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173. Jahrgang
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verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Die Aufhebung der ſtädtiſchen
Verbrauchs=
abgaben.
*⁎* Der Termin, an welchem der § 13 des letzten
Zolltarifgeſetzes in Kraft tritt, iſt nahe
heran=
gerückt und vom 1. April d. J. ab dürfen für Rechnung
von Kommunen oder Korporationen Abgaben auf
Ge=
treide, Hülſenfrüchte, Mehl und andere Mühlenfabrkiate,
desgleichen auf Backwaren, Vieh, Fleiſch, Fleiſchwaren und
Fett nicht erhoben werden. Auf die Erhebung von
Ab=
gaben von dem zur Bierbereitung beſtimmten Malz ſeitens
der Kommunen findet dieſe Beſtimmung keine Anwendung,
ſie iſt aber ohnehin ſchon für viele Städteverwaltungen
Gegenſtand ernſter Sorge geweſen, weil jene
Verbrauchsabgaben in zahlreichen Gemeinden eine der
wichtigſten Einnahmequellen bildete, für welche ſich nur
ſchwer Erſatz beſchaffen ließ. Infolgedeſſen wurde
mehr=
fach verſucht, den § 13 des Zolltarifgeſetzes wieder zu
be=
ſeitigen oder doch wenigſtens die Inkraftſetzung weiter
hinauszuſchieben.
Gegner der indirekten Steuern müßten die Aufhebung
der ſtädtiſchen Verbrauchsabgaben freudig begrüßen, aber
auch hier zeigt es ſich, daß Theorie und Praxis ſich nicht
immer decken. Die Kommnnalverwaltungen vertraten die
Anſicht, daß die Beſeitigung dieſer Abgaben in den
Ge=
meinden eine bedeutende Erhöhung der direkten Steuern
und damit eine Mehrbelaſtung auch des wirtſchaftlich
ſchwächeren Teils der Bevölkerung zur Folge haben werde,
und auch die Reichsregierung ſprach ſich in der
Tarifkom=
miſſion gegen die Aufhebung des ſtädtiſchen Oktroi aus.
Aber die Mehrzahl der Kommiſſionsmitglieder war für den
§ 13, wobei zum Teil parteitaktiſche Erwägungen den
Aus=
ſchlag gaben. Das iſt denn auch wohl der Grund, daß alle
Beſtrebungen nach Beſeitigung des ominöſen Paragraphen
keinen Erfolg hatten, und ſchon die im September 1905 in
Mannheim abgehaltene Konferenz der Städte, in denen
noch Abgaben auf Lebensmittel erhoben werden, ſah von
einem Antrage auf völlige Außerkraftſetzung des § 13 ab
und beſchränkte ſich darauf, auf eine Hinausſchiebung des
Termins bis zum Jahre 1917 hinzuwirken, wo die Han=
Delsverträge ablaufen, und bis wohin man hoffte, Erſatz
für die ausfallenden Einnahmen beſchaffen zu können.
Der letzte Verſuch,, eine Verlängerung des Termins
zu erreichen, wurde im vorigen Jahre gemacht, wo der
Reichstag über eine diesbezügliche Petition zu beraten
hatte. In der Kommiſſion war bereits eine Mehrheit für
Hinausſchiebung des Termins bis zum 1. April 1914
vor=
handen, weil bis dahin die bayeriſche Steuerreform
durch=
geführt ſein würde, und auch die bayeriſchen, ſächſiſchen
und preußiſchen Regierungsvertreter zeigten ſich dieſem
Vorſchlage geneigt, aber bei der definitiven Abſtimmung
erhielten die entſchiedenen Gegner der Antaſtung des § 13
ſo viel Sukkurs von anderen Parteien, daß der Uebergang
zur Tagesordnung und damit die Ablehnung der Petition
beſchloſſen wurde. Die Kommunen müſſen nun ſehen, wie
ſie ſich mit dem Unabwendbaren abfinden, ſie dürften ſich
inzwiſchen ſchon den erforderlichen Erſatz, insbeſondere
auch durch Ausgeſtaltung der Wertzuwachsſteuer, beſchafft
Zaben. Es bleibt nur zu wünſchen, daß die Aufhebung des
ſtädtiſchen Oktroi auch den mit dieſer Maßnahme
ange=
ſtrebten Zweck erreicht, in den in Frage kommenden
Städten die notwendigſten Lebensmittel für
die Bevölkerung zu verbilligen.
Der „Fall Wedel”.
* Wie aus Berlin gemeldet wird, wird ſich der
Statt=
palter Graf Wedel kommende Woche von
Straß=
zurg nach Berlin begeben. Es handelt ſich um die der
Reichsregierung zu gebende Aufklärung über das
Verhalten der Gräfin Wedel gegenüber dem zu Gefängnis
terurteilten Reichs= und Landtagsabgeordneten Wetterlé.
Wie von einer dem Statthalter naheſtehenden Seite
ver=
ichert wird, hat dieſer das Vorgehen ſeiner Gemahlin, das
ruch als eine Beleidigung der Juſtiz bezeichnet und
auf=
refaßt wird, erſt aus den Zeitungen post kestum erfahren.
Trotzdem erſcheint ſeine Stellung durch dieſen bedenklichen
Jorgang erſchüttert. Wie aus Metz gemeldet wird, erregt
ie Angelegenheit in den altdeutſchen Kreiſen peinliches
Tufſehen, da man bei allen Zugeſtändniſſen an die
Be=
echtigung der Gräfin, perſönlich liebenswürdig zu ſein,
Dem gegenüber es ihr gefällt, in ihrer Handlungsweiſe
ine über das Gebiet der perſönlichen Liebenswürdigkeit
hinausgehende Durchkreuzung der vom Statthalter
einge=
ſchlagenen Politik ſieht. Die Angelegenheit war
einge=
weihten Kreiſen ſchon ſeit längerer Zeit bekannt, mit
Rück=
ſicht auf die Perſon des Statthalters aber der
Oeffentlich=
keit nicht übergeben worden. Sie gewinnt doppelt an
Be=
deutung angeſichts des Umſtandes, daß Graf Wedel ſeit
einiger Zeit anſcheinend Befürworter eines von ſeinem
urſprünglichen Standpunkt etwas abweichenden Kurſes
geworden iſt. Als äußeres Anzeichen dafür betrachtet man
die Tatſache, daß der Statthalter allen
Landesausſchuß=
ſitzungen ferngeblieben iſt, während er vergangenes Jahr
zu ihren regelmäßigen Teilnehmern gehörte. — Von der
Preſſe der lothringiſchen Hauptſtadt nimmt die liberale
„Metzer Zeitung” entſchieden Stellung gegen das
Vor=
gehen der Gräfin, während die „Lothringer Volksſtimme‟
ihre Parteifreunde im Oberalſaß zu decken ſucht und ſich
lediglich zu einem leiſen Tadel an Wetterlé aufrafft. Dieſer
habe die Pflicht der Diskretion verletzt. Von Berlin aus
iſt über die Angelegenheit Bericht eingefordert worden.
Im übrigen legen ſich die Blätter bei der Erörterung
der Angelegenheit kaum noch Zurückhaltung auf.
Die „National=Zeitung” ſchreibt zu der
Ange=
legenheit: Von gut unterrichteter Seite wird uns berichtet,
daß die Angelegenheit Wedel.=Wetterls in maßgebenden
Berliner Kreiſen aufs peinlichſte berührt habe. Gewiß hat
die Angelegenheit nur indirekt mit der Politik etwas zu
tun, aber man hätte unter allen Umſtänden von der
Ge=
mahlin des Statthalters der Reichslande das Gefühl dafür
vorausſetzen dürfen, daß ſie eine höchſt beklagenswerte
Taktloſigkeit beging, als ſie dem wegen ſeiner
chauviniſti=
ſchen, Haltung bekannten Führer der franzöſiſchen Partei
im Elſaß eine ſo wenig angebrachte Liebenswürdigkeit
er=
wies. Man ſteht dem Schritt der Gräfin völlig
verſtänd=
nislos gegenüber und kann als einzig mildernden
Um=
ſtand nur die Tatſache gelten laſſen, daß die Gräfin keine
Deutſche iſt, ſondern dem alten ſchottiſchen Grafengeſchlecht
Hamilton angehört und in Schweden geboren iſt. Läßt
man aber dieſes Argument zugunſten der Gräfin gelten,
ſo bleibt doch die Frage offen, ob unter dieſen Umſtänden
ihr Gatte auf einem ſolchen Poſten, wie er ihn zurzeit
be=
kleidet. der geeignete Mann iſt. Dieſe Frage werde in
allernächſter Zeit vorausſichtlich ſo akut werden, daß ſchon
heute mit dem Rücktritt des Statthalters gerechnet werden
könne.‟ — Die „Münch. Neueſt. Nachrichten”
ſchrei=
ben: „Es iſt ſchwer faßlich, den Gedanken zu begreifen, der
die Gemahlin des Statthalters des Reichslandes in ihrem
höchſt bedauerlichen Verhalten zu dem Abbs Wetterlé
ge=
leitet. Frau Gräfin Wedel iſt eine Schwedin, eine
gebo=
rene Hamilton, die Graf Wedel während ſeiner
Geſandten=
zeit in Stockholm geheiratet hat. Die Gräfin iſt bekannt
dafür, daß ſie trotz guter Kenntniſſe der deutſchen Sprache
das Franzöſiſche vorzieht. Aber daß ſie einen ſo fanatiſchen
Deutſchenhaſſer, wie den Abbé Wetterlé, während einer
Gefängnisſtrafe, die ſchwere Beleidigung eines deutſchen
Beamten ihm eingebracht hatte, zu einem Ballfeſt einlädt
und ihm überdies mit einem artigen franzöſiſchen Brief
Geſchenke für ihn und ſeine Mutter zuſchickt, das mag der
politiſchen Abſicht entbehren, hat aber ſicher eine höchſt
un=
erfreuliche politiſche Wirkung. Herr Wetterlé und ſeine
Freunde nützen dieſen Triumph weidlich aus. Die Gegner
der reichsländiſchen Autonomie ſehen darin den Beweis
eines ſchlaffen Regiments à la Manteuffel, das die
Be=
gehrlichkeit der Franzoſen nur ermutigt, und die Autorität
des Statthalters iſt durch die Unvorſichtigkeit ſeiner
Ge=
mahlin auch dann geſchädigt, wenn Graf Wedel um die
ganze Sache was wahrſcheinlich iſt, nicht gewußt hat und
ſie nicht billigt. So kann der Vorgang ſehr ernſte Folge
haben. Kleine Urſachen — große Wirkungen.”
Die Präſidentenwahl in Braßilien.
** Bei der Präſidentenwahl in Braſilien erhielten,
ſoweit bis Mittwoch abend bekannt war, Hermes da
Fonſeca 102000, Barboſa 52000 Stimmen.
Marſchall Hermes de Fonſeca, der auch in
Deutſchland durch ſeine Teilnahme an den Kaiſermanövern
vom Jahre 1908 bekannt iſt, war im Anfange dieſes
Jahr=
hunderts Kommandant der Garniſon von Rio de Janeiro
und erſtickte den Aufſtand gegen den damaligen Präſidenten
Rodriguez Alvez. Im Jahre 1907 brachte er in der
Er=
kenntnis, daß der Verlotterung in der Armee nur durch eine
durchgreifende Reorganiſation der Armee ein Ende
be=
reitet werden könne, ein dahingehendes Geſetz auf
Grund=
lage der allgemeinen Wehrpflicht ein, dem Kammer und
Senat zuſtimmten. Hatte der Kriegsminiſter ſomit einen
großen Erfolg erzielt, ſo hatte doch ſein energiſches
Durch=
greifen ihm viele Feindſchaften zugezogen. Bald nach der
Annahme des Armeegeſetzes wurden zwei
Attentatsver=
ſuche gegen ihn unternommen, das erſte am 14. Februar
1908 durch einen Korporal, der den Miniſter erſchießen
wollte, das zweite am 25. Februar durch einen
Vergif=
tungsverſuch. Beide Attentate mißglückten, da der
Kriegs=
miniſter vorher gewarnt worden war.
Trotzdem blieb Hermes da Fonſcca zunächſt noch der
beſtgehaßte Mann von Braſilien und beſonders wurde er
von der Preſſe auf das heftigſte angegriffen. Eine
Wand=
lung der Stimmung gegen ihn trat erſt ein, als der
Mar=
ſchall zu den deutſchen Kaiſermanövern 1908
eingeladen wurde. Als er auf dem ihm von der Hamburg=
Südamerikaniſchen Dampfſchiffahrtsgeſellſchaft zur
Ver=
fügung geſtellten Dampfer „Cap Blanco” mit ſeinem
Ge=
folge Rio de Janeiro verließ, hatten ſich Tauſende von
Menſchen am Hafen eingefunden und brachten ihm eine
lebhafte Huldigung dar. Während ſeines Aufenthaltes in
Deutſchland brachten die braſilianiſchen Zeitungen
aus=
führliche Telegramme über die ihm zuteil gewordene
Auf=
nahme. Und als er am 3. November 1908 aus Deutſchland
zurückkehrte, wurde er von einer ungeheuren
Menſchen=
maſſe enthuſiaſtiſch begrüßt.
So war die Dankbarkeit des braſilianiſchen Volkes für
die kaiſerliche Aufmerkſamkeit der Popularität Fonſecas
ſehr zugute gekommen, und ſo durfte er es wagen, im
fol=
genden Frühjahr (1909) ſeine Kandidatur aufzuſtellen.
Hermes da Fonſeca weiß ganz genau, daß ſeine
Volks=
tümlichkeit von dem Tage ſeiner Entſendung nach
Deutſch=
land datiert, und man muß es ihm nachſagen, daß er dafür
aufrichtig dankbar iſt. Wo und wann er es nur irgend
konnte, hat er ſeine deutſchfreundliche
Geſin=
nung bewährt. Nach ſeiner Rückkehr hat er in
begeiſter=
ten Worten vom deutſchen Kaiſer, vom deutſchen Heere
und den deutſchen wirtſchaftlichen Einrichtungen
geſpro=
chen. Als der — inzwiſchen leider verſtorbene — Geſandte
Graf Arco nach Rio kam, wurde er zuerſt bei ſeiner
An=
kunft von Hermes da Fonſeca telegraphiſch auf das
herz=
lichſte beglückwünſcht. Im Frühjahr 1909 ſchickte der
Kriegsminiſter ſeinen Sohn, Leutnant Marrio da Fonſeca,
nach Deutſchland, um dort militäriſche Studien zu treiben.
Man kann alſo gewiß ſein, daß die deutſchfreundliche
Rich=
tung, welche die braſilianiſche Politik in den beiden letzten
Jahren genommen hat, unter der Regentſchaft Fonſecas
innegehalten werden wird, was ſchon im Intereſſe der
Hunderttauſende Deutſcher in Südbraſilien höchſt
erfreu=
lich iſt.
Die Amtszeit des jetzigen Präſidenten, Dr. Nilo
Pecanha, der am 15. November 1906 gewählt worden iſt,
währt noch bis zum 15. November 1910.
Deutſches Reich.
— In Wiener diplomatiſchen Kreiſen iſt das Gerücht
in Umlauf, es ſei ſchon vor einiger Zeit gelungen, die
Mißverſtändniſſe und perſönlichen Verſtimmungen zwiſchen
den Höfen von Berlin und London beizulegen.
Den erſten Schritt dazu habe König Eduard
unternom=
men, doch wird nicht mitgeteilt, worin dieſer Schritt
be=
ſtanden hat. Der Beſuch des Prinzen Heinrich in England
ſei bereits eine Folge dieſer angebahnten Beſeitigung der
Verſtimmung zwiſchen den beiden Höfen geweſen. Eine
Beſtätigung dieſer Gerüchte iſt abzuwarten, doch mag bei
dieſer Gelegenheit daran erinnert werden, daß auch Graf=
Aehrenthal bei ſeinem Beſuch in Berlin den Eindruck
ge=
wonnen hat, daß die Verhältniſſe zwiſchen Deutſchland
und England ſich gebeſſert haben.
— Graf Poſadowskys Aeußerungen über
un=
ſere innere Politik ſind der Sozialdemokratie ſehr
gelegen gekommen. Sie läßt ſich die Ausnützung ſeiner
Angriffe mit großem Eifer angelegen ſein. Dabei iſt das
Münchener Sozialiſtenblatt flink bei der Hand, den
parti=
kulariſtiſchen Hebel in Bewegung zu ſetzen; es ſchreibt:
„Die Bundesregierungen . . ., denen es mit der Sicherung
des Reiches ernſt iſt, ſollten nicht länger ſäumen, ein
offe=
nes Wort mit dem Berliner Regiment zu reden. Sie haben
keine Zeit mehr, müde und unterwürfig zu ſein.”
Aehn=
lich äußert ſich die „Dresdner Volksztg.”, die meint, Graf
Poſadowsky werde den zum Abgrund rollenden Karren
nicht aufhalten. Aus dieſen Kommentaren geht hervor,
welche Bereicherung das Agitationsmaterial der
Sozial=
demokratie durch die Auslaſſungen des Grafen Poſadowsky
erfahren hat.
Das amerikaniſche Komitee für die
Ausſtellung in Berlin in New=York gab bekannt,
daß es von der ihm telegraphiſch mitgeteilten Zuſtimmung
des deutſchen Komitees zu der Verſchiebung der
deutſch=
amerikaniſchen Ausſtellung mit Genugtuung und Freude
Kenntnis nahm. Das amerikaniſche Exekutivkomitee teilte
dem deutſchen Botſchafter den neuen Plan offiziell mit
und bat den Botſchafter, dahin zu wirken, daß die deutſche
Regierung ebenſo wie die amerikaniſche dem veränderten
Plan jetzt ſchon eine freundliche Haltung entgegenbringen
möge.
Der Beirat für Arbeiterſtatiſtik wird
einbe=
rufen werden, ſobald das Reichsgeſundheitsamt das Gut=.
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
Nummer 5
achten erſtattet hat, das von ihm gefordert iſt hinſichtlich
der geſundheitlichen Wirkung von gewiſſen Leiſtungen auf
Hilfsarbeiter des Binnenſchiffahrtsgewerbes. In den
be=
züglichen Vernehmungen der Arbeitnehmer vor dem Beirat
für Arbeiterſtatiſtik war das Geſundheitsamt nicht
hinzu=
gezogen worden. Die nachträglich von ihm begehrte
Lei=
ſtung war nur mit dankenswerter Unterſtützung der
Ber=
liner Polizeibehörde zu bewerkſtelligen.
— Die Geſchäftsordnunsgkommiſſion des preußi
ſchen Abgeordnetenhauſes beriet über einen
An=
trag, wirkſame Beſtimmungen zur Aufrechterhaltung der
Ordnung des Hauſes und zur Einſchränkung der Reden zu
treffen. Es wurde mit 10 gegen 4 Stimmen grundſätzlich
beſchloſſen, eine Aenderung der
Geſchäftsord=
nung, die wirkſamere Beſtimmungen zur
Aufrechterhal=
tung der Ordnung des Hauſes trifft, vorzuſchlagen und
eine Subkommiſſion zu beauftragen, der Kommiſſion
Vor=
ſchläge über die Ergänzung der Geſchäftsordnung zu
un=
terbreiten. Sodann beriet die Kommiſſion über den
Vor=
ſchlag, die Redefreiheit zu beſchränken, lehnte aber den
An=
trag auf Verkürzung der Redezeit mit 4 gegen 5
Stim=
men ab.
— Die Verhandlungen zwiſchen Vertretern der
konſer=
vativen, der freikonſervativen und nationalliberalen Partei
des preußiſchen Abgeordnetenhauſes bezogen ſich in der
Hauptſache auf eine anderweite Geſtaltung der
Para=
graphen 8—10 der preußiſchen
Wahlrechtsvor=
lage betreffs der Merkmale für das Aufſteigen in höhere
Wahlklaſſen. Zu einem feſten Ergebnis haben dieſe
Be=
ſprechungen noch nicht geführt. Nur darin ſcheint
Ueber=
einſtimmung zu beſtehen, daß man Ehrenamt, öffentliches
Vertrauen und Bildung zur Grundlage für die Regelung
dieſer Frage machen will. Wie im übrigen verlautet, ſind
die Beſchlüſſe der Wahlrechtskommiſſion erſter Leſung für
die nationalliberale Fraktion unannehmbar.
Ausland.
— Im öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe erklärte
Kramarſch, die Tſchechen ſeien bereit, mit den Deutſchen
ernſtlich zu verhandeln. Die Deutſchen würden aber von
ihnen nie etwas erzwingen. Die Tſchechen hätten immer
Treue gegen die Länder der böhmiſchen Krone und ihren
Träger bewieſen, anderen Patriotismus könne man von
dem böhmiſchen Volke nicht verlangen. Die ſlawiſchen
Völker ſeien nicht dazu da, als die „Wacht am Rhein” zu
ſtehen. Die Tſchechen ſeien bereit, dieſes Staatsweſen,
wenn es nicht eine wahnſinnige deutſche magyariſche
Po=
litik mache, mit allen Kräften zu unterſtützen, aber auch nur
dieſes Staatsweſen, nicht fremde Intereſſen. Der Abg.
Stölzel polemiſierte gegen die Ausführungen des Abg.
Kramarſch und bemerkte, der von dem Abg. Kramarſch als
Kulturidee verfolgte Neoſlawismus laufe in Wirklichkeit
auf den Panſlawismus hinaus. Die Deutſchen
Oeſter=
reichs hätten vom deutſchen und ſtaatlichen Standpunkt
aus zu beſorgen, daß ſie von dem Panſlawismus
umklam=
mert würden. Derjenige tue unrecht, der gegen das
Bünd=
nis wüte, das durch mehr als dreißig Jahre nicht nur
Böhmen, ſondern ganz Europa den Frieden bewahrt habe.
— Die Verhandlungen wurden hierauf abgebrochen und
das Haus ſetzte die Verhandlung der Dringlichkeitsanträge
fort.
Das Herrenhaus nahm das
Rekrutenkon=
tingent in allen Leſungen an. Im Laufe der Debatte
begrüßte Graf Latour wärmſtens die Anbahnung
freundſchaftlicher Beziehungen zu
Ruß=
land, mit dem Oeſterreich=Ungarn durch dynaſtiſche
Be=
ziehungen, Erinnerungen an nationale Bündniſſe und
Waffenbrüderſchaft verbunden ſei. Das
Herrenhausmit=
glied Plehner betonte, jeder Oeſterreicher müſſe ernſtlich
wünſchen, mit Rußland auf gutem Fuße zu ſtehen. Man
müſſe dies nicht nur wünſchen aus allgemeinem
Friedens=
bedürfnis, ſondern auch wegen der großen Intereſſen au
dem Balkan; denn es gäbe keine gefährliche orientaliſche
Frage, wenn die Mächte einig ſeien. Vorausſetzung für
ein wünſchenswertes feſtes und reelles Einvernehmen mit
Rußland ſei jedoch, daß Rußland bei jeder Gelegenheit,
in ſolenneſter Weiſe der anläßlich der Annexion Bosniens
abgegebenen Erklärung, daß Oeſterreich=Ungarn keine
terri=
toriale Ausdehnung auf dem Balkan anſtrebe, vollen
Glauben ſchenke. Das deutſch=öſterreichiſche
Bündnis entſpreche dem Herzensbedürfnis aller
Deut=
ſchen Oeſterreichs, aber auch dem legitimen Intereſſe aller
Nichtdeutſchen. Zerſtören Sie das Bündnis mit
Deutſchland, ſo gefährden Sie nicht bloß die
Deut=
ſchen Oeſterreichs, ſondern auch die Exiſtenz aller anderen
kleineren Nationalitäten in Oeſterreich. Darum iſt das
Bündnis mit Deutſchland trotz aller Intrigen gewiſſer
diplomatiſchen Kanzleien Europas der beſte Kern im
Mit=
telpunkte des mitteleuropäiſchen Staatenſyſtems, an dem
feſtzuhalten unſere patriotiſche Pflicht iſt. Seit 30 Jahren
beſteht das Bündnis und es hat niemandem geſchadet,
ſon=
dern beiden Teilen weſentlich genützt. Wenn in
Ita=
lien eine ruhigere Auffaſſung der Dinge Platz greifen
wird, ſo wird auch die öffentliche Meinung in Italien
dahin kommen, der korrekten Haltung ſeiner eigenen
offi=
ziellen Welt zuzuſtimmen, daß das Feſthalten am
Drei=
bunde im wohlverſtandenen Intereſſe Italiens liegt. Graf
Pininſki erklärte gleichfalls, die Beſſerung des
Verhält=
niſſes zu Rußland, ſowie eine freundſchaftliche
Annähe=
rung an England wären wünſchenswert,
— In der italieniſchen Kammer gab Schatzminiſter
Salandro ein Expoſéüber die finanzielle Lage
Italiens und über die Vorſchläge der Regierung für das
laufende und für das kommende Finanzjahr.
Aus dem Budget von 1908/09 habe ſich ein tatſächlicher
Ueberſchuß von 24 Millionen ergeben; für das Budget
von 1909/10 ſei ein Ueberſchuß von 30 Millionen zu
er=
warten, obwohl es notwendig geweſen ſei, im Laufe des
Jahres einen Nachtragsetat von 91 Millionen
einzu=
bringen. Mit dieſen Ueberſchüſſen und mit denen, die man
für die nächſten Finanzjahre erhofft, werde man die
ſchwe=
ren Ausgaben, die das Erdbeben von 1908 verurſacht habe
decken können, ebenſo die Ausgaben, die die Regierung
ge=
macht habe, ohne zu neuen Kreditforderungen ihre
Zu=
flucht zu nehmen. Für das Finanzjahr 1910/11 werde
man neue wichtige Kredite für öffentliche Arbeiten, für das
Heer — hierfür 15 Millionen — und für die von der
Re=
gierung vorgeſehenen Ausgaben für die Volksſchullehrer
und den Volksſchulunterricht zu bewilligen haben; dennoch
könne man auf einen Ueberſchuß von 6½ Millionen rechnen.
Die finanzielle Lage Italiens ſei demnach ſehr
günſtig; ebenſo ſei die Lage des Schatzes zum
erſten=
mal, ſeit es überhaupt itglieniſche Finanzen gäbe,
ausge=
zeichnet zu nennen. Es gelte nun, dieſe Finanzlage zu
be=
wahren und zu verteidigen. Ein ernſtes Problem biete der
Fälligkeitstermin der 3,65 prozentigen Eiſenbahnzertifikate
am 1. Juli 1911; es müſſe für dieſelben eine Deckung im
Betrage von 330 Millionen vorgeſehen werden. Die
Re=
gierung ſei zu dem Entſchluß gelangt, 3 prozentige
amor=
tiſierbare Schuldtitel mit kleinen Stücken bis zu 100 Frcs.
auszugeben, und zwar in den durch das Geſetz von 1908
vorgeſehenen Fällen und in den dort feſtgelegten Grenzen.
Die Erhaltung einer ſoliden Finanzgebarung werde
künf=
tighin in Italien als Grundſatz der Staatspolitik gelten,
der durch die Parteigruppierung nicht beeinflußt werden
könne; aber ohne Zweifel müſſe man ſich neuen Ausgaben
gegenüber Zurückhaltung auferlegen. Der Schatzminiſter
ſchloß mit Worten rühmender Anerkennung für die innere
Kraft Italiens und forderte die Kammer auf, dieſem
wahr=
haft patriotiſchen Werke ihren Beiſtand zu leihen. — Das
Expoſé machte in dem dichtbeſetzten Hauſe einen
ausge=
zeichneten Eindruck.
— Die franzöſiſche Kammer nahm in ihrer Nachtſitzung
eine Reihe Artikel des Finanzgeſetzes und den
Schluß an. Der frühere Finanzminiſter Caillaux
rechtfer=
tigte des längeren das Finanzwerk dieſer
Legislatur=
periode und erörterte die Gründe der gegenwärtigen
Fi=
nanzlage Frankreichs. Hierbei kämen in erſter
Linie die Ausgaben für den Krieg und die Marine in
Be=
tracht, aber Frankreich ſei der Staat, der die Laſt eines
bewaffneten Friedens am beſten tragen könne. Weiter
ſeien es die Ausgaben für die Durchführung großer ſozialer
Reformen, namentlich für die Arbeiterpenſion und den
Volksſchulunterricht. Die Kammer habe die
Einkommen=
ſteuer angenommen, ſie ſolle auch der Vermögensſteuer
zu=
ſtimmen. Schließlich wurde das Budget mit 446
ge=
gen 67 Stimmen angenommen. Die Kammer
beſchloß, den ganzen Donnerstag und Freitag vorn
der Beratung der Schulgeſetze zu widmen. Als nacher
Abſtimmung über das Budget die Tagesordnung feſtet
wurde, kam es zu erregten Zwiſchenfällen. Viele Abg
nete ſchlugen auf die Pulte, einer zerbrach einen
deckel und bediente ſich der Trümmer als Trommel
ein anderer wollte ſie ihm entreißen, was zu einer Al
gerei führte. Schließlich mußte der Präſident um 1
nachts die Sitzung aufheben.
In einer Verſammlung kündigte der antimilitari
Agitator Hervé an, daß er aus der geeinigten
liſtiſchen Partei austreten werde und mit ſeinen Arß
gern, die Gegner des Parlaments und wirkliche Reſu
tionäre ſeien, eine neue Gruppe gründen würde.
