Abonnementspreis
Inſerate
173. Jahrgang
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadk,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
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ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Der Reichskanzler und Süddentſchland.
* Die offiziös bediente „Süddeutſche
Reichskorreſpon=
denz” wendet ſich gegen einen Leitartikel der „Münchener
Neueſten Nachrichten”, der zu den Ausführungen, die der
Reichskanzler und Miniſterpräſident in
ſei=
ner Rede über die preußiſche Wahlreform im
Intereſſe Süddeutſchlands dieſer Reform gewidmet hat,
Stellung genommen hatte. Die Korreſpondenz nennt die
Ausführungen des genannten Blattes eine unglaubliche
Entſtellung der Worte des leitenden Staatsmannes,
wie=
derholt den genauen Wortlaut der auf Süddeutſchland
be=
züglichen Stelle und ſchließt mit den Worten:
Alſo „vollkommen berechtigt und begründet” hat es
Herr von Bethmann Hollweg genannt, daß man ſich in
ganz Deutſchland für das Schickſal der preußiſchen
Wahl=
reform intereſſiert. Er hat ſich die Kritik aus dem Reich
nicht verbeten und hat über Süddeutſchland in Wendungen
geſprochen, die das Gegenteil partikulariſtiſcher
Engherzig=
keit ſind. Er bekennt ſich ausdrücklich zum Föderativſtaat,
weil dieſer allein den Gliedſtaaten die Entfaltung ihrer
Eigenart ſichert. Er verlangt für Preußen die Erhaltung
des Zuſammenhangs mit der geſamtdeutſchen
Entwicke=
lung, er will, daß Preußen ſeine Stärke dem Reiche
dienſt=
bar mache. Er fordert Achtung und Verſtändnis für die
beſonderen politiſchen und Kulturwerte, die mittel= und
ſüddeutſches Weſen geſchaffen haben. — Der Reichskanzler
darf wohl beanſpruchen, daß man die Erklärungen, die er
als preußiſcher Miniſterpräſident abgibt, im Reich genau
zur Kenntnis nimmt. Hätte man dies in Süddeutſchland
überall getan, ſo wäre eine Reſolution, wie die des
Volks=
vereins Groß=Stuttgart, die „gegen die grundloſe
Be=
ſchimpfung der deutſchen Südſtaaten” durch Herrn v.
Beth=
mann Hollweg proteſtiert, gar nicht möglich geweſen. Es
liegt, nachdem der Reichskanzler als preußiſcher
Miniſter=
präſident ſo entſchieden auf die den nichtpreußiſchen
Reichs=
teilen geſchuldete Rückſicht hingewieſen hat, nicht der
ge=
ringſte Anlaß vor, in die Behandlung der preußiſchen
Wahlrechtsvorlage einen Gegenſatz zwiſchen Nord und Süd
hineinzutragen.
Die Schiffahrtsabgaben.
* Entgegen anderweitigen Meldungen betont der
„Schwäb. Merkur”, daß die Verhandlungen mit
dem Auslande bezüglich der
Schiffahrtsabga=
ben erſt nach Erledigung der Abgabenfrage im Deutſchen
Reiche eingeleitet werden ſollen. Ueber die dem
Geſetzent=
wurf betreffend die Schiffahrtsabgaben auf Grund des
Bundesratsbeſchluſſes vom 2. Februar im einzelnen zu
gebende Faſſung ſind in Berlin in letzter Woche
kommiſ=
ſariſche Verhandlungen gepflogen worden, die einen
be=
friedigenden Verlauf genommen haben.
Der Mähriſche Landtag nahm eine Reſolution
an, in welcher die Regierung aufgefordert wird, unter
kei=
ner Bedingung die Aufhebung der freien durch
internatio=
nale Verträge garantierten Elbſchiffahrt zuzulaſſen
und unter keinem Vorwande der Erhebung von Abgaben
auf der Elbe, durch deren Einführung Deutſchland einen
Schaden der Induſtrie und des Handels von Oeſterreich
beabſichtige, zuzuſtimmen.
Die öſterreichiſche Regierung hat bereits
an=
gedeutet, daß ſie „nach außen hin” über ihre
Stellung=
nahme zur preußiſchen Kanalvorlage und zur
Bundes=
ratsvorlage keinen Zweifel aufkommen gelaſſen, d. h. das
Deutſche Reich von ihrer ablehnenden Haltung in
Kennt=
nis geſetzt habe. In der Tat beweiſt ein kurzer Blick auf
die Statiſtik, welche bedeutſamen Intereſſen
Oeſter=
reichs mit der Abgabenfreiheit auf der
Elbe zuſammenhängen. Die Elbe iſt für Oeſterreich die
wichtigſte Verkehrsſtraße nach dem Nordweſten. Der
Elbe=
verkehr auf dem Großſchiffahrtswege ab Auſſig iſt zehnmal
ſo ſtark wie der Donauverkehr und faſt dreimal ſtärker wie
der geſamte Schiffsverkehr von Trieſt. Die
ſächſiſch=
böhmiſche Landesgrenze paſſieren tal= und bergwärts
fiber 22000 Schiffe jährlich und nach der offiziellen Statiſtik
des Deutſchen Reiches wurden im Jahre 1907 über
Schan=
dau nach Oeſterreich eingeführt 633800 Tonnen,
ausge=
führt 3 140 212 Tonnen. An der öſterreichiſchen Ausfuhr
iſt die böhmiſche Braunkohle mit 60 bis 70 v. H. beteiligt.
Ferner gelangten im Jahre 1908 auf dem Elbewege über
4 Mill. Mrtr.=Ztr. Zucker, Melaſſe und Sirup, nahezu
1 Mill. Mtr.=Ztr. Braugerſte, je ½ Mill. Mtr.=Ztr. an
Hölzern und Steinen, ½ Mill. Mtr.=Ztr. galiziſchen Pe=
troleums, 150000 Mrt.=Ztr. Obſt und 70000 Mtr.=Ztr.
Produkte der öſterreichiſchen Glasinduſtrie zur Ausfuhr.
Bei der Einführung einer Schiffahrtsabgabe von 0,1 Pfg.
per Tonnenkilometer würde z. B. ein mit Zucker von Auſſig
nach Hamburg ſchwimmender Kahn mit 600 Tonnen
La=
dung den Betrag von 372 Mk. an Schiffahrtsabgaben an
das Deutſche Reich zu zahlen haben. Da der öſterreichiſche
Zuckerexport etwa 400000 Tonnen beträgt, würde die
öſter=
reichiſche Zuckerausfuhr über die Elbe allein mit etwa
¼ Million Mark belaſtet werden. Die Fracht für Kohle
von Auſſig nach Magdeburg würde per Tonne eine
Be=
laſtung von 37 Pfg. erfahren, das iſt eine Verteuerung
um etwa 16 v. H. Die Geſamtbelaſtung des Elbeverkehrs
wird bei einem Einheitsſatz von 0,1 Pfg. für das
Tonnen=
kilometer auf etwa 1½ Millionen Mark veranſchlagt.
Präſidentenwechſel in Frankreich?
Am 18. Februar 1906 wurde Herr Armand
Falliéres an Stelle des Herrn Emile Loubet, deſſen
Amtszeit beendet war, zum Präſidenten der franzöſiſchen
Republik für die verfaſſungsmäßig feſtgeſetzte Zeit von
ſieben Jahren von der Nationalverſammlung mit abſoluter
Stimmenmehrheit gewählt. Unter normalen Umſtänden
würde Herr Falliéres alſo noch drei Jahre, bis zum 18.
Februar 1913, Oberhaupt des franzöſiſchen Staatsweſens
bleiben. Aber in den politiſchen und parlamentariſchen
Kreiſen von Paris erhält ſich, nach zuverläſſigen
Nachrich=
ten, das Gerücht, daß Herr Falliéres ſchon in naher Zeit
auf die hohe Würde, zu der das franzöſiſche Volk ihn
be=
rufen hat, verzichten und den Elyſee=Palaſt für einen
Nach=
folger räumen werde.
Es iſt ſchon früher gemeldet worden, daß die Politik
mit dieſem angeblich unerſchütterlichen Entſchluß nichts zu
tun hat, daß er vielmehr ſeine Urſache in dem
Geſund=
heitszuſtande des Präſidenten und in dem Willen ſeines
Hausarztes habe. Herr Falliéres iſt kein Jüngling mehr;
er wird am 9. November das 69. Jahr vollenden und damit
die Schwelle der bibliſchen Siebzig betreten. Er iſt von
Geſtalt, wie jedermann weiß, unterſetzt und ſehr beleibt.
Sein Kopf ſitzt auf kurzem, dickem Halſe zwiſchen breiten
Schultern, kurz, er hat das Ausſehen von Leuten, die in
vorgerücktem Alter der Gefahr von Schlagflüſſen ausgeſetzt
ſind, und es heißt, daß der Hausarzt des Präſidenten dieſe
Gefahr um ſo ernſter für ihn befürchtet, als es Herrn
Fal=
liéres mit Rückſicht auf die republikaniſche Etikette, das
„Protocole”, nicht möglich iſt, ſich das Maß von
Bewe=
gung zu verſchaffen, das erforderlich wäre, ſeinem Körper
Friſche und Elaſtizität zu bewahren. In die
Oeffentlich=
keit ſind dieſe Gerüchte von der Abſicht des Präſidenten,
ſich ins Privatleben zurückzuziehen, beiläufig bemerkt,
zu=
erſt durch einen untergeordneten Zufall gelangt.
In aller Stille wollte Herr Falliéres ſich in irgend
einem Stadtteile von Paris ein Heim für den letzten,
ruhigen Abſchnitt ſeines Daſeins einrichten. Er ließ ein
Haus, das ihm behagte, unter einem Decknamen
ankau=
fen und das erſte Stockwerk darin für ſeine und ſeiner
Familie Aufnahme vorbereiten. Aber dann gab es
Schwie=
rigkeiten mit einem Mieter, der ſich über die baulichen
Veränderungen, die in Angriff genommen wurden, aufhielt
und nur dadurch zum Wohnenbleiben bewogen werden
konnte, daß man ihm unter dem Siegel des Geheimniſſes
anvertraute, für wen dieſe baulichen Veränderungen
vor=
genommen würden. Der Mieter aber hatte nichts
Eili=
geres zu tun, als das Geheimnis ſeinen Freunden weiter
zu berichten.
Es ſcheint nun, daß Herr Falliéres den Vorſtellungen
des Miniſterpräſidenten Briand nachgeben und
wenig=
ſtens bis nach den nächſten Wahlen im Amte blieben wird.
Damit wäre die Präſidentſchaftskriſis bis zum Monat
Mai aufgeſchoben. Die Kandidaten für die
Nach=
folge des Herrn Falliéres würden ziemlich
zahl=
reich ſein, aber es iſt ſchwer vorauszuſagen, wer von ihnen
die beſten Ausſichten hat. Jedenfalls iſt bereits ein ſehr
lebhaftes Intrigenſpiel hinter den Kuliſſen im Gange.
Viele meinen, Herr Ribot, der ſich in jüngſter Zeit
be=
merkenswerterweiſe politiſch mehr nach links gewandelt
hat, würde noch am eheſten als künftiger Präſident in
Frage kommen. Die Radikalen dagegen möchten gern
Herrn Léon Bourgeois in den Vordergrund ſtellen,
aber dem klugen und verſöhnlichen Herrn Bourgeois, der
gewiß ein ausgezeichneter Präſident wäre, würde ſeine
ſchwache Geſundheit ſchwerlich die Annahme der Wahl
ge=
ſtatten. Auch Herrn Briſſon nennt man, den ſchon
ein wenig ſtrapazierten Präſidenten der
Deputiertenkam=
mer, den ehrgeizigen Herrn Paul Deschanel, den
Dandy unter den republikaniſchen Politikern, Herrn
Ber=
teaux, jenen Börſenmakler, der einſt als Kriegsminiſter
die franzöſiſche Armee befehligte, — und man ſpricht auch
davon, einen Mann auf den Präſidentenſtuhl zu erheben,
der nicht ſo ſehr wie alle die Genannten in den
Partei=
kämpfen ſtände, ſondern ſich mehr abſeits von ihnen
ge=
halten hat. Dieſer Mann ſoll Herr de Selves ſein, der
Präfekt des Seine=Departements, der als geſchickter und
erfahrener Verwaltungsbeamter gilt, aber in der Tat
poli=
tiſch noch nie ſonderlich hervorgetreten iſt, ſo daß keine
Partei ihn ausſchließlich als den ihrigen in Anſpruch
neh=
men könnte.
Natürlich handelt es ſich bei alledem um nicht viel
mehr als um Kombinationen und es wird
abzu=
warten ſein, ob ſich eine von ihnen verwirklicht.
Deutſches Reich.
— Bei der Reichstagserſatzwahl im
Wahl=
kreiſe Mülheim=Gummersbach=
Wipper=
fürth erhielten: Marx (Ztr.) 20367, Erdmann (Soz.)
10927, Falk (natl.) 8461, Hömann (chriſtl.=ſoz.) 1124
Stimmen; zerſplittert waren 32 Stimmen. Es iſt
Stichwahl zwiſchen Marx und Erdmann erforderlich.
Bei der Hauptwahl im Jahre 1907 ſiegte der inzwiſchen
verſtorbene Zentrumsabgeordnete de Witt im erſten
Wahlgange mit 19958 Stimmen gegen 11218
national=
liberale und 8538 ſozialdemokratiſche Stimmen. Das
Zentrum iſt ſchon im Jahre 1903 mit der
Sozialdemo=
kratie in die Stichwahl gekommen. An einen Sieg des
Sozialdemokraten in der Stichwahl iſt nicht zu denken.
— Ein handelspolitiſches Abkommen zwiſchen dem
Deutſchen Reich und Kanada iſt am Dienstag
unterzeichnet worden.
— Von der nationalliberalen Fraktion iſt
folgender Antrag (Baſſermann und Genoſſen) im
Reichstag eingebracht worden: Der Reichstag wolle
beſchließen: 1. den Herrn Reichskanzler zu erſuchen, einen
Beſchluß des Bundesrats herbeizuführen, wonach die durch
Beſchluß vom 24. Juli 1909 auf Grund des Artikel 3 des
Geſetzes zur Abänderung des Schaumweinſteuergeſetzes
vom 15. Juli 1909, ſowie die auf Grund des § 106 des
Branntweinſteuergeſetzes vom 15. Juli 1909 in Kraft
ge=
tretenen Zollherabſetzungen für Schaumwein,
Brannt=
wein, Arrak, Rum, Kognak uſw., ſowie für Aether aller
Art und äther= oder weingeiſthaltiger Riechmittel (
Par=
fümerien und kosmetiſche Mittel, Eſſenzen, Extrakte,
Tink=
turen und Waſſer) mit dem Inkrafttreten des franzöſiſchen
Zolltarifs wieder aufgehoben werden; 2. den Herrn
Reichskanzler zu erſuchen, in Erwägungen darüber
einzu=
treten, bezüglich welcher franzöſiſchen Einfuhrartikel, ſoweit
ſie nicht handelsvertraglich gebunden ſind, für den Fall,
daß der franzöſiſche Zolltarif weſentliche Erſchwerungen
für die deutſche Einfuhr nach Frankreich enthalten ſollte,
die Zollſätze in entſprechender Weiſe zu erhöhen ſind.
Dem elſaß=lothringiſchen
Landesaus=
ſchuß iſt ein von ſämtlichen Mitgliedern unterſchriebener
Antrag betreffend Gewährung einer Autonomie an
Elſaß=Lothringen zugegangen, der folgenden
Wort=
laut hat: „Der Landesausſchuß wolle beſchließen, die
Re=
gierung zu erſuchen, mit aller Kraft darauf hinzuwirken,
daß die verbündeten Regierungen dem Reichstage alsbald
einen Geſetzentwurf vorlegen, durch welchen beſtimmt wird,
daß die Verfaſſung des Deutſchen Reiches, ſowie das
Reichsgeſetz betreffend die Verfaſſung und die Verwaltung
Elſaß=Lothringens dahin abgeändert werden, daß Elſaß=
Lothringen zum ſelbſtändigen Bundesſtaate erhoben und
als ſolcher den deutſchen Bundesſtaaten
verfaſſungsrecht=
lich völlig gleichgeſtellt werde.‟ — Ergänzt wird dieſer
An=
trag durch einen zweiten, der wie folgt lautet: „Der
Lan=
desausſchuß wolle beſchließen, die Regierung zu erſuchen,
mit aller Kraft darauf hinzuwirken, daß die verbündeten
Regierungen alsbald dem Reichstage einen Geſetzentwurf
vorlegen, durch welchen beſtimmt wird, daß der
Landes=
ausſchuß von Elſaß=Lothringen oder die bei der Erhebung
zum Bundesſtaate zu ſchaffende Volksvertretung aus dem
allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht
unter Anwendung des Proportionalwahlverfahrens
her=
vorgehen ſoll.‟ — Dieſer letztere Antrag iſt von der
Mehr=
zahl der Abgeordneten unterzeichnet. Angeſichts der
poli=
tiſchen Verhältniſſe in Elſaß=Lothringen wird wohl noch
viel Waſſer den Rhein hinunterfließen, ehe an die
Ver=
wirklichung der beiden Anträge gedacht werden kann.
— Die Wahlrechtskommiſſion des
preu=
ßiſchen Abgeordnetenhauſes nahm weiter
die §§ 1 und 2 unverändert an (aktives Wahlrecht,
Aus=
ſchluß von demſelben), Zu § 3 (paſſives Wahlrecht)
war vom Zentrum der Antrag geſtellt worden, für die
paſſive Wahlfähigkeit das 25. anſtatt das 30. Lebensjahr
einzuſetzen. Auf Widerſpruch der Regierung wurde
der Antrag aber mit 15 konſervativen, freikonſervativen
und nationalliberalen Stimmen gegen 11 Stimmen
abgelehnt. Zu § 4 (direkte Wahl) lag eine Reihe
konſervativer Anträge vor, welche die Wiederherſtellung
der indirekten Wahl bezweckten. Es wurde beſchloſſen,
zunächſt die Frage der direkten und indirekten Wahl zu
diskutieren, die Beſchlußfaſſung hierüber ſowie die
Erörterung der Einzelheiten bis zum § 21 (Berechnung
des Wahlergebniſſes) zurückzuſtellen. In der
allge=
meinen Diskuſſion ſtellten ſich allein die Konſervativen
auf den Standpunkt der indirekten Wahl, die
Freikon=
ſervativen hielten Gründe und Gegengründe für
ziem=
lich gleichwertig, alle übrigen Parteien ſprachen ſich für
direkte Wahl aus, ebenſo natürlich der Miniſter des
Innern. Es wurde beſchloſſen, in der auf Donnerstag
vormittag 10 Uhr anberaumten zweiten Sitzung in die
Beratung des § 4ff. (Bildung der Wahlabteilungen)
einzutreten.
— Der Entwurf der Reiſekoſten der
Staats=
beamten iſt dem preußiſchen
Abgeordneten=
hauſe zugegangen.
Nach § 1 erhalten die Staatsbeamten bei Dienſtreiſen
Tagegelder nach folgenden Sätzen: 1. aktive
Staatsmini=
ſter 35 Mark, 2. Beamte der erſten Rangklaſſe 28 Mark,
3. Beamte der 2. und 3. Rangklaſſe 22 Mark, 4. Beamte
der vierten und fünften Rangklaſſe 15 Mark, 5. Beamte, die
nicht zu den obigen Kategorien gehören, ſoweit ſie bisher
zu dieſem Satz berechtigt waren, 12 Mark, 6.
Subaltern=
beamte 8 Mark, 7. andere Beamte, ſoweit ſie bisher zu
die=
ſem Satz berechtigt waren, 6 Mark, 8. die übrigen 4 Mark.
Wird die Dienſtreiſe am gleichen Tage angetreten und
be=
endet, ſo werden ermäßigte Tagegelder gewährt und zwar
für 1. 23 Mark, für 2. 18 Mark, für 3. 14 Mark, für 4. 10
Mark, für 5. 8 Mark, für 6. 6 Mark, für 7. 4 Mark, doch für
8. 3. Mark. Aus den übrigen Paragraphen ſeien folgende
Beſtimmungen erwähnt: Die Fahrkoſten werden für Hin=
und Rückreiſe beſonders berechnet. Für Geſchäfte am
Wohnort werden den Beamten keine Tagegelder gezahlt,
auch dann nicht, wenn die Geſchäfte im Umkreiſe von zwei
Kilometern vom Wohnorte wahrgenommen werden.
Be=
amten, die für ihre Dienſtreiſen Pauſchalbeträge erhalten,
werden Tagegelder und Fahrkoſten nur gewährt, wenn ſie
Dienſtgeſchäfte außerhalb ihres Amtsbezirkes erledigen.
Für häufig reiſende Beamte kann die vorgeſetzte Behörde
Pauſchalbeträge feſtſetzen. Beamte im
Vorbereitungs=
dienſt erhalten Tagegelder und Reiſekoſten nur dann
ge=
währt, wenn ſie die Reiſen nicht lediglich zum Zwecke ihrer
Ausbildung unternehmen. Dieſe Beſtimmungen treten
mit dem 1. April 1910 in Kraft.
— Die bayeriſche Abgeordnetenkammer
hat nach viertägiger Beratung das neue bayeriſche
Malzaufſchlaggeſetz genehmigt. Das Geſetz iſt eine
Konſequenz der durch die Reichsfinanzreform
beſchloſſe=
nen Bierſteuer, durch die die Uebergangsabgaben
Bayerns an das Reich um 14 Millionen Mark erhöht
werden. Dieſer Betrag wird durch das neue
Malzauf=
ſchlaggeſetz aufgebracht, das eine Bierpreiserhöhung
von 2 Pfg. pro Liter im Gefolge hat. Für das Geſetz
traten alle bürgerlichen Parteien ein. Ein
ſozialdemo=
kratiſcher Antrag auf Entſchädigung der durch das
Ge=
ſetz arbeitslos werdenden Brauereiarbeiter wurde
ab=
gelehnt.
— Die ſämtlichen Mitglieder der vereinigten
bürger=
lichen Parteien im Landtag von Sachſen=
Mei=
ningen hatten, wie wir mitteilten, an den Herzog
das Erſuchen gerichtet, „aus eigener Entſchließung in die
Unterſtellung des Domänenfiskus unter die
Beſtimmun=
gen des Einkommenſteuergeſetzes gnädig zu willigen”
Herzog Georg ließ nunmehr durch ſein
Staatsminiſte=
rium folgende Antwort erteilen: „Nach dem Geſetz iſt
der Domänenfiskus einer Landesſteuer nicht unterworfen.
Der Herzog hat ſich ſeinerzeit mit der Vereinbarung, welche
dem Domänengeſetz vom 20. Juli 1871 zugrunde liegt, in
der Erwartung einverſtanden erklärt, daß damit der
lang=
jährige, höchſt bedauerliche Domänenſtreit auf die Dauer
geſchlichtet werde. Der Herzog will an der ſtattgehabten
Vereinbarung auch jetzt und weiterhin unverbrüchlich
feſt=
halten und erwartet, daß auch der Landtag die
Vertrags=
treue wahrt! Der Herzog iſt daher nicht gewillt, einer
Aenderung des Domänengeſetzes vom 20. Juli 1871 die
Genehmigung zu erteilen.”
Ausland.
— Der öſterreichiſche Reichsrat iſt, wie gemeldet, zum
24. Februar einberufen worden. Auf der Tagesordnung
ſteht die Wahl der beiden neuen Vizepräſidenten und die
erſte Leſung des Rekrutengeſetzes. Miniſterpräſident von
Bienerth eröffnete die Verhandlungen mit den Parteien
über das Arbeitsprogramm mit der Beratung mit den
Chriſtlich=Sozialen, die wegen der Krankheit Luegers in
deſſen Wohnung ſtattfand. Wie verlautet, beſtehen die
Po=
len darauf, daß die große Kabinettsumbildung ſtattfinde,
da ſie ſich den Tſchechen gegenüber dafür verpflichtet
ha=
ben. Der Miniſterpräſident äußerte ſich dahin, daß er für
die nächſte Zeit keine größeren Veränderungen im
Mini=
ſterium vorzunehmen beabſichtige. Die chriſtlich=ſoziale
Parteileitung beſchloß jedoch, auf einer gründlichen und
dauernden Sanierung der parlamentariſchen Verhältniſſe
zur Herbeiführung der vollen Arbeitsfähigkeit des
Par=
laments zu beſtehen. So lange eine feſte Arbeitsmehrheit
nicht geſchaffen ſei, behält ſich die chriſtlich=ſoziale Partei
die Freiheit ihrer Entſchließungen vor. Dieſe
Beſchluß=
faſſung wird in deutſchfreiheitlichen Kreiſen als ein
Ab=
rücken der Chriſtlich=Sozialen von der Regierung
ange=
ſehen. Man glaubt, daß ſie gemeinſame Sache mit den
Polen und Slawen machen wollen, um eine vollſtändige
Umänderung des Kabinetts zu erzwingen. Es iſt nicht
unmöglich, daß Frhr. v. Bienerth ſich infolgedeſſen
veran=
laßt ſehen wird, ſein Abſchiedsgeſuch zu überreichen.
— In der italieniſchen Kammer richtete Galli eine
An=
frage an die Regierung über die kretiſche Frage. Der
Miniſter des Aeußern gab einen Rückblick über die
letzte Phaſe dieſer Frage. Er führte aus:
Die Lage habe ſich nicht nur im Intereſſe des
allge=
meinen Friedens, ſondern auch im beſonderen Intereſſe
Griechenlands — das verdiene in Erwägung gezogen zu
werden — gebeſſert. Die vier Schutzmächte, die ihre
Aufgabe in raſchem Austauſch von Noten erfüllt hätten,
hätten ſich darin in Uebereinſtimmung gefunden, daß ſie
die Notwendigkeit eines gemeinſamen
diploma=
tiſchen Vorgehens erkannt hätten. Die
Interven=
tion der Schutzmächte ſei nicht wirkungslos geblieben. Die
griechiſche Regierung habe den Schutzmächten und der
otto=
maniſchen Regierung notifiziert, daß die Einberufung der
Nationalverſammlung nur friedliche Zwecke der
Verſöh=
nung in der inneren und internationalen Politik verfolge.
