Abonnementspreis
Inſerake
173. Jahrgang
monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl.
ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Kein Kulturkampf.
* Unter der Ueberſchrift: „Wohin geht die
Reiſe?” ſchreibt die „Kölniſche Volkszeitung”, das
Or=
gan der Zentrumspartei:
„Am Dienstag wird der deutſche Reichstag ſeine
Bera=
tungen wieder aufnehmen und der preußiſche Landtag
zu=
ſammentreten. Dann muß ſich zeigen, welchen Kurs der
neue Reichskanzler und preußiſche Miniſterpräſident zu
ſteuern gedenkt. Er hat ſich bis jetzt ſehr zurückgehalten
und lediglich eine Aufforderung zu gemeinſamer Arbeit
an die Parteien gerichtet, wogegen nicht das mindeſte zu
erinnern war. Auf die Dauer wird aber Bethmann
Holl=
weg nicht daran vorbeikommen, zu den in letzter Zeit
im=
mer häufiger in Erſcheinung getretenen
kultur=
kämpferiſchen Velleitäten Stellung zu nehmen.
Von nationalliberaler und freiſinniger Seite hat es an
Vorſtößen dieſer Richtung nicht gefehlt, namentlich konnte
die Baſſermannſche Tirade vom „Kampf gegn Rom” auf
dem Berliner Delegiertentage der nationalliberalen
Par=
tei in Berlin nicht unbemerkt bleiben. Die „Köln. Ztg.”
ſtellt ſich ſo an, als ſehne ſich die Zentrumspartei und
Zentrumspreſſe nach neuem Kulturkampf. Wir
wiſſen uns jedenfalls von ſolcher Sehnſucht frei.
Kirchen=
politiſcher Konflikt kann nur dem Staate und der Kirche
ſchwere Wunden ſchlagen. Es wäre frivol, ihn
herbeizu=
wünſchen. Zentrumspolitik läßt ſich auch ohne
Hinter=
grund kirchenpolitiſcher Verwickelungen ſehr wirkungsvoll
vertreten. Darauf iſt die Probe hinlänglich gemacht
wor=
den: Wir ſind nie in Verlegenheit geraten, wie man
Zen=
trumspolitik zu treiben habe, auch wenn kein Kulturkampf
in Sicht war. Kein einſichtiger Katholik will neuen
Kul=
turkampf. Kein einſichtiger Vaterlandsfreund, gleichviel
welcher Konfeſſion er angehört, kann ihn wollen. Sollte
man aber an maßgebenden Stellen der Anſicht ſein, daß
wieder einmal Krieg gegen die katholiſche Kirche in
Deutſchland geführt werden müſſe, ſo wird, daran zweifeln
wir nicht, dieſelbe Ueberzeugungstreue, Opferwilligkeit und
Geſchloſſenheit, die die deutſchen Katholiken und die aus
ihrer Mitte hervorgegangene große Zentrumspartei in den
ſiebziger und achtziger Jahren vorigen Jahrhunderts
be=
währt haben, — vor der Bismarck auf der Höhe ſeiner
Macht im Gefühle ſeiner Verantwortlichkeit für das
Staatswohl einlenkte — ſich aufs neue bewähren. Wir
wollen damit den Kulturkampf nicht an die Wand malen.
Aber man kann auch nicht an den mancherlei Anzeichen,
die neuerdings zutage getreten ſind, achtlos vorübergehen.
In den nächſten Tagen wird man wohl klarer ſehen.”
Wie man ſieht, führt das Blatt eine ſehr ſtolze
Sprache.
Ueber den weiteren Notenwechſel zwiſchen
Regierung und Biſchöfen teilt der „Elſäſſer” mit,
daß der Biſchof von Straßburg das letzte Schreiben des
Statthalters bereits wieder beantwortet habe. Zu einer
öffentlichen Bekanntgabe werde ſich der Biſchof nur
ent=
ſchließen können, wenn er von der Regierung dazu
ge=
zwungen werde. Es heißt, daß die geheime Behandlung
der Angelegenheit den Wünſchen der Regierung entſpricht.
Wie ſchon mitgeteilt, hat der Statthalter in ſeinem
Schrei=
ben vom Montag ſein Bedauern darüber ausgedrückt, daß
der erſte Brief des Staatsſekretärs in der „Amtlichen
Korreſpondenz” veröffentlicht wurde, ehe er dem Biſchof
zugegangen war. Die Schuld hierfür wird in dem
Schrei=
ben auf ein Verſehen unterer Inſtanzen zurückgeführt. Im
zweiten Teil des Statthalterbriefes wird das erſte
Vor=
gehen der Regierung damit gerechtfertigt, daß die Biſchöfe
den für einen Teil der Lehrerſchaft beleidigenden Artikel
des Prälaten Nigetit verwendet und ſich dadurch jene
Be=
leidigungen zu eigen gemacht hätten. Auf die ſchwierige
Frage der Kompetenzüberſchreitung durch die Biſchöfe
ſcheint ſich die Regierung nicht eingelaſſen zu haben. Das
iſt vorläufig alles, was über den Inhalt des
Statthalter=
briefes geſagt werden kann. Der Inhalt der biſchöflichen
Antwort iſt noch nicht bekannt.
Der Statthalter der Reichslande, Graf
Wedel, reiſt am 14. Januar nach Berlin, wo er bis
zum 19. Januar verweilen wird. Die Reiſe des
Statt=
halters gilt in erſter Linie der üblichen Beteiligung an
den Hoffeſtlichkeiten. Jedoch wird man annehnten dürfen,
daß dieſer oberſte Repräſentant der Reichsgewalt in dem
unruhigen Grenzlande mit den maßgebenden Stellen über
klare und ſcharfe Richtlinien für die Politik gegenüber den
Biſchöjen entſprechende Verabredungen treffen wird.
Zur Lage in England.
*⁎* Wie mitgeteilt, iſt am Montag die königliche
Pro=
klamation, betreffend die Auflöſung des
Parla=
ments und die Vornahme von Neuwahlen,
erſchienen. Während mit dieſer Kundgebung in anderen
Ländern der Wahlkampf ſeinem Höhepunkt
entgegenge=
führt wird, hat der Kampf im Vereinigten Königreich ſchon
nahezu ſein Ende erreicht, und die beiden althiſtoriſchen
Parteien, zu denen ſich in neuerer Zeit noch die
Arbeiter=
partei geſellt hat, machen nur noch die letzten
Anſtrengun=
gen, um ihre Chancen für den Ausgang der Wahl nach
Möglichkeit zu verbeſſern. Gemäß den ſehr komplizierten
Wahlbeſtimmungen und dem Herkommen verteilen ſich die
Wahlen auf über vierzehn Tage, und ſo werden einige
Wochen vergehen, ehe man ein vollſtändiges Bild über
die künftige Zuſammenſetzung des
Unter=
hauſes haben kann. Welche Partei die Mehrheit haben
wird, läßt ſich vielleicht ſchon früher erkennen, wenigſtens
war das bei dem beiſpielloſen Siegeszuge der Liberalen
im Jahre 1906 der Fall.
Wer hat die meiſten Ausſichten auf Erlangung der
Mehrheit? Dieſe Frage bewegt heute im ganzen
briti=
ſchen Reiche alle Gemüter und hat auch, wie wir weiter
unten ſehen werden, für das Ausland eine große
Bedeu=
tung. Die Schätzungen gehen aber ſelbſt in England weit
auseinander, und beide Parteien, die liberale wie die
kon=
ſervative, ergehen ſich in kühnen Hoffnungen oder heucheln
ſolche wenigſtens. Eine gewiſſe Berechtigung zum
Opti=
mismus kann den Liberalen nicht abgeſprochen werden,
nachdem die Arbeiterpartei beſchloſſen hat, mit ihnen
ge=
gen die Konſervativen kämpfen zu wollen. Freilich darf
man nicht vergeſſen, daß bei einer Reihe von Nachwahlen
die Liberalen durch die Unioniſten verdrängt worden ſind
und daß letztere in einigen anderen Kreiſen eine gegen
1906 erheblich größere Stimmenzahl auf ſich vereinigten.
Dieſer nachträgliche Abfall von der am Ruder befindlichen
Partei iſt übrigens in England keine ſeltene Erſcheinung
und vollzog ſich zum Schaden der Konſervativen unter
dem Kabinett Balfour in weit erheblicherem Maße,
gleich=
ſam den Siegeszug der Liberalen im Jahre 1906
vorbe=
reitend. Dieſe hoffen, daß ihnen das Gros des britiſchen
Volkes im gegenwärtigen bedeutſamen Augenblick, wo das
Land vor wichtigen Entſcheidungen ſteht, treu bleiben
wird.
„Kampf gegen das Oberhaus” und
Auf=
rechterhaltung des Freihandels”, ſo lautet die
Wahlparole der Liberalen. Das in ſeiner überwiegenden
Mehrheit konſervative Haus der Lords hat an
Sym=
pathien im Laufe der Zeit gewaltige Einbuße erlitten,
na=
mentlich durch die letzten Vorgänge, die die innere Kriſis
herbeiführten. Für die Lordskammer iſt der Ausgang der
Wahl gleichſam eine Lebensfrage, denn erhalten die
Li=
beralen eine anſehnliche Mehrheit und können ſie ſich
ſo=
mit darauf berufen, daß der größte Teil des Volkes hinter
ihnen ſteht, ſo dürften die Rechte der Lords ſtark
beſchnit=
ten werden. Man wird vorläufig den Fortbeſtand des
Oberhauſes wohl kaum antaſten, jedoch dafür ſorgen, daß
durch deſſen Schuld nicht wieder ſolche Schwierigkeiten für
den Staat entſtehen können, wie ſie durch die Ablehnung
des Budgets heraufbeſchworen worden ſind. „
Aufrecht=
erhaltung des Freihandels” iſt der zweite wichtige
Pro=
grammpunkt der Liberalen. Daß Joe Chamberlain mit
ſeinen Schutzzollbeſtrebungen unter den Konſervativen
viele Anhänger hat, weiß jedermann, und unter
konſer=
vativem Regimente würde die Beſeitigung des
Freihan=
delsſyſtems, nachdem ſchon zur Deckung des durch den
Burenkrieg im engliſchen Staatshaushalte entſtandenen
Defizits der Getreidezoll eingeführt worden war, nur noch
eine Frage der Zeit ſein. Welche wirtſchaftlichen Folgen
aber die Aufhebung des britiſchen
Freihan=
dels für das Ausland, insbeſondere für das
Deutſche Reich, haben würde, brauchen wir wohl nicht
auszumalen, nur wollten wir begründen, daß, wie wir
vorhin ſagten, der Ausfall der britiſchen Wahl
für uns eventuell von großer Bedeutung iſt.
Von dem Einfluß der weniger deutſchfreundlichen Haltung
der unioniſtiſchen Größen auf die internationale Politik
wollen wir nur andeutungsweiſe ſprechen, trotzdem dies
ein Faktor iſt, der für die Beurteilung des Wertes des
Wahlausfalles wohl in Betracht kommt.
Das ſoeben aufgelöſte britiſche Parlament
war das zweite unter der Regierung Eduards VII. und
von dieſem am 19. Februar 1906 eröffnet worden,
nach=
dem es der Gewohnheit gemäß ſchon einige Tage vorher
zuſammengetreten war. Es ſei nur darauf hingewieſen,
daß in dieſen letzten vier Jahren die deutſch=engliſchen Be=
ziehungen unſtreitig eine weſentliche Beſſerung erfahren
haben.
Deutſches Reich.
— Der Ausſchuß der preußiſchen Aerztekammern hat
in ſeiner letzten Sitzung beſchloſſen, eine Reſolution nebſt
den Entſchließungen aller Einzelkammern, den Lübecker
Beſchlüſſen und der Denkſchrift des Aerzte=
Vereins=
bundes dem Kultusminiſter zu überſenden mit der
Bitte, dieſe baldigſt dem Reichskanzler zu übermitteln.
Die Entſchließung des Ausſchuſſes erklärt den Entwurf
der Reichsverſicherungsordnung für
unan=
nehmbar und ſieht dagegen in der vollen Berückſichtigung
der Abänderungsvorſchläge, die der Lübecker: Aerztetag
machte, den ſicherſten Weg zum Frieden und die beſte
Ge=
währ für die Erreichung der Ziele der Arbeiterverſicherung.
Der Ausſchuß bittet darum, daß der durch den Bundesrat
abgeänderte Entwurf vor der Einbringung beim
Reichs=
tage den preußiſchen Aerztekammern rechtzeitig zur
Be=
ſprechung vorgelegt werden möchte.
— Zu Beginn der Sitzung des preußiſchen
Ab=
geordnetenhauſes am Dienstag begrüßte
Mini=
ſterpräſident v. Bethmann Hollweg das Haus und
verſicherte, er werde bemüht ſein, das Vertrauen, das
das Haus ihm bisher entgegengebracht habe, als
unent=
behrliche Grundlage einer erſprießlichen Geſchäftsführung
weiter zu pflegen. (Lebhafter Beifall.) Sodann gab
Fi=
nanzminiſter Frhr. v. Rheinbaben ſein Finanzexpoſé. Die
freikonſervative Partei hat im
Abgeordneten=
hauſe einen Antrag eingebracht, die Regierung zu erſuchen,
darauf hinzuwirken, daß bei dem Erlaß des Geſetzes über
den Abſatz von Kaliſalzen die Rechte der hannoverſchen
Grundeigentümer hinreichend gewahrt werden.
Der preußiſche Haushaltsetat für 1910
beziffert die Einnahmen auf 3837412963 Mark, die
Aus=
gaben auf 3725019542 Mark im Ordinarium und auf
204393 421 Mark im Extraordinarium, zuſammen auf
3 929 412963 Mark. Mithin ſind die Ausgaben um 92
Mill. Mark höher als die Einnahmen. Der Fehlbetrag
werde durch Aufnahme einer Anleihe zu decken ſein.
Ge=
genüber den Veranſchlagungen für das laufende
Etats=
jahr zeigen die Schlußſummen des Etats für 1910 eine
Erhöhung um 102058 278 Mark. Im Abgeordnetenhauſe
bemerkte der Finanzminiſter, daß es durch ſtrengſte
Spar=
ſamkeit doch gelungen, das Defizit weſentlich
herabzudrücken. Während es 1908 202 Millionen
betrug, während der Etatsentwurf für 1909 mit einem
Defizit von 156 Millionen abſchloß, ſchließt der vorgelegte
Etat mit einem Minderergebnis, mit einem Defizit von 92
Millionen ab. Trotzdem überſtiegen die Anforderungen
der Reſſorts die vorhandenen Deckungsmittel noch um 217
Millionen Mark und die Finanzverwaltung habe dieſe
Anforderungen um weitere 123 Millionen beſchnitten,
ſo=
daß es möglich geweſen ſei, das Defizit auf 92 Millionen
Mark einzuſchränken. Was die Ausſicht für das nächſte
Jahr anbelange, ſo dürfe man hoffen, daß, wenn nicht
un=
erwartete Dinge eintreten, die Beſſerung unſerer
wirt=
ſchaftlichen Verhältniſſe, die im zweiten Semeſter des
Jahres 1909 einſetzte, ſich auch auf das Jahr 1910
fort=
pflanzte, ſich hoffentlich noch etwas verſtärken werde.
— Die dem Abgeordnetenhauſe zugegangenen
Ueber=
ſichten über die Ergebniſſe der anderweiten Verpachtung
von Domänen laſſen wiederum erkennen, wie erheblich
die Lage der Landwirtſchaft ſich gebeſſert hat.
Der Pachtzins pro Hektar iſt nämlich geſtiegen: in
Oſt=
preußen von durchſchnittlich 15,8 Mark auf 21,2 Mark, in
Weſtpreußen von 25,0 Mark auf 25,4 Mark, in Pommern
von 36,1 Mark auf 43,3 Mark, in Poſen von 21,4 Mark auf
37,6 Mark, in Sachſen von 87,0 Mark auf 89,1 Mark, in
Hannover von 40,8 Mk. auf 57,6 Mk., in Heſſen=Naſſau von
37,6 Mark auf 40,2 Mark. Nur in Brandenburg iſt der
durchſchnittliche Pachtzins pro Hektar ein wenig geſunken:
von 44,6 Mark auf 44,1 Mark. Für die Provinzen
Schle=
ſien, Schleswig=Holſtein, Weſtfalen und die Rheinprovinz
liegen keine entſprechenden Zahlen vor.
Ende Mai oder Anfang Juni iſt, wie die
Fach=
zeitſchrift „Die Textilwoche” erfährt, geplant, im
Rah=
men der Brüſſeler Weltausſtellung eine
Deutſche Woche zu veranſtalten, deren Leitung
vorausſichtlich in den Händen der Deutſchen Abteilung
liegen wird. Das Programm, das in ſeinen
Einzel=
heiten noch nicht feſtſteht, ſieht unter anderem auch
Theatervorſtellungen unter der Leitung von Max
Rein=
hardt vor. Daß man in Deutſchland der Deutſchen=
Woche ein reges Intereſſe entgegenbringen dürfte, geht
ſchön daraus bervon, daß der Verein Berliner Kauf=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Januar 1910
Nummer 10.
leute und Induſtrieller in ſeiner letzten
Vorſtandsſitz=
ung einen gemeinſamen Beſuch der Brüſſeler
Weltaus=
ſtellung während der Deutſchen Woche beſchloſſen hat.
Ausland.
Wie bereits mitgeteilt, wurde Graf Khuen=
Hedervary mit der Bildung des ungariſchen Kabinetts
betraut, nachdem Herr v. Lukacs ſeinen Auftrag
zurück=
gegeben hatte. Graf Khuen=Hedervary erſchien am
Diens=
tag um 11 Uhr beim Kaiſer in Audienz, die eine Stunde
dauerte. Hierauf begab er ſich in die Kabinettskanzlei,
wo er längere Zeit verweilte; nach 1 Uhr kehrte er in ſein
Abſteigequartier zurück, wo er den verſammelten
Preſſe=
vertretern mitteilte, daß der Kaiſer ihn mit der
Kabinetts=
bildung betraut habe; über das Arbeitsprogramm könne
er keine Mitteilungen machen, bevor er nicht mit ſeinen
politiſchen Mitarbeitern Rückſprache genommen habe. Dr.
v. Lukacs wird, wie es heißt, als Finanzminiſter in das
Kabinett eintreten. Graf Khuen=Hedervary erklärte, die
Wahlreform auf breiter Grundlage durchführen zu wollen.
— In der ſchweizeriſchen Preſſe wird der
angekün=
digte Beſuch des Präſidenten der franzöſiſchen Republik
in der Schweiz lebhaft kommentiert. Einzelne Blätter
finden, der Zeitpunkt des Beſuches, nämlich die 50jährige
Feier der Einverleibung des nördlichen Savoyen an
Frankreich ſei ſchlecht gewählt, da die Schweiz auf dieſe
Landſchaft durch den Wiener Vertrag von 1815 verbriefte
Rechte habe. Aber die Tatſache an ſich wird allſeitig mit
Beifall begrüßt. Die Anregung zu dem Beſuch iſt von
Frankreich ausgegangen. Der franzöſiſche Botſchafter
Graf d’Aunay eröffnete bei dem offizellen
Neujahrs=
empfang, von ſich aus, ohne daß irgend etwas weiter
vor=
ausgegangen wäre, dem Bundespräſidenten, Herr
Fallié=
res gedenke im Laufe des angetretenen Jahres dem
Bun=
desrate in Bern einen Beſuch abzuſtatten. Die
welſch=
ſchweizeriſche Preſſe meinte, daß Bundespräſident
Com=
teſſe den Beſuch Falliéres in Paris erwidern werde,
ent=
gegen der bisherigen Gepflogenheit, wonach noch niemals
ein ſchweizeriſcher Bundespräſident zu offiziellen Beſuchen
außer Landes gegangen iſt. Deutſchſchweizeriſche Blätter
entgegnen darauf, daß dies ein Affront gegen
Deutſch=
land bedeuten würde, da der Beſuch Kaiſer Wilhelms vom
Jahre 1894 unſererſeits unerwidert geblieben ſei. Ginge
Comteſſe nach Paris, ſo müßte er auch nach Berlin gehen.
Von anderer Seite wird bemerkt, daß dem Bundesrat
ei=
gentlich die Pflicht obläge, den deutſchen Kaiſer in aller
Form zu einem Beſuche in der Schweiz einzuladen,
nach=
dem dieſer wiederholt, zuletzt der ſchweizeriſchen
Militär=
delegation an den öſterreichiſchen Manövern von 1909,
ſeine perſönliche Geneigtheit ausgeſprochen habe, einmal
den ſchweizeriſchen Manövern beizuwohnen.
— Die ordentliche Seſſion des franzöſiſchen
Parla=
ments begann am Dienstag ohne Zwiſchenfall. Die
Kam=
mer wählte mit 300 Stimmen Briſſon zum Präſidenten
wieder. Ein Gegenkankidat war nicht aufgeſtellt. Auch
die Vizepräſidenten und die übrigen Mitglieder des
Bu=
reaus wurden wiedergewählt.
— Das neugewählte norwegiſche Storthing trat am
Dienstag zuſammen. Der von der Regierung eingebrachte
Budgetvoranſchlag für das Jahr 1910/1911 ſieht
ordent=
liche Ausgaben im Betrage von 111500000 Kronen und
außerordentliche Ausgaben in Höhe von 5922000 Kronen
vor. Die letzteren ſind für Eiſenbahnbauten beſtimmt.
Die Einnahmen balanzieren mit den Ausgaben, ohne
daß neue Steuern eingeführt zu werden brauchen.
— Zwiſchen England und Montenegro wurde die
Handels= und Schiffahrtskonvention auf Grund der
Meiſt=
begünſtigung unterzeichnet.
— Angeſichts des amerikaniſchen auf die
Eiſenbah=
nen in der Mandſchurei bezüglichen Vorſchlags wird die
franzöſiſche Regierung, bevor ſie definitiv
Stel=
lung nimmt, die Meinungen der Regierungen Rußlands,
Englands und Japans einholen. Der „Siscle” ſchreibt,
daß Frankreich kein direktes Intereſſe an der
Angelegen=
heit habe. Die franzöſiſche Regierung würde erſt dann
ihre eigene Anſicht äußern, wenn der amerikaniſche
Vor=
ſchlag zur Gründung internationaler Finanzſyndikate
füh=
ren würde. In dieſem Falle ſei die franzöſiſche Regierung
entſchloſſen, zu verlangen, wie ſie es bezüglich der
Bagdad=
bahn getan habe, daß der Frankreich zugedachte Teil zum
mindeſten dem Anteil der meiſtbegünſtigten Nation gleich
ſei. Aehnlich äußert ſich der „Temps”. Frankreich ſei an
der Frage vollſtändig unbeteiligt und wolle vor allem
die Integrität Chinas. Es werde zunächſt die in
Oſtaſien zwiſchen Rußland und Japan und England
her=
geſtellte Entente aufrecht zu erhalten ſuchen, in der
Ueber=
zeugung, daß dieſe Entente den beſten Schutz für ſeine
in=
dochineſiſchen Beſitzungen bilde und dann gegebenenfalls
ſich an den finanziellen Operationen beteiligen, über die
man ſich etwa geeinigt habe.
** „E'Ambassadeur d'Angleterre. Im
Verlaufe der ungerechtfertigten Hetze gegen den
Staats=
ſekretär Freiherrn von Schoen iſt, ſo ſchreibt die „N. G.
C.‟ mit Emphaſe behauptet worden, kein engliſcher
Diplomat bediene ſich einer franzöſiſchen Viſitenkarte.
Das iſt Unſinn. Die Viſitenkarte, die Sir William
Edward Goſchen, der engliſche Botſchafter beim
Deut=
ſchen Reiche, im amtlichen und geſellſchaftlichen Verkehr
in Berlin benutzt, lautet: „L'Ambassadeur
d'Angle-
terre.‟ Woraus zu erſehen, daß auch die Engländer
die franzöſiſche Sprache, nach altem Brauche, als die
Umgangsſprache der Diplomaten anerkennen und
an=
wenden. Nach altem — und notwendigem Brauche.
Denn ſolange weder Volapük noch Eſperanto auf den
Schulen gelehrt wird, muß eine der europäiſchen
Spra=
chen im Völkerverkehr als Verſtändigungsmittel
ge=
wählt und anerkannt werden.
* Der „Hofgang” des Meininger
Vizeprä=
ſidenten. Aus Sachſen=Meiningen wird der
„Köln. Ztg.” geſchrieben: Die Wahl und herzogliche
Be=
ſtätigung des zum Vizepräſidenten des Meininger
Land=
tages gewählten Zeitungsverlegers Wehder aus
Sonne=
berg hat ein Nachſpiel veranlaßt. Der ſozialdemokratiſche
Abgeordnete hatte ſich bekanntlich bereit erklärt, zu Hofe
zu gehen, wenn er zum Vizepräſidenten gewählt würde.
Er war daraufhin einſtimmig, alſo auch mit den Stimmen
ſeiner Parteigenoſſen, zum Zweiten Vizepräſidenten
ge=
wählt und ſchon nach drei Tagen vom Herzog von
Meinin=
gen beſtätigt worden. Der ſozialdemokratiſche „Vorwärts”
und die Mehrzahl der anderen Parteiblätter machten dem
ſozialdemokratiſchen Vizepräſidenten ſchwere Vorwürfe
we=
gen ſeines beabſichtigten Hofgangs und der Folgen, zu
de=
nen ſeine Einwilligung führen würde. In Sonneberg,
dem Wahlkreiſe Wehders, ſprachen ſich in einer
Verſamm=
lung des ſozialdemokratiſchen Vereins mehrere Genoſſen,
unter ihnen der verantwortliche Redakteur des „Thüringer
Volksfreunds” in Sonneberg gegen die Haltung der
Frak=
tion aus. Das genannte Blatt ſchrieb: „Die
Hofgän=
gerei in Meiningen macht in der geſamten bürgerlichen
und Parteipreſſe viel Aufſehen. Wir geben eine Anzahl
von Aeußerungen von Parteiblättern deshalb wieder, weil
ſie ſich mit unſerer Anſicht vollſtändig decken.” In den
zi=
tierten Aeußerungen heißt es u. a. im „Halleſchen
Volks=
blatt: „Genoſſe Wehder geht in Frack und weißer Weſte
zu ſeinem hohen Landesherrn, um in der vorgeſchriebenen
demütigen Haltung und Gebärde alleruntertänigſt mitzu
teilen” uſw. „Hoffentlich vergißt der taktfeſte Republikaner
nicht das Parteiprogramm in die Fracktaſche zu ſtecken.”
Die „Reußiſche Tribüne” bezweifelt, daß durch den Titel
Vize” das Klaſſengefühl der Genoſſen in Meiningen
ge=
ſtärkt wird. Weiter heißt es dann noch: „Wir haben uns
das Hofparkett erobert. Die Zweckenſtiefel laſſen wir
draußen.‟ Die Stellungnahme des Sonneberger
Sozia=
liſtenorgans iſt um ſo eigenartiger. als Vizepräſident
Wehder der Verleger dieſes Blattes iſt. Wehder ſandte
der Redaktion ſeines Blattes eine Zuſchrift, in der es u. a.
hieß: „Am 16. Dezember hat der ſo vielfach beſprochene
Hofgang ſtattgefunden. Die Schmerzen der Parteiorgane
und des „Thüringer Volksfreunds” der ſich den
Anſchau=
ungen angeſchloſſen hatte, waren diesmal umſonſt! Der
ſozialdemokratiſche Vizepräſident pilgerte nicht im Frack
und Wichskaſten, ſondern in ſeinem einfachen
Bür=
gerrock mit Schlapphut nach dem Rundbau (
Her=
zogl. Reſidenzſchloß) und zeichnete ſich dort mit den
bei=
den anderen Präſidenten in die vorgelegte Liſte als ſolcher
ein. Nun wird die Redaktion des „Thüringer
Volks=
freunds” abwarten müſſen, bis der Abg. Wehder und mit
ihm die geſamte ſozialdemokratiſche Fraktion, mit deren
Zuſtimmung Genoſſe Wehder die letzte Erklärung: „Mit
dieſer Faſſung einverſtanden” unterſchrieben hat — zu
„Fürſtenknechten” herabſinken und die Parteigrundſätze
etwa vernachläſſigt werden! Für dieſen Fall hat
aller=
dings Genoſſe Wehder das Parteiprogramm in der Taſche,
das ihm auch bei ſeiner ferneren parlamentariſchen
Tätig=
keit ſtets als Richtſchnur dienen wird. —"
Sofort erhob ſich in der ſozialdemokratiſchen Preſſe
eine erneute Polemik, in der es als unerhörter
Reviſionis=
mus bezeichnet wurde, daß ein Genoſſe ſein
Proletarier=
kleid — als „einfachen Bürgerrock” bezeichne. Auf der
Konferenz der Thüringer ſozialdemokratiſchen
Landtags=
abgeordneten, die Anfang Januar 1910 in Gotha ſtattfand,
erklärten ſich die übrigen Thüringer Abgeordneten mit
Wehders Handlungsweiſe einverſtanden und tadelten die
ſozialdemokratiſche Preſſe, die die Angelegenheit derart
aufgebauſcht habe. Die ſozialdemokratiſchen Zeitungen
wiederum ſind mit dieſer Abkanzelung nicht einverſtanden
und künden ſchon jetzt ein Nachſpiel auf dem nächſten
Par=
teitag an.
Die Vorbildung unſerer
Reichstags=
abgeordneten — auch eine Statiſtik.
nge. Unſere Volksvertreter, die den mannigfachſten
Berufen angehören, haben auch einen ſehr verſchiedenen
Bildungsgang hinter ſich. Und ohne der Würde des
Reichstages zu nahe zu treten, darf man ſagen: ein
Rat der Weiſen iſt er nicht, auch kein Senat von
Ge=
lehrten. Die Welt der Wiſſenſchaft, die ſich ſo gern der
Politik fernhält, iſt in ihm faſt gar nicht vertreten. Auch
andere hervorragende Bevölkerungsgruppen haben
nur wenige Mitglieder in das Reichshaus entſandt.
So unſere aufblühende Induſtrie, die mit
gewal=
tigem Schritt den modernen Zeitgeiſt vorwärts drängt.
Bemerkenswert iſt dagegen das ſtarke Hervortreten
des akademiſchen Elements im Reichshauſe.
Ob nun alle die Herren, die angeben, da und dort als
akademiſche Bürger gelebt zu haben, wirklich ſehr eifrig
die Bänke der Hochſchullehrſäle gedrückt haben, mag
dahingeſtellt ſein. Jedenfalls rechnet ſich die Mehrheit
unſerer Volksvertreter — nämlich 212 — zu den
aka=
demiſch gebildeten Kreiſen. Die meiſten
Akademiker hat das Zentrum mit 63 Abgeordneten,
die ſtudiert haben; ein großer Prozentſatz davon in den
theologiſchen Fakultäten. Unter den Konſervativen
ſind 35 Akademiker, unter den Freiſinnigen 34, den
Nationalliberalen 33, in der Reichspartei 14, unter den
Polen ebenfalls 14, in der Wirtſchaftlichen Vereinigung
8, bei den Sozialdemokraten 6 und den kleinen
Grup=
pen (Elſäſſer, Lothringer, Welfen, Dänen, Wilde) 12.
