Darmstädter Tagblatt 1910


25. Januar 1910

[  ][ ]

Abonnementspreis
Inſerate
173. Jahrgang

monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk., aus=
werden
angenommen in Darmſtadt.
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenkuren, und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. Bei
für Aufnahme von Anzeigen an vorge=
gerichtlicher
Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtädt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 14 Seiten.

Der Vormarſch der dentſchen Raſſe‟.

N. Aus Kopenhagen, 22. Januar, wird uns ge=
ſchrieben
: Unter dem Titel Dänemark und das Ausland
hat die hieſige einflußreiche Nationaltidende zwei lei=
tende
Artikel gebracht, die ein gewaltiges Aufſehen erregt
haben. Die beiden Artikel malen in den düſter=
ſten
Farben die Gefahr an die Wand, welche
für die kleinen Staaten, wie Holland, Belgien
und ganz beſonders für Dänemark, der unaufhaltſame
Vormarſch der deutſchen Raſſe bedeute. Es
wird ausgeführt, daß der Rieſenkampf, der auf ökono=
miſchem
Gebiete zwiſchen Deutſchland und England
geführt werde, eher oder ſpäter die Entſcheidung durch die
Waffen finden müſſe; die Lage ſei gefährlicher als je=
mals
ſeit dem Falle Napoleons. Der Zweck der ſchwarz=
ſeheriſchen
Artikel iſt, die von der däniſchen Regierung be=
kanntlich
geplante Ausſetzung der Ausführung der Militär=
geſetze
zu verhindern; dieſer Zweck könne nur dann er=
reicht
werden, wenn die Dänen die europäiſche Situation
ins Auge faſſen. Wir geben dem Verfaſſer das Wort. Die
markanteſten Stellen ſeiner Artikel lauten:
. . Der Vormarſch der deutſchen Raſſe iſt das merk=
würdigſte
Phänomen der neueren Geſchichte Europas. Das
reißende Wachstum Deutſchlands läßt ſich durch Allianz=
und Ententemauern nicht beeinfluſſen; das Land wächſt
vielmehr über ſolche Mauern hinaus. Jedes Jahr wird
unſer ſüdlicher Nachbar ſtärker und mächtiger, und das
Ende iſt nicht abzuſehen. Seit 1870 iſt Deutſchlands Ein=
wohnerzahl
von 40 Millionen auf 64 Millionen geſtiegen:
die deutſche Induſtrie hat, dank der erſtklaſſigen Technik,
in mehreren Branchen diejenige Englands überflügelt und
England von vielen Märkten verdrängt; der deutſche Han=
del
wird durch eine glänzende merkantile Entwickelung ge=
fördert
, die deutſchen Handlungsreiſenden finden in Bezug
auf Unternehmungsluſt und Energie ihres gleichen nicht;
das Nationalvermögen wächſt jährlich um eine Mil=
liarde
; . . . auf allen Gebieten marſchiert Deutſchland
vorän, auf demjenigen der Luſtſchiffahrt hat es ſogar
Frankreich geſchlagen; augenblicklich hat Deutſchland ein
Dutzend kriegsbereite Luftſchiffe, Frankreich zwei! Deutſch=
land
hat, materiell geſehen, das Ideal eines modernen
Staates erreicht; es hat das Problem des richtigen Ver=
hältniſſes
zwiſchen privater Initiative und ſtaatlicher Or=
ganiſation
gelöſt. Sollte man an der Bedeutung dieſer
ſteigenden Machtfülle zweifeln, braucht man nur den weſt=
lichen
Antagoniſten Deutſchlands, Frankreich, zu betrachten,
ein Land im Stadium ausgeſprochenen Verfalls. Ein be=
deutender
Japaner äußerte dieſer Tage, als er über euro=
päiſche
Verhältniſſe ſprach, daß die Zeit nicht fern liege,
da Frankreich aufgehört haben werde, eine Großmacht zu
ſein. Die Bevölkerung des Landes nimmt ſtets ab; das
Ideal iſt:, Friede um jeden Preis! Anſtatt der noblen
Ideale der Vergangenheit, géuérosité und gloire hat
die Entwickelung ein neues demoraliſierendes Ideal
das Geld hervorgebracht; Frankreich leidet induſtriell
und materiell unter dem Mangel der Organiſation und
den häufigen Miniſterwechſeln . . . Steht Frankreich
unter dem Zeichen des Verfalls, herrſcht in Rußland
chroniſche Geldnot und daraus folgende Lähmung . .
Der relative Stillſtand Frankreichs und Rußlands gibt
Deutſchland, überhaupt den beiden europäiſchen Zentrart
mächten, einen wirkungsvollen Hintergrund. Uebrig bleibt
nur England, das einzige Land, das es vermag, den
durch Deutſchland bedrohten Zuſtand des europäiſchen
Gleichgewichts einigermaßen aufrecht zu erhalten. Aber
die engliſche Induſtrie iſt bereits durch die deutſche und
amerikaniſche Konkurrenz ſtark getroffen, die engliſche
Landwirtſchaft iſt im Niedergang begriffen. Aber gleich=
wohl
dem zum Trotz iſt England die ſtärkſte Macht der
Welt. Noch! . . . Mächtig durch ſeine Geldmittel, durch
ſeine Flotte. Noch würde es wohl den Sieg über
Deutſchland heimtragen . ..
Wir Dänen, als die Nachbarn Deutſchlands, müſſen
darüber klar ſein, daß Deutſchland infolge ſeiner Ent=
wickelung
zu großen Entſchlüſſen getrieben wird, und daß
wir die kleinen, unter ſeinem drohenden Schatten leben.
Holland, Belgien und Dänemark exiſtieren nur, weil der
Arm Englands noch kräftig iſt! Ein beſtegtes England be=
deutet
gnadenlos das Aufhören unſerer Eriſtenz als eines
ſouveränen Staates! . . Aus unſerem Selbſterhaltungs=
trieb
ergibt ſich unſere Sympathie für England . . . Nur
naive Seelen glauben an eine dauernde friedliche Kon=
kurrenz
Englands und Deutſchlands. Wenn die wirt=
ſchaftlichen
Intereſſen des Staates mit denjenigen
des konkurrierenden Staates unvereinbar werden, dann
kommt in unſeren Tagen der Krieg. Die ganze Sache
iſt eine Magenfrage‟.

Die mandſchuriſche Bahnfrage und die deutſch=
amerikauiſchen
Beziehungen.

O Man ſchreibt uns: Der Entſchluß Rußlands
und Japans, den amerikäniſchen Vorſchlag betreffs
einer Neutraliſierung der mandſchuriſchen Eiſenbahnen ab=

zulehnen, bedeutet ohne Zweifel eine diplomatiſche Nie=
derlage
der Vereinigten Staaten. Daß dieſer
Mißerfolg der Union ſehr leicht politiſche Wirkungen ha=
ben
kann, iſt klar. In welchen Richtungen letztere ſich zu
äußern vermögen, iſt unſchwer erkennbar. Der längſt vor=
handene
, aus verſchiedenen Gründen bis zu einem gewiſſen
Grade natürliche Gegenſatz zwiſchen Japan und den Ver=
einigten
Staaten kann durch die Verwerfung des amerika=
niſchen
Vorſchlages verſchärft werden. Umgekehrt darf
man mit der Möglichkeit rechnen, daß die Uebereinſtim=
mung
in der Eiſenbahnpolitik hinſichtlich der Mandſchurei
eine Annäherung Rußlands an Japan zur
Folge hat. Ferner iſt eine Entfremdung zwiſchen Japan
und China nicht ausgeſchloſſen, weil China als Ur=
heber
des amerikaniſchen Vorſchlages gilt, deſſen Verwirk=
lichung
in erſter Linie auch für China vorteilhaft geweſen
wäre.
Die Folgen der diplomatiſchen Niederlage Ameri=
kas
beſchränken ſich aber nicht auf den fernen Oſten, ſon=
dern
greifen auf die Geſamtheit der internationalen Be=
ziehungen
um ſo eher über, je empfindlicher die öffentliche
Meinung in den Vereinigten Staaten gegenüber allen An=
gelegenheiten
iſt, die das amerikaniſche Preſtige
berühren. Man kennt den Einfluß, den die eingebildete
Verletzung dieſes Preſtiges durch Schritte verantwortlicher
deutſcher Stellen für die Geſtaltung der deutſch= ame=
rikaniſchen
Beziehungen gehabt hat. Es iſt
darum mit Sicherheit anzunehmen, daß Deutſchlands
Haltung in der mandſchuriſchen Eiſenbahnfrage die
öffentliche Meinung der Union für Deutſchland in dem=
ſelben
Maße günſtig ſtimmen wird, in dem jene Haltung
eine Stütze der diplomatiſchen Aktion Amerikas geweſen
iſt. Denn ſo vorſichtig Deutſchland auch ſeine endgültige
Zuſtimmung zu dem amerikaniſchen Vorſchlage von dem
Einverſtändnis Rußlands und Japans abhängig machte:
ſeine grundſätzliche Billigung zeigte doch, daß Deutſch=
land
in dieſer Angelegenheit den Vereinigten Staaten
die Stange hielt. Es wäre ſeltſam, wenn die öffentliche
Meinung Amerikas hierfür kein Verſtändnis hätte und
aus der gewährten diplomatiſchen Unterſtützung Deutſch=
lands
nicht einen neuen Antrieb entnähme, ſchwebende wich=
tige
Fragen in freundſchaftlicher Weiſe mit uns zu ordnen.
Daß dieſe ſchwebenden Fragen in den wichtigſten handels=
politiſchen
Angelegenheiten beſtehen, iſt ein Zufall. Des=
wegen
aber ändert ſich nichts an der Tatſache, daß gerade
jetzt die öffentliche Meinung in der Union beſonderen An=
laß
hat, bei der Regelung der deutſch=amerikaniſchen Han=
delsbeziehungen
durch die Vereinigten Staaten ein ähn=
liches
Entgegenkommen bezeugt zu ſehen, wie Deutſchland
es der Union in der mandſchuriſchen Bahnfrage ſoeben
bewies.
Die Verſagung des Entgegenkommens in der Tarif=
frage
würde anderere its unmittelbar nach der Unter=
ſtützung
der Union im fernen Oſten von der öffentlichen
Meinung Deutſchlands mit geſteigerter Bitterkeit empfun=
den
werden und könnte uns nur in der Ueberzeugung be=
ſtärken
, daß Nachgiebigkeit gegen handelspolitiſche For=
derungen
Amerikas weniger als je angezeigt ſei, vielmehr
der wirtſchaftliche Kampf mit voller Wucht ausgefochten
werden müſſe.

Deutſches Reich.

Gegen das Weißbuch über die Mannesmann=
ſchen
Konzeſſionen veröffentlicht der Geh. Juſtizrat
und Kronſyndikus Profeſſor Dr. Zorn in Bonn einen
Aufſatz in der Köln. Ztg. Er erklärt ſämtliche Ein=
wendungen
der Denkſchrift gegen die Konzeſſionen für
rechtlich grundlos und meint: Ob eine Wiederaufnahme
von Ausgleichsverhandlungen noch möglich und ob dabei
Ausſicht auf ein günſtiges Reſultat gegeben wäre, muß
ich dahingeſtellt ſein laſſen. Dagegen eignet ſich nach mei=
ner
Ueberzeugung die Streitfrage nicht, beſſer geſagt: nicht
mehr zum Austrag vor einem Schiedsgericht, wie dies das
Auswärtige Amt vorſchlägt. Der Kernpunkt der Frage iſt
allerdings ein juriſtiſcher. Aber es ſind in der Sache ſo
ſtarke nationale Imponderabilien zur Geltung gelangt und
auch wirklich darin enthalten, daß ein fremdes Schieds=
gericht
, dem dieſe Geſichtspunkte Hekuba ſind, unſerem
deutſchen Gefühl jetzt ganz unannehmbar iſt. Das muß
die Vertretung des deutſchen Volkes ſich jetzt mit allem
Ernſt ausbitten. Wenn über dieſe Frage deutſchen Rech=
tes
und deutſcher Intereſſen jetzt ein fremdes Schiedsgericht
urteilen ſollte, ſo würde das in den weiteſten Kreiſen des
deütſchen Volkes mit Recht als eine ganz unerträgliche
Minderung des deutſchen Anſehens empfunden werden.

Die Erledigung dieſer Frage kann jetzt nur mehr durch
deutſche Organe erfolgen.
Aus den Mitteilungen, die Staatsſekretär Dern=
burg
am Freitag in der Budgetkommiſſion des Reichstages
machte, hat man erfahren, daß die Zuſammenſetzung der
Bevölkerung in Deutſch=Südweſtafrika
ſehr ungünſtig iſt. Nur 334 Männer ſind im ganzen
Jahr zugezogen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung iſt
nicht deutſch. Auf 8000 Deutſche kommen 19000 Prozeſſe,
21 mal ſo viel wie in Deutſchland, ein Beweis, wie
ſchwankend die wirtſchaftliche Grundlage bei vielen iſt.
422 Verurteilungen haben ſtattgefunden, die Kriminalität
iſt viermal ſo ſtark wie in Deutſchland. Es befinden ſich
noch manche ungeeignete Elemente in der Kolonie und da=
durch
wird die Frage der Ausdehnung der Selbſtverwal=
tung
erſchwert.
Der wirtſchaftliche Ausſchuß trat am
Montag vormittag im Reichsamt des Innern zuſammen.
Den Gegenſtand ſeiner Beratung bildete die Zukunft un=
ſerer
Handelsbeziehungen zu Frankreich und Nordamerika.
Unter zahlreicher Beteiligung von Delegierten aus
der Pfalz, dem Großherzogtum Heſſen, Heſſen=
Naſſau, Baden und vom Rhein trat am Sonntag
in Wiesbaden der 5. Parteitag des Südweſtdeut=
ſchen
Verbandes der freiſinnigen Volks=
partei
zuſammen, um vor allem zur Frage der Fu=
ſion
der drei linksliberalen Parteien
Stellung zu nehmen.
Nach einem Referat des Rechtsanwalts Dr. Heil=
brunn
=Frankfurt a. M. überbrachte Reichstagsabgeord=
neter
Kopſch der Verſammlung die Grüße der Partei=
leitung
. In der Debatte ſprach ſich Dr. Loeſer= Heidel=
berg
mit Begeiſterung für die Fuſion aus und trat weiter
für die Erweiterung der politiſchen Rechte der Frauen ein.
Er halte den gegenwärtigen Zeitpunkt nach der Reichs=
finanzreform
als den denkbar günſtigſten für eine Fuſion.
Jnſtizrat Geiger=Frankfurt a. M. will die Fuſion nicht
mit der Begeiſterung des Vorredners anſehen, kommt aber
doch zu dem gleichen Schluß. Es ſeien allerdings eine
ganze Anzahl Bedenken vorhanden, aber die Lage zwinge
zu dem Zuſammenſchluß. Bürgermeiſter. Alberti=
Rüdesheim warnt vor allzu großem Optimismus. Es ſei
fraglich, ob man mit dem Zuſammenſchluß das erreiche,
was man erwarte Juſtizrat Gallus=Darmſtadt führt
die Einigkeit der Liberalen in Heſſen vor Augen, wodurch
es dieſen ermöglicht wurde, in den letzten Jahren poſitive
Erfolge auf politiſchem Gebiet zu erzielen. Direttos
Dörr=Frankfurt mahnt ebenfalls, über die Zerſplitte=
rung
hinaus zur Einigung zu kommen, damit der Libera=
lismus
wieder zu der Bedeutung gelange, die ihm gebühre.
Dr. Mainzer=Frankfurt verweiſt als Beiſpiel auf die
Einigkeit der Liberalen in Baden und verlangt, daß mit,
aller Energie darauf hingearbeitet werde, daß Süddeutſch=
land
, die Hochburg des Liberalismus, auch wieder eine
entſprechende Vertretung im Parlament habe. Profeſſor
Kühn=Wiesbaden mahnt, die Zeit bis zu den nächſten
Wahlen zur Arbeit zu benutzen.
Reichstagsabgeordneter Kopſch zieht in ſeinem
Schluſwort eine Bilanz des Geſagten. Er vergleicht die
drei Strömungen, die hier zu Worte gekommen, die ab=
lehnende
, die begeiſterte und die kühl abwägende, mit den
Fluten des Rheins, des Mains und der Nahe. Wie dieſe
ineinander fließen, ſo müßten auch die Parteien zuſam=
menkommen
, wenn es auch anfangs noch manches Neben=
einander
geben werde, ſo werde ſchließlich doch ein großes
einiges Ganze daraus werden. Freilich werde die ſchwerſte
Arbeit erſt nach der Fuſion kommen.
Es wurde folgende Reſolution einſtimmig ange=
nommen
: Der Parteitag für Südweſtdeutſchland tritt dem
Beſchluß des Zentralausſchuſſes in allen Punkten bei und
empfiehlt dem auf den 7. März einberufenden Parteitag
die Annahme der Fuſion auf Grund des vorgelegten Pro=
gramms
und Organiſationsſtatuts.
Zur Lohnbewegung im deutſchen Ma=
lergewerbe
teilt uns die Korreſpondenz des Haupt=
verbandes
Deutſcher Arbeitgeber=Verbände im Maler=
gewerbe
mit:
Nachdem die Abſtimmungen der Parteien über den
vom 5. bis 16. November 1909 vor dem Gewerbegericht in
Berlin beratenen Reichstarif die Annahme desſelben er=
geben
, fanden ſich die Parteien zu einer weiteren Feſt=
ſetzung
über Arbeitszeit, Lohnhöhe und Lohnausgleich am
4. Januar in Berlin ein. Die Verhandlungen wurden
wiederum geleitet von den Herren Unparteiiſchen. Magi=
ſtratsrat
v. Schulz=Berlin, Gerichtsdirektor Dr. Prenner=
München und Beigeordneten Rath=Eſſen. Dieſelben fäll=
ten
nach fünftägiger Verhandlung die Schiedsſprüche be=
zugleich
der Arbeitszeit, der Lohnfrage und des Lohn=
ausgleichs
. Den Schiedsſprüchen wurde eine ein=
gehende
Begründung beigegeben. Die Parteien hatten ſich
verpflichtet, bis zum 15. Januar die Erklärung abzugeben,
ob ſie ſich den Schiedsſprüchen unterwerfen. Die Abſtim=
mung
erfolgte über ſämtliche angeſchloſſenen Ortsverbände
Deutſchlands. Auf Arbeitgeberſeite erklärten ſich für An=
nahme
35 Millionen Mark, gegen die Annahme 11 Mil=
lionen
Mark organiſierter Löhne, während zirka 10 Mil=
lionen
Mark organiſierter Löhne ſich der. Abſtimmung ent=

[ ][  ][ ]

Nummer 20.

Seite 2.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Januar 1910.

hielten. Die in Betracht kommenden Arbeiterverbände
(Freie, Chriſtliche und Hirſch=Dunckerſche Organiſation) er=
klärten
ſich gleichfalls für Annahme der Schiedsſprüche.
Die Arbeiter verſchiedener Großſtädte, wie Berlin, Ham=
burg
, Kiel, Bremen, Köln, Danzig, Breslau, Elberfeld=
Barmen, erklärten ſich gegen die Schiedsſprüche. Der
Widerſtand wurde indeſſen bei der Abſtimmung durch die
Stimmenzahl in den übrigen 240 Städten ausgeglichen.
Der nunmehr abgeſchloſſene Reichstarifvertrag läuft drei
Jahre bis 15. Februar 1913. Mit dem Abſchluß des Reichs=
tarifes
iſt die ſiebenmonatige Lohnbewegung im Maler=
gewerbe
beendet und hiermit der Beweis erbracht, daß
es bei gegenſeitigem Verſtändnis der Parteien wohl mög=
lich
iſt, Tarifverträge für ganze Landesteile, ja für
das ganze Deutſche Reich von einer Stelle aus abzuſchlie=
ßen
. Außer dem Buchdruckergewerbe, deſſen Tarifvertrag
für andere Gewerbe vorbildlich iſt, hatte bisher kein Ge=
werbe
Tarife, welche ſich über das ganze Verbandsgebiet
erſtreckten. In der Holzinduſtrie und im Baugewerbe ſind
gleichfalls Verhandlungen eingeleitet, die zum Abſchluß
eines Tarifes für ſämtliche angeſchloſſenen Unterverbände
drängen.
Der Deutſche Lehrerverein erläßt nun=
mehr
die angekündigte Erklärung gegen Biſchof
Fritzen von Straßburg. Dieſer hatte in ſeinem
Schreiben an den Statthalter zur Begründung ſeiner Hal=
tung
u. a. ausgeführt, der Lehrerverein verfolge eine gegen
die öffentliche Religion gerichtete Tendenz, ſogar die
Grundlagen des Gottesglaubens, er treibe auf die reli=
gionsloſe
Schule hin und greife die katholiſche Kirche, die
katholiſche Hierarchie und das katholiſche Dogma an. In
Dortmund habe Profeſſor Natorp ſtürmiſchen Beifall ge=
erntet
, als er die Lehrer gemahnt, ſich von der falſchen
Mutter der Schule abzuwenden und eine deutſche Los=von=
Rom=Bewegung einzuleiten. Demgegenüber wird feſtge=
ſtellt
: In den Organen des Deutſchen Lehrervereins
ſind zwar ſchulpolitiſche Forderungen der Zentrumspartei
wiederholt nachdrücklich bekämpft worden. Angriffe gegen
die katholiſche Kirche als Religionsgemeinſchaft, gegen
katholiſche Dogmen oder gar gegen die Grundlagen des
Gottesglaubens wird ihnen jedoch niemand nachweiſen
können. Was im beſonderen die religionsloſe Schule an=
betrifft
, ſo hat ſich das Hauptorgan des Deutſchen Lehrer=
vereins
, die Pädagogiſche Zeitung, mit aller Entſchieden=
heit
gegen dieſe Schuleinrichtung ausgeſprochen. Der Bei=
fall
, der dem Profeſſor Natorp geſpendet worden ſei, dürfe
keineswegs als Zuſtimmung zu allen ſeinen Ausführun=
gen
aufgefaßt werden. Die Behauptung, daß in der an
ihn gerichteten Dankesrede die Aufforderung an die Lehrer
erneuert worden ſei, ſich von der falſchen Mutter der
Schule, d. h. von der katholiſchen Kirche, abzuwenden, ent=
behre
jeder tatſächlichen Unterlage. Unter den wenigen
Sätzen, in denen der Verſammlungsleiter Herrn Profeſſor
Natorp für ſeinen Vortrag dankte, ſei keiner, der auch nur
im entfernteſten als eine ſolche Aufforderung gedeutet wer=
den
könnte. Es ſei befremdlich, wie der Biſchof ſolche ob=
jektiv
falſchen Behauptungen über den Deutſchen Lehrer=
verein
und die Deutſche Lehrerverſammlung ausſprechen
könne.
Der Vorſitzende des Bundes der Viehhändler
Deutſchlands, Hermann Daniel aus Dierdorf, Bez. Kob=
lenz
, wurde, wie die Deutſche Fleiſcher=Zeitung mel=
det
, von dem preußiſchen Landwirtſchaftsminiſter von Ar=
nim
empfangen und überreichte die Vorſchläge des Bundes
zur Verbeſſerung der Fleiſcherzeugung im
Inlande. Dieſer Konferenz wohnten auch noch bei: Un=
terſtaatsſekretär
von Conrad, Miniſterialdirektor Küſter
und Geheimrat Heſſe. Die Vorſchläge gehen im weſent=
lichen
darauf hinaus, die Grenzen nicht zu öffnen, dafür
aber im Innern eine ſtärkere Konkurrenz durch Unter=
ſtützung
von Maſtanſtalten hervorzurufen.

Ausland.

Die Verhandlungen zur Flottmachung des böhmi=
ſchen
Landtages ſchreiten nur langſam vorwärts. Noch
immer iſt es zu keiner direkten Ausſprache zwiſchen Deut=

ſchen und Tſchechen gekommen. Der Schwerpunkt der
Verhandlungen liegt in der Garantiefrage, da die Deut=
ſchen
die Obſtruktion nur dann aufgeben werden, wenn die
Tſchechen ihnen genügende Bürgſchaften dafür geben, daß
die in dem Antrage Frengl niedergelegten deutſchen Min=
deſtforderungen
erfüllt werden. Es ſoll nun in den letzten
Tagen zwiſchen dem Miniſterpräödenten und den mit der
Vermittelungsaktion betrauten Perſönlichkeiten eine Kom=
promißformel
entworfen ſein. Dadurch ſoll bewirkt wer=
den
, daß die Deutſchen von ihrer urſprünglichen Taktik,
nur die nationalen Vorlagen von der Obſtruktion auszu=
ſchalten
, abgehen und wenigſtens ein eng beſchränktes wirt=
ſchaftliches
Programm zur Verhandlung in dieſer Seſſion
zulaſſen.
Bei den letzten 56 Wahlen in England haben
die Unioniſten nicht weniger als 19 neue Sitze erobert, die
Liberalen nur zwei neue, die übrigen Sitze blieben unver=
ändert
. Die Blockmehrheit ſteht bis jetzt auf 67. Die
Liberalen hoffen, daß das ſchlimmſte überſtanden iſt und
daß ihre Blockmehrheit ſchließlich noch auf zirka 100, viel=
leicht
mehr, vielleicht weniger anwachſen wird. Eine gänz=
liche
Unabhängigkeit der Liberalen von Arbeitern und
Iren ſcheint ausſichtslos; iſt doch kaum noch auf die Unab=
hängigkeit
der Liberalen und Arbeiterpartei zuſammen
von den Iren zu hoffen. Auf die Irländer iſt aber kein
Verlaß, und ſie haben ſich für die Wahl den Liberalen nur
angeſchloſſen, weil ihnen gewiſſe Homerule=Verſprechungen,
deren Umfang jedoch nicht bekannt iſt, gemacht worden
ſind. So wird die Homerule=Frage, die anfangs nicht
übermäßig hervortrat, eventuell zu ausſchlaggebender Be=
deutung
gelangen.
Beim Empfange des Präſidiums des ſpaniſchen
Parlaments aus Anlaß ſeines Namenstages erklärte der
König, es erfülle ihn mit Stolz, daß die Tapferkeit der
ſpaniſchen Armee neue Gegenden der Ziviliſation und dem
freien Wettbewerb der Welt erſchloſſen habe.
Die innerpolitiſche Lage in Griechenland
wechſelt oft und ſelbſt führende Elemente wiſſen im Au=
genblick
nicht, wie ſich die Verhältniſſe entwirren werden.
Der Gedanke einer Nationalverſammlung ſcheint endgültig
fallen gelaſſen zu ſein, da Theotokis und der König da=
gegen
ſind. Der Rücktritt des Kabinetts Mawromichalis
wird von Tag zu Tag erwartet. Wer es erſetzt, darüber
zirkulieren auch an leitenden Stellen nur Vorſchläge und
Vermutungen.
Aus Waſhington wird der Morning Poſt gemel=
det
, dort verlaute, daß zwiſchen einer braſilianiſchen
Gruppe und Finanzleuten der Vereinigten Staaten Ver=
handlungen
ſchweben wegen der großen braſiliani=
ſchen
Anleihe, die teils für den Bau von braſiliani=
ſchen
Kriegsſchiffen auf nordamerikaniſchen Werften ver=
wendet
werden ſoll. Weiter wird gemeldet, daß eine an=
dere
Gruppe namens Amerikaniſch=Ottomaniſche Erſchlie=
ßungsgeſellſchaft
ſich der Unterſtützung der Waſhingtoner
Regierung erfreue und mit der türkiſchen Regierung wegen
des Eiſenbahnbaues in der Türkei unterhandle.
Die argentiniſche Regierung hat bei der Tall River
Company zwei Dreadnoughts zum Preiſe von je 44 Mil=
lionen
beſtellt. Die Ueberweiſung der Beſtellung an eine
amerikaniſche Firma wird als ein diplomatiſcher Sieg der
Vereinigten Staaten bezeichnet.
* Der Herzog und die Herzogin von
Connaught ſind mit dem Prinzen Artur von London
nach Oſtafrika abgereiſt. König Eduard hatte ſich zur
Verabſchiedung auf dem Londoner Bahnhof eingefunden.
Man hat, auch in den engliſchen Zeitungen, die Reiſe als
eine Jagdexpedition geſchildert, wie diejenige, die Rooſe=
velt
in die gleichen Diſtrikte unternommen hat. Aber das
iſt durchaus nicht richtig. Der Herzog iſt ganz im Gegen=
ſatz
zu ſeinem Bruder, dem König, und ſeinem Neffen,
dem Prinzen von Wales, durchaus kein großer Jäger und
auch gar kein guter Schütze. Vater und Sohn ſind aus=

geſprochene Soldaten, ihr ganzes Intereſſe wendet ſich der
Armee zu. Die Expedition wird vielmehr unternommen,
weil es dem Herzog darauf ankommt, die Verhält=
niſſe
in Oſtafrika kennen zu lernen und ſich ſelbſt zu
überzeugen, in welcher Richtung ſich dieſes Land ent=
wickeln
läßt, das, wie man neuerdings einzuſehen beginnt,
ſchon zu lange vernachläſſigt worden iſt.

Sterblichkeit in Herrſcherfamilien.

