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173. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Die Vererbungen und Schenkungen im
Rchungeiter 1907,
Mit beſonderer Berückſichtigung des Großherzogtums
Heſſen.
K. Die im I. Vierteljahrsheft zur Statiſtik des
Deut=
ſchen Reiches, Jahrgang 1910, ſoeben veröffentlichte
„Reichserbſchaftsſteuerſtatiſtik für das
Rech=
nungsjahr 1908” beanſprucht allgemeines Intereſſe, zumal
es die erſte Statiſtik dieſer Art iſt.
Danach ſind im Rechnungsjahre 1908 im Deutſchen
Reiche die Nachläſſe von 30 700 Erblaſſern verſteuert,
wo=
bei 683 285 323 Mark Reinwert an 102880 Erben gefallen
und 42 939 292 Mark Erbſchaftsſteuer davon erhoben ſind,
im Durchſchnitt alſo auf jeden Erben 6642 Mark Wert
und 417 Mark Steuer. Hiervon entfallen auf das
Groß=
herzogtum Heſſen 2650 Erbanfälle (2,6 Prozent der Summe
für das Reich) mit 14313 325 Mark Reinwert (2, Prozent)
und 832703 Mark Steuer (1,9 Prozent). Die größte
Ver=
erbung hat ſtattgefunden an Geſchwiſter, nämlich 37,4
Pro=
zent der ganzen Summe mit 255667670 Mark (davon
Heſſen 5 798038 Mark). Dann folgen Abkömmlinge erſten
Grades von Geſchwiſtern mit 29,8 Prozent = 203 532306
Mark (davon Heſſen 3934253 Mark); in weitem Abſtande
folgen dann: Abtömmlinge zweiten Grades von
Geſchwi=
ſtern mit 3,2 Prozent — 21522 192 Mark (davon Heſſen
469 551 Mark); mildtätige oder gemeinnützige Stiftungen
mit 3,0 Prozent — 20 799802. Mark (davon Heſſen 325026
Mark; Eltern mit 2,3 Prozent — 15 367074 Mark (davon
Heſſen 386 961 Mark); Schwieger= und Stiefkinder mit 1,9
Prozent — 15009 920 Mark (davon Heſſen 196 404 Mark);
Verſchwägerte im zweiten Grade der Seitenlinie mit 1,6
Prozent — 11017408 Mark (davon Heſſen 204315 Mark);
Adoptivkinder und deren Abkömmlinge 0,9 Prozent
— 6020696 Mark (davon Heſſen 86 164 Mark); Kirchen
und kirchliche Stiftungen mit 0,7 Prozent = 4932825
Mark, (davon Heſſen 199843 Mark): Geſchwiſter der
El=
tern mit 0,6 Prozent — 4 277979 Mark (davon Heſſen
32619 Mark); uneheliche, vom Vater anerkannte Kinder
und deren Abkömmlinge mit 0,2 Prozent = 1251 499 Mk.
(davon Heſſen —); Schwieger= und Stiefeltern mit 0,1
Prozent — 532 296 Mark, (davon Heſſen —); Kaſſen und
Anſtalten zur Unterſtützung von Arbeitern und
Angeſtell=
ten mit 0,02 Prozent — 148000 Mark (davon Heſſen —);
die übrigen Erwerber (§ 10 IV des Erbſchaftsſteuergeſetzes
vom 3. Juni 1906) mit 18,3 Prozent der Summe für das
Reich — 125 205 656 Mark (davon Heſſen 2680 152 Mark;
vererbter Geſamtreinwert 683 285323 Mark
(davon Heſſen 14313 326 Mark).
Durchſchnittlich am meiſten geerbt haben die
Adoptiv=
kinder, denn auf jedes entfällt eine Erbſchaft von 66 897
Mark: dagegen ſtehen die Abkömmlinge zweiten Grades
von Geſchwiſtern mit durchſchnittlich geerbten 3925 Mark
am niedrigſten da. Die größte Steuerlaſt hat auf den
übrigen Erwerbern” (§ 10 IV des Geſetzes) geruht, denn
ſie haben 14302 400 Mark — 33,3 Prozent der ganzen
Erb=
ſchaftsſteuer aufgebracht, wobei auf jeden Erben
durch=
ſchnittlich 743 Mark entfallen; dann folgen die Geſchwiſter
mit 12 402914 Mark Steuer — 28,9 Prozent, wobei der
Durchſchnitt 345 Mark für jeden Erben beträgt; die
Ab=
kömntinge erſten Grades von Geſchwiſtern ſind an dem
Steueraufkommen mit 9625 961 Mark — 22,4 Prozent
be=
teiligt, im Durchſchnitt 266 Mark. Dieſe drei
Erwerber=
klaſſen haben alſo zuſammen 84,6 Prozent der geſamten
Erbſchaftsſteuer aufgebracht, ſo daß auf alle übrigen
Er=
werber zuſammen nur 15,4 Prozent der Steuerſumme
ent=
fallen. Die kleinen Erwerbsanfälle im Werte von mehr
als 500—5000 Mark ſind naturgemäß am zahlreichſten,
nämlich 79811 von 102880 — 77,6 Prozent. Erbanfälle
im Werte von mehr als einer Million ſind 12
vorgekom=
men mit zuſammen 16 401 246 Mark Reinwert. Von den
Summen für das Reich liefert Preußen mehr als die
Hälfte, nämlich 51 479 Erbanfälle (50,04 Prozent) mit
360 245822 Mark Reinwert (52,7 Prozent) und 22 381844
Mark Steuer (52,1 Prozent). Der vererbte Reinwert ſetzt
ſich zuſammen aus dem Rohwerte von 781328623 Mark
(davon Heſſen 16 393 734 Mark), und den darauf ruhenden
Verbindlichkeiten von 98043300 Mark (davon Heſſen
2080 408 Mark), bleibt Reinwert 683 285 323 Mark, (davon
Heſſen 14313 326 Mark).
Die geſamte Verſchuldung beträgt danach nur 12.5
Prozent des Rohwertes (in Heſſen 12,7 Prozent). An
dem Geſamtrohwerte ſind beteiligt: die land= und
forſt=
wirtſchaftlichen Grundſtücke mit 59 071 266 Mark (7,5
Pro=
zent) die ſonſtigen, alſo hauptſächlich Haus=Grundſtücke
mit 114051 202 Mark (146 Prozent), das zinstragende
be=
wegliche Vermögen mit 566 261 638 Mark (72,5 Prozent)
und das übrige bewegliche Vermögen mit 41944517 Mark
(5.4 Prozent). Die land= und forſtwirtſchaftlichen
Grund=
ſtücke ſind mit 9890 090 Mark, d. i. 16,7 Prozent ihres
Rohwertes belaſtet; die ſtädtiſchen Grundſtücke dagegen
ſind mit 36 869 103 Mark. d. i. 32,3 Prozent ihres
Roh=
wertes belaſtet, alſo im Vergleich zu den land= und
forſt=
wirtſchaftlichen Grundſtücken beinahe doppelt ſo hoch
ver=
ſchuldet.
Für Heſſen beträgt die Verſchuldung der vererbten
land= und forſtwirtſchaftlichen Grundſtücke 7,2 Prozent und
der ſonſtigen Grundſtücke 15,6 Prozent ihres Rohwertes.
Für den in land= und forſtwirtſchaftlichen Grundſtücken
be=
ſtehenden Erwerb blieben 655 054 Mark (Heſſen 20 464 Mk.)
Erbſchafts= bezw. Schenkungsſteuer außer Anſatz gemäß
§ 15 des Geſetzes. Der auf Grund des § 11 und 12 des
Geſetzes von der Erbſchaftsſteuer befreite Erwerb von
Todes wegen, ausgenommen der Einzelerwerb bis 500
Mark und der Erwerb an Ehegatten und Abkömmlinge,
beträgt 19 748 769 Mark; die Hauptpoſten ſind: Anfälle bis
10 000 Mark an Eltern 7827383 Mark, Anfälle bis 5000
Mark an mildtätige oder gemeinnützige Stiftungen
4071 386 Mark, Anfall von Hausrat im Werte von nicht
über 5000 Mark an Geſchwiſter 2067910 Mark. Anfälle
von nicht über 3000 Mark an Dienſtboten des Erblaſſers
1477550 Mark, Anfälle von nicht über 5000 Mark an
in=
ländiſche Kirchen 1 209565 Mark.
Außer den verſteuerten Erbſchaften umfaßt die
Sta=
tiſtik noch die Schenkungen unter Lebenden, die der
glei=
chen Steuer unterliegen. Im Rechnungsjahre 1908 ſind
im ganzen Reiche von 3201 Schenkern 43 800 030 Mark
Reinwert. an 4154 Perſonen verſchenkt, wobei eine
Schen=
kungsſteuer von 2 624393 Mark erhoben iſt; im
Durch=
ſchnitt kommt alſo auf eine Schenkung 10544 Mark
Rein=
wert, belaſtet mit 632 Mark Schenkungsſteuer. In Heſſen
ſind 89 Schenkungen vorgekommen mit 589735 Mark
Rein=
wert und 33170 Mark Steuer. Am meiſten geſchenkt
er=
halten haben die mildtätigen oder gemeinnützigen
Stif=
tungen mit 15 512037 Mark — 35.4 Prozent der
Geſamt=
ſchenkungen; dann folgen die „übrigen Erwerber”, § 10 IV
des Geſetzes mit 9 249896 Mark — 21,1 Prozent; dann
die Abkömmlinge erſten Grades von Geſchwiſtern mit
9047494 Mark —— 20,7 Prozent; dann die Geſchwiſter mit
3 704477 Mark 8.5 Prozent uſw.; am wenigſten iſt den
Schwieger= und Stiefeltern geſchenkt mit 78971 Mark
— 0,2 Prozent. Wie beim Erwerb von Todes wegen
wei=
ſen auch hier die Adoptivkinder mit 81620 Mark den
höch=
ſten Durchſchnitt für eine Schenkung auf und die
Ab=
kömmlinge zweiten Grades von Geſchwiſtern den
niedrig=
ſten Durchſchnitt mit 2229 Mark. Auch hier zahlen die
zübrigen Erwerber” § 10 IV des Geſetzes, die meiſte
Steuer, denn ſie haben 899922 Mark — 34,3 Prozent der
geſamten Schenkungsſteuer aufgebracht; dann folgen die
mildtätigen oder gemeinnützigen Stiftungen mit 720753
Mark Schenkungsſteuer — 27,5 Prozent; dann die
Ab=
kömmlinge erſten Grades von Geſchwiſtern mit 417506
Mark Schenkungsſteuer — 15,9 Prozent; dann die
Ge=
ſchwiſter mit 152800 Mark Schenkungsſteuer — 5,8
Pro=
zent uſw. Während alle übrigen Erwerberklaſſen
bedeu=
tend mehr durch Erbſchaften als durch Schenkungen
erwor=
ben haben, iſt dies gerade umgekehrt der Fall bei den
Kaſſen und Anſtalten zur Unterſtützung von Arbeitern und
Angeſtellten, denn dieſe haben durch Erbſchaften nur
148 000 Mark erhalten, dagegen durch Schenkungen
1476373 Mark (die Statiſtik weiſt nur 676 373 Mark nach,
weil eine frühere Schenkung von 800000 Mark wegen
Er=
ſtattung der Steuer in Abzug gebracht iſt).
Der verſchenkte Reinwert ſetzt ſich zuſammen aus
fol=
genden Rohwerten: 1. lands und forſtwirtſchaftliche
Grundſtücke 4607622 Mark, 2. ſonſtige Grundſtücke
3994630 Mark, 3. zinstragendes bewegliches Vermögen
33 417348 Mark, 4. ſonſtiges bewegliches Vermögen
5 758 657 Mark, zuſammen 47778 257 Mark (davon Heſſen
698 538 Mark), hiervon ab die Verbindlichkeiten, zu
1 — 1 462 408 Mark, zu 2 — 687947 Mark und zu 3 und
4 — 1827872 Mark, zuſammen 3978227 Mark, (davon
Heſſen 108803 Mark), bleibt Reinwert der Schenkungen
43 800 030 Mark, (davon Heſſen 589 735 Mark.
Abweichend von den Erbanfällen ſind bei den
Schen=
kungen die land= und forſtwirtſchaftlichen Grundſtücke
höher verſchuldet, denn auf ihnen ruhen Schulden in
Höhe von 31.7 Proz. ihres Rohwertes, während die
ſon=
ſtigen Grundſtücke nur mit 17.2 Proz. ihres Rohwertes
ver=
ſchuldet ſind. Ferner iſt bemerkenswert, daß bei den
Schen=
kungen die land= und forſtwirtſchaftlichen Grundſtücke mit
einem höheren Wert beteiligt ſind als die ſonſtigen
Grund=
ſtücke, während es bei den Erbſchaften gerade
umge=
kehrt iſt.
Die „fortſchrittliche Volkspartei”
iſt am Sonntag gegründet worden. Damit iſt der
Schluß=
ſtein zu dem Gebäude gelegt worden, das die bisher
ge=
trennten Gruppen des Freiſinns unter einem Dache
ver=
einigen ſoll. Während andere Parteien häufig Mitglieder
vereinigen, deren Meinungen teilweiſe auseinandergehen,
wenn man auch über das Grundprinzip ſelbſtverſtändlich
einheitlicher Anſicht iſt, ſodaß man bald vom linken, bald
vom rechten Flügel der betreffenden Partei ſpricht, ſo war
der Liberalismus ſeit Jahrzehnten in die verſchiedenſten
Gruppen zerfallen und wenn wirklich einmal eine
Eini=
gung herbeigeführt wurde, dauerte die Freude nicht gar zu
lange. Seltſam, denn der Liberalismus, der die Toleranz
predigt, hat es nicht immer vermocht, dieſe gegenüber
Ge=
ſinnungsgenoſſen zu üben, wenn dieſe einmal in
Teil=
fragen anderer Anſicht waren. Dieſe Zerſplitterung hat
dem Liberalismus unſäglich geſchadet und zweifellos auch
dem deutſchen Vaterlande. Es liegt auf der Hand, daß
in politiſcher Hinſicht es nicht eine einzige
Parteianſchau=
ung geben kann, das Vorherrſchen einer ſolchen würde
ohne alle Frage zu einem Stillſtand führen und Stillſtand
iſt noch jeweilig Rückſchritt geweſen. Auch der Gegner
wird anerkennen müſſen, daß der Liberalismus große
und hohe Verdienſte um die deutſche Nation beſitzt, denn
er gerade iſt es geweſen, der den deutſchen Gedanken von
je gepflegt und den Boden für die große deutſche
Geſin=
nung zur Zeit der Kleinſtaaterei geebnet hat.
Die ſtattliche Zahl von Mitgliedern, über die der
Li=
beralismus in früheren Jahrzehnten in der
Volksvertre=
tung verfügte, iſt beträchtlich herabgeſunken, und neben
einer in ſpäteren Jahren eingetretenen gewiſſen
Erſtar=
rung hat gerade die Spaltung ungemein dazu
beigetra=
gen, den Einfluß der Linken herabzumindern. Zu Zeiten
hat man ſich ſogar auf das heftigſte befehdet,
begreiflicher=
weiſe mit dem Endreſultat, die eigene Macht ſelber noch
mehr zu brechen. Die Trennung mit dem gemäßigten
Liberalismus iſt ſchließlich tiefgehend geworden, ſodaß
eine einigende Brücke ſich kaum noch herſtellen läßt, dag
auch die prinzipiellen Grundſätze im Laufe der Zeit mehr?
und mehr auseinandergegangen ſind. Aber auch im linken
Liberalismus ſelbſt ſtand man ſich mehr wie einmal ſchroff
gegenüber, bis ſchließlich die Blockära hierin einen Wandel
brachte. Ob dies in urſächlichem Zuſammenhange mit der
damaligen Schwenkung der Regierungspolitik ſtand, ſei
dahingeſtellt, feſt ſteht nur, daß nach dem Tode Eugen
Richters die Freiſinnige Volkspartei der Regierung
grö=
ßeres Entgegenkommen zeigte, wobei zweifellos aber
auch die konziliante Haltung des Fürſten Bülow das
ihrige getan haben mag. Kurz und gut, die freiſinnige
Fraktionsgemeinſchaft kam zuſtande, dadurch war ein
lockerer Zuſammenhang der drei linksliberalen Fraktionen
gewonnen und durch dieſes Kartell war man auch in der
Lage, in der Volksvertretung mit größerem Nachdruck
auf=
zutreten, da das Stärkeverhältnis nach dieſem
Ueberein=
kommen beurteilt wurde.
Dieſe Fraktionsgemeinſchaft iſt unleugbar der
Vor=
bote zu der Fuſion geworden, die ſich nunmehr definitiv
am Sonntag vollzogen hat. Leicht iſt die Arbeit, die
ein=
zelnen Gruppen zuſammenzubringen, nicht geweſen, es
galt manchen Widerſtand zu beſeitigen, insbeſondere war
es ſchwer, die Angehörigen der Deutſchen Volkspartei für
den Plan einer Verſchmelzung zu gewinnen, nach dem
dieſe Gruppen bisher niemals in irgend einem Verhältnis
zum norddeutſchen Linksliberalismus geſtanden hatten.
Freiſinnige Volkspartei, Freiſinnige Vereinigung und
Deutſche Volkspartei verſchwinden nun dem Namen nach
von der Bildfläche, als größerer Bau erhebt ſich die
„Fortſchrittliche Volkspartei”. Viele
Hoff=
nungen knüpft man an dieſes Werk, ob ſie aber in
Erfül=
lung gehen, wird die Zeit lehren müſſen.
Nach dem letzten Fraktionsverzeichnis des Reichstags
zählte die Freiſinnige Volkspartei 28, die Freiſinnige
Ver=
einigung 15 und die Deutſche Volkspartei 7 Mitglieder,
ſodaß die neue große liberale Partei im Reichstag etwa
50 Mitglieder zählen wird und an vierter Stelle
rangiert.
Die Millionenſtiftungen der amerikaniſchen
Vollarkönige.
* Der „reichſte Mann der Welt” John
Rocke=
feller, hat bekanntlich vor wenigen Tagen die Stiftung
eines Vermögens an die Vereinigten Staaten von
Ame=
rika ausgeſprochen, wie es in ſolcher Höhe bisher wohl
noch nicht ſeinesgleichen hatte.
Dieſe Stiftung ſetzt eine Reihe von Millionenſpenden
fort, mit denen die Multimillionäre Amerikas in gewiſſen
Zeitabſtänden die Welt zu überraſchen pflegen. Der
Mann, der bisher in Summa vielleicht am meiſten von
ſeinem Vermögen für gemeinnützige Zwecke geſchenkt hat,
dürfte Andrew Carnegie ſein, aus deſſen Kaſſen
be=
reits 300 Millionen Mark gefloſſen ſind. So
ungeheuer=
lich ſich dieſe Summe auch ausnimmt, ſo repräſentiert ſie
nur ein verhältnismäßig nicht allzu hohes Kapital im
Ver=
gleich zu dem Geſamtvermögen Carnegies, das bereits im
Jahre 1901, nachdem von Carnegie ſein Anteil an den
großen Stahlwerken an Morgan verkauft worden war,
2000 Millionen Mark betrug. Carnegie hat ein jährliches
Einkommen von 60 bis 80 Millionen Mark, das er ſelbſt
bei luxuriöſer Lebensführung unmöglich verbrauchen
kann, da er aber überdies perſönlich ein recht beſcheidenes
Budget hat, ſo iſt er nicht einmal imſtande, den zehnten
Teil ſeiner Revenuen zu verbrauchen und ſpendet deshalb
alljährlich ſo bedeutende Summen, wobei aber ſein
effek=
tives Kapital niemals angetaſtet wird.
Anders ſteht die Sache bei John D. Rockefeller.
Dieſer verfügt derzeit über ein Vermögen von rund 2700
Millionen Mark. Von dem Grundſatze ausgehend, daß
auch in ſeinem Falle nicht einmal die Zinſen dieſes
Rie=
ſenkapitals aufgezehrt werden können, hat er beſchloſſen,
den größten Teil wieder der Oeffentlichkeit zuzu=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910,
Nummer 560
führen und ſeinen Erben nur einen kleinen Teit
zurück=
zulaſſen, der „kleine Teil” allerdings wird noch immer
einige hundert Millionen betragen, ſodaß auch die Erben
nicht zu kurz kommen. In ſeinem Stiftungsbriefe erklärt
Rockefeller, „die Multimillionäre ſind die Feinde
des Volkes genannt worden und man hat ſie als
Räu=
ber bezeichnet, denen das Geſetz nur nichts anhaben kann.
Dieſes Urteil iſt eine Ungerechtigkeit. Uns, den Reichen
iſt es durchaus nicht darum zu tun, das Geld
zuſammen=
zuſcharren und im Privatbeſitz zu halten, ſondern der
Er=
werb, der Kampf war uns und iſt uns ein Genuß, eine
hohe Lebensaufgabe. Der Erfolg ſelbſt oder vielmehr das
Reſultat des Erfolges, das Geld, kann für uns keinen
Wert beſitzen. Deshalb trage ich kein Bedenken, mein
Vermögen wieder dem Volke
zurückzuge=
ben, von dem es gekommen iſt, nur daß es jetzt zu einer
großen Maſſe vereint, wie eine Maſſe wirken kann. Wir,
die Millionäre, haben die Aufgabe, die großen
Wohl=
fahrtseinrichtungen hervorzubringen, die die
Ge=
ſamtheit niemals zuſtande bringt.”
Dieſer Ausſpruch Rockefellers deckt ſich augenſcheinlich
im großen und ganzen mit den Anſichten der meiſten
Mil=
liardäre, deren Schenkungen für die Vereinigten Staaten
ſo ſegensreich geworden ſind. Die wiſſenſchaftlichen
Inſtitute, die Univerſitäten, die Bibliotheken, die
Obdach=
loſen=Aſyle, die Volksſpeiſeanſtalten in allen
amerikani=
ſchen Städten werden durch die Millionenſtiftungen
erhal=
ten und ſo iſt berechnet worden, daß dieſe Stiftungen
ins=
geſamt, nur mit Berückſichtigung der letzten 10 Jahre, 650
Millionen Mark betragen.
Eine neue deutſche Südpolexpedition.
* Das durch die Schilderungen Shackletons
neu=
erwachte Intereſſe für die Antarktis hat in dem durch
ſeine Reiſen in Tibet und Oſtaſien bekannt
geworde=
nen Oberleutnant Filchner vom 1. Bayeriſchen
In=
fanterie=Regiment den Plan zu einer groß angelegten
deutſchen Südpolexpedition reifen laſſen, der durch den
Geheimen Regierungsrat Profeſſor Albrecht Penck in
Berlin eine mächtige Förderung erfahren hat und der
auch der bekannte Polarreiſende Profeſſor
Norden=
ſkjöld das günſtigſte Prognoſtikon ſtellt
Wilhelm Filchner, ein geborener Münchener,
der gegenwärtig als Oberleutnant des 1. Bayeriſchen
Infanterie=Regiments „König” zum Großen
General=
ſtab nach Verlin kommandiert iſt, der junge Forſcher,
der im Jahre 1899, 22jährig, den kühnen Ritt über den
Pamier unternahm und dem 1903—1905 die gefährliche
erſte Durchquerung des Gebietes der Mgolocken im
Nordoſten Tibets gelang, empfand das Beiſeiteſtehen
Deutſchlands als deprimierend. Er betrieb deshalb
mit Energie, wenn auch im ſtillen, die Vorbereitungen
zu einer neuen, großen Südpolarexpedition.
Deutſch=
land hat zwar eine Polarunternehmung in
Vorbereit=
ung, die gegen den Nordpol hin ausgeführt werden
ſoll, die Zeppelin=Hergeſell=Expedition,
deren Leitung auch Filchner angetragen wurde. In der
Antarktik überläßt man die Arbeiten aber den anderen
Nationen! Filchner empfand es als Notwendigkeit,
daß auch von deutſcher Seite ein Verſuch gemacht
werde, an der Erforſchung dieſer Antarktik
teilzu=
nehmen, umſomehr, als Deutſchland ſich mit der
An=
lage und Durchführung der ausgezeichneten
Südpolar=
expedition unter unſerem Drygalski dort unten
moraliſch feſtgelegt hatte.
Nach Rückſprache mit ausgezeichneten Gelehrten
unternahm es Filchner, immer auf das eifrigſte
ge=
ſtützt und gefördert von dem Chef des Großen
General=
ſtabes, von Moltke, vor allem die nötige materielle
Grundlage zu ſchaffen. Erſt nach deren Sicherſtellung
ſollte das Programm veröffentlicht werden. Der
deutſche Kaiſer hat durch den Chef des Zivilkabinetts,
von Valentini, bereits über das Projekt einen
Vor=
trag entgegengenommen.
In der Sitzung der Deutſchen Geſellſchaft
für Erdkunde in Berlin legte Wilhelm Filchner
am Samstag in knappen, kurzen Worten ſeine Pläne
zur Erforſchung der Antarktik vor. Er wies darauf
hin, daß ſein Plan einer Durchquerung der Antarktis
unabhängig von den von Shackleton und Penck
geplan=
ten Expeditionen ſchon vor längerer Zeit beſtanden
habe. Die Ausführung ſeiner Expedition beruhe auf
dem Grundgedanken, den Durchſtoß durch die Antarktis
möglichſt von zwei Stellen zu gleicher Zeit zu
verſuchen. Den Ausgangspunkt der einen Expedition
bildet die Wedellbucht, den der anderen das Roß=Meer.
Es komme bei dieſer Reiſe weniger auf die Exreichung
des Südpols an als auf die Erforſchung des
unge=
heuren Gebietes im Innern der noch unbekannten
Südpolregion. Die Koſten des Unternehmens würden
ſich bei Benutzung zweier Schiffe, mit denen verſucht
werden ſoll, ſo weit wie möglich ſüdlich vorzudringen,
auf etwa zwei Millionen Mark belaufen, ſie würden
ſich um 800000 Mark verringern, wenn der Expedition
nur ein Schiff zur Verfügung ſtände. Um die
Auf=
bringung der Mittel für die gigantiſche Reiſe iſt
Ober=
leutnant Filchner nicht in Sorge. Das Leitmotiv ſeiner
Reiſe heiße: Peſſimismus in der Vorbereitung,
Opti=
mismus bei der Durchführung.
Falls es gelingt, die Vorbereitungen der Expedition
bis Ende Juli durchzuführen, iſt beabſichtigt, die
Ex=
pedition noch dieſes Jahr zu beginnen. Die Dauer
der Expedition beträgt vier bis fünf Jahre.
Profeſſor Nordenſkjöld, der der
Ver=
ſammlung als Ehrengaſt beiwohnte, hält den Plan
Filchners für außerordentlich bedeutungsvoll, da
ge=
rade am Südpol noch große geologiſche Probleme ihrer
Löſung harren. Die Erreichung des Südpols iſt auch
ſeiner Meinung nach das weniger Wichtige, für die
Wiſſenſchaft von größter Bedeutung dagegen ſei die
Erforſchung des noch unbekannten Innern der
Ant=
arktis. Profeſſor Nordenſkjöld hält die gleichzeitige
Ueberquerung von zwei Schiffen aus für das Beſte
und wünſcht dem Plane, von deſſen Durchführbarkeit
er überzeugt iſt, gutes Gelingen. Es ſei für ihn als
Fremden eine große Freude, zu hören, daß Deutſch
land an der Löſung dieſer großen wiſſenſchaftlichen
Probleme tätigen Anteil nehmen wolle.
