Darmstädter Tagblatt 1910


27. Januar 1910

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173. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 18 Seiten.

Kaiſers Geburtstag.

** Ueberall, wo Deutſche wohnen, iſt der Geburts=
tag
des Oberhauptes des Deutſchen Reiches ein Tag frohen
Feierns, ein nationaler Feſttag. Das wurde er von dem
Augenblicke an, da König Wilhelm I. von Preußen ſich die
in drei ſiegreichen Kriegen erſtrittene Krone des neuerſtan=
denen
deutſchen Kaiſertums aus Haupt geſetzt hatte.
Vielleicht hat Kaiſersgebur’stag ſeildem
etwas von dem Charakter des Volksfeſtes verloren, den
er damals trug. Aber daran iſt keine Veränderung des
herzlichen Verhältniſſes des Volkes zum Kaiſer ſchuld.
Die Urſache liegt in dem natürlichen Wechſel der Zeit und,
zum größeren Teile, in gewiſſen, im Grund rein äußer=
lichen
Nebenerſcheinungen dieſes Wechſels. Jeder Deutſche,
den ſein Weg nach Berlin führte, hatte mittags, wenn die
Wachtparade aufzog, geduldig harrend unter der Menge
geſtanden, die ſich am Fuße des Denkmals Friedrichs des
Großen verſammelte, und hatte den greiſen Herrſcher ju=
belnd
begrüßt, wenn er an das Eckfenſter trat, hoheitsvoll
in der vom Alter ſchon gebeugten Erſcheinung, milde und
gütig von Antlitz. Und des Nachmittags konnte man ihn
faſt täglich auf ſeiner Spazierfahrt nach dem Tiergarten
ſehen, meiſt im offenen Wagen. Sein Enkel, Wilhelm II.,
fährt die Straße im Automobil von 40 Pferdekräften ent=
lang
, oft mit der Schutzbrille vor den Augen, die ihn ſelbſt
aus der Nähe faſt unkenntlich macht, und wohnt
nicht im Erdgeſchoſſe eines im Aeußeren prunkloſen Hau=
ſes
mitten unter der übrigen Bevölkerung, ſondern im
alten, grauen und verwitterten Königsſchloſſe an der Spree,
hoch über der Erde. Solche Vergleiche ließen ſich noch zu
Dutzenden ziehen.
Kaiſer Wilhelm II. hat ſchwere Konfliktszeiten hinter
ſich. Er war ſcharfer, zum Teil ſchrankenloſer Kritik aus=
geſetzt
, die nicht nur aus feindlichem Lager kam. Die Stürme
ſind verrauſcht, beide Teile haben gelernt. Wie lange
aber im Gemüte des Kaiſers die Empfindungen nachge=
zittert
haben, die damals wachgerufen wurden, beweiſt
das herbe Wort, das er vor nicht allzu langer Zeit zu
einem Würdenträger ſprach, der bei untergeordneter Ver=
anlaſſung
die übliche Redewendung gebrauchte: Wie
Euer Majeſtät befehlen‟. Der Kaiſer antwortete: Nein,
mein Lieber. Das Befehlen habt Ihr mir ja abgewöhnt!
Iſt nicht in der Tat damals vom Kaiſer zuviel ge=
fordert
und zuviel gegeben worden? Es ſcheint, daß das
Maß des Notwendigen überſchritten wurde. Wir brauchen
es trotzdem nicht zu bereuen, denn lehrreicher war ja ſel=
ten
eine große und wichtige Begebenheit als die Blätter=
revolution
des Jahres 1908. Der viele Zündſtoff, der an=
gehäuft
war, explodierte mit elementarer Wucht und
brachte über Höflings= und Günſtlingsmauern hinweg
eine Reinigung und Klärung der Atmoſphäre. Inzwiſchen
haben wir Muße gehabt, die Wirkung zu beobachten. Der
Kaiſer hielt bisher, was er in ſchwerer Stunde verſprach.
Das hat ihn böſer Kritik entrückt. Andererſeits hat ſeit=
dem
eine Bewegung eingeſetzt, die man nur mit Sorge
weiter anſchwellen ſehen könnte. Was ſich jetzt alles be=
rufen
fühlt, in Wort und Schrift nach der Führung des
Volkes zu ſtreben, und ſich, voll widerwärtiger An=
maßung
, berufen glaubt, etwas von der Macht der Krone
an ſich zu reißen, gehört nicht zu den guten Kräften der
Nation. Immer deutlicher ſcheiden ſich die beiden großen
Lager: für und gegen das monarchiſche Regierungsſyſtem.
Sieht man ſich die einzelnen Perſonen und Gruppen
derer, die, nicht im Intereſſe des Landes, ſondern nur
des eigenen, weit überſchätzten lieben Ichs wegen, Macht
und Einfluß auf Koſten der Krone ſuchen, ſo muß man
ſich notgedrungen von ihnen abgeſtoßen und von dem ern=
ſten
Wunſch und Willen beſeelt fühlen, für die Stärkung
der Monarchie in Deutſchland zu wirken. Für
den Kampf um unſere Stellung in der Welt brauchen wir
ein ſtarkes, mit Feſtigkeit regiertes Reich, politiſche
Charlatane können es uns niemals ſchaffen, wohl aber
kann es ein mächtiger Kaiſer mit einer entſchloſſenen Re=
gierung
. Und der Träger der Krone brauchte die ernſten
Lehren der Zeit, die wir mit ihm durchlebten, nicht zu
vergeſſen. Sie laſſen ſich mit der Forderung nach Macht
und Anſehen der Krone wohl vereinigen.
Wollen wir denn ernſtlich auf die Fähigkeiten Wil=
helms
II. verzichten, wenn ſie ſich nach jenen Erfahrungen
der jüngſten Geſchichte im Dienſte des Staates betätigen?
Das wäre Torheit. Wir brauchen alle Mann an Bord.
Und wir dürfen, um gerecht zu ſein, nicht vergeſſen, was

er für uns leiſtete. Wir ſollten auf das Urteil eines der
feinſten und klügſten Menſchenkenner, auf das Urteil des
Fürſten von Bülow hören, der, in vertraulichen Geſprä=
chen
, immer wieder betonte: Wilhelm II. ſei einer der
befähigſten Männer, die er je kennen lernte.
Wenn wir dem Kaiſer dafür Dank ſchulden, daß er
im ſtillen, trotz bitterſter Kritik, raſtlos und ſelbſtlos für
Volk und Reich weiter arbeitete, ſo müſſen wir wünſchen,
daß ein immer größerer Teil der Nation ihn ſtärken, ihm
helfen, offen auf ſeine Seite treten und mitleidslos die
Perſönchen und die Grüppchen verlaſſen möge, die im
Trüben fiſchen. Nur ſo können wir uns von Partei=
ſtrebertum
und Kliquenweſen befreien und unter einem
mächtigen Monarchen den Platz erobern, der Deutſchland
zukommt. Unſer Volk iſt, in ſeiner Geſamtheit noch nicht
politiſch reif genug, allein den rechten Weg zu finden.
Sorgen wir dafür, daß es Wichtigtuern und Schwätzern
nicht gelingen möge, es zu verleiten, ſtatt es zu führen!

Die Entwickelung Kiantſchons.

(Schluß.)
B. C. Eine wertvolle neue Einrichtung für den pri=
vaten
Grundbeſitz im Schutzgebiete Kiautſchou wird dem=
nächſt
ins Leben treten durch die Schaffung einer
kolonialen Hypothekenbank. Durch eine vom
Reichskanzler zu erteilende Konzeſſion, deren Abſchluß
nach langen Vorarbeiten nunmehr bevorſteht, wird der
Deutſch=Aſiatiſchen Bank die Genehmigung erteilt wer=
den
, Pfandbriefe auf den Inhaber auszugeben. Dieſe wer=
den
ſichergeſtellt durch hypothekariſche Eintragungen, für
deren Abgrenzung eine Reihe ſehr vorſichtiger, zum Teil
noch über die Kautelen des heimiſchen Hypothekenbank=
geſetzes
hinausgehender Beſtimmungen getroffen iſt, ſodaß
ein hohes Maß von Sicherheit für die Pfandbriefgläubiger
gwährleiſtet erſcheint. Die Ausgabe der Pfandbriefe ſoll
im weſentlichen in Deutſchland erfolgen. Es ſoll damit
einmal den einzelnen Grundbeſitzern die Inanſpruchnahme
von Hypothekarkrediten zu angemeſſenen Bedingungen er=
leichtert
werden, wodurch für Tſingtau ein wünſchenswer=
ter
Einfluß auf die dort wie an der ganzen oſtaſiatiſchen
Küſte zur Zeit noch beträchtliche Höhe des Zinsfußes für
derartige Kredite zu erwarten iſt. Darüber hinaus aber
ſoll zugleich bis zu einem gewiſſen Grade die für die ge=
ſamte
Kolonialwirtſchaft ſo außerordentlich wichtige Auf=
gabe
gelöſt werden, flüſſige Kapitalien unter den gün=
ſtigeren
Bedingungen des mutterländiſchen Geldmarktes
aufzunnehmen und ſie produktiver Verwendung in der
kolonialen Volkswirtſchaft zuzuführen.
Die Denkſchrift erwähnt kurz die in der Vorbereitung
begriffenen, bereits in der Thronrede angekündigten Ge=
ſetzentwürfe
, die wie für alle übrigen deutſchen Schutz=
gebiete
, ſo auch für Kiautſchou von erheblicher Wichtigkeit
ſind, nämlich das Kolonialbeamtengeſatz und
das Geſetz zur Errichtung eines oberſten kolo=
nialen
Gerichtshofes im Mutterlande, und knüpft
hieran bemerkenswerte Ausführungen über die weiteren
geſetzgeberiſchen Aufgaben zur Reform der kolonialen
Rechtspflege. Den wichtigen und ſchwierigen Aufgaben,
die hieraus für umfaſſende Neuſchöpfungen auf dem Ge=
biete
der kolonialen Geſetzgebung erwachſen, wird am be=
ſten
vorgearbeitet werden durch die intenſive Erforſchung
und innere Fortbildung des geltenden Rechts in der ge=
richtlichen
Praxis und durch die wiſſenſchaftliche Pflege und
Vertiefung des Kolonialrechts. Beiden Aufgaben hat die
Verwaltung, wie ſchon früher mehrfach betont, ihre be=
ſondere
Aufmerkſamkeit zugewendet.
Das bedeutungsvollſte Ereignis des letzten Jahres
für das Kiautſchougebiet war die Eröffnung der
Deutſch=Chineſiſchen Hochſchule am 25. Ok=
tober
1909. Bis zum 14. Oktober 1909 waren die Vor=
arbeiten
ſo weit gefördert, daß mit der Aufnahme der
Schüler begonnen werden konnte. Der Andrang war von
Anbeginn ſehr ſtark. Es meldeten ſich im ganzen etwa 200
Schüler zur Aufnahme; man war ſomit in der Lage, eine
gute Auswahl treffen zu können. Die Prüfung beſtan=
den
93, andere wurden zunächſt bedingt aufgenommen; im
ganzen konnten 110 Schüler eingetragen werden. Der Un=
terricht
hat am 1. November begonnen. Der Lehrplan ſieht
für die Unterſtufe wöchentlich insgeſamt 38, in den höheren
Klaſſen 39 Unterrichtsſtunden vor und umfaßt Deutſch (12
bezw. 8 und 6 Stunden), Mathematik, Naturkunde, Geo=
graphie
, Geſchichte, Phyſik, Geſundheitslehre, Zeichnen,
Muſik, Turnen; der Unterricht in den chineſiſchen Wiſſen=
ſchaften
wird meiſt nachmittags in 10 Stunden wöchentlich
erteilt. In den Abteilungen der Oberſtufe ſind ebenfalls

8 Stunden dem deutſchen und 10 Stunden dem chineſiſchen
Unterricht wöchentlich neben den Fachwiſſenſchaften vorbe=
halten
.
Für die kulturelle Bedeutung des Schul=
unternehmens
, die über das engere Gebiet der Ko=
lonie
weit hinausreicht, kann eine wichtige Entſchließung
der chineſiſchen Regierung aus dem Berichtsjahre als be=
zeichnend
gelten: Der amtliche Regierungsanzeiger in
Peking hat am 21. Mai 1909 ein genehmigendes kaiſer=
liches
Edikt auf einen Bericht des Unterrichtsminiſteriums
veröffentlicht, wonach für den Unterricht in fremden
Sprachen auf allen mittleren (damit natürlich auch den
höheren) Schulen des Reiches Engliſch und Deutſch
als die wichtigſten Sprachen angeſehen werden
ſollen.

Prinz Lndwig von Bayzern über die= Schiffahrts=
abgaben
.

* In der Hauptverſammlung der Sektion München
des Bayeriſchen Vereins zur Hebung der
Fluß= und Kanalſchiffahrt Bayerns, die am
Dienstag abend ſtattfand, wurde auch die Frage der Er=
hebung
von Schiffahrtsabgaben beſprochen. Dabei
hielt Prinz Ludwig von Bayern eine Rede, in der
er u. a. ſagte: Man brauche die Waſſerſtraßen nicht zu
dem Zwecke, um den Verkehr zu unterbinden, ſondern um
ihn zu fördern. Es ſei dringend erwünſcht, daß ſo vorge=
gangen
werde, daß ſich die diſſentierenden Staaten nicht
mit Recht beſchwert fühlten; da kann man aber helfen.
Wir ſind in Bayern in einer verſchiedenartigen Lage. Das
rechtsrheiniſche Bayern iſt in hohem Grade intereſſiert, daß
die Mainkanaliſierung zuſtande kymmt; das linksrheiniſche
Bayern aber ſteht auf einem ganz anderen Standpunkte.
Von ſeinem Geſichtsſtandpunkte aus mit Recht. Es ſagt
ſich: Wir haben die Waſſerſtraßen ſchon, wir wollen mög=
lichſt
ohne jede Abgaben den Verkehr mit der See behal=
ten
. Denſelben Standpunkt nehmen Baden, Sachſen und
Heſſen ein. Gegen dieſe Staaten wollen wir nicht arbei=
ten
; wir wünſchen, daß auch dieſe Staaten Vorteil haben.
Wir in Bayern wollen nicht, daß wir in Aſchaffenburg
enden, die Württemberger nicht in Heilbronn. Wenn der
Rhein bis zum Bodenſee ſchiffbar gemacht wird, ſo hat
gerade der ſüdliche Teil Badens ſehr großen Vorteil von
der Rheinſchiffahrt, den er jetzt nicht hat. Wenn in Sach=
ſen
die Saale und die Elſter ausgebaut werden, ſo iſt
Leipzig angeſchloſſen, das iſt gewiß von großer Bedeu=
tung
. Aehnlich ſteht es mit Heſſen, wenn die Lahn ka=
naliſiert
wird. Es ſollen durch die Intereſſengemeinſchaft
alle großen Stromgebiete ſamt ihren Nebenflüſſen an das
große Schifffahrtsnetz allmählich angeſchloſſen werden.
Wir tun den erſten Schritt. Es iſt dringend zu wünſchen,
daß auf dieſen Schritt andere folgen. Trachten wir, das
große Werk möglichſt ſchnell auszuführen und zwar ſo, daß
nicht eine Uneinigkeit zwiſchen den deutſchen Staaten ent=
ſteht
, ſondern daß dieſe Staaten, wenn ſie auch momentan
glauben, daß ſie geſchädigt werden, in Zukunft doch Vor=
teile
daraus erwarten können.

Die dentſch=auerikaniſche Tariffrage.

** Zu Beginn dieſer Woche iſt der wirtſchaftliche
Ausſchuß in Berlin zuſammengetreten, um im Reichsamte
des Innern über zollpolitiſche Fragen zu beraten, und zwar
handelt es ſich diesmal um Erörterungen des neuen fran=
zöſiſchen
Zolltarifes, ſowie über den amerikaniſchen Maxi=
maltarif
. Die Gefahr, die uns von jenſeits des großen
Waſſers droht, wo die Unionregierung mit dem Maximal=
tarif
baldigſt vorgehen wird und damit den deutſchen Ein=
fuhrhandel
ſchwer belaſten würde, iſt nicht gering, denn es
iſt fraglich, ob die Amerikaner uns Meiſtbegünſtigung ge=
währen
würden. Gewiß hätte ein Zollkrieg mit Amerika
manche Schattenſeiten, denn Amerika wäre in der Lage,
England gleichſam als Tranſitlager zu benutzen und es zu
ermöglichen, amerikaniſche Ware unter engliſcher Flagge
nach Deutſchland zu niedrigeren Zollſätzen zu bringen.
Wie verlautet, beabſichtigt die amerikaniſche
Regierung eine beſondere Kommiſſion zur Beſpre=
chung
der Zolltariffragen nach Berlin zu entſen=
den
. Dieſe Abſicht ſoll der deutſchen Regierung bereits
am Samstag mitgeteilt worden ſein. Man nimmt an,
daß es ihre Aufgabe iſt, den Präſidenten in beſtimmter
Weife darüber zu unterrichten, ob eine ungebührliche Dif=
ferenzierung
Amerikas in Deutſchland tatſächlich beſteht
oder nicht.

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Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Nummer 22.

Wie dem New=York Herald aus Waſhington gemel=
det
wird, hat das Staatsdepartement beſchloſſen,
vorläufig auf ſeinen Forderungen in der Fleiſchfrage
nicht zu beſtehen, in der Erwägung, daß die hohen ameri=
kaniſchen
Fleiſchpreiſe noch weiter ſteigen werden, wenn
Deutſchland dem amerikaniſchen Fleiſch geöffnet wäre. In
einer Rede, in der der Präſident der nationalen
Handelskammern in Waſhington die deutſch
amerikaniſche Tariffrage erörterte, befürwortete er freund=
ſchaftliche
Fühlungnahme mit den deutſchen Handelskam=
mern
und das Staatsdepartement zu unterſtützen.
Wie weiter aus Philadelphia gemeldet wird, befür=
wortete
in einem Schreiben an den Präſidenten Taft der
Deutſch=amerikaniſche Nationalbund die
Ausſchaltung der Fleiſchfrage, damit ein Zollkrieg ver=
mieden
werde.

Teutſches Reich.

* Die Zahl der ſeit dem 1. Januar 1891 bis ein=
ſchließlich
Dezember 1909 von den 31 Verſicherungsanſtal=
ten
und den zehn vorhandenen Kaſſeneinrichtungen bewil=
ligten
Invalidenrenten betrug 1748137. Davon
ſind infolge Todes oder Auswanderung des Berechtigten,
Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit, Bezuges von Un=
fallrenten
oder aus anderen Gründen weggefallen 854 552
Renten, ſodaß am 1. Januar 1910 liefen 893 585 Renten
(gegen 885 950 am 1. Oktober 1909). Die Zahl der während
desſelben Zeitraums bewilligten Altersxenten be=
trug
481382. Davon ſind infolge Todes oder Auswan=
derung
des Berechtigten oder aus anderen Gründen weg=
gefallen
379020 Renten, ſodaß am 1. Januar 1910 102362
Renten liefen (gegen 103 558 am 1. Oktober 1909). Ge=
mäß
§ 16 des Invalidenverſicherungsgeſetzes ( Kranken=
renten
) wurden ſeit dem 1. Januar 1900 103 192 Invali=
denrenten
bewilligt. Davon ſind infolge Todes, Wieder=
erlangung
der Erwerbsfähigkeit oder aus anderen Grün=
den
weggefallen 84690 Renten, ſodaß am 1. Januar 1910
noch 18502 Renten liefen (gegen 18653 am 1. Oktober
1909). Beitragserſtattungen ſind bis zum 31.
Dezember 1909 bewilligt: a) an weibliche Verſicherte, die
in die Ehe getreten ſind 1962340, b) an verſicherte Per=
ſonen
, die durch einen Unfall dauernd erwerbsunfähig im
Sinne des Invalidenverſicherungsgeſetzes geworden ſind,
6026, c) an die Hinterbliebenen von Verſicherten 437967,
zuſammen 2 406 333.
In franzöſiſchen Blättern war bekanntlich gemel=
det
worden, Staatsſekretär Frhr. v. Schön werde in
Bälde ſeinen Poſten verlaſſen und als Botſchafter nach
Paris gehen. Demgegenüber wird den Münchener
Neueſten Nachrichten gemeldet, daß von einem Scheiden
des Frhrn. v. Schön aus dem Auswärtigen Amt zur Zeit
keine Rede ſei.
Der wirtſchaftliche Ausſchuß ſetzte ſeine
Beratungen fort. Es gelangten die handelspolitiſchen Be=
ziehungen
mit Kanada und Frankreich zur Beſprechung.
Namentlich die Wirkungen der in Frankreich projektierten
Zollerhöhungen und die von deutſcher Seite etwa dagegen
zu ergreifenden Maßregeln wurden erörtert.
Der Deutſche Arbeitgeberverband für
das Baugewerbe teilt uns mit: Der Vorſtand des
Deutſchen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe hielt am
Montag, den 24. ds. Mts. in Berlin eine vorbereitende
Sitzung ab, in der die geſamten Forderungen des neuen
Tarifvertragsmuſters nochmals eingehend be=
ſprochen
und die Berichte der vollzählig anweſenden Vor=
ſtandsmitglieder
aus den von ihnen vertretenen Verbänden
entgegengenommen wurden. Die Berichte ergaben eine
vollſtändige Einſtimmigkeit über die Notwendigkeit, das
bereits feſtgeſtellte Vertragsmuſter zur Geltung zu bringen

und der Generalverſammlung in Straßburg zur Annahme
zu empfehlen. Wenn die Generalverſammlung am 24. Febr.
den Vorſchlägen ihres Vorſtandes beigeſtimmt haben wird,
ſollen erneut Verhandlungen mit den Arbeiterorganiſatio=
nen
ſtattfinden. Es wurde die Hoffnung ausgeſprochen,
daß dieſe Organiſationen die Notwendigkeit der neuen
Faſſung des Vertragsmuſters einſehen und anerkennen
werden, da die Arbeitgeber nicht in der Lage ſind, unter
anderen Bedingungen weiter zu arbeiten, ſondern gezwun=
gen
ſein würden, im Falle des Nichtzuſtandekommens des
Vertrages ihre Geſchäfte zu ſchließen.
Die Braunſchweigiſche Landesper=
ſammlung
wurde am Mittwoch nach voraufgegangenem
Gottesdienſt durch den Staatsminiſter v. Otto im Auf=
trage
des Herzogregenten mit Verleſung einer Thronrede
eröffnet, in der geſagt wird, daß es ſich empfehlen werde,
zunächſt nur die Etats und im Anſchluſſe daran die un=
aufſchiebbaren
Vorlagen, wie Aenderung der Gehaltsord=
nungen
für die Staatsbeamten, Regelung der Einkünfte
der Gemeindeſchullehrer uſw., zum Abſchluſſe zu bringen
und dann den Landtag bis zum kommenden Herbſte zu
vertagen, um nach dem erneuten Zuſammentritt ſich der
Erledigung der übrigen Vorlagen zu unterziehen, nach=
dem
inzwiſchen die Rückkehr des Herzogregenten erfolgt
ſei. Wegen der Erledigung der Regierungsgeſchäfte wäh=
rend
der Abweſenheit des Herzogs ſeien im Einklange mit
der Verfaſſung höchſte Anordnungen getroffen. Weiter
kündigt die Thronrede ein die erlaſſenen Einzelgeſetze um=
faſſendes
Staatseinkommenſteuergeſetz, ein Jagdgeſetz, ein
Geſetz über den Denkmalsſchutz, ein Geſetz betr. die Haft=
pflicht
des Staates und anderer Verbände für Amtspflicht=
verletzungen
der Beamten, ein Staatsgeſetz zur Kirchen=
gemeindeordnung
und ein Geſetz über den Beginn der
Schulpflicht an.

