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173. Jahrgang
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Schiffahrtsabgaben.
* Im zweiten Ausſchuß der bayeriſchen
Reichs=
ratskammer hat der Verkehrsminiſter v.
Frauen=
dorfer, erklärt, daß auch die Rückſicht auf die ſtarke und
noch ſteigende finanzielle Belaſtung des Reiches und der
Einzelſtaaten die bayeriſche Regierung bewogen habe,
mä=
ßigen Schiffahrtsabgaben zuzuſtimmen. Allerdings werde
Bayern von ſeinem mit dem Vorgehen Preußens
über=
einſtimmenden grundſätzlichen Standpunkt zur
Abgaben=
frage, von deren poſitiver Löſung die Fortführung der
Mainkanaliſation bis Aſchaffenburg abhängt, nicht
ab=
gehen können. Im übrigen erklärte der Thronfolger
Prinz Ludwig ſich mit den Ausführungen des
Mi=
niſters einverſtanden; auch er wünſche, daß die
Angelegen=
heit friedlich=ſchiedlich geregelt werde. Das Entſcheidende
werde ſein, wie die Schiffahrtsabgaben feſtgeſetzt würden,
ob ſie rückwirkende Kraft hätten und bis zu welchem
Zeit=
punkte, ob ſie für künftig auszubauende Ströme gelten,
ob ſie ſich nur auf beſtimmte Stromteile beziehen oder ob
ſie auch auf Nebenflüſſen erhoben werden ſollen.
Erfreu=
lich ſei, daß man jetzt den Unterſchied fallen gelaſſen habe
zwiſchen natürlichen und kanaliſierten Flüſſen, denn auch
ein kanaliſierter Strom habe nicht aufgehört, eine
natür=
liche, verbeſſerte Waſſerſtraße zu ſein.
Für eine am 13. März in Berlin ſtattfindende Sitzung
der nationalliberalen Partei iſt von der Leitung der
na=
tionalliberalen Partei Badens der Antrag geſtellt
wor=
den, auch die Frage der Schiffahrtsabgaben zu behandeln.
Die Nachricht des „Leipziger Tageblatts”, daß die
deutſche Regierung Unterhandlungen mit
Hol=
land und Oeſterreich bezüglich der Einführung der
Schiffahrtsabgaben eingeleitet habe und daß während der
Oſtertage eine Vertreterkonferenz der drei Staaten in
Düſſeldorf ſtattfinden werde, iſt, wie der „Frkf. Ztg.” aus
Amſterdam gemeldet wird, in allen Teilen unrichtig.
Bis jetzt iſt an die holländiſche Regierung in keiner Weiſe
bezüglich der Schiffahrtsabgaben herangetreten worden
und es iſt im Haag bis jetzt auch nichts geſchehen, was
darauf hindeuten könnte, daß demnächſt im Haag
Unter=
handlungen begännen. Uebrigens glaubt man zu wiſſen,
daß die holländiſche Regierung jeden Verſuch der deutſchen
Regierung, etwa im Haag oder an den holländiſchen
Ge=
ſandten in Berlin mit Unterhandlungen heranzutreten,
ablehnen wird. Die holländiſche Regierung wird jede
auf die Rheinſchiffahrt bezügliche Aenderung, alſo auch
die Frage der Schiffahrtsabgaben, falls ſie zur
internatio=
nalen Verhandlung gebracht werden ſolle, an die
Inter=
nationale Rheinkommiſſion verweiſen, in der Holland
durch den frühern Reichswaſſerbauinſpektor Lemans
ver=
treten iſt.
Die Auellfrage im bayeriſchen Reichsrate.
* In der Sitzung der bayeriſchen
Reichsrats=
lammer am Freitag kam es bei der Beratung des
Mili=
täretats zu einem bemerkenswerten Zwiſchenſall.
Der Reichsrat Frhr. v. Kramer=Klett, der reichſte
Mann Bayerns, hielt eine große Rede gegen die Duelle.
Unter Hinweis auf das ideale Vermächtnis des Fürſten
Löwenſtein=Kleinheubach richtete er an den Kriegsminiſter
die Aufforderung, dafür zu ſorgen, daß die bayeriſche
Ar=
mee zu ihrem Kriegsruhm noch das Ruhmesblatt einer
Kulturtat, einer völligen Ausmerzung der Duelle
im bayeriſchen Offizierkorps, füge. Kriegsminiſter
v. Horn betonte unter Ablehnung der Entſcheidung
zwi=
ſchen Duellanhängern und Duellgegnern ſeinerſeits, daß
von einem Duellunfug in der bayeriſchen Armee nicht
ge=
ſprochen werden könne, und zwar ſchon ſeit Jahren nicht
mehr. So lange aber im Verzicht auf die Selbſthilfe und
Abwehr ſchwerer perſönlicher Angriffe in weiten Kreiſen
ein Mangel an Mut geſehen werde, werde nicht gerade
aus dem Offizierskorps heraus die erſte und unbedingte
Abſage gegenüber dem Duell erwartet werden dürfen. Der
bayeriſche Heereserlaß in Sachen des Duells werde wohl
das Richtige treffen. Uebrigens beſtehe die Duellſitte nicht
nur im Offizierkorps, ſondern ſie entſpreche den Anſichten
weiterer Kreiſe. Beim Offizierkorps werde durch die
Ehrengerichte dem Duell entgegengewirkt; das Duell
ge=
höre zu den größten Seltenheiten, es komme nur bei den
allerſchwerſten Konflikten vor. Prinz Georg von
Bayern, der älteſte Sohn des Generalfeldmarſchalls
Prinzen Leopold und Enkel des Prinzregenten, ſtellte ſich
ganz und gar auf den Standpunkt des Kriegsminiſters
und gab mit einer bemerkenswerten Spitze gegen den nicht
beim Militär geweſenen Frhrn. v. Kramer=Klett der
An=
ſicht Ausdruck, daß niemand, der des Königs Rock
getra=
gen habe, ſich der Meinung des Genannten unbedingt
an=
ſchließen könne. Das Duell gehöre nicht der Vergangenheit
an; da es nur in den ſchwerſten Fällen vorkomme, ſei eine
größere Einſchränkung kaum möglich. Der Fürſt von
Leiningen, Vetter des Großherzogs von Baden,
ver=
wies auf die engliſchen Verhältniſſe, die Frhr. v. Kramer=
Klett geſtreift und als muſtergültig bezeichnet hatte, und
ſagte aus eigener Erfahrung heraus, daß ihm bei einem
Vergleich mit dem engliſchen Fauſtrecht die deutſchen
Ver=
hältniſſe doch noch lieber wären.
Die Kaiſerdebatte in der holländiſchen Kammer.
* Die Rede des Miniſters des Aeußern zur Abtötung
des alten, immer wieder auftauchenden Gerüchtes, daß der
deutſche Kaiſer im Jahre 1904 einen Brief oder eine
Depeſche an die Königin Wilhelmina
gerich=
tet habe, um ſie zu militäriſchen Maßnahmen in der
Kü=
ſtenverteidigung zu veranlaſſen, machte in Holland
Auf=
ſehen und bildet das Tagesgeſpräch. Die ganze Preſſe
äußert ſich befriedigt, daß der Miniſter ſo ausdrücklich und
unumwunden in Abrede ſtellen konnte, daß Königin
Wil=
helmina von dem deutſchen Kaiſer weder einen Brief,
noch eine Depeſche, noch eine Note oder ein ſonſtiges
Schreiben betreffs der militäriſchen Verteidigung des
Vaterlandes weder im allgemeinen, noch hinſichtlich einer
damit zuſammenhängenden Angelegenheit erhalten habe.
Die „Nieuwe Rotterdamſche Courant” äußert ſich in
ei=
nem Leitartikel: Die implicite gegen den deutſchen Kaiſer
gerichteten Anſchuldigungen haben ſich als durchaus
unbe=
gründet herausgeſtellt. Es ſei erklärlich, daß der Miniſter
zu gleicher Zeit die Gelegenheit benutzte, um den
unge=
ſtörten freundlichen Charakter unſerer
Beziehun=
gen mit Deutſchland zu betonen und ſeiner Verehrung und
Sympathie für den deutſchen Kaiſer Ausdruck zu
ver=
leihen. Das Blatt ſchließt: „Der frühere Geſandte in
Stockholm, van Heeckeren, ſei das Opfer ſeiner
Leichtgläu=
bigkeit oder eines ſchlechten Witzes geworden. In dieſem
Licht erſcheine die Affäre van Heeckeren als eine alltägliche
Tragikomödie. Er werde künftig wohl keine Luſt mehr
verſpüren, ähnliche Rollen auf der politiſchen Bühne zu
ſpielen.” Soweit das Rotterdamer Blatt.
Es war ein eindrucksvoller Moment in der
Erſten Kammer, als der Miniſter die nachfolgenden Worte
ſprach, die wohl auch in Berlin vollkommen befriedigen
werden: „Mit großer Genugtuung darf ich die
ungetrüb=
ten freundſchaftlichen Beziehungen hervorheben, die mit
dem mächtigen Nachbarreiche immer beſtanden haben, und
die wir auch gegenwärtig pflegen. Bei dieſer
Gelegen=
heit legt die Regierung großen Wert darauf, die
Ver=
ehrung, die Ehrfurcht und tiefgewurzelte Sympathie zu
bekunden, die ſie für den deutſchen Kaiſer hegt, deſſen
auf=
richtige Gewogenheit für unſer Land öfters auf
unzwei=
deutige Weiſe hervorgetreten iſt.”
Das Programm des Kabinetts Sonnino.
* In der italieniſchen Kammer entwickelte
Miniſterpräſident Sonnino unter lebhafter
Aufmerkſam=
keit des Hauſes ſein Regierungsprogramm.
Der Miniſterpräſident kündigte vor allem eine
Vor=
lage betreffend die Schiffahrtsſubventionen an;
die nationalen Werften ſollen unterſtützt und die freie
Schiffahrt gefördert werden durch Frachtvergütungen
ei=
nerſeits für die Einfuhr von Rohſtoffen in italieniſche
Hä=
fen, wofern dieſe Stoffe in Italien verarbeitet werden,
andererſeits für die Ausfuhr von Erzeugniſſen des
Acker=
baues und der Induſtrie. Feſte Subventionen ſollen nur
die Linien erhalten, die poſtaliſchen oder politiſchen
Cha=
rakter haben. Die vorgeſchlagenen Maßnahmen werden
das Budget zuſammen mit 30 Millionen Lire jährlich
belaſten. von denen 15 Millionen auf feſte Subventionen
entfallen. Die Regierung hofft, daß infolge dieſer
Maß=
nahmen die italieniſche Flagge ein mächtiges Werkzeug
der wirtſchaftlichen Erpanſion ſein werde.
Der Miniſterpräſident brachte weiter ein Geſetz
über die Errichtung eines
Eiſenbahnmini=
ſteriums; ferner einen Geſetzentwurf betr. die
Tren=
nung des Miniſteriums für Ackerbau und
Forſten von dem für Arbeit, Induſtrie und
Handel ein; dieſem ſoll auch das Bureau für
Behand=
lung von Zollangelegenheiten angegliedert werden, das
bisher vom Finanzminiſterium abhing. Eine umfaſſende
Vorlage beſchäftigt ſich mit der Beſeitigung der
Erdbebenſchäden von 1908; insbeſondere ſollen
ei=
gene Bureaus geſchaffen werden, die darüber wachen ſollen,
daß alle Regeln der Technik und Hygiene bei Ausführung
von Neubauten ſtrenge beachtet werden. Der Entwurf
ſieht auch Stenererleichterungen vor und einen Zuſatz=
kredit von 36 Millionen zu den dem Arbeitsminiſterium
früher bewilligten 50 Millionen für außerordentliche
Aus=
gaben aus Anlaß der Erdbebenkataſtrophe. Ein anderer
Entwurf betrifft die Gründung einer
Genoſſen=
ſchaftsbank nach preußiſchem und
ungari=
ſchem Muſter; das Anfangskavital iſt auf 15
Millio=
nen Lire feſtgeſetzt, zu denen der Staat 10 Milionen
hei=
ſteuert. Der Miniſterpräſident ging ſodann zur Frage der
Zöllgeſetzgebung über und betonte, die billige
Be=
meſſung der italieniſchen Zölle trete immer mehr in die
Erſcheinung angeſichts der wachſenden Härte der Zollſätze
anderer, viel reicherer Länder. Daher ſei der Zeitpunkt
gekommen, wo Italien bei aller Geneigtheit, mit allen
Ländern in wirtſchaftlichem Frieden zu leben, zur
Vertei=
digung ſeiner großen und berechtigten Intereſſen ſich rüſten
müſſe für den Fall, daß ſeine friedliche Haltung keine
Er=
widerung finden ſollte; die Regierung werde daher eine
Enquéte bei allen Intereſſenten veranſtalten, um ſich für
den Fall, daß ſie zollpolitiſche
Sperrmaßre=
geln anderer Länder dazu zwingen ſollten, die
Aufſtel=
lung eines Maximal= und Minimaltarifs mit Vermehrung
der ſpezifiſchen Zölle vorzubereiten.
Des weiteren kündigte Sonnino die Veranſtaltung
einer Volkszählung und erſtmaligen
Betriebszäh=
lung und die Organiſation eines ſtatiſtiſchen Dienſtes an,
ferner ein Geſetz über das Staatsbürgerrecht, das die
In=
tereſſen der Italiener im Ausland ſchützen ſoll. Der
Kriegs=
miniſter wird Geſetze einbringen, die u. a. die
Ausbil=
dung bei allen Waffengattungen auf zwei
Jahre feſtſetzen, jedoch den Anforderungen des Dienſtes
der berittenen Waffen, ſowie der Notwendigkeit der
kör=
perlichen Ausbildung der Jugend und der Uebung im
Schießen Rechnung tragen. Weitere militäriſche Geſetze
betreffen Organiſationsänderungen. Auf dem Gebiet der
Kriegsflotte will der Miniſter das vom Parlament bereits
genehmigte Flottenprogramm bis 1913 oder 1914
zur Durchführung bringen; die Entwickelung der Werften
laſſe auf raſche Durchführung der Arbeiten hoffen.
Die von Sonnino angekündigte Reform der
ört=
lichen Steuern bezweckt eine rationellere Verteilung
verſchiedener wichtiger Steuern zwiſchen Staat und
Ge=
meinden. Alle Verbrauchsſteuern werden den Gemeinden
zugewieſen und demgemäß vollſtändig aus dem
Staats=
hudget verſchwinden. Dagegen ſoll die Vermögensſteuer
völlig an den Staat übergehen und in gerechter Weiſe nach
einem Tarif mit mäßiger Progreſſion auf das ganze
Land ausgedehnt werden. Das Projekt zur Reform
der Elementarſchulen bezweckt die energiſche
Be=
kämpfung des Analphabetentums, die als eine nationale
Aufgabe erſten Ranges bezeichnet wird. Um den
Gemein=
den die Löſung der Aufgabe zu erleichtern, ſoll ihnen ein
Kredit von 240 Millionen Lire überwieſen werden, deſſen
Verzinſung der Staat übernehmen wird, und der in 50
Jahren amortiſiert werden ſoll. Der Entwurf verbeſſert
auch die Lage der Lehrer und bezweckt die Vermehrung
der Abend= und Feiertagsſchulen. Die zur Hebung des
Elementarunterrichtes getroffenen Maßnahmen werden
das Budget im nächſten Rechnungsjahre mit einer
Mehr=
ausgabe von 7 Millionen belaſten, 1911 und 1912 20
Mil=
lionen erfordern und im Verlaufe von 7 Jahren allmählich
eine Mehrausgabe von 40 Millionen herbeiführen. Um
dieſe Ausgaben decken zu können, ſchlägt Sonnino eine
leichte Erhöhung der Zigarettenſteuer und eine
leichte und allmählich wachſende Vermehrung der Steuer
auf den im Inland produzierten Zuckervor, eine
Beſteue=
rung, die übrigens nur den erſtklaſſigen Zucker treffen ſoll
und den Zuckerzoll ganz unberührt laſſen wird.
Miniſterpräſident Sonnino ſchloß: „Wenn Sie die
Vorſchläge der Regierung billigen, werden Sie im Jahre
1910 einen wichtigen Schritt auf dem Wege zur Erfillung
eines reichhaltigen Programmes tun, das dem
wirtſchaft=
lichen Fortſchritt und dem ſozialen Frieden dienen ſoll.”
Deutſches Reich.
* Auswärtige Blätter haben gemeldet, der Kaiſer
werde gegen Ende des Monats März eine Fahrt nach
Korfu unternehmen, um ſich auf dem Schloſſe Achilleion
längere Zeit aufzuhalten. Wie die „N. G. C.” von
maß=
gebender Seite erfährt, iſt die Nachricht in dieſer
beſtimm=
ten Faſſung nicht zutreffend. Es iſt allerdings nicht
un=
wahrſcheinlich, daß der Kaiſer auch für dieſes Frühjahr
eine Mittelmeerfahrt nach Korfu plant und daß dann der
Monat März für die Fahrt in Frage kommen würde. Ob
der Plan zur Ausführung gelangt, hängt indeſſen davon
ab, wie ſich die politiſche Lage in Griechenland
geſtaltet haben wird. Wenn die Dinge in Griechenland
bis dahin. z. B. einen für die Dynaſtie verhängnisvollen
Verlauf nehmen, ſo wird ſich der Kaiſer gewiß nicht Korfu
zum Ziele ſeiner Fahrt wählen.
Das vom Bundesrat angenommene
Arbeits=
kammergeſetz wird dem Reichstage in dieſer
Woche zugehen. Der abgeänderte Entwurf hat die
Zu=
ſtimmung des Bundesrats in der Form erhalten, wie er
im Reichsamt des Innern bearbeitet worden war. Die
Neubearbeitung ſchließt ſich den Wünſchen der früheren
Reichstagskommiſſion an, erweitert die Aufgaben der
Kammern, indem es ihnen die Mitwirkung beim Abſchluß
von Tarifverträgen, das Recht der Herbeiführung von
Enquéten und die Anteilnahme an der Förderung
pari=
tätiſcher Arbeitsnachweiſe zugeſteht. Der Wahlmodus
lehnt ſich an die Kommiſſionsbeſchlüſſe an, doch wird die
Wählbarkeit der Arbeiterſekretäre abgelehnt und die tech
niſchen Beamten von der Wirkung des Geſetzes
ausge=
nommen.
In Brüſſel hat die plötzliche Ausſcheidung
des deutſchen Geſandten Grafen v. Wallwitz
Aufſehen erregt. Seine vor kurzem eingereichte
Demiſ=
ſion iſt in Berlin ſofort angenommen worden. Es wird
darauf hingewieſen, daß Deutſchland augenblicklich
be=
züglich ſeiner Kolonialpolitik einen neuen Kurs
einge=
ſchlagen habe. Die Tatſache, daß ein anderer, als der
Ge=
ſandte, zum Vertreter Deutſchlands in der Kongokonferenz
zwiſchen Deutſchland, England und Belgien erwählt
wurde, war für den Grafen von Wallwitz ein deutliches
Zeichen dafür, daß er in Ungnade gefallen ſei. Er ſandte
ſofort ſein Entlaſſungsgeſuch ein, das umgehend
ange=
nommen wurde. Wie der Korreſpondent des Herold=
Bureau erfährt, hat ſich die Haltung des deutſchen
Dele=
gierten bei der Kongokonferenz in einem Belgien wenig
freundlichen Sinne Deutſchlands fühlbar gemacht.
Auf=
fallend ſchroff war namentlich der deutſche Delegierte bei
Geltendmachung der Anſprüche Deutſchlands auf den Iwo=
See. Dieſe Haltung Deutſchlands habe jedoch bei den
übrigen Delegierten auf der Konferenz eine ſehr ungünſtige
Aufnahme gefunden.
— Vom Hauptausſchuß für die ſtaatliche
Penſionsverſicherung für die Privatangeſtellten
wird uns geſchrieben: Verſchiedene Zeitungen bringen die
unverſtändliche und irreführende Mitteilung: „Der für den
20. Februar in Berlin anberaumte Privatbeamtentag wird
nicht abgehalten. Vorausſichtlich wird er zum Herbſt
ein=
berufen.‟ Dazu iſt berichtigend zu bemerken, daß ein
Privatbeamtentag noch gar nicht
anbe=
raumt war, ſondern daß ein ſolcher in Ausſicht
genom=
men iſt. Wann er ſtattfinden wird, ob bald oder ſpäter,
das wird durch die nächſten Ereigniſſe auf dem Gebiete
der Bewegung beſtimmt werden. Die Einberufung kann
jeden Tag notwendig werden.
— Die Kommiſſion zur Sammlung, Verwaltung und
Verwendung eines induſtriellen Wahlfonds
hielt in Berlin unter ihrem Vorſitzenden, Rechtsanwalt
Meyer=Hannover, Syndikus der Ilſeder Hütte, eine
Sitzung ab, in der zunächſt die Wahl eines
Geſchäftsfüh=
rers vorgenommen wurde. Sie fiel auf den in weiteren
Kreiſen vorteilhaft bekannten Herrn Flathmann, früher
in Hannover, jetzt in Charlottenburg. In weiterer
Erle=
digung der Tagesordnung wurde feſtgeſtellt, daß der
Ge=
danke der Bildung eines ſolchen Wahlfonds auf einen
denkbar fruchtbaren Boden gefallen iſt. Aus ganz
Deutſch=
land liegen Zuſtimmungen vor, und die bereits gezahlten,
gezeichneten und in Ausſicht geſtellten geldlichen Beiträge
haben eine Höhe, die angeſichts der kurzen Zeit, die ſeit
der Errichtung der Kommiſſion vergangen iſt, die
Er=
wartung vollauf rechtfertigt, die man auf die ganze
Ein=
richtung geſetzt hat.
Ausland.
— Die „Petersburger Telegraphen=Agentur” meldet:
Da die Unterhandlungen zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und
Rußland zum Zwecke der Wiederherſtellung normaler
diplomatiſcher Beziehungen notwendigerweiſe vertraulicher
Natur ſind, tragen die von den Blättern hierüber
ver=
öffentlichten Mitteilungen keinerlei authentiſchen Charak=
ter. Der Inhalt der beſagten Verhandlungen kann erſt
veröffentlicht werden, wenn dieſe beendigt ſein werden.
Im Laufe der Debatte über das Budget des
Kriegsminiſteriums in der franzöſiſchen Kammer
erklärte Kriegsminiſter General Brun auf eine Anfrage,
er habe bei den letzten großen Manövern mit Vergnügen
erlaubt, daß General Tremeau ſeine Kritik in Gegenwart
der fremden Offiziere abhalte, weil er das Bewußtſein
gehabt habe, daß die Operationen glänzend geführt
wor=
den ſeien. Des weiteren gab der Miniſter zu, daß die Laſt
des Heeresbudgets ſchwer ſei, er bemerkte aber, die
Kre=
dite würden mit ſtrenger Sparſamkeit verbraucht werden
Nachdem ſodann die Generaldiskuſſion geſchloſſen war,
forderte der nationaliſtiſche Abgeordnete Berry die
Schaf=
fung einer Medaille für die überlebenden Kämpfer von
1870. Der Antrag, der von verſchiedenen Seiten
Unter=
ſtützung fand, wurde ſchließlich mit 549 gegen 34 Stimmen
angenommen, obwohl der Kriegsminiſter General Brun
erklärte, er erachte die Schaffung einer ſolchen Medaille, die
lediglich die Erinnerung an eine Niederlage wachrufen
würde, für unnütz.
— Wie verlautet, beſchloß die engliſche Regierung
ein=
ſtimmig, nach der Antwortadreſſe auf die Thronrede im
Unterhauſe in erſter Linie das Budget zu erledigen,
wäh=
rend das Geſetz über die Einſchränkung des Vetorechts
des Oberhauſes das Hauptwerk der nächſten Tagung
wer=
den ſoll. Die konſervativen Blätter äußern ſich allgemein
befriedigt darüber, daß das Kabinett entſchloſſen ſei, die
Regierung weiterzuführen und erklären, daß die Unioniſten
bereit ſind, es gegen die Nationaliſten beim Budget zu
unterſtützen in der Annahme, daß man ſich über die
Strei=
chung einiger mißliebiger Punkte in dem neuen Budget
wohl einigen werde. Die liberalen Blätter nehmen an,
daß Redmond ſich mit Asquith doch noch verſtändigen
werde, erklären aber, daß, wenn er nicht mit der Regierung
zuſammenarbeiten könne, er ſie je eher je beſſer ſtürzen
wolle, und weiſen auf die Möglichkeit des Rücktritts des
Kabinetts hin.
Im norwegiſchen Storthing verlas Staatsminiſter
Konow im Namen der Regierung eine Erklärung, worin
es u. a. heißt: Die neue Regierung werde die
Ar=
beit der früheren Regierungen fortſetzen und darauf
hin=
wirken, das gute freundſchaftliche Verhältnis Norwegens
zu den fremden Mächten zu befeſtigen und zu entwickeln,
ſowie das ſchiedsgerichtliche Verfahren in größtmöglicher
Ausdehnung anzuwenden. Da die Stellung Norwegens
als ſelbſtändiger Staat eine wohlgeordnete Verteidigung
zu Waſſer und zu Lande verlange, ſo werde die Aufgabe
der Regierung ſein, im Zuſammenarbeiten mit dem
Stor=
thing die von letzterem angenommene Heeresorganiſation
planmäßig durchzuführen, ſowie die Marine auf die Höhe
der Forderungen zu bringen, die an ſie mit Rückſicht auf
eine genügende Verteidigung geſtellt werden müſſen. Dies
alles müſſe den ökonomiſchen Verhältniſſen des Landes
angepaßt werden. Die Regierung werde verſuchen, eine
gleichmäßige, den ökonomiſchen Hilfsmitteln des Landes
angepaßte Entwickelung der Geſellſchaft zu fördern ſowohl
in ſozialer, wie auch in ökonomiſcher Beziehung. Die
Frage der ſozialen Reform werde ſorafältig und
vorur=
teilsfrei behandelt werden.