Geheimerat Penck hob in ſeinem Schlußwort zu
den Ausführungen Filchners und Nordenſkiölds
her=
vor, daß er den Plan mit dem erſteren in den letzten
Wochen eingehend durchgeſprochen habe. Bei völliger
Vürdigung aller in Betracht kommenden
Schwierig=
keiten, wie Eis= und Windverhältniſſe, erſcheine ihm
der Plan einer Durchquerung der Antarktis in der
beabſichtigten Weiſe äußerſt günſtig. Geheimerat Pench
brachte im Anſchluß an ſeine Darlegungen unter
gro=
ßem Beifall der Verſammlung den erſten Teil eines
Briefes zur Verleſung, in dem ein ungenannt bleiben
wollender Förderer der Polarwiſſenſchaft für
Filchnerſche Expe dition die Summe v
300000 Mark ſtiftet. Oberleutnant Filcht
machte Mitteilung, daß auch ihm bereits für ſeine C
pedition von privater Seite 60000 Mark zur Verfi
ung geſtellt worden ſeien.
Der Erfolg des Engländers Shackleton 1
andere Forſcher nicht entmutigt. Im Gegenteil,
bildeten den Anſporn zu neuen Plänen. Deutſchla
will hinter anderen Nationen nicht zurückſtehen. 2
allem iſt es England, in dem der Ehrgeiz,
Beſte in der Südpolarforſchung zu leiſten, zu neu
Taten drängt. Kapitän Robert Scott, der 1901 d
Britiſh National Antarktik Expedition leitete, der ar
Shackleton angehörte, trifft bereits die Vorbereitu
gen zu einer neuen Expedition, deren Ziel die E
reichung des geographiſchen Südpols iſt. Ganz Er
land bringt dieſem neuen Unternehmen große
geiſterung entgegen. Scott will ſchon im Juli 19
England verlaſſen, im Juli in Neuſeeland Poni
Hunde und Vorräte kaufen und im Dezember
Mac=Murdo=Sund erreichen, wo ein ſtändiges Wint
quartier errichtet werden ſoll. Ein Teil der Expe
tion wird dann bis zu einem Punkt im Kön
Eduard=VII.=Land vordringen. Hier ſoll ein zwei
Standquartier angelegt werden. Je nach dem
ſtande des Eiſes und den Umſtänden wird der V
ſtoß nach dem Pol von einem der beiden Punkte
erfolgen. Das Schiff wird den Winter über nach N
ſeeland zurücklehren und im Frühling 1912 beil
Lagerplätzen neue Vorräte zuführen. Scott ho
England im September 1912 wieder zu betreten.
Die Expedition, die in Schottland ausgerü
werden wird, wird der Edinburger Ozeanograph
V. Bruce führen, der ebenfalls ſchon erfolgreich
2
Forſchungsreiſender in den Südpolarländern te
war. Es iſt möglich, daß es ihm gelingt, noch in d
ſem Winter nach dem Wedellmeer aufzubrechen. Se
Reiſe iſt auf zwei Jahre berechnet.
Neben den Engländern und Schotten bemühen
auch die Amerikaner, den „Südpolrekord” zu ſchlag
Die National Geographie Society der Vereinig
Staaten hat beſchloſſen, gemeinſam mit dem Pe=
Areticlub eine Expedition zur Erreichung des S
pols auszurüſten. Die Expedition wird auf dem Dar
fer „Rooſevelt” erfolgen, dem Schiff, das durch Pea
ſiegbeglückte Nordpolexpedition berühmt wurde.
dieſer amerikaniſchen Südpolarexpedition wird die
ſamte Mannſchaft teilnehmen, die Pearn auf ſei:
Nordpolfahrt begleitet hatte:
Deutſches Reich.
— Zu der dreitägigen Nordſeereiſe des
Kai=
ſers, die am 10., 11. und 12. März ſtattfindet, haben etwa
80 Angehörige der Kunſt, Wiſſenſchaft und Finanzwelt
Einladungen erhalten. Unter ihnen befinden ſich der
Di=
rektor der Deutſchen Bank Paul Manckiewitz, der Direktor
der Handelsgeſellſchaft Karl Fürſtenberg, Herr v.
Fried=
länder=Fuld, Generalkonſul Paul v. Schwabach,
General=
direktor Ballin von der Hamburg=Amerika=Linie, ſowie
mehrere Mitglieder des Aufſichtsrates vom Norddeutſchen
Lloyd und Stettiner Vulkan. Die Abreiſe der Berliner
Teilnehmer erfolgt am Mittwoch morgen um 11 Uhr vom
Lehrter Bahnhof. Am 10. März vormittags werden ſich
die Gäſte des Kaiſers an Bord des Schnelldampfers „
Kai=
ſer Wilhelm II.” begeben. Die Reiſe geht nach der
nor=
wegiſchen Küſte.
— Der Entwurf eines
Reichsbeſteue=
rungsgeſetzes iſt, wie gemeldet, dem Reichstage
zu=
gegangen, durch den die Frage geregelt werden ſoll,
inwie=
weit das Reich zu den Staats= und
Gemeinde=
laſten beizutragen verpflichtet iſt.
Durch das Geſetz ſoll beſtimmt werden, daß das Reich
verpflichtet iſt, die in einem Bundesſtaat, einer Gemeinde
oder einem weiteren Kommunalverband allgemein
feſtge=
ſetzten Benutzungs= und
Verwaltungsge=
bühren zu zahlen, ſofern ihm nicht ein beſonderer
Rechtstitel auf Gebührenfreiheit zuſteht. Dasſelbe gilt
von den Beiträgen, die die Grundeigentümre zur Deckung
der Koſten für Herſtellung und Unterhaltung der durch
das öffentliche Intereſſe erforderten Veranſtaltungen zu
leiſten haben. Dagegen ſoll das Reich von der Zahlung
aller Gerichtsgebühren und aller
Staats=
ſteuern mit Ausnahme der Abgaben von Malz und
Bier befreit ſein. Zu den Realſteuern, die an die
Ge=
meinden zu leiſten ſind, kann das Reich nur in demſelben
Umfang wie ein einzelner Bundesſtaat herangezogen
wer=
den. Gemeinden, die Ausgaben für die auf ihrem
Ge=
biet gelegenen fabrikmäßigen Reichsbetriebe haben, ſind
be=
rechtigt, vom Reich Zuſchüſſe zu ihren Ausgaben zu
ver=
langen, ſofern die in der Gemeinde wohnenden ſtaatlichen
Arbeiter nicht ein höheres Einkommen als 2000 Mark
haben und ihre Zahl mehr als 10 v. H. der
Zivilbevölke=
rung der betreffenden Gemeinde ausmacht. Das Recht auf
Gebühren und Beiträge, ſowie auf Steuern erliſcht mit
Ablauf des Rechnungsjahres, das auf das Rechnungsjahr
folgt, in welchem die Forderung entſtanden iſt. Das Geſetz
ſoll am 1. April d. J. in Kraft treten.
Bisher hatte die Reichsverwaltung die Auffaſſung
vertreten, daß dem Reiche durch die Geſetzgebung eines
Bundesſtaates ohne ſeine Einwilligung Verpflichtungen
nicht auferlegt werden können. Nur in gewiſſem Umfang
hat ſich das Reich der Verpflichtung unterworfen,
Real=
ſteuern vom Grundbeſitz zu entrichten. Es ſind jedoch
Zweifel über den Grundſatz aufgetaucht, ob das Reich in
Streitfällen über ſeine Steuerpflicht der Zuſtändigkeit der
Landesbehörden unterſtehe und ob es überhaupt beſteuert
werden könne. Um dieſe zu beſeitigen, iſt die Schaffung
eines zweifelsfreien Rechtszuſtandes erwünſcht, der durch
den vorliegenden Entwurf herbeigeführt werden ſoll.
— Zu dem Entwurf des
Kurpfuſcherei=
geſetzes ſchreibt man: Der Umſtand, daß der aus dem
Jahre 1908 ſtammende Entwurf nicht inzwiſchen dem
Reichstag zugegangen iſt, hat zu der Annahme
ge=
führt, daß die Reichsregierung einſtweilen von einer ge
ſetzlichen Regelung abſehen würde, weil ſich erhebliche
Schwierigkeiten ihr entgegengeſtellt hätten. Dieſe
Auffaſ=
ſung trifft jedoch nicht zu. Allerdings iſt im vorigen Jahre
infolge von Meinungsverſchiedenheiten eine ziemlich lange
Unterbrechung in den Vorbereitungen zu einem
endgül=
tigen Entwurf eingetreten. Da dieſe
Meinungsverſchie=
denheiten nun aber im weſentlichen als beſeitigt anzuſehen
ſind, läßt ſich annehmen, daß in nicht zu ferner Zeit dem
Bundesrat eine Vorlage zugehen wird. Der
Reichstag dürfte ſich allerdings mit dieſer Vorlage erſt in
ſeiner nächſten Tagung zu befaſſen haben. Der
Vorent=
wurf iſt ſeinerzeit den Bundesregierungen zur
Begut=
achtung überwieſen worden. Preußen hat auch ſeine
Pro=
vinzialbehörden zu gutachtlichen Aeußerungen
herange=
zogen. Außerdem hat die dem Kultusminiſterium unter
ſtellte Wiſſenſchaftliche Deputation, die zu dieſem Zwed
durch Mitglieder der Aerztekammer erweitert war, den
Geſetzentwurf beraten.
— Am Montag vormittag tagte in Koblenz auf
Ver=
anlaſſung des Königlich preußiſchen Miniſteriums der
öf=
fentlichen Arbeiten eine Verſammlung von
Ver=
tretern der Staaten des Rheingebiets zur
Beratung der für die Rhein= und Mainſchiffahrt
bedeut=
ſamen Fragen der Rheinvertiefung von St. Goar bis
Bingen und Mainmündung ſowie der Schiffahrtsabgaben.
Ausland.
Bei den Wahlen für den Londoner Grafſchaftsrat
wurden 59 Mitglieder der kommunalen Reformpartei und
57 Fortſchrittliche gewählt. Zwei Reſultate ſtehen noch
aus und dürften zugunſten der Fortſchrittlichen entſchieden
werden, ſo daß dann beide Parteien gleich ſtark ſind. Die
kommunale Reformpartei hatte im Jahre 1907 zum erſten
Male die Majorität im Grafſchaftsrat. Die Fortſchritt
lichen, die im Gegenſatz zu den Reformiſten den
allgemei=
nen Grundſatz des kommunalen Eigentums an öffentlichen
Verkehrs= und Beleuchtungseinrichtungen uſw. vertraten
gewannen 21 Sitze.
— Der Kronprinz von Griechenland hat nach ein
Mitteilung des Blattes „Stampa” vom König die A
forderung erhalten, nach Athen zurückzukehren, da ſein
Rückkehr von der Bevölkerung keine Schwierigkeiten in ?
Weg gelegt würden. Der Kronprinz will jedoch aus p
ſönlichen Gründen nicht nach Athen zurückkehren. Er w
nach Paris und von dort nach Frankfurt a. M. zuri
kehren.
— Aus Monaco wird Pariſer Blättern gemeldet: ?
Sonntag zogen etwa 700 Einwohner, darunter au
Frauen, vor das Schloß, um ihrer Forderung ne
einer Verfaſſung Ausdruck zu geben. Eine 2
ordnung von drei Perſonen legte die Wünſche der Bev
kerung dem Fürſten Albert dar, der verſprach, ei
Kommiſſion zu ernennen, die aus drei von ihm und a
drei von der Bevölkerung gewählten Vertretern beſtel
und die Frage der Verleihung einer Verfaſſung prü
ſoll. Die Führer der Bewegung erklärten einem Beric
erſtatter, daß, falls der Fürſt die Beſchlüſſe der Komm
ſion nicht bis Ende März beſtätigt haben würde, die
wohner von Monaco bei der Einweihung des Ozear
graphiſchen Muſeums unangenehme Zwiſchenfälle herv.
rufen würden.
— Die Nachricht, daß Präſident Taft auf die E
ladung des iriſchen Klubs von Chicago hin am St.
tricks=Tag „auf iriſchem Grund und Boden” die Ir
Amerikas begrüßen wird, hat in der Union „Aufſel
hervorgerufen‟ Der Dampfer „St. Louis” führt gege
wärtig mehrere Geviertmeter iriſchen Raſens mit ſichn
Amerika. Auf ihm ſtehend, ſoll angeblich Präſident T
die Iren in Chicago begrüßen. Die Amerikaner mach
nun geltend, daß das Verhalten des Präſidenten geg
die Verfaſſung verſtoße. Denn kein Präſident 1
Vereinigten Staaten darf während ſeiner Amtszeit d
Gebiet der Union verlaſſen. Wenn aber Taft auf „iriſche
Grund und Boden” ſtehend eine Rede halte, dann verle
er die Verfaſſung, ſelbſt wenn der „Grund und Bode
nur aus wenigen Geviertmetern iriſchen Raſens beſtel
Als Präſident Taft vor wenigen Monaten mit dem Pr
ſidenten von Mexiko zuſammentraf, fand die Zuſamme
kunft mitten auf der großen Brücke über den Rio Gran
del Norte bei El Paſo ſtatt. Bis zur Mitte der Brü
durfte Präſident Taft ſchreiten, aber keinen Schritt da
über hinaus, weil er ſonſt auf mexikaniſches Gebiet g
treten wäre. Doch auch die Iren Amerikas proteſtierte
gegen das Vorgehen des iriſchen Klubs von Chicago. S
ſind entrüſtet darüber, daß „auch nur eine Handvoll” ir
ſcher Erde aus der Heimat über den Atlantiſchen Ozee
nach Amerika gebracht werden konnte. Das ſind politiſc
Kindereien!
— Nach einer Meldung aus Bluefield in Nicaragt
haben die Führer der Revolutionäre vom Sekret
des Präſidenten Madriz ein Telegramm erhalten, in de
dringend zum Frieden und zur Verſtändigungsgerate
wird, ehe eine fremde Macht interveniere. Das Tel
gramm ſei nicht beantwortet worden.
* Berlin, 6. März. Der Kaiſer iſt heute abe
um 11 Uhr 15 Min. vom Lehrter Bahnhof nach Oldenbu
abgereiſt.
* Bremen, 4. März. Das an Bebel geſan
Glückwunſchtelegramm der ſozialdem
kratiſchen Lehrer Bremens dürfte für die
der Abfaſſung und Abſendung beteiligten Herren ſehr 1
angenehme Folgen haben. 435 Volksſchullehrer hak
einen das Vorgehen ihrer ſozialdemokratiſchen Kolleg
mißbilligenden Beſchluß gefaßt. Die Schulbehörde 1
eine in den Schulen bekannt gemachte Verfügung erlaſſ
Nummer 56.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910.
Seite 3.
Sie ſagt darin, daß es ſich um ein Dienſtvergehen
handle, das die Beteiligten als ungeeignet für den Dienſt
als Staatsbeamte und Lehrer erſcheinen laſſe, und daß,
wenn ſie bekannt wären, unnachſichtlich gegen ſie das
Ver=
fahren auf Dienſtentlaſſung eingeleitet werden würde. Die
„Köln. Ztg.” meldet hierzu: Aus ſicherer Quelle verlautet
jetzt, daß eine ganze Reihe von Beteiligten den Behörden
bereits bekannt geworden ſind. Im ganzen ſind etwa 35
Herren am Tage der Dienſtentlaſſung des Lehrers
Holz=
meier verſammelt geweſen und wohl die meiſten haben ſich
in unüberlegter Weiſe der Abſendung des Telegramms
angeſchloſſen, das erſt dadurch ſeine volle Bedeutung
be=
kommt, daß die Lehrer eine Kundgebung gegen die
Schul=
behörde und das Gericht beabſichtigten und deshalb Herrn
Bebels „Klaſſenkampf” verherrlichten. Zweifellos wird
die Behörde nach abgeſchloſſener Unterſuchung entſchieden
vorgehen. Es herrſcht große Empörung über den radikalen
Flügel der Lehrerſchaft, der ſich von einigen
Sozialdemo=
kraten ins Schlepptau nehmen läßt und durch ſeinen Ton
und ſein Gebaren die ruhig denkenden Lehrer aus den
Ver=
einsverſammlungen vertreibt. Die Sozialdemokraten
ha=
ben die linksſtehenden Lehrer verführt, letztere müſſen jetzt
für ihren Leichtſinn büßen. Dabei können die Lehrer in
Bremen, wie hier ſchon früher ausgeführt wurde,
wahr=
haftig nicht darüber klagen, daß ihnen die Schulbehörde
das Leben ſauer mache. Leider werden durch dieſe, von
radikaler Seite veranlaßten, bedauerlichen Vorkommniſſe
manche idealen Forderungen der Lehrerſchaft leiden, da
auch dem freier geſinnten Bürgertum das Vertrauen
ge=
raubt wird.
* London, 6. März. König Eduard iſt heute
abend abgereiſt, um ſich über Paris nach Biarritz zu
begeben.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 8. März.
Vom Hofe. Am Samstag nahmen Seine
Ex=
zellenz der Miniſter des Innern von Hombergk zu
Vach nebſt Gemahlin an der Mittagstafel im Neuen
Palais teil. Nachmittags begaben ſich die
Groß=
herzoglichen Herrſchaften mit Gefolge nach
Frankfurt und wohnten dem Preisreiten im Hippodrom
bei. Gegen 8 Uhr kehrte J. K. H. die Großherzogin nach
Darmſtadt zurück, während S. K. H. der Großherzog
am Feſtmahl im „Frankfurter Hof” teilnahm und gegen
12 Uhr hierher zurückkehrte. Auch am Sonntag
nach=
mittag wohnten die Großherzoglichen Herrſchaften dem
Preisreiten in Frankfurt bis zum Schluſſe bei. Der
Fürſt zu Solms=Lich reiſte am Samstag abend
nach Berlin. (Darmſt Ztg.)
— Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den außerordentlichen Profeſſor an der
Univerſität Heidelberg Dr. med. und phil. Rudolf Otto
Neumann zum ordentlichen Profeſſor in der
medi=
ziniſchen Fakultät der Landesuniverſität, insbeſondere
für das Fach der Hygiene und zum Direktor des
hygieniſchen Inſtituts, den Regierungsaſſeſſor Dr. Ernſt
Goertz aus Friedberg zum Feldbereinigungskommiſſär
mit dem Amtstitel „Kreisamtmann” den Oberlehrer an
der Oberrealſchule zu Offenbach Franz Peterſohn
zum Oberlehrer an der höheren Mädchenſchule und dem
Lehrerinnenſeminar zu Mainz, den Oberlehrer an der
Realſchule und dem Progymnaſium zu Alzey Konrad
Richter zum Oberlehrer an der höheren Mädchenſchule
zu Offenbach und den Lehramtsaſſeſſor Dr. Friedrich
Schrod aus Offenbach zum Oberlehrer an der höheren
Mädchenſchule zu Offenbach ernannt.
Beſtätigt wurde der von dem Herrn Prinzen
Friedrich zu Solms=Braunfels als Vormund des
minder=
jährigen Furſten Georg zu Solms=Braunfels auf die
erledigte erſte Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu
Griedel, Kreis Friedberg, präſentierte Lehrer Heinrich
Jung daſelbſt für dieſe Stelle, ferner der von dem
Herrn Grafen zu Erbach=Fürſtenau auf die erledigte
zweite Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Rothenberg,
Kreis Erbach, präſentierte Schulamtsaſpirant Heinrich
Spieß aus Bechtheim, Kreis Worms, für dieſe Stelle.
— Poſtdienſtnachrichten. Verſetzt ſind:
Poſt=
aſſiſtent Dieffenbach von Darmſtadt nach Frankfurt; die
Telegraphengehilfinnen Herrmann von Offenbach nach
Remſcheid, Müller von Remſcheid nach Offenbach, Heß
von Bad Nauheim nach Darmſtadt und Schmidt von
Darmſtadt nach Bad Nauheim. — Beſtanden haben
die Poſtaſſiſtentenprüfung: die Poſtgehilfen Steinacker
in Waldmichelbach, Stoll in Reinheim und Walch in
Mainz=Mombach. — Angenommen iſt als
Tele=
graphengehilfin Margarete Pfeil in Darmſtadt.
— Eine Tagung des heſſiſchen Landesverbandes der
Militäranwärter fand am Sonntag im Reſtaurant
„Perkeo” ſtatt. Der erſte Vorſitzende, Herr Rösler,
eröffnete dieſe um 104 Uhr mit einer warmen Be
grüßungsanſprache an die Delegierten und Gäſte.
Ins=
beſondere begrüßte er die erſchienenen Vertreter der
auswärtigen Bruderverbände in Bayern,
Württem=
berg, Baden, Elſaß=Lothringen und Heſſen=Naſſau, die
ſämtlich Grüße überbrachten und den Verhandlungen
ſegensreichſten Erfolg wünſchten. Seine Rede ließ
altem Soldatenbrauche gemäß, in einem Hoch auf Se
Majeſtät den deutſchen Kaiſer und Se. Königl. Hoheit
den Großherzog ausklingen. Der Ehrenvorſitzende des
Verbandes, Herr Rechnungsrat Schupp=Darmſtadt,
begrüßte die zahlreich erſchienenen Militäranwärter
des Heſſenlandes. Die Grundſätze für die Beſetzungen
der mittleren und Unterbeamtenſtellen, wie ſie in Heſſen
gehandhabt werden, ſind nicht dazu angetan, die
tüch=
tigſten Kräfte für die Unteroffizierslaufbahn zu
ge=
winnen. Es werden ſich immer weniger junge Leute
aus guten Familien zu einer ſolchen unſicheren
Lauf=
bahn entſchließen, beſonders unter den jetzigen ſchlechten
Verhältniſſen. Ohne eine ausreichende und
unanfecht=
bare Zivilverſorgung iſt an eine brauchbare
Kräfte=
zufuhr für den Unteroffiziersſtand nicht zu denken. Es
ſei höchſte Zeit, hier endlich Wandel zu ſchaffen. Nach
Erledigung der üblichen Formalitäten erſtattete der
Vorſitzende den Jahresbericht. Er wies auf das ſtetige
Wachſen des Verbandes hin, welcher heute acht Vereine
mit zuſammen 810 Mtgliedern zählt. An einen
Rück=
blick auf die bisherigen Erfolge ſchloß ſich ein Ausblick
auf die in Verfolgung der Verbandsziele notwendig
werdenden weiteren Maßnahmen, die auch fernerhir
nie ermüdende Mitarbeit der Kameraden erheiſche. Auch
nationale Arbeit werde den Verband auf dem Platze
erhalten, den er ſich errungen habe. Einigkeit macht
ſtark, und eine geſunde Politik im Landesverbande
wird die Kraft geben. Lebhaftes Bravo folgte den
vor=
trefflichen Ausführungen. Nach Einnehmen des
Mit=
tagsbrotes wurde zur Beratung der von den Vereinen
geſtellten Anträge übergegangen. In den Vorſchlägen,
die zur Erreichung der Ziele aus der Mitte der
Ver=
ſammlung ergingen, und in den Debatten, an denen ſich
die Delegierten der Vereine lebhaft beteiligten, zeigte
ſich eine freudige Einmütigkeit und Eintracht, der man
es anſah, daß das Gelingen des Werkes allen ungeteilte
Freude machte. Der Verbandstag wurde um 7½ Uhr
abend mit einem Hoch auf den Bund Deutſcher
Militär=
anwärter und den Landesverband Heſſen geſchloſſen. Im
Schlußwort hob der Vorſitzende hervor, daß die Kraft
des Verbandes in der Einigung liege und daß für den
wachſenden Zuſammenhalt gerade dieſer Verbandstag
ein ſchönes Zeugnis ablege. Jeder Delegierte wird
mit dem Bewußtſein nach Hauſe gegangen ſein, daß auf
dem ganzen Verbandstage ein echter kameradſchaftlicher
Geiſt geherrſcht und daß die Verhandlungen nur
ſach=
lich gepflogen worden ſind.
M. In der letzten Vorſtandsſitzung des Darmſtädter
Hausbeſitzervereins befaßte man ſich nochmals mit der
beabſichtigten Eingabe an die Kammer, betreffend den
Gemeindeſteuer=Entwurf, und beſtimmte zwei Herren
zur mündlichen Verhandlung mit den anderen
heſſi=
ſchen Vereinen, um ſich über den Text der Eingabe zu
verſtändigen. Es wurde ferner beſchloſſen, wegen der
beabſichtigten Erhöhung des Waſſergeldes keine Schritte
zu tun, da auf den letzten Verſammlungen der
Be=
zirksvereine diel anweſenden Stadtverordneten
ſämt=
lich erklärten, es ſei nicht damit zu rechnen, daß dieſer
Antrag der Bürgermeiſterei durchginge. Es kam
fer=
ner zur Sprache, daß verſchiedentlich dem Vereine
angehörende Hausbeſitzer ſich ſcheuen, ihre Inſerate in
den dem Verein gewidmeten Spalten des „Tagblatt”
aufnehmen zu laſſen, da ſie fürchten, wegen ihrer
Zu=
gehörigkeit zum Verein leerſtehende Wohnungen
ſchwierig zu vermieten. Der Vorſtand ſah ſich daher
zu der Erklärung veranlaßt, daß es ja gerade der
Zweck des Vereins iſt, zwiſchen Mietern und
Ver=
mietern ein friedliches, angenehmes Verhältnis zu
ſchaffen, was auch bewieſen werde durch die mehrfachen
Ehrengaben des Vereins an langjährige, treue
Mie=
ter. Beide ſind doch aufeinander angewieſen. Der
Verein will lediglich erreichen, daß die vom
Haus=
beſitzer zu tragenden öffentlichen Laſten gerecht ſind
und ſich in erträglicher Höhe halten; er ſucht ferner
u. a. ſeine Mitglieder zu ſchützen, was alle gerecht
den=
kenden Mieter als richtig anerkennen müſſen. Sache
des Vereins aber iſt es nicht, ſich um die Höhe der
Mietpreiſe zu kümmern, da dieſe viel zu ſehr von der
Art, Größe und Lage der Wohnungen abhängen.
Dieſe Angelegenheiten müſſen den Parteien überlaſſen
bleiben. In dem letzten Monat ſind 53
Neuanmeld=
ungen eingelaufen.
— Ortsgewerbeverein Darmſtadt. Der vom
Orts=
gewerbeverein Darmſtadt in der Zeit vom 22. Januar
bis 5. März 1910 in der Handwerkerſchule Darmſtadt
abgehaltene ſechſte Vorbereitungskurſus für die
theore=
tiſche Meiſterprüfung im Handwert wurde am
Sams=
tag nachmittag geſchloſſen. Als Lehrer für
Gewerbe=
recht und ſoziale Geſetzgebung war
Handwerkskammer=
ſyndikus Engelbach, für Buch= und
Rechnungsführ=
ung uſw. Hauptlehrer Backhaus=Darmſtadt
ge=
wonnen. Insgeſamt nahmen 28 Herren an dem
Unterricht teil.