C2 Die ſtatiſtiſche Wiſſenſchaft, die mit unermüdli=
chem
Eifer alle Lebensgebiete durchforſcht und durch=
leuchtet
, iſt nun auch in die Paläſte gedrungen; ein
ſchwediſcher Gelehrter, Guſtav Sundböra, hat in jahre=
langen
Studien die Geburtsziffern uno die Sterblich=
keit
der gekrönten Häupter und ihrer Angehörigen zum
Gegenſtand der Forſchungen gemacht, deren intereſſante
Ergebniſſe jetzt vorliegen.
Der Statiſtiker ſchließt bei ſeinen Berechnungen
alle königlichen Häuſer Europas zu einer einheitlichen
Bevölkerung zuſammen; ſeine Forſchungen erſtrecken
ſich auf 50 Jahre; zu Beginn jener Zeit zählte dieſe
königliche Bevölkerung 727 Köpfe; innerhalb der fol=
genden
50 Jahre wurden 803 Kinder geboren und 65
Perſonen wanderten ein, das heißt Mitglieder nicht=
ſouveräner
Häuſer wurden durch Heirat in den Kreis
der königlichen Familien aufgenommen. In der glei=
chen
Zeit ſtarben 714 und 14 wanderten aus; ſie ver=
zichteten
auf alle ihre Rechte und die Zugehörigleit zu
ihren Häuſern. Die ſtatiſtiſche Ueberſicht zeigt, daß auf
1000 männliche Mitglieder der königlichen Häuſer 1105
weibliche entfallen, während für die Geſamtbevölker=
ung
Europas das Verhältnis 1000 zu 1030 beſteht. In=
tereſſant
iſt, daß in der Geburtenſtatiſtik im Gegenſatz
zu der europäiſchen Geſamtbevölkerung das männliche
Geſchlecht bei weitem überwiegt; in den letzten 50 Jah=
ren
wurden 437 Prinzen königlichen Geblüts geboren,
denen nur 366 Prinzeſſinnen gegenüberſtehen, ſo daß
auf 100 Prinzeſſinnen 119 Prinzen kommen. Das
Gleichgewicht wird ſpäter wieder hergeſtellt durch die
größere Sterblichkeit der königlichen Söhne. Neue
Prinzeſſinnen treten durch die Aufnahme von Töchtern
nichtſouveräner Häuſer in den Kreis der königlichen
Familien.
Die Eheſchließungen in den Königshäuſern
finden durchweg ſehr früh ſtatt; die Heiraten im Alter
von 15 bis 20 Jahren ſind ſehr häuſig. Dagegen findet
man ausnehmend viele junge Witwer und Witwen,
da die Mitglieder der königlichen Bevölkerung ſich
nur ſelten wieder verheiraten. Auffällig groß iſt die
Zahl der Junggeſellen, vor allem im vorgerückten Le=

bensalter; bei den Prinzeſſinnen dagegen lehrt die Sta=
tiſtik
das Gegenteil; in vielen Fällen ziehen ſie es vor,
unter ihrem Stande zu heiraten, ehe ſie ledig bleiben.
In den letzten 50 Jahren haben 50 Prinzen und 82
Prinzeſſinnen Ehen eingegangen, die nicht ſtandesge=
mäß
waren. In der gleichen Zeit wurden 14 Scheidun=
gen
vollzogen. Der Vergleich der Sterblichkeitsziffern
zwiſchen der königlichen Bevölkerung und der Ge=
ſamtbevölkerung
Europas zeigt die überraſchende Tat=
ſache
, daß die Sterblichkeit in den Fürſtenhäuſern
größer iſt als im Volke, wenngleich man das Gegen=
teil
annehmen ſollte, da die Mitglieder der königlichen
Familien in höherem Maße in der Lage ſind, allen
Komfort und alle Segnungen der Heilkunſt ſich verſchaf=
fen
zu können. Zwar im Kindesalter iſt die Sterblich=
keit
innerhalb der Fürſtenhäuſer außerordentlich ge=
ring
, aber ſie wächſt überraſchend bei den erwachſenen
Perſonen. Auffällig bleibt, daß die Sterblichkeit der
männlichen Kinder viel größer iſt, als die der kleinen
Prinzeſſinnen; die Mortalität der prinzlichen Kinder
beträgt bei den Knaben 78 von 1000, während von den
Prinzeſſinnen nur 49 von 1000 im kindlichen Alter dem
Tode erliegen. Aber dieſes Verhältnis verändert ſich
mit dem fortſchreitenden Lebensalter; im Alter von 15
bis 20 Jahren überſteigt die Mortalität der Prinzen
die ihrer Untertanen um nicht weniger als 72 Prozent.
Erſt mit dem 45. Lebensjahre werden die Sterblichkeits=
ziffern
günſtiger und überholen ſchließlich die der euro=
räiſchen
Geſamtbevölkerung. Intereſſant iſt ferner
ein Vergleich der durchſchnittlichen Lebensdauer der
königlichen Prinzen mit einzelnen Geſellſchaftsklaſſen
des Volkes. Während zum Beiſpiel ein 30jähriger
Lohgerber noch auf 35 Lebensjahre rechnen kann, ein
Tiſchler auf 36, und ein Fabrik= oder Kohlenarbeiter
auf 38½ Lebensjahre, geſteht die genaue Statiſtik dem
30jährigen Prinzen nur noch eine weitere Lebensdauer
von 33 Jahren zu.
Das Geſamtergebnis der Arbeit des Gelehrten
iſt, daß die königlichen Familien in ihrer Bevölke=
rungszahl
ſich nicht vermehren, ſondern abneh=
men
; der Ueberſchuß der Geburten iſt auf ein Mi=
nimum
geſunken und die Bevölkerungsziffer ſtagniert
etwa in der gleichen Weiſe, wie die Frankreichs.

4 Tage lebendig begraben.

* Die 6 Bergleute, die vorigen Dienstag abend
um 11 Uhr in dem Luftſchacht Leithe der Zeche Hol=
land
bei Wattenſcheid durch gewaltige Steinmaſſen
verſchüttet worden waren, ſind am Samstag nachmittag
kurz vor 2 Uhr gerettet und in verhältnismäßig gu=
tem
körperlichen Zuſtand ans Tageslicht gebracht wor=
den
. Faſt 90 Stunden haben die 6 Männer in ihrem
unterirdiſchen Grabe zugebracht, ohne Licht und Trink=
waſſer
, in Furcht vor den möglicherweiſe ſteigenden
Waſſern, in Angſt um den etwa zu Ende gehenden Luft=
vorrat
. Mit zornigem Eifer und raſtloſer Anſtreng=
ung
haben ihre Kameraden an dem ſchwierigen Werk
der Rettung gearbeitet.
Als die Bergung der Verſchütteten eine vollzogene
Tatſache war, wurden auf allen Schächten der Zeche
Holland zum Zeichen der Freude Flaggen gehißt. Bei
der Unterſuchung im Maſchinenhauſe des Leither
Schachtes ſtellte der Knappſchaftsarzt feſt, daß das All=
gemeinbefinden
der Geretteten verhältnismäßig ſehr
zufriedenſtellend ſei. Er erklärte, daß nach ſeiner
feſten Ueberzeugung alle ſechs Bergleute den ausge=
ſtandenen
Schrecken ohne nachteilige Folgen über=
ſtehen
würden.
Der Drittelführer Kleffner, einer der Verſchütte=
ten
, erzählte über den verhängnisvollen Schacht
einbruch, dieſer habe ſich ohne vorherige Ankündigung
durch warnende Geräuſche ganz plötzlich vollzogen. Die
Mannſchaft ſei von dem Ereignis überraſcht worden
und habe nur ebenſo viel Zeit gehabt, ſich an die
ſchützende Mauerſeite zu flüchten. Durch den Einbruch
von Felsmaſſen ſeien die zum Schutz gegen den Druck
des Gebirges im Schacht angebrachten ſchweren eiſernen
Ringe und die Planken losgeriſſen worden und eine
dieſer Planken habe ſich, da ja der Einbruch von der
Nordſeite her erfolgte, wie ein ſchützendes Dach über
die Gruppe der abgeſchnittenen Bergleute geſtellt. Na=
türlich
iſt den ſechs Bergleuten der Auſenthalt in dem
verhältnismäßig engen Kerker nicht eben kurzweilig
geweſen, zumal ihnen die Lampen bei dem Unglück
abhanden gekommen waren und infolgedeſſen um
ſie her undurchdringliche Finſternis herrſchte. Trotz=

Stadt und Land.
Darmſtadt, 25. Januar.

* Vom Hofe. Prinzeſſin Auguſte Reuß iſt am
Samstag vormittag wieder von hier abgereiſt. Die
Großherzogin empfing geſtern vormittag 11 Uhr
im Neuen Pa ais den Profeſſor Riegel. (Darmſt. Ztg.)
Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Philipp Müller aus Engelſtadt, Kreis Bingen, die
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Wahlen, Kreis
Heppenheim.
In den Ruheſtand verſetzt wurden die Bahn=
wärter
in der Heſſiſch=Preußiſchen Eiſenbahngemeinſchaft
Bartholomäus Heimberger zu Biblis und Johann
Schmehlig zu Gernsheim mit Wirkung vom 1. April
1910 an.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen den
70 Jahre alten Taglöhner Valentin Weber von
Birkenau, einen arbeitsſcheuen, wegen Betrugs rück=
fälligen
Menſchen, welcher beim Betteln abgefaßt wor=
den
war und den Wirt Bühler um eine Zeche von 49
Pfennig geprellt hatte. Seine Strafe beträgt 5 Monate
Gefängnis und 1 Woche Haft; letztere ſowie 1 Monat
Gefängnis ſind durch die Unterſuchungshaft verbüßt.
Ein Opfer der Verführung und trauriger Familien=
verhältniſſe
iſt die nunmehr 16 Jahre alte Fabrikarbei=
terin
Settchen Faulhaber von Seligenſtadt,
wohnhaft in Offenbach, geworden. Trotz ihres jugend=
lichen
Alters hat ſie ſich bereits eines Verbrechens wider
das keimende Leben ſchuldig gemacht. Sie büßt es mit
3 Monaten Gefängnis. Die 25 Jahre alte
Ehefrau des Feilenhauers Karl Quell in Offenbach
war der Firma Lippmann Geld für Möbel ſchuldig,
welche dieſe ſogar aus Gefälligkeit bei einem Hauswirt
ausgelöſt hatte. Brieflich war ihr Zahlungsfriſt bis
5. Januar geſtattet, und als dieſe fruchtlos abgelaufen
war, das Möbel anderweit verkauft worden. Hierüber
erboſt, machte die Frau gegen die Firma Anzeige wegen
Unterſchlagung und legte den Brief vor, in welchem ſie
die Zahl 5 in 15 abgeändert hatte. Sie beſtreitet dies
zwar; das Gutachten des Sachverſtändigen Dr. Popp
läßt jedoch an der Tatſache keinen Zweifel aufkommen.
Die Frau wurde zu 4 Wochen Gefängnis verur=
teilt
, von welchen 3 Wochen durch die Unterſuchungs=
haft
verbüßt ſind.
Die Parade zu Kaiſers Geburtstag auf dem
Marienplatz fällt aus, da die Pferde der hieſigen Trup=
penteile
an Bruſtſeuche erkrankt ſind. Es findet nur
große Paroleausgabe ſtatt.
Die Stadt Darmſtadt und die Talonſteuer. Es
wird uns geſchrieben: In dem von Ihnen wiederge=
gebenen
Vortrag des Herrn Oberbürgermeiſters heißt
es, daß die Talonſteuer für die Stadt eine Ausgabe
von etwa 180000 Mark von den zur Zeit begebenen
Anleihen bedinge. Die gleiche Zifſer für dieſe Ab=
gabe
findet ſich in anderen hieſigen Zeitungen, ſo daß
angenommen werden darf, daß ein Druckfehler nicht
vorliegt. Es ſei deshalb geſtattet, darauf hinzuweiſen,
daß bei Berechnung dieſer Belaſtung ein Irrtum unter=
laufen
ſein muß. Die Talonſteuer beträgt nämlich
jährlich 20 Pfg. pro 1000 Mark, d. i. für die ſtädtiſche
Schuld in Höhe von 46000000 Mark 8000 Markpro
Jahr.
Wir erfahren hierzu folgendes: Der Satz der Denk=
ſchrift
ſtellt die Geſamtlaſt für alle zurZeitbe=
gebenen
Anleihen dar. Deshalb iſt er rich=
tig
. Die jährliche Belaſtung iſt verſchieden und kann
durchſchnittlich am beſten angegeben werden. Dieſes
Jahr ſind es etwa 9000 Mark, in anderen Jahren iſt
ſie weit höher und dann geringer.
Die Grabmalkunſt=Ausſtellung im Gewerbe=
Muſeum, Neckarſtraße, von Bildhauer Wilh. Götze iſt
um acht Tage verlängert worden, dauert alſo bis 16.
Februar. (S. Anz.)
Vom Poſtamt. Am Geburtstage Seiner Majeſtät
des Kaiſers, Donnerstag, den 27. Januar, werden
die Poſtſchalter wie an Sonntagen geöffnet ſein; die
Beſtellung der Poſtſendungen wird einmal (vormittags
und die Briefkaſtenleerung tagsüber in beſchränkter
Weiſe ſtattfinden.
Evangeliſche Konferenz. (Verſpätet eingegangen.)
Die am verfloſſenen Donnerstag, abends ½6 Uhr, im

[ ][  ][ ]

Nummer 20.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Januar 1910.

Seite 3.

Reſtaurant Zur Oper abgehaltene Verſammlung der
Evangeliſchen Konferenz für das Groß=
herzogtum
Heſſen nahm bei ſehr ſtarker Betei=
ligung
von Theologen und Nichttheologen einen durch=
aus
befriedigenden und ſchönen Verlauf. Nach den Be=
grüßungsworten
von Profeſſor Trümpert, der vor
allem auf die Notwendigkeit und Wichtigkeit ſolcher Zu=
ſammenkünfte
von Konfexenzmitgliedern und Kon=
ferenzfreunden
hinwies, hielt Profeſſor D. Schian
von Gießen den angekündigten Vortrag über das ge=
wiß
zeitgemäße Thema: Wird kirchenloſe Religion das
Schlagwort der Zukunft ſein? Die Frage wurde nach
eingehenden Erörterungen über das Weſen der chriſt=
lichen
Religion verneint und daraus die notwendigen
Folgerungen für die Gegenwart gezogen. An der Dis=
kuſſion
beteiligten ſich Profeſſor Lic. Matthes, Stadt=
pfarrer
D. Dr. Diehl, Prälat D. Dr. Flöring und
Direktor D. Eger, der Vorſitzende der Evangeliſchen
Konferenz. Sie drehte ſich hauptſächlich um die Stel=
lung
, die der evangeliſche Chriſt zu dem kirchlichen und
gottesdienſtlichen Leben unſerer Tage einzunehmen
habe, und führte die inhaltsreichen Gedanken des Vor=
trags
in das praktiſche Leben weiter. Die Aufmerk=
ſamkeit
, mit der die Anweſenden dem Vortrag und der
Diskuſſion folgten, bewies, daß für die Sache der
Evangeliſchen Konfereng in Darmſtadt Boden iſt.
Sehr erfreulich war auch die Beobachtung, wie das Ver=
ſtändnis
für die Bedeutung der Kirche und Gemeinde,
das in den letzten Jahrzehnten im Abflauen begriffen
war, in unſerer Stadt und ihrer Umgebung wieder
wächſt. Gegen 8 Uhr ſchloß der Leiter der Verſamm=
lung
, Profeſſor Trümpert, den Vortragsabend.
Johannesgemeinde. Die am Sonntag abend von
der Jugendvereinigung der Johannesge=
meinde
im Gemeindehauſe veranſtaltete Kaiſer=
feier
nahm bei ausverkauftem Hauſe den ſchönſten
Verlauf. Das reiche Programm ließ geſchickt die man=
cherlei
in der Vereinigung vorhandenen Talente zur
Darſtellung kommen. Die reizenden lebenden Bilder
der Turnerriege, die Aufführungen des Schwankes
von Hans Sachs Der Roßdieb und der Poſſe Mon=
ſieur
Herkules, die Stürme der Heiterkeit hervorriefen,
waren von Deklamationen und von Darbietungen des
Jugend=Orcheſters (Kinderſymphonie u. a.) umrahmt,
die alle großen Beifall ernteten. Auf vielfachen
Wunſch ſoll die ganze Feier am nächſten Sonntag um
6 Uhr zu ermäßigten Preiſen wiederholt werden.
Heſſiſcher Landes=Lehrerverein Die am Samstag
in Frankfurt abgehaltene Obmännerverſamm=
lung
war aus ganz Heſſen ſehr ſtark beſucht. Mit großer
Spannung folgte man den Ausführungen von Obmann
Huff über die Gehaltsfrage. Die Diskuſſion zeigte die
volle Einmütigkeit des Vereins. Nach den etwa dreiſtün=
digen
Verhandlungen nahm man einſtimmig folgenden
Beſchluß an: Die heutige Obmännerverſammlung des
Heſſiſchen Landes=Lehrervereins ſpricht dem Vorſtande für
ſein zielbewußtes Vorgehen in der Gehaltsangelegenheit
ihre ungeteilte Anerkennung aus. Da zurzeit die in der
Thronrede vom Dezember 1908 in Ausſicht geſtellte Ge=
haltsregelung
für Beamte und Lehrer nicht durchgeführt
werden kann und für das Jahr 1910 der Ausweg der
Teuerungszulage beſchritten werden ſoll, hat der Heſſiſche
Landes=Lehrerverein zur hohen Staatsregierung und den
beiden hohen Ständekammern das feſte Vertrauen, daß
die Lehrer und Lehrerinnen an Volksſchulen bei Zumeſ=
ſung
dieſer Teuerungszulage in gleicher Weiſe wie die
Staatsbeamten bedacht werden
Verband Deutſcher Diplom=Ingenieure. Die
hier anweſenden Mitglieder des Verbandes Deutſcher
Diplom=Ingenieure fanden ſich nebſt einigen Gäſten im
Reſtaurant Sitte zuſammen, um über Bildung eines
Bezirksvereins Darmſtadt zu beraten. Der Leiter der
Verſammlung, Herr Diplom=Ingenieur Kraemer,
begrüßte die Erſchienenen und legte in kurzen Worten
dar, daß der Verband den Zuſammenſchluß der Diplom=
Ingenieure zur Wahrung und Förderung ihrer Stan=
desintereſſen
bezweckt, während die Bezirksvereine einen
einfacheren Verkehr der Mitglieder untereinander er=
möglichen
ſollen. Herr Diplom=Ingenieur Frantz aus
Mainz, Vorſitzender des Bezirksvereins Mainz= Wies=
baden
, ſprach in ausführlicher Rede über den Werdegang
des akademiſchen Ingenieurſtandes, wobei er die Be=
deutung
der Verleihung des Promotionsrechtes an die
techniſchen Hochſchulen hervorhob und hieran anſchlie=
ßend
die Gründe anführte, die zur Bildung des Ver=
bandes
Deutſcher Diplom=Ingenieure geführt hatten.
Nachdem ferner noch längere Zeit über die Ziele und
Ausſichten der Beſtrebungen diskutiert worden war,
entſchloß man ſich zur Gründung eines Be=
zirksvereines
Darmſtadt in der Hoffnung, in
kurzer Zeit noch weitere Kreiſe des Ingenieurſtandes
zur Förderung der gemeinſamen Intereſſen gewinnen

zu können. Vorſitzender des Bezirksvereins Darmſtadt
iſt Herr Diplom=Ingenieur K. Kraemer hier.
Vogelsberger Höhenklub. Man ſchreibt uns: Die
erſte diesjährige Wanderung fand am Sonntag ſtatt. Die
Maßnahme, für Wanderungen in den Wintermonaten den
Tag nicht wochen= oder monatelang vorher, ſondern unter
Berückſichtigung der Wettervorausſagen mit kurzer Friſt
zu beſtimmen hat, hat ſich bis jetzt bewährt. Nach der lange
anhaltenden ſchlechten Witterung hatten wir am Sonn=
tag
einen herrlichen Wintertag, der zu einem Ausflug ſchon
einlud. Um 1,26 Uhr brachte die Straßenbahn die Teil=
nehmer
nach Eberſtadt. Das nächſte Ziel war natürlich
der Frankenſtein, von deſſen Höhenzug man guten Fern=
blick
hatte. Weithin prangten Wald und Feld in winter=
licher
, das Auge ergötzender Pracht. Weiter führte der
Weg gegen Ober=Beerbach und nach dem Schweizerloch,
eine Schlucht, deren Formationen viel bewundert wurden
Beim Hinunterſteigen in die Schlucht gab es manche
Rutſchpartie über den Schnee und lachend erwarteten die
Vorderen das Schickſal der Nachfolgenden. Am Ausgang
der Schlucht (im ſogen. Pfaffenborn) boten die umliegen=
den
Berge noch ein maleriſches Bild. Bald war dann
Seeheim erreicht, wo man ſich im Hotel Viktoria ſtärkte.
nn. Turngeſellſchaft. Sonntag nachmittag hielt die
Turngeſellſchaft Darmſtadt ihre Hauptver=
ſammlung
ab. Eröffnet wurde die Verſammlung mit
einem Chor der Singmannſchaft, worauf der 1. Sprecher,
Herr Kaufmann J. Stichel, die Verſammlung mit
kernigem Turnerwort begrüßte. Das Gedächtnis des
leider ſo früh verſtorbenen Mitgliedes Georg Miſchlich
wurde von den Turnern durch Erheben von den Sitzen
geehrt. Zum Schriftführer der Generalverſammlung
wurde Turner Werner beſtimmt. Aus dem erſtatte=
ten
umfangreichen Kaſſenbericht des Säckelwarts
Schneider war zu entnehmen, daß das Reinver=
mögen
der Geſellſchaft 9942,42 Mk. und das Bar= und
Inventarvermögen 12962,90 Mk. beträgt. Schriftführer
Wehr erſtattete hierauf den Jahresbericht. Das 34.
Vereinsjahr war reich an Arbeit und turneriſchem
Fleiß, aber auch reich an Erfolgen der aktiven Turn=
mannſchaft
. Mit Freude war zu begrüßen, daß die
Turngeſellſchaft endlich einen Sitz in dem Gauausſchuß
erhalten hat. Nach dem Bericht des 1. Turnwarts
Tracht wurde an 90 Turnabenden im Durchſchnitt
mit 56 reſp. 62 Turnern geturnt. Der Geſamtbeſuch
der
urnſtunden betrug 3605 Turner und Zöglinge.
Die Mitgliederzahl beträgt 290 Turner und 45 Zög=
linge
. Von der Turnmannſchaft wurden im Laufe des
Jahres 33 Preiſe errungen. Bei den Vorſtandswahlen,
die von dem Ehrenturnwart Sulzmann geleitet wur=
den
, ſind als 1. Sprecher Herr Kaufmann Jean Sti=
chel
, als 2. Sprecher Herr Emig per Zuruf einſtim=
mig
wiedergewählt worden. Auch für die übrigen
Vorſtandsämter wurden die ſeitherigen Inhaber be=
ſtätigt
. Von dem Vorſtand und aus der Mitte der
Verſammlung wurde die Uebernahme des Mittel=
rheiniſchen
Kreisturnfeſtes für Darm=
ſtradt
für 1911, in Gemeinſchaft mit der Turngemeinde
Beſſungen, angeregt. Einſtimmig wurde beſchloſſen, ein
Zuſammengehen ſämtlicher Darmſtädter Turnvereine
anzuſtreben und im Falle des Gelingens bei dem dies=
jährigen
Vertretertag in Kreuznach die Uebernahme des
Feſtes für die Darmſtädter Turnerſchaft zu fordern.
Damit war die Tagesordnung erledigt.
Evangeliſcher Bund. Der zweite Familien=
abend
des Darmſtädter Zweigvereins des Evangeli=
ſchen
Bundes wird, wie wir hören, am Sonntag, den
27. Februar, im großen Saale des Städtiſchen Saal=
baues
abgehalten werden.
Vortrag. Am nächſten Sonntag, den 30. Jan.,
abends 8 Uhr, wird im Saale der Paulusgemeinde ein
Vortragsabend des Rezitators Herrn Fredy
Wiener ſtattfinden. Der Ertrag des Abends iſt zum
Beſten der weiteren Ausſchmückung der Pauluskirche
beſtimmt. Herr Wiener wird an dieſem Abend Aus=
erwählte
deutſche Dichtungen aus älterer und neuerer
Zeit zum Vortrag bringen. Näheres über den Ver=
kauf
der Karten uſw. beſagt die heutige Anzeige.
* Vortrag.
Warum finden ſo viele Nervenleidende
keine Heilung? Ueber dieſes Thema ſpricht Herr Heil=
pädagoge
E. Kampmann aus Frankfurt a. M. am
Dienstag, den 25. Januar, abends, im Fürſtenſaale. Nach
dem Vortrag folgen Demonſtrationen und freie Ausſprache.
S. Anz.)
Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. Durch ein unlieb=
ſames
Verſehen wurde in dem Bericht über das Muſik=
und Geſangsfeſt am Sonntag der Narr Rupp nicht
erwähnt, der einen ſeiner berühmten Vorträge mit
der großen Trommel hielt und damit viel Heiter=
keit
erregte.
B. Geſellſchaft Harmloſe‟. Im feſtlich dekorierten
Kaiſerſaal hielt die Geſellſchaft Harmloſe am Sonn=
tag
eine Damen= und Herrenſitzung ab. Sie feierte

gleichzeitig das Jubiläum ihres 10jährigen Beſtehens.
Unter den Klängen des Narrhallamarſches hielt der
Elferrat um 6 Uhr 11 Min. ſeinen Einzug. Präſident
J. Simon hieß die Närrinnen und Narren willkom=
men
und gab einen kurzen Bericht über die zehn Ver=
einsjahre
. Lied Nummer 1 von Grünfeld eröffnete
den Reigen. Protokoller Delp, der hierauf die Bütt
beſtieg, erhielt für ſeine Leiſtungen den Orden für
Kunſt und Wiſſenſchaft. Lieder haben noch verfaßt die
Herren Hannemann, Felmer, Wedel, Sauer, Bern=
hardt
, Gebhardt, Albert. Als Redner beſtiegen die
Bütt: Wedel als Schuſterjunge, F. Adam als Milch=
mann
, F. Jacobi als Kandidat für die nächſte Stadt=
verordnetenwahl
, G. Jacobi als vortragender Rat im
Miniſterium. Sämtliche Narren ernteten reichen Bei=
fall
und wurden für ihre guten Leiſtungen dekoriert.
Eine Dame, Herr Hermes, trug 2 wirkſame Couplets
vor. Narr Rupp hielt einen Vortrag mit der großen
Pauke. Einer in den Saal gebrachten Kiſte entſtiegen
ſechs Turner, die einen Reigen aufführten und Grup=
pen
ſtellten. Wedel und Adam, als Max und Moritz,
erzielten großen Erfolg mit ihren Couplets. Das Me=
lodram
von Grünfeld war ebenfalls gut. Auch dieſe
Vortragenden erhielten einen Orben. Dekoriert wur=
den
ferner: Gunder, Beck, Weygandt und Lücke. Dem
Präſes wurde vom Vorſitzenden der Geſellſchaft die
Juibläumsmedaille, bieſem, J. Jacobi, wiederum die
gleiche Medaille vom Präſes überreicht. Muſikmeiſter
Weber hatte einen von J. Simon verfaßten Jubi=
läumsmarſch
in Muſik geſetzt, der geſungen wurde. Um
10 Uhr 45 Min. war die Sitzung zu Ende.
Hurra das Leben! Unter dieſem Motto begeht
die hieſige Ortsgruppe des Deutſchnationa=
len
Handlungsgehilfen=Verbandes am
kommenden Sonntag im Saale des Schützenhofes eine
große Damen= und Herren=Sitzung mit nach=
folgendem
Tanz. Dem bewährten närriſchen Komitee
iſt es gelungen, erſte hieſige Karnevalskräfte zur Mit=
wirkung
heranzuziehen, ſodaß die Sitzung in allen
Teilen eine glanzvolle zu werden verſpricht, zumal
außer den üblichen Büttreden uſw. noch ſonſtige Ueber=
raſchungen
vorgeſehen ſind. (Näh. erfolgt durch Anz.)
Kaiſerpanorama. Die hochintereſſante Jungfrau=
bahn
und deren wunderbare Hochgebirgstour zeigt gegen=
wärtig
das Kaiſerpanorama. Nachdem wir verſchiedene
Fernſichten über Mürren gegen den Eigergletſcher und zum
Wetterhorn, von Wengen ins Lauterbrunntal, auf Grindel=
wald
mit dem Wetterhorn uſw. genoſſen haben, ſteigen wir
von Grindelwald zur Scheidegg aufwärts und halten von
neuem Rundſchau auf die erhabenſten Punkte der Alpen=
welt
. Von Scheidegg führt uns dann die Jungfraubahn
über die Station Eigergletſcher bis zur Station Eismeer,
von der ſich ein überwältigendes Bild ewigen Eiſes und
Schnees bietet. Während das Gros der Beſucher in der
Reſtaurationshalle, von deren Eſtrade ein Rieſenfernrohr
den Einblick in die Hochgebirgswelt vermittelt, verbleibt,
machen einzelne Mutige mit ihrem Führer eine Gletſcher=
partie
.
Pfungſtadt, 24. Jan. Geſtern abend hielt im
hieſigen Volksbildungsverein Herr Dr. Kahn= Frank=
furt
einen Lichtbilder= und Experimentalvortrag über:
Schlagende Wetter.
WRüſſelsheim, 24. Jan. Der Heimatsverein ver=
anſtaltete
geſtern wieder nach längerer Pauſe einen
Unterhaltungsabend, der vem Märchen gewid=
met
war und etwa 120 Lichtbilder nach Büchern der
Verleger Schaffſtein=Köln und Scholz=Mainz bot. Einen
Vortrag über das Märchen hielt Herr Lehrer Wehr=
Stockſtadt, der auch einen Teil der Märchen und Ge=
dichte
vortrug. Einen anderen Teil hatte Fräulein
M. Burk=Griesheim b. D. übernommen, die ſich ihrer
Aufgabe ſehr anerkennenswert entledigte. Paſſende
Lieder ſang mit ſchöner Baritonſtimme und künſtleri=
ſchem
Empfinden Herr Lehrer Weil=Groß=Gerau, am
Klavier von Herrn Dr. Geduldig begleitet.
Mainz, 23. Jan. Immer größer wird die Zahl
der aufgedeckten Diebſtähle, die dem ehemaligen
Kirchendiener Bicking von St. Stephan hier zur Laſt
gelegt werden. Jetzt hat ſich herausgeſtellt, daß der un=
getreue
Glöckner auch die koſtbaren Edelſteine aus
einer Monſtranz herausnahm, die von einem Ring her=
rühren
, welchen ſeinerzeit König Friedrich Wilhelm IV.
von Preußen dem früheren Pfarrer Merz von St.
Stephan geſchenkt hatte, und durch falſche Steine er=
ſetzte
. Auch wertvolle Spitzen und Altardecken, ja ſogar
ganze Meßgewänder wurden von dem unehrlichen
Menſchen geraubt und verkauft.
Worms, 22. Jan. Ein ſchwerer Unglücks=
fall
ereignete ſich heute nachmittag bei der ſtädtiſchen
Hafenbahn. Der Hilfsrangierer Ganter geriet zwi=
ſchen
die Puffer zweier Güterwagen und wurde derart
gequetſcht, daß bald darauf der Tod eintrat.

