. Nacken (Ztr.):

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910.

Nummer 58.

Soll ſich der kaufmänniſche Geiſt entwickeln, ſo muß der
Verwaltung eine gewiſſe Bewegungsfreiheit einge=
räumt
werden. Staatsſekretär v. Tirpitz: Kauf=
männiſche
Prinzipien laſſen ſich nicht ſo ſchnell ein=
führen
. Den Bureaukratismus bekämpfen auch wir.
Damit ſchließt die Generaldebatte. Der Etat wird
mit der von der Budgetkommiſſion beantragten Reſo=
lution
angenommen und ebenſo das dazu gehörige
Etatsgeſetz. Es folgt die

zweite Leſung des Poſtetats.
Abg. Kämpf (Fortſchr. Vpt.): Wir bedauern die
Abſchaffung des Ankunftsſtempels, weil dadurch jeg=
liche
Kontrolle über die richtige Beſtellung unmöglich
gemacht wird. Das Poſtſcheckweſen muß namentlich
für den internationalen Verkehr ausgebaut werden.
Zu begrüßen wäre die Wiedereinführung des Orts=
portos
. Abg. Lattmann (Wirtſch. Vgg.): Die
Reſolution auf Schaffung eines Poſtbeirates aus Ver=
tretern
von Handel, Induſtrie, Landwirtſchaft und
Handwerk begrüßen wir mit Frenden.

* Berlin, 9. März. In der Budgetkom=
miſſion
des Reichstages wurde der Etat der
Zölle, der Steuern und Gebühren en bloe
angenommen. Reichsſchatzſekretär Wermuth teilte mit,
daß die Zuckerſteuer 7,8 Millionen Mark, die Lebens=
mittelſteuer
1,3 Millionen, die Zündwarenſteuer O,9
Millionen, die Brauſteuer 5,8 Millionen, die Stempel=
ſteuer
10 Millionen eingebracht habe. Insgeſamt er=
gebe
ſich ein Mehr von 62 Millionen. Bis Ende Ja=
nuar
verbleibt, da dieſer Betrag von dem 240 Millio=
nen
betragenden Defizit abgeht, noch ein Defizit von
178 Millionen. Er fürchte, der Beharrungszuſtand
werde erſt 1912, nicht ſchon 1911, eintreten.
* Berlin, 9. März. In der Budgetkom=
miſſion
des Reichstages erörterte Staatsſekre=
tär
Frhr. v. Schven bei der Beratung des Etats des
Auswärtigen Amts die Gründe, die die Veröffent=
lichung
des Weißbuches nötig gemacht haben. Es
mußte die Unterſtellung zurückgewieſen werden, die
Regierung hätte in der

Mannesmann=Angelegenheit
ihre Pflicht verſäumt; es war nachzuweiſen, daß
das Auswärtige Amt eine wohlerwogene, auf vertrags=
mäßiger
Grundlage beruhende, den internationalen
Verpflichtungen entſprechende Stellung in der Minen=
frage
eingenommen hatte, daß anderſeits die Mannes=
mannſchen
Intereſſen deshalb nicht in vollem Umfange
vertreten werden konnten, weil dieſe auf einem un=
haltbaren
Rechtsſtandpunkt beruhten. Der Staats=
ſekretär
legte weiter dar, in welcher irreführendn
Weiſe die öffentliche Meinung gegen das Auswärtige
Amt eingenommen worden ſei. Dieſer Bewegung
mußte durch die Herausgabe der amtlichen Darlegung
entgegengetreten werden. Der Staatsſekretär wies
dann die Vorwürfe, daß durch die Veröffentlichung
des Weißbuches Privatintereſſen geſchädigt worden
ſeien, als völlig unbegründet zurück. Die Urſache
der unerfreulichen Wendung der ganzen Angelegenheit
ſei der Umſtand, daß die Herren Mannesmann eigen=
mächtig
einen Weg eingeſchlagen haben, der für die Re=
gierung
nicht gangbar war. Die Regierung war und
iſt bemüht, dieſe Anſprüche, ſoweit als irgend tunlich
zu vertreten. Der Weg hierfür iſt eine ihnen günſti=
gere
Ausgeſtaltung des Berggeſetzes, das jetzt ſeine
Beratung findet.
Der Staatsſekretär führte dann weiter aus, es ſei
ein weitverbreiteter Irrtum, daß wir in dieſer Berg=
werksfrage
nur mit Frankreich zu tun haben. An der
endgültigen Löſung der Minenfrage würden ſämtliche
im Algeeirasvertrage vereinigten Mächte teilzunehmen
haben. Eine Einigung mit Frankreich allein wäre
zwecklos, ſelbſt wenn ſie auf der Baſis der Mannes=
mannſchen
Forderungen möglich geweſen ſei. Sie war
äber auch auf dieſer Baſis bei Abſchluß des Ab=
kommens
ſchlechterdings nicht möglich. Bei dem Ab=
kommen
kam es bei den politiſchen Zwecken darauf an,
uns aus Marokko wirtſchaftlich nicht herausdrängen zu
laſſen, ſondern in angemeſſenen Grenzen praktiſche
wirtſchaftliche Reſultate zu erzielen. Dazu ſind wir
auf dem beſten Wege. Hätten wir uns für die mit dem
Vertragsrecht nicht vereinbarlichen Mannesmannſchen
Anſprüche eingeſetzt, ſo wäre es im beſten Falle gegen
unſere Auffaſſung zum Schiedsgericht gekommen. Wir
hätten alſo ein Schiedsgericht unter gleichzeitiger
diplomatiſcher Niederlage, Minderung des Vertrauens
in unſer Wort und unſere Vertragstreue. Jetzt haben
wir dasſelbe Reſultat, ohne dieſe bedenklichen Begleit=
umſtände
. Für gute deutſche Rechte iſt die Regierung
ſtets und in jedem Falle mit allem Nachdruck einge=
treten
und wird auch ferner dafür eintreten. Soweit
mit dem Vertragsrecht und der Veztragstreue nur
irgend vereinbar war, ließ anch im vorliegenden Falle
die deutſche Regierung ſich den Schutz und die Förde=
rung
deutſcher Intereſſen auf das Ernſteſte angelegen
ſein und wird ſich dieſer Pflicht auch fernerhin bewußt
bleiben und ſie mit allen Kräften erfüllen.
Unterſtaatsſekretär Stemrich
erörterte ein=
gehend
die grundlegende Frage, ob die in der erſten
Urkunde vom 7. Oktober enthaltenen bergbaulichen
Intereſſen in der Tat als im Artikel 112 der Algeciras=
gkte
vorgeſehenes Berggeſetz zu betrachten ſind oder
nicht. Die genaue Prüfung ergebe, daß auch nach dem
marokkaniſchen Recht die fraglichen Beſtimmungen ein
Berggeſetz nicht darſtellen. Der Unterſtaatsſekretär
führt ſodann eine Reihe von Tatſachen an, die dafür
ſprechen, daß Muley Hafid ſelbſt die Urkunde vom
7. Oktober nicht als ein allgemeines Minengeſetz im
Sinne der Algeeirasakte hat betrachtet wiſſen wollen.
Alsdann beſpricht der Unterſtaatsſekretär die Bedeu=
tung
des Beſchluſſes des diplomatiſchen Korps vom
20. Auguſt 1908. Der Beſchluß ſtelle nicht eine Aende=
rung
der Algeeirasakte dar, ſondern eine Einigung der
Mächte darüber, welche Haltung ſie bei der Ausführung
des Artikels 112 einnehmen wollten. An dieſe Eini=
gung
ſeien wir gebunden. Die Regierung ſei auch aus
dieſem Anlaß außer Stande, die Mannesmannſche
Auffaſſung zu vertreten, daß das Geſetz vom 7. Oktober
1908 das in der Algeeirgsakte vorgeſehene Berggeſetz
ſei. Schließlich wandte ſich der Unterſtaatsſekretär der
Frage zu, ob die Mannesmanuſchen Konzeſſionen trotz
des dargelegten Berggeſetzes als gültig betrachtet wer=
den
könnten. Die Beantwortung hänge davon ab, ob
dem Sultan nach der Ratifikation der Algeeirasakte
die Befugnis zuſtand, bis zu dem Erlaß des Bergge=
ſetzes
beliebig Minenkonzeſſionen zu erteilen, was
zweiſellos nicht der Fall geweſen ſei. Im Zuſammen=
hang
mit dem Prinzip der Gleichberechtigung habe der
Artikel 112 die Bedeutung, daß bis zum Erlaß des
Minengeſetzes jeder Erwerb von Minenrechten ausge=
ſchloſſen
war. Das wurde von den beteiligten Mächten
on ieher angenommen.

Der Unterſtaatsſekretär wies ſchließlich den Vor=
wurf
zurück, daß das Auswärtige Amt die deutſchen
Intereſſen vernachläſſigt hätte. Die Regierung ſei, um
den Herren Mannesmann zu helfen, bis zu der äußer=
ſten
Grenze ihrer Rechtsauffaſſung gegangen, die
Herren Mannesmann ſeien vorgegangen, wie man im
Orient vorzugehen pflegen würde. Nach wie vor
würde das Beſte ſein, wenn eine Verſtändigung unter
allen Intereſſenten herbeigeführt werden könnte. Die
Regierung ſei unausgeſetzt nach dieſer Richtung hin
tätig geweſen und fand dafür auch Verſtändnis bei der
franzöſiſchen Regierung. Die Herren Mannesmann
hätten es einſtweilen abgelehnt, Verhandlungen ein=
zugehen
, weil ſie zunächſt die Verhandlungen über ihre
Anſprüche in der Budgetkommiſſion abwarten woll=
ten
. Die Kommiſſion vertagte ſich darauf bis Donners=
tag
vormittag.

Vermiſchtes.

Der vierte apologetiſche Inſtruk=
tionskurſus
, veranſtaltet vom Zentralausſchuß
für Innere Miſſion, findet im Herbſt dieſes Jahres
in Berlin vom 12. bis 21. Oktober ſtatt. Welch hohes In=
tereſſe
derſelbe auch diesmal wieder beanſpruchen darf,
geht zur Genüge aus dem vorläufigen Programm hervor,
aus dem wir folgende Themen erwähnen wollen: Die
Wechſelwirkung zwiſchen Religion und Kunſt, aufgezeigt
an einem Gang durch die Kunſtgeſchichte; Erfahrungen
über das Verhältnis von Staat und Kirche in Frankreich;
Die Apologetik in den neuteſtamentlichen Schriften; Der
evangeliſche Glaube und das trinitariſche Dogma; Was
leiſtete und leiſtet die Frau für Verſtändnis und Be=
ſtand
des Chriſtentums? Wie laſſen ſich die Reſultate
der neueren altteſtamentlichen Forſchung mit der Autori=
tät
der Schrift in der praktiſchen Verkündigung vereinigen,
Theoſophie und Myſtizismus in der Gegenwart; Die Ur=
form
der Religion; Die Bedeutung der Inneren Miſſion
innerhalb der Wohlfahrtsbeſtrebungen unſerer Zeit; Apo=
logetik
und Seelſorge; Die religiöſe Gedankenwelt der Ar=
beiter
; Die Innere Miſſion in Stadt und Land.
CK. Ein Schutz gegen Ueberſchwem=
mungen
. Während der letzten großen Ueberſchwem=
mungen
in Paris hat man mit Notdämmen, die teils
aus Zement, bisweilen auch aus Erde errichtet waren,
günſtige Erfahrungen gemacht, da ſie an manchen Or=
ten
ausgezeichnet dem Andrängen des Waſſers wider=
ſtanden
. Die beſten Reſultate wurden in der Nähe
des Loupre erzielt, wo die Deiche nach den Angaben
des Chefingenieurs der Brücken und Chauſſeen,
Nouaillgc=Pioch, errichtet wurden, der auch zugleich
Direktor des Büros für Ueberſchwemmungen iſt. Wie
in der Illuſtration ausgeführt wird, waren dieſe
Notdämme Vorbildern nachgeahmt, wie ſie in Amerika
bei den jährlichen gewaltigen Ueberſchwemmungen des
Miſſiſſippi in Anwendung kommen. Ein Hauptmoment
der guten Wirkung iſt das, daß die mit Erde gefüllten
Säcke ſenkrecht zum Lauf des Fluſſes aufgeſchichtet und
nur zur Hälfte gefüllt werden. Tritt dann Näſſe hinzu,
ſo fügt ſich der Damm, indem eine breiartige Maſſe ge=
bildet
wird, zu einer feſten Mauer zuſammen, die für
das Waſſer faſt undurchdringlich iſt. Zur Verwendung
eignen ſich für den Damm am beſten Mehlſäcke, doch
können auch kleine Zementſäcke gebraucht werden. Es
genügt, ſie in einer einzigen Reihe aufzuſchichten, doch
iſt es beſſer, zwei Reihen zu bilden und den Zwiſchen=
raum
mit Erde auszufüllen. An den Ufern des
Miſſiſſippi, deſſen Ueberſchwemmungen an Größe und
Gefahr die der Seine weit hinter ſich laſſen, hält man
ſo eine Waſſerhöhe von etwa 2,50 Meter mehrere
Wochen hindurch aus. Nach den Schätzungen von
Nouaillac=Pioch würden 200000 Säcke genügen, um Pa=
ris
gegen die Ueberſchwemmungen der Seine zu
ſchützen. Die Anlage würde ſich ohne Schwierigkeit
bewerkſtelligen laſſen.,

Literariſches.