Verhältnismäßig ſehr hoch iſt die Zahl der Studierten
bei den Freiſinnigen, ſehr niedrig bei den
Sozialdemo=
kraten. Manche der Akademiker gedenken auch jetzt noch
gern ihrer Studentenzeit, indem ſie beſonders
hervor=
heben, bei welchen akademiſchen Korporationen ſie ihre
Studienjahre verbrachten. Die konſervativen Abgeord=
neten Kreth, Euen, Graf Finck von Finckenſtein, von
Brockhauſen und von Saldern erwähnen ausdrücklich,
daß ſie einſt Korpsſtudenten waren, ebenſo der
Vize=
präſident Erbprinz zu Hohenlohe=Langenburg von der
Reichspartei; der nationalliberale Herr Baſſermann,
Dr. Wagner (konſ.), Dr. Hahn (konſ.), Dr. Böhme (b. k.
P.) und Dr. Heinze (natl.) erinnern an ihre
Zugehörig=
keit zu den Vereinen deutſcher Studenten. Auch der
Turnvereine und der Burſchenſchaften wird gedacht,
ebenſo der katholiſchen nichtſchlagenden Verbindungen.
Dr. Arendt aber bittet, nicht zu vergeſſen, daß er einſt
zu einer freiſchlagenden Verbindung gehörte.
Einige Abgeordnete, drei von den Konſervativen
und einer von der Reichspartei, haben ihre Ausbildung
ausſchließlich im Kadettenkorps erhalten.
Etwa achtzig bis neunzig Abgeordnete haben
Gymnaſien, Realgymnaſien oder
Ober=
realſchulen beſucht, ohne eine Abſchlußprüfung zu
machen oder ins akademiſche Leben zu treten. Bei
manchen der Herren mag die Gaſtrolle auf der höheren
Schule nur ſehr kurz geweſen ſein. Doch davon ſpricht
man nicht. Jedenfalls ergibt ſich als Geſamtreſultat,
daß rund 300 unſerer Volksvertreter mindeſtens die
unteren Klaſſen, Sexta, Quinta und Quarta, mit ihrem
Beſuche beehrt haben. Nur wenige ſind offenherzig
genug, zu erklären, daß ſie von der Quarta oder Tertia
aus ins öffentliche Leben traten. Von der Gruppe der
auf höheren Schulen vorgebildeten Nichtakademiker
gehören die meiſten zu den Nationalliberalen, nämlich
17. Dann folgen 15 Konſervative, 13 Harren vom
Zentrum, 11 Freiſinnige, 9 Mitglieder der Reichspartei,
5 Polen und 4 Sozialdemokraten. Daran ſchließen ſich
noch einige Vertreter der kleineren Gruppen.
Etwa 10 Abgeordnete ſind in Seminaren
aus=
gebildet worden. Ungefähr 80 haben nur eine
Volks=
ſchule beſucht. Die meiſten von dieſen, 34 an der Zahl,
gehören zur ſozialdemokratiſchen Fraktion. Dann fol=
gen das Zentrum mit 22, die Wirtſchaftliche
Vereini=
gung mit 10 Mitgliedern, 5 Freiſinnige, 4 Antiſemiten
und 2 Nationalliberale. Zwei Parteien ſind ſo
vor=
nehm, überhaupt keine Mitglieder mit
Volksſchulbil=
dung in ihren Reihen zu haben: die Reichspartei und
die — Polen. Die meiſten Männer aus dem Volke
ent=
ſendet alſo immerhin noch die äußerſte Linke.
Auf=
fallend iſt es, daß in der ſozialdemokratiſchen Fraktion
das journaliſtiſche Element faſt das
Ueberge=
wicht hat. Sechzehn ſozialdemokratiſche Abgeordnete
bezeichnen ſich nämlich als Schriftſteller und
Redak=
teure. Auch Bebel nennt ſich jetzt „Schriftſteller”.
Einige Abgeordnete des Zentrums haben eine
beſondere Erziehung in Jeſuitenpädagogien genoſſen,
zum Teil ſtudierten ſie auch auf ausländiſchen
katholi=
ſchen Hochſchulen, ſo der in Belgien heimiſche Herzog
zu Arenberg, die ſchleſiſchen Grafen Oppersdorff und
Praſchma, die im Penſionat der Geſellſchaft Jeſu
„Stella matutina” in Feldkirch (Vorarlberg) erzogen
wurden, ferner Herr von Savigny, die Abgeordneten
Sittert, Gleitsmann, Vonderſcheer und Dr. Pichler und
der Pole von Saß=Jaworski.
Stark iſt der landwirtſchaftliche Einſchlag.
Von den Konſervativen bekennen ſich 43, vom Zentrum
23, von den Nationalliberalen 13, von der Reichspartei
11 Abgeordnete zum landwirtſchaftlichen Berufe. Sehr
vermehrt hat ſich gegen früher die Zahl der Vertreter
der freien Berufe und der Privatbeamten.
Das juriſtiſche Element vertreten etwa 40 richterliche
Perſonen und Rechtsanwälte, die Theologie 23
katho=
liſche und 6 evangeliſche Geiſtliche. Die Medizin hat
nur ein knappes halbes Dutzend Anhänger im
Reichs=
tage.
Aus allen Schichten der Bevölkerung und mit der
verſchiedenſten Art von Bildung ſind, wie man ſieht.
die Abgeordneten zum Reichstage gekommen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 13. Januar.
— Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Mittwoch den Hauptmann
v. Sell, Kompagniechef im Leibgarde=Infanterie=Regiment
(1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, den Bankdirektor Kommerzienrat
Hügel, den Pfarrer Knöpp, den Oberlehrer Büchler von
Nieder=Olm, den Metzgermeiſter Hoflieferanten Eiberger
von Mainz, den Kommerzienrat Grünewald von Alsfeld,
den Sanitätsrat Dr. med. Beſte von Bad Nauheim,
den Kommerzienrat Müller von Gießen; zum Vortrag
den Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmuſik
Werner.
— Uebertragen wurde dem Lehrer Johannes
Wagner zu Fehlheim, Kreis Bensheim, die
Lehrer=
ſtelle an der katholiſchen Schule zu Alsheim, Kreis
Worms.
* Der preußiſche Eiſenbahnetat ſieht für die
Eiſen=
bahndirektion Mainz und für die Erweiterung der
Bahnhöfe Kranichſtein und Bingerbrück je
50 000 Mark vor.
* Die gemeinſchaftlichen Sitzungen der
Finanz=
ausſchüſſe beider Kammern zur Beratung der
Finanz=
lage des Landes ſinden Dienstag, den 18. Januar,
nach=
mittags, und Donnerstag, den 20. Januar,
vormit=
tags, ſtatt.
L. Die Strafkammer bewies geſtern, daß
Verordnun=
gen recht alt werden können, ohne gültig zu ſein. Für
den Kreis Offenbach wurde wie auch anderwärts im Jahre
1891 unter Bezugnahme auf den Artikel 78 der Großh.
Kreis= und Provinzialordnung, ſowie auf das
Reichs=
ſtrafgeſetzbuch eine Polizeiverordnung erlaſſen, die das
nächt=
liche Herumtreiben der Proſtituierten unter Strafe ſtellt. Zut
derſelben hat der Kreisausſchuß und das Miniſterium die
erforderliche Zuſtimmung erteilt, auch entſpricht der Inhalt
vollkommen landesgeſetzlichen Vorſchriften, daher wurde
die Proſtituierte Katharina Keller von Frankfurt, die
nachts mit einem Herrn in Offenbach auf der Straße
be=
troffen wurde, angezeigt und vor Gericht geſtellt. Das
Schöffengericht ſprach ſie jedoch frei. In dem
letz=
ten Paragraphen der Verordnung iſt vorgeſchrieben, daß
dies nicht öffentlich bekannt zu machen, vielmehr nur den
„Intereſſenten” mitzuteilen ſei. Der oben bemerkte
Ar=
tikel 78 ſchreibt aber ausdrücklich vor, daß Verordnungen
der fraglichen Art vor ihrem Inkrafttreten der öffentlichen
Bekanntmachung im Kreisblatt bedürfen und das
Kreis=
amt veranlaßte, daß das Urteil mit Berufung angefochten
wurde, aber auch die zweite Inſtanz teilte die Anſicht des
Vorderrichters, daß die Verordnung ungültig ſei und
ver=
warf das Rechtsmittel.
Der 22 Jahre alte, wegen Diebſtahls, Betrugs und
Unterſchlagung beſtrafte, als Dieb rückfällige Johann
Joachimsmeier von Frohnhauſen trat am 5. Mai
vorigen Jahres in Offenbach bei einem Friſeur ein. Für
die Nacht wurde ihm das Zimmer eines Dienſtmädchens
angewieſen, in dem er, wie deutliche Spuren zeigten, auch
nächtigte. Anderen Morgens in aller Frühe verſchwand er
jedoch heimlich unter Mitnahme von Kleidungsſtücken
und Stoffen. Er beſtreitet entſchieden die Tat und will
damals bei dem Wirt Kalbfleiſch in Frankfurt geweſen
ſein. Durch den Arbeitsnachweis wird jedoch feſtgeſtellt,
daß er am 7. Mai und nicht ſchon am 5. in Frankfurt
er=
ſchien. Er hat von Heidelbera bereits 10 Monate
Ge=
fängnis und 3 Jahre Ehrverluſt auf dem Kerbholz, dazu
treten zwei weitere Monate und 2 Jahre Ehrverluſt.
Wäh=
rend er vorher beſtimmt verſicherte, er nehme keine Strafe
an, beruhigte er ſich ſchließlich bei dem Urteil.
Perſonalnachrichten der Oberpoſtdirektion
Darm=
ſtadt. Verliehen iſt: aus Anlaß des Scheidens aus
dem Dienſte: das Ritterkreuz 2. Klaſſe des Philippsordens
dem Telegraphenſekretär Nachtigall in Auerbach (Heſſen);
das preußiſche Allgemeine Ehrenzeichen dem
Oberpoſt=
ſchaffner Volz in Darmſtadt; ferner der Charakter als
„Rechnungsrat” dem Poſtmeiſter Kiſſeberth in
Pfung=
ſtadt; der Titel „Oberpoſtaſſiſtent” den Poſtaſſiſtenten
Amend in Erbach (Odenwald), Hein in Bensheim,
Men=
des in Gießen, Rehorn in Bingen (Rhein), Wilh. Weber
in Offenbach (Main); der Titel „Obertelegraphenaſſiſtent‟
dem Poſtaſſiſtenten Hofmann in Gießen. — Ernannt
wurde Poſtinſpektor Dörge in Alsfeld zum Poſtdirektor.
— Verſetzt wurde der Poſtſekretär Wilhelm Becker
von Offenbach (Main) nach Hanau und der Poſtaſſiſtent
Deiß von Goch nach Offenbach (Main). — Etatsmäßig
angeſtellt ſind als Poſtſekretär der charakteriſierte
Poſtſekretär Georg Becker aus Mainz in Heppenheim
7
(2.1
Nummer 10₰
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Januar 1910.
Seite 35.
(Bergſtraße); als Poſtaſſiſtent: der Poſtaſſiſtent Johann
Müller in Bingen (Rhein); als Telegraphenaſſiſtent: die
Telegraphenaſſiſtenten Horn und Schrimpf in Mainz;
etatsmäßig angeſtellt iſt ferner die Telegraphengehilfin
Schlamp in Mainz. — Beſtanden haben die
Telegra=
phenſekretärprüfung: der Oberpoſtaſſiſtent Heil in
Darm=
ſtadt; die Poſtaſſiſtentenprüfung: die Poſigehilfen Götz in
Nieder=Ingelheim, Flott in Groß=Steinheim, Heberer in
Sprendlingen (Kreis Offenbach), Köhler in Weiſenau,
Stru=
del in Lindenfels und Viſſel in Dieburg. —
Angenom=
men ſind als Telegraphengehilfin: Kath. Jung und Regina
Dietz in Mainz; als Poſtagentin: Eva Walldorf in
Par=
tenheim (Heſſen); als Poſtagent: Karl Schöck in
Garben=
teich (Kreis Gießen). — In den Ruheſtand treten:
Te=
legraphenſekretär Nachtigall und Telegraphengehilfin
Metzger in Mainz. — Freiwillig ausgeſchieden:
ſind Poſtgehilfe Schwarz in Zwingenberg (Heſſen) und
Poſtagent Walldorf in Partenheim (Heſſen). —
Geſtor=
ben ſind Oberpoſtpraktikant Lang in Darmſtadt,
Poſt=
ſekretär a. D. Hendſchel in München, Poſtverwalter a. D.
Büſching in Büdingen (Oberheſſen) und Poſtagent Schöck
in Garbenteich.
— Das neue Schulhaus in der Landwehrſtraße. In
einem Eingeſandt unſeres Blattes wurde vor einigen
Tagen angefragt, warum das neue Schulhaus in der
Landwehrſtraße nicht parallel zu dieſer Straße geſtellt
würde. Dieſe Sache wird dadurch erklärt, daß die Schule
in der Lagerhaus= und der Landwehrſtraße durch
einen Mittelbau verbunden wird. Es handelt ſich
da=
bei alſo um eine Gebäudegruppe, die als Ganzes
wirken muß, und es würde ſchlecht ausgeſehen haben,
wenn man die drei Teile parallel zu den verſchiedenen
Richtungen der Straßen geſtellt hätte. Dies wäre bei
Wohngebäuden und einer Fabrik das Richtige geweſen,
durfte aber bei einem großen öffentlichen Bau, der
frei=
ſteht, nicht geſchehen, wenn man nicht befürchten wollte,
ſeine Geſamtwirkung vollſtändig zu verderben.
— Die Darmſtädter Schloßfreiheits=Lotterie. Das
Großh. Miniſterium des Innern hat, wie ſchon
mitge=
teilt, der Stadt Darmſtadt die Erlaubnis erteilt, eine
Lotterie zu veranſtalten. Die Lotterie beſteht aus acht
Serien zu je 120000 Loſen zu 1 Mark. In jeder Serie
werden Gewinne im Geſamtbetrage von 45000 Mark
ausgeſpielt, und zwar: ein Gewinn zu 20000 Mart, ein
Gewinn zu 5000 Mark, drei Gewinne zu 1000 Mark,
vier Gewinne zu 500 Mark, 20 Gewinne zu 100 Mark,
100 Gewinne zu 20 Mark, 200 Gewinne zu 10 Mark,
3000 Gewinne zu 3 Mark, zuſammen 3329 Gewinne zu
45000 Mark. Die Ziehungen ſind auf Mai und
De=
zember der Jahre 1910 bis 1913 feſtgeſetzt. Der Vertrieb
der Loſe iſt in ganz Heſſen geſtattet. Ankündigung,
Aus=
gabe und Vertrieb der Loſe, ſowie die Ziehung dürfen
nicht während der Zeit des Vertriebs der Loſe der erſten
Klaſſe einer Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie
ſtatt=
finden.
— Kammermuſik=Vereinigung (de Haan, Schmidt,
Bornemann, Delp und Andrä). Wie bereits bekannt
gegeben, ſindet die zweite Matinee acht Tage früher
ſtatt, alſo nächſten Sonntag, den 16. Januar. Wurden
in der erſten Matinee Werke älterer Meiſter, wie
Mozart, Ruſt, Schumann zu Gehör gebracht, ſo wird
die zweite nur Novitäten für Darmſtadt bringen.
Dar=
unter ſind die beiden Streichquartette von
Hofkonzert=
meiſter Schmidt und dem Engländer Fowey noch im
Manuſkript, erleben alſo nächſten Sonntag ihre
Urauf=
führung.
— Auf dem Björnſon=Abend, der nicht (wie geſtern
irrtümlich mitgeteilt) am Samstag, ſondern am
näch=
ſten Freitag, 14. Januar, im Feſtſaale der
Turngemeinde ſtattfindet, wird die erſte Nummer
„Aaſes Tod” von Henrik Ibſen, mit der bekannten
Muſik von Edward Grieg, zum Vortrag kommen. Die
melodramatiſche Begleitung hat Fräulein Marie
Schwan hier übernommen; von der Firma Leopold
Schutter wurde der prachtvolle Ibach=Flügel des
letz=
ten Hofmuſikkonzertes dafür freundlich zur Verfügung
geſtellt. (S. Anzeige.)
Techniſche Hochſchule. Der Privatdozent für
Forſtwiſſenſchaft an der Techniſchen Hochſchule,
Ober=
förſter Dr. Alwin Schenck, wird einen einſtündigen
Vortrag über „Amerikaniſche Waldwirtſchaft” halten
Der Vortrag findet am Dienstag, den 18. d. M., abends
6 Uhr, im Hörſaal 141 ſtatt.
— Jubiläum. In der Maſchinenfabrik und
Müh=
lenbauanſtalt G. Luther, A.=G., Filiale Darmſtadt,
feierte geſtern der Bohrer Karl Volz ſein 25jähriges
Arbeitsjubiläum. Von Seiten der Direktion wurde
dem Jubilar ein namhafter Geldbetrag überreicht.
Auch die Beamten, Meiſter und Mitarbeiter bedachten
ihn mit Geſchenken; ein Beweis des guten
Einver=
nehmens zwiſchen Arbeitgeber und Arbeiter.
— Chriſtlicher Verein junger Männer Wartburg.
Eine etwas ſpäte, aber wohlgelungene Weihnachtsfeier
hielt im dichtgedrängten Saale des „Feierabend” der
„Chriſtliche Verein junger Männer Wartburg” ab. Um
das Gelingen des Abends hat ſich in erſter Linie der
Oberaſſiſtent Zehfuß verdient gemacht, der nicht nur
das Streichorcheſter und den Bläſerchor, wie den
Män=
nerchor leitete, ſondern auch am Klavier das Geigenſolo
des Herrn Weinmann (Konzert Nr. 2 in G=dur von
Seitz) begleitete und im Streichquintett (unter anderem
das Andante aus der „Symphonie mit dem
Pauken=
ſchlag” von Haydn) den Cellopart übernahm. Als
So=
liſtin erfreute auch Fräulein Baumüller, eine
be=
gabte Schülerin von Frau Dr. Walter, wieder einmal
die Hörer mit ihrem Geſang. Gegen Schluß des Abends
folgte dann noch eine originelle Aufführung, die unter
dem Titel „Die Weiſen aus dem Morgenland in
Ber=
lin” mit ſeinem Humor und doch tiefem Ernſt ein
leben=
diges Sittenbild unſerer Zeit entrollte. Man hätte das
Stück danach auch nennen können: „Was die Weiſen
erlebten, als ſie das Chriſtkind in Deutſchland ſuchten”
Im ganzen darf der Abend als ein beachtenswerter
Beitrag für gediegene volkstümliche Ausgeſtaltung von
Vereinsfeiern gelten.
— Frauenverein der Martinsgemeinde. Der 2.
Vor=
tragsabend des Frauenvereins der Martinsgemeinde
findet am Montag, den 17. Januar, abends im Ge
meindehaus, Mollerſtraße 23, ſtatt. Das Thema „Die
Frau im Beruf” welches Frau Profeſſor Dr.
Berger behandelt, wird ſicher für alle Mitglieder
und Freunde des Frauenvereins von großem
Inter=
eſſe ſein. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt.
** Der Jungliberale Verein Darmſtadt hielt
Diens=
tag abend ſeine Jahresverſammlung ab, zu der auch
Reichstagsabgeordneter Dr. Oſann erſchienen war.
Den Jahresbericht erſtattete der Vorſitzende, Ingenieur
Ritzert. Der gegenwärtige Stand der Mitglieder
beträgt 250. An Mitgliederbeiträgen gingen ein 805
Mark, an freiwilligen Beiträgen 130 Mark. Bei der
Vorſtandswahl wurden die bisherigen
Vorſtandsmit=
glieder durchgehends wieder gewählt. Der
Jahresbei=
trag wurde auf 2 Mark feſtgeſetzt, das Abonnement für
die „Jungliberalen Blätter” iſt in Zukunft von den
Mitgliedern ſelbſt zu bezahlen. Schließlich ſprach noch
Rechtsanwalt Dr. Hoffmann II. über die
Wahlrechts=
vorlage,
Der Katholikenverein hält am Sonntag ſeinen
Winterball ab. (Näh. ſiehe Anz.)
— Schützenhof. Heute beginnen wieder die
regel=
mäßigen Donnerstags=Konzerte. Dieſe werden von
der Kapelle des Großh. Art.=Regts. Nr. 61 ausgeführt.
(Näheres ſ. Anz.)
— Liane de Vriés, die auch hierorts beſtbekannte und
außerordentlich beliebte Pariſerin, wird demnächſt nach
mehrjähriger Pauſe hier wieder ein Gaſtſpiel abſolvieren.
Die Künſtlerin, die, wie ſie ſelbſt ſchreibt, ſtets mit
beſon=
derer Vorliebe nach Darmſtadt kommt, wird für ihr
hie=
ſiges Gaſtſpiel ein neues, beſonders gewähltes Repertoire
erſtmalig zum Vortrag bringen. Berechtigte Senſation
werden wiederum die neuen Prunkkoſtüme, Meiſterwerke
der Toilettenkunſt erſter Pariſer Ateliers, erregen. Liane
de Vriés beſitzt davon nicht weniger wie 31 Stück,
wo=
durch es ihr ermöglicht wird, zum Entzücken ihrer
zahl=
loſen Bewunderer beiderlei Geſchlechts ſich allabendlich in
anderer Koſtümpracht zu präſentieren.
* Die Eier werden billiger! In den nächſten Tagen
iſt ein Preisabſchlag für Eier zu erwarten, falls nicht
ſtarker und andauernder Froſt eintritt. Für die
Haus=
frauen wird dies eine freudige Ueberraſchung ſein; im
vorigen Jahre waren, wie erinnerlich, die Eierpreiſe
ſehr hoch. Die andauernde milde Witterung in faſt ganz
Europa iſt nicht ohne Einfluß auf die Produktion
ge=
blieben; die Hühner legen bei dem milden Wetter
flei=
ßig Eier, während um dieſe Zeit in den letzten Jahren
in den Hauptproduktionsländern Galizien, Ungarn,
Italien uſw. ſtarke Kälte herrſchte. So leſen wir in
einem Wiesbadener Blatt. Ob dieſer Preisabſchlag auch
an anderen Orten erfolgt, wiſſen wir freilich nicht.
§ Buttergewichtsreviſionen. Während des Monats
Dezember ſind durch die hieſige Polizei in 32
Geſchäf=
ten, welche abgepaßte Butterſtücke verkaufen, 385 Stücke
nachgewogen worden, wobei in 4 Geſchäften 20 Stücke
mit einem Mindergewicht von 10 bis 20 Gramm
vor=
gefunden wurden. Auf dem Wochenmarkt ſind 44
Buttergewichtsreviſionen vorgenommen und bei 182
nachgewogenen Stücken kein Mindergewicht feſtgeſtellt
worden.
§§ Milchreviſionen. Während des Monats
Dezem=
ber haben durch die hieſige Polizei 2898
Milchreviſio=
nen ſtattgefunden. Hierbei wurden 8 Proben teils
wegen zu geringen Fettgehalts und teils wegen Waſſer=
zuſatz beanſtandet und zwecks Unterſuchung dem
chemi=
ſchen Unterſuchungsamt übergeben. Infolge der
Be=
anſtandungen und zwecks näherer Aufklärung des
Sachverhalts war die Erhebung von 9 Liefer= und 5
Stallproben erforderlich. Außerdem ſind 40 Liter
ge=
wäſſerte Milch konfisziert worden.
§ Zu dem Selbſtmordverſuch wird uns noch
mitge=
teilt: Der Taglöhner machte am Dienstag einen
Ver=
giftungsverſuch, indem er Kreolin trank und auch
ſol=
ches ſeinen beiden Kindern im Alter von 5 und 3
Jah=
ren zu trinken gab. Dem Manne ſind am 7. Januar
1904 im Hauſe Langegaſſe 24 bei Ausbruch eines
Zim=
merbrandes drei Kinder im Alter von 3, 1½ und
¼ Jahr erſtickt.
§ Ueberfahren. Am Mittwoch vormittag wurde in
der Nähe des Arheilger Weges ein Fabrikarbeiter tot
aufgefunden. Der Mann iſt von einem Zug der
Odenwaldbahn überfahren worden.
*§** Auerbach, 11. Jan. Die Vorarbeiten für den
Schulhausbau ſind in Angriff genommen und
verſchiedene Pläne, wie wir hören, von acht Architekten
in Vorbereitung. Der Bau ſoll außer acht Schulſälen
Raum für eine Schulküche, Nähmaſchinenzimmer und
Bad erhalten. Alle Neuerungen ſollen in Anwendung
gebracht werden.
*§* Ingenheim, 12. Jan. In ſeiner letzten Sitzung
hat der hieſige Gemeindevorſtand beſchloſſen, die
Ge=
meinde Jugenheim an das Gruppengaswerk
Vergſtraße, A.=G., anzuſchließen. Damit vereinigt
nun dieſes Gaswerk die Orte Bensheim, Zwingenberg,
Alsbach, Bickenbach und Jugenheim. Bekanntlich hatte
Jugenheim einen Vertrag mit der Firma Hembel in
Berlin, die ein Gaswerk für die hieſige Gemeinde
er=
ſtellen wollte, abgeſchloſſen. Dieſer Vertrag erhielt
aber die behördliche Genehmigung nicht und mußte
wie=
der gelöſt werden. Wie wir hören, erhält die Firma
Hembel eine namhafte Abfindungsſumme.
Offenbach, 12. Jan. Die „Offenb. Ztg. ſchreibt: Die
Steuerzahler werden über eine Nachricht, die heute aus
dem Stadthauſe kommt, ſehr erfreut ſein — hoffentlich
nicht vergebens. Wie uns mitgeteilt wird, hat ſich bei
einer wiederholten Nachprüfung der Gaswerksrechnung
er=
geben, daß verſchiedene aus dem Betriebe des Gaswerkes
ſich ergebende Summen unberückſichtigt geblieben ſind.
Nach Einſtellung dieſer Beträge in die Gaswerksrechnung
wird ſich der Ueberſchuß des Gaswerkes weſentlich
er=
höhen, ſo daß vorausſichtlich nicht nur der im Voranſchlag
eingeſetzte Betrag erreicht, ſondern ſogar noch etwas
über=
ſchritten wird. — Hoffentlich bleibt’s dabei und ſtellt ſich
nicht nachträglich heraus, daß man auch bei den Ausgaben
Verſchiedenes „überſehen” hat.
Rüſſelsheim, 12. Jan. Die Stukkateure Wilh.
Hanbach, Friedrich Schlappert und Wilhelm
Schmitt aus Mainz ſind in einer Halle der
Opel=
ſchen Fabrik mit Stuckarbeiten beſchäftigt und
arbei=
teten geſtern in einer Höhe von 7 Meter am Eingipſen
der Decke. Plötzlich ſtürzte das Gerüſt
zuſam=
men und die drei Arbeiter ſtürzten mit hinab in die
Tiefe. Schlappert trug ſchwere Kopfverletzungen und
Hanbach einen Beinbruch davon, ſie wurden beide im
Automobil ins Rochushoſpital gebracht, während
Schmitt, der erhebliche innere Verletzungen erlitt, in
ſeine Wohnung nach der Holzſtraße kam.
Mainz, 12. Jan. In dieſem Jahre finden die
Er=
gänzungswahlen zur
Stadtverordneten=
verſammlung ſtatt. Es ſind zwanzig
Stadtver=
ordnete zu erſetzen, darunter ſechs, die geſtorben und
einer, der nach Ludwigshafen verzogen iſt. Von den
Ausſcheidenden gehören 5 der nationalliberalen, 5 der
freiſinnigen, 4 der demokratiſchen und5 der
ſozialdemo=
kratiſchen Partei an.
Lanbenheim, 12. Jan. Auf der Straße unweit des
hieſigen Ortes verunglückte geſtern ein Knecht aus
Bodenheim dadurch, daß er vom Wagen fiel. Der mit
40 Zentnern beladene Wagen ging dem Burſchen
dop=
pelt über die Beine. Schwerverletzt wurde er vorerſt
nach Hauſe gebracht.
Worms, 11. Jan. Die Wahl des Regierungsaſſeſſors
Kranzbühler zum Bürgermeiſter von Biebrich auf
12 Jahre iſt von der Regierung in Wiesbaden beſtätigt
worden.
Wörrſtadt, 12. Jan. Ein hieſiger Gaſtwirt wollte
mit einem alten Flobertgewehr nach Ratten
ſchießen. An der undichten Verſchlußſtelle ſchlugen
beim Schießen die Pulvergaſe heraus und verletzten
den Schützen ſchwer am rechten Auge. Infolge eines
Bluterguſſes in das Innere des Auges iſt die Sehkraft
vorläufig vollſtändig verloren.
Gießen, 11. Jan. Ein fremder junger Mann hatte
geſtern hier einen Freund beſucht und hatte mit dieſem
ſtark gekneipt. Heute früh fand er ſich in der
Die Mode im Winterkurort.
— Aus Paris wird geſchrieben: Die Modedame,
die für die Feſtzeit des wechſelnden Jahres auf
Erhol=
ung von den Anſtrengungen der Hochſaiſon ſinnt, wird
von zwei Kontraſten des Klimas und der Natur
ange=
zogen, die beide ihre eigenartigen Reize bieten. Auf
der einen Seite lockt in den dunklen Wintertagen der
Sonnenglanz des Südens und die weiche Luft der
Ri=
viera; andererſeits aber wird ſie Stählung für ihre
Nerven am beſten auf den klaren Höhen der Alpen
finden. St. Moritz und Nizza, das ſind die Orte,
zwi=
ſchen denen ſie wählen muß. Und dieſe Wahl wird
noch erſchwert durch die verführeriſchen Toiletten, die
in gleicher Eleganz und Pracht für den Süden wie für
das Engadin vorgeſehen ſind. Die großen Künſtler der
Rue de la Paix, die alle verſchwiegenen Wünſche ſchöner
Frauen zu erraten wiſſen, haben in dieſen Roben, die
für den kurzen Winterausflug beſtimmt ſind, ihr
Höch=
ſtes geleiſtet. Kleider, ſo luftig und zart, daß ſie
be=
reits des Sommers Schönheit ahnen laſſen, rivaliſieren
mit Toiletten, ſo prunkvoll, ſchwer und doch bequem,
daß ſie allen Angriffen des Winterwetters gewachſen
ſind. Die Reichhaltigkeit der Formen und die
Ver=
ſchiedenheit der Zwecke wird bei den neueſten
Schöpfun=
gen der Modekunſt dadurch begünſtigt, daß diesmal die
ſeltſamſten Zuſammenſtellungen von Stoffen und
Sti=
len beliebt ſind. Roben, die zugleich aus Tuch, Samt
und Seide beſtehen, in denen eine Pelzgarnitur ſich mit
einer Spitzendraperie vereinigt, bilden den Clou der
Saiſon. Das Ueberkleid unterſcheidet ſich vom
Unter=
gewand völlig durch Material und Form und
kontra=
ſtiert zugleich auch mit der noch darüber gelegten
Dra=
perie. Aus den heterogenſten Einzelheiten baut ſich die
Kompoſition der ganzen Toilette auf, und eine reiche
Skala von Stoff= und Farbentönen muß zur Einheit
zuſammengeſchloſſen werden. Die Nüance herrſcht mehr
in der Mode denn je. Ganz maleriſch wie etwa ein
Stilleben von Manet ſoll das Kleid koloriſtiſch geſtimmt
werden. Ein ruhiger, zuſammenhaltender Grundton
wird im Unterkleid angeſchlagen, gewöhnlich ſchwarz
oder, wenn eine ganz helle Harmonie beabſichtigt iſt,
ſilbergrau. In einem ſtarken Gegenſpiel iſt dann der
Ton des Obergewandes darauf geſetzt, und nun ſtellen
zahlloſe Einzelheiten des Ueberwurfes, der
Garnier=
ung und Applikation aller Art den wohltuenden
Ein=
druck einer reichen und ruhigen Geſamtwirkung her.