Unſere Haltung, ſagte der Miniſter, beſtand darin, in
Uebereinſtimmung mit Frankreich, Großbritannien und
Rußland vorzugehen. Man weiß, daß ſich Oeſterreich=
Un=
garn und Deutſchland ſeit mehreren Jahren von den
Ver=
handlungen bezüglich der Kretafrage fernhalten, wenn ſie
auch von denſelben Gefühlen beſeelt ſind, wie die andern
Mächte. Unſere Gefühle und Intereſſen rieten uns abe zu
dieſem einträchtigen Vorgehen. Unſere Gefühle fülkr
uns dazu, das neue liberale Regime in der T
kei und die ſchrittweiſe Beſſerung in Griechenland mit
cher Sympathie zu betrachten. Unſere Intereſſen rif
uns noch mehr, in Uebereinſtimmung mit den and=
Mächten vorzugehen. Die Meinung iſt hinfort in dem ſe
wiſſen Italiens feſt begründet, daß der höchſte Zweck
ſi=
ſerer Politik, nämlich die Aufrechterhaltung des intir
nationalen Friedens, im gegenwärtigen
Au=
blick nur durch die Wahrung der Lage im europäiſ en
Orient erreicht werden kann. Jedes Vorgehen, das deſt
zielt, dieſe Lage zu befeſtigen, muß unſere diplomath
Unterſtützung finden, wie wir jedem Vorgehen entgegerſe
ten werden, das die Lage außerhalb des Konzerts ſer
Mächte ändern will. Ich bin feſt überzeugt, daß wir dich
unſer gemeinſames Vorgehen mit Frankreich. Großbrim
nien und Rußland zu gleicher Zeit unſeren Gefühlen nd
unſeren Intereſſen gehorcht und an der Aufgabe des 7je
dens und der Ziviliſation mitgearbeitet haben. (Beif
Die Sitzung wurde hierauf geſchloſſen.
— Das engliſche Parlament wurde am Dien
förmlich eröffnet. Im Unterhauſe wurde Lowther einſi
mig zum Sprecher wiedergewählt. Die königliche S
tion der Wahl Lowthers zum Sprecher wurde dem Un
hauſe am Mittwoch bekannt gegeben. Die Mitglieder
den ſodann den Huldigungseid leiſten. Da dieſe Zere
nie den größten Teil der Woche in Anſpruch
nimmt=
wird die Thronrede nicht vor dem 21. Februar
Verleſung gelangen.
— Die politiſche Lage in Griechenland zeigt
neue Phaſe. Soweit ſich in Erfahrung bringen läßt
von neuem eine tiefgehende Spaltung zwiſchen der
litärliga und der Marine ausgebrochen,
die=
einem blutigen Zuſammenſtoß führen kann. Die wich
ſten Punkte Athens waren Dienstag Nacht beſetzt,
man einen Angriff von ſeiten der Marine fürch
Typaldos iſt unvermutet nach Athen zurückgekehrt.
Zeitungen iſt nur unter der Bedingung das Erſche
geſtattet, daß Mitglieder der Militärliga, die in den
daktionen ſtändigen Aufenthalt nehmen, ihren Inhalt ün
wachen. Die Marineoffiziere haben ſich lt. „Voſſ.
im Arſenal von Salamis verſammelt und die Schifft
Kampfbereitſchaft verſetzt, um gegen Pyräus und Phall
vorzugehen. Die Geſandten Rußlands, Englands, Fr
reichs und Italiens begaben ſich nach Phaleron, um
den Kommandanten ihrer dort lagernden Kriegsſchiffe
ſprechungen abzuhalten.
— Entgegen der von den Blättern verbreiteten N
richt, daß die Verhandlungen der Kongo=Konferenz auf
beſtimmte Zeit vertagt wurden, ſtellt die „Agence
Har=
feſt, daß dies nicht der Fall iſt. Einer der deutſchen 2.
gierten ſei in den letzten Tagen an Influenza erkrankt
weſen, jetzt aber wieder hergeſtellt, ſodaß geſtern
vormi=
die Sitzungen wieder aufgenommen werden konnten.
glaubt, daß die Konferenz in einigen Monaten ihre
beiten beendet haben wird.
* Berlin, 15. Febr. Prinz Heinrich 1
Preußen überwies dem Zentralkomitee für die
näherung zwiſchen Deutſchland und Frankreich, das u
dem Präſidium des Präſidenten des Herrenhauſes
zu Händen des Schatzmeiſters des Komitees, Bankdire
Leopold Steinthal hierſelbeſt, eine namhafte Summe
Beſten der Ueberſchwemmten in Paris. ?
rere inaktive preußiſche Staatsminiſter und Staatsmin
der Bundesſtaaten, ſowie viele hervorragende Perſön
keiten, etwa 300, ſchloſſen ſich gleichfalls dem Komitee
Goeben in Spanien 1836—1840.
Von Karl Noack.
Getreu unſerer Zuſage in Nr. 28 vom 3. Februar
des „Tagblatt” geben wir hier einen Ueberblick über
die Teilnahme Goebens an dem Karliſtenkriege und
ſeiner Heimreiſe aus Spanien im Jahre 1840, beſonders
nach ſeinen eigenen Angaben in „4 Jahre in Spanien,
Hannover 1841‟.
Der Wunſch, dem öden Gamaſchendienſt zu
ent=
gehen, ließen den fenrigen jungen Auguſt von Goeben
den Entſchluß faſſen, ſein Abſchiedsgeſuch einzureichen,
um aus „royaliſtiſcher Begeiſterung und leidenſchaftlichem
Haß gegen England” (Treitſchke, Deutſche Geſchichte,
IV, 514) nach Spanien zu gehen, in das karliſtiſche
Heer einzutreten und den Krieg am eigenen Körper
kennen zu lernen.
„In ſtolzen, hoffnungsreichen Träumen
ſchwel=
gend”, wie er ſelbſt erzählt a. a. O. 1 ff., . . . „jung,
unerfahren, den Kopf warm, das Blut glühend, träumte
ich von Kriegstaten und Kampfesluſt, malte den
Augen=
blick mir aus, in dem die Kugeln des Feindes mich
umziſchen würden, und wünſchte mir Flügel, um früher
das erſehnte Ziel zu erreichen”, ſagt er uns in der
ſchwungvollen Sprache der Jugend. Von Bayonne aus
betrat er den Boden Spaniens. „In die einfache Tracht
eines baskiſchen Bauern gehüllt” überſchritt er unter
Führung von Schleichhändlern die Grenze und
durch=
eilte auf ſchmalen Fußſteigen die Felſentäler der
Weſt=
pyrenäen . . .
„Am 31. Mai wurde er als Sekondleutnant im
Ge=
neralſtabe von Guipuzcoa eingeſtellt.‟ Das karliſtiſche
Heer, etwa 20000 Mann ſtark, ſtand im Frühjahr 1836
in Navarra und dem Baskenlande, ihm ſtand im
Halbkreis gegenüber General Cordova mit 120000
Mann Chriſtinos, während der engliſche
Oberſt=
leutnant de Lacy Evans mit der engliſchen Legion in
San Sebaſtian, alſo im Rücken des karliſtiſchen Heeres.
ſich befand. Bald ſollte er den Ernſt des Krieges
kennen lernen, es handelte ſich um die Eroberung der
Verſchanzungen von Paſſages. „Wer vermöchte,
ſchreibt er, „die Gefühle zu ſchildern, die in der Bruſt
des Jünglings ſtürmiſch wogen, da er die Stunde des
erſten Kampfes nahen ſieht. Stolz und
Beklommen=
heit, Vertrauen und Ungeduld wechſeln gleich
mächtig. . . " Leider mangelt der Platz hier, mehr aus
den bedeutſamen Selbſtbekenntniſſen des jungen
Brauſekopfes mitzuteilen, wer ſich dafür intereſſier
E=
der leſe die Auslaſſungen a. a. O. S. 55 ff. nach.
wurde von den Engländern gefangen. Endlich, am 8.
Juni 1837, ſchlug die Stunde der Befreiung. Auf dem
Marſch zur franzöſiſchen Grenze gelang es Goeben,
zu entkommen und unter unzähligen Gefahren
glück=
lich bis zu General Garcia ſich durchzuſchlagen. Nach
allen möglichen kühnen Streifzügen, Handſtreichen,
Reiterſtückchen uſw., die man a. a. O. nachleſen möge
und die v. Goebens hervorragende Befähigung und
Eigenſchaften hervortreten laſſen, wurde er ſchwer
ver=
wundet, wiederum gefangen genommen und nach
Madrid geſchafft. Am 6. September 1838 mußte
Goeben weitermarſchieren und gelangte nach Cadiz,
wo er in einer düſteren, ſchauerlichen, „feuchtkalten
Kaſematte” mehrere Monate untergebracht wurde.
„Zweimal mußte er mit den anderen karliſtiſchen
Offizieren aus der ſchreckensvollen Boyna das
ver=
hängnisvolle Stückchen Papier ziehen, das über Leben
und Tod entſchied.‟ Es wurden nämlich immer 10
Offiziere zum Tode beſtimmt, um irgend eine auf
kur=
liſtiſcher Seite gelungene Tat zu rächen.
Erſt im Frühjahr 1839 hörten die Seelenqualen,
die unmenſchliche Behandlung, insbeſondere auch das
ſtändige Halbverhungern auf, nachdem General
Ca=
brera furchtbare Vergeltung angekündigt hatte.
End=
lich, an einem der letzten Junitage 1839, hatte auch
v. Goeben durch die Fürſprache des hannoverſchen
Konſuls die ſchrecklichen Kaſematten verlaſſen dürfen.
Die Zeit bis Ende des Karliſtenkrieges 1840 iſt
wie=
der voll von Abenteuern. Auf der Fahrt von Cadiz
nach Valencia erhob ſich drei Tage lang ein wütender
Sturm, am 1. Auguſt endlich begrüßte er freudig die
wiedergewonnene Freiheit. „Nach langer, langer
Ge=
fangenſchaft war ich wieder frei, war vereint mit den
Meinen; ich durfte hoffen, im Blute der Gehaßten ſo
viele Leiden, ſo viele mit Zähneknirſchen empfangene
Inſulten, ſo viele hingeopferte Gefährten zu rächen.
Ich jubelte im Vorgefühl des ſeligen Tages, an dem
ich, die Waffen in der Hand, den Scharen Chriſtinas
mich gegenüber ſehen würde; ich atmete, ich ſchwur Rache,
Rache für alle Unbilden, die ſie höhnend auf uns Wehrloſe
gehäuft hatten (a. a. O. S. 428 ff.).” Am 24. Auguſt
wurde er dem General Cabrera vorgeſtellt und
zeich=
nete ſich unter ihm, namentlich bei Carboneros, durch
ſeine tollkühne Tapferkeit aus. Von der Grauſamkeit
des hervorragenden Karliſtenführers angewidert,
ver=
ließ er dieſen und begab ſich zur Armee von
Kata=
lonien. Unterdeſſen hatte ſich die Sache der Karliſten
immer mehr verſchlechtert. Infolge davon, daß der
kommandierende General in den baskiſchen Provinzen
Morote ſein Heer dem Feinde übergeben, hatte ſich der
König in Begleitung ſeiner Gemahlin und der
In=
fanten nach Frankreich geflüchtet. v. Goeben ging nun
wieder zu Cabrera, wo er einen Landsmann, Oberſt
Baron von Rhaden,?) traf, welcher Chef des Geniekorps
*) Wer ſich weiter über den Gegenſtand unterrichten
will, dem empfehlen wir das zweite Buch der
Zernin=
ſchen Biographie Goebens I, 33—81, ferner die
Zuſam=
menſtellung der Goebenſchen Briefe in Goeben:
„Reiſe= und Lagerbriefe aus Spanien.” Zwei Bände
1864 (— Bk. 119) und Rahden, W. v., „Aus Spaniens
Bürgerkrieg 1833—1840.‟ (— Bk. 120.)
in der Armee Cabreras war; er wurde der Adju
von Rhadens. Nachdem er noch verſchiedene Auft
mit größter Entſchloſſenheit ausgeführt hatte, war
Stunde des Untergangs herangekommen.
Nach=
er in hochherziger Weiſe den Verſuch gemacht,
bedrohten Feſtung Caüete zur Hilfe zu eilen, legt
in der Feſtung Teruel die Waffen nieder und
ſch=
ſich an, Spanien endgültig den Rücken zu kehren.
21. Juni 1840 verließ er zu Fuß Teruel; kaum
gekommen, wurde er von Meuchelmördern überfa
ſeiner ganzen Habe beraubt und erhielt eine ſchr=
Wunde, die erſt nach ſechs Wochen notdürftig
gel=
war. Nach unzähligen Mühen und Entbehrungen
reichte er die franzöſiſche Grenze; erhielt auf ſei
Marſche durch Frankreich, wie jeder Vagabund, für
Lieue (— Meile) drei Sous.
An der deutſchen Grenze harrten ſeiner neue
behrungen; er ſchlief wieder im Freien und nährte
von unreifem Obſte. Beſonders für uns Darmſt
ter erwähnenswert iſt das von Zernin in ſeit
„Leben Goebens” I, S. 80ff. nach dem Wortlaute
Prinzen Heinrich von Heſſen, der 1875 bis 1877 u=
Goebens Befehlen ſtand, mitgeteilte Erlebnis: „E
ohne Mittel, hatte v. Goeben die letzten Wochen
von unreifem Obſte gelebt. In der ſogenannten Eb
ſtädter Tanne ſchloß er ſich einem wandern=
Bäckerburſchen an und ſagte ihm, er habe nun
ewige Schlafen unter freiem Himmel herzlich ſatt
wolle ſich in Darmſtadt arretieren laſſen, um enk
einmal wieder unter Dach und Fach zu kommen.
der Stadt angekommen, meldete er ſich auch wirl
beim Bürgermeiſter als Vagabund und hofft, nun un
Schloß und Riegel gebracht zu werden und ein S
Brot zu bekommen. Er wird jedoch nach ſeinen
Pa=
ren gefragt, und da ſtellt es ſich heraus, daß ſie r
kommen in Ordnung, man ihn alſo auch mit
beſten Willen nicht feſthalten kann. Ganz troſtlos,
gehungert und totmüde, muß er nun weiterziehen;
hört er, noch in der Stadt, im Vorübergehen an ein
Fenſter pochen, und ſiehe da, es war mein Bäckergeſe
Zwölf Kreuzer, die ihm dieſer in die Hand drückte,
möglichten ihm ein Unterkommen in der Handwer
Herberge. „Das war mein erſter Beſuch in Darmſta
So ſchloß ſeine Erzählung. „Das zweite Mal, im Ja
1849, wurde ich in Begleitung Sr. K. H. des Prin
von Preußen mit Equipagen vom Bahnhof abgeh
und das dritte Mal, im Jahre 1866, rückte ich als=
Ge=
ral an der Spitze meiner Truppen in dieſelbe St
ein. So wechſelvoll kann unſer Schickſal ſein!“
Auf Grund der glücklich geretteten Tagebücher 1
faßte er nun ſein erſtes Werk: „Vier Jahre in S
nien‟ Sicherlich iſt die vierjährige, faſt ſtets
Kämpfen und Entbehrungen verlebte Zeit in Span
eine vorzügliche Vorſchule zur Ausbildung von Goeb
Charakter und Fähigkeiten als Heerführer geweſen
* London 15. Febr. Das Eintreffen des
Prin=
zen und der Prinzeſſin Heinrich von
Preu=
ßen in London erfolgte kurz nach 7¼ Uhr abends. Am
Bahnhofe waren der Prinz und die Prinzeſſin von Wales
Prinz Alerander von Battenberg, der deutſche Botſchafter,
Graf Wolff von Metternich und das Perſonal der
Bot=
ſchaft erſchienen.
* Waſhington, 15. Febr. Das
Staatsdeparte=
ment hat den Mitbeſitzer der „Milwaukeer Abendpoſt”
Brumber, zum Generalkommiſſar für die
amerika=
niſche Ausſtellung in Berlin ernannt, zu
Kom=
miſſaren: Hermann Metz, John Osborne, Chef des
Han=
delsbureaus des Staatsdepartements, Laughlin, Sekre
tär bei der amerikaniſchen Botſchaft in Berlin, und
Hugh=
miller, Anwalt in New=York. Als Eröffnungstag iſt der
4. Juli 1910, der amerikaniſche Nationalfeiertag, beſtimmt
worden.
— Die Reiſepläne des Königs von
Eng=
land. Es ſteht, nach Meldungen aus London, bereits feſt,
daß König Eduard die Fahrt nach Biarritz, wo er
bekanntlich einige Wochen gewohnterweiſe verbringen will,
auch diesmal zu einem kurzen Aufenthalte in Paris
un=
terbrechen wird. Der König verläßt am 6. März London,
ſteigt in Paris, wie immer, im Hotel Briſtol ab und wird
am Tage nach ſeiner Ankunft dem Präſidenten der Republik
Falliéres einen Beſuch im Elyſée=Palaſte abſtatten. Herr
Falliéres wird dieſen Beſuch noch am gleichen Tage
er=
widern und am Tage darauf ein großes Prunkmahl zu
Ehren des Königs geben. Auch eine Galavorſtellung in
der Comédie Frangaiſe iſt in Ausſicht genommen. Nach
Beendigung ſeines Aufenthaltes in Biarritz trifft König
Eduard VII. mit der Königin Alexandra, ſeiner
Gemah=
lin, und der Prinzeſſin Viktoria, ſeiner Tochter,
zuſam=
men, um gemeinſchaftlich mit ihnen eine Fahrt auf dem
Mittelmeere zu unternehmen. Man ſpricht in Londoner
Hofkreiſen davon, daß während dieſer Fahrt eine
Begeg=
nung ſowohl mit dem italieniſchen wie mit
dem griechiſchen Königspaare geplant iſt.
Letz=
teres klingt allerdings in Anbetracht der politiſchen Lage
Briechenlands vorläufig noch etwas unwahrſcheinlich.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 17. Februar.
Berufsbevölkerung und Berufsarten
in Heſſen.
A Das Februarheft der Mitteilungen der
Zentral=
elle für die Landesſtatiſtik bringt hochintereſſante
Jarſtellungen über die Berufsbevölkerung
nd die wichtigeren Berufsarten in den
kreiſen und den fünf größten Städten unſeres
Groß=
erzogtums auf Grund der drei Berufszäh
ungen in den Jahren 1882, 1895 und 1907.
Was die Zahlen für das ganze Land betrifft
liegt die bedeutſame Tatſache vor, daß die
land=
irtſchaftliche Bevölkerung in ſtetem
Rück=
ang begriffen iſt. Sie fiel von 379473 in 1882 auf
51 565 in 1895 und 327654 in 1907; während im übrigen
ie Bevölkerung bei den meiſten Berufsarten eine
unahme zeigt, macht davon — ein charakteriſtiſcher
mſtand — nur das Schuhmachergewerbe eine
usnahme, denn auch dies zeigt Abnahme. Die dem
chuhmachergewerbe angehörende Bevölkerung zählte
r 1882 noch 31 434 Berufsangehörige und war in 1895
uf 26716, in 1907 auf 23 419 gefallen.
Was die Zahlen für die Stadt Darmſtadt
an=
trifft, ſo muß hier bei der Vergleichung die Zählung
on 1882 ausfallen, da damals Beſſungen noch nicht
ngemeindet war. Die nachſtehenden Vergleichungen
iziehen ſich alſo nur auf die beiden Zählungen von
195 und 1907. Die bedeutendſte Bevölkerungsgruppe
in Darmſtadt die der „Rentner und Penſionäre‟
nn dieſe war von 7611 in 1895 auf 10 426 in 1907
an=
wachſen. Der Gruppe „Staats= und Gemeindedienſt:
hörten an: in 1895 4324, in 1907 4533; „Armee und
riegsflotte”: in 1895 5874, in 1907 6048; „Erziehung
id Unterricht” in 1895 1333, in 1907 2069; „Schüler,
nicht bei den Angehörigen” (ſtark beeinflußt durch die
Techniſche Hochſchule): in 1895 933, in 1907 1907;
„Eiſenbahnbetrieb”: in 1895 2135, in 1907 3076; „Poſt=
und Telegraphenbetrieb” in 1895 984, in 1907 1665.
Von den ſonſtigen bürgerlichen Bexufen iſt zu
er=
wähnen, daß die „Landwirtſchaft” in Darmſtadt eine
ſich nahezu gleichbleibende Bevölkerung aufweiſt, in 1895
1080, in 1907 1078. Eine beſonders ſtarke Zunahme
weiſen in unſerer Stadt die Gruppen „Maſchinen,
Werkzeuge” an Berufsbevölkerung auf: in 1895 819, in
1907 aber 2204; ebenſo „Chemiſche uſw. Präparate”: in
1895 937, in 1907 aber 1810; „Tiſchler (Möbelinduſtrie)”:
in 1895 1865, in 1907 2911; „Schneider, Schneiderinnen,
Wäſchekonfektion” in 1895 1857, in 1907 2374; „
Bau=
unternehmung”: in 1895 713, in 1907 1878; „
Stuben=
maler, Tüncher, Stukkateure”: in 1895 873, in 1907
1498; „Waren= und Prodnktenhandel”: in 1895 5276,
in 1905 6777.
An bemerkenswerten Rückgängen in der
Be=
rufsbevölkerung ſind für unſere Stadt zu verzeichnen:
„Schuhmacher” von 1617 in 1895 auf 1463 in 1907.
„Maurer” von 649 in 1895 auf 495 in 1907, „Zimmerer”
von 527 in 1895 auf 393 in 1907. Zu allem Ueberfluß
ſei noch darauf hingewieſen, daß die angegebenen
Zahlen der Berufsbevölkerung nicht etwa nur die
eigentlichen Angehörigen dieſer Berufe, ſondern auch
die zugehörige Familie darſtellen.
* Vom Hofe. Die Großherzogin empfing
am Dienstag vormittag im Neuen Palais Frau
Ge=
heimerat Strecker aus Mainz. Der Fürſt zu
Er=
bach=Schönberg nahm am Dienstag an der
Früh=
ſtückstafel im Neuen Pglais teil. (Darmſt. Ztg.)
Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Oberleutnant
v. Strzemieczny im Großh. Artillerie=Korps, 1. Großh.
Heſſ. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 25, den Pfarrer Bender
von Wolfsheim, den Landrat Büchting von Limburg;
zum Vortrag den Staatsminiſter Ewald, den Präſidenten
des Oberkonſiſtoriums Nebel, den Oberjägermeiſter
Frhrn. van der Hoop, den Vorſtand des Kabinetts
Geheimerat Römheld, den Generaldirektor des
Hof=
theaters und der Hofmuſik Werner.
Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem vortragenden Rat im
Königlich Preußiſchen Miniſterium der öffentlichen Arbeiten
Geheimen Oberregierungsrat Welcker zu Halenſee bei
Berlin die Genehmigung zur Annahme und zum Tragen
des ihm von Sr. Maj. dem König von Preußen ver
liehenen Roten Adler=Ordens 2. Klaſſe und dem
Regie=
gierungs= und Baurat Heinrich Simon zu Worms die
Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von
Sr. Maj. dem König von Preußen verliehenen Roten
Adler=Ordens 4. Klaſſe erteilt.
Ernannt wurde der Schulverwalter an der
höheren und erweiterten Mädchenſchule zu Gießen Guſtav
Wagner zum Reallehrer an dieſer Schule unter
Be=
laſſung in der Kategorie der Volksſchullehrer.
* Zur Finanzlage Heſſens. Ueber die Vorſchläge
der Erſten Kammer werden die beiden Ausſchüſſe in
einer weiteren Sitzung am 24. d. M. beraten.
Städtiſche Sparkaſſe Darmſtadt. Die vorläufige
Ueberſicht über den Geſchäftsverkehr in
der Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 1909
hat folgendes Ergebnis: 1. Einlagen in 1909:
10 246 696,41 Mk. in 65070 Poſten, gegen 1908
7 641960,70 Mark in 58965 Poſten. 2.
Rückzahlun=
gen in 1909: 8 412 220,16 Mk. in 33707 Poſten, gegen
1908 7815060,92 Mk. in 31353 Poſten. 3. Zahl der
Einleger am 1. Januar 1909: 42663, in 1909
kamen hinzu 6239, zuſammen 48 902, in 1909 gingen ab
5024, Einlegerſtand am 1. Jannar 1910: 43878.
4. Ausleihungen in 1909: a) auf Hypotheken und
Kaufſchillinge 3013000 Mk., b) auf Wertpapiere
489 794,44 Mk., e) auf Schuldſcheine 2820 Mk., d) im
Kontokorrentverkehr 5397229,98 Mk., zuſammen
8 902 844,42 Mk., gegen 1908 2949840,53 Mk. 5.
Zu=
rückempfangene Kapitalien in 1909: a) auf
Hypotheken und Kaufſchillinge 381 778.25 Mk., b) auf
Wertpapiere 33000 Mk., e) auf Schuldſcheine 3500 Mk.,
d) im Kontokorrentverkehr 5050 456,49 Mk., zuſammen
5 468 734,74 Mk., gegen 1908 2599553 Mk.
Ein Vergleich der Ergebniſſe des Jahres 1909 mit
denjenigen des Jahres 1908 läßt eine erfreuliche
Heb=
ung des Geſchäftsverkehrs der Sparkaſſe
er=
kennen. Die Einlagen haben ſich um 6105 Poſten und
um 2604735,71 Mk. vermehrt, während in 1908 noch
ein Rückgang von 178626,63 Mk. zu verzeichnen war.
Die Rückzahlungen ſtiegen nach obiger Ueberſicht um
597159,24 Mk. und 2354 Poſten. Dieſe Erhöhung iſt
nur eine ſcheinbare, da ſie zum großen Teil ihren
Grund in der Ueberſchreibung alter Einlagebüchelchen
innerhalb der Nummern 1—60000 hat. Die
Einleger=
zahl hat um 1215 zugenommen, ſodaß am 1. Januar
1910 eine Geſamteinlegerzahl von 43878 vorhanden
war. Ansleihungen auf Hypotheken, Wertpapiere uſto.,
die in den letzten drei Jahren aus Mangel an
Mit=
teln hierzu in nur ganz beſchränktem Maße ſtattfinden
konnten, erreichten in 1909 gegen 1908 ein Mehr von
5953 003,89 Mk. Obgleich das Jahr 1908 ſchon eine
kleine Aufbeſſerung gegen die beiden Vorjahre, in
denen die allgemeine Geldnot auf die Geſchäfte der
Sparkaſſe hemmend wirkte, zu verzeichnen hatte, ſo
weiſen doch die Zahlen der vorläufigen Ueberſicht für
1909 ein ganz bedeutendes Aufblühen der Anſtalt nach.