dem hätten ſie aber nicht geglaubt, daß ſie nahezu vier
Tage und vier Nächte in dem Schacht eingeſchloſſen ge=
weſen
ſeien. Nach ihrer eigenen Schätzung hätten ſie
den Eindruck, als ſeien ſeit der Kataſtrophe ungefähr
zwei Tage verfloſſen. Die in mehreren Zeitungs=
depeſchen
enthalten geweſenen Angaben, daß die Ver=
ſchütteten
ſich durch Zeichen verſtändigt hätten, wurde
von Kleffner als nicht richtig bezeichnet. In der Er=
wägung
, daß man durch Klopfen an die Wände des
unterirdiſchen Gefängniſſes möglicherweiſe weitere
Gebirgsnachbröckelungen verurſachen könnte, habe man
ſich darauf beſchränkt, ſich durch Rufe bemerlbar zu
machen. Dieſes Verſtändigungsmittel habe ja dann
auch ſeinen Zweck vollkommen erfüllt. Sehr erſchwert
wurde die Lage der Verſchütteten, abgeſehen von dem
erwähnten Mangel jeglichen Lichts, durch jedes Feh=
len
von Nahrung und trinkbarer Flüſſigkeit. Die
Schichten auf dem Leither Schacht waren ſo eingerichtet,
daß jedes Drittel ſechs Stunden tätig war und dann
abgelöſt wurde. In Anbetracht dieſer verhältnismäßig
kurzen Arbeitszeit waren die Bergleute nicht daran
gewöhnt, ein Frühſtück mit Kaffe mit zur Grube zu
nehmen. Faſt unglaublich klingt es aber man hat
keinen Anlaß, die Richtigkeit der Darſtellung zu be=
zweifeln
, wenn die Verſchütteten behaupten, daß
ſie während der ganzen Dauer ihrer Gefangenſchaft
kein Auge zum Schlafe geſchloſſen hätten.
Insgeſamt haben die ſechs Leure 92 Stunden im
Schlund des Schachtes zugebracht. Sie waren am
Dienstag abend um 6 Uhr angefahren und wurden am
Samstag mittag zwiſchen 1 und 2 Uhr befreit. Dr.
Thomas gab zu, daß ihm eine derartig langandauernde
Enthaltſamkeit von Schlaf bisher noch nicht bekannt
geworden ſei. Das Fehlen erfriſchender Flüſſigkeit
glichen die Verſchütteten, ſo gut es ging, dadurch aus,
daß ſie an dem Geſtein, über das das von oben her
niederrieſelnde Grubenwaſſer ſickerte, ihre Zungen
netzten. Dieſes Sickerwaſſer ſcheint in dem Leither
Schacht ziemlich reichlich zu ſein, denn als die Geret=
teten
den Kübeln entſtiegen, war ihre Grubenkleidung
ſehr durchnäßt.

Auch der Chefarzt iſt der Meinung, daß alle ſechs
Knappen den Vorfall gut und ohne dauernden Schaden
überſtehen werden. Die augenblickliche Lebhaftigkeit
erklärt Dr. Thomas gleichfalls mit der freudigen Er=
regung
, in der ſie ſich befinden. Er meint, ein gewiſ=
ſer
Rückſchlag, eine Erſchöpfung, die nach den überſtan=
denen
Strapazen gar nicht ausbleiben könne, werde ſich
erſt in den nächſten Tagen zeigen. Ein leitender Be=
amter
der Zeche Holland bezeichncte die Rettung der
ſechs Leute als einen außerordentlichen Glücksfall, wie
man ihn bei einem derartigen, auf elementare Gewalt
zurückzuführenden Schachteinbruch wohl ſelten kenne
Der endgültigen Bergung der Verſchütteten waren noch
im letzten Augenblicke mehrfach neue Schwierigkeiten
durch Nachfallen von Geröll erwachſen. Man holte die
ſechs Leute ſchließlich durch ein ganz enges Loch, das
man durch Umbiegen der über den Verſchütteten liegen=
den
Eiſenplatte gewonnen hatte, hervor und konnte ſie
dann zutage bringen.

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.

* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 25. Jan.: Izeyl. Mitt=
woch
, 26.: Die geſchiedene Frau. Donnerstag, 27.: Don
Juan. Freitag, 28., Geſchloſſen. Samstag, 29., 3½:
Jung Habenichts; 6½: Zweites Gaſtſpiel der k. und k.
Kammerſängerin Frau Anna von Mildenburg vom k.
und k. Hofoperntheater in Wien: Lohengrin. Sonntag,
30., 3½: Jung Habenichts; 7 Uhr: Zum erſten Male:
Lobetanz. Montag, 31., Geſchloſſen. Dienstag, 1. Fe=
bruar
: Die Hugenotten.
2. Schauſpielhaus.
Dienstag, 25. Jan.: Der dunkle Punkt. Mittwoch, 26.,
2½: Wilhelm Tell; 7 Uhr: Der dunkle Punkt. Don=
nerstag
, 27.: Wallenſteins Lager,
Die Pikkolomini.
Freitag, 28.: Das Konzert. Samstag, 29., 2½: Wilhelm
Tell; 7 Uhr: Nora. Sonntag, 30., 3½: Die fremde Frau.
7 Uhr: Das Konzert. Montag, 31.: Der dunkle Punkt.
Dienstag, 1. Febr.: Die Braut von Meſſina.
* Zum Aufführungsverbot der Sa=
lome
in London. In einer Beſprechung des dem=

nächſt beginnenden Gaſtſpiels der Beecham=Oper be=
klagt
ſich G. S. Robertſon in der Times, daß das bri=
tiſche
Volk durch Lord Chamberlain in ſeiner Eigen=
ſchaft
als Zenſor um den Genuß der Oper Salome‟
gebracht worden ſei. Der Lord Chamberlain habe nicht
mal die Entſchuldigung, daß er Salome verboten
habe, weil das Sujet ein bibliſches ſei, denn er habe ja
die Aufführung von Samſon und Dalila geſtattet,
Maſſenets Herodiade, die faſt auf denſelben bibliſchen
Ereigniſſen wie Salome aufgebaut iſt, ſei mit des
Lord Chamberlains Erlaubnis ſchon vor Jahren im
Covent=Garden=Theater aufgeführt worden, und ſogar
unter dem Namen Salome‟ Das Programm hatte
dieſe Salome allerdings auf Geheiß des findigen Zeu=
ſors
nach Aethiopien verlegt; dabei paſſierte es aller=
dings
, daß die Wände des Tempels von Axoum mit
hebräiſchen Schriftzeichen bedeckt waren, und der römi=
ſche
Prokurator redete das Volk mit Männer von
Juda an.
C. K. Ediſons Wunderbatterie. Aus New=
York wird berichtet: Ediſons lang verſprochene Wun=
derbatterie
, die mit einer märchenhaften Verbilligung
der Betriebskoſten eine außerordeniliche Leiſtungsfähig=
keit
verbinden ſollte, von der der Erfinder eine Revo=
lutionierung
des modernen Verkehrsweſens erwarte,
hat in New=Jerſey nunmehr die erſte Probe ihrer
praktiſchen Brauchbarkeit abgelegt. Die Batterie war
in einen Straßenbahnwagen montiert worden, auf dem
24 Paſſagiere Platz genommen hatten. Unter den Sitz=
plätzen
ſind die 210 Zellen des elektriſchen Triebwerkes
untergebracht, 200 für die Fortbewegung und 10 für die
Beleuchtung. Die Batterie entwickelt 50 Pferdekräfte.
Der Wagen nahm auf der Verſuchsfahrt die größten
Steigungen ohne die geringſte Schwierigkeit. Die Elek=
troingenieure
, die dem Verſuche beiwohnten, erklären
einſtimmig, daß die Batterie alles erfüllt habe, was
Ediſon verſprochen hatte. Mit dieſer neuen Triebvor=
richtung
koſtet der Lauf des Straßenbahnwagens für
eine Entfernung von einer engliſchen Meile nicht meh=
als
4 Pfg. Weitere Verſuche werden in der kommen=
den
Woche ſtattfinden.

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Nummer 26.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Januar 1910.

B. Bingen, 22. Jan. Die katholiſche Kirchengemeinde
möchte, wie in der Stadtverordnetenverſammlung Herr
Bürgermeiſter Neff mitteilte, die Kapuzinerkirche,
die an das Hoſpital angebaut und mit dieſem verbun=
den
iſt, in Eigentum übernehmen. Nach der Mitteil=
ung
des Bürgermeiſters iſt damit aber die Regierung
nicht ohne weiteres einverſtanden. Die Regierung
möchte erſt feſtgeſtellt haben, wie es ſich mit dem Beſit=
der
Kirche verhält. Eventuell ſoll hierüber ein Prozeß
herbeigeführt werden.
Friedberg, 24. Jan. Der im Oktober 1908 ins
Leben getretene, durch das Kreisamt für den
Kreis Friedberg eingerichtete Arbeits=
nachweis
hat eine recht günſtige Entwickelung ge=
nommen
. Im abgelaufenen Jahre 1909 wurden Stellen
vermittelt für: 9 Buchbinder, 16 Gärtnergehilfen, 5
Küfer, 32 Schloſſer, 20 Schmiede, 28 Schneider, 53 Schrei=
ner
, 50 Schuhmacher, 63 Taglöhner, 3 Wagner, 12 Weiß=
binder
, 4 Zir=warleute, 1662 Knechte für die Landwirt=
ſchaft
, 138 Viehſchweizer, 1265 landwirtſchaftliche Tag=
löhner
, 4 Köchinnen, 4 Dienſtmädchen, im ganzen 3308
Vermittelungen. Auf die einzelnen Monate verteilen ſich
die Vermittelungen wie folgt: Januar 49, Februar 58,
März 414, April 273, Mai 150, Juni 192, Juli 368,
Auguſt 352, September 474, Oktober 552, November 286,
Dezember 200. Die Abſicht der Kreisverwaltung, den
Arbeitsnachweis insbeſondere auch der Landwirtſchaft
dienſtbar zu machen, iſt in nicht erwartetem Maße ge=
lungen
. Allerdings iſt es nicht möglich geweſen, weib=
liches
Perſonal in größerer Zahl zu vermitteln; hier
ſtehen noch der Vermittelung Schwierigkeiten entgegen,
die erſt im Laufe der Zeit durch beſondere Veranſtalt=
ungen
überwunden werden können. Dagegen hat ſich
der Arbeitsnachweis für männliches Perſonal recht gut
entwickelt.
*: Bad=Nauheim, 24. Jan. Die Geſamtfrequenz des
Bades im Jahre 1909 betrug 31388 Kurgäſte, wovon
23 230 Deutſche und 8158 Ausländer waren. Von den
letzteren entfallen auf Afrika 86, Amerika 1386, Aſien
30, Auſtralien 6, Belgien 134, Bulgarien 2, Dänemark
64, Finnland 102, Frankreich 193, Griechenland 5, Groß=
britannien
752, Holland 378, Italien 81, Luxemburg 13,
Monaco 2, Montenegro 5, Norwegen 18, Oeſterreich
675, Ungarn 221, Portugal 19, Rumänien 88, Rußland
3586, Schweden 108, Schweiz 168, Serbien 8, Spanien 16,
Türkei 12. Bäder wurden insgeſamt 432058 abgegeben,
und zwar wurden gefertigt: 396 388 in den ſtaatlichen
Badehäuſern, 23347 im Badehauſe des Konitzkyſtifts
und 12323 im Eliſabethhaus. Die offizielle Kur=
zeit
beginnt am 16. April und endigt mit dem 15. Ok=
tober
. Während dieſer Zeit finden auch Konzerte der
Kurkapelle (Winderſtein=Orcheſter) ſtatt. Staatliche
Badehäuſer ſind aber bereits am 15. März geöffnet und
bleiben im Herbſt nach Bedürfnis bis etwa Mitte De=
zember
im Betrieb. Im Badehaus des Konitzkyſtifts
werden Bäder während des ganzen Jahres abgegeben.
(*) Vom Vogelsberg, 23. Jan. Zahlreiche Rodler
und Schneeſchuhläufer ſind geſtern auf dem Hoherods=
kopf
und bei Hochwaldhauſen eingetroffen, um ſich bei
dem klaren Winterwetter hier oben zu tummeln. In
der Eiſenbahn ſah man auf den Stationen Gießen,
Mücke, Nidda und Schotten zahlreiche Ausflügler dem
Gebirge zuſtreben. Der Schnee liegt infolge des heu=
tigen
Schneegeſtöbers 30 und mehr Zentimeter hoch.

Kleines Feuilleton.

CK. König Eduards Sonntag. Währens
in England der erbitterte Wahlkampf tobt und das
ganze Land widerhallt vom Kriegsgeſchrei der Parteien,
ſucht König Eduard abſeits des politiſchen Kampfes, in
ſeinem Lieblingsſitze Sandringham, Ruhe und Erhol=
ung
. Wie der König ſeine Sonntage begeht, davon er=
zählt
eine engliſche Wochenſchrift allerlei intereſſante
Einzelheiten. Es iſt bekannt, daß er und die Königin
den Sonntag am liebſten in Sandringham verbringen
aber nur ſelten kann er ſich dieſen Wunſch erfüllen, und
vielleicht nur 12 oder 15 Mal im Jahre genießt er an
ſeinem Lieblingsplatze den engliſchen Sonntagsfrieden.
Das königliche Haus hält die Traditionen des engli=
ſchen
Sonntags mit größter Strenge aufrecht; unter
den wenigen Gäſten, die an dieſem Tage ins königliche
Palais geladen werden, wird man ſtets einen bekannten
Geiſtlichen finden, der damit auch das Amt übernimmt,
am Sonntagmorgen in der kleinen Schloßkapelle die
Andacht der königlichen Familie zu leiten und eine
Sonntagspredigt zu halten. Kurz vor der Kirchenzeit
verſammeln ſich alle Hausbeamten und die Dienerſchaft
in der großen Halle; hier begrüßt der König ſeine
Gäſte und führt alle Anweſenden zur Andacht in die
Kapelle. Eine ſtrenge Vorſchrift beſtimmt, daß alle Teil=
nehmer
an der Sonntagsandacht fünf Minuten vor
Beginn des Hochamtes in der Kapelle ihre Plätze ein=
genommen
haben müſſen, und das Königspaar ſelbſt
gibt darin das Beiſpiel. Die Dienerſchaft darf ihre

Anverwandten mitbringen, ſonſt werden Fremde nicht
zugelaſſen. Nach der Kirche nimmt das Königspaar
mit ſeinen Gäſten den Lunch ein; nach dem Mahle
pflegt die Königin ihren Freundinnen und
Freunden ihre Sammlungen zu zeigen, wäh=
rend
der König gewöhnlich einen Rundgang
durch die Gärten und Felder unternimmt. Die Staats=
geſchäfte
ruhen an dieſem Tage. Nur zwei Kuriere tra=
gen
am Sonntag Akten und politiſche Nachrichten in
das Schloß, wo ſie dann vom Sekreiär geprüft und für
den König bereitgelegt werden. Aber nur bei dringli=
chen
Geſchäften darf König Eduards Sonntagsruhe ge=
ſtört
werden. Das Königspaar hält ſtrenge darauf.
daß am Sonntag auch der Dienerſchaft die Arbeit nach
Kräften erleichtert werde, und mehr als einmal hat der
König ſelbſt eingegriffen, wenn übereifrige Palaſtbe=
amte
die Sonntagsruhe der Bedienten zu ſtören drohten.
Das Teſtament auf der eigenen Haut.
Die Erbſchaftsbehörden Mexikos, ſo wird in Noé Loi=
ſirs
berichtet, wurden kürzlich durch einen einzigarti=
gen
Fall in peinliche Verlegenheir gebracht. Ein alter
Sonderling hatte ſich das Vergnügen gemacht, ſich in
Jahre 1902 ſein Teſtament auf die eigene Bruſt zu täto=
wieren
. Das Geſetz beſtimmt, daß jedes Teſtament
eigenhändig geſchrieben und unterſchrieben ſein muß
aber die Möglichkeit tätowierter Teſtamente hatten die
mexikaniſchen Geſetzgeber nicht vorausgeahnt. Die Rich=
ter
gerieten in ſchwere Gewiſſensnöte; wie war es dem
verblichenen Original möglich geweſen, ſich ſelbſt zu
tätowieren? Nach langen Beratungen und Beſprech=

ungen mit dem Inſtizminiſter wurde ſchließlich beſchloſ=
ſen
, vor der Entſcheidung erſt einmal die Erbmaſſe feſt=
zuſtellen
. Da zeigte es ſich, daß der Alte, den man für
einen Millionär gehalten hatte, nicht einen Cent zu hin=
terlaſſen
hatte. Er war zu Lebzeiten ein Feind der
Juſtiz geweſen, aber daß ſein Scherz ſo gut gelingen
würde, hätte er wohl kaum vorausgeahnt.
* Die verkannte Notbremſe. Ein älterer
Arbeiter, ſo ſchreibt man der Roſtocker Zeitung aus
Mirow, reiſte kürzlich mit ſeiner kranken Frau nach
Roſtock, um ſie dort unterſuchen zu laſſen. Plötzlich
hält hinter Lalendorf der Zug auf freiem Felde. Die
Fahrgäſte reißen erſchrocken die Fenſter auf, und der
Schaffner eilt von einem Wagen zum andern, bis er
ſchließlich vor unſerem Landsmann ſteht und ihn ganz
verwundert fragt, warum er denn die Notbremſe
gezogen habe. Wat Notbrems, entgegnete dieſer, ick
kun hier ken Hak’n finn' för min Rock; dunn heww ich
em hier uphängt, de dünn Band is bald rät’n. Bei
ſeiner Ankunft in Roſtock wurde der Miſſetäter einem
Verhör unterzogen, bei dem ſich bald zeigte, daß der
Mann wirklich aus Unkenntnis den Hebel der Not=
bremſe
zum Kleiderhaken gewählt hatte. Von
einer Beſtrafung wurde deshalb abgeſehen; aber die
Protokollgebühren im Betrage von 7 Mark mußte er
bezahlen. Un för ſon Poppenſpill hew ick 7 Mark be=
tahlen
müßt, ſchloß der Brave entrüſtet ſeinen Be=
richt
.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 22. Jan. Das Kaiſer=
paar
ſtattete heute vormittag dem Warenhaus Wert=
heim
in der Leipzigerſtraße einen Beſuch ab, um die
dort ausgeſtellten Tonerzeugniſſe aus Kadinen in
Augenſchein zu nehmen. Das Kaiſerpaar ließ ſich auch
den großen Lichthof, die Schöpfung Meſſels, zeigen und
verließ das Warenhaus nach faſt einſtündigem Aufent=
halte
. Ein kaiſerliches Automobil, in dem
die Hofſtaatsdame der Kaiſerin, Fräulein von Gers=
dorff
, und der Kammerherr von Winterfeld ſaßen, ſtieß
geſtern nachmittag am Brandenburger Tor mit einem
Straßenbahnwagen zuſammen; weder die Inſaſſen des
Automobils, noch die Fahrgäſte der Straßenbahn wur=
den
beſchädigt. Eine originelle Don Carlos
Aufführung fand geſtern hier ſtatt, und zwar durch
Oberſekundanerinnen in der Aula der Auguſte Viktoria=
Schule. Eine ſehr geſchickte Regie hat den gefahr=
drohenden
Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen
klug vermieden. Durch eine ausgedehnte Lichtſtör=
ung
wurde geſtern abend ein Teil des Zentrums Ber=
lins
in tiefes Dunkel gehüllt. Durch die Elektrizitäts=
firma
Emil Groſſe, Neue Schönhauſerſtraße, wird ein
großer Teil der Fabriken und Geſchäftsbetriebe jenes
Viertels mit elektriſcher Kraft und Licht verſorgt.
Die ganze Krafterzeugungsanlage wird mittelſt Gas=
motoren
betrieben. Geſtern abend gegen 6 Uhr ent=
ſtand
plötzlich an dem größten der Motoren ein Defekt
infolge Bruchs des Luftzuführungsventils. Sämtliche
Geſchäfte, die an das Werk angeſchloſſen ſind, konnten
deshalb nicht mit elektriſcher Kraft bezw. Licht verſorgt
werden und waren plötzlich in tiefes Dunkel gehüllt.
Mehrere Kinematographentheater mußten geſchloſſen
werden. Die Geſchäfte mußten ſich meiſt mit Petroleum=
lampen
behelfen.
Frankfurt, 24. Jan. Wie mitgeteilt wird, hat der
Kronprinz das Protektorat über die Inter=
nationale
Ausſtellung für Sport und
Spiel übernommen.

Frankfurt a. M., 24. Jan. Heute früh ſtarb hier im
Alter von 82 Jahren der Schriftſteller Dr. Franz Ritt=
weger
, ein geſchätzter Kenner der Frankfurter Kunſt=
geſchichte
.
Mülhauſen i. Elſ., 23. Jan. Vor einigen Wochen
wurde bekanntlich von dem hieſigen rangälteſten Offi=
zier
, dem General von Deimling, den Offizieren
der Beſuch des Zentralhotels verboten.
Das Verbot war die Folge jenes vielbeſprochenen Zwi=
ſchenfalles
, wobei auf Wunſch eines in der Schweiz hei=
matsberechtigten
Kaufmanns Wegelin die Haus=
kapelle
die mit lebhaftem Beifall aufgenommene Mar=
ſeillaiſe
geſpielt hatte, während die darauffolgende
deutſche Nationalhymne mit Ziſchen und Schlußrufen
unterbrochen wurde. Das Verbot des Generals von
Deimling hat nun inſofern eine Verſchärfung erfahren,
als jetzt auch den Militärmuſikern ausdrücklich
unterſagt worden iſt, an künſtleriſchen oder geſellſchaft=
lichen
Veranſtaltungen in den Räumen des Zentral=
hotels
mitzuwirken.
Paſſau, 22. Jan. Ueber den traurigen Aus=
gang
eines Scherzes iſt aus Aham (Rottal) zu
berichten. Dort war die 26 Jahre alteverheiratete
Näherin F. Zitzelsberger bei der Kundſchaft mit Nähen
beſchäftigt. Die Dienſtmagd Reichenwallner wollte ſich
mit der Frau einen Spaß machen, ſchlüpfte in Männer=
kleider
und ſchwärzte ſich das Geſicht. Als die Frau ſich
auf den Nachhauſeweg begab, ſtand plötzlich die Magd
vor ihr. Die Frau erſchrak derart, daß ſie zu Boden
ſank und eine Leiche war. Sie hinterläßt ihrem Manne
zwei kleine Kinder.
Dresden, 24. Jan. Drei Chauffeure der hieſigen
Zigaretten=Fabrik, A.=G., Jasmatzi, unternahmen geſtern
in drei Automobilen einen Ausflug nach Pohlis
bei Dresden. Als ſie nachts durch den Lockwitzer Grund
in ſcharfem Tempo fuhren, rannte das eine Automobil
gegen einen Baum, wobei der Führer ſeinen Tod fand.
Weißenfels, 24. Jan. In dem benachbarten Dorfe
Leißling ſind geſtern nachmittag auf der dünnen Eis=
decke
eines Hochwaſſertümpels zwei Knaben ein=
gebrochen
und ertrunken.
Sonneberg, 24. Jan. In der Nacht zum Sonntag
rodelten auf der ſteilen Chauſſee von Sonneberg nach
dem nahegelegenen Dorfe Heufang zahlreiche Winter=
ſportler
, als plötzlich ein Rodelſchlitten hinter
einer Kurve an einen Baum fuhr und die drei In=
ſaſſen
herausſchleuderte. Der Landwirt und Metzger
Büttner erlitt einen Beckenbruch und ſo ſchwere innere
Verletzungen, daß er kurz darauf ſtarb. Zwei junge
Mädchen wurden ſchwer verletzt.
Hamburg, 24. Jan. Geſtern brach hier in dem
Korklager von Lope ein Brand aus, der auch bald die
dahinter liegende Oelfabrik von Schmidt u. Ko. ergriff
und einäſcherte. Desgleichen wurden 6 Nachbarhäuſer
von den Flammen ergriffen, wodurch 40 Familien ob=
dachlos
geworden ſind. Eine ſchwer kranke Frau mußte
aus dem Bett geholt werden. Außerdem wurden eine
Frau und zwei Kinder, die ſich in Lebensgefahr befan=
den
, von der Feuerwehr gerettet. Der Schaden iſt be=
deutend
. Er wird auf mindeſtens 3 Millionen Mark
geſchätzt, da große Warenbeſtände vernichtet wurden.
Bern, 24. Jan. Der zweite, am Clarideſtocke ver=
mißte
Touriſt iſt der 18jährige Student Ernſt
Koßlau aus Weißwaſſer (Ober=Lauſitz). Die bisherigen
Rettungsverſuche ſind erfolglos geblieben, weil die
gegenwärtige Wetterlage ein Vordringen ins Hochge=
birge
unmöglich macht. Ein neuer Rettungsverſuch
wird von Linttal aus unternommen.
Rom, 23. Jan. Nach verübten großen Wechſe‟=
fälſchungen
iſt der Herzog von Campobello,
ein Neffe des Kardinals Rampolla, mit einer Soubrette
aus Florenz geflüchtet.
Paris, 24. Jan. Einer Blättermeldung zufolge hat
ſich ein Teil des die Maaß beherrſchenden Forts von
Toul geſenkt. Als Urſache wird angegeben, daß das
Fort, deſſen Bau erſt kürzlich vollendet wurde, keine
genügend feſten Grundmauern habe. Der Vorfall erregt
in militäriſchen Kreiſen großes Aufſehen.
Chriſtiania, 23. Jan. Ein Bauer in Sigdal, der von
dem im vorigen Monat in Sachſen aufgeſtiegenen
Ballon Luna geleſen hatte, ſchrieb an die deutſche
Geſandtſchaft in Chriſtiania, er habe am 21. oder 22.
Dezember 1909, ungefähr 50 Kilometer von ſeinem
Standort entfernt, einen leuchtenden Gegenſtand nieder=
gehen
ſehen. Die deutſche Geſandtſchaft erſuchte in=
folgedeſſen
darum, in der von dem Bauer bezeichneten
Gegend Nachforſchungen anſtellen zu laſſen. Der
Amtmann ſchickte geſtern zwei Skiläufer aus. Die
Geſandtſchaft ſelbſt will eventuell eine Hilfsexpedition
ausſenden.
Konſtantinopel, 22. Jan. Der ausführliche Bericht
des Leiters der Feuerwehr, Szecheny=Paſcha, über die
gänzliche Schutzloſigkeit der ſchönſten Schlöſſer und
Staatsgebäude gegen Feuersgefahr ſteigert den Un=
willen
der Bevölkerung über die Indolenz der verant=
wortlichen
Faktoren, die an dem Brande des
Tſchiragan=Palaſtes mitſchuldig ſind und noch
kürzlich Verſicherungsangebote ablehnten. Es iſt eine
umfaſſende Unterſuchung eingeleitet, und das geſamte
Perſonal des Palaſtes, über hundert Perſonen, das nur
an die eigene Rettung dachte, iſt verhaftet wor=
den
. Das Ergebnis der heutigen Vernehmung ſoll den
Verdacht der Brandſtiftung verſtärkt haben, da feſtge=
ſtellt
wurde, daß das Feuer an verſchiedenen Stellen

zugleich auskam, und die Heizungsanlage zwar ſehr
ſchlecht, aber an dem Feuer unſchuldig war.
Ottawa, 24. Jan. Während der amtliche Bericht die
Zahl der bei dem Eiſenbahnunglück in Sud=
burry
auf der Canadian=Pacifie=Eiſenbahn Ge=
töteten
mit 32 und die der Verletzten mit 42 beziffert,
hat ſich nunmehr als beinahe ſicher herausgeſtellt, daß
ungefähr 70 Menſchenleben zu beklagen ſind.
Mindeſtens 25 Leichen, die aus den auf der Brücke
ſtehengebliebenen, in Brand geratenen Wagen zweiter
Klaſſe geborgen wurden, ſind derart entſtellt, daß eine
Rekognoszierung ausgeſchloſſen iſt. Von den 40 Rei=
ſenden
, die ſich gleichfalls in den in den Fluß geſtürzten
Wagen erſter Klaſſe befanden, ſind, ſoweit bekannt, nur
drei gerettet worden. Viele Leichen, die unter das Eis
gerieten, dürften kaum wieder aufgefunden werden.
Die Rettungsarbeiten ſind durch einen heftigen Schnee=
ſturm
ſehr behindert.

Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nachs
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.

Dr. Ludwig Ganghofer, der berühmte
Dichter der Berge und des ſonnigen Italiens, kommt.
wie bereits kurz mitgeteilt, am 3. März in unſere
Stadt, um hier zum erſten Male am Vorleſetiſch ſeine
eigenen Dichtungen zu interpretieren. Unſer Publi=
kum
, bei dem Ganghofer einen ſo großen und treuen
Leſerkreis gefunden hat, wird ſich gewiß freuen, dieſen
echten Dichter, der zu den populärſten Männern des
deutſchen Volkes gehört, von Angeſicht zu Angeſicht
kennen zu lernen, und wird ihm wohl den gebührenden
feſtlichen Empfang bereiten. Das Programm des
Abends wird demnächſt bekannt gegeben. Die Karten=
ausgabe
für den Vortragsabend erfolgt nur im Ver=
kehrsbureau
.

Der Kaiſer in Weimar.

* Es iſt, wie bereits früher erwähnt, aufgefallen, daß
der Kaiſer von der Hochzeitsfeier des Groß=
herzogs
von Sachſen in Meiningen fern blieb
und nur einen Hofbeamten mit ſeiner Vertretung beauf=
tragt
hatte. Da der Kaiſer jetzt ſofort nach dem Einzuge
des jungen Paares nach Weimar gereiſt iſt iſt damit außer
Zweifel geſtellt, daß eine Verſtimmung zwiſchen dem Ber=
liner
und Meininger Hofe beſteht und der Kaiſer nur des=
halb
nicht nach Meiningen gereiſt iſt.
Bei der Galatafel im großen Saale des großher=
zoglichen
Schloſſes in Weimar erfolgte der Einzug des
Hofes unter den Klängen von Wagners Einzug der Gäſte
in der Wartburg. Voran ſchritten der Großherzog
mit der Großherzogin; der Kaiſer folgte mit der
Mutter der Großherzogin. Im Verlaufe des Mahles
erhob ſich der Großherzog zu folgendem Trink=
ſpruch
:, Eurer Majeſtät danken meine Frau und ich auf
das allerherzlichſte für den gütigen Beſuch, den Eure Ma=
jeſtät
uns heute abſtatten. Wir ſind tief gerührt, daß
Eure Majeſtät zu unſerem Einzuge gekommen ſind, um
meine Frau in ihrer neuen Heimat zu begrüßen und hoch=
erfreut
über dieſen Beweis treuer Freundſchaft. Ich darf
wohl ſagen, daß auch alle meine loyalen Untertanen in
Stadt und Land durch die Anweſenheit Eurer Majeſtät
aufs tiefſte dankbarſt beweat ſind meeine Frau und ich
werden ſtets dieſes kaiſerlichen Beſuches mit Freuden ge=
denken
und ſo bitte ich denn alle Anweſenden mit uns die
Gläſer zu erheben und der Anhänglichkeit zu Kaiſer und
Reich Ausdruck zu geben, indem wir rufen: Seine Ma=
jeſtät
, der Kaiſer, hurra, hurra, hurra. Die Muſik
ſpielte die deutſche Hymne.
Der Kaiſer erwiderte mit folgendem poetiſchen
Trinkſpruch: Ich freue mich aus tiefſtem Herzen,
meinen innigſten Dank ausſprechen zu dürfen für die
freundliche Begrüßung und die Worte, die Du ſoeben ge=
ſprochen
haſt. Es war mir ein Bedürfnis, an dem Feſt=
tage
Eurer Königlichen Hoheiten, an dem Einzuge der
Frau Großherzogin, hier anweſend ſein zu dürfen. Ich bin
gewohnt von jeher, Dir meine Teilnahme in Freud
und Leid zu zeigen. Heute herrſcht Freude in Thüringen
und dem Weimariſchen Lande und dieſer Freude mich an=
zuſchließen
, bin ich hierher geeilt. Ich nehme innigen An=
teil
daran, daß Du Weimar eine neue Landesmutter wieder
geſchenkt haſt, und dankbaren Blickes ſieht die Bevölkerung
zu ihrem Fürſten auf. Wo es Tränen zu trocknen gibt,
wo Hilfe in der Not zu bringen iſt, da iſt die Landesmut=
ter
vonnöten und da wird ſie an ihrem Teile wirken. Die
Stellung Weimars in der deutſchen Geſchichte verbindet es
unauslöſchlich mit der Entwickelung der Wiſſenſchaft, un=
ſerer
Sprache und der Dichtkunſt, und ſo hoffen wir, daß
die Erinnerung an die großen Dichter und Denker, an den
großen Olymvier und die anderen Geſtalten deutſcher
Männer, die hier hervorgegangen ſind, durch Eure König=
liche
Hoheit und die Frau Großherzogin gehegt und ge=
pflegt
werden wird wie von ſo vielen ihrer Vorgängerin=
nen
. Droben aus den grünen Hügeln bei Eiſenach blickt
die Wartburg und wenn demnächſt der Landgraf dort ſei=
nen
Einzug halten wird, ſo können wir dort droben ſeine
Landgräfin begrüßen, die als ſtille, tüchtige Hausfrau die
Erinnerung der Poeſie, die dieſes herrliche alte Schloß
umſchwebt, aufrecht erhalten wird. Zu all’ dieſen Aufgaben
gehört Gottes Segen und Gottes Hilfe und die wünſche
ich Euch beiden von ganzem Herzen im Verein mit Eurem
ganzen Volke. Möge Gott Euch beſchützen auf allen Le=

[ ][  ][ ]

Nummer 20.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Januar 1910.

Seite 5.

benswegen und auch Eure Arbeit an Eurem Volke eine
reich geſegnete ſein laſſen. Das iſt mein herzlicher Wunſ=
mit
dem ich mein Glas erhebe zu dem Rufe: Seine König=
liche
Hoheit, der Großherzog und Ihre Königliche Hoheit
die Großherzogin, hurra, hurra, hurra!
Später erhob ſich der Großherzog noch zu fol=
gendem
Trinkſpruch: Die Großherzogin und ich danken
allen unſeren lieben Verwandten, unſeren Freunden und
Gäſten herzlichſt, daß ſie durch ihr zahlreiches Erſcheinen
bei unſerem Einzuge ihrer warmen Teilnahme an unſerem
Glücke Ausdruck verliehen haben. Wir heißen ſie Alle be=
ſtens
willkommen und erheben unſere Gläſer und trinke.
auf das Wohl aller unſerer hohen Gäſte.
Nach der Tafel fuhren die Herrſchaften in das groß=
herzogliche
Hoftheater, wo Verſiegelt von Leo Blech und
der letzte Akt von Sommernachtstraum gegeben wurde.
In der großen Pauſe hielt der Kaiſer Cercle im Foyer,
wo er verſchiedene Perſönlichkeiten durch Anſprachen aus=
zeichnete
, u. a. den Schloßhauptmann der Wartburg, von
Cranach, und den Rektor der Berliner Univerſität, Prof.
Erich Schmidt.
Um 11 Uhr fuhr der Kaiſer, vom Großherzog be=
gleitet
, zur Bahn, um nach Berlin zurückzureiſen.
Während des ganzen Sonntags herrſchte das ſchönſte
Winterwetter. Der Andrang des Publikums aus Weimar
und der Umgebung war ein gewaltiger.

Luftſchiffahrt.

Experimente mit Bomben in der
Flugmaſchine. Aus Los Angeles wird berichtet:
Die praktiſchen Verſuche mit dem Auswerfen von Bom=
ben
aus fliegenden Aeroplanen, die in Gegenwart deut=
ſcher
, franzöſiſcher und amerikaniſcher Offiziere am
Mittwoch in Los Angeles vorgenommen wurden, haben
mit einem völligen Mißerfole geendet. Paulhan ſtieg
in ſeiner Flugmaſchine mit dem amerikaniſchen Leut=
nant
Beck auf, der nun verſuchte, aus dem Aeroplan
Exploſivkörper nach einem markierten Ziel zu werfen.
Obgleich der als Ziel markierte Platz etwa ſieben Meter
lang und ſieben Meter breit war, gelang es nicht, im
Fliegen auch nur eine einzige der Vomben ins Ziel zu
bringen. Sie alle fielen mehrere Meter abſeits der
markierten Fläche zu Boden. Damit ſind die Erwart=
ungen
auf die Offenſivkraft der Flugmaſchine im Krieg
einſtweilen erheblich herabgemindert.

Sport.

Fußball. Am Sonntag fand das Retour=
wettſpiel
der 1. Mannſchaft des Fußballklubs Ger=
mania‟
=Arheilgen gegen die 1. Mannſchaft des Sport=
klubs
Haſſia 1908 auf dem Germania=Sportplatze in
Arheilgen ſtatt. Bei Halbzeit ſtand das Spiel 1:3. Nach
Halbzeit konnte Germanias Mannſchaft mit 8:4 Toren
ſiegen.
-kf. In den Ligaſpielen des Weſtkreiſes ſiegte F.=C.
Olympia Darmſtadt 1898 auf ſeinem Sportplatze
gegen V. f. B. Union=Mannheim mit 3:2 Toren.
Phönix=Mannheim gewann gegen Germania= Ludwigs=
hafen
mit 3: 1; Pfalz=Ludwigshafen verlor gegen Viktoria=
Mannheim mit 4:0; F.=G. 1896 Mannheim konnte gegen
F.=V. Kaiſerslautern mit 3:1 gewinnen und ſich dadurch
die Kreismeiſterſchaft in Klaſſe A ſichern. Die 2. Mann=
ſchaft
des F.=C. Olympia ſpielte in Pfungſtadt gegen die
1. Mannſchaft des F.=C. Germania=Pfungſtadt (Meiſter
des Mittelrheingaues in Klaſſe B1) und verlor mit 4:1
Toren; in der Vorrunde konnte die 2. Mannſchaft Olym=
pias
gegen dieſen Verein mit 4:0 gewinnen.

Erdbeben.

Darmſtadt, Seismiſche Station Jugenheim,
24. Jan. Am Sonntag abend von 8,59 Uhr an wurde ein
fernes ſchwächeres Beben, das mehrere Stunden
dauerte, deutlich aufgezeichnet. Herd etwa 8000 Kilo=
meter
entfernt.

Hochwaſſer.

* Bingen, 24. Jan. Der Rhein zeigt ſeit geſtern
früh erneut ſtarkes Steigen. Die Pegelhöhe be=
trug
um 8 Uhr vormittags 4,30 gegen 4,10 Meter geſtern
früh.
Mannheim, 24. Jan. Der Rhein und der
Neckar ſind in der letzten Nacht weiter geſtiegen, der
Rhein von 700 auf 738, der Neckar von 706 auf 728
Zentimeter.
* Köln, 24. Jan. Der Rhein hat ſeinen höch=
ſten
Stand mit 6,74 Meter in der Nacht zum Sonntag
erreicht und fällt ſeitdem.
* Paris. 23. Jan. Die Seine ſteigt weiter. Der
Präfekt, der heute nachmittag eine Beſichtigung vor=
genommen
hat, erklärte, die Verbindungen zwiſchen den
Kommunen Charenton und Jury ſeien gänzlich unter
brochen. Die Lage werde ſehr ernſt.
H. B. Parts, 24. Jan. Die Ueberſchwem=
mung
nimmt zu. Von der Marne wird noch Steigen des
Waſſers gemeldet. Die Uferbewohner ſind gefährdet. Der
Luftſchifferpark in Boval ſteht völlig unter Waſſer. Der
Bahnhof von Quai d'Orſay ſteht 15 Zentimeter unter
Waſſer. Der Verkehr auf der Untergrundbahn wurde
abends 11 Uhr auf der Strecke, die unter der Seine hin=
zieht
, eingeſtellt. Eine Abnahme des Waſſers wird aus
dem Gebiet der Saone und Rhone gemeldet. Verſchiedene
Ortſchaften ſtehen unter Waſſer. Die Ufer gleichen einem
See. In Charlesville wurden die Einwohner nachts vom
Waſſer überraſcht und mußten ſchleunigſt ihre Wohnungen
verlaſſen. In Morez im Jura erfolgte ein großer Erd=
rutſch
. 30000 Kubikmeter Erde ſind auf die Chauſſee ge=
rutſcht
. Das Ausſehen der Stadt iſt ein troſtloſes. Ein
weiterer Erdrutſch von zirka 100000 Kubikmeter erfolgte
in der Nähe von Bel’gard. Es wird 10 Tage dauern, um
die Erdmaſſen zu entfernen. Die Eiſenbahnlinie Paris-
Lyon-Mediteranné iſt in der Nähe von Choiſy le Roy
bedroht.

Vermiſchtes.

Die Zentral=Auskunftsſtelle für
Auswanderer in Berlin W. 9, Schellingſtraße 4, hat=
im
vierten Vierteljahr 1909 (1. Oktober bis 31. Dezember)
in 4455 Fällen Auskunft an Auswanderungsluſtige er=
teilt
, und zwar in 3448 Fällen ſchriftliche und in 1007 Fäl=
len
mündliche. Beantwortet wurden insgeſamt 6794 An=
fragen
über die verſchiedenen Auswanderungsgebiete. Da=
von
bezogen ſich 3214 auf die deutſchen Kolonien, und
zwar auf Deutſch=Südweſtafrika 1213, Deutſch=Oſtafrika
577, Kamerun 286, Togo 238, Samoa 69, Deutſch= Neu=
quinea
51, die Karolinen, Palau und Marianen 39, Kiau=
tſchou
39 uſw. Unter den fremden Auswanderungsgebie=
ten
ſteht Süd=Braſilien mit 1749 Anfragen an der Spitze;
dann folgen Argentinien mit 498, die Vereinigten Staaten
von Amerika mit 425, Mittel=Braſilien mit 216, Kanada
mit 174, Queensland mit 151, Chile mit 113, Braſilien
im allgemeinen mit 83, England mit 47, China mit 39,
Neu=Seeland mit 37, Britiſch=Südafrika mit 35. Nieder=
ländiſch
=Indien mit 33, Zentral=Braſilien mit 32. Para=

guay und Rußland mit je 28, Frankreich mit 25 uſw. Es
gibt ſomit kaum ein Gebiet der Erde, über das nicht An=
fragen
eingelaufen und beantwortet wären. Von den
2786 Anfragenden, die ihr Alter angaben, waren 428
weniger als 20 Jahre, 1695 zwiſchen 20 und 30, 498 zwi=
ſchen
30 und 40, 139 zwiſchen 40 und 50 und 26 über 50
Jahre alt, und von den 3423 Frageſtellern, die Angaben
über ihren Perſonenſtand machten, waren 2524 ledig, 874
verheiratet und 25 verwitwet. Nach dem Berufe waren
unter den Anfragenden am ſtärkſten die Kaufleute, Hand=
werker
und Landwirte vertreten. Von den Anfragenden
bezeichneten ſich 606 als mittellos, während über 1000 zum
Teil über recht erhebliche Summen verfügten; z. B. 66
über 10000 Mk., 20 über 15000 Mk., 20 über 20000 Mk.,
11 über 25000 Mk., 24 über 30000 Mk., 11 über 50 000 Mk.,
4 über 60 000 Mk., 3 über 100000 Mk. uſw. bis zu 300000
Mark hinauf.
Von den Anfragen kamen aus Preußen 2887; an der
Spitze der übrigen Bundesſtaaten ſteht das Königreich
Sachſen mit 316, es folgen Bayern mit 247, Baden mit 172,
Württemberg mit 136, Hamburg mit 135, Elſaß=Lothringen
mit 124, Heſſen mit 52, Braunſchweig mit 33, Oldenburg
mit 28, Anhalt mit 24, Sachſen=Koburg=Gotha mit 18, das
Großherzogtum Sachſen mit 14, Sachſen=Altenburg mit
13, Bremen mit 12 uſw.
* Das Kommersbuch als Jubilar. Im
nächſten Jahre wird das populärſte aller Studentenbücher,
das bei Moritz Schauenburg in Lahr erſcheinende All=
gemeine
deutſche Kommersbuch das Jubiläum ſeiner
100. Auflage erleben. Dieſes verbreitetſte aller akademi=
ſchen
Liederbücher erſchien, von Friedrich Silcher und Lud=
wig
Erk herausgegeben, erſtmals 1858 und war dem grei=
ſen
Freiheitsſänger und Vaterlandsfreunde Ernſt Moritz
Arndt gewidmet. Gegenwärtig iſt der bekannte Kultur=
hiſtoriker
Prof. Dr. Eduard Heyck der Herausgeber der
ſogenannten Lahrer Bibel, der auch die Jubiläumsaus=
gabe
zurzeit mit Unterſtützung anderer Sachkenner vorbe=
reitet
. Der Umfang des ehemals ſchmächtigen Buches hat
ſich durch den Zuwachs von allmählich neu aufgekommenen
Kantuſſen zu einem gediegenen Embonpoint ausgewach=
ſen
. Neben Mütze, Band, Schlägern und anderen akade=
miſchen
Emblemen gehört das Kommersbuch (mit oder
ohne die blanken Biernägel zum Schutze des Einbandes
gegen die Ueberſchwemmungen der Kneiptafel) zu den
teuerſten. Erinnerungsobjekten zahlloſer Alter Herren
und bildet ein Symbol der mehr oder minder lange ent=
ſchwundenen
Burſchenherrlichkeit. Seine Ahnenreihe geht
bis zum 18. Jahrhundert zurück. Das erſte Kommersbuch
erſchien 1781 in Halle unter dem Titel Studentenlieder
geſammelt und gebeſſert von Chr. W. Kindleben; 1782 und
1795 folgte in zwei Bändchen das Akademiſche Lieder=
buch
von Auguſt Niemann, 1791 eine Sammlung Trink=
oder
Commerſchlieder von J. C. Rüdiger. 1794 das Aka=
demiſche
Luſtwäldlein oder Ausbund lieblicher Burſchen=
lieder
, geſammelt durch Herkules Raufseiſen. Gewiſſer=
maßen
klaſſiſch in ſeiner Art ſollte aber erſt das Schauen=
burgſche
Kommersbuch werden, das heute als der eigent=
liche
Kanon aller in Gebrauch befindlichen ernſten und
heiteren Studentenlieder gelten darf.

F., .55. Soh
Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 24. Jan. Eine Verſammlung maßgeben=
der
deutſcher Kaufleute in Liſſabon unter Leitung des
Konſuls Dehnhardt erſuchte den Hanſabund, auf die
Annahme des deutſch=portugieſiſchen Han=
delsvertrages
hinzuwirken.
*7
Berlin, 24. Jan. Es beſtätigt ſich, daß der zum
Oberpräſidenten der Provinz Brandenburg ernannte Wirk=
liche
Geheime Rat von Löbell ſein Amt nicht
übernehmen wird. Zwar hat ſich ſein Geſundheits=
zuſtand
gebeſſert, jedoch muß er auf ärztlichen Rat ſich
Schonung auferlegen. Mit Rückſicht auf die Bedeutung
des Amtes hat von Löbell auf eine Verlängerung ſeines
Urlaubes verzichtet und ſeine Verabſchiedungnach=
geſucht
.
* Straßburg i. E., 24. Jan. In Gegenwart des Statt=
halters
, des geſamten Miniſteriums, mehrerer Landesaus=
ſchußabgeordneter
und der Mitglieder der Handwerkskam=
mer
fand heute hier die feierliche Einweihung des
neuen Dienſtgebäudes der Handwerkskam=
mer
für Elſaß=Lothringen ſtatt. In ſeiner Antwort auf
die Begrüßungsworte des zweiten Vorſitzenden der Hand=
werkskammer
, Billardfabrikanten Schleiffer, betonte der
Statthalter Graf von Wedel, der Staat habe ein hervor=
ragendes
Intereſſe an einem geſunden und kräftigen
Handwerkerſtand. Es ſei beſonders zu wünſchen, daß die
Handwerker ihre Söhne, wenn die Berufswahl an ſie
herantrete, dem Handwerkerſtande erhalten möchten. Das
Handwerk, dieſer Halbbruder der Kunſt, erfordere zu ſeiner
Blüte nicht nur Handfertigkeit, ſondern auch guten Ge=
ſchmack
und Bildung. Der Statthalter ſchloß mit einem
Hoch auf den Kaiſer, der allezeit dem Handwerk ein war=
mes
Intereſſe entgegenbringe. Hieran ſchloß ſich ein Rund=
gang
durch ſämtliche Räume des neuen Hauſes und ſpäter
ein Feſtmahl im Sängerhauſe.
Roetern (Rheinprovinz), 24. Jan. Die 60jährige
Witwe Konrad, welche zum Holzſammeln in den Wald
gegangen war, wurde erdrofſelt und beraubt
aufgefunden.
* Hohenſalza, 24. Jan. Amtlich wird mitgeteilt,
daß die Gerüchte, welche von hier aus nach auswärts
über Bodenſenkungen an der hieſigen Marien=
kirche
verbreitet wurden, ganz und gar erfunden
ſind. Es hatte ſich infolge der naſſen Witterung zur
Zuſchüttung eines Bohrloches verwendete Erde etwas
geſetzt, wodurch nur ein ganzm minimales Loch in der
Erde entſtand. Gefahren für neue Erdſenkungen ſind
keineswegs vorhanden.
* Dresden, 24. Jan. Auf der Landſtraße bei Dresden
rannte das Automobi l des Zigarettenfabrikanten
Jasmatzi gegen einen Baum. Drei Inſaſſen wurden
herausgeſchleudert. Der 30jährige Chauffeur Kicht=
wart
brach das Genick. Die beiden Inſaſſen wur=
den
mehr oder weniger ſchwer verletzt. Der Kraft=
wagen
wurde gänzlich zertrümmert.
* London, 24. Jan. Nach Verhandlungen von meh=
reren
Monaten durch das Polizeigericht wurde die
Auslieferung des ſchwediſchen Gelehrten Dr. Ecken=
beig
beſchloſſen, der des Mordverſuches durch Abſend=
ung
von Bomben durch die Poſt an mehrere Perſonen
verdächtig iſt. Dr. Eckenberg erhielt die Erlaubnis,
gegen das Urteil Berufung einzulegen.
New=York, 24. Jan. In einem Artikel der New=
York Times der die Handelsbeziehungen zum
Deutſchen Reich erörtert, heißt es: Die Lage in Be=
zug
auf den Zolltarif iſt jetzt ſo, daß der Präſident mit gu=
tem
Gewiſſen erklären kann, daß keine unbillige Differen=
zierung
beſteht; nur wenige Intereſſenten, abgeſehen vom
Fleiſchtruſt, werden hierin anderer Meinung ſein. Zum
Schluß wird die Frage aufgeworfen, ob es ſich verlohne,
das Land in einen Zollkrieg zu ſtürzen, nur den Herren
von dem Fleiſchtruſt zum Gefallen die die Regierung am
liebſten ins Gefängnis ſchicken möchte.

HI. B. Frankfurt a. M., 24. Jan. Wie verlautet, wird
der Kommandeur der 42. Infanteriebrigade, General=
major
v. Beſſer, um ſeinen Abſchied einkommen. Er
hat bis dahin einen Urlaub angetreten. Sein Nachfolger
wird aller Wahrſcheinlichkeit nach Prinz Friedrich Karl
von Heſſen, der jetzige Kommandeur des 8. Infanterie=
Regiments werden.
* Peſt, 24. Jan. Anläßlich der Vorſtellung der
neuen Regierung iſt das Abgeordneten=
haus
überfüllt. Die Sitzung wurde nach ½11 Uhr er=
öffnet
. Nach der Erledigung des Einlaufes betraten
unter Vorantritt des Grafen Khuen Hedervary die
neuen Miniſter den Beratungsſaal, von der Oppoſition
mit großem Geſchrei und vereinzelten Ziviorafen
empfangen. Unter großem Lärm erhob ſich Graf Khuen
und überreichte das auf die Ernennung der neuen Re=
gierung
bezügliche Handſchreiben des Kaiſers. Die Ver=
leſung
des Handſchreibens wurde vielfach unterbrochen.
Als Präſident Gal erklärte, daß das königliche Hand=
ſchreiben
zur Kenntnis genommen und dem Magnaten=
haus
überſendet werde, erklärte Juſth in höchſter Er=
regung
, daß das Abgeordnetenhaus über die Kenntnis=
nahme
des Handſchreibens erſt beſchließen müſſe. Nun
folgte eine erregte Debatte und es kam zu großen
Skandalſzenen.
H. B. Madrid, 24. Jan. Der Zuſtand des Prinzen
Leopold von Battenberg, Bruder der Königin
von Spanien, hat ſich geſtern bedeutend verſchlim=
mert
. Er hatte zeitweiſe über 40 Grad Fieber. Sein
Zuſtand iſt bedenklich.

wird bei
Blutarmut und Bleſchsucht
als Kräftigungsmitteltausendfach ärztlich empfohlen.
Nur echt in blauen Kartons für 1 Mk., niemais lose.

Beim Rauchen.

(I1155i

Es ist merkwürdig und gewiss den meisten Frauen
unverständlich, dass so viele Männer am Rauchen
Gefallen finden können. Und doch muss ein eigener
Genuss darin liegen, den sogar manche Frau nicht
gerne mehr missen möchte.
Sei die Zigarre gut oder schlecht, so bleibt nach
dem grösseren oder kleineren Genusse derselben im
Munde und Rachen des Rauchers jedesmal ein un-
angenehmes
kratzendes Gefühl, das nur zu leicht sich
festsetzen und in hartnäckigen Rachenkatarrh ausarten
kann. Diesen zu verhüten, gibt es kein besseres und
zugleich angenehmeres Mittel als gleich nach be-
endeter
Zigarre, Zigarette oder Pfeife einige Wybert-
Tabletten im Munde langsam zergehen zu lassen,
Sofort verschwindet die unanegnehme Beigabe des
Rauchens, der Mund und Atem werden wieder frisch
und angenehm. Jeder Raucher sollte daher Wybert-
Tabletten beständig bei sich führen. Wybert-Tabletten
können in allen Apotheken in Originalschachteln
à Mk. 1. bezogen werden. Depots in Darmtadt:
In sämtlichen Apotheken; Germania-Drogerie, Mühlstr. 78;
Minerva-Drogerie, Ecke Karl- u. Hügelstr.; Medizinal=
Drogerie von Fr. Beckenhaub, Ecke Schul- u. Kirchst.,
und Drogerie von C. Watzinger, Wilhelminenstr. 11.

Zegen.
Kusfen Sleiderkeib.

2710

Ein luſtiges Leben ſehen die Berge,
wenn die Hänge unter Schnee vergraben liegen.
Rodeln, Ski Einzelfahrt und Wettſport es
iſt eine Luſt. Nur daß die Hälfte aller Sport=
befliſſenen
die Luſt mit einem Katarrh bezahlen
müſſen. Sie können ſich aber helfen, wenn ſie
ſich daran gewöhnen, immer eine Fays ächte

Sodener Mineral=Paſtille im Munde zergehen zu
laſſen. Das ſchützt die empfindlichen Schleim=
häute
gegen Affektionen, die Paſtillen ſind überdies

angenehm, ſie wirken erfriſchend, und ein ver=
ſtändiger
Sportsmann kann ohne ſie gar nicht
ſein. Sodener kauft man in allen einſchlägigen
Geſchäften für 85 Pfg. die Schachtel. (11160f

Unſere Stadtauflage enthält eine Beilage betr.
den im Großen Saal des Hotel zur Traube am Mitt=
woch
, den 26. Januar, abends 8 Uhr ſtattfindenden
(2104
Barkamp-Abend.

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Januar 1910.

Nummer 20.

Aitergrſches.