Ausland.

Im ungariſchen Abgeordnetenhauſe erklärte Mini=
ſterpräſident
Graf Khuen=Hedervary, es ſei richtig,
daß er im Abgeordnetenhauſe keine Partei habe, doch hoffe
er, daß ſeine Politik in der Nation Anhänger und ſein Ap=
pell
an die Wähler Widerhall finden werde. Der Mini=
ſterpräſident
verwahrte ſich entſchieden gegen die Verdäch=
tigung
, daß er bei den Wahlen verfaſſungswidrige oder
unmoraliſche Mittel anwenden wolle. Er ſei, falls die Ma=
jorität
der Nation ſich für einen Würdigeren erkläre, jeden
Augenblick bereit, ſeinen Platz zu räumen. Er habe ſeine
Stellung nicht geſucht und noch am Tage ſeiner Berufung
einen Politiker vorgeſchlagen, der mit der Kabinettsbil=
dung
betraut werden ſollte. Graf Andraſſy erklärte,
ſeine Partei würde für das Mißtrauensvotum nur ſtim=
men
, falls ſie die Verantwortung für die Folgen tragen
und die Bildung der Regierung übernehmen könnte. Er
werde das Budgetproviſorium bewilligen. Die Verwei=
gerung
des Budgets ſei eine zweiſchneidge Waffe, denn
entweder werde das ſtaatliche Leben dadurch arg geſtört
oder es werde bewieſen, daß man auch ohne ein geſetzliches
Budget regieren könne. Hierauf ergriff der Miniſterpra=
ſident
aufs neue das Wort und erklärte, er erblicke, trotz
der weitgehenden Differeuzen bezüglich der Wahlreform
in der Rede des Grafen Andraſſy eine ſymvathiſche Auf=
faſſung
der Lage, ſodaß eine Ausgleichung der Differenzen
zwiſchen ihnen möglich ſein werde.
Von beſonderer Seite erhält die Neue Freie
Preſſe über die Meldungen von der Anbahnung freund=
licherer
Beziehungen zwiſchen Oeſterreich=Ungarn und
Rußland folgende Mitteilungen:
In den Beſprechungen, die der öſterreichiſch=ungariſche
Botſchafter Graf Berchthold wiederholt mit Js=
wolski
hatte, wurde beiderſeits anerkannt, daß die
Spannung, die aus der Annexionskriſe zurückgeblieben iſt,

mit Rückſicht auf die Verhältniſſe auf dem Ballan und in
ganz Europa nicht unbedenkliche Folgen haben könnte. In
dieſer Auffaſſung zeigt ſich eine Uebereinſtimmung zwiſchen
Berchthold, der ſelbſtverſtändlich die Meinungen des Mi=
niſteriums
des Aeußern in Wien zum Ausdruck brachte,
und Iswolski. Die Folge dieſer Uebereinſtimmung dürfte
ſein, daß ruſſiſcherſeits dieſer Faden weiter geſponnen
wird und ſich im Laufe der Zeit dieſe allgemeine Stim=
mung
zu einer Wendung im gegenſeitigen Verhältnis und
zu einer politiſchen Auseinanderſetzung verdichten könne.
Das muß jedoch der Zukunft vorbehalten bleiben, wahrend
jetzt ſchon feſtzuſtellen iſt, daß beiderſeits Geneigtheit zu
einer ſolchen Auseinanderſetzung ſich zeigt.
Sowohl in Regierungskreiſen, wie auch in den
Kreiſen der Militärliga wird die Mitteilung dementiert,
daß die griechiſche Regierung dem General Zorbas vor=
geſchlagen
habe, in das Kabinett einzutreten, um der Exi=
ſtenz
der Liga ein Ende zu machen. Trotzdem ſtellt die
Preſſe feſt, daß die Gerüchte über die Auflöſung der Liga
ſich erhalten.
In der bereits ſeit einiger Zeit vorbereiteten Ant=
wort
auf die letzte Note der Schutzmächte Kretas,
die den beteiligten Mächten im Laufe dieſer Woche über=
ſandt
werden wird, erklärt die Pforte, ſie könne die Bei=
behaltung
des jetzigen status quo auf Kreta nicht anneh=
men
, weil dies eine Aufrechterhaltung ungerechter Zu=
ſtände
wäre. Die Pforte verlangt eine baldige Löſung der
Kretafrage auf der Grundlage weitgehender Autonomie
unter Wahrung der türkiſchen Souveränitätsrechte.
Wie das Reuterſche Bureau erfährt, iſt das Er=
ſuchen
der perſiſchen Regierung um einen ſofortigen Vor=
ſchuß
auf die in Ausſicht ſtehende Anleihe bei Eng=
land
und Rußland auf den Betrag von 400000 Pfd.
Sterling gerichtet; däs iſt um 100000 Pfund weniger, als
urſprünglich vorgeſchlagen wurde. Wie verlautet, ſind die
Regierungen von Rußland und England geneigt, je einen
Vorſchuß von 200000 Pfund zu geben. Die Bedingungen
ſind noch Gegenſtand der Erwägung. Das Geld wird ge=
braucht
zur Ueberwachung der Straßen, Beſoldung der
Truppen und Aufrechterhaltung der Ordnung überhaupt.

* Die italieniſche Regierung veröffentlicht
den offiziellen Bericht über den Schaden und die Opfer
des Erdbebens von Meſſina am 28. Dezember
1908. In der Stadt Meſſina hat, wie bereits mitgeteilt,
die Kataſtrophe 77283 Menſchenleben gefordert, 27523
Leichen wurden unter den Trümmern hervorgeſucht und
begraben. 325 Bewohner der Stadt ſtarben an Verletz=
ungen
, die ſie während der Kataſtrophe erlitten hatten.
32 477 Perſonen werden als vermißt bezeichnet; ihre
Körper ruhen noch unter den Ruinen Meſſinas oder ſind
von den Wellen des Seebebens, das dem Erdbeben folgte,
hinweggeſpült worden. In der Stadt Reggio und dem
zu ihr gehörenden Diſtrikt hat die Kataſtrophe 7969 Opfer
gefordert; in Palmi 1734, in Villa San Giovanni 1092, in
Gallico 963 und in Pellaro 922 Opfer. In den übrigen
kleineren Gemeinden und Dörfern beläuft ſich die Geſamt=
zahl
der beim Erdbeben Getöteten auf 7108. (Magd. Ztg.)

Kometen und Kometenfurcht.

** Es iſt ein Kometenjahr, das Jahr
1910: zu dem Halleyſchen Kometen, den man ſeit
langer Zeit erwartet, hat ſich ein neuer geſellt, und
auch die Kometenfurcht iſt nicht ausgeblieben, die von
trüben Zeiten und Weltuntergang raunte. Obwohl
die Wiſſenſchaft feſtgeſtellt hat, daß ein Komet über=
haupt
etwas Harmloſes iſt, nichts anderes als eine
ungeheuere Anſammlung von kleinen Meteormaſſen
und Sternſchnuppenkörperchen, deren rieſiger Schweiſ
aus Gasmaſſen feinſter Art beſteht, ſo iſt doch die
Jahrtauſende alte Angſt vor der unheilbringenden
Wirkung des geſchweiften Geſellen unausrottbar. Von
dieſer Kometenfurcht und ihren Wandlungen in der
Geſchichte erzählt Bruno H. Bürgel in ſeiner anſchau=
lich
und ſpannend geſchriebenen Himmelskunde, die er
im Verlage von Ullſtein vor kurzem hat erſcheinen
laſſen.
Bereits im Jahre 371 v. Chr. brachte man die
Ueberſchwemmung der beiden Städte Helice und Bura
mit dem Erſcheinen eines Kometen in Verbindung. Im
Mittelalter gab man dem düſter und unheimlich leuch=
tenden
Schweifſtern an allem Unglück und Elend die
Schuld. Seine giftigen Dünſte ſollten das Waſſer in
den Brunnen und das Gras auf den Feldern ver=
derben
, riefen die Peſt und Seuchen hervor. Schrecklich
anzuſchauende Mißgeburten bewirkte der Komet; man
nannte ſie Kometenkinder, und der Pfarrer verweigerte
ihnen nicht ſelten die heilige Taufe. Kometen= Flug=
blätter
wurden gedruckt, in denen mit ernſten Worten
auf die drohende Zuchtrute Gottes am Himmel hin=
gewieſen
und ein geruhiges, Gott wohlgefälliges Leben
anempfohlen wurde, damit der Herr das furchtbare
Uebel noch abwende. Kometen=Medaillen wurden ge=
prägt
, auf denen Inſchriften zu leſen waren, wie z. B.;
Der Stern droht böſe Sachen ½ Vertraue Gott, er
wird’s wohl machen!, oder: Gott gib, daß dieſer
Kometſtern ½ Uns Beſſerung unſeres Lebens lern‟
Alle Chroniken, vom frühen Mittelalter bis ins 18.
Jahrhundert hinein, ſind voll von entſetzlichen Un=
glücksfällen
und greulichen Schäden, die der Komet be=
wirkte
. Konnte man ſonſt nichts Schlimmes ausfindig
machen, was gerade unter dem ſchrecklichen Himmels=
zeichen
hätte paſſieren können, ſo gab es doch wenia=
ſtens
, wie ein Chroniſt von Anno 1668 berichtet, ein
groß Sterben unter den Katzen in Weſtfalenland, oder

der Komet wurde zum mindeſten für eine Mißgeburt
verantwortlich gemacht, für ein Kalb mit zwei Köpfen
oder ſonſt ein Monſtrum, wie es aus Spanien berich=
tet
wird, von 30 ſchue lang und vier hoch, deſſen geſtalt
wie ein halber Menſch, Crocodil und Satyr mit Hörner
geweſen, mit einem Comet und vier Buchſtäben. Um
dieſem offenſichtlich am Sternenzelt ausgedrückten
Zorn Gottes zu entgehen, tat man allerlei. Papſt
Clemens VII. erklärte z. B. einen 1532 erſchienener
Kometen für einen Spuk des Teufels und ſchleuderte
ſeinen Bannfluch gegen ihn. Allenthalben wurden
Bußpredigten abgehalten und beſondere Gottesdienſte
gegen den Kometen angeordnet.
All dies jedoch waren nur vage abergläubiſche
Vorſtellungen, die aus der aſtrologiſchen Anſchauung
der Zeit genährt wurden, nach der Sternenlauf und
In
Menſchenſchickſal in engſter Beziehung ſtanden.
neuerer Zeit wurden es aber dann ſchwere wiſſenſchaft=
liche
Befürchtungen, die große Aufregung hervorriefen.
So glaubte man, daß die Kometen, die in willkürlichen
Bahnen den Weltraum durchzögen, ganz leicht mit der
Erde zuſammenſtoßen könnten. Auch als man erkannt
hatte, daß die Schweifſterne in feſten Bahnen um die
Sonne wandern, hörte doch die Sorge nicht auf. Es
gibt nämlich Kometen, deren Bahnen ſo gelegen ſind,
daß ſie die Erdbahn an einem Punkte berühren. Zu
dieſen gehört der Komet Biela, wie er nach ſeinem Ent=
decker
genannt wird. Als ſeine. Wiederkehr im Jahre
1831 bevorſtand, berechnete man, daß er ſich der Erd=
bahn
bis auf rund zwei Erddurchmeſſer näherte, eine
Strecke, die der Kometſchweif weit überſtreift. Die
Vernichtung der Erde ſchien bevorzuſtehen! Aber man
hatte vergeſſen, daß ſich zwar die Bahnen ſtark nähern,
daß die beiden Geſtirne aber deshalb noch lange nicht
zu gleicher Zeit durch jenen nächſten Punkt zu wandern
brauchten. In der Tat ging denn auch der Komet be
reits am 29. Oktober 1832 durch jene Stelle, wo man
den Zuſammenſtoß befürchtete, und die Erde kam hier
erſt am 30. November an. An dem Kometen Biela hat
man auch die allmähliche Auflöſung und Vernichtung
eines ſolchen Schweifſterns beobachtet. Als er 1845
wieder in das Geſichtsfeld der Aſtronomen trat, ſpaltete
er ſich in zwei Teile, deren Zwiſchenraum 1852 ſchon
2½ Millionen Kilometer betrug. In den Jahren 1859
und 1866, wo er hätte erſcheinen müſſen, ſuchte man
ihn mit allen Fernrohren der Welt vergebens. Im
Jahre 1872 aber wurde ſeine Exiſtenz wieder bemerk=
bar
und zwar in einem ſtundenlangen gewaltigen

Sternſchnuppenfall, der am 27. November, gerade au
dem Tage, an dem die Erde den der Kometenbahn näch=
ſten
Punkt ihrer eigenen Bahn erreichte, niederging.
Das Zuſammentreffen mit den Trümmern dieſes Ko=
meten
äußerte ſich alſo in einem reichen Sternſchnup=
penfall
, und dieſes Schickſal begegnet der Erde im
Jahre überhaupt ein paar Mal, in jenen ſternſchnup=
penreichen
Nächten vom 8.12. Auguſt und vom 10. bis
13. November.
Durfte man ſo über die Gefahr eines
Zuſammenſtoßes mit einem Kometen beruhigt ſein,ſo
zog dafür ſein Schweif, wie ja auch diesmal wieder,
eine Fülle von Aengſten und Sorgen nach ſich. Die
Kometenſchweife haben eine ganz gewaltige Ausdehu=
ung
; die des Rieſenkomets von 1843 betrug 250 Mil=
lionen
Kilometer Länge, eine Strecke, die man daran
ermeſſen kann, daß die Entfernung der Erde von der
Sonne, die ein Eilzug in etwa 230 Jahren zurücklegen
würde, nur 149 Millionen Kilometer lang iſt. Der
Kometenſchweif wird von einer ganz unvorſtellbar feinen,
ganz dünnen Materie gebildet, durch die auch die aller=
kleinſten
Sternehen, hindurchleuchten. Man ſchrieb.
dieſer Gasmaſſe die ſchlimmſten Wirkungen zu. So
ließ ein Arzt um die Mitte des 19. Jahrhunderts in
England alle Brunnen zudecken, damit die giftigen
Kometengaſe nicht das Waſſer verderben könnten. Doch
hat man feſtgeſtellt, daß die Erde ſchon öfters mit Ko=
metenſchweifen
zuſammengetroffen iſt; z. B. im Jahre
1861 mit dem Schweif des Juni=Kometen. Aber nichts
anderes wurde beobachtet, als ein feines, dunſtartiges
Leuchten des Himmels und ein Aufblitzen von Stern=
ſchnuppen
. Unſere Mutter Erde war übrigens ſeit
dem Jahre 1882, wo ſich der letzte große Komet zeigte,
von einem wirklich glänzenden und dem Auge auf=
fälligen
Schweifſtern gemieden worden.

* Der Aberglaube, der damals das Volk
beherrſchte, findet in der bekannten Poſſe Lum=
pacivagabundus
von Neſtroy ſeinen Ausdruck,
was immerhin intereſſant iſt. Die Poſſe iſt im Jahre
1831 entſtanden. Bekanntlich ſpricht der melancholiſche
Schuſter immer von dem im nächſten Jahre erſcheinen=
den
Kometen, der den Weltuntergang herbeiführen
werde, weshalb ſich eine Beſſerung nicht mehr ver=
lohne
. Dieſer Komet war der Bielaſche von 1832, wäh=
rend
der Halleyſche Komet erſt im Jahre 1835 wieder
erſchien. (Anm. d. Red.)

Stadt und Land.
Darmſtadt, 27. Januar.

Das Großh. Miniſterium der Iuſtiz hat, der
Darmſt. Ztg. zufolge, an die Großh. Juſtizbehörden
ein Ausſchreiben betr. das Strafverfah=
ren
erlaſſen, in dem es am Schluß heißt: Auf allen
Gebieten der Staatsverwaltung iſt Sparſamkeit ge=
boten
. Wenn nun auch im Bereiche der Rechtspflege
eine Einſchränkung der Ausgaben ihre
natürliche Grenze darin haben muß, daß die Güte und
Gründlichkeit der Rechtſprechung nicht unter der Rück=
ſicht
auf den Koſtenpunkt leiden darf, ſo kann es doch
andererſeits nur nützlich ſein, wenn auch die Juſtizbe=
hörden
bei allen ihren Maßnahmen und Verfügungen
ſich ſtets die Frage vor Augen halten, ob hierdurch
nicht etwa, ſei es den Beteiligten, ſei es der Staats=
kaſſe
, Koſten verurſacht werden, die ohne Nachteil für

[ ][  ][ ]

Nummer 22.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Seite 3.

die Sache ganz oder teilweiſe vermieden werden
können. So iſt von ſachkundiger Seite die Anſicht aus=
geſprochen
worden, daß ſeitens der Anklagebehörde bei
Angabe der zur Hauptverhandlung zu ladenden Zeugen
mitunter über das tatſächliche Bedürfnis hinausge=
gangen
und dadurch die Staatskaſſe mit unnötigen
Kyſten belaſtet werde. Obwohl ſich hier ein allgemeiner
Grundſatz nicht aufſtellen läßt, vielmehr die Umſtände
des Einzelfalles entſcheidend ſein müſſen, ſo möchten
wir doch nicht unterlaſſen, die Aufmerkſamkeit der An=
klagebehörden
auf dieſen Punkt zu lenken und ihrer
Prüfung anheimzuſtellen, ob nicht hier und da wenig=
ſtens
bei der Benennung von Zeugen für ein und
dasſelbe Beweisthema eine größere Zurückhaltung
möglich lei.
*X* Das Kriegsgericht der 25. Diviſion verurteilte
in der geſtrigen Sitzung den Musketier des Inf.=Regts.
Nr. 177 Schloſſer Johann Rommeskirchen aus
Köln wegen Fahnenflucht zu zwei Jahren Gefäng=
nis
. Der 32jährige Angeklagte entzog ſich ſchon Ende
der 90er Jahre der Militärpflicht; er wurde aber er=
griffen
und als unſicherer Heerespflichtiger eingeſtellt.
Nach Verbüßung einer Gefängnisſtrafe deſertierte er
und hielt ſich ſeitdem im Auslande auf, bis man ihn
vor einiger Zeit in Berlin ermittelte. Er war dorthin
gekommen, um als Dolmetſcher tätig zu ſein, denn er
hat ſich während des letzten Jahrzehnts umfangreiche
Sprachkenntniſſe erworben. Nach ſeiner damaligen
Fahnenflucht diente er nämlich als franzöſiſcher Frem=
denlegionär
in Algier, lernte als Heizer auf Mittel=
meerſchiffen
die umliegenden Länder kennen und iſt in=
folgedeſſen
mehrerer Sprachen mächtig. Er gibt au, daß
er von franzöſiſchen Verwandten erzogen worden ſei
und ſich deshalb nicht als Deutſcher fühle, welche Ver=
teidigung
allerdings nicht gerade günſtig für ihn in Be=
Die weitere Verhandlung, gegen den
tracht kam.
Kellner Karl Führ aus Limbach, jetzt Kanonier im
Artillerieregiment Nr. 25, wegen Diebſtahls endigte
mit Freiſprechung. Vor ſeiner im Herbſt vor. Jahres
erfolgten Dienſteinſtellung war der Angeklagte in
einem Frankfurter Lokal beſchäftigt und nahm einem
anderen Kellner in dem gemeinſchaftlichen Schlafzim=
mer
ein Portemonnaie aus deſſen nachts hingeworfener
Weſte. Er gab es ihm freiwillig wieder zurück und will
nur einen Schabernack beabſichtigt haben.
Mandatsniederlegung. Der Landtagsabgeordnete
Adolf Pitthan zu Wöllſtein, der ſchon ſeit mehreren
Jahren infolge von Krankheit nicht mehr an den Sitz=
ungen
der Kammer teilnehmen konnte, hat jetzt ſein
Mandat niedergelegt. Er vertrat ſeit 1898 den dritten
rheinheſſiſchen Wahlbezirk Wöllſtein=Alzey und gehörte
der nationalliberalen Fraktion an.
X. Der Bezirksverein Altſtadt hielt in der Brauerei
Zur Krone ſeine Generalverſammlung ab, die ſehr
zahlreich beſucht war. Der Vorſitzende, Herr Link,
eröffnete die Verſammlung und begrüßte die Erſchie=
nenen
. Des verſtorbenen Mitglieds Herrn Karl Phil.
Müller gedachte er in einem warmempfundenen Nach=
ruf
. Der Bericht, ebenſo der Rechenſchaftsbericht gaben
zu keinerlei Debatte Veranlaſſung. Dem Rechner wurde
Decharge erteilt. Herr Dr. Kolb dankte dem Vor=
ſitzenden
für die freundliche Begrüßung und gab Auf=
ſchluß
über die noch ſchwebenden Enteignungsfragen zu
der endgültigen Durchführung der Landgraf Georg=
Straße. Er verſicherte, daß der Weiterführung der
Straße durch das Grundſtück des Eliſabethenſtifts nichts
im Wege ſtehe. Auch ſtreifte der Redner die unhalt=
baren
Zuſtände auf dem Schillerplatz und verſprach, an
zuſtändiger Stelle für Beſeitigung der Mißſtände ener=
giſch
einzutreten. An der Debatte beteiligten ſich die
Herren Stadtv. Säng, Lehrbach, May und Maas. Herr
Apotheker Ramdohr führte energiſchen Proteſt gegen
die Mißſtände und Beſchwerlichkeiten, die den Gewerbe=
treibenden
und Bewohnern der Kirchſtraße durch die
neue Polizeiverordnung auferlegt wurden; er bittet die
anweſenden Herren Stadtverordneten, für ſofortige Ab=
hilfe
ſorgen zu wollen. Die Herren Link, Säng und
Dr. Kolb verſprachen dies und erklärten zugleich, für
die Wiedererrichtung der Halteſtelle der elektriſchen
Bahn an der Stadtkirche, die geradezu ein Bedürfnis
ſei, eintreten zu wollen. Verſchiedene Bewohner der
Kirchſtraße, ſo die Herren Caſtan, Ketſch und Lemmer,
gaben zu verſtehen, daß den Geſchäftsleuten durch die
verſchiedenen Verkehrsverordnungen geradezu die
Kundſchaft vertrieben worden ſei. Es folgte Neuwahl
des Vorſtandes, bei der die Herren Link und