— Gabelsbergers Geburtstag. Zu einer
Geburts=
tagsfeier ihres Altmeiſters Gabelsberger
verſammel=
ten ſich Samstag im Kaiſerſaal der Gabelsberger
Ste=
nographenverein 1861, der Damen=Stenographenverein
„Gabelsberger” die Kaufmänniſche
Stenographengeſell=
ſchaft „Gabelsberger” und die
Stenographenvereinig=
ung „Gabelsberger‟ Die Mitglieder und Freunde
der genannten Vereine hatten ſich in großer Zahl
ein=
gefunden. Bei den mannigfaltigen Darbietungen, die
der Abend brachte, griff bald eine prächtige Stimmung
Platz, die bis zum Schluß währte. Fräulein Eva
Burger leitete den Abend mit einem hübſch
geſpro=
chenen, von Fräulein Klara Eppert verfaßten
Pro=
log ein. Die Feſtrede hielt Herr Profeſſor Pfaff. Er
gedachte in ehrenden Worten der Verdienſte des
nun=
mehr ſeit 60 Jahren verſtorbenen Meiſters
Gabelsber=
ger. Die Herren Jung und Wundenberg, ſowie
Fräulein Eichner unterhielten die Anweſenden mit
hübſchen Geſangsvorträgen. Herr Bernhard brachte
einige Violinſoli zu Gehör. Herr Mechler brachte,
recht hübſch vorgetragen, humoriſtiſche Couplets. Ein
flottgeſpieltes Theaterſtück, betitelt „Ein neuer Romeo”
hielt die Lachmuskeln der Anweſenden in ſtändiger
Bewegung. Den Mitwirkenden, Frau Schmidt, Herrn
Schäfer, Fräulein Specht, Fräulein Bertſch, Herrn
Ewald und Herrn Reh, ſowie dem Fräulein Eppert,
welche ſich um die Einſtudierung des Theaterſtücks
ver=
dient gemacht hatte, wurde gebührender Dank gezollt.
Ein flotter Ball hielt die Anweſenden noch bis zur
rühen Morgenſtunde in fröhlichſter Stimmung
beiſam=
men. Dieſem Feſte folgte am Sonntag nachmittag,
eine Nachfeier in Arheilgen im „Weißen Schwanen”,
die ebenfalls einen hübſchen Verlauf nahm.
— Verein für Verbreitung von Volksbildung. Es
iſt naheliegend, daß der Darmſtädter Verein für
Ver=
breitung von Volksbildung an dem Gedenktage einer
der volkstümlichſten und edelſten Fürſtinnen aller
Zei=
ten, der Königin Luiſe von Preußen, nicht achtlos
vorübergeht. Der Gedanke iſt um ſo ſelbſtverſtändlicher,
als dieſe hohe Frau hier in unſerem Darmſtadt, im
Schoße ihrer nahen Verwandten, der heſſiſchen
Herr=
ſcherfamilie, an der Hand ihrer Großmutter, der
Land=
gräfin Marie Luiſe Albertine, als Kind den Grund zur
Erziehung für ihren erhabenen Beruf gelegt, daß ſie
hier in unſerem Darmſtadt den Bund für das Leben
mit dem geliebten Königsſohne, dem preußiſchen
Kron=
prinzen Friedrich Wilhelm geſchloſſen hat. Wir alle
wiſſen, was die Königin Luiſe ihrem hohen Gemahl,
ihren Kindern, ihrer Familie und ihrem Lande im
ganzen Lauf ihres ſchwer geprüften Lebens geweſen
iſt. Wir wiſſen, wie ſie Kummer und Sorge zu teilen
und zu lindern wußte, bis ihr eigenes edles Herz vor
nunmehr hundert Jahren im Kummer brach. Unſer
Profeſſor Dr. Karl Bader will uns nun am
Don=
nerstag, den 10. März, im „Kaiſerſaal” das Lebensbild
der herrlichen und hohen Dulderin entrollen; dieſer
Tag iſt bekanntlich der Geburtstag der Königin Luiſe.=
Lie zu allen Veranſtaltungen des
Volksbildungsver=
eins, iſt auch zu dieſer erhebenden Gedenkfeier
jeder=
mann freundlichſt geladen.
— Vortrag. Ueber „Die im Kampfe gegen
den Mädchenhandel bisher erreichten
Er=
folge” gedenkt Herr Major a. D. Wagener, der
Schriftführer des Deutſchen National=Komitees zur
Be=
kämpfung des Mädchenhandels, am Freitag abend im
„Fürſtenſaale” auf Veranlaſſung verſchiedener
Darm=
ſtädter Frauenvereine zu ſprechen. Herr Wagener iſt
als unermüdlicher „Rufer im Streit” gegen das
namen=
loſe Elend, welches durch Ausbeutung der
Unerfahren=
heit einerſeits, der Spekulation auf leichten
Geld=
erwerb andererſeits, die nichtswürdige Gilde der
Mäd=
chenhändler über Tauſende von jungen Weſen
herauf=
beſchwört, zur Zeit wohl der Berufenſten einer, wenn
nicht der Berufenſte überhaupt, über dieſe wichtige
Kul=
turaufgabe einen Vortrag zu halten. Es werden des=
Konzerte.
Am. Die 3. Matinée der
Kammermuſick=
vereinigung der Herren Hofrat de Haan,
Hofkon=
zertmeiſters Ernſt Schmidt, Bornemann, Delp und
Andrae, die am Sonntag, den 6. März im ſtarkbeſuchten
großen Muſikvereinsſaale ſtattfand, war, wie ſeit Jahren
bei einer dieſer Matinéen üblich, ausſchließlich
Kompoſitio=
nen von Beethoven gewidmet. Das bei vollkommener
Geiſtesreife des Meiſters im Jahre 1822 verfaßte Es=dur=
Quartett, mit dem die „letzten Quartette” Beethovens
be=
ginnen, gehört zu dem Edelſten, was die Muſikliteratur
überhaupt aufweiſt, es wurde von den Herren der
Quar=
tettvereinigung mit ſchönem Ton und beſtem einheitlichen
Zuſammenwirken in einer tadelloſen Weiſe zu Gehör
ge=
bracht, die kaum einen Wunſch unerfüllt ließ. Von
beſon=
derer Schönheit iſt namentlich das etwas ſchwermütige
Adagio ma non troppo; von ungewöhnlicher Breite iſt
der dritte Satz, deſſen Ausdehnung aber dem Hörer kaum
bemerkbar wird, weil alles, was Beethoven vorbringt, von
einer ſolch hinreißenden Größe der Gedanken und ſo
ge=
waltiger Gefühlstiefe iſt, daß ſie bis zum letzten Ton feſſelt
und den andachtsvoll Lauſchenden in ihrem Banne hält
In den Allegroſätzen kommt dagegen ein kräftiger Humor
zu ſeinem Recht.
Hatte den erſten Teil der Matinée eines der
bedeut=
ſamſten Streichquartette Beethovens eingenommen, ſo
bil=
dete die zweite Abteilung das Trio (op. 97 Nr. 7) in
Bedur für Klavier, Violine und Violoncell. In
Verbin=
dung mit dem Vertreter der erſten Violine, Herrn
Hof=
konzertmeiſter Ernſt Schmidt und dem Celliſten Herrn
E. Andrae wurde es von Herrn Hofrat W. de Haan
am Ibach=Flügel tonſchön in muſtergültiger Weiſe
aus=
geführt. Seine durchdachte Behandlung des Klavierparts
verhalf dem Werk in Verbindung mit dem geſangvollen
Ton der Streichinſtrumente zu großer Wirkung. Von den
vier ungemein reizvollen und intereſſanten Sätzen ſind
unbeſtritten die anmutigſten: das neckiſche Scherzo und
das erhabene, Ruhe atmende „Andante cantabile” dem
ſich ein tanzartiges Motiv von großer Ausdehnung
an=
gliedert; ſie fanden deshalb auch beſonders günſtige
Auf=
nahme.
Beſonderer Dank gebührt den ausübenden Herren
ſo=
wohl für die Vorführung der Werke, wie auch für die
Ge=
pflogenheit, unſerem Publikum durch die Werke des bedeu=
tendſten Inſtrumentalkomponiſten eine Stunde
vollkom=
menen Genießens gewährt zu haben. Auch der vierten
Matinée wird man in kunſtliebenden Kreiſen mit Intereſſe
entgegenſehen, zumal dafür moderne Werke in Ausſicht
ſtehen.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
Opernhaus. Dienstag, 8. März: Die Zauberflöte.
Mittwoch, 9.: Die geſchiedene Frau. Donnerstag, 10.:
Lohengrin. Freitag, 11.: Undine. Samstag, 12.:
Mignon. Sonntag, 13., 3½: Die Geiſha; 7 Uhr: Zum
erſten Male: Guntram. Montag, 14.: Der fliegende
Holländer. Dienstag, 15.: Tosca. — 2. Schauſpielhaus.
Dienstag, 8. März: Des Pfarrers Tochter von
Strela=
dorf. Mittwoch, 9.: Des Pfarrers Tochter von
Strela=
dorf. Donnerstag, 10.: Die Braut von Meſſina.
Frei=
tag, 11.: Der dunkle Punkt. Samstag, 12. (Zur Feier
des 80. Geburtstages von Paul Heyſe.) Neu einſtudiert:
Hans Lange. Sonntag, 13., 3½: Buridans Eſel; 7 Uhr:
Hans Lange. Montag, 14.: Frau Warrens Gewerbe.
Dienstag, 15.: Hedda Gabler.
— Die Intendantur der Königlichen
Schauſpiele in Kaſſel erſucht uns in Anknüpfung
an unſere Notiz in Nummer 52 vom 3. ds. Mts. betr.
„Richard Wagner=Stipendienſtiftung” dieſe dahin zu
be=
richtigen, daß Herr Ernſt Heinrich Raven als Heldentenor
am dortigen Königlichen Theater nicht engagiert ſei.
— Hermann Heiberg, der vor wenigen
Tagen in Schleswig verſtorbene vielgeleſene Dichter
und Erzähler, war in den letzten Wochen vor ſeinem
Tode damit beſchäftigt, eine Sammelausgabe ſeiner
Werke zuſammenzuſtellen. Dieſe Ausgabe wird
dem=
nächſt unter dem Titel „Hermann Heibergs
Meiſter=
romane und ausgewählte Erzählungen” im Verlage
von Hermann Seemann Nachfolger, Berlin NW. 87,
erſcheinen. Hermann Heiberg gehört zu unſeren
belieb=
teſten Erzählern; leider hat dem unermüdlichen, trotz
eines hohen Alters ſchaffensfreudigen Autor nunmehr
der Tod die Feder aus der Hand genommen, und es iſt
ihm nicht mehr vergönnt geweſen, die vollſtändige
Sammelausgabe ſeiner Werke, die bis zu ſeinem 70.
Geburtstage, im November dieſes Jahres, komplett
voxliegen ſollte, zu erleben.
Kleines Feuilleton.
CK. Gläſerne Häuſer. Aus New=York wird
berichtet: In Pittsburg wird man vorausſichtlich
bin=
nen kurzer Zeit den Bau eines ſeltſamen Hauſes
ver=
folgen können, das nach der Meinung des Bauherrn
berufen ſein ſoll, die moderne Hausarchitektur
voll=
kommen zu reformieren: denn dies neue Haus wird
ganz und gar aus Glas gebaut. „In zehn Jahren,” ſo
verſichert Roder S. Peaſe, der einer der älteſten
Glas=
fabrikanten Amerikas iſt, „werden viele Leute in
Amerika gläſerne Häuſer bauen, die an Dauerhaftigkeit,
Schönheit und in hygieniſcher Beziehung die
Steinhäu=
ſer bei weitem übertreffen und zugleich viel geringere
Erhaltungskoſten verurſachen, wie die Häuſer, die jetzt
gebaut werden.
Vom Keller bis zum Dache ſoll das
Haus des Mr. Peaſe aus Glas gebaut ſein. Die
Glas=
induſtrie iſt imſtande, Glas in allen Stärken und in
allen Farbſchattierungen zu liefern; die Arbeit des
Ma=
lers und des Tapeziers wird überflüſſig, ſelbſt die
Dach=
ziegel ſind aus Glas gearbeitet und bieten gegen Hitze
einen wirkſameren Schutz, als jede andere
Dachver=
kleidung. Zugleich ſind die neuen Glashäuſer abſolut
feuerſicher, vor Feuchtigkeit gefeit. Für die Mauern
wird ſelbſtverſtändlich undurchſichtiges Glas
verwen=
det, das in jeder Farbtönung hergeſtellt werden kann.
Das Wichtigſte an dem neuen Plan aber iſt der
Um=
ſtand, daß Peaſe verſichert, daß ſein Haus ihm auf dieſe
Weiſe bedeutend weniger koſten würde, wie ein
Stein=
haus, von den Nachteilen der Steinarchitektur ganz
ab=
geſehen. Denn das Glas zu Bauzwecken kann
außer=
ordentlich billig hergeſtellt werden, und darin liegt nach
Anſicht des neuen Glasbauherrn auch die Gewähr
da=
für, daß die gläſernen Häuſer ſchnell populär werden
müſſen.
— Der Goldſchatz der Piraten. Im Süden
Spaniens, nahe an der Küſte, in der Nähe der Stadt
Colmenar, hat der Zufall zu einer intereſſanten und
koſtbaren Entdeckung geführt. In der Nähe von
Col=
menar iſt die Ruine einer alten Burg; ein Arbeiter,
der hier auf eigene Fauſt Ausgrabungen begonnen hatte
fand dabei eine Anzahl altſpaniſcher Gold= und
Silber=
münzen. Er meldete ſeinen Fund den Behörden, die
ſofort eine ſyſtematiſche Durchforſchung der Ruine
an=
ordneten. Die Fundamente der alten Burg wurden
freigelegt, und dabei ſtieß man tief unter der Erde auf
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910.
Nummer 56.
halb viele in der ſozialen Arbeit ſtehende
Menſchen=
freunde — Männer wie Frauen — den einladenden
Vereinen dankbar ſein, daß ſie den auf einer
Agita=
tionsreiſe durch Süddeutſchland begriffenen Redner
veranlaßt haben, auch in unſerer Stadt über den
gegen=
wärtigen Stand der Arbeiten zu berichten, die von
einer Reihe ſelbſtloſen Menſchen geleiſtet werden zum
Schutz vieler armen, unſchuldig=ſchuldig werdenden
Opfer. (Das nähere beſagt die Anzeige.)
— Berichtigung. Herr Pfarrer Fink ſchreibt uns:
„In Nr. 55 Ihres geſchätzten Blattes findet ſich in dem
Berichte über eine Schöffengerichtsſitzung gegen Pfarrer
Fink der Satz: Die Prozeſſion wäre auf Nachſuchen
wohl glatt genehmigt worden. Dieſer Satz iſt total
irreführend. Großh. Polizeiamt hatte den kath.
Kirchen=
vorſtand von St. Eliſabeth, reſp. deſſen Vorſitzenden,
darüber nicht im Zweiſel gelaſſen, daß die
nachzu=
ſuchende Genehmigung verſagt würde.
H. Der 71. Feldbergfeſtturntag wurde vergangenen
Sonntag in der Turnhalle des Turnvereins
Sachſen=
hauſen abgehalten. Vertreten waren fünf
Ausſchuß=
mitglieder, der zweite Kreisvertreter, der
Kreisturn=
wart und 106 Vereine aus dem Mittelrheinkreis. Aus
den ſehr umfangreichen Verhandlungen iſt zu
entneh=
men, daß am Fünfkampf beim vorjährigen
Feldberg=
turnfeſt 1100 Turner teilnahmen, davon über 900
Sie=
ger wurden. Das Feſt brachte einen Ueberſchuß von
313 Mark 54 Pfg. Der Kaſſenbeſtand iſt 916 Mark 99
Pfg. einſchließlich 250 Mark, welche die Frankfurter
Turnerſchaft zur Errichtung einer Kleiderablage für
Wetturner ſtiftete. Das diesjährige Feldbergturnfeſt
findet am 19. Juni ſtatt. Die hierzu gewählten
Wett=
übungen ſind: Stabhochſprung, Freiweithochſprung,
Steinſtoßen, 100 Meter=Lauf und eine
Pflichtfreiüb=
ung. Zum Sieg berechtigen 56 Punkte, ſtatt 54 im
Vor=
jahre. Beſchloſſen wurde, auch dieſes Jahr die Turner=
Geſangsriegen zu einem Maſſenchor zu vereinigen, zu
welchem zwei Chöre feſtgelegt wurden. Der ſeitherige
Ausſchuß wurde einſtimmig wiedergewählt. Welch
un=
geheueren Beſuches ſich die Feldbergturnfeſte erfreuen,
zeigt, daß beim vorjährigen Feſte an einem Tage über
35000 Poſtkarten vom Feldberg verſchickt wurden.
— Hoflieferant. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog hat den Herrn Wilhelm Krauſe,
Geſellſchaf=
ter und Leiter der Firma Großgärtnerei Henkel in
Darmſtadt, zum Hoflieferanten ernannt.
Ein Bild von Augnſt Noack im Gemeindehaus.
Am Sonntag abend fand in dem Gemeindehaus in der
Kiesſtraße die Uebergabe des Bildes unſeres
Darm=
ſtädter Meiſters Auguſt Noack „Auf zum Licht” ſtatt.
Wir kommen auf das Bild noch zu ſprechen.
Herr Weißbindermeiſter Gottlieb Klotz, der in
der Nacht von Samstag auf Sonntag im 70.
Lebens=
jahre einem Schlaganfall erlegen iſt, hat ſich durch
ſeine langjährige Tätigkeit auf dem Gebiete des
Reichs=
unfallverſicherungsgeſetzes ausgezeichnet. Er leitete
ſeit vielen Jahren die hieſige Sektion der Heſſen=
Naſſauiſchen Bangewerks=Berufsgenoſſenſchaft mit
gro=
ßer Umſicht.
— Städtiſche Schulzahnklinik. Im Monat Februar
wurden behandelt 569 Kinder (332 Mädchen, 237
Kna=
ben) mit 939 Konſulationen. Gefüllt wurden 474 Zähne,
ausgezogen wurden 372 Zähne (296 Milchzähne, 76
bleibende Zähne). Zahl der Tage, an denen
Sprech=
ſtunden abgehalten wurden: 24.
Im ſtädtiſchen Krankenhaus wurden im Februar
dieſes Jahres 676 Kranke verpflegt, welche insgeſamt
8810 Pflegetage hatten. Die durchſchnittliche
Tages=
belegung betrug ſomit 315 Kranke, ungefähr ſoviel als
im Februar v. J., in welchem ſie ſich auf 313 ſtellte.
* Der heutige Kammerbericht befindet ſich auf
Seite 13 dieſes Blattes.
Beſitzwechſel. Das Anweſen Heinheimerſtraße
Nr. 53, Reſtaurant zur Martinsglocke, ging durch Kauf
auf H. Lotz über.
— Hunde=Ausſtellung. Der Verein der
Hunde=
freunde von Darmſtadt und Umgebung
veranſtaltet am 17. und 18. April d. J. in den Räumen
des hieſigen Pferdemarktplatzes, unterſtützt vom
Heſſi=
ſchen Jagdklub, ſeine 3. allgemeine
Ausſtell=
ung von Hunden aller Raſſen. Dieſe Ausſtellung
ſollte ſchon im Juli vergangenen Jahres abgehalten
werden, mußte aber wegen der damaligen Hundeſperre
verſchoben werden. Alle Vorbereitungen ſind bereits
ſo=
weit getroffen, daß das Programm zuſammengeſtellt,
ge=
druckt und demnächſt zum Verſand gebracht werden kann.
Die Ausſtellung iſt vom Kartell der ſtammbuchführen=
den Spezialklubs, ſowie vom ſüdweſtdeutſchen Verband
anerkannt. Auch ſollen verſchiedene Spezialklubs ihre
Spezialausſtellung abhalten, ſo daß eine reiche
Be=
ſchickung zu erwarten ſteht. Herr Kommerzienrat G
Hickler, der 1. Vorſitzende des Heſſiſchen Jagdklubs, hat
den Ehrenvorſitz über die Ausſtellung übernommen
— Das Sonntagskonzert auf der Ludwigshöhe
fand, wie immer, vor gut beſetztem Hauſe ſtatt, was
zweifellos auf das vollwertig muſikaliſche Programm
zurückgeführt werden kann. Mit Freuden konnte
man es begrüßen, daß auch Herr Hauske bemüht iſt,
Darmſtädter Komponiſten zu gewinnen. Außer einer
Kompoſition des durch Darmſtädter Komponiſtenabende
bekannten Herrn May, war Herr Hauske mit zwei
Liedern vertreten.
— Bürgerkeller. Seit 1. März gaſtiert im Bürger=
Keller an Stelle des bisherigen Fanfaren=Korps „Lyra‟
ein neues Enſemble: „Familie Krenzig‟. Die
Zuſammenſtellung des Programms verrät gediegenen
Geſchmack; das Spiel gewinnt durch feſtes
Zuſammen=
gehen der einzelnen Inſtrumente und zeigt von
ein=
gehend geſchulter Begabung. Die Einlagen von
ein=
zelnen Soli verſchiedener Inſtrumente ſind recht zu
begrüßen. Der Wert der Darbietungen findet auch in
der zunehmenden Ruhe und Aufmerkſamkeit des
Publi=
kums ſeinen Ausdruck. Die Künſtlerfamilie wird ſich
gewiß noch viele Freunde hier erwerben.
— Olympia=Kinematograph, Ernſt Ludwigſtraße.
Auch das dieswöchige Programm verſpricht wieder
reichhaltig zu ſein. Es gelangt unter anderem zur
Vor=
führung: „Schloßherr und Zigennerin” eine Epiſode
aus dem Zigennerleben an der Riviera; „Die Roſe
von Tenderloin” ein wunderbares, ſchönes Drama;
„Die Hexenhöhle”, eine Geſchichte aus dem Innern
Mexikos; „Jährliche Feier der Schulkinder von New=
York” eine hochintereſſante Originalaufnahme. „Der
bewegliche Ofen” und „Das wildgewordene
Motor=
rad” ſind humoriſtiſche Schlager. Es ſei beſonders
be=
merkt, daß das Programm nur bis Freitag abend zur
Vorführung gelangt. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Das Kaiſerpanorama führt dieſe Woche nach
Thüringen. Das Programm bietet reiche Abwechslung
und wird durch die eingehende Beſichtigung der
Wart=
burg beſonders intereſſant geſtaltet. Mit Spannung
verfolgen wir die Reihe der inneren Räumlichkeiten,
unter denen beſonders das Lutherzimmer, das
Land=
grafenzimmer und der Bankettſaal unſer Intereſſe
be=
anſpruchen. Nach gebührender Betrachtung dieſer
ge=
weihten Stätte verweilen wir in Eiſenach und machen
von dort eine Tour durch die Drachenſchlucht ins
Anna=
tal, und werden weiter nach Friedrichroda und
Lie=
benſtein geführt.
Rw. Unfall. Sonntag nachmittag um 4 Uhr wurde
ein Mädchen aus Gadernheim, welches hier zu Beſuch
weilte, am Bahnhof von einem Wagen der elektriſchen
Straßenbahn angefahren und eine Strecke weit
ge=
ſchleift. Hierbei erlitt das Mädchen glücklicherweiſe nur
einige leichte Hautabſchürfungen an der rechten Hand.
Durch die herbeigerufene Rettungswache wurde ihm
ein Notverband angelegt.
§ Selbſtmordverſuch. Am Samstag nachmittag
gegen 1 Uhr verſuchte ein 20 Jahre alter Brotfahrer
ſich in ſelbſtmörderiſcher Abſicht die Pulsadern an
bei=
den Unterarmen zu öffnen. Nach Anlegung eines
Not=
verbandes wurde er mit dem Krankenautomobil in das
Städtiſche Krankenhaus verbracht.
§ Bewußtlos aufgefunden. Ein Unteroffizier des
Dragoner=Regiments Nr. 23 wurde in der Nacht von
Sonntag auf Montag gegen halb 5 Uhr in der
Garten=
ſtraße in bewußtloſem Zuſtande aufgefunden. Er
mußte durch die Rettungswache mittelſt Räderbahre
nach dem Militärlazarett verbracht werden.
§ Hundefang. Während des Monats Februar ſind
durch den hieſigen Polizei=Hundeaufſeher 28 Hunde
ein=
gefangen worden. Hiervon wurden 13 Hunde von ihren
Eigentümern wieder eingelöſt, zwei Hunde ſind
ver=
kauft worden und 11 Hunde mußten getötet werden.
Pfungſtadt, 7. März. Samstag nachmittag
er=
hängte ſich der hieſige Poſtmeiſter, Rechnungsrat
Kißlinger. Der Grund zur Tat dürfte in einer
länge=
ren ſchweren Krankheit zu ſuchen ſein.
*§* Hähnlein, 6. März. Der hieſige Gemeinderat hat
beſchloſſen, Hähnlein an das Gaswerk Bergſtraße
A.=G. anzuſchließen. Die Verhandlungen mit der Bremer
Firma Franke ſind bereits im Gange. Die Orte
Schwan=
heim und Fehlheim erhalten Gas von dem im Bau
begrif=
fenen Gaswerk in Lorſch.
— Auerbach, 6. März. Das letzte Konzert des
Kammermuſikvereins Auerbach in dieſem
Winter findet am Samstag ſtatt. Mitwirkende ſind:
Herr Konzertmeiſter Guſtav Havemann aus Hamburg,
Herr Konzertmeiſter Bornemann, die Herren
Hof=
muſiker Delp und Andrä; ferner die Pianiſtin Frl.
Wilhelmine Heiß und Herr Kammerſänger Weber.
*§* Auerbach, 7. März. Die Firma Groos & Ko.,
Geflügelpark, hat in Mergentheim große Ländereien
käuf=
lich erworben zur Errichtung eines Filialgeſchäftes. Leiter
desſelben wird Herr H. Groos. Herr Kaufmann Chr.
Brückmann iſt in die hieſige Firma Groos & Ko. als
Teilhaber eingetreten und hat zugleich die große Villa der
genannten Firma an der Darmſtädter Straße käuflich
er=
worben. — Die Mandelbäume haben an der
Berg=
ſtraße zu blühen begonnen. — Das früher Gottlieb
Geriſch=
ſche Gut in dem nahen Hochſtädten ging käuflich in
den Beſitz des Joh. Geriſch in Hochſtädten, des ehemaligen
Beſitzers der ſog. Oelmühle, über.
Stockſtadt a. Rh., 6. März. Im Auftrag des
Volks=
bildungsvereins und des Gewerbevereins hielt Herr
Lehrer Lotz=Offenbach heute hier einen Vortrag über
das Thema: „Was muß jeder Arbeiter und Handwerker
von der Gewerbe=Unfall=Verſicherung wiſſen?‟ Die
klaren und anſchaulichen, mit vielen Beiſpielen aus
dem praktiſchen Leben durchſetzten Ausführungen
feſ=
ſelten die Hörer durch zwei Stunden und fanden reichen
Beifall. Der Redner ſtreifte auch mehrfach den
Ent=
wurf der Reichsverſicherungsordnung und begründete
eine Reihe von Forderungen, die durch den Entwurf
zum Nachteil der Verſicherten noch nicht verwirklicht
ſind.