Vor allem haben die außergewöhnlich ſtarken
Abheb=
ungen, die durch die nur ſcheinbar und nicht
an=
dauernd günſtigeren Angebote von anderen Seiten
veranlaßt waren, nachgelaſſen. Das ſparende
Publi=
kum ſieht immer mehr ein, daß eine Anlage bei der
Sparkaſſe mit einer ſich ſtets gleichbleibenden Verzinſ= in Höhe von 3½ Prozent bis zu 10000 Mark bei
einer Sicherheit für Kapital und Zinſen, wie ſie dieſe
Anſtalt durch die unbedingte Haftung der Stadt
Darm=
ſtadt bietet, gegen alle übrigen, nur zeitweiſe höher
verzinslichen Anlagen, bei denen unter Umſtänden ein
Kapitalverluſt zu befürchten iſt, entſchieden den
Vor=
zug verdient und eine Beruhigung für die Sparer
bietet.
th. Der Verwaltungsbericht der Darmſtädter
Volks=
bank bemerkt, daß im verfloſſenen Jahr für das
Bau=
geſchäft faſt keine Arbeitsgelegenheit vorhanden
ge=
weſen ſei, die Privatbanausführungen ſeien
verſchwin=
dend geweſen und nur die Bauten der Stadt hätten
einigen Wert für die Belebung des Geſchäfts gehabt.
Dies trifft jedoch nicht ganz zu, denn im
ver=
floſſenen Jahr wurden 50 Vorderhäuſer, 10
Hinter=
häuſer und 40 An= und Umbauten mit einem
Kapital=
wert von zirka 2000000 Mark genehmigt und fertig
hergeſtellt, eine recht bedeutende Bauſumme, wenn
man bedenkt, daß die Bauten nicht berückſichtigt ſind,
die im Vorjahr begonnen und im abgelaufenen Jahr
vollendet wurden. Gleicherweiſe iſt nicht zugezählt der
Wert der im Herbſt 1909 begonnenen Bauarbeiten. Nach
alledem kann man mit einem tatſächlichen Umſatz von
mindeſtens 2½ Millionen Mark rechnen. Die hieſige
Privatbautätigkeit iſt im allgemeinen im Vergleich zu
anderen Städten verhältnismäßig gut geweſen, denn
in Mainz wurden 1909 nur 8 und im Jahre 1908 13
Neubauten errichtet.
Jubiläum. Sein 25 jähriges Dienſtjubiläum
feiert am 1. März der Diener der Viktoriaſchule
Friedrich Kröh, eine allgemein bekannte und
ge=
achtete Perſönlichkeit. Herr Kröh hat in dem
Viertel=
jahrhundert, in dem er unter vier Direktoren ſeines
Amtes gewaltet, keine Stunde ſeines Dienſtes
ver=
ſäumt.
— Martinsgemeinde. Ein ſehr belehrender Vortrag
wurde im neuen Gemeindehaus der Männervereinigung
geboten. Herr Chefarzt Dr. Sell aus Winterkaſten
ſprach über: „Die Tuberkuloſe, einer der gefährlichſten
Feinde der Volkswohlfahrt”. In einer mehr als
2=ſtündiger Rede behandelte Redner das Thema und
verbreitete ſich dann über die Krankheit, ihre
Entſteh=
ung, Ausbreitung uſw. Für die Bekämpfung der
Tu=
berkuloſe ſind die Aerzte allein machtlos, es bedarf
hierzu eines geſchulten Volkes und der Mitwirkung
breiter Volkskreiſe. Der Redner betonte noch, daß es
beſondere Pflicht des Staates ſei, helfend gegen die
Konzerte.
* Im Richard Wagner=Verein konzertierte
n Dienstag abend die Meininger Hofkapelle
iter Leitung ihres Dirigenten Herrn Prof.
Wil=
lm Berger, die jetzt zum vierten Male hier
ſtiert hat. Dem Rufe eines erſten, muſtergültig
dis=
olinierten und in idealem künſtleriſchen Geiſte ge
iteten Orcheſters wurde die Kapelle auch heute gerecht.
as Zuſammenſpiel des von Einem Geiſt beherrſchten
id ſich als Ein Ganzes fühlenden Orcheſters iſt in
nſicht auf rhythmiſche Straffheit, harmoniſche
Ab=
nung der Inſtrumente und muſikaliſche
Gewiſſen=
ftigkeit als vorbildlich zu bezeichnen, und die Kapelle
nn in dieſem Sinne anderen als Lehrmeiſterin
enen. Was wir nur ausſetzen möchten, iſt das
ver=
izelte tonliche Ueberwuchern der Blechmuſik, die die
deren Inſtrumente bisweilen erdrückt, wie z. B. in
r Bergerſchen Kompoſition und der „Rienzi”=
Ouver=
re. In den muſikaliſchen Geiſt vergangener Zeiten
rſetzte uns die erſte Nummer des Programms,
Kon=
rt in Ddur von Händel, deſſen ſauber ausgefeilter
5 fein nnancierter Vortrag eine liebe= und verſtänd=
Svolle Vertiefung in den Geiſt der Händelſchen
Kom=
ſition erkennen ließ und einen Beweis für das
jektive Auffaſſungsvermögen des Dirigenten
er=
achte. In dem Allegro moderato wurde zum erſten
ale auch das neue Perzina=Cembalo=Harſen=Klavier
rwendet, das ſich gut bewährte. Die geniale und
rftvolle Eigenart und das hervorragende
Dirigenten=
ent des Leiters der Kapelle offenbarten ſich in der
eiten Nummer der 2. Sinfonie in D-dur von Brahms.
e Pflege der Brahmsſchen Muſik hat ſich die Meininger
pelle zur Aufgabe gemacht und ſie hat es mit ſo
an=
kanntem Erfolge getan, daß man wohl geſagt hat,
in kenne Brahms nicht, wenn man ihn nicht von
r Meiningern habe ſpielen hören. Wer die Sinfonie
n der Kapelle heute gehört hat, wird dies begreifen;
r Höhepunkt dieſer Nummer und des Abends
über=
ipt bezeichneten das brillant geſpielte, charakteriſtiſche
egretto grazioso und der grandioſe Schlußſatz.
Im zweiten Teile des Programms lernten wir den
rigenten auch als Komponiſten kennen, und zwar
s ſeinem op. 97, Variationen und Fuge in Fmoll.
wandelt hier ganz in modernen Bahnen und dürfte
namentlich Mar Reger zum Vorbild genommen
den; wie dieſer, iſt er in erſter Linie Techniker, und
s der Kompoſition ſpricht ein ganz erſtaunliches
tech=
ches Können, das anfangs intereſſiert und fasziniert
der endloſen Länge des Werkes auf die Dauer aber
rrüdet; wenn er auch nach immer neuen Motiven
zt und durch ſein techniſches Können zur Löſung
rer, kniffliger inſtrumentaler Rechenexempel
ver=
ret wird, ſo bleibt die Faktur doch dieſelbe. Auf
ſes anſtrengende Opus folgte eine Serenade in Es-
dur für 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 4 Hörner,
2 Fagotte und Kontrafagott von Richard Strauß. Das
Intereſſanteſte an dieſem melodiſchen, abgeklärten und
in gleichmäßig ruhigen Bahnen, dahinfließenden
Jugendwerke des „Neutöners” war das, daß es von
Richard Strauß war; wie man ſieht, hat der ſpätere
Strauß den jüngeren gänzlich verleugnet. Den
Be=
ſchluß des Abends machte die mit überwältigender
Ton=
pracht geſpielte „Rienzi”=Ouvertüre von Richard
Wagner.
Daß der Genius des Vereins in dem Programm ſo
ſtiefmütterlich nur mit einer Ouvertüre zu ſeinem
Jugendwerk und als Anhängſel behandelt worden iſt,
haben wir bedauert. Zu Gunſten eines größeren
Or=
cheſterwerkes von Richard Wagner hätten wir auf eine
andere Nummer des Programms gern verzichtet.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Eine wichtige wiſſenſchaftliche
Ent=
deckung. Madame Curie in Paris, die
gemein=
ſam mit ihrem Gatten die berühmten Unterſuchungen
über Radium und die Radiumſtrahlen gemacht hat,
lenkt von neuem die Augen der wiſſenſchaftlichen Welt
auf ſich. Es gelang ihr nämlich, ein Zehntel
Milli=
gramm Polonium zu iſolieren. Die Umgeſtaltung
des Poloniums in Helium und in einen noch
unbe=
kannten Körper, der vielleicht Blei iſt, vollzieht ſich
außerordentlich raſch. Die Exiſtenz eines vom Radium
verſchiedenen, aus Pechblende zu gewinnenden Körpers
wurde bisher nur vermutet. Frau Curie brauchte etwa
5000 Kilogramm Pechblende, um ein Zehntel
Milli=
gramm Polonium zu gewinnen, deſſen Vorhandenſein
etwa 5000 mal ſeltener iſt als das des Radiums. An
Radioaktivität wird das Radium vom Polonium
weit=
aus übertroffen. Die Zerſetzung der in die Nähe des
Poloniums gebrachten organiſchen und chemiſchen
Kör=
per vollzieht ſich unter dem Einfluß der
außerordent=
lich ſtark wirkenden Durchdringungsſtrahlen des
Polo=
niums ungemein raſch, aber dabei ſchwindet das Ge
wicht des Poloniums mit ſolcher Beſchleunigung, daß
die Einbuße in einem Zeitraum von 140 Tagen
50 v. H. beträgt. Binnen Jahresfriſt wird ſo das
ſchwer gewonnene Einzehntel=Milligramm ſich
voll=
ſtändig in ſeine Beſtandteile, nämlich Helium und
einen anderen Körper, wahrſcheinlich Blei, aufgelöſt
haben. Der wiſſenſchaftliche Gewinn dieſer Entdeckung
iſt, daß man durch das Polonium weit raſcher als durch
das ſeine Subſtanz mit großer Widerſtandskraft
erhal=
tende Radium dahin gelangen wird, die
Verwandlungs=
fähigkeit der bisher für einfach gehaltenen Körper zu
erweiſen.
— Graf und Dollarerbin. Die Töchter der
nordamerikaniſchen Millionäre dringen allgemach in
die alte Ariſtokratie aller monarchiſchen Länder Eu=
ropas ein. Am längſten hat ihnen bislang die
Ariſto=
kratie Oeſterreich=Ungarns Widerſtand geleiſtet, und
das hat ſeinen Grund wohl darin, daß der Zutritt
zum Hofe des Kaiſers von Oeſterreich und Königs von
Ungarn von gewiſſen Bedingungen abhängig iſt, bei
denen der Nachweis adeliger Ahnen eine Rolle ſpielt.
Jede bürgerliche Heirat hat daher für die
ariſtokrati=
ſchen Familien der habsburgiſchen Doppelmonarchie
unter Umſtänden unmittelbare nachteilige Folgen.
Da=
her erregte denn auch die Vermählung des Grafen
Ladislaus Széchényi mit Miß Gladys
Vander=
bilt vor zwei Jahren ſo außerordentliches Aufſehen.
Jetzt hat das Beiſpiel des Grafen Széchenyi
Nachahm=
ung gefunden. Man meldet aus London, daß ſich dort
Miß Harriet Daly, die jüngſte Tochter von Mr
Marcus Daly, dem 1900 verſtorbenen „Kupfer=Könige‟
mit dem Grafen Anton Sigray verlobt hat. Miß
Harriet Daly und Graf Sigray begegneten ſich zum
erſten Male auf der Hochzeit des Grafen Szechényi mit
Miß Vanderbilt und ſahen ſich dann ſpäter in Europa
wieder. Graf Sigray iſt 31 Jahre alt und heißt mit
vollem Namen Anton Marie Philipp Aloyſius Graf
Sigray von Felſö= und Alſö=Suräny, entſtammt einer
Familie, die ſeit 1780 den ungariſchen Grafenſtand
be=
ſitzt, iſt Herr der Güter Jväncz im Komitate
Eiſen=
burg und Pötölle im Kreiſe Stuhlweißenburg und
erb=
liches Mitglied des ungariſchen Oberhauſes. Er iſt
der letzte Sproſſe ſeines Geſchlechtes. Miß Harriet
Daly zählt 24 Lenze und ſoll nicht nur eine der
reich=
ſten, ſondern auch eine der hübſcheſten Erbinnen der
Union ſein. Die Hochzeit wird vorausſichtlich ſchon
bald nach Oſtern in New=York gefeiert werden.
* Verſchiedenes. Inlins Wolff, der
Dichter des „Rattenfängers von Hameln” der ſeit 15
Jahren in ſeiner eigenen Villa in der Faſanenſtraße 9
in Berlin ein zurückgezogenes Leben führt, beging im
Kreiſe ſeiner Familie das Feſt der goldenen Hochzeit
Zahlreiche Ehrungen und Glückwünſche wurden dem
beliebten Erzähler zuteil. Auch die Stadt Hameln,
der der Dichter in ſeinem Rattenfänger ein Denkmal
geſetzt hat, war durch eine Deputation unter der
Gratulanten vertreten. Julins Wolff, der zu
Qued=
linburg geboren iſt, ſteht im 76. Lebensjahr. Die
Stadt Quedlinburg ernannte ihn zum Ehrenbürger.
Der bekannte Dresdener Muſikkritiker Ludwig
Hartmann, der Senior der Muſikkritiker
Deutſch=
lands, iſt Montag nachmittag im 75. Lebensjahre
gr=
ſtorben. Der Tod erfolgte nach einer hartnäckiger
Darmkrankheit und Lungenentzündung. —
Mas=
cagni hat dem Direktor des Teatro Conſtanzi in
Rom ſein Abſchiedsgeſuch eingereicht. Der Grund zu
dieſem Schritt ſoll in einem Kontrakt liegen, den die
Direktion des Teatro Conſtanzi, die Feſtlichkeiten des
Jubiläumsjahres 1911 betreffend, ohne Wiſſen=
Mas=
cagnis abgeſchloſſen hat.
mörderiſche Krankheit einzugreifen, denn die
Tuber=
kuloſe iſt nicht, wie ſein Thema lautet, einer der
ge=
fährlichſten Feinde, ſondern der gefährlichſte
Feind der Volkswohlfahrt. Die lehrreichen
Ausführ=
ungen des erfahrenen Arztes wurden von der
Ver=
ſammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen und
dürften ſowohl für die Aufklärung als auch für die
Erziehung der Zuhörer von großem Nutzen geweſen
ſein. Die ſehr rege Diskuſſion, welche bis nach 11 Uhr
währte, konnte wegen der vorgerückten Zeit nicht
voll=
ſtändig durchgeführt werden. Der Vorſitzende der
Männervereinigung, welcher in ſeinem Schlußwort
bereits Herrn Chefarzt Dr. Sell noch beſonders für
ſeine anregenden und hochintereſſanten Ausführungen
gedankt hatte, wies ſodann noch auf den vierten und
letzten Vortrag in dieſem Winter hin, welcher am 14.
März ſtattfinden ſoll. Das Nähere hierüber wird noch
bekannt gegeben werden.
— Der Bezirksverein „Südoſt” hielt am Montag
abend bei Herrn Hubert ſeine Hauptverſammlung ab,
die ſehr gut beſucht war. Der Vorſitzende, Herr Finger,
teilte mit, daß im abgelaufenen Jahre 1
Hauptver=
ſammlung, 4 Vorſtands= und 2 Sitzungen mit den
Grundbeſitzern ſüdlich der Beck= und Heinrichſtraße,
be=
treffend Bebauung, ſtattgefunden haben. Weiter ſei
eine Eingabe an die Kaiſerliche Oberpoſtdirektion gemacht
worden wegen Errichtung einer Poſtſtelle im Bezirk.
Durch den Ausfall des Oktrois verliere die Stadt eine
große Einnahmequelle, und man hoffe, daß eine gerechte
Verteilung ſtattfinde. Freudig zu begrüßen ſei, daß
künftig eine gleichzeitige Erhebung des Gas=, Waſſers=
und Elektrizitätsgeldes ſtattfindeu ſolle. Der
Mitglieder=
ſtand ſei zur Zeit 286. Die Herren Rockel, Strecker und
Henrich ergänzten die Ausführungen. Den
Rechen=
ſchaftsbericht erſtattete Herr Maurermeiſter K. Schwarz.
Die Reviſoren, die Herren Gewin und Klee berichten,
daß ſie die Kaſſe und Rechnungen in einer muſterhaften
Ordnung gefunden hätten, worauf der Vorſitzende dem
Rechner Dank und Entlaſtung erteilte. Als Beitrag zum
Verkehrsverein werden 30 Mk. bewilligt. Bei der
Vor=
ſtandswahl wurde Herr Finger als Vorſitzender und
die Herren Bormet, Frey und Meurer wieder
gewählt. In den Ausſchuß der vereinigten
Bezirks=
vereine wurden die Herren Bormet, Säng und
Finger beſtimmt. Nunmehr gab es eine ausgedehnte
lehrreiche Beſprechung ſtädtiſcher Angelegenheiten. U. a.
über den Durchbruch der Altſtadt, den dortigen
Be=
bauungsplan, die Weiterführung der Teichhausſtraße
die elektriſche Bahn nach dem Oſtbahnhof, das
Schwimm=
bad, Setzung von Waſſermeſſern für jeden Stock u. a. m.,
woran ſich die Herren Rockel, L. Lautz, Dr. Nöllner,
Dr. Vaubel, Dr. Kolb, Säng, Henrich, Schwarz, Gewin,
Schmidt, Strecker und Heppenheimer beteiligten.
— Verein für Verbreitung von Volksbildung,
Darm=
ſtadt. Den Vereinsmitgliedern und angeſchloſſenen
Kor=
porationen zur gefälligen Kenntnis, daß Eintrittskarten
(für Saal und Galerie) für den am 4. März ds. Js. im
Feſtſaale der Turngemeinde ſtattfindenden „Ganghofer=
Abend” des Darmſtädter Vortragsverbandes zu den
be=
kannten ermäßigten Preiſen (ſolange der Vorrat reicht) im
Verkehrsbureau verabfolgt werden.
— Vortrag. Ueber das zeitgemäße Thema „
Hanſa=
bund und Handlungsgehilfen” hält Herr A.
Ruſtlinger=Mannheim im Verein für Handlungs=
Kommis von 1858 einen Vortrag, der im oberen
Saale des Hotel Heß am Donnerstag ſtattfindet.
— Katholiſcher Frauenbund. Herr
Univerſitäts=
profeſſor Dr. Faulhaber aus Straßburg wird, wie
aus dem Anzeigenteil dieſes Blattes hervorgeht, auf
Veranlaſſung des hieſigen Zweigvereins des
Katholi=
ſchen Frauenbundes am Montag, den 21 d. M.,
nach=
mittags um 6 Uhr, im Konkordia=Saale des
Katho=
liken=Vereins einen Vortrag über „Das Apoſtolat
der Frau im zwanzigſten Jahrhundert” halten. Da
Herr Profeſſor Faulhaber, der ſchon auf der
General=
verſammlung der Katholiken Deutſchlands zu Breslau
über die Frauenfrage geſprochen hat, als
hervorragen=
der Redner gilt, ſoll der Beſuch des Vortrages den
Intereſſenten angelegentlichſt empfohlen werden.
— Liedertafel. In der heutigen Nummer fordert
die Liedertafel ſangesfreudige ſtimmbegabte
Her=
ren zum Eintritt in den Chor auf. Der Verein feiert
im kommenden Jahre ſein 70jähriges Beſtehen und
beabſichtigt, in dieſem Jahre ein großes Muſikwerk zur
Erinnerung an die große Zeit 1870/71 aufzuführen.
(Siehe Anzeige.)
Das Hotel „Darmſtädter Hof” ging geſtern in den
Beſitz des Herrn Rudolf Doll, langjähriger Pächter des
„Heſſenbräu” Kirchſtraße, über. Dem Unternehmen des
in allen Kreiſen weit und breit bekannten Herrn Doll ſichert
man im voraus beſten Erfolg zu. Mit den
Renovierungs=
arbeiten wird ſofort begonnen, ſodaß die Eröffnung
des Hotelreſtaurants am 1. April ſtattfinden wird.
Warnung. Man ſchreibt uns: In
Privathäu=
ſern und Kontoren werden eben wieder in unſerer
Stadt unter allerhand das Mitleid erregenden Erzäh=
lungen ſeitens eines in den 30er Jahren ſtehenden
Mannes Bleiſtifte verkauft, welche in
Quali=
tät den geſorderten Preiſen keineswegs entſprechen.
Es handelt ſich in der Hauptſache um einen der
billig=
ſten Johann Faber=Stifte Nr. 200 in unpoliertem
Ce=
derholz, den man in jedem Papiergeſchäft für 3 Pfg.
erſtehen kann, den der geriebene Herr bei dem mildtätig
geſtimmten, gutgläubigen Publikum als allerfeinſten
Faberſtift zu 10 Pfg. und mehr anzubringen weiß.
Nachdem das Feld abgegraſt iſt, wird wohl der ſchlaue
Kerl, welcher verſtanden hat, an 12 Dutzend Bleiſtiften
9 Mark mehr zu verdienen, als der reelle Händler,
ver=
ſchwinden.
— Kaiſerpanorama. Wer ſeinen Geldbeutel ſchonen
und doch das Leben im Seebade kennen lernen will,
hat dieſe Woche im Kaiſerpanorama die beſte
Gelegen=
heit dazu. Es werden die Nordſeebäder Helgoland,
Wyk auf Föhr, Wittdün, Weſterland=Sylt uſw.
vorge=
führt, auf denen das Strand= und Badeleben das
In=
tereſſe jedes Beſuchers feſſelt.
Eberſtadt, 15. Febr. Geſtern mittag halb 12 Uhr
verſtarb hier, nach nur achttägigem Unwohlſein, der
in weiten Kreiſen bekannte Gaſtwirt und Bierbrauer
Philipp Bauer. Er war einer der wenigen
Glücklichen, der in 74 Lebensjahren niemals krank
ge=
weſen war und eine halbe Stunde vor ſeinem Tode
dem Arzt auf die Frage: „Wie geht’s?”, antworten
konnte: „Ganz gut‟ In einer Zeit großer Ereigniſſe
lebend, nahm er an allem, was ſich im Deutſchen Reich
und beſonders ſeinem Heimatorte ereignete, lebhaften
und tätigen Anteil. Er war ein echter Optimiſt, und
ging ihm auch einmal etwas gegen den Strich, ſo tröſtet
er ſich mit den Worten „Was kann man da machen”
Der Verſtorbene war eine eigenartige Perſönlichkeit
und vielen ein guter Freund.
nn. Erzhauſen, 16. Febr. Nachdem im Laufe des
Winters Herr Lehrer Kadel zwei Vorträge im
hie=
ſigen Volksbildungsverein gehalten hat, wird am
näch=
ſten Sonntag, den 20. d. M., im Lokale des Gaſtwirts
Benz Herr Pfarrer Flad von Frankfurt einen
Licht=
bildervortrag über „Land und Leute in China” halten.
Der Redner, der ſelbſt mehrere Jahre als Miſſionar
in China tätig war, iſt als ein genauer Kenner des
Landes bekannt.
Mainz, 16. Febr. Ein zehnjähriger
Volks=
ſchüler zeigte in letzter Zeit nervöſe Störungen; er
zuckte bei jeder Anrede zuſammen, ſchrie auf und war
zu jeder Schularbeit unfähig. Als Grund erzählte er
ſeinem Lehrer, daß er von zwei Männern überfallen
worden ſei, als er für ſeine Eltern einkaufen ſollte,
und daß ſie ihm ein Dreimarkſtück geraubt hätten.
Da auch der Schularzt keine Beſſerung erzielte, ſetzte
man ſich mit den Eltern in Verbindung und erfuhr,
daß der Schlingel die drei Mark vernaſcht und die
ganze Räubergeſchichte erſchwindelt hatte. Wie daheim,
bewährte ſich auch in der Schule eine gehörige Tracht
Prügel als beſtes Heilmittel; alle nervöſen
Störun=
gen verſchwanden und vorbei war’s mit dem
Nicht=
arbeitenbrauchen. Das Kind iſt jetzt wieder vollſtändig
geſund. (Tgbl.)
Gießen, 16. Febr. Der Ehrenbürger der Stadt
Gießen Geh. Obermedizinalrat Dr. med. Gg. Gaffky,
ſeit 1904 Robert Kochs Nachfolger als Direktor des Kgl
Inſtituts für Infektionskrankheiten in Berlin, begeht
am 17. dieſes Monats ſeinen 60. Geburtstag. Geh. Rat
Dr. Gaſfky gehörte bekanntlich längere Zeit der
hieſi=
gen Stadtverordnetenverſammlung an und erwarb ſich
namentlich bei unſerer Kanaliſation große Verdienſte.
Bei ſeinem allgemein bedauerten Weggang von hier
wurde er zum Ehrenbürger ernannt, eine Ehre, die er
nur mit dem Finanzminiſter Dr. Gnauth teilt.
(*) Friedberg, 15. Febr. Der Ausſchuß der
Studie=
renden der Gewerbe=Akademie hat ſich mit einer
Ein=
gabe an die Direktion und die Stadt gewandt und darin
um die Entfernung einiger Dozenten
nach=
geſucht. Auch fordern ſie größere Neuanſchaffungen
und baldige Verwirklichung des Neubauprojektes für
das Inſtitut. Falls beſonders der erſte Wunſch nicht
erfüllt wird, wollen viele Friedberg verlaſſen.
Ortenberg, 15. Febr. Mit dem heutigen Tage hat
Graf Kuno zu Stolberg=Roßla wieder auf dem
Stammſchloß Ortenberg dauernden Wohnſitz
ge=
genommen. Die geſamte Einwohnerſchaft bereitete der
gräflichen Familie einen großartigen Empfang. Am
Eingang zur Stadt überreichte das Töchterchen des
Bürgermeiſters einen Blumenſtrauß und ſagte einen
gereimten Willkommensgruß, während die
Korporu=
tionen, Vereine, Schulen und Bürgerſchaft an der
Ehrenpforte Aufſtellung genommen hatten, wo
Bürger=
meiſter Hebbel die Begrüßungsanſprache hielt. In
das ausgebrachte Hoch ſtimmten die Verſammelten
brauſend ein. Graf Kuno gab darauf ſeiner Freude
über den ſchönen Empfang Ausdruck. Der ſchmucke
Viererzug ging darauf unter dem Jubel der
Bevölker=
ung die Stadt hinauf zum Schloß, wo Oberförſter
Pröhl und die gräflichen Beamten zum Empfang
be=
reit ſtanden. Am Abend brachte die Einwohnerſchaft
einen Fackelzug, worauf im „Mauergarten” ein
Feſt=
kommers ſtattfand. Hier hielten noch Kirchenrat
Ellenberger und Oberamtsrichter Dr. Fuhr
Ae=
ſprachen zur Begrüßung der gräflichen Familie.