— Bei der Erörterung des Marine=Nachtr
etats im engliſchen Unterhauſe wiederholte derſſte
Lord der Admiralität Mc. Kenna das Verſprechen er
Regierung, daß die vier Kontingent=Dreh
noughts vor dem 31. März 1912 in Dienſt geſtellt
den würden, und erklärte, daß die Regierung alle Schle
getan habe, um ihr Wort einzulöſen. Lough (lil
ſtellte den Antrag auf Reduzierung des E
und ſagte: Alle alarmierenden Behauptungen des
floſſenen Jahres ſeien zerſtreut; Premierminiſter Ast
habe im März vorigen Jahres erklärt, Deutſchland e
im April 1912 17 Dreadnoughts beſitzen. Balfour
dieſe Zahl für den Monat Auguſt 1912 auf 25 be
und dabei einen heftigen Angriff auf eine befreue
Großmacht gerichtet. Nur um dem deutſchen Flotte
gramm zu begegnen, habe die engliſche Regierungd
ihrem jetzigen Etat enthaltenen Schiffe vorgeſehen. De
land habe ſich Mühe gegeben, um England nicht nur
den Mund des Chefs der Admiralität, ſondern auch
ſeinen Botſchafter ſelbſt zu verſichern, daß die Abſ
gänzlich mißverſtanden worden ſeien. Dies war, ſo
Lough weiter, ein höfliches und freundliches Wort.
hatten kein Recht, es gering zu ſchätzen. Wir habe
nicht nötig, Millionen gedankenlos wegzuwerfen. De
land konnte ſeine Dreadnoughts nicht ſo ſchnell bauer
wir. Wir hätten es 1912 wohl nur mit 13 Dreadnon
zu tun gehabt. Schließlich tadelte der Redner die 9
rung, daß ſie nicht langſamer vorgehe; er hätte gern
höfliche Antwort auf die Erklärung Deutſchlands geſ
Admiral Beresford erklärte, es ſei die Wal
geſagt worden, als man im März vorigen Jahres erk
daß für das Land eine Kriſe in der Geſchichte ſeiner
rine gekommen ſei. Man ſollte von den Deutſcher
mer nur mit großer Hochachtung ſprechen und nichtsſ
was Erregung hervorrufen könne, denn Deutſchland
nur, was zu tun es vollkommen berechtigt ſei. Beres
bedauerte dann, daß die Etatsanſätze zu gering ſeien
England zu langſam vorgehe mit dem Bau von Tor
bootszerſtörern, und daß dieſe Schiffe für die Nordſee
geeignet gebaut würden. Barnes (Arbeiterpartei)
klärte, er werde für den Antrag Lough ſtimmen, da e
Anſicht ſei, daß die alarmierenden Erklärungen des
ſters und der Mitglieder der Oppoſition im vergan
März unwahr und ungerechtfertigt geweſen ſeien. Im
teren Verlaufe der Debatte erklärte Parlamentsſe
Mac Namara, die Regierung habe nicht den Wi
Dreadnoughts zu bauen aus rein krankhaftem Vergn
daran, aber ſie müſſe für die Sicherheit der Natio
weiteſten Umfange Sorge tragen. Schließlich zog Lo
ſeinen Antrag zurück; der Etat wurde angenomn
— Zwiſchen der Regierung und den Par
führern in Griechenland iſt eine vollkommene Eini
in betreff der Einberufung der National
ſammlung erzielt worden. Die Wahl zur Nati
verſammlung findet im Auguſt, die Einberufung im
tember ſtatt. Wie der Miniſterpräſident Dragumis
erwartet die Regierung, daß von den jetzt in Ather
weſenden 161 Kammerdeputierten wenigſtens 150, alſo
mehr als die zur Annahme erforderliche Zahl, für die
berufungsvorlage ſtimmen werden.
1
Die Nachtverſammlung der
Schau=
ſpielerinnen.
Berlin, 2. März.
Es iſt 3 Uhr morgens. Soeben iſt die impoſante
Verſammlung geſchloſſen worden. Tauſende von
Men=
ſchen, unter ihnen ſehr viele Bühnenkünſtlerinnen
Berlins, waren dem Rufe der fortſchrittlichen
Frauen=
vereine und der Deutſchen Bühnengenoſſenſchaft
ge=
folgt und hielten die Philharmonie, den größten Saal
der Stadt, viele Stunden lang dicht beſetzt. Mochten
auch von den Damen und Herren des
theaterfreund=
lichen Publikums manche gekommen ſein wie zum
Schauſpiele, um ihre Bühnenlieblinge in den Rollen
von Frauenrechtlerinnen zu ſehen: der Geiſt der
Ver=
ſammlung, ein Geiſt der ſchonungsloſen Wahrheit, der
ſozialen Gerechtigkeit, ein zorniger und tavferer Geiſt
riß ſie alle hin. Es erhob ſich das Geſpenſt des
glän=
zenden Elends und rüttelte das Gewiſſen derer wach
die gewohnt waren, als gewogene Genießer nur die
heitere Kunſt, nicht den dunklen Hintergrund zu ſehen.
Die große Erregtheit, die brauſenden Zurufe des
Bei=
falls und der Entrüſtung verbürgten noch verläßlicher
als die einmütige Reſolution einen ſtarken Willen zur
Tat.
Mag der Reſolution, die ihre Forderung an den
deutſchen Bundesrat und Reichstag, an die Behörden
und ſtädtiſchen Verwaltungen richtet, nur eine bedingte
praktiſche Wirkung innewohnen: Frau Minna Cauer,
die areiſe, um das Recht der Frau längſt hochverdiente
Präſidentin der Verſammlung, berührte den Kernpunkt
der Frage. „Die im Berufe dem Manne gleich
geſtell=
ten Bühnenkünſtlerinnen, bisher die rechtloſeſten
unter allen Frauen” — ſo ſagte ſie — „ſind jetzt
einge=
reiht in die ernſte Maſſenbewegung der arbeitenden
Frauen. Die Welt (und ſogar die deutſche Regierung)
müßte den neun Millionen arbeitender Frauen, die in
Deutſchland ſich und zum Teil ihre Männer und Kinder
ernähren, Stück für Stück die Bürger= und die
Men=
ſchenrechte zugeſtehen. In keinem Berufe war die Frau
ſeit jeher ſo unentbehrlich, ſo dem Manne ebenbürtig
tätig, wie in der Schauſpielkunſt. Wenn trotzdem die
Lage der Schauſpielerin ſchlechter war als die des
Schauſpielers und als die der meiſten Frauen in
ande=
ren Berufen, ſo lag es nur in ihrem Fernabſtehen von
der allgemeinen Frauenbewegung. Aber das iſt von
heute ab vorbei! Noch vor zehn Jahren war der
Ver=
ſuch, die deutſchen Schauſpielerinnen aufzurütteln,
kläglich geſcheitert. Der volle Gegenſatz der Zeiten
wird in dieſer Stunde fühlbar.”
Nur ein Teil des Materials und der Probleme,
die in der großen Verſammlung ausgebreitet wurden,
kann mit dieſen Zeilen geſtreift werden. Die
weſent=
lichſte Angriffsfläche bildeten die Sklavenverträge der
Schauſpielerinnen, die noch viel härter und unwürdiger
ſind als die ihrer männlichen Kollegen. Und dieſe
Verträge fanden die Billigung des Bühnenpereins, der
Direktoren und die Sanktion vieler
Stadtverwaltun=
gen. Sie enthalten Beſtimmungen, die brutal die
Rück=
ſicht auf die körperlich=geſchlechtlichen
Eigentümlichkei=
ten der Schauſpielerin verleugnen, die ihre
primitiv=
ſten menſchlichen Rechte mißachten, ihr Liebes= und ihr
Eheleben und ihr Muttertum mißhandeln, das
Dirnen=
tum auf dem Theater großzüchten; der ſelbſtbewußten
weiblichen Perſönlichkeit aber, ſo lange ſie nicht als
Star glänzt, nur die Wahl laſſen zwiſchen einem
ſchmerzenreichen Martyrium und der Proſtitution.
Der übliche Theatervertrag ſuspendiert die Gage
der verheirateten Schauſpielerin während der Zeit
ihrer Schwangerſchaft und Niederkunft. Er ſetzt aber
für die unverheiratete im Falle der Schwangerſchaft
die ſofortige Entlaſſung feſt. Derſelbe Vertrag ver
bietet ja auch, das Naturgeſetz des Trieblebens in jeder
Weiſe mißachtend, die Eheſchließung eines engagierten
weiblichen Bühnenmitgliedes. Auf die unerlaubte
Hochzeit ſteht die Entlaſſung! Dieſe „Schonung” des
weiblichen Organismus verweigert andererſeits der
Schauſpielerin die phyſiologiſch gebotenen Schontage
Auf mittleren und kleineren Bühnen zahlt man den
Damen des Theaters Monatsgagen, die im
bedenklich=
ſten Sinne des Wortes Schandlöhne ſind. Sechzig
Prozent der deutſchen Schauſpielerinne
ziehen im Jahre weniger als 1000 Mark Gehalt.
dieſer Summe ſind die monatlichen Abzüge an die
ſchenhändler des Sklavenmarktes, die Agenten, ur T.
die Krankenkaſſe abzuziehen, und es müſſen die R
— oft wechſelt das Engagement von Jahr zu Ja.
beſtritten werden. Der Reſt reicht bei ſolchem Hu
lohn, reicht bei viel höheren Gagen bei weitem 1*
hin, die Toiletten zu bezahlen, an die Dir
und mißgeleitetes Publikum heutigen Tages aue
kleinſten Neſte hohe Anſprüche ſtellen. . . . Das iſ.S
Syſtem, das in vielen Fällen die Schauſpielerin zu
ſich den Käufern ihrer Reize zu ergeben.
Die beiden Vorkämpfer der Bühnengenoſſen
Schanſpieler Rickelt und Emanuel Reicher,
derten in der Verſammlung dieſe hundertfältigen
geheuerlichkeiten, und erzählten Beiſpiele aus
Praxis, die das Herz zuſammenpreßten. Erzäl
wie gar mancher Paſcha=Direktor ſein Opfer kirre
durch Rollenſperre und ſchwere Bedrohung der
riére; und ſie beſchrieben den Zuſtand von Bühr
denen die Mißwirtſchaft mit jungen weiblichen
tären floriert, mit gewiſſen Elementen, die in pr
ger Garderobe ihr Geſchäft unter der Gunſt der
penlichter fördern. Die beiden Künſtler ſowohl,
die eindrucksvollſte der Rednerinnen, die junge S
ſpielerin Fräulein Anna Rubner, ſchilderten
unerhörten Kampf des mittelloſen und anſtän
Mädchens, das, noch im dürftigen Zuſtand des kl
Engagements, gegen Druck und Lockung bewun
werte Energie aufbringt. Abgehetzt von Probe
Vorſtellung, ſitzt das Mädel die Nächte durch ar
Nähmaſchine und wendet ſein Fähnchen, um dem
der immer neuen Toiletten — oft mehrere für ei
Abend — mit übermenſchlicher Anſtrengung ne
kommen.
Die Zahl der tapferen, ſelbſtbewußten Schat
lerinnen, die mit dem Hunger ringen, iſt groß. Sit
Heldinnen. Sie verdienen Verehrung. Dem ſchr
Handel mit Menſchenfleiſch, nicht dem freien Trieb
Herzen — ſo ſagten die Wortführer, und die meh
Nummer 53.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4.März 1910.
Seite 34
Den Eindruck, den die Betrachtungen der „Nowoje
Wremja” zu den ruſſiſch=bulgariſchen Unterhandlungen in
Konſtantinopel hervorgerufen haben, ſucht das Blatt jetzt
durch eifrige Beteuerungen ſeiner Friedensliebe und ſeiner
Sympathien für die Türkei zu verwiſchen. Die
Nichterfül=
lung der Verſprechungen für die bosniſche Verfaſſung gebe
Veranlaſſung zu einer fortdauernden Gärung unter den
ſerbiſchen Stämmen. In Mazedonien ſtänden die Sachen
noch ſchlimmer, da das neue Regime nur dem Namen nach
neu ſei. Daher ſei es verſtändlich, daß umſichtige Leute
ihr Haus vor einem Brande zu ſchützen ſuchten, der durch
den Unverſtand der einen und kalte Berechnung der andern
auf dem Balkan vorbereitet werde. Hierin liege der Grund
für die Reiſe des bulgariſchen Königs nach
Petersburg, das jetzt mehr denn je der Mittelpunkt der
Friedensbeſtrebungen werde. Kriegsfanfaren, die von einer
gewiſſen Seite ertönten, billige das Blatt nicht. Rußland
ſei kein Feind des ottomaniſchen Reiches, was ſchon durch
den Umſtand bewieſen werde, daß der Gedanke eines
Bal=
kanbundes unter der Führung der Türkei von Rußland
ausgegangen ſei. Ob dieſe Verſicherungen in
Konſtan=
tinopel die jüngſten Ausführungen der „Nowoje Wremja”
über den unausbleiblichen Verluſt Mazedoniens vergeſſen
machen werden, erſcheint wenig zweifelhaft.
In informierten, dem Hofe naheſtehenden Kreiſen
Wiens wird dem bevorſtehenden Beſuch des Königs
von Serbien in Petersburg abſolut keine politiſche
Bedeu=
tung beigelegt. Man erklärt, es wäre eine allzu deutliche
Geringſchätzung für König Peter geweſen, wenn man
ſei=
nem Anſuchen, in Petersburg einen Beſuch zu machen, dort
nicht entſprochen haben würde, nachdem der König
Fer=
dinand von Bulgarien bereits zweimal in Petersburg
em=
pfangen worden ſei.
Zum Präſidenten des finniſchen Landtags wurde
der Jungfinne Svinhufvud, zum erſten Vizepräſidenten der
Sozialdemokrat Tanner und zum zweiten Vizepräſidenten
der Schwede Sederholm gewählt. Die Sozialdemokraten
gaben bei der Wahl des Präſidenten und des zweiten
Vize=
präſidenten leere Stimmzettel ab.
* Das Radbodunglück. Der preußiſche
Han=
delsminiſter Sydow löſte am Mittwoch im preußiſchen
Ab=
geordnetenhauſe das anläßlich der Interpellation der
Radbodkataſtrophe gegebene Verſprechen ein, über
die Urſachen des Unglücks und des Rettungswerks genaue
Angaben zu machen, ſobald die Unterſuchungen
abgeſchloſ=
fen ſeien. Er betonte gleich, daß aber die
Aufräumungs=
arbeiten, ſoweit ſie bis jetzt gediehen ſeinen, immerhin
ge=
wiſſe Schlüſſe rechtfertigten. Danach iſt die Entſumpfung
Der Gruben bis jetzt beendet. Die Arbeiten erſtrecken ſich
etzt auf die Aufräumung in der dritten Sohle. Von den
Leichen ſind bis jetzt 126 geborgen, 170 liegen noch in
Der dritten Sohle. Betreffs der Urſache des Unglücks iſt
bis jetzt nur ſoviel feſtgeſtellt, daß ſich in der zweiten
Sohle Spalten gebildet hatten, die vor der Exploſion nicht
da waren und in denen bis jetzt alle eingeſchütteten
Waſſer=
mengen ſpurlos verſchwunden ſind. Elementare
Einwir=
ungen ſind daher immerhin möglich geweſen, indem
ge=
valtige Mengen ſchlagender Wetter aus dieſen Spalten
Llötzlich hervorgedrungen ſein konnten. Man kann als
feſt=
geſtellt anſehen, daß die Arbeiter durch die Exploſion ganz
Llötzlich überraſcht und ſofort getötet worden ſind. Damit
äre auch der Vorwurf eines allzu früh abgebrochenen
Rettungswerkes illuſoriſch. Der Miniſter betonte dann
noch, daß die weitere Unterſuchung der traurigen
Kata=
trophe natürlich mit der größten Unparteilichkeit fortgeſetzt
werde.
* Hamburg, 2. März. Bürgermeiſter Dr.
Bur=
hard iſt zu ſeinem 25jährigen Jubiläum als Senator
olgendes Telegramm des Kaiſers zugegangen: Eurer
Magnifizenz ſpreche ich zu dem heutigen Tage, an dem Sie
vor 25 Jahren die mit ſo reichem Erfolg gekrönte Tätigkeit
als Mitglied des Senats der Freien Hanſeſtadt Hamburg
segonnen haben, herzliche Glückwünſche aus. Möge es
Ihnen noch lange vergönnt ſein, Ihre wertvollen Dienſte
zem Wohle des Reiches und Ihrem Heimatſtaate zu
wid=
en. Wilhelm I. R.
endköpfige Verſammlung ſtimmte bei — ſoll der Krieg
xelten; und, ſo erklärte der feurige Streiter Rickelt,
ruch dem Bühnenverein, ſo lange er die vertragsmäßige
Verkuppelung duldet. Die Redner alle aber
verwahr=
en ſich gegen eine engherzige Moral: „Die
Schauſpie=
erin”, ſagte Rickelt, „hat ein Recht auf das
Liebes=
eben, und alles, was natürlich iſt, iſt rein.” (? Die
Red.) Auch Frau Adele Schreiber trat in
hell=
laren Worten ein für eine Unterſcheidung zwiſchen
er freien Liebeswahl des Herzens, das die eigene
Ver=
rntwortung ſtolz tragen darf, und der elenden
Kor=
uption. Emanuel Reicher endlich ſprach mit großer
Serzenswärme für die ſtandhaften jungen Geſchöpfe
ind forderte die Schauſpielerinnen auf, dieſe Blüten
vie ein Heiligtum zu ſchützen; ſie nicht durch Zoten, die
die Würde des Standes tief herabziehen, zu vergiften.
Er ſagte der Kollegenſchaft offenherzige Worte.
Andere Beleuchtungen galten jenen Frivolen und
Oberflächlichen des Publikums, die rückſichtslos
en Toilettenprunk der Schauſpielerin fordern und die
in junges Mädchen vom Theater als Freiwild
betrach=
en. Die Mitteilung von dem Vorgehen eines hohen
Uriſtokraten und Offiziers gegen eine Künſtlerin rief
bürmiſche Entrüſtung hervor. Alle Redner und
Red=
rerinnen waren einig, daß der Kern des moraliſchen
Tebels in den Koſtümparagraphen zu ſuchen ſei
nd der Toilettenluxus zugleich eine Entehrung
er künſtleriſchen Bühne bewirke. Nicht bloß die
hiſto=
iſchen, vielmehr alle Toiletten müßten von den
Büh=
renleitungen geliefert werden. Darüber gab es keine
weite Meinung. „Ein Theater”, rief Rickelt, „das
richt die Koſtüme liefert, hat nicht
Exiſtenzberechtig=
ung, ſoll zugrunde gehen!”
An die namhaften und wohlbemittelten
Künſtlerin=
en wurde der Ruf gerichtet, in der Toilettenfrage
Solidarität zu beweiſen. Mit der Feder hat vor
eini=
en Tagen Irene Trieſch die Einmütigkeit der
Gro=
en mit den Kleinen öffentlich bekannt. Ihr ſchloß ſich
un auf der Tribüne in herzensklugen, ſehr
tempera=
entvollen Worten eine zweite große Künſtlerin an:
Frau Roſa Bertens. Sie wandte ſich aber auch
en Schäden im eigenen Stande zu und beklagte deſſen
Teberflutung mit Unberufenen, Unbegabten. „Früher
ingen die Mädchen aus unglücklicher Liebe ins
Klo=
er”, rief ſie, „jetzt gehen ſie zum Theater!” Am tapfer=
ſten legte die junge Schauſpielerin Fräulein Anna
Rubner (eine Tochter des öſterreichiſchen
Regier=
ungsrates Szombathy, Direktors am Naturhiſtoriſchen
Muſeum in Wien) den Finger auf die Wunde. Mit
ſittlichem Ernſt, ohne Pathos der Anklage, erklärte ſie:
„Ja, es herrſcht Proſtitution auf dem Theater” — und
ſie beſprach mit Takt und Energie die Urſachen. Auch
ſie gelangte zu dem Ergebnis, daß die wichtigſte Reform
die Lieferung ſämtlicher Frauen=Toiletten durch
die Direktionen ſei. „Wie viele wehren ſich lange,
ſagte die Rednerin, „und müſſen ſich endlich doch
ver=
kaufen, um die Konkurrenz mit denen beſtehen zu
kön=
nen, die es nur ihrem unlauteren Toilettenaufwand
verdanken, daß ſie Schauſpielerinnen ſind!
Noch andere ſprachen: Der Sekretär der
Bühnen=
genoſſenſchaft Dr. Oſterrieth, der
Reichstagsab=
geordnete Dr. Pfeiffer, die Schauſpielerin Fräulein
v. Halle. Alle, die das Wort ergriffen, gaben ſich dem
vollen Ernſt mit innigem Eifer hin. Es war kaum je
noch eine ſo große Menſchenmenge, eine ſo große Zahl
gebildeter, differenzierter Menſchen — derart von
einem Gedanken erfüllt, von einer Tatkraft
durch=
drungen: Die Frau unſerer Tage darf nicht ihrer
weiblichen Würde und menſchlichen Freiheit beraubt
werden. Der redlichen Arbeiterin gebührt redlicher
Lohn, gebührt Achtung und Schutz der Perſönlichkeit.
Die Schauſpielerin, die wirkliche Schauſpielerin
muß geſchützt werden gegen die Kameradſchaft der
Dirne, gegen das Odium der Dirne und vor allem
gegen das Schickſal der Dirne, das ihr der troſtloſe
rechtliche Zuſtand noch immer aufzudrängen droht. So
lange wir die Künſtler nicht wert und würdig halten,
iſt alle Kunſtbeteuerung eitel Gefaſel . . .
Einmütig beſchloß am Ende der dritten
Morgen=
ſtunde die Verſammlung ihr Promemoria an die
Macht=
haber in Staat und Stadt. Sie forderte das
Reichs=
theatergeſetz mit hygieniſchen und rechtlichen
Schutz=
maßregeln für die weiblichen Bühnenmitglieder, die
Beſeitigung des Schwangerſchaftsparagraphen und des
Heiratsverbots, die Einführung einer
Mutterſchaftsver=
ſicherung; und ſie rief die deutſchen Schauſpielerinnen
auf zur Selbſthilfe und zum feſten Zuſammenſchluß
innerhalb der Bühnengenoſſenſchaft.
Wo ein Wille iſt, iſt auch die Tat.
Hermann Kienzl, Berlin.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Das „Kaſſeler Tagblatt” ſchreibt: Herr Ernſt.
Heinz Raven, Kaſſel, hat kürzlich als „Lohengrin”
mit großem Erfolge in Mainz und Heilbronn
gaſtiert. Ueber das Gaſtſpiel in Heilbronn ſchreibt die
„Neckar=Zeitung” u. a., daß Herr Raven als Lohengrin
äußerlich alles mitbrachte, was zur Wiedergabe dieſer
Partie erforderlich iſt: eine hohe, ſchlanke Figur und
den freien und leichten Anſtand, wie er einer derartigen
jugendlich=heldenhaften Erſcheinung entſpricht. „Es
ge=
lang ihm, die hehre Gralsrittererſcheinung durch den
Reichtum ſeines Organs wie mit einer Glorie zu
um=
geben.‟ — Das „Mainzer Journal” bemerkt: Herr
Raven, der früher Bariton war, habe den Uebergang
in das Fach des Heldentenors ohne ſtimmliche
Nach=
teile vollzogen, das Organ weiſe unverkennbaren
teno=
ralen Klangcharakter auf. „Der Sänger zeichnete
ſich=
durch eine wirkungsvolle Bühnenerſcheinung,
ange=
meſſenes Spiel und muſikaliſches Empfinden
vorteil=
haft aus.
* Alfred Meſſels Nachfolger. Zum
Ar=
chitekten der Berliner Muſeen wurde der
Stadtbau=
meiſter Wilhelm Wille als königl. Bauinſpektor
berufen. Seine Hauptaufgabe wird die bautechniſche
Durchführung der Pläne Alfred Meſſels für die
Neu=
geſtaltung der Muſeumsinſel ſein, deren künſtleriſche
Oberleitung in den Händen von Geh. Rat Ludwig
Hoffmann liegt. Es iſt verſtändlich und für die treue
Innehaltung der Meſſelſchen Ideen zu begrüßen, daß
ſie einer nicht künſtleriſch ſelbſtändig ſchaffenden
Per=
ſönlichkeit anvertraut wurden.
* Richard Straußüber ſeine Einkünfte.
Dr. Richard Strauß wendet ſich in einer an die „Münch.
Neueſt. Nachr.” gerichteten Zuſchrift gegen die
Mitteil=
ungen, die jüngſt über ſeine neue Oper und die
Hono=
rare, die er dafür erhalten haben ſoll, durch die Preſſe
gingen. „Die neue Oper,” ſchreibt Strauß, „die
natür=
lich nicht Ochs von Lerchenau heißt, iſt noch lange nicht
fertig” und die Honorare, die bei dieſer Gelegenheit
genannt wurden, bezeichnete er als „märchenhaft”
„Dies mein erſtes und letztes Dementi bezüglich alles
deſſen, was künftighin darüber noch zuſammengelogen
werden wird.”
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. März.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfing am Mittwoch mittag im Neuen
Palais Frau Oberbürgermeiſter Köhler aus Worms,
welche hierauf an der Frühſtückstafel teilnahm. (Darmſt. Ztg.)
— Ernannt wurde der Schulverwalter an der
Vor=
ſchule des Herbſtgymnaſiums zu Mainz Adam Degreif
zum Reallehrer an der höheren Mädchenſchule daſelbſt
unter Belaſſung in der Kategorie der Volksſchullehrer
mit Wirkung vom 1. April 1910 an.
Militärdienſtnachrichten. Prinz Ernſt
Hein=
rich zu Stolberg=Roßla wurde in der Armee,
und zwar als Lt. im Garde=Drag.=Regt. (1. Großh.
Heſſ.) Nr. 23, vorläufig ohne Patent, angeſtellt. Die
nachgenannten Selektaner der Haupt=Kadettenanſtalt
wurden in der Armee als Leutnants, vorläufig ohne
Patent, angeſtellt, und zwar die Portepee=Unteroffiziere:
Buddecke im Leibgarde=Inf.=Regt. (1. Großh. Heſſ.)
Nr. 115 und v. Oppen im 2. Großh. Heſſ. Feldart.=
Regt. Nr. 61.
L. Das Oberlandesgericht gab in der
Beleidigungs=
ſache des Landtagsabgeordneten Michael Wolf von
Stadecken gegen den Redakteur des „Rheinheſſiſchen
Beobachters” in Ober=Ingelheim Albert Möglich der
von letzterem verfolgten Reviſion teilweiſe ſtatt
und verwies die Sache zur nochmaligen
Ver=
handlung und Entſcheidung an die
Vor=
inſtanz zurück.
n. Die Strafkammer verurteilte in der geſtrigen
Verhandlung die Lehrerin Franziska Höhling von
Bensheim wegen Mißhandlung im Amte unter
Zubilligung mildernder Umſtände zu 100 Mark
Geld=
ſtrafe, und dieſer Fall zeigt, welch verhängnisvolle
Folgen Schläge auf den Kopf, ſelbſt wenn ſie nur mit
der Hand geſchehen, haben können. Begreiflicher
Un=
mut über die ungehörige Antwort einer Schülerin hatte
die ſeit 22 Jahren im Schuldienſt ſtehende, tüchtige
Lehrerin zu einer an ſich zuläſſigen Züchtigung
ver=
anlaßt, wobei ſie jedoch über die gebotenen Grenzen
hinausging und ſich dadurch ſtrafbar machte. Während
ſie die Aufſicht im Schulhof in den Pauſen hatte, war
ihr von Schülerinnen mitgeteilt worden, daß die 12
jäh=
rige Schülerin M. Frühſtückspapier wegzuwerfen
pflege, ſtatt es in den dazu vorhandenen Korb zu tun.
Sie ſtellte deshalb das nicht ihrer Klaſſe angehörende
und ihr nicht näher bekannte Kind zur Rede und ſoll
ihm aufgegeben haben, alles Papier aufzuheben. Der
Vater der M., ein dortiger Schreinermeiſter, war der
Anſicht, dies gehe zuweit, zumal das Kind ſein
Früh=
ſtück ohne Papier mitnahm und jedes Wegwerfen
be=
ſtritt; er trug deshalb ſeiner Tochter auf, der Lehrerin
zu ſagen, ſie (die M.) brauche nicht den Dreck anderer
aufzuheben, und als die Lehrerin am 2. Dezember v. J.
die M. wieder verwies, wurde ihr jene Antwort in
Gegenwart der übrigen Kinder zuteil. Sie verabreichte
wegen der Ungezogenheit dem Kind die gebührende
Ohrfeige, beſchränkte ſich aber leider nicht hierauf,
ſondern ſchlug dem Kinde noch mehrmals auf den Kopf.
Der Erfolg war unheilvoll, denn das Kind zeigte ſofort
deutliche Symptome von Gehirnerſchütterung nebſt
ſtarker Nervenaffektion. Erbrechen, Schwindel,
Be=
nommenheit, Sinnestäuſchungen wurden ärztlich
feſt=
geſtellt, wochenlang mußte das vorher geſunde, kräftige
Mädchen das Bett hüten und iſt jetzt noch nicht völlig
geheilt, wenn auch die Wiederherſtellung erwartet
wer=
den kann. Nach dem Gutachten des Hausarztes Dr.
Alberts=Bensheim und Großh. Kreisaſſiſtenzarztes Dr.
Jaup=Bensheim handelt es ſich um eine durch die
Miß=
handlung verurſachte ſog. traumatiſche Hyſterie. Das
vorher muntere Kind hat ſeine Friſche eingebüßt und
machte auch bei der Vernehmung vor Gericht einen ſehr
angegriffenen Eindruck und kann die Schule noch
immer nicht beſuchen. Die Klaſſenführerin gibt ihm
das Zeugnis einer braven, fleißigen Schülerin, und es
ſcheint, daß jene ungehörige Antwort, die ja durch den
Vater veranlaßt war, eine vereinzelte
Unziemlich=
keit war. Das Gericht zog zu Gunſten der Angeklagten
ihre bisherige einwandfreie Dienſtausübung, die
be=
greifliche Erregung ſowie die Tatſache in Betracht, daß
derartige Folgen eine nur ſeltene Ausnahme ſind, und
billigte mildernde Umſtände für das Vergehen gegen
§ 340 St.=G.=B. zu.
— Die Vereinigung mittlerer Baubeamten im
Großherzogtum Heſſen nahm, wie uns jetzt erſt
mit=
geteilt wird, in der am 26. Februar zu Frankfurt a. M.
abgehaltenen X. Hauptverſammlung folgende Reſo=
lution an: Die Vereinigung mittlerer Baubeamten im
Großherzogtum Heſſen ſpricht ihr Bedaueru darüber aus,
daß im Hauptvoranſchlag für 1910 eine angemeſſene
Er=
höhung der Gehalte der mittleren Baubeamten (
Hoch=
bauaufſeher, Dammeiſter uſw.) von Großh. Regierung
nicht eingeſtellt iſt. Die Verſammlung verkennt nicht die
nachteiligen Einwirkungen der ungünſtigen Finanzlage
des Staates auf die Entſchließungen der Großh.