Bei dieſer Auflöſung der Form in Farben kann jeder
beſtimmte Schnitt, jede feſte Fügung der Linien
aufge=
geben werden. Hiſtoriſche Phantaſien tauchen da vor.
uns auf, Kompoſitionen aus Samt und Spitzen im
Stil Ludwigs XIII., Symphonien à la Vigée=Lebrun
in Korallenrot und Weiß, Stimmungen aus den
Bil=
dern Giorgiones und Tizians. Die Toilette wird zur
lebenden Malerei und trägt eine feſtliche
Märchenſtim=
mung in die eleganten Kurorte.
Vorträge.
Im ziemlich gut beſetzten Kaiſerſaal hielt am
Diens=
tag abend der holländiſche Dichter Friedrich van Eeden
einen Vortrag über „Die Miſſion des Dichters”.
Wie der Redner eingangs ſeines Vortrages ausführte, lag
es ihm fern, ſich ſelbſt als einen ganz von ſeiner Miſſion
erfüllten und dieſe erfüllenden Dichter hinzuſtellen.
Viel=
mehr wolle er das Ideal eines wahren Dichters ſchildern,
vor dem er eine unendlich hohe, alles beherrſchende
Auf=
faſſung offenbarte. In etwa folgendem Gedankengange
legte der Dichter dann ſeine Anſicht über die hohe Miſſion
der Dichtkunſt dar:
Bis in die neuere Zeit hinein wurden die Dichter in
ihrer eigentlichen Beſtimmung verkannt, ſie galten nicht
mehr und nicht weniger als Hofnarren. Erſt Italien
be=
gann ſeine Dichter richtig zu würdigen mit Dante. Die erſten
aber, die ſelbſt von der hohen Miſſion des Dichters erfüllt
waren, und ſelbſt ſich an die Spitze des Geiſteslebens
ſtell=
ten, waren Schiller und Goethe. Sie ſind auch
Be=
weis dafür, daß Verſemachen und Dichten
grundverſchie=
dene Begriffe ſind. Verſemachen hat mit Dichten nicht
mehr gemein, als etwa Geräuſch mit Muſik. Schiller war
ein ſchlechter Verſemacher, auch ſeine Dramen ſind nicht
einwandfrei, aber er war ein Dichter, weil er es in ſeiner
Perſon war, weil er ganz von ſeinem hohen führenden
Beruf als Dichter durchdrungen war. Die Unterſcheidung
zwiſchen Wahrheit und Dichtung, die zum geflügelten Wort
geworden, iſt falſch. Dichtung ſoll immer Wahrheit ſein;
aber eine Wahrheit, die der Dichter erſt geſchaffen hat.
Schiller ſagte, der Dichter iſt der einzig wahre Menſch.
Das iſt ſo zu verſtehen, daß der Dichter mehr leben, mehr
und beſſer, feiner empfinden muß als andere Menſchen und
daß er das ſo Empfundene und Erlebte aus des Daſeins
Wirklichkeit als Wahrheit der Menſchheit gibt in ſeinen
Worten und Werken. Er ſoll vermehrt zurückgeben, was
er vom Leben empfangen. In einem Leben voll harter
heißer Kämpfe habe Redner zu dieſer Erkenntnis ſich
durchgerungen. Er habe erkannt, daß die Menſchheit krank
ſei, und ſei Arzt geworden, um den kranken Leib zu
hei=
len. Da kam die Erkenntnis, daß nicht der Leib, daß die
Seele krank ſei, und er ſuchte die Seele durch Geſundung
des Leibes zu heilen (Hypnoſe). Und er erkannte, daß
auch das nicht der rechte Weg; er kam zu der
Ueberzeu=
gung, daß die Geſellſchaftsorganiſation krank und
unge=
recht ſei, auf menſchliches Elend aufgebaut, und er wurde
Koloniſator und erkannte, daß die Produktionsweiſe der
Menſchheit geändert werden muß. Neben all dieſer
Tä=
tigkeit hielt und feſſelte ihn ſein Dichterberuf, in dem er
der Menſchheit gab, was er an Erkenntnis errungen. Der
Dichter ſoll der Menſchheit Prophet, Führer ſein. Davon
war Schiller mehr durchdrungen als Goethe und weil er in
dieſer Erkenntnis Goethe vom Wiſſenſchaftler wieder zum
Dichterberuf führte, war dieſer ihm ſo unendlich dankbar.
Daher die innige große Freundſchaft. Für ihn, Redner, gebe
es eigentlich keinen Unterſchied zwiſchen Religion,
Wiſſen=
ſchaft und Dichtkunſt. In unſerer Zeit brauchen wir die
Einheit der drei mehr denn je, ſie gibt eine Schönheit der
Seele. Der Mangel an Schönheit, am Erhabenen iſt der
Fluch unſerer heutigen Geſellſchaft. Wenn der Dichter ſein
Führeramt nicht hält, wird die große Schönheit, die die
Menſchheit erlöſen und beglücken ſoll, nicht kommen.
So ungefähr ſprach der Dichter. Für viele ſeiner
Hörer und für den weitaus größten Teil der Geſamtheit
ſtellt er ſich damit allerdings weit über die Wirklichkeit
unſerer Zeit. Aber es iſt ein Hocherfreuliches, daß dieſe
Zeit noch Männer gebiert, die im Ringen mit ihr und
ihrem Realismus ſich eine ſo hohe ideale Auffaſſung zu
eigen machen können, die von einem heiligen Glauben an
ihr Prieſteramt erfüllt ſind, an die prophetiſche Miſſion
des Dichters. Für dieſe Erkenntnis ſei Friedrich van
Eeden gedankt, wenn es auch wenigen vergönnt ſein wird,
St.
ihm auf ſeiner Bahn zu folgen.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Januar 1910
Nummer 10.
israelitiſchen Kapelle am neuen Friedhof vor; wie
er da hineingekommen iſt, weiß er nicht.
A Gießen, 12. Jan. An der nun ſchon ſeit einigen
Jahren im Bau begriffenen nenen Irrenanſtalt
Waldhof bei Gießen iſt man gegenwärtig mit
dem inneren Ausbau beſchäftigt. So ſind jetzt auch die
Inſtallationsarbeiten für die Waſſerverſorgung und die
Kanaliſation der verſchiedenen Anſtaltsgebäude
öffent=
lich ausgeſchrieben und kommen demnächſt zur
Ausfüh=
rung. Die Anſtalt bezieht ihr Waſſer vom hieſigen
ſtädtiſchen Waſſerwerk, das mit Rückſicht auf den
ver=
mehrten Waſſerverbrauch durch den Anſchluß der
Irren=
anſtalt, ſowie des neuen Univerſitätsinſtituts, zur Zeit
nicht mehr allen Anforderungen genügen konnte und
eine Erweiterung erforderlich machte. Das Gebiet der
neuen Irrenanſtalt, das zwiſchen der Licher Straße und
dem alten Schiffenberger Weg gelegen iſt, umfaßt
un=
gefähr 23 Hektar, von denen der größte Teil vor dem
Walde liegt und zur Beſchäftigung der Kranken im
Freien als Gartenland oder Feld benutzt werden ſoll.
Bei der Anordnung der einzelnen Gebände hinſichtlich
ihrer Lage zueinander, ging man von dem Gedanken
aus, die Wohnungen der Aerzte und Beamten, ſowie
die Verwaltungs= und Wirtſchaftsgebäude vor dem
Walde in nächſter Nähe der Licher Straße zu
errich=
ten und deren Zugänge nicht durch das Gebiet der
eigentlichen Anſtalt zu führen, während die
Kranken=
gebäude, ſowie deren ſpätere Erweiterungsbauten
mög=
lichſt in den Wald hinein verlegt werden ſollten. Zu
den Wohn= und Verwaltungs=Gebäuden gehören die
Direktorwohnung auf dem ſogenannten „
Tannenkopf=
die Oberarztwohnung, der Haupteingang der Anſtalt
mit dem Pförtnerhaus, in dem ſpäter auch noch der
Maſchinenmeiſter Wohnung findet, ferner das
eigent=
liche Verwaltungsgebäude, die Aufnahmegebäude der
Frauen= und Männerſeite, die Wirtſchaftsgebäude mit
den Koch= und Waſchküchen und dem Keſſelhaus mit 4
Hochdruckdampfkeſſeln und dem über 40 Meter hohen
Schornſtein. Von hier aus wird der Dampf in
unter=
irdiſchen Kanälen den einzelnen Gebäuden zugeführt,
um zur Heizung der Räume, zum Kochen der Speiſen
und zum Waſchen der Wäſche benutzt zu werden. Von
den eigentlichen Krankengebäuden liegt nur das
Land=
haus für ruhige Frauen vor dem Walde. Im ganzen
ſind elf Gebäude zur Behandlung der verſchiedenſten
Arten von Nerven= und Geiſteskranken errichtet
wor=
den, von denen „das feſte Haus” zur Aufnahme der
geiſteskranken Verbrecher und der tobſüchtigen und
ge=
walttätigen Kranken beſtimmt iſt. Die Krankengebäude
ſind getrennt für die Männer= und Frauenabteilung
und beſtehen aus je einem Gebäude für „
Wachbedürf=
tige” für „Pflegebedürftige”, für „Unruhige” und je
zwei Landhäuſern für ruhige „Penſionäre‟. Die
Neu=
bauten weiſen ohne Ausnahme die allereinfachſten
For=
men auf und geben infolge ihrer geſchickten
Gruppier=
ung unter Vermeidung alles unnötigen Schmuckes ein
außerordentlich maleriſches Bild ab, in das auch die
vor dem Walde erbaute Kapelle, die den Stil einer
dberheſſiſchen Dorfkirche zeigt, vortrefflich hineinpaßt.
Das ganze Anſtaltsgebiet iſt nach dem Felde zu mit
einer Hecke umpflanzt, die bis über Manneshöhe
voll=
kommen dicht und undurchſichtig gezogen werden ſoll
und die einen Durchblick auf die im Garten und Feld
arbeitenden Kranken nicht mehr geſtattet. Die Pläne
für die geſamten Anſtaltsgebäude ſind von dem Großh.
Bauinſpektor Schön entworfen worden, dem auch die
Ausführungsarbeiten durch ein beſonderes
Neubau=
bureau vom Großh. Miniſterium übertragen waren.
Friedberg, 11. Jan. Die Einführung des
neu ernannten Direktors der Auguſtinerſchule, des
Profeſſors Dr. Ritſert von Darmſtadt, fand geſtern
morgen im Feſtſaale der Anſtalt ſtatt. Hierzu hatten
ſich Vertreter der Stadtverordneten und ſämtlicher
hie=
ſigen Lehranſtalten, ſowie das Lehrerkollegium der
Schule eingefunden. Eingeleitet wurde die Feier durch
einen Vortrag des Schulorcheſters und den Choral
„Lobe den Herrn‟ Geh. Oberſchulrat Nodnagel
ſtellte den neuen Leiter der Anſtalt den Lehrern, Gäſten
und Schülern vor. Er wies auf das reiche Arbeitsfeld
hin, das zu bearbeiten dem neuen Direktor in der
Doppelanſtalt Gymnaſium und Realſchule harre, und
gedachte des leider ſo früh und jäh verſtorbenen
ſeit=
herigen Direktors Dr. Balſer, der mit unermüdlichem
Fleiß, ſeltener Energie und ſtrenger Gerechtigkeit ſein
ſchwieriges Amt verwaltet habe, und wünſchte dem
neuen Direktor gleich ſchöne Erfolge. Profeſſor Grein
begrüßte im Namen des Lehrerkollegiums den neuen
Leiter und wünſchte, daß das Zuſammenarbeiten in
gleich harmoniſcher Weiſe, wie ſeither, auch unter der
neuen Leitung geſchehen möge. Hierauf nahm Direktor
Dr. Ritſert das Wort. Es werde ſein Beſtreben ſein,
das Vertrauen, das die Schulbehörde auf ihn geſetzt,
zu rechtfertigen. Zum Gelingen bedürfe es aber der
Mitwirkung des Lehrerkollegiums, des Elternhauſes
und der Schüler, um die Anforderungen zu erfüllen,
die heute an eine höhere Schule geſtellt ſeien. Die
würdige Feier ſchloß mit einem Doppelchor unter
Be=
gleitung des Schülerorcheſters und unter Leitung des
Muſiklehrers Reallehrer Müller.
Aſſenheim, 11. Jan. Geſtern vormittag wurde die
13jährige Tochter eines hieſigen Landwirts plötzlich
ohnmächtig. Der herbeigerufene Arzt ſtellte feſt, daß
das Kind mißbraucht worden iſt. Auf Zureden der
Eltern und des Arztes geſtand das Mädchen, daß es
mit einem 46jährigen Eiſenbahnbeamten, der in dem
Hauſe wohnt, ſeit einigen Monaten Verkehr gehabt
hat. Als man den Menſchen ſpäter ſuchte, um ihn
feſt=
zunehmen, hatte er Selbſtmord in der Nidder
be=
gangen.
Büdingen, 11. Jan. Gegen die Vorſtandsmitglieder
der in Konkurs befindlichen Ober= Mockſtädter
Vorſchuß= und Kreditkaſſe iſt vom
Konkurs=
verwalter Klage erhoben worden. Ihr Vermögen iſt
unter gerichtlichen Arreſt gelegt. Auf Beſchluß der
Ge=
neralverſammlung iſt auch Klage auf Schadenerſatz
gegen die Mitglieder und den Vorſitzenden des
Auf=
ſichtsrates erhoben worden.
(*) Lich, 11. Jan. Während man ſonſt die
Er=
innerungen an alte Zeiten zu erhalten ſucht, trägt
un=
ſere Stadt den alten Feſtungswall ab, der die
Stadt noch teilweiſe umgibt. Damit verſchwindet
wie=
der ein Stück von den ehemaligen Feſtungswerken der
Stadt, die vor wenigen Jahrzehnten noch ziemlich
voll=
ſtändig erhalten waren.
— Am Dienstag abend hielten die Ortsgruppen
Darmſtadt vom Odenwaldklub und vom
Luft=
flottenverein im Saalbau einen
Vortrags=
abend ab. Der große Saal war dicht beſetzt. Wie
konnte es auch anders ſein, da einer der
hervorragend=
ſten Männer zur Behandlung eines aktuellen Themas
gewonnen war: General von Nieber=Mannheim,
der Vorſitzende des Deutſchen Luftflottenvereins. Er
ſprach über die Luftſchiffahrt. Der General, dem
das Publikum mit großer Hochachtung und viel
In=
tereſſe begegnete, gab einen geſchichtlichen Rückblick über
die Beſtrebungen zur Eroberung der Luft im
Alter=
tume, im Mittelalter und in der Neuzeit, kennzeichnete
den gegenwärtigen Stand der Erfindungen in der
Luft=
ſchiffahrt und warf einen Blick in die Zukunft. In
den letzten beiden Jahren iſt ſo viel in den Zeitungen
über die Luftſchiffahrt erſchienen, daß kaum mehr
Neues geſagt werden kann. Wie es aber der Redner
vorbrachte, war ungemein inſtruktiv für das
Laien=
publikum. Es werden aus dieſem Grunde hier nur
einige der markanten Sätze hervorgehoben, die aus der
perſönlichen Anſchauung des Redners hervorgingen.
Bis vor kurzem wurde die Luftſchiffahrt als nicht
viel mehr denn als Sport betrieben. Erſt der
Auto=
mobilismus und die dadurch hervorgerufene Induſtrie
in der Motorkonſtruktion führten zum Studium der
Motorluftſchiffahrt. Nach dem gegenwärtigen Stande
der Erfahrungen hat dieſe einen wirklich praktiſchen
Nutzen noch nicht. Es könnte höchſtens mit ihrer Hilfe
im Kriegsfalle aus einer eingeſchloſſenen Stadt die
Verbindung mit der Außenwelt hergeſtellt werden.
Aber was die Hauptſache iſt: für Verkehrszweche
iſt die Motorluftſchiffahrt noch nicht mit abſoluter
Sicherheit verwendbar. Wird dieſer Erfolg erzielt,
dann werden die Kugelballons immer noch völliger außer
Funktion geſetzt. Es bedarf ihrer die Wiſſenſchaft nach
wie vor zu Hochflügen zum Zwecke aſtronomiſcher
Be=
obachtungen. Mit bemannten Kugelballons hat man
bisher eine Höhe von 12000 Meter erreicht, unbemannte
Ballons und Drachen mit ſelbſttätigen
Regiſtrierappa=
raten ſteigen um das Vielfache höher. Höhen von 12000
Meter kann der Motorballon nicht erreichen.
Frank=
reich hatte die Führung in den Erfindungen der
Mo=
torluftſchiffahrt. Dank Zeppelin und den anderen
Pionieren überflügelte Deutſchland bald Frankreich im
Bau und in der Anwendung der Motorballons; in
denjenigen der Aeroplane iſt uns Frankreich nach wie
vor über Aber den deutſchen Vorſprung wollen wir
behaupten und erweitern. Die äußeren Erfolge
kenn=
zeichnen ſich gegenwärtig in den allen bekannten
Fern=
fahrten der Z.=Schiffe und des P. III. und in den
Flügen mit Aeroplanen bis zu 250 Kilometer
Ent=
ernung und bis über 1000 Meter Höhe. Das ſind
Er=
folge keuntnisreicher und kühner Menſchen. Jene
be=
rechtigen aber nicht zu der Annahme, daß die
Fliege=
kunſt ſchon Gemeingut geworden iſt. Sie ſoll es erſt
werden. Hoffentlich bringt uns das Jahr 1910 noch
Ueberraſchungen. Weniger in der Motorluftſchiffahrt
da ſind zunächſt noch große Verbeſſerungen nötig an
Motor, äußerer Form und Propellern, man erhofft mit
einem Turbinenmotor gute Reſultate —, als vielmehr
in der Aviatik. Aber auch dieſe kann erſt als vollendet
angeſehen werden, wenn wir Schwingenflieger beſitzen,
alſo Aeroplane mit beweglichen Trageflächen, damit
das Fliegen der Vögel nachgeahmt werden kann.
Es iſt wahrſcheinlich, daß ſchon in dieſem Jahre ein
großes Paſſagierſchiff von 150 Meter Länge und einer
ſalonartig eingerichteten Kabine in der Mitte des
Laufganges die Z.=Werft in Friedrichshafen verläßt.
Die ganze Luftſchiffahrt ſteckt heute noch in den
Kinder=
ſchuhen; aber wir ſind auf dem beſten Wege, das Größte
zu erreichen, der vielverheißende Anfang iſt gemacht.
Viele Lichtbilder von Aeroplanen und
Motorluft=
ſchiffen vervollſtändigten das geſprochene Wort.
Die Begrüßungsrede hatte Herr Profeſſor Kiſſinger
gehalten, während das Schlußwort Herr General von
Eckenbrecher ſprach, das in einem warmen Appell zum
Beitritt in den Luftflottenverein ausklang.
— Martinsgemeinde. In nahezu
einſtün=
digem Vortrag ſprach Herr Pfarrer D. Waitz am
Mon=
tag über das Thema: „Was verdanken wir evangelie
ſche Männer unſerer Kirche?‟ Es iſt ein geheiligtes
Recht und eine heilige Pflicht, für das Erbe unſerer
Väter einzutreten, zu verteidigen und zu wahren die
teuerſten Güter: die Freiheit des Glaubens und des
Gewiſſens und die auf dem Grunde des Evangeliums
erwachſene Geſittung und Bildung. Das, was wir
unſerer evangeliſchen Kirche verdanken, möge in kurzen
Worten geſagt ſein: 1. die Bibel, jenes große Werk
unſeres Reformators Dr. Martin Luther. Die
Erin=
nerung an die Zeit jener großen geiſtigen Erhebung
möge zwiſchen den Evangeliſchen das Bewußtſein
gei=
ſtiger Zuſammengehörigkeit ſtets rege erhalten und
allen ein Mahnruf ſein, über dem Erbe der
Reforma=
tion, dem Kleinod des evangeliſchen Glaubens, allezeit
zu wachen. 2. das deutſch=evangeliſche Kirchenlied.
Männer wie Graf Zinzendorf, Gellert, Terſteger, E.
M. Arndt, Paul Gerhardt; ſie alle ſind Sänger des
Evangeliums in allen ihren Liedern, die ergreifend
und erhebend auf unſer Herz wirken. Zum dritten
verdanken wir unſerer evangeliſchen Kirche große
Män=
ner. Nennen wir nur Dr. Martin Luther, Philipp der
Großmütige, Männer, die uns frei machten; Bismarck,
Roon, Helden mit hohem Verantwortlichkeitsgefühl
und Pflichtbewußtſein; in der Jetztzeit Graf Zeppelin,
der Eroberer der Lüfte, ein Mann mit kühner
Glau=
benszuverſicht und kindlicher Demut, ſo haben wir es
mit Perſönlichkeiten zu tun, welchen es von der
Vor=
ſehung beſchieden war, beſtimmend und geſtaltend in
den Verlauf der Geſchichte einzugreifen. Wir haben
als Volk nichts Größeres als unſere großen Männer.
Sie ſind groß nicht nur, weil ſie die Züge ihres Volkes
tragen, ſondern auch damit ihr Volk ſich nach ihnen
bilde. — Die anregenden und intereſſanten
Ausführ=
ungen des verdienten Redners ernteten den lebhaften
Beifall der Hörer. Der Schriftführer der
Männerver=
einigung, welcher an Stelle des verhinderten
Vorſitzen=
den die Verſammlung auch begrüßt hatte, ſprach ſodann
noch den Wunſch aus, daß die evangeliſchen Männer
unſerer Gemeinde immer ſo zahlreich erſcheinen
möch=
ten, wie dies bisher der Fall geweſen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 11. Jan. Der
Kron=
prinz und die Kronprinzeſſin haben heute
nachmittag, einer Einladung des Fürſten v. Pleß
fol=
gend, ſich nach Fürſtenſtein in Schleſien begeben.
Mor=
gen abend erfolgt die Weiterreiſe nach Oels. Die
Rück=
kehr nach Berlin findet Samstag, den 15. Januar,
abends, ſtatt. — Der chineſiſche Prinz Tſai=
Hſün trifft mit den Mitgliedern der chineſiſchen
Stu=
dienkommiſſion heute abend 10 Uhr mittels
Sonder=
zuges auf Bahnhof Friedrichſtraße von Eſſen kommend
in Berlin wieder ein und nimmt im Hotel Adlon
Woh=
nung. — Die Kriminalpolizei verhaftete
geſtern einen unter der Bezeichnung „Bachelor of Arts”
an der Humboldt=Akademie als Dozent wirkenden
Ar=
thur Lindenſtead, der in Wirklichkeit Hausdiener
ge=
weſen iſt und wegen Entziehung von der Militärpflicht
von den Militärbehörden geſucht wurde. Vor drei
Wochen ließ ſich der Schwindler, der in Wirklichkeit
Wielinsky heißt, in London mit einer jungen
Ber=
linerin trauen. Als das Paar hierher zurückkehrte,
erfuhr die junge Frau, daß ihr Mann gar nicht Bachelor
of Arts ſei und gar nicht Lindenſtead heiße. Sie teilte
ihre Entdeckung dem Generalſekretär der Humboldt=
Akademie mit, der die Verhaftung des Schwindlers
veranlaßte. Wielinsky betrieb auf eigene Hand ein
eifriges Studium, brachte es auch ſoweit, daß er als
Sprachlehrer Tüchtiges leiſtete und ein gutes
Einkom=
men hatte. Er wurde von der Kriminalpolizei
vorläu=
fig der Militärbehörde übergeben, weil er ſich, wie
mit=
geteilt, ſeiner Militärpflicht entzogen hat. Nebenher
geht gegen ihn die weitere Unterſuchung wegen
an=
derer Straftaten.
— Frankfurt, 12. Jan. Morgen ſind es 25 Jahre,
daß Polizeirat Rumpf in Frankfurt a. M.
er=
mordet wurde, ein Verbrechen, das ſeinerzeit ein
un=
geheures Aufſehen erregte. Am 13. Januar 1885 fand
man den Genannten abends zwiſchen 7½ und 8 Uhr
in dem Garten ſeiner Behauſung, Sachſenlager Nr. 5,
meuchleriſch erſtochen auf. Den alsbald eingeleiteten
umfaſſenden Maßregeln gelang es, ſchon nach wenigen
Tagen den Mörder, den Schuhmacher Julius Lieske
aus Zoſſen, in Hockenheim bei Mannheim zu ergreifen.
Er büßte demnächſt auf dem Schaffot ſeine Untat.
Barmen, 12. Jan. Eine ſchwere Gasexploſion
ereignete ſich heute morgen in der zweiten Etage eines
Hauſes in der Bredderſtraße. In einer nicht mehr in
Ge=
brauch befindlichen Gasleitung des Hauſes entſtand
plötz=
lich aus unbekannter Urſache eine Exploſion, die große
Verheerungen anrichtete. Die Decken wurden
herunter=
geſchleudert, Fenſter zertrümmert, Türen ausgehoben uſw.
Die Bewohner des Hauſes blieben unverletzt. Dagegen
fand man in der dritten Etage, wohin das Gas geſtrömt
war, einen 60jährigen Bandwirker namens Berkhaus tot
vor. Seine Tochter lag beſinnungslos am Boden, konnte
aber wieder ins Leben zurückgerufen werden.
Leipzig, 11. Jan. In ihrer Nummer vom 9. Juli
vergangenen Jahres richtete die ſozialdemokratiſche
„Leipziger Volkszeitung” in einem „
Land=
wehrübung” überſchriebenen Artikel ſchwere Vorwürfe
gegen das Kommando des 7. ſächſiſchen Artillerie=
Re=
giments Nr. 77 in Leipzig=Gohlis und gegen den bei
dieſem Regiment ſtehenden Leutnant W. Es wurde
ge=
ſagt, daß die bei dem Regiment zu einer 14tägigen
Uebung eingezogenen Landwehrleute äußerſt ſchlecht
be=
handelt und geſchunden worden wären. Im Anſchluſſe
daran war das Verhalten des obenerwähnten
Leut=
nants gegen die Landwehrleute einer abfälligen Krie
tik unterzogen worden. Vom Regimentskommando
wurde daraufhin gegen die „Leipziger Volkszeitung‟
trafantrag wegen Beleidigung geſtellt, und die
Staatsanwaltſchaft übernahm die Strafverfolgung im
Offizialverfahren. Von der 3. Strafkammer des
Land=
gerichts wurde der verantwortliche Redakteur des
Blattes heute wegen Beleidigung zu 400 Mark
Geldſtrafe verurteilt.
Hamburg, 11. Jan. Der bei Kingſton an Grund
geweſene Dampfer „Prinz Joachim” iſt ohne
Beſchädigung wieder flott geworden und hat ſeine
Reiſe nach Colon fortgeſetzt.
Kiel, 11. Jan. Der zweite Vertreter der
Staats=
anwaltſchaft im Werftprozeß, Staatsanwaltſchaftsrat
Marſchner, iſt zum 1. Februar nach Frankfurt a. M.
verſ etzt.
Gleiwitz, 12. Jan. Beim Jahrmarktfeſte ſtürzte
geſtern im Konzerthauſe ein Teil der Halle in den
Saal hinunter. Ein Eiſenbahnbeamter wurde von einem
herabſtürzenden Balken ſo ſchwer getroffen, daß er an
ei=
nem doppelten Schädelbruch bald ſtarb.
Wien, 11. Jan. Der Bankier Friedrich Reicher,
der nach Verübung großer Wechſelfälſchungen im
April 1909 aus Wien flüchtete, wurde in Irun in den
ſpaniſchen Pyrenäen verhaftet.
Paris, 11. Jan. Vor der Zivilkammer des
Appell=
gerichts kam heute der Streit zwiſchen der
Prinzeſ=
ſin Luiſe von Koburg und der Baronin
Vaughan wegen des Schloſſes Balincourt zur
Verhandlung. Auf Antrag der Prinzeſſin waren im
Schloß Siegel angelegt worden, die jedoch nach dem
Urteil erſter Inſtanz entfernt werden ſollen, unter
Auf=
nahme des Inventars derjenigen Kunſt= und
Schmuck=
gegenſtände, die eventuell als zum Nachlaß des Königs
Leopold gehörig angeſehen werden könnten. Gegen
dieſes Urteil hat die Baronin appelliert. Ihr
Vertei=
diger, Advokat Feldmann, betonte vor Gericht, daß die
Schenkungen des Königs an die Baronin nicht
über=
mäßig geweſen ſeien. Der König ſei ein edelgeſinnter
Freund geweſen, und wenn ſeine Freigebigkeit der
Baronin geſtattete, Erſparniſſe zu machen, ſo liege
keine unerlaubte Schädigung vor. Die Baronin habe
aus ihren Erſparniſſen Schloß Balincourt und
Mo=
biliar gekauft, alles ſei ihr Beſitz. Die beiden Schweſtern
der Prinzeſſin Luiſe hätten es auch für unwürdig
ge=
halten, ſich der Klage gegen die Baronin anzuſchließen.
Die weitere Verhandlung wurde auf nächſten Mittwoch
vertagt.
Paris, 11. Jan. Der Abgeordnete Paul Leroy=
Beaulieu, der am 28. Februar 1907 in der Gegend
von Montpellier angeſchoſſen wurde, wie er annahm,
von einem politiſchen Gegner, hatte die Aerzte, die
nachher ſeinen verletzten Arm unterſuchten, der
Un=
wiſſenheit beſchuldigt, weil ſie ſich dabei nicht der
Röntgen=Strahlen bedient hätten. Die beiden Herren,
Profeſſoren der Medizinfakultät in Montpellier,
klag=
ten auf Verunglimpfung und Schadenerſatz, und
Le=
roy=Beaulieu wurde von dem Zivilgericht verurteilt,
jedem einen Schadenerſatz von 5000 Francs zu
ent=
richten und das Urteil in zwanzig Pariſer und zehn
Provinzblättern zu veröffentlichen. Dieſen Spruch,
gegen den der Verurteilte Berufung eingelegt hatte,
beſtätigte nun der Appellhof in Montpellier.
Paris, 12. Jan. Die Juwelen des früheren
Sultans von Marokko ſind geſtern durch El
Mokri aus dem Pfandhauſe ausgelöſt worden. Die
franzöſiſche Zollverwaltung hat Schritte unternommen,
um die Juwelen bei der Ausfuhr mit dem Staatszoll
zu belegen. Pichon hat dagegen Einſpruch erhoben, um
neue Schwierigkeiten zu vermeiden.
Liſſabon, 12. Jan. Ein hier verbreitetes Gerücht,
das auch in die auswärtige Preſſe überging, wollte
wiſſen, daß ein im September 1909 begangener großer
Patronendiebſtahl und die hiermit
zuſammen=
hängende Ermordung eines der Diebe die Polizei auf
die Spur eines anarchiſtiſchen, gegen die Regierung
gerichteten Anſchlages geführt habe und zahlreiche
Verhaftungen vorgenommen worden ſeien. An den
Gerüchten iſt nur richtig, daß jetzt ein bis fünf jener
Diebe verhaftet wurden und dieſe ſämtlich den
repu=
blikaniſchen Vereinigungen angehört haben.
Brüſſel, 10. Jan. Die Advokaten der
Prinzeſ=
ſin Luiſe hatten heute im Juſtizpalaſt eine
Kon=
erenz mit den Rechtsanwälten der Gläubiger
ihrer Mandantin einberufen, die einem kleinen
Brüſſe=
ler Advokatenkongreß glich. Die Vertreter der
Prin=
zeſſion boten den Gläubigern auf ihre zuſammen 4
Millionen überſteigende Forderung eine anſehnliche
Nummer 10.