Es verlautet, daß die griechiſche Regierung
beab=
ſichtigt, ſtatt einer großen Anleihe von 200 Millionen
Drachmen (die ſie nicht bekommt) eine kleinere Anleihe von
40 bis 60 Millionen aufzunehmen, um keine zu hohen
Ver=
pflichtungen gegenüber dem Auslande zu ſchaffen und das
Budget nicht zu ſtark zu belaſten. Die Anleihe ſoll zur
Deckung der Defizite früherer Jahre, zur
Be=
ſtreitung dringlicher Ausgaben und zur Vervollſtändigung
der militäriſchen Anſchaffungen dienen. Die Nationalbank
ſoll bei dieſem Anleihegeſchäft vermitteln, doch würde das
erſt nach Auflöſung des Militärbundes geſchehen. Die
Finanzlage des Staates iſt wenig günſtig. Nachdem die
dem Staate von der Finanzkontrolle überwieſenen
Ueber=
ſchüſſe des vorigen Jahres aufgebraucht ſind, befindet ſich
die Staatskaſſe wieder in Verlegenheit. Die Ende
Ja=
nuar alten Stils fälligen Gebäude= und Gewerbeſteuern
kommen nicht ein, da die Bevölkerung unter der
allgemei=
nen wirtſchaftlichen Not das Geld nicht aufzubringen
ver=
mag. Aus vielen Provinzen gelangen Geſuche an die
Re=
gierung um Stundung der Steuern. Bezeichnend für die
Geſchäftslage iſt der Umſtand, daß am Donnerstag beim
Athener Handelsgericht nicht weniger als hundert
Kon=
kurſe angemeldet wurden.
— Am Tage nach dem Zwiſchenfall mit der
franzö=
ſiſchen Militärmiſſion ließ der Sultan von Marokko den
franzöſiſchen Konſul Gaillard und den Major
Man=
gin zu ſich berufen. Nachdem ihm der Tatbeſtand
aus=
einandergeſetzt worden war, äußerte der Sultan ſeine
Mißbilligung über das Vergehen ſeiner Beamten. Der
Kämmerer und der Kriegsminiſter mußten Mangin in
Ge=
genwart des franzöſiſchen Konſuls und der franzöſiſchen
Offiziere ihre Entſchuldigung ausſprechen. Nachdem ſie
die Zuſicherung gegeben hatten, daß ſich ähnliche Fälle
nicht wiederholen, nahmen die Inſtrukteure ihren Dienſt
wieder auf.
Bezüglich der aus Fez gemeldeten Zwiſchenfälle
ver=
öffentlicht „Paris=Journal” eine Unterredung mit dem
Senator aus Oran, St. Germain, der in der
Kolonial=
partei eine einflußreiche Stellung einnimmt. St. Germain
kritiſierte lebhaft die Nachſicht, die die franzöſiſche
Regierung gegen Muley Hafid an den Tag lege,
und ſagte unter anderem, die Beleidigung, die Muley
Hafid unſerem Konſul und den Mitgliedern unſerer
Mi=
litärmiſſion antat, geht Frankreich allein an. Es ſcheint
jedoch, daß man das nicht ſehr ernſt nimmt. Aber es
han=
delt ſich auch darum, daß der Sultan endlich die fremden
Gläubiger befriedigt. Ob wir nun wollen oder nicht,
Frankreich hat ſeine Unterſchrift verpfändet und bleibt
Europa gegenüber für die Regelung dieſer Schulden
ver=
antwortlich, und deshalb wird Frankreich, das zum
Schutze ſeiner eigenen Intereſſen nichts tun will, ſich
viel=
leicht doch entſchließen müſſen, ſeine Langmut aufzugeben,
die nur Schwäche iſt.
* Der Kinematograph als Mittel zur
Deutſchenhetze. Die „Berl. N. Nachr.” ſchreiben:
Das Kinematographentheater hat ſich in kurzer
Zeit=
die Welt erobert. Bei der Vorliebe breiter
Volksmaſ=
ſen und zumal der Jugend für ſeine Vorführungen,
kann es einen ungeheueren Einfluß im guten wie im
ſchlimmen ausüben. Auch in Deutſchland ſchießen die
„Kinemas” wie Pilze aus dem Boden. Ein Blick auf
ihre Ankündigungen und Auslagen zeigt, daß unter
den vorgeführten Films das franzöſiſche Fabrikat
vor=
herrſcht, und zwar iſt es die franzöſiſche Firma
Pathé, die auch in Berlin eine Niederlaſſung
be=
ſitzt, und die, wie es ſcheint, ein Weltmonopol auf
die=
ſem Gebiete anſtrebt. Die deutſche Oeffentlichkeit muß
Warum die Frauen ſo viel ſprechen.
* Sprechen die Frauen, wie man behauptet,
eigent=
lich mehr wie die Männer? Marcel Prévoſt geht dieſer
Frage auf den Grund; er bleibt bei der gewohnten
Be=
hauptung und ſetzt die Gründe der weiblichen
Ge=
ſprächigkeit auseinander. Man kann ihm wohl eine
Weile zuhören:
„Wenn der Januar zu Ende geht”, ſo ſchreibt er,
„fällt mir jedesmal ein kleiner Scherz ein, den ich in
meiner Jugendzeit unfehlbar jedes Jahr um dieſe Zeit
zu hören bekam. Ein alter Richter, der im Hauſe
meiner Eltern verkehrte, faßte mich dann immer beim
Kinn und fragte mich: „Weißt Du, Kleiner, in welchem
Monat die Frauen am wenigſten ſprechen?‟ Ich tat,
als ob ich es nicht wüßte; unſer alter Freund wäre
ſicherlich ſehr betrübt geweſen, wenn ich nicht ihn ſelbſt
die Autwort hätte geben laſſen: „Im Monat Februar
weil er nur 28 Tage hat . .
Die meiſten unſerer
Zeitgenoſſinnen nehmen das Geſchwätzigkeitsrenommee,
in dem das ſchönere Geſchlecht ſeit undenklichen Zeiten
ſteht, mit gutem Humor hin. Woher rührt nun dieſer
merkwürdige Unterſchied in dem Redebedürfnis der
beiden Geſchlechter? Bei der hohen und feinen
Frauenſtimme kommt das Wort hurtig und
flink heraus; die tiefe Männerſtimme zwingt
da=
gegen, den Wortvorrat langſam auszugeben. Zu
die=
ſer natürlichen Gabe kommt ſeit uralten Zeiten der
Unterſchied in der Erziehung hinzu. Die Männer
werden ſchon frühzeitig zum Schweigen dreſſiert. Da
iſt vor allem das Gymnaſium mit ſeiner Disziplin:
man darf weder in der Klaſſe, noch in der Turnſtunde,
noch ſonſt irgendwo ſprechen. Für Mädchenpenſionate
iſt das Schweigegeſetz weniger ſtreng, und es hört vor
allem früher auf. Sobald es aber aufhört, beginnt für
die Frau ein Leben, in dem die laufenden
Beſchäftigun=
gen unter dem Sprechen nicht zu leiden haben. Die
Sorge um die Wirtſchaft, die Kleider und die
Kinder=
erziehung verlangen nicht, daß man den Mund
hält. Ja, man kann ſogar ſagen, daß es nicht leicht iſt,
ein kleines Kind ohne Schwatzen zu erziehen. Man
braucht da immerfort Worte, ganz planlos hingeſprochene
Worte: man muß Sätze und Ideen unermüdlich
wieder=
holen, wenn das kleine menſchliche Weſen ſich einen
Wort= und Gedankenvorrat aneignen ſoll. Wir Männer
haben es alſo dem Geplauder unſerer Mütter und
unſe=
rer Erzieherinnen zu verdanken, wenn wir überhaupt
ſprechen können. Wir haben aber noch einen anderen
Grund, nachſichtig zu ſein: wir ſelbſt ermutigen die
Frauen, zu plaudern, und wir hören ihnen beifällig zu.
Wenn ein Frauenmund nur hübſch ausſieht, hören wir
ihn gern ſprechen. Die hübſche Frau, die junge Frau
darf in unſerer Gegenwart ſprechen, ſo lange es ihr
gefällt, und ohne etwas zu ſagen: das Männerauditorium
wird trotzdem behaupten, daß ſie Grazie und Geiſt
habe .
Aber natürlich kann nicht geleugnet werden, daß
das viele Schwatzen ein großer Fehler der Frauen iſt,
groß vor allem, weil er unangenehme Folgen hat. Das
planloſe Geſchwätz hindert die Frau, logiſch zu denken.
Eine ſchwatzhafte Frau denkt nur, während ſie ſpricht,
und das iſt eine ſchlechte Art zu denken. Das Wort iſt
kurz und raſch: wenn der Gedanke ſich nach dem Worte
richtet, muß er oberflächlich werden. Er iſt eigentlſich
überhaupt kein Gedanke mehr: es ſind auf Geratewohl
erhaſchte Phraſen und Ideen, die niemals überlegt und
niemals kritiſch geſichtet ſind. Daher die Stetigkeit der
meiſten Frauenunterhaltungen, mögen ſie im übrigen
durch ihren Ton und durch ihren Charme ſehr angenehm
wirken .
Gibt es nun praktiſche Mittel, mit welchen man
gegen das Frauengeſchwätz ankämpfen könnte? Ich
ver=
ſpreche mir Wirkung von einer Reform in der
Mäd=
chenerziehung. Man müßte das junge Mädchen
früh=
zeitig gewöhnen, ſich Schweigen aufzuerlegen. Kluge
Erzieherinnen müßten ſich die Mühe geben, die
Unter=
haltungen zwiſchen jungen Mädchen in ruhige Bahnen
zu lenken; ſie müßten ihnen vor allem ſagen, daß nicht
alle auf einmal ſprechen dürfen.”
Und wenn ſich dann die „ſchweigſame Frau”
wirk=
lich entwickelt hätte, würde nicht Prévoſt einer der erſten
ſein, der ſie wieder beſeitigen wollte?
Vorträge.
K. Im Ortsgewerbeverein ſprach am
Frei=
tag abend gelegentlich der 5. Winterverſammlung Herr
Poſtinſpektor Kraft über das Thema: „Welches
ſind die Gründe der deutſchen
Nüchtern=
heitsbewegung‟. Nach den Ausführungen des
Redners liegen die Hauptwurzeln des Alkoholismus
in den deutſchen Trinkſitten, die in Anlehnung an den
akademiſchen Trinkkomment in alle Schichten der
Be=
völkerung Eingang gefunden, in dem beſtehenden
Trinkzwang und in den herrſchenden
Trinkgewohn=
heiten (Trinkkult).
Gegen dieſe Unſitten und gegen die tief
eingewur=
zelten Vorurteile über Wert und Wirkungen der
alkoholhaltigen Getränke mache die
Nüchternheitsbe=
wegung, ob mäßiger oder enthaltſamer Obſervanz,
Front: a) weil der Alkoholismus die Volksgeſundheit
untergrabe (Alkoholgenuß verurſache Krankheiten,
ver=
zögere die Heilung von Krankheiten und wirke
lebens=
verkürzend; er fülle die Kranken= und Irrenhäuſer:
33¼ Prozent aller Irren (30000 im Deutſchen Reich)
verdankten ihren traurigen Zuſtand dem Alkohol); b)
weil der Alkoholismus die körperliche und geiſtige
Lei=
ſtungsfähigkeit herabſetze und ſomit eine Unſumme
kör=
perlicher und geiſtiger Arbeitskraft vernichtet; e) weil
der Alkoholismus die Raſſe degeneriere; Schwachſinn
und Epilepſie ſeien ſeine Folgen; d) weil der
Alkoholis=
mus die Gefängniſſe und Zuchthäuſer füllen helfe,
(180000 Deutſche kämen jährlich zum erſten Male vor
den Strafrichter unter Mitwirkung des Alkohols; 70
Prozent aller Vergehen ſeien dem Alkohol zur Laſt zu
ſchreiben); e) weil der Alkoholismus das Ehe= und
Fa=
milienleben in hohem Maße gefährde; k) weil der
Al=
koholismus ſehr häufig die Urſache von Not und Elend,
ſowie Verarmung ſei, überhaupt wirtſchaftlich
ungün=
ſtig wirke (annähernd 4 Milliarden Mark jährlich
wür=
den in Deutſchland für alkoholiſche Getränke
ausge=
geben, darunter allein für Bier 2½ Milliarden Mark);
g) weil der Alkoholismus die Wehrfähigketi des
deut=
ſchen Volkes herabzumindern geeignet ſei. Die deutſche
Nüchternheitsbewegung ſei daher aus geſundheitlichen,
ethiſchen, wirtſchaftlichen, ſozialen und nationalen
Gründen eine zwingende Notwendigkeit für Volk und
Staat. Sie ſei nicht aus parteipolitiſchen Gründen ins
Leben gerufen, ſondern aus dem Gefühl chriſtlicher
Nächſtenliebe und aus Liebe zu Volk und Vaterland
entſtanden.
Der Handwerker= und Gewerbeſtand habe einen
ſchweren Kampf um ſeine Exiſtenz zu führen. Jeder
Handwerker und Gewerbetreibende müſſe ſich daher im
Vollbeſitz ſeiner körperlichen und geiſtigen
Leiſtungs=
fähigkeit erhalten, um dieſen Kampf erfolgreich
aufneh=
men und führen zu können. Seine wirtſchaftliche Lage
dürfe er nicht durch Ausgaben für Genußmittel
ver=
ſchlechtern, die nicht nur nicht nötig, ſondern ihn
kör=
perlich und geiſtig zu ſchädigen und ſeine
Schaffensfreu=
digkeit und Schaffensmöglichkeit zu untergraben geeignet
ſcien. Handwerker und Gewerbetreibende ſollten daher
in Berückſichtigung der eingangs erörterten Tatſachen
ernſtlich mit ſich zu Rate gehen, welche Stellung ſie
per=
ſönlich inbezug auf den Genuß geiſtiger Getränke
ein=
nehmen müßten und wie ſie ſich zur
Nüchternheitsbe=
wegung in ihrem Intereſſe zu ſtellen hätten. Zur
Er=
haltung und Förderung der Arbeitsfähigkeit ihrer
Ar=
beiter und Angeſtellten ſollten Handwerker und
Ge=
werbetreibende auch im Intereſſe der Arbeiter und
An=
geſtellten ſelbſt die geiſtigen Getränke von den
Arbeits=
ſtellen verbannen und die Erlangung alkoholfreier
Ge=
tränke, ſowie die Zubereitung warmer alkoholfreier
Getränke wie Kaffee, Tee uſw., namentlich im Winter,
ermöglichen.
Der Ortsgewerbeverein müßte für ſich, ſo kommt
Herr Poſtinſpektor Kraft zum Schluß, eine wichtige
Aufgabe darin erblicken, auf die Verwirklichung dieſer
Anregungen hinzuwirken. Er ſollte die Beſeitigung
der beſtehenden Trinkgewohnheiten beim Abſchluß von
Geſchäften uſw. und die Fernhaltung alkoholhaltiger
Getränke von den Arbeitsſtätten und die Bereithaltung
alkoholfreier Getränke daſelbſt zur Erörterung ſtellen
und für die Durchführung entſprechender Maßnahmen nach
Kräften eintreten. Es würde ſeinen Mitgliedern
dar=
aus reicher Segen erwachſen. — An den Vortrag ſchloß
ſich eine ausgiebige Diskuſſion an.
darauf hingewieſen werden, daß dieſe Firma auf der
ganzen Welt durch ihre Films eine ſyſtematiſche
Deutſchenhetze betreibt. Wie die „Mitteilungen
des Vereins für das Deutſchtum im Auslande”
verbrei=
ten, iſt in der Berliner „Internationalen Film= und
Kinematographeninduſtrie”, einem angeſehenen
Fach=
blatt, ein geradezu erdrückendes Beweismaterial nach
dieſer Seite hin gegen Pathé zuſammengetragen.
Da=
nach liefert die Firma in alle außerdeutſchen Länder
Films, welche durch Darſtellung freierfundener
Bru=
talitäten, ja Beſtialitäten deutſcher Soldaten aus dem
Kriege von 1870/71, die Zuſchauer gegen Deutſchland
verhetzen. Solche Vorführungen wurden gemeldet aus
Antwerpen, wo die deutſche „Wochenzeitung für die
Niederlande und Belgien” bitteren Proteſt erhob und,
aber wohl vergeblich, das Eingreifen der Behörden
for=
derte; aus Neapel, aus Smyrna, aus Odeſſa, aus Kairo,
aus Rom, St. Petersburg und Konſtantinopel, wo die
Darbietungen einen ſo ekelhaft gehäſſigen Charakter
trugen, daß ſich die dortige franzöſiſche Kolonie ſelbſt
die weitere Vorführung verbat! Wie ſyſtematiſch die
Verhetzung betrieben wird, zeigt unter anderem die
auch für die internationale polniſche Propaganda
be=
zeichnende Vorführung von freierfundenen Szenen aus
dem Wreſchener Schulſtreik. Man ſoll den Einfluß
derartiger Hetzereien auf die politiſchen, kulturellen
und wirtſchaftlichen Beziehungen der Völker nicht
unterſchätzen. Die deutſchen amtlichen
Ver=
tretungen und die deutſchen Kolonien im Ausland
haben allen Anlaß, dieſe Dinge zu kontrollieren und
durch geeignete Schritte ihnen entgegenzuarbeiten. Der
Firma Pathé ſollte vor allem gründlich klar gemacht
werden, daß man nicht gleichzeitig in Berlin ſein
Ge=
ſchäft betreiben, ſeine Haupteinnahmen aus Deutſchland
ziehen und außerhalb der deutſchen Grenzpfähle
Deut=
ſchenhetze betreiben darf.
* Spitzbergen amerikaniſch. Die
Eifer=
ſucht der europäiſchen Staaten, die am Beſitz von
Spitz=
bergen intereſſiert ſind, namentlich von Norwegen,
Schweden und Rußland, hat die internationale
Einig=
ung über die Anerkennung irgend einer Herrſchaft,
über Neutraliſierung oder gemeinſame Verwaltung ſo
lange verzögert, bis ihnen die Vereinigten Staaten
zu vorgekommen ſind. Es handelt ſich um einen
ſcheinbar harmloſen Beſchluß des Senatsausſchuſſes für
auswärtige Angelegenheiten;
es wird hier die
An=
nahme eines Geſetzes empfohlen, durch das der
ameri=
kaniſche Schutz, der den Guanolagern auf herrenloſen
oder von keiner Regierung beanſpruchten Inſeln
ge=
währt wird, auch auf die Entdeckung von Kohlen und
anderen Mineralſchätzen ausgedehnt wird. Das Geſetz
ſoll nun, wie „Petermanns Mitteilungen” ausführen,
es ermöglichen, daß die von amerikaniſchen Bürgern
auf Spitzbergen entdeckten Kohlenlager geſchützt ſind,
und ihre Ausbeute nach den Vereinigten Staaten
über=
geführt werden kann. Das iſt natürlich ein Vorwand.
Denn Spitzbergen=Kohlen können ſchon des
Koſtenpunk=
tes wegen in den Vereinigten Staaten niemals in
Wettſtreit mit Pennſylvania=Kohlen treten. Tatſächlich
handelt es ſich um Beſitzergreifung eines erſten
Stütz=
punktes in europäiſchen Gewäſſern. Ob das Geſetz
be=
reits im Senat zur Verhandlung gekommen iſt, wurde
noch nicht bekannt. Seine Annahme iſt aber
unzwei=
felhaft.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 14. Februar.
Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Hauptmann
Schwierz, Kompagniechef im Leibgarde=Infanterie=
Regi=
ment (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den Oberleutnant Frhrn.
v. Dörnberg im Küraſſier=Regiment von Drieſen (Weſtfäl.)
Nr. 4, den Lehrer Schneider von Heuchelheim bei Gießen,
den Hauptlehrer Sehrt von Lollar, den Beigeordneten
Eller von Worms, den Rittmeiſter der Landwehr a. D.
Nonweiler von Mainz, den Profeſſor Eberhardt von
Offenbach; zum Vortrag den Miniſter des Innern
Braun, den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Kreisamtmann bei dem Kreisamt
Bingen Karl Draudt zum Kreisamtmann bei dem
Kreisamt Oppenheim und den Kreisamtmann bei dem
Kreisamt Oppenheim Regierungsrat Wilhelm Bohn
zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Bingen ernannt.
Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Karl Wagner aus Krofdorf (Preußen) die Lehrer=
ſtelle an der Gemeindeſchule zu Metzlos=Gehaag, Kreis
Lauterbach.
* Bei der Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen
ſind im Monat Jannar 310 Rentengeſuche (282
In=
validen= und Krankeurentenanträge, ſowie 28
Alters=
rentenanträge) eingegangen. Unerledigt wurden in
den genannten Mongt übernommen 272 Rentengeſuche,
ſo daß 582 Geſuche in Bearbeitung ſtanden. Es fanden
Erledigung: 203 durch Rentenbewilligung (172
Invali=
den=, 14 Kranken= und 17 Altersrentengeſuche); 30 durch
Ablehnung, weil unbegründet (28 Invalidenrenten=
und 2 Altersrentengeſuche), 22 durch andere Weiſe -
Zurücknahme uſw. — (18 Invaliden= und 4
Altersren=
tengeſuche), zuſammen 255, ſo daß 327 Geſuche als
un=
erledigt auf den Monat Februar übernommen werden
mußten. Ferner wurden im Monat Januar lfd. Js.
520 Anträge auf Beitragserſtattung geſtellt, und zwar
261 infolge Heirat weiblicher Verſicherter (H.), 56
in=
folge Todes verſicherter Perſonen (T.) und 3 wegen
Bezugs von Unfallrente (U.). Unerledigt wurden in
den genannten Monat übernommen 99
Erſtattungsan=
träge, ſo daß zu bearbeiten waren 419 Geſuche.
Bewil=
ligt wurden 278 Anträge (235 H., 42 T. und 1 U.);
ab=
gelehnt wurden 31 Anträge (20 H., 9 T. und 2 U.). Auf
andere Art erledigt wurden 1 H. und 1 T.=
Erſtattungs=
anſpruch. Unerledigt blieben 108 Erſtattungsanträge
(83 H., 23 T. und 2 U.), die auf den Monat Februar
übernommen wurden.
In welchem Umfange die
Landesverſicherungsanſtalt Großh. Heſſen
Heilverfah=
renskoſten für ihre Verſicherten übernimmt, ergibt ſich
aus nachſtehenden Erläuterungen. Ende Januar 1910
waren in den nachverzeichneten Anſtalten verſicherte
Perſonen untergebracht: 1. Ernſt Ludwig=Heilſtätte bei
Sandbach 106, 2. Eleonoren=Heilſtätte bei Winterkaſten
65, 3. Göttmannſche Lungenheilanſtalt in
Reichels=
heim 36, 4. Dr. Liebes Lungenheilanſtalt in Waldhof=
Elgershauſen 6, 5. Kuranſtalt von Dr. Schmitt in
Lin=
denfels 12, 6. Konitzkyſtift in Bad=Nauheim 13,
7. Ernſt Ludwig=Heilanſtalt von Dr. Loſſen hier 2,
8. Klinik von Dr. Grein in Offenbach 2, 9.
Verſchie=
dene Anſtalten, wie Krankenhäuſer, Kliniken u. dergl.
mehr 29, zuſammen 271.
L. Der Provinzialausſchuß verhandelte am
Sams=
tag öffentlich folgende Sachen (den Vorſitz führte
Kreisrat Dr. Wallau von Groß=Gerau, weil der
Regie=
rungsrat von Starck wegen Teilnahme an den
erſt=
inſtanzlichen Verhandlungen verhindert war): 1. Der
Schauſpieler Ludwig Spindler, zurzeit in
Pfung=
ſtadt, hat um die Erteilung eines Wandergewerbeſcheins
nachgeſucht, der Kreisausſchuß ſein Geſuch jedoch
zurück=
gewieſen, weil er im Inland keinen Wohnſitz beſitze.
Dieſe Entſcheidung focht Spindler mit Rekurs an; er
gibt zwar zu, aus Baden zu ſtammen, erklärt jedoch, in
Pfungſtadt dauernden Aufenthalt nehmen zu wollen,
deshalb habe er auch ein Zimmer gemietet. Daß
dieſes für ihn und ſeine 7 Kinder nicht der Mittelpunkt
der Lebenshaltung ſein kann, iſt klar, daher wurde das
eingelegte Rechtsmittel als unbegründet verworfen.
Spindler hat die Koſten und eine Gebühr von 5 Mark
zu zahlen. — 2. Sein ebenfalls zurzeit in Pfungſtadt
wohnender Bruder Friedrich hat ein gleiches Geſuch
eingereicht, war vom Kreisausſchuß aber ebenfalls
ab=
gewieſen worden. Anfangs logierte er in dem Hofe
eines Wirtshauſes in ſeinem Wohnwagen, in neuerer
Zeit hat er eine Zweizimmerwohnung gemietet; auch
hier lautete das Urteil wie unter 1. — 3. Der in
Eber=
ſtadt geborene Wilhelm Dalis erbittet einen
Wan=
dergewerbeſchein für ſeine Kunſtarena. Er hat in
Eber=
ſtadt, wo ſeine alten Eltern noch wohnen, über ein Jahr
Staats= und Gemeindeſteuern bezahlt, iſt nunmehr
jedoch in Pfungſtadt eingezogen, wohin er von ſeinen
Ausflügen immer wieder zurückkehren will. Der
Kreis=
ausſchuß hatte ſich auch in dieſem Falle ablehnend
ver=
halten, der Geſuchſteller jedoch Rekurs verfolgt. In der
zweiten Inſtanz wurde feſtgeſtellt, daß Dalis’ Eltern in
einem Kloſter in Paris geheiratet haben ſollen. Trotz
dieſer etwas ſeltſamen Darlegung wurde ſeinem Rekurs
ſtattgegeben und ihm der gewünſchte Schein erteilt.
Dadurch, daß er in Eberſtadt die Steuern bezahlte, hat
er ſich einen Wohnſitz im Inland erworben, den er auch
durch den Wegzug von Eberſtadt nicht verlor.