Regierung; ſie erblickt aber trotzdem in der Zurückſetzung
der mittleren Baubeamten gegenüber den mittleren
Be=
amten anderer Verwaltungszweige des Staates in
Vor=
bildung, Gehalt und Stellung eine unverdiente Härte
und große wirtſchaftliche Schädigung, die in einer Zeit
außergewöhnlicher Verteuerung der ganzen
Lebens=
haltung, ſowie Erhöhung der Steuern und des
Schul=
geldes ganz beſonders empfunden werden muß. Die
Verſammlung nimmt weiter mit Bedauern Kenntnis
von der Entlaſſung einer größeren Anzahl Bauaſpiranten
in einer Zeit wirtſchaftlichen Tiefſtandes, in der in allen
techniſchen Berufszweigen und im geſamten Baugewerbe
Arbeitsmangel herrſcht. Sie gibt ſich der ſicheren
Hoff=
nung hin, daß es der Großh. Regierung und den Hohen
Ständekämmern, trotz der ungünſtigen Finanzlage des
Staates, gelingen möge, eventuell durch Verſchiebungen
in den Dienſtverrichtungen bei den Behörden der
ver=
ſchiedenen Reſſorts, diejenigen Bauaſpiranten weiter zu
beſchäftigen, die am 1. April I. Js. noch keine Stellung
gefunden haben. Die Verſammlung hofft ferner, daß
auch der Vereinigung der mittleren Baubeamten
Ge=
legenheit gegeben werden möge, bei der in Ausſicht
ge=
nommenen Organiſation der Großh. Baubehörden ihre
Anſichten äußern zu dürfen.
— Zur 17. deutſchen Turnlehrerverſammlung. Vom
12. bis 14. Mai d. J. tagt hier die 17. deutſche
Turn=
lehrerverſammlung. Darmſtadt wurde deswegen als
Verſammlungsort gewählt, weil gleichzeitig eine
Ge=
dächtnisfeier für Adolf Spieß damit
ver=
bunden werden ſoll. In der Ausſchußſitzung iſt u. a.
mitgeteilt worden, daß der deutſche Turnlehrerverein
an ſämtliche deutſchen Städte mit über 50000
Ein=
wohnern das Darmſtädter Programm verſchickt mit
der Bitte, Turnlehrer und Turnlehrerinnen als
Ver=
treter der Magiſtrate nach Darmſtadt zu entſenden. Aus
dem Programm ſei vorläufig nur erwähnt, daß am
13. Mai, nachmittags von 4 bis 7 Uhr, Schüler und
Schülerinnen der verſchiedenen hieſigen Schulen
turne=
riſche Uebungen in der Turnhalle am Woogsplatz
vor=
führen werden. Abends 8½ Uhr wird eine Klaſſe einer
hieſigen höheren Lehranſtalt ihre Schwimmkünſte im
ſtädtiſchen Hallenſchwimmbad zeigen. Unter die
Feſt=
beſucher wird eine Lebensbeſchreibung von Adolf Spieß
verteilt. Mit dem Feſte ſoll auch eine Ausſtellung von
Turngeräten und Turnbüchern verbunden werden.
— Vortrag Ludwig Ganghofer. Heute abend 8 Uhr
findet im Feſtſaale der Turngemeinde die einzige
Vor=
leſung des berühmten Dichters aus eigenen Werken
tatt. Das Publikum wird erſucht, rechtzeitig zu
er=
ſcheinen, da im Intereſſe der Zuhörer während der
einzelnen Vortragsſtücke kein Eintritt gewährt wird.
Da der Raum des Saales für alle Vereinsmitglieder
des Vortragsverbandes nicht ausreicht, ſtehen denſelben
außerdem die Plätze auf der Galerie zur Verfügung.
(Siehe auch Anzeige.)
— Kammermuſik=Vereinigung. Vielfachen
Wün=
ſchen entſprechend, iſt der Beginn der nächſten
Sonn=
tag ſtattfindenden dritten Matinee erſt auf 11¼ Uhr
feſtgeſetzt. Das Programm, welches nur zwei Werke
Beethovens enthält, wird in 1½ Stunden erledigt ſein.
— Das Konzert in der Traube, welches am
7. März zum Beſten der Errichtung einer
Klein=
kinderſchule für die Stadtgemeinde ſtattfindet,
verſpricht in ſeiner abwechslungsreichen Mannigfaltigkeit
einen ſehr intereſſanten Verlauf und lohnt hoffentlich
neben dem ideellen auch der materielle Erfolg den
Mit=
wirkenden und den Veranſtaltern (der evangeliſche
Frauen=
verein des Schloßbezirkes) ihre Mühe, damit dem edlen
Zwecke reichliche Mittel zufließen. Frl. M. Schwan
wird als Solonummer Chopin und Brahms ſpielen und
hat außerdem mit und neben Frl. Weinmann, deren
vortreffliche Leiſtungen am Klavier beſtens bekannt ſind,
die Begleitungen auszuführen übernommen. Herr
Opernſänger Scheuermann ſingt u. a. aus dem
Evangelimann”, aus Lohengrin” und der „Afrikanerin”
Die Herren Nold, Landwich, Jungmann und
Gallus werden Kompoſitionen für Violine, Cello,
Harfe und Flöte zum Vortrag bringen und der
Ge=
meindegeſangverein der ev. Stadtgemeinde
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
Nummer 53.
will mit dem Vortrag von einigen Chören die Zuhörer
erfreuen. Alles Nähere beſagt die Anzeige.
— Die Ausſtellung des Verbandes heſſ.
Privat=
architekten beſichtigt heute nachmittag um 4 Uhr der
Ortsgewerbeverein, deſſen Mitglieder hierauf
beſonders hingewieſen ſeien. (Näheres ſiehe
Anzeigen=
teil.)
— Vorträge über ägyptiſche Kunſt. Der zweite
der angekündigten Vorträge des Herrn Profeſſor Kautzſch
wird mit Rückſicht auf den Ganghofer=Abend nicht am
Freitag, ſondern am Dienstag, den 8. März, der dritte
Vortrag Mittwoch, den 9. März, gehalten werden.
Näheres ſiehe Anzeige.
— Ueber die Tätigkeit der Arbeitsnachweisſtelle
im ſtädtiſchen Hauſe Waldſtraße 6 (Telephon 371) werden
für den Monat Februar folgende Zahlen mitgeteilt:
230 männliche, 297 weibliche, zuſ. 527 offene Stellen,
642 männliche, 246 weibliche, zuſ. 888 Arbeitſuchende,
253 Vermittelungen, darunter 84 Dienſtboten.
* Zweite Kammer der Stände. Der Bericht über
die geſtrigen Kammerverhandlungen befindet ſich auf
Seite 12 und 13 dieſes Blattes.
nn. Heſſiſcher Jagdklub. Vor einer zahlreichen
Zu=
hörerſchaft hielt am Mittwoch abend im Heſſiſchen
Jagdklub im ſtädtiſchen Saalbau Herr Ingenieur de
Gisbert=Hamburg einen hochintereſſanten
Vor=
trag über eine Jagdexpedition ins Polarmeer, die im
Vorjahre unter Beteiligung einiger Beamten der
Firma Pathé Fréres=Paris zur Aufnahme
kinemato=
graphiſcher Bilder erfolgte. Der Redner ſchilderte in
trefflicher Darſtellung den überwältigenden Eindruck
des arktiſchen Gebietes, die unbeſchreibliche Ruhe und
die Kraftentwickelung der Elemente, die auf den
Men=
ſchen einwirken und die einfach jeder Beſchreibung
ſpotten. Eisblöcke von 20—100 Fuß Dicke, Eisgebirge
von ungeahnter Größe treten hier dem Beſucher des
Polarmeeres entgegen. Redner ſchilderte noch
ein=
gehend die klimatiſchen Verhältniſſe der Polarregionen
und die abgehaltenen Robben= und Eisbärjagden und
gab dem Wunſche Ausdruck, daß es auch den
Mit=
gliedern des Jagdklubs möglich ſei, ſich an einer
ſol=
chen Expedition zu beteiligen. Reicher Beifall wurde
dem Vortragenden, deſſen Ausführungen durch eine
große Anzahl Lichtbilder mit Städteanſichten aus
Lapp=
land und kinematographiſche Vorführungen von
Eisbär= und Robbenjagden und dem Lummenfang
unterſtützt wurden, zuteil.
Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 19. Februar I. J.
männ=
lich 8616, weiblich 5668, zuſ. 14 284, in Prozenten 60,32
39,68 am 26. Februar I. J. männlich 8686, weiblich 5687,
zuſ. 14373, in Prozenten 60,43, 39,57. Der
Kranken=
ſtand betrug am 19. Februar I. J. männlich 553, weiblich
208, in Prozenten 6,41, 3,66; am 26. Februar l. J.
männ=
lich 533, weiblich 204, in Prozenten 6,13, 3,58. An
Krankengeld wurde gezahlt in der Woche vom
14. Febr. bis 19. Februar I. J. 6209,94 Mk., in der Woche
vom 21. Februar bis 26. Februar I. J. 6490,64 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 19. Februar
I. J. — 33, am 26. Februar I. J. — 34; Sterbefälle
lamen vor in der Woche vom 14. Februar bis 19. Februar
— 2; vom 21. Februar bis 26. Jebruar I. J. — 4.
I. Vom Milchkrieg. Ein Ultimatum hat der
Vorſtand der Genoſſenſchaft der vereinigten
Milch=
produzenten für Rheinheſſen denjenigen Landwirten
geſtellt, die noch nicht der Genoſſenſchaft angeſchloſſen
ſind. Dieſe dürfen, ſofern ſie die Milch direkt an die
Konſumenten abgeben, ſolche noch bis zum nächſten
Samstag liefern, müſſen aber bis zu dieſem Tage pro
Liter Milch 5 Pfennig an die „Kampfkaſſe” abgeben.
Von Samstag ab müſſen auch ſie die Milchlieferung
einſtellen. — Am Mittwoch abend fand in Dornheim
im Ried eine von 200 Landwirten aus Dornheim und
den umliegenden Orten beſuchte Verſammlung ſtatt, die
ſich mit der Milchpreiserhöhung in Darmſtadt
beſchäf=
tigte. Es wurde beſchloſſen, unter keinen Umſtänden in
dem Kampf nachzugeben. Auch eine in Hergershauſen,
Kreis Dieburg, veranſtaltete gut beſuchte Verſammlung,
die ſich mit demſelben Thema beſchäftigte, kam zur
gleichen Entſchließung.
X Naturalverpflegungsſtation. Während des
ver=
floſſenen Monats Februar wurde die Hilfe der hieſigen
Naturalverpflegungsſtation von 857 mittelloſen
Durch=
reiſenden in Anſpruch genommen und ſind hierdurch
813 Mark Verpflegungskoſten entſtanden. Im
vorher=
gehenden Monat Januar wurden 971 (oder mehr 114
Perſonen unterſtützt, welche einen Koſtenaufwand von
921 Mark (oder mehr 108 Mark) verurſachten.
— Lndwigshöhe. Gelegentlich des letzten
Sonn=
tags=Konzertes der Kapelle des Leibgarde=Regiments
waren die unteren Räume infolge des ungewöhnlichen
Andranges faſt überfüllt. Das Beſtreben, nur beſſere
Muſit zu pflegen und minderwertige Kompoſitionen
möglichſt fernzuhalten, iſt bei Durchſicht des
Pro=
gramms für das nächſte Konzert, am 6. März,
wiederum unſchwer zu erkennen. Außer Beethovens
„Egmont” und Roſſinis „Tell”=Ouvertüre ſeien
ge=
nannt eine Fantaſie aus Goldmarks Oper „Das Heim=
chen am Herd” (dies auf Wunſch), zwei Lieder, „
Früh=
ling” und „Herbſt”, Kompoſitionen des Konzertgebers
Herrn H. Hauske. Als Soliſt wird ſich das Mitglied
der Kapelle Herr Hoboiſt Ludwig (früherer Schüler des
Dr. Hochſchen Konſervatoriums) mit dem Vortrage
eines Violinkonzertes von Bériot betätigen.
— Brand. Am Mittwoch abend 6 Uhr 28 Minuten
erhielt die Feuerwache die Meldung: „Feuer Große
Ochſengaſſe 30‟. In dem hinter dem Laden des
Schuh=
machers Planz gelegenen Werkſtätteraum, wo auch
Schuhwaren und Geſchäftsmaterialien in größerer
Menge lagern, war Feuer entſtanden, welches auch ſehr
ſtarken Rauch verurſachte und ſo das Auffinden des
Feuerherdes erſchwerte. Die Sache fand durch
Ein=
greifen der Feuerwehr raſche Erledigung; eine
Aus=
dehnung des Feuers konnte verhindert werden. Der
entſtandene Schaden iſt durch Verſicherung gedeckt. Die
Feuerwehr war 7 Uhr 8 Minuten wieder eingerückt.
* Verhaftet wurde geſtern ein 24 Jahre alter
Bäckerburſche aus Obernburg wegen Einbruchsdiebſtahls.
t. Reichelsheim i. O., 2. März. Der hieſige Spar=
und Kreditverein hatte am Schluſſe des
Ge=
ſchäftsjahres 1909 einen Aktivabeſtand von 1579146
Mark, einen Paſſivabeſtand von 1564711 Mark, ſodaß
ein Reingewinn von 14435 Mark zu verzeichnen iſt.
Der Verein zählt 694 Mitglieder, gegen 676 im
Vor=
jahre.
t. Lindenfels, 2. März. Der im vorigen Jahre
ausgetretene Teilhaber der hieſigen Syenitwerke, Herr
Karl Kreuzer in Bensheim, hat im benachbarten
Winterkaſten einen Steinbruch gepachtet, um
da=
ſelbſt einen Betrieb zu eröffnen. Auch die dahier
ver=
bliebene Firma Kreuzer=Böhringer hat ſich in
un=
mittelbarer Nähe hiervon Gelände zu gleichem Zwecke
geſichert.
Mainz, 3. März. Auf der Strecke Alzey=Mainz
wurden geſtern vormittag in einem dem
Perſonen=
zug angehängten Güterwagen mehrere Kiſten
ge=
öffnet und daraus einige Hundert Zigarren und
Käſe geſtohlen. Schon bei der Ankunft hier wurde der
Diebſtahl entdeckt und die Kriminalpolizei
benachrich=
tigt. Das Augenmerk der Polizei richtete ſich zunächſt
auf das Zugperſonal, es wurde in deren Wohnungen
ſofort Hausſuchung vorgenommen, und dabei wurden
die geſtohlenen Zigarren und Käſe in den Wohnungen
der hieſigen verheirateten Hilfsbahnſchaffner Andreas
Scherz und Robert Engel vorgefunden. Bei ihrer
Zurückkunft von Alzey wurden die beiden Beamten
verhaftet und ins Unterſuchungsgefängnis gebracht.
Bodenheim, 2. März. Da unſer hieſiges Unterfeld
faſt ganz unter Waſſer ſteht, können nur mit
aller=
größter Mühe und Anſtrengung die im Felde
über=
winterten Rüben gerettet werden. Aber auch in einer
ganzen Anzahl von Kellern, ſogar in ſolchen gegen die
Anhöhen gelegen, ſteht das Waſſer 50 bis 60 Zentimeter
hoch, wodurch den Häuſerbeſitzern täglich empfindliche
Arbeiten erwachſen.
Klein=Winternheim, 3. März. Auch hier iſt ſeit
geſtern der Milchkrieg aufs heftigſte entbrannt. Von
den 20000 Litern, die täglich von hier auf drei Wagen
in die Stadt befördert werden, geht heute kein Tropfen
mehr weg. Die Wagen ſind außer Betrieb geſtellt. Die
Landleute und Milchproduzenten wollen lieber die
Milch dem Vieh geben, als Streikbrecher ſein und wollen
ihre Solidarität und genoſſenſchaftlichen Sinn zum
Ausdruck bringen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. März. Heute abend fand
bei dem Kaiſerpaar im Weißen Saale des Königlichen
Schloſſes Hofkonzert ſtatt, zu welchem ungefähr 550
Einladungen ergangen waren, unter anderem an das
diplomatiſche Korps, Mitglieder des hohen Adels, Miniſter,
Staatsſekretäre uſw. Während der Pauſe zeichnete das
Kaiſerpaar zahlreiche Anweſende durch Anſprachen aus,
insbeſondere auch Mitglieder des diplomatiſchen Korps.
An das Konzert ſchloß ſich ein Souper. — Einer Vorſtellung
von Schillers „Wilhelm Tell”, die geſtern nachmittag
für die Schüler der Berliner Volksſchulen im Schiller
Theater zu Charlottenburg ſtattfand, wohnte auch der
Kul=
tusminiſter bei. — Eine unangenehme
Ueber=
raſchung erlebten geſtern die von auswärts nach Berlin
gereiſten Eltern eines 23jährigen Hausdieners, der auf
einem Friedhofe in der Lieſenſtraße beerdigt werden ſollte,
Sie hatten das Verlangen, den Sohn noch einmal zu ſehen,
und ließen den Sarg öffnen. Dieſer enthielt die Leiche
eines alten Mannes, der am Tage vorher auf dem
Kirch=
hofe beerdigt ſein ſollte. Das Rätſel löſte ſich dahin auf,
daß die beiden Leichen verwechſelt worden waren
und daß der 23jährige Hausdiener bereits am Tage zuvor
von den Angehörigen des alten Mannes zur letzten Ruhe
geleitet worden war. — Um 4 Uhr 20 Min. nachmittags
fuhr auf dem Rangierbahnhofe in
Rummels=
burg ein einfahrender Güterzug einem anderen in die
Flanke, wobei zehn Wagen entgleiſten. Hierdurch wurden
die Einfahrtsgleiſe von Berlin geſperrt. Perſonen wurden
nicht verletzt. Der Materialſchaden beträgt einige
tauſend Mark. Der Zugverkehr nach Berlin wurde un
8 Uhr 47 Min. abends und der von Berlin um 10 Uh=
20 Min. abends wieder aufgenommen.
München, 2. März. In der Berufungsklag
der Münchener Polizeidirektion gegen den Direktr
des Deutſchen Theaters in Berlin, Max Reinhart
wurde heute die Berufung unter Aufbürdung d
Koſten auf die Staatskaſſe verworfen und Reinhard di
bona fides in der Angelegenheit zugeſprochen.
Saarbrücken, 3. März. Um 1200 Mark die hieſig
Sparkaſſe zu betrügen, verſuchte geſtern di
dem Arbeiterſtande angehöriger Mann. Vor einige
Tagen hatte er aus Düſſeldorf einen eingeſchriebene
Brief geſchickt, der nach ſeinen Angaben das Sparkaſſer
buch ſeiner Frau enthalten haben ſollte, aber nur m
weißen Papierzetteln gefüllt war. Seine Angabe
konnten als falſch erwieſen werden, da auf dem Brie
nur ein Aufgabegewicht von 13 Gramm vermerkt wa
während ein Sparkaſſenbuch mindeſtens 40 Gram
wiegt.
Chemnitz, 2. März. In dem Hauſe Roßmarkt 9, i
dem ſich eine Zweigſtelle der Allgemeinen Deutſche
Kreditanſtalt, das frühere Bankgeſchäft von Kunath
Nieritz, befindet, wurde, wie ſchon gemeldet, im
Fl=
der Kaſſenbote dieſes Geſchäftes, der einen Geldbeut
trug, von einem jungen Manne überfallen ur
am Kopfe verletzt. Der Ueberfallene ſchrie laut auf,
daß ſofort Angeſtellte des Geſchäfts herbeieilten ur
der Täter flüchten mußte. Er wurde auf dem Ro
markte feſtgenommen und der Schutzmannſchaft übe
geben. Es iſt der 21jährige Kaufmann Paul Walt
Burkhardt aus Chemnitz, ein Sohn braver Eltern, ab
ſchon vorbeſtraft. Den Plan hat er offenbar ſeit lang
Zeit vorbereitet, da er in der Strafanſtalt Hoheneck,
der er ſich vor einiger Zeit befand, einem
Mitgefangen=
gegenüber geäußert hat, er werde gelegentlich jema
überfallen, von dem er annehmen könne, daß er ei
größere Geldſumme bei ſich habe. Der Ueberfaller
der 70jährige Friedrich Auguſt Dörfel, hat nur eit
leichte Stirnwunde davongetragen.
Reſſe b. Buer, 2. März. Heute ſtießen hier zw.
Wagen der elektriſchen Straßenbahn z
ſammen. Der Führer des einen Wagens wur
lebensgefährlich, zehn andere Perſonen me
oder weniger ſchwer verletzt.
Bromberg, 3. März. Heute früh 7 Uhr wurde a
dem Gerichtshofe der Landwirt Nyka aus Kumsdo
der wegen der Ermordung ſeiner Schwiegermutter i
Juni 1909 zum Tode verurteilt worden war, durch d
Scharfrichter Schwietz=Breslau hingerichtet.
Wien, 3. März. Aus Uſcie=Zielony in Galizi
wird folgende entſetzliche Geſchichte berichtet: Der Sol
des Bauern Przenikowski, der ſeit einer Reihe v.
Jahren in Amerika weilte, kehrte dieſer Tage n
ſeiner Heimat zurück. Er wurde, als er das Elter
haus betrat, von den Eltern nicht erkannt. Der
So=
nannte ſeinen Namen nicht und bat, über Nacht bleib
zu dürfen. Beim Abendeſſen erzählte er, daß er e
Sparkaſſenbuch von 6000 Kronen beſitze. Im Laufe k
Nacht erdroſſelten die Alten den Gaſt und fand
auch wirklich das Sparkaſſenbuch. Als ſie den Nam
des Inhabers des Buches laſen, erfuhren ſie, daß
ihren eigenen Sohn ermordet hatten. Aus Verzwe
lung hängten ſich beide auf. Die drei Leichen wurd
am folgenden Morgen aufgefunden.
Paris, 3. März. Ein bedeutender Erdſtu
hat ſich in der Nähe der Stadt Cacour bei St. Girr
ereignet. Man glaubt, daß der Erdſturz durch die ?
beiten für die Eiſenbahnlinie, die die Pyrenäen 1
St. Girons nach Salau de Jerida durchſchneidet, herk
geführt worden iſt. Eine Erd= und Felsmaſſe von 1
gefähr 70000 Kubikmetern iſt vorgeſtern nacht
ſammengebrochen und hat das Bett des Salat=Fluf
vollſtändig ausgefüllt. Infolgedeſſen iſt eine gefa
drohende Stauung des Fluſſes eingetreten. Der
Kan=
der die Fabriken von Dordech mit Waſſer ſpeiſt,
ebenfalls aus den Ufern getreten und hat die Fabrit
unter Waſſer geſetzt. Man befürchtet den Einſturz
Grundmauern. Die Maſchinen ſtehen im Waſſer. A
hegt man Befürchtungen für eine große Anzahl r
Gebäuden an der linken Seite des Fluſſes. Da i
Waſſer in fortwährendem Steigen begriffen iſt, iſt
Schaffung eines Abzugskanals durch die Felsmaſ
unmöglich.
Athen, 2. März. Der König von Sachſen t
geſtern nachmittag in Korfu ein und wurde, trotzd
er ſtreng inkognito fährt, von den Hafenbehörden, d
deutſchen Vizekonſul und einer zahlreichen
Menſch=
menge begrüßt. Der König machte eine Reihe phe
graphiſcher Aufnahmen von ſeinem Gefolge und d
Hafenleben und unternahm ſpäter einen Spazierge
durch die Stadt. Für heute iſt ein Ausflug nach d
Achilleion vorgeſehen
Everett (Waſhington), 2. März. Bisher ſind e
dem im Kaskaden=Gebirge von einer Schneelawi
verſchütteten Zuge ſechzig Leichen geborg
worden.
Kleines Feuilleton.
** Die Lebensideale der engliſchen
Schuljungen. Einen intereſſanten Einblick in das
Gefühlsleben der heranwachſenden britiſchen
Gene=
ration gewährt eine Enquéte, die die „Semaine
lité=
raire” unter der Schuljugend veranſtaltet hat und die
in der Frage gipfelt: „Welches iſt die ſchönſte Tat, die
du begehen möchteſt?
Faſt alle engliſchen Antworten
atmen einen ſtark ausgeprägten engliſchen
National=
ſtolz, faſt alle Jungen wollen Männer der Tat werden.
Für uns aber iſt es beſonders intereſſant, zu
verfol=
gen, wie die politiſche Hetze der Neuzeit in den
Ge=
mütern der Kinder ſich ſpiegelt. Es iſt bezeichnend,
daß einer der Jungen antwortet: „Ich möchte Matroſe
der britiſchen Flotte ſein, und wenn die Deutſchen
England bedrohen, dann würde ich es auf der See
ver=
teidigen. Ich würde alle deutſchen Unterſeeboote
fan=
gen und nachher zwiſchen den beiden Ländern
Frie=
den machen. Und dies iſt nur eine Antwort für viele
ähnlich lautende. Ueberall ſpricht patriotiſches
Selbſt=
bewußtſein. Eine Antwort z. B. lautet: „Ich möchte
durch andere Länder reiſen, um zu ſehen, ob ſie ſo viel
wert ſind, wie mein Vaterland.‟ Ein anderer
taten=
durſtiger Junge hat den Ehrgeiz, Ingenieur zu
wer=
den und den Ruhm eines großen Entdeckers zu
er=
ringen: „Ich will Ingenieur werden und irgend
etwas Neues erfinden.”
CK. Eine „Volkszählung” der
Haus=
tiere. Wenn alle Haustiere der Welt ſich
organi=
ſieren würden, um gegen die Mißhandlungen durch die
Meuſchen zu revolutionieren, es würde eine
Rieſen=
armee entſtehen, die an Zahl und Größe jedes Heer
überträfe, das die Menſchheit ihr entgegenſtellen
könnte, ſelbſt wenn Männer, Frauen und Kinder zu
den Fahnen der Menſchheit eilten. Das geht hervor
aus den jüngſten ſtatiſtiſchen Zuſammenſtellungen des
amerikaniſchen Ackerbauminiſteriums, die beweiſen,
daß die Zahl der nützlichen Tiere die Zahl der
Men=
ſchen bei weitem übertrifft. Allein die Schafe könnten
ein Heer von 580 Millionen Köpfen bilden und ganz
China damit um 100 Millionen überflügeln. Die
Reittiere würden ein Heer von 95 Millionen Pferden
bilden, von 7 Millionen Mauleſeln und von 9
Millio=
nen Eſeln. 100 Millionen Ziegen könnten den
Kämpfenden Milch und Wolle liefern, 21 Millionen
Büffel würden ganz Spanien im Kampfe von Büffel
gegen Mann erobern. In Aſien und Nordafrika
wür=
den dem Feldherrn der Tierarmee 2 Millionen
Ka=
mele zur Verfügung ſtehen und im Norden Europas
und Amerikas 900000 Renntiere. Allein die
Ver=
einigten Staaten zählen 50 Millionen Schweine,
Au=
ſtralien 88 Millionen Schafe, Europäiſch=Rußland und
die Vereinigten Staaten je 25 Millionen Pferde.
Bri=
tiſch=Indien iſt das Land der Ziegen; nach der
Sta=
tiſtik beſitzt allein Indien 30 Millionen Ziegen. Die
Heimat des Kamels aber iſt Aſien mit ſeinen 700000
Höckertieren, denen Nordafrika und Aegypten nur
gegen 175000 entgegenſtellen können. In der Zahl der
Rinder ſteht Britiſch=Indien mit 70 Millionen an der
Spitze. Insgeſamt beziffert man die Zahl der
nütz=
lichen Haustiere auf der Erde auf 1500 Millionen.
* Eine Folge der Zeppelin=Fahrt nach
Berlin. Als Graf Zeppelin in Berlin ſeinen
Be=
ſuch abſtattete, waren die Berliner von ihm geblendet,
im übertragenen Sinne des Wortes und leider auch
im buchſtäblichen. Der 29. Auguſt, der Tag der
An=
kunft des Zeppelin=Luftſchiffes in Berlin, war
wunder=
ſchön; bei hellem Sonnenſchein und wolkenfreiem Him
mel wurde der Lenkballon von aller Welt ſtundenlang,
zumeiſt auf hohen Dächern ſtehend, erwartet, und
gefähr zwei Stunden lang beobachteten die Berli
bei grellem Sonnenſchein die Bewegungen des L.
ſchiffes. Das hat nun, namentlich bei Frauen 1
Kindern, zu Blendungserſcheinungen geführt.
Nam=
lich ſcheint daran, wie die „Berliner klin. Woch
ſchrift” ausführt, die grelle Lichtquelle ſchuld zu
die der vom Sonnenlicht beſtrahlte mächtige
Schi=
körper bildete. Bei Kindern traten noch mehrere T
nach dem Ereignis anfallsweiſe Schmerzen in
Augen auf, andere ſahen längere Zeit alle Geg
ſtände tot. Und ſo mußte mancher infolge des vie
Ausſchauens nach dem Zeppelin ins Dunkle gebr
werden, um den überangeſtrengten Augen Ruhe
gewähren.
* Zwei Seelen. Kürzlich bekam ein bei B1
lau wohnender Theaterſchriftſteller von einer B:
lauer Theaterdirektion ſein Stück zurück mit dem
kannten Begleitbrief: „Sehr geehrter Herr! Anbei
Werk — zurück, da für unſere Bühne ungeeign
Unſerem Schriftſteller wurde ganz wunderlich zum
und er traute ſeinen Augen nicht, denn dasſelbe B
lauer Theater, das hier ſein Stück ablehnte, hatte
vor zwei Jahren unter derſelben Direktion ſchon
Erfolg aufgeführt. Die „Bresl. Morgenztg.” bem
dazu, das dürfte doch wohl noch nicht in unſerer
Kurioſitäten ſo reichen Theatergeſchichte dageweſen
Nun, dieſe Theaterdirektion hat eben zwei Seelen
ihrer Bruſt, von denen die eine nicht weiß, was
andere tut. Das ſchadet ja auch weiter nichts. Schli
würde es erſt, wenn die andere Scele auch nicht wi
ſollte, daß die eine ſchon vor zwei Jahren die Tantier
an den Autor hat abführen laſſen.
Nummer 53₰
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
Seite 5.
Parlamentariſches.
* Das Miniſterium des Innern hat folgenden
Ge=
etzentwurf über die Billettſteuer nebſt
Be=
zründung der Zweiten Kammer der Stände überſendet.
