Darmstädter Tagblatt 1910


03. März 1910

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173. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden,
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 20 Seiten.

Ueber die innere Reichspolitik

aßert ſich im März in bemerkenswerter Weiſe der
ühere Staatsſekretär des Reichsamts des Innern
raf Poſadowsky. Er führt dabei insbeſondere
ber Schiffahrtsabgaben, das Reichstagswahlrecht,
wie über die partikulariſtiſche Politik u. a. folgen=
*S aus:
Daß zur Einführung von Schiffahrtsab=
aben
die Aenderung und nicht die anderweite ge=
tzliche
Auslegung der Reichsverfaſſung notwendig iſt,
ürfte jetzt allgemein anerkannt ſein, obgleich
eitungsartikel ſeinerzeit den Verſuch gemacht haben,
achzuweiſen, daß die Einführung von Schiffahrts=
5gaben auch ohne Aenderung der Reichsverfaſſung, ja
gar ohne Zuſtimmung der Mächte möglich ſei. die
ertragsmäßige Rechte auf die freie Schiffahrt auf Elbe
nd Rhein beſitzen. Iſt hiernach im Falle der Ein=
ihrung
von Schiffahrtsabgaben die Notwendigkeit der
enderung der Reichsverfaſſung unzweifelhaft und
urch Beſchlußfaſſung des Bundesrats über dieſe Ab=
nderung
ausdrücklich anerkannt, ſo bleibt die Frage,
5 Schiffahrtsabgaben einzuführen ſind oder nicht, vom
olitiſchen und wirtſchaftlichen Standpunkte immerhin
veifelhaft. So gute Gründe ſich auch vom finanziellen
standpunkt für Einführung von Schiffahrtsabgaben
nführen laſſen, ſo darf doch nicht verkannt werden,
die Bundesſtaaten, die die Einführung von
schiffahrtsabgaben ablehnen, nur von ihrem
verfaſſungsmäßigen Rechte Gebrauch
rachen, welches ebenſo ſtark iſt, wie das jeden anderen
fundesſtaates, und daß ſie nur ihrer wirtſchaftlichen
uffaſſung Ausdruck geben, wenn ſie jenen ablehnenden
tandpunkt einnehmen. Der Wille, Schiffahrtsabgaben
nzuführen, konnte in einem Landesgeſetze nur unter
er ſtillſchweigenden Vorausſetzung der nachfolgenden
eichsgeſetzgebung niedergelegt werden, und die vor=
andenen
Widerſtände, ſoweit andere Staaten in Frage
ommen, können nicht durch Anwendung von Energie,
indern nur im Wege der Verhandlung zwiſchen
leichberechtigten Parteien überwunden werden. Die
rklärung, daß die abweichenden Bundesſtaaten auf
reußiſche Koſten ihre eigenen Intereſſen befrie=
igen
und ſich künftig aus preußiſchem Leder ihre
kiemen ſchneiden werden, dürfte nicht dazu beitragen,
orhandene Meinungsverſchiedenheiten und Verſtim=
rungen
ſchließlich noch gütlich auszugleichen.
Noch bedenklicher iſt im föderativen Intereſſe die
Stimmung, die ſich bei den Verhandlungen über die
lenderung des preußiſchen Wahlrechts nur zu deutlich
eltend gemacht hat, eine Stimmung, die den Inſtituti=
nen
des Reichs wenig freundlich zu ſein ſcheint. Auch
ie Gegner des Reichstagswahlrechts, welches
rit dem Reiche geboren iſt, müſſen anerkennen, daß
nter der Herrſchaft dieſes Wahlrechts in Deutſchland
uf geſetzlichem und wirtſchaftlichem Gebiete eine un=
eheure
Kulturarbeit geleiſtet iſt, und daß die auf
Hrund dieſes Wahlrechts gewählte Körperſchaft noch
rets die Mittel gewährt hat, die zur Verteidigung
inſeres Vaterlandes zu Land und zu Waſſer notwen=
ig
waren. Der Streitpunkt, der im Winter 1906 zur
luflöſung des Reichstags führte, kann nicht als ein
olcher betrachtet werden, bei dem es ſich ernſthaft um
Verſagung der Mittel zur nationalen Verteidigung
ehandelt hätte. Solange aber der Reichstag in dem
Imfange, in dem er es bisher getan hat, ſeinen
kationalen Pflichten genügt, ſcheint es recht fehlſam,
as Reichstagswahlrecht als eine für das Reich politiſch
verfehlte und ſchädliche Einrichtung hinzuſtellen, um
o mehr, als alle Parteien des Reichstags und ebenſo
ie Vertreter des Bundesrats bei vielfachen Gelegen=
eiten
auf das beſtimmteſte erklärt haben, daß es ihnen
öllig ſern liege, das Reichstagswahlrecht anzutaſten.
Das Deutſche Reich iſt ein ſehr künſtlicher, ganz
igenartiger politiſcher Aufbau, geſchaffen in einer
Zeit, die ſelten reich an bedeutenden Männern und
ſpferfreudigem Wagemut war. Man ſollte ſich aber
düten, einer einzelnen geſetzlichen Maßregel halber,
ruch wenn ſie ſich finanziell und wirtſchaftlich recht=
ertigen
läßt, oder aus Mißſtimmung darüber, daß das
Reichstagswahlrecht auch der ſchärfſten Oppoſition in
heblicher Anzahl die Tore der geſetzgebenden Körper=
chaft
des Reichs geöffnet hat, eine gewiſſe partiku=
are
Mißſtimmung gegen die Verhältniſſe im
Reich überhaupt offen heraus zu bekennen oder wenig=
tens
verſtändlich genug durchblicken zu laſſen. Gegen=
ätze
und widerſtreitende Intereſſen innerhalb des
Reichs ſind bereits reichlich vorhanden. Ein zu ſtarkes
dartikulares Selbſtbewußtſein iſt nur geeignet, die
chon vorhandenen Reibungsflächen, die in einem
Bundesſtaate aus politiſchen und wirtſchaftlichen
Bründen unvermeidlich ſind, noch zu verſchärfen.
Draußen im Reich finden derartige Stimmungen leb=
haften
Widerhall und erſchweren die politiſche Arbeit
der Stellen und Perſonen, die für den Reichsgedanken
rnd ſeine Stärkung mit Herz und Verſtand eintreten.
Im Auslande hält man ſolche Stimmungen für einen
Mehltau, der auf die Reichsfreudigkeit gefallen iſt, und
man fragt ſich mit Erſtaunen, in welchem Dunſtreiſe
eine derartig peſſimiſtiſche Stimmung gegenüber einem
Staatsgebilde entſtehen konnte, das auf eine ſo ge=
waltige
und allgemein beneidete Entwicklung zurück=
zublicken
vermag.

Aus Elſaß=Lothringen.

*1 In den Blättern wird ein Aufſehen er=
regender
Fall viel beſprochen, der ſich, obwohl es ſich
um eine Dame handelt, nicht verſchweigen läßt. Die
Gräfin Wedel, die Gattin des kaiſerlichen Statthal=
ters
von Elſaß=Lothringen, hat dem Abgeordneten Wet=
terlé
ins Gefängnis, wohin ihn ſein Deutſchenhaß ge=
bracht
, franzöſiſch geſchriebene Briefe und kleine Geſchenke
geſchickt. Hierzu ſchreibt man uns: Dieſer Vorgang muß
in Deutſchland ſprachloſes Erſtaunen hervorrufen. Um=
ſchmeichelung
der Französlinge durch Spitzen der deutſchen
Verwaltung iſt ja leider keine völlig unbekannte Erſchei=
nung
. Das Verhalten der Gräfin Wedel gegenüber dem
Abgeordneten Wetterlé mutet aber in ſeiner Taktloſigkeit
und Würdeloſigkeit geradezu grotesk an. Seit Jahren iſt
der Abgeordnete Wetterlé als Leiter eines deutſchfeind=
lichen
franzöſiſchen Blattes bekannt; und jetzt, wo ihn dem
Deutſchenhaß entſprungene Beleidigungen eines deutſchen
Beamten ins Gefängnis geführt haben, jetzt erhält er als
Strafgefangener von der Gattin des höchſtgeſtellten Man=
nes
der Reichslande Beweiſe freundſchaftlicher Ergeben=
heit
.
Gräfin Wedel iſt, wenn wir nicht irren, von Geburt
Ausländerin. Aber dieſer Umſtand fällt für eine Frau
ihres Ranges mildernd nicht ins Gewicht. Elementare
Gebote des nationalen Taktes dürfen von Perſönlichkeiten
in führender Stellung unter keinen Umſtänden gröblich
verletzt werden. Daß die Gattin des kaiſerlichen Statt=
halters
einer derartigen Verletzung ſich ſchuldig machen
konnte, drängt leider die weitere Frage auf, welche Hal=
tung
der Statthalter ſelbſt gegenüber dem reichs=
ländiſchen
Franzoſentum beobachte. Die Annahme, die
Gräfin Wedel hätte Herrn Wetterlé nicht ſo um den Bart
gehen können, wenn ſie nicht ſicher geweſen wäre, damit
die Politik ihres Gatten nicht zu durchkreuzen, liegt zu
nahe, als daß ſie nicht ausgeſprochen werden ſollte. Die
Tonart aber, die der Abgeordnete Wetterlé, mit ſeinem Ge=
ſinnungsgenoſſen
Preiß wetteifernd, im Landesausſchuß
gegen die verantwortlichen Leiter der Regierung ange=
ſchlagen
hat, erſcheint nun in noch viel grellerer Be=
leuchtung
.
Die Frage hiernach muß öffentlich mit aller Entſchie=
denheit
aufgeworfen werden. Insbeſondere erſcheint es
als die Pflicht des Reichstages, der verfaſſungsmäßi=
gen
Inſtanz für Elſaß=Lothringen, volle Klarheit über den
Kurs zu ſchaffen, der gegenwärtig in Straßburg geſteuert
wird. Daß hierbei keinerlei perſönliche Rückſicht geübt,
ſondern ausſchließlich das deutſche nationale Intereſſe
wahrgenommen werde, darf das deutſche Volk von ſeiner
Vertretung als ſelbſtverſtändlich vorausſetzen.
Die Köln. Ztg. nimmt es als ſelbſtverſtändlich an,
daß der Statthalter von dieſem Schritte ſeiner Ge=
mahlin
nicht unterrichtet geweſen iſt, und iſt auch
überzeugt, daß ſie keine Ahnung hatte, welche höchſt unlieb=
ſame
Lage ſie durch ihre hier nicht an der richtigen Stelle
angebrachte Liebenswürdigkeit hervorrufen würde. Aller=
dings
gebe es Dinge, die jedermann und auch jede Dame
wiſſen ſollte . . . Allerdings!
Weiter bemerkt die Köln. Ztg.: Wenn eine Dame ſich
der Bedeutung einer liebenswürdigen Aufmerkſamkeit nicht
bewußt zu ſein brauchte, ſo trifft das nicht auf Herrn
Wetterlé zu; ein ſo gewiegter Politiker wie er mußte
wiſſen und wußte, welche politiſche Bedeutung es hatte,
als er den Vorgang bekanntgab. Wir wollen gar
nicht von der großen Taktloſigkeit reden, die in der Ver=
öffentlichung
liegt, aber es iſt außer allem Zweifel, daß
Herr Wetterlé wiſſen mußte, wie dieſe Geſchichte in
Deutſchland wirken würde und daß ſie die Stimmung zu=
gunſten
der Autonomie unmöglich ſtärken konnte.

Das Hausgewerbe im Dentſchen Reich.

D Das Heft 2 des Bandes 215 der Statiſtik des Deut=
ſchen
Reiches enthält die Angaben über das Hausgewerbe
in den Bundesſtaaten und Landesteilen nach der gewerb=
lichen
Betriebszählung vom 12. Juni 1907. Der erſte Teil
der Tabelle gibt für jede Gewerbeabteilung und Gewerbe=
gruppe
die Staaten und Landesteile an, in denen haus=
gewerbliche
Betriebe und Perſonen vorkommen, während
im zweiten Teile für jeden Landesteil die Gliederung des
Hausgewerbes außer nach Abteilungen und Gruppen auch
nach Gewerbeklaſſen und =arten dargeſtellt wird. Die Zif=
fern
beruhen zum Teil auf Angaben der Hausgewerbe=
treibenden
ſelbſt, zum Teil auf denen der Unternehmer, die
folche beſchäftigen,

An hausgewerblichen Betrieben wurden nach den An=
gaben
der Hausgewerbetreibenden im Deutſchen Reiche ge=
zählt
: 297546 Haupt= und 36107 Nebenbetriebe, gegen
300 901 Haupt= und 41656 Nebenbetriebe im Jahre 1895.
Die Hauptbetriebe haben demnach um 21355 oder 7,1 v. H.,
die Nebenbetriebe um 5549 oder 13,3 v. H. abgenommen.
Von den Hauptbetrieben ſind Alleinbetriebe 206706 oder
73,9 v. H. Hausgewerbetreibende Perſonen wurden ge=
zählt
:
Weiblich:
Männlich:
1907 170 712
234550
1895 256 131.
201 853
5410
1. 220m
Nach den Angaben der Unternehmer dagegen waren
Hausgewerbetreibende wie folgt vorhanden:
Männlich:
Weiblich:
1907 154 988
327 448
1895 221246
269 465
65250
j. 51 985
25855 Betriebe beſchäftigten überhaupt außerhalb der Be=
triebsſtätten
Perſonen als Hausgewerbetreibende gegen=
über
22307 Betrieben im Jahre 1895, alſo 3548 mehr als
13 Jahre vorher.
Die mangelnde Uebereinſtimmung zwiſchen den An=
gaben
der Hausgewerbetreibenden ſelbſt einerſeits und der
Unternehmer andererſeits iſt wohl dadurch zu erklären, daß
einerſeits viele Hausgewerbetreibende ſich nicht als ſolche
angegeben haben, andererſeits die Unternehmer über die
Zahl der von den Zwiſchenmeiſtern uſw. beſchäftigten Per=
ſonen
nicht unterrichtet ſind. Ferner iſt darauf hinzuwei=
ſen
, daß viele Hausgewerbetreibende gemäß ihrer Bezeich=
nung
in den Zählpapieren nicht in derſelben Gewerbeart
nachgewieſen ſind, in die der betreffende Unternehmer=
betrieb
eingereiht iſt.

König Eduard über den Frieden.

* König E duard empfing am Dienstag im
Buckinghampalaſt die Erzbiſchöfe von Canter=
bury
und York, ſowie viele Mitglieder der beiden
Kammern gelegentlich der Einberufung der Kirchenprovin=
zen
Canterbury und York. In ſeiner Antwort auf die an
ihn gerichteten Anſprachen ſagte der König, die Anerken=
nung
ſeiner Bemühungen um die Erhaltung des
Weltfriedens erfülle ihn mit Freude; er ſei über=
zeugt
, daß mit der fortſchreitenden Geſittung der Einfluß
der chriſtlichen Lehre auf die Seelen zunehme und daß die
Menſchen in immer wachſendem Maße die Liebe zum
Frieden in ihr Herz pflanzten; von dieſem aber hänge Ge=
ſundheit
, Glück und Fortſchritt aller Nationen ab. Er bete
beſtändig, daß das Land vor den Gefahren und dem
Elend eines Krieges bewahrt bleiben möge, da in dieſer
neuen Zeit ein Krieg den Untergang von Millionen her=
beiführen
würde. Er danke Gott für die Erhaltung guter
Beziehungen und freundſchaftlicher Gefühle zwiſchen den
Großmächten. Selten in der Geſchichte ſei der Wunſch nach
Frieden ſo weit durch das ganze Reich verbreitet geweſen.
Die Ruhe in den Kolonien wurde durch den Abſchluß der
ſüdafrikaniſchen Union gefördert. Dies ſei in einem Lande
geſchehen, wo die Ruhe während ſo langer Zeit ſchwer
geſtört geweſen ſei. Nun werde ſein Sohn dieſe vereinig=
ten
Kolonien beſuchen, um das Siegel unter die Ver=
ſöhnung
zu ſetzen, an der holländiſche und britiſche Unter=
tanen
treu gearbeitet hätten.

Deutſches Reich.

Der Bundesrat hat genehmigt, daß in den=
jenigen
Fällen, in denen die bei der erſten Ausgabe von
Wertpapieren mit dieſen vor dem 1. Auguſt 1909 in Ver=
kehr
geſetzten Gewinnanteilſchein= und Zinsbogen auf
einen kürzeren als zehnjährigen Zeitraum lauten, die
Reichsſtempelabgabe von den zur Erneuerung
dieſer Bogen ausgegebenen Bogen aus Billigkeitsrückſich=
ten
verhältnismäßig um ſo viel, als der an dem bezeich=
neten
Zeitraum fehlenden Anzahl Jahre entſpricht, gekürzt
und die Erhebung des hiernach verbleibenden Steuer=
betrags
bis nach Ablauf dieſes Zeitraumes ausgeſetzt
werde. In bezug auf die ſogenannte Talonſteuer
hat der Bundesrat beſchloſſen, daß, wenn aus Anlaß
einer ſtempelfreien Erneuerung von Wertpapieren, aus
Anlaß einer Verlegung des Geſchäftsjahres oder aus an=
derer
geſchäftlicher Veranlaſſung neue Gewinnanteilſcheine
oder Zinsbogen unter Einziehung von Bogen ausgereicht
werden, die erſt nach dem 31. Juli 1909 abgelaufen ſein
würden, die neuen Bogen von der Talonſteuer frei bleiben,
falls der Beſchluß, aus deſſen Veranlaſſung die neuen

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1910.

Nummer 52.

Bogen ausgegeben ſind, vor dem 10. Juli 1909 gefaßt iſt
und die neuen Bogen den Bezugsberechtigten vor dem
1. Auguſt 1909 zur Verfügung geſtellt ſind. Umfaſſen die
neuen Bogen Scheine für eine größere Anzahl Jahre, als
dies bei den alten Bogen der Fall war, und beruht dies
auf Anordnungen, die nach dem 9. Juli 1909 getroffen
ſind, ſo iſt, ſoweit dies zutrifft, die Stempelabgabe ver=
hältnismäßig
zu entrichten.
Die Juſtizkommiſſion des Reichstags
ſetzte die Verhandlungen in zweiter Leſung fort. Die De=
batte
über § 186a St.G.B. und einen neuen Antrag auf
Schaffung eines eigenen Deliktes betreffend die Verletzung
des Friedens des Privatlebens wurde nach Vorlegung
neuen Materials ſeitens der Regierung über ausländiſches
Recht vertagt. Es folgte dann die Verhandlung über
Diebſtahl und Unterſchlagung geringwertiger Gegenſtände
aus Not. Sehr ausgedehnt war die Debatte über Bettel
aus Not oder unverſchuldete Not (ausgenommen Lüder=
lichkeit
und Arbeitsſcheu), die durch verſchiedene neue An=
träge
hervorgerufen wurde. Schließlich wurden alle An=
träge
, welche den Bettel aus Not ſtraflos laſſen wollen,
abgelehnt, dagegen die Beſchlüſſe erſter Leſung über den
Diebſtahl und die Unterſchlagung aus Not mit unweſent=
lichen
Aenderungen angenommen. Die Ausdehnung des
§ 355 St. G. B. auf telephoniſche Mitteilung wurde ent=
ſprechend
den Wünſchen des Reichspoſtamtes in etwas ver=
änderter
Form angenommen.
Wie man aus Rom meldet, wird Reichskanz=
ler
von Bethmann Hollweg zwiſchen dem 20.
und 30. März in Rom eintreffen, ſich dortſelbſt vier Tage
aufhalten und dann über Venedig zurückreiſen.
Am Dienstag trat zum erſten Male ſeit ſeiner
Gründung der Geſamtausſchuß des Hanſa=
bundes
zu einer Sitzung im Langenbeckhauſe zuſam=
men
. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde auf ein=
ſtimmigen
Beſchluß der Verſammlung, die unter der Lei=
tung
des Präſidenten Geheimrat Prof. Rießer ſtand, ein
Huldigungstelegramm an den Kaiſer geſandt.
Das erſte Referat Ueber die Entwicklung und Ziele
des Hanſabundes hatte der Präſident Geheimrat Rie=
ßer
ſelbſt übernommen. Er präziſierte hierbei zunächſt
die Stellung des Hanſabundes gegenüber dem Bunde der
Landwirte und der Landwirtſchaft im allgemeinen. Das
Entſtehen des Hanſabundes ſei einzig und allein die natür=
liche
Folge der maßlos einſeitigen Intereſſenpolitik des
Bundes der Landwirte geweſen. Gegen die Anhänger des
Bundes werde von den Landwirten eine Stellung einge=
nommen
, als ob ſie nicht mehr Brüder eines Volkes, ſon=
dern
Todfeinde ſeien. Der Hanſabund würde auf dieſem
Wege nicht folgen. Hier habe man ſo viel Verſtändnis,
daß man einſehe, daß es dem Vaterlande ſchlecht gehe,
wenn es der deutſchen Landwirtſchaft ſchlecht gehe. Dort
aber verſtehe man nicht, daß ein Ruin des blühenden deut=
ſchen
Handels, der Induſtrie und des Gewerbes auch zu=
gleich
den Ruin Deutſchlands bedeutet. Redner ſtreifte
dann kurz die Stellungnahme des Hanſabundes bei den
künftigen Wahlen und endete unter ſtürmiſchem Beifall der
Verſammkung mit dem Hinweis auf die hohen Ziele des
Deutſchen Hanſabundes. Der neue Direktor des Bundes
Knobloch gab dann eine Statiſtik des Einfluſſes von
Handel, Gewerbe und Induſtrie auf den Gang der par=
lamentariſchen
Geſchäfte und der Selbſtverwaltung. Da=
nach
beſitzen der Hanſabund und die Intereſſen, die er
vertrete, noch viel zu wenig Einfluß auf die parlamen=
tariſchen
Körperſchaften. Dasſelbe gelte auch für die kom=
munalen
Selbſtverwaltungen. Hier müſſe mit aller Kraft
eingeſetzt werden. Dann ging der Redner zu den wich=
tigeren
Mittelſtandsfragen über. Durch die neue Steuer=
reform
ſei gerade der Mittelſtand in unerhörter Weiſe be=
drückt
, zahlreiche kleine Exiſtenzen einfach vernichtet wor=
den
. Da müſſe der Hanſabund helſend eingreifen. Er be=
abſichtige
zu dieſem Zwecke, der Löſung des Problems
näherzutreten, wie die offenen Forderungen des Mittel=

tandes, der Handwerker und der Kleinkaufleute beleihbar
zu machen ſind.
Danach wurde die Verſammlung geſchloſſen. Auf das
Begrüßungstelegramm, welches der Hanſabund
an den Kaiſer geſandt hat, iſt nachmittags folgende
Antwort eingegangen: Geheimer Juſtizrat Dr. Rießer,
hier. Ich habe den freundlichen Gruß des Geſamtaus=
ſchuſſes
des Hanſabundes für Gewerbe, Handel und In=
duſtrie
gelegentlich ſeiner erſten Tagung gern entgegen=
genommen
und danke beſtens für den Ausdruck treuer An=
hänglichkeit
. Wilhelm I. R.

Ausland,

Im öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe wandte ſich
Abgeordneter Sylveſter dagegen, daß von Regie=
rungsdeutſchen
geſprochen werde. Die Regierung
ſei ohne Zutun der Deutſchen ins Leben gerufen worden
und die Deutſchen hätten die Regierung auch nur dort
unterſtützt, wo ſie es für ſachlich berechtigt erachtet hätten.
Insbeſondere durch die Ereigniſſe der letzten Zeit ſeien die
Deutſchen von der Regierung noch weiter abgerückt. Die
Zuſammenſchließung der nationalen Parteien habe die
Deutſchen veranlaßt, ſich auf der nationalen Grundlage
zuſammenzuſchließen. Der tſchechiſche Abgeordnete Baxa
kritiſierte das gegenwärtige Regierungsſyſtem; die Beſei=
tigung
des jetzigen ſlawenfeindlichen Regimes ſei das Lo=
ſungswort
aller ſlawiſchen Parteien. Es gehe nicht an,
daß im Hauſe des allgemeinen Wahlrechts die Majorität
der Miniſterbank von Deutſchen gebildet werde, während
die Slawen ſich in entſchiedener Minorität befänden.
Hierauf wurde die Verhandlung abgebrochen. Das Haus
verhandelte dann über Dringlichkeitsanträge.
Die franzöſiſche Kammer nahm einen Geſetzentwurf
an, der die Bank von Frankreich ermächtigt, den Ueber=
ſchwemmten
unverzinsliche Darlehen bis zum Ge=
ſamtbetrage
von 100 Millionen Francs zu gewähren. In
der fortgeſetzten Beratung des Finanzgeſetzes nahm die
Kammer eine Beſtimmung an, durch die der Kriegsmini=
ſter
verſuchsweiſe ermächtigt wird, jedes Jahr 100 Offi=
ziere
zur Dispoſition zu ſtellen, um ſo eine Verjüngung
des Offizierkorps zu erzielen. Die Kammer verhandelte
weiter über das Finanzgeſetz und nahm den Artikel an,
durch den die Regierung zur Emiſſion von 154 Millionen
kurzfriſtiger Obligationen autoriſiert wird. Die Mehrheit
der Finanzkommiſſion, welche zur Prüfung des
von der Kammer angenommenen Geſetzantrages eingeſetzt
wurde, nach welchem die bildliche Darſtellung von Verbre=
chern
und Verbrechen mit empfindlichen Geldbußen beſtraft
werden ſoll, hat ſich gegen dieſe Vorlage ausgeſprochen.
Die Marinekommiſſion billigte das Flottenpro=
gramm
der Regierung. Die Kommiſſion ſchlug vor, daß
die ſieben neu zu erbauenden Panzerſchiffe, die bis zum
1. Januar 1915 vollendet werden müſſen, nach den vom
Miniſter bezeichneten Typen hergeſtellt werden ſollen. Der
Miniſter ſolle weiterhin ermächtigt werden, im Jahre 1910
zwei Panzer in den Marinearfenalen auf Stapel zu legen
und im Jahre 1911 zwei weitere, von der Privatinduſtrie
zu erbauende Panzer in Auftrag zu geben.
Der Senat hat den von der Kammer bereits geneh=
migten
Geſetzentwurf betreffend die Sicherung der
Wahlfreiheit und des Wahlgeheimniſſes mit einigen
Abänderungen angenommen. In dem Entwurf handelt
es ſich vor allem um die Einführung von Briefumſchlägen
für die Stimmzettel.
Die Ausſchüſſe der Zweiten Kammer der
Niederlande haben über den Antrag des Sozialiſten
Troelſtra, gegen den früheren Miniſterpräſidenten Kuyper
in der Angelegenheit der Ordensverleihung eine parlamen=
tariſche
Unterſuchung zu eröffnen, einen Bericht erſtattet.

