Darmstädter Tagblatt 1910


04. Januar 1910

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173. Jahrgang
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Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Deutſchland und Bußland.

Noch ziemlich friſch in aller Erinnerung dürfte der
deutſcheruſſiſche Zwiſchenfall in Charbin ſein und ſchon
wieder hatte man über Differenzen zu berichten, die an
ſich zwar rein privatrechtlicher Natur ſind, aber doch auf
das diplomatiſche und politiſche Gebiet hinüberſpielen.
So ganz klar iſt ja die Angelegenheit des Herrn
von Hellfeld nicht, immerhin aber darf angenommen
werden, daß nicht ohne guten Grund das deutſche Gericht
in Kiautſchou zu ſeinen Gunſten gegen den ruſſiſchen Fis=
kus
entſchieden hatte, und nicht minder auffällig iſt es, daß
die ruſſiſche Regierung mit einem Male ſich erſt ins Zeug
legt, als ihre Gelder mit Beſchlag belegt werden, nachdem
man gegen das erſte Urteil nichts unternommen hatte.
Obwohl es ſich lediglich um eine Rechtsfrage handelt,
hat man von Petersburg aus die Intervention des deut=
ſchen
Auswärtigen Amtes angerufen, dieſes mußte ſich
aber, da ein Eingreifen geſetzlich unzuläſſig iſt, damit be=
gnügen
, die Angelegenheit dem Gerichtshof für Kom=
petenzkonflikte
zu überweiſen. Daß Staatsgelder in einem
anderen Lande beſchlagnahmt werden, iſt zwar eine Sel=
tenheit
, an ſich aber nichts neues, und der ruſſiſche Grund=
ſatz
, daß fremdes Staatseigentum unantaſtbar ſei, iſt
keineswegs ſtichhaltig. Allerdings iſt es ſogar bei uns in
Deutſchland vorgekommen, daß die Beſchlagnahme von
Staatsgeldern zum Teil aus politiſchen Gründen wieder
aufgehoben wurde, nämlich als auf Antrag von Gläu=
bigern
rumäniſche Staatsgelder in Berlin beſchlagnahmt
waren; aber hier lag die Sache doch etwas anders, als in
dem augenblicklich im Vordergrunde des Intereſſes ſtehen=
den
ruſſiſchen Falle. Jedenfalls wird die Angelegenheit
den einzig zuläſſigen Rechtsweg nehmen und man wird
ſich bei dem Urteil beruhigen können. Es iſt nicht un=
intereſſant
, daß die ruſſiſche Regierung für ihren Teil die
Sache einem Schiedsgericht überweiſen oder ſich auf güt=
lichem
Wege mit Herrn von Hellfeld einigen möchte, zu
welchem Zweck ein höherer ruſſiſcher Beamter in Berlin
eingetroffen iſt.
Bezeichnend für die Situation iſt aber die Haltung
der ruſſiſchen Preſſe. Schon der Zwiſchenfall von
Charbin mußte den Stoff für eine kräftige Deutſchenhetze
hergeben, und nun, wo ſich der verhaßte Njemetſch er=
dreiſtet
, ruſſiſche Staatsfonds mit Beſchlag zu belegen,
ſpeien die meiſten ruſſiſchen Blätter Gift und Galle, ob=
wohl
ſie wahrlich keine Veranlaſſung dazu haben. Ohne
auf den Sachverhalt einzugehen, ergreift man zu wüſten
Schimpferien gegen Deutſchland das Wort, obwohl es ſich
um eine vollſtändig unpolitiſche Angelegenheit handelt,
bei der die Reichsregierung überhaupt nicht in Frage
kommt. Dieſe Tendenz der ruſſiſchen Preſſe beweiſt zur
Genüge, wie man bei unſeren öſtlichen Nachbarn über
uns denkt. Gewiß ſtoßen die offiziellen Stellen nicht in
dieſes Horn, aber Tatſache iſt, daß in hohen und einfluß=
reichen
Kreiſen an der Newa Deutſchland gegenüber ziem=
liche
Kühle herrſcht und es liegt auf der Hand, daß eine
derartige Stimmung nicht ganz ohne Einwirkung auf die
Geſtaltung der Politik bleiben kann. Verſchiedene ruſſiſche
Blätter haben Deutſchland in der Hellfeld=Affäre dringend
Entgegenkommen angeraten, da andernfalls Rußland in
der Lage wäre, ſeine Depots in Höhe von 800 Millionen
aus Deutſchland zurückzuziehn und damit eine ſchwere
Kriſis herbeizuführen. Auch müſſe Deutſchland ſich =
ßigung
auferlegen, weil ſonſt die Verhandlungen wegen
einiger Zollerleichterungen eingeſtellt werden könnten. Der=
artige
Drohungen können uns kalt laſſen, denn Ruß=
land
iſt weit mehr auf den deutſchen Markt angewieſen
als umgekehrt und an den verantwortlichen Stellen würde
man es ſich doppelt und dreifach überlegen, ehe man zu
entſcheidenden Maßnahmen griffe, zu denen abſolut keine
Veranlaſſung vorliegt.
Die augenblickliche Angelegenheit wird ihren juriſti=
ſchen
Weg nehmen und man wird ſich bei dem Urteil be=
ruhigen
können, wie dieſes auch ausfallen mag. Jeden=
falls
aber ſind die bei dieſer Gelegenheit wieder zu
Tage getretenen Begleiterſcheinungen ein Symptom, dem
eine gewiſſe politiſche Bedeutung nicht abzuſprechen iſt.

Die Wehrkraft des britiſchen Weltreiches.

Das Januarheft der Marine=Rundſchau enthält
eine umfaſſende Abhandlung Dr. Hans Plehns über
die britiſchen Wehrfragen und die Reichskonferenz von
*1909. Da die Einſchränkung der Rüſtungen auf dem Wege

eines deutſch=engliſchen Abkommens von der britiſchen
Preſſe immer von neuem befürwortet wird und da man
gleichzeitig immer von neuem den Anſchein erweckt, als
ob Deutſchland in der Rüſtungsfrage ſtets die treibende
Kraft ſei, iſt es ſehr nützlich, durch dieſe Abhandlung ſich
an die gewaltigen Anſtrengungen erinnern zu laſſen, die
England und ſeine Kolonien machen, um die Wehrkraft
des britiſchen Weltreiches auf neue Grundlagen zu ſtellen.
Wohl ſind zur Zeit erſt die Anfänge einer durchgreifenden
Verſtärkung der kolonialen Streitkräfte zu Waſſer und zu
Lande bemerkbar; wohl erſcheint aus verfaſſungsrechtlich=
ſtrategiſchen
Gründen eine ſtreng zentraliſtiſche Organi=
ſation
der maritimen wie der territorialen Streitkräfte
Kanadas, Auſtraliens uſw. für abſehbare Zeit als aus=
geſchloſſen
; wohl ſtehen die Milizen dieſer Kolonien nur
unter den Befehlen ihrer eigenen Regierungen und nicht
unter der Leitung einer Reichsbehörde. Trotzdem darf die
Tragweite des Ausbaues der britiſchen Wehrkraft um ſo
weniger unterſchätzt werden, je entſchloſſener die Kolonien
den Willen zu einmütigem Zuſammenwirken mit dem
Mutterlande bekundet haben und je ſtärker der Rückhalt iſt,
den die militäriſche Leiſtungsfähigkeit der Kolonien nicht
nur an der Flotte, ſondern auch an dem reformierten Land=
heere
des Mutterſtaates hat. Erſt nach Jahr und Tag
werden die heutigen Bemühungen um die Erneuerung der
Wehrkraft des britiſchen Reiches in vollem Umfange
Früchte tragen. Die Keime dieſer Entwickelung aber ſind
gelegt und dürfen nicht unterſchätzt, geſchweige denn über=
ſehen
werden.

Aene Kriſis in Griechenland.

* Nach den lebhaften letzttägigen Debatten im grie=
chiſchen
Parlament, an denen Theotokis, Rhallis und Ab=
geordnete
beider Parteien teilnahmen, veröffentlichte der
Offiziersbund in ſeinem offiziellen Zeitungsorgan
einen Drohartikel gegen Parlament und Oppoſition. Fer=
ner
überſandte der Bund an Theotokis und Rhallis brief=
lich
die Aufforderung zur beſchleunigten Genehmigung
aller dringenden Geſetzesvorlagen. Theotokis und Rhallis
erklärten dem Offiziersbund ihre Bereitwilligkeit hierzu.
Der Offiziersbund verlangte hierauf von der Regierung
die Einſchränkung der parlamentariſchen Tagesordnung
auf vierzig Vorlagen und erhielt eine entſprechende Zu=
ſage
. Ferner forderte der Offiziersbund jedoch die ſofor=
tige
Entlaſſung des Miniſters des Innern
Triantaphillikes und auch die Entlaſſung der Geſandten
Griechenlands in Berlin, Rom, Paris und London. Die
Regierung ſagte die baldige Erfüllung dieſes Begehrens
zu. Der Miniſter des Innern dankte darauf ab. Die
durch die Demiſſion eingetretene Kriſis iſt, wie ver=
ſichert
wird, beigelegt. Der König bewog den Mini=
ſterpräſidenten
Mavromichalis, der urſprünglich die De=
miſſion
nicht annehmen wollte, dazu, die Einwilligung zu
geben, da der Rücktritt des geſamten Kabinetts ernſte
Schwierigkeiten nach ſich gezogen hätte. Die Unterredung
des Königs mit dem Miniſterpräſidenten dauerte drei
Stunden. Die Kammer wird die Arbeiten fortſetzen und
bis Ende des Jahres alten Stiles tagen.

Deutſches Reich.

Alsbald nach Neujahr werden im Bundesrat
die Arbeiten wieder aufgenommen, die der Nachprüfung
des vorläufigen Entwurfes einer Reichsverſiche=
rungsordnung
gelten. Wie zuverläſſig verlautet,
liegt dazu eine beträchtliche Anzahl von Abänderungs=
anträgen
ſchon jetzt vor beſonders auch von ſüddeut=
ſcher
Seite und weitere ſtehen noch zu erwarten. Un=
ter
dieſen Abänderungsanträgen, die ſich mehr oder we=
niger
eng an die Gutachten anſchließen, die nach der Pu=
blizierung
des Entwurfes namentlich auch von nächſtbetei=
ligten
Seiten abgegeben wurden, befinden ſich auch ſolche,
die zu Grundſätzen des vorläufigen Entwurfes des
Reichsamtes des Innern in mehr oder weniger ſcharfen
Gegenſatz treten. Doch ſcheint im allgemeinen auch bei
denjenigen Einzelregierungen, die in Bezug auf grund=
legende
Fragen der Reichsverſicherungsordnung einen an=
deren
Standpunkt einnehmen, als der vorläufige Entwurf
tut, das Beſtreben vorzuwalten, mit dem Widerſpruch
tunlichſt zurückzuhalten. Eine Erklärung hierfür iſt nicht
ſchwer zu finden. Geſetzt den Fall, Bayern, Württem=
berg
oder Baden oder je zwei von ihnen widerſtrebten
beſtimmten integrierenden Beſtandteilen der zukünftigen
Reichsverſicherungsordnung, wie dieſe vom Reichsamt des
Innern gedacht iſt, hätten aber im gegenwärtigen Stadium
der Bergtung im Bundesrat ſchwache oder keine Ausſicht,

mit ihren Abänderungsvorſchlägen durchzudringen, ſo
könnte für ſie ſehr wohl in Frage kommen, ob ſie ihren
Zweck und ihr Ziel leichter erreichen, wenn ſie ſich beſchei=
den
, bis der ſogenannte definitive‟ Entwurf im Reichs=
tag
liegt, oder wenn ſie ſich jetzt überſtimmen laſſen. Die
Abſicht der Reichsverwaltung geht vor wie nach dahin,
die Reichsverſicherungsordnung möglichſt bald vor den
Reichstag zu bringen. Mit der Betreibung der definitipen
Feſtſtellung des Entwurfes im Bundesrat ſind aber ohne
Frage die ſchwierigen Entwickelungsphaſen dieſes großen,
geſetzgeberiſchen Planes nicht etwa abgeſchloſſen.
Wie verlautet, iſt über die Reiſe des öſter=
reichiſchen
Miniſters des Auswärtigen,
Grafen Aehrenthal, nach Berlin, als Gegen=
beſuch
für den Aufenthalt des Reichskanzlers von Beth=
mann
Hollweg, nunmehr vereinbart worden, daß Graf
Aehrenthal im Laufe des Februar in der Reichshauptſtadt
eintrifft. Das nähere Datum ſteht jedoch noch nicht feſt.
Eine Korreſpondenz verbreitete die Nachricht, daß
die Reichsregierung von der Einbringung eines Talon=
ſteuergeſetzes
abſehen würde, weil ein ſolches inzwi=
ſchen
durch die Bereitwilligkeit der Geſellſchaften zur Zah=
lung
der Talonſteuer für vorzeitig abgegebene Zinsbögen
überflüſſig geworden ſei. Eine andere Korreſpondenz be=
hauptet
demgegenüber, die Nachricht ſei in dieſer Form
unzutreffend. Zwar haben in der letzten Zeit wiederum
einige größere Geſellſchaften, für die erhebliche Steuer=
beträge
in Frage kommen, ſich der Auffaſſung des Reichs=
ſchatzamtes
angeſchloſſen; immerhin fehlt noch eine Reihe
kleinerer Geſellſchaften. Mit Rückſicht auf eine notwendige
vollkommene Gleichmäßigkeit iſt daher die Frage der Ein=
bringung
eines Talonſteuergeſetzes noch keineswegs aus
den Erwägungen der Reichsregierung ausgeſchieden.
Das vor einigen Tagen veröffentlichte Vexzeichnis
des Geſamtausſchuſſes des Hanſa=Bundes weiſt eine
ſehr große Zahl von Vertretern des Mittelſtan=
des
auf. Die 76 Vertreter des Handwerks und Klein=
gewerbes
bilden mit den 55 Herren aus dem Kleinhandel
im Geſamtausſchuß des Hanſa=Bundes die Geſamtvertre=
tung
des Mittelſtandes. Außerdem gehören, wie hinrei=
chend
bekannt, dem Präſidium und dem Direktorium des
Bundes maßgebende Führer des Mittelſtandes und Hand=
werks
an. Bei ſolcher Vertretung des Mittelſtandes und
Mittelgewerbes iſt zu hoffen, daß eine ſo einſeitig den
Mittelſtand treffende Belaſtung, wie die letzte Finanz=
reform
, für die Zukunft nicht mehr möglich ſein wird.

Ausland.

In unterrichteten politiſchen Kreiſen Ungarns be=
zweifelt
man auf das entſchiedenſte, daß es Lukacs ge=
lingen
wird, eine Löſung der Kriſis herbeizufüh=
ren
. Man hält es vielmehr für wahrſcheinlich, daß Graf
Khuen=Hedervary ſchon in kürzeſter Zeit mit der Miſſion
der Kabinettsbildung betraut werden wird. Das Organ
der Juſth=Partei kündigt den rückſichtsloſen Kampf an
gegen jedes Beſtreben, die Rechte der Nation anzugkeifen.
Das Land werde keine Steuern, kein Budget undskeine
Soldaten bewilligen.
Der ſpaniſche Miniſterrat beſchäftigte ſich mit der
finanziellen Lage des Landes. Es wurde feſt=
geſtellt
, daß der Staatsſchatz nach Abzug aller Ausgaben
einſchließlich der für Melilla am 31. Dezember einen Ueber=
ſchuß
von 77 Millionen aufweiſt.
Die portugieſiſchen Cortes wurden vom König
feierlich eröffnet. Die Thronrede hebt die guten Be=
ziehungen
zu allen Mächten hervor und beſprichtsdie Un=
terhandlungen
betr. die Abgrenzung im Gebiete von Ma=
cao
, ſowie die Abſchließung neuer Handelsverträge.Im
weiteren erwähnt die Thronrede den herzlichen Empfang,
den der König in Frankreich und England gefunden und
der gezeigt hätte, wie feſt und ſtark die Bande des tradi=
tionellen
Bündniſſes ſind. Gleich herzlich war der Em=
pfang
in Madrid. Schließlich werden verſchiedene Maß=
regeln
zur Wiederherſtellung der Ordnung im Innern
angekündigt, die die Regierung einbringen werde.
Das kretiſche Parlament ermächtigte vor ſeiner.
Schließung die Regierung, alle ihre zweckmäßig erſchei‟
nenden Geſetze Griechenlands durch Dekret in
Kreta einzuführen.
Die deutſch=engliſch=belgiſchen Beſprechungen in der
Kongofrage, deren Beginn für den 7. ds. Mts. in Brüſſel
geplant war, ſind auf Wunſch Belgiens mit Zuſtimmung=
der
deutſchen und der engliſchen Regierung auf Anfang=
Februar vertagt worden. Der Grund des Aufſchubs
liegt darin, daß die belgiſche Regierung gegenwärtig in=
folge
des Thronwechſels durch andere Arbeiten derart in
Anſpruch genommen iſt, daß die nötigen Vorarbeiten für

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die Beſprechungen nicht rechtzeitig fertigeſtelt werden
konnten.
Aus Waſhington wird gemeldet, daß der neue ja=
paniſche
Botſchafter Baron Uſchida den Auftrag hat, die
Auflöſung des japaniſch=amerikaniſchen Handelsver=
trages
his ſpäteſtens 1. Juli 1911 zu erwirken, da Japan
ſich berechtigt fühle, die Vergünſtigungen, die Amerika den
meiſtbegünſtigten Nationen wie England zuteil werden
läßt, auch für ſich zu beanſpruchen. Auch iſt der Geſandte
beauftragt, die Reviſion des Vertrages von 1908 herbei=
zuführen
, der Amerika das Recht gibt, die japaniſche Ein=
wanderung
zu regulieren bezw. zu beſchränken. Japan
verlangt, daß ſeine Staatsangehörigen nach jenen Regeln
behandelt werden, die auf die Einwanderer anderer großer
Nationen Anwendung finden. Man iſt in Waſhington
davon überzeugt, daß die Vertreter der weſtlichen Staa=
ten
dieſen Anſprüchen mit aller Macht entgegentreten und
daß ſie dabei die Arbeiterbevölkerung des ganzen Landes
hinter ſich haben werden.
*
*
* Baron de Schoen Mehrere Berliner Zei=
tungen
hatten mitgeteilt, daß der Staatsſekretär v. Schön
Viſitenkarten mit der franzöſiſchen Aufſchrift Baron de
Schoen im Gebrauch habe. Die Tägliche Rundſchau
teilt jetzt mit, daß ihr ſelbſt eine ſolche Karte mit der Auf=
ſchrift
Baron de Schoen welche der Staatsſekretär
einem Reichstagsabgeordneten überſandt hatte, ſchon vor
Wochen vorgelegen habe. Aus Berlin meldet man dazu:
Die Diplomaten haben nebenbei auch Viſitenkarten in der
Diplomatenſprache, die nun einmal die franzöſiſche iſt,
und die ſie natürlich nur im internationalen Verkehr ge=
brauchen
. Wenn ein Abgeordneter eine ſolche Karte er=
halten
hat, ſo kann hier nur ein Mißgriff vorliegen, der
wohl von einem Diener begangen worden iſt.
Dieſe Erklärung hätten verſtändige Leute bei gutem
Willen wohl von ſelbſt finden können. Derartige, an De=
nunziation
grenzende Schnüffeleien bis in das Privat=
leben
hinein ſind Zeichen eines entarteten Chauvinismus.
Man ſoll die deutſche Geſinnung eines Mannes nicht nach
kleinlichen Aeußerlichkeiten bemeſſen und beurteilen.
* Wien, 3. Jan. Heute traten die Vertretungen der
mitteleuropäiſchen Wirtſchaftsvereine Deutſch=
kands
und Oeſterreichs=Ungarns zu einer
Konferenz zwecks Vorbereitung eines Rechtshilfs=
vertrages
zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich=
Ungarn zuſammen. Deutſcherſeits wohnten bei: Ge=
heimrat
Dungs vom Reichs=Juſtizamt und die Pro=
feſſoren
Wach=Leipzig, Hellwig=Berlin und Julius
Wolff=Breslau. Heute abend findet eine zwangloſe Be=
grüßung
durch den hieſigen Verein ſtatt; morgen be=
ginnen
die meritoriſchen Verhandlungen.

Stadt und Land.

Darmſtadt, 4. Januar.
Vom Hofe. Prinz und Prinzeſſin Leopold
zu Iſenburg=Birſtein wurden am 1. Januar
von den Großherzoglichen Herrſchaften behufs Entgegen=
nahme
der Neujahrsgratulation empfangen; ferner die
Gemahlinnen der Miniſter und die Damen des Hofes.
Freifrau M. Schenck zu Schweinsberg nahm Sonntag
nachmittag am Tee im Neuen Palais teil. (Darmſt. Ztg.)
* Neujahrsempfang. Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
empfingen am 1. Januar zur Entgegennahme
der Neujahrsglückwünſche: den Königlich Preußiſchen
außerordentlichen Geſandten und bevollmächtiaten Miniſter
Frhrn. v. Jeniſch und Gemahlin; den Kaiſerlich Ruſſiſchen
Miniſterreſidenten Baron v. Knorring und Gemahlin; den
Königlich Großbritanniſchen Geſchäftsträger Mr. Harford
und Gemahlin; den Generaladjutanten à la suite, den
Oberſt Hahn, beauftragt mit Wahrnehmung der Geſchäfte
des Generaladjutanten, die dienſttuenden und à la suite
ſtehenden Flügeladjutanten, den Ordonnanzoffizier, die
Oberhofchargen, den Vorſtand des Kabinetts, den Hof=
marſchall
, den dienſttuenden Kammerherrn Ihrer Königl.
Hoheit der Großherzogin, den Direktor der Kabinetts=
bibliothek
, den Oberhofprediger, den Generaldirektor des
Hoftheaters und der Hofmuſik; den Diviſionskommandeur,
die Brigade= und Regimentskommandeure des Standortes
Darmſtadt, den Kommandanten der Reſidenz, die Komman=
deure
des Gendarmeriekorps und des Train=Bataillons
Nr. 18, den Direktor der 4. Artillerie=Depot=Direktion; den
Staatsminiſter, den Miniſter der Finanzen, den Miniſter
des Innern, die Präſidenten der Landeskollegien, den
2. Präſidenten der Zweiten Kammer der Stände und den
Oberbürgermeiſter von Darmſtadt.
Ordensverleihung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Hofmarſchall Freiherrn
v. Ungern=Sternberg das Komturkreuz 2. Klaſſe
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen ver=
liehen
.