Philipp Mink II. von hier möchte gerne einen
Handel mit Schreibwaren betreiben, der Kreisausſchuß
hat ihm jedoch den gewünſchten Wandergewerbeſchein
vorenthalten, weil er im Jahre 1908 10 Tage Gefängnis
wegen eines Vergehens erhalten hat. Bei dieſem
Be=
ſcheid blieb es auch in der zweiten Inſtanz; die Koſten
werden wie unter 1. getragen. — 5. und 6. Die Schau=
ſtellereinnen Frau Thereſe Frickel und Frau
Erneſtine Schmidt von hier haben, erſtere für das
Scheibenſchießen, Bolzenſchießen und das Ballwurfſpiel,
letztere für Preisſchießen, Ballübungsſpiel und
Ring=
ſpiel, vom Kreisausſchuß die Wandergewerbeſcheine
zu=
erkannt bekommen; im öffentlichen Intereſſe hat jedoch
auf höhere Weiſung der Vorſitzende Rekurs
einge=
legt, damit durch alle Inſtanzen die Frage geprüft
werde, ob es ſich hier nicht um verbotene Glücksſpiele
handle. Das Kegelſpiel und dasjenige mit der
Schlag=
maſchine ſind als ſolche bezeichnet worden. Nach
ein=
gehender Erläuterung der einzelnen Spiele wurden
beide Rekurſe als unbegründet verworfen und die
Scheine erteilt.
L. Vor der Strafkammer ſtand am Samstag der
29 Jahre alte, auf 34 Vorſtrafen blickende
Stein=
hauer Georg Brehm. Er erbettelte ſich von einem
Kameraden eine Anſichtspoſtkarte und ſtahl ihm einen
Rock, in dem ſich ſeine Legitimationspapiere befanden.
Die Karte ſchickte er dem früheren Logisherrn des
Be=
ſtohlenen in Karlsruhe mit der Bitte, den dort
ſtehen=
den Koffer nach Nürnberg zu ſenden; dort nahm er auf
Grund der Ausweiſe den Koffer in Empfang. In
Rein=
heim, wo ihn eine liebende Schweſter aufnahm, prellte
er einen Wirt um 2,50 Mark, bedrohte einen Mann,
der ihm nicht ſchnell genug die Türe öffnete, nahm
einem Neffen ſeine Uhr weg, und beſtahl, nachdem
Hammer und Beißzange ihre Schuldigkeit getan hatten,
ſeine Verwandten. Etwas bares Geld, einen Anzug
und Wäſche nahm er mit, die Beißzange fand man ſpäter
in ſeinem Bett. Er iſt trotz hartnäckigen Leugnens
überführt und wurde unter Einrechnung bereits
fälli=
ger 6 Monate Gefängnis zu 3 Jahren 3 Monaten
Zucht=
haus verurteilt; die bürgerlichen Ehrenrechte büßt er
auf 5 Jahre ein, Polizeiaufſicht iſt zuläſſig. Er trat
die Strafe an.
Vom Hoftheater. Aus dem Burean des
Hof=
theaters wird uns geſchrieben: Wegen Erkrankung des
Herrn Hans Hacker mußte der Spielplan in der
Oper für die nächſte Vorſtellung geänder t werden.
Am Dienstag gelangt „Carmen” zur Aufführung mit
Jacques Decker vom Hof= und Nationaltheater in
Mannheim als Gaſt in der Rolle des „Don Joſé‟
) Zur 23. Sitzung der Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung am Donnerstag, den 17. Februar,
nach=
mittags 3½ Uhr, iſt folgende Tagesordnung
feſt=
geſetzt: 1. Mitteilungen. 2. Geſuch um Befreiung von
den Beſtimmungen des § 34 des Ortsbauſtatuts für ein
Bauvorhaben Beckſtraße 55. 3. Geſuch um Geſtattung
der Errichtung eines Stallgebäudes in der Hofreite „Am
Breitwieſenweg 11‟. 4. Aenderung des Bebauungsplans
für die Beſſungerſtraße längs des Großh.
Orangerie=
gartens. 5. Koſten für die Neuanſchlüſſe der
Hausent=
wäſſerungen bei Umlegung von Straßenkanälen. 6.
Ver=
pachtung der Straßenbahnwagen zu Reklamezwecken.
. Kabellegung in der Kranichſteiner=Straße. 8.
Her=
ſtellung einer Anlage auf dem Platz vor dem ehemaligen
Mathilden=Landkrankenhaus. 9. Errichtung eines Tores
an der Südſeite des Friedhofs an der Nieder=Ramſtädter=
Straße. 10. Heizung der landwirtſchaftlichen
Winter=
ſchule. 11. Die Verpflegungsſätze im ſtädtiſchen
Kranken=
haus für Mitglieder von Krankenkaſſen. 12. Beitritt der
Stadt zu der Großh. Zentrale für Säuglings= und
Mutterſchutz in Heſſen. 13. Feſtſetzung eines Mietpreiſes
für beſondere Einrichtungen am Ausſtellungsgebäude.
14. Erhöhung des Schulgeldes für die Viktoriaſchule mit
Lehrerinnenſeminar und die Gymnaſialvorſchule.
— Hanſa=Bund. Man ſchreibt uns: Der Hauſa=
Bund, welcher unter gleichzeitigem Ausbau ſeiner
inne=
ren Organe fortgeſetzt an Mitgliederzahl und
Bedeut=
ung gewinnt, hat nunmehr auch energiſch begonnen,
eine Anzahl wichtiger Fragen in ſein Arbeitsgebiet zu
ziehen. Es iſt ſo die Frage der Abhilfe der
mittelſtäu=
diſchen Kreditnot in Bearbeitung genommen worden.
Weiter wurde die Veranſtaltung eines
Preisausſchrei=
bens über praktiſch durchführbare Mittel zur Hebung
des Mittelſtandes in einer der letzten Präſidialſitzungen
beſchloſſen. Endlich iſt die Vornahme einer Enquete
und die Herausgabe einer ſyſtematiſchen
Zuſammen=
ſtellung der auf Gewerbe, Handel und Induſtrie
ruhen=
den öffentlich=rechtlichen Laſten und Verpflichtungen,
unter beſonderer Berückſichtigung der verſchiedenen
Arten von Steuern, in Ausſicht genommen worden.
* Die Darmſtädter Volksbank hält ihre ordentliche
Generalverſammlung am Montag, den 21. Februar,
im „Fürſtenſaal” ab. Dem Bericht des
Vor=
ſtandes entnehmen wir folgendes:
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
nge. Neue Modelaunen. Die Schöpfungen
der Mode ſind nie „moderner”, das heißt
unab=
hängiger von der Mode früherer Zeiten, ſo ganz
ſelbſt=
ſtändig geweſen, wie in den letztverfloſſenen Jahren.
Aber ſei es, daß die Erfindergabe derer, denen wir
die Fülle ihrer Erſcheinungen verdanken, etwas
er=
müdet iſt, ſei es, daß Sinn und Geſchmack für die
Schönheit hiſtoriſcher Trachten augenblicklich ſtärker
entwickelt iſt als einſt, genug, einige Moden
vergange=
ner Zeiten ſcheinen wieder auferſtehen zu wollen. Zu
dieſen Moden gehören die reizenden Toiletten aus der
Zeit Ludwigs XVI., die heute nicht nur annähernd,
ſondern nach genauem Studium der damals
verwende=
ten Stoffe, Spitzen, Knöpfe und anderen Verzierungen
angefertigt werden. Man trägt wieder den weiten,
oben in Falten gezogenen Rock, die lange
Schnebben=
taille mit engen, nur bis zum Ellenbogen reichenden
Aermeln, und das in leichte Falten gelegte „Fichu”
aus Seidenmuſſelin, das den ſehr tiefen Ausſchnitt der
Taille einigermaßen mildert. Mit Vorliebe werden
kleine oder doch zierliche Geſtalten dieſe an die Trianon=
Epiſode Marie Antoinettes erinnernde Mode
mit=
machen. Aber noch um etwa 300 Jahre weiter zurück
greift der moderne Geſchmack, wenn er die köſtlichen,
iſchweren Sammet= und Brotatſtoffe wieder aufleben
läßt, die wir auf den Bildern eines Tizian, eines Paul
Veroneſe bewundern. Die ganze Pracht, der
unge=
heure Luxus der Renaiſſance verkörpert ſich in dieſen
Stoffen, deren großzügige und ſtark ausgeprägte Muſter
die Majeſtät einer vornehmen Frauengeſtalt noch
er=
höhen, namentlich, da die Koſtbarkeit des Materials
jeden Ausputz ausſchließt und nur durch die eigene
Schönheit, ſowie die der ſchwer und lang wallenden
Falten wirken will. Auch die Röcke dieſer Roben
wer=
den jedoch, der herrſchenden Mode nach, ziemlich eng
getragen; auch ſie werden in der Art griechiſcher
Ge=
wänder geſchnitten und vereinigen ſo die Reize von
zwei, durch faſt zwei Jahrtauſende voneinander
ge=
trennten Arten von Trachten.
* Der bekannte Violinvirtuoſe und Lehrer an der
Kgl. Hochſchule für Muſik in Berlin, Henri
Mar=
teau, zeigt ſeine Vermählung mit Fräulein Blanche
Hirfecorn=Marchal aus Breslau an.
Kleines Feuilleton.
CK. Hinter den Kuliſſen beim „
Chan=
tecler‟ Eine intereſſante Schilderung der
Bühnen=
geräuſche, mit denen der berühmte Prolog zu „
Chan=
tecler” begleitet wird, den Jean Coquelin vor Aufgehen
des Vorhanges an der Rampe ſpricht, gibt ein
Mit=
arbeiter der „Comcedia” der während des Prologes
hinter den Kuliſſen weilen durfte: Wenn Coqnelin im
Prolog die Einzelheiten des noch hinter dem Vorhang
verborgenen Bauernhofes ſchildert, haben Regiſſeur,
Inſpizient und Bühnenarbeiter raſtlos zu tun. Coquelin
ſpricht draußen die Worte: „Ein Flügel? Iſt’s ein
Garten?” In dieſem Augenblick öffnet und ſchließt
ein Bühnenarbeiter einen ſeidenen Sonnenſchirm, um
das Rauſchen der Flügel darzuſtellen. „Mit heiſerem
Ruf erhebt die Elſter ſich zum Fluge. Dafür iſt ein
Vogelſtimmen=Imitator, Mr. Harry Geak, engagiert,
der nach beſten Kräften den Ruf der Elſter nachahmt.
„Und man vernimmt das Schlürfen großer
Holzpan=
toffeln.” Ueber die Bühne tappen ſchwielige
Arbeiter=
fäuſte in mächtigen Holzſchuhen. „Der ſchwere Laut
des waſſerüberfüllten Eimers.‟ Der Inſpizient ſtößt
energiſch einen bis an den Rand mit Waſſer gefüllten
Kübel auf den Boden. „Die Grille? Schön iſt der Tag.
Und Glocken? Der Sonntag iſt’s.‟ Das Zirpen der
Grille erzeugt ein Bühnenarbeiter, der mit einem
Stück Sandpapier über Eiſen reibt. „Holzhäher
lach=
ten? Der Wald iſt nahe.‟ Den Ruf des Holzhähers
gibt der Vogelſtimmen=Imitator. „Ein Fenſter öffnet
ſich, die Türe wird geſchloſſen. Die Schellen des
Ge=
ſchirrs hört man leiſe klingen.” Hinter der Bühne
öffnet ein Arbeiter ein Fenſter, ſchließt geräuſchvoll eine
Tür, greift dann zu Schellen, ihr Klingeln wird leiſer,
mit einem Hufeiſen ſchlägt man auf die Bühne und
über die Bretter rollt man Räder. „Sonntag. Die
Bauern zogen fort zum Feſte. Eine zottige Hummel
hüllt ſich in ihr Summen. Das Summen der
Hum=
mel, iſt wiederum Mr. Geaks Sache. „Seht! Der
Vor=
hang muß ſich heben, denn dreimal ſchlug des Spechtes
Schnabel ſeine Schläge. Des Spechtes Schnabel iſt
ein hölzerner Hammer, den eine geſchickte Hand
drei=
mal gegen einen Holzpfoſten ſchlagen läßt. . . .
* Der Dieb als Krankenwärter. Eine
ſonderbare Diebesgeſchichte wird aus Chicago gemeldet:
Geſtern abend brachen zwei Männer in der Wohnung
des Herrn J. S. Me Cylloch, eines höheren
Hahnbeaue=
ten, ein. Me Cylloch liegt ſeit längerer Zeit ſchwer
krank darnieder und wurde allein von einer
Kranken=
wärterin gepflegt, die geſtern abend auf kurze Zeit
fortgegangen war, um einige Beſorgungen zu machen.
Als die beiden Diebe in die Wohnung des Kranken
gelangt waren, verſah der eine, um den Bahnbeamten,
der gerade in einen tiefen Schlaf gefallen war, nicht zu
wecken, die Dienſte eines Krankenwärters. Eine halbe
Stunde lang wartete er am Bett des Schwerkranken.
Als dieſer erwachte, gab er ihm zu trinken, und reichte
ihm die Arznei, nach der er verlangte. Dann
unter=
ſuchte der mitleidige Dieb den Puls des Patienten, maß
deſſen Temperatur und machte in dem Buch der
Kran=
kenwärterin die nötigen Eintragungen über den
kon=
ſtatierten Fiebergrad. Während ſo der eine Herrn Mc
Cylloch pflegte, durchſuchte der andere die ganze
Wohn=
ung nach Wertgegenſtänden. Als er alle Koſtbarkeiten
zuſammengetragen hatte, machten ſich die beiden
Spitz=
buben aus dem Staube.
* Wenn man das Geld dazu hat. Ein
peruaniſcher Kaufmann namens Gahan hat die Reiſe
von Lima nach London, die gewöhnlich 33 Tage währt,
ſehr abgekürzt. Er hat ſie in 19 Tagen zurückgelegt.
Herr Gahan aus Lima mußte zu einer wichtigen
Auf=
ſichtsratsſitzung nach London fahren. Wie konnte er
möglichſt ſchnell dieſe 7200 Meilen betragende Strecke
durcheilen? Er verließ Lima auf einem eigens
be=
ſtellten Dampfer und fuhr die Weſtküſte Süd= und
Mit=
tel=Amerikas entlang bis nach Panama. Von hier
be=
nutzte er den Panama=Expreß nach Colon. Im Hafen
von Colon beſtieg er den Lloyddampfer „Auguſt
Wil=
helm” der nach New=York fuhr. Zwei Tage vor der
Ankunft des „Auguſt Wilhelm” in New=York
telegra=
phierte Herr Grahan dann drahtlos nach New=York
und beſtellte ſich einen Schleppdampfer, der ihm
ent=
gegenfahren mußte und ihn vom „Auguſt Wilhelm”
auf die „Mauretania” überführte, die bereits den Hafen
von New=York verlaſſen hatte und ſich auf voller Fahrt
nach Europa befand. Nun trifft Herr Gahan rechtzeitig
zu der Sitzung in London ein.
* Immer im Beruf. „Nun, Frau
Staatsan=
walt, darf man bald zur Verlobung Ihrer Tochter
gra=
tulieren?‟ — „O ja — ſeit geſtern iſt er geſtändig.”
(Flieg. Bl.)
Eine Beſſerung im wirtſchaftlichen Leben
der=
jenigen Kreiſe, die mit der Bank im Kreditverkehr
ſtehen, hat ſich auch im abgelaufenen Jahre nicht
ein=
geſtellt. Die Bautätigkeit liegt faſt ganz darnieder, nur
die Stadt gab den Bauhandwerkern im Jahre 1909
Gelegenheit, eine gewiſſe Bautätigkeit zu entfalten
Die ungünſtige Lage des Baugeſchäfts übt ihren
Ein=
fluß auf alle Erwerbskreiſe aus. So nimmt es kein
Wunder, daß die Klagen über ſchleppende
Zahlungs=
weiſe und über ſchlechten Eingang der Ausſtände nicht
verſtummen wollen. Leider iſt eine Beſſerung der
Verhältniſſe im neuen Jahre nicht zu erwarten.
Er=
ſchwerend wirkt der Beſſerung entgegen die enorme
Steuerlaſt, die die Reichsfinanzreform dem Handel,
dem Gewerbe und der Induſtrie nach verſchiedenen
Richtungen gebracht hat. Die Grundſtücksabgaben ſind
bedeutend erhöht worden, dazu kommt die Einführung
eines Scheckſtempels und die Ausdehnung der
Wechſel=
ſtempelpflicht. Gerade die kleineren und mittleren
Er=
werbskreiſe werden von dieſen Steuern am härteſten
getroffen. Während im Jahre 1907 von allen Seiten
verſucht wurde, den Scheckverkehr in kaufmänniſchen,
Handwerker= und privaten Kreiſen einzubürgern, legt
man zwei Jahre ſpäter eine Steuer auf das
Heraus=
ſchreiben von Schecks, was ohne Zweifel die erzielten
Erfolge in der Ausbreitung des Scheckverkehrs
erheb=
lich einſchränken muß. Der Erholung des
Baugeſchäf=
tes wirken auch die Tarifkämpfe zwiſchen Arbeitgeber
und Arbeitnehmer entgegen. Im Intereſſe beider Teile
iſt es zu wünſchen, daß dieſes Ringen um die
Lohn=
preiſe zu einem gedeihlichen Ende geführt wird.
Wenn auch die Ruhe im Baugeſchäft nicht die
Mög=
lichkeit gegeben hat, die zur Verfügung ſtehenden
Gel=
der in befriedigender Weiſe nutzbringend zu
verwen=
ben, ſo hat doch die im vorigen Jahre beſtehende
Geld=
flüſſigkeit bewirkt, das Effektengeſchäft zu beleben. Es
hat ein Reſultat gebracht, das weit günſtiger
ausgefal=
len iſt, als das der letzten Jahre. Die Liqnidität der
Bank iſt als ſehr günſtig zu bezeichnen; ein großer Teil
der Kontokorrentkredite iſt durch erſtklaſſige
Wert=
papiere gedeckt. Die günſtige Lage der Bank wurde
auch von Herrn Verbandsreviſor Seibert in Wiesbaden,
der am 25., 26. und 27. Oktober 1909 die geſetzliche
Re=
viſion unternommen hatte, hervorgehoben. Der
Be=
richt über die Reviſion wird in der
Generalverſamm=
lung zur Verleſung gebracht werden. Das erwähnte
Daniederliegen der Bautätigkeit mit ſeinem Einfluß
auf das geſamte Darlehensgeſchäft bewirkte
näturge=
mäß einen Rückgang des Umſatzes gegenüber
dem Vorjahre und ſchmälerte auch den Reingewinn.
Trotz der widrigen Verhältniſſe beträgt das
Gewinn=
ergebnis 168 486,60 Mark, das geſtattet, wieder eine
Dividende von ſechs Prozent zu verteilen.
ℳ 25 Jahre ſin dheute verfloſſen, daß Hermann
Mom=
berger, Großh. Kreisaſſeſſor i. P. und langjähriger
Stadtverordneter, verſtorben iſt. Der 14. Februar 1885
war ſein Todestag. Sein warmes Intereſſe an ſeiner von
ihm ſo ſehr geliebten Vaterſtadt bewährte der
Verſtor=
bene durch eine reiche Stiftung zu Gunſten des ſtädtiſchen
Krankenhauſes, aus welcher ſeither ſchon bedeutende
Er=
träge zur Verbeſſerung der ſanitären Einrichtungen dieſer
Anſtalt über das unbedingte Bedürfnis hinaus verwendet
worden ſind. Das Kapital dieſer Stiftung beträgt etwa
75000 Mark. Sie ſichert ihm ein dauerndes Angedenken.
— Vom Bahnhofs=Modell. Von den neuen Anlagen
des Darmſtädter Hauptbahnhofes war bekanntlich vor
kurzem von Profeſſor Pützer ein großes, ſorgfältig
ausgearbeitetes Modell angefertigt und nach Berlin
geſandt worden. Dieſes Modell, bei dem auch die vom
Großherzog gewünſchten Aenderungen des früheren
Entwurfs Berückſichtigung gefunden haben, iſt vom
preußiſchen Eiſenbahnminiſter eingehend beſichtigt und
vom Kaiſer genehmigt worden, ſo daß nunmehr mit
der ſpezielleren Ausführung der Baulichkeiten
begon=
nen werden kann. Leider wird der in Darmſtadt
all=
gemein gehegte Wunſch, das Modell zur öffentlichen
Beſichtigung hier ausgeſtellt zu ſehen, nicht erfüllt
wer=
den können, da der Hauptteil des Modells der „Darmſt.
Ztg.” zufolge beim Rücktransport auf einem
Güter=
wagen total in Trümmer gegangen iſt und die
Wie=
derherſtellung viel Zeit und Geldaufwand erfordern
würde
— Hohes Alter. Frau Witwe Kath. Louiſe
Aß=
muth, geb. Geyer, Niederſtraße 18, feiert am heutigen
Montag, den 14. Februar, in guter geiſtiger und kör=
Perlicher Friſche ihren 89. Geburtstag. Wir wünſchen
der allſeits geachteten und beliebten Frau auch
ferner=
hin noch viele Tage in gleicher Rüſtigkeit.
— Vortrag im Naturheilverein. Als Beitrag zur
Lö=
ſung der Frauenfrage wird die bekannte Rednerin Frau
Ritzmann aus Waldenburg am nächſten Freitag im
Kaiſerſaal einen öffentlichen Vortrag halten über das
Thema: „Welches iſt der wahre Beruf des Weibes?
Wel=
ches ihr Platz — am Herd oder — in der Welt? Iſt eine
ſoziale Gleichſtellung der Geſchlechter erwünſcht und
mög=
lich?” (Näheres ſiehe Anzeige.)
** Die neuen Poſtkarten. Bei den amtlichen
Poſt=
karten ſoll nunmehr in Verfolg des Beſchluſſes des
letzten Poſtkongreſſes in Rom die linke Hälfte der
Vor=
derſeite dem Abſender für ſchriftliche Mitteilungen
frei=
gegeben werden. Die amtlichen Karten erhalten
eben=
falls einen ſenkrechten Trennungsſtrich. Das Muſter
für dieſe Formulare iſt jetzt vom Reichspoſtamt
end=
gültig feſtgeſetzt worden und der Reichsdruckerei zur
Herſtellung der Karten zugegangen. Der ſenkrechte
Trennungsſtrich kommt 6,3 Zentimeter rechts vom
lin=
ken Rand zu ſtehen. Da die Poſtkarten 14 Zentimeter
breit find, ſo wird alſo nicht ganz die Hälfte für
Mit=
teilungen freigegeben. Der Aufdruck „Poſtkarte” fällt
aber nicht mehr auf den linken Teil der Karte für die
Mitteilungen, ſondern kommt rechts von dem
Trenn=
ungsſtrich zu ſtehen. Dieſelbe Anordnung erhalten die
Weltpoſtkarten zu 10 Pfg.
n. Kindesmißhandlung. Die Belaſtungsmomente
ge=
gen die wegen Körperverletzung mit tödlichem Erfolg ver
haftete Ehefrau Frieß haben ſich durch nachträgliche
Zeu=
genausſagen erheblich vermehrt. Es liegt in der Natur
der Sache, daß die fortgeſetzte Mißhandlung ſich längere
Zeit hindurch ganz oder doch nicht hinreichend von Dritten
bemerkt abſpielen konnte und es fragt ſich nun, ob es
ent=
ſchuldbarer Weiſe auch dem Ehemann der Beſchuldigten,
dem Vater des Opfers, ein Geheimnis blieb. Sein Dienſt
hält ihn allerdings viel von Hauſe fern und man weiß
nicht, wie ihm die Frau das Kind und ihr Benehmen
ſchilderte; aber etwas größere Fürſorge und
Aufmerkſam=
keit ſeinerſeits hätten vielleicht manches verhüten können.
Ob ihn ein ſtrafrechtliches Verſchulden trifft, werden die
weiteren Ermittelungen wohl ergeben. Gegen Frau F.
iſt die Vorunterſuchung eröffnet. Die Verhaftete ſoll bis
her noch keine Vorſtrafen erlitten und ſich eines guten
Ru=
fes erfreut haben.
2 Durchſchnittspreiſe auf den Wochenmärkten
der vergangenen Woche. Butter ½ Kg. 1,25 M., in
Partien 1,20 M., Eier 9—10 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr.
20 Pf., Handkäſe 4—10 Pf.; Kartoffeln: Zentner 3 bis
4 M., Kumpf (10sLiter) 50—60 Pf., ½ Kg. 3—5 Vf.,
Mäuschen Zentner 8 M.; Obſt u. dgl.: Aepfel, Birnen
Kg. 10—18 Pf., Nüſſe 100 Stück 35—40 Pf., Kaſtanien
Kg. 15—16 Pf., Zitronen 4—5 Pf., Apfelſinen 5—10 Pf.;
Salat, Gemüſe: Kopfſalat 18 Pf., Endivien ½ Kg.
35—40 Pf., Körbchen Feldſalat 10—12 Pf., Bündel
Radies=
chen 8 Pf., Meerrettich 10—30 Pf., Roterüben ½ Kg. 7 bis
10 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf., Wirſing 3—8 Pf.,
Grün=
kohl 4—6 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 20—25 Pf., Gelberüben
½ Kg. 2—3 Pf., Paradiesäpfel ½ Kg. 70—80 Pf., Spinat
Kg. 15—20 Pf., Kohlrabi 3—4 Pf., Blumenkohl 20—60 Pf.,
Rotkraut 15—20 Pf., Weißkraut 10—15 Pf., Schwarzwurz
½ Kg. 25—30 Pf. Geflügel und Wildbret: Enten
3,00—3,50 Pf., Hahnen u. Suppenhühner 2—3 M., Faſanen
3 M., Tauben 60—70 Pf., Lapins 1,00—1,10 M.; Fiſche
½ Kg.: Hecht, Aal 1 M., Rheinfiſche 35—40 Pf.,
Rot=
zungen 50 Pf., Stockfiſch, Kabeljau, Seehecht, Seelachs
5 Pf., große Schellfiſche 30 Pf., kleine 15—20 Pf.; in den
Fleiſchſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 56 Pf., Hackfleiſch
60 Pf., Rindsfett 50 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.,
Schweinefleiſch 88—96 Pf., Blut= und Leberwurſt 66 Pf.,
Fleiſchwurſt und Schwartenmagen 76 Pf.