Artikel 1. Eine Gemeinde kann durch
Ortsſatz=
ung beſchließen, für die im Gemeindebezirk gegen
Ein=
trittsgeld ſtattfindenden Theatervorſtellungen aller Art
inſchließlich derjenigen in Varietétheatern, für Muſik=
und Geſangsaufführungen und Konzerte jeder Art, für
Kabarett=, Zirkus=, Kunſtreiter= und kinematographiſche
Vorſtellungen, für Darbietungen in Schaubuden und
Panoramen, für komiſche und ſpiritiſtiſche Vorträge,
für Karnevalſitzungen, Masken= und Koſtümbälle,
Ko=
ſtümbaſare, Koſtümfeſte, Wettrennen, Wettfahren,
Wett=
rudern, Wettſchwimmen, Wettſpiele, ſowie für
Unter=
rehmen ähnlicher Art eine vom Eintrittspreis zu
be=
rechnende Abgabe zu erheben. Die Abgabe darf 10 vom
Hundert des Eintrittspreiſes nicht überſteigen, beträgt
edoch mindeſtens 5 Pfennig. Bei Vorausmiete der
Plätze für wiederholten Beſuch kann die Abgabe
ent=
veder nach dem Tagespreis oder nach dem Geſamtpreis,
der für die Dauer der Vorausmiete zu entrichten iſt,
berechnet und für einen beſtimmten Zeitraum im
vor=
us bezahlt werden
Artikel 2. Die Abgabe kann nach einem
Abkom=
men mit dem Zahlungspflichtigen auf Hundertteile des
Geſamterlöſes aus dem Eintrittspreis und bei
Vor=
tellungen kleineren Umfangs auf einen Pauſchbetrag
für jede Vorſtellung feſtgeſetzt werden.
Artikel 3. Der Abgabe unterliegen nicht: 1. die
Theatervorſtellungen im Hoftheater in Darmſtadt, 2.
Unternehmen der in Artikel 1 bezeichneten Art auf
Meſſen und Märkten, ſowie bei Volksfeſten. Sie kann
von der Bürgermeiſterei erlaſſen werden bei
Unter=
rehmen, deren Reinertrag für einen wohltätigen oder
gemeinnützigen Zweck beſtimmt iſt.
Artikel 4. Für die Abgabe haftet neben dem
Internehmer der Beſitzer der Räume, in denen die
Veranſtaltung ſtattfindet. Die näheren Vorſchriften.
ramentlich über die Höhe und die Art der Erhebung
der Abgabe, ſowie über die Kontrolle des Eingangs,
rifft die Ortsſatzung.
Artikel 5. Wer den Vorſchriften dieſes Geſetzes
und der zugehörigen Ortsſatzung über die Entrichtung
er Abgabe zuwiderhandelt, wird mit Geldſtrafe bis
zu 500 Mark beſtraft, ſofern nicht nach anderen
geſetz=
ichen Vorſchriften eine höhere Strafe verwirkt iſt. Die
interzogene Abgabe iſt nachzuentrichten. Die Strafe wird
ach den Vorſchriften des Geſetzes vom 20. September
890 über die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids
bei Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über
ie Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle
ausge=
prochen und fließt in die Gemeindekaſſe. Im Falle
er Uneinbringlichkeit iſt die Strafe nach den
Vor=
chriften des Strafgeſetzbuchs in Haft umzuwandeln.
* Der Abg. Haas hat folgenden Antrag, betr. das
andeskriegerdenkmal in Darmſtadt, bei
er Zweiten Kammer eingebracht: Zur dauernden
Ehrung unſerer braven heſſiſchen Soldaten, welche ſich
in deutſch=franzöſiſchen Kriege unter der damaligen
Führung des Prinzen Ludwig mit Ruhm bedeckt haben,
nsbeſondere zu Ehren derjenigen Teilnehmer an
die=
em Kriege, welche für das Vaterland geblutet und ihr
Seben gelaſſen haben, iſt durch einmütigen Entſchluß
und unter allgemeiner Beteiligung des ganzen Landes
in Denkmal errichtet worden, das in ſchöner und
bürdiger Ausſtattung Zeugnis für den Dank des
Heimatlandes gibt. Das Denkmal fand eine
urchaus paſſende Aufſtellung vor dem
frühe=
en Zeughauſe und hat in Projektierung und
lusführung allen berechtigten Anſprüchen entſprochen.
In die Stelle des alten Zeughauſes iſt ein neuer
Srachtbau für Muſeumszwecke getreten. Es iſt
zuzu=
eben, daß infolgedeſſen die urſprüngliche Stelle des
Denkmals nicht mehr ganz geeignet und eine
Trans=
erierung desſelben auf einen anderen, paſſenderen
Slatz angezeigt erſchien. Die Neuaufſtellung des
Denk=
nals iſt aber nun an einer Stelle erfolgt, die ſo wenig
eeignet wie möglich, ja geradezu als wenig würdig
ngeſehen werden darf. In den Hintergrund geſchoben,
reht das ſchöne Denkmal vor einer dürftigen Hecke in
iner Ecke. Der Platz fordert geradezu zur abfälligen
Fritik heraus. Es iſt nicht angängig, daß das Denkmal
ür alle Zeiten dort verbleibt; ſeine nochmalige
Trans=
vzierung auf einen würdigeren Platz, woran es in
Darmſtadt nicht fehlt, iſt unbedingt geboten, das iſt man
em Andenken an diejenigen, zu deren Ehre es
errich=
et iſt, ſchuldig. Der entſtehende Koſtenaufwand kann
n dieſer Ehrenſache nicht in Beträcht kommen,
vird übrigens auch nicht allzu erheblich ſein.
Ich beantrage deshalb im Anſchluß an die
Be=
chlußfaſſung zu Kapitel 28 des Staatsbudgets die
Reſo=
ution: Großherzogliche Regierung aufzufordern,
begen Verbringung des
Landeskrieger=
enkmals auf einen geeigneteren Platz
ofort die nötige Maßnahme zu treffen und dem
Land=
age die dieſerhalb erforderliche Vorlage zu machen.
Stadtverordneten=Verſammlung.
— Darmſtadt, 3. März.
Der Vorſitzende, Herr Oberbürgermeiſter Dr.
Gläſ=
ing, eröffnet die 24. Sitzung der
Stadtverordnetenver=
ammlung um ¾4 Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
1. Die Zahlſtelle Darmſtadt des Deutſchen
dolzarbeiterverbandes hat von dem mit der
Firma L. Alter abgeſchloſſenen Tarifvertrag Kenntnis
ge=
eben und gebeten, bei Vergebung ſtädtiſcher Arbeiten nur
ariftreue Firmen zu berückſichtigen. Die Bürgermeiſterei
at in ihrer Antwort darauf hingewieſen, daß eine
be=
ügliche Beſtimmung der allgemeinen ſtädtiſchen
Arbeits=
nd Lieferungsbedingungen ihr die Möglichkeit gewähre,
n geeignet ſcheinenden Fällen den Wünſchen zu
entſpre=
hen. — 2. Herr Beigeordneter Mueller teilt zur
Rich=
igſtellung folgendes mit: Bei Gelegenheit der Erledigung
on Beſchwerden der Anwohner der Schul= und
Wendel=
adtſtraße wegen ihrer Heranziehung zu den
doſten der Umänderung der Hausanſchlüſſe
Durde in der Sitzung der Stadtverordnetenverſammlung
om 17. Februar behauptet, die Anwohner der
Hügel=
raße ſeien ſeinerzeit auch nicht zu derartigen Koſten
her=
ngezogen worden. Aus den Akten ergibt ſich jedoch, daß
ieſe Behauptung unrichtig iſt. Herr Juſtizrat Dr.
Klein=
chmidt hatte damals auch die Frage angeſchnitten, ob
ine derartige Heranziehung angängig wäre, er hat aber
ach entſprechender Aufklärung ſeinen Einſpruch nicht
wei=
er verfolgt. Von den übrigen Anliegern iſt überhaupt
ein Widerſpruch gegen ihre Heranziehung zu den frag=
— 3. Der Odenwaldklub
ichen Koſten erhoben worden.
at eine Einladung zu ſeinem Dekorierungsfeſt gefandt. —
Stadtv. Lindt kommt auf die Regierungsvorlage betr.
ie Billettſteuer, wonach das Hofthegter von dieſer
Steuer ausgenommen ſein ſoll, zu ſprechen. Er bittet,
dahin wirken zu wollen, daß eine Ausnahmeſtellung
des Hoftheaters nicht geſchaffen werde. Der Vorſitzende
verſpricht ſich aber keinen Erfolg, da bereits der
Finanz=
ausſchuß die Vorlage genehmigt habe und dem Hoftheater
bei ſeiner augenblicklichen Finanzlage eine weitere Steuer
nicht aufgebürdet werden könne. — 5. Ein Geſuch des
Weißbindermeiſters Heinrich Weber um Befreiung von
den Beſtimm. in § 5 des Ortsbauſtatuts für Errichtung
eines Werkzeugſchuppens und einer Gartenhütte in Flur 39
Nr. 154, Gemarkung Darmſtadt (Roßdörfer Straße) wird
gegen Ausſtellung des üblichen Reverſes von dem
Hoch=
bauausſchuß zur Genehmigung empfohlen und
angenom=
men. (Ref.: Stadtv. Rockel). — 6. Gaſtwirt J.
Geß=
ner bittet um Befreiung von den Beſtimmungen in § 22
des Ortsbauſtatuts und in § 32 der Baupolizeiordnung
für Errichtung eines Automobilſchuppens in der Hofreite
Saalbauſtraße 65. Der Hochbauausſchuß beantragte, das
Geſuch abzulehnen, was geſchah. (Referent: Dr. Kolb.)
Ortsbauſtatut für die Gartenvorſtadt
Hohler Weg.
Gegen das Ortsbauſtatut nebſt
Polizeiverord=
nung für die Gartenvorſtadt Dieburger
Straße-Hohler Weg, ſowie gegen den
Bebau=
ungsplan für den Baublock Nr. 1 der
Gartenvor=
ſtadt ſind während der Offenlage verſchiedene
Einwend=
ungen erhoben worden. Die Tiefbaudeputation und
der Hochbauausſchuß, die ſich hiermit beſchäftigt haben,
beantragen, wie Beig. Jäger als Referent mitteilt,
die Einwendungen abzulehnen; ſchlagen dagegen
vor, das Bauſtatut in einzelnen Punkten zu ändern
und zu ergänzen. Es ſoll geſtattet werden, über dem
Dachgeſchoß Wohnräume für Dienſtboten einzurichten.
Die für die Gebäude an der Dieburger Straße
vorge=
ſehene Zuläſſigkeit von zwei bewohnbaren
Oberge=
ſchoſſen unterhalb der Haupttraufkante kommt in
Weg=
fall. Ferner ſoll die Errichtung von Gebäuden auf der
Grenze nur geſtattet werden, wenn der Nachbar ſich
verpflichtet, das von ihm zu errichtende Haus gleichfalls
auf der gemeinſamen Grenze und im Anſchluß an das
bereits beſtehende Haus zu erbauen. Die aneinander
zu bauenden Häuſer ſind ſo zu geſtalten, daß bei
völli=
ger Freiheit der Gruppierung und der Durchbildung
des Aeußeren eine harmoniſche Wirkung erzielt wird.
Weiter ſoll die Errichtung von Seiten= und
Hinterge=
bäuden nur inſoweit zuläſſig ſein, als ſie als Zubehör
zu den Wohnungen des Vorderhauſes, (als Stallungen,
Remiſen, Wohnung für Kutſcher und dergleichen)
die=
nen. Sie dürfen nur eine Höhe von höchſtens 6 Meter
erhalten und müſſen, ebenſo wie Miſtgruben, von allen
Grenzen 5 Meter entfernt bleiben.
An der nur
unweſentlichen Debatte beteiligen ſich die Stadtvv.
Möſer, Schupp, der gegen den Entwurf der
Bür=
germeiſterei polemiſiert, Markwort, der die
Aus=
führungen des Vorredners richtig ſtellt, der
Vor=
itzende, Henrich, der ebenfalls Schupps irrige
Aeußerungen berichtigt, und Lautz. — Die Vorlage
wird mit den angegebenen Aenderungen gegen 2
Stim=
men angenommen,
Kleinere Vorlagen.
Für die Beckſtraße zwiſchen Kies= und
Heinrich=
ſtraße liegen einige Baugeſuche vor. Da die Stadt das
in die Straße fallende Gelände inzwiſchen erworben
hat, beantragt die Bürgermeiſterei, mit Zuſtimmung
des Hochbauausſchuſſes, die fragliche Straßenſtrecke
nun=
mehr zur Bebauung frei zu geben. (Referent:
Stadtv. Sames.) Der Antrag wird angenommen.
Zur Anlage eines Waldſchutzſtreifens längs
der neuen Bahnlinie zwiſchen Holzhof= und Stadt=Allee
wird ein Streifen ſtädtiſchen Geländes erforderlich, der
an die Eiſenbahnverwaltung abgetreten werden ſoll.
Die Landwirtſchaftsdeputation und der Finanzausſchuß
haben ſich mit dem Verkauf zum ortsgerichtlichen
Schätzungsbetrag von 2,50 Mark für den Quadratmeter
einverſtanden erklärt. (Referent: Stadtv. Karl
Mül=
ler.) Die Verſammlung tut dasſelbe.
Zwiſchen dem Vorſtand des Heſſiſchen
Lan=
desverein vom Roten Kreuz und der
Bürger=
meiſterei iſt für den Kriegsfall die Vereinbarung
ge=
troffen, daß dem Verein bei Eintritt der
Mobil=
machung eine Anzahl (bis zu 100) Betten im
Städti=
ſchen Krankenhauſe zur Belegung mit Verwundeten
und Kranken zur Verfügung geſtellt werden ſoll. Der
Verein hat gebeten, die auf Grund des neuen
Kranken=
haustarifs vorgeſehene Berechnung von
Sonderverord=
nungen nicht eintreten zu laſſen; er hat ſich dagegen
bereit erklärt, für Unteroffiziere und Mannſchaften
einen täglichen Pflegeſatz von 2,50 Mark ſtatt ſeither
2 Mk., außerdem eine beſondere Vergütung für
Wäſche=
reinigung zu bezahlen. Die Krankenhausdeputation
und der Finanzausſchuß haben ſich mit einer
entſpre=
chenden Aenderung des Vertrages einverſtanden
er=
klärt. (Referent: Beigeordneter Mueller.) Die
Verſammlung ſtimmt ebenfalls zu.
Feuerwache an der Stadtkirche.
Das Schulhaus hinter der Stadtkirche ſoll
nunmehr zu Zwecken der Feuerwache umgebaut
wer=
den, und zwar iſt beabſichtigt, die zur Zeit von der
Wache benutzten Räume im Erdgeſchoß als
Geräte=
räume einzurichten und die Wach= und Schlafräume in
den erſten Stock zu verlegen. Die Räume im zweiten
Stock bleiben für Schulzwecke reſerviert. Ferner ſoll
an der Querſeite des Schulhauſes, gegenüber dem
El=
gertſchen Hauſe, ein beſonderer Steigturm mit
Einrichtung zum Aufhängen und Trocknen der Schläuche
angebaut werden. Feuerlöſch=, Hochbau= und Finanz=
Ausſchuß haben ſich mit dem Projekt einverſtanden
er=
klärt und die Bewilligung der erforderlichen Mittel
mit 32600 Mark befürwortet. (Referent: Stadtverordn.
Sames.) Die geforderte Summe wird nach kurzer
Debatte, an der ſich die Stadtvv. Kalbfuß, Göbel,
K. Müller, Lehr, Roth, Beig. M ueller
betei=
ligen, bewilligt.
Erhöhung der Schlachtgebühr.
Zu dieſem Punkte der Tagesordnung referiert der
Vorſitzende ſelbſt. Er ſtreift zunächſt die allgemeine
Fi=
nanzlage, als deren Ergebnis eine
Steuererhöh=
ungvon 18 Prozent anzuſehen ſei. Die Signatur
für 1910 und 1911 ſei von dem Ausfall des Oktrois
ge=
kennzeichnet; es ſei eine ſchwere Situation, trotzdem
dürfe der Ausgleichsfonds auf keinen Fall
angegrif=
fen werden. Speziell zur Sache lautet der Bericht des
Oberbürgermeiſters: Wie bekannt, hat gerade in dem
letzten Jahrzehnt der Städtiſche Schlachthof eine
Ent=
wickelung genommen, die neben den ſanitären
Rück=
ſichten in erſter Linie auch die Intereſſen des
Metzger=
ſtandes begünſtigt. Das Häutemagazin wurde
mit einem Koſtenaufwand von rund 76000 Mark
errich=
tet, das Terrain des Schlachthofes hat eine größere
Er=
weiterung erfahren (etwa 8600 Quadratmeter im Wert
von 128000 Mark ſind hinzugekommen). Es iſt
beab=
ſichtigt, mit Rückſicht auf den zunehmenden Verkehr im
Schlachthof und die dadurch bedingte Zunahme der
Ab=
wäſſer aus Stallungen und Schlachthallen einen
großen Entlaſtungskanal zu bauen, der ſich
vom Schlachthof durch die Blumenthalſtraße ausdehnt
und eine Erweiterung der Profile des vorhandenen
Kanals zur Folge hat. Das Projekt für die Errichtung
eines Schweineſtalles im Koſtenbetrage von annähernd
200000 Mark wird demnächſt der
Stadtverordnetenver=
ſammlung vorgelegt werden. Auch hier kommt man
den Intereſſen des Metzgerſtandes entgegen, indem die
Möglichkeit eines Schweinemarktes uns damit einer
beſſeren Ausnutzung der Konjunktur geſchaffen werden
ſoll. Die Stadt iſt ferner zu erhöhten Aufwendungen
für die nächſten Jahre durch die Projekte einer
elektri=
ſchen Lichtanlage für Stall und Kälbermarkt, eines
elek=
triſchen Gleisbetriebes, zu baulichen Veränderungen
im Polizeiſchlachthaus, Herſtellung der Schlachthofſtraße
und dergleichen genötigt.
Die Allgemeinheit der Steuerzahler hat ſeither zu
dem Budget des Schlachthofes einen erheblichen
Zu=
ſchuß dadurch geleiſtet, daß die Aufwendungen der
all=
gemeinen Verwaltung in dem Budget des Schlachthofs
einen zahlenmäßigen Ausdruck nicht gefunden haben
und eine Reihe Konzeſſionen zu Gunſten des
Metzger=
ſtandes ſeither gewährt wurden. Die ſtädtiſche
Ver=
waltung war in der Lage, dieſe weitgehende
Unterſtütz=
ung zu rechtfertigen, da das Schlachtoktroi in der
Höhe von 230000 Mark ſeither der Stadt einen
Er=
ſatz ſür dieſe Aufwendungen bot. Nachdem dieſe
Ein=
nahme infolge der Entſcheidung des Reichstages der
Stadt entgeht, iſt die Stadt nicht imſtande, die
bisheri=
gen Konzeſſionen aufrecht zu erhalten; ſie muß
viel=
mehr durch Erhöhung der Schlachtgebühren Erſatz für
ihre Aufwendungen ſuchen. Eine ſolche Erhöhung
ex=
ſcheint gewiß gerecht mit Rückſicht auf die bedeutenden
Koſten der großen Schlachthoferweiterungen und die
gegenwärtig dem Metzgerſtande gewährten
Konzeſſio=
nen. Es erſcheint unbedenklich, die Schlachtgebühren
mindeſtens um den Betrag der künftigen
Mehraufwen=
dungen, die wir auf zirka 180000 Mark berechnet haben,
zu erhöhen, zumal auf der anderen Seite der
Metzger=
ſtand durch die Aufhebung des Schlachtoktrois eine
Entlaſtung in Höhe von 230000 Mark erfährt. Beit
dieſer Sachlage kann um ſo weniger infolge der
Er=
höhung der Schlachtgebühren die Befürchtung
ausge=
ſprochen werden, daß eine Erhöhung der
Fleiſch=
preiſe eintritt, als die gegenwärtige Konjunktur zu
einer ſolchen Erhöhung keine Veranlaſſung
bietet. Eine Erhöhung der Fleiſchpreiſe iſt um ſo mehr
ausgeſchloſſen, als der wegfallende Oktroibetrag äuf
das Pfund Fleiſch nur etwas über 2 Pfg. ausmacht,
und der vorgeſehene Mehrbetrag an Schlachtgebühren
noch weit unter dieſem Satze bleibt. Die
Schlachtge=
bühren ſollen künftig nach Tiergattungen zur Erhebung
gelangen.
Der Berechnung des Betrages, mit dem die einzelnen
Tiergattungen an dieſer Gebührenerhöhung teilzunehmen
haben, wird das von der Schlachthofverwaltung
angege=
bene Durchſchnittsgewicht der Schlachttiere zu Grunde
ge=
legt. Dieſes beträgt nach dem Durchſchnitt in den letzten
10 Jahren: zu 1 400 Kilogr., zu 2 250 Kilogr., zu 3 185
Kilogr., zu 4 120 Kilogr., zu 5 75 Kilogr., zu 6 85 Kilogr.,
zu 7 35 Kilogr., zu 8 25 Kilogr., zu 9 14 Kilogr., zu 10 300
Kilogr. Nach einer zu dem Voranſchlagsentwurf für 1910
gefertigten Zuſammenſtellung beträgt das Geſamtgewicht
der in 1910 vorausſichtlich zur Schlachtung gelangenden
Tiere rund 4500000 Kilogr. Es entfallen ſomit von dem
zu deckenden Betrag von 180000 Mark auf 1 Kilogr. 4 Pfg.
Die Wiegegebühren aus dem Schlachthof floſſen
bisher in die Schlachthofkaſſe, während die Gebühren für
alle anderen Verwiegungen, die von ſtädtiſchen Beamten
vorgenommen werden, in die Stadtkaſſe fließen. Durch die
neue Wiegeordnung (Heſſ. Verordnung vom 8. 12. 1908)
iſt jede Einmiſchung der Schlachthofverwaltung in das
Wiegegeſchäft ausgeſchloſſen, ſomit jeder Einfluß des
Schlachthofes aufgehoben. Bei Uebernahme der Koſten
der im ſtädtiſchen Schlachthof verwendeten Wagen zu
La=
ſten der Stadtkaſſe und bei künftiger Entlohnung des
Ver=
wiegers aus dieſer Kaſſe, kann die demnächſtige
Ueber=
weiſung der Wiegegebühren an die Stadtkaſſe nicht
bean=
ſtandet werden.
Der Schlachthof hat ſeither, wie die übrigen ſtädtiſchen
Betriebe, für Waſſer und Gas den Selbſtkoſtenpreis
der Stadt bezahlt. Dieſer Selbſtkoſtenpreis entſpricht zwar
nicht mehr den tatſächlichen Verhältniſſen und muß daher
allgemein erhöht werden; um jedoch entgegenzukommen,
hat der Oberbürgermeiſter für diesmal noch davon
abge=
ſehen.
Die Bürgermeiſterei beantragt, die
Stadtverord=
netenverſammlung wolle 1. dem vorgeſchlagenen
Gebüh=
rentarif zuſtimmen, 2. die Ueberweiſung der
Wag=
gebühren an die Stadtkaſſe und 3. die Erhöhung des
Waſſer= und Gaspreiſes auf den Satz für
Groß=
konſumenten gutheißen.
Die Metzgerinnung hat dagegen eine Eingabe
ge=
richtet, in der ſie auf die niedrigeren Sätze in anderen
Städten hinweiſt. Da ſpeziell auf Mainzer Verhältniſſe
rekurriert wird, geht der Oberbürgermeiſter auf die
dor=
tigen Verhältniſſe, die nicht mit den unſerigen verglichen
werden können, näher ein und gibt Aufklärung über
die Deckungsarten des Defizits, das ſich in Mainz auf
600000 Mark und bei uns auf 1032000 Mark beläuft=
Auch der Hinweis auf andere Städte gebe nicht
ge=
nügend ſtichhaltige Gründe.
Debatte.
Stadtv. Karl Lautz gibt zu, daß ein Weg bei der
augenblicklichen Finanzlage gefunden werden muß,
aber es ſei nicht angängig, 180000 Mark auf einen
Stand zu werfen, die dieſer nicht mehr erſchwingen
kann. Der Redner unterzieht ſodann ausführlich die
Vorlage der Bürgermeiſterei und das Expoſé des
Ober=
bürgermeiſters einer kritiſchen Unterſuchung.
Beſon=
ders die hohen Gebühren, die, wie der
Oberbürger=
meiſter ſelbſt zugegeben habe, ſehr hoch ſeien, prüfte er.
Der Redner bezeichnet die Vorlage als eine Verge
waltigung des Metzgerſtandes, er prophezeit
jedoch eine außerordentliche Schädigung des Standes,
die Verhältniſſe herbeiführen würden, die man ſpäter
bereuen müßte. Er bitte, die Vorlage der
Bürger=
meiſterei abzulehnen, die Feſtſtellung der Einzelſätze
einer nochmaligen Reviſion zu unterziehen und ſeine
Vorſchläge zu berückſichtigen. — Stadtv. Henrich
ver=
langt, daß die „Gebühr” eine tatſächliche Entſchädigung
für die Aufwendungen der Stadt ſei. Er entſcheide ſich
aber zwiſchen einer Steuererhöhung oder der Belaſtung
eines einzelnen Standes für die erſtere, weil ſie wegen
der alle belaſtenden Erhöhung gerechter ſei. Im
üb=
rigen iſt es nicht ausgeſchloſſen, daß auch die
Konſumen=
ten ſich auf ſich ſelbſt beſinnen könnten und zur
Selbſt=
hilfe greifen. Aus allen dieſen Gründen lehne er die
Vorlage ab. — Der Vorſitzende erklärt noch einmal, daß
er in eine Inanſpruchnahme des Ausgleichsfonds nicht
einwilligen könne. Er weiſt mehrere Unxichtigkeiten
der Vorredner im einzelnen zurück. An den Perſona=
Stadty
lien allein könne nicht geſpart werden.
Göbel tritt für die Vorlage ein, da dieſe Einnahme
für die Stadt unentbehrlich ſei. — Stadtv. L. Lautz
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
Nummer 53
erwidert auf einen Einwurf des Stadtv. Karl Lauctz,
daß die Bäcker die Konſequenzen aus der Aufhebung
des Oktrois zögen und aller Voransſicht nach vom 1.
April ab einen Abſchlag der Brote eintreten laſſen
wür=
den. Aehnlich würden wohl auch die Verhältniſſe bei
den Metzgern liegen, er nehme die Vorlage an, wann
man vielleicht die Gebühren fürs erſte nur für 1 bis 2
Jahre feſtſetzen würde. — Stadtv. Schmeel ſieht in
der Vorlage eine nur gerechte Heranziehung derjenigen,
die in erſter Linie die Vorteile des Schlachthofes
ge=
nöſſen. Der Metzgerſtand könne dieſe Auflage ſehr
wohl vertragen, der Redner nehme daher die Vorlage
an. — Stadtv. Karl Lantz tritt den Aeußerungen des
letzten Redners entgegen, der vom Geſchäftsleben keine
Ahnung habe. (Laute Rufe im Zuhörerraum; der
Vor=
ſitzende erſucht dringend um Ruhe.) Er bezweifle die
Höhe der Aufwendungen im Schlachthof, die Vorlage
müſſe er unbedingt ablehnen. — Stadtv. Rockel tritt
dem Vorredner bei, man ſolle die Steuern dann ruhig
erhöhen um den Steuerausſchlag, den die erhöhten
Ge=
bühren erſetzen ſollen. Die erwerbenden Stände
müß=
ten von Reichs= und Landes wegen bluten, man dürfe
daher auch von der Stadt ans keine neuen Laſten
die=
ſen Ständen auferlegen. Die Metzger ſeien ihrerſeits
auch gern bereit, zur Verminderung des Defizits
bei=
zutragen, aber ohne die erhöhten Gebühren. — Stadtv.
Dr. Bender gibt zu, daß die Verhältniſſe des
Metz=
gerſtandes nicht roſig ſeien, aber mit den ſchwierigen
Verhältniſſen haben alle zu kämpfen, auch die Anwälte,
wir alle! Deshalb ſolle man nicht einen Stand gegen
den anderen ausſpielen. Eine Ungerechtigkeit wäre
aber in dieſer Vorlage gar nicht vorhanden! Denn die
Mectzger dächten gar nicht an einen Fleiſchabſchlag, obwohl
ſie den Ausfall von 230000 Mark Fleiſchoktroi
erſpar=
ten. Da ſie nach der Vorlage 180000 Mark zu zahlen
haben, kommt ihnen demgemäß eine Summe von 50 000
Mark zugute. — Die Stadtvv. Säng und Stephan
ſprechen gegen die Vorlage.
Der Vorſitzende gibt zu bedenken, daß, wenn die
Vorlage abgelehnt wird, die Stenerumlage um weitere
8 Prozent, alſo auf etwa 30 Prozent, emporſchnellen
würde, dann würde aber mit der ganzen
Einwohner=
ſchaft auch der Metzgerſtand zu leiden haben. Der
An=
trag Henrich gehe von falſchen Vorausſetzungen aus
und ſei deshalb unannehmbar. — Stadtv. Karl Lantz
erklärt, daß die Metzger auch mit den 180000 Mark
der Vorlage einen Abſchlag eintreten laſſen würden.
Bei der
Abſtimmung
wird der Antrag der Bürgermeiſterei gegen 11
Stim=
men angenommen damit ſind auch alle weiteren
Anträge Henrich, beide Lautz gefallen.
Die Stadtverordnetenverſammlung hat ſich bereits
durch Beſchluß vom 26. Juni 1906 für den Erlaß einer
Polizeiverordnung über die
Unterſuch=
ung des von auswärts eingeführten
fri=
chen Fleiſches ausgeſprochen. Das Großh.
Poli=
zeiamt hat nunmehr im Einverſtändnis mit den
zuſtän=
digen ſtaatlichen Aemtern den Entwurf einer ſolchen
Verordnung bearbeitet und zur Beſchlußfaſſung
vor=
gelegt. Die Schlachthofdeputation hat ſich mit dieſem
Entwurf einverſtanden erklärt. Die
Nachunterſuch=
ungsgebühr hat nach den geſetzlichen Beſtimmungen in
ihrer Höhe der Schlachtgebühr zu entſprechen und wird
vorausſichtlich etwa 7 Pfg. für ein Kilogramm betragen.
Die Punkte 11 und 12 werden von der
Tagesord=
nung abgeſetzt. — Der Vorſitzende ſchließt die Sitzung
um ½9 Uhr.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 3. März. Die zweite Beratung des
Etats des Reichsamtes des Innern
wird mit Kapitel 9 „Behörden für die Unterſuchung von
See=Unfällen” fortgeſetzt.