Beſtätigt wurde der von dem Herrn Fürſten zu
Yſenburg und Büdingen in Büdingen auf die Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Calbach, im Kreiſe Büdingen,
präſentierte Lehrer Karl Kreutz zu Glauberg, in dem=
ſelben
Kreiſe, für dieſe Stelle.
Seine Exzellenz der Miniſter des Innern
Braun hat ſich zur Teilnahme an der zweiten Leſung
des Entwurfs der Reichsverſicherungsordnung in den
Bundesratsausſchüſſen nach Berlin begeben.
* Der Provinzialausſchuß der Provinz Starken=
burg
wird in der Sitzung am Samstag, den 8. Januar,
vormittags 9½ Uhr, folgende Tagesordnung er=
ledigen
: Heranziehung der Stadt Michelſtadt zur Ge=
werbeſtener
in Steinbach wegen Lieferung von Gaz.
Wettbewerb. Auf dem am 11. Juni 1908 in Liffabon
abgehaltenen Internationalen Telegraphen=Kongreß iſt die
Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an die Be=
ründung
der Internationalen Telegraphen=Union be=
ſchloſſen
worden. Das Denkmal ſoll in Bern erſtellt wer=
den
. Die näheren Bedingungen des Wettbewerbs, ſowie
eine kurze geſchichtliche Abhandlung über die Internatio=
nale
Telegraphen=Union können von Intereſſenten auf dem
Sekretariat des Miniſteriums des Innern (Luiſenplatz
Nr. 2) eingeſehen werden.
* Ehrung. Am 7. d. M. begeht Geh. Ober=
medizinalrat
Dr. Reidhart, vortragender Rat in der
Miniſterialabteilung für öffentliche Geſundheitspflege,
das 50jährige Doktorjubiläum. Der ärzi=
liche
Verein hat ihn aus dieſem Anlaß zum Ehren=
mitglied
exnannt.
Vom Hoftheater. Wegen einer Wiederholung des
Weihnachtsſtückes Bonifgeius ſind der Hoftheater=
direktion
ſo viele Anfragen zugegangen, daß dieſe eine
nochmalige Aufführung des Stückes, im Verein mit dem
Märchen Weihnachten für Mittwoch, den 5. Januar,
vorgeſehen hat. Die Vorſtellung findet im Abonnement
und bei Abonnementspreiſen ſtatt.
* Herr Hofopernſänger Spemann iſt, wie uns vom
Hoftheater mitgeteilt wird, auf ſein Nachſuchen vom 1. Ja=
nuar
d. J. ab ſeiner Verpflichtungen gegen
das Hoftheater enthoben worden. Die von
ihm bisher geſungenen Partien werden durch geeignete
Kräfte vertreten werden.
* Die G. Jonghansſche Hofbuchhandlung, Verlag,
iſt nach 112 Jahre langem Beſtehen am 1. Januar d. J.
in Liquidation getreten. Der Verlag, dem ſeit Jahr=
zehnten
vom Großh. Miniſterium des Innern die Ge=
ſchäftsleitung
der Buchhandlung Großh. Staatsverlags
und der Darmſtädter Zeitung übertragen war, ging
zum großen Teil an den ab 1. Januar vom Staate in
eigene Regie übernommenen Großh. Staatsver=
lag
über. Mit dieſer Uebernahme trat zugleich der
langjährige Geſchäftsleiter und Prokuriſt Jean Fiſcher
unter Beibehaltung ſeiner bisherigen Poſition und
Prokura in den Dienſt der Großh. Heſſ. Regierung.
W. Ausbildungskurſus für Turnwarte und Vor=
turner
des Mittelrheinkreiſes (IX. Kreis der deutſchen
Turnerſchaft). Geſtern begann in der Turnhalle der Turn=
gemeinde
Darmſtadt der zweite Ausbildungskurſus für
Turnwarte und Vorturner des Mittelrheinkreiſes (deutſcher
Turnerſchaft). Die Leitung hat der Kreisvertreter, Herr
Schulrat Schmuck=Darmſtadt, übernommen, dem zur
Seite der 1. Kreisturnwart Volze=Frankfurt, ſowie die
Gauturnwarte des Gaues Frankfurt, die Herren Gräſer
und Braun, ſowie des Gaues Rheinheſſen, Herr Frey,
ſtehen.32 Teilnehmer dieſes Kurſes fanden ſich vorgeſtern
abend im Kneipſaale der Turngemeinde am Woogsplatz
ein, wo ſie vom Kreisvertreter mit herzlichen Worten
empfangen wurden. Von der Turngemeinde Darmſtadt
begrüßte ſie in Verhinderung des 1. Sprechers der 1. Turn=
wart
Maurer. Ueber den Verlauf des Kurſus wird noch
eingehend berichtet.
h. Der Kriegerverein hält die am erſten Mittwoch jeden
Monats übliche Monatsverſammlung erſt am Dienstag,
den 18. Januar d. J., im kleinen Saale der Turngemeinde
am Woogsplatz ab. An dieſem Tage ſind es 25 Jahre her,
daß der jetzige 1. Vorſitzende. Herr Hauptmann a. D.
Waldecker, den Vorſitz des Vereins übernahm. Aus
Anlaß dieſes ſeltenen Jubiläums iſt eine Feſtverſamm=
lung
geplant und dem Jubilar eine beſondere Ehrung zu=
gedacht
.
Der Zither=Klub Darmſtadt=Beſſungen beging
am Samstag im Chauſſeehaus ſeine Weihnachtsfeier,
die einen wohlgelungenen Verlauf nahm. Dem Gras=
mannſchen
Zither=Verein Frankfurt a. M. und dem
Orthſchen Männer=Quartett Darmſtadt=Beſſungen, die
durch ihre wunderſchönen Zither= und Geſangs= Vor=
träge
das Feſt verſchönen halfen, wurde reicher und
dankbarer Beifall zuteil. Der Verein kann mit Stolz
auf dieſe Feier zurückblicken.
Verein für Verbreitung von Volksbildung. Die
vom Verein für Verbreitung von Volksbildung bekannt
gegebenen Vortragsabende des Herrn Profeſſors Dr.
A. E. Berger über Kuktur geſchichte des
Mittelalters haben infolge anderer Veranſtal=
tungen
in der Reihenfolge einige Aenderungen er=
fahren
; ſie finden nun ſtatt: Montag, den 10. Januar,
Dienstag, den 18. Januar, Montag, den 24. Januar,

Dienstag, den 1. Februar, Donnerstag, den 3. Februax,
und Mittwoch, den 9. Februar, und zwar 8¼ Uhr
pünktlich.
Gegen den Alkohol. Ueber das, was unſerem
deutſchen Volke nottut, o darüber reden gar viele,
wenige ſchon tun und handeln, daß es beſſer werde. An
manchen Stellen kann da angepackt werden. Die einen
tiften Summen zum Bau von Sanatorien zur Be=
kämpfung
der Tuberkuloſe; die andern wieder tragen
bei, daß den Arbeitern geſunde, helle Häuſer errichtet
werden. Die wenigſten aber bedenken den Ausſpruch
Darwins, daß nach ſeiner und ſeines Vaters Erfahrung
durch keine Krankheit ſo viele Menſchen dahingerafft
verden, wie durch den Alkohol. Dagegen einmal die
Hebel in Bewegung zu ſetzen, das iſt den meiſten zu
unbequem. Aber wie notwendig es dennoch iſt, zeigen
jährlich unſere Statiſtiken der Irren= und der Kxanken=
häuſer
. Traurig iſt es gerade zu nennen, daß eine Be=
wegung
, die in anderen Städten ſchon Wurzel ge=
ſchlagen
, hier noch nicht aufgetaucht iſt, nämlich die des
neutralen Guttemplerordens. Es iſt eine große Ver=
einigung
, die gerade durch ihre glänzende Organiſation
und Art ſchon auf dem Gebiete der Abſtinenz einen
Schritt vorwärts gemacht hat. Ueber dieſen neutralen
Guttemplerorden und die moderne Abſtinenzbewegung
wird der Großſekretär des deutſchen Guttemplerordens,
Herr Paul Reines=Heidelherg, am Mittwoch, den
5. Januar, abends im Kaiſerſgal einen Vortrag halten.
(Siehe Anzeige.)
Der Heſſiſche Fechtverein Waiſenſchutz (Zweigverein
Darmſtadt) hielt ſeine Weihnachtsfeier im Städtiſchen
Saalbau ab. Der erſte Vorſitzende, Herr Georg Burg=
graf
, hielt eine kurze Begrüßungsrede, der das Melodram
Die Weihnachtsfee mit lebenden Bildern und verbinden=
dem
Tert, geſprochen von Frl. J. König, folgte. Das
Spiellied Schneekönigin, dargeſtellt von 35 Kindern von
Vereinsmitgliedern, war von Frau Luiſe Löſch in ſehr
mühevoller Arbeit einſtudiert worden. Das Familienbild
Am Weihnachtsabend oder Verloren und Wiedergefun=
den
wurde von den Damen Noll, Burggraf und den Her=
ren
Delp, Lehn, Helfmann und Wedel, der Schwank
Lieweshennel von Rob. Schneider von den Damen
Kutſcher, Wagner und Haußner und den Herren Delp, Helf=
mann
und Sahm geſpielt. Herr Koch ſang verſchie=
dene
Lieder. Herr Mechler erfreute durch hübſche
Couplets. Für die dem Verein geleiſteten Dienſte wurden
folgende Herren befördert, und zwar zum Generalfechtwart
Herr F. Hohmeier, zu Oberfechtwarten die Herren L.
Korte, A. Wagner, Ph. Wittmann, zu Fechtwarten die
Herren W. Bieger, K. Haury, H. Kutſcher, W. Lehe, B.
Lehn, K. Luſt, F. Neubauer, A. Schneider, J. Plaut. L.
Vogel, W. Wagner, H. Waldmann. Eine lobende Aner=
kennung
erhielt Frau Walter.
e. Silveſterfeier im Hotel Heß. Man ſchreibt uns:
Im vorigen Jahre hat Darmſtadt eine Silpeſterfeier,
wie ſie diesmal in den Etabliſſements des Hotel Heß
veranſtaltet wurde, wohl noch nicht gekannt. Ein zahl=
reiches
Publikum hatte ſich bereits frühzeitig eingefun=
den
und bald war in den weiten Räumen, in deren
Mitte der Weihnachtsbaum in verſchwenderiſchem Lich=
terglunz
erſtrahlte, kein Plätzchen mehr zu finden.
Herrſchte während des Soupers noch eine vornehme
Ruhe, ſo kam durch die brillanten muſikaliſchen Dax=
bietungen
der zwei Kapellen unter Meiſter Mickleys
und von Blancs Leitung bald Stimmung in die Gäſte=
ſchar
, welche in Heiterkeit ausklang, als im Laufe des
Abends ein von einem putzigen Gnom geführter und
von einer Wahrſagerin begleiteter Eſel erſchien, um
als Glückseſel von Tiſch zu Tiſch ſeine Aufwartung
zu machen. Als dann mit dem erſten Glockenſchlag
Zwölf ſämtliche Lichter erloſchen und das neue Jahr
von den Muſikkorps mit einem Tuſch begrüßt wurde,
erſtrahlte zur allgemeinen Ueberraſchung ein großes
Transparent mit der aus weißen elektriſchen Birnen
gebildeten Inſchrift: Proſit Neujahr 1910%, und jubelnd.
ertönte das Proſit Neujahr hundertfach zurück.
Auch der Tanz fand rege Beteiligung.
Orpheum. In vielverſprechender Weiſe leitet die
rührige Direktion unſeres Varités das neue Jahr ein
mit einem Programm, das ſicher nicht nur einem Ver=
gleich
mit ſogen. Weltetabliſſements benachbarter
Großſtädte ſtandhält, ſondern auch bei derartigen
Etabliſſements als vorzüglich bezeichnet werden würde.
Es iſt ſehr reichhaltig, bringt gute Schaunummern und
einen äußerſt wirtungspollen Humoriſten. In der Tat
gehört Oskar Huber zu den beſten Vertretern des
humpriſtiſchen Faches, weil ſein Humor ſo natürlich, ſo
ungezwungen wirkt. Dabei ſind ſeine Sachen neu und
aktuell bis auf einige Kalauer, die aber nur folgen, weil
der beliebte Humoriſt gar zu oft vor die Rampe geklatſcht
wird. Auch die übrigen Künſtler bringen durchweg
Originelles und Neues und wiſſen ihren Produktionen
durch neue Nuancen neue Reize zu verleihen. Jede
Nummer findet den rauſchenden Beifall des Hauſes.
Das Geſangsfach iſt durch Frl. Ekvira Loretta vor=
züglich
vertreten. Ihr gutes Stimmaterigl, ihre ſchäne
Erſcheinung, ſowie die pornehme Eleganz ihres Auf=
treiens
ſichern ihr von pprnherein eine beifällige Auf=

Humanitäre Einrichtungen für das
wandernde Proletariat.

A.M. Während der kalten Jahreszeit iſt das Tip=
peln
, wie die Handwerksburſchen das Wandern von
Ort zu Ort nennen, recht wenig angenehm, denn die
Wandernden ſind allen Unbilden der Witterung aus=
geſetzt
. Daß es nicht alles Faulenzer ſind, was ſich
draußen auf den Landſtraßen umhertreibt, läßt ſich
ſchon daran erkennen, daß in günſtigen Zeiten die Zahl
der Landſtraßenproletarier ſtets ſtark zurückgeht, wo=
gegen
ihre Zahl in ungünſtigen Zeiten immer ſtark
anſchwillt. Von Kennern der Verhältniſſe wird behauptet,
daß in Zeiten großer Arbeitsloſigkeit in Deutſchland
manchmal ca. 200 000 Perſonen auf den Landſtraßen lie=
gen
. Viele von ihnen haben wenigſtens noch in der
erſten Zeit einen Notgroſchen und viele erhalten anch
aus Unterſtützungskaſſen einen Zuſchuß, aber das
Leben dieſer Heimatloſen iſt doch bedauernswert. Um
ihnen das Leben etwas leichter zu machen, ſind von
humanitären Vereinen, von Gemeinden und Kreiſen
manche Einrichtungen geſchaffen worden. Einen gro=
ßen
Einfluß auf das Leben der Wandernden haben die
Herbergen, die jetzt unter der Oberleitung des Paſtors
von Bodelſchwingh ſtehen. Die erſten derartigen Her=
bergen
für Wandernde wurden im Jahre 1854 von
Profeſſor Perthes in Bonn gegründet; aus den weni=
gen
Herbergen vor fünfzig Jahren ſind heute viele
Hunderte geworden, ſodaß jetzt ſchon in faſt allen grö=
ßexen
und mittleren Orten eine Herberge anzu=
ſtreffen
iſt.
Nach der letzten Zählung beſtanden in Deutſchland
454 Herbergen für Wandernde. Ein Teil der Herber=
gen
ſind zugleich Verpflegungsſtationen‟. Der Unter=

ſchied beſteht darin, daß die Gäſte in der Herberge für
das Nachtlager einen geringen Betrag bezahlen müſſen,
wogegen die Gäſte in den Verpflegungsſtationen
umſonſt nächtigen können und auch noch umſonſt ver=
pflegt
werden. Meiſtenteils müſſen dafür aber auch
die Gäſte gewiſſe Arbeiten, wie Holzzerkleinern uſw.,
ausführen. In den Großſtädten finden wir ver=
chiedentlich
Obdachloſenaſyle, und Berlin hat deren
ſogar mehrere. Von der Stadt werden zwei unter=
halten
, eines für die obdachloſen Familien und eines
für einzelſtehende Perſonen. In dieſen beiden Aſylen
können mehr als 3000 Perſonen untergebracht werden,
und bei ſtrengem Winter hat die Beſucherzahl den
Höchſtpunkt ſchon oft erreicht. Weitere zwei Aſyle, eines
für Männer, das andere für Frauen, werden vom
Berliner Aſyl=Verein unterhalten; in dieſen beiden
Aſylen können gegen 1000 Perſonen untergebracht wer=
den
und im Winter ſind dieſe beiden Aſyle ebenfalls
tets voll belegt. Auf eine längere Unterbringung von
arbeitsloſen Wanderern ſind die Arbeiterkolonien ein=
gerichtet
, von denen in Deutſchland 34 exiſtieren. Diefe
Arbeiterkolonien ſind Unternehmungen, in denen die
Heimatloſen ſo lange beſchäftigt werden, bis ſie wie=
der
ein anderes Unterkommen finden. Mauchen wird
ſchon nach einigen Wochen Arbeit nachgewieſen, ſodaß
ſie die Arbeiterkolonie wieder verlaſſen können, an=
dere
bleiben hier ein Jahr und noch länger. Der Auf=
enthalt
in dieſen Arbeiterkolonien kann beſonders für
ſolche Perſonen von Nutzen ſein, die ſich dem Alkohol
zu ſehr ergeben haben und nicht mehr an eine regel=
mäßige
Arbeit gewöhnt ſind. Alle dieſe Einrichtungen
haben zweifellos noch manche Mängel, aber durch ſie
werden doch viele vor dem gänzlichen Untergang be=
wahrt
.

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.

W-l. Darmſtadt, 3. Jan. Im Großh. Hof=
theater
fanden, wie ſchon bemerkt, am Silpeſter= und
Neujahrstage Wiederholungsaufführungen ſtatt, die den
gewohnten Verlauf nahmen. Am Sonntag wurde
Lohengrin wiederholt, die Beſetzung war mit Aus=
nahme
der Titelpartie die frühere und bekannte. Letztere
wurde von Herrn Jacques Decker aus Mannheim ge=
ſungen
, der uns von allen Vertretern des Gralsritters, die
wir hier in letzter Zeit gehört haben, am beſten gefallen
und uns am meiſten an Herrn Dalmores erinnert hat.
Die ſchöne Gleichmäßigkeit des allem Theatraliſchen und
Poſenhaften abholden Vortrags und die künſtleriſche, dabei
müheloſe Behandlung der Geſangspartie, bei der kein un=
ſchönes
Forcieren und Loslegen den einheitlichen Ein=
druck
ſtörte, und nicht zum letzten ſein ſehr ſympathiſches,
lyriſche Weichheit mit dramatiſcher Kraft harmoniſch ver=
einigendes
Organ waren ein Labſal für Ohr und Herz.
Den Höhepunkt ſeiner Leiſtung bezeichneten das im Gegen=
ſatz
zur letzten Aufführung hervorragend ſchön geſungene
Liebesduett und der Abſchied von Elſa, während die
Gralserzählung dadurch Einbuße erlitt, daß er ein raſche=
res
Tempo nahm, als man hier gewohnt iſt, und mit dem
Orcheſter nicht Schritt hielt. Eine Verſtändigung zwiſchen
dem Sänger und Orcheſter war vorher offenbar nicht er=
folgt
. Die Vorſtellung war ſehr gut beſucht und löſte be=
geiſterten
Beifall aus.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 4. Jan.: Don Juan.
Mittwoch, 5. Januar. 3½ Uhr: Jung=Habenichts. 7½
Uhr: Die geſchiedene Frau. Donnerstag, 6. Jauuar:
Izeyl. Freitag, 7. Januar: Geſchloſſen. Samstag,
8. Januar: Die Meiſterſinger von Nürnberg. Sonntag,
9. Janugr, 3¼ Uhr: Juna=Habenichts. 7 Uhr: Mahame

[ ][  ][ ]

nahme. Drahtſeilkünſtlerinnen ſind in letzter Zeit ſchon
öfter dageweſen, das Trio Reſua aber, drei kräftige,
ſchöne Geſtalten, brachte etwas ganz Vollkommenes.
Paul Carro, ein brillanter Bauchredner ( Ventrilo=
quiſt
) unterhält und erheitert aufs beſte mit ſeinen
ſingenden und ſprechenden Hunden, Katzen und Men=
ſchenfiguren
; Ed. Orla gibt mit ſeinen klugen vier=
beinigen
Zöglingen, vier reizenden Hündchen, die als
Gymnaſtiker und Equilibriſten auftreten, eine kleine
Sondervorſtellung. Die vierbeinigen Künſtler ſtehen
ihren menſchlichen Kollegen vom Fach in nichts nach,
immer wieder muß man ſtaunen über derartige Erfolge
der Dreſſur. Eine wirklich vortreffliche Leiſtung iſt die
Arbeit des Ali Ben D’Arak=Trio, bei denen
man wirklich nicht weiß, was man mehr bewundern ſoll,
die herkuliſche Kraft und Gewandtheit des Einzelnen
oder die Sicherheit und Kühnheit der ausgeführten
Erolutionen. Eine Tanzſängerin par excellence iſt
Sennorita Joéla; ſie feſſelt durch faszinierendes
Temperament und iſt eine Zierde des Enſembles.
Treffliche Akrobaten ſind die 4 Spiſels, die über eine
Menge neuer Tricks verfügen, die ſie mit gutem
Humor vorführen. Auch der Kinemato=
graph
bringt wieder eine Reihe guter Bilder.
Schließlich ſei auch der Hauskapelle mit einem Wort des
Lobes gedacht, die unter Herrn L. Schraders Leitung
ihrer nicht immer leichten Aufgabe vollauf gerecht wird.
Alles in allem, ein Beſuch des Orpheums kann auch
diesmal empfohlen werden.
R. Der Lokomotiv=Beamten=Verein Darmſtadt
hielt am Sonntag im Kaiſerſaal ſeine Weihnachts=
eier
ab, die ſich zahlreichen Beſuches zu erfreuen
hatte. Sämtliche Nummern des Programms wurden
exakt durchgeführt und fanden großen Beifall, beſonders
die Zithervorträge der Darmſtädter Zither=
Vereinigung, vorgetragen von den Herren Gottmann,
Lennert, Reis und Schricker, ſowie Frl. Gottmann
und Frl. Reis. Sämtliche Stücke legten Zeugnis von
ſorgfältiger Einſtudierung ab. Zum Schluß des Pro=
gramms
fand ein Tänzchen ſtatt.
* Karnevaliſtiſches Konzert. Das am Neujahrstage
veranſtaltete erſte karnevaliſtiſche Konzert in der Turn=
halle
am Woogsplatz eröffnete gewiſſermaßen den dies=
jährigen
Karneval. Stürmiſcher Jubel durchbrauſte den
närriſch geſchmückten Saal, als Obermuſitmeiſter
Hauske das Zeichen gab und die bekannten Weiſen des
Karnevalmarſches ertönten. Das Programm war ſehr
geſchmackvoll zuſammengeſetzt. Saal und Galerie waren
dicht beſetzt, ein farbenprächtiges Bild voll herz=
erfriſchender
Lebendigkeit. Zwei recht ſchöne Lieder er=
höhten
die ſchon von vornherein herrſchende fidele
Stimmung und ein flotter Tanz beſchloß dieſe gut ge=
lungene
Veranſtaltung.
c. Hotel Heß. Seit Neujahr konzertiert die Kapelle
des Artillerie=Regiments Nr. 25 unter Herrn Obermuſik=
meiſter
Mickleys Leitung. Daß ein derartiges Arran=
gement
geſchätzt wird, zeigte wohl am beſten der bisherige
rieſige Beſuch dieſer Konzerte. Für Dienstag, den 4. Ja=
nuar
, iſt ein Operettenabend angeſetzt, bei dem die neueſten
und älteren beliebteſten Operetten zu Gehör gebracht wer=
den
. Ein aus Mitgliedern der Kapelle zuſammengeſtelltes
Künſtlerſextett beſorgt das Tafelkonzert, das, wie bisher
von ½12 Uhr täglich mittags ſtattſindet. Im Bürger=
keller
iſt ebenfalls eine neue Kapelle eingezogen. Seit
Januar ſpielt dort das erſtklaſſige Damenorcheſter
Pöſchl und erntet allabendlich reichen Beifall.
* Karnevalgeſellſchaft Narrhalla Schon jetzt macht
ſich für die große Sitzung am Sonntag abend, die
zweifellos das Ereignis der Karnevalſaiſon 1910 bilden
wird, ein lebhaftes Intereſſe bemerkbar. Stoff hats wie=
der
die Menge gegeben im Laufe des Jahres. Aus der
Lokalgeſchichte und aus der Politik aus all den die Ge=
müter
bewegenden Ereigniſſen der letzten Monate haben Red=
ner
und Liederdichter geſchöpft, und wer aus dem Vollen
ſchöpft, kann viele laben. Dem Beſtreben, den Karneval
in Darmſtadt auf eine immer bedeutendere künſtleriſch hu=
moriſtiſche
Stufe zu heben und zu halten, iſt der hohe Rat
der Elf auch diesmal treu geblieben und neben den ge=
wohnten
Dialektvorträgen harren hohe künſtleriſche Ge=
nüſſe
der frohen Narrenſchar. Wir hoffen, morgen mehr
darüber ſagen zu können. Aus der Fülle des zu Gebote
Stehenden hat das Präſidium das beſte ausgewählt und
ein Programm zuſammengeſtellt, das von keinem voran=
gegangenen
erreicht wird. Vielfachen Wünſchen ent=
ſprechend
, ſind vor der Bühne wieder eine Anzahl nu=
merierter
Plätze (zu 2 Mark) eingerichtet, die nur im
Vorverkauf bei Otto Titze (Glocks Hutmagazin) zu
haben ſind. (Näheres Anzeige.
* Der Olympia=Kinematograph, Ernſt=Ludwigſtraße,
blieb wegen Umbau der Sitzplätze geſtern geſchloſſen. Von
heute ab gelangt wieder ein reichhaltiges Programm zur
Vorführung. Beſonders hervorgehoben ſei das hiſtoriſche
Drama: Die Söhne Eduards Auch für den humoriſti=
ſchen
Teil iſt große Sorge getragen. (Näheres ſiehe An=
zeige
.)