Aus dem Inhalt des Märzheftes von Weſter=
manns
Monatsheften‟ Die Glocken der Hei=
mat
. Roman von Adam Müller=Guttenbrunn. Leda=
Legende. Gedicht von Adolf Holſt. Jan Steen. Ein
Kapitel holländiſcher Kunſtgeſchichte von Dr. Georg
Biermann. (Illuſtr.) Wiener Geſellſchaft. Ein
Wintertag in ſechs Veranügungen.
Von Ludwig
Hirſchfeld. Notwendigkeit. Novelle von Hans W
Fiſcher. Altes bayeriſches Porzellan. Von Guſtav
Levering. (Farbig illuſtr.) Eine unbekannte Jugend=
kompoſition
von Richard Strauß. Von Paul Lothringer.
(Mit einer Notenbeilage.) Neue Parabeln von Marie
von Ebner=Eſchenbach. Börries von Münchhauſen.
Von Biktor Klemperer. J. G. Novelle von Anſelma
Heine. Berliner Witz aus den Biedermeiertagen.
Von Hans Oſtwald. (Illuſtr.) Naturſchutzparke. Von
Dr. Max Kemmerich. Muſikaliſche Rundſchau. Von
Dr. Walther Paetow. (Illuſtr.) Dramatiſche Rund=
ſchan
. Von Dr. Friedrich Düſel. (Illuſtr.)
Von
Kunſt und Künſtlern. Literariſche Rundſchau.
Was zahlen Sie für Ihre Wohnung? Ja, dafür
könnten Sie aber ſchon ein ganzes Haus bewohnen!
So muß man bei den heutigen Mietpreiſen oft von den
Leuten hören, die im Vorort ein Häuschne mit Garten
beſitzen. Und es iſt tatſächlich ſo. In einer Verzin=
ſungsgrenze
von jährlich 400 bis 800 Mark, für Beſſer=
geſtellte
auch mehr, hat man ein geräumiges Eigenhaus
mit Garten einſchließlich aller Nebenkoſten. Die uns
vorliegende Zeitſchrift für Eigenhauskultur Land=
haus
und Villa (jährlich 24 Hefte, Preis 12 Mark,
Einzelheft 60 Pfg.) beweiſt es in jedem Hefte an ihren
Beiſpielen. Da möchte man ſich auch ein eigenes Heim
wünſchen. Wie man dieſen Wunſch verwirklichen kann,
das wird hier ſowie in der Gratisprämie für Abonnen=
ten
ausgeführt. Das eigene Heim und ſein
Garten. Ein Führer für alle diejenigen, die ſich ein
Eigenhaus bauen oder kaufen wollen. Von Dr.=Ing.
Beetz, mit 680 Abbildungen, Hausplänen uſw. mit An=
gabe
der Baukoſten uſw. Preis 6 Mark, geb. 7 Mark.
(Porto 50 Pfg. Weſtdeutſche Verlagsgeſellſchaft, Wies=
baden
.) Für die intereſſierten Kreiſe ſind es gewiß
ſehr willkommene Publikationen.
Das Reichsſtempelgeſetz vom 15. Juli
1909, herausgegeben von R. Gämlich, Sekretär in
Dresden. Das in Hellmuth Henklers Verlag in
Dresden erſchienene Reichsſtempelgeſetz behandelt ins=
beſondere
die Abgabe vom Grundſtücksumſatze. Erläu=
terungen
aus der Begründung ſind dieſem Abſchnitte
beigefügt. Wer das weſentlichſte Intereſſe an der
Grundſtücksabgabe hat, will ſich zuweilen auch über die
ſonſtigen Beſtimmungen des Reichsſtempelgeſetzes
unterrichten. Deshalb ſind auch die ſonſtigen Abſchnitte
dieſes Geſetzes mit aufgenommen. Sie betreffen Wert=
papiere
, Ausſpielungen, Erlaubniskarten für Kraft=
fahrzeuge
, Schecks uſw. Das Schriftchen enthält einen
Auszug der Ausführungsbeſtimmungen des Bundes=
rats
und einige ſolche Ausführungsverordnungen der
Bundesſtaaten, die die Grundſtücksübertragungen be=
treffen
. Eine Tabelle ſoll die Berechnung des Stempels

und das ausführliche Sachregiſter das Nachſchlagen ers
leichtern. Preis 2,50 Mark broſchiert.
Deutſche Rundſchau für Geographie
und Statiſtik. Unter Mitwirkung hervorragender
Fachmänner herausgegeben von Prof. Dr. Fr. Umlauft.
32. Jahrgang 1909/1910. (A. Hartlebens Verlag in
Wien, jährlich 12 Hefte zu 1,15 Mark.) Heft 5. Jedes
neue Heft der Deutſchen Rundſchau für Geographie
und Statiſtik bringt eine ſolche Menge intereſſanter
geographiſcher Originalaufſätze von hervorragenden
Fachſchriftſtellern und aktueller Mitteilungen vom gan=
zen
Erdenrund, daß ſich ihr an Reichtum und Mannig=
faltigkeit
des Inhalts kaum eine andere geographiſche
Zeitſchrift zur Seite ſtellen kann. Nicht nur aber, daß
ſie jeden Zweig der Erdkunde im weiteſten Sinne pflegt,
ſo iſt ſie auch mit zahlreichen vorzüglichen Illuſtrationen
nach photographiſchen Aufnahmen ausgeſtattet. Dazu
kommen regelmäßig Karten über neueſte Forſchungs=
reiſen
oder zur Erläuterung phyſikaliſcher und ſtatiſti=
ſcher
Verhältniſſe als Beilagen, häufig auch noch über=
dies
im Texte.

Muſik.

Das Wagnis, eine Violinſchule zu veröffenk=
lichen
, die auch für den Selbſtunterricht geeignet iſt, hat
der bekannte Muſikverlag von P. J. Tonger, Köln am
Rhein, übernommen. Als Band 54 von Tonders
Taſchen=Muſik=Album erſchien ſoeben Theo=
ret
. praktiſche, leicht faßlich gehaltene und auch für den
Selbſtunterricht geeignete Violinſchule, auf Grund=
lage
der Kleine Methode von Mazas bearbeitet von
Albrecht Krüger. (208 Seiten, ſchön und ſtark kart.
1 Mark.) Dieſe Schule führt den angehenden Geiger
von den allererſten Anfängen bis zur 3. Lage einſchließ=
lich
. Sie ſetzt keinerlei muſikaliſche Kenntniſſe voraus
weder in theoretiſcher noch in violintechniſcher Be=
ziehung
, alles wird ſo erklärt, daß jemand, der der Sache
völlig als Laie gegenüberſteht, ſich in dieſem Werk Rats
holen kann. Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß die neue
Violinſchule erſt recht beim Unterricht durch einen
Lehrer benutzt werden kann; der erſchöpfende, klare
J
Text wird dann dem Schüler gute Dienſte leiſten, die
gelernten Regeln zu Hauſe in Ruhe nachzuleſen und ſich
feſt einzuprägen.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

In einem Eingeſandt über die jüngſt ſtatt=
gehabte
Stadtverordneten=Verſammlung leſen wir eine
Klage über die üble drückende Atmoſphäre in dem Be=
ratungsſaal
, wo zufällig in einer ſie direkt intereſſieren=
den
Frage ca. 5060 Metzgermeiſter anweſend waren.
Wie man aus einem momentanen Vorkommnis, wie
dem vorerwähnten, im Ernſte den Gedanken eines Rat=
haus
=Neubaues ausſprechen kann, in einer Zeit
der drückendſten Finanzkalamität wie der
gegenwärtigen, das verſtehe, wer es kann.
Einer für Viele!

Luftſchiffahrt.

* Darmſtadt, 9. März. Die geſtrige Meldung
über den Aufſtieg Eulers auf dem Griesheimer
Exerzierplatz bedarf einer Richtigſtellung. Euler per=
ſuchte
, einen deutſchen Rekord aufzuſtellen, wurdelgher
durch eine Kompagnie Soldaten, die vorübermarſchiette
und Schüſſe abgab, daran verhindert, ſo daß er nache
Minuten den glücklich verlaufenen Flug wieder ah=
brechen
mußte.
* Berlin, 8. März. Heute vormittag ſtieg der
Ballon Tſchudi des Berliner Vereins für Luft=
ſchiffahrt
in Schmargendorf auf. Widrige Luftſtröm=
ungen
ließen den Ballon nicht über das Gebiet des
Grunewalds hinausgelangen. Das Luftſchiff mußte
ſchließlich in Charlottenburg in nächſter Nähe
des Rathauſes auf der nur 15 Meter breiten Spree=
ſtraße
landen. Eine nach Tauſenden zählende Men=
ſchenmenge
ſah den Landungsmanövern zu und betei=
ligte
ſich tatkräftig an dem Landungswerke. Schließlich
konnten die vier Inſaſſen ungefährdet die Gondel ver=
laſſen
.
* Stuttgart, 9. März. Wie der Schwäbiſche
Merkur aus Friedrichshafen berichtet, iſt das
nunmehr im
Zeppelinſche Luftſchiff Z. IV
Gerippe vollſtändig hergeſtellt; auch die äußere Um
hüllung iſt angebracht. Demnächſt werden die beiden
Motorgondeln montiert. Die erſten Gaszellen ſind
fertiggeſtellt und werden gegenwärtig eingepaßt. Be=
züglich
der Propellerform und der Antriebsvorricht=
ung
werden noch weitere Unterſuchungen gemacht.
Z. IV wird vorausſichtlich anfangs Mai völlig fertig
ſein und ſeine Fahrten von Friedrichshafen aus be=
ginnen
. Es werden zunächſt vorzugsweiſe Fahrten
entlang dem Rhein und weiter in die Schweiz bis an
den Vierwaldſtätter See veranſtaltet werden.
* Stuttgart, 9. März. Ein in Berlin leben=
der
Ruſſe namens Lutzkoi iſt heute vormittag mit
ſeinem in den Deimlerwerken in Untertürkheim her=
geſtellten
Aeroplan nach mehreren gelungenen Ver=
ſuchen
abgeſtürzt. Der Hauptpropeller wurde zertrüm=
mert
, außerdem entſtanden einige Beſchädigungen an
der Steuerung. Der Erfinder blieb unverletzt und
wird die Verſuche nach der Ausbeſſerung fortſetzen.
sr. Die Große Aeronautiſche Woche des
Aero=Club de France, die in der Zeit vom 9.
bis 18. September in Bordeaux veranſtaltet wird, be=
ſchäftigt
die vorbereitenden Ausſchüſſe bereits in inten=
ſiver
Weiſe. Das Meeting wird Lenkballons, Frei=
ballons
und Aeroplane umfaſſen, und zwar ſollen die
Flugmaſchinen=Wettbewerbe auf dem neuen Aerodrom
von Croix d’Hins ausgetragen werden. Als Minimal=
ſumme
für die Preiſe wurden 20000 Francs garau=
tiert
. Gleichzeitig wird die Federation Aeronautique
Internationale in Bordeaux eine Tagung abhalten.
Das Gordon=Bennett=Rennen der
Lüfte wird, wie in einer Vorſtandsſitzung des Ame
rikaniſchen Aero=Klubs beſchloſſen wurde, von St.
Louis aus abgehalten werden, und zwar Ende Oktober.
Das amerikaniſche Ausſcheidungsrennen wird am 17.
September von Idianopolis aus ſtattfinden. Der
vorjährige Sieger Mix wird auch für den Fall, daß er
ſich in dem Ausſcheidungsrennen nicht plaziert, be=
ſtimmt
als einer der drei amerikaniſchen Vertreter an
dem Bennett=Rennen teilnehmen.