§ Unfall. Am Donnerstag abend um 8 Uhr fiel
ein 1¾ Jahre altes Kind in einem unbewachten
Angenblick vom Stuhle und ſtarb in der folgenden
Nacht an einem Bluterguß in die Schädelhöhle.
§ Streit. Zwei auf dem Hofgut Kranichſtein
be=
dienſtete Knechte gerieten am Freitag nachmittag in
Streitigkeiten. Hierbei verletzte der eine den
anderen mittels eines Miſtgabelſtiels ſchwer am
Kopfe. Der Täter wurde feſtgenommen.
— Pfungſtadt, 11. Febr. Im hieſigen
Rathaus=
ſaale wurde heute nachmittag in Gegenwart eines
zahlreich erſchienenen Publikums das
Tuberku=
loſe=Wandermuſenm eröffnet. Herr
Bürger=
meiſter Lang begrüßte den Vertreter des Landes=
Verſicherungsamts, Herrn Regierungsrat v. Bechtold,
ſowie den Vertreter des Großherzoglichen Kreisamts,
Herrn Regierungsrat Dr. Reinhart=Darmſtadt, und
wünſchte, daß die Ausſtellung fleißig beſucht werden
möge. Herr Regierungsrat Dr. Reinhart hob in einer
Anſprache die hohe Bedeutung des Großh. Heſſ.
Wan=
dermuſeums und das rege Intereſſe, das es überall
gefunden habe, hervor und verlieh dem Wunſche
Aus=
druck, daß die an die Eröffnung ſich anſchließende
Be=
lehrung von Nutzen für die Einwohner Pfungſtadts
und der Umgegend ſein möge. Darauf erſtattete Herr
Regierungsrat v. Bechtold ein eingehendes Referat
über das Weſen wie über die Verbreitung der
Lun=
genſchwindſucht und die Mittel zu deren Bekämpfung;
damit verband er eine Erläuterung der ausgeſtellten
Objekte. Die hieſigen Herren Aerzte haben ſich in
dankenswerter Weiſe bereit erklärt, an den folgenden
Tagen den Beſuchern der Ausſtellung die einſchlägigen
Belehrungen zu geben.
Offenbach, 11. Febr. Von der hieſigen
Kriminal=
polizei wurde heute ein Heiratsſchwindler, der
3jährige Johann Nikolaus Wilhelm aus Jügesheim
verhaftet. Wilhelm hatte ſich heiratsluſtigen Männern
als Vermittler angeboten. Verlangten die
Intereſſen=
ten eine Begegnung, ſo ſchickte Wilhelm ſeine eigene
Frau, die unter falſchem Namen die Rolle der
zukünf=
tigen Braut ſpielte, dann aber unter allerhand
Vor=
wänden ſich wieder aus der Affäre zog, während ſich ihr
Mann die Vermittlergebühr auszahlen ließ. —
Der
Inhaber des hieſigen Dachdeckergeſchäfts von Munz,
der 26jährige verheiratete Dachdeckermeiſter Eugen
Wertheim, iſt vor etwa drei Wochen mit einem
Wirtstöchterchen aus unſerer Stadt durchgebrannt
und ſeitdem nicht mehr zurückgekehrt. Seine
Beglei=
terin iſt jedoch inzwiſchen wieder im heimatlichen Hafen
gelandet. Man vermutet, daß ſich W. mit Hilfe naher
Anverwandten nach England begeben hat.
Mainz, 12. Febr. Ein Maſſen=
Beleidis=
ungsprozeß bereitet ſich gegenwärtig gegen eine
ganze Anzahl Karnevalsredner und andere
Leute vor. Ueber einen hieſigen Wirt in der Altſtadt,
der bei großen Portionen und billigen Preiſen einen
ſtarken Zulauf hatte, war das Gerücht verbreitet
wor=
den, daß ſich in einem Zigarrenkiſtchen, das er einem
Kinde geſchenkt hätte, eine hohe Rechnung über
Pferbe=
fleiſch gefunden habe. In einer hieſigen Zeitung war
das als Wochenplauderei humoriſtiſch bearbeitet und
mehrere Karnevalsredner gloſſierten das Gerücht,
ohne deſſen Richtigkeit in Zweikel zu ziehen. Der
Wirt ladet nun ſeit den letzten Wochen alle, die jenes
Gerücht durch Karnevalsvorträge, Erzählungen oder
durch die Zeitung weiter verbreitet haben, vor das
Sühnegericht. In mehreren Fällen, wo der
Sühne=
verſuch erfolglos blieb, hat er, lt. „Tgbl.”, bereits
Be=
leidigungsklage angeſtrengt.
Der Unteroffizier
Heckmann, 23 Jahre alt, von der 7. Kompagnie des
117. Infanterie=Regiments, hat ſich heute nachmittag
eine Platzpatrone in die linke Bruſtſeite gejagt
und war ſofort tot. Die Urſache liegt darin, daß
er am Morgen einen dreitätigen Arreſt erhielt.
Einem Hochſtapler ſcheint man auf die Spur
ge=
kommen zu ſein. Der Mann iſt Ausländer und
wohnte ſeit etwa 8 Wochen bei einer Familie in
Biebrich, verkehrte nur in beſſeren Kreiſen und
er=
zählte, daß er für ein beſſeres Haus reiſe und ſein
Vater ein wohlhabender Fabrikant ſei. Die Nächte
verbrachte er ſtets außerhalb ſeiner Wohnung, meiſt
in Wiesbaden und Mainz. In Mainz ereilte ihn nun
ſein Schickſal. Am Faſtnachtdienstag wurde einer
Kellnerin ein Portemonnaie mit 200 Mark
geſtohlen. In den Verdacht des Diebſtahls geriet
dieſer angebliche Reiſende. Er wurde ermittelt und
feſtgenommen. Bei der in ſeiner Biebricher
Wohn=
ung vorgenommenen Hausſuchung wurde das
geſtoh=
lene Portemonnaie gefunden; er beſaß noch etwa die
Hälfte des geſtohlenen Geldes.
Mainz, 12. Febr. Für den aus
Geſundheitsrückſich=
ten zurückgetretenen Landtagsabg. Dr. Pagenſtecher
wurde geſtern abend von der nationalliberalen
Ver=
trauensmännerverſammlung Hauptlehrer Bach von
der ſtädtiſchen Volksſchule als Kandidat für das
Main=
zer Landtagsmandat aufgeſtellt. Bach iſt
Vor=
ſitzender des Liberalen Lehrervereins und gilt als ein
kenntnisreicher Mann auf allen Gebieten des
öffent=
lichen Lebens. Herr Jakob Bach wurde im Jahre 1868
zu Sprendlingen in Rheinheſſen geboren. Er abſolvierte
das Gymnaſium zu Worms und widmete ſich dann dem
Lehrerberufe, zuerſt in Gau=Bickelheim, dann in Lorſch und
ſeit April 1891 in Mainz. Im Frühjahr 1904 beſtand er
die Hauptlehrerprüfung, ſeit Februar 1908 iſt er
Haupt=
lehrer, zuerſt an der Holztorſchule, gegenwärtig an der
Feldbergſchule. Herr Bach wird am Dienstag oder
Don=
nerstag in einer nationalliberalen Verſammlung ſich den
Wählern vorſtellen und ſein Programm entwickeln.
(*) Friedberg, 11. Febr. Der Bürgermeiſterverein
unſeres Kreiſes tagte heute vormittag hier. Den
wich=
tigſten Punkt bildete das neue Gemeindeverwal=
Bürgermeiſter
Der Vorſitzende,
tungsgeſetz.
Mühlſchwein= Vilbel, verlas die vom
Landesver=
einsvorſtand entworfenen Abänderungsanträge zu der
Geſetzesvorlage, welche die Zuſtimmung der Verſamm=
lung fanden. Nur geringe Abänderungen wurden
ge=
wünſcht. Bürgermeiſter Schäfer=Dortelweil verlas
die Jahresrechnung, die genehmigt wurde. Der
ſeit=
herige Vorſtand wurde wiedergewählt: Vorſitzender
Mühlſchwein=Vilbel, Stellvertreter Kliem=
Kloppen=
heim, Rechner Schäfer=Dortelweil, Beiſitzer Reul=
Gam=
bach, Fritzel=Ober=Eſchbach und Geibel=Nieder=Mörlen.
Dann erfolgten dienſtliche Ausſprachen und die
Auf=
nahme neu gewählter Bürgermeiſter. Der Kreisverein
zählt jetzt 60 Mitglieder.
Reich und=Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 12. Febr. ¾ Die Große
Berliner Straßenbahn hat im abgelaufenen
Jahre 1909 insgeſamt 396610000 Perſonen befördert.
Im Jahre 1908 waren es 397 200000. Es ergibt ſich alſo
eine Abnahme von 590000 Perſonen. Dieſe iſt aber ſo
gering, daß man wohl von einem Stillſtand, nicht aber
von einer Abnahme des Verkehrs ſprechen kann. Der
Verkehrsabnahme ſteht eine Vermehrung der
Betriebs=
einnahmen um etwas über 700,000 Mark gegenüber.
Im Jahre 1907 wurden 38.610.000 Mark vereinnahmt,
im Jahre vorher dagegen 37896000 Mark. Die
Ab=
nahme entfällt vollſtändig auf die gegen Fahrſcheine
be=
förderten Perſonen, während die Zahl der auf
Zeit=
karten aller Art beförderten Perſonen geſtiegen iſt.
Von den Fahrſcheinen entfällt’die Hauptmaſſe nachewie
vor auf die zu 10 Pfennig mit 335,647786 Porſonen.
Ein ſchwerer Unglücksfall hat ſich in der
Nie=
derbarnimer Straße zugetragen. Dort wohnt im
vier=
ten Stock des Quergebäudes der Fabrikarbeiter
Wege=
ner. Nachmittags mußte ſeine Frau fortgehen und
ließ ihren dreijährigen Sohn allein zurück. Das Kind
lletterte auf einen an dem Küchenfenſter ſtehenden
Stuhl und ſah zum Fenſter hinaus. Dabei beugte ſich
der Kleine zu weit hinaus, verlor das Gleichgewicht
und ſtürzte auf den Hof hinab, wo er blutüberſtrömt
liegen blieb. Auf der Unfallſtation ſtellte der Arzt feſt,
daß der Knabe einen Bruch des rechten Schulterblattes,
Brüche mehrerer Rippen und ſchwere andere
Verletz=
ungen erlitten hatte. Nach Anlegung von
Notverbän=
den wurde der kleine W. nach dem Krankenhaus
Fried=
richshain überführt. Die Wucht des Sturzes war
da=
durch gemildert worden, daß der Jungerauf Raſen
ge=
fallen war.
Frankfurt a. M., 11. Febr. Der Krach im
Reiff=
eiſenverbande, in den auch die Unterſchlagungen
des Rendanten Flick bei der Zentral=
Darlehens=
kaſſe hineinſpielen, zieht immer weitere Kreiſe. Außer
dem Direktor Werner, der den Zuſammenbruch der
Eltviller Winzergenoſſenſchaft verſchuldet hat und der
auch in die Flickſchen Defraudationen verwickelt iſt,
wurde heute auch der frühere Rechtsanwalt Loſſen aus
Wiesbaden, der Freund und Berater Flicks und
Wer=
ners, unter dem Verdacht der Mitſchuld verhaftet und
nach Frankfurt a. M. übergeführt.
Beim Verhör
ſtellte ſich jedoch heraus, daß Loſſen vollkommen
un=
ſchuldig iſt. Er wurde deshalb ſofort wieder auf
freien Fuß geſetzt.
Saarbrücken, 11. Febr. Als der Kommandeur des
170. Infanterie=Regiments, Oberſt v.
Schwartz=
koppen, hente mittag von der Rekrutenbeſichtigung
auf dem Exerzierplatz zurückkehrte, ſcheute ſein Pferd.
der Oberſt ſtürzte vom Pferd und erlitt einen
Schädelbruch, der nach wenigen Minuten ſeinen
Tod herbeiführte.
Stuttgart, 12. Febr. Vor der hieſigen
Straf=
kammer hatte ſich geſtern Danny Gürtler wegen
Vergehens gegen Paragraph 166 St.=G.=B., ſpeziell
Be=
ſchimpfung der katholiſchen Kirche (Papſttum,
Gottes=
läſterung uſw.) zu verantworten. Der Staatsanwalt
beantragte gegen Gürtler, welch letzterer ſich ſelbſt in
langen Ausführungen verteidigte, zweieinhalb Monate
Gefängnis. Die Urteilsverkündigung findet
am 18. Februar ſtatt. Die Zeugen, ein Redakteur des
„Deutſchen Volksblattes” deſſen Frau und ein
Steno=
graph, bekunden, daß ſie über die maßloſen
Beſchimpf=
ungen Gürtlers über Gott und Papſttum empört
ge=
weſen ſeien. Oberarzt Dr. Skaret=Berlin gibt an, daß
Gürtlers Vortragsweiſe genau einſtudiert ſei. Auch
die Sprunghaftigkeit ſeiner Gedanken ſei nur
ſchein=
bar. Gürtler ſtehe nicht unter dem Einfluß einer die
freie Willensbeſtimmung ausſchließenden
Geiſtes=
ſtörung und ebenſo wenig habe an Gürtler
Geiſtes=
krankheit feſtgeſtellt werden können.
Elberfeld, 11. Febr. Eine Stiftung von 148 138
Mark vermachte eine alte Dame, Fräulein Laura
Pfif=
ferling von hier, dem Verein der Diakoniſſinnen der
Reformierten Gemeinde.
Jena, 12. Febr. Bei einem
Automobilun=
glück auf der Straße nach Weimar wurden von vier
herausgeſchleuderten Inſaſſen zwei an Bruſt und Kopf
ſchwer verletzt, zwei andere kamen mit leichteren
Ver=
letzungen davon.
Hamburg, 11. Febr. Zwei angeblich aus guter
Familie ſtammende Mädchen erſchienen vor kurzem
bei einem hieſigen Hotelier und baten um ein
Zim=
mer für eine Nacht. Zur Erklärung gaben ſie
dem etwas mißtrauiſch dreinblickenden Hotelier an,
daß ſie ſich in einer befreundeten Familie verſpätet
hätten und nicht mehr in ihre Wohnung konnten. Der
Hotelier gab denn auch den beiden Obdachloſen das
verlangte Nachtquartier. Am nächſten Morgen
mach=
ten die beiden Mädchen merkwürdigerweiſe die
Ent=
deckung, daß ſie kein Geld bei ſich hatten. Dem war
aber leicht abzuhelfen. Sie wohnten nicht weit und
luden den Hotelier höflichſt ein, mit in ihre
Wohn=
ung zu kommen, um das Geld für das Nachtlogis in
Empfang zu nehmen. Der Mann war vollſtändig
da=
mit einverſtanden, begab ſich ins Nebenzimmer, um
ſich umzukleiden, damit er von den eleganten Damen
auf der Straße nicht zu ſehr abſteche. Darauf machte
ſich das Trifolium auf den Weg. Unterwegs fiel der
einen Dame plötzlich ein, daß ſie ja noch einen
Hun=
dertmarkſchein bei ſich habe. Der Beſitz von
Hundertmarkſcheinen wird eben von ſo vornehmen
Herrſchaften leicht verſchwitzt. Der Hotelier empfing
mit tiefen Bücklingen den blauen Lappen, zahlte den
Ueberſchuß heraus und empfahl ſich. Nach Hauſe
zurückgekehrt, erzählte er ſeiner Frau,edaß ſein
an=
fängliches Mißtrauen nicht begründet geweſen ſei,
denn die beiden Mädchen wären noch im Beſitze von
100 Mark geweſen. Da überkam die Frau ein leiſes
Ahnen. Sie ſtürzte nach dem Büfett, wo ſie einen
zu=
ſammengeſparten Bläuling liegen hatte, der aber
nun=
mehr verſchwunden war. Vorläufig hat man von den
eleganten Damen noch keine Spur.
Stade, 12. Febr. In dem nahen Dorfe
Guder=
handviertel ſind drei Knaben im Alter von ſechs bis”
acht Jahren auf dem Eiſe eines tiefen Grabens
ein=
gebrochen und ertrunken.
Allenſtein, 12. Febr. Drei Arbeiter, die dasg
ſchwache Eis des Schillingsſees bei Barwieſe
über=
ſchreiten wollten, brachen ein. Ein Arbeiter konnte;
ſich retten, während die beiden anderen
Paris, 11. Febr. Der amerikaniſche Milliardäu
Vanderbilt wurde geſtern von der erſten Kammer
des Pariſer Tribunals zu einer Geldſtrafe von
20000 Franks verurteilt, weil er im Februar 1907 mit
ſeinem Automobil auf einer Reiſe durch Frankreich
einen Pferdehändler überfahren hat.
Kunſtnotizen.
Uleber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
V. Sinfonie=Konzert der Hofkapelle.
Das erſtmalige hieſige Auftreten des franzöſiſchen
Violin=
virtuoſen J. Thibaut in dem heute, Montag,
ſtatt=
findenden Hofmuſik=Konzert läßt es angezeigt erſcheinen,
über den Werdegang des Künſtlers einiges mitzuteilen.
Thibaut entſtammt einer bekannten Muſikerfamilie in
Bordeaux. Seine künſtleriſche Reife erlangte er auf
dem Pariſer Konſervatorium unter Marſiks Leitung. In
Paris war es auch, wo der dem Knabenalter kaum
Entwachſene gelegentlich ſeines Auftretens in einem
Colonne=Konzert mit einem Schlage zu einer gefeierten
Größe erſten Ranges wurde. In Paris wohnend,
bildete Thibaut mit dem Pianiſten Corta und dem auch
hier wohlbekannten Celliſten Caſals eine Trio=Vereinigung
von bedeutendem Rufe. Ein ſehr ſympathiſcher Zug des
Künſtlers ſpricht aus der Tatſache, daß er mit zweien
ſeiner glänzendſten Rivalen, Iſay und Kreisler, in inniger
Freundſchaft verbunden, jeden Sommer gemeinſchaftlich
in England der Erholung pflegt.
Richard Wagner=Verein. Das
Kon=
zert der Meininger Hofkapelle, das am Dienstag, den
15. d. M. bevorſteht, verſpricht wieder zu einem
muſi=
kaliſchen Ereignis zu werden. Außer den bereits
er=
mähnten Neuheiten ſieht man mit beſonderer
Spann=
ung der D-dur=Symphonie Nr. 2 von Johs. Brahms
entgegen. Iſt es doch bekannt, daß die Meininger ſeit
Steinbachs Zeiten die berufenſten Hüter und Pfleger
der Brahmsſchen Tonmuſe geblieben ſind und daß ihre
Aufführungen gerade der Brahmsſchen Symphonien
in ganz Deutſchland als muſtergültig gelten. Ferner
bringt das Programm eines der hiſtoriſch ſo ungemein
intereſſanten Concerti grossi für Streichorcheſter und
Cembalo von Händel, in dem eine neue Erfindung, das
Perzinaſche Harfen=Cembalo=Klavier (aus dem Lager
des Herrn Karl Arnold hier) erſtmalig Verwendung
finden ſoll. Zu Richard Wagners Gedächtnis, deſſen
27. Todestag geſtern war, beſchließt die „Rienzi”=
Ouvertüre das Programm, worin die Hauptſtärke des
Orcheſters, ſeine glänzenden Bläſer, zu beſonders
vor=
teilhafter Geltung kommen können.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 12. Febr. Der
Militäretat
wird weiter beraten beim Kapitel Artillerie= und
Waffen=
weſen und techniſche Inſtitute. Abg. Will=Straßburg
(Zentr.): Die Kündigungsfriſt für die Arbeiter in den
techniſchen Militärbetrieben muß verlängert werden, ebenſo
müſſe eine gleichartige Behandlung der verſchiedenen
Hand=
werker= und Arbeiterklaſſen herbeigeführt werden. Die
Beſeitigung der dritten Lohnklaſſe iſt dringend erforderlich.
Den Arbeitern in dieſen Betrieben muß ein jährlicher
Ur=
laub bewilligt werden. Bei der Verteilung der
Gratifi=
kationen aus Anlaß des 25jährigen Arbeitsjubiläums
herrſcht vielfach Ungerechtigkeit, namentlich den
Arbei=
terinnen gegenüber. Die Militärarbeiter ſind noch
ſchlech=
ter daran, als die Eiſenbahnarbeiter. Den
Arbeiteraus=
ſchüſſen muß möglichſtes Wohlwollen entgegengebracht
und die Wünſche der Arbeiter berückſichtigt werden.
Abg. Böhle (Soz.): Vom Reichstag muß eine feſte
Lohnſkala aufgeſtellt werden, die von der Verwaltung zu
berückſichtigen iſt. Dieſe Arbeiter müſſen außerdem unter
die Gewerbeordnung geſtellt werden. Von einer freien
Wahl zu den Arbeiterausſchüſſen kann keine Rede ſein
ſolange, wie in Straßburg, noch Kandidaten
zurückgewie=
ſen werden, die den Behörden nicht genehm ſind. Die
Ar=
beitseinteilung in den Betrieben läßt viel zu wünſchen
übrig. Mit der Arbeiterfreundlichkeit iſt es ſchlecht beſtellt.
In Straßburg wurde ein Vertrauensmann der Arbeiter
durch Entlaſſung gemaßregelt, angeblich, weil er die
Ar=
beiter aufhetzt. Seine Leiſtungen waren gut. — Oberſt
Wandel: Bei uns wird nach beſtem Wiſſen und
Ge=
wiſſen Gerechtigkeit geübt; nur in dem Straßburger Falle
iſt Beſchwerde geführt worden. Unſere Arbeiter ſtehen
in=
ſofern beſonders günſtig da, weil der wechſelnden
Kon=
junktur in den Lohnverhältniſſen nach unten nicht gefolgt
wird. (Hört! hört! rechts.) Die Stücklohnarbeiter ſtellen
ſich immer beſſer als die Zeitlohnarbeiter; die erſteren
be=
ziehen in Spandau täglich 5,38 Mark, letztere 4,78 Mark
durchſchnittlich bei neunſtündiger Arbeitszeit. Unter der
Abſchaffung des Stücklohnes würden 61 Prozent der
Ar=
beiter leiden. Nach einer gewiſſen Dienſtzeit wird
mehr=
tägiger Urlaub gewährt. Mitglieder von
Arbeiterver=
einen ſollen ſich mit ihren Wünſchen an die Direktoren der
Inſtitute wenden; alle Wünſche der Ausſchüſſe ſind jedoch
nicht zu erfüllen; dazu ſind ſie zu zahlreich und oftmals
un=
berechtigt. Im Straßburger Fall machte ſich der
betref=
fende Arbeiter Dienſtverletzungen, Indiskretionen,
Hetze=
reien in Worten und erheblicher Störung des Friedens
ſchuldig; er iſt deshalb entlaſſen worden, wogegen nichts
zu ſagen ſein dürfte. — Geheimer Kriegsrat Eyber gibt
über das Vorhandenſein heizbarer Aufenthaltsräume für
Arbeiter und Arbeiterinnen in den Militärbetrieben
Aus=
kunft. Im Neumagazin zu Straßburg ſei ein ſolcher
we=
gen ungenügender Platzverhältniſſe zurzeit noch nicht da.
Abg. Pauli=Potsdam (konſ.): Oberſt Wandel hat
den Arbeiterausſchüſſen eine Audienz leider nicht erteilt,
ſondern ſie auf den Inſtanzenweg verwieſen und dadurch
großes Mißtrauen unter den Arbeitern hervorgerufen.
Eine Lohnſkala iſt wohl vorhanden, aber ſie iſt auch
da=
nach. Daß ein rekonvaleszenter Arbeiter in die ſogen
Strafabteilung gekommen ſei, iſt unglaublich; iſt es aber
der Fall, dann muß hier Wandel geſchaffen werden.
Red=
ner trägt dann eine Reihe von Klagen einzelner
Hand=
werker und Beamtenkategorien der Militärwerkſtätten in
Spandau vor. — Abg. Görcke (natl.): Wenn die
So=
zialdemokraten ſich über die geringen Löhne beſchweren,
ſo mögen ſich die Herren die unzulängliche Bezahlung in
der „Vorwärts”=Druckerei anſehen. (Unruhe bei den
So=
zialdemokraten. Beifall bei den Nationalliberalen.)
Abg. Mommſen (frſ. Vgg.): Die Lohnordnung muß
völlig neu geregelt werden, wobei die Arbeiterausſchüſſe
hinzuzuziehn ſind. Redner bringt dann eine Reihe von
Wünſchen bezüglich der Danziger Arbeiter vor. — Oberſt
Wandel: Wenn es abgelehnt wurde, den Bund der
Mi=
litärhandwerker zu empfangen, ſo war es
unumgäng=
lich, die zuſtändigen Dienſtſtellen zu hören. Die
Arbeiter=
ausſchüſſe dürfen dabei nicht umgangen werden, ſonſt
wer=
den die den Vereinen nicht angehörigen Arbeiter mundtot
gemacht. Bei Feſtſetzung der Arbeitsordnung werden die
Arbeiter gehört. — Abg. Sommer (frſ. Vpt.): Die
Feuerwerks= und Zeugoffiziere wünſchen, daß ihnen nach
dreißigjähriger Dienſtzeit der Hauptmannsrang verliehen
werde. — Oberſt Wandel: Ueber dieſen Wunſch bin ich
etwas erſtaunt. Bei der vorjährigen Gehaltsaufbeſſerung
iſt gerade dieſe Offizierskategorie derart berückſichtigt
wor=
den, daß Wünſche nicht vorliegen können
Abg. Zubeil geht auf die Arbeiterverhältniſſe bei
den Militärwerkſtätten in Spandau ein. Beſonders die
Pulverarbeiter klagen über ihre Lage. Verſprochene
Aufbeſſerungen ſind nicht gewährt worden. — Abg.
Hagemann (natl.) wünſcht Berückſichtigung der
Waffenfabrik in Suhl mit Aufträgen. — Oberſt
Wan=
del: Die Stücklöhne in Lippſtadt und Siegburg ſind
niedriger als in Spandau, weil in dieſen beiden Orten
auch die ortsüblichen Löhne niedriger ſind. Die
Eröff=
nung des Abg. Zubeil beruht auf einſeitigen Angaben
von Arbeitern: Benachteiligungen haben nicht
ſtattge=
funden.