Die Finanznot Heſſens und der preu=
ßiſch
=heſſiſche Eiſenbahnvertrag von Aug.
Grooß, Eiſenbahndirektor a. D. Verlag der Heſſiſchen
Liberalen Wochenſchrift, Darmſtadt. Preis 50 Pf. Die
Schrift iſt eine durch die ſchwierige Finanzlage Heſſens
nötig gewordene Ergänzung der beiden in gleicher Sache
herausgegebenen früheren Broſchüren des Verfaſſers.
Sie will nachweiſen, wie zwar der Verkehr der heſſiſchen
Bahnen unter preußiſcher Verwaltung ſich etwa ver=
doppelt
hat, wie aber trotzdem infolge der Beſtim=
mungen
des Gemeinſchaftsvertrags der Anteil Heſſens
am Reinerträgnis jetzt wieder auf den urſprünglichen
Betrag zurückgegangen iſt, während die zur Bewilligung
dieſes Verkehrsaufſchwungs geforderten ſehr erheblichen
Erweiterungsbauten das heſſiſche Budget mit einer fort=
geſetzt
ſteigenden Verzinſung belaſten. Damit wird zu=
gleich
eine Darſtellung der Entſtehungsgeſchichte dieſes
Vertrages verbunden.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit Sonntag früh: Im Gebirge
gingen geſtern ſtärkere Schneefälle nieder, während es
in den Ebenen nur wenig ſchneite. In der Nacht iſt aber
ein intenſiver Sturmwirbel oſtwärts nach Schottland vor=
gedrungen
und ruft in ganz Mitteldeutſchland ſtarke
Schneefälle mit ſtürmiſcher Luftbewegung hervor. Die
Temperaturen liegen bei 2 Grad Kälte, ſteigen aber unter
dem Einfluß der Seewinde langſam. Die Zyklone dringt
oſtwärts weiter vor und bringt Tauwetter.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 25. Jan.:
Schnee in Regen übergehend, milder und Tauwetter zu=
nächſt
nur in den Ebenen, ſtarker Südweſt. Das voraus=
ſichtlich
raſche Abſchmelzen der Schneedecke bringt Hoch=
waſſergefahr
.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater, Anfang ½7 Uhr: Tannhäuſer.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Vortrag von E. Kampmann um 8¼ Uhr im Fürſten=
ſaal
.
Verſammlung des Vereins für die Kleinkinderſchule
Mauerſtraße um 6 Uhr im Rathausſaal.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (die Jungfraubahn
und deren Hochgebirgsnatur).

Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 26. Januar.

Hofreite=Verſteigerung des Georg Haller ( Ober=
gaſſe
6) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung der Friedrich Fey Witwe
(Grafenſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Holzverſteigerung um ½9 Uhr bei Wirt Brücher
zu Arheilgen.
Stamm= u. Brennholz=Verſteigerung um 10 Uhr
im Ober=Ramſtädter Gemeindewald; Zuſammenkunft
im Diſtrikt Strieth auf dem Frankenhäuſerweg hinter
dem Breitenſtein.

Familiennachrichten.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Geſtern abend 10½ Uhr entſchlief unſere
(2147
innigſtgeliebte Schweſter
Karoline Bachmeyer.
Um ſtille Teilnahme bitten
die frauernd Hinterbliebenen.
Darmſtadt, 24. Januar 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. Jan.,
vormittags 10 Uhr, vom Sterbehauſe, Frank=
furterſtraße
52 aus, ſtatt.

Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines geliebten Gatten und
unſeres Vaters, ſagen hiermit Allen, insbeſondere
Herrn Pfarrer D. Dr. Diehl für die troſtreichen
Worte am Grabe, ſowie den Laternenwärtern des
Städt. Gaswerks für die Niederlegung eines mit
Widmung verſehenen Kranzes, unſeren tiefge=
(*1881
fühlten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Johanna Knell u. Kinder.

Statt besonderer Anzeige.
Gestern entschlief nach kurzem Leiden sanft mein inniggeliebter Gatte,
unser treubesorgter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder und Onkel
Herr Bankprokurist

Sammet.

Im Namen der Hinterbliebenen:
Johanna Sammet, geb. Lipp,
Dr. med. Rudolf Sammet,
Prof. Wilhelm Sammet.
Darmstadt, den 24. Januar 1910.
(2124
Beerdigung findet statt: Mittwoch, den 26. Januar, 3 Uhr nachmittags, vom Trauerhause
(Georgenstrasse 3) aus; die Einsegnung daselbst eine Viertelstunde zuvor.
Kondolenzbesuche dankend verbeten.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden
und der Beerdigung meiner lieben Gattin, unserer guten, unvergesslichen
Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Tochter und Schwester

insbesondere für die zahlreichen Blumenspenden und die erhebende, ein-
drucksvolle
Grabrede des Herrn Pfarrer Weissgerber, sagen wir innigen Dank.
Darmstadt,
Butzbach,
M. Rapp,
Frau J. Volz Wwe.,
Frau K. Schwinn Wwe.,
Eduard Volz u. Frau, geb. Rapp,
Dr. W. Wagner u. Frau, geb. Rapp.
098

24. Januar 1910.

Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme anläß=
lich
des Todes meiner Tante
(2148

Llise Mulot

dankt herzlichſt

Emma Colin
geb. Mulot.

Todes-Anzeige.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen innigſtgeliebten unvergeßlichen Gatten,
unſeren guten treubeſorgten Vater, Sohn,
Schwiegerſohn, Schwager und Onkel
Herrn Herrmann Fink
Schlosser
nach langem, ſchweren, mit Geduld ertragenem
Leiden, am Sonntag Abend ½ 10 Uhr, im Alter
von 27 Jahren, in ein beſſeres Jenſeits abzurufen.
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Pauline Fink u. Kinder,
Katharine Fink.
Darmſtadt, 23. Januar 1910. (B2130
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 26. Jan,
nachmittags ½3 Uhr, vom Sterbehauſe, Lud=
wigshöhſtraße
35 aus, auf dem Beſſunger
Friedhofe ſtatt.

Großh. Porzellanſammlung im Prinz=Georgs=
Palais (Schloßgartenplatz). Geöffnet Dienstags und
Freitags von 34 Uhr, Sonntags von 111 Uhr.
Eintritt 50 Pfg.

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldarſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nich?
zurückgeſandt.

2

2 ZZZZ

4. Z

2

[ ][  ][ ]

Nummer 20.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Januar 1910.

Seite 7.

Eine Villa
enthaltend 7 Zimmer, Gas, Waſſerleitung,
großer Garten mit ca. 50 tragbaren Obſt=
bäumen
verſchiedener feiner Obſtſorten, iſt
ſofort billig zu verkaufen. Kaufliebhaber
erhalten näheren Beſcheid unter F 85
(B2109
bei der Expedition ds. Bl.
Se
Verkauf
noge
eines Landbausos für8850 Mk.
Nicht weit von Darmſtadt (Vorort mit
Bahnſtation) iſt ein neuzeitliches Land=
haus
mit 5 Zimmer, 1 Küche, 1 Kloſett,
1 Speiſekammer, 1 Waſchküche, Veranda
u. Balkon, Kellerräume u. groß. Garten
ſogleich günſtig zu verkaufen.
Anzahlung 1500 bis 2000 Mk.
Sofort beziehbar. Ernſte Offerten
erbittet man unter B 32 an die Ge=
ſchäftsſtelle
d. Bl. einzuſenden. (973a
Me
ſer kauft ſchönes 4X4=Zim.=Haus, gute
Lage, ſpottbillig ? 4000 Mk. bar erford.
Off. unt. F 92 an die Exp. d. Bl. (2141a
Mene ah
Wer ein Haus, Geſchäft
ſowie
Anweſen jeder Art
kaufen oder verkaufen will, Teil=
haber
od. Hypotheken ſucht hier
oder auswärts (274E
wende ſich ſofort an die
Central-Verkaufs-Börse Deutschlands
Frankfurt a. M., Töngesgaſſe 23.
Beſuch erſolgt koſtenlos.

Metzgerel
mit oder ohne Haus geſucht.
Direkte Offerten sub F70 an die Ex=

pedition ds. Bl.

(*1839

Ce
Restaurank
(*1819
mit oder ohne Haus
(h
gesucht.
Direkte Off. unt. F 68 an die Exp. d. Bl.

In bevorzugter Lage iſt.
ein Acker ſehr preis=
wert
zu verkaufen
Käufer erhalten nähere Auskunft unter
F 84 bei der Expedition ds. Bl. (B2108
Arheilgen.
Ein ſchöner Obſtgarten, über 100 Obſt=
bäume
, Zwerg= und Hochſtämme, iſt zu
verkaufen. Daſelbſt kann gebaut werden.
Näheres bei Chriſtoph Fiedler, Frank=
furterſtraße
37.
(1142a

Julius Kahn
Schulstrasse 15 Telephon 135

Iyd
versicherungsburo
Immobilien
Hypotheken
Wohnungsnachweis.
(190a
Teinste Referenzen.

Bianino
Nußbaum, von Grund auf nachgeſehen, für
200 Mk. zu verkaufen
(2144a
Georg Thies Nachf., Leop. Schutter,
Eliſabethenſtraße 12.

poohinna
Leihgeschltte

biligſt. Wilh.,
Kirchſtraße 5.

Castan,
(4143a

Aufsehen erregender
Inventur- Ausverkauff
Preisermäßigung 2050 Prozent.
Beginn Dienstag. den 25. da. Mts.5

5 Serien

Willter Paletots

Serie I
früherer Preis 15 bis 18 Mark
jetzt nur 12 Mark.

Serie II
früherer Pr is 19 bis 23 Mark
jetzt nur 15 Mark.

Serie III
früherer Preis 24 bis 30 Mark
jetzt nur 20 Mark.

Serie IV
früherer Preis 31 bis 35 Mark
jetzt nur 25 Mark.

Serie V
früherer Preis 36 bis 45 Mark
jetzt nur 30 Mark.

A. Ehrenstein

In gleicher Weise wie neben-
stehend
offeriere ich:
Loden-Herren-Joppen v. 4.50 an
Herren-Anzüge . . . V. 9. an
Herren-Hosen . . . . V. 2.25 an
Herren-Westen . . . v. 1.50 an
Jünglings-Anzüge . . v. 6. an
Jünglings-Paletots . v. 3. an
Jünglings-Joppen . . v. 3. an
Jünglings-Hosen . . . V. 2. an
Knaben-Anzüge . . . V. 2.25 an
Knaben-Paletots . . v. 4. an
Knaben-Joppen . . . V. 3. an
Knaben-Hosen . . . V. 1. an
Werktagskleider
für jeden Beruf.
(2143a
Kirchstrasse
4.

Ananenaanaannannsaunnamnn

85,70 u. 60 Pf. im Abonn.
2n
Nbendtisen
Fleisch und veget. Kost
zu 65 u. 50 Pf. im Abonn.

Ausschank des
Wormser Wei

erün nten
nmostes

REFORM-RESTAURANT
THALVSTA
4 Alexanderstrasse 4, I. Stock.

Saunumanannt

nanansaansanen

E

n ſtarkes Geſchäftsrad 20 Mk. u. ein
Domino 2,50 Mk. zu verk.
*1831
Heidelbergerſtr. 40, Hth. part.

10000 Mk.
erſte Hypothek auf Grundstück mit Ge=
bäuden
innerhalb ½ des Brandkaſſenwertes
und der ortsgerichtlichen Taxe von promp=
tem
Zinszahler ſofort geſucht. Offerten
unter F 72 an die Expedition. (*1849imd
12000 Mark
2. Hypothek gegen 1000 Mk. Nachlaß geſucht.
Off. unt. F 87 an die Exp. d. Bl. (*1894id
3000 Mk. auf 1 Jahr. Bürg=
Suche ſchaft: 1. Hppothek. Off. unt.
F 91 an die Exped. ds. Bl.
(*1913

bei geringen Aufwen-
dungen
sehr elegant
auszusehen. Siemüssen
nur die vorzüglichen
Favoritschnitte be-
nutzen
. Für die Haus
Schneidereiganzunent-
behrlich
.
Anleitung durchdas
Grosse Favorit-
Moden-Album
(nur 70 Pf. fr.)
76
u. dasJugend-
Noden-Albun 2
(60 Pf. fr.)
von der Ver-
kaufsstelle
der Firma oder wo
nicht am Platze, direkt von der
Internationalen Schnittmanu-
faktur
, Dresden-N. 8.

(124a
Arthur Sittig, Louisenplatz 4.

Gute starke Hobelbank
zu kaufen geſucht
(*1878is
Hieronymus, Schloßgartenſtr. 55.

(Anzüge jeder Art
Knabenkleiden uſw. werden billig
u. gut angefertigt, ſowie Gebrauchtes mit=
verarbeitet
. Liebfrauenstr. 46 II r. (*17857

Damen
erhalten guten Mittags= und Abendtiſch
von 60 Pfg. an. Alexanderſtraße t. I.

Conversation, Grommatik, Literatur,
Korrespondenz, Nachhilfestunden in
*2
Englisch
(1582a

Französisch
und allen Weltsprachen
Wilhelminenstr. 19, II., in der
Berlitz School
(Tel. 613).
Von 8 Uhr vorm. bis 10 Uhr abends.
Nur bewährte National-Lehrkräfte,
Stunde (allein) 2 Mk., in Klassen v.
80 Pfg. an. Zahlbar in Monats-
raten
. Probestunde gratis u. ohne
Verbindlichkeit. Prospekt frei.

Aeßächan
MesmWHEEEHO
Prungosisches Istllat
direkte und leicht fassliche Methode.
Privat- und Klassen-Unterricht in und
ausser dem Institute. Aller Art Ueber-
setzungen
werden prompt besorgt.
Herderstrasse 3.
B1009)
AMin
Gründlicher Unterricht
im Kleidermachen und Zuſchneiden erteilt
E. Greb, vormals Frau Lieſer geb. Lind
Ernſt=Ludwigsſtr. 15, im Hause Henkel. 24339a
Erfolgreiche, gründliche Nachhilfe in
Franzöſiſch, Engliſch, Latein erteilt
Sprachlehrerin. Vorzügliche Empfehlungen.
*1490dif
Stundenpreis 50 Pfg
Eiſabethenſtraße 44.

Mathematik
durch akadem. gebild. Lehrer. Vorbereitung
für alle Examina (Einj.=, Finanz= Geom.=I.
u. II., Matur.=). Repet. für Hochſchüler. Einz.
Stunden an Selbſtunterrichts=Befliſſene
bereitw. Sorgfält. ſchnelle Förderung. Beſte
(B2946
Empfehl. Wittmannſtr. 30, I.
gnin wünſcht engliſchen
Eine Engländes In Unterricht z. erteilen
(1413a
Wilhelminenplatz 10, I.
zur Teilnahme an
gung
Damen u. Durrell italienischer Konversation
gewünſcht. Preis mäßig. Offerten unter
F 67 an die Exp. ds. Bl.
(*1820if
1a Unterricht
Italienisch. ert. Lehrerin,
*1828if
in Italien geprüft.
Näheres zu erfragen Martinſtr. 4, part.

a dssire donner des
CO
Jeune Frangaise legons. Näheres
(*1876imd)
Bismarckstrasse 43.

Jachhilfe od. Beaufſichtigung wird von
N Primauer übernommen. Anfrag. unt,

F 79 an die Expd.

(*1865

englisch u. franzé isch,
Konversation, geſucht. Schriftliche
Offert. Eflertz, Aliceſtr. 23, II.
(*1889

moe
Bilanzfahig
wird jeder Buchhalter od. Buchhalterin durch
Emil Graf, Woogsplatz 12.
Honorar 10 Mark.
(*1833
Kochsrunge.
An dem jetzt beginnenden Kurs können
ſich noch einige Damen beteiligen. (792a
J. Friedrich
Frankfurterſtraße 74, I.

Emil
Klavierstimmer schultze,
Kammermusiker, Roßdörferſtr. 79, pt. (250a

l
Billig zu verkaufen
3 große Arbeitstiſche (Größe 270 80, 270/70,
210/70), 1 kleiner Arbeitstiſch (Größe 100 45)
1 großer Eisſchrank, 1,75 m Höhe, 1,35 m
lang. Näh. Hochſtr. 17, part.
(*1897

Kurſe vom 24. Januar 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

8f. Staatspapiere. In Proz.
* Dſche. Reichsſchatzanw. 110,70
3½ Deutſche Reichsanl. *4,40
85,4)
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 101, 10
3½ do. Conſols . . . . 94,40
85,40
do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,10
94,00
do.
3½
do.
4 Bapr. Eiſenbahnanl . 102,40
93,75
3½
do.
83,90
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,95
peſſ. Staatsanleihe . 102,00
3½
93,40
do.
do.
82,40
3. Sächſiſche Rente . . . 85,20
Württemberger v. 1907 102,0)
94,00
do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,50
Griechen v. 1887 . . 47,80
3¾ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 99,10
do. Goldrente . . 99,80
do, einheitl. Rente 95,10
3 Portug. unif Serie I
do. unif. Ser. III 65,50
3
do.
Spezial.
5 Rumänier v. 1903 . . 102,00
do.
p. 1890 . . 91,40
do.
v. 1205 . .
4 Ruſſen v. 1880 4 7.7 91,70

InProt.
St.
4 Ruſſen v. 1902 . . . . 91,20
4½ do. v. 1905 . . . . 99,75
3½ Schweden . . . . . . . 94,30
84,90
4 Serbier amort. v. 18
4 Türk. Admin. v. 1903 88,60
4 do. unifiz. v. 1903 94,90
4 Ungar. Goldrente . O
do. Stagtsrente . 92,70
5 Argentinier . . . . . . 101,50
91,95
do.
4
4½ Chile Gold=Anleihe . 93,50
5 Chmeſ. Staatsanleihe 103,00
do.
4½
4½ Japaner
. . . 97,50
Innere Mexikaner . . 100,70
do.
Gold=Mexikan. v. 1904 95,50
5 Gold=Mexikaner . . . 102,80
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
. . . . . . . . 132,70
4 Nordd. Lloyd . . . . 101,30
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 119,90
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
Baltimore & Ohio . . 116,70
4 Gottharddahn es

In Proz.
8t.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 161.,00
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,50
4 Pennſylvania R. R. 132,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei .
Werger=Brauerei
80,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 435,00
Fabrik Griesheim . . . . 261,25
Farbwerk Höchſt . . . . . 448,70
Verein chem. Fabriken
Mannheim z . . . . . . 334,00
Lahmeyer . . . . . . . . . 107,60
Schuckert . . . . . . . . . 137,80
Siemens & Halske . . . 242,75
Adlerfahrradwerke Kleyer 374,25
Bochumer Bd. u. Guß . . 255,10
Gelſenkirchen . . . . . . . 217,60
Harpener . . . . . . . . . 211,70
Phönix, Vergb. u. Hütten=
betrieb
. . . . . . . . . 222,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,80
Pfälzer Prt. . . . . . 100,90
3½
do.
93,60
4 Eliſabeth., ſteuerpfl.
do
ſteuerfrei . 98,90
5 Oeſterx. Staatsbahn.
do.
99,50
do.
alte . 85,00
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,90
do.
do.
59,60
Raab=Oedenburger . . 76,50
4 Ruſſ. Südweſt. . . . 88,40
4 Kronpr. Rudolfbahn

In Proj.
57.
2¾/0 Livorneſer . . . . . . 76.00
4. Miſſouri=Paciſic . . . 82,89
Bagdadbahn Mk. 408 87,60
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,90
Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ. 183,25
Darmſtädter Bank . . 138,20
Deutſche Bank . . . . 256,80
4 Deutſche Vereinsbank 129,00
Diskonto=Geſellſchaft . 196,30
4 Dresdner Bank . . . . 163,90
4 Mitteldent. Kreditbk. 120,30
4 Nationalbk. f. Deutſchl. 130,00
Pfälzer Bank . . . . . 100,80)
4 Reichsbank . . . . . . 149,30
Rhein. Kredit=Bank . 136,90
4 Wiener Bank=Verein 139,40
Pfandbriefe
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,30
do. S. 19. . . . . 92,80
3½
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
3½
91,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
3½
92,60
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
91,60
4 Rhein. Hypoth.=Banz
(unk. 1917) 100,20
3½
do. (unk. 1914) 91,80
4 Sädd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
3½
8a,
93,80

St.
InProz.
Städte=
Obligationen
Darmſtadt . . . . . . 100,60
3½ do.
4 Frankfurt . . . . . . . 101,10
do.
3½
96,00
4 Gießes . . . . . . . . 101,00
3½ do.
4 Heidelberg . . . . . . 100,50
do.
92,00
Karlsruhe . . . .. . 101,10
5o.
3½
92,60
4 Magdebus. .
3½ do.
-
Maig . . .
do.
3½
Mannheis . . . . . . 100,60
31
do.
München . . . . . . . 101,00
3½ Nauheim
92,00
Nürnberg . . . . . . . 101,40
3½ do.
93,00
Offenbach . . . . . . . 100,50
31
½ do.
92,00
4 Wiesbaden . . .. . . 102,70
31
do.
95,50
4 Worms . . . . . . . .
4 Liſſaboner v. 1886. . 82,50
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche
Tlr. 100 159,40
3½ Cöln=Mindner 100 137,90
5 Donau=Reg. fl. 100 145,10
3 Holl. Komm. 100

S7.
In Proz,
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.= Pfand=
briefe
. . . . . .
137,40
Oeſterr. 1860er Loſe 175,20
3 Oldenburger . . . . . 175,80
2½ Raab=Grazer ſl. 150 114,90
Unverzinsliche
Aulehensloſe.
Augsburger
Braunſchweiger Tlr. 20 223,00
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45 134,90
do.
Fs. 10 31,00
Meininger
ſl. 7 40,50
Oeſterreicher u. 1864 100 570,00
do. v. 1858 100 465,00
Ungar. Staats
100 373,00
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
400 182,40
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,40
20 Franks=Stücke . . . . 16,25
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20,42½
Franzöſiſche Noten . . . . 81,25
Holländiſche Noten . . . . 168,65
Italieniſche Noten . . . . 80,90
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,10
Ruſſiſche Noten . . . . . . 215%
Schweizer Noten . . . . . 81,10
4½-
Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombard Zsf. 5½%

[ ][  ][ ]

Seite 8.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Januar 1910.

Nummer 20.

n billiger
Verkauf

einzelner Zimmereinrichtungen, der im letzten Januar stattfand, hat solchen An-
klanggefunden
, dassich mich entschlossen habe, auch dieses Jahr wieder aufsolche
Schlafzimmer, Salons, Eßzimmer
E
Ei E0
Herrenzimmer und Küchen
nn
von denen ich nur noch je ein Exemplar vorrätig habe, eine Preisermässigung
eintreten zu lassen, und zwar gebe ich diese Zimmer
weit unter Preis, zum Teil bis zur Hälfte
des normalen Wertes ab. Ich mache verehrliche Reflektanten ausdrücklich
darauf aufmerksam, dass es sich nur um gediegene Möbel und hübsche Modelle
handelt; nur um Platz zu gewinnen, für diejenigen Zimmer, welche für dieses
Jahr neu aufgenommen sind und bald aufgestellt werden müssen.
Die verkauften Stücke bewahre ich auf Wunsch gerne auf.
(24703a
e7:
Die Preise sind rein netto.

Ludwid
Stritzinger

Möbelfabrik
Ecke Martinstrasse 67 Heinrichstrasse 67 Ecke Martinstrasse.

ſchwarz, billig zu kaufen ge=
Mhle
ſucht. Offerten mit Preis
Käavierg u. F 89 Expedition. (*1906
Wapagei, Doppelgelbkopf, chin. Nachtigall.,
Diſtelfinken, Blutfinken, Zuchthähne
u. Weibchen billig. Vogelhandl. Heinrich
Traum, Magdalenenſtraße 5, prt. (*1884im
Saſt neuer Mantel, für Mädchen von
7 1013 Jahren, billig abzugeben. Näh.
Rundeturmſtraße 14, Hinterhs. p. r. (*1854
Herren=Gummi=
Guterh. Militärſtieſ., ſchuhe u. Filzhut,
Damen=Wintermantel und Jacken billig
abzugeben Mauerſtraße 18, 2. St. (*1918
Privatmann kauft Pfandſcheine anf
Brillantſchmuck.
Offerten unter F 76 an die Expedition
dieſes Blattes.
(*1861
Fäder wäre geneigt, einer Frau eine
22
Filiale zu errichten.
Laden mit Einrichtung vorhanden. Offerten
unter F 52 an die Exped. ds. Bl. (*1787oi

Gewand. Dame
Wohnung eine

richt. wir in ihr.

Fabrik-Reste-Niederlage
für d. Verkauf nach Gewicht aller Arten
Kleider= u. Bluſenſtoffe u. ſämtl. Weiß=
warenreſte
ein, prima Sicherheit wird
verl. Offerten mit Rückporto u. Chiffre
Elsässer Webereien an Haasenstein
& Vogler, A.-G., Frankfurt a. M. (2115ff

Wirtschaft.
Tüchtige Wirtsleute werden geſucht für
eine gutgehende Wirtſchaft. Offert. unter
F 78 an die Expd.
(*1864
m
n. Kind beſſ.
Inag., kinderl. Ehepaat Herk. alseig.
an g. einmal. Erziehungsbeit. (am l. Mädch.)
Verm. verb. Offerten unter F 82 an die
(*1887
Expedition d. Bl.

Kind findet liebevolle Pflege
bei kinderloſem Ehepaar. Offerten unter
F 58 an die Exp. ds. Bl.
(2074oim

m ſucht per ſofort ſchön möbl.
Ofüziet große 23=Zimmerwohnung
mit Zubehör und ſeparatem Eingang.
Offerten unter F 77 an die Expedition
(*1863
dieſes Blattes.

Beſſere Familie
(ohne Kinder) ſucht per 1. Juli 1910 zwei
3=, auch 4=Zimmerwohnungen, auf gleichem
Stock oder 2. und 3. Stock, mit Veranda
u. Südoſt=Viertel bevorzugt eine Wohnung
event. ohne Küche. Offert. m. Preis unter
(1558a
D 58 an die Exp. ds. Bl.

Alleinſtehende Dame ſucht für 1. März
I. Js. Drei=Zimmerwohnung in beſſer.
Hauſe. Bald gefällige Offerten mit Preis=
angabe
an Rechnungsrat Neuss,
Rieder=MRamſtädterſtraße 8 arbeten. (1885

en 7a
ſucht möbliertes Zimmer
Fäulein ev. mit Mittagstiſch. ( Familien=
anſchluß
erwünſcht). Offerten mit Preis
unter F 73 an die Expedition. (*1851
2n.
l. 2
ap mit Mittagstiſch ſ.
Movl. Zimme: Fräulein. Off. unt.
(*1822
F 64 an die Exp. ds. Bl.

ansasge g asenasgennagas ganng aansssansannganssansanasaes
n
2
a
2
Achten Sie auf jedes Won

denn gerade beim Einkauf von Gummischuhen ist
besondere Vorsicht angebracht, weil in diesem
Artikel ganz minderwertige Fabrikate in Massen
angeboten werden.

Wir führen nur die‟
wirklich besten Marken‟

zu billigsten Preisen‟.

Ia, Edinburger, Marke Albion‟
unter Garantie für Haltbarkeit!
Herren 4.20 Mk., Damen von 2.60 Mk. an,
Mädchen 2.35 Mk.,
Kinder 1.90 Mk.
Bestes schwedisches Fabrikat. Nordpol-Marke‟
unter Garantie für Haltbarkeit!
Ferner: Echte Petersburger weltberühmte Marke.
Conrad Tack & Cie

Filiale Darmstadt: Ludwigsstrasse 17.

(2140

IAff
InIn

Pei Unterzeichnetem ſind vier ſtarke
C
Einlegſchweine
zu verkaufen. N. Wagner, Bruchmühle,
Nieder=Ramſtadt.
(*1673

Geehrter Herr Apotheker!
Nächſt Gott danke ich Ihnen für
die gute Rino=Salbe, die ſich an meinen
Händen, ſeit 4 Jahren naſſe, freſſende
Flechte, gut bewährt hat.
Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe, be=
grüße
ich Sie
hochachtungsvoll
Wwe. H.
Bismark, 1./11. 1905.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und Haut=
leiden
angewand
t, iſt in Doſen
25 in den Apotheker
Mk. 1.15 und Mk.
vorrätig; aber nur echt in Original=
packung
weiß=grün=rot und Firma
Schubert C. Co., Weinböhlg=Dresden.
Fälſchungen weiſe man zurück.

C

alte Pflaſterſteine zu kaufen
34 Chlll geſucht. Offerten mit Preis=
*1856im
angabe an
K. Breitwieser IV., Ober-Ramstadt.
19
Wrih. Beampabter
(Rollen=Reſte)
(11953t
abzugeben
in der Exped. des Tagblatts.

Georg Winkler, Dentist
wohnt jetzt
Riedlingerſtr. 39 part.
und nicht wie im neuen Adreßbuch
als Druckfehler angegeben: Riedeſel=
ſtraße
39, Telephon 1215.
(761a

Karlſtraße 97, 2. St.,
Klavier=, Violin= und Geſangsnoten zu
20 und 50 Pfg. werden ausverkauft, dr.
wertvolles Werk billig. Ebendaſ. hübſch.
(*1914
Pelz für jung. Mädchen billig.
Gebrauchter, kleiner Herd zu verkaufen.
(*1853)
Roßdörferſtraße 43.