Sport.

Sr. Das internationale Lawu=Tennis=
Turnier in Mentone nahm bei ſchönem, aber
windigem Wetter einen flotten Fortgang, ſodaß in ein=
zelnen
Konkurrenzen nur noch die Schlußrunden aus=
ſtehen
. In der Herrenmeiſterſchaft der Riviera ſchlug
der Franzoſe M. Decugis in der Vorſchlußrunde Ba=
ron
de Struve 6:2, 6:0, nachdem in der dritten Runde

[ ][  ][ ]

Nummer 58.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910.

er Deutſche R. Kleinſchroth über Blackwood Price mit
2, 622 und Ritchie über Good mit 614, 6:2 trium=
hieren
konnten. Weitere Erfolge hatte der franzö=
ſche
Meiſter im gemiſchten Doppelſpiel und im
derrendoppelſpiel zu verzeichnen. Er ſiegte mit ſeiner
Jattin in der Vorſchlußrunde des Gemiſchten Doppel=
piels
über S. M. Douſt=Miß Hawley 5.7, 7.5, 7.5, und
m Herrendoppelſpiel mit Ritchie als Partner über
Simond=S. M. Douſt 6:4, 8:6. Die Sieger ſpielen in
er Schlußrunde gegen das deutſche Paar Gebrüder
kleinſchroth=München, das in der Vorſchlußrunde Hol
nes=Boſtwick 10:8, 6:0 abfertigte.

Handel und Verkehr.

* Pforzheim, 9. März. Bei der heute ſtatt=
ehabten
Submiſſion auf die neue 4proz. Anleihe
on 6 Millionen Mark der Stadt Pforzheim
vurde der Zuſchlag einer Gruppe, beſtehend aus Süd=
eutſche
Diskonto=Geſellſchaft, A.=G., Mannheim, Bank
ür Handel und Induſtrie Darmſtadt, Direktion der
Diskonto=Geſellſchaft Frankfurt a. M., Deutſche Effek=
en
= und Wechſelbank=Frankfurt a. M., Veit L. Hom=
urger
und Strauß u. Cie. in Karlsruhe, Stahl u. Fe=
erer
, A.=G. in Stuttgart und dem Pforzheimer Bank=
erein
und der Bankfirma Fuld u. Ko. in Pforzheim,
lie ein Angebot von 100,28 Prozent abgegeben hatte,
rteilt.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Stuttgart, 9. März. Durch Königliche Verord=
tung
wird die Ständeverſammlung zur Wie=
eraufnahme
ihrer Sitzungen auf Mittwoch, den 30.
März d. J., einberufen.
* Hamburg, 9. März. Der Zuſammenſtoß des
Schoners Gertrud mit dem Dampfer Penn=
ylvania
von der Hamburg=Amerika=Linie erfolgte da=
durch
, daß die Gertrud mit falſchem Manöver vor
em Bug der Pennſylvania ſegelte. Trotzdem die
Pennſylvania rechtzeitig auswich, ließ ſich ein Zu=
ammenſtoß
infolge eines Fehlers des Schoners nicht
nehr vermeiden. Der gerettete Steuermann befindet
ich an Bord der Pennſylvania
* Wien, 9. März. Nach einem über das Befin=
en
Luegers heute vormittag ausgegebenen Bulle=
in
iſt das Bewußtſein geſchwunden. Die Atmung iſt
inregelmäßig und die Herztätigkeit nimmt ab.
* Paris, 9. März. König Eduard iſt heute
vormittag nach Biarritz abgereiſt.
* Paris, 9. März. Es ſtellte ſich heraus, daß der
Mann, deſſen Leichnam man geſtern bei Angers in
inem Hanfballen verſteckt fand, nicht ermordet, ſon=
dern
ein Opfer ſeiner Trunkſucht wurde. Vermutlich
var er im Rauſche eingeſchlafen und von einem der
Hanfballen erſtickt worden, die ſeine Kameraden, ohne
von ſeiner Anweſenheit zu wiſſen, in einen Waggon
einluden.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit Dienstag früh: Beim
Vorüberzug eines kleinen Teilwirbels iſt geſtern nach=
mittag
kurze Zeit etwas Bewölkung eingetreten; doch
erreichten die Temperaturen in Darmſtadt und Worms
13 *, während am frühen Morgen noch ſtellenweiſe
Froſt eintrat: Gießen, Worms 1 Darmſtadt aber 1
Wärme. Dagegen iſt in ganz Weſt= und Norddeutſch=
and
während der Nacht ſtarke Erwärmung eingetreten.
Das ozeaniſche Tiefdruckgebiet beginnt jetzt geringen Ein=
luß
auf unſer Wetter auszuüben.
Ausſichten in Heſſen am Donnerstag, den
0. März: Meiſt wolkig, doch nur ſtrichweiſe geringer
Regen, nach milder, froſtfreier Nacht am Tage Temperatur
wie heute, ſchwacher Süd.

Todes-Anzeige.

Freunden u. Bekannten hiermit die ſchmerz=
liche
Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen

gefallen hat, meinen innigſtgeliebten Gatten,
unſeren lieben Vater, Schwager und Onkel

HerrnFriedrichStein

Todes-Anzeige.

(Statt jeder beſonderen Anzeige.)

Privatier
nach kurzem, ſchwerem Leiden, im 65. Lebens=
jahre
, in ein beſſeres Jenſeits abzurufen.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Chriſtine Stein, geb. Krieger,
Heinrich Stein.

Darmſtadt, den 9. März 1910. (*6003

Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß am Mittwoch, morgens
½11 Uhr, unſer lieber Schwiegervater, Groß=
vater
, Bruder, Schwager und Onkel

Ludwig Molter

Privatier
nach kurzem ſchweren Leiden ſanft ent=

Die Beerdigung findet Freitag, den 11. März,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe, Müller=

ſtraße 7 aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.

Heute entſchlief ſanft und ruhig nach langem
ſchwerem Leiden unſere liebe Mutter, Groß=
(5372
mutter und Schwiegermutter

Frau Margarete Gerbig Wwe.

im Alter von 76 Jahren. Um ſtille Teilnahme
bittet im Namen der Hinterbliebenen
Familie Zörgiebel.
Darmſtadt (Rhönring 131), 9. März 1910.
Die Beerdigung findet Samstag, nachm. 3 Uhr,
vom Friedhofsportal aus, ſtatt.

(5363
ſchlafen iſt.
Im Namen der tranernden Hinterbliebenen:
Heinrich Kolb, Ober-Postassistent
Kaupſtraße 43.
Darmſtadt, den 9. März 1910.
Die Beerdigung findet Freitag, den 11. d. M.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Fried=
hofes
aus, ſtatt.

Für die überaus vielen Beweiſe herzlicher
Teilnahme an dem herben Verluſte meines lieben
guten Gatten, unſeres Vaters und Großvaters

Todes-Anzeige.

(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute nacht 12 Uhr verſchied nach kurzem
Leiden im 91. Lebensjahre unſer lieber Vater,
Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und
(5292
Schwager

Heinrich Vierheller 1.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Familie Peter Vierheller.
Traiſa, den 9. März 1910.

Die Beerdigung findet Freitag, den 11. März,
nachmittags 3½ Uhr, in Traiſa ſtatt.

Dankſagung.

Für die uns anläßlich des Todes unſeres
teueren Gatten, Vaters, Großvaters u. Schwieger=
vaters

(5327
Herrn

lausendfach bewährte
Nahrung bei:
Brechdurchfall,
Diarrhöe,
Darmkatarrh, etc.

dargebrachten Beileidsbezeugungen ſprechen wir
hiermit unſeren tiefgefühlteſten Dank aus.
Pfungſtadt, im März 1910.

ie tieftrauernden Hinterbliebenen.

Dankſagung.

Herrn Gottlieb Klotz

Weißbindermeister
(5368
ſagen wir Allen innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 10. März 1910.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: Martha.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Vortrag von Dr. med. Johanna Schmidt um 8 Uhr
Kiesſtraße 17.
Vortrag von Profeſſor Dr. Bader um 8¼ Uhr im
Kaiſerſaal (Volksbildungsverein).
Volksverſammlung (Michkrieg) um 8 Uhr im
Schützenhof
Konzert um 6 Uhr im Reſtaurant Metropol.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller
M.
ünchner Bierfeſt um 5 Uhr in der Turnhalle am
Woogsplatz.
Konzert im Chauſſeehaus.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (Thüringen).

Verſteigerungskalender.
Freitag, 11. März.

Möbel=Verſteigerung um 10 und 3 Uhr Rhein=
ſtraße
14.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr; Zuſammen=
kunft
auf dem Schnittpunkt von Waizenborn= und
Höllenwieſenſchneiſe (Oberförſterei Meſſel).
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr im Gundern=
häuſer
Gemeindewald; Zuſammenkunft in der Ab=
teilung
5 an der Viehtrieb am Waldeingang.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſes
für den Inſeratenteil: F. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nichs
zurückgeſandt.

Zf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,70
3½ Deutſche Reichsanl. . (3,90
84,60
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 101,00
3½ do. Conſols . . . . 93,90
84,60
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,75
94,25
do.
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 102,20
93,
3½
do.
83,80
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 101,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,70
3½
92,40
do.
81,60
do.
84,30
3 Sächſiſche Rente .
Württembergerv. 1907 101,80
93,90
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,30
Griechen v. 1887 . . 48,10
Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente . 98,90
4 do. Goldrente . . 100,20
do. einheitl. Rente 95,20
Portug. unif Serie I 65,30
do. unif. Ser. III 66,30
3 do.
Spezial . 12,60
Rumänier v. 1903 . . 102,10
do. v. 1890 . . 94,50
do. v. 1905 . . .
Ruſſen r. 1880 . a. e. 91,70

In Proz.
Zf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,30
do. v. 1905 . . . . 100,25
3½
Schweden . . . . . . . 93,70
4 Serbier amort. v. 1895
3,7
4 Türk. Admin. v. 1903 88,40
do. unifiz. v. 1903 94,60
4 Ungar. Goldrente . . 95,80
do. Staatsrente 93,20
5 Argentinier . . . . . . 101,00
4
91,70
do.
½ Chile Gold=Anleihe
94,30
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,90
do.
100,00
4½
½ Japaner .
. . . 98,10
Innere Mexikaner . . 101,40
do.
69,40
4 Gold=Mexikan. v. 1904 96,90
5 Gold=Mexikaner . . .
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . . 145,00
4 Nordd. Lloyd . . . . 108,10
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 111,80
4 Baltimore & Ohio . .
-
4 Gotthardbahn . . .