Die große Mehrheit iſt der Anſicht, eine ſolche Unte
ſuchung ſei verfrüht und würde unnütz ſein in eine
Augenblick, wo Kuyper ſelbſt ſich an den Ehrenrat g
wendet habe. Troelſtra hätte, anſtatt der Kammer
Verantwortung für eine Unterſuchung aufzubürden, d
niemals eine politiſche Folge haben könne, eine gerich
liche Klage gegen Kuyper erheben ſollen. Die Minderhe=
hält
eine Unterſuchung für notwendig, da der Ehrenr
nicht die Macht habe, Zeugen zu zwingen, vor ihm zue
ſcheinen und unter Eid auszuſagen. Im übrigen müt
durch die parlamentariſche Unterſuchung feſtgeſtellt werde
ob Kuyper in Zukunft noch am politiſchen Leben wer
teilnehmen können.
In parlamentariſchen Kreiſen Englands ſieht mi
die Entſpannung der politiſchen Lage a
das Ergebnis der Vorgänge des 28. Februar an. M
glaubt allgemein, daß, wenn nicht unvorhergeſehe=
Schwierigkeiten eintreten, vor Schluß der Beratung
eine neue Kriſis nicht zu befürchten ſei. T
Einbringung der auf das Oberhaus bezüglichen Reſol
tionen wird für den 29. März erwartet. Die Beratur
dürfte etwa einen Monat in Anſpruch nehmen. Zu ein
Kriſis könnte es normalerweiſe früheſtens Ende Ap
kommen. In liberalen Kreiſen iſt man voller Hoffnur
daß das Budget Lloyd Georges ſchließlich Annahme fi
den wird.
Der Regierungsentwurf über den neuen Zol
tarif wurde dem ſchwediſchen Reichstage vorgelegt.
demſelben erklärt der Finanzminiſter, es zeige ſich bei d
handelspolitiſchen Verhandlungen mit Deutſchlan
daß die ſchwediſchen Zollſätze ſowohl formell als materi
wenig geeignet ſeien zu einer Baſis für ſolche Verhar
lungen. Da nun bald neue Verhandlungen erwartet
den, wäre eine Reviſion augenſcheinlich notwendig. D
Bericht der im Jahre 1906 dafür ernannten Kommiſſie
diente dem Regierungsentwurf als Baſis.
Die Regierung von Griechenland hat ſich den B
dingungen des Militärbundes gebeugt, der ſich ar
zulöſen verſpricht, wenn folgende Forderungene
füllt werden: 1. Vollſtändige Reinigung des Lehrkörpe
der Univerſität; ſämtliche Profeſſoren werden zu gleich
Zeit abgeſetzt und der Miniſterrat wird unter eigener V
antwortung aus jeder Fakultät die tüchtigſten Profeſſor
auswählen, die dann über die Lehrbefähigung der übrig
Profeſſoren entſcheiden ſollen. 2. Reinigung aller Zwei
der Verwaltung durch Beſeitigung aller unfühigen ur
unwürdigen Beamten von den höheren Poſten; die vo
Miniſterrat als brauchbar erachteten höheren Beamt
werden über die unteren Beamten entſcheiden. Inzwiſch
hat ſich auch der Militärbund ſelber zu Einräumung=
verſtehen
müſſen. Auf Antrag von 300 Offizieren beſchlr
er eine Reinigung des Offizierſtandes der Landarmeenc
dem Muſter der Pläne für die Marine. Ferner wurde 1
Gründung einer höheren Militärſchule für Hauptleute
ſchloſſen, mit einjährigem praktiſchen Unterrichtskurſt
den im Ausland ausgebildete Offiziere leiten ſollen.
hierfür beſtimmten Offiziere reiſen dieſer Tage nach de
Ausland ab. Außerdem beſchloß der Ausſchuß die Ar
hebung der beſtehenden Militärſchulen und die Errichtu
einer Kriegsakademie mit vierjährigem Kurſus.
Die Ankunft des Königs von Serbien in P
tersburg wird zwiſchen dem 21. und 27. März erwart
Der König wird außer von ſeiner Suite wahrſcheinl
vom Miniſterpräſidenten und vom Miniſter des Aeuße
begleitet ſein.
Die Marinekommiſſion des Repräſentantenhauf
der Vereinigten Staaten ſtimmte dem Bau von zwei

Wie man Dalgi=Lama wird.

Der gegenwärtige Dalai=Lama iſt vor den Chineſen
aus Lhaſſa nach Indien entflohen, und niemand ver=
mag
vorläufig zu ſagen, wie ſich das Schickſal des Ober=
hauptes
des tibetaniſchen Buddhismus, der Inkarnation
des Bodhiſatwa (Heiligen) Padmapani Avalokitesvara,
geſtalten wird. Nach einer Meldung ſoll ihn die Pe=
kinger
Regierung abgeſetzt haben, während nach einer
anderen die engliſch=indiſche Regierung ihn nach Lhaſſa
zurückzuverweiſen gedenkt. Soviel erſcheint aber ſicher:
hat ſich der heutige Dalai=Lama in der Tat ſowohl im
eigenen Lande wie bei der chineſiſchen Regierung un=
möglich
gemacht, ſo wird man einen neuen, geeigneteren
Dalai=Lama zu finden wiſſen. Nach welchen Grundſätzen
er und die Inkarnationen der übrigen hohen Geiſt=
lichen
Tibets und der Mongolei ermittelt werden, das
iſt durch ein chineſiſches Edikt bereits aus dem Jahre
1754 genau vorgeſchrieben.
Stirbt ein Dalai=Lama, ſo geht er, jedoch erſt nach
einer gewiſſen Zeit, die bis zu drei Jahren und mehr
umfaſſen kann, in ein vorläufig unbekanntes Kind über.
Dieſes haben beſtimmte Lamas zu ermitteln, und zwar
nach mehr oder weniger orakelhaft=dunklen Andeutun=
gen
des Zauberprieſters Dharmapala aus dem Kloſter
Naſtſchun. Die Suche dauert oft ziemlich lange und
führt dennoch nicht zu einem klaren Ergebnis. Der ge=
ſuchte
Knabe darf, wie H. Leder in ſeinem Buche Das
geheimnisvolle Tibet ausführt, nicht eher als 49 Tage
nach dem Tode des letzten Dalai=Lama geboren ſein;
er muß völlige Geſundheit, normale Körperbildung und
ein ſchönes Geſicht haben. Gewiſſe Kennzeichen werden
als günſtig gedeutet, ſo die Anlage zur Bildung be=
ſonders
großer Ohrläppchen, die ſich zur Aufnahme von
ſchweren Ohrringen uſw. eignen; ferner eine ruhige,
wundervolle Haltung. Hierher gehört auch der Um=
ſtand
, daß ein Kind in Rückſicht auf ſein jugendliches
Alter auffallende Wörter ſpricht, die den ſuchenden La=
mas
in irgend einer Verbindung mit ihrer Aufgabe zu
ſtehen ſcheinen. Ferner erwartet man von der neuen
Wiedergeburt, daß ſie von Dingen umgeben angetrof=
fen
wird, die der entſchlafene Dalai=Lama beſeſſen oder
beſonders geſchätzt hat, oder die ſonſt mit der hohen
Würde zuſammenhängen, zum Beiſpiel einem Ring oder
einer hölzernen = oder Bettlerſchale, dem Attribut
Buddhas. Andere Anzeichen für die Geburt eines gött=
lichen
Knaben ſind: Wenn Bäume in der unmittel=
baren
Nachbarſchaft des Geburtsortes zu ganz unge=
wöhnlicher
Zeit Blüten treiben, wenn Haustiere gleich=
zeitig
oder in ungewöhnlicher Zahl Junge werfen, oder

wenn unheilbar Kranke geneſen, ſobald ſie mit dem
Kinde in Berührung gekommen ſind.
Wenn die Zeit drängt und ſich kein Knabe gefunden
hat, auf den ſolche Zeichen und Wunder zutreffen, ſo
wählt man zwölf Knaben aus, die den Bedingungen
noch am meiſten zu entſprechen ſcheinen, und bringt ſie
in ein beſtimmtes Kloſter, wo ſie mit ihren Eltern zu=
ſammen
ſorgfältig gepflegt, aber auch aufs Genaueſte
auf alle ihre ſeeliſchen und Charakteräußerungen hin
beobachtet werden. Nach und nach werden auf Grund
dieſer Beobachtungen die am wenigſten geeigneten Kna=
ben
ausgeſchieden, bis nur noch drei übrig bleiben; und
gibt ſich dann nicht noch im letzten Augenblick die Gott=
heit
durch ein Wunder zu erkennen, ſo entſcheidet das
Los.
Im Beiſein der Kommiſſion, des Regenten (der
im Auftrage des Dalai=Lama die weltlichen Regier=
ungsgeſchäfte
führt), der Miniſter und des chineſiſchen
Vertreters werden die Namen der drei Knaben auf
kleine Papierzettel geſchrieben und dieſe in Kügelchen
aus geröſtetem Gerſtenmehl eingehüllt. In eben ſolche
gleichgroße Kügelchen kommen dann einige Zettel mit
den Aufſchriften Ja oder Nein und auch noch ein
paar unbeſchriebene Papierſtückchen. Alle Kugeln wer=
den
darauf in die goldene Urne gelegt, die der Kaiſer
von China im Jahre 1793 für die Ausloſung des Dalai=
Lamas geſpendet hat, und die Urne bleibt nun ſieben
Tage auf dem Altar des Tſchokan, des größten Heilig=
tums
von Lhaſſa, unberührt ſtehen. Ununterbrochen
halten Lamas bei ihr Wache, Gebete murmelnd und
Hymnen ſingend. Tag und Nacht brennen Lampen und
werden Räucherkerzen verbrannt. Am achten Tage ver=
ſammeln
ſich alle die genannten Perſonen wieder im
Tſchokan, es ſindet ein feierlicher Tempeldienſt ſtatt,
und dann wird die Urne geſchüttelt und die Kugeln
werden gezogen. Der Knabe, deſſen Namen zuerſt mit
einem darauf folgenden Ja erſcheint, gilt als die von
der Gottheit ſelber bezeichnete neue Inkarnation und
wird ſogleich feierlichſt eingeholt.
Der erwählte Knabe erhält zuſammen mit ſeinen
Eltern einen eigenen Tempelpalaſt, in dem er bis zu
ſeinem vollendeten vierten Lebensjahre wohnt. Dann
führt man ihn unter großem Zeremoniell nach ſeinem
Reſidenzkloſter Potala. Aber erſt mit dem ſiebenten
oder achten Jahre gilt er als tatſächliches Oberhaupt
der Kirche. Freilich läßt man ihm auch dann noch nicht
viel den eigenen Willen; der junge Dalai=Lama muß
ſich einer ſtrengen Askeſe und eifrigſter Studien beflei=
ßigen
. Da die ganze Familie als von Gott beſonders
begnadet gilt, ſo werden der Vater und die Brüder des
jungen Dalai=Lama ſtets geadelt und, wenn ſie arm

waren, mit Gütern und Leibeigenen beſchenkt. T
Mutter bleibt gewöhnlich bei ihm. Erſt mit dem
Lebensjahre erreicht er die Volljährigkeit, und er erh=
dann
das große Staatsſiegel.
Auch die beiden Knaben, für die das Los ſich ni
entſchieden hat, machen ihr Glück; ſie werden zu Gei
lichen mit der Anwartſchaft auf hohe Stellungen
zogen.
Der gegenwärtige Dalai=Lama, der dreizehnte
der ganzen Reihe, verdankt ſeine Gottheit nicht d
Loſe; er iſt ſofort als der Richtige erkannt word
Sein Vorgänger ſtarb 1874, nachdem er kaum die Grr
jährigkeit erlangt hatte wie es heißt, an Gift. E
Jahr nach ſeinem Tode befragte man das erwähr
Orakel des Kloſters Naſtſchun, und dieſes erklärte,
würde nur einem Mönche von ſtrengſter Lebensführu
und anerkannter Rechtlichkeit möglich ſein, die ne
Inkarnation zu finden. Wegen eines ſolchen Mönch
mußte von neuem angefragt werden, und es wurde e
ob ſeiner Heiligkeit und ſeines tiefen Wiſſens bekan
ter Lama des Kloſters Gadan bezeichnet. Auch nanr=
das
Orakel gleich den Bezirk, eine Gegend in nächſt
Nähe von Lhaſſa, wo der fromme Mönch ſuchen ſoll
Der Mönch begab ſich dorthin und blieb ſieben Ta
lang in Betrachtungen verſunken. In der Nacht zu
achten Tage hatte er ein Traumgeſicht, und eine Stim=
befahl
ihm, den See Mulidinki aufzuſuchen. Sogle
eilte der Lama in aller Frühe an den See und erblic
auf deſſen klarer, ruhiger Oberfläche ein wunderſam
Bild: ein kleiner Knabe ſaß auf den Knien ſeiner M=
ter
, und der Vater ſtand daneben und ſchäkerte 1
ihm. Der Lama ſah auch das Haus, den Hof und all
was dazu gehörte; er ſtarrte unverwandt auf das B
und prägte alles ſeinem Geiſte ein. Auf einmal w
das Bild vor ſeinen Augen verſchwunden, und er
nur noch das Waſſer, in dem die anfgehende Sonne
ſpiegelte. Weiterziehend gedachte der Lama in de
Hauſe eines allgemein geachteten, adeligen Hofbeſitze
zu raſten; kaum aber hatte er den Hof betreten, als
das Bild, das er am Morgen auf dem See erſcha
hatte, als Wirklichkeit vor ſich ſah. Schleunigſt beg
er ſich nun nach Lhaſſa und verſtändigte die Behörd
von ſeinen Erlebniſſen und ſeinem Funde. Der Rege
und die hohen Geiſtlichen eilten nach dem Gehöft u
führten im Triumphe das Kind und ſeine Eltern ni
der Hauptſtadt.
Der ſo gefundene gegenwärtige Dalai=Lama
zur Zeit 36 Jahre alt, und ſeine Regierungszeit,
Zeit, da er in Potala ſeinen Einzug halten durf
datiert ſeit dem Jahre 1879.
H. Singer

[ ][  ][ ]

Nummer 52.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, deu 3. März 1910.

Seite 3.

ienſchiffen, einem Reparaturſchiff, zwei Kohlenſchiffen und
ier Unterſeebooten zu.

* Paris, 2. März. Betreffs des Beſchluſſes der vier
kademien des Inſtituts de France, die Einladung
ur Teilnahme an der Jahrhundertfeier
er Berliner Univerſität abzulehnen, erklärte der
räſident der Akademie der Wiſſenſchaft, Emile Picard,
nem Berichterſtatter u. a.: Bei den Univerſitätsfeſten in
eutſchland haben die Abordnungen der Univerſitäten den
ortritt, dann kommen nach alphabetiſcher Reihenfolge
ie Akademien anderer Orte. Die Stellung der offiziellen
ertreter des Inſtituts de France wäre deshalb etwas
cherlich. Schließlich müßten wir, ohne dabei Patriotis=
us
oder Chauvinismus zur Schau zu tragen, geſtehen,
ß die Vertreter unſerer Akademien in eine etwas ſchwie=
ge
Lage geraten könnten, da ſie vielleicht Reden anhören
üßten, durch die unſer nationaler Stolz verletzt würde
erner wird erzählt, der ſtändige Sekretär der Akademie
er Inſchriften, Perot, habe bei der bezüglichen Beratung
usgerufen, man könne von den franzöſiſchen Akademien
icht verlangen, daß ſie die preußiſche Univerſität verherr=
chen
, welche das Geſchlecht von 1870 vorbereitet, gebildet
nd erzogen hat.
* Petersburg, 1. März. Der König und die
önigin von Bulgarien wurden in Zarskoje
iſelo vom Kaiſerpaar empfangen und zum Tee geladen.
er Kaiſer überreichte dem König ſein Porträt für den
rinzen Boris.

Stadt und Land.
Darmſtadt, 3. März.

Empfänge. Se. Königl. Hoheit der Groß=
erzog
empfingen am Mittwoch den Oberſt v. Hutier,
ommandeur des Leibgarde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.)
r. 115, den Oberſt v. Müller, Kommandeur des Großh.
rtilleriekops, 1. Großh. Heſſ. Feldartillerie=Regiments
r. 25, den Oberſt Putz, Kommandeur des Königl.
ayeriſchen 5. Infanterie=Regiments Großherzog Ernſt
udwig von Heſſen, den Kammerherrn Wilfried Frei=
rrn
Schenck zu Schweinsberg=Wäldershauſen, den
farrer Schroeder von Eichloch; zum Bortrag den Vor=
and
des Kabinetts Geheimerat Römheld, den General=
rektor
des Hoftheaters und der Hofmuſik Werner.
Vom Hofe. Ihre Königliche Hoheit die Groß=
erzogin
empfing Dienstag mittag Fräulein Agnes
ippold aus Mainz, welche hierauf an der Frühſtücks=
fel
teilnahm. Oberſt Putz, Kommandeur des
Bayeriſchen Infanterie=Regiments, nahm geſtern an
r Frühſtückstafel im Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
Perſonalveränderungen. Se. Königl. Hoheit der
roßherzog haben den Miniſterialrat im Miniſterium
s Innern und Vorſitzenden deſſen Abteilung für Land=
irtſchaft
, Handel und Gewerbe Dr. Karl Uſinger zum
rovinzialdirektor der Provinz Oberheſſen und Kreisrat
S Kreiſes Gießen, den Kreisrat des Kreiſes Friedberg
eheimen Regierungsrat Friedrich Fey zum Provinzial=
rektor
der Provinz Starkenburg und Kreisrat des
reiſes Darmſtadt, den Kreisrat des Kreiſes Alsfeld
ranz Hölzinger zum Miniſterialrat im Miniſterium
s Innern, den Kreisrat des Kreiſes Erbach Karl
chliephake zum Kreisrat des Kreiſes Friedberg,
n vortragenden Rat beim Miniſterium des Innern
berregierungsrat Dr. Otto Heinrichs zum Kreisrat
S Kreiſes Alsfeld, den Rat bei der Provinzialdirektion
tarkenburg und zweiten Beamten des Kreisamts Darm=
idt
Regierungsrat Adalbert Freiherrn v. Starck zum
reisrat des Kreiſes Erbach ernannt und dem vor=
agenden
Rat im Miniſterium des Innern Ober=
gierungsrat
Dr. Eugen Wagner den Charakter als
eheimer Oberregierungsrat erteilt.
Der neue Provinzialdirektor für die
rovinz Starkenburg und Kreisrat des Krei=
s
Darmſtadt, Geh. Regierungsrat Friedrich Fey,
am 15. November 1854 in Altheim (Kreis Dieburg)
s Sohn des dortigen evangeliſchen Pfarrers geboren.
achdem er 1877 das Fakultätsexamen und 1881 die
raatsprüfung beſtanden hatte, war er von 18831886
egierungsaſſeſſor zu Dieburg, Bensheim und Fried=
rg
, 18861889 Kreisamtmann in Mainz, 18891892
iniſterialſekretär in Darmſtadt, 18921897 Vorſtand
S Polizeiamts Darmſtadt, 18971901 Kreisrat in
ebach und ſeit 1901 Kreisrat in Friedberg. Während
iner Tätigkeit als Vorſtand des Polizeiamts in
armſtadt hat ſich der jetzige Provinzialdirektor
Stadt
lßerdienſtlich vielfach zum Nutzen der
tätigt und verſchiedene, dem allgemeinen Wohl
enende Einrichtungen gegründet, die auch jetzt
ch beſtehen, ſo die Zentralanſtalt für Arbeits=
rd
. Wohnungsnachweis den Bauverein Daheim
* Arbeiter=Wohnungen in dem nordweſtlichen
radtteil und den Obſt= und Kartoffelprobemarkt.

Auch literariſch iſt er tätig und redigiert ſeit mehr als
20 Jahren die Zeitſchrift für Staats= und Gemeinde=
verwaltung
im Großherzogtum Heſſen und iſt Mit=
arbeiter
des von Profeſſor Stier=Somlo in Bonn her=
ausgegebenen
Jahrbuchs des deutſchen Verwaltungs=
rechts
. Seine Ernennung zum Provinzialdirektor
unſerer Provinz iſt deshalb aus mehr als einem Grunde
als eine beſonders glückliche Wahl zu begrüßen. Herr
Provinzialdirektor Fey iſt geſtern ſchon in ſein neues
Amt eingetreten und hat ſich in einer Nachmittagsſitz=
ung
den Kreisausſchußmitgliedern vorgeſtellt.
1.
Uebertragen wurde dem Lehrer Philipp
Volk zu Unter=Sensbach, Kreis Erbach, eine Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Ober=Beerbach, Kreis Bens=
heim
; dem Schulamtsaſpiranten Ludwig Horn aus
Brensbach, Kreis Dieburg, eine Lehrerſtelle an der Ge=
meindeſchule
zu Schwanheim, Kreis Bensheim; dem
Schulamtsaſpiranten Jakob Winter aus Nieder=Weiſel,
Kreis Friedberg, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule
zu Trebur, Kreis Groß=Gerau
Aus dem Miniſterium des Innern. Die durch
die letzten Perſonalverſchiebungen im Geſchäftsbereich
des Miniſteriums des Innern erledigte Stelle eines
juriſtiſchen vortragenden Rats bei deſſen Abteilung
für Landwirtſchaft, Handel und Gewerbe
wird, wie die Darmſt. Ztg. hört, nicht wieder
beſetzt werden.
L. Der Kreisausſchuß verhandelte geſtern als ein=
zige
Sache öffentlich über das Geſuch des Johann
Dreja von hier um Geſtattung der Erlaubnis zum
Betriebe einer Schankwirtſchaft Ahaſtraße 24. Die
Stadtverordneten=Verſammlung und das Polizeiamt
vermögen die Bedürfnisfrage nicht zu bejahen, auch
iſt ein früher von einem anderen Intereſſenten ein=
gereichtes
Geſuch abgelehnt worden, weil es ſich um
kein rentables Geſchäft handele. Nach Mitteilung des
Vertreters des Geſuchſtellers, Rechtsanwalt Hoff=
mann
, iſt das Haus als Wirtſchaft gebaut und ſeit
dem Jahre 1897 im Betrieb. Eine Brauerei hat be=
reits
auf zwei Jahre einen Vertrag mit Dreia abge=
ſchloſſen
, was beweiſe, daß dieſe, die zweifellos ſach=
verſtändig
ſei, Vertrauen hege. Der perſönliche Ruf
des Geſuchſtellers iſt der beſte, auch würde der Beſitzer
des Hauſes Schaden leiden, wenn die Erlaubnis nicht
erteilt werde, weil der Umbau des Hauſes ſchwierig
und koſtſpielig ſein würde. Ein Beſitzer des Betriebs
aus den Jahren 1898 und 1899 war mit dem Geſchäft
zufrieden; nach den polizeilichen Ermittelungen war
dieſes bis 1903 nicht glänzend, dann ging es beſſer,
weil der damalige Wirt zwei Kellnerinnen beſchäftigte.
Die Entſcheidung lautete dahin, daß die nachgeſuchte
Erlaubnis zu erteilen ſei.
Viktoriaſchule. Von Oſtern dieſes Jahres an
wird in den Klaſſen X bis III der hieſigen Viktoria=
ſchule
nach dem Reformplan unterrichtet wer=
den
, der für die übrigen höheren Mädchenſchulen
unſeres Landes ſeit Oſtern 1909 beſteht, und der ſich
vor dem ſeither gültigen Lehrplan durch ſtärkere Be=
tonung
des naturwiſſenſchaftlichen und Rechenunter=
richts
auszeichnet. Der Mathematikunterricht ſoll vor=
läufig
in Klaſſe III einſetzen. Handarbeit wird zu=
nächſt
in den Klaſſen IV und III, ſpäter auch in Il
und I wahlfreies Lehrfach. Es beſteht, wie wir hören,
die Abſicht, das mit der Viktoriaſchule verbundene
Seminar ſo umzugeſtalten, daß die Schülerinnen nach
dreijährigem Beſuche dieſer Oberſchule das Zeug=
nis
der Reife für die Univerſität erhalten
können. Das vierte Seminarjahr hätten alsdann nur
diejenigen jungen Mädchen durchzumachen, die ſich dem
Lehrberufe widmen wollen. Wird die beſtehende Ab=
ſicht
, wie zu erwarten ſein dürfte, verwirklicht, ſo
könnten im Jahre 1916 zum erſten Male Schülerinnen
mit dem Reifezeugnis aus der Oberſchule entlaſſen
werden.
Feldbereinigung. Vom Landwirtſchaftskammer=
Ausſchuß für Starkenburg ſind den Kreisämtern, Bür=
germeiſtereien
und landwirtſchaftlichen Fachſchulen in
der Provinz Starkenburg dieſer Tage Pläne der feld=
bereinigten
Gemarkung Habitzheim und zwar je ein
Plan der Gemarkung im alten Zuſtande, alſo vor der
Bereinigung, und ein ſolcher der Gemarkung im
neuen Zuſtande, alſo nach der Bereinigung, zum öffent=
lichen
Aushang in Rathäuſern bezw. dem Publikum
allgemein zugänglichen Orten zugegangen. Die beiden
Pläne laſſen in deutlicher und überzeugender Weiſe
die Vorteile einer richtig durchgeführten Feldbereinig=
ung
erkennen und tragen dadurch vielleicht mehr zur
Einbürgerung der Feldbereinigung in der Provinz
bei als noch ſo ſchöne Vorträge. Den Landwirten und
ſonſtigen Intereſſenten wird, indem ſie auf dieſe Pläne
aufmerkſam gemacht werden, empfohlen, ſich einmal die
Pläne auf den reſp. Bürgermeiſtereien näher anzu=
ſehen
und auch der Gemarkung Habitzheim ſelbſt ein=
mal
einen Beſuch abzuſtatten.
* Vortrag. Die Leſer unſeres Blattes werden
nochmals auf den Vortrag aufmerkſam gemacht, den zur