Kaiſerpanorama. Einen beſonderen Kunſtgenuß
bereitet das Kaiſerpanorama ſeinen Beſuchern mit der
gegenwärtigen Ausſtellung der Skulpturen des Louvre
und Luxembourg=Muſeum zu Paris. Die herrlichſten Mei=
ſterwerke
der in den Muſeen vertretenen Künſiler werden
uns in ihrer ganzen Schönheit vor Augen geführt. Die
Bildwerke, größtenteils aus Marmor, wirken äußerſt
plaſtiſch. Von den bekannteren Kunſtwerken ſind u. a. ver=
treten
: Prometheus mit dem Adler, Amor und Pſyche von
Canova, Leda mit dem Schwan, Diana im Bade, die Un=
ſterblichkeit
, Eva vor dem Sündenfall, die drei Grazien uſw.
Erſter Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
und Grafenſtraße). Das jetzige Programm enthält die
hochintereſſanten Nummern: 1. Der alte Graf im
Zwinger (Drama), 2. Vögel in ihrem Heim ( Farben=
kinematographie
), 3. Lehmann hat einen Klaps, 4. Der
ſchurkige Burgvogt, 5. Kriegsſchiffe im Sturm ( wun=
derbares
Naturbild), 6. Sie iſt weg (koloriertes
Drama) utw. (Siehe Anz.)
Verſchwunden iſt ſeit einigen Wochen der Dragoner
Hubert Bechhold vom Dragoner=Regiment Nr. 23. Er
wurde vor Weihnachten in ſeine Heimat nach Aachen beur=
laubt
und iſt ſeitdem verſchwunden. Er ſtammt aus Vaals
in Holland. Das Regimentskommando erſucht um ſeine
Feſtnahme.
§ Aus dem Arbeitshaus Dieburg ſind während des
verfloſſenen Monats Dezember vierzehn Perſonen, die
daſelbſt korrektionelle Nachhaft verbüßten, entlaſſen
worden. Die längſte Dauer der Nachhaft betrug bei
einer Perſon 730 Tage und die kürzeſte Dauer der Nach=
haft
bei einer Perſon 52 Tage.
n. Zum Raubanfall im Odenwald. Der nach Schil=
derung
des Schweinehändlers Betzendörfer von Nie=
der
=Klingen an ihm verübte, bereits ausführlich mit=
geteilte
Straßenraub iſt bezüglich der Täterſchaft noch
unaufgeklärt, und wird durch eine neuerliche Wend=
ung
noch mertwürdiger. Betzendörfer zeigt nämlich
jetzt Spuren von Geiſtesſtörung und Tobſuchtsanfällen;
er wurde deshalb durch ſeine Angehörigen vorläufig
in das hieſige ſtädtiſche Krankenhaus verbracht. Es
bleibt hiernach fraglich, ob dieſe Erkrankung vielleicht
eine Folge des Vorkommniſſes und der dadurch ver=
urſachten
Erregung iſt, oder ob nicht vielmehr Betzen=
dörfers
Einbildungskraft ſchon bei jener Fahrt zwi=
ſchen
Ober=Nauſes und Zipfen gereizt war und der
Raub als ein Produkt dieſer Phantaſie erſcheint.
§ Ueberfall. Am Samstag abend gegen 9 Uhr
wurde in der Ohlyſtraße an der Pauluskirche ein
Frauenzimmer von einer Mannsperſon überfallen und
zu Boden geworfen. Auf die Hilferufe der Ueber=
fallenen
entfloh der Täter.
§ Geiſteskrank. Am Samstag nachmittag wurde ein
Taglöhner auf dem Marktplatze in halbnacktem Zu=
ſtande
, mit einem Bettuch bekleidet, aufgegriffen. Der
Mann, der geiſtesgeſtört iſt, wurde durch die Sanitäts=
wache
in das ſtädtiſche Krankenhaus verbracht.
§ Neujahrsſchießen. Während der Silveſternacht
und am Neujahrstage ſind zuſammen 18 Perſonen zur
Anzeige gebracht worden, und zwar wegen Schießens 9
und wegen Abbrennens von Feuerwerkskörpern 9.
* Bubenhände. In der Neujahrsnacht wurden auf
einem mit Obſtbäumen beſtandenen Grundſtücke an der
Weiterſtädter Chauſſee von etwa 40 jungen
Bäumen die Kronen abgeſchnitten. Die Obſtpflanzung
iſt vor noch nicht langer Zeit angelegt, ſie beſtand aus 70
Bäumen und ſollte demnächſt durch einen Zaun eingefrie=
digt
werden. Von den Tätern fehlt bis jetzt jede Spur.
Die Polizei und die Gendarmerie haben mit Hunden eine
Spur feſtzuſtellen geſucht, doch haben wegen des naſſen
Wetters die Hunde die Spur nicht aufnehmen können. Dex
Schaden wird von dem Beſitzer der Obſtpflanzung, einem
Poſtbeamten, auf 150 Mark geſchätzt.
§ Feſtgenommen wurden ein 26 Jahre alter Kauf=
mann
aus Wixhauſen wegen Betruges, ein 25 Jahre
alter Schreiner aus Allertshofen wegen Diebſtahls und
ein 53 Jahre alter Fuhrmann aus Pfungſtadt wegen
Diebſtahls.
§ Zimmerbrand. Am Sonntag abend gegen 6 Uhr
iſt im Hauſe Nieder=Ramſtädter Straße 43 durch Explo=
dieren
eines Ofens ein Zimmerbrand entſtanden, wel=
cher
durch die Hausbewohner alsbald gelöſcht wurde.
Pfungſtadt, 1. Jan. Laut Beſchluß des Ge=
meindevorſtandes
ſollen für den Induſtrieunter=
richt
in den oberen Mädchenſchulklaſſen
zwei Nähmaſchinen zur Verfügung geſtellt werden. Die
Firma A. Opel=Rüſſelsheim will nun in bereitwilligſter
Weiſe zwei ſolcher Maſchinen unſerer Gemeinde zum
Ausnahmepreis von 50 Mark pro Stück überlaſſen,
während der reelle Wert 95 Mark beträgt. Dennoch ſoll
die Lieſerung zur Vergebung im Submiſſions=
wege
ausgeſchrieben werden! Eine reiche Ausbeute
au Haſen wurde durch die beiden in der hieſigen Ge=
markung
abgehaltenen Treibjagden erzielt. Ins=
geſamt
wurden weit über 400 Haſen erlegt.
Hahn, 2. Jan. Die Vorbereitungen für den
Waſſerleitungsanſchluß unſerer Gemeinde an

das Pfungſtädter Waſſerwerk ſind in vollem Gange und
führen hoffentlich bald zu dem gewünſchten Ziele.
Aus dem Ried, 2. Jan. Auf das von den Ge=
meinden
Pfungſtadt, Hahn, Eſchollbrücken und Eich an
das Großh. Miniſterium der Juſtiz gerichtete Geſuch
um Einrichtung von Amtstagen für Grund=
buchangelegenheiten
hat dieſe Behörde geneh=
migt
, daß für die vier beteiligten Gemeinden Gerichts=
tage
für die freiwillige Gerichtsbarkeit, insbeſondere für
Grundbuchſachen, im Rathausſaale zu Pfungſtadt abge=
halten
werden ſollen. Dieſe Maßnahme erſpart den
Bürgern dieſer Gemeinde viel Zeit und Koſten und
wird darum mit Genugtuung begrüßt.
n. Geinsheim, 3. Jan. Etwas Köpenick im
Kleinen, nach dem Muſter des bekannten Pſeudo=
hauptmanns
, ſcheint hier geſpielt worden zu ſein. Wie
man hört, erſchien am Silveſtertage gegen 6. Uhr
abends im Hauſe des hieſigen Gemeinderechners ein
ſich als Rechnungsbeamter aus Darmſtadt vorſtellender
Herr, der mit großer Sicherheit aufgetreten ſein ſoll.
Er gab vor, es ſei eine anonyme Anzeige wegen Un=
regelmäßigkeiten
in der Kaſſeführung des Gemeinde=
rechners
eingegangen und müſſe deshalb eine ſofortige
Reviſion ſtattfinden. Ein zweiter Beamter werde hierzu
noch mittels Antomobils eintreffen und er ſelbſt ſolle
einſtweilen mit dem Geſchäft beginnen. Auf dieſes
recht auffällige Verfahren ließ ſich der Gemeinde=
rechner
auch ein, und der Fremde ſtellte den Kaſſe=
beſtand
feſt, worauf er ſeinem Vorgeſetzten entgegen=
gehen
zu wollen erklärte und nicht wieder zurück=
kehrte
. Nach ſeiner Entfernung wies die Kaſſe einen
Fehlbetrag von 500 Mark auf, der hiernach durch den
Fremden entwendet worden iſt. Die von dem Ges
meinderechner und ſeiner Tochter gegebene Beſchreib=
ung
des Unbekannten paßt auf einen Mann, der zur
fraglichen Zeit die Fähre benutzt hat. Anzeige bei der
Staatsanwaltſchaft iſt erſtattet und Unterſuchung ein=
geleitet
, in der heute ein Kriminalbeamter aus Darm=
ſtadt
nähere Ermittelungen vornahm.
Offenbach, 3. Jan. Der 22jährige Drogiſt Meyer,
Friedrichſtraße wohnhaft, hatte mit einem gleichalterigen
Freunde am Silveſterabend die Jahreswende feſtlich be=
gangen
und dabei den alkoholiſchen Getränken etwas
reichlich zugeſprochen. Um 4 Uhr morgens kam er denn
auch in betrunkenem Zuſtande nach Hauſe und ſchlief
während des ganzen Neujahrstages ununterbrochen, wie
ſeine Wirtin, die von Zeit zu Zeit nach ihm ſah, feſt=
ſtellen
konnte. Noch um 6½ Uhr abends hörte ſie ihn
ſchnarchen. Als ſie aber gegen ½8 Uhr noch einmal nach=
ah
, bemerkte ſie zu ihrem Schrecken, daß der junge Mann
inzwiſchen geſtorben war. Da Meyer, ein ſehr ſolider
junger Mann, den Genuß von geiſtigen Getränken nicht
gewohnt war, iſt anzunehmen, daß er an Alkoholver=
giftung
verſchieden iſt. Es iſt jedoch nicht ausgeſchloſ=
ſen
, daß eine eiternde Wunde an der Hüfte, die anſcheinend
von einem Furunkel herrührte, als Urſache ſeines Todes
in Betracht kommt. (O. Ztg.)
Aus dem Kreiſe Offenbach, 3. Jan. In der letz=
ten
Woche fanden in der Zentra le des Gruppen=
gaswerks
in Obertshauſen die Abnahmever=
ſuche
zur Feſtſtellung der Leiſtungsfähigkeit der ange=
lieferten
Retorten und Oefen ſtatt. Dem Gasverſor=
gungsverband
Obertshauſen gehören außer dieſer Ge=
meinde
noch die Orte Hauſen, Heuſenſtamm, Lämmer=
ſpiel
und Dietzenbach unſeres Kreiſes an, die von der
Zentrale Obertshauſen aus mit Steinkohlengas ver=
ſorgt
werden. Wie wir hören, beſteht auch in den Nach=
bargemeinden
Weißkirchen und Hainhauſen ſchon
längere Zeit die Abſicht, dem Gasverſorgungsverband
Obertshauſen beizutreten.
Mainz, 2. Jan. Deſertiert iſt in letzter
Woche ein aus dem Elſaß ſtammender Soldat der Leib=
kompagnie
des Infanterie=Regiments Nr. 117 dahier.
Der Fahnenflüchtige war im Herbſte 1909 in das Regi=
ment
eingeſtellt worden. Sein Aufenthalt konnte bis=
her
nicht ermittelt werden.
Mainz, 2. Jan. Die Kirchendiebſtähle des
Kirchendieners von St. Stefan ſollen durch einen
hieſigen Geſchäftsmann ans Tageslicht gekommen ſein,
dem der 60 Jahre alte Kirchendiener Bickinger einen
ſehr wertvollen alten Weihwaſſerkeſſel zum Kauf ange=
boten
habe. Der betreffende Händler ſchöpfte wegen des
eigenartigen Kaufobjekts Verdacht und wandte ſich, wie
hier erzählt wird, mit einer Anfrage an den Pfarrer.
Jetzt wurde auch feſtgeſtellt, daß der ungetreue, ſeit
langen Jahren an der Stefanskirche amtierende
Kirchendiener einen ſilbernen Speiſetelch verkauft hatte
und das Geld beiſeite ſchaffte. Durch eine gegenwärtig
in die Wege geleitete Inventuraufnahme ſoll feſtgeſtellt
werden, ob weitere Veruntreuungen vorliegen. Es
dürfte dies ſehr wahrſcheinlich ſein, denn die Stefans=
kirche
beſitzt als eine der älteſten Mainzer Kirchen zahl=
reiche
Gerätſchaften von hohem Altertumswert.
Bickinger ſoll, wie hier erzählt wird, auf großem Fuße
gelebt haben.

Butterfly. Montag, 10. Januar: Die geſchiedene Frau.
Dienstag, 11. Januar: Elektra. Mittwoch, 12. Januar:
Die Afrikanerin. 2. Schauſpielhaus. Diens=
tag
, 4. Januar: Die Rabenſteinerin (Bartolme: Herr
Dr. Krauß vom Hoftheater in Koburg als Gaſt). Mitt=
woch
, 5. Januar: Don Carlos (Don Carlos: Herr Dr.
Krauß als Gaſt). Donnerstag, 6. Januar: Wenn der
junge Wein blüht. Freitag, 7. Januar: Das Konzert.
Samstag, 8. Januar: Der moraliſche Teeabend. Sonn=
tag
, 9. Januar, 3½ Uhr: Die fremde Frau (La Femme
Uhr: Moral. Montag, 10. Januar: Was
X. . ..
ihr wollt. Dienstag, 11. Januar: Der moraliſche Tee=
abend
. Mittwoch, 12. Januar, 2½ Uhr: Volksſchüler=
vorſtellung
: Wilhelm Tell. 7 Uhr: Die zärtlichen Ver=
wandten
. Donnerstag, 13. Januar: Wenn der junge
Wein blüht. Freitag, 14. Januar: Das Konzert.
S. & H. Heidelberg, 2. Jan. Die heftigen An=
griffe
, welche in letzter Zeit gegen den Plan erhoben
wurden, auch das Heidelberger Schloß zu renovieren
fanden in der hier abgehaltenen Hauptverſamm=
lung
des Heidelberger Schloßvereins
eine eingehende Erörterung. Der Vorſitzende, Geheime=
rat
Profeſſor Dr. Wille, hob in dem von ihm erſtat=
teten
Jahresbericht hervor, daß zurzeit die Sturm=
flagge
auf dem Otto Heinrichbau wehe, dem der
Sturm in der Tagespreſſe auf dem Fuß gefolgt ſei.
Der Schloßverein habe indes bisher keine Urſache ge=
habt
, ſich ſeinerſeits an den Kontroverſen zu beteiligen.
Tatſächlich liege zurzeit nur ein ſtaatlicher Voranſchlag
in Höhe von 300000 Mark zur Erhaltung der Mauern
des Otto Heinrichbaues vor. Alle daran geknüpften
Aeußerungen ſeien lediglich Vermutungen, denn von
irgendeinem feſtgelegten Plan der Regierung könne
gar keine Rede ſein. Bevor der Schloßverein öffent=
lich
Stellung zu dieſer hochwichtigen Frage nehme,
müſſe er die Denkſchrift der Regierung abwarten und
prüfen. Die Regierung ſei auch um unverzügliche Zu=
ſtellung
der Denkſchrift nach deren Fertigſtellung ge=
beten
worden. Dieſe ſei alsbald zu erwarten, worauf

eine außerordentliche Verſammlung des Schloßvereins
zur Durchberatung der Regierungsauslaſſungen ein=
berufen
werden ſoll. Wahrſcheinlich habe die Regier=
ung
die Beratung über die Vorlage zurückgeſtellt, wozu
ſie wohl beſonders durch den Geh. Oberbaurat Pro=
feſſor
Warth veranlaßt worden ſei. Die Ausführun=
gen
dieſes Fachmannes erſten Ranges gehen dahin, daß
der Otto Heinrichbau eine noch ſehr gut erhaltene
Ruine ſei, ſodaß ein Einſturz in abſehbarer Zeit aus=
geſchloſſen
ſei.
* Wien, 31. Dez. Baron Berger teilte in einem
Schreiben an den Aufſichtsrat des Hamburger Schauſpiel=
hauſes
mit, daß er ſich für die Direktion des
Hofburgtheaters entſchieden habe. Er wird
morgen den Vertrag mit Hamburg mit Sechsmonatsfriſt
kündigen. Berger wird die Direktion des Hofburgtheaters
zu Oſtern übernehmen, bis dahin bleibt Schlenther.
** Der Komet Halley und der Welt=
untergang
. Der Komet Halley wird für das bloße
Auge vorausſichtlich im Februar oder März ſichtbar,
ſeine Sonnennähe erreicht er am 19. (oder 23.) April,
ſeine Erdnähe am 19. Mai, und die größte Helligkeit
entwickelt er ebenfalls im Mai. Am 18. Mai ſoll ſogar
die Erde durch den Schweif des Kometen
gehen. Die phantaſievolle Schilderung der Verhäng=
niſſe
, die der Erde begegnen könnten wenn der
Schweif des Halleyſchen Kometen aus hinreichend dich=
ten
und brennbaren Gaſen beſtände und die Erde ſich
am 18. oder 20. Mai durch ihn bewege, ſpukt noch immer
in deutſchen Zeitungen. Sogar von einem Weltunter=
gang
wird dabei geſprochen! Der erſte, ſo ſchreibt die
Köln. Ztg. der dieſen Gedankengang angeregt hat,
iſt der franzöſiſche aſtronomiſche Schriftſteller C. Flam=
marion
, den die erwähnten Zeitungen ſogar zum
langjährigen Direktor der Pariſer Sternwarte‟
machen, was er nie geweſen iſt und ebenſo wenig wer=
den
wird. Sein blühender Stil hat ihn ſeit Jahren
zum Liebling des franzöſiſchen Publikums gemacht,
und in dieſer Eigenſchaft hat er jetzt auch die Gefahren

eines Zuſammentreffens der Erde mit dem Schweif
des Halleyſchen Kometen ausgemalt. Er weiß zwar
ganz gut, daß dieſe Gefahren nicht vorhanden ſind,
allein um des literariſchen Effektes willen ſchildert er,
daß, wenn der Schweif des Halleyſchen Kometen aus
Waſſerſtoffgas beſtände und dieſes ſich mit dem Sauer=
ſtoff
der Erdatmoſphäre verbände, Knallgas entſtehen
und dieſes allem Leben auf Erden ein plötzliches Ende
bereiten müßte. Nachdem die Phantaſie des Leſers in
dieſer Weiſe erhitzt worden iſt, gibt Flammarion die
beruhigende Verſicherung, die Sache werde ungefähr=
lich
verlaufen. Er hat eben ſeinen Zweck, Aufſehen
zu erregen, erreicht. Tatſächlich iſt die Erde ſchon wie=
derholt
durch einen Kometenſchweif hindurchgezogen
und niemand hat etwas davon bemerkt, erſt die ſpätere
Rechnung wies die Tatſache nach. Der Halleyſche Ko=
met
iſt den Aſtronomen eine willkommene Erſcheinung,
da verſchiedene wichtige Fragen durch ſeine Beobacht=
ung
beantwortet werden können. Die Amerikaner
rüſten ſich ganz beſonders zum Empfang des ſeltenen
Gaſtes und werden u. a. eine große Beobachtungs=
expedition
nach den Hawai=Inſeln entſenden. Vor=
läufig
iſt der Komet in kleinen Ferngläſern noch nicht
ſichtbar.
CK. Das Ende des Märchens vom
Mars Aus London wird berichtet: Die phantaſti=
ſchen
Schilderungen von den lebenden Bewohnern des
Mars und ihren gewaltigen Kanalbauten ſind zu Ende:
In der letzten Sitzung der engliſchen Aſtronomiſchen
Geſellſchaft hat der Leiter des Greenwich= Obſervato=
riums
, E. W. Maunder, erklärt, daß auf dem Mars
Kanäle nicht exiſtieren und daß alle Geſchichten von den
Marsbewohnern nichts anderes ſind als phantaſtiſche
Einbildungen. Es wurden die neuen Marsphotogra=
phien
vorgelegt, die der bekannte amerikaniſche Aſtro=
nom
Profeſſor Hale jetzt von ſeinem Obſervatorium
auf dem Mount Wilſon in Kalifornien mit Hilfe ſeings
großen 60zölligen Teleſkopen gewinnen konnte. Die
Kanäle treten auf dieſen Photographien nicht auf ſv

[ ][  ][ ]

H. B. Mainz, 3. Jan. Ein Pionier vom Kaſteler
Pionierbataillon hatte ſich ohne Urlaub aus der Kaſerne
entfernt und wollte abends über die Mauer klettern. Hied=
bei
ſtürzte er ab und erlitt einen ſo ſchweren Schädelbruch,
daß er im Lazarett gleich nach ſeiner Einlieferung ver=
ſtarb
.
Nieder=Ingelheim, 2. Jan. Ein ſchwerer
Unglücksfall ereignete ſich am Tage vor Silveſter
an der im Bau begriffenen Militärſtraße der Mainzer
Außenbefeſtigungen. Der Taglöhner Schnell von hier
kam zwiſchen zwei Maſchinen und wurde ſehr ſchwer
verletzt. Der Verunglückte wurde ſofort ver Wagen
nach dem Krankenhauſe verbracht, wo er ſehr bedenklich
daniederliegt. Die inneren Verletzungen ſollen das
Schlimmſte befürchten laſſen.
2 Rudingshain (Kreis Schotten), 3. Jan. Unſere
im porigen Jahre neuerbaute Gemeinde=
waſſerleitung
iſt nunmehr vollſtändig fertigge=
ſtellt
und kurz vor Weihnachten in Betrieb genommen
worden. Die Quellen, die nach dem Oberwald zu iin
der Gewann Der Mieteberg liegen, fließen mit natür=
lichem
Gefälle zum Hochbehälter, der 60 Kubikmeter In=
halt
beſitzt. Nahezu alle Einwohner ſind an die Waſſer=
leitung
angeſchloſſen, die nach dem Projekt und unter
der Leitung der Großh. Kulturinſpektion Gießen ausge=
führt
wurde und tadellos funktioniert.

Reich und Ausland.