Zf.=
In Proz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161,70
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,60
4 Pennſylvania R. R. 134,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 190,50
Werger=Brauerei . .
82,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrif 431,30
Fabrik Griesheim . . . . 263,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 448,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . .
Lahmeyer . . . . . . . . . 108,25
Schuckert . . . . . . . . . 135,80
Siemens & Halske . . . 258 50
Adlerfahrradwerke Kleyer 373,25
Bochumer Bb. u. Guß . . 244,10
Gelſenkirchen . . . . . . . 215,30
Harpener . . . . . . . . . 202,30
Phönix, Vergb. u. Hütten=
betrieb
. . . . . . . . . 224,20
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,60
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,80
31
do.
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. .
ſteuerfrei .
do.
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,50
do.
99,20
3.
alte
do.
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,90
do.
84,60
do.
2*1e
3 Raab=Oedenburger . . 76,30
4. Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,10
4 Kronpr. Rudolfbahn . 99,40

In Proz.
Zf.
2¼/10 Livorneſer . . . . . . 76.40
4 Miſſouri=Paciſic . . . 98,00
Bagdadbahn Mk. 408 87,00
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . .
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 180,80
1 Darmſtädter Bank . . 136,80
4 Deutſche Bank . . . . 258,40
4 Deutſche Vereinsbank 128,25
4 Diskonto=Geſellſchaft . 196,50
165,10
4 Dresdner Bank . .
4 Mitteldeut. Kreditbk. 120,60
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 128,50
Pfälzer Bank . . . . . 101,50
146,40
4 Reichsbank . . . .
4 Rhein. Kredit=Bank 137,90
4 Wiener Bank=Verein 141,50
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Banl
S. 16 und 17 100,50
3½
do. S. 19. . . . . 92,50
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,60
4
Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
3½
91,50
do.
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
31
92,60
Meining. Hyp.=Bank 101,00
do.
31
91,50
4 Rhein. Hypoth.=Banl
unk. 1917) 100,20
3½
do. (unk. 1914) 91,60
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
d9,
3½.
93,80

InProz.
Zf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . . . . . 100,80
do.
92,20
3½
4 Frankfurt . . . . .. . 101,00
do.
3½
95,50
4 Gießen . . . . . . . . 101,00
3½ do.
4 Heidelberg . . . . . . 100,50
3½ do.
4 Karlsruhe . . . . . . 101,20
3.
3½ do.
92,00
4 Magdeburg. . . . . .
3½ do.
4 Mainz . . . . . . . .
31
do,
4 Mannheim . . . . . . 100,30
31
do.
4,, München . . . . . . . 101,40
½ Nauheim
4 Nürnberg . . . . . . . 101,70
3½ do.
4 Offenbach . . . . . . .
do.
Wiesbaden . . . . . . 102,10
31
do.
Worms . . . . . . . .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886 . . 82,60
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche
Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner 100 137,10
Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. 100 106,50

Zf.
In Proz
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=Pfand= 77,90
briefe. . . . . . . . 137,80
Oeſterr. 1860er Loſe 174,40
Oldenburger . . . . . 125,60
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,60
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
7 39,00
Braunſchweiger Tlr. 20 215,00
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45
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Fs. 10
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Holländiſche Noten . . . . 168,50
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.

Malwine aber ſagte brummend: Intereſſiere Dich
ieber für was anderes, ja! Was ich meine, wirſt Du
vohl wiſſen!
Da lief die Kleine beſchämt und ſchmollend hinaus.
Erſtaunt fragte Papachen: Was heißt denn das nun
vieder?
Schweigend ſtichelte Malwine an ihrer Näharbeit
veiter.
Nun? fragte er noch einmal.
Was ſoll’s denn heißen! erwiderte ſie da. Ich will
ie davor ſchützen, daß ſie Torheiten begeht.
Ich verſteh’ nicht ſprich deutlich. Was iſt denn
eſchehen?
Mein Himmel! Nichts iſt geſchehen! Es intereſſiert
ich jemand für ſie, jemand, den ernſt zu nehmen man
illen Grund hat ſie aber nimmt nicht die geringſte Notiz
avon.
Wer iſt dieſer Jemand?
Herr Waldemar Sieberg iſt es.
Sapperment! Nicht übel! ſagte er ehrlich.
Das will ich meinen! Herr Sieberg iſt eine aus=
ezeichnete
Partie! Jedes Mädchen würde mit Freuden
ugreifen, nur unſer Prinzeßchen ignoriert ihn vollkommen.
Vielleicht mag ſie ihn nicht, fügte er bei.

Malwine lächelte ſpöttelnd: Wartet vielleicht gar, daß
ein Prinz kommen könnte! Unſinn! Einem Mann wie
Herrn Sieberg gibt man keinen Korb. Und Du mußt
ihr unbedingt ernſthaft ins Gewiſſen reden.
Ich werde mich hüten.
Was? Du willſt nicht? Aber es iſt doch Deine
Pflicht! Du biſt doch für Dein Kind verantwortlich!
Unſinn! Unſinn! Ich rede kein Wort dafür, noch da=
gegen
! Wenn ſie ihn nicht mag, werde ich ſie gewiß nicht
zwingen, ihn zu nehmen. So, nun weißt Du, wie Du
mit mir dran biſt. Dann zündete er ſchmunzelnd die
ausgegangene Pfeife wieder an.
Brummend, ohne von der Arbeit aufzuſehen, ſagte
Malwine: Dann wundere Dich nicht, wenn Deine zweite
Tochter auch mal ’ne alte Jungfer wird.
Er lächelte ruhig. Immer noch beſſer als eine un=
glückliche
Ehefrau.
Darauf ſagte ſie nichts mehr. Sie ärgerte ſich, daß
man ſie ſo mißverſtand. Sie wollte doch nur ganz ehr=
lich
das Glück der Schweſter fördern! Sie wußte doch an
ſich ſelber, was es hieß, keinen Mann zu finden; ſie dachte
mit Entſetzen der durchweinten Nächte, wenn ſie vom Ball
heimgekommen war und ſich wieder der ſo ſehnſüchtig er=
hoffte
Freiersmann nicht eingefunden hatte ſie dachte
mit Entſetzen der Qualen, wenn ſie alle ihre Jugend=
freundinnen
, glücklich verheiratet, im Kreiſe der Familie
ſah! . . Schrecklich! Schrecklich! Und nur ſie war ſitzen
geblieben, nur ſie ſollte nun einſam und allein altern! . .
Alles das hatte ſie wohl hundertmal durchdacht in ihren

einſamen Stunden der Hausarbeit alles das hatte ſie
immer verſchloſſener, immer ernſter gemacht. . . . Und nun
ſie die jüngere Schweſter vor dem gleichen Schickſal be=
wahren
wollte, nun wurde ſie ſo arg mißverſtanden! Das
ärgerte und verbitterte ſie ernſthaft.
Die Tränen waren ihr nahe, aber ſie biß die Zähne
zuſammen, und endlich um ihre Schwäche nicht zu ver=
raten
ſtand ſie auf und ging hinaus.
Kopfſchüttelnd und voll Beſorgnis ſah der Alte ihr
nach manchmal begriff er ſie wirklich nicht.
Gleich darauf huſchte Elsbeth wieder herein und be=
ſtürmte
von neuem den Vater mit Fragen über den neuen
Mieter.
Diesmal aber wies der Vater ſie liebevoll ab, indem
er ſagte: Davon ein anderes Mal. Du wirſt ihn ja kennen
lernen. Jetzt aber mal von etwas Wichtigerem.
Schmollend rief die Kleine: Aha, das Thema Sieberg!
Es beherrſcht jetzt ja die Tagesordnung hier!
Was iſt das? Weshalb der Ton? Was haſt Du gegen
Herrn Sieberg?
Gar nichts, Vati!
Er macht Dir den Hof, wie ich höre. Sie nickte er=
rötend
.
Na und ? Wie verhältſt Du Dich dazu?
Ich . . . Gott . . . ich . . . ach, bitte, Vati, reden wir
nicht davon . . . bitte, ja!
Mein Kind, wir müſſen davon reden. Ich ſehe jetzt
ein, daß Malwine nicht ſo unrecht hat. . . . Herr Sieberg=
iſt
ein Mann, mit dem man nicht ſein Spiel treiben darf.

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Es liegt mir durchaus fern, irgendwie auf Deine Ent=
ſchließung
einwirken zu wollen. Ganz nach Deiner eigenen
Wahl magſt Du Dir Deine Zuunft geſtalten, aber ich bitte
Dich, werde Dir klar darüber, was Du willſt! Entweder
oder!
Mit leiſer, zitternder Stimme antwortete ſie: Ich weiß
es doch nicht, Vati.
Da lächelte der alte Herr mild, ſtreichelte über ihr
Haar und fragte: Magſt Du Herrn Sieberg leiden, oder
magſt Du ihn nicht?
Leiden mag ich ihn ſchon! Aber ich weiß nicht, ob
das genügt zu einer glücklichen Ehe.
Wieder lächelte er, ſah ſchweigend vor ſich hin, und
endlich ſagte er: Alſo geh’ ernſthaft zu Rate mit Dir, mein
Kind . . . überdenk’ alles recht genau . . . und wenn Du
Dir klar biſt über Dein Gefühl, dann komm’ und vertrau'
Dich mir an.. .. Er küßte ſie auf die Stirn, und damit
war vorerſt dieſer Fall abgetan. . . .
Am andern Vormittag ging Herr Profeſſor Rüſtig zu
ſeinem jungen Schützling.
Er hatte geſtern abend und über Nacht alles noch ein=
mal
reiflich überlegt, und nun war er ſich darüber klar ge=
worden
, daß man dem jungen Mann feſt vertrauen könne,
und ſo war er entſchloſſen, ihm weiter zu helfen.
Als Fritz ihn kommen ſah, lief er ihm entgegen; helle
Freude in den Augen, ergriff er dankend die Hand ſeines
Retters.
Der aber wehrte mit mildem Lächeln ab.
Dann ſchickte er Fritz zu dem Verleger, und inzwiſchen
verhandelte er mit Frau Belling, was anfänglich zu ſchei=
tern
drohte, ſchließlich aber . . . infolge der überlegenen
Ruhe des Alten . .. doch zu einer Einigung führte, indem
er dafür gutſagte, daß alles ehrlich abgezahlt würde.
Als Fritz nach einer Stunde zurückkam, fiel er dem

alten Mann faſt um den Hals. Der Verleger hatte ihn
engagiert. Er ſollte Bureaudienſte tun, im Inſeraten=
abteil
mithelfen und ab und zu auch Korrekturen leſen.
Dafür bekam er vorerſt 150 Mark pro Monat. Er war
überglücklich. Wieder und wieder ſchüttelte er ſeinem
Retter die Hand.
Der aber wehrte ihn immer wieder ab, indem er
ſagte: So, der Anfang zu dem neuen Leben iſt nun ge=
macht
, nun wollen wir mal weiter ſehen. Dann berichtete
er, was er inzwiſchen mit Frau Belling vereinbart hatte,
und ſchließlich zog er ſeine Brieftaſche, der er eine Bank=
note
entnahm. . . . Alſo hier werde ich Ihnen 100 Mark
vorſchießen. Davon machen Sie der Wirtin hier eine
kleine Abzahlung. Alsdann zahlen Sie meiner älteſten
Tochter die Miete für den erſten Monat pränumerando.
Und was dann noch bleibt, das werden Sie zum Unter=
halt
brauchen, bis Sie das erſte Gehalt bekommen. Nun,
ſind Sie mit alledem einverſtanden?
Und Fritz ſtand da und ſah den alten Herrn an, kein
Wort konnte er ſagen, aber in ſeinem Herzen jubelte him=
melhohe
Freude, in ſeinen Augen ſchimmerten Tränen der
Freude, und auf einmal fiel er dem alten Mann um den
Hals, umfaßte und küßte ihn.
Lächelnd ließ der es geſchehen, klopfte ihn auf die
Schulter und ſagte: Na, Männeken, nun machen Sie doch
nicht ſo viel Aufhebens davon, es iſt ja doch Menſchen=
pflicht
, daß man ſich einander beiſteht.
Fritz aber erwiderte voll Enthuſiasmus: Das, was
Sie an mir getan haben, Herr Profeſſor, das iſt mehr!
Direkt vom Untergang haben Sie mich gerettet! Ohne
Sie wäre ich jetzt vielleicht
O, reden Sie nicht ſo, mein Lieber! Danken wir dem
Himmel, daß alles ſo gekommen iſt.
Nie, nie im Leben vergeſſe ich Ihnen das.