Nach einer längeren Polemik zwiſchen Stadthagen
(Soz.), Görcke=Brandenburg (natl.) und Fiſcher=Berlin
(Soz.) wird das Kapitel, ſowie der Reſt des Ordi=,
nariums bewilligt.
Beim Extraordinarium beantragt die
Kom=
miſſion, die für die Düſſeldorfer Schießſtände
angefor=
derten 263500 Mark zu ſtreichen. Auf Antrag von Byern
(konſ.) wird dieſe Poſition wieder hergeſtellt. Im Laufe
der weiteren Debatte erklärt auf eine Anfrage des Abg.
Becker=Köln Staatsſekretär Wermuth, daß ein Geſetz
über die Beihilfen an Gemeinden zurzeit den
Bundes=
rat beſchäftige und vorausſichtlich noch in dieſer Seſſion
dem Haufe zugehen werde. Der außerordentliche
Etat wird bewilligt, die Petitionen werden
ent=
ſprechend den Kommiſſionsanträgen erledigt.
Kriegsminiſter v. Heeringen bemerkt gegenüber
dem Abg. Ledebour: Ich bedauere, daß geſtern weder ich
noch einer der Herren meiner Umgebung den Ruf: „Auch
er kneift” gehört hat. Ich würde ſonſt ſofort angemeſſeu
erwidert haben: Sie (zu den Sozialdemokraten) haben
gar nicht die Abſicht, hier eine Uebereinſtimmung zu
erzielen. Sie ſchaffen Gegenſätze, und da, wo Sie ſolche
vermuten, ſuchen Sie dieſelben zu ſchüren. Ledebour hat
dafür ſelbſt einen Beweis geliefert, als er eine
Kabi=
nettsorder vom Jahre 1798 verlas. Ueber dieſe
ver=
öffentlichte bereits der Reichsanzeiger vom 28. Auguſt
1895 eine offizielle Mitteilung des Kriegsminiſteriums,
daß dieſe Kabinettsorder eine direkte Fälſchung
ſei. (Hört, hört! rechts und Heiterkeit.) Der
Abgeord=
nete hat ſich dieſer Fälſchung wohl unbewußt bedient,
ber zur Steuer der Wahrheit muß das geſagt werden.
Ich gehe auf das Beiſpiel aus Kurheſſen ein, weil mir
verſchiedene Anfragen aus dem Hauſe geſtellt wurden,
und weil ich, wie ich aus dem Protokoll erſehen habe,
wohl zu kurz geweſen bin. Gegen alle Mißdeutungen
erkläre ich alſo: Ich dachte bei meiner Erklärung vom
29. Januar an einen Vergleich zwiſchen den kurheſſiſchen
Verfaſſungskämpfen und den irren Wirren Preußens
der 60er Jahre. Für jeden, der die Vorgänge in
Kur=
heſſen kennt, iſt es klar, wie das gemeint war. In
Kur=
heſſen wurde die Armee auf die Verfaſſung vereidigt und
durch die inneren Kämpfe unwillkürlich in die inneren
Wirren hineingezogen. Ganz anders iſt es in Preußen
geweſen. Denken Sie an die Konfliktszeit zurück. Die
Armee wurde nicht auf die Verfaſſung vereidigt. Sie
konnte ihre Aufgabe ungeſtört erfüllen und ſich zur
Ver=
eidigung des Vaterlandes vorbereiten. Daher iſt ſie
ruch 1864, 1866 und 1870/71 ſiegreich geblieben.
Ihre
Schlagfertigkeit hätte andernfalls ſchwer gelitten.
(Bravo!) Dieſes Beiſpiel ſchwebte mir vor. Jedes
Wort ſchien mir überflüſſig. Das wird jeder verſtehen.
Auf Herrn Ledebour verzichte ich. (Heiterkeit und
Beifall.) — Abg. Ledebour (Soz.): Die Fälſchung des
Erlaſſes war mir nicht bekannt. Ich habe ihn in gutem
Glauben geleſen. Ganz anders iſt es aber mit dem
Verſuch des Kriegsminiſters von geſtern, ſeine
Aeuße=
rungen mit Kurheſſen zu rechtfertigen. Nach dem
allge=
meinen Sprachgebrauch konnte niemand anders
an=
ehmen, als daß er das deutſche Vaterland und Preußen
gemeint hätte. Aus Webers Weltgeſchichte — Redner
verlieſt unter großer Unruhe des Hauſes mehrere
Ab=
chnitte — geht hervor, daß die heſſiſche Armee
ange=
ſichts des Konflikts zwiſchen Gehorſam und Beachtung
der Verfaſſung ſich aufgelöſt hat. Die Aeußerung von
Zedlitz’ aus dem Abgeordnetenhauſe und Oldenburgs
Aufforderung zum Verfaſſungsbruch laſſen im Verein
mit dem Auftreten Bethmanns das Schlimmſte
be=
fürchten.
Kriegsminiſter v. Heeringen: Der Abgeordnete
Ledebour iſt nicht zu überzeugen, jedenfalls nicht nach
dem, was wir eben gehört haben. (Bravo!) Gerade
as Gegenteil von dem habe ich geſagt, was er mir
nterſchiebt.
Nach einer Erwiderung Ledebours und einer Replik
des Abg. Rogalla v. Bieberſtein (konſ.) wurde die
Sitzung um 6½ Uhr geſchloſſen.
Nächſte Sitzung Montag 1 Uhr: Kaligeſetz und
Stellenvermittlungsgeſetz.
Hochwaſſer.
* Straßburg, 12. Febr. Der unterm 9. d. M.
gemeldete Aufruf des Kaiſerlichen Statthalters
Gra=
ſen Wedel zur Bildung eines Landeskomitees zwecks
Sammlungen für die Hochwaſſer=
Geſchädig=
ten bezieht ſich auf die Hochwaſſer=Geſchädigten in
Elſaß=Lothringen und nicht auf diejenigen in
Frank=
reich.
* Mannheim, 12. Febr. Der Rhein und der
Neckar ſind in der verfloſſenen Nacht abermals
ge=
ſtiegen, und zwar der Rhein von 6,60 auf 6,78 Meter,
ber Neckar von 6,59 auf 6,72 Meter.
* Paris, 11. Febr. Ueber die Hilfsaktion
zu Gunſten der durch die Ueberſchwemmungen
betroffenen kleinen Geſchäfts= und Gewerbeleute wird
noch berichtet, daß die Bank von Frankreich dem Staate
unverzinsliche, in fünf Jahren amortiſierbare
Vor=
ſchüſſe bis zum Betrage von 100 Millionen Franks
ge=
währt. Hierfür werden der Bank nach Maßgabe der
Vorſchüſſe Schatzſcheine übergeben werden.
* Paris, 12. Febr., 1 Uhr 30 Min. mittags. Die
Seine iſt in den letzten 24 Stunden um weitere 22
Zenti=
meter geſtiegen. Der Waſſerſtand von heute iſt
3 Meter 28 Zentimeter niedriger als der höchſte Stand
während der großen Ueberſchwemmung. Es regnet leicht.
Seit heute nacht lagerte dichter Nebel über Paris, der ſeit
Mittag langſam weicht.
Dampferunglück.
* Marſeille, 11. Febr. Der
untergegan=
gene Dampfer „General Chanzy” war heute
nachmittag 1 Uhr von Marſeille nach Algier
abgegan=
gen. Infolge heftigen Sturmes verfehlte der Dampfer
die Einfahrt in die Straße zwiſchen Mallorca und
Menorca und wurde gegen die Felſen geſchleudert. Es
beſtätigt ſich, daß der Dampfer 87 Paſſagiere und
eine Beſatzung von 47 Mann an Bord hatte.
Reueren Nachrichten zufolge ſollen zwei=Perſonen,
ge=
rettet worden ſein.
* Palma (auf Mallorca), 11. Febr., halb 10 Uhr
abends. Der Dampfer „General Chanzy” lief mit
vol=
ler Geſchwindigkeit auf die Felſen von
Ciuda=
dela (auf Menorca) auf. Die Zahl der Verunglückten
ſteht noch nicht genau feſt; nach den letzten Meldungen
wird ſie auf 200 angegeben. Der gerettete Zollbeamte
heißt Marcel Rodel. Er wurde in der Nähe von
Ciu=
dadela, im Waſſer treibend, geborgen.
* Algier, 12. Febr. Die Nachricht von dem
Untergang des Dampfers „General
Chanzy” hat hier große Beſtürzung hervorgerufen.
Man hoffte immer noch, daß der Dampfer trotz der
Ver=
ſpätung eintreffenswerde, denn der Kapitän des
Damp=
fers Cayol war als ein Mann von äußerſter Vorſicht
bekannt. Von den 87 Paſſagieren waren 35
Kajüte=
undedie übrigen Zwiſchendeckspaſſagiere. Ein junges
Mädchen erwartete mit dem Dampfer ihren
Bräuti=
gam; die Hochzeit ſollte heute ſtattfinden.
*rMarſeille, 12. Febr. Unter den 87
Paſ=
ſagieren des untergegangenen Dampfers „
Gene=
ral Chanzy” befanden ſich unter anderem: ein
Hauptmann, zwei Leutnants, zwei Unteroffiziere, ſechs
Soldaten, zwei Matroſen, ein Prieſter, fünf Künſtler,
vier Künſtlerinnen, eine Kammerfrau und drei Kinder.
Der Dampfer hatte 222 Poſtſäcke mit Briefen,
Poſt=
paketen uſw. an Bord. Der „General Chanzy” war
eines der größten Schiffe der Algier-Marſeille=Linie
der
Sompagnie Transatlantique.
* Palma, 12. Febr. Der Schiffbruch deis
Dampfers „General Chanzy” ereignete ſich ſchon
Mittwoch abend in dem Augenblicke, wo trotz des heftigen
Unwetters das Schiff ſich in ſchneller Fahrt befand, um
aus der gefährlichen Zone herauszukommen. Die Nacht
war ſehr dunkel. Das Schiff lief mit furchtbarer Gewalt
auf. Der einzige Ueberlebende, der Zollbeamte Roder aus
Marſeille, entging dem Tode wie durch ein Wunder; er
verbrachte den Reſt der Nacht von Mittwoch zum
Don=
nerstag bewußtlos am Strande. Erſt unter den
Sonnen=
ſtrahlen kamzer, zu ſich undeirrte den ganzen Donnerstag
umher. Er gelangte am Freitag endlich nach Ciuadadela,
von wo, nachdem er den Schiffbruch mitgeteilt hatte, die
Behörden ſich ſogleich zum Unglücksort begaben. Um das
geſunkene Schiff ſchwammen viele Leichen. Die Boote des
Dampfers hatten wegen des Unwetters nicht benutzt
wer=
den können. Man verſucht heute die Bergung der
Lei=
chen und Schiffstrümmer. Die ſpaniſche Regierung läßt
an der Unglücksſtelle einen Leuchtturm errichten, um die
Wiederholung eines derartigen Unglücks zu verhüten.
** Paris, 12. Febr. Nach von der Compagnie
Transatlantique ſtammenden Angaben ſind bei dem
Untergange des Dampfers „General
Chanzy” 153 Meuſchen umgekommen. Die
Paſſagierliſte, welche 86 Perſonen aufweiſt, enthält auch
einige deutſche Namen, darunter einen Herrn
Bollen=
ſtern. Unter den Verunglückten befinden ſich zehn
Schauſpieler, Sänger und Tänzerinnen, welche für das
Kaſino in Algier verpflichtet waren. Der Seepräfekt
von Tonlon, Admiral Jauréquiberry, fragte
telegra=
phiſch beim Marineminiſterium an, obeer ein
Kriegs=
ſchiff entſenden ſolle, um nach dem „General Chanzy”
zu ſuchen. Die Blätter erinnern daran, daß der „
Ge=
neral Chanzy” am 10. Juli 1896 in der Nähe von
Ber=
gen (Norwegen) auf Grund geraten und von der
deut=
ſchen Korvette „Greif” wieder flott gemacht worden ſei.
Präſident Faures richtete damals an Kaiſer Wilhelm
für die Hilſeleiſtung ein Danktelegramm.
Der Untergang des Dampfers erfolgte Donnerstag
abend um 9 Uhr in der Nähe der Ortſchaft Lloſa, Der
Schiffsrumpf befindet ſich ganz unter Waſſer;
die
Bergung der auf dem Meere ſchwimmenden Leichen iſt
wegen des heftigen Sturmes vorläufig unmöglich.
* Paris, 12. Febr. Das ſchwere Unglück, das
den Dampfer „General Chanzy” betroffen
hat, ruft in Marſeille und Algier ergreifende
Kund=
gebungen der öffentlichen Trauer hervor. Die
Ver=
gnügungsanſtalten in beiden Städten ſind geſchloſſen.
Die Gebände der franzöſiſchen und ausländiſchen
Ge=
ſellſchaften, ſowie die Schiffe in den Häfen haben
Halb=
maſt geflaggt. Vor den Geſchäftsräumen der
Com=
pagnie Transatlantiqne in Marſeille drängt ſich eine
ungeheure Menſchenmenge, doch hält es ſchwer, die
Namen der einzelnen Paſſagiere zu ermitteln.
* Paris, 12. Febr. Der Marineminiſter erhielt
vom franzöſiſchen Vizekonſul in Palmas folgende, um
10 Uhr vormittags aufgegebene Depeſche: Die Urſache
des Unterganges des „General Chanzy” iſt
wahrſchein=
lich eine Keſſelexploſion. Mehr als 150 Menſchen
ſind umgetommen, deren Leichen infolge der
hochgehen=
den See nicht geborgen werden können. Die Poſtſäcke
mit den Einſchreibebriefen und den Wertſendungen
wurden gerettet.
* Paris, 12. Febr. Der deutſche
Bot=
ſchafter ſprach heute mittag anläßlich des
Dampfer=
unglücks von „General Chanzy” dem Präſidenten
Falliéres das Beileid der deutſchen Regierung aus
* Paris, 13. Febr. Der Marineminiſter beorderte
mehrere Torpedobootszerſtörer nach der Küſte
von Menorca, um bei der Bergung der Leichen und
Güter des untergegangenen Dampfers „General
Chanzy” behilflich zu ſein. Die „Compagnie
Trans=
atlantigne” entſandte gleichfalls einen Dampfer dorthin.
Die ertrunkenen Mannſchaften des Dampfers
hinter=
laſſen 14 Witwen und 102 Weiſen. Bei Menorca iſt
noch immer ſchwerer Seegang, wodurch die
Bergungs=
arbeiten ſehr erſchwert werden. Die Blätter behaupten,
der Dampfer hätte 30 Tonnen Pulver an Bord gehabt,
die möglicherweiſe explodiert ſeien, doch erklärt die
Ge=
ſellſchaft, ſie habe keine Meldung über eine ſolche Ladung
erhalten.
* Palma, 13. Febr. Der Gouverneur der
Bale=
aren erklärte einem Berichterſtatter gegenüber, der
Sturm verhindere alle weiteren Nachforſchungen, ſo daß
es unmöglich ſei, daß mehrere Schiffbrüchige des
„General Chanzy” gerettet wurden, indem ſie
ſie ſich an die Schiffstrümmer angeklammert und dann
an einen entlegenen Teil der Küſte geflüchtet hätten;
denn es ſei ſchwer zu glauben, daß alle umgekommen
ſind.
Erdbeben.
Seismiſche=Station Darmſtadt=
Jugen=
heim, 13. Februar vormittags. Geſtern Abend wurde
ein Fernbeben aus etwa 9000 km Entfernung
auf=
gezeichnet. Der Beginn war 7 Uhr 22 Min., 12 Sek.,
das Ende vor 9 Uhr. Der=Herdsdürfteein Süd=Amerika
liegen.
Demonſtrationen gegen die preußiſche
Wahlrechtsvorlage.
* Berlin, 13. Febr. Im Reichsamt, des
Innern fand heute auf Einladung der ſtändigen
Aus=
ſtellungskommiſſion für die deutſche
In=
duſtrie in Anweſenheit von Kommiſſaren der beteiligten
Reichs= und Staatsbehörden eine Beſprechung über die
Beteiligung an derevom 10. Januar bis 15. Februarz1911
in Allahabad (Britiſch=Indien) ſtattfindenden Ackerbau=
und Induſtrie=Ausſtellung ſtatt. Zahlreiche hervorragende
Induſtrie=Firmen uſw. nahmen an den Verhandlungen
teil. Im Hinblick auf das rege Intereſſe, das man in
den Kreiſen des heimiſchen Gewerbefleißes für die
Be=
ſchickung zeigt, wurde beſchloſſen, innerbalb der
Aus=
ſtellung eine eigene deutſche Abteilung zu organiſieren.
Die Führung der Geſchäfte übernimmt als Präſident
der deutſchen Abteilung das Vorſtandsmitglied der
ſtändigen Ausſtellungskommiſſion, Dr. Berliner,
Vor=
ſitzender des Direktoriums der Siemens=
Schuckert=
werke, Berlin, askaniſcher Platz Nr. 3, woſelbſt ſich
auch die Geſchäftsſtelle beſindet; als Generalkommiſſar
in Allahabad beſtellt die Reichsregierung den
Handels=
achverſtändigen bei dem kaiſerlichen Generalkonſulat in
Kalkutta, Herrn Gösling.
Berlin, 13. Febr. Zu den heutigen
Demon=
ſtrationsverſammlungen, die in 43 Lokalen in
Berlin und den umliegenden Kreiſen, davon 18 in
Berlin ſelbſt, ſtattfanden, wird im einzelnen noch
gemeldet: Es beteiligten ſich etwa 20000 Perſonen; an
den Umzügen durch die Straßen nahmen etwa 50000
Perſonen teil, unter ihnen auffallend wenig Frauen.
Wie ſtets, ſo verſuchten die Demonſtranten auch diesmal
nach dem Stadtinnern zu ziehen, wurden aber von der
Polizei daran gehindert und ohne Anwendung von
Waffengewalt auseinandergetrieben, oder ſie gingen von
ſelbſt auseinander. Zu irgend welchen Zuſammenſtößen
mit der Polizei war es bis 2 Uhr nicht gekommen.
Berlin, 13. Febr. Heute fanden zur
Demon=
ſtration gegen die Wahlrechtsvorlage eine
große Anzahl ſozialdemokratiſcher
Verſamm=
lungen in verſchiedenen Stadtteilen ſtatt, nach deren
Beendigung die Teilnehmer in dichten Zügen durch die
Straßen zogen, jedoch durch die Polizei an der
Entwicklung von Maſſendemonſtrationen, inbeſondere
auch an dem Marſch ins Stadtinnere und in die
Gegend des Königlichen Schloſſes verhindert wurden.
Alles verlief ruhig, nur aus dem Vorort
Rix=
dorf liegt eine Meldung vor, über Zuſammenſtöße der
Polizeimannſchaften mit der Menge, wobei ein
Polizei=
leutnant und ein Wachtmeiſter durch Steinwürfe
uner=
heblich verletzt wurden. Ueber Verletzungen aus dem
Publikum liegen keine Meldungen vor.
Nachdem die Verſammlungen in den Lokalen der
Hermannſtraße, der Kneſebeckſtraße und der
Karlsgarten=
ſtraße in Rixdorf beendet waren, zogen ſich gegen
2 Uhr mehrere Tauſend Perſonen nach dem Richardplatz
in Rixdorf zuſammen, wo von mehreren
ſozialdemo=
kratiſchen Parteileitern Anſprachen gehalten wurden. Der
Aufforderung des Polizeileutnants Knuht,
ausein=
anderzugehen, wurde keine Folge, vielmehr tätlicher
Widerſtand geleiſtet, ſodaß die Polizeimannſchaften
von der blanken Waffe Gebrauch machen mußten und
die Menge auseinandertrieben; dabei wurde der
Polizei=
leutnant und einer ſeiner Wachtmeiſter durch Steinwürfe
unerheblich verletzt. Ob aus dem Publikum
je=
mand verletzt wurde, konnte noch nicht feſtgeſtellt werden.
Um 3 Uhr nachmittags bewegte ſich ein Zug von 5000
bis 6000 Perſonen durch die Lindenſtraße nach dem Belle
Allianceplatz durch das Halleſche Tor nach der
Gitſchiner=
ſtraße, ebenfalls unter Abſingung der Arbeitermarſeillaiſe
und Hochrufen auf das allgemeine und gleiche Wahlrecht.
Die Ordnung wurde nicht geſtört.
Wiesbaden, 13. Febr. Bei den heutigen
ſozialdemokratiſchen
Proteſtverſammlun=
gen gegen die preußiſche Wahlrechtsvorlage kam es auf
dem Sedanplatz zwiſchen der Menge und den
Schutz=
leuten zu einem Zuſammenſtoß. Die
Polizeimann=
ſchaften zogen blank und verletzten mehrere der
Demonſtranten. Ein Schutzmann erlitt leichtere
Ver=
letzungen an der Hand. Mehrere Verhaftungen wurden
vorgenommen.
* Duisburg, 13 Febr. Im Verlaufe der
Straßen=
demonſtrationen gegen die Wahlrechtsvorlage kam es
zu einem Zuſammenſtoß mit der Polizei, die von
der Waffe Gebrauch machte. Einige Perſonen
wurden leicht verletzt; eine Perſon wurde verhaftet und
die Demonſtranten in die Gegend des Gewerkſchaftshauſes
zurückgedrängt, worauf ſie ſich allmählich zerſtreuten.
Halle, 13. Febr. Nach Schluß der heutigen
ſozialdemokratiſchen Wahlrechts=
Demonſtra=
tionsverſammlungen kam es zu
Maſſenan=
ſammlungen auf den Straßen. Bei dem Neuen Theater,
wo ſich etwa 2000 Perſonen Zugang zum Markte
er=
zwingen wollten, wurde die Polizei mit Steinen
be=
worfen und tätlich angegriffen. Die Polizei mußte
blank ziehen, wobei es zahlreiche Verletzungen gab.
Die Verſammlungen dauerten bis zum ſpäten
Nachmit=
tag. Die Zahl der Demonſtrierenden wird auf
minde=
ſtens 4000 geſchätzt.
Königsberg i. Pr., 13. Febr. Nach Schluß der
am Nachmittag im Ludwigshof ſtattgehabten
ſozialdemo=
kratiſchen Verſammlung kam es beim Abdrängen der zur
Stadt zurückkehrenden Menſchenmaſſen am Königstor zu
Anſammlungen, die von der Polizei und der Gendarmerie
mit blanker Waffe auseinandergetrieben wurden;
etwa zehn Siſtierungen wurden vorgenommen.
Königsberg i. Pr., 13. Febr. Bei dem Vorgehen
der Polizei am Königstor erlitten, ſoweit bekannt iſt,
drei Perſonen Verletzungen.
Literariſches.
Natur und Erziehung. Monatsſchrift zur
Verbreitung und Pflege der Naturwiſſenſchaften in
Schule und Haus. Mit der Beilage „In meinen
Muße=
ſtunden” Anregungen und Mitteilungen für unſere
Jugend. Herausgegeben von Dir. Dr. Fr. Dannemann
und Prof. Dr. K. Smalian. Stuttgart, Franckhſche
Ver=
langshandlung. Halbjährlicher Bezugspreis 4 Mark.
„Natur und Erziehung” ſoll den Eltern, Lehrern und
Erziehern Ratgeber und Wegweiſer zugleich ſein; ſie
wird insbeſondere der praktiſchen und
entwickelungs=
geſchichtlichen Seite der Wiſſenſchaften ihre
Aufmerk=
ſamkeit widmen und vor allem der Selbſttätigkeit- im
Handeln und im Denken — die weiteſtgehende
Beacht=
ung ſchenken.
„Die Quinteſſenz der doppelten
Buch=
haltung” von Arthur Hähle, Kaufmann;
Kommiſ=
ſions=Verlag: R. Streller, Leipzig; Verlag: Bernh.
Clemens, Ebersbach i. S. Preis 1 Mark. Das
Werk=
chen enthält Darſtellungen in denkbar knapper,
inter=
eſſanter und vor allem gemeinverſtändlicher Form,
ver=
möge deren man mühelos und in kürzeſter Zeit die
doppelte Buchhaltung einſchließlich Bilanz=Aufſtellung
älteren und modernſten Syſtems durch Selbſtſtudium
kennen und beherrſchen lernt.
Schwimmfeſt im Hallenſchwimmbad.
St. Der „Offenbacher Schwimmverein
von 1896” veranſtaltete am geſtrigen Sonntag
nach=
mittag im ſtädtiſchen Hallenſchwimmbad ein großes
Schwimmſeſt, das ſo zahlreich beſucht war, daß
zahl=
reiche zu ſpät Kommende wieder umkehren mußten.