Aus der Reichshauptſtadt, 2. Jan. Der dritte Sohn
des verſtorbenen Prinzen Albrecht von Preußen, Prinz
Friedrich Wilhelm (geb. 1880), verlobte ſich mit der
alteſten Tochter des Herzogs Viktor von Ratibor, Prinzeſ=
ſin
Agathe von Ratibor und Corvey (geb. 1880). Das Haus
Ratibor und Corvey iſt ein Zweig der weitverzweigten
Linie Hohenlohe=Schillingsfürſt. Die diesjährigen Zu=
fuhren
an Silveſterkarpfen, die aus Schleſien, der
Lauſitz, Galizien, Frankreich uſw. in Berlin eingetroffen
ſind, werden auf 1¼ Million Kilogramm geſchätzt. Bei
der Agitation für den Austritt aus der Landeskirche hat
der Arbeiter Karl Renneiſen ſich eine Redewendung ge=
leiſtet
, die ihn heute unter der Anklage der Beſchimp=
fung
der evangeliſchen Landeskirche vor die
1. Strafkammer des Landgerichts I führte. Zum Zwecke
der Agitation für den Austritt aus der Landeskirche fand
in Adlershof eine von etwa 300 Perſonen beſuchte öffent=
liche
Verſammlung ſtatt, in welcher ein Vortrag über das
Thema Gottasglaube zum Menſchentum gehalten wurde.
Hierbei nannte er die Kirche eine Verdummungsanſtalt.
Der Angeklagte entſchuldigte ſich damit, daß ihm die an=
ſtößige
Phraſe entſchlüpft ſei, ohne daß er ſich Schlimmes
dabei gedacht habe. Sein Verteidiger beſtritt, daß der § 166
Anwendung finden könne. Eventuell empfehle ſich eine
ſehr gelinde Beſtrafung, denn man möge bedenken, daß
die Verſammlung in eine Zeit fiel, wo die Gemüter durch
die Ermordung Ferrers in Spanien (!) ſehr erregt waren.
Der Vorſitzende unterſagte dem Verteidiger eine ſolche Be=
merkung
; es ſei unſtatthaft, hier den Vorwurf zu erheben,
daß ein Gericht eines fremden Landes einen Angeklagten
habe ermorden laſſen. Das Gericht verurteilte den An=
geklagten
zu 1 Woche Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte
6 Wochen beantragt.
Wiesbaden, 2. Jan. Vor dem hieſigen Schöffen=
gericht
fand die erſte Verhandlung in einem aufſehen=
erregenden
Beleidigungsprozeß mit religiöſem
bezw. kirchlichem Hintergrunde ſtatt. Unter der An=
klage
der Gottesläſterung und der Beſchimpfung kirch=
licher
Einrichtungen hatte ſich der freireligiöſe Prediger
Georg Welker von hier zu verantworten. Die Be=
leidigungen
ſollen enthalten ſein in einem Artikel der
Zeitſchrift Es werde Licht und einem Anſchreiben,
mit dem der Angeklagte den Artikel dem Biſchof von
Limburg überſandte. Welker gibt bei ſeiner Ver=
nehmung
an, daß er früher evangeliſche Theologie
ſtudiert habe und jetzt altkatholiſch ſei. Er iſt in Schles=
wig
=Holſtein geboren und bereits wegen Beleidigung
vorbeſtraft. Nach Eintritt in die Verhandlung lehnt
zunächſt der Verteidiger Welkers etwaige katholiſche
Richter als befangen ab. Dieſem Antrage wird nicht
ſtattgegeben, da ſich die zwei Richter, die katholiſch ſind,
nicht als befangen erklären. Es gelangt ſodann der
unter Anklage geſtellte Artikel zur Verleſung, der ſich
in ſehr ſcharfer Weiſe gegen Einrichtungen und Ge=
bräuche
der katholiſchen Kirche wendet. Der Angeklagte
erklärt auf Befragen, daß er ſich der Schärfe der Aus=
drücke
nicht bewußt geweſen ſei; er habe nicht katholiſche
Einrichtungen beleidigen, ſondern nur das katholiſche
Dogma treffen wollen, da er ein rückſichtsloſer Gegner
der katholiſchen Kirche ſei. Der Angeklagte und ſein
Verteidiger beantragen, als Zeugen über Einrichtungen
der katholiſchen Kirche zu laden den bekannten Grafen
Hoensbroech, Prof. Wahrmund (Innsbruck), Paſtor
Thümmel (Remſcheid) und Prof. Freſenius, den bekann=
ten
Chemiker von hier, der die Lehre von der Trans=
ubſtantion
wiſſenſchaftlich begutachten ſoll. Der Ge=
richtshof
lehnt nach kurzer Beratung dieſe Zeugen und
Sachverſtändigen ab, beſchließt aber, einen Profeſſor der

katholiſch=theologiſchen Fakultät der Univerſität Bonn
zu laden. Der Angeklagte hat ſeinen Artikel als
Separatabdruck in Rauenthal verbreiten laſſen, wobei
eine Anzahl Beleidigungen gefallen ſein ſollen. Als
Zeugen hierüber ſoll eine Anzahl Bürger von Rauen=
thal
geladen werden. Der nächſte Termin ſoll baldmög=
lichſt
anberaumt werden.
sk. Dresden, 2. Jan. Wie ſchon gemeldet, wurde
dieſer Tage der München=Dresdener D=Zug
dicht vor Freiberg plötzlich dadurch zum Halten auf
freier Strecke genötigt, daß der Sturm mehrere große
Bäume entwurzelte, die mit den Wipfeln auf den
Zug ſtürzten, wodurch eine große Anzahl Fenſter=
ſcheiben
zertrümmert, aber glücklicherweiſe weiter kein
Unglück angerichtet wurde. In der amtlichen Mittei=
lung
über den Unfall wird noch geſagt: Hätten ſich die
Bäume, die erſt hinter der Lokomotive den Zug trafen,
nur wenige Sekunden früher über das Gleis
gelegt, ſo wäre eine Entgleiſung kaum zu vermeiden
geweſen, die allerdings bei der Schnelligkeit des Zuges
ein großes Unheil hätte anrichten können. Sehr
anſchaulich ſchildert eine Reiſende, die in dem Zuge
ſaß, in den Dresdn. Nachr. den Unfall. Sie berichtet
u. a.: In den Coupees waren ſchon die Laipen ange=
zündet
, doch konnte man noch deutlich unterſcheiden, wie
der orkanartige Sturm draußen die Wipfel der Bäume
beugte. Trotz des Rollens der Räder vernahmen wir
die Stöße des Sturmes, die, wie es ſchien, mit immer
größerer Gewalt einherbrauſten. Plötzlich dröhnt ein
entſetzliches Krachen durch den Zug, ein Rucken und
Stoßen durchſchüttert die Wagen, über unſeren Köpfen
erſchallt ein Donner, als bräche mit Macht die Decke
hernieder, ein Splittern und Brechen iſt um uns, mit
hellem Geklirr brechen draußen im Gang die großen
Fenſterſcheiben an unſere Coupeetüren und zerſchellen
auf dem Boden in tauſend Stücke. Ein Schreien durch=
gellt
den Wagen; wer ſollte bei dieſen typiſchen Zeichen
einer Kataſtrophe nicht das Schlimmſte befürchten! Die
Menſchen klammern ſich in ihrem Schrecken an die Ge=
päcknetze
, um dem Erdrücktwerden auf den Bänken zu
entgehen, Stoßgebete durchhallen den Raum.
Mir
gegenüber verfällt ein junges Mädchen in konvulſiviſche
Krämpfe, in der anderen Ecke iſt eine Frau ohnmächtig
umgeſunken. Wir erwarten jede Sekunde, daß ſich
unſer Wagen hebt, oder daß er aus dem Gleis geſchleu=
dert
wird. Entſetzliche Augenblicke, die man nie ver=
geſſen
wird. Jetzt hören wir, wie die Bremſen ſich mit
ungewöhnlicher Wucht an die Räder legen. Nach
ſchrecklichen Stößen und Rucken hält endlich der Zug:
Die Fenſter reißen wir auf, da ſehen wir, daß wir
mitten im Walde halten. Das Zugperſonal durcheilt
die Wagen und erſucht die aufs höchſte erregten Paſſa=
giere
, ſich zu beruhigen. Man ſpricht von einem Blitz=
ſchlag
, einer Windhoſe, umgeſtürzten Bäumen u. a.
Nach viertelſtündiger genaueſter Prüfung aller Räder
ſetzte der Zug ſeine Fahrt langſam durch den Schnee=
ſturm
fort. In Dresden, wo wir natürlich mit Ver=
ſpätung
eintrafen, mußte der ganze Zug, in dem man
die Glasſplitter körbeweiſe ſammelte, ausrangiert wer=
den
, ſo daß der um 5 Uhr nach Breslau abgehende Zug
aus neuen Wagen zuſammengeſtellt werhen mußte.
Leipzig, 2. Jan. Am letzten Tage des alten Jahres
erfolgte in Leipzig die Eingemeindung der ſechs
Vororte Möckern, Stötteritz, Stünz=
Probſtheida, Döſen und Dölitz, alles Orte,
deren Namen aus der Völkerſchlacht bekannt ſind.
Namentlich um die von den Franzoſen beſetzten Dörfer
Möckern und Probſtheida und um Schloß Dölitz, das die
Polen verteidigten, wurde blutig gekämpft. Damals
lagen ſie ſämtlich etwa eine Stunde vor den Mauern
der befeſtigten Stadt, heute ſind ſie ſchon längſt auf das
engſte mit der Großſtadt verbunden, ſo daß ihre Ein=
verleibung
unumgänglich nötig war. 1813 hatte Leipzig
33000 Einwohner, heute umſchließt es mit den neuer=
dings
einverleibten Vororten zirka 585000 Seelen.
Dortmund, 2. Jan. Die Femlinde, das alte
Wahrzeichen der Stätte des ehemaligen Oberſtuhls, wird
ihren Jahrhunderte langen Standplatz aufgeben als ein
Opfer des modernen Verkehrs. Die Zeiten ändern ſich
eben. Noch Friedrich Wilhelm IV. hatte befohlen, daß
bei dem Bau der Bergiſch=Märkiſchen Bahn auf die
Linde Rückſicht genommen werde, heute ſind ſolche Rück=
ſichten
nicht mehr angängig, die Zeit rauſcht über die
alte Richtſtätte, an der 1802 der Freigraf zum letzten
Male ſeines Amtes waltete, dahin. Es iſt freilich nicht
mehr die alte Linde, wie ſie lange Zeit hindurch grünte
und blühte, die iſt nur noch ein alter Stumpf, der, mit
eiſernen Banden umgeben, damit er nicht zerfällt, ins
Städtiſche Muſeum wandern ſoll. Der alte Stamm hat
aber noch einen Sprößling gezeitigt, der die Traditionen
der urſprünglichen Femlinde weiter fortſetzen ſoll.
Man hatte zunächſt die Abſicht, ihn nach dem Königswall
zu verſetzen, doch fürchtet man, daß auch dort ſeines
Bleibens nicht lange ſein wird, da bei den kommenden
Bahnhofsumbauten in Kürze der ganze Wall großen
Veränderungen unterzogen werden dürfte. Es iſt daher
beabſichtigt, die junge Linde auf dem Bahnhofsvorplatze

anzupflanzen; der Freiſtuhl und der Tiſch, auf dem
der alte deutſche Reichsadler prangt, ſollen in der nahen
Umgebung aufgeſtellt werden. Es iſt zu hoffen, daſ
die junge Linde kräftig gedeiht als lebender Zeuge
dafür, daß man auch im haſtenden Ruhrrevier ſich
Heimatſinn und Heimatpflege bewahrt hat.
Königsberg, 3. Jan. Mehrere Unglücksfälle
beim Schlittſchuhlaufen werden aus der Provinz
hierher berichtet. Auf dem Löwentinſee bei Lötzen brachen
echs Perſonen, unter ihnen zwei junge Kaufleute, ein und
ertranken. Aus Rhein wird gemeldet, daß dort der 15 jäh=
rige
Schüler Piſancki auf dem Ublickſee und der 14jährige
Schüler Paſſareck eingebrochen und ertrunken ſind. Das=
ſelbe
Schickſal hatten in Groß=Kleeberg am Kleebergerſee
die 18jährige Tochter des Gutsbeſitzers Zielinski und ihr
Bruder, der ſich als Student zum Beſuche im Elternhauſe
aufhielt.
Paris, 3. Jan. Bei der geſtrigen Vorſtellung
des Stadttheaters in Lille ſtreikten plötzlich
die Maſchiniſten und verlangten eine Lohnerhöhung.
Nach einſtündiger Verhandlung nahmen die Maſchini=
ſten
, denen die geforderte Lohnerhöhung zugefagt wor=
den
war, die Arbeit wieder auf. Das Publikum, wel=
ches
bereits ſehr ungeduldig geworden war, bereitete
dem Regiſſeur, als er die Mitteilung von der Beileg=
ung
des Streiks machte, eine Ovation.
Sofia, 3. Jan. Das Hochwaſfer in Südbul=
garien
iſt noch im Steigen begriffen. Mehrere Ort=
ſchaften
ſtehen ſchon unter Waſſer. Der Bahnverkehr
auf der Hauptſtrecke Sofia-Konſtantinopel iſt noch
unterbrochen.
London, 3. Jan. Auf hoher See zwiſchen England
und Irland ſtießen geſtern früh die beiden engliſchen
Dampfer Ayrſhire und Arcadian zuſammen.
Die Arcadian ſank, 13 Perſonen ſind dabei
ertrunken.
Petersburg, 2. Jan. Der ehemalige Redakteur der
Zeitung Strana, Profeſſor Maxim Kowalewsky,
gegenwärtig Mitglied des Reichsrats, wurde vom Be=
zirksgerichte
ohne Teilnahme von Geſchworenen zu.
zwei Monaten Gefängnis verurteilt, weil das
Blatt eine Reihe von Artikeln, in denen eine Beleidig=
ung
des Militärs erblickt wird, ſowie falſche Mitteil=
ungen
über die Tätigkeit der Regierung gebracht hatte.
Petersburg, 3. Jan. Für die heutige Beiſetzung
des Großfürſten Michael Nikolajewitſch
ind ganz außerordentliche Vorſichtsmaßregeln ge=
troffen
worden. Die Straßen, durch die der Leichenzug
vom Nikolaibahnhof nach der Peter=Pauls=Feſtung geht,
werden von 7 Uhr früh an gänzlich geſperrt. Den Laden=
beſitzern
wurde verboten, Fremde in ihre Geſchäfte einzu=
laſſen
. Dem Publikum wird nur geſtattet, auf den Bür=
gerſteigen
des Newskiproſpektes zu ſtehen, und auf das
ſtrengſte unterſagt, dem Leichenzug zu folgen.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
kinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)

Der Johann Brahms=Abend, den das
Berliner Vokalquartett heute im Richard Wagner=
Verein veranſtaltet, bringt eine reiche Auswahl aus der
herrlichen Quartettliteratur des Meiſters, außerdem
mehrere Duette und Sololieder aus Tiecks Schöne
Magelone, darunter eine ganze Reihe von Nummern,
die für Darmſtadt Novitäten ſind. Der Abend bietet
dem hieſigen Publikum außerdem Gelegenheit, in Herrn
Fritz Lindemann aus Berlin einen der bedeutendſten
Begleiter am Flügel kennen zu lernen, den die muſilaliche
Welt zur Zeit beſitzt.
Konzert in der Stadtkirche, nächſten Frei=
tag
, den 7. Januar, abends 8 Uhr, unter Mitwirkung von
Prof. Karl Straube. Den Beſuchern des Konzertes iſt
es gewiß von Intereſſe, einiges aus dem Lebens= und
Werdegang dieſes ausgezeichneten Leipziger Orgelmeiſters
zu erfahren. Karl Straube iſt am 6. Januar 1873 in Berlin
geboren, vollendet alſo in dieſen Tagen ſein 37. Lebeus=
jahr
. Schon ſehr früh zeigte ſich bei ihm eine beſondere
muſikaliſche Beanlagung. Nachdem er ſich bei den Pro=
feſſoren
H. Reimann, Ph. Rüfer und Alb. Becker eine hin=
reichende
Ausbildung erworben hatte, kam er im Alter von
24 Jahren als Organiſt an den Willibrordidom in Weſel.
Hier erwarb er ſich in fünfjähriger ſtiller, angeſtrengter Ar=
beit
eine ungewöhnliche Gewandtheit auf ſeinem Inſtru=
ment
. Im Jahre 1902 folgte er einem Ruf an die Thomas=
kirche
in Leipzig, an dieſelbe Stelle, an der vor faſt 200 Jah=
ren
Joh. Seb. Bach ſeines Amtes waltete, wurde 1903 noch
Dirigent des Leipziger Bach=Vereins und entfaltet jetzt als
Orgelvirtuoſe und auch als Dirigent in Leipzig eine über=
aus
ſegensreiche Tätigkeit. Dabei findet er noch Zeit, aus=
gedehnte
Konzertreiſen durch andere Städte zu unterneh=
men
; ſo ſpielt er im Januar auch in Wien und Peſt.
Schon ſeit Jahren verbindet ihn ein enges Freundſchafts=
verhältnis
mit Max Reger, und Straube war einer der
erſten, die die überragende Bedeutung dieſes Meiſters er=
kannten
; faſt alle Orgelwerke Regers hat Straube in der

bemerkte der engliſche Gelehrte trocken; die Erklärung
dafür iſt, daß das Teleſkop zu ſtark war, um ſie wieder=
zugeben
. Die neuen Photographien bedeuten einen ge=
waltigen
Fortſchritt gegen alle bisher möglichen Mars=
aufnahmen
; aber von den Kanälen iſt nichts geblieben.
Sie erklären ſich als optiſche Täuſchungen, die dadurch
entſtehen, daß durch die Konſtellation dunkler Flächen
auf der Marsoberfläche das Auge Kanäle wahrzuneh=
men
glaubt. Einen wirklichen Grund zu der Annahme,
daß dieſe Erſcheinungen an der Marsoberfläche ein
Werk künſtlicher Arbeit ſeien, hat es nie gegeben. Nur
das Senſationelle des Gedankens konnte es möglich
machen, daß die phantaſtiſche Annahme ſo viel diskutiert
wurde. Es iſt gut für die Wiſſenſchaft, daß dieſe Idee
nun endgültig beſeitigt iſt.

Kleines Feuilleton.

* Ein ſtreikender Opernchor. Ueber dieſe
neue Erſcheinung auf dem Ausſtandsgehiete wird aus
Peſt geſchrieben: Schon lange tobt hier der Kampf der
Opernleitung mit dem Chorperſonal, das höhere Be=
züge
erſtrebt, ohne daß bisher eine Einigung erzielt
war. Die Art und Weiſe aber, wie der Opernchor zur
Zeit ſein Recht durchzuſetzen glaubt, hat längſt das Er=
laubte
überſchritten. Der Chor verweigert einfach den
Dienſt oder, was noch ſchlimmer iſt, er ſtreikt mitten
während der Opernvorſtellungen. Schon oft hatte man
beobachtet, daß der Chor an Stellen, wo ein Fortiſſimo
verlangt wird, nichts als ein Säuſeln hören ließ, und
bald wurde zu früh, bald zu ſpät eingeſetzt, alles mit
unverkennbarer Abſicht. Am ſchlimmſten ſchien das bei
der letzten Lohengrin=Aufführung. Aber es ſollte noch
ärger kommen. Während bei der Tannhäuſer= Auf=
führung
der Chor noch im erſten Akt ganz gut mitgetan
hatte, begann das Unglück im zweiten Aufzug. Von
en 75 Gangern ſangen überhaupt nur etwa 15 mit. die

anderen ſchwiegen, und nicht genug damit, machten ſie
auffällige Geſten oder nickten einander zu. In der
Hauptſache waren hier die Herren beteiligt. Kapell=
meiſter
Kerner, für den Augenblick dem Chore gegen=
über
machtlos, verſuchte durch ſtärkere Orcheſterklänge
einen Ausgleich zu ſchaffen; dem Publikum aber ent=
gingen
naturgemäß trotzdem die Vorgänge auf der
Bühne nicht, und es machte ſeinem Unwillen in un=
zweideutiger
Weiſe Luft, und das mit Recht!
C.K. Ein Vorſchlag zur Güte. Eine amü=
ſante
Geſchichte aus der Zeit, da er noch ein junger
Arzt war, erzählt der berühmte franzöſiſche Mediziner
Dr. Chapellier, der vor kurzem mit dem Kreuz der
Ehrenlegion ausgezeichnet worden iſt. Dr. Chapellier
war befangen, wie jeder junge, unerfahrene Arzt; in
der großen Klinik, in der er arbeitete, hatte er eines
Tages einen Patienten zu operieren, der offenbar ein
Mann von ſeltenem Humor war und zudem gegen
Schmerzen eine außerordentliche Abhärtung an den
Tag legte. Dem Kranken wurde an der Seite ein lan=
ger
Schnitt beigebracht, den der junge Dr. Chapellier
nach vollzogener Operation vernähen ſollte. Die be=
rühmte
Antorität, die die Operation überwachte, war
mit der Arbeit Chapelliers nicht einverſtanden und
der junge Arzt mußte die Arbeit wiederholen. Die
Kritik des großen Profeſſors, die Anweſenheit ſeines
Chefs ſteigerten die Befangenheit des jungen Medi=
ziners
, und als er nun die Wunde ordnungsgemäß ver=
näht
hatte, fiel ihm zu ſeinem Entſetzen ein, daß er
eine kleine Schere im Körper des Kranken vergeſſen
hatte. Vor ſeinem Chef dieſes Mißgeſchick einzuge=
ſtehen
, wagte er nicht, aber ſobald die Autorität das
Operationszimmer verlaſſen hatte, öffnete er zum
dritten Mal die Wunde, hatte in einer Sekunde die
Schere entfernt und begann nun zum dritten Mal die
Vernähung. Der Patient war während all dieſer Vor=
gäuge
bei vollem Bewußtſein geweſen und hatte alles

beobachtet. Während Dr. Chapellier eifrig damit be=
ſchäftigt
war, die Vernähung nun endgültig zu Ende
zu führen, wandte ſich der leidtragende Dritte zu dem
Arzte und meinte mit niederſchmetternder Freundlich=
keit
: Sagen Sie doch, Herr Doktor, warum nähen Sie
mir denn die Wunde wieder zuſammen? Glauben Sie
nicht, daß es ſowohl für Sie wie für mich beſſer wäre,
wenn Sie gleich Knöpfe zum Aufknöpfen annähen
würden ? . . .
* Vor Faſtnacht. Ein Herr Peter Becker in
Magdeburg hat ein Buch Univerſal neue Weltanſchauung‟
herausgegeben, in dem er auf ein neu entdecktes, hochwich=
tiges
Naturgeſetz aufmerkſam macht. Nach dieſem Geſetz
ſtehen die Gedanken der Menſchen in direkter Verbindung
mit den Naturkräften. Jeder menſchliche, unrichtige Ge=
danke
zwingt die Natur zu gleich ſtörender Betätigung. Die
allgemeinen unrichtigen und vernichtenden Gedanken der
Menſchen ſind die alleinige Urſache der unangenehmen und
vernichtenden Erſcheinungen der Erdennatur. Die Erd=
beben
, die Ueberſchwemmungen, die Kälte, die Hitze, die
Vulkane, die Gewitter, das Naturungeziefer (!), kurz alle
Naturſchäden, ſind der Erdennatur urſprünglich nicht
eigentümlich, ſondern ſind, wie jeder andere Lebensſchaden,
erſt durch das unrichtige Denken der Menſchen verurſacht.
Demnach laſſen ſich auch alle Naturſchäden ſoweit beſeiti=
gen
, als das allgemeine Denken mit der Wirklichkeit über=
einſtimmt
. Der Verfaſſer iſt überzeugt, daß dieſes Natur=
geſetz
infolgedeſſen in der ganzen Welt ungeheures Auf=
ehen
erregen und auch dem allgemeinen Denken der Men=
chen
ganz andere Bahnen anweiſen wird. Es gibt doch
noch Philoſophen!
* Nochfaſt neu. Die Nordd. Allg. Ztg. bringt in
einer ihrer letzten Nummern folgende nicht alltägliche An=
nonce
: Eine gut erhaltene Staatsminiſter=
Uniform mit vollſtändigen Zubehörteilen zu verkaufen.
Offerten unter O. T. 5079 an Haaſenſtein u. Vogler A.=G.,
Berlin W. 8. Auch Miniſterkleider haben ihre Schickſale.

[ ][  ][ ]

Uraufführung herausgebracht. Ueberblickt man das, was
Karl Straube, der erſt Sechsunddreißigjährige, bisher er=
reicht
und geleiſtet hat, ſo ſteht man ſtaunend vor dem
Reichtum dieſes Lebens, das ſich ſo einheitlich und ziel=
ſicher
entwickelt hat. Straube gehört zu den wenigen, die
von der Natur dazu beſtimmt ſind, der Kunſt ihrer Zeit
das Siegel ihrer Perſönlichkeit aufzudrücken, und die im
vollen Bewußtſein dieſer Miſſion wirken.
Mt.-V. Wie in muſikaliſchen Kreiſen noch erinnerlich
ſein dürfte, brachte der Mozartverein im vorver=
gangenen
Frühjahre drei größere Chöre aus Goethes
Pandora von unſerem einheimiſchen Komponiſten,
Herrn Profeſſor Arnold Mendelsſohn, welche damals
nur im Manuſkripte vorlagen, zur erſtmaligen Wieder=
gabe
. Nachdem inzwiſchen die Kompoſition zu einem den
ganzen Abend ausfüllenden, geſchloſſenen großen Männer=
chorwerk
mit Soloſtimmen und Orcheſter ausgeſtaltet und
in verſchiedenen größeren Städten zu äußerſt erfolgreicher
Aufführung gebracht wurde, gedenkt der Verein nun
auch ſeine Mitglieder und Freunde in ſeinem 2. Winter=
konzert
mit dem bedeutſamen Werk in ſeiner Geſamt=
heit
bekannt zu machen. Die Proben hierzu beginnen
Mittwoch, den 5. d. Mts. im Vereinshauſe, Schulſtraße 8,
und wäre es, obgleich der Chor des Vereins gegenwärtig
zu anſehnlicher Stärke herangewachſen iſt, dennoch ſehr
erwünſcht, wenn demſelben für dieſe Aufführung eine
weitere Anzahl geſangsgeübter Kräfte ſich hinzugeſellen
würde. Es ſei nach dieſer Richtung hin auf die be=
treffende
Annonce im heutigen Blatt verwieſen und der
Hoffnung Raum gegeben, daß die Aufforderung des
Vereins von beſtem Erfolg begleitet ſein möge.