Erinnerung an den 100jährigen Todestag der Fürſtin
Herr Stadtpfarrer Velte über die Königin Luiſe
am Sonntag abend im Gemeindehaus (Kiesſtr. 17)
halten wird. Die Königin ſteht den Darmſtädtern be=
kanntlich
dadurch beſonders nahe, daß ſie einen großen
Teil ihrer Jugend in Darmſtadt verbrachte, hier z. B.
auch (von dem Stadtprediger Lichthammer) kon=
firmiert
wurde und von unſerer Stadt die ſtärkſten
Eindrücke in ihr ſpäteres Leben mitgenommen hat.
Panlusgemeinde. Nächſten Sonntag, abends,
veranſtaltet der Frauenverein der Paulusgemeinde im
Gemeindeſaal einen Vortragsabend. Herr Augenarzt
Dr. Appel, der jahrelang beruflich in Aegypten
weilte, wird einen Lichtbildervortrag halten. Im An=
ſchluß
daran ſindet die Hauptverſammlung des
Frauenvereins ſtatt. (Siehe Anzeige.)
Der dritte Vortragsabend des Frauenvereius
der Martinsgemeinde findet am Montag, den 7. März,
abends, im Gemeindehauſe (Mollerſtraße 23) ſtatt. An
dieſem Abend wird Frau Dr. Happel, hier, üher das
Thema Die Fran im Hauſe ſprechen, welches als
Gegenſatz zu dem unlängſt ſtattgefundenen Vortrage
von Frau Profeſſor Dr. Berger über Die Frau im
Breufe ſicher für jedermann von Intereſſe ſein wird.
(Siehe Anzeige.)
Gartenbauverein. Es ſei an dieſer Stelle noch=
mals
aufmerkſam gemacht, daß die heutige Monatsver=
ſammlung
ſchon um 5 Uhr beginnt. (Siehe Anzeige.)
Richard Wagner=Stipendienſtiftung. Ein inter=
eſſantes
Konzert zu Gunſten dieſer Stiftung ſteht hier,
wie wir hören, für Donnerstag, den 7. April, bevor.
Herr Ernſt Heinz Raven, der Heldentenor des Kaſſeler
Hoftheaters, beabſichtigt nämlich, an dieſem Tage einen
Siegfried=Wagner=Abend zu veranſtalten, auf dem
Teile aus ſämtlichen Opern des Komponiſten erſtmalig
in Darmſtadt zur Wiedergabe gelangen ſollen. Nähere
Mitteilungen über das Programm folgen demnächſt.
Sektion Darmſtadt (D. u. Oe. Alpenverein). Der
Fürſtenſaal war dicht beſetzt; Herr Dr. Tenner ſprach
über einen Ausflug nach Rothenburg ob der
Tauber und ſchilderte die alte Reichsſtadt in Wort und
Bild ſo anſchaulich, daß man ihr Werden in der
gotiſchen Zeit (im Alten Rathaus und in der Jakobi=
kirche
) und ihren machtvollen Anfſchwung in der
Renaiſſanceperiode, die der Neuban des Rathauſes und
die Stadterweiterung unter dem machtvollen Bürger=
meiſter
Tobler kennzeichnen, gut verfolgen konnte.
Wie buntgeſtaltig waren die Blicke in das bewegte
politiſche Treiben der Reichsſtädter, die im dreißig=
jährigen
Kriege der trinkfeſte Altbürgermeiſter Nuſch
vor dem Verderben rettete, wie reizvoll die Wanderung
auf dem Wehrgang der Stadtmauer (vom Klingentor
beginnend, um den Kappenzipfel am Spitaltor, nach
dem für die Befeſtigungskunſt ſo intereſſanten Kobolt=
zeller
Tor, nach der in der Salierzeit entſtandenen
Burg zum Strafturm) hinaus aufs, Land, in den
Taubergrund mit ſeiner Brücke und dem Toblerſchlöß=
chen
, und hinein in die Welt der Dächer und Winkel
des Städtchens! Aus langem Dornröschenſchlaf er=
wacht
, zeigt uns die Stadt Rothenburg noch heute das
Leben der Altvorderen lebendig bis in die Ecken und
Wintel ihrer gemütlichen und anheimelnden Plätze und
Häuſer, fern von der Straße des Weltverkehrs, ein
Ziel wanderfroher Touriſten. Reichlicher Beifall war
der verdiente Lohn der intereſſanten Darbietungen.
Zuckerpreis=Erhöhung? Man ſchreißt uns aus
Geſchäftskreiſen: Seit einiger Zeit iſt im Großhandel
eine Steigerung der Zuckerpreiſe eingetreten, die vor=
ausſichtlich
jetzt noch nicht zum Stillſtand kommen wird.
Die von den Zuckerfabriken verlangten Preiſe ſind be=
reits
teilweiſe höher, als ſie gegenwärtig noch in den
Ladengeſchäften ſind; aber letztere werden die bisheri=
gen
Preiſe nicht mehr lange beibehalten können, viel=
mehr
zu einem entſprechenden Aufſchlag gezwungen
ein. Die Urſache des Aufſchlages von ungefähr 8 Mk.
für 100 Kilogramm von Auguſt vorigen Jahres bis
heute iſt=hauptſächlich darin zu ſuchen, daß die Voxräte
aus der Ernte von 1909 wahrſcheinlich kaum genügen
werden, um bis zur Lieferung von diesjährigem Zucker
im Oktober zu reichen.
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Während des
Monats Februar wurde die Leſehalle im ganzen von
3446 Perſonen beſucht (im Februar 1909 von 3248h;
durchſchnittlich an jedem: Tage 123 Beſucher. Aus der
Bücherhalle nach Hauſe entliehen wurden im ganzen
9957 Bände (1909: 9657), darunter 3938 wiſſenſchaftliche
und belehrende Werke. Die Zahl der ſeit dem 1. April
v. Js. neu eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 3953. An
Büchergeſchenken gingen in dieſem Monat weiter ein:
vom Alice=Hoſpital 48 Jahrg. Zeitſchriften, von Herrn
Fabrikant Diefenbach 6 Jahrg. Zeitſchriften, von Herrn
Kaufmann Fränkel 17 Jahrg. Zeitſchriften, von Herrn
Apotheker Leuchtweiß 10 Bde., von Herrn A de Lima
in Liſſabon 1 von ihm verfaßtes Werk, von Herrn
Buchdruckereibeſitzer Röther 4 Bde., von Frau Haupt=
mann
Schneider 2 Jahrg. Zeitſchriften, von dem Ver=

Großherzogliches Hoftheater.

Dienstag, 1. März.
Wilhelm Tell.
W-l. Roſſinis Oper Wilhelm Tell gehört zu den
Er ſelten aufgeführten Opern; es ſind mehrere Jahre
rſtrichen, ſeitdem ſie nicht wieder auf dem Repertoire
ſchienen iſt. Die heutige Wiederaufführung hat das
erlangen nach einer häufigeren Berückſichtigung der
per gerade nicht erweckt; das nur ſchwach beſuchte
aus ließ auch nicht auf ein beſonders lebhaftes Inter=
e
für ſie ſchließen. Der muſikaliſche Stil der Oper im
lgemeinen und die Technik im beſonderen werden
ute als ſtark veraltet empfunden. Lebhafteres Inter=
e
erwecken nur die Chöre und der dritte Akt mit der
pfelſchußſzene, die einzige, die ſich an Schillers klaſſi=
ſes
Freiheitsdrama inhaltlich anſchließt, während
der Oper ſonſt der lyriſche hinter dem dramatiſchen
ehalt im ganzen zurücktritt. Das Publikum verhielt
h in den beiden erſten Akten ſehr kühl, das große, oder
chtiger geſagt, lange Liebesduett zwiſchen Arnold
rd Mathilde im zweiten Akt ging ganz ohne Eindruck
rüber, und erſt nach dem dritten Akte wurde reicher
eifall geſpendet, der auch wohl zu einem Teile dem
ertreter der Titelpartie, Herrn Weber, galt, der
n in der Oper am wenigſten entſtellten Helden des
chillerſchen Dramas ſehr ſympathiſch verkörperte und
aubwürdig darſtellte und die Partie mit gewohnter
riſche und Schönheit des Tones ſang; der Haupt=
xteil
an dem Erfolge der Aufführung ſoweit ein
Icher zu verzeichnen iſt gebührte neben dem Leiter
rſelben, Herrn Hofkapellmeiſter de Haan, ihm.
err Hacker, der den Arnold ſang, war weniger
folgreich, als ſein Vorgänger, Herr Wolf; der Partic
nu nur durch einen großen Aufwand ſtimmlichen
lanzes zu einem Erfolge verholfen werden. Die
artie der Mathilde ſang Frl. Suchanek wie immer,
verläſſia und korrekt. Als Gemmy ließ man ſich Frl.

Zeiller ſchon eher gefallen denn als Sybel, und man
konnte ihr nicht böſe ſein, wenn ſie hin und wieder auch
etwas zu tief ſang. Mit Anerkennung zu nennen ſind
Herr de Leeuwe als Fiſcher, Herr Dramſch als
Geßler und Frl. Howard als Hedwig, ferner die
Herren Stephani als Walter Fürſt und Hoff als
Melchthal.

Kleines Feuilleton.

nge. Das Oelbergkreuz‟ Es iſt kürzlich
gemeldet worden, daß der Kaiſer bei dem Bildhauer
Albert Moritz Wolff für das Johanniter=Hoſpiz auf
dem Oelberg bei Jeruſalem, das demnächſt in Gegen=
wart
des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen ein=
geweiht
werden ſoll, zwei Bronzeſtandbilder in Auf=
trag
gegeben hat. Dieſe Standbilder ſind überlebens=
groß
und ſtellen den Kaiſer und die Kaiſerin in mittel=
alterlicher
Tracht dar, den Kaiſer als Ordensritter mit
Schwert und Schild, die Kaiſerin mit einer verkleiner=
ten
Nachbildung des Johanniter=Hoſpizes in der
Hand und mit dem Oelbergkreuz auf der Bruſt.
Dieſes Oelbergkreuz iſt eine neue Ordens=
ſchöpfung
. Zur Erinnerung an die Begründung
der Kaiſerin Auguſte Viktoria=Stiftung auf dem Oel=
berge
ſo wird das Johanniter=Hoſpiz auf dem Oel=
berg
offiziell heißen hat es der Prinz Eitel Fried=
rich
als Herrenmeiſter des Johanniter=Ordens ge=
ſtiftet
. Das Oelbergkreuz wird vom Herrenmeiſter
mit jedesmaliger Genehmigung des Kaiſers an Män=
ner
und Frauen verliehen werden, die ſich um die
Stiftung beſonders verdient gemacht haben. Das Or=
denszeichen
beſteht aus dem ſogenannten Jeruſalems=
Kreuz d. h. einem roten Krückenkreuz (jeder der
vier Arme eines Krückenkreuzes hat die Geſtalt eines
lateiniſchen T und zwiſchen dieſen vier Armen ſteht=
je
ein gewöhnliches kleines Kreuz), auf deſſen Mitte
ein weißes, achtſpitziges Johanniter=Kreuz gelegt iſt.
Es wird auf der Bruſt an einem weißen Bande=und

an einem kleinen goldenen Gehänge getragen, das aus
den verſchlungenen Buchſtaben A. V. S. (Auguſte Vik=
toria
=Stiftung) beſteht. Am Weihnachtstage nahmen
Kaiſer und Kaiſerin aus den Händen ihres Sohnes
die beiden erſten Exemplare des Kreuzes entgegen. Die
erſten Verleihungen werden am 9. April, dem Tage
der Einweihungsfeier, ſtattfinden.
Prinz Georg von Serbien in der
Verbannung. Das einförmige Leben in kleinen
Garniſonen fällt genußfrohen und unternehmungs=
luſtigen
jungen Offizieren in allen Ländern ſchwer.
Es iſt begreiflich, daß der ſo eigentümlich tatendurſtige
ehemalige Kronprinz Georg von Serbien das Daſein,
das er jetzt in der kleinen Garniſon Gornyi Milano=
watz
, viele Meilen ſüdlich von Belgrad, zu führen hat,
als eine ganz beſondere Härte empfindet. Wie man
aus Belgrad meldet, glaubt in politiſchen Kreiſen denn
auch niemand ernſthaft daran, daß der Prinz ſich noch
lange in dieſer Verbannung gedulden wird. Gornyi
Milanowatz muß allerdings ein geradezu troſtloſes
Neſt ſein, neben dem Mörchingen ſchon beinahe wie
eine Weltſtadt erſcheint. Es gibt dort keine Unter=
haltung
noch Anregung für einen Menſchen von
einigermaßen kultiviertem Geſchmacke. Und wenn
man dieſes Prädikat dem enfant terrible des ſerbi=
ſchen
Königshauſes nicht zugeſtehen kann, ſo muß man,
um gerecht zu ſein, doch berückſichtigen, daß der jugend=
liche
Prinz Georg bisher in keiner Weiſe für eine
ſolche Exiſtenz vorbereitet worden iſt. Das Städtchen
Gornyi Milanowatz liegt weit von der Eiſenbahn ent=
fernt
und iſt von der Kultur und Ziviliſation ſo gut
wie abgeſchnitten. Die Tagesſtunden des Prinzen
ſind mit militäriſchem Dienſt ausgefüllt und des
Abends pflegt er einige Notabeln des Ortes, bei denen
er übrigens durchaus beliebt iſt, um ſich zu verſam=
meln
. Dann zieht er regelmäßig mit einigen Offi=
zieren
nach einem Café, wo ein Kinematograph auf=
geſtellt
iſt, und beſchließt hier den Tag. Der Prinz
lebt in einem Hauſe, das ihm ein wohlhabender Kauf=

[ ][  ][ ]

Seite 4,

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1910.

ein der Dentiſten für das Großherzogtum Heſſen
1 Schrift, von Herrn Ingenieur Willner 8 Bde., von
Ungenannt 6 Bde. Allen Gebern herzlichen Dank.
Weitere Schenkungen von Büchern, ſoweit ſolche noch
nicht veraltet, ſind jederzeit willkommen.
St. Orpheum. Ein brillantes Programm! Das
wird ſicher das Urteil aller ſein, die am Dienstag den Pre=
mierenabend
beſuchten. In der Tat, es ſind wiederum eine
Reihe ganz vorzüglicher Nummern, die in dem gegenwär=
tigen
Enſemble vereinigt ſind. Und es iſt ſicher nicht zu
viel geſagt, wenn man hört, daß unſer beliebtes Varieté=
Etabliſſement jederzeit mit den ſog. Weltetabliſſements der
Großſtädte in Konkurrenz treten kann. Vielverſprechend
wird der Abend durch die reizende Wiener Soubrette
Minnie Renée eingeleitet, die ihre recht guten und de=
zenten
Sachen annehmbar ſingt und mit dem nötigen
Charme vorträgt. Sehr vielſeitig iſt der amerikaniſche
Univerſalakt Chas. Cherber u. Co. Durch überra=
ſchende
Zauberkünſte nach Art der indiſchen Fakire uſw.
erfreut die Truppe zuerſt. Noch mehr Erfolg aber errin=
gen
die drei mit den ganz reizenden Schattenbildern, die
in höchſt humoriſtiſcher Weiſe mit den Fingern und we=
nigen
Hilfsmitteln auf die Leinwand gezaubert werden.
In dieſer Art und Ausführung bringt die Truppe etwas
ganz Neues. Zu den beſten Vertretern der Klaſſe vor=
nehmer
Salonhumoriſten zählt Robert Neſemann, der
nicht nur unerſchöpflich in ſeinem Repertoire iſt und die
Grenzen des Erlaubten wohl ſtreift, aber nicht überſchrei=
tet
, ſondern der auch ſingen kann, was bekanntlich von
den wenigſten ſeiner Kollegen geſagt werden kann. Den
Schluß der erſten Abteilung bildet das unübertroffene
Buren=Scharf=Schützenpaar Miß Alice und Kapitän
Slema. Bei den Darbietungen dieſer Kunſtſchützen hält
es in der Tat ſchwer, zu glauben, daß nicht Hilfsmittel
irgend welcher Art angewendet werden, womit wir natür=
lich
keineswegs einen derartigen Verdacht ausſprechen
wollen. Umſoweniger, als die Schützen in dem Zuſchauer=
raum
direkt unter den Augen des Publikums ſchießen und
ihre Patronen genau kontrollieren laſſen. Mr. und Mrs.
Slema ſchießen ausſchließlich mit Wincheſter= Repetier=
büchſen
und Kugelpatronen. Schüſſe durch Fingerringe,
die von dem Partner gehalten werden, durch durch=
löcherte
Glasplatten und durch Lampenzylinder, ohne dieſe
zu verletzen, ein Schnellfeuer, in dem ein Dutzend verſchie=
dener
Ziele in zwei Sekunden getroffen wird.
Schüſſe
aus den ſchwierigſten Lagen und Stellungen gelingen
mühelos. Ja, ſchließlich ſchießt ſich Kapt. Slema einen
Apfel vom eigenen Kopf, indem er auf den Abzug eines
auf ihn gerichteten Gewehres ſchießt, das auf einem Ge=
ſtell
befeſtigt iſt. Selbſtredend werden dieſe Wunderleiſtun=
gen
mit rauſchendem Beifall aufgenommen.
Bilder märchenhafter Schönheit in ſtrahlendem Farben=
glanz
zaubert Serena in ihrem elektriſchen Ausſtat=
tungsakt
mit Leuchtfontänen auf das Podium. Bei völ=
lig
verdunkelter Bühne und Saal ſpringen drei vielſtrah=
lige
Waſſerfontänen in ſtets wechſelnder farbenpräch=
tiger
Beleuchtung. Und ſcheinbar inmitten dieſer tauſend=
fach
funkelnden Waſſerſtrahlen erſcheint geheimnisvoll ſchwe=
bend
in dem Farbenwunder die nackte Geſtalt eines Mäd=
chens
in den verſchiedenſten Stellungen und Bildern. Auch
dieſe Nummer bedeutet eine Neuheit für Darmſtadt.
Als internationale Vortragskünſtlerin feiert Georgette
van Dyk Triumphe ſowohl durch ihre prickelnden Vor=
träge
wie durch pompöſe Toiletten. The 4 Janslys
ſind wieder hervorragende Parterregymnaſtiker, die in
ihrem Risley=Akt mit einer Sicherheit und Brillanz ar=
beiten
, daß rauſchender Beifall jeder Nummer ihres Auf=
tretens
folgt. Von dieſen Künſtlern kann nur wiederholt
werden, was ſchon öfters geſagt wurde, ſie ſind in ihrer
Art unübertrefflich. Den Schluß des Programms bil=
den
Bros. OKirk als komiſche Radfahrer, die ihre Dar=
bietungen
in humoriſtiſcher Form bringen und ebenfalls
viel Beifalls= und Heiterkeitserfolge erringen. Die leden=
den
Rieſenphotographien bringen die Fortſetzung einer
Serie Reiſebilder von New=York nach Genua, die ebenſo
intereſſant wie ſchön und lehrreich ſind.
Kaiſerpanorama. Wer jemals in der Schweiz
war und die ſchönen Partien des Vierwaldſtätter Sees
in Wirklichkeit ſah, wird gerne Gelegenheit nehmen,
ſeine Erinnerungen an der gegenwärtig im Kaiſer=
panorama
ausgeſtellten Serie vom Vierwaldſtätter See
aufzufriſchen.
§ Verhaftet wurde geſtern dahier ein 29 Jahre alter
Schreinergeſelle aus Poſen wegen Diebſtahls.
§ Sachbeſchädigung. An einem Hauſe in der Alt=
ſtadt
wurden geſtern nacht die Scheiben der Eingangs=
türe
eingeſchlagen.
gs- Unfall. Geſtern vormittag nach 11 Uhr geriet
ein in einer hieſigen Maſchinenfabrik beſchäftigter
Lehrling mit dem linken Arm in eine Kreisſäge. Dabei
wurde ihm die Schlagader zerſchnitten. Der Schwer=
verletzte
wurde mittels Krankenautomobils durch die
Rettungswache in das ſtädtiſche Krankenhaus gebracht.

M. Aus dem Odenwald, 1. März. Man ſchreibt
uns: Mit großem Intereſſe las ich in Ihrem geſch.
Blatte die zwei Artikel von Airlenbach und Reichels=
heim
i. Odenw. über die rege Nachfrage nach Oden=
wälder
Rotviehſchlag, um ſo mehr, da ich ein ge=
borener
Odenwälder bin und 25 Jahre dorten gelebt
und mit der bäuerlichen Viehzucht genau Beſcheid weiß,
weil meine Eltern ſelbſt Oekonomie betrieben. Mitte
der 60er Jahre lag die Viehzucht im Odenwald noch
ſehr im Argen. Man ſah meiſt mageres Vieh leichten
Schlages. Es wurde die Klage laut, das Odenwälder
Vieh tauge nichts mehr (richtiger wäre es geweſen, zu
ſagen, durch kellerartige Ställe, ſchlechte Fütterung und
ſchlechte Zuchtwahl iſt das Vieh degeneriert). Es mußte
eine andere Viehraſſe herbeigeſchafft werden, und da
erſchienen die Schwyzer. Die Kreuzung dieſer beiden
Raſſen ergab nichts Vorteilhaftes. Jetzt erſchienen
anfangs der 70er Jahre die Berner (Simmentaler).
Den Kleinbauern behagte dieſe Raſſe auch nicht, und ich
war Zeuge, wie bei einer landwirtſchaftlichen Ver=
ſammlung
die Bauern beantragten, das Odenwälder
Vieh wieder einzuführen. Der Landwirtſchaftslehrer
lehnte es ab mit der Begründung, es ſei nicht mehr
rein zu bekommen. Ich bin von 1875 bis 1900 weit in
Deutſchland herumgekommen, auch zum Teil im Aus=
lande
mit offenen Augen Menſchen, Vieh und Gegend
beobachtend. Ich betrachtete mir das ſchöne, leicht ge=
baute
Algäuer Vieh, gut in Milch und geeignet zum
Zug für ſog. Kühbauern, dann den im Weſterwald und
Taunus heimiſchen Viehſchlag (Weſterwälder), den
Glanſchlag auf dem Hunsrück. Ende des vorigen Jahr=
hunderts
ſah ich hier auf der landwirtſchaftlichen Aus=
ſtellung
wieder die Odenwälder Rotviehraſſe ausge=
ſtellt
, ich dachte nebſt ſchöner Körperform etwas mehr
auf Gewicht zu züchten. Hätte man 50 Jahre früher
dieſe Raſſe durch gute Fütterung, Auswahl ſchöner
Zuchttiere und Weidegang hochgezüchtet, Hundert=
tauſende
von Mark wären den Odenwälder Bauern
zugute gekommen, anſtatt zu importieren wäre expor=
tiert
worden. Es gilt ein Prophet nichts in ſeinem
Lande, ſagt ein Sprichwort. So erging es auch dem
Speſſartſchaf. Nachdem die verſchiedenen Kreuzungen
mit engliſchen Vollblutböcken nicht befriedigten, kam
das Speſſartſchaf wieder zu Ehren, ebenſo ſein Hüter,
der deutſche Schäferhund: Mit den Schweinen ging es
ebenſo. Auch die Lokalobſtſorten, die in verſchiedenen
Gebirgsgegenden ſich noch vorfinden und den Beſitzer
auf ſeine Rechnung kommen laſſen, ſollten beſſer ge=
pflegt
werden.
Offenbach, 1. März. Die beiden Eheleute Fleiſchle
ſind wieder auf dem Wege der Beſſerung, ſo daß
beide aller Vorausſicht nach mit dem Leben davonkom=
men
. Zur Vermeidung weiteren Unglücks dürfte die
Verbringung Fleiſchles nach ſeiner Herſtellung in eine
Anſtalt ſofort erfolgen.
Mainz, 1. März. In der heutigen Sitzung des
Provinzialausſchuſſes wurde der Rekurs gegen die
Wahl des Landwirts Karl Wilhelm Bauer aus Ober=
Ingelheim zum Bürgermeiſter verhandelt. Das Kreis=
amt
Bingen hatte den Bauer bei ſeiner zweiten Wie=
derwahl
als Bürgermeiſter beſtätigt. Hiergegen
erhoben ſeine Gegner Rekurs. Sie bemängelten die
perſönlichen Qualitäten des Bauer. Der Rekurs wurde
als unzuläſſig koſtenfällig abgewieſen. Die Kläger
haben außerdem 20 Mark Averſionalbeitrag in die
Provinzialkaſſe zu leiſten.
Mainz, 1. März. Achtundzwanzig Stadtver=
ordnete
aller Parteien, mit Ausnahme der Sozial=
demokratie
, haben bei der Bürgermeiſterei beantragt,
bei der Feſtſtellung des ſtädtiſchen Voranſchlags für
19101911 die Höhe der ſeitherigen Umlagen
beizubehalten und unter keinen Umſtänden eine
Erhöhung der ſtädtiſchen Umlagen eintreten zu laſſen.
Die etwa zur Ausgleichung der Einnahmen und Aus=
gaben
noch weiter erforderlichen Summen ſollen aus
dem Betriebsüberſchuß entnommen werden.
Mainz, 2. März. Die Landtagserſatzwahl
für Mainz findet Donnerstag, den 10. März, ſtatt. Herr
Regierungsrat von Krug wurde anſtelle des Herrn
von Hombergk zum Wahlkommiſſar ernannt.
Mainz, 2. März. In Nieder=Saulheim
ſetzte in den letzten Monaten des vorigen Jahres die
Gemeinde Prämien für den Hamſterfang aus; für
alte und junge Tiere wurden 3 und 10 Pfg. vergütet=
Die Hamſter waren an den Gemeindediener Meffer!
auszuliefern, der den Leuten gedruckte Beſcheinigungen
gab und auf denen er nur die Zahl der gefangenen
Hamſter ausfüllte. Mit den Scheinen gingen die Leute
zu dem Gemeinderechner, der die Beträge auszahlte.
Die 54jährige Frau des Maurers Georg Stoffel
ſpielte nun die Schlaue; ſie ließ ſich nach einer der
Beſcheinigungen in einer Druckerei in Nieder=Olm 400
ſolche Zettel herſtellen und ſchrieb gewaltige Hamſter=
fänge
hinein, für die ſie das Geld vom Gemeinderech=
ner
holte. Sie gab auch die gefälſchten Beſchei=

nigungen bei einem Kohlenhändler und beim Sp.
zereihändler in Zahlung, die das Geld beim Gemeind
rechner erhoben. Einem jungen Mann gab ſie
40 Mark Zettel über gefangene Hamſter zur Eit
löſung. Dem kam der große Fang verdächtig vor,e
machte den Gemeinderechner aufmerkſam, ſo daß de
Betrug herauskam. Die Gemeindekaſſe war ſchon u
278 Mark geſchädigt, der Ehemann deckte den Schade
durch Aufnahme einer Hypothek auf ſein Häusche=
Die Strafkammer verurteilte geſtern die Frau, die
Not gehandelt haben will, zu zwei Monaten Ge
fängnis.
Laubenheim, 2. März. Trotzdem die Waſſer
maſchine Tag und Nacht pumpt, ſteht unſer ganz
Unterfeld ſtark unter Waſſer. Wenn es noch eini=
Zeit ſo weiter geht, wiſſen unſere Landwirte nicht, w
ſie ihre Aecker beſäen ſollen. Auch in den tiefergeleg
nen Kellern macht ſich das Waſſer bemerkbar.
B. Bingen, 1. März. In der letzten Nacht, ein
um zwölf Uhr, wollte ſich die Frau eines hieſigen Ei
wohners in der Nahe ertränken. Sie ſprang hi
ter den Häuſern in der Gerbhausſtraße ins Waſſer un
wäre ſicher ertrunken, wenn nicht drei junge Leute, d
gerade über die Brücke zu gehen beabſichtigten, d
Selbſtmordverſuch beobachtet hätten. Zwei der Leu
eilten hinzu und hielten die Lebensmüde feſt, der drit
holte Hilfe. Man brachte die Frau, die bereits beſin
ungslos war, wieder nach Hauſe. Ueber die Urſa=
zu
dieſem Selbſtmordverſuch iſt nichts bekannt.
(*) Alsfeld, 1. März. Die Wiederherſtel
ung des altehrwürdigen Rathauſes iſt jetzt er
gültig beſchloſſen. Das Miniſterium hat die Koſte
anſchläge, welche die Stadtvertretung und der Der
malſchutz feſtgeſtellt hat, in Höhe von 59000 Mark
nehmigt. Mit den) Arbeiten ſoll baldigſt begonn
werden.