Schnell einſtimmig wieder= und die Herren Ram=
dohr
und Deuſter neugewählt wurden. Als Rech=
nungsreviſoren
wurden die Herren Ketſch und Caſtan
verpflichtet. Ein Antrag der Bewohner der Großen
Ochſengaſſe wurde als begründet erachtet und wird ſich
der Vorſtand mit dieſer Frage in ſeiner nächſten Sitz=
ung
beſchäftigen.
Darmſtädter Hausbeſitzer=Verein. Die am Mon=
tag
abend abgehaltene Verſammlung des Darmſtädter
Hausbeſitzer=Vereins war von etwa 60 Herren und
mehreren Damen beſucht. Den Vorſitz führte Herr
Ferdinand Scheyrer. Dieſer begrüßte die Anweſen=
den
und teilte dann mit, daß trotz der 1¼jährigen Ver=
handlungen
die Vereinigung der beiden Hausbeſitzer=
vereine
nicht zuſtande gekommen wäre, beide hätten
ſchon einen Vertrag vereinbart gehabt, deſſen Ausfüh=
rung
jedoch leider verhindert worden. Der Vorſtand
des anderen Vereins hatte ſein Amt niedergelegt. Herr
Mahr erſtattete dann einen kurzen Bericht über die
Geſchäftsſtelle und wies auf die großen Vorteile für
Vereinsmitglieder hin, ſo auf die Verſicherung bei der
Stuttgarter Haftpflichtgeſellſchaft mit einem Rabatt
von 35 Prozent; für Waſſerſchäden werde die Aachen=
Münchener Feuerverſicherung empfohlen. Weitere
Mitteilungen betrafen Auskünfte über ſchlechte Miet=
zahler
, Einziehung von Mietrückſtänden uſw. Ferner
wurde angeraten, nur mit ſchriftlichem Vertrag die
Vermietung abzuſchließen. Der Wohnungsnachweis
wird lebhaft in Anſpruch genommen; daher ſei eine
beſſere Vermietung gegenwärtig zu verzeichnen. Die
Mietpreiſe zeigten eine kleine Steigerung, die Zwangs=
verſteigerungen
ließen nach, nur ſei der Realkredit
noch nicht herabgegangen. Trotzdem könne man glau=
ben
, daß der Grundbeſitz die größte Kriſis überſtanden
habe, obgleich der Immobilienmarkt noch vollſtändig=
ruhe
. Hierauf beſpricht Herr Architekt Schembs die
geplante Gemeindeſteuer=Reform, beſonders die Grund=
und Gewerbeſteuer. Die derzeitige Veranlagung ſei
anerkanntermaßen reformbedürftig und das derzeitige
Grundſteuergeſetz ſtamme aus dem Jahre 1824; es ſei
nur 1867 etwas abgeändert worden. Die Steuerkapi=
talien
müßten auf Grund der Werte in den 60er Jah=
ren
aufgeſtellt und umgerechnet werden. Nunmehr ſoll
die Grundſteuer nach dem Vermögenswert der Grund=
ſtücke
veranlagt und die Gewerbeſteuer auf Grund des
Ertrages und des Betriebskapitals feſtgeſtellt werden,
was als richtig anzuſehen ſei. So ſehr wünſchenswert
für den Hausbeſitzer die gänzliche Abſchaffung der
Grundſteuer und deren Erſatz durch eine ſtädtiſche Ver=
mögensſteuer
ſei (wie es der Antrag Schönberger aus=
führlich
befürwortet), ſo ſei doch keine Ausſicht dafür
vorhanden; einmal weil die mit Heſſen konkurrieren=
den
Nachbarſtaaten die Grundſteuer haben und dann
auch, weil die Einkommenſteuer beſonders für die
kleineren und mittleren Einkommen unerträglich hoch
würde; für Darmſtadt ergebe es B. einen um 30
Prozent höheren Steuerausſchlag. Dasſelbe fände ſtatt
bei dem oft befürworteten Schuldenabzug, für den man
ins Feld führt, die für die Grund= und Hausbeſitzer
nötigen beſonderen Leiſtungen der Gemeinden recht=
fertigten
nirgends die jetzige und beim neuen Geſetz
anch nicht geringer werdende hohe Grundſteuer. Der
Redner meinte, man ſolle ſich bemühen, daß die Hälfte
der Schulden abzugsfähig ſei. Er erwähnte, daß die
Gemeindevertretung durch ein Statut in der Lage ſei,
Grundbeſitz und Gewerbebetriebe in einem höheren
oder geringeren Verhältnis zur Einkommenſteuer ab=
zuſtufen
und daß die auswärtigen Rentner auf 3 Jahre
Einkommenſteuerfreiheit genießen können. Die Aus=
führungen
fanden lebhafte‟ Anerkennung. Hierauf
ſprach dann Herr Mahr über die heſſiſche Finanz=
lage
, woran ſich dann noch eine längere Beſprechung
ſchloß.
Odenwald=Klub. Ein intereſſanter Abend ſteht
den Mitgliedern und Freunden des Klubs am kom=
menden
Dienstag bevor. Wie aus der Anzeige erſicht=
lich
iſt, wird Herr Oberlehrer Profeſſor Laute=
ſchläger
eine Wanderung vom Dachſtein über den
Groß=Glockner nach den Dolomiten ſchildern, die er
im vergangenen Sommer mit 4 Darmſtädter Reiſe=
gefährten
ausgeführt hat. Der Weg führte zunächſt
über Salzburg nach dem Schafberg im Salzkammergut
und dann von Halſtatt auf den Dachſtein, und im Ab=
ſtieg
in das Ober=Ennstal. Dann gings vom Königs=
ſee
aus über den Watzmann und über das Steinerne
Meer nach Zell am See; von dort nach den hohen Tau=

ern und über den Groß=Glockner ins Puſtertal. Von
Innichen aus ging es dann quer durch die Dolomiten
und über die Marmolata nach Bozen. Eine große An=
zahl
von Lichtbildern wird die Schönheiten der durch=
wanderten
Teile des Salzkammergutes und Tirols
zeigen.
* Vereinigte Ortskrankenkaſſe Darmſtadt. Der
Mitgliederſtand betrug am 22. Januar l. J. männ=
lich
8680, weiblich 5602, zuſ. 14 282, in Prozenten 60,78,
39,22; am 15. Januar l. J. männlich 8619, weiblich 5584,
zuſ. 14 203, in Prozenten 60,69, 39,31. Der Kranken=
ſtand
betrug am 22. Januar 1. J. männlich 476, weiblich
206, in Prozenten 5,48, 3,67; am 15. Januar l. J. männ=
lich
481, weiblich 197, in Prozenten 5,58, 3,53. An
Krankengeld wurden gezahlt in der Wocke vom.
17. Jan. bis 22. Januar l. J. 5590,74 Mk., in der Woche
vom 10. Januar bis 15. Januar I. J. 5399,32 Mk.
An Wöchnerinnen waren vorhanden am 22. Januar
I. J. 37, am 15. Januar l. J. 38; Sterbefälle
lamen vor in der Woche vom 17. Januar bis 22. Januar
1. J. 2; vom 10. Januar bis 15. Januar l. J. 3.
C. Meteorologiſches aus Heſſen (vgl. Nr. 300 d. Bl.
vom 22. Dezember v. J.). Die Witterung im De=
ember
1909 nahm einen ausgeſprochen milden Ver=
lauf
, weſentlich beeinflußt durch das ſtändig in der
Nähe Islands auftretende Barometerminimum das
zahlreiche Ausläufer nach Oſt und Südoſt entſandte.
Dadurch wurden lebhafte Winde hervorgerufen, die
Mitteleuropa mit milder, dem Atlantiſchen Ozean ent=
ſtrömender
Luft überfluteten. Das Temperaturmittel,
das allenthalben gegenüber dem Durchſchnitt um 12
Grad zu hoch war, ſchwankte zwiſchen 0,4 Grad in
Ulrichſtein und 3,8 Grad in Mainz (Darmſtadt 3,5
Grad). Bezüglich der tiefſten Stände bilden Bad Nau=
heim
mit 8,6 Grad am 17., der faſt allenthalben der
kälteſte Tag war, und Mainz mit 6,3 Grad die
Gegenſätze, während bezüglich der Höchſtſtände Worms
mit 14,6 Grad an der Spitze ſteht. Letzterer Wert wurde
am 3. abgeleſen, neben dem noch der 23. als faſt früh=
lingsmäßiger
Tag zu nennen iſt. Auch hinſichtlich der
Zahl der Froſttage bilden Mainz mit 9 und Ulrichſtein
mit 25 die Gegenſätze (Darmſtadt 10), wogegen inbezug
auf die Eistage, d. h. ſolche, an denen die Temperatur
den Nullpunkt nicht überſtieg, Schotten am begünſtig=
ſten
war. Derartige Tage fehlten nämlich daſelbſt
ganz, während das benachbarte Ulrichſtein 7 zählte
Darmſtadt 1). Der Monat brachte zahlreiche Stürme
von denen der am 3. in Darmſtadt beobachtete orkan=
artig
auftrat. Der Prozentſatz der Bewölkung ſchwankte
zwiſchen 71 und 85, wich ſomit von dem Durchſchnitt
nur wenig ab. Die Niederſchlagsſummen zeigen ge=
waltige
Gegenſätze. Im nördlichen Starkenburg blie=
ben
ſie hinter dem Durchſchnitt etwas zurück, fielen da=
gegen
in Rheinheſſen und beſonders im Vogeisbera
überaus reichlich aus. Die kleinſte Summe meldet
Worms mit 31,3 Millimeter, dem Herbſtein mit dem
mehr als 7fachen Betrage von 222,5 gegenüberſteht. In
Lanzenhain fielen am 20. nicht weniger wie 29,3 Milli=
meter
, alſo beinahe ſo viel als in Worms im ganzen
Monat. Schnee fehlte in Mainz, Bingen, Niederſaul=
heim
und Seligenſtadt ganz, und zu einer Schneedecke
kam es nur in den höchſten Gebirgslagen an einigen
Tagen. Als eine Seltenheit in dieſer Jahreszeit mei=
dete
Homberg a. d. O. ein Gewitter. Die Waſſerſtands=
bewegung
war ziemlich lebhaft und lagen zum erſten
Male wieder nach längerer Zeit die Mittel an ſämt=
lichen
Pegeln unſerer größeren Flüſſe meiſt ziemlich
beträchtlich über dem Durchſchnitt.
Hotel Zur Traube. Auf den durchſchlagenden
Erfolg hin, der mit dem humoriſtiſchen Kon=
zert
mit Tanz (Rheiniſcher Abend) am Roſen=
montag
im vorigen Jahre erzielt wurde, ſoll die
Veranſtaltung auch in dieſem Jahre, und zwar am 7.
ind 8. Februar (Roſenmontag und Dienstag) ſtatt=
finden
. In ſämtlichen Räumen wird durch eine aus=
erleſene
Muſik für die erforderliche Stimmung geſorgt.
Die Muſik liegt in den Händen des Muſikmeiſters
Herrn M. Weber, der mit ſeiner vollzähligen Kapelle
vertreten ſein wird (Kapelle des Großh. Heſſ. Art.=
Regts. Nr. 61). Näheres wird demnächſt bekannt ge=
geben
.
Turnhalle Woogsplatz. Der diesjährige einzige
große Maskenball der Turngemeinde ſindet
nächſten Samstag, den 29. Januar, in ſämtlichen Räu=
men
der Turnhalle am Woogsplatz ſtgtt. Der große Feſt=
gal
, ſowie die übrigen Räume erhalten feenhafte De=

Großherzogliches Hoftheater.

Dienstag, den 25. Januar.
Tannhäuſer.
W-l. Der Erfolg des zweiten Gaſtſpiels der Kammer=
ſängerin
Fräulein Edith Walker und des Herrn
Bolz ſtand hinter dem des erſten nicht zurück, nur
war der Letztgenannte heute in Einzelheiten be=
deutender
, als in ſeiner Geſamtleiſtung. Fräulein
Walkers Eliſabeth war mehr königlich als jungfräu=
lich
; dem heroinenhaften Grundzug entſprach auch ihr
Organ, das ſich für ausgeſprochen dramatiſche Partien
mehr eignet, als für jugendliche. Im übrigen bot Frl.
Walker auch heute abend wieder eine vollendete Ge=
ſangsleiſtung
, die für die Behandlung des Wagnerſchen
Kunſtſtils vorbildlich war und einen auserleſenen
Kunſtgenuß und künſtleriſche Erbauung gewährte. Herr
Bolz erweckte erſt im zweiten Akte lebhafteres In=
tereſſe
, anfangs durch den vielfach neu und feſſelnd
pointierten Vortrag des Schlußliedes im Sängerkampf,
deſſen Anfang er ſitzend, in entzückter Vergeſſenheit und
mezza voce, halb vor ſich hin, ſang, während er dann
das Erwachen aus ſeinem Paroxysmus ſehr natürlich
zum Ausdruck brachte. Die ganze Szene gewann da=
durch
ſehr weſentlich an Glaubwürdigkeit. Den Höhe=
punkt
erreichte der Sänger aber in der ganz wunder=
roll
und mit phänomenaler Stimmpracht geſungenen
Verzweiflungsſzene nach der Kataſtrophe, von der wir
einen ſo tiefgehenden Eindruck kaum je zuvor empfan=
gen
haben. Dieſe große Enſembleſzene des (ſonſt nicht
ohne Mißhelligkeiten verlaufenen) zweiten Aktes war
überhaupt der Höhepunkt des Abends; denn auch Frl.
Walker ſang ihre Partie unvergleichlich ſchön. S
mutete dieſes Enſemble faſt wie eine neue Offenbarung
an. Eine hervorragende Leiſtung des Herrn Bolz war
im letzten Akte noch die meiſterhaft geſungene Erzähl=
ung
von der Romfahrt und die ſich daran anſchließende
Schlußſzene, in der man Töne von hinreißender
Wirkung zu hören bekam.
Die übrigen Partien waren in früherer Weiſe von
hieſigen Kräften beſetzt. Herr Weber ſang den
Wolfram mit gewohnter tonlicher Wärme und Schönheit,
Frau Morny die Venus und Herr Stephani den
Landgrafen uſw. Sehr ſchön abgetönt war das Sän=
gerenſemhle
im erſten Akt.

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.

* In einem Konzert des Danziger Sängerbun=
des
in Danzig, bei dem u. a. das große Chorwerk
Hakon Jarl von C. Reinecke zur Aufführung gelangte,
wirkte Herr Hermann Arnold aus Darmſtadt zu=
ſammen
mit dem früheren Mitgliede des Darmſtädter
Hoftheaters Herrn Minner mit. Die Danz. Neueſten
Nachrichten ſchreiben darüber: Herrn Arnolds wirklich
ſchöner Bariton kam beſonders in der anſpruchsvollen vier=
ten
Szene der Kantate herrlich zur Geltung und ließ auch
in den Liedern von Brahms und Wagner die alte Schule
erkennen. Die Danziger Allg. Ztg. ſchreibt: Für die
Interpretation der ſcharf charakteriſierten Perſonen waren
unſere beſten heimatlichen Künſtler gewonnen worden.
Herr Arnold ſang den Hakon Jarl mit ſeinem angenehmen
Bariton. Es gelang ihm, aus dieſem nordiſchen, zu blu=
tiger
Tat geneigten Helden eine wirkungsvolle Figur zu
machen.
CK. Der Wolkenkratzer als Spielplatz.
In den dichtbevölkerten Arbeitervierteln New=Yorks,
wo die Kinder, zwiſchen hohen Häuſern eingeengt, die
Straße zur Ausübung ihrer jugendlichen Spiele be=
nutzen
müſſen, wird ſich demnächſt ein origineller Bau
erheben, ein neuer Wolkenkratzer, der aber
röllig verſchieden iſt von den rieſigen, turmartigen
Häuſerbauten, die für die amerikaniſche Bauweiſe ſo
bezeichnend ſind. Dieſer neue Wolkenkratzer wird ge=
wiſſermaßen
nur das Gerüſt eines Hauſes darſtellen,
man wird durch den ganzen Bau hindurchſehen kön=
nen
, denn nirgends werden die Seiten von Mauern
mſchloſſen, und überall ſieht man nur die mächtigen
Stahlpfeiler, über denen ſich Stockwerk auf Stockwerk
türmt. Dieſer eigenartige Bau, mit dem ſich ein inter=
eſſanter
Aufſatz des World Magazine beſchäftigt, iſt
das Ergebnis langer Beratungen, die zwiſchen der
New=Yorker Geſellſchaft für Kinderſpielplätze und
einem bekannten amerikaniſchen Architekten ſtattfanden,
es iſt ein Werk ſozialer Jugendfürſorge,
denn dieſer neue Wolkenkratzer wird keinem findigen
Kapitaliſten Verzinſung bringen und dem Beſitzer nicht
einen Pfennig Mietseinnahme. Von Jahr zu Jahr
wuchs die Schwierigkeit, der Jugend der New=Yorker
Bevölkerung geeignete Spielplätze zu bieten, in denen
die Kinderwelt. Gelegenheit fände, in freier Luft und
geſunder Bewegung ihren Tatendrang auszutoben. Die
Pläne, die auf die Errichtung großer Spielplätze
außerhalb der Stadt abzielten, erwieſen ſich von vorn=

herein als ausſichtlos; denn die Mütter der niederen
Bevölkerungsklaſſen haben weder Zeit noch das Geld,
die Koſten und Umſtände einer langen Fahrt zu den
weit abgelegenen Plätzen auf ſich zu nehmen, und auch
die Kinder ſelbſt verſäumen bei einer ſolchen Reiſe
koſtbare Zeit, die bei fröhlichem, geſundem Spiel viel
beſſer angewandt wäre. Die Frucht ſolcher Erwäg=
ungen
iſt nun dieſer große, ſtählerne Wolkenkratzer,
in dem große, weiträumige, offene Spielplätze für die
Jugend, in Etagen übereinandergeſchichtet, eingerichtet
werden. Mit einem Koſtenaufwand von nur ½ Mil=
lion
Mark gewinnt die New=Yorker Geſellſchaft für
Kinderſpielplätze hier mehr als 50000. Quadratfuß
Spielfläche, auf der die New=Yorker Kinder ſich luſtig
tummeln können. Der Plan ſieht im Keller die An=
lage
großer Schwimmbaſſins vor. Der Par=
terreſtock
iſt für die Mütter gedacht, die ihre Kleinen
hier in den Kindergarten führen, und demgemäß
iſt auch alles eingerichtet: Spielgeräte für die Kleinen,
Sandhaufen, an den Seiten Plätze für die Kinder=
wagen
, und die nötigen Sitzgelegenheiten für die Er=
wachſenen
. In einer Ecke des Baues iſt eine Milch=
ſtation
eingerichtet, in der gegen geringes Entgelt
ſteriliſierte Milch für die Kinder abgegeben wird. Die
Parterre=Etage iſt ſo eingerichtet, daß ſie gegen Abend
geſchloſſen werden kann, ſodaß damit auch ein Raum
gewonnen iſt, in dem in den Winterabenden Vorleſ=
ungen
und Vorträge ſtattfinden können. Die übrigen
Stockwerke ſind für die reifere Jugend vorgeſehen. So
enthalten das zweite und das dritte Stockwerk alle
Turn= und Spielgeräte, die für Kinderzbis zum
Alter von 14 Jahren geeignet ſind, Schaukeln, Kletter=
bäume
, Reck und Barren, Wippen und dergleichen. Der
Boden iſt mit Holz belegt, ſodaß auch Rollſchuh=
laufen
möglich iſt. In der vierten Etage iſt der
Turnplatz für Mädchen über 14 Jahren eingerichtet;
der Turnplatz für die Knaben im gleichen Alter liegt
eine Etage höher. Er iſt umrahmt von kleinen Gar=
tenanlagen
, die kranken und ſchwächlichen Kindern
zugewieſen werden, welche nicht kräftig genug ſind, um
an den anſtrengenderen Spielen der robuſteren Alters=
genoſſen
teilnehmen zu können. Auf den einzeknen
Etagen ſind überall Rennplätze für Wettkämpfe und
Plätze für Ballſpiele vorgeſehen. Der Zutritt zu die=
em
Spielhauſe ſteht allen Kindern frei, Eintritt wird
nicht erhoben, und das einzige, was die Amerikaner
als Entgelt für dieſe großzügige Fürſorge für die
ſtädtiſche Jugend fordern, das iſt: ein angemeſſenes
Betragen der Kinder auf den Plätzen.

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Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Nummer 22.

koration. Im großen Galerieſälchen laden reizende
Sektlauben zu angenehmem Aufenthalte ein. Im klei=
nen
Galerieſälchen winkt eine Tiroler Weinſtube zu
kleinen Erfriſchungen, und die Bühne wird in ein Mün=
chener
Bierlokal verwandelt. Zwei Muſikkapellen wer=
den
abwechſelnd ihre Weiſen ertönen laſſen. Fremde
haben Zutritt. (Näheres ſiehe Anz.)
Bürgerverein Darmſtädter Fechtklub laden
ihre Mitglieder für nächſten Samstag zu einem Mas=
kenball
in die Feſtſäle des Hotel Heß. Wie im Vor=
jahre
, ſo iſt auch jetzt wieder davon abgeſehen worden,
dem Feſt einen beſtimmten Charakter zu geben, in der
Hoffnung, daß ſich umſomehr frohes, buntbewegtes
Leben und Treiben entwickeln wird. Daneben ſollen
beſondere Vorführungen für die Unterhaltung der Zu=
ſchauer
dienen und wird außerdem den Damen durch
ein hübſches Andenken eine Aufmerkſamkeit erwieſen
Es iſt zu erwarten, daß der Maskenball ebenſo gut be=
ſucht
wird, wie der vorjährige. (Siehe Anz.)
Der große Maskenball der Karnevalgeſellſchaft
Narrhalla findet, wie alljährlich, am Samstag vor Faſt=
nacht
ſtatt, das iſt am 5. Februar, und zwar in
ſämtlichen Räumen des Städtiſchen Saalbaues.
In den heute und morgen erſcheinenden Anzeigen ſind
Eintrittspreiſe uſw. bekannt gegeben.
Orpheum. Anläßlich der Feier des Geburtstages
S. M. des Kaiſers findet heute eine glänzende Feſtvorſtel=
lung
ſtatt, wozu beſondere Vorbereitungen getroffen wur=
den
. Im Mittelpunkt der Darbietungen ſteht natürlich
Liane de Vriés, die eine von ihr ſelbſt kreierte Piece
La Bouquetiére bringen wird, wobei ſich die liebens=
würdige
Künſtlerin als Blumenſpenderin betätigt; jedes
einzelne Bukett trägt an einer Schleife in den deutſchen
Farben ihr Bild mit eigenhändiger Unterſchrift. Eine
patriotiſche Allegorie in Gold=Bronze wird der
Bedeutung des Tages entſprechend von der Milos=Comp
dargeſtellt, ſowie auch alle übrigen Mitglieder des vorneh=
men
Enſembles ihr beſtes bieten werden. Liane de Vriés
wird heute abend, abgeſehen von ihrem berühmten Bril=
lantenſchmuck
von enormem Wert, eine Prunktoilette tra=
gen
, die 2500 Franken gekoſtet hat.
Im Kaiſerpauorama iſt den Reiſeluſtigen noch
einige Tage Gelegenheit geboten, die Gebirgswelt der
Jungfrau und deren wunderbare Umgebung zu be=
wundern
.
§ Brand. Am Mittwoch vormittag gegen 6 Uhr
geriet ein im Hauſe Mathildenſtraße Nr. 9 lagernder
kleinerer Haufen Holzwolle in Brand, der durch die
herbeigerufene Feuerwehr alsbald gelöſcht wurde. Ein
weiterer Schaden iſt nicht entſtanden. Die Frei=
willige
Feuerwehr ſchreibt dazu: Zu einem
ſchon ziemlich weit vorgeſchrittenen Kellerbrand, der be=
reits
das ganze Treppenhaus mit ſtarkem Rauch erfüllte,
wurde geſtern morgen 5 Uhr 48 Min. die Feuerwache
nach Mathildenſtraße Nr. 9 alarmiert. Das Feuer hatte
an größerem Vorrat von Packſtroh, das in dem Keller
aufbewahrt war, raſch Nahrung gefunden. Der Brand
wurde, ohne weiteren Schaden zu verurſachen, mit einer
Leitung von der Gasſpritze in kurzer Zeit bewältigt.
§ Feſtgenommen. Ein 30 Jahre alter Mechaniker
von hier iſt wegen vielfacher Betrügereien feſtgenom=
men
worden
A Vom Odenwald, 24. Jan. Daß Viehzucht ſich
unter Umſtänden ſehr gut rentieren kann, zeigt fol=
gende
Tatſache: Der Landwirt L. Sattler von Air=
lenbach
verkaufte unlängſt eine ältere Kuh für 500 Mk.
Mit dieſem Tier, der Raſſe Odenwälder Rotvieh zu=
gehörend
, wurden errungen: ein erſter Preis von 80
Mk., vier erſte Preiſe von je 100 Mk., macht 400 Mk.,
Anteil an fünf großen Sammelpreiſen 150 Mk., macht
in Summa 630 Mk. Somit brachte dieſes Tier ſeinem
Beſitzer rund 1100 Mk. ein. Dabei ſind nicht gerechnet
die Einnahmen, die ſich aus der Aufzucht und dem Ver=
kauf
von Jungvieh ergaben. Daß dieſe auch bedeu=
tend
waren, erhellt aus dem Umſtand, daß die Nach=
frage
nach Tieren von ſolcher Abſtammung gewiß groß
iſt. Faſt bei allen Viehſchauen und Prämiierungen
ſchnitten die Airlenbacher Landwirte mit ihrem Oden=
wälder
Rotvieh ſehr gut ab.
Stockſtadt a. Rh., 26. Jan. Der auf dem Gute
Guntershauſen des Freiherrn von Heyl in Dienſten
ſtehende Jäger Jak. Dillmann von hier verun=
glückte
heute nachmittag. Bei einer Kahnfahrt auf
dem Rhein machte ihn ſein Begleiter darauf aufmerk=
ſam
, daß ſein Gewehr im Waſſer hänge. Dillmann
wollte das Gewehr hochheben, blieb dabei hängen, das
Gewehr entlud ſich und durchſchoß ihm den rechten
Arm. Aerztliche Hilfe war ſofort zur Stelle. Der
Mann wurde ins Krankenhaus nach Darmſtadt ge=
bracht
. Der Verluſt des Armes wird befürchtet.
Mainz, 26. Jan. Das hieſige Kriegsgericht ver=
urteilte
heute den Musketier des 88. Infanterie= Regi=
ments
Gutberlet, der 15 Jahre bei der Fremden=
legion
gedient hatte, wegen Fahnenflucht und Wider=
ſtands
gegen die Staatsgewalt zu einem Jahre und

zwei Monaten Gefängnis, ſowie Verſetzung in die 2.
Klaſſe des Soldatenſtandes.
Heuchelheim, 25. Jan. Seit geſtern morgen hat es
geſchneit und jedes Kind kann noch Stunden Weges im
Schnee ſtrampeln, aber das Bieberlieschen liegt,
ſo ſchreibt der G. A. auf der Station Heuchelheim
feſt zum Spott der Leute. Die Vorſicht, zwei Maſchinen
vor den in Gießen um 1,15 Uhr abgehenden Zug zu
ſpannen, hat die geſtrige Betriebsſtörung hervorge=
rufen
. Die vordere Maſchine ſprang nämlich aus und
fuhr in das Gleis zur Rechten, während die zweite Ma=
ſchine
mit den Wagen in das linke Gleis fuhr. Die
vordere Maſchine kam plötzlich in ſo gefahrvolle ſchiefe
Lage, daß ſich das Perſonal durch Abſpringen retten
mußte. Auch die Paſſagiere ſind mit dem Schrecken
davongekommen. Die Sache hätte an einer anderen
Stelle großes Unglück anrichten können, zumal gerade
der Mittagszug regelmäßig ſtark beſetzt iſt.