Abg. Schwartz=Lübeck (Soz.): Die Zahl der Seeunfälle
wächſt immer mehr. Das liegt daran, daß die
Seemanns=
ordnung nicht genügt. Der Bundesrat ſollte ſich dazu
ent=
ſchließen, der im Jahre 1902 gefaßten Reſolution zu
fol=
gen und endlich eine Kontrolle einzuführen. Wie in der
Induſtrie durch Fabrikinſpektoren, ſo ſollte auch den
Ree=
dern gegenüber ſcharf vorgegangen werden zum Schutze
ihrer Angeſtellten. — Geheimrat Lewald: Der von dem
Vorredner auf dem Tiſche des Hauſes niedergelegten
Sta=
tiſtik fehlt die Rückſicht auf die in den letzten Jahren
ein=
getretenen außerordentlichen Verbeſſerungen. Im Vergleich
mit der franzöſiſchen Seegeſetzgebung ſteht die deutſche
immer noch obenan. Die Behauptung, die Unfälle ſeien
auf die unſinnigen Seewettfahrten zurückzuführen, iſt nicht
erwieſen. Die großen Reedereien dürften ſich hüten, ihre
Schiffe im Werte von über 20 Millionen Mark für ſolche
Zwecke herzugeben. Bei Nebel fahren die Kapitäne ſchon
aus eigener Rückſicht langſam. Anderenfalls treffen ſie
ſchwere Strafen. — Abg. Dr. Heckſcher (frſ. Vgg.): Die
gegen die Seeberufsgenoſſenſchaft erhobenen Vorwürfe ſind
unberechtigt. Den traurigen Hintergrund für die Angriffe
bildet das Vorkommnis auf der „Hermine”, deren Kapitän
von einem Engländer 6000 Mark verſprochen wurden, wenn
er die „Hermine” auf den Strand ſetze. Verallgemeinerung
hätte ſich Herr Schwartz als alter Seebär nicht zuſchulden
kommen laſſen ſollen. — Abg. Erzberger (Zentr.): Wie
ſteht es mit der Veröffentlichung der amerikaniſchen
Re=
gierung über die Erfahrungen einer als Auswanderin
ver=
kleideten Dame? Sind die Mißſtände auf deutſchen
Schif=
fen konſtatiert worden? — Miniſterialdirektor von
Jone=
quiéres: Dem vom Vorredner erwähnten Berichte fehlt
die Objektivität. Die deutſchen Schiffe werden durch dieſen
Bericht nicht berührt.
Beim Kapitel „Statiſtiſches Amt” bemerkt Abg.
Dahlem (Zentr.): Man ſollte endlich ſich dazu
entſchlie=
ßen, unſeren Schiffern, beſonders den Binnenſchiffern, die
Sonntags= und Nachtruhe zu verſchaffen.
Abg. Dove
frſ. Vgg.): Es iſt eine Denkſchrift erſchienen, in der auf
Grund ſtatiſtiſchen Materials die Wirkung unſerer
Han=
delsverträge nachgewieſen werden ſoll. Darin ſoll
bewie=
ſen werden, daß die Handelsverträge günſtig gewirkt
ha=
ben und daß alle trüben Vorausſagungen nicht
eingetrof=
fen ſeien. Die internationalen Handelskammerkongreſſe
haben mehrfach eine einheitliche Handhabung der Statiſtik
verlangt. Denn eine ungenaue Statiſtik iſt überhaupt
nichts wert. — Staatsſekretär Delbrück: Die
Fehler=
loſigkeit einer Statiſtik iſt natürlich notwendig. Die
Denk=
ſchrift hat aber nicht die ihr zugeſchriebene Bedeutung. Sie
ſollte nur einige intereſſante Zahlen mitteilen.
Abweichun=
gen zwiſchen den Statiſtiken der einzelnen Länder werden
ſich nicht leicht vermeiden laſſen, ſolange nicht die
Fehler=
quellen einwandfrei feſtgeſtellt ſind und ſolange namentlich
eine der größten Fehlerquellen in der verſchiedenen
Zoll=
geſetzgebung der verſchiedenen Länder liegt. Eine
Emiſ=
ſionsſtatiſtik kann ohne genügende Vorarbeiten nicht
aufge=
ſtellt werden. Aus allem aber, was ich habe ſagen können,
werden Sie erſehen haben, daß wir dieſen Streitfragen die
notwendige Aufmerkſamkeit ſchenken. — Abg.
Baſſer=
mann (nl.): Die Sonntags= und Nachtruhe in der
Bin=
nenſchiffahrt iſt dringend zu fordern. So groß können die
Schwierigkeiten nicht ſein, wie ſie von den großen
Aktien=
geſellſchaften hingeſtellt werden. Dabei ſind natürlich
Ausnahmen zuzulaſſen, die Rückſicht auf beſondere
Verhält=
niſſe, Eisgang uſw. —
Staatsſekretär Delbrück:
Das bisherige Material war nicht ausreichend. Wir
er=
warten ein Gutachten des Geſundheitsamtes und gehen
dann ſofort an die Arbeit. — Abg. Brey (Soz.): Die
Arbeiter in der chemiſchen Induſtrie bedürfen dringend
einer geſetzlichen Hilfe für ihre Geſundheit. Eine
Unter=
ſuchung über die Arbeitsverhältniſſe in den chemiſchen
Fabriken, wie wir ſie beantragt haben, iſt unbedingt
not=
wendig. Die Wohltaten der ſozialen Geſetzgebung prallen
an dieſen Zuſtänden wirkungslos ab. Hier muß
einge=
ſchritten werden. (Beifall bei den Soz.)
In der Abſtimmung wird die Reſolution der
Sozial=
demokraten betr. die chemiſchen Betriebe angenommen,
betr. die Streikſtatiſtik aber abgelehnt. Dafür gelangt die
Reſolution des Zentrums über die Streikſtatiſtik zur
An=
nahme.
Es folgt der Titel „Reichsgeſundheitsamt”.
Abg. Dr. Jäger (Zentr.) ſcheint — auf der Tribüne
völ=
lig unverſtändlich — über die Wohnungsfrage der Arbeiter
zu reden.
Abg. Dr. Junck (nl.) empfiehlt die Annahme der von
ihm eingebrachten Reſolution betr. Fürſorge des Reiches
für Beamtenwohnungen. — Staatsſekretär Dr.
Del=
brück: Ich verkenne keineswegs die Bedeutung der
Wohnungsfrage. Es wird außerordentlich ſchwer ſein,
dieſe Angelegenheit durch ein Reichsgeſetz zu regeln. Man
ſollte dieſe Angelegenheit den Bundesſtaaten überlaſſen.
Ein Erfolg kann nur erzielt werden, wenn die Kommunen
vorbildlich vorgehen in der Herſtellung kleiner
Wohnun=
gen. Jedenfalls werden wir die Sache verfolgen. — Abg.
Gleitsmann (Zentr.): Durch die Verbeſſerung der
Wohnungen wird der Familienſinn und die Sittlichkeit
ge=
fördert und die Bekämpfung des Alkohols erleichtert.
Abg. Kobelt (wildlib.): Eine reichsgeſetzliche Regelung
betr. die Verwendung der Konſervierungsmittel iſt
not=
wendig.
Abg. Baumann (Zentr.) fordert energiſche
Be=
kämpfung der Weinpantſcherei. —
Geheimrat v. Stein
meint, nach der Erledigung des Weingeſetzes ſollte die
Aera der alljährlichen Weindebatten eigentlich abgeſchloſſen
ein. Für eine energiſche Kontrolle im ganzen Reiche
werde Sorge getragen.
Nach weiteren kurzen Bemerkungen der Abgeordneten
Röſicke und Lehmann wird die Weiterberatung auf
Frei=
tag 1 Uhr vertagt. — Schluß ¾8 Uhr.
* Berlin, 3. März. Der
Seniorenkon=
vent des Reichstages beſchloß, die zweite und
dritte Leſung des Etats in 15 Sitzungen bis zum 19.
März zu erledigen. Beraten werden ſollen die zweite
Leſung des Etats des Reichsamts des Innern am 3.
und 4., der Marineetat und Kiautſchouetat am 5., 7. und
8., der Etat der Poſt= und Telegraphenverwaltung und
der Reichsdruckerei vom 9. bis 11., der Etat der
Reichs=
eiſenbahnen am 12., der Etat des Reichskanzlers und
des Auswärtigen vom 14. bis 16. März; der Etat des
Reichsſchatzamtes, der Zölle und des allgemeinen
Pen=
ſions= und Reichsinvalidenfonds am 17. März. Für
die dritte Leſung iſt der 18. und 19. März beſtimmt.
* Berlin 3. März. Die
Juſtizkommiſ=
ſion des Reichstages beſchloß heute ohne
De=
batte gegen eine Stimme die Beibehaltung der
Schwur=
gerichte.
Vermiſchtes.
Die Auswanderung deutſcher Frauen
in die Kolonien zu fördern, iſt bekanntlich eines der
Hauptziele des Frauenbundes der Deutſchen Kolonial=
Geſellſchaft (Geſchäftszimmer: Berlin W. 9, Potsdamer
Straße 134), deſſen Beſtrebungen durch Beitritt zu
unter=
ſtützen wir nicht genug empfehlen können. Durch
Vermitt=
lung des Frauenbundes und auf Koſten der Deutſchen
Kolonial=Geſellſchaft, die entweder freie Reiſe 3.
Schiffs=
klaſſe oder eine Reiſebeihilfe von 150 Mk. zur 2.
Schiffs=
klaſſe bewilligt, ſind im Jahre 1909 68 junge Mädchen
Köchinnen, Stützen, 3 Lehrerinnen) nach Südweſtafrika in
kontraktlich feſte Stellungen gegangen. Das Streben
junger Mädchen, nach unſeren Kolonien zu gehen, iſt ſehr
rege. Es melden ſich durchſchnittlich jeden Monat
unge=
fähr 200 auswanderungsluſtige Mädchen beim
Frauen=
bund, der aber auf Grund der aus Südweſtafrika bei ihm
eingehenden Wünſche nur etwa 3—4 Bewerberinnen mit
jedem Dampfer hinausſenden kann. Nach der Errichtung
des Heimathauſes, das in Keetmanshoop geplant iſt und
junge Mädchen aus Deutſchland aufnehmen und in der
afrikaniſchen Wirtſchaft unterweiſen ſoll, ehe ſie an die
Farmerfamilien abgegeben werden, hofft der Bund viel
mehr Bewerberinnen unterbringen zu können als bisher.
Mit Hilfe der über das ganze Deutſche Reich verbreiteten
Abteilungen des Frauenbundes wird eine ſorgfältige
Aus=
wahl getroffen, damit nur ſolche Elemente in die Kolonie
kommen, die dem Deutſchtum wirklich von Nutzen ſind.
In welchen Ländern wird am meiſten
geheiratet? Schon ſeit langer Zeit wird in
Deutſch=
land über „Eheſcheu” geklagt. Bei einem Vergleich mit
anderen Ländern zeigt ſich aber, daß die „Eheſcheu” bei
uns noch gar nicht ſo groß iſt. Wenn Deutſchland
hinſichtlich der Heiratsziffern auch nicht an erſter Stelle
ſteht, ſo nimmt es doch noch eine gute Mittelſtellung ein
und läßt die meiſten Länder hinter ſich zurück. Von allen
Ländern, aus denen in bezug auf die Heiratshäufigkeit
tatiſtiſche Aufzeichnungen vorliegen, ſteht Serbien
obenan. Dort kamen im Jahre auf 1000 Einwohner 10,7
Heiraten, mehr als 10 Heiraten auf je 1000 Einwohner
wurden weiter gezählt in Rumänien und im Staate
Mi=
chigan in den Vereinigten Staaten von Amerika. Mehr
als 9 bis 10 Heiraten auf je 1000 Einwohner und in einem
Jahre kamen in Ungarn (9,8), in Rhode Island (9,7), in
Britiſch=Honduras (9,4) und in Bulgarien (9,3). Zu der
Gruppe mit mehr als 8 bis 9 Heiraten auf je 1000
Ein=
wohner gehört auch Deutſchland. Insgeſamt gehörten zu
dieſer Gruppe: Maſſachuſetts (9,0), Neu=Seeland (8,9),
Maine in Nordamerika (8,7), Rußland und Vermont in
Nordamerika (8,6), Connecticut (8,4), Luxemburg (8,3),
das Deutſche Reich und Belgien (8,1), Frankreich und
Weſt=
auſtralien (8,0). Mehr als 7 bis 8 Heiraten auf je 1000
Einwohner wieſen auf: Oeſterreich, England, Wales,
Al=
gerien, Südauſtralien, Tasmania (7,9), die Schweiz und
Süd=Wales (7,8), Italien, Victoria (7,7), die Niederlande,
Dänemark, Queensland (7,6), Japan (7,3) und
Schott=
land (7,0). In der Gruppe von mehr als 6 bis 7 Heiraten
auf je 1000 Einwohner waren vertreten: Spanien (6,9),
Portugal und Finnland (6,8), Argentinien (6,7) und
Schweden (6,2). Unter 6, aber immer noch über 5
Hei=
raten auf je 1000 Einwohner kamen in Norwegen (5,9),
in Chile und Uruguay (5,7). Genau 5 Heiraten auf das
Tauſend der Bevölkerung wurden ermittelt: in Mexiko
und Ceylon (4,5) und im Kapland (4,2).. Von den 46
Ländern, über die Aufzeichnungen hinſichtlich der
Heirats=
häufigkeit gemacht worden ſind, ſteht Deutſchland immer
noch an der 15. Stelle.
C. K. Künſtliche Augen. Das Glasauge,
bei dem Glücklichen, dem die Natur zwei geſunde Ar
chenkte und erhielt, gewöhnlich nur die Erinnerung
Puppen oder ausgeſtopfte Tiere wachruft, ſpielt im Leſ
der Menſchen eine größere Rolle, als der Laie ahnen n
Mit den Jahren hat ſich eine ganz anſehnliche Indug
gebildet, die ſich mit der Anfertigung menſchlicher 6
augen beſchäftigt. Allein in Paris, ſo wiſſen „Nos
ſirs” zu erzählen, ſind ſtändig mehr als zweihundert
beiter damit beſchäftigt, Glasaugen für Menſchen anzu
tigen, die dann zum Preiſe von 40—80 Franken verk
werden. Was die Aegypter noch aus Gold, Silber
Elfenbein fertigten, ſtellt die moderne Induſtrie aus E
und Emaille her. Gute Nachahmungen können ſo täuſch
ſein, daß nur ſcharfe Beobachter bemerken, daß der Mei
mit dem ſie ſprechen, vielleicht ein Glasauge hat. S.
der feuchte Glanz der natürlichen Augen wird täuſch
nachgebildet. Ueberraſchend iſt die Mitteilung, daß
Glasaugen nur verhältnismäßig kurze Zeit in Gebr
bleiben können. Die von den Tränendrüſen ausgeſ
derte Säure zerſtört mit der Zeit das Email, ſodaß Gl
augen kaum länger als ein Jahr getragen
wer=
können. Daraus erklärt ſich auch der verhältt
mäßig große Umſatz künſtlicher Augen; allein in der f.
zöſiſchen Hauptſtadt werden wöchentlich mehr als 1
ſolcher künſtlichen Menſchenaugen verkauft.
— Vogelſchutz. Die erſten Boten des F.
lings ſind eingetroffen. Bereits Mitte Februar kor
man in dieſem Jahre den Jubelruf der Lerche auf
Feldern vernehmen. Bachſtelze, Weidenlaubvogel
Hausrotſchwänzchen werden bald nachfolgen. Da iſ
an der Zeit, auf jene Beſtimmung des neuen Reis
vogelſchutzgeſetzes aufmerkſam zu machen, wonach
1. März ab das Fangen, Töten, Kaufen und Verkes
fen von nützlichen Singvögeln verboten
Vogelfänger und Vogelhändler werden mit Geldſt
nicht unter 150 Mark, im Wiederholungsfalle mit
ängnis beſtraft. Die Polizeiorgane ſind beauftr
Uebertretungen des Geſetzes unnachſichtlich zur Anz
zu bringen.
* Das einzige deutſche Dorf im Teſſ
Im ſchweizeriſchen Kanton Teſſin liegt als ein
deutſche Enklave im italieniſch ſprachlichen Gebiete
deutſche Dörfchen Bosco (Gurin). Ueber den Gr
paß wanderten die Alemanniſchen Vorfahren
Wallis her im Mittelalter in die Täler am Fuß
Monte Roſa (Gornerhorn) ein und gründeten die d
ſchen Gemeinden des Tofatals (Königreich Italien)
denen Pommat (Formazza) mit etwa 550 Einwohn
die bedeutendſte iſt. Von Pommat aus erfolgte d
die Gründung des ſchweizeriſchen Tochterdorfes
Bo=
deſſen 270 Köpfe zählende Gemeinde zäh an der de
ſchen Mutterſprache feſthält. Große Freude err
unter den 52 Kindern der deutſchen Dorfſchule
Weihnachtsſpende der Ortsgruppe Konſtanz des ?
eins für das Deutſchtum im Ausland, die durch
Lehrer in Einzelpaketchen an die 26 Knaben und
Mädchen verloſt wurde, die ihren Gewinn mit fr
lichem „Vergelts Gott” in Empfang nahmen.
Spendern gingen neben einem Dankſchreiben des
rers eine Anzahl rührend treuherziger Dankesbr
chen von den Kindern zu. Die Gaben waren der K
ſtanzer Ortsgruppe faſt alle von ſchweizeriſchen 7
brikanten zugegangen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 2. März. Die Wahlrechtskomn
ſion des Abgeordnetenhauſes lehnte ir
Leſung den konſervativen Antrag auf Einführung
öffentlichen Wahl auch für die
Wahlmän=
mit 15 gegen 13 Stimmen der Konſervativen und
Freikonſervativen ab. Die Abſtimmung über die er
ſechs Paragraphen ergab eine weſentliche
Beſtätig=
der Beſchlüſſe der erſten Leſung. Der fingierte Ster
ſatz der Steuerfreien wurde von 3 auf 4 Mark erh
Die Nationalliberalen verſuchten, die indirekte N
wieder zu beſeitigen, was jedoch mit 17 gegen 9 St
men abgelehnt wurde. Das Kompromiß
zwiſ=
dem Zentrum und den Konſervativen auf geheime
ſtimmung bei den Urwahlen und öffentliche Stin
abgabe bei der Wahl der Wahlmänner, das in der er
Leſung mit 19 gegen 9 Stimmen angenommen wu
wurde heute in zweiter Leſung mit 17 gegen 11 St
men angenommen da die Konſervativen
trennten. Die freiſinnigen Anträge auf Einfügr
von beſonderen Vorſchriften zur Sicherung der ge
men Stimmabgabe wurden mit 19 gegen 9
Stimr=
abgelehnt.
* Köln, 2. März. Die „Köln. Ztg.” meldet
Tanger: In Tanger haben freundſchaftliche T
handlungen ſtattgefunden mit dem Ergebnis, daß
Beſchwerden bezüglich der Verzollung franzöſiſcher
deutſcher Poſtſendungen nach und in Marokko zu 1
gunſten Deutſchlands beſeitigt und eine gleichmäf
Behandlung geſichert iſt. Die bei der franzöſiſchen
der deutſchen Poſt einlaufenden Poſtwertſendun
werden gleichmäßig zur Verzollung ausgeliefert.
der Beſprechung über die Verſendung von Poſtpake
von einem marokkaniſchen Küſtenhafen zum ande
haben ſich keine Differenzen herausgeſtellt und
Grund zur Beſchwerde iſt nicht vorhanden.
* Mausfeld, 3. März. Heute vormittag ſtieß
auf der Strecke Kloſter Mansfeld-Schloß Mans
zwei Wagen der elektriſchen Kleinbahn info.
dichten Nebels zuſammen. Ein Wagenführer wu
ſchwer, drei andere Fahrbeamte und drei
Fahrg=
wurden leicht verletzt.
* Gneſen, 3. März. Die Strafkammer ver
teilte drei Gumnaſiaſten, die die Aufgaben
ihre Abiturientenprüfung dem Direktor durch Einbr
entwendeten, wegen Hausfriedensbruches und
Entw=
dung von Formularen und Prüfungsthemen zu 31
Wochen Gefängnis.
* Paris, 3. März. Im Miniſterrat verlas
Miniſter des Aeußern ein ihm von dem franzöſiſd
Geſandten in Marokko zugegangenes Telegran
in dem von den durchaus zufriedenſtellenden Bedi
ungen berichtet wird, unter denen Mulay Hafid die i
von dem franzöſiſchen Konſul in Fez übermittelten?
kommen unterzeichnete. Es ſollen Maßnahmen erg:
fen werden, um eine vollſtändige Durchführung al
in den von der ſcherifiſchen Regierung ratifizierten?
kommen enthaltenen Bedingungen zu ſichern.
* Philadelphia, 3. März. Die Zentralvereinigu
der Arbeiterorganiſationen verkündete geſtern abe
den Generalſtreik, in den aus Sympathie für
ſtreikenden Straßenbahner eingetreten werden ſ.
Der Beginn des Generalſtreiks wurde, auf Freit.
Mitternacht feſtgeſetzt. Die Arbeiterführer erklär
daß Hunderttauſende in den Streik eintreten werd
falls ſich die Bahngeſellſchaften nicht zur Einſetzu
eines Schiedsgerichtes bereit finden laſen.
Nummer 53.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
Seite
— Mannheim, 3. März. Zum Intendanten
des Hof= und Nationaltheaters Mannheim wählte der
Stadtrat als Nachfolger des Herrn Dr. Hagemann
Herrn Profeſſor Ferdinand Gregori aus Wien.
Sein Gehalt beträgt 15000 Mark.
H. B. New=York, 3. März. Bei dem Lawinen=
Unglück auf der Great Northern=Bahn ſind, wie jetzt
feſtgeſtellt iſt, 90 Perſonen umgekommen.
Ter Profeſſor! Eine hochoriginelle und dabei ſehr
belehrende Reklame iſt jetzt in verſchiedenen hieſigen
Auslagen für das bekannte Waſchmittel „Persil”” zu
bewundern. Inmitten eines Aufbaues von Perſilpaketen
erhebt ſich eine faſt lebensgroße Figur, die einen alten,
hinter einem Pulte ſtehenden Profeſſor darſtellt, der dem
Publikum in überzeugenden Worten die Vorzüge dieſes
in Waſch= und Bleichkraft unerreichten Waſchmittels zu
erklären ſcheint. In der hocherhobenen Linken ſieht man
ein wirkliches, ſcheinbar ſoeben erſt aus der Wäſche ge=
Fommenes Wäſcheſtück, deſſen eine Hälfte noch die frühere,
ſchmutzige Beſchaffenheit erkennen läßt, während die andere
Hälfte durch Behandlung mit Perſil blendend weiß und
wieder wie neu geworden iſt. Andere, in ähnlicher Weiſe
bearbeitete Wäſcheſtücke, die auf dem Pulte umherliegen,
vervollſtändigen das Bild und führen dem Beſchauer vor
Augen, daß ſelbſt die hartnäckigſten Flecken, wie Tinte,
Blut, Rotwein, Kakao, Sauce uſw. ſpielend leicht und
ſpurlos durch Perſil beſeitigt werden.
(4851E
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit Mittwoch früh: Das
weſtliche Tiefdruckgebiet zieht in nördlicher Richtung
1b und beeinflußt nicht unſer Wetter. Dagegen hat das
nitteleuropäiſche Hochdruckgebiet, deſſen Zentrum heute
früh über der Oſtſee lagert, trockenes und vielfach
eiteres Wetter gebracht. Da jetzt über ganz Oſteuropa
Zoher Druck lagert, wird öſtliche Luftſtrömung eintreten
und infolgedeſſen die Trockenheit anhalten, doch wird
s nachts kühler.
Ausſichten in Heſſen für Freitag, 4. März:
An=
haltend trocken und vielfach heiter, nachts kühler und
kachtfroſt, am Tage mild, windig aus Oſt.
Dankſagung.
Für die uns bei
lieben, unvergeßlichen
dem Hinſcheiden
unſeres
(4816
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute vormittag 10 Uhr entſchlief nach
langem Leiden im 76. Lebensjahre unſer lieber
Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroß=
(4830
vater, Bruder, Schwager und Onkel
Adam Ehrhard.
Um ſtilles Beileid bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Groß=Bieberau, den 2. März 1910.
Die Beerdigung findet ſtatt: Samstag, den
5. März, nachmittags ½2 Uhr.
Kar
in ſo überaus reichem Maße erwieſene wohltuende
Teilnahme ſagen wir auf dieſem Wege unſeren
herzlichſten Dank.
Darmſtadt, den 2. März 1910.
Familie Direktionsrat Winter.
Dankſagung.
Für die Beweiſe aufrichtiger Teilnahme an
dem uns betroffenen Verluſte unſeres Vaters,
Schwiegervaters und Großvaters
(4831
Peter Guth
ſagen wir Allen unſeren herzlichſten Dank,
ins=
beſondere der Jägervereinigung, dem Rhein=
Main=Gaſtwirte=Verband, der Sterbekaſſe des
Bundes deutſcher Gaſtwirte, dem hieſigen
Gaſt=
wirte=Verein und der Singmannſchaft der
Turn=
gemeinde Darmſtadt.
Darmſtadt, 3. März 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
nach langem, ſchwerem, mit Geduld ertragenem
Leiden, unſere innigſtgeliebte Tochter, Schweſter
und Braut
(B4832
Ellsabern Naur
heute nacht 12¼ Uhr zu ſich in die Ewigkeit
abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Heinrich Hauf und Frau,
Bertha Hauf,
Ernſt Bunzenthal.
Darmſtadt, den 3. März 1910.
Die Beerdigung findet Samstag, den 5. März,
nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhauſe,
Kies=
bergſtraße 14 aus, ſtatt.
Gottesdienſt bei der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 4. März 1910.
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr — Min.
Samstag, den 5. März 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min.
Sabbat=
ausgang 7 Uhr — Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 5. März 1910.
Vorabend 5 Uhr 40 Min. Morgens 8 Uhr — Min,
Nachmittags 4 Uhr — Min. Sabbatausgang 7 Uhr
— Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 6. März,
an: Morgens 6 Uhr 30 Min. Nachmittags 5 Uhr 45 Min.
NB. Freitag, den 4. und Samstag, den 5. März:
Rausch Chaudesch Ador Scheni,
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Macbeth”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Ludwig Ganghofer=Abend um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz (Vortragsverband).
Vortrag von Profeſſor Dr. Kautzſch um 8 Uhr in der.
Techniſchen Hochſchule (Saal 326).
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (Vierwaldſtätter See,
Rigi uſw.).
Verſteigerungskalender.
Samstag, 5. März.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr zu
Roß=
dorf; Zuſammenkunft am Ortsgericht daſelbſt.
Hochzeitsturm. Turmzimmer und
Ausſtellungs=
räume täglich geöffnet von 9—12 und 2—5 Uhr.
Kunſtverein. Täglich geöffnet von 11—1 Uhr,
Sonntags von 10—1 Uhr, Mittwochs von 2—4 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: S. Kroß, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Kurſe vom 3. März 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
f. Staatspapiere. In Proz.
Dſche. Reichsſchatzanw. 100,60
½ Deutſche Reichsanl. . 83,60
84,80
do.
Preuß. Schatzanweiſg. 100,90
½ do. Conſols . . . . 93,80
84,80
do.
do.
Bad. Staatsanleihe . . 101,80
94,00
do.
½
do.
Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,80
93,40
do.
2
83,60
do.
Hamburger Staatsanl. 101,90
Heſſ. Staatsanleihe . . 101,60
92,70
do.
½
do.
81,75
34,40
Sächſiſche Rente
Württemberger v. 1907 101,70
93,90
do.
Bulgaren=Tabak=Anl. —
*/ Griechen v. 1887 . . —
¼/ Italiener Rente . . .
½ Oeſterr, Silberrente . 99,40
do. Goldrente . . 100,20
do. einheitl. Rente 95,50
Portug. unif. Serie I 65,20
do, unif. Ser. III 66,25
do.
Spezial . 12,40
Rumänier v. 1903 . . 102,40
v. 1890 . . 95,00
do.
do.
v. 1905 . .
Ruſſen v. 1880 . . . . 91,80
In Proz.
Bf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,50
4½ do. v. 1905 . . . . 100,20
3½ Schweden . . . .
Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 88,40
4 do. uniſiz. v. 1903 94,80
Ungar. Goldrente . . 95,80
do. Staatsrente . 93,90
5 Argentinier . . . . . . 101,00
91,90
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 94,30
5 Chineſ. Staatsanleihe 102,70
100,00
do.
4½ Japaner .
. 98,10
Innere Mexikaner . . 101,60
do.
3
Gold=Mexikan. v. 1904 96,75
5 Gold=Mexikaner . . . 102,90
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . . 140,90
Nordd. Lloyd . . . . 106,00
Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
Baltimore & Ohio . . 113,10
4 Gotthardhahn . . . . —
In Proz.
Bf.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161,70
Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,20
4 Pennſylvania R. R. 135,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 190,75
Werger=Brauerei
81,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 433,75
Fabrik Griesheim . . . . 268,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 448,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 323,00
Lahmeyer . . . . . . . . . 110,50
Schuckert . . . . . . . . . 135,00
,20
Siemens & Halske . . . 23
Adlerfahrradwerke Kleyer 377,00
Bochumer Bb. u. Guß . . 245,60
Gelſenkirchen . . . . . . . 215,90
Harpener . . . .
. . 201,30
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb . . . . . . . . . 223,00
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ..
Pfälzer Prt. . . . . . 101,25
do.
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . —
teuerfrei . 99,25
do.
Oeſterr. Staatsbahn. 103,70
do.
99,60
alte
de
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,90
do.
do.
59,10
(*1g
Raab=Oedenburger . . 76,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . . 89,00
4 Kronpr. Rudolfhahn . 99,80
In Proz.
Zf.
24/10 Livorneſer . . . . . . 76.60
82,00
4 Miſſouri=Pacific . .
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,00
5 Anatoliſche Eiſenb.. . —
5 Tehuantepec . . . . . —
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 180,20
4 Darmſtädter Bank . . 137,60
Deutſche Banf . . . . 257,60
4 Deutſche Vereinsbank 128,75
4 Diskonto=Geſellſchaft 197,10
166,70
Dresdner Bank . . .