Auch Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog
und die Großherzogin mit Gefolge wohnten dem
Feſte bei. Das hohe Paar wurde beim Betreten der
Halle von Fanfarenmuſik begrüßt, die von einer
Damenfanfarenkapelle geſpielt wurde. Herr
Ober=
bürgermeiſter Dr. Gläſſing geleitete die hohen
Herrſchaften zu den Plätzen. Darauf begannen die
Aufführungen: Reigen, ausgeführt von 16
Mit=
gliedern des feſtgebenden Vereins. Der Reigen brachte
eine Anzahl ſchwieriger Touren, er wirkte aber bei
weitem nicht ſo impoſant wie der bei dem erſten
Schwimmfeſt. Es ſolgte ein Damen=
Bruſt=
ſchwimmen (Leitung Frau Schwarz), ausgeführt
von 8 Damen, die lebhaft applaudiert wurden. Daran
ſchloß ſich Kürſpringen (Gaſt=Wettkampf für
Ver=
eine des Kreiſes Süddeutſchland). Vorgeſchrieben
waren 6 Sprünge nach Wahl aus vorgeſchriebenen
Schwierigkeitsgraden. Hieran beteiligten ſich die
Her=
ren: R. Schau, S.=K. „Salamander”=Mannheim,
Münch und Schmidt von Mainz, ſowie Fritz
Ni=
colai (Weltmeiſter im Hochſpringen) vom Erſten
Frankfurter S.=K. (letztere 3 außer Wettbewerb). Herr
Schau erhielt den erſten Preis als einziger
Konkur=
rent. Die gebotenen Leiſtungen waren ſportlich ganz
hervorragend. Es wurden geſprungen Saltos und
Doppel=Saltomortale vom 3 Meter=Brett und von der
Galerie, Hechtſprünge rückwärts und vorwärts,
Schrau=
benſprünge und dergleichen mehr. Es folgte die
Vor=
führung der verſchiedenen Schwimm=Arten
durch 8 Mitglieder des Vereins Offenbach, wie Bruſt=,
Seiten=, Rücken= und Spanſſchſchwimmen und Pad=
Seln. Dann Teller=Tauchen nach 12 Tellern,
das ziemlich gute Ergebniſſe zeitigte. Sehr
inter=
eſſant waren die Rettungs= und
Wiederbeleb=
ungs=Verſuche, ausgeführt von Mitgliedern und
Zöglingen unter Leitung des ſtaatlich geprüften
Heil=
gehilfen Herrn Fr. Schmidt, Inhaber von 17
Staats=
prämien für Wiederbelebungsverſuche an Scheintoten
und für Rettung uon Menſchen aus Lebensgefahr. Es
wurden hierbei gezeigt im Rettungsſchwimmen die
ver=
ſchiedenen Griffe zum Transport Verunglückter, wie
z. B. Transport verunglückter Schwimmer, Transport
Bewußtloſer, Transport eines ſich Wehrenden,
Ab=
wehrgriffe, ſerner Wiederbelebungsverſuche durch
künſtliche Atmung durch eine Perſon und durch zwei
Perſonen, ſowie Rettung eines Ertrinkenden mit
dar=
auffolgender künſtlicher Atmung. — Gute Leiſtungen
wurden auch erzielt im Kopfweitſprung, d. h.
einmaliger Abſprung vom Baſſinrand. Entſcheidend
war hierbei die ohne jede Schwimmbewegung
zurück=
gelegte Entfernung. Einzelne Schwimmer erreichten
bis =wei Drittel des Baſſins.
Dann folgten einige Wettſchwimmen.
Am
Schwimmen über 100 Meter (Gaſt=Wettkampf für
Ver=
eine des Kreiſes Süddeutſchland) beteiligten ſich im
1. Lauf: H. Emmerich, Erſter Frankf. S.=K., W.
Schmidt, Erſter Frankf. S.=K., F. Beckenbach, S.=K.
„Salamander”=Mannheim, P. Gaul, Erſter Frankf.
S.=K., W. Schließmann, Erſter Mainz. S.=V.; am 2.
Lauf: A. Behr, Erſter Frankf. S.=K., G. Schmitt, S.=K.
„Neptun”=Alzey, W. Dietzel, Erſter Frankf. S.=K., F.
Nicolai, Erſter Frankf. S.=K., E. Greiner, Erſter
Frankf. S.=K. Sieger wurde W. Schmidt=Frankf. in
Minute 9 Sekunden, Zweiter Beckenbach in 1
Minute 10¾ Sekunden, Dritter wurde Gau l=
Frank=
furt. — Am Staffettenſchwimmen um den
Kranz der Haupt= und Reſidenzſtadt
Darmſtadt (4 Schwimmen à 50 Meter, beliebige
Schwimmart) beteiligten ſich: Offenbacher Schwimm=
Verein von 1896 (E. V.), Erſter Frankfurter Schwimm=
Klub Mannſchaft B, Erſter Frankfurter Schwimm=
Klub Mannſchaft A., Erſter Frankfurter Schwimm=
Klub Mannſchaft C, Schwimm=Klub „Salamander”
Mannheim. Sieger wurde die Mannſchaft B des
Erſten Frankfurter Schwimm=Klubs, die Herren
Grei=
ner, Dietzel, Gaul und Schmidt in 2,17 Minuten. Dann
folgte wieder ein Damen=
Staffettenſchwim=
men in 2 Abteilungen zu 4 Schwimmerinnen, von
denen jede eine Bahn zurücklegte. Auch dieſe
Leiſt=
ungen der Damen wurden lebhaft gpplaudiert. Das
Hindernisſchwimmen gab zu viel Heiterkeit.
Anlaß. Geſchwommen wurden zwei Bahnlängen. Auf
eder Bahn war ein Boot zu untertauchen und ein Faß
zu überklettern. Es erfolgten 4 Läufe zu je 3
Teil=
nehmern. Sieger wurde Phil. Becker vom
Offen=
bacher Schwimmverein in 39 Setunden.
Am
Schwimmen für Einwohner Darmſtadts
beteiligten ſich nach dem Programm die Herren
Volk=
mann, Bartels, Grohe, die in umgekehrter Reihenfolge
das Ziel erreichten. Grohe, der Sieger, brauchte
1 Minute.
Den Preis= und Wettſchwimmen folgten einige
Waſ=
erſpiele, ſo u. a. ein Blindekuhſpiel im Waſſer, das
ſehr viel Intereſſe erregte, ein Waſſerballſpiel (
Geſell=
ſchaftsſpiel), in dem die äußerſt geſchickte 2. Mannſchaft
des Frankfurter Schwimm=Klubs ſpielte. Den Schluß des
Feſtes bildete ein Lampion=Reigen, ausgeführt von
zwölf Mitgliedern des feſtgebenden Vereins. Die
Schwim=
mer hatten hierbei rote und weiße Lampions auf den
Köpfen befeſtigt. Der Reigen war recht effektvoll.
Nach Beendigung des Schwimmens um 7 Uhr abends
fand Preisverteilung mit Tanz im kleinen Saal des
Saal=
baues ſtatt.
Darmſtadt, 14. Februar.
St. Die freie literariſch=künſtleriſche Geſellſchaft
veran=
ſtaltete am Samstag abend im Hotel Heß einen
Vor=
tragsabend, in dem der Gießener Heimatsdichter Alfred
Bock eigene Dichtungen las. Aus ſeinen Werken war
uns Alfred Bock längſt ein alter und lieber Bekannter.
Seine kraftvolle natürliche, dabei ſchlichte und allem
Thea=
traliſchen abholde Sprache, ſeine trefflichen Schilderungen
ländlicher Volkstypen und ſeine intereſſanten
ungekünſtel=
ten Erzählungen haben uns oft Stunden geiſtigen
Auf=
lebens gebracht. Nun lernten wir den Dichter perſönlich
kennen und einen zweifellos intereſſanten Menſchen in
ihm. Es ſpricht von Charakterſtärke, wenn eine
fein=
empfindende Seele, ein poetiſch veranlagter Menſch aus
des Erwerbslebens Nüchternheit heraus zum Plektron
greift, und wenn er trotz vieler und guter Erfolge den
offenen Blick für des Lebens Forderniſſe ſich wahrt; wenn
er nicht im Wahn des Gottbegnadetſeins ſich über die
Wirklichkeit ſtellt und Menſch unter Menſchen bleibt. Solch
ein ſtarker Charakter iſt Alfred Bock und wahrt ſich dadurch
den Weg zum Urborn ſeiner dichteriſchen Kraft, die
Volks=
ſeele, aus dem er immer und immer Neues und Schönes
ſchöpft, das er mit kraftvollen Strichen zeichnet und vor
dem Vergeſſen bewahrt. Alſo intereſſant war die
neuver=
mittelte Bekanntſchaft; aber ſie hat auch die Reihe der
Ent=
täuſchungen, die uns durch eigene Werke vortragende
Dichter in den vergangenen Monaten wurden, um eine
neue vermehrt. Ein vorteilhafter Interpret ſeiner Werke
war Alfred Bock nicht. Dazu iſt ſein Organ zu kraftlos,
ſein Vortrag zu wenig pointiert. Aber die Sprache ſeiner
Werke übertönte ſeine Worte, ſo daß doch ſchließlich die
Wirkung, wenn auch nicht gehoben, ſo doch auch nicht oder
nur wenig beeinträchtigt wurde. Der Dichter las „Der=
Napoleon” eine Dorfgeſchichte; „Das Schmerzenskind”
eine Novelle, und „Die Meßfahrt” eine Burleske. Drei
vorzügliche Dichtungen, die ſich nicht allein auf die
Erzäh=
lung und Charakterſchilderung beſchränken, ſondern
gewiſ=
ſermaßen Lebensanſchauungen verfechten, ohne allerdings
Rätſel aufzugeben. Dem „Schmerzenskind” kam zum Teil
die Schlichtheit des Vortrags ſehr zuſtatten, doch litt der
faſt dramatiſch aufgebaute Schluß unter dieſer
erzwun=
genen „Kraftloſigkeit”. Das zahlreiche Publikum ſpendete
lebhaften Beifall.
Mm. Orgelweihe. Unter zahlreicher Beteiligung der
Gemeinde und geladener Gäſte fand Sonntag nachmittag
4 Uhr in der St. Eliſabethen=Kirche die feierliche
Ein=
weihung der neuen prächtigen Orgel, von Voit in
Dur=
lach erbaut, und deren Uebergabe zu gottesdienſtlichem
Gebrauch ſtatt. Nachdem zum Predigtlied noch die kleine
Notorgel geſpielt wurde, mit der ſich die Gemeinde ſeit
Erbauung der Kirche hatte behelfen müſſen, und Herr
Oberlehrer Dr. Reinfurt aus Bensheim in ſeiner
Feſtpredigt auf die Bedeutung und Verwendung der=
Orgel in der gottesdienſtlichen Muſik ausführlich
hingewieſen hatte, wurde durch den Pfarrer der
Ge=
meinde unter Aſſiſtenz mehrerer Geiſtlicher die Weihe
vollzogen. Hierauf erklangen zum erſtenmal durch die
hohen Hallen brauſend machtvoll die erhabenen und
weihevollen Töne des berühmten „Hallelujah” aus dem
„Meſſias” von Händel, von Herrn Muſikdirektor
Klaſſert geſpielt, der dann in F. Mendelsſohn=
Barholdys Adagio in As=dur (aus der erſten der
ſechs Orgelſonaten) die zarten Stimmen und in Sebaſtian
Bachs d-moll=Toccata die Klangkraft des vollen
Werkes zu Gehör brachte; außerdem folgte, vorgetragen
von Herrn Lechner, Aria von Giordani und Präludium
und Fuge über die Töne „B A C H” von einem
Zeit=
genoſſen Bachs. In der Begleitung des nun folgenden
Gemeindegeſanges übernahm die neue Orgel zum
erſten=
mal ihre hohe Aufgabe, zu deren Dienſt ſie von jetzt an
beſtimmt ſein wird. Da die eigentliche behördliche
Ab=
nahme erſt noch ſtattfinden wird, ſo muß, um dieſer nicht
vorzugreifen, von eingehender Beſchreibung des Werkes
elbſt vorerſt abgeſehen werden, deſſen Aeußeres ſich auch
der Architektonik des Kirchenraumes würdig eingliedert.
St. Maskenbälle. Man weicht in unſerer Reſidenz
in=
ſofern von der ſonſt allgemein üblichen Regel ab, als die
karnevaliſtiſchen Veranſtaltungen mit Aſchermittwoch nur
„nach außen hin” offiziell, beendet ſind, während man
„inoffiziell”, d. h. in internerem Kreiſe, noch
wochenlang=
weiter närriſch iſt. Man darf darüber zweifellos geteilter
Meinung ſein, ob es berechtigt iſt, nach Aſchermittwoch
noch Maskenbälle zu veranſtalten. Wenn aber nach dem
Beſuch und nach der Stimmung geurteilt werden darf,
dann war es am Samstag abend noch für viele Hunderte
ein Bedürfnis, am fröhlichen Maskentreiben teilzunehmen,
an Muſik und Tanz beim Becherklang ſich zu erfreuen. Von
den vielen Maskenbällen und=Kränzchen, die am
Sams=
tag abend noch abgehalten wurden, waren die
bedeutend=
ſten und ſchönſten wohl die Bälle der „Liedertafel” und
des Männergeſangvereins. Der Maskenball der „
Lie=
dertafel” iſt ſchon ſeit Jahren als eine der
zugkräftig=
ſten karnevaliſtiſchen Vereinsveranſtaltungen eingeführt.
Er verfehlte auch diesmal ſeine Zugkraft nicht. Die
Turn=
halle am Woogsplatz war ſo überfüllt, daß an Tanzen im
großen Saale nicht zu denken war und man ſich auf den
Galerien und in den oberen Nebenſälen dieſem edlen
Ver=
gnügen hingab. Man amüſierte ſich aufs beſte. Der Saal
war prächtig dekoriert und die Stimmung wuchs mit jeder
neu entkorkten Flaſche, mit jeder ſchwindenden Stunde.
Dazu hatte die Vergnügungskommiſſion noch für allerhand
ſchöne Ueberraſchungen geſorgt. Um 12 Uhr wurde die
Mitte des großen Saales abgeſperrt und unter den
Klän=
gen des Liedes „Nur am Rhein da möcht’ ich leben” hielt
Vater Rhein auf phantaſtiſchem Schiffe, umgeben von den
Rheintöchtern und einer verführeriſchen Nixenſchar, ſeinen
Einzug. Eine Schar lieblicher Winzerinnen und Winzer
folgte, während auf der Bühne die Loreley auf hohem
Fels in prächtiger Mondſcheinſzenerie ſichtbar ward. Nach
dem Umzuge ordneten die Winzer und Winzerinnen ſich
zum Reigen, der von den zahlreichen Zuſchauern mit
freu=
digem Beifall bejubelt wurde. (Der Reigen war von Frl.
Lederer vom Großh. Hoftheater einſtudiert.) Dann
nahm das Maskentreiben ſeinen Fortgang.
Der Männergeſangverein hielt ſeinen
Mas=
kenball im „Schützenhof” ab. Auch hier war der ſchöne
neurenovierte Saal mit reizender närriſcher Dekoration
verſehen und der Beſuch war ebenfalls ſo ſtark, daß
zeit=
weiſe ein beängſtigendes Gedränge herrſchte. Aber man
war froh und guter Dinge und ſcherte ſich den Teufel
darum, ob die Philiſter die Naſe rümpften, da man noch
immer nicht an dem närriſchen Treiben genug hatte. Die
Stimmung war auch hier vorzüglich und Aufführungen
verſchiedener Art wechſelten mit dem frohen Maskentreiben
ab, das bis in die frühen Morgenſtunden hinein währte.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 12. Febr. In der heutigen Sitzung des
Abgeordnetenhauſes gab nach der Rede des
Abgeordneten Pachnicke Miniſterpräſident v.
Beth=
mann Hollweg folgende Erklärung ab: Ich habe
nicht die Abſicht, in eine Polemit gegen den
Abgeord=
neten Pachnicke einzutreten. Was ich für erforderlich
hielt, in dieſer Frage zu ſagen, habe ich geſagt.
Da=
gegen muß ich Widerſpruch erheben, daß der
Abgeord=
nete Pachnicke es ſo darſtellte, als hätte die
Staats=
regierung ein Rückzugsgefecht angetreten, indem
ſte die Vorlage einbrachte. Glauben Sie, daß ich zum
Spaß eine Vorlage einbringe, welche in ſo
einſchneiden=
der Art unſere Verfaſſung ändert? Ich ſagte
vor=
geſtern, daß die Staatsregierung mit ihrer
Verant=
wortlichkeit hinter dieſer Vorlage ſteht. Ich
bean=
ſpruche, daß das für ernſt genommen wird, was ich
hier namens der Staatsregierung erkläre.
Das Abgeordnetenhaus überwies heute
die Wahlrechtsreformvorlage an eine
be=
ſondere Kommiſſion von 28 Mitgliedern.
* Berlin, 12. Febr. Anläßlich der
Hundert=
jahrfeier des Garde=Pionierbataillons
fand in der neuen Garniſonkirche ein Feſtgottesdienſt
ſtatt, an welchem der Kaiſer teilnahm. Nach Schluß des
Gottesdienſtes marſchierte das Bataillon zur Kaſerne,
wohin ſich auch der Kaiſer und die Ehrengäſte begaben.
Der Kaiſer verlas hier eine Kabinettsordre.
Die Stadt Berlin ſchenkte dem Bataillon ein Gemälde
von Starbina aus der Geſchichte des Bataillons.
Berlin, 12. Febr. Vom Lehrter
Eilgüterbahn=
hof ſind drei wertvolle Gemälde abhanden
gekommen, welche von Hamburg an eine hieſige
Kunſthandlung geſandt wurden. Es läßt ſich jedoch noch
nicht ſagen, ob die Gemälde wirklich geſtohlen oder
nur falſch verladen ſind.
Weſterland, 12 Febr. Bei dem Bau zur
Erweite=
rung des Kurhauſes brach heute mittag ein Gerüſt am
großen Saale zuſammen. Sechs Arbeiter ſtürzten aus
einer Höhe von 12 Metern herab. Ein Arbeiter wurde
ſchwer, drei andere wurden leicht verletzt.
* Köln, 12. Febr. Der „Köln. Ztg.” wird aus
Belgrad gemeldet: Die Regierung ſchloß mit der
Rheiniſchen Metallwaren= und Maſchinenfabrik die
Her=
ſtellung von 80000 Schrapnells und die
Adoptie=
rung alter Geſchütze im Geſamtwerte von 4 Millionen
ab; ferner wurde die Lieferung von 150
Maſchinenge=
wehren und 32000 Mauſergewehren nach Deutſchland
vergeben. Für zehn Millionen wird für
Eiſenbahn=
material der deutſchen Induſtrie der Vorzug
zugeſtan=
den, ſobald die Zuſicherung der neuen ſerbiſchen Anleihe
in Deutſchland wie in Frankreich geſichert erſcheint.
* Wien, 12. Febr. Herzog Adolf Friedrich
von Mecklenburg=Schwerin iſt heute früh hier
eingetroffen und empfing heute vormittag
Abordnun=
gen der Geographiſchen und Anthropologiſchen
Geſell=
ſchaft; die Geographiſche Geſellſchaft ließ dem Herzog
das Diplom als Ehrenmitglied überreichen. Mittags
einpfing der Kaiſer den Herzog in Sonderaudienz. —
Dieſer hält heute abend einen Vortrag über die deutſche
Expedition nach Zentralafrika im Jahre 1907/08.
* Rom, 12. Febr. Die Kammer verhandelte heute
über das geſtern angekündigte
Regierungspro=
gramm. Die Deputierten Comandinſi (Repl.) und
Berenini (Soz.) bekämpften die Erklärung der
Regie=
rung, während Grippo ſich für die Regierung ausſprach
und folgende Tagesordnung einbrachte: „Die
Kammer hat die Erklärung der Regierung vernommen
und geht zur Tagesordnung über.” Miniſterpräſident
Sonnino erwiderte auf die Aeußerungen der
einzel=
nen Redner, daß dem Regierungsprogramm nicht
vor=
geworfen werden könne, daß es unpolitiſch ſei. Die
Steuerreform und die Schulreform beſäßen einen
her=
vorragenden politiſchen Charakter, ebenſo die anderen
wirtſchaftlichen und ſozialen Geſetzesvorlagen des
Pro=
gramms. Die Wahlreform werde zu geeigneter Zeit
Gegenſtand des Studiums für Kammer und Regierung
bilden; gegenwärtig, ſo früh nach den allgemeinen
Wah=
len, ſei die Frage übereilt. Uebrigens ſei die weitere
und wirkſamere Verbreiterung der Volksbildung eine
beſſere Vorbereitung für die Wahlreform. Er rufe die
aufrichtige Mitwirkung der Kammer an, und nur unter
dieſer Bedingung wolle er auf dem Platze bleiben. In
der Gewißheit, die Anſicht des Landes zum Ausdruck
zu bringen und ſogar auf die Gefahr hin, naiv genannt
zu werden, rufe er für ſein Programm, welches kein
perſönliches, ſondern ein ſachliches ſei, die Halfe aller
an, die guten Willens ſeien. Nach einigen weiteren
Ausführungen anderer Redner wurde in namentlicher
Abſtimmung die von Sonnino gebilligte Tagesordnung
Grippo mit 193 gegen 84 Stimmen angenommen
und die Sitzung geſchloſſen.
* Rom, 13. Febr. Der Miniſter des Aeußern erhielt
vom italieniſchen Generalkonſul in Mokka eine
De=
peſche, in der mitgeteilt wird, daß der italieniſche Konſul
von Hoheida mit den Leichen der Forſcher Benzont
und Burchhardt aus dem Innern des Landes nach
Mokka zurückgekehrt ſei; die beiden Leichen wurden auf
dem Kanonenboot „Areituſa”, das ſich ſchon in den
Ge=
wäſſern von Mokka befindet, eingeſchifft.
* Paris, 12. Febr. Der Senat nahm heute die
letzten Artikel des Geſetzentwurfs betr. die
Altersver=
ſicherung an, nach denen auch den landwirtſchaftlichen
Pächtern und kleinen Arbeitgebern Penſionen gewährt
werden ſollen.
* Paris, 12. Febr. Der Südpolarforſcher
Charcot richtete aus Punta Arenas an ſeine Gattin
ein Telegramm, in welchem er u. a. mitteilt: Er habe
ſüdlich von der Adelaide=Inſel einen ausgedehnten
Golf entdeckt, etwa 120 Meilen neuen Gebietes
auf=
genommen und ſodann bei der Peterland=Inſel
über=
wintert. Sein Schiff habe wiederholt Havarien erlitten.
Während einer zweiten ſüdlichen Fahrt zwiſchen dem
69. und 71. Grad ſüdlicher Breite habe er ein neues
Land entdeckt und die Inſel Peter I. wiedergefunden.
Die Depeſche ſchließt mit den Worten: „Wir haben mehr
erhofft, aber unſer Möglichſtes getan.”
* Paris, 12. Febr. Die Vertreter der
Schutz=
mächte übergaben geſtern dem Exekutivkomitee in
Kanea die auf die Initiative des Pariſer Kabinetts
gemeinſam beſchloſſene Note über die eventuelle
Ent=
ſendung kretiſcher Deputierter in die griechiſche
Natio=
nalverſammlung. Dieſe Note wird den Regierungen in
Athen und Konſtantinopel zur Kenntnis gebracht und
auch der Berliner und Wiener Regierung mitgeteilt
werden. Die Note unterſagt die Teilnahme an den
griechiſchen Wahlen; falls eine ſolche dennoch ſtattfände,
würden die Mächte wirkſame Maßregeln ergreifen.
* Paris, 13. Febr. Der deutſche Botſchafter Fürſt
Radolin reiſt heute abend nach Wiesbaden ab,
wo ein Sohn, Graf Alfred, heute nacht nach langen
Leiden, 46 Jahre alt, geſtorben iſt.
* Madrid, 12. Febr. Heute nachmittag fand unter
großem Gepräge das Begräbnis des deutſchen
Bot=
ſchafters Grafen v. Tattenbach ſtatt. Die
Einzel=
heiten der Feierlichkeit waren durch ein königliches
Dekret feſtgeſetzt worden. Im Trauerzuge ſchritten der
öſterreichiſch=ungariſche Botſchafter als Doyen des
diplo=
matiſchen Korps und Infant Ferdinand als Vertreter
der königlichen Familie, die beiden Söhne des
Verſtor=
benen, der deutſche Geſchäftsträger und dann die übrigen
Mitglieder des diplomatiſchen Korps, die Spitzen der
Militär=, Zivil= und kirchlichen Behörden, und viele
Mitglieder der deutſchen Kolonie. In den Straßen
bildeten Soldaten Spalier.
3
Stockholm, 12. Febr. Heute vormittag wurde
fol=
gendes Bulletin ausgegeben: Der König hat nachts
ſechs bis ſieben Stunden geſchlafen. Er fühlt ſich noch
matt, das Befinden iſt im übrigen gut.
* Helſingfors, 12. Febr. Der neue Landtag
wird, wie nunmehr endgültig feſtſteht, beſtehen aus: 42
Altfinnen, 28 Jungfinnen, 26 Schweden, 86
Sozial=
demokraten, 17 Agrariern und einem chriſtlichen
Arbei=
ter. 15 Frauen wurden zu Deputierten gewählt, unter
ihnen neun Anhängerinnen der Sozialdemokratie. Die
Geſamtzahl der abgegebenen Stimmen beträgt 789633.
Newcaſtle (Northumberland), 12. Febr. Die
Ab=
ſtimmung der Kohlengrubenarbeiter über
die Streikfrage hatte das Ergebnis, daß 14078 Stimmen
für und 13687 Stimmen gegen den Streik abgegeben
wurden, alſo die verlangte Zweidrittelmajorität nicht
erreicht iſt, weshalb der Streik unterbleiben
wird.
* Konſtantinopel, 12. Febr. Die Kammer
verhan=
delte heute über einen Antrag betr. die Reform im
Yemen. Die Debatte verlief ſehr ſtürmiſch. Der
Mi=
niſter des Innern legte dar, er habe den Autonomie=
Entwurf für Yemen zurückziehen und militäriſche
Maß=
nahmen gegen die Rebellen ergreifen müſſen, von denen
die meiſten jetzt unterworfen ſeien. Vorläufig herrſche
jetzt dort Ruhe. Das Kabinett ſtudiere ernſtlich die
Yemen=Frage, es bereite Reformen vor und werde
nötigenfalls die Kammer verſtändigen. Ein
oppoſitio=
ueller arabiſcher Devutierter ariff den Miniſter heftig
an. Zu lärmenden Zwiſchenfällen kam es auch zwiſchen
zwei arabiſchen Deputierten. Schließlich fand die
Kam=
mer die Aufklärung des Miniſters genügend.
* Konſtantinopel, 13. Febr. Der armeniſche
Patriarch, der vor fünf Monaten ſeine Entlaſſung
eingereicht hatte, überreichte dem Großweſir ein
Schrei=
ben, in dem er die Zurücknahme der Demiſſion
unter gewiſſen Bedingungen anzeigt. — Der Wal von
Baſſora meldet, daß aus Perſien eingedrungene
Stämme mit den Beni Lams zuſameng ſtoßen ſeien.
Auf beiden Seiten habe es gegen hundert Tote
ge=
geben. Zahlreiche Eindringlinge, die verwundet
wur=
den, ſind geflohen.