Kleines Feuilleton.

CK. Die Rieſenkraft eines Tobſüch=
tigen
führte am Sonntag in dem Gefängnis Tren=
ton
=Gaol, New=Jerſey, zu einer aufregenden Szene.
Der zum Tode verurteilte Mörder Giovanni Mayoni
wurde plötzlich tobſüchtig und gab ein faſt wunderbares
Beiſpiel rieſiger Kraft. Er zerſchmetterte zunächſt in
ſeiner Zelle alle Gegenſtände, auch die eiſerne Bett=
ſtelle
, und riß dann die mächtigen ſchweren Eiſenbarren
der Türvergitterung aus den Angeln. Aus der Wand
zerrte er ein langes, faſt ein Zoll dickes Bleiſtück, das
er mit den Händen ſo leicht umbog, als handelte es ſich
um eine Weidenrute, und mit dieſer Waffe in der Hand
bahnte er ſich den Weg auf den Korridor. Während
dieſes Ausbruches blinder Wut ſchrie Mayoni, der ein
ſehr kräftiger Mann iſt, wie ein vom Teufel Beſeſſener;
die Wärter waren ſo überraſcht und verblüfft, daß ſie
ſich in reſpektvoller Entfernung von dem wahnſinnigen
Herkules hielten und ziemlich faſſungslos berieten,
was man tun könne. Der Gefängnisgeiſtliche, der
herbeieilte, um den Wütenden zu beruhigen, wurde von
Mayoni ſo heftig angefahren und bedroht, daß der gute
Vater entſetzt und laut um Hilfe rufend davonlief. In=
zwiſchen
hatte der Tobſüchtige die Gitterbarren teils
ausgeriſſen, teils ſo weit verbogen, daß er ſeine Zelle
verlaſſen konnte. Er ſchien geſonnen, alle Mörder, die
in den Nachbarzellen eingeſperrt waren, zu befreien.
Aber inzwiſchen hatten die verblüfften Wärter endlich
ihre Faſſung wiedergewonnen. Sie alle taten ſich zu
einem Angriff auf den tobenden Rieſen zuſammen.
Während von der oberen Galerie des Ganges aus
einer der Beamten einen mächtigen Strahl eiskalten
Waſſers in das Geſicht Mayonis richtete, griffen ihn je
15 Wärter von vorne und im Rücken an, warfen den
Widerſpenſtigen zu Boden und feſſelten ihn trotz aller
Gegenwehr und der fürchterlichſten Drohungen. Die
Gefängnisdirektion kennt keinen ähnlichen Fall von
beiſvielloſer Körperkraft; die dicken Eiſenbarren, die

ſonſt gewöhnlich für ſchwere Verbrecher angewandt
werden, ſind halb ſo dick, wie die Vergitterung der Zelle
Mayonis. Man nimmt an, daß der Wahnſinnsanfall
eine anormale Steigerung der Muskelkraft bewirkt
haben müſſe.
* Eine bemerkenswerte Neuerung wird
die Firma Rudolf Herzog in Berlin einführen. Sie
wird am Geburtstage des Kaiſers ihr Haus nicht illu=
minieren
. Der Chef der Firma hat ſtatt deſſen die
Summe von 10000 Mark der Kaiſerin zur Verfügung
geſtellt, die nach ihrem Befinden für wohltätige Zwecke
Verwendung finden ſollen.
* Heiteres aus der Theaterwelt. Die
auch anderswo manchmal zweifelhafte Stabilität der
Theater=Möbel bereitete jüngſt in Halberſtadt, wo das
Opern=Enſemble des Halliſchen Stadttheaters gaſtierte,
Verdis Oper Rigoletto einen von dem Komponiſten
nicht gewollten Erfolg. Im letzten Akte, in der Hütte
des Banditen Sparafucile, ließ ſich Maddalena auf den
Schoß des Herzogs nieder. Das muß nun dem Stuhl,
auf dem der Herzog ſaß, zuviel geworden ſein, denn er
brach mit großem Gepolter unter der Laſt des Liebes=
paares
zuſammen, und der Herzog ſowie Maddalena,
die aneinander Halt zu gewinnen ſuchten, wälzten ſich
auf dem Boden. Trotz des tragiſchen Stückes er=
ſchütterte
große Heiterkeit das Haus. Stürmiſch
klatſchte das Publikum da capo, und mit der Stimmung
war es für dieſe Vorſtellung vorbei.
* Ein Heuchler. Der Münchener Studioſus
Pümple erhält im zehnten Semeſter den Beſuch ſeines
alten Herrn in der Reſidenzſtadt. Wie ſie miteinander
durch die Straßen gehen, wandelt den Vater ein Durſt=
gefühl
an und er fragt ſeinen Sohn: Wollen wir auf
ein Stündchen ins Hofbräu gehen? Wenn Du
willſt, lieber Vater? verſetzte der und wendet ſich
alsbald an einen Vorübergehenden: Bitte ſchön,
könnten Sie uns vielleicht ſagen, wo das Hofbräuhaus
liegt?"

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 25. Jan. Heute abend
fand bei dem franzöſiſchen Botſchafter Cambon und
Gemahlin eine Abendunterhaltung mit an=
ſchließendem
Souper ſtatt, anläßlich der Eröffnung der
franzöſiſchen Ausſtellung. Das Kaiſerpaar war
der Einladung des Botſchafters gefolgt, ebenſo das
Kronprinzenpaar, das Prinzenpaar Heinrich
und das Prinzenpaar Auguſt Wilhelm. Der Kaiſer
mit dem Gefolge erſchien gegen 9 Uhr. Anweſend
waren ferner der Reichskanzler v. Bethmann Hollweg,
Staatsſekretär Frhr. v. Schön, die Miniſter v. Trott
zu Solz, v. Heeringen, Staatsſekretär v. Tirpitz mit
Gemahlin, der Präſident der Akademie der Künſte,
Profeſſor Kampf mit Gemahlin, Generalkonſul Schwa=
bach
mit Gemahlin, die Herren der Delegation des
Inſtituts und andere franzöſiſche Kunſtfreunde und
Künſtler. Nach künſtleriſchen Darbietungen, u. a. Ge=
ſangsvorträgen
von Frl. de Mougeot von der Großen
Oper in Paris und der Aufführung des erſten Aktes
von Beaumarchais’ Barbier von Sevilla, unter Mit=
wirkung
von Mitgliedern der Comédie Francaiſe,
folgte ein Souper von 200 Gedecken. Die Stadt=
verordnetenverſammlung
lehnte die Be=
willigung
von 10000 Mark für die Heilsarmee ab und
genehmigte für Zwecke der Schulzahnpflege 30000 Mark.
Große Scharen zogen geſtern nachmittag aufs Tem=
pelhofer
Feld und den Kreuzberg, um den neuen
Kometen zu ſehen. Operngläſer, Fernrohre u. dgl.
wurden ausgewickelt, und das Suchen begann um fünf
Uhr. Unverwüſtlich ſchaut man hinauf und ſucht den
mit Schneewolken behangenem Himmel ab. Einige
finden wirklich ein paar Sterne. Man weiß zwar
nicht weshalb, aber man drängt ſich in Haufen zuſam=
men
. Man hat bald gefunden, daß einige der Sterne
Warenhauskuppeln ſind. Die werden alſo außer
Konkurrenz geſtellt, und nach verſchiedenen weiteren
Abzügen bleibt ſchließlich noch ein ſtattlicher, gelblich
ſchimmernder, großer Stern übrig, der nun allgemein
ſcharf aufs Korn genommen wird. Nur der kann’s
ſein! erklärt ein Herr. Und man fängt an zu ſtau=
nen
. Da wird die Andacht geſtört. Das iſt ja die Uhr
vom Rathausturm!
heißt es. Wahrhaftig! Ueber=
haupt
iſt das ja hier Norden! ruft ein anderer. Un=
willig
macht alles Kehrt. Der Komet ſoll ja im Süd=
weſten
erſcheinen! Man läßt die Blicke über das immer
noch nicht bebaute Aufmarſchgelände hinweg zum Him=
mel
ſchweifen und unterſucht ſehr ſcharf, bis endlich
einer herausplatzt: Der Himmel iſt ja ſo bedeckt, daß
man überhaupt keinen Kometen ſehen könnte!
All=
mählich
leuchtet das den Sternguckern ein. Enttäuſcht
werden die Inſtrumente wieder eingewickelt und man
zieht ſich verſchnupft zurück. Die Rangen, die noch
herumtollen, machen ſogar noch dumme Witze über die
Kometen, denen der Benzin ausgegangen ſei. Dann
ſenkt ſich die Stille des Winterabends über das Feld.
Heidelberg, 26. Jan. Allen Dementis zum Trotz
kann auf Grund perſönlicher Information an behörd=
licher
Stelle feſtgeſtellt werden, daß ſich Dr. Cook be=
ſtimmt
während der letzten Wochen einige Tage in
Heidelberg aufgehalten hat; ob unter ſeinem richtigen
oder angenommenen Namen, iſt nicht in Erfahrung zu
bringen, da über Details über Cooks Aufenthalt in
Heidelberg von der Behörde jede weitere Auskunft
verweigert wird. (Frkf. Ztg.)
München, 26. Jan. Die L. N. N. hatten neulich
von einem Münchener Zollhinterziehungs=
prozeß
berichtet, welcher durch die Bezugnahme auf
den Simpliziſſimus ein öffentliches Intereſſe
gewann und darum auch von uns erwähnt wurde. Hierzu
erläßt nun Ludwig Thoma eine Erklärung, der wir aus
Billigkeitsgründen den Raum nicht verſagen dürfen.
Es heißt darin: Ein im Herbſt 1908 von Albert Langen
entlaſſener Ingenieur B., der mit Verlag oder Redak=
tion
des Simpliziſſimus nie in Verbindung geſtan=
den
hatte, wurde beſchuldigt, einige Zuſt=Automobile

über die Grenze unverzollt gebracht zu haben. Da er
die Tatſache, wie mir ſcheint, nicht gut beſtreiten konnte,
wollte er ſich damit entſchuldigen, daß er ſeinen frü=
heren
Chef Albert Langen als Anſtifter angab.
Er benannte für ſeine Behauptungen einige Zeugen,
die ihn ſamt und ſonders Lügen ſtraften. Noch wichti=
ger
für Langen war es, daß er durch Vorlage der Kaſſa=
bücher
nachweiſen konnte, daß Herr B. den Zollbetrag
für jedes einzelne Automobil aus der Kaſſe der Chauf=
feurſchule
München, =G. m. b. H., neben ſeinen Reiſe=
gebühren
bar erhalten hatte. Und damit war für die
recherchierende Behörde, wie auch ſpäterhin für das Ge=
richt
wohl der Beweis gebracht, daß Herr B. ausſchließ=
lich
zu ſeinem Vorteile die Zolldefrautationen be=
gangen
hatte. Der mitangeklagte Geſchäftsführer der
Chauffeurſchule München, Herr G., hat in der Verhand=
lung
nachdrücklich dieſe Tatſache hervorgehoben und die
ſchlechten Ausreden des Herrn B. beſtritten. Seine auf
Grund perſönlichen Wiſſens abgegebene Erklärung, daß
der verſtorbene Verleger Langen mit der Sache nichts
zu tun gehabt und insbeſondere, daß er ſich nie aus den
Defraudationen Vorteile verſchafft habe, wurde vom
Staatsanwalte in der Anklage, wie vom Vorſitzenden in
der Urteilsbegründung als erwieſen gewürdigt. Herr
G. wurde auch nicht wegen Zolldefraudation verurteilt,
ſondern nur für einen Teilbetrag haftbar gemacht, wegen
mangelahfter Ueberwachung des Ingenieurs B.. Ge=
gen
Herrn Langen aber war nie ein Verfahren
eingeleitet worden. Das Leipziger Blatt wird nicht:
umhin können, ſich zu dieſer Sache zu äußern.
Dresden, 20. Jan. Ein 20jähriger Dienſtknecht, der
dieſer Tage wegen eines Einbruchsdiebſtahls verhaftet
wurde, har ein Geſtändnis abgelegt, am Abend
des 20. November vor. Jahres den Fleiſcherlehrling
Hölſch auf der Landſtraße bei Opersbach mit einem Stein
erſchlagen und dann das einkaſſierte Geld geraubt zu
haben. Wegen der Mordtat waren bereits verſchiedene
Perſonen unſchuldig in Unterſuchungshaft genommen
worden.
Wattenſcheid, 25. Jan. Auf telegraphiſche Weiſung
des Kaiſers wird morgen abend im Hotel Rheingold
für die geretteten 6 Bergleute ein Feſt=
eſſen
ſtattfinden. Die Geretteten ſind ſo weit wieder
hergeſtellt, daß ſie vorausſichtlich an dem Feſtakt teil=
nehmen
können. Jedem der Geretteten wurde von der
Zechenverwaltung ein Geldgeſchenk von 100 Mark über=
reicht
.
Bern, 25. Jan. Der Oeſterreicher Ilnicki, der
im Jahre 1904 einen Schuß auf den ruſſiſchen Ge=
ſandten
von Sadowſki in Bern abgefeuert hat, iſt aus
der Irrenanſtalt Krakau entkommen. Man be=
fürchtet
, daß er neue Attentate begehen könnte. Die
Polizei fahndet nach ihm.
Petersburg, 26. Jan. Hier herrſcht heute furcht=
bare
Kälte, ſo daß Wölfe und Wild, von Hunger
getrieben, in die Vororte und ſelbſt bis in die Straßen
von Petersburg ſich wagt. Die erſchöpften Tiere wer=
den
von den Bewohnern totgeſchlagen. In den Straßen
der Stadt ſtehen überall Koksöfen, an denen ſich die
Paſſanten die erſtarrten Glieder erwärmen.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach=
ſehenden
Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Ueber das Wiener Roſé=Quartett,
das am nächſten Donnerstag, 3. Februar, zum erſten=
male
in Darmſtadt auftreten wird, ſchreibt Dr. Leopold
Schmidt im Berliner Tageblatt: Nach einer Pauſe
von vielen Jahren iſt geſtern das berühmte Roſé=
Quartett aus Wien zu uns zurückgekehrt, um im Bech=
ſtein
=Saal Proben ſeines Könnens abzulegen. Kaum
war der erſte Satz eines Mozartſchen Streichquartetts
verklungen, da hatte man im Saal bereits die Ueber=
zeugung
, ſich einer Künſtlervereinigung von ungewöhn=
lichen
Qualitäten, im einzelnen wie im ganzen, gegen=
überzufinden
. Die Vier ſtehen ſo ganz auf der Höhe,
daß ſie zur Beſtärkung des Eindrucks nicht ihres Preſtiges
bedürfen; ſie ſiegen durch die momentane Leiſtung, und
wüßte man es nicht, ſo müßte man es nach dem geſtrigen
Abend ſagen: das iſt ein ganz ausgezeichnetes Quartett.
Nun ſind wir heutzutage gewiß nicht arm an guten
Quartettſpielern. Eine ſolche Fülle und Schönheit des
Tones, eine ſolche Ausgeglichenheit des Klanges in allen
vier Inſtrumenten, wie ſie dieſe Wiener bieten, bekommt
man aber doch ſelten zu hören. Nächſt dem ſinnlichen
Wohllaut, der das oft nur in gedanklicher Abſtraktion
genießbare Muſizieren mancher Streichquartette glücklich
vermeiden läßt, ſchätze ich das Temperamentvolle des
außerordentlich fein kultivierten Vortrags.

Parlamentariſches.

*X* Darmſtadt, 26. Jan. Der Finanz=
ausſchuß
ſetzte heute vormittag und nachmittag
mit der Regierung ſeine Etatsberatung fort; es
wurde auch eingehend über eine in der geſtrigen Sitz=
ung
vom Abgeordneten Molthan abgegebene Erklär=
ung
debattiert, daß ſeine Aeußerungen bei der Etats=
beratung
über ſeine Stellung zu landwirtſchaftlichen
Forderungen irrig aufgefaßt worden ſeien. Ueber den
Inhalt der im Ausſchuß erzielten Verſtändigung ſoll
morgen eine offizielle Darlegung in der Darmſtädter
Zeitung erfolgen. Die Beſprechung über den Forſt=
etat
wurde heute zu Ende geführt, ebenſo über die Ka=
pitel
Weinbau=Domänen, Lotterie, Staats=Eiſenbahnen,
Landſtände uſw. Beſchlüſſe wurden jedoch noch nicht
gefaßt. Nächſte Sitzung Freitag vormittag.

Luftſchiffahrt.

sr. Der aviatiſche Wettbewerb für einen
Diſtanzflug von London nach Mancheſter, für den die
Daily Mail 1000 Pfund ausgeſetzt hat, läuft am
nächſten Sonntag ab. Der engliſche Aviatiker Cody,
der mehrmals verſuchte, den Preis zu gewinnen, hat
jetzt definitiv das Vergebliche ſeiner Bemühungen ein=
geſehen
und damit begonnen, ſeinen Apparat zu demon=
tieren
. Es iſt ſomit wahrſcheinlich, daß der hohe Preis
an den Stifter zurückfallen wird.

Handel und Verkehr.

* 480 Millionen neue Reichs= bezw.
Staatsanleihen. Unter Führung der Reichsbank
und der Königlichen Seehandlung gebildete Konſortien,
welchen die Königliche Hauptbank in Nürnberg und die
anderen im Vorjahre bei gleicher Gelegenheit beteilig=
ten
Bankfirmen angehören, übernahmen am Dienstag
von den Finanzverwaltungen 340 Millionen Mk.
deutſche Reichsanleihe und 140 Millionen
Mk. preußiſche konſolidierte Staatsan=
leihe
, beide 4prozentig und bis 1. April 1918 unkünd=
bar
. Die öffentliche Zeichnung findet am 5. Februar
1910 zum Kurſe von 102 an denjenigen Stellen ſtatt, bei
denen im Vorjahre die 4= und 3½prozentige Anleihe
aufgelegt war. Für Stücke, die unter Sperrung bis 15.

[ ][  ][ ]

Nummer 22.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Seite 5.

Januar 1911 in das Reichs= bezw. Staatsſchuldbuch ein=
getragen
werden, beträgt der Zeichnungspreis 20 Pfg.
weniger.
* Berlin, 25. Jan. Am 1. Februar wird zwi=
ſchen
dem Deutſchen Reich, Oeſterreich= Un=
garn
und der Schweiz ein Poſtgiroverkehr
in der Weiſe eingerichtet, daß jeder Inhaber eines
Scheckkontos bei dem deutſchen Poſt=Scheck=Amt von ſei=
nem
Konto Beträge auf das Scheckkonto bei dem k. k.
Poſtſparkaſſenamt in Wien oder der königlich ungari=
ſchen
Poſtſparkaſſe in Budapeſt oder des ſchweizeriſchen
Poſtſcheckbureaus überweiſen kann; ebenſo kann auch
der Inhaber eines Scheckkontos, das bei einer der ge=
nannten
ausländiſchen Verwaltungen geführt wird,
Ueberweiſungen auf das deutſche Pottſcheckkonto in Auf=
trag
geben.

Unwetter.