Aaefz!
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Januar 1910.
Seite 52
Abſchlagszahlung an, vorbehaltlich einer Prüfung und
Reduktion der vielfach überſpannten Forderungen.
Beiſpielsweiſe wurde von einem Hotel der Prinzeſſin
eine Rechnung von 2000 Fraucs überreicht für
Rei=
nigung eines von dem Hunde der Prinzeſſin
verun=
reinigten Salons. Die Teſtamentsvollſtrecker des
ver=
ſtorbenen Königs werden in den nächſten Tagen bereits
die Teilung der im Teſtament den Töchtern
ausge=
worfenen 18 Millionen Franes vornehmen, wovon die
Prinzeſſin Luiſe alſo 6 Millionen zur Verfügung
er=
hält. Man beziffert heute das Erbteil jeder der
Prin=
zeſſinnen auf annähernd 20 Millionen. Die Gläubiger
verließen die Verſammlung mit ſehr vergnügten
Ge=
ſichtern.
London, 12. Jan. Der Sekretär der Exkaiſerin
Eugenie richtete an die „Times” einen Brief mit
der Bitte um Veröffentlichung, in welchem die Kaiſerin
die Gerüchte von ihrer Abſicht dementiert, Memoiren
zu ſchreiben und nach ihrem Tode veröffentlichen zu
wollen.
Briſtol, 11. Jan. Einen aufregenden
Kampf mit einem Einbrecher beſtanden drei
Damen in Clifton. Bei der Verhandlung vor dem
hieſigen Polizeirichter wurde der Vorfall
folgender=
maßen geſchildert: Fräulein Williams wurde morgens
gegen fünf Uhr durch das Oeffnen ihrer Schlafſtubentür
aufgeweckt, und ſie ſah einen Mann eintreten, der die
Tür hinter ſich ſchloß. Er fragte: „Sind Sie allein?
Fräulein Williams rief: „Nein, ich bin nicht allein,”
ſprang aus dem Bett und zog die Klingel. Der Mann
ſtürzte ſich auf ſie, ergriff ſie an der Kehle und warf ſie
zu Boden. Ihr Dienſtmädchen eilte auf das Klingeln
herbei, und der Einbrecher ließ Fräulein Williams los.
Sie ſprang auf und die beiden Frauen warfen nun den
Mann auf das Bett und bearbeiteten ihn mit den
Fäuſten, bis er ſchrie: „Hören Sie auf, ich habe genug.
Darauf führten ſie den Einbrecher die Treppe hinab,
und Fräulein Williams ergriff eine Waſſerkanne. In
der Halle trat Fräulein Macey zu ihnen, die ebenfalls
von dem Lärm aufgewacht war. Fräulein Williams
ſchlug dann mit der Waſſerkanne auf den Einbrecher
los, und er flüchtete ſich hinter eine Glastür in der
Halle. Das Dienſtmädchen ergriff darauf die Kanne
und ſchlug von neuem auf den Mann ein. Schließlich
ließen die drei ſtreitbaren Frauen den Einbrecher
lau=
fen und erſtatteten ſpäter Anzeige bei der Polizei, die
Charles Nichols verhaftete. Auf die Frage, ob ſie nicht
Angſt bekommen habe, als ſie den Angeklagten in ihr
Zimmer treten ſah, antwortete Fräulein Williams:
„Ja, ich hatte große Angſt und bin noch nicht darüber
hinweggekommen.?
Das Dienſtmädchen ſagte ähnlich
aus, und die Waſſerkanne wurde dem Richter zur
Be=
ſichtigung überreicht. Sie war ſtark verbogen, und der
Richter fragte, ob die Beulen durch den Zuſammenprall
mit dem Kopf des Angeklagten verurſacht worden ſeien.
Die Zeugen beſtätigten dieſe Annahme lächelnd. Der
Richter machte den drei Frauen ſein Kompliment
wegen ihres bewieſenen Mutes.
Chicago, 12. Jan. Vor dem Warenhauſe „Boſton
Store” ſank das Trottoir ein; über 30 Perſonen
ſtürzten in die Tiefe.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Für den heutigen Chopinabend von
Wil=
helm Backhaus macht ſich ein ſolch ungewöhnlicher
Andrang geltend, daß der Saal ausverkauft werden dürfte
und ſich daher frühzeitiges Erſcheinen empfiehlt. Das
Programm, das außer der H-moll=Sonate Opus 50 und
den 12, der Gräfin d’Agoult gewidmeten Etuden, Balla
den, zwei Walzer, ein Prélude, ein Nocturne und ein
Scherzo aufweiſt, dürfte einen ziemlich vollſtändigen
Ueber=
blick über das Schaffen Chopins gewähren, deſſen 100
jäh=
riger Geburtstag am 22. Februar bevorſteht.
— Ueber Björn Björnſon, der am Freitag
hier zum erſten Male auftreten wird, leſen wir im „
Ber=
liner Tageblatt”: „Björn Björnſon, der norwegiſche
Schriftſteller und langjährige Leiter des größten Theaters
in Chriſtiania, iſt eine ſtattliche Erſcheinung mit jovialem,
bartloſem Geſicht, in dem jede Muskel unbedingt
ge=
horcht. Er verfügt über ein volles, weittragendes Organ
von angenehmer Klangfarbe, das jeder Art der Steigerung
— vom unſicheren Lallen des Sterbenden bis zur raſenden
Angſt der Verzweiflung fähig iſt. Dieſe große Skala der
Affekte konnte ſich in dem geſchickt zuſammengeſtellten
Pro=
gramm mit überraſchender Sicherheit ausleben, die
ergrei=
fende Sterbeſzene Aaſes aus Ibſens „Peer Gynt” die
Björnſon unter Begleitung der wunderſam verzitternden
Muſik Griegs in melodramatiſcher Art zum Vortrag
brachte, umfaßte bereits einen großen Teil deſſen, was
Björnſons Kunſt überhaupt vermag.”
Parlamentariſches.
*X* Der Finanzausſchuß der Zweiten
Kammer hielt geſtern vormittag und nachmittag
ge=
meinſame Beratungen mit der Regierung ab, bei denen
die drei Miniſter zugegen waren. Es wurden, dem
Vernehmen nach, die dem Abg. Dr. Oſann zugeteilten
Kapitel beraten und dabei Abſtriche von zirka 60000
Mark gemacht. Die Ausſchußmitglieder ſind
ver=
pflichtet worden, bis zum Abſchluß der Beratungen
keinerlei Mitteilungen an die Preſſe
ge=
langen zu laſſen.
Ein Beleidigungsprozeß in wiſſenſchaftlichen
Kreiſen.
(Profeſſor Ruhland gegen Profeſſor Biermer.)
(Schluß.)
sh. Berlin, 11. Jan.
Im weiteren Verlauf der Verhandlungen des
Be=
leidigungsprozeſſes, den Profeſſor Ruhland gegen
Pro=
feſſor Biermer=Gießen angeſtrengt hat, erwiderte
Profeſſor Ruhland auf die Ausführungen des
Be=
klagten, daß von einer Wandlung ſeines
wiſſenſchaft=
lichen Standpunktes aus materiellen Gründen gar keine
Rede ſein könne. Er habe niemals, wie Profeſſor
Biermer es hinſtelle, auf einem extrem=freihändleriſchen
Standpunkte geſtanden, ſondern immer eine mittlere
Linie eingenommen. Den Vorwurf, ſich im Pinzgau an
Güterſchlächtereien beteiligt zu haben, weiſe er
ener=
giſch zurück. Die Uebernahme einer Profeſſur an der
katholiſchen Univerſität Freiburg in der Schweiz ſei
mit ſeinem proteſtantiſchen Glauben wohl vereinbar.
In der Beweisaufnahme wird zunächſt der Abgeordnete
Köhler=Langsdorf vernommen, der ſeinerzeit in
der heſſiſchen Zweiten Kammer den Antrag auf
Errich=
tung einer zweiten Profeſſur für Nationalökonomie
ge=
ſtellt hatte und als geeigneten Mann für dieſe auf
Pro=
feſſor Ruhland hingewieſen hatte. Der Zeuge beſtreitet,
durch Profeſſor Ruhland zu dieſem Antrage veranlaßt
worden zu ſein. Der Generalſekretär des Bundes der
Landwirte, von Kieſewetter, erklärt, daß dem
Privatkläger, als er für den Band der Landwirte tätig
war, nicht zugemutet worden ſei, ſeine wiſſenſchaftlichen
Anſchauungen zu opfern. — Aus der verleſenen
Aus=
ſage des Gutsbeſitzers Schmidtmann aus dem
Pinzgau geht hervor, daß dieſer die Bezeichnung
Güter=
ſchlächterei für ſeine Tätigkeit ſtrikte ablehne. Dieſe
Tätigkeit habe lediglich im Intereſſe der verſchuldeten
Bauern gelegen. Ungünſtiges wider den Privatkläger
enthält dieſe Ausſage ſonſt nicht. Geheimrat von
Schmoller erklärt als Sachverſtändiger, daß der
ſtarke Wechſel in den Anſchauungen des Profeſſors
Ruhland ihn frappiert habe. Die Berufung Ruhlands
an eine deutſche Univerſität würde er als ein Unglück
für die deutſche Wiſſenſchaft anſehen. Ruhland ſei am
Platze in einer wirtſchaftlichen Intereſſenvertretung,
aber nicht auf dem Katheder. Profeſſor Dr. v.
Sa=
vigny äußert ſich dann über die Zuſtände an der
Freiburger Dominikaner=Univerſität. Die Lehrfreiheit
ſei durch den Orden ſtark beeinträchtigt worden. Auch
nationale Gegenſätze ſeien zum Vorſcheine gekommen,
ſo daß acht deutſche Profeſſoren die Univerſität
ver=
ließen. Die Ausſagen einiger Freiburger Profeſſoren,
die zur Verleſung gelangen, ſtehen auf dem
entgegen=
geſetzten Standpunkte. Es ſei falſch, Freiburg als eine
Stätte antideutſcher Verhetzung hinzuſtellen. Der
Vor=
ſitzende des Bundes der Landwirte, Dr. Röſicke,
bekun=
det als Zeuge, daß in dem Anſtellungsvertrage des
Profeſſor Ruhland nicht davon die Rede geweſen ſei,
daß dieſer ſeine wiſſenſchaftliche Ueberzeugung zu
Gunſten der Intereſſenpolitik des Bundes hätte
auf=
geben ſollen. In verſchiedenen Fragen habe Profeſſor
Ruhland eine vom Bunde der Landwirte abweichende
Anſchauung vertreten. Geheimer Oberregierungsra
Dr. Elſter macht Mitteilungen über die von dem
Freiherrn von Wangenheim ausgegangenen Verſuche,
Profeſſor Ruhland eine reichsdeutſche Profeſſur zu
ver=
ſchaffen, Unrichtig ſei es, daß er Profeſſor Ruhland
dahingehende beſtimmte Verſprechungen gemacht habe.
* Berlin, 11. Jan. In dem
Privatbelei=
digungsprozeß des Profeſſors Ruhland gegen
Proſeſſor Biermer=Gießen, der geſtern und heute
vor der neunten Strafkammer des Landgerichts I
ver=
handelt wurde, kam es heute zu einem Vergleich.
Profeſſor Biermer zog alle ſeine Behauptungen mit
Bedauern zurück und übernimmt ſämtliche Koſten;
Profeſſor Ruhland nahm auch ſeinerſeits alle
Behaupt=
ungen gegen den Angeklagten zurück.
Der Vergleich lautet:
1. Prof. Dr. Biermer erklärt: Ich habe mich im
Gang der zweitägigen Hauptverhandlung davon
über=
zeugt, daß der Hauptvorwurf, den ich Prof. Dr. Ruhland
gemacht habe, nämlich, daß er perſönlich und politiſch
charakter= und geſinnungslos gehandelt habe, von mir
nicht aufrecht erhalten werden kann, insbeſondere nicht
nach der Richtung, daß er um perſönlicher Vorteile willen
ſeine Ueberzeugung verkauft habe. Auch nehme ich meine
Behauptung, daß Herr Prof. Dr. Ruhland an der
Ein=
reichung des Antrages Köhler direkt oder indirekt
be=
teiligt geweſen ſei, als unzutreffend zurück. Für ebenſo
unzutreffend erkläre ich meine in der Broſchüre aufge=
ſtellte Behauptung, daß der Privatkläger an den
Schmidt=
mannſchen Unternehmungen im Pinzgau nach der
Rich=
tung des Bauernlegens aktiv beteiligt geweſen und aus
ſeiner dortigen Stellung Knall und Fall entlaſſen ſei. Auch
nehme ich die Behauptung, daß Prof. Dr. Ruhland
nie=
mals wiſſenſchaftlich ernſt zu nehmen ſei, nach Anhörung
eines ſo hervorragenden und von mir hochgeſchätzten
Fach=
mannes wie der Wirkl. Geh. Rat Prof. Dr. Adolf Wagner
es iſt, zurück. Endlich nehme ich die in meiner Broſchüre
vielfach enthaltenen Beleidigungen des Privatklägers auch
mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück.
2. Der Privatkläger erklärt: Ich erkläre hiermit,
daß es mir ferngelegen hat, durch den Aufſatz vom 4.
Fe=
bruar 1903 die perſönliche oder wiſſenſchaftliche Qualität
des Herrn Prof. Dr. Biermer in Zweifel ziehen zu wollen.
Soweit dies aus dem Inhalte des Artikels gefolgert
wer=
den kann, bedauere ich es.
3. Die Koſten des Verfahrens übernimmt
Prof. Dr. Biermer.
Die Verhandlung iſt hiermit beendet; das Verfahren
wird eingeſtellt.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 12. Jan. Vizepräſident Dr. Spahn
er=
öffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Min. Auf der
Tages=
ordnung ſtehen zunächſt die Interpellationen Horn=Neiße
und Brandys (Pole) betr. die Maßregelung von
Reichs=
beamten wegen Ausübung ihres kommunalen
Wahl=
rechtes.
Staatsſekretär Dr. Delbrück erklärt ſich zur
ſofor=
tigen Beantwortung der Interpellationen bereit. — Abg.
v. Oppersdorff (Ztr.) führt aus: Die
Gemeinderats=
wahlen von Kattowitz vom vorigen Jahre haben zur
Maßregelung von Reichsbeamten geführt. Bei politiſchen
Beamten ſoll eine politiſche Agitation gegen ſtaatliche
Ein=
richtungen nicht geduldet werden, aber Poſtbeamte ſind
keine politiſchen Beamten. Ferner ſind Kommunalwahlen
keine politiſchen Wahlen, daher iſt ein Eingriff des
Staatsſekretärs unzuläſſig. Rechtlich und politiſch iſt das
Verfahren unzuläſſig. Selbſt die „Nationalliberale
Kor=
reſpondenz” hat das zugegeben. Die polniſche Frage kann
man nur durch Verſöhnlichkeit löſen. In Kattowitz hat
man Zentrum und Polen in ſchärfſter Weiſe angegriffen,
das hat aber die Entſchließungen der Regierung in keiner
Weiſe aufgehalten. Die Angriffe gegen die katholiſche
Kirche überſteigen alles Maß. Bei vielen Wahlen iſt auch
von Hakatiſten der Pole als das kleinere Uebel bezeichnet
worden. Das größte Uebel aber iſt die politiſche
Heu=
chelei. (Lebhaftes Sehr richtig! und Bravo! im Zentrum
und bei den Polen.) Bei ihrer vollkommen verfehlten
Po=
lenpolitik ſieht die Regierung Geiſterkarawanen und will
vor ihnen die preußiſchen Chauſſeen ſperren. Die Polen
haben der preußiſchen Regierung in kritiſcher Zeit große
Dienſte geleiſtet. (Aha! links.) Die polniſche Sprache
wäre aus Oberſchleſien längſt verſchwunden, wenn ſie
nicht immer durch die falſchen Maßnahmen der Regierung
wieder wachgerufen würde. Wir bedauern die
Vorkomm=
niſſe und verlangen Maßnahmen, die die Wiederkehr
ſol=
cher bedauerlicher Dinge verhindern. (Lebhafter
Beifall=
im Zentrum und bei den Polen.)
Abg. Korfanty (Pole): Man muß den
Hinter=
grund kennen, auf dem ſich dieſe Maßregelungen
voll=
zogen haben. Die Bevölkerung iſt zum allergrößten Teil
polniſch und katholiſch. Die Liberalen ſtehen im Dienſte
des Großkapitals und ſind politiſche Reaktionäre. Die
wirtſchaftlich abhängigen Arbeiter werden von dieſen
Hurrapatrioten der Hüttenbeſitzer terroriſiert. Gegen
die=
ſen Terrorismus haben ſich dort Arbeiter und Mittelſtand
zur Selbſthilfe zuſammengeſchloſſen und nun bekämpft
man ſie wieder als polniſche Hochverräter. Die Polen
haben das preußiſche Haus miterbaut und haben ein
An=
recht, das wir uns nicht nehmen laſſen. Wir laſſen uns
nicht beſchimpfen und in unſeren Rechten nicht
beſchrän=
ken. Die Behörden in Oberſchleſien wirken ganz öffentlich
gegen Zentrum und Polen (Hört, hört! im Zentrum),
zu=
ſammen mit Kriegervereinen und ſonſtigen patriotiſchen
Schlingpflanzen. (Heiterkeit.) Beamte, deren Kinder die
höheren Schulen in Kattowitz beſuchten, wurden wegen
des Verdachtes, die großpolniſche Agitation unterſtützt zu
haben, in Orte ohne höhere Schulen verſetzt (Hört, hort!),
und ſolche, die täglich die Meſſe beſuchten, wurden in
Ge=
genden ohne katholiſche Kirchen im Intereſſe des Dienſtes
abgeſchoben. (Lebhaftes Hört, hört! und Zurufe im
Zen=
trum und bei den Polen.) Tatſächlich hat man die
groß=
polniſche Gefahr nur vorgeſchützt, um durch
Zuſammen=
ſetzung der Gemeindekörperſchaften ein Gemeindewahlrecht
zu erreichen, das auch für die Knappſchaftswahlen einen
antipolniſchen Einfluß ſchaffen könnte. Die
Stadtverwal=
tungen ſind eben abhängig von den Gruben= und
Hütten=
beſitzern. Wir klagen die Regierung an, daß ſie im Kampfe
des Mittel= und Arbeiterſtandes gegen das Großkapital,
das dieſe ausgeplündert hat, offen für das Großkapital
Stellung genommen hat. Wir klagen die Regierung an,
daß ſie mit dieſen Maßregeln gegen die Verfaſſung
ver=
ſtoßen hat. (Beifall bei den Polen und im Zentrum.)
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Der Ottheinrichs=Bau. Das badiſche
Fi=
nanzminiſterium ſchlägt in einer dem Landtag bei
ſei=
nem Wiederzuſammentritt nach den Ferien
überreich=
ten Denkſchrift vor, „die loſen Teile des
Mauer=
werks am Ottheinrichs=Bau von oben herunter
plan=
mäßig, ſo weit der Augenſchein dies als nötig erweiſt
abzutragen und in gutem Verbande, in gutem
Mörtelbett wieder aufzumauern”. Zugleich ſollen auf
der Hinterſeite Hilfskonſtruktionen gegen den
Wind=
druck angebracht werden. Trotz der von vielen
Sei=
ten vorgetragenen Bedenken und Zweifel hält die
Re=
gierung an ihrem in der Denkſchrift vom Jahre 1906
dargelegten Standpunkt feſt und erblickt in der
Wie=
derherſtellung des Ottheinrichs=Baues das
zu=
verläſſigſte Mittel, um der fortſchreitenden Zerſtörung
der wertvollen Faſſade Einhalt zu tun.
* Für die in Berlin geplante Große Oper,
die von Fedor Berg am Kurfürſtendamm erbaut wird,
iſt der Direktor des Prager deutſchen Landestheaters
Angelo Neumann als künſtleriſcher Leiter
ge=
wonnen worden. Durch die Mitarbeiterſchaft dieſes
bewährten Theatermannes gewinnt das Projekt
erheb=
lich an Bedeutung. Die Große Oper will insbeſondere
Wagner=Opern ſpielen, und da iſt es wichtig, daß
Neu=
mann bereits Ende der ſiebziger Jahre im Leipziger
Stadttheater Wagnerſche Opern inſzeniert hat. Im
Jahre 1881 brachte er am Berliner Viktoriatheater die
Nibelungentrilogie zur erſten Aufführung, woran ſich
eine große Wagnertournee durch Europa unter ſeiner
Leitung anſchloß. Vor ſechs Jahren veranſtaltete
Angelo Neumann auch die ausgezeichneten italieniſchen
Meiſteropernvorſtellungen im Neuen königlichen Opern=
4heater: Augenblicklich iſt Neumann, der eine Gage von
60000 Mark erhalten ſoll, bemüht, ſeine
Verbindlich=
keiten in Prag zu löſen, um für Berlin frei zu ſein.
Neumanns Prager Vertrag läuft Oſtern 1912 ab. Der
Bau der Großen Oper beginnt im April 1910 und ſoll
im September 1911 vollendet ſein. Neumann will außer
Richard Wagner auch die große Oper alten Stils,
Gluck, Mozart und die italieniſchen Meiſter pflegen.
Sein Programm will alſo die Grenzen möglichſt weit
ziehen. Eine ſeiner intereſſanteſten Abſichten geht
ferner dahin, für das neue Berliner Opernhaus eine
italieniſche Stagione mit erſten Kräften einzurichten,
die nach den Vorbildern von Petersburg und London
gedacht iſt und jedes Frühjahr regelmäßig
wieder=
kehren ſoll.
* Wie dem „B. T.” aus St. Moritz gemeldet wird,
iſt der berühmte dritte Teil von Segantinis
mäch=
tigem Triptychon „Die Natur” in St. Moritz
eingetroffen. Das Muſeumskomitee erwarb das Bild
für 200000 Franken vom Fürſten von Wagram, der es
um den gleichen Preis im Jahre 1906 auf der
Mailän=
der Ausſtellung gekauft hatte.
* In dieſem Frühjahr wird ſich eine Kommiſſion
der Deutſchen Luftſchiffahrts=Expedition
zur Erforſchung der arktiſchen Regionen nach der
Croß=Bai auf Spitzbergen begeben, um dieſen
ge=
wählten Stützpunkt für die Luftkreuzer=Expedition
einem weiteren Studium zu unterziehen.
*** Die Erwärmung des Eismeeres. Ein
phantaſtiſches Projekt, das ein angeſehener Kanadier,
Mr. MeLonnan, aufgeſtellt hat und für das ſich ſowohl
die amerikaniſche wie die britiſche Regierung lebhaft
intereſſieren, wird in der „Illuſtration” geſchildert: es
handelt ſich um nichts geringeres, als um die
Erwärm=
ung des arktiſchen Ozeans. Die große Eisſperre, die das
Polarmeer von dem Atlantiſchen Ozean trennt, ſoll ge=
ſprengt werden, um ſo den warmen Meeresſtrömungen
einen Weg zu den Nordküſten Kanadas und Grönlands
zu öffnen. Labrador, Neufundland und Grönland
lie=
gen auf gleicher Höhe wie London, Lille und Tromſö.
Aufgefundene Pflanzenreſte im Norden haben gezeigt,
daß das nördliche Amerika in lang vergangenen
Epo=
chen ein gemäßigtes Klima beſaß. Man nimmt an, daß
damals das Polarmeer mit dem Atlantiſchen Ozean
frei verbunden war und daß die Eisregion ſich auf den
Umkreis des Poles beſchränkte. Das kühne Projekt
will nun den eiſigen Gegenden ein gemäßigtes Klima
zurückgeben. An zwei Stellen ſoll durch ein beſonderes
Syſtem die Sprengung der großen Eisbarre begonnen
und von Süden in nordöſtlicher Richtung durchgeführt
werden. Mit dem vordringenden wärmeren Waſſer
würde die Neubildung des Eiſes verhindert. Nach den
Berechnungen MeLonnans würde das gewaltige Wer
in fünf bis ſechs Jahren durchzuführen ſein. Sein Plan
gründet ſich auf ſehr genaue und ſorgſame
Berech=
nungen und eine Anzahl von Fachleuten beſtreitet nicht
die theoretiſche Möglichkeit, wenngleich man die
angeſetzte Zeit als zu kurz anſieht, hat doch die
Meer=
enge von Davis, der Ausgangspunkt der einen
Spreng=
ung, eine Breite von 1200 bis 1500 Kilometern,
Kleines Feuilleton.
*⁎* Ein „königlicher” Schlafrock. Eine
Weile lang ſchien es, als wollte König Eduard VII.
von England mit zunehmendem Alter darauf
ver=
zichten, auch im Reiche der Mode das Zepter zu
ſchwin=
gen. Er erfand keine phantaſievoll entworfenen Weſten
mehr, keine kühn geſchwungenen Hutformen und keine
buntſchillernden Krawatten. Die Bügelfalte auf der
äußeren Seite des Beinkleides blieb ſeine letzte
ſchöpfe=
riſche Tat. Und wo er ſich öffentlich zeigte, im Theater,
Nummer 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Januär 1910.
Staatsſekretär Dr. Delbrück: Beide
Inter=
pellationen enthalten die gleichen Fragen, namentlich
hinſichtlich deſſen, was geſchehen ſoll, um derartigen
Vorgängen, wie ſie ſich jüngſt aus Anlaß der
Stadt=
verordnetenwahlen in Kattowitz ereignet haben,
vorzu=
beugen. Der Tatbeſtand iſt folgender: Bei der Wahl
hatten Zentrum und Polen ein Kompromiß geſchloſſen,
nach dem drei Zentrumsleute und zwei Polen gewählt
werden ſollten. Es war eine Stichwahl nötig
gewor=
den. Eine große Anzahl Beamter hatte für die beiden
polniſchen Kandidaten geſtimmt. (Unruhe links.) Davon
ſtimmten bei der Stichwahl 14 Poſtbeamte und ein
Be=
amter der Reichsbank wiederum für die Polen. Dieſe
und ein noch nicht wahlberechtigter Poſtbeamter, der
aber in der Agitation tätig geweſen war, wurden dann
verſetzt. Dieſes Verfahren der Reichsbehörden deckt ſich
mit dem der preußiſchen Verwaltung und iſt anch vom
Reichskanzler gebilligt worden. (Hört, hört!) Die
Be=
amten waren vorher über ihre Pflichten mündlich
be=
lehrt worden. (Lärm links und Zurufe.) Sie wurden
darauf aufmerkſam gemacht, daß es mit den Pflichten
eines Beamten unvereinbar ſei, die Beſtrebungen der
großpolniſchen Partei zu unterſtützen. (Lärm links und
Zuſtimmung rechts.) Dieſe Verſetzungen waren keine
Strafverſetzungen, ſie erfolgten im Intereſſe des
Dienſtes. (Gelächter links und Zurufe.) Ich kann
ver=
langen, daß man mich ruhig anhört. (Sehr richtig!
rechts.) Dieſe Beamten wurden verſetzt nach Orten, wo
ſie nicht Gefahr liefen, mit der Beamtendisziplin in
Konflikt zu kommen. (Gelächter links. Beifall rechts.)
Dieſe ſämtlichen Beamten ſind nach dem
Reichsbeamten=
geſetz auch Landesbeamte, die nach dem preußiſchen
Ge=
ſetz dem Könige Treue und Gehorſam geſchworen haben.
Schon aus dieſem einfachen Grunde mußte man die
Reichsbeamten wie preußiſche Beamte behandeln. Die
Beamten ſtehen grundſätzlich in Ausübung ihrer
ſtaags=
bürgerlichen Rechte allen Staatsbürgern gleich. Ihre
politiſche Betätigung iſt aber durch ihre Stellung zu
ihrem Staate eingeſchränkt. (Widerſpruch links und
Beifall rechts.) Ueber die Grenze entſcheiden der Takt
und das Pflichtgefühl; dieſe ſind aber unſchwer zu
er=
kennen. Jedenfalls iſt es mit der Stellung der
Bé=
amten unvereinbar, wenn ſie Beſtrebungen unterſtützen,
die in ihren letzten Zielen gegen den Beſtand des
Staates gerichtet ſind, dem ſie dienen. (Sehr richtig!
rechts. Lärm links und bei den Polen.) Wenn Preußen
in dem Falle nationaler Entwicklung von ſeinen
Be=
amten unbedingt die Heeresfolge verlangt, ſo iſt das
ſein gutes Recht und ein Akt der Selbſterhaltung.
(Sehr richtig! rechts.) Wer dieſen Boden verläßt,
ver=
läßt den Boden der Verfaſſung. (Anhaltender,
wieder=
holter Beifall rechts und links, Lärm und Pfeifen im
Zentrum und bei den Polen.
Abgg. Horn=Neiße (Ztr.) und Chlapowsky
(Pole) beantragen Beſprechung der Interpellation.
Zunächſt ergreift Abg. Gröber (Ztr.) das Wort.
Da=
für, daß es ſich um eine polniſche Agitation handele,
verlange er vom Staatsſekretär noch den Beweis. Im
dienſtlichen Intereſſe ſeien dieſe Verſetzungen nicht
er=
folgt. Im Begriff des Wahlrechts liege Wahlfreiheit.
Der Reichskanzler ſei ſchlecht beraten geweſen, daß er
die Maßregelung angeordnet habe. Er möge das
ge=
ſchehene Unrecht wieder gut machen. (Beifall im
Zen=
trum und bei den Polen.)
Abg. Heinze (natlb.): Die günſtige Stimmung
für die Polen ſei von dieſen ſelbſt durch die
Beſtreb=
ungen der Wiederaufrichtigung des polniſchen Reiches
beſeitigt worden. Das Zentrum hat von Anfang an
die Bedeutung der polniſchen Frage nicht erkannt,
während es ſonſt doch das Deutſchtum jederzeit
hoch=
halte. Der innere Kern der polniſchen Bewegung ſei
uational und werde immer radikaler. Die polniſche
Frage berühre das ganze Reich und die Regierung
müſſe hier energiſch vorgehen. — Abg. Henning
(konſ.): In Fragen der Staatserhaltung und
vater=
ändiſchen Pflicht ſtehe ſeine Partei immer an der
Seite der Regierung. So auch hier. (Bravo rechts.)
Die Regierung befinde ſich in der Abwehr. Seine
Partei wolle keine Feindſchaft mit den Polen, ſondern
ihre wirtſchaftliche und vaterländiſche Förderung. Die
Behörde muß das Recht behalten, ihre Beamten zu
verſetzen. Eine Strafverſetzung ſei hierin nicht zu
er=
blicken, ſondern es handele ſich darum „Ordnung
re=
giert die Welt” (Beifall rechts.)
Staatsſekretär Krätke: In einem Grenzorte wie
Kattowitz dürfen Beamte keine Beſtrebungen
unter=
ſtützen, die direkt gegen die Regierung gerichtet ſind
Wir ſind nur gegen ſolche Beamte vorgegangen, die
großpolniſch wählten. Dazu waren wir verpflichtet.
Die Fälle in Freiburg, Düſſeldorf uſw., wo Beamte
für Sozialdemokraten geſtimmt haben, ſind nicht zu
meiner Kenntnis gekommen. Mit Härte ſind wir nicht
in Kattowitz vorgegangen. Redner ſtellt die Angriffe
des Abg. Korfanty (Pole) als übertrieben hin und
proteſtiert dagegen, daß ſeine Maßnahmen als
Straf=
verſetzungen betrachtet würden. (Sehr richtig!)
Staatsſekretär Deruburg: Kein Recht iſtt
unbe=
grenzt, ſomit hat auch das Staatsbürgerrecht ſeine
Grenzen.