mann überlaſſen hat, und da er monatlich 3000 Francs
von ſeinem Vater erhält, iſt jedenfalls für ſeine klei=
nen
Bedürfniſſe, unter denen der Champagner nicht
das geringſte iſt, ausgiebig geſorgt.
* Ludwigle als Chemiker. Ludwig
Ganghofer, der beliebte Erzähler, gibt ein Stück
aus ſeiner Pennälerzeit zum Beſten. Er erzählt in
den Süddeutſchen Monatsheften von ſeiner Jugend,
und in der eben erſchienenen März=Nummer plaudert
er über ſeine Experimente als Chemiker. Wir hatten
im Realgymnaſium als neue Fächer Phyſik und Che=
mie
bekommen. Und da wurde ich gleich ein begeiſter=
ter
Naturwiſſenſchaftler. In der Schule ging mir’s
zu langſam, ich wollte vorwärts, eilte dem Penſum
voraus, und mein ganzes Taſchengeld verwandelte ſich
in Retorten, Glasröhren, Spiritus, Chemikalien und
elektriſche Apparate. Ich goß mir ein Elektrophor und
peitſchte ſtundenlang unermüdlich mit dem Fuchs=
ſchwanz
auf den Harzkuchen los, um die feinen, kni=
ſternden
Funken aus dem Blechdeckel ziehen
zu
können. Mit einem großen Gurkenglaſe konſtruierte
ich eine Elektriſiermaſchine und überlud meine Leyde=
ner
Batterie ſo gründlich, daß ſchließlich immer alle
Flaſchen zertrümmert wurden. Den Kommodekaſten
verwandelte ich in eine Bundeslade die kein Un=
eingeweihter
ohne Gottesſtrafe berühren durfte wer
ahnungslos den Schlüſſel anfaßte, bekam einen Schlag,
daß ihm Hören und Sehen verging. Alle paar Tage
gab’s in der Ofenröhre eine Detonation, die immer das
ganze Haus zuſammenrief. Ich glaube, daß ſelten ein
Menſch ſo viele ſchlechte Gerüche einatmen mußte, wie
mein geduldiger Stubengeſelle Thomas. Er ſagte nur
manchmal: Das ſchmeckt aber gar nicht gut! Eines
Feiertages ich trug meinen ſchönen blauen Sonn=
tagsanzug
entwickelte ich Waſſerſtoffgas. Sehr ein=
fach
, das! Man nimmt eine Flaſche, gibt Zinkſtücke
hinein, ſchüttet gewäſſerte Schwefelſäure drauf, ſtöpſelt
mit dem Glasrohrpfropfen zu und wenn es in der
Ileſche zu wurlen und zu brodelu beginnt, kann=man

oben an der Glasröhrenſpitze das ausſtrömende Gas
mit dem Schwefelhölzchen anzünden. Das iſt ſehr
ſchön, nur ein bißchen lebensgefährlich, weil ſich Knall=
gas
bilden kann. Und damals da wurlte und bro=
delte
es unten in der Flaſche ſchon lange, doch oben
wollte der Waſſerſtoff nicht brennen. Bei genauer
Unterſuchung nahm ich wahr, daß ich in den Korkſtöp=
ſel
ſtatt einer hohlen Glasröhre einen maſſiven Glas=
ſtab
hineingeſteckt hatte. Als ich der myſteröſen Sache
auf den Grund kam, war es ſchon zu ſpät. Ich konnte
nur noch ſchreien: Thomas! Spring weg! Da flog
die Flaſche ſchon in die Luft und krachte wie eine Ka=
none
. Ehe noch die alte Frau Lampart händeringend
herbeiſtürzte, ſagte Thomas in aller Gemütsruhe:
Schau, jetzt haſt Du plötzlich einen gelben Anzug! So
zitronengelb getüpfelt war auch das ganze Zimmer;
jedes Möbel, jeder Vorhang, der Fußboden und die
Tapete. Und zolltief waren die Glasſplitter in die
Mauer, in die Stubendecke und in das Holz der Türe
geflogen. Von dieſem Tage an durfte ich in meiner
Wohnung nicht mehr experimentieren.
* Ein netter Schildbürgerſtreich wurde,
den Münch. N. Nachr. zufolge, im Bayeriſch= Schwä=
biſchen
verübt. Dort war auf einer Eiſenbahnſtation
im Ries bei Nördlingen ein Fenſter der Warteſaaltüre
zertrümmert worden. Während des acht Tage dauern=
den
geziemenden Schriftwechſels der beteiligten Amts=
ſtellen
blieb der Schaden unbehoben und das Publikum
mußte ſich in dem zugigen Warteſaal aufhalten. Dann
aber kam Dampf hinter die Sache. Die Tür wurde
ausgehängt und nach Nördlingen frei durch Ablöſ=
ung
in die Eiſenbahnwerkſtätte zur Reparatur ge=
ſchickt
. Der Glaſer hätte am Ort die neue Scheibe
zwar in einer Viertelſtunde einſetzen können, aber das
hätte dem bayeriſchen Staat Geld gekoſtet, und ſo reiſte
die Tür auf zwei Tage zu Ehren des heiligen Bureau=
kratis
nach Nördlingen und das verehrliche Pu=
blikum
konnte im türloſen Warteſaal frieren und Be=
trachtungen
über die praktiſche Amtsführung anſtellen.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 1. März. Die Wer
zuwachsſteuer iſt jetzt als Vorlage für die Sta
verordneten=Verſammlung erſchienen. Der Pol
zeipräſident von Berlin verweigerte die v
ſozialdemokratiſcher Seite nachgeſuchte Genehmigu.
zur Abhaltung von Wahlrechtsverſammlu
gen unter freiem Himmel am 6. März.
der Begründung wird darauf hingewieſen, daß
Teilnehmer im weſentlichen dieſelben ſein würden,
am 13. Februar ohne Genehmigung der Polizeibehör
alſo geſetzwidrig, Straßenauſzüge veranſtalteten;
die Teilnehmer ſonach Geſetzwidrigkeiten nicht ſcheut=
wäre
eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu
fürchten. In der Schauſpielerinnenve
ſammlung, die heute abend in der Philharmor
ſtattfand und die ziemlich erregt verlief, handelte
ſich um die Annahme einer Reſolntion, in der
baldige Erlaß eines Reichstheatergeſetzes geford
wird. Den beſonderen Intereſſen der weiblick
Bühnenangehörigen ſoll in dieſem Geſetz Rechur
getragen werden durch Regelung der Koſtümfrage,
wie durch einen beſonderen Schutz der Mutterſchaft.
Kaſſel, 2. März. In den letzten Wochen wurt
zahlreiche Einbruchsdiebſtähle in Verkau
läden durch fünf ſpitzbübiſche Mädchen im Alter 1
12 bis 14 Jahren verübt. Die jugendliche Diel
bande iſt geſtern verhaftet worden.
Mannheim, 1. März. Vor der hieſigen St
kammer wurde heute, wie die Neue Badiſche Lani
zeitung meldet, das Urteil in dem Prozeß
fallierten Firma Glaſer u. Duttenhöfer gefi
Hermann Glaſer wurde zu zwei Jahren Gefäng=
abzüglich
4 Monate der erlittenen Unterſuchungsb
Wilhelm Duttenhöfer zu 5 Monaten Gefängnis,
züglich 4 Monate der Unterſuchungshaft, verurte
Alfred Glaſer wurde freigeſprochen.
Bamberg, 1. März. Die Unterſuchuug gegene=
wegen
umfangreicher Unterſchlagungen
Mündelgeldern im Unterſuchungsgefängnis
findlichen Oberlandesgerichtsrat Greiner aus Kror
iſt nunmehr abgeſchloſſen. Die amtlichen Feſtſtellun
haben ergeben, daß Greiner ſeit etwa 30 Jahren Un
ſchlagungen in Höhe von 137000 Mark verübt
Davon ſind durch Verwandte Greiners 92000 M
gedeckt worden. Greiner iſt in vollem Umfange
ſtändig, beſtreitet aber auf das entſchiedenſte, das O=
eines
Erpreſſers geweſen zu ſein. Er habe ledig
mit ſeinem Gehalt nicht auskommen können. Grei
wird ſich im Mai vor dem Schwurgericht in Bayre
zu verantworten haben.
Oberhauſen. 1. März. In einem Neubau in
Lothringerſtraße waren mehrere Arbeiter mitA
ſchachten beſchäftigt, wodurch eine 4 Meter hohe Ma
freigelegt wurde. Plötzlich ſtürzte dieſe zuſammen
begrub zwei Arbeiter unter ſich, die getötet wurden
Bonn, 2. März. Univerſitätsprofeſſor Geheim
Oskar Jäger, geboren in Stuttgart, iſt heute.
an einem Schlaganfall im 79. Lebensjahre geſtorb
Leipzig, 1. März. Die ſeit Monaten vermi
dreizehnjährige Tochter des Juſtizrats W
in Naumburg wurde bei Weißenfels aus der S
gezogen. Der Schädel war zertrümmert.
Wien, 1. März. Heute mittag wurde die Ga
des Oberleutnants Adolf Hofrichter,
unter der Beſchuldigung des Giftmordes ſteht,!
Gericht in der Angelegenheit ihres Gatten vernomr
Frau Hofrichter ſucht die ihren Mann ſchwer belaſ
den Indizien auf ganz barmloſe Weiſe zu erklä
Sie gab an, daß für ihren Gatten jedes Motiv
Tat gefehlt habe, da er ſich ihres Wiſſens nicht mit
Gedanken trug, nach ſeiner Verſetzung zur Tri
noch einmal in den Generalſtab zu kommen.
richter ſei am 4. November von Linz nach Wien
reiſt, um ſeine Gattin zu beſuchen. Der Beſuch ſei
ausdrücklichen Wunſch ſeiner Gattin erfolgt. Hof
ter ſei ſchon um ½7 Uhr morgens in der Wohn
ſeiner Frau angekommen. In der kurzen Zeit,
ihm zur Verfügung ſtand, hätte er keine Geleger
gehabt, die Briefe mit den Giftpillen aufzugeben
er ſonſt den Stadtbahnzug verſäumt hätte. Die 7
Hofrichter ſucht die aufgefundenen kleinen Schach=
die
genau denen gleichen, die an die 14 Generalſtä
geſandt worden waren, damit zu erklären, ihr M
habe ihr verſprochen, ihr ein Neceſſaire zu macher
Innsbruck, 2. März. Der Touriſtengaſt
Fernſtein bei Naſſereith, wo König Ludwi
viele Jahre hindurch zum Sommeraufenthalt wi
iſt auf unaufgeklärte Weiſe vollſtändig nier
gebrannt.
Halluin (Dep. Nord), 1. März. Heute vorm
kam es hier zu einem Zuſammenſtoß zwi
ausſtändigen Webern, die in eine Fabrik einzudri:
verſuchten, und Gendarmen. Ein Gendarm w
hierbei leicht verletzt. Im Laufe des Nachmittags
lang es den Ausſtändigen, den Eintritt in eine W=
rei
zu erzwingen; ſie warfen im Maſchinenſaal
durcheinander und zertrümmerten mehrere,Webſt=

[ ][  ][ ]

Nummer 55.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1910.

Seite 5.

ur Verſtärkung der Gendarmerie ſind Truppen an=
fordert
worden.
Bordeaux, 1. März. Der frühere argentiniſche
diniſter Carlos Matchwitz iſt durch ein Auto=
obilunglück
auf der Fahrt von Biarritz nach Bor=
aux
ums Leben gekommen; ſeine Gattin, die
n begleitete, erlitt einen Schlüſſelbeinbruch.
London, 2. März. In das Kontor von Saſſun u.
v. trat geſtern mittag ein Mann und verlangte den
it Jahren angeſtellten türkiſchen Korreſpondenten
iſſim zu ſprechen. Nachdem er wenige Worte mit
im gewechſelt hatte, zog er ſeinen Revolver und
ab ſechs Schüſſe auf ihn ab. Niſſim fiel, lebensgefähr=
ch
getroffen, zu Boden. Mehrere Bureaubeamte
ürzten auf den Täter, der ſich wie wahnſinnig wehrte,
nd machten ihn dingfeſt. Er gab auf dem Polizeiamt
n, Alfred Ceeil zu heißen und der Bruder des Opfers
t ſein.
Konſtantinopel, 1. März. In der vergangenen
acht iſt der Juſtizpalaſt in Adana abge=
rannt
.
Everett (Waſhington), 1. März. Ueber einen Per=
onenzug
der Great Northern=Eiſenbahn, der ſeit
donnerstag im Kaskadengebirge feſtliegt, ging heute
ine Schneelawine nieder. Ein Hilfszug iſt nach
er Unfallſtelle abgeſchickt worden.
Philadelphia, 1. März. Die Ordnung iſt wie=
er
hergeſtellt; die Staatspolizei iſt heute zurück=
ezogen
worden. Die Beilegung des Straßenbahner=
usſtandes
wird, nachdem eine Anzahl hieſiger Groß=
aufleute
als Vermittler eingetreten ſind, als unmit=
elbar
bevorſtehend angeſehen.
* Chronik des Monats Februar. 1. Der deutſche
leichstag nimmt gegen den Vorſchlag der Kommiſſion
en Handelsvertrag mit Portugal an. Neues Mini=
erium
in Norwegen unter Konow. Der Schrift=
eller
und frühere Reichstagsabgeordnete Dr. Hans
zlum 7. Der Dichter Otto Julius Bierbaum 7.
Die N. A. Z. veröffentlicht die Beſtimmungen der
reußiſchen Wahlreformvorlage.
Im böhmiſchen
andtag beginnen die Deutſchen mit der Obſtruktion
6. Rücktritt des perſiſchen Miniſters des Aeußeren.
7. König Guſtav von Schweden muß ſich einer Blind=
armoperation
unterziehen. 8. Profeſſor der eng=
ſchen
Sprache und Literatur Dr. Richard Paul Wül=
eT
7.
Vertagung des böhmiſchen Landtags. 9
fücktritt des ſpaniſchen Miniſteriums Moret, neues
abinett unter Canalejas.
10. Der deutſche Bot=
hafter
Graf Chriſtian Tattenbach in Madrid
der preußiſche Miniſterpräſident verteidigt im Abge=
rdnetenhauſe
die preußiſche Wahlrechtsvorlage. Die
ſterreichiſche Regierung gibt eine Erklärung gegen die
eutſche Beſteuerung der Schiffahrt ab. Untergang
13.
es franzöſiſchen Dampfers General Chanzy
Karie Beyer=Bürk, die älteſte deutſche Schauſpielerin
14. Umbildung des engliſchen Miniſteriums Asquith.
Ergebnis der engliſchen Parlamentswahlen: 274
iberale, 273 Konſervative, 82 Nationaliſten, 41 Ar=
eiterpartei
. Die ungariſche Verfaſſungspartei be=
hließt
ihre Auflöſung. Anfruf zur Begründung einer
euen Regierungsparteſ.
16. Fürſtin=Mutter Her=
rine
zu Schaumburg=Lippe 7.
Romanſchriftſteller
vermann Heiberg 7. 19. Reichstagspräſident Gra=
do
zu Stolberg=Wernigerode 7. In Ungarn wird
ie Nationale Arbeitspartei gegründet. 21. Herzog
on Talleyrand und Sagan 1.
Thronrede zur Eröff=
ung
des neuen engliſchen Parlaments. Rücktritt
es deutſchen Landsmannminiſters Dr. Schreiner in
eſterreich. 22. Bekanntgabe der Verfaſſung für
Josnien und die Herzegowina. Beſuch des Grafen
lehrenthal in Berlin. 23. Flucht des Dalai Lama
Der Antimilitariſt Hervé
us Lhaſſa nach Indien.
r Paris vom Schwurgericht zu vier Jahren Gefängnis
nd 1000 Fres. Geldbuße verurteilt. Der Zar Ferdi=
and
traf zum Beſuch beim Zaren in Zarskoje Sſelo
in. 24. Romanſchriftſteller Dagobert Gerhardt von
lmyntor . 25. Paul Heyſe zum Ehrenbürger von
Rücktritt des heſſiſchen Finanz=
Nünchen ernannt.
28. Sultan Muley Hafid
riniſters Dr. Gnauth.
nterzeichnet das ihm von Frankreich vorgeſchriebene
ranzöſiſch=marokkaniſche Abkommen. Das amerika=
iſche
Komitee beſchließt, die amerikaniſche Ausſtellung
n Berlin um ein Jahr zu vertagen.

Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ßehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Richard Wagner=Verein. Das erſte Auftreten
Lcopold Godowskys in Darmſtadt hat in unſeren
unſtliebenden Kreiſen ſo großes Intereſſe gefunden, daß
er Saal, wie letzthin bei Backhaus, bei dem heutigen
Tlavierabende wieder ausverkauft ſein dürfte. Folgendes
Irteil über den großen Künſtler möge hier noch Platz
inden: Eine ſtarke Konkurrenz war in dem in ſeiner
Urt völlig unvergleichlichen Godowsky erwachſen.
Hodowsky hat ſich nun durchgeſetzt. Seinem uferloſen
Können beginnt ſich nun das Glück beizugeſellen. Wer
peiß, ob er nicht über kurz oder lang für den Größten
Einzigen gelten wird ?
* Von Elly Ney, die nächſten Samstag im
Schubert=Schumann=Abend des Lehrer=
ängerchors
mitwirkt, ſchreibt Dr. Gerh. Fi=
cher
über ein Kölner Konzert dieſer hervorragenden
lavierkünſtlerin in Nr. 3 der Rhein. Muſik= und
Theaterzeitung von 1910: Elly Ney. Im übervollen
Diſchſaale Stimmung, wie ſie bei künſtleriſchen Er=
igniſſen
immer ſein ſollte, leider aber faſt nie ſich ein=
tellt
. Bei Pianoſtellen lautloſe Zuhörer, die ſich nicht
zu rühren wagen, bei kühnen Rhythmen oder geſun=
dem
Forte ein frohes Mitatmen. Es offenbart ſich
ins eine Künſtlerin mit faſt erſchreckender Offenheit
Scelenſchwingungen werden frei, deren Vorhanden=
ein
in uns wir nicht ahnten. Etwas Urgewaltiges iſt
n dieſer Künſtlerin, das jeden vackt; bald iſt ſie uns
v nahe, daß alles Denken aufhört, dann plötzlich wie=
der
ſo weit, daß wir mit Verwunderung Beobacht=
ungen
machen, z. B. einen beſonderen Ausdruck ihres
Seſichtes, der etwa an die rätſelhafte Mona Liſa er=
nnert
, oder techniſche Eigentümlichkeiten, wie das
Schütteln, Werfen, Rollen, Schwingen dieſes voll=
Fommen loſe und ungebunden wirkenden Klavier=
nechanismus
der Finger, Arme, Schultern, des gan=
zen
Körpers. Elly Ney ſpielte mit unbeſchreiblicher
Zartheit und dann auch wieder wild, ungeſtüm und
rauh, wie es ihr der Moment eingibt. Wenn ſie zehn=
mal
anders ſpielt, als das Notenbild es uns lehrte
und alle Akademiker: ihr Spiel bleibt doch ein Ganzes,
as bleibt Muſik, innerſter Ausdruck nnendlichen Welt=
Dr.
gefühls. Elly Ney gehört zu den ganz Großen.
Otto Neitzel ſchreibt: . . . . Von dem Moment an,
wo die Künſtlerin ſich ſelbſt und das Publikum ver=
gaß
, bot ſie eine Reihe wundervoller Leiſtungen. Der
Fenialen Künſtlerin wurden begeiſterte Hul=
Higungen dargebracht. (Näheres ſiehe Anzeige im heu=
(2
Figen Blatt.!

Zweite Kammer der Stände.