Schotten, 15. Febr. Der Skiklub Winterſport in
Gießen hat ſich in einem von den meiſten
Touriſten=
vereinen unterzeichneten Geſuch an die
Eiſenbahn=
direktion gewandt und um Verlegung des Niddaer
Frühzuges gebeten. Daraufhin lief der Beſcheid
ein, daß die Züge 1081 und 1084 vom 20. d. M. ab 34
bezw. 16 Minuten ſpäter gelegt werden. Der Zug 1081
wird von dem angegebenen Tage ab den Anſchluß vom
Zuge 504 (Nidda an 6,50 vorm.) aufnehmen und Nidda
um 6,54 vorm. verlaſſen; Ankunft in Schotten 7,38
vorm. Der Zug 1084 fährt alsdann 7,46 vorm. von
Schotten ab und trifft 8,30 vorm. in Nidda ein. Zur
Sicherſtellung des Anſchluſſes an Zug 503 nach Gießen
wird dieſer 2 Minuten ſpäter abfahren.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 15. Febr. Zum
Ober=
präſidenten der Provinz Brandenburg iſ
an Stelle des in den Ruheſtand tretenden Wirklichen
Ge=
heimen Rats v. Loebell der Unterſtaatsſekretär im
Mini=
ſterium für Landwirtſchaft uſw. Wirklicher Geheimer Rat
v. Conrad ernannt worden. — Drei wertvolle
Oel=
gemälde ſind, wie ſchon gemeldet, auf unerklärliche
Weiſe vom Lehrter Eilgüterbahnhof in Berlin abhanden
gekommen: „Vertreibung der Hagar” von Fritz Uhde (4800
Mark wert), „Schreiende Hirſche” von Chriſtian Kröne=
(1950 Mark wert) und ein Bildnis von Matthias Schmidt
Die Gemälde waren in Hamburg auf einer Ausſtellung
und wurden von dort nach Berlin an eine Kunſthandlung
geſandt. Als die Bahnverwaltung ſie abliefern wollte
entdeckte ſie, daß die Bilder unauffindbar ſind. Die
Nach=
forſchungen nach ihrem Verbleib ſind bis jetzt erfolglos
geblieben. Ob ſie geſtohlen ſind, läßt ſich noch nicht ſagen.
Möglich iſt es auch, daß die Bilder irrtümlich wieder in
einen Eiſenbahnwagen verladen worden ſind und ſich jetzt
irgendwo unterwegs befinden. — Das Schwurgericht
des Landgerichts I beſchäftigte ſich heute mit dem Mord
verſuch, den die Lehrlinge Curtius und Wrezinski gegen
ihren Chef, den Drogiſten Sieling, verübten. Das Urteil
lautete gegen Curtius wegen verſuchten Totſchlages auf
Jahr 9 Monate Gefängnis und gegen Wrezinski wegen
Beihilfe auf 1 Jahr Gefängnis. 3 Monate Unterſuchung
wurden beiden Angeklagten angerechnet. — Ein unglaub
lich freches Diebesſtück hat ein Mann aus einem
Vor=
ort im Polizeipräſidium ausgeführt. Er war unter dem=
Verdachte des Metalldiebſtahls feſtgenommen und in
Ge=
wahrſam geſetzt worden. Nach Feſtſtellung ſeiner
Perſön=
lichkeit uſw. ſollte er wieder entlaſſen werden. Hierbei
fiel=
aber einem Beamten die ungewöhnlich geſchwollene Taſche
des Mannes auf. Der Beamte unterſuchte ſie und fand in
der Taſche den Trinkbecher und die wollene Decke, die den
Feſtgenommenen in der Zelle zur Verfügung geſtanden
hat=
ten. Der Mann hatte beides eingeſteckt, um für den un
freiwilligen Aufenthalt im Polizeipräſidium doch eine
kleine Entſchädigung mitzunehmen. Nach dieſer Entdeckung
aber wurde er nicht entlaſſen, ſondern dem Unterſuchungs
richter vorgeführt.
Frankfurt, 15. Febr. In der heutigen
Sitz=
ung der Stadtverordneten wurden ſowohl von ſozial
demokratiſcher als von demokratiſcher Seite dringlich
Anträge eingebracht, welche ſich gegen das Vorgehen=de
Polizei nach der Wahlrechtskundgebungan
verfloſſenen Sonntag wenden. Da jedoch der Ober
bürgermeiſter Dr. Adickes erklärte, daß ſich der M
giſtrat noch nicht mit den betreffenden Vorfällen befa
ſen konnte, wurde die Beſprechung auf nächſten Diens
tag vertagt.
Krenznach, 15. Febr. Die Frau des Wirtes
Wol=
in Ippenſchied füllte Naphtha aus einer Kanne i
eine Flaſche. Dabei entwickelten ſich Dämpfe, die ſie
an einem brennenden Licht entzündeten und die Kann
zur Exploſion brachten. Die Frau wurde
gräßli=
verbrannt und ſtarb unter großen Schmerzen.
Köln, 16. Febr. In der chemiſchen Anſtalt vor
Giebmann explodierte geſtern nachmittag ei
Dampfkeſſel. Der Sohn des Inhabers wurde ſchwe
verbrannt. Zwei auf dem Hofe beſchäftigte Arbeite
trugen ſchwere Verletzungen davon. Ein in einer
angrenzenden Hauſe wohnender älterer Arbeiter er
hielt erhebliche Brandwunden, und auch zwei vorüber
gehende Kinder wurden ſtark verbrannt; ſämtlich=
Opfer der Kataſtrophe wurden ins Krankenhaus
ver=
bracht.
Elberfeld, 15. Febr. Der Beſchluß der hieſige
Stadtverordneten, die Stadthalle auch den Sozia
demokraten zur Verfügung zu ſtellen, wurde vo
der Regierung beanſtandet.
Halle a. S., 15. Febr. Ein gefährlicher Eiſer
bahnräuber, der in dem Berlin=Frankfurte
D=Zuge eine Reiſetaſche geſtohlen hatte, wurde auf der
hieſigen Bahnhofe feſtgenommen. Der verhaftete Eiſen
Kleines Feuilleton.
— Die Tochter des Himmels im
Ehe=
ſtreik. Das Eindringen moderner Ideen in das
Reich der Mitte hat dem chineſiſchen Volke einen
eigen=
artigen Konflikt gebracht: den Eheſtreik. Ein geheimer
Bund der Jungfrauen hat ſich gebildet, dem zahlreiche
Töchter altangeſehener Familien angehören, die „
Geſell=
ſchaft der Schweſtern‟. Die in Kanton erſcheinende
„Neue Aera” gibt intereſſante Mitteilungen über den
Zweck dieſes Bundes und die Mittel, mit denen man
den erſehnten Zielen entgegenſtrebt. Alle
Teilnehme=
rinnen des Bundes verpflichten ſich durch Eid, die
Grau=
ſamkeiten der chineſiſchen Ehegeſetze zu verhindern, die
die Frau zuerſt zur Sklavin ihres Vaters machen, dann
nach der Heirat zur Sklavin des Mannes und in der
Witwenſchaft zur Sklavin des Sohnes. Die
Kampf=
weiſe der freiheitsdurſtigen Chineſinnen iſt
verhält=
nismäßig einfach. Ungehorſam gegen die Eltern wird
nach dem Geſetze mit dem Tode beſtraft: die
junge Teilnehmerin des Bundes
widerſtrebt
alſo nicht, wenn der Vater ſie verheiratet.
Aber im Hauſe des Gatten verweigert ſie
die Annahme jeder Nahrung, und wenn der
Neuver=
mählte ſich der jungen Frau nähert, ſo weiß ſie ſich ihn
mit Hilfe der Nägel und der Zähne ſehr gründlich vom
Leibe zu halten. Wenn die erſten drei Tage dieſer
wenig idylliſchen Flitterwochen vorüber ſind, muß die
junge Frau nach altem Brauche ihre Eltern beſuchen.
Sie genügt dieſer Tradition: aber einmal im Hauſe
der Eltern, verläßt ſie es nicht mehr. Niemand kann
ſie zwingen, zum Gatten zurückzukehren, denn das
Ge=
ſetz betrachtet das Elternhaus als ein heiliges Aſyl,
das keinem Kinde verweigert werden darf. Der Gatte
mag ſehen, wie er ohne ſeine Frau fertig wird.
Ge=
wöhnlich erwerben ſich die auf dieſe radikale Art
ge=
ſchiedenen Mitglieder der „Geſellſchaft der Schweſtern”
durch eigene Arbeit ihren beſcheidenen Lebensunter=
halt, und bisweilen ſind ſie ſogar ſo großmütig, von
ihren Erſparniſſen dem Manne etwas zukommen zu
laſſen, damit er eine andere, gefügigere
Lebensgefähr=
tin erwählen möge.
CK. Der Mann mit dem Marmorgeſicht
Aus London wird berichtet: Ein eigenartiger
Krank=
heitsfall, der in dem Krankenhaus für Hautleidende in
Birmingham behandelt wird, beſchäftigt aufs lebhafteſte
die engliſche Aerztewelt. Es handelt ſich um einen
Patienten, der vor kurzem an einer heftigen
Lungen=
entzündung erkrankte. Der Geneſungsprozeß war
von einer merkwürdigen Erſcheinung begleitet: die
Haut des Patienten veränderte ſich allmählich an den
Händen, den Füßen, der Bruſt und dem Geſichte und
gewann ſchließlich ein Ausſehen, das täuſchend an
wei=
ßen Marmor erinnerte. Die Dehnungsfähigkeit der
Haut iſt verſchwunden, ſie fühlt ſich kalt an und
ge=
mahnt an die Haut eines Toten. An den Gliedern
haben ſich die Hautgewebe verſteift, ſodaß der Kranke
ſich kaum noch bewegen kann; nur mit großer
Anſtreng=
ung vermag er den Mund zu öffnen. Die Aerzte ſuchen
die rätſelhafte Erſcheinung durch eine Art Lähmung
der Arterien und der Lymphdrüſen zu erklären, die
wahrſcheinlich von einer Störung des Nervenzentrums
ausgehen. Das elektriſche Radium=Inſtitut, das dem
Birminghamer Krankenhaus angegliedert wird, ſoll in
den nächſten Tagen fertig ſein und man hofft, durch
elektriſche Radiumbehandlung dem Kranken, der den
Namen Morgan Field führt, ſein Leiden erleichtern zu
können.
* Der äſthetiſche Polizeileiter. Dieſer
Tage erhielten die kleinen Geſchäftsleute der
öſter=
reichiſchen Stadt Bielitz das ſtrenge polizeiliche
Ver=
bot, Kleidungsſtücke, wie Hoſen, Umhülltücher uſw.,
auszuhängen. Darob bemächtigte ſich der Betroffenen
große Aufregung. Denn die kleinen Geſchäftsleute,
die ſich große Schaufenſter nicht leiſten können, ſind
darauf angewieſen, durch Aushängen von= Kleidungs=
ſtücken die Vorübergehenden auf ihr Geſchäft aufmer
ſam zu machen. Die Geſchäftsleute ſetzten ſich zu
Wehr. Eine Deputation begab ſich aufs Bürgermeiſte
amt, um ſich dort zu beſchweren; der Sekretär wi
die Beſchwerdeführer an den Polizeileiter Schmil
von dem ſie auch die Gründe des Verbots erfuhre
Man höre: Erſtens ſei das Aushängen von
Kleidung=
ſtücken unſchön, das Straßenbild werde dadurch
veru=
ſtaltet; zweitens machen die ausgehäugten
Kleidung=
ſtücke die Pferde der Fabrikanten ſcheu; drittens ma
beiſpielsweiſe eine ausgehängte Männerhoſe auf ve
übergehende beſſere Damen keinen „guten Eindruc
* Das Ende der Männerkirche. Aus Neu
York wird berichtet: Die Männerkirche von Atlant
City liegt im Sterben: das Gotteshaus, das am Anfa
ſo „großen Erfolg” hatte, ſoll geſchloſſen werden. 1
die kirchenſcheuen Männer zu bekehren und zur Pr
digt anzulocken, hatte der Geiſtliche mit amerikaniſch
Findigkeit ein merkwürdiges Experiment gewagt,
erklärte eines Tages das Gotteshaus für eine „Mé
nerkirche” und Frauen wurden nicht zugelaſſen. M
durfte im Gotteshauſe rauchen, alkoholfreie Geträt
wurden verabreicht, und wenn die Sommerſonne
zu heiß brannte, dann durften die frommen Mänt
auch ihre Röcke ausziehen und in Hemdsärmeln
erbauenden Worten des Paſtors lauſchen. Der Verſ.
fand anfangs großen Beifall, aber alle neuen Ide
werden mit der Zeit alte Ideen und dies war auch ?
Schickſal der Männerkirche: mit der Neuheit verlor
frauenloſe und ungenierte Frömmigkeit, für
Männer von Atlantie=City ihren Reiz, die Schar
Kirchgänger wurde kleiner und kleiner und ſchrumx
ſchließlich auf ſo wenige Gläubige zuſammen, daß
Geiſtliche reſignierte. Dazu kam, daß Konkurre
kirchen mit lebenden Bildern und kinematographiſd
Vorführungen ungeahnte Erfolge erzielten und
Männerkirche überflügelten: darum wird ſie nun
ſchloſſen. e. 2.
bahnräuber wurde als ein gewiſſer Hombrighauſen aus
Hannover feſtgeſtellt, der ſich als „Dr. phil.” ausgab.
Es wurden bei ihm eine Unmenge geſtohlener Sachen
und Gepäckaufbewahrungsſcheine verſchiedener
Eiſen=
bahnſtationen vorgefunden, die von Diebſtählen
her=
rühren. Die Ehefrau des H. bekundete, daß ihr Mann
auf den Bahnſtrecken Hannover=Berlin=Halle=Leipzig
viele Eiſenbahndiebſtähle begangen und daraus die
Mittel zu einem flotten Leben gewonnen habe. H. war
niemals an einer Univerſität immatrikuliert geweſen
und hat ſich ein falſches Doktordiplom auf Grund ge
fälſchter Zeugniſſe ſelbſt angefertigt. Die
Schwieger=
eltern waren gegen die Heirat ihrer Tochter mit H.
Dieſer hat die Mitgift von 20000 Mark mit Dirnen in
München, Frankfurt a. M. uſw. verjubelt, dann legte
er ſich auf Eiſenbahnräubereien.
Peſt, 15. Febr. Bei einem Balle zugunſten eines
Sanatoriums ereignete ſich ein peinlicher
Vor=
fall. Die Protektorin der Veranſtaltung, die
Erz=
herzogin Auguſte, wollte ihre Mantille ablegen.
Plötz=
lich wurde ſie bleich und rief: „Meine Perlen!‟ Die
Schnur ihres Perlenkolliers war geriſſen und
die koſtbaren Perlen rollten auf das Parkett. Selbſt
Erzherzog Joſef bückte ſich und half die Perlen zue
ſammenleſen. Der Schmuck, der aus dem Nachlaß der
Kaiſerin Eliſabeth ſtammt, iſt von großer Schönheit und
hat einen Wert von 250000 Kronen.
Paris, 15. Febr. Infolge großer Störungen iſt
der telegraphiſche Verkehr mit Italien, der
Schweiz, Deutſchland und Oeſterreich außerordentlich
behindert und erleidet große Verzögerungen.
Paris, 16. Febr. Auf die Anzeige zweier Kaufleute
aus Leipzig wurden in London zwei Pelzhändler,
Da=
vid und Lagrange, unter dem Verdacht des Betruges
verhaftet. Sie ſollen auswärtigen Pelzhändlern
einen Schaden von 500000 Franks zugefügt haben.
Stockholm, 16. Febr. Einer Mitteilung von „Dabens
Nyheter” zufolge ſoll Reichsmarſchall Freiherr von Eſſen
plötzlich infolge einer Speiſevergiftung erkrankt
ſein; die Aerzte und die Familie wollen ſich indeſſen über
die Erkrankung nicht äußern, aber mehrere Perſonen, die
kürzlich mit dem Reichsmarſchall an einer
Mittagsgeſell=
ſchaft teilnahmen, wurden gleichfalls von heftigen
Magen=
ſchmerzen befallen. Der Zuſtand des Reichsmarſchalls war
in der letzten Nacht etwas beſſer. — Eine ſpätere Meldung
beſagt: Die Unterſuchung in der gemeldeten
Vergiftungs=
affäre wird von der Polizei mit allem Eifer fortgeſetzt,
jedoch das ſtrengſte Stillſchweigen beobachtet. Der
Zu=
ſtand des erkrankten Reichsmarſchalls Freiherrn von Eſſen
iſt noch immer ſehr ernſt und er ſchwebt noch in
Lebens=
gefahr. Auch der Oberſtatthalter a. D. Tamm und ſeine
Gemahlin liegen ſchwer krank darnieder. Der Zuſtand des
Oberſtatthalters hat ſich in der letzten Nacht noch
verſchlim=
mert. Unter den übrigen ſchwer Erkrankten befindet ſich
auch eine deutſche Dame, die mit einem ſchwediſchen
Offi=
zier verheiratet iſt, nämlich Frau Anna Wallenberg, eine
geborene von Sydow.
Chriſtiania, 16. Febr. Wie aus Aaleſund
ge=
meldet wird, ſoll dort ein Bauſtein für Kaiſer
Wilhelm errichtet werden zur Erinnerung an das,
was Kaiſer Wilhelm nach dem Brande im Jahre 1904
für Aaleſund getan hat. Der Stein ſoll ſieben Meter
hoch werden. Er beſteht aus einem Monolith von ſechs
Metern Höhe auf einem einen Meter hohen Fußſtück.
Der Monolith wird ein bronzenes Reliefbild des
Kaiſers mit dem Reichswappen darüber erhalten. Die
Fertigſtellung des Denkſteins wird ungefähr drei
Monate in Anſpruch nehmen.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— In ſeinem Myſterium „Die erſten Menſchen”
will Borngräber dichteriſch zeigen, wie aus dem Urzuſtand
das Menſchenbewußtſein ſich entwickelte, wie die Kraft des
überſchäumenden Blutes durch das erwachende Gefühl der
höheren Sittlichkeit gebändigt wurde. Er führt die
Stamm=
eltern der Menſchheit in ſeinem Spiel ein, aber ihm iſt es
um die ganze Menſchheit ſelber zu tun, ihr will er des
Rät=
ſels Löſung, wie er ſie ſich denkt, zeigen, ihr will er ſagen,
wie aus ungebändigten Trieben: Sünde, wie der als böſe
bekannten Taten und Gedanken: Reue und Verzeihung
er=
wachſen. Die Sprache Borngräbers iſt von Kraft und
Schönheit erfüllt. — Das Werk wird von einem Enſemble
namhafter Bühnenkünſtler aufgeführt. Die Hauptrollen
lie=
gen in Händen von Klara Rabitow, K. K.
Hofburg=
ſchauſpielerin, Alexander Rottmann, Königl.
Bayeri=
ſcher Hofſchauſpieler, Bernhard Aldor, vom
Schiller=
theater und Bernhard Wenkhaus vom Stadttheater in
Königsberg. Für Inſzenierung — der Dichter leitet die
Aufführung perſönlich — und Ausſtattung — die neuen
Ko=
ſtüme ſind aus den kunſtgewerblichen Werkſtätten von Verch
u. Flothow, die Dekorationen aus den Ateliers von
Obronski, Impekoven u. Co., Berlin — iſt beſtens geſorgt.
— Elſa Laurckvon Wolzogen, deren
Lie=
derabend verſchoben werden mußte, wird nunmehr am
25. Februar im Saale der „Traube” ſingen. Die
er=
leſene Künſtlerin hat auswärts, wo auch immer ſie
auf=
getreten iſt, Triumph über Triumph gefeiert und iſt
ſtändig der Gegenſtand ſtürmiſcher und jubelnder
Ovationen geweſen. Es ſteht daher mit Gewißheit zu
erwarten, daß auch das Darmſtädter Publikum ſeiner
gefeierten Mitbürgerin eine ebenſo herzliche Aufnahme
bereiten wird, wie die kunſtbegeiſterten Menſchen in
anderen Orten. Der Abend wird diesmal dadurch
be=
ſonders intereſſant werden, daß Frau von Wolzogen
außer den deutſchen und fremdſprachigen Liedern zur
Laute auch eine Reihe entzückender Lieder zum Spinett
ſingen wird. (Alles Nähere ſiehe die Anzeigen.)
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 16. Febr. In der heutigen
Sitzung des Finanzausſchuſſes der Zweiten Kam
mer, der Finanzminiſter Gnauth und mehrere
Regie=
rungskommiſſarien beiwohnten, wurde über das noch
rück=
ſtändige Etatskapitel 140, Territorial=, Fluß= und
Dammbau und den dazu vom Abg. Dr. Winkler
geſtellten Antrag beraten, die als zweite Rate für die
Dammverbeſſerungen in den Gemarkungen Guntersblum,
Ludwigshöhe, Dienheim und Oppenheim einſchließlich der
Dammverlegung geforderten 400000 Mark zu ſtreichen,
ſo=
wie die Regierung zu erſuchen, eine beſondere Vorlage über
dieſe Angelegenheit zu machen und vor Erledigung dieſes
Antrages die bereits bewilligte erſte Rate nicht anzugreifen.
Nachdem Geh. Oberbaurat Imroth mit Hilfe von Karten
eine allgemeine Schilderung der geplanten
Dammverle=
gung uſw. gegeben, begründete Abg. Dr. Winkler ſei
nen Antrag, wobei er beſonders auf die den betreffenden
Ge=
meinden zur Verfügung geſtellten Gutachten und die Aeu=
Berungen der Reichskommiſſion für Flußkorrektion
hin=
wies. Finanzminiſter Gnauth erklärte ſich mit dem
Vorſchlag einverſtanden, über die ganze Frage noch ein
Obergutachten von Sachverſtändigen einzuholen und
da=
nach erſt die angeforderten Mittel zu verwenden. Abgg.
Mokthan, Reinhart und Brauer äußzerten
ver=
ſchiedene Bedenken, während Abg. Dr. Oſann die
Ein=
holung eines Obergutachtens befürwortete, das aber
an=
geſichts der drohenden Gefahren möglichſt bald erſtattet
werden ſollte. Der Ausſchuß entſchied ſich ſchließlich
da=
hin, ein Obergutachten von drei hervorragenden
Sachver=
ſtändigen aus Preußen, Baden und Bayern zu
veranlaſ=
ſen und danach erſt die angeforderten Summen ihrer
Be=
ſtimmung gemäß zu verwenden. — Es fand darauf noch
eine Geſchäftsordnungsdebatte über die Behandlung der
Vorſchläge des Finanzausſchuſſes der Erſten Kammer zum
Staatshaushalt für 1910 ſtatt. Die gemeinſame Beratung
beider Finanzausſchüſſe darüber wird am Donnerstag,
den 24. Februar erfolgen. Schließlich wurden noch die
vom Abg. Molthan über eine Reihe von Kapiteln
ange=
fertigten Berichte verleſen und genehmigt. — Am Freitag
nachmittag wird ſich der Finanzausſchuß zur Vornahme
von Beſichtigungen nach Friedberg und Bad Nau
heim begeben.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 16. Febr. Vizepräſident Dr. Spahn
eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 16 Min. — Zunächſt
wird einem ſchleunigen Antrage der Freiſinnigen auf
Einſtellung eines gegen den Abg. Spethmann wegen
Lotterievergehens ſchwebenden Strafverfahrens
ohne Debatte entſprochen.
Sodann wird in die erſte Leſung des
Arbeitskammern=Geſetzes
eingetreten. — Abg. Will (Zentr.): Wir hätten
ge=
wünſcht, daß dieſer neue Entwurf eines Geſetzes, das
bereits im Vorjahre die Kommiſſion beſchäftigt hat,
mehr den Wünſchen der damaligen
Kommiſſionsmehr=
heit angepaßt worden wäre, mit Ausnahme vielleicht
der Fälle, denen die Regierung ein „Unannehmbar”
entgegengehalten hatte. Vor allen Dingen müſſen die
kaufmänniſchen und die techniſchen Angeſtellten eine
Standesvertretung erhalten. Dann ſollten die
Sitzun=
gen der Kammern öffentliche ſein und das wahlfähige
Alter herabgeſetzt werden. In die Kammern müſſen
auch Arbeiterſekretäre gewählt werden können. Der
Zentralausſchuß der Handwerkerinnungen und das
Kartell der Bangeſchäfte Groß=Berlins ſtehen
geſchloſ=
ſen hinter der Forderung der organiſierten Arbeiter,
daß auch Arbeiterſekretäre in die Arbeitskammern
ge=
wählt werden können. Gegen die Beratung der
Vor=
lage in einer Kommiſſion von 28 Mitgliedern würden
wir nichts einzuwenden haben.
Abg. v. Winterf eldt=Menkin (konſ.): Die
Ver=
änderungen des im Vorjahre eingebrachten Entwurfes
begrüßen wir. Wir ſind der Regierung aber dafür
dankbar, daß ſie in der Ablehnung der Arbeiterſekretäre
feſt geblieben iſt, weil durch ſie immerhin politiſche
Ge=
ſichtspunkte in die Kammern gebracht werden würder=
Wir ſind auch für die Nichtöffentlichkeit der Sitzungen
dieſer Kammern. Wir ſind mit der
Kommiſſionsbe=
ratung einverſtanden und hoffen, daß dort ein Geſetz
zuſtande kommt, das dem Vaterlande zum Segen
ge=
reichen wird. — Abg. Horn=Reuß (natl.): Wir hoffen,
daß die Vorlage in der Kommiſſion eine ſchnellere
Er=
ledigung findet, als der vorjährige Entwurf. Die
Ein=
richtung von Arbeitskammern ſollte nicht der
Landes=
zentralbehörde, ſondern dem Bundesrate überlaſſen
werden. Die Wählbarkeit der Arbeiterſekretäre iſt nicht
nach unſerem Geſchmack. Für die Oeffentlichkeit der
Sitzungen können wir uns nicht entſcheiden. — Abg.
Neumann (freiſ. Vgg.) Eine Organiſation, die
zwi=
ſchen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, ohne
Vermitte=
lung eines Dritten vermittelt, iſt notwendig; ſogar in
ſolchen Gewerben, in denen Tarifverträge nicht beſtehen,
oder für unorganiſierte, arme, aber notwendige
Ge=
werbe, wie für die Heimarbeit. Bedenklich iſt, daß die
Werkmeiſter in dem Entwurf nicht berückſichtigt
wor=
den ſind. Das wahlfähige Alter mit 21 und 25 Jahren
iſt angemeſſen feſtgeſetzt. Wünſchenswert erſcheint die
Zulaſſung der Gewerkſchaftsſekretäre. Was den
Ver=
bänden der Unternehmer und Syndikate recht iſt,
müſ=
ſen wir auch den Arbeitern geben.