H.B. Wien, 26. Jan. Nach Meldungen aus der
Provinz hat der geſtrige Schneefall vielfach den
Bahnverkehr gehemmt. In den Alpenländern ſind die
Anſiedelungen durch Lawinenſtürze fortdauernd ge=
fährdet
. Der Wien-Nizzaer Expreßzug erlitt, wie aus
Wiener=Neuſtadt gemeldet wird, eine 5ſtündige Ver=
ſpätung
, da er im Schnee ſtecken blieb. Heute hat
der Schneefall nachgelaſſen.
* Rom, 25. Jan. Ein großer Teil Italiens iſt
von Unwettern heimgeſucht worden. In der ver=
gangenen
Nacht und heute vormittag ſind in Rom
wolkenbruchartige Regengüſſe niederge=
gangen
. Im Hafen von Neapel richtete das Unwetter
unter den Fiſcherfahrzeugen großen Schaden an. Der
Kai Via Caracciolo wurde durch Wellen beſchädigt.
Auch in der Umgegend von Genua richtete das Un=
wetter
großen Schaden an.
* Genf, 26. Jan. Die Schweiz hat weiter unter
Ueberſchwemmungen und Lawinen zu lei=
den
. Der Eiſenbahnverkehr iſt geſtört. Infolge des
hohen Waſſerſtandes funktionieren auch die Schleuſen=
anlagen
nicht mehr. Man befürchtet eine Kataſtrophe.
* Palermo, 25. Jan. Seit zwei Tagen wütet
ein heftiger Sturm, der allenthalben vielen Schaden
anrichtete und im telegraphiſchen und telephoniſchen
Verkehr große Störungen verurſachte. Mehrere Bar=
ken
, die durch den Sturm in Not geraten waren, wur=
den
von der Beſatzung des deutſchen Schiffes Hanſa‟
gerettet.
* Brüſſel, 26. Jan. Die Maas führt ſeit
geſtern Hochwaſſer und iſt zwiſchen Dinant und Namur
über die Ufer getreten. Die Nebenflüſſe ſind infolge
der fortdauernden Niederſchläge in ſtarkem Steigen be=
griffen
. Die Lys und ihre Zuflüſſe ſind ſeit geſtern
bedrohlich gewachſen und haben an mehreren Orten die
Ufer überflutet.
* Kopenhagen, 25. Jan. In ganz Däne=
mark
und Südſchweden herrſcht ſeit geſtern nacht
orkanartiger Sturm, der viele Verkehrsſtör=
ungen
hervorgerufen hat. Zahlreiche Eiſenbahnver=
bindungen
, namentlich auf Jütland, Fünen und
Seeland ſind geſtört oder haben große Verſpät=
ungen
. Der Sturm dauert fort.
H. B. London, 26. Jan. Auf der Nordſee herrſcht
ſchwerer Sturm. Das Unwetter iſt ſo ſtark, daß
der Schiffsverkehr im Kanal unterbrochen iſt. Ueber
200 Paſſagiere warten in Dover auf Gelegenheit zur
Ueberfahrt. Die Torpedoflottille mußte im Hafen von
heerneß Schutz ſuchen. Auf hoher See wurde ein
Dampfer geſichtet, der Not=Raketen und andere Not=
Signale abgab. Der Dampfer Luſitania der Cunard=
Linie konnte bei Fiſhquar weder Poſt noch Paſſagiere
landen.
*London, 26. Jan. Wegen der ſchweren Stürme
iſt der Schiffsverkehr auf dem Kanal unterbrochen.
Ueber 200 Paſſagiere warten in Dover auf die Ueber=
fahrt
, darunter der Herzog von Weſtminſter und der
Erzbiſchof von Canterbury. Im Norden Englands
ſind gewaltige Schneemaſſen niedergegangen. Zahl=
reiche
Züge ſind ſtecken geblieben.

Die Ueberſchwemmung in Frankreich.

* Paris, 25. Jan. Infolge der Ueberſchwem=
mungen
ſind 2657 Telephonverbindungen
in Paris ſeit heute vormittag 10 Uhr unterbrochen,
ebenſo zahlreiche Verbindungen mit der Provinz. Der
Verkehr auf dem Pont d’Alma und dem Pont des
Arts ſowie dem Quai Debilly iſt geſperrt. Vor dem
Miniſterium des Aeußern ſenkte ſich das Erdreich.
Der Verkehr auf der Nordbahn iſt in der Nähe von
Paris teilweiſe durch Dammrutſchungen unterbrochen.
Verſchiedene Nachbargemeinden von Paris, namentlich
Nanterre, Puteaux und Suresnes ſind teilweiſe über=
ſchwemmt
und die Häuſer geräumt. Depeſchen aus Pau
und Bordeaux melden heftige Stürme.
Das Syndikat der Preſſe veranſtaltete zu
Gunſten der Opfer der Ueberſchwemmung
eine Sammlung. Präſident Falliéres zeichnete
20000 Franken, der Miniſterrat ſtiftete 6000 Franken.
Heute vormittag erreichten die Fluten die große Wein=
niederlage
von Bercy und den Boulevard de Grenelle.
Um ein Eindringen des Waſſers in den Louvre zu ver=
hindern
, wurde eine Schutzwehr errichtet. In Paris
herrſcht heftiger Schneefall. Das Waſſer iſt in den
Keller des Hotels Dieu eingedrungen. Die Ueber=
ſchwemmung
macht beſonders im Quartier des Inva=
lides
und hinter dem Bahnhof von Dornay Fort=
ſchritte
; dort ſind die Straßen bis einen Meter hoch
mit Waſſer bedeckt. Man befürchtet, daß die Haupt=
bahn
Paris=Orleans demnächſt in Choiſylerie unter=
brochen
werden muß. Die Nebenflüſſe der
Seine ſteigen gleichfalls andauernd, nur die Yonne
beginnt zu ſinken. In der Nähe von Chambery wurde
ein Deich gebaut, um die bedrohte Stadt zu ſchützen.
Ein heftiger Sturm richtete an der Küſte des Kanals
und am Atlantiſchen Ozean große Verheerungen an.
Präſident Falliéres und die Miniſter
Briand und Millerand beſuchten heute nach=
mittag
die am ſchwerſten von der Ueberſchwemmung
betroffenen Teile von Paris und Umgebung. Der
Präſident ordnete hierbei an, daß alle erforderlichen
Maßnahmen getroffen und alle Formalitäten beiſeite
gelaſſen werden, damit möglichſt raſch Hilfe gebracht
werden könne. In Jory mußte man eine Barke be=
ſteigen
, um die überfluteten Straßen paſſieren zu
können. Von dort kehrte Präſident Fallieres nach
Paris zurück.
* Paris, 25. Jan. Das Hochwaſſer der
Marne bei Alfortville nimmt einen beſorgnis=
erregenden
Umfang an. Das Waſſer erreichte teilweiſe
die erſte Etage der Häuſer. Seit heute vormittag wur=
den
3000 Perſonen auf Booten in Sicherheit gebracht,
3000 konnten ſich ſelbſt retten. Es bleiben noch 10000
Perſonen, die zu bergen ſind. Viele wollen nicht
fort und bitten nur um Lebensmittel. Aber eine
Verproviantierung iſt unmöglich. Zwei Greiſinnen ſind
von den Fluten überraſcht worden und ertranken; auch

zwei Streckenarbeiter die ſich bei den Rettungsarbeiten
beteiligt haben, werden vermißt. Das Hilfswerk
wird fortgeſetzt, doch wird es behindert durch den
Mangel an Beleuchtung. Strenge Maßnahmen wur=
den
gegen die Plünderer getroffen, die auf kleinen
Kähnen unter dem Vorwand, ſich an den Rettungs=
Alle
arbeiten zu beteiligen, die Straßen befahren.
Fahrzeuge ſind deshalb mit Gendarmen und Soldaten
beſetzt worden.
* Paris, 26. Jan. Die von der Preſſe zu Gunſten
der Opfer der Ueberſchwemmungen veranſtal=
tete
Sammlung hatte bis geſtern abend den Betrag
von 248000 Franken ergeben. Außerdem ſind von
zahlreichen Unternehmungen und von Privatperſonen
namhafte Beträge geſtiftet worden. Aus den Pro=
vinzen
laufen immer mehr ungünſtige Mel=
dungen
über die Ueberſchwemmungen ein.
In
Savoyen wurden mehrere an den Bourget=See gren=
zende
Häuſer fortgeriſſen. Mehrere Dörfer ſtehen
unter Waſſer. Zahlreiche Fabriken an der Maas haben
den Betrieb eingeſtellt. In Havre haben wegen des
herrſchenden Sturmes viele Schiffe im Hafen Zuflucht
geſucht. Aus Reims wird gleichfalls heftiger Sturm
und Schneefall gemeldet. In Auxerre (Departement
Yonne) haben etwa 2000 Einwohner ihre Wohnungen
geräumt.
Die Rhone ſteigt weiter. Viele Be=
wohner
in der Nähe von Beauclaire haben ihre
Wohnungen verlaſſen.
* Paris, 26. Jan. Der Marineminiſter erſuchte,
aus Havre und anderen Hafenorten Rettungs=
boote
nach Jory und Alfortville zu entſenden,
damit ſie an den Bergungsarbeiten teilnehmen. 600
Obdachloſe wurden im früheren Seminar von St.
Sülpice untergebracht. In den Städtvierteln Javel
und Berey ſteigt das Hochwaſſer. In den Vororten
Chättou und Lepeeg ſowie anderen überſchwemmten
Orten ſind die Einwohner mit allem, was ſie fort=
ſchleppen
konnten, geflüchtet. In den überſchwemmten
Ortſchaften Neuilly ſur Marne und Brie ſur
Marne ſind mehrere Häuſer eingeſtürzt. Infolge
des weiteren Anſchwellens der Nebenflüſſe der Seine
wird befürchtet, daß der Strom in der Nacht noch um
40 Zentimeter ſteigen wird.
* Paris, 26. Jan. Nach den vom Oberlauf
der Seine eingetroffenen Nachrichten dürfte der
kritiſche Zeitpunkt heute nacht eintreten. Aller Vor=
ausſicht
nach wird das gegenwärtige Hoch=
waſſer
dasjenige von 1902 um 25 Zentimeter über=
treffen
; das in der Pariſer Chronik von 1658 erwähnte
Hochwaſſer ſcheint aber noch größer geweſen zu ſein.
Aus Saint Juſt bei Epernay wird gemeldet, daß der
Deich des Marne= und Rhonekanals geborſten und die
Lage ſehr bedenklich iſt.
* Paris, 26. Jan., 2 Uhr morgens. Aus der Pro=
vinz
laufen weitere Hiobspoſten ein. In Macon
mußte die Bevölkerung vor dem Hochwaſſer die Häuſer
räumen. Die Umgegend von La Breſſe iſt von jedem
Verkehr abgeſchnitten. In Verdun ſind 11 Häuſer ein=
geſtürzt
. In Meaux ſind mehrere Straßen und die Hu=
ſarenkaſerne
überflutet, auch die Nachbarorte ſind unter
Waſſer. In Lille herrſchen heftige Stürme. Im Ar=
rondiſſement
Hazebrouck ſind die Kanäle und Flüſſe
über die Ufer getreten. Im Norden des Pas de Calais
iſt jeder Verkehr unterbrochen. In Souvigny ſur
Orge nimmt das Hochwaſſer in beunruhigendem Maße
zu. Das Elend iſt groß, aller Handel und Wandel ſtockt.
In Epernay iſt die Lage ſehreernſt. In Conflans
ſind 14 Häuſer eingeſtürzt. In St. Juſt durchbrach der
Kanal von Troyes die Damme. Nähere Nachrichten fehlen
noch. Mehrere Familien von Gutspächtern wurden von
den Fluten überraſcht. In Charenton hält das Steigen
der Marne an. 4000 Perſonen müſſen noch die Woh=
nungen
räumen. Aus Bordeaur wird das Anwachſen
der Flüſſe Gers, Charente, Adour und der Dordogne
gemeldet. Mehrere Dächer wurden vom Sturm abge=
hoben
.

Deutſcher Reichstag.

* Berlin, 26. Jan. Vizepräſident Dr. Spahn
eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 16 Minuten.
Die zweite Leſung des Nachtragsetats
für Südweſtafrika
wird fortgeſetzt.
Abg. Dr. Arendt (Reichspt.): Ich begrüße die
Vorlage mit großer Genugtuung, insbeſondere auch
die Aufnahme, die ſie hier im Reichstag gefunden hat.
Ich gebe vollkommen zu, daß zurzeit manches nicht ſo
iſt, wie es ſein ſollte. Zur Einſchränkung der Speku=
lation
in Südweſtafrika werden wir gerne die Hand
bieten. Daß die Kap=Spur beim Bahnbau über die
Schmälſpur definitiv geſiegt hat, begrüße ich mit großer
Freude. Beim Ankauf der Otavibahn haben wir ein
ausgezeichnetes Geſchäft gemacht; dabei iſt es ein
glücklicher Zufall, daß die Diamantenfunde uns zur
Hilfe gekommen ſind. Der Staatsſekretär hat mit
vollem Recht darauf hingewieſen, daß für die wirt=
ſchaftliche
Entwicklung des Landes die Farmerwirt=
ſchaft
wichtiger iſt, als der Diamantenabbau. Wir
ſtehen jedenfalls erſt am Anfange unſerer Kenntniſſe
von dem wirtſchaftlichen Werte unſerer Kolonien. Ein
Segen iſt, daß die Diamantenfunde nicht ſchon früher
gemacht worden ſind; in der Aera Stübel=Helfferich
wäre erheblich weniger für die Reichsfinanzen heraus=
gekommen
. In Paris wie auch in Amerika iſt man
der Meinung, daß die deutſchen Diamanten die beſten
der Welt ſind. Daher iſt zu erwarten, daß wir noch
lange große Einnahmen aus dem Abbau= erzielen
werden zugunſten der Erweiterung des Bahnnetzes und
der Kolonie ſelber. (Bravo!) Die Rechtsverhältniſſe
in der Kolonie ſind ſchwierig. Daher iſt die dortige
rregung wohl erklärlich, wenn ſie auch im höchſten
Maße bedauerlich iſt. (Beifall rechts.) Abg. Storz
(Südd. Vpt.): Die tatſächlich erfolgreiche Arbeit des
Staatsſekretärs wird beſchränkt durch die früher ge=
machten
Fehler. Die Lüderitzbuchter haben ſich in
ihrem Ton vergriffen. Der Reichstag iſt niemals ein
Hindernis für die Betätigung kaufmänniſchen Geiſtes
geweſen. Die Linke wenigſtens war immer gegen alle
Bureaukratie. Auch die Bahnpolitik des Kolonialamtes
iſt anzuerkennen.
Staatsſekretär Dernburg: Ich freue mich, daß
das ſüdweſtafrikaniſche Schutzgebiet im allgemeinen
anerkannt iſt als ein Gebiet, in dem im großen Um=
fange
Farmerwirtſchaft und Viehzucht getrieben wer=
den
kann. Dies iſt nur möglich unter der Voraus=
ſetzung
, daß für den Abſatz der erzeugten Produkte die
nötigen Wege geſchaffen werden. Die bisherige Ent=
wicklung
war infolge des ungenügenden Bahnnetzes
nicht günſtig. Anzuerkennen iſt, daß die Leute, die ſich
in dieſen bahnloſen Gegenden anſiedelten, mit Erfolg
gewirtſchaftet haben. Ich hoffe, daß durch den Ausbau
des Bahnnetzes die dortigen Anſiedler ein auskömm=
liches
Daſein und friſche phyſiſche und moraliſche Kraft
für ihre Arbeit finden mögen. Dieſe Entwicklung

ſoll möglich gemacht werden, das iſt die große Bedeu=
tung
dieſer Vorlage. Noch iſt Südweſtafrika kaum zur
Hälfte durch Bahnen erſchloſſen. Der regneriſche Nor=
den
iſt noch ganz ohne Bahnen, und der ganze Oſten
von Windhuk bis Keetmanshoop iſt kaum beſiedelt.
Daß hierin Wandel geſchaffen werden wird, iſt das
Verdienſt der Vorlage und des Reichstages, der dieſe
Vorlage einmütig anerkennt. Feſtgehalten haben wir
u. a. den Plan, Windhuk zum Anfangspunkte der neuen
Südbahn zu machen. Für die Linie Windhuk= Keet=
manshoop
ſollen 24 Millionen aus der neuen Ein=
nahmequelle
für Diamantenfunde verwendet werden.
Vorläufig haben wir in den Nachtragsetat 6½ Milli=
onen
eingeſtellt. Dieſelbe Summe wird wahrſcheinlich
1910 folgen. Das Riſiko bei der Otavibahn iſt genau
berechnet. Sie wird ſich durch den Frachtanteil aus
den noch nicht erſchloſſenen Gegenden rentieren. Die=
Landkommiſſion hat durch ihre Anregungen, ihre Ar=
beiten
und ihre ſcharfe Stellungnahme in gewiſſen
Punkten die Kolonialverwaltung dankenswert unter=
ſtützt
. Die Aufregung in Südweſtafrika iſt tatſächlich
durch die Neugeſtaltung der Rechtsverhältniſſe hervor=
gerufen
worden, und danach haben wir den Nachtrags=
vertrag
mit der Kolonialgeſellſchaft eingebracht. Viel=
leicht
wird er in der gegenwärtigen Faſſung nicht ab=
geſchloſſen
. Es hat hier an dem notwendigen gegen=
ſeitigen
Sichverſtehen und an der notwendigen Achtung=
geſehlt
. Die Schutzgebiete werden auf Grund des Ge=
ſetzes
von Berlin aus regiert. Der verantwortliche
Staatsſekretär muß in gewiſſen Dingen auch den Aus=
ſchlag
geben und die Initiative haben. Dagegen wen=
den
ſich die Südafrikaner in ihren Depeſchen mit Un=
recht
, wie ſie einſehen werden. Zweifellos iſt es be=
rechtigt
, den Bewohnern der Schutzgebiete diejenigen
Freiheiten zu geben, auf die ſie als Bürger ohne
Zweifel einen gewiſſen Anſpruch haben. Es kann nicht=
verlangt
werden, daß jemand, der hinausgeht in die
Kolonien, dort rein als Objekt der Geſetzgebung von
den Behörden behandelt wird. Sie müſſen in einer
gewiſſen Zeit politiſche Rechte erhalten. Der Sympa=
thiekundgebung
für die ſüdweſtafrikaniſche Bevölke=
rung
ſchließe ich mich an. Wir ſind nicht geneigt, aus
den Vorkommniſſen der letzten Zeit irgendwelche
Konſequenzen zu ziehen. Der Beweis hierfür liegt in
der Bahnvorlage ſelbſt. Trotz großer Kriegsſchulden,
Bahnſchulden und 14 Millionen Mark Militärlaſten
wird davon Abſtand genommen, die Diamantenabgaben
für dieſe Laſten zu verwenden. Durch die Bahnen wird
dem Lande nicht nur in ſtrategiſcher, ſondern auch in
adminiſtrativer Hinſicht geholfen. Von dieſem Geſichts=
punkte
aus begrüße ich die Haltung des Reichstages
in dieſer Frage. (Beifall.)
Abg. Lattmann (wirtſchaftl. Vgg.): Alle bürger=
lichen
Parteien treten für dieſe Vorlage ein. Auch
dje deutſchen Arbeiter haben ein großes Intereſſe an
dem Ausbau des Bahnnetzes, denn nur durch die Bahn
iſt es möglich, die induſtriellen Erzeugniſſe dort abzu=
ſetzen
und die Landesprodukte zur Küſte zu befördern.
Die Entwickelung der Kolonie iſt eine ſehr erfreuliche.
Hinter den letzten Kundgebungen ſteht nur ein kleiner
Teil der dortigen Bevölkerung. Ruhige Elemente der
Farmer müſſen möglichſt unterſtützt werden, damit die
Kolonie über das gefährliche Diamantenfieber glück=
lich
hinwegkommen kann.
Abg. Erzberger
(Ztr.): Wir wollen keine Monopole, und das iſt im
weſentlichen durch den Vertrag des Staatsſekretärs mit
der Kolonialgeſellſchaft erreicht worden. Der Staats=
ſekretär
hat damit die Intereſſen des Fiskus gewährt.
(Beifall.) Abg. Dr. Arning (natl.): Ich kann dieſe
Mitteilungen beſtätigen
Nach kurzen Ausführungen des Berichterſtatters
Abg. Dr. Semler und Abg. Storz (ſüdd. Vp.) wird
der zweite Nachtrags=Etat für das Schutzgebiet für das
Jahr 1909 ohne weitere Debatte nach der Kommiſſions=
faſſung
bewilligt.
Es folgt Punkt 2 der Tagesordnung: Beratung des
zweiten Nachtrags=Etats zum Reichs=
haushaltsetat

für 1909; er wird ohne Debatte bewilligt.
Es folgt die
zweite Beratung der Einnahmen und
Ausgaben der afrikaniſchen Schutzgebiete
und der Südſee=Inſeln
für 1903 und 1905. Abg. Dr. Görcke=Brandenburg
(natl.) bemängelt die hohen Ausgaben für
Gummt,
Tinte und ſonſtige Schreibutenſilien. Eine baldige
Neuregelung des Reiſe= und Tagegelderweſens ſei not=
wendig
. Staatsſekretär des Reichsſchatzamtes Wer=
muth
: Dieſe Neuregelung wird alsbald zum Abſchluß
gebracht werden. Es ſind bei der Vielſeitigkeit der in
Betracht kommenden Verhältniſſe aber mancherlei
Schwierigkeiten zu überwinden. Ich hoffe, daß es in
kurzer Zeit gelingen wird, eine endgültige Regulier=
ung
in dem Sinne zu erzielen, daß die Reiſekoſten ſich
tunlichſt (Heiterkeit) den tatſächlichen Ausgaben an=
paſſen
. Es beſteht wohl auf allen Seiten der lebhafte
Wunſch, daß diefe Angelegenheit nunmehr endgültig
zum Abſchluß kommt. Zurufe links: tunlichſt. ( Hei=
terkeit
.) Abg. Erzberger (Ztr.): Wenn wir mit
dieſer Neuordnung nur nicht in den April geſchickt wer=
den
. Staatsſekretär des Reichsſchatzamtes Wer=
muth
: Ich glaube die Verſicherung abgeben zu können,
daß ſichere Ausſicht beſteht, die Neuregelung noch vor
dem 1. April, am 31. März, in Kraft treten zu laſſen.
(Heiterkeit und Bravo.)
Die Rechnungsſachen werden genehmigt, ebenſo nach
einer kurzen Bemerkung des Abg. Görcke= Branden=
burg
(natl.) die Rechnungsſachen für Afrika und die
Südſee=Inſeln für 1897, 1898 und 1900.
Es folgt die
zweite Leſung des Militäretats.
Die Beratung beginnt mit dem Titel Gehalt des Kriegs=
miniſters
und Repräſentationsgelder 50000 Mark. Abg.
Häusler (Ztr.): Der gegenwärtige Zuſtand des bewaff=
neten
Friedens wird immer mehr ein unhaltbarer. Die
Steuerkraft des Volkes wird dadurch zu ſehr in Anſpruch
genommen. Ausgaben, die für die kriegsmäßige Ausbil=
dung
der Truppen ohne Bedeutung ſind, müſſen einge=
ſchränkt
oder ganz abgeſetzt werden, ſo z. B. die für die
Gardes du Corps und das Lehrbataillon. Die Reiſegebüh=
ren
belaſten den Etat ungewöhnlich und müſſen reformiert
werden, ebenſo das Veterinär= und Medizinalweſen. Auch
hinſichtlich der Kürzung der Dienſtzeit und zur Erzielung
zahlreicher Erſparniſſe könnte der Kriegsminiſter in ſeinem
recht reichen Etat Mittel und Wege ſchaffen (Heiterkeit);
man kann aber zugeſtehen, daß in der letzten Zeit zahlreiche.
Vereinfachungen vorgenommen wurden. Das Parade=
weſen
wird vereinfacht; das wird man gern anerkennen.
Die Schießvorſchriften ſind dahin abzuändern, daß bei dem
gefechtsmäßigen Schießen weniger Munition verpulvert
wird. Hier ſollte die Finanzlage Sparſamkeit gebieten.
Die großen Manöver ſind notwendig. Die koſtſpieligen.
lenkbaren Luftſchiffe und die drahtloſe Telegraphie laſſen
ſich nur in großen Verhältniſſen erprohen. Hier müſſen

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädker Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Nummer 22.