Damen-und Herren-Masken
billig zu verleihen Mauerſtr. 6, I. (1636as

wie neute

Einige hochf. Damenmask. billig zu
verleihen Roßdörferſtraße 14½, I. (1541a
Roſe, Veil=
Damen=Maskenkoſtümel chen, Nixe,
Stern, Spanierin, Monte Carlo, Studentin,
Ruſſin, Polin, Zigeunerin, Pierretts in all.
Farben u. viel mehr Soderſtr. 47, I. I. (1815a
Eleg. Damen=Maske (Perſ. Tänz.) zu
verl. oder verk. Kiesſtr. 68, part. (*1841
Schöner Domino billig zu verleihen
(*1869.
Liebiaſtraße 15, I.

hervorragende
2 Theaterstücke
2

Prinz von Dänemark.
Personen:
Hamlet

Hr. Gretillet
König, Hamlets
Onkel.
Hr. Benedict
Königin, Hamlets
Mutter
Fr. Grumbach
Ophelia, Hamlets
Fr. Derson
Braut.
Laerte, Ophelias Bruder
Polonius, Ophelias Vater.
Hofleute, Pagen, Schauspieler.

Madame

en Sahs Gene
spannende, historische Begeben-
heiten
aus Napoleons Leben.

Helteies, grösten u. beiebtestes
Unternehmen der Residenz.

z. Dominos, bill.
S
Schöne Maskenhüte zu verkaufen
*1880)
Karlſtraße 42, Seitenbau.)
zu verleihen
Schöne Damenmasken oder zu ver=
kaufen
Karlſtraße 42, Seitenbau. (*1879
(Ungarin), zwei ſchöne
Maskenkoſtüme
Kindermasken
zu verkaufen oder zu verleihen
(*1912
Mollerſtraße 29, 1. Stock.

für Knaben im
2 Clown-Anzüge Alter 1014 J.
(*1907
billig zu verkaufen
Neue Ireneſtraße 12, part.
Hochf. Maskenanzug
F
zur Canzſtundt . (Spanier) billig abzug.
Näh. Nied.=Ramſtädterſtr. 34, part. (*1818if

askenkoſtüm (Spanierin) zu verleihen
M *1821im)
Waldſtraße 33, 2. St.

M. *1829)
Mollerſtraße 38, 2. St.
Eleg. ſeid. Maskenkoſtüm (Pierrette) bill.
zu verl. Kaſinoſtr. 26, 1. St.
(2142a

Daskenanzug (Zigeunerin) bill. zu verl.
Eleg. Damen=Masken, teils neu, und
Herren=Dominos zu verleihen Kies=
(1315a
ſtraße 32, parterre.
für Damen zu verleihen
Maskenanzüge Pankratiusſtr. 52. (2022a

Wilhelminenplatz 2, part.,
verſchiedene Damen-Masken zu verl. (1660a
Naskenkoſtüme (Aſſyrerin und Bajazzog
M und weiße Ballſtiefel (42) zu verleih.
(*1896
Landwehrſtraße 6.

4 eleg. Damenmasken
billig zu verleihen Kaſinoſtr. 17, II. r. (1819a
2 ſchöne Damenmasken, ſpan. Tänzerin
und Tirolerin, zu verleihen
(1638a
Karlſtraße 18, 2. Stock.

u1g zu verl. oder zu verk.
Maskenanzus Karlſtr. 56, I. (B2909

2470) Damen-Masken
Woogsplatz 13, part.
zu verleihen
Große Auswahl Billige Preiſe.

zu verl. od. zu verk.
Damenmaskenanzug Müllerſtr. 37, I.(*1256150i

Elegante Damenmasken
2 Chanſonetten, Spanierin, Pirrette, Sieben=
bürgerin
, Kartenlegerin, Bäuerin, Fiſcherin
u. a. m. billig zu verleihen, Gr. Kaplanei=
(*1874imd
gaſſe 14, parterre.
Damenmasken, Waſſernixe, Kartenſchläg.,
Münch. Kind’l, ſow. Clown. u. Herren=
dom
. b. zu verl. Rieſinger, Mauerſtr. 8, II. (2138a

askenanzug (elegante. Pierette) billig
Mzu verleihen ev. zu verkaufen Hoch=
(*1898.
ſtraße 17, parterre.

Damen=Maskenkoſt. (Bühnengarderobe)
von 3 Mk. an zu verl oder billig zu
verk. Pankratiusſtraße 71, II. I. (*1859imd

Hochapartes Masken=Koſtüm für junge
9 Dame zu verleihen Mathildenſtr. 10, I.
(*1866
(nachmittags).

[ ][  ][ ]

29 20.

Dienetng, 23. Jamar.

1910.

MEE

neuester Ernte - eigener Einfuhr
erprobter Qualitäten
lose und in Paketen.
Gute bis hochfeine Mischungen
1.60, 2., 2.50, 3.-, 3.50, 4. u. 5. Mk. das Pfund-
Ceylon-Tee
1.60, 2.20 u. 2.40 Mk. das Pfund.
Vnieg
Maffe
2e
Kaleel S Rahoß-Göse
G. m. b. H.
Europas grösster Kaffee-Rösterei-Betrieb.
Ueber 1000 Filialen.

Aushamme Angeber
nur gültig bis Anfang März 1910
Während der Wintermonate laſſe in großen:
Partien anfertigen:
Schlafzimmer
italienisch Nussbaum mit Fries=
ſchnitzerei
, innen eichen, beſtehend aus
1 Schrank, 2türig, mit Kriſtall=Facetteglas,
135 cm breit,
2 Bettſtellen, 100/200 cm i. I.
1 Waſchkommode, 115 cm breit, mit Mar=
morrückwand
und Spiegelaufſatz,
2 Nachtſchränke mit Marmor,
2 Stühle und 1 Handtuchſtänder
zum Ausnahmepreis
von Mk. 460.-
L.983,38)

od& Schillerplatz 5. Wendelstadtstr. 22.
Fillalenm Darmstaut Heerdweg 1. Ernst-Ludwigstr. 21.
Niederlagen in der Umgegend durch unsere Firmenschilder kenntlich.

Die Muſter, neueſte aparte Modelle, ſtehen
bei mir fertig am Lager und bitte um deren
gefl. unverbindliche Beſichtigung.
Für erſtklaſſige Arbeit, Ia Material und
meiſterhafte Durcharbeitung eines jeden
Stückes übernehme weitgehendſte Garantie.
In Anbetracht des konkurrenzlos billigen
Preiſes ſollte niemand verſäumen, von
dieſem Ausnahmeangebot Gebrauch zu
machen. Die Zimmer können bis zum
Abruf unentgeltlich bei mir lagern.
Bea
Georg Schmt
Möbel und Dekorationen
Darmstadt, Schlossgraben 13a
Gegr. 1879.
Telefon 891

(2099imd

sesgesessesss

Kirchen-, Saal- u. Tafeldekoration für Hochzeiten, Gesellschaften u. Bälle
Stets Auswahl in frischen u. fertigen Arrangements für alle Gelegenheiten
als auch in prachtvollen Blatt- u. blühenden Pflanzen in allen Preislagen
Das Arrangieren von Tanzgesellschaften in originellen Blumen-Cotillons von den billigsten
Sträusschen bis zu den hochfeinsten Ausführungen.
Rabattmarken werden stets verabreicht.
(65
(4
(8.
B. G. Roth, Inh.: Carl Scholl

Grossh. Hess. u. Kaiserl. Russ. Hoflieferant.

(22616a

Champagner- und
Weinffaschen
werden zu höchſten Preiſen angekauft und
auf Wunſch im Hauſe abgeholt
(1818a
N. Simon,
Gardiſtenſtr. 34.
Telefon 897.
Schriftliche Beſtellung erbeten.

(203t

Großer
Herrenſchreibtiſch
Eiche, mit Bildhauerarbeit, Prachtſtück,
ſehr preiswert zu verkaufen. Näh. Exped.

Heyi&John, Mauufakturwaren. (273a

Verlangen Sie nur

,

in Tuben und Dosen.
Nachahmungen weise man zurück.

(K10454,54

Charlottenburg, Salzufer 16,
Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellschaft.

Abteilung Lanolin-Fabrik Martinikenfelde-


Dlaniſe
wenig gebraucht,
ſehr billig
unter Garantie zu verkaufen.
A. W. Zimmermann, Hofpianolager
Darmſtadt, Marienplatz. (752a

M
Koenehf Teppich
Soterrzu häufen gesucht. 324.
Perſer oder Smyrna, auch Imitation, Felle
oder kleine Teppiche, Vertiko oder Spiegel=
ſchrank
, Trumeauſpiegel, Vorhänge u. Ueber=
dekoration
. Es wird nur auf gut erhaltene
Sachen reflektiert. Angebote nachmittags
von 2 Uhr ab. Viktoriaſtr. 75, I. (*1647soi

a alte Zahngebiſſe, per Zahn 20 Pf.
Kaufb G. Beſt, Ludwighöhſtr. 60, I. (1549a


Zur Danlsalson
empfehle
(1613a
Ball- u. Gesellschaftsfrisuren
ſowie
Damenkopfwaschen
mittelſt des neueſten Haartrockenapparats.
Paul Fröhling,
Damenfriseur Bleichstr. 51.
NB. Anfertigung ſämtlicher Haararbeiten.
Telephon Hotel Kölniſcher Hof 418.

Die Aebelfrau.
Roman von Anny Wothe.
(Nachdruck verboten.)
14)

Eine ſolche Nacht, Dorret Bunſen, ſagte er mit
einem tiefen Klang in der Stimme, binder feſter als
Stahl und Eiſen. Wir werden ſie, wie ich glaube, beide
nicht vergeſſen. Und wenn Ihr mich für die Folge ſo
weiter mit Eurem Haß beehrt, dann wird vielleicht
doch einmal beim Sange der Wogen der Gedanke in
Euch Raum gewinnen, dieſem Mann half ich das
Einzige retten, was er im Leben lieb hat, das Einzige,
was ihm noch geblieben.
Er ließ die Hand, die er Dorret reichen wollte,
jäh wieder ſinken. Mit leichtem Neigen des dunklen
Hauptes ſchritt er hinter Undine die Dorfſtraße land=
ein
, wo jetzt ſonnenbunt die Fenſter ſchimmerten.
Noch hing ihm die Salzflut in Bart und Haar, wie
er ſtolz und hoch aufgerichtet dahinſchritt.
Dorret ſah ihm nach, ein großes, heißes Erſchrecken
in den Augen, und dann ſchluchzte ſie plötzlich auf, ſo
leidenſchaftlich und wild, als wäre ihr ein tiefes Herze=
leid
widerfahren.
Als ſie aber an das Lager des Ohnmächtigen trat,
da war ihr Antlitz wieder ruhig und beherrſcht, und
ſicher und gefaßt gab ſie der alten Tjalda, die haltlos
jammerte, ihre Anweiſung für die Pflege des Kranken.
Ekke Thornſen kicherte vergnügt.
Im Nebel hat ſie ihn geſchickt, den feinen Jungen.
In die Wiedingharde iſt er gekommen. Hoiahoi!
Hoiahoi! Ich grüße Dicht=

Olaf aber ſah finſteren Auges auf den unwill=
kommenen
Gaſt, den der Sturm ihm beſchert. Er hatte
die raſende Angſt um Dorrets Wagemut noch nicht
verwunden. Gerade als er ſich anſchickte, wieder hinaus=
zufahren
, ſie zu ſuchen, da war ſie heimgekehrt, und
als er ſie ſo im erſten Frührotſchein, lächelnd die
anderen grüßend, näherkommen ſah, da wußte er plötz=
lich
, daß er ohne Dorret nicht mehr leben konnte.
Und dieſe Erkenntnis raubte dem ſtarken Manne
faſt die Beſinnung.
Ganz gebrochen wankte er in ſeine Kammer.
Und das Meer ſang weiter ſeine rauſchenden Lie=
der
, eund mit heiſerem Schrei ſtiegen die Möwen über
das ſtarke Wehr der ſchimmernden Dünen, und von
dem wetterbraunen, uralten Kirchlein klangen hell die
Glocken.
Da kam es wie ein heißes Schluchzen aus der
breiten Bruſt des Mannes, der zitterte und bebte wie
ein Kind vor der Liebe, die unverhofft zu ihm kam,
ſeine erſte, junge Liebe.
Und er war doch ſchon alt, Olaf Thornſen, faſt
vierzig Jahre!
.227
*
25
Langſam ſtarb der Tag, der duftige Sommertag
verrann. Bunte Säume ſchmückten den Strand, an dem
das hraune Rohr leiſe im Winde ſchwankte.
Silberglänzend hob ſich hier und da eine weiche,
graue Weide aus den hohen Halmen empor, und über
das üppige, grüne Weideland zogen buntſcheckige
Rinder.
Die Felder wogten im Duft goldiger Aehren, und
ringsum war ein Feierklang in der Luft, der ein= Echo=

in Undines Bruſt fand, die einſam auf der großen
Terraſſe des oberen) Stockweykes des Gorlingshofes
ſaß und in den goldenen Feierabend hinausträumte.
Ihr Blick ſuchte immer wieder das ſchimmernde
Meer, das heute ſpiegelglatt und eben in unendlicher
Weite ſich vor ihr dehnte.
Im Weſten wölbten ſich goldene Wolkenberge am
Firmament. Glutrot ſank die Sonne ins Meer.
Hier oben war Undines Reich. Noch nie hatte
Reimar Randolt die Terraſſe betreten, die vor Undines
Wohnzimmer lag. Reimars Wohnräume befanden ſich
im linken Flügel des Hauſes, ihre und ihrer Stiefmutter
rechtmäßige Wohnung, vor dem Fridrun ſich ſo gefürch=
tei
. Undine hatte vernommen, daß Reimar ſich dieſen
Flügel ſich ſehr behaglich eingerichtet hätte. Betreten
hatte ſie die Räume noch nicht.
Zuerſt hatte es unter den Leuten ein Getuſchel
gegeben, daß der neue Herr da drüben abſeits von
ſeiner jungen Frau und den anderen wohnen wollte,
aber als man ſah, wie wenig der neue Herr daheim
war, und Osberte, die alte Wirtſchafterin wichtig er=
zählt
hatte, das täte der neue Herr aus Pietät für die
junge Witwe und für ſeine junge Frau, die alles ſo
behalten ſollten, wie ſie es früher, bei Lebzeiten des
ſeligen Herrn gewöhnt waren, da zuckten die Frieſen=
männer
und Frauen bedauernd die Achſeln, als
zweifelten ſie an dem Verſtande des neuen Gebieters.
Na, die vornehmen Leute hatten ja überhaupt ein
ſo merkwürdiges Getue, und die Randolts im beſon=
deren
, die hatten eine ſo eigene Art.
Undine dachte an die ſeltſam forſchenden Blicke,
diegſie oft trafen, wenn ſie ſich in der Dorfſtraße oder

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Januar 1910,

Nummer 20.

Pianos

gebrauchte von 200 Mk.
neue von 450 Mark an
(5 Jahre Garantie) ſtets vorrätig (Teilzahlg.)
hr
Mhige
Georg Lutos, Nachn. Leopold Schutter
Eliſabethenſtraße 12. (232a

Für Herren Aerzte
oder Rechtsanwälte!

in maſſiv ital. Nußbaum,
beſtehend aus Bank mit Lehne, 2 Seſſeln,
4 Stühlen und Tiſch ſehr preiswert zu ver=
kaufen
. Näheres in der Exped. ds. Bl.
NB. Die Sachen ſind auch ganz beſonders
für eine Diele geeignet.
(1610t

Günſtige Gelegenheit!
Grosses, reichgeschnitztes
H
Me

Büfett
1
in hell Eichen, Prachtſtück, iſt ſehr preiswert
abzugeben. Adreſſe in der Expedition ds.
Bl. zu erfragen.
(2035t

5
Bulfe zu leien.
Wer abgelegte Kleider, Schuhe,
Wäsche und Bettwerk hat,
Und möchte ſie gern verkaufen,
Der ſchreibe mir eine Reichs=Poſtkart,
(1467a
Ich komme ſchnell gelaufen.
Wegen Maſſenverſand nach dem Ausland
bezahle hohen Preis. Meine Adreſſe:
V. Schatz, Kl. Bachgasse 1, Ld.
Danarienhähne, höchſt präm., zu verk.
It 2027a)
Waldſtr. 22, Stb., Heß.

Velzel
Cchfotbret

Als beſte Qualität ſeit langen Jahren anerkannt, vielfach ärztlich empfohlen.
Prompter Verſand in alle Stadtteile zweimal wöchentlich. Gefl. Beſtellungen per
Poſtkarte erbeten.
(1871a
Hermann Kramer,
Brot= und Wiener Feinbäckerei,
Eberstadt bei Darmstadt Oberstrasse 26.

Hoffärbere
ESohkeieh
Chemische Waschanstalt
Größte u. vollkommenſt eingericht. Fabrikanlage dieſer Branche
in Darmſtadt, Pallaswieſenſtraße 146.
Lieferung außerordentlich ſchnell und in auerkannt
ſorgfältigſter Ausführung bei billigſter Berechnung.
Rheinſtraße 12½ Telephon 1472,
Eigene Läden: Karlſtraße 115
Telephon 1501,

Nieder=Ramſtädterſtraße 16.
(1758a

zu
Kaufe allerhöchſten Preiſen
getrag. Herren= u. Damenkleider, Stiefel
und Wäſche. Jeden Mittwoch hier. Offert.
unter F 44 an die Expedition.
(1831fsi

Heimarbeit für Schneiderin
Dieſelbe nimmt noch Kunden an für ein=
fache
Näharbeiten in und außer dem Hauſe.
Frau Meisinger hier, Heidelberger=
ſtraße
108½, II I.
(*1488dsi.

Das bewährte Mittel bei

Lungenleiden
katarrhalischen Erkrankungen der Atmungsorgane
Keuchhusten, Influenza.

Man verlange in den Apotheken ausdrücklich SIROLIN Original-
packung
Roche und weise jede Nachahmung entschieden zurück.

Sirolinbroschüre Nr. 2 gratis und franko durch
F. Hoffmann-La Roche & Co.
Grenzach (Baden).

(2110D

Heu, franz., afrik. u. holl.

Wendelstadtstrasse 40, Telsphon 163.
Speise-Kartoffeln!
Badische Magnum bonum
Zwickauer Ella und Industrie
empfiehlt in guten Qualitäten
(1675a
Gg. Korbus
Luiſenſtraße 36.
Telephon 1093.
Tannenſchwärtchen
zum Anfeuern, ca. 20 cm lang, Mk. 1.45
per Ztr. frei Haus; la trock. Tannen=,
Buchen= u. Eichen=Scheitholz, geſchnitten
und geſpalten, für Porzellanöfen ꝛc. billigſt
empfiehlt
(1681a

Wilhelm Stumpf
Rundeturmſtraße Telephon 694.

Brenntannäpfel
liefert auf vorherige Beſtellung frei ins Haus
xer hI 65 Pfg., bei 10 hI 60 Pfr
Conrad Appel,
Bismarckſtr. 61. (233a) Telephon 91.
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierabfälle aller Art, Geschäfts-
papiere
, Bücher und Akten
unter Garantie des Einſtampfens zahle
ſtets die höchſten Preiſe.
(126a
Lippmann May,
Teleph. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werden jederzeit prompt erledigt=
5 Lästige Haare
im Geſicht und an Armen entf. ſofork!
ſchmerzlos Depil Lady‟. Fl. 1.50.
Herrl. Locken
gibt Poét‟, à 60 und 1.00, ohne zu
kleben. Zu haben Parfumerie A. Walchner
Nachf. und Hoffriſeur Valentin Grab.

am Strande ſehen ließ, und oft war es ihr, als leſe
ſie etwas wie Mitleid in den wetterbraunen Geſichtern
der Leute.
Mitleid? Ein heißes Erſchrecken flog durch ihr
Herz.
Verdiente ſie das? War ſie nicht zufrieden? Hatte
ſie nicht ſelbſt alles ſo gewollt. Was ſcherte ſie der
fremde Mann, der da doch wie ein Gaſt im Gorlings=
hof
lebte, der nicht mal die Mahlzeiten am Familien=
tiſche
einnahm, der, ſofern er auf dem Gorlingshof an=
weſend
war, die meiſte Zeit draußen auf dem Meere
bei Robbenfang und Fiſchzügen zubrachte? Oft ſah
ſie auch bis ſpät in die Nacht ſeine Lampe in dem
großen, eckigen Turmgemach brennen, das er ſich als
Arbeitszimmer eingerichtet hatte. Es war dasſelbe
Zimmer im Turm, von dem die Leute ſich zutuſchelten,
daß die Nebelfrau dort hauſe, des Nachts hernieder=
ſteige
und, ganz in graue Schleier gehüllt, ins Meer
ſchreite, den Schiffern Unheil und Verderben zu brin=
gen
, die ſich dem Strand ein Sturmnächten zu nahen
wagten.
Als Kind ſchon hatte Undine nur mit geheimer
Scheu den linken Flügel des alten Schloſſes betreten,
von dem Osberte ſo wunderliche, geheimnisvolle Ge=
ſchichten
wußte.
Und nun hatte ſie ihr Opfer davor bewahrt, da
drüben zu hauſen. Alles war beim alten geblieben.
Nur daß der Vater und Lutz fehlten. Nichts von Ein=
ſchränkung
, nichts von Not und Sorgen, nicht ein
Bettelkind, wie der Vater ſeine kleine Lorl genannt,
war ihr Schweſterlein, ſondern dereinſt ihre Erbin, die
Erbin vom Gorlingshof.
Du haſt Deine Menſchenwürde für den Hof hinge=
geben
, hatte zürnend ihre junge Freundin Dorret ge=
ſagt
, ich wäre an Deiner Stelle lieber verbungert, als

daß ich den Mann genommen hätte, der Dich ver=
achten
muß.
Hatte Dorret recht? War es Verachtung, die
Reimar für ſie hegte, der ſo fremd an ihrer Seite ging,
und von dem ſie weniger wußte, als von dem geringſten
ihrer Diener?
Mochte er doch. Was kümmerte ſie der fremde
Mann? Sie geizte nicht nach ſeinem Beifall.
Einer aber, das wußte ſie, der würde ſegnend die
Hände von da oben über ſie breiten, ihr Vater, in deſſen
erkaltende Hand ſie gelobt, jedes, auch das ſchwerſte
Opfer für die beiden zu bringen, die er arm und
ſchutzlos zurücklaſſen mußte, ſein Weib und ſein Kind.
Und wenn ſie auch für Fridrun allein vielleicht
nicht imſtande geweſen wäre, den verhängnisvollen
Schritt zu tun, für die kleine Lorl, dem Abgott des
Vaters, und für die alte, blinde Großmutter war ihr
kein Opfer zu groß. Ihnen die gewohnten Annehm=
lichkeiten
des Lebens ſchaffen zu können, indem ſie ihr
eigenes Ich aufgab, ſchien ihr anfangs nicht ſo ſchwer,
und jetzt, nach wenigen Monaten ſchon, fühlte ſie ſich
wie von einer bleiernen Bürde erdrückt.
Und doch hatte ihr Reimar Randolt bis jetzt ihre
Aufgabe in keiner Weiſe erſchwert. Auf der Hochzeits=
reiſe
, die beide als ein läſtiges Opfer der Konvenienz
empfanden, auf die Reimar aber beſtand, hatte er ſich
ihr wie ein flüchtiger Bekannter, mit dem man zufällig
zuſammen reiſt, gezeigt. Nie hatte er es ihr gegenüber
an zarter Aufmerkſamkeit und Rückſicht fehlen laſſen,
aber auch nie war ein wärmerer Ton, ein wärmeres
Wort zwiſchen ihnen aufgekommen.
Kalt waren ſie beide an des Südens Pracht vor=
über
gegangen, und wenn Reimar zuweileu, an=
knüpfend
an die vielen, neuen Eindrücke, die ſie ge=
wonnen
, von ſeinen früheren, weiten Reiſen erzählte,

ſo war es immer, als ſpräche er zu einer Fremden, und
ebenſo fremd lauſchte ſie ſeinen Worten.
Undine hatte aufgeatmet, als ſie endlich wieder in
ihrem lieben Gorlingshof war. Da war ſie ſicher, da
fühlte ſie ſich ganz als Herrin, und Graf Reimar war
ihr nichts, als ein Gaſt, den man wohl oder übel mit
in den Kauf nehmen mußte.
Oft aber, in ſtillen Stunden, wenn der Abend ſank,
wie eben jetzt, und ſie ſtill hinausträumte über das
weite Meer, dann kam ihr doch plötzlich der Gedanke:
Weshalb nahm er dich? Warum brachte er das un=
geheure
Opfer? Aus Liebe zu Lutz, ihrem toten
Bruder, oder aus Haß gegen die Frau, die ihn einſt
verſchmähte?
Und wenn es nun nicht Haß, wenn es vielleicht
Furcht war? Wenn er ſich ſchützen wollte vor dem
Begehren des Weibes, das er zu haſſen glaubte?
Immer mehr und mehr hatte in Undine der Ge=
danke
Wurzel gefaßt, daß Fridrun begehrend ihre
Hände nach Reimar ausſtreckte, jetzt ſchon, wo kaum der
Hügel des Toten ſich zum erſten Male mit Blumen
ſchmückte, und weil ſie das geahnt, damals ſchon, als
Reimar um ſie warb, da hatte ſie in blinder Haſt noch
ſchneller ihre Zuſtimmung gegeben, als ſie es ſonſt
wohl getan.
So ſollte Fridrun das Andenken ihres Vaters nicht
entweihen, ſo nicht. Mit eiſerner Fauſt wollte Undine
dieſe Frau im Zügel halten und ſie zwingen, ihren
koten Vater zu ehren, wie ſeine heiße Liebe zu der
Frau, die mit ihm doch nur geſpielt, es verdiente.
Alles wollte ihr Undine geben, ein ſorgloſes
Daſein, wie es die reichen Erträge des Gorlingshofes
ermöglichten, Glanz und Luxus. Nichts wollte ſie für
ſich, aber der Mann, den Fridruns Augen oft ſo heiß
lockten, der durfte nie der ihre ſein. (Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

10.

Diensſtag, 25. Janngr.

1910.

Bekanntmachun g.

Betreffend: Die Ausbildung von Lehrerinnen für den Haushaltungsunterricht.
Nach Oſtern ds. Js. beginnt an der hieſigen Aliceſchule ein neuer Kurſus zur
Ausbildung von Haushaltungslehrerinnen. Meldungen zu dieſem Kurſus ſind bis
ſpäteſtens zum 10. Februar bei dem unterzeichneten Großh. Kreisamt, Darmſtadt,
(1642a
Reckarſtraße 3, einzureichen.

Der Meldung ſind beiptläigen: 1. ein ſelbſt geſchrebdener Lebenslauf. 2 ein
Geburtszeugnis, 3. das letzte Schulzeugnis, 4. Zeugniſſe über die praktiſche Beſchäf=
tigung
, 5. ein amtliches Führungszeugnis, 6. ein kreisärztliches Geſundheitszeugnis.
Darmſtadt, den 15. Januar 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.

Auntlche Rachrichten des Groſßherzogſichen Palzeiante Darmſtadt

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3 be=
finden
ſich: 1 Schäferhund, 1 Spitzhund, 1 ſchottiſcher Schäferhund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.


Bekanntmachung

betreffend das Rodeln in der Gemarkung Darmſtadt.
Auf Grund des Artikels 56, Abſatz 2 Ziffer 2 des Geſetzes, die Städteordnung
für das Großherzogtum Heſſen betrefſend, vom 13. Juni 1874, wird hiermit folgendes
angeordnet:
§ 1.
Auf allen Rodelbahnen in der Gemarkung Darmſtadt dürfen nur Rodelſchlitten
von nicht mehr als 2 Perſonen benutzt werden. Bobleighs ſind unbedingt aus=
geſchloſſen
. Ebenſo iſt das Aneinanderhängen mehrerer und das Benutzen ſchadhafter
Rodelſchlitten verboten.
§ 2.
Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehende Beſtimmung werden mit einer Geld=
ſtrafe
bis zu 90 Mark für jeden Uebertretungsfall beſtraft. Auch ſind die Polizei=
beamten
befugt, Zuwiderhandelnde von der Rodelbahn zu verweiſen.
§ 3.
Dieſe Anordnungen treten mit dem heutigen Tage in Kraft.
Hierbei wird nochmals ausdrücklich hervorgehoben, daß die Benutzung der Rodel=
bahnen
auf eigene Gefahr der Rodler erfolgt. Jede Haftbarkeit einer Behörde oder
der Grundeigentümer, ſowie der Unterhalter der Rodelbahnen aus §§ 823 ff. des
Bürgerlichen Geſetzbuchs wird abgelehnt. Für etwa verurſachten Schaden iſt der Täter
allein verantwortlich.
(2125
Darmſtadt, den 24. Januar 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.

Bekanntmachung.

Die auf Grund der unten abgedruckten Geſetzesvorſchrift vorzunehmende Reviſion
von Mietwohnungen und Schlafſtellen findet z. Zt. im VI. Polizei=Revier ſtatt.
Darmſtadt, den 21. Januar 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei (Baupolizei).
Mueller.
Artikel 1 des Geſetzes, betreffend die polizeiliche Beaufſichtigung von Miet=
wohnungen
.
Die Geſundheitsbeamten des Staates und die Ortspolizeibehörden, ſowie die
von den letzteren Beauſtragten ſind befugt, die zum Vermieten beſtimmten Wohnungen
und Schlafſtellen einer Unterſuchung in der Richtung zu unterwerfen, ob aus deren
Benutzung zum Wohnen oder Schlafen Nachteile für die Geſundheit oder Sittlichkeit
nicht zu beſorgen ſind.
Gleiche Befugnis ſteht den genannten Organen bezüglich der Schlafräume zu,
welche von Arbeitgebern ihren Arbeitern (Lehrlingen, Geſellen, Gehilfen, Dienſtboten uſw.)
zugewieſen werden.
(2131ii

Vorſchule
der beiden Gymnaſien
zu Darmſtadt.