Nach weiteren unweſentlichen Verhandlungen
wurde Vertagung beſchloſſen. Nächſte Sitzung
Donnerstag 1 Uhr: Juſtizgeſetz. Schluß nach
6 Uhr.
ute
* Berlin, 12. Jan. Der Seniorenkonvent
des Reichstages beriet heute vor Beginn des
Ple=
nums über die Verteilung der Arbeit bis zu den
Oſter=
ferien. Vom 14. Januar bis 18. März ſtehen — abzüglich
Kaiſers Geburtstag und eines katholiſchen Feiertages
für Plenararbeiten zur Verfügung 56 Tage; hiervon ſind
vorgeſehen für Beratung der vorliegenden
Interpellatio=
nen und Juſtizgeſetze 8 Tage, für die zweite Leſung des
Etats 35 Tage, für die dritte Leſung des Etats 2 Tage
und für Unvorhergeſehenes 5 Tage. Als ſitzungsfreie
Tage ſind vorgeſehen 6 Tage, und zwar der 22. und 24.
Januar, der 7., 8., 26. und 28. Februar. Auf die morgige
Tagesordnung kommen die Juſtizgeſetze, darauf folgen
Interpellationen, ſo daß in der zweiten Hälfte der
näch=
ſten Woche die zweite Beratung des Etats beginnen kann,
und zwar mit der Beratung des Juſtizetats.
* Berlin, 12. Jan. Die
Budgetkommiſ=
ſion des Reichstages trat in die Beratung der
Vorlage, betreffend den Ausbau der kolonialen
Eiſen=
bahnen, ein und beſchäftigte ſich zunächſt mit dem Bau
der Uſambarabahn und dem Ausbau des Hafens in
Tanga, wofür zwei Millionen gefordert werden.
Staatsſekretär Dernburg verbreitete ſich über die
Fi=
nanzierung der Bahn nach dem Kilimandſcharo. Was
die weiße Beſiedelung anlange, ſo ſtehe er auf dem
von ihm ſtets eingenommenen Standpunkt, daß die für
die Anſiedelungen erforderlichen ſtaatlichen
Veranſtalt=
ungen getroffen werden und insbeſondere den
Bah=
nen tunlichſte Förderung zuteil werde. Gegenwärtig
werde auch am Kilimandſcharo eine Pflanz= und
Ver=
ſuchsanſtalt eingerichtet, um feſtzuſtellen, welche
Nutz=
pflanzen dort gedeihen. Seitens der Maſſai drohe
keine Gefahr, ſie hätten ſich in den letzten Jahren ruhig
verhalten. Der Redner machte dann nähere Angaben
über den beabſichtigten Ansbau des Hafens von Tanga.
Unterſtaatsſekretär v. Lindeqniſt machte längere
Ausführungen über die Ergebniſſe ſeiner
oſtafrikani=
ſchen Reiſe. Aus ſeinen Erfahrungen in Britiſch=
Oſt=
afrika möchte er hervorheben, daß dort bei Nairobi die
Beſiedelung gute Fortſchritte mache und daß ſich
neuer=
dings beſonders die Zucht der Wollſchafe günſtig
ent=
wickelte. In Deutſch=Oſtafrika fand man zunächſt au
dem Hochland bei dem Viktoria=See große, klimatiſch
günſtige Steppengebiete, die für die Viehzucht wohl
geeignet ſind; die Waſſerverhältniſſe ſeien günſtig.
Dieſe Hochflächen ſeien ſehr ſchwach mit Eingeborenen
bevölkert. Er beſuchte dann die Gebiete am Meruberg
und am Kilimandſcharo. Die Bodenproben bei Aruſcha
hatten ein ſehr günſtiges Ergebnis. Die dort
ange=
ſiedelten Buren hätten nur zum Teil Tüchtiges in der
Liehzucht geſchaffen. Auch mit der Wollſchafzucht und
der Pferdezucht ſeien Anfänge gemacht. Einige
Deutſche, die ſich dort niedergelaſſen hätten, ſchienen
gut fortzukommen; dasſelbe gilt auch von einer
An=
zahl Deutſcher, die ſich am Kilimandſcharo
nieder=
gelaſſen haben. Dort ſei beſonders Kaffee mit gutem
Erfolg gebaut worden. Hierauf wurde die Fortſetzung
der Beratung auf Donnerstag feſtgeſetzt.
* Berlin, 12. Jan. In der Kommiſſion des
Reichstags für den portugieſiſchen
Han=
delsvertrag erklärte Miniſterialdirektor Körner,
der Vertrag habe ſeine Mängel, doch ſei er nach dem
einſtimmigen Urteil des wirtſchaftlichen Ausſchuſſes
und zahlreicher Intereſſenten dem vertragsloſen
Zu=
ſtande vorzuziehen. Staatsſekretär Freiherr von
Schön verteidigte die deutſche Diplomatie gegen die
erhobenen Vorwürfe; der deutſche Geſandte in
Liſſa=
bon habe durchaus ſeine Schuldigkeit getan, außerdem
hätten die Verhandlungen teilweiſe in Berlin
ſtatt=
gefunden. Der franzöſiſche Text des Vertrages ſei für
Deutſchland ausſchließlich maßgebend. Im weiteren
Verlaufe der Diskuſſion erklärte der Staatsſekretär
noch, die in Portugal anſäſſigen Deutſchen wurden
deshalb nicht gehört, weil ſie keine Organiſation hätten,
wohl aber teilweiſe einander widerſtreitende
Inter=
eſſen. Durch die Geſandtſchaft und die Konſulate in
Liſſabon und Oporto ſei aber das Möglichſte geſchehen.
Hierauf wurde die weitere Beſprechung auf morgen
vertagt.
Landwirtſchaftliches.
— Groß=Gerau, 11. Jan. Bei der am letzten
Ferkelmarkt ſtattgehabten Prämiierung wurden
18 Preiſe zuerkannt. Infolge der großen Nachfrage
entſtand alsbald ein lebhafter Geſchäftsgang, ſodaß der
ganze Auftrieb von 559 Tieren binnen kurzer Zeit
ver=
kauft war und ſogar viele Käufer ihren Bedarf nicht
decken konnten. Die Preiſe hatten daher eine merkliche
Steigerung erfahren und ſind für Ferkel 11 bis 22 Mk.,
für Springer 25 bis 33 Mk. und für Einleger 37 bis 51 Mk.
pro Stück bezahlt worden. Der nächſte Ferkelmarkt iſt
am Montag, den 17. d. Mts.
Sport.
sr. Das Kieler Sechstage=Rennen nahm
unter reger Anteilnahme des Publikums in
unver=
änderter Weiſe ſeinen Fortgang. Das Tempo der
Fahrer wurde weſentlich ſchneller, ſodaß zeitweiſe 30 km
in der Stunde auf der kleinen Bahn erreicht wurden.
Ein Vorſtoß von Wittig und Zeeh war ſchon einmal
von Erfolg begleitet, doch wurde die gewonnene Runde
von der Rennleitung nicht anerkannt, weil die Fahrer
innen, ſtatt außen an ihren Konkurrenten vorbeigegangen
waren. Nach 50 St. hatten die an der Spitze liegenden
Paare Janke=Kendelbacher, Arend=Stabe und Wittig=
Rottnick 1130 km 930 m zurückgelegt, Zeeh=Mochar waren
eine, Blau=Sonntag drei und Rädlein, der an Stelle
des ausgeſchiedenen Hartmann mit Schulz fährt, fünf
Runden zurück.
sr. Im Weltmeiſterſchafts=
Schachwett=
kampf zwiſchen Lasker und Schlechter wurde
in Wien die erſte Partie beendet, welche am
Eröffnungs=
tage in etwa gleicher Stellung für beide Spieler
abge=
brochen worden war. Nach wechſelvollem Kampfe, bei
dem Lasker um einen Bauer in Nachteil geriet, ergab ſie
ſchließlich remis. Die zweite Partie ſoll am Donnerstag
geſpielt werden.
sr. Die Pariſer Weltmeiſterſchafts=
Ring=
kämpfe wurden nach Beendigung der Vorrunden am
14. Abend mit folgendem Ergebnis fortgeſetzt; es ſiegten
Romanoff=Rußland in 15:12 über Charles d’Anvers=
Belgien. Peterſen=Dänemark in 14:43 über Daumas=
Frankreich, und Maſſetti=Italien in 26:00 über
Schack=
mann=Deutſchland. Um den Troſtpreis warf Carlo Re=
Italien in 20 Sek. den Franzoſen Carcanague.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 12. Jan. In der heutigen
Nachmittags=
ziehung der Königlich Preußiſchen
Klaſſen=
lotterie fielen 20000 Mark auf Nr. 121 309.
* Frankfurt a. M., 12. Jan. Die Frankfurter
Orts=
gruppe des Hanſabundes hat die benachbarten
Ortsgruppen in Hanau, Wiesbaden, Biebrich,
Dillen=
burg, Höchſt, Limburg, Wetzlar, Darmſtadt, Mainz,
Oppenheim, Offenbach, Schlitz, Gießen, Worms,
Bens=
heim und Bingen auf Ende des Monats zu einer
ge=
meinſamen Sitzung nach Frankfurt a. M. berufen. In
dieſer Sitzung ſoll ein Gedankenaustauſch über die an
den einzelnen Plätzen gemachten Erfahrungen
ſtattfin=
den und gleichzeitig die Frage eines näheren
Zuſam=
menſchluſſes der Ortsgruppen und die Anſtellung eines
gemeinſamen Geſchäftsführers zur Beſprechung
gelan=
gen. In das Präſidium der Frankfurter Ortsgruppe
ſind neu eingetreten: Herr Obermeiſter Adolf Jung,
Herr Landtagsabgeoröneter Karl Ludwig Funck und
Herr Kaufmann Otto Goldmann.
* Pleſchen, 12. Jan. Geſtern abend wurden in
Jed=
lec die Brüder Zdunek und die Ehefran des einen
Zdunek wegen des Verdachtes, den Mord an
Waſſi=
lewski in Boguslawiee begangen zu haben,
ver=
haftet. Die Zduneks haben Schweſtern des
Ermor=
deten zu Frauen. Bei der Hausſuchung wurden
Klei=
dungsſtücke vorgefunden, die nach Ausſagen von
Zeu=
gen dem Ermordeten gehört haben; die Verhafteten
wurden in das hieſige Gefängnis gebracht.
* Wien, 12. Jan. Die Verhandlungen, welche das
Poſtſparkaſſenamt hinſichtlich der
Rentenbe=
gebung mit Wiener und verſchiedenen auswärtigen
In=
ſtituten in den letzten Tagen geführt hat, fanden einen
allſeitig befriedigenden Abſchluß. Nach den mit einzelnen
Inſtituten getroffenen Vereinbarungen erfolgt weder
Sub=
ſkription noch eine fixe Uebernahme beſtimmter Poſten,
ſondern freihändiger Verkauf an die Klientel des
Poſt=
ſparkaſſenamtes und die damit in Verbindung ſtehenden
Inſtitute. Die neue Organiſation umfaßt im ganzen 22
Banken, wovon die Hälfte auf Wien, die andere Hälfte auf
die verſchiedenen Länder entfällt. Die Einrichtungen
we=
gen des ſofortigen Beginnes des Verkaufes ſind getroffen.
* Wien, 12. Jan. Die „Neue Freie Preſſe” meldet:
Heute früh iſt im Hauſe des Oberkurators der Nieder=
Oeſterreichiſchen Landeshypothekenanſtalt,
Reichsrats=
abgeordneten Leopold Steiner, eine mit Sprengſtoff
gefüllte Blechbüchſe explodiert. Das Mauerwerk
wurde beſchädigt; verletzt wurde niemand.
** Bern, 12. Jan. Die vier Kretaſchutzmächte
teilten dem ſchweizeriſchen Bundesrat durch eine
Kollektivnote mit, daß ſie angeſichts der
ver=
änderten Verhältniſſe auf die Dienſte des Direktors der
ſchweizeriſchen Alkoholverwaltung, Milliet, der als
Finanzinſpektor für Kreta in Ausſicht genommen war,
verzichten.
* London, 12. Jan. Das Reuterſche Bureau meldet
aus Aden: 30 Kundſchafter des Mullahs vom
Samoli=
land griffen einen friedlich geſinnten Stamm an,
mach=
ten 20 Männer, Frauen und Kinder nieder und raubten
500 Kamele.
auf dem Rennplatze oder auf der Kurpromenade, ließ
ſich nur feſtſtellen, daß der Herrſcher der Briten ſich
nicht anders anzog, wie andere vornehme alte Herren.
Endlich, endlich hat der König ſich wieder ſeiner Pflicht
erinnert, den Männern von Europa die Mode zu
dil=
tieren. Londoner Zeitungen wiſſen jetzt nämlich zu
melden, daß der König ſich — einen Schlafrock hat
bauen laſſen, und ſie beſchreiben dieſen Schlafrock in
aller Ausführlichkeit und mit jener Ehrfurcht, welche
die Bewohner eines freien Landes den intimen
Klei=
dungsſtücken des Herrſchers ſchuldig ſind. Alſo, man
höre: Der Schlafrock Eduards VII. iſt aus einem
braunen, beſonders dicken Stoff hergeſtellt und reicht,
ohne Einſchnitt für die Taille, vom Halſe bis zu den
Füßen herab. Die Vorderſeite iſt mit mehreren Reihen
von Schnüren beſetzt, zu denen der König vorher
Zeich=
nungen herſtellen ließ, da ihm die fertigen Muſter, die
man ihm vorlegte, zu alltäglich und trivial ſchienen.
Der Verſchluß wird von runden, gewölbten Knöpfen
gebildet, die ebenfalls eigens für den König fabriziert
worden ſind. Auch die Ecken, die Aermelaufſchläge und
die Taſchen ſind mit Schnüren eingefaßt und beſetzt,
und der Schlafrock wird durch eine ſeidene, geflochtene
Schnur, die in Quaſten ausläuft, zuſammengehalten.
Soweit die Beſchreibung. Es iſt ihr eigentlich mit
beſtem Willen nicht zu entnehmen, daß dieſer „
könig=
liche” Schlafrock von den Schlafröcken gewöhnlicher
Sterblicher auf beſonders originelle Weiſe abweiche.
Und es iſt zu befürchten, daß der König mit dieſer „
Er=
findung” nicht viel Glück haben und nicht viel
Nach=
ahmer finden wird. Denn der pietätloſen Jugend von
heute, die längſt im Zeichen des loſen, aus ſchwerer
indiſcher Seide gearbeiteten „Pyamas” ſteht, wird ein
Schlafrock mik Schnüren, Kordeln und Quaſten ſelbſt
dann noch recht altväteriſch vorkommen, wenn er den
ſtattlichen Leib eines Könias umhüllt.
C.K. „Drahtloſe Konzerte‟. Aus New=York
wird berichtet: Die Saiſon der „drahtloſen Oper”
be=
ginnt; von Mittwoch ab werden alle Privatleute, die in
ihrer Wohnung einen drahtloſen Empfangsapparat
be=
ſitzen, bei ſich zuhauſe die Genüſſe großer
Opernaufführ=
ungen genießen können. Am Samstag legte Dr. Lee De
Foreſt die letzte Hand an das große, weittragende
Ra=
biophon, das er auf der Spitze des Gebäudes der
Me=
tropolitan Opera gebaut hat. Nach der Ausſage des
Er=
finders iſt es nur noch eine Frage der Zeit, wann
Muſik, Theateraufführungen, Vorträge und Predigten
allen Menſchen in ihrem eigenen Heime oder auf
Rei=
ſen zugänglich ſein werden. An der Bühne der
Metro=
politan Opera ſind die Aufnahmeapparate ſchon
aufge=
ſtellt, die durch Draht mit dem großen Radiophon auf
der Kuppel des Baues verbunden ſind. Von hier aus
werden dann Schallwellen weitergegeben und überall
aufgefangen, wo Aufnahmeapparate aufgeſtellt und
ab=
geſtimmt ſind. „Alle, die Empfangsapparate haben,
wer=
den die Muſik hören. Es iſt leicht, die Uebertragung
ſo zu geſtalten, daß nur die Abonnenten, die ihre
Ap=
parate mit dem geheimen Syſtem des großen
Radio=
phons abgeſtimmt haben, die Muſik aufnehmen können.
In allen großen Hotels wird man den erſten
Vorführ=
ungen folgen können, denn überall ſind
Aufnahmeappa=
rate angebracht worden.‟ Dr. De Foreſt iſt überzeugt,
daß von der Höhe des Daches der Metropolitan=
Lebens=
verſicherung die Stimme Caruſos in einem Umkreis
von 200 engliſchen Meilen drahtlos übermittelt werden
könne.
* Die böſen Deutſchen. Folgendes
Ge=
ſchichtchen, das ihm neulich in London begegnet, erzählt
Dr. Georg Wegener in der „Tägl. Rundſchau”: „Es
handelt ſich nur um ein kurzes engliſches Witzwort,
aber es ſpricht Bände für die Stimmung, die im Laufe
der Zeit und in dieſer Wahlkampagne gans beſonders
durch die Zeitungsartikel, Theaterſtücke und
Senſations=
romane, die mit „Germanophobie” arbeiten, in den
weiteſten Volksſchichten verbreitet iſt. Ich fuhr im
„Bus” die Orford=Street entlang. Plötzlich ertönte in
unſerer unmittelbaren Nähe ein heftiger Knall auf dem
Pflaſter. Einige Augenblicke ſtockte der rieſige
Ver=
kehr, fragende Menſchengruppen drängten ſich um den
Poliziſten auf der Inſel inmitten der Straße. Raſch
klärte ſich jedoch auf, daß es ſich nur um einen
außer=
gewöhnlich ſtarken Automobilpuff gehandelt hatte. Die
Spannung löſt ſich in Gelächter, und unſer Schaffner
wandte ſich in den Wagen hinein mit den Worten:
„Dear me. I thought, the Germans came out.” (Alſo
etwa: „Jeſſes ich dachte, die Deutſchen
kommen raus.”)
* Eine Operette mit Hinderniſſen. Am
Dienstag abend war, wie das „Mainz. Tagblatt”
mel=
det, im Offenbacher Interimstheater von dem Hanauer
Enſemble Millöckers „Bettelſtudent” angeſetzt. Um
8 Uhr war das Haus voll beſetzt und alles wartete mit
Spannung auf die Ouvertüre. Doch es kam keine
Ouvertüre und kein Bettelſtudent, dagegen kam ein
Herold, der verkündete: „Stück kann noch nicht
begin=
nen; Noten vergeſſen!” Zunächſt entſtand einen
Mo=
ment lang im Saale die Stille eines Grabes, der dann
ein Sturm der Heiterkeit folgte, als weiter mitgeteilt
wurde, daß ein Auto nach Hanau geſchickt worden ſei
und daß die Noten bald erſcheinen müßten. Es
ver=
gingen zwar anderthalb Stunden bei den Melodien
der „Luſtigen Witwe” und „Dollarprinzeſſin”, die die
Hanauer Ulanen wahrſcheinlich ohne Noten ſpielen
konnten, dann aber kam endlich um halb 10 Uhr das
Auto mit den Partituren. Im Autotempo wurde dann
der „Bettelſtudent” — nach Noten — geſpielt.
Nummer 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Januar 1910.
Seite 7.
ntetenct un den. ih in Mahme
lungen, welche bis nach Mitternacht dauerten, übernahm
tm neugebildeten Kabinett Maprocordato das
Ackerbauportefeuille, der jungtürkiſche Deputierte
Em=
rullah das Unterrichtsportefeuille und der Großweſir
interimiſtiſch das Evkafminiſterium. Im übrigen
ent=
ſpricht die Miniſterliſte der bereits gemeldeten. Im
neuen Kabinett befinden ſich acht Jungtürken. Die
Preſſe beurteilt das Kabinett günſtig.
* Melilla, 12. Jan. Auf Grund eines
kriegsgericht=
lichen Urteils wurden drei Eingeborene, die
Soldaten angegriffen und verwundet hatten, vor
Seluan erſchoſſen. — Der ſpaniſche Miniſter der
Oeffentlichen Arbeiten iſt geſtern abend 6 Uhr mit
Ge=
folge nach Malaga abgereiſt. Der Bau der Straße
Nador=Seluan wird unverzüglich in Angriff
ge=
nommen.
H.B. New=York, 12. Jan. „New=York Herald”
meldet aus New=York: Der ſpaniſche Geſandte
Marquis de Llalobar iſt von der ſpaniſchen
Re=
gierung von ſeinem New=Yorker Poſten abberufen
worden. Der amerikaniſchen Regierung in
Waſhing=
ton iſt aus Madrid eine ſpaniſche Botſchaft mit den
notwendigen Erklärungen dazu überreicht worden. Der
ſpaniſche Geſandte hat ſich bei ſeiner Regierung darüber
beſchwert, daß er am 1. Januar bei der üblichen
Neu=
jahrs=Gratulation im Weißen Hauſe in unwürdiger
Weiſe behandelt worden ſei. Die bisherigen
Vor=
ſchriften für die Reihenfolge des Empfanges der
Bot=
ſchafter und Geſandten wurden vom Präſidenten Taft
ſund ſeiner Gemahlin geändert dahin, daß nicht mehr,
wie früher, die Geſandten gleichzeitig mit den
Botſchaf=
tern, ſondern zunächſt die Botſchafter und hinter dieſen
die Geſandten empfangen werden ſollten. Der
ſpani=
ſche Geſandte war davon nicht verſtändigt worden oder
aber, und das ſcheint man im Weißen Hauſe
anzu=
nehmen, er hat von dieſer Vorſchrift, als ſeiner
un=
würdig, abſichtlich nicht Notiz genommen. Er erſchien
deshalb, wie gewöhnlich, gleichzeitig mit den
Botſchaf=
tern im Weißen Hauſe, wurde aber aufgefordert,
zurück=
zutreten, bis die Reihe an ihn käme. Der Geſandte
proteſtierte lebhaft hiergegen und erklärte dieſe
Be=
handlung als ſeines Landes unwürdig. Der
Zwiſchen=
fall iſt für die Amerikaner ſehr ärgerlich, denn ſeit dem
ſpaniſch=amerikaniſchen Kriege haben die Amerikaner
alles getan, um mit Spanien in freundſchaftliche
Be=
ziehungen zu kommen, und man glaubte ſchon, daß dieſe
Bemühungen von Erfolg gekrönt wären. Es iſt nicht
unwahrſcheinlich, daß Spanien den Geſandtenpoſten
längere Zeit unbeſetzt läßt, um gegen die Behandlung
des Geſandten zu proteſtieren.
Brieſtaſten.
Ph. H. Ein Dukaten, Goldmünze ſeit dem 12.
Jahrhundert, und ſeit 1559 deutſche Reichsmünze, war
etwa 9,582 Mk. Dukaten wurden bis 1857 geprägt und
ſind jetzt noch in Oeſterreich Handelsmünzen.
SARG
(Berlin, S. 42 Kitterstr. 11½
Wien-Paris.
BESTE
Pf. 2 Zi-OREME
- Unſer heutiges Blat enthält eine Beilage vom
Technikum Mittweida. Höheres techniſches Inſtitut
zur Ausbildung in der Elektrotechnik und im geſamten
Maſchinenbau.
(1322
Kath. Raab
vormals
ALlCE-BAZAR
Billige Bezugsquelle für
solide Braut- und Baby-
Wäsche-Ausstattungen.
(55a
Familiennachrichten.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Mitteilung.)
Heute Vormittag 8 Uhr entſchlief ſanft nach
langem, mit Geduld ertragenem Leiden, im
57. Lebensjahre, meine liebe Frau, unſere gute
Mutter, Großmutter, Schwiegermutter u. Tante
Frau Anna Bickel
geb. Scherrer.
Um ſtille Teilnahme bitten
die Hinterbliebenen
in deren Namen:
Georg Bickel, Stations-Vorsteher i. P.
Darmſtadt, den 12. Januar 1910. (1310
Die Beerdigung findet Freitag, den 14. Januar,
nachmittags 2¾ Uhr, vom Portale des
Fried=
hofes aus, ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend abgelehnt.
Bankſagung.
Allen Denjenigen, welche unſerer lieben guten
Schweſter
(1308
Fräulein Kätchen Fischer
die letzte Ehre erwieſen, für die troſtvollen Worte
des Herrn Pfarrer Junker und den überaus
großen Blumenſpenden, ſprechen wir auf dieſem
Wege unſeren herzlichen Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Ober=Ramſtadt, den 11. Januar 1910.
Gilehtent ial der kenelihen Peitentennt.
Hauptſynagoge (Friedrichſtraze 2).
Freitag, den 14. Januar 1910.
Vorabendgottesdienſt 4 Uhr 30 Min. Jugende
gottesdienſt u. Predigt 5 Uhr 15 Min.
Samstag, den 15. Januar 1910.
Morgengottesdienſt 8 Uhr 45 Min. Sabbatausgang
5 Uhr 40 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 15. Januar 1910.
Vorabend 4 Uhr 20 Min. Morgens 8 Uhr — Min.
Nachmittags 3 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 5 Uhr
45 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 16. Januar,
ab: Morgens 7 Uhr — Min. Nachmittags 4 Uhr 45 Min.
Mre ertencte
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witteruug ſeit Dienstag früh: Die
nördliche Zyklone zieht jetzt langſam ab und bringt
hierbei überall Regenfälle, im Gebirge (Taunus,
Vogels=
berg) Schnee; dabei beginnt unter der Einwirkung der
Weſtwinde die Temperatur zu ſinken. Auf der Südſeite
des abziehenden Wirbels ſcheint ſich ein neuer
Teil=
wirbel zu entwickeln und oſtwärts über Deutſchland zu
wandern.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 13. Jan.:
Noch etwas kälter, auch in der Ebene Schnee.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Das Konzert”.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Chopin=Abend von Wilhelm Backhaus um 8 Uhr
in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=
Verein).
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Schützenhof”.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (eine Wintertour vom
Ennstal bis zum Arlberg).
Verſteigerungskalender.
Freitag, 14. Januar.
Pferde=Verſteigerung um 10 Uhr in der Train=
Kaſerne (Heidelbergerſtraße).
Holzverſteigerung um 3 Uhr im Betrieb der
Stadt=
gärtnerei, beginnend in der Orangerie=Allee.
Nutz= und Brennholz=Verſteigerung um 10 Uhr
im Eberſtädter Gemeindewald; Zuſammenkunft auf
der Dieburgerſtraße nächſt dem Hahnweg.
Eichenſtammholz=Verſteigerung um 9 Uhr im
Büttelborner Gemeindewald: Zuſammenkunft auf der
Darmſtädter E, auſſe am Eingang des Waldes.
Großh. Hofbibliothek, geöffnet Montag bis Freitag
von 9—1 Uhr und nachmittags von 2—4 Uhr, Samstag
von 9—1 Uhr.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton=
Reich und Ausland: Dr. Htto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Mae Streſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroßt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Grosse Preisermässigung im Saison-Ausverkauf!
Grosse Posten Winter-Paletots regulärer Verkaufswert Mk. 9.50 bis Mk. 125.-
Grosse Posten Jacken-Kleider regulärer Verkaufswert Mk. 20.— bis Mk. 120.−.
, , „ „ , 3,
,, , , , „
Die ermässigten Preise sind neben den seitherigen mit Blaustift verzeichnet.
Mitglied des Rabnt-Sparvereins. Mikolaus Lerch
jetzt Mk. 70.— bis Mk. 550
jetzt Mk. 65.— bis Mk. 950
(1311
Telephon 1056.
Kurſe vom 12. Januar 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Diche. Reichsſchatzanw. 100,70
3½ Deutſche Reichsanl. 94,20
85,20
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,70
3½ do. Conſols . . . . 94,25
85,20
do.
3 do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 102,10
94,30
do.
8½
do.
102,20
4 Bayr. Eiſenbahnanl
9370
do.
3½
84,30
do.
4 Hamburger Staatsanl. 102,00
4 Heſſ. Staatsanleihe . 102,00
do.
93,10
3½
82,20
do.
3 Sächſiſche Rente . . . 85,10
Württemberger v. 1907 101,75
4
92,90
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,60
2½ Griechen v. 1887 . . 47,50
20e
3¾ Italiener Rente . .
4½ Oeſterr. Silberrente . 99,00
do. Goldrente . . 100,10
do. einheitl. Rente 95,00
3 Portug. unif Serie I 62,80
do. unif. Ser. III 64,70
do.
Spezial . 12,75
5 Rumänier v. 1903 . . 102,50
4
do.
v. 1890 . . 95,40
do.
v. 1905 . . 91,60
4 Kuſſen v. 1880 ₰ a 2.₰
In Prot.
St.
Ruſſen v. 1902 . . . . 90,90
4.
do. v. 1905 . . . . 99,60
„Schweden . . . . . . . 94,80
4 Serbier amort. v. 1895
Türk. Admin. v. 1903 88,30
do. unifiz. v. 1903 94,50
4 Ungar. Goldrente . . 95,90
do. Staatsrente . 92,70
5 Argentinier . . . . . . 101,70
92,00
do.
92,40
4½ Chile Gold=Anleihe
Chineſ. Staatsanleihe 102,75
99,80
do.
4½
4½ Japaner .
.. . 97,60
Innere Mexikaner . . 100,75
do.
Gold=Mexikan. v. 1904 95,50
5 Gold=Mexikaner . . . 102,90
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Palet=
fahrt . . . . . . . . 134,90
4 Nordd. Lloyd . . . . 103,30
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 121,50
Aktien ausländiſcher
Trausportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 117,90
4 Gotthardbahn .
In Proz.
81.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 162,40
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb! 24,00
4 Pennſplvania N. R. 134,80
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 195,00
Werger=Brauerei . .
78,50
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 438,00
Fabrik Griesheim . . . . 256,00
Farbwerk Höchſt . . . . . 452,50
Verein chem. Fabriken
Mannheins . . . . . . . 334,80
Lahmeyer . . . . . . . . . 107,30
Schuckert . . . . . . . . . 137,90
Siemens &e Halske . . . 244,00
Adlerſahrradwerke Kleper 376,09
Bochumer Bb. u. Guß . . 250,70
Gelſenkirchen . . . . . . . 220,30
Darpener . . . . . . . . . 213,20
Phönix, Vergb. u.
Hütten=
betrieb . . .
. . . 220,75
Brioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 90,80
Pfälzer Prt. . . . . . 101,10
do.
3½
93,40
4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,70
do.
ſteuerfrei . 98,80
5 Oeſterr. Staatsbahn. 105,90
do.
99,40
do.
alte .
5 Oeſterr. Südbahn . . 102,90
do.
85,40
2*/1s
do.
59,70
Raab=Oedenburger . . 75,40
4 Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,50
4 Kronpr. Rudoljbahn : 99,90
In Proz.
S7.
2‟) Livorneſer . . . . . . 75,60
4 Miſouri=Paciſie . . . 83,30
4 Bagdadbahn Mk. 408 84,70
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . —
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 183,50
4 Darmſtädter Bank .. 138,00
4 Deutſche Bank . 250,50
4 Deutſche Vereinsbank 127,80
4 Diskonto=Geſellſchaft . 196,20
4 Dresdner Bant . . . 164,40
4 Mitteldent. Kreditbk. 120,10
Nationalbk. f. Deutſchl. 130,50
4 Pfälzer Dank. . . . . 100,80
150,90
4 Reichsbank . . . .
4 Rhein. Kredit=Bank 136,75
4 Wiener Bank=Verein 139,30
Pfandbriefe.
4 Frankſt. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,30
3½ do. S. 19. . . . . 92,80
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
P,
91,50
do.