4 Mitteldeut. Kreditbk. 120,60
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 128,90
4 Pfälzer Bank . . . . . 101,40
46,20
4 Reichsbank . . .
4 Rhein. Kredit=Bank . 136,75
4 Wiener Bank=Verein
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,50
3½
do. S. 19. . . . . 92,80
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
91,50
do.
3½
Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
4
92,60
3½
do.
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
3½
do.
91,50
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
do. (unk. 1914) 91,80
3½
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
do,
3½
93,80
InProz.
3f.
Städte=
Obligationen
Darmſtadt . . . . . . 100,80
do.
3½
4 Frankfurt . . . . . . . 101,20
3½
do.
95,70
4 Gießen . . . . . . . . 101,00
3½ do.
Heidelberg . . . . . . 100,50
do.
3½
91,60
Karlsruhe . . . . .
do.
92,00
Magdeburg. . . . . .
3½ do.
4 Mainz . . . . . . . . 100,00
31
do.
Mannheim . . . . . . —
31
„do.
91,90
4 München . . . . . . . 101,80
Nauheim
92,00
Nürnberg . . . . . . . 101,70
3½ do.
Offenbach . . . . . . . 101,00
31
do.
93,00
4 Wiesbaden . . . . . . 102,40
3½ do.
Worms . . . . . . . . —
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886 . . —
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche Tlr. 100 160,60
3½ Cöln=Mindner „ 100 137,10
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm, „ 100 105,70
InPro;
Zf.
3 Madrider Fs. 100 78,00
Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. . . . . . . . 137,90
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,50
3 Oldenburger . . . . . 126,00
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,10
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Angsburger
7 40,70
Braunſchweiger Tlr. 20 214,20
Freiburger
Fs. 15
Mkiländer
Vs. 45 —
Fs, 10 —
do.
Meininger
.
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 —
do. v. 1858 „ 100 465,00
Ungar, Stagts „100 373,00
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
„ 400 117,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,40
20 Franks=Stücke . . . . 16,28
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,20½
Engliſche Noten . . . . .2.),41½,
Franzöſiſche Noten . . . . 81,25
Holländiſche Noten . . . . 168,30
Italieniſche Noten . . . . 80,80
Oeſterr.=Ungariſche Noten —
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,10
4%
Reichsbank=Diskontg . .
Reichsbank=Lomhard Zsf. 5½
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
Nummer
V
Veiße Woche beiLudwig Schwal
Von Freitag, den 4. März
bis Samstag, den 12. März
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Der ſchmale Weg.
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1. Kapitel.
Als Fritz Stark eben die Morgentoilette beendet
Zatte, klopfte es, und die Wirtin brachte das erſte
Frühſtück.
Guten Morgen, ſagte ſie, aber es klang ziemlich
Furz und kühl.
Der junge Mann ſah ſie an und fragte mit guter
Zaune: Na, Frau Belling, wer hat Ihnen denn etwas
getan? Oder haben Sie ſchlecht geträumt?
Sie aber kniff die Lippen zuſammen, zog die
Stirne kraus und antwortete: Sie täuſchen ſich, Herr
Stark, ich bin heute zum Scherzen nicht aufgelegt!
Nicht? Aber warum nicht, Mamachen? — Er
be=
zielt ſeine gute Laune.
Weil ich Sorgen habe! platzte ſie heraus.
Er lächelte gutherzig. — Wer hätte die wohl nicht,
iebe Frau Belling! Ich habe doch auch genug.
Aber Sie machen ſich nichts daraus! rief ſie wütend.
So tun Sie desgleichen, ſagte er heiter.
Das iſt Temperamentsſache! Jeder iſt nicht ſo
ickfellig wollte ſie ſagen, aber ſie verſchluckte es und
ah ihn bitterböſe an.
Doch auch jetzt noch lächelte er. — Machen Sie nicht
v ein finſteres Geſicht, Mamachen! Sie ſind doch ſonſt
lieb und nett, — ein Lächeln kleidet Sie viel beſſer:
Da räuſperte ſie ſich, zupfte ſehr energiſch an den
Mullbändern ihrer Morgenhaube, und dann ſagte ſie
feſt und beſtimmt: Herr Stark, ſo kommen wir diesz
mal nicht auseinander — heute bin ich für Ihre
Schmei=
cheleien nicht zu haben.
Aber ich bin weit entfernt
Bitte, hören Sie mich an. Ich muß jetzt ernſthaft
mit Ihnen reden.
Das heißt, Sie wollen Geld haben.
So iſt es!
Aber ich habe nichts — lächelnd ſah er ſie an — nicht
mehr als fünf Emmchen, na, und die brauche ich doch
zum Leben.
Ich will aber auch leben! rief ſie erregt. Wenn ich
lauter ſolche Mieter hätte wie Sie, wäre ich ſchon längſt
verhungert! — Die Tränen waren ihr nahe.
Nun wurde auch er ernſt, bittend ſagte er: Frau
Belling, ich ſchwöre Ihnen, Sie bekommen die
reſtie=
rende Miete auf Heller und Pfennig, ſowie ich wieder
Honorar einbekomme, nur bis dahin haben Sie, bitte,
noch Geduld mit mir.
Doch ſie verneinte. Tut mir leid, meine Geduld iſt
jetzt zu Ende. Sie ſchulden mir jetzt ſeit zwei Monaten
Miete und Frühſtück — macht 60 Mark — wenn Sie die
jetzt nicht zahlen können, müſſen Sie am erſten März
— Sic
ziehen. So, nun wiſſen Sie, woran Sie ſind.
wandte ſich der Tür zu.
Er aber hielt ſie ſchnell zurück. Seien Sie doch
ver=
nünftig, Frau Belling, Sie bekommen ja Ihr Geld.
Aber wann? Jetzt will ich’s haben! Wenn ich nicht
pünktlich meine Miete zahle, fliege ich auch raus.
Nun gut, ſo will ich gleich mal zu den Leuten gehen,
denen ich Arbeiten eingereicht habe — vielleicht kann
ich gleich etwas Honorar bekommen.
Da zuckte ſie die Schultern, lächelte leicht höhnend
und ſagte: Optimiſt Sie! Was Sie mit der Schreiberei
ſchon verdienen werden! Davon werden Sie nie leben
können! — Sie hätten Ihre Stelle behalten ſollen, da
wußten Sie, was Sie hatten. — Son Schriftſteller iſt
doch immer bloß ein Hungerleider.
Mit wehmütigem Lächeln nickte er.
Na, laſſen
Sie nur gut ſein, Mamachen, ich werde auch Ihnen noch
eine beſſere Meinung von mir beibringen.
Wieder zuckte ſie die Schultern. — Vor allem
brin=
gen Sie mir Pinke=Pinke. Das iſt heutzutage der
Maßſtab, nach dem die Menſchen geſchätzt werden.
Da=
mit verließ ſie das Zimmer.
Als er allein war, wurde er ernſt. Und er dachte:
Wenn ich nun keins von den eingereichten
Manuſkrip=
ten unterbringe, was dann? Wovon dann alles das
bezahlen, was jetzt fällig war?
Ein Schreck durchfuhr ihn. Ein Schauer
überrie=
ſelte ihn. Was dann? Was dann?
Aber nur einen Augenblick hielt das an. Dann
verſchwanden die böſen Ahnungen, und ſein heiterds
Temperament ſiegte wieder — — nir nicht verzagen,
nur nicht ſich ſorgen, ehe es notwendig war, — immer
Kopf hoch und luſtig weiter!
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
5555
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Kurz entſchloſſen ſtand er auf, nahm Mantel und
Hut und ging fort, ſein Glück zu ſuchen.
Als ihn Frau Belling ſo dahingehen ſah, dachte ſie:
Es tut mir ja ſelber leid um hin, er iſt ſo ein
anſtän=
diger, guter Menſch, und ich wünſchte von Herzen, daß
es ihm beſſer ginge; aber ich kann mir doch auch nicht
helfen, ich muß doch mein Geld haben, zu verſchenken
habe ich doch auch nichts!
Eben, als ſie noch eine Mitleidsträne zerdrückte,
ſchlug die Türklingel an.
din
Neugierig ſah die Alte durchs Guckloch — —
Mann mit blauer Mütze ſtand draußen — — der Herr
Gerichtsvollzieher.
Zu Tode erſchrocken, öffnete ſie.
Wohnt hier Herr Fritz Stark? fragte der Beamte,
Zitternd bejahte Frau Belling und ließ den „blauen
ſo weit alſo war es ſchon! —
Mann” eintreten — —
— Sie ſchämte ſich, daß ſo einer bei ihr wohnte, — nie,
noch nie hatte ſie das erlebt! — Was würden nur die
Nachbarn von ihr denken, wenn ſie den Beamten hier
hatten eintreten ſehen!
Der Herr iſt aber fortgegangen, ſagte ſie, als der
Mann im Flur ſtand.
So. Na, wann kommt er denn wieder?
Das kann ich nicht genau ſagen.
Der Beamte ſah nachdenklich in ſein Aktenbündel.
Dann fragte er: Wird er denn bezahlen können?
Da zuckte die Wirtin die Schulter, und hohnlächelnd
erwiderte ſie: Mir iſt er auch ſchon 60 Mark ſchuldig
nun können Sie ſich das andere ja denken!
Ruhig nickte der Mann, räuſperte ſich und ſah ſich
um. — Wo iſt denn ſein Zimmer?
Schweigend führte die Alte ihn hinein.
Prüfend ſah er ſich um. Dann fragte er: Daſtehen
ja ſo viel Bücher; was iſt denn der Mann eigentlich?
Schriftſteller nennt er ſich.
Aber auf der Rechnung hier ſteht „Herrn
Kauf=
mann Fritz Stark”.
Die Alte ſeufzte. Ich wollte, er wär’s noch, dann
wäre alles gut. Seit er aber die fixe Idee hat, daß er
zu was anderem geboren iſt — ſeit er ſeine ſchöne Stelle
aufgegeben hat, ſeitdem geht es immer weiter
rück=
wärts mit ihm — wie das noch enden wird, das weiß
Gott.
Immer noch ließ der Beamte prüfend die Augen
durch das Zimmer ſchweifen. Dann ſagte er: Viel zu
holen ſcheint auch nicht zu ſein.
Nee, weiß Gott nicht; rief ſie ärgerlich und öffnete
das Spind. Da, ſehen Sie mal rein, „ein Rock und ein
Gott”, das iſt ſein alles, und das andere iſt alles ſchon
bei „Pethen” — das einzig Wertvolle ſind die Bücher,
na, und die braucht er ja — übrigens hat er ſie auch
bloß auf Abzahlung — alſo da iſt auch nichts zu wollen.
Der Beamte klappte ſeine Mappe zu. — Alſo wann
treffe ich ihn?
Am beſten nachmittags ſo gegen drei.
Gut, ich danke. Dann ging er zur Tür.
Behend folgte die Alte ihm. — Iſt es denn viel?
Mit Gerichtskoſten ſind es 190 Mark — es iſt eine
eingeklagte Forderung.
Frau Belling wankte beinahe. Mein Gott, ſolche
Summe! Die kann er ja nie bezahlen! O Gott, wo
ſoll das nur hin?
Der blaue Mann empfahl ſich und die Alte war
allein.
Und wieder ſann ſie über den Leichtſinn der Jugend
nach, die ihr ſicheres Brot aufgab, um einer ſo
unge=
wiſſen Zukunft entgegenzugehen. Das alles begriff ſie
einfach nicht.
Eine Stunde ſpäter kam Fritz Stark zurück. Er
ſah niedergeſchlagen aus.
Na, haben Sie nun einen blauen Schein
losge=
macht? So empfing die Alte ihn.
Stumm verneinte er und ging in ſein Zimmer:
Und ſie ging ihm nach.
Alſo nichts? Nicht einen roten Heller? rief ſie.
Ich muß noch warten. Man hat noch nicht Zeit ge
funden, meine Arbeiten zu leſen.
Da lachte ſie laut höhnend auf. — Noch warten
Die Melodien kenn ich! Da können Sie lange warter
ehe Sie Geld kriegen! — Aber ich warte nicht länge:
darauf können Sie ſchwören! Habe ich zum Erſten nich
mein Geld, dann können Sie ſich empfehlen.
In acht Tagen ſoll ich Beſcheid haben, ſagte er nu=
Um ſo beſſer für Sie! — Uebrigens war der blau
Mann hier — er wollte 190 Mark holen. — Sie behiel
ihn ſcharf im Auge.
Da fuhr er zuſammen, ſah ſtarr vor ſich hin — hal
Angſt, halb Verzweiflung — und ſagte nichts.
Und als ſie ihn nun ſo daſtehen ſah, ſo hoffnungs
los, ſo verzagt, da tat er ihr wieder leid, und wiede
begann ſie ihr altes Lied:
Wären Sie doch bloß Kaufmann geblieben! Dan
wäre das alles nicht gekommen! — Nehmen Sie do
einen gut gemeinten Rat an, Herr Stark! Kehren Si
doch noch um! Gehen Sie wieder in Stellung!
Als ob das ſo leicht wäre! warf er ein.
Wenn Sie nur ernſtlich wollen, dann werden Si
auch eine Stelle finden.
So, meinen Sie das? — Immer erregter wurde e
Gewiß! Das weiß ich ſogar!
Nun, dann irren Sie ſich aber ſehr! Ich habe mi
nämlich ſchon ſeit Wochen beworben — an die fün
hundert Offertenbriefe habe ich abgegeben, und alle
war umſonſt.
Jetzt wurde ſie kleinlaut. Das hatte ſie nicht ve:
mutet. Endlich meinte ſie: Wenn Sie mal bei Ihre
alten Firma anfragten — dort kennt man Sie doch.
Dreimal habe ich es bereits getan, aber alles un
ſonſt. Alle Stellen ſind beſetzt. Es ſind ja 20000 ſtelle:
loſe Kaufleute hier!
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 53.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 1 ſchott. Schäferhund, 1 Pinſcher, 1 Doberman.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Das Einpftügen in die Kreisſtraßen und Feldwege und das Wenden
der Pflüge auf denſelben.
Zufolge Verfügung Großh. Kreisamts Darmſtadt vom 15. Februar 1908 bringen
wir das Nachſtehende zur öffentlichen Kenntnis.
Betreffend: Das Umpflügen von an Kreisſtraßen ſtoßenden Grundſtücke.
Wir machen hierdurch darauf aufmerkſam, daß das Einpflügen in die
Kreis=
ſtraßen, ſowie das ſchadenbringende Wenden der Pflüge auf denſelben verboten iſt und
Zuwiderhandlungen gemäß den Beſtimmungen des Artikels 39 des Feldſtrafgeſetzes
Strafe nach ſich ziehen.
Darmſtadt, den 15. Februar 1908.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Im Anſchluß hieran bringen wir weiter zur Kenntnis der Intereſſenten, daß auch
das Einpflügen in die Feldwege, ſowie das ſchadenbringende Wenden der Pflüge auf
dieſen verboten iſt und Zuwiderhandlungen der gleichen Beſtimmungen gemäß beſtraft
werden. Das Feldſchutzperſonal iſt angewieſen, die Befolgung dieſer Anordnung ſtreng
zu überwachen und Zuwiderhandelnde unnachſichtig zur Anzeige zu bringen. (4814fs
Darmſtadt, den 28. Februar 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jäger.
Bekanntmachung.
Die Inhaber der angeblich abhanden gekommenen Pfandſcheine Nr. 28133,
36709, 36710, 46842, 46890, 48053, 52252, 53733, 56572, 59735.
59768, 62 247 und 64984 werden hiermit aufgefordert, ihre Anſprüche innerhalb
14 Tagen, vom Tage des Erſcheinens dieſer Bekanntmachung an gerechnet, in unſerem
Geſchäftszimmer — Kirchſtraße Nr. 9 — geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf
dieſer Friſt gemäß § 32 des Statuts vom 18. Auguſt 1900, betreffend die ſtädtiſche
Pfandleihanſtalt Darmſtadt, die Kraftloserklärung der Pfandſcheine erfolgen wird.
Darmſtadt, den 2. März 1910.
(4795
Städtiſche Pfandhausverwaltung.
Paul, Vorſteher.
Nutz- u. Brennholz-Verſteigerung
(Harras und Trieſch).
Dienstag, den 8. März, morgens 9 Uhr, werden im Saale des Darmſtädter
Hofs zu Griesheim aus Trieſch Abt. 1 u. 15 (Nr. 1104 bis 1146), Harras Abt. 28 u. 20
(Nr. 1826 bis 1992) und Abt. 22 (Nr. 1993 bis 2184) ſowie aus verſchiedenen Abteilungen
(Nr. 2285 bis 2325) verſteigert:
1. Nutzholz:
Stämme Eiche III. Kl. 25 Stück — 12,68 km Stämme Kiefer II. Kl. 4 St. — 3,70 fm
IV. „ 10
— 5,43 „
III. ,
6 „ — 5,38 „
„ — 1,22 „
„ 12 „ — 2,94 „Fichte
IV. „
VI. „ 76 „ — 15,91 „
V. „ 65 „ — 10,83 „
Eichen Hackklötzer 6 St.
, — 4,73 „
Derbſtangen Kiefer
305 „ — 18,66 „
Fichte
2. Brennholz aus verſchiedenen Diſtrikten (Dürrholz Nr. 1297 bis 1560):
Scheiter: Eiche 72 rm, Kiefer 100 rm; Knüppel: Eiche 56 rm, Kiefer 122 rm
Knüppelreiſig: Eiche 24 rm, Kiefer 150 rm (darunter 125 rm lange); Stöcke
(fein): Eiche 29 rm, Kiefer 56 rm.
Es iſt dies die letzte Verſteigerung aus diesjähriger Ernte. Unterſtrichene
Num=
mern werden nicht verſteigert, Nutzholzverzeichniſſe nicht ausgegeben.
Darmſtadt, den 24. Februar 1910.
(4456of
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Stammholz-Verſteigerung.
Donnerstag, 10. März I. J., werden verſteigert aus Diſtrik I Eichen, Abt. 41,
43, 45 und 28: Stämme, Eichen: 13 I. Kl. — 21,28 fm (bis 73 cm D. und 10 m L.)
9 II. Kl. — 8,69 fm, 7 III. Kl. — 6 fm, 17 IV. Kl. — 10 fm, 9 V. Kl. — 4 fm, 3 VI. Kl
— 1,10 fm; Rotbuchen: 2 I. Kl. — 4,41 fm, 2 II. Kl. — 2,18fm, 10 III. Kl. — 8,46 fm,
3 IV. Kl. — 1,79 fm; 2 Eſchen — 0,56 fm; 4 Hainbuchen — 1,63 fm, 1 Linde
0,44 fm: Derbſtangen: 4 Eiche, 10 Buche (Langwieden). Zuſammenkunft morgens
9 Uhr auf dem Schnittpunkt von Waizenbornſchneiſe und Schnellenbruchſchneiſe.
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kunft erteilt Großh. Forſtwart Ruppert zu Falltorhaus Steinacker (Poſt Meſſel).
(4789
Meſſeler Forſthaus, 1. März 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Meſſel.
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3 eiſerne Tiſche, 12 Gartentiſche, 92 Gartenſtühle, 1 Waſchtiſch,
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1 Kleiderſchrank und verſchiedene andere Gegenſtände.
Zuſammenkunft der Steigliebhaber am Ortsgericht.
Darmſtadt, den 3. März 1910
Rollenhagen, Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.
Pferde=Verſteigerung.
Freitag, den 4. März I. Js., vormittags 11 Uhr,
werden in der Brauerei Carl Diehl Nachf.‟ Dieburgerſtraße 96
250
C
(0
zadlezugplerde
(4746df
öffentlich gegen gleich bare Zahlung verſteigert.
Darmſtadt, den 2. März 1910.
Der Konkursverwalter:
Karl Dechert.
Kohlen=Lieferung.
Die Lieferung von ca. 80 Waggon à 200 Zentner Kohlen für das
Elektrizitäts=
werk Pfungſtadt ſoll (pro Rj. 1910) vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen liegen vom 22. Februar 1910 ab auf der Großh.
Bürgermeiſterei zur Einſicht auf und ſind die Angebote, mit obiger Aufſchrift verſehen,
bis zum 12. März 1910, vormittags 11 Uhr, an die Großh. Bürgermeiſterei
Pfungſtadt einzureichen.
(4794fs
Pfungſtadt, den 2. März 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Lang.
Kohlen- u. Sterbeverein „Friede‟ Ober-Ramstadt,
Vergebung von Kohlen und Briketts.
Der Bedarf von ca. 38—42 Waggon Kohlen Nuß II, nur aus dem Ruhrgebiet,
und 18—20 Waggon Briketts „Union” des betreffenden Vereins für das Geſchäftsjahr
1910/11 ſoll vergeben werden. Angebote unter Bezeichnung „Anlieferung von Kohlen”
ſind verſchloſſen bis Samstag, den 12. März 1910, bei dem I. Vorſitzenden Peter
Würtemberger III., Maurermeiſter, einzureichen.
(4708dfi
Lieferungsbedingungen ſind bei Genanntem in deſſen Wohnung oder gegen
Ein=
ſendung von 30 Pfg. zu erhalten.
Der Vorstand.
Mufe
am Luisenplatz Luisenstr. 10 am Luisenplatz
Masäiltor
Darmsttdtel Spruch- und Handelschule
=
Leiter: Emil Held und Hieron. Schneider.
Neue Kurse Anfang April für junge und erwachsene Herren und Damen.
Ausbildung in allen kaufmännischen Fächern.
Stenographie-, Maschinenschreiben nach verschiedenen Systemen.
Sprachen: Französ., Engl., Span., Ital. — Grammat,, Konvers.,
Speziell kaufm. Korrespondenz.
Besondere Klassen für Fortbildungsschüler.
NB. Schüler unserer Handelsschule sind beim Verlassen der städt. Schulen, wie
diejenigen der kaufmännischen Fortbildungsschule vom Besuche der
obligat. Fortbildungsschule befreit.
3447a)
Anmeldungen frühzeitig erwünscht.
Frivar-Handeisschule, Darmstadt
Gegr. 1899
Mathildenplatz 7, II.
Gegr. 1899
Handelskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruf für
Herren und Damen.
Gründliche Ausbildung in allen Handelsfächern
nach leicht faßlicher praktiſcher Methode.
Beginn der Hauptkurſe am 3. April. Einzelfächer können täglich begonnen
(Dauer 3, 4 u. 6 Monate.)
werden.
Anmeldungen rechtzeitig erbeten.
3182a)
Oskar Dierker.
Ueberſicht
der Durchſchnittspreiſe von folgenden
Früchten und Verbrauchsgegenſtanden in
der Zeit vom 16. bis 28. Februar 1910:
Weizen p. Sackà 100 Ko. v. Mk. 23.— bis 26.-
Korn „ „, , „ „ „ 16.75 „ 18.−
Gerſte „ „ „ „ „ „ „ 17.— „ 18.—
Hafer
„ „ 17.— „ 17.50
Butter ½ Kilo Mk. 1.30
Butter in Partien Mk. 1.25
Eier per Stück 8 Pfg.
Eier in Partien per 25 Stück Mk. 1.80
Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 7.—
Kartoffeln per 25 Kilo Mk. 2.—
Kornſtroh per 50 Kilo Mk. 7.50
Heu per 50 Kilo Mk. 4.—
Darmſtadt, den 3. März 1910.
Großh. Polizeiamt Darmſtadt.
Bekanntmachung.
Die Heberollen über die Beiträge
zur land= und forſtwirtſchaftlichen
Be=
rufsgenoſſenſchaft für das Jahr 1909
liegen von heute an während 14 Tagen
auf unſerem Bureau, Waldſtraße 6, zur
Ein=
ſicht offen. Innerhalb einer weiteren Friſt
von zwei Wochen, nach Ablauf der
Offen=
legungsfriſt, kann der in der Heberolle als
beitragspflichtig in Anſpruch Genommene
gegen die Beitragsberechnung bei dem
Vor=
ſtande der land= und forſtwixtſchaftlichen
Berufsgenoſſenſchaft Einſpruch erheben (ſ.
§ 15 der Verordnung vom 31. Mai 1902).
Darmſtadt, den 1. März 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
4818fs
J. V.: Mueller.
Vergebung der kleinen
Unter=
haltungsarbeiten
für das Jahr 1910/1911
Die kleinen Unterhaltungsarbeiten, als
Maurer=, Terrazzo=, Steinhauer=, Zimmer=
Dachdecker=, Schreiner=, Schloſſer=,
Weiß=
binder=, Glaſer= Spengler=, Lackierer=,
Häfner= und Tapezier=Arbeiten, ſowie die
Eiſenwarenlieferung für die Zeit vom
1. April 1910 bis 31. März 1911 ſollen
vergeben werden.
Preisverzeichniſſe und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafen=
ſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9, zur Einſicht
(4753df
offen.
Meiſter, die auf Grund der Preisverzeich
niſſe und der Bedingungen an der
Ver=
gebung dieſer Arbeiten ſich zu beteiligen
wünſchen, werden hierdurch aufgefordert,
dahingehende Erklärung durch Unterſchrift
der auf unſerem Amt, Zimmer Nr. 9,
offen=
liegenden Bedingungs=Unterlagen bis
Samstag, den 26. März 1910,
vor=
mittags 10 Uhr, abzugeben.
Darmſtadt, den 2. März 1910.
Stadtbauamt.
Burbaum.
Die Anlieferung von Portland=
Zement für das Jahr 1910
ſoll verdungen werden. Die Lieferungs=
Bedingungen liegen bei dem Tiefbauamt,
Zimmer Nr. 7, während der Dienſtſtunden
zur Einſicht offen. Auch werden ſolche gegen
portofreie Einſendung von 50 Pfg. zugeſchickt.
Angebote ſind bis Montag, den 14. März
lfd. Js., vormittags 11 Uhr, bei
unter=
zeichneter Stelle einzureichen.
(4706df
Darmſtadt, den 1. März 1910.
Tiefbauamt.
Keller.
Badreinrichtung
komplett (Aachener Gasofen) ſowie ein
Re=
gulator ſofort zu verkaufen. Näheres in
der Expedition ds. Bl.
(*5263fs
Eine
leichte Federrolle gragkraft zu
verkaufen
20—30 Zenin.
Gg. Fleck, Bleichſtr. 5. (*5265fs
Lieferung des Bedarfs an Schuhen für
Stadtarme (Erwachſene und Schulkinder)
für das Verwaltungsjahr 1910 betreffend.
Die Lieferung des Bedarfs an Schuhen
für die Stadtarmen (Erwachſene und
Schul=
kinder) für das Verwaltungsjahr 1910 ſoll
im Wege der öffentlichen Verdingung
ver=
geben werden. Die Anzahl der zu
liefern=
den Schuhe für den genannten Zeitraum
iſt auf zirka 800 Paar in verſchiedenen
Größen veranſchlagt. Die Bedingungen
ür die Anfertigung und Lieferung der
Schuhe ſind während der üblichen
Ge=
ſchäftsſtunden im Stadthaus, Zimmer
Nr. 11, Probeſchuhe bei der Verwaltung
des Pfründnerhauſes, Frankfurterſtraße 35,
einzuſehen.
(4796
Lieferungsluſtige wollen ihre Angebote,
mit entſprechender Aufſchrift verſehen,
am Mittwoch, den 9. März ds. Js.,
vormittags 10—11 Uhr,
in den im unteren linken Hausflur des
Stadthauſes aufgehängten Kaſten für
Ver=
dingungsangebote einlegen.
Darmſtadt, den 28. Februar 1910.
Städtiſches Pflegeamt.
Krapp.
Fohn
Konkursverſuhren.
Ueber das Vermögen des
Pferdehänd=
lers Wolf Wartensleben in Ober=
Ram=
ſtadt wird heute, am 2. März 1910,
nach=
mittags 6 Uhr 20 Minuten, das
Konkurs=
verfahren eröffnet.
Der Gerichtsvollzieher i. P. Philipp
Reibſtein in Darmſtadt, Bleichſtraße,
wird zum Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
23. März 1910 bei dem Gerichte
an=
zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
eines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 120 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forde=
rungen auf
Freitag, den 1. April 1910,
nachmittags 4 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer
Nr. 118, Neues Gerichtsgebäude, Termin
anberaumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Kon=
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
oder zur Konkursmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen,
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 23. März
1910 Anzeige zu machen.
(4815
Großh. Amtsgericht Darmſtadt II.
*2
Speisekartoffeln
in gut auserleſener Ware empfiehlt
Induſtrie, Magnum bonum
und rote Mäuschen
zum billigſten Tagespreis.
Kartoffelhandlung Joh. Walther
Ecke Wieners= und Roßdörferſtraße
(2814a
Telefon 1598.
Sroßer 2türiger Eisſchrank, Larmiger
Gaslüſter (m. Majolika), wenig
ge=
braucht, billig abzugeben.
(*5287fif
Näheres Expedition ds. Bl.
Ein
Kinderklappſtuhl
*5286)
und Sportwagen
zu verkaufen
Stiftſtraße 9, I.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
Nummer 53.
Zweite Kammer der Stände.
St. Darmſtadt, 3. März.
46. Sitzung.
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Ewald
Exz., Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des
In=
nern v. Hombergk zu Vach, Miniſterialrat Dr.
Beſt, Geheimerat Dr. Becker, Miniſterialrat
Süf=
ert, Miniſterialrat Lorbacher, Geheimerat Dr.
Weber.
Vizepräſident Korell eröffnet die Sitzung um
9½ Uhr. Das Haus tritt alsbald in die Tagesordnung
ein und beginnt die Generaldebatte über den
Etat.
Finanzminiſter Braun Exz.
dankt dem Hauſe für den freundlichen Beifall, den es
geſtern dem Herrn Staatsminiſter gewidmet, als er
nach der Vorſtellung des neuen Miniſters des Innern
auch ſeiner (des Redners) freundlich gedachte. Wenn er
dem erſt heute Ausdruck verleihe, ſo leite ihn dabei
der Gedanke, daß er ja bereits ſeit 12 Jahren zum
Hauſe ſpreche und perſönlich den Mitgliedern neues
nicht zu ſagen habe. Andererſeits werden Sie, meine
Herren, nicht erwarten, daß ich für das Reſſort, das
ich jetzt vertrete, ein fertiges Programm mitbringe,
angeſichts der Tatſache, daß die Geſchäftslage mich
zwingt, ſchon 3 Tage nach meiner Ernennung den Etat
zu vertreten. Ich muß mich daher darauf beſchränken,
meine Stellung zu den nächſten Aufgaben kurz
darzu=
legen, zumal mir die Richtlinien meines Verhaltens
ja in mehr als einer Richtung vorgezeichnet ſind.