Aufnahme zu Oſtern 1910.
Anmeldungen für die unterſte Oſterklaſſe, ſowie für die beiden oberen Oſter=
klaſſen
und die beiden oberen Herbſtlaſſen, werden
ſoweit ſie nicht ſchon erfolgt ſind
Dienstag, den 1. und Mittwoch, den 2. Februar=
vormittags
von 91 Uhr
im Direktorzimmer des alten Gymnaſiums (Karlſtraße 2) entgegengenommen. Dabei
ſind Geburtsſchein und Impfſchein vorzulegen.
Im Herbſt 1910 wird eine Aufnahme von Anfängern nicht ſtattfinden. Es
können aber Knaben, die vor dem 1. Oktober 1904 geboren ſind, bei genügender geiſtiger
und körperlicher Befähigung ſchon jetzt zu Oſtern aufgenommen werden.
Darmſtadt, den 24. Januar 1910.
(2136a
Dr. Mangold, Geh. Schulrat.

Brennholz-Verſteigerung Nr. XI

(Stadtwald).
Montag, den 31. d. M., vormittags 9 Uhr, werden im Saale der ſtädtiſchen
Turngemeinde, Woogsplatz 5, hier aus Abtrieb im Vorderen Woogsberg Abt. 40
(Nr. 1036 bis 1460 Woogsbergſchneiſe, Jägermeiſterweg, Bernhardsackerſchneiſe) des
Schutzbezirkes Heiligkreuz, (Forſtwart Hofmann, Hirſchköpfe) verſteigert:
Scheiter: 655 rm Buche. 108 rm Eiche: Knüppel: 126 rm Buche, 25 rm
Eiche; Knüppelreiſig: 27 rm Buche; Wellen=Reiſig: 45,75 Hundert Buche,
5.25 Hundert Eiche: Stöcke (ſein): 169 rm Buche, 57 rm Eiche.
Das Holz iſt nach allen Richtungen hin gut abzufahren.
Darmſtadt, den 21. Januar 1910.
(2097if
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Stamm=, Autz=, und Breunholz=Verſteigerung.

Im Büttelborner Gemeindewald kommen an folgenden Tagen, nach jedesmaliger
Zuſammenkunſt auf der Darmſtädter Chauſſee, am Eingang des Waldes, von 9 Uhr
vormittags ab, an Ort und Stelle zur Verſteigerung:
Montag, den 31. Januar cr.:
262 Eichen=Stämme, 2345 cm Durchmeſſer, 312 m Länge 120 fm.
34 rm Eichen=Rundſcheiter, 1,25 m lang.
Mittwoch, den 2. Februar cr.:
640 rm Eichen=Scheiter,
17 Kiefern=
3200 Eichen=Wellen,
2000 Kieſern.
Das in der Braunshardter Tanne, Hardt und Klauer ſitzende Brennholz und
Wellen werden nicht vorgezeigt und kommen um die Mittagszeit auf der Abtriebs=
fläche
der großen Hausſtädt zum Ausgebot.
Gedruckte Stammholz=Verzeichniſſe ſind auf der Bürgermeiſterei unentgeltlich
erhältlich.
Büttelborn, 23. Januar 1910.
(2093
Großherzogliche Bürgermeiſterei Büttelborn.
Senßfelder.

Wirſind 6
mit 20 gut. Maittelſufweren Pierven
eingetroffen.
Gebr. Wartensleben, Pferdehandlung,
Bühlſtraße 26. (*1852im

Verſteigerungs-Anzeige.

Dienstag, den 25. Januar 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 (Zur Roſenhöhe) zwangsweiſe gegen
Barzahlung:
a) beſtimmt:
Vorrat Normalhemden, Knabenanzüge, Schürzen, Joppen, Schirme,
Metzgerbluſen, Hoſen, Burſchenanzüge und verſchiedene andere Gegenſtände.
b) Ferner auf freiwilligen Antrag des Wilhelm Hainfeld
beſtimmt:
1 Lyra=Gaslüſter, 1 zweiarmiger Gas=
1 Paliſanderflügel, lüſter, 3 dreiarmige Meſſinglüſter,
Kleiderleiſten, 3 einarmige Gaslüſter, 2 Wandteller, 1 Bild, eirca
700 Kommandobücher, 2 Firmenſchilder, 1 Stoß Quittungskarten und
1 Paar Vorhänge.
(2111
Darmſtadt, den 24. Januar 1910.
Rollenhagen, Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.

Verſteigerungs-Anzeige.

Dienstag, den 25. Januar 1910, vormittags 10 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale Zur Ludwigshalle‟, Obergaſſe, öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
2 Ladentheken, 1 Warenſchrank, 1 Real, 25 große Geſchäftsbücher, 90 Stäbe!
diverſe Bilderleiſten.
Ferner Mittwoch, den 26. Jauuar 1910, vormittags
11 Uhr, ebendaſelbſt, gleichfalls zwangsweiſe:
1 Pianino, 1 Gläſerſchrank, 1 Kaſſenſchrank, 2 Ladentheken, 5 Warenſchränke,
verſchiedene Kunſtblätter, 1 Partie Geſchäftsbücher und Bilderleiſten, 1 Partie
Herrenhüte und Socken, mehrere Päcke Futterſtoff mehrere Rollen Wattier=
leinen
, 1 Stück Samt, mehrere Stücke Leinen, Drell und Tiſchzeug, 1 Elektro=
motor
, 1 Bohrmaſchine, 1 Roßhaarzupfmaſchine, 1 Spiegelſchrank, 1 Vertiko,
2 Spiegel, 1 Schreibtiſch, 1 Divan und verſchiedene andere Hausmobilien.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände findet vor=
ausſichtlich
beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, am 24. Januar 1910.
(2134
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.

Stamm= und Brennholz=Verſteigerung.

Mittwoch, den 26. Januar 1. J., vormittags 10 Uhr
anfangend, werden im Ober=Ramſtädter Gemeindewald im Diſtrikt Strieth nachſtehende
Holzſortimente verſteigert:
27 Fichten Stämme von 1529 cm mittl. Durchm., 820 m Länge,
20
83 Weißtannen
1748
2 rm Weißtannen Scheiter, 270 Stck. Fichte und 690 Weißtannen=Wellen
11 Buche=, 6 Fichten= und 25 Weißtannen=Stöcke
Zuſammenkunft im Diſtrikt Strieth auf dem Frankenhäuſerweg, hinterm Breitenſtein.
Ober=Ramſtadt, am 19. Januar 1910.
(2037oi
Großherzogliche Bürgermeiſterei Ober=Ramſtadt.
Fritſch.

Ich bin bei dem Großherzoglichen Landgericht Darmſtadt als,
Rechtsanwalt
zugelaſſen worden und habe mein Bureau mit dem des Herrn
Juſtizrat Hallwachs dahier, Hügelſtraße Nr. 47, vereinigt.
Darmſtadt, den 20. Januar 1910.
(2100im
Dr. Karl Walz, Rechtsanwalt.

Bücher-Revisor G. Bertele
öffentl. Buchführer und kaufm. Sachverständiger
(zugleich gerichtlich beeidigter Revisionsbeamter)
Darmstadt, Mühlstrasse 66 (Kapellplatz)
empfiehlt sich zur Vornahme von Revisionen aller
Art, Bilanz-Abschlüssen, ferner für Neu-Einrichtung
und Ordnen von Buchführungen, fortlaufende Buch-
haltung
, Steuer-Erklärungen etc. etc.
2

Vielseitige Erfahrungen.

Vielseitige Erfahrungen.

(24769a

Aus Anlaß der Feier des Geburtstags
A Seiner Majeſtät des Kaiſers bleiben

am
Donnerstag, den 27. ds. Mts.,
die ſämtlichen ſtädtiſchen Geſchäftszimmer
und Kaſſen geſchloſſen.
(2095
Darmſtadt, den 17. Januar 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.

Der Entwurf des ſtädtiſchen Hauptvor=
anſchlags
und der Voranſchläge der

einzelnen ſtädtiſchen Verwaltungen für
1910 (umfaſſend die Zeit vom 1. April
1910 bis 31. März 1911) iſt vom 25. Januar
bis einſchließlich 3. Februar ds. Js. in
den üblichen Geſchäftsſtunden auf dem
Stadthaus, Zimmer Nr. 39, gemäß Art. 83
der Städteordnung, zur Einſicht offen
gelegt.
(2062oi
Darmſtadt, den 22. Januar 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.

Stottern
behandelt mit Erfolg, Nichterfolg Geld
zurück,
m. Dillich, Gutenbergſtr. 14.
Für dieſen Kurſus wird nur ein Drittel
des Honorars berechnet. Anmeldungen
längſtens bis 30. Januar.
(*1835
W.
WIm
zu Rädfen gesuchf
kompl. ſaub. Dienſtbotenbett
(Eiſengeſtell), Schrank, Tiſch, Stuhl.
Gefl. Angebote mit äußerſtem Preis
unter F 66 an die Exp. erbeten. (*1818oim
Gelegenheitskauf!
Sofa u. 2 Seſſel, roter Plüſch, beſtickt, mod.,
bill. zu verk. Gutenbergſtr. 43, I. I. (*1830im

[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Januar 1910.

Nummer 20.

und folgende Tage
Der beispiellosc Erfolg der Saison
um10 Uhr:u
enus
IGuuEBf

Kiane

de
V
. Nt B M M

Etoile de Paris.

Nur noch 4 Tage!
Ferner: Die erstklassigen 1
II. Januar-Debuts.
Preise und Vorverkauf wie bekannt.
(2135)

eeten . Zeee
Dienstag, den 25. Januar,
abends 8,13 Uhr
Georg Burkhardt-
Abend
gen.: Schoppensänger‟
in ſämtlichen
Räumen des Bouillon-Kellers
(Kaiſer Friedrich) Schloßgaſſe 12.
(*1877)
Die Wildenschaft.

Mil
Nur 3 Tage!
Beſonders ſehenswert ſei u. a.:

Dimitry Donskoy.
Ergreifendes Drama in Farben=
kinematographie
von Pathé frères.

Beisetzung des Fürsten Jto.
Aktuelle Szene. Aufgenommen in
japaniſcher Sitte. (2127

Ein gutes Klebemittel.
Humoriſtiſch. Jeder muß lachen!

Die verliebte Schwiegermutter.
Humoriſtiſch!
Humortſtiſch!

usw.

usw.

usw.

Jeden Dienstag und Freitag
::
Programmwechſel.
::

Mittwoch, den 26. Jan.:

wozu freundlichſt einladet
(2088
Nicolaus Hess,
Ecke Heinrich= und Nieder=Ramſtädterſtraße.
ag emnpfiehlt ſich im Fiechten
Blinder Mann von körhen und Stühlen.
Arbeit wird abgeholt. Poſtkarte genügt.
754a) Gg. Treusch, Müllerſtr. 15.

in allen Friſuren
Friseuse, bewandert, nimmt
noch einige Kunden an
(1341a
Frau Friedrich, Soderſtraße 21.
Junger ſchwarzer
Kater
Donnerstag abhanden gekommen.
Wiederbringer gute Belohnung
2075oi)
Gervinnsſtraße 59.

Verloren

goldene Damenuhr auf der Heinrichſtr.,
zwiſchen Karlſtr. u. Grüner Weg, oder im
Grünen Weg zw. Mathildenſtr. u. Kiesſtr.
Abzug. g. hohe Bel. Grüner Weg 9. (*1883im

Grabmalkunst=Ausstelung
im Geiverbemnſenm, Neckarſtraße,
von Bildhauer Wilh. Götze
Vertreter der Wicsbadener Geſellſchaft für Grabmalkunſt in Mainz
und Darmſtadt.
(2142io
Gesſinet bis 16. Februar, unentgeltlich jeden Tag von 11 bis ½1 Uhr.
6
E
65
Gesenschatt Einwdcht-
Geselischaftshaus Eiisabethegstrasse 12.
Maskenball
am 29. Januar, alends 8½ Uhr,
im Saale des Hotels zur Trauße.
Der Fastnachts-Dienstag
wird in gewohnter Weiſe im Geſellſchaftshaus gefeieri.
(2695
Die Vergnügungs-Kommission.

Sonntag, 30. Januar, abends 8 Uhr,
122
im Saale der Paulusgemeinde
zum Beſten der weiteren Ausſchmückung der Pauluskirche


Reziarions-Lbend
von Herrn Fredy Wiener
(auserwählte Dichtungen aus älterer und neuerer Zeit).
Anfang 8 Uhr.
Ende gegen ½10 Uhr.
Karten zu 1 Mk. und zu 50 Pfg. ſind im Vorverkauf zu haben in den Hof=
buchhandlungen
von Waitz, Eliſabethenſtraße 16, und Bergſtraeßer, Rheinſtraße 6.
in der Papierhandlung von W. Heckmann, Mühlſtraße 72, ſowie beim Küſter der
Pauluskirche.
(B2123

Programme ebendaſelbſt.

eatatel
Guttemplerorden
Loge Soziale Tat‟ Nr. 99
(*1893
Offener Abend mit Vortrag
des Herrn Dr. jur. Meuser-Friedberg über-das Thema:

Warum bekämpfen wir den Alkohol?
im Bürgervereins-Saal, Saalbaustrasse 67
Mittwoch, den 26. Januar 1910, abends 8½ Uhr.
Freunde und Interessenten sind herzlich eingeladen.



Vortras
6

Dieustag abend um 8¼ Uhr, im Vortragsſaal (Neckarſtraße 22, Hof,
ſpricht Pred. H. Dirkſen (Amerika)
über das intereſſante Thema
Rätseln in der Bibel gelést.
Wo Kain ſein Weib holte und ähnliche Fragen werden Beantwortung finden.
Jedermann willkommen. Eintritt frei.
(*1916

See
649e
(90
Feiistes Erbucher Herbrau
per Schoppen, ½ Liter, 12 Pfg.
An Private in Flaſchen, per ¼ Flaſche 18 Pfg., ½ Flaſche 10 Pfg.
In kleinen Fäßchen per Liter 20 Pfg.
(*1846
Brauerei Erbacher Hof, Karlſtraße 10,
Gabriel Grohe.

Brauerei=Ausschank
MMRe
Zowen Brad
oss Zimmmer
Den werten Ausflüglern zu Kuisers Geburtstag empfehle meine vorzügliche
Küche, warme und kalte Speiſen in reichhaltigſter Auswahl, ſowie hochfeines Ex
portbier. Gediegene Preiſe.
(2090
Hochachtend
Afred Wagner, Reſtauratenr.
Milchabschlag.

Ziefere prima Vollmilch für 19 Pfg.
pro Liter. Verſand nach allen Stadtteilen.
(*1904
Off. unt. F 88 an die Expd.

Gaslüſter mit Inglampe
u. 3 Außenflammen für 15 Mk. abzu=
(*1891
geben Bismarckſtr. 54, I.

itst. Aufpolieren von Möbeln
Spezlältat- uſw., ſowie alle vorkom=
menden
Schreinerarbeiten.
(237a
Adolf Zeller, Ballonplatz 10.

Flickerinnen
die die Arbeit abh. od. auch ins Haus kom=
men
, werden nachgewieſen: Waldſtr. 20 bei
Frau Friedrich, Arbeitsvermittlung des
Gew.=Vereins d. Heimarbeiterinnen, Gruppe
*1190ofi
Darmſtadt.
rin nimmt Kunden an
Eine Büglerliein und außer dem
(*1838id
Hauſe Clemensſtraße Nr. 8.
zut empf. Waſchfrau nimmt noch Kund=
an
Mühlſtr. 23, Hth. part.
(*1837

eheFfe
Gesenschurtsreisen
II. Cl. ab Darmstadt
am 10. März n. Sizilien, Neapel, Rom
etc., Dauer 33 Tage, Preis 960 Mk.;
am 18. April n. Ob.-Italien (Nizza, Florepz),
Dauer 24 Tage, Preis 550 Mk.;
am 28. Mai n. Paris, Dauer 10. Tage,
Preis 260 Mk.;
am 11. Juni n. Ob.-Engadin, Tirol,
Venedig, Triest, Gastein, Salzburg,
Dauer 23 Tage, Preis 640 Mk.;
am 1. Sept. n. Paris u. z. Weltaus-
stellung
i. Brüssel, Dauer 12 Tage,
Preis 330 Mk.;
am 9. Sept. n. Brüssel u. London,
Dauer 12 Tage, Preis 430 Mk.
(779a
Programm gratis. Z. w. a. Frl. Schuchard bei
Pfarrer Schuchard, Rheinheim i. Hessen.

Schneider
empfiehli ſich im Ausbeſſern v. Kleidern
außer dem Hauſe
(*1855
Karlſtraße 58, II. r. Hinterhs.

400
Maskenbilder
liegen zur gefl. Anſicht auf.
Sämtliche Zutaten billigſt.
40 Pf. Maskenatlas 40 Pf.
60 Pf. Maskenvelvet60 Pf.
Gold-Silberlahnband,
Flitter, Steine, Perlen,
Tarlatane etc.
ſo billig wie in jedem Warenhaus
empfiehlt
Carl Arnheiter

Ludwigsplatz.

(1036a

Welzkragen (Biber) bill. abzugeben zw.
1 u. 3 Uhr Aliceſtr. 23, 2. St. (*1890
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 25. Januar 1910.
Außer Abonnement.
Zweites Gaſtſpiel der K. u. K. Oeſterr.
Kammerſängerin Edith Walker und
des Kgl. Kammerſängers Oskar Bolz
vom Hoftheater in Stuttgart.
Tannhäuſer.
Große romantiſche Oper in 3 Akten
von Richard Wagner.
Muſikal. Leit.: Hofkapellm. Hofrat de Haan.
Szeniſche Leitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
Hermann, Landgraf von
Hr. Stephani
Thüringen . . . . 2
Tannhäuſer,
Wolfram von Eſchin=
* Hr. Weber
bach,
Walther v. d. Vogel=

Hr. Hans Hacker
Hr. Hoff.

weide,
Biterolf
Hr. de Leeuwe
Heinrich der Schreiber,
Hr. Riechmann
Reimar von Zweter,
Eliſabeth, Nichte des
F *
Landgrafen . . . .
Venus
. . Fr. Morny

Ein junger Hirte . .
Erſter
Zweiter Page des
Landgrafen
Dritter
Vierter
7.
Die drei Grazien .

Frl. Zeiller
Frl. Meyer
Frl. Birkholz
Fr. Müller
Frl. Faeller
Frl. Wogatzky
Frl. Pfau
Frl. Croneberg

** Tannhäuſer Hr. Oskar Bolz, 1 als
* Eliſabeth . Frl. Edith Walker, 1 Gäſte.
Nach dem 1. und 2. Akte findet je eine
längere Pauſe ſtatt.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang:
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
Mk., Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 4. Mk.,
2.
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 Pfg.
Anfang 6½ Uhr. Ende 10¼ Uhr.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
5½ Uhr an.
Die Hoftheater=Hauptkaſſe iſt für den
Verkehr mit dem Abonnenten=Publikum an
allen Wochentagen, vormittags von 10 bis
12½ Uhr, geöffnet.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 26. Jan. 104. Ab.=Vorſt. C27,
Das Konzert. Gr. Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Donnerstag, 27. Jan. 105. Ab.=Vorſtell.
A 26. Feſtvorſtellung zur Feier
des Allerhöchſten Geburtsfeſtes
Sr. Maj. des Deutſchen Kaiſers.
Zum erſten Male: Der deutſche =
nig
. Schauſpiel in 3 Akten von Ernſt
von Wildenbruch. Vorher: Jubel=
Ouvertüre. Große Preiſe. Anf. 7 Uhr.
Freitag, 28. Jan. 106. Ab.=Vorſt. D 27.
Der Waffenſchmied. Kl. Preiſe.
Anfang 7 Uhr.

Samstag, den 29. Januar 1910.
Außer Abonnement.
Volksvorſtellung bei ermäßigten Preiſen.
Anfang 7 Uhr.
I
Der Verſchwender.
Original=Zaubermärchen in 3 Abteilungen
von Ferdinand Reimund.
Muſik von Konradin Kreutzer.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 2. Mk., Fremdenloge
2. Mk Balkonloge 2. Mk., 1. Rang
. Mk., 2. Rang 1. Mk., Sperrſitz
1.50 Mk., Parterre 1. Mk., 1. Galerie
40 Pfg., 2. Galerie 30 Pfg.
Der Kartenverkauf zu dieſer Vor=
ſtellung
findet Mittwoch, den 26. Jan.,
a) für die Galerien von 1 bis 1¼ Uhr,
b) für die anderen Plätze von 3½ bis
Uhr, ſowie an den darauffolgenden
Tagen, vormittags von 11 bis Uhr, für
die noch vorhandenen Plätze an der Tages=
kaſſe
ſtatt.
Am linken Schalter werden nur Sperrſitz=
Karten abgegeben, am rechten Schalter alle
übrigen Karten.

[ ][  ][ ]

3920.

Dienstag, 25. Januar.

1910.

Buchhalterin
langjährig ununterbrochen tätig, mit allen
Arbeiten durchaus vertraut, tüchtig u. zuver=
läſſig
, wünſcht p. 1. März od. ſpäter Stellung.
(*1843
Gefl. Off. u. F 71 an die Exp.

Tücktige Verkäuferin
für unſere Putz=Abteilung
per Februar geſucht
(1842dsi
Strauss & Mayer, Schulſtraße 8.

Der 4. 4,
nimmt noch Be=
Tücheige Schneiderm ſchäftigung in u.
außer dem Hauſe an. Beſte Referenzen
*1836)
Gutenbergſtraße 14, 3. Stock.

Junges Fraulein
mit Töchterſchulbildung aus achtbarer
Familie, im Haush. tücht., ſucht Stellung
per 1. April, ev. früher, als Stütze der
Hausfrau bei beſſerer Familie. Gute
Behandlung und Familienanſchluß Vor=
bedingung
. Gefl. Offerten unter P 37
an die Expedition ds. Bl. erbeten. (2015si

(*1725soi) Eine Frau geht waſchen und
putzen Liebfrauenſtr. 58, 3. St. I.

*1824) Einfaches Frl., tücht. im Haus=
halt
, perfekt im Kochen, ſ. Stelle zur Füh=
rung
d. Haushalts. in gut. Hauſe. Beſte
Zeugniſſe über langjährige Tätigkeit vor=
handen
. Gefl. Offerten unter F 63 an die
Expedition dieſes Blattes.

*1834) Junges Mädchen ſucht Stellung
in kleinen Haushalt. Näh. in der Exped.

*1845) Mädchen, das kochen kann und
alle Hausarbeit verſteht, ſucht Aushilfſtelle
vom 1. Februar ab.
Näheres Heinrichſtraße 94, 1. Stock.

*1900) Stellen ſuchen: Perfekte Köchin
in großes Herrſchaftshaus, mehrere jüngere
Alleinmädchen (1720 Jahre alt) in Privat=
häuſern
, Küchenmädchen in großes Geſchäfts=
haus
für ſofort und 1. Febr. Frau Dingel=
dein
, Stellenbur., Schützenſtr. 10½, Tel. 531.

*1895) Mädchen hat 3 halbe Tage zum
Putzen frei
Wendelſtadtſtraße 13, Vordhs. Manſarde.

vom Lande
Geſunde Schenkammen ſuchen Stellen.
Frau Dingeldein, Ammenvermittlung,
Schützenſtraße 10½, Telephon 531. (*1903

noigen
J. S. Frau sucht Monatsst.
für morg. Zu erfr. Grafenſtr. 31, Stb. l. (*1872

*1885) Jg. Frau ſucht morg. Laufſtelle von
79 Uhr Karlſtr. 30, Hinterb., 2. St. lks.

*1888) Frau geht Waſchen u. Putzen halbe
und ganze Tage Kiesſtr. 1, Seitenbau.

2 M=
Stel
Wrädchen ſuchen ſofort Stelle
in die Umgegend Darmſtadts, Meſſel od. dgl.
Stellenbureau Debus
Karlſtraße 79 (*1915) Telephon 1737.

Für ein hieſiges Delikateſſen=ꝛc. Geſchäft
wird für die Abteilung Wurſtwaren eine
durchaus gewandte, ſelbſtändige Dame ſofort
geſucht. Selbſtgeſchriebene Offerten mit
Zeugniſſen unter P 83 an die Expedition
(*1886
dieſes Blattes erbeten.

1895fsol) Tüchtige Maſchinenſtickerin
für Soutache und Kurbelſtickerei zum bald.
Eintritt geſucht. Off. m. Gehaltsanſprüchen
bei freier Station und Wohnung an
Hans Evanschitzky,
Soutache und Kurbelſtickerei,
Saarbrücken, Bahnhofſtr. 40.

2
Geübte Buglerin
geſucht Rückertſtraße 14.
(B1997

2 geübte Tailenarbeiterimen
ſowie 1 Lehrmädchen geſucht
2094imd) Konfektion, Kirchſtraße 21.

geſucht Waldſtraße 55.

Tüchtiges Mädchen,
das gut kochen kann, per 1. Februar geſucht
Viktoriaſtraße 30, I. (1905a

für ſofort oder 1. Februar
Gesucht ein Mädchen, welches bürger=
lich
kochen kann. Kindermädchen vor=
handen
. Heinrichſtraße 162. I. (*1736oimd

gutem Lohn ein beſſeres, junges Mädchen
für vormittags Inſelſtraße 42, 1. Stock.

Lauffrau geſucht
für täglich 1 Stunde. Vorzuſtellen vor=
mittags
Kiesſtraße 107, 1. Stock. (2092

2084imd) Suche zum 1. oder 15. Febr.
wegen Verheiratung der jetzigen,
ſelbſtändige Kochin,
die etwas Hausarbeit mit übernimmt.
Hausmädchen vorhanden. Offerten zu
richten an Frau Oberleutnant Hedemann,
Worms a. Rhein, Renzſtraße 34.

L
Tuchtige Reijende wäſche für Abzahl.
Offerten unter E 78 an die
geſucht.
(*1553fsoi
Expedition dieſes Blattes.

*1910) Mehrere Mädchen ſuchen Stellen
als Mädchen allein. Bureau Brutscher,
Marktplatz 7, Hinterbau 1. Stock.

Stellung ſuchen ſofort und
1. Febr. mehrere Alleinmädchen
mit guten Zeugniſſen ſowie eine
tüchtige ſaubere Haushälterin
durch
(*1919
Schmitts Stellenbureau
Ballonplatz 5, 2. Stock.

ſpiet aus guter Familie, mit beſten
Früulein Referenzen, ſucht per ſof. oder
ſpäter Stelle zur Führung des Haush. bei
alleinſteh. Herrn oder in mutterl. Haushalt.
Offerten u. F 95 an die Exped. (2146ids

*1900) Stellen ſuchen zum 1. Febr.: zwei
fleiß. Mädch. in Geſchäftsh., 2 Mädchen, in
Hausarb. tücht., auch in d. einf. Küche bew.,
in Priv., 2 Mädch., t. in Küche u. Hausarb.,
ſ. z. 15. Febr. Frau Elisab. Frank, Saalbaustr. 33.

*1664sich Jg. Mann (Kaufmann) winſcht
Stellg. als Reiſender od. ſonſt. Vertrauensp.
Gefl. Off. u. P 15 an die Exped. d. Bl.

ufra
Aelt. Mann sucht Vertrauensstell.
als Kaſſier oder ſonſtige leichte Beſchäftigung.
Kaution kann geſtellt werden. Gefl. Offert.
u. F 74 an die Expedition.
(*1858im

7oo
ARMHMIE
Tar Uberreuischuler
wird kaufmänniſche Lehrſtelle geſucht, ev.
Anwaltsbüro. Off. u. B.6 an d. Exped. (*1020ai

Mehrere tüchtige
22
Verkauferinnen
für Kurz- und Wollwaren gesucht.
Offerten erbitten nebſt Bild, Zeugn. und
Gehaltsanſprüchen
(2089
Geschw. Knopf.
heimarbeit.
Tüchtige Näherinnen, im Handnähen
geübt, finden dauernde Beſchäftigung
Oppenheimer & Co.,
(2087
Schulſtraße 2.

2 tücht. Tailen-Arbeiterinnen,
2
Rock-Arbeiterinnen
für die fein. Damenſchneiderei ſof. od. ſpät.
in dauernde Stellung geſucht.
G. Proeser, Schneidermeiſter,
125
(*1666soi
Schulſtraße 8.

Wäinhf
3
Tüchtges Alleiumädchen
ſelbſtändig im Kochen, zu klein. feiner Fam.
per ſofort nach Frankfurt geſucht. Hoher
Lohn. Näheres Stellenbureau Hahn,
Schuchardtſtraße.
(2122

2137a) Tüchtige Aushilfe und tüchtiges
Mädchen geſucht, das kochen kann
Alexanderſtraße 18.

Lauffrau geſucht

(1368
Riedlingerſtraße 35.

ein Dienstmädchen.
GesuchU Meldung von 107 Uhr aus achtbarer Familie mit guter Schul=
Viktoriaplatz 4, III.