* Montevideo, 13. Febr. Der Verſuch, eine
revo=
lutionäre Bewegung in Argentinien anzuzetteln,
iſt vollſtändig mißglückt. Die revolutionären
Grup=
pen wurden aufgelöſt. Im Innern des Landes herrſcht
völlige Ruhe. Die Preſſe verurteilt einmüt g den
Ver=
ſuch der Revolutionäre und beglückwünſcht die
Regie=
rung zu den getroffenen Maßnahmen. Die Truppen
der Regierung erhielten Befehl, ſich wieder in die
Kaſernen zurückzuziehen.
* Santiago de Chile, 13. Febr. Der Pacifiedampfer
„Lucia” iſt in der Magellanſtraße geſcheitert und
gilt als verloren. Der engliſche Dampfer „Hathuinet‟
nahm 205 Schiffbrüchige anf. 88 Perſonen blieben an
Bord der „Lucia”, da es unmöglich war, ſie zu retten.
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gegenüber der Stadtkirche.
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S
Familiennachrichten.
Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden unſerer lieben Mutter,
Schwie=
germutter, Großmutter und Urgroßmutter
Frau Borethed Landad W6c.
ſagen wir unſern tiefgefühlten Dank.
(3481
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 12. Februar 1910.
Todes-Anzeige.
Heute vormittag 4 Uhr verſchied ſanft nach
kurzem Leiden unſere liebe Mutter, Schweſter,
Schwiegermutter und Großmutter
(3492
nan Nhnei
Frau Christine Gottmanl
geb. Heuß
im 86. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Göttmann
Adolf Göttmann.
Darmſtadt, den 12. Februar 1910,
Frankfurterſtraße 19.
Die Beerdigung findet Montag, den 14. Febr.,
vormittags 11 Uhr, vom Trauerhauſe aus,
ſtatt.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne der
Ent=
ſchlafenen.
Todes=Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
die traurige Nachricht, daß Samstag früh
7 Uhr meine geliebte Gattin, unſere liebe Mutter,
Schweſter, Großmutter, Schwägerin u. Tante
Frau Elisabethe Hof
geb. Jakobi
im faſt vollendeten 77. Lebensjahre verſchie=
(B3488
den iſt.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Karl Hof, Schreinermeiſter,
Hermannſtraße 9.
Darmſtadt, den 12. Februar 1910.
Die Beerdigung findet Montag, den 14. Febr.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Beſſunger
Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
während der Krankheit und bei dem Hinſcheiden
meines lieben Gatten, unſeres guten Vaters,
Schwiegervaters und Großvaters
(3503
Herrn August Saeger
Oberzahlmeister a. D.
ſowie für die zahlreichen Blumenſpenden, ganz
beſonders Herrn Pfarrer Velte für die troſtreiche
Grabrede, ſagen wir unſern innigſten Dank.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Pankow, Heriſau, 12. Febr. 1910.
Tageskalender.
Konzert der Großh. Hofmuſik abends 7 Uhr im
Hof=
theater (Hauptprobe vormittags 10 Uhr).
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Verſammlung der evangel. Männer der
Martins=
gemeinde um 8½ Uhr im Gemeindehaus, Mollerſtr.
Hauptverſammlung des Heſſiſchen Landesvereins
vom roten Kreuz um 3½ Uhr im Saalbau.
Hauptverſammlung des Bezirksvereins „Südoſt‟
um 8¾ Uhr im Reſtaurant Hubert.
Konzert um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (Nordſeebäder).
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 15. Februar.
Hofreite=Verſteigerung der Laurenz Valder Wwe.
(Kranichſteinerſtraße 17) um 11 Uhr auf dem
Orts=
gericht I.
Nutzholz=Verſteigerung um 9½ Uhr in der
Turn=
halle am Woogsplatz.
Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
Gaydoulſchen Gaſtwirtſchaft zu Hahn.
Bibliothek=Verſteigerung um 3 Uhr zu Frankfurt,
Weſerſtraße 24.
Auskunft= und Rechtsſchutzſtelle für Frauen
und Mädchen unentgeltlich. Sprechſtunden Montag
und Donnerstag von 3—5 Uhr im alten Hoftheater
(Eingang Hochſchulſtraße).
Druck und Verlag: L. C. Wiltich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldacßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Ziehung a. 10. März cr., p. Los Mk. 1.-
Stuttgarter Geldlotterie, Ziehung
am 16. März, per Los Mk. 2.—
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21
Undine wurde ruhiger und überlegter. Tauſend
Mög=
lichkeiten irrten ihr durch den Kopf, und dazwiſchen kam
hr immer wieder der Gedanke: Wenn Fridrun recht hätte,
wenn Reimar wirklich ſchuld war an ihres leichtfertigen
Bruders Tode? Dann brach ja alles für ſie zuſammen.
Ihre Zähne ſchlugen wie im Fieberfroſt aufeinander.
Einen Augenblick dachte ſie daran, zur blinden
Groß=
mutter zu flüchten, aber ſie verwarf den Gedanken ſofort
wieder. Dann fiel ihr Dorret ein.
Ob die Getreue einen Ausweg wußte? Aber ſie haßte
Reimar. Sie würde ſofort in ihm den Schuldigen ſehen.
Nein, Dorret mußte aus dem Spiel bleiben. Aber
Timm, der konnte vielleicht helfen.
Haſtig warf ſie einige Depeſchen aufs Papier.
Die eine war für Ebbo Klas beſtimmt, den ſie zu ſich
berief, die andere für ihren Schwager, die folgenden
Wort=
laut hatte:
Ich brauche Dich dringend. Reimar iſt nach dem
Süden abgereiſt, ohne Adreſſe zu hinterlaſſen. Hilf mir!
Undine.
Als ſie ihrer Dienerin die Depeſchen zur Beſorgung
übergeben, wurde Undine etwas ruhiger. Sie ſchleppte
ſich wieder in ihr Arbeitszimmer, und dort ſaß und
ar=
beitete ſie die ganze Nacht, um Klarheit in das Chaos von
ihres Vaters und Lutz’ Nachlaß zu bringen, aber überall
ſtieß ſie auf Lücken, und ſie bedauerte es ſchmerzlich, daß
Reimar nicht zur Stelle war, ihr die Aufklärungen zu
geben, die ſie jetzt beſonders heiß erſehnte.
Dährend die junge Frau in der fümenden
Herbſt=
nacht ſaß und grübelte, wuchs das Geſpenſt der Schuld,
in welche ſie Reimar verſtrickt ſah, immer unabweislicher
empor.
Je mehr ſie ſich zwang, an ihn zu glauben, deſto
mehr ſchwand ihr Glaube dahin.
Das rotblonde Haupt in beide Hände vergraben,
ver=
harrte ſie noch, als der graue Morgen durch die Scheiben
brach. Ein Bild wilder Verzweiflung und banger
Rat=
loſigkeit, hatte ſie nur den einen Gedanken:
Wäre Reimar doch hier. Könnteſt du ihn doch Auge
in Auge fragen. Ich bin gewiß, er würde nicht lügen.
Aber Reimar entrückte ihr immer ferner und vielleicht
ſie empfand das plötzlich faſt wie eine Gewißheit —
kehrte er nie zu ihr zurück.
Vielleicht fand er ſich doch da draußen mit der Frau,
die ihn einſt verraten, die ihn jetzt wieder verraten wollte,
und die er doch geliebt.
Früher hätte ſie ihres Vaters wegen noch dagegen
kämpfen können. Jetzt war es zu ſpät. Für ſich ſelbſt
konnte ſie nicht eingreifen. Mochte ſich denn ihr und ſein
Schickſal erfüllen. Mochte Lorls Mutter in unerſättlicher
Gier hinausſtürmen, ihm nach, ſie hielt Fridrun nicht
zurück.
Du mußt ihn vor dieſer Natter ſchützen, ihn warnen,
ſprach eine Stimme in ihrem Innern, aber Undine hob
ſtolz das Haupt. Nein, was zwiſchen ihm und Fridrun
geweſen und noch war, das konnte nur Reimar ſelbſt
ent=
ſcheiden.
Am Morgen kam ein umfangreiches Schriftſtück von
Ebbo Klas an ihren Gatten. Undine mußte es
zurück=
gehen laſſen, da ihr Reimars Adreſſe unbekannt war.
Einige Stunden ſpäter kam der Rechtsanwalt in
äußerſter Beſtürzung.
Was er hatte verhindern wollen, daß Undine von der
unglücklichen Affäre etwas erfuhr, war nun doch
ge=
ſchehen.
Werden Sie wirklich den törichten Wunſch Fridruns
erfüllen, fragte Undine, und Fridruns Sache gegen uns
führen?
Wie können Sie ſo fragen, Undine? Aber Gräfin
Fridrun muß es glauben, denn ſonſt iſt ſie imſtande, irgend
einen anderen Rechtsanwalt mit der Sache zu betrauen,
und dann iſt der Skandal fertig. Ich werde natürlich
Gräfin Fridrun nichts verſprechen, ſondern nur verſuchen,
einen Aufſchub bis nach der Reiſe von ihr zu verlangen
und auf der Auslieferung des Schriftſtückes beſtehen.
Dann haben wir viel gewonnen und können in Ruhe der
Rückkehr des Grafen entgegenſehen, der, wie ich beſtimmt
hoffe, die Geſchichte zu aller Zufriedenheit aufklären wird.
Nicht wahr, Ebbo Klas, auch Sie glauben nicht, daß
der Graf ſchuldig iſt? rief Undine atemlos. Ich leſe es
in Ihren Augen. Fridruns Haß und Rachſucht treibt ſie
eben zum äußerſten.
Erſchreckt hielt Undine inne. Welch ein leidvoller
Ausdruck lag plötzlich um die feſt zuſammengekniffenen
Lippen des Freundes.
Dann ſtand er haſtig auf. Eine leichte Röte lag auf
ſeinen Wangen.
Ich will jetzt mal mein Glück bei Gräfin Fridrun
ver=
ſuchen, bemerkte er mit abgewandtem Geſicht, indem er
eiligſt das Zimmer verließ.
Undine ſaß und wartete. Stunde um Stunde,
ver=
rann.
Als Ebbo Klas endlich wieder ins Zimmer trat, lag
eine heiße Erregung auf ſeinem Antlitz und der leidvolle
Zug hatte ſich noch verſchärſt.
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Gewonnen, kündete er, aber vielleicht um hohen Preis.
Gräfin Fridrun will ihr gerichtliches Vorgehen gegen Graf
Reimar von dem Erfolg ihrer Reiſe abhängig machen.
Undine ſtieß einen leiſen Schrei aus und ſah dem
Rechtsanwalt angſtvoll in die Augen.
Sie hat, fuhr Ebbo Klas fort, das ſo bitter
ankla=
gende, letzte Wort Ihres Bruders in meine Hände gelegt.
Dadurch iſt ſchon viel gewonnen und Sie können
wenig=
tens vorläufig ohne Sorge ſein.
Und Sie ſelbſt, lieber Freund, was denken Sie von
der Sache? Was fürchten Sie für jetzt, was für die
Zu=
unft?
Ebbo Klas winkte abwehrend mit der Hand.
Erlaſſen Sie mir die Antwort. Ich beklage es tief,
eaß Gräfin Fridrun dieſe Irrwege geht, die Sie und Ihre
Familie nur ins Verderben ſtürzen können. Wenn die
Gräfin auf der Anklage beſteht und es dem Grafen Reimar
icht gelingt, ſich von dem ſchrecklichen Verdacht zu
reini=
gen, ſo dürfte der Ausgang des Prozeſſes ohne Zweifel
ſabe ſchon meinen Schwager gebeten, hierher zu kommen.
Fridrun umzuſtimmen, daß ſie die Angelegenheit fallen
läßt.
Nein, wehrte Undine hart ab. Wir wollen von
Frid=
run keine Gnade. Reinigen ſoll er ſich von dem Verdacht,
an dem Tode meines unglücklichen Bruders ſchuldig zu
ſein. Suchen Sie des Grafen Adreſſe zu erfahren und
klären Sie ihn über alles Vorgefallene auf. Ich ſelbſt
habe ſchon meinen Schwager gebeten, hierher zu kommen.
Er kennt ſeinen Bruder. Er kannte auch das Verhältnis
Reimars zu Lutz, er wird die beſte Antwort geben können.
Wie ich höre, reiſt Fridrun noch heute?
Der Rechtsanwalt nickte.
Ich ſelbſt habe ſchon ein Schriftſtück über die
Ange=
legenheit an den Grafen verfaßt. Leider hat es ihn nicht
mehr erreicht, da ich heute meinen Brief zurückerhielt. Ich
werde nun ſofort Depeſchen an alle Eilzüge, die nach dem
Süden gehen, beordern, um des Grafen habhaft zu
wer=
den. Ich hoffe, Ihnen ſchon in den nächſten Tagen
be=
ruhigende Nachrichten bringen zu können.
Wie ſehr danke ich Ihnen, ſagte Undine herzlich, Ebbo
nies deide Hüderichend, St, meines Aans eniger
und beſter Freund.
Sie denken zu gut von mir, Undine, bemerkte er mit
umflorter Stimme, heute muß ich es einmal ausſprechen,
was mir die Seele bedrückt und was mich immer wieder
in Zwieſpalt mit meinem Gewiſſen bringt, ich war nicht
immer Ihres Vaters wahrer Freund, denn es gab Zeiten,
da hatte ich ein glühendes, ſündhaftes Begehren nach
mei=
nes Nächſten Weib. Da floh ich des Freundes Haus und
irrte wie Kain ruhelos Tage und Nächte lang umher und
beklagte mich des grauſamen Verrats an einem geliebten
Menſchen.
Undine preßte die Hände angſtvoll gegen ihre Bruſt.
Fridrun, murmelte ſie, die Unglückſelige. Ich ſah ja
oft, wie ſie mit Ihnen ſpielte, aber ich hielt Sie für gefeit.
Armer Freund, was müſſen Sie gelitten haben und was
müſſen Sie noch leiden?
Der Rechtsanwalt ſchüttelte ernſt den Kopf.
Nicht mehr, als ich verdiente. Sehen Sie, ich liebe
dieſes Weib, das mich zum Verräter an meinem liebſten
Freunde werden ließ, trotzdem ich nie äußerlich etwas
ge=
tan habe, das mich ſchuldig werden ließ, noch immer, aber
ich werde niemals um Fridruns Liebe werben! Gräfin
Fridrun iſt eines echten, heiligen Gefühls gar nicht fähig.
Sie ſpielt mit allem und ſie ſpielt mit ſich ſelbſt. Ich
ſchau=
dere noch jetzt oft vor dem Abgrund, an dem ich einſt
ge=
ſtanden, vor dem mich nur mein eiſerner Wille noch in
letzter Stunde errettete. Oft hatte ich den Gedanken, mich
Marnar anzuvertrauen, aber ich hätte ihm den Glauben
an ſein vergöttertes Weib nehmen müſſen, und das konnte
ich nicht. Sie aber, Undine, Marnars Tochter, Sie ſollen
meine Beichte hören. Sie ſollen an Ihres Vaters Stelle
entſcheiden, ob ich entfühnt bin, wenn ich gelobe, daß jetzt,
wo Gräfin Fridrun frei geworden, mich kein eigennütziger
Wunſch mehr die Augen zu ihr erheben läßt.
Undines Hand umſchloß mit feſtem Druck die ſeine.
Sie ſollen nichts verſprechen, Ebbo Klas. Niemand
weiß, welche Wandlungen unſere Gefühle erfahren können,
ehe wir es ſelbſt geahnt. Ich beklage Sie, armer Freund.
Ich weiß auch nicht, was ich Ihnen zum Troſte ſagen ſoll.
Oſt hede ich gehncht eine aufe und reine Ride komte
Fridrun beſſern, und ich wäre glücklich geweſen, wenn Sie
dieſe Liebe in ihrer Bruſt hätten wecken können. Aber
Fridrun hat kein Herz. Sie hat meinen Vater betrogen
und ſie würde Sie betrügen. Sie gehört zu den Frauen,
die alles nehmen und nichts geben. Ich bin gewiß, daß
mein Vater, wenn er jetzt in Ihr Herz ſehen könnte, Ihr
großes, warmes, ehrliches Herz, Ebbo Klas, Ihnen milde
die Hand aufs Haupt legen und ſprechen würde:
Du haſt gekämpft, Ebbo Klas, wie ich ſelbſt. Du haſt
gekämpft wie ein ehrlicher Mann, Du biſt Dir ſelbſt treu
geblieben, wenn auch Deine Seele ſich in wildem Trotz
dagegen auflehnte. Laß uns weiter Freunde ſein.
Der Rechtsanwalt atmete hoch auf. In ſeinen
licht=
braunen Augen funkelte es wie von zurückgehaltenen
Trä=
nen, als er Undines Hand demutsvoll an ſeine Lippen zog.
Sie haben mir viel in dieſer Stunde gegeben, Undine,
ſprach er warm, und ich wünſche, Ihnen dereinſt beweiſen
zu können, wie ſehr mir Ihr Glück am Herzen liegt, das,
ich wiederhole es, hier niemals blühen wird, ſo lange
Fridrun im Gorlingshofe weilt. Darum laſſen Sie die
Gräfin ziehen, wohin ſie mag, und rufen Sie die Frau
Ihres Vaters nie hierher zurück.
Sie iſt Lorls Mutter. Ich kann ſie nicht fortweiſen.
Gräfin Fridrun wird Lorl bald vergeſſen. Sie hat
auch für ihr Kind keine Liebe.
Er ſagte es mit abgewandtem Geſicht und Undine
dünkte dieſes ernſte, klare und doch von tiefem Leid
um=
ſchattete Männerantlitz, wie etwas Großes, Heiliges,
Schönes. Die unvergängliche Liebe ſprach daraus, die
nicht laſſen will, wenn ſie auch längſt den Unwert des
Ge=
liebten erkannt, die Liebe, die nichts für ſich begehrt, die
alles hofft, alles trägt, die nimmer aufhört, die ewig iſt:
Da ließ Undine ihr junges Haupt tief herab auf ihre
Bruſt ſinken.
Wie weit war ſie ſelbſt von dieſer großen, heiligen
Liebe entfernt. Sie glaubte nichts, ſie hoffte nichts, denn
ſie ſuchte noch immer das Ihre.
Klein kam ſie ſich vor, erbärmlich klein, in ihrer Furcht,
daß ihr Gatte ein Schuldiger=war. (Fortſetzung folgtl
Verwaltungsbericht für 1908.
Der Verwaltungsbericht für das
Rech=
nungsjahr 1908, ſowie die Rechnungen der
Stadtkaſſe und der übrigen ſtädtiſchen Kaſſen
für das Rechnungsjahr 1908, ſowie der
ſtädtiſchen Sparkaſſe für das Kalenderjahr
1908 ſind von Montag, den 14. bis
ein=
ſchließlich Dienstag, den 22. Februar
I. Js., gemäß Art. 87 der Städteordnung
auf dem Stadthauſe, Zimmer Nr. 39,
wäh=
rend der Dienſtſtunden zur Einſicht offen
gelegt.
(3461oi
Darmſtadt, den 11. Februar 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Vergebung eines Stipendiums
an einen Studierenden.
Aus der Richard Günther=Stiftung iſt
ein Stipendium von 250 Mk. an einen
Stu=
dierenden der Jurisprudenz oder der
Philo=
logie durch die Stadtverordneten=Verſammz
lung vom nächſten Sommerſemeſter an zu
vergeben. Nach den
Teſtamentsbeſtimmun=
gen iſt diesmal ein Studierender der
Juris=
prudenz aus der Provinz Starkenburg in
erſter Linie zu berückſichtigen.
Bezugsberechtigt ſind nur Angehörige des
Großherzogtums Heſſen, die auf einer
deut=
ſchen Univerſität dem Studium einer der
genannten Wiſſenſchaften ſich widmen wollen
oder bereits obliegen, ſich über Fleiß und
ſittliches Verhalten ausweiſen und die zu
ihrem Studium erforderlichen Mittel nicht
in ausreichendem Maße beſitzen. Die
Ver=
leihung erfolgt auf die Dauer der
Studien=
zeit, jedoch niemals auf längere Zeit als
vier Jahre. Sie findet in widerruflicher
Weiſe ſtatt, weshalb ſich der Inhaber über
Fortdauer ſeiner Würdigkeit durch Zeugnis
der Univerſitätsbehörde zu Beginn jedes
Semeſters ausweiſen muß.
Geſuche um Verleihung dieſes
Stipen=
diums, die eine kurze Lebensbeſchreibung
enthalten und durch Zeugniſſe über das
Vorhandenſein der oben angegebenen
Vor=
ausſetzungen belegt ſein müſſen, ſind bis
längſtens 10. März ds. Js. bei uns ein=
(3486
zureichen.
Darmſtadt, den 11. Februar 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Verkauf und Anſchaffung
von Faſelvieh.
Ein Zuchtbulle und ein Eber aus dem
Faſelſtall Beſſunger Straße Nr. 60 und ein
Eber aus dem Faſelſtall Arheilger Straße
Nr. 43 ſind zu verkaufen.
Angebote wollen bis Mittwoch, den
16. I. Mts., bei uns eingereicht werden.
Gleichzeitig ſoll ein junger Eber, Raſſe:
Deutſches Edelſchwein, angekauft werden.
Angebote, bei Freilieferung des Tieres
in den Faſelſtall, ſind bis zu dem gleichen
Termin an uns einzuſenden. Die
Verkaufs=
bedingungen liegen im Stadthaus, Zimmer
(3444so
Nr. 39, zur Einſicht offen.—
Darmſtadt, den 10. Februar 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Jaeger.
Vergebungvon Fuhrleiſtungen.
Die im Verwaltungsjahr 1910 bei den
Unterhaltungsarbeiten des Tiefbauamts
vorkommenden Fuhrleiſtungen ſollen
los=
weiſe verdungen werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte,
Zim=
mer Nr. 7, während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen. Auch werden dort die
Ange=
botſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Donnerstag, den 24. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 12. Februar 1910.
Tiefbauamt.
(3485oi
Keller.
Schulgeld-Erhebung.
Das Schulgeld für das Großh.
Real=
gymnaſium und deſſen Vorſchule, die
Großh. Ober=Realſchule, die Vorſchule
der Großh. Gymnaſien, die Viktoriaſchule,
das Lehrerinnenſeminar, die höhere
Töch=
terſchule (vormals Reineck) und die
Mittel=
ſchulen für das I. Kalender=Vierteljahr
1910 iſt, bei Vermeidung der Mahnung,
bis Ende ds. Mts. an den Werktagen,
vormittags von8½ bis 12½ Uhr, hierher zu
entrichten.
(3479a
Darmſtadt, den 10. Februar 1910.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Verdingung von Roggen und Hafer.
Ein Poſten von 837t Roggen und 758t
Hafer ſoll im Wege der öffentlichen
Ver=
dingung ganz oder in kleineren Poſten
ver=
geben werden.
(C3472,31
Angebote müſſen bis ſpäteſtens 1. März
1910 eingehen. Die näheren Bedingungen
werden gegen portofreie Einſendung von
30 Pfg. abgegeben.
Frankfurt a. M.=Sachſenhauſen,
den 7. Februar 1910.
Intendantur XVIII. Armeekorps.
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manialwald Frankenſtein abgehaltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt. Die
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fuhrſcheine können von Donnerstag, 17.
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ſtellen in Empfang genommen werden
Ueberweiſung und erſter Abfahrtag Frei=
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Eberſtadt, 11. Februar 1910.
Großh. Oberförſterei Eberſtadt.
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Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 1 Bulldogge, 1 Spitzhund, 1 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
lag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus zu Darmſtadt.
Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 25 452 bis einſchließl. 56 728 werden
hiermit aufgefordert, die Verſatzzeit der Pfänder von jetzt ab bis 28. Februar I. Js.
gegen Entrichtung der einfachen Verlängerungsgebühr, ſowie ferner vom 1. bis
10. März ds. Js. gegen Zahlung der doppelten Gebühr verlängern zu laſſen.
Alle bis zum 10. März 1910 nicht verlängerten Pfänder ſind bis längſtens
Samstag, den 16. April I. Js., vormittags 11 Uhr, auszulöſen, widrigenfalls
dieſelben von Montag, den 18. April 1910 ab, verſteigert werden.
(198a
Darmſtadt, den 3. Januar 1910.
Die ſtädtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul, Vorſteher.
Autz= u. Brennholz=Verſteigerung Nr. IV u. XVI
(Stadtwald).
Montag, den 21. und Dienstag, den 22. Februar 1. J., morgens 9 Uhr,
ſollen im Saal der hieſigen Turngemeinde, Woogsplatz 5, verſteigert werden:
1. Montag in der Forſtwartei Beſſunger Laubwald (Förſter Lehr,
Klappacher=
ſtraße 84) in den Abteilungen 2 Dieterſchlaa (Nr. 684—688 am Stellweg), Abt. 13, 15
Franzoſenberg (Nr. 482—683, 689—883 am Kirchweg, Oppermannswieſenſchneiſe,
Floß=
weg, Stellweg und Albertsbrunnenweg), ſowie Abt. 23 Hirtenhaus (Nr. 884—1133 am
Schnampelweg):
Eichen=Stämme: 1 St. III. Kl. — 0,61 fm
„ IV. „
5,51 „
„
„
36 „ V. „ — 11,85 „
,
„
230 „ VI. „ — 41,83 „
Eſchen=Stämme: 4 „ VI. „ — 1,47 „
Ulmen=
1 „IV
„ — 0,60 „
Erlen= „ . 4 „ VI. „ — 1,37 „
Lärchen=Stämme: 3 St. III. Kl. — 3,39 fm
18 „ IV.. „ — 7,88 „
„ 171 V. „ —69,50 „
1 „ II. „ — 1,89 „
Fichten= „
„ III. „ — 0,97
,
— 19,72 „
86
Stangen: Eiche 16 St., Buche 25 St.,
Lärche 27 St., Fichten 900 St.
Auf das Wagnerholz mit wenig Splint im Hirtenhaus, ſowie auf das
Lärchen=
holz im Franzoſenberg wird beſonders aufmerkſam gemacht. Weitere
Nutzholzverſteige=
rungen finden aus diesjähriger Ernte im Beſſunger Laubwald nicht mehr ſtatt.
Nummernverzeichniſſe werden nicht ausgegeben.