Lächelnd wehrte er ihn immer wieder ab.
Ihren Dank verdien’ ich gar nicht, junger Freund!
Im Gegenteil! Mir ſelber habe ich damit eine Freude
machen wollen! Ja, ja, ſo ein Egoiſt bin ich, ſehen Sie=
wohl
!
Fritz wollte widerſprechen, doch der Alte ließ es
nicht zu.
Und damit Sie nun auch wiſſen, was mich antrieb=
ſo
zu handeln ſehen Sie, in Ihrem Erlebnis ſah ick
ein Stück meiner eigenen Jugend wieder auch ich bit
früher einnal wider Willen in ein Handelshaus hinein
geſteckt worden aber die Luſt zur Muſik war ſtärker in
mir eines Tages ſprengte auch ich meine Feſſeln, lie
meinem Lehrherrn davon und wurde Muſiker. Natürlich
wollten meine Angehörigen da nichts mehr von mir wiſſen
Aber ich blieb trotzdem ſtark und feſt. Na, und da hab
ich es denn am eigenen Leibe kennen gelrent, was ei=
Künſtler ohne Geld alles durchzumachen hat. Sehe
Sie, mein junger Freund, das iſt der Grund, weshalb ie
mich ſo bald mit Ihrem Schickſal zurecht gefunden hab=
So, und nun genug davon. Nun machen Sie ſich bi
reit zum Umzug; für Nachmittag habe ich Sie bei mi
angemeldet.
Beſchämt ſagte Fritz: Allzuviel Sachen habe ich nid
zu packen, Herr Profeſſor, und wies auf ſeine paar Hal
ſeligkeiten.
Macht nichts. Wird nun alles wieder beſſer werder
Ich hab’ auch mal ſo begonnen.
Damit verabſchiedete er ſich und ging mit glücklie
zufriedenem Geſicht nach Hauſe er hatte das angenehn
Gefühl, eine wirklich gute Tat vollbracht zu haben w
Sonnenſchein lag es auf ſeinem milden Geſicht.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

76 27.

Donnerstag, 10. März.

Bekanntmachung.

Betreffend: Schießübungen des Leibgarde=Regiments Nr. 115 auf dem Schieß=
platz
Meſſel.
Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß das Leibgarde=Regiment
Nr. 115 am
März von 11 Uhr vormittags bis 5 nachmittags
b. 11.
,e
C. 14. und 15.
,
d. 18.
9 abends

11
e. 21. und 22.
5 nachmittags
,
*
,
k. 1., 4., 5.
3
April 9

5
g. 14. und 15. 9
2
,
h. 18., 19. und 21.
9
in Schießen mit ſcharfer Munition auf dem Schießplatz Meſſel abhalten wird.
Schußrichtung vom Steinhügel c. 1 km nördlich Meſſel in nordnordweſtlicher
Tichtung gegen die Wieſen am Rutſch=Bach.
Die Abſperrung des Geländes zu den genannten Zeiten wird erforderlich gegen
korden: Egelsbacher Feldweg und Waldpfad ausſchl., gegen Weſten: Dammweg=
Srunnersweg ausſchl., gegen Süden: Forſthaus Steinacker=Steinhügel ausſchließl.,
egen Oſten: alter Offenthaler Weg und deſſen Verlängerung über Milches=Wieſe,
(4301a
Sau=Wieſe. Schreiberts=Wieſe, Geishecke einſchl.
Vor Betreten des Geländes während der Schießzeit wird gewarnt.
Darmſtadt, den 18. Februar 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. E.: von Starck.

(6312a
Bekanntmachung.

Betreffend: Schießübungen auf dem Truppenübungsplatz.
Die nachſtehende Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz
ür den Monat März bringen wir hierdurch zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, am 7. März 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vam 11.19. März 1910.

Dauer
Die Abſperrung
Datum
der Abſperrung
Truppenteil
Tag
erſtreckt ſich
von 1 bis
Bis zum Land.
1. Märek
Kreitag
Infanterie 110 V. I 550 N.
graben.
Samstag
2.
Ueber das ganze
5.
Dienstag
Feldartillerie 80 V. 100 N.
Abſperrgelände.
Mittwoch
6.
Infanterie 11 V. 500 N. Bis z. Landgraben.
9.
Samstag.

Bekanntmachung.

etreffend: Geſuch des Metzgers Philipp Feldmann IX. von Griesheim um Genehmi=
gung
zur Errichtung einer Schlächterei=Anlage Pfungſtädterſtraße Nr. 30
zu Griesheim.
Philipp Feldmann IX., Metzger zu Griesheim, beabſichtigt auf dem Grund=
ück
Flur I Nr. 937½0, gelegen zu Griesheim, eine Schlächterei=Anlage zu errichten.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes
r dem Amtsverkündigungsblatt an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürger=
reiſterei
Griesheim zur Einſicht der Intereſſenten offen,
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
denda vorzubringen.
Darmſtadt, den 5. März 1910.
(5302
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Bekanntmachung.

Betreffend: Tas Erſatz=Geſchäft pro 1910, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung
und bezw. Befreiung Miltärpflichtiger vom Miltärdienſt auf Grund
häuslicher Verhältniſſe ꝛc.
Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß diejenigen Angehörigen
von Militärpflichtigen oder Militärpflichtige ſelbſt, welche glauben, die nachſtehend ab=
gedruckten
Vergünſtigungen des § 32,2 der W.=D in Anſpruch nehmen zu können, ihre
desfallſigen Anträge alsbald und ſpäteſtens bis zum Erſatz=Geſchäft im laufen=
den
Jahr bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien vorzubringen haben, und wird
hierbei ausdrücklich darauf aufmerkſam gemacht, daß Geſuche der rubr. Art, welche nach
dem Erſatz=Geſchäft eingehen, keine Berückſichtigung mehr finden können, es ſei denn,
daß die Verhältniſſe, welche einen Antrag rechtfertigen, erſt nach dieſer Zeit ein=
getreten
ſind.
Darmſtadt, den 28. Februar 1910.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatzkommiſſion Darmſtadt.
v. Werner, Regierungsrat.
ꝛc.
Abdruck
ꝛc.
2. Es dürfen vorläufig zurückgeſtellt werden:
a) die einzigen Ernährer hilfloſer Familien, erwerbsunfähiger Eltern, Großeltern
oder Geſchwiſter;
b) der Sohn eines zur Arbeit und Aufſicht unfähigen Grundbeſitzers, Pächters
oder Gewerbetreibenden, wenn dieſer Sohn deſſen einzige und unentbehrliche
Stütze zur wirtſchaftlichen Erhaltung des Beſitzes, der Pachtung oder des
Gewerbes iſt;
c) der nächſtälteſte Bruder eines vor dem Feinde gebliebenen, oder an den er=
haltenen
Wunden geſtorbenen, oder infolge derſelben erwerbsunfähig gewordenen
oder im Kriege an Krankheit geſtorbenen Soldaten, ſofern durch die Zurück=
ſtellung
den Angehörigen des letzteren eine weſentliche Erleichterung gewährt
werden kannz.
)Militärpflichtige, welchen der Beſitz oder die Pachtung von Grundſtücken durch
Erbſchaft oder Vermächtnis zugefallen, ſofernihre Lebensunterhaltung auf deren
Bewirtſchaftung angewieſen und die wirtſchaftliche Erhaltung des Beſitzes oder
der Pachtung auf andere Weiſe nicht zu ermöglichen iſt;
e) Inhaber von Fabriken und anderen gewerblichen Anlagen, in welchen mehrere
Arbeiter beſchäftigt ſind, ſofern der Betrieb ihnen erſt innerhalb des dem
Militärpflichtjahre vorangehenden Jahres durch Erbſchaft oder Vermächtnis
zugefallen und deren wirtſchaftliche Erhaltung auf andere Weiſe nicht möglich
iſt. Auf Inhaber von Handelshäuſern entſprechenden Umfangs findet dieſe
Vorſchrift ſinngemäße Anwendung;
k) Militärpflichtige, welche in der Vorbereitung zu einem beſtimmten Lebensberufe
oder in der Erlernung einer Kunſt oder eines Gewerbes begriffen ſind und
durch eine Unterbrechung bedeutenden Nachteil erleiden würden.
8) Militärpflichtige, welche ihren dauernden Aufenthalt im Auslande haben.
2.
2a.

Darmſtadt, den 28. Februar 1910.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft pro 1910, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung und
bezw. Befreiung Miltärpflichtiger vom Miltärdienſt auf Grund häus=
licher
ꝛc. Verhältniſſe.

Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf meine Bekanntmachung vom Heutigen in rubr. Betreff hin=
weiſe
, beauftrage ich Sie zugleich, die aufgenommenen Reklamationsprotokolle, gehörig
vervollſtändigt und erläutert, ſtets alsbald hier vorzulegen. Sie wollen auch, ſoweit
tunlich, für die Verbreitung der Bekanntmachung in Ihren Gemeinden Sorge tragen
und namentlich ſolche Leute, von denen Ihnen aus eigener Erfahrung bekannt iſt, daß
ihre Verhältniſſe einen Antrag rechtfertigen, möglichſt auf dieſelbe aufmerkſam machen.
v. Werner, Regierungsrat.
(4722a

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3 be=
nden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Foxterrier, 1 Doberman.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
zerden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
ag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

(65
Die Fuhrleiſtungen

nd die Ausführung an landwirtſchaft=
chen
Arbeiten für die ſtädtiſche Güter=
erwaltung
in der Zeit vom 1. April 1910
is dahin 1913 ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
egen im Stadthaus, Rheinſtraße 18, Zim=
ter
Nr. 30, während der Dienſtſtunden
ur Einſicht offen. Auch werden dort die
ingebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, den 11. lfd. Mts.,
vormittags 10 Uhr,
ei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 5. März 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Jaeger. (5179md

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Die Anlieferung von Steinzeugwaren
ir den Kanalbau ſoll verdungen werden.
Die Lieferungsbedingungen liegen bei
em Tiefbauamt, Zimmer Nr. 7 während
er Dienſtſtunden zur Einſicht offen. Auch
erden dort die Angebotſcheine abgegeben.
Die Verſendung der Angebote nach
ußerhalb findet nicht ſtatt.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 15. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 8. März 1910.
Tiefbauamt.
Keller.
(5230md

der Ankauf von Heu und Stroh iſt be=
D endet: Hafer wird weiter gekauft. (*34
Großh. Proviantamt Darmſtadt.

Aufforderung.

Die Witwen von Hofſtallbedienſteten,
elche bei der am 20. April ds. Js. ſtatt=
ndenden
legatmäßigen Zinſenverteilung
der Stiftung des Großh. Oberſtleut=
ants
a. D. Karl von Kreß zum Andenken
r ſeinen Sohn Fritz von Kreß Berück=
chtigung
finden wollen werden hierdurch
ufgefordert, ſich, unter Vorlage eines Zeug=
iſſes
des einſchlägigen Ortsgerichts über
Jürdigkeit und Bedürftigkeit, längſtens
is zum 20. März ds. Js. ſchriftlich oder
erſönlich bei uns anzumelden.
(4707dd
Darmſtadt, den 1. März 1910.
Großherzogliches Hofmarſtall=Amt.
Frhr. von Riedeſel.