— Seligenſtadt, 7. März. Sein goldenes
Dok=
torjubiläum feiert am 13. März der weithin
be=
kannte Arzt, Sanitätsrat Dr. Reuß, hier.
Mainz, 7. März. Bezüglich des Studenten
Racké, der wegen der Ermordung ſeines Vaters und
dreier ſeiner Geſchwiſter zeitlebens in einer
Irren=
anſtalt interniert werden ſoll und der ſich gegenwärtig
in der Irrenanſtalt zu Alzey befindet, erfahren die
Blätter, daß dieſer einem raſchen Ende entgegengehe.
Zu dem geiſtigen Defekt des jungen Mannes ſei noch
ein ſchweres Gehirnleiden dazugekommen, das ſeine
baldige Auflöſung herbeiführen werde. — Eine
Kell=
nerin von hier beſuchte am Samstag ihren früheren
Liebhaber, einen Schneider, in Zahlbach. Während der
Unterhaltung kam die Sprache auf die neue Liebſchaft
des Schneiders, wobei die Kellnerin an ihrer
Rivalin=
kein gutes Haar ließ. In dieſem Augenblick ging die
Schranktür auf und heraus kam die neue Lie
chaft. Wie eine Furie ſtürzte ſie ſich auf die Kellr
rin, riß ſie an den Haaren zu Boden und trat auf
herum. Auch der tapfere Schneider ſoll ſeine früh=
Flamme nicht beſonders zart behandelt haben.
Kellnerin erſtattete gegen die beiden Anzeige.
Gießen, 7. März. Hauptmann a. D. Kramer,i
Konſervator des hieſigen Muſeums, iſt von der phi
ſophiſchen Fakultät der Landesnniverſität zum Ehre
doktor ernannt worden.
Mainz, 7. März. Die Tochter des ehemalig
Theaterdirektors Prümeier ſtürzte ſich aus ihrer Wi
nung auf die Straße und wurde ſchwer verletzt.
B. Bubenheim (Rheinheſſen), 6. März. Der
Jahre alte Landwirt Philipp Waller hat hier
ſeine Geliebte, die im gleichen Alter ſtehende Kle
Singer, fünf Revolverſchüſſe abgegeben, r
denen drei durch den Hals drangen. Der Täter wu
ſpäter auf dem Bahndamme aufgefunden. Er war t
Es fand ſich eine Schußwunde im Kopfe vor. T
Mädchen iſt ſchwer verletzt und dürfte kaum mit d
Leben davonkommen.
(*) Hungen, 6. März. Lebhaft begrüßt wird h
die bevorſtehende Triebwageneinrichtung
den Bahnſtrecken Hungen=Mücke und Gießen=Ge
hauſen. Als Station für die elektriſche Kraft iſt Hu
gen beſtimmt; mit der Anlage ſoll alsbald begont
werden. Auf der Strecke Hungen=Mücke ſoll der gar
Perſonenverkehr mittels elektriſcher Triebwagen
folgen. Auch die Strecke Hungen=Friedberg dür
bald folgen. Da ſich in den letzten zehn Jahren
Güter= und Perſonenverkehr verdoppelt hat und e
weitere Steigerung zu erwarten iſt, ſo ſoll noch in d
ſem Jahre eine Vergrößerung des Bahnhofsgebäu!
und der Güterhalle beginnen.
ein Verließ, das ſorgſam verſiegelt war. Nachdem man
ſich zu dem Raume Eingang verſchafft hatte, fand man
zwiſchen den Mauern zwei alte verroſtete Eiſenkiſten.
Es iſt kein Zweifel, daß es ſich um einen Schatz
han=
delt, der hier von Piraten vergangener Jahrhunderte
verſteckt worden iſt. Die Sachverſtändigen, die den
In=
halt der Truhen geprüft haben, erklären, daß es ſich
um geraubte Wertſachen handle, die von Schiffen
ſtam=
men, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine Beute
von Seeräubern wurden. Der aufgefundene Schatz
beſteht zum großen Teile aus alten ſpaniſchen und
por=
tugieſiſchen Münzen;
daneben aber finden ſich
zahl=
reiche Gold= und Silberſchmuckſtücke, koſtbare Vaſen,
Juwelen und auch Kirchengeräte. Die Auffindung des
Schatzes hat bei der Bevölkerung lebhaftes Aufſehen
erregt. Die Ausgrabungen werden von der Regierung
fortgeſetzt.
* Die Mode der großen Füße. Die kleinen
Füße, beſſer geſagt, die Schuhe, ſcheinen vorläufig
über=
wunden zu ſein. Schon vor einiger Zeit, es mögen
zwei oder drei Jahre her ſein, unternahmen es
Eng=
länderinnen, einen Kampf gegen den kleinen Schuh zu
eröffnen. Es bildeten ſich, wie das ja bei
Kampfpar=
teien nicht anders ſein kann, Vereine, die es ſich zum
Ziel geſteckt hatten, gegen die Torheit des zu kleinen
Schuhes zu Felde zu ziehen. Aber man erreichte
da=
mals wenig, weil nur eine ganz geringe Anzahl
Da=
men ſich der Bewegung anſchloß. Jetzt iſt aus dieſer
eine Mode geworden. Die Pariſerinnen haben als
Neueſtes den Schuh, den ſie bis jetzt ſchön und elegant
fanden, verbannt. Der Hacken à la Louis quinze iſt
nnmodern. Die elegante Dame trägt einen Abſatz, der
erheblich weniger hoch, aber von unten bis oben gleich
breit iſt. Der Schuh ſelbſt iſt nicht mehr ſpitz, auch
nicht mehr allzu ſchmal. Alle Farben, blau, grün, lila,
gelb und weiß, werden in den nenen Formen
ausge=
ſtellt.
* Hundert Studenten geſucht! Im
Deut=
ſchen Theater zu Berlin geht als nächſte
Klaſſikervor=
ſtellung neu einſtudiert Schillers „Braut von Meſſina”
in Szene. Anſcheinend will Direktor Reinhardt ebenſo
wie bei der Aufführung der „Räuber” durch große
Sta=
tiſtenmaſſen das Bühnenbild wieder möglichſt lebhaft
geſtalten. Am ſchwarzen Brett der Univerſität befindet
ſich nämlich ſeit zwei Tagen ein Anſchlag, durch den
„bis hundert möglichſt große und gut gebaute
Studen=
ten” für den Chor der „Braut von Meſſina” geſucht
werden.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 6. März. Wegen Gri
dung eines Berliner Studentenheims hat
Komitee an den Berliner Magiſtrat die Bitte gerichtet,
möge zur Hundertjahrfeier der Univerſität 40000 Mark
Errichtung eines ſolchen „Kaſinos” einem zu dieſe
Zwecke zu bildenden Vereine bewilligen. Das Heim
vorläufig in gemieteten Räumen untergebracht werde
Es iſt geplant, den Studenten wohlfeilen Mittagstif
Leſeräume u. a. zur Verfügung zu ſtellen. Das Heimſ.
den weiblichen Studierenden ebenſo wie den männlich
offen ſtehen, wie das auch in den ſchon beſtehenden St
dentenheimen an den Univerſitäten München, Bresla
Kiel und Königsberg geſchieht. Uebrigens gibt es
Berlin ſchon zwei ähnliche Einrichtungen, das Stude
tenheim in der Schillerſtraße in Charlottenburg, das ab
wegen ſeiner Lage im weſentlichen nur für die Studiere
den der Techniſchen Hochſchule in Betracht kommt, ur
das Heim ſtudierender Frauen (Sigmundshof). —
D=
ungetreue Oberfaktor der Reichsdruckerei, Grünentha
hatte, wie noch bekannt ſeint dürfte, viele Hunder
Tauſendmarkſcheine für ſich angefertigt, indem
die in ſeiner Verwahrung bis zum Aufdrucken der Nur
mer befindlichen fertigen Scheine mit fingierten Numme
verſah. Die ſo in den Handel gekommenen
Tauſendma=
ſcheine waren demnach durchaus „echt” und nur durch d
Anhalten der Scheine und die Kontrolle der Numme
konnten erſt nach und nach die „Grünenthaler” feſtgeſte
werden. Nachdem ſchon im vorigen Jahre für 316000 M
Tauſendmarkſcheine mit doppelten Nummern entdeckt wo
den ſind, teilt die Reichsbank mit, daß im abgelaufen
Geſchäftsjahre wiederum für 258000 Mark Tauſendma
ſcheine entdeckt worden ſind, die Grünenthal für ſich an
fertigt hatte. — Die Berliner Blätter beziffern die
Ze=
der Teilnehmer an den heutigen Wahlrechtskun
gebungen in Berlin auf mindeſtens 150000. 2
Großen Stern ſah man die Reichstagsabgeordneten Le
bour und Stadthagen, ſowie den Landtagsabgeordne:
Liebknecht. Dem Vorwärts” zufolge ſchlug ein beritter
Schutzmann mit einem Säbel gegen Stadthagen und t
ihn am Paletot, durch das Pferd des hinterher galopp
renden Schutzmanns wurde Stadthagen zu Boden
worfen. Gegen 7 Uhr abends kam es am Schleſiſch
Tor noch einmal zu einem blutigen Zuſammenſtoß zu
ſchen etwa 200 Schutzleuten zu Fuß, 30 berittenen u
Demonſtranten. Da dem Gebot des leitenden Poliz
hauptmanns, auseinanderzugehen, keine Folge geleif
wurde, zogen die Beamten blank und hieben auf
Nächſtſtehenden ein, von denen etwa 10 Kopf= und Ar
wunden erhielten. Die Wahlrechtskundgebungen in
Provinz ſind infolge der Zurückhaltung der Polizei u
der Tätigkeit der ſozialdemokratiſchen Ordner faſt ſämtl
ohne Zwiſchenfälle verlaufen.
Frankfurt, 7. März. Geſtern morgen fuhren !
Kronprinz und die Kronprinzeſſin in zwei W
gen zum Walde. Die Kronprinzeſſin ſtieg kurz vor de
Oberforſthaus aus und ging von da zu Fuß zurück b
zum Sandhof, um dann wieder zum „Frankfurter Hof
fahren. Der Kronprinz ließ ſich in den Stallungen in Ni
derrad mehrere Pferde vorführen. Eines davon, das de
Oberleutnant Graf Limburg=Stirum vom Darmſtädt
Leibdragoner=Regiment gehörte, gefiel ihm ſo gut, daß
es kaufte. Am Nachmittag fuhren dann die Herrſchaft
wieder zum Preisreiten ins Hippodrom. Geſtern aber
gegen ½9 Uhr kehrte das Kronprinzenpaar vom Hipp
drom zum Hotel „Frankfurter Hof” zurück, vor welche
ſich wieder eine zahlreiche Menſchenmenge eingefund
hatte, die die Herrſchaften lebhaft begrüßte. Gegen 9 U
ſpeiſte das Kronprinzenpaar zuſammen mit der Prinzeſ
Friedrich Karl von Heſſen und der Kronprinzeſſin v
Griechenland im Salon des Kronprinzenpaares. Geg
½11 Uhr begann der Ball im großen Feſtſaal und
hohen Herrſchaften beobachteten vom 1. Stock aus D
Leben und Treiben bei der Feſtlichkeit. Der Kronpr
begab ſich gegen 11 Uhr in den Feſtſaal, wo er ſich lebh
an der Unterhaltung beteiligte und bis kurz vor 1 U
blieb. Heute morgen fuhren die Herrſchaften geg
½11 Uhr per Auto zum Hippodrom, um kurz nach 12 1
ins Hotel zurückzukehren. Um 1 Uhr fand Frühſtückste
ſtatt, zu der ſechs Perſonen aus dem Gefolge gela?
waren. Die Abreiſe erfolgte heute mittag um 2,471
nach Berlin.
Mannheim, 7. März. Die ſtädtiſchen Kollegien 1
Friedrichshafen am Bodenſee haben Herrn 2
Karl Lanz anläßlich des 50jährigen Jubiläums
Firma Heinrich Lanz und im Hinblick auf die herv
ragenden Verdienſte für die Entwickelung der
In=
ſtrie und die Hebung des materiellen und geiſtit
Wohles der Beamten und Angeſtellten der Firma
He=
rich Lanz, ſowie in Würdigung der reichen Unterſti
ungen der Wiſſenſchaft, Handel und den Beſtrebung
um die Eroberung der Luft zum Ehrenbürg
ernannt.
München, 7. März. Die feierliche Enthüllu
der Moltke=Büſte in der Walhalla
Regensburg findet am 10. Mai ſtatt. Der Prinzreg
hat mit ſeiner Vertretung den Kriegsminiſter Fa
herrn von Horn beauftragt. Einladungen zu der Fe=
Nummer 56.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910.
Seite 5.
ſind ergangen an den Reichskanzler, an die Spitzen der
Reichs= und der bayeriſchen Staatsbehörden, das
preu=
ßiſche Kriegsminiſterium, den preußiſchen Generalſtab
und an die Mitglieder der Familie v. Moltke. Die Stadt
Regensburg plant eine große Feier für Veteranen und
Krieger.
Landshut i. Bayern, 7. März. Die „Landshuter
Zei=
tung” meldet aus Reisbach: Am Samstag ſtürzte in einer
Kiesgrube ein Teil der 10 Meter hohen Wandung
ein und tötete zwei Arbeiter. Zwei weitere Arbeiter wur
den mit Mühe gerettet.
Wien, 6. März. Die Hoffnung, im Beſinden des
Bürgermeiſters Dr. Lueger eine dauernde Beſſerung
herbeizuführen, iſt heute wieder vollſtändig
geſchwun=
den. Die urämiſchen Anfälle, die dank den
Bemühun=
gen der Aerzte eine Woche lang ausgeſetzt haben, ſind
wieder anfgetreten. Dieſer Umſtand verhindert jede
Möglichkeit einer Nahrungsaufnahme. Der Kranke iſt
zum Skelett abgemagert, der Kräfteverfall ſchreitet
immer raſcher vorwärts
Paris, 7. März. Aus Toulon wird berichtet:
Im Laufe der Unterſuchung wegen der im Arſenal
begangenen Unregelmäßigkeiten wurde feſtgeſtellt, daß
Lieferanten wiederholt mehrere Beamte beſtochen
hatten, um bei verſpäteter Lieferung keine
Konven=
tionalgeldſtrafen bezahlen zu müſſen. In den Büchern
und Pflichtheften wurde in ſolchen Fällen das Datum
der Lieferungsfriſten gefälſcht.
London, 6. Mfirz. Eine eigenartige
Kata=
ſtrophe bedroht, wie ſchon bereits gemeldet, die
Be=
wohner von Caſtlereg im County Roscommon.
In=
folge heftiger Regen in den letzten Tagen hat ſich ein
Teil eines Moores, der 2000 Aeres umfaßt, in
Cloonfellive losgeriſſen und bewegt ſich unter rieſigem
Getöſe auf die niedriger gelegenen Ortſchaften zu.
Wohnhäuſer und ganze Farmen werden vom Moor
aufgeſogen und die Einwohner, Männer, Frauen und
Kinder, müſſen um ihr nacktes Leben fliehen. Der
Diſtrikt iſt von jeher bedroht geweſen, und die
Ein=
wohner, die ein dürftiges Leben von dem Ackerlande
gewinnen, das ſie mit Mühe dem Mvore abgerungen
haben, leben während der Regenzeit in beſtändiger
Angſt. Mitten in der Nacht hörten ſie das laute
Ge=
räuſch von rauſchendem Waſſer und fanden, daß das
Moor mit großer Geſchwindigkeit auf ſie herniederkam
Ihr erſter Gedanke galt ihrem Vieh, das ſie ins Freie
trieben, und dann verſuchten ſie, ſo viel wie möglich
von ihren Haushaltungsgegenſtänden zu retten.
In=
zwiſchen hatte das Moor ſich in rieſige Oeffnungen
ge=
ſpalten, aus denen Ströme von Waſſer hervorſtürzten,
und das Moor wälzte ſich immer mehr, überſchwemmte
die Chauſſee und vernichtete Häuſer, Ställe und
Acker=
land. Glücklicherweiſe befanden ſich zwei Ingenieure
in der Nähe, die im Automobil herbeieilten, einen
Kanal graben ließen, um das Waſſer in den Fluß zu
leiten und deſſen Druck zu vermindern. Das Werk iſt
jedoch langſam und ſchwierig, und falls der Regen nicht
aufhört, wird eine weit größere Kataſtrophe befürchtet
Philadelphia, 6. März. Die Streikenden
haben ſich bereit erklärt, ſich einem Schiedsgericht zu
unterwerfen, wenn ſie vorher wieder eingeſtellt
wer=
den. Es iſt aber unwahrſcheinlich, daß die Arbeitgeber
dieſe Bedingung annehmen werden. Es geht das
Ge=
rücht, die Streikenden beabſichtigen, den Präſidenten
Taft um ſeine Vermittelung zu bitten. Bei den
geſtrigen Tumulten bewarfen Männer, Frauen und
Kinder die Straßenwagen und die Polizei mit
Stei=
nen; die Schutzleute machten von ihren Stöcken
Ge=
brauch, wobei zahlreiche Perſonen verletzt wurden.
Winnipeg, 6. März. Nach weiteren Meldungen
ſind durch die Lawine, die von dem Kamme des
Selkirkgebirges auf den Rogerspaß niedergegangen iſt,
92 Perſonen umgekommen.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Inſtrumental=Verein Darmſtadt. Das
ſeit Jahren zu einer beliebten ſtändigen Einrichtung
ge=
wordene Kirchenkonzert, das der vorgenannte
Verein im Zuſammenwirken mit dem
Kirchengeſang=
verein der Martinsgemeinde alljährlich zum Beſten des
Diakoniſſenhauſes „Eliſabethenſtift” zu veranſtalten
pflegt, findet unter der Mitwirkung des Herrn
Hof=
organiſten Hugo Römer, des Herrn Rudolf Hammann
und des Herrn Opernſänger Scheuermann Mittwoch
den 16. März, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche ſtatt
Eingeleitet mit der „Flucht nach Aegypten” bibliſche
Legende für Tenor=Solo, Chor und Orcheſter, von
Hektor Berlioz, und abſchließend mit einer
hochintereſ=
ſanten Symphonie für Orgel und Orcheſter von Alexandre
Guilmant bietet das Programm in reicher Abwechſelung
des Schönen gar viel. Zwei a capella=Vorträge des
Martinschors: „Zwei geiſtliche Lieder” von Albert
Becker dürften das Intereſſe der Hörer ebenſo erregen,
wie die Liedervorträge des Herrn Hammann, „Herr
Gott Abrahams” aus „Elias” von Mendelsſohn und
„Ich wandte mich” und „Wenn ich mit Menſchen= und
mit Engelzungen redete” von Johannes Brahms und
wie das von den Herren Schwarz, Nold und Römer
zum Vortrag kommende Largo für 2 Violinen und
Orgel von Johann Sebaſtian Bach. — Wir wünſchen
der Veranſtaltung ebenſowohl wegen ihres muſikaliſchen
Wertes, als auch wegen des damit verbundenen
wohl=
tätigen Zweckes den beſten Erfolg.
Handel und Verkehr.
* Der Bericht der Bank für Handel und
Induſtrie (Darmſtädter Bank), in
Darm=
ſtadt über das 57. Geſchäftsjahr 1909 für die am 4.
April 1910 in Darmſtadt ſtattfindende ordentliche
Ge=
neralverſammlung iſt erſchienen. In dieſem wird
einlei=
tend ausgeführt: Die Geſtaltung der für das Bankgewerbe
wichtigen Faktoren hat die Ergebniſſe unſeres Inſtituts
im verfloſſenen Geſchäftsjahre vorteilhaft beeinflußt.
Be=
ſonders lebhaft geſtaltete ſich das oft nur mit Aufbietung
aller Kräfte zu bewältigende Effekten=Kommiſſionsgeſchäft.
Aus dem eigenen Effektenbeſitz konnten wir größere Poſten
mit Nutzen abſtoßen; auch gelang die befriedigende
Ab=
wickelung älterer wie neuerer Konſortialgeſchäfte, bei deren
Bilanzziffer zu berückſichtigen bleibt, daß darin unſere
Be=
teiligung an den vorjährigen 3½prozentigen Anleihen des
Reiches und Preußens enthalten iſt. Die Umſätze haben
ſich weiter erheblich vermehrt und erreichten den Betrag
von rund 40 Milliarden Mark auf einer Seite des
Haupt=
buches. Die Liquidität der Bilanz iſt im Vergleich zu
der=
jenigen des Vorjahres geſtiegen. Das um rund 1½
Mil=
lionen Mark beſſere Erträgnis des Gewinn= und
Verluſt=
kontos rührt im weſentlichen aus den erhöhten Einnahmen
an Proviſionen ſowie aus dem Konſortial= und
Effekten=
geſchäft her. Aus dem größeren Gewinn iſt vorweg eine
im Vergleich zum Vorjahr um 500000 Mark höhere
Do=
tierung der „Beſonderen Reſerve” mit 1250000 Mark und
mit Rückſicht auf die Vorſchriften des inzwiſchen in Kraft
getretenen Talonſteuergeſetzs eine Rückſtellung von 1
Zehn=
tel der alle 10 Jahre zu entrichtenden Abgabe vorgeſehen.
Die Steigerung der Unkoſten iſt hauptſächlich durch die
größeren Ausgaben für das Perſonal verurſacht, deſſen
Zahl infolge des ſtark gewachſenen Geſchäftsumfanges
und der Vermehrung der Geſchäftsſtellen nicht
unbeträcht=
lich erhöht werden mußte und am Jahresſchluß 2080
be=
trug. Für die zeitweiſe an den großen Börſenplätzen
ge=
leiſtete erhebliche Mehrarbeit iſt eine außerordentliche
Zu=
wendung gewährt worden. Die Niederlaſſungen der Bank
ſind um eine in Mannheim unter Uebernahme der Firma
Wingenroth, Soherr u. Co., an der wir bereits
komman=
ditiſtiſch beteiligt waren, errichtete Filiale vermehrt,
dage=
gen iſt die Depoſitenkaſſe in Lahr mit dem Jahresſchluß
aufgegeben worden. Die Zahl der Berliner
Depoſiten=
kaſſen iſt um 4 auf 25 geſtiegen; ferner eröffneten wir in
Darmſtadt eine, in Leipzig drei neue Depoſitenkaſſen. Für
die Filiale Leipzig, die in unzureichenden Mietsräumen
untergebracht war, iſt ein am Alten Markt belegenes
eige=
nes Geſchäftshaus errichtet worden. Um rechtzeitig für
eine in Berlin etwa notwendig werdende Erweiterung der
Räumlichkeiten Vorſorge zu treffen, haben wir uns durch
Verträge mit den Eigentümern die an unſer Bankgebäude
angrenzenden Grundſtücke am Schinkelplatz, am
Werder=
ſchen Markt und in der Niederlagſtraße geſichert. Wir
ſchlagen der Generalverſammlung die Verteilung
einer Dividende von 6½ Prozent (im Vorjahre 6
Prozent) vor, wobei ſich folgende Rechnung ergibt:
Der Bruttogewinn beläuft ſich (einſchließlich des
Vor=
trages von 441079,35 Mark aus dem Jahre 1908) auf
22 201 722,67 Mark, davon ab a) Handlungsunkoſten (
ein=
ſchließlich der Tantiéme an den Vorſtand und die Ober
beamten) 6918750,03 Mark, b) Steuern 1 103 967,33 Mark
e) Zuwendungen an die Beamten, deren Penſionsfonds
ſowie für wohltätige Zwecke 1 532 255,55 Mark, d)
Ab=
ſchreibungen auf Immobilien und Mobilien 513003,51
Mark, e) Einlage in die „Beſondere Reſerve” 1 250000
Mark, k) Rückſtellung für die Talonſteuer 160000 Mark
zuſammen 11 477976,42 Mark, bleiben 10 723 746,25 Mark,
davon ſind zu zahlen die ſtatutenmäßigen Tantiémen für
den Aufſichtsrat (7 Prozent der 3850000 Mark
betragen=
den Superdividende) 269500 Mark, verbleibt ein
Ueber=
ſchuß von 10 454 246,25 Mark, aus welchem die beantragte
Dividende von 6½ Prozent zu entnehmen iſt mit 10010000
Mark, während der Reſt von 444246,25 Mark auf neue
Rechnung übergeht. Es würden ſonach 65 Mark auf die
Aktien von 1000 Mark und 27,85 auf die Aktien von fl. 250
zur Verteilung kommen.
Weiter heißt es in dem Bericht: Wir bringen ſodann
weiter der Generalverſammlung in Vorſchlag, das
Grund=
kapital unſerer Bank durch Schaffung von 6000 Stück
neuen Aktien à 1000 Mark auf den Betrag von 160000000
Mark zum Zweck des Erwerbs der Bayeriſchen Bank für
Handel und Induſtrie zu erhöhen. Dieſem Inſtitut, das
im Jahre 1905 aus einer Verſchmelzung der Bayeriſchen
Bank und der Münchener Firma Gutleben u. Weidert
her=
vorgegangen iſt, und an dem wir mit einem erheblichen
Aktienbeſitz beteiligt ſind, haben wir bisher die Pflege und
Erweiterung unſerer bayeriſchen Intereſſen anvertraut.
Die gemachten Erfahrungen haben ergeben, daß dieſes Ziel
einfacher und zweckmäßiger durch eigene Niederlaſſungen
unſeres Inſtituts in Bayern erreicht werden kann. Im
Verwaltungsintereſſe erachten wir es deshalb für richtig,
die Bayeriſche Bank für Handel und Induſtrie nunmehr
gänzlich in uns aufzunehmen.
Der Aufſichtsrat ſchließt ſich den Vorſchlägen der
Di=
rektion an.
— Dem ſoeben erſchienenen Geſchäftsbericht
der Heſſiſchen Landes=Hypothekenbank
in Darmſtadt für das Jahr 1909 entnehmen wir
folgendes: Der Geſamtbeſtand an unkündbaren
Tilg=
ungsdarlehen iſt auf 8612 Darlehen im Betrage von
etwas über 119021500 Mark geſtiegen. Die
Vermehr=
ung der Darlehen beträgt hiernach rund 13 133 300 Mark.