Staatsſekretär Delbrück: Der Entwurf zieht
für uns die Grenze, die wir glauben verantworten zu
können. Die Frage der Errichtung von
Technikerkam=
mern oder einer beſonderen Gruppe innerhalb der
Kammern haben wir nach eingehender Beratung
ver=
neint. Wir ſind der Anſicht, daß die Organiſation der
Techniker zu einer Art Technikerkammer geregelt
wer=
den muß unter allen Umſtänden und unabhängig von
den Arbeitskammern, ſobald erſt dieſe eingerichtet ſind
und gewiſſe Erfahrungen gegeben haben. Eine
grund=
ſätzliche Bedeutung hat es nicht, ob die
Landeszentral=
behörde oder der Bundesrat die Bedürfnisfrage für
die Errichtung von Arbeitskammern entſcheidet. Im
Intereſſe einer konſequenten Durchführung der Vorlage
wird die Annahme des Geſetzes in der jetzigen Faſſung
liegen. In Heer und Marine beſchäftigte Arbeiter ſind
von vornherein von dem Geſetze ausgeſchloſſen;
konſe=
quenterweiſe müßten auch die bei der Eiſenbahn
beſchäf=
tigten Arbeiter ausgeſchloſſen werden, die doch kein
gewerklichen Arbeiter ſind. (Zurufe bei den
So=
zialdemokraten: Nanu!) Strafvorſchriften für die
Wahl zur Arbeitskammer ſind entbehrlich. Die
Oef=
fentlichkeit der Sitzungen iſt von uns eingehend
er=
örtert worden. Wir ſind durchdrungen davon, daß
unſere ſozialpolitiſchen Schöpfungen darauf zu richten
ſind, das Moment des Kampfes im Wirtſchaftsleben zu
beſeitigen und den Frieden zu fördern. Arbeitgeber
und Arbeitnehmer müſſen unter einem neutralen
Vor=
ſitzenden ſich an einem Tiſch zuſammenfinden; dann iſt
noch immer ein Ergebnis erzielt worden; ein ſolches
kann aber nur erreicht werden, wenn eine gewiſſe
Frei=
heit in den Entſchließungen möglich iſt, ohne
Kontroll=
von außen und ohne programmatiſche Feſtlegung der
Arbeitervertreter. Ich bitte, die wichtige Vorlage nicht
an den Arbeiterſekretären ſcheitern zu laſſen. Ueber
die Herabſetzung des Wahlalters läßt ſich ſtreiten; das
höhere Alter iſt aber zu empfehlen, da in dieſen
Ar=
beitskammern doch eine gewiſſe Reife, Ruhe und
Er=
fahrung liegen ſoll. Wenn Sie dieſe gute Unterlage
für alle Aufgaben auf ſozialpolitiſchem Gebiet
verab=
ſchieden wollen, dann verlaſſen Sie nicht den Boden der
Parität.
Abg. Legien (Soz.): Dieſe Vorlage iſt angeſichts
der vorjährigen Kommiſſionsberatung eine
Verſchlech=
terung. Die Einſchränkungen gegenüber den
Kommiſ=
ſionsbeſchlüſſen ſind unannehmbar. Die Arbeiter
müſ=
ſen eine Kontrolle über ihre Vertreter behalten.
Pro=
gramme für Arbeiterſekretäre gibt es nicht. Wie mögen
die Arbeiterſekretäre ausſehen, die mit dem
Staatsſekre=
tär an einem Tiſche geſeſſen haben. (Sehr gut! bei den
Soz.) Ehe man ein Geſetz ſchaffe, das die Arbeiter
völ=
lig ausſchaltet, ſolle man es lieber ſcheitern laſſen. Einc
nochmalige Kommiſſionsberatung halte ich für richtig
und ich beantrage Ueberweiſung der Vorlage an eine
ſolche von 28 Mitgliedern. (Beifall bei den Soz.)
Abg. Schmidt=Altenburg (Rpt.): Meine Freunde
ſind der Anſicht, daß eine Notwendigkeit für dieſes Ge=
ſetz nicht beſteht; ganz beſonders ſind wir Gegner der
Oeffentlichkeit. — Abg. Kulerski (Pole): Die
Inter=
eſſen des Arbeiters bleiben in der Vorlage völlig außer
acht. Die Verbeſſerungen in ihr ſind ſehr gering. Die
Oeffentlichkeit der Sitzungen ſollte ſelbſtverſtändlich
ſein. Eine Kommiſſionsberatung iſt nicht erforderlich=
— Abg. Behrens (wirtſchaftl. Vgg.): Wir begrüßen
die Vorlage, obgleich wir in Einzelheiten noch Wünſche
haben; ſo ſollten die Heimarbeiterinnen in die
Arbeits=
kammern einbezogen werden. Die Staatsarbeiter
müſſen jedenfalls einbezogen werden. (Beifall.)
-
Das Geſetz wird darauf einer Kommiſſion von 28
Mitgliedern überwieſen.
Es folgt die erſte Leſung des
Heimarbeiter=Geſetzess
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Das Geſetz ſoll
die Verhältniſſe der Heimarbeiter ſchleunigſt regeln,
und iſt deshalb aus der Gewerbenovelle entnommen.
worden. Sehr ſchwierig iſt es, die komplizierten,
wirt=
ſchaftlichen Verhältniſſe der Hausinduſtrie ſchematiſch
zu reglementieren. Durch die Vorlage ſollen die
Heim=
arbeiter auf ein angemeſſenes Niveau gebracht werden=
Die Löhne ſind vielfach ſehr ungünſtig. Es ſollen
ſtagt=
liche Lohnentwürfe und Mindeſtlöhne feſtgeſetzt werden,
und zwar nicht nur für die Heimarbeiter, ſondern auch
für die geſchloſſenen Betriebe mit den gleichen
Arbei=
tern. Tarif=Verträge wären zu begrüßen: Ihr
größ=
ter Wert liegt darin, daß ſie gewiſſe Verhältniſſe für
alle Teile zweckmäßiger und nützlicher regeln können,
als die Geſetzgebung. Gewiß iſt es ſchwer, für die
Heimarbeiter Verträge durchzuführen. Man könnte
zunächſt eine Grundlage ſchaffen. Dies würde die erſte
Aufgabe der künftigen Arbeiterskammern ſein. Dieſes
Geſetz möge, wie es vorliegt, bald verabſchiedet werden,
zum Wohle der Heimarbeiter, denen es einen
erhebli=
chen Teil ihrer Wünſche erfüllt und das Mißſtände
beſeitigt.
Abg. Hieber (natl.): Die Regierung iſt in
dan=
kenswerter Weiſe auf eine Reihe Beſchlüſſe der
Kom=
miſſion eingegangen. Die Ausdehnung der
Sonntags=
ruhe und die Verkürzung der Arbeitszeit, ſpeziell die
Einführung eines Maximal=Arbeitstages, ſollte auch.
für die Heimarbeiter erreicht werden. Notwendig iſt:
die Einführung eines Lohnbuches. Mit einer
Kommiſ=
ſionsberatung ſind wir einverſtanden und beantragen
Ueberweiſung der Vorlage an eine ſolche von 28
Mit=
gliedern. — Abg. Henning (dkonſ.): Wir begrüßen die
Vorlage mit Freuden. Dieſes Geſetz ſoll nur die erſte
Etappe darſtellen.
— Abg. Manz (freiſ. Vpt.):
Auch wir begrüßen dieſe Vorlage. Eine ſtändige
Kon=
trolle der Familie über die Heimarbeitsbetriebe iſt
un=
durchführbar, vielfach auch bedenklich. Entweder ſöllte.
die Polizei oder weibliche Inſpektoren dieſe Arbeit
übernehmen. Zunächſt müſſen wir den Heimarbeitern
zu höheren Löhnen verhelfen
Abg. Everling.
(natl.): Die Regelung dieſer Materie iſt ſchwierig.
Miß=
ſtände ſind zweifellos vorhanden
Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Schmidt
(Soz.), Kulerski (Pole) und Behrens (wirtſch.
Vgg.) wird die Vorlage an eine 28gliedrige Kommiſſion.
verwieſen.
Nächſte Sitzung Donnerstag 1 Uhr:
Toleranz=
antrag des Zentrums, Geſetz betr. Aenderung der
Ge=
werbeordnung. — Schluß 7 Uhr 15 Min.
* Berlin, 16. Febr. Die
Wahlprüfungskom=
miſſion des Reichstages erklärte die Wahl des
Abge=
ordneten v. Kaphengſt (5. Frankfurt (Oder)=Wahlkreis) konſ.
für ungültig.
Handel und Verkehr.
* Der von der Großh. Handelskammer
Darmſtadt ausgegebene Bericht für das Jahr
1909 iſt ſoeben erſchienen. Es wird darin über die
Lage im Handelskammerbezirk folgendes
ausgeführt:
Eines günſtigen Geſchäftsganges hatten ſich von
den größeren Geſchäftszweigen des
Handelskammerbe=
zirks zu erfreuen die Motorwagenfabrikation, die
Palm=
kernöl=, Kokosöl= und Kokosbutterfabrikation, ein
gro=
ßer Teil der Chemiſchen Induſtrie, die Herdfabrikation,
die Zuckerfabrikation, die Lederfabrikation, der Handel
mit Fellen, Häuten und Rauchwaren, der Lederhandel,
die Tuchfabrikation und Garnſpinnerei, ſowie teilweiſe
auch die Möbelinduſtrie. Ebenſo wie im Vorjahre hat
leider das Baugewerbe noch ſehr ſtark
darnieder=
gelegen. Recht ungünſtig wurde hierdurch der
Ge=
ſchäftsgang der mit ihm verwandten Gewerbe
beein=
flußt, nämlich die Steininduſtrie, der Eiſen= und
Holz=
handel, die Ziegeleien, die Tapetenfabrikation, die
Kalt=
waſſerfarbenfabrikation, ſowie die Plan= und
Stein=
druckerei. Auch die Seifenfabrikation konnte, wie ſchon
ſeit Jahren, wiederum auf keinen günſtigen
Geſchäfts=
gang zurückblicken. Ebenſo liegt die Schuhfabrikation
infolge ſtarker Konkurrenz und hoher Lederpreiſe
dar=
nieder. Die Papierfabrikation des
Handelskammer=
bezirks wird vielfach ſtark durch die großen auswärtigen
Papierfabriken bedrängt. Unter der geſchwächten
Käuf=
kraft der großen Maſſe, ſowie der übermächtigen
Kon=
kurrenz von Konſumvereinen, Filialgeſchäften,
inlän=
diſchen und beſonders ausländiſchen Verſandhäuſern
und Warenhäuſern leiden fortgeſetzt vor allem der
Kolonialwaren=, Groß= und Kleinhandel. Durch die
in dem gegenwärtig vorliegenden Entwurf eines
Ge=
meindeumlagengeſetzes aufgenommenen Beſtimmungen
bezüglich der Konſumvereine, Warenhäuſer und
Filial=
geſchäfte ſoll die Möglichkeit einer zweckentſprechenden
Beſteuerung dieſer Betriebsformen geſchaffen werden.
Außerdem iſt im Detailhandel vielfach über
das gegenwärtige „Ausverkaufsweſen” Klage geführt
worden. Nunmehr beſteht die Hoffnung, daß es wohl
gelingen wird, durch eine entſchiedene Handhabung der
Vorſchriften des neuen Geſetzes gegen den unlauteren
Wettbewerb wenigſtens die ſchlimmſten Mißſtände im
Ausverkaufsweſen zu beſeitigen. Schwere Zeiten hatten
nach teilweiſe allerdings ſehr regem Geſchäftsgang,
wel=
cher jedoch nur kurze Zeit dauerte, die von der
Reichs=
finanzreform betroffenen Geſchäftszweige zu beſtehen.
Das Brauereigewerbe hat Abſatzminderungen bis zu
50 Prozent erfahren. In der Zigarren=Induſtrie und
der Zündholzfabrikation ſind die Umſätze ebenfalls
außerordentlich zurückgegangen.) Die Branntwein=
und Eſſig=, ſowie die Kunſtſeidefabrikation wurden
durch das von uns in früheren Jahresberichten bereits
mehrfach erwähnte Vorgehen der durch die
Reichsfinanz=
reform nur noch geſtärkten Zentrale für
Spiritusver=
wertung fortgeſetzt ſchwer bedrängt.
Dampferunfälle.
* Paris, 16. Febr. Der „Eclair” veröffentlicht
das Schreiben eines Reeders von Brieue, in welchem
es heißt: Der Verluſt des Dampfers „
Gene=
ral Chanzy” iſt nicht nur ein nationales Unglück,
ſondern auch eine furchtbare Kataſtrophe für unſere
Handelsmarine. Die ausländiſchen Blätter werden
wieder einmal erſchreckliche Artikel über die
Unſicher=
heit auf unſeren Schiffen und die Unfähigkeit unſerer
Offiziere und Mannſchaften bringen, und doch ſind
dieſe gewiß, daß an dem Untergang des „Genera
Chanzy” weder der Mangel an Solidarität, noch ein
Fehler oder eine Unvorſichtigkeit des Kapitäns die
Schuld trägt.
* Paris, 16. Febr. Der Steuerbeamte Marcel
Rodel, der einzige Ueberlebende von den Paſſagieren
des Dampfers „General Chanzy”, erklärte dem
Sonderberichterſtatter des „Matin” in Barcelona: Ich
wachte plötzlich um 4 Uhr morgens auf; ohne zu wiſſen
warum, wurde ich von einem dumpfen Gefühl
er=
griffen. In demſelben Augenblick erwachte auch mein
Kajütengenoſſe und ſagte: „Das Schiff iſt anf Grund
gefahren‟ Ich erfaßte einen Rettungsgürtel und
ſtürzte an Deck. Etwa hundert Meter vom Schiff
ent=
fernt befand ſich eine ſchwarze, ſteile Felswand. Gleich
nach mir ſtürzten etwa dreißig Paſſagiere auf Deck und
fragten, was vorgehe. Ich erwiderte: Ich glaube, wir
ſind in Gefahr und man wird vielleicht gut tun, ein
Rettungsboot ins Meer zu laſſen. Einer der
Reiſen=
den bemerkte: „Das Meer iſt zu ſtürmiſch, wir ſind in
unſerer Kajüte ſicherer.” Faſt alle Paſſagiere eilten,
von einer Panik erfaßt, wieder nach unten, nur fünf
oder ſechs derſelben blieben mit mir auf dem Deck.
Kein Matroſe war zu ſehen, und auch von der
Kom=
mandobrücke war nichts zu ſehen und zu hören. Ich
vermutete, daß die Brücke mit dem wachthabenden
Offizier und dem Stenermann von einer Woge bereits
ins Meer geſchleudert wurde. Zwei rieſige Wellen
ſtürzten jetzt auf das Deck. Ich hielt mich mit
ver=
zweifelter Anſtrengung an dem Seil eines
Rettungs=
bootes feſt. Als ich die Augen öffnete, befand ich mich
ganz allein auf Deck. Ich fühlte, wie das Schiff ſank,
und ohne länger zu zögern, ſprang ich ins Meer, um
ſchwimmend das Land zu erreichen. Während ich von
ungeheueren Wellen gepeitſcht wurde, hörte ich
ſtarkes Geräuſch. Ein Hagel von allen möglichen
Din=
gen, Brettern und Fäſſern ſiel rings um mich ins
Meer. Ich blickte mich um: das Schiff war
verſchwun=
den. Plötzlich erfaßte mich eine Welle und ich empfand
einen furchtbaren Stoß. Nach einigen Sekunden der
Betäubung öffnete ich die Augen. Ich befand mich in
einer Grotte eines der dreißig Meter hohen und ſteil
abfallenden Felſen. Mit Tagesanbruch wollte ich die
Grotte verlaſſen. Meine Verletzung ſchmerzte mich
furchtbar; ich hatte Hunger und Durſt. Das Meer
warf gerade zu meinen Füßen einen Sack mit
Kar=
toffeln aus und gierig aß ich einige derſelben. Nach
zweiſtündigem Klettern, wobei ich jeden
vorſpringen=
den Stein benutzte und meinen faſt nackten Körper an
den Felswänden zerſchund, gelangte ich auf die Spitze
des Felſens. Unten in der Ebene ſah ich ein
Bauern=
gehöft; ich ſchleppte mich hin und erklärte den Leuten
die mich wie ein Geſpenſt anſtarrten, mit Gebärden,
was geſchehen war. Man gab mir zu Eſſen und zu
Trinken und brachte mich dann in einem Wagen zu
dem franzöſiſchen Konſularagenten in Eindadela.
*Grimſtadt (Norwegen), 16. Febr. Der däniſche
Dampfer „Cambedja”, mit Stückgut und Holzladung
von Frederiksſtadt nach Südafrika unterwegs, iſt in
der Nacht bei Hesnaes untergegangen. Der
Dampfer „Aktiv” rettete dreizehn Mann der Beſatzung.
Ein Boot mit 16 Schiffbrüchigen wird vermißt.
Hochwaſſer.
* Paris, 15. Febr. Infolge neuen Steigens
der Seine ſind Maßnahmen getroffen worden, um
verſchiedene Grundſtücke in Alfort=Ville und Maiſons=
Alfort ſchleunigſt räumen zu können. Man rechnet auf
ein weiteres Steigen der Seine um 30 Zentimeter.
Auch in Neuilly=Plaiſant ſind wieder
Ueberſchwemnm=
ungen eingetreten.
* Paris, 16. Febr. Einige Straßen im Stadtteile
Paſſy ſind von neuem überſchwemmt; mehrere
Brücken in Verne, Champigny und anderen Orten
drohen ebenfalls überflutet zu werden.
* Paris, 16. Febr. Ein hoher Beamter des
Miniſteriums der öffentlichen Arbeiten erklärte einem
Mitarbeiter des „Petit Pariſien” daß infolge der
letz=
ten Regengüſſe und infolge des ſtarken Hochwaſſers
der Marne ein neues beträchtliches Steigen der
Seine zu befürchten ſei. Es ſei unmöglich, auch nur
annähernd anzugeben, welchen Waſſerſtand die Seine
erreichen werde, aber es wäre keineswegs überraſchend.
wenn das neue Hochwaſſer das vom 28. Januar noch
übertreffen würde. Die Häuſer in Alfort=Ville
und Maiſons=Alfort ſowie anderen Ortſchaften
im Weichbilde von Paris müſſen heute neuerdings
ge=
räumt werden.
Erdbeben.
H.B. Rom, 16. Febr. In Potenza trieb in der
ver=
gangenen Nacht ein langandauernder wellenförmiger
Erdſtoß die Bevölkerung auf die Straße, wo ſie bei
offenen Feuern den Morgen erwartete. Das
Telegraphen=
amt ſetzte ſich ſofort mit den umliegenden Ortſchaften in
Verbindung, von denen es die beruhigende Mitteilung
er=
hielt, daß nichts paſſiert ſei. Nur von Menfi blieb die
Antwort aus und man hat über das Schickſal dieſes Ortes
ſchwere Beſorgniſſe.
Darmſtadt, 17. Februar.
L. Kreisausſchuß. In der geſtrigen öffentlichen Sitzung
wurde die Beſchwerde der Kaufleute S. Liſſauer und E.
Weis in der Ludwigſtraße dahier gegen zwei
Polizeibe=
fehle des hieſigen Polizeiamtes verhandelt. Auf Grund
laut gewordener Klagen hat das Polizeiamt am 21.
De=
zember vor. Js. dem S. Liſſauer, deſſen Hofreite
eine große Toreinfahrt mit entſprechendem Hofraum beſitzt
bei Strafe von 90 Mark aufgegeben, die Waren tunlichſt
im Hof abzuladen und ſolche von der Rolle nicht direkt auf
den Bürgerſteig, ſondern auf die Fahrbahn zu laden und
von da alsbald in den Hof zu verbringen. Auch wurde ihm
unterſagt, mehrere Wagen gleichzeitig aufzuſtellen, die
ab=
geladenen unbeſpannten Wagen ſind bis zur Wegfahrt im
Hofraum aufzuſtellen. Dem E. Weis wurde bei gleicher
Strafe unterſagt, durch eine beim Abladen über den
Bür=
gerſteig gelegte Schrotleiter längere Zeit den Verkehr zu
hindern; auch hier ſoll das Abladen von Waren von der
Rolle nicht direkt auf den Bürgerſteig erfolgen und unter
Heranziehung aller Kräfte dafür geſorgt werden, daß die
Sachen möglichſt raſch ins Haus gebracht werden. Regie
rungsrat Kranzbühler erläuterte die getroffenen
Maßnah=
men als im öffentlichen Intereſſe gelegen, der Kaufmann
M. Roſenſtock, gegen den ein gleicher Befehl erging, hat
ſich dabei beruhigt. Die Rechtsanwälte Bruſt und Bender
erklärten namens der Beſchwerdeführer, daß die Auflage
undurchführbar ſei, bei den kleinen, ſehr ſchweren Fäſſern
die die Firma E. Weis von Zeit zu Zeit beziehe, ſei die
Beförderung mit Schrotleitern notwendig und auch im In
tereſſe der allgemeinen Sicherheit gelegen. Seit 70 Jahren
wurden dieſe angewendet, ohne daß bisher eine Beſchwerde
laut wurde. Der Nachbar des E. Weis, Hofuhrmacher
Karp, teilte mit, daß ſeit langer Zeit das Schließen des
Trottoirs auf längere Zeit beim Abladen von Fäſſern,
ſo=
wie das Aufſtellen von Handkarren auf ſein Geſchäft
ſtö=
rend gewirkt habe. Vor dem Liſſauerſchen Geſchäft ſei
nach dem Abladen von Waren die ganze Straße ſchon mit
Stroh bedeckt und geradezu ekelhaft verunreinigt geweſen
Von den gerügten Mißſtänden habe ſich der Kaufmann
Supp ebenfalls überzeugt. Stadtverordneter Stemmer
hat ſich einmal über die Raſchheit erſtaunt, mit der von
dem Geſchäft von E. Weis ein Wagen abgeladen wurde.
Dabei wurde eine Schrotleiter benutzt. Im weiteren
wurde der Regierungskommiſſar Bär, der Kaufmann
Gei=
ger und der Prokuriſt des Weis, Wilhelm, gehört. Letzterer
kann ſich gar nicht denken, wie man ein ſo ſchweres Faß
mit Menſchenhänden die Treppe hinauf befördern ſolle; am
beſten gebrauche man dabei die Schrotleiter. Die Kaufleute
Unger und Hergt wiſſen trotz ihrer Nachbarſchaft von
er=
heblichen Mißſtänden nichts zu melden. Nach dem
Gut=
achten des Spediteurs Monnard iſt es mit einem
Möbel=
wagen nicht möglich, in den Hof des Liſſauer zu fahren, bei
Kaſtenwagen habe das Herausfahren große
Schwierigkei=
ten; das Abladen ohne Schrotleiter ſei ſehr mühſelig und
für die Arbeiter ſowie für das Publikum gefährlich. Auch
durch auf der Fahrbahn ſtehende leere Wagen werde nie
mand beläſtigt. Beigeordneter Egenolf iſt 25 Jahre lang
Teilhaber der Firma Weis geweſen und hat in den letzten
2 Jahren nur Klagen über Karren, die auf der Straße ſtanden
gehört. Das Abladen der Fäſſer, die bis 12 Zentner wiegen,
gehe am ſchnellſten und ungefährlichſten mit der Schrotleiter
vor ſich.
ie beiden Anwälte beantragten auf Grund der
Be=
weisführung den Polizeibefehl, der nach allen Richtungen
hin unbegründet ſei, aufzuheben; das Polizeiamt habe ſich
bei dieſer Sache vollſtändig irreführen laſſen. Leiſte man
ſeiner Anweiſung Folge, dann werde die Sache nicht
ein=
facher, wohl aber gefährlicher. Regierungsrat Kranzbühler
ſtellt eine allgemeine Verkehrsordnung in Ausſicht, um der
herrſchenden Rückſtändigkeit zu ſteuern und wies auf
Han=
nover hin, wo ähnliches wie in dem beanſtandeten Polizei
befehl vorgeſchrieben ſei. Die Sache ſei allerdings im
Ver=
kehrsverein beſprochen worden; daß er ſich habe
vorſpan=
nen laſſen, ſei jedoch nicht richtig. Die Entſcheidung
lau=
tete dahin, daß der angefochtene Polizeibefehl aufzuheben
ſei. Die ſtädtiſche Polizeikaſſe hat die Koſten einſchließlich
derjenigen der anwaltlichen Vertretung zu zahlen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 16. Febr. Die „Norddeutſche Allgemeine
Zeitung” ſchreibt: Nachdem der Bundesrat zur Frage
der Schiffahrtsabgaben Stellung genommen
hat, wird der vorausſichtliche weitere Verlauf dieſer
Angelegenheit in einem Teil der ausländiſchen Preſſe
lebhaft erörtert. Dabei begegnen wir Ausführungen,
die von der Vorſtellung ausgehen, daß die
Reichsregie=
rung zu einer einſeitigen Löſung der Frage ohne
Rück=
ſicht auf beſtehende Verträge mit ausländiſchen Staaten
greifen könnte. Derartige Vorſtellungen ſind irrig.
Bei der weiteren Behandlung der
Schiffahrtsabgaben=
frage iſt nur der Weg freundſchaftlicher Verſtändigung
gangbar.
* Berlin, 16. Febr. Die „Norddeutſche Allgemeine
Zeitung” ſchreibt: Während der Tagung der großen
landwirtſchaftlichen Körperſchaft en wird
außer den den kaiſerlichen Konſularbehörden in
Kopen=
hagen, London, Paris und Petersburg zugeteilten
land=
wirtſchaftlichen Sachverſtändigen auch der
landwirt=
ſchaftliche Sachverſtändige bei dem kaiſerlichen
Kon=
ſulat in Chicago, in Berlin anweſend ſein. Derſelbe
iſt bereit, über ſeine Erfahrungen und Beobachtungen
in den Vereinigten Staaten Auskunft zu erteilen und
Wünſche wegen der Beſchaffung von Nachrichten
ent=
gegenzunehmen. Intereſſenten, die ſich mit den
Sach=
verſtändigen in Verbindung ſetzen wollen, können ſich
an das auswärtige Amt wenden, welches ihnen etwaige
Wünſche übermitteln wird.