Zu=
nächſt durch die Thronrede, deren programmatiſche
Be=
beutung leider vielfach unterſchätzt wurde, auch in der
Frage der Löſung der Finanzkriſe. Sie weiſt auf die
ſchwierige Lage hin, die weſentlich hervorgerufen durch
die Mindereinnahmen aus den Eiſenbahnerträgniſſen
und dem Stempelgeſetz, ſie betont die ſtarke
Inan=
ſpruchnahme der Bundesſtaaten durch das Reich und
die unvermeidliche Steuererhöhung. Daneben
for=
dert auch die Thronrede bereits, entſprechend dem
Vor=
gehen des Staates, Verminderung der Staatsſchuld
und Bewilligung der berechtigten Anſprüche der
Leh=
rer und Beamten. Zugleich aber macht ſie dieſe
Neu=
ordnung der Verhältniſſe abhängig von einer
für die Bundesſtaaten erträglichen und
erwünſchten Löſung der
Reichsfinanz=
reform. Trotzdem dieſe die erwünſchte Löſung nicht
brachte, iſt die Regierung der Meinung geweſen, daß
an der Forderung vermehrter
Schulden=
tilgung feſtgehalten werden müſſe und daß
dieſe auch der Gehaltsaufbeſſerung der
Be=
amten und Lehrer vorangeſtellt werden
müſſe. Hierin hat eine
Meinungsver=
ſchiedenheit im Schoße der Regierung zu
keiner Zeit beſtanden. (Hört! Hört!) Darin
ſind wir auch heute noch grundſätzlich
einverſtan=
den. Das klar auszuſprechen ſind wir dem
aus=
zezeichneten und in ganz Heſſen hochgeſchätzten Manne
ſchuldig, der ſich in keinem ſeiner Vorſchläge von
an=
deren Gründen, als von der eigenen, feſten
Ueber=
zeugung ſachlicher Notwendigkeit leiten ließ, deſſen
Nachfolger ich bin.
Redner erörtert dann die Grundlage, auf der man
ſich in den Ausſchüſſen zuſammengefunden habe, die
zu allſeitiger Verſtändigung die Wege ebne. Namens
der Regierung könne er Einverſtändnis damit
aus=
ſprechen, daß man die Frage der Erhöhung der
Schul=
dentilgung völlig von der der Geſtaltung des
Vor=
anſchlags 1910 zunächſt trennte. Die Regierung iſt
weiter einverſtanden mit dem Vorſchlag des
Aus=
ſchuſſes bezüglich der Steuererhöhung, und namentlich
damit, daß die Deckung der Fehlbeträge nicht nur
ge=
ſucht wird in der Erhöhung der Einkommenſteuer,
ſondern unbedingt auch in der der
Ver=
mögensſteuer (Sehr richtig!), weiter mit der
Ausgeſtaltung des Ausgleichsfonds, mit peinlichſter
Sparſamkeit und Zurückführung der Aufgaben auf
einer für die Steuerkraft des Landes erträglichen
Höhe. Zahlenmäßig bedeutet das folgendes:
Nach dem Voranſchlag war ein Fehlbetrag
vor=
handen von 4975214 Mark, der erhöht wurde um die
Summe von 450000 Mk., mit der der Finanzausſchuß
dem für 1911 zu erwartenden Fehlbetrag zu Hilfe
kommen wollte. Von dieſem Geſamtdefizit von
5 425 214 Mark geht ab die Summe von 1717400 Mark,
die das vorgeſchlagene Mehr der Schuldentilgung
be=
deutet, und die weiter berechneten Mehreinnahmen
und Wenigerausgaben mit 1191900 Mark. Der Reſt
mit 2½ Millionen bliebe durch Steuererhöhung zu
decken. Dieſe, berechnet mit 15 Prozent
Einkommen=
ſteuererhöhung und 20 Pfg. pro 1000 Mk.
Vermögens=
ſteuererhöhung, ergibt für den Voranſchlag eine
Ein=
nahme von 64 436 743,10 Mark und eine Ausgabe von
64079 258 Mark, ſodaß für 1911 der Betrag von 357741
Mark als indisponibel vorzutragen wäre. Darin aber
liegt keine Bewilligung von Steuern auf Vorrat,
ſon=
dern nur eine höchſt beſcheidene Abſchlagsdeckung von
20 Prozent des Fehlbetrags für 1911, der mit 1760000
Mark veranſchlagt iſt; die Summe von 357741 Mark
wäre im Etat noch zu führen, was im Einverſtändnis
mit dem Ausſchuß in Kap. 116b erfolgen ſoll
Ich richte die dringende Bitte an das Haus, ſich
einmütig hinter dieſes Abkommen zwiſchen Regierung
und Ausſchuß zu ſtellen. Nur ſo kommen wir über
die Schwierigkeiten der nächſten Zeit hinweg. Redner
ſchließt, der Regierung ſei es durchaus ernſt mit der
Sparſamkeit und mit der Reorganiſation des
Staats=
betriebes, wenn auch wegen der Kürze der Zeit noch
keine Vorſchläge gemacht werden können. Die Zeit
iſt knapp, um den Etat noch bis zum 1. April
fertig=
zuſtellen; das iſt aber unerläßliche Vorbedingung für
ein Herantreten an die ſchwere Aufgabe, zu deren
Löſ=
ung zum Wohle des geliebten Vaterlandes wir in
gegenſeitigem Vertrauen hoffentlich alle bereit ſind.
(Beifall.)
Abg. Reinhart:
Der Herr Staatsminiſter hat geſtern dem
zurück=
getretenen Finanzminiſter warme Worte des
Nach=
rufes gewidmet, die vom Beifall des ganzen Hauſes
begleitet waren. Namens meiner politiſchen Freunde
kann ich dem hinzufügen, daß auch wir ſein Scheiden
ehr bedauern. Wir ſchätzten an Herrn Gnauth ſeine
hohen geiſtigen Gaben, ſeine nie erlahmende
Schaffens=
freudigkeit, ſeine hohe Befähigung, ſeiner Meinung
klarſten Ausdruck zu geben. Wir ſchätzten ſeinen
hohen, geraden Sinn und ſein unbeugſames Rückgrat.
(Bravo.) Er iſt gegangen, wie er kam, als ein
auf=
rechtſtehender Mann, weil ſeine reformatoriſche
Tätig=
keit auf dem Gebiete des Finanzweſens keine Ausſicht
auf Annahme hatte. Nicht aus politiſchen Gründen
ging er, nur aus finanzpolitiſchen Gründen. Wir
werden ſein Andenken hoch halten. (Beifall.)
Redner ging dann auf die Finanzlage des
Lan=
des näher ein. Es ſei ein ebenſo großer Fehler, die
Lage trüber erſcheinen zu laſſen, als ſie iſt, als wenn
ſie zu roſig bezeichnet werde. Man ſolle ſich keinen
Schwarzmalereien hingeben, dazu ſei kein Grund
vor=
handen. In den Geſchäftsbetrieben der Induſtrie ſei
man ſchon ſeit Jahren von der Notwendigkeit der
Sparſamkeit und Vereinfachung durchdrungen. An
Erfindungen, wie Schreib= und Rechenmaſchinen,
konnte man nicht vorübergehen. Das erziele von ſelbſt
Erſparniſſe und Vereinfachung. Der Staatsbetrieb
habe als ſolcher viel Aehnlichkeit mit einem
Geſchäfts=
betrieb. Es ſei nicht angängig, daß man heute ſagt,
das und das hätte man für den billigeren Preis ebenſo
gut bauen können. Es war eine Zeit, die nach den 60er
Jahren einſetzte, in der überall, nicht nur in
Heſ=
ſen, mit einer gewiſſen Verſchwendung gebaut
wor=
den iſt. Das iſt ein Vorwurf, den wir uns alle machen
müſſen. Auch Kommunen, namentlich größere, haben
hier geſündigt. Jetzt haben wir die Notwendigkeit
er=
kannt, daß es ſo nicht weitergehen kann, wir müſſen
ſparen, wenn auch alle Anzeichen dafür ſprechen, daß
die wirtſchaftliche Lage ſich in abſehbarer Zeit beſſern
wird. (Beifall.)
Abg. Molthan:
Meine politiſchen Freunde ſind einig in der hohen
Wertſchätzung des Mannes, der mit großer Umſicht die
Geſchicke der Finanzen des Landes geleitet hat, in der
rückhaltloſen Anerkennung der großen Verdienſte, die
er ſich um unſer Heſſenland erworben hat. Wir
wün=
ſchen, daß der Nachfolger des Herrn Dr. Gnauth in
der Sanierung der Finanzen erfolgreich wirken möge.
Meine politiſchen Freunde ſind bereit, ihn in jeder
Weiſe zu unterſtützen. (Bravo.) Zur Sache ſelbſt
warnt Redner ebenfalls vor Uebertreibungen in der
Schilderung der ſchlechten Finanzlage des Landes. Die
Lage ſei wohl ernſt und veranlaſſe zu weiſer
Sparſam=
keit, aber ſie ſei nicht ausſichtslos. Der Erſten Kammer
gegenüber habe ſich der Finanzausſchuß der Zweiten
Kammer volle Freiheit gewahrt, keinerlei
Abmachun=
gen binden uns. An der ſchlechten Finanzlage Heſſens
ei die ſchlechte Konjunktur ſchuld, die Erhöhung der
Matrikularbeiträge und die verminderten
Eiſenbahn=
einnahmen. Letztere dürften ſchon im kommenden
Jahre ſich erhöhen. Der Fehler des Herrn
Finanz=
miniſters ſei geweſen, daß er in einer ſo ungünſtigen
Zeit eine ſo ſehr erhöhte Schuldentilgung vorſchlug.
Doch erkläre Redner namens ſeiner politiſchen
Freunde, daß ſie durchaus keine Gegner der erhöhten
Schuldentilgung ſind, nur wollen ſie dieſe mit der
Re=
gelung der Finanzen in günſtigerer Lage verbinden.
Die vorgeſchlagene Steuererhöhung wäre eine zu
ſchwere Belaſtung der Steuerzahler geworden,
inſon=
derheit der der großen Städte, die durch den
Oktroi=
ausfall ohnehin in eine ſchwierige Situation gelangen.
Er
ſchließe ſich den Anträgen Dr. Gläſſings an, die
Autonomie der Gemeinden inbezug auf Erhöhung
in=
direkter Steuern zu erhöhen. Die progreſſive
Erhöh=
ung der Einkommenſteuer ſei ſeinen Freunden ſehr
ſympathiſch, da ſie der Gerechtigkeit entſpräche. Die
Erhöhung der Vermögensſtener in mäßigen Grenzen
ſei geboten. Des längeren verbreitet ſich Redner über
die Durchführung der Bauten in Bad Nauheim, deren
Notwendigkeit er entgegen dem Vorſchlag der Erſten
Kammer anerkenne. Die Vorſchläge, die aus den
Fi=
nanzausſchüſſen gemacht wurden, ſeien der Annahme
ſehr zu empfehlen, wenngleich die gemachten Abſtriche
keine hohen ſeien. Mit der Durchführung der
Ver=
einfachung in der Staatsverwaltung ſei es ſeinen
po=
litiſchen Freunden bitter ernſt. In der
durchgreifen=
den Vereinfachung des Bauweſens dürfe man nicht ſo
weit gehen, daß man ſich darauf feſtlegt, nun überhaupt
nicht mehr zu bauen. Sparſamkeit müſſe überall in
den kommenden Jahren vorherrſchen, auch im
Eiſen=
bahnbau. Der Erhöhung der Schulgelder habe ſeine
Partei nur unter dem eiſernen Zwang der Verhältniſſe
zugeſtimmt. Daß die Regelung der
Beſoldungs=
ordnung und der Teuerungszulage ſich nicht
ermög=
lichen ließ, bedauere er. Zum Schluſſe wünſche er, daß
es gelingen möge, in der Frage der Wahlrechtsreform
endlich zu einem Abſchluß zu kommen.
Abg. Brauer
ſchließt ſich namens ſeiner Partei den Nachrufen an,
die die Vorredner dem Herrn Finanzminiſter Gnauth
gewidmet haben. Er ſpricht ferner dem Herrn
Staats=
miniſter vollſtes Vertrauen aus und dem
Finanz=
miniſter Braun die Bereitwilligkeit ſeiner Partei,
ihn mit allen Kräften in der Löſung ſeiner ſchweren
Aufgabe zu unterſtützen. Um die Steuererhöhung könne
man nicht herumkommen, wenn der Staat ſeine
Auf=
gaben erfüllen ſoll. Zu Zwecken der Erhöhung der
Beamtengehälter werde er jedoch einer
Steuererhöh=
ung im Jahre 1911 nicht zuſtimmen. Hingegen iſt
ſeine Partei damit einverſtanden, daß alles, was ſich
durch die Vereinfachung im Staatsbetrieb erſparen
läßt, ausſchließlich den Beamten zugute kommt. Zur
Lage der Beamten ſelbſt ſchließt ſich Redner den
Wor=
ten an, die der badiſche Finanzminiſter hierzu ſprach
und die darin gipfeln, daß der Beamte vor allem
be=
rückſichtigen muß, daß ſein Einkommen ohne beſondere
Anſtrengung mit der Zeit wächſt, daß für ſein Alter
und für ſeine Familie geſorgt iſt und daß ſein
Ein=
kommen keinen Schwankungen unterworfen iſt.
Zwei=
fellos habe die Lebensführung der Beamten ſich
ge=
beſſert. (Sehr richtig!) Was die Erhöhung der
Ver=
mögensſteuer betrifft, ſo ſei der Standpunkt der Erſten
Kammer verfehlt. Unter dem vorgeſchlagenen Satz
werde man nicht herumkommen. Jedenfalls aber iſt
ſeine Partei entſchieden gegen die abermalige
Erhöh=
ung der Steuern im Jahre 1911. Bevor man an eine
erhöhte Schuldentilgung geht, müſſen zunächſt die
Fi=
nanzen des Landes in Ordnung gebracht werden.
Abg. Dr. Oſann
entwirft zunächſt ein klares Bild der Finanzlage des
Landes. Ein ſolches Ergebnis des Staatshaushaltes.
wie Herr Dr. Gnauth es vorlegte, habe niemand
er=
wartet, und das Staunen, die Beſtürzung waren groß.
als im Dezember vorigen Jahres das Bild der
Ge=
ſtaltung des Etats 1910 enthüllt wurde: ein Fehlbetrag
von 4975 214 Mark. Ein Defizit von 4975 214 Mark
wurde uns aufgetan bei einem Staatsetat von 79
Mil=
lionen Mark, in ihm enthalten allerdings für eine
gegen früher weſentlich verſtärkte Schuldentilgung
2770000 Mark. Man hielt es nicht für richtig, in
einer wirtſchaftlich ſo ſchweren Zeit dem Volke ſolche
Laſten aufzuerlegen. Nur ein Erwerbsſtand kann ſich
erträglicherer, ja guter Verhältniſſe rühmen: die
Landwirtſchaft, mit Ausnahme der
weinproduzieren=
den Gegenden. Das Erwerbsleben in der Induſtrie,
im Handel hat ſchwer zu leiden, die Beamten führen
lebhafte Klage über die unerträglich hohen
Lebens=
mittelpreiſe, die Mieten, daß die Penſionäre mit den
veralteten Sätzen ſchweren Mangel leiden, daß dem
Handwerk wahrlich eben kein goldener Boden gegeben
iſt, daß die Arbeiter ſchwer zu leiden haben an
Arbeits=
loſigkeit, Mangel an Beſchäftigung und damit an
Ver=
dienſt. „Von einer Beſeitigung der nun ſchon
meh=
rere Jahre währenden geſchäftlichen Depreſſion kann
keine Rede ſein,” ſo drückt ſich der Darmſtädter
Han=
delskammerbericht über die wirtſchaftliche Lage im
Jahre 1909 aus. In ſolcher ſchweren finanziellen
Be=
drängnis eine ſo harte Steuerauflage ſeitens des
Staates! Wir wollen heute nicht mit der
Vergangen=
heit rechten, wollen insbeſondere nicht eingehen auf
eine Kritik des Mannes, der verantwortlich war für
die finanziellen Verhältniſſe unſeres Staates. Was
wir über ihn denken, hat in unſerer aller Namen unſer
Fraktionsvorſitzender warm, treffend und ausführlich
dargetan; ſeinen, wie den Worten des Herrn Miniſters
von geſtern, ſtimme ich aus vollem Herzen zu.
Aber das darf geſagt werden, daß wir über unſere
Verhältniſſe gelebt und gewirtſchaftet haben, auch durch
unſere, der Kammern, Schuld. (Sehr richtig!)
Niemand im Ausſchuß hat die Pflicht der
Schul=
dentilgung verkannt, daß ſie als eine abſolut
not=
wendige Anflage einer verſtändigen
Staatswirt=
ſchaft angeſehen werden muß; allein die Frage, ob
ge=
rade jetzt den Steuerzahlern dieſe Auflage zu machen
ſei, erſchien zweifelhaft. In keiner Meinungsäußerung,
in keiner Zeitung fand ich eine Zuſtimmung zu den
Plänen der Regierung. In der ſchweren finanziellen
Lage, in der wir uns befinden, haben es einige
Mit=
glieder des Ausſchuſſes unſerer Kammer für richtig
gehalten, den Weg zu dem Finanzausſchuſſe der Erſten
Kammer zu finden. Ich habe mich gefreut, daß dieſen
Weg nicht nur wir, denen immer vorgeworfen wird,
daß ſie Rückſicht auf die Erſte Kammer nehmen, ſondern
auch politiſche Gegner der Erſten Kammer mit uns
ge=
wandelt ſind; auch ſie haben ſich an den Verhandlungen
beteiligt, die nicht mehr abzubrechen waren, als ſie
einmal begonnen hatten. Dort haben wir einen
unab=
änderlich=unerſchütterlichen Widerſtand gegen das
Schuldentilgungsgeſetz gefunden. Der
Schuldentil=
gungsgeſetzentwurf iſt ein Geſetzentwurf, nur
dann zuſtande zu bringen, wenn nach Artikel 75 der
Verfaſſung beide Kammern ihn annehmen, ſonſt
„bleibt das Geſetz ausgeſetzt‟. Die Regierung hatte
den Betrag eingeſetzt in der Annahme, daß das
Schul=
dentilgungsgeſetz verabſchiedet wird. Und wenn die
Regierung ſelbſt ſagt, daß nur bei Annahme der
Geſetzesvorlage der Poſten für Schuldentilgung
eingeſtellt werden ſolle, war es verfaſſungsrechtlich
un=
zuläſſig, ohne Geſetz den Poſten einzuſtellen, als wir
ſahen, daß die Erſte Kammer ein derartiges Geſetz
ab=
lehnen würde. Es ſtellt eine vollſtändige Umänderung
der beſtehenden Verhältniſſe dar: Wegnahme aller
Ein=
nahmen aus den Eiſenbahnen, aus der allgemeinen
Staatsverwaltung, und dann die Folgen: Aufbringung
dieſes Ausfalls durch direkte Steuern. Die Frage der
Zurückſtellung der Schuldentilgung iſt keineswegs ein
Gedanke der Erſten Kammer; ſie wurde eingehend bei
uns erwogen.
In dem Hauptpunkt der Frage, wie das Defizit zu
decken ſei, aber ſchlagen wir im Gegenſatz zu dem
Finanzausſchuß der Erſten Kammer vor eine
Steuererhöhung von 15 Prozent der
Ein=
kommenſteuer, die Erſte Kammer meint, ſich mit
10 Prozent begnügen zu können. Wir wollen aber
ins=
beſondere eine Erhöhung der Vermögensſteuer
u m 20 Pfg., alſo auf 95 Pfg., für 1000 Mark. Gerade
in der Heranziehung der Vermögensſteuer liegt der
Gedanke der ſozialen Gerechtigkeit, wie ihn die
natio=
nalliberale Partei verwirklichen wollte bei der
Reichs=
finanzreform und wie ſie ihn zetzt verwirklichen will
bei der heſſiſchen Finanzreform: Schonung der
ſchwächeren Kreiſe unſeres Volkes und
Heranziehung der wohlhabenden,
Ver=
mögen beſitzenden Kreiſe, um in der Zeit der
Not einzutreten für das Wohl des Landes. Eine ſolche
Erhöhung iſt nötig, ſie iſt aber gerade in der
Geſtalt=
der Vermögensſteuer auch durchaus gerechtfertigt. Wir
bedauern, daß wir jetzt nicht in der Lage ſind, eine
aus=
gleichende Art der Beſteuerung zu finden; ſo eine
pro=
greſſive Geſtaltung unſerer Einkommenſteuer, wie ſie
im Mai 1909 in=Preußen Annahme gefunden hat. Ic
zweifle nicht, daß die Progreſſion der Vermögensſteuer
auch einmal kommen wird, denn es kann als gerecht
nicht empfunden werden, daß jemand mit 10000 Mark
Vermögen den gleichen Ausſchlag Steuer auf ſein
Ver=
mögen anzunehmen hat, wie jemand mit 1 Million
Vermögen. Die von uns vorgeſchlagene
Vermögens=
ſteuer kann als eine drückende nicht angeſehen werden.
Ich ſehe davon ab, ſie in Prozenten zu berechnen und
damit gruſelig zu machen, daß ſie um 46½ Prozent
hinaufſchnelle, wird ſie auf 1,10 Mark für 1000 Mark
erhöht; man ſoll ſie betrachten in ihren Wirkungen
(Sehr richtig!) Nach unſeren Vorſchlägen: Bei 10000
Mark Vermögen 9,50 Mark, alſo mehr als ſeither
2 Mark, bei 100000 Mark Vermögen 95 Mark, geſtiegen
gegen ſeither um 20 Mark, bei 1 Million 950 Mark, alſo
mehr als ſeither 200 Mark. Wir haben in Heſſen,
glaube ich, keinen Steuerzahler von 100 Millionen
Mark Vermögen; dieſer Mann müßte allerdings 95000
Mark Vermögensſteuer jährlich zahlen, alſo 20000 Mark
mehr als ſeither; das könnte er vielleicht auch ertragen,
ohne zu verhungern. (Sehr richtig!) Wir haben uns
redlich bemüht, Erſparungen eintreten zu laſſen, ſoweit
es ging. Wir haben mehr nicht finden können.
Bei dieſer Gelegenheit ſei kurz, aber
eindring=
lich Gewicht gelegt auf die abſolut notwendige
Reorganiſation der Staatsverwaltung.
Die Zahl der Beamten in Heſſen hat in einer
beſorgnis=
erregenden Weiſe zugenommen, beſonders in den
Zen=
tralbehörden. Unſere Mittel ſtehen in umgekehrtem
Verhältnis zu der Beamtenzahl. Alle dieſe Anſtände
die in weiten Kreiſen der Bevölkerung erhoben werden
richten ſich nicht gegen die Perſon der einzelnen
Be=
amten. Wir wiſſen genau, daß wir ein treffliches
zuverläſſiges, pflichteifriges
Beamten=
tum in allen Schichten haben, daß wir ſtolz auf ſeine
Leiſtungen ſein können. Aber das kann und darf uns
nicht abhalten, bezüglich der Organiſation die
er=
forderlichen Vorſchläge zu machen. Wir dürfen aber
auch aus der Eiſenbahngemeinſchaft einen höheren
Be=
trag, als die Regierung mit 12 Millionen angenommen
hat, einſtellen, nämlich mit 654000 Mark mehr, wovon
allerdings nach dem Ludwigsbahngeſetz 300000 Mar!
für die Schuldentilgung zu verwenden ſind. Hier eir
kurzes Wort über den Eiſenbahnvertrag, der jetzt vie
Tadel und Kritik erfährt. Sehen wir auf ſeine
finan=
ziellen Ergebniſſe, ſo können wir ſie nur mit
Befriedi=
gung konſtatieren, haben wir doch durchſchnittlich 2 bis
t Millionen alljährlich ſeit dem Jahre 1896 dem
Staat=
zuführen können. Sehen wir aber die
Eiſenbahn=
finanzen anderer Staaten außer Preußen an, fi
haben wir keinen Anlaß, zu laute Klage zu erheben
Redner führte dies im einzelnen weiter aus.
Bei den endgültigen Beſchlüſſen des Finanzaus
ſchuſſes kann ich ein Gefühl ſchmerzlicher Enttäuſchung
darüber nicht unterdrücken, daß es nicht möglich war,aud
die Regelung der Beamten= und Lehrerbeſol
dung und der noch nicht ſtaatlich angeſtell
ten Staatsfunktionäre zu beſchließen. Ar
eifrigen Bemühungen zu dieſem Beſtreben hat es be
uns nicht gefehlt, insbeſondere für die kleinen
Be=
amten, Allein auch in dieſem Jahre, dem Jahre ſr
Nummer 53.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
ſchwer finanzieller Bedrängnis, ließ ſich bei den
man=
gelnden Mitteln dies Ziel nicht erreichen. Wir
dür=
fen und müſſen aber auch von der Einſicht
der ſtaatlichen Angeſtellten verlangen,
daß ſie in erſter Linie von der ſchweren
Lage des Staates, deſſen Diener ſie ſind,
unterrichtet ſind und dem Rechnung
tragen.
Wir in der Zweiten Kammer wollen aber auch in
dieſen Zeiten der Not zuſammenſtehen, als klare Ziele
für die Zukunft eine entſchieden beſſere Geſtaltung der
Dinge in unſerem Lande ins Auge faſſen:
Schulden=
tilgung; Organiſation zur Erreichung von Erſparniſſen,
aber auch Reformen zur beſſeren Verwaltung des Landes
ſollen nie aus den Augen gelaſſen werden. Jeder
Be=
amte, jede Behörde ſoll ſich bewußt ſein, daß ſie mit
anvertrauten Mitteln, nicht mit eigenen zu tun haben,
und dies bei jeder Ausgabe berückſichtigen. Dann
wer=
den wir hinauskommen über dieſe ſchwerſten Zeiten
unſeres Staates und können uns wieder voll erfreuen
an dem Blühen und an der Entwicklung unſeres
Lan=
des, zu dem wir alle helfen wollen mit unſeren beſten
Kräften. (Lebhaftes Bravo!)
Abg. Ulrich
verbreitet ſich ebenfalls zunächſt über die allgemeine
Lage und meint, daß es ſo nicht weiter gehen könne,
habe ſeine Partei ſchon ſeit Jahren erkannt und in
viel=
fachen Anträgen zum Ausdruck gebracht. Er fühle ſich
alſo nicht mitſchuldig an der herrſchenden Miſere.
Schon aus der erſten Sitzung mit den Herren der Erſten
Kammer habe er den Eindruck gewonnen, daß dieſe
Herren den Ausſchuß der Zweiten Kammer einſeifen
wollten. Er habe darum nicht mehr mitgemacht und
werde auch in Zukunft mit der Erſten Kammer nur
ſoweit verhandeln, als die Verfaſſung es beſtimmt. Jede
Rekommunikation im einzelnen werde er zurückweiſen.
Redner kritiſiert dann ſehr eingehend die Vorſchläge
der Erſten Kammer, die er nätürlich ablehnt und auch
für alle übrigen Parteien als unannehmbar bezeichnet.
In bezug auf die Frage der Beamtenbeſoldungen uſw.
könne er den beiden Kammern nicht zuſtimmen. Ebenſo
nicht in der Frage des Eiſenbahnvertrages, deſſen
Reviſion keineswegs ausſichtslos oder unmöglich ſei.
An dem guten Willen der Herren der Rechten zur
Ver=
einfachung des Staatshaushalts zweifele er nicht mehr
(Hört, hört!), aber er zweifele daran, daß die Herren
an der richtigen Stelle einſetzen. So würden ſie ihm
kaum zuſtimmen, wenn er zwei Miniſter ſtreiche. Ein
Staatsminiſter genüge vollſtändig, da könne man allein
ſchon 24000 Mark ſparen. Statt deſſen habe man nun
vier Miniſter. Redner proteſtiert dagegen, daß es in
Heſſen üblich werde, Geheimpoliziſten in
Verſamm=
lungen zu ſchicken, wie es in Offenbach geſchehen iſt.
Schließlich proteſtiert er wiederholt gegen die
Nichtbe=
ſtätigung der ſozialdemokratiſchen Bürgermeiſter,
Bei=
geordneten uſw. (Beifall bei den Soz.) Darauf wird
die Sitzung um ¾2 Uhr geſchloſſen. Nächſte Sitzung
nachmittags 4 Uhr.
47. Sitzung (Nachmittagsſitzung).
Am Regierungstiſche: Staatsminiſter Ewald
Exz., Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des
Innern v. Hombergk zu Vach Exz., Miniſterialrat
Dr. Beſt, Geheimerat Dr. Becker, Miniſterialrat
Süffert, Miniſterialrat Lorbacher, Geheimerat
Dr. Weber.
Vizepräſident Dr. Schmitt eröffnet die Sitzung
um 4¼ Uhr. Er erteilt alsbald das Wort dem
Abg. Dr. Gutfleiſch.
Dieſer führt aus, er habe ſeinerzeit mit dem
früheren Finanzminiſter übereingeſtimmt in der
For=
derung einer vermehrten Schuldentilgung. Es ſei
überflüſſig, Unterſuchung darüber anzuſtellen, welche
Fehler früher gemacht worden ſind. Auch die
Behaup=
tung, daß zu viel und koſtſpielig gebaut worden ſei,
iſt mindeſtens müßig. Es wird eben jetzt ſchöner und
preiswerter gebaut. Der Behauptung, daß Heſſen zu
viel Beamte habe, kann er nicht zuſtimmen. Er habe
damals auch zu denen gezählt, die die Vermehrung der
Oberförſterſtellen befürwortet haben. Es müſſe
aner=
kannt werden, daß die Regierung davon doch mehr
ver=
ſtehe, wie die Abgeordneten, und es ſei nachgewieſen,
daß die Forſten bei zweckentſprechender Bewirtſchaftung
noch mehr abwerfen können. Nachdem Abg. Dr. Weber
eine andere Meinung geäußert, verſchließe er ſich nicht
beſſerer Einſicht. Mit der Sparſamkeit durch
Verein=
fachung der Verwaltung ſei er durchaus einverſtanden,
wenngleich er nicht die Hoffnung teile, daß damit
er=
hebliche Summen in abſehbarer Zeit geſpart werden
können. Die Beamten könnten nicht für die
gegen=
wärtige ſchlechte Lage des Landes verantwortlich
ge=
macht werden. Es wäre zu bedauern, wenn das
Ge=
fühl aufkäme, daß unſere Beamten überflüſſig ſeien.