Sie entfällt, auf 1257 einzelne Poſten verteilt, mit über
9626 300 Mark auf Hypothekdarlehen und mit rund
3 507000 Mark auf Kommunal=Darlehen. Der Umlauf
an Pfandbriefen und Kommunal=Obligationen hat ſich
von 103 959600 Mark auf 116 728700 Mark erhöht. Aus
dem Reingewinn des abgelaufenen Geſchäftsjahres ſoll
nach ausreichender Dotierung der Reſerven eine
Divi=
dende von 3½ Prozent auf das Aktienkapital von
9 Millionen Mark verteilt werden.
Wie in den Vorjahren waren die
Darlehensbeding=
ungen auf die Ausgabe 4prozentiger Obligationen
baſiert. Der Darlehenszinsfuß betrug für Hypotheken
4¼ Prozent, für Kommunal=Darlehen nach Wahl der
Anleiher entweder 4,20 Prozent dauernd oder 4¼
Pro=
zent in den erſten 10 Jahren, alsdann 4½ Prozent
Ihren Schuldnern gab die Bank die urkundliche
Zu=
ſicherung, im Falle einer Konverſion ihrer 4prozentigen
Schuldverſchreibungen eine angemeſſene Herabſetzung
des Darlehenszinsfußes, bei Gemeinden eine ſolche um
½ Prozent, eintreten zu laſſen, unter Verzicht auf die
Möglichkeit, den Zinsfuß ſpäter jemals wieder zu
er=
höhen. Die neben den Zinſen als einmalige Leiſtung
der Anleiher zu entrichtenden Geldbeſchaffungskoſten
betrugen im Jahre 1909 durchſchnittlich 0,80 Prozent für
Hypotheken und 0,79 Prozent für Kommunal=Darlehen.
Bei Hypothek=Darlehen wurden die
Geldbeſchaffungs=
koſten vielfach in der Weiſe geſtundet, daß ſie während
der Dauer einiger Jahre durch Zuſchläge zu den Zinſen
an Stelle der Tilgungsbeiträge zu erſtatten ſind. Andere
als Tilgungs=Darlehen hat die Bank auch im
Berichts=
jahre nicht gewährt. Die Höhe der Tilgung darf bei
Hypothek=Darlehen nicht unter ½ Prozent, bei
Kommu=
nal=Darlehen nicht unter 1 Prozent betragen.
Daß die Tätigkeit der Bank gerade den weniger
begüterten Kreiſen in beſonderem Maße zugute kam,
laſſen die Angaben des Geſchäftsberichts über die
Stücke=
lung der Darlehen und über Stand und Gewerbe der
Anleiher erkennen. Ueber die Hälfte aller Hypothek=
Darlehen kommt auf Beträge bis zu 5000 Mark, über
¾4 auf ſolche bis zu 10000 Mark. Auf Handwerker und
ſonſtige Gewerbetreibende, ſowie auf Arbeiter entfallen
mehr als die Hälfte, auf Landwirte über ½ aller
Dar=
lehen. Etwa 594000 Mark der Hypothek=Darlehen fan
den zur Errichtung und etwa 25600 Mark zur
Erneuer=
ung und Ausbeſſerung von Kleinwohnungen
Verwend=
ung. Die Kommunal=Darlehen dienten außer zu
an=
deren Zwecken namentlich zur Erbauung von
Schul=
häuſern, Eiſenbahnen, Straßen, Waſſerleitungen, ſowie
zur Errichtung von Beleuchtungsanlagen.
Als Geldausgleichungsſtelle konnte die Bank den
heſſiſchen öffentlichen Sparkaſſen auch im Jahre 1909
Dienſte leiſten. Der Umſatz belief ſich im Eingang auf
über 11320000 Mark und im Ausgang auf nahezu
11315000 Mark.
Sport.
„Darmſtädter Sport=Klub 1905‟ Von
den am vergangenen Sonntag ausgefochtenen
Wett=
ſpielen des D. S.-K. 05 gewann die dritte Mannſchaft
gegen die zweite Mannſchaft des F.K. „Olympia‟=Ar=
heilgen in Arheilgen überlegen mit 12:1 Toren, während
die vierte Mannſchaft, nur mit 10 Mann ſpielend, gegen
die gleiche des F.=K. „Alemannia”=Worms in Worms
ebenfalls mit 2: 1 Toren ſiegte.
Am Sonntag ſtand die erſte Mannſchaft des F.-K.
Germania‟=Darmſtadt der gleichen Mannſchaft des
K.-S.-V. „Viktoria‟=Eckenheim bei Frankfurt a. M. auf
dem hieſigen Exerzierplatz gegenüber. Das Spiel endigte
zu Gunſten Darmſtadts mit 5:2 Toren.
* Preisreiten im Hippodrom zu
Frank=
furt am 6. März. Mit dem Kronprinzenpaar
erſchienen dieſelben Fürſtlichkeiten wie am erſten Tage.
Maiden=Springkonkurrenz. Klaſſe A: (38
Pferde): 1. Des Kronprinzen Herero (Oberleutnant
v. Mitzlaff (3. Garde=Ulanen), 2. Leutnant Frhrn. von
Perfalls (1. Schw. Reit.) Cſarda (Beſ.), 3. Leutnant
Ammons (8. Chev.) Gentleman (Beſ.), 4. Leutnant Lotz”
(15. Dragoner) Fuchs (Beſ.), 5. des Kronprinzen Teja
(Leutn. Graf Holck, 3. Garde=Ulanen), 6. Oberleutn.
v. Günthers (6. Ulanen) Bob (Beſ.), 7. Oberleutn.
Bo=
longaro=Crevennas (7. Dragoner) Diagonale (Beſ.)
8. Ritmeiſter Lucius' (11. Huſaren) Rubin (Oberleutn.
v. Felbert), 9. Leutn. Bürkners (47. Feldartillerie=Regt.)
Giuliana (Beſ.), 10. Oberleutn. Waydelins (2. bayr.
Ulanen) Fair light (Beſ.).
Unteroffizier=
Reitkonkurrenz. Abteilung B: Kavallerie (21.
Regimenter vertreten): 1. Küraſſier=Regiment Graf
Geßler Nr. 8; 2. Dragoner=Regiment König (2. Württ.)
Nr. 26; 3. Ulanen=Regiment Großherzog Friedrich von
Baden (Rheiniſches) Nr. 7; 4. 2. Ulanen=Regiment
König; 5. 1. bad. Leib=Dragoner=Regiment. Nr. 20;
6. Küraſſier=Regiment Nr. 8; 7. Magdeburg. Dragoner=
Regiment Nr. 6; 8. Jäger zu Pferde Nr. 3; 9. Jäger
zu Pferde Nr. 3; 10. Thür. Ulanen=Regiment Nr. 6;
11. Huſaren=Regiment König Wilhelm I. (1. Rheiniſches)
Nr. 7. — Damen=Springkonkurrenz. Kl. A.
(18 Pferde): 1. Oberleutn. von Günthers (6. Ulanen)
Bob (Frau v. Günther), 2. Leutn. Straubs (8. Chev.)
Bukova (Frl. Müller=Benecke), 3. Oberleutn. v.
Fel=
berts (11. Huſaren) Odin (Frau v. Felbert), 4. Oberlt.
Waydelins (2. bayr. Ulanen) Fair light (Frau Marg.
Waydelin), 5. Major Seifferts (Reitſch. Paderborn)
Country girl (Fran Seiffert). —
Armee=
Reit=
konkurrenz: Ehrenpreis des Kronprinzen (15
Pferde): 1. Leutn. v. Platens (2. Kür.) Vetran (Beſ.),
2. Oberleutn. F. v. d. Lippes (13. Huſaren) Dietrich von
Bern (Beſ.), 3. Oberleutn. von Tannſteins (8. Chev.)
Heros (Beſ.), 4. Oberleutn. v. Deckens (10. Feldartill.)
Königsſohn (Beſ.), 5. Oberleutn. Waydelins (2. bay.
Ulanen) Cornelius (Beſ.). — Schwere
Spring=
konkurrenz. Klaſſe B (54 Pferde): 1. Leutn. Ahlers
(13. Huſaren) Cark Petrel (Leutn. Graf Holck), 2. Otto
Kochs Nevermind (Beſ.), 3. Leutn. Graf Schaesbergs
(5. Ulanen) Lump (Beſ.), 4. v. Beckers Tantieme (Beſ.),
5. Rittmeiſter Frhrn. v. Lepels (8. Chev.) Kantippe
(Leutn. Gipſer), 6. Otto Kochs Kilmore (P. Heil), 7. des
Kronprinzen Teja (Leutn. Graf Holck), 8. Ludwig
Gans’ Snowball (Leutn. von Steuben, 13. Ulanen), 9.
Oberleutn. v. Günthers (6. Ulanen) Qual (Beſ.), 10.
Leutn. Frhrn. v. Perfalls (1. Schw. Reit.) Cſarda (Beſ.),
11. Leutn. Hofmanns (63. Feldartill.) Nollendorf (Beſ.)
12. Leutn. Frhrn. v. Lersners (1. Garde=Dragoner)
Stella (Beſ.). — Reiter=Konkurrenz (12 Pferde):
1. Oberleutn. Frhrn. v. Schaezlers (15. Huſaren)
Sa=
lome (Beſ.), 2. Oberleutn. A. v. d. Lippes (13. Huſaren)
Le Connétable III (Beſ.), 3. Ritmeiſter Heſſerts (
Equi=
tation) Vielleicht (Beſ.), 4. Oberleutn. Scheibleins (3,
Chev.) Hannele (Beſ.).
Landwirtſchaftliches.
Saatgutmarkt.
Gelegentlich des am
Donnerstag, den 10. März in Butzbach
ſtatt=
findenden Faſelmarktes findet in der Zeit von 9—3 Uhr
im „Goldenen Löwen” und am Samstag, den
12. März gelegentlich des Faſel= und Zuchtviehmarktes
in Reinheim von 9—1 Uhr im Lokal des Georg
Bux=
mann Zum Schwanen” ein Saatgutmarkt der
Landwirtſchaftskammer ſtatt. Auf demſelben ſind Proben
von Getreide= und Kartoffel=Saatgut aus den
Saatbau=
ſtellen der Landwirtſchaftskammer ausgeſtellt und iſt
den Landwirten hierbei Gelegenheit geboten, Beſtellungen
auf dieſes Saatgut aufzugeben.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des
21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
ZurRichtigſtellung.
In Nummer 54 des „Darmſtädter Tagblatt” erläßt
der Bezirksverein Darmſtadt des Verbandes Deutſcher
Diplom=Ingenieure an die Eltern der diesjährigen
Abiturienten die Warnung, ihre Söhne auf die
Tech=
niſchen Hochſchulen zu ſchicken, da in den letzten Jahren
ein enormer Zuwachs der Studierenden dieſer
Hoch=
ſchulen ſich eingeſtellt habe. Zum Vergleich werden
dann die Zahlen der Studierenden der Univerſitäten
herangezogen, wobei ſich zeigt, daß die Juriſten
eben=
falls ſtark zugenommen, die Theologen und Mediziner
dagegen ſtark abgenommen haben. Alſo eine
Auffor=
derung für den fürſorglichen Vater, ſeinen Sohn
Theo=
logie oder Medizin ſtudieren zu laſſen! — Leider täuſcht
auch dieſe Ausſicht, wenigſtens für die Medizin. Der
betreffende Aufſatz berückſichtigt nämlich nur die Zahlen
von den Jahren 1891 und 1906, während den
dies=
jährigen Abiturienten aber nur die entſprechenden
Zahlen von 1910 intereſſieren können, ſoweit er ſich
dadurch in ſeiner Berufswahl etwa beeinfluſſen laſſen
will. Während nun die Zahl der Medizin
Studieren=
den
zu Anfang des Jahres 1906 rund 6100 betrug,
beträgt ſie
zu Anfang des Jahres 1910 rund 10300,
ſie zeigt alſo in den letzten vier Jahren eine Steigerung
von rund 70 Prozent, während die Bevölkerung des
Deutſchen Reiches in demſelben Zeitraum nur um rund
6 Prozent geſtiegen iſt. Ein weiterer Kommentar iſt
überflüſſig.
Dr. K. K.
Bei der letzten Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung am 3. d. M. waren etwa 60
Metzger=
meiſter im Zuhörerraum erſchienen, wohl in der
Abſicht, ihrer Eingabe gegen eine Erhöhung der
Schlachtgebühren, die zur Verhandlung kam, mehr
Nachdruck zu verleihen. Sie gaben denn auch
einige=
mal Beifalls= oder Mißfallenszeichen, was bekanntlich
verboten iſt und auch von dem Vorſitzenden, Herrn
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing, gerügt wurde. Zählt
man zu obiger Zahl die 6 Mitglieder der
Bürger=
meiſterei, die 42 Stadtverordneten, die 6 Journaliſten
und den Ratsdiener, ſo ergibt dies, abgeſehen von noch
einigen anderen Zuhörern, ſchon die Anweſenheit von
115 Männern in einem ſo kleinen Saale, der mit
50 ſchon als vollbeſetzt gelten muß.
Die Luft war denn auch ſchon nach einer Stunde
ſo ſchlecht, daß ein Stadtverordneter bat, alle Fenſten
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910.
Nummer 56.
einige Minuten zu öffnen, was anch mit Erfolg=
ge=
ſchehen iſt.
Es hat ſich alſo wieder einmal eklatant gezeißt,
daß der bei ſeiner Erbanung vor nahe 300
Jah=
ren wohl große Ratsſaal für den Schülzen und 12
Gemeinderäte damals vollgenügend Raum bot, daß
aber den Vertretern der Stadt, der Provinz und des
Kreiſes, ſowie den an jedem Montag dort tagenden
Armenpflegern jetzt nicht mehr zugemutet werden
kann, zum Schaden ihrer Geſundheit 2—5 Stunden in
drängender Enge und ſchlechteſter Luft zu verleben und
daß trotz aller Geldknappheit und ſchlechter Zeit der
Neuban eines geräumigen, wenn auch
nicht prächtigen und ſehr koſtſpieligen
Rathauſes für die Stadt Darmſtadt nicht
länger hinausgeſchoben werden kann.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 7. März. Zunächſt ſteht auf der
Tages=
ordnung die erſte Leſung des
zwiſchen dem Deutſchen Reiche,
Italien und der Schweiz abgeſchloſſenen
nenen= Vertrages
vom 13. Oktober 1909, betreffend die Gotthardbahn nebſt
Schlußprotokoll.
Staatsſekretär v. Schben: Ich
empfehle den vorliegenden Vertrag zur Annahme; er
iſt in der Schweiz nicht günſtig anfgenommen worden,
weil er angeblich die Schweiz zugunſten Deutſchlanes
und Italiens übervorteilt. Gegenüber dieſen
Uerer=
treibungen iſt zu bemerken, daß wir uns bei dieſen
Verhandlungen von dem Geiſte der Freundſchaft und
Bereitwilligkeit haben leiten laſſen, der ſeinerzeit auch
bei dem Abſchluß des alten Vertrages durch den
Für=
ſten Bismarck obgewaltet hat. In dem neuen
Ver=
trage ſind auch unſere Intereſſen durchaus befriedigend
gewahrt worden. Die Meiſtbegünſtigung im
deutſch=
italieniſchen Handelsvertrage bringt uns Vorteile.
Ebenſo kann aber anch wohl die Schweiz vollauf
befrie=
digt ſein, denn dieſes überaus wertvolle
Gotthard=
unternehmen wurde ſeinerzeit von deutſchem Kapital
ins Leben gerufen und bedeutet ein großartiges
Ge=
ſchenk an die Schweiz. Auch die jetzt abſtehenden Kreiſe
in der Schweiz dürften ſich bald überzeugen, daß der
Vertrag einen gerechten Ausgleich der Intereſſen
be=
deutet, und ich bitte Sie, dem Vertrage Ihre
Zu=
ſtimmung zu erteilen. — Präſident des
Reichseiſen=
bahnamtes Wackerzapp: Der Vertrag iſt ein billiger
und für alle Teile gleich günſtiger Ausgleich der
ver=
ſchiedenen Intereſſen. Er legt einerſeits der Schweiz
nicht erhebliche Verpflichtungen auf, die für
Deutſch=
land entſprechende Vorteile bringen, andererſeits aber
ſind dieſe Vorteile als ein Aeqnivalent anzuſehen für
die wertvollen Rechte, die die Schweiz erhält. Wir
tauſchen dafür die Meiſtbegünſtigung mit dem
deutſch=
italieniſchen Handelsverkehr ein, die uns bei einer
weiteren Steigerung des Verkehrs große Vorteile
ver=
ſpricht. Schließlich ſind noch in vielen Einzelheiten
Abmachungen erzielt worden, die den Vertrag ebenfalls
empfehlen können. — Abg. Fürſt v. Hatzfeldt (Rpt.):
Ich möchte den Staatsſekretär bitten, dafür Sorge zu
tragen, daß die deutſchen Aktionäre bei der
bevorſtehen=
den Verſtaatlichung eine angemeſſene Entſchädigung
erhalten.
Abg. Dove (fortſchr. Vpt.): Der Wunſch
des Vorredners wird ſich im Rahmen dieſer Vorlage
und auch ſonſt ſchwer erfüllen laſſen. Die Intereſſen
der deutſchen Aktionäre ſind ſelbſtverſtändlich zu ſchützen,
die übrigen Aktionäre dürften ſich aber nicht darauf
verlaſſen, daß auch ihre Intereſſen von den Organen
unſerer Regierung weiter wahrgenommen werden.
Staatsſekretär Frhr. v. Schoen: Bei der
Vorberei=
tung des Vertrages hat das Auswärtige Amt ſorgſam
darauf geachtet, daß hier die deutſchen Intereſſen nicht
vernachläſſigt werden. Die Verhandlungen berechtigen
zu der Erwartung, daß die deutſchen Aktionäre nicht
zu Schaden kommen; ſelbſtverſtändlich verfolgen wir
die Angelegenheit auch fernerhin aufmerkſam. — Nach
weiteren Bemerkungen der Abgg. Scheidemann
(Soz.) und Schwabach (natl.), dem Vertrage die
Zu=
ſtimmung zu geben, ſchließt die erſte Leſung. In
zweiter Leſung wird der Vertrag ohne Debatte
ange=
nommen.
Es folgt die Fortſetzung der
zweiten Beratung des Marineetats.
Abg. Dr. Struve (fortſchr. Vpt.): Die Erklärung
des Reichskanzlers über die Flottenpolitik, die
ledig=
lich dem freundlichen Wettbewerb unter den Nationen
dient, begrüßen wir mit Freuden. In den Etat muß
Klarheit gebracht werden. In Handwerkerkreiſen
klagt man vielfach über Ausfälle, welche die
Einſchrän=
kung des Tragens von Extranniformen verurſacht. Der
Redner bringt dann noch Wünſche der Deckoffiziere und
der Werftoffiziere vor. — Staatsſekretär v. Tirpitz:
Der Frage der Badegelegenheit für die Werftarbeiter
wird nach Möglichkeit nachgegangen. Daß die
Beklei=
dungsämter bei der Lieferung von Extrazeug den
Schneidermeiſtern vielfach vorgezogen werden, liegt
daran, daß erſtere weit billiger liefern können, und
dann daran, daß viele durch zu große Kreditgewährung
an Unteroffiziere vielfach in Schulden geraten ſind.
Das Grüßen der Vorgeſetzten iſt nun einmal
Vor=
ſchrift. Hinſichtlich des Zulageweſens habe ich eine
Denkſchrift zugeſagt; die Mißſtände ſind aber wohl nicht
ſo groß. Abg. Gamp (Reichspt.): Man hat hier
Einzelheiten vorgebracht, die man beſſer in der
Kom=
miſſion erörtert hätte. — Die Panzerplattenlieferungen
können ſich durch das Verhalten von dem Grafen von
Oppersdorf noch ungünſtiger geſtalten. Den Firmen
Krupp und Dillingen iſt es gelungen, unſere
Panzer=
plattenfabrikation durch neue Erfindungen ſehr weit
vorwärts zu bringen, ſo daß ſie in derſelben den erſten
Rang einnehmen. Findet ſich eine andere Firma, die
das gleiche Material liefert, dann wird ſie ebenfalls
berückſichtigt werden. Graf von Oppersdorf hat, eine
Verbilligung der Platten, die ſchon faſt erreicht war,
unmöglich gemacht. (Hört, hört!) Ein eigenes Werk
einzurichten, wäre unpraktiſch, da durch eine einzige
Erfindung das ganze Werk unbrauchbar gemacht würde.
Die Herren in den höheren Verwaltungsſtellen müſſen
keineswegs unbedingt über eine akademiſche Bildung
verfügen; aber wer weiß, ob ſie ſo praktiſch ſind, als
die Herren aus der ſubalternen Karriere. In erſter
Linie müſſen wir eine ſtarke Schlachtenflotte ausbauen,
und erſt dann kommt der Küſtenſchutz in Frage. Die
Abſtriche in der Kommiſſion ſind einſtimmig beſchloſſen
worden, mit Ausnahme der Meßgelder, die man aus
Gerechtigkeit gegen die Offiziere wieder herſtellen ſoll.
Die Einführung der getrennten Arbeitszeit für die
Werſtbeamten halte ich für eine ſehr vernünftige
An=
ordnung. — Staatsſekretär v. Tirpitz: Ich bin für
die heutige lvyale Kritik aufrichtig dankbar. Wir
be=
ſtreben uns, die leiſtungsfähigen Leute an die richtigen
höheren Stellen zu bringen. Die Küſtenverteidigung
an ſich trägt nicht dazu bei, den Frieden zu erhalten,
aber ſie iſt doch nicht vernachläſſigt worden, wie
manch=
mal behauptet worden iſt. Unſere Kriegsſchiffe ſind
nicht für Menſchen, ſondern für Waffen gemacht, =und
infolgedeſſen fehlen ſelbſtverſtändlich manche
Einrich=
tungen, die eine ſparſame Wirtſchaft ermöglichen
wür=
den, namentlich, weun, wie viele unſerer Schiffe,
die=
ſelben lange Zeit im Auslande ſind. Neuerdings
blei=
ben die Schiffe ja auch den ganzen Winter hindurch in
Dienſt. Die Seeoffiziere werden raſch verbrancht; ſie
haben kein normales Leben. — Abg. Baſſermann
(natl.): Sparſamkeit erſcheint aber auch uns nötig,
wenn wir die urſprüngliche Poſition der Meßgelder
wieder herſtellen. Es iſt ein Verdienſt des
Staats=
ſekretärs, daß wir jetzt ein feſtes Flottenbauprogramm
haben; das hat auch unſer Anſehen im Auslände
ge=
hoben. Im engliſchen Wahlkampfe hat ſich die deutſche
Preſſe durchaus würdig und ruhig gezeigt. Die
Stei=
gerung des Deplacements beim Bau von Dreadnonghts
geht von England aus und zwang die anderen
Nationen, ihm zu folgen. Der ſpringende Punkt iſt,
daß nach Vollendung des Flottenprogramms keine
neuen Vermehrungen kommen ſollen, und das wird
auch im Auslande anerkannt.
Abg. Ledebour (Soz.): Die dürftigen Aeußerungen
des Reichskanzlers haben den Abg. Baſſermann auf den
Plan gerufen. Die Rede des Reichskanzlers ſagte über
das Wichtigſte, die Abrüſtung, gar nichts. Die Engländer
leſen nur das heraus, was nicht drinſteht. Das Ausland
hat mit Recht Mißtrauen gegen die deutſche Politik. Die
Erklärungen des Staatsſekretärs, übrigens auch der
an=
deren Vertreter der Regierung, glauben wir nicht. Dieſen
Staatsmännern können wir nicht glauben, und darum
vermutet auch das Ausland Hintergedanken. So
diskre=
ditiert die Regierung Deutſchland im Auslande. (
Vize=
präſident Erbprinz zu Hohenlohe: Derartiges ſoll man
von einer deutſchen Regierung nicht ſagen.) Das Anſehen
der deutſchen Regierung iſt unter den Gefrierpunkt
geſun=
ken. Wir werden dieſe Leute bekämpfen, die nicht fähig
ſind, Deutſchlands Anſehen im Ausland zu wahren und
ein großes kulturelles Volk zu führen. (Lachen rechts und
Lärm.) Wenn Sie (der Redner wendet ſich nach rechts)
uns dabei im Stich laſſen, werden wir den Kampf allein
führen. Wir werden gegen dieſe abſolut unfähige
Regie=
rung (Großer Lärm) ihn zu einem glücklichen Ende führen.
(Beifall bei den Sozialdemokraten.)
Staatsſekretär v. Tirpitz: Der Abg. Richter, der
von meiner Hinterhaltigkeit und Mangel an
Offenherzig=
keit geſprochen hatte, hat dieſe Vorwürfe ſpäter vollſtändig
zurückgenommen. Derſelbe Vorwurf, den der Abg.
Lede=
bour gegen mich erhoben hat, iſt nicht berechtigt und ich
weiſe ihn ausdrücklich zurück. (Lebhafter Beifall rechts.)
— Abg. v. Oertzen (Reichsp.): Die ganze Elaſtizität
Ledebours gehörte dazu, um ſeine Ausführungen mit dem
Marineetat in Zuſammenhang zu bringen. Wir ſind keine
Jingos und Chauviniſten, denn wir bewilligen die Flotte
nicht für andere Zwecke. Die Aufſtellung des Etats halte
ich für unklar. Es iſt nicht richtig, wenn Parlamentarier
von einzelnen Beamten Auskünfte einziehen, die doch
ein=
ſeitig ſein müſſen. Schließlich würde das die Disziplin
tören. Um das feſtzuſtellen, habe ich mich zum Wort
ge=
meldet. (Bravo!). — Abg. Herzog (Wirtſch. Vgg.):
Die Erklärungen des Reichskanzlers haben in weiten
Krei=
ſen befriedigt. Es muß den Angeſtellten freiſtehen, ſich
in gewiſſen Grenzen mit Abgeordneten in Verbindung zu
ſetzen. Krupps Panzerplatten haben ſich nach jeder
Rich=
tung hin bewährt. — Abg. Werner (Reformp.): Wir
brauchen eine Flotte zum Schutz von Handel und
In=
düſtrie. Die Leitung des Reichsmarineamts verdient alle
Anerkennung. Wir wollen Sparſamkeit, nicht aber zum
Schaden der Fortentwicklung unſerer Flotte.
Abg.
Graf Oppersdorff (Ztr.): Von einer Abrüſtung iſt
keine Rede, wir wollen nur eine Verſtändigung für die
Zeit, wo das feſte Flottenprogramm, an dem niemand
rüt=
teln will, erledigt ſein wird. Der Staatsſekretär hat
be=
hauptet, keinen Einfluß auf die Schiffsbauprofeſſuren zu
haben. Zwei Dozenten in Charlottenburg traten als aktive
Offiziere in den Lehrkörper ein; die beiden Danziger
Do=
zenten ſind noch Marinebeamte und dabei kann der
Staats=
ſekretär die Herren täglich vom Lehrauftrag entbinden,
während der Kultusminiſter an eine halbjährige
Kündi=
gung gebunden iſt. Da dürfte doch wohl eine
Abhängig=
keit beſtehen. Ueber die Schaffung einer Konkurrenz gegen
Krupp hat im vorigen Jahre der Staatsſekretär ſelber
er=
klärt, es ſei wünſchenswert, wenn wir eine Konkurrenz zu
ſchaffen imſtande wären.
Nach weiterer kurzer Debatte, an der ſich die
Abgeord=
neten Dr. Leonhart, Staatsſekretär v. Tirpitz, Dove
und Erzberger beteiligen, ſchließt die Generaldebatte.