Heff. Land.=Hyp.=Bk. 101,60
do.
92,60
Meining. Hyp.=Bank 101,00
3½
91,60
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,20
3½
do. (unk. 1914) 92,00
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
3½
93,60
InProz.
Bf.
Städte=
Obligationen
Darmſtadt . . . . . . 101,00
3½ do.
92,20
4 Frankfuns . . . . 35 . 101,10
do.
96,00
4 Gießen . . . . . . . . 100,80
3½
do.
Heidelbesg . . . . . . 100,60
3½,
92,00
Karlsruhe . . . .. . 101,00
1,
do.
92,50
4 Magbeburg. . . . . . 101,70
do.
4 Mainz . . .. ... ₰ —
30,
.
Mannheim . . .. . ₰ —
3½ do.
München . . . . . . . 101,60
3½ Nauheim
4 Nürnberg . . . . S. . 101,40
do.
3½,
93,00
Offenbach . . . . . . . 100,80
do.
30
Wiesbaden . . . . . . 102,60
37
do.
—
4 Worms . . . . . . . .
do
3½
92,20
4 Liſſaboner v. 1886. . 82,50
Verzinsliche
Anlehensloſc.
Badiſche
Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner „ 100 138, 10
Donau=Reg. fl. 100
*. Holl. Komm. „ 100 —
InProz.
S7.
3. Madrider Fs. 100 78,40
4 Meining. Pr.=Pfand=
138,20
brieſe. . . . ..
4 Oeſterr. 1860er Loſe 174,50
Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 113,80
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
7 41,00
Braunſchweiger Tlr. 20 229,00
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45 —
do.
Fs. 10 —
Meininger
7 39,50
ſl.
Oeſterreicher p. 1864 „ 100 571,00
do. v. 1858 ₰ 100 464,00
Ungar. Staats
„100 373,00
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
„ 400 184,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,40
20 Franks=Stücke . .. . 16,22
Oeſterr. 20=Kronen . . . . 16,90
Amerikaniſche Noten . . . 4,18
Engliſche Noten . . . . . 2141
Franzöſiſche Noten . . . . 81,30
Holländiſche Noten . . . . 168,65
Italieniſche Noten . . . . 80,390
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,85
Ruſſiſche Noten . . . . . . 215%
Schweizer Noten . . . . . 81,00
—0)
50
Reichsbank=Diskonto .
Reichsbank=Lombard Zsf. 6½
Seite
nuat
Nur solange Vorrat reicht!
Man beachte unsere Erker!
Jede Zusammenstellung
ein Schlager!
6 Eßlöffel im Etuis
95 Pfg.
6 Kaffeelöffel im Etuis1 Brotſchiff . . . . . . . 95 Pfg. 1 Bügelbrett, überzogen . . 95 Pfg. 1 engl. Kohlenkaſten, dek. . 95 Pfg. 1 Brottrommel, oval m. Schrift 95 Pfg. 1 groß. Zwiebelkaſten, dekor.,
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Die Aebelfrau.
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4)
Ein zorniger Ausruf entfuhr den Lippen des
Jüngeren. Krampfhaft preßte er des Bruders Arm.
Seine blauen Augen funkelten, als er faſt atemlos rief:
Du ſollſt mir nicht alles im Leben nehmen, Du ſollſt
nicht, dieſe nicht, ich rate es Dir.
Graf Reimar löſte gelaſſen die Hand des Bruders
von ſeinem Arm.
Du offenbarſt mir recht deutlich, Timm, ſagte er
kalt, daß Du den Zügeln, die ich Dir immer anlegte,
nicht entwachſen biſt. Von „Nehmen” kann gar nicht
die Rede ſein. Ich laſſe Dir den Vorrang. Wenn Du
willſt, frage Undine, bevor ich meine Werbung
an=
bringe. Nimmt ſie Dich, ſo bin ich bereit, neidlos
zurückzutreten.
Du liebſt ſie alſo nicht? fragte Timm atemlos,
ant=
worte, ich beſchwöre Dich.
Du fragſt zu viel, Kleiner, das war immer Dein
Fehler. Nütze die Zeit. Ehe der Abend ſinkt, muß die
Sache entſchieden ſein.
Betreten wich der Marineleutnant zurück, denn
ſoeben wurden die Saaltüren weit geöffnet und, auf
den Arm Undines geſtützt, trat eine große,
ſchwarzge=
kleidete Frau in den Saal. Eisgrau war der dichte,
wellige Scheitel, der ein im Schmerz erſtarrtes Antlitz
mit großen, blauen, lichtloſen Augen umrahmte. Geſtern
hatte die faſt achtzigjährige Mutter des Grafen Marnar
Randolt bei der Beerdigung gefehlt, denn ihre Kräfte
reichten nicht aus für den ſchweren Gang, ihr liebſtes
und letztes Kind zu geleiten.
Aber heute, bei der Teſtamentseröffnung, da wollte
ſie zugegen ſein, und weil ſie wollte, hatte ſie auch ihre
Kraft und Rüſtigkeit wiedergewonnen.
Die beiden Grafen Randolt traten auf die
ehr=
würdige Erſcheinung der Greiſin zu und küßten ihr
reſpektvoll die Hand.
Wer iſt’s, Undine? Ich kenne ſie nicht.
Reimar und Timm von Randolt, der neue Herr
vom Gorlingshof und ſein Bruder, Großmutter.
Das junge Mädchen ſprach mit feſter, kalter Stimme.
Ein Zittern lief durch die Geſtalt der Greiſin, dann
aber neigte ſie ein klein wenig das Haupt mit dem
grauen Haar, das ſo dicht unter der Trauerſchnebbe
hervorquoll, indem ſie ſprach:
Sie ſollen hier willkommen ſein. Ein fremdes Reis
am alten Frieſenſtamme, ſo will es das Schickſal.
Kein fremdes Reis, Gräfin, vom alten Stamme,
ſondern nur ein wilder Schößling, in dem dasſelbe
Blut, derſelbe Lebensſaft kreiſt. Daß er ſich edel zu
einem kraftvoll ſchützenden Baum entfalte, liegt in der
Hand der Gärtnerinnen, der Frauen vom Gorlingshof.
Reimar hatte geſprochen.
Er ſah den erſtaunt fragenden Blick ſeiner Baſe
Un=
dine und den erſchreckten, angſterfüllten der jungen Witwe,
die am Arm des blonden Mannes, der ſie geſtern geführt,
über die Schwelle getreten war, und er hörte plötzlich das
harte Auflachen der alten Frau.
Er ſpricht gut, Undine, der neue Herr, nicht wahr?
Mir deucht, ich hörte den Klang der Stimme ſchon einmal.
Er weht wie Moder über den Gorlingshof, wie Moder.
Undine führte ſchweigend die Gräfin zu einem der
hochlehnigen Stühle, deren ſchwarzes Leder ſich ſo
feier=
lich von dem hellen Eichenholz der Einfaſſung abhob.
Herr Rechtsanwalt und Notar Dr. Ebbo Klas, meines
verſtorbenen Vaters einziger Freund und
Teſtamentsvoll=
ſtrecker=
die Hetet erbeniger ichſchurigend.
Der blondbärtige, rieſenhafte Mann mit den großen,
helleuchtenden Augen maß mit ſcharf prüfendem Blick die
beiden Grafen Randolt, dann ſchob er der jungen Witwe,
die noch immer haltlos an ſeinem Arm hing, energiſch
einen Stuhl hin und zwang ſie ſo, an ſeiner Seite Platz
zu nehmen. Langſam rückte er ſeine goldene Brille
zu=
recht, dann legte er die ſchwarze Aktenmappe tiefaufatmend
vor ſich hin. Es war, als wollte er Zeit gewinnen zu dem
ſchweren Amt.
Ein Blick auf die ganz in ſich zuſammengeſunkene
Ge=
ſtalt der jungen Witwe ihm zur Linken, während an der
anderen Seite die alte Gräfin Lidwina Randolt ihren
Platz hatte, weckte etwas wie Unwillen in ſeinen Augen,
aus denen ſonſt nicht nur ein ſcharfer Geiſt, ſondern auch
Güte ſprach. Neben der Greiſin hatte Undine Platz
genom=
men, ihr gegenüber die beiden Brüder.
Graf Reimar konnte das Geſicht der jungen Frau, der
zweiten Gattin des Verſtorbenen, nicht ſehen. Timm
ver=
deckte ihre Geſtalt, aber ſein Auge hing ernſt und forſchend
an dem Antlitz der jungen Gräfin Undine, aus deren
dunklen Augen ihm eine kalte Abwehr begegnete, wenn
zufällig ihr Blick den ſeinen traf.
Wie fremdartig und vornehm das blumenhaft zarte
Geſicht mit dem üppigen, rotgoldenen Haar ſich aus den
ſchwarzen Krepprüſchen emporhob. Wie die feinen
Naſen=
flügel bebten und die blühenden, roten Lippen zitterten, als
jetzt der Rechtsanwalt begann:
„Eine traurige Pflicht gebietet mir, ſchon heute, früher
als ich gedacht, den letzten Willen meines Freundes, des
Grafen Marnar Randolt, zu erfüllen, indem ich das, was
er ſeinen Hinterbliebenen zu ſagen hatte, heute
ver=
trauensvoll in Ihre Hände lege.
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Willens des Verſtorbenen unverletzt ſind, die Siegel, die
wolle man nicht verkaufen,
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ich hiermit löſe in dem Bewußtſein, daß der Geiſt des
Un=
vergeßlichen bei uns iſt in dieſer feierlichen Stunde. Laſſen
Sie uns in Andacht vernehmen, was ſeines Herzens
Wunſch und Wille.
Stolz ſtand die Reckengeſtalt des blonden Mannes
am oberen Ende des Tiſches. Die Frühlingsſonne, die
durch die Scheiben fiel, brannte in ſeinem hellen Haar und
Bart, und ſie brannte auch wie ein Flammenmal auf
Gräfin Undines Haupt, die den Kopf tief geſenkt hatte,
damit der fremde Mann, der Eindringling da drüben, die
Tränen nicht fehen ſollte, die ihr in die Augen traten.
Ebbo Klas’ Hand, die große, kräftige, energiſche Hand
zitterte doch ein wenig, als er jetzt das Schriftſtück
ausein=
anderfaltete und langſam, jedes Wort ſchwer betonend,
zu leſen begann:
„Mein letzter Wille!
Ein guter Hausvater beſtellt beizeiten ſein Haus. Das
habe ich ſchon damals getan, als ich, Graf Marnar
Ran=
dolt, Erbherr auf Gorlingshof und Südegaarde, zu einer
zweiten Ehe ſchritt, um meinem verwaiſten Hauſe wieder
eine Herrin zu geben. Meine zweite Gattin Fridrun brachte
Sonnenſchein in den dunklen Gorlingshof, um den ſo oft
dichter die Nebel brauten, weil das Glück ein ſeltener Gaſt
war in unſerem Hauſe. Ich glaubte, als ich Fridrun
heimführte, daß ich nicht nur ein wohlhabender, ſondern
ein reicher Mann ſei. Wenn auch der Gorlingshof und
Südegaarde als Majorat nach meinem Tode meinem
ein=
zigen Sohne Lutz zufielen, ſo war das Vermögen, das ich
beſaß und das die reichen Erträgniſſe der Güter noch jedes
Jahr vermehrten, doch groß genug, meiner Gattin, meiner
Tochter Undine und der kleinen Lorl, dem Kind aus
mei=
ner zweiten Ehe, ein glänzendes Los zu ſichern, wenn ich
einmal die Augen ſchloß.
Ich glaubte, daß dieſer Zeitpunkt noch weit abläge,
doch haben ihn die eingetretenen Ereigniſſe meiner
Vor=
ſtellung ſo nahe gerückt, daß ich nicht zögerte, meine
letzt=
willigen Verfügungen zu treffen.
Meines Herzens Stolz, mein Liebling, der Träger
meines Namens, auf den ich immer ſo weitgehende
Hoff=
nungen geſetzt, brach alle meine Wünſche, Pläne und
Hoff=
nungen in tauſend Stücke. Ihr wißt ſelber, wie es kam,
daß von Jahr zu Jahr mein Vermögen zuſammenſchmolz,
weil Lutz das Eigentum ſeiner Großmutter und Schweſter
und das der jungen Frau ſeines Vaters nicht achtete. Ihr
ſelber batet mich, zu geben und immer wieder zu geben,
um uns vor Schande und Schmach zu retten. Ihr wißt,
daß alle Vorſtellung, alle Strenge, alle Drohungen
ver=
gebens waren, und als ich nichts mehr zu geben hatte, da
geſchah das Schreckliche, Unbegreifliche, mir noch heute
Unfaßbare, da ſchied der, für den wir uns alle geopfert,
freiwillig aus dem Leben.
Das hat meine Kraft vor der Zeit gebrochen. Ich
fühle, meine Tage ſind gezählt, aber mit entſetzlicher
Klar=
heit ſehe ich auch, an welchem Abgrund wir alle ſtehen.
Was ich mit meiner friſchen Kraft wieder aufrichten wollte,
was ich für Euch, die ich liebte, mehr als mein Leben,
wieder zu erringen hoffte, das iſt alles unmöglich, wenn
ich morgen die Augen ſchließe. Bettelarm laſſe ich Euch
dann zurück, Dich, meine alte, geliebte Mutter, mein armes
Weib, meine Undine und zuletzt das kleine, zarte Ding,
meine Lorl, mein letzter Augentroſt und Sonnenſchein.
Einer hat mich ſtets gewarnt, wenn ich immer wieder
für Lutz eintrat, wenn ich meinte, es der Ehre unſeres
Namens ſchuldig zu ſein, es nicht zu tun, nicht alles
hin=
zugeben für den einen. Es war Ebbo Klas. Der wußte,
wie unabwendbar das Verderben hereinbricht, wenn Spiel
und Weiber ein ſo junges Menſchenleben umſtricken, das
keinen Halt und keine Feſtigkeit in ſich ſelber hat.
Ich glaubte dem warnenden Freunde nicht. Ich hoffte
noch immer, retten, helfen zu können. Ich wollte meinen
Sohn nicht fallen laſſen, und ich nahm Euch alles.
Viel=
leicht läßt Gott mir noch ein langes Leben. Vielleicht kann
ich noch das Unheil von Euch wenden, wenn ich Euch auch
nicht reich machen kann. Aber vor Not könnte ich Euch
doch ſchützen. Nur nicht ſterben, nicht jetzt ſterben, iſt mein
ſteter Gedanke bei Tag und Nacht, und doch fühle ich mich
oft von einem Todesahnen gepackt, das mir alle Tatkraft
lähmt.
Die Nebelfrau iſt des Nachts ums Haus geſchlichen,
gerade wie in der Nacht, als Lutz ſtarb, und wie damals,
als Deine Mutter, Undine, von uns ging. Ekke Thornſen
weiß es, warum ich die graue Frau fürchte, die meinem
Hauſe Unheil kündet.
Wenn ich ſterbe, ſo wird ein neuer Herr hier einziehen.
Ich ſah ihn nur flüchtig und kenne nicht ſeine Gedanken.
Lutz kannte ihn gut, und einmal, da ſchrieb er mir auch
wegen Lutz — ſie ſtanden in demſelben Regiment —, ich
möchte ihn kürzer halten, das iſt lange her.
Der fremde Mann, Graf Reimar Randolt, wird nach
mir hier herrſchen. Ich hoffe und wünſche, daß er den
Namen Randolt hier auf dem Gorlingshof in Ehren hält,
daß er Gut und Blut einſetzt für des Hauſes Wohl und
Anſehen, und daß er ein milder und gütiger Herr ſein
wird denen, die ihm dienſtbar ſind.
Nach den hier urkundlich beigefügten
Familienbeſtim=
mungen fällt das Majorat nur dann an die Frauen des
Gorlingshofes und Südegaarde zurück, wenn der neue
Majoratsherr der neuen Linie ausdrücklich erklärt, das
Erbe nicht antreten zu wollen. Welche Vermutungen den
Stifter des Majorats in alter Zeit zu dieſer Klauſel
ver=
anlaßt haben, weiß ich nicht, aber ich glaube nicht, daß ein
Nachkomme der Nebenlinie Randolt auf ein Erbe verzichten
wird, das ihm rechtmäßig zukommt. Trotzdem Graf
Rei=
mar Randolt ſehr vermögend iſt, hat er doch einen Bruder,
der die nächſte Anwartſchaft auf das Erbe hätte. Nach den
Beſtimmungen des Majorats iſt den Frauen der Familie
für immer das Recht, im Gorlingshof zu wohnen, gewährt.
Es iſt mir ein Troſt, daß man Euch wenigſtens nicht das
Dach über dem Haupte nehmen kann. Das Wenige, was
mir noch bleibt, wird reichen, Lorls Erziehung zu
voll=
enden und Eure Bedürfniſſe, wenn Ihr ganz beſcheiden
ſeid, zu decken. Es widerſtrebt mir, Euch der Milde und
Nachſicht des neuen Herrn zu empfehlen. Ich weiß, wie
ſchwer es für Euch ſein wird, dort, wo Ihr einſt
unbe=
ſchränkt ſchalten und walten konntet, nur geduldet zu ſein.
Aber ich hoffe, der neue Herr des Gorlingshofes wird
ſei=
nem Bruder Timm ähnlich ſein, der ja öfter bei uns
Ein=
kehr hielt und der ſich uns ſtets als Freund gezeigt hat.
Und ſo befehle ich Euch denn, meine geliebte Mutter,
mein Weib, meine Kinder, dem Schutze des Höchſten. Ebbo
Klas ſoll Lorls Vormund ſein und den Frauen als Freund
in allen Rechtsſachen zur Seite ſtehen. Ein genaues
Ver=
zeichnis all meiner Habe liegt hier bei. Niemand von
denen, die mir nahe geſtanden, ſoll leer ausgehen. Alle
ſollen ſie ein Andenken haben. Undine wird wachen, daß
es geſchieht, wie ich es hier angegeben. Die Zeit eilt und
es iſt mir, als würde es ſchon ganz dunkel um mich. Ich
muß wohl ſchlafen gehen. Verzeiht Eurem unglücklichen
Gatten, Vater und Sohn
Marnar Graf von Randolt.
der Euch alle unſagbar geliebt hat.”
(Koxtletzuna folat!
Amtsverkündiaungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
65 3.
Donnerstag, 13. Januar.
1910.
Bekanntmachung.
Betreffend: Ausführung des Reichsgeſetzes vom 6. Juli 1904, betreffend die Bekämpfung
der Reblaus; hier: Bildung der Weinbaubezirke.
Unter Hinweis auf die Beſtimmungen in § 3, Abſ. 3, und § 10, Ziffer 1, des
obigen Geſetzes bringen wir nachſtehend die durch Entſchließung Großh. Miniſteriums
des Innern vom 29. Dezember 1909 zu Nr. M. d. J. III. 13736 erfolgte Einteilung des
(1340
Landes in Weinbaubezirke zur allgemeinen Kenntnis.
Darmſtadt, den 7. Januar 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
Lau=
altungs=
Name des
fende
Umfang des Weinbaubezirks.
zirk
Weinbaubezirks
Nr.
oin
1
burg
Provinz Starkenburg mit Ausnahme der Gemarkungen
Starkenburg
der Enklave Wimpfen
penh.) 2 Gemarkung der Enklave Wimpfen
Wimpfen
inz
ſſen
3 Provinz Oberheſſen
Oherheſſen
ſen
Koſtheim
inz
4 Gemarkungen Kaſtel und Koſtheim
tinz
5 Kreis Mainz mit Ausnahme der zu den
Weinbau=
bezirken Koſtheim, Hahnheim und Bodenheim
ih.
(fde. Nr. 4, 12 und 13) gehörigen Gemarlungen;
ferner die Gemarkungen Nieder= und Ober=
Saul=
heim (Kreis Oppenheim)
Mainz
6 1 Gemarkungen Aspisheim, Bingen, Büdesheim,
Dietersheim, Dromersheim, Gau=Algesheim,
Gaulsheim, Genſingen, Grolsheim, Horrweiler,
Bingen
Ockenheim und Sponsheim .
Gemarkung Kempten
Kempten
7
8 Kreis Bingen mit Ausnahme der zu den
Weinbau=
zirken Bingen (fde. Nr. 6) und Kempten (Ifde.
Nr. 7) gehörigen Gemarkungen; ferner die Ge=
Ingelheim
markung Partenheim (Kreis Oppenheim) .
Wallertheim
Gemarkung Wallertheim
9
,
Sulzheim
10 Gemarkung Sulzheim
11 1 Gemarkungen Armsheim, Eichloch, Ensheim, Schims=
Wörrſtadt
heim, Spiesheim und Wörrſtadt .
12 Gemarkungen Hahnheim, Selzen, Mommenheim,
Hahnheim
Sörgenloch und Zornheim
13 Gemarkungen Bodenheim, Ebersheim, Gau=
Biſchofs=
heim, Harxheim, Hechtsheim. Lörzweiler, Lauben=
Bodenheim
heim, Nieder=Olm und Weiſenau:
14 Gemarkungen Nackenheim, Nierſtein und Schwabs=
Nierſtein
burg .
15 Gemarkungen Köngernheim, Undenheim, Schorns=
Undenheim
heim und Udenheim
16 Kreis Oppenheim mit Ausnahme der zu den
Wein=
baubezirken Ingelheim, Mainz, Wallertheim,
Sulzheim, Wörrſtadt, Hahnheim, Bodenheim,
Nierſtein, Undenheim, Flonheim und
Sprend=
lingen (lfde. Nr. 5, 8, 15, 17 und 18) gehörigen
Oppenheim
Gemarkungen .
17 Gemarkungen Bornheim, Eckelsheim, Flonheim,
Flonheim
Uffhofen und Wendelsheim .
18 Gemarkungen Gau=Bickelheim, Gau=Weinheim, Ober=
Hilbersheim, Vendersheim, Wolfsheim, (Kreis
Oppenheim), Badenheim, Sprendlingen, St.
Johann, Welgesheim und Zotzenheim (Kreis
Sprendlingen
Alzey)
19 Kreis Alzey mit Ausnahme der zu den
Weinbau=
bezirken Boſenheim (fd. Nr. 20), Flonheim
(lfde. Nr. 17), Siefersheim (Ifd. Nr. 21),
Sprend=
lingen (Ifd. Nr. 18) und Wöllſtein (Ifd. Nr. 22)
Alzey
gehörigen Gemarkungen .
20 Gemarkungen Biebelsheim, Boſenheim, Frei=
Laubers=
heim, Hackenheim. Ippesheim, Planig und
Boſenheim
Pfaffen=Schwabenheim
21 1 Gemarkungen Fürfeld, Neu=Bamberg, Pleitersheim,
Siefersheim Stein=Bockenheim, Tiefenthal, Volx=
Siefersheim
heim und Wonsheim .
Wöllſtein
Gemarkung Wöllſtein
22
,
, ,
Gumbsheim
Gemarkung Gumbsheim
23
24 Kreis Worms mit Ausnahme der zu den
Weinbau=
ms
bezirken Mölsheim (fd. Nr. 25), und Nieder=
Worms
Flörsheim (lfd. Nr. 26) gehörigen Gemarkungen
25 Gemarkung Mölsheim mit Ausnahme der dem
3. pfälziſchen Weinbaubezirke zugeteilten
Ab=
ſchnitte an der Grenze gegen Zell und Nieternheim Mölsheim
26 Gemarkungen Dalsheim, Monsheim, Nieder=Flörs=
Nieder=
heim, Ober=Flörsheim und Wachenheim.
Flörsheim
Das Großh. Miniſterium des Innern hat der Stadt Darmſtadt die Erlaubnis
ert
eine weitere Schloßfreiheitslotterie zu veranſtalten. Die Lotterie beſteht aus
rien zu je 120 000 Loſen zu 1 Mark. Jede Serie wird nach dem abſchriftlich
nach=
enden Spielplan durchgeführt. Die Ziehungen ſind auf Mai und Dezember
Jahre 1910—1913 feſtgeſetzt. Der Vertrieb der Loſe in Heſſen wurde geſtattet.
Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe, ſowie die Ziehung dürfen nicht während
der Zeit des Vertriebs der Loſe zur erſten Klaſſe einer Königlich Preußiſchen
Klaſſen=
lotterie ſtattfinden. Die Lotterie beſteht aus 8 Serien zu je 120 000 Loſen zu 1 Mk.
Serie werden Geſambetrage 450 Mk. ausgeſpiet,
und zwar:
1. Gewinn zu 20 000 Mk. — 20000 Mk.
5000 „
— 5000 „
3 Gewinne „ 1000 „ — 3000 „
, 500 „ = 2000
20
100 „ = 2000 „
, „
135
20 „ = 2000 „
„
,
200
10 „ „ 2000 „
, „
3000
3 „ — 9000 „
3320 Gewinne zu
45000 Mk.
Bekanntmachung.
Betreffend: Ausführung des Geſetzes vom 1. Juni 1895, den Erſatz des Wildſchadens
betreffend, in der vom 1. Januar 1900 an geltenden Faſſung.
Wir bringen nachſtehend die Zuſammenſetzung der gemäß Art. 5 Abſ. 2 des
obigen Geſetzes gebildeten Sachverſtändigen=Kommiſſionen zur öffentlichen Kenntnis.
Darmſtadt, den 7. Januar 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.
(1291
Namen der zu den
Erſatzmänner Vorſitzender Stellvertreter
Wildſchadens=
der
Sach=
bezirken gehörend. Sachverſtändige
der
des
Gemeinden und
verſtändigen= Vorſitzenden
Sachverſtändigen
Gemarkungen
kommiſſion
I. Wildſchadens=1. Landwirt Mar=1. Rentner F. Pet.
Landwirt
Landwirt
bezirk:
tin Kaus dahier Pitthan dahier Martin Kaus Adam Gründler
dahſer
Darmſtadt
2. Oekonom Peter12. LandwirtFried=
Darmſtadt=
Karl Seibeldah. richGeyerdahier
Beſſungen.
3.
FriedrichSchub=
kegel ſen. dahier
II. Wildſcha= 1. FörſterGermann 1. Bürgermeiſter Förſter Ger=
densbezirk:
Meſſel
Benz zu
Arheil=
mann zu
zu Arheilgen
Arheilgen, Brauns=2. Gemeinde=
Ein=
gen
Meſſel
nehmer Frey zu 2. Landwirt Heinr.
hardt, Erzhauſen,
Wixhauſen
Huck II. zu Ar=
Gräfenhauſen,
Meſſel, Schneppen=3. Landwirt Jakob
heilgen
Pons zu
Gräfen=
hauſen,
Weiter=
hauſen
ſtadt, Wixhauſen
III. Wilbſcha= ſ1. Großh. Bürger=1. Gemeinderats=GroßhBürger= lGroßh. Bürger,
meiſter Leicht= mitglied Valen=meiſter Leicht=meiſter Schäfer
densbezirk:
weiß zu Eſcholl= tin Gerhard IV. weiß zuEſcholl= zu Eberſtadt.
Eberſtadt,
Eſcholl=
brücken
zu Griesheim
brücken
brücken, Griesheim,2. Landwirt Adam 2. Beigeordneter
Hahn, Eich, Mal= Leichtweiß II. zu
Nungeſſer zu
chen, Pfungſtadt
Hahn
Pfungſtadt
3. Großh.
Bürger=
meiſter Walther
zu Malchen
IV. Wildſcha= 11. Großh. Bürger=1. Landwirt Jean Großh. Bürger=Förſter
Hof=
densbezirk:
meiſter Müller! Grünewald zu meiſter Müller! mann auf
Roßdorf
zu Roßdorf
zu Roßdorf.
Forſthaus
Nieder=Beerbach, 2. Landwirt Peter 2. LandwirtGeibel
Eiſernhand
Nieder=Ramſtadt
BreitwieſerVIII.) zu Nieder=
Ram=
mit Waſchenbach,
zu Ober=
Ram=
ſtadt
Ober=Ramſtadt,
ſtadt
Roßdorf, Traiſa
3.
Ortsgerichts=
mann Heinrich
Matthes III. zu
Ober=Ramſtadt!
Bekanntmachung.
Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft pro 1910, hier die Zurückſtellung dermit dem
Berechtigungs=
ſchein zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt verſehenen Militärpflichtigen.
Dieienigen im Jahre 1890 geborenen Militärpflichtigen, welche ſich im Beſitz des
Berechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt befinden und im
Kreis Darmſtadt dauernden Aufenthalt haben, werden darauf hingewieſen, daß ſie
gemäß § 93, 2 der Wehr=Ordn. ihre Zurückſtellung beantragen müſſen und daher
auf=
gefordert, ihre Berechtigungsſcheine alsbald hier, Neckarſtraße 3, 3. Stock — Zimmer
Nr. 38 — vorzulegen, damit in denſelben der erforderliche Zurückſtellungsvermerk
ein=
tragen werden kann.
Es wird noch ausdrücklich darauf hingewieſen, daß die Abſicht, ſich am 1. April
oder 1. Oktober I. J. zum Dienſtantritt melden zu wollen, von der Verpflichtung, die
Zurückſtellung zu beantragen, nicht entbindet.
Darmſtadt, den 28. Dezember 1909.
Der Zivil-Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
v. Werner, Reg.=Rat.
(197a
Bekanntmachung.
Betreffend: Geſuche Militärpflichtiger um Verlängerung ihrer Zurückſtellung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derjenigen Militärpflichtigen, welche
Berechti=
gungsſcheine zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellung
am 1. Oktober I. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derjenigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, welche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheins die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und
den=
ſelben der Berechtigungsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die
Not=
wendigkeit weiterer Zurückſtellung ergibt, beizufügen und
3. daß dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatzkommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Juli oder Auguſt l. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſen.
Darmſtadt, den 28. Dezember 1909.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
v. Werner.
(196a
Bauarbeiten.
Die bei Erbauung der beiden
Turn=
hallen für die höhere Knaben= und
Mäd=
chenſchule an der Lagerhausſtraße
vorkom=
menden Zimmer=, Dachdecker=, Spengler=
und eiſernen Dachkonſtruktionsarbeiten ſollen
vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte,
Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9,
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 25. Januar 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Die Verdingungsunterlagen werden nach
auswärts nicht verſandt.
Darmſtadt, am 12. Januar 1910.
Stadtbauamt.
Burbaum.
(1284df
zu verkaufen. Näh. in
Vertiko der Erp. ds. Bl. (*865
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, Hofhund, 1 Jagdhund.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Am Freitag, den 14. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, ſoll nachverzeichnetes, im
Betrieb der Stadtgärtnerei gewonnenes Nutzholz zur Verſteigerung kommen:
1. 6 Lindenſtämme, in der Orangerieallee lagernd
2. 3 Haufen Kirſchſtämme und 1 Haufen Kirſchaſtholz, ſowie 2 Haufen
Kaſtanien=
ſtämme, in der ſtädt. Hofreite Beſſungerſtraße (Faſelſtall) lagernd, und
3. 13 Kaſtanienſtämme, im ſüdlichen Teil des Martinspfad lagernd.
Die Verſteigerung beginnt in der Drangeriealle.
Darmſtadt, den 10. Januar 1910.
(1221md
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jäger==
für cg. 12 Hühner,
Hühnerſtall gut erhalten, zu
kaufen geſucht. Offerten mit Preis unter
C 23 an die Expedition ds. Bl. (*703im
Drahtgeflecht, gut erhalten,
ra. 20 Meter,
zu kaufen geſucht. Offerten mit Preis unter
C 24 an die Expedition.
(*704im
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen
Kenntnis, daß gemäß Beſchluß der
Stadt=
verordneten=Verſammlung vom 16.