Mülheim a. Rh., 16. Febr. Das Ergebnis der
Reichstagswahl im Wahlkreiſe Mülheim=
Wipper=
fürth=Gummersbach iſt nach der amtlichen Mitteilung
fol=
gendes: Abgegeben wurden 40 918 Stimmen, davon
wur=
den 20375 Stimmen für den Oberlandesgerichisrat Marx=
Düſſeldorf (Zentr.), 10922 Stimmen für den Schriftſteller
Dr. Erdmann=Köln (Soz.), 8462 Stimmen für den
Rechts=
anwalt Falk=Köln (nl.) und 1135 Stimmen für den Pfarrer
Holmann=Gummersbach (chriſtlich=ſozial) abgegeben.
Zer=
ſplittert waren 24 Stimmen. Die Stichwahl iſt auf den
26. Februar angeſetzt.
* München, 16. Febr. Nach der Annahme des
Malzaufſchlaggeſetzes nahm die Kammer
der Abgeordneten eine vom Ausſchuß
vorgeſchla=
gene Reſolution an, die Regierung möge mit allem
Nachdruck darauf hinwirken, daß bei der Berechnung der
Uebergangsabgabe der Verfaſſung des Deutſchen
Rei=
ches mehr Rechnung getragen werde. Finanzminiſter
v. Pfaff verſicherte, ſobald das heute angenommene
Malzaufſchlaggeſetz eingeführt worden iſt, werde er im
Bundesrat einen Antrag auf Neuregelung der
Ueber=
gangsabgabe zur Anregung bringen und hoffe, daß
dann eine gerechtere Uebergangsabgabe geſchaffen
werde.
* Bückeburg, 16. Febr. Die Fürſtin=Mutter
Hermine zu Schaumburg=Lippe iſt heute
mor=
gen um 9 Uhr im Alter von 82 Jahren geſtorben.
(Fürſtin Hermine iſt am 29. September 1827 als Prinzeſſin
zu Waldeck und Pyrmont geboren. Sie vermählte ſich am
24. Oktober 1844 mit dem 1893 verſtorbenen Fürſten Adolf
Georg zu Schaumburg=Lippe.)
* Brüſſel, 16. Febr. Die Sitzungen der
Kongo=
konferenz wurden heute vormittag wieder
aufge=
nommen. Man glaubt, daß die Konferenz ihre
Ar=
beiten in einem Monat beendet haben wird.
Stockholm, 16. Febr. Der Zuſtand des nach der
Teilnahme an einem Gaſtmahle unter
Vergiftungs=
erſcheinungen erkrankten Reichsmarſchalls Frhrn. v.
Eſſen war geſtern kritiſch. Auch der Wirt der
Geſell=
ſchaft, der frühere Statthalter Tamm, und ſeine Gattin ſind
bettlägerig. Frau Anna Wallenberg, geb. v. Sydow, iſt
gleichfalls ſchwer erkrankt. Die Unterſuchung hat bisher
nicht ergeben, welche Speiſe Gift enthielt.
** Kopenhagen, 16. Febr. Im Zuſtand des unter
Ver=
giftungserſcheinungen erkrankten Reichsmarſchalls v.
Eſ=
ſen iſt nach einer Meldung aus Stockholm eine bedeutende
Beſſerung eingetreten. Die anderen erkrankten
Per=
ſonen ſind völlig wieder hergeſtellt. Ein Verbrechen ſoll
nicht vorliegen.
* London, 16. Febr. Prinz Heinrich von
Preußen ſtattete heute vormittag dem
Premiermini=
ſter Asquith und dem Miniſter des Aeußern, Sir Ed
ward Grey, einen Beſuch ab.
** Montevideo, 16. Febr. Die Botſchaft des
Präſidenten, mit der der Kongreß eröffnet
wurde, erinnert zunächſt an die revolutionären
Um=
triebe und verheißt, daß jeder derartige Verrat gegen
das Vaterland ſtreng unterdrückt wird. Urugnay wird
ſich, ſo heißt es weiter, an dem panamerikaniſchen
Kon=
greß in Buenos=Aires und an den Ausſtellungen in
Belgien, Turin und Rom beteiligen. Zum Schluß
zählt die Botſchaft eine Reihe finanzieller
Geſetzent=
würfe auf.
Kath. Raab
vormals
ALlCE-BAZAR
Billige Bezugsquelle fün
solide Braut- und Baby-
Wäsche-Ausstattungen.
(55a
Statt Karten=
Die glückliche Geburt eines gesunden
Töchterchens beehren sich anzuzeigen
Regierungsassessor Dr. Otto Zentgraf
und Frau Lucie, geb. Dornseiff.
Cöln, den 14. Februar 1910.
(3681
Durch die glückliche Geburt eines
strammen
(*3840
Em
Madchens
wurden hocherfreut
Alexander Gawrilow und Frau
Marie, geb. Tarassow.
Darmstadt, im Februar 1910.
Seitersweg 8.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten die
traurige Nachricht, daß Mittwoch früh 3 Uhr
meine liebe gute Frau, unſere gute Mutter
Frau
Johannette Klenk
geb. Rahn
nach langem ſchweren Leiden ſanft
ent=
ſchlafen iſt.
(3725
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen:
Johann Georg Klenk,
Hohlerweg Nr. 20.
Darmſtadt, 16. Februar 1910.
Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag
2 Uhr, von der Friedhofskapelle aus, ſtatt.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die traurige Nachricht, daß heute
vor=
mittag 8 Uhr meine liebe Mutter, unſere
(3761
Schweſter, Schwägerin und Tante
Gertrude Kolb
nach langem Krankenlager im Alter von
74 Jahren ſanft verſchiedengiſt.
Darmſtadt, den 16. Februar 1910.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Daniel Kolb.
Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag
2¼ Uhr, vom Sterbehauſe, Soderſtraße 106
aus, ſtatt.
Wetter.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 17. Febr.:
Etwas kälter und ſtrichweiſe leicher Nachtfroſt, noch
ver=
einzelt etwas Schnee, ruhig, zeitweiſe heiter.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Der Waffenſchmied”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Saalbautheater, Anf. 8 Uhr: „Die erſten Menſchen”.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 18. Februar.
Hofreite=Verſteigerung des Peter Fink (
Rhön=
ring 57) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr in der
„Ludwigshalle‟
Nutzholz=Verſteigerung um 9½ Uhr im „
Darm=
ſtädter Hof” zu Griesheim.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacſfel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: J. Kroß, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte — den nichs
zurückgeſandt.
Frisch:
Rheinſalm
Weſerſalm
Silberſalm
Lachsforellen
Seezungen
Rotzungen
Steinbutt
Heilbutt
Merlan
Lebendt
Forellen
Hechte
Karpfen
Schleien
Aale
Breſem
Zander
Auſtern
Nordsee-Scheilnsche
Norasee-Cabllau
Gechecht
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Kurſe vom 16. Februar 1910
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
5f. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 24,20
85,20
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 101,10
3½ do. Conſols . . . . 94,20
3 do.
85,20
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 102,00
do.
3½
94,20
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 102,10
3½
93,50
do.
84,00
do.
4 Hamburger Staatsanl. 102,00
Heſſ. Staatsanleihe . . 102,00
3½
93,10
do.
do.
81,80
Sächſiſche Rente
84,80
Württemberger v. 1907 101,90
do.
93,40
Bulgaren=Tabak=Anl. 101,20
1¾ Griechen v. 1887
47,30
3¾/ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 99,00
do. Goldrente . . 100,50
do, einheitl. Rente 95,10
3 Portug. unif Serie I 64,90
Z do. unif. Ser. III 65,80
do.
Spezial.
5 Rumänier v. 1903 . .
-
4
do.
v. 1890 . . 95,00
do.
v. 1905 . . 91,20
4 Auſſen v. 1880 . . . . 91,80
In Proz.
Zf.
4. Ruſſen v. 1902 . . . . 91,50
do. v. 1905 . . . . 100,00
½ Schweden, . . . . . . 94,30
Serbier amort. v. 1895 84,60
Türk. Admin. v. 1903 88,40
do. unifiz. v. 1903 94,80
Ungar. Goldrente . . 95,90
do. Staatsrente . 92,80
5 Argentinier . . . . . . 101,00
92,00
do.
Chile Gold=Anleihe . 93,20
Chineſ. Staatsanleihe 102,80
100,00
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 98,20
5 Innere Mexikaner . . 101,75
do.
Gold=Mexikan. v. 1904 96,00
5 Gold=Mexikaner . . . 102,70
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . . 136,10
4 Nordd. Lloyd . .. . 104,40
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . .114,00
4 Gotthardbahn . . . .
In Proz.
Zf.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 162,30
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 22,80
4 Pennſylvania R. R. 132,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 194,20
Werger=Brauerei . . . . 82,00
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 438,60
Fabrik Griesheim . . . . 266,80
Farbwerk Höchſt . . . . . 451,50
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 330,50
Lahmeyer . . . . . . . . . 107,00
Schuckert . . . . . . . . . 136,50
Siemens & Halske . . . 239,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 381,80
Bochumer Bb. u. Guß . . 245,20
Gelſenkirchen . . . . . . . 216,00
Harpener . . . . . . . . . 205,50
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb . . . . . . . . . 219,70
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 91,20
Pfälzer Prt. . . . . . 101,20
do.
93,80
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,50
ſteuerfrei . 99,30
do.
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
99,40
alte
do.
5 Oeſterr. Südbahn . . 103,00
do.
do.
58,90
Raab=Oedenburger . . 77,00
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 88,90
4 Kronpr., Rudolfbahn . 100,00.
In Proz.
Zf.
76,30
24/0 Livorneſer . . . . .
4 Miſſouri=Pacific . .
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,20
5 Anatoliſche Eiſenb. .
5 Tehuantepec . . . . . 102,80
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 182,75
Darmſtädter Bank . . 137,50
Deutſche Bank . . . . 258,10
Deutſche Vereinsbank 129,75
Diskonto=Geſellſchaft 196,60
Dresdner Bank . . 167,25
Mitteldeut. Kreditbk. 120,60
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 130,00
101,50
Pfälzer Bank . . . .
50,00
Reichsbank . . . .
4 Rhein. Kredit=Bank 136,7
4 Wiener Bank=Verein 141,40
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
. 16 und 17 100,50
31
do. S. 19. . . . . 92,80
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
91,50
o.
3½
Heſſ. Land.=Hpp.=Bk. 101,60
92,60
do.
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
31
do.
91,60
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
do. (unk. 1914) 92,00
3½
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
do.
3½
93,70
InProz.
Jf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt . . . . . . 101,00
do.
92,00
3½
Frankfurt . . . . . . . 101,30
95,80
do.
3½
4 Gießen . . . . . . . . 101,00
3½ do.
Heidelberg . . . . . . 100,50
do.
3½
92,00
Karlsruhe . . . . . . 101,00
do.
92,00
4 Magdeburg . . —
3½ do
-
Mainz . . . . . . . . 101,00
3½ do.
Mannheim . . . . . . 101,00
31
do.
92,30
4 München . . . . . . . 102,00
3½ Nauheim
92,00
Nürnberg . . . . . . . 101,50
3½ do.
Offenbach . . . . . . . 101,00
do.
Wiesbaden . . . . . . 101,40
3½ do.
4 Worms . . . . . . . . 100,80
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886 . . —
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche
Tlr. 100 159,10
3½ Cöln=Mindner „ 100 137,60
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. „ 100 108,00
Zf.
InProz
3 Madrider Fs. 100 78,00
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. . . . . . . . 137,50
Oeſterr. 1860er Loſe 175,00
Oldenburger . . . . . 126,00
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
39,50
Braunſchweiger Tlr. 20 21650
Freiburger
Fs. 15 58,00
Mailänder
Fs. 45
do.
Fs. 10 —
Meininger
ft.
7 40,70
Oeſterreicher v. 1864 „ 100 570,00
do. v. 1858 „ 100 464,00
Ungar. Staats
„100 371,60
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
„ 400 178,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,40
20 Franks=Stücke . . . . 16,25
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,2)½
Engliſche Noten . . . . .25,44½
Franzöſiſche Noten . . . . 81,35
Holländiſche Noten . . . . 168,60
Italieniſche Noten . . . . 89,95
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Die Aebelfrau.
Roman von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
.)
Ein merkwürdiges Telegramm, nachdem er ſich vier
Wochen ausgeſchwiegen, grollte die alte Gräfin. Als er
ortging, hing noch das Laub in den Bäumen. Jetzt liegt
Schnee — ich ſpüre immer leuchtendes Weiß wie Silber
vor meinen alten Augen, die nicht ſehen können. Und Du
agſt, Undine, daß das Chriſtfeſt nahe ſei?
Ja, Großmutter, wir ſind ganz eingeſchneit im
Gor=
ingshof, und Timm baut mit Dorret und Lorl im Park
inen Schneemann.
Ich dächte, Timm und Dorret wären recht viel
bei=
ammen. Geſtern war ihr Oheim bei mir und bat mich,
s zu verbieten, es ſchicke ſich nicht, und Dorret ſei ſeine
Jraut.
Undine ſah unwillig auf. Die Großmutter wollte
sohl ihre Aufmerkſamkeit von der Depeſche ablenken, deren
Juchſtaben vor ihren Augen tanzten.
Dorret und Timm, Großmutter, ſind im Augenblick
virklich ganz unwichtig. Ich freue mich, wenn ſie
ver=
nügt ſind. Erlaube mir, daß ich erſt auf die Depeſche
ine Antwort gebe.
Nein, es paßt ſich nicht, beharrte die Gräfin
eigen=
nnig. Dorret iſt eines ſchlichten Schiffskapitäns
Toch=
er. Ich will nicht, daß Timm ihr Flauſen in den Kopf
tzt. Sie paßt nicht zu ihm. Willſt Du ihm das ſagen?
eiene e ete et.
Dorret oder auch mit Timm ſprechen, jetzt aber muß ich
eilen.
Wie ſeltſam Du biſt, Undine. Du brauchſt doch nicht
gleich zu antworten, nachdem Dein Mann ſo rückſichtslos
war, Dich Wochen lang ohne Nachricht zu laſſen. Was
willſt Du ihm denn überhaupt ſagen?
Daß er ſofort zurückkehrt.
Das halte ich für ſehr überflüſſig, bemerkte die Greiſin
trocken.
Ich will es aber. Er ſoll ſich von dem furchtbaren
Verdacht reinigen, der immer mehr an Wahrſcheinlichkeit
gewinnt. Ich kann und will dieſe entſetzliche Ungewißheit
nicht mehr ertragen.
Du nimmſt das alles ſo tragiſch, Kind. Ich halte die
ganze Geſchichte für nichts, als für eine kleine Bosheit
Fridruns.
Nein, Großmutter, es iſt mehr. Ich habe Lutz’ eigene
Worte geleſen. In Fridruns Händen iſt dieſer Zettel eine
vernichtende Waffe.
Ebbo Klas wird es nicht dulden, daß ſie Unfug damit
treibt.
Er wird es nicht hindern können. Als ihr Anwalt
iſt er verpflichtet, das Papier, das er vertrauensvoll in
meine Hände legte, auszuliefern, ſobald Fridrun es
ver=
langt.
Du haſt Lutz’ Brief? Ebbo Klas hat ihn Dir
anver=
traut? rief die Greiſin lebhaft, und ein Zittern lief durch
ihre hohe Geſtalt.
Großmutter! kam es wie ein Schrei von Undines
Lippen. Du glaubſt doch nicht?
Gewiß, nickte die alte Frau. Du kannſt den Zettel
verlieren, Du kannſt ihn verbrennen, wenn Du den
Fa=
milienſkandal ſcheuſt, wie ich ihn ſcheue. Wer würde es
Dir verdenken? Fridrun? Ich würde triumphieren, wenn
ihre lächerlichen Anſprüche an dem Verluſt dieſes kleinen
Briefes ſcheiterten, und Reimar würde Dich ſegnen.
Und Ebbo Klas? kam es bebend aus Undines Munde,
er, der mir vertrauensvoll den Brief gab, weil ich ihn
brauchen wollte, um von Reimar Rechenſchaft zu fordern,
an ihn, den treuen Freund Deines Sohnes, denkſt Du
nicht?
Seine ganze Exiſtenz wäre vernichtet, wenn das ihm
anvertraute Gut, das er in die Hände der Widerſacher
ſei=
ner Klientin gelegt, verloren ging. Nein, Großmutter,
das wäre ja Verrat, ganz gemeiner Verrat.
Du magſt recht haben, aber Gewalt geht vor Recht,
mein Kind. Ich ſtehe am Ende meines ſorgen= und
kum=
mervollen Lebens, aber ich würde mich keine Minute
be=
ſinnen, das Corpus delicti zu vernichten, das nur
Scha=
den bringt, wenn ein Zufall es mir in die Hände ſpielte.
Undine blickte die blinde Frau ganz ſtarr an. Die
Großmutter, die ſie immer wie eine Heilige verehrt, die ſo
groß und rein, ſo erhaben durchs Leben gegangen, ein
Vorbild für ſie alle, die ſtreckte die Hände nach fremdem
Gut aus, um ſich zu retten.
Zitternd ſtemmte Undine ihre Hand auf die
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kante. Ihr Antlitz war blaß, faſt entſtellt, als ſie ſagte:
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Bettler, wenn es ſein muß, den Stab in der Hand, wollen
wir den Gorlingshof verlaſſen, aber kein Schatten darf
unſer ehrliches Handeln verdunkeln. Führe uns nicht in
Verſuchung, haſt Du ſo oft mit uns gebetet, und jetzt —
ich kenne Dich nicht mehr, wenn Du mir ſo entſetzlich, ſo
verzweifelt raten kannſt.
181
Gräfin Lidwina richtete ſich ſtolz empor. Auf ihren
Stock geſtützt, ſtand ſie vor der Gebrochenen und ſagte
hart:
Was weißt Du vom Leben. Ich kämpfe nur, und ich
ergreife die Mittel, die mir der Zufall beut. Fridrun
wird ſich zufrieden geben, wenn ſie die Beweiſe vernichtet
ſieht. Im ſchlimmſten Falle wirft man ihr ein bischen
Tand oder Gold in den Schoß. Eine ſchöne Reiſe, ein
neues Reitpferd, ein hübſches Menſchenſpielzeug. Sie iſt
keine Feindin, die man in ihrem tändelnden Leichtſinn
zu fürchten hat.
Genug, Großmutter, unterbrach Undine die Gräfin
hart. Noch heute lege ich Lutz’ Brief in Ebbo Klas
Hände zurück, um ihn nur einzufordern, wenn ich ihn
ge=
brauche. Er iſt mir in meiner Hut nicht ſicher genug,
ſeit=
dem ich weiß, daß die Menſchen, die ich am meiſten liebe
und am höchſten verehre, ſich nicht ſcheuen, noch an des
Lebens Scheide die Hände nach fremdem Gut
auszu=
ſtrecken. Ach, Großmutter, wie weh, wie grenzenlos weh
tuſt Du mir.
Die alte Frau ſtierte faſt zornig auf die Enkelin, dann
hob ſie drohend ihren Krückſtock empor und zeigte in die
Ferne.
Kein Saft und keine Kraft iſt in Euch, zürnte ſie. So
war Deine Mutter auch. Immer zu Tränen geneigt,
ſchwankend, wie ein Rohr im Winde. Die Nebelfrau hat
ſie noch unſer Oheim, der alte Narr, Ekke Thornſen, ge=
tauft, den ſie liebte, obwohl ſie Deinen Vater zum Manne
nahm. Wie ſie, ſchwankſt auch Du im Nebel. Du tappſt
hierhin und dorthin und findeſt keine rechte Straße,
an=
ſtatt mit kräftiger Hand die Wolken zu teilen und Dir Dein
Glück ſelbſt zu zimmern. Ich haſſe dieſe untüchtigen,
halt=
loſen Geſchöpfe, die nie den Mut finden, einen Schritt vom
Wege abzuweichen und meinen, weil ſie ſich ihre eigene,
ehrenvolle Geſinnung erhalten müſſen, können ruhig alle
andern zu Grunde gehen. Würdeſt Du einer Mutter
zür=
nen, die Brot für ihre hungrigen Kinder ſtiehlt? Würdeſt
Du verächtlich auf das Weib blicken, das die Mordwaffe
gegen den Mann richtet, der ihrem Gatten an Gut und
Leben will? Würdeſt Du das Mädchen verachten, das
einen Meineid leiſtet, um den Geliebten ihres Herzens vom
Tode zu erretten? Nein, mein Kind, Du kennſt die Größe
noch nicht, die ſich oft in ſcheinbar unehrenhafter Handlung
verbirgt, die Liebe, die ſie gebietet, und darum ſage ich
Dir: Wie Du auch über Deine alte, blinde Großmutter
denken magſt, wie verächtlich ſie Dir auch heute ſcheint, die
Dich ſtets auf den Weg des Guten zu führen meinte, es
wird doch eine Stunde kommen, in der es durch Deine
Seele zittert, ſie hat recht gehabt.
Bei den letzten Worten der Greiſin öffnete ſich die Tür
und Ebbo Klas trat ins Zimmer.
Undine flog förmlich auf ihn zu.
Schützen Sie mich vor dieſer da! ſchrie ſie auf, ſich an
den alten Freund klammernd, ſie macht mich wahnſinnig.
Und mit zitternder Hand eine Kapſel von ihrem Halſe
reißend, bat ſie in fliegender Haſt:
Hier, hier nehmen Sie. Ich bitte Sie. Wie Feuer
brennt der Brief mir auf dem Herzen.
Kind, Kind, mahnte der Rechtsanwalt begütigend. Wer
wird denn ſo aufgeregt ſein. Ich ſah all die Kämpfe
kommen, als ich Ihnen den Brie; zab, aber ich wußte
auch, daß Sie ſiegreich daraus hervorgehen würden. Un
weil ich an Sie glaube, darum lege ich ruhig den
Bri=
in Ihre Hände zurück, Gräfin Undine. Sie ſelbſt
ſoll=
ihn Reimar unterbreiten, ſobald er heimkehrt.
Undines angſtverzerrte Züge glätteten ſich.
Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Ebbo Kla
ſagte ſie feierlich. Es ſoll Sie nicht getäuſcht haben.
Sie bemerkte nicht das erlöſte Aufatmen der alt
Frau, nicht das triumphierende Lächeln um den eine
ſunkenen Mund, ſie ſah nur in Ebbo Klas’ zuverſichtli
dreinblickendes Auge, als ſie ihm die Depeſche reichte un
ſagte:
Endlich eine Nachricht. Depeſchen Sie, bitte, ſofo
daß Graf Reimar heimkehrt.
Soll ich ihm Beſcheid geben, warum?
Nein, ich ſelbſt will Aufklärung von ihm fordern,
muß aber geſchehen, ehe Fridrun wieder die Schwelle d
Gorlingshofes überſchreitet.
Der Rechtsanwalt nickte.
Sein Auge flog zum Fenſter hinaus, wo Dorretn
einer kecken, ſchwarzen Pelzmütze auf dem blonden Ha
ſie trug jetzt ſeltener die frieſiſche Tracht — eine reg
rechte Schneeballſchlacht mit Timm lieferte.
Lorl lief jauchzend dazwiſchen und verſuchte,n
ihren kleinen Händen auch einen Schneeball nach dem a
deren zu formen und in die Luft zu werfen. Leider v
fehlte er faſt immer ſein Ziel.
Lorl jubelte laut, und in den beiden anderen blau
Augenpaaren lachte ein jauchzendes Glück, wenn ein beſo
ders großer Schneeball ſein Ziel traf.
Selige Jugend! Ueber ihr ſtand die Sonne.
(Fortſetzung folgt.)
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Erhebung des Stempels für Fahrräder pro 1910.
Unter Hinweis auf die nachſtehend abgedruckten §§ 3, 15—27 der Verordnung
vom 6. Mai 1907, den Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die
gleich=
falls abgedruckten, im Falle einer Verſäumnis platzgreifenden Strafbeſtimmungen wird
hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des Stempels für
Fahr=
räder für das Rechnungsjahr 1910, ſowie das Aufkleben und die vorſchriftsmäßige
Entwertung desſelben
von heute ab bis 31. März 1910 an jedem Wochentage,
vormittags von 9 bis 12 Uhr,
bei Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9,
ſtattfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, die dieſelben auf öffentlichen
Wegen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der obenerwähnten
Zeit zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen hierzu vorliegen, während derſelben
Zeit (ſ. § 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag auf Befreiung von der Abgabe zu ſtellen.
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizei=Revier,
2. für den Landkreis Darmſtadt bei der betreffenden Großherzoglichen
Bürger=
meiſterei
vorzubringen.
Darmſtadt, den 15. Februar 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. E.: von Starck.
(4534a
Verordnung, den Radfahrverkehr betreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3, 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll,
hat der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
mündlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifs zum Urkundenſtempelgeſetz
in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene
Stempelab=
gabe für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
lautende Radfahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen dem
zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
Vormundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reichs.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
haben, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
führen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
bis 31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in
der Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen
Zeitraum nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten.
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungen unter fortlaufenden Nummern in
ein Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht.
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
entrichteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Rad=
fahrkarten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19. . "
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
hoher lateiniſcher Schrift den Anfangsbuchſtaben der Behörde, die die Radfahrkarte
ausgeſtellt hat (für das Kreisamt Dieburg Di) und dahinter in 5 cm hohen Ziffern
die Nummer der Radfahrkarte (§ 16). Die Nummern werden, je nachdem ſie von
einer Behörde der Provinz Starkenburg, Oberheſſen oder Rheinheſſen zugeteilt
worden ſind, in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den
Land=
bezirk eines Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in
der Farbe der Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes
dagegen in ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Num=
merplatte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
werden muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet
derart zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die
Nummer=
platte wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen
Fahr=
rädern unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die Koiten
der Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
zur Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel des
Fahrrads, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31 März) ſtets nur einmal, und
zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrads und ſodann alljährlich im Monat
März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der Radfahrkarte bei dem
Kreisamt zu entrichten
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
von der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden
An=
rag zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
aufgibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
längſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der
Num=
nexplatte anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
Plätzen nicht mehr benntzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter
Rück=
rabe der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und
dem Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
§ 21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſeinen
Wohn=
oder Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das
die Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
Aufenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden;
das letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte
Nummer=
platte behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten, Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
von Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen,
je nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
indere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur
vorüber=
ehend überlaſſen.
F. Ausnahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
1. Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtagtes einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benutzen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur
Ar=
beitsſtelle oder zur Ausübung ihres Berufes oder Gewerbes benutzen, ſofern
ihr Einkommen den Betrag von jährlich 1500 Mk. nicht erreicht:
3. Schüler, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zum
Be=
ſuche der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens 2½ Kilometer von der
Wohnung entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Verſonn, dieſch zun Aumebrand ober weigerats 30 Tage lang iun
Grobf=
herzogtum aufhalten;
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22 Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde
dahingehend, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
ver=
wendet wird;
2. in den Fällen der Ziffer 2 der letzte Steuerzettel und eine Beſcheinigung der
Bürgermeiſterei oder Polizeibehörde über das Vorliegen der weiteren
Voraus=
ſetzung. Bei Bedienſteten genügt hinſichtlich des letzten Punktes eine
Be=
ſcheinigung des Arbeitgebers, die jedoch durch die Bürgermeiſterei oder
Polizei=
behörde beſtätigt ſein muß:
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das
Miniſte=
rium des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mitführen einer Radfahrkarte beſteht nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Perſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2. das Rad als zu Dienſtzwecken beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öfentlicher Verwaltungen, ſowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auguſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den fehlenden Stempel (Art 14), eine
Geld=
ſtrafe verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels gleich=
Jede zuwiderhandelnde Perſon
kommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt.
trifft die ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Anwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften des
Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1800.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt, ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tarifnummern 16, 34, 40, 47, 48, 51, 58, 86 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe, Die
Vorſchriß=
ten des Artikel 31 Abſ. 3, 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikel 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch detjenige,
wel=
cher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit tritt
nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige nachweiſt, daß er ſeiner Pflicht genügt hat oder
daß die Stempelhinterziehung auch bei gehöriger Aufſichtsführung erfolgt ſein würde.
Die Beſtimmung des Abſ. 2 Satz 2 findet Anwendung.
Betreffend: wie oben.
Darmſtadt, 15. Februar 1910.
64
Das Großherzogliche Areisamt Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zu bringen.
J. E.. von Starck.
(3739a
Bekanntmachung,
betreffend: Einſtellung von Dreijährig=Freiwilligen für das III. Seebataillon
(Marine=Infanterie) in Tſingtau (China).
Einſtellung: Oktober 1910, Ausreiſe nach Tſingtau: Januar 1911, Heimreiſe:
Frühjahr 1913. Bedingungen: Mindeſtens 1,65 m groß, kräftig, vor dem 1. Oktober
1891 geboren (jüngere Leute nur bei beſonders guter körperlicher Entwicklung). Es
werden junge Leute aller Berufsarten eingeſtellt, Handwerker erhalten jedoch den Vorzug.
In Tſingtau wird außer Löhnung und Verpflegung täglich 0,50 Mark
Teuerungs=
zulage gewährt.
Meldungen mit genauer Adreſſe ſind unter Beifügung eines vom
Zivilvorſitzen=
den der Erſatzkommiſſion ausgeſtellten Meldeſcheins zum freiwilligen Dienſteintritt auf
drei Jahre zu richten an: Kommando des III. Stammſeebataillons, Wilhelmshaven.
Der oben erwähnte Meldeſchein wird für die im Kreiſe Darmſtadt wohnhaften
Leute von dem Unterzeichneten ausgeſtellt.
Darmſtadt, den 15. Februar 1910.
(3695
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
von Werner.
Bekanntmachung.,
die Umlage der land= und forſtwirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft für das Großherzogtum
Heſſen betreffend.
Die Umlage der land= und forſtwirtſchaftlichen Berufsgenoſſenſchaft für das Jahr
1909 beträgt 1071542,53 Mk.
Hiervon ſind durch Barzuſchläge zu erheben 3385 Mk., während 1068 157,53 Mk.
auf die beitragspflichtigen Steuerkapitalien umzulegen ſind.
Da die Geſamtſumme der beitragspflichtigen Steuerkapitalien einſchließlich
der=
jenigen der Nebenbetriebe 8310 927,4 Gulden (14247304,1 Mk.) beträgt, ſo ergibt ſich ein
Ausſchlag von 12,852 Pfg. auf den Gulden Steuerkapital (7,497 Pfg. auf die Mark).
Gemäß § 13 der Verordnung vom 31. Mai 1902 wird dies mit dem Anfügen zur
öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung dieſer Umlage demnächſt in einem
Ziele unter Zuſendung beſonderer Anforderungszettel ſtattfinden wird.
Das Reichsgeſetz, betreffend Aenderung im Finanzweſen vom 15. Juli 1909,
be=
ſeitigt die ſeitherigen Vorſchußleiſtungen der Poſtbehörden für die Unfallentſchädigungen
und verlangt von den Trägern der Unkallverſicherung die Anſammlung eines
Betriebs=
fonds, aus dem künftighin die Poſtvorſchüſſe zu decken ſind. Hierdurch erklärt ſich, neben
der ſtändigen Zunahme der Unfälle, die Erhöhung der Umlage.
(3696
Darmſtadt, den 15. Januar 1910.
Land= und forſtwirtſchaftliche Bernfsgenoſſenſchaft für das Großherzogtum Heſſen.
Bichmann.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
nden ſich: 1 Bulldogge.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
zerden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
ig, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Terrazzo=Arbeiten.
Die Lieferung von 97 Stück
Heizkörper=
ſockelſteinen in Terrazzo für den Neubau
der höheren Knaben= und Mädchenſchule
ſoll vergeben werden
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte
(Grafenſtraße Nr. 30. Zimmer Nr. 9)
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis Donnerstag, den
24. Febr. 1910, vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 12. Februar 1910.
Stadtbauamt.
(3570md-
Burbaum.
Arbeits=Vergebung.
Wegen veränderter Grundlage wird hiermit die Lieferung der Erkerſcheiben (ca.
270 qm) für den Neubau Kaffee= mit Tennishaus und Verkaufsläden in der
Park=
ſtraße zu Bad=Nauheim erneut unter Hinweis auf den Miniſterialerlaß vom 16. Juni
1893 zum öffentlichen Wettbewerb ausgeſchrieben.
Die Angebotsunterlagen und Bedingungen ſind in unſeren Amtsräumen
ein=
zuſehen, die Angebotsformulare daſelbſt zum Selbſtkoſtenpreis zu erhalten. Die
An=
gebote ſind verſchloſſen, porto= und beſtellgeldfrei bis ſpäteſtens Samstag, den
26. Februar 1910, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen, worauf deren
Er=
öffnung im Beiſein der etwa anweſenden Bewerber erfolgt. Später einlaufende
An=
gebote werden nur dann als gültig erachtet, wenn ſie den Poſtaufgabeſtempel des
25. Februar 1910 tragen.
(3684
Zuſchlagsfriſt 14 Tage.
Bad=Nauheim, den 15. Februar 1910.
Großh. Baubehörde für die Neubauten in Bad=Nauheim.
Joſt.
Staatl. konzess. und beaufsichtigte
Hessische Handelslehranstalt
Rheinstrasse I
DARMSTTADT
am Ernst-Ludwigsplatz.
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung für den kaufm. Beruf.
Das Sommersemester beginnt Dienstag, den 12. April, 8 Uhr.
Lehrplan und Aufnahmebedingungen durch
(2534a
Sprechstunden:
Wilh. Siedersleben.
Montag bis Freitag 12—1 Uhr.
staatl. geprüfter Handelslehrer.
Bekanntmachung.
Die im Verwaltungsjahr 1910 bei
Ausführung von Kabellegungen erforderlich
werdenden Erdarbeiten ſollen vergeben
werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen auf dem Bureau der unterzeichneten
Verwaltung, Luiſenſtraße 22, während der
Dienſtſtunden offen, woſelbſt auch die
An=
gebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis=
(3731dd
Freitag, den 25. Februar 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 15. Februar 1910.
Städt. Elektrizitätswerksverwaltung Darmſtadt.
Meyer.
Unterſtützungen aus der Karl
Schloſſer’ſchen Stiftung.
Aus obiger Stiftung ſind vier
Unter=
ſtützungen je nach Dauer der Lehrzeit auf
drei, zwei oder ein Jahr zu vergeben. Die
jährliche Unterſtützung beträgt 171 Mark
43 Pfg.
(3691dd
Als Bewerber können auftreten die Söhne
hieſiger Bürger und dahier
unterſtützungs=
wohnſitzberechtigter Einwohner, „die in der
Schule durch Sittlichkeit und Fleiß ſich
aus=
gezeichnet und zur Erlernung eines ehrbaren
Gewerbes oder einer Kunſt Anlage und
Neigung haben.
Schriftliche Bewerbungen ſind bis
läng=
ſtens Freitag, den 4. März ds. Js., bei
uns einzureichen. Belege, aus denen das
Vorhandenſein der oben erwähnten
Vor=
ausſetzungen für die Vergebung der
Unter=
ſtützung hervorgeht, ſind beizufügen.
Darmſtadt, den 11. Februar 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Vergebung von Grund= und
Erdarbeiten.
Die im Betriebsjahr 1910 (1. April 1910
bis 31. März 1911) vorkommenden
Rohr=
graben=Arbeiten bei der Neuverlegung und
Auswechslung von Gasleitungen ſollen
verdungen werden.
Angebote ſind bis
Samstag, den 26. Februar er.,
vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten Verwaltung,
Frank=
furterſtraße 29, I, Zimmer 3, verſchloſſen
und mit der Aufſchrift „Angebot auf
Erd=
arbeiten” verſehen, einzureichen, woſelbſt
auch die Verdingungsbedingungen
einge=
ſehen und die Angebotsſcheine in Empfang
genommen werden können.
(3694dsi
Darmſtadt, den 15. Februar 1910.
Städtiſche Gaswerksverwaltung.
Betriebsleitung.
Friedrich.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 10. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Metzgermeiſter Peter
Held=
mann Eheleuten dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
qm
Nr.
Flur
461¾/10 216 Hofreite
Schloß=
gartenſtraße, jetzt
Arheilgerſtraße 6,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K4/10
Darmſtadt, den 20. Januar 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L2748,62
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die heute abgehaltene
Nutzholzverſteige=
rung iſt genehmigt und können die
Abfuhr=
ſcheine vom 24. ds. Mts. ab bei der
Stadt=
kaſſe in Empfang genommen werden.
Ueberweiſung findet Tags darauf ſtatt.
Darmſtadt, den 15. Februar 1910.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
(3683
Bekanntmachung.
Die geſtern und heute in Hahn
abge=
haltene Holzverſteigerung iſt genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können vom 22.
Feb=
ruar an bei den Kaſſen abgeholt werden.
Ober=Ramſtadt, 15. Februar 1910.
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
(3682
Daab.
En unſer Handelsregiſter B wurde heute
eingetragen hinſichtlich der Firma:
Sterbekaſſe des Bundes Deutſcher
Gaſtwirte, Verſicherungsverein auf
Gegenſeitigkeit, Darmſtadt.
Durch die Beſchlüſſe der
Generalver=
ſammlung vom 24. November 1909, und
des Aufſichtsrats vom 12. Januar 1910,
genehmigt durch das kaiſerliche
Aufſichts=
amt für Privatverſicherung am 23. Januar
1910, ſind die Beſtimmungen der Satzung
über das zu gewährende Sterbegeld und
Kapital, die Mitgliedſchaft, die Pflichten
der Mitglieder, den Verluſt der
Mitglied=
ſchaft, die Beiträge, die Sterbegelder und
die Kapitalverſicherung, die
Vermögensver=
waltung, die Dividende, den Vorſtand, den
Aufſichtsrat, den Ortsrechner, die
Revi=
ſoren, die Generalverſammlung und die
Tarife geändert.
(3746
Der Vorſtand beſteht nunmehr aus zwei
Mitgliedern, und zwar einem erſten und
einem zweiten Direktor; zum Abſchluß von
Rechtsgeſchäften und für gerichtliche
Ver=
tretungen iſt die Unterſchrift beider
Vor=
ſtandsmitglieder erforderlich.
Darmſtadt, den 14. Februar 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
In unſer Handelsregiſter 4 wurden
fol=
gende Einträge vollzogen:
Am 3. Februar 1910.
Neu eingetragen die Firma:
Jakob Skurnik, Darmſtadt.
Inhaber: Jakob Skurnik, Kaufmann
in Darmſtadt.
Am 4. Februar 1910.
Hinſichtlich der Firma:
Heinrich Sonnthal, Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Feilen=
fabrikant Karl Sonnthal in Darmſtadt
übergegangen.
Am 10. Februar 1910.
Neu eingetragen die Firma:
Richard Buſch, Darmſtadt.
Inhaber: Richard Buſch, Fabrikant,
In=
haber einer Kontroll=und Sicherheitskaſſen=
(3688
Fabrik in Darmſtadt.
Darmſtadt, den 14. Februar 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Schwellen=Verkauf.
Am Montag, den 21. Februar 1910,
vormittags 9 Uhr, werden ca. 500 alte
Holzſchwellen auf Bahnhof Darmſtadt
am Uebergang der Pallaswieſenſtraße
meiſt=
bietend verſteigert. Die Bedingungen liegen
bei der Bm. 55 in Darmſtadt zur Einſicht
offen und werden im Termin bekannt ge=
(3715
geben.
Betriebs=Inſpektion I.
Forderungen
an Fräulein Margarethe Holthaus, hier,
Frankenſteinſtraße 60, bitte ich bis zum
1. März 1910 unter Beifügung einer
ſpezi=
fizierten Rechnung bei mir anzumelden
Fr. Buss, Rechtsanwalt,
Darmſtadt.
Bismarckſtraße 74, I.
Neuheit „Schirmſtock”
direkt vom Erfinder zu verkaufen. Offerten
unter M55 an die Exped. ds. Bl. (*3704md
Für Brautleute!
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desgl. Schreibtiſch, wie neu, ſowie
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(2
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(D3312
D. Pistreich, Breslau II 32.
Bekanntmachung.
Die Lieferung der für das Rechnungsjahr 1910 bei dem Großherzoglichen
Lano=
gerichte dahier und der Großherzoglichen Staatsanwaltſchaft bei demſelben erfor
derlichen Schreibmittel mit Ausnahme der Aktendeckel ſoll im Wege öffentliche
Ausſchreibung vergeben werden. Bezüglich des Papiers haben ſich die Lieferanten der
Verpflichtungen gemäß den Beſtimmungen der Bekanntmachung vom 17. Januar 190
Reg.=Blatt Nr. 7. — zu unterwerfen.
Für das Großherzogliche Oberlandesgericht und die Großherzogliche Staats
anwaltſchaft bei demſelben wird das Recht der Zuſchlagserteilung auf die geſtellten
Angebote vorbehalten. Angebote, unter Beifügung von Muſtern, ſind auf der
Gerichts=
ſchreiberei des Landgerichts,
altes Gerichtsgebäude, Mathildenplatz Nr. 13 dahier, Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 36 auch die Bedingungen eingeſehen werden können, verſchloſſen, ſpäteſtens in
dem zur Eröffnung der Angebote beſtimmten Termine vom
Freitag, den 4. März d. J., vormittags 10 Uhr,
einzureichen. Zum Termine haben Bewerber oder Bevollmächtigte derſelben Zutritt
Die Zuſchlagsfriſt läuft bis 19. März d. J. (einſchl.).
Darmſtadt, 15. Februar 1910.
(368
Der Großherzogliche Landgerichts=Sekretär:
Dr. v. Ackermann.
Werbe=Derfteigerange
Dienstag, den 22. Februar, vormittags 10 Uhr, ſoll im Großherzogliche
Hofmarſtalle dahier ein ausrangierter Landgeſtütsbeſchäler verſteigert werden. (372a
Darmſtadt, den 14. Februar 1910.
Großherzogliche Landgeſtüts=Direktion.
von Willich.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 17. Februar 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich an Ort und Stelle, Große Bachgaſſe, öffentlich zwangsweiſe vo
ausſichtlich für beſtimmt:
25 Betten, 5 Waſchtiſche, 4 Tiſche, 1 Büfett mit Preſſion, 6
Wirt=
tiſche, 26 Stühle, 1 Eisſchrank, 1 Regulator, 4 Gaslüſter, 1 Part
Hand= und Bettücher, 1 Partie Kiſſen= und Deckbezüge und
verſchieder=
andere Gegenſtände.
Zuſammenkunft der Steigerer auf der Inſel.
Ferner nachmittags 4 Uhr im Saale Rundeturmſtraße 1
zwangsweiſe:
a) beſtimmt:
ca. 40 Dutzend Herrenkragen, Nr. 42, 43 und 44, und 15 weiſ=
Hemden, Nr. 44 und 45;
b) ferner vorausſichtlich:
6 Diwans, 3 Sofas, 2 Büfetts, 1 Pianino, 2 Spiegelſchränke, 10 Verti
2 Kleiderſchränke, 50 Stühle, 3 Schreibtiſche, 1 Motorfahrrad, 2 Seſſel, 1 U
1 Fahrrad, 1 Partie Halbleinen, Tiſchtücher, Tiſchdecken, Futterſtoff, 1 Par
Falzziegel und Schieferſteine an Ort und Stelle und verſch. andere Gegenſtänd
Darmſtadt, den 16. Februar 1910.
(2
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 18. Februar 1910, vormittags 10 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle‟, Obergaſſe, öffentie
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
1 Büfett, 1 Herren=Schreibtiſch (Diplomat), 1 Sofa mit Umbau und 2 Stühle
1 Sofa, 1 Sofatiſch, 1 vollſtändiges Bett, 1 Geſindebett, 1 Waſchtiſch, 1 Waſe
kommode und 1 Nachttiſch (ſämtlich mit Marmorplatten), 1 Diwan, 1 Salo
ſchrank, 2 Seſſel, 1 Ausziehtiſch mit 6 Stühlen, 1 Serviertiſch, 1 Paneelbre
1 dreiarm. Lüſtre, 10 verſchiedene Bilder, 1 Büchergeſtell, 1 Handtuchgeſte
2 Ständer, 2 Wandteller, 2 Teppiche, 1 Waſchgarnitur, 1 Vorplatzgeſte
Spiegel, 1 Trittſtuhl, 1 Badewanne und 1 Eisſchrank.
(37
Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, am 16. Februar 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollziehr
Friedrichſtraße 24, I.
Holz-Verſteigerung
Letzte
aus Forſtwartei Faſanerie.
Mittwoch, den 23. Februar I. Js., vormittags ½9 Uhr,
werden bei Wirt Strohmenger (Heiliges Kreuz) aus Diſtrikt Hirſchgart
verſteigert
Nutzſcheiter, rm: 20 Eichen II. Kl.
Scheiter, rm: 125 Buchen I. Kl. 111 Buchen II. Kl., 5 Hainbuchen, 27 Eich
II. Kl., 1 Roßkaſtanie (rund), 10 Kiefern; Knüppel, rm: 44 Buchen, 1
Ha=
buche, 9 Eichen, 1 Kiefer: Reiſig, Wellen: 1740 Buchen, 110 Hainbuch
200 Eichen, 30 Kiefern; Stöcke, rm: 67 Buchen (fein zerkleinert), 26 Buch
(grob zerkleinert, hiervon 6 zu Kummetholz geeignet), 14 Eichen, 2 Kiefern.
Zu Beginn der Verſteigerung werden 8 Stück Buchenhackklötze von 80—95
Durchmeſſer ausgeboten. Bemerkt wird, daß das Holz größtenteils direkt an
Straße Darmſtadt-Dieburg ſitzt. Blau geſtrichene Nummern werden nicht verſteige
Auskunft erteilt Forſtwart Schmidt, Faſanerie, Poſt Darmſtadt.
Darmſtadt, den 15. Februar 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Kranichſtein.
(37
Frhr. van der Hoop.
Brennholz=Verſteigerung.
Montag, den 21. ds. Mts., vormittags 9 Uhr anfangend
werden auf hieſigem Rathauſe aus Diſtrikt Malcher= und Klingsackerta ne
91 rm Kiefern=Scheitholz,
=Knüppelholz,
417
=Stockholz,
186 „ „
4910
=Wellen,
meiſtbietend verſteigert. Die Forſtwarte Haas und Weingärtner ſind zur Ar=
(3580ms
kunfterteilung beauftragt.
Pfungſtadt, 14. Februar 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Pfungſtadt.
Lang.
Stamm= und Autzholz=Verſteigerung.
Montag, den 21. d. Mts, vormittags 9½ Uhr anfangend, ſollen im Ek
ſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne, nachverzeichnete Holzſortimente r
ſteigert werden. Es gelangen zum Ausgebot:
327 Stück Kiefernſtämme von 3 bis 16,4 m Länge und 14 bis 49 cm Mit
durchmeſſer,
130 Stück Kiefern=Reisſtangen.
Es wird bemerkt, daß ſich ſehr ſchönes Schnittholz hierunter befindet.
Zuſammenkunft auf dem Bäckerweg am Eingang des Waldes.
(31
Eberſtadt, den 14. Februar 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
Kinder= und Backfiſchmoden‟
Von jeher hat die Kindermode ihre Anregungen aus
der Mode der Großen geſchöpft. Am deutlichſten läßt ſich
das an den Kinderbildniſſen altniederländiſcher und
alt=
ſpaniſcher Maler beobachten, deren Kinderfiguren mit
ihren Krinolinen= oder langen Faltenröcken, dem in die
Schnürbruſt gepreßten Oberkörper und dem gepuderten
Haar, getreue Kopien ihrer Mütter ſind. Und wie
un=
kindlich wirken ſie, dieſe kleinen Geſchöpfe, denen wir ob
der unbequemen, ungeſunden Tracht unſer Mitleid nicht
verſagen können! Von einer wirklichen Mode für die
Kinder kann da alſo kaum die Rede ſein. Und wenn
wir heute um fünfzig Jahre zurückgehen, ſo iſt das Bild
der damaligen Kindermode nicht weniger
komiſch: die Mädchen in den oft von oben
bis unten mit Falbeln überladenen
Krino=
linenröcken, ausgeſchnittenen Taillen, Fichus,
die Knaben in langſchößigen Röcken und
langen Beinkleidern, lauter Dämchen und
Herrchen, nur keine Kinder! Und heute?
Heute haben wir endlich eine Kindermode,
die die Kinder wirkliche Kinder ſein läßt,
die es ihnen erlaubt, ſich frei vom Zwange
ungeſunder und unbequemer Kleidung nach
Herzensluſt zu tummeln, ſofern nicht eine
unvernünftige Mutter ihnen eine Art
Zwangskleidung aufoktroiert, die ſchon in
einem geputzten Kleide oder einem ſolchen
von empfindlicher Farbe beſtehen kann.
Die Mütter wiſſen ja gar nicht, was ſie
ihren Kindern mit ſolchem Anzuge antun
wie ſie die kindlichſten Wünſche damit
unter=
binden und Unnatur und Eitelkeit an deren
Stelle pflanzen. Und wozu der Zwang, wo
doch gerade jetzt die Mode ſo vielerlei
Hübſches, der kindlichen Natur Angepaßtes
bringt? Gleich ein Beiſpiel dafür gibt das
ebenſo elegante wie bequeme Kleidchen Nr.
5180, das eine der letzten Neuheiten darſtellt.
Es iſt zweifellos aus der Mode der
Panzer=
kleider entſtanden, die durch ihre anliegende
Machart alles andere als kleidſam für die
Kinder ſind. Das glatte Oberteil iſt bei
dieſem Modellchen weit und loſe genug
geſchnitten, um den Körper nirgends
einzu=
engen, ohne dabei aber plump zu wirken.
Wie ein loſes Ueberkleid fällt es auf den
Quetſchfalten=
volant, der nach hinten zu von einer Schärpe abgeſchloſſen
wird. Beſonders hübſch macht es ſich, wenn der Volant
aus dem gleichen karierten Stoff wie die Blenden beſteht,
die das Mittelteil begrenzen. Außerdem iſt es durch dieſe
Verwendung von zweierlei Stoff der Verarbeitung von
Stoffreſten recht günſtig, wie es für die jetzige
Mode=
richtung mit ihrer Bevorzugung der Prinzeßform und
den ſchlanken Linien geradezu typiſch iſt. Anliegender,
ſchlanker ſind die Leibchenröcke, deren glattem, ſtark
ver=
längerten Taillenteil der ſehr hohe Volant gleich angeſetzt
iſt. Da man ſie mit auswechſelbarer Bluſe trägt, haben
ſie alle Ausſicht, für den Sommer eine beſonders beliebte
Form zu werden. Für ſchmächtige Kinder dürften
immer=
hin die bluſigen Formen empfehlenswerter ſein, denen
das Röckchen gleich angeſetzt iſt. Die allermodernſten
Bluſen haben Paſſen, denen ein Garniturſtreifen
an=
geſchnitten iſt, der den Seitenſchluß deckend, bis zum
Rockſaume läuft oder ſie ſind in ausſpringende Fältchen
abgenäht, die zu beiden Seiten von breiten, uber die
Schultern greifenden Falten begrenzt werden. Für die
größeren Mädchen ſetzt ſich der Anzug meiſt aus Bluſe
und Rock zuſammen, wobei Mieder= und Paſſenröcke
eine beſonders große Rolle ſpielen, die Bluſe aber in
Matroſen=, Hemd= oder garnierter Form getragen werden
kann. Die kleinen Mädels ſteckt man nach wie vor mit
Vorliebe in hänger= oder kittelartige Kleidchen, in denen
Modell Nr. 5180.
Modell Nr. 4500,
Modell Nr. 5170.
es ganz reizende Sachen gibt. Schlank wirken ſie alle,
ob ſie nun durch den Gürtel ſtraff herabgezogen oder
loſe herabfallend getragen werden. Eine allerliebſte
ſeit=
lich geſchloſſene Form zeigte die ſchmalen Fältchen
unter=
halb der Taille ausſpringend, während ſich über die
Schultern ein dreifaches Epaulette legte, das ſich graziös
dem kleinen runden, durch eine Tüllpaſſe gefüllten
Aus=
ſchnitt anſchmiegte. Auch das Hängerchen hat allerlei
Wandlungen durchgemacht und ſich der heutigen Mode
anzupaſſen gewußt. Beſonders niedlich für zierliche Kinder
ſind die Empirehängerchen mit der kurzen, in feine Fältchen
abgenähten Taille, an der die Tüllpaſſe nicht fehlt und
die ein Gürtelchen abſchließt. Und kann das Hängerkleid,
das unſere Nr. 5170 veranſchaulicht, nicht auch Anſpruch
auf aparte Wirkung machen? Das Quetſchfaltenröckchen
iſt hier einem boleroartigen Teil angeſetzt, das durch
Träger auf den Schultern feſtgehalten wird und eventuell
durch Soutache verziert werden kann, falls das Kleid
feſtlichen Zwecken dienen ſoll, zu denen es dann durch
eine duftige weiße Bluſe vervollſtändigt wird. Und nun
ein Wort über das Konfirmationskleid! Weiß oder
ſchwarz iſt hier die brennende Frage, die ſich immer mehr
zu Gunſten der Unſchuldsfarbe hinneigt, weil dieſe, mit
ſchlichter Machart gepaart, jugendlicher als das düſtere
Schwarz wirkt und dabei ebenſo dem Ernſt des Tages
zu entſprechen vermag wie dieſes. Die Hauptſache wird
aber immer die Form bleiben, die in Rückſicht auf die
meiſt noch unfertigen Figuren gern bluſig
gewählt wird, wobei reiche Garnituren und
alles Auffallende, Kokette zu vermeiden iſt.