Eine Reihe von Kapiteln wird bewilligt. Bei dem Kapitel
„Intendantur” wird die Weiterberatung auf Dienstag
1 Uhr vertagt. Schluß nach 7½ Uhr.
* Berlin, 7. März. Die Budgetkommiſſion
des Reichstages genehmigte den von den Parteien
gemeinſam geſtellten Antrag auf Einſtellung einer erſten
Rate zum Bau eines Dienſtgebäudes für die oberſte
Ma=
rinebehörde in Höhe von 75000 Mark in den Marineetat.
Staatsſekretär v. Tirpitz hatte ausgeführt, daß ein ſehr
ſtarkes Bedürfnis vorhanden ſei, die ſieben oder acht
Häuſer, in denen die Marinebehörden jetzt untergebracht
ſeien, in ein Haus zuſammenzulegen; es ſei jetzt eine
gün=
ſtige Gelegenheit für ein Terraintauſchgeſchäft, das für den
Fiskus ſehr vorteilhaft ſein werde. Bei der Beratung des
Poſtetats wurde zunächſt der gegen das Vorjahr um eine
Million erhöhte Titel „Stellvertretungskoſten und Tage
gelder der zur Aushilfe beſchäftigten Beamten uſw.
13 888000 Mark” ohne Kürzung genehmigt. Staatsſekretär
Krätke ſprach über die Löhne der Telegraphenarbeiter und
wies nach, daß dieſe Löhne nicht hinter denen
zurückblei=
ben,welche von anderen Behörden gezahlt werden.
Literariſches.
Heft 10 der „Wiener Mode” gibt uns ein Bild
der zu erwartenden Modeneuheiten, als da ſind: kürzere
Jacken, Spenzerkleider, merkwürdig einfach gehaltene
Be=
ſuchstoiletten, Hüte, die weder durch beſondere Größe, noch
durch unverhältnismäßige Kleinheit des Umfanges
unan=
genehm auffallen, reizende Brauttoiletten, ebenſolche Haus=
und Morgenkleider, wie auch eine reiche Auswahl
bürger=
licher Wäſcheſtücke. Der Handarbeitsteil zeigt neben
an=
deren künſtleriſchen Vorlagen auch eine beſonders ſchöne
Kredenzdecke in der ſo modernen Lochſtickerei mit
inkruſtier=
ten Spitzenquadraten, Motive, die auch auf anderen Decken
leicht anzubringen ſind. „Boudoir”, Sport= und
Theater=
rubrik ſind wie immer durchaus intereſſant und
unterhal=
tend zuſammengeſtellt.
Darmſtadt, 8. März.
n. Schwurgericht. Die nur drei Fälle umfaſſende
Tagung wurde geſtern mit der Anklageſache gegen den
33 Jahre alten, ledigen Fabrikarbeiter Ludwig Fladung
aus Hofbieber bei Fulda wegen Totſchlags eröffnet.
Die Verhandlung nahm, da zahlreiche Zeugen und als
Sachverſtändige Großh. Medizinalrat Dr. Pfannmüll=
Offenbach, Großh. Medizinalrat Dr. Lehr und Hofbüchſe
macher Delp hier zu vernehmen waren, den ganzen T
in Anſpruch. Aus geringfügigſtem Anlaß, einer Meinung
verſchiedenheit über 3 Mark Miete, bezw. den Erſatz ein
zerbrochenen Lampenſchirms, war der am 6. Novemk
v. Js. zu Offenbach ſtattgehabte Auftritt erwachſen,
dem die 32jährige Ehefrau Moſes Mayer auf der Ste
getötet und ihr Vater, der 68 jährige Portefeuil
Hermann Hirſch zwei inzwiſchen geheilte Schußwunden
Geſicht und Rücken davontrug. Fl., ein nach ärztliche
Gutachten zurechnungsfähiger, aber leicht erregbar
Menſch, der wegen ſeiner bei früheren Vorfällen ſche
mehrfach hervorgetretenen Reizbarkeit in Bekannte
kreiſen der „Rhöngickel” heißt, hatte etwa nei
Wochen lang bei den Eheleuten Moſes Mayer ein Zil
mer bewohnt, wollte wegen ſeiner beabſichtigten V.
heiratung ausziehen und geriet dabei mit Frau May
über deren noch geltend gemachte Mietforderung ein
weiteren Woche im Betrag von 3 Mark in Wo
wechſel. Deren darüber wohnender Vater Hirſ
(Beſitzer des Hauſes) kam hinzu und bemühte
durch gütliches Zureden, die Sache beizulege
Frau M. erklärte zuletzt, auf den Betrag und ?
eventuell angedrohte Einbehaltung der Möbel verzicht
zu wollen und verlangte nur, daß Fl. den zerbrochen
Schirm der bei dem Vorfall umgeſtoßenen Lampe erſet
Fl., der ſich immer mehr aufgeregt hatte, äußerte darau
hin: „ich will Euch Lampenſchirm geben‟. Dieſe, ſon
vorausgegangene Aeußerungen wurden von Hausk
wohnern gehört und unmittelbar darauf gab Fl. vi
Revolverſchüſſe ab. Der erſte ſtreckte die in ſeiner u
mittelbaren Nähe ſtehende Frau M., da er ins Gehin
drang, ſofort tot zu Boden, die beiden nächſten traf
den daraufhin auf Fl. zueilenden H. und der vierte git
ſehl. Fl. eilte weg, ſtellte ſich der Polizei und behaupte
wie auch noch heute, von Frau M. und dem Ehepaar
überfallen, mißhandelt und ſo zu den in der Notwe
abgegebenen Schreckſchüſſen gezwungen worden zu ſei
Die beeidigten Zeugenausſagen der Genannten wide
legten dies.
Das Plaidoyer dauerte über drei Stunden. Da d
Geſchworenen unter Bejahung des Totſchlags milderni
Umſtände zubilligten, war die Strafe zwiſchen 6 Monate
und 5 Jahren Gefängnis zu bemeſſen. Der Gerichtshi
ſprach 4 Jahre 6 Monate Gefängnis abzüglich 3 Monate
nterſuchungshaft aus, was Fladung anerkannte. Dam
ſchloß um 9½ Uhr die Verhandlung.
n. Die Strafkammer verurteilte geſtern den 40jä
rigen, bisher unbeſtraften Schloſſermeiſter Philipp A
Breidert von Langen, der trotz Leugnens der
ſchw=
ren Urkundenfälſchung nebſt Betrugsverſuch ſchuldi
befunden wurde, zu 10 Monaten Gefängni=
Der in zweiter Ehe ſtehende Angeklagte war zuerſt m
einer Tochter des Landwirts Valentin Weckmann I. i=
Egelsbach verheiratet, beſitzt aus dieſer erſten Eh
mehrere Kinder und machte zu deren Gunſten nach den
1908 erfolgten Ableben des Schwiegervaters Erban
ſprüche geltend. Es liegt ein gemeinſchaftliches Teſta
ment der Eheleute Weckmann vom Jahre 1903 (kur
vor dem Tode von Frau Weckmann) vor, wonach di
übrigen Kinder des Ehepaares bedacht ſind, dagege
bezüglich Frau Breidert geſagt iſt, ſie habe bereit
durch weit größere Darlehen an ihren Mann mehr al
ihr Erbteil erhalten und nichts mehr zu beanſprucher
Tatſächlich mußte auch W. im Laufe der Jahre ſeinen
Schwiegerſohn Breidert, der ſich in mißlichen Vermk
gensverhältniſſen befand, ſehr oft mit Darlehen, Bürg
ſchaften uſw. beiſpringen, und ſo im Ganzen mehr äl
10000 Mark aufwenden. Es ergingen wiederholt
teile und Zwangsvollſtreckungen, und Breidert äußer
ſelbſt einmal vor Jahren die Abſicht, Konkurs
machen. Trotzdem behauptet er, von 1900 bis etwa 190
ſeinem Schwiegervater in acht Zahlungen 10750 Ma:
zurückvergütet zu haben, weshalb auch die Vorausſet
ung des Teſtaments unzutreffend ſei. Er focht deshal
nachdem er es bereits beim Tode der Frau W. nicht ane:
kannt hatte, auch beim Ableben ihres Mannes dasſell
an, um das Pflichtteil für die Kinder zu erlangen. B
einem vorausgegangenen amtsgerichtlichen Sühneve:
ſuch, wozu er die anderen Erben veranlaßt hatte, leg:
er zur Bekräftigung ſeiner Angaben ein Buch mit adk
Quittungen, angeblich von ſeinem verſtorbenen Schwit
gervater unterſchrieben, vor. Nach dem hochintereſſar
ten, durch verſchiedene auch für den Laien klare Ar
haltspunkte unterſtützten Gutachten des Gerichtschem
kers Dr. Popp in Frankfurt a. M. rühren jedoch dieſ
Unterſchriften nicht von W., ſondern wahrſcheinlich vo
der 1905 verſtorbenen Frau Breidert her, welch letzter
den Text der Quittungen ſelbſt geſchrieben hat. Ferne
iſt nachgewieſen, daß dieſe Quittungen nicht an den ver
ſchiedenen, ſich über mehrere Jahre erſtreckenden Dater
öndern auf einmal, in einem Zuge zuſtande gekommer
ſind. Breiderts ganze Vermögenslage ſpricht gegen di
behauptete Rückzahlung, und in einem ſeiner Zeit
zwi=
ſchen ihm und W. abgeſchloſſenen Abrechnungsvertrag
ſind, obwohl nach den Quittungen damals bereits etwa
1500 Mark zurückbezahlt ſein ſollen, dieſe Zahlungen
nicht erwähnt. Zur gleichen Zeit, in der er mehrere
tauſend Mark an W. entrichtet haben will, befand ſid
der Angeklagte in ſolcher Situation, daß ihm ſeir
Schwiegervater einmal mit 120 Mark die gepfändeter
Möbel auslöſte. Die Fälſchung der Unterſchriften kanz
nur mit ſeinem Einverſtändnis erfolgt ſein und er
hat von dieſen gefälſchten Urkunden zur Erlangunt
eines Vermögensvorteils Gebrauch gemacht. Das Ge
richt billigte ihm mildernde Umſtände zu und hielt ihr
bezüglich einer weiteren falſchen Bürgſchaftsurkund
nicht für hinreichend überführt. Der Staatsanwal.
hatte ein Jahr und acht Monate Gefängnis und ſofor
tige Verhaftung beantragt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 7. März. In der heutigen Sitzung des
Bundesrates wurde dem Entwurfe der Reichs
verſicherungsordnung zugeſtimmt.
* Berlin, 7. März. In der heutigen Sitzung de
preußiſchen Abgeordnetenhauſes wurd
nach längerer Debatte die Vorlage, betreffend die Ein
gemeindung verſchiedener Ortſchaften in die Stadt
gemeinde Frankfurt a. M. angenommen.
* Berlin, 7. März. Die beute morgen verbreiteter
Nachrichten, daß etwa 150000 bis 200000 Menſchen gs
dem Demonſtrationszuge im Tiergarter
teilgenommen hätten, ſind ſtark übertrieben. De=
Zug hatte eine Ausdehnung vom Kleinen Stern bis zun
Reichstagsgebäude, etwa von 1500 Metern; jede Reihe, ir:
der Breite von höchſtens fünf Mann, benötigt einen Raun
von einem Meter — beim Militär werden 1,20 Meter ge
rechnet — ſo daß am eigentlichen Zuge etwa 7500
Per=
ſonen teilgenommen haben. Rechnet man bei den den Zug
rechts und links begleitenden Neugierigen pro Reihe und
Nummer 56.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910.
Seite
Abſtand für zehn Mann einen Meter, ſo ergeben ſich 15000,
zuſammen alſo über 20000 Perſonen.
* Mannheim, 7. März. Die „Neue Badiſche
Lan=
deszeitung” meldet: Hier wurde heute das inmitten
der Stadt gelegene, aus kurpfälziſcher Zeit ſtammende
Kaufhaus, das mit erheblichen Koſten für ſtädtiſche
Zwecke umgebaut worden iſt, zum Rathaus eingeweiht.
Anläßlich der Einweihungsfeier wurde Frau Geh.
Kommerzienrat Lanz, deren Familie kürzlich eine
Million Mark für die Zwecke der Mannheimer
Han=
delshochſchule geſtiftet hat, zur Ehrenbürgerin der
Stadt Mannheim ernannt.
* Oldenburg, 7. März. Der Kaiſer traf hier
morgens 8 Uhr 45 Min. ein; er wurde am Bahnhofe
vom Großherzog und vom Erbgroßherzog begrüßt. Der
Kaiſer, der die Uniform des Seebataillons trug, fuhr
mit dem Großherzog und dem Erbgroßherzog im
Auto=
mobil zum Eliſabeth Anna=Palais, um dort den Imbiß
einzunehmen. Die Truppen bildeten Spalier; die in
Den Straßen verſammelte Menge begrüßte den Kaiſer
mit lebhaften Hurrarufen.
Um 10½ Uhr hat der
Faiſerliche Hofſonderzug den hieſigen Bahnhof wieder
verlaſſen. Der Großherzog und der Erbgroßherzog
be=
gleiteten den Kaiſer im Automobil zum Bahnhof. Der
Kaiſer verabſchiedete ſich von dem Großherzog mit
herz=
lichem Händedruck. Den kleinen Erbgroßherzog zog er
an ſich heran und küßte ihn. Unter Hurrarufen der auf
dem Bahnſteig verſammelten Menſchenmenge ſetzte ſich
der Zug nach Wilhelmshaven in Bewegung.
* Wilhelmshaven, 7. März. Der Kaiſer traf
gegen 12 Uhr auf dem Bahnhof ein, wo er vom
Prin=
zen Heinrich von Preußen, dem Stations=Chef
Admi=
ral Graf von Baudiſſin, dem Flotten=Chef Admiral
von Holtzendorff und dem Feſtungskommandanten
Konteradmiral Morton empfangen wurde. Nach der
Begrüßung durch die Admirale fuhr der Kaiſer mit
dem Prinzen Heinrich von Preußen im Automobil
durch die reich beflaggten Straßen unter ſtürmiſchen
Hurras der verſammelten Menge nach dem
Exerzier=
hauſe der zweiten Matroſendiviſion, wo die
Vereidig=
ung der Rekruten ſtattfindet. Auf dem Wege zum
Exerzierhauſe bildeten die alten Mannſchaften und die
Schulen Spalier. Es herrſcht prächtiges Wetter.
Nach dem Eintreffen im Exerzierhauſe ſchritt der
Kaiſer die Front der Rekruten ab, worauf der
evan=
geliſche und der katholiſche Stadtpfarrer Anſprachen
hielten, denen die Vereidigung unmittelbar folgte. Der
Kaiſer richtete eine kurze Anſprache an die Rekruten,
worauf die Feier mit einem Hoch auf den Kaiſer
ge=
ſchloſſen wurde. — Nach der Feier nahm der Kaiſer
militäriſche Meldungen entgegen, worauf er im
Auto=
mobil zum Frühſtück nach dem Kaſino fuhr; geladen
waren die Admirale, das Gefolge und die Offiziere der
vereidigten Rekruten.
* Poſen, 7. März. Geſtern nachmittag landete bei
Schrimm ein ruſſiſcher Militärluftballon
mit drei ruſſiſchen Offizieren, der vormittags 10 Uhr
in Iwangorod aufgeſtiegen und über die Grenze
ge=
trieben worden war. Der Ballon wurde mit der Bahn
zurückbefördert; auch die Offiziere reiſten geſtern
zurück.
* Haag, 7. März. Prinz Heinrich der
Nie=
derlande iſt an Katarrh erkrankt und hütet ſeit
Samstag das Bett; die Temperatur war anfangs hoch,
iſt aber bereits geſtern zurückgegangen.
* London, 7. März. „Weſtminſter Gazette” ſchreibt zu
der Erklärung des deutſchen Reichskanzlers
im Reichstage am 5. März: Den Verdächtigungen ein
Ende zu machen, iſt ein ſehr erſtrebenswertes Ziel. Wir
ſind überzeugt, daß Herr von Bethmann Hollweg in dieſer
Hinſicht alles tun wird, was in ſeiner Macht ſteht.
Da=
gegen bleibt es unſere Pflicht, für den erforderlichen Grad
von Sicherheit zu ſorgen gegenüber dem deutſchen
Flot=
tenprogramm. Wir können uns nicht dem Traum
hin=
geben, durch gegenſeitige Abmachungen einen Wechſel
her=
beizuführen.
* Kopenhagen, 7. März. Ein heftiger Orkan
ſuchte die Reede von Reykjavik heim. Eine Reihe von
Fiſchkuttern iſt gekentert. Wie viel Menſchen
umge=
kommen ſind, iſt noch nicht bekannt.
Petersburg, 7. März. In einem Gaſthofe zu
Düna=
burg wurde ein Fräulein Goldſchmidt und ihr Vater
ver=
haftet. Sie waren in dem Beſitz zahlreicher
orien=
taliſcher Juwelen und großer Geldſummen. Das
Fräulein behauptet, Haremsdame in Konſtantinopel
gewe=
ſen zu ſein und die Schätze von Abdul Hamid bei ſeiner
Entthronung erhalten zu haben.
H. B. Rom, 7. März. Das erſte Duell des
Abge=
ordneten Chieſa, dasjenige mit dem General di
Coſtato, konnte geſtern nicht ſtattfinden, da ſich die
beiderſeitigen Sekundanten über die Frage nicht
einigen konnten, wer der Beleidiger ſei. Andererſeits
hatte der General äußerſt ſcharfe Kampfbedingungen
geſtellt. Er hatte verlangt, daß beide Gegner nach
Be=
lieben ſchießen dürften, bis der andere kampfunfähig
gemacht ſei.
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Unſere Stadtauflage enthält eine Beilage von
Wagener & Schlötel, Frankfurt a. M.
(35147,12
Gestern verschied infolge eines
Herzschlages
(5135
Herr Weißbindermeister
1. Vorsitzender der Sektion II der
Hessen-Nassauischen Baugewerks-
Berufsgenossenschaft.
Der Verblichene stand seit
nahe-
zu 25 Jahren an der Spitze unserer
Sektion. Er hat in dieser langen
Zeit mit seltener Pflichtreue und
grossem sozialen Verständnis an
der Durchführung der
Arbeiter-
schutzgesetze mitgewirkt.
Ehre seinem Andenken.
Darmstadt, den 7. März 1910.
Der Vorstand der Sektion II der
Hessen-Nass. Baugewerks-
Berufs-
genossenschaft.
Die Beerdigung findet Dienstag,
nachmit-
tags 2 Uhr vom Sterbehause,
Laute-
schlägerstrasse Nr. 27 aus, statt.
Todes-Anzeige.
Heute morgen
eines Herzſchlages
und Vater
¾/6 Uhr entſchlief infolge
unſer lieber treuer Gatte
Werkführer.
Um ſtille Teilnahme bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 7. März 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag
um 5 Uhr von der Leichenhalle des ſtädtiſchen
Friedhofs aus, ſtatt.
(5169
e
et
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit Sonntag früh: Die
Wetterlage hat ſich nur wenig verändert; hoher Druck
lagert fortgeſetzt im Oſten über Rußland, ſodaß bei
ſchwacher ſüdöſtlicher Luftſtrömung das trockne Wetter
andauert. Wegen der nächtlichen Wärmeausſtrahlung
treten immer noch Nachtfröſte auf. — Ein neues bei
Island auftanchendes Tiefdruckgebiet dringt jetzt
oſt=
wärts vor und bringt bei Südwind weitere Erwärmung.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 8. März:
Vorwiegend heiter, trocken, noch wärmer, auch nachts
milder.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Zar und Zimmermann”
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Vortrag von Profeſſor Dr. Kiutzſch um 8 Uhr in der
Techniſchen Hochſchule (Saal 326).
Vortrag von Profeſſor D. Niebergall um 8 Uhr im
Gemeindehaus der Johannesgemeinde
Konzert um 6 Uhr im Reſtaurant „Metropol”.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
Münchner Bierfeſt um 5 Uhr in der Turnhalle am
Woogsplatz.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 2½—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (Thüringen).
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 9. März.
Hofreite=Verſteigerung des K. Fr. Geyer (
Lands=
kronſtraße 41) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Kohlen= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr;
Zuſammen=
kunft Ecke Blumenthal= und Frankfurterſtraße.
Dünger=Verſteigerung um 9½ Uhr in der Art.=
Kaſerne (Regt. Nr. 61).
Holzverſteigerung um ½9 Uhr bei Wirt Brücher
zu Arheilgen.
Bau= und Nutzholz=Verſteigerung um 10 Uhr
zu Forſthaus Frankenſtein.
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung im
Klein=Zimmerner Gemeindewald; Zuſammenkunft bei
Gaſtwirt Schneider.
Holzverſteigerung um 9 Uhr im Spachbrücker
Ge=
meindewald; Zuſammenkunft im Reſtaurant „
Wild=
park” bei der Bahnſtation Meſſel.
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle, Louiſenſtr. 20.
Die Leſehalle iſt geöffnet an Wochentagen von
10—2 und von 6—9½ Uhr, Sonntags von 11—1 und
von 5—9 Uhr. Bücherausgabe findet ſtatt an jedem
Wochentage von ½11 bis ½1 Uhr und abends von
6 bis 9½ Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wiltich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: F. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Kurſe vom 7. März 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Zf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,70
3½ Deutſche Reichsanl. . (3,90
84,70
3
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,90
3½ do. Conſols . . . . 93,90
84,80
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,80
94,25
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 102,00
93,20
do.
3½
83,60
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,90
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,60
do.
3½
81,50
do.
84,50
Sächſiſche Rente .
Württembergerv. 1907 101,75
93,90
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,30
¾ Griechen v. 1887 . .
¾/ Italiener Rente . . . —
4½ Oeſterr. Silberrente . 99,30
do. Goldrente . . 100,10
do. einheitl. Rente 95,30
Portug. unif Serie I 65,30
3
do. unif. Ser. III 66,50
do.
Spezial . 12,70
3
5 Rumänier v. 1903 .
v. 1890 . . 94,70
do.
4
v. 1905 . .
do.
4
4 Ruſſen v. 1880 . . . . —
In Proz.
Bf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,30
½ do. v. 1905 . . . . 100,25
93,70
3½ Schweden . . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895
Türk. Admin. v. 1903 88,40
do. unifiz. v. 1903 94,80
Ungar. Goldrente . . 95,80
do. Staatsrente . 93,40
Argentinier . . . . . . 101,00
91,90
do.
4
94,40
4½ Chile Gold=Anleihe
Chineſ. Staatsanleihe 103,00
do.
99,90
4½
4½ Japaner .
Innere Mexikaner . . 101,60
do.
69,40
Gold=Mexikan. v. 1904 96,90
5 Gold=Mexikaner . . . 102,90
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . . 142,70
4 Nordd. Lloyd . . . . 106,50
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,60
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 113,00
4 Gotthardbahn . . . .
In Proz.
Bf.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 162,00
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,40
4 Pennſylvania R. R. 135,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 191,10
Werger=Brauerei . . . 82,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 431,00
Fabrik Griesheim . . . . 262,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 448,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 325,10
Lahmeyer . . . . . . . . . 110,00
Schuckert . . . . . . . . . 135,00
Siemens & Halske . . . 237,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 373,75
Bochumer Bb. u. Guß . . 243,40
Gelſenkirchen . . . . . . . 215,00
Harpener . . . . . . . . . 200,25
Phönix, Vergb. u.
Hütten=
betrieb . . . . . . . . . 223,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.
Pfälzer Prt. . . . . . 101,20
93,50
do.
4 Eliſabeth., ſteuerpfl.
ſteuerfrei . 99,30
do.
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,50
do.
99,40
3.
alte .
do.
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,90
do.
do.
59,40
26/1
3 Raab=Oedenburger . . 76,50
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,00
4 Kronpr. Rudolfbahn . 99,40
In Proz.
Zf.
2¼0 Livorneſer . . . . . . 76.50
Miſſouri=Paciſic . . . 98,00
Bagdadbahn Mk. 408 86,90
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,75
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 180,00
1 Darmſtädter Bank . . 137,60
Deutſche Bank . . . . 258,40
4 Deutſche Vereinsbank 128,40
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92,60
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Der ſchmale Weg.
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(Nachdruck verboten.)
4)
Als am anderen Morgen um acht Uhr Frau Belling
wie gewöhnlich klopfte, um ihren Mieter zu wecken,
be=
kam ſie keine Antwort. Sie wartete noch ein halbes
Stündchen, bekam aber auch da noch keine Antwort. Sie
wartete geduldig noch eine halbe Stunde. Als ſie aber
auch da wieder vergebens klopfte, bekam ſie Angſt.
Ganz behutſam legte ſie die Hand auf den Drücker.
Und ſofort ging die Tür auf . . . alſo nicht einmal zuge=
Tiegelt hatte er!
Leiſe öffnete ſie die Tür und ſah hinein. Und was
ſie nun ſah, das empörte ſie über alle Maßen.
Da lag der junge Herr im Bett und ſchnarchte wie ein
Pferd, an der Erde aber, wild verſtreut, lag ſeine ge=
Famte Garderobe umher.
Frau Belling war wütend — dazu alſo hatte er Geld!
Die halbe Nacht hindurch ſich in den Kneipen herumtreiben
znd dann den halben Tag verſchlafen — dann ſollte man
wohl zu einer Stellung kommen! — Wütend nahm ſie das
Frühſtück und ging wieder damit hinaus. — Nun konnte
er ſehen, wer ihm heute Frühſtück brächte — ſie gewiß
micht! — Energiſch ſchloß ſie die Tür.
Fritz Stark aber hörte nichts von alledem, er ſchlief
noch drei Stunden weiter — all die Ermattung der letzten
Tage zeigte ſich erſt jetzt,
Ais er egen Mligenache, glteihn ein bremen
der Durſt. Faſt die ganze Flaſche Waſſer trank er aus.
Bald darauf aber ſtellte ſich auch der Hunger wieder ein.
Wo nur das Frühſtück blieb!
Da Frau Belling nicht kam, machte er ſich daran, ſo
ſchwer er ſich dazu auch entſchloß, ſie aufzuſuchen.
Bitte, Frau Belling, geben Sie mir das Frühſtück,
bat er.
Sie aber fuhr ihn an: Was, Frühſtück? Jetzt um
ein Uhr? Meinen Sie, ich ſtelle Ihnen den Kaffee warm?
Stehen Sie um acht Uhr auf, wie das einem jungen
Men=
ſchen zukommt, dann kriegen Sie Ihr Frühſtück jetzt
nicht! Damit knallte ſie die Türe zu.
Erſchrocken, beſchämt und gedemütigt ging er in ſein
Zimmer zurück.
Alſo auch das nicht einmal mehr!