unſere Führer die Proden ihrer Beſähigung ablegen, weit
ihnen dafür im Dienſt die Gelegenheit fehlt.
Abg. Dr. Oſann (natl.): Das innere, Gefühl ge=
bietet
es, des früheren Kriegsminiſters zu gedenken, der
außerordentlich nützlich gewirkt hat. Tatſächlich kann ge=
ſpart
werden bei den Gebühren, den Kommandantenpoſten,
der, Munitionsverſchwendung und den Paraden. Das
Heer ſoll auf der Höhe bleiben, deshalb wollen wir keine
unſinnige Sparſamkeit. Die Veteranen von 1870/71 ſollen
nicht Not leiden. (Bravo! bei den Nationalliberalen.)
Eine Wehrſteuer könnte zu dieſem Zwecke eingeführt wer=
den
. Die vollſtändige Einführung der zweijährigen Dienſt=
zeit
iſt wünſchenswert. Zahlreiche Regimenter ſind im=
mer
noch ſo exkluſiv, daß ſie nur adelige Offiziere haben.
Bei Mißhandlungen iſt zu unterſcheiden, ob ſie aus über=
triebenem
Dienſteifer oder aus Luſt an Roheiten vorge=
nommen
wurden. In Bayern haben ſich die Mißhand=
lungen
in letzter Zeit gehäuft. Bayeriſcher General=
major
Frhr. v. Gebſattel: Ich weiß nicht, wie der
Abg. Oſann zu ſeinen Vorwürfen gegen die bayeriſche
Armee kommt. Ich muß mich dagegen verwahren. Ich
möchte den Herrn Abgeordneten bitten, der einen ſolchen
Vorwurf erhebt, doch einmal die Grundlagen ſeiner Aeu=
ßerungen
anzugeben. Die bayeriſche Armee ſteht am gün=
ſtigſten
da im ganzen Deutſchen Reiche. Im bayeriſchen
Landtag ich rufe den Abg. v. Vollmar als Zeugen an
wurde lediglich geſagt, es ſei zu bedauern, daß die Miß=
handlungen
anſcheinend ſtationär ſind. Es iſt anerkannt,
daß ſie dort geringer ſind, als in anderen deutſchen Län=
dern
. (Lebhaftes Bravo! Bewegung. Redner wird von
den verſchiedenen bayeriſchen Abgeordneten beglück=
wünſcht
.)
Abg. Stücklen (Soz.): Wir bleiben Gegner des mi=
litäriſchen
Syſtems, das uns alljährlich jetzt 900 Millionen
koſtet. Die fortgeſetzten Rüſtungen ſind eine Gefahr für
den Frieden. Zu verwerfen iſt die Verwendung von Sol=
daten
als Jagdtreiber, Landarbeiter und beſonders als
Streikbrecher. In der Schweiz bewährt ſich die Miliz durch=
aus
. Der Kriegsminiſter denkt natürlich nicht an die Schaf=
fung
einer deutſchen Miliz, denn bei der Angſt vor dem in=
neren
Feind ſtehen ihm die Haare zu Berge. (Der Kriegs=
miniſter
fährt ſich gleichzeitig mit der Hand über ſeine
Glatze. Schallende Heiterkeit im ganzen Hauſe.) Auf die
Dauer kann das Volk dieſe großen Laſten nicht tragen.
Kriegsminiſter v. Heeringen: Ich freue mich über
das Vertrauen, das man meinem Vorgänger entgegenge=
bracht
hat, und hoffe, daß es nach und nach auf mich über=
tragen
wird. Eine Vereinfachung des Etats und der Ver=
waltung
, ſowie das Drängen nach Erſparniſſen entſpricht
den Wünſchen der Militärverwaltung. Langjährige Ein=
richtungen
kann man nicht mit einem Male abſchaffen.
Forderungen, die der Budgetkommiſſion überwieſen ſind,
z. B. Beſoldungszulagen, Chargenzulagen, will ich jetzt
nicht erörtern. Die Erhöhung der Soldatenlöhnung be=
grüßen
wir, aber dieſe Forderung muß vorläufig noch zu=
rückgeſtellt
werden; die Beamten und Offiziere mußten zu=
nächſt
berückſichtigt werden. Gelbgraue Uniformen werden
wahrſcheinlich bei den Kaiſermanövern bei einer Partei er=
ſcheinen
. Brigademanöver ſcheinen uns nach wie vor nötig,
weil die Führer im einzelnen geſchult werden müſſen.
Der Blankenburger Fall iſt grauſam. In Rückſicht auf
Lebende und Tote will ich ihn aber nicht berühren. Das
Erforderliche iſt ſtrengſtens angeordnet worden. (Bravo!)
Eine Bevorzugung des Adels beſteht nicht. (Nun hört’s
auf!) Es widerſpricht dem Charakter des nationalen Hee=
res
, wenn es ſcheinen könnte, als ob es Regimenter erſter
und zweiter Klaſſe gäbe. (Sehr gut! rechts.) Im Falle
Peit in Bonn iſt die ganze Sache nochmals zum Gegen=
ſtand
einer gerichtlichen Nachprüfung gemacht worden;
abgeſchloſſen iſt ſie noch nicht.
Die Rüſtungskoſten ſind ſchwer, ſie erhalten uns aber
den Frieden; ein einziger unglücklicher Krieg würde uns
viel mehr koſten. Die Herabſetzung der Dienſtzeit bei der
Kavallerie iſt jetzt unmöglich. Wenn die Armee Koſten
macht, ſo kann das Vaterland erwarten, daß ſie ſo vorbe=
reitet
werde, daß ſie im gegebenen Fall ihre Schuldigkeit
tut. (Lebhaftes Bravo.)
Abg. v. Liebert (Reichsp.) (Unruhe. Rufe: Ver=
tagung
!): Der Alldeutſche Verband hat niemals zum
Kriege gereizt. (Widerſpruch und Lärm links. Die
Wehrſteuer iſt die allerungerechtfertigſte Steuer. Die Armee
iſt eine Verſicherungsprämie für den Frieden; das hat ſich
bei der Ausſprache zwiſchen Berlin und Wien im vergan=
genen
Jahre gezeigt. Die Deutſchen ſind im Ausland nicht
beliebt, darum müſſen wir unſer Pulver trocken halten.
(Bravo! rechts und bei den Nationalliberalen.)
Darauf wird Vertagung beſchloſſen Es folgen per=
ſönliche
Bemerkungen, in denen Abg. Dr. Oſann aus=
führt
: Der bayeriſche Militärbevollmächtigte hat von ſchwe=
rer
Beleidigung der bayeriſchen Armee geſprochen. Ich
habe nur nach der Frankfurter Zeitung zitiert, was im
bayeriſchen Landtag der Abg. Müller=Hof alſo unſer
Kollege Müller=Meiningen ausgeführt haben ſoll. Aus
dem amtlichen Bericht erſehe ich, daß die Rede nicht richtig
wiedergegeben worden iſt. Ich bin ſo loyal, dies ſofort
hier zu erklären. Einer derartigen ſcharfen Bemerkung mir
gegenüber hätte es aber nicht bedurft. Generalmajor
v. Gebſattel: Es tut mir leid, daß ich gegen Dr. Oſann
ſo heftig geworden bin. Meine Erregung an ſich bedauere
ich nicht. (Sehr richtig!) Seit Jahrzehnten wird die Ar=
mee
wegen Mißhandlungen angegriffen, und wenn ſie es
nun dahin bringt, daß ſie auf einen Stand zurückgehen,
der kaum mehr verringert werden kann, ſo lange eben
Menſchen Menſchen ſind, dann halte ich es für eine ſchwere
Beleidigung der Armee, wenn man ſagt, daß die Mißhand=
lungen
ſich bedeutend vermehrt hätten. Dr. Oſann ſagte
ſogar, ſie hätten ſich gehäuft. Nach den loyalen Erklä=
rungen
Dr. Oſanns iſt die Sache erledigt. Was in der
Zeitung ſteht, glaube ich ſchon lange nicht. (Große Heiter=
keit
.)
Darauf wird die wiedereröffnete Diskuſſion abermals
vertagt. Nächſte Sitzung Freitag 1 Uhr: Militäretat.
Schluß 7¼ Uhr.
* Berlin, 26. Jan. Der deutſch= portugie=
ſiſche
Handelsvertrag iſt in der Budgetkom=

miſion heue mit 15 gegen 13 Stimmen ab=
gelehnt
worden. Bei der Abſtimmung ſtimmten die
Konſervativen, Freiſinnigen und Sozialdemokraten ge=
ſchloſſen
für den Vertrag, dagegen ſtimmten die National=
liberalen
, die ſich jedoch ihre Stellungahme im Plenum
noch vorbehielten, faſt ſämtliche Zentrumsabgeordneten,
der Pole und ein Teil der Reichspartei.

Die engliſchen Wahlen.

* London, 26. Jan. Bis um halb 1 Uhr wurden
gewählt: 238 Unioniſten, 213 Liberale, 36 Mitglie=
der
der Arbeiterpartei=und 71 Nationaliſten. Die Unio=
niſten
gewannen bisher 112 Sitze, die Liberalen 15 und
die Arbeiterpartei einen Sitz.
* London, 26. Jan. Nach den bis 1 Uhr mittags
bekannten Wahlergebniſſen wurden gewählt: 249
Unioniſten, 221 Liberale, 37 Vertreter der Arbeiterpartei
und 71 Nationaliſten. Der Gewinn der Unioniſten betrug
bisher 115, der der Liberalen 17 Sitze, der der Arbeiter=
partei
einen Sitz. Premierminiſter Asquith wurde in
Titeſhire wiedergewählt, und zwar mit 5242 Stimmen
gegen 3183 Stimmen des unioniſtiſchen Kandidaten,
Kriegsminiſter Haldane in Haddingtonſhire mit 3771
Stimmen gegen 3026 Stimmen des unioniſtiſchen Kan=
didaten
.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Darmſtadt, 26. Jan. Der Großherzog und
die Großherzogin mit Gefolge ſind am Mittwoch
vormittag in Berlin eingetroffen. Am Bahnhof wur=
den
ſie von dem Prinzen und der Prinzeſſin
Heinrich von Preußen empfangen und im Schloſſe,
wo ſie Wohnung nahmen, von der Kaiſerin begrüßt.
Um 1 Uhr fand bei dem Kaiſerpaar Familienfrühſtück ſtatt,
an welchem alle im Schloſſe wohnenden fürſtlichen Gäſte
teilnahmen.
* München, 26. Jan. Die bayeriſche Abgeord=
netenkammer
genehmigte einſtimmig für die Er=
weiterung
des Hafens und der Umſchlagsanlagen
in Ludwigshafen a. Rh als erſte Rate 4 100000 Mk.
* Dresden, 26. Jan. Der Staatsminiſter Vitzthum
von Eckſtädt wird ſich am 2. Februar nach Berlin begeben,
um perſönlich vor dem Bundesrat den Antrag Sach=
ſens
auf Ablehnung der Vorlage betreffend die Einführung
der Schiffahrtsabgaben zu vertreten.
* Solingen, 26. Jan. In dem Konkurs der So=
linger
Bank wurde heute vormittag in einer gericht=
lichen
Gläubigerverſammlung der Vergleich gutgehei=
ßen
, nach welchem die Depoſitengläubiger 60 und die Aktio=
näre
5 Prozent ihrer Forderungen erhalten. Die Auf=
ſichtsratsmitglieder
ſind ſowohl von den Gläubigern wie
von den Aktionären ſchadenerſatzpflichtig gemacht worden
und haben ſich zur Zahlung einer Abfindungsſumme von
einer Million bereit erklärt unter der Vorausſetzung,
daß die Klagen aufgehoben werden. Dem Vergleich wurde
zugeſtimmt.
* Apenrade, 26. Jan. In der Nähe des Bahnhofs
Rothenkrug wurden geſtern abend während des Schnee=
treibens
zwei auf dem Bahnkörper gehende unbekannte
Perſonen vom Zuge überfahren und getötet.
* Paris, 26. Jan. Das Appellationsgericht ordnete
die Aufhebung der auf den Antrag der Prinzeſſin
Luiſe von Koburg erfolgten Verſiegelung des Schloſ=
ſes
Balincourt (Departement Oiſe), des Wohnſitzes der
Baronin Vaughan, an. Die Klage der Prinzeſſin wurde
koſtenpflichtig abgewieſen.
* London, 26. Jan. Derszwiſchen New=York und
Chicago fahrende Expreß iſt geſtern bei Johnsville im
Staate New=York entgleiſt. Der Lokomotivführer
und ein Heizer wurden getötet. Der Zug legte zur
Zeit der Entgleiſung etwa 75 Meilen in der Stunde
zurüch
* Petersburg, 26. Jan. Der Mörder des Oberſten
Karpow, Woskreſſenski alias Petroff, wurde heute früh
hingerichtet.
* Konſtantinopel, 26. Jan. Sicherem Vernehmen nach
ſind die Nachrichten über begonnene größere militä=
riſche
Vorbereitungen in der Türkei übertrie=
ben
. Tatſache jedoch iſt, daß die Einberufung der Redifs
aller Korpsbereiche zu zwanzigtägigen Waffenübungen be=
ſchloſſen
iſt. Der Termin der Einberufung, welche zunächſt
in Partien von 20000 Mann erfolgen ſoll, iſt noch unbe=
kannt
.
* Bangkok, 26. Jan. Der Herzog=Regent von
Braunſchweig nebſt Gemahlin iſt hier eingetroffen.
Der König gedenkt zu Ehren der Gäſte große Feſtlichkeiten
zu veranſtalten.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: Der deutſche
König.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.

Verſteigerungskalender.
Freitag, 28. Januar.

Holzverſteigerung um 10 Uhr bei Gaſtwirt Heberer
zu Meſſel.

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Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Heute Nacht verſchied ſanft nach langem
ſchweren Leiden
(B2272
Frau
Elise Kayser
Witwe des Realgymnasiallehrers
im 67. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Offenbach, Worms,
den 26. Januar 1910.
Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Januar,
vormittags 12¼ Uhr, vom Portale des ſiädt.
Friedhofes aus, ſtatt. Einſegnung vorher in
der Friedhofskapelle.

Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
unſere liebe, unvergeßliche, treubeſorgte Mutter,
Großmutter, Schwiegermutter, Schweſter u. Tante
Dorothea Lutz Wwe.
heute morgen ½11 Uhr nach kurzem, ſchwerem
Leiden im Alter von 70 Jahren in die Ewig=
keit
abzurufen.
(2302
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Alex. Röhrich.
Familie Adam Merz.
Darmſtadt (Gr. Ochſengaſſe), 26. Januar 1910.
Die Beerdigung findet Freitaa, den 28. Januar,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
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[ ][  ][ ]

Nummer 22.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Seite 7.

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Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Nummer 22.


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Die Aebelfrau.
Roman von Anny Wothe.
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16)

Feſt ſchlangen ſich die Hände der jungen Frau inein=
ander
. Ihre Augen bohrten ſich in die dunkle Wolken=
wand
, die jetzt hinter der roſenroten Wolkenſchicht auf=
wuchs
, und kalt und ablehnend klang ihre Stimme, als ſie
erwiderte:
Meines Vaters Frau kann mein Handeln, Denken
und Tun in keiner Weiſe bedingen. Ich habe alles getan,
um ihr das gewohnte Leben in Luxus und Glanz zu er=
halten
und ihr die Heimat zu geben, die mein Vater ſo
heiß für ſie wünſchte, damit iſt meine Miſſion für Fridrun
erfüllt.
Doch nicht, Undine. Ich glaubte, es ſei auch Deine
Pflicht und Dein Wille, über Deines toten Vaters Ehre
zu wachen.
Was ſoll das heißen? fragte Undine mit flammenden
Augen.
Ich wollte Dich fragen, ob ob Du weißt, daß Deine
Stiefmutter für den Herbſt eine Reiſe nach Italien plant.
Undines Lippen wurden ganz blaß.
Fridrun will fort? Jetzt, in der tiefen Trauer und
Sie ſprach es nicht aus, aber Reimar wußte, was ſie
agen wollte, und darum ergänzte er mit leiſem Spott:
Wo auch ich nach Italien reiſe.
Undine richtete ſich auf.
Du ſprichſt von der Frau meines Vaters, Reimar. Ich
dulde nicht, daß Du ſie verleumdeſt.

Das fällt mir gar nicht ein. Ich kenne Deine Stief=
mutter
zur Genüge: Es war vielleicht nicht recht von mir,
Dir damals nicht frei und offen zu ſagen, daß Fridrun mir
einſt nahe ſtand, aber man geſteht nicht gern ein, wie es
gekommen, daß man ſo ganz bettelarm geworden. Ich
habe Fridrun einſt geliebt. Ich glaubte an ſie und ich
betete zu ihr, wie der fromme Pilgersmann zur Madonna.
Als ich einſt unerwartet von einer Reiſe zurückkehrte weil
ich endlich alle Verhältniſſe geebnet hatte, um mich mit
Fridrun für immer zu verbinden, da fand ich ſie in den
Armen eines anderen. Was nützte es mir, blutige Rechen=
ſchaft
von ihm zu fordern, daß er mir eine Kugel in die
Seite jagte, die mich jahrelang krank machte, Fridrun
lächelte weiter ihr betörendes Kinderlächeln, und da ſie
der Mann, um den ſie mich betrogen, verließ, nahm ſie
Deinen Vater und kokettierte weiter mit allen Männern,
die ihr in den Weg kamen, auch mit Lutz.
Schweige, rief Undine, von heißer Glut übergoſſen.
Das iſt ja entſetzlich. Schmähe die Toten nicht noch im
Grabe!
Aufſtöhnend ſchlug ſie die Hände vor ihr Antlitz.
Ich bin weit davon entfernt, Lutz zu ſchmähen, der
mein Freund war, aber ich halte es für meine Pflicht,
Dir die Augen über die Frau zu öffnen,, die ich ſchäme
mich, es zu geſtehen mich noch immer nicht aufge=
geben
hat.
Darum hat er mich gewählt, zog es durch Undines
Seele, weil er ſich vor Fridruns Liebe ſchützen wollte, weil
er feige war. Ich ſollte die Schranke aufrichten, die er
ſelber nicht halten konnte.

An mes ninſhet dn, es ich in ſol ſengte ſe nit
geſchloſſenen Augen, und der Ton ihrer Stimme kam ganz
heiſer aus ihrer Bruſt.
Fridrun von der Reiſe zurückhalten, von der ich eine
Begegnung zwiſchen uns außerhalb des Gorlingshofes
fürchte.
Und wenn ſie ſich nicht halten läßt? Durch Deine
Großmut, wenn ich es ſo nennen darf, ſind ihre Einkünfte,
die ich ihr zuweiſen kann, ſo reich, daß ſie jederzeit über
die Mittel zur Reiſe verfügt. Der Einzige, der die Reiſe
hindern könnte, wäre vielleicht Ebbo Klas als Lorls Vor=
mund
.
Vielleicht kannſt Du es verſuchen, Undine, durch ihn
etwas auszurichten.
Und warum änderſt Du nicht ſelbſt Deinen Reiſeplan?
Wenn ſie ihn nicht kennt, kann Fridrun Dir doch nicht fol=
gen
, und ich meine, es ſteht einem Mann ſchlecht an, vor
den Nachſtellungen einer Frau zu fliehen.
Reimar lächelte, ein überlegenes und doch ein etwas
melancholiſches Lächeln.
Du ſcheinſt die Frau Deines Vaters bedenklich zu
unterſchätzen. Aber gleichviel. Ich habe meine Schul=
digkeit
getan und Dir geſagt, was Dir nach meiner Mei=
nung
zu wiſſen notwendig war. Jetzt handele, wie Du
es für gut hältſt. Im übrigen, Undine, will ich Dich
daran erinnern, denn ich ſehe oft, wie es Dir zur
Qual wird, ſozuſagen meine Scheinfrau zu ſpielen, daß
dieſer Zuſtand ja nicht ewig währt. Du weißt, ich
habe Dir verſprochen, daß, wenn Du einſt zu mir
kommſt, und mir ſagen mußt: Gib mich=frei, ich kann

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Nummer 22.

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das Opfer nicht weiter bringen, denn ich liebe einen
anderen, Dein Weg frei ſein ſoll und der Gorlingshof
und Südegaarde Dein eigen.
Apropos, fügte er haſtig hinzu, ohne Undine Zeit
zu laſſen, etwas zu entgegnen. Bei Südegaarde fällt
mir ein: Als ich geſtern dort war, um nach dem Rechten
zu ſehen Du warſt ja ſo freundlich, mir Vollmacht zu
geben habe ich den Kerl, den Erikſon, an die friſche
Luft befördert. Bei Durchſicht der Bücher fand ich aller=
lei
Ungehörigkeiten. Bis ich einen neuen Inſpektor
gefunden habe, werde ich wohl alle Tage hinüberreiten
müſſen, um Aufſicht zu üben.
Er hat Furcht, hier zu bleiben, dachte Undine heim=
lich
, und wie müde den feinen Kopf neigend, entgegnete
ſie ernſt:
Der Erikſon auch? Das iſt ſchmerzlich. Mein Vater
hielt ſo große Stücke auf ihn. Ich danke Dir, daß Du
Dir die Mühe gemacht haſt. Ich war recht nachläſſig in
letzter Zeit, da ich mich bis jetzt nur damit beſchäftigte,
meines Vaters Angelegenheit einigermaßen zu ordnen.
Zu Lutz bin ich noch immer nicht gekommen.
Reimar winkte abwehrend mit der Hand. Es ſchien
Undine, als wäre ſein Antlitz blaß und verzerrt.
Das machte wohl der Abendwind, der jetzt kühl vom
Meere heraufzog.
Laß doch das, lenkte Reimar ab. Ich glaube kaum,
daß es da noch etwas zu regeln gibt. Soviel mir be=
kannt
, hat Dein Vater alles in Ordnung gebracht. Die
großen Opfer, die er bringen mußte, beweiſen es ja am
beſten.

Es hat mir noch immer an Mut gefehlt, gab Gräfin
Undine leiſe zurück, aber ich komme wohl noch immer
früher dazu, als ich Kraft dazu habe. Verzeih, fuhr ſie
fort, mit der Hand wie müde über die Stirn ſtreichend,
daß ich Dich mit alledem behellige, wo wo wir uns
doch eigentlich gar nichts gar nichts angehen.
Hatten nicht ihre Lippen gezuckt, als ſie die Worte
ſprach?
Nein, es waren wohl die Abendſchatten, die lang=
ſam
heraufdunkelten.
Du haſt recht, Undine, ſtimmte Graf Reimar bei,
die Hand ſeiner Frau ergreifend und flüchtig an ſeine
Lippen führend. Wir gehen uns nichts an. Aber trotz=
dem
können wir doch ehrlich und wahr gegeneinander
ſein.
Du meinſt ſchonungslos, kam es bitter von ihren
Lippen.
Nein, wie ein Paar gute Weggeſellen, wo einer den
anderen achtet.
Und die ſich nach kurzer Wanderung wieder trennen,
ergänzte ſie. Du haſt es mir ja vorhin nahegelegt, und
ich hoffe, wenn ich zu Dir trete und ſpreche: Meine
Kraft verſagt. Der Rolle der Nebelfrau, die hier ja
im Gorlingshof ſeit Jahrhunderten immer eine Stätte
gehabt haben ſoll, bin ich nicht gewachſen, Du wirſt mich
frei geben. Hörſt Du?
Nur, wenn Du mir das eine ſagſt, Undine: Ich
liebe einen anderen. Dann nur allein kann ich die
Feſſeln löſen, die Dich binden. Sonſt nie!
Die junge Frau zuckte unter den eiſernen Worten
unwillkürlich zuſammen.