Die Krankheit des Königs Alfons.

* Schon ſeit längerer Zeit iſt in der Oeffentlichkeit
das Gerücht verbreitet, daß König Alfons von Spanien
in nicht ungefährlicher Weiſe erkrankt ſei, aber man hat
vom ſpaniſchen Hofe aus dies jedesmal in nachdrück=
licher
Weiſe zu dementieren verſucht. Nun ſind trotzdem,
wie man der Inf. aus Madrid mitteilt, einige authen=
tiſche
Daten über die Krankheit des Königs von
autpritativer Seite, die dem Hofe ſehr nahe ſteht, mit=
geteilt
worden. Aus ihnen geht hervor, daß König
Alſons derzeitig in Wirklichkeit nicht ungefährlich er=
krankt
iſt und daß ſein Zuſtand bisher geheim gehalten
worden iſt. König Alfons leidet bekanntlich ſeit ſeinem
zehnten Lebensjahre an einem Naſenleiden, wie man
ſagte, einem Polypen, der jedoch von bösartiger Natur
iſt und ihm bedeutende Atembeſchwerden verurſacht.
Bisher beſtand das Leiden darin, daß der König nicht
imſtande war, durch die Naſe zu atmen man ſieht ja
auch im übrigen auf allen Porträts und Photographien
wie er den Mund leicht geöffnet zu halten pflegt jetzt
aber hat es ſich gezeigt, daß eine Operation von nöten
iſt, da die Wucherungen in der Naſe Dimenſionen an=
nahmen
, daß Gefahr für das Leben des Königs entſtand.
Tatſächlich wurde bereits vor zwei Monaten eine ſolche
Operation in Mädrid im Schloſſe vorgenommen, und
zwar vom Madrider Profeſſor Cannias unter Aſſiſtenz
des Leibarztes. Man verſprach ſich damals von dem
operativen Eingriff eine ſofortige und gründliche Ab=
hilfe
. Der König, der infolge ſeines lebhaften Tempe=
raments
kein guter Patient iſt, verließ bereits nach 10
Tagen das Bett und ging ſeiner gewohnten Beſchäftig=
ung
nach. Ja, er ließ ſogar die Warnungen der Aerzte,
ſich wenigſtens vor größeren Anſtrengungen, den ſport=
lichen
Beſchäftigungen, denen er ſonſt huldigte, zu
hüten, außer acht und nahm bald darauf an größeren
Jagden teil; ein Wagemut, der nicht ohne Folgen blieb.
Es zeigte ſich, daß die Opergtion ihren Zweck nicht er=
reicht
hatte, denn die Wucherungen in der Naſe traten
von neuem auf, und zwar diesmal in viel heftigerer
Form. Der König wurde abermals bettlägerig, und
diesmal wandte man ſich an einen Pariſer Arzt, Pro=
feſſor
Bardoulle, welcher nach Madrid gerufen wurde,
um ſein Urteil abzugeben. Prof. Bardoulle erklärte,
daß unbedingt neuerlich ein operativer Eingriff von
nöten ſei, da ſonſt geradezu für das Leben des Königs
gefürchtet werden müſſe. Die Operation kann aller=
dings
nicht ſogleich vorgenommen werden, wird jedoch
in der nächſten Zeit erfolgen. Gegenwärtig liegt der
König im Madrider Schloſſe; es haben zu ihm nur ſehr
wenig Perſonen Zutritt und er iſt gänzlich außerſtande,
ſeine Regierungstätigkeit auszuüben, da er in ſeiner
momentanen Verfaſſung unfähig wäre, den Vortrag
eines Miniſters anzuhören.
Der Grund, weshalb der Zutritt zum König ſo
ängſtlich gewahrt wird, liegt aber auch darin, daß man
um jeden Preis ſeinen wahren Zuſtand dem Volke ver=
bergen
will, was in anbetracht der unſicheren Lage, in
der ſich Spanien derzeit befindet, ſchließlich begreiflich
iſt. Es war jedoch nicht zu vermeiden, daß auch ſchon
bisher verſchiedene Deutungen und Annahmen einen

Weg in die Oeffentlichkeit fanden, da es insbeſondere
aufſiel, daß ſich Alfonſo ſeit Wochen nirgends gezeigt
hat. Es heißt im übrigen, daß die Königin Ena, die
ihren Gemahl veranlaßt hat, die Operation vorzuneh=
men
, in eine tiefe ſeeliſche Depreſſion gefallen iſt, da ſie
den jetzigen Zuſtand des Königs verurſacht zu haben
ſich beſchuldigte.

Sport.

Fußball. Das am Sonntag abgehaltene Wett=
ſpiel
Olympia‟=Darmſtadt gegen Phönix=Mannheim
entſchied ſich nach intereſſantem Kampf mit 4:2 Toren
zu Gunſten der letzteren Mannſchaft.
Am Sonntag ſtand die zweite Mannſchaft des F.=C.
Germania‟ Darmſtadt im Eröffnungsſpiel der gleichen
Mannſchaft des F.=C. Germania Arheilgen gegenüber.
Das Spiel endigte zu Gunſten des F.=C. Germania
Darmſtadt mit 0:8 Toren.

Vermiſchtes.

Die Sicherheit auf den Eiſenbahnen.
Anläßlich der verſchiedenen Eiſenbahnunfälle letzter Zeit
bringt eine Korreſpondenz eine Zuſammenſtellung der
Häufigkeit von Eiſenbahnunfällen in den verſchiedenen
Ländern. Danach entfallen pro Jahr auf je eine
Million Reiſende in
Deutſchland
0,08 Todesfälle und 0,39 Verletzungen
Oeſterreich=Ungarn. O,12
0,96

,
Frankreich . . . . 0,13
1,18

,
England. . . . . O,14
,
1,94

Schweiz . . . . . 0,15
1,12


0,22
Belgien . .
3,02

6
Vereinigte Staaten 0,45
6,59


2,24
Rußland
11,63

Daraus geht die erfreuliche Tatſache hervor, daß
Deutſchland nach wie vor in Bezug auf die Sicherheit
ſeiner Eiſenbahnen weitaus an der Spitze aller Kultur=
länder
ſteht.
* Das Reichsgericht über die Briefbe=
förderung
durch Meſſengerboys. Auf Ver=
anlaſſung
der Reichspoſtverwaltung war gegen die In=
haber
der Meſſengerboy= und anderer Eilboteninſtitute
Klage wegen Beförderung von Briefen entgegen den
Beſtimmungen des § 2a des Reichspoſtgeſetzes erhoben
worden. Die Beklagten wurden verurteilt, legten aber
Reviſion ein, ſodaß ſich jetzt das Reichsgericht mit dieſer
Frage beſchäftigen mußte. Nach der Entſcheidung des
oberſten Gerichtshofes dürfen durch die Privatbeförder=
ungsanſtalten
alſo verſchloſſene Briefe überhaupt nicht
befördert werden, auch unverſchloſſene Briefe, Druck=
ſachen
und Warenproben nicht, wenn dieſe Sendungen
adreſſiert ſind, dagegen iſt dieſen Anſtalten die Beför=
derung
von dergleichen nicht adreſſierten Sendungen
nicht unterſagt.
Zähmung afrikaniſcher Elefanten.
Es wird Günſtiges von den in Api im Uellebezirk unter=
nommenen
Verſuchen der Zähmung afrikaniſcher Elefan
ten berichtet. Schon vor mehreren Jahren wurde damit
begonnen, junge Tiere einzufangen und in einem Gehege
unterzubringen. Der Verluſt war ziemlich beträchtlich,
und man konnte einige Zeit an dem Gelingen des Planes
zweifeln. Jetzt befinden ſich 41 Elefanten in dem Park,
deſſen Einrichtungen vorderhand nur auf 50 Tiere im
ganzen berechnet ſind. Bei der Abrichtung wird das
Tier zuerſt daran gewöhnt, einen Treiber auf ſeinem
Nacken ſitzen zu laſſen, dann, einen Baumſtamm zu ſchlep=
pen
, worauf das Ziehen eines Karrens mit niedrigen =
dern
folgt, der mit Backſteinen und anderen Bauſtoffen
beladen wird; in dieſer Weiſe konnten die Dickhäuter ſchon
für die Bauarbeiten in dem Verſuchspark nutzbar gemacht
werden. Danach ging man zur Pflugarbeit über, indem
man die Elefanten erſt einzeln, dann paarweiſe anſpannte:
dies hat ſich als möglich erwieſen, und in der erſten Hälfte
vorigen Jahres wurde ein großes Gelände mittels dreier
gleichzeitig tätiger, von je zwei Elefanten gezogenen Pflü=
gen
umgebrochen, während andere Tiere im Doppelgeſpann
Dünger zufuhren. Man kann den Verſuchen, die auch für
die anderen Beſitzmächte Intereſſe bieten, nur weiteren
Erfolg wünſchen. Vielleicht werden einige einwenden
das Pflügen werde einfacher und weniger mühſam durch
die Lokomobile beſorgt; das mag richtig ſein, es kommt
aber vorderhand nicht ſo ſehr auf die Art der Leiſtung an
als darauf, daß auch in Afrika die Tiere überhaupt an
Arbeit im Dienſte der Menſchen gewöhnt werden wie die
indiſchen Elefanten.

Literariſches.

Die beliebte, allſeitig gern geſehene Neujahrsgabe
der Haaſenſtein & Vogler Aktiengeſellſchaft, der
große Zeitungs=Katalog gelangt in dieſen
Tagen zur Ausgabe. In bekannter gediegener Aus=

ſtattung und bezüglich ſeiner Ueberſichtlichkeit weſentlich
erweitert, iſt er auf dem großen Gebiet der nach Tauſen=
den
zählenden Zeitungen und Zeitſchriften für das in
ſerierende Publikum zu einem unentbehrlichen Ratgeber
geworden. Der äußerſt beliebte, aufs praktiſchſte ge=
ſtaltete
Notizkalender iſt beibehalten, ein in alphabetiſcher
Reihenfolge der Städte nach zuſammengeſtelltes Ver=
zeichnis
der nach Hunderten zählenden Agenturen
der Haaſenſtein & Vogler Aktiengeſellſchaft im In= und
Ausland iſt demſelben angefügt. Ein Ortsregiſter,
welches das ſofortige Auffinden der an den betreffenden
Plätzen erſcheinenden Tages=Zeitungen ermöglicht, ferner
ein nach Branchen geordnetes Verzeichnis der aufge=
führten
Fachzeitſchriften, ſowie eine große Anzahl em=
pfehlenswerter
Anzeigen von Zeitungen und Zeitſchriften
ergänzen den Inhalt des Kataloges, dem ſicherlich die=
ſelbe
freudige Aufnahme wie ſeinen Vorgängern zu Teil
werden dürfte.
Die Bibel ausgewählt. Herausgegeben von
Alfred und P. G. Grotjahn. (Gebunden 2 Mk. Inſel=Verlag,
Leipzig.) Es kann nicht geleugnet werden, daß die Bibel,
die die erhabenſten Dokumente der Menſchheitsgeſchichte
enthält, heute zu den am häufigſten zitierten, zugleich
aber zu den am wenigſten geleſenen Bücher gehört. So
lag eine gute Bibelauswahl gleichſam in der Luft, die
weder wie die gebräuchlichen Bibliſchen Geſchichten
und Spruchſammlungen dogmatiſche oder konfeſſionelle
aber auch nicht etwa antidogmatiſche Geſichtspunkte ver=
folgt
, ſondern für die nur äſthetiſche und ethiſche Rück=
ſichten
maßgebend ſein mußten. Dieſe Forderungen
haben die Brüder Grotjahn in ihrer vorliegenden Arbeit
aufs beſte erfüllt. Der Inſel=Verlag eröffnet mit dieſer
Bibel eine neue Reihe ſeiner bekannten Zwei=Mark=
Bände, deren Inhalt ſich auf das Gebiet der Weltweis=
heit
im weiteſten Sinne erſtrecken ſoll.
Niedere Pflanzen. Von Dr. R. Timm.
194 Seiten mit zahlr. Abbildungen und 1 farbigen Tafel.
(Naturwiſſenſchaftliche Bibliothek für Jugend und Volk.
Herausgegeben von Konrad Höller und Georg Ulmer.)
In Originalleinenband 1,80 Mark. Verlag von Quelle
u. Meyer in Leipzig. 1909. Nicht in trockener Schil=
derung
lernen wir hier die Welt der blütenloſen
Pflanzen kennen, ſondern es ſind feſſelnde Schilderün=
gen
aus dem Pflanzenleben, die in echt biologiſcher Be=
trachtungsweiſe
ſtets die Mannigfaltigkeit der Orga=
nismen
als ein durch die verſchiedenen Beziehungen zur
Vor= und Mitwelt innig verknüpftes einheitliches Ganze
darſtellt. Ueberall werden Anleitungen zur Selbſtbeobach=
tung
und zum Selbſtſtudium gegeben. So ſollte ein jeder,
der Freude an der Natur hat, dies Buch leſen. Er wird
es nicht ohne reichen Gewinn aus der Hand legen.

Letzte Nachrichten.

(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
** Berlin, 3. Jan. Das Militärluftſchiff
M. 3" wurde heute vormittag 11½ Uhr durch die hier
anweſenden kommandierenden Generäle beſichtigt.
Major Groß übernahm die Führung. Sodann unter=
nahm
M. 3 mehrere Aufſtiege, an welchen ſich ver=
ſchiedene
der anweſenden Generäle beteiligten.
** München, 3. Jan. Ueber das Befinden des
Prinzregenten, der ſich in den letzten Tagen
eine Erkältung zugezogen hatte, wurde heute folgender
Krankheitsbericht ausgegeben: Der Prinzregent leidet
infolge Erkältung an verſtärktem Bronchialkatarrh ohne
weitere Komplikationen. Bei genügender Schonung
ſteht Beſſerung in kurzer Zeit zu erwarten.
* Stuttgart, 3. Jan. Der Staatsanzeiger ſchreibt:
Laut einer Verfügung der Generaldirektion der Poſten
und Telegraphen vom 28. Dezember ſind vom 1. Januar
1910 ab die Einſchreib= und Eilbriefe wieder
mit dem Ankunftsſtempel zu bedrucken.
** Brieſen, 3. Jan. Im hieſigen Schloßſee er=
trank
am Neujahrstage ein 16jähriger Knabe.
Geſtern nachmittag gerieten vier Kinder des Steinſetz=
meiſters
Schramm, ſowie ein Sohn eines Drechsler=
meiſters
beim Schlittenfahren auf dem Schloßſee an eine
offene Stelle und brachen ein. Alle fünf ertranken.
* Londou, 3. Jan. Der kürzlich verſtorbene Che=
miker
Ludwig Mond von der Brunner=Mond= Com=
pany
beſtimmte, einer Blättermeldung zufolge, u. a.
in ſeinem Teſtament, daß der Univerſität
Heidelberg zum Zwecke naturwiſſenſchaftlicher
Forſchung 20000 Pfund Sterling, der Akademie der
bildenden Künſte in München 20000 Pfund Ster=
ling
und der Stadt Kaſſel ebenfalls 20000 Pfund
Sterling aus ſeinem Nachlaß zugewieſen werden
ſollen. Ferner vermachte der Verſtorbene der Natio=
nalgalerie
56 Gemälde. Die der Univerſität Heidel=

Zur heſſiſchen Kunſtgeſchichte.

Am 22. Februar 1910 werden 75 Jahre verfloſſen
ſein ſeit der Gründung des Hiſtoriſchen Ver=
eins
für das Großherzogtum Heſſen. In
dieſem Verein, deſſen fortwährend wachſende Mit=
gliederzahl
beweiſt, wie ſehr die von ihm vertretenen
Beſtrebungen den Wünſchen der weiteſten Kreiſe ent=
gegenkommen
, herrſcht der gute Brauch, daß bei beſon=
deren
Gelegenheiten neben den regelmäßigen Ver=
öffentlichungen
wiſſenſchaftliche Feſtſchriften heraus=
gegeben
werden. Diesmal aber iſt es eine große Au=
zähl
dankbarer Mitglieder und Freunde, an ihrer
Spitze Se. Königl. Hoheit der Großherzog, die ihrem
Verein eine Feſtſchrift widmen. Die Schrift, die allen
Mitgliedern des Vereins zum Stiftungstag koſtenlos
zugehen wird, iſt ſpeben im Buchhandel (Frankfurt,
Baer, 1910, Ladenpreis 40 Mark) erſchienen und ſtellt
ein Prachtwerk erſten Ranges dar.
Das Thema iſt einem Gebiet entnommen, das bis=
her
in den Veröffentlichungen des Vereins mehr
zurückgetreten war, dem der Kunſtgeſchichte: Mittel=
rheiniſche
Kunſt, Beiträge zur Geſchichte
der Malerei und Plaſtik im 14. und 15.
Jahrhundert von Profeſſor Dr. Friedrich
Back, dem Direktor des Großh. Landesmuſeums. Die
Abhandlung unternimmt es, den durch Einzelforſch=
ungen
nur zum Teil und in ungleichem Maße durch=
gearbeiteten
Stoff in großem Durchblick zuſammen=
zufaſſen
und als Ganzes zu geſtalten. Die engen Be=
ziehungen
, die das Rheinland mit Frankreich ver=
binden
, die minder engen, die nach Italien hinüber=
ühren
, ſtellt der Verfaſſer zuerſt kurz dar, beſpricht
die wenigen Quellennotizen, in denen urkundlich oder
chroniſtiſch Künſtler der erwähnten Epoche genannt
werden: Metallgießer, Steinmetzen, Maler, Gold=
ſchmiede
, Holzſchnitzer in Mainz, Frankfurt, Bingen,
Friedberg, Oppenheim, teils zünktige Kunſthandwerker,
teils kunſtbegabte Mönche.
Bei der Behandlung der einzelnen Werke der
Steinplaſtik werden motiviſche Beziebungeni
Ehn S .30 . S
gen M. 8 Pg.

ſchen den Grabdenkmälern von Frankfurt, Friedberg
Ilbenſtadt und den berühmten Naumburger Stifter=
ſtatuen
aufgezeigt, aber die mittelrheiniſche Plaſtik er=
ſcheint
doch bei aller Bewahrung altertümlicher Ele=
mente
eigenartig entwickelt, die Durchführung wird,
namentlich in den ſpäteren Werken (Oppenheim),
immer vollkommener, und, wie der Augenſchein zeigt,
geradezu virtuos. Beſondere Aufmerkſamkeit widmet
Back hier und ſonſt dem rhythmiſchen Schwung der Ge=
wandfalten
und Säume, wozu als Material nament=
lich
auch die Biſchofsſtatuen im Mainzer Dom und im
Kloſter Eberbach herangezogen werden. Sehr ein=
gehende
Behandlung findet das umfangreichſte Werk
der Steinplaſtik jener Zeit, das Memorienportal des
Mainzer Doms mit ſeinem reichen Figurenſchmuck.
Aus der Reihe der Terrakotten wird als Haupt=
und Glanzſtück die Kreuztragung von Lorch, jetzt in
einer Wiener Privatſammlung, hervorgehoben, eine
Rheingauer Arbeit von etwa 1400, die wir durch eine
Reihe vorzüglicher Abbildungen kennen lernen. Ver=
hältnismäßig
wenige Stücke der Holzſkulptur
ſind zu betrachten, die den Fortſchritt der Auffaſſung
und der Technik illuſtrieren
Zu den Werken der Malerei übergehend, be=
handelt
der Verfaſſer den großen Friedberger Altar
im einzelnen und legt ſeine künſtleriſchen Elemente
dar; abhängig von ihm iſt der kleine Friedberger
Altarſchrein. Daß ihre Herkunft mit den Prämon=
ſtratenſern
des Kloſters Ilbenſtadt zuſammenhänge, iſt
eine durch manche Gründe geſtützte Vermutung. Der
Siefersheimer Altar, der in der Frankfurter Peters=
kirche
, die Schottener, Seligenſtädter, Bornhofer Altar=
werke
werden beſprochen und nach den bei ihrer Ent=
ſtehung
wahrſcheinlichen Einflüſſen beſtimmt. Beſon=
dere
Aufmerkſamkeit verdient ferner das Ortenberger
Triptychon, eines der weltfreudigſten Werke der kirch=
lichen
Kunſt ſicher dem lebensluſtigen Mainzer Kunſt=
kreiſe
entſtammend. Von dieſem Altar und von den
ebenfalls dieſem Gebiete angehörenden Partenheimer
Glasmalereien konnten vortreffliche Wiedergaben in
Vierfarbendruck dem Werke eingefügt wörden. Ueber=
haupt
liegt ein Hauptwert der=Feſtuhzikt in den bei=

gefügten 68 ganzſeitigen Tafeln, die alle behandelten
Kunſtwerke nach neuen Aufnahmen in ausgezeichneter
Wiedergabe bringen. Die Kunſtwerke waren bisher
zum Teil überhaupt noch nicht genügend publiziert,
vor allem aber nicht in dieſer Zuſammenſtellung, die
ein vergleichendes Studium erſt ermöglicht.
Als Henry Thode 1900 zum erſten Mal die Fräge
nach einer mittelrheiniſchen Schule aufwarf, kamder
zu dem Ergebnis: Eine eigentliche mittelrheiniſche
Schule der Malerei, welche ſich der kölniſchen, frän=
kiſchen
und ſchwäbiſchen vergleichen ließe, hat es
nicht gegeben. Die konſequente Entwickelung eines
ſelbſtändigen Ideals fehlt hier. Immer wieder machen
ſich die Einflüſſe von Seiten jener anderen Schülen
geltend. Friedrich Back, der das Material für einen
großen Teil der Periode noch eingehender zu ſtudieren
in der Lage war, kommt am Schluſſe ſeiner vortreff=
lichen
und höchſt verdienſtlichen Darſtellung zu ähn=
lichen
Reſultaten, aber er kann die Eigenart der mittel=
rheiniſchen
Kunſt präziſer faſſen und findet, daß hier
bei aller Gebundenheit in der Form eine entſchiedene
Freiheit in der Auffaſſung der kirchlichen Gegen=
ſtände
herrſcht. Früher als in anderen Kreiſen der
deutſchen Kunſt kam das perſönliche Erlebnis des
Künſtlers in den Bildern zum Ausdruck und erfüllte
die althergebrachten Motive mit neuem Leben.
Gibt ſomit das Werk in gewiſſer Hinſicht einen
Abſchluß, ſo kann es doch nur ein vorläufiger ſein.
Grundlinien ſind gezeichnet, vor allem aber Anreg=
ungen
gegeben zur Nachforſchung nach anderen, in die=
ſen
Zuſammenhang gehörigen Werken, beſonders auch
Fresken. Auf Grund noch reicheren Materials wer=
den
dann Urteile, die der Verfaſſer nur zögernd und
bedingungsweiſe ausgeſprochen hat, ſichere Fundierung,
vielleicht auch Modifikation erfahren. Wir zweifeln
aber nicht, daß das Buch auch weite Laienkreiſe zu ver=
ſtändnisvollerer
Betrachtung alter deutſcher Kunſt au=
leiten
wird, beſonders hier in Darmſtadt, wo wir in
der Lage ſind, im Landesmuſeum einen großen Teil
der wichtigſten, hierher gehörigen Gemälde im Origi=
nal
zu ſtudieren,
W. M., B.
Ber. 20

[ ][  ][ ]

berg angewietene Schenſung toll zur Beihilie bei
wiſſenſchaftlichen Neuentdeckungen, zur Unterſtützung
von Perſonen, die ſich wiſſenſchaftlichen Forſchungen
gewidmet haben, und zur Gründung neuer und Er=
gänzung
bereits beſtehender Laboratorien und Obſer=
vatorien
dienen, doch ſoll der Univerſität auch über
dieſe Beſtimmungen hinaus das Recht zuſtehen, das
Geld denjenigen Zwecken zuzuführen, die ſie für wiſſen=
ſchaftlich
die beſten hält.
* London, 3. Jan. In Northumberland legten
infolge Streitigkeiten mit den Bergwerksbeſitzern wegen
des Achtſtundentages zehntauſend Bergarbei=
ter
die Arbeit nieder. In Durham werden zehn=
tauſend
Bergarbeiter heute die Arbeit einſtellen.
* Petersburg, 3. Jan. Heute morgen traf die
Leiche des Großfürſten Michael Nikolaje=
witſch
auf dem Bahnhofe ein, vom Kaiſerpaar, dem
Prinzen Heinrich von Preußen, dem Prinzen Wilhelm
von Schweden und den Mitgliedern der kaiſerlichen
Familie empfangen. Der Kaiſer und die Großfürſten
ſtellten den Sarg auf eine mit ſechs Pferden beſpannte
Lafette, worauf ſich der Trauerzug durch die trauerge=
ſchmückten
Straßen nach der Peter=Paulskirche in Be=
wegung
ſetzte. Der Kaiſer und die anderen Fürſtlich=
keiten
folgten dem Sarge zu Fuß, während die Kaiſerin,
die Großfürſtin=Witwe und die Großfürſtinnen ir
einer Eqnipage fuhren. In der Peter=Paulskirche, wo
die Leiche aufgebahrt wird, fand eine Totenmeſſe ſtatt.
der auch das diplomatiſche Korps beiwohnte. Die Bei=
ſetzung
erfolgt am 5. Januar.
H.B. Berlin, 3. Jan. Rechtsanwalt Vorberg in
Hamburg, der vor dem kaiſerlichen Gericht in Tſingtau
den Hauptmann Hellfeld in ſeiner Klage gegen
die ruſſiſche Regierung vertreten hat, iſt heute im
Laufe des Vormittags mit den Vertretern der ruſſi=
ſchen
Regierung und des Bankhauſes Mendelsſohn zu
einer Konferenz zuſammengetreten. Es ſoll nun dar=
über
beraten werden, ob ſich nicht eine gütliche Bei=
legung
des Streites finden läßt. Hauptmann
von Hellfeld und ſein Vertreter haben nochmals ihren
Standpunkt dahin betont, daß ſie keine Veranlaſſung
hätten, ſich nach dem klaren Urteil des deutſchen Ge=
richts
dem Riſiko erneuter Verhandlungen vor einem
internationalen Schiedsgericht auszuſetzen.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit Sonntag früh: Ueber
Nacht iſt beſonders im Norden geringer Regen und Er=
wärmung
eingetreten, während der äußerſte Süden
Heſſens, ebenſo wie Süddeutſchland noch Froſt zu haben
ſcheint; es iſt infolge des ſüdlichen Hochdruckgebietes im
Norden des Großherzogtums wärmer als im Süden. Auch
in der Höhe iſt es milder geworden (Feldberg 3 Wärme).
Die nördliche Zyklone hat ſüdwärts ſtark ihren Wir=
kungsbereich
ausgedehnt und über Nordoſteuropa ſüdwärts
bis Norddeutſchland Nordweſtwinde gebracht.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 4. Januar:
Trüb und nebelig, im Norden geringer Regen, etwas
milder.