Verzweifelt ſank er in die Sofaecke. Das Weinen war
ihm nahe. Aber er biß die Zähne zuſammen. Nein! Nicht
weich werden! Dann war’s aus! — Hart, ſteinhart
blei=
ben und weiter kämpfen! — Es war doch nicht möglich,
daß es nun zu Ende mit ihm ſein ſollte! Das war doch
ganz unmöglich! — Er fühlte ja doch, daß in ihm ſo viel
Unausgeſprochenes lebte, ſo vieles, das nach dem Leben
drängte — ja, ja, drängte! — Und da konnte es doch nicht
des Schöpfers Wille ſein, ihn jetzt, ſo mitten aus dieſem
kei=
menden Leben fortzunehmen — nein, das war doch
un=
möglich, ganz undenkbar! . . . Nein, nein, dies konnte
noch nicht das Ende ſein! Nur eine Prüfung war es —
nur eine Prüfung, ob er auch die Kraft habe, dies Leben
zu ertragen! — Gewiß, anders konnte es ja nicht ſein!
Und deshalb hieß es hart bleiben, aushalten, bis es
beſſer wurde.
Sein Optimismus war ſo groß, ſo feſt, daß der ihn
nicht betrügen konnte — —
nein, nein, nicht verzagen, nur
mutig weiter!
Aber der Hunger, der quälende Hunger tat ſo weh!
Endlich ging er wieder hinaus auf die Straße.
Noch einmal wollte er es verſuchen, irgend welche
Ar=
beit zu bekommen.
Und genau wie geſtern und vorgeſtern, genau wie all
die vielen, vielen früheren Tage, ſo ging er auch heute
wieder umher und ſuchte nach irgend einer Beſchäftigung.
Durch all die Vermittelungsbureaus lief er, in alle
Hilfs=
vereine lief er — umſonſt, alles umſonſt! Hundertfache
Nachfrage im Verhältnis zum Angebot. Grauenvoll,
grauenvoll war es! — Als dieſe Hoffnung zu Ende war,
begann er, die Blätter in der Leſehalle durchzuſehen, auch
das war umſonſt — alles, alles umſonſt!
Plötzlich begann der Hunger ihn ſo zu quälen, daß
er ſich dem Wahnſinn nahe glaubte.
Er ſprang auf und lief in wilder Haſt umher,
ganz gleich, wohin, nur fort, nur immer unterwegs
ſein, nur nicht daran denken müſſen!
Aber der Hunger blieb, der Hunger ging immer
mit ihm, er verließ ihn nicht.
O, dieſe Qual, dieſe grauenvolle, entſetzliche Qual!
In wilder, raſender Haſt rannte er weiter.
Hunger, wahnſinnig quälender Hunger!
Mit einem Male aber ſtand er ſtill — ſeine Naſe
begann zu ſchnuppern — herrliche, wunderherrliche
Seite 1
Darmſtadter Tagblatt, Dienstag, den 8. März
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Wohlgerüche ſtiegen zu ihm empor — — erſtaunt ſah
er ſich um.
Aha, er ſtand vor einem feineren Reſtaurant, deſſen
Küchenräume im Keller waren — von dorther ſtiegen
die köſtlich würzigen Gerüche empor
Einer Ohnmacht nahe, lehnte er ſich an das Haus,
ſchloß die Augen und ſog die wunderbaren Düfte mit
vollen Nüſtern ein.
Plötzlich ſtand jemand vor ihm, und eine barſche
Stimme fragte: Fehl: Ihnen was? Sind Sie krank?
Er riß die Augen auf und ſtarrte den Mann an —
es war der Portier des Reſtaurants — endlich
ver=
neinte er ſtumm.
Oder erwarten Sie hier jemand?
Nein, nein. Blutrot wankte er weiter.
Und nun immer weiter und weiter, durch all die
Straßen, über all die Plätze, weiter und weiter, und
immer gehetzt und gejagt von dem raſenden,
wahn=
ſinnigen Hunger!
Endlich war er draußen im Tiergarten.
Vollſtändig erſchöpft ſank er auf eine Bank hin;
gleichgültig ſchloß er die Augen; nun mochte kommen,
was da wollte!
Als er ſo ein paar Minuten geſeſſen hatte, hörte
er Stimmen, zarte Kinderſtimmen. Er ſah auf.
Zwei kleine Kerlchen ſpielten mit ihrem
Sport=
wagen luſtig herum.
Plötzlich aber wurden ſeine Augen ſtarr und weit
— jeder der Knaben hatte eine Stulle in der Hand —
große, belegte Stullen!
Blitzſchnell fuhr er empor . . . angſtvoll ſah er ſich
um . .. aber niemand war in der Nähe — ganz hinten
ſtand das Kindermädchen und ſcherzte mit einem
Sol=
daten, und weit drüben ging einſam ein alter Herr .
da raffte er die letzte Kraft zuſammen, ſprang hinzu,
riß den beiden Knaben die Stullen weg und lief davon,
mit weiten Sätzen, wie ein zu Tode gehetztes Wild.
Die Kinder, im erſten Schrecken ganz ſtarr,
be=
gannen erſt zu ſchreien, als er bereits weit fort war.
Wild und raſtlos lief er weiter und weiter, und
erſt, als er ſich nicht verfolgt ſah, ſetzte er ſich nieder
und begann zu eſſen — zu eſſen — zu eſſen!
Auf einmal ſtand jemand hinter ihm — entſetzt fuhr
er auf und wollte fort.
Der alte Herr aber hielt ihn zurück und ſagte mit
gutmütig mildem Lächeln: Bleiben Sie ruhig hier und
eſſen Sie weiter, von mir haben Sie nichts zu
be=
fürchten.
Vor Angſt und Scham blieb ihm der Biſſen in der
Kehle ſtecken, und erbleichend ſah er den Alten an.
Der aber tröſtete ihn: Ja, ja, ich habe es mit
ange=
ſehen, und weil es mir weh tat, deshalb bin ich Ihnen
nachgegangen, aber auf einem anderen Wege; denn ſonſt
hätte ich Sie wohl kaum wieder eingeholt.
Immer noch ſaß Fritz Stark beſchämt und ſprachlos
da. Am liebſten wäre er auf und davon gelaufen.
Das ſah der alte Herr, deshalb bat er: Bleiben
Sie=
noch ein wenig. Vielleicht kann ich Ihnen helfen!
Starres Schweigen.
Doch der Alte ließ nicht nach. Genieren Sie ſich
nicht — uns allen kann es einmal ſchlecht gehen. Sie
müſſen doch ſehr hungrig geweſen ſein, ſonſt hätten Sie
doch ſo etwas nicht getan.
Da fand Fritz die Sprache wieder. Seit drei Tagen
habe ich faſt nichts gegeſſen, ſtieß er heraus.
Allmächtiger Gott, wie iſt denn das möglich?
Fritz zuckte die Schultern.
Wieder ein langes Schweigen.
Mitleidsvoll ſah der alte Herr in das blaſſe Geſicht
des andern, dann ſagte er leiſe: Bitte, eſſen Sie d.
das Brot auf.
Haſtig aß Fritz weiter.
Nach einem Weilchen fragte der Alte: Alſo bit
genieren Sie ſich nicht. Darf ich Ihnen helfen?
Schweigen.
Sie können es mir ja zurückgeben, ſobald es Ihn
beſſer geht.
Rot und verlegen ſah Fritz vor ſich nieder.
Alſo, mit wieviel iſt Ihnen gedient?
Noch immer ſchwieg der andere, die Scham tr
ihm das Blut empor.
Mit gütigem Lächeln ſagte der alte Herr: C
brauchen ſich vor mir wirklich nicht zu ſchämen. Den
Sie, ich ſei ein alter Freund Ihrer Familie, ich he
Ihnen gern!
Da ſah Fritz ihn an, und er ſah in ein liebes, al
Geſicht, das von weißem Bart= und Kopfhaar umral
war, und er ſah in zwei treue, blaue, gutherzige Aus
Endlich ſagte er: Ich danke Ihnen, mein Herr, daß
mir helfen wollen, aber ich kann Ihre Güte nicht
nehmen.
Aber warum denn nicht!?
Wieder errötete Fritz, dann ermannte er ſich
erwiderte: Ich danke Ihnen wirklich, mein Herr.
Aber, lieber Gott, ſo ſeien Sie doch nicht ſo
ſon=
bar! Ich ſehe es doch, daß es Ihnen ſchlecht geht!
weshalb weiſen Sie meine Hilfe ſo kurz ab?
Sie kennen mich ja gar nicht, mein Herr.
Iſt ja auch vorerſt gar nicht nötig! Oder fre
Sie, wenn Sie jemand helfen wollen, immer erſt
ſeiner Viſitenkarte?
Rot und beſchämt ſchwieg Fritz.
(Fortſetzung folgt.)
Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
§8 20.
Dienstang, 8. März.
1910.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Erhebung des Stempels für Fahrräder pro 1910.
Unter Hinweis auf die nachſtehend abgedruckten §§ 3, 15—27 der Verordnung
vom 6. Mai 1907, den Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die
gleich=
falls abgedruckten, im Falle einer Verſäumnis platzgreifenden Strafbeſtimmungen wird
hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des Stempels für
Fahr=
räder für das Rechnungsjahr 1910, ſowie das Aufkleben und die vorſchriftsmäßige
Entwertung desſelben
von heute ab bis 31. März 1910 an jedem Wochentage,
vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, die dieſelben auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der obenerwähnten
Zeit zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen hierzu vorliegen, während derſelben
Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag auf Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizei=Revier,
2. für den Landkreis Darmſtadt bei der betreffenden Großherzoglichen
Bürger=
meiſterei
vorzubringen.
Darmſtadt, den 15. Februar 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. E.: von Starck.
Verordnung, den Radfahrverkehr betreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 5. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll.
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
znündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifs zum Urkundenſtempel=.
geſetz in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene
Stem=
pelabgabe für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen
dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Wormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reichs.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
Haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
bis 31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in
der Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen
Zeitraum nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungenunterfortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht.
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Rad=
ahrkarten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19. . .
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
zoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
usgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5 cm hohen Ziffern
zie Nummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von
einer Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt
worden ſind, in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den
Land=
zezirk eines Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in
zer Farbe der Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes
dagegen in ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Num=
nerplatte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
verden muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet
erart zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die
Num=
nerplatte wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen
Fahrrädern unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die
Toſten der Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
ur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel
es Fahrrads, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal,
rnd zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrads und ſodann alljährlich im
Monat März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der
Radfahr=
arte bei dem Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
on der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden An=
Tag zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
ufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
ängſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Num=
Terplatte anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Slätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter
Rück=
abe der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und
em Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſein Wohn=
Der Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das
ke Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Lufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden;
as letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte
Nummer=
latte behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen,
die nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
andere Perſonen zur Benntzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur
vorüber=
gehend überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Ar=
beitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mk. nicht erreicht;
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum
Be=
ſuche der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der
Wohnung entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten:
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
l. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde
dahingehend, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
ver=
wendet wird.
2. in den Fällen der Ziffer 2 der letzte Steuerzettel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Vor=
ausſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Be=
ſcheinigung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder
Poli=
zeibehörde beſtätigt ſein muß;
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das
Miniſte=
rium des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mitführen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Perſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecken beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geldſtrafe verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleichkommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon
trifft die ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt, ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider unterläßt, die nach
den Tarifnummern 10, 34, 40, 47, 48, 51, 58, 86 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 3, 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjenige,
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit
tritt nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt
hat oder daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolat
ſein würde. Die Beſtimmung des Abſ. 2 Satz 2 findet Anwendung.
Betreffend: wie oben.
Darmſtadt, 15. Februar 1910.
Das Großherzogliche Kreisamt Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zubringen.
J. E.: von Starck.
(3749a
Die bei Berechnung der Lieferungen für die Armee zugrunde zu legenden
Durch=
ſchnittsmarktpreiſe im Kreiſe Darmſtadt haben im Monat Februar 1910 für Hafer
17.— Mk., für Heu 11.25 Mk., für Stroh 6.— Mk. pro 100 Kilo betragen.
(5110
Autiche Nachrichen de Großherzagichen Poſſeintes Danſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
nden ſich: 2 Pinſcher, 1 Dachshund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
gg, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten an der neuen Schule an der Wendel=
Qdtſtraße wird die Wendelſtadtſtraße zwiſchen der Landwehr= und Lagerhausſtraße
(5112
Om 8. bis 12. März ds. Js. für den Fuhrwerksverkehr geſperrt.
Der Plan über die Errichtung einer
oberirdiſchen Telegraphenlinie an
em Heinrichwingertsweg hier liegt bei
am K. Telegraphenamt hierſelbſt von heute
(5103
4 Wochen aus.
Darmſtadt, 5. März 1910.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.
Eier
iſch gelegte, von Hühnern mit großem
uslauf, täglich abzugeben. Stück 10 Pfg.
(*5647
Diener, Sensfelderweg.
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Ed. Türtmann, Grafenstr. 19,
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u. Gewehrbillig zu verkaufen. Zu beſichtigen
abends nach 7 Uhr Aliceſtraße 32, pt. i. (*5646
Bekanntmachung.
Wir machen hiermit darauf aufmerkſam, daß in hieſiger Stadt eine ſtädtiſche
Zentral=Uhrenregulierungsanlage beſteht, welche den Zweck hat, diejenigen Uhren
(Außenuhren ſowie Zimmeruhren), die an dieſe Anlage angeſchloſſen ſind, in
Zeit=
abſchnitten von je 6 Stunden auf die Normalzeit der Berliner Sternwarte zu regulieren.
Die Bedingungen für den Anſchluß von Uhren an dieſe Zentral=
Uhrenregulierungs=
anlage ſind auf dem Büro des ſtädtiſchen Elektrizitätswerks, Luiſenſtraße 22, erhältlich.
Anträge auf Herſtellung von Anſchlüſſen werden daſelbſt entgegengenommen, wie
auch jede weiter gewünſchte Auskunft daſelbſt erteilt wird.
Zur Zeit ſind die Uhren folgender öffentlicher Gebäude angeſchloſſen:
1. Stadthaus,
9. Mädchenmittelſchule, Viktoriaſtraße,
2. Rathaus,
10. Schule am Ballonplatz,
3. Städt. Gebäude, Ecke Eliſabethen= und11. Johanneskirche,
Grafenſtraße,
12. Martinskirche,
4. Neues Gaswerk, Frankfurterſtraße,
13. Kirche des Eliſabethenſtifts,
5. Pfründnerhaus,
14. Katholiſche Kirche,
. Schlachthof,
15. Beſſungerkirche,
7. Wagenhalle der elektriſchen Straßenbahn 16. Pauluskirche,
am Böllenfalltor,
17. Schule in der Emilſtraße,
8. Knabenmittelſchule, Friedrichſtraße,
118. Hallenſchwimmbad.
(3195a
Darmſtadt, den 9. Dezember 1909.
Städtiſche Elektrizitätswerksverwaltung Darmſtadt.
Meyer.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910.
Nummer 56.
Verſtergerungs=Anzeige.
Donnerstag, 10., Freitag, 11. und Samstag, 12. März 1910
vormittags 10 und nachmittags 3 Uhr
verſteigere ich meiſtbietend gegen bare Zahlung auf freiwilligen
Antrag der Firma Ph. Bechtold, in deren ſeitherigem
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ſchäftslokal, Rheinſtraße 14, zwecks
gänzlicher Räumung des Lagers
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1 Pfeilerſchrank mit Spiegel, 2 Trumeaux mit Spiegel,
2 große Pfeilerſpiegel für Geſchäftszwecke geeignet,
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tiſche, Seſſel, Salon= und Speiſezimmer=Spiegel,
2 Raſierſpiegeltiſche, 1 Truhe mit Etagere, gothiſch,
1 Staffelei, 2 Säulen, Ständer, 1 zweiteiliger Gobelin=
Wandſchirm, 1Stillleben (Intarſieneingelegtes Holz), 3große
Türportale, 2 große Oelgemälde (Landſchaften), mehrere
Salongarnituren und Seſſel, weiß bezogen, ohne
Ueber=
zug, Orient. Portiere, ſeidene und andere Stores,
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bezüge, Stoffreſte, 1 Venetianer Lüſter für elektriſches
Licht oder Kerzen, 3 jap. Gartenſchirme u. a. m.
Die Möbelſtücke ſind vorzüglich gearbeitet und teilweiſe
hiſtoriſchen Stils.
Ferner kommen zum Ausgebot ſämtliche gebrauchte
Bureau=
möbel, die ganze Kontoreinrichtung, mit Kaſſenſchrank uſw.
Beleuchtungskörper für Elektriſch und Gas.
zen Vorverkauſ zu Verſteigerungepreiſen
22
und zur Einsichtnahme iſt das Geſchäftslokal:
Rheinſtraße 14, geöffnet:
Montag, 7., Dienstag, 8. u. Mittwoch, 9. März 1910,
vorm. v. 10—12½ Uhr und nachm. v. 3—5 Uhr.
Darmſtadt, den 1. März 1910.
(4579isi
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator.
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 9. März 1910, vormittags 10 Uhr,
verſteigere ich an Ort und Stelle dahier öffentlich zwangsweiſe gegen Baarzahlung:
1600 Zentner Kohlen (Fettſchrot), 150 Zentner Kohlen (Bierbriketts),
1000 Zentner Nußkohlen, 100 Zentner Briketts (Braunkohlen) und
100 Zentner Anthrazitkohlen.
Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Zuſammenkunft der Steigerer Ecke Blumenthal= und Frankfurterſtraße.
Ferner an demſelben Tage, nachmittags 3 Uhr,
im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle‟, Obergaſſe dahier, ebenfalls zwangsweiſe:
Mehrere Flaſchen Weißwein, 4 leere Weinfäſſer, mehrere Mille Zigarren,
1 Kaſſenſchrank, 1 Bücherſchrank, 5 Warenſchränke, 3 Ladentheken, 1
Kontroll=
kaſſe, 25 Geſchäftsbücher, mehrere Stücke Leinen, Drell, Tiſchzeug und Barchent,
4 Stück Seidenfutter, 18 Rollen Wattierleinen, mehrere Pack Futterſtoffe
und Lederdeckel, 1 Elektromotor, 1 Wagen, 1 Pferd, 1 Fahrrad, 1
Schreib=
maſchine, 1 Bild in ſchwarzem Rahmen, 1 Pianino, 1 Spiegelſchrank,
Schreibtiſch, 1 Kleiderſchrank und verſchiedene andere Hausmobilien.
Sodann hieran anſchließend auf freiwilligen Antrag
gegen Barzahlung:
1 vollſtändiges Bett, 1 Waſchmaſchine mit elektriſchem Betrieb, 1
Wand=
uhr mit Schlagwerk, 1 Fleiſchhackmaſchine, 1 Holzkiſte, diverſes
Ge=
ſchirr, 4 Bilder u. a. m.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände findet
vor=
ausſichtlich beſtimmt ſtatt.
(5156
Darmſtadt, den 7. März 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Dienstag, den 8. März 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 zwangsweiſe gegen Barzahlung
beſtimmt:
Ein Vorrat Herren= und Burſchenanzüge, Herrenhüte, Mützen, Stoffe, Hoſen,
Tiſchdecken, Kinderkleider, Knabenunterhoſen, Strümpfe und verſchiedene andere
(5168
Gegenſtände.
Darmſtadt, den 7. März 1910.
Rollenhagen, Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.
Kohlen- u. Sterbeverein „Friede‟ Ober-Bamstadt.
Vergebung von Kohlen und Briketts.
Der Bedarf von ca. 38—42 Waggon Kohlen Nuß II, nur aus dem Ruhrgebiet,
und 18—20 Waggon Briketts „Union” des betreffenden Vereins für das Geſchäftsjahr
1910/11 ſoll vergeben werden. Angebote unter Bezeichnung „Anlieferung von Kohlen”
ſind verſchloſſen bis Samstag, den 12. März 1910, bei dem I. Vorſitzenden Peter
(4708dfi
Würtemberger III., Maurermeiſter, einzureichen.
Lieferungsbedingungen ſind bei Genanntem in deſſen Wohnung oder gegen Ein=
Der Vorstand.
ſendung von 30 Pfg. zu erhalten.
(Rollen=Reſte)
abzugeben
(11953
in der Exped. des Tagblatts.
Alice-Schule.
Ausstellung der Schülerinnen=Arbeiten und der Arbeiten de
Handarbeits-Lehrerinnenkursus nach dem neuen Lehrpla
Montag, den 21. u. Dienstag, den 22. März, von 10—1 u. 2—5 Uh
An beiden Tagen werden im Vorſtandszimmer Anmeldungen für das Somm
ſemeſter entgegengenommen.
Beginn des Sommersemesters am 12. April.
Kursus zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen, Dauer 1 Jahr.
Kurse für Hand= und Maſchinennähen, Stopfen und Flicken, Weiß= und Buntſticke
Kleidermachen, Bügeln, Klöppeln, Brennen und Kerbſchnitt.
Handelskursus, Dauer 1 Jahr: einf. u. doppelte Buchführung u. amerikaniſch
Syſtem, Korreſpondenz, Rechnen, Stenographie u. Maſchinenſchreiben. —
Hoſ.
tantinnen werden zu den einzelnen Fächern zugelaſſen.
(51
Anmeldungen werden am 2., 5. und 9. April, vorm. von 10—12 Uhr
Vorſtandszimmer der Schule, Friedrichſtr. 4, entgegengenommen. — Sprechſtunde
Oberlehrerin: Freitags von 2—4 Uhr ebendaſelbſt.
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Nummer 56.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910.
Seite 13.
Zweite Kammer der Stände.
49. Sitzung.
St. Darmſtadt, 7. März.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach, Geheimräte Wilbrand
und Dr. Becker, Miniſterialräte Süffert,
Lon=
bacher und Oberregierungsrat Heinrichs.
Vizepräſident Korell eröffnet die Sitzung um
10¼ Uhr. Das Haus ſetzt die Beratung des Etats bei
Kap. 8, Saline, Badeanſtalt und Tiefbauamt Bad=
Nauheim und Badeanſtalt Bad=Salzhauſen
fort. Abg. Breidenbach fühlt ſich verpflichtet, dem
Ausſchuß der Zweiten Kammer Dank dafür zu ſagen,
daß er mehr Verſtändnis für die Bedürfniſſe des
Welt=
bades gezeigt hat, als die hohen Herren der Erſten
Kammer. Er begründet dann die Notwendigkeit der
beantragten Neubauten in Bad=Nauheim und ſtellt feſt,
deß die für Bad=Nauheim aufgewandten Mittel ſich
wohl verzinſen. Den Ausſchußantrag möchte man
ein=
ſtimmig annehmen. Redner bittet weiter, die
beabſich=
tigte Erbauung eines Weges über die Uſa zu
beſchleu=
nigen, durch den ein Villenviertel, das zurzeit brach
liegt, dem Verkehr erſchloſſen wird. — Der
Aus=
ſchußantrag mit 1429 440 Mark in Einnahme und
1329 440 Mark in Ausgabe wird einſtimmig
an=
genömmen.
Kapitel 9: Samenklenganſtalt
Gammels=
bach i. O., wird mit 32 151 Mark Einnahme und 30 656
Mark Ausgabe debattelos erledigt.
Eine längere Debatte entſteht über das Kapitel 10:
Staatseiſenbahnen.
Die Regierung hat den Anteil Heſſens an
dem Betriebsüberſchuß der in die heſſiſch=preußiſche.
Eiſenbahngemeinſchaft eingeworfenen Bahnen nur auf
12000000 Mark veranſchlagt, was gegenüber dem
An=
ſatz des laufenden Etats eine Mindereinnahme von
950000 Mart bedeutet. Dieſe Poſition des Etats hat
eine weſentliche Verſchlechterung der Finanzlage zur
Folge. Während der Verhandlungen im Ausſchuſſe
erfolgte nun die definitive Schätzung der
Eiſenbahn=
einnahmen für 1910 durch den preußiſchen
Finanz=
miniſter; nach dieſer Schätzung wird der heſſiſche
An=
teil auf 12654000 Mark bemeſſen, was eine
Mehr=
einnahme für Heſſen gegenüber dem Anſatz
unſe=
res Budgets in Höhe von 654000 Mark bedeutet.
Mit Zuſtimmung der Regierung wurde der
Mehrer=
trag in das Budget eingeſtellt. Von der Annahme und
Geſtaltung der den Landſtänden unterbreiteten
Re=
gierungsvorlage über die Schuldentilgung, welche die
Verwendung der Ueberſchüſſe der Eiſenbahneinnahmen
für Zwecke der Schuldentilgung vorſieht, wird es
ab=
hängen, ob der erwähnte Mehrertrag für die laufenden
Bedürfniſſe des Staates oder aber zu dem genannten
Zweck Verwendung finden wird.
Der Abg. Raab hat den Antrag geſtellt, bei den
Ausgaben 12000 Mark mehr einzuſtellen und
dieſen Betrag zur Gewährung von
Wohnungsgeldzu=
ſchüſſen an die heſſiſchen Beamten der früheren Main=
Neckar=Bahn zu verwenden. Die Regierung
lehnt dieſen Antrag ab, indem ſie insbeſondere
darauf aufmerkſam macht, daß noch in neueſter Zeit
der preußiſche Miniſter der öffentlichen Arbeiten
wie=
derholt den heſſiſchen Beamten die Möglichkeit geboten
hat, auf dem Wege der Option in das
Beamtenverhält=
nis der preußiſchen Gemeinſchaftsbeamten
überzutre=
ten. Der Ausſchuß iſt in ſeiner Mehrheit gleichfalls
zur Ablehnung des Antrags Raab gelangt
und beantragt demgemäß: a) die Einnahme in Höhe
von 12654000 Mark, b) die Ausgabe mit 328700 Mark
zu bewilligen, e) dem Antrag Raab keine Folge zu
geben.
Abg. Auler tritt für das Projekt Bensheim=
Lin=
denfels ein und bittet den Herrn Finanzminiſter,
die=
ſem Projekt dasſelbe Intereſſe entgegenzubringen, wie
es ſein Herr Vorgänger tat. — Finanzminiſter Braun
Exz. erklärt, ſein perſönliches Intereſſe ſei wohl
vor=
handen, aber ohne Einfluß auf die Sache. Sachlich
ſteht die Angelegenheit ſo, daß der Zuſchuß der
Regie=
rung mit 30 Prozent bereits geſetzlich feſtgelegt iſt.
Es hängt jetzt allein von den Entſchließungen des
Kreisausſchuſſes bezw. Kreistages ab, ob das Projekt
verwirklicht wird. — Abg. Raab bringt einen neuen
Antrag ein, 6000 Mark mehr in Ausgabe
einzu=
ſtellen, um den heſſiſchen Beamten der ehemaligen
Main=Neckarbahn Wohnungsgeldzuſchuß zu gewähren.
Er vertritt dieſen Antrag in längerer Rede. — Abg.
Noack befürwortet dieſen Antrag.
Finanzminiſter Braun Exz. erklärt auf eine
Aeußerung Raabs, Heſſen ſei in dem Vertrag von
Preußen „düpiert” worden, man möge doch einem
Mi=
niſter, von dem man die Verwirklichung des
Reviſionsgedankens erhoffe (Hört!) die
Stellung nicht durch ſolche ſachlich nicht gerechtfertigte
Ausdrücke unnötig erſchweren. — Abg. Ullmann
bringt Mißſtände in Vilbel zur Sprache. —
Mini=
ſterialrat Süffert tritt dem Antrag Raab entgegen.