Dezem=
ber v. Js. als Bezirkspfleger der ſtädtiſchen
Armenpflege für den 52. Bezirk
Architekt Karl Schembs, Steinſtraße 10,
neu beſtellt worden iſt.
(1267
Darmſtadt, den 11. Januar 1910.
Städtiſches Pflegeamt.
Krapp.
Pferde=Verkauf.
Freitag, den 14. Januar, vormittags
10 Uhr,
werden auf dem Hofe der Kaſerne
Heidel=
bergerſtraße 49 fünf überzählige
Dienſt=
pferde öffentlich meiſtbietend gegen Bar=
(1268
zahlung verſteigert.
Darmſtadt, den 11. Januar 1910.
Train=Bataillon Nr. 18.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Januar 1910.
Nummer 10.
Grauitarbeiten.
Die für die Neubauten einer höheren
Knaben= und Mädchenſchule erforderlichen
Granitbeläge (ca. 438 qm Odenwaldgranit)
ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte
(Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9)
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſcheine abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Dienstag, den 25. Januar 1910,
vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, am 11. Januar 1910.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
(1153md
St.u
Städtiſche Sparkaſſe.
Bei unſeren im unterſten Stockwerk
ge=
legenen Kaſſen können im Monat Januar
1910 die Zinſen für das abgelaufene
Jahr erhoben werden. Nicht erhobene
Zinſen werden dem Kapital zugeſchrieben.
Dieſes Zinſen=Beiſchreiben beginnt am
1. Februar 1910. Dabei iſt darauf zu
achten, daß durch das Beiſchreiben der
Zinſen bei Ueberſchreitung des Betrags von
Mk. 10 000. — eine Verzinſung von nur
3 % eintritt, und zwar für die ganze
Ein=
lage (nicht nur für den Ueberſchuß über
Mk. 10000.— vergl. § 15 pos. 4).
In der Zeit vom 2. bis 15. Januar ſind
die Kaſſen, außer den ſonſt üblichen
Zahl=
ſtunden, vormittags von 8½ bis 12½
Uhr, ausnahmsweiſe auch nachmittags von
3 bis 5 Uhr geöffnet.
Samstags nachmittag ſind die Kaſſen
geſchloſſen.
Gleichzeitig wird bemerkt, daß, wegen
des außergewöhnlich ſtarken Andrangs in
der Zeit vom 2. bis 15. Januar die
Aus=
zahlung der Jahreszinſen nur nachmittags
von 3 bis 5 Uhr ſtattfindet.
(130a
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Purgold, Direktor.
Bekanntmachung.
Montag, den 24. Januar 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Bäckermeiſter Adam
Hand=
ſchuch Eheleuten dahier zugeſchriebenen
Liegenſchaften:
Flur
qm
Nr.
VIII
32¾/10 1900 Acker in der Saubach,
VIII 143¾/10 1050 Grabgarten daſelbſt,
in unſerem Geſchäftszimmer,
Wittmann=
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Die Genehmigung der Verſteigerung
wird auch dann erfolgen, falls ein der
Schätzung entſprechendes Gebot nicht
ein=
gelegt wird und andere rechtliche
Hinder=
niſſe nicht entgegenſtehen.
Darmſtadt, den 3. Januar 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadr II
(Beſſungen).
Frantz.
(L573,60
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 17. Februar I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Schreiner Joſef Hütten
Eheleuten dahier zugeſchriebene
Liegen=
ſchaft:
Nr.
Flur
qm
IV 3186//100 181 Hofreite Kaupſtraße,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
werden.
(K183/09
Darmſtadt, den 4. Januar 1910.
Großherzogliches
Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L1286,61
Der Plan über die Errichtung einer
ober=
irdiſchen Telegraphenlinie an der
Landſtraße von Eberſtadt nach Nieder=
Ramſtadt liegt bei dem Kaiſerlichen
Poſt=
amt in Nieder=Ramſtadt von heute ab vier
Wochen aus.
(1343
Darmſtadt, 12. Januar 1910.
Kaiſerliche Ober=Poſtdirektion.
Aufforderung.
Forderungen an den Nachlaß des am
10. Dezember 1909 verſtorbenen Rentners
Friedrich Emil Ludwig, wohnhaft
ge=
weſen dahier, Bismarckſtraße 51, ſind bis
ſpäteſtens zum 31. ds. Mts. bei dem
unter=
zeichneten Teſtamentsvollſtrecker ſchriftlich
anzumelden, wenn ſie bei der
Nachlaß=
regulierung berückſichtigt werden ſollen.
Darmſtadt, 11. Januar 1910. (1269
Schmeel H.,
Rechtsanwalt.
2 Bureau-Schreibtiſche
einzel und zuſammen verwendbar, billig
zu verkaufen
*848dsi
Rheinſtraße 12½, 1 Treppe.
Sehr gut erhaltenes0
2
(7
Planino
unter Garantie billig abzugeben
*883dd)
Gartenſtraße 9, part.
Hamburg=Amerika=Linte.
Mitgeteilt von dem Vertreter Adolf Rady,
Darmſtadt, Zimmerſtraße 1.
Dampfer „Pallanza”, 9. Jänuar 8 Uhr
15 Min. morgens von Baltimore nach
Philadelphia.
Dampfer „Preſident Lincoln”, nach New=
York, 10. Januar 12 Uhr 20 Min
mit=
tags Lizard paſſiert.
Dampfer „Prinz Adalbert” von New=York
kommend, 10. Januar 4 Uhr nachmittags
St. Catherines Point vaſſiert.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 13. Januar 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 öffentlich
zwangs=
weiſe gegen Barzahlung:
3 Divans, 4 Sofas, 3 Waſchtiſche, 6 Kleiderſchränke, 5 Tiſche, 2 Stühle,
1. Klavier, 3 Schreibtiſche, 2 Kommode, 1 Rollwagen, 1 Grammophon, 100
Tiſchtücher, 3 Stück Bettdrillich, 9 Stück Halbleinen, 5 Stück Bettuchleinen,
30 Paket Futterſtoff, 200 Bogen Zeichenpapier, 2 photogr. Apparate, 1 Partie
Zigarren und Weißwein und verſchiedene andere Gegenſtände.
Darmſtadt, den 12. Januar 1910.
(1280
Thüre, Großh. Gerichtsvollzieher,
Bleichſtraße 9.
G
Fuselochs= Verkauf.
Ein der Gemeinde Hahn gehöriger, zur Zucht untauglich gewordener junger
Faſelochs ſoll auf dem Submiſſionswege vergeben werden. Angebote ſind bis
Dienstag, den 18. Januar 1910, vormittags 11 Uhr,
bei der Bürgermeiſterei daſelbſt einzureichen, wo auch die Bedingungen vorher
ein=
zuholen ſind.
(1279
Hahn bei Pfungſtadt, den 11. Januar 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Hahn.
Geibel.
Stamm=, Stangen= und Brennholz=Verſteigerung.
I. Montag, den 17. ds. Mts., vormittags 10 Uhr
anfangend, werden im Roßdörfer Gemeindewald, Diſtrikt Mark, Abt. Oberſter Zahl
und Kubig
Stämme: 27 Eichen — 10,96 km, 35 Kiefern = 29,30 fm, 2 Lärchen — 0,54fm
ſodann im Diſtrikt Hundsrück
Stämme: 12 Buchen — 8,25 fm, 6 Eichen — 1,52 fm, 11 Lärchen — 2,38 fm
verſteigert.
Zuſammenkunft im Oberſten Zahl am Eingang des Waldes.
II. Dienstag, den 18. ds. Mts., vormittags 10 Uhr
anfangend, aus dem Diſtrikt Mark:
Stämme
39 Fichten — 9,30 fm
Derbſtangen 1099
- 34,21 „
„
Reisſtangen 2709
— 25,19 „ ſodann im Diſtrikt Hundsrück
415 Lärchen — 1,75 „ Bohnenſtangen verſteigert.
Zuſammenkunft auf der Kubig am Eingang des Waldes.
III. Donnerstag, den 20. ds. Mts., vormittags 10 Uhr,
werden auf dem Rathaus zu Roßdorf aus dem Diſtrikt Mark:
Scheiter, rm: 10 Buchen, 84 Birken, 65 Eichen, 39 Kiefern, 1 Fichten,
Knüppel, „
49
60
8.
,
„
Stöcke,
9
1010
Wellen, Stück: 435
1520
„ 245 „
Ferner im Diſtrikt Hundsrück:
Scheiter, rm: 152 Buchen, 1 Birken, 5 Eichen, 10 Kiefern,
„Knüppel, „
38
5
-
Stöcke,
45
4 „
Wellen, Stück: 2210
140
„ verſteigert.
Förſter Haber erteilt nähere Auskunft.
(1165md
Roßdorf, den 10. Januar 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Roßdorf.
Autz= und Breunholz=Verſteigerung.
Freitag, den 14. Januar, vormittags 10 Uhr anfangend, ſollen im
Eber=
ſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Prömſter, 4 Buchenſtämme von 36 bis 47 cm
Durch=
meſſer und 6 bis 7m Länge, 19 Fichtenſtämme von 14 bis 20 cm Durchmeſſer und
7 bis 12 m Länge, ſowie 45 Fichten=Derbſtangen von 3 bis 12 m Länge und 31
Reis=
ſtangen, ferner:
Kiefern
Eichen
Buchen
127 rm Scheiter,
144 rm Scheiter,
2 rm. Scheiter,
67 „ Knüppel,
32 „ Knüppel,
Knüppel,
Stöcke,
27
„ Stöcke,
35 „.
100 Stück Wellen
2000 Stück Wellen,
1000 Stück Wellen
an Ort und Stelle verſteigert werden.
Die Zuſammenkunft iſt auf der Dieburgerſtraße nächſt dem Hahnweg.
Eberſtadt, den 10. Januar 1910.
(1161md
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
Schäfer.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Januar 1910₰
Nummer 10.
Tiermaskenbälle.
Plauderei von Pierette.
(Nachdruck verboten.)
E. Maskenbälle, bei denen wir Menſchenkinder uns
an Mummenſchanz erfreuen und die Sorgen zu vergeſſen
ſuchen, die uns den unbekümmerten Frohſinn rauben,
fin=
den allerorten ſtatt, aber wo — ſo wird der Leſer fragen,
der die obige Ueberſchrift lieſt — haben wir
Tiermasken=
älle zu ſuchen? Die Vorſtellung, daß die lieben Vier= und
die gefiederten Zweifüßler unter Anführung des „
närri=
ſchen Prinzen” mit der Schellenkappe und dem bebänderten
Zepter Feſte feiern können, ſcheint ſo abſurd, daß wir
meinen möchten, eines Münchhauſen Redekunſt hätte ſie in
unſerer Phantaſie heraufbeſchworen, aber mit nichten —
Tiermaskenbälle ſind nicht nur ehedem veranſtaltet
wor=
den, ſondern man arrangiert ſogar noch heutigen Tages
zuweilen welche.
Ihr Erfinder, ſo behauptet man, ſoll ein franzöſiſcher
Abbé geweſen ſein, der vermöge dieſer burlesken
Feſtlich=
keiten die Schwermutsfalten von der Stirn Ludwigs IX.
zu verſcheuchen wünſchte; aber andere ſagen, daß ihre
Wurzeln viel, viel weiter zurückreichen, ja daß man ſie
ſogar bis ins klaſſiſche Altertum hinein verfolgen kann.
Ihre Form war freilich eine weſentlich verſchiedene, aber
die Sache bleibt ſchließlich doch immer dieſelbe, inſofern,
als dieſe Veranſtaltungen im Grunde doch ſtets auf ein
groteskes Schaugepränge hinausgelaufen ſind, was ja
auch gar nicht anders möglich iſt, da Tiere nie und
nim=
mer bewußt das neckende Verſteckſpiel aufführen können,
das bei den Maskenbällen der Menſchen die
Haupt=
ſache iſt.
Intereſſant iſt es, daß alles, was in das Gebiet des
Mummenſchanzes fällt, mochte ſein Schauplatz ſein,
wel=
cher er wollte, urſprünglich aus dem religiöſen Kultus
der Völker herausgewachſen iſt. So waren denn auch die
Tiermaskeraden im alten Pharaonenlande zuerſt mit den
zu Ehren der Venus Vulgivaga, der finſtern, aus dem
Hellenenlande herübergenommenen und zur Liebesgöttin
umgeſchaffenen Aſtarte — ſtattfindenden Feſten verknüpft.
Am letzten Tage derſelben brachte man eine Menge Tiere,
vornehmlich Katzen, aber auch junge Stiere von beſonderer
Zeichnung uſw. in ſeltſamer Verkleidung in einen Anbau
des Venustempels, wo ſie von den Prieſterinnen der
Göt=
tin bedient und herumgeführt wurden. Wie uns einige
Wandgemälde zeigen, hatte man jedem Tier die Maske
eines anderen Tieres vorgebunden oder aufgeſtülpt, ſo daß
eine Katze den Kopf eines Ibis, ein Ibis den eines
Ele=
fanten uſw. trug. Die Körper waren in die gleichen roten
Schleier gehüllt, die auch einen Teil der Tracht der
Prie=
ſterinnen bildeten. Wahrſcheinlich ſollten die Tiere Götter
ſymboliſieren, die in der ägyptiſchen Bildhauerei und
Ma=
lerei ja auch meiſtens mit Tierköpfen dargeſtellt werden.
Im übrigen weiß man über Zweck und Bedeutung dieſer
Maskeraden ſehr wenig. Bemerkt möge noch werden, daß
manche Bräuche aus den Aſtartefeſten um Jahrtauſende
ſpäter von den Franzoſen nachgeahmt worden ſind,
aller=
dings, wie wohl kaum geſagt zu werden braucht, nicht bei
kirchlichen, ſondern höchſt profanen Gelegenheiten.
Hier=
bei hat man denn auch die Tiermaskeraden wiederholt, die
ſogar durch Malerei verewigt ſind. Ich ſelbſt habe vor
drei Jahren in einem Kopenhagener Antiquitätengeſchäft
alte, ſehr fein ausgeführte Tuſchzeichnungen dieſer Art
ge=
ſehen, die einen großen Sammelwert beſaßen. Auf der
einen erblickte man in einer Gartenſzenerie einen
lang=
beinigen Vogel mit einem Ochſenkopf und ein Zebra mit
dem Rüſſel eines Elefanten, die ein fliehendes Mädchen
verfolgten; auf der zweiten ſpazierten Vögel mit
Hunde=
geſichtern und ein Hund mit den anmutigen Zügen eines
Nilpferdes umher, indeſſen Jungfrauen in griechiſchen
Ge=
wändern aus Entſetzen über dieſe fabelhaften Geſchöpfe
die Hände rangen.
Doch kehren wir wieder ins Altertum zurück und ſehen
uns den Tierfaſching noch hier und dort flüchtig an. Da
war es z. B. in Rom, wo Nero bei Einweihung ſeines
goldenen Hauſes einen langen Zug maskierter Tiere vor
ſeiner geliebten Poppäa Sabina vorbeidefilieren ließ. Auch
bei den eleuſiniſchen Myſterien pflegten vermummte
Pferde, Kälber, Hähne und Pfauen mitzuwirken, ferner
hat man in alten Zeiten in China Aufführungen
veran=
ſtaltet, die vielleicht noch mehr als die genannten unſeren
Begriffen von einem Maskenball entſprachen. Ein chine=
ſiſcher Kaiſer hatte ſich nämlich Gärten von einer
räum=
lichen Ausdehnung und phantaſtiſchen Pracht, von der
wir uns keine Vorſtellung zu machen vermögen, anlegen
laſſen und war dabei auf die tolle Idee gekommen,
ein=
zelne Teile dieſer Parks mit Fabeltieren, geflügelten
Lö=
wen, kronentragenden Geiern und Katzen mit geſchuppten
Schwänzen, namentlich aber Drachen, zu bevölkern. Da die
Natur dieſe Tiere jedoch nicht hervorbringt, ſo mußte die
Kunſt nachhelfen. An gewiſſen Tagen des Jahres nun
gab der Herrſcher des Himmliſchen Reiches ſeinen
Mär=
chenweſen glanzvolle Feſte, denen er ſelbſt mit ſeinem
gan=
zen Hof beiwohnte und bei denen die Tiere in lururiöſeſter
Weiſe bewirtet wurden. Ob ſie ſich durch die ihnen
verab=
reichten Leckerbiſſen für die Bürde, die ſie in Geſtalt von
Drachenſchweifen, Kronen und goldenen Flügeln mit ſich
ſchleppten, entſchädigt fühlten, bleibt freilich eine offene
Frage.
Was die Tiermaskenbälle des neunten franzöſiſchen
Ludwigs anbetraf, ſo waren deren Teilnehmer
ausſchließ=
lich Schweine, von denen man einige vorzüglich dreſſiert
hatte. Sie waren als Menſchen verkleidet und bewegten
ſich in einem, ihrer Größe entſprechenden Ballſaal wie
an=
dere gebildete Ballgäſte, mit dem Unterſchiede nur, daß ſie,
ſtatt zu ſprechen, quiekten. Dieſe lieblichen Töne aber
ſol=
len gerade den Augen des melancholiſchen Königs Tränen
des Lachens erpreßt haben. Es iſt eine ebenſo luſtige wie
ſonderbare Tatſache, daß man noch einen andern
franzö=
ſiſchen König, nämlich Ludwig XIII., von einem
Trüb=
ſinnsanfall durch die Vorführung dreſſierter und
maskier=
ter Schweine zu heilen verſucht hat. Warum man gerade
das edle Borſtenvieh für dieſen Zweck auserſehen hat, iſt
mehr, als ich ſagen kann.
Einen ganz richtigen Maskenball für Tiere
veranſtal=
tete jedoch Peter der Große. Es kann uns das kaum
wun=
dernehmen, da einesteils Maskenbälle ſich am ruſſiſchen
Hof immer großer Beliebtheit erfreuten und andernteils
der geniale Reformator des Reiches aller Reußen an
jeg=
lichem „Ulk” eine kindiſche Freude hatte. Was er im
Ar=
rangieren zotiger und oft namenlos roher Unterhaltungen
während ſeiner Regierung geleiſtet hat, ſpottet jeder
Be=
ſchreibung. Man denke nur an ſeine ſinnreichen
April=
ſcherze, an ſein Feſt der Buckligen und an die berühmte
Zwergenhochzeit, bei der ein hundertjähriger Pope
am=
tierte! Sein Tiermaskenball war denn auch recht
eigen=
artig, indem er die Tiere in die Kleidung der Herren und
Damen ſeines Hofes ſtecken und ihnen Köpfe durch Locken,
Bärte, vielleicht auch dick aufgetragene Schminke ſo
zu=
ſtutzen ließ, daß man ſofort erkannte, wen jedes von ihnen
darſtellen ſollte. Darauf ſetzte man die Tiere in einen
hell=
beleuchteten Saal und ließ ſie dort nach ihrem Belieben
ſich ergehen, indes die galonierten Koſaken hin und her
eilten, um ihnen Fleiſch oder was ſie ſonſt gern fraßen,
zu ſervieren. Der große Peter aber ſaß mit ſeiner
Hof=
geſellſchaft auf einer Galerie und freute ſich über das
Treiben der „Unvernünftigen”. Jeder Zwiſchenfall, jeder
von mangelnder feiner Lebensart derſelben zeugende Akt
wurde nicht nur mit Jubel von ihm begrüßt, ſondern gab
ihm auch zu den boshafteſten Reden Anlaß. „Da wird der
B. den A. totbeißen,” ſchrie er, wenn zwei Hunde ſich
biſſen, oder „wie der Graf Y. knurrt”, und „was der
Für=
ſtin M. paſſiert iſt!‟ Die betreffenden Würdenträger und
vornehmen Damen, deren tieriſche Karikaturen dem Zaren
Veranlaſſung zu ſeinen Bemerkungen gaben, mußten jedoch
gezwungen zu den Allerhöchſten Scherzen lächeln, indes ſie
im Geheimen in ohnmächtiger Wut die Hände ballten.
Das aber gerade machte dem großen Peter Spaß.
Wahr=
lich, ein barbariſches Vergnügen!
In unſerer neueſten Zeit haben, ſoviel ich weiß,
Tier=
maskenbälle nur unter der Aegide der ſenſationslüſternen
Petroleum= und Dollarkönige der United States
ſtattge=
ſunden. Es ſoll bei denſelben aber ſehr ziviliſiert
zuge=
gangen ſein. Nur Tiere von feinſter Bildung, die wußten,
was ſie ihren Beſitzern ſchuldig waren, fanden Zutritt.
Sie verſtanden zu eſſen und zu trinken wie Menſchen und
begingen nur ſelten einen Verſtoß gegen die gute Sitte.
Ihre Koſtüme waren zum Teil ſehr koſtbar und mit
Ge=
ſchmack gewählt, und damit die Sache in den gewünſchten
Formen verlief, bewegte ſich unter ihnen eine ganze Menge
ebenfalls koſtümierter Menſchen, die ihr Tun und Treiben
regelten. Ein beſonderer Trick beſtand darin, daß einige
halbwüchſige, als Affen verkleidete Jungen ſich wie Affen
gerierten, um unter den Zuſchauern Zweifel darüber
ent=
ſtehen zu laſſen, welche von den Ballgäſten Tiere und
welche Menſchen waren. Dabei ſollen die erſteren vief
mehr Anſtand bewieſen haben, als die letzteren.
Zum Schluß möge noch erwähnt werden, daß
eben=
falls in New=Yorker Milliardärskreiſen vor wenigen
Jah=
ren ein Tiermaskenball gegeben wurde, deſſen Teilnehmer
durchweg Menſchen waren, die ſich als Tiere maskiert
hatten.
Arbeitsfrendigkeit.
Wie oft wird einem Menſchen das als Trägheit
vor=
geworfen, was doch nur ein Zeichen von Abſpannung
und Müdigkeit, eine Folge von Ueberarbeitung iſt. Mit
Scotts Emulſion wird dem am beſten entgegengetreten,
die Körperkräfte werden ſich dann bald wieder heben,
und die Arbeitsluſt kommt zurück. Scotts Emulſion hat
nicht den unangenehmen Geruch und Geſchmack des
ge=
wöhnlichen Lebertrans, weshalb die meiſten Leute ſie
leicht nehmen.
(12949I
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen verkrif=
und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur in verſiegelten
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kohol 11,0. Hierzu aromatiſche Emulſion mit Zimt=, Mandel= und Gaultherias.
je 2 Tropfen.
Gewinnauszng
der
222. Königlich Preußiſchen Klaſſenlotterie,
1. Klaſſe. 1. Ziehungstag. 11. Januar 1910.
OOhne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
(Nachdruck verboten.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 50 Mk. gezogen:
1. Gewinn zu 40000 Mk. 247219
1 Gewinn zu 5000 Mk. 92337
2 Gewinne zu 3000 Mk. 15646 165085
1 Gewinn zu 1000 Mk. 177216
4 Gewinne zu 500 Mk. 48088 67419 72218 145577
3 Gewinne zu 400 Mk. 200704 209937 279079
11 Gewinne zu 300 Mk. 1192 42844 112695 125593.
136405 197920 201333 247782 249812 253721 297262.
24 Gewinne zu 200 Mk. 969 2286 5113 29231.
35382 47628 69124 71146 72118 80394 84627 146305
150491 161934 180926 195477 206864 211943 226941
234272 240249 241023 245035 259181
72 Gewinne zu 100 Mk. 1236 2526 14953 15564.
16643 20682 20849 27702 35720 41594 44630 48178
49825 60587 53467 56020 64401 80570 81457 82590
82901 86436 87006 87034 87670 90791 105050 105268
105462 107269 113020 141250 141348 147760 148662
149966 150505 151975 156206 159024 160174 165368
171031. 172849 183403 183823 184954 190624 191955
19718). 197882 198711 211753 212333 220406 223374
224758 226761 227598 229879 231026 233820 237598
243912 248381 251360 269152 277715 281355 284787
285094 296831.
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne
über 50 Mk. gezogen:
1 Gewinn zu 100000 Mk. 270996
1 Gewinn zu 10000 Mk. 137674
1 Gewinn zu 1000 Mk. 27782
1 Gewinn zu 5000 Mk. 248962
8 Geninne zu 400 Mk. 19986 144782 179509 221378
229670 229907 242606 249951
17 Gewinne zu 300 Mk. 2008 27279 32194 80222
85256 97635 123543 125757 132259 168952 189009
194306 234973 269217 271306 274704 299112.
24 Gewinne zu 200 Mk. 680 10987 11274 22809
24301 50172 65606 66563 74182 82447 93574 100322
120116 144194 168659 217289 219233 230447 243673
260597 261529 265897 296685 298088
74 Gewinne zu 100 Mk. 1423 1816 4956 5280
6840 17474 19397 19749 30528 33024 34426 36427
39661 46512 46616 47674 48760 60319 60617 65350
67452 775017 76586 77810 81578 82188 83483 87651.
99530 106263 111191 116807 118536 119577 121502
128748 135383 139959 141711 1.49315 149607 153857
167319 173755 179494. 190654 192962. 195749 208830
220050 226030 226617 229291 232359 233811 234499
240292 244343 244702 252659 271710 271737 271848
273983 274422 275432 276529 278536 280762 282555
287362 290931. 291076 302642
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Mittel Schellfiſche
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Kl. Back=Schellfiſcheper Pfd. 20pfg.
Mittel Cabliau, 2—5 pfündig,
per Pfund 25 und 30 Pfennig.
Seelachs v. Kopf per Pfd. 25 Pfg.
dto. i. Schnitt per Pfd. 40 Pfg.
Gr. helle Rotzungen,
Knurrhahn,
Soles, Limandes,
Bratschollen, Merlans.
Silber=Salm i. Schnittwie Rhein=Salm
Hochfeiner Tafelzander
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Lebende Karpfen,
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Nummer 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Januar 1910.
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Johannes Horn
Reform-Restaurant „THALVSIA‟
Alexanderstr. 4, 1. Stock. (936
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 13. Januar 1910₰
Nummer 10.
Grabmalkunst=Ausstellung
im Gewerbemuſeum, Neckarſtraße,
von Bildhauer Wilh. Götze
Vertreter der Wiesbadener Geſellſchaft für Grabmalkunſt in Mainz
und Darmſtadt.
Geöffnet Sonntag, den 16. Januar, bis 9. Februarz unentgeltlich jeden Tag
von 11 bis 1 Uhr.
(1345dd
Darmstädter Vortragsverband.
(Vierter Abend.)
Freitag, 14. Januar 1910, im Festsaale der Turngemeinde:
Nordischer Abend
von
2n
1
Blorn Slornson
Programm: Dichtungen von Henrik lbsen, Björnstjerne Björnson,
Jonas Lie, G. Kittelsen, Helene Nyblom und Karl Ewald.
Der Flügel von Rud, Ibach Sohn in Barmen ist aus dem Lager des Herrn
Leopold Schutter.
Eintrittskarten: Sperrsitz zu 3 Mk., Saal zu 2 Mk., Vorsaal zu 1 Mk.”
Galerie zu 1 Mk., Studentenkarten zu 75 Pfg. und Schülerkarten zu 50
Pfg-
im-Verkehrsbureau und abends an der Kasse. Vereinssaalkarten können gegen Auf
zählung von 1 Mk. gegen Sperrsitzkarten umgetauscht werden.
1214)
Der Vorstand.
u. Darmstädter Fecht-Club. Gegr.
1849. Samstag, den 29. Januar in den Festsälen
des „Hotel Hess‟ Muskenbatt
(Kostüme und Masken nach Belieben). (5 Einzeichnungsliste für einzuführende Gäste liegt
im Lesezimmer auf.
(1290a
Die Vergnügungskommission. 6 u
22
Schulzenner
Donnerstag, den 13. Januar 1910:
Grosses Militär- (Streich-) Konzert
von der Kapelle des Großh. Art.=Regts. Nr. 61
(M. Weber).
(*873
Anfang 8 Uhr
Eintritt mit Programm 10 Pfg.
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oder dessen Rgenturen, in Darmstadt: Anton.
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In Dieburg: Carl Reh.
Kammermusin Verenngang.
Hofrat W. de Haan, Hofkonzertmeister E. Schmidt, Konzertmeister
H. Bornemann, Hofmusiker E. Delp und E. Andrä.
Sonntag, 16. Januar, vormittags 11 Uhr.
im Musikvereins-Saal, Steinstrasse 24.
Zweite Matinée.
Streichquartett op.,27 (Manuskript) .
E. Schmidt.
Trio für Klavier, Violine und Violoncello, G-mollg op.: 26, A.-Dvorak.
Tovey.
Streichquartett D-dur (Manuskript) .
Karten in der Hofmusikalienhandlung G. Thies Nachfolger
(L. Schutter) und an der Kasse.
(1309
Batholiſcher Frauenbund.
Freitag, 14. Januar, nachmittags um ½5 Uhr,
in dem Konkordia=Saal des Katholiken=Vereins:
Hauptversammlung.
Tagesordnung: 1: Rechnungsablage
2. Vortrag der Freiin v. Carnap, Generalſekretärin des Kath.
Frauen=
bundes, über das Thema: „Soll ſich die Jugend an ſozialen
und charitativen Beſtrebungen beteiligen ?"
(10840d
Eintritt frei.
Der Vorstand.
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Donnerstag, den 13. Januar 1910.
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. . Frl. Oſter
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Frau Pollinger . . . . . Fr. Scherbarth
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Fräulein Selma Meier. . Frl. Grünberg
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Miß Garden . .
Frau Claire Floderer . . Fr. Rudolph
Frau Fanny Mell .. .. Frl. Reick
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Nach dem 1. Akte findet eine längere
Pauſe ſtatt.
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Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang
(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe,
2.—
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(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre (1. bis
(5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.
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Freitag, 14. Jan. 96. Ab.=Vorſt. A 24.
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Samstag, 15. Jan. Außer Abonnement.
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Sonntag, 16. Jan. 97. Ab.=Vorſt. B 25.
„Die Meiſterſinger von Nürn=
Walther Stolzing . . . Herr Carl
berg.”
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Gaſt. Große Preiſe. Anfang 5½ Uhr.
Aus dem Spielplan.
Montag, 17. Jan. 98. Ab.=Vorſt. C25.
Neu einſtudiert: „Huſarenfieber.”
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
16. Elektro-Ingenieur- u. Maschinen-Ingenieur-
Zeugnis. Zeugnis für Bureau- und Betriebstechniker
sowie Werkmeister. Die Studierenden der Zlektro-
Ingenienr- und der Maschinen-Ingenieur-Abteilung, welche
eine mindestens einjährige Praxis nachweisen
können, die theoretischen und konstruktiven Fächer ihres
Studienplans vollständig und mit Erfolg absolviert haben
und sich während ihrer Studienzeit keine groben
Ver-
stöße gegen die Anstaltsgesetze zu schulden kommen
ließen, können sich auf Grund einer besonderen Prüfung
das Elektro-Ingenieur-Zeugnis bezw. Maschinen-Ingenieur-
Zeugnis erwerben. Unter ähnlichen Bedingungen und
Nachweis einer mindestens zweijährigen Praxis
können sich die Studierenden des III. Studienplans das
Zeugnis für Bureau- und Betriebstechniker sowie
Werk-
meister des Maschinenbaues und der Elektrotechnik
er-
verben. (Siehe Näheres im Programm.)
17. Ferien. Ferien finden statt: zu Pfingsten
1 Woche, zu Weihnachten, Ostern und im Oktober un-
18. Abgang und Stellenvermittelung.
Solchen Absolventen, die sich gute Prüfungs-Zeug-
gefähr 2 Wochen, im Sommer 4 Wochen.
nisse erworben haben, ist die Direktion des Technikums
sowohl bei ihrem Abgang als auch später zur Erlangung
von Stellen bekilflich.