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will allen in Geſchäften oder Büros u. dgl. tätigen
Herren und Damen Gelegenheit bieten, ihre Garderobe,
Wäſche uſw. ſchnell und billig reparieren zu laſſen, auch
viel beſchäftigte Hausfrauen werden gern die Dienſte des
Unternehmens in Anſpruch nehmen. (Siehe Anz.) (267a

Omden Säatilten,
Zegen-
05
Jtudken Seiderkeib.
5
271MI

Me ien ler hunen ete iten,
k vor allem natürlich Geſundheit. Wer aber ge=
ſund
bleiben will, muß ſich ſorgſam vor Erkältung
hüten, und wer ſich nicht erkälten will, muß vor=
beugend
Fays ächte Sodener Mineral=Paſtillen
gebrauchen. Vorhandene Katarrhe beſeitigen die
Sodener ſchnell und ohne jede: Beläſtigung.
Dabei ſind ſie billig: 85 Pfg. die Schachtel, die
man in Apotheken, Drogerien ꝛc. erhält. (2049l

Familiennachrichten.

Todes-Anzeige.
Am 1. Januar morgens 2 Uhr entſchlief
nach kurzer Krankheit mein lieber Gatte, unſer
Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Herr
Adam Scheid junior
Schneidermeiſter
im Alter von 37 Jahren.
(259
Um ſtille Teilnahme bitten
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Pauline Scheid, geb. Burkhard,
nebst Kindern.
Darmſtadt, 1. Januar 1910.
Die Beerdigung findet am Dienstag Nachmittag
um 3 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus,
ſtatt.

Todes-Anzeige.
Gott, dem Allmächtigen, hat es gefallen,
unſeren innigſtgeliebten Gatten, Vater u. Bruder,
Heinrich Lang
Oberpoſtpraktikant
nach langem ſchweren Leiden am 1. Januar zu.
(B252
ſich zu rufen.
Für die trauernden Hiuterbliebenen:
Micky Lang, geb. Kitz.
Darmſtadt, den 3. Januar 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Jan.,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Darm=
ſtädter
Friedhofes aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Am 31. Dezember 1909, vormittags, ver=
ſchied
ſanft nach kurzem Leiden in Darmſtadt
unſere liebe Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau
Mathilde Winter
geb. Uhrig
Witwe des Oberstleutnants Ludwig Winter.
Für die Hinterbliebenen:
Emilie Kempff, geb. Uhrig,
Therese Fuchs, geb. Uhrig.
Gießen u. Münſter, den 1. Jan. 1910.
(134

Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
an dem uns ſo ſchwer betroffenen Verluſte unſeres
Gatten und Vaters, für die zahlreichen Blumen=
ſpenden
, insbeſondere Herrn Pfarrer Waitz für=
die
troſtreiche Grabrede, der Kampfgenoſſenſchaft
Darmſtadt, ſowie für die aufopfernde Pflege der
Schweſtern des Weſtbezirks der Martinsgemeinde
ſagen wir hiermit unſeren herzlichſten Dank.
Darmſtadt, 3. Januar 1910.
(224
Frau Anna Dröll, geb. Dröll,
Dipl. ing. Heinr. Dröll.

Unſeren werten Kunden, Freunden und
Gönnern
Die beſten Glückwünſche
zum Jahreswechsel.
Ludwig Becht
Vertreter der Gräflich Görtz’ſchen Brauerei
in Schlitz.
(*44

Beſtellungen
auf das
Darmſtädter Tagblatt=
werden
in der Expedition, ſowie von allen
Poſtanſtalten entgegengenommen.

Tageskalender.

Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: Der fliegende
Holländer.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Johannes Brahms=Abend um 8 Uhr in der Turn=
halle
am Woogsplatz (Richard Wagner=Verein).
Oeffentliche Verſammlung des Freiſinnigen Ver=
eins
um 8½ Uhr im Kaiſerſaal
Vortrag (Der Silveſter=Abend der Zukunft) um 8¼ Uhr
Neckarſtraße 22.,
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 4½11 Uhr.
Olympia=Kinematograph Ernſt=Ludwigſtr. 23.
Kaiſerpanorama Luiſenplatz 1 (Meiſterwerke der Bild=
hauerkunſt
aus dem Loupre= und Louxemburg=Muſeum
zu Paris).

Verſteigerungskalender.

Mittwoch, 5. Januar.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr in
der Ludwigshalle‟.
Pferde=Verſteigerungz um 10 Uhr in der Artillerie=
Kaſerne (Regiment Nr. 25).
Beſichtigung des Großh. Reſidenzſchloſ=
ſes
: Dienstags und Freitags von 34 Uhr, Sonn=
tags
von 111 Uhr. Eintrittskarten werden beim
Schloßinſpektor abgegeben: Einzelkarte 50 Pfg., Fa=
milienkarten
(3 Perſonen) zu 1 Mk.
Kunſtverein. Täglich geöffnet von 111 Uhr,
Sonntags von 101 Uhr, Mittwochs von 24 Uhr!

Täglich v. 8 Uhr an:
üäheg
Bülngel Meiler. KONZERT.
2. 2. Z. Z .
e

Druck und Verlag: L. C. Wiktich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroß, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden niche
zurückgeſandt.

Hessenbräu-Flaschenbiere
sind hochfeine Qualitätsbiere.
(257a

[ ][  ][ ]

4. Januar
Heute Dienstag u. folg. Tage.
Das hervorragende 6
Deujahrs=Programm.

erstklassige
10
Debutz = 10
eAliben d’Arake Prof. Orlae
Joéla Oscar Hubere Biograf
Bumsti-Bumsti 4 Spisels
3 Resua Elvira Loretta
eic. Paul Carro etc.
(260)
Iee ee

Die Monatsversammlung
findet diesmal nicht am Mittwoch, den 5. Januar,
ſondern Dienstag, den 18. Januar 1910, ſtatt.
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
268)
ue
wonhaeso Hansmabaet
Verennigte Uristtramnenkasse Darmstaut.
Unſeren Mitgliedern zur Nachricht, daß Herr Dr. med. Schneider, Wenck=
ſtraße
10, vom 3. Januar 1910 ab als Kassenarzt angeſtellt iſt. Sprechstunden
ſind an den Wochentagen, nachmittags von 24 Uhr.
Ferner geben wir bekannt, daß Herr Dr. med, Draudt, Viktoriaſtraße 42,
infolge Ueberbürdung ſein Amt als Kassenarzt niedergelegt hat.
Der Vorſtand der Vereinigten Ortskrankenkaſſe.
Knoblauch.
(225
Unferer icden Wirin in
Umzüge aller Art
mit Möbelwagen übernimmt unter jeder Moe
Garantie bei bekannt guter Ausführung Böllinger 3 Draderer

Wir nachen heute ſchon bekannt, daß unſere desjährge, dein
Vorbereitungen nach brillante
Damen=
und Herrenſitzung
(Faschingskneipe)
am Sonntag, den 16. Januar in der Turnhalle am Woogs-
platz
ſtattfindet.
Der Große Gala=Maskenball findet am
29. Januar ſtatt.
(183
Zu unſeren ſämtlichen Veranſtaltungen haben Fremde Zutritt.
Der Karnepals-Ausschuß der Turngemeinde,
Gebr. guterhalt. Kinderklappfluht
riegerdiiein Darmſtabt. zu kaufen geſucht. Offerten unter 2 98
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Luez.
Mu

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Ladengeſchäft
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Nur noch 3
das jetzige hochinteressante
Programm.
Der alte Graf
im Zwinger
grossartiges Drama.

2. Lehmann hat ’nen Klapps.
3. Vögel in ihrem Heim
(Farbenkinematographie).
4. Der schurkige Burgvogt
Drama.
5. Kriegsschiffe im Sturm.
Des schiffbrüchigen
Seemanns Heimkehr

Beirdl.

etc.

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ſucht beſſ. Beamten. Anonym zwecklos.
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Jeden Montag und Freitag

Programmwechsel! (*129

Heirat.

Frl., kath., hbſch. Erſch., 25 Jahr, 50 Mille,
w. b. Beamten kennen zu lernen bz. Heirat.
Anonym zwecklos. Offerten unter 2 82
an die Expedition.
(*77imd

Kurſe vom 3. Januar 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

8f. Staatspapiere. In Proz.
4. Dſche. Reichsſchatzanw. 100,40
3½ Deutſche Reichsanl. 94,50
85,40
do.
3
* Preuß. Schatzanweiſg. 100,50
3½ do. Confols . . . . 94,50
85,40
3 do.
do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 102,00
94,10
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl . 102,50
93,60
do.
3½
84,30
do.
4 Hamburger Staatsanl. 101,50
4 Heſſ. Staatsanleihe . 101,60
93,30
do.
3½
82,30
do.
84,90
3 Sächſiſche Rente .
4 Württemberger v. 1907 101,75
93,80
do.
3½
B Bulgaren=Tabak=Anl. 101,30
1¾ Griechen v. 1887 . .
38 Italiener Rente . . . 104,50
4½ Oeſterr. Silberrente . 98,80
do. Goldrente . . 99,70
do. einheitl. Rente 94,70
3 Portug. unif. Serie I 63,50
3 do. unif. Ser. III 64,90
do.
Spezial . 12,50
5 Rumänier p. 1903 . . 102,40
do.
v. 1890 . . 96,40
do. v, 1905 . 90,80
4. Anſſen p. 1880 a. 4. 4. 99,30

Sf.
4 Ruſſen v. 1902 . 7.7
do. v. 1905 . . . .
3½ Schweden . . . . . . .
Serbier amort. v. 1895
Türk. Admin. v. 1953
4 do. unifiz. v. 1903
Ungar. Goldrente . .
do. Staatsrente .
5 Argentinier . . . . . .
do.
4½ Chile Gold=Anleihe
, Chineſ. Staatsanleihe
do.
4½ Japaner .

5 Innere Mexikaner . .
3
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904
5 Gold=Mexikaner . . .

In Prot.
91,25
99,30
94,20
83,50
89,00
94,50
95,50
92,50
100,70
91,20
92,20
102,80
99,50
96,50
100,50
67,30
95,10
102,40

Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Pakes=
fahrt
. . . . . . . . 136,25
4 Nordd. Llond . . . 103,90
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 118,00
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
Baltimore & Ohio . . 119,10
L. Gotthardbaßs

In Proz. 1 Sk.
5ie
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 160,70
4 Pennſylvania R. R. 136,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 193,50
Werger=Brauerei . .
77,00
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 437,00
Fabrik Griesheim . . . .
Farbwerk Höchſt . . . . . 451,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . . . 328,60
Lahmeyer . . . . . . . . . 107,10
Schuckert . . . . . . . . . 141,30 4 Mitteldeut. Kreditbk. 120,20
Siemens & Halske . . . 255,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 368,00
Bochumer Bb. u. Guß . . 254,00
Gelfenkirchen . . . . . . . 224,00
Harpener . . . . .
213,00
Phönix, Bergb. u. Hütten=
betrieh
. . . .
* 221,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.
Pfälzer Prt. . . . . . 101,00
do.
3½
93,60
Eliſabeth., ſteuerpfl. .
9. ſteuerfrei . 98,00
5 Oeſterr. Staatsbahn. 106,60
do.
99,40
alte .
do.
5 Oeſterr. Südbahn . 102,50
do.
85,50
*1s
do.
59,30
3 Raah=Oedenburger . . 75,40
4 Ruſſ. Südweſt. . ..
89,30
4 Krenpr. Rudolfbahs= 99,90

zu ihrem heutigen
Wiegenfeste
die herzlichſten
Glückwünsche!
Die Stammgäste.
*83

Entlaufen
iſt geſtern abend zwiſchen 6 und 7 Uhr,
Weg Heiligkreuz-Stadt, ſchwarz. Dackel.
Etwaige Nachricht erbeten
(*42
Kaupſtraße 52, 3. Stock.

er zum Sand und Kies auszu=
1 Alltt beuten in der Nähe der Heidel=
bergerſtr
. zu verk. Näh. i. d. Exped. (B255
Masässäsaaa2
Ehrlich!
6
Herr in geſicherter Stellung, 2000
Mark Jahreseinkommen, einfach aber
ſtattliche Erſcheinung, tadelloſem Rufe,
ſehr ſolid, ev. u. kirchlich geſinnt, Ende
der 30er, ſucht, da es ihm an Damen=
bekanntſchaft
mangelt, mit einfach er=
zogenem
und häuslich geſinnten ev.
Fräulein (auch beſſ. Dienſtmädchen),
welches ein Vermögen von über
10000 Mk. beſitzt, zwecks baldiger
Heirat bekannt zu werden. Vermitt=
lüng
von Verwandten erwünſcht.
Offerten unt. W 92 a. d. Expedition.
Diskretion Ehrenſache
(247761i

Am Neujahrstag
nachts um ½12 Uhr iſt auf dem Wege vom
Infanteriekaſino bis Ernſt=Ludwigsplatz ein
Damengoldgürtel verloren gegangen.
Finder wird gebet., denſelb. geg. Belohnung
Ernſt=Ludwigsplatz 1, II. abzugeben. (*78
Oberwaldhaus
iſt Sonntag (im 1. St., Damentoilette) ein
ſeid. Regenſchirm ſtehen geblieben; es wird
höfl. geb., denſ. Kirchſtr. 21, II., abzug. (*46

gefunden.
10 Mk. Fräulein May=
Schießhausſtraße 56.

(B254
Büglerin

Ein goldener Siegelring wurde am 30. 12.
gefunden. Zurück gegen Vergütung
des Inſerats bei Hall-Henriksen.
Taunusſtraße 15.
(*107

1
rheaterkarte (Parterre)
erſte Reihe in der Mitte, auf Buchſtaben
C, für die Dauer der Saiſon abzugeben.
Näheres in der Exped. ds. Bl.
(187
Durch eine Gabe an die Kleinkinder=
ſchule
hat ſich wegen Unterlaſſung der
konventionellen Neujahrsbeſuche ferner
entſchuldigen laſſen und gleichzeitig auf
Ueberſendung von Neujahrs= Gratu=
lationskarten
verzichtet:
Sanitätsrat Dr. Luetſch.

Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 4. Januar 1910.
88. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement B 22.
Der fliegende Holländer.
Romantiſche Oper in 3 Akten
von Richard Wagner.
Muſikal. Leit.: Hofkapellm. Hofxat de Haan.
Szeniſche Leitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
Daland, ein norwegiſcher
Seefahrer
,
. . Hr. Stephani
Senta, ſeine Tochter . . . Fr. Morny
Erik, ein Jäger.
. Hr. Hans Hacer
Mary, Sentä’s Amme . Frl. Howard
Der Steuermann Daland’s Hr. Kretſchmer
Hr. Weber
Der Holländer . .
Nach dem 1. und 2. Akte findet je eine:
längere Pauſe ſtatt.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 6 Mk., Fremdenloge 6 Mk.,
Balkonloge 5 Mk., 1. Rang 4.50 Mk., 2. Rang.
(1, bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8. Reihe)
2. Mk., Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 4. Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerte 60 Pfg.
Ende 10 Uhr.
Anfang 7 Uhr.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 5. Jan. 89. Ab.=Vorſt. C 23.
Zu Abonnementspreiſen: Weih=
Hierauf: Bonifacius.
nachten!
Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 6. Jan. 90. Ab.=Vorſtell.
D 23. Martha. Kl. Pr. Anf. 7 Uhr.
Freitag, 7. Jan. 91. Ab.=Vorſtell. B 23.
Don Carlos. Kl. Preiſe. Anf. 6½ Uhr.

Anmeldungen auf Neu=Abonnements, be=
ginnend
mit den Vorſtellungen A 23, B 23,
C 23 und D 23 werden ſchon jetzt von der
Hoftheater=Hauptkaſſe entgegengenommen.
Kaſſeſtunden an allen Wochentagen, vor=
mittags
von 10 bis 12½ Uhr.

Samstag, den 8. Januar 1910.
Außer Abonnement.
Volksvorſtellung bei ermäßigten Preiſen.
Anfang 7 Uhr.
Der Gwiſſeuswurm.
Bauernkomödie mit Geſang in 3 Akten
von L. Anzengruber.
Muſik von Adolf Müller.
Preiſe der Plätze:
Proſzeniumsloge 2. Mk., Fremdenloge
2. Mk., Balkonloge 2. Mk., I. Rang
2. Mk., II. Rang 1. Mk., Sperrſitz
1.50 Mk., Parterre 1. Mk., I. Galerie
40 Pfg., II. Galerie 30 Pfg.
Der Kartenverkauf zu dieſer Vor=
ſtellung
findet Mittwoch, den 5. Jan.,
a) für die Galerien von 1 bis 1¼ Uhr,
b) für die anderen Plätze von 3½ bis
5 Uhr, ſowie an den darauffolgenden Tagen,
vormittags von 11 bis 1 Uhr, für die noch
vorhandenen Plätze an der Tageskaſſe ſtatt.
Am linken Schalter werden nur Sperrſitz=
Karten abgegeben, am rechten Schalter alle
übrigen Karten.

In Proz.
29/10 Livorneſer . . . . . . 75.70
Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,90 4 Miſſouri=Paciſic . . . 83,66
4 Bagdadbahn Mk. 408 87,60
5 Anatoliſche Eiſenb. . .
5 Tehuantepec . . . . . 102,00
Bank=Aktien.
4 Berliner Handelsgeſ. 183,90
Darmſtädter Bank . . 138,40
Deutſche Bank . . . . 249,90
4 Deutſche Vereinsbank 127,80
Diskonto=Geſellſchaft . 197,70
4 Dresdner Bank . . . . 163,00
Nationalbk. f. Deutſchl. 131,25
4 Pfälzer Bank . . . . . 101,00
4 Reichshank . . . . . . 150,10
Rhei. Kredit=Bank 136,50
4 Wiener Bank=Verein 138,75
Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 100,30
3½ do. S. 19. . . . . 92,80
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 101,00
do.
3½
91,50
Heſſ. Land.=Hyp.=Bk. 101,40
37
92,60
Meining. Hyp.=Bank 101,00
de.
3½
91,80
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,00
3½
2o. (unk. 1914) 91,80
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
8½ 29, 4 93,50

Sf.

InProz.
Städte=
Obligationen
Darmſtadt . . . . . 101,00
3½ do
92,20
Frankfurk . . Te . 101,00
do.
3½
95,00
4 Gießen . . . . . . § 160,80
do.
3½
91,70
* Heidelberg . .7. 100,50
3½
do.
92,00
Karlsruhs . . . . . . 101,00
4
3½
92,30
Magdedurg. . . . . . 101,70
do.
3½
4 Mainz . . .....
3½
do.
92,10
Mannheim . . 7. 7a 101, 10
31,
do.
92,20
München . . . . . . . 101,60
½ Nauheim
91,50
Nürnberg . . . . S. . 101,00
.
93,00
Offenbach . . . .. . 100,80
do
99.90
3½
4 Wieshaden . aser 100,70
3½
do.
95,00
Worms . . . . . . . à 100,50
do.
3½
4 Liſſaboner v. 1886 . 82,00
Verzinsliche
Anlehensloſe.
Badiſche Tlr. 100 158,20
3½ Cöln=Mindner 100 137,80
5 Donau=Reg. fl. 100
B Holl. Komm. a. 100 137,80

InProz.
Sſ.
3 Madriber Fs. 100 78,20
4 Meining. Pr. =Pfand=
137,60
briefe. .
.
Oeſterr. 1860er Loſe 174,20
3 Oldenburger . . .
2½ Raab=Grazer fl. 150
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger
900
Braunſchweiger Tlr. 20 222,00
Freiburger
Fs. 15
Mailänder
Fs. 45
Fs. 10
do.
Meininger
ſl. 7
Oeſterreicher . 1864 100 570,00
do. p. 1858 100
Ungar. Stgats
100 372,00
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
400 181,60
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns . . . . 20,39
20 Franks=Stücke . . . . 16,18
Oeſterr. 20=Kronen . . . .
Amerikaniſche Noten . . . 4,17½
Engliſche Noten . . . . . 25,42½,
Franzöſiſche Noten . . . . 81,15
Holländiſche Noten . . . . 168,65
Italieniſche Noten . . . . 80,70
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,75
Ruſſiſche Noten . . . . . . 2156)
Schweizer Noten . . . . . 81,10
5
Reichsbank=Diskonte . .
Reichsbank=Lombard 8sf. 6½

[ ][  ][ ]

Dasere duf une Naren

§ 4.,
Zurückgesetzte Artikel
5
in allen Abteilungen
2:
35
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bab

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Zehntel Achtel Viertel Halbe Ganze

Mk. 4.

Mr. 5

Mk. 10.

Mk. 20.

Mr. 40.

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Die Königlich Preussischen Lotterie Einnchmer

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Karlstrasse 3
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[ ][  ][ ]

36 2.

Dienstag, 4. Januar.

1910.

Während der nächsten Tage
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O
Wab
Ernst-Ludwigsplatz
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Madame Lizian.