45. Sitzung.
St. Darmſtadt, 2. März.
Die Zweite Kammer der Landſtände trat heute vor=
mittag
zu einer vorausſichtlich längeren Tagung zuſam=
men
, die vornehmlich der Beratung des Etats gewidmet
ſein ſoll.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Dr. Braun Exz., Miniſter des Innern
Frhr. von Hombergk zu Vach Exz., Geh. Staats=
rat
Krug von Nidda, Geheimeräte Lorbacher, Dr.
Becker, Miniſterialrat Süffert.
Den Vorſitz führt Vizepräſident Korell, der nach Er
öffnung der Sitzung zunächſt dem Staatsminiſter
Ewald Exz. das Wort erteilt, der
zum Miniſterwechſel
folgendes ausführt:
Meine ſehr geehrten Herren! Ich habe die Ehre, Ihnen
den Herrn Miniſter des Innern, Se. Exz. Herrn von
Hombergk zu Vach vorzuſtellen, der von Sr. Kgl.
Hoheit dem Großherzog berufen wurde, uns in der ſchwe=
ren
Aufgabe zu unterſtützen, die uns durch den Verluſt des
Herrn Finanzminiſters Dr. Gnauth geworden iſt. Einer
Aufgabe, deren Löſung Se. Kgl. Hoheit der Großherzog
wohl im Einverſtändnis mit ganz Heſſen am glücklichſten
gefunden hat, indem er den Herrn Miniſter des Innern
Dr. Braun Exz. zum Miniſter der Finanzen ernannt hat.
(Bravo!) Ich darf mich der Zuſtimmung des Hohen
Hauſes verſichert halten, wenn ich dem tiefen Bedauern
darüber Ausdruck gebe, daß die Beratungen der Finanz=
lage
des Landes in den Ausſchüſſen den Finanzminiſter
veranlaßt haben, zurückzutreten. (Zuſtimmung.) Ich be=
daure
, daß er in den Verhandlungen vom 24. v. Mts. die
Ueberzeugung gewonnen hat, daß mit einer nachhaltigen
und genügenden Tilgung der Schulden für die Zukunft
nicht zu rechnen ſein wird. Die Arbeit, die Finanzminiſter
Gnauth unter den ſchwierigſten Verhältniſſen übernom=
men
hat und die er die Jahre hindurch treu geleiſtet hat,
wird ihm von uns allen unvergeſſen bleiben. Der erſte
Voranſchlag, den er zu vertreten hatte, der des Jahres
1901, ſchloß mit einem Fehlbetrag von 2 200000 Mark ab,
der nur zu decken war aus den Vermögensreſten früherer
Jahre. Die Ueberzeugung, daß das Defizit auf anderem
Wege ſich nicht beſeitigen laſſe, zwang ihn ſchon 1902, im
Finanzgeſetz eine einſeitige Erhöhung der 1901 an die
Stelle der Realſteuern getretenen Vermögensſteuer zu ver=
treten
. Gleichwohl ließ ſich auch für die folgenden Jahre
der Fehlbetrag im Hauptvoranſchlage nicht beſeitigen. Erſt
der Voranſchlag von 1907 brachte die Deckung der Aus=
gaben
aus den Einnahmen. Die Hoffnung, daß es mög=
lich
ſein würde, das auch für die Zukunft zu erreichen, hat
ſich nicht erfüllt, obwohl 1906 der von der Zweiten Kam
mer auf Anregung des Finanzminiſters Gnauth in weiſer
Vorausſicht geſchaffene Ausgleichsfonds auf 6 Millionen
aufgefüllt werden konnte. Die Mindereinnahmen aus den
Stempelerträgen und aus den Eiſenbahnüberſchüſſen ver=
hinderten
das.
Wir hoffen, daß es uns gelingen möge, unter Ein=
ſchränkung
der Verwaltung, ſoweit das irgend mit der
Geſchäftsführung zu vereinbaren iſt, unter Beſchränkung
der Bedürfniſſe auf das äußerſte Maß, das finanzielle
Gleichgewicht wiederzufinden. Wir hoffen auch, daß es
uns gelingen wird, zu einer den Zeitverhältniſſen ange=
paßten
ſtärkeren Schuldentilgung zu gelangen.
Dem Manne aber, der heute nicht mehr an dieſer Stelle
ſteht, um die Sie ſich ſo oft geſchart haben, wenn er in
den ſchwierigen Fragen ſeiner Meinung Ausdruck gab,
dem Manne von hervorragenden geiſtigen Fähigkeiten, von
eiſerner Energie und von eiſernem Fleiß, dem Miniſter,
der ſein Reſſort bis in die kleinſten Details beherrſcht hat,
dem glänzenden Redner, der für den feinen Gedanken ſtets
auch den feinen Ausdruck gefunden hat, dem Ehrenmanne
von lauterem Charakter, werden Sie ſowohl wie die Re
gierung ein treues Andenken bewahren. (Wiederholtes
lebhaftes Bravo!)
Miniſter des Innern Frhr. von Hombergk zu
Vach: Zum erſten Male wird mir die Ehre zuteil, vor
der Hohen Zweiten Kammer zu erſcheinen, und zwar als
parlamentariſcher Neuling, der zunächſt um Ihre Nachſicht
bitten muß. Durch das Vertrauen Sr. Kgl. Hoheit des
Großherzogs zum Leiter der inneren Verwaltung des
Landes berufen, bin ich mir der Schwere und Verantwort=
lichkeit
der Aufgabe wohl bewußt. Es wird mein eifriges
Beſtreben ſein, die guten Beziehungen, die meinen Herrn
Amtsvorgänger mit der Kammer verbunden haben, alle
zeit, ſo weit es an mir liegt, zu pflegen und fortzuſetzen.
Möge es mir in gleicher Weiſe wie ihm gelingen, Ihr Ver=
trauen
wenigſtens in dem Sinne zu erringen, daß Sie die
Ueberzeugung gewinnen, daß ich mich bei allen meinen
Handlungen und Entſchließungen einzig und allein werde
leiten laſſen durch die Rückſicht auf das Wohl des gelieb=
ten
Heſſenlandes. (Lebhaftes Bravo!)
Darauf verlas der Vizepräſident Korell ein
Schreiben des Kammerpräſidenten Haas
in dem dieſer dem Hauſe zum Wiederzuſammentritt ſeine
herzlichſten Grüße entbietet, ſein Bedauern darüber aus=
ſpricht
, daß er den Verhandlungen noch nicht beiwohnen
kann und den Beratungen beſten Erfolg wünſcht. (Bravo!
Vizepräſident Korell knüpft daran die Bitte, das
Haus möge ihn, der zum erſten Male die Budgetverhand=
lungen
leite, unterſtützen und ihm Nachſicht entgegenbrin=
gen
. Weiter teilt der Vizepräſident mit, daß das Prä=
ſidium
dem Abg. Dr. Schmitt aus Anlaß ſeines zehn=
jährigen
Vizepräſidentenjubiläums die
herzlichſten Glückwünſche ausgeſprochen habe. Staats=
miniſter
Ewald ſchließt ſich dem namens der Regierung
an. Darauf wird der neugewählte Abg. Eibach auf die
Verfaſſung verteidigt.
Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten.
Eine Reihe zur vorläufigen Beratung ſtehender Poſi=
tionen
wird den zuſtändigen Ausſchüſſen überwieſen,
nicht ohne daß durch den Abg. Ulrich eine halbſtündige
Geſchäftsordnungsdebatte über den Antrag. Dr. Gläſ=

ſings, betreffend Vereinfachung des Rechnungsweſens,
hervorgerufen wird, deren völlige Zweckloſigkeit Dr.
Gläſſing gebührend feſtnagelt. Ueber die
Zündholzfabriken in Pfungſtads
entſteht ebenfalls eine längere Debatte. Abg. Raab
führt Klage darüber, daß die Zündholzfabrikanten die
Steuern bis zu Beträgen von 75000 Mark vorlegen
müſſen, ehe ſie überhaupt die Waren abliefern können.
(Hört! hört!) Das ſtelle die Exiſtenz mehrerer Fabri=
ken
aufs Spiel. Geheimerat. Dr. Becker ſtellt dem=
gegenüber
feſt, daß der Vorredner falſch infor=
miert
ſei. Die Fabrikanten laſſen ſich vielmehr die
Steuern alsbald bei Ablieferung der Waren
meiſt durch Nachnahme zahlen. Sie brauchen alſo nicht
vorzulegen; ſie können im Gegenteil, da ſie ſelbſt die=
Steuern erſt 21 Tage nach Ablieferung der Waren
zahlen müſſen, dieſes Geld 21 Tage lang für ſich arbei=
ten
laſſen. (Hört! hört!) Die Regierung verfahre in
jeder Beziehung entgegenkommend und ſtunde die
Steuern ſo lange immer es möglich ſei. Allerdings
könne ſie das nicht ohne Sicherheit tun, da ſie dem Reich
haftbar bleibt. Die Vorſtellung wird dann eben=
falls
dem zuſtändigen Ausſchuß überwieſen. Desglei=
chen
eine Reihe weiterer Poſitionen.
Wahlprüfungen.
Die Wahl des Abg. Eibach wird für gültig ert
klärt. Hingegen beantragt der Ausſchuß die Wahl der
Wahlmänner in Mombach und die Wahl des Abg. Dr.
Frenay für ungültig zu erklären, ferner die
Großherzogliche Regierung zu erſuchen, alsbald aus
Grund der revidierten und richtig geſtellten Liſte eine
Neuwahl der Wahlmänner in Mombach und danach
eine ſolche eines Abgeordneten für den 9. Wahlbezirk
der Provinz Rheinheſſen (Nieder=Olm-Ober= Ingel=
heim
) anzuordnen. Das Haus ſchließt ſich dem an. Es=
tritt
dann eine Pauſe ein.
Der Seniorenkonvenk
hat in der Pauſe ſich mit der Geſchäftslage befaßt, wie
ſie durch die Budgetberatungen gegeben iſt. Als Er=
gebnis
der Beratung teilt Präſident Korell mit, daß
der Seniorenkonvent der Meinung iſt, daß ſich die
Budgetberatungen bis 1. April erledigen
laſſen. Allerdings müſſen dabei erhöhte Anforderun=
gen
an die Arbeitsfähigkeit des Hauſes geſtellt werden.
Von vornherein ſei beſchloſſen, allwöchentlich Don=
nerstags
und Freitags Nachmittags=
ſitzungen
abzuhalten. Die Generaldebatte
ſoll unter allen Umſtänden dieſe Woche zu Ende
geführt werden.
Es folgt Beratung der Regierungsvorlage, den
Geſetzentwurf, die Erhebung einer Gebühr für die
Reviſion nichtſtaatlicher Rechnungen
durch die Oberrechnungskammer betreffend,
Alle Gemeinden, Kreiſe, Provinzen, Kirchen, Stift=
ungen
und ſonſtigen, öffentlichen Zwecken dienenden,
nichtſtaatlichen Körperſchaften, deren Rechnungen nach
Artikel 8 Abſatz 3 des Geſetzes vom 14. Juni 1879, die
Einrichtung und die Befugniſſe der Oberrechnungs=
kammer
betreffend, von der Oberrechnungskammer zu
revidieren und abzuſchließen ſind, haben nach dieſem
Geſetz hierfür an die Staatskaſſe eine nach dem Um=
fang
ihrer Rechnungen zu bemeſſende Gebühr zu
entrichten, die das Miniſterium des Innern im Ein=
vernehmen
mit der Oberrechnungskammer feſtſetzen
wird. Dieſe Gebühr darf die für die Reviſion und den
Abſchluß der Rechnungen wirklich aufgewendeten
Koſten in keinem Falle überſchreiten. Für mangelhaft
aufgeſtellte Rechnungen, deren Reviſion eine den regel=
mäßigen
Zeitaufwand erheblich überſteigende Arbeit
erfordert, kann zu der Gebühr des Abſatzes 1 ein dem
größeren Zeitaufwand entſprechender Zuſchlag er=
hoben
werden. Der Beſchluß der Oberrechnungs=
kammer
, durch den dies angeordnet wird, muß mit
Gründen verſehen ſein und iſt endgültig. Die Gebühr
wird erſtmalig für die Reviſion und den Abſchluß der
Rechnungen aus dem Jahre 1907 erhoben.
Der Ausſchuß iſt mit der Vorlage einverſtanden
und beantragt nach dem Referat des Abg. Molthan
Annahme des Entwurfs. Abg. Uebel hat Beu
denken gegen den Paſſus, daß für mangelhaft geführte
Rechnungen ein Zuſchlag erhoben werden ſoll. Dabei
würde der Gemeinderechner für Fehler haftbar ge=
macht
, die er ſelbſt nicht gemacht hat.
Staatsminiſter Ewald Exz. meint, dieſer Paſſus
entſpreche der Billigkeit. Wie die Gemeinde ſich mit
ihrem Rechner auseinanderſetzt, ſei interne Angelegen=
heit
. Finanzminiſter Braun Exz., der den Ent=
wurf
in ſeiner früheren Stellung ausgearbeitet
ſtimmt dem zu. Auf den Paſſus habe man den größten
Wert gelegt, um die Gemeinden zu veranlaſſen, ſich
nur die tüchtigſten Kräfte für dieſen Poſten zu halten
Es ſei bekannt, daß bisher nicht immer die perſönliche
Tüchtigkeit allein den Gemeindeeinnehmern ihr Amt
verſchafft habe. (Zuſtimmung.
Abg. Schönberger ſpricht ſich im Sinne, des
Abg. Uebel aus. Abg. Wolf ſtimmt dem Entwurf
zu, doch ſchlägt er redaktionelle Aenderung dahin=
gehend
vor, daß die Beamten der Oberrechnungs=
kammer
Tagegelder berechnen. Abg. Dr. Gläſ=
ſing
kann ſich mit der Vorlage nur einverſtanden er=
klären
, wenn die Regierung eine entgegenkommende
Haltung zu ſeinen Anträgen, betreffend die Selbſtver=
waltung
der Städte uſw. einnimmt. Die Stadt Darm=
ſtadt
habe zirka 10000 bis 15000 Mark an Gebühren
zu zahlen.
Staatsminiſter Ewald Exz. verteidigt die vom
Abg. Schönberger beanſtandete rückwirkende Kraft des
Geſetzes. Einige Gemeinden hätten ihre Rechnungen
ſchon geprüft erhalten und würden ſomit gegen die
anderen Gemeinden im Vorteil ſein. Nach weiterer
Debatte ſtimmt das Haus dem Geſetz=
entwurf
z u.
Der Antrag des Abg. Noack, betr. Einführung
zweijähriger Budgetperioden, und die Anfrage des
Abg. Bähr, den Weinſachverſtändigen für Rhein=
heſſen
betreffend, werden vertagt.
Abänderung des Urkundenſtempel=
geſetzes
.
Der Geſetzentwurf, die Abänderung des Geſetzes
über den Urkundenſtempel vom 12. Auguſt 1899 in der
Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907, wird
in der Faſſung folgender Ausſchußanträge ohne De=
batte
angenommen: Der Ausſchuß beantragt:
1. Zu Tarif Nr. 17 der Zuſatzbeſtimmung Ziffer 2 fol=
gende
Faſſung zu geben: Auf diejenigen Beglaubig=
ungen
von Unterſchriften und Handzeichen, die durch
Richter oder Gerichtsſchreiber vollzogen werden, fin=
den
die Beſtimmungen des Artikels 41 Abſatz 1 dieſes
Geſetzes keine Anwendung. 2. Zu Tarif Nr. 75,
die Zeilen 9, 10, 11, 12, wie folgt zu ändern: über
100000 Mk. bis einſchl. 200000 Mk. 50 Mk., über
200000 Mk. bis einſchl. 400000 Mk. 100 Mk. und von
jeden weiteren 100000 Mk. 50 Mk. mehr: Der Aus=

[ ][  ][ ]

eite 6

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Marz 1910.

Nummer 32.

ſchuß beantragt weiter: den Antrag des Abg. Reh für
erledigt zu erklären.
Notariats= und Koſtenweſen.
Ohne Debatte wird die Regierungsvorlage, betr.
den Geſetzentwurf, die Abänderung geſetzlicher Be=
ſtimmungen
über das Notariats= und Koſtenweſen,
nach den Ausſchußanträgen angenommen.
Ebenſo wird der Geſetzentwurf über die
Aenderung des Gemeindeumlagen=
geſetzes
vom 30. März 1901.
behattelos angenommen. Der Artikel lautet: In
Artikel: 6 Abſatz 1 des Geſetzes, die Gemeinde=
umlagen
betreffend, vom 30. März 1901 werder
1. hinter dem erſten Satz die Worte eingefügt:
Den Zuſchlägen zur ſtaatlichen Einkommenſtener
werden die in Artikel 13 Abſatz 1 und Artikel 48 Ab=
ſatz
1 des Geſetzes, die allgemeine Einkommenſteuer
betreffend, vom 12. Auguſt 1899 angegebenen oder die
bei einer etwaigen Geſetzesänderung an deren Stelle
tretenden Einkommenſtenerſätze zugrunde gelegt‟, 2. im
Eingang des zweiten Satzes die Worte: Dieſe Grund=
zahlen
durch die Worte erſetzt: Die im erſten Satz
genannten Grundzahlen
Darauf wird die Sitzung auf Donnerstag 9 Uihr
vertagt. Schlutz 1½ Uhr.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 2. März. Die Beratung des
Etats des Reichsamtes des Innern
wird mit der Abſtimmung über die vorliegenden 55 Reſo=
lutionen
fortgeſetzt. Angenommen werden die Reſolutio=
nen
betreffend: Wahlurnen, Regelung des Aufenthalts der
Ausländer, Berückſichtigung deutſcher Schiffe bei Verge
bung von Schiffsfrachten für Reichsbauten, Erhaltung des
kaufmänniſchen Mittelſtandes durch Anſtellung von Han=
delsinſpektoren
uſw., Lehrlingsausbildung im Handwerk,
Berückſichtigung des Handwerks bei Lieferungen für die
Reichsverwaltung, Beſchränkung des Hauſierhandels, Vor
legung eines Kartellgeſetzes, Unfallfürſorge für Feuer=
wehrleute
, Bekämpfung der Schmutzliteratur, geſetzliche Re=
gelung
des Verkehrs mit Dünge= und Futtermitteln, Für=
förge
für Privatbeamte, beſonders für techniſche Beamte
und Rechtsanwaltsgehilfen, Aenderung der Arbeitszeit in
Molkereien, Anſtellung von Baukontrolleuren, Aenderung
der Gewerbeordnung im Intereſſe der Glasarbeiter und
Walzwerksarbeiter, Verbot der Beſchäftigung Jugendlicher
bei Bergarbeiten unter Tage, Erlaß eines Reichsberg=
geſetzes
, geheime Wahl für Knappſchaftskaſſen, Freizügig=
keit
der Bergarbeiter, Ausbau des Koalitionsrechtes und
Ausdehnung desſelben auf die Landarbeiter.
Hierauf wird der Etat des Reichsamtes des Innern
weiter beraten. Bei Titel Beitrag für die Koſten der
ſtändigen Kommiſſionen der Internationalen Schiffahrts=
kongreſſe
wünſchen die Abgeordneten Dahlem (Zentr.) und
Gothein (frſ. Vgg.), daß die Berichte dieſer Kongreſſe den
Mitgliedern des Hauſes zur Verfügung geſtellt werden.
Zu Titel Beitrag zu den Koſten der Internationalen Or=
ganiſation
für Luftſchiffahrt liegt eine Reſolution des
Zentrums vor, die Gründung und Unterhaltung einer mit
allen Hilfsmitteln der modernen Technik ausgeſtatteten
Verſuchsanſtalt für Luftſchiffahrt unter Leitung des Grafen
Zeppelin zu veranlaſſen. Abg. Leſer (Zentr.): Die Er=
folge
des Grafen Zeppelin haben ganz allgemein Bewun=
derung
und Erſtaunen bei Hunderttauſenden erregt. Seine
Anlagen in Friedrichshafen ſind jetzt ſchon ſtaunenswert
und umfangreich. Seine Erfindung hat zweifellos eine
große nationale Bedeutung. Wir wollen keine große
Luftſchifflotte, ſondern ein flottes, brauchbares Luftſchiff.
Die Verſuchsanſtalt ſoll wiſſenſchaftliche Zwecke verfolgen,
das Material erproben und die gemachten Erfahrungen
ausgeſtalten. Die rein wiſſenſchaftliche Bearbeitung des
Luftproblems muß ergänzt werden durch praktiſche Pro=
ben
einer Verſuchsanſtalt. Es handelt ſich nicht um die
Perſon, ſo ſehr wir Süddeutſchen auch den Grafen Zeppelin
als Bahnbrecher auf dieſem Gebiete verehren, ſondern um
die Sache, die Entwickelung der Luftſchiffahrt. Eine ſolche
Anſtalt erſcheint als eine dringende Notwendigkeit. Damit
würde ein großes nationales Werk geſchaffen werden
(Bravo!) Abg. Hieber (nl.): Auch unſererſeits liegt
ein Antrag über dieſen Gegenſtand vor. Wir beantragen,
daß das Reich die Gründung und Unterhaltung einer
Reichsanſtalt für Luftſchiffahrt und Flugtechnik in
Friedrichshafen möglichſt bald in die Wege leitet. Wir
bezwecken eine gleichmäßige Berückſichtigung aller Flug=
ſyſteme
, nicht bloß des Zeppelinſchen. Der württember=
giſche
Staat würde alles Entgegenkommen zeigen. Den
Grafen Zeppelin wollen auch wir nicht miſſen. Er hat
dem deutſchen Volke erhebende Stunden bereitet. Statten
wir ihm unſeren Dank ab, indem wir die Anträge mög=
lichſt
einſtimmig annehmen. (Lebhaftes Bravo!) Abg.
Graf Carmer=Ziſerwitz (konſ.): Der Bedeutung
der Luftſchiffahrt kann ſich heute Niemand mehr entziehen.
Graf Zeppelin hat es abgelehnt, wegen ſeines vorgerückten
Alters die Leitung einer ſolchen Reichsanſtalt zu überneh=
men
. Es wäre vielleicht zu erwägen, ob nicht die betei=
ligten
Induſtrien für die Verſuchskoſten herangezogen wer=
den
könnten. Dann iſt auch die Frage des Platzes nach
der Ablehnung des Grafen Zeppelin wohl zu erwägen. Der
Uebungsplatz in Tegel empfiehlt ſich, weil auch dort die
anderen Syſteme probiert werden. Wir werden die Reſo=
lutionen
annehmen, aber die Frage der Zweckmäßigkeit
und namentlich die der Finanzierung genau prüfen.
(Bravo!)
Staatsſekretär Delbrück: Die mit ſo viel Wärme
behandelte Frage hat die verbündeten Regierungen noch
nicht beſchäftigt. Ich kann nur ſagen, das Reichsſchatz=
amt
ſteht auf einem grundſätzlich ablehnenden Standpunkt,
der in Anbetracht der Höhe der Koſten und der Finanzlage
auf den erſten Blick gewiß nicht unberechtigt erſcheint. Auch
ich habe gegen den Vorſchlag eine Reihe von grundſätz=
lichen
Bedenken, die ſich allerdings mehr gegen die vorge=
ſchlagene
Form richten. Es erſcheint mir zweifelhaft, ob
es zweckmaßig iſt mit der Gründung von Reichsanſtalten,
alſo von lokalen Reichsverwaltungen, in der bisherigen
Weiſe fortzuſchreiten. Dennoch muß dieſe Frage ernſthaft
geprüft werden, und ich habe mich mit einer Reihe von
Reſſorts und von Privatperſonen, darunter auch: Graf
Zeppelin, deswegen in Verbindung geſetzt. Dieſe Antwor=
ten
liegen im allgemeinen vor, bieten aber ein ſehr buntes
Bild. Der Ausbau erfinderiſcher Ideen bleibt ſchließlich
in den Händen der Ingenieure und der Induſtrie. Viel=
leicht
iſt die Einrichtung einer ſolchen Verſuchsanſtalt mit
dem dazu gehörigen großen Apparat nicht nötig, aber im=
mer
müſſen gewiſſe Fragen von einer Zentralſtelle aus
geleitet werden. Die Verſuchsanſtalt kann ſpäter immer
noch am Platze ſein. Eine Umfrage in dem Sinne iſt er=
gangen
, ob die Anſtalt nötig erſcheint, auf welcher Grund=
lage
ſie zu errichten iſt und welche Mittel ſie erſordert. Für
Friedrichshafen ſprechen praktiſche und ideelle Gründe. Je=
doch
iſt zu bedenken die weite Entfernung von der Zen=
rale
des Reiches und der Induſtrie. Sie können verſichert
gein, daß die Sache mit der Aufmerkſamkeit und Sorgſam=
Feit, die ihrer wirtſchaftlichen und nationalen Bedentung

entſpricht und die allerſeits mit Recht gefordert wird, ge=
prüft
werden wird. (Lebhafter Beifall.)
Württembergiſcher Miniſterialrat Dr. v. Köhler:
Die württembergiſche Regierung ſteht dem Antrage durch=
aus
freundlich gegenüber. Die Bedenken gegen Friedrichs=
hafen
könnten in kommiſſariſchen Beratungen genauer ge=
prüft
werden. Graf Zeppelin hat wegen ſeiner großen
Geſchäftslaſt es abgelehnt, die Leitung einer Reichsanſtalt
zu übernehmen. Württemberg hat bei der Vorprüfung
nicht daran gedacht, die zu gründende Anſtalt in organiſche
Verbindung mit der Luftſchiffbaugeſellſchaft Zeppelin zu
bringen. Sämtliche Syſteme ſollen geprüft werden. Stellt
ſich dann heraus, daß Friedrichshafen ein hervorragend
geeigneter Platz iſt, dann werde auch dem idealen Moment
entſprochen, das Friedrichshafen, Zeppelin und ſeinem
Werke zukommt. Darin würde ein Akt der Pietät liegen,
die in weiten Kreiſen des deutſchen Volkes gewürdigt wer=
den
wird. Württemberg begrüßt die Zuſage kommiſſari=
ſcher
Prüfung, weil eine gründliche Erörterung aller in
Betracht kommenden Punkte der Sache ſelbſt nur dienen
und ihre möglichſt zweckmäßige Geſtaltung nur fördern
kann. Wir wünſchen, daß dieſe Beratungen zu einem gu=
ten
und erfreulichen Ergebnis führen und werden unſerer=
ſeits
alles tun, um den Abſichten der Reſolution zum Ziele
zu helfen. (Lebhafter, allſeitiger Beifall.)
Die Reſolutionen werden hierauf einſtimmig ange=
nommen
.
Bei Titel Förderung der Seefiſcherei, 350000
Mark führt Abg. Goercke=Brandenburg (natl.)
aus: Unſere Scefiſcherei leidet ſchwer unter der Kon=
kurrenz
der holländiſchen Fiſcherei. Dazu kommen die
hohen ſozialen Laſten der deutſchen Betriebe. Die Er=
höhung
des Heringszolles von drei auf ſechs Mark iſt
bedenklich. Wir beantragen daher eine Reſolution auf
Herabſetzung der Eiſenbahntarife für deutſche See=
fiſche
. Abg. Erzberger (Ztr.): Ich begrüße dieſe
Reſolution aufrichtig. Um die deutſche Hochſeefiſcherei
inbezug auf Fangbereitſchaft, Fangverkürzung und
Sicherheit der Schiffe zu fördern, ſollte die drahtloſe
Telegraphie mehr als bisher in den Dienſt dieſes ge=
fahrvollen
Betriebes geſtellt werden. Die mit ſolchen
Apparaten ausgeſtatteten Boote wären beſonders zu
ſubventionieren. Abg. Gothein (frſ. Vgg.): Die
meiſten Heringsfänger arbeiten mit Verluſt. Man
ſollte angeſichts der außerordentlich ungünſtigen natür=
lichen
und Zollverhältniſſe erwägen, ob es nicht beſſer
wäre, wenn man das Prämienweſen für die Höchſee=
fiſcherei
änderte, um ſie ſo einigermaßen rentabel zu
machen. Die Reſolution iſt in der eingebrachten Form
nicht annehmbar. Wir wünſchen eine klarere Faſſung der=
ſelben
. Direktor im Reichsamt des Innern, v. Jone=
gnieres
: Wir ſtehen der Reſolution ſympathiſch
gegenüber. Der deutſche Seefiſchereiverein hat bereits
Schritte zur Ermäßigung der Eiſenbahntarife getan
und wir unterſtützen ihn hierbei. Wir hätten ja die
Subventionsſumme gern auf 450000 Mark oder mehr
heraufgeſetzt. Den notleidenden Geſellſchaften haben
wir erhebliche Darlehen gewährt. Andererſeits freuen
wir uns, daß die rapide Vermehrung der Fiſcherei zu=
rückgegangen
iſt. Die drahtloſe Telegraphie iſt auch
der Seefiſcherei nutzbar zu machen und zwar unter Bei=
hilfe
des Reiches. (Beifall.) Abg. Prinz Schön=
aich
=Carolathintl.):Auchfür die Süßwaſſerfiſche ſollte
der billige Eiſenbahntarif Platz greifen. Abg. Trä=
ger
(frſ. Vpt.): Die Klagen der Heringsfiſcher ſind be=
gründet
. Die Regierung hat die moraliſche Verpflich=
tung
, zu helfen. Nach kurzer weiterer Debatte wird
die Reſolution der Nationalliberalen angenommen.
Beim Titel Bekämpfung der Reblaus
bittet Abg. Dahlem (Ztr.), die Vorſchriften gegen
die Reblaus ſtrengſtens durchzuführen.
Beim Titel Beitrag des Reiches zu den Koſten der
Dentralſtelle für Volkswohlfahrt (10000
Mart), hält Abg. Prinz Schönaich=Carolath
(natl.) die Erhöhung dieſes Beitrages für notwendig.
In gleichem Sinne äußern ſich die Abgg. Pieper
(Ztr.), Müller=Meiningen (frſ. Vpt.) und Heck=
Staatsſekretär Delbrück er=
ſcher
(ſſ. Vgg.).
klärt, daß er eine Erhöhung dieſes Fonds nicht ermög=
lichen
könne, aber die Anregungen der Vörredner in
weiteſtgehendem Maße berückſichtigen will.
Beim Kapitel Bundesamt für Heimats=
weſen
wird eine Reſolution des Zentrums ange=
nommen
, die das bandenweiſe Herumziehen der Zigeu=
ner
verbietet. Nach Annahme einiger weiterer Ka=
pitel
wird die Weiterberatung auf Donnerstalg
1 Uhr vertagt. Außerdem Marine=Etat. Schluß 8 Uhr

* Berlin, 2. März. Die Juſtizkommiſſion
des Reichstags lehnte nach lebhafter Debatte die
Beleidigungsparagraphen nebſt den dazu vorliegenden
Anträgen ab, ſodaß es nach den Beſchlüſſen der Kom=
miſſion
bei dem ſeitherigen Rechtszuſtand bleibt.