In unſer Handelsregiſter B wurde heute
J eingetragen hinſichtlich der Firma:

Darmſtädter Möbelfabrik, Geſell=
ſchaft
mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt.
Der Geſchäftsführer Kaufmann Hugo
Probeck iſt ausgeſchieden, an ſeiner Stelle
iſt der Kaufmann Julius Bever in Darm=
ſtadt
zum Geſchäftsführer beſtellt. (5293
Darmſtadt, den 7. März 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Bekanntmachung.

Montag, den 21. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Friedrich Herwigh in Worms
in hieſiger Gemarkung zuſtehende Hofreite:
Nr.
Flur
dm
IV 3185145,
*/10000 210 Kaupſtraße 31,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K166/09
Falls keine anderen rechtlichen Hinderniſſe
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 1. März 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(I.4713,64

Bekanntmachung.

(Harras und Trieſch.)
Die in Griesheim abgehaltenen Holz=
verſteigerungen
vom 25. Februar und 8.
März ſind genehmigt. Die Abfuhrſcheine
können vom 9. bezw. 21. ds. Mts. ab bei
den Hebeſtellen in Empfang genommen
werden. Ueberweiſung und erſter Fahrtag
je einen Tag darauf.
(5295
Darmſtadt, den 8. März 1910.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

jeder Art beſorgt überall
(3956a
Heſſiſches Adreſſen=Bureau, Kirchſtr. 21.

in allen Längen
und Stärken

etgein en uacht bet ehnen
A. Castritius,
Mühlſtraße 20.
Telephon 647.

Bekanntmachung.

Zufolge Verfügung Großh. Kreisamts Darmſtadt vom 3. Januar ds. Js. bringen
wir die nachſtehende Polizeiverordnung mit dem Anfügen zur Kenntnis der Intereſſenten,
daß die Viſitationen durch das Feldſchutzperſonal, zu welchen ſich die Grundeigentümer
und Pächter einfinden wollen am 21. d. Mts. beginnen und zu den folgenden Terminen
in den hierbei angegebenen Gemarkungsteilen ſtattfinden werden:
1. Im Oberfeld am 21. März d. Js.
a) Von vormittags 7½ Uhr an in allen von der Erbacher Straße bis zu den drei
Brunnen rechts, ſodann in den in der Mühlſtraße, der Soder= und Darmſtraße, der
Nieder=Ramſtädterſtraße und der Kiesſtraße bis zur ſeitherigen Beſſunger Grenze
liegenden Gärten und Baumſtücken.
b) Von nachmittags 1 Uhr an in dem zwiſchen der Erbacher Straße und der
Dieburger Straße bis zum Wald liegenden Gemarkungsteile.
2. Im Heinheimerfeld am 22. März ds. Js.
a) Von vormittags 7½ Uhr an in den Baumſtücken und den Gärten zwiſchen
Dieburgerſtraße und Kranichſteiner Straße bis zur Faſaneriemauer.
b) Von nachmittags 1 Uhr an in den Baumſtücken und Gärten zwiſchen der
Kranichſteiner Straße und Frankfürter Straße.
3. Im Löcher= und Niederfeld am 23. März ds. Js.
a) Von nachmittags 7½ Uhr an in allen von der Frankfurter Straße links
liegenden Gärten ꝛc., ſodann in denjenigen vor den ſogenannten Main=, Rhein= und
Neckartoren bis zur Arheilger, reſp. ſeitherigen Beſſunger Grenze.
b) Von nachmittags 1 Uhr an in den Hausgärten.
4. Im ſeitherigen Beſſunger Feld und zwar:
a) Am 24 März ds. Js., von vormittags 7½ Uhr an, in den ſüdlich der
Heinrichſtraße und öſtlich der Martinsſtraße, ſowie des Martinspfads belegenen
Gärten und Baumſtücken.
b) Am 26. März ds. Js., von vormittags 7½ Uhr an, in den zwiſchen Martins=
pfad
, Martinſtraße, Heinrichſtraße und Heidelbergerſtraße belegenen Gärten
und Baumſtücken.
c) Am 29. März ds. Js., von vormittags 7½ Uhr an, in den weſtlich der
Heidelbergerſtraße belegenen Gärten und Baumſtücken in der Gemarkung
Beſſungen.
Die Beteiligten, die ſich bis zu den angeführten Terminen der fraglichen Arbeit
nicht unterzogen haben, werden auf Grund des § 3 nachſtehender Polizeiverordnung
beſtraft, und es wird die nötig werdende Säuberung der Bäume und Entfernung der
Aeſte und Zweige, ſowie das Ausſchneiden der Miſteln, auf ihre Koſten verfügt,
Darmſtadt, den 3. März 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Jaeger.

Polizeiverordnung.

Betreffend: Säuberung der Bäume, Sträuche, Hecken von Raupenneſtern ꝛe.
Auf Grund des Art. 43 Abſ. 2 und 37 des Feldſtrafgeſetzbuchs vom 13. Juli 1904,
der Artikel 78 und 48, V, Nr. 2 der Kreis= und Provinzialordnung vom 12. Jnni 1874 und
des § 368 Nr. 2 des Reichsſtrafgeſetzbuchs wird mit Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes
und mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern vom 10. Februar 1905
zu Nr. M. d. J. III 1335 für den Kreis Darmſtadt nachſtehendes verordnet:
§ 1. Jeder Beſitzer eines Grundſtücks iſt gehalten, alljährlich bis ſpäteſtens
15. März ſämtliche auf ſeinem Grundſtück befindliche Bäume, Sträuche und Hecken von
Raupenneſtern zu ſäubern und alle mit Raupenneſtern behafteten Zweige und Aeſte in
geeigneter Weiſe zu entfernen und zu vernichten.
§ 2. Desgleichen iſt jeder Beſitzer eines Grundſtücks gehalten, alljährlich bis
ſpäteſtens 15. März die auf den Bäumen wachſenden, denſelben ſchädlichen Miſteln
auszuſchneiden.
§ 3. Zuwiderhandlungen gegen die in § 1 oder § 2 getroffenen Anordnungen
werden auf Grund des § 368 Nr. 2 des Reichsſtrafgeſetzbuchs, bezw. des Artikels 37
des Feldſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe bis zu ſechzig Mark oder mit Haft bis zu
vierzehn Tagen beſtraft.
Auch wird die nötig werdende Säuberung der Bäume und Entfernung der Aeſte
und Zweige, ſowie das Ausſchneiden der Miſteln auf Koſten der Säumigen verfügt.
Darmſtadt, den 14. Februar 1905.
(5303a
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910.

Nummer 58.


8
2
Dlderang

Auf die geſtrige Annonce der Firma Kuch & Co, erwidern wir, daß der in unſerer vorausgegangenen Erklärung genannte
Arbeiter und Akquiſiteur, gegen deſſen Geſchäftsgebahren wir Anzeige erſtattet haben, tatſächlich für dieſe Firma tätig iſt.
Was die in der Annonce beſonders hervorgehobene längere ſelbſtändige Leitung eines Vacuum=Reiniger=Inſtituts anlangt, ſo
bezieht ſich dies nur darauf, daß Herr Kuch während ſeiner früheren Tätigkeit bei uns etwa 3 Monate lang Gelegenheit hatte, ſich
über die Vacuum=Reinigung zu orientieren.
Was die Leiſtungsfähigkeit und billigſte Preisgeſtaltung anlangt, ſo liegt es klar auf der Hand, daß ein ſo umfangreiches,
gut eingerichtetes und gut eingeführtes Geſchäft wie das unſrige für die einzelnen Abteilungen weitaus geringere Unkoſten hat
als ein Saiſonbetrieb, der nur auf den Verdienſt dieses Geſchäftszweiges angewieſen iſt.
Wir empfehlen neuerdings unſer ganz vorzüglich geleitetes, nur unter unſerer perſönlichen Aufſicht betriebenes Vacuum=
Reiniger=Inſtitut bei weitgehendſter Garantie und außergewöhnlich billiger Berechnung. Viele vorzügliche Empfehlungen
und Anerkennungen bieten hiefür beſte Gewähr.
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Luisenstraße 10
Hessische vachum-Reiniger-Gesellschart obel & C0., Telephon a6t.

5
Eilstädfer

Holz-Verſteigerung.

Mittwoch, den 16. März I. Js., vormittags ½9 Uhr,
werden zu Arheilgen bei Wirt Brücher aus den Diſtrikten Birken 13, Tannacker 10,
Diebsfang 1, Bauenwieſenſchlag 6, Faulbruch 16 der Forſtwartei Bayerseich, ſowie
aus Diſtrikt Luderplatte 17 (Wellen) Forſtwartei Kalkofen, verſteigert:
9 Buchenhackklötze von 780 cm Durchmeſſer (Birken 13).
Nutzſcheiter, rm: 28 Eichen (hiervon 13 rund).
Nutzknüppel, rm: 19 Eichen (hiervon 13 rm 3m lang und 6 rm 2,5m lang).
Scheiter, rm: 106 Buchen I. Kl., 126 Buchen II. Kl., 5 Hainbuchen (rund),
133 Eichen II. Kl.: Knüppel, rm: 116 Buchen, 10 Hainbuchen 219 Eichen
(hiervon 55 rm Pfoſten 2,5 m und 3 m lang, und 71 rm Baumſtützen 2.5 m
lang), 2 Linden, 1 Fichte; Knüppelreiſig, rm: 30 Eichen; Reiſig, Wellen:
4260 Buchen, 3410 Eichen (hierunter vielfach Stammreiſer in Luderplatte 17),
500 Birken, 20 Erlen, 2940 Kiefern (Nr. 129161 an der Pechofenſchneiſe,
Diſtrikt Birken), Stöcke, rm: fein zerkleinert: 3 Buchen, 2 Eichen; grob zer=
kleinert
: 30 Buchen.
Blau unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Auskunft erteilt Forſt=
wart
Klippſtein, Bayerseich, und Förſter Buſch, Kalkofen.
Darmſtadt, den 8. März 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
van der Hoop.
(5287

Verſteigerungs-Anzeige.

Donnerstag, den 10. März, nachmittags 2 Uhr,
verſteigere ich an Ort und Stelle öffentlich zwangsweiſe vorausſichtlich für be=
ſtimmt
gegen Baarzahlung:
a. 3 Vertikos 2 Sofas, 2 Kleiderſchränke, 1 vollſtändiges Bett, 1 Waſchtiſch,
Schreibtiſch, 1 Spiegel, 1 Tiſch, 1 Nähtiſchchen ꝛc.
Zuſammenkunft Ecke Kaſino= und Rheinſtraße.
b. Ferner nachmittags 4 Uhr
im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung vor=
ausſichtlich
für beſtimmt:
10 Diwans, 5 Sofas, 2 Kommoden, 3 Büfetts, 6 Seſſel. 3 Schreibſekretäre,
8 Kleiderſchränke, 5 Schreibtiſche, 1 Kaſſenſchrank, 40 Dutzend Servietten,
50 Damaſt=Tafeltücher, 20 Stühle, 100 Hüte, 100 Geſchäftsbücher, 11 Geweihe,
6 Betten, 4 Fahrräder, 1 Ausſtoß= und Heftmaſchine, 1 Grammophon mit
Zubehör und verſchiedene andere Gegenſtände.
(5289
Darmſtadt, den 9. März 1910.
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.

Apfee
Eg
Sohlenoezugs=Verei Giul=Anf Eberſtaut v. 2.
Vergebung von Kohlen und Briketts.
Der Bedarf von ca. 15 Waggon Kohlen Nuß II, 3 Waggon Fettſchrot, 3 Waggon
Briketts Union des betreffenden Vereins für das Geſchäftsjahr 1910/11 ſoll ver=
geben
werden.
Angebote mit Bezeichnung Anlieferung von Kohlen ſind verſchloſſen bis
Samstag, den 19. März 1910 bei dem Vorſitzenden, Bernhard Dewald,
Luiſenſtraße 16, einzureichen.
Lieferungsbedingungen ſind bei Genanntem in deſſen Wohnung oder gegen
Einſendung von 30 Pfg. zu erhalten.
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[ ][  ][ ]

Nummer 58.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910.