Roman von Alfred Gilly.
(Nachdruc verboten.)
20)
Als die Damen nach dem Konzert die Singaka=
demie
verließen, trat ihnen Gregor Peloff entgegen.
Er ſah in dem Havelock und dem breiten Hut ſtattlich
und vornehm aus. Reſpektvoll grüßte er, faſt ein
wenig verlegen.
Ich wollte Ihnen meinen Dank ausſprechen, gnä=
dige
Frau. Ihre freundſchaftliche Botſchaft hat mir
wieder Mut gemacht, Ihnen unter die Augen zu treten.
Was müſſen Sie nur von mir gedacht haben am
Neujahrstage! Ich erinnere mich dunkel, nicht einmal
Güten Tag! geſagt zu haben. Aber wenn Sie wüß=
ten
, was man mit mir gemacht hat. Ich habe in
meinem ganzen Leben nicht ſo viel Sekt getrunken, wie
an jenem Vormittage, der ſich bis in den Nachmittag
hineinzog. O Gott, wie bin ich aber auch geſtraft
worden! Geſtraft, fern von Madrid darüber nachzu=
derken
gräßlich! Darf ich nun um Verzeihung
bitten?
Frau Anni lächelte ihn mit ſtrahlenden Augen an.
Vergeben und vergeſſen, lieber Freund, Sie haben
mir eine große Freude bereitet; Ihre Geige klang, als
habe ſie plötzlich etwas von des Lebens Glück und Weh
kennen gelernt. Und noch mehr es kam aus Ihrer
Seele! Wollen Sie mir eine Gunſt erweiſen, ſo ſpielen
Sie morgen das wundervolle Lied Ihres Herzeus noch
eivmal!

Er verbeugte ſich tief.
Dann rollte der Wagen mit den Damen fort. Der
Geiger ſchlug den Mantelkragen hoch und ging der
feinen Schneewolke, die durch das Kaſtanienwäldchen
fegte, mit elaſtiſchen Schritten entgegen. In ſeinem
Kopfe ſang und klang es.
O Königin! rief er laut und übermütig das
Leben iſt doch ſo ſchön!
9.
Herr Moſer ſenior erhielt von Frau Anni eine
Karte, welche ihm anzeigte, daß morgen abend eine
kleine Geſellſchaft eingeladen werden ſollte. Alle In=
timen
des Hauſes waren genannt, von den ſeltenen
Gäſten Gregor Peloff, nur Profeſſor Fenten fehlte.
Das hat ſie wahrſcheinlich vergeſſen! dachte der alte
Herr mit einem Fuchs=Lächeln. Nun alſo, Max iſt nicht
da, ſo mag denn Käthchen die Adreſſen ſchreiben und
die Einladungskarten ausfüllen.
Er ging zu ſeiner Großnichte hinauf und klopfte
ganz leiſe, worauf er ſchnell die Tür öffnete und bereit
war, mit einem hellen Kichern oder einem Schreckens=
ruf
hineinzuprallen. Aber Käthchen ſaß bei der
Lampe, hatte ein Buch vor ſich und las. Sie ſah ver=
ſtimmt
aus und hatte Gramfalten um den Mund.
Sieh ich glaubte ſchon zu ſtören. Na, mein Gold=
kind
, dann ſchreib’ mal dieſe Einladungen! Name
und Datum und hier iſt die Liſte. Der alte Herr
ließ ſich in einem Lehnſtuhl nieder, knipſte ein paarmal
mit ſeinen welken Fingern gegen die blühende Wange
des jungen Mädchens und fuhr fort:
Madame Tizian will alſo das Noviziat abbrechen

und wieder in den Schoß der Welt zurückkehren. Das
iſt nett von ihr, denn letzthin ging mir beinahe die
Luft aus, ſo drückend erſchien es mir hier. Der gute
Max entbehrte auch eine kleine, amüſante Geſellſchaft
und wird ſich, wenn er vom Kaffee zurückkehrt, ſehr auf
morgen freuen. Ich muß doch mal den Hausdiener zu
Micha ſchicken, daß er uns eine Kollektion Helgoländer
Hummern reſerviert.
Ach, der Hausdiener kann vielleicht auch die Ein=
ladungen
ſchreiben! rief Käthe trotzig.
Moſer ſenior lachte und blinzelte etwas mit den
klugen Aeuglein.
So dazu hat er doch wohl eine zu ſchwere Hand.
Aber wenn’s Dir unangenehm iſt, mir dieſe kleine
Arbeit abzunehmen
O Dir nicht. Aber Du gibſt ja die Geſellſchaft
auch nicht.
Sehr richtig Deine Tante befiehlt, und wir be=
eilen
uns, ihr den Willen zu tun. So ritterlich ſind
wir. Ihr Frauen ſeht das natürlich ſelten ein, und went
ſie eine Migräne oder Laune hat, hängt ihr mit ihr wie
die Kleiten zuſammen.
Du meinſt ich mit der Taute?
Natürlich, Du machſt auch keine Ausnahme. Iſt
ſie uns dem Max und mir nicht grün, dann kehrſt
Du uns auch den Rücken zu. Allerdings bricht Dein
gutherziges Temperament öfter wieder beraus, und Du
machſt als Schmeichelkatze alles wieder gut vorber
konnteſt Du ein ſehr böſes Tigertier ſein.
Ja Du haſt recht, Onkel! rief Käthchen ver=
zweifelt
und biß auf ihr Taſchentuch, um die Tränen

[ ][  ][ ]

Mein billiger Verkauf
einzelner Zimmereinrichtungen, der im letzten Januar stattfand, hat solchen An-
klanggefunden
, dassich mich entschlossen habe, auch dieses Jahr wieder aufsolche
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von denen ich nur noch je ein Exemplar vorrätig habe, eine Preisermässigung
eintreten zu lassen, und zwar gebe ich diese Zimmer
weit unter Preis, zum Teil bis zur Hälfte
des normalen Wertes ab. Ich mache verehrliche Reflektanten ausdrücklich
darauf aufmerksam, dass es sich nur um gediegene Möbel und hübsche Modelle
handelt; nur um Platz zu gewinnen, für diejenigen Zimmer, welche für dieses
Jahr neu aufgenommen sind und bald aufgestellt werden müssen.
Die verkauften Stücke bewahre ich auf Wunsch gerne auf.
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und Vermieter.
Wir bitten alle Hausbeſitzer, die frei ge=
wordenen
Wohnungen an, und bei Wieder=
vermietung
ſofort abzumelden
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zurückzudrängen. Sie floſſen aber doch, und der alte
Horcher ſagte beruhigend:
Na na was wird’s denn gegeben haben! Viel=
leicht
hat Dir dies oder jenes nicht gefallen im Konzert
und Madame Tizian ſchalt Dich kleines Mädchen!
Das tun die überreifen Frauen gern. Aber kränke Dich
nicht! Ich würde wer weiß was geben, wenn ich ein
kleiner Junge in Deinem Alter ſein könnte.
Käthchen ſagte weinerlich:
Sie hat mich nicht geſcholten.
Na, dann weine doch nicht, Herzblättchen und
ſuche Dir einen Zeitvertreib! Was lieſt Du denn?
Engliſche Grammatik?
Ja weil ich was lernen will!
Und wozu, mein Hühnchen? Haſt Du nicht eine
reizende Figur, einen molligen Halsanſatz und Arme
die man ausgeſchnitten jedem vorſetzen kann, er
knabbert mit Entzücken los. Von Deinem ſchönen Ge=
ſichtchen
nicht zu reden. Das kann jede haben, und ich
lege darauf nicht immer den meiſten Wert.
Ach Du machſt Dich auch über mich luſtig. Ihr
alle alle ſeht mich noch als Kind an. Aber ich ſage
Dir, ich kann haſſen haſſen
Und lieben! ergänzte er ſchelmiſch. Aber nun ſage,
wozu Du english spoken willſt? Kommt morgen ein
lederner Engelmann hierher? Auf der Liſte ſehe ich
keinen; alſo fürchte Dich nicht vor der engliſchen Kon=
verſation
. Ich kann ſie nicht und Madame Tizian wird
wohl nicht mit ſich allein reden wollen, denn die Einge=
ladenen
wiſſen auch nur ſo viel wie ich.
Ach morgen! Wer denkt denn daran! Ich
will lernen und Gouvernante werden ja!
Hm ſehr vernünftig! Denn wenn Du nicht
heirateſt, bekommſt Du kaum Hunderttauſend mit, und
das iſt Dir zu wenig.
Ich will nichts mitbekommen! rief Käthchen zornig.
Ich will auf eigenen Füßen ſtehen
Und auf was für welchen! ſagte der alte Herr
lächelnd. Na = dann lerne nur, und verlaſſe uns!

Wenn die Tante mit Dir unzufrieden iſt, willſt Du uns
prügeln? Halte zu den Männern; das iſt immer das
Geſcheiteſte. Die Frauen küſſen ſich wohl, aber ſie ver=
raten
ſich ebenſo leicht. Und Du ſcheinſt mir verraten
und verkauft zu ſein. Was hat’s denn gegeben?
Ach, Onkel Moſer, ich bin ſo unglücklich!
Er tätſchelte ihre glühende Wange. Na ja, ich weiß
ja, Du kommſt eben in das Alter dazu. Alſo es puppert
Dein kleines Herze! Sehr richtig gemacht. Habe ſchon
lange darauf gewartet. Und für wen denn?
Aber nein Du irrſt Dich
Sehr richtig. Aber auf wen präparierſt Du Dich
denn zu morgen engliſch?
Wenn er engliſch reden will, hat er ja die Tante!
ſagte ſie trotzig. Aber ſie werden deutſch miteinander
reden und mich auslachen ja und verhöhnen
Ein kleiner Blitz fuhr über das Geſicht des Diplo=
maten
der Leder=Branche. Ach, das tun ſie nicht edle
Menſchen und Künſtler, wie ſie ſind.
Käthchen erſchrak bis ins innerſte Herz. Was hatte
ſie geſagt? Wie konnte ihr jener die unausgeſprochenen
Gedanken vom Geſicht ableſen? Sie ſaß wie gelähmt und
ſah Moſer an, als ſei ſie das Kaninchen, das die große
Schlange anſtiert, deren Zünglein ſchon nach ihm lechzt.
Er ſah ihre Angſt und amüſierte ſich dabei. Jetzt hatte
er ſie weich und er wollte die Vertraute ſchön zum Plau=
dern
bringen.
Erzähle mir alles, mein Herzblatt; nachher wollen
wir überlegen, ob wir den vielſeitig begehrten Mann zu
überzeugen ſuchen, daß eine friſche Nuß beſſer iſt äls eine
kandierte. Wo haſt Du ihn denn näher kennen gelernt?
Käthchen ſchwieg. Das Herz klopfte ihr gewaltſam;
ſie fühlte eine fliegende Hitze bis in ihre Stirn ſteigen.
Sie brauchte keine Verwirrung zu heucheln; Papa Moſer
ließ ſich vollſtändig von ihrer Miene überzeugen. Er
klopfte ihr die Hände, redete ihr gut zu und ſagte ſchließ=
lich
ſcherzhaft: Wer iſt’s denn? Doch nicht Griepenkerl?
Na, ſei nur gut ich wollte Dich ja damit aufheitern.

Ain der mreſonte Datſchuſte Gregart 30 hase ge.
troffen ah der iſt es!
Aber er kannte doch die Epatochter nicht genug. Die
Männer mögen etwas fein einfädeln; die Frauen aber fin=
den
das Nadelöhr im Dunkeln. Und aus der Dunkelheit
heraus rettete ſich das kleine Mädchen mit einem Lachen
und den amüſierten Worten:
Der? Ach wo der iſt ſo einer, der nur für ſeine
Geige ſchwärmt.
Moſer war ärgerlich und verblüfft zugleich.
Ja dann weiß ich nicht, was Du willſt. Der
Fenten kann Dir doch nicht im Kopfe ſtecken; er ſteht ja
auch gar nicht auf der Liſte.
Ich wollte gern, daß er eingeladen wird, aber da
wurde Tante ſehr ärgerlich und verbat ſich das! Ich habe
ja auch hier nichts zu ſagen nicht einmal zu wünſchen.
Moſer ſenior knurrte. Er fühlte eine Falle, aber die
konnte er dem kleinen Mädchen kaum zumuten.
Na, laß nur, mein Herz, Du ſollſt doch Deinen Willen
haben. Ich lade ihn ein und nun ſchreibſt Du wohl
auch die Karten?
Herzensonkel! rief Käthchen mit ſo gut geſpielter
Freude ſie fühlte ſich auch wie von einer Laſt befreit ,
daß der Alte anfing, ihr zu glauben. Etwas wunderbar
kam es ihm trotzdem vor, wie die kleine, dralle Blondine
ſich in den angefreſſenen Zeichenprofeſſor verlieben konnte.
In Käthchen hatte die beſſere Natur und die Dank=
barkeit
geſiegt. Aber ſie überwand ſich nicht ſo weit, der
Tante das Ganze einzugeſtehen. Sie fühlte, daß ſie ein
großes Unrecht begangen hatte, und das zu beichten, be=
kommen
die Leute mit dem ſchlechten Gewiſſen ſelten
fertig.
Sie lag lange ſchlaflos, war jetzt bereit, zu entſagen,
dann wieder klammerte ſie ſich an ihre erſte Neigung an,
als müſſe ſie zu Grunde gehen ohne ſie. Und zwiſchen
Selbſtliebe und Selbſtbedauern ſchwankte ſie, bis ſie ein=
ſchlief
.
(Tortſetzung folat.k

[ ][  ][ ]

39 1.

Dienstag, 4. Januar.

1910

Bekannt machung.

Betreffend: Polizei=Verordnung für den Kreis Darmſtadt, betreffend den Schutz gegen
Uebertragung von Krankheiten durch die gewerbsmäßige Haar= und
Bartpflege.
Wir machen die Intereſſenten darauf aufmerkſam, daß Abdrücke der obigen
Polizei=Verordnung bei der Hofbuchdruckerei L. C. Wittich, Rheinſtraße Nr. 23 hier,
zum Preiſe von 20 Pfg. für das Exemplar zu erhalten ſind.
Darmſtadt, den 31. Dezember 1909.
(188
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Dr. Reinhart.

Bekanntmachung.

Betreffend: Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs zur Erweiterung des Bahnhofs
Kranichſtein.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der Plan und ſonſtige Unter=
lagen
für die Erweiterung des Bahnhofs Kranichſtein, ſoweit ſie die Gemarkung
Darmſtadt betrifft, in der Zeit von Mittwoch, den 5: bis Donnerstag, den
13. Januar 1910 auf dem Stadthaus zu Darmſtadt während der Dienſtſtunden zu
jedermanns Einſicht offen liegen. Einwendungen gegen den Plan ſind während der
Offenlegungsfriſt bei der Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt ſchriftlich oder zu Pro=
tokoll
vorzubringen.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1909.
(192
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: von Starck.

Bekanntmachung.

Betreffend: Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs zur Erweiterung des Bahnhofs
Kranichſtein.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die Pläne und ſonſtigen
Unterlagen zur Erweiterung des Bahnhofs Kranichſtein in der Gemarkung Arheilgen
in der Zeit vom Mittwoch, den 5. Januar bis Samstag, den 15. Januar 1910
auf der Großh. Bürgermeiſterei Arheilgen zu iedermanns Einſicht offen liegen.
Landespolizeilicher Prüfungstermin wird auf
Donnerstag, den 20. Januar 1910, vormittags 9½ Uhr,
auf Bahnhof Kranichſtein
anberaumt.
(193
Einwendungen gegen die Pläne ſind im Prüfungstermin vorzubringen.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1909.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Starck.

Bekanntmachung.

Betreffend: Das Erſatz=Geſchäft pro 1910, hier die Zurückſtellung der mit dem Berechtigungs=
ſchein
zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt verſehenen Militärpflichtigen.
Diejenigen im Jahre 1890 geborenen Militärpflichtigen, welche ſich im Beſitz des
Berechtigungsſcheines zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt befinden und im

Kreis Darmſtadt dauernden Aufenthalt haben, werden darauf hingewieſen, daß ſie
gemäß § 93, 2 der Wehr=Ordn. ihre Zurückſtellung beantragen müſſen und daher auf=
gefordert
, ihre Berechtigungsſcheine alsbald hier, Neckarſtraße 3, 3. Stock Zimmer
Nr. 38 vorzulegen, damit in denſelben der erforderliche Zurückſtellungsvermerk ein=
tragen
werden kann.
Es wird noch ausdrücklich darauf hingewieſen, daß die Abſicht, ſich am 1. April
oder 1. Oktober I. J. zum Dienſtantritt melden zu wollen, von der Verpflichtung, die
Zurückſtellung zu beantragen, nicht entbindet.
Darmſtadt, den 28. Dezember 1909.
Der Zivil-Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Anshebungsbezirks Darmſtadt.
v. Werner, Reg.=Rat.
(197a

Bekanntmachung.

Betreffend: Geſuche Militärpflichtiger um Verlängerung ihrer Zurückſtellung.
Ich bringe hierdurch zur Kenntnis derienigen Militärpflichtigen, welche Berechti=
gungsſcheine
zum einjährig=freiwilligen Militärdienſt beſitzen und deren Zurückſtellang
am 1. Oktober I. Js. abläuft, daß Geſuche um Verlängerung der Zurückſtellung
1. bei derjenigen Erſatz=Kommiſſion einzureichen ſind, welche nach Ausweis
des Berechtigungsſcheins die erſte Zurückſtellung verfügt hat,
2. daß dieſe Geſuche ſchriftlich unter näherer Begründung zu ſtellen und den=
ſelben
der Berechtigungsſchein, ſowie eine Beſcheinigung, aus der ſich die Not=
wendigkeit
weiterer Zurückſtellung ergibt, beizufügen und
3. daß dieſe Geſuche, ſoweit die Erſatzkommiſſion Darmſtadt zuſtändig iſt, im
Juli oder Auguſt I. Js. anzubringen ſind. Geſuche, die jetzt ſchon eingereicht
werden, würden als verfrüht zurückgegeben werden müſſen.
Darmſtadt, den 28. Dezember 1909.
Der Zivil=Vorſitzende der Erſatz=Kommiſſion des Aushebungsbezirks Darmſtadt.
v. Werner.
(196a

Darmſtadt, den 28. Dezember 1909.
Betreffend: Das Militär=Erſatz=Geſchäft, hier Einſendung von Auszügen aus den
Sterberegiſtern des Jahres 1909.
Ver Zwvil=Vorſitzende der Großherzoglichen Erſatz=Kommiſſion Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Unter Hinweis auf die Beſtimmungen in §46 Poſ. 7b und 10 der Wehr=Ordnung
vom 22. November 1888 Reg.=Bl. Nr. 68 von 1901 ſowie ferner Seite 65a des
Reg.=Bl. von 1875 beauftrage ich Sie, den dort vorgeſchriebenen Auszug aus den
Sterberegiſtern enthaltend den Eintrag von im Jahre 1909 ſtattgehabten Todesfällen
ſolcher männlicher Perſonen, welche das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet
hatten und nicht in ihreu Gemeinden geboren waren, aufzuſtellen, bezw. aufſtellen
zu laſſen und alsbald an mich einzuſenden.
In Hinſicht der Form der zu fertigenden Auszüge verweiſe ich auf das Amtsblatt
Nr. 44 Großherzoglichen Miniſteriums des Innern und der Juſtis Sektion für Juſtiz=
verwaltung
, an die Großherzoglichen Standesbeamten vom 13. März 1895. Zugleich
empfehle ich Ihnen, ein Verzeichnis der Auszüge beizufügen, in welchem Vor= und
Zuname, ſowie Geburtsort der Betreffenden angegeben iſt.
(194
von Werner.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.

Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3, be=
finden
ſich: 1 ſchottiſcher Schäferhund, 1 Dachshund.
Die Hunde lönnen von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt an jedem
Mittwoch und Samstag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Verſteigerung im ſtädtiſchen Pfandhaus zu Darmſtadt.
Die Inhaber der Pfandſcheine Nr. 25 452 bis einſchließl. 56 728 werden
hiermit aufgefordert, die Verſatzeit der Pfänder von jetzt ab bis 28. Februar I. Js.
gegen Entrichtung der einfachen Verlängerungsgebühr, ſowie ferner vom 1. bis
10. März ds. Js. gegen Zahlung der doppelten Gebühr verlängern zu laſſen.
Alle bis zum 10. März 1910 nicht verlängerten Pfänder ſind bis längſtens
Samstag, den 16. April I. Js., vormittags 11 Uhr, auszulöſen, widrigenfalls
dieſelben von Montag, den 18. April 1910 ab, verſteigert werden.
(198a
Darmſtadt, den 3. Januar 1910.
Die ſtädtiſche Pfandhaus=Verwaltung.
Paul, Vorſteher.

Aaaff
Beennhoh=Veiſteigernich Nr. 1 und Un.
(Stadtwald.)
Montag, den 10. und Dienstag, den 11. Januar k. Js.,
morgens 9 Uhr,
ſollen im Saale der Turngemeinde, Woogsplatz 5 hier, verſteigert werden:
1. Am 10. Januar aus der Forſtwartei Beſſunger Laubwald (Förſter Lehr,
Klappacherſtraße), Diſtrikt Hinter den Erlen 9110, Steckertswieſenſchlag 28 und
Franzoſenberg 14 (Nr. 1 bis 295 am Atzwinkelweg, Kirchenweg, Backofen=
ſchneiſe
und Eiſenweg) Scheiter: 1831 rm Buche, 40 rm Eiche, 46 rm Kiefer;
Knüppel: 101 rm Buche, 148 rm Eiche, 19 rm Erle: Knüppelreiſig:
54 rm Eiche, 4 rm Kiefer; Reiſig: 28.50 Hundert Wellen Buche; Stöcke,
feine: 27 rm Buche, 10 rm Eiche; Stöcke, grobe: 30 rm Fichte.
2. Am 11. Januar aus der Forſtwartei Heiligkreuz (Forſtwart Hofmann,
Hirſchköpfe), Diſtrikt Hinterhecke 6 und Spitz am Zaun 7 (Nr. 516 bis 804 an
dem Hinterhecksweg, der Bornſchneiſe und dem Mittelweg) Scheiter: 179 rm
Buche, 252 rm Eiche, 6 rm Kiefer: Knüppel: 53 rm Buche, 96 rm Eiche,
1 rm Fichte; Knüppelreiſig: 14 rm Buche, 18 rm Eiche; Reiſig: 8,75 Hun=
dert
Wellen Buche, 11,25 Hundert Wellen Eiche; Stöcke, feine: 58 rm Buche,
80 rm Eiche: Stöcke, grobe: 10 rm Fichte.
Unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert. Sämtliches Holz hat gute
Abfuhrwege nach allen Richtungen.
(191if
Darmſtadt, den 30. Dezember 1909.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.

Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 5. Januar 1910, vormittags 11 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale, Zur Ludwigshalle, Obergaſſe, öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung?
Pianinos, 1 Warenſchrank, 1 Kontrollkaſſe, verſchiedene Kunſtblätter, eine
Partie Füllfederhalter, Anſichtskarten und Couverts, mehrere Pack Futterſtoff
und Seidenfutter, mehrere Stücke Leinen und Tiſchzeng, mehrere Zentner
Packſtoff und Lederdeckel, 1 Wagen, 1 Nähmaſchine, 2 Stühle, 1 zwei=
türiger
Kleiderſchrank, 1 Tiſch, 1 Nachttiſch, 1 Chaiſelongue, 1 Spiegel
mit Trumeaux, 2 Diwane, 1 Vertiko, 2 Bilder, 1 Schreibtiſch und ver=
ſchiedene
andere Hausmobilien.
(944
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände findet vorausſicht=
lich
beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, am 3. Januar 1910.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.

Nussbäume (*75ido
kauft P. Debus, Wiesbaden, Blücher=
ſtraße
14. Umfang u. Länge ſind anzugeben.

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Pa. trockenes
Eichen= u. Buchenholz
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Porzellanöfen ꝛc.
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Karl Schimmer,
Heinheimerſtraße 26.
Telephon 212.