Luftſchiffahrt.

* Dresden, 2. März. Auf dem Flugplatz
Dresden=Mügeln verunglückte geſtern der
Aviatiter Lange. Der Apparat ſchlug infolge ſtar=
ten
Windes um und ſtürzte aus einer Höhe von acht
Metern nieder. Er, begrub den Aviatiker unter ſich.
Lange erlitt Onetſchungen, der Apparat wurde zer=
trümmert
.

Hochwaſſer.

* Duisburg, 1. März, 7,55 N. Der Rhein
ſtieg hente auf 6,43 Meter. Der Ruhrorter Pegel ſteht
13 Zentimeter über dem höchſten Stand dieſes Winters.
* Paris, 1. März. Die Seine ſtieg in den letz=
ten
24 Stunden um 40 Zentimeter und ſteigt weiter,
ebenſo die Marne. Der Quai d’Auteuil iſt über=
ſchwemmt
.
* Angers, 1. März. Infolge des Hochwaſſers
iſt der Deich Chevallerie, der das Tal des Fluſſes
Authion ſchützt, gebrochen. Ganze Dörfer ſind über=
ſchwemmt
. Für die Rettungsarbeiten wird Militär
verwandt.
* Amſterdam, 1. März. Seit geſtern abend ſind
die Ortſchaften am Ufer der Maas in Gefahr; die
Lage iſt ſehr kritiſch. Die Hochöfen in den Fabriken
in der Nähe von Maſtricht ſind überſchwemmt. Viele
Arbeiter müſſen feiern. In Maſtricht ſelbſt iſt der
Schaden groß; Hunderte von Häuſern ſind unter
Waſſer.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* Berlin, 2. März. Der frühere Hofmarſchall der
Kaiſerin Friedrich v. Seckendorff iſt geſtorben.
* München, 2. März. Heute nacht iſt im Alter von
70 Jahren der frühere langjährige Leiter des Kölner
Stadttheaters und der Mknnheimer Hofbühne, Inten=
dant
Inlins Hofmann, an Influenza geſtorben.
* Trier, 2. März. Der um 11 Uhr 27 Minuten=
vormittags
in Trier fällige Kölner Schnellzug
ſtieß heute morgen infolge dichten Nebels bei Liſſen=

dorf mit zwei Güterwagen zuſammen. Die Schnel
zugslokomotive erlitt geringe Beſchädigungen. T
beiden Güterwagen wurden zertrümmert. Verle:
wurde niemand. Das eine Gleis wurde geſperrt. De
Schnellzug hatte 80 Minuten Verſpätung.
* Sagan, 2. März. Ueber das Vermögen des Her
zogs Helie von Sagan, des älteſten Sohnes de
verſtorbenen Herzogs Boſon von Sagan, ſoweit es ſi
im Inland befindet, iſt am 1. März ſeitens des hieſige
Amtsgerichts das Kontursverfahren eröffn
worden. Die Anmeldung von Forderungen hat b
zum 19. März zu erfolgen.
* Chemnitz, 2. März. Heute morgen um 10 U
wurde auf den Kaſſenboten einer hieſigen Bankfirm
der einen größeren Geldbetrag einkaſſiert hatte, a
offener Straße ein Raubüberfall verübt. D
Täter, ein junger Mann im Alter von 20 bis 22 Ja
ren, verletzte den Boten mit einem ſcharfen Inſtrumer
am Kopfe und ergriff dann die Flucht, konnte aber ba
darauf verhaftet werden.
* Wien, 2. März. Abgeordnetenhaus.
der erſten Leſung des Budgets betonte Miniſterpr
ſident von Bienerth zunächſt die dringende No
wendigkeit, die ſtaatliche Finanzgebarung auf
Grundlage eines endgültigen Voranſchlages zu ſtelle
Hinſichtlich der Abſichten und Ziele der Regierung f.
die nächſte Zukunft betonte der Miniſterpräſident, d
Regierung werde, feſthaltend an ihren wiederholt da
gelegten Grundſätzen, fortgeſetzt angelegentlich bemü
ſein, die nationalen Gegenſätze ſowohl durch poſiti
geſetzgeberiſche Maßnahmen, als auch durch eine u.
parteiiſche, die berechtigten Anſprüche aller Volk
ſtämme achtende, jedem einſeitigen Parteieinfluß en
zogene Verwaltung abzuſchwächen. Sie werde
Beſtes tun, um die freundlicheren Ausſichten, die ſich
dem nationalen Widerſtreite in Böhmen gezeigt hätte
und wo ſachliche Geſichtspunkte in den Vordergrund
treten begännen, zu erhalten und zu vermehren. E
erachte auch mit ſeltener Einmütigkeit den eingeſetzt
nationalen Ausſchuß des Abgeordnetenhauſes für g
eignet, durch nutzbringende Verwertung des ihm vo
liegenden reichlichen Arbeitsmaterials, insbeſonde
der keineswegs unabänderlichen nationalen Regie
ungsvorlagen, die Vorausſetzungen für eine dauern
ungeſtörte Tätigkeit an den parlamentariſchen Stätte
zu ſchaffen. Inbezug auf die orgauiſatoriſchen Ar
gaben des Hauſes wies der Miniſterpräſident auf de
Problem der Alters= und Invalidenverſicherung h=
ſowie
auf die Notwendigkeit, die Budgetkriſe einerſei
durch Vermehrung der Einnahmen, und andererſei
durch Erſparungen dauernd zu beſeitigen; insbeſonde
werde eine entſprechende Reorganiſation der Staat
bahnverwaltung durchgeführt werden müſſen. Hierb
behalte ſich die Regierung vor, auf die wiederholt au
getauchte Idee der Einſetzung einer Kaiſerlichen Kor
miſſion zurückzukommen. Redner hob weiter die Br
lage über die italieniſche Rechtsfakultät hervor, dur
welche ein nnerquicklicher Schwebezuſtand beſeitigt we
den ſolle; ferner die Schiffahrtsvorlage üb
den dalmatiſchen und ſüdamerikaniſchen Dienſt. D
Schaffung einer endgültigen neuen Geſchäftsordnut
für die Bewältigung einer derartigen Arbeitenfülle
notwendig. Die Aufſtellung eines in ſich abgeſchloſſene
Arbeitsprogramms und die Schaffung eines Behar=
ungszuſtandes
in nationalen Fragen ſei ein von d
feſtgefügten Mehrheit bekundeter Wille zur Arbeit, ur
hiermit die ſicherſte Bürgſchaft für eine beſſere Zukur
geſchaffen. Der Miniſterpräſident ſchloß mit der Ve
ſicherung an das Haus, daß es bei allen auf poſiti
Arbeit gerichteten Beſtrebungen auf die wärmſte Unt
ſtützung der Regierung zählen könne, die keinen ant
ren Wunſch habe, als daß Oeſterreichs Volkshaus ei
Stätte werde, die die Vertreter aller Völker zu gemei
ſamer Arbeit vereine zum Wohle und Gedeihen k
Staates. (Beifall.)
* Athen, 2. März. Der Marineleutnant Typa
dos, der mit meuternden Marinemannſchaften
vorigen Oktober das Arſenal von Salamis beſetzte,
nach dem Ausland abgereiſt.
* New=York, 2. März. Durch Verſagen der Bren
rannte ein Zug der Untergrundbahn
Hudſon=Tunnel auf einen haltenden Zug auf; 15 Pe
ſonen wurden ſchwer verletzt.
* Everett (Waſhington), 2. März. Aus dem
Kaskadengebirge durch einen Schneeſturm ve
ſchütteten Eiſenbahnzuge wurden bis jetzt
Perſonen gerettet und 25 Leichen geborgen. 25 Pe
ſonen fehlen noch. Die Geretteten ſind mehr od
minder ſchwer verletzt.
* Darjiliug, 1. März. Der Dalai=Lama tr
geſtern nachmittag mit großem Gefolge ein.

tnann
Tan
6 ir i bt
Wars nicht 80 Mahllg
Da hab ich mich ſieben Tag mit meinem Katar
herumgeplagt, hab alles Mögliche genommen un
hab mir nur gründlich den Magen dazu v
dorben. Und nun endlich kauf ich mir ei
Schachtel Fays ächte Sodener Mineral=Paſtill
für ganze 85 Pfg. und alle Plage iſt u
weggepuſtet! Daß man auf die beſten Ide
immer zuletzr kommen muß! Aber aufs Fa
ächte Sodener ſchwör ich nun und ſie geh
(4736

Kath. Raab
vormals
ALlCE-BAZAR
Billige Bezugsquelle für
solide Braut- und Baby-
Wäsche-Ausstattungen.

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Alle in den Schönheit
Madame Barkamp em
gestellten Präparate und Ar
Firma Georg Frz. Frank,
Theodor Frank, Elisabether
den durch Schaufensterdeke
Verkaufsstellen vorrätig. M
nichts anderes alsebensogut
verlange ausdrückl. die Präpar
Anstalten für Exterikultur, O

[ ][  ][ ]

Die ſozialen Verhältniſſe, nicht das Unvermögen
der Mütter zu ſtillen, ſind ſehr oft der Grund,
enn die Kinder nicht mit Muttermilch ernährt werden.
s geſundheitsgemäße Nahrung hat ſich Kufeke mit
er ohne Kuhmilch hervorragend bewährt, da es die in
r Muttermilch vorhandenen Nährſtofſe im richtigen Ver=
ltniſſe
enthält, von den Kindern ſeines Wohlgeſchmackes
egen gern genommen wird, leicht zuzubereiten, im Ge=
auch
ſehr ausgiebig und daher billig iſt, ſtets gleich=
rmig
hergeſtellt wird und nicht verdirbt.
(4735M

Seite 7.

Statt besonderer Anzeige.
Eina Levinger
Leo Fischl
VERLOBTE.

(4755

Nürnberg
Obere Pirkheimerstr. 14.

Darmstadt
Schulstr. 2,

erkaufs-
ellen
durch
eses Plakat
enntlich.

2083M

Fabrikant:
August Jacobi
Darmstadt.

Pas iſt Sanellat? Sanella iſt ein aus flüſigen
und feſtem Pflanzenfett und ſüßer Mandelmilch
rgeſtelltes, vollkommen butterartiges Produkt, welches
enſo ausſieht, ebenſo ſchmeckt und bräunt wie Butter.
Sanella iſt daher ein rein pflanzlicher Buttererſatz
er, wie man nach dem Margarine=Geſetz ſagen muß,
flanzen=Margarine, denn alle butterähnlichen Produkte,
elche nicht ausſchließlich der Kuhmilch entſtammen,
üſſen als Margarine bezeichnet werden. Von den
elen in letzter Zeit aufgetauchten ſog. Pflanzen=
kargarine
=Produkten unterſcheidet ſich Sanella da=
irch
, daß ſie die einzige iſt, die unter dem Schutze des
R.=P. Nr. 100 922 mit ſüßer Mandelmilch hergeſtellt
ird. Dieſe Herſtellungsweiſe iſt das alleinige Recht
r Sana=Geſellſchaft m. b. H. Cleve.
(L.4739,72

Freiwluige Zeuerweyr Darmſtadt.
Zur Beerdigung unſeres Kameraden
Karl Annacker
wollen ſich die Mitglieder der Wehr Donners=
tag
, den 3. März ds. Js., nachmittags
4¼ Uhr, an dem Gerätehaus des I. Zuges
(Feuerwache) einfinden.
(4697
Das Kommando.

Statt beſonderer Anzeige.
Die Geburt eines geſunden Knaben beehren
ſich ergebenſt anzuzeigen
(4783
Architekt Lindemann u. Frau.
Alzey, den 28. Februar 1910.
ee

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it 1 großen oder 2 mittleren Schaufenſtern
in hieſigem Delikateſſengeſchäft, event. mit
öner Wohnung, geſucht.
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die Expedition d. Bl. erbeten.
Auch könnte event. ein Umbau abgew. werd.

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Marienplatz oder deſſen Nähe. Offert. mit
Preisang. unt. R 88 an die Exp. (4720a

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.

Verlauf der Witterung ſeit Dienstag früh: Der
flache Teilwirbel über Nordweſtdeutſchland iſt geſtern
nachmittag und in der Nacht vorübergezogen, wobei in
allen Gegenden Regenfälle niedergingen. Nach ſeinem

Abzug iſt von Weſten her raſch hoher Druck vorgerückt,
der in den frühen Morgenſtunden Aufheiterung und
damit ein ſtärkeres Sinken der Temperatur hervorrief.
Strichweiſe kam es zu Reifbildung. Auch hat ſich
morgens durch die Temperaturerniedrigung der feuchten
Luftſchichten weit über Mitteldeutſchland verbreiteter
Nebel eingeſtellt, nur das heſſiſche Rheintal meldet
zumteil Sonnenſchein. Eine neue Zyklone iſt wieder
weſtlich Schottland erſchienen, ſcheint aber morgen unſer
Wetter noch nicht zu beeinfluſſen.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 3. März:
Vorwiegend heiter, ſehr mild, ſpäter etwas zunehmende
Bewölkung.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: Tiefland.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Klavierabend von Prof. Godowsky um 8 Uhr in der
Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Vortrag von Dr. med. Johanna Schmidt um 8 Uhr
Kiesſtraße 17.
Monatsverſammlung des Gartenbau=Vereins um
5 Uhr im Fürſtenſaal.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Schützenhof
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (Vierwaldſtätter See,
Rigi uſw.).

Verſteigerungskalender.
Freitag, 4. März.

Pferde=Verſteigerung um 11 Uhr Dieburgerſtr. 96.
Faſelochs=Verſteigerung um 1 Uhr auf dem Ge=
meindebureau
zu Ober=Beerbach.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacttel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkrivte werden nichs
zurückgeſandt.

Guch

Fräuleim

Kurſe vom 2. März 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

f. Staatspapiere. In Proz
Dſche. Reichsſchatzanw. 100,60
½ Deutſche Reichsanl. . (3,90
4,90
do.
Preuß. Schatzanweiſg. 100,75
½ do. Conſols . . . . 93,90
84,90
do. do.
101,85
Bad. Staatsanleihe
93,40
do.
½
83,80
do.
Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,70
93,40
do.
½
83,80
do.
Hamburger Staatsanl. 101,6)
Heſſ. Staatsanleihe . . 101,60
92,60
do.
81,70
do.
84,40
Sächſiſche Rente .
Württemberger v. 1907 101,80
93,90
do.
Bulgaren=Tabak=Anl.
2/ Griechen v. 1887 . . 47,90
Italiener Rente
½½ Oeſterr. Silberrente . 99,40
do. Goldrente . . 100,30
do. einheitl. Rente 95,50
Portug. unif Serie I 64,80
do. unif. Ser. III 66,20
Spezial . 12,40
do.
Rumänier v. 1903 . . 102, 40
do.
v. 1890 . . 95,00
do.
v. 1905 . .
Ruſſen v. 1880 . . . . 91,90

In Proz.
Zf.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,70
do. v. 1905 . . . . 100,20
Schweden . . . . . . . 94,00
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 88,40
do. unifiz. v. 1903 94,90
4 Ungar. Goldrente . . 95,90
4 do. Staatsrente . 93,80
5 Argentinier . . . . . 101,80
do.
91,60
4
94,30
4½ Chile Gold=Anleihe
Chineſ. Staatsanleihe 103,00
do.
100,00
4½
. . 98,10
4½ Japaner
Innere Mexikaner . . 101,60
69,20
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904 96,90
Gold=Mexikaner . . . 103,00
5
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . . 139,90
4 Nordd. Lloyd . . . . 105,70
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 124,10
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 111,90
4 Baltimore & Ohio . . 113,10
4 Gotthardhahn . . . .

In Proz.
Bf.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161,70
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,20
4 Pennſylvania R. R. 134,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 192,00
Werger=Brauerei
82,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 433,75
Fabrik Griesheim . . .
Farbwerk Höchſt . . . . . 448,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . .
Lahmeyer . . . . . . . . . 110,75
Schuckert . . . . . . . . . 135, C
Siemens & Halske . . . 239,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 375,20
Bochumer Bb. u. Guß . . 244,50
Gelſenkirchen . . . . . . . 215,75
Harpener . . . . . . . . . 200,90
Phönix, Vergb. u. Hütten=
betrieb
. . . . . . . . . 222,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,90
Pfälzer Prt. . . . . . 101,20
93,70
do.
Eliſabeth., ſteuerpfl.
teuerfrei
do.
5 Oeſterr. Staatsbahn. 103,80
do.
99,70
alte
do.
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,90
do.
85,30
26/
do.
59,20
3 Raab=Oedenburger . . 76,60
4 Ruſſ. Südweſt. . . .
88,90
4 Kronpr. Rudolfbahn .

In Proz.
Zf.
Livorneſer . .
. . . 76.60
4 Miſſouri=Pacific . . . 82,90
Bagdadbahn Mk. 408 86,90
Anatoliſche Eiſenb. .
5 Tehuantepec . . . . . 102,50
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 181,30
Darmſtädter Bank . . 137,90
1 Deutſche Bank . . . . 258,00
4 Deutſche Vereinsbank 128,90
4 Diskonto=Geſellſchaft . 197,30
Dresdner Bank . . . . 167,10
4 Mitteldeut. Kreditbk 120,60
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 128,90
4 Pfälzer Bank . . . . . 101,40
46,30
4 Reichsbank . . . .
4 Rhein. Kredit=Bank . 136,75
4 Wiener Bank=Verein 141,60
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,50
3½ do. S. 19. . . . . 92,80
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,60
Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
31
do
91,50
Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
3½
o.
92,60
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
do
31
91,50
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
3½
do. (unk. 1914) 92,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
do,
3½
93,80

InProz.
Zf.
Städte=
Obligationen
Darmſtadt . . . . . . 101,00
3½ do.
4 Frankfurt . . . . . . . 101,20
do.
3½
95,50
4 Gießen . . . . . . . . 101,00
3½ do.
Heidelberg . . . . . . 100,50
3½ do.
91,60
4 Karlsruhe . . . . . . 101,20
3½ do.
92,00
4 Magdeburg. . . . . .
3½ do.
-
4 Mainz . . . . . . . . 100,20
do.
Mannheim . . . . . .
-
3½ do.
91,90
4 München . . . . . . . 101,80
3½ Nauheim
92,00
Nürnberg . . . . . . . 101,70
3½ do.
92,30
4 Offenbach . . . . . . . 101,00
3½ do.
4 Wiesbaden . . . . . . 100,90
do.
3½
Worms . . . . . . . . 100,50
do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 82,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100
½ Cöln=Mindner 100 137,10
Donau=Reg. fl. 100 144,20
3 Holl, Komm. 100 106,10

InPr
Zf.
3 Madrider Fs. 100 78,00
4 Meining. Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . . . . 137,90
Oeſterr. 1860er Loſe 174,90
Oldenburger . . . .
126,50
2½
Raab=Grazer fl. 150 114,10
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
7 40,70
Braunſchweiger Tlr. 20 212,40
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45
do,
Fs. 10 30,00
Meininger
ftl.
39,00
Oeſterreicher v. 1864 100
do. v. 1858 100 465,00
Ungar. Staats
100 373,00
Venediger
Frs. 30 39,70
Türkiſche
400 117,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns .
20,40
20 Franks=Stücke . . . . 16,29
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . .
4,22
Engliſche Noten . . . . . 25,41½,
Franzöſiſche Noten . . . . 81,40
Holländiſche Noten . . . . 168,35
Italieniſche Noten . . . . 8½95
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,15
40
Reichsbank=Diskonto .
Reichsbank=Lombard Zsf. 5%

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1910

Nummer 52.

Wir hatten Gelegenheit, große Poſten Steingut, Porzellan, Glas, Emaille ꝛc.
äußerſt billig einzukaufen, die wir zu Extra- Preisen zum Verkauf bringen.

Elas
Porzellan
Steingut

Tassen, weiß . . . Stück 5 Pfg.
Tassen, dekor. . . Stück 7 Pfg.
Einselne Waschkrüge ber. 25 Pfg.
roß,C
Waschschüsseln ber. 80 Pfg.
Satzschüsseln, weiß 90 Pfg.
Satzschüsseln,
Zwiebel= u. Fondmuſt. 1e10 Mk.

mit Untertaſſe
Tasseu Goldrand Stück 20 Pfg.
I
Eierbeches mit Goldrand 8 Pfg.
hm glatt, dick 8
Speiseteller u. gerippt 20 Pfg.
Stück
,
Speiseteller feſtoniert 28 Pfg.
gerippt u.
Dessertteller glatt, dick 15 Pfg.
Dessertteller feſtoniert 18 Pfg.

mod.
Satzschüssel, Der. 1.30 Mk.

Nachttöpfe,

dek.

40

Pfg.

Teunen.-Garutur V90 16teil., mod. Dek
mit Salz= und Mehlfaß 4 mk.

weiß, tief u. flach
Teller,
Stück 6Pfg.
Zwiebelmuſter
Teller,
Stück 10 Pfg.
Enorm billig

Waschgarnitur 2.20
1.10m
4teil., ſchöne Dek. . .
ar‟

Waschsar ltur groß.
Steil., agart. Neuh. . .3.50 Mk.
21
2
Waschgarnitur
2.50m.
Steil., enorm billig .
Waschgarnitur
3.40 mk.
5teil., Gold dekor. .

Staunend billig
Roebwaren

Marktkorb

weiß,
ganze Weide,
1.40, 1.28

weiß,
Marktkorbmit Stäben,
extra ſtark, 2.50, 2.
Marktkorb weiß,

1.b0 mk.

1.30, 005
mit
Marktkorb braun. Rand.
65, 40
mit
Spankörbe Brandmalerei,
60, 48, 39, 28

Pfg.
Pfg.
Pfg.
Pfg.

Kaffeeservice
ſchöne Dekoration, 9=teilig

1

10
Mk.

Tassen m. Untertaſſe, weiß 15 Pfg.
Kaffeekannen
für 1 2 4 6 8 10 12 Perſonen
24 32 42 54 64 72 90 Pfg.

16
Milchgiesser
für 1 2 4 6 8 10 12 Perſonen
§ 10 12 15 20 30 38 Pfg.
Senfmenage
30 Pfg.

Wassergläser Stück . . 4 Pfg.
Glasteller Stück. . . 10, 4 Pfg.
Glasaufsatz tief u. flach 55 Pfg.
Drehmenage z teilig . 38 Pfg.
Weinglas auf Fuß, Stück. 9 Pfg.
glatt, hoch, auf
Weinglas Fuß, Stück . . 21 Pfg.

Emaile

Glasleuchter hoch, Stck.
mit
Wasserflasche Stöpfelb

274

Pfg.

Kugel und Stern geſchliffen . 30 Pfg.
Wasserglas Rand dekor. 9 Pfg.
Butterdose mit Deckel . 32 Pfg.
1

W Bürsten
Scheuerbürsten
16gg.
20,
ſpitz .
h
Scheuerbürsten
25 Pfg.
gebogen .
Schrubber Fiber . 25, 20 Pfg.
Lamberiebürsten 22Pfg.
Scheuertücherzo, 27, 16 Pfg.

m
Mium
un

Cochtopf

Iit 14 10 15 20 22 24 cm
Decbel 1.90 2.50 2.50 3.60 4.30 5.50 Mk.
15 10 10 Ch
mit
Aususs 50 1.15 1.50 2.- 2.35 Mk.