Es ſei durchaus falſch, wenn geſagt wurde, die Beamten
wüßten nicht, ob ſie nach Preußen oder nach Heſſen
ge=
hören. Ihre Stellung ſei durch den Vertrag genau
geregelt. Die Beamten möchten nur gerne zu den
heſſiſchen Bezügen noch die preußiſchen haben, das ſei
unbillig. — Abg. Molthan tritt dem Antrag Raab
ebenfalls entgegen. Wenn man dieſen Antrag bewillige,
würden noch eine ganze Reihe anderer Beamten mit
gleichen Wünſchen kommen. Redner befürwortet dann
die Projekte Bensheim-Lindenfels, Reichelsheim-
Fürth und Goddelau-Guſtavsburg. — Abg. Eibach
tritt für den Bahnbau Sprendlingen-Kreuznach ein.
— Abg. Oſann befürwortet den Antrag Raab. Es
ſei ungerecht, daß man den Beamten, die doch heſſiſche
ſeien, keinen Wohnungsgeldzuſchuß bewillige, den doch
alle anderen Beamten bekommen. Der Uebergang der
heſſiſchen Beamten in preußiſchen Dienſt ſei ihnen
er=
ſchwert worden, weil ihnen keine Garantie gegeben
war, daß ſie in den gleichen Stellen beſchäftigt würden.
Es handle ſich nur um eine geringe Anzahl von
Per=
ſonen, deren berechtigte Wünſche man doch erfüllen
möge. Redner hofft, daß die Bahn Bensheim-
Linden=
fels ſich endlich bald verwirklichen möge. — Abg.
Weber bringt Mißſtände im Bahnhof Schotten zur
Sprache. — Abg. Brauer tritt zum ſo und ſo vielten
Male für das Projekt Mücke-Ulrichſtein ein. — Abg.
Pennrich iſt auf der Tribüne nicht zu verſtehen.
Abg. Orb dankt für die Abſtellung der Mißſtände in
Sprendlingen-Ober=Roden und äußert einige Wünſche
bezüglich der Verbindungsſtrecke Meſſel (Bahnhof) nach
Dietzenbach, wodurch eine beſſere Verbindung zwiſchen
Darmſtadt und Offenbach erreicht würde. — Abg.
Bähr tritt für den Antrag Raab ein und empfiehlt
das Projekt Hanau-Büdingen. — Abg. Auler (ſchwer
verſtändlich) referiert über den gegenwärtigen Stand
des Projekts Bensheim-Lindenfels. — Abg. Noack
tritt nochmals für den Antrag Raab ein.
Finanzminiſter Braun Exz. meint, die Sache
hätte budgetrechtliche und verfaſſungsrechtliche
Bedeu=
tung. Selbſt wenn der Antrag Raab angenommen
würde, könnte das nur ein Erſuchen für die Regierung
ſein, dem ſie aber vorausſichtlich nicht entſprechen
könne. Was die vielen genannten Wünſche betrifft,
ſo könne Redner ſich unmöglich von vornherein mit
einer ſolchen Menge von Projekten bepacken.
Prin=
zipiell ſei ſein Standpunkt den Nebenbahnen gegenüber
der gleiche wie der ſeines Amtsvorgängers: Wenn die
Intereſſenten 70 Prozent des Riſikos übernehmen,
könne der Staat auch ſein Anteil mit 30 Prozent
über=
nehmen. Unter anderen Bedingungen könnten keine
neuen Bahnen gebaut werden. — Miniſterialrat
Süf=
fert äußert ſich aufklärend zu den einzelnen Projekten
und legt dar, daß dem Antrag Raab geſetzliche
Beſtim=
mungen entgegenſtehen. — Abg. Schönberger ſpricht
für das Projekt Reichelsheim-Fürth. — Abg. Hauck
beſpricht den Bahnhofsumbau Babenhauſen und tritt
für das Projekt Groß=Zimmern-Groß=Umſtadt ein.
Abg. Raab tritt nochmals für ſeinen Antrag ein.
Nach dem Schlußwort des Berichterſtatters Abg.
Mol=
than wird der Ausſchußantrag
angenom=
men und der Antrag Raab wird mit 2. Stimmen
Mehrheit abgelehnt. Es tritt dann eine Pauſe ein.
Um 1¼ Uhr werden die Verhandlungen wieder
aufgenommen. Kapitel 11, Lotterie, wird mit
806000 Mark in Einnahmen debattelos angenommen.
Kapitel 12, das die Stenererhöhung
be=
trifft, wird ausgeſetzt. Es ſoll in einem
be=
ſonderen Bericht behandelt werden.
In der 6. Hauptabteilung, Landſtände, wird zu
Kapitel 13 vom Ausſchuß beantragt, für die
Gewäh=
rung freier Fahrt der Abgeordneten auf
den preußiſch=heſſiſchen Staatsbahnen eine jährliche
Entſchädigung von 14000 Mark zu gewähren. Es ſind
zu dieſem Zwecke 6000 Mark mehr einzuſtellen.
Im Intereſſe von Erſparniſſen bei den Druckkoſten
wird hier auf Anregung des Vorſtandes der Zweiten
Kammer ein Strich von 4000 Mark vorgeſehen,
dem ſich der Ausſchuß anſchließt. Abg. Beſt ſpricht
ſich gegen die Pauſchalgebühr für die Freifahrt aus,
da die Mehrausgabe in der gegenwärtigen
ungün=
ſtigen Zeit nicht zu rechtfertigen ſei. Doch wird der
Ausſchußantrag — in Ausgabe infolge der Koſten der
Zweiten Kammer geſtrichenen 4000 Mark und unter
Berückſichtigung der nach Obigem für Freifahrtkarten
zuzuſetzenden 6000 Mark — 142458 Mark zu
be=
willigen — angenommen. Gegen den Antrag
ſtimmten die Abgg. Dr. Oſann, Beſt, Stoepler,
Heidenreich und Reinhart.
Einige Kapitel werden debattelos erledigt. Zu
Kap. 17, Oberrechnungskammer, liegt ein
An=
trag Weber u. Gen. vor, „die Regierung zu erſuchen,
einen Geſetzentwurf vorzulegen, nach welchem
Gebüh=
ren für die Viſitations= und Reviſionstätigkeit der
Oberrechnungskammer erhoben werden und hierdurch
ein erheblicher Teil der Koſten gedeckt wird”. — Nach
der Zuſage ſeitens des Herrn Staatsminiſters iſt
dem=
nächſt ein Geſetzentwurf im Sinne des Antrags Dr.
Weber zu erwarten, der nach ſeiner ſtändiſchen
Ver=
abſchiedung ſchon im nächſten Staatsvoranſchlag ſdie
Koſten des Staats für die Oberrechnungskammer
weſentlich herabmindern wird. Damit iſt der Antrag
Dr. Weber u. Gen. erledigt. Der Perſonaletat der
Oberrechnungskammer führte im Ausſchuß zu
länge=
ren Auseinanderſetzungen, welche ſchließlich zu den
folgenden Anträgen führten: 1. Die Mehrheit des
Aus=
ſchuſſes beantragt: Zu Titel 1, perſönliche Ausgaben:
2 Oberrechnungsräte, 1 Sekretär und 1 Kanzliſt auf
den Inhaber zu bewilligen. 2. Ein
Ausſchußmit=
glied beantragt: Strich der Juſtifikatur, 2.
Ab=
teilung. 3. Der Ausſchuß beantragt: in Einnahme
986 Mark und 150000 Mark vorbehältlich der
Geneh=
migung der Regierungsvorlage durch beide Kammern,
in Ausgabe 283302 Mark zu bewilligen. 4. Der
Aus=
ſchuß beantragt: Die Kammer wolle beſchließen, die
Regierung zu erſuchen, in Verbindung mit der Vorlage
zur Vereinfachung der Staatsverwaltung eine
Re=
organiſation der Oberrechnungskammer
durchzufüh=
ren, insbeſondere unter dem Geſichtspunkt der
Dezen=
traliſation und der Anſtellung von Reviſionsbeamten
bei den Lokalverwaltungsbehörden zwecks
Aufheb=
ung oder Entlaſtung der Juſtifikatur II.
In der Abſtimmung wendet ſich Staatsminiſter
Ewald Exz. energiſch gegen den Punkt 2 des
An=
trages, der infolge unverſtandener Frageſtellung ſchon
angenommen war. — Abg. Ulrich ändert dann
den Antrag dahin ab, daß man ſämtliche Beamte der
Inſtifikatur II nur auf den Inhaber bewilligen ſoll. —
Auch hiergegen wendet ſich Staatsminiſter Ewald
Exz.: Man könne unmöglich die Juſtifikatur ſtreichen,
bevor die Reorganiſation durchgeführt worden iſt. Die
vorhandene Arbeit müſſe doch gemacht werden. — Nach
längerer Debatte wird der Antrag zu Poſ. 1
ange=
nommen, zu Poſ. 2 abgelehnt, zu Poſ. 3—5
an=
genommen.
Debattelos werden erledigt die Kapitel 18, 19, 20,
21, 22. Damit iſt das Miniſterium der
Finan=
zen erledigt. Nächſte Sitzung Dienstag 9 Uhr.
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Nummer 56.
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Katholiſche Mädchenſchutzverein..
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Einladung.
Donnerstag, 24. März, nachmittags 3½ Uhr,
findet im Nebensaale des Restaurants „Zur Oper‟
die ordentliche Generalverſammlung
obiger Kaſſe gemäß § 37 des Statuts ſtatt.
Tagesordnung:
Vorlage der Jahresrechnung, Bericht über dieſelbe und Abänderung des § 3
(5124if
der Statuten.
Der Vorſtand:
L. Lind, Schriftführer.
R. Reuter, Vorſitzender.
Kae
eüſt
Hanprareſammlung
Oſ
autg I.
des Raufmuaniſchen Vereins weiblicher Angeſtellter.
Mittwoch, den 9. März, abends ½9 Uhr, im Vereinslokal
Karlſtraße 16.
Tagesordnung: Bericht des Vorſtandes, Rechnungsablage und Neuwahl des Vorſtandes.
(4924si
Wir laden unſere Mitglieder hierzu freundlichſt ein.
Der Vorstand.
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Jedermann kann in diesem gemeinnützigen institut mit 60 Pfg.
Mitglied werden.
Die Erübrigung wird am Jahresschluß nach Maßgabe der Waren-
(3098a
entnahme an die Mitglieder verteilt.
5
9)
8
IIniniinaf
[ ← ][ ][ → ]Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910.
Nummer 56.
jbhenlohe
Ialer-MlOcken
geben delikate Suppen,
rühstück für Alt u. Jung.
Bewährte Kindernahrung.
In gelben Paketen mit dem Bilde der Sohnitterin,
Vermiſchtes.
— Arkeley=Artillerie vor 200 Jahren. In der
Großh. Hofbibliothek zu Darmſtadt befindet ſich ein
Buch: Theatri Machinarum von Zeiſing, gedruckt in
Leipzig 1708, in welchem vielerlei über Kanonen und
Geſchütze jener Zeit, die damals auch zu den Machinen
gerechnet wurden, mitgeteilt wird. Wenn Kennern auch
das meiſte bekannt ſein dürfte, ſo iſt die ganze
Dar=
ſtellung ſo originell und ausführlich, daß ihre
Wieder=
gabe wohl bei vielen Intereſſe erregen wird. Zeiſing
ſchreibt: „Die Machinae, welche vom Feuer und Dunſt
ihren Trieb haben, die können itziger Zeit die
aller=
kräftigſte und mächtigſte Wirkung thun, als da ſeynd
unſere grauſame und erſchreckliche Tormenta bellica,
welche Pyrobalistae können genennet werden, daraus
wir mit großem Krachen und Donner können ganze
Städt und Feſtungen zu Grunde umkehren. Solche
ſind vielerley Manier, werden auch noch täglich neu
er=
funden. Aller Geſchlecht aber großer Buchſen oder
Ge=
ſchütz, ſie werden genennet wie ſie immer wollen, ſo
ohngefährlich in und vor Beſatzungen, zu Füllung der
Gemäuer und anderm gebraucht, und aus den Achſen
abgeſchoſſen werden, ſind fürnehmlich achte, unter welchen
die erſten 4 über ihre ſonderbare und hernach vermeldete
Name, von des Gebrauches wegen, ſämptlich in gemein
Mauerbrecher: die andern vier Geſchlecht aber
Feld=
geſchütz heißen.
I. Das erſte unter obgemeldeten Geſchlechten iſt die
ſcharffe Metz, ſchießet gewöhnlich hundert, auch etwan
mehr oder weniger Pfund Eiſen. II. Canon, das ander
Geſchlecht, welches man auch Baſilisk und Notbuchs
nennet, ſchießet ungefähr 75 Pfund Eiſen. III. Die
Singerin, desgleichen die Nachtigall, welche am Rohr
2 Schuch länger, ſchießen zugleich bei 50 Pfund Eiſen.
IV. Die Quartana, Carthauna oder viertel Büchſen,
führet 25, auch etwan weniger oder mehr Pfund Eiſen.
V. Das fünfte unter allen, das erſte Stück aber unter
dem Geſchlecht der Feldgeſchütz, iſt die Veſt= oder
Noth=
ſchlange, ſo man auch Drachen nennet, ſchießet
unge=
fährlich 16 biß 18 Pfund Eiſen. VI. Die Schlange
ſchießet beyläufig acht Pfund Eiſen. VII. Die Falkona
oder halbe Schlange ſchießet ungefährlich eine eiſerne
Kugel 4 bis in 5 Pfund ſchwer. VIII. Ein Falke
ſchießet gewöhnlich 2 Pfund Bley. Obwohl vor Alters
die Büchſengießer bei erzählten achterley Geſchlechten
großer Geſchütz geblieben, und die Büchſenmeiſter ſich an
demſelben haben begnügen laſſen, ſo ſeyn doch hernacher
aus genugſamen Urſachen viel und mancherley Stück
unterſchiedliches Gewichts, beydes an Rohr und Kugeln
gegoſſen und mit ſonderbaren Namen genennet worden.
Damit man aber auch aller Sort großer Büchſen, wie
derſelben Kugeln, die ſie führen, je von fünf biß zu
5 Pfund aufſteigen, und itziger Zeit ohngefähr, von den
vürnehmſten Büchſenmeiſtern genennet werden, zu
er=
kennen wiſſen, habe ich dieſelben nach der Ordnung
folgendes geſetzt.
Und wollen abermals die ſcharffe Metzen zu einem
Anfang nehmen, welche wie vorgemeldt 100 Pfund
Eiſen ſchießet. Die halbe ſcharffe Metz aber ſchießet bei
95 Pfund Eiſen. Eine Trommeten führt 90 Pfund
Eiſen. Item, eine große Doppel=Carthaune 85 Pfund
Eiſen. Eine halbe Doppel=Carthaune 80 Pfund Eiſen.
Eine Falck=Kugel aber wieget 75 Pfund Eiſen. Item
eine Doppel=Quartier=Carthaune 70 Pfund Eiſen. So
ſchießet ein Aff 65 Pfund Eiſen. Die Carthaune aber
60 Pfund Eiſen. Item ein Püffel ſchießet 55 Pfund
Eiſen. Eine halbe Carthaune führet eine eiſerne Kugel
50 Pfund ſchwer. Eine Nachtigall 45 Pfund Eiſen. Die
Büchs Baſilisk genannt, ſchießet 40 Pfund Eiſen. Eine
Quartier=Carthaune 35 Pfund Eiſen. Item eine ganze
Nothſchlange ſchteßet 30 Pfund Eiſen. Eine halbe
Noth=
ſchlange aber 25 Pfund. Eine ganze Feldſchlange führet
20 Pfund Eiſen. Eine halbe Feldſchlang 15 Pfund Eiſen.
Die Quartierſchlange ſchießet 10 Pfund Eiſen. Eine
Falkona 5 Pfund Eiſen. Endlich ein Falkonet ſchießet
etwa 1½ Pfund Eiſen oder 2 Pfund Bley.
Außerhalb dieſer Ordnung ſind und folgen die
übrigen Geſchoß, als Stein= und Feuerbüchſen, Streu=,
Hagel= und Orgelgeſchütz, Serpentin und Bockſtacket,
Doppel und halbe Hacken, Muſqueten, Karabiner,
Piſtolen und anders Handgeſchoß, ſampt dem Werkzeug
als Mörſer, Narren, Böler mancherley Sorten,
deß=
gleichen auch mancherley Petarden und Sprengzeug, und
was weiter bey der Arkeley gebräuchlich.”
F. B.
C.K. Die Tortur im Lande der Freiheit. Trotz der
immer wachſenden Empörung gegen die von der
ameri=
kaniſchen Polizei angewandten Mittel, um in
Unter=
ſuchungshaft befindlichen Angeklagten Geſtändniſſe zu
erpreſſen, wird die von den Amerikanern erſonnene
Seelenfolter, die ſogenannte „dritte Form”, immer
häufiger angewandt. Für die Gegner der moraliſchen
Marter und die Vorkämpfer der Anſchauung, nach der
Verhaftete bis zur Ueberführung ihrer Schuldigkeit als
Unſchuldige behandelt werden ſollen, bedeutet der jüngſte
Erfolg, den die New=Yorker Polizei durch ihre grauſame
Methode errungen hat, einen ſchweren Schlag. Die
„New=York Times” geben eine genaue Schilderung des
Verfahrens, durch das man einer jungen Finnländerin,
Emilia Sara, das Bekenntnis ihrer Mitwiſſerſchaft an
einem Verbrechen entlockt hat. Eine Frau Johanſen
wurde ermordet, ihr Gatte als Mörder verhaftet, aber
da die Behörde ſchlagende Beweiſe nicht herbeiſchaffen
konnte, entſchloß man ſich, Emilia Sara, die durch ihre
nahe Freundſchaft mit dem Ehepaar Johanſen die
Ver=
hältniſſe genau kannte, durch die „dritte Form” zur
Beichte zu zwingen. Das Syſtem, das dabei
ange=
wandt wird, ſucht durch fortgeſetzt ſeeliſche Foltern die
Widerſtandskraft zu brechen, nachdem durch
vollkom=
mene Ruheloſigkeit und durch Verringerung der
Nahr=
ung auch die körperliche Kraft der Verhafteten
er=
ſchüttert iſt. Um 3 Uhr nachmittags begann man bei
Emilia Sara mit dieſer modernen Folter. Eine Reihe
von Beamten löſte ſich gegenſeitig ab; auf dieſe Weiſe
wurde Emilia Sara unausgeſetzt und ohne die
ge=
ringſte Unterbrechung unter ein unaufhörliches
Kreuz=
feuer von Fragen gebracht. Bis Mitternacht wurde
ſo das Verhör fortgeſetzt. Schon am frühen Morgen
begann man aufs neue mit der „dritten Form‟ Der
Gefangenen wurde kein Frühſtück verabreicht, ſie
er=
hielt nur ein Glas Waſſer, unausgeſetzt hatte ſie Fra=
gen zu beantworten und Verdächtigungen zu en
lräften. Dann brachte man die Erſchöpfte in 8
Morgue und ſtellte ſie dem Leichnam der
Ermordet=
gegenüber. Bei dem Anblick der Toten ſchien
völlig erſchöpfte Frau einer Ohnmacht nahe, ſie ta
melte ſchwankend zurück, aber ſie geſtand nur, daß
die Tote wiedererkenne: Man brachte ſie dann unt
fortwährenden Fragen zum Staatsanwalt, wo. e
zweiſtündiges Krenzverhör ſtattfand. Schließlich ve
mochte ſie den Peinigungen dieſer ſeeliſchen Folt
und der körperlichen Entkräftung nicht länger
widerſtehen: nachmittags um 3 Uhr brach ſie völl
nieder, ein Nervenanfall erſchütterte den Körper,
weinte und erklärte ſich bereit, „alles zu geſtehen”
hanſen hatte ihr in einer Stunde verzweifelter Re
eine Mordtat geſtanden und in einer Aufwallung v
Mitleid hatte ſie den Mann nicht angezeigt, der i
erzählt hatte, daß ſeine Frau ihn verlaſſen hatte u
fortgereiſt war. Die Art, wie die Polizei dies Geſtär
nis erpreßte, wird trotzdem vielfach verurteilt. We
auch in einigen Fällen wichtige Beichten erzielt wi
den, ſo fehlt es doch nicht an Beiſpielen, wo durch di
Methode Unſchuldige zu falſchen Geſtändniſſen gebra
wurden, die ſich dann in der verzweifelten Hilfloſigk
und unter dem Drucke der ſeeliſchen Folter aller V.
brechen bezichtigten, die man ihnen unterſchob, nur
der „dritten Form” zu entrinnen.
„Das dreifache Gewicht.”
Mühlacker (Württ.), 3. April 1908
„Mit 10 Wochen war unſer kleiner Alfred noch ſo zurückgeblieb
daß er kaum 6 Pfund wog, da die ihm dargereichte Nahrr
ihn nicht recht zu kräftigen ſchien. Wir verſuchten nun, d
Kleinen reinen Lebertran zu geben, doch verfehlte dieſes Mi
ſeinen Zweck vollſtändig, da der Junge eben zu ſchwach war,
es verdauen zu können. Da griffen wir denn, als allesn
anſchlagen wollte, zu Scotts Emulſion und können heute
Freuden mitteilen, daß dieſe gerade Wunder wirkte, denn
dem Tage an, wo wir Scotts Emulſion angewandt haben, t
eine vollſtändige Aenderung im Befinden unſeres Söhnchens
Er nahm die Nahrung wieder gern, kam nach und nach wie
zur Ruhe und ſchläft jetzt faſt die ganze Nacht hindurch.
merken möchten wir noch, daß das Kind heute gerade ein J
alt iſt und faſt das dreifache Gewicht hat.”
(5124
(gez.) J. Kaiſer
Jede Mutter, die Aehnliches mit ihren kleinen Lie
lingen durchzumachen hat, ſollte ni=
3
zögern, auch bei ihnen durch Anwendu
8.
von Scotts Emulſion eine gedeihliche E
wickelung herbeizuführen. Scotts
Emuſſi=
enthält in leicht verdaulicher Form eine Re
Ga
wichtigerBeſtandteile, die für dieEntwickelu
eines ſtarken, geraden Knochenbaues une
te
behrlich ſind. Im Gegenſatzzum gewöhnlich
s Lebertran ſchmeckt Scotts Emulſion e
ee
genehm ſüß und wird darum auch wi
immer gern genommen. Scotts Emulſi
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Nummer 56.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910.
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Off. erbet. u. § 68 an die Exped. (*5380soi
den geehrten
mich) Herrſchaften
Seite 20₰
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 8. März 1910.
Jeder
oder Jeder, der in abſehbarer Zeit ein
Klavier kaufen will, ſollte in ſeinem
eigenen Intereſſe nicht verſäumen
2
vor Antauf
6
28
Klavierkäufer
ß
eines Inſtrumentes die Frage zu
prüfen, ob es nicht weit zweckmäßiger
iſt, an Stelle des bisher üblichen
Klaviers, des einfachen Pianinos, für
einen relativ geringen Mehrpreis ſich
§ das neue, in allen muſikaliſchen Kreiſen
2 Aufſehen erregende, bereits mehrfach 8
mit großem Erfolg öffentlich vor=
(85
geführte
85
Perzing=Harfen=
6
Eembalo=K
Mrädtel
(Deutſches Reichspatent angemeldet.)
anzuſchaffen. Dieſes Klavier, welches
in erſter Linie ein volltönendes
6
Pianino iſt, dann aber durch eine
ſinnreich konſtruierte Einrichtung die
Möglichkeit bietet,
e ausserdem als Harfe u. Lembalo
zu dienen, iſt nach ſachverſtändigem
Urteil berufen, neben anderen Zwecken
6
auch insbeſondere
2.
(65
3 der Hausmuſtk
5neue Bahnen zu weiſen, indem es
ſich abwendend von der rauſchenden
modernen Alltagsmuſik beſonders
8
zur stilgetreuen Wiedergabe
8
4
älterer Kompoſitionen eignet. Der
intime diskrete Ton des Inſtrumentes
§bietet ſoviel eigenartigen Klangreiz
für jedes muſikaliſche Ohr, und die
Wiedergabe der herrl. alten
Meiſter=
werke umweht ein ſo ſtimmungsvoller
Klangzauber, daß man ſich dem Bann
dieſer Wirkung nicht entziehen kann
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Jahrhunderte ſich zurückverſetzt glaubt.
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Großherzogliches Hofthean
Dientsag, den 8. März 1910.
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van Bett, Bürgermeiſter
von Saardam
Hr. Hoff
Marie, ſeine Nichte .
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Lord Syndham
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Marquis von Chateauneuf Hr. H. H
Witwe Brown,
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meiſterin . . . . . . Fr. Rudr
Ein Offizier .
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Ein Ratsdiener
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18
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T 56 an die Exp. ds. Bl.
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T
Frl. Hedwig Bruke
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Nach dem 1. Akte findet eine län,
Pauſe ſtatt.
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(Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag)
zur Vorführung gelangende vollſt. neue
Weltſtadt=
Prsgramm
mit nur erſtklaſſigen, hervorragenden
Nummern ausgewählt, anzuſehen.
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(Kleine Preiſe)
Proſzeniumsloge 5 Mk., Fremdenloge 5
Balkonloge 4.50 Mk., 1. Rang 4 Mk., 2.?
(1. bis 6. Reihe) 2.— Mk., (7. und 8.
1.60 Mk. Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 3.5
(14. bis 20. Reihe) 3.— Mk., Parterre. (
5. Reihe) 2.20 Mk., (6. bis 8. Reihe) 1.80
1. Galerie 1.— Mk., 2. Galerie 50
Anfang 7 Uhr. — Ende 10 Uhr
Kartenverkauf von 11—1 Uhr und
6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellun
Mittwoch, 9. März. 135. Ab.=V
D 34. „Das Konzert” Große
Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 10. März. 136. Ab.=
B 35. „Martha”. Kl. Pr. Anf.
Aus dem Spielplan.
Freitag, den 11. März 1910.
Außer Abonnement.
Vorſtellung bei Abonnementspr
Anfang 7 Uhr.
Prima- Ballerina.
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dem Komponiſten.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 4.— Mk., Fremd
4.— Mk., Balkonloge 3.50 Mk.,
3.— Mk., II. Rang 1.50 Mk.,
2.50 Mk., Parterre 1.80 Mk., Erſte
1.— Mk., Zweite Galerie 50 Pf
Der Kartenverkauf zu
dieſe=
ſtellung findet Donnerstag, den 10.z
a) für die Galerien von 1 bis 1½
b) für die anderen Plätze von 31
5 Uhr, ſowie Freitag, den 11.
Mär=
mittags von 11 bis 1 Uhr, für diOch
vorhandenen Plätze an der Tageskaſſ Elt
Am linken Schalter werden nur St.
Karten abgegeben, am rechten Schalt Elle
übrigen Karten.
Die Erhebung der 4. Ra
4
Abonnementsgeldes für die Spielzeit
findet Montag, den 7. bis Mittwoe
9. März 1910, nachmittags von
Zahlſtelle: Veſtib n
5 Uhr, ſtatt.
Hoftheater. — Die Abonnenten
freundlichſt gebeten, die erhaltenen
bei der Zahlung zur Quittierung ve
zu wollen.
n
ſitz
Tie