Verſteigerungs-Anzeige.
Dienstag, den 4. Januar 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtraße 16 zwangsweiſe gegen Barzahlung:
a) vorausſichtlich:
48 Dutzend Servietten, 25 Tiſchdecken, 1 Spiegel.
beſtimmt:
1 Vorrat Damen= und Kinderſchürzen, Hemdenflanell, Bettzeug, Satines,
Kragen, Hoſen, Knabenmützen, Hofenträger und verſchiedene andere
Gegenſtände.
(212
Darmſtadt, den 3. Januar 1910.
Rollenhagen, Gerichtsvollzieher,
Kaſinoſtraße 24.

Abhanden gekommene Sparkaſſenbücher.
Die vermißten Einlagenbücher
lautend auf den Namen:
Nr.

Luiſe Olf,
11033
Wilhelm Fuchs,
25 199
40 037
Chriſtine Scheerer,
49378
Luiſe Beck,
Sophie Beck,
49 379
Lina Blech,
50 519
Rudolf von Muralt,
53572
53 773
Auguſte Blech,
Marie Difflo,
53550

Georgine Blech,
57386
Olga Schenck,
57 404
Heinrich Hochſtätter,
59072
Daniel Volk,
59111
Luiſe Giegerich,
59112
Jean Giegerich,
59 700
Auguſte Wiener Witwe,
der ſtädtiſchen Sparkaſſe Darmſtadt wer=
den
nach deren Satzungen §20 für kraftlos
erklärt, wenn ſie nicht innerhalb drei
Monaten bei dieſer Kaſſe vorgezeigt
werden.
(195a
Darmſtadt, den 30. Dezember 1909.
Der Verwaltungsrat der ſtädtiſchen
Sparkaſſe.
Purgold, Direktor.

Beiantnahung.

Wir bringen hiermit in Erinnerung,
daß die Einrichtung von elektriſchen Licht=
und Kraftanlagen, welche an das Kabelnetz
des ſtädtiſchen Elektrizitätswerks ange=
ſchloſſen
werden ſollen, ſowie alle Erweite=
rungen
, Veränderungen und. Reparaturen!
ſolcher Anlagen nur von Elektrotechniker
ausgeführt werden dürfen, die von Groß=
herzoglicher
Bürgermeiſterei eine ſchriftliche
Erlaubnis hierzu erhalten und ſich ver=
pflichtet
haben, alle dieſe Einrichtungen
unter Zugrundelegung und gewiſſenhafter
Beachtung der hierfür erlaſſenen beſonderen
Vorſchriften auszuführen.
Zur Zeit iſt folgenden Firmen dieſe
Erlaubnis erteilt:
(19323a
1. Wilhelm Gelſius, Fuhrmannſtr. 6.
Georg Keil, Kirchſtraße 17.
3. Theodor Korfmann, Taunusſtr. 1.
4. Louis Lange, Hoflieferant, Schulſtr. 6.
5. Ernſt Lorey, Karlſtraße 56.
6. Jacob Nohl, Hoflieferant, Wilhelminen=
ſtraße
10.
7. Willy Schöller, Rheinſtraße 9.
8. Auguſt Wilk, Hoflieferant, Schuchard=
ſtraße
12.
9. H. Ackermann, Arheilgerſtraße 82.
Darmſtadt, den 1. Oktober 1909.
Städt. Elektrizitätswerksverwaltung Darmſtadt.
Meyer.

Bekanntmachung.

Dienstag, den 18. Januar 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den 1. Heinrich Deſch in Frank=
furt
am Main, 2. deſſen Ehefrau Eliſa=
bethe
, geb. Schmidt, in Lauter bei Grün=
berg
in Heſſen in der Gemarkung Beſſungen
zugeſchriebene Liegenſchaft:
am
Nr.
Flur
I 215¾100 179 Hofreite Beſſunge:
ſtraße 94.
in unſerem Geſchäftszimmer, Wittmann=
ſtraße
1, zwangsweiſe verſteigert werden.
Darmſtadt, den 2. Dezember 1909.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt II.
(Beſſungen).
(L23565,56
Frantz.

Bekanntmachung.

Dienstag, den 15. Februar 1910,
vormittags 11 Uhr,
ſoll die der Witwe des Kaufmanns Laurenz
Valder, Henriette, geb. Hirſchhäuſer und
deren Kindern zu Köln, im Grundbuch der
Gemarkung Darmſtadt zugeſchriebenen Lie=
genſchaft
:
Flur
Nr.
qm
III 148¾/10 153/10 Hofreite Kranich=
ſteinerſtraße
17,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K181/09
werden.
Darmſtadt, den 30. Dezemher 1909.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
Müller.
(L199,60

Bekanntmachung.

Dienstag, den 18. Januar 1910,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Gaſtwirt Karl Gerhardt Ehe=
leuten
dahier zugeſchriebene Liegenſchaft:
qm
Flur Nr.
70
379 Hofreite Wieſenſtraße
Nr. 9,
in unſerem Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K122/09
werden.
Falls andere rechtliche Hinderniſſe nicht
entgegenſtehen, kann Genehmigung der Ver=
ſteigerung
auch dann erfolgen, wenn das
eingelegte Meiſtgebot die Schätzung nicht
erreicht.
Darmſtadt, den 1. Dezember 1909.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L23564,59
Müller.

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Schluß des zweiten Berliner Sechstage=
Renneus.
Sr. Das ſechstägige Ringen in den Ausſtellungs=
hallen
am Zoologiſchen Garten hat mit dem Siege von
Rütt-Clark, den Helden des letzten New=Yorker
Sechstage=Rennens, geendet; Rütt, der ſeit mehreren
Jähren die deutſche Heimat gemieden hat, konnte ſich
nicht beſſer als mit dieſem glänzenden Siege wieder
einführen. Ihm fällt der Hanptanteil an dem Erfolg
zu, wenn er auch von ſeinem Partner Clark nach beſten
Kräften unterſtützt wurde. Dieſer ſelbſt litt am vierten
Tage an einem ſchmerzhaften Beingeſchwür, das ihn
wohl auch an der vollen Entfaltung ſeines Könnens
hinderte. Die Entſcheidung des Rennens fiel unmittel=
bar
, nachdem der Kronprinz nach zweiſtündigem
Verweilen die Bahn wieder verlaſſen hatte, als ſich
Rütt-Clark nach heißem Ringen eine Runde Vor=
ſprung
vor allen ihren Gegnern holten. Allerdings
muß man bemerken, daß dabei Clark in recht auffälliger
Weiſe von den Amerikanern Root-Fogler unterſtätzt
wurde.
Ueber den Verlauf des Rennens iſt noch folgendes
zu berichten: Der vierte Tag verlief faſt ohne jeden
Zwiſchenfall. Die unverändert aus den ſünf Mann=
ſchaften
Root-Fogler, Rütt-Clark, Stol-Walthour,
Berthet-Brocco und Stabe-Pawke beſtehende Spitzen=
gruppe
hatte 2608 Kilometer 550 Meter zurückgelegt.
Ebenſo intereſſelos verliefen die vorletzte und die letzte
Stunde des alten Jahres. Als dann der Piſtolenſchuß
Mitternacht verkündete, ertönte zwar ein allgemeines
Proſit Neujahr!; dies war aber auch alles, von Sil=
veſterſtimmung
war in dem wegen der ſehr hohen Ein=
trittspreiſe
äußerſt ſchwach beſetzten Hauſe herzlich
wenig zu merken. Jeder Verſuch, die Stimmung zu
beleben, wurde übrigens durch das rigoroſe Verhalten
der Polizei verhindert; nur die Maskierung der Fahrer
erregte einige Heiterkeit. Verſchiedene Stürze, von
denen Clark, Walthour, Fogler und vor allem Stol be=
troffen
wurden, ſahen zunächſt ſchlimmer aus, als ſich
ſpäter herausſtellte. Die einzige Abwechſelung in der
Nacht war das Revanchematch Arend-Poulain, von
dem Arend den erſten Lauf gewann, während der Fran=
zoſe
in den beiden anderen leichter Sieger blieb. Erſt
in der 107. Stunde begann unter Anführung von Rütt
ein allgemeines Spurten, in deſſen Verlauf Stabe-
Pawke und Berthet-Brocco eine Runde verloren
haben ſollten. Als dieſes Reſultat bekannt gegeben
wurde, begab ſich der Franzoſe Berthet auf die Richter=
tribüne
, proteſtierte lebhaft und ließ ſich ſchließlich in
ſeiner Aufregung zu Tätlichkeiten hinreißen. Es eut=
ſtand
ein allgemeiner Skandal, ſo daß man ſchließlich
zur Beruhigung der anfgeregten Gemüter mit Einwil=
ligung
der drei noch die Spitzengruppe bildenden Mann=
ſchaften
die von Stabe-Pawke und Berthet-Brocco
verlorene Runde wieder ſtrich. Der mit 200 Mark in
Strafe genommene Berthet gab ſpäter ſeinem Bedauern
über ſein Verhalten bei der Rennleitung Ausdruck.
Im Laufe des Tages ſchieden teils freiwillig, teils un=
freiwillig
Wegener-Scheuermann, Ryſer-Carapezzi,
Bettinger-Schipke, Demte-Hall und zuletzt Rudel-
Bader aus dem Rennen, ſo daß vom Samstag nachmit=
tag
ab nur nöch ſechs Fahrer die Bahn umkreiſten.
Kurz nach 4 Uhr erſchien der Kronprinz in Be=
gleitung
des Flügeladjutanten Frhrn. von Senden.
Seine Anweſenheit wirkte belebend anf die Fahrer.
Bald erſcheint Rütt, mit lautem Hallo begrüßt, auf der
Bahn, um Clark abzulöſen. Der Rheinländer ſetzte ſo=
fort
zu einem Spurt ein, dem aber Foglers Sturz ein
Ende bereitet. Um halb 6 Uhr folgt ein zweiter Vor=
ſtoß
von Rütt. Die ſich glänzend unterſtützenden Rütt-
Clark haben ſchon 50 Meter Vorſprung vor dem Ameri=
kaner
Root erreicht, als deſſen Partner Fogler, ſtatt
vorſchriftsmäßig abzulöſen, ſofort hinter dem führenden
Clark hinterher ſpurtet. Wegen dieſes Manövers er=
tönten
lautes Schreien, Pfui= und Schieberrufe. Das
Renngericht entſcheidet, daß Root als überhaupt nicht
im Rennen befindlich anzuſehen ſei und Fogler zwei=
mal
überrundet wäre. Kurz nachdem der Kronprinz die
Bahn verlaſſen hatte, ſetzte Rütt gegen ¾47 Uhr abends
zu einem neuen Spurt ein, der die Entſcheidung brin=

gen ſollte. Fogler ſällt etwa 40 Meter zurück, hinter
ihm liegt Stol, der von den ſich ablöſenden Fogler=-
Root eingeſchloſſen wird und dadurch Rütt nicht ſofort
nachſetzen kann. Rütt dehnt inzwiſchen ſeinen Vor=
ſprung
auf eine halbe Runde aus und wird durch Clark
abgelöſt, der in Fogler einen freiwilligen Helfershelfer
findet. Sich ſtändig nach Clark umſehend, wartet der
Amerikauer deſſen Herankommen ab, um mächtig ſpur=
tend
, Clark von den allmählich ermüdenden Stol und
Berthet immer weiter zu entführen. Nun ſpringt Rütt
wieder ein, und unter raſendem Beifall der Zuſchauer
gelingt es ihm nach kurzer Jagd, den von Walthour
ſchlecht unterſtützten Stol, ſowie Berthet zu überrun=
den
. Fünf Minnten vor 7 Uhr war nach viertelſtündi=
gem
Kampfe das Werk vollbracht. Das Reſultat der
117. Stunde lautet: Rütt-Clark 3125 Kilometer 500
Meter; Berthet-Brocco, Stol-Wälthour 1, Stabe-
Pawke 2, Root-Fogler 4, Stellbrint-Contenet 7 Run=
den
zurück. Nach all dieſen Kämpfen bemächtigte
ſich der Fahrer eine begreifliche Ermüdung, und bis 5
Uhr morgens gab es keinen weiteren Zwiſchenfall. In
der 128. Stunde verſuchten Berthet-Brocco, die ver=
lorene
Runde aufzuholen, aber ein fingierter Pneu=
matikdefekt
von Fogler bereitete dem Kampf ein vor=
zeitiges
Ende.
Der ganze ſechſte Tag verlief, mit Ausnahme
der letzten zwei Stunden, faſt ohne jeden Zwiſchenfall.
Angenſcheinlich ſparten die 12 Fahrer ihre letzten
Kräfte für den Endkampf auf. Von ½9 Uhr ab gab
es faſt ein nnaufhörliches Spurten, und zwar waren
es Berthet=Brocco, die faſt unermüdlich die verlorene
Runde zurückzuerobern verſuchten. Aber ſowohl Rütt=
Clark wie Stol=Walthour waren auf ihrer Hut und
ſchlugen alle Angriffe zurück. Kurz vor 10 Uhr be=
ſtiegen
Rütt, Stol, Brocco, Stabe, Stellbrink und Fog=
ler
zum letzten Mal das Rad und mit einem gewal=
tigen
Endſpurt ſuchte Brocco vor dem letzten Stun=
denſchluß
noch die Spitze zu erreichen, die aber Rütt
mit einer halben Länge behanptete. Gleich
darauf war die 144. Stunde vollendet und das Rennen
hatte mit dem Siege von Rütt=Clark geſchloſſen.
Noch aber ſtand eine zweite Senſation aus, das Match
Stol=Brocco über 10 Runden um den zweiten und
dritten Platz. Die erſten fünf Runden führte Brocco
unter ſieberhafter Erregung. Dann plötzlich ein Ruck
Stols, er fliegt förmlich mit ſeiner Maſchine zehn
Meter nach vorn, um in raſender Fahrt davon zu eilen,
Broeco ausſichtslos hinter ſich laſſend. Raſender Bei=
fall
belohnte die Bravonrleiſtung des kleinen Hollän=
ders
. Dann wurde von den ſiegenden Mannſchaften
ein hübſches Gruppenbild aufgenommen und blumen=
und kranzgeſchmückt abſolvierten die einzelnen Paare
in der Reihenfolge, wie ſie eingekommen waren, unter
den Klängen der Nationalhymne und dem nicht enden=
wollenden
Jubel der Zuſchauer ihre Ehrenrunde. Rütts
Vater wohnte dem erſten großen Erfolge ſeines Soh=
nes
in der Heimat bei. Das Reſultat war: 144. Stunde:
1. Rütt=Clark 3753 Kilometer 150 Meter, 2. Stol=
Walthour 1 Runde, 3. Berthet=Brocco 1 Runde, 4.
Stabe=Pawke 3 Runden, 5. Root=Fogler 6 Runden,
6. Stellbrink=Contenet 12 Runden zurück.

Großherzogliche Hofbibliothek.

Neue Erwerbungen, vom 27. Dezember
1909 an auf 14 Tage im Leſeſaale zur Anſicht
aufgeſtellt: Geib, Otto, Rechtsſchutzbegehren u. An=
ſpruchsbetätig
., Meyer, M., D. Publizitätsprinzip,
. 09; Schulz, M. D Lehre v. d. hiſtor. Methode
b. d. Geſch. Schreib. d. M.=A., Heinemann, B., Beitr.
Urkundenweſ. d. Biſchöf. v. Konſtänz i. 13. Ih.,
Biſchoff, C., Studien z. P. P. Vergerio d. A., Eckert,
H., D. Krämer i. ſüddeutſch. Städt. b. z. Ausg. d. M.=A.;
Almanach, d. Militär=Literatur v. Otto Liman;
Schubert, O., Geſch. d. Barock i. Spanien; Cata=
logue
genéral des manuser. des biblioth, publ. de
France, Départem. 39. Reims p. H. Loriquet. 2,
13; Wölfler, A. u. Lieblein, V. d. Fremdkörper
d. Magen=Darmkanals d. Menſchen; Delius, R. v.,
Jeſus; Delteil, L., Le Peintre-Graveur, illustré,
1: J. F. Millet, Th. Rousseau, Jules Dupré, J. Barthold
Jongkind, 2: Charles Mervon, 3: Ingres & Delacroix;
Friedensburg, F., D. Münze i. d. Kulturgeſch.;

Gaſſer M., Eine Flugkartenſtudie; Sallet, A. p.,
D. antik. Münzen, bearb. v. Kurt Regling; Jankau,
L., Taſchenb. f. Augenärzte, f. Chirurgen, f. Frauenärzte,
f. Kinderärzie, f. Nervenärzte, f. Ohren, Naſen= u. Hals=
ärzte
: Keller, Chronik v. Planig; Kolle, W. u.
Waſſermann, A., Handb. d. pathogen. Mikro=
organism
.; Kürſchner, W., Marburg i. J. 1645;
Hartmann, R., D. Felſendom i. Jeruſalem; Weibel,
W., Jeſuitism. u. Barockſkulptur i. Rom, Köſter, A.,
D. Pellargicon., Becker, E., D. Quellwunder d. Moſes
i. d. altchriſtl. Kunſt; Lebermann, J., A. d. Geſch.
d. Jud. i. Heſſ.; Libanius Opera rec. R. Förster,
5: Declamationes 112.; Notthafft, A. Fr. v.,
Taſchenb. d. Unterſuchungsmethoden u. Therapie f.
Dermatolog. u. Urolog.; Paſtor, L. v., Geſch. d.
Päpſte, 5: Paul III: 15341549; Prutz, H., D. Anteil.
d. geiſtl. Ritterord. a. d. geiſt. Leben ihr. Zeit; Fa=
bricius
, W., Kart. d. kirchl. Organiſation 1450 u.
1610; Reichel, E., Gottſched=Wörterb., 1: AC;
Spaniſch. Strafgeſetzbuch v. 17. 6. 1870; Schnirer,
M., T. Taſchenb. d. Therapie; Smith, J. A., Catalogue
Raisonné of the Works of the most eminent Duteh,
Flemish & French Painters 18; Voltaire, Lettres
philos. p. G. Lanson 1. 2.; Sueß, E., D. Antlitz d.
Erde; Müller, K., Rheinberg a. N.=Rh. u. d. Kapuzin.;
Vorentwurf z. e. öſterr. Strafgeſetzbuch; Richard,
Wagner a. ſ. Künſtler 2. Bd. d. Bayreuth. Briefe‟,
hs. v. Erich=Kloß; Ward, A. W. & Waller, A. R.,
The Cambridge Histor. of Engl. Literature. 4: Prose
& Poetry Sir Thomas North to Michael Drayton.
Sämtlich vom 10. Januar 1910 an verleihbar.
Wegen Vormerkung für das erſtmalige
Entleihen wende man ſich an den Beamten des
Ausleihezimmers.
In die Handbibliothek des Leſeſaales
ſind aufgenommen worden: Die Fortſchritte d.
Phyſik 1908; Goth. Geneal. Hofkalender, 1910,
Gotha; Goth. Geneal. Taſchenb. d. Gräfl. Freih.
Uradel. Briefadel. Häuſer 1910, Gotha; Illuſtr. Techn.
Wörterbüch., bearb. v. Alfr. Schlomann, Bos=
hartz
. Il., Eäiſenhahnngſchinenweſen.

Den beſten Schutz
gegen Entkräftigung bildet ein guter Appetit. Stellt ſich
aber Appetitmangel ein, was oft gerade dann der Fall
iſt, wenn der Körper ganz beſonders einer zweckmäßigen
Ernährung bedarf, ſo eignet ſich Scotts Emulſion in
hervorragender Weiſe zur Anregung der Eßluſt. (203M
München, Roſenheimerſtr. 129, 12. April 1908.
Unſer Töchterchen Maria war im Alter von 8½ Jahren
verhältnißmäßig ſehr groß, aber immer mager. Die Eßluſt lag
vollſtändig darnieder, und der Zuſtand des Kindes verlangte
dringend nach einem Kräftigungsmittel. Der gewöhnliche Leber=
tran
hat vollſtändig verſagt, da die Kleine trotz Zwang ihn nicht
zu nehmen vermochte. Bekannte empfahlen uns, doch einmal die
wohlſchmeckende, leicht zu nehmende Scotts Lebertran=Emulſion
zu verſuchen, was wir dann auch taten. Scotts Emulſion hat
unſere Tochter andauernd ohne Widerſtreben, ja ſo gern genommen,
daß ſie, wenn wir fort waren, allein an den Schrank ging, wo
die Flaſche ſtand. Der fortgeſetzte Gebrauch
des Präparates iſt ihr ausgezeichnet bekommen,
der geſunkene Appetit kehrte bald wieder, und
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heute hat das Kind ein anderes Ausſehen
und die meiſte Zeit roſige Backen. Es iſt ge=
rade
das Gegenteil von früher, lebhaft und friſch,
worüber wir ganz glücklich und froh ſind.
(gez.) Michael und Fanny Kugler.
Als Kräftigungsmittel hat ſich Scotts
Cmulſion auch in dieſem Falle wieder be=

währt. Die Vorzüge von Scotts Emul=
Nurecht mit dieſer ſion: Leichtverdaulichkeit, appetitanregende
rkedem Fiſche
Zirkung, werden nur durch die im Scott=
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und Herr Alfred Siephani (Bass), Mitglieder der Grossh. Hofoper.
Eintrittskarten: Numeriert zu 2.50 Mk., 1.50 Mk. und 1 Mk., un-
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zu 50 Pfg. bei Waitz, Thies, Bergstraesser, Verkehrsbüro und
Uhrmacher Kolb.
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Theater- und Tanzabend
am Samstag den 8. Januar 1910 im SAALBAU
Anfang 8 Uhr
1. Das graue Elend. Lustspiel in vier Aufzügen in Darm-
Städter Mundart von Dr. Joseph Nerking (Uraufführung).
Schlussbild: Tanz-Szene (Gavotte).
2. Tanz im grossen Saale.
s, 2 , 22 25 ,
Die Beteiligung am Tanze ist nur im Gesellschaftsanzuge gestattet
Tanzkarten werden nicht ausgegeben
Orchestervorträge und Ballmusik: Kapelle des Grossh. Artillerie-
Regiments Nr. 61 unter Leitung des Herrn M. Weber.
25

Eintrittaharten à 2 Mk. (ür 3 Personen 3 5 Mk.) siud für dies verchrüichen
Mitglieder von Dienstag den 28. Dezember ab bei Ge Thies Nachk.
(L. Schutter) zu haben. Programm 20 Pfg. Durch Mitelieder eingeführte Gäste
sind wilikommen. Alle Sitzplätze (Saal, Estraden u. Balkon) sind numeriert.
Die Hüte müssen vor dem Betreten des Saales abgenommen werden.
24717a)
Der Vergnügungs-Ausschuss.

Kirchlich-positive Vereinigung
Darmstadt.
Donnerstag, den 6. Januar, nachmittags 4 Uhr.
im Fürstensaal (Grafenſtraße)
VORTRAG
des Herrn Konſiſtorialrat Falke=Frankfurt a. M.
über
(226
Der Vorzug des Chriſtentums vor den anderen Religionen
der Erde.
Gäſte willkommen.
Eintritt frei.

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Vortrag
Im Vortragsſaal, Neckarſtraße 22 (Hinterhaus), Dienstag
abend 8¼ Uhr
Thema:
(*53
Ver Sllvester-Abena der zakdnt

Eintritt frei!

Jedermann willkommen!

Mozart-Verein.
Anlässlich der Mittwoch, den 5. Januar, abends 8½ Uhr
im Vereinshause, Schulstrasse 8, beginnenden Proben für
Arnold Mendelssohns Chorwerk Pandora laden wir
stimmbegabte und gesanglich beanlagte Herren zum
Eintritt in den Vereinschor freundlichst ein. Auch sind
uns im Chorgesang geübte Kräfte, welche sich an obiger Auf-
führung
gastweise beteiligen wollen, willkommen. In beiden
Fällen werden getällige Anmeldungen an den Vorsitzenden des
Vereins, Herrn W. Pfeil, Mathildenstrasse 44, erbeten.
Der Vorstand.
185)

Unabhängiger Neutraler Guttemplerorden.
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Die Moderne Alkoholbewegung und
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ſpricht Herr Großſekretär Paul Reiner=Heidelberg
am Mittwoch, 5. Januar 1910, abends 8¼ Uhr,
im Kaisersaal (Kaufmännischer Saal).
Eintritt frei.
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