*1902) Suche Privat=Köchinnen, Haus=
mädchen
, Alleinmädchen, welche kochen zu
zwei Leuten u. einzel. Dame. Stellenb.
Frau Dingeldein, Schützenſtr. 10½. Tel. 531.
*1911) Geſucht für ſof mehrere Mädchen
für Geſchäftshäuſer bei hohem Lohn
Stellenbureau Debus, Karlſtraße 79, Tel. 1737.

Auatav
vertreier
a
Gesaut!
Zentralheizungs=Bauanſtalt ſucht eine
bei Architekten und Baugeſchäfen gut ein=
geführte
Perſönlichkeit als Vertreter gegen
hohe Proviſion.
Offerten mit näheren Angaben und Refe=
renzen
u. § 1071 an D. Frenz, Annonc.=
Exped., Mannheim.
(31787,74

Nebenverdienſt
mit leicht. Näharbeit weiſe ich allerorten
zu. A. Nerre, Verſ.=Geſch., Mannheim II. 2. 16.9.
Tücht. eingef. Vertreter geſucht. (2059fl *1860) Tüchtige Vertreter für Kranken=
verſicherung
geſucht. Offerten unter F 75
(*1860
an die Expedition ds. Bl. o
ſchriftlich für Jedermann
Uebenerwelb allerorts. Proſpekt frei.
Central-Büro Komet‟, Lichtenrade
(*1832
bei Berlin 42. *1899) Männer und Frauen ſ. d. d.
Verkauf m. i. j. Haushalt gern gen. Artikel,
dauernd lohnenden Verdienſt. Näh. Laute=
ſchlägerſtraße
12, part. 4 bis 5 Gärtnergehilfen
für Landſchaftsgärtnerei geſucht, nur ſolche,
welche ſelbſtändig arbeiten können, auf
dauernde Stellung reflektieren und gute
Zeugniſſe beſitzen, wollen ſich melden
Karl Horst, Gärtnerei (B2107
am Martinspfad, nächſt der Schießhausſtr. Junge Leute
*1744soi) Per 1. Februar ein Mädchenl von 1424 Jahren, die Kapitän d. Handels=
marine
werden wollen, erhalt. Auskunft von
M. Brandt, Altona a. E., Fiſchmarkt 20. (2101E *1901) Portier für feines Cafs geſucht
(große Figur), junger Kellner von 17 bis
18 Jahren, 2 junge Köchinnen für Hotel
und Reſtaurant geſucht. Burean Dingel=
dein
, Schützenſtraße 10½, Telephon 531. Korporation
ſucht verh. Hausmeiſter, zugleich Korp.=
2086im) Geſucht für kleine Familie bei Diener mit Nebenbeſchäftigung. Off. unter
P 90 an die Expedition d. Bl. (*1908im S9t
Ein junger, ſauberer Hausburſche
welcher radfahren kann, wird ſofort geſucht
Julius Strauß, Ochſenmetzger,
Holzſtraße 10.
(2091 Tüchtiger, solider Hausbursche
verheiratet, per ſofort für dauernd geſucht
A. Anton, Eliſabethenſtr. 1.
(2121im 5
Zuverlass. Fuhrknecht
mit guten Zeugniſſen, ſowie ein
Kohlenarbeiter werden geſucht
Glückauf‟
(2112id
Darmſtädter Kohlen=Verkaufs= Geſell=
ſchaft
mit beſchränkter Haftung.
ente e ſofort
Saub. junger Hausburſche geſucht
*1917) Schloss-Café, Rheinſtraße 2. H
Hehrilit
(*1857) bildung u. Einj.=Berechtigung unter günſtigen
Bedingungen zum alsbaldigen Eintritt
oder per 1. April geſucht
(1316a
Ihrigs‟ Kontor
Kraftfutterartikel-Grosshandlung
Rheinſtraße 14. Hehring
mit guter Schulbildung, aus guter Familie,
ſucht bei ſofortiger Vergütung.
(2011a
M. W. Praſſel, Grafenſtr. 25.

1974si) Belgiſche Fabrik von prima Port=
land
=Cement, welche in Deutſchland gut
eingeführt iſt und unter Garantie der deut=
ſchen
Normen liefert, ſucht
LEweg
Vertreter
Offerten unt. F 20 an die Exped. ds. Bl.

77
verlangs
er Stellung sucht die
Deutſche Vakanzenpoſt‟
Eßlingen 143.
(14491

Men r uchen aun e ene
tritt einen jungen Mann mit flotter Hand=
ſchrift
und guter Schulbildung als dauernde
Aushilfe für alle Kontorarbeiten. Nur gut
empfohlene jüngere u. gewiſſenhafte Kräfte
wollen ſich perfönlich vorſtelen.
Müller u. Rühle, Hofbuchhandlung
Eliſabethenſtraße 5.

Junge Damen und Mädchen
z. lebenden Bildern g. hohes Salär an
d. Bühne ſofort geſ. Milos, Dieburger=
(*1827
ſtraße 44, 1. Etage.

Ein Herr

gleich wo wohnh. ſofort geſucht z.
v. Zigarren an Wirte, Händler ꝛc.
ev. 250 Mk pr. Mt. oder hohe
A. Rieck & Co.. Hamburg.

Verkauf
Vergtg.
Prov.
(2117I

G
Herrſchafts=Wohnung
Eliſabethenſtraße 70
Beletage, hochelegant, mit elektriſcher Licht=
anlage
, Kochgas, 7 Zimmer, Badezimmer,
geſchloſſener Veranda, Burſchenzimmer, Man=
ſardenräume
per 1. April zu vermieten.
Näheres zu erfragen im Bureau im Seiten=
(211is
bau zwiſchen 1112 u. 25 Uhr

Schützenſtraße 7
Stock, ſchöne 5=Zimmerwohnung per
(29imds
ſofort oder ſpäter.
213if) Woogsplatz 13, 1. Et., geräum.
5=Zimmerwohnung, Badezimmer, Veranda,
Gas, reichliches Zubehör auf 1. April od.
früher zu vermieten. Näh. daſelbſt parterre.

etrae
Ernst-Ludwigstrasse 18, III.
neu hergerichtete 4=Zimmerwohnung per
ſofart oder ſpäter. Näheres 1. Stock. (732ids

EZ

B87t) Martinſtraße 2, II., eine ſchöne
3=Zimmerwohnung mit. gr. Veranda u. Ggs
für 4. April zu verm. Einzuſeh. v. 11 Uhr an.

L
höfen, 3=Zimmerwohnung ohne Küche, füs
Bureau ſehr geeignet, ſofort zu verm. Zi
erfragen auf dem Baubureau daſelbſt.
B2129) Moosbergſtraße 60, Vorder=
haus
, 2. und 3. Stock, 2 ſchöne 3=Zimmer=
Wohnungen mit Balkon, Gas nebſt allem.
Zubehör zu vermieten.

1639ids) Fuhrmannſtraße 7, part., eine:
kleinere 2=Zimmerwohnung mit Abſchluß
und allem Zubehör per 1. April.
K91
2
Dur einzelne Dame oder Herrn:
In feinem, ruhigem Hauſe 2, event. 3 Zim.
(unmöbliert), ſofort zu vermieten. Adreſſe
(217if
in der Exped. ds. Bl.

855is) Stiftſtraße 71 großes unmöbliert.
Zimmer mit Küche zu vermieten.
1640ids) 1 unmöbl. Zimmer zu vermieten=
Zu erfragen Schulſtraße 12, Laden.

M
Laden Verkaufsräumen im 1. Stock,
am Markt gelegen, zum 1. Juni zu verm.
Offert. unt. P 81 an die Exped. (2128ids

138t) Mathildenplatz 11 Werkſtätte
per ſof. z. verm. Zu erfr. daſelbſt.

50ids) Waldſtraße 24, Vorderh., gut
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer, ſep., ſofort.
zu vermieten. Näh. parterre.
219ids) Eliſabethenſtr. 23, I. mbl. Zim.
*108t) Beſſungerſtr. 74, 3. St. rechts, ein
großes ſchön möbliertes Zimmer mit guter
Bedienung per ſofort zu vermieten.
1201a) Karlſtraße 65, Seitenb. 2. St. I.,
ſchön möbl. Zimmer ſofort billig.
1135ids) Karlſtraße 61, 1. St. ſchön
möbliertes Zimmer ſofort zu vermieten.
*1338mfid) Viktoriaſtraße 58, 1. St. r.,
ſchön möbliertes Zimmer zu vermieten.
726id) Frdl. möbliertes Zimmer mit:
vollſtändiger Penſion zum Preiſe von
55 Mark monatlich zu vermieten. Auskunft.
Kiesſtraße 21 (Laden).
58t) Eliſabethenſtraße 40, 1. St. rechts,
möbliertes Zimmer, mit oder ohne Penſion,
ſofort zu vermieten.
1562a) Viktoriaplatz 10, I., in ruhigem
Hauſe freundliches gut möbliertes Zimmer
zu vermieten.
1667t) Saalbauſtraße 25, 2. Stock möbl.
Zimmer zu vermieten.
709t) Eliſabethenſtr. 49, g. gut möbl. Z.
1273t) Hügelſtraße 71 2 ſchön möblierte
Zimmer, 1. Stock, ganz ſeparat, pro Mo=
nat
20 Mk. zu vermieten.
*1637soi) Luiſenplatz 1
möbl. Zimmer.
*1778oimd) Grafenſtr. 22, I., möbl. Zim.,
für 1 oder 2 Herren. Zu erfragen parterre.
1614oimd) Grafenſtr. 13, I., gut möbl. Z.
*1797imdf) Wilhelmſtraße 51, 1. Stock,
möbl. Wohn= u. Schlafzimmer mit Gas.
1847imd) Eliſabethenſtr. 45, pt., gut
möbl. Zimmer iſt billig zu vermieten.
*1844mdfs) Bleichſtr. 40, II. lks., nächſt:
den Bahnhöfen, gut möbl. Zimmer.
*1825id) Wienersſtr. 66, II. St. ſchön
möbliertes Zimmer zu vermieten.
*1862imd) Mathildenplatz 2, 2. Stock,
zwei gut möbl. Frontzimmer zu vermieten.
*1867ifo) Bleichſtraße 26 (Gartenhaus,
1. Stock), freundl. möbl. Zimmer an. an=
ſtändigen
Herrn zu vermieten.
grarggtra
Vi
Wiehersstrasse 47, part.,
ſchön möbl. Zimmer ſof. zu vm. (*1882imd
2139a) Stiftſtraße 40, parterre, ſehr
ſchön möbl. Wohn= und Schlafzimmer mit
Schreibtiſch, Gas und Kachelofen, pro
Monat 30 Mk. mit Kaffee.
2114t) Ecke Schul= und Kirchſtr. 27, II.,
freundlich möbl. Zimmer zu vermieten.
Baprg Nähe Frankf., n. jetzt o.
EV. Flaltcl, Oſtern, Penſ. in liebev.
Pflege u. Unterr., Vorbereitung bis Ober=
tertia
. Beſte Erf. b. ſchwach. Schül. Sämtl.
Schül. erreichten Ziel. Beſte Ref. Off. unt.
P 69 an die Exp. ds. Bl. erb. (2085im
Ce
Obergasse 12
(Ludwigshalle)
mehrere Schlafſtellen für beſſere Arbeiter
bezw. möblierte Zimmer auf Tage, Wochen
od. Monate zu verm. (Zentralheizung). 851a
Beſſere Schlafſtellen
zu vermieten.
(223ids
Restaurant Germania‟ (Roussel)
Eliſabethenſtraße 26.

Restauration zum Gutenberg.
Ein neu hergerichtetes ſeparates Vereins=
Zimmer zu vergeben.
(*1536dsi
20
Selen Gulsiige
Gelegenheit!
Ein ff. Mahagoni=Schlafzimmer mit
prima Marmor und Kriſtallſpiegel; ferner
ein maſſives Büfett und Kredenz mit
Schnitzerei, zu jedem annehmbaren Preiſe

[ ][  ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 25. Januar 1910.

Nummer 20.

Hohenlohe
Hafermehl
ist die einzig richtige
Kindernahrung, wo
Muttermilch fehlt. Es verhütet Erbrechen
und Durchfall und hat sich bei englischen
Krankheit vorzüglich bewährt.

bildete im 15. Jahrhundert überhaupt das Rückgrat
des Augsburger Handels; aus Venedig holte man die
Baumwolle, mit der die heimiſche Webeinduſtrie ſtand
und fiel; nach Benedig ging wiederum der Augsburger
Barchent in großen Mengen. Alle die Familien, die
einen ſo gewaltigen Reichtum erlangten, hatten mehr
oder weniger mit Baumwolle= oder Tuchexport zu tun.
Und Reichtum herrſchte in Augsburg bald in erſtaun=
licher
Fülle. Enea Silvio Piccolomini, der ſpätere
Papſt Pius II., ein guter Beobachter der deutſchen
und genauer Kenner der italieniſchen Verhältniſſe,
hielt Augsburg ſchon 1458 für die reichſte Stadt
der Welt, obgleich damals die gewaltigen Vermögen
der Fugger und Welſer ſich über den Reichtum anderer
Augsburger Handelshäuſer noch nicht erhoben hatten.
Aus den Steuerliſten der Stadt hat man die Var=
mögensentwicklung
bei den bedeutendſten Augsburger
Kaufmannsfamilien während der Zeit von etwa 1368
bis 1540 berechnen können und damit einen höchſt lehr=
reichen
Einblick in das rapide Wachstum des bürger=
lichen
Reichtums und des modernen Kapitalismus ge=
wonnen
.
Gewaltige Goldbäche ſtrömten ſeit 1400 in der
Stadt wie in einem Rieſenreſervoir zuſammen, viele
Vermögen ſchwollen in wenigen Jahrzehnten enorm
an, und um 1500 erſcheinen Zahlen, die nach heutigem
Geldwert hoch in die Millionen bemeſſen werden)
müſſen. Ein erſtaunlicher Unternehmungsgeiſt hatte
ſich ſeit dem Ausgang des 14. Jahrhunderts aller
Schichten der Augsburger Geſellſchaft bemächtigt. Viele
Leute verkauften ihr ganzes Hab und Gut, um den
Erlös im Handel daranzuwagen. So wird von der
Patrizierfamilie Rem erzählt, daß der Ahnherr dieſes
Geſchlechtes 1357 alles, was er hatte, zu Geld machte,
um mit den gewonnenen 600 Goldgulden gen Venedig
zu fahren, hin und her. Verlor er auch bei der erſten
Fahrt 100 Gulden, ſo hinterließ er doch 1369 bei ſeinem
Tode ſeinen Erben ein Rieſenkapital und die Herrſchaft
über zwei Dörfer. Die Geiſtlichkeit eiferte zwar gegen
das Zinsnehmen und die großen Geldanhäufungen;
auch das Volk haßte die Monopoliſten die Kaufleute,
ſo daß es bisweilen zum Aufruhr kam, aber nichtsdeſto=
weniger
ſuchte es gleichfalls ſeinen Anteil an den Ge=
ſchäften
zu gewinnen. Erſt durch das Geld der vielen
kleinen Einleger wurde es den Handelsherren mög=
lich
, ihr Geſchäft ins Ungeheure zu ſteigern. Als z. B.
1529 das große Handelshaus des Ambroſius Höchſtetter
zuſammenbrach, da verloren neben Fürſten, GGrafen
und Edelleuten auch zahlreiche Bürger, Bauern,
Dienſtknechte und Mägde ihr Geld, das ſie gegen fünf
vom Hundert bei dieſer Bank angelegt hatten. Schon
in der erſten Hälfte des 15. Jahrhunderts hören wir
von gewagten Spekulationen und ſchweren Bankrotten,
ſo von dem Zuſammenbruch des Hans von Hoy, der
infolge einer verfehlten Baumwollſpekulation mit ge=
waltigem
Defizit fallierte. Auch bei den Welſern ſtand
es 1439 ſehr ſchlecht. Aber die meiſten Handels=
familien
kamen in Augsburg, als dem Hauptplatze
internationalen Großverkehrs in Deutſchland, immer
mehr in die Höhe.
Ein Beweis für die ungeheure Macht, die einem
ſolchen Bürgergeſchlecht zu erreichen möglich war, ſind
die Fugger, deren Ahnherr Hans Fugger einer
kleinen Weberfamilie entſtammte und durch zwei glück=

liche Heiraten ſeinen Erben 1408 die Summe von 3000
Gulden, nach heutigem Werte etwa 120000 Mahrk,
hinterlaſſen konnte. Der Begründer der Fuggerſchen
Größe aber war erſt ſein Enkel Jakob, der die Edel=
metallgewinnung
Mitteleuropas, die bisher in den
Händen fürſtlicher Bergwerksbeſitzer wenig ergiebig
geweſen war, auf eine neue techniſche und kaufmänniſche
Baſis ſtellte. 1498 ſchloß er das Augsburger Kupfer=
ſyndikat
und brachte den Edelmetallmarkt Europas in
ſeine Hände. Als er dann noch ſeine Firma zum
Bankhaus der Habsburger und der päpſtlichen Kurie
gemacht hatte, reichte ſein Einfluß von den Karpathen
bis zu den Queckſilbergruben von Almaden in der
Sierra Morena; durch ihn gelangte Karl V. zur Herr=
ſchaft
über die halbe Welt; er ſtiftete in Augsburg die
Fuggerei, jene Stadt der Armen die ſo viel Not
linderte. 17 Faktoreien unterſtanden dem Augsburger
Hauptkontor der Fugger. Als Jakob ſtarb, hinterließ
er zwei Millionen Gulden (zirka 70 Millionen Mark!);
ſein Neffe Anton beſaß 150 Millionen Mark.

Für Mutter und Kinder!
Hinterſtein i. Allg. (Poſt Bad Oberdorf), 5. März 1908.
Meinen beiden Kindern hat Scotts Emulſion immer die
beſten Dienſte getan, beſonders gut aber hat ſie ihnen über die
Zahnzeit hinweggeholfen. Mein 1¾ Jahr altes Söhnchen Alfred
war durch verſchiedene Umſtände ſehr von Kräften gekommen, als
ich ihm zur Stärkung Scotts Emulſion verabreichte. Nach Ge=
brauch
von 2 Flaſchen wurde das Bürſchchen wieder luſtig und
vergnügt und iſt heute ein kräftiges Kind. Auch meinem ? Jahr
alten Töchterchen gab ich Ihr Präparat aus dem gleichen Grunde
und habe auch hier die beſten Erfolge geſehen. Das Kind kann
jetzt frei ſitzen, hat ſeine Zähnchen ohne Schmerzen bekommen und
ſteht bereits auf ſeinen Füßchen, ſo daß wir die beſten Hoff=
nungen
haben. Wir konnten ferner feſtſtellen, daß die Kinder
infolge des fortgeſetzten Gebrauches von Scotts Emulſion viel
widerſtandsfähiger gegenüber den ſogenannten Kinderkrankheiten
waren.
Auch meine Frau, die eine Zeitlang ſich matt und müde
fühlte und deshalb Scotts Emulſion ebenfalls einnahm, iſt da=
durch
wieder zu Kräften gekommen und arbeitsfähig geworden.
(gez.) Wilhelm Besler.
In richter Weiſe haben dieſe Eltern

erkannt, wie wichtig es iſt, den kindlichen
Körper frühzeitig ſo zu kräftigen, daß er
den ſo häufig auftretenden Kinderkrank=
heiten
Widerſtand zu leiſten vermag. Als
leichtverdauliches, wohlſchmeckendes Stär=
kungsmittel
erweiſt ſich Scotts Emulſion
in ſolchen Fällen überaus nützlich und
darf darum in keinem Hauſe fehlen.
4
Ebenſo unſchätzbar iſt ſie aber auch für
t mit dieſer Erwachſene, wenn es gilt, den durch an=
bie

dem Fiſche
arke
ntie= geſtrengte Arbeit ermatteten Körper zu
zeichent
cotte
des
erfriſchen, den Lebensmut zu heben und
ſchen Verfahrens!
(21020I
den Appetit anzuregen.
Scokts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkauft
ß, ſondern nur in verſiegelten
nach Gewicht oder
und zwar nie loſ=
tzmarke
(Fiſcher mit dem Dorſch).
Originalflaſchen in Karton mit unſerer Sc
., Frankfurt a. M
Scott & Bowne, G. m.
Beſtandteil
an, 150,0, prima Glyzerin
Medizinal=Lel
Fe
ron. 2.9,
50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4.
, unterphosvhorigſaueres Na
ni pulv. 2,0, deſtill. Waſſer 12),), Il=
pulv
. Tragant 3,0, ſeinſter arab. Gu
kohol 11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultheriazl.
je 2 Tropfen.

Gründerjahre im alten Augsburg.

C) Die Einführung einer ausgebildeten Geldwirt=
ſchaft
in ganz Europa und die immer ſtärker werdende
Bedeutung des Handels, die ſich zu Ausgang des Mit=
telalters
und zu Beginn der Renaiſſance bemerkbar
machten, führten einen gewaltigen Umſchwung in der
ganzen Kultur und im ſozialen Leben herbei. Zum
erſten Male trat jene wildbewegte Spannung der ge=
ſchäftlichen
Spekulation auf; tollkühner Wagemu:
und leidenſchaftliche Geldgier ergriffen Hoch und
Niedrig; die ſchroffen Gegenſätze zwiſchen Reich und
Arm bildeten ſich aus. In Deutſchland ſind dieſe Zu=
ſtände
zunächſt in Augsburg deutlich hervorgetreten;
hier ſchlug der Kapitalismus ſeine Hochburg auf, und
in den Mauern der alten Reichsſtadt ſpielten ſich neu=
artige
Bilder voll dramatiſcher Erregung ab, wie ſie
uns Pius Dirr in einer reichhaltigen, in der Samm=
lung
Stätten der Kultur erſchienenen Geſchichte Augs=
burgs
(Klinkhardt und Biermann, Leipzig) lebendig
vorführt.
Seit 1350 etwa war man im deutſch=italieniſchen
Handelsverkehr von dem frühmittelalterlichen Betriebe
des Warenaustauſchs zur Ausbildung der Geldwirt=
ſchaft
übergegangen. Beſonders Baumwolle kam ſeit
dieſer Zeit in großen Mengen über die Alpen und ließ
in Augsburg die Barchentweberei aufblühen, deren bil=
lige
Produkte bald den Markt eroberten. So bildeten
ſich allmählich Handelsgeſellſchaften, die eine Vereinig=
ung
großer Kapitalien und Konzentration der Arbeit
zum Zwecke hatten; neben dem Geld der aktiven Teil=
nehmer
wurden auch Summen von großen und kleinen
Einlegern angenommen, die am Verdienſt beteiligt
waren. Die größte dieſer alten Augsburger Geſell=
ſchaften
war der patriziſche Meuting, neben den im
Laufe des 15. Jahrhunderts eine ganze Reihe anderer
Handelsvereinigungen trat.
Die Augsburger Kaufherren und ihre Faktoren er=
ſcheinen
im 15. Jahrhundert auf allen Handelswegen
und allen Handelsplätzen des europäiſchen Kontinents
und gründeten viele Zweiggeſchäfte.
Der Chroniſt
Burkhardt Zink kam, wie er in ſeiner Lebensbeſchrei=
bung
erzählt, als Bedienſteter und Teilhaber der
Meutingſchen Geſellſchaft ſchon um 1440 nicht nur nach
Ungarn, Venedig und Rom, ſondern machte auch auf
Rhodus für eigene und fremde Rechnung Geſchäfte.
Benedig ſahen die Augsburger geradezu als zweite
Heimat an, denn der Verkehr mit der Lagunenſtadt

Empfehle friſche

prachtvolle
Mieh
rische Ahahdstrachte
das Pfund Mk. 1.20
im Ausſchnitt Mk. 1.40.
frischen Waidmeister
Pommeranzen-Essenz
Pfirsiche
in Gläſern
Erdbeeren
vorzüglich zur Bowle geeignet
Cand. Tomaten
ſowie alle anderen Artikel für die
feine Küche und Tafel (2126

Hoflieferant
vorm. Gg. Wilh. Weidig
Schulſtr. 4: Telephon 964.

Ich komme ſofort
und bezahle Ihnen wegen dringendem
Warenbedarf konkurrenzloſe höchſte Preiſe
für getragene Kleider, Schuhe, Feder=
betten
, Zahngebiſſe ꝛc.
(2105a
J. Wallach, Schloßgaſſe 10,
Telephon 1754.

und eine Doppelflinte
1 Drilling nebſt Ruckſack, Patronen
ꝛc. billig zu verkaufen. Näh. Exp. (1554t

Honie!

Feinste Qualität, garantiert rein
per Pfd. 1 Mk. empfiehlt (2106a
Dieburger=
Georg Roth. ſtraße 9.

1a


Shübertrohen

bei Drüsen, Scropheln, Blutarmut, Engl. Krankheit, Hals-,
Lungen-Krankheiten, Husten, zur Kräftigung schwächlicher
Kinder empfehle eine Kur mit
Jod=
Lanusen s
Eiſen=Beverfran

Marke J0D ELL.A‟

Der beste, wirksamste, beliebteste Lebertran.
Leicht zu nehmen und zu vertragen. Preis Mk. 2.30 u. 4.60.
Weisen sie Nachahmungen zurück. Alleiniger Fabrikant:
Apotheker WILH. LAHUSEN in BREMEN. Immer
frisch zu haben in allen Apotheken in Darmstadt
und Umgebung.
(113a

Oberheſſiſche
Fleiſch=u. Wurſtwaren
Poſtkolli Hausmacher von 10 Pfd. ſchwer,
Januar geſalzene Kamm= und
Pfd. 90 Pfg.
Kotelettſtücke
Schweinefleiſch, friſch, Kamm=
Pfd. 85 Pfg.
Kotelettſtücke
ff. Rollſchinken u. Nußſchinken Pfd. 1.30 M
Dörrfleiſch . . . . . . Pfd. 1. M.
. 2 Pfd. 1. M.
Speck . .
Pfd. 1.50 M
Zervelatwurſt . . . . .
Preßkopf. . . . . . . . . Pfd. 1.
Pfd. 0.90
Leberwurſt . . . . .
Pfd. 0.85
N.
Blutwurſt .
geräucherten Rippenſpeer Pfd. 1.50 M.
verſendet unter Nachnahme mit Garantie
für Dauerware Fritz Niepoth, Metzger,
Altenſchlirf, Kr. Lauterbach, Obrh. (*1850is

Zu haben bei:
Friedr. Ganss-
mann
, Ernst Lud-
wigstr
. 10, M. W.
Prassel, Grafen-
str
. 25, Darmstadt.
(2360f)

Grafen=
ſtr
. 18

Schlegel’s

Grafen=
ſtr
. 18

Theater- und Masken-Garderobe
Verleih= und Verſandhaus.

Größtes Lager am Platze.

Ueber 1200 Kostüme und Dominos für Herren,
Damen und Kinder.
Hiſtoriſche Koſtüme für Feſtzüge und Koſtümfeſte.
Kulissen Fahnen von 50 Pf. an zu verleihen. (1563a

asken.

(

Erste Herren- und Damen-
Masken-Garderobe
(1465a Es

5

J. Wilhelm, Louisenplatz Nr. 1.

Masiieh Garderobe
(1644a
von
Georg Böhm, Karlstrasse 14.

Gelegenheitskauf!
Guterhaltene, ſchwere goldene
Herren-Schlüsseluhr
mit Duplexgang, Einſchmelz= Gold=
wert
115 Mk., für 150 Mk. zu ver=
kaufen
bei
(2113md
L. Borné, Hofuhrmacher
25 Ernſt=Ludwigſtraße 25.
in Rodelſchlitten, zwei Bücher, Kaiſer=
Friedrich der Gütige‟ (Prachtband) und
Zur See wie neu, billig zu verkaufen
*1840)
Langegaſſe 10, part.

in mittelgroßer Lastschlitten für
E
Milchhändler ꝛc. geeignet, faſt neu,
preiswert zu verkaufen.
(2103
Näheres Schuſtergaſſe 19, Laden.

Ein neuer Schiten, eine jeichtes
Federrolle zu verkaufen Gg. Fleck,
(*1842im
Schmiedmeiſter, Bleichſtr. 5.

Selbſtgekochte Birn= uno Zwetſchenlat=
werge
, Johannes= und Himbeergelee,
Tafeläpfel, Valencia=Orangen,
feinſte
Catania=Citronen, Serb. Nüſſe, Neapeler
(*1870
Maronen
Bleichſtraße 27.

Eine Bettſtelle mit neuer Sprungfeder=
matratze
billig zu verkaufen Hoftheater=
platz
1, II.
(*1871

Kleiderschrank
zu verkaufen. Näheres Pankratiusſtr. 1½
1. St., rechts, anzuſeh. zw. 35 Uhr. (*1848im

for
Gellagel, Batter, Honis
liefert frco. 10 Pfd.=Korb, täglich geſchlachtet,
ſauber, 1 Schmalz= oder Bratgans, oder 34
Schmalz=Enten, Poularden oder Suppen=
hühner
je Mk. 5.50. Naturr. Kuhbutter per
10 Pfd.=Kolli Mk. 8., ff. Blütenhonig
Mk. 5.25, Z. Pr. ½ Butter ½ Honig M. 6.25.
Toni Andermann, Buczacz via Breslau No. 21. (21151