19. Frequenz.
Die bisher höchste Jahresfrequenz des Technikums betrug 3610 (laut offiziellem Bericht an die
Oberaufsichts-
behörde, Königliches Ministerium des Innern), hiervon entſielen auf das Sommersemester 1769, das Wintersemester 1841.
Den Geburtsländern nach waren aus:
Europa: Preußen 1164
Königr. Sachsen 407
Bayern
.. . 272
Württemberg . . 64
74
Baden . .
Mecklenburg . . 15
18
Hessen .
31
Braunschweig
14
Oldenburg
Sachsen-Weimar 9
Sachsen-Meiningen 10
Sachs.-Kob.-Gotha 28
Sachsen-Altenburg 8
Schwarzb.-Rudolst. 2
Schwarzb.-Sondersh 6
2
Waldeck . . .
Anhalt . . . . . 29
18
Reuß . . .. . .
Lippe
,
5.
Hamburg .
Bremen . . .
2
Lübeck .
Elsaß-Lothringen 59
Osterreich . . . 298
Ungarn
Bosnien
69
2
Fürstent. Liechtenst. 2
. 52
Schweiz . . . .
57
Niederlande
17
Großbritannien .
Luxemburg . . . . 11
72
Dänemark . . .
23
Schweden . . .
86
Norwegen . .
Rußland . . . . . 475
Finnland . . . . . 12
Türkei . . . . . . 28
18
Rumänien . . .
9
Serbien . . . .
Griechenland
Belgien . .
Portugal . .
Bulgarien .
ltalien . . .
Frankreich .
Spanien . .
Asien:
China
.
Ost-Indien .
Japan . . .
Java ..
Sumatra .
2
5
4
20
7
25
4
2
6
1
Australien:
Karolinen-Inseln . 2
Afrika: Agypten . 3
Kapland . . . . . 8
Tunis
Amerika: Verein. St.
v. Nordamerika 16
Vereinigte St. von
Brasilien . . . . 3
Argentinien . . . 6
Guatemala . . . .
Peru
Mexiko . . . . . 2
Dem Affer nach waren:
48 Jahre alt 2 43 Jahre alt 2 38 Jahre alt 435 Jahre alt 6 32 Jahre alt 9 1 29 Jahre alt 40 26 Jahre alt 134 „ 41„
„ 37 „ 334 „ 931 „15 28 46 „ „ 239 2 36 „ 433 10 30 24 27
,
3610
221
4725
„
83 124 „ „ 249
23 Jahre alt 299 21 Jahre alt 504 1 19 Jahre alt 542 17 Jahre alt 120
22 „ „ 330 20 „ „ 571 18 „ „ 340 16
, „ 36
3610
Verheiratet waren 57.
Dem Religionsbekenntnis nach waren vertreten: Evangel.-luth.: 2322, Evang.-reformierte: 78,
Römisch-
kath.: 868. Griechisch-katholische: 79, Mosaische: 238, Freireligiöse: 15, Baptisten: 6, Mennoniten: 4.
Von den Eiem waren dem Stande nach:
.255
Fabrikanten .
.67
Fabrikdirektoren
Ingenieure, Werkmeister etc. 308
54
Mühlenbesitzer, Mühlenbauer
Brauerei- und Brennerei-Besitzer 58
Schlosser, Schmiede, Kupferschm. 118
40
Mechahiker, Uhrmacher etc.
Maler, Musiker etc. .
45
351
Landwirte, Gärtner etc. .
523
Kaufleute
. .. . .
Rentner
.... . . . 206
60
Arzte, Apotheker
Tischler und Holzwarenfabrikant. 34
59
Rechtsanwälte, Justizbeamte
Post-, Telegr.- u. Eisenbahnbeamte 166
56
Offiziere, Schiffskapitäne
Es besuchten vorher eine Bürgerschule, Realschule, ein Realgymnasium, Gymnasium: 3148, eine andere
29
Pastoren .
Lehrer .
141
33
Berg- und Hüttenbeamte .
65
Baugewerken . .
Staats- und Kommunalbeamte 226
Gewerbetreibende aller Art .. 601.
125
Restaurateure, Gastwirte
3610
technische Fach- od. Gew-nschule: 435, eine Universität 4, eine technische o. a. Hochschule: 22, Kadettenschule 1.
Vor dem Eintritt in die Anstalt hatten bereits praktisch gearbeitet: 3361.
Auf allen bisher beschickten Ausstellungen erhielten das Technikum Mittweida
bezw. seine Präzisions- und Lehr-Werkstätten hervorragende Auszeichnungen.
Industrie- u. Gewerbe-Ausstellung Plauen: die Ausstellungsmedaille der Stadt
Plauen „für hervorragende Leistungen‟
Industrie- u. Gewerbe-Ausstellung Leipzig: die Königl. Staatsmedaille „für
hervorragende Leistungen im technischen Unterrichtswesen‟.
Industricausstellung Zwickau: die goldene Medaille.
Internationale Weltausstellung Lüttich: den Prix d’honneur.
Bemerkungen über die Stadt Mittweida.
Mittweida, an der sächs. Staatsbahn (S recke
Chemnitz-
kiesa-Berlin) gelegen, ist eine Stadt von über 18000 Einwohnern
und hat außer dem Technikum eine Realschule, Bürgerschule,
Mädchenschule, Amtsgericht, Maschinenfabriken, Gießereien.
Ton-
warenfabriken, Kratzenfabrik, Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerk,
M bel- und Stuhlfabriken, Zigarrenfabriken, Spinnereien, Webereien,
Färbereien und noch andere industrielle Etablissements, ferner ein
Städlisches Krankenhaus Baseanstalten für warme und Flußbäder,
ne Turnhaile Fur Evangelische findet Gottesdienst in der
Stadt-
kirche, für Katholiken in der neuerbauten katholischen Kirche statt,
während Jsracliten den Gottesdienst in dem in ½ Stunde zu er-
Ausführliches Programm, Jahresbericht, sowie jede sonstige Auskunft
und Ratschläge über zweckmäßigste Einrichtung des Studiums, Kosten
des Aufenthaltes u s. f. erhält man unentgeltlich. Man adressiere nicht
an die Privatadresse des Direktors, sondern ohne jeden weiteren Zusatz:
reiehenden Chemnitz besuchen können In Krankheitsfällen stehen
8 Arzte zur Verkügung. Die Stadtgrenzt unmittelbar an das seiner
Naturschönheit wegen bekannte Zschopautal (von der auf dem
Fichtelberge entspringenden Zschopau durchströmt); sie besitzt
intolge ihrer Lage in den Ausläufern des niederen Erzgebirges eine
äußerst gesunde Luft und prächtige Umgebung und ist als
Mittel-
stadt, ohne Veranlassung zu kostspieligen Vergnügungen zu bieten,
am besten für ein ernstes und kleißiges Studium geeignet.
von Mittwelda aus sind Chemnitz in einer halben Stunde, Dresden
und Leipzig in je 2¼, Berlin in 3 Stunden mit der Eisenbahn zu
erreichen.
frei.
Technikum
Mittweida.
(Königr. Sachsen.)
Zum Selbststudium oder auch als Vorbereitung für das Studium an einer Fachschule empfehlen wir:
Die Schule des
Maschinentechnikers.
Lehrhefte für den Maschinenbau
und die nötigen Hilfswissenschaften.
3. völlig neue Bearbeitung,
herausgegeben von Professor A. Holzt,
Direktor des Technikum Mittweida.
Verlag: Moritz Schäfer, Leipzig.
In allen Buchhandlungen vorrätig,
pro Heft 50 Pfg.
Aufgaben nebst Lösungen aus dem Gebiete
der Gleich- und Wechselstromtechnik.
Ein Ubungsbuch für den Unterricht in der
Elektrotechnik an technischen Hoch- und
Fachschuien, sowie zum Selbststudium.
2. vermehrts und verbesserte Auflage.
Herausgegeben von H. Vieweger,
Ingenieur u. Oberlehrer für Elektrotechnik
am Technikum Mittweida
Verlag: Polvtechnische
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handlung (R. Schulze) Mittweida.
Die Schule des
Elektrotechnikers.
Lehrhefte
für die angewandte Elektrizitätslehre.
Herausgegeben von Professor A. Holzt,
Direktor des Technikum Mittwelda.
Verlag: Moritz Schäfer, Leipzig.
in allen Buchhandlungen vorrätig.
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SI 222—
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Höheres technisches Institut
zur Ausbildung in der Elektrotechnik und im gesamten Maschinenpau.
43. Studienjahr.
Direktor: Professor A. Holzt.
enrſere ahtante eden er bein Senenernehtncn eate lce nt dite Setendeg, piegieſ en chnteren 27.,
tüchtig geschulte Kräfte aus dem Kreise unserer jetzigen und früheren Studierenden — soweit uns solche zur Verfügung
stehen — unentgeltlich nach.
1. Auszug aus dem Verfassungstatut.
1. Das Technikum Mittweida ist ein höheres
technisches Institut, das den Zweck verfolgt, für die
weiter unten angegebenen technischen Berufsarten
eine fachwissenschaftliche Ausbildung zu geben, die
insbesondere den praktischen Bedürfnissen und
An-
forderungen der Industrie angepaßt ist.
2. Die einzelnen Studienzweige sind:
a) Maschinenbaukunde, einschließlich
Techno-
logie, Eisenhüttenkunde, Dampfturbinen-
und Automobiltechnik,
b) Elektrotechnik, einschließlich Elektrochemie,
c) Allgemein bildende Fächer.
3. Zur speziellen Fachausbildung sind folgende
Studienpläne‟) eingerichtet:
a) Abteilung für Elektro-Ingenieure.
Studienplan IE. Studiendauer 5 Semester.
Zum Eintritt in den Studienplan I ist der
Nach-
weis der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen
Militärdienst oder einer dementsprechenden
Vor-
bildung erforderlich.
Studienplan IIE. Studiendauer 6 Semester.
Für den Studienplan II werden die Vorkenntnisse
verlangt, die durch den Besuch einer guten
Bürger-
schule oder einer ähnlichen Anstalt erworben werden.
*) Angabe der Unterrichtsgegenstände findet man unter
Nr. 5.
b) Abteilung für Maschinen-Ingenieure.
Studienpian IM. Studiendauer 5 Semester.
Zum Eintritt in den Studienplan Iist der Nachweis
der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst
oder einer dementsprechenden Vorbildung erforderlich.
Studienplan IIM. Studiendauer 6 Semester.
Für den Studienplan II werden die Vorkenntnisse
verlangt, die durch den Besuch einer guten
Bürger-
schule oder einer ähnlichen Anstalt erworben werden.
c) Abteilung für Bureau- und Betriebstechniker
sowie Werkmeister der Elektrotechnik (
Studien-
plan IIIE) und des Maschinenbaues (
Studien-
plan III M).
Studiendauer bei beiden Plänen 3 Semester.
Für den Studienplan III werden die
Vorkennt-
nisse verlangt, die durch den vollständigen Besuch
einer Volkschule erworben werden. Vor der
Auf-
nahme in den Stüdienplan III ist eine mindestens
zweijährige praktische Tätigkeit nachzuweisen.
4. Der Unterricht wird in Form von Vorträgen
und Repetitorien behandelt und unterstützt durch
gra-
phische und konstruktive Ubungen in den
Zeichen-
sälen, durch Ubungen, Experimente und
Unter-
weisungen in den Laboratorien und Sammlungen sowie
durch Exkursionen in die technischen Anlagen und
Lehrwerkstätten des Technikums.
Getrennte Abteilungen
für Elektro- und Maschinen-Ingenieure (Studienplan 1 und II), sowie für
Burenu- und Betriebstechniker, Werkmeister etc. (Studienplan III).
An der Anstalt werden ausgebildet:
I. In der Elektro- und Maschinen-Ingenieur-Abteilung:
1. Ingenienre und Konstrußteure für Elektrotechnik
und Maschinenbau;
2. Maschinenfabrikanten, welche der Ausbildung in
der Elektrotechnik bezw. in der Maschinentechnik
des-
halb im weitesten Umfange bedürfen, weil sie mindestens
dieselben Kenntnisse besitzen müssen, wie die ihnen
untergebenen Ingenieure und Techniker
3. Industnielle, bezw. Besitzer von Fabriken und
in-
dustriellen Anlagen, welche bei Herstellung ihrer
Fa-
brikate sich einzelner Maschinen oder ganzer maschineller
Einrichtungen bedienen müssen, wie das z. B. der Fall ist:
bei der Fabrikation von Dampfmaschinen,
Gaskraft-
maschinen, Wasserkraftmaschinen, Pumpen,
Werkzeug-
maschinen und Werkzeugen, ferner von elektrischen
Apparaten und Maschinen, insbesondete von
Dyname-
maschinen und Motoren, ferner von Signal- und
Weichenstellapparaten, Fahrstühlen, Aufzügen,
Venti-
latoren, Wagen, Gas- u. Wasserleitungsgegenständen,
Maschinenmodellen, Draht und Drahtwaren, Röhren,
Armaturen und allen anderen Masehinenteilen;
ferner im Betrieb von Papier- und Holzstoff-
Fabriken, Dampf- und Wassermühlen, Spinnereien,
Webereien, Tonwaren-, Porzellan- und Glasfabriken,
Stärkefabriken, Zuckerfabriken, Stahlwarenfabrikeng
chem. Fabriken, größeren Brauereien, Gasanstalten u. S. f.;
4. Fabrikdirektoren und Betriebsleiter der oben
ge-
nannten Fabrikationszweige;
5. Inhaber von technischen und Patentbureaus;
6. technisch gebildete Kaufleute, Reisende der oben
genannten Fabrikationszweige;
II. In der Abteilung für Bureau- und
Betriebs-
technikersowie Werkmeister des Maschinenbaues und der
Elektrotechnik finden entsprechende Ausbildung:
1. Maschinenbauer und Mechaniker, welche später
als Bureau- und Betriebstechniker, Werkmeister, Zeichner,
Monteure, Elektromechaniker, Installateure u. dgl.
so-
wohl für Elektrotechnik als auch für allgemeinen
Ma-
schinenbau in Elektrizitätswerken, elektrotechnischen
Fa-
briken, Zentralen für elektrische Beleuchtung,
Maschinen-
fabriken, mechan. Werkstätten, größeren Schlossereien,
größeren Mühlen, Spinnereien, mechanischen Webereien,
Papierfabriken, Tonwarenfabriken etc. Anstellung suchen;
2. Besitzer kleinerer mechanischer Werkstätten,
Bau-
schlossereien, kleinerer Mühlen u. dergl.
Besonders vorteilhaft ist der Besuch der Abteilung
für Bureau- und Betriebstechniker sowie Werkmeister für
solche künftige Gewerbetreibende (Mechaniker,
Installa-
teure, Schlosser, Schmiede, Kupferschmiede, Former,
Metallarbeiter jeder Art, Werkzeugmacher, Modelltischler,
Mühlenbauer u. s. f.), welche sich eine allgemeine
tech-
nisch-wissenschaftliche Bildung erwerben wollen, um
sich mit Leichtigkeit und Sicherheit in verschiedene
Geschäftszweige einzuarbeiten und den Fortschritten in
dem erwählten Fache mit Verständnis folgen zu können.
Ausbildung in der Elektrotechnik,
elektro-
technisches Praktikum.
Die großen Fortschritte, welche die Elektrotechnik
in den letzten Jahren aufzuweisen hat, machten nach und
nach eine wesentliche Erweiterung in der Organisation
der Anstalt notwendig, die schließlich zur Trennung
der Studienpläne für Elektrotechnik und für
Maschinen-
bau führte. Insbesondere erschien es vorteilhaft, die
Vorlesungen in der Elektrotechnik schon von den ersten
Semestern an zu erteilen und sie später durch
Kon-
struktionsübungen und praktische Ubungen in den
elek-
trotechnischen Laboratorien (Praktikum) zu unterstützen.
Für die elektrotechnischen Unterrichtszwecke wurde
im Jahre 1893 ein besonderes „
Elektrotech-
nisches Institut” erbaut, welches 20 Hörsäle,
Laboratorien, Sammlungs-, Werkstatt- und
Maschinen-
räume enthält.
Die elektrotechnischen Laboratorien, in denen die
praktischen Ubungen’stattfinden, sind mit den neuesten
elektrotechnischen Normal-Instrumenten, Meßapparaten,
ferner mit Dynamomaschinen, Elektromotoren und
Akkumulatorenbatterien etc. ausgestattet
Zum Betrieb ist eine elektrische Anlage vorhanden,
welche insgesamt ca. 20000 Watt Gleich-, Wechsel- und
Drehstrom liefert. Außerdem ist eine größere
Akkumu-
latorenbatterie aufgestellt und ein Anschluß an das
städtische Elektrizitätswerk vorgesehen.
2. Unterricht. Da das Technikum
hauptsäch-
lich für das praktische Leben vorbereiten soll, so ist es
selbstverständlich, daß beim Unterricht jede mögliche
Rücksicht auf die Praxis genommen wird.
Häufig wiederkehrende Repetitionen in allen Fächern,
sowie hänsliche Arbeiten bilden wesentliche Hilfsmittel
zur Unterstützung des Unterrichts.
Ein weiteres Hilfsmittel bieten die
Konstrattions-
nbungen (Maschinenzeichnen, Maschinenentwerfen,
Bau-
zeichnen u. s. f.). Diese Ubungen sollen den
Studieren-
den vor allem fähig machen, Aufgaben aus dem
Ma-
schinenwesen u. s. f. selbständig zu berechnen und auf
Grund dieser Berechnungen die Zeichnungen dazu
an-
zufertigen. Um diesen Zweck zu erreichen, wird schon
von Anfang an beim Konstruieren zu möglichst
selbstan-
digem Arbeiten angeleitet. Die Ausführung der
Zeich-
nungen erfolgt ganz nach den in Fabriken üblichen
Me-
thoden; besonders wird auf großen Maßstab, möglichste
Detaillierung, kräftigen Strich, Anfertigung der
Gewichts-
pläne, Kostenberechnungen u. s. J. gesehen.
Nichtminder wichtigsind die praktischen Ubungen im
Maschinenbau-Laboratorium.
Hier sollssich der Maschineningenieur, ähnlich wie
der Elektroingenieur in den elektrotechnischen
Labora-
torien, diejenigen Fertigkeiten erwerben, welche er
braucht, um in der Praxis einzelne Maschinen oder ganze
Anlagen bezüglich ihrer Leistungen und ihres
Wirkungs-
grades beurteilen und kontrollieren zu können.
An Maschinen stehen in den Räumen des
Labora-
toriums hierfür zur Verfügung:
Festigkeitsprüfungs-
maschinen bis 30000 kg, verschiedene Dampfpümpen
und elektrisch betriebene Pumpen bis zu 10 PS, 2
Dampf-
maschinen bis 15 PS, 2 Compound-Dampfmaschinen von
100 PS, 2 Dampfkessel, 1 Gasmotoren-Anlage,
ver-
schiedene Dynamomaschinen und Elektromotoren,
1 Wasserkraftanlage, verschiedene Bremsdynamometer,
Indikatoren, Kalorimeter zur Bestimmung des Heizwertes,
Pyrometer und Orsatsche Apparate zur Untersuchung
der Rauchgase und dergl. mehr.
3. Lehrkörper und Beamte. An der
An-
stalt (einschließlich Laboratorien und Lehrwerkstätten)
wirken z. Z. 102 Dozenten und Beamte.
4. Lehrmittel. 1. die Sammlung von Modellen
für Maschinenbaukunde, Elektrotechnik, Technologie,
Bau-
konstruktionslehre und dergl.
2. die Modellsammlung für Stereometrie und
Pro-
jektionslehre, sowie für Freihandzeichnen;
3. die Apparate und Instrumente für Chemie, Physik,
für Feldmessen und Nivellieren;
4. die Apparate, Instrumente und Maschinen für
Elektrotechnik;
5. die Laboratorien und Maschinenanlagen des
elek-
trotechnischen Institutes und des Maschinenbau-
Labora-
toriums;
6. die für die Ausbildung von Volontären und
Lehr-
lingen bestimmten Lehr-Fabrikwerkstätten.
7. Die Bibliothek;
8. die Sammlung von Vorlagewerken (gegen 10000
Nummern) aus sämtlichen Zweigen der Technik;
9. der Zesesaal, in welchem täglich die
bedeuten-
deren technischen und gewerblichen Zeitschriften, ferner
die vom kaiserlichen Patentamt herausgegebenen
Aus-
züge aus den Patentschriften, verschiedene
Nachschlage-
werke (Konversationslexika u. dergl.), sowie gegen 100
der größeren Tagesblatter Deutschlands, Osterreichs,
Ungarns, der Schweiz, Hollands, Rußlands,
Frank-
reichs usw. ausliegen.
5. Unterrichtsgegenstände.
Niedere und höhere Mathematik. Arithmetik, Algebra,
Planimetrie, Stereometrie, Trigonometrie, algebraische
Analysis und höhere Gleichungen, Differential- und
Integral-Rechnung, analytische Geometrie der Ebene,
analytische Geometrie des Raumes.
Naturwissenschaften. Physik, Chemie.
Mechanik. Elementar-Mechanik, technische Mechanik,
analytische Mechanik, Festigkeitslehre, graphische Statik,
Hydraulik, mechanische Wärmetheorie, Kinematik.
Maschinenbau. Maschinenelemente, Heb- und
Trans-
portmaschinen, Dampfmaschinen, Schieberdiagramme,
Steuerungen, Dampfkessel, Dampfturbinen, Wasserräder,
Turbinen, Pumpen, Lokomotiven, Kleinmotoren, theore-
tische Maschinenlehre, Regulatoren,
Werkzeug-
maschinen, Automöbiltechnik, Ubutigen im
Ent-
werfen von Maschinenelementen, von Heb- und
Trans-
portmaschinen, von Kraftmaschinen und gänzen Anlagen.
Maschinenbau-Laboratorium. Untersuchung der
Bau-
stoffe auf Festigkeit, Formänderung und Elastizität.
Heizwertbestimmungen. Dampfkessel-Untersuchungen.
Bremsversuche an verschiedenen Motoren.
Dynamo-
metrische Messungen. Effektmessungen auf elektrischem
Wege. Aufnahme von Kolbendruek- u.
Ventilerhebungs-
diagrammen mit dem Indikator. Untersuehung an Pumpen.
Leistungsmessungen an Dampfmaschinen, Gasmotoren und
Wassermotoren mit Aufstellung vollständigerEnergiebilanz.
Elektrochemie. Elektrolyse, Polarisation usw.,
Bewegung und Wanderung der Jonen, Elektrometallurgie,
Galvanostegie und Galvänoplastik, elektrische Bleich-
und Gerbverfahren und dergl.
Elektrotechnik. Allgemeine Elektrotechnik,
elektro-
technische Meßkunde, elektrische Leitungsanlagen und
Stromverteilungsysteme, Gleichstromtechnik, elektrische
Licht- und Kraftanlagen, Wechselstromtechnik, Entwerfen
von elektrischen Anlagen, von Dynamomaschinen und
Elektromotoren.
Elektrotechnisches Praktikum. Meßmethoden, Eichung
von Meßinstrumenten, photometrische Ubungen,
Mes-
sungen an Glüh- und Bogenlampen, Aufsuchung
von Isolationsfehlern und Bestimmung von
Iso-
lationswiderständen, Messungen an Dynamomaschinen,
Lichtleitungen, Elektromotoren, Bremsversuche.
Be-
stimmung des Wirkungsgrades von Maschinen und
An-
lagen und dergl. mehr.
Technologie. Eisenhüttenkunde, Technologie der
Metalle, Eisengießerei etc.
Bau- und Ingenieurwissenschaft.
Baukonstruktions-
lehre, Heizung und Lüftung, Brückenbau, Ubungen im
Entwerfen, Kostenanschläge, Feldmessen und Nivellieren.
Zeichnen. Freihandzeichnen, Linear- und
geome-
metrisches Zeichnen, Projektionslehre, Schattenlehre,
Perspektive, Skizzierübungen, Maschinenzeiehnen.
Handelswissenschaften. Einfache und doppelte
Buch-
führung.
Sprachen und allgemein bildende Fächer. Deutsche,
französische und englische Sprache, Rundschriftübungen.
6. Lehr-Fabrikwerkstätten. Für die Aus-
zum Beginn des eigentlichen Semesters zweckentsprechend
zu beschäftigen. Der Vorkursus beginnt ungefähr Mitte
März bezw. Mitte September; die Termine werden
jedes-
mal bekannt gegeben.
10. Dauer der Ausbildung. Zur
vollskan-
digen Ausbildung sind in der Ingenieur-Abteilung 2½ oder
3 Jahre nötig, je nachdem der I. oder der II. Studienplan
besucht wird, in der Abteilung für Bureau- und
Betriebs-
techniker, Werkmeister etc. 1½ Jahr.
11. Militärdienst. Die Zurückstellung vom
Militärdienst während des Studiums am Technikum wird
in fast allen Fällen gewährt.
12. Aufnahmebedingungen.
I. Nötige Vorkenntnisse. Wer Maschinen- oder
Elektro-Ingenieur werden will, wähle den I. Studienplan,
wenn er die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen
Dienst oder dementsprechende Vorbildung schon besitzt;
wer dagegen nur im Besitz einer Bürgerschulbugung
ist oder nur die unteren Klassen einer Realschule, eines
Gymnasiums oder einer ähnlichen Anstalt besucht hat,
wähle den II. Studienplan. Beide Studienpläne
führen zum gleichen Ziel.
Für künftige Bureau- und Betriebstechniker,
Werk-
meister etc. des Maschinenbaues und der Elektrotechnik
u. s. f. ist der III. Studienplan eingerichtet, welcher nur
Volkschulbildung, aber mindestens zweijährige
praktische Tätigkeit voraussetzt. (Siche
Näheres über die Studienpläne im Programm.)
z. Praktische Vorbildung. Für die praktische
Vor-
bildung eignen sich am besten Maschinenfabriken mittlerer
Größe oder die Lehr-Fabrikwerkstätten des Technikums
(vergl. Nr. 6 auf dieser Seite).
3. Alter. Der in das Technikum Aufzunehmende
muß das 16. Lebensjahr vollendet haben.
4. Studienhonorar. Endgültige Einschreibungen zum
Besuch der Vorlesungen und Ubungen finden nur nuch
vollständiger Zahlung des Studienhonorars statt. Dieses
beträgt für jedes Hachjahr 140 Mark in der
Ingenieur-
abteilung, 130 Mark in der Techniker- und
Werkmeister-
abteilung. Außer dem Studienhonorar sind beim
Ein-
tritt als einmalige Taxe für die ganze Studienzeit noch
zu entrichten a) für die Aufnahme 5 M, 2) für Benutzung
des Lesesaals und der Bibliothek 10 M.
bildung von Volontären und Lehrlingen sind
Lehrfabrik-
werkstätten vorhanden, welehe zu wissenschaftlichen
Versuchen aller Art, sowie zur Herstellung von
Werk-
zeugmaschinen, Dynamomaschinen, physikalischen und
elektrotechnischen Apparaten etc. dienen. Dieselben
be-
sitzen eine bebaute Grundfläche von über 3000 qm und
enthalten alle für einen modernen größeren Fabrikbetrieb
nötigen Räume als: Dampfkessel- und Dampfmaschinen-
Räume, Modelltischlerei, Modellager, Schmiede, Formerei,
Gießerei, Werkzeugmaschinéhräume mit Drehbänken,
Bohr-, Hobel- und Fräsmaschinen verschiedenster Größe
bis zu 15000 kg Einzelgewicht, Räume für Kollektorbau,
Dynamoanker- und Spulenwickelei, Material- und
Lager-
räume etc. Im ganzen sind z. Z. ca. 270
Werkzeug-
maschinen für Metall und Holzbearbeitung, Dämpfkessel,
Dampfmaschinen, Pumpen, Dynamomaschinen,
Elektro-
motoren und Apparate in Betrieb, welcher überäll durch
elektrische Kraftübertragung teils in Einzel-, teils in
Gruppenantrieb erfolgt.
Das praktische Arbeiten als Volontär oder Lehrling muß
ent-
weder vor dem Eintritt in das Technikum erfolgen, oder es ist später
das Studium auf 1 Jahr zu diesem Zweck zu unterbrechen.
Gleichzeitiger Besuch der Vorlesungen im Technikum und
prak-
tisches Arbeiten in den Lehr-Fabrikwerkstätten ist nicht möglich.
7. Versicherung gegen Unfälie.
Die Studierenden des Technikums sind auf Kosten der
Anstalt gegen alle Unfälle versichert, welche ihnen auf
Exkursionen in Fabriken zustoßen sollten. (Das Nähere
hierüber befindet sich im Programm.)
8. Aufnahmezeit. Aufnahmen in das
Tech-
nikum finden jedes Jahr zweimal und zwar Mitte April
und Mitte Oktober statt, und es ist gleich, zu welchem
von diesen beiden Terminen der Eintritt erfolgt.
Auf-
nahme in den unentgeltlichen Vorkursus betr. siehe unter 9.
9. Unentgeitlicher Vorkursus. Der
Vor-
kursus ist für diejenigen eingerichtet, welche die zur
Aufnahme in die unterste Abteilung des gewählten
Stu-
dienplans nötigen Kenntnisse ergänzen wollen oder
über-
haupt Zeit haben, schon früher einzutreten, um sich bis
13. Wohnung und Unterhalt. Wohnungen
sind in hiesiger Stadt bei achtbaren Familien teils mit,
teils ohne Kost zu haben, und zwar werden solche durch
die Direktion unentgeltlich nachgewiesen. Die Wohnungen
sind vollständig möbliert das Mitbringen eines Bettes
u. dergl. ist also zwec.los. Die Preise sind je nach
Lage, Größe, Ausstattung des Logis verschieden und
richten sich nach den Ansprüchen, die gemacht werden.
Ein sogen. Iternat ist mit der Anstalt nicht
ver-
bunden, dagegen sind volle Pensionen auch bei einigen
Dozenten des Technikums vorhanden, wofür die
Be-
dingungen auf Anfrage übersandt werden.
14. Die Gesamtkosten. Für ein kalbes
Jahr betragen diese ungefähr wie folgt: a)
Studien-
honorar 140 bezw. 130 Mark; 6) Wohnung und Kost
je nach Ansprüchen von 300 Mark ab; c
Unterrichts-
materialien Gücher, Hefte u. s. f.) durchschnittlich 35 bis
40 Mark — anfangs etwas mehr; d Kleidung,
Taschen-
geld und Nebenausgaben richten sich nach den
Ver-
hältnissen der Angehörigen, können also vorher nicht
genau bestimmt werden.
Die für Unterhalt und sonstige Ausgaben nötigen
Gelder nimmt auf Wunsch der Studierenden oder ihrer
Angehörigen die Kassenverwaltung des Technikums in
Verwahrung und besorgt die regelmäßige Auszahlung und
Kontrolle der Rechnungen.
Die Vergütung hierfür beträgt monatlich 1 Mark.
Die Abrechnung erfolgt vierteljährlich.
15. Repetitorien u. Prüfungen,
Se-
mestralzeugnisse. Außer den von Zeit zu Zeit
in den Hauptfächern stattfindenden Repetiforfen werden
am Schluß eines Halbjahres achttägige unentgeltliche
Prüungen abgehalten und über deren Ausfall
Semestral-
zeugnisse ausgestellt.
Die Angehörigen können auf Wunsch zu jeder Zeit
von der Direktion einen Bericht über Fleiß und
Fort-
schritte ihrer Söhne und Pfleglinge erhalten.