Als vorbildliches Konfirmationskleid könnte
unſer kleidſames Bluſenkleid Nr. 4500 gelten,
das in ſchwarz wie in weiß nur durch feines
Seidenpliſſee, eine Tüllpaſſe und
Tüll=
manſchetten ausgeſtattet wird. Auch das
ſchlichte Ruſſenbluſenkleid mit ſeiner leicht
ſeitlich ſchließenden Bluſe und dem ſeitlich
geſchloſſenen tunikaartigen Rock iſt für die
Konfirmandin durch ſein jugendliches
Ge=
präge recht empfehlenswert, wenn
ſchmäch=
tige Figürchen auch beſſer eine faltigere
Bluſe mit einem der modernen, vorn
ſchild=
artig geformten Miedergürtel wählen
dürften. Reizvoll und jugendlich, aber nur
in leichten Stoffen ausführbar, ſind die in
feine Längsfältchen abgenähten Bluſen=
Prinzeßkleider, die durch einen Gürtel
ab=
gebunden, die Fältchen unterhalb der Hüfte
ausſpringen laſſen. Man macht ſie meiſt
aus Voile, Eolienne oder Wollbatiſt,
während für die kompakteren Panzerkleider
entweder Kaſchmir oder Cheviot verwendet
wird. Die letzteren werden vielfach mit
oberhalb der Knie umgelegten Schärpen
getragen, die dann den hohen Volant
begrenzen. Das glatte Panzerteil halten
Träger= oder Faltenteile auf den Schultern
feſt, während die obere Partie Seide oder
Stüfchentüll bekleidet. Die Prinzeßkleider
präſentieren ſich meiſt als Leibchenröcke,
die zur Konfirmation durch gleichfarbige Seiden= oder
Stickereibluſen ergänzt werden. Beſonders hübſch ſind ſie
mit hohem Volant und Trägerteilen, von einfacherer
Wirkung mit glattem Rock, faltiger Vorderbahn, Gürtel
und Bretellen, die in Falten gelegt ſind. Bedenklich bei
dieſen Kleidern iſt nur der Kaſus, daß ſie ziemlich große
Anſprüche an die Figur ſtellen. Iſt Mutter Natur aber in
dieſem Punkte gütig geweſen, ſo darf Fräulein Backfiſch
unbedenklich en princesse erſcheinen, im andern Falle iſt
Entſagung das Allerbeſte, was wir ihm empfehlen können.
M. H.
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I
(740
der Johannesgemeinde.
Freitag, den 25. Februar, abends 6 Uhr:
2 10
Oebineh
Ronzerr In der Sohanneskirche
unter gefälliger Mitwirkung der Konzertsängerin Frau Sophie Schmidt-
Illing (Sopran), des Herrn Hofkonzertmeisters E. Schmidt (Violine), des
Herrn Organisten W. Borngässer, sowie des Kirchengesangvereins
der Johannesgemeinde.
Eintrittskarten zu dem Preise von i Mk. bis 3 Mk. für numerierte und
50 Pfg. für nichtnumerierte Plätze sind in der Thiess’schen Musikalienhandlung,
auf dem Verkehrsbureau undm Gemeindehause, Kahlertstr. 26, zu erhalten. (3698dm
Katholischer Frauenbund.
Montag, 21. Februar, nachmittags um 6 Uhr
in dem Konkordia-Saale des Katholiken-Vereins:
VORTRAC
des Herrn Univerſitätsprofeſſors Dr. Faulhaber aus Straßburg
über
3686do)
„Das Apoſtolat der Frau im 20. Jahrhundert”.
Der Vorstand.
„Eintritt frei.
H
Eiedertatel.
(69. Vereinsjahr).
Wir beabſichtigen in dieſem Jahre ein größeres patriotiſches
Werk für Deklamation, Soli, Chor und Orcheſter: „Aus großer
Zeit” (1870/71), von Müller=Reuter zur Aufführung zu bringen
und laden hiermit ſtimmbegabte, ſangesfrohe Herren, zwecks
Ver=
ſtärkung unſeres Chores, freundlichſt zum Eintritt ein. —
An=
meldungen nimmt der 1. Vorſitzende, Herr Kaufmann Wilh.
Lehr=
bach Schillerplatz 7, ſowie der Dirigent, Herr Kammermuſiker
(3723
A. Kugler, Soderſtraße 79, entgegen.
Der Vorstand.
Neuer, weißer Tibetmuf, getr. weiße
N Sportjacke, getr Pelzgarnitur zu verk.
(*3816
Kahlertſtraße 1, 1. Stock.
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woll. Portieren, ſchw.
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Martinſtraße 33, pt. (B3735
Bürger-verei Darmstadt.
Die verehrl. Mitglieder werden zu der am 1. März 1910, abends 9 Uhr.
im Vereinshaus ſtattfindenden
ordentl. Generalversammlung
ergebenſt eingeladen.
Tagesordnung: Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr, Kaſſebericht, Ec=
(3738a
gänzungswahl zum Vorſtand, Verſchiedenes.
Sehun
Brauerei
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Freitag, den 18. Februar
0
(
S
1 Py
Sizenaßspe
11
e
wozu freundlichſt einladet
Franz Rieger.
2
Recht locker
3706ff)
muss der Kuchen sein, wenn er gut bekommen soll. Man versuche
Dr. Oetker’s Gesundheits-Kuchen.
Zutaten: 100 g Butter, 100 g Zucker, 4 Eier, das
Weisse zu Schnee geschlagen, 250 g Weizenmehl, 1. Päckchen
Dr. Oelker’s Backpulver, das abgeriebene Gelbe einer halben
Zitrone, 4 Esslöffel voll Milch.
Zubereitung: Die Butter rühre zu Sahne, gib Zucker,
Eigelb, Milch, Mehl, letzteres mit dem Backpulver gemischt,
hinzu und zuietzt das Zitronengelb und den Eierschnee. Fülle
die Masse in die gefettete Form und backe den Kuchen in
ca. ¾ Stunden.
Dr. Oetker’s Gesundheits-Kuchen
ist sehr leicht verdaulich für Kinder und Kranke. Alle für
den Körper notwendigen Nährstoffe sind in ihm enthalten.
Lässt man solch ein Stück Kuchen in warmer Milch zergehen,
s0 gibt dies eine vorzügliche Speise für kleine Kinder.
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an Herrschaften und junge Leute!
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H. Frankfurt a. M., 15. Febr.
Frucht=
marktbericht. Am Wochenmarkt war Landweizen
reichlich angeboten, doch wollten die Verkäufer ihre
Forderungen nicht ermäßigen, während die Mühlen
nur bis 23 Mark boten. Es kamen daher nur
verein=
zelte Abſchlüſſe zuſtande. Landroggen wurde zu
vor=
wöchigen Preiſen mäßig gehandelt. Hafer war gut
ge=
fragt, beſonders in mittleren Qualitäten. Gerſte und
Mais unverändert. Futterartikel feſt. Die Preiſe für
Mehl erfuhren keine Aenderung.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt
kaum ſtetig und Käufer ſind zurückhaltend.
Argenti=
nien offerierte hauptſächlich nur leichtere Weizen zu
nachgiebigen Preiſen.
An der Berliner Produktenbörſe war
Weizen behauptet; der Verkehr aber ruhig. Roggen
ſpäter abgeſchwächt, da auf Grund von Erwerbungen
in=
ländiſcher Ware Abgaben ſtattfanden. Außerdem war
ruſſiſcher Roggen williger angeboten. Ruſſiſcher und
Laplata=Weizen iſt wenig verändert; auch der Konſum
bleibt ſehr ſchwach. Die Nachfrage für den Export fehlt.
Hafer war ſtill und unverändert.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den
ameri=
kaniſchen Getreidemärkten (New=York und
Chicago) bewegte ſich Weizen in feſter Haltung auf
Froſt und Tauwetter im öſtlichen Kanſas und Miſſouri,
Käufe Armours per Mai und Feſtigkeit der
ſüdweſt=
lichen, ſowie nordweſtlichen Produktenmärkte. Mais
verkehrte anfangs übereinſtimmend mit Weizen
eben=
falls in ſehr feſter Stimmung auf bedeutende
Verſchif=
fungen von den Seeplätzen und Käufe der
Speicher=
intereſſenten, doch trat ſpäter Abſchwächung ein auf
Ge=
rüchte von umfangreichen Vorräten der Farmer in
Kanſas.
Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind in dieſer Woche
von 25,52 Millionen Buſhels auf 25,82 Mill. Buſh. und
die Maisvorräte von 9,50 Mill. Buſh. auf 10,53 Mill.
Buſh. geſtiegen. In Kanada erhöhten ſich die
Weizen=
vorräte in dieſer Woche von 11,69 Mill. Buſh. auf 12,08
Mill. Buſh.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hieſiger und Wetterauer, 23,25—23,40,
Norddeutſcher 23,25—23,40, Kurheſſiſcher 23,25—23,40,
Rumäniſcher: 24,00—25,00, Laplata 24,00—25,00,
Ruſſi=
ſcher 24,00—25,00, Kanſas 24,00—25,00, Donauweizen
24,00—25,00, Redwinter 24,00—25,00, Walla=Walla 24,00
bis 24,75; Roggen, hieſiger, 16,90—17,00, Bayeriſcher
(Pfälzer) 16,90—17,00, Ruſſiſcher —
Rumäniſcher
Amerikaniſcher 16,75—16,90; Gerſte, Pfälzer, 17,00
bis 17,50, hieſige und Wetterauer 16,25—17,00, Fränkiſche
17,00—17,50, Ungariſche 22,00—23,00, Riedgerſte 17,00 bis
17,50, Ruſſiſche Futtergerſte 12,75—13,25; Hafer,
hieſi=
ger, 16,00—17,25, Bayeriſcher 16,00—17,25, Ruſſiſcher
—, Rumäniſcher ——, Laplata ——; Mais, mixed
16,40—16,50, Donaumais 16,40—16,50, Ruſſiſcher 16,40
bis 16,50 Laplata 16,40—16,50, Weißer Mais 16,40—16,50,
Rumäniſcher 16,40—16,50, Weizenſchalen 10,50—11,00,
Weizenkleie 10,25—10,50, Roggenkleie 10,50—11,00,
Fut=
termehl 12,50—13,50, Biertreber, getrocknet, 13,25—14.00.
Weizenmehl, hieſiges, Nr. 0 32,25—32,50, feinere
Mar=
ken 32,75—33,00, Nr. 1 30,75—31,00, feinere Marken
31,25—31,50, Nr. 2 29,75—30,00, feinere Marken 30,25
bis 30,50, Nr. 3 28,75—29,00, feinere Marken 29,25—29,50,
Nr. 4 27,50—27,75, ſeinere Marken 28,00—28,25;
Rog=
genmehl hieſiges, Nr. O 24,50—24,75, Nr. 1 21,50—21,75,
Nr. 2 17,50—18,00.
Sport.
sr. Haus Heinrich XV., Fürſt Pleß, der an
Stelle des Fürſten Chriſtian Kraft zu Hohenlohe=
Oehringen zum Präſidenten des Union=Klubs
ge=
wählt wurde, iſt ſeit langen Jahren ein Freund des
Rennſports. Schon als Leutnant beim Leib=Garde=
Huſaren=Regiment unterhielt er in Gemeinſchaft mit
dem Leutnant v. Marſchall vom Regiment der
Garde=
dukorps, dem jetzigen Generalmajor und dienſttuenden
General des Kaiſers, einen Hindernisſtall, der von
Trainer W. Holli geleitet wurde. Der Fürſt hat die
Abſicht geäußert, ſich auch jetzt wieder am Rennſport
zu beteiligen und einen Rennſtall anzulegen. Fürſt
Pleß hat ſeinen Wohnſitz auf Schloß Fürſtenſtein in
Schleſien.
sr. Bei den Berliner Ringkämpfen ſiegte
am letzten Abend Schneider=Luckenwalde über Ban=
Elberfeld in 29 Minuten und Saurer=München über
den Franzoſen Gambier in 45 Minuten, während Sturm=
Berlin und Tuomiſto=Finnland 30 Minuten
unent=
ſchieden rangen.
3d. Den Preis der Nationen im
Ton=
taubenſchießen, der alljährlich in Monte Carlo
ausgetragen wird, gewannen in dieſem Jahre die
Ver=
treter Deutſchlands, die Herren Glein und Baron
Faltenhauſen, die 43 Points erzielten. Die belgiſchen
Vertreter kamen auf 40 Points und die Vertreter von
Frankreich und Italien auf je 36, diejenigen von
Spa=
nien auf 35, von Rußland auf 33, von Oeſterreich auf
32, die Engländer mußten ſich mit dem letzten Platz
begnügen.
Luftſchiffahrt.
sr. Die Gleitflug=Konkurrenzauf dem
Semmering, die, wie angekündigt, am Sonntag zum
erſten Male veranſtaltet wurde, verlief wenig
erfolg=
reich. Verſchiedene Apparate erlitten Havarien. Die
beſte Leiſtung erzielte Rittmeiſter von Umlauf mit
einem Flug von 71 Meter, Frl. Ehrenzweig, die
gleich=
falls eine Beteiligung an der Konkurrenz gewagt hatte,
erzielte einen Gleitflug von 39 Meter, bei deſſen
Be=
endigung der Apparat allerdings erheblich havarierte.
Die Gewinne bei dem
Internationa=
len Flugmeeting von Heliopolis verteilen
ſich auf die einzelnen Konkurrenten wie folgt: Rougier
gewann mit ſeinem Voiſin=Zweidecker 91000 Francs,
Metrot, der gleichfalls einen Voiſin ſteuerte, 51000
Francs, der Bleriot=Pilot Le Blon 17000 Francs,
Bal=
ſan auf Bleriot 8500 Francs, Riemsdyck auf Curtis
2500 Francs, der Deutſche, Ingenieur Grade, mit ſeinem
Monoplan eigener Konſtruktion i 2000 Francs und
Madem de Laroche auf Voiſin 1000 Francs.
Vermiſchtes.
C.K. Von der deutſchen Spielwaren=Induſtrie. Die
Verſtändigung über den
Handelsvertrag mit
iſt
von
einſchnei=
den Vereinigten: Staaten
dender Bedeutung für einen ſpezifiſch deutſchen
Wirtſchaftszweig, von dem 60—70000 Perſonen im
Reiche abhängig ſind, nämlich für unſere Spielwaren=
Induſtrie. Die Lebenskraft dieſer Induſtrie beruht
nämlich, wie der „Internationalen Wochenſchrift für
Wiſſenſchaft, Kunſt und Technik” in einer
Korreſpon=
denz aus Sonneberg geſchrieben wird, in erſter Linie
auf dem Export, und an der Ausfuhr ſind neben
Groß=
britannien hauptſächlich die Vereinigten Staaten be=
teiligt, die zuſammen reichlich zwei Drittel des
geſam=
ten deutſchen Spielwarenexports aufnehmen. In der
Fabrikation von Spielwaren ſteht Deutſchland an
erſter Stelle; Frankreich, das den zweiten Platz
be=
hauptet, tritt mit beſonderen Gattungen, namentlich
Puppen, hervor. Für die Wiege der deutſchen
Spiel=
waren=Induſtrie hat man lange Zeit Nürnberg
an=
geſehen, aber durch neuere Forſchungen iſt
wahr=
ſcheinlich gemacht worden, daß das Gewerbe der
Docken= und Spielwarenmacher erſt von, außen nach
Nürnberg eingeführt worden iſt, hauptſächlich von
Berchtesgaden und Ammergau, ſowie von Sonneberg
aus. Nürnberg wurde aber dann vom Mittelalter bis
zum 18. Jahrhundert der Hauptſtapel= und
Handels=
platz für dieſe Erzeugniſſe. Der Holzreichtum des
Thüringer Waldes und des ſächſiſchen Erzgebirges
hatte zur Folge, daß die Fabrikation von
Holzſpiel=
ſachen in Nürnberg jener Konkurrenz nicht gewachſen
war und hier ſeit dem 19. Jahrhundert die Metall=
Spielwarenerzeugung einen gewaltigen Aufſch=ung
nahm. Heute verteilt ſich in den drei großen
Inxuſtrie=
mittelpunkten der deutſchen Spielwarenfabrikation die
Materialverwendung derart, daß in Sonneberg vor
allem Puppen und Papiermaché=Svielwaren, in
Nürn=
berg=Fürth Metallerzeugniſſe, vorwiegend aus
Weiß=
blech und Zinn, und in Sachſen Holzarbeiten
herge=
ſtellt werden. Die deutſche Geſamt=Spielwaren=
Aus=
fuhr hatte im Jahre 1906 einen Wert von 73
Millio=
nen Mark, der Bedarf des deutſchen Marktes betrug
nach den eingehenden Ermittelungen der letzten Jahre
16 bis 18 Millionen Mark, ſodaß die deutſche
Geſamt=
produktion von Spielwaren rund 90 Millionen Mark
betrug. Davon entfallen auf Nürnberg=Fürth nahezu
25 Millionen Mark, auf die Prodnktion des Meininger
Oberlandes, mit Sonneberg als Zentrale, 36 bis 38
Millionen Mark, und auf die des ſächſiſchen Erzgebire
ges 8 bis 10 Millionen Mark, ſodaß für die übrigen,
von Jahr zu Jahr an Zahl zunehmenden
Fabrikations=
plätze in Deutſchland noch etwa 18 Mill. Mark übrig
bleiben. In Nürnberg=Fürth tritt bei der
Spiel=
waren=Erzeugung der maſchinelle Betrieb immer mehr
in den Vordergrund, während in den thüringiſchen
und ſächſiſchen Bezirken die Hausinduſtrie
vor=
herrſchend iſt. Die ſcharfen Anklagen, die gegen die
Hausindnſtrie in der Spielwaren=Erzeugung erhoben
worden ſind, bedürfen jedoch durchaus der
Einſchränk=
ung, denn gerade bei der Spielwaren=Produktion iſt
die Hausinduſtrie für eine Reihe von Gegenſtänden
die einzig richtige Betriebsform, weil die unbegrenzte
Mannigfaltigkeit und Vielgeſtaltigkeit ihrer
Erzeug=
niſſe zu ihrem Gedeihen eines individuellen, regen
Geiſtes bedarf, der aus ſeiner Umgebung, dem Leben
in der Natur, den Geſchehniſſen des täglichen Lebeus,
den wiſſenſchaftlichen Erfindungen und Entdeckungen,
den Sitten fremder Völkertypen, kurz, aus allen
er=
denkbaren Vorgängen und Erſcheinungen
Verwert=
bares und für das kindliche Gemüt Anſprechendes
ent=
nehmen wird. Die gegenwärtige Lage der
Spiel=
waren=Induſtrie wird im letzten Jahresbericht der
Handelskammer zu Sonneberg dahin feſtgeſtellt, daß
zum erſten Male ſeit 1½ Jahrzehnten, d. h. ſeit der
Silberkriſis der Vereinigten Staaten von 1893,
Pro=
duktion und Abſatz einen Rückgang zu verzeichnen
haben. Sonſt war die Ausfuhr in aufſteigender Be= und hatte 1907 eine Höhe von 80 Millionen
Mark erreicht, während die Geſamt=Produktion reicht
lich 100 Millionen Mark betrug. Der Rückgang im
letzten Jahre iſt wieder einer Verminderung der ames
rikaniſchen Kaufkraft zuzuſchreiben. Bis zum 1.
Okto=
ber 1909 wurden ausgeführt 314 435 Doppelzentner im
Werte von 54753000 Mark (im Vorjahre 369 358
Dop=
pelzentner im Werte von 65 220000 Mark); der Menge
und dem Wert nach bedeutet das ein Weniger von 15
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Wie dem Darmſtädter Publikum bekannt ſein dürfte, verlangen die Milchproduzenten vom 16. Februar an 1 Pfennig
mehr für das Liter Milch als ſeither. Da dieſer Aufſchlag durch nichts gerechtfertigt iſt, hat ſich der geſamte
Milchhändler=
ſtand, nicht nur von Darmſtadt, ſondern auch von Mainz, Wiesbaden, Mannheim uſw. entſchloſſen, dagegen Front zu machen
und die Preiserhöhung nicht zu bewilligen. Um den uns aufgenötigten Kampf mit Erfolg durchführen zu können, dazu
be=
darf es der Unterſtützung der Konſumenten, die damit ihre eigenen Intereſſen verteidigen.
Zur Durchführung des Kampfes erſuchen wir alle unſere
werten Kunden, von heute an ihren Milchverbrauch auf’s äußerſte
einzuſchränken und nur den Bedarf für ihre Kinder zu decken.
Wenn dieſe Maßregel allgemein und mit Energie durchgeführt wird, bedarf es nur weniger Tage und Darmſtadt iſt
von einem Milchaufſchlag, der durch nichts begründet iſt, verſchont. Was in anderen deutſchen Städten, was in England
und Amerika möglich war, wird ſicher auch in Darmſtadt möglich ſein, ſofern nur das Publikum die obige Aufforderung
ſtrikte befolgt. Nur feſtes Zuſammenhalten führt zum Ziel.
Man glaube auch ja nicht, daß die Produzenten ſich, falls ſie Erfolg hätten mit dem jetzigen Aufſchlag begnügen
würden. Nein, im November ſoll es von neuem losgehen. Dies iſt ein Grund mehr, jetzt ſchon feſten, energiſchen
Wider=
ſtand zu leiſten. Im letzten Jahrzehnt haben die Produzenten fortgeſetzt den Preis der Milch verteuert. Vor kurzem
ver=
ſuchten ſie erſt einen neuen Aufſchlag herbeizuführen mit der fadenſcheinigen Begründung, der Ueberſchuß ſolle zur Deckung
der Koſten der Ueberwachung der Produktionsſtätten verwendet werden. Aber davon iſt es heuer ſtill. Alſo nur die Sucht
nach mehr treibt die Produzenten zur Steigerung des Milchpreiſes, denn alle ſonſt vorgebrachten Gründe ſind hinfällig.
Die Parole lautet alſo: Bis hierher und nicht weiter.
Sollte dem Publikum im Verlaufe des Kampfes von anderer Seite Milch angeboten werden, ſo lehne man dieſe ab.
Verfährt man anders, ſo werden die Preisverteurer unterſtützt und man ſchadet ſich ſelbſt.
Niemand wechſele ſeinen Milchmann.
Auf die neuerdings von den Produzenten vorgebrachten Gründe näher einzugehen, iſt überflüſſig. Jedes Wort kann
widerlegt werden. Warum ſind es denn gerade die in der Nähe der Städte wohnenden Produzenten, die da glauben, mehr
für die Milch einnehmen zu müſſen wie die weiter abgelegenen, welche längſt nicht den Verdienſt an der Milch haben. Die
in die Stadt liefernden Produzenten wiſſen ſehr wohl, warum ſie Milch nach der Stadt liefern. Sie haben gegenüber ihren
weiter weg wohnenden Standesgenoſſen ganz erhebliche Mehreinnahmen.
Wenn die Produzenten Schaden hätten an der Lieferung der
Milch in die Stadt, hätten ſie dieſe ſchon längſt aufgegeben.
Schon früher haben wir ausgeführt, daß Konfumenten, Milchhändler und Kleinproduzenten zuſammenſtehen müſſen,
um nicht von der Uebermacht der Großproduzenten erdrückt zu werden. Wenn nach Angabe der Großproduzenten die kleineren
Landwirte jetzt mit ihnen an einem Strange ziehen, ſo iſt dies nur teilweiſe richtig und nur ſcheinbar, denn ſo vernünftig
ſind auch unſere kleineren Produzenten, einzuſehen, daß ſelbſt ein geringer pekuniärer Vorteil durch eine neue Preiserhöhung
längſt aufgewogen wird durch die immer mächtiger auftretende Konkurrenz der Großproduzenten. Es iſt der eigene Vorteil,
der die Kleinproduzenten feſthält auf der Seite der Konſumenten. Sollten vereinzelte Kleinproduzenten eine andere Auffaſſung
haben, ſo bedauern wir eine ſolche Verkennung der tatſächlichen Verhältniſſe und raten ihnen dringend zur gründlichen
Ueberlegung.
Daß es gerade die Großproduzenten ſind, die die Milch zu verteuern ſuchen, ergibt ſich aus der Tatſache,
daß bis jetzt folgende Michhändler, nämlich:
Haug, Hörr, J. Ph. Kraft sen. und jun., ſowie Joh. Kraft aus Darmſtadt, Becker, Kirchner, Rückert und Witzler
aus Roßdorf, Ewald aus Ober=Ramſtadt und Kaffitz aus Arheilgen,
den Preisaufſchlag nachſtehend benannten Großproduzenten bewilligt haben, nämlich:
R. Burger und Vonderſchmitt in Reinheim, Oekonomierat Fritſch in Dilshofen, Oekonomierat Stoll in
Georgen=
hauſen, J. Schönberger in Ueberau und Freih. v. Wangenheim in Hof Hayna.
Wir bedauern es, daß einzelne ſchwach genug waren nachzugeben, bitten aber das Publikum, ſich durch dieſe
Ab=
ſplitterung nicht irre machen zu laſſen, ſondern nach wie vor feſt zuſammen zu ſtehen, um den Aufſchlag unmöglich zu machen.
Wenn die Produzenten immer von den großen Verdienſten der Milchhändler reden, ſo haben wir das alles längſt
gründlich widerlegt. Mehr als 100 Liter Milch kann kein Milchhändler täglich ausmeſſen. Iſt ſein Umſatz ein größerer, ſo
braucht er entſprechend Hilfsperſonal. Hinſichtlich der ſogena nnten Sammelmilch bemerken wir noch, daß dieſe ſich nicht billiger
ſtellt als die Lieferung direkt von den Produzenten, dazumal bei abgelegenen Orten erhebliche Unkoſten darauf kommen.
Das Publikum wird wohl auch leicht erkennen, aus welchen Gründen alles das vorgebracht wird und ſich nicht irre machen laſſen.
Wir ſchließen unſere Benachrichtigung an das verehrliche Darmſtädter Publikum mit der nochmaligen Aufforderung,
nicht nachzugeben und die oben angeführten Maßregeln ſtrikte zu befolgen. Dann muß der Sieg auf unſerer Seite ſein.
(3743
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