Vom Garten herauf klang Klein=Lorls Singen und
die Stimme der alten Osberte, die das Kind mahnte,
ſchlafen zu gehen.
Wie Silberglocken klang das Lachen des Kindes, ein
leiſer, girrender Laut.
Der mahnte beide an ein anderes Lachen.
Du haſt eine große und ſchöne Aufgabe, Undine,
nahm Reimar, ſchon an der Glastür ſtehend, noch ein=
mal
das Wort, dieſes junge Menſchenkind, das Dir
das Schickſal ans Herz gelegt, zu bilden und zu be=
hüten
, daß es nicht wird wie ſeine Mutter. Du kannſt
Liebe geben und Liebe empfangen, ich aber bin einſam
und verlaſſen. Darum bitte ich Dich: Habe ein wenig
Geduld mit mir, auch wenn ich rauh und oft heftig bin.
Willſt Du es verſuchen?
Undine neigte ſtumm das Haupt.
Sie lauſchte auf das Kinderlachen, das jauchzend im
Garten verklang.
Und dann war Undine allein auf der Terraſſe, und
ſie ſchauerte fröſtelnd zuſammen.
Drohender, dunkler ſtieg die Wolkenwand da über
dem Meere auf, und der Duft verblühter Roſenblätter
wehte zu Undine aus dem Garten empor.
Wie der Duft aus Grüften wallte er zu ihr auf.
Beide Hände ſchlug die junge Frau vor ihr Antlitz.
Sie wollte das Geſpenſt nicht ſehen, das ſo düſter aus
dem Meere aufſtieg und näher und immer näher kam,
das Geſpenſt ihres eigenen Schickſals, die Nebelfrau.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

6 1.

Donnerstag. 27. Jaumar.

1910.


Betreffend: Jahresüberſichten und Rechnungsabſchlüſſe der Krankenkaſſen.

B4
Das Großherzogliche Kreisamt Darmſtadt
an die Vorſtände der Gemeinde=Krankenverſicherungen, ſowie der Orts= und Be=
triebs
=(Fabrik=)Krankenkaſſen, Innungs=Krankenkaſſen und der eingeſchriebenen
und der auf Grund landesrechtlicher Vorſchrift errichteten Hilfskaſſen des Kreiſes.
Unter Hinweis auf unſer Ausſchreiben vom 29. November 1887 (Amtsblatt
Nr. 12) und vom 26. Januar 1893 (Amtsblatt Nr. 1) machen wir Sie auf die Einſen=
dung
der nach den §§ 9 und 41 des Krankenverſicherungsgeſetzes vom 15. Juni 1883,
10. April 1892 und 25. Mai 1903 und nach § 27 des Geſetzes über die eingeſchriebenen
Hilfskaſſen vom 1. Juni 1884 für das abgelaufene Jahr zu liefernden Nachweiſe
(Jahresüberſichten und Rechnungsabſchlüſſe) aufmerkſam.
Die Einſendung dieſer Nachweiſe muß bis 31. März ds. Js. ſtattgefunden haben,
wir erwarten jedoch, daß die Ausarbeitung derſelben alsbald von Ihnen in Angriff
genommen und die Vorlage tunlichſt bald bewirkt wird.
Die in Darmſtadt befindlichen Orts= und Betriebs=(Fabrik=), ſowie Innungs=
Krankenkaſſen haben die Nachweiſe an Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt ein=
zuſenden
.
Wir bemerken, daß die bei Aufſtellung der Nachweiſe zu beobachtenden Beſtim=
mungen
in der Bekanntmachung Großh Miniſteriums des Innern und der Juſtiz
vom 23. Dezember 1892 (Regierungsblatt Nr. 34, Seite 225) enthalten und die durch
dieſe Bekanntmachung vorgeſchriebenen Formulare zu benutzen ſind.
Sonderabdrücke der erwähnten Bekanntmachung ſind bei der Buchhandlung des
Großh. Staatsverlags zu Darmſtadt zu dem üblichen Ladenpreis zu beziehen. Die
Formulare ſind zum Preiſe von 5 Pfg. für das Stück, die Vorſchriften über die Rech=
nungsführung
der Orts=, Betriebs=(Fabrik=), Bau= und Innungs=Krankenkaſſen zum
Preiſe von 4 Pfg. für das Stück bei der Hofbuchdruckerei von Friedrich Langnes zu
Darmſtadt zu erhalten.
Es iſt darauf zu achten, daß nur ſolche Formulare benutzt werden, welche dem
Bundesratsbeſchluſſe vom 11. November 1897 in Betreff der Anrechnung der Wert=
papiere
entſprechen.
Gleichzeitig empfehlen wir noch folgende Punkte zur beſonderen Beachtung:
1. die Nachweiſe ſind in doppelter Ausfertigung einzuſenden;
2. die Zahl der zu Anfang 1909 vorhandenen Mitglieder muß gleich ſein der=
jenigen
, weiche zu Ende 1906 vorhanden war:
3. diejenigen Mitglieder, welche am 1. Januar 1909 oder mit Wirkung von dieſem
Tage eingetreten ſind, gelten als im Laufe des Jahres 1909 eingetreten;
4. die am 1. Januar 1909 oder mit Wirkung von dieſem Tage Ausgetretenen
gelten als im Laufe des Jahres 1908 ausgetreten;
5. der bare Kaſſenbeſtand am 31. Dezember 1909, wie er ſich aus dem Rechnungs=
abſchluſſe
(Form. 3) ergibt, muß immer in gleicher Höhe wieder im Vermögens=
ausweis
unter A, 1 a erſcheinen;
6. Zinſen aus Sparkaſſeneinlagen, welche im Jahre 1909 beigeſchrieben worden

ſind. erſcheinen in Rechnungsabſchlutß unter a 2 in Einnahme und unter b 1
in Ausgabe.
Sind die anfangs 1909 beigeſchriebenen Zinſen bereits in den Nachweiſen für
1908 gewahrt worden, ſo bleiben ſie ſelbſtverſtändlich in dem Rechnungsabſchluß für
1909 außer Betracht, es ſind aber in ihm die im Jahre 1909 erwachſenen, aber 1910
erſt beigeſchriebenen Zinſen nicht aufzunehmen; deren Wahrung wird vielmehr erſt in
den Nachweiſen für 1910 ſtattzufinden haben. Dasſelbe gilt auch dann, wenn die Zinſen
(2254
aus 1908 bezw. 1909 nicht beigeſchrieben, ſondern bezogen worden ſind.
J. V.: von Starck.

Bekanntmachung.

Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft pro 1910, hier die Zurückſtellung der mit dem Berechtigungs=
ſchein
zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt verſehenen Militärpflichtigen.
Diejenigen im Jahre 1890 geborenen Militärpflichtigen, welche ſich im Beſitz des
Berechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt befinden und im
Kreis Darmſtadt dauernden Aufenthalt haben, werden darauf hingewieſen, daß ſie
gemäß § 93, 2 der Wehr=Ordn. ihre Zurückſtellung beantragen müſſen und daher auf=
gefordert
, ihre Berechtigungsſcheine alsbald hier, Neckarſtraße 3, 3. Stock Zimmer
Nr. 38 vorzulegen, damit in denſelben der erforderliche Zurückſtellungsvermerk ein=
tragen
werden kann.
Es wird noch ausdrücklich darauf hingewieſen, daß die Abſicht, ſich am 1. April
oder 1. Oktober I. J. zum Dienſtantritt melden zu wollen, von der Verpflichtung, die
Zurückſtellung zu beantragen, nicht entbindet.
Darmſtadt den 28. Dezember 1909.
Der Zivil-Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Anshebungsbezirks Darmſtadt.
(197a
v. Werner, Reg.=Rat.

Bekanntmachung.

Betreffend: Geſuche Militärpflichtiger um Verlängerung ihrer Zurückſtellung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derfenigen Militärpflichtigen, welche Berechti=
gungsſcheine
zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellung
am 1. Oktober I. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derjenigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, welche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheins die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und den=
ſelben
der Berechtigungsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die Not=
wendigkeit
weiterer Zurückſtellung ergibt, beizufügen und
das dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatzkommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Srlt oder Auguſt 1. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſſen.
Darmſtadt, den 28. Dezember 1909.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
v. Werner.
(198a

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Dachshund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung.

Indem wir die nachſtehende Polizeiverordnung veröffentlichen, empfehlen
wir allen Grundſtücksbeſitzern, die mit der Erfüllung der in den §§ 1 und 3 dieſer
Polizeiverordnung feſtgeſetzten Verpflichtungen eine andere Perſon beauftragt haben oder
dies zu tun beabſichtigen, die beauftragte Perſon, Geſellſchaft oder Anſtalt alsbald ge=
mäß
§ 8 namhaft zu machen. Zur Entgegennahme ſolcher mündlicher oder ſchrift=
licher
Erklärungen iſt außer uns auch das zuſtändige Polizeirevier befugt. Im
Intereſſe der Grundbeſitzer liegt es, ſelbſt dafür zu ſorgen, daß möglichſt gleichzeitig mit
dieſen Erklärungen auch die Bereiterklärungen der Verantwortlichen Vertreter eingehen.
Darmſtadt, den 24. Januar 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.

Polizeiverordnung,

die Reinigung der Straßen betreffend.
Auf Grund des Artikel 56 Abſ. 2 Ziffer 1 des Geſetzes, die Städteordnung für
das Großherzogtum Heſſen betreffend, vom 13. Juni 1874, wird nach Anhörung der
Stadtverordnetenverſammlung der Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt mit Geneh=
migung
des Großherzoglichen Miniſteriums des Innern vom 9. Dezember 1203 zu
Nr. M. d. J. 20529 die nachſtehende Polizeiverordnung erlaſſen:
§ 1.
Die allgemeine Reinigung der Straßen liegt den Beſitzern (unmittelbaren und
mittelbaren §§ 854 ff. B. G. B. ) der angrenzenden Grundſtücke ob, ſoweit nicht
die ſtädtiſche Remnigungsanſtalt gemäß den Beſtimmungen des Statuts vom 14. Sep=
tember
1886 betreffend: Die Reinigung der Straßen und öffentlichen Plätze in der
Haupt= und Reſidenzſtadt Darmſtadt die Reinigung übernommen hat. Die Pflicht
zur Reinigung erſtreckt ſich nur auf den Teil der Straße, der an dem Grundſtücke des
Verpflichteten herzieht, und nicht über die Mitte der Straße hinaus. Sind mehrere
Beſitzer vorhanden, ſo trifft jeden die volle Verantwortlichkeit; ein Mieter oder Pächter
iſt jedoch nur dann als Beſitzer im Sinne dieſer Verordnung anzuſehen, wenn er allein
das betreffende Grundſtück benutzt.
Iſt eine Geſellſchaft, Gewerkſchaft, Genoſſenſchaft, Stiftung, ein Verein oder eine
Anſtalt oder eine ſonſtige juriſtiſche Perſon Beſitzer des Grundſtücks, ſo liegt die Ver=
pflichtung
zur Reinigung den Mitgliedern des Vorſtands ob; bei Grundſtücken, die ſich
im Beſitze oder in der Verwaltung einer ſtagtlichen oder kommunalen Behörde befinden,
trifft die Verpflichtung den Vorſtand dieſer Behörde. Der Inhaber einer Dienſt=
wohnung
ſteht einem Mieter gleich.
Auf die Abfuhr des Hauskehrichts finden die Beſtimmungen der Abſ. 1 und 2
entſprechende Anwendung. Die Kehrichtgefäße ſind von den Grundſtücksbeſitzern zur
Abholung des Kehrichts durch die Straßenreinigungsanſtalt bereit zu halten, ſie dürfen
aber nicht auf der Straße aufgeſtellt werden.
§ 2.
Jede Verunreinigung der Straßen, insbeſondere auch durch Fuhrleute beim
Fahren von Bauſchutt, Dung, Sand, Lehm, Erde und anderem loſen Material iſt
verboten.
Jede Zuwiderhandlung bedingt, abgeſehen von der verwirkten Strafe, die Ver=
pflichtung
zur ſofortigen Reinigung der Straße.
§ 3.
Den Grundſtücksbeſitzern liegen außerdem bezüglich der Reinigung der Fußſteige
von Eis und Schnee folgende Verpflichtungen ob:
1. Die Fußſteige, gleichviel ob befeſtigt oder nicht, ſind in ihrer ganzen Breite bis
zum Rande der Fahrbahn, und Fußſteige von größerer Breite auf mindeſtens
3 Meter in der meiſtbegangenen Fläche ſtets von Schnee und Eis freizuhalten.
Der über Nacht gefallene Schnee iſt bis ſpäteſtens 8 Uhr morgens abzuräumen.
Iſt wegen andauernden ſtarken Schneefalls die völlige Freihaltung nicht
möglich, ſo muß die Abräumung in der Zeit von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr
abends mindeſtens alle drei Stunden erfolgen. Der von den Fußſteigen ab=
geräumte
Schnee iſt auf der Fahrbahn tunlichſt nahe dem Rande derſelben zu
lagern, wobei Straßenrinnen, Straßenbahngleiſe, ſowie Hydranten und, falls
anderweit Platz vorhanden iſt, Straßenecken, Straßenausgänge und Haus=
eingänge
freizuhalten ſind.
Das Lagern von Schnee, welcher von Hofreiten abgeräumt wurde, iſt auf
den Straßen und Plätzen unterſagt.
2. Sofern auf den Fußſteigen Glatteis oder infolge andauernden Schneefalls,
Froſteinwirkung oder aus anderen Urſachen eine gefährlich zu begehende Schnee=
decke
oder Schnee= und Eisbuckel ſich gebildet haben, oder die Fußſteige ſonſtwie
ſchwer zu begehen ſind, müſſen dieſe in einer Breite von 1,50 Meter mit Sand,
Kies, Sägeſpänen oder ſonſt geeignetem Streumaterial ausgiebig beſtreut werden.
Das Aufſtreuen iſt zu wiederholen, ſobald auf den Fußſteigen wieder glatte Stellen
Sutſtanden ſind. Dieſe Verpflichtung erſtreckt ſich auf die Zeit von morgens
7½ Uhr bis abends 8 Uhr

Das Aufſtreuen von Abfällen oder ſonſt ungeeignetem Streumaterial iſt
verboten.
§ 4.
Beſchädigungen der Straße bei der Reiniaung ſind ſorgfältig zu vermeiden, ins=
beſondere
iſt es verboten, bei Reinigung der Fußſteige ſcharfe Geräte, wie Beile, Pickel,
Stoßeiſen und dergleichen zur Entfernung des Schnees oder Eiſes zu verwenden.
§ 5.
Bei Froſtwetter iſt das Ausſchütten von Flüſſigkeiten in die Straßenrinnen
unterſagt.
§ 6.
Bei Froſtwetter iſt das Schleifenziehen auf den Fußſteigen verboten.
§ 7.
Das Schneeballwerfen mit naſſem oder verunreinigtem Schnee iſt verboten.
§ 8.
Der Beſitzer eines Grundſtücks kann mit der Erfüllung der in den §§ 1 und 3
feſtgeſetzten Verpflichtungen eine andere Perſon, wie z. B. einen Hausverwalter oder
eine Geſellſchaft oder Anſtalt, die ſich die Reinigung von Straßen zur Aufgabe geſtellt
hat, beauftragen. Die Beauftragten, bei Geſellſchaften oder Anſtalten deren Vorſtands=
mitglieder
, ſind für die Einhaltung der Vorſchriften ausſchließlich verantwortlich, wenn
die beauftragte Perſon, Geſellſchaft oder Anſtalt dem Polizeiamte als verantwortliche
Vertreter durch den Grundſtücksbeſitzer ausdrücklich namhaft gemacht worden ſind, dieſe
zur Uebernahme der Verpflichtung ſich bereit erklärt haben und das Polizeiamt binnen
einer Friſt von 14 Tagen nach erfolgter Namhaftmachung Einſpruch gegen die Ver=
tretung
nicht erhoben hat.
Mehrere Beſitzer eines Grundſtücks können nach Maßgabe der Vorſchriften des
Abſatz 1 die Erfüllung der Verpflichtungen auf einen von ihnen übertragen.
§ 9.
Zuwiderhandlungen gegen dieſe Verordnung werden auf Grund des § 366 Poſ. 10
des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu
14 Tagen beſtraft.
§ 10.
Dieſe Verordnung tritt mit dem Tag der Veröffentlichung in Kraft.
Mit dem gleichen Tage wird das Polizeireglement vom 8. November 1856 aufs
gehoben.
Darmſtadt, den 9. Januar 1909.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
(2253df

Verſteigerungs=Anzeige.

Donnerstag, den 27. Januar 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 öffentlich zwangsweiſe gegen
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1 Guitarre, 2 photographiſche Apparate.
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46 Tiſchtücher, 5 Stück Bettuchleinen, 205 Dutzend Kragen, 208 Hemden,
201 Paar Socken, 60 Spazierſtöcke, eine Partie Ziegeln und Schieferſteine ꝛc.
c) an Ort und Stelle:
k vollſtändige Ladeneinrichtung.
Zuſammenkunft Ecke Hügel= und Karlſtraße.
(2043
armſtadt, den 26. Januar 1910.
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.

Jagd-Verpachtung.

Montag, den 7. Februar I. Js., vormittags 11 Uhr,
wird auf hieſigem Rathaus die Gemeindejagd in zwei Bezirken auf weitere 6 Jahre
verpachtet.
1. Der Jagdbezirk I beſteht aus 400 Hektar Feld und 250 Hektar Wald.
2. Der Jagdbezirk II beſteht aus 600 Hektar Feld und 150 Hektar Wald.
Die hieſige Bahnſtation liegt Mitte des Jagdbezirks.
(2163mdf
Veiterſtadt, 25. Januar 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei.
Becker.

Wühneraugen- u. Nageloperationen
Wein= und Champagner=Flaſchen,
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Fr. Hartmann, appr. Heilgehilfe,
angekauft.
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H. Zwickler, Erbacherſtraße 9.
(Nebenſtelle)

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Nummer 22.

Bekanntmachung.

Der Verbindungsſtraße zwiſchen Die=
burger
=Straße und Hohler Weg, längs der
neuen Odenwaldbahnlinie, iſt der Name
Am Breitwieſenberg beigelegt worden.
Darmſtadt, den 24. Januar 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
(2290
I. V.: Jaeger.

Bekanntmachung.

Aus Anlaß der Feier des Geburtstags
Seiner Majeſtät des Kaiſers bleibt am
Donnerstag, den 27. ds. Mts.,
von nachmittags 1 Uhr ab,
das Hallenſchwimmbad geſchloſſen. (2292
Darmſtadt, den 26. Januar 1910.
Die Betriebsleitung des
Hallenſchwimmbades.

Bekanntmachung.

Donnerstag, den 17. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreiner Joſef Hütten
Eheleuten dahier zugeſchriebene Liegen=
ſchaft
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Flur Nr. qm
IV 3186//100 181 Hofreite Kaupſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K183/09
Darmſtadt, den 4. Januar 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L1286,61
Müller.

Verkauf von Matratzenſtren.

Samstag, den 29. Januar 1910,
vormittags 10 Uhr beginnend,
wird bei der Kavalleriekaſerne an der Holz=
hofallee
in Darmſtadt die Matratzenſtreu
einer Eskadron verkauft.
(2289
Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24.

Bekanntmachung.

Die geſtern und heute in Hahn abge=
haltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt.
Die Abfuhrſcheine können vom 2. Februar
an bei den Kaſſen in Empfang genommen
werden.
(2245
Ober=Ramſtadt, den 25. Januar 1910.
Großh. Oberförſterei Ober=Ramſtadt.
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Empfehl. Wittmannſtr. 30, I.
(B2046
No
dstre donner des
Jeune Fraugaise lecons. Näheres
Bismarckstrasse 43.
*1876imd)
wünſcht engliſchen

Eine Engländer 1n Unterricht z. erteilen
(1413a
Wilhelminenplatz 10, I.

Vorſchule der beiden Gymnaſien
zu Darmſtadt.

Aufnahme zu Oſtern 1910.
Anmeldungen für die unterſte Oſterklaſſe, ſowie für die beiden oberen Oſter=
klaſſen
und die beiden oberen Herbſtklaſſen, werden ſoweit ſie nicht ſchon erfolgt ſind
Dienstag, den 1. und Mittwoch, den 2. Februar,
vormittags von 91 Uhr
im Direktorzimmer des alten Gymnaſiums (Karlſtraße 2) entgegengenommen. Dabei
ſind Geburtsſchein und Impfſchein vorzulegen.
Im Herbſt 1910 wird eine Aufnahme von Anfängern nicht ſtattfinden. Es
können aber Knaben, die vor dem 1. Oktober 1904 geboren ſind, bei genügender geiſtiger
und körperlicher Befähigung ſchon jetzt zu Oſtern aufgenommen werden.
Darmſtadt, den 24. Januar 1910.
(2136a
Dr. Mangold, Geh. Schulrat.

Bekanntmachung.

Wir beabſichtigen ca. 100 Zentner prima Wieſenheu für die Gemeinde=Faſel
anzukaufen.
Angebote mit Proben ſind bis zum 29. d. M., nachmittags 5 Uhr, bei unter=
fertigter
Stelle einzuliefern. Daſelbſt können auch die Lieferungsbedingungen ein=
geſehen
werden.
Arheilgen, den 24. Januar 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Arheilgen.
2169md)
Benz.

Autz= und Brennhol=Verſteigerung.

Montag, den 31. ds. Mts., vormittags 9½ Uhr
anfangend, ſollen im Eberſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Kirchtanne, folgende Holz=
ſortimente
öffentlich verſteigert werden.
1 Kiefernſtamm 0,71 Feſtmeter.
83 Derbſtangen 7 bis 12 Meter lang.
76 Stück Sprießenhölzer 4,50 Meter lang.
1050 Stück Bohnenſtangen.
27 Rm. Bolzenholz.
128 Rm. Kiefern=Scheiter, 80 Rm. Kiefern=Knüpper,
66 Rm. Kiefern=Stöcke und 880 Kiefern=Wellen.
Eberſtadt, den 25. Januar 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
(2314df

Nadelſtammholz-Verſteigerung.

Freitag, den 4. Februar, vormittags 10 Uhr, werden im Gaſthaus zur
Krone in Groß=Gerau aus dem Gerauer Domanialwald
5 Kiefern I. Kl. 16,37 fm. 11 Kiefern II. Kl. 20,52 km, 31 Kiefern III. Kl.
35,90 km, 5 Kiefern IV. Kl. 3.79 fm, 3 Fichte III. Kl. 4,96 fm,
3 Fichte IV. Kl. 2,41 km und 16 Fichte V. Kl. 7,00 fm verſteigert.
Auszüge können vom 3). d. Mts. ab von unterzeichneter Stelle bezogen werden,
weitere Auskunft erteilt das Forſtperſonal.
Groß=Gerau, den 24. Januar 1910.
(2315
Großherzogliche Oberförſterei Groß=Gerau.
Ruths.

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Bauholz
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Darmstadt, Weiterstädterstrasse 70. (2318a

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1012 und 35 Uhr.

Kurſe vom 26. Januar 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

8f. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,70
3½
Deutſche Reichsanl. 24,10
85,35)
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,70
3½ do. Conſols . . . . 94,00
85,30
3
do. do.
102,00
4 Bad. Staatsanleihe
94,20
do.
3½
do.
Bayr. Eiſenbahnanl . 102,40
93,60
do.
8½,
83,75
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,80
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,90
93,30
do.
3½
82,10
do.
85,10
Sächſiſche Rente
Württemberger v. 1907 101,95
94,20
3½
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,60
Griechen v. 1887 . .
4
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente . 99,10.
do. Goldrente .
99,70
do. einheitl. Rente
3 Portug. unif. Serie I 64,20
do. unif. Ser. III
do.
Spezial . 12,70
5 Rumänier v. 1903 . . 102,10
v. 1890 . . 94,80
do.
v. 1905 . .
do.
4 Ruſſen v. 1880 91,75

InProſ.
3l.
4 Ruſſen v. 1902 . J . . 91,00
do. v. 1905 . . . . 99.90
. 94,60
Schweden . . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895 84,30
4 Türk. Admin. v. 1903 88,80
4 do. unifiz. v. 1903 94,90
4 Ungar. Goldrente . . 95,80
do. Staatsrente . 92,70
5 Argentinier . . . . . . 101,50
do.
91,90
4
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,50
5 Chineſ. Staatsanleihe 103,00
do.
100,10
4½
4½ Japaner . . . . . . . 97,70
Innere Mexikaner . . 100,90
do.
3
4 Gold=Mexikan. v. 1904 95,70
5 Gold=Mexikaner . . . 102,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . . 133,50
4 Nordd. Lloyd . . . . 101,80
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 120,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 116,10
4 Gotthardbahn . .