2. Dienstag in der Forſtwartei Heiligkreuz (Forſtwart Hofmann, Hirſchköpfe)
aus den Abteilungen 37 Woogsberg (Nr. 1461 bis 1687 an dem hinteren
Woogsberg=
weg und der Bernhardsackerſchneiſe), Abt. 43 Nachtweide (Nr. 1688 bis 1705
Faſanerie=
ſchneiſe, Dieburgerſtraße), ſowie aus verſchiedenen Abteilungen das Dürrholz (Nr. 1706
bis 1999)
Scheiter: 579 rm Buchen, 184 rm Eichen, 2 rm Erlen, 9 rm Fichten, 8 rm
Kiefern; Knüppel: 203 rm Buchen, 100 rm Eichen, 2 rm Eſchen, 7 rm Erlen,
41 rm Fichten, 4 rm Kiefern; Reiſig=Knuppel: 53 rm Buchen, 18 rm Eichen;
Stöcke (fein): 76 rm Buchen, 41 rm Eichen; Stöcke (grob): 42 rm Fichten.
Unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Aus diesjähriger Ernte iſt
dieſes die letzte Brennholzverſteigerung.
(3466of
Darmſtadt, den 11. Februar 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Bekanntmachung.
Dienstag, den 15., und Mittwoch, den 16. Februar 1910, den ganzen Tag
geöffnet, freihändiger Verkauf zu Auktionspreiſen folgender Gegenſtände: Vollſt. Betten,
eiſ. Holz= und Feldbetten, 3 teil. Matratzen, Rohrſtühle und Seſſel, gep. Stühle, kleine
runde und ov. Tiſche, Kleider= und Küchenſchränke, pol. Kommode, Herren= und
Damen=
ſchreibtiſche, Vertiko, Schreibmaſchinentiſche, Kleiderſtänder, Sofas, 1 Küchen=Einrichtung,
faſt neu, verſch. Wirtſchafts=Inventar u. a. m.
Ferner Verkauf eines Poſtens gar. friſcher Konſerven, wie junge Schnittbohnen,
Gemüſe, Erbſen, Tomaten=Püree, Kompott=Früchte, wie Metzer Mirabellen, Zwetſchen
und Heidelbeeren in ½ und ½ Doſen im
(3460
Auktionssaal Magdalenenstrasse 7
Johannes Krummeck, Auktionator und Taxator.
(
Großherzogliches Neaigymnaſtum zu Darmſtaot.
Anmeldungen für das Oſtern 1910 beginnende Schuljahr werden für ſämtliche
Klaſſen
Dienstag, den 15. Februar,
vormittags von 10 bis 1 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr und
Mittwoch, den 16. Februar,
vormittags von 9 bis 1 Uhr,
auf dem Direktorzimmer im Realgymnaſium (Eingang durch das Portal vom
Kapell=
platz aus) entgegengenommen. Geburtsſchein und Impfſchein und, wenn möglich, die
letzten Schulzeugniſſe ſind dabei vorzulegen. Auswärtige können ſchriftlich angemeldet
werden.
Darmſtadt, den 4. Februar 1910.
(3022a
Die Großherzogliche Direktion:
Münch, Geh. Schulrat.
Staatlich konzeſſionierte und beaufſichtigte
Hessische Handels-Lehranstalt
Rheinstrasse 1, I. DARMSTADT am Ernst-Ludwigsplatz.
Zweck: Die Anſtalt bezweckt, nicht mehr ſchulpflichtigen jungen Leuten durch
metho=
diſchen, für die Praxis bearbeiteten kaufmänniſchen Unterricht die Möglichkeit zu
geben, eine ſelbſtändige Stellung in einem Kontor zu bekleiden.
Art des Unterrichts: Derſelbe wird vornehmlich erteilt durch Ausarbeitung mehrerer,
dem wirklichen Geſchäftsleben nachgebildeter Geſchäftsgänge. Am Schluß der
Kurſe finden Prüfungen ſtatt. Zur gefl. Beachtung: Schulmäßiger
Klaſſen=
unterricht; auf beſonderen Wunſch auch Einzelkurſe.
Lehrfächer: Je nach Wahl des Kurſus: Deutſche Sprache, einfache und doppelte
(ital. und amerik.) Buchführung, kaufm. Rechnen einſchl. Kontokorrentlehre
Handelskorreſpondenz und Kontorpraxis, Wechſel= und Scheckkunde, Bank= und
Börſenkunde, Handelsbetriebslehre, Handelsgeographie, Kalligraphie, Stenographie
und Maſchinenſchreiben; außerdem auf Wunſch: Franz. und engl.
Handels=
korreſpondenz.
Dauer des Unterrichts: a) Für erwachſene Herren und Damen je nach Wahl des
Kurſus 3—6 Monate; b) für ältere Schüler und Schülerinnen mit entſprechenden
Vorkenntniſſen 6 Monate; e) für junge Leute im fortbildungsſchulpflichtigen Alter
6—12 Monate, alles bei vollem Tages unterricht. (Abendunterricht nur privat).
Es werden nur Schüler und Schülerinnen aufgenommen, welche die nötigen
Vorkenntniſſe durch ein befriedigendes Abgangszeugnis von einer Pflichtſchule
nachzuweiſen vermögen. Die Anſtalt vermittelt fleißigen Schülern koſtenlos den
Eintritt in kaufmänniſche Stellungen.
Das Sommer=Semeſter beginnt Dienstag, den 12. April, vorm. 8 Uhr.
Proſpekte ſind in der Anſtalt, Rheinſtraße 1, I., erhältlich; daſelbſt werden
Anmeldungen Montag bis Freitag von 12—1 Uhr und nachmittags von 3—5 Uhr
entgegengenommen.
(3491a
Wilh. Siedersleben, ſtaatl. geprüfter Handelslehrer.
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im einzelnen u. größeren Partien preiswert
zu verkaufen.
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Die Beſitzer von Einlagenbüchern mit
den Nummern 1—100000 werden, ſoweit
dies noch nicht geſchehen iſt, aufgefordert,
die noch nicht beigeſchriebenen Zinſen in
den nächſten Wochen nachtragen zu
(3445soi
laſſen.
Purgold, Direktor.
Aufgebot.
Der Klempner Heinrich Arnold in
Untermhaus bei Gera und der
Gerichts=
vollzieher i. P. Franz Carnier in
Darm=
ſtadt, dieſer als Pfleger über das Vermögen
des Nachgenannten und mit
vormund=
ſchaftsgerichtlicher Genehmigung handelnd,
haben beantragt:
Die verſchollene Chriſtine (gerufen
Dina) Arnold, Tochter von Suſanna,
geſchiedenen Ehefrau von Heinrich
Gimblein, geboren zu Fürth im
Oden=
wald, zuletzt wohnhaft in Darmſtadt,
für tot zu erklären.
Die bezeichnete Verſchollene wird
auf=
gefordert, ſich ſpäteſtens in dem auf
Montag, den 3. Oktober 1910,
vormittags 11½ Uhr,
vor dem unterzeichneten Gericht, Neues
Gerichtsgebäude am Mathildenplatz, 1. Stock,
Zimmer Nr. 211, anberaumten
Aufgebots=
termin zu melden, widrigenfalls die
Todes=
erklärung erfolgen wird.
An alle, welche Auskunft über Leben
oder Tod der Verſchollenen zu erteilen
ver=
mögen, ergeht die Aufforderung, ſpäteſtens
im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige
zu machen.
(3465
Darmſtadt, den 9. Februar 1910.
Großherzogliches Amtsgericht I.
Bekanntmachung.
Montag, den 7. März 1. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Heinrich Hedtrich Eheleuten
dahier zuſtehende Hofreite:
Flur
Nr.
qm
VIII 745
(1000 489 Artillerieſtraße 4,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K104/099/10
Darmſtadt, den 25. Januar 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L2527,62
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 17. März 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Georg Haller Eheleuten dahier
zuſtehende Liegenſchaft:
Flur
qm
B
II
75 Hofreite Obergaſſe,
in unſerem Bureau, Grafenſtraße Nr. 30,
zwangsweiſe verſteigert werden. (K17/10
Darmſtadt, den 8. Februar 1910
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L3477
Bekanntmachung.
Montag, den 7. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Heinrich Hedtrich Eheleuten
dahier zugeſchriebene Hofreite:
Flur Nr. qm
VIII 7454/1000 489 Artillerieſtraße 4,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K8/10
Darmſtadt, den 25. Januar 1910.
Großh. Ortsgericht Darmſtadt I
Muller.
(L2526,62
Bekanntmachung.
Montag, den 28. Februar 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die dem verſtorbenen Abraham
Guthmann dahier zugeſchriebenen
Liegen=
ſchaften:
Flur Nr.
qm
118 331 Hofreite Annaſtraße
II
Nr. 6,
II
119
119 Grabgarten daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteigerung
wird auch dann erfolgen, falls ein der
Schätzung entſprechendes Gebot nicht
ein=
gelegt wird und andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 14. Januar 1910
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
(L1580,61
Frantz.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 17. Februar 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schloſſermeiſter Johannes Pauli
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegen=
ſchaft:
Nr.
Flur
qm
VIII 65¾0 354 Hofreite
Moosberg=
ſtraße Nr. 88,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteigerung
wird auch dann erfolgen, falls ein der
Schätzung entſprechendes Gebot nicht
ein=
gelegt wird und andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 25. Januar 1910.
Großherzogl. Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen.)
Frantz.
(L2528,62
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diejenigen der kaufmännischen Fortbildungsschule vom Besuche der
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Geschäfts-Uebernahme und Empfehlung.
Den verehrten Einwohnern von Darmſtadt und Umgegend zeige hiermit
ergebenſt an, daß ich mit dem heutigen Tage das
(*3585
Uhren- und Goldwaren-Geschäft
des Herrn P. Limbach Nachfl., Blumenthalſtraße 47, übernommen habe.
Ich bitte, das meinem Vorgänger geſchenkte Vertrauen auch auf mich übertragen
zu wollen, und verſichere, dem geehrten Publikum ſtets ſolideſte Arbeit und
Waren zu liefern.
Gleichzeitig mache darauf aufmerkſam, daß ich in meinem Geſchäft auch
optische Artikel
wie: Brillen, Pincenez, Ferngläser, Barometer, Thermometer führe
und deren Reparaturen prompteſt erledigen werde.
Darmſtadt, Blumenthalſtraße 47.
Hochachtend
P. Limbach Nachfl.,
Albert Schwarz.
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Produktions-Genossenschaf
Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung.
Telefon 94. Kontor: Schlossgartenplatz 6. Telefon 94.
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Genossenschaft, nicht Sekte, nicht Partei
Man frägt nicht, welchen Glaubens jemand sei
Noch welcher Farb, welcher Richtung, nein
Ein Friedenswerk hoch über den Partei’n!
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Mitglied werden.
Die Erübrigung wird am Jahresschluß nach Maßgabe der
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Riedeſel=
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Die hier näher bezeichneten Grundſtücke= und zwar: (2535a Flur Nr. qm 19 19 Acker an der Nachtweide 1775 19 20 , 2044,,,
, 19 21 , 2013
19 6
54 „ unter dem Grohberg 1581 19 65 „ 1975
„
,, 19 66 , 1731 19 195 , am Sandhügel 3175 19 196 11 787 21 108 , rechts d. Windmühle, zw. d. Gräfenhäuſer= weg u. d. Darmbach 4350 5762
100 „ Danielsacker
188 00 „ 3428
, 00 „ 281
, 5 1 3317 12. „ in der Lache
104 4 129 218 48 Wieſe über der Nachtweide 7 5 66 838
Acker neber d. Löcherwieſe( 25 71 , 100
„ 4 „ an d. Täubcheshöhle 242 5 , 1369
„,
„ 6 ,, 1525
,
,, 2710 „ 39 151 , im Soder
39 152 „ 136 3 , im tiefen See
531
2
22
744
1281
1200
405
451
werden im Ganzen oder in einzelnen
Parzellen dem freihändigen Verkauf
unterſtellt und erhalten nur ernſte
Reflek=
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Börſen=
wochenbericht.) Nach wie vor finden die Vorgänge
in New=York große Beachtung, und es iſt nur zu
wün=
ſchen, daß die Matadoren der dortigen Börſe nicht auf
eine Kriſis hinarbeiten. Bisher galt die Demonſtration
lediglich dem truſtgegneriſchen Präſidenten Taft, um
ihm zu zeigen, daß die Machenſchaften der Truſts reſp.
das dahinterſtehende Großkapital nicht ſo leicht
unter=
zukriegen ſind. Schließlich wird die allzu ſtark
betrie=
bene Politik der Regierung durch einen Kompromiß in
friedlichere Bahnen gelenkt werden. Noch bei
Wochen=
beginn wurden Kurſe hierher gekabelt, die faſt an eine
Deroute grenzten. Allmählich fanden große
Deckungs=
käufe ſtatt, die eine weſentliche Erholung brachten.
Trotzdem ſcheint aber das Vertrauen in die Stabilität
der Verhältniſſe in Amerika noch nicht zurückgekehrt zu
ſein. Guten Eindruck machte die bekanntgewordene
Kupferſtatiſtik; ferner die Nachricht, daß auf die Grand
Trunkspréfered eine Dividende zur Verteilung
ge=
langt. Unſere Börſen bekundeten eine recht gute
Hal=
tung, um ſo mehr die Reichsbank endlich den offiziellen
Satz auf 4 Prozent ermäßigte und das
Zeichnungs=
reſultat auf die Anleihen des Reichs und Preußens ein
äußerſt erfreuliches war. Daran ſchließt ſich die
Dis=
kontoermäßigung der Bank von England auf 3
Pro=
zent, was dem Londoner Platz ſehr zu ſtatten kam.
Bemerkenswert für Deutſchland iſt auch die Feſtigkeit
der Minenmärkte, wovon beſonders Diamanten und
Goldſhares profitieren konnten.
Zu den Einzelheiten des im ganzen ſtillen Geſchäfts
übergehend, blieben Deutſche Renten unverändert feſt.
Von den ausländiſchen Staatsfonds waren die meiſten
Gattungen im Preiſe anziehend auf die flüſſige
Geld=
lage am internationalen Markte. Beſonders Japaner
fanden wieder eine günſtige Beurteilung. Die Emiſſion
der neuen bulgariſchen Anleihe brachte einen ſtarken
Erfolg. Die Meldung, daß die Zulaſſung dieſer
An=
leihe in Deutſchland ſeitens der Regierung von den
induſtriellen Beſtellungen Bulgariens bei uns abhängig
gemacht werde, hat bis jetzt keine Beſtätigung gefunden.
Von Transportwerten waren Hamburger
Paket=
fahrt und Nordd. Lloyd ziemlich belebt und höher; bei
erſteren ſtimulierte die Feſtſetzung der Dividende auf
6 Prozent, bei letzteren die Annahme, daß mindeſtens
die Abſchreibungen reichlich verdient ſeien. Am Banken=
markte waren namentlich die Aktien der leitenden
In=
ſtitute bevorzugt in Erwartung höherer Dividenden
und Gerüchte über geplante neue Geſchäfte.
Darm=
ſtädter und Berliner Handelsgeſellſchaft zeitweiſe
be=
lebt auf die Einführung der National Railway of
Mexiko=Goldbonds. Die Deutſche Vereinsbank
beab=
ſichtigt die Erhöhung ihres Aktienkapitals von 24 Mill.
Mark auf 30 Mill. Mark, worüber die am 28. März
ſtattfindende Generalverſammlung beſchließen wird.
Die ſchwebenden Poſitionen am Montangebiet haben
durch Abgaben eine weitere Erleichterung erfahren.
Einerſeits waren die amerikaniſchen Ereigniſſe,
ander=
eits die kühler klingenden dortigen Eiſenberichte die
Urſache. Auch die Nachrichten vom oberſchleſiſchen
Induſtriegebiet lanteten nicht befriedigend, und man
nimmt an, daß u. a. die Laurahütte im verfloſſenen
halben Jahre minder gute Reſultate erzielt habe.
Zeit=
weiſe lebhafter verkehrten Kohlenaktien auf die
Mel=
dung des „Daily Telegraph” aus Cardiff, daß infolge
der ungewiſſen Lage im Kohlenrevier von Südwales
das deutſche Kohlenſyndikat aus Frankreich bedeutende
Aufträge erhalten und weitere in Ausſicht habe;
ſchließ=
lich erfolgte aber Ernüchterung durch ein Dementi.
Kaliwerre behaupteten gute Haltung, da der geänderte
Geſetzentwurf beſſere Beurteilung findet.
Kolonial=
werte waren nur mäßig beachtet.
Am Kaſſainduſtriemarkt ſetzten Holzverkohlung ihre
Steigerung (zuletzt 213½) fort. Bezüglich Kleyer, die
ebenfalls höher waren, verlautet gerüchtweiſe von neuen
bedeutenden Auslandsaufträgen; ferner ſind noch
Preß=
hefe Baſt, Vereinigte Pinſelfabriken Nürnberg und
Zuckerfabrit Waghäuſel anſehnlich geſtiegen; dagegen
einzelne, wie Kunſtſeide und Mönus, niedriger.
Schrammſche Lackfabriken notierten 286½ G.
Elektri=
zitätsaktien zeitweiſe lebhafter, beſonders Allg.
Elektri=
zitäts=Geſellſchaft, auf die Eiſenbahn=
Elektrifizierungs=
projekte in England. Die Geſellſchaft „Verein deutſcher
Oelfabriken” welche für das letzte Geſchäftsjahr eine
auf 8 Prozent feſtgeſetzte Dividende verteilt, wird eine
Erhöhung des Aktienkapitals von 10 Millionen Mark
auf 12 Millionen Mark vornehmen.
Von Loſen notieren Augsburger 39,50,
Braun=
ſchweiger 217,50, Genua 249,90, Finnländer 203 B.,
Mai=
länder 45=Fres.=L. 155, Mailänder 10=Fres.=L. 35,40.
Freiburger 58,50, Meininger 41,50, Türkiſche 179 G,,
Pappenheimer 78,
Venediger 40,40, Ungariſche
371,60, in Reichsmark;
Gothaer Prämie I
143,50 G., Gothaer Präm. II 118,50 G., Donau=
Regulie=
rung 144,50, Madrider 77,50, in Prozent. Ferner
ſchlie=
ßen: 4proz. Reichs (bis 1918 unkündbar) 102,40, 3½proz.
Reichs 94,15, 3proz. Reichs 85,25, 4proz. Heſſen von 1899
101 G., 4proz. Heſſen von 1906 101,60G., 4proz. Heſſen
von 1908 101,80, 4proz. Heſſen von 1909 102,05,
3½proz. Heſſen 93 G., 3proz. Heſſen 81,85, 4proz.
Darm=
tädter 101,10 G., 3½proz. Darmſtädter 92,05, 4proz. Heſſ.
Landes=Hpy.=Pfdbr. (Serie 18—20) 101,60 G., 3½proz.
Heſſ. Landes=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11) 92,80 G., 4proz.
Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12) 101,60 G., 3½proz.
Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 1—3) 93,20 G., 3½proz.
Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 4) 92,80 G., Darmſtädter
Bank 137,80, Südd. Eiſ.=Geſ. 121, 4½proz. Ruſſen 99,85,
4proz. Ruſſen 91,10, 3/proz. Ruſſen 87,60, 3½proz.
Ruſſen 85,50, 3proz. Ruſſen 76,50, 4½proz. Japaner
98,35, 4proz. Japaner 94,45, 5proz. Mexikaner (
Tamauli=
pas) 100,75, 5proz. Chineſ. Eiſ.=Anl. (Tientſin=Pukow)
102,80 G., Baltimore und Ohio 114,60, Privatdiskonto
2¼ Prozent (in Berlin 2¾ Prozent).
Luftſchiffahrt.
sr. Das Internationale Flugmeeting
von Heliopolis wurde am vierten Tage unter
Me e
e
weniger günſtigen Witterungsverhältniſſen fortgeſetzt.
Infolgedeſſen konnten nur kleine Flüge ausgeführt
werden. Die große Zuſchauermenge, die ſich gleich dem
Khediven und zahlreichen Würdenträgern wieder
ein=
gefunden hatte, kam nicht recht auf die Koſten. Die
einzige an dem Flugmeeting teilnehmende Dame,
Ma=
dame de la Roche, bewarb ſich um das Führerpatent
des franzöſiſchen Aero=Klubs und abſolvierte einen
Flug über 5 Kilometer, ebenſo le Blon. Nachmittags
führten dann noch Latham, le Blon und Rongier trotz
des unregelmäßigen Windes kleinere Flüge aus, ohne
daß bemerkenswerte Leiſtungen gezeigt worden wären.
Die beabſichtigten Flüge von Heliopolis nach den
Pyra=
miden und zurück mußten vorläufig aufgegeben
werden.
Gewinnauszug
der
222. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie.
2. Klaſſe. 1. Ziehungstag. 11. Januar 1910.
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 96 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 5000 Mk. 84568 159559
2 Gewinne zu 3000 Mk. 88948 292958
1 Gewinn zu 1000 Mk. 299445
4 Gewinne zu 500 Mk. 160933 163846 166905
168045
11 Gewinne zu 400 Mk. 7988 104831 132155 134464
161800 166584 208762 209818 212039 222701 235994
20 Gewinne zu 300 Mk. 12408 14394 22866 48394
51948 59335 114811 131213 141431 150639 212541
212662 215091 223143 247382 264408 274606 295928
302638 303770
83 Gewinne zu 200 Mk. 6425 10767 10900 16233
21848 23951 46927 59317 60859 62688 63972 64843
66749 68055 72370 76272 83869 87240 96215 99871.
101656 106914 108555 111289 111566 113059 114476
118743 118772 124890 127456 128267 130623 133991.
134070 135675 136400 139946 145311 148973 151518
156727 163968 166842 169659 187037 199412 199587
200349 206624 213562 213715 214280 217068 217727
219271 219554 220436 229119 232694 233519 238734
239982 241190 241440 241527 247830 256867 258722
260775 265169 267456 268377 271000 279381 282164
285672 290714 292225 296995 298444 298958 302380
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne über
96 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 100000 Mk. 9471
1 Gewinn zu 30000 Mk. 160783
2 Gewinne zu 3000 Mk. 226263 242949
5 Gewinne zu 1000 Mk. 159264 171741 178634
279942 294166
4 Gewinne zu 500 Mk. 65288 194008 194541 250573
9 Gewinne zu 400 Mk. 34691 35893 46805 148707
160700 200596 253708 269395 277227
28 Gewinne zu 300 Mk. 7238 8668 9329 28323
39613 44408 46834 67320 100171 110872 112698
115331 115463 135599 140303 159725 164792 172933
176981. 202096 216006 237264 244464 274090 275347
279956 293056 293974
60 Gewinne zu 200 Mk. 10293 21684 26044 30978
38538 41582 56829 57423 63108 66268 70655 70943
72340 74433 77857 79133 85602 93073 93677 95156
108007 120848 121341 125532 135605 137785 140122
141275 145251 145929 152329 165398 165793 167306
167986 171352 172748 176879 179283 187595 190522
202896 209841 214989 215518 219046 225312 230664.
234216 241922 244346 247164 249118 263607 266127
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Protektor: Seine Königliche Hoheit der Grossherzog.
Drittes Konzert
im Winter 1909/10.
(Achtundſiebzigſtes Vereinsjahr)
unter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters Hofrat W. de Haan
und unter Mitwirkung
der Konzertſängerinnen Frau A. Noordewier-Reddingins aus
Amſter=
dam und Frau P. de Haan-Manifarges aus Rotterdam, der
Konzert=
ſänger Herrn Oscar Noé aus Leipzig und Herrn Tom Denys aus
Rotterdam, mehrerer Mitglieder des Sängerchors des Lehrervereins,
ſowie der Grossherzoglichen Hofkapelle.
Montag, den 21. Februar 1910
im Saalbau.
Anfang halb 8 Uhr. — Ende gegen ½10 Uhr.
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Konzertſaales die Hüte abzunehmen.
Sonntag, den 20. Februar, vormittags 10 Uhr, im Saalbau.
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Plätze in dem Vorſaal
Mk. 1.50
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Texte 20 Pfennig.
Die hier nicht genannten Plätze ſind nur den Mitgliedern vorbehalten.
Fremde (d. h. außerhalb Darmſtadts Wohnende, welche ſich vorübergehend hier
aufhalten) können Karten für Saal und Eſtraden zu Mk. 4.50 erhalten. Geſuche ſind
an den Platzordner des Vereins, Herrn Architekten J. Harres, Saalbauſtraße 79, zu
richten.
(3456oo
Der Vorstand.
Darmstädter Vortragsverband
Freitag, 4. März 1910, abends 8 Uhr,
im Festsaale der Turngemeinde:
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Ludwig Ganghofer=libend
(3484
Vorlesung des Dichters aus eigenen Werken.
Eintrittskarten: Sperrsitz zu 4 Mk., Saal zu 3 Mk., Galerie zu 2 Mk.
Studentenkarten zu 1.50 M., Schülerkarten zu 1 Mk., Programme zu 10 Pfg., sind
im Verkehrsbureau zu haben. Vereinssaalkarten können daselbst gegen Aufzahlung
von 1 Mk. gegen Sperrsitzkarten umgetauscht werden.
Der Vorstand.
Verein für naturgemäße Lebens= und Heilweiſe
(Naturheilverein) zu Darmſtadt. E. V.
Am Freitag, den 18. Februar, abends 8¼ Uhr wird
Frau M. Ritzmann aus Waldenburg
im „Kaisersaal‟, (Grafenſtraße) einen
öffentlichen
Vortrag
für Damen und Herren halten über das Thema:
„Welches iſt der wahre Beruf des Weibes? Welches iſt ihr Platz
am Herd oder — in der Welt. Iſt eine ſoziale Gleichſtellung
„der Geſchlechter erwünſcht und möglich ?"
Jedermann iſt freundlichſt eingeladen. Unſere Mitglieder mit Familie, ſowie
neu beitretende Mitglieder haben freien Eintritt. Von Nichtmitgliedern wird
30 Pfg. Eintrittsgeld erhoben, die Gewerkſchaftsmitglieder zahlen 10 Pfg.
Der Vorstand.
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heutige neue Programm.
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