Seite 13.

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Nummer 58.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910

Seite 15.

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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910.

Nummer 58,

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Große Volksverſammlung

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im Schützenhof.
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Referent: Dr. Guthmann, Mainz.

Achtung!
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Die Mineralwaſſerfabrikanten und Händler
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Donnerstag, abends ½9 Uhr, im Lokale der Brauerei Fay,
höflichſt eingeladen. Um pünktliches Erſcheinen wird gebeten.
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Die Einberufer.

Verein für Verbreitung von Volksbildung.
Donnerstag, 10. März 1910, abends 8¼ Uhr, im Kaiſerſaal:

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Gedächtnisworte zur 100. Wiederkehr ihres Todestages
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Vereinsmitglieder u. angeſchloſſene Vereine 20 Pfg., Schülerkarten 20 Pfg. im
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Geſetzliche Geſellenprüfung.

Die diesjährigen Geſellenprüfungen finden im Monat April ſtatt.
An derſelben können alle jungen Handwerker unſeres Gewerbes teilnehmen, deren
Lehrzeit ſpäteſtens am Schluß der Prüfungen beendet iſt.
Anmeldungen zur Prüfung ſind unter Benutzung des vorgeſchriebenen Formulars
(bei dem Unterzeichneten erhältlich) an den unterzeichneten Ausſchuß zu richten. Die
Prüfungsgebühr beträgt 3 Mark und iſt mit der Anmeldung an den Unterzeichneten
einzuſenden.
Wir machen insbeſondere darauf aufmerkſam, daß die Ablegung der Ge=
ſellenprüfung
zwingende Vorbedingung für die Zulaſſung zur Meiſterprüfung iſt,
künftig aber nur durch das Beſtehen der letzteren die Befugnis zum Anleiten
von Lehrlingen erworben werden kann. Die Verſäumnis der Geſellenprüfung
hat alſo ſpätere empfindliche, nicht mehr nachzuholende Nachteile im Gefolge.
Auch Küferlehrlinge, welche bei Nichtinnungsmitgliedern der Kreiſe Darmſtadt,
Bensheim und Groß=Gerau beſchäftigt find, können
nur vor unſerem Innungsprüfungsausſchuß
die Geſellenprüfung ablegen. Eine vor einem anderen Prüfungsausſchuß unſeres
Bezirks abgelegte Geſellenprüfung im Küfergewerbe iſt ungiltig.
Darmſtadt und Bensheim, den 9. März 1910.
(5342
Der Prüfungsausſchuß der Küfer für die Kreiſe
Darmſtadt, Bensheim und Groß=Gerau.
J. A.
Reuter.
Dingeldei.
J. Scheerer.

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ungenannter Einſender gegen meine Ausführungen, durch welche ich vor dem Kauf,
beziehungsweiſe Genuß paſteuriſierter oder ſteriliſierter Milch warnte, falls dieſelbe in
offenen Gefäßen wie Handelsmilch in den Konſum gebracht wurde. Er ſpricht mir
Sachkenntnis ab. Das Einfachſte, was man tun kann, wenn man eine bequeme
Widerlegung haben will.
Der Herr Einſender hat nun wohl, das geht aus ſeinen Ausführungen hervor,
wie man ſo ſagt, die Glocken läuten hören, aber er weiß nicht woher der Klang kommt.
Was er über paſteuriſieren und ſteriliſieren ſagt, iſt ſchließlich jeder Hausfrau bekannt.
Jede kennt das ſog. Weck’ſche Verfahren zur Konſervierung von Früchten, Gemüſen
u. ſ. w., jede kennt auch Konſerven und deren Herſtellung. Jede weiß auch, daß man
all dieſe Sachen nur benutzt, um in der Zeit, in der friſche Gemüſe, Früchte u. ſ. w.
fehlen, Erſatz zu haben, alſo als Notbehelf. Jede weiß aber weiter auch, daß man
dieſe Weck’ſchen oder anderen Konſerven nicht etwa in offenen Gefäßen halten darf,
ſondern daß dieſelben luftdicht verſchloſſen aufbewahrt und daß ſie, ſobald dieſer Ver=
ſchluß
geöffnet worden iſt, möglichſt ſchnell zum Genuß präpariert werden müſſen,
Vekannt ſind ja die Vergiftungserſcheinungen bei Bohnen und anderen Konſerven,
wenn man nach dieſer Richtung hin nicht vorſichtig genug iſt. Kurz, es fällt keinem
Menſchen ein, dieſe Konſerven etwa wie Sauerkraut aus einer offenen Tonne zu
verkaufen. Es fällt auch keinem ein, dieſe ebenſo zu bewerten, wie friſche Früchte
und Gemüſe.
Genau ſo verhält es ſich mit der paſteuriſierten oder ſteriliſierten Milch. Auch
hier liegt eine Konſerve vor, die man genau nur ſo verkaufen kann, wie jedes derartige
Fabrikat. Bei ihr tritt aber noch etwas anderes hinzu. Milch enthält im friſchen Zu=
ſtande
ſogenannte Schutzkörper und eine Bakterienflora, in welcher die Milchſäurefermente
die Hauptrolle ſpielen. Durch beide Eigenſchaften wird ſie erſt zuſammen mit ihrem
hohen Gehalt an Nährſtoffen das hochwertige Nahrungsmittel, welches ſie iſt. Durch
das Paſteuriſieren mag es bei Temperaturen vor ſich gehen wie es will, mag man
tief kühlen oder nicht werden dieſe Schutzkörper zerſtört, die Milchſäurefermente ver=
nichtet
. Beim Paſteuriſieren auf Temperaturen, die keinen Kochgeſchmack hinterlaſſen,
werden außerdem in der Milch auch all die ſchädlichen Gärungserreger zwar abgeſchwächt,
aber lebensfähig vorhanden ſein und nun ungehindert durch die Schutzkörper und die
Milchſäurefermente üppig wuchern, wie das Unkraut, wenn alle anderen Pflanzen ab=
geerntet
ſind. Zudem wird aber durch das Erhitzen oder Päſteuriſieren der Nährwert
der Milch herabgeſetzt, es treten Veränderungen der Eiweißkörper u. ſ. w. auf. Bekannt
iſt ja auch, daß ganz beſtimmte Kinderkrankheiten durch den fortdauernden Genuß der=
artiger
Milch hervorgerufen werden. Dies geſchieht nun ſchon, wenn die Milchdals=
Konſerve in geſchloſſenen Gefäßen zum Verkauf gelangt. Geht ſie aber offen in den=
Konſum, ſo tritt das ein, was man von jeder Konſerve weiß, ungemein ſchnelle Zer=
ſetzung
und zwar eine ſogenannte ſchleichende, keine offene Zerſetzung.
Eine Zerſetzung, die man nicht ohne weiteres erkennen kann, die aber deſto gefährlicheriſt.
Aus dieſen Gründen habe ich vor dem Kauf der in offenen Gefäßen ohne Alters=
angabe
in den Handel gebrachten paſteuriſierten oder ſteriliſierten Milch gewarnt. Ich=
habe
dabei dieſelben Anſichten vertreten, welche berühmte Forſcher, wie Exzellenz. von
Behring, Marburg, der bekannte Erfinder des Diphteritisſerum Geheimrat Oſtertag,
Berlin und andere in noch viel ſchrofferer Form veröffentlicht haben. Darum Haus=
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verlangt friſche, nicht abgekochte Milch und kauft keine abgekochte oder
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paſteuriſierte.

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[ ][  ][ ]

Seite 20.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910.

Nummer 58.

Den verehrlichen Hausfrauen von Darmstadt die ergebene Mitteilung, das
der Detailmilchverkaufspreis nach wie vor 22 Pfennig pro Liter
beträgt und auch in Zukunft betragen kann.
Verkaufsstellen zum direkten Verkauf der frischen Milch an die Kon
sumenten werden sofort errichtet.
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Trockenmilch ist viel teuerer wie frische Milch.
Frische Milch zu obigem Preis wird nachgewiesen durch die Verwertungs
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Seite 22

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. März 1910.

Nummer 58.

Die Geſundheits= und Sterblichkeitsverhältniſſe
in der Stadt Darmſtadt und im Landbezirk des
Kreiſes Darmſtadt im Jahre 1909.

A. Stadt Darmſtadt.
In der Stadt Darmſtädt ſtarben bei einer Ein=
wohnerzahl
von 93000 1306 Perſonen, 658 männlichen
und 648 weiblichen Geſchlechts. Demnach berechnet ſich
die Sterblichkeitsziffer auf 14,0 pro Tauſend (14,95,
16,0, 15,2 in den Vorjahren). In den einzelnen Mo=
naten
ſtarben 102, 117, 130, 113, 125, 115, 89, 120, 88,
93, 104 und 110 Perſonen. An der Spitze ſteht ſomit
der Monat März, in dem die Krankheiten der
Atmungs= und Kreislauforgane die meiſten Opfer
forderten.
Lebend geboren wurden 1966 Kinder (in den Vor=
jahren
2065, 2136, 2127, 2032), ſo daß ſich dadurch ein
Bevölkerungszuwachs von 660 Perſonen (in den Vor=
jahren
749, 752, 851) ergibt. Die Geburtsziffer, d. Y
das Verhältnis zwiſchen Zahl der Lebendgeborenen
und Einwohnern, berechnet ſich auf nur 21,13 pro
Tauſend (23,46, 24,6, 25,3, 24,2, 27,0, 25,8, 26,8 in den
Vorjahren), eine auffallend niedrige Zahl, die zu
denken gibt.
Im Alter von 01 Jahr ſtarben 256 (158 männl.
und 98 weibl.), von 115 Jahren ſtarben 170 (85 männl.
und 85 weibl.), von 1530 Jahren ſtarben 107 (60
männl. und 47 weibl.), von 3060 Jahren 336 (166
männl. und 170 weibl.), von 6070 Jahren 205 (95
männl. und 110 weibl.), im Alter von über 70 Jahren
ſtarben 232 (94 männl. und 138 weibl.).
An angeborener Lebensſchwäche und Bildungs=
fehlern
ſtarben 43 (60*), an Altersſchwäche 50 (64, 40,
53). Kindbettfieber oder andere Folgen der Geburt
oder des Kindbetts führten bei 4 Frauen (8 im Vor=
jahr
) zum Tod. Akuten anſteckenden Krankheiten er=
lagen
85 (55, 62, 52): Scharlach forderte 8 (4, 8, 1)
Maſern 32 (5, 30, 6), Diphtherie 20 (16, 13, 10), Keuch=
huſten
14 (19, 11, 16) Opfer. An Unterleibstyphus
ſtarben 5 Perſonen, an Roſe 2 (4, 2, 1) und an Wund=
krankheiten
4 (3, 12, 3). Durch die behandelnden Aerzte
waren 636 Erkrankungen an Scharlach und 215 an
Diphtherie zur Anzeige gebracht worden. Lungen=
tuberkuloſe
führte in 133 Fällen (141, 120, 123) zum
Tode, auf 10000 Lebende ſtarben demnach 14,3 (16).
Tuberkuloſe anderer Organe erlagen 27 (28, 37, 74),
allgemeiner Miliartuberkuloſe 6 (5). Akut entzünd=
lichen
Erkrankungen der Atmungsorgane erlagen 180
(156, 230, 180), Krankheiten der Kreislauforgane 149
(166, 145, 149), Influenza 3 (24) Perſonen. Gehirn=
ſchlag
bildete bei 77 (79, 66, 63) Perſonen, alle älter
als 30 Jahre, die Todesurſache. Anderen Krankheiten
des Nervenſyſtems erlagen 54 (72).. An Magen= und
Darmkrankheiten ſtarben 110 (103, 149, 107), unter
ihnen 91 (94, 134, 96) Kinder unter 1 Jahr, an anderen
Krankheiten des Verdauungsapparats 39 (44, 54, 92),
an Blinddarmentzündung 20 (14, 12), von denen eine
größere Anzahl von auswärts in hieſige Kranken=
häuſer
verbracht war. Krankheiten der Harn= und
Geſchlechtsorgane verliefen in 49 (50, 36, 61) Fällen
tödlich. An Neubildungen, die größtenteils krebſiger
Natur waren, ſtarben 132 (104, 100, 110), 44 männlichen
und 88 weiblichen Geſchlechts. Selbſtmord begingen
31, 24 Männer und 7 Frauen. Durch tödliche Körper=
verletzung
endeten 1 (1, 6, 2), durch Verunglückung
oder andere gewaltſame Einwirkung 27 (21, 24, 12),
23 Männer und 4 Frauen. Andere benannte Todes=
fälle
lagen 54 (55) vor, in 27 (33) Fällen war die Todes=
urſache
unbehannt.
Zur Anzeige gekommen waren 10 Fälle von Unter=
leibstyphus
, von denen 3 von auswärts kamen, und
7 Fälle von Wochenbettfieber.
B. Landbezirk des Kreiſes Darmſtadt.
Bei einer Einwohnerzahl von rund 140000 ſtarben
im Kreiſe Darmſtadt 2069 Perſonen (2157, 2121, 2062,
* In den Klammern finden ſich die Ziffern der
Vorjahre.