In Proz.
81.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161,00
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,40
4 Pennſylpania R. R. 131,25
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 198,00
Werger=Brauerei . .
80,00
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 433,25
Fabrik Griesheim . . . . 271,25
Farbwerk Höchſt . . . . . 447,50
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 331,00
Lahmeyer . . . . . . . . . 107,10
Schuckert . . . . . . . . . 136,60
Siemens & Halske . . . 240,50
Adlerfahrradwerke Kleyer 377,50
Bochumer Bb. u. Guß . . 249,00
Gelfenkirchen . . . . . . . 217,70
Harpener . . . . . . . . . 211,50
Phönix, Bergb. u. Hütten=
betrieb
. . . . . . . . . 223,90
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 91,00
Pfälzer Prt. . . . . . 100,90
do.
5,
93,60
Eliſabeth., ſteuerpfl. .
ſteuerfrei .
do.
4
5 Oeſterr. Staatsbahn.
do.
99,30
alte
do.
5 Oeſterr. Südbahn . . 103,00
do.
85, 10
do.
59,70
3 Raab=Oedenburger . . 77,00
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 88,40
Kronpr. Rudolfbahn , 99.60

S7.
In Proz.
2¾/10 Livorneſer . . . . . . 75,90
4 Miſſouri=Paciſie . .
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,50
Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,40
Bank=Aktien.
* Berliner Handelsgeſ. 183,10
Darmſtädter Bank . . 137,80
4 Deutſche Bank . . . . 257,10
Deutſche Vereinsbank 129,50
Diskonto=Geſellſchaft . 196,80
4 Dresdner Bank . . . . 164,00
Mitteldeut. Kreditbk. 120,20
Nationalbk. f. Deutſchl. 130,20
4
Pfälzer Bank . . . . . 100,95
4 Reichsbank . . . . . . 149,50
4 Rhein. Kredit=Bank . 136,90
4 Wiener Bank=Verein 139,50
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,30
3½
do. S. 19. . . . . 92,80
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
do.
3½
91,50
Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.

92,60
Meining. Hyp.=Bank 101,00
3
do.
91,60
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
do. (unk. 1914) 91,80
3½
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
do.
3½
93,80

InProz.
Sf.
Städte=
Obligationen
Darmſtadt . . . . . . 100,60
3½ do.
92,75
4 Frankfurk . . . ... . 101,10
3½ do.
96,00
4 Gießes . . . . . . . . 101,00
3½ do.
4 Heidelberg . . . . . . 100,50
92,00
0.
3½
Karlsruhe . . . . . . 100,00
do.
92,60
Magdeburg. . . . .
-
3½ do.
4 Maiz . . . . . . . .
do.
3½
Mannheim . . . . . . 100,40
34
do.
92,00
½
München . . . . . . . 10,00
3½ Nauheim
92,00
Nürnberg . . . . . . . 101, 50
do.
3½
4 Offenbach . . . . . . . 100,50
3½ do.
91,60
Wiesbaden . . . . . . 102,70
do.
Worms . . . . . . . . 100,60
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886. . 82,30
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche
Tlr. 100 159,60
Cöln=Mindner 100 137,20
Donau=Reg. fl. 100 144,50
3 Holl. Komm. . 100 108,00

In Proz.
St.
Madrider Fs. 100 77,90
4 Meining. Pr.= Pfand=
briefe
.
. . . . . . 137,40
Oeſterr. 1860er Loſe 175,00
3 Oldenburger . . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 114,80
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
fl. 7. 41,00
Braunſchweiger Tlr. 20 219,50
Freiburger
Fs. 15 59,50
Mailänder
Fs. 45
Fs. 10 32,00
do.
Meininger
fl. 7 40,90
Oeſterreicher p. 1864 100 568,00
do. v. 1858 100 465,00
Ungar. Staats
100 374.00
Venediger
Frs. 30 40,20
Türkiſche
400 182,20
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,40
20 Franks=Stücke . . . . 16,28
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,19
Amerikaniſche Noten . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 25,42.
Franzöſiſche Noten . . . . 8½35
Holländiſche Noten . . . . 168,65
Italieniſche Noten . . . . 80,90
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,95
Ruſſiſche Noten . . . . . . 215¾
Schweizer Noten . . . . . 81,10
Reichsbank=Diskonto . . . 4½
Reichsbank=Lombard Zsf. 5½%

[ ][  ][ ]

Nommer 22.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Seite 13.


6

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tas

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Donners-
g
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9e
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C

Etoile de Paris.
Ferner das herrliche
II. Januar-Programm.
etelet. . Taget

(2319

Schiffsbericht.
Mitgeteilt von dem alleinigen Vertreter des
Norddeutſchen Lloyd Anton Fiſcher,
Darmſtadt, Frankfurterſtr. 12/14.
Der Dampfer Zieten vom Nordd. Lloyd
in Bremen iſt geſtern, vormittags 11 Uhr,
wohlbehaten in New=York angekommen.
Der Dampfer Kaſſel vom Nordd. Llond
in Bremen iſt geſtern, nachmittags 5 Uhr,
wohlbehalten in Baltimore angekommen.

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Georg Roth, Dieburgerſtraße 9.
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empfehlen ſich z. Spielen auf Maskenbällen,
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Donnerstag, den 27. Januar 1910.
105. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement A 26. unraht g=
Feſt=Vorſtellung
zur Feier des Allerhöchſten Ge=
burtsfeſtes
Seiner Majeſtät des
Deutſchen Kaiſers.
Jubel=Ouvertüre von Carl Maria v. Weber.
Zum erſten Male:
Der deutſche König.
Schauſpiel in 5 Akten
von Ernſt von Wildenbruch.
Szeniſche Leitung: Oberregiſſeur Baldel.
Perſonen:
Konrad I. (der Rhein=
franke
), König der Deut=
. Hr. Heinz
ſchen
Eberhard, Herzog der
Franken, ſ. jung. Bruder Hr. Weſtermann
Arnulf, Herzog d. Bayern Hr. Klotz
Burchard, Herzog der Alla=
mannen
(Schwaben) . . Hr. Ungibauer
Oda, Ww. Herzog Ludolfs
v. Sachſen (über hundert
Fr. Scherbarth
Jahre alt)
Haduwich, ihre Schwieger=
tochter
, Witwe Herzog
Ottos des Erlauchten Frl. Heumann
Heinrich, Herzog d. Sachſen, heeet
Haduwichs und Ottos
Hr. Baumeiſter
Sohn
2
Mathildis, Tochter Thied=
richs
u. Reinhilds, Hein=
Frl. Holthaus
richs Verlobte

Hr. Schneider
Hr. Speiſer

28 Hr. Hönel
5 Hr. Kretſchmer=

Hr. Kroczak
Hr. Wenzel

Reginber, Mathildis
Bruder
Magenhard
Godefred
Friedrich
Hato
Sächſiſche .
Eward
Edle
Diothard, Abt v. Hersfeld Hr. Wagner
Osdach, Grenzgraf auf
. Hr. Lehrmann
Burg Keuſchberg

Hateburg, Osdachs Frau Frl. Oſter
Hr. Holler
Anſik
Hoger 7 Osdachs Knechte Hr. Schwarze
Häuptlinge d. Hr. Jürgas
Ellak,
Hr. Riechmann
Mundiöch,
Hunnen
Foldack, Hauptmann der
Keuſchberger Räuber . . Hr. Bohne
Keuſchberger . . Hr. Hoff
Erſter
Hr. Knispel
Zweiter 1 Räuber
Dado, ein alter Bettler in
Hr. Jordan
Fritzlar
Ein Gefolgsmann König
Hr. Geibel
Konrads
Ein Gefolgsmann Reginbers Hr. Indorf
Hr. Jungmann=
Jagdknecht
Kriegsleute, Männer und Frauen von
Fritzlar und Merſeburg. Hunnen.
Ort der Handlung: Akt 1 und 4: Im Hauſe
Ludolfs von Sachſen bei Hersfeld. Akt 2:
Auf Burg Keuſchberg. Akt 3: In der Pfalz
zu Fritzlar. Akt 5: In Fritzlar und vor
den Mauern von Merſeburg.

Nach dem 3. Akte findet eine längere
Pauſe ſtatt.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang:
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2. Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4. Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 7 Uhr. Ende 9¾ Uhr.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Freitag, 28. Jan. 106. Ab.=Vorſt. D. 27.
Der Waffenſchmied. Kl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.
Samstag, 29. Jan. Außer Abonnement.
Volksvorſtellung zu ermäßigten Preiſen:
Der Verſchwender. Anfang 7 Uhr.
(Vergl. beſondere Anzeige.)
Sonntag, 30. Jan. 107. Ab.=Vorſt. C 28.
Fauſt (Gounod). Gr. Preiſe. Anfang
6½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Montag, 31. Jan. 108. Ab.=Vorſt. B 27.
Neu einſtudiert: Der Compagnon.
Kl. Preiſe. Anfang.7 Uhr.

[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Nummer 22.

Das bewährte Mittel bei


eh
afg
16
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katarrhalischen Erkrankungen der Atmungsorgane, Keuchhusten, Influenza.
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*2
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Nummer 22.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Seite 15,

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Nummer 22

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den 5. Februar, in sämtlichen Räumen des Städtischen Saalbaues statt.
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Maskenball ist seit Jahrzehnten das karnevalistische Ereignis der Saison und
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Hauptversammlung
Montag, den 31. Januar ds. Js., abends 9 Uhr,
bei Kamerad Rühl.

Tages=Ordnung: 1. Rechnungsablage.
2. Berichterſtattungen.

(2256

Das Kommando.

Frauenverein der Büdoſtpfarrei
der ev. Stadtgemeinde Darmſtadt E. B.
Ordentliche Mitgliederversammlung
Mittwoch, den 2. Februar 1910, nachmittags 5 Uhr,
im Gemeindehaus, Kiesstrasse 17.

Tages=Ordnung: Jahresbericht, Rechnungsablage,
Aufſtellung des Voranſchlags,
Wahl des Vorſtandes.
Für den Vorſtand: Kleberger.

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Samstag, 29. Januar, im Saale des Musikvereins, Steinstr. 24
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Seite 18.

Nummer 22.

Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 27. Januar 1910.

Die Beratungsſtelle für Säuglingsflege des
Allgemeinen Deutſchen Frauenvereins und die
Säuglingsſterblichkeit in Darmſtadt.

Die Beratungsſtelle für Säuglings=
pflege
hat es ſich bekanntlich zur Aufgabe gemacht,
die Säuglingsſterblichkeit in unſerer Stadt zu be=
kämpfen
. Nach einem Beſtehen von 2½ Jahren kann
ſie nunmehr mit Genugtuung feſtſtellen, daß ihre Ar=
beit
trotz mancherlei Aufechtungen keine vergebliche ge=
weſen
iſt. In den Ziffern der folgenden Tabelle darf
ohne Zweifel der Einfluß ihrer Wirkſamkeit erkannt
werden, der ſich, nachdem ſie am 20. Juli 1907 eröffnet
worden war, in den Jahren 1908 und 1909 fühlbar
machte.

Todesfälle
im 1. Lebensjahre
in %,
Im
Geborene überhaupt der Lebendgeborenen
Jahre

1901
1951
15,4
279
1902
2085
332
16,7.
1903
2063
17,5
347
1904
5
36
17,0
2194
1905
326
2203
15,3
1906
20
15,1
1307
365
16,8
2229
1908
2150
287
13,3
1909
261
1962
13,3

Aus obiger Statiſtik ergibt ſich, daß bei allerungün=
ſtigſter
Schätzung (Vergleich mit den beſten früheren
Jahren) in zwei Jahren wenigſtens 8 Prozent Men=
ſchenleben
mehr erhalten blieben. Die günſtigen Wit=
terungsverhältniſſe
allein könnten das auffällige Sin=
ken
der Sterblichkeitsziffer nicht genügend erklären,
da kühle Sommer auch in früheren Jahren vorkamen
und ſich auch in den Schwankungen der Prozentzahlen
äußerten; die ungünſtigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe
dagegen würden eher eine Erhöhung der Sterblichkeits=
ziffer
in den Jahren 1908 und 1909 erwarten laſſen.
Der Rückgang der Sänglingsſterblichkeit um volle 3
bis 3 Prozent in dieſen Jahren muß daher zum guten
Teil auf Rechnung der Beratungsſtelle geſetzt werden,
von der im letzten Jahre mehr als ein Fünftel aller
in Darmſtadt Geborenen, und zwar naturgemäß die
ärmſten und am ſchlechteſten verſorgten, beaufſichtigt
wurden. Die prozentuale Sterblichkeit der unter Auf=
ſicht
ſtehenden Säuglinge iſt eine ganz geringe, was
wohl dem Umſtand zuzuſchreiben iſt, daß weitaus der
größte Teil der Frauen zum Stillen veranlaßt werden
konnte.
Der ausführliche Jahresbericht der Beratungsſtelle
für Säuglingspflege mit den genauen ziffernmäßigen
Angaben erſcheint demnächſt und ſteht allen, die ſich für
ihre Arbeit intereſſieren, koſtenlos zur Verfügung.

Sport.

sr. Im Weltmeiſterſchafts=Schach= Wett=
kampf
zwiſchen Lasker und Schlechter iſt
jetzt die fünfte Partie beendet worden, die überraſchen=
derweiſe
den Sieg des öſterreichiſchen Meiſters ergab.
Nachdem die Partie zunächſt abgebrochen war, wurde
ſie in ziemlich ausgeglichener Stellung fortgeſetzt. Der
Weltmeiſter Lasker erreichte bald einen kleinen Vor=

teil, geriet aber ſpäter in Zeitbedrängnis und überſah
dabei einen vorſichtig durchgeführten Angriff Schlech=
ters
, der dieſem bald eine überlegene Stellung ver=
ſchaffte
, die zum Gewinn ausreichte. Da die erſten
vier Partien Remis wurden, iſt nunmehr der Stand
des Turniers: Schlechter 3, Lasker 2 Points.
Sr. Die Pariſer Weltmeiſterſchafts=
Ringkämpfe brachten am 28. Abend zunächſt einen
Sieg des Deutſchen Schackmann, der den Serben
Rajhovicz in 14 Minuten beſiegte. Ferner wark Ma=
fetti
(Italien) den Belgier Charles d’Anvers in 24
Minuten und der Däne Peterſen den Neger Zipps in
Minuten 30 Sekunden, während Romanoff ( Ruß=
land
) und Aimable de la Calmette (Frankreich) 35 Mi=
nuten
unentſchieden rangen.

(12
Handel und Verkehr.

II. Frankfurt a. M 25. Jan. ( Frucht=
marktbericht
.) Trotz reichlichem Angebot von
Landweizen waren die Verkäufer, infolge des ungün=
ſtigen
Wetters, anfangs nur zu höheren Preiſen Ab=
geber
. Da jedoch ſowohl Mühlen als der Konſum dieſe
nicht bewilligten, ſo erfolgten Preisermäßigungen, bei
welchen ziemlich gehandelt wurde. Auch Landroggen
wurde ſtark angeboten, indes blieben die Preiſe gut
behäuptet, weil die Nachfrage eine regere war. Für
Gerſte zeigte ſich einiger Begehr Hafer unverändert.
Mais und Futterartikel feſt. Die Forderungen für
Mehl ſind eher etwas erhöht.
Der Mannheimer Getreidemarkt iſt feſt,
aber Käufer verhalten ſich noch abwartend.
An der Berliner Produktenbörſe war
Getreide feſt auf die höheren Notierungen in Amerika
und das Froſtwetter. Das Inlandsangebot und die
Zufuhren ſind gering; doch iſt auch die Nachfrage für
den Konſum ſehr klein. Ruſſiſche und Laplata=Offerten
waren etwa 1 Mark teurer. Hafer ſchließt befeſtigt auf
Platzdeckungen. Lokoware war ruhig und unverändert.
Nach den letzten Kabelnachrichten von den ameri=
kaniſchen
Getreidemärkten (New=Yörk und
Chicago) bewegte ſich Weizen in äußerſter Mattigkeit.
Dieſelbe hatte ihren Urſprung in der ſchwachen Halt=
ung
der Fondsbörſe, ſodann in Meldungen über grö=
ßere
Ankünfte im Nordweſten der Vereinigten Staalen
und in Liquidationen. Im weiteren Verlaufe trat
jedoch Stimmungswechſel ein auf gute Käufe von Min=
neapoliſer
Mühlen; doch konnte ſich die Aufwärtsbe=
wegung
nicht fortſetzen, da die Baiſſiers auf den Markt
drückten und zu Verkäufen der Wallſtreet=Spekulation
führten. Der Schluß war flau. Mais variierte im
Einklang mit Weizen. Die ſichtbaren Weizenvorräte
ſind dort in dieſer Woche von 26,25 Millionen Buſhels
auf 26,26 Mill. Buſh. geſtiegen, dagegen die Maisvor=
räte
von 10,14 Millionen Buſhels auf 9,99 Mill. Buſh.
zurückgegangen. In Kanada ſind die Weizenvorräte
von 12,73 Millionen Buſhels auf 12,84 Mill, Buſh.
geſtiegen.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hieſiger und Wetterauer, 23,3023.40,
Norddeutſcher 23.3023.40, Kurheſſiſcher 23.3023.40,
Rumäniſcher 24.5025.25, Laplatg 24.5025.50, Ruſſiſcher
24.5025.50, Kanſas 24.5025.50, Donauweizen 24.50
bis 25.25, Redwinter 24.5025.50, Walla=Walla 24.50 bis
25.25; Roggen, hieſiger, 16.9017.00, Pfälzer 16.90
bis 17.00, Ruſſiſcher . Amerikaniſcher , Rumä=
niſcher
; Gerſte, Pfälzer 17.0017.50, Fränkiſche
17.0017.50,Riedgerſte 17.0017.50, hieſige und Wet=
terauer
16.2517.00, Ungariſche 22.0023,00, Ruſſiſche
Futtergerſte 12.5013.25; Hafer, hieſiger, 16.0017.00,
Bayeriſcher 16.0017.00, Ruſſiſcher , Laplata ,
Rumäniſcher Mais, mixed, 16.2546.50, Do=
naumais
16.2516.50, Ruſſiſcher 16.2516.50, Laplata
16.2516.50, Weißer Mais 16.2516.50, Rumäniſcher
16.2516.50, Weizenſchalen 10.7511.00, Weizenkleie
10.0010.50, Roggenkleie 10.5011.00, Futtermehl 13.00
bis 14.00, Biertreber, getrocknet, 13.6014.00; Weizen=
mehl
, hieſiges, Nr. 0 32.2532.50, feinere Marken
32.7533.00, Nr. 1 30.7531.00, feinere Marken 31.25
31.50, Nr. 2 29.7530.00, keinere Marken 30.2530mm

r e ier ſine Reite r e en nr.
27.7528.00, feinere Marken 28.2528.50; Roggen=
mehl
, hieſiges, Nr. 0 21.752500, Nr. 1 21.7522,00,
Nr. 2. 17.7518.00.

Vermiſchtes.

C. K. Napoleon und die Pariſer Arbeiter. Die Pa=
riſer
Arbeiterſchaft war zur Zeit des erſten Kaiſer=
reiches
begeiſterte Anhängerin des Kaiſertums und
verehrte Napoleon mit rückhaltloſer Bewunderung.
Napoleon erwiderte dieſe Liebe nur mit halbem Her=
zen
; aber er ſchützte und protegierte die 70000 Pariſer
Arbeiter nach Kräften, denn er fürchtete ſie, wie er=
ſich
einmal äußerte, mehr als eine Armee von 200000
Mann. Als die Buchbindermeiſter von dem Kaiſer
die adminiſtrative Feſtſetzung eines Höchſtlohnes für
die Arbeiter verlangten, ſo führt de Lanzao de Laborie=
in
einem intereſſanten Aufſatze im Korreſpondent
aus, fuhr er ſie höchſt ungnädig an; er verhinderte das
Wiederaufleben der Zünfte, das die Meiſter forderten,
um die Zahl der Lehrlinge begrenzen zu können, und
er beſtrafte jede Organiſation der Arbeitgeber, die dem
Zwecke dienen ſollte, die Arbeitslöhne zu verringern.
Freilich wurden auch die Arbeiterorganiſationen ver=
boten
, aber die Vereinigungen wandelten ſich zu Ge=
heimgeſellſchaften
um, die von der Polizei geduldet
wurden; nur wenn Unruhen entſtanden, ſchickte man
ein paar der erregteſten Köpfe in die Provinz. Jeder
Streik war verboten, aber das erſte Kaiſerreich mußte
trotzdem mehr Streiks verzeichnen, als je eine Zeit=
vorher
. Beſonders bei den öffentlichen Arbeiten kam
es aller Augenblicke zur Arbeitsniederlegung; die Ar=
beiterſchaft
machte ſich die Dringlichkeit der Arbeiten
und die kaiſerliche Protektion zunutze, um unausgeſetzt
neue, höhere Lohnforderungen aufzuſtellen. In der
Zeit von 18051807 wurde bei den Arbeiten am
Louvre nicht weniger als fünfmal geſtreikt; auch bei=
der
Auſterlitz=Brücke, beim Pont des Arts, an den
öffentlichen Getreidemagazinen und auf dem Schlacht=
hofe
von Grenelle kam es mehrſach zu Arbeitsnieder=
legungen
. Bisweilen unterdrückte man diete Zwiſchen=
fälle
durch Beſtrafung der Rädelsführer; aber oft gab
man auch nach. Während Napoleon die Schlacht von
Jena ſchlug, verſuchten die Arbeitgeber, die Arbeits=
zeit
des Ancien régime wieder einzuführen, zwölf
Stunden und im Sommer dreizehn Stunden Arbeits=
zeit
. In der Arbeiterſchaft entſtand große Erregung,
die ſich erſt legte, als Navoleon beſtimmte, daß wäh=
rend
ſeiner Abweſenheit keinerlei Aenderungen der
Arbeitsbedingungen ſtattfinden dürften. Dieſe Unter=
ſtützung
machten ſich die Arbeiter zunutze und trieben
mit ihr Mißbrauch: wo immer eine Arbeit dringend
war, nahm man dieſe als Anlaß zum Streik. Die
Kaiſerkrönung wurde benutzt, um den Tageslohn von
4 Francs auf 10 zu ſteigern. Beim Bau des hölzer=
nen
Triumphbogens 1810 erhielten ſie 18 Francs pro
Tag; trotzdem waren ſie nicht zufrieden und verlangten
Tageslöhne bis zu 30 Francs. In dieſem Falle riß
Napoleon die Geduld; er führte den Tageslohn von
4 Francs wieder ein und bereitete einen drakoniſchen
Erlaß vor, den er aber übrigens niemals unter=
zeichnet
hat.

Fehlender Appetit
iſt nie unbedenklich, denn der Körper bedarf einer regel=
mäßigen
Nahrungszufuhr, die unterbrochen wird, wenn
keine Eßluſt vorhanden iſt. Letztere muß alſo vor allem
wieder gehoben werden, und dies geſchieht am beſten durch
Scotts Emulſion. Sie wirkt ſofort anregend auf den
Appetit, das Eſſen ſchmeckt, die notwendige regelmäßige
Nahrungszufuhr wird wieder aufgenommen, und damit
iſt die Hauptfache gewonnen.
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