Ein Fehler iſt es auch, wenn jetzt überall gefordert
werde, in Bad=Nauheim zu ſparen und zu vereinfachen.
In einem Weltbade, das doch nur von Wohlhabenden
beſucht werde, könne Luxus nicht entbehrt werden. Das
ſchade dem Bade und damit unſeren Finanzen. Die
Vorwürfe, die vielfach in der Preſſe gegen den
Aus=
ſchuß erhoben würden, ſeien durchaus unberechtigt und
ungerecht. Der Ausſchuß habe ehrlich und fleißig
ge=
arbeitet. Wenn Wünſche unberückſichtigt blieben, ſo
geſchah das ſchweren Herzens. Namentlich mit den
Wünſchen der Beamten und Lehrer. Beſonders dem
Abg. Oſann müſſe er bezeugen, daß er immer und
immer wieder verſucht habe, für die Beamten und
Volksſchullehrer etwas zu erreichen. Der Verluſt des
Finanzminiſters Gnauth ſei das ſchwerſte der Opfer,
die in dieſen Dingen gebracht werden müßten. Ein
Troſt ſei, daß alsbald eine Reihe mutiger und
kampf=
bereiter Männer die Lücke auszufüllen bereit waren.
(Heiterkeit und Beifall.) Die Einrichtung beſonderer
Fonds ſei eine ſehr praktiſche Einrichtung und es wäre
ein Fehler, wolle man dieſe Fonds den allgemeinen
Zwecken zuführen. Steuererhöhungen in weit höherem
Maße, wie ſie heute vorgeſchlagen, werden unbedingt
kommen müſſen, wenn man die Verhältniſſe ernſthaft
ſanieren wolle. Allerdings müſſe er beſtätigen, daß im
Volk der vorgeſchlagene Steuerſatz auf ſchwerſten
Widerſtand geſtoßen ſei. Darum habe auch er für die
Gegenwart ſeine Anſicht geändert. Ohne Opfer für die
Zukunft ſei aber eine Sanierung unmöglich. Darum
bedauert er die Aeußerung des Abg. Brauer von heute
vormittag. Die Schuldentilgung könnte neben der
Er=
höhung der Beamtengehälter hergehen. Man müſſe
die Bevölkerung zu der Anſicht erziehen, daß das
Vater=
land ſtets Opfer erfordere.
Abg. Dr. Heidenreich
möchte ſich nur über die Deckung kurz verbreiten. Er
Fönne die ablehnende Haltung der Erſten Kammer
gegen die vorgeſchlagene Erhöhung der Vermögens=
ſteuer verſtehen. Wenn man immer auf Baden
zurück=
blicke, ſo ſei das nicht richtig, denn dort habe man keine
eigentliche Vermögensſteuer, ſondern mehr eine
Er=
tragsſteuer. Wenn man in dem gegenwärtigen
Steuer=
ſyſtem von „ſozialpolitiſch” ſpreche, ſo ſei das ſchon mehr
ſozialiſtiſch. (Oho! Widerſpruch.) Redner ſchließt, er
werde den Vorſchlägen zuſtimmen, nicht aus Liebe,
ſondern weil die Not des Vaterlandes es dringand
fordert.
Abg. Lutz
meint, wenn man die Sache richtig betrachte, ſo ſei es
lange nicht ſo ſchlimm, als es nach den bisherigen
Zeit=
ungsſtimmen ausſehe. Die vorgeſchlagene
Schulden=
tilgung ſei entſchieden ein Fehler geweſen, denn
Schul=
den bezahle man, wenn man Geld habe, nicht, wenn
man ohnehin an allen Ecken und Enden zu ſparen
ge=
zwungen iſt. Unſere Einnahmen laſſen ſich hie und da
noch erhöhen. So z. B. könne das Schulgeld an
Se=
minarien und Präparandenanſtalten erhöht werden,
auch das der höheren Schulen vertrage noch eine
Er=
höhung. Nicht erhöht werden dürfen die
Stempelab=
gaben. An Gehältern und Wohnungsgeldzuſchüſſen darf
nicht geſpart werden. Hingegen könnte vielleicht bei
den Aushilfekoſten geſpart werden, z. B. bei den
Aſſeſ=
ſoren der Oberförſter. Auch bei Tagegeldern und
Reiſe=
koſten, die ſich auf 1400000 Mark belaufen, müſſe
ge=
ſpart werden. Die Summe für Schreibgehilfen ſteigern
ſich von Jahr zu Jahr. Das müſſe ſich vermeiden
laſſen, wenn die Beamten mal etwas mehr arbeiten,
wo die Not des Landes es erfordere. Auch die
Bureau=
koſten ſeien viel zu hoch und die Portoausgaben. Mau
ſolle das Verhältnis mit der Poſt kündigen und
ver=
ſuchen, billiger auszukommen. Weiter könnte geſpart
werden bei der Rubrik Umzugskoſten. Redner ſchließt,
daß er und ſeine Freunde ernſthaft mitarbeiten werden
an der Beſſerung der Lage des Landes. (Beifall bei
dem Bbd.)
Abg. Bähr
ſtimmt zunächſt dem Abg. Ulrich zu, daß man mit einem
Miniſter völlig genug hätte. Jetzt habe man vier. Das
köſte viel Geld. Auch bei den kürzlichen Verſetzungen
und Ernennungen hätte man viel ſparen können, allein
an Umzugskoſten. Daß der Finanzminiſter Gnauth
über ſeiner Steuererhöhung geſtolpert ſei, bedauere
er nicht, denn er habe von deſſen Finanzwirtſchaft nie
etwas gehalten. Als Menſch aber müſſe er auch als
Gegner anerkennen, daß Gnauth ein Mann war.
Durchaus falſch ſei es, wenn Gnauth allein die Schuld
an der Finanzmiſere zugeſchoben würde, daran ſei die
Zweite Kammer am meiſten ſelbſt ſchuld. Er habe
neulich ſchon vorgeſchlagen, man ſolle jährlich ein paar
Hundert Kommerzienräte ernennen und die Orden
be=
ſteuern, da kämen ein paar Millionen Mark heraus.
Die 150000 Mark, die der Ausſchuß geſtrichen habe,
ſeien nicht der Rede wert. An Beamten könne
entſchie=
den geſpart werden. Die Zahl der Beamten Heſſens
ſei viel zu hoch. Zum Beiſpiel die Eiſenbahnabteilung
ſei überflüſſig. Geſpart könnte werden an vielen
Dienſt=
wohnungen, z. B. für Oberförſter. Die Wohnung für
den Oberförſter in Darmſtadt ſei völlig überflüſſig. Die
Grundbuchanlegung ſei viel zu koſtſpielig, zumal nach
allgemeinem Urteil das alte Grundbuch viel beſſer
ge=
weſen ſei. Unſere Eiſenbahnpolitik führe zu keinem
guten Ende. Die Anſicht, daß man das Schulgeld
er=
höhen könne, teile er nicht, man dürfe den
Unbemit=
telten nicht die Bildungsmöglichkeit einſchränken oder
erſchweren. Der Meinung des Abg. Oſann, daß es der
Landwirtſchaft gut ginge, müſſe er widerſprechen.
Abg. Dr. Winkler
meint, es ſei nicht müßig, zu unterſuchen, wer an der
finanziellen Lage ſchuld ſei. Im weſentlichen ſeien die
vielen unrentablen Bahnbauten an der großen
Schul=
denlaſt ſchuld. Die größere Hälfte der Schuld müſſe er
der Regierung zuſchreiben. Sie ſei gewiſſermaßen der
Lokomotivführer, der die Strecke überſehen müſſe und
beſſer überſehen könne als die Fahrgäſte. Viel
geſün=
digt ſei im Bauweſen worden. Da habe man drei
Phaſen zu verzeichnen. Zuerſt würde zu ſchlecht und
zu eng gebaut, dann nach außen hin pomphaft und
innen das Schlechte durch Talmikunſt verdeckt und zum
dritten außen und innen ſo pomphaft, wie es ſich der
große Staat Preußen nie geleiſtet hat. Siehe
Juſtiz=
palaſt in Mainz. Daran hätte man noch mindeſtens
200000 Mark allein an der inneren Einrichtung
ſtrei=
chen können. Viel vereinfachen und ſparſamer
geſtal=
ten könne man das Diätenweſen. Wenn man dem
ge=
ſchiedenen Finanzminiſter Dank und Anerkennung
ausſpreche, ſo gebühre dieſer Dank noch mehr dem
Manne, der aus einem liebgewordenen Amt ſchied, um
die verfahrene Situation zu retten. Dazu gehört ein
hohes Maß von Pflichtbewußtſein. (Bravo!) Daran
ſei kein Zweifel, daß der Verwaltungsapparat in Heſſen
viel zu koſtſpielig ſei, daß wir zweifellos über unſere
Verhältniſſe leben. Daß Ulrich endlich anerkenne, daß
es der nationalliberalen Partei Ernſt ſei mit der
Re=
organiſation, freue ihn. Aber den Strich von 2
Mi=
niſtern mache er nicht mit, denn wenn wirklich dadurch
Erſparniſſe erzielt werden könnten, wären es vielleicht
2000 Mark. Dafür doch lieber die Gewähr, daß die
ver=
antwortungsvollen Poſten auch richtig ausgefüllt
wer=
den. Dringend notwendig ſei die Neueinteilung der
Kreiſe und der Amtsgerichtsbezirke. Zur Frage der
Beſtätigung ſozialdemokratiſcher Beigeordneter und
Bürgermeiſter hofft er, daß der neue Miniſter keine
andere Stellung einnehmen werde, daß vielmehr in dem
guten alten Kurs weitergefahren werde. (Beifall.) An
der Beamtenkalamität ſei im weſentlichen die zu große
Zahl der Beamten anwärter ſchuld. Da müßte die
Aenderung einſetzen.
Damit iſt die Generaldebatte
geſchloſ=
ſen. Die Vorbemerkung wird genehmigt.
Die Spezialberatung beginnt morgen. Nächſte Sitzung
Freitag 9 Uhr. Schluß gegen 7 Uhr.
Landwirtſchaftliches.
— Die Eichenſchälwaldwirtſchaft im
Odenwald. Eine für die Wirtſchaftsverhältniſſe des
hinteren Odenwaldes hoch bedeutſame Frage, die auch
bereits Regierung und Landſtände beſchäftigt hat,
näm=
ich die Eichenſchälwaldfrage, beabſichtigt die
Landwirt=
ſchaftskammer als die geſetzlich berufene Vertreterin der
Intereſſen der bäuerlichen Waldbeſitzer, in einer auf
Montag, den 14. März, nachmittags 3 Uhr, nach
Hirſch=
horn im Gaſthaus zum Erbach=Fürſtenauer Hof
einbe=
rufenen Verſammlung zur Diskuſſion zu ſtellen, nachdem
der forſtliche Sachverſtändige bei der
Landwirtſchafts=
kammer die Verhandlungen mit einem Vortrag: „Der
Rückgang der Eichenſchälwaldwirtſchaft, ſeine Urſache
und Folgen” eingeleitet hat. Als Ort der Verſammlung
wurde Hirſchhorn um deswillen gewählt, weil ſich dorten
am 14. März, am Tage der großen
Eichenlohrinden=
verſteigerung, eine große Anzahl von
Eichenſchälwald=
beſitzern ohnedies zuſammenfindet.
Wem gehört das Geld?
Anfragen ſind unter Beilegung von 50 Pfg. in Marken für Schreib= und
Portoſpefen und mit Angabe der voranſtehenden Nummer an die Redaktion
dieſes Blattes zur Weiterbeförderung, jedoch ohne Verbindlichkeit, zu richten
129. 1070 Mark ſind vorhanden für einen 1870 in
Gärtringen geborenen Michel Friedrich Acker, Sohn des
Bäckers Friedrich Acker. Der Mann iſt ſeit 1896
ver=
ſchollen.
130. Wer hat Erbrechte an dem Nachlaß des 1863 in
Schwerin i. M. geborenen Maurers Franz Ludwig Ihde?
131. Für zirka 8000 Mark Erbſchaft werden geſucht
die Schweſtern 1. Amalie Marie Chriſtina Kruß, 2.
Gertrude Kruß, beide geboren in Burg auf Fehmarn
im Jahre 1821 reſp. 1822, oder deren unbekannte
Ab=
kömmlinge, die wohl einen anderen Namen führen
werden. Die Genannten waren die Töchter des
Po=
lizeidieners Markus Kruß und deſſen Ehefrau
Chri=
ſtine Margarete, geb. Wendt, und ſollen ſchon bald nach
ihrer Konfirmation ihre Heimat verlaſſen haben.
132. Zirka 2000 Mark hat der Arbeiter und
vor=
herige Kontoriſt Karl Heinrich Kuckuck geerbt, 1856 in
Hamburg geboren. Im März 1908 hielt er ſich noch
im Aſyl der Heilsarmee in Hamburg auf. Jedenfalls
befindet er ſich jetzt irgend wo auf Wanderſchaft. Es
wird dringend gebeten, ihn auf das Geſuch
aufmerk=
ſam zu machen.
193. Unbekannt ſind die Erben der 1907 in Berlin
verſtorbenen Witwe Dorothea Wilhelmine Anna
Wag=
ner, geb Friedrich.
134. In einer Erbſchaftsangelegenheit wird geſucht
Frau Witwe Eziſack, genannt Zarkowitz. Sie ſoll 1884
von Lehe unbekannt wohin verzogen ſein.
135. Geſucht wird als Erbin am Nachlaß ihrer
Mutter die 1864 im Kreiſe Pleſchen geborene Hedwig
Staſſak. Sie hat ſeit 20 Jahren keine Nachricht von
ſich gegeben.
136. In der Nachlaßſache der 1906 in Görlitz
ver=
ſtorbenen Rentners=Witwe Klara Hoffmann, geb.
Gott=
wald, werden geſucht die Verwandten ihres Vaters,
des 1873 in Dittersbach bei Waldenburg verſtorbenen
Wirtſchaftsinſpektors Karl Gottlob Gottwald.
137. Als Erben werden geſucht Peter Theiſen, 1859
oder 1860 in Trier geboren, angeblich Zigarrenmacher
und deſſen Stiefbruder Konrad Helbach, geb. 1853 oder
1854 in Trier, angeblich Maler, früher Schuhmacher
in Marburg (Unterſteiermark).
138. Unbekannt ſind die Erben des Kaſſen=
Förde=
rers und Unternehmers Karl Langenberg in
Geeſte=
münde.
139. 9700 Mark hat ein Arbeiter Cornelius
Jan=
ſen Everts hinterlaſſen; ſeine Erben ſind gänzlich
un=
bekannt. Er iſt geboren 1833 zu Eilſum als Sohn der
Eheleute Arbeiter Jan Cornelius Everts und Greetje,
geb. Heyen oder Heyenga. Kinder und Geſchwiſter
waren, ſo viel ermittelt, nicht vorhanden. Es kommen
alſo entferntere Verwandte als Erben in Betracht,
Abkömmlinge von Geſchwiſtern beider Eltern.
140. Im Jahre 1891 wurde in Bunzlau der von
dort ſtammende Malergehilfe Paul Brückner tot
auf=
gefunden. Erben für den Nachlaß konnten bisher
nicht ermittelt werden.
141. In einer Nachlaßſache werden als Erben
ge=
ſucht die unbekannten Nachkommen der im Jahre 1808
geborenen Auguſte Wilhelmine Francke, Tochter von
Karl Ludwig Francke und deſſen Ehefrau Dorothea
Sofie, geb. Mattan. Der Nachlaß rührt von einer
un=
verehelicht verſtorbenen Emilie Charlotte Francke,
Tochter von Ferdinand Ludwig Francke und Charlotte
Luiſe, geb. Hamann, in Berlin her.
142. Geſucht werden die unbekannten Nachkommen
eines Schneiders Philipp Ludwig Harth, in
Parten=
heim in Rheinheſſen geboren, bezw. deſſen Ehefrau
Katharina Charlotte, geb. Weinoehl, bezw. deren
Toch=
ter Juliane Eliſabetha Harth, geb. 1846 ebenda.
Literariſches.
Chamiſſos Werke. Auf Grund der
Hempel=
ſchen Ausgabe neu herausgegeben, mit Biographie,
Ein=
leitungen und Anmerkungen verſehen von Max Sydow.
Goldene Klaſſiker=Bibliothek, Deutſches Verlagshaus
Bong & Co., Berlin W. 57. Eine ganz vortreffliche
Aus=
gabe ſämtlicher Werke Adalbert von Chamiſſos liegt jetzt
in der raſch bekannt gewordenen Goldenen Klaſſiker=
Bibliothek vor. Max Sydow hat ſie mit großer Liebe
und Sachkenntnis beſorgt; in einem ſehr umfangreichen
Lebensbild ſchildert er feſſelnd die ſeltſamen Schickſale
des wunderlichen Mannes und kommentiert die Werke
ſelbſt durch Einleitungen und Anmerkungen in
wünſchens=
werter Weiſe. Mit Freude begrüßen wir in dieſem neuen
Gewande den alten Dichter, der uns allen von Kindheit
an vertraut iſt als der Sänger des weit verzweigten,
be=
rühmten und unſterblichen Geſchlechts der Schlemihle.
Die vorliegenden Bände enthalten ſeine Werke in bisher
noch nirgends gebotener Vollſtändigkeit. Einband, Papier
und Druck ſind von jener Vortrefflichkeit, die wir an
allen Ausgaben der Goldenen Klaſſiker=Bibliothek
ſchätzen. Da auch der Preis außerordentlich mäßig iſt
(3,50 Mk. für die vollſtändige Ausgabe in zwei Bänden;
1,75 Mk. für die Dichtungen in einem Band) können wir
die Anſchaffung nur aufs wärmſte empfehlen.
C„Aus der Kinderzeit” Erinnerungen von
Hans Arnold (Verlag Adolf Bonz u. Ko.,
Stutt=
gart). Wenn ich an die Vergangenheit, an das Leben
im Elternhaus zurückdenke, ſo iſt der Geſamteindruck
der, daß wir Kinder eine unendlich gemütliche Jugend
gehabt haben; jene Gemütlichkeit, die mit einer
ſchleſi=
ſchen Heimat ſprichwörtlich verwandt und verwachſen
iſt, hat über unſerer Kindheit gewaltet, nicht wie eine
ſtrahlende Fee, die unſeren Weg mit äußerem Glanz
überſchüttet hätte, aber wie eine gute behagliche
Groß=
mutter, die ihre Enkel an langen Winterabenden um
die Lampe verſammelt und ihnen erzählt: „Es war
einmal” Alſo ſagt die Verfaſſerin in ihrem Vorwort.
Und das charakteriſiert das Büchlein ſelbſt trefflich, das
von jener behaglichen Gemütlichkeit durchſtrömt iſt,
die Sonnenſchein verbreitet, auch wo die
Kindheits=
erinnerungen ernſt werden. Es iſt im übrigen ein
herziges Büchlein.
— Schuſter, Wilh.: Die Hauskatze (
Mono=
graphien unſerer Haustiere, herausgegeben vom „
Kos=
mos”, Stuttgart, Geſellſchaft der Naturfreunde, zweiter
Band). Mit zahlreichen Abbildungen 1,40 Mk. — Für
alle Katzenfeinde ſei ausdrücklich geſagt, daß der
Ver=
faſſer Wilhelm Schuſter als bekannter Ornitholog nicht
vergeſſen hat, die dunklen und dunkelſten Schattenſeiten
des Katzenlebens ins helle Licht zu rücken (wie auch
Simroth, dem das Buch gewidmet iſt, betont hat). Für
die anderen, die Katzenfreunde eo ipso, wird das
Stu=
dium des Buches, das Prof. Klein in ſeiner Einführung
als außerordentlich genußreich bezeichnet, kundtun, daß
das Buch mit ſehr viel Liebe und Verſtändnis
geſchrie=
ben iſt und von Vorurteilen gegen die, Katze einfach
bekehren muß.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 4. März 1910.
Nummer 53.
von den einfachsten bis zu den hochfeinsten finden Sie
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Wilhelm Deuster
2 Marktstr. 2
Schwarz-weisse Rabattmarken
Grosse helle Verkaufsräume im 1. Stock nach dem Marktplatz.
(3913a
Gebildete junge Dame
aus guter Familie, in einf. Buchf. u.
Korre=
ſpondenz gründl. erfahr. ſucht per ſofort
Stellung als Kaſſiererin oder ſonſtigen
Vertrauenspoſten. Offerten unter § 53
an die Expedition ds. Blattes. (*5297fi
*5275) Für ein junges Mädchen wird
einfache Näharbeit für die Maſchine geſucht.
Offerten unter § 45 an die Expedition
dieſes Blattes.
in in allen Haus= u.
Einfaches Fräulei Handarbeiten
er=
fahren, ſucht Stellung als Stütze. Offert.
unter R 60 an die Expedition. (*5016mdf
5147dfs) Mädchen, welches 5 Jahre bei
einer Herrſchaft iſt, und nette Landmädchen
ſuchen Stellen, Frauen u. Mädchen ſuchen
Aushilfſtell. Frau Nebling, Ludwigſtr. 8.
*5266) Frau geht halbe Tage waſchen
Bleichſtraße 5, Seitenb. 2. Stock rechts.
*5255) Selbſt. kath. Köchin, 30 J. alt, ſucht
ſich bis 1. April zu veränd., ſelbige geht auch
als Alleinmädchen in leichtere Stelle. Off.
unter § 39 an die Expedition ds. Bl.
Aee
*5272) Mädchen ſucht Laufſtelle von 7bis
9 Uhr morgens Wienersſtraße 40 part.
D
chin die Hausarb. über=
Burgerliche Rochin, nimmt, ſucht Stelle
zum 1. April. Off. mit Lohnangabe unter
§ 31 an die Expedition ds. Bl.
(*5250
5236) Tücht. Mädchen ſucht Laufſtelle
von 10—12 u. 1—3 Uhr. Zu erfr. Nieder=
Ramſtädterſtr. 5, 1. Stock, von 1 Uhr ab.
ſucht ſofort Stelle.
Aelt. Mädchen Kann kochen.
Aus=
kunft wird erteilt Neckarſtr. 6, III. (*5288
(*5280
Frau ſucht Laufdienſt für morgens.
Dieburgerſtraße 42, Seitenbau, 1. Stock.
*5309fs) Mädchen ſucht Stelle für leichte
Hausarbeit. Näh. Arheilgerſtraße 69, V.
*5310) Mädchen, 20 Jahre alt, kann bürgerl.
kochen, ſucht per 15. März Stellung Bureau
Béck, Eliſabethenſtraße 45.
5316) Ein 18 jähriges, beſſeres Mädchen,
das gerne arbeitet und Liebe zu Kindern
hat, ſucht Stelle zum 15. März Stellenbüro
Röse, Karlſtraße 53, part.
*5318) Braves, fleißiges Mädchen, das
bürgerlich kochen kann, ſucht Stelle. Näher.
in der Expedition ds. Bl.
534) Junge, ſaubere Frau ſucht
Lauf=
dienſt Magdalenenſtraße 19.
(*
welcher ſchon
Junger Mann, lange Jahre
in einem größ. Geſchäft als Buchh. tätig iſt,
ſucht Stelle als Buchhalter oder Lageriſt
mit einem Monatsgehalt von 100—120 Mk.
Eintritt bis 1. Mai od. 1. Juni. Gefl. Off.
erb. unt. § 44 an d. Exp. ds. Bl. (4806fso
5293fs) Junger Mann, perf. Stenogr.
u. Maſchinenſchr., vertraut mit einfacher
und amerik. Buchführ., ſowie allen
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Schott=
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Malcolm,
ſeine Söhne: Hr.Weſterma
Donalbain,
Hr. Schneide
hr. Heinz
Macbeth, 1 ſeine Feldherrn Hr. Lehrman
Banquo,
Hr. Baumeiſ
Macduff,
Schottiſche . . Hr. Bohne
Roſſe,
.Hr. Hacker
Edelleute
Lenox,
Hr. Ungibau
Angus,
Fleance, Banquo’s Sohn . Frl. Faeller
Siward, Feldherr der Eng=
Hr. Klotz
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Hr. Kroczak
Deſſen Sohn
Ein verwundeter Krieger . Hr. Knispel
Seiton. Hauptmann in
Hr. Holler
Macbeth’s Dienſten
. . . . Hr. Wagner
Ein Arzt . .
Ein Pförtner . . . . . Hr. Jordan
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Zweiter Mörder . . . Hr. Schwarz
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Lady Macbeth .
Kammerfrau der Lady
Frl. Grünber
Macbeth
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Freitag, den 4. März, nachmittags 4 Uhr,
Besichtigung
der Ausſtellung des Verbands Heſſiſcher Privatarchitekten im Gebände
der Großh. Zentralſtelle für die Gewerbe.
— (Neckarstrasse 3).
Hierzu laden wir unſere Mitglieder freundlich ein. Zuſammenkunft vor der=
Zentralſtelle.
(4791
Auf die Ausſtellung der von Schülern der hieſigen Gewerbeſchule angefertigten
Dekorationsmalerarbeiten im Alten Theater (Eingang Alexanderſtraße 20) machen
wir unſere Mitglieder gleichzeitig noch aufmerkſam; die Ausſtellung iſt bis 5. März
geöffnet.
Der Vorstand.
Kriegerverein Darmſtadt.
Samstag, 5. März 1910, abends ½9 Uhr,
in dem kleinen Saale der Turnhalle
am Woogsplatz:
Lichtbildervortrag
(Wilhelm Busch-Abend).
Zur Vorführung gebracht von dem Kameraden Herrn Photograph
Primbs. (Den Text ſpricht Herr Fredy Wiener.)
Wir laden unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen hierzu ein.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
4556).
Epangelischer Frauenverein des Schloßbezirks
Montag den 7. März, abends 8 Uhr
Saal „Zur Traube‟
Konzerr zum Besten der Errichtung einer
Kleinkinderschule für die Stadtgemeinde
IInter gütiger Mitwirkung der Damen: Fräulein M. Schwan und Fräulein
Weinmann (Klavier), der Herren: Opernsänger Scheuermann, Nold (Violine),
Landwich (Cello), Jungmann (Harfe) und Gallus (Flöte) sowie des Gemeinde-
Gesangvereins der ev. Stadtgemeinde (Dirigent Herr Landwich).
Eintrittskarten! Erster Platz 2 Mark, zweiter Platz 1 Mark, Saal 50 Pfennig.
Vorverkauf: Verkehrsbureau, Ernst-Ludwigsplatz, Blumenhenkel, Ernst-
Ludwigstrasse 15, Hofbuchhandlung Joh. Waitz, Elisabethenstrasse 16,
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buchhandlung Karl Buchner, Rheinstrasse und W. Heckmann,
Schreib-
materialienhandlung, Mühlstrasse 72
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Kammermusik-Vereinigung
Hofrat de Haan, Hofkonzertmeister Schmidt, Konzertmeister Bornemann, Hofmusiker Delp u. Andrä.
Sonntag, den 6. März 1910, vormittags 11¼ Uhr,
Musikvereinssaal, Steinstrasse 24:
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Matinée
Dritte
Streichquartett Es-dur op. 127
Beethoven Klaviertrio B-dur op. 97.
Karten in der Hofmusikalienhandlung L. Schutter, Elisabethenstr., und an der Kasse.
Vereinigte Gesellschaft.
Montag, den 7. März 1910, abends 8 Uhr:
Weanzgesenschaf
Karten zu dem gemeinſchaftlichen Abendeſſen zum Preiſe von Mk. 2.— werden
Für
bis zum 7. ds. Mts. mittags 12 Uhr durch den Geſellſchaftswirt ausgegeben.
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Teilnehmer ohne Karten erhöht ſich der Preis des Gedeckes auf Mk. 2.50.
Im Intereſſe geordneten Servierens wird gebeten, die Löſung von Tiſchkarten
Der Ausschuss.
nicht zu verſäumen.
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Frankfurterstrasse 12/14.
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in Dieburg: Carl Reh.
Zweiter u. dritter Vortrag, erläutert durch Lichtbilder:
gehalten von Prof. R. Kautzsch
in der Techniſchen Hochſchule (Saal 326) am 8.fund
9. März, abends 8 Uhr.
Karten ſind beim Pförtner der Hochſchule und in der Bergſtraeßerſchen
Hof=
buchhandlung zum Preiſe von Mk. 1.50 für jeden Vortrag zu haben.
Der Ertrag der Vorträge iſt zum Beſten der Lehrmittelſammlung=für
Kunſt=
geſchichte an der Techn. Hochſchule beſtimmt.
(4846
avmet
M
Dar msstädter vortr agsverband.
Die Beteiligung der angeschlossenen Vereine bei dem heutigen Ludwig
Ganghofer-Abend ist eine so zahlreiche geworden. dass nicht alle Mitglieder im
Saale Platz erhalten können. Es wird daher freundlich gebeten, bei eintretendem
Platzmangel sich sogleich auf die Galerie (400 Sitz- u. Stehplätze) begeben zu wollen.
Für die Inhaber der gelben Saalkarten ist die erste Reihe hinter den
Sperr-
sitzen reserviert.
Um frühzeitiges Erscheinen wird dringend gebeten, da der Abend
pünkt-
lich um 8 Uhr beginnt.
Der Vorstand.
München in Darmstadt.
Turnhalle Woogsplatz(GrosserFestsaal) ;
Vom 5. März ab, bis einschliesslich 14. März, täglich
Wochentags 5 Uhr.
Sonntags 4=Uhr.
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freundlichſt ein
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Samstag, den 5. März:
Abends: Konzert.
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Morgens: Wellfleiſch und Bratwurſt.
Es ladet freundlichſt ein
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von herrlichem erfrischenden
Wein-Geschmack, nicht süss.
Lorcher ½ PI. 55, ¼ Fl. 90
Tischwein . ½ „ 55, ¼/ „ 90
Kapellenberger ½ „ 65, ¼ „ 1.10
Niersteiner . ½ „ 65, ¼ „ 1.15
Wormser Weinmost.
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für prima Odenwälder Vollmilch. Gefl.
Offert. unt. § 45 an die Expes. erb. (*5273fsoi
Alkoholfreie
Schaumweine
Ananas-Traubensekt . Sst M. 1.30
Traubensckt „JungbrunneneS., 2.00
. . 5 „81.30
Apfelsekt
Johannes Horn
Alexanderstraße 4,
(4782
Anaasann
Enwunanannnane