12 Kleiderhügel

Pfg.

a mit Ausguss

mit 14
Kaseroien und Stiel
udelpfannen
Darenschtug

16

18

20

22

24 cm

Plummeil stel 95 Pf. 1. 15 1.30 1.50 1.75 2. 10 M.

14

16

18.

20

1.10 1.50 1.60 1.90

14.

16

18

20

22

cm.
Mk.
cm

1.20 1.55 1.75 2.20 2.50 Mk.

14

18

1.15 1.45 1.65

cm
Mark.

Wir machen ganz besonders aufmerksam, dass wir
nur ein prima Rein-Aluminium‟ führen.

Wassereimer groß .
90 Pfg.
Toletten-Eimer
2.30m.
oval, mit
Waschschüssel Seifennapf 1.00 Mk.
Bundform 22 em . . . 1.00 M.
A
Salatseiherzs em . . . 1.00mk.
Kochtopfm. Deckel, 22cm 1.00 m.
3 Michtöpfe . . . . 1.00 Mk.
Milchträger 3 Siter . . 1.00m.
Teigschüssel z4 em . 1.00 Mk.
dekor.,
Waschschüssel za cm 1.00 Mk.
1.00 Mk.
Kaffeekanne groß
Kaffeekanne und
1.00 mk.
Milchkanne.
Staunend billig! 2a
385
Esslöffel verfilbert . . . 50 pfg.
Kaffeelöffel verfilbert . 28 pfg.
Essgabeln verfilbert. . . 50 Pfg.
Extra=Preise auf
Zinkwaren
5as
26 28 30 cm
Eimer 65 75 85 Pfg.
Spezialwanne rund . . 90 Pfg.
Zinkwannen, oval
36 40 48 56 60 65 70

95 1.10 1.60 2.20 2.60 3.00 3.50
75 80 85 cm
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Die Nebelfrau.
Roman von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)

Dicker Rauch quoll ihm entgegen. Mühſam nur bahnte
ſich den Weg. Endlich hatte er die große Halle erreicht,
r die ſoeben Undine, von Reimar gefolgt, ihm entgegen=
rzte
.
Lorl, rief ſie angſtvoll, wo iſt das Kind, Ebbo Klas?
h bitte Sie!
Sicher in der Wiedingharde. Seien Sie ohne Sorge,
erl lebt, hier aber bringe ich eine Todkranke, Undine, die
Ihrem Mitleid und Ihrer Nachſicht empfehle.
Undine ſchauerte unwillkürlich zuſammen, als ſie in
ridruns irre Augen ſah.
Kommſt Du mit Deinem Bräutigam? lächelte Fri=
un
, ſich aus Ebbo Klas’ Armen aufrichtend und auf Rei=
ar
zeigend. Erſt iſt ſchön und ſtattlich, und ich weiß,
ß Du ihm mehr ſein wirſt, als Du ihm bis
Zt geweſen ſein Weib wirſt Du ſein. Ich wollte es
cht leiden, fuhr ſie geheimnisvoll fort, und darum ließ
die Feuer brennen. Entſetzt ſahen ſich Reimar und Un=
ne
an.

wich ein Ende, üſteie Reine erſchlten= Wohn
nun mit der Armen?
In die Wiedingharde, beſtimmte Undine. Kommen
Sie, Ebbo Klas, ich gehe mit Ihnen.
Ich folge ſofort, ſagte Reimar, ich will nur ſehen, ob
ich hier noch etwas helfen und retten kann.
Fridrun nickte ihm grüßend zu.
Lorl iſt tot, ſagte ſie lächelnd, und Du biſt gut zu mir,
Reimar, und Ebbo Klas hat ſo weiche Hände, die tragen
mich weit, weit in ein fernes Land. Er iſt der Treueſte,
der Beſte von Euch.
Wortlos trug der Rechtsanwalt Fridrun hinaus. Die
Frau, die er ſo heiß geliebt, um die er Jahre lang in bit=
terer
Pein mit ſeinem Gewiſſen gerungen, die ihm heilig
ſein ſollte, weil ſie des Freundes Weib, die war nun für
immer tot, wenn ſie auch noch lebte. Und es war gut ſo,
denn ſonſt war ſie eine Verbrecherin.
Als der Morgen tagte nach einer Nacht voll Sturm
und Graus, da lag der Gorlingshof in Schutt und Aſche.
Dumpf brandete das Meer, und klagend ſtiegen die Möwen
in die graue Morgenluft.
Das alte Frieſenſchloß war geweſen.
Langſam ſtieg nur noch ein ſeiner Rauch aus den
Trümmern empor.

eder der Bibnahelde ider eing di Sane out=
Der Frühling kam, mit Glanz und Duft und Lerchen=
jubel
. Märchenſchön lag das kleine Dorf am Meer, mär=
chenſchön
, im erſten Frühlingsſchmuck der Park vom Gor=
lingshof
.
Auf dem Friedhof der Inſel der Seligen, wo alle
Randolts ſchliefen, ſtand ein Paar.
Er groß und ſchlank mit hellem Blick in dem braunen
Geſicht, und ſie ein Leuchten in den braunen Augen und
Sonnenglanz auf dem rotgoldenen Haar.
Frühlingsblütenzweige legte Undine auf des toten
Bruders Grab an der Hand ihres Gatten.
Glaubſt Du, daß er mir verziehen hat, Undine? fragte
Reimar, auf Lutz’ Hügel deutend. Glaubſt Du es?
Sie ſah voll unbeſchreiblicher Liebe zu ihm auf, und
ſich in ſeine ausgebreiteten Arme ſchmiegend, ſprach ſie
voll Zuverſicht:
Ja, Reimar, ich glaube es! Du gingſt den rechten
Weg, und ich ſchäme mich noch immer, wenn ich daran
denke, wie ich Dich verkennen konnte und wie weh ich Dir
getan.
Laß das, Liebling, es iſt ja längſt vergeſſen.
Nein, Reimar, es lebt noch immer in meinem Herzen,

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1910.

Nummer 52.

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und es mahnt mich täglich, durch immer innigere Liebe
gutzumachen, was ich Dir tat.
Ich habe Dir ja täglich ſo heiß zu danken für Deine
Liebe, Undine, flüſterte Reimar, ſich zärtlich zu ihr hernie=
derbeugend
. Weißt Du noch, Süßes, wie es war, als wir
nach der erſten Nacht in der Wiedingharde nach Süde=
gaarde
kamen? Weißt Du noch all die Wochen ſüßen, ver=
ſchwiegenen
Glückes, als Du endlich nicht mehr für mich
die Nebelfrau warſt, ſondern mein angebetetes, heiß lie=
bendes
und geliebtes Weib? Ach, Undine, wer ermißt die
Wonnen, die Deine reiche Liebe mir gegeben und noch täg=
lich
gibt.
Undine barg ihren Kopf innig an Reimars Bruſt.
Feſtumſchlungen ſchritten ſie durch das frühlingsfriſche
Grün des Friedhofs hinab zur Fähre.
Reimar ſah, wie ſich plötzlich Undines Blicke verdun=
kelten
, als ihre Augen über den See auf die Trümmerſtätte
gingen, wo einſt der ſtolze Beſitz ihres Geſchlechts, der
Jorlingshof, geſtanden.
Es ſoll neu erſtehen, Undine, das Schloß Deiner Väter.
Die junge Frau ſchüttelte den blonden Kopf.
Nein, Reimar, nie mehr. Der Fluch, der von Ge=
ſchlecht
zu Geſchlecht ſich hier vererbt, ſoll nicht weiter ſeine
Macht üben. Die Nebelfrau hat hier ausregiert, und
Deine Frau geht mit Dir, wohin Du ſie führſt.
Du wollteſt, Undine?
Südegaarde verlaſſen, das Lorls Eigentum bleiben
ſoll, wie es Deine Großmut verheißen, denn Deine Hei=
mat
, Reimar, ſoll auch die meine ſein, wie es ſchon in der
Bibel heißt: Das Weib ſoll Vater und Mutter verlaſſen
und dem Manne anhangen. Ich will nur bei Dir ſein.

De iete Reiner wih un andahſewt ündines
weichen, roten Mund.
Was berichtete Ebbo Klas, als Du ihn heute ſahſt, von
Fridrun? fragte ſie dann, als ſie auf der Fähre langſam
über den See glitten.
Sie ſah den dunklen Schatten auf ihres Mannes
Stirn.
Der Arzt im Sanatorium gibt wenig Hoffnung auf
Wiederherſtellung. Die Wahnvorſtellungen haben zwar
etwas nachgelaſſen, aber ſie iſt nur noch ein Schatten ge=
gen
früher.
Und Ebbo Klas hofft noch immer?
Er hat eben die Liebe, die nicht aufhört, Undine. Er
hofft, daß er ſie doch in Jahr und Tag zu ſich nehmen
kann und ſie pflegen und ſie hüten. Er iſt der einzige,
dem ſie folgt, dem ſie entgegenlächelt und der ihr von
Lorl, die ja ſo prächtig gedeiht, erzählen muß. Er hofft,
daß, wenn ſie ihn auch nicht lieben lernt, falls ſie geſun=
det
, ſie ihm doch das Recht geben wird, ihr Gatte und
ihrem Kinde Vater zu ſein. Für ſich will er nichts, nur
ihr nützen, ihr dienen. So will er die ſündigen Gedanken
fühnen, die ihn einſt des Freundes Weib begehren ließen.
Er iſt groß und gut, ſagte Undine, und ich liebe ihn
wie einen Bruder. Lorl hängt mit ſtürmiſcher Zärtlichkeit
an ihm. Er iſt eigentlich der einzige, der ſie zügeln kann.
Leiſe glitten ſie über die blaugrüne Flut. Die ganze
Welt erſchien wie in Duft getaucht. Arm in Arm ſchritten
ſie dann die Dorfſtraße entlang. An Dorrets Grab ſtan=
den
ſie im ſtummen Gebet. Vom Kirchlein klangen die
Glocken.
Vor der Wiedingharde hockte Ekke Thornſen.

Mein Sohn Gef iſ wbicher hinms nie Men
er ihnen, als ſie an ihn herantraten, zu, da wird er wo
den anderen grüßen, der um Dorret weinte und viellei
jetzt ſchon lacht.
Timms letzter Brief klang wieder froh und heit
ſagte Undine gepreßt zu ihrem Mann. Er hat es v.
wunden.
Das Vorrecht der Jugend, gab Reimar zurück. E
Thornſen ſehen wir wohl zum letzten Mal. Er ſieht re
verfallen aus.
Der Alte nickte ihnen zu.
Heil, heil, Ihr zwei vom Gorlingshof. Ihr habt d
Fluch gebrochen. Vor der Liebe muß die Nebelfrau weich
da kann ſie keine Schleier mehr weben. Ich habe ſie ni
mehr geſehen. Sie iſt in einer bangen, dunklen Nacht
immer ins Meer geſtiegen.
Er legte die Hand beſchattend über die lichtloſen Aug
und richtete ſie weithin über das Meer.
Das lag im verglühenden Abendſchein wie eine Pr
purwiege.
Durch die Abendluft klang wie verzitternder Glock=
ton
das ſchwermütige Schifferlied der Alten Hoiahoi
Reimar und Undine herüber.
Die hielten ſich ſtumm bei den Händen und ſahen
Meereswellen kommen und gehen. Sie ſtanden, bis 1
Abend ſank, und die Nebel leiſe aus dem Waſſer emp.
ſtiegen. Ihre Seelen waren voll Preis und Dank.
Die Nebelfrau ſahen ſie nicht.
Ende.

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

§8 24.

Domnerstag, 3. Mirz.

1910.

Bekanntmachung.

jetreffend: Das Erſatz=Geſchäft pro 1910, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung
und bezw. Befreiung Militärpflichtiger vom Militärdienſt auf Grund
häuslicher Verhältniſſe ꝛc.
Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß diejenigen Angehörigen
on Militärpflichtigen oder Militärpflichtige ſelbſt, welche glauben, die nachſtehend ab=
edruckten
Vergünſtigungen des § 32,2 der W.=O. in Anſpruch nehmen zu können, ihre
esfallſigen Anträge alsbald und ſpäteſtens bis zum Erſatz=Geſchäft im laufen=
en
Jahr bei den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien vorzubringen haben, und wird
ierbei ausdrücklich darauf aufmerkſam gemacht, daß Geſuche der rubr. Art, welche nach
em Erſat=Geſchäft eingehen, keine Berückſichtigung mehr finden können, es ſei denn,
die Verhältniſſe, welche einen Antrag rechtfertigen, erſt nach dieſer Zeit ein=
etreten
ſind.
Darmſtadt, den 28. Februar 1910.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatzkommiſſion Darmſtadt.
v. Werner, Regierungsrat.
lbdruck
Nc.
ꝛc.
2. Es dürfen vorläufig zurückgeſtellt werden:
a) die einzigen Ernährer hilfloſer Familien, erwerbsunfähiger Eltern, Großeltern
oder Geſchwiſter;
b) der Sohn eines zur Arbeit und Aufſicht unfähigen Grundbeſitzers, Pächters
oder Gewerbetreibenden, wenn dieſer Sohn deſſen einzige und unentbehrliche
Stütze zur wirtſchaftlichen Erhaltung des Beſitzes, der Pachtung oder des
Gewerbes iſt;
c) der nächſtälteſte Bruder eines vor dem Feinde gebliebenen, oder an den er=
haltenen
Wundengeſtorbenen, oder infolge derſelben erwerbsunfähig gewordenen
oder im Kriege an Krankheit geſtorbenen Soldaten, ſofern durch die Zurück=
ſtellung
den Angehörigen des letzteren eine weſentliche Erleichterung gewährt
werden kann;

6) Miktarpflichtige, weichen der Beſit oder de Pachtung von Grundfücken durch
Erbſchaft oder Vermächtnis zugefallen, ſofern ihre Lebensunterhaltung auf deren
Bewirtſchaftung angewieſen und die wirtſchaftliche Erhaltung des Beſitzes oder
der Pachtung auf andere Weiſe nicht zu ermöglichen iſt;
e) Inhaber von Fabriken und anderen gewerblichen Anlagen, in welchen mehrere
Arbeiter beſchäftigt ſind, ſofern der Betrieb ihnen erſt innerhalb des dem
Militärpflichtjahre vorangehenden Jahres durch Erbſchaft oder Vermächtnis
zugefallen und deren wirtſchaftliche Erhaltung auf andere Weiſe nicht möglich
iſt. Auf Inhaber von Handelshäuſern entſprechenden Umfangs findet dieſe
Vorſchrift ſinngemäße Anwendung;
f) Militärpflichtige welche in der Vorbereitung zu einem beſtimmten Lebensberufe
oder in der Erlernung einer Kunſt oder eines Gewerbes begriffen ſind und
durch eine Unterbrechung bedeutenden Nachteil erleiden würden.
2) Militärpflichtige, welche ihren dauernden Aufenthalt im Auslande haben.
ꝛc.
2.

Darmſtadt, den 28. Februar 1910.

Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft pro 1910, insbeſondere Anträge auf Zurückſtellung und
bezw. Befreiung Militärpflichtiger vom Miltärdienſt auf Grund häus=
licher
ꝛc. Verhältniſſe.
Der Zivil=Vorſitzende der Großh. Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Indem ich Sie auf meine Bekanntmachung vom Heutigen in rubr. Betreff hin=
weiſe
, beauftrage ich Sie zugleich, die aufgenommenen Reklamationsprotokolle, gehörig
vervollſtändigt und erläutert, ſtets alsbald hier vorzulegen. Sie wollen auch, ſoweit
tunlich, für die Verbreitung der Bekanntmachung in Ihren Gemeinden Sorge tragen
und namentlich ſolche Leute, von denen Ihnen aus eigener Erfahrung bekannt iſt, daß
ihre Verhältniſſe einen Antrag rechtfertigen, möglichſt auf dieſelbe aufmerkſam machen.
(4722a
v. Werner, Regierungsrat.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3 be=
nden
ſich: 1 ſchott. Schäferhund, 3 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
zerden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
ig
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Verſteigerungs-Anzeige.

Donnerstag, den 3. März 1910, nachmittags 4 Uhr,
erſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich
wangsweiſe gegen Barzahlung:
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80 Dutzend Herrenkragen, 4 eichene Dielen, 1 Salonſpiegel, 5 Bände
Menſch und Erde, 3 Bände Mann und Weib ꝛc.;
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8 Vertikos, 4 Diwans, 3 Sofas, 2 Büfetts, 3 Trumeaux, 2 Spiegel= und
6 Kleiderſchränke, 3 Waſchtiſche, 4 Schreibtiſche, 3 Betten, 3 Ladentheken,
2 Warenſchränke, 1 Brotgeſtell, 100 Tiſchdecken, 40 Otzd. Servietten, 50 Damaſt=
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Zeichen= und Packpapier, 3 Nähmaſchinen, eine Partie Zigarren, Kognak, Falz=
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und Zübehör.
Zuſammenkunft Rundeturmſtraße 16.
Darmſtadt, den 2. März 1910.
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Bleichſtraße 9.

Pferde=Verſteigerung.
Freitag, den 4. März I. Js., vormittags 11 Uhr,
derden in der Brauerei Carl Diehl Nachf. Dieburgerſtraße 96,

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ffentlich gegen gleich bare Zahlung verſteigert.
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Darmſtadt, den 2. März 1910.
Der Konkursverwalter:
Karl Dechert.

Kohlen- u. Sterbeverein Friede‟, Ober-Ramstadt.
Vergebung von Kohlen und Briketts.
Der Bedarf von ca. 3842 Waggon Kohlen Nuß II, nur aus dem Ruhrgebiet,
nd 1820 Waggon Briketts Union des betreffenden Vereins für das Geſchäftsjahr
910/11 ſoll vergeben werden. Angebote unter Bezeichnung Anlieferung von Kohlen
nd verſchloſſen bis Samstag, den 12. März 1910, bei dem I. Vorſitzenden Peter
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Im Jahr 1909 beſtanden 16, im Frühjahr 1910 11 Einjährige.
Näheres durch den Leiter
M. Elias.

Holz-Verſteigerung.

Mittwoch, den 9. März I. Js., vormittags ½9 Uhr,
wird zu Arheilgen, bei Wirt Brücher das Durchforſtungsholz aus Diſtrikt Langes
Teil 9, Forſtwartei Steinacker verſteigert:
Nutzſcheiter, rm: 76 Eichen II. Kl.
Scheiter, rm: 163 Buchen I. Kl., 178 Buchen II. Kl., 4 Hainbuchen, 280 Eichen
Linde; Knüppel, rm: 210 Buchen, 8 Hainbuchen, 256 Eichen (hiervon 100 rm
Pfoſten 2,5 m lang); Knüppel=Reiſig rm: 146 Eichen; Reiſig, Wellen:
6770 Buchen, 1050 Eichen; Stöcke, rm: 60 Buchen, 98 Eichen.
Blau unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert.
Auskunft erteilt Forſtwart Bayerer, Krauſe Buche (Poſt Egelsbach).
Darmſtadt, den 1. März 1910.
M
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
(4693
van der Hoop.

Stamm= und Autzholz=Verſteigerungen.

Im Gaſthaus Zur Krone in Erfelden a. Rh. werden, jedesmal vormittags
9 Uhr beginnend, verſteigert:
1. Montag, den 14. März 1910,
aus Diſtrikt Knoblochsau, Hirſchforſt, Faſanerie und Griesheimer Eichwäldchen der
Großh. Oberförſterei Dornberg:
Stämme, Eiche: 56 St. I. Kl. 121,09 fm, 63 St. II. Kl. 82,03 fm, 72 St.
III. Kl. 64,21 fm, 66 St. IV. Kl. 37,05 fm, 3 St V. Kl. 1,11 fm;
Eſche: 1 St. III. Kl. 1,24 fm, 1 St. IV. Kl. 0,43 fm, 1 St. V. Kl.
0,26 Im; Ulme: 3 St. I. Kl., 8,47 fm, 5 St. II. Kl. 9,46 fm, 12 St.
III. Kl. 12,69 fm, 22 St. IV. Kl. 12,12 fm, 3 St. V. Kl. 1,35 fm.
2. Dienstag, den 15. März 1910,
aus Diſtrikt Kühkopf und Geyer der Großh. Oberförſterei Worms:
Stämme, Eiche: 11 St. I. Kl. = 23,74 fm, 15 St. II. Kl. 16,40 fm, 27 St.
III. Kl. 18,49 fm, 19 St. IV. Kl 10,40 fm, 3 St. V. Kl. 0,86 fm;
Eſche: 3 St. IV. Kl. 1,66 fm, 4. St. V. Kl. 1,33 fm, 49. St. VI. Kl.
8,62 fm; Ulme: 7 St. II. Kl. 11,06 fm, 11 St. III. Kl. 11,25 fm, 43 St.
IV. Kl. 24,60 fm, 18 St. V. Kl. 6,51 fm, 3 St. VI. Kl. 0,72 fm;
Aſpe: 2 St. IV. Kl. 1,32 fm; Pappel: 1 St. III. Kl. 1,37 fm, 1 St.
V. Kl. 0,49 fm; Derbſtangen: 5 Eichen 1. Kl. 0,23 fm, 68 Eſchen I. Kl.
4,56 fm, 27 Eſchen II. Kl. 0,97 fm.
Wegen Beſichtigung wolle man ſich an Großh. Förſter Schneider zu Forſt=
haus
Kühkopf (Poſt Erfelden), Großh. Forſtwart Schäfer zu Forſthaus Knoblochsau
(Poſt Erfelden), Forſtwart Boßler zu Dornheim (Hirſchforſt und Faſanerie) und
Forſtwart Baſſenauer zu Griesheim bei Darmſtadt (Eichwäldchen) wenden. Ge=
druckte
Stammholzverzeichniſſe können, ſoweit der Vorrat reicht, vom 5. März ab von
den unterzeichneten Oberförſtereien und den genannten Forſtwarten bezogen werden.
Worms und Dornberg, den 28. Februar 1910.
(4698
Großh. Oberförſterei Worms. Großh. Oberförſterei Dornberg.
Schaub.
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und Brennholz-Versteigerung.

Montag, den 7. und Mittwoch, den 9. März I. J., vormittags 10 Uhr
anfangend, werden im Klein=Zimmerner Gemeindewald folgende Holzſortimente
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Stöcke:
rm Buche, 4,5 Eiche, 29 Fichte, 11 Kiefern.
Zuſammenkunft bei Gaſtwirt Schneider.
Bemerkt wird, daß am erſten Tage nur Stammholz zum Ausgebot kommt.
Das Stammholz iſt ſehr ſchön und von guter Qualität, lagert ½ Stunde von der
Bahnſtation Meſſel und iſt gut abzufahren.
Klein=Zimmern, am 28. Februar 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Klein=Zimmern.
Kiefer.
(4596md

Nutzholz-Verſteigerung.

Freitag, den 11. März I. Js., vormittags 9 Uhr
anfangend, werden im Gundernhäuſer Gemeindewald öffentlich verſteigert:
Stämme: Eichen 2 St. 1,72 fm, Eſchen 70 St. 9,77 im, Ahorn 3 St.
0.56 fm, Kiefern 35 St. 20,60 km, Lärchen 12 St. 3,63 fm, Fichten
377 St. 154,54 km: Derbſtangen: Eſchen 138 St. 10,80 fm, Ahorn 1 St.
0,11 fm, Fichten 189 St. 19,21 fm, 17 St. Fichten=Reisſtangen =0,27fm.
Die Zuſammenkunft iſt in Abt. 5 an der Viehtrieb am Eingang
Waldes.
Gundernhauſen, am 1. März 1910.
(4666md
Großherzogliche Bürgermeiſterei Gundernhauſen.
Schütz.

Einen gut erhalt. Kinder=Lieg= u. Sitz=
wagen
zu verk. Einzuſehen vormittags
5104) Heinrichſtraße 104, 2. Stock links.

Eiſerne Bettſtelle mit Wollmatratze, ſe
neu, für 22 Mk. zu verkaufen
Mathildenſtraße 34, part,
*5111)

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1910.

Vergebung der kleinen Unter=
haltungsarbeiten

für das Jahr 1910/1911.
Die kleinen Unterhaltungsarbeiten, als:
Maurer=, Terrazzo= Steinhauer=, Zimmer=,
Dachdecker=, Schreiner=, Schloſſer=, Weiß=
binder
=, Glaſer=, Spengler=, Lackierer=,
Häfner= und Tapezier=Arbeiten, ſowie die
Eiſenwarenlieferung für die Zeit vom
1. April 1910 bis 31. März 1911 ſollen
vergeben werden.
Preisverzeichniſſe und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte, Grafen=
ſträße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, zur Einſicht
offen.
(4753df
Meiſter, die auf Grund der Preisverzeich=
niſſe
und der Bedingungen an der Ver=
gebung
dieſer Arbeiten ſich zu beteiligen
wünſchen, werden hierdurch aufgefordert,
dahingehende Erklärung durch Unterſchrift
der auf unſerem Amt, Zimmer Nr. 9, offen=
liegenden
Bedingungs=Unterlagen bis
Samstag, den 26. März 1910, vor=
mittags
10 Uhr, abzugeben.
Darmſtadt, den 2. März 1910.
Stadtbauamt.
Buxbaum.

Die Anlieferung von Portland=
Zement für das Jahr 1910

ſoll verdungen werden. Die Lieferungs=
Bedingungen liegen bei dem Tiefbauamt,
Zimmer Nr. 7, während der Dienſtſtunden
zur Einſicht offen. Auch werden ſolche gegen
portofreie Einſendung von 50 Pfg. zugeſchickt.
Angebote ſind bis Montag, den 14. März
lfd. Js., vormittags 11 Uhr, bei unter=
zeichneter
Stelle einzureichen.
(4706df
Darmſtadt, den 1. März 1910.
Tiefbauamt.
Keller.

Bekanntmachung.