2185), die Sterblichkeitsziffer beträgt demnach 14,77
15,7, 15,94, 15,8, 16,9) pro Tauſend und iſt als günſtig
zu bezeichnen. Der Landbezirk mit rund 47000 Ein=
wohnern
hatte 763 Todesfälle, woraus ſich die Sterb=
lichkeitsziffer
auf 16,23 pro Tauſend berechnet (17,1,
15,85, 17,0, 19,3, 17,5, 17,1, 19,6). In den einzelnen
Monaten ſtarben 71, 54, 63, 73, 37, 83, 41, 73, 73, 73,
68, 54 Perſonen.
In den Altersklaſſen von 01 Jahr ſtarben 244
(128 männl. und 116 weibl.), von 115 Jahren ſtarben
104 (61 männl. und 43 weibl.), von 1530 Jahren
ſtarben 41 (21 männl. und 20 weibl.), von 3060 Jahren
ſtarben 130 (61 männl. und 69 weibl.), von 6070
Jahren ſtarben 102 (37 männl. und 65 weibl.), im
Alter von über 70 Jahren ſtarben 142 (71 männl. und
71 weibl.).
An angeborener Lebensſchwäche und Bildungs=
fehlern
ſtarben 37 (42, 39, 54), an Altersſchwäche 46
(43, 45, 49), an Kindbettfieber und anderen Folgen der
Geburt oder des Wochenbetts 3 (6, 3, 1), je 1 Frau in
Griesheim, Ober=Ramſtadt und Pfungſtadt.
Akuten Infektionskrankheiten erlagen 32: an
Scharlach 3 (6, 1, 7), je 1 in Eberſtadt, Meſſel und
Pfungſtadt, an Maſern 4 (4, 14, 12), 2 in Eberſtadt, je
1 in Hahn und Pfungſtadt, an Diphtherie 13 (11, 8, 1),
5 in Eberſtadt und 4 in Griesheim, 1 in Ober=Ramſtadt
und 3 in Pfungſtadt, an Keuchhuſten 11 (9, 2, 25), je 1
in Arheilgen, Hahn, Roßdorf und Wixhauſen und 7 in
Eberſtadt, an Roſe 1 in Hahn. An Unterleibstyphus
ſtarb 0 (1). Tuberkuloſe der Lungen fielen 75 (89, 64,
101, 92, 100, 80, 95, 100, 121) zum Opfer, auf 10000
Lebende 15,95 (18,1, 13,6, 20,4). Tuberkuloſe anderer
Ogane erlagen 19 (21, 28, 37), akuter Mliartuberku=
loſe
2 (1). Akut entzündliche Erkrankungen der At=
mungsorgane
führten in 117 Fällen (90, 128, 120) zum
Tode, Influenza in 10 (22, 25, 6) Fällen. Krankheiten
der Kreislauforgane verliefen in 91 Fällen (68, 59,
63) tödlich. Gehirnſchlag verurſachte in 29 Fällen (37,
32, 27) den Tod, andere Krankheiten des Nervenſyſtems
in 74 Fällen (68, 75, 57). Magen= und Darmkrankheiten
endeten tödlich in 104 Fällen (89, 95, 89), von denen 89
(80) Kinder unter 1 Jahr betrafen. An anderen
Krankheiten des Verdauungsapparats ſtarben 13 (19,
13, 14), an Blinddarmentzündung 2 (0). Harn= und
Geſchlechtskrankheiten hatten in 17 Fällen (11, 10) den
Tod zur Folge. An Neubildungen, meiſt krebſiger
Natur, ſtarben 36 (59, 42, 46). Andere benannte Krank=
heiten
führten in 17 Fällen (31, 19, 24) zum Tode,
unbekannt blieb die Todesurſache in 11 Fällen (19,
12, 21). Durch Selbſtmord endeten 17 (15, 6, 12), 14
Männer und 3 Frauen, durch Verunglückung 10 (12,
6, 8), 9 Männer und 1 Frau.
Mit Ausnahme von wenigen Gemeinden herrſchten
Scharlach und Diphtherie im ganzen Kreiſe, vielfach in
ſtarker Ausdehnung. Aus Arheilgen wurden 31 Er=
krankungen
an Scharlach und 12 an Diphtherie gemel=
det
, aus Eberſtadt 5 bezw. 68, aus Gräfenhauſen ( Ohly=
ſtift
) 11 bezw. 2, aus Griesheim 14 bezw. 21, aus Meſſel
5 bezw. 1, aus Nieder=Ramſtadt 7 bezw. 0, aus Ober=
Ramſtadt 36 bezw. 23, aus Pfungſtadt 28 bezw. 22, aus
Roßdorf 4 bezw. 2, aus Weiterſtadt 3 bezw. 1. aus
Wixhauſen 17 bezw. 0. Aus Eberſtadt wurden 2 Fälle
und aus Ober=Ramſtadt 5 Fälle von Unterleibstyphus
gemeldet, von letzteren wurden 4 als ſog. Paratyphus
bakteriologiſch feſtgeſtellt. Wochenbettfieber gelangte in
je 2 Fällen aus Griesheim, Eberſtadt und Ober= Ram=
ſtadt
und in je 1 Fall aus Nieder=Ramſtadt und Pfung=
ſtadt
zur Anzeige.

* In den Klammern befinden ſich die entſprechen=
den
Zahlen der Vorjahre.

Vermiſchtes.

* Das chineſiſche Drama. Von A. Sußman=
Ludwig. Höre mich, Herrin, heut in der Morgen=
dämmerung
war mir, als ob ein ſanfter Windhauch
lang entſchwundene ſüße Düfte mir zutrug. Ich
öffnete mein Fenſter. Und ſieh, Weidenblätter die der
böſe Wind abgeriſſen hatte, beſtreuten das Dach des
Pavillons. Um Mittag ſah ich Regentränentropfen

auf den vergehenden Pfirſichblüten. Und als der
Abend kam, hörte ich den Hoangli=Vogel im Dunkeln
ſingen. Wie ſüß mir einſt dies Zeichen war, wie trüb
jetzt in der Dämmerung. Da liegt mein Kummer,
Herrin! Wenn des Frühlings Reize ſchwinden, iſt das
Leben Sorge! In hochgeſchraubtem Falſett leitete
eine der männlichen Schauſpielerinnen des alten Chi=
neſentheaters
in der Jackſon Street zu San Franzisko
einen unnatürlich langen Dialog ein. In wunderbar
ſchimmerndem, rotem Gewande ſtand ſie vor ihrer,
mit der Bewegung einer ſchwankenden Blume hart am
Rande der Bühne niedergeſunkenen, gelbgekleideten
Kollegin. Unmittelbar neben der, ohne Dekoration
und Abſchluß, aus einem einfachen Podium beſtehen=
den
Bühne ſaß das Auditorium. Eine ſchweigende
Maſſe von Chineſen. Der dicke Zigarrendunſt milderte
ein ganz klein wenig die Disharmonien der ſchrillen=
den
Fiedeln, tönenden Gongs und ſchnarrenden Pfei=
fen
, die aus dem Hintergrund erklangen. Man ſpielte
Pi=Pa=Ki, die Geſchichte von der Laute‟. Ein Drama,
das zweihundert Jahre vor Hamlet geſchrieben und
das vielleicht im Laufe der Zeiten die Moral und
Schönheitsliebe von mehr Millionen Menſchen beein=
flußt
hat, als jemals in unſeren Theatern zuſammen
geweſen. Unwiderſtehlich drängte ſich auch bei dieſer
Vorſtellung ihre Aehnlichkeit mit der Shakeſpeare=
bühne
dem Zuſchauer auf. Hier wie dort ein nacktes
Podium, ohne Dekoration. In Jackſon Street ſitzen
Touriſten und chineſiſche Würdenträger gerwöhnlich ſo
dicht an den ſeitlichen Ecken der Bühne neben den
Schauſpielern, daß es vorkommen konnte, daß malt
einer der Mitwirkenden an einer der feierlichſten
Stellen über die Beine eines Zuſchauers hinweg=
ſchritt
. Ebenſo ſaßen, der Ueberlieferung nach, die
Vornehmen im Globe zu Shakeſpeares Zeiten. Die
Rollen der Ophelia, Portia, Roſalinde wurden von
Knaben geſchaffen. Der Chineſe kennt keine weib=
liche
Vertretung irgend welcher Geſtalt. Hier wie dort
eine Gewinnteilung der Truppe, die auf eigenes Riſiko=
ſpielt
. In Shakeſpeares Tagen lebten die Schau=
ſpieler
, Weſen, die eines chriſtlichen Begräbniſſes un=
würdig
waren, ganz auf ihre eigene Gemeinſchaft an=
gewieſen
, genau ſo zuſammengedrängt in den Keller=
räumen
des Theaters, wie es die verachtete Kaſte der
chineſiſchen Bühnenkünſtler früher tat. Auch inbezug
auf die Inſzenierung die gleiche Aehnlichkeit. Ein
Bett auf der Bühne bedeutet ein Zimmer, ein Thron
markiert einen Palaſt, ein Altar einen Tempel, ein
roher, mit einem Zeichen an der Spitze verſehener
Bambusbogen eine Stadt, ein Haufen von Tiſchen
oder Stühlen einen Berg. Durchaus Originales hin=
gegen
bringen die Chineſen, geborene Symboliker, zum
Erſatz von Requiſiten und Ausſtattungsgegenſtänden
durch Bewegungen. Sie haben Symbole, um anzu=
zeigen
, daß jemand reitet, hinter einer Mauer ſteht,
verzaubert oder tot iſt.
So ſchildert das chineſiſche Theater in San Fran=
zisko
die gründliche Kennerin chineſiſcher Kultur, Frau
A. Sußman=Ludwig, in einem reich illuſtrierten Ar=
tikel
des neueſten, ſechſten Heftes der von Rudolf
Presber herausgegebenen Arena‟ Neben dieſem, mit
Genehmigung der Deutſchen Verlags=Anſtalt auszugs=
weiſe
wiedergegebenen Artikel enthält das über 100
Seiten ſtarke Arena=Heft eine Fülle ſchöner Illuſtra=
tionen
und wertvoller literariſcher Aufſätze, Novellen,
Humoresken, Aphorismen, Gedichte, kurz viel Lehr=
reiches
und Unterhaltendes.

Zu ſchnelles Wachstum.
In den Entwicklungsjahren beginnen Knaben und
Mädchen oft ſo ſchnell und ſtark zu wachſen, daß die aufs
äußerſte in Anſpruch genommenen Körperkräfte dringend
einer vermehrten Nahrungszufuhr in Form eines
Stärkungsmittels bedürfen. Nichts iſt hier mehr am
Platze als die altbewährte Scotts Emulſion. (5320M
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