Donnerstag, den 14. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die der Eva Diefenbach dahier zu=
ſtehenden
Immobilien:
Flur Nr. qm
II.
710//10 586//10 Hofreite Kiesſtraße,
II
713710 367
Holzplatz daſelbſt,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße 30, zwangs=
weiſe
verſteigert werden.
(K29/10
Darmſtadt, den 26. Februar 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L4715,64

Bekanntmachung.

Montag, den 21. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die dem Friedrich Herwigh in Worms
in hieſiger Gemarkung zuſtehende Hofreite:
Nr.
qm
Flur
IV 3188145 210 Kaupſtraße 31,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K166/09
Falls keine anderen rechtlichen Hinderniſſe
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 1. März 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L4713,64

Bekanntmachung.

Donnerstag, den 10. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Metzgermeiſter Peter Held=
mann
Eheleuten dahier zugeſchriebene Lie=
genſchaft
:
Flur Nr.
qm
IV 4617/10 216 Hofreite Schloß=
gartenſtraße
, jetzt
Arheilgerſtraße 6,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K4/10
Darmſtadt, den 20. Januar 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L2748,62

Bekanntmachung.

Donnerstag, den 14. April 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Heinrich Geigals Eheleuten
dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
Flur Nr. qm
II 104¾/10 213 Hofreite Karlſtraße
Nr. 65½
in unſerem Geſchäftszimmer, Wittmann=
ſtraße
1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Darmſtadt, den 28. Februar 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
(L4714,64
Frantz.

In unſer Handelsregiſter, Abteilung A,
I wurden folgende Einträge vollzogen:
Am 28. Februar 1910.

Hinſichtlich der Firma:
Schuhhaus Friedrich Soeder,
Darmſtadt.
Geſchäft und Firma ſind auf Albert
Soeder und Paul Mathäs, beide Kaufleute
in Darmſtadt, als perſönlich haftende Ge=
ſellſchafter
übergegangen, die das Geſchäft
als offene Handelsgeſellſchaft fortführen.
Die Geſellſchaft hat am 1. Januar 1910
begonnen. Die Prokura der Friedrich
Soeder Ehefrau, Veronika, geb. Haas, und
des Paul Mathäs, Kaufmann, beide in
Darmſtadt, iſt erloſchen.
Hinſichtlich der Firma:
Marie Rapp, Darmſtadt.
Die Prokura des Heinrich Peter Rapp,
Korkſtopfenfabrikant in Darmſtadt, iſt er=
(4702
oſchen.
Gelöſcht die Firma:
Peters & Trautwein zu Darmſtadt.
Darmſtadt, den 28. Februar 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Wilh. Castan,
tt billigſt
(4723a
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In unſer Handeleregaſter, Aberiung 1
J wurde heute eingetragen:

Hinſichtlich der Firma:
Rentenanſtalt a. G. und Leben
verſicherungsbank zu Darmſtad
Darmſtadt.
Dr. Karl Rabenau, Mathematiker
Darmſtadt, iſt zum ſtellvertretenden Vr
ſtandsmitglied beſtellt.
(4700
Darmſtadt, den 1. März 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

In unſer Handelsregiſter, Abteilung
wurde heute eingetragen:

Hinſichtlich der Firma:
Großgärtnerei Henkel, Geſellſche
mit beſchränkter Haftung, Dar
ſtadt.
Friedrich Henkel iſt als Geſchäftsfüh
ausgeſchieden und Jakob Wilhelm Krau
alleiniger Geſchäftsführer.
(4701
Darmſtadt, den 28. Februar 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.

Aufforderung.

Die Witwen von Hofſtallbedienſtet
welche bei der am 20. April ds. Js. ſte
findenden legatmäßigen Zinſenverteilu
der Stiftung des Großh. Oberſtle
nants a. D Karl von Kreß zum Andeni
an ſeinen Sohn Fritz von Kreß Beri
ſichtigung finden wollen, werden hierdu
aufgefordert, ſich, unter Vorlage eines Zei
niſſes des einſchlägigen Ortsgerichts ü
Würdigkeit und Bedürftigkeit, längſte
bis zum 20. März ds. Js. ſchriftlich o
perſönlich bei uns anzumelden. (4707n
Darmſtadt, den 1. März 1910.
Großherzogliches Hofmarſtall=Amt.
Frhr. von Riedeſel.

Geschäftsveriegung und Lmpfehlung.
Meiner werten Kundſchaft, den Herren Architekten und Bauunternehmern, ſowie
einer geſchätzten Einwohnerſchaft von Darmſtadt zur gefälligen Mitteilung, daß ich ſind in allen durch Plakate kenntlic
mein Weißbindergeſchäft von Landwehrſtraße Nr. 31 nach
Landwehrstrasse 37
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Ich empfehle mich zu Beginn der Saiſon zur Herſtellung von Fassaden in
allen Verputz= und Anſtricharten, ferner zur Herſtellung aller innern Dekorations=
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bei Neu= und Umbauten, ſowie allen vorkommenden Renovierungs=
.
arbeiten. Herſtellen von Rabitz-, Bakula-, Gipsdielwänden u. Gewölben.
Es wird mein Beſtreben ſein, meine werte Kundſchaft durch raſche, gute und fach= Dltal 30 1ik
gemäße Arbeiten bei billigſter Berechnung zufrieden zu ſtellen. Referenzen über aus=
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100000 Mk., wünſcht ſich mit Fräulein
oder Witwe nicht unter 35 Jahre wieder
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Zu verehelichen.
Ernſtgemeinte Offerten unter F. S.
Nr. 46 poſtlagernd Darmſtadt.
Diskr. Entbindung und Aufnahmc.
Penſion pr. Monat 60 Mk. Hebamme
Jungmann, Bischofsheim bei Mainz. 4716msms

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1916.

Seite 13.

994-
Grirsiiche Geienendrwang.
Die diesjährigen Geſellenprüfungen finden im Monat April ſtatt.
An derſelben können alle jungen Handwerker unſeres Gewerbes teilnehmen,
deren Lehrzeit ſpäteſtens am Schluß der Prüfungen beendet iſt.
Anmeldungen zur Prüfung ſind unter Benutzung des vorgeſchriebenen Formulars
(bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum 25. März an den unterzeichneten Aus=
ſchuß
zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mark und iſt mit der Anmeldung an
den Unterzeichneten einzuſenden.
Wir machen insbeſondere darauf aufmerkſam, daß die Ablegung der
Geſellenprüfung zwingende Vorbedingung für die Zulaſſung zur Meiſterprüfung
iſt, künftig aber nur durch das Beſtehen der letzteren die Befugnis zum Anleiten
von Lehrlingen erworben werden kann. Die Verſänmnis der Geſellenprüfung
hat alſo ſpatere empfindliche, nicht mehr nachzuholende Nachteile im Gefolge.
Darmſtadt, den 1. März 1910.
(4704
Der Prüfungsausſchuß der Friſeur= und Verückenmacher=Innung zu Darmſtadt
Daniel Scherer, Vorſitzender, Arheilgerſtraße 7.

5. Anfang. Sil. Uſr. 3. 2.

ORPHEDN

Tel.
389.

3. März

D

Hagtt
Hoter hisess
Täglich Künstler-Konzert.
Salvator im Anstich.
(44540d

222
(

Sängerchor des Lehrervereins
Samstag, 5. März 1910, abends 8 Uhr:
im Saalbau
Schubert - Schumann
Abend
(II. Abonnementskonzert).
Mitwirkende: Klaviervirtuosin Frl. Elly Ney aus Köln, Herr Hof-
opernsänger
Alfred Stephani von hier.
Preise der Plätze: Sperrsitz (numeriert) 3 Mk.: Saal oder Estrade 2 Mk.,
Vorsaal oder Galerie 1 Mk.
Karten in der Hofmusikalienhandlung Georg Thies Nachf. ( Elisabethen-
strasse
) in der Hofbuchhandlung L. Schlapp (Schulstrasse), im
Verkehrsbureau und am Konzertabend an der Saalbaukasse.
Nach dem Konzert gemütliches Zusammensein der Mitglieder
im Gartensaal.
(4779

In
5
rauenverein der A dulusgemeinde.
Sonntag, den 6. März, abends 8 Uhr, im Gemeindeſaal
Lichtbildervortrag des Herrn Dr. med. Appel über: (4717
N66
Selbstgeschenes u. Selbsterlebtes aus dem heutigen Hegypten
Im Anſchluß daran Hauptverſammlung des Frauenvereins.
1. Jahresbericht. 2. Rechnungsablage.
Der Vorstand.
Der Vortrag iſt für jedermann unentgeltlich zugänglich.

Frauenverein der Martinsgemeinde.
III. Vortragsabend
am Montag, den 7. März 1910, abends 8 Uhr,
im Gemeindehaus (Mollerstrasse 23)
Vortrag von Frau Dr. Happel hier

über:

3

Die Frau im Hauſe.

C

(4695

Eintritt für Mitglieder frei, für Nichtmitglieder 30 Pfg.

Gartenbauverein in Darmstadt.
Monats=Verſammlung
Donnerstag, den 3. März 1910, nachmittags 5 Uhr,
im Fürſtenſaal (Grafenſtraße).
Tagesordnung: 1. Geſchäftliche Mitteilungen. 2. Vortrag der Frau Sanitäts=
rat
Dr. Hüffel über das Thema Die Liebe zum Garten.
(4703
Der Vorstand.

66
Vble Ronigi Laisey eille Fassionsgestatt
Vortrag des Pfarrers Velte
Sonntag, den 6. März, abends 8 Uhr,
(4776
im Gemeindehaus, Kiesſtraße 17.
Der Eintritt iſt frei.

Vertreter: Heinrich Walter, Mühlstrasse 1.

(3964MI

HeutelDonnerstag
und folgende Tage:
Das
sensationelle
durckweg NEUEl.Hür.-Prosr.
4 Jansly 4.-
Miss Alice und Capt. Slema
KK SERENA.U
und 6 weitere glänzende Debuts:
Rob. Nesemann Bros. O'Kirk
Minnie Renée Chas Cherber Co=
Georgette van Dyk Biograf
etc, eic. (4787

(28
8124)
Kaiſer=Danorama.
1 Luiſenplatz
Luiſenplatz 1.
Vierwaldstätter See.

Luzern, Brunnen, Axenstrasse, Fluelen, Altdorf
und eine Tour auf den (4446od

Rigi usw.

M

Bekanntmachung.
Meiner verehrl. Kundſchaft hiermit zur
gefl. Kenntnis, daß ſich mein Geſchäft ab
1. März nicht mehr Kiesſtraße 5, ſondern
Mühlſtraße 28, I. Stock
befindet.
(*5181
Adam Fuchs,
Damenſchneider.

M

Vom 1. Marz
ſind meine Sprechſtunden:
101, 25 Uhr.
Dr. Kocks
Spez.-Arzt f. Haut- u. Harnleiden

Friedrichſtr. 19.

(4566id

Großherzogliches Hoftheater.
Donnerstag, den 3. März 1910.
130. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement B 33.
Gaſtdarſtellung des Großh. Badiſchen
Kammerſängers Herrn Heinrich Henſel
vom Kgl. Theater in Wiesbaden.
Tiefland.
Muſikdrama in einem Vorſpiel u. 2 Auf=
zügen
von Eugen d’Albert.
Muſikal. Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Szeniſche Leitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
Sebaſtiano, ein reicher
Grundbeſitzer .
Hr. Weber=
Tommaſo, der Aelteſte der
1
Gemeinde
Moruccio, Mühlknecht . . Hr. Hönel
Marta,
2 Frl. Geyersbach
Frl. Meyer
Pepa,
Frl. Birkholz
Antonia,
S5.
Roſalia,
Frl. Faeller
C2u
Nuri,
Frl. Zeiller
Pedro, ein Hirte 575 . Hr. de Leeuwe
Nando, ein Hirte

** Tommaſo Hr. Marx vom Hof= und
tionaltheater in Mannheim, a. G.
Na
Pedro . Hr. Kammerſänger Heinrich
Henſel.
Nach dem 1. Aufzuge findet eine längere
Pauſe ſtatt.
Beurlaubt: Hr. Stephani.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe,
2. Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4. Mk.)
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
(5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr.
Ende vor 10 Uhr.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Freitag, 4. März. 131. Ab.=Vorſt. C34.
Macbeth. Kl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Samstag, 5. März. Außer Abonnement.
Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen:
Der Pfarrer von Kirchfeld An=
fang
7 Uhr. (Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 6. März. 132. Ab.=Vorſtell.
D 33. Die Meiſterſinger von
Nürnberg. Stolzing . Hr. Kammer=
ſänger
Henſel vom Kgl. Theater in Wies=
baden
, a. G. Große Preiſe. Anf. 5½ Uhr.=
Aus dem Spielplau.
Montag, 7. März. 133. Ab.=Vorſtellung,
B 34. Die Nibelungen (von Hebbel).
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1910.

*5160) Fräulein, in feinen Stickereien
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Geſchäft oder Private. Gefl. Offerten unt.
§ 7 an die Expedition ds. Bl. erbeten.
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unter R 60 an die Expedition. (*5016mdf

welche
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ſuchen Stelle per 1. April. (*5219
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5147dfs) Mädchen, welches 5 Jahre bei
einer Herrſchaft iſt, und nette Landmädchen
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6
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91
(*5125
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1
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[ ][  ][ ]

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Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1910,

Seite 15,

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Seite 16.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1910.

Nummer 52

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Seite 18.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. Marz 1910.

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Nummer 5

SZM-Cheue

STE

Handel und Verkehr.

H. Frankfurt a. M., 1. März.
( Frucht=
marktbericht
.) Am Wochenmarkt waren alle Brot=
früchte
, ſowie andere Produkte überreichlich vörhan=
den
und es kam dadurch eine ausgeſprochen flaue Stim=
mung
zum Durchbruch. Trotzdem die Abgeber weſent=
lich
ihre Forderungen ermäßigten, blieben die Käufer
ſehr zurückhaltend und daher die Umſätze äußerſt be=
ſchränkt
. Landweizen, Landroggen, Gerſte und Hafer
ſchließen im Preis anſehnlich niedriger. In Mais
vollzogen ſich faſt keine Abſchlüſſe und ſind daher die
Notierungen nominelle. Mehl war ſtark angeboten
und ebenfalls bedeutend niedriger.
Der Mannheimer Getreidemarkt war
ſtill und unverändert.
An der Berliner Produktenbörſe war
Getreide anfangs ziemlich unverändert, dann abge=
ſchwächt
auf Abgaben für Rechnung der Provinz bei
ſehr ſchwacher Kaufluſt. Laplata=Weizen und ſüdruſ=
ſiſche
Offerten waren unverändert, nordruſſiſche direkt
etwas höher, aus zweiter Hand billiger. Die Mühlen
waren nur wenig kaufluſtig. Das Inlandsangebot
war ziemlich groß, aber nicht ermäßigt. Hafer lag
ruhig.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den ameri=
kaniſchen
Getreidemärkten (New=York und
Chicago) war Weizen auf ungünſtige argentiniſche
Erntemeldungen und Ankündigung der Abnahme der
Lager in Chieags ſtark ſteigend, wozu auch umfangreiche
Deckungen der Baiſſiers per Mai weſentlich beitrugen.
Der Schluß bleibt ſtramm. Mais war anfangs nach=
gebend
auf Verkäufe für Rechnung des Auslandes,
ſchließlich wieder beſſer auf ſtärkere Nachfrage für Loko=
ware
. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in dieſer
Woche von 25,82 Millionen Buſhels auf 25,52 Mill.
Buſh. zurückgegangen, dagegen die Maisvorräte von
12,29 Mill. Buſh. auf 13,48 Mill. Buſh. geſtiegen. In
Kanada ſind die Weizenvorräte in dieſer Woche von
10,94 Mill. Buſh. auf 10,88 Mill. Buſh. zurückgegangen.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hieſiger und Wetteraner, 22,4022,50,
Kurheſſiſcher 22,4022,50, Norddeutſcher 22,4022,50,
Rumäniſcher 23,5024,00, Redwinter 23,5024,00, Ruſ=
ſiſcher
23,50-24,00, Laplata 23,5024,00, Donauweizen
23,5024,00, Kanſas 23,5024,00, Walla=Walla 23,50 bis
23,80; Roggen, hieſiger, 16,6016,70, Bayeriſcher ( Pfäl=
zer
) 16,6016.70. Ruſſiſcher ,, Amerikaniſcher ,
Rumäniſcher ; Gerſte, Pfälzer, 16,5017,00, hieſige
und Wetterauer 16,0016,50, Riedgerſte 16,5017,00,
Ungariſche 22,0022,50, Fränkiſche 16,5017,00, Ruſſi=
ſche
Futtergerſte 12,5013,00; Hafer, hieſiger, 16,00 bis
17,25, Bayeriſcher 16,2517,25, Ruſſiſcher 16,5017,25,
Rumäniſcher 16,5017,25, Amerikaniſcher ; Mais,
mixed, 16,0016,25, Ruſſiſcher 16,0016,20, Donaumais
16,0016,25, Rumäniſcher 16,0016,20, Weißer Mais
16,0016,20, Laplata 15,8016,20; Weizenſchalen 10,60
bis 11,00, Weizenkleie 10,2510,50, Roggenkleie 10,50
bis 11,00, Futtermehl 13,0014,00, Biertreber, getrock=

net, 13,2513,60. Weizenmehl, hieſiges, Nr. 0 31,50 bis
31,75, feinere Marken 32,0032,25, Nr. 1 30,0030,25,
feinere Marten 30,5030,75, Nr. 2 29,0029,25, ſeinere
Marken 29,5029,75, Nr. 3 28,0028,25, feinere Mar=
ken
28,5028,75, Nr. 4. 27,50, feinere Marken 27,75
bis 28,00; Roggenmehl, hieſiges, Nr. 0 24,0024,50,
Nr. 1 21,0021,50, Nr. 2 17,0017,50.

Sport.

Rg. Berliner Ringkämpfe. Im Etabliſſe=
ment
Buggenhagen ſiegte de Wolf=Belgien in 28 Min.
gegen Gambier=Frankreich, ferner Sturm=Berlin gegen
Schneider=Sachſen in 13 Min., und Schneider= Lucken=
walde
gegen den Finnländer Tuomiſto nach einer Ge=
ſamtzeit
von 1 Stö. 18 Min. Im Zirkus Saraſani
warf zunächſt Nitſchke in 13 Min. Gockſch. Lewis ſiegte
in 3:30 über Derma, Michailoff in 13 Min. über
Andre, Cazeaux in 3 Min. über Brilla, und Laſſarteſſe
in 4 Min. über Biſchoff.
Lt. Das internationale Lawn=Tennis=
Turnier zu Monte Carlo, das bei ſchönem
Wetter fortgeſetzt wurde, brachte bereits zwei Entſchei=
dungen
. So gewann der franzöſiſche Meiſter Deeugis
die Herren=Meiſterſchaft von Monte Carlo gegen den
Engländer Ritchie, nachdem er in der Vorſchlußrunde
den Deutſchen H. Kleinſchroth 6:2, 6:1 geſchlagen
hatte. Ferner gewann Deeugis in Gemeinſchaft mit
ſeiner Gattin das gemiſchte Doppelſpiel gegen Gywnne
Evans=Miß Salisbury mit 8:1, 1:6, 6: 1. Die Letz=
tere
ſicherte ſich dagegen die Teilnahme zu der Schluß=
runde
um die Damenmeiſterſchaft, in der ſie mit Mäß
M. Brookſmith zuſammentreffen wird, die in der Vor=
ſchlußrunde
Mrs. Nutcombe Quick mit 6:2, 6:1 abge=
fertigt
hatte. Im Herren=Doppelſpiel ſiegte in der
Vorſchlußrunde S. N. Douſt=A. Wallis Myers über
das deutſche Paar H. und R. Kleinſchroth mit 8:6, 9:7,
und Deeugis=Ritchie über Caudery=Gywnne Evans
mit 6:4, 6: 1.

Luftſchiffahrt.

Sr. Einen Aeroplanflug über das
Mittelländiſche Meer plant der franzöſiſche
Aviatiker Rougier von Monte Carlo aus, wo er jetzt
mit ſeiner Maſchine aus Heliopolis eingetroffen iſt.
Rougier, der natürlich von der Bank von Monte Carlo
ein entſprechend glänzendes Angebot erhalten haben
wird, will verſuchen, die Strecke von Monaco nach dem
Cap Martin, öſtlich von Monte Carlo, über das Mittel=
meer
zu durchfliegen. Dies iſt die gleiche Strecke, über
die im Vorjahre eine Konkurrenz ausgeſchrieben war,
für die allerdings keine ernſthaften Bewerber ſich ein=
fanden
. Die Strecke mißt hin und zurück etwa 9 Kilo=
meter
, ſtellt alſo an die Leiſtungsfähigkeit der modernen
Aeroplane keine allzu großen Anforderungen. Immer=
hin
iſt zu bedenken, daß der Landungsplatz auf dem
felſigen Gebiete von Monaco und Monte Carlo kein
allzu günſtiger iſt und daß es der ganzen Geſchicklichkeit
Rougiers bedürfen wird, um den Apparat auf der für
den Start und die Landung in Ausſicht genommenen,
verhältnismäßig ſchmalen Straße um den Hafen von
Monaco nach beendetem Fluge wieder zum Halten zu
bringen, bevor er an den drohenden Felſen von
Mongco zerſchellt.

Literariſches.

Geſchichte der alten Heſſen= Darm=
ſtädtiſchen
Reiter=Regimenter von Fritz
Beck, Generalmajor a. D. Im Verlage von H. L.
Schlapp=Darmſtadt erſchien ſoeben unter dieſem Titel

ein intereſſantes Buch, in dem auf Grund offiz
Aktenſtücke die Geſchichte der alten Heſſen=Darmſt
ſchen Reiterregimenter bis zur Errichtung
Großherzoglich Heſſiſchen Dragoner=Regiments (6
Dragoner=Regiment) Nr. 23 dargeſtellt iſt. Es ha
ſich hierbei um die Regimenter, die in den Jag
1609 bis 1790 beſtanden, und die nicht in die
Formationen aufgenommen wurden, nachdem
graf Ludwig IX. bei ſeiner Thronbeſteigung 1768
beſtehende Reiterregiment aufgelöſt hatte. Danach
die erſte berittene Truppe, d. h. die erſte organi
Reiterei in Heſſen der von Landgraf Ludwig V. 09
errichtete Ausſchuß zu Pferd, der aus Freiwil
beſtand. Dieſer Ausſchuß war in 4 Geſchwader
150 Reitern eingeteilt. Die erſten Kommand
waren von Schätzel, von Ehringshauſen, von Gei
und von Wambold. 1623 befahl der Landgraf die
dankung der 4 Kompagnien. Zum gleichen Zeit
wurde das alte oder Gallſche Regimen
Pferd errichtet, das das erſte geworbene R
regiment des Landgrafen war. Im Jahre 1636
den im Feld ein Gallſches Regiment zu Pferd
Stechenbergſches Regiment zu Pferd und ein Prot
Dragoner=Regiment. Dieſe Reiterei nahm an
Operationen des kaiſerlichen ſächſiſchen Heeres
die Schweden teil, wurde aber ſpäter vom Landg
Georg zurückberufen zur Sicherheit des eigenen
des. 1637 kämpften die Truppen wiederum gege
Schweden, um 1639 wieder zurückgezogen und er
zu werden. 1640 wurde eine Leibkompagnie zu
als Leibgarde errichtet, aus der 1646 ein Leibregi
wurde. Dazu kamen ein Eberſteinſches und ein
dorfiſches Regiment zu Pferde und eine Eberſteie
Dragoner=Kompagnie. Nach dem Frieden 1648
davon nur die Leibgarde zu Pferde beſt
Dann finden nach vorübergehend zu Kriegszwecke
folgten Neuerrichtungen Erwähnung ein Joh.
Riedeſel=Regiment und eine Rau von Holzhauſers=
kadron
aus dem Jahre 1677, ein von Griesheim=
ment
(16931699), ein Erbprinzen=Regiment zu
(17021799), das Prinz Franz Ernſt= Dragoner=
ment
(17051709), das Leibregiment zu Pferd
bis 1717), ein Korps Grenadiers à cheval (1717
Garde de Dragons (17311768) und das Regi
Chevaux=legers (1790), das jetzige Dragoner=Regi
Nr. 23, das älteſte der beſtehenden Reiterregi
ter Alle die wechſelvollen Geſchicke dieſer Re
truppen ſind, belegſt mit urkundlichen Schriftſti
die einen intereſſanten Einblick in das Militärk
der damaligen Zeit gewähren, geſchildert. Zwei fa
Uniformtafeln illuſtrieren das Werkchen, das hochi
eſſant iſt, nicht nur für Militärs. Das Buch enthält
ein Verzeichnis der Offiziere von 1677 an.

Die Verdrießlichkeit der Kinder
beruht oft nur auf ungenügender Nahrungsaufna
Man mag ihnen das Beſte hinſtellen ſie haben
Appetit, und wenn ſie es wirklich eſſen, ſo ſcheinen
Speiſen nicht zu nähren. In ſolchen Fällen hat ſich S
Emulſion ſchon oft beſtens bewährt. Sie iſt ein äußerſt
verdauliches Nährmittel, das auf die geſchwundene E
der Kleinen ſofort anregend einwirkt. Der Appetit ko
wieder und mit ihm Frohſinn und Lebhaftigkeit. (47
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen ver
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur in verſie
Originalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke (Fiſcher mit dem Di
Scott & Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
Beſtandteile: Feinſter Medizinal=Lebertran 150,0, prima Gl
50,0, unterphosvhorigſaurer Kalk 4,3, unterphosphorigſaueres Natro
pulv. Tragant 3,0, feinſter arab. Gummi vulv. 2,0, deſtill. Waſſer 12),
kohol 11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Saulth
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gerollt und mit einem Weinglase zu runden Scheiben ausgestocher
Mit einer Gabel oder einem Reibeisen drückt man gleichmässig
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Nummer 52.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 